Falstaff Magazin Österreich 01/2021
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feb–mär <strong>2021</strong><br />
GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />
ROTE SIEGER<br />
TOP-ROTWEINE<br />
AUS ÖSTERREICH<br />
RARER GENUSS<br />
TAUBEN AUS DEM<br />
BURGENLAND<br />
RICHTIG RETRO<br />
LITTLE ITALY<br />
IN DER BRONX<br />
ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 20<strong>01</strong>7908<strong>01</strong>, FALSTAFF VERLAGS-GMBH, FÜHRICHGASSE 8, 1<strong>01</strong>0 WIEN<br />
Seelentröster Pasta<br />
WIE UNS DAS ITALO-SOULFOOD DURCH DIE KRISE BRINGT<br />
ÖSTERREICH-AUSGABE <strong>01</strong>/<strong>2021</strong><br />
€ 9,50 WWW.FALSTAFF.COM
Aus Ideen entsteht Zukunft.<br />
Der neue rein elektrische Audi e-tron GT.<br />
Future is an attitude.<br />
Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km (NEDC): 18,8-19,6 (NEFZ); 19,9-21,6 (WLTP); CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 0. Angaben<br />
Stromverbrauch und CO²-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit von der gewählten Ausstattung des Fahrzeugs. Stand <strong>01</strong>/<strong>2021</strong>
zu
Wir alle können die Welt<br />
ein bisschen besser machen.<br />
Ohne Dich ist unser Netz nur ein Netz – aber<br />
gemeinsam können wir damit Ideen und<br />
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Werte zu Reichweite und Stromverbrauch basieren auf dem WLTP-Testverfahren. *** Mit 85 kW Ladeleistung an einer DC-Schnellladestation.
HERAUSGEBERBRIEF<br />
CORONA, PASTA & UNSERE SEELE<br />
DAS OHR ISST MIT.<br />
Akustik für Restaurants<br />
LIEBE FEINSCHMECKERINNEN,<br />
LIEBE FEINSCHMECKER!<br />
Nach bald einem Jahr Corona, Lockdowns und<br />
Belastungen für so gut wie jeden von uns gibt es<br />
kaum mehr jemanden, der nicht die Schnauze<br />
voll hat. Es ist unerträglich geworden, und die Stimmung<br />
kippt selbst bei denen, die bis dato Verständnis für<br />
die nötigen Maßnahmen aufgebracht haben. Leider wird<br />
deshalb aktuell viel parteipolitisches Kleingeld gewechselt.<br />
In sozialen Medien werden die Regierenden dargestellt,<br />
als hätten sie das Virus selbst in die Welt gesetzt.<br />
Einziger Trost für Kurz & Kogler: Es ergeht den Regierungen<br />
aller Länder ähnlich. Vielleicht hat uns das inspiriert,<br />
eine Filmfigur aufs Cover zu setzen: Don Camillo,<br />
der im ewigen Kampf gegen seinen kommunistischen<br />
Widersacher Peppone zwar auch oft die Contenance verlor,<br />
aber trotzdem letztlich immer zu einem Happy End<br />
fand – meist bei einem gemeinsamen Teller Pasta.<br />
Ja, die Pasta! Diese wundervolle Kohlenhydrat-Bombe<br />
mutierte in Corona-Selbstversorgungszeiten zum kulinarischen<br />
Seelentröster Nummer eins. Grund genug, diese<br />
Speise aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erörtern.<br />
Tolle Persönlichkeiten finden Sie in dieser Ausgabe.<br />
Den weltbesten Koch Massimo Bottura aus Modena.<br />
Oder Wein-Gigant Piero Antinori. Und dann noch Henkell<br />
Freixenet. Wussten Sie, dass die Wiesbadener den<br />
größten Schaumwein-Konzern der Welt aufgebaut haben?<br />
Wir freuen uns, dass wir auch in Corona-Zeiten Ihr<br />
publizistischer Begleiter sind! 2020 hat <strong>Falstaff</strong> Zehntausende<br />
Social-Media-Fans dazugewonnen – darauf<br />
sind wir besonders stolz! So haben wir monatlich bereits<br />
die Zwei-Millionen-Visits-Marke durchstoßen, eine Vervielfachung<br />
binnen kürzester Zeit. Bleiben Sie uns bitte<br />
weiterhin gewogen! Die Zeiten werden besser, und die<br />
Wiedererlangung unseres Genuss- und Reiselebens naht!<br />
Mit optimistischen Grüßen, herzlichst<br />
Wolfgang und Angelika Rosam<br />
Herausgeber <strong>Falstaff</strong><br />
Pasta! Diese<br />
wundervolle<br />
Kohlenhydrat-<br />
Bombe mutierte<br />
durch Corona<br />
zum kulinarischen<br />
Seelentröster<br />
Nummer eins.<br />
Suchen Sie den Wohlfühleffekt?<br />
Wir haben die Lösung.<br />
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Foto: Ingo Pertramer<br />
WOLFGANG M. ROSAM<br />
wolfgang.rosam@falstaff.com<br />
@RosamWolfgang<br />
ANGELIKA ROSAM<br />
angelika.rosam@falstaff.com<br />
@jewelista.girl<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
7
fals_AT_21<strong>01</strong>_Cover.indd 1 <strong>01</strong>.02.21 15:23<br />
FEBRUAR<br />
12<br />
Alles Pasta! Wir präsentieren die<br />
besten Nudelgerichte für Gourmets<br />
und geben Tipps, welche Weine am<br />
besten zu welcher Sauce passen.<br />
/ feb–mär <strong>2021</strong><br />
ROTE SIEGER<br />
TOP-ROTWEINE<br />
AUS ÖSTERREICH<br />
GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />
RARER GENUSS<br />
TAUBEN AUS DEM<br />
BURGENLAND<br />
RICHTIG RETRO<br />
LITTLE ITALY<br />
IN DER BRONX<br />
COVER<br />
FOTO: BJÖRN BISCHOFF<br />
ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 20<strong>01</strong>7908<strong>01</strong>, FALSTAFF VERLAGS-GMBH, FÜHRICHGASSE 8, 1<strong>01</strong>0 WIEN<br />
Seelentröster Pasta<br />
WIE UNS DAS ITALO-SOULFOOD DURCH DIE KRISE BRINGT<br />
ÖSTERREICH-AUSGABE <strong>01</strong>/<strong>2021</strong> € 9,50 WWW.FALSTAFF.COM<br />
26<br />
Philipp Grassl holte sich den<br />
ersten Platz im <strong>Falstaff</strong><br />
Rotweinguide <strong>2021</strong>.<br />
38<br />
Top-Weine aus der Toskana: die<br />
Geschichte der Supertuscans.<br />
WEIN & MEHR<br />
10 WEIN-NOTIZEN<br />
Wein-Chefredakteur Peter Moser<br />
präsentiert Neuigkeiten aus der Welt<br />
des Weins<br />
12 PASTA E VINO<br />
Food-Pairing: die besten Weine zu Pesto,<br />
Tomatensauce, Lasagne & Co.<br />
26 ROTE EXTRAKLASSE<br />
Die Sieger aus dem neuen <strong>Falstaff</strong><br />
Rotweinguide <strong>2021</strong><br />
38 GEBURT EINER LEGENDE<br />
Wie aus einfachen Tafelweinen die<br />
legendären Supertuscans wurden<br />
50 WEINJAHRGANG 2020<br />
Von <strong>Österreich</strong> bis Kalifornien:<br />
Top-Qualität trotz Corona<br />
64 BLAUER PORTUGIESER<br />
Seit 250 Jahren ein »echter <strong>Österreich</strong>er«<br />
74 IM LAND DER VIELFALT<br />
Die Winzer der steirischen Region<br />
Vulkanland sind klar auf Erfolgskurs<br />
80 SERIE: WORLD CHAMPIONS<br />
Antinori: der Clan der Wein-Magier<br />
88 DIE WEINE DES DROGERIE-KÖNIGS<br />
Die Unternehmerfamilie Müller macht<br />
auf Mallorca charmante Weine<br />
7 HERAUSGEBERBRIEF<br />
202 LESERBRIEFE<br />
237 IMPRESSUM<br />
250 SAGEN SIE EINMAL …<br />
80<br />
Der Supertuscan<br />
Solaia ist eines der<br />
Aushängeschilder der<br />
legendären Weinmacher-<br />
Familie Antinori.<br />
Fotos: Shutterstock, Getty Images, Rafaela Pröll, ieffestudio.it, Stine Christiansen<br />
8 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
94 DER SPARKLING-GIGANT<br />
Henkell Freixenet ist der größte<br />
Schaumwein-Produzent der Welt<br />
102 ITALIANITÀ FÜR DAHEIM<br />
Der italienischen Aperitivo-<br />
Kultur auf der Spur<br />
110 NÜCHTERN BETRACHTET<br />
Fruchtsaft mal anders:<br />
alkoholfreie Speisenbegleiter<br />
GOURMET<br />
118 GOURMET-NOTIZEN<br />
Chefredakteur Martin Kubesch<br />
präsentiert das Neueste aus der<br />
Welt des Genusses<br />
120 PASTA UNSER<br />
Alles rund um die Nudel:<br />
Formen-Vielfalt, Produzenten<br />
und praktische Koch-Tipps<br />
134 GENUSS AL DENTE<br />
Drei Spitzenköche verraten ihre<br />
besten Pasta-Rezepte<br />
142 FAST WIE BEI NONNA<br />
Topf, Sieb & Co.: Wer gute Pasta<br />
machen will, braucht das richtige<br />
Zubehör<br />
144 HART IM NEHMEN<br />
Parmesan und andere Käsesorten<br />
»zum Drüberstreuen«<br />
150 BEST OF CUCINA ITALIANA<br />
Die besten italienischen<br />
Restaurants in <strong>Österreich</strong><br />
134<br />
Drei Pasta-Rezepte zum<br />
Nachkochen.<br />
MÄRZ<br />
162 PASTA ALLA FAMIGLIA<br />
Joachim Riedl über Pasta als<br />
Soulfood Nummer eins<br />
164 SERIE: STERNEMILLIONÄRE<br />
Massimo Bottura: »Ich mache,<br />
was ich liebe!«<br />
170 MACHT PASTA DICK?<br />
Dr. Marlies Gruber über den<br />
schlechten Ruf der Kohlenhydrate<br />
174 DAS WAHRE LITTLE ITALY<br />
In der New Yorker Bronx florieren<br />
italienische Shops und Restaurants<br />
182 DAS BLAUE WUNDER<br />
Severin Corti kocht Miesmuscheln<br />
mit Ingwer und Zitronengras<br />
184 WIE IM SCHLARAFFENLAND<br />
Uralte Tradition: Die heimische<br />
Taubenzucht ist in Gefahr<br />
192 SERIE: KUNST & KULINARIK<br />
Zu Gast bei den »Buddenbrooks«<br />
198 ELDORADO<br />
Stylishe Tischkultur-Accessoires<br />
JOURNAL<br />
200 GUT ZU GAST<br />
TASTING<br />
204 SUPERTUSCANS<br />
218 KAMPANIEN-BASILIKATA-<br />
KALABRIEN TROPHY<br />
226 VULKANLAND TROPHY<br />
238 TENUTA DI BISERNO<br />
240 ÖSTERREICHS<br />
ROTWEIN-SIEGER<br />
WEIN<br />
UND<br />
GENUSS<br />
FRUHLING<br />
11. JUNI <strong>2021</strong><br />
16 - 21 UHR<br />
STADTSAAL<br />
VOCKLABRUCK<br />
WEIN UND GENUSS<br />
Vielfältige spannende Genussmomente erwarten Weinfreunde<br />
und kulinarische Genießer bei der feinen Messe<br />
in Vöcklabruck - Gustieren, Verkosten und Genießen in<br />
persönlichem Rahmen.<br />
TOP-WEINE AUS ÖSTERREICH UND ITALIEN<br />
Top-Winzer unterschiedlicher Weinbauregionen aus<br />
<strong>Österreich</strong>, Südtirol und Italien präsentieren ihre Weine.<br />
Kosten Sie sich durch das breite Sortiment, vergleichen<br />
Sie vor Ort und erfreuen Sie sich an guten, persönlichen<br />
Gesprächen mit den Winzern.<br />
VON ALLEM DAS BESTE - GENUSSLAND OÖ<br />
Beste Weine verlangen beste kulinarische Begleitung.<br />
Dafür sorgen erlesene Produzenten des Genusslandes<br />
Oberösterreich und verwöhnen mit ihren außergewöhnlichen,<br />
regionalen Schmankerln die Besucher.<br />
DIE NÄCHSTE FALSTAFF-AUSGABE ERSCHEINT AM 19. MÄRZ <strong>2021</strong><br />
KARTEN ONLINE UNTER WWW.KUF.AT<br />
UND IM TOURISMUSBÜRO VÖCKLABRUCK<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
9
Wein-Chefredakteur<br />
PETER MOSER<br />
WEIN<br />
NEU AB <strong>2021</strong>: WEIN<br />
NIEDERÖSTERREICH<br />
Mit der Gründung der »Wein Niederösterreich«<br />
als Dachorganisation<br />
des größten Weinbaulandes entsteht<br />
einerseits eine Plattform für die Imagewerbung<br />
und Verknüpfung von Wein und<br />
Tourismus, andererseits dient sie als ein<br />
Bindeglied zwischen ÖWM und den einzelnen<br />
DAC-Gebieten und deren Regionalkomitees.<br />
Zusätzlich soll Niederösterreich als<br />
volumenmäßig größte Herkunftsbezeichnung<br />
<strong>Österreich</strong>s ein geschärfteres Profil erhalten.<br />
Die Geschäftsführung der neuen Wein Niederösterreich<br />
wird mit Ulrike Hager eine sehr<br />
profilierte Managerin übernehmen, sie leitete<br />
bisher überaus erfolgreich das Regionale<br />
Weinkomitee Weinviertel. Als Vorsitzender<br />
wird der neue NÖ-Weinbaupräsident Reinhard<br />
Zöchmann fungieren.<br />
BIODYNAMISCHER<br />
WEIN BOOMT WEITER<br />
Die europäische Winzergruppe »respekt-<br />
BIODYN« wächst. Mit Anfang des Jahres<br />
schlossen sich zwei namhafte Häuser der<br />
Gruppe an: das Weingut Leiner in der Pfalz<br />
und der Sattlerhof in der Südsteiermark<br />
(o. & r.). Mit nun 25 Weingütern etabliert<br />
sich die Gruppe immer stärker als Kraft auf<br />
dem internationalen Weinmarkt. Mit den<br />
beiden neuen Gütern zählt der 2007 gegründete<br />
Verein 17 Mitglieder in <strong>Österreich</strong>, sieben<br />
in Deutschland und eines in Südtirol, die<br />
gesamte Rebfläche der 25 Betriebe beträgt<br />
rund 850 Hektar. »respekt-BIODYN« hat<br />
sich in den vergangenen Jahren international<br />
als wichtige und treibende Kraft im<br />
biodynamischen Weinbau etabliert.<br />
respekt-biodyn.bio<br />
WEIN-EINBRUCHSERIE<br />
SETZT SICH FORT<br />
Mitte Jänner wurde das Kronenschlösschen<br />
in Hattenheim, vielen österreichischen Winzern<br />
vom »Rheingau Weinfestival« her ein<br />
Begriff, Opfer eines Einbruchs. Die Täter<br />
entwendeten aus dem Keller nur die feinsten<br />
Flaschen von Romanée-Conti bis Pétrus.<br />
Der Schaden beträgt rund 500.000 Euro.<br />
10 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
NOTIZEN<br />
Fotos: Shutterstock, respekt-BIODYN, Fabian Pellegrini, Hotel Kronenschlösschen, Sothebys, picturedesk<br />
DOMAINE LEROY TOPPT DIE »LIV-EX POWERLIST« 2020<br />
Seit 15 Jahren errechnet die Fine-Wine-Plattform »Liv-ex« gemeinsam mit »The Drinks<br />
Business« die wichtigsten Marken unter den Edelweinen. Dieses Jahr erreichte die<br />
Domaine Leroy aus dem Burgund den ersten Rang an Wert und Menge der gehandelten<br />
Weine, gefolgt von Domaine Leflaive, Platz drei geht an Gaja aus dem Piemont. Die<br />
Ränge 4 bis 10 holten Sassicaia, Penfolds, Ornellaia, Dom Pérignon, Château Haut-Brion,<br />
Masseto und Louis Roederer. liv-ex.com<br />
EISWEIN 2020/21: SPÄT, ABER<br />
DOCH – UND VON TOPQUALITÄT<br />
Für die meisten Eiswein-Winzer sind die unruhigen Nächte jetzt<br />
vorbei: Nach ersten Erfolgen in der Nacht auf den 11. Jänner<br />
konnte in der Nacht auf den 12. Jänner <strong>2021</strong> die Eisweinlese fast<br />
vollständig abgeschlossen werden. Gerhard Kracher berichtet<br />
von »sensationeller Qualität« und einem »zu 100 Prozent<br />
geglückten Nachteinsatz«. Im Seewinkel konnten Hans Tschida,<br />
Helmut Lang und Gerhard Haider ihre Eisweintrauben bei perfekten<br />
Bedingungen ernten. Erfolgsmeldungen kommen auch aus<br />
der Südsteiermark, aus Rust vom Weingut Ceel und aus dem<br />
Kremstal vom Weingut Türk. Damit die Trauben für Eiswein verwendet<br />
werden können, braucht es minus sieben Grad oder weniger,<br />
denn erst dann sind die Trauben komplett gefroren.<br />
GOLDFIEBER IM FINE-WINE-SEGMENT:<br />
DOM PÉRIGNONS TEUERSTES STÜCK<br />
Allen Problemen zum Trotz konnte sich der Fine-Wine-Sektor<br />
während der Pandemie auch im Homeoffice-Modus sehr<br />
gut behaupten. Selten wurden Spitzenweine so nachgefragt<br />
wie in diesen Krisenzeiten. Auch wenn es noch wenig Anlass<br />
gibt, die Korken knallen zu lassen, so hat es dennoch ein<br />
Champagner in der Liste der aktuell teuersten Flaschen an<br />
die Spitze geschafft. Der Dom Pérignon Rosé Gold – Auflage<br />
limitiert – kostet so viel wie etwa 270 »normale« Flaschen<br />
des Luxussprudels. domperignon.com<br />
ZAHLREICHE ÄNDERUNGEN IN<br />
ÖSTERREICHS WEINRECHT<br />
Eine neue Sammelverordnung bringt<br />
Neues für das Weinviertel DAC, Kremstal<br />
DAC, das Leithaberg DAC und die steirischen<br />
DAC-Gebiete. Um etwa die Sorte<br />
Grüner Veltliner wieder stärker hervorheben<br />
zu können, darf sie zukünftig<br />
gleich groß wie der Begriff Weinviertel<br />
auf dem Etikett stehen. Zudem wird die<br />
Angabe von Großlagen erlaubt und eine<br />
neue Kategorie »Große Reserve« definiert.<br />
Leithaberg DAC Rot darf in Zukunft<br />
ausschließlich aus Blaufränkisch bestehen,<br />
die bisherigen Verschnittpartner wie<br />
Zweigelt oder St. Laurent fallen weg.<br />
Für die Bereitung von Kremstal DAC<br />
können nun 15 Prozent der Trauben aus<br />
einer an das Kremstal angrenzenden<br />
Gemeinde stammen.<br />
In der Steiermark wurde der Restzuckergehalt<br />
für Riedenweine aus Gelbem<br />
Muskateller beschränkt, für die steirischen<br />
DAC-Weine wurde der traditionelle<br />
Begriff »Reserve« definiert und im<br />
Vul kanland Steiermark die Ortsweinbezeichnung<br />
»Gleichenberg« eingeführt.<br />
oesterreichwein.at<br />
BENJAMIN DE ROTHSCHILD<br />
MIT 57 JAHREN VERSTORBEN<br />
Das Oberhaupt der Edmond de Rothschild-Gruppe<br />
ist Mitte Jänner in seinem<br />
Schweizer Domizil einem Herzinfarkt<br />
erlegen. Der Philanthrop und begeisterte<br />
Segler besaß in Bordeaux das bekannte<br />
Château Clarke in Listrac und erzeugte<br />
zahlreiche Weine in Joint Ventures, etwa<br />
jenem in Südafrika mit Rupert & Rothschild<br />
oder Macán in Rioja mit der Familie<br />
Alvarez von Vega Sicilia.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
11
wein / DIE BESTEN ZUR PASTA<br />
Was wäre die italienische Küche<br />
ohne Pasta und Wein? Die<br />
<strong>Falstaff</strong>-Weinredaktion sagt,<br />
welche Weine mit welchen<br />
Pasta-Varianten besonders<br />
gut harmonieren.<br />
Die italienische Küche kennt unzählige Pastavarianten.<br />
Und je nach Sauce und Zubereitung<br />
verlangen diese nach unterschiedlichen Begleitern.<br />
Die <strong>Falstaff</strong>-Weinredaktion hat legendäre<br />
Pastagerichte unter die Lupe genommen und<br />
ihre liebsten Begleiter definiert. So viel vorab:<br />
Es muss nicht immer ein Italiener sein.<br />
TEXT BENJAMIN HERZOG UND DOMINIK VOMBACH<br />
PASTA E VINO<br />
Foto: Getty Images<br />
12 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
13
wein / DIE BESTEN ZUR PASTA<br />
94<br />
92+<br />
92<br />
2<strong>01</strong>8 ZWEIGELT CARNUNTUM<br />
DAC RIED KIRCHWEINGARTEN<br />
1ÖTW<br />
Weingut Gerhard Markowitsch,<br />
Carnuntum, <strong>Österreich</strong><br />
Tiefdunkles Rubingranat.<br />
Reife schwarze Herzkirschen,<br />
Lakritze, ein Hauch von Edelholzwürze<br />
und Nougat, zart mit<br />
Orangenzesten unterlegt. Kraftvoll,<br />
komplex, wieder dunkle<br />
Kirschen, feine, tragende Tannine,<br />
mineralisch im Abgang, zeigt<br />
gute Länge.<br />
markowitsch.at, € 28,–<br />
2<strong>01</strong>1 BLACK TIE<br />
Weingut Heitlinger, Baden,<br />
Deutschland<br />
Um die Tomate einzufangen,<br />
braucht man Reife und Fülle, wie in<br />
dieser Top-Cuvée, die zudem eine<br />
feine aromatische Ergänzung darstellt.<br />
Schokoladig im Duft, getrocknete<br />
Tomate, Pflaume, Süßkirsche,<br />
Rote Johannisbeere, Miso. Am Gaumen<br />
mit schöner Saftigkeit, einer<br />
ganz sachten, frischen Spannung.<br />
Elegant und mineralisch. Feine,<br />
würzige Abgangsfrucht.<br />
weingut-heitlinger.de, € 40,–<br />
2<strong>01</strong>9 QUINTESSENZ<br />
KALTERER SEE CLASSICO<br />
SUPERIORE SÜDTIROL DOC<br />
Kellerei Kaltern, Südtirol, Italien<br />
Strahlend helles Rubinrot. Hält sich<br />
etwas zurück, leicht nach Walderdbeeren.<br />
Am Gaumen mit klarer und<br />
präziser Frucht, leicht salzig, spannt<br />
sich frisch und saftig über die Zunge,<br />
dezentes Tannin.<br />
kellereikaltern.com, € 12,60<br />
94<br />
92<br />
2<strong>01</strong>8 ST. LAURENT RIED<br />
FRAUENFELD<br />
Johanneshof-Reinisch,<br />
Thermenregion, <strong>Österreich</strong><br />
Dunkles Rubingranat, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />
Dezente Kräuternuancen, feiner<br />
heller Nougattouch, Brombeernoten,<br />
reife Pflaumen, Orangenzesten<br />
klingen an. Saftig, komplex, reife<br />
schwarze Kirschen im Abgang,<br />
Tabakwürze im Nachhall, vielschichtiger<br />
Speisenbegleiter.<br />
j-r.at, € 19,60<br />
SPAGHETTI<br />
ALLA<br />
NAPOLETANA<br />
2<strong>01</strong>5 LINDES DE REMELLURI<br />
VIÑEDOS DE LABASTIDA<br />
Kräftiges Rubingranat, violette<br />
Reflexe, breitere Randaufhellung.<br />
Feines Erdbeerkonfit, Nuancen von<br />
eingelegten Kirschen, angenehme<br />
Holzwürze. Mittlere Komplexität,<br />
feine Fruchtsüße, gut integrierte,<br />
tragende Tannine, mineralischer<br />
Nachhall, bereits gut antrinkbar.<br />
Erinnert an einen hervorragenden<br />
Chianti.<br />
gute-weine.de, € 14,95<br />
93<br />
92<br />
91<br />
2<strong>01</strong>7 OGNISANTI DI NOVARE<br />
VALPOLICELLA CLASSICO<br />
SUPERIORE DOC<br />
Bertani, Veneto, Italien<br />
Funkelndes Rubingranat. Sehr<br />
s chöne, duftige Nase, ansprechende<br />
Noten nach frischen Kirschen, etwas<br />
Granatapfel und Blutorange. Zeigt<br />
am Gaumen sehr gute Spannung,<br />
feinmaschiges Tannin, gleitet<br />
geschmeidig über den Gaumen,<br />
saftig, bleibt lange am Gaumen.<br />
dallmayr-versand.de, € 22,–<br />
2<strong>01</strong>7 »ROSA VON P« PINOT<br />
NOIR ROSÉ TROCKEN<br />
Weingut Solveigs, Rheingau,<br />
Deutschland<br />
Hat Stoff und Kraft wie ein südlicher<br />
Rosé, die wildwürzige Spontangärung<br />
harmoniert mit der Fruchtigkeit<br />
der Tomate. Balsamische Würze,<br />
Quitte, Erdbeere, Thymian und Salbei,<br />
Pfeffer. Im Mund stoffig und<br />
säurefrisch, dicht, ungekünstelt<br />
gradeaus, mit geschmeidigem Fond<br />
und saftigem Abklang.<br />
solveigs.de, € 15,–<br />
2<strong>01</strong>7 ALTA NAOUSSA<br />
Thymiopoulos Vineyards,<br />
Makedonien, Griechenland<br />
In der Nase Noten von dunklen<br />
Waldbeeren, kühle Frucht, reife<br />
Sauerkirsche und feinwürzige<br />
Anklänge. Am Gaumen saftige<br />
Struktur, wirkt elegant und äußerst<br />
trinkig, spürbares reifes Tannin,<br />
klare rote und dunkle Frucht. Mittlere<br />
Länge. Unkompliziert<br />
und einladend.<br />
fohringer.at, € 21,40<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
14 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Pasta mit Tomatensauce gehört<br />
zu den beliebtesten Gerichten<br />
der Welt. Einerseits seiner<br />
Einfachheit wegen, andererseits,<br />
weil kaum eine Speise<br />
auf dieser Welt einen in derart gute Stimmung<br />
versetzen kann – bei den meisten<br />
Menschen werden beim Genuss von Pasta<br />
alla napoletana Kindheitserinnerungen<br />
wach oder zumindest Erinnerungen an Italien.<br />
So einfach eine Pasta mit Tomatensauce<br />
auch ist, wer sich auf eine Spurensuche<br />
nach deren Herkunft begibt, verliert<br />
sich bald in Irrungen und Wirrungen – wie<br />
das bei vielen Gerichten der italienischen<br />
Küche der Fall ist.<br />
Erstmals schriftlich erwähnt wurde das<br />
Gericht bereits im Jahr 1790 im Kochbuch<br />
»Apicio moderno« des legendären italienischen<br />
Kochs Francesco Leonardi.<br />
Heute kennt in Italien nicht nur jede Region<br />
ihre eigene Version von Pasta mit Tomatensauce,<br />
ja, jede Familie verwendet ihr<br />
eigenes Rezept. Als »Mutter« der Tomatensauce<br />
darf aber durchaus die Version aus<br />
GEKOCHTE TOMATEN<br />
SIND WAHRE<br />
UMAMI-BOMBEN. DIESE<br />
EIGENSCHAFT KANN<br />
MAN SICH BEI DER<br />
WEINAUSWAHL<br />
ZUNUTZE MACHEN.<br />
Neapel bezeichnet werden. Sie kommt mit<br />
nur wenigen Hauptzutaten aus – Tomaten,<br />
Zwiebeln, Knoblauch und Basilikum. In<br />
Neapel selber nennt man das Gericht allerdings<br />
nicht wie bei uns Spaghetti Napoli<br />
oder Alla napoletana, sondern ganz einfach<br />
als Nudeln mit Tomaten. Die Sauce wird<br />
schlicht als salsa bezeichnet, was nichts<br />
anderes als die direkte Übersetzung des<br />
Wortes ist. Alles ganz simpel.<br />
Ein Regelwerk, wie es etwa für die zweite<br />
neapolitanische Spezialität – die Pizza –<br />
besteht, gibt es für Nudeln mit Tomatensauce<br />
nicht, bei der Vermählung mit dem<br />
richtigen Wein gibt es allerdings einige<br />
Punkte, deren Beachtung sich lohnt:<br />
• Wie der Wein selbst lebt auch eine Tomatensauce<br />
von ihrer Balance aus Süße und<br />
Säure. Gerade eher frische, wenig gekochte<br />
Tomantensaucen – eventuell angereichert<br />
mit frischen Cherrytomaten – sind<br />
nur schwer mit Wein in Symbiose zu bringen.<br />
Der säuerliche Bittergehalt von rohen<br />
Tomaten ist dafür verantwortlich. Die Bitterkeit<br />
der Tomaten verstärkt die Säure<br />
und die Gerbstoffkomponenten im Wein,<br />
was die Kombination aus dem Gleichgewicht<br />
bringt.<br />
• Anders bei gekochten Saucen: Tomaten<br />
zeigen dann nicht nur ihre Süße, sondern<br />
auch ihre Umami-Komponente. Die fünfte,<br />
vor allem aus Asien bekannte<br />
Geschmacksart, ist einer der Hauptfaktoren<br />
dafür, dass Tomatensauce praktisch<br />
jedem schmeckt. Gerade rustikalere Weine<br />
mit eher zurückhaltender Säure profitieren<br />
davon und werden von Pasta mit Tomatensauce<br />
geradezu gezähmt.<br />
<<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
15
wein / DIE BESTEN ZUR PASTA<br />
G<br />
efüllte Teigtaschen erfreuen<br />
sich in fast jedem Kulturkreis<br />
großer Beliebtheit – seien<br />
es schwäbische Maultaschen,<br />
russische Pelmeni,<br />
polnische Piroggen, tibetische Momos oder<br />
chinesische Wan Tan. In Italien hat die<br />
gefüllte Pasta eine besondere Vielfalt<br />
erreicht. Einerseits unterscheiden sich hier<br />
die gefüllten Nudeln in der Form – neben<br />
Ravioli gibt es beispielsweise Tortellini oder<br />
Cappelletti – andererseits gibt es bei der<br />
Füllung die verschiedensten Spielarten. Die<br />
Vielfalt der italienischen gefüllten Pastagerichte<br />
ist auf deren lange Tradition im Land<br />
zurückzuführen. Die Bezeichnung Ravioli<br />
als kulinarische Spezialität tauchte erstmals<br />
im 13. Jahrhundert in Norditalien auf, verwandt<br />
ist das Wort mit dem lateinischen<br />
Begriff »raviola«, der für Fleischkügelchen<br />
steht. In Vulgärlatein bedeutet »rabiolae«<br />
so viel wie Leckerbissen. Passt – denn schon<br />
im Mittelalter zählten Ravioli zu den<br />
besonderen Delikatessen. 1549 servierte der<br />
Koch Bartolomeo Scappi den Kardinälen<br />
des päpstlichen Konklaves Ravioli mit<br />
Hühnerfleischfüllung. Zur Schnellkost zählen<br />
Ravioli wohl erst, seit sie erstmals mit<br />
Tomatensauce in Dosen gefüllt wurden.<br />
Entgegen der landläufigen Meinung, dass<br />
diese Erfindung deutschen Ursprungs ist,<br />
waren es die Italiener selbst, die das Fertiggericht<br />
erfanden, zur Versorgung der Soldaten<br />
an der Front im Ersten Weltkrieg. Diese<br />
DIE PAARUNG VON<br />
WEIN UND<br />
GEFÜLLTER PASTA IST<br />
NICHT NUR VON DER<br />
FÜLLUNG ABHÄNGIG –<br />
AUCH DIE HERKUNFT<br />
DES REZEPTES ZÄHLT.<br />
Art Ravioli ist für die Paarung mit den Weinen<br />
natürlich nicht gemeint. Am besten<br />
schmeckt auch diese Pasta frisch und handwerklich<br />
hergestellt.<br />
Bei der Kombination von gefüllter Pasta<br />
mit Wein ist die Füllung ausschlaggebend.<br />
Insbesondere mit Fleisch gefüllte Pasta eignet<br />
sich hervorragend für die Wein- und<br />
Speisenkombination, wobei die Herkunft<br />
des Gerichts die endgültige Weinauswahl<br />
durchaus beeinflussen kann. Eine zusätzliche<br />
Komponente ist die allenfalls dazu<br />
gereichte Sauce – Salbeibutter etwa versteht<br />
sich überraschend gut mit kräftigen Rotweinen.<br />
Zu dem piemontesischen Klassiker<br />
Ravioli al brasato passt natürlich ein Nebbiolo<br />
perfekt, jedoch können auch andere<br />
Rotweine hier glänzen, insbesondere, wenn<br />
diese schon etwas gereift sind. Ravioli mit<br />
Schweinefleisch- oder Salsiccia-Füllung hingegen<br />
sollten von säurehaltigeren, frischen<br />
Weinen begleitet werden – gerne auch aus<br />
heimischen Anbaugebieten.<br />
<<br />
Fotos: Getty Images, beigestellt<br />
16 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
94<br />
2<strong>01</strong>6 PFAFFENHOFEN SPIT-<br />
ZENBERG LEMBERGER GG<br />
Weingut Wachtstetter,<br />
Württemberg, Deutschland<br />
Dichte und Würze dieses Weins<br />
nehmen es auch mit Ochsenschwanz<br />
auf. Dunkle Frucht,<br />
Schwarzkirsche und Brombeere,<br />
umrahmt von Kräutern und Rauch.<br />
Am Gaumen dicht verwoben und<br />
konsistent mit reifem Gerbstoff<br />
hoher Güte, Würze und Eleganz<br />
verbinden sich, nuancenreich, wirkt<br />
bei aller Konzentration lebhaft.<br />
wachtstetter.de, € 28,–<br />
93<br />
2<strong>01</strong>8 REICHOLZHEIM FIRST<br />
SCHWARZRIESLING »R«<br />
TROCKEN<br />
Weingut Schlör, Baden,<br />
Deutschland<br />
Delikater Nuancenreichtum, perfekt<br />
für Füllungen auf Basis Schwein.<br />
Himbeergelee und frische Schwarze<br />
Johannisbeere im Duft. Im Mund ein<br />
zartbitteres Tanningerüst. Gleichauf<br />
die Säure, die im Nachhall lange<br />
bleibt. Insgesamt ein vielschichtiger<br />
Wein, den Schwarzriesling hat man<br />
nicht oft auf diesem Niveau im Glas.<br />
weingut-schloer.de, € 25,–<br />
93+<br />
2<strong>01</strong>5 FINCA TORREMILANOS<br />
TORRE ALBÉNIZ RESERVA<br />
Finca Torremilanos, Ribera del<br />
Duero, Spanien<br />
Amarenakirsche, leicht portig angehaucht,<br />
aber auch Veilchen, deutlich<br />
floral. Etwas Neuholz. Wuchtiger<br />
Körper, körniges, aber nicht raues<br />
Tannin auf öligem Fond, deutlich<br />
kalkmineralisch grundiert, in der<br />
Gaumenfrucht zurückhaltend, aber<br />
reichhaltig und langanhaltend im<br />
Abgang.<br />
moevenpick-wein.de, € 25,–<br />
93<br />
2<strong>01</strong>8 CONNÉTABLE<br />
DE TALBOT<br />
Château Talbot, Bordeaux,<br />
Frankreich<br />
Kräftiges Rubingranat, zarte Ockerreflexe,<br />
breitere Randaufhellung. Nuancen<br />
von kandierten Orangenzesten<br />
und reifen Feigen, Johannisbeeren<br />
unterlegt, zart rauchige Edelholznuancen<br />
im Hintergrund. Saftig, süße<br />
Textur, reifes Brombeerkonfit, runde<br />
Tannine, schokoladiger Touch im<br />
Abgang, bereits zugänglich, mit guter<br />
Länge und Potenzial ausgestattet.<br />
millesima.at, vinatis.de, € 34,51<br />
RAVIOLI<br />
MIT FLEISCH-<br />
FÜLLUNG<br />
93<br />
2<strong>01</strong>7 VALMAGGIORE<br />
NEBBIOLO D’ALBA DOC<br />
Luciano Sandrone, Piemont,<br />
Italien<br />
Intensives, funkelndes Rubingranat.<br />
Fein gezeichnete, duftige Nase,<br />
Noten nach Weichsel und Himbeere.<br />
Im Ansatz viel saftige Kirschfrucht,<br />
etwas Granatapfel, öffnet<br />
sich dann mit feinmaschigem, dichtem<br />
Tannin, herzhaft und lange,<br />
salziges Finale.<br />
50second-finish.de, € 25,90<br />
93<br />
2<strong>01</strong>7 MERUGE DOURO DOC<br />
Lavradores de Feitoria, Paços,<br />
Portugal<br />
Leuchtendes dunkles Rubingranat,<br />
violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />
Feinwürzig unterlegtes Bukett<br />
nach reifen Herzkirschen, rote<br />
Früchte, feine florale Nuancen, fast<br />
burgundische Anmutung. Saftig,<br />
extraktsüß, seidige Textur, finessenreich<br />
strukturiert, bereits gut entwickelt<br />
und antrinkbar, ein facettenreicher<br />
Speisenbegleiter.<br />
masterwein.de, € 24,–<br />
93<br />
2<strong>01</strong>6 VISELLIO PRIMITIVO<br />
SALENTO IGT<br />
Tenute Rubino, Apulien, Italien<br />
Intensives, leuchtendes Rubinrot mit<br />
glänzendem Kern. Kompakte Nase<br />
nach reifen Himbeeren und Erdbeeren,<br />
leicht würzige Nuancen. Im<br />
Mund dann zupackend und gehaltvoll,<br />
hat einen strammen Körper mit<br />
lebhafter Säure, sehr lange, kompakte<br />
Tanninstruktur mit festem<br />
Druck, im Nachhall viel süßer<br />
Fruchtschmelz.<br />
interspar.at, € 19,99<br />
92<br />
2<strong>01</strong>8 ALEGRE VALGAÑON<br />
TINTO<br />
Alegre Valgañon, Rioja, Spanien<br />
Würzig-fruchtiges Bukett mit<br />
Noten von Lakritze, dunkel ge -<br />
backenem Brot und reifer Pflaume<br />
sowie Brombeere. Dunkle Aromatik,<br />
ein Hauch Sandelholz. Am Gaumen<br />
frisch, elegant, geschliffenes<br />
Tannin, schöne dunkle Waldbeeraromatik,<br />
würziger Abgang mit<br />
schwarzem Pfeffer und etwas<br />
Melisse.<br />
gute-weine.de, € 13,90<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
17
wein / DIE BESTEN ZUR PASTA<br />
94<br />
94<br />
93<br />
2<strong>01</strong>8 CHIANTI CLASSICO<br />
DOCG<br />
Querciabella, Toscana, Italien<br />
Kraftvolles, leuchtendes Rubin.<br />
Sehr intensive und ansprechende<br />
Nase, satt nach Preiselbeere,<br />
Schwarzkirsche und roter Rübe.<br />
Viel frische Frucht, Kirsche und<br />
Himbeere, elegantes, feinmaschiges<br />
Tannin, zieht sich lange hin,<br />
im Finale feiner Schmelz.<br />
Bezug: Transgourmet, Traun,<br />
Wein & Co., Wien; Vergani, Zürich;<br />
€ 25,–<br />
2<strong>01</strong>6 ARTADI VALDEGINÉS<br />
Bodegas y Viñedos Artadi, Rioja,<br />
Spanien<br />
Frisches, fruchtig-würziges Bukett<br />
mit Noten von Brombeere, Kirsche<br />
und Cassis. Dazu reife Pflaume und<br />
ätherische Anklänge. Am Gaumen<br />
elegant, saftig, reife dunkle Beerenfrucht,<br />
feinkörniges, leicht spürbares<br />
Tannin, langer mineralisch<br />
anmutender Abgang.<br />
ciel-del-vino.de, € 37,–<br />
2<strong>01</strong>8 »MEISTERWERK« ROT-<br />
WEINCUVÉE TROCKEN<br />
Weingut Escher, Württemberg,<br />
Deutschland<br />
Eine fruchtbetonte, kräftige, aber<br />
eher milde Cuvée aus Cabernet<br />
Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot<br />
und Lemberger. Brombeere,<br />
Schwarze Johannisbeere, Holundersaft,<br />
schwarzer Pfeffer sowie Kräuter.<br />
Dezentes Holz. Im Mund mit<br />
mineralischer Präsenz, Saftigkeit,<br />
ausgeprägter Frucht, feines Tannin,<br />
intensiver, modern gedachter Wein.<br />
wein-escher.de, € 16,80<br />
94<br />
93<br />
2<strong>01</strong>8 ZWEIGELT SCHWARZ<br />
ROT<br />
Schwarz Wein, Burgenland,<br />
<strong>Österreich</strong><br />
Dunkles Rubingranat, violette<br />
Reflexe, breitere Randaufhellung.<br />
Zart floral und mit Nuancen von<br />
Hibiskus unterlegte reife Herzkirschfrucht,<br />
Cassis, Edelholz, etwas Bourbonvanille,<br />
attraktives Bukett.<br />
Stoffig, extraktsüß, elegant, feine<br />
Kirschfrucht, gut integrierte Tannine,<br />
frisch strukturiert, mineralisch und<br />
anhaftend, rotbeeriger Nachhall.<br />
schwarz-weine.at, € 44,90<br />
LASAGNE<br />
AL FORNO<br />
2<strong>01</strong>8 FIDES VIGNA MOSCONI<br />
BARBERA D’ALBA DOC<br />
Pio Cesare, Piemont, Italien<br />
Sattes, dunkles Rubin mit leichtem<br />
Violettschimmer. Intensiver und<br />
klarer Duft, nach saftigen Herzkirschen<br />
und Zwetschgen, dazu<br />
Gewürznelken, etwas Szechuanpfeffer.<br />
Im Ansatz viel saftige<br />
Frucht, entfaltet sich sehr geschliffen,<br />
weiches, gut eingebundenes<br />
Tannin, strömt ruhig dahin, im<br />
Nachhall feiner Schmelz.<br />
superiore.de, € 29,50<br />
94<br />
93<br />
92<br />
2<strong>01</strong>8 PINOT NOIR RESERVE<br />
Weingut Pöckl, Burgenland,<br />
<strong>Österreich</strong><br />
Kräftiges Rubingranat, violette<br />
Reflexe, breitere Randaufhellung.<br />
Feine Röstaromen, rote Kirschen<br />
klingen an, weißes Nougat, tabakige<br />
Würze, einladendes Bukett.<br />
Saftig, angenehme Extraktsüße,<br />
dezentes Erdbeerkonfit, samtige<br />
Tannine, mineralischer Abgang,<br />
Holznuancen im Nachhall, gute<br />
Länge, ein facettenreicher Speisenbegleiter.<br />
poeckl.com, € 28,–<br />
2<strong>01</strong>1 CONDE VALDEMAR<br />
GRAN RESERVA<br />
Conde Valdemar, Rioja, Spanien<br />
Dunkles Rubingranat, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />
Feinwürzig unterlegte dunkle<br />
Beerenfrucht, reife Pflaumen,<br />
etwas Feige, kandierte Orangenzesten,<br />
ein Hauch von Vanille. Saftig,<br />
frische Kirschenfrucht, reife<br />
Tannine, gute Frische, rotbeerig im<br />
Nachhall, sehr jugendlich, mineralischer<br />
Abgang.<br />
weinundco.at, € 23,95<br />
2<strong>01</strong>6 FINCA TERRERAZO<br />
Bodegas Mustiguillo, Valencia,<br />
Spanien.<br />
Einladendes fruchtig-würziges<br />
Bukett mit Noten von Brombeere,<br />
gedörrter Pflaume und Heidelbeere.<br />
Dazu feine Röstnoten. Am<br />
Gaumen saftiger Auftakt, samtiger<br />
Eindruck, feines Tannin, etwas<br />
Tabak und Lorbeere, Beerenkompott,<br />
langer Abgang.<br />
fohringer.at, € 32,80<br />
Foto: Shutterstock, beigestellt<br />
18 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
EINE LASAGNE IST<br />
SÄMIG, WÜRZIG<br />
UND REICHHALTIG<br />
ZUGLEICH UND DAMIT<br />
EIN PERFEKTER<br />
PARTNER FÜR<br />
ELEGANTE ROTWEINE .<br />
Lasagne al forno gehört zu den<br />
bekanntesten im Ofen gebackenen<br />
Pastasorten und für<br />
viele zu den absoluten Wohlfühlgerichten.<br />
Auch in Italien<br />
selber gehört eine Lasagne zu den eher feierlichen<br />
Speisen, die man etwa am Sonntag<br />
genießt – denn ihre Zubereitung ist durchaus<br />
langwierig und komplex. Insbesondere<br />
wenn die verwendete Pasta frisch und selber<br />
gemacht wird, was sich nicht nur bei<br />
dieser Pastasorte mehr als nur auszahlt.<br />
Klassischerweise besteht eine Lasagne al<br />
forno aus mehreren abwechselnden Schichten<br />
von Nudelblättern, Ragù alla bolognese,<br />
Béchamelsauce und geriebenem Parmesan<br />
– wie schön wäre es, wenn diese<br />
Geschichte so einfach wäre! Der italienische<br />
Wikipedia-Eintrag zu Lasagne al forno<br />
unterscheidet neun verschiedene, regionale<br />
Varianten – und bildet damit noch lange<br />
nicht die ganze Vielfalt ab. Die bei uns am<br />
weitesten verbreitete Version mit Ragù,<br />
Béchamelsauce und Parmesan stammt aus<br />
Bologna in der Emilia-Romagna. Im nördlichen<br />
Piemont beispielsweise wird für die<br />
Sauce gerne Schweinefleisch statt Rind verwendet,<br />
während bei der sizilianischen<br />
Variante Erbsen in die Fleischsauce sowie<br />
hartgekochte Eier und Kochschinken in die<br />
Mitte des Auflaufs kommen. Eine ganz<br />
eigene Version der Lasagne findet man in<br />
der Region Marken um Ancona. Hier existiert<br />
ein Gericht unter dem Namen Vincisgrassi.<br />
Der Name ist inspiriert vom österreichischen<br />
Feldmarschall Alfred I. zu Windisch-Graetz<br />
– Vincisgrassi ist eine Verballhornung<br />
davon. Das Gericht besteht ebenfalls<br />
aus Nudelblättern, Béchamel und<br />
Parmesan, wobei die Fleischsauce aus Kalbfleisch,<br />
Kalbshirn und -bries besteht. Außerdem<br />
wird der Pastateig für diese Version<br />
mit Zugabe von Süßwein zubereitet und die<br />
Fleischsauce mit Zimt abgeschmeckt. In der<br />
modernen Küche – in und außerhalb Italiens<br />
– finden sich unzählige weitere Varianten.<br />
Lasagne gibt es heute mit Fisch oder<br />
mit Meeresfrüchten sowie in vegetarischer<br />
oder veganer Version.<br />
Für die Weinempfehlungen hat sich die<br />
<strong>Falstaff</strong>-Redaktion an der klassischen Version<br />
aus Bologna orientiert. Mit dem reichhaltigen<br />
Ragù alla bolognese, der sämigen<br />
Béchamelsauce, dem würzigen Käse sowie<br />
den Röstaromen vom Backen im Ofen ist<br />
eine Lasagne ein nahezu perfekter Partner<br />
für elegante Rotweine. Ein hochwertiger<br />
Chianti Classico etwa begleitet mit seiner<br />
feinen aber charakterstarken Art eine deftige<br />
Lasagne perfekt, ebenso können es auch<br />
heimische Rotweine wie ein Zweigelt oder<br />
ein Pinot Noir mit einer Lasagne spielend<br />
aufnehmen.<br />
<<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
19
wein / DIE BESTEN ZUR PASTA<br />
TONNARELLI CACIO E PEPE<br />
Würziger Pecorino Romano und schwarzer Pfeffer geben<br />
dem Gericht Pfiff – Weißwein ist die perfekte Begleitung.<br />
94<br />
2<strong>01</strong>8 GRAUBURGUNDER<br />
SÜDSTEIERMARK DAC RIED<br />
GOLA 1STK<br />
Weingut Wohlmuth, Steiermark,<br />
<strong>Österreich</strong><br />
Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Zart<br />
nach frischer Birne, Nuancen von<br />
Blutorangen, dezente Kräuterwürze,<br />
dunkle Mineralität. Engmaschig,<br />
saftig, angenehme Extraktsüße,<br />
zarter Holzkuss, feiner Säurebogen,<br />
mineralisch im Abgang, salzige<br />
Schiefernote, tolles Entwicklungspotenzial.<br />
weinundco.at, € 21,95<br />
Cacio e Pepe gehört zu den einfachsten<br />
Pastagerichten überhaupt.<br />
Der Name bedeutet in<br />
verschiedenen italienischen<br />
Dialekten ganz einfach Käse<br />
und Pfeffer. Das Gericht besteht dann auch<br />
nur aus diesen zwei Zutaten, Pasta sowie<br />
ein wenig Kochwasser, um der Sauce<br />
Sämigkeit zu verleihen. Die Pastavariante<br />
stammt aus der römischen Küche und wird<br />
traditionellerweise mit Pecorino Romano<br />
hergestellt. Als Pasta kommen oft Spaghetti<br />
zum Einsatz, wobei traditionellerweise<br />
Tonnarelli verwendet werden. Dabei handelt<br />
es sich um eine römische Pastavariante,<br />
die mit der Chitarra hergestellt wird.<br />
Das Wort heißt Gitarre und tatsächlich<br />
handelt es sich dabei um eine Vorrichtung<br />
aus Holz und feinen Drahtsaiten, die dazu<br />
dient, den Pastateig in gleichmäßige Streifen<br />
zu schneiden. Die Legende sagt, dass<br />
das Gericht von Schafhirten stammt, da<br />
sämtliche Zutaten trocken und gut lagerbar<br />
sind. Für die Weinauswahl entscheidend<br />
ist bei dem Gericht der Käse. Pecorino<br />
Romano wird aus Schafmilch hergestellt.<br />
Ein pikanter, würziger Käse mit fast<br />
zitrischer Würze. Insbesondere letztere<br />
Eigenschaft macht Weißwein zum Begleiter<br />
erster Wahl.<br />
94<br />
2<strong>01</strong>6 CONTRADA<br />
SALVARENZA VECCHIE VIGNE<br />
SOAVE CLASSICO DOC<br />
Gini, Veneto, Italien<br />
Strahlendes, leuchtendes Strohgelb.<br />
Elegante, kompakte Nase, nach Feuerstein,<br />
Blutorange, kandierter Ananas<br />
und Zitronensaft. Öffnet sich am<br />
Gaumen mit tollem Schmelz, feinem<br />
Druck und mineralischem Unterton,<br />
elegant, baut sich schön auf, leicht<br />
salzig im Finale.<br />
alleswein.com, € 28,91<br />
95<br />
94<br />
93<br />
2<strong>01</strong>7 ILEX CALAMIN<br />
GRAND CRU<br />
Domaine Bovard, Waadt,<br />
Schweiz<br />
Elegante, komplexe Aromatik von<br />
Honig, Lindenblüten und feinen<br />
Zitrusnoten. Alles zurückhaltend,<br />
klar und feingliedrig. Am Gaumen<br />
sehr ausbalanciert, mit fruchtigen<br />
Noten von Kernobst, Mirabelle und<br />
Mandarine. Im Abgang dann feinste,<br />
salzig-mineralische Noten.<br />
gute-weine.de, € 29,95<br />
2<strong>01</strong>8 PINOT BLANC<br />
LEITHABERG DAC<br />
Weingut Prieler, Burgenland,<br />
<strong>Österreich</strong><br />
Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Etwas Tabakwürze, ein Hauch von<br />
Apfelnoten, Limettenzesten, dunkle<br />
Mineralität, vielschichtiges Bukett.<br />
Komplex, saftig, engmaschig, feiner<br />
Birnentouch im Abgang, lang anhaltend,<br />
salzig im Nachhall, sicheres<br />
Potenzial.<br />
prieler.at, € 17,–<br />
2<strong>01</strong>9 VERDEJO EL<br />
TRANSISTOR<br />
Telmo Rodriguez, Rueda, Spanien<br />
In der Nase intensive Frucht mit<br />
Noten von Birne, reifem Apfel,<br />
Limette und Zitronengras. Dazu feine,<br />
gut eingebundene Röstnoten. Am<br />
Gaumen zeigt sich der Verdejo frisch,<br />
kraftvoll, zitrusfruchtig, mit Anklängen<br />
von Limette, Grapefruit, reifem<br />
Kernobst und einem Hauch Mandel.<br />
Klassiker mit langem Abgang.<br />
weinundco.at, € 17,95<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
20 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
wein / DIE BESTEN ZUR PASTA<br />
94<br />
CRÉMANT D’ALSACE BRUT<br />
NATURE<br />
Dirler-Cadé, Elsass, Frankreich<br />
Feines Bukett nach Williamsbirne,<br />
frischem Hefebrötchen, weißen Blüten<br />
und Nuancen von gerösteten<br />
Mandeln. Saftiger, leicht salziger<br />
Gaumenauftakt mit straffer Säure<br />
und ausbalanciertem Mousseux.<br />
Ungemein langes Finale, das mit<br />
leichten Zitrusnoten finessenreich<br />
ausklingt. Sehr elegant. Wunderbarer<br />
Essensbegleiter.<br />
viniculture.de, € 18,–<br />
93<br />
TAGLIATELLE ALLO SCOGLIO<br />
Pasta mit Meeresfrüchten gehört zu den klassischen<br />
»primi piatti« – der Wein dazu sollte beschwingen.<br />
95<br />
A<br />
n ihre erste italienische<br />
Menüfolge erinnern sich<br />
viele Menschen noch lange.<br />
An die Antipasti, die zu<br />
Beginn serviert wurden und<br />
bereits wie die Vorspeise anmuteten. Dann<br />
an die Pasta mit Meeresfrüchten, die als<br />
»primo piatto« auf den Tisch kommt und<br />
die man aufgrund der Größe der Servierplatten<br />
schon als einzigen Hauptgang<br />
wahrnahm. Entsprechend wurde zugegriffen,<br />
und als man dann beim »secondo piatto«<br />
ankam – dem zweiten Hauptgang –<br />
war der Appetit längst gestillt. Schade um<br />
das Bistecca fiorentina, von dem man gerade<br />
noch einige Bissen runterbrachte. Und<br />
von da an wusste man: Pasta wird in Italien<br />
neben Risotto als erster Hauptgang serviert.<br />
Hier spielen Kohlenhydrate die Hauptrolle,<br />
während beim zweiten Hauptgang das Protein<br />
im Zentrum steht. Und wenn man das<br />
weiß, kann man seinen Appetit entsprechend<br />
einteilen. Pasta allo scoglio ist ein<br />
»primo piatto«, ein Kohlenhydrat-Hauptgang<br />
also. Vor allem an der Küste gibt es<br />
viele Lokale, die dafür berühmt sind. Weinmäßig<br />
sollte man sich an die Meeresfrüchte<br />
halten – und an die Menüfolge: folgt zum<br />
zweiten Hauptgang mit Fleisch ein schwerer<br />
Rotwein, ist hier Leichtigkeit angesagt.<br />
95<br />
2<strong>01</strong>8 SAUVIGNON BLANC<br />
RESERVE<br />
Weingut Weedenborn,<br />
Rheinhessen, Deutschland<br />
Mundwässernd frisch und stoffig,<br />
ein Idealtyp zu Muscheln. Nuanciert,<br />
balanciert mit Tiefe ohne<br />
Schwere. Schöne Mineralik, zarte<br />
Fruchtsüße am Gaumen. Fluss und<br />
verwobene Textur, Noten von Gras,<br />
Stachelbeere, Mandarinenzeste,<br />
Maracuja. zitrisch-saftig. Finesse<br />
trifft auf Saft und Präsenz.<br />
weedenborn.de, € 32,–<br />
93<br />
2<strong>01</strong>7 MÖRSTADT IM<br />
WASSERLAND CHARDONNAY<br />
TROCKEN<br />
Weingut Milch, Rheinhessen,<br />
Deutschland<br />
Cremiger Chardonnay, aber auch<br />
genug Stoff und Struktur für die<br />
Meeresfrüchte. Verschlossen beerig,<br />
kalkwürzig, im Mund mit noblen<br />
Phenolen, präsent und druckvoll,<br />
aber nicht breit, mit gut eingebundener<br />
Säure und mineralischen<br />
Untertönen, völlig in sich ruhend.<br />
weingut-milch.de, € 30,–<br />
93<br />
2<strong>01</strong>8 SAUVIGNON BLANC<br />
SÜDSTEIERMARK DAC RIED<br />
NUSSBERG GSTK<br />
Weingut Gross, Steiermark,<br />
<strong>Österreich</strong><br />
Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Tropenfrucht, reife Stachelbeeren,<br />
Anklänge von Guaven, zart<br />
nach kandierten Orangenzesten.<br />
Straff, engmaschig, weiße Frucht,<br />
finessenreicher Säurebogen, zitronig-salziger<br />
Nachhall, sicheres<br />
Entwicklungspotenzial.<br />
gross.at, € 39,–<br />
2<strong>01</strong>9 RIESLING SMARAGD<br />
RIED KALKOFEN<br />
Weingut FJ Gritsch, Wachau,<br />
<strong>Österreich</strong><br />
Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Mineralisch unterlegte gelbe Tropenfrucht,<br />
weißer Pfirsich, ein Hauch<br />
von Limettenzesten, floraler Touch.<br />
Straff, extraktsüße Textur, finessenreicher<br />
Säurebogen, mineralisch-salzig<br />
im Abgang, feiner Blütenhonig im<br />
Rückgeschmack, schon sehr verführerisch,<br />
wird von Reife profitieren.<br />
gritsch.at, € 38,–<br />
2<strong>01</strong>8 ANDRIUS SAUVIGNON<br />
BLANC SÜDTIROL DOC<br />
Kellerei Andrian, Südtirol,<br />
Italien<br />
Strahlendes, helles Strohgelb. In der<br />
Nase präzise, nach frischer Zitrusfrucht<br />
mit mineralischem Unterton,<br />
leichter Cassis, frisch geschnittenes<br />
Gras und Brennnesseln. Öffnet sich<br />
am Gaumen mit eleganter Fruchtsüße<br />
und zarter Grünwürzigkeit,<br />
sehr saftig und klar, spannt einen<br />
schönen Bogen, im Finale salzig.<br />
kellerei-andrian.com, € 24,50<br />
Fotos: Stocksy,/ Jesse Morrow, beigestellt<br />
22 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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Verbrauch: 7,5 – 10,0 l/100 km. CO₂-Emission: 198 – 262 g/km. Symbolfoto.
wein / DIE BESTEN ZUR PASTA<br />
93<br />
FRIULANO VIGNETO STORICO<br />
FCO DOC 2<strong>01</strong>8<br />
Gigante, Friuli-Venezia Giulia,<br />
Italien<br />
Intensives Strohgelb mit funkelndem<br />
Reflex. Zarte Nase, verhaltener Duft,<br />
etwas Pfirsich und Banane. Am Gaumen<br />
fein cremig, zarter, feiner<br />
Schmelz, druckvoll, zartbittere<br />
Nuance, animierend.<br />
adrianogigante.it, € 21,–<br />
TROFIE AL PESTO GENOVESE<br />
Pasta mit Basilikumpesto ist eine aromaintensive<br />
Speise. Genau so sollte auch der Wein dazu sein.<br />
Pesto alla genovese, das allseits<br />
beliebte Basilikumpesto aus<br />
Ligurien, wird traditionell im<br />
Mörser hergestellt. Zunächst<br />
wird eine Knoblauchzehe mit<br />
Pinienkernen zu einer Crème zerstossen,<br />
dann werden ein paar Körner Salz beigegeben<br />
und nach und nach Basilikum eingearbeitet<br />
bis eine leuchtend grüne Flüssigkeit<br />
austritt. Dann wird schließlich noch Olivenöl<br />
beigemengt und geriebener Parmigiano<br />
Reggiano untergemischt. So einfach und<br />
so gut! Die Verarbeitung des Pestos soll<br />
schnellstmöglich beendet werden, um eine<br />
mögliche Oxidation zu vermeiden. Das<br />
97<br />
2<strong>01</strong>7 BLAUFRÄNKISCH<br />
LUTZMANNSBURG V.V.<br />
Uwe Schiefer, Welgersdorf,<br />
<strong>Österreich</strong><br />
Kräftiges Rubingranat, violette<br />
Reflexe. Schwarzes Waldbeerenkonfit,<br />
reife Herzkirschen, feine Würze<br />
von Kardamom und Trockenkräutern,<br />
mineralisch unterlegt, weißer<br />
Pfeffer. Komplex, engmaschig, reife<br />
Herzkirschen, straffe Tannine, frisch<br />
strukturiert, bleibt lange haften,<br />
großes Zukunftspotenzial.<br />
weinbau-schiefer.at, € 48,–<br />
Pesto alla genovese wird üblicherweise als<br />
Sauce zu Trofie und Trenette, aber auch zu<br />
Bavette, Linguine, Tagliatelle und Taglioni<br />
serviert. Und natürlich sind auch die klassischen<br />
Spaghetti erlaubt. Bei der Weinwahl<br />
zum Basilikumpesto sind verschiedene Varianten<br />
denkbar. Wichtig ist, dass man Weine<br />
als Begleiter auswählt, die der Kraft des<br />
Pestos ebenbürtig sind. Kräftige Weiß- und<br />
Rotweine können gleichermaßen brillieren.<br />
Besonders gut lassen sich diese Gerichte mit<br />
Rosé kombinieren. Diese Weinart kommt<br />
mit den herbalen Kräuternoten und dem<br />
prägnanten Knoblauchgeschmack des Pestos<br />
überraschend gut klar.<br />
94<br />
2<strong>01</strong>8 THE SHIRAZ<br />
Weingut Scheiblhofer, Andau,<br />
<strong>Österreich</strong><br />
Tiefdunkles Rubingranat, opaker<br />
Kern, violette Reflexe. Feine<br />
schwarze Beerenfrucht, zarte<br />
Gewürzanklänge, ein Hauch von<br />
Nougat, Oliven und kandierte Orangenzesten.<br />
Komplex, kraftvoll, saftige<br />
Extraktsüße, feine Tannine,<br />
elegant und lange anhaftend, schokoladig,<br />
sicheres Reifepotenzial, ein<br />
würziger Begleiter bei Tisch.<br />
scheiblhofer.at, € 26,–<br />
92<br />
2<strong>01</strong>9 GODRAMSTEIN MÜNZ-<br />
BERG SCHLANGENPFIFF<br />
WEISSBURGUNDER GG<br />
Weingut Münzberg, Pfalz,<br />
Deutschland<br />
Pfälzer Kraft meets ligurische Eleganz.<br />
Kräftige und opulente Nase<br />
mit gelben Blüten, blumig, reife<br />
Aprikose, Orangenzeste, auch ein<br />
ätherischer Ton. Am Gaumen ziemlich<br />
wuchtig, zeigt die Großzügigkeit<br />
des Jahres, aber auch Eleganz.<br />
Kräftiges Format.<br />
weingut-muenzberg.de, € 24,–<br />
92<br />
MAIA VERMENTINO DI GALLU-<br />
RA SUPERIORE DOCG 2<strong>01</strong>8<br />
Sìddura, Sardinien, Italien<br />
Intensiv leuchtendes Strohgelb. In<br />
der Nase elegante gelbfruchtige<br />
Töne dominiert von blumigem<br />
Hauptton, auch nach Heu und Bienenwaben,<br />
im Nachhall Blutorange.<br />
Saftiger Gaumeneintritt mit<br />
salzigem Nerv, stoffig, mit sattem<br />
Druck und rassiger, gut eingebundener<br />
Säure, kommt immer wieder<br />
im Nachhall.<br />
mair-mair.com, € 18,92<br />
91+<br />
ULTIMATE ROSÉ PROVENCE<br />
Ultimate Provence, Côtes de<br />
Provence, Frankreich<br />
Pastellfarben. Himbeerbonbon und<br />
sehr viel Gletschergold. Cremig im<br />
Mund, mollig, weich und butterzart,<br />
milde Säure, kleidet den Gaumen<br />
ölig aus, hat aber durchaus auch<br />
Stoff, und offenbart im Abgang<br />
eine ganz interessante, garigueartige<br />
Kräuterwürze. Und pfeffrige<br />
Noten.<br />
meinlamgraben.at<br />
€ 19,99<br />
Fotos: Stockfood, beigestellt<br />
24 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Weingenuss perfekt integriert.<br />
Ein Gerät. Zwei Temperaturzonen. Maximaler Genuss.<br />
Qualität, Design und Innovation<br />
wein.liebherr.com
wein / DIE BESTEN ROTWEINE ÖSTERREICHS<br />
Fast 1400 österreichische<br />
Rotweine wurden für den<br />
<strong>Falstaff</strong> Rotweinguide <strong>2021</strong><br />
bewertet. Der begehrte Titel<br />
»<strong>Falstaff</strong>-Sieger Jahrgang<br />
2<strong>01</strong>8« ging an Philipp Grassl<br />
aus Göttlesbrunn. Bei der<br />
Reserve Trophy gab es zweimal<br />
die 100-Punkte-Topwertung.<br />
TEXT PETER MOSER<br />
FOTOS RAFFAELA PRÖLL<br />
PRODUKTION THOMAS HOPFERWIESER<br />
ÖSTERREICHS<br />
ROTE EXTR A<br />
26 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Rotes Sieger-Quartett:<br />
Philipp Grassl, Gerhard Markowitsch,<br />
Werner Achs und Thomas<br />
Kopfensteiner (v.l.) sind die Sieger<br />
im <strong>Falstaff</strong> Rotweinguide <strong>2021</strong>.<br />
Aus Sicherheitsgründen wurden<br />
die Winzer einzeln fotografiert<br />
und die Bilder am Computer<br />
zusammengefügt.<br />
KLASSE<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 27
wein / DIE BESTEN ROTWEINE ÖSTERREICHS<br />
28 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
1Weingut<br />
Philipp Grassl<br />
Am Graben 4–6<br />
2464 Göttlesbrunn<br />
Carnuntum<br />
T: +43 2162 8483<br />
weingut-grassl.com<br />
DER »FALSTAFF-<br />
WINZER DES<br />
JAHRES 2<strong>01</strong>8«<br />
HOLTE SICH<br />
NUN AUCH DEN<br />
BEGEHRTEN<br />
ROTWEINSIEG.<br />
Als Location für das dies jährige<br />
Fotoshooting der besten<br />
Rotweinwinzer des Landes<br />
wählte die <strong>Falstaff</strong>-Redaktion<br />
den Bridge-Club-Wien<br />
(bridgeclub-wien.at), der in einer<br />
prächtigen Herrschaftswohnung<br />
in Wien 1 residiert.<br />
Das Besondere dabei:<br />
Die mehr als 500 Quadratmeter<br />
große Wohnung wurde<br />
seiner zeit von Architektur-Genie<br />
Adolf Loos gestaltet, dessen<br />
Geburtstag sich vor Kurzem zum<br />
150. Mal gejährt hat. Und: Das<br />
beeindruck ende Dekor ist noch<br />
komplett im Original erhalten.<br />
Das Ergebnis sehen Sie auf<br />
diesen Seiten.<br />
Da durch die bekannten<br />
Umstände die große Rotweingala<br />
im November 2020<br />
ausfallen musste, fehlte den<br />
ausgezeichneten Winzern<br />
erstmals die Gelegenheit, ihre Topweine<br />
dem interessierten Publikum persönlich zu<br />
präsentieren – was hiermit nachgeholt<br />
werden soll. Also …<br />
Beim Rennen um den punktehöchsten<br />
Wein des aktuellen Jahrgangs der Prämierung,<br />
diesmal 2<strong>01</strong>8, stellte sich wie so oft<br />
die Frage: Wird es ein reinsortiger Wein<br />
oder eine Cuvée?<br />
• Um es kurz zu machen: Der diesjährige<br />
<strong>Falstaff</strong>-Sieger kommt von Philipp Grassl<br />
aus Göttlesbrunn in Carnuntum und ist<br />
der Carnuntum DAC Ried Bärnreiser<br />
1ÖTW Höflein 2<strong>01</strong>8, Weinfreunden kurz<br />
und bündig als »der Bärnreiser« bekannt.<br />
• Knapp ging es jedenfalls in der Cuvée-<br />
Kategorie zu, denn Grassls Freund<br />
Ger hard Markowitsch landete mit seinem<br />
Carnuntum DAC Ried Rosenberg 1ÖTW<br />
Höflein 2<strong>01</strong>8 nur einen Wimpernschlag<br />
in den Kommastellen hinter Grassl auf<br />
Rang zwei – und zwar sowohl in der<br />
Cuvée-Kategorie als auch als <strong>Falstaff</strong>-<br />
Sieger. Beide Topweine erhielten starke<br />
98 Punkte. Den dritten Platz bei den<br />
Cuvées holte sich mit Franz Netzl ein<br />
dritter Winzer aus Göttlesbrunn, der mit<br />
Carnuntum DAC Ried Bärnreiser 1ÖTW<br />
»Anna- Christina« 2<strong>01</strong>8 und 97 Punkten<br />
das Glück der Weinbaugemeinde im<br />
Osten Wiens zur Vollendung brachte.<br />
• 220 Weine waren in der Cuvée-Gruppe des<br />
Jahrgangs 2<strong>01</strong>8 am Start, bei den reinsortigen<br />
Blaufränkisch 2<strong>01</strong>8 waren es 150 Sortenvertreter.<br />
Über den Sieg in der Sortengruppe<br />
darf sich das Weingut Kopfensteiner<br />
aus Deutsch Schützen mit dem Eisenberg<br />
DAC Reserve Ried Reihburg 2<strong>01</strong>8<br />
freuen, der mit 98 Punkten auch der dritte<br />
<strong>Falstaff</strong>-Gesamtsieger des Jahrgangs ist.<br />
• Paul Achs aus Gols belegte mit seinem<br />
Blaufränkisch Ried Unterberg 2<strong>01</strong>8 und<br />
97 Punkten den zweiten Platz, gefolgt von<br />
Reinhold Krutzler aus Deutsch Schützen<br />
mit Blaufränkisch Perwolff 2<strong>01</strong>8 mit<br />
ebenfalls 97 Punkten.<br />
• Unter 160 eingereichten reinsortigen Blauen<br />
Zweigelt 2<strong>01</strong>8 konnte René Pöckl aus<br />
Mönchhof mit der Neusiedlersee DAC<br />
Reserve 2<strong>01</strong>8 und stattlichen 95 Punkten<br />
den Sortensieg einfahren. Der zweite Platz<br />
ging an Kurt Angerer aus Lengenfeld im<br />
Kamptal für den enorm kraftvollen Zweigelt<br />
Ried Schreckenstein limited edition<br />
2<strong>01</strong>8, den dritten Rang belegte Hans »The<br />
Butcher« Schwarz aus Andau mit dem<br />
Zweigelt Schwarz Rot 2<strong>01</strong>8 (94 Punkte).<br />
SORTENTYPIZITÄT IM FOKUS<br />
• Den Sieg in der mit rund 50 Weinen heuer<br />
jahrgangsbedingt etwas schwächer besetzten<br />
Gruppe der Cabernet Sauvignons holte<br />
das Weingut Leberl aus Großhöflein mit<br />
Cabernet Sauvignon CALX 2<strong>01</strong>8<br />
(94 Punk te) vor Anton Bauer aus Feuersbrunn<br />
am Wagram mit Cabernet Sauvignon<br />
Reserve Limited Edition 2<strong>01</strong>8<br />
sowie dem ebenso mit 93 Punkten<br />
bewerteten Cabernet Sauvignon Ried<br />
Neuberg 2<strong>01</strong>8 vom Winzerhof Kiss in Jois<br />
am Leithaberg.<br />
• Besser kam der Merlot mit den Witterungsbedingungen<br />
im Jahr 2<strong>01</strong>8 zurecht,<br />
was sich auch in der hohen Anzahl von<br />
85 eingereichten Weinen ausdrückte. Mit<br />
tollen 95 Punkten siegte hier das Weingut<br />
Krutzler aus dem Südburgenland mit<br />
Merlot 2<strong>01</strong>8, den zweiten Platz sicherte<br />
sich der Merlot 2<strong>01</strong>8 vom Klosterkeller<br />
der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt<br />
mit 94 Punkten, das Stechen um den<br />
dritten Rang holte sich mit 93 Punkten<br />
Niki Windisch aus Großengersdorf im<br />
Weinviertel mit dem Merlot Sandwühler<br />
2<strong>01</strong>8 vor sieben weiteren Weinen mit<br />
gleicher Punktezahl.<br />
• Gut etabliert hat sich im Laufe der vergangenen<br />
Jahre die seit 20<strong>01</strong> als Qualitätsrebsorte<br />
zugelassene Varietät Syrah. Hier<br />
darf sich das Weingut Wellanschitz aus<br />
Neckenmarkt im Mittelburgenland mit<br />
dem Syrah Ortho gneis 2<strong>01</strong>8 über den<br />
Sortensieg freuen. Ebenfalls mit 94 Punkten<br />
wie der Sieger wurde The Shiraz 2<strong>01</strong>8<br />
von Erich Scheiblhofer aus Andau Zweitplatzierter,<br />
den dritten Rang holt sich<br />
Toni Hartl aus Reisenberg mit dem<br />
Syrah Ried Thenau 2<strong>01</strong>8.<br />
• Besonders hart umkämpft – dank Topqualitäten<br />
an der Spitze – war der Sortensieg<br />
beim Pinot Noir, wo gleich fünf Weine mit<br />
95 Punkten in ein Stechen gehen mussten.<br />
Am Ende ergab sich folgendes Resultat:<br />
Sieg für Fritz Wieninger aus Wien-Stammersdorf<br />
mit Pinot Noir Grand Select<br />
<<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
29
wein / DIE BESTEN ROTWEINE ÖSTERREICHS<br />
Weingut Gerhard Markowitsch<br />
Pfarrgasse 6<br />
2464 Göttlesbrunn<br />
Carnuntum<br />
T: +43 2162 8222<br />
markowitsch.at<br />
GERHARD MARKOWITSCH<br />
HAT SEINER CUVÉE RIED<br />
ROSENBERG LÄNGST<br />
KULTSTATUS<br />
VERSCHAFFT.<br />
30 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Weingut Kopfensteiner<br />
Untere Hauptstraße 31<br />
7474 Deutsch Schützen<br />
Eisenberg<br />
T: +43 3365 2236<br />
kopfensteiner.at<br />
DIE RIED REIHBURG<br />
AM EISENBERG BRINGT<br />
IKONEN DER REBSORTE<br />
BLAUFRÄNKISCH<br />
HERVOR.<br />
3<br />
><br />
2<strong>01</strong>8 hauchdünn vor dem Weingut der<br />
Familie Auer aus Tattendorf in der<br />
Thermenregion mit Pinot Noir Reserve<br />
2<strong>01</strong>8 und Paul Achs aus Gols mit Pinot<br />
Noir Selektion P 2<strong>01</strong>8 – übrigens alle aus<br />
biologischem Anbau.<br />
• Sehr hohes Niveau bewiesen die Sortenvertreter<br />
des St. Laurent aus dem Jahrgang<br />
2<strong>01</strong>8, die den Pinots um nichts<br />
nachstanden. Hier krönte sich Markus Iro<br />
aus Gols mit dem St. Laurent Ried<br />
Herrschaftswald Privatfüllung 2<strong>01</strong>8 zum<br />
Champion, fast gleichauf mit 95 Punkten<br />
rangiert Walter Glatzer aus Göttlesbrunn<br />
mit seinem St. Laurent Alte Reben 2<strong>01</strong>8.<br />
Das Weingut Erich Sattler aus Tadten<br />
freut sich mit 94 Punkten über den dritten<br />
Rang für den St. Laurent Reserve 2<strong>01</strong>8.<br />
GRANDIOSE RESERVEN<br />
Zu besonderer Bedeutung hat sich die<br />
Reserve Trophy entwickelt, in der jene<br />
Weine bewertet werden, die länger im Fass<br />
und auf der Flasche reifen dürfen, bevor sie<br />
auf den Markt kommen. Es handelt sich<br />
dabei nicht um Weine aus der Vinothek,<br />
sondern um jene, die im Laufe des Jahres<br />
2020 erstmalig auf den Markt gekommen<br />
sind. In den letzten 18 Jahren hat die<br />
Anzahl der hier eingereichten Weine stetig<br />
zugenommen, und so hat die Jury entschieden,<br />
die Reserve Trophy dieses Mal in zwei<br />
Gruppen zu teilen. Erstmals wurde die<br />
Rebsorte Blaufränkisch separat ausgezeichnet,<br />
während die Cuvées und die anderen<br />
Sortenweine in der allgemeinen Gruppe<br />
starteten. Insgesamt waren nicht weniger ><br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
31
Weingut Werner Achs<br />
Goldberg 5<br />
7122 Gols<br />
T: +43 2173 23900<br />
wernerachs.at1<br />
wein / DIE BESTEN ROTWEINE ÖSTERREICHS<br />
RESERVE TROPHY<br />
TOP-BEWERTUNG<br />
VON 100 PUNKTEN<br />
FÜR DIE SPITZENCUVÉE<br />
WERNER ACHS RESERVE.<br />
><br />
als 355 Weine am Start, darunter auch<br />
die wohl besten Rotweine, die die heimische<br />
Weinszene in den letzten Jahrzehnten<br />
hervorgebracht hat. Das Gros der<br />
Einreichungen kam aus dem tollen Jahrgang<br />
2<strong>01</strong>7, der selbst für höchste Ansprüche<br />
nichts zu wünschen übrig ließ. Dass<br />
schließlich in beiden Reserve-Gruppen der<br />
beste Wein mit 100 Punkten ausgezeichnet<br />
wurde, ist Ausdruck dafür, was die heimischen<br />
Topwinzer zu leisten imstande sind.<br />
Noch nie war die Dichte an herausragenden<br />
Rotweinen so hoch – und gemessen an der<br />
internationalen Szene sind diese Topkreszenzen<br />
preislich zur Freude der Weinliebhaber<br />
noch immer sehr moderat gehalten.<br />
• Zum Sieger der Reserve Trophy der<br />
Gruppe Cuvée und Sortenvielfalt wurde<br />
Werner Achs aus Gols mit seiner Cuvée<br />
Werner Achs Reserve aus 2<strong>01</strong>7 erkoren<br />
und mit 100 Punkten bewertet – eine<br />
Ikone der Zukunft, die über Kultpotenzial<br />
verfügt. Der zweite Platz ging ans Mittelburgenland,<br />
das Weingut Kerschbaum<br />
holte sich mit der Cuvée Paul Kerschbaum<br />
2<strong>01</strong>7 und 99 Punkten die Silbermedaille.<br />
Den dritten Rang teilen sich ex aequo zwei<br />
Weine aus Göttlesbrunn in Carnuntum mit<br />
98 Punkten, nämlich Philipp Grassls<br />
Grassl Reserve 2<strong>01</strong>7 und Gerhard<br />
Markowitschs M 2<strong>01</strong>7.<br />
• Der Sieger in der neuen Kategorie Reserve<br />
Trophy Blaufränkisch heißt Hans »John«<br />
Nittnaus aus Gols, dessen Leithaberg<br />
DAC vom Joiser Jungenberg aus dem<br />
Jahrgang 2<strong>01</strong>7 alles mitbringt, was ein<br />
perfekter Blaufränkisch braucht. Um<br />
diesem Punkt Nachdruck zu verleihen,<br />
wurden auch diesem Superwein<br />
100 Punkte zuteil. Einen Hauch dahinter<br />
reihte sich Albert Gesellmann aus<br />
Deutschkreutz ein, der mit Blaufränkisch<br />
hochberc 2<strong>01</strong>7 und 99 Punkten den<br />
zweiten Rang belegte. Und auch in dieser<br />
Gruppe gab es mit jeweils 98 Punkten<br />
zwei dritte Plätze: Diese holten das<br />
Weingut Prieler aus Schützen am Gebirge<br />
mit dem Leithaberg DAC Ried Goldberg<br />
2<strong>01</strong>7 sowie Roland Velich vom Weingut<br />
Moric mit dem Blaufränkisch Lutzmannsburg<br />
Alte Reben aus 2<strong>01</strong>7.<br />
<<br />
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ANZUG HUGO BOSS ÜBER STEFFL MEN’S WORLD<br />
PULLOVER RAEY ÜBER MATCHESFASHION.COM<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
falstaff.com/rotweinguide-<strong>2021</strong>-alle-weine<br />
32 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
GROSSE KUNST.<br />
OHNE ALLÜREN.<br />
<strong>Österreich</strong>s Weine sind daheim im<br />
Herzen Europas, wo kontinentale<br />
Wärme mit kühler Nordluft tanzt.<br />
In diesem einzigartigen Klima wachsen<br />
edle Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung<br />
– zu erkennen an der<br />
rotweißroten Banderole auf der Kapsel<br />
und der staatlichen Prüfnummer auf<br />
dem Etikett.<br />
österreichwein.at
wein / DIE BESTEN ROTWEINE ÖSTERREICHS<br />
TASTING<br />
INFO<br />
WEITERE BEWERTUNGEN<br />
UND BESCHREIBUNGEN<br />
FINDEN SIE SIE AB<br />
AB SEITE 240 148.<br />
FALSTAFF RESERVE TROPHY <strong>2021</strong><br />
100<br />
1. Werner Achs Reserve 2<strong>01</strong>7<br />
Weingut Werner Achs, Gols<br />
99<br />
2. Cuvée Paul Kerschbaum 2<strong>01</strong>7<br />
Weingut Kerschbaum, Horitschon<br />
98<br />
3. ex aequo Grassl Reserve 2<strong>01</strong>7<br />
Weingut Grassl, Göttlesbrunn<br />
3. ex aequo M1 2<strong>01</strong>7<br />
Weingut Gerhard Markowitsch<br />
Göttlesbrunn<br />
BLAUFRÄNKISCH RESERVE TROPHY <strong>2021</strong><br />
100<br />
1. Leithaberg DAC Ried Joiser Jungenberg 2<strong>01</strong>7<br />
Weingut Hans und Anita Nittnaus, Gols<br />
99<br />
2. Blaufränkisch hochberc 2<strong>01</strong>7<br />
Weingut Gesellmann, Deutschkreutz<br />
98<br />
3. ex aequo Leithaberg DAC Ried Goldberg 2<strong>01</strong>7<br />
Weingut Prieler, Schützen am Gebirge<br />
3. ex aequo Blaufränkisch Lutzmannsburg Alte<br />
Reben, Weingut MORIC, Großhöflein<br />
CUVÉE<br />
98<br />
1. <strong>Falstaff</strong>-Sieger<br />
Carnuntum DAC Ried Bärnreiser 1ÖTW 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Grassl, Göttlesbrunn<br />
2. <strong>Falstaff</strong>-Sieger<br />
Carnuntum DAC Ried Rosenberg 1 ÖTW 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Gerhard Markowitsch<br />
Göttlesbrunn<br />
97<br />
3. Carnuntum DAC Ried Bärnreiser 1ÖTW 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Franz und Christine Netzl<br />
Göttlesbrunn<br />
DIE BESTEN<br />
ROTWEINE<br />
BLAUFRÄNKISCH<br />
98<br />
3. <strong>Falstaff</strong>-Sieger<br />
Eisenberg DAC Reserve Ried Reihburg 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Thomas Kopfensteiner, Deutsch Schützen<br />
97<br />
2. ex aequo Blaufränkischer Ried Ungerberg 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Paul Achs, Gols<br />
2. ex aequo Blaufränkisch Perwolff 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Krutzler, Deutsch Schützen<br />
ZWEIGELT<br />
95<br />
1. Neusiedlersee DAC Reserve 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Pöckl, Mönchhof<br />
2. Zweigelt Ried Schreckenstein limited edition<br />
2<strong>01</strong>8, Weingut Kurt Angerer, Lengenfeld<br />
94<br />
3. Zweigelt Schwarz Rot 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Hans Schwarz, Andau<br />
PINOT NOIR<br />
95<br />
1. Pinot Noir Grand Select 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Fritz Wieninger, Wien<br />
2. Pinot Noir Reserve 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Familie Auer, Tattendorf<br />
3. Pinot Noir Reserve Selektion P 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Paul Achs, Gols<br />
ST. LAURENT<br />
95<br />
1. St. Laurent Ried Herrschaftswald Privat 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Markus Iro, Golsf<br />
2. St. Laurent Alte Reben 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Walter Glatzer, Göttlesbrunn<br />
94<br />
3. St. Laurent Reserve 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Erich Sattler, Tadten<br />
CABERNET SAUVIGNON<br />
94<br />
1. Cabernet Sauvignon Calx 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Leberl, Großhöflein<br />
93<br />
2. Cabernet Sauvignon Res. Limited Edition 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Anton Bauer, Feuersbrunn<br />
3. Cabernet Sauvignon Ried Neuberg 2<strong>01</strong>8<br />
Winzerhof Ronny Kiss, Jois<br />
MERLOT<br />
95<br />
1. Merlot 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Krutzler, Deutsch-Schützen<br />
94<br />
2. Merlot 2<strong>01</strong>8<br />
Klosterkeller der Barmherzigen Brüder, Eisenstadt<br />
93<br />
3. Merlot Sandwühler 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Niki Windisch, Groß-Engersdorf<br />
SYRAH<br />
94<br />
1. Syrah Orthogneis 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Wellanschitz, Neckenmarkt<br />
2. The Shiraz 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Erich Scheiblhofer, Andau<br />
93<br />
3. Syrah Ried Thenau 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Toni Hartl, Reisenberg<br />
CUVÉE GRAND PRIX <strong>2021</strong><br />
92<br />
1. Premium Cuvée 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Scheiblhofer, Andau<br />
ZWEIGELT GRAND PRIX <strong>2021</strong><br />
92<br />
1. Zweigelt Ried Sand 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Kurt Angerer, Lengenfeld<br />
BLAUFRÄNKISCH GRAND PRIX <strong>2021</strong><br />
92<br />
1. Blaufränkisch Ried Alter Satz 2<strong>01</strong>9<br />
Rotweingut Prickler, Lutzmannsburg<br />
Fotos: Claudia Schindlmaißer<br />
34 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
IBY ROTWEINGUT<br />
WIR LEBEN<br />
BLAUFR ÄNK ISCH<br />
Am Blaufränkischweg 3 entstand ein lichtdurchfluteter Verkostungsraum,<br />
wo der Genuss im Mittelpunkt steht. Ebenso wurde ein Seminarraum mit<br />
Blick auf die Lage Dürrau errichtet sowie ein neuer Weinkeller.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © MW-Architekturfotografie<br />
W<br />
ir haben schon viele Trends<br />
kommen und gehen gesehen<br />
und deshalb laufen wir<br />
auch nicht jedem hinterher.<br />
Vielmehr haben wir uns darauf konzentriert,<br />
eine eigene Stilistik zu entwickeln, wir setzen<br />
auf die Charakteristik der Rebsorte, des<br />
Bodens und des Klimas. Wir lieben es, wenn<br />
der Wein unverfälscht und jahrgangstypisch<br />
den Charakter der Rebsorte widerspiegelt.<br />
Das Resultat sind fruchtige, geschmeidigelegante<br />
und äußerst finessenreiche Rotweine,<br />
die von Beginn an begeistern.<br />
KOMPROMISSLOS ZEITLOS<br />
Das IBY Bio-Rotweingut ist bereits seit<br />
über zehn Jahren bio- und IFS- (International<br />
Food & Global Standard) zertifiziert.<br />
Die Gär- und Klimatechnik wurde selbstverständlich<br />
von den beiden Antons im<br />
Haus entwickelt und zählt dadurch zu den<br />
ausgeklügeltsten Systemen im Burgenland.<br />
Durch den Neubau kann kompromisslos<br />
und zielgerichtet vinifiziert werden.<br />
Ziel ist es, dass die vollreifen Trauben<br />
sofort nach der Ernte binnen 30 Minuten<br />
vom Rebstock in die Gärtanks kommen.<br />
Dies gewährleistet Frische und Finesse.<br />
Außerdem schmecken die Weine fruchtintensiver,<br />
harmonischer und natürlich. Mehrere<br />
Klimazonen, je nach Reifestatus,<br />
ermöglichen eine individuellere Faßreifung<br />
unserer großartigen Weine. Der neue Verkostungsraum<br />
verfügt über ein gemütliches<br />
Flair. Zusätzlich gibt es einen großen,<br />
freundlichen Seminarraum und Besprechungsräume.<br />
Hier können Verkostungen,<br />
Meetings, aber auch Fortbildungsseminare<br />
für Sommeliers und Mitarbeiter der Hotellerie<br />
sowie Gastronomie veranstaltet werden.<br />
Es bietet sich auch die Möglichkeit von<br />
Firmenseminaren mit anschließender Weinverkostung<br />
und Rieden-Wanderung im<br />
wunderschönen Weingut – mitten in der<br />
Natur direkt am Blaufränkischweg mit Blick<br />
in die schönen Horitschoner Weinrieden!<br />
INFO<br />
IBY Rotweingut GmbH<br />
Am Blaufränkischweg 3, 7312 Horitschon<br />
T: +43 2610 42292<br />
weingut@iby.at<br />
iby.at<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 35
wein / SUPERTUSCANS<br />
GEBURT EINER<br />
LEGENDE<br />
Auch wenn sich optisch<br />
kaum etwas verändert hat:<br />
Die Toskana und ihre Weine haben<br />
sich in den letzten 50 Jahren<br />
massiv weiterentwickelt.<br />
Foto: Shutterstock<br />
38 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Tignanello, Sassicaia, Flaccianello, Cepparello, Pergole Torte:<br />
Alle diese italienischen Spitzenweine entstanden einst als schlichte<br />
Tafelweine – aus Protest gegen ein längst obsolet gewordenes<br />
Produktionsreglement. Zentrum des Geschehens war damals das<br />
Chianti Classico. Und wie steht es heute um die Supertuscans?<br />
TEXT OTHMAR KIEM<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
39
wein / SUPERTUSCANS<br />
San Felice im südlichen Chianti<br />
Classico: Ein wunderbar<br />
gelegener Borgo mit Weingut,<br />
edlem Hotel und feinem<br />
Sternerestaurant.<br />
Der Vigorello di San Felice<br />
ist der Stammvater aller<br />
Supertuscans.<br />
Der britische Master of Wine<br />
Nicolas Belfrage war Mitte<br />
der 1980er-Jahre der Erste,<br />
der die Vielfalt der in den<br />
Jahren zuvor entstandenen<br />
neuen Weine aus der Toskana kurzerhand<br />
als Supertuscans bezeichnete. Bis dahin war<br />
es mit dem italienischen Wein stetig bergab<br />
gegangen. Der bekannteste war der Chianti<br />
Classico – schwer in der Krise und zu<br />
Spottpreisen gehandelt. In der Welt der Fine<br />
Wines war Italien nicht präsent. Da thronte<br />
Frankreich mit Bordeaux und Burgund über<br />
allem, daneben gab es bestenfalls noch einige<br />
Exoten, die etwas galten.<br />
TRADITION IM UMBRUCH<br />
Für den Chianti Classico war damals noch<br />
vorgeschrieben, dass neben Sangiovese und<br />
etwas Canaiolo oder Colorino auch Anteile<br />
von weißen Trauben, Trebbiano oder<br />
Mal vasia Bianca in der Cuvée mitverarbeitet<br />
werden mussten. Für die stetig wachsen-<br />
Fotos: Bruno Bruchi Photo, Martino Balestreri, Maurizio Gjivovich , Andrea Getuli ,<br />
40 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
SANGIOVESE GALT<br />
SEINERZEIT ALS ZU<br />
SCHWACH, MERLOT<br />
ODER CABERNET<br />
SOLLTEN NACHHELFEN.<br />
ABER EINIGE GLAUBTEN<br />
DENNOCH FEST AN IHN.<br />
de Zahl von Winzern, die zeigen wollten,<br />
dass in der Toskana auch großartige,<br />
langlebige Rotweine erzeugt werden<br />
können, war dieses antiquierte Reglement<br />
ein unüberwindbares Hindernis. So reifte<br />
die Idee, einen Wein allein aus roten<br />
Trauben zu erzeugen. Enzo Morganti,<br />
Önologe und Direktor des Weinguts San<br />
Felice im süd lichen Chianti Classico, machte<br />
den ersten Schritt: Vom Jahrgang 1968 an<br />
erzeugte er einen Wein nur aus Sangiovese,<br />
den er Vigorello nannte. Die Weinwelt nahm<br />
davon zunächst jedoch wenig Notiz.<br />
Martino Manetti führt<br />
auf seinem Weingut<br />
Montevertine die klare<br />
Linie seines Vaters<br />
Sergio konsequent fort.<br />
Das änderte sich schlagartig drei Jahre<br />
später. Die Marchesi Antinori, damals wie<br />
heute eine der Leitmarken des italienischen<br />
Weins, präsentierten den Tignanello 1971<br />
– ganz ohne weiße Trauben und bei diesem<br />
ersten Jahrgang noch allein aus Sangiovese.<br />
Erst mit dem nächsten Jahrgang, 1974,<br />
kam Cabernet Sauvigon hinzu. Als Chianti<br />
Classico durfte dieser Wein allerdings nicht<br />
auftreten, da ja die vorgeschriebenen<br />
wei ßen Trauben fehlten. Eine Lösung war<br />
rasch bei der Hand. Der Tignanello erschien<br />
einfach als »Vino da Tavola«, als Tafelwein,<br />
denn in dieser Kategorie war alles erlaubt.<br />
Vom ersten Jahrgang gab es über 130.000<br />
Flaschen, die weggingen wie die warmen<br />
Semmeln – auch wenn der Preis für den<br />
Tignanello fünf Mal so hoch<br />
war wie für einen Chianti<br />
Classico Riserva. Mitte<br />
der 1970er-Jahre<br />
übernahm Antinori<br />
den Vertrieb des<br />
Sassicaia, den<br />
Incisa della<br />
<<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
41
wein / SUPERTUSCANS<br />
Das Weingut im Castello di Volpaia hoch<br />
über dem Örtchen Radda im Chianti war<br />
mit dem Coltassala unter den ersten<br />
Produzenten von Supertuscans.<br />
<<br />
Rocchetta im damals weinmäßig noch<br />
unbekannten Bolgheri erzeugte. Ein Wein<br />
aus Cabernet Sauvignon und Cabernet<br />
Franc, ganz ohne Sangiovese – eine absolute<br />
Neuheit für die Toskana …<br />
EINE IDEE WIRD FLÜGGE<br />
Ende der 1960er-Jahre erstand Sergio<br />
Manetti, erfolgreicher Industrieller aus<br />
Mailand, ein verlassenes Gehöft bei Radda,<br />
das er als Ferienhaus ausbaute. Rund um<br />
das Haus gab es einige Weinberge, aus denen<br />
er Wein erzeugte. Zunächst erschien sein<br />
Montevertine noch als Chianti Classico.<br />
PREISVERFALL UND<br />
LANDFLUCHT – DIE<br />
KRISE DES WEINBAUS<br />
IN DEN 70ER-JAHREN<br />
MACHTE EINE GANZ<br />
RADIKALE ÄNDERUNG<br />
UNUMGÄNGLICH.<br />
Giovanni<br />
Poggiali (o.)<br />
und Giuseppe<br />
Mazzocolin<br />
haben Fèlsina<br />
und den<br />
Fontalloro<br />
bekannt<br />
gemacht.<br />
Doch dann überwarf er sich mit dem<br />
mächtigen Consorzio, weil auch er nur<br />
mehr rote Trauben verwenden wollte. Vom<br />
Jahrgang 1977 erschien schließlich zum<br />
ersten Mal der Pergole Torte – nur aus<br />
Sangiovese und selbstverständlich als »Vino<br />
da Tavola«. So wie Tignanello zum Stammvater<br />
der Supertuscans auf der Basis von<br />
Sangiovese und etwas Cabernet Sauvignon<br />
wurde, gilt seither der Pergole Torte als<br />
Vorbild aller reinsortigen Sangiovese-Weine.<br />
Zu Beginn der 1980er-Jahre schien dann<br />
die Zeit reif für den großen Sprung. Eine<br />
wahre Flut an neuen Weinen erblickte das<br />
Licht der Welt: I Sodi di San Niccolò von<br />
Castellare (Jahrgang 1977), Cepparello von<br />
Isole e Olena und Sammarco von Castello<br />
dei Rampolla (beide 1980), Flaccianello von<br />
Fontodi, Coltassala von Volpaia, Camartina<br />
von Querciabella (alle 1981), Cabreo von<br />
Rufino (1982) und schließlich Fontalloro<br />
von Fèlsina und Percarlo von San Giusto a<br />
Rentennano (beide 1983). Mit diesen neuen<br />
»Vini da Tavola« waren nun erstmals<br />
italienische Weine verfügbar, die »sich mit<br />
der Welt messen konnten«, wie Paolo de<br />
Marchi von Isole e Olena sagt.<br />
In den folgenden Jahren schienen der<br />
Kreativität keine Grenzen gesetzt. Jeder<br />
Betrieb erzeugte mindestens einen Supertuscan.<br />
Die Namen folgten dabei oft den<br />
bekannten Vorbildern und endeten auf -ello<br />
oder -aia. Viele der neuen Kreationen sind<br />
inzwischen wieder sang- und klanglos<br />
verschwunden. Doch die Auslöser dieser<br />
Welle zählen immer noch zu den Speerspitzen<br />
des modernen italienischen Weinbaus<br />
und sind weltweit gesuchte Kultweine.<br />
<<br />
Fotos: Filippo Venturi, beigestellt<br />
42 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Wetscher<br />
Wohngalerien<br />
im Zillertal.<br />
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wein / SUPERTUSCANS<br />
Der Cabreo von Tenute Folonari folgte der<br />
Stilistik des Tignanello.<br />
<<br />
Mit der Novellierung des italienischen<br />
Weinrechts wurden diese »Vini da Tavola«<br />
ab 1995 als Toscana IGT klassifiziert.<br />
1996 wurde es möglich, Chianti Classico<br />
DOCG allein aus Sangiovese zu erzeugen.<br />
Viele Supertuscans hätten ab dem Zeitpunkt<br />
auch als Chianti Classico deklariert<br />
werden können. Angesichts des Preisgefälles<br />
zwischen den besten Super tuscans und<br />
einem Chianti Classico war es für die<br />
meisten Hersteller aber ratsam, auch weiter<br />
Supertuscans zu erzeugen.<br />
2<strong>01</strong>3 wurde mit der Einführung der<br />
neuen Kategorie »Chianti Classico Gran<br />
Selezione« ein weiterer Anlauf gestartet.<br />
Einige Supertuscans laufen seitdem tatsächlich<br />
als »Gran Selezione«, etwa Coltassala<br />
von Volpaia oder Sassello von Castello di<br />
Verrazzano. Giovanni Manetti von Fontodi,<br />
Präsident des Consorzio Chianti Classico,<br />
hofft, dass weitere Weine folgen werden.<br />
Doch Renzo Cotarella von Antinori kann<br />
dieser Idee wenig abgewinnen. Der Tignanello,<br />
so sein Argument, sei nach 50 Jahren<br />
inzwischen selbst zu einer Marke geworden<br />
– und das soll auch so bleiben.<br />
<<br />
DIE SUPER-<br />
TUSCANS<br />
Die Spitzenweine werden<br />
in drei Kategorien unterteilt<br />
SANGIOVESE & CABERNET / MERLOT<br />
Vorbild war Antinoris Tignanello, das Rezept<br />
bei allen ähnlich: überwiegend Sangiovese<br />
und etwas Cabernet oder Merlot für mehr<br />
Kraft und Dichte. Weitere berühmte Weine<br />
in dieser Kategorie: Cabreo (Folonari), Siepi<br />
(Fonterutoli) und Camartina (Querciabella).<br />
SANGIOVESE, REINSORTIG<br />
Erstmals von Sergio Manetti auf Montevertine<br />
mit dem Pergole Torte realisiert.<br />
In die gleiche Kategorie gehören: Flaccianello<br />
(Fontodi), Percarlo (San Giusto a Rentennano),<br />
Fontalloro (Fèlsina) und Cepparello (Isole<br />
e Olena). Auch immer mehr Chianti Classico<br />
Gran Selezione fallen in diese Kategorie.<br />
CABERNET & CO., OHNE SANGIOVESE<br />
Erstmals mit Sassicaia in Bolgheri und dann<br />
mit Antinoris Solaia realisiert (Letzterer<br />
immer mit einem kleinen Teil Sangiovese).<br />
Zu dieser Kategorie gehören weiters: d’Alceo<br />
(Castello dei Rampolla), Il Pareto (Folonari),<br />
Mormoreto (Frescobaldi), Apparita (Castello<br />
di Ama). Auch San Felices Vigorello entsteht<br />
heute ohne Sangiovese. Außerdem Galatrona<br />
(Petrolo), Giorgio Primo (Tenuta La Massa),<br />
Oreno (Sette Ponti) und die Weine von Andrea<br />
Franchetti auf der Tenuta di Trinoro.<br />
Der Herr des Flaccianello:<br />
Giovanni Manetti von Fontodi.<br />
Im Keller verwendet er<br />
neuerdings auch Amphoren<br />
aus eigener Produktion.<br />
Fotos: ANGELO TRANI, Bruno Bruchi Photo, beigestellt<br />
44 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
WEIN & CO<br />
PASTA FÜR<br />
FORTGESCHRITTENE<br />
Dass Pasta mit ihrer schier unendlichen Vielfalt – auf der Welt gibt es etwa sechshundert<br />
unterschiedliche Pastaformen – heutzutage als sogenanntes »Convenience Food«<br />
vermarktet wird, lässt Spitzenköche erschaudern. Dabei braucht es nicht viel, um<br />
Nudelgerichten eine würdige Qualität zu verleihen.<br />
TEXT WILLI KLINGER, GESCHÄFTSFÜHRER WEIN & CO.<br />
Entscheidend ist die Produktwahl,<br />
denn bei minderwertigen Zutaten<br />
hilft das beste Rezept nichts. Der<br />
abruzzische Hersteller Rusticella<br />
gehört zu den exquisiten Nadeln im großen<br />
Heuhaufen der Massenproduktion: Die Pasta<br />
wird mit Bronzewerkzeugen statt mit Teflon<br />
hergestellt, was für eine rauere Oberfläche<br />
sorgt – optimal für Saucen. Das schonende<br />
Trocknungsverfahren erhält Nährwerte<br />
und Geschmack. Ihre Bucatini, die »Spaghetti<br />
mit Loch«, werden im Latium zu<br />
Bucatini all’amatriciana verarbeitet, für die<br />
Guanciale-Speck, Tomaten, Pecorino, Peperoncini<br />
und Olivenöl zum Einsatz kommen.<br />
Di Martino stellt die einzige italienische Trockenpasta<br />
mit geschützter Herkunftsbezeichnung<br />
aus 100 Prozent italienischem Weizen<br />
und Wasser von den Lattari-Bergen her, die<br />
Pasta di Gragnano IGP. Auch hier findet<br />
Bronze Verwendung, wodurch der Teig länger<br />
und fester in die Form gepresst wird.<br />
Dies sorgt dafür, dass die zusammengerollten<br />
Fusillata Casareccia den Sugo – egal, ob<br />
mit Fleisch oder rein mit Tomaten – förmlich<br />
aufsaugen und trotzdem ihre Form behalten!<br />
Mitten im Piemont produziert der kleine<br />
handwerkliche Betrieb von Marco Giacosa<br />
Pasta all’uovo mit ganzen 36 Eidotter pro<br />
Kilo Hartweizengrieß. Flaggschiff sind die<br />
Tajarin tagliati a mano: Der fertige Teig wird<br />
dabei mit einem Messer händisch in dünne<br />
Streifen geschnitten. Zu Ragù di carne oder<br />
mit Salbeibutter ein absolutes Gedicht.<br />
Würdige Mitstreiter der edlen Pasta sind<br />
die fantastischen Pelati von Gustarosso, die<br />
wir bei Enzo Coccia gefunden haben, einem<br />
der besten Pizzaioli von Neapel. Sie stammen<br />
von den vulkanischen Vesuvböden der<br />
Region Dell’agro Sarnese-Nocerino und dürfen<br />
in keiner Pastasauce fehlen.<br />
REZEPT-TIPP:<br />
Rezepte und weitere<br />
deliziöse Anregungen sind<br />
unter der Rubrik<br />
»WEIN & CO. serviert«<br />
auf unserer Website zu finden:<br />
weinco.at/wein-und-co-serviert<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Stefan Feichtinger; beigestellt<br />
BUCATINI<br />
Erzeuger: Rusticella<br />
Preis: € 3,95<br />
FUSILLATA<br />
CASARECCIA<br />
Erzeuger: Di Martino<br />
Preis: € 2,19<br />
TAJARIN<br />
Erzeuger: Marco Giacosa<br />
Preis: € 5,45<br />
POMODORO SAN MARZANO<br />
DELL’ AGRO SARNESE-NOCERINO DOP<br />
Erzeuger: Gustarosso Preis: € 2,95<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 45
wein / SUPERTUSCANS<br />
DIE JUNGEN<br />
REVOLUZZER<br />
Winzer wie Giampaolo Motta oder<br />
Bibi Graetz stehen beispielhaft für<br />
die neue Supertuscan-Generation.<br />
W<br />
ährend historische Supertuscan-Produzenten<br />
heute oft überlegen,<br />
wieder in die klassische Denomination<br />
zurückzukehren (siehe<br />
Story ab S. 38), findet das Konzept<br />
Supertuscan bei jüngeren<br />
Produzenten nach wie vor<br />
starken Anklang. Zu ihnen gehört<br />
Bibi Graetz. Die Begegnung mit den<br />
Weinen seines Freundes Jurij Fiore<br />
von Poggio Scalette in Greve traf ihn wie<br />
ein Blitz: »So etwas will ich auch machen!«<br />
Gesagt, getan. Mithilfe von Jurij und dessen<br />
Vater Vittorio Fiore begann er, die ersten<br />
Weine einzukeltern. Weinberge mit alten<br />
Reben faszinieren ihn: »Die Trauben alter<br />
Reben geben mir eine Viel schichtigkeit, die<br />
ich einfach mehr schätze als jugendliche<br />
Fruchtigkeit«, so Bibi Graetz. Im gesamten<br />
Gebiet der zentralen Toskana konnte er<br />
solche Weinberge ausfindig machen. Seinen<br />
bekanntesten Wein nennt er Testamatta,<br />
»verrückter Kopf«. Irgendwie trifft das<br />
auch auf seinen Macher zu. Graetz hat nie<br />
das Önologenhandwerk erlernt, er lässt sich<br />
bei der Wahl der Weingärten, der Trauben<br />
und der Weine vom Visuellen und von seiner<br />
Intuition leiten. Damit ist er bisher gut<br />
gefahren. Seine Weine sind erfrischend unkonventionell<br />
– und be eindruckend. Testamatta<br />
(70.000 Flaschen) besteht aus Sangiovese<br />
aus neun verschiedenen Parzellen,<br />
deren Reben zwischen 35 und 70 Jahre alt<br />
sind. Wesentlich weniger erzeugt er vom<br />
Colore, nämlich gerade einmal 8000 Flaschen.<br />
Dessen Trauben, Sangiovese und<br />
etwas Colorino und Canaiolo, entstammen<br />
einem 80 Jahre alten Weingarten in Lamole<br />
im Chianti Classico. Ein Wein, der Vielschichtigkeit,<br />
Würze und Frucht wunderbar<br />
vereint. Theoretisch könnte er auch als<br />
Chianti Classico laufen, aber damit hat Bibi<br />
Bibi Graetz (oben) liebt alte Reben mindestens<br />
so sehr wie die Aussicht von seinem<br />
Verkostungsraum direkt auf die Stadt Florenz.<br />
DIE STRENGEN<br />
VORSCHRIFTEN<br />
IN DER PRODUKTION<br />
WÜRDEN MICH NUR IN<br />
MEINER KREATIVITÄT<br />
EINSCHRÄNKEN.«<br />
Graetz nichts am Hut. Als Kind verbrachte<br />
er seine Sommerferien auf der Insel Giglio.<br />
Als er mit seinem Weinprojekt startete,<br />
erinnerte er sich an die steilen Terrassen der<br />
Insel, die mit der weißen Ansonica-Traube<br />
bestockt sind. Seit einigen Jahren erzeugt<br />
Bibi Graetz daher nun auch zwei Weißweine<br />
auf Giglio.<br />
Das Konzept bei Testamatta Bianco<br />
(8000 Flaschen) und Colore Bianco (rare<br />
300 Flaschen) ist ähnlich wie bei den Roten.<br />
Testamatta Bianco entstammt mehreren<br />
kleinen Parzellen, Colore Bianco einer steilen<br />
Einzellage 50 Meter oberhalb des Meeres.<br />
Bibi Graetz’ letzter Geniestreich ist sein<br />
neuer Keller in Fiesole. Dafür erstand er das<br />
direkt am Hauptplatz gelegene Hotel »Aurora«<br />
und adaptierte es für seine Zwecke.<br />
Im Obergeschoß wohnt er mit seiner Familie,<br />
im ehemaligen Speiseraum stehen die<br />
Holzfässer, in denen der Wein reift, und in<br />
den anliegenden Räumen, früher eine Diskothek,<br />
vergären zwischen verglasten Säulen<br />
und alter Discokugel die Weine. Von der<br />
Terrasse aus blickt man direkt auf den Dom<br />
in Florenz – ein spektakulärer Keller der<br />
anderen Art, ganz im Stil des unkonventionellen<br />
Winzers.<br />
Ein anderes Beispiel ist Giampaolo Motta<br />
von der Tenuta La Massa in Panzano. In<br />
den 1990er-Jahren erzeugte er mit seinem<br />
Giorgio Primo einen der teuersten und<br />
ambitioniertesten Chianti Classico. Dann<br />
schwenkte er um, kehrte der Denomination<br />
den Rücken, und aus dem Giorgio Primo<br />
wurde eine der gesuchtesten Bordeaux-Cuvees<br />
der Toskana. Zum Sangiovese hat er<br />
mittlerweile mit Carla VI. zurückgefunden.<br />
Theoretisch könnte er ihn auch als Chianti<br />
Classico deklarieren …<br />
Was diese Beispiele zeigen: Im Chianti<br />
Classico entstehen heute auch international<br />
erfolgreiche Spitzenweine – mit und ohne<br />
detaillierte Herkunftsangabe.<br />
<<br />
Fotos: edoardodelille, beigestellt<br />
46 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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AB SEITE 204. 148.<br />
100<br />
98<br />
98<br />
PERCARLO TOSCANA IGT 2<strong>01</strong>6<br />
San Giusto a Rentennano<br />
Kraftvolles sattes Rubin. Überaus<br />
ansprechende, vielschichtige Nase,<br />
nach Zigarrenkiste und Zypressen,<br />
dann satte Noten nach Waldhimbeere<br />
und Schwarzkirsche. In Ansatz<br />
und Verlauf sehr gehaltvoll, festes,<br />
stoffiges Tannin, sehr gut herausgearbeitete<br />
Frucht, im Finale tiefgründig<br />
mit erdigen Noten, ein Erlebnis!<br />
Vinussi, Dornbirn; Noitz, Palt;<br />
Alpina, Buchloe; Steines, Erding;<br />
Caratello, St. Gallen; € 55,–<br />
D’ALCEO TOSCANA IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Castello dei Rampolla<br />
Sattes, undurchdringliches Rubinviolett.<br />
Eröffnet mit leicht rauchigen<br />
Noten, dann satt nach Holunderbeeren,<br />
Cassis und Lakritze. Kleidet den<br />
Gaumen satt aus, viel präsente<br />
Frucht, öffnet sich mit herzhaftem,<br />
zupackendem Tannin in vielen<br />
Schichten, im Finale feine, erdige<br />
Noten, süßer Schmelz.<br />
Döllerer, Golling;<br />
AMC, Saarbrücken;<br />
Weibel, Thun; € 180,–<br />
GIORGIO PRIMO TOSCANA IGT<br />
2<strong>01</strong>7<br />
Tenuta La Massa<br />
Sattes, funkelndes Rubin mit<br />
schwarzem Kern. Intensive Nase mit<br />
Noten nach Melasse und Lakritze,<br />
dann viel Holunderbeere und Cassis.<br />
Stoffig und dicht in Ansatz und Verlauf,<br />
baut sich in vielen Schichten<br />
auf, fest und zupackend, im Finale<br />
saftig und mit festem Druck.<br />
Wein Wolf, Salzburg; La Cantina<br />
Italiana, Hamburg; AMC, Saarbrücken;<br />
Martel, St. Gallen; € 100,–<br />
99<br />
98<br />
98<br />
TENUTA DI TRINORO TOSCANA<br />
IGT 2<strong>01</strong>8, Tenuta di Trinoro<br />
Sattes Rubinviolett. Intensive und<br />
vielschichtige Nase, etwas Minze,<br />
dann nach dunklen Johannisbeeren<br />
und Brombeeren, kompakt, aber auch<br />
frisch. Füllt den Gaumen großartig<br />
aus, Berge von feinmaschigem Tannin,<br />
gepaart mit saftiger, präsenter<br />
Frucht, sehr langer Nachhall.<br />
Morandell, Wörgl; Döllerer, Golling;<br />
Fischer & Trezza, Stuttgart;<br />
Lobenberg, Bremen; Smith &<br />
Smith, Zürich; Arvi, Melano;<br />
€ 260,–<br />
FLACCIANELLO DELLA PIEVE<br />
TOSCANA IGT 2<strong>01</strong>7, Fontodi<br />
Sattes Rubin. Kompakte, konzentrierte<br />
Nase, nach schwarzem Trüffel,<br />
Brombeere, etwas Schwarzkirsche,<br />
dazu feine balsamische Töne.<br />
Am Gaumen kraftvoll und zupackend,<br />
zeigt griffiges Tannin in vielen<br />
Schichten, ummantelt von süßem<br />
Schmelz, satt und lange, ein Rohdiamant,<br />
der durch die Zeit noch<br />
geschliffen werden muss. Rieger,<br />
Salzburg; Lobenberg, Bremen;<br />
Vinissimo, München; Caratello,<br />
St. Gallen; Weibel, Thun; € 105,–<br />
ORENO TOSCANA IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Tenuta Sette Ponti<br />
Sattes, funkelndes Rubin mit leichtem<br />
Violettschimmer. Vielschichtige<br />
Nase mit Noten nach Zedernholz,<br />
schwarzem Trüffel, dann viel Cassis<br />
und Brombeere. Rund und geschmeidig<br />
am Gaumen, zeigt gut<br />
gereifte Frucht, überaus präzise,<br />
feines, geschliffenes Tannin, sehr<br />
lange, im Nachhall nach dunkler<br />
Schokolade.<br />
Moranell, Wörgl; Imparato, Essen;<br />
Terravigna, Utzendorf; Zweifel,<br />
Uster; Arvi, Melano; € 79,–<br />
98<br />
98<br />
98<br />
COLORE TOSCANA IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Bibi Graetz<br />
Kraftvolles, leuchtendes Rubin. Sehr<br />
intensive Nase mit betont würzigen<br />
Noten, Gewürznelke, Brombeere,<br />
Schwarzkirsche, reiche Waldhimbeere,<br />
balsamische Noten im<br />
Hintergrund. Kleidet den Gaumen<br />
wunderbar aus, viel seidiges, sehr<br />
feinmaschiges Tannin, viel saftige<br />
Frucht, im Finale salzig und lange.<br />
Kracher, Illmitz;<br />
Tesdorf, Lübeck;<br />
Arvi, Melano;<br />
€ 250,–<br />
GALATRONA MERLOT VAL<br />
D’ARNO DI SOPRA DOC 2<strong>01</strong>8<br />
Petrolo<br />
Sattes Rubinviolett. Eindrucksvolle<br />
Nase, nach Zigarrenkiste und Kardamom,<br />
dahinter viel satte Beerenfrucht,<br />
spannend. Rollt mit viel Präsenz<br />
und viel saftiger Frucht über<br />
den Gaumen, öffnet sich in der Mitte<br />
mit feinmaschigem Tannin in vielen<br />
Schichten, lange und geschliffen.<br />
Morandell, Wörgl; Bacchus, Rottweil;<br />
Fischer & Trezza, Stuttgart;<br />
Terravigna, Utzendorf; Arvi,<br />
Melano; € 110,–<br />
SOLAIA TOSCANA IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Antinori<br />
Sattes, undurchdringliches Rubinviolett,<br />
schwarzer Kern. Kompakte<br />
und überaus dichte Nase, nach reifer,<br />
dunkler Johannisbeere, Maulbeeren,<br />
dazu Kardamom und etwas<br />
rote Rüben. Reich und üppig in<br />
Ansatz und Verlauf, viel reife Beerenfrucht,<br />
öffnet sich mit dichtem,<br />
feinmaschigem Tannin, eingebettet<br />
in süßen Schmelz, sehr langer<br />
Nachhall. Morandell, Wörgl; Ariane<br />
Abayan, Hamburg; Bindella,<br />
Zürich; € 270,–<br />
Fotos: Othmar Kiem<br />
48 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
WEINGUT REEH<br />
ZEIT FÜR<br />
ROSÉ. OLÉ!<br />
In den letzten Jahren ist es laut geworden<br />
um den Rosé. Sein altmodisches<br />
Image hat er abgestreift – nun erlebt<br />
der Wein, der aus roten Trauben<br />
gewonnen wird, die wie weiße verarbeitet<br />
werden, eine fulminante Renaissance. Lange<br />
Zeit haben wir den Rosé-Hype beobachtet<br />
und analysiert. Lange Zeit haben wir uns<br />
die Köpfe darüber zerbrochen, wie ein Rosé<br />
vom Reeh schmecken müsste. Und nun –<br />
Trommelwirbel! – ist es so weit. Ganz bald<br />
kommt unser »IN BLOOM« Rosé auf den<br />
Markt. Als Limited Edition. »IN BLOOM«, wie<br />
der gleichnamige Nirvana-Song – denn<br />
wie Sie ja wissen, mögen wir auch ehrliche<br />
Musik, am liebsten unplugged.<br />
Erhältlich ab<br />
März <strong>2021</strong>!<br />
DER »IN BLOOM« ROSÉ:<br />
GESELLIG UND KOMPLEX.<br />
So wie alle unsere Weine ist der Rosé ein<br />
ehrlicher, geselliger Charakter, der aber auch<br />
vielschichtig, intensiv und komplex daherkommt<br />
– eben »in voller Blüte«, wie der Nirvana-Song.<br />
Er versteht sich, wie viele seiner<br />
Kollegen, nicht nur als Sommerwein. Er<br />
passt auch zu gemütlichen Winterabenden<br />
und macht sich ebenso gut als schimmernder<br />
Begleiter von kulinarischen Genüssen.<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
EXPLOSIONEN IN AROMA UND<br />
GESCHMACK: EIN BILD VON<br />
EINEM WEIN.<br />
Besondere Weine brauchen besondere<br />
Etiketten. Deshalb haben wir den Künstler<br />
Alex Schindler gefragt, ob er uns etwas zum<br />
Wein Passendes aufs Label zeichnen kann.<br />
Das extravagante Ergebnis sehen Sie nun<br />
auf unseren Flaschen, die alle mit dem extra<br />
für uns kreierten Etikett ausgestattet sind.<br />
Drei Etiketten – ein Wein. Und das Gute<br />
daran: Pro 6er-Karton gibt es von jedem<br />
Outfit zwei Flaschen. Olé!<br />
Weingut Hannes Reeh<br />
Augasse 11, 7163 Andau • Burgenland, Austria<br />
T: +43 2176 27<strong>01</strong>1 • hannesreeh.at<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 49
wein / SO WIRD DER JAHRGANG 2020<br />
DER WEIN-<br />
JAHRGANG<br />
2020<br />
Auch im Weinbau war Corona<br />
das beherrschende Thema<br />
des letzten Jahres. Bereits im<br />
Frühjahr war die Weinlese auf<br />
der Südhalbkugel vom Virus<br />
überschattet. Die Winzer<br />
haben diese Herausforderung<br />
zwar bestanden, doch die<br />
Absatzmärkte noch lange nicht.<br />
TEXT BENJAMIN HERZOG, OTHMAR KIEM,<br />
PETER MOSER, ULI SAUTTER, DOMINIK VOMBACH<br />
Foto: Getty Images<br />
50 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Wie hier im Elsass gehörten<br />
Covid-Schutzmasken im<br />
letzten Jahr zur Standard-<br />
Ausrüstung bei der Weinlese.<br />
Gerade qualitativ verspricht<br />
der Jahrgang 2020 manches.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
51
wein / SO WIRD DER JAHRGANG 2020<br />
ÖSTERREICH LEBENDIG, KLASSISCH UND VIELVERSPRECHEND<br />
D<br />
ie Winzer der Alpenrepublik zeigen<br />
sich mit dem Weinjahr 2020<br />
auf breiter Front zufrieden. Ein<br />
kaltes und trockenes Frühjahr hatte den<br />
Austrieb der Reben zunächst verzögert,<br />
ab April sorgte eine signifikant hohe Anzahl<br />
von Sonnenstunden für eine zügige<br />
Entwicklung der Reben, die gefürchteten<br />
Spätfröste blieben aus. Die Blüte war bei<br />
den meisten Sorten Mitte Juni abgeschlossen,<br />
nur punktuell gab es Einbußen<br />
durch Verrieseln. Der Sommer brachte viele<br />
heiße Tage, immer wieder unterbrochen<br />
von Niederschlägen, der Druck durch Pilzkrankheiten<br />
ließ die Winzer wachsam bleiben.<br />
Leider gab es auch während der Reifeperiode<br />
lokale Hagelereignisse, zum Beispiel<br />
im Donauraum, wobei die Wachau<br />
mit Schwerpunkt Spitz besonders hart<br />
getroffen wurde. Dank der Niederschläge<br />
nahmen die Reben und Trauben sonst<br />
im Großen und Ganzen eine weitgehend<br />
stressfreie Entwicklung. Das Finale des<br />
Weinjahres 2020 brachte für die Winzer<br />
einerseits überdurchschnittlich viele<br />
Sonnenstunden dank zahlreicher noch<br />
sehr sommerlicher Tage, was eine optimale<br />
Reife der Trauben beförderte, ein<br />
Kaltlufteinbruch brachte aber auch starke<br />
Niederschläge mit sich. Man beeilte sich<br />
also schließlich, die gesunden Trauben in<br />
den Keller zu bringen. Erste Jungweinproben<br />
haben Vielversprechendes gezeigt, sowohl<br />
Weiß- wie Rotweine präsentieren sich<br />
mit guter Frucht und harmonisch, die Weißweine<br />
verfügen über eine lebendige Säurestruktur.<br />
Ähnlich wie 2<strong>01</strong>9 dürfte die Erntemenge<br />
mit etwa 2,3 Millionen Hektoliter<br />
leicht unter dem Durchschnitt liegen, was<br />
angesichts der Covid-bedingten Reserven<br />
kein Problem darstellt. Nicht nur in Bezug<br />
auf die geernteten Mengen, auch stilistisch<br />
dürfte der jüngste österreichische Weinjahrgang<br />
seinem sehr guten Vorgänger recht<br />
ähnlich sein. Weißweinfreunde dürfen sich<br />
schon bald auf spritzige, knackige Sortenvertreter<br />
freuen, insgesamt könnten die<br />
Säurewerte vielleicht eine Spur über jenen<br />
von 2<strong>01</strong>9 liegen, was die Trinkfreude noch<br />
beflügelt. Bei den reiferen Weinen zeigt sich<br />
eine sehr gute Aromenausprägung und eingebundene<br />
Säure struktur, auch die Rotweine<br />
sind in dieser jungen Phase sehr vielversprechend.<br />
Fotos: Shutterstock, picturedesk/Andreas Tischler<br />
52 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
DEUTSCHLAND AUSSICHTSREICH<br />
I<br />
n Deutschland ist das augenfälligste<br />
Merkmal des Jahrgangs 2020, wie<br />
stark die Erträge je nach Anbaugebiet<br />
variieren: Die Hessische Bergstraße und der<br />
Rheingau etwa haben eine reiche Ernte eingefahren<br />
– 31 bzw. 20 Prozent über dem<br />
langjährigen Mittel. Am anderen Ende der<br />
Skala rangieren, bedingt durch verheerende<br />
Spätfröste, Saale-Unstrut mit minus 29<br />
und Franken mit minus 38 Prozent.<br />
In puncto Vegetationsverlauf ist 2020<br />
vom Austrieb weg der dritte frühe Jahrgang<br />
in Folge. Auch ein weiteres Motiv<br />
kennt man bereits aus den Vorjahren:<br />
Obwohl es im Jänner und Februar 2020<br />
reichlich Niederschlag gab, waren die<br />
Wasserreserven im Spätsommer aufgezehrt.<br />
Die Trockenheit führte zu kleinen Beeren,<br />
was sich besonders in den Rotweinen mit<br />
guter Farbe und stoffiger Dichte bemerkbar<br />
macht. In besonders warmen Regionen wie<br />
dem Kaiserstuhl in Südbaden war die Lese<br />
bereits um den 15. September beendet. Die<br />
extrem warme Witterung Mitte September<br />
führte dazu, dass die Winzer vermehrt in<br />
den frühen Morgenstunden oder hie und da<br />
sogar mitten in der Nacht zur Lese schritten,<br />
um die Frische der Trauben zu wahren.<br />
In den kühleren Riesling-Regionen wie<br />
Nahe und Mosel dauerte die Lese bis in den<br />
Oktober hinein. Allgemein wird aber berichtet,<br />
dass der zeitliche Abstand zwischen<br />
früh- und spätreifen Sorten dieses Jahr<br />
besonders klein war.<br />
Hinsichtlich der Qualität sprechen die<br />
Winzer von vielversprechenden Ergebnissen.<br />
Die Weine weisen in der Regel<br />
eine gute Konzentration auf, durch die<br />
schnelle und zeitige Lese konnten frische<br />
Säuren erhalten werden. In den Kellern<br />
liegt ein klassischer Riesling-Jahrgang.<br />
SCHWEIZ KLEIN, ABER FEIN<br />
N<br />
ach den ertragreichen letzten beiden<br />
Jahren mussten sich die<br />
Schweizer Winzer 2020 mit einer<br />
geringeren Menge begnügen. In der<br />
Deutschschweiz erntete man vor allem in<br />
den östlichen Regionen wie Graubünden<br />
deutlich weniger als im Vorjahr – Winzer<br />
sprechen von einer Halbierung im Vergleich<br />
zu 2<strong>01</strong>9. Schuld daran war eine Kaltwetterperiode<br />
während der Blüte, die nicht<br />
nur in Graubünden, sondern auch im<br />
Waadtland für Ertragseinbußen sorgte.<br />
Auch aus dem Thurgau vermelden die<br />
Winzer weniger Ertrag, etwa 70 Prozent<br />
des Vorjahres wurden hier erreicht. Bei<br />
der aktuellen Lage im Schweizer Weinmarkt,<br />
der mit Überbeständen – nicht nur<br />
wegen der Corona-Krise – zu kämpfen<br />
hat, nicht unbedingt ein Wermuts tropfen.<br />
Genau wegen dieser besonderen Marktsituation<br />
hatten einige Regionen nämlich schon<br />
vor der Ernte eine Mengenbeschränkung für<br />
den Jahrgang 2020 beschlossen. Im Tessin<br />
bespielsweise durften für die Weine mit<br />
DOC-Status nur mehr 800 Gramm statt ein<br />
Kilo Trauben pro Quadratmeter geerntet<br />
werden. Auch im Wallis, dem größten Weinbaukanton<br />
des Landes, setzte man auf Ertragsregulierung.<br />
Wegen der klimatischen<br />
Bedingungen sowie den Bestrebungen zur<br />
Ertragsminderung wird der Jahrgang 2020<br />
wohl unterhalb des Zehnjahresschnitts liegen.<br />
Genaue Zahlen waren bis Redaktionsschluss<br />
jedoch noch nicht verfügbar.<br />
Auch wenn die Erntemenge für das letzte<br />
Jahr deutlich geringer ausgefallen ist, zeigt<br />
man sich jedoch landesweit mit der Qualität<br />
des 2020er-Jahrgangs höchst zufrieden. Vom<br />
Tessin über das Wallis und Waadtland bis<br />
hin zur Deutschschweiz spricht man dank<br />
langer physiologischer Reife von hervorragender<br />
Aromakonzentration und Zugänglichkeit.<br />
Die Winzer im nördlichen Teil des<br />
Tessins sehen gar einen der besten Jahrgänge<br />
der letzten zwanzig Jahre kommen.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
53
wein / SO WIRD DER JAHRGANG 2020<br />
FRANKREICH MIXED EMOTIONS<br />
G<br />
lorios an der nördlichen Rhône,<br />
durchwachsen in Bordeaux – der<br />
Jahrgang 2020 brachte den französischen<br />
Winzern einen Ertrag auf durchschnittlichem<br />
Niveau, und das bei qualitativ<br />
stark streuenden Ergebnissen. In Bordeaux<br />
führten nach einem frühen Austrieb<br />
vier feuchte Monate von März bis Juni zu<br />
kräftigem Mehltau-Druck. Juli und Anfang<br />
August waren heiß und trocken, Mitte<br />
August führten starke Niederschläge zu<br />
Botrytis-Infektionen. Da das trockene<br />
Wetter zurückkehrte, konnte die Lese<br />
des Merlot Mitte September unter günstigen<br />
Bedingungen erfolgen. Allerdings<br />
zwangen die hochsommerlichen Temperaturen<br />
dazu, Trauben und Most bestmöglich<br />
zu kühlen. Ab dem 30. Septem-<br />
ber folgten zehn Tage mit Regen und Gewittern,<br />
so dass die Cabernets vielerorts unter<br />
Regen gelesen wurden. In der ersten Oktoberwoche<br />
war die Lese vorüber. Man darf<br />
davon ausgehen, dass das Jahr eher eines<br />
des rechten als des linken Ufers ist.<br />
Auch in Burgund war die Witterung 2020<br />
extrem: Der Sommer war trockener als<br />
2003, die Lese war verbreitet bereits Ende<br />
August vorüber, nach einer Vegetationsperiode<br />
von meist 90 statt der sprichwörtlichen<br />
100 Tage nach der Blüte. Auch die übliche<br />
Lesereihenfolge stand 2020 Kopf: Der Pinot<br />
Noir war vor dem Chardonnay reif, durch<br />
die Trockenheit eingeschrumpfte Beerenhäute<br />
führten zu hoher Konzentration.<br />
Die Weine haben eher geringe Gesamtsäuren,<br />
aber paradoxerweise auch einen<br />
niedrigen pH-Wert. Manche Winzer ziehen<br />
Vergleiche mit dem Jahrgang 2005 –<br />
an der Nordrhône spricht etwa Michel<br />
Chapoutier von einem »Jahrhundertjahrgang«.<br />
Bei niedrigen Erträgen hätten<br />
die Weine trotz ihres »solaren« Charakters<br />
Balance und eine große Frische.<br />
ITALIEN HERVORRAGEND IN MITTEL- UND SÜDITALIEN, SCHWIERIG IM NORDEN<br />
W<br />
ährend das öffentliche Leben<br />
zum Stillstand kam, ging es in<br />
der Natur beständig weiter.<br />
Frühjahr und Sommer verliefen wie aus<br />
dem Bilderbuch, das Wetter war warm<br />
und sonnig, im Juli gab es zwar Spitzen<br />
um die 40 Grad, aber Regen fiel ausreichend<br />
und zum richtigen Zeitpunkt. So<br />
ging das in weiten Teilen Italiens bis Ende<br />
August. Dann gab es im Norden einen Wetterumschwung.<br />
Im Valpolicella verwüstete<br />
Hagel große Gebiete, im Trentino, in Südtirol<br />
und im Friaul gab es ab Mitte September viel<br />
Regen. Da waren aber die Weißen und auch<br />
einige Rote schon im Keller. Stephan Filippi,<br />
Kellermeister der Kellerei Bozen, zeigt sich<br />
»erfreut über die hohe Qualität«, man habe<br />
»gut auf die Wetterverhältnisse reagiert und<br />
gesundes, reifes Traubengut lesen können.<br />
Vor allem beim Lagrein erwarten wir einen<br />
exzellenten Jahrgang 2020.«<br />
Weiter im Süden herrscht eitel Wonne. Pio<br />
Cesare im Piemont vergleicht 2020 gar mit<br />
dem herausragenden Jahrgang 2<strong>01</strong>6. Viel<br />
verspricht man sich vom Jahrgang auch<br />
in der Toskana. Lamberto Frescobaldi:<br />
»September war bei uns warm und sonnig.<br />
Sangiovese konnte perfekt ausreifen,<br />
und sowohl bei Rufina als auch bei Chianti<br />
Classico und Brunello erwarten wir<br />
uns herausragende Qualitäten.« Ähnlich<br />
die Einschätzung ganz im Süden. Alessio<br />
Planeta vom gleichnamigen Weingut in Sizilien<br />
meint: »Das einzig Gute an 2020 war<br />
die Qualität der Trauben, die wir einbringen<br />
konnten. Einzig die Mengen liegen um 15 bis<br />
20 Prozent unter dem langjährigen Mittel.«<br />
Was sonst zu großem Jammer führen würde,<br />
nimmt nun allerdings Verkaufsdruck. Und es<br />
gab auch Regionen, in denen die Erntemenge<br />
gestiegen ist: Sardinien meldet plus 20, Lombardei<br />
und Emilia Romagna plus zehn Prozent,<br />
so dass sich die Ertragsminderung für<br />
ganz Italien auf zwei Prozent beschränkt.<br />
Fotos: Shutterstock<br />
54 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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wein / SO WIRD DER JAHRGANG 2020<br />
SPANIEN UNGEWÖHNLICHE VORAUSSETZUNGEN<br />
Das Jahr 2020 wird den spanischen<br />
Weinproduzenten wohl lange in Erinnerung<br />
bleiben. Zum einen sorgte<br />
die Covid-Pandemie für Personalengpässe<br />
während der Vegetationsperiode, zum anderen<br />
machte eine in Spanien nahezu unbekannte<br />
Rebenplage den Winzern zu schaffen:<br />
der echte Mehltau. Hohe Temperaturen<br />
im Frühling und starke Regenfälle sorgten<br />
in vielen Regionen des Landes für nahezu<br />
tropische Wetterkonditionen. Sogar im<br />
sonst sehr trockenen Priorat fiel im Frühling<br />
übermäßig viel Regen: perfekter Nährboden<br />
für Pilzkrankheiten wie den erwähn-<br />
ten echten Mehltau. Regionen wie Rioja,<br />
Galizien und Penedès litten besonders<br />
unter dessen Auswirkungen. In der Region<br />
Penedès verloren einige Produzenten<br />
bis zu drei Viertel der Erntemenge. Lediglich<br />
Ribera del Duero blieb dank seiner<br />
Höhenlage verschont. Dafür führten<br />
in der Prestige-Region Regenfälle während<br />
der Ernte zu Unterbrechungen derselben.<br />
Richtig rund lief es also kaum irgendwo.<br />
Außerdem litten die spanischen<br />
Winzer aufgrund der Covid-Situation unter<br />
großen Absatzschwierigkeiten, manche Betriebe<br />
sprachen von bis zu 80 Prozent<br />
Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Um<br />
übervolle Keller zu vermeiden, entschieden<br />
sich einige Regionen deshalb für Mengenbeschränkungen<br />
für die jüngste Ernte. In<br />
Rioja beispielsweise durften nur 90 Prozent<br />
geerntet werden. Hinsichtlich der erwarteten<br />
Weinqualität zeigen sich die spanischen<br />
Produzenten jedoch optimistisch und sprechen<br />
von charakterstarken, frischen Rotund<br />
Weißweinen mit lebendiger Frucht und<br />
großem Reifepotenzial.<br />
PORTUGAL<br />
ZU TROCKEN, ZU WARM<br />
– UND DENNOCH GUT<br />
E<br />
in kompliziertes Jahr stand 2020<br />
den Winzern Portugals ins Haus.<br />
Wie praktisch überall in Europa<br />
trieben die Reben früh aus. Im Sommer<br />
gingen Hitzewellen über das Land, die<br />
selbst für portugiesische Verhältnisse ungewöhnlich<br />
hohe Temperaturen mit sich<br />
brachten. Während der Sommermonate<br />
Juni und Juli blieb es etwa am Douro<br />
komplett trocken, sodass eine darauf folgende<br />
Niederschlagsperiode im August<br />
höchst willkommen war. Die Lese begann<br />
früh – Anfang September – und sie verlief<br />
schnell. Fast alle Sorten wurden gleichzeitig<br />
reif, was manche Erzeuger dazu nützten,<br />
beispielsweise Touriga Nacional und<br />
Touriga Franca gemeinsam zu vergären.<br />
Auch die übliche Abfolge zwischen den diversen<br />
Douro-Teilregionen war 2020 so<br />
gut wie aufgehoben. Aufgrund der kleinen<br />
Beeren fielen die Erträge gering aus. Die<br />
Port-Produzenten berichten von sehr<br />
dunklen, hoch konzentrierten Weinen.<br />
Paradoxerweise scheint allerdings die<br />
stark unter Hitze und Trockenheit leidende<br />
Sorte Touriga Nacional sehr gute<br />
Ergebnisse gebracht und zugleich auch<br />
die Säure gut gehalten zu haben. Dabei<br />
brachten oft Osthänge bessere Ergeb-<br />
nisse als Südlagen. Und eine weitere Besonderheit<br />
macht den Port-Jahrgang<br />
2020 einzigartig: Wegen der Covid-19-Vorkehrungen<br />
war die traditionelle<br />
Kelterungsweise des Stampfens<br />
der Trauben mit den Füßen in diesem<br />
Jahr nicht zulässig – Kollege Roboter<br />
hat diese Arbeit übernommen.<br />
Fotos: Shutterstock<br />
56 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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wein / SO WIRD DER JAHRGANG 2020<br />
KALIFORNIEN FRISCHE IM FEUER-JAHR<br />
N<br />
eben<br />
den von Covid verursachten<br />
Sorgen hatten die kalifornischen<br />
Winzer 2020 während der<br />
Weinlese auch noch zusätzlich mit rekordverdächtigen<br />
Waldbränden zu<br />
kämpfen. Wer sich an die furchtbaren<br />
Bilder zurückerinnert, wird kaum glauben<br />
können, dass am Ende weniger als<br />
20 von insgesamt 4200 Betrieben von<br />
nennenswerten Schäden an den Kellereien<br />
berichteten. Mit den durch die tagelange<br />
Rauchentwicklung entstandenen Problemen<br />
haben deutlich mehr Weingüter zu kämpfen,<br />
hier kam es bei den später reifenden<br />
Sorten, allen voran beim Cabernet Sauvignon,<br />
zu teils gravierenden Einschnitten.<br />
Von der Qualität der Jungweine an sich<br />
zeigen sich die Produzenten durchwegs<br />
begeistert. Ein relativ kühler und milder<br />
Witterungsverlauf, gefolgt von einer heißen<br />
Periode im August, erlaubte eine um<br />
zwei Wochen frühere Ernte als sonst, die<br />
Trauben waren kleinbeerig und die Aromen<br />
in den Beeren konzentriert. Alle Weine<br />
aus Traubenmaterial, das vor dem Ausbruch<br />
der Feuer geerntet wurde, zeigen sich<br />
toll, beim Rest werden strenge Selektionen<br />
die Mengen stark reduzieren.<br />
ARGENTINIEN ERNTE SO FRÜH WIE NIE<br />
D<br />
ieses Jahr wird man in Argentinien<br />
nicht so schnell vergessen:<br />
Es brachte die früheste Weinlese,<br />
an die man sich hier erinnern kann. Einem<br />
kalten, trockenen Winter war ein<br />
heißer Sommer mit 70 Prozent weniger<br />
Niederschlag gefolgt, die Beeren der<br />
Trauben waren dadurch winzig und reiften<br />
extrem schnell heran. Am Ende wurden<br />
die Weißweine zwei Wochen, die<br />
Rotweine in einigen Fällen sogar ein Monat<br />
vor dem üblichen Termin geerntet. Frost<br />
und Hagel reduzierten die Erntemenge im<br />
Uco Valley, Spitzenzonen wie Gualtallary,<br />
La Consulta, Altamira und San Pablo<br />
waren davon betroffen. Es erforderte<br />
von den Winzern eine große logistische<br />
Leistung, den richtigen Reifezeitpunkt<br />
zu erwischen und überreife Noten zu<br />
vermeiden. Den Konsumenten erwarten<br />
tieffarbige, komplexe und fruchtbetonte<br />
Rotweine von erstaunlicher Frische, teilweise<br />
in fantastischen Qualitäten, aber<br />
in entsprechend geringeren Mengen.<br />
Weniger einfach war die Situation für den<br />
spätreifenden Cabernet Sauvignon, hier<br />
fehlt es manchmal an der nötigen Balance.<br />
Fazit: ein bemerkenswertes Jahr.<br />
CHILE HEISS UND TROCKEN, TOLLE CABERNETS<br />
A<br />
uch aus Chile wird ein frühes,<br />
sehr warmes und trockenes Jahr<br />
gemeldet, hier konnten allerdings<br />
bei den wichtigen Sorten Cabernet Sauvignon<br />
und Carménère sehr gute Ergebnisse<br />
erzielt werden. Weniger zufrieden<br />
ist man mit dem Merlot, der unter dem<br />
anhaltenden Trockenstress stärker zu leiden<br />
hatte als andere Rotweinsorten. In<br />
Maipo erntete man zwei Wochen früher<br />
und die Menge fiel rund ein Fünftel kleiner<br />
aus, in Aconcagua waren die Leseverluste<br />
geringer. Dank der kleinen Beeren und geringen<br />
Erträge waren die Säurewerte in den<br />
Jungweinen überdurchschnittlich hoch,<br />
was nach der Vinifikation zu einer sehr<br />
angenehmen, lebendigen Frische in den<br />
Rotweinen führte. Oft sind die sehr heißen<br />
Jahre in Kombination mit anhaltender<br />
Trockenheit nicht die besten, diesmal<br />
spielten die bestimmenden Faktoren<br />
aber den Winzern in die Hände. Auch<br />
mit den Weißweinen ist man sehr glücklich,<br />
die Chardonnays aus Limarí zeigen<br />
sich zwar konzentriert, verfügen aber über<br />
eine überzeugende Frische. In Itata und<br />
Biobío im Süden sorgten Frost und Trockenheit<br />
für empfindliche Verluste.<br />
Fotos: Shutterstock<br />
58 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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Passau-Frankfurt: 18.05. - 26.05., 17.06. - 25.06.<br />
Code: FSFEB1FRP-SPI<br />
Code: FSFEB1PAF-SPI<br />
Wiesbaden<br />
Wertheim<br />
Frankfurt<br />
DEUTSCHLAND<br />
Würzburg<br />
Main<br />
Bamberg<br />
Rothenburg<br />
ob der Tauber<br />
Main-Donau-Kanal<br />
Nürnberg<br />
Regensburg<br />
Donau<br />
Passau<br />
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Storno- und Umbuchungsbedingungen gemäß den AGB der nicko cruises Schiffsreisen GmbH.
wein / SO WIRD DER JAHRGANG 2020<br />
SÜDAFRIKA GUTE MENGEN, TOLLE WEINE<br />
Das Weinland am Südkap blickt<br />
auf ein tolles Jahr zurück, denn<br />
hier hat 2020 so ziemlich alles<br />
gepasst. Durchgängig herrschten optimale<br />
Bedingungen für die Rebe, eine<br />
recht windige Phase während der Blüte<br />
und der Beerenausbildung führte zu kleineren<br />
Früchten und lockeren Trauben.<br />
Die wichtigsten Anbauzonen wie Stellenbosch,<br />
Paarl, Breedekloof, Cape<br />
South Part und Swartland dürfen sich nicht<br />
nur über tolle Qualitäten, sondern auch<br />
über sehr gute Erntemengen freuen, insgesamt<br />
verzeichnete Südafrika ein Plus von<br />
8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr,<br />
Frostprobleme gab es nur in North Cape<br />
Part. Mit der anhaltenden Trockenheit zu<br />
kämpfen hatten Winzer in Klein Karoo<br />
und Teilen der Region Robertson. Weißweinfreunde<br />
kommen mit exzellenten<br />
Chenins Blancs und sehr guten Chardonnays<br />
voll auf ihre Rechnung, die Rotweine<br />
zeigen sich tieffärbig, komplex und<br />
ausgestattet mit reifem Tannin. Das Potenzial<br />
des Jahres ist also sehr hoch einzuschätzen,<br />
man darf sich auf eine breite Palette<br />
von Pinot Noir bis Pinotage, aber auch auf<br />
facettenreiche, reife Weißweine freuen.<br />
AUSTRALIEN WENIGER IST MEHR<br />
I<br />
n Australien erntete man 2020 so<br />
wenig wie zuletzt im Jahr 2007.<br />
Die Erntemenge lag bei rund 1,5<br />
Millionen Tonnen, womit sie etwa um<br />
zwölf Prozent niedriger als im Vorjahr<br />
und rund 13 Prozent niedriger als im<br />
Zehnjahres-Durchschnitt (1,75 Millionen<br />
Tonnen) ausfiel. Zu Beginn des Jahres<br />
wüteten schwere Waldbrände auf<br />
dem Kontinent, wobei ein Viertel der<br />
gesamten Weinanbaufläche Australiens betroffen<br />
war. Die Schäden für die Weinindustrie<br />
hielten sich jedoch glücklicherweise<br />
in Grenzen. Lediglich drei Prozent der ge-<br />
samten Erntemenge, oder etwa 40.000<br />
Tonnen Trauben, fielen den Flammen<br />
und ihren direkten Auswirkungen zum<br />
Opfer. Die Einzelschicksale der Weinproduzenten<br />
spiegelt diese Zahl jedoch<br />
kaum wider, denn die Brände betrafen<br />
vor allem kleinere Weingüter im Süden<br />
und Osten des Landes, die teils ihre gesamte<br />
Erntemenge verloren.<br />
Zur Erntezeit sorgten dann kühlere<br />
Temperaturen für optimale Traubenreife,<br />
sodass sich Weinliebhaber auf qualitativ<br />
hochwertige 2020er-Tropfen aus Down<br />
Under freuen dürfen.<br />
NEUSEELAND KÜHLES JAHR, TOLLE WEISSE<br />
Hier gilt es, den mengenmäßig<br />
drittstärksten Jahrgang der letzten<br />
Dekade zu vermelden – und<br />
die Qualitäten sind gut ausgefallen. Im<br />
Vergleich zu 2<strong>01</strong>8 war 2020 ein sehr<br />
spätes Jahr, in manchen Regionen wie<br />
Central Otago begann die Weinlese erst<br />
zu einem Zeitpunkt, wo sie vor zwei Jahren<br />
bereits abgeschlossen war. In den<br />
Weingärten kam es während der Vegetation<br />
und Reifeperiode zu keinerlei nennenswerten<br />
Problemen, es war ein trockener,<br />
aber kein ausgesprochen warmer Jahrgang.<br />
In Marlborough zeigt man sich enthusias-<br />
tisch über die Frische und Frucht des<br />
Sauvignon Blanc, jener Sorte, die sich<br />
zur Leitsorte des Landes entwickelt hat.<br />
Aber auch Riesling und Pinot Gris haben<br />
von diesem feinen, kühlen Jahr profitiert.<br />
In Hawke’s Bay berichten die Kellermeister<br />
von sehr gelungenen Rotweinen,<br />
von Syrah bis Cabernet Sauvignon,<br />
viele zählen den Jahrgang schon jetzt zu<br />
den Besten. Deutlich geringer – um 28<br />
Prozent im Vergleich zu 2<strong>01</strong>9 – fiel die Ernte<br />
in Central Otago aus, wo manche Winzer<br />
wegen der kühlen Bedingungen zu kämpfen<br />
hatten, um die volle Reife zu erreichen.<br />
<<br />
Fotos: Shutterstock<br />
60 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
BREITLING<br />
DIE NEUE CHRONOMAT<br />
Die komplett neu gestaltete Chronomat-Damen- & Herrenkollektion ist mit<br />
ihrer beispiel- sowie zeitlosen Eleganz definitiv die erste Wahl für Männer und<br />
Frauen, denen Zielstrebigkeit, Action und Stil gleichermaßen wichtig sind.<br />
Zeitlos und wunderschön<br />
präsentiert sich die<br />
neue Chronomat-<br />
Damenkollektion<br />
von Breitling.<br />
Die neue<br />
Chronomat 42<br />
für Herren<br />
überzeugt<br />
durch edle,<br />
schlichte<br />
Eleganz.<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
Die Chronomat nimmt einen<br />
wichtigen Platz in Breitlings<br />
Geschichte ein. Im Jahr 1984,<br />
als extradünne Quarzuhren an<br />
der Tagesordnung waren, setzte Breitling<br />
mutig auf eine beeindruckende mechanische<br />
Uhr, die sich als Gewinnerin erwies und<br />
zu einer Ikone ihrer Ära wurde. Beinahe<br />
40 Jahre später spricht nun die neu gestaltete<br />
Chronomat die heutige Generation von<br />
Männern und Frauen an, denen Zielstrebigkeit,<br />
Action und Stil wichtig sind.<br />
Die neue Breitling Chronomat ist eine<br />
universell einsetzbare Sportuhr, die sowohl<br />
auf dem roten Teppich als auch am Strand<br />
eine gute Figur macht. Ihre Merkmale erinnern<br />
an den klassischen Namensvetter aus<br />
den 1980er-Jahren und machen sie unver<br />
kennbar. Das auffällige Rouleaux-Armband<br />
mit Doppelfaltschließe bringt den modernen<br />
Retrostil von Breitling perfekt zum<br />
Ausdruck, ebenso wie die charakteristische<br />
Drehlünette mit Reitern. Die neue Chronomat<br />
feiert eine bedeutende Zeit in Breitlings<br />
Geschichte und zeichnet zugleich eine klare<br />
Vision für die Zukunft.<br />
CHRONOMAT 36 UND 32 – DIE<br />
NEUE KOLLEKTION FÜR FRAUEN<br />
Charlize Theron, Misty Copeland und Yao<br />
Chen sind die neuen Werbeikonen für Breitling,<br />
und somit hat sich der Uhrenhersteller<br />
für diese neue Kollektion von den Breitling-<br />
Frauen selbst inspirieren lassen, die die<br />
#SQUADONAMISSION-Kampagne prägen:<br />
herausragende Frauen, denen Action,<br />
Zielstrebigkeit und Stil wichtig sind. Die<br />
atemberaubenden Uhren der Chronomat-<br />
Kollektion für Frauen sind mit dem legendären<br />
Rouleaux-Armband mit Doppelfaltschließe<br />
ausgestattet, das ebenso robust wie<br />
elegant ist. Wie alle Breitling-Uhren sind<br />
auch die Chronomat-Modelle COSC-zertifizierte<br />
Chronometer. Diese unabhängige<br />
Überprüfung ist eine Garantie für ihre absolute<br />
Schweizer Genauigkeit.<br />
Schwimmer, Surfer, Taucher und sogar<br />
Badewannennixen schätzen es, dass die<br />
Modelle bis 100 Meter wasserdicht sind.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
breitling.com<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 61
QUAL DER WAHL<br />
Das Sortiment von Erich Scheiblhofer aus Andau im Burgenland ist vielfältig.<br />
Eine Qual, den Wein seines Geschmacks zu entdecken, ist es aber nie,<br />
denn Erich Scheiblhofer veranstaltet mit seinen einfachen, für den täglichen Genuss<br />
gekelterten Weinen bis hin zu seinen Topweinen ein rotes Gaumenfest.<br />
Dass 2<strong>01</strong>9 ein ganz großer Jahrgang<br />
für burgenländische Rotweine<br />
sein wird, haben letzten<br />
Herbst bereits die Jungweine<br />
gezeigt. Zum wiederholten Mal sicherte<br />
sich das Weingut Scheiblhofer in dieser<br />
Kategorie den Sieg mit seiner Premium<br />
Cuvée 2<strong>01</strong>9. Nun sind bereits weitere<br />
Cuvées des Hauses aus diesem Paradejahrgang<br />
gefüllt und verfügbar. Allen voran<br />
<strong>Österreich</strong>s bekanntester Rotwein, Big<br />
John, der seit Jahrzehnten das Publikum<br />
begeistert. Die etwas ungewöhnliche<br />
Zusammenstellung aus Zweigelt, Pinot<br />
Noir und Cabernet Sauvignon zeigt den<br />
Mut zur Entdeckung neuer Geschmacks<br />
welten, die auch eine breite Basis erreichen.<br />
The Legends ist hingegen eine klassische<br />
Cuvée nach Vorbild des Bordeaux. Merlot<br />
und Cabernet Sauvignon, Rebsorten die<br />
Erich Scheiblhofer auch zu reinsortigen<br />
Highlights macht, stehen für das internationale<br />
Format des Weinguts. Bei Mordor<br />
hingegen ist der Name Programm. Die<br />
Blaufränkischtrauben, die neben Cabernet<br />
Sauvignon, Merlot und Syrah die Hauptrolle<br />
spielen, stammen aus dem Mittelburgenland,<br />
und schon das äußere Erscheinungsbild<br />
der Flasche zeigt, dass hier Wege<br />
zu neuen Ufern beziehungsweise anderem<br />
Terroir eingeschlagen wurden, allerdings im<br />
typischen Scheiblhofer-Style. Auch The<br />
62<br />
falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
WEINGUT SCHEIBLHOFER<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
Peak of Glory tanzt aus der Reihe, wenn<br />
man nur die Ausstattung betrachtet. Das<br />
Etikett, das übrigens wie bei so gut wie allen<br />
anderen Weinen auch im Siebdruckverfahren<br />
erstellt wird, macht schon allein die Flasche<br />
zu einem Sammlerobjekt. Der Inhalt<br />
ist ein perfekter Mix aus heimischem Zweigelt,<br />
gewürzt mit Bordelaiser Esprit, der<br />
nebenbei trotz seiner Jugend oder gerade<br />
deshalb noch Funken des Ausbaus in neuen<br />
Barriques versprüht.<br />
TRAUMJAHRGANG 2<strong>01</strong>7<br />
Wer lieber zu Gereifterem aus dem Weingut<br />
Scheiblhofer greift, kann das mit den reinsortigen<br />
Weinen aus der »The«-Serie des<br />
Hauses tun. Es gibt noch ein paar Flaschen<br />
von The Merlot, The Cabernet Sauvignon<br />
und The Shiraz aus dem fabelhaften Weinjahrgang<br />
2<strong>01</strong>7. Im Burgenland hat hier<br />
alles gepasst, von der Vegetationsperiode<br />
bis hin zur Lese. Ein Jahr, an das sich viele<br />
erinnern, ein Herbst wie aus dem Bilderbuch.<br />
Mit allen drei Weinen hat der sympathische<br />
Kellermeister schon zahlreiche Auszeichnungen<br />
eingeheimst. Es sind neben<br />
Zweigelt, der den größten Anteil in seinen<br />
Weingärten einnimmt, seine absoluten Lieblingssorten.<br />
Und die hohe Anerkennung, die<br />
das Weingut genießt, hat wohl nicht nur<br />
mit Big John, sondern auch mit diesen Topweinen<br />
des Hauses zu tun.<br />
Auch 2<strong>01</strong>8 war ein sehr gutes Jahr und<br />
ist nun schon in ein Stadium getreten, das<br />
die erste Jugendphase abgelegt hat und jetzt<br />
mit den Sekundäraromen besticht. The<br />
Zweigelt, The Cabernet Franc und The<br />
Pinot Noir, beide erstmals reinsortig vom<br />
Jahrgang 2<strong>01</strong>7 erschienen, bringen das<br />
typische Rebsortenprofil gepaart mit dem<br />
unverkennbaren Scheiblhofer-Touch auf<br />
den Punkt. 2<strong>01</strong>7 erschien übrigens auch<br />
erstmals The Great Bustard, eine Cuvée,<br />
die, dominiert von Merlot, auch Anteile<br />
von Zweigelt und Cabernet Sauvignon harmonisch<br />
vereint. Dass es sich auch dabei<br />
um einen sehr speziellen Wein handelt, zeigt<br />
die Großtrappe, die hier ihre Schwingen<br />
zum Flug ansetzt. 2<strong>01</strong>8 ist nach dem Erstlingswerk<br />
wieder ein Überflieger.<br />
VOM LEITHAGEBIRGE<br />
Die Sorte Blaufränkisch und Freundschaften<br />
haben Erich Scheiblhofer schon zehn<br />
Jahre zuvor ans andere Ufer des Neusiedler<br />
Sees zum Leithagebirge gezogen. 2007 feierte<br />
Blaufränkisch Jois, eine Gemeinde am<br />
nordwestlichen Rand des Sees, Premiere.<br />
Und mit 2<strong>01</strong>8 präsentiert Scheiblhofer zum<br />
wiederholten Mal diesen facettenreichen<br />
Roten aus der Nachbarregion. Nur zwei<br />
Ortschaften weiter, in Breitenbrunn, vinifiziert<br />
er gemeinsam mit seinem Freund Florian<br />
Gayer nur in Ausnahmejahrgängen seine<br />
Interpretation eines Supertuscan, den Praittenbrunn.<br />
Nach 2<strong>01</strong>1, 2<strong>01</strong>2 und 2<strong>01</strong>3 ist<br />
aktuell 2<strong>01</strong>5 auf dem Markt. Eigentlich<br />
hätte im Vorjahr dazu eine große, internationale<br />
Probe stattfinden sollen, die sicher für<br />
Aufmerksamkeit gesorgt hätte, und lange<br />
hat man den Wein zurückgehalten. Corona<br />
hat das leider unmöglich gemacht, aber die<br />
gute Nachricht ist: Wein ist virenfrei, und<br />
damit man sich nicht noch länger gedulden<br />
muss, ist der Blend aus Merlot und Cabernet<br />
Sauvignon nun endlich erhältlich.<br />
INFO<br />
Weingut Scheiblhofer<br />
Halbturner Straße 1<br />
7163 Andau<br />
T: +43 2176 2610<br />
office@scheiblhofer.at<br />
scheiblhofer.at<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 63
wein/ 250 JAHRE BLAUER PORTUGIESER<br />
BLAUER PORTUGIESER:<br />
SEIT 250 JAHREN<br />
EIN ECHTER<br />
OSTERREICHER<br />
Bereits im 18. Jahrhundert begann die Karriere des leichten<br />
Rotweins. Zwischenzeitlich entwickelte sich die autochthone Sorte<br />
zur beliebtesten blauen Traube des Landes. Doch der Siegeszug der<br />
internationalen Trendsorten wie Merlot oder Cabernet Sauvignon<br />
drängte den Blauen Portugieser zunehmend ins Abseits.<br />
Dabei hätte diese Spezialität viel zu bieten.<br />
TEXT PETER MOSER<br />
Der Blaue Portugieser reift<br />
früher als viele andere<br />
Rotweinsorten und kommt<br />
auch mit sandigen Böden<br />
sehr gut zurecht.<br />
Fotos: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/picturedesk.com, beigestellt<br />
64 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
LOW<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
65
wein/ 250 JAHRE BLAUER PORTUGIESER<br />
Wenn man wissen will,<br />
wo die traditionsreiche<br />
Sorte Blauer<br />
Portugieser im Jahr<br />
<strong>2021</strong> steht, muss man<br />
nur die Weinkarten führender Restaurants<br />
oder das Angebot der größten Weinhändler<br />
des Landes durchblättern. Die Antwort:<br />
nirgendwo. Dabei war der Portugieser noch<br />
vor 40 Jahren die am meisten angebaute<br />
Rotweinsorte in <strong>Österreich</strong>. Doch seither<br />
wurde die Anbaufläche – völlig gegen den<br />
Rotweintrend – um mehr als die Hälfte<br />
reduziert und die Sorte in die völlige<br />
Bedeutungslosigkeit entlassen.<br />
Nichtsdestotrotz nimmt der Blaue<br />
Portugieser in <strong>Österreich</strong>, gemessen an<br />
der bepflanzten Fläche, mit 1265 Hektar<br />
immer noch den dritten Rang ein hinter<br />
Zweigelt (6300 Hektar) und Blaufränkisch<br />
(2800 Hektar), das sind immerhin 8,5<br />
Prozent der heimischen Rotweinfläche und<br />
2,7 Prozent aller österreichischen Weinberge<br />
insgesamt. Wobei – etwa die Hälfte aller<br />
Portugieser-Weingärten in <strong>Österreich</strong> hat<br />
ein Bestandsalter von 30 oder mehr Jahren.<br />
Warum aber wird dieser immer noch<br />
relativ weitverbreiteten Sorte so<br />
wenig Liebe entgegengebracht? Ist<br />
die Karriere dieser Rebsorte am<br />
Ende? Und: Wäre es überhaupt<br />
sinnvoll, den Blauen Portugieser vor<br />
dem Schicksal anderer heimischer<br />
Weinspezialitäten wie dem Neuburger oder<br />
dem legendären Zierfandler (von dem es<br />
heute keine 80 Hektar mehr gibt) zu<br />
bewahren, die Schritt für Schritt verschwinden?<br />
Zudem: Viel ist heutzutage vom<br />
»Feinkostladen <strong>Österreich</strong>« und all den<br />
autochthonen Sorten die Rede, die Realität<br />
sieht allerdings anders aus. Internationale<br />
Varietäten wie Chardonnay, Cabernet<br />
Sauvignon oder Merlot stehen heute global<br />
in der Gunst der Winzer und Konsumenten<br />
– nur allzu oft austauschbar und gleichzeitig<br />
mit wenig Aussicht, irgendwann zu den<br />
wirklich Besten gezählt zu werden.<br />
EINE HISTORISCHE SORTE<br />
Bis vor vier Jahren hielt sich jahrhundertelang<br />
die Mär, der Blaue Portugieser stamme<br />
tatsächlich aus Portugal – immerhin hieß er<br />
Alexander Stauffer aus Flomborn<br />
in Rheinhessen in Deutschland<br />
verarbeitet Trauben vom wurzelechten<br />
Blauen Portugieser.<br />
SEINE KARRIERE<br />
BEGANN 1770 IN BAD<br />
VÖSLAU, 100 JAHRE<br />
SPÄTER TRANK MAN IHN<br />
AUCH IN LONDON. HEUTE<br />
IST DER PORTUGIESER<br />
JEDOCH VERGESSEN.<br />
Fotos: Melanie Hubach Photographie, x-default, WSNA, beigestellt<br />
66 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
früher auch einmal Oporto-Rebe. Denn in<br />
der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts<br />
hatte der steinreich gewordene Bankier<br />
Johann von Fries die Herrschaft Vöslau im<br />
Süden Wiens erworben, wo fast ausschließlich<br />
Weißweinbau betrieben wurde. Fries,<br />
der Rotwein bevorzugte, ließ also auch<br />
blaue Reben auspflanzen. Ein wenig<br />
Mährische (Blaufränkisch) gab es bereits,<br />
um das Jahr 1770 ließ der Freiherr seinen<br />
Hauern »Bündel mit Schnittreben zur<br />
Auspflanzung übergeben, die er auf<br />
Anraten seines portugiesischen Agenten<br />
hatte kommen lassen, um diese so vorzügliche<br />
blaue Rebgattung auf seiner Herrschaft<br />
Fesselau einzubürgern«. Woher man<br />
die Reben tatsächlich bezog, lässt sich<br />
heute nicht mehr erschließen, Ende der<br />
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts tippten<br />
Experten aber bereits auf die Steiermark<br />
als Ursprung – was sich fast 200<br />
Jahre später aufgrund von Genanalysen<br />
als richtig herausstellen sollte.<br />
Schnell wurden die Vorzüge der frühreifen<br />
Rotweinsorte mit ihrem blumigen Duft<br />
und milden Charakter erkannt, und sie<br />
verbreitete sich unter dem Namen »Vöslauer«<br />
zunächst im direkten Umland. Dennoch<br />
blieb Rotwein auch weiterhin ein exklusives<br />
Minderheitenprogramm in der Region.<br />
Aus dem Jahr 1798 hat sich die Einladung<br />
zu einer öffentlichen Weinversteigung<br />
erhalten, in welcher der Hofkeller der<br />
Herrschaft Vöslau rund 530 Eimer (oder<br />
30.000 Liter) seiner Eigenbauweine,<br />
darunter eine kleine Menge Rotweine,<br />
anbietet. Verkauft werden »drei Eimer vom<br />
1788er Burgunder Vöslauer, sieben Eimer<br />
vom 1795er Burgunder und schließlich<br />
zwölf Eimer vom rothen Vöslauer aus<br />
1797« – also insgesamt ganze 1245 Liter<br />
Rotwein. Mit »Burgunder« ist hier die<br />
Rebsorte Blaufränkisch, mit »Vöslauer«<br />
eben der Blaue Portugieser angesprochen,<br />
der dann einige Jahre später auch in<br />
der Steiermark unter dem Namen<br />
»Feßlauer« in den Weingärten<br />
der Herrschaft Herberstein zu<br />
finden war.<br />
Thomas Pfaffmann vom<br />
Weingut Pfaffmann in<br />
der Pfalz pflegt einen<br />
Portugieser-Weingarten, der<br />
bereits 1931 gepflanzt wurde.<br />
Christoph und<br />
Heidi Bauer aus Jetzelsdorf<br />
im Pulkautal keltern den<br />
aktuell besten Blauen<br />
Portugieser <strong>Österreich</strong>s.<br />
RASANTER AUFSTIEG<br />
Der Wiener Kongress von<br />
1813 bis 1815 war nicht nur<br />
ein weltpolitisch bedeutsames<br />
Ereignis, er veränderte auch<br />
<<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
67
wein/ 250 JAHRE BLAUER PORTUGIESER<br />
<<br />
die bis dahin im Vergleich zu Paris und<br />
London provinziell anmutende kulina rische<br />
Welt der Donaumetropole. Der legendäre<br />
französische Außenminister Talleyrand<br />
brachte Marie-Antoine Carême, den Vater<br />
der Drei-Sterne-Küche, nach Wien. Die<br />
internationalen Gäste hatten auch die<br />
besten Weine der Welt im Gepäck – und<br />
siehe da, der Rotwein aus Vöslau konnte<br />
mit den besten Burgundern mithalten.<br />
OB ALS FRUCHTIGER<br />
UND DUFTIGER<br />
JAUSENWEIN ODER IM<br />
BARRIQUE GESCHULT:<br />
PORTUGIESER ZEIGT<br />
SICH STETS LEBENDIG<br />
UND LEICHTFÜSSIG.<br />
Die Familie<br />
Seymann aus<br />
Karlsdorf im<br />
Weinviertel steht<br />
voll und ganz<br />
hinter der Pflege<br />
des Portugiesers.<br />
In den folgenden Jahrzehnten eroberte<br />
die Rebe das Weinviertel. Ab 1836<br />
entwickel ten die Grafen Kinsky die Region<br />
um Matzen zum zweiten Portugieser-Zentrum<br />
in Niederösterreich. Im »Ernestinerberger<br />
Weingebirge« bei Prottes lief seit<br />
1838 ein Versuch mit »schwarzen portugiesischen<br />
Reben von Vöslau und Gainfarn«,<br />
der Wein wurde im legendären Matzener<br />
Schlosskeller der gräflich Kinsky’schen<br />
Herrschaft verarbeitet. Hier wurden in<br />
einem dreigeschossigen, stufenlosen<br />
Kreuzkeller mit domartigem Zentralraum<br />
auch neuartige Weine wie Eiswein (ausgefroren)<br />
oder Feuerwein (durch Mostkonzentration)<br />
erzeugt.<br />
Im Jahr 1843 kreierte ein junger Mann<br />
namens Robert Schlumberger in Vöslau<br />
zum ersten Mal in <strong>Österreich</strong> einen<br />
Schaum wein nach Champagnermethode,<br />
indem er weißen Grundwein aus blauen<br />
Trauben verarbeitete. Er hatte dafür Blauen<br />
Portugieser gewählt, aus dem er später<br />
auch seinen berühmten Rotwein »Vöslauer<br />
Goldeck« entwickelte, der in der zweiten<br />
Hälfte des 19. Jahrhunderts in die ganze<br />
Welt exportiert wurde. Im Verschnitt mit<br />
etwas Blaufränkisch und kleinen Anteilen<br />
Cabernet und Merlot wurde der Portugieser<br />
so zur Basis des bekanntesten<br />
Rotweins und des ersten eingetragenen<br />
Markenweins der<br />
Donaumonarchie.<br />
Bereits in der Mitte des<br />
19. Jahrhunderts hielt der<br />
Portugieser auch Einzug in<br />
den Weingärten Deutschlands,<br />
aber auch in Mähren<br />
und Ungarn.<br />
Im Retzer Land fühlt sich der Blaue<br />
Portugieser besonders wohl,<br />
wie auch in den Weingärten von<br />
Michael Petricek aus Unternalb.<br />
BLUMIG UND MILD<br />
Was den Blauen Portugieser speziell<br />
in kühleren Weinbaugebieten so<br />
beliebt machte, war seine relativ frühe<br />
Reife und die Tatsache, dass er in Bezug auf<br />
Böden und Lage wenig wählerisch ist. Die<br />
Sorte ist auch sehr produktiv, was ihm,<br />
ähnlich wie dem Grünen Veltliner, den Ruf<br />
eines Massenträgers einbrachte. Legt man<br />
es allerdings nicht auf Quantität an und<br />
stehen ältere Reben zur Verfügung, dann<br />
ergibt der Portugieser durchaus anspruchsvolle<br />
und eigenständige Rotweine. Statt<br />
einen unkomplizierten, jung zu trinkenden<br />
Jausenwein erhält man dann einen farb-<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
68 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
wein/ 250 JAHRE BLAUER PORTUGIESER<br />
Jungwinzer<br />
Laurenz<br />
Schöfmann vom<br />
Weingut Anton<br />
Schöfmann in<br />
Haugsdorf im<br />
Weinviertel<br />
mag die Vielfalt<br />
des Blauen<br />
Portugiesers.<br />
Reserveweine von heute ergeben. Aber<br />
auch in Mähren, der Slowakei und in<br />
Ungarn bis ins warme Villány gedeihen<br />
Portugieser-Reben, die einst sogar den<br />
Weg in die Champagne gefunden haben.<br />
Ende 2<strong>01</strong>6 konnte dann endlich die<br />
Abstammung der Rebsorte von Experten<br />
des Julius-Kühn-Instituts am Geilweilerhof<br />
im deutschen Siebeldingen aufgeklärt und<br />
die Herkunft in Nordostslowenien, in der<br />
ehemaligen Untersteiermark, verortet<br />
werden. Mit dem ebenfalls von dort<br />
kommenden Blaufränkisch teilt sich die<br />
Sorte als natürliche Kreuzung einen<br />
Elternteil, die Blaue Zimmettraube. Der<br />
zweite Elternteil ist der Grüne Silvaner.<br />
Damit ist sicher: Mit Portugal hat der<br />
Portugieser nichts zu tun. Fest steht aber,<br />
dass es gut wäre, an geeigneten Standorten<br />
an der Sorte festzuhalten. Auch wenn der<br />
Portugieser nie der ganz große Rotwein<br />
sein wird, so verdient er es, mit seiner<br />
eigenständigen Aromatik und seinem<br />
sanften Wesen jenen Platz, den er sich<br />
in den letzten 250 Jahren erobert hat,<br />
auch zukünftig behalten zu dürfen.<br />
<<br />
<<br />
tiefen Rotwein mit blumigen Aromen<br />
nach Himbeeren, rotem Cassis und<br />
Veilchen, die im Bukett an feine Burgunder<br />
oder Côte-Rôtie erinnern, am Gaumen eine<br />
gute Frucht, samtige Tannine und frische<br />
Struktur. Ein komplexer, qualitätsorientiert<br />
vinifizierter Portugieser kann entgegen allen<br />
Vorurteilen durchaus gut reifen und zeigt<br />
eine unverwechselbare Persönlichkeit.<br />
Bauen auf den<br />
Portugieser:<br />
Herbert und<br />
Gertrud Studeny aus<br />
Obermarkersdorf und<br />
Christian Jassek aus<br />
Ragelsdorf (unten).<br />
DER PORTUGIESER VON HEUTE<br />
Leider hält sich die Zahl jener Enthusiasten,<br />
die den Blauer Portugieser mit Herzblut<br />
pflegen, in Grenzen. In <strong>Österreich</strong> ist heute<br />
nach wie vor das Weinviertel die Heimat<br />
der Sorte, das Dreieck Schrattenthal, Retz<br />
und Haugsdorf ist für den Blauen Portugieser<br />
aktuell der Kristallisationspunkt.<br />
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die<br />
Sorte auch in Deutschland heimisch, in den<br />
letzten Jahren hat sich der Bestand von fast<br />
5000 Hektar aber um die Hälfte reduziert.<br />
Auf sandigen Böden in der Pfalz stehen die<br />
alten Reben, welche die vielleicht besten<br />
Fotos: Martin Lifka Photography, Astrid Bartl, beigestellt<br />
70 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Mit Blick auf<br />
die Zukunft:<br />
Fondssparen.<br />
Schon ab 50 Euro im Monat.<br />
Dies ist eine Werbemitteilung.<br />
Das Veranlagen in Wertpapiere birgt neben Chancen auch Risiken.<br />
erstebank.at<br />
sparkasse.at
wein / 250 JAHRE BLAUER PORTUGIESER<br />
BEST OF<br />
BLAUER PORTUGIESER<br />
94<br />
92+<br />
92<br />
2<strong>01</strong>8 BLAUER PORTUGIESER<br />
RÉSERVE QBA TROCKEN<br />
Weingut Wageck Pfaffmann GbR<br />
Bissersheim, Pfalz, D<br />
Dunkles Rubingranat, fester Kern,<br />
dezente Ockerrandaufhellung. Mit<br />
zart balsamisch-würzigem Edelholztouch<br />
unterlegte reife Zwetschkenfrucht,<br />
nussig-tabakige Nuancen. Saftig,<br />
reife Kirschenfrucht, engmaschig<br />
gewobene Textur, feines Spiel aus<br />
Säure und runden Tanninen, mineralisch,<br />
extraktsüßer Abgang, gute Länge,<br />
sicheres Entwicklungspotenzial.<br />
wageck-weine.de, € 28,90<br />
2<strong>01</strong>8 PORTUGIESER<br />
WALPORZHEIMER KRÄUTER-<br />
BERG GOLDKAPSEL<br />
Peter Kriechel, Ahrweiler, Ahr, D<br />
Kräftiges Rubingranat, dunkler Kern,<br />
dezenter Ockerrand. Rauchig-mineralisch<br />
unterlegte Nuancen von Vanille<br />
und Gewürznelken, schwarze Beeren,<br />
dunkle Kirschen, feiner Schiefertouch.<br />
Komplex, saftig, frische Kirschen,<br />
Elsbeeren, salzige Textur, ein<br />
Hauch von Nougat im Abgang, schreit<br />
förmlich nach Rehfilet, bleibt gut haften,<br />
sicheres Reifepotenzial.<br />
weingut-kriechel.de, € 25,–<br />
2<strong>01</strong>8 PORTUGIESER HOLZFASS<br />
ORTSWEIN TROCKEN<br />
Weingut Grober Feetz<br />
Freyburg/Unstrut, D<br />
Kräftiges Rubingranat, violette<br />
Reflexe, zarte Ockerrandaufhellung.<br />
Nuancen von Feigen, Dörrpflaumen<br />
und Nougat, rotbeerig unterlegt,<br />
kandierte Orangenzesten. Saftig,<br />
elegant, reife Kirschenfrucht, feines<br />
Säuregerüst, angenehme Extraktsüße<br />
im Abgang, bleibt haften, ein<br />
sehr gut ausgewogener Begleiter<br />
bei Tisch.<br />
groberfeetz.de, € 15,–<br />
93<br />
92<br />
92<br />
2<strong>01</strong>8 GOLDBERG BLAUER POR-<br />
TUGIESER TROCKEN SELECTION<br />
Weingut Stauffer<br />
Flomborn, Rheinhessen, D<br />
Dunkles Rubingranat, fester Kern,<br />
dezente Ockerrandaufhellung. Mit<br />
einem Hauch von Veilchen unterlegte<br />
dunkle Beerenfrucht, zart nach<br />
Lakritze und Cassis, Noten von Dörrfeigen<br />
und Nougat. Saftig, elegant,<br />
reife Kirschen, finessenreiche, trinkanimierende<br />
Säurestruktur, zart nach<br />
Gewürznelken im Abgang, gute Länge,<br />
mineralisch, gutes Potenzial.<br />
weingutstauffer.de, € 12,50<br />
2<strong>01</strong>9 BLAUER PORTUGIESER<br />
Familie Neubauer<br />
Kleinhöflein-Retz, Weinviertel, Ö<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
zarte Randaufhellung. Zarte<br />
Kräuterwürze, frische Zwetschken,<br />
Brombeerkonfit, kandierte Veilchen<br />
im Hintergrund, tabakige Nuancen.<br />
Saftig, gute Komplexität, rund und<br />
harmonisch, frisches Säurespiel,<br />
feine Fruchtsüße im Nachhall, sehr<br />
sortentpyisch, verfügt über Länge<br />
und gutes Entwicklungspotenzial.<br />
weinbau-neubauer@utanet.at<br />
€ 6,–<br />
2<strong>01</strong>7 »EINZELSTÜCK«<br />
PORTUGIESER TROCKEN<br />
Markus Schneider<br />
Ellerstadt, Pfalz, D<br />
Kräftiges Rubingranat, violette<br />
Re flexe, dezente Ockerrandaufhellung.<br />
Mit einem Hauch von Nougatkaramell<br />
unterlegtes Brombeerkonfit,<br />
feine Röstaromen, einladendes<br />
Bukett. Saftig, elegant, feine Extraktsüße,<br />
rote Kirschen, runde Tannine,<br />
reife Pflaumenfrucht im Abgang, ausgewogen<br />
und vielseitig einsetzbar,<br />
bereits gut antrinkbar (ab Feb. <strong>2021</strong>).<br />
black-print.net, € 30,–<br />
93<br />
92<br />
91<br />
2<strong>01</strong>7 BLAUER PORTUGIESER<br />
PRIVAT BIO Christoph Bauer<br />
Jetzelsdorf, Weinviertel, Ö<br />
Dunkles Rubingranat, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />
Mit einem zarten Hauch von Edelholz<br />
und Havanna-Tabak unterlegte<br />
schwarze Waldbeerenfrucht, frische<br />
Zwetschken, zart nach Feigen, vielschichtiges<br />
Bukett. Stoffig, elegante<br />
Textur, zeigt gute Komplexität und<br />
reife, tragende Tannine, ein Hauch<br />
von Nougat im Abgang, feinwürzig<br />
und gut anhaftend, zeigt Länge.<br />
bauerwein.at, € 24,–<br />
2<strong>01</strong>9 BLAUER PORTUGIESER<br />
Weingut Petricek<br />
Unternalb, Weinviertel, Ö<br />
Dunkles Rubingranat, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />
Feinwürzig unterlegte schwarze<br />
Herzkirschen, ein Hauch von Kardamom<br />
und Nelken, etwas Nougat<br />
unterlegt. Komplex, saftig und<br />
elegant, feine Extraktsüße, reife<br />
Tannine, gute Frische, schokoladig<br />
im Abgang, ein kräftiger Sortenvertreter,<br />
ausgestattet mit gutem<br />
Reifepotenzial.<br />
petricek-wein.at, € 6,90<br />
2<strong>01</strong>9 BLAUER PORTUGIESER<br />
SELECTION<br />
Heidemarie Schnabl<br />
Retz, Weinviertel, Ö<br />
Mittleres Rubingranat, violette<br />
Re flexe, breitere Ockerrandaufhellung.<br />
Zarte florale Nuancen<br />
nach Hibiskus und Veilchen, frische<br />
Zwetschkenfrucht, dezenter Gewürztouch.<br />
Saftig, reife Herzkirschen,<br />
mineralische Textur, zarter Nougat,<br />
Brombeer konfit im Abgang, ausgewogen<br />
und bereits gut antrinkbar,<br />
verfügt über ansprechende Länge.<br />
jh-schnabl.at, € 6,20<br />
Fotos: Claudia Schindlmaißer<br />
72 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
WEINGUT WINKLER-HERMADEN<br />
VON VULK AN &<br />
MEER GEPRÄGT<br />
Ein vor 2,5 Millionen Jahren entstandener Vulkan schuf beste Bedingungen<br />
für hervorragende Weine aus dem Vulkanland Steiermark.<br />
ADVERTORIAL Foto: beigestellt<br />
Die Familie Winkler-Hermaden<br />
bewirtschaftet 150 Hektar Forst<br />
und Landwirtschaft, davon<br />
37 Hektar Weingärten nach biologischen<br />
Richtlinien und betreibt ein Hotel<br />
und Restaurant im Schloss Kapfenstein.<br />
Das Ortsweingebiet Kapfenstein bietet auf<br />
kleinster Fläche eine Vielzahl an Kombinationen<br />
unterschiedlicher Böden und Mikroklimata.<br />
Vor 2,5 Millionen Jahren stieg<br />
der Kapfensteiner Vulkan aus den vorherrschenden<br />
Fluss- und Meeressedimenten empor.<br />
Die Flüsse füllten den Krater mit Wasser<br />
und bildeten einen Kratersee. Die Seesedimente<br />
verbanden sich mit den feinen Vulkanaschen<br />
und schufen das einzigartige Terroir<br />
auf dem Kapfensteiner Schlosskogel. In<br />
dieser kühlen Riede bringen der Grauburgunder<br />
Schlosskogel 1 STK und der Kapfensteiner<br />
Sauvignon Blanc feine salzige<br />
Nuancen mit langem Abgang hervor.<br />
VIELSCHICHTIGES VULKANLAND<br />
Die Kapfensteiner Ried Kirchleiten ist weniger<br />
vom Vulkan als vom Meer geprägt.<br />
Die tiefen, schottrigen Sandböden auf<br />
Opok werden tagsüber sehr warm und<br />
kühlen in der Nacht schnell ab. Die warmen<br />
Tage führen zu sehr reifen, gelbfruchtigen<br />
Aromen, und durch die kühlen Nächte<br />
bleibt die steirische Säure erhalten.<br />
Neben der Kirchleiten befindet sich das<br />
Hochplateau der Riede Rosenleiten mit<br />
wiederum sandig-schottrigen Sedimenten,<br />
aber einem kühleren Mikroklima. Der<br />
vorherrschende Wind und das Wäldchen<br />
im Süden führen zu niedrigeren Temperaturen<br />
und liefern reife Kernobstnoten mit<br />
Strohblumen und einer frischen Säure im<br />
Wechsel mit Nasser-Stein-Mineralität. Diese<br />
Vielschichtigkeit findet sich im ganzen<br />
Vulkanland Steiermark und wartet darauf,<br />
entdeckt zu werden.<br />
INFO<br />
Weingut Winkler-Hermaden<br />
Schloss Kapfenstein<br />
8353 Kapfenstein 105<br />
T: +43 3157 2322<br />
weingut@winkler-hermaden.at<br />
winkler-hermaden.at<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 73
wein / VULKANLAND STEIERMARK DAC<br />
IM LAND DER<br />
VIELFALT<br />
Die Winzer der südöstlichen Steiermark steuern klar auf<br />
Erfolgskurs. Mit dem Schwung der neuen »Vulkanland<br />
Steiermark DAC«-Herkunftsweine eilen sie von Erfolg zu Erfolg.<br />
TEXT PETER MOSER<br />
Foto: Winzer Vulkanland Steiermark, U. Korntheuer<br />
74 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Graz<br />
Steirisches Vulkanland<br />
Die Riegersburg ist<br />
nicht nur eine der<br />
schönsten Burgen<br />
des Landes, sie ist in<br />
luftiger Höhe auch<br />
von mehreren Hektar<br />
Weingärten umgeben.<br />
Vielfalt hat im Weinbaugebiet<br />
Vulkanland Steiermark eine<br />
übergeordnete Bedeutung<br />
und ist hier alles andere als<br />
ein Schlagwort. Hier<br />
verteilen sich die Weingärten auf viele,<br />
teilweise nicht zusammenhängende Flächen,<br />
und das auf Böden von einer geologischen<br />
Unterschiedlichkeit, wie sie sich in keinem<br />
anderen Weinbaugebiet <strong>Österreich</strong>s finden<br />
lässt. Dies ermöglicht es den innovativen<br />
Winzern im Vulkanland Steiermark, eine<br />
große Zahl an unterschiedlichen Weiß- und<br />
Rotweinsorten anzupflanzen und zu<br />
vinifizieren, die stilistisch von leicht und<br />
fruchtbetont bis hin zu komplex, kraftvoll<br />
und ernsthaft reichen. Die Herkunft der<br />
Weine spielt eine eminent wichtige Rolle<br />
und wird durch die Gruppe der Ortsweine<br />
und – noch individueller – durch die<br />
zahlreichen Riedenweine repräsentiert.<br />
Neun Ortsweine wurden für das Vulkanland<br />
Steiermark definiert – und für diese<br />
wiederum besonders gute passende<br />
Leitsorten empfohlen.<br />
VIELFALT ALS TRUMPFKARTE<br />
Das Vulkanland Steiermark verfügt über<br />
etwas mehr als 1500 Hektar an Rebfläche,<br />
die kein zusammenhängendes Weinbaugebiet<br />
darstellt, sondern eher aus kleinen<br />
und mittelgroßen »Weinbauinseln« besteht.<br />
In dieser Tatsache liegt auch die große<br />
Vielfalt begründet, die diese Weinregion<br />
im Südosten der Steiermark besonders<br />
auszeichnet. Kleinklima und Terroir<br />
definieren die Inseln im Vulkanland im<br />
Detail, und im Laufe der Jahrhunderte<br />
haben die Winzer herausgefunden, welche<br />
Rebsorten wo besonders gut gedeihen.<br />
Vom Norden, wo auf den Höhenlagen<br />
des Ringkogels bei Hartberg Weinbau<br />
betrieben wird, bis zum Süden im Klöch<br />
<<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
75
wein / VULKANLAND STEIERMARK DAC<br />
<<br />
bietet eine abwechslungsreiche Geologie<br />
die Grundlage für den stilistischen wie<br />
aromatischen Reichtum der Weine mit der<br />
Herkunftsbezeichnung Vulkanland<br />
Steiermark DAC. Auf dieser geografischen<br />
Nord-Süd-Achse reihen sich die Ortsweingebiete<br />
namens Oststeiermark, Riegersburg,<br />
Bad Gleichenberg, Kapfenstein,<br />
St. Peter, Straden St. Anna, Tieschen und<br />
Klöch in loser Formation aneinander.<br />
Die beiden großflächigsten Gebiete<br />
Oststeiermark und Riegersburg liegen<br />
nördlich des Flüsschens Raab. An dessen<br />
rechtem Ufer liegen die Anbaugebiete von<br />
Bad Gleichenberg und weiter im Osten<br />
Kapfenstein, mit nur 73 Hektar das kleinste<br />
Ortsweingebiet des steirischen Vulkanlandes.<br />
Westlich davon erstreckt sich von<br />
Kirchbach bis Mureck das Gebiet St. Peter<br />
bis an die slowenische Grenze, im Süden<br />
von Bad Gleichenberg und im Westen an<br />
St. Peter anstoßend, liegt das Gebiet von<br />
Straden. Unter Kapfenstein reihen sich im<br />
Osten St. Anna, Tieschen und Klöch<br />
aneinander. Das für die Weinbauregion<br />
namensgebende Vulkangestein findet sich in<br />
gleich sechs der neun Gebiete, nur St. Peter<br />
und Straden weisen Böden auf, wo<br />
Sandstein, Sand und Schotter dominieren,<br />
während im Gebiet Oststeiermark<br />
Schiefer, Gneis, aber auch Kalkstein und<br />
Opok neben Schotterböden ein vielfältiges<br />
geologisches Profil anbieten.<br />
Eine der<br />
zahlreichen<br />
Komponenten<br />
der Region<br />
Vulkanland<br />
Steiermark<br />
sind die<br />
Muschelkalke<br />
des Urmeeres.<br />
UNTER DEN WELTBESTEN<br />
In jeder der neun Ortsweinappellationen<br />
zählt jene Weißweinsorte zu<br />
den ausdrücklich empfohlenen, die in<br />
der jüngeren Geschichte die steirische<br />
Weinkultur positiv geprägt hat wie keine<br />
andere: Der Sauvignon Blanc bildet eine<br />
Speerspitze im Bereich des trockenen<br />
Weißweins, mit dieser Varietät können sich<br />
auch die südoststeirischen Winzer unter<br />
den besten Weinen der Welt einreihen. Und<br />
daher ist sie als Leitsorte des Vulkanland<br />
Steiermark DAC unverzichtbar.<br />
Rund um den Hügel, auf dem die<br />
Ortschaft Straden einer Appellation ihren<br />
Namen gibt, sind es tiefgründige, kalkhaltige<br />
Sedimentböden, die mit Sand, Ton und<br />
Schotter durchsetzt sind und die sich für<br />
das Kultivieren der kräftigen Sorte Grauburgunder<br />
besonders eignen, der hier neben<br />
dem Sauvignon Blanc als Leitsorte dient.<br />
Ähnliche Bedingungen herrschen im<br />
Fotos: Winzer Vulkanland Steiermark, U. Korntheuer<br />
76 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Westteil des Weinbaugebiets, der in der<br />
Ortsappellation St. Peter zusammengefasst<br />
ist. Hier steht neben dem Sauvignon Blanc<br />
der Weißburgunder im Vordergrund.<br />
Östlich von Straden hingegen nimmt neben<br />
den hier vorherrschenden Sedimentböden<br />
der Anteil von Vulkangestein stärker zu und<br />
macht sich in Form von Basalt und Tuff<br />
bemerkbar. Hier liegt der Schwerpunkt der<br />
Winzer neben dem Sauvignon Blanc auf den<br />
weißen Burgundersorten, die in der Ortsappellation<br />
Tieschen bereits seit Jahren als<br />
Cuvée vinifiziert werden – die Gemeinschaftsmarke<br />
TAU hat sich unter Weinfreunden<br />
bereits einen sehr guten Namen als<br />
facettenreicher Speisenbegleiter gemacht.<br />
In der Appellation St. Anna, zu der auch<br />
die umgebenden Katastralgemeinden<br />
zählen, gibt es neben den vulkanischen<br />
Elementen auch Terroir auf Muschelkalk<br />
und Sandstein, die dem Morillon besonders<br />
entgegenkommen. In den nördlichen<br />
Appellationen ist die größte Vielfalt<br />
anzutreffen, hier findet sich alles, von<br />
Schiefer bis Schotter, entsprechend bunt<br />
geht es in den Weingärten zu.<br />
Klöch ist der vielleicht bekannteste<br />
Weinort im Vulkanland, hier dominiert das<br />
verwitterte, teilweise sehr eisenhaltige<br />
Vulkangestein, vor allem der Basalt. Hier<br />
findet der Traminer die besten Bedingungen<br />
vor, der hier in all seinen Facetten zur<br />
Höchstform aufläuft.<br />
<<br />
DIE STEIRISCHEN<br />
DAC-GEBIETE SIND<br />
DIE EINZIGEN DAC-<br />
GEBIETE ÖSTERREICHS,<br />
IN DENEN DIE<br />
HANDLESE DER<br />
TRAUBEN PFLICHT IST.<br />
Die besten Jahrgänge<br />
reifen in Flaschen<br />
ihrer Perfektion<br />
entgegen.<br />
DAC-PYRAMIDE<br />
Das steirische DAC-System<br />
ist in drei Stufen<br />
gegliedert.<br />
GEBIETSWEINE<br />
Die DAC-Gebietsweine sind die jungen,<br />
frischen und fruchtbetonten Weine aus dem<br />
Vulkanland Steiermark DAC. Sie sollen einen<br />
ersten Eindruck des gesamten Terroirs der<br />
jeweiligen Region vermitteln und die jeweilige<br />
Rebsorte – oder die Rebsorten einer etwaigen<br />
Cuvée – in der größtmöglichen Klarheit<br />
geschmacklich abbilden.<br />
ORTSWEINE<br />
Die DAC-Ortsweine sind jene Weine, die das<br />
Lokale und Regionale geschmacklich<br />
abbilden. Sie sind dazu gedacht, die<br />
Unterschiede der jeweiligen Gemeinden und<br />
Anbaugegenden in Wein zu fassen und von<br />
den jeweiligen Böden, den kleinklimatischen<br />
Verhältnissen und auch von den Leitsorten<br />
mancher Weininseln zu erzählen.<br />
RIEDENWEINE<br />
Die Riedenweine sind die höchste Stufe in der<br />
DAC-Pyramide. Ihr eigener Charakter, der sich<br />
aus der Ausrichtung der Riede, der Sonneneinstrahlung,<br />
dem Boden und der Arbeit des<br />
Winzers zusammensetzt, gibt dem Wein,<br />
der aus dieser Riede kommt, seinen<br />
individuellen Charakter.<br />
Diese Einschaltung wird im Rahmen des LEADER-Projekts » DAC Vulkanland Steiermark « durch Mittel aus dem Programm für<br />
ländliche Entwicklung 2<strong>01</strong>4–2020 unterstützt. Das LEADER-Programm wird durch das Regionalressort des Landes Steiermark umgesetzt. feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 77
wein / VULKANLAND STEIERMARK DAC<br />
TASTING<br />
INFO<br />
WEITERE BEWERTUNGEN<br />
UND BESCHREIBUNGEN<br />
FINDEN SIE SIE AB<br />
AB SEITE 226. 148.<br />
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VULK ANLAND STEIERMARK<br />
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SAUVIGNON BLANC VULKAN<br />
LAND STEIERMARK DAC RIED<br />
BUCH GSTK 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Frauwallner<br />
Karbach, Staden<br />
Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Reife gelbe Tropenfrucht, etwas<br />
Holzwürze unterlegt Grapefruitzesten,<br />
Stachelbeernoten, Blütenhonig<br />
klingt an. Straff, elegant, facettenreiche<br />
Säurestruktur, mineralisch,<br />
zarte Apfelfrucht, salziger Nachhall,<br />
balancierter, finessenreicher Speisenbegleiter<br />
mit Reifepotenzial.<br />
frauwallner.com, € 29,–<br />
GELBER TRAMINER VULKAN<br />
LAND STEIERMARK DAC<br />
KLÖCH 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Frühwirth, Klöch<br />
Der SALON-Sieger 2020: Mittleres<br />
Gelbgrün, Silberreflexe. Feine Nuancen<br />
von Rosen und Marshmallows,<br />
gelber Pfirsich und Ananas im Hintergrund,<br />
etwas Blütenhonig. Straff,<br />
engmaschig und voll Energie, feine<br />
weiße Steinobstaromen, frisch und<br />
mineralisch, elegant, gute Länge,<br />
harmonisch, bereits zugänglich, verfügt<br />
über sicheres Reifepotenzial.<br />
fruehwirth.at, € 15,–<br />
WEISSBURGUNDER VULKAN<br />
LAND STEIERMARK DAC<br />
RIED KLAUSEN 1STK 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Neumeister<br />
Straden<br />
Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Einladender Duft nach reifer Tropenfrucht,<br />
etwas Röstaromatik, ein<br />
Hauch von kandierten Orangenzesten,<br />
Papaya klingt an. Saftig, elegant,<br />
facettenreiche Säurestruktur,<br />
mineralisch, feinwürzig, weißes<br />
Steinobst im Abgang, vielschichtiger<br />
Speisenbegleiter.<br />
neumeister.cc, € 22,–<br />
95<br />
94<br />
92<br />
GRAUBURGUNDER VULKANLAND<br />
STEIERMARK DAC RIED HOCH<br />
STRANDL 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Krispel, Hof bei Straden<br />
Leuchtendes Roségold, Silberreflexe.<br />
Einladendes Bukett, reife Tropenfrucht<br />
unterlegt mit etwas Blütenhonig,<br />
Gewürznelken, Guave-Touch,<br />
kandierte Orangenzesten. Saftig,<br />
gute Komplexität, facettenreicher<br />
Säurebogen, mineralisch, extraktsüß<br />
nach getrocknetem Pfirsich,<br />
vielschichtig, sicheres Potenzial,<br />
vielseitig einsetzbar.<br />
krispel.at, € 32,–<br />
2<strong>01</strong>9 SAUVIGNON BLANC VUL<br />
KANLAND STEIERMARK DAC<br />
RIED NEUSETZBERG 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Krispel<br />
Hof bei Straden<br />
Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Dezentes weißes Steinobst unterlegt<br />
mit Kräuterwürze, ein Hauch<br />
von gelbem Paprika, Cassis unterlegt,<br />
attraktives Bukett. Komplex,<br />
saftig, straff, lebendiger Säurebogen,<br />
Klementinen im Abgang, mineralisch,<br />
Birnentouch im Nachhall,<br />
sicheres Potenzial.<br />
krispel.at, € 21,–<br />
TAU CUVÉE WEISS<br />
VULKANLAND STEIERMARK DAC<br />
TIESCHEN 2<strong>01</strong>9<br />
Weinhof Gollmann<br />
Piechla, Tieschen<br />
Leuchtendes Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Reife Honigmelone, etwas<br />
nach Melisse, ein Hauch von Pfirsich,<br />
Gewürznuancen unterlegt mit<br />
Zitrus. Saftig, straff, eingebundene<br />
Säurestruktur, balanciert, extraktsüß<br />
nach Pfirsich, bleibt gut haften,<br />
vielseitiger Speisenbegleiter.<br />
weinhof-gollmann.at<br />
€ 9,–<br />
95<br />
94<br />
92<br />
MORILLON VULKANLAND<br />
STEIERMARK DAC RIED<br />
MOARFEITL GSTK 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Neumeister, Straden<br />
Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Feine<br />
Röstaromatik, etwas nach reifer<br />
Tropenfrucht, dunkle Mineralität,<br />
Mandarinenzesten, vielschichtiges<br />
Bukett. Komplexer Körper, saftig,<br />
elegant, feine Säurestruktur, mineralisch,<br />
extraktsüß, Birnenfrucht,<br />
sicheres Potenzial.<br />
neumeister.cc<br />
€ 37,–<br />
GRAUBURGUNDER VULKANLAND<br />
STEIERMARK DAC<br />
RIED SCHLOSSKOGL 1STK 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Winkler-Hermaden<br />
Kapfenstein<br />
Helles Goldgelb, Silberreflexe. Feine<br />
Holzwürze, etwas nach dunkler<br />
Mineralität, weißes Steinobst, ein<br />
Hauch von Quitte, Kräuternoten<br />
unterlegen Orangenzesten. Saftig,<br />
elegant, feine Struktur, mineralischsalzig,<br />
feine Apfelfrucht, etwas<br />
Gerbstoff, feine Extraktsüße, guter<br />
Speisenbegleiter mit Potenzial.<br />
winkler-hermaden.at, € 24,–<br />
TAU CHARDONNAY VULKAN<br />
LAND STEIERMARK DAC<br />
TIESCHEN 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut und Weinhotel<br />
Kolleritsch, Tieschen<br />
Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Kräuterwürze unterlegt reife<br />
Tropenfrucht, ein Hauch von Maracuja,<br />
feiner Quitten-Touch, einladendes<br />
Bukett. Saftig, mittlere Komplexität,<br />
eingebundene Säurestruktur,<br />
extraktsüß nach Papaya, bleibt gut<br />
haften, vielseitig einsetzbar.<br />
kolleritsch.com<br />
€ 9,50<br />
Fotos: Claudia Schindlmaißer<br />
78 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
WEINGUT KRISPEL<br />
WEINE VOM<br />
GENUSSGUT K RISPEL<br />
Mitten im malerischen Vulkanland im südöstlichen Teil der Steiermark, von sanften<br />
Hügeln und grünen Wäldern umgeben, liegt das Genussgut Krispel. Seit zwei<br />
Generationen werden hier außergewöhnliche Weine von höchster Qualität produziert.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Chris Rogl; Michael Reidinger; beigestellt<br />
Die Geschichte des steirischen<br />
Vulkanlands liest sich wie ein<br />
Abenteuerroman: Von der<br />
Gebirgsbildung der Alpen wird<br />
erzählt, vom Dehnen der Erdkruste, von<br />
heftigen Vulkanausbrüchen am Alpenostrand,<br />
vom Versinken unter dem Meer und<br />
vom Wiederauftauchen aus dem Ozean vor<br />
mehr als fünf Millionen Jahren, um in der<br />
Eiszeit unter einem Gletscher zu verschwinden.<br />
Diese Ereignisse können die Reben<br />
in den Böden spüren: Von Basalt, über<br />
Muschelkalk, Sand, Ton und Lehm reicht<br />
das Spektrum, auf dem Stefan Krispel seine<br />
vielschichtigen Weine ernten kann.<br />
VIEL SONNE & VIELSCHICHTIGE<br />
VULKANBÖDEN<br />
Die Lagen kann man sich wie ein nach Straden<br />
ausgerichtetes Amphitheater vorstellen.<br />
Die ältesten Reben graben hier schon über<br />
45 Jahre ihre Wurzeln. Die vielen Sonnenta<br />
ge gehören zur Grundausstattung des Klimas<br />
im Vulkanland. Dazu noch warme<br />
Winde von der Adria und vom Osten, die<br />
sich mit den kühlen Luftmassen der Alpen<br />
vermengen, heiße Tage, die auf laue Nächte<br />
folgen und so für ein spezielles Kleinklima<br />
sorgen. Trinkt man den Wein, kann man leise<br />
die Geschichten hören: über die Vulkane,<br />
die Meere, die Gletscher, den Respekt, mit<br />
dem die Reben behandelt werden. Die aufwendige<br />
Handlese, die regionale Herkunft<br />
der Trauben, die Reifezeit im Keller, das<br />
klare Bekenntnis zu Vulkanland Steiermark<br />
DAC – davon erzählt das Glas Wein in<br />
einer stillen Stunde.<br />
DAS GENUSSGUT KRISPEL<br />
STELLT SICH VOR<br />
Fährt man in das Vulkanland zum Genussgut<br />
Krispel, sollte man genug Zeit einplanen.<br />
Hier kann man wunderbar die Seele<br />
baumeln lassen, die Vielfalt der Krispel<br />
Weine erkunden und sich kulinarisch mit<br />
Schmankerln vom Wollschwein verwöhnen<br />
lassen – oft von Toni Krispel persönlich<br />
zubereitet. Zum Nachtisch muss es unbedingt<br />
noch Süßes von Lisa sein, der begeisterten<br />
Patissière der Familie Krispel. Um den<br />
Aufenthalt unbeschwert zu genießen, sollte<br />
man ein Zimmer am Genussgut reservieren.<br />
Sie können nicht persönlich kommen oder<br />
wollen in Erinnerungen schwelgen? Bestellen<br />
Sie im Webshop des Genussguts Krispel<br />
feine Produkte vom Wollschwein und charakterstarke<br />
Weine aus dem Vulkanland –<br />
und hören Sie genau hin!<br />
INFO<br />
Weingut Krispel<br />
Neusetz 29, 8345 Hof bei Straden<br />
T: +43 3473 7862<br />
M: office@krispel.at<br />
krispel.at<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 79
wein / WORLD CHAMPIONS<br />
DER CLAN DER<br />
WEIN-MAGIER<br />
Seit mehr als 600 Jahren widmet sich die Familie Antinori bereits<br />
der Weinproduktion. Mit den beiden Supertuscans Tignanello und<br />
Solaia schuf man die Prototypen für das italienische Weinwunder<br />
der 80er-Jahre. Heute ist Antinori nicht nur der größte private<br />
Weinbaubetrieb Italiens, sondern weltweit erfolgreich.<br />
TEXT OTHMAR KIEM<br />
Foto: mauritius images / Alamy / FIORANI FABIO<br />
80 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Family-Business:<br />
der Marchese<br />
Piero Antinori mit<br />
seinen Töchtern<br />
Alessia, Allegra<br />
und Albiera.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
81
wein / WORLD CHAMPIONS<br />
Antinori-Land: In der sanften<br />
Hügellandschaft der Toskana<br />
entstehen einige der besten<br />
Weine Italiens.<br />
A<br />
ntinori, das kann man<br />
heute getrost sagen, ist das<br />
Flaggschiff der italienischen<br />
Wein-Armada. Mit 23 Millionen<br />
Flaschen Jahresproduktion,<br />
2600 Hektar Weinbergen und einem<br />
Umsatz von über 260 Millionen Euro<br />
(im Jahr 2<strong>01</strong>9) ist es der größte pri vate<br />
Weinbetrieb Italiens – seine Geschichte<br />
reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück.<br />
Im Jahr 1385 trat Giovanni di Piero Antinori<br />
der Zunft der Vinattieri, der Weinschenker,<br />
in Florenz bei. Seit damals ist die<br />
Familie Antinori tief mit Wein verbunden.<br />
1898 gründeten Lodovico und Piero Antinori<br />
die L&P Antinori, die später in die<br />
Marchesi Antinori überging. Bereits damals<br />
wurden die ersten Flaschen nach London,<br />
New York, Buenos Aires und São Paulo exportiert.<br />
Heute ist Marchesi Antinori eine<br />
Aktiengesellschaft, befindet sich aber zur<br />
Gänze im Besitz der Familie. Ehrenpräsident<br />
ist Piero Antinori, Präsidentin seine<br />
Tocher Albiera. Seine beiden anderen Töchter<br />
Alessia und Allegra sind ebenfalls mit<br />
Aufgaben in der Unternehmensleitung be-<br />
traut. Einziges Nicht-Familienmitglied in<br />
der Führungsebene des Unternehmens ist<br />
Renzo Cotarella als Generaldirektor und<br />
verantwortlicher Önologe.<br />
IM HERZEN DES CHIANTI<br />
An der Einfahrt zum neuen, futuristisch gestalteten<br />
Keller in Bargino prangt in großen<br />
Lettern »Marchesi Antinori nel Chianti<br />
Classico« – eine klare Ansage: »Wir wollten<br />
mit diesem Bau ein Zeichen setzen gegenüber<br />
dem Chianti Classico und dieser<br />
Landschaft«, so Piero Antinori. Seit 2<strong>01</strong>2<br />
ist Antinoris Zentrale hier untergebracht.<br />
Mit 300.000 Besuchern jährlich ist der<br />
neue Keller ein Publikumsmagnet und steht<br />
für das neue »Hospitality-Konzept« von<br />
Antinori, das vorsieht, die Kunden näher an<br />
den Ursprung der Weine heranzuführen.<br />
Die Restaurants unter dem Namen »Cantinetta<br />
Antinori« in Zürich, Wien, Moskau,<br />
Monte Carlo und Florenz dienen dabei als<br />
erste Anknüpfungspunkte für alle, die sich<br />
näher auf Antinori einlassen möchten.<br />
Das weinbauliche Zentrum von Antinori<br />
liegt indes wenige Kilometer entfernt auf<br />
der Tenuta Tignanello. Die beiden berühmtesten<br />
Lagen heißen Tignanello und Solaia.<br />
Durch Landflucht und Preisverfall war der<br />
Chianti Classico in den 1970er-Jahren in<br />
Bedrängnis geraten. Die ehemals sehr beliebte<br />
Bastflasche war bei Weingenießern<br />
nun definitiv out. Piero Antinori erwies sich<br />
in der Not als großer Erneuerer. Gemeinsam<br />
mit dem legendären Kellermeister Giacomo<br />
Tachis erzeugte er 1971 erstmals einen<br />
Wein aus der Lage Tignanello allein aus<br />
Sangiovese, ohne Beigabe von weißen Traubensorten.<br />
Nach den damals geltenden Bestimmungen<br />
für Chianti Classico war das<br />
nicht erlaubt. So erschien am Ende der Tignanello<br />
schlicht als »Vino da Tavola«. In<br />
den folgenden Jahren wurde der Sangiovese-Anteil<br />
auf 80 Prozent reduziert, den Rest<br />
bestreiten Cabernet Sauvignon und etwas<br />
Cabernet Franc. In den Jahren danach wurde<br />
Tignanello zum Vorbild für viele Erzeuger<br />
in der Toskana und auch außerhalb. ><br />
Fotos: Getty Images, ieffestudio.it, mauritius images / Alamy / FIORANI FABIO<br />
82 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
»WIR HABEN DER WELT<br />
GEZEIGT, DASS MAN<br />
IN DER TOSKANA<br />
SPITZENWEINE VON<br />
INTERNATIONALEM<br />
RANG ERZEUGEN KANN.«<br />
PIERO ANTINORI Ehrenpräsident Marchesi Antinori<br />
Blickt zufrieden auf sein<br />
Lebenswerk: der Marchese<br />
Piero Antinori im neuen,<br />
hochmodernen Keller des<br />
Unternehmens<br />
in Bargino.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
83
wein / WORLD CHAMPIONS<br />
Tradition trifft Zukunft:<br />
Der Antinori-Keller<br />
in Bargino mutet<br />
futuristisch an, ist<br />
aber zugleich auch<br />
hervorragend in die<br />
Landschaft eingebettet.<br />
><br />
Auf dem gleichen Weingut wachsen<br />
auch die Trauben für den Solaia, den<br />
zweiten herausragenden Wein von Antinori.<br />
Als diese Cuvée aus Cabernet Sauvignon,<br />
Cabernet Franc und 20 Prozent<br />
Sangiovese im Jahr 1978 zum ersten Mal<br />
erzeugt wurde, war das ein absolutes Novum<br />
für das Chianti Classico. Heute ist der<br />
Solaia einer der begehrtesten Weine Italiens.<br />
»Wir haben der Welt gezeigt, dass man<br />
in der Toskana und in Umbrien Spitzenweine<br />
von internationalem Rang erzeugen<br />
kann«, so Piero Antinori stolz.<br />
Das andere wichtige Standbein von Antinori<br />
im Chianti Classico ist Badia a Passignano,<br />
drei Kilometer südlich von Tignanello.<br />
1987 erstand Antinori das zu einem<br />
mittelalterlichen Kloster gehörende weitläufige<br />
Landgut. Nach dem Kauf wurden<br />
die Weinberge neu angelegt. Als Pflanzmaterial<br />
dienten dabei Setzlinge, die von alten<br />
Rebstöcken auf Tignanello gezogen worden<br />
waren. Damit wurde es nun möglich, einen<br />
Wein rein aus Sangiovese zu erzeugen, den<br />
Chianti Classico Gran Selezione Badia a<br />
Passignano, der ausschließlich aus selektionierten<br />
Sangiovese-Trauben besteht.<br />
»UNSER BADIA A<br />
PASSIGNANO IST DER<br />
ENDPUNKT EINER<br />
ENTWICKLUNG, DIE<br />
EINST MIT DEM<br />
TIGNANELLO BEGANN.«<br />
RENZO COTARELLA CEO Marchesi Antinori<br />
Nachlesen<br />
Alle Teile aus der Serie<br />
»World Champions« unter<br />
falstaff.com/champ<br />
ANTINORI WELTWEIT<br />
Antinori produziert aber auch außerhalb<br />
des Chianti Classico unterschiedlichste<br />
Weine. In Bolgheri an der Küste<br />
liegt Guado al Tasso. La Braccesca ist<br />
Antinoris Weingut in Montepulciano, und<br />
auf Pian delle Vigne in Montalcino wird<br />
hervorragender Brunello erzeugt. Ganz im<br />
Süden runden die Fattoria Aldobrandesca<br />
bei Sovana sowie Le Mortelle bei Castiglione<br />
della Pescaia das Antinori-Imperium ab.<br />
Außerhalb der Toskana hat Antinori Güter<br />
in Apulien (Tormaresca), im Piemont (Prunotto),<br />
in der Franciacorta (Montenisa), in<br />
Ungarn (Tüzkö), Rumänien (Vitis Metamorfosis),<br />
auf Malta (Meridiana), in Chile<br />
(Haras de Pirque) und in den USA (Col Solare,<br />
Stag’s Leap, Antica).<br />
Das Castello della Sala in Umbrien hingegen<br />
zählt zu den traditionellen Familienweingütern.<br />
Seit dem ersten Jahrgang 1985<br />
zählt der Cervaro della Sala zu den höchstprämierten<br />
Weißweinen Italiens. Der Chardonnay<br />
war eine der ersten Kreationen von<br />
Renzo Cotarella, der hier 1977 begann.<br />
Heute ist er gemeinsam mit Piero Antinori<br />
für den Stil des Hauses verantwortlich.<br />
<<br />
Fotos: Ph. Mauro Puccini, loredpenofvutogul<br />
84 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
©Mag. Bernhard Schösser<br />
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wein / WORLD CHAMPIONS<br />
BEST OF<br />
ANTINORI<br />
100<br />
97<br />
96<br />
SOLAIA 2<strong>01</strong>5<br />
Antinori<br />
Funkelndes, tiefdunkles Rubinviolett.<br />
Kompakt und dicht in der Nase,<br />
viel dichte, saftige Johannisbeere,<br />
klar und präzise, dahinter feine<br />
würzige Noten. Sehr viel feinmaschiges<br />
Tannin, das sich in vielen<br />
Schichten öffnet, reife, dunkle Beerenfrucht,<br />
dazu feine salzige Komponenten,<br />
hat sehr gute Spannung,<br />
sehr langer Nachhall.<br />
ca. € 320,–*<br />
SOLAIA 2<strong>01</strong>3<br />
Antinori<br />
Sattes, dunkles Rubinviolett.<br />
Betont würzige Nase, etwas Sellerieblatt<br />
und Lorbeer, dann satte<br />
Brombeere, etwas Tabak. Spielt<br />
am Gaumen toll auf, auch da<br />
do minieren würzige Aromen, auch<br />
dunkle Beerenfrucht, öffnet sich<br />
mit griffigem, herzhaftem Tannin,<br />
sehr lange.<br />
ca. € 270,–*<br />
TIGNANELLO 2<strong>01</strong>6<br />
Antinori<br />
Sattes, tiefdunkles Rubin. Offene<br />
und intensive Nase, zeigt Noten<br />
nach Brombeeren und Zwetschgen,<br />
dazu etwas Rauch und Lakritze.<br />
Rund und ausgewogen im Ansatz,<br />
öffnet sich mit viel feinmaschigem,<br />
gut eingebundenem Tannin, überaus<br />
harmonisch, langer Nachhall.<br />
Morandell, Wörgl; A. Abayan,<br />
Bonn; Bindella, Zürich<br />
€ 90,–<br />
98<br />
97<br />
95<br />
SOLAIA 2<strong>01</strong>6<br />
Antinori<br />
Leuchtendes, sattes Rubin. Zeigt in<br />
der Nase zunächst dezent zurückhaltende<br />
Noten, dann klar gezeichnete<br />
Frucht, vor allem Cassis,<br />
etwas Zwetschge, dahinter Tabak,<br />
kompakt und ausgewogen. Am<br />
Gaumen dichtes Tannin, sehr gut<br />
eingebunden, feinmaschig und elegant,<br />
strömt lange dahin, im Finale<br />
dann nochmals satter Druck, im<br />
Nachhall feine Tabaknoten.<br />
Morandell, Wörgl; A. Abayan,<br />
Bonn; Bindella, Zürich; € 320,–<br />
SOLAIA 2004<br />
Antinori<br />
Tiefdunkles, sattes Rubingranat.<br />
Zeigt am Beginn leicht rauchige<br />
Noten, dann viel dunkle Beerenfrucht,<br />
etwas Melasse und Waldhonig.<br />
Rund und satt am Gaumen,<br />
öffnet sich mit viel süßem Fruchtschmelz,<br />
dunkler Cassis, feinmaschiges,<br />
präsentes Tannin, wunderbar<br />
gereift, hat auch noch viel<br />
Potenzial.<br />
ca. € 300,–*<br />
TIGNANELLO 2004<br />
Antinori<br />
Sattes, tiefdunkles Rubin, breiter,<br />
dunkler Granatrand. Satte, dunkle<br />
Frucht in der Nase, nach Melasse,<br />
reife Zwetschgen, etwas dunkler<br />
Waldhonig, im Hintergrund feine<br />
Schwarzkirsche. Noch sehr kompaktes,<br />
präsentes Tannin, entfaltet<br />
sich feinmaschig, zeigt klarerweise<br />
schon seine Reife, salzig.<br />
ca. € 150,–*<br />
98<br />
96+<br />
95<br />
SOLAIA 2<strong>01</strong>0<br />
Antinori<br />
Junges, frisches Rubin, tiefdunkles<br />
Auge. Eröffnet in der Nase mit<br />
Noten nach dunkler Schokolade,<br />
viel Cassis, Maulbeeren, dahinter<br />
feine Minze. Straffes, dichtes Tannin,<br />
öffnet sich in vielen Schichten,<br />
kraftvoll und zupackend, tiefgründig,<br />
im Finale dezent erdige Noten,<br />
nach roter Rübe, lange und<br />
kraftvoll.<br />
ca. € 270,–*<br />
TIGNANELLO 2<strong>01</strong>5<br />
Antinori<br />
Sehr sattes, tiefdunkles Rubin mit<br />
Violettschimmer. Betont würzige<br />
Nase, nach Rosmarin und Currykraut,<br />
dann sehr feine, geschliffene<br />
Kirschfrucht, griffiges Tannin, das<br />
sich sehr gut eingebunden zeigt,<br />
etwas schwarze Trüffel, kernig<br />
und tiefgründig, satt.<br />
Morandell, Wörgl; A. Abayan,<br />
Bonn; Bindella, Zürich<br />
€ 110,–<br />
CERVARO DELLA SALA 2<strong>01</strong>8<br />
Castello della Sala<br />
Klares, leuchtendes Strohgelb.<br />
In der Nase nach Feuerstein, zartem<br />
Fumé, elegantem Holzeinsatz,<br />
reifer Birne, Quitte, Banane, im<br />
Nachhall nach Mango. Am Gaumen<br />
elegant und mit kompaktem Körper,<br />
spannt einen weiten Fächer<br />
auf, mineralischer Unterton, helle<br />
Frucht, mit Druck und Salz.<br />
Morandell, Wörgl; A. Abayan,<br />
Bonn; Bindella, Zürich<br />
€ 50,–<br />
Fotos: ieffestudio.it<br />
86 falstaff feb–mär <strong>2021</strong> * aktuelle Internet-Preise, die Weine sind nicht mehr offiziell erhältlich
PRIVATSTIFTUNG HILFE MIT PLAN ÖSTERREICH<br />
SO STÄRKT<br />
SENTA BERGER<br />
MÄDCHEN<br />
WELTWEIT<br />
»Die Welt muss für Mädchen<br />
gerechter werden«, sagt<br />
Schauspielerin Senta Berger,<br />
Schirmherrin der ersten<br />
weltweiten Kampagne<br />
für Mädchen der<br />
Kinderhilfsorganisation<br />
Plan International.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Felix Broede; Plan International; privat<br />
Ich habe erlebt, dass Mädchen in<br />
Nepal bei eisiger Kälte nur Fetzen<br />
anhatten, bloß weil sie Mädchen sind,<br />
während ihre Brüder warme Kleidung<br />
trugen. Ich weigere mich, diese Ungerechtigkeit<br />
hinzunehmen.« Die Plan-Botschafterin<br />
Senta Berger engagiert sich für die<br />
Privat stiftung Hilfe mit Plan <strong>Österreich</strong>,<br />
weil sie damit gezielt etwas für Mädchen<br />
bewirken kann. Denn die Stiftung sichert<br />
die Arbeit von Plan International langfristig.<br />
STARKE KINDER MACHEN<br />
EINE BESSERE WELT<br />
Eine, die von diesem Engagement profitiert<br />
hat, ist die Menschenrechtsaktivistin<br />
Urmila Chaudhary<br />
wurde aus Leibeigenschaft<br />
befreit.<br />
Urmila Chaudhary. Mit sechs Jahren<br />
wurde sie von ihren Eltern an eine reiche<br />
Familie in Nepal als Hausmädchen verkauft<br />
und musste dort bis zu 16 Stunden<br />
täglich putzen, waschen und kochen. Nach<br />
elf Jahren wurde sie aus der Leibeigenschaft<br />
befreit und fand bei Plan International<br />
Zuflucht und Unterstützung. Heute<br />
spricht die junge Frau vor den Vereinten<br />
Nationen und wurde für ihren Einsatz mit<br />
vielen Preisen ausgezeichnet.<br />
MIT EINER ZUSTIFTUNG<br />
KINDER SCHÜTZEN<br />
Wir als Privatstiftung haben besonders<br />
viel Kraft, wenn wir uns zusammentun und<br />
gemeinsam eine gute Sache voranbringen.<br />
Dies ist das Prinzip der Zustiftung. Durch<br />
eine Zustiftung in den Grundstock der<br />
Privatstiftung Hilfe mit Plan <strong>Österreich</strong><br />
wird das Fundament unserer Arbeit<br />
gestärkt. Mit zielgerichteten Projekten zu<br />
Bildung und Mädchenförderung kann<br />
man Kindern eine langfristige Perspektive<br />
bieten.<br />
»Die Privatstiftung ist ein starker Partner,<br />
mit dem man für Kinder so viel erreichen<br />
kann«, betont Senta Berger. »Durch eine<br />
Zustiftung können Sie ihnen eine Zukunft<br />
schenken!«<br />
WEITERE INFOS:<br />
Für weitere Informationen über die Privatstiftung<br />
Hilfe mit Plan <strong>Österreich</strong> stehen<br />
wir jederzeit gerne zur Verfügung.<br />
Ihre Claudia Neuhüttler<br />
T: +43 1 5810800-34<br />
stiftung@plan-international.at<br />
Eine kostenlose Infobroschüre gibt es unter<br />
oben genannten Kontaktdaten.<br />
Durch eine Zustiftung Kindern helfen!<br />
Privatstiftung Hilfe mit Plan <strong>Österreich</strong><br />
IBAN: AT23 2<strong>01</strong>1 1837 9270 77<strong>01</strong><br />
Erste Bank<br />
Jedes Engagement kann steuerlich geltend<br />
gemacht werden.<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 87
wein / CA’ S BEATO AUF MALLORCA<br />
DIE WEINE DES<br />
DROGERIE-<br />
KÖNIGS<br />
Die deutsche Unternehmerfamilie Müller erzeugt auf<br />
Mallorca – unterstützt von einem renommierten Winzer –<br />
eine ganze Palette elegant-fruchtiger Weine.<br />
TEXT PETER MOSER<br />
Unweit der<br />
schönsten Buchten<br />
von Capdepera auf<br />
Mallorca entstehen<br />
würzig-samtige<br />
Rotweine.<br />
Fotos: Claudia Moser (1), Shutterstock, A-way! , Cas Beato<br />
88 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Der beschauliche Ort Capdepera<br />
liegt im Osten der<br />
mallorquinischen Weinstadt<br />
Manacor. Ganz in der Nähe<br />
liegt das kleine, feine Weingut<br />
Ca’s Beato der deutschen Familie Müller.<br />
Die Weine, die hier entstehen, tragen die<br />
Herkunftsbezeichnung Plà i Llevant DOP<br />
– der Name verbindet die Begriffe Plà für<br />
Ebene und Llevant für die nahe Küstenlinie<br />
im Süden des Gebiets. Das Klima dieser<br />
Region, die heute etwa 450 Hektar Reben<br />
ausweist, unterscheidet sich von den durch<br />
hohe Bergrücken geschützten Weinbauzonen<br />
im Norden Mallorcas dadurch, dass<br />
hier etwas mehr Niederschläge zu erwarten<br />
sind, was im mediterranen Raum speziell<br />
im Sommer durchaus ein Vorteil sein kann.<br />
Hier im Südosten bewirtschaften mehr als<br />
70 Familien ihre kleinen Rebflächen, Wein<br />
wird nur von etwa 15 Weingütern abgefüllt.<br />
Die Region ist geprägt von einer<br />
gesunden Mischung aus Tradition und<br />
Fortschritt.<br />
Die 19 unterschiedlichen, hier<br />
kultivierten Rebsorten sind einerseits<br />
autochthone Varietäten wie Prensal<br />
Blanc oder die rote Callet; die meistvertretene<br />
Sorte ist Fogoneu. Dazu<br />
AUF DEN KALK- UND<br />
LEHMREICHEN<br />
BÖDEN DER FINCA<br />
CA’S BEATO WACHSEN<br />
RUNDE, CHARMANTE<br />
WEINE MIT DEZENTER<br />
SÄURESTRUKTUR.<br />
Anita und Erwin Müller haben sich im Südosten<br />
von Mallorca den gemeinsamen Traum eines<br />
eigenen Boutique-Weinguts erfüllt (ganz u.).<br />
gesellen sich internationale Größen wie<br />
Cabernet Sauvignon und Merlot. In den<br />
Weingärten sieht man traditionelle Erziehungsformen<br />
in niedriger Buschform, wie<br />
sie wohl schon in der Antike angewandt<br />
wurden, neben modernen Drahtrahmen<br />
Erziehungen. Doch trotz der guten Bedingungen<br />
ist der Weinbau im Osten Mallorcas<br />
allzu oft nur eine landwirtschaftliche<br />
Nebenbeschäftigung. Es wundert also<br />
nicht, wenn es vor allem Quereinsteiger<br />
sind, die dem Weinbau hier auf die Sprünge<br />
helfen. Das gilt auch für den talentierten<br />
Winemaker der Ca’s Beato, den Winzer<br />
Miquel Gelabert, der ursprünglich als Koch<br />
begann und für sein Restaurant in Manacor<br />
seinen eigenen Wein keltern wollte. Von<br />
1985 an begann er, sich immer intensiver in<br />
Sachen Weinbau zu engagieren, experimentierte<br />
mit heimischen sowie zahlreichen importierten<br />
Sorten. Mittlerweile ist er eine<br />
Ikone der iberischen Weinszene, war Spaniens<br />
»Winzer des Jahres« und schaffte<br />
das Kunststück, sowohl für einen Weißwein,<br />
einen Chardonnay, als auch für<br />
einen Rotwein – in dem Fall einen<br />
Callet – den Titel »Wein des Jahres«<br />
bei der bedeutendsten Weinmesse<br />
Spaniens zu erringen.<br />
<<br />
DAS MÜLLER-<br />
IMPERIUM<br />
Erwin Müller – vom Friseur<br />
zum Selfmade-Milliardär<br />
Erwin Müller, Jahrgang 1932, absolvierte<br />
zunächst eine Ausbildung zum Friseur und<br />
eröffnete 1953 seinen ersten Salon in Ulm.<br />
Zusätzlich verkaufte er ab 1966 auch Parfümerie-<br />
und Drogeriewaren. 1973 wurde der<br />
erste Müller-Drogeriemarkt eröffnet. Heute<br />
beschäftigt Müller mehr als 35.000 Mitarbeiter<br />
in 878 Filialen, davon 571 in Deutschland<br />
und 93 in <strong>Österreich</strong>. Im Geschäftsjahr<br />
2<strong>01</strong>9/20 setzte die Kette vier Milliarden<br />
Euro um. In den Märkten gibt es inzwischen<br />
auch ein wachsendes Weinsortiment. Neben<br />
den hauseigenen Weinen der Ca’s Beato<br />
auf Mallorca sind dies Bioweine, Sekt und<br />
Prosecci von Alnatura, biorebe und Landlust.<br />
Die Weine sind auch online erhältlich.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
89
wein / CA’ S BEATO AUF MALLORCA<br />
TASTING<br />
2<strong>01</strong>8 CA’S BEATO TINTO<br />
92 Punkte<br />
Bodega Ca’s Beato Plà i Llevant-Mallorca<br />
Manto Negro, Merlot, Cabernet Sauvignon<br />
14,5 Vol.-%. Dezente Holzwürze, Nougat und<br />
Kokosnuss, dazu Herzkirsche, Salbei und<br />
Ricola Kräuterzucker. Sehr dicht mit feinem<br />
Gerbstoff besetzter Gaumen, dazu eine intensive,<br />
saftige Frucht, lebendiger Säurenerv,<br />
kräftiger, aber integrierter Alkohol, ein straffer,<br />
gehaltvoller Wein, dem man unbedingt ein<br />
paar Jahre Flaschenreife gönnen sollte.<br />
€ 15,90<br />
WEINE VOM STAR-WINZER<br />
Ca’s Beato verfügt heute über einige Hektar<br />
nach ökologischen Grundsätzen und ganz<br />
ohne jede Chemie bestens gepflegte Weingärten,<br />
die zu zwei Drittel mit roten und<br />
einem Drittel mit weißen Sorten bepflanzt<br />
sind. Für die Vinifikation der Trauben konnte<br />
von Anfang an Starwinzer Gelabert gewonnen<br />
werden, der hier einen Rot-, einen<br />
Rosé- und einen Weißwein kreiert.<br />
Auf den kalkreichen Lehmböden der Finca<br />
entstehen runde, charmante Weine mit<br />
dezenter Säurestruktur. Der Rotwein wird<br />
etwas länger als ein Jahr in neuen, kleinen<br />
Eichenfässern geschult und reift ein weiteres<br />
Jahr auf der Flasche, bevor er den Keller<br />
verlassen darf. Ursprünglich als Cuvée à<br />
la Bordeaux aus Cabernet Sauvignon und<br />
Merlot erzeugt, ist in den letzten Jahren mit<br />
der feinwürzigen mallorquinischen Sorte<br />
Manto Negro auch noch eine regionale<br />
Komponente eingebaut worden, die diesen<br />
elegant-stoffigen Rotwein sogar noch geschmeidiger<br />
erscheinen lässt. In der Jugend<br />
noch etwas vom Einsatz des neuen Holzes<br />
geprägt, gewinnt dieser Rotwein mit einigen<br />
Jahren der Flaschenreife an Komplexität<br />
und Struktur und präsentiert sich nach<br />
fünf Jahren als perfekter Speisenbegleiter,<br />
wie die Verkostung älterer Jahrgänge eindrucksvoll<br />
unter Beweis stellt.<br />
Die weiße Cuvée von Ca’s Beato ist ebenfalls<br />
eine Mischung aus einheimischen und<br />
»zugereisten« Sorten, Muscat und Viognier<br />
sorgen für intensive Frucht, Macabeo und<br />
Prensal für eine ansprechende Kräuterwürze.<br />
Der Wein ist erstaunlich leichtfüßig, mit<br />
Autochthone, urtümliche<br />
Rotweinsorten wie Manto<br />
Negro oder Callet geben<br />
dem mallorquinischen<br />
Rotwein das gewisse Etwas.<br />
einer erfrischenden Säurestruktur angelegt<br />
und ein toller Begleiter für die klassische<br />
Fischküche der Insel. Und auch dem<br />
weltweiten Rosé-Trend wird Rechnung<br />
getragen – speziell als Aperitif oder auf<br />
der sommerlichen Terrasse darf ein Glas in<br />
Pink nicht fehlen. Der Ca’s Beato Rosado<br />
ist aromatisch und durchaus kräftig und<br />
so auch als Begleiter für eine Vielzahl von<br />
Gerichten eine exzellente Wahl.<br />
Der spanische Starwinzer Miquel Gelabert<br />
ist für die Vinifikation bei Ca’s Beato<br />
verantwortlich.<br />
DER WEISSWEIN<br />
VON CA’S BEATO<br />
WIRKT LEICHTFÜSSIG<br />
UND FRISCH UND<br />
PUNKTET MIT FEINER<br />
KRÄUTERWÜRZE.<br />
<<br />
2<strong>01</strong>7 CA’S BEATO TINTO<br />
93 Punkte<br />
Bodega Ca’s Beato Plà i Llevant-Mallorca<br />
Manto Negro, Merlot, Cabernet Sauvignon<br />
14 Vol.-%. Reife Schwarze Johannisbeere, Rote<br />
Bete, Obertöne von Menthol, im Mund druckvoll,<br />
sehr dicht, natürlich wirkende Säure, sehr<br />
festes Tannin, adrette Gaumenfrucht, deutlich<br />
kalkmineralisch grundierter Wein mit bestem<br />
Entwicklungspotenzial.<br />
€ 15,90<br />
2<strong>01</strong>5 CA’S BEATO TINTO<br />
93 Punkte<br />
Bodega Ca’s Beato Plà i Llevant-Mallorca<br />
Manto Negro, Merlot, Cabernet Sauvignon<br />
14,5 Vol.-%. Dunkles Rubingranat, tiefer<br />
Farbkern, zarte Ockerrandaufhellung. Feine<br />
Kräuterwürze, süße Waldbeerfrucht mit einem<br />
Hauch von Eukalyptus, Cassis und Bourbonvanille,<br />
einladendes Bukett. Stoffig, elegant, reife<br />
Kirschenfrucht, eingebundene, runde Tannine,<br />
frisch strukturiert, salzige Mineralität im Abgang,<br />
zeigt sehr gute Länge, bereits gut entwickelt,<br />
verfügt über weiteres Reifepotenzial.<br />
Exklusiv über piccantino.de, € 19,90<br />
2<strong>01</strong>9 CA’S BEATO ROSADO<br />
90 Punkte<br />
Bodega Ca’s Beato Plà i Llevant-Mallorca<br />
Manto Negro, Merlot, Cabernet Sauvignon<br />
13,5 Vol.-%. Hellzinnober mit orangetönigen<br />
Reflexen. Quitte, Orangenblüte, im Mund druckvoll,<br />
geschmeidig grundiert, gut integrierte<br />
Säure, süße Gaumenfrucht, geschmeidig und<br />
ausgewogen kraftvoll, rund und homogen, ein<br />
sehr eigenständiger Rosé, gehaltvoll-aromatischer<br />
Speisenbegleiter, zum Spanferkel mallorquinischer<br />
Art oder zu Würsten und Käse.<br />
€ 12,50<br />
2<strong>01</strong>9 CA’S BEATO BLANCO<br />
89 Punkte<br />
Bodega Ca’s Beato Plà i Llevant-Mallorca<br />
12,5 Vol.-%. Gelber Muskateller, Macabeo,<br />
Viognier, Prensal Blanc. Apfel und Lakritze im<br />
Duft, buttrige Untertöne. Im Mund saftig und<br />
knackig, kräftige Säure, Zitrustouch, braucht<br />
einen gegrillten Fisch als Sparringspartner, um<br />
seinen herben Charme entfalten zu können.<br />
€ 12,50<br />
Die aufgelisteten Ca’s-Beato-Weine sind auch über<br />
mueller.at bzw. mueller.de / Click und Collect bestellbar<br />
Fotos: Cas Beato<br />
90 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
RIESLING/ZINFANDEL<br />
ROTER STIEL<br />
RIEDEL.COM
WEGEN DES RIESENERFOLGS<br />
DER WEIHNACHTSAUKTION<br />
FOLGT NUN …<br />
DIE GROSSE<br />
JETZT<br />
EINBRINGEN<br />
OSTER-<br />
WEINAUKTION<br />
26. 3. <strong>2021</strong> – 7. 4. <strong>2021</strong><br />
Bringen Sie bis 8. 3. <strong>2021</strong> Ihre Raritäten ein:<br />
falstaff.com/osterauktion<br />
Foto: Michael Breitner
&<br />
RIESENERFOLG DER<br />
WEIHNACHTSAUKTION<br />
Die Dorotheum-<strong>Falstaff</strong>-Weinauktion vergangene<br />
Weihnachten war ein Riesenerfolg! 100 Prozent<br />
der Lots wurden verkauft. Zu Höchstpreisen!<br />
Die meisten Lots wechselten um das Doppelte<br />
des Rufpreises den Besitzer, viele lagen<br />
noch weit darüber.<br />
Also eine echte Win-win-Situation: für die<br />
Einbringer, die für ihre Weinraritäten fantastische<br />
Preise erzielten, und für die Käufer, die trotz der<br />
hohen Lizitationen bei der Auktion zu sehr guten<br />
Preisen Raritäten ersteigern konnten.<br />
Angespornt und motiviert durch diesen großen<br />
Erfolg war es klar, dass die Partnerschaft zwischen<br />
einem der führenden Auktionshäuser weltweit, dem<br />
Wiener Dorotheum, und <strong>Falstaff</strong>, dem größten Weinund<br />
Gourmetmagazin im deutschsprachigen Raum,<br />
fortgesetzt wird.<br />
OSTER-WEINAUKTION<br />
Ende März / Anfang April<br />
Von 26. März bis 7. April <strong>2021</strong> findet daher die<br />
nächste große Weinauktion von Dorotheum und<br />
<strong>Falstaff</strong> statt. Wieder online und abermals mit<br />
fantastischen Raritäten zu perfekten Marktpreisen.<br />
»Dank« Corona ziehen die Weinpreise weltweit<br />
in Auktionen enorm an – somit ist jetzt der<br />
perfekte Zeitpunkt für Verkäufer, besondere<br />
Weine aus ihrem Bestand einzubringen<br />
(unter falstaff.com/osterauktion).<br />
Aber auch für Käufer ist aktuell ein guter Zeitpunkt,<br />
Bestände nachzukaufen, die Keller zu füllen, eine<br />
großartige Investition in eine Wein-Rarität zu tätigen<br />
und so den Corona-Frust etwas zu kompensieren.<br />
Denn die Preise werden weiter steigen.<br />
Merken Sie sich daher bitte schon jetzt diesen<br />
Termin vor und machen Sie mit!
wein / PORTRÄT<br />
DER<br />
SPARKLING-<br />
GIGANT<br />
Der größte Schaumweinproduzent der Welt – mit<br />
eigenen Tochterunternehmen in 30 Ländern und<br />
Export in mehr als 150 Staaten – kommt aus<br />
Deutschland. Mit rund 1,3 Milliarden Euro Umsatz<br />
(im Jahr 2<strong>01</strong>9) und fast 3600 Mitarbeitern ist das<br />
Wiesbadener Unternehmen Henkell Freixenet<br />
ein Gigant in der fantastischen und extrem<br />
bewegten Sparkling-Welt.<br />
TEXT WOLFGANG ROSAM<br />
Foto: Henkell Freixenet Austria GmbH<br />
94 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Henkell Freixenet<br />
ist heute der größte<br />
Schaumweinproduzent der<br />
Welt. Auch die Premium-<br />
Sektmarke »Fürst von<br />
Metternich« gehört zum<br />
Sortiment der Hessen.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
95
wein / PORTRÄT<br />
Andreas Brokemper ist Sprecher<br />
der Geschäftsführung von<br />
Henkell Freixenet und damit<br />
gemeinsam mit seinen Kollegen<br />
Eberhard Benz und Frank van<br />
Fürden verantwortlich<br />
für den größten Schaumweinhersteller<br />
der Welt.<br />
Ich bin eine Art Urgestein in diesem<br />
großartigen Unternehmen«, sagt<br />
Andreas Brokemper, Sprecher der<br />
Geschäftsführung von Henkell Freixenet,<br />
der bald 20 Jahre in diesem<br />
prickelnden Konzern verbracht hat. Er<br />
und sein Team waren es auch, die aus dem<br />
ur-deutschen Sektproduzenten Henkell mit<br />
der Übernahme des spanischen Schaumwein-Riesen<br />
Freixenet die Erfolgsformel<br />
»1+1=3« realisierten.<br />
»Freixenet und Henkell ergänzen sich<br />
perfekt. Die Vermählung der zwei Welten<br />
Cava und Sekt erhöhte unseren wertmäßigen<br />
Marktanteil auf schon heute zehn<br />
Prozent. Zukünftig wollen wir mit unserem<br />
gemeinsamen Haus auch im Absatz<br />
für jedes zehnte Glas Sekt weltweit stehen«,<br />
bringt Brokemper, nicht ohne Stolz, das<br />
Credo des Weltmarktführers auf den Punkt.<br />
GUTE NASE FÜR TRENDS<br />
Henkell scheint aber generell eine gute<br />
Nase dafür zu haben, was gerade von wem<br />
»UNSERE VISION:<br />
JEDES ZEHNTE GLAS<br />
SCHAUMWEIN, DAS<br />
IN DER WELT<br />
GETRUNKEN WIRD,<br />
SOLL AUS UNSEREM<br />
HAUS KOMMEN.«<br />
ANDREAS BROKEMPER<br />
SPRECHER DER GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />
Rosé-, Riesling- oder Chardonnay-Sekt – das Produkt-<br />
Portfolio der Marke »Fürst von Metternich« ist breit.<br />
und wo am liebsten<br />
getrunken wird. War die<br />
Fusion mit Freixenet der absolute<br />
Quantensprung für den Schaumweinproduzenten,<br />
wusste Henkell auch davor stets,<br />
was gerade angesagt war. So war es sicher<br />
auch kein Zufall, dass der legendäre österreichische<br />
Gründer des Erfolgsdrinks Red<br />
Bull, Didi Mateschitz, seinen Marktaufbau<br />
und Vertrieb in Deutschland den Wiesbadener<br />
Sektprofis überließ. »Wir haben Herrn<br />
Mateschitz in den Anfangsjahren sicher<br />
gut die Türen für Red Bull in Deutschland<br />
geöffnet«, erinnert sich Brokemper.<br />
Den beispiellosen Prosecco-Boom verschlief<br />
Henkell natürlich auch nicht. Ganz<br />
im Gegenteil. Dem Prosecco-Hype, der in<br />
den Neunzigerjahren zuerst Deutschland,<br />
<strong>Österreich</strong> und die Schweiz erfasste, vor<br />
zehn Jahren das Vereinigte Königreich und<br />
die USA infizierte und heute die Osteuropäer<br />
nicht genug davon bekommen lässt,<br />
wurde bei Henkell mit der Akquisition der<br />
vielleicht besten italienischen Prosecco-<br />
><br />
Fotos: Henkell Freixenet Austria GmbH, Christophe GAGNEUX Pixim Communication<br />
96 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Die Prosecco-Marke Mionetto<br />
wurde 2008/2009 erworben<br />
– ein Geniestreich, wie sich<br />
herausstellen sollte.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
97
wein / PORTRÄT<br />
<<br />
Marke Mionetto entsprochen.<br />
»Wir ahnten zu Beginn der Zweitausenderjahre,<br />
dass der Prosecco-Boom<br />
in Deutschland noch lange nicht zu<br />
Ende sein würde und begaben uns auf<br />
die Suche nach einer Prosecco-Marke, die<br />
zu uns passte. Wir fanden sie in Mionetto.<br />
Fantastische Qualität, tolle Marktanteile<br />
in der Gastronomie, perfekt für Henkell«,<br />
resümiert Brokemper. So erwarb Oetkers<br />
Tochterunternehmen Henkell innerhalb<br />
von zwei Jahren (2008 und 2009) 100 Prozent<br />
der italienischen Parademarke, die sich<br />
nach wie vor großartiger Zuwachsraten<br />
er freut. Mehr als 550 Millionen Flaschen-<br />
Prosecco werden heute weltweit getrunken.<br />
Fast viermal so viel wie noch vor 20 Jahren.<br />
Von solchen Zahlen können Champagner,<br />
Cava, Sekt & Co. nur träumen.<br />
Henkell hatte dies frühzeitig begriffen<br />
und rechtzeitig gehandelt.<br />
Spannend ist auch die vielseitige Segmentierung<br />
von Henkell Freixenet. Während<br />
Henkell der aus deutscher Sicht meistexportierte<br />
Sekt ist (zum Beispiel in Öster-<br />
Das Weingut Schloss Johannisberg<br />
im Rheingau erzeugt einen der besten<br />
Weine Deutschlands. Hier wurde in die<br />
Weinproduktion investiert, der Keller ausgebaut<br />
sowie die Organisation neu strukturiert.<br />
»SCHLOSS<br />
JOHANNISBERG MACHT<br />
UNS SEHR VIEL<br />
FREUDE. DER GESAMTE<br />
BERG IST EINE<br />
GRAND-CRU-LAGE.«<br />
ANDREAS BROKEMPER<br />
SPRECHER DER GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />
reich mit sagenhaften 40 Prozent<br />
Marktführer), Freixenet das Cava-Sortiment<br />
weltweit abdeckt und<br />
Mionetto der Super-Qualitätsprosecco<br />
ist, wird die Palette mit dem Premium-<br />
Sekt »Fürst von Metternich« beeindruckend<br />
komplettiert.<br />
EIN LEADER NAMENS<br />
GORBATSCHOW<br />
Nein, es war nicht der ehemalige sowjetische<br />
Präsident und Glasnost-Ermöglicher<br />
Michail Gorbatschow, der diesen Wodka<br />
kreierte. Schade eigentlich, die Story wäre<br />
zu schön gewesen. Aber die Marke lieben<br />
die Deutschen – und auch die Schweizer<br />
(!) – mehr als jeden anderen Wodka.<br />
Gorbatschow ist heute klarer Marktführer<br />
in Deutschland und der Schweiz und<br />
führt das Spirituosen-Sortiment des Henkell<br />
-Freixenet-Konzerns an. Spannend in<br />
der Spirits-Palette ist auch das Bar- und<br />
Mix-Produkt Mangaroca Batida de Côco.<br />
Es erfüllt besonders Fernweh-Sehnsüchte in<br />
Deutschland, Spanien – und <strong>Österreich</strong>.<br />
<<br />
Fotos: Heroes of Riesling, Henkell Freixenet Austria GmbH<br />
98 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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wein / PORTRÄT<br />
DIE HENKELL-<br />
HISTORIE<br />
1832<br />
Adam Henkell gründet eine Weinhandlung in<br />
Mainz. Ab 1856 produziert er auch Schaumwein<br />
– damit wird die Marke Henkell geboren.<br />
1864<br />
Johann Jacob Söhnlein gründet die<br />
Rheingauer Schaumweinfabrik, aus der<br />
1922 die Söhnlein Rheingold AG wird.<br />
1960<br />
Einstieg in das Wodka-Geschäft durch die<br />
Übernahme der Gorbatschow Wodka KG.<br />
1987<br />
Henkell & Co. sowie die Söhnlein Rheingold<br />
AG, seit 1958 im Besitz des Bielefelder Unternehmers<br />
Rudolf August Oetker, fusionieren.<br />
metallenen und den lackfarbenen, war eine<br />
absolut richtige und zeitgemäße Entscheidung«,<br />
sagt Brokemper.<br />
So gibt der aktuelle <strong>Falstaff</strong>-Weinguide<br />
<strong>2021</strong> dem 2<strong>01</strong>7er »Goldlack« Johannisberger<br />
Riesling stolze 94 von 100 Punkten,<br />
dem 2<strong>01</strong>9er »Silberlack« Johannisberger<br />
Riesling GG 93 von 100 Punkten und der<br />
süßen TBA, dem 2<strong>01</strong>9er »Blaulack», sogar<br />
sagenhafte 97 von 100 Punkten.<br />
1997<br />
Übernahme der Sektkellerei Deinhard AG.<br />
2000<br />
Übernahme der französischen Sekt- und<br />
Champagnerkellerei Gratien & Meyer S.A.S.<br />
sowie des slowakischen Schaumweinproduzenten<br />
Hubert J. E. s.r.o.<br />
2003<br />
Übernahme der Vertriebs- und Markenrechte<br />
der Sektmanufaktur Menger-Krug sowie des<br />
rumänischen Sektmarktführers S.C. Angelli<br />
Spumante & Aperitive s.r.l.<br />
Das Mix-Produkt Mangaroca<br />
Batida de Côco sowie der<br />
Wodka Gorbatschow runden<br />
das Produktsortiment von<br />
Henkell Freixenet im Spirits-<br />
Bereich harmonisch ab.<br />
SCHLOSS JOHANNISBERG,<br />
DER WEIN<br />
Auf mehr als 45 Hektar gedeiht einer der<br />
besten Weine Deutschlands: Schloss Johannisberg.<br />
»Schloss Johannisberg macht uns<br />
derzeit sehr viel Freude. Wir haben aber<br />
auch in den letzten Jahren enorm viel in die<br />
Qualitätssteigerung unserer Weinproduktion<br />
investiert, den historischen Keller komplett<br />
ausgebaut und die Organisation neu<br />
strukturiert. Das hat sich eine der besten<br />
Weinberglagen Deutschlands auch verdient.<br />
Der gesamte Johannisberg ist eine Grand-<br />
Cru-Lage, und die realisierte Trennung zwischen<br />
trockenen und restsüßen Weinen, den<br />
ROSIGE ZUKUNFTSAUSSICHTEN<br />
Während die aktuelle Covid-Krise die Gastronomie<br />
und den nicht möglichen Konsum<br />
ebendort furchtbar getroffen hat – und<br />
trifft –, ist der private Konsum »zu Hause«<br />
gestiegen. Kompensiert kann dadurch<br />
natürlich der Ausfall in der Gastronomie<br />
nicht werden, aber so traurig und dramatisch<br />
die Situation sich derzeit darstellt, sie<br />
ist temporär und wird ein Ende haben. Alle<br />
Verhaltensforscher sind sich einig: Nach<br />
Covid wird mehr getrunken, mehr gefeiert<br />
und mehr ausgegangen denn je. Also sollte<br />
die Zukunft für den größten Schaumweinproduzenten<br />
der Welt nicht nur durch den<br />
immer stärker werdenden Trend bei den<br />
Rosé-Varianten von Prosecco, Cava, Sekt<br />
und Champagner »rosig« sein, sondern<br />
auch durch den wieder erstarkten Konsum<br />
nach dem Ende des pandemischen Wahnsinns.<br />
Zum Feiern gehört Sparkling. Zur<br />
Lebensfreude ebenso. Und somit wird die<br />
Erfolgsstory von Henkell Freixenet wohl<br />
noch viele weitere Kapitel beinhalten. <<br />
2007<br />
175-jähriges Kellereijubiläum von Henkell.<br />
Übernahme der Sektkellerei Stolichniy in Kiew.<br />
2008<br />
Übernahme der italienischen Prosecco-<br />
Kellerei Mionetto S.p.A.<br />
2<strong>01</strong>0<br />
Übernahme der Spirituosenmarken Fürst<br />
Bismarck, Kuemmerling und Jacobi 1880.<br />
2<strong>01</strong>6<br />
Neue Geschäftseinheit: Henkell & Co. Global.<br />
Vollständige Übernahme Copestick/Murray (GB).<br />
2<strong>01</strong>7<br />
Übernahme von Batida de Côco.<br />
2<strong>01</strong>8<br />
Die Henkell & Co.-Gruppe übernimmt 50,67 %<br />
Anteile von Freixenet S.A., Spanien<br />
2<strong>01</strong>9<br />
Henkell und Freixenet sind nun eins.<br />
Ein neues Logo vereint die Allianz<br />
auch visuell.<br />
Fotos: Henkell Freixenet Austria GmbH<br />
100 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Real dolce vita.<br />
IN VENETIEN GEBOREN, IN APULIEN GEWACHSEN, EINE GRÖSSE IN DER GANZEN WELT.<br />
tinazzi.it
spirits / APERITIVO<br />
ITALIANITÀ<br />
FÜR DAHEIM<br />
Bei kaum einer Gelegenheit ist Italien so italienisch wie beim<br />
Aperitivo. Was für ein Glück, lässt sich doch Fernweh so<br />
gerade auch daheim ein wenig stillen – und das noch dazu mit<br />
spannenden neuen Aperitivo-Variationen von Top-Barkeepern.<br />
TEXT LUKAS ZIMMER<br />
Mag das Wort »Aperitif«<br />
auch von den Franzosen<br />
geborgt sein, und mag die<br />
Tradition des gepflegten<br />
Drinks vor Mahlzeiten<br />
schon vor über 2500 Jahren mit dem griechischen<br />
Medizin-Urvater Hippokrates<br />
begonnen haben, der seinen Patienten ge gen<br />
Appetitlosigkeit das selbst gemixte »vinum<br />
hippocraticum« (mit Wermut und anderen<br />
Kräutern versetzter Wein) empfahl – eines<br />
ist klar: Das Herz der Aperitif-Kultur<br />
schlägt in Italien, und ein Aperitivo ist<br />
weit mehr als ein Aperitif – nämlich nicht<br />
nur einer der zahllosen Getränkeklassiker<br />
made in Italy, sondern alltäglicher und allabendlicher<br />
sozialer Fix- wie Brennpunkt<br />
des Dolce Vita. Das Treffen in einer Bar im<br />
Kollegen- und Freundeskreis nach getaner<br />
Arbeit – oder auch schon untertags als<br />
Auszeit – hat Work-Life-Balance schon<br />
vorexerziert, als noch niemand überhaupt<br />
an einen Begriff dafür dachte.<br />
Italianità lässt sich zwar an vielen Orten<br />
erleben – vom frühen Morgen auf<br />
den Märkten bis zum abendlichen Spazieren,<br />
Sehen und Gesehenwerden –,<br />
aber der Aperitivo ist wohl die Krönung<br />
italienischer Lebenskunst. Und gerade<br />
deshalb ein idealer Fluchtpunkt, wenn<br />
Fernweh nicht unmittelbar gestillt werden<br />
kann: Ein passender Drink ist auch<br />
daheim schnell gemixt, als Snacks dazu<br />
sind Schinken, Oliven und Käse bald zur<br />
Hand, Gesellschaft lässt sich allenfalls per<br />
Telefon oder Video-Call leicht finden –<br />
fertig ist der Do-it-yourself-Aperitivo.<br />
Als Extra-Anreiz hat <strong>Falstaff</strong> vier Top-<br />
Bartender um ihre Aperitivo-Variationen<br />
gebeten, mit einer Bandbreite von<br />
<<br />
Erfrischend, leicht und<br />
mit dem aromatischen<br />
Wechselspiel von bitter<br />
und süß: Es hat einen<br />
guten Grund, warum die<br />
italienische Aperitivo-Kultur<br />
zum globalen Trend wurde.<br />
Foto: Shutterstock<br />
102 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
All about Aperitivo unter<br />
falstaff.com/aperitivo<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
103
spirits / APERITIVO<br />
HERMÈS<br />
Markus Blattner, »Old Crow«, Zürich<br />
ZUTATEN<br />
4 cl trockener Sherry<br />
4 cl nicht zu süßer weißer Wermut<br />
1 Dash Orangen-Bitter oder wahlweise auch<br />
Grapefruit-Bitter<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Alles auf Eis verrühren und in ein Martini-<br />
Glas abseihen.<br />
GOLDEN<br />
SAVAGE<br />
Mit seiner Wermut-Kreation<br />
»Hermès« beweist Markus Blattner<br />
seine Finesse auch abseits seines<br />
legendären Rufs in Sachen Whisk(e)y<br />
und seltene Spirituosen.<br />
<<br />
winterlich (Attila Szelhoffer mit seinem<br />
»AperiTea«) über kräftig-gehaltvoll (Geri<br />
Tsais »Spey Classic«) bis zu finessenreich<br />
(Markus Blattners Sherry-Wermut-Aromenspiel<br />
im »Hermès«) und hochelegant, wie<br />
Ivan Urech mit seinem »Golden Savage«,<br />
der die italienischen Standards Wermut und<br />
Aperol mit Champagner verheiratet, wobei<br />
ein Klacks Bitterorangenmarmelade als<br />
Kupplerin fungiert.<br />
VERBITTERUNG MIT TRADITION<br />
So vielfältig und innovativ die Rezepte auch<br />
sind, eines weist sie klar als Vertreter der<br />
Aperitivo-Tradition aus: Wie die gesamte<br />
italienische Drink-Kultur sind sie durch<br />
die Verwendung von Bitter-Aromen definiert.<br />
Entweder indem sie intensiv deren<br />
Tiefe ausloten – oder indem sie die bitteren<br />
Geschmacksnoten umgekehrt gerade dazu<br />
nützen, um ein umso intensiveres Wechselspiel<br />
mit blumigen oder süßen Noten<br />
entstehen zu lassen. Schon die Basics italienischer<br />
Barbestände vereinen beides in sich,<br />
von Campari und Aperol über die Liköre<br />
Averna und Cynar bis hin zu Wermut in<br />
seinen unzähligen Spielarten. Das Faible für<br />
Bitterstoffe hat in Italien nicht nur Tradition,<br />
sondern in seiner modernen Form sogar<br />
seinen Ursprung: Bereits 1773 findet sich in<br />
der »Oenologia toscana«, quasi dem Urvater<br />
aller Toskana- Weinguides, der Vermerk<br />
über die Popularität von »medizinischen<br />
Weißweinen mit dem germanischen Namen<br />
Wermut« in der Gegend. Schon die alten<br />
Römer freilich tranken mit Wermutkraut<br />
versetzten Wein, Cicero soll Gäste etwa regelmäßig<br />
mit diesem Aperitivo empfangen<br />
haben.<br />
Endgültig festzumachen ist die moderne<br />
Aperitivo-Tradition aber mit dem<br />
Jahr 1786, als der gescheiterte Naturwissenschaftler<br />
Antonio Benedetto Carpano<br />
in seinem Brotberuf als Helfer in einem<br />
Turiner Spirituosengeschäft nicht die Finger<br />
vom Experimentieren mit Kräuter-<br />
Essenzen lassen konnte: Das Resultat war<br />
ein bitter-süßes aromatisiertes Weiß-<br />
<<br />
Ivan Urech, »Atelier Classic Bar«, Thun<br />
ZUTATEN<br />
2 cl Aperol<br />
2 cl Cognac VSOP<br />
1 cl trockener weißer Wermut<br />
1 BL Bitterorangenmarmelade<br />
5 – 6 cl trockener Champagner<br />
Garnitur: Grapefruit-Zeste<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Alle Zutaten außer dem Champagner<br />
zusammen in einem Rührglas verrühren,<br />
dann auf Eis kalt rühren.<br />
– Doppelt abgeseiht in eine vorgekühlte<br />
Champagner-Schale geben.<br />
– Mit Champagner auffüllen, nochmals kurz<br />
umrühren und mit einer Grapefruit-Zeste<br />
abspritzen.<br />
Fotos: Philipp Rohner, beigestellt<br />
104 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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spirits / APERITIVO<br />
<<br />
weingetränk, das einschlug wie eine<br />
Bombe und bis heute die Vorgabe für die<br />
geschmackliche Charakteristik von modernem<br />
Wermut bildet. Der Legende nach<br />
musste der Spirituosenhandel in den Arkaden<br />
der heutigen Piazza Castello bald<br />
24 Stunden täglich geöffnet halten, um die<br />
Nachfrage zu befriedigen.<br />
AUFGESPRITZTE ÖSTERREICHER<br />
Ein wenig darf sich aber auch <strong>Österreich</strong><br />
rühmen, an der Kulturgeschichte des Aperitivo<br />
mitgeschrieben zu haben, und zwar<br />
rund um das Jahr 1800 im Hinblick auf<br />
den »Spritz« in seinen unzähligen Variationen,<br />
die sich meist auf das venezianische<br />
Grundrezept von einem Drittel Schaumwein<br />
(meist Prosecco), einem Drittel Bitterlikör<br />
(etwa Aperol oder Campari) und<br />
einem Drittel Soda beziehen. Die Inspiration<br />
dafür hatten die Venezianer allerdings<br />
von einer für sie anfangs befremdlichen<br />
Gewohnheit der österreichischen K.u.k.<br />
Truppen, die im damaligen Königreich<br />
Lombardei-Venetien stationiert waren:<br />
APERITEA<br />
Attila Szelhoffer, »Burdock«, Salzburg<br />
ZUTATEN<br />
4 cl Campari<br />
1 cl Falernum-Rumlikör<br />
10 cl kalter Rooibos-Vanille-Tee,<br />
aromatisiert mit Grapefruit-Zeste<br />
Serviert mit schwarzen Oliven<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Das Getränk kann kalt oder auch heiß serviert<br />
werden. Es eignet sich auch als Punsch-Bowl<br />
für mehrere Personen, dabei die Menge<br />
einfach hochrechnen!<br />
Diese waren die Kombination aus dem<br />
warmen Klima und den gehaltvollen italienischen<br />
Weinen nicht gewohnt und behalfen<br />
sich damit, dass sie ihre Weine mit<br />
(Soda-)Wasser streckten. Dass daraus irgendwann<br />
der heutige »Spritz« werden<br />
musste, war quasi nur eine Frage der Zeit:<br />
Einen Schuss Wermut in den Weißwein zu<br />
geben, war damals südlich des Brenners<br />
schon längst gang und gäbe – und wird bis<br />
heute vor allem in Genua als »Bianco Amaro«<br />
gepflegt.<br />
Als lebendig gebliebene historische Zwischenstation<br />
zum heutigen »Spritz« darf<br />
der »Pirlo« gelten, dessen Erfindung sich<br />
die Stadt Brescia rühmt: je ein Achtel Sodawasser<br />
und Bitter auf ein Viertel Weißwein,<br />
garniert mit einer Orangenscheibe. Irgendwann<br />
in den 1920er-Jahren wurde schließlich<br />
in Venedig die Kombination aus<br />
Schaumwein, Bitter (dort bevorzugt mit<br />
der örtlichen Marke »Select«, die sich<br />
von anderen Bitterlikören durch einen<br />
spannenden Touch Wacholder abhebt)<br />
und Soda populär und sollte ihren<br />
<<br />
Attila Szelhoffer<br />
(<strong>Falstaff</strong>-Barkeeper des<br />
Jahres 2020, o.) gewinnt<br />
vermeintlich bekannten<br />
Campari-Aromen mit<br />
seinem »AperiTea«<br />
gänzlich neue Seiten ab.<br />
Fotos: Shutterstock, Barbara Dopplinger<br />
106 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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spirits / APERITIVO<br />
DIE »HOLLAND-<br />
CONNECTION«<br />
HERRN CAMPARIS EXPERIMENTE<br />
Ein Name überstrahlt die Aperitivo-Kultur wie<br />
kein anderer: der von Gaspare Campari, dem<br />
Begründer des heutigen Weltkonzerns. Große<br />
Pläne hatte der Inhaber einer Getränkehandlung<br />
in Novara allerdings gar nicht, als er<br />
um 1860 neben vergessenen Kreationen wie<br />
»Rum-Öl« und »Elixier für langes Leben« auch<br />
einen »Bitter nach holländischem Brauch« anbot.<br />
Der wurde so beliebt, dass Campari schon<br />
zwei Jahre später in Mailand sein erstes Café<br />
eröffnen konnte. Und statt mit seinem eigentlichen<br />
Namen wurde der bittersüße rote Likör<br />
immer als »Der Bitter von Herrn Campari«<br />
bestellt. Der Rest ist Aperitivo-Geschichte.<br />
FÜR FORTGESCHRITTENE<br />
SPEY<br />
CLASSIC<br />
<<br />
weltweiten Siegeszug antreten. Dass der<br />
»Spritz« schließlich von Nord italien aus<br />
auf der ganzen Welt Verbreitung fand, bedarf<br />
keiner weiteren Begründung: Jeder<br />
einzelne Schluck ist Erklärung genug, so<br />
wie auch das Ritual des Aperitivo selbst<br />
keiner Überzeugungsarbeit bedarf – erst<br />
recht, wenn zu den Drinks noch die obligatorischen<br />
Snacks kommen.<br />
GENIALE IMBISS-WELTEN<br />
Auch wenn in der Basis-Variante eben<br />
Käse, Schinken und Oliven für einen durchaus<br />
gepflegten Aperitivo reichen, lohnt ein<br />
klein wenig kulinarische Ambition, um die<br />
volle Genuss-Bandbreite auszuloten: Auch<br />
Chicchetti wie in Venedig, Tramezzini –<br />
von vielen mit Mailand in Verbindung<br />
gebracht, obwohl sie vermutlich eher von<br />
Turin aus die Imbiss-Welt eroberten – und<br />
die in ganz Italien in unterschiedlichen regionalen<br />
Spielarten verbreiteten Bruschette<br />
oder Crostini sind daheim ohne viel Aufwand<br />
zu produzieren, von den genialen<br />
Möglichkeiten zur kulinarischen Resteverwertung<br />
ganz zu schweigen: Mit ein wenig<br />
Geschick lässt sich übrig gebliebenes Risotto<br />
in köstliche Arancini – zu Kügelchen<br />
formen, panieren und herausbacken – und<br />
übrig gebliebene Pasta nach derselben Methode<br />
in Pastacini verwandeln.<br />
Außerdem ist darauf Verlass, dass Italien<br />
selbst immer zuverlässig Neues in Sachen<br />
Aperitivo bietet. Zum einen lässt er sich<br />
durch ein ständig wachsendes Angebot an<br />
auch hierzulande erhältlichen – und qualitativ<br />
immer besseren – alkoholfreien Bitters<br />
inzwischen auch problemlos gänzlich promillefrei<br />
gestalten. Zum anderen entwickelt<br />
sich gerade in Italiens Norden das ohnehin<br />
oft genug in der Bar eingenommene Frühstück<br />
zur Aperitivo-Alternative. Womit<br />
auch so bewiesen wäre: Aperitivo bedeutet<br />
vor allem, einen ganz gewöhnlichen Moment<br />
in ein genussvolles Erlebnis zu verwandeln,<br />
und das mit erstaunlich wenig<br />
Aufwand, egal wann und egal wo – daher:<br />
Viva l’aperitivo!<br />
<<br />
Geri Tsai, »Tür 7«, Wien<br />
ZUTATEN<br />
5 cl Speyside Single Malt Whisky<br />
2 cl extratrockener Fino-Sherry<br />
1 cl Mozart Chocolate Spirit<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Alle Zutaten auf Eis im Rührglas rühren und in<br />
eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen.<br />
– Mit einer frischen Grapefruit-Zeste abspritzen<br />
und eine neue frische Grapefruit-Zeste als Deko<br />
ins Glas geben.<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
108 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
getränke / ALKOHOLFREIE SPEISEBEGLEITER<br />
Alkoholfreie Cocktails<br />
zum Nachmixen unter<br />
falstaff.com/drinks-ohne-alkohol<br />
Perfektes Pairing auch ohne Alkohol:<br />
Ob Frucht- und Gemüsesäfte, Shrubs<br />
oder Fermentiertes – die Bandbreite<br />
an alkoholfreien Alternativen zur<br />
klassischen Weinbegleitung ist groß.<br />
Foto: Shutterstock<br />
110 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
NÜCHTERN<br />
BETRACHTET<br />
Alkoholfreie Speisebegleitungen sind ein großer Trend<br />
in der Top-Gastronomie. Das Neueste auf diesem<br />
bunten, höchst facettenreichen Innovationsgebiet:<br />
im Weinglas servierte Jahrgangsfruchtsäfte.<br />
TEXT JULIA KOSPACH<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
111
getränke / ALKOHOLFREIE SPEISEBEGLEITER<br />
Thomas Kohl produziert<br />
in Südtirol sortenreine<br />
Apfelsäfte sowie<br />
spannende Cuvées.<br />
Sogar Grand Crus hat<br />
er im Sortiment – ein<br />
Begriff, der vielen bisher<br />
nur aus der Fine-Wine-<br />
Welt bekannt war.<br />
Es ist eine klare Ansage, und sie<br />
lautet: »Ohne ist das neue<br />
Mit.« Dieser eingängige Slogan<br />
zu einem der facettenreichsten<br />
neuen Kulinarik-Trends<br />
stammt von der deutschen Gastro-Beraterin,<br />
Autorin und Foodbloggerin Nicole<br />
Klauß, die in ihrem Erfolgsbuch »Die neue<br />
Trinkkultur« das Thema Genuss ohne<br />
Alkohol auslotet. Vorbei die Zeiten, in<br />
denen all jene, die keinen Alkohol trinken<br />
wollten, in der Top-Gastronomie mit<br />
Mineralwasser, Orangensaft oder ein paar<br />
Standardlimos samt dazugehörigen<br />
scheelen Blicken abgespeist wurden.<br />
»Schwanger? Muslim? Trockener Alkoholiker?<br />
Autofahrer? Alles auf einmal? Auf<br />
jeden Fall: Spaßbremse!« lauteten – in<br />
Nicole Klauß’ Worten – die Botschaften, die<br />
in diesen Blicken enthalten waren und das<br />
Restaurant-Personal viel zu oft zu berechtigen<br />
schienen, die Nicht-Trinker links<br />
liegen zu lassen.<br />
Gut gekühlt – bei etwa 8 bis 12 Grad Celsius –<br />
und aus dem Stielglas getrunken, entfalten die<br />
Kohl-Apfelsäfte ihr Aroma am besten.<br />
Viel bunter präsentiert sich das Bild heute.<br />
Die Top-Gastronomie mitsamt Sommeliers<br />
hat darauf reagiert, dass Alkoholfreies<br />
wichtiger wird: durch den Trend zu<br />
gesünderer Naturkost, durch strengere<br />
Promille-Regeln im Straßenverkehr, durch<br />
mehr Gäste aus Weltgegenden, in denen<br />
kein oder weniger Alkohol getrunken wird,<br />
und durch immer mehr überzeugte<br />
No-Alk-Genießer. Die Palette des Angebotenen<br />
wird immer reicher: Shrubs und<br />
Säfte, Tees und Auszüge, Extrakte und<br />
Molken, Sirupe und Bio-Limos, Kräuteressenzen<br />
und Fermentiertes, Trinkessige,<br />
Frucht- und Gemüsesäfte sowie eine stetig<br />
wachsende Zahl an alkoholfreien Bieren<br />
und sogar Spirituosen (siehe Kasten letzte<br />
Seite). Da stehen etablierte alkoholfreie<br />
Klassiker wie Jörg Geigers spritzige<br />
»PriSeccos«, Thomas Kohls reinsortige<br />
Bergapfelsäfte aus Südtirol oder die<br />
Frucht-Seccos und Direktsäfte von van<br />
Nahmen neben Newcomer-Produkten wie<br />
Fotos: Kohl, beigestellt<br />
112 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
ES MUSS NICHT<br />
IMMER ALKOHOL<br />
IM GLAS SEIN –<br />
AUCH NICHT BEIM<br />
SECHS-GÄNGE-MENÜ<br />
IM STERNE-<br />
RESTAURANT.<br />
Winzer Markus Weiss (im Kreis) hat mit<br />
»Native Grape« gemeinsam mit seinen<br />
Brüdern eine alkoholfreie Wein-Alternative<br />
aus fermentierten Trauben entwickelt.<br />
dem roten und weißen Weintraubenkombucha<br />
»Native Grape« aus<br />
Chardonnay- und Pinot-Noir-<br />
Trauben. »Menschen, die in<br />
Restaurants keinen Alkohol zu sich<br />
nahmen, wurden als Genießer<br />
einfach nicht ernst genommen. Wer<br />
Bier und Wein verweigerte, landete bei<br />
Wasser oder süßen Kinderlimonaden«, so<br />
der Jungwinzer Markus Weiss aus Gols im<br />
Burgenland. Mit Getränken wie »Native<br />
Grape« habe sich das geändert, zeigt sich<br />
Weiss überzeugt, der »Native Grape«<br />
gemeinsam mit seinen Brüdern David und<br />
Christian erfunden hat. »Kombuchakulturen<br />
wandeln den natürlichen Traubenzucker<br />
in organische Säuren um. Dabei<br />
entsteht das facettenreiche weinähnliche<br />
Fermentationsaroma«, erläutert Weiss.<br />
VOM NEULAND ZUM TREND<br />
»Native Grape« ist eines der Produkte, die<br />
den Bereich der alkoholfreien Speisebegleitung<br />
zum florierenden Entwicklungsgebiet<br />
gemacht haben, auf dem sich einige der<br />
innovativsten, leidenschaftlichsten und<br />
experimentierfreudigsten Köpfe der<br />
Branche tummeln, um Neues, nie Dagewesenes,<br />
Verfeinertes oder ganz und gar<br />
Innovatives rund um das Thema alkoholfreier<br />
Trinkgenuss auf den Weg zu bringen.<br />
Wie so oft haben auch hier die nordischen<br />
Spitzenrestaurants dem Trend den Weg<br />
geebnet. Die Nachfrage wächst stetig.<br />
Es muss längst nicht immer Alkohol im<br />
Glas sein – auch nicht beim Sechs-Gänge-Menü<br />
im Sterne-Restaurant.<br />
Hauptsache, das Glas und das Produkt<br />
stimmen. Wer hätte das noch vor<br />
wenigen Jahren gedacht?<br />
»Vor 25 Jahren war das Höchste<br />
der Gefühle ein gespritzter Apfelsaft«,<br />
sagt Werner Retter und lacht.<br />
Der steirische Bio-Pionier und<br />
»Obst-Magier«, dessen Pöllauer<br />
Obsthof auf Basis einer 130-jährigen<br />
Familientradition ein umfassendes Repertoire<br />
an exzellenten Frucht- und Beerensäften,<br />
Elixieren und Edelbränden hervorgebracht<br />
hat, hat gut lachen. Erneut nämlich<br />
hat Retter mit einer alkoholfreien Produktreihe<br />
einen Trend innerhalb des Trends<br />
angestoßen und echtes Neuland betreten:<br />
»Edition Sommelier WILD« bzw. »WELL«<br />
heißen die High-End-Direktsäfte, die<br />
Natur-Aficionado Retter seit fast zehn<br />
Jahren – wie er sagt – »aus Jux und<br />
Tollerei« und jeder Menge Forschergeist<br />
entwickelt und die inzwischen ihren fixen<br />
Platz als Menübegleiter in der Spitzengastronomie<br />
zwischen Salzburg und<br />
Zürich eingenommen haben: schonend<br />
gepresst aus von Hand gesammelten<br />
Wildpreisel beeren aus Lappland, Wildheidelbeeren<br />
aus den Karpaten oder wilden<br />
Weintrauben aus chilenischer Hochlage,<br />
um nur drei Beispiele zu nennen, in<br />
schlanke Weinflaschen abgefüllt, bis zur<br />
Trinkreife bei kon s tanten Temperaturen<br />
hinter den dicken Mauern des Pöllauer<br />
Schlosskellers gelagert.<br />
Was ihre Besonderheit ausmacht?<br />
»Hochwertige, in der Natur gesammelte<br />
Wildfrüchte und -beeren stellen die<br />
Ideallösung für den alkoholfreien<br />
Bereich dar«, erklärt Retter. Bei<br />
<<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
113
getränke / ALKOHOLFREIE SPEISEBEGLEITER<br />
Sauer statt süß: Für die »Edition<br />
Sommelier WILD« und »WELL«<br />
verwendet Werner Retter<br />
(im Kreis) ausschließlich<br />
hochwertige Wildfrüchte und<br />
-beeren, die den Säften komplexe<br />
Säurearomen verleihen.<br />
DIE BESTEN<br />
PRODUZENTEN<br />
FLEIN – WEINGUT GROSS & GROSS<br />
Um einen besonders sortentypischen<br />
Geschmack zu erhalten, werden die Trauben<br />
für Veronika Mittereggers »Flein« wie in<br />
der Champagnerherstellung sanft gepresst<br />
und schonend pasteurisiert.<br />
flein.at<br />
PRISECCO<br />
MANUFAKTUR JÖRG GEIGER<br />
Jörg Geiger bietet eine ganze Palette an<br />
PriSeccos an, die er in seiner Manufaktur in<br />
Baden-Württemberg herstellt.<br />
shop.manufaktur-joerg-geiger.de<br />
BERGAPFELSÄFTE – KOHL<br />
Die naturreinen Bergapfelsäfte von Thomas<br />
Kohl werden auf fast 1.000 Meter Seehöhe<br />
am Ritten in Südtirol produziert.<br />
kohl.bz.it<br />
EDITION SOMMELIER WILD UND WELL<br />
OBSTHOF RETTER<br />
Die High-End-Direktsäfte von Werner Retter<br />
werden schonend aus von Hand gesammelten<br />
Wildfrüchten gepresst.<br />
obsthof-retter.com<br />
DIE JAHRGANGS-<br />
FRUCHTSÄFTE VOM<br />
OBSTHOF RETTER<br />
KÖNNE MAN HEUTE<br />
»GENIESSEN WIE DEN<br />
HÖCHSTEN BORDEAUX«,<br />
SAGEN VERKOSTER.<br />
<<br />
ihnen ist die Balance aus Säure und<br />
Frucht eine andere als bei Kulturfrüchten,<br />
die Inhaltsstoffe höher konzentriert:<br />
»Wildfrüchte haben um die Hälfte weniger<br />
Fruchtzucker als Kulturfrüchte und viel<br />
mehr Säure.« Die Säure bringt Geschmack<br />
und Haltbarkeit. Der geringere Zuckergehalt<br />
löst eines der zentralen Probleme,<br />
die viele Fruchtsäfte in der Speisebegleitung<br />
haben: Sie sind einfach zu süß und zu<br />
reichhaltig. Nicht so bei Retters »Edition<br />
Sommelier«. 18 Punkte hat etwa die<br />
»Edition Sommelier WILD Preiselbeere<br />
2<strong>01</strong>5« bei der VINUM-Verkostung 2<strong>01</strong>8<br />
eingefahren: ein verdienter Stockerlplatz für<br />
einen Jahrgangsgourmetfruchtsaft von so<br />
komplexem Geschmacksreichtum, dass<br />
»man ihn genießen kann wie den höchsten<br />
Bordeaux«. Womit wir auch schon bei der<br />
Präsentation wären: Ja nicht mischen!<br />
Nicht als Durstlöscher ansetzen, sondern<br />
»in kleinen Einheiten, im richtigen Weinglas,<br />
bei der richtigen Temperatur«, wie<br />
Retter sagt, mit dem Ziel, »die Fruchtaromen<br />
der Edition optimal zu den Speisen zu<br />
kombinieren«. Der Erfolg gibt Werner<br />
Retter recht – nicht nur weil er einen<br />
Großteil seiner »Edition Sommelier« an die<br />
Schweizer Fünf-Sterne-Hotelgastronomie<br />
liefert.<br />
<<br />
GEGENBAUER TRINKESSIGE<br />
Erwin Gegenbauers »edelsaure Trinkessige«<br />
werden aus Trockenbeerenauslesen vergoren.<br />
Sie reifen bis zu zwölf Jahren in Eichenfässern.<br />
gegenbauer.at<br />
VAN NAHMEN PRIVATKELLEREI<br />
Das Sortiment reicht von Direktsäften<br />
über Nektare und Frucht-Seccos bis hin<br />
zu Juicy-Tea-Variationen.<br />
vannahmen.de<br />
SECCO – SEKTHAUS RAUMLAND<br />
Für die Herstellung der Seccos aus<br />
Trauben und Wildäpfeln achtet Volker<br />
Raumland penibel auf die Qualität<br />
der verwendeten Früchte.<br />
raumland.de<br />
GIMBER – THE ORIGINAL<br />
Aus 38 Prozent Ingwer besteht Dimitri<br />
Oosterlyncks Ingweressenz, die pur ebenso<br />
genossen werden kann wie mit kaltem oder<br />
heißem Wasser oder auch in Mocktails gemixt.<br />
gimber.com<br />
NATIVE GRAPE<br />
Gemeinsam mit seinen Brüdern David<br />
und Christian entwickelte Jungwinzer<br />
Markus Weiss das rote und weiße<br />
Wein traubenkombucha aus Chardonnayund<br />
Pinot-Noir-Trauben.<br />
nativegrape.at<br />
Fotos: Helmut Schweighofer, Regula Wolf<br />
114 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Rezepte:<br />
ALKOHOLFREI • 18 BOTANICALS • ZUCKERFREI • VEGAN<br />
ceders-alt-gin.com<br />
ENJOY RESPONSIBLY
getränke / ALKOHOLFREIE SPEISEBEGLEITER<br />
Die steirische Winzerfamile Gross<br />
erzeugt auf dem Weingut »Gross<br />
& Gross« die Wein-Alternative<br />
»Flein« von Veronika Mitteregger.<br />
Befreundete Winzer wie Sebastian<br />
Schmidt (Kreis) greifen diese Idee<br />
nun ebenfalls auf.<br />
AUCH NICHT<br />
OHNE:<br />
SPIRITS MIT<br />
NULL PROMILLE<br />
Den Geist aus der Flasche lassen und<br />
dabei nüchtern bleiben? Darum geht es bei<br />
den neuen alkoholfreien Spirits. Der Trend<br />
dazu heißt »sober curious« und steht für<br />
die neue Neugier auf eine Nüchternheit,<br />
die trotzdem keine Abstriche beim<br />
Trinkerlebnis machen will.<br />
<<br />
Einen eng verwandten Ansatz verfolgt<br />
auch seit drei Jahren die steirische Winzerfamilie<br />
Gross & Gross mit sortenreinen<br />
Traubensäften der Marke »Flein«. »Ich<br />
habe mich gefragt, ob reinsortiger Traubensaft<br />
mit der gleichen Wertschätzung wie<br />
Wein erzeugt werden kann: mit Leidenschaft,<br />
geprägt von Jahrgang und Rebsorte.<br />
Es klingt naheliegend, ist aber ein komplett<br />
neuer Zugang«, sagt »Flein«-Erfinderin<br />
Veronika Mitteregger. Ihr ging es um den<br />
Traubengeschmack »frisch aus der Presse,<br />
wie ihn sonst nur der Winzer erlebt«. Der<br />
Unterschied zwischen »Flein« und herkömmlichen<br />
Traubensäften liege vor allem<br />
in der kompromisslosen Erzeugung. Denn<br />
die Trauben für »Flein-Saft vom Sauvignon<br />
Blanc«, »Flein-Saft vom Gelben Muskateller«<br />
und den sprudelnden »Flein Fizz«<br />
wachsen in Gross’schen Weingärten, »die<br />
eigens für die Saftproduktion nach biologischen<br />
Grundsätzen gepflegt werden.<br />
Sanfte Pressung, wie sie in der Champa-<br />
gner-Erzeugung üblich ist, und neueste<br />
Pasteurisierungstechnologie tun den Rest,<br />
um Traubensäfte zu erzeugen, deren<br />
Geschmack vom »Terroir« erzählt und die,<br />
im Weinglas serviert, als echte Wein-Alternative<br />
punkten können. Ganz neu ist die<br />
»Flein«-Kooperation mit zwei befreundeten<br />
Weingütern: Die Südtiroler Kellerei<br />
Kurtatsch hat kürzlich ihren »Flein-Saft<br />
vom Sauvignon Blanc« präsentiert. Im<br />
Herbst <strong>2021</strong> wird auch das Weingut<br />
Schmidt am Bodensee seinen ersten »Flein«<br />
ausschenken: eine transalpine, antialkoholische<br />
Kooperation sozusagen. »Meine Winzerfamilie<br />
und ich haben einen Weg<br />
gefunden, sortentypische Aromen in einem<br />
frischen, lebhaften Traubensaft einzufangen«,<br />
freut sich Veronika Mitteregger. »Und<br />
dass aus der simplen Alternative zu einem<br />
Glas Wein, die ich während meiner<br />
Schwangerschaft gesucht habe, eine<br />
internationale Zusammenarbeit entstanden<br />
ist, macht mich einfach nur glücklich.«<br />
<<br />
Der Zeitgeist setzt auf Alternativen zu Gin,<br />
Rum & Co. mit vollem Geschmack, aber null<br />
Alkohol. »Rick Free« aus der Manufaktur<br />
des preisgekrönten Bio-Ginmachers Patrick<br />
Marchl ist ein heimisches Produkt, das den<br />
Spirit jener stetig wachsenden Gruppe von<br />
Menschen einfängt, die zwar keinen oder<br />
weniger Alkohol trinken, deswegen aber<br />
nicht auf den Geschmack der Spirituosenklassiker<br />
verzichten wollen. In »Rick Free«<br />
finden Freunde des Alkoholfreien die<br />
Aromenvielfalt von Gin, ohne davon trunken<br />
zu werden. Die Zutaten sind alle bio, Zucker<br />
oder künstliche Aromastoffe – Fehlanzeige.<br />
Stattdessen sind es Kräuter- und Gewürzdestillate<br />
bzw. -extrakte aus Wacholder,<br />
Ingwer, Orange, Grapefruit oder Kubebenpfeffer,<br />
aus denen sich hier das<br />
Geschmacks erlebnis zusammensetzt.<br />
Bereits seit 2<strong>01</strong>7 gibt es auch mit der Marke<br />
»Ceder’s« alkoholfreie Gin-Alternativen, in<br />
denen sich die Aromen von südafrikanischen<br />
Botanicals wie Rooibos mit Gin-Klassikern<br />
wie Wacholder oder Koriander zu neuen<br />
Gin-Ersatzspirits mischen – in mittlerweile<br />
vier Geschmackskombinationen von<br />
»Ceder’s Classic« bis »Ceder’s Pink Rose«<br />
mit einem Hauch Rose.<br />
Eine breite Palette alkoholfreier Spirits bietet<br />
auch das australische Unternehmen<br />
»Lyre’s«: Gin, Whisky, Rum, Absinth oder<br />
Amaretto sind nur einige der Geschmacksrichtungen,<br />
die hier vollkommen ohne<br />
Promille angeboten werden.<br />
Foto: Peter hack, www.medienagenten.de<br />
116 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
IN DER RÜBE<br />
LIEGT DIE KRAFT<br />
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Voller Saft voraus! Unser direkt<br />
gepresster Saft aus österreichischen<br />
Bio-Roten-Rüben enthält Folsäure.<br />
Folsäure trägt zu einer Verringerung<br />
von Müdigkeit und Ermüdung bei.<br />
Jetzt ist die Zeit, sich mit super<br />
Bio-Qualität aus <strong>Österreich</strong><br />
zu stärken.<br />
#biosuperfood<br />
janatuerlich.at<br />
Gibt’s nur bei:<br />
Gemeinsam mit:<br />
Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise sind wichtig.
Chefredakteur<br />
MARTIN<br />
KUBESCH<br />
GOURMET<br />
VEGANE KOST IM AUFWIND<br />
ERSTER VEGANER<br />
MICHELIN-STERN<br />
Das Feinschmeckerlokal »ONA« in<br />
Arès nahe Bordeaux hat als erstes<br />
veganes Lokal einen Michelin-Stern<br />
erhalten. Claire Vallée (r.), die das »ONA«<br />
(für »Origine Non Animale«, also »Nicht<br />
tierischen Ursprungs«) betreibt, gründete<br />
das Lokal vor fünf Jahren mithilfe einer<br />
Ökobank, da traditionelle Geldinstitute<br />
die Idee eines veganen Feinschmeckerlokals<br />
als zu wenig erfolgversprechend abgelehnt<br />
hatten – offenbar eine Fehleinschätzung.<br />
In Wien bestätigte gleichzeitig das »forum.<br />
ernährung heute« die Bedeutung veganer<br />
Ernährung für den Klimaschutz: Bereits ein<br />
veganer Tag pro Woche reduziere demnach<br />
die Treibhausgasemissionen jedes Einzelnen<br />
stärker als eine Ernährung ausschließlich<br />
mit regional erzeugten Lebensmitteln.<br />
clairevallee.com, forum-ernaehrung.at<br />
WIEN IM ZENTRUM DER NESPRESSO-WELT<br />
An einer neuen Location in der Bundeshauptstadt<br />
findet sich ab Ende März die<br />
Flagship-Boutique von Nespresso. Die<br />
Adresse Kärntner Straße 9 liegt exakt<br />
vis-à-vis des einzigen österreichischen<br />
Apple-Stores und nur einen Steinwurf vom<br />
Stephansdom entfernt. Auf zwei Stockwerken<br />
soll die Filiale nicht nur das Kundenerlebnis<br />
auf ein neues Level heben, sondern<br />
auch einige bisher nicht da gewesene Services<br />
bieten – man darf also gespannt sein.<br />
Um die Wartezeit bis dahin zu verkürzen, hat<br />
der Kapselkaffeehersteller die neue Serie<br />
»World Explorations« lanciert. Die Idee<br />
dahinter: unterschiedliche Kaffee-Kulturen<br />
aus aller Welt auch für den Genuss zu Hause<br />
118 falstaff feb–mär <strong>2021</strong><br />
bereitzustellen. Erstmals ist dabei auch Wien<br />
eine eigene Kaffee-Kreation gewidmet. Der<br />
»Vienna Linizio Lungo« ist geschmacklich an<br />
die Wiener Kaffeehauskultur angelehnt und<br />
vereint süße brasilianische und kolumbianische<br />
Arabicas, die leicht geröstet sind.<br />
nespresso.com<br />
Öffnet Ende März ihre Pforten:<br />
die neue Flagship-Boutique von<br />
Nespresso in bester Lage in der<br />
Wiener Kärntner Straße.
NOTIZEN<br />
BURGER UND POMMES VOM »NOMA«-CHEF<br />
Die Corona-Pause hat der<br />
gefeierte dänische Spitzenkoch<br />
und »Noma«-Chef René<br />
Redzepi genutzt, um eine<br />
Burger-Linie zu entwickeln.<br />
Unter dem Namen »POPL«<br />
führt er seit Kurzem in<br />
Kopenhagen einen Takeaway.<br />
Drei Burger (mit Rind,<br />
vegetarisch und vegan) stehen<br />
zur Auswahl, außerdem<br />
Pommes frites, Coleslaw und<br />
fermentierte Chilis. Preis pro<br />
Redzepi-Burger: ca. € 15,–.<br />
poplburger.com<br />
FLEUR DE SEL AUS DEN ALPEN<br />
Hauchzarte, handgeschöpfte Salzflocken,<br />
die in speziellen Sudpfannen<br />
erzeugt werden, bietet Bad Ischler seit<br />
Kurzem unter dem Namen »Salzzart«.<br />
Die Flocken begeistern mit ihrer knusprig-schmelzenden<br />
Textur und veredeln<br />
Steaks, Grillgemüse, Carpaccio, aber<br />
auch Süßspeisen zur Vollendung.<br />
badischler.at<br />
Fotos: MEHDI FEDOUACH/AFP/picturedesk.com, Nespresso, Ditte Isager, Lunik, Tom Swalens, Matt Observe, beigestellt<br />
NICHTS FÜR ANFÄNGER<br />
Ingwer an sich ist ja bereits eine Herausforderung<br />
für die Geschmacksknospen, doch die neue,<br />
alkoholfreie Ingwer-Essenz »Gimber« fühlt sich<br />
an wie ein kleiner Stromstoß – aber einer von<br />
der angenehmen Sorte. Die Essenz besteht zu<br />
38 Prozent aus der asiatischen Wurzel sowie<br />
aus Zitrone, Kräutern und Gewürzen und kann<br />
mit Wasser, Softdrinks oder Fruchtsäften aufgespritzt,<br />
aber auch zum Verfeinern von alkoholischen<br />
Getränken und Cocktails eingesetzt werden.<br />
Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.<br />
Und das Beste: Die Mixturen schmecken nicht<br />
nur top, sondern sind auch gesund!<br />
gimber.com<br />
»LABSTELLE« JETZT<br />
AUCH TO-GO<br />
Nicht nur kulinarisch, sondern auch optisch<br />
ausgesprochen gelungen sind die Köstlichkeiten,<br />
die das Team des Wiener Restaurants<br />
»Labstelle« seit Kurzem im Glas<br />
anbietet. Ob Coq au Vin, Zackelschaf-Tajine<br />
oder veganes Pilzgulasch, das Essen im<br />
Glas ist ohne Konservierungsmittel gefertigt<br />
und lässt sich einfach aufwärmen.<br />
shop.labstelle.at<br />
KOCHEN WIE DAMALS<br />
Alte Weinviertler Rezepte sowie Anekdoten<br />
von damals versammelt das Buch<br />
»Aufkochen« aus der Edition Winkler-<br />
Hermaden. Ob Riegelkrapfen, Wuchteln<br />
mit Fisolen, Grammeltorte oder Stockfleisch,<br />
das Buch ist eine Fundgrube für<br />
Hobbyköche mit Nostalgie-Faible.<br />
edition-wh.at<br />
KEINE NEWS MEHR<br />
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Die <strong>Falstaff</strong>-Online-Redaktion versorgt<br />
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Wein, Gourmet und Reise. Dazu gibt<br />
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feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
119
gourmet / PASTA UNSER<br />
PASTA UNSER<br />
Pasta ist nicht nur das Nationalgericht Italiens, sondern eine<br />
der populärsten Speisen weltweit. Auch, weil sie aus einem<br />
Minimum an Zutaten und Aufwand eine schier unerschöpfliche<br />
Vielfalt an Aromen und Konsistenzen möglich macht.<br />
Denn kein anderes Nahrungsmittel der Welt hat so<br />
viele verschiedene Gesichter wie simple Nudeln.<br />
TEXT HERBERT HACKER<br />
Pasta-Rezepttipps<br />
unter<br />
falstaff.com/pasta<br />
Traditionelle Pasta-Produktion im<br />
Italien der 1950er-Jahre. Nudeln<br />
sind auf der ganzen Welt gleichermaßen<br />
beliebt, in Italien aber sind sie<br />
ein Nationalheiligtum.<br />
Foto: Getty images<br />
120 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
121
gourmet / PASTA UNSER<br />
Das Coronavirus ist wie Pasta«,<br />
textete der chinesische Konzeptkünstler<br />
Ai Weiwei im<br />
Mai des Vorjahres auf In stagram:<br />
»Die Chinesen haben<br />
es erfunden, und die Italiener haben es<br />
dann verbreitet.«<br />
Kein Wunder, dass sich der 62-jährige,<br />
regimekritische Dissident und Medienliebling,<br />
der seit einigen Jahren in Europa lebt,<br />
mit dieser flapsigen Aussage weder in seiner<br />
alten Heimat noch bei unseren südlichen<br />
Nachbarn besonders beliebt gemacht hat.<br />
Angesichts Zigtausender Toter und teils<br />
apokalyptischer Szenen in den Spitälern<br />
alleine am Appenin hagelte es landesweit<br />
Kritik und Empörung.<br />
Lässt man allerdings die – verständlichen<br />
– Emotionen einmal außer Acht, dann<br />
merkt man, dass der Künstler mit seiner<br />
umstrittenen Wortmeldung nicht nur auf<br />
den uralten Streit um die Entstehungsgeschichte<br />
von Pasta angespielt hat – also<br />
welchem der beiden Völker es zu verdanken<br />
ist, dass die Nudeln seinerzeit überhaupt<br />
erfunden worden sind. Der Sager des Chinesen<br />
war auch eine Anspielung darauf,<br />
dass sich Pasta und alles, was dazugehört,<br />
nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie<br />
zu einem der beliebtesten Gerichte für die<br />
Menschen in der Selbst-Isolation gemausert<br />
hat. Wie sonst nur Toilettenpapier, wurden<br />
zwischenzeitlich auch Nudeln aller Art wie<br />
verrückt gehamstert, und viele Pasta-Hersteller<br />
zählten plötzlich zu den großen<br />
Gewinnern der Krise. Und die Fabrikation<br />
von Nudelteig samt aller möglichen Pestos<br />
und Sugos zählt jetzt schon seit Monaten<br />
zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen<br />
für Feinschmecker in Isolation.<br />
Aber wie kommt es eigentlich, dass<br />
dieses im Grunde so unendlich simple<br />
Lebensmittel aus Wasser, Hartweizengrieß<br />
und (manchmal) ein wenig Ei heute auf<br />
der ganzen Welt einen derartigen<br />
Kultstatus genießt? Was macht die<br />
Nudel so speziell, dass kaum einer<br />
von ihr lassen möchte? <strong>Falstaff</strong><br />
hat sich auf Spurensuche<br />
begeben.<br />
<<br />
ESSEN IST IMMER<br />
EINE EMOTIONALE<br />
UND SINNLICHE SACHE.<br />
ABER PASTA KANN MEHR:<br />
SIE IST DER KITT, DER<br />
FAMILIEN GEMEINSAM<br />
GENIESSEN LÄSST.<br />
Italien oder China? Der Ursprung der Nudeln<br />
war lange umstritten, inzwischen sind sich die<br />
Forscher einig: Die ersten Nudeln wurden mit<br />
ziemlicher Sicherheit mit Stäbchen gegessen …<br />
Pasta geht immer:<br />
In Italien gehören<br />
Nudeln zu jedem<br />
Essen – ob als<br />
Vorspeise, als<br />
Hauptgericht oder<br />
als schneller Snack<br />
zwischendurch. Bis<br />
zu 25 Kilo verdrückt<br />
rein statistisch<br />
gesehen jeder<br />
Italiener pro Jahr.<br />
Fotos: Shutterstock<br />
122 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
DIE GROSSE VIELFALT DER PASTA-WELT:<br />
INSGESAMT GIBT ES ÜBER 600 VARIANTEN<br />
BUCATINI<br />
Lange Röhrennudeln, die aussehen<br />
wie dicke, hohle Spaghetti<br />
CANNELLONI<br />
Dicke Röhren, die mit Fleisch<br />
oder Gemüse gefüllt werden<br />
CAPELLINI<br />
Die dünnsten Spaghetti, oft als<br />
lange Fadennudeln in Suppen<br />
CHIFFERONI RIGATI<br />
Große Hörnchennudeln mit<br />
geriffelter Oberfläche<br />
CONCHIGLIE<br />
Muschelförmige Nudeln aus Kampanien<br />
in verschiedenen Größen<br />
FARFALLE<br />
Zur Schmetterlingsform gedrückte<br />
Nudeln mit gezacktem Rand<br />
FETTUCCINE<br />
Mittelbreite Bandnudeln aus<br />
Mittelitalien<br />
FUSILLI<br />
Spiralförmige Nudeln, die<br />
besonders viel Sauce aufnehmen<br />
LASAGNE<br />
Nudelplatten zur Bereitung<br />
des gleichnamigen Gerichts<br />
MACCHERONI<br />
Lange, dicke und innen hohle<br />
Röhrennudeln<br />
ORECCHIETTE<br />
Kleine, halbrunde Schalen, auch<br />
als »Öhrchennudeln« bekannt<br />
PACCHERI<br />
Breite Röhrennudeln, kürzer als<br />
Cannelloni, eher speziell<br />
PAPPARDELLE<br />
Sehr breite Bandnudeln mit welligem<br />
Rand<br />
PENNE<br />
Kurze Röhrennudeln, schräg<br />
geschnitten und innen hohl<br />
RAVIOLI<br />
Viereckig oder halbrund, mit<br />
Spinat, Ricotta oder Ei gefüllt<br />
RIGATONI<br />
Kurze, dicke Röhrennudeln, deren<br />
Oberfläche geriffelt ist<br />
SPAGHETTI<br />
Ur-Nudel: dünne und lange Rundnudeln<br />
in verschiedenen Stärken<br />
STROZZAPRETI<br />
Die kordelartigen »Priesterwürger«<br />
stammen aus Apulien<br />
TAGLIATELLE<br />
Schmale Bandnudeln, getrocknet<br />
meist zu Nestern gerollt<br />
TORTELLINI<br />
Runde Nudeltaschen, oft mit einer<br />
Mischung aus Fleisch und Käse gefüllt<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
123
gourmet / PASTA UNSER<br />
AM ANFANG WAR DIE NUDEL<br />
Im Jahr 2005 fand man bei Ausgrabungen<br />
in China einen etwa 4000 Jahre alten Topf,<br />
auf dessen Boden noch einige Nudeln<br />
klebten. Diese chinesischen »Ur-Spaghetti«<br />
waren etwa einen halben Meter lang,<br />
bestanden aus Hirseteig und gelten heute<br />
als ultimativer Beweis dafür, dass die Wiege<br />
der Pasta im Fernen Osten stand. Aber<br />
schon vorher waren viele Historiker<br />
überzeugt, dass die Chinesen als Erste auf<br />
die Idee gekommen sind, aus Mehl und<br />
Wasser einen Teig zu formen und diesen zu<br />
kochen. Jedenfalls ist aus dem dritten<br />
Jahrhundert nach Christus bereits eine<br />
»Ode an die Nudel« erhalten – verfasst<br />
vom chinesischen Dichter Shu Xi.<br />
Der daraus abgeleitete Vorwurf, die<br />
Italiener hätten sich die Herstellung<br />
der Pasta schlicht von den Chinesen<br />
abgeschaut, hat sich aber bis heute<br />
nicht erhärtet. Als wahrscheinlicher<br />
gilt, dass die Nudel an mehreren<br />
Orten unabhängig voneinander<br />
erfunden wurde.<br />
Ob kunstvoll gefertigte und<br />
gefärbte Farfalle (Bild oben)<br />
oder die kreisrunden Anellini:<br />
Letztlich entscheidet über<br />
die Güteklasse der Pasta<br />
die Qualität des Hartweizens,<br />
der auf Italiens Feldern reift.<br />
JEDEM DORF SEINE PASTA<br />
Wirklich kompliziert wird es erst, wenn<br />
man bedenkt, dass in Italien fast jede<br />
Region mit einer eigenen Theorie über den<br />
Ursprung der Pasta aufwartet. So geht man<br />
etwa in Ligurien davon aus, dass Genueser<br />
Kaufleute das Rezept von den Nomadenvölkern<br />
der Mongolei an die Riviera gebracht<br />
haben. Die Venezianer wiederum<br />
sind überzeugt, dass Marco Polo die Nudel<br />
im 13. Jahrhundert aus China nach Europa<br />
brachte. Der Haken dabei: Seit Forscher in<br />
italienischen Gräbern aus dem 4. Jahrhundert<br />
diverse Abbildungen von Geräten zur<br />
Nudelherstellung fanden, gelten diese<br />
Annahmen als weitgehend widerlegt.<br />
In Rom wiederum wird gerne behauptet,<br />
dass schon die alten Kaiser und Senatoren<br />
Nudeln gegessen hätten. In Sizilien ist man<br />
sich hingegen sicher, dass es die antiken<br />
Griechen oder die Araber waren, die die<br />
Nudeln auf die Insel brachten. Davon ist<br />
man in Kampanien keineswegs überzeugt<br />
und hält dagegen, dass es sich bei den<br />
»Ur-Nudeln« der Griechen oder Araber<br />
<<br />
Fotos: Shutterstock<br />
124 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Außergewöhnlich.<br />
PREMIUM PASTA FÜR JEDEN TAG.<br />
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gourmet / PASTA UNSER<br />
Mehr als<br />
600 Sorten finden<br />
sich im Pasta-<br />
Kosmos, dessen<br />
Galaxien<br />
»Pasta secca«,<br />
»Pasta fresca« und<br />
»Pasta all’uovo«<br />
darstellen.<br />
LINGUINE<br />
al pesto genovese<br />
(für 4 Personen)<br />
<<br />
bloß um grobe Teigklumpen gehandelt<br />
habe. Erst die findigen Köche der neapolitanischen<br />
Maccheroni-Küche hätten die<br />
Pasta zu dem gemacht, was sie heute ist: ein<br />
italienisches Nationalgericht von geradezu<br />
globaler Bedeutung. Eine vergleichbare<br />
Karriere hat bestenfalls Pizza hingelegt.<br />
DIE SPIELARTEN DER PASTA<br />
Die Faszination der Pasta als teigiges<br />
Genussprodukt reicht weit über das übliche<br />
Spektrum der Kulinarik hinaus. »Pasta ist<br />
Architektur für den Mund«, schreibt etwa<br />
der österreichische Künstler und Filmemacher<br />
Peter Kubelka in seinem 1985 entstandenen<br />
»Pasta-Atlas«, in dem er minutiös<br />
auflistet, in welchen Ecken Italiens einzelne<br />
Pasta-Sorten im Laufe der Zeit entstanden<br />
sind. Kubelka, der lange Zeit in Frankfurt<br />
als Professor eine Klasse für »Film und<br />
Kochen als Kunstgattung« leitete, widmet<br />
sich in seinem Buch nicht nur den populärsten<br />
Pasta-Sorten, sondern auch unbekannteren<br />
Nudelvarianten wie etwa<br />
Anellini, Tubetti lunghi und Stricchetti tondi<br />
– Sorten, von denen selbst viele Italiener<br />
noch nie etwas gehört haben.<br />
Die Vielzahl an Nudelformen ist jedenfalls<br />
enorm. Jede Region hat ihre eigenen<br />
Kreationen, die mitunter sogar von Dorf<br />
zu Dorf unterschiedlich sind. Experten<br />
schätzen, dass heute in Italien über 600<br />
verschiedene Sorten in Verwendung sind.<br />
Wer sich dem Thema Pasta nähert, der<br />
muss grundsätzlich zwischen »Pasta secca«<br />
und »Pasta fresca« unterscheiden. »Pasta<br />
secca« wird meist industriell aus Hartweizengrieß<br />
und Wasser hergestellt, bei »Pasta<br />
fresca« oder »Pasta fatta in casa« handelt<br />
es sich um frische, hausgemachte Pasta,<br />
deren Teig aus Weizenmehl und Eiern und<br />
eventuell etwas Wasser besteht.<br />
Die »Pasta secca« wird wieder in zwei<br />
Gruppen unterteilt: in »Pasta lunga« und<br />
»Pasta corta«. Zur »Pasta lunga« zählen<br />
alle Nudeln über zehn Zentimeter Länge<br />
wie Spaghetti, Spaghettini oder Tagliatelle.<br />
Unter den Oberbegriff »Pasta corta« fallen<br />
hingegen kürzere Nudelkreationen wie<br />
Penne oder Farfalle.<br />
Hinzu kommt noch die »Pasta all’uovo«,<br />
eine oft verwendete Bezeichnung für Eiernudeln,<br />
die nicht wie die »Pasta fresca« zu<br />
Hause oder im Restaurant frisch gemacht,<br />
sondern von kleineren oder mittleren Pasta‐Herstellern<br />
produziert werden. Bestes<br />
Beispiel: der Pasta-Produzent Marco<br />
Giacosa aus Alba im Piemont. Für seine<br />
<<br />
ZUTATEN<br />
2–3 große Handvoll Basilikum<br />
1 Zehe Knoblauch<br />
30 g Pinienkerne<br />
125 ml Olivenöl<br />
4 EL Parmesan, gerieben<br />
4 EL Pecorino piccante, gerieben<br />
ZUTATEN FÜR DIE PASTA<br />
300 g Linguine<br />
1 großer Erdapfel<br />
300 g Fisolen<br />
1 EL Salz<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Für das Pesto alle Zutaten in einem elektrischen<br />
Zerkleinerer kurz durchmixen, sodass eine relativ<br />
grobkörnige Sauce entsteht.<br />
– Einen großen Topf Wasser zum Kochen bringen.<br />
– Die Fisolen putzen und der Länge nach teilen,<br />
sodass ihre Form jener der Linguine ähnelt.<br />
– Die Kartoffel schälen und in kleine Würfel<br />
schneiden.<br />
– Wenn das Wasser kocht, großzügig salzen und<br />
die Linguine mitsamt den Kartoffelwürfeln zugeben.<br />
Gut umrühren. Nach circa sechs Minuten die<br />
Fisolen zugeben und nach zehn bis elf Minuten<br />
probieren: Die Fisolen sollten halbwegs weich<br />
sein, die Pasta aber deutlich kernigen Biss haben.<br />
– Mindestens zwei Schöpflöffel vom Kochwasser<br />
aufbewahren, Pasta abgießen und mit dem Pesto<br />
in einer Schüssel vermengen.<br />
– Reichlich Kochwasser zugeben, sodass in Verbindung<br />
mit den zerfallenden Kartoffeln und dem<br />
Olivenöl eine satte, seidige Sauce entsteht.<br />
– In der Schüssel auftragen und separat Parmesan<br />
dazu reichen, damit sich jeder nach Belieben zusätzlich<br />
davon über die Pasta reiben kann.<br />
Fotos: : Shutterstock, Getty Images, Stine Christiansen<br />
126 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Erfolg fängt an,<br />
wo man vertraut.<br />
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gourmet / PASTA UNSER<br />
REGELN UND<br />
IRRTÜMER<br />
Was Sie noch nicht übers<br />
Pasta-Machen wussten<br />
PASTA UND DIE SAUCE<br />
Es kommt bei einem Pasta-Gericht immer<br />
darauf an, wie gut sich die Sauce mit den<br />
Nudeln (egal, welche) vermischt. Daher macht<br />
es einen Unterschied, ob man die Sauce über<br />
die Nudeln kippt oder ob man die Nudeln in<br />
einer Pfanne mit der fertig gekochten Sauce<br />
vermengt. Letzteres ist richtig. Nur so mischt<br />
sich die Sauce ideal mit der Pasta.<br />
Also: immer die Nudeln in die Sauce geben<br />
und nicht umgekehrt.<br />
DAS PASTA-WASSER<br />
Lange Zeit hielt sich die Theorie, dass man<br />
Nudeln in möglichst viel Wasser kochen soll.<br />
Doch das stimmt nicht. Beim Kochen der<br />
Nudeln nimmt das Wasser nämlich Stärke<br />
auf, und dieses Pasta-Wasser ist eine wichtige<br />
Zutat beim Zubereiten eines Pasta-Gerichts.<br />
Das stärkehaltige Wasser bindet die Sauce und<br />
macht das Gericht cremig und nicht trocken.<br />
Deshalb immer etwas Pasta-Wasser zurückbehalten.<br />
Am besten die Nudeln nicht abseihen,<br />
sondern mit einem Sieb aus dem Wasser nehmen.<br />
Wie viel Pasta-Wasser verwendet wird,<br />
hängt vom Geschick des Kochs ab.<br />
<<br />
»Pasta all’uovo« verwendet der gute<br />
Mann tatsächlich 36 Eidotter pro Kilo<br />
Mehl. Das ist in ganz Italien rekordverdächtig.<br />
Seine Tagliatelle und Pappardelle, aber<br />
vor allem seine Tajarin sind wohl auch<br />
deshalb wahre Delikatessen. Die Nudeln<br />
werden dabei nach alter Methode mit einem<br />
Messer händisch in ungleichmäßige dünne<br />
Streifen geschnitten. Giacosas Tajarin sind<br />
das emotionale Kunstwerk eines wahren<br />
Pasta-Aficionados.<br />
PASTA FÜR DIE TOP-KÖCHE<br />
Auch Riccardo Felicetti steht im Ruf, ein<br />
Extremist der italienischen Pasta-Szene zu<br />
sein. Seine Nudelproduktion liegt in keinem<br />
der großen Pastagebiete wie etwa die Region<br />
um Neapel oder das Piemont, sondern in<br />
einem kleinen Bergdorf in den Dolomiten.<br />
Dort erzeugt er Nudeln, die so hoch<br />
dekorierte Spitzenköche wie etwa Davide<br />
Scabin in Turin, Andrea Berton in Mailand,<br />
Massimo Bottura in Modena und Norbert<br />
Niederkofler in St. Kassian für die beste<br />
Pasta Italiens halten. »Für eine gute Pasta<br />
braucht es ausgewählten Hartweizengrieß<br />
und Wasser«, sagt Felicetti, »und wir haben<br />
hier das beste Wasser der Welt. Es stammt<br />
aus einer Quelle auf zweitausend Meter<br />
Höhe, dazu kommt noch die reine Bergluft.<br />
Voraussetzungen, die unsere Pasta so<br />
einzigartig machen.« Den Hartweizengrieß<br />
kauft Felicetti in Apulien und Kampanien –<br />
vorwiegend aus biologischem Anbau.<br />
Was die getrocknete Pasta betrifft, hat sich<br />
schon im Mittelalter Neapel und sein Umland<br />
als Zentrum der italienischen Pastakultur<br />
etabliert. Das liegt auch daran, dass das<br />
Klima dort für das Trocknen – der heikelste<br />
Teil der Pastaproduktion – am besten<br />
geeignet ist. Je nach Wind und Wetter<br />
müssen die Nudeln mehrmals täglich – oft<br />
auch mitten in der Nacht – an eine andere<br />
Stelle gehängt werden. Denn für die besten<br />
Ergebnisse soll der Teig erst schnell antrocknen<br />
und dann feucht und kühl abhängen –<br />
eine Prozedur, die bei traditionellen Herstellern<br />
zwischen acht Tagen und drei Wochen<br />
dauert. In den großen Fabriken werden die<br />
Nudeln hingegen oft bei mehr als hundert<br />
Grad in wenigen Stunden getrocknet, was<br />
der Qualität keineswegs dienlich ist.<br />
Es gibt aber noch weitere Faktoren, die<br />
die Qualität einer getrockneten Pasta maßgeblich<br />
beeinflussen: exzellenter Grieß und<br />
reines Wasser für den Teig sowie Bronzeformen<br />
und -düsen bei der Verarbeitung.<br />
Der Weizen beziehungsweise Grieß bestimmt,<br />
wie gut die Struktur des Pasta-Teigs<br />
und die Bissfestigkeit des Endprodukts<br />
<<br />
ÖL IM PASTA-WASSER?<br />
Weit verbreitet und auch hartnäckig hält sich<br />
die Theorie, man müsse Öl in das Kochwasser<br />
geben, damit die Nudeln nicht zusammenkleben.<br />
Das ist grundfalsch. Denn ölige Nudeln<br />
vermischen sich später weit weniger gut mit<br />
der Sauce. Also Hände weg von Öl.<br />
Pasta carbonara,<br />
modern interpretiert – in<br />
jedem Fall ohne Obers.<br />
AL DENTE ODER NICHT?<br />
»Pasta secca« muss immer »al dente«<br />
gekocht werden. Sie muss »bissfest« sein,<br />
also nicht zu weich oder gar zerkocht. Das<br />
ist bei »Pasta fresca« oder »Pasta all’uovo«<br />
nicht nötig, die Kochzeit ist hier auch<br />
wesentlich kürzer. Frische Pasta oder Pasta<br />
mit vielen Eiern sollte eher weich sein –<br />
allerdings auch nicht zerkocht.<br />
CARBONARA MIT ODER OHNE OBERS?<br />
Carbonara mit Obers gemacht – ein Irrtum,<br />
der außerhalb Italiens wie ein Kaugummi an<br />
der Schuhsole klebt. Spaghetti carbonara<br />
wird in ganz Italien nur mit Eiern, Guanciale<br />
(ein aus der Schweinebacke oder dem<br />
Schweinenacken hergestellter, luftgetrockneter<br />
Speck) und geriebenem Hartkäse (im<br />
Idealfall Pecorino) gemacht. Man kann<br />
natürlich auch Parmesan und ganz normalen<br />
Speck verwenden. Obers aber hat in einer<br />
Carbonara nichts verloren.<br />
Foto : Shutterstock<br />
128 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Unser Beitrag<br />
zum Klimaziel:<br />
48.000.000 t<br />
weniger CO 2<br />
smart – digital – klimaneutral<br />
Wir stärken mit unseren Kunden den<br />
Wirtschaftsstandort <strong>Österreich</strong> und<br />
erhalten unsere Welt lebenswert.<br />
siemens.at/klimaneutral<br />
Durch unsere Umwelttechnologien haben wir im letzten Jahr unseren Kunden dazu verholfen, 48 Millionen Tonnen CO 2<br />
einzusparen.
gourmet / PASTA UNSER<br />
»Spaghetti bolognese,<br />
bitte!« – »Scusi!?«<br />
Wer das in Italien<br />
bestellt, wird meist<br />
Unverständnis ernten:<br />
Denn Spaghetti sind zu<br />
dünn, Tagliatelle etwa<br />
passen zu der dicken<br />
Sauce viel besser.<br />
TAGLIOLINI<br />
al limone<br />
(für 4 Personen)<br />
<<br />
sind. Das Material der Pressdüsen<br />
wiederum beeinflusst, wie gut sich die<br />
getrocknete Pasta später mit einer Sauce<br />
verbindet. Pasta-Düsen waren ursprünglich<br />
aus Kupfer, mit der zunehmenden Industrialisierung<br />
der Pasta-Produktion im 20. Jahrhundert<br />
wurden sie oft durch billigeres,<br />
pflegeleichteres Teflon ersetzt. Eine folgenschwere<br />
Entscheidung, denn das raue Kupfer<br />
gibt der Pasta eine aufgeraute Oberfläche,<br />
wodurch die Sauce besser haftet. Und das<br />
ist von enormer Bedeutung.<br />
»Bei der Zubereitung einer Pasta ist kein<br />
Schritt so wichtig wie das Wenden in der<br />
Sauce«, schreibt etwa die Köchin und<br />
Kochbuchautorin Marcella Hazan in ihrem<br />
Standardwerk »Die klassische italienische<br />
Küche«. Hazan besteht darauf, dass die<br />
Pasta direkt nach dem Kochen und<br />
Abtropfen in eine vorgewärmte Schüssel<br />
oder Pfanne mit Sauce gekippt und gut<br />
durchmischt wird: »Bis zu diesem Zeitpunkt<br />
sind Pasta und Sauce zwei ganz<br />
verschiedene Dinge. Erst das Wenden<br />
verbindet sie innig. Die Sauce muss jede<br />
Nudel gleichmäßig überziehen, in jede Rille<br />
kriechen und alle Aromen mitnehmen.«<br />
Falsch ist hingegen der Mythos, Pasta<br />
müsse in jeder Menge Wasser gekocht<br />
werden: Harold McGee, Kochkolumnist<br />
der »New York Times« und Autor des<br />
Bestsellers »On Food and Cooking«, hat in<br />
zahlreichen Versuchen bewiesen, dass es<br />
überhaupt keinen Unterschied macht, in<br />
wie viel Wasser die Pasta gart, solange man<br />
sie anfangs ein wenig umrührt, damit sie<br />
nicht verklebt. Und natürlich darf keinesfalls<br />
Öl in das Wasser gegossen werden.<br />
Denn dann vermischt sich die Sauce nicht<br />
mit den öligen Nudeln. Einer der großen<br />
Irrtümer in der Welt der Pasta.<br />
Hartnäckig hält sich auch außerhalb<br />
Italiens der Begriff »Spaghetti bolognese«.<br />
Wer in einem italienischen Restaurant<br />
danach verlangt, wird auf blankes Unverständnis<br />
stoßen. Denn dieses Gericht gibt es<br />
in Italien überhaupt nicht, da die glatten<br />
Spaghetti für eine so reichhaltige Sauce wie<br />
das »Ragù alla bolognese« völlig ungeeignet<br />
sind – denn die Sauce haftet nicht an<br />
den Nudeln. Daher wird das »Ragù alla<br />
bolognese« auch meist mit Tagliatelle<br />
vermischt. Oder es wird gleich mit einer<br />
Bechamelsauce zu Lasagne verarbeitet.<br />
<<br />
ZUTATEN<br />
100 g Butter<br />
2 Biozitronen<br />
125 ml Schlagobers<br />
500 g Tagliolini all’uovo (die Besten, die Sie finden<br />
können)<br />
3 EL Parmigiano Reggiano, gerieben<br />
Salz<br />
schwarzer Pfeffer aus der Mühle<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Die Butter in einer Pfanne bei geringer Hitze<br />
schmelzen lassen. Die Schale der Zitronen hineinreiben,<br />
dabei darauf achten, dass Sie nur die<br />
aromatische, gelbe Schale abreiben, nicht den<br />
weißen Teil – der würde dem Gericht eine unangenehm<br />
bittere Note verleihen. Bei kleinster Hitze<br />
etwas ziehen lassen – es soll keinesfalls brutzeln.<br />
Dann das Obers zugießen, gut verrühren<br />
und von der Hitze nehmen. In einem großen Topf<br />
Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Tagliolini<br />
sehr al dente kochen – sie garen auch nach<br />
dem Abgießen nach. Abgießen und eine Tasse<br />
der Kochflüssigkeit auffangen.<br />
– Die Tagliolini mit der Obers-Butter-Zitronen-Sauce<br />
vermengen, Parmigiano zugeben und<br />
ebenfalls gut vermischen. Die Pasta soll sehr<br />
cremig sein, deshalb nach Bedarf etwas von der<br />
Kochflüssigkeit zugeben, bis die gewünschte saftige<br />
Konsistenz der Sauce erreicht ist. Auf eine<br />
vorgewärmte Servierplatte transferieren, mit<br />
frisch gemahlenem Pfeffer würzen und mit extra<br />
Parmigiano zwecks individuellem Abschmecken<br />
zu Tisch bringen.<br />
Foto: Shutterstock, Stine Christiansen<br />
130 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
BUCHEN SIE ERFOLG<br />
TV · RADIO · DIGITAL
gourmet / PASTA UNSER<br />
DIE BESTEN<br />
PASTA-<br />
PRODUZENTEN<br />
MARCO GIACOSA<br />
Für viele die beste Pasta aus dem Piemont.<br />
Paradeprodukt sind die Tajarin mit 36 Eiern pro<br />
Kilo Mehl, ideal für Pasta mit Trüffel.<br />
Z. B. bei weinco.at<br />
MONOGRANO FELICETTI<br />
Teigwarenfabrik im Nordosten Italiens in<br />
Predazzo, umgeben von den Dolomiten.<br />
Viele Starköche schwören auf diese Pasta.<br />
Z. B. bei foodist.at<br />
PASTA RUMMO<br />
Kultpasta aus Benevento bei Neapel. Aus Hartweizengrieß<br />
mit 14,5 Prozent Proteingehalt<br />
und langsam verarbeitet.<br />
Z. B. bei gourmet-versand.com<br />
DIE PERFEKTE FRISCHE PASTA<br />
(für 2 Personen)<br />
ZUTATEN<br />
120 g Weizenmehl<br />
4 Eigelb<br />
15 ml Milch<br />
Salz<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Alle Zutaten in einer Schüssel mit der Hand so<br />
lange vermischen, bis ein grober Teig entsteht.<br />
Dann auf eine saubere Arbeitsfläche transferieren<br />
und kneten, bis der Teig geschmeidig ist und<br />
nicht klebt. Achtung: Er wird sehr trocken sein<br />
und sich zu Beginn nur schwer formen lassen.<br />
Lassen Sie sich davon nicht abschrecken! Hartnäckigkeit<br />
wird mit herausragender Pasta<br />
belohnt.<br />
– Den Teig in Klarsichtfolie schlagen und im<br />
Kühlschrank eine Stunde rasten lassen.<br />
– Mit der Pastamaschine nach und nach auf die<br />
gewünschte Dicke ausrollen (bei handelsüblichen<br />
Modellen ist das meist Stufe sechs oder<br />
sieben). Dafür auf jeder Stufe mindestens einmal<br />
durchlaufen lassen und so langsam dünner<br />
werden lassen.<br />
– Die fertigen Pasta-Bänder kurz lufttrocknen<br />
lassen – italienische Hausfrauen hängen sie dafür<br />
gern über einen waagrecht zwischen zwei<br />
Stühlen gelegten Besenstiel. Dann in die gewünschte<br />
Form schneiden, etwa Linguine. Am<br />
leichtesten geht das mit dem Schneideaufsatz<br />
der Pasta-Maschine.<br />
– In kochendem Salzwasser etwa zwei Minuten<br />
garen. Mit Sauce nach Wahl vermengen, nach<br />
Bedarf mit etwas von dem zurückbehaltenem<br />
Pasta-Kochwasser zu geschmeidiger Konsistenz<br />
bringen und sofort servieren.<br />
BENEDETTO CAVALIERI<br />
Im 1918 gegründeten Betrieb in Apulien verwendet<br />
man nur Hartweizen aus der Region.<br />
Z. B. bei gustini.at<br />
MANCINI<br />
Kleine Nudelfabrik in den Marken. Den Betrieb<br />
gibt es erst seit 2<strong>01</strong>0. Spezialität des Hauses:<br />
die Mancini Bucatini.<br />
Z. B. bei gourmet-versand.com<br />
MARTELLI<br />
Handgemachte Spaghetti der Familie Martelli<br />
aus der Toskana. Eine Kultpasta.<br />
Z. B. bei nonsolovino.at<br />
PASTIFICIO GENTILE GRAGNANO<br />
Die Gentile Pasta Factory ist einer der historischen<br />
Handwerksbetriebe der Stadt Gragnano.<br />
pastificiogentile.com<br />
SPINOSI<br />
Vincenzo Spinosi gilt in Italien als<br />
König der Eier-Pasta.<br />
Z. B. bei delikatess-express.de<br />
PASTA FAELLA<br />
Die 1907 gegründete Pastificio Faella in<br />
Gragnano ist bis heute in Familienbesitz.<br />
Z. B. bei gourmet-versand.com<br />
DE CECCO<br />
Großer und bekannter Nahrungsmittelhersteller<br />
mit Sitz in Fara San Martino in den Abruzzen.<br />
dececco.com<br />
BARILLA<br />
Einer der größten und bekanntesten<br />
Pasta-Produzenten Italiens.<br />
barilla.com<br />
JA! NATÜRLICH<br />
Gute Qualität für Freunde von Bio-Pasta aus<br />
österreichischem Bio-Getreide.<br />
janatuerlich.at<br />
Fotos: Stockfood<br />
132 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
BURATTI<br />
DER ITALIENSPEZIALIST<br />
Seit fast drei Jahrzehnten steht der Genuss- und Lebensmittelgroßhändler<br />
Buratti südlich von Wien im Dienst der italienischen Gastronomie und trägt<br />
dazu bei, Italien auf den Teller zu bringen.<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
nomen diese ihren Gästen anbieten können.<br />
Die frischen Zutaten für die Füllungen der<br />
Pasta werden dreimal wöchentlich im Lager<br />
in Münchendorf angeliefert und sofort an<br />
die Kunden verteilt. Dies geschieht mit<br />
einer Flotte an Kühl-LKW, um die Kühlkette<br />
nicht zu unterbrechen – ein entscheiden-<br />
Haben Sie sich schon einmal<br />
gefragt, woher die italienische<br />
Gastronomie im Osten <strong>Österreich</strong>s<br />
ihre Ware bezieht? Als<br />
Genuss- und Lebensmittelgroßhändler für<br />
italienische Restaurants hat sich Buratti als<br />
Ziel gesetzt, nur das Beste aus Italien zu<br />
importieren. Gastronomen haben die Möglichkeit,<br />
gute Zutaten zu außergewöhnlichen<br />
Spezialitäten zu veredeln. Durch eine<br />
große Auswahl an Produkten sind der Fantasie<br />
keine Grenzen gesetzt. Egal, ob Pasta<br />
aus reinem Hartweizengrieß oder mit Eiern,<br />
ob trocken, frisch oder tiefgekühlt, gefüllt,<br />
kurz oder lang, ausgefallen oder klassisch,<br />
High Class oder als Mittagsmenü oder einfach<br />
selbst gemacht, Buratti hat die passenden<br />
Produkte, um Ideen in die Realität<br />
umsetzen zu können. Stetige Sortimentserweiterungen<br />
sorgen dafür, dass neue Trends<br />
frühzeitig erkannt werden und die Gastroder<br />
Faktor, wenn es um die Erhaltung der<br />
Qualität der Produkte geht.<br />
EXZELLENTE BERATUNG<br />
Ein hoch qualifiziertes Beraterteam sorgt<br />
dafür, dass der Gast als Mittelpunkt gesehen<br />
wird, damit Pasta im Restaurant mehr<br />
als nur Nahrungsaufnahme ist und das italienische<br />
Lebensgefühl zu jederzeit auch in<br />
<strong>Österreich</strong> genossen werden kann.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
buratti.at & shop.buratti.at<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 133
gourmet / REZEPTE<br />
<strong>Falstaff</strong> Rezept-Newsletter<br />
Rezeptideen kostenlos<br />
via E-Mail erhalten:<br />
falstaff.com/rezept-newsletter<br />
134 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Pasta ist längst nicht mehr<br />
nur etwas für den »kleinen<br />
Italiener ums Eck«. Auch<br />
die hohe Kochkunst findet<br />
Gefallen an Nudeln und<br />
ihren unerschöpflichen<br />
Variationsmöglichkeiten.<br />
Hier drei ganz besonders<br />
gelungene Beispiele.<br />
FOTOS STINE CHRISTIANSEN<br />
KONZEPT & PRODUKTION<br />
THOMAS HOPFERWIESER<br />
FOODSTYLIST GITTE HEIDI<br />
GENUSS<br />
AL<br />
DENTE<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
135
gourmet / REZEPTE<br />
136 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
TORTELLI FATTI IN CASA<br />
Ripieni alla Porchetta Toscana<br />
& Cipolla Rossa al Taurasi<br />
(FÜR 4 PERSONEN)<br />
ZUTATEN FÜR DEN PASTATEIG<br />
150 g glattes Mehl<br />
150 g Durum-Hartweizengrieß<br />
12 Eigelb<br />
2 EL Olivenöl<br />
Salz<br />
ZUBEREITUNG DES PASTATEIGS<br />
– Für den Pastateig alle Zutaten zu einem<br />
kompakten Teig kneten und in Frischhaltefolie<br />
für 30 Minuten rasten lassen.<br />
ZUTATEN FÜR DIE TORTELLI-FÜLLUNG<br />
250 g Porchetta<br />
250 g Prosciutto<br />
250 g Büffelricotta<br />
150 g Parmesan<br />
250 g Mascarpone<br />
Salz<br />
Pfeffer<br />
Cayennepfeffer<br />
Olivenöl<br />
ANRICHTEN<br />
Die Rotweinzwiebeln mittig auf einem Teller<br />
anrichten und die Tortelli darauf platzieren.<br />
FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />
2<strong>01</strong>5 Taurasi »Radici«<br />
Weingut Mastroberardino, Kampanien<br />
Ein wunderbarer Rotwein aus der Provinz<br />
Avellino mit rubinroter Farbe, würzigem<br />
Geschmack und vollmundiger Struktur.<br />
superiore.de, € 28,90<br />
Butter, Eigelb (zum Kochen der Tortelli)<br />
ZUBEREITUNG DER TORTELLI-FÜLLUNG<br />
– Den Porchetta und den Prosciutto für die<br />
Tortelli-Füllung faschieren, mit den restlichen<br />
Zutaten vermengen, abschmecken und kaltstellen.<br />
ZUTATEN FÜR DIE<br />
CIPOLLA ROSSA AL TAURASI<br />
300 g Tropea-Zwiebeln<br />
500 ml Taurasi (Rotwein aus Kampanien)<br />
ZUBEREITUNG DER<br />
CIPOLLA ROSSA AL TAURASI<br />
– Die Tropea-Zwiebeln in feine Streifen schneiden<br />
und in Olivenöl bei niedriger Hitze glasieren. Nach<br />
und nach mit dem Rotwein ablöschen und zur<br />
Gänze reduzieren.<br />
ZUBEREITUNG DER TORTELLI<br />
– Den Teig mit einer Nudelmaschine dünn ausrollen,<br />
rund ausstechen und mit etwas Eigelb<br />
bestreichen.<br />
– Nun die Füllung mittig platzieren und die Tortelli<br />
formen.<br />
– Die Tortelli in reichlich Salzwasser kochen<br />
und anschließend in Butter sowie etwas Pastawasser<br />
schwenken.<br />
Rezept von Christoph Brunnhuber, Restaurant<br />
»Fabios«, Wien; <strong>Österreich</strong><br />
Im »Fabios« gilt Christoph Brunnhuber als<br />
Koch der ersten Stunde. Nach kurzem Zwischenstopp<br />
im Restaurant »Artner am Franziskanerplatz«<br />
kehrte er ins »Fabios« zurück und begeistert<br />
die Gäste seit eh und je mit hervorragend<br />
guter und leichter italienischer Küche. Besonders<br />
seine Pasta- und Risottokreationen sind in aller<br />
Munde. Das »Fabios« gilt daher nicht umsonst<br />
als eine der besten Adressen für Liebhaber italienischer<br />
Küche in <strong>Österreich</strong>.<br />
Foto: Stefan Gergely<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
137
gourmet / REZEPTE<br />
SPAGHETTI CHITARRA<br />
mit Melanzani, Datterini-Tomaten<br />
und Burrata<br />
(FÜR 4 PERSONEN)<br />
ZUTATEN FÜR DEN CHITARRATEIG<br />
500 g Mehl »Tipo 00«<br />
5 Eier<br />
ZUBEREITUNG DES CHITARRATEIGS<br />
– Das Mehl und die Eier von Hand circa fünf Minuten<br />
lang zu einem Teig kneten.<br />
– Nun den Teig für 30 Minuten mit Klarsichtfolie<br />
zugedeckt ruhen lassen.<br />
– Anschließend den Teig mit einer Pastamaschine<br />
oder einem Nudelholz dünn ausrollen.<br />
– Den Teig danach in dünne Streifen schneiden.<br />
(Klassisch werden die Spaghetti Chitarra mit<br />
einem gitarrenähnlichen Pastaschneider hergestellt.)<br />
FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />
2<strong>01</strong>9 Scalabrone, Tenuta Guado al Tasso<br />
Ein Wein für einen ganzen Abend: Antinoris<br />
Scalabrone aus dem toskanischen Weinmekka<br />
Bolgheri passt sowohl als Aperitivo als auch zum<br />
anschließenden Pasta-Schmaus. Duftet herrlich<br />
nach Himbeeren. Im Gaumen kraftvoll und doch<br />
erfrischend.<br />
vinorama.at, € 16,60<br />
ZUTATEN FÜR DIE SAUCE<br />
1 Melanzani, in Würfel geschnitten<br />
Sonnenblumenöl<br />
400 g Datterini-Tomaten, halbiert<br />
100 g Olivenöl<br />
½ Knoblauchzehe, gehackt<br />
200 g Tomatensauce<br />
20 g Basilikum, gehackt<br />
5 g Minze, gehackt<br />
100 g Parmesan, gerieben<br />
ZUBEREITUNG DER SAUCE<br />
– Die Melanzani in Sonnenblumenöl goldgelb<br />
frittieren, abtropfen und beiseitestellen.<br />
– Nun die Datterini-Tomaten in Olivenöl anbraten,<br />
den Knoblauch dazugeben und kurz mitbraten.<br />
– Jetzt die Tomatensauce beigeben und aufkochen.<br />
– Die Spaghetti Chitarra in Salzwasser kochen und<br />
mit der Sauce vermischen.<br />
– Die frittierte Melanzani sowie die gehackten<br />
Kräuter dazugeben.<br />
– Zum Schluss den geriebenen Parmesan daruntermischen.<br />
ZUTATEN FÜR DAS ANRICHTEN<br />
2 Stück Burrata<br />
ANRICHTEN<br />
Die Spaghetti Chitarra auf einem Teller anrichten<br />
und jeweils mit einem halben Stück Burrata<br />
belegen.<br />
Rezept von Federico Pinelli,<br />
Restaurant »Più«, Zürich und Bern; Schweiz<br />
Die drei »Più«-Restaurants in Zürich und<br />
Bern sind weit mehr als einfache Pizzerien.<br />
Executive Chef Federico Pinelli begeistert hier<br />
seine Gäste mit kreativen italienischen Gerichten.<br />
Geboren in Verona, verbrachte Pinelli fünf Jahre<br />
beim Schweizer Starkoch Anton Mosimann in<br />
London, ehe er in die Schweiz ging.<br />
138 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Foto: beigestellt<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
139
gourmet / REZEPTE<br />
140 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
SIZILIANISCHE MACCHERONI<br />
con le sarde<br />
(FÜR 4 PERSONEN)<br />
ZUTATEN FÜR DEN TEIG<br />
150 g Hartweizenmehl<br />
50 g Weizenmehl<br />
1 Prise Salz<br />
2 Eier<br />
ca. 50 ml Wasser<br />
ZUBEREITUNG DES TEIGS<br />
– Alle Zutaten vermengen und 20 Minuten lang zu<br />
einem Teig verkneten.<br />
– Wenn die Konsistenz zu trocken ist, tropfenweise<br />
Wasser hinzugeben.<br />
– Den Teig mit Klarsichtfolie abdecken und mindestens<br />
2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.<br />
ZUBEREITUNG DER MACCHERONI<br />
– Walnussgroße Teigportionen mit den Händen zu<br />
kleinfingerdicken Würsten rollen.<br />
– Diese in 1 cm lange Stücke schneiden.<br />
– Jeweils eines dieser kleinen Stücke Teig von der<br />
Mitte nach außen um einen dünnen Strohhalm<br />
(bekommt man im Bas telladen) rollen, bis die<br />
einzelnen Maccheroni eine ungefähre Länge von<br />
20 cm haben. (Das Teigstück parallel zum Strohhalm<br />
legen und beide gemeinsam hin und her<br />
rollen, dabei gerät der Halm in die Nudelmasse.)<br />
– Dann den Strohhalm vorsichtig herausziehen.<br />
– Auf diese Weise alle Teigstücke ausrollen.<br />
– Während des gesamten Bearbeitens den Teig<br />
immer wieder mit etwas Mehl bestreuen.<br />
ZUTATEN FÜR DIE SARDINEN<br />
(PASTE UND FILETS)<br />
250 g frische Sardinen, filetiert<br />
100 g weiße Zwiebeln, gewürfelt<br />
150 ml Weißwein<br />
3 g Rosinen, erst in Weißwein einweichen<br />
und dann hacken<br />
15 Safranfäden<br />
Meersalz<br />
40 ml Olivenöl, extra vergine<br />
schwarzer Pfeffer<br />
30 g frisches Wildfenchelgrün<br />
20 Pinienkerne<br />
20 g Paniermehl<br />
30 ml Zitronen-Olivenöl<br />
einige Tropfen Zitronensaft<br />
ZUBEREITUNG DER SARDINEN<br />
(PASTE UND FILETS)<br />
– Die Sardinenfilets 30 Minuten unter laufendem<br />
Wasser wässern.<br />
– Die Zwiebeln in etwas Olivenöl langsam<br />
anschwitzen.<br />
– Nach einigen Minuten mit Weißwein ablöschen.<br />
– Nun die Rosinen und den Safran hinzugeben und<br />
alles mit Deckel bei geringer Hitze schmoren.<br />
– Wenn der Weißwein sich mit den anderen<br />
Zutaten verbunden hat, die Sardinenfilets (bis<br />
auf vier Stück) hinzugeben und mit Salz abschmecken.<br />
Rezept von Anna Sgroi, Restaurant<br />
»Anna Sgroi«, Hamburg; Deutschland<br />
Geboren in Sizilien und aufgewachsen in Mailand,<br />
machte Anna Sgroi vor über 25 Jahren ihre<br />
Leiden schaft zum Beruf. Seit 2<strong>01</strong>3 bringt sie in<br />
ihrem Hamburger Restaurant »Anna Sgroi«<br />
regionale Kochtraditionen aus ihrer italienischen<br />
Heimat zum Ausdruck. Die Hauptrolle spielen<br />
hier zweifelsohne die Produkte, aus denen<br />
hervorragende italienische Gerichte gezaubert<br />
werden. Lernen durfte sie unter anderem vom<br />
Mailänder 3-Sterne-Koch Gualtiero Marchesi.<br />
– Das Ganze bei starker Hitze 5 Minuten lang<br />
kochen, immer wieder umrühren.<br />
– Anschließend 25 ml Olivenöl hinzugeben und die<br />
Mischung mit dem Stabmixer pürieren.<br />
– Zum Schluss mit Pfeffer abschmecken und<br />
warmhalten.<br />
– Das Fenchelgrün in einen Pastatopf geben.<br />
– In kochendem Salzwasser blanchieren, danach<br />
fein schneiden und unter die Sardinenmasse<br />
mischen.<br />
– Währenddessen die Pinienkerne ohne Fett in<br />
einer kleinen Pfanne golden rösten.<br />
– In einer weiteren Pfanne das Paniermehl in etwas<br />
Olivenöl unter ständigem Rühren bei geringer<br />
Hitze golden rösten.<br />
– Die übrigen vier Sardinenfilets einseitig (die Seite<br />
ohne Haut) ganz kurz anbraten.<br />
FERTIGSTELLEN<br />
– In demselben Wasser, in dem das Fenchelgrün<br />
blanchiert wurde, die Maccheroni 20 Minuten<br />
kochen.<br />
– Die Nudeln direkt aus dem Wasser in die Sardinenmasse<br />
geben.<br />
– Das Zitronenöl und den Zitronensaft unterrühren.<br />
ANRICHTEN<br />
Die Pasta auf vier Tellern anrichten. Je ein Sardinenfilet<br />
darauflegen und das Paniermehl sowie die<br />
Pinienkerne darüber verteilen.<br />
TIPP<br />
Falls kein Wildfenchelgrün verfügbar ist:<br />
Fenchelsamen im Mörser zerkleinern. Direkt<br />
mit den Zwiebeln einkochen und später etwas<br />
gehackte Petersilie unterrühren.<br />
FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />
2<strong>01</strong>8 Biancosesto La Tunella<br />
Friaul<br />
Der 2<strong>01</strong>8er-Biancosesto wirkt im Vergleich zu seinen<br />
Vorgängern durch seine dezent betonte Säure<br />
belebter und schlanker, ohne seinen prägnanten<br />
Charakter zu verlieren. Frucht, Mineralität und<br />
Säure sind in ausgewogener Balance.<br />
vinorama.at, € 24,90<br />
Foto: beigestellt<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
141
gourmet / PASTA-ACCESSOIRES<br />
Saucenkelle<br />
Großzügig Sugo<br />
über dampfende<br />
Pasta geben, daran<br />
hat wohl jeder<br />
Genießer Freude. Der<br />
Schüttrand vermeidet<br />
lästiges Tropfen.<br />
roesle.com, € 22,95<br />
Nudelholz<br />
Ein hochwertiges Multitalent für<br />
die Küche, das es in verschiedenen<br />
Längen gibt.<br />
isenberg-rollholz.de<br />
ab € 59,–<br />
Pastalöffel<br />
Für den perfekten<br />
Genuss sollte man<br />
die Pasta aus dem<br />
kochenden Wasser<br />
direkt in die Sauce<br />
heben, dafür braucht<br />
man dieses Werkzeug.<br />
Ein Schuss<br />
Nudelwasser dazu,<br />
und voilà!<br />
wmf.com, € 24,99<br />
Nudeltrockner<br />
Gemischt, gewalzt, geschnitten – wer so<br />
weit gekommen ist mit seinem Nudelteig,<br />
sollte den letzten Schritt der Pastaproduktion<br />
nicht vernachlässigen: An diesem Ständer<br />
trocknen die Nudeln sicher und zuverlässig,<br />
bis sie endlich ins kochende Wasser<br />
kommen. kitchenaid.de, € 50,–<br />
FAST WIE<br />
BEI NONNA<br />
Wenig schweißt so zusammen, wie gemeinsam<br />
köstliche Pasta zu kochen und diese womöglich sogar<br />
selbst zu machen. Dafür braucht es das passende Zubehör,<br />
das wir hier zusammengestellt haben.<br />
Küchenmaschine »Chef Titanium«<br />
Zugegeben, sie nur für Nudelteig zu<br />
nutzen, wäre schade. Aber dafür eignet<br />
sie sich eben auch sehr gut. Wer viel<br />
Zeit in der Küche verbringt, wird<br />
die hochwertige Maschine bald<br />
nicht mehr missen wollen.<br />
kenwoodworld.com, € 1119,–<br />
Pastatopf »Multi Star«<br />
Wasser und reichlich Salz:<br />
Mehr braucht es nicht für die<br />
optimale Zubereitung von<br />
Nudeln aller Art. Das Multitalent<br />
von Fissler besticht<br />
durch sein integriertes Sieb<br />
und lässt sich auf Induktions-,<br />
Gas- und Ceranfeldherden<br />
gleichermaßen gut einsetzen.<br />
fissler.com, € 249,–<br />
Fotos: beigestellt<br />
142 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Flotte Lotte<br />
Ein Stabmixer wird heutzutage für so vieles genutzt, zu Recht.<br />
Doch um selbst Tomaten zu passieren, kommt man an diesem<br />
Helfer nicht vorbei – und die Ergebnisse sind nicht zu<br />
vergleichen mit denen eines Mixers. gefu.com, € 55,–<br />
Saucentopf<br />
Zwei junge Firmengründer<br />
haben jede Menge<br />
Herzblut und Arbeit in -<br />
ves tiert, um langlebiges<br />
Kochgeschirr zu entwickeln.<br />
Herausgekommen<br />
ist die edle Olav-Serie<br />
mit Kupferkern. Der Topf<br />
mit 26 cm Durchmesser<br />
eignet sich exzellent für<br />
große Mengen an Sauce.<br />
myolav.com, € 165,–<br />
Nudelmaschine<br />
Pastasorten selbst zu<br />
machen, etwa köstliche<br />
Fettuccine, das kommt<br />
fast schon Meditation<br />
nahe. Man braucht<br />
Geduld und eine<br />
gewisse Fingerfertigkeit<br />
– und natürlich gutes<br />
Equipment wie die<br />
bewährte Atlas 150.<br />
marcato.it, € 79,–<br />
Parmesanreibe Bari 2.0<br />
Etliche Pastagerichte<br />
bekommen durch geriebenen<br />
Parmigiano einen<br />
willkommenen Umami-<br />
Kick, der den Ge schmack<br />
nochmals verbessert. Die<br />
Reibe aus Nussbaumholz<br />
überzeugt mit Schärfe<br />
und edlem Design.<br />
raumconceptstore.com<br />
€ 148,–<br />
Ravioli-Stempel »65«<br />
Mit den handgemach -<br />
ten Stempeln »made<br />
in Italy« lassen sich<br />
mundgerechte Ravioli<br />
(Durchmesser 6,5 cm)<br />
etwas leichter her -<br />
stellen als mit dem<br />
sonst üblichen Rad.<br />
lagondola.it, € 57,30<br />
Gourmet-Seiher, 24 cm Durchmesser<br />
Mit einem Schwung das Pastawasser abgießen –<br />
geht perfekt mit diesem Sieb. Aber nicht vergessen,<br />
etwas aufzufangen – das stärkehaltige Wasser verbessert<br />
jede Sauce. wmf.com, € 39,99<br />
Hobel<br />
Ein scharfer Gemüsehobel ist ein<br />
Must-have für die Küche. Mit diesem<br />
Exemplar lässt sich auch gereifter<br />
Parmesan mühelos über die Pasta hobeln.<br />
microplane-brandshop.com, € 34,95<br />
Spiralschneider steingrau/weiß<br />
Wer sagt, dass Nudeln immer aus Teig sein müssen? Hin und<br />
wieder einen Teller Zoodles sollte sich jeder Genießer gönnen,<br />
und dieses Gerät erspart die Schneidearbeit der Zucchini.<br />
lurch.de, € 34,95<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
143
gourmet / GRANA & CO.<br />
HART<br />
IM<br />
NEHMEN<br />
Geriebener italienischer Hartkäse gehört zu<br />
den meisten Pasta-Gerichten wie das Kolosseum<br />
zu Rom. Doch es muss nicht immer nur<br />
Parmigiano Reggiano sein. In Italien werden<br />
seit jeher auch andere Hartkäsesorten<br />
für die Pasta-Küche verwendet.<br />
TEXT HERBERT HACKER<br />
Er ist nicht nur der berühmteste<br />
Hartkäse der Welt, er wird<br />
auch so häufig wie kein<br />
anderer über alle möglichen<br />
Pasta-Gerichte gerieben: der<br />
Parmigiano Reggiano aus Kuhmilch, ein<br />
Paradekäse der italienischen Nudelküche.<br />
Nicht minder geeignet für Pasta-Gerichte<br />
sind die bekannten Hartkäsesorten Grana<br />
Padano aus der Po-Ebene, der Trentingrana<br />
aus dem Trentino und der aus Schafmilch<br />
produzierte Pecorino aus verschiedenen<br />
Regionen Italiens.<br />
Als Reibkäse geeignet sind aber auch<br />
noch einige andere, deutlich exotischere<br />
Sorten wie etwa der Carmasciano aus<br />
Schafmilch aus Kampanien oder der<br />
Caprino a latte crudo aus Ziegenmilch aus<br />
Sardinien. Käsesorten wie diese sind<br />
außerhalb Italiens weit weniger verbreitet<br />
und werden oft nur in ganz speziellen<br />
Regionen verwendet. Die italienische Küche<br />
ist insgesamt regional sehr unterschiedlich,<br />
mitunter sogar von Dorf zu Dorf verschieden.<br />
Da werden auch beim Käse für die<br />
Pasta je nach Rezept Unterschiede gemacht.<br />
DIE KÄSE-KLASSIKER<br />
Der Parmigiano Reggiano ist eindeutig der<br />
König unter den italienischen Käsesorten.<br />
Er darf laut den DOP-Vorschriften nur in<br />
den Provinzen Parma, Reggio Emilia,<br />
Modena und Bologna sowie westlich des<br />
Reno und östlich des Po produziert werden.<br />
Die Herstellung wird durch das Consorzio<br />
del Formaggio Parmigiano Reggiano<br />
überwacht. Insgesamt sind es 330 Molkereien<br />
mit mehr als 2800 Milchproduzenten,<br />
die zusammen rund 3,7 Millionen Laibe im<br />
Jahr herstellen.<br />
Obwohl die Produktion denkbar<br />
aufwendig ist, hat die Herstellungsmethode<br />
eine jahrhundertelange Tradition. Historische<br />
Quellen aus Benediktiner- und<br />
Zisterzienserklöstern in Parma belegen,<br />
dass der Hartkäse seit rund 900 Jahren in<br />
nahezu unveränderter Form hergestellt<br />
wird. Für einen echten Parmigiano<br />
<<br />
Foto: Shutterstock<br />
144 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Parmigiano Reggiano ist<br />
zweifellos der bekannteste<br />
Pasta-Begleiter. Vor allem<br />
im Süden Italiens gibt es<br />
aber auch wunderbare<br />
Abwechslung zu Italiens<br />
Käse-Klassiker.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
145
gourmet / GRANA & CO.<br />
<<br />
Reggiano wird ausschließlich Kuhmilch,<br />
natürliches Lab und Salz verwendet. Pro<br />
Laib sind nicht weniger als 550 Liter Milch<br />
erforderlich.<br />
In der Käserei lässt man die Milch einige<br />
Zeit stehen, damit der Rahm abgeschöpft<br />
werden kann. Dann gibt man zu der<br />
entfetteten Milch frisch gemolkene<br />
Vollmilch. Das Gemisch wird auf 33 Grad<br />
Celsius erwärmt, erst dann rührt der<br />
Käsemeister Lab aus Kälbermägen hinein.<br />
Die Milch gerinnt und wird mit einer<br />
runden Käseharfe in viele kleine Körner<br />
geteilt. Daher auch die Bezeichnung<br />
»grana« (Korn). Je kleiner die Körner,<br />
desto härter wird später der Käse.<br />
Die Qualität und der Geschmack hängen<br />
aber auch von der Reifedauer ab,<br />
maximal sind es 72 Monate,<br />
sehr junger Parmesan ist<br />
weniger als 18 Monate<br />
gereift.<br />
Der Grana Padano<br />
unterscheidet sich<br />
äußerlich und<br />
produktionstechnisch<br />
nur wenig<br />
von einem Parmigiano<br />
Reggiano, nur<br />
das Herkunftsgebiet<br />
ist ein gänzlich anderes.<br />
ECHTER PARMESAN<br />
UND GRANA<br />
UNTERSCHEIDEN SICH<br />
VOR ALLEM DURCH DAS<br />
HERKUNFTSGEBIET,<br />
MANCHMAL ABER AUCH<br />
DURCH DIE REIFEZEIT.<br />
Grana Padano wird fast in der ganzen<br />
Po-Ebene – bis nach Trient – hergestellt.<br />
Über den Ursprung dieses Käses streiten<br />
sich bis heute die Städte Lodi und Codogno.<br />
Der Grana Padano ist ein typischer<br />
Reibkäse mit einem eindeutigen, aber<br />
niemals zu pikanten Geschmack. Seine<br />
Reifezeit beträgt dementsprechend auch<br />
nur zwölf bis 36 Monate.<br />
Der Trentingrana gehört ebenfalls zur<br />
»Grana-Familie«, stammt aber aus dem<br />
Trentino. Auch er wird vom Aufsichtsverband<br />
der Grana-Käse kontrolliert, darf aber<br />
den auf der Rinde eingeprägten Schriftzug<br />
»Trentino« verwenden. Das ist eine<br />
Garantie für die regionale Erzeugung, die<br />
Herstellungsmethode ist aber nicht viel<br />
anders als bei einem Grana Padano.<br />
Never change<br />
a winning cheese:<br />
Seit dem Hochmittelalter<br />
hat sich die Herstellung<br />
von Parmesan im<br />
Wesentlichen nicht verändert.<br />
Fotos: LINDAVUKAJ, CARLO GUTTADAURO, Shutterstock, StockFood/Pizzochero, Franco<br />
146 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Was dem Norden Italiens<br />
der Grana, das ist den<br />
südlicheren Regionen<br />
der Pecorino – nur echt,<br />
wenn er ohne Kuhmilch<br />
auskommt.<br />
Zu den klassischen und auch<br />
außerhalb Italiens bekannten<br />
Hartkäsen zählt auch der<br />
Pecorino aus Schafmilch. Diese<br />
Hartkäsespezialität gibt es in<br />
verschiedenen Regionen, die<br />
bekanntesten Varianten sind<br />
Pecorino Romano, Pecorino Sardo,<br />
Pecorino Siciliano und Pecorino Toscano.<br />
Der Pecorino Romano stammt ursprünglich<br />
aus dem Latium, wobei die Herstellungsmethode<br />
im Laufe der Zeit auch an<br />
andere Regionen weitergegeben wurde.<br />
Pecorino Romano wird auch in Sardinien<br />
und Sizilien produziert, weshalb die<br />
Bezeichnung »Romano« mehr ein Hinweis<br />
auf die Machart ist. Pecorino wird grundsätzlich<br />
aus Rohmilch hergestellt, wobei<br />
das Lab aus Zicklein- und Lammmägen zu<br />
der erwärmten Milch gegeben wird. Bei<br />
manchen billigeren Käsen wird auch<br />
Kuhmilch beigemischt, reine Schafmilch-<br />
Versionen erkennt man an der Bezeichnung<br />
»tutto di latte di pecora«. Der eigentliche,<br />
sardische Pecorino, wird allerdings unter der<br />
Bezeichnung Pecorino Sardo gehandelt.<br />
<<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
147
gourmet / GRANA & CO.<br />
umfasst die gesamte Pecorino-Produktion in<br />
der Toskana, wobei die Käse-Varianten sehr<br />
unterschiedlich sind, unter anderem aufgrund<br />
der jeweiligen lokalen Bedingungen,<br />
aber auch wegen der verwendeten Milchsorten<br />
und Herstellungsverfahren.<br />
SPEZIELLES FÜR EINGEWEIHTE<br />
Zu den unbekannteren Spezialitäten<br />
gehören Sorten wie der Caprino a latte<br />
crudo, ein aus roher Ziegenmilch hergestellter<br />
Hartkäse aus Sardinien. Der würzige<br />
Käse ist nicht nur auf der Insel sehr beliebt,<br />
auch außerhalb Sardiniens wird er gerne<br />
über diverse Pasta-Gerichte gerieben.<br />
Zu den Hartkäsesorten mit stark pikantem<br />
Aroma, die man außerhalb Italiens<br />
weniger kennt, zählt auch der Pecorino<br />
Bagnolese, eine Pecorino-Variante aus<br />
Kampanien. Er reift mehrere Jahre und ist<br />
nicht nur als Reibkäse für Nudelgerichte<br />
ideal, sondern passt als Käsedelikatesse<br />
auch bestens zu kräftigen Rotweinen.<br />
Aus Kampanien stammt schließlich auch<br />
der Carmasciano, ein Hartkäse mit<br />
durchdringend intensivem Geruch und<br />
überaus pikantem Geschmack. Länger<br />
gereifte Varianten werden in der Region<br />
gerne als Reibkäse verwendet. Doch dafür<br />
ist Fingerspitzengefühl notwendig: Der<br />
Carmasciano ist mitunter ziemlich intensiv<br />
und kann eine Pasta mit einem etwas<br />
zarteren Sugo auch völlig ruinieren. Bei<br />
richtiger Dosierung allerdings kann er zur<br />
Krönung des Gerichts werden. <<br />
<<br />
Sardinien hat einen riesigen Schafbestand<br />
von über sieben Millionen Tieren. Der<br />
Großteil der Milch wird für den Pecorino<br />
Sardo verwendet. Es gibt ihn in einer milden<br />
und in einer gereiften Version. Nur der<br />
Gereifte eignet sich als Reibkäse.<br />
Der Pecorino Siciliano hat eine lange<br />
Geschichte, die bis in die Zeit der griechischen<br />
Antike zurückreicht. Die besten<br />
Qualitäten müssen mindestens vier Monate<br />
reifen, man erkennt den Pecorino Siciliano<br />
auch an den beigemischten ganzen Pfefferkörnern.<br />
Er wird in Sizilien meist für<br />
Pasta-Gerichte wie »Maccheroni al sugo«<br />
oder »Bucatini alla contadina« verwendet.<br />
Bleibt noch die toskanische Variante des<br />
Pecorino. Die Bezeichnung Pecorino Toscano<br />
Die Pfefferkörner im<br />
Pecorino weisen ihn<br />
als Sizilianer aus,<br />
dessen kulinarische<br />
Wurzeln bis in die<br />
Antike reichen.<br />
Foto: Stockfood Karte: Stefanie Hilgarth<br />
148 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
gourmet / DIE BESTEN ITALIENER<br />
Noch nie gab es in <strong>Österreich</strong><br />
so viele tolle italienische<br />
Restaurants. Die meisten<br />
davon findet man in Wien,<br />
aber auch die Bundesländer<br />
holen auf. <strong>Falstaff</strong> stellt<br />
die Top-Betriebe mit<br />
authentischer Küche<br />
und dem Quäntchen<br />
Italianità vor.<br />
TEXT HERBERT HACKER<br />
BEST OF …<br />
CUCINA<br />
ITALIANA<br />
Fotos: Fabios<br />
150 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
K<br />
urrentgasse 12 in Wien 1. An<br />
dieser feinen Adresse direkt<br />
beim Judenplatz hat sich in<br />
grauer Vorzeit ein italienischer<br />
Padrone einen Namen gemacht:<br />
Celestino Conte galt in den 1980er-Jahren als<br />
Pionier der italienischen Küche in Wien. Sein<br />
Lokal »Da Conte« wurde zu einer Institution,<br />
lange Jahre traf sich hier eine Hautevolee aus<br />
Politik und Wirtschaft, um mehr oder weniger<br />
gelungene Cucina Italiana zu genießen.<br />
Einige Jahrzehnte später wird in der Kur -<br />
rent gasse wieder italienisch gekocht – und das<br />
besser denn je. Stilistisch lässt der jetzige<br />
Inhaber Piero Corapi in seinem Ristorante<br />
»Mangia e Ridi« (»Essen und Lachen«)<br />
klassische süditalienische Gerichte auffahren<br />
und bietet damit eine traditionelle Küche von<br />
erfrischend guter Qualität.<br />
Das »Mangia e Ridi« ist einer der neueren<br />
Italiener in Wien, die großartige Küche – und<br />
damit auch großartige Pasta-Gerichte – auftischen,<br />
so wie auch das »La No« in der<br />
Annagasse in der Inneren Stadt. Der aus der<br />
Toskana stammende Mario Lorenzetti bietet<br />
hier eine toskanische Küche, wie es sie kaum<br />
anderswo im Land gibt: Top-Qualität bei den<br />
Produkten, anspruchsvoll bei der Zubereitung.<br />
Restaurants wie diese gibt es hierzulande<br />
mittlerweile mehr denn je. Das war aber nicht<br />
immer so. In den Achtzigern, als noch das »Da<br />
Conte« in Sachen italienischer Küche Pionierarbeit<br />
leistete, hatte es bestenfalls mit der<br />
»Grotta Azzurra« hinter dem Kunsthistorischen<br />
Museum ernsthafte Konkurrenz. Die<br />
meisten anderen Italiener in <strong>Österreich</strong> fielen<br />
eher ins Segment »Pizzeria ums Eck«.<br />
Mehr als ein Jahrzehnt später stiegen dann<br />
Edel-Italiener wie das ehemalige »Novelli«, die<br />
»Cantinetta Antinori« und das »Fabios« in<br />
den Ring. Zwischen »Novelli« und »Fabios«<br />
entstand ein regelrechter Wettkampf, aus dem<br />
das »Fabios« des Mailänder Padrone Fabio<br />
Giacobello als Sieger hervorging. Es ist bis<br />
heute das von der Gourmetkritik höchstbewertete<br />
italienische Restaurant in <strong>Österreich</strong>.<br />
Zwar gibt es mittlerweile auch in den<br />
Bundesländern weit mehr italienische Lokale<br />
als früher, Wien aber hatte immer schon die<br />
meisten Adressen für eine anspruchsvolle Cucina<br />
Italiana – für eine Millionenstadt nicht<br />
sonderlich überraschend.<br />
Im Folgenden stellen wir jene italienischen<br />
Feinschmeckerlokale aus ganz <strong>Österreich</strong> vor,<br />
die 2020 im <strong>Falstaff</strong> Restaurantguide die<br />
höchsten Bewertungen erhalten haben.<br />
<<br />
FABIOS<br />
Ein seit fast 20 Jahren stets bis auf<br />
den letzten Platz ausgebuchtes<br />
Restaurant mit toller Bar. Fabio<br />
Giacobello hat an dieser Adresse in der<br />
Wiener Innenstadt Restaurantgeschichte<br />
geschrieben. Das »Fabios« gilt seit Jahren<br />
als bestes italienisches Lokal des<br />
Landes, obwohl mit dem genialen Christoph<br />
Brunnhuber ein <strong>Österreich</strong>er am<br />
Herd steht. Hier wird in jeder Hinsicht<br />
Perfektion geboten, was auch die Wiener<br />
Gesellschaft zu schätzen weiß.<br />
1<strong>01</strong>0 Wien, Tuchlauben 4–6<br />
T: +43 1 5322222, fabios.at<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
46 von 50<br />
19 von 20<br />
18 von 20<br />
10 von 10<br />
93 von 100<br />
95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
151
gourmet / DIE BESTEN ITALIENER<br />
CUCINA CIPRIANO<br />
Der talentierte Koch Andrea Cipriano<br />
aus Grado und seine Partnerin<br />
Carmela aus Neapel zelebrieren<br />
hier eine fantasievolle Fischküche, wie sie<br />
selten ist: Meeresfrüchte und Fischspezialitäten<br />
– von Austern bis zum Wolfsbarsch –<br />
in Top-Qualität und mit beeindruckendem<br />
Können zubereitet.<br />
1060 Wien, Aegidigasse 15<br />
T: +43 660 1647608, cucinacipriano.at<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
45 von 50<br />
17 von 20<br />
16 von 20<br />
8 von 10<br />
86 von 100<br />
MATERIA<br />
PAN E VIN<br />
In dem kleinen Souterrainlokal wird<br />
herrlich unkonventionell gekocht.<br />
Im »Materia« (Untertitel: »cucina<br />
essenziale«) steht Stefano Patelli am<br />
Herd, an seiner Seite im Service agiert<br />
Francesca De Rossi. Beide kommen aus<br />
Rom. Patelli, kulinarisch sozialisiert im<br />
Süden Italiens, interpretiert hier die italienische<br />
Küche modern und spannend.<br />
1080 Wien, Tigergasse 31<br />
T: +43 1 4026916<br />
materia.restaurant<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
46 von 50<br />
18 von 20<br />
16 von 20<br />
8 von 10<br />
88 von 100<br />
OSTERIA D’ATRI<br />
E<br />
in paar Stufen hinunter, und man<br />
steht in einem charmanten, aber<br />
winzigen Ristorante, für das die<br />
Bezeichnung Osteria etwas tiefgestapelt ist.<br />
Hier wird nämlich wirklich anspruchsvoll<br />
gekocht, nach dem Vorbild der Küche<br />
Apuliens mit Schwerpunkt Fisch. Dazu gibt<br />
es eine ordentliche Weinauswahl.<br />
1<strong>01</strong>0 Wien, Schauflergasse 4<br />
T: +43 1 5354804, datri.at<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
45 von 50<br />
18 von 20<br />
17 von 20<br />
8 von 10<br />
88 von 100<br />
Zentral gelegenes Restaurant mit<br />
einer seit Jahren konstant guten<br />
Küchenleistung. Die Einrichtung ist<br />
gediegen, die Produktqualität hoch. Eine<br />
verlässliche Adresse für all das, was eine<br />
gute und klassische italienische Küche ausmacht.<br />
Dazu eine umfangreiche Weinkarte.<br />
5020 Salzburg, Gstättengasse 1<br />
T: +43 662 844666, panevin.at<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
45 von 50<br />
17 von 20<br />
17 von 20<br />
8 von 10<br />
87 von 100<br />
Fotos: DÍNTINO, beigestellt<br />
152 falstaff feb–mär <strong>2021</strong><br />
95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte
DIE INNOVATIVSTE ART<br />
KAFFEE ZU MACHEN.<br />
DAS ERSTE ELEKTRISCHE POUR OVER SYSTEM<br />
MIT INTEGRIERTER MÜHLE MACHT KAFFEE<br />
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gourmet / DIE BESTEN ITALIENER<br />
CANTINETTA<br />
ANTINORI<br />
Im ehrwürdigen Ambiente der<br />
»Cantinetta« werden seit ewigen<br />
Zeiten Klassiker der toskanischen<br />
Küche auf luxuriöse Weise interpretiert.<br />
Eine durch und durch verlässliche Adresse.<br />
Der Keller des Hauses bietet natürlich ein<br />
konkurrenzloses Angebot an hauseigenen<br />
Antinori-Weinen.<br />
1<strong>01</strong>0 Wien, Jasomirgottstraße 3–5<br />
T: +43 1 5337722<br />
cantinettaantinori-vienna.at<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
44 von 50<br />
17 von 20<br />
17 von 20<br />
8 von 10<br />
86 von 100<br />
ROSSO DI<br />
ACQUA E SOLE<br />
IL MELOGRANO<br />
In diesem modern eingerichteten<br />
Ristorante in einer verträumten<br />
kleinen Gasse der Wiener Innenstadt<br />
serviert die Familie d’Atri noble<br />
Pasta-, Fleisch- und Fischgerichte der<br />
klassischen italienischen Art. Von<br />
Austern bis Chateaubriand, von Calamari<br />
fritti bis Linguine mit Scampi, die<br />
Produkte sind stets von ausgesuchter<br />
Qualität. Das hat natürlich auch seinen<br />
Preis.<br />
1<strong>01</strong>0 Wien, Blumenstockgasse 5<br />
T: +43 1 5127784, ilmelograno.at<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
45 von 50<br />
17 von 20<br />
17 von 20<br />
9 von 10<br />
88 von 100<br />
G<br />
ilt seit Jahren als bester Italiener<br />
in Linz. Ingmar Goetzloff präsentiert<br />
hier eine Cucina Italiana<br />
mit all ihren Facetten. Perfekte Pasta,<br />
köstliche Mehlspeisen. Außergewöhnlich:<br />
die Bistecca alla fiorentina mit<br />
Fleisch von Dario Cecchini, dem kultigen<br />
Selbstdarsteller, Gastronom und<br />
Gott der toskanischen Fleischhauer.<br />
4020 Linz, Weingartshofstraße 29<br />
T: +43 699 11112212<br />
restaurantrosso.at<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
45 von 50<br />
17 von 20<br />
16 von 20<br />
8 von 10<br />
86 von 100<br />
Fotos: Weinwurm, Eisenhut & Mayer, beigestellt<br />
154 falstaff feb–mär <strong>2021</strong><br />
95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte
gourmet / DIE BESTEN ITALIENER<br />
MANGIA E RIDI<br />
SOLE<br />
Der musik- und kulturbegeisterte Gastronom Aki Nuredini<br />
etablierte hier in der Nähe der Wiener Staatsoper einen<br />
Treff, der seit über 30 Jahren von den berühmtesten<br />
Opernstars der Welt frequentiert wird. Zu den Stammgästen<br />
zählen etwa Stardirigent Zubin Mehta, die Operndiva<br />
Anna Netrebko und der ebenso weltberühmte Belcanto-Tenor<br />
Juan Diego Flórez.<br />
1<strong>01</strong>0 Wien, Annagasse 8–10, T: +43 1 5134077<br />
ristorante-sole.at<br />
Piero Corapi aus Kalabrien ist ein<br />
überaus sympathischer Gastgeber,<br />
der genau weiß, was seine vielen<br />
Stammgäste wollen: eine klassische, süditalienische<br />
Küche, möglichst geradlinig und<br />
pur wie etwa ein perfekt mariniertes Thunfisch-<br />
oder Schwertfischcarpaccio, Spaghetti<br />
alle vongole wie aus dem Lehrbuch und<br />
einen Wildfang-Branzino in der Salzkruste,<br />
der mit viel Grandezza serviert wird.<br />
1<strong>01</strong>0 Wien, Kurrentgasse 12<br />
T: +43 1 5122703, osteria-mangiaeridi.at<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
44 von 50<br />
17 von 20<br />
16 von 20<br />
9 von 10<br />
86 von 100<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
44 von 50<br />
18 von 20<br />
16 von 20<br />
8 von 10<br />
86 von 100<br />
TRATTORIA LA NO<br />
Der aus der Toskana stammende<br />
Mario Lorenzetti ist mit seinem<br />
Lokal vor einigen Jahren von<br />
der Dorotheergasse hierher in die Annagasse<br />
übersiedelt. Seine Frau Jizka leitet<br />
den Service. Beeindruckend die Produktqualität,<br />
stilsicher die toskanische<br />
Küche. Inmitten des Gastraums: ein<br />
kleiner Reifeschrank mit Dry-aged-Beef.<br />
1<strong>01</strong>0 Wien, Annagasse 12<br />
T: +43 1 5120360, lano.at<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
44 von 50<br />
17 von 20<br />
16 von 20<br />
8 von 10<br />
85 von 100<br />
IL CONVENTO<br />
Eine italienische Enklave am Franziskanerplatz<br />
in Innsbruck.<br />
Küchenchef Mimmo aus der<br />
Basilikata kreiert im Lokal von Angelika<br />
Conte mediterrane Speisen wie in Bella<br />
Italia. Die Patronin führt damit die<br />
Tradition fort, mit der Peppino Conte<br />
das Lokal etablierte, inklusive Küchenchef<br />
Mimmo, der bereits in Contes<br />
»Solo Pasta/Solo Vino« zum Team<br />
gehörte. Schöne Terrasse und gefragter<br />
Businesslunch.<br />
6020 Innsbruck, Burggraben 29<br />
T: +43 512 581354, ilconvento.at<br />
BEWERTUNG<br />
Essen<br />
Service<br />
Weinkarte<br />
Ambiente<br />
GESAMT<br />
44 von 50<br />
17 von 20<br />
16 von 20<br />
8 von 10<br />
85 von 100<br />
Fotos: beigestellt<br />
156 falstaff feb–mär <strong>2021</strong><br />
95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte
LAMERCANTILE<br />
LAMERCANTILE – DER<br />
FEINKOSTSPEZIALIST<br />
Lamercantile ist der Feinkostspezialist für ein hochwertiges Sortiment an<br />
Lebensmitteln und Weinen mit mediterranem Schwerpunkt.<br />
Von traditionellen Produkten<br />
über regionale Spezialitäten bis<br />
hin zu innovativen Trends findet<br />
das internationale Category<br />
Team, auch liebevoll »Die Trüffelhunde«<br />
genannt, alles was das Herz begehrt. Mit<br />
einer feinen Auswahl italienischer Produkte<br />
kann man sich auch einen Hauch Dolce<br />
Vita nach Hause holen. Ausgewählte Spezialitäten<br />
garantieren gleichbleibende Qualität,<br />
trendgerechte Vielfalt und echten<br />
Genuss. Wichtig ist dafür auch die jahrelange<br />
und vertrauensvolle Zusammenarbeit<br />
mit ausgewählten Partnern, wie beispielsweise<br />
das Weingut Livon. Die Weine aus<br />
dem Collio, dem Chianti-Gebiet und der<br />
Region um Montefalco in Umbrien sind<br />
vielfach prämiert und finden sich auch auf<br />
den Weinkarten zahlreicher italienischer<br />
Restaurants in Wien wieder. Ein besonderes<br />
Highlight ist auch der sardische Spirituosenhersteller<br />
Silvio Carta, der hochwertigen<br />
Wermut, fruchtig-frischen Limonello und<br />
aromatischen Gin produziert.<br />
NEUHEITEN UND RARITÄTEN AUS<br />
DEM GENUSSLAND ITALIEN<br />
Mit langjährigen Partnern aus allen Regionen<br />
Italiens ermöglicht Lamercantile Gastrokunden<br />
und privaten Genussmenschen<br />
Zugang zu Neuheiten und Raritäten auf<br />
dem mediterranen Feinkostsektor. Das Sortiment<br />
bietet auch zahlreiche Bio-Produkte,<br />
Tierwohl-gekennzeichneten Gorgonzola,<br />
feinste Salami und Wurstspezialitäten,<br />
diverse Büffelmilchkäse, hochwertigste Öle<br />
aus Sizilien und Umbrien, frischen Fisch<br />
und Meeresfrüchte aus Italien & Kroatien<br />
und vieles mehr.<br />
Privatkunden können auch über den<br />
Onlineshop liebevoll zusammengestellte<br />
Pakete ausgewählter Spezialitäten erwerben.<br />
Von Premium über Happy Weekend<br />
bis hin zum Rettungspaket, das Lebensmittel<br />
kurz vor dem Ablaufdatum vor dem<br />
Wegwerfen rettet, ist für jeden Anlass und<br />
Geschmack das Passende dabei. Zu den<br />
wichtigsten Gastrokunden zählen natürlich<br />
drei der besten italienischen Pizzerien der<br />
Stadt. Die authentischen Pizzen werden in<br />
einem original neapolitanischen Holzofen<br />
gebacken und mit Zutaten aus der Region<br />
um Neapel verfeinert. »Il Sestante« am<br />
wunderschönen Piaristenplatz sowie »I<br />
Carusi« und »I Terroni« im 7. Bezirk werden<br />
jede Woche mit frischen Produkten und<br />
Weinen aus ganz Italien versorgt. Dort<br />
kann man übrigens auch die feinen italienischen<br />
Craft-Biere von Mastri Birrai aus<br />
Umbrien genießen.<br />
Der Feinkostspezialist<br />
beliefert die besten<br />
Restaurants der Stadt,<br />
unter anderem das<br />
»Il Sestante« in Wien.<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
INFO<br />
Lamercantile – Der Feinkostspezialist<br />
Baumgasse 70, 1030 Wien<br />
T: +43 1 7964308<br />
M: office@lamercantile.com<br />
lamercantile.com<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 157
DIE SEHNSUCHT<br />
NACH ITALIEN<br />
Wer sich »la dolce vita« in die eigenen vier Wände<br />
holen möchte, muss nicht unbedingt weit reisen.<br />
Zahlreiche italienische Besonderheiten können<br />
auch hier in <strong>Österreich</strong> genossen werden!<br />
Pecoraro Balsamico – ein Produkt<br />
für Generationen<br />
Seit über 30 Jahren hegt und pflegt die Familie<br />
Pecoraro jedes ihrer kleinen Fässer wie einen<br />
kostbaren Schatz. Die jahrhundertealte italienische<br />
Tradition der Herstellung von Aceto Balsamico<br />
tradizionale wird in Klosterneuburg hochgehalten –<br />
in der Acetaia Pecoraro, dem einzigen Betrieb dieser<br />
Art außerhalb der Grenzen Italiens.<br />
»Gutes italienisches Essen und ›la famiglia‹ werden<br />
auch bei uns großgeschrieben. Unser Sohn Mario<br />
wird in der nächsten Zeit den Familienbetrieb übernehmen,<br />
er kennt alle Facetten der aufwendigen<br />
Herstellung und ist ein absoluter Feinschmecker.«<br />
Mit Aromen von Dörrpflaume, Bitterschokolade<br />
und Honig auf der Zungenspitze und einer leichten<br />
Note von Karamell bis hin zu feinstem italienischem<br />
Espresso im Abgang bereichert der Pecoraro Balsamico<br />
schon seit vielen Jahren das kulinarische<br />
Geschehen in <strong>Österreich</strong>. Da er bei jeder Verkostung<br />
bestplatziert ist, hält sich der Familienbetrieb<br />
standhaft auf dem österreichischen Gourmet-Markt<br />
und freut sich immer wieder über die zahlreichen<br />
Auszeichnungen!<br />
Mario Pecoraro wird den Weg des hohen Qualitätsanspruchs<br />
bezüglich des Geschmacks und der<br />
Nachhaltigkeit in der Produktion weitergehen: vom<br />
besten Bio-Traubensaft aus niederösterreichischem<br />
Grünen Veltliner über die neun- bis 15-jährige<br />
Lagerungszeit in den verschiedenen Holzfässern bis<br />
zur umweltfreundlichen Verpackung. Das alleine in<br />
erster Linie für die begeisterten Kunden, aber auch,<br />
um das Weiterleben dieses einzigartigen Produkts<br />
für viele weitere Generationen zu gewährleisten.<br />
Die Familie freut sich über Ihre Bestellung im neuen<br />
Online-Shop: balsamico.at<br />
PECORARO BALSAMICO<br />
Eisenhütte 32<br />
3400 Klosterneuburg<br />
T: +43 2243 87323<br />
pecoraro@balsamico.at<br />
balsamico.at<br />
158<br />
falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
ITALIENISCHER GENUSS<br />
Schönbrunner Riviera<br />
»Falls Italophilie ein Ausdruck für die italienische Sehnsucht ist, dann würden wir uns hier wiederfinden.« Die Schönbrunner Straße lebt von besonderen Lokalen<br />
mit italienischer Lebensart. Nach dem Motto »dolce vita« kommen hier Liebhaber der mediterranen Küche auf ihre Kosten.<br />
Excellentiarum<br />
»Giacomo« übernahm das bestehende Konzept<br />
von Arianna, Luca und Davide und erweckt die<br />
Philosophie des »Excellentiarum« in Wien zum<br />
Leben – mit dem Ziel, den bestehenden Online-<br />
Shop auch mit persönlichem Service zu bedienen.<br />
Der Tag beginnt mit einem typischen Cappuccino<br />
al volo, gefolgt von deftigen Panini, Mortadella von<br />
frei lebenden Schweinen aus dem Karstal, in Tabak<br />
geräuchertem Hartkäse oder lieber frischer hausgemachter<br />
Pasta. Ob süß oder salzig, der Genuss<br />
der Produkte spiegelt sich in jedem Bissen wider.<br />
Ristorante Gondola<br />
Seit über 22 Jahren ist das Ristorante »Gondola«<br />
beliebt für seine italienische Küche und erlesene<br />
Weinauswahl. Der als »Padrone« bekannte Gastronom<br />
sucht stets das Gespräch mit Gästen und lässt<br />
sich die Leidenschaft fürs Kochen nicht nehmen.<br />
Der wunderschöne große Gastgarten in der ruhigen<br />
Seitenstraße zaubert mit mediterranem Flair ein<br />
wenig Urlaub in den Wiener Alltag. Selbstverständlich<br />
richtet das »Gondola«-Team auch jegliche Art von<br />
Veranstaltungen und Feiern aus.<br />
RISTORANTE GONDOLA<br />
Schönbrunner Straße 70<br />
1050 Wien<br />
T: +43 1 5442358<br />
Moffice@gondola.at<br />
gondola.at<br />
EXCELLENTIARUM<br />
Schönbrunner Straße 91<br />
1050 Wien<br />
T: +43 677 63411356<br />
excellentiarum.com<br />
ADVERTORIAL Foto: © Shutterstock; beigestellt<br />
Der Traum eines<br />
jeden Neapolitaners<br />
Das Ristorante »La Delizia« bietet<br />
italienisch-mediterrane Küche auf<br />
höchstem Niveau. Hausgemachte<br />
neapolitanische Spezialitäten bringen<br />
den Charme und die Lebensart<br />
Neapels nach Wien.<br />
LA DELIZIA<br />
Florianigasse 19<br />
1080 Wien<br />
T: +43 1 4063702<br />
office@la-delizia.at<br />
la-delizia.at<br />
Friaul-Urlaub in Wien–<br />
auch online!<br />
Eine kulinarische Reise ins Friaul.<br />
Mitten in Wien authentische Küche<br />
der Region, fernab der alltäglichen<br />
Kulinarik. Weine des Collio, Prosciutto<br />
San Daniele und viele Spezialitäten<br />
mehr. 24/7-Einkauf beim<br />
Spezialisten cantinashop.at!<br />
CANTINA OSTERIA FRIULANA<br />
Bartensteingasse 3<br />
1<strong>01</strong>0 Wien<br />
T: +43 1 8906496<br />
osteria@cantinafriulana.at<br />
cantinafriulana.at<br />
Italienisches Lebensgefühl<br />
in Wattens<br />
Das Restaurant des gebürtigen<br />
Italieners steht nicht nur für authentische<br />
italienische Küche, sondern<br />
auch für italienisches Lebensgefühl.<br />
Inmitten Tirols können in »Carlo’s<br />
Ristolounge« hausgemachte<br />
italienische Spezialitäten genossen<br />
werden.<br />
CARLO’S RISTOLOUNGE<br />
Dr.-Hans-Gollner-Straße 1<br />
6112 Wattens<br />
T: +43 669 19194662<br />
carlos-ristolounge.at<br />
Bacaro<br />
Bacaro ist Ihr österreichischer<br />
Online-Shop für italienischen Genuss.<br />
Ob ausgezeichneter Grappa,<br />
besonderer Prosecco, handgefertigtes<br />
Backwerk oder venezianischer<br />
Baccalà. Exklusiv in <strong>Österreich</strong><br />
bestellen, ab einem Bestellwert von<br />
€ 100 sogar versandkostenfrei.<br />
bacaro.at<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 159
ITALIENISCHER GENUSS<br />
Speisen in gemütlicher<br />
Atmosphäre<br />
Die Millstätter »Pizzeria Peppino«<br />
entwickelte sich in den letzten Jahren<br />
nach mehreren Umbauten, insbesondere<br />
der Sushi-Bar und des einzigartigen<br />
Salzwasserbeckens, immer<br />
mehr zum Szenelokal Kärntens.<br />
16 Austernsorten, 3 Hummersorten<br />
und Alaska King Crabs befinden sich<br />
im 1600-Liter-Becken. Das Sushi wird<br />
nur mit hochwertigsten Produkten zubereitet.<br />
Die Pizzen des Starpizzaiolo<br />
Paolo Manaco zählen unbestritten zu<br />
den besten der Welt. Die Küche wird<br />
vom Südtiroler Sternekoch Thomas<br />
Mayr geleitet und umfasst hausgemachte<br />
Pasta, Südtiroler Hausmannskost<br />
bis hin zu Gourmetgerichten.<br />
RISTORANTE PEPPINO<br />
Seemühlgasse 57<br />
9872 Millstatt am See<br />
T: +43 4766 2036<br />
info@pizzeria-peppino.at<br />
pizzeria-peppino.at<br />
Mediterrane Lebenslust<br />
im Herzen von Wien<br />
Gegenüber vom Goldenen Quartier<br />
befindet sich das »Fabios«. Ideal bietet<br />
sich das Restaurant & Bar zu jedem<br />
Zeitpunkt des Tag an: am Vormittag<br />
auf einen schnellen Espresso und ein<br />
kleines Frühstück, zu Mittag auf einen<br />
Teller Pasta oder einen leichten Salat,<br />
und am Abend wird das »Fabios« ein<br />
Treffpunkt für Liebhaber italienischer<br />
mediterraner Gastronomie. Nach dem<br />
Shoppen, Afterwork oder einfach nur<br />
so ist das »Fabios« ein Hotspot in der<br />
Innenstadt geworden. Auch für Nachtschwärmer<br />
und urbanes Ausgehpublikum<br />
ist die Bar mit Cocktails und<br />
renommierten DJs besetzt.<br />
Fabio Giacobellos Idee eines lässigen<br />
internationalen italienischen Restaurants<br />
mit herrlicher, unkomplizierter<br />
Küche wird oft zu kopieren versucht.<br />
Gelingt nur keinem – was das »Fabios«<br />
nur noch begehrenswerter macht!<br />
RESTAURANT, BAR, CAFFÈ FABIOS<br />
Tuchlauben 4–6<br />
1<strong>01</strong>0 Wien<br />
T: +43 1 5322222<br />
fabios@fabios.at<br />
fabios.at<br />
Alfredo – ein kulinarischer<br />
Ausflug nach Italien<br />
Das »Alfredo« liegt in einer stillen<br />
Seitengasse an der Bezirksgrenze<br />
Ottakring/Penzing. Auf der großen<br />
Terrasse kann man wunderbar verweilen,<br />
auch in der kühlen Übergangszeit<br />
bieten wir überdachte Plätze mit<br />
Heizstrahlern an. Das Ambiente ist<br />
mediterran-modern mit viel Holz und<br />
edlem Leder. Wir bieten viele italienische<br />
Spezialitäten, täglich frische<br />
Fische, Holzofenpizzen und wunderbare<br />
Weine. Unsere Wochenkarte<br />
verwöhnt mit besonderen Kreationen<br />
wie zum Beispiel Kürbisrisotto mit<br />
gegrillten Steingarnelen. Unsere<br />
wöchentlichen Mittagsmenüs gibt es<br />
wahlweise mit Suppe, Vorspeise oder<br />
gemischtem Salat. Alle Pastagerichte<br />
werden mit hausgemachten Nudeln<br />
zubereitet. Auch größere Gesellschaften<br />
bewirten wir sehr gerne. Hierbei<br />
können Sie sich Ihr individuelles Menü<br />
zusammenstellen. Das »Alfredo« ist<br />
stets eine Genussreise wert.<br />
ALFREDO RISTORANTE TRATTORIA<br />
Steinbruchstraße 30, 1160 Wien<br />
T: +43 1 9121717<br />
office@alfredo.at<br />
alfredo.at<br />
Werkovits – Der Pasta-<br />
Kaiser<br />
Unsere Nudel-Manufaktur ist besonders<br />
im Osten <strong>Österreich</strong>s beliebt. In<br />
jeder Nudel steckt eine große Portion<br />
Liebe zum Produkt und die Erfahrung<br />
aus über 25 Jahren erfolgreicher<br />
Produktion. Kreativität, Einfallsreichtum<br />
und Qualität zeichnen den<br />
Familienbetrieb aus Draßmarkt aus.<br />
Die betriebseigenen Frischeier und<br />
Durum-Hartweizengrieß aus der<br />
Region sind Hauptbestandteile der<br />
hochwertigen Lebensmittel. Wir setzen<br />
bei unseren Produkten stark auf<br />
Regionalität und Nachhaltigkeit.<br />
Werkovits beeindruckte wahrhaftig mit<br />
den Sechs-Eier-Teigwaren so manche<br />
Jury, im Frischei- & Convenience-<br />
Relaunch und bei der AB-HOF-Spezialmesse<br />
für bäuerliche Direktvermarkter<br />
in Wieselburg.<br />
Fazit: 1. Platz »PRODUKT Champion«,<br />
Pasta-Kaiser 2<strong>01</strong>9 und 2020.<br />
WERKOVITS FRISCHEIER UND<br />
TEIGWAREN OG<br />
Hauptstraße 7<br />
7372 Draßmarkt<br />
T: +43 2617 2216<br />
office@werkovits-nudeln.at<br />
werkovits-nudeln.at<br />
ADVERTORIAL Foto: © René Langer, beigestellt<br />
160<br />
falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
CIBUS ITALY<br />
ITALIEN … VON SEINER<br />
SCHMACKHAFTEN SEITE<br />
Es war einmal ein Geschmack, der Belpaese hieß.<br />
ADVERTORIAL Fotos: © Olga Rubio Dalmau<br />
C<br />
ibus Italy entstammt der einfachen<br />
gastronomischen Exzellenz, dem<br />
ursprünglichen, ehrlichsten Produkt.<br />
Ein einzigartiges, elegantes<br />
Produkt mit unverwechselbarem<br />
Geschmack – respektiert und hervorgehoben.<br />
Es verschenkt großartige Gefühle und<br />
eine unendliche Leidenschaft. Es ist mit keinem<br />
anderen Produkt vergleichbar, Speerspitze<br />
der besten gastronomischen Traditionen<br />
der Welt.<br />
In den 80er-Jahren lernte Arnaldo Miliffi<br />
<strong>Österreich</strong> und insbesondere Wien kennen.<br />
Der österreichischen Hauptstadt schenkte<br />
er etwas Besonderes: Er stellte ihr die weiße<br />
Qualitätstrüffel vor und wurde somit<br />
zum Trüffelpionier. Luca Miliffi, CEO von<br />
Cibus Italy, war damals noch ein Kind,<br />
stand aber von Anfang an mit Stolz an der<br />
Seite seines Vaters und verschaffte sich mit<br />
der Zeit ein großartiges kulturelles Gepäck<br />
– die Kultur des Geschmacks, der Echtheit<br />
und des gesunden Produktes. Er besuchte<br />
die angesehene Universität des<br />
Geschmacks, die tägliche Universität der<br />
Märkte und die traditionelle Universität<br />
der großartigen Küche seiner Oma. Die<br />
Universität der Innovation, als er mit den<br />
ersten gastronomischen Philosophen wie<br />
Veronelli bereits in Kontakt war. Die Universität<br />
der authentischen Dinge, des Wertes<br />
der Früchte der Erde und der Arbeit. Er<br />
lernte somit bäuerliche Produzenten kennen,<br />
nach welchen er seitdem stets auf der<br />
Suche ist und entdeckte seine Heimat Italien:<br />
das Italien des Genusses, Italien von<br />
seiner schmackhaften Seite.<br />
»Ich sehe mich als ein zeitgenössischer<br />
Wegweiser – ich bin sehnsüchtig nach der<br />
Vergangenheit und bereite mich gleichzeitig<br />
mit Freude auf die Zukunft vor. Es ist<br />
die Zukunft meiner Träume, meiner Leidenschaften<br />
und genau für diese Zukunft<br />
engagiere ich mich, um diese Träume zu<br />
verwirklichen.«<br />
DIE ITALIENISCHE SPEERSPITZE<br />
DER GASTRONOMIE<br />
Cibus Italy war bisher und stellt noch heute<br />
die italienische Speerspitze in der Gastronomie<br />
dar. Die besten hochqualitativen Produkte,<br />
gesund und ethisch. Cibus Italy hat<br />
sie gesucht und gefunden, gepriesen und<br />
davon berichtet, und schließlich der österreichischen<br />
Tradition und ihren Spitzengastronomen<br />
vorgestellt. Heute ist Cibus Italy<br />
aber viel mehr geworden: Die Firma wird<br />
in einem jüngeren Gewand neu geboren<br />
und blickt der Zukunft freudvoll entgegen,<br />
ohne die wertvolle und lehrreiche Vergangenheit<br />
zu vergessen.<br />
Wichtige Werte von Cibus Italy sind heute<br />
ihre Familie und die Menschen, die sie<br />
jeden Tag erleben und sie mit ihrer täglichen<br />
Arbeit zu dem machen, was sie heute<br />
ist. Wichtige Werte sind die großartigen<br />
Produzenten, die sie mit ihrem wertvollen<br />
Wissen bereichern und innovativ gestalten.<br />
Wichtige Werte sind ihre Kunden, die sie<br />
sensibilisieren, mit ihr interagieren und zur<br />
stetigen Verbesserung anregen.<br />
CIBUS ITALY ALS SCHNEIDER<br />
DES GESCHMACKS<br />
Cibus Italy ist der Schneider des<br />
Geschmacks: Für jeden Kunden wird der<br />
eigene Anzug maßgeschneidert gefertigt,<br />
einzigartig und vom Charakter des Einzelnen<br />
geprägt. Nadel und Faden sind seine<br />
Produkte. Die Suche nach den besten Seiden<br />
führt zu seinen Produzenten. Cibus<br />
Italy hat stets mit voller Überzeugung als<br />
Gegenwind agiert. Während die Welt sich<br />
zunehmend industrialisierte, wurde sie zum<br />
Handwerker der Spitzenqualität.<br />
Cibus Italy trägt heute die italienische<br />
gastronomische Kultur in sich – die gesunde<br />
und genüssliche. Sie öffnet die Augen für<br />
neue Lebensweisen, interagiert mit ihren<br />
Kunden und Produzenten und legt den<br />
Grundstein zu einer schönen Zukunft – die<br />
es tatsächlich schon immer gab, aber die<br />
die Welt fast vergessen hatte.<br />
Italien ist bunt, und die Farben sind wir.<br />
Blau wie das Meer. Gelb wie das<br />
Getreide. Grün wie die Hügel und rot wie<br />
unsere Herzen.<br />
Wir sind Italien.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
cibusitaly.it<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 161
gourmet / ESSAY<br />
PASTA ALLA FAMIGLIA<br />
Sich rund um eine Schüssel Nudeln zu versammeln, bedeutet mehr, als nur<br />
seinen Hunger zu stillen. Pasta schafft Zusammenhalt – vom Familientisch über<br />
die italienische Identität bis hin zum weltweit geliebten Seelentröster. Und sie ist<br />
damit gerade in Zeiten von Unsicherheit und Anspannung Soulfood Numero uno.<br />
Es existieren so viele Hymnen<br />
auf Italien, auf das Land, in<br />
dem die Zitronen blühen, den<br />
Sehnsuchtsort für Menschen,<br />
die nördlich der Alpen leben. Es<br />
gibt so viele Oden an ein unnachahmliches,<br />
mediterran beschwingtes Lebensgefühl, das<br />
Land und Leute seit vielen Jahrhunderten<br />
geprägt hat. Ein zentrales Element dieser<br />
Italianità ist die Gemeinschaft, der Familienverband.<br />
Letzterer besteht nicht nur aus<br />
Eltern und Kindern, sondern umfasst die<br />
meisten Verwandten, erstreckt sich über<br />
drei, vier Generationen, vereint ein ausuferndes<br />
Menschengeflecht. Ein wichtiges,<br />
wenn nicht gar das bedeutendste Ritual<br />
dieser Comunità ist das gemeinsame Mahl,<br />
dieser Ausdruck von Zusammengehörigkeit,<br />
Geborgenheit und Wohlergehen.<br />
An diesem Punkt kommt die Pasta ins<br />
Spiel. Sie ist die Königin der Familientafel,<br />
das Bindeglied zwischen all den Menschen,<br />
die sich um sie versammelt haben. Es ist<br />
nicht übertrieben zu behaupten, eine dampfende<br />
Schüssel Pasta stille nicht nur den<br />
Hunger, sondern sie wärme auch die Seele.<br />
Das mag auch der Grund dafür sein, dass<br />
Pasta landes- und weltweit zum Identitätssymbol<br />
wurde für eine Lebensart, die auf<br />
Gemeinschaft beruht. Das erklärt sich<br />
schon aus ihrer Geschichte. »Geografisch<br />
und historisch ist Italien ein Land, das<br />
getrennt ist durch eine gemeinsame Küche«,<br />
schreibt der britische Romanist John Dickie<br />
in »Delizia!«, einer Historie der italienischen<br />
Ernährungsweise: »Pasta ist das eine<br />
große Vereinigungsmoment in Italiens sich<br />
fortwährend veränderndem gastronomischem<br />
Mosaik.« Die Geschichte der italie-<br />
162 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
JOACHIM RIEDL<br />
ist Journalist,<br />
Schrift steller und<br />
Ausstellungsgestalter.<br />
Bis 2020 leitete er<br />
das Wiener Büro und<br />
die <strong>Österreich</strong>-Seiten<br />
der Wochenzeitung<br />
»DIE ZEIT«.<br />
Illustration: Gina Mueller<br />
nischen Küche beginnt laut Dickie mit<br />
der Verbreitung der Pasta als kulinarischer<br />
Dialog zwischen italienischen Städten und<br />
Regionen. Die Nudel- und Teiggerichte nehmen<br />
zwar in unterschiedlichen Gebieten<br />
verschiedene Formen an und stärken<br />
dadurch auch das regionale Identitätsgefühl,<br />
aber aufgrund ihrer gemeinsamen<br />
Grundelemente – im Grunde genommen<br />
Mehl und Wasser – verbindet sie auch ein<br />
gemeinsamer Familienname.<br />
Es ist gewiss ein aussichtsloses Vorhaben,<br />
Pasta in ihrer Vielfalt, ihrer verspielten<br />
Diversität und Individualität darstellen zu<br />
wollen. Das tut nichts zu Sache. Pasta ist<br />
das kulinarische Risorgimento, das lange<br />
vor der politischen Vereinigung stattfand.<br />
Sie ist die Basis von viel mehr als einer<br />
Nationalküche: Pasta war der große Bindfaden,<br />
der die unterschiedlichen Regionen<br />
zusammenhielt. Wenn man so will, vollzog<br />
sich die italienische Einigung unter dem<br />
Zeichen der Spaghetti.<br />
Ganz ähnlich, wie sich jeder Familienverband<br />
um die Schüssel mit Pasta nicht bloß<br />
zum kulinarischen Kuscheln versammelt,<br />
versammelte sich gewissermaßen das ganze<br />
Land um sein Nationalgericht und drückte<br />
dadurch sein Lebensgefühl aus. Aus einer<br />
Speise entwickelte sich ein Lebensquell und<br />
Seelenwärmer. Pasta nährt Leib und Seele.<br />
EIN TOPF VOLL LEBENSGEFÜHL<br />
Vor einigen Jahren hat ein schräges Autoren-<br />
Trio den eigentümlichen Versuch unternommen,<br />
mithilfe neuer, ausgefallener<br />
Rezepte Pasta zu einem liturgischen Gericht<br />
zu verklären. Ein Gericht tauften die drei<br />
von der »Küchenkirche« sogar nach dem<br />
PASTA GELINGT ES,<br />
EINE GANZE KETTE<br />
AN GEFÜHLEN ZU<br />
ERZEUGEN, WEIT<br />
ÜBER WOHLIGE<br />
SÄTTIGUNG HINAUS.<br />
päpstlichen Segen – Urbi et orbi. Damit trafen<br />
sie einen Punkt: Denn bis es die Pasta<br />
in den Erdkreis schaffte, musste sie erst in<br />
die Welt getragen werden. Und das war ein<br />
verschlungener Prozess – auch in negativer<br />
Hinsicht. In den deutschen Wirtschaftswunderjahren<br />
wurden die italienischen<br />
Gastarbeiter mit dem Leibgericht ihrer<br />
Heimat gleichgesetzt und mit verächtlichen<br />
Bezeichnungen wie »Makkaroni« oder<br />
»Spaghettifresser« beleidigt. Das weckte<br />
nicht gerade den Appetit der Deutschen<br />
auf ein Pastagericht. Erst der wachsende<br />
Tourismus in Richtung Land der Sonne<br />
trug zur Verbreitung der Pasta fern südlicher<br />
Gefilde bei, der mithilfe äußerst rudimentärer<br />
Nudelspeisen einen Nachhall an<br />
unbeschwerte Urlaubs tage heraufbeschwö-<br />
ren sollte. Wie zur Rache begannen nun die<br />
verunglimpften Italiener, den Deutschen<br />
und <strong>Österreich</strong>ern das Pasta-Essen beizubringen.<br />
Das war Italianità zum Ausleihen<br />
gewissermaßen. Pasta ist nämlich ein transportables<br />
Identifikationssymbol. Überall,<br />
wo der dampfende Topf auf den Tisch<br />
kommt, entfaltet er das Lebens- und das<br />
Gemeinschaftsgefühl der italienischen Heimat.<br />
It’s magic! Aber es wirkt.<br />
Eindringlich veranschaulicht das Hollywood-Regisseur<br />
Francis Ford Coppola,<br />
selbst italienischer Abstammung, in »Der<br />
Pate«, seiner Mafia-Trilogie über die Familie<br />
Corleone. Gerät der Clan in Bedrängnis,<br />
igelt er sich in seinem Stammsitz ein und<br />
beratschlagt sich beim gemeinsamen Pastakochen<br />
über unvermeidliche Rachefeldzüge.<br />
Mit diesem Ritual und dem Gericht aus der<br />
alten Heimat Sizilien will die Gangsterfamilie<br />
ihre Stärke nach innen demonstrieren.<br />
Es soll – fast wie ein Zaubertrank – die alte<br />
Kraft der Mafiafamilie heraufbeschwören.<br />
Darin liegt die Magie von Pasta: Ihr<br />
gelingt es, eine ganze Kette an Gefühlen zu<br />
erzeugen, die weit über wohlige Sättigung<br />
hinausreichen. Merkwürdigerweise gelingt<br />
ihr das ausgehend vom familiären Kreis<br />
über regionale und nationale Identitäten bis<br />
hin zu einer fragmentierten Welt. Überall,<br />
wo Pasta draufsteht, steckt die traditionelle<br />
Lebensart drinnen, die auf Zusammenhalt<br />
und den Werten einer Gemeinschaft beruht.<br />
Und vielleicht ist dieses Solidaritätsfutter<br />
genau deshalb schon wieder jenes Gericht,<br />
das so wunderbar in diese bedrängte Zeit<br />
passt. Mal sehen, vielleicht kann eine<br />
dampfende Schüssel Pasta auch Zuversicht<br />
wecken.<br />
<<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
163
gourmet / MASSIMO BOTTURA<br />
SERIE<br />
DIE<br />
RESTAUR ANT-<br />
MILLIONÄRE<br />
TEIL 10<br />
MASSIMO<br />
BOTTUR A<br />
ICH MACHE,<br />
WAS ICH LIEBE!<br />
Massimo Bottura ist der Rockstar des Fine Dining und hält mit seiner<br />
»Osteria Francescana« seit Jahren kontinuierlich drei Michelin-Sterne.<br />
Zuletzt kam noch der grüne Stern für Nachhaltigkeit hinzu.<br />
TEXT OTHMAR KIEM<br />
Fotos: PAOLO TERZI Fotografo, Modena, beigestellt<br />
Die Via Stella liegt weniger als<br />
hundert Meter vom zentralen<br />
Domplatz von Modena<br />
entfernt. Lediglich eine<br />
schlichte Tür und ein<br />
hochglanzpoliertes Messingschild weisen<br />
auf einen der weltweit am meisten geschätzten<br />
Gourmettempel hin. Gerade<br />
einmal zwölf Tische finden in den Räumlichkeiten<br />
der »Osteria Francescana« Platz,<br />
die Warteliste ist lang, und jeder Gourmet<br />
ist glücklich, einmal hier essen zu können.<br />
2<strong>01</strong>6 wurde die »Osteria Francescana« von<br />
»50 Best« zum besten Restaurant der Welt<br />
gekürt. Im Jahr danach als bestes Restaurant<br />
Europas auf Platz zwei gereiht, kehrte<br />
die Osteria 2<strong>01</strong>8 wieder zurück auf den<br />
absoluten Spitzenplatz.<br />
Wie ein Orchesterleiter dirigiert Massimo<br />
Bottura das knapp 50-köpfige Team und<br />
spornt es immer wieder zu Höchstleistungen<br />
an. Das zwölfgängige Degustationsmenü<br />
ist ein farbenfroher Reigen an<br />
Kreativität und Geschmack. »Meine Küche<br />
fußt auf der jahrhundertealten<br />
Tradition der italienischen Küche,<br />
gefiltert durch die zeitgenössische<br />
Philosophie und unsere globale<br />
Erfahrung«, so Massimo Bottura.<br />
Seine Küche spielt immer wieder<br />
mit zutiefst emotionalen Elementen.<br />
Das wird an Gerichten<br />
wie »The Crunchy Part of the<br />
Lasagna« oder den »Tortellini alla<br />
Panna« deutlich, die auf kulinarischen<br />
Kindheitserinnerungen<br />
aufbauen. Im Mittelpunkt steht hier<br />
bei aller Technik und Präzision in der<br />
Ausführung immer noch der unmittelbare<br />
sinnliche Genuss – eben ganz der Tradition<br />
der italienischen Küche entsprechend.<br />
WIE BEI MARIA LUIGIA<br />
In der Küche von Großmutter Maria<br />
Luigia machte Massimo Bottura einst seine<br />
ersten kulinarischen Erfahrungen. Im<br />
vergangenen Jahr eröffnete er gemeinsam<br />
mit seiner Ehefrau Lara Gilmore am<br />
<<br />
Zeitgenössische Kunst ist für<br />
Massimo Bottura und seine Frau<br />
Lara Gilmore wichtig – das findet<br />
auch auf den Tellern Ausdruck.<br />
164 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Alle Teile der Serie unter<br />
falstaff.com/sterne-millionaere<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
165
gourmet / MASSIMO BOTTURA<br />
Ein schlichtes,<br />
poliertes Messingschild<br />
weist zur<br />
»Osteria Francescana«<br />
in Modena, einem<br />
der weltbesten<br />
Restaurants. Bei<br />
»Crunchy Part of<br />
the Lasagna« (u.)<br />
spielt Bottura mit<br />
kulinarischen<br />
Kindheitserinnerungen.<br />
><br />
Stadtrand von Modena ein Gästehaus,<br />
das sie nach ihr benannten: »Casa Maria<br />
Luigia«. Eine Villa aus dem 19. Jahrhundert<br />
wurde sorgsam restauriert und mit italienischen<br />
Design-Ikonen ausgestattet, die das<br />
Flair des Dolce Vita einfangen. Die Casa<br />
hat zwölf Zimmer und war ursprünglich als<br />
reines »Bed & Breakfast« geplant. Von hier<br />
aus kann man die reizvolle Landschaft der<br />
Emilia entdecken, das Land der schnellen<br />
Maschinen (Ferrari, Maserati, Lamborghini<br />
und Ducati sitzen im direkten Umland) und<br />
der langsamen Lebensmittel (Parmigiano<br />
Reggiano reift mindestens zwölf Monate,<br />
Aceto Balsamico Tradizionale reift zwölf<br />
Jahre). Zuletzt wurde die »Casa Maria<br />
Luigia« um ein Element erweitert, das<br />
Feinschmeckern gefallen wird: »Francescana<br />
at Maria Luigia«. In diesem Privat-<br />
Dining werden an drei Gemeinschaftstischen<br />
die großen Klassiker der »Osteria<br />
Francescana« serviert.<br />
»FOOD FOR SOUL«<br />
Massimo Bottura ist nicht nur ein kreativer<br />
Geist, er steht auch für soziale Verantwortung.<br />
»Ein Drittel aller Lebensmittel<br />
weltweit landet im Müll, das ist ein<br />
Skandal!«, empört er sich. »Spitzenköche<br />
gelten heute als Stars, aber nun müssen ><br />
Fotos: PAOLO TERZI Fotografo, Modena, beigestellt<br />
166 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Wenn die Besten zusammenkommen, kann Großes entstehen. Wir als OMV haben Borealis übernommen,<br />
um die Stärken der beiden Unternehmen zu vereinen und gemeinsam einen neuen Weg<br />
zu gehen. Wir verarbeiten Rohstoffe zu hochwertigen Produkten, unersetzlich für die Energiewende,<br />
die Medizin, unseren Alltag und eine CO 2 -ärmere Welt. Gemeinsam treten wir an, um mit Leidenschaft<br />
und Innovationskraft die Zukunft zu gestalten.<br />
Jetzt mehr erfahren: omv.com und borealisgroup.com
gourmet / MASSIMO BOTTURA<br />
<<br />
wir auch unsere soziale Verantwortung<br />
wahrnehmen.« Im Rahmen der Weltausstellung<br />
2<strong>01</strong>5 in Mailand lancierte Bottura<br />
ein erstes Projekt. Einige der besten Köche<br />
der Welt kamen auf seine Einladung hin<br />
nach Mailand und verarbeiteten, medienwirksam<br />
inszeniert, die täglich anfallenden<br />
Essensreste zu schmackhaften Gerichten,<br />
die in Gemeinschaftsküchen an Arme und<br />
Bedürftige ausgegeben wurden. In der<br />
Folge entstand weltweit eine Reihe solcher<br />
»Refektorien«: zuerst in Bologna, Modena<br />
und Neapel, dann in London, Paris und<br />
Rio de Janeiro. In den großen amerikanischen<br />
Städten sind weitere in Planung.<br />
Für sein soziales Engagement wurde er von<br />
Papst Franziskus in einer Privataudienz<br />
gelobt. Und im Herbst 2020 wurde<br />
Massimo Bottura zum UN-Botschafter<br />
für das Umweltprogramm der Vereinten<br />
Nationen ernannt.<br />
BOTTURA WELTWEIT<br />
Der erste kulinarische Schritt über die<br />
Region hinaus führte Massimo Bottura<br />
nach Florenz. Mit Marco Bizzarri, CEO des<br />
Modehauses Gucci, verbindet ihn<br />
seit der Schulzeit eine enge<br />
Freundschaft. Warum<br />
also nicht »Alta<br />
Cucina« und »Alta<br />
Moda« zusammenbringen?<br />
Im »Gucci<br />
Garden« direkt an<br />
der weltbekannten Piazza della Signoria<br />
eröffneten sie 2<strong>01</strong>8 die erste »Gucci<br />
Osteria«. Küchenchefin ist Karime López,<br />
eine Mexikanerin, die in Peru ihr Handwerk<br />
lernte und dann lange in der »Osteria<br />
Francescana« arbeitete. Sie verbindet<br />
italienische Tradition mit süd- und mittelamerikanischen<br />
Einflüssen. Bereits nach<br />
einem Jahr konnte López den ersten Stern<br />
erkochen. Im Februar 2020 – knapp vor<br />
Ausbruch der Corona-Krise – folgte der<br />
zweite Streich des Duos Bottura/Bizzarri:<br />
eine »Gucci Osteria« am Rodeo Drive in<br />
Beverly Hills. Im Dachgeschoss des Gucci<br />
Flagship-Stores schafft die Osteria ein<br />
raffiniertes Ambiente mit italienisch-mediterranem<br />
Lebensgefühl. Das Menü nennt<br />
sich »Vieni in Italia con me« – »Komm mit<br />
mir nach Italien« – und soll Sehnsüchte<br />
wecken. Und für heuer ist die Eröffnung<br />
einer dritten Osteria in Tokio geplant.<br />
Zeitlich noch vor Beverly Hills startete<br />
das erste persönliche Engagement Botturas<br />
außerhalb von Europa. Mit der Marriott-<br />
Gruppe richtete er in Dubai ein Restaurant<br />
ein, das mit seinem farbenfrohen Design an<br />
das Italien der 60er-Jahre<br />
erinnert. »Torno Subito«<br />
lautet der programmatische<br />
Name des<br />
Lokals, also »Ich<br />
komme gleich<br />
zurück«. Sehr<br />
gerne, jederzeit!<br />
><br />
BOTTURA FÜR<br />
JEDEN GUSTO<br />
massimobottura.it<br />
OSTERIA FRANCESCANA<br />
Via Stella 22, 41121 Modena (I)<br />
T: +39 059 223912<br />
Zwölf exklusive Tische im Herzen von<br />
Modena: Hier zelebrieren Massimo Bottura<br />
und seine Mitarbeiter grandiose Küche.<br />
Immer wieder ein Hochgenuss! Leider<br />
häufig ausgebucht.<br />
FRANCESCHETTA 58<br />
Via Vignolese 58, 41124 Modena (I)<br />
T: +39 059 3091008<br />
Die »kleine Schwester« der »Osteria Francescana«.<br />
Botturas Interpretation eines italienischen<br />
Wirtshauses. Nur mittags geöffnet.<br />
GUCCI OSTERIA FIRENZE<br />
Piazza della Signoria 10<br />
5<strong>01</strong>22 Firenze (I)<br />
T: +39 055 75927039<br />
Direkt an der traumhaften Piazza della<br />
Signoria, dem Gucci-Store angegliedert.<br />
GUCCI OSTERIA BEVERLY HILLS<br />
347 N Rodeo Drive, Beverly Hills<br />
90210 California, T: +1 424 6007490<br />
Auf dem Dach des Gucci Flagship-Stores.<br />
Die Klassiker aus der »Francescana«-<br />
Küche in kalifornischer Interpretation.<br />
TORNO SUBITO<br />
W Dubai – The Palm, West Crescent<br />
Jumeirah, DBX, T: +971 42455800<br />
Botturas erstes eigenes Restaurant außerhalb<br />
Europas bringt das Riviera-Flair der<br />
60er-Jahre auf die Palme von Dubai.<br />
Chefkoch Bernardo Paladini arbeitete<br />
über sieben Jahre bei Bottura in Modena.<br />
168<br />
falstaff<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
Das jüngste Bottura-Projekt:<br />
die »Casa Maria Luigia«, ein<br />
Landhaus in einem traumhaften<br />
Park vor den Toren von Modena.<br />
CASA MARIA LUIGIA<br />
Stradello Bonaghino 56<br />
41126 San Domaso (I)<br />
T: +39 059 469054<br />
Das neueste Projekt von Massimo Bottura<br />
und Lara Gilmore: kleines, feines Landhaus,<br />
eingebettet in einen großzügigen Park.<br />
Zwölf Zimmer, ursprünglich als reines B&B<br />
geplant, kann man hier nun auch die Klassiker<br />
der »Francescana«-Küche genießen.<br />
Foto: beigestellt
BACKE<br />
ALLE ARTEN VON BROT<br />
Jetzt die neue Titanium Chef Patissier XL mit<br />
3 Jahre Garantie inkl. Pick-Up Service sichern.<br />
Gültig von 15. Oktober bis 31. Dezember 2020.<br />
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gourmet / WISSENSCHAFT<br />
MACHT PASTA<br />
WIRKLICH DICK?<br />
Eine hartnäckige Fama haftet Nudeln<br />
und Kohlenhydraten ganz generell an:<br />
Dick sollen sie machen und Diabetes<br />
fördern. Seit »Low Carb«-Ernährung hoch<br />
im Kurs steht, verfestigt sich der Glaube<br />
daran umso mehr. Offizielle Empfehlungen<br />
raten hingegen auch weiterhin, viele<br />
Kohlenhydrate zu essen. Also was nun?<br />
TEXT MARLIES GRUBER ILLUSTRATION: GINA MÜLLER<br />
170 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
171
gourmet / WISSENSCHAFT<br />
K<br />
ohlenhydrate und Zucker<br />
machen per se weder dick<br />
noch zuckerkrank. Das hält<br />
die Deutsche Gesellschaft für<br />
Ernährung (DGE) in ihrer<br />
evidenzbasierten Leitlinie dazu fest und rät,<br />
wie auch andere Ernährungsgesellschaften,<br />
seit langem, mehr als die Hälfte der Tagesenergie<br />
über Kohlenhydrate zu decken. Das<br />
können somit pro Tag zumindest eine Portion<br />
Nudeln (oder Reis oder Kartoffeln)<br />
und etwa drei bis fünf Scheiben Brot, plus<br />
etwa fünf Esslöffel Getreideflocken sein.<br />
Doch diese Menge ist den Lebensgewohnheiten<br />
anzupassen. Denn Kohlenhydrate<br />
muss man sich »verdienen«. Während die<br />
Empfehlungen noch immer an einem einigermaßen<br />
aktiven Lebensstil orientiert sind,<br />
schauen die Realitäten auf der Couch, vor<br />
dem Bildschirm und mit körperlich nicht<br />
forderndem Jobprofil anders aus. Kurz<br />
gesagt: Wer muskulär inaktiv lebt, also<br />
weder körperlich hart arbeitet noch Ausdauer-<br />
und Kraftsport betreibt, benötigt<br />
etwas weniger Kohlenhydrate als diejenigen,<br />
die ihre Muskeln regelmäßig fordern.<br />
DIE MUSKELN ENTSCHEIDEN<br />
Gesunde, bewegungsaffine Menschen profitieren<br />
gar nicht, wenn sie auf Kartoffeln,<br />
Reis, Nudeln, Brot und Mehlspeisen verzichten.<br />
Im Spitzensport ist nicht umsonst das so<br />
genannte »Carbohydrate-Loading« ein Thema.<br />
Dagegen sieht die Lage bei Menschen,<br />
die eher eine sedentäre, also vorwiegend im<br />
Sitzen verbrachte Lebensweise verfolgen und<br />
ihre Muskeln nur rudimentär beanspruchen,<br />
anders aus. Sie verbrauchen häufig nicht nur<br />
weniger Kalorien als sie aufnehmen (und legen<br />
diese als Fett an den Hüften an), sondern<br />
werden auch eher insulinresistent. Das<br />
bedeutet, dass Muskulatur und Leber weniger<br />
auf Insulin reagieren und daher den Zucker<br />
aus dem Blut nur noch in geringerem<br />
Maße aufnehmen. Der Blutzuckerspiegel<br />
lässt sich dann schwieriger regulieren und<br />
anstatt Kohlenhydrate als Glykogen zu speichern,<br />
macht der Körper Fett daraus. Für<br />
diese Menschen ist daher einerseits auf die<br />
Menge an Nudeln, Reis und Co. zu achten.<br />
Andererseits spielt auch die Art der verzehrten<br />
Kohlenhydrate eine Rolle, weil sie beeinflusst,<br />
wie sehr und schnell der Blutzuckerspiegel<br />
steigt. Das Maß dafür ist der sogenannte<br />
Glykämische Index.<br />
172 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
UNTERSUCHUNGEN HABEN GEZEIGT, DASS PASTA KEINE<br />
SCHULD AN VERBREITETEM ÜBERGEWICHT TRÄGT –<br />
UND WER SIE AL DENTE KOCHT, TUT NICHT NUR SEINEM<br />
GAUMEN, SONDERN AUCH SEINEM KÖRPER ZUSÄTZLICH<br />
GUTES. NOCH MEHR GILT DAS FÜR SPANNENDE NEUE<br />
PASTAVARIANTEN AUS LINSEN ODER ERBSEN.<br />
Während Traubenzucker als Einfachzucker<br />
schnell ins Blut geht, brauchen Haushaltsund<br />
Milchzucker länger. Komplexe Kohlenhydrate,<br />
wie sie in Getreide und damit auch<br />
in der klassischen Hartweizennudel vorliegen,<br />
benötigen dafür noch einmal mehr Zeit.<br />
Schließlich muss die Kohlenhydratkette erst<br />
aufgespaltet werden. Der Blutzuckerspiegel<br />
steigt demnach langsam, und man ist auch<br />
länger satt. Für Hartweizennudeln im Konkreten<br />
gilt: Sie haben einen eher niedrigen<br />
Glykämischen Index.<br />
FREUDE FÜR ZÄHNE UND TAILLE<br />
Übersichtsarbeiten haben auch gezeigt, dass<br />
Pasta nicht zur Entwicklung von massivem<br />
Übergewicht beiträgt, sondern mitunter sogar<br />
beim Abnehmen helfen kann. Allerdings<br />
kommt es dafür auf das gesamte Essmuster<br />
an. Die Forschung bezog sich in dem Fall<br />
auf ein Muster mit generell niedrigem Glykämischem<br />
Index. In Stein gemeißelt ist der<br />
jedoch nicht. Er fällt etwa bereits höher aus,<br />
wenn die Nudeln zu lange gekocht wurden,<br />
also nicht al dente. Dann ist die Kohlenhydratkette<br />
bereits mehr gelockert und der<br />
Körper hat nicht mehr so viel zu tun, um<br />
Energie zu gewinnen. Der Glykämische Index<br />
kann sich in der Praxis aber ohnehin<br />
recht schnell ändern, nämlich dann, wenn<br />
die Sauce zu den Nudeln kommt. Dann besteht<br />
auch kaum mehr ein Unterschied zu<br />
Reis, der pur verzehrt in einer höheren Liga<br />
spielt. Großes Potenzial, um das Gewicht im<br />
Lot und Diabetes fernzuhalten, hat jedenfalls<br />
eine ausreichend hohe Menge an Ballaststoffen.<br />
Diese sind in Vollkornbrot und<br />
-nudeln sowie Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten<br />
enthalten.<br />
Alternative Pasta aus Hülsenfrüchten hat<br />
daher zusätzliche Pluspunkte auf ihrer Seite.<br />
Nicht nur Menschen mit Weizenunverträglichkeit<br />
oder -allergie, Zöliakie oder Glutensensitivität<br />
zählen zu den potenziellen Konsumenten.<br />
Die Nudeln aus Kichererbsen,<br />
Soja oder Linsen liefern im Vergleich zu Weizennudeln<br />
deutlich mehr Ballaststoffe. Diese<br />
sättigen lange, regen die Darmaktivität an,<br />
unterstützen die Verdauung und verbessern<br />
die mikrobielle Zusammensetzung. Sie spielen<br />
eine wesentliche Rolle dabei, massives<br />
Übergewicht, Diabetes, zu hohe Cholesterinwerte<br />
sowie Arteriosklerose vorzubeugen<br />
oder in den Griff zu bekommen. Die Leguminosen-Pasta<br />
hat darüber hinaus noch<br />
etwa zwei- bis dreimal so viel Eiweiß wie<br />
Weizennudeln. Und Eiweiß ist ein wichtiger<br />
Baustein im Körper: Hormone und Enzyme<br />
bestehen aus Eiweiß, Immunsystem und<br />
Muskeln sind ebenso darauf angewiesen.<br />
Eiweiß fördert zudem das Sättigungsgefühl<br />
und kurbelt den Energieverbrauch direkt<br />
nach dem Essen an. Gerade für ältere Menschen<br />
und jene, die vorrangig auf pflanzenbasierte<br />
Kost setzen, ist der höhere Eiweißgehalt<br />
von Vorteil. Und dass die alternative<br />
Pasta, ähnlich wie die aus Vollkorn, ein vorerst<br />
ungewohntes Mundgefühl erzeugt, bedeutet<br />
ja nur, dass sie auf ihre Art zur Entwicklung<br />
von neuem Küchen-Know-how<br />
anregt. <<br />
Weitere Food-Facts<br />
aus der Welt der Wissenschaft:<br />
falstaff.com/science<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
173
gourmet / LITTLE ITALY IN DER BRONX<br />
Während im legendären Little Italy in Manhattan<br />
inzwischen kaum mehr Italiener leben, floriert<br />
das gleichnamige Klein-Italien in der Bronx<br />
seit mehr als 100 Jahren. Rund um die Arthur<br />
Avenue haben sich unzählige Restaurants und<br />
Feinkostgeschäfte etabliert, die italienische<br />
Genussfreude und Handwerkskunst zelebrieren.<br />
TEXT ANGELIKA AHRENS<br />
DAS WAHR E<br />
LITTLE ITALY<br />
Foto: Shutterstock<br />
174 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Little Italy in der Bronx<br />
atmet noch heute jenen<br />
authentischen Geist,<br />
der dem gleichnamigen<br />
Viertel im Süden von<br />
Manhattan schon längst<br />
abhanden gekommen ist.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
175
gourmet / LITTLE ITALY IN DER BRONX<br />
NICHT UMSONST<br />
WURDE DIE<br />
ARTHUR AVENUE<br />
OFFIZIELL ALS EINE<br />
VON »AMERICA'S<br />
GREAT STREETS«<br />
AUSGEZEICHNET.<br />
In dritter Generation führt Chris Borgatti<br />
seine Pasta-Manufaktur – mit den<br />
Rezepten und im Geist seiner Großeltern,<br />
die seinerzeit aus Bologna einwanderten.<br />
W<br />
enn du am Samstag<br />
kommst, habe ich<br />
auch Spinat-Lasagne.<br />
Heute gibt es nur die<br />
normale.« Das reicht<br />
aber bereits völlig. Der Andrang ist riesig,<br />
und so manch einer ist froh, wenn er<br />
überhaupt noch ein paar Blätter von<br />
Borgattis handgemachter Lasagne bekommt.<br />
»Wie soll ich dir die Blätter<br />
schneiden?«, fragt Chris Borgatti, der das<br />
Geschäft in dritter Generation betreibt. Er<br />
schneidet die geschirrtuchgroßen Lasagne-<br />
Blätter gleich passgerecht für die jeweilige<br />
Auflaufform zu Hause zu. Die dünnen,<br />
frischen Scheiben sind das Gegenteil von<br />
dem, was man sonst getrocknet in Packungen<br />
kaufen kann. Damit die Blätter nicht<br />
zusammenkleben, streut Chris etwas Grieß<br />
dazwischen, faltet und verpackt sie<br />
schließlich in Wachspapier. Satte drei Dollar<br />
kostet das Stück. »Darf es sonst noch etwas<br />
sein? Wir haben frische Eiernudeln mit<br />
Lemon-Pepper, Tomaten, Basilikum,<br />
Karotten, Spinat, Vollkorn, Tintenfisch<br />
oder, ganz neu: rote Rüben.«<br />
Pastamachen ist für Chris Borgatti eine<br />
Kunstform, und das kann man auch<br />
beobachten, wenn er an seiner italienischen<br />
Nudelmaschine aus den 1950ern arbeitet,<br />
langsam den Teig durch seine Finger gleiten<br />
lässt und immer wieder die Stärke prüft.<br />
Weich muss die Pasta sein und dennoch<br />
solide. Die Heiligenbilder über der Maschine<br />
sollen offenbar ihren Segen dazu geben.<br />
ALS STÜNDE DIE ZEIT STILL<br />
Die Auswahl bei Chris Borgatti fällt schwer,<br />
denn auch seine Ravioli sind großartig.<br />
»Natürlich machen wir unsere traditionellen,<br />
mit Ricotta-Käse oder Fleisch gefüllten<br />
Ravioli wie zu der Zeit, als meine Großeltern<br />
aus Bologna herkamen und den Laden<br />
aufgesperrt haben«, erklärt Chris. Hinter<br />
ihm hängen Hochzeitsbilder seiner Vorfahren.<br />
Der Verkaufsraum ist nur durch<br />
Vor hänge von der Produktion abgetrennt.<br />
In alten, cremefarbenen Regalen stapeln sich<br />
Tomaten und Muscheln in der Dose für die<br />
Gerichte zu Hause. »Cash only« steht auf<br />
einem der handgeschriebenen Schilder. Es<br />
scheint ein bisschen, als ob hier die Zeit<br />
stehen geblieben wäre.<br />
Drei Tage halten sich die Ravioli im<br />
Kühlschrank, sonst sollte man sie besser<br />
einfrieren, denn die Borgattis verwenden<br />
keine Konservierungsstoffe: »Du kannst die<br />
Nudeln aber auch lufttrocknen. So, wie man<br />
es früher gemacht hat.« Opa Lindo und<br />
Oma Maria haben klein angefangen, so wie<br />
viele Immigranten. Mit Rezepten von zu<br />
Hause und einer selbst gemachten Holzform,<br />
über die der Teig gespannt wurde,<br />
<<br />
Fotos: Angelika Ahrens, Shutterstock, Beth J. Harpaz/AP/picturedesk.com<br />
176 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
IM »WAHREN LITTLE<br />
ITALY« VON NEW YORK<br />
GIBT ES SÄMTLICHE<br />
REGIONALEN KÜCHEN<br />
ITALIENS EXTREM<br />
KONZENTRIERT AUF<br />
KLEINSTEM RAUM.<br />
Schon vor Corona standen die Menschen<br />
vor der »Casa Della Mozzarella« geduldig<br />
Schlange – der Mozzarella hier soll<br />
der beste von ganz New York sein.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
177
gourmet / LITTLE ITALY IN DER BRONX<br />
Im Calabria Pork<br />
Store hängen<br />
die Würste wie<br />
Kronleuchter<br />
von der Decke.<br />
Pizzen sind hauchdünn, darauf achtet Küchenchef<br />
Massimo. Nicht so wie die Teigwülste,<br />
die man sonst in den USA findet.<br />
Hier wurde eine Folge der TV-Serie »Die<br />
Sopranos« gedreht, auch Filmstar Elizabeth<br />
Taylor sowie Gouverneur Nelson Rockefeller<br />
haben hier schon gespeist.<br />
Regina, die Chefin in fünfter Generation,<br />
ist stolz auf ihre Tomatensoße: »Wir sind<br />
bekannt dafür. Das Rezept ist noch dasselbe<br />
wie vor 100 Jahren.« Und sie grinst<br />
verschmitzt: »Das Geheimnis geben wir<br />
natürlich nicht preis.« Die Tomaten holt<br />
Regina von den »Teitel Brothers«, einem<br />
jüdischen Delikatessenladen, seit 1915 ebenfalls<br />
eine fixe Größe hier im Viertel. »Wenn<br />
sie große Wagenladungen von einer anderen<br />
Charge bekommen, gehe ich zuerst einmal<br />
kosten, ich bin da sehr heikel. Die Qualität<br />
und der Geschmack müssen passen.«<br />
Gekocht wird wie zu Ur-Urgroßmutters Zeiten.<br />
Auf der Karte stehen Calamari und<br />
Braciole napoletane, kleine gefüllte Rindsrouladen,<br />
die es sonst eher selten gibt.<br />
<<br />
weil es keine Maschine gab. »Als sie das<br />
Geschäft 1935 aufgesperrt haben, verkauften<br />
sie 100 kleine Ravioli für einen Dollar.<br />
Das hatten die Leute damals gerade in der<br />
Hosentasche.« Heute kostet die gleiche<br />
Menge rund 15 Dollar. Und mittlerweile<br />
verschicken die Borgattis ihre Pasta<br />
landesweit bis nach Hawaii und Alaska.<br />
Auch »Mario’s« verwendet Borgattis<br />
Teigwaren. Es ist das älteste Restaurant in<br />
Little Italy in der Bronx, die Speisekarte<br />
hier ist zu 100 Prozent neapolitanisch. Die<br />
GERADE IN ZEITEN<br />
DER PANDEMIE<br />
ERINNERN SICH DIE<br />
GESCHÄFTSLEUTE AN<br />
DIE ZÄHIGKEIT UND<br />
DIE TUGENDEN IHRER<br />
VORFAHREN.<br />
Die Rezepte seiner<br />
Ahnen hält der<br />
Bäcker Peter<br />
Madonia ebenso in<br />
Ehren wie deren<br />
sizilianischen<br />
Akzent.<br />
KRISENSICHER AUS TRADITION<br />
Entlang der Arthur Avenue gibt es nicht nur<br />
frischen Fisch, sondern auch Fleischhauer<br />
wie Peter Parrotas Calabria Pork Store, aus<br />
dem das wochenlange Zusammenwirken der<br />
Aromen und Gewürze von frisch Geräuchertem<br />
strömt. In dem kleinen Laden hängen<br />
unzählige Würste wie Kronleuchter von der<br />
Decke. Vor der »Casa Della Mozzarella«<br />
stehen die Menschen nicht nur in Covid-Zeiten<br />
geduldig Schlange. Für manche gibt es<br />
hier den besten Mozzarella New Yorks oder<br />
sogar diesseits des Atlantiks.<br />
So viele verschiedene exzellente Lebensmittelgeschäfte<br />
und Restaurants direkt<br />
nebeneinander, das gibt es heute nur noch<br />
selten, gerade in den USA. Nicht nur, weil<br />
Handwerksbetriebe weltweit aufgeben und<br />
die Massenproduktion übernimmt, sondern<br />
auch weil Einkaufszentren viele Ortskerne<br />
und Hauptstraßen zerstört haben. Während<br />
viele Geschäfte in Manhattan leer stehen,<br />
war die Arthur Avenue in der Bronx bis dato<br />
Covid-resistent. »Wir waren in New York<br />
die Vorreiter des Outdoor Dinings, bei dem<br />
die Restaurants ihre Tische und Zelte auch<br />
auf die Straße stellen dürfen. Manche<br />
Straßen sind deshalb sogar eigens für den<br />
Verkehr gesperrt worden«, erklärt Peter<br />
Madonia nicht ohne Stolz. Er ist der<br />
<<br />
Fotos: Angelika Ahrens<br />
178 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Mission:<br />
Digital voraus<br />
Wir machen <strong>Österreich</strong>s Unternehmen<br />
fit für eine vernetzte, digitale Zukunft.<br />
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praktischen Cloud-Lösungen – für Unternehmen aller Branchen und Größen.<br />
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gourmet / LITTLE ITALY IN DER BRONX<br />
BRONX FACTS<br />
Die Arthur Avenue, das Zentrum von Little<br />
Italy in der Bronx, wurde im Jahr 2<strong>01</strong>6 von der<br />
»American Planning Association« als eine von<br />
nur wenigen »America’s great streets« ausgezeichnet.<br />
Die Organisation für Stadtplanung<br />
vergibt diesen Titel, wenn ein Stadtbereich<br />
außergewöhnlich ist und gelebte Qualität und<br />
Wirtschaftswachstum auch andere Städte<br />
landesweit inspirieren können.<br />
Die Arthur Avenue dient immer wieder als<br />
Filmkulisse, etwa für die Serie »Die Sopranos«.<br />
Auch Lady Gaga hat hier das Musikvideo<br />
zu ihrem Song »Eh, eh« gedreht.<br />
Traditionsbewusstsein<br />
und kulinarische<br />
Handwerks kunst sind<br />
seit über 100 Jahren<br />
das Erfolgsrezept der<br />
kleinen Geschäfte.<br />
Robert De Niro entdeckte den später<br />
oscargekrönten Schauspieler Joe Pesci<br />
in einem der örtlichen Restaurants, wo<br />
dieser als Maitre’d arbeitete.<br />
Das Viertel hat sich dank der zahlreichen<br />
Familienbetriebe über viele Jahrzehnte kaum<br />
verändert – eine Seltenheit in New York.<br />
<<br />
Sprecher der Kleinunternehmer vor Ort.<br />
Madonia war Stabschef unter Bürgermeister<br />
Michael Bloomberg und anschließend<br />
Geschäftsführer der Rockefeller Foundation.<br />
Als diese ihr 100-jähriges Jubiläum feierte,<br />
sattelte der Karrierist kurzerhand um – denn<br />
solch ein Meilenstein stand auch in seiner<br />
eigenen Familie bevor: »Ich bin für das<br />
100-Jahr-Jubiläum unserer Bäckerei auf die<br />
Arthur Avenue zurückgekehrt.«<br />
GRUNDSTEIN FÜR LITTLE ITALY<br />
Als um die Jahrhundertwende der berühmte<br />
Bronx Zoo gebaut wurde, arbeiteten<br />
viele Italiener in der Bronx, weil sie gute<br />
Maurer waren. Sie<br />
kamen gern zum Essen<br />
in die Straße und siedelten<br />
sich schließ lich an. Davon<br />
haben auch Peters Großeltern<br />
profitiert, die als Teenager bettelarm mit<br />
dem Schiff nach New York kamen. Mario<br />
Madonia hatte am Stadtrand von Palermo<br />
bereits das Bäckerhandwerk gelernt. Das<br />
sizilianische Bastone-Brot, ein langer<br />
Brotlaib aus Hartweizengrieß, wird heute<br />
noch wie damals gebacken. Aber auch das<br />
Pane di Casa und die Cannoli sind populär.<br />
Über die Jahre sind verschiedene Brotspezialitäten<br />
dazugekommen, dazu Biscotti aller<br />
Art: Mandelgebäck, etwa mit Orange-Preiselbeeren-Walnuss<br />
oder in Schokolade<br />
getunkt. Den »Bish-cotti«, wie Madonia sie<br />
mit sizilianischem Akzent stolz nennt, hat<br />
er eine ganze Wand im Laden gewidmet.<br />
»Meine Vorfahren hatten eine unglaubliche<br />
mentale und physische Widerstandskraft,<br />
sie waren zäh und haben die erste<br />
Pandemie 1918 durchgehalten, den<br />
Zweiten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise«,<br />
erzählt er. Und irgendetwas mussten<br />
die Leute ja auch in schlechten Zeiten<br />
essen, deswegen hätten vor allem Lebensmittelgeschäfte<br />
sowie Familienbetriebe<br />
überlebt.<br />
Die individuellen Küchen Italiens gibt es<br />
im »wahren Little Italy«, wie die Bewohner<br />
gerne betonen, so konzentriert wie kaum<br />
sonst wo. Und die Geschäftsleute sind<br />
darauf bedacht, so authentisch wie möglich<br />
zu bleiben. Das bedeutet auch, nur nicht zu<br />
viel zu renovieren. Eine Gentrifizierung<br />
oder großflächige Umwidmungen sind<br />
bisher ausgeblieben. Das hat wohl auch<br />
damit zu tun, dass die U-Bahn nicht gerade<br />
um die Ecke und eine der großartigsten<br />
Straßen der USA eher schwer mit öffentlichen<br />
Verkehrsmitteln zu erreichen ist.<br />
ANGELIKA AHRENS<br />
Die ehemalige ORF-Star-<br />
Moderatorin lebt seit<br />
vielen Jahren mit<br />
ihrem Ehemann,<br />
dem Küchenchef<br />
Kurt Gutenbrunner,<br />
in New York und<br />
arbeitet als freie<br />
Journalistin.<br />
<<br />
Fotos: Angelika Ahrens, Shutterstock<br />
180 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Helvetia Cyber Versicherung<br />
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KÜCHENZETTEL<br />
Gourmet-Autor<br />
SEVERIN CORTI<br />
DAS BLAUE<br />
WUNDER<br />
Miesmuscheln sind aus zahllosen Gründen ein echtes Wunder<br />
der Natur – insbesondere aus kulinarischen. Nur ihr Name wird<br />
dem nicht gerecht. Doch das ließe sich ändern!<br />
Sie schillert in nachtschwarzem<br />
Blau und ist auch sonst ein<br />
Wunder der Natur, von dem sich<br />
die Wissenschaft geradezu<br />
Erstaunliches abschauen kann.<br />
Zuerst einmal will die Miesmuschel aber<br />
von jenem unglücklichen Nimbus erlöst<br />
werden, der mit ihrem Namen zusammenhängt.<br />
Wie soll man schließlich seine Qualitäten<br />
zur Geltung bringen, wenn schon der Name<br />
an Muschelvergiftung denken lässt? Idealerweise<br />
gewöhnen wir uns deshalb ab,<br />
überhaupt von Miesmuscheln zu reden. Der<br />
unglückliche Begriff ist einer Lautverschiebung<br />
aus dem Mittelhochdeutschen anzukreiden,<br />
die aus Moosmuscheln Miesmuscheln<br />
gemacht hat. Die italienischen<br />
»Cozze« sind da keine Alternative. Der<br />
Norddeutsche hingegen, an sich ja kein<br />
Vorbild für uns burgtheaterdeutsch gebildete<br />
Austriaken, macht es in dem Fall besser.<br />
Da oben wird die köstliche Molluske nämlich<br />
so hübsch geheißen wie sie aussieht:<br />
Blaumuschel.<br />
Wer die Dinger mit dem suggestiv<br />
geformten Innenleben nur kurz der Hitze<br />
aussetzt, gerade lang genug, dass die Schalen<br />
sich öffnen, wird mit unheimlich duftigem,<br />
vor Meeresfrische strotzendem Fleisch<br />
belohnt. Ein paar Minuten zu viel, und der<br />
Zauber ist vorbei: Was eben noch Inbegriff<br />
von Zartheit war, wirkt plötzlich gummig,<br />
zach, ausgelaugt. Längeres Kochen ist auch<br />
nicht geeignet, um die – ohnehin mini<br />
male – Wahrscheinlichkeit zu senken, Opfer<br />
einer Muschelvergiftung zu werden: Das<br />
dafür verantwortliche Toxin kommt über<br />
eine fallweise vorkommende (und streng<br />
kontrollierte) Alge in die Muschel und ist<br />
hitzeresistent. Wichtig: Trotz Garen nicht<br />
geöffnete Muscheln sind stets zu entsorgen!<br />
BESONDERS VITAMINREICH<br />
Wer zu einem mitternächtlichen Döner,<br />
einem in der Warmhaltevitrine vor sich<br />
hinwelkenden Schnitzel oder einer mittels<br />
Handschuhhand befüllten Extrawurstsemmel<br />
nicht immer Nein sagen kann, der<br />
bewegt sich auf vergleichbar gefährlichem<br />
Terrain. Im Gegensatz zu den eben genannten<br />
Optionen können Muscheln aber mit<br />
besonderem Reichtum an Jod sowie den<br />
Vitaminen B1, B2, B6 und E punkten.<br />
Sie sind allerdings auch auf ganz anderer<br />
Front von unschätzbarem Wert: Was in der<br />
Küche als lästiger »Bart« vor dem Kochen<br />
entfernt wird – also die Byssusfäden, mit<br />
denen sich die Muschel in der Brandung an<br />
Felsen, Pfähle, selbst Schiffsrümpfe anheftet<br />
–, haben Forscher vor Kurzem als einzigartigen<br />
Superklebstoff synthetisiert.<br />
Damit, so die Hoffnung, könnten in naher<br />
Zukunft Operationswunden verklebt statt<br />
vernäht werden, Zahnersatz fixiert oder<br />
sogar beschädigte Arterien mit der Kraft<br />
der Natur repariert werden. Wir erkennen:<br />
Blaumuscheln sind endlich einmal ein<br />
Superfood, das den hochtrabenden Namen<br />
auch tatsächlich verdient!<br />
MIESMUSCHELN<br />
mit Ingwer und Zitronengras<br />
(für 2 Personen)<br />
ZUTATEN<br />
1 kg geputzte Miesmuscheln<br />
2 Stück Pak Choy<br />
1 roter Paprika<br />
2 EL Entenschmalz oder Olivenöl<br />
2 Knoblauchzehen<br />
1 Stück Ingwer, daumengroß<br />
1 Chilischote<br />
2 Stängel Zitronengras<br />
1 Schuss Shaoxing-Reiswein oder Weißwein<br />
1 Bund Koriander<br />
1 Bund dünne Jungzwiebel<br />
2 EL fermentierte schwarze Bohnenpaste<br />
oder Misopaste (Asiashop)<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Die Pak Choy putzen und der Länge nach in<br />
sechs Spalten schneiden. Paprika in feine Streifen<br />
schneiden. Ingwer, Knoblauch und Chilischote<br />
fein hacken. Koriander und Jungzwiebeln<br />
grob zerkleinern. Das Ende des Zitronengrasstängels<br />
mehrmals kräftig platt klopfen, damit<br />
sich das Aroma entfalten kann. Anschließend in<br />
je fünf oder sechs Stücke schneiden.<br />
– Das Entenschmalz (oder Öl) in einem großen<br />
Topf mit dickem Boden erhitzen. Paprika,<br />
Ingwer, Knoblauch, Bohnenpaste und Chilischote<br />
ein paar Minuten darin anbraten.<br />
Das Zitronengras und den Wein hinzufügen<br />
und alles einmal auf kochen lassen. Dann die<br />
Muscheln und den Pak Choy zugeben. Umrühren,<br />
zudecken und bei größter Hitze etwa drei<br />
Minuten kochen lassen bis die Muscheln<br />
gerade geöffnet sind. Koriander und Frühlingszwiebel<br />
unterheben, kurz durchwärmen und zu<br />
Tisch bringen.<br />
Fotos: Stine Christiansen, Johannes Kernmayer<br />
182 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Gesammelte Rezepttipps<br />
von Severin Corti unter<br />
falstaff.com/corti<br />
FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />
Orthogneiss 2<strong>01</strong>8, Domaine de l‘Ecu, Bio<br />
Ein Muscadet von mythischem Ruf, der<br />
zeigt, was in dieser Appellation möglich ist:<br />
pure, mineralische Finesse, fantastischer<br />
Spannungsbogen, wie gemacht<br />
für Krus tentiere und Muscheln.<br />
Biodynamie auf höchstem Niveau!<br />
weinskandal.at, € 14,–<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
183
gourmet / TAUBEN AUS ÖSTERREICH<br />
WIE IM<br />
SCHLARAFFEN-<br />
LAND<br />
Die Geschichte von den gebratenen Tauben, die einem<br />
wie von selbst in den Mund fliegen, ist nicht zufällig die<br />
bekannteste Assoziation mit dem mythischen Schlaraffenland.<br />
Die köstlichen Vögel werden auch im Burgenland gezüchtet –<br />
und von heimischen Topköchen verarbeitet und verehrt.<br />
Aber nun scheint ihre Produktion in Gefahr.<br />
TEXT SEVERIN CORTI<br />
Spitzenköche wissen den exquisiten<br />
Geschmack von Taubenfleisch seit<br />
jeher zu schätzen und innovativ<br />
zu unterstreichen.<br />
Foto: Stockfood/ Tre Torri<br />
184 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
185
gourmet / TAUBEN AUS ÖSTERREICH<br />
DIE TRADITION DER<br />
BÄUERLICHEN<br />
TAUBENZUCHT IN<br />
ÖSTERREICH DROHT<br />
IM GESETZLICHEN<br />
NIEMANDSLAND ZU<br />
VERSCHWINDEN.<br />
Im Alleingang hat der Wahlburgenländer<br />
Gerhard Methlagl<br />
landwirtschaftliche Taubenzucht<br />
in <strong>Österreich</strong> wiederbelebt.<br />
Es kracht verheißungsvoll, als<br />
das Messer durch die knusprige<br />
Haut fährt. Darunter<br />
kommt kraftvolles, unendlich<br />
zartes Fleisch mit einem<br />
rubinroten Schimmer zum Vorschein. Taube<br />
gilt nicht zufällig als vornehmes Fleisch par<br />
excellence – im mythischen Schlaraffenland<br />
geht es auch deshalb so lukullisch zu, weil<br />
einem da »gebratene Tauben in den Mund<br />
fliegen«: Fantastisches Fleisch, knusprig<br />
gleißende Haut, dazu ein wahrhaft edler<br />
Geschmack – und, für ein landwirtschaftlich<br />
genutztes Tier ganz wichtig, ein sehr<br />
gesunder Hang zur Reproduktion. Seit<br />
Jahrhunderten genießt die Taube deshalb in<br />
der Großen Küche den Nimbus des edelsten<br />
aller Fleischgänge.<br />
Heinz Reitbauer<br />
hält in seinem<br />
»Steirereck« die<br />
»urösterreichische<br />
Tradition« der Taube<br />
auf dem Teller in<br />
Ehren.<br />
Fotos: Philipp Horak, Stefan Liewehr, Stockfood/Anders, Ben<br />
186 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
SEINERZEIT<br />
GEHÖRTEN<br />
TAUBENSCHLÄGE<br />
GERADE AUF<br />
BURGENLÄNDISCHEN<br />
BAUERNHÖFEN ZUR<br />
GRUNDAUSSTATTUNG.<br />
Die Aromen des Taubenfleisches<br />
erlauben kreative Kombinationen – hier<br />
etwa mit Artischocken und Biersauce.<br />
Dass Taube in unseren Breiten, im Unterschied<br />
zu Italien, Großbritannien und<br />
Frank reich, heute nur noch in den erlauchten<br />
Sphären der Nobelgastronomie zu finden<br />
ist, müssen wir der Industrialisierung<br />
der Landwirtschaft ebenso zuschreiben wie<br />
der Vergenossenschaftung des Agrarsektors<br />
nach dem Krieg, die vielen lokalen Traditionen<br />
den Garaus gemacht hat. Noch bis<br />
in die 1950er-Jahre waren Taubenschläge,<br />
aus denen Tauben ein- und ausflogen, in<br />
den Dörfern des Burgenlandes gang<br />
und gäbe. »Die Taube am Bauernhof<br />
ist eigentlich eine urösterreichische<br />
Tradition«, sagt <strong>Österreich</strong>s bester<br />
Koch Heinz Reitbauer, der sich<br />
der Rettung solcher Merkmale der<br />
echten österreichischen Küche verschrieben<br />
hat – und so zum international<br />
gefeierten Star wurde.<br />
Dementsprechend »begeistert« war<br />
Reitbauer laut eigener Aussage, als vor einigen<br />
Jahren die Taubenzucht in <strong>Österreich</strong><br />
wieder Fuß gefasst hat – und noch dazu<br />
»mit Ergebnissen, die sich interna tional<br />
nicht verstecken müssen – im Gegenteil!«<br />
Dass dem so ist, ist ausschließlich das Verdienst<br />
von Gerhard Methlagl. Der Mann<br />
ist Vorarlberger und war einst Masseur<br />
des österreichischen Abfahrts-Nationalteams.<br />
Aber er träumte »schon als Bub«<br />
davon, einmal Bauer zu werden. Weil er<br />
außerdem ein Freund des wirklich guten<br />
Essens ist und Tiere liebt, erstand er im<br />
Südburgenland, kaum drei Kilometer<br />
<<br />
<strong>Falstaff</strong>-Autor Severin Corti auf<br />
Recherche im mit innovativen<br />
wie naturnahen Mitteln<br />
nachhaltig bewirtschafteten<br />
Taubenschlag.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
187
gourmet / TAUBEN AUS ÖSTERREICH<br />
Die Taubengerichte<br />
von Max Natmessnig<br />
im »Schualhus«<br />
genießen geradezu<br />
legendären<br />
Status unter<br />
Feinschmeckern.<br />
<<br />
von der ungarischen Grenze, einen<br />
alten Hof und begann mit der Taubenzucht.<br />
»In Vorarlberg hätte ich mir die<br />
Grundstückspreise einfach nicht leisten<br />
können«, lacht er.<br />
Methlagl züchtet seine Tiere in hochmodernen<br />
Volieren – bisher ist er damit der<br />
Einzige im deutschen Sprachraum. Längst<br />
sind auch Reitbauers Kollegen aus der<br />
Top-Gastronomie, darunter natürlich auch<br />
Burgenlands Top-Koch Max Stiegl vom Gut<br />
Purbach, auf die außerordentlich zarten und<br />
fleischigen Vögel aufmerksam geworden. Inzwischen<br />
liefert Methlagl sogar in seine alte<br />
Heimat Vorarlberg, konkret zum gefeierten<br />
Top-Chef Max Natmessnig im »Schualhus«<br />
der »Roten Wand« in Lech. Natmessnig,<br />
der über Jahre im New Yorker Dreisterner<br />
»Brooklyn Fare« in verantwortlicher Position<br />
gekocht hat, ist begeistert von der Qualität<br />
der Tauben: »Das Fleisch hat absolutes<br />
Top-Niveau, kann sich jederzeit mit französischen<br />
und auch kalifornischen Tauben<br />
DAS FLEISCH HAT<br />
ABSOLUTES TOP-<br />
NIVEAU, KANN SICH<br />
JEDERZEIT MIT<br />
FRANZÖSISCHEN<br />
TAUBEN MESSEN.<br />
MAX NATMESSNIG, CHEF »SCHUALHUS«<br />
messen, wie wir sie im ›Brooklyn Fare‹<br />
bekommen haben.« Methlagl füttert nur<br />
heimisches Biogetreide, Mais, Ackererbsen<br />
und Ackerbohnen. Auf Antibiotika<br />
kann er verzichten – und setzt stattdessen<br />
auf Kräutertees, Knoblauchwasser und<br />
Fermente, um das Immunsystem der Tiere<br />
natürlich zu stärken.<br />
Die Lust am Kochen treibt ihm in den<br />
letzten Jahren auch viele private Kunden<br />
zu. Sie dürfen sich über handgerupfte, nach<br />
Wunsch auch »à l’étouffée«, also ohne<br />
Blutverlust geschlachtete Tauben freuen,<br />
deren zartes Fleisch zu den ganz großen<br />
Freuden fortgeschrittener Genießer gehört.<br />
Immer samstags steht Methlagl mit seiner<br />
Ware am Markt in der Lange Gasse in<br />
Wien-Josefstadt, auf Wunsch wird aber<br />
auch über Nacht via Kühlpaket verschickt.<br />
Jetzt aber scheint sein Qualitätsbetrieb<br />
in Gefahr zu sein. Weil die österreichische<br />
Wirtschaftstaubenzucht in den vergangenen<br />
Jahren keine Tradition mehr hatte, wird die<br />
Taube in der Tierhalteverordnung des<br />
<<br />
Fotos: Ingo Pertramer,, Gabriel Kollreider<br />
188 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
ICH SCHAU AUF<br />
kontrollierte Tiergesundheit<br />
nachvollziehbare<br />
Herkunft<br />
hygienische Sauberkeit<br />
sorgfältige<br />
Verarbeitung<br />
WEIL ICH AUFS<br />
AMA-GÜTESIEGEL SCHAU.<br />
Wer beim Einkaufen auf Milchprodukte mit dem AMA-Gütesiegel schaut,<br />
schaut auf mehr. Auf gentechnikfreie Futtermittel und das Wohl der Tiere.<br />
Auf streng kontrollierte Hygiene bei der Herstellung und der Verarbeitung<br />
der Lebensmittel – und auf vieles mehr.<br />
Ich schau auf amainfo.at
gourmet / TAUBEN AUS ÖSTERREICH<br />
GESETZLICHE NOT<br />
MACHTE DEN<br />
KLUGEN LANDWIRT<br />
ERFINDERISCH:<br />
OFFIZIELL ZÜCHTET<br />
GERHARD METHLAGL<br />
BRIEFTAUBEN.<br />
»VIELFALT VOR DEN VORHANG«<br />
Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger will den<br />
Anbietern von Nischenprodukten den Rücken stärken<br />
<<br />
Landwirtschaftsministeriums nicht mehr<br />
als Fleischgeflügel geführt. Methlagl hat<br />
sich bisher damit beholfen, bei den Brieftaubenzüchtern<br />
unterzukommen – die züchten<br />
zwar auch Tauben, aber per Definition nicht<br />
für den Genuss durch Feinschmecker. »Es<br />
wäre absolut dramatisch, wenn diese Tradition<br />
nach erfolgreicher Wiederbelebung wieder<br />
abgedreht werden würde«, sagt Heinz<br />
Reitbauer. Weil Gerhard Methlagl herausragend<br />
arbeitet, gab es bislang nie Beanstandungen<br />
vonseiten des Tierschutzes oder<br />
der Tierärztin, die seine Ware in Augenschein<br />
nimmt. »Die Nachfrage ist so, dass<br />
ich eigentlich Arbeitsplätze schaffen und<br />
neue Leute anstellen möchte. Aber ich stehe<br />
unter immensem Druck«, sagt der Landwirt.<br />
Und das, obwohl die anerkannt besten<br />
Köche des Landes genau seine Produkte der<br />
Importware (die dank EU-Bestimmungen<br />
natürlich als Lebensmittel zugelassen ist)<br />
eindeutig vorziehen.<br />
Deshalb hofft er, dass die Politik im Rahmen<br />
der anstehenden Novelle der Tierhaltungsverordnung<br />
ein Einsehen hat und die<br />
bäuerliche Taubenzucht als Wirtschaftsgeflügel<br />
klassifiziert. Dass hier ein Markt<br />
für herausragendes Geflügel im Entstehen<br />
begriffen ist, lässt sich auch daran ablesen,<br />
dass sich Landwirte aus Oberösterreich<br />
und Kärnten bei Methlagl melden, um sich<br />
Tipps für den Aufbau einer Zucht zu holen:<br />
»Solange diese Ungewissheit herrscht, trauen<br />
sie sich aber über die nötigen Investitionen<br />
noch nicht drüber.« Heinz Reitbauer<br />
vom »Steirereck« assistiert: »Ich hoffe sehr,<br />
dass die heimische Tradition der Taubenzucht<br />
nicht verschwinden muss.« Der<br />
Markt ist da, die Kunden sind begeistert –<br />
jetzt ist die Politik gefordert.<br />
<<br />
FALSTAFF Gerhard Methlagl züchtet als<br />
Vorarlberger im Südburgenland<br />
Fleischtauben und belebt damit eine traditionelle<br />
regionale Spezialität wieder. Ist<br />
das nicht ein Paradebeispiel für innovative<br />
Landwirtschaft mit höchstem Qualitätsanspruch?<br />
ELISABETH KÖSTINGER Ja, das<br />
stimmt. Unsere Landwirtschaft zeichnet<br />
sich gerade durch diese Diversität und unsere<br />
Spezialitäten aus. Vom Bodensee bis<br />
zum Neusiedler See gibt es eine einzigartige<br />
Vielfalt, die man immer wieder vor den<br />
Vorhang holen muss. Genau dafür ist<br />
auch unser »Netzwerk Kulinarik« da,<br />
auch in Verbindung mit dem AMA-Genuss-Region-Gütesiegel.<br />
Unsere Verarbeiter<br />
und Veredler leisten großartige Arbeit.<br />
Durch sie wird Regionalität und Qualität<br />
greifbar, etwas, das man schmecken kann.<br />
Köche wie Heinz Reitbauer, die die regionale<br />
Küche des Landes auf Weltniveau<br />
gehoben haben, schätzen die burgenländische<br />
Taube als besondere Spezialität.<br />
Wie kann gesichert werden, dass es sie<br />
auch weiterhin geben wird?<br />
Wir werden unsere Bäuerinnen und Bauern<br />
natürlich unterstützen, wo es nur<br />
geht. Gerade Landwirte, die sich auf<br />
Nischenprodukte spezialisieren, unterstützen<br />
wir gerne. Von der gesetzlichen<br />
Bestimmung her ist die Taubenhaltung in<br />
der 2. Tierhaltungsverordnung geregelt.<br />
Hier liegt die Zuständigkeit im Gesundheitsministerium.<br />
Landwirte in Kärnten und Oberösterreich<br />
wollen auch in die Taubenzucht einsteigen.<br />
Wie kann Sicherheit geschaffen<br />
werden, dass diese Unternehmer in<br />
<strong>Österreich</strong> nicht im rechtsfreien Raum<br />
agieren?<br />
Ich wäre dafür, in die 2. Tierhaltungsverordnung<br />
spezielle und praktikable<br />
Bestimmungen für die Fleischtaubenhaltung<br />
aufzunehmen. Oder man regelt das<br />
in der Verordnung für die Nutztierhaltung,<br />
die wird gerade überarbeitet. Leider<br />
ist dieses Thema aber für viele Tierschutzorganisationen<br />
ein rotes Tuch.<br />
Foto: ÖVP Klub<br />
190 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
gourmet / »BUDDENBROOKS«<br />
NEUE SERIE<br />
Teil 1<br />
»BUDDENBROOKS«<br />
KLOTZEN, NICHT<br />
KLECKERN<br />
Der Niedergang einer Patrizierfamilie steht im Zentrum von Thomas Manns<br />
Jahrhundertroman »Buddenbrooks«. Die detailreichen kulinarischen<br />
Schilderungen darin hat der Autor dem Hauskochbuch seiner eigenen Familie<br />
entliehen. Der Auftakt zur neuen <strong>Falstaff</strong>-Serie über Kulinarik in der Kunst.<br />
TEXT JUDITH HECHT<br />
Essen und Trinken sind unverzichtbar,<br />
auch in der Weltliteratur.<br />
Das haben viele große<br />
Dichter längst bewiesen. Denn<br />
Essen ist nicht nur ein alltägliches<br />
Grundbedürfnis, sondern steht auch<br />
sinnbildlich für Lust und Begehren, für<br />
Leid oder Freud, für Liebe oder Einsamkeit<br />
und vieles mehr. Wen wundert es also,<br />
dass Essen und Trinken auf vielfältigste<br />
Weise Eingang in die Dichtung gefunden<br />
haben?<br />
»Leben ist Essen, Essen ist Leben.« Die <br />
ser Ansicht war bereits der bedeutendste<br />
griechische Satiriker, Lukian Samosata<br />
(120–180 n. Chr.): »Ich meines Orts ken ne<br />
im ganzen Leben nichts Nützlicheres als<br />
Essen und Trinken, da ohne beides vom<br />
Leben nicht einmal die Rede wäre«, schrieb<br />
er bereits vor etwa 1900 Jahren nieder. Da<br />
wird ihm wohl bereits damals niemand<br />
widersprochen haben. Schon gar nicht der<br />
französische Schriftsteller und Gastrosoph<br />
Jean Anthelme Brillat-Savarin (1755–1826).<br />
Dieser kommt in seinem Werk »Physiologie<br />
des Geschmacks« zu folgendem Schluss:<br />
»Das Vergnügen der Tafel gehört jedem<br />
Alter, jedem Stande, jedem Lande und jeder<br />
Zeit an. Es verträgt sich mit allen anderen<br />
Genüssen und bleibt bis ans Ende, um uns<br />
über deren Verluste zu trösten.«<br />
VOM ESSEN & VOM SCHREIBEN<br />
Essen ist so gut wie immer mit Emotionen<br />
verbunden. Kein Wunder also, dass sich<br />
Dichter jeder Epoche damit befasst haben.<br />
Literatur ist schließlich Lebenszeugnis. Von<br />
Homer, dem Verfasser der »Odyssee« und<br />
der »Ilias«, wissen wir etwa, dass sich der<br />
griechische Held Achill vor schwierigen<br />
<<br />
Foto: StockFood / News Life Media<br />
192 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Ein prachtvoller<br />
Krustenschinken, wie er<br />
in Thomas Manns Roman<br />
»Buddenbrooks« aufgetischt<br />
wird, um den Wohlstand<br />
der Familie für jeden<br />
sichtbar zu machen.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
193
gourmet / »BUDDENBROOKS«<br />
Kräutersuppe<br />
(für 12 Personen)<br />
ZUTATEN<br />
500 g junger Spinat, Petersilie,<br />
Basilikum, Estragon, Schnittlauch,<br />
Sauerampfer, junges Selleriekraut,<br />
Portulak, einige Salatblätter<br />
100 g Butter<br />
2 Schalotten<br />
2 EL Mehl<br />
2–3 l Suppe<br />
2–3 Eidotter<br />
¼ l Schlagobers<br />
Salz und Pfeffer<br />
ZUBEREITUNG<br />
– Kräuter und Salatblätter waschen und<br />
abtropfen lassen.<br />
– In einem großen Suppentopf die Butter zergehen<br />
lassen und darin die fein geschnittenen<br />
Schalotten andünsten. Mehl dazugeben<br />
und anschwitzen. Nach und nach mit Suppe<br />
aufgießen und 10 Minuten leise köcheln<br />
lassen.<br />
– In der Zwischenzeit die Kräuter fein hacken<br />
oder mit ein wenig Suppe im Mixer zerkleinern.<br />
Anschließend zur Suppe geben. Weitere<br />
fünf Minuten köcheln lassen. Nun zwei<br />
bis drei Eidotter mit Schlagobers verquirlen<br />
und in der Suppe verrühren. Mit Salz und<br />
Pfeffer abschmecken und in einer vorgewärmten<br />
Terrine servieren.<br />
– Zur Suppe reicht man am besten in Butter<br />
vorgeröstete Semmelwürfel.<br />
<<br />
ERST AN DEN TAFELN<br />
UND TISCHEN DER<br />
LITERATUR LERNEN WIR<br />
DIE PROTAGONISTEN<br />
DER JEWEILIGEN<br />
WERKE SO<br />
RICHTIG KENNEN.<br />
Verhandlungen höchstpersönlich um<br />
die Zubereitung der Speisen gekümmert<br />
hat und »den Rücken der feisten Ziege, des<br />
Schafes und auch des Mastschweins Schulter<br />
voll blühenden Fettes« auf das Feuer<br />
legte. Auch in den Märchen der Gebrüder<br />
Grimm und von E.T.A. Hoffmann, den<br />
Werken von Jean Paul, Honoré de Balzac,<br />
Theodor Fontane, Franz Kafka, Thomas<br />
Mann oder Günther Grass – um nur einige<br />
der großen Autoren zu nennen – spielt das<br />
Essen eine bedeutende Rolle.<br />
Erst an den Küchentischen und Festtafeln<br />
der Literatur lernen wir die Protagonisten<br />
so richtig kennen. Was und wie<br />
viel sie zu essen haben, sagt uns nicht nur<br />
etwas über ihr Leben, sondern auch über<br />
die Zeit, in der die Geschichten spielen.<br />
Und nicht zuletzt verraten die Essensbeschreibungen<br />
einiges über die Schriftsteller<br />
selbst, über ihr Verhältnis zu leiblichen<br />
Genüssen, ja über ihre gesamte ästhetische<br />
Weltsicht.<br />
»BUDDENBROOKS« – ZWISCHEN<br />
GENUSS UND DEKADENZ<br />
Ein Meister der Darstellung kulinarischer<br />
Ereignisse war Thomas Mann. Das weiß<br />
jeder, der sein Meisterwerk »Buddenbrooks<br />
– Verfall einer Familie« gelesen hat. Als<br />
Vorlage der Handlung diente ihm übrigens<br />
seine eigene Familiengeschichte. Vier Jahre<br />
lang arbeitete er an seinem ersten großen<br />
Roman, ehe dieser im Jahr 19<strong>01</strong> erschien.<br />
1929 erhielt er dafür den Literaturnobelpreis.<br />
»In weiten Kreisen bin ich, glaub’ ich,<br />
als Schilderer guter Mittagessen geschätzt«,<br />
schrieb Thomas Mann kurze Zeit, nachdem<br />
sein Buch erschienen war. Tatsächlich verstand<br />
er es, Menüs zusammenzustellen, die<br />
dem Leser das Wasser im Mund zusammenlaufen<br />
lassen. Man könnte meinen, er sei<br />
passionierter Koch gewesen, so detailliert<br />
beschreibt er die Zubereitung der Speisen.<br />
Mann war zwar ein Feinschmecker, das<br />
wissen wir aus seinen Tagebüchern und<br />
Briefen, kochen konnte er aber nicht. Vielmehr<br />
hat er die Rezepte für seinen Roman<br />
eins zu eins aus dem Lübecker Hauskochbuch<br />
seiner Familie übernommen.<br />
Fotos: StockFood / Newedel, Karl, Getty Images<br />
194 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
DIE WEINE DER<br />
»BUDDENBROOKS«<br />
Mehrfach nimmt der Leser an der Tafel der<br />
großbürgerlichen Lübecker Kaufmannsfamilie<br />
Buddenbrook Platz. Als stiller Gast<br />
erfährt er erstmals beim Einweihungsbankett<br />
des neuen Hauses in der noblen<br />
Mengstraße 4, wie es um das familiäre<br />
Gefüge der Buddenbrooks steht. Geschäftlich<br />
läuft es 1835 hervorragend für die<br />
Kaufleute – und das soll die Lübecker<br />
Gesellschaft auch sehen. »Klotzen statt<br />
kleckern«, lautet die Devise. Dementsprechend<br />
wird das opulente Festmenü »auf<br />
Meißener Porzellan mit Goldrand« serviert.<br />
Zuerst Kräutersuppe mit geröstetem Brot,<br />
gefolgt von Fisch. Dann wurden die Teller<br />
»aufs neue gewechselt. Ein kolossaler,<br />
ziegelroter, panierter Schinken erschien,<br />
geräuchert, gekocht, nebst brauner, säuerlicher<br />
Schalottensauce und solchen Mengen<br />
von Gemüsen, dass alle aus einer einzigen<br />
Schüssel sich hätten sättigen können«,<br />
schreibt Mann. Ohne Verschnaufpause geht<br />
es weiter. »Das Meisterwerk der Konsulin<br />
Buddenbrook, der ›Russische Topf‹, ein<br />
prickelnd und spirituös schmeckendes Gemisch<br />
konservierter Früchte, wurde dargereicht.«<br />
Als Nächstes kommt »Plettenpudding,<br />
ein schichtweises Gemisch aus<br />
IN WEITEN KREISEN<br />
BIN ICH, SO GLAUBE<br />
ICH, ALS SCHILDERER<br />
GUTER MITTAGESSEN<br />
GESCHÄTZT«, GAB DER<br />
AUTOR SELBST ZU<br />
PROTOKOLL.<br />
Makronen, Himbeeren, Biskuits und Eiercreme«<br />
auf den Tisch. Doch damit nicht<br />
genug. Erst Käse und Früchte, Zigarren,<br />
Kaffee und ein »goldgelber, traubensüßer<br />
Malvasier« runden das Festmahl ab. Nach<br />
einem Reigen von Dankesreden und Lobeshymnen<br />
auf die Gastgeber und ihr neues<br />
Heim verlässt die Gesellschaft endlich<br />
zufrieden und mit vollen Bäuchen das<br />
rauschende Fest. Beim Leser macht sich<br />
trotzdem ein flaues Gefühl breit: »Kann<br />
es denn tatsächlich immer so maßlos weitergehen?«<br />
Und tatsächlich ist die Völlerei nicht<br />
allen gut bekommen. Christian Buddenbrook,<br />
jener Sohn, der weder den ge<br />
<<br />
Bei den Buddenbrooks kommt nicht nur das<br />
beste Essen auf den Tisch, auch die feinsten<br />
Weine werden dazu kredenzt. Ob »Lübecker<br />
Rotspon«, »kräftige Cuvée französischer<br />
Rotweine« oder »goldgelber, traubensüßer<br />
Malvasier in Dessertgläsern«, Thomas Mann<br />
wusste, was gut ist. Ein ganz besonderes<br />
Denkmal setzte der Schriftsteller dem<br />
Weinhändler Tesdorpf. Unter dem Pseudonym<br />
»Kistenmaker« hat er die hanseatische<br />
Patrizierfamilie als noblen Wein-Lieferanten<br />
der Buddenbrooks verewigt. Das hat seinen<br />
Grund: Der damalige Patron, Krafft Tesdorpf,<br />
war zeitweise der Vormund von Thomas Mann<br />
und seinen vier Geschwistern, nachdem ihr<br />
Vater im Jahr 1891 gestorben war.<br />
In seinem Roman beschreibt Mann das<br />
Weinhaus Tesdorpf alias »Kistenmaker &<br />
Söhne« als »aufblühende Weinhandlung«,<br />
die es fertigbrachte, all die anderen Lübecker<br />
Mitbewerber »aus der Mode zu bringen«. Kein<br />
Wunder, dass der junge Thomas Buddenbrook<br />
darauf Wert legt, dass beim Galadiner anlässlich<br />
seiner Vermählung Tesdorpf'sche Weine<br />
serviert werden.<br />
Der Weinhandel Tesdorpf, 1678 gegründet,<br />
zählt zu den ältesten Deutschlands. Das Geschäft<br />
in der Lübecker Mengstraße – nächst<br />
dem Buddenbrook-Haus – schloss allerdings<br />
2<strong>01</strong>9 nach 341 Jahren seine Pforten. Heute<br />
hat das Unternehmen seinen Sitz in Hamburg.<br />
Vier Mal wurden die<br />
»Buddenbrooks« bisher<br />
verfilmt, das erste Mal bereits<br />
1923. Im Jahr 1959 spielte die<br />
Wienerin Nadja Tiller (2. v. l.)<br />
unter anderem mit Liselotte<br />
Pulver und Hansjörg Felmy (v.r.).<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
195
gourmet / »BUDDENBROOKS«<br />
THOMAS MANN<br />
UND DIE<br />
»BUDDENBROOKS«<br />
Sohn aus gutem Hause,<br />
Literaturnobelpreisträger,<br />
erbitterter Nazi-Gegner<br />
<<br />
sellschaftlichen Konventionen noch<br />
den Vorstellungen seiner Eltern entsprechen<br />
will, krümmt sich hernach in der<br />
Säulenhalle: »Mir ist übel, Mama, mir<br />
ist verdammt übel«, wimmert er der Konsulin<br />
zu. Ihr Mitgefühl hält sich in Grenzen:<br />
»Wenn wir solche Worte gebrauchen,<br />
straft uns der liebe Gott mit noch größerer<br />
Übelkeit«, antwortet sie ihm bloß im Vorbeigehen.<br />
VÖLLERND IN DEN UNTERGANG<br />
Die Jahre ziehen ins Land, und der Niedergang<br />
der Buddenbrooks nimmt langsam,<br />
aber stetig seinen Lauf. Und wieder dient<br />
Thomas Mann ein Festmahl, das Weihnachtsessen<br />
des Jahres 1869, um den mittlerweile<br />
maroden Zustand der Familie zu<br />
beschreiben. Nach außen wird die Fassade<br />
freilich gewahrt, die starre Tradition erlaubt<br />
keine Veränderung: So jagt wieder eine<br />
Köstlichkeit die andere. Und wie immer<br />
gibt es alles im Überfluss. Diesmal macht<br />
»Karpfen in aufgelöster Butter und mit<br />
altem Rheinwein« den Anfang, ihm folgt<br />
»Puter, gefüllt mit Brei von Maronen,<br />
Thomas Mann (2. v. l.)<br />
mit Schwiegermutter Hedwig<br />
Prinsgheim, Ehefrau Katia und<br />
Schwiegervater Alfred Pringsheim (v.l.).<br />
Ro sinen und Äpfeln, dazu gebratene Kartoffeln,<br />
zweierlei Gemüse und zweierlei<br />
Kompott, das alles in großen Mengen …«.<br />
Dennoch – oder gerade deshalb – fühlt<br />
sich diesmal der kleine Hanno nicht wohl.<br />
Dem Stammhalter der Familie, auf dessen<br />
Schultern alle Zukunftshoffnungen ruhen,<br />
ist das viele Essen nicht bekommen. Doch<br />
als die mit Schokoladeeis gefüllten Baisers<br />
gebracht werden, kann der Bub nicht widerstehen.<br />
Er verzehrt sie, »obgleich es ihm<br />
fast unerträglich weh tat an den Zähnen«.<br />
Nicht nur ihm, sondern auch seinem Vater<br />
Thomas, dem nunmehrigen Oberhaupt der<br />
Familie, soll das Zuviel des Guten und Süßen<br />
zum Verhängnis werden. Es ist kein<br />
Zufall, dass der Dichter Thomas Buddenbrook<br />
am Ende seines Jahrhundertwerks<br />
ausgerechnet an einer misslungenen Zahnbehandlung<br />
sterben lässt – und damit den<br />
Untergang der Familie besiegelt.<br />
Thomas Mann hatte übrigens selbst eine<br />
Schwäche für Süßes, vor allem für Honig:<br />
»Ihn esse ich unter allen Dingen am liebsten«,<br />
schrieb er einem Freund. »Allerdings<br />
nur in intimen Mengen.«<br />
<<br />
Thomas Mann wurde am 6. Juni 1875 in<br />
Lübeck als zweites von vier Kindern geboren.<br />
Sein Vater war ein erfolgreicher Lübecker<br />
Kaufmann, wurde Konsul und schließlich<br />
Senator. Thomas war kein guter Schüler und<br />
verließ das Gymnasium ohne Abitur. Nach<br />
dem Tod seines Vaters 1891 erhielt er eine<br />
monatliche Rente und konnte sich ganz dem<br />
Schreiben widmen. An seinem ersten großen<br />
Werk, »Buddenbrooks«, schrieb Thomas<br />
Mann vier Jahre lang, und zwar von 1896 bis<br />
1900. Es handelt vom allmählichen, sich über<br />
vier Generationen hinziehenden Niedergang<br />
einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie in<br />
Lübeck und spielt zwischen 1835 und 1877.<br />
Als Vorlage diente Thomas Mann seine eigene<br />
Familiengeschichte sowie viele historische<br />
Persönlichkeiten der Hansestadt. Mann selbst<br />
wird in der Figur des Hanno Buddenbrook<br />
ebenfalls Teil der Handlung.<br />
Im Februar 19<strong>01</strong> erschien das Werk erstmals,<br />
doch viele Lübecker waren empört über Mann<br />
und bezeichneten ihn als Nestbeschmutzer.<br />
Zunächst verkaufte sich das Werk auch<br />
eher schleppend, erst eine verhältnismäßig<br />
günstige Ausgabe, die im Jahr 1903 erschien,<br />
bescherte dem Werk den gewünschten Erfolg.<br />
In weiterer Folge schuf Mann unter anderem<br />
»Der Tod in Venedig« und »Der Zauberberg«.<br />
1929 erhielt der Schriftsteller für »Buddenbrooks«<br />
den Literaturnobelpreis. 1933, kurz<br />
nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten<br />
in Deutschland, kehrten Thomas Mann<br />
und seine Ehefrau Katia von einer Vortragsreise<br />
nicht mehr nach Deutschland zurück, sondern<br />
gingen ins Exil, zunächst in die Schweiz<br />
und später in die USA. Erst 1952 kehrten sie<br />
wieder nach Europa zurück. Am 12. August<br />
1955 starb Thomas Mann in Zürich.<br />
Foto: ullstein bild / Ullstein Bild / picturedesk.com<br />
196 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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198 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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Kolumnistin ANGELIKA ROSAM<br />
ist Herausgeberin und Miteigentümerin<br />
des <strong>Falstaff</strong>-Verlags. Mit einem großen<br />
Faible für die schönen Dinge des Lebens<br />
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der Gourmetwelt.<br />
PASTA LAUSCHEN<br />
Podcasts sind en vogue wie nie –<br />
egal, um welche Themen es sich<br />
gerade dreht. Kein Wunder also,<br />
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zu sagen gibt. Besonders erfrischend<br />
gestalten die Moderatorinnen<br />
von »Italien für die Ohren«<br />
ihre Sendung und vermitteln<br />
via Headset eine Extraportion<br />
italienische Lebensfreude. Zu<br />
suchen über Spotify.<br />
PASTA KOCHEN<br />
Auch wenn man davon überzeugt<br />
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feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
199
Die 20.000 Mitglieder des <strong>Falstaff</strong> Gourmetclubs besuchen<br />
und bewerten die besten Restaurants <strong>Österreich</strong>s. In dieser<br />
Rubrik stellen wir Restaurants aus unserem Guide vor, die wir<br />
Ihnen wärmstens empfehlen wollen. Alle 1800 Restaurants<br />
dieses Guides finden Sie auf falstaff.com.<br />
Spanische Glücksmomente<br />
im »Toro Toro«<br />
La Patrona Gisela Reitsamer hat<br />
sich mit ihrem Restaurant einen<br />
Lebenstraum erfüllt, an dem sie ihre<br />
Gäste teilhaben lässt. Das Kochen<br />
hat die gebürtige Oberösterreicherin<br />
vor mehr als 30 Jahren entlang der<br />
Costa Brava gelernt. Bereits seit<br />
vielen Jahren gilt das »Toro Toro« als<br />
einer der besten Spanier Öster reichs.<br />
Für die frisch zubereiteten Gerichte<br />
werden nur beste Zutaten verwendet.<br />
Auch Liebhaber spanischer Weine<br />
kommen voll auf ihre Kosten. Die<br />
Weinkarte bietet nicht nur edle Tropfen<br />
aus bekannten Weinbaugebieten,<br />
sondern auch spannende Neuheiten<br />
aufstrebender Regionen wie La Mancha<br />
und Extremadura.<br />
RESTAURANT-BODEGA<br />
TORO TORO<br />
90 Punkte im <strong>Falstaff</strong><br />
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Schloss-Altendorff-Straße 2<br />
5400 Hallein bei Salzburg<br />
T: +43 6245 84223<br />
Öffnungszeiten: Di–Sa, 18–1 Uhr<br />
toro-toro.at<br />
Klein und fein …<br />
… und mit hoher Verwöhnkultur auf<br />
1750 Meter Seehöhe. Unvergleichbar<br />
ist die atemberaubende Aussicht – sei<br />
es bei Frühstück, Lunch, Tea-Time oder<br />
Dinner: vom abwechslungsreichen<br />
Frühstücksbuffet bis zur mehr fach<br />
ausgezeichneten À-la-carte-Küche<br />
mittags. Frische, hochwertige Produkte<br />
werden hier seit Jahren sorgfältig<br />
verarbeitet – der Eigen geschmack<br />
der Speisen steht für Küchenchef<br />
Wolfgang Strauss im Vordergrund.<br />
Köstlichkeiten serviert man auch auf<br />
der Sonnenterrasse, deren Plätze beinahe<br />
schon mehr Gäste anlocken als<br />
das Skifahren selbst. Abends gibt es<br />
ein Gourmet-Menü. Erlesene Tischkultur,<br />
verbunden mit liebenswürdigem<br />
Service und krea tiver Küche für Verwöhnte,<br />
zeich net die Gastlichkeit des<br />
»Murmeli« aus.<br />
Hier kehrt regelmäßig der<br />
Winterzauber ein.<br />
MURMELI<br />
93 PUNKTE im <strong>Falstaff</strong><br />
Restaurantguide 2020<br />
Oberlech 297, 6764 Lech<br />
T: +43 5583 2467<br />
hotel@murmeli.at, murmeli.at<br />
200<br />
falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Die Region »erschmecken«<br />
im Hilberger’s Beisl<br />
Unsere Region gibt uns die Inspiration sowie die nötigen<br />
Zutaten für Kulinarik mit dem gewissen Etwas.<br />
Diese Philosophie verfolgen wir bereits seit 1996.<br />
Garantierte Frische, kein Fleisch aus Massentierhaltung,<br />
Fisch und Gemüse aus der Region sowie<br />
natürliche Kräuter und Gewürze sind unser Credo.<br />
Serviert wird neben kulinarischen Schmankerln wie<br />
knuspriges steirisches Backhendl auch Ausgefallenes<br />
wie Schweinsfledermaus mit Spitzkraut oder<br />
Kalbsbries mit Apfel und Lauch.<br />
Wer auch gern einmal auf Fleisch verzichtet, hat<br />
die Qual der Wahl. Bester österreichischer BIO Seitan<br />
von Familie Reininger aus dem Wald viertel<br />
oder Pinzgauer Bergkräuterpesto mit Ofenkürbis<br />
und Pasta vom Schusterhof Familie Hermann<br />
verwöhnen auch vegane Gaumen. Stets greifen<br />
wir auf das regionale Angebot der umliegenden<br />
Anbieter zurück. Die Spezialitäten lassen sich in den<br />
alpin-rustikalen Gasträumen oder im gemütlichen<br />
Gastgarten direkt am Gebirgsfluss Kapruner Ache<br />
genießen. Als Menübegleitung empfehlen wir neben<br />
Bierspezialitäten auch edle Tropfen aus dem eigenen<br />
Weinkeller, in dem die eine oder andere Rarität<br />
österreichischer und internationaler Regionen lagert.<br />
Zusätzlich lädt eine kleine Bar zum Plaudern<br />
und Verweilen ein.<br />
Vorfreude mit einem Gutschein verschenken,<br />
einfach online bestellen und nach dem Lockdown<br />
genießen.<br />
HILBERGER’S BEISL<br />
86 Punkte im <strong>Falstaff</strong> Restaurantguide 2020<br />
Wilhelm-Fazokas-Straße 12<br />
5710 Kaprun<br />
T: +43 6547 72461<br />
M: hilberger@hilberger.at<br />
hilberger.at<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
Weingut Weber<br />
Seit 1928 ist der Betrieb in Familienbesitz,<br />
damals noch als landwirtschaftlicher<br />
Mischbetrieb geführt.<br />
Doch mit viel Fleiß und Engagement<br />
konnte ein wunderbares Weingut mit<br />
höchsten Qualitätsansprüchen geschaffen<br />
werden. Seit 1995 werden<br />
am Weingut von Eduard und seiner<br />
Partnerin Susanne facetten reiche<br />
Weine erzeugt. In der hauseigenen<br />
Buschenschank können zudem<br />
nachhaltige Spezialitäten aus der<br />
Region genossen werden. In den<br />
vergangenen Wochen war viel Zeit,<br />
um an neuen Spezialitäten für unsere<br />
Gäste zu tüfteln. Die ersten Weine<br />
des neuen Jahrgangs sind bereits<br />
abgefüllt und viele neue Schmankerl<br />
warten im Buschenschank darauf,<br />
verkostet zu werden.<br />
Voller Vorfreude blicken wir der<br />
kommenden Saison entgegen.<br />
WEINGUT WEBER<br />
Lestein 73<br />
8511 St. Stefan ob Stainz an der<br />
Schilcherweinstraße<br />
T: +43 664 736526 97<br />
M: office@weingutweber.at<br />
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<strong>Falstaff</strong> gibt Ihnen hier einen Überblick<br />
über aktuelle Top-Produkte von<br />
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feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 2<strong>01</strong>
leserbriefe<br />
Lesermeinung ist uns wichtig, egal,<br />
ob Lob oder Tadel. Schreiben Sie uns einfach an<br />
redaktion@falstaff.at, oder posten Sie auf<br />
falstaff.com beziehungsweise unserer Facebook-Seite.<br />
DAS FALSTAFF-KOCHBUCH –<br />
EIN ECHTER VOLLTREFFER!<br />
Liebes <strong>Falstaff</strong>-Team,<br />
lieber Herr Rosam!<br />
Vielen Dank für diese wunderbare<br />
Weihnachtsüberraschung. Ich<br />
habe eine echte Freude mit dem<br />
Buch, weil da Rezepte drin sind,<br />
die gerade jetzt so gut tun. Kann<br />
gut sein, dass die Menschen sich<br />
in nächster Zeit mehr nach »echten«<br />
Werten sehnen. So gesehen<br />
habt ihr den Nerv der Zeit voll<br />
getroffen, wie ich meine. Wir<br />
spüren das im Moment auch gerade<br />
sehr, anders ist es nicht zu<br />
erklären, warum wir gerade heuer<br />
unser bestes Wirtschaftsjahr<br />
»ever« verbuchen durften. Euer<br />
Schokotest hat natürlich auch<br />
dazu beigetragen, keine Frage.<br />
Lieben Dank für eure Arbeit,<br />
und jetzt eine schönes Jahr <strong>2021</strong>.<br />
Josef Zotter, Chocolatier<br />
E-Mail<br />
EINTAUCHEN IN DIE<br />
GESCHICHTE DER KULINARIK<br />
Sehr geehrter Herr Rosam,<br />
ich habe das <strong>Magazin</strong> zum<br />
40-Jahr-Jubiläum bekommen,<br />
und Sie und Ihr Team überraschen<br />
mich immer wieder. Da ich<br />
die Entwicklung der Kulinarik<br />
und des Weins als Leser der ersten<br />
Stunde mitverfolgt habe, sind<br />
so viele Erinnerungen wieder<br />
wach geworden, und ich kann zu<br />
dieser Ausgabe wirklich gratulieren.<br />
Weil ich selbst gelernter<br />
Koch bin und als Personalchef<br />
im Wiener »Hilton« mehr als<br />
zehn Jahre mit Werner Matt zusammengearbeitet<br />
habe, waren<br />
natürlich die Artikel über die<br />
kulinarische Entwicklung für<br />
mich besonders interessant. In<br />
dieser Zeit habe ich viele spätere<br />
Größen eingestellt beziehungsweise<br />
auf ihrem Weg begleitet –<br />
Mitsche, Reiner, Gutenbrunner,<br />
Gerer, Hedrich, Pußwald, Kröpfl,<br />
Glocker, Fercher, Zotter, um nur<br />
einige zu nennen.<br />
Mit besten Grüßen – bleiben Sie<br />
gesund und weiter so …<br />
Gerhard Mayrhofer<br />
Wien, E-Mail<br />
40 JAHRE FALSTAFF –<br />
EIN GENIESTREICH!<br />
Sehr geehrter Herr Rosam,<br />
heute erhielt ich Ihre fulminante<br />
Jubiläumsausgabe und bin total<br />
begeistert! Allein das Cover ist<br />
ein Geniestreich. Ein herrliches<br />
Schwarz-Weiß-Foto von drei<br />
unsterblichen Legenden, kombiniert<br />
mit heißfoliengeprägten<br />
Goldlettern – das muss Ihnen<br />
erst mal einer nachmachen.<br />
Als <strong>Österreich</strong>-affiner Genussmensch<br />
verbringe ich seit vielen<br />
Jahren mit meiner Familie den<br />
Urlaub in Ihrem schönen Land –<br />
sei es in der unbeschreiblichen<br />
Wachau, in Wien oder anderswo.<br />
Meine Liebe zu Ihrem Land<br />
begann in den 80er-Jahren, als<br />
ich berufsbedingt oft in Wien<br />
weilte und den Grünen Veltliner<br />
entdeckte, der auch heute noch<br />
unser Lieblingswein ist; inzwischen<br />
genießen wir auch die<br />
Roten. <strong>Österreich</strong> ist für mich<br />
das Genussland schlechthin, die<br />
Menschen sind freundlich und<br />
zugewandt und es ist nicht so<br />
hektisch wie in Deutschland.<br />
<strong>Falstaff</strong> war und ist bei unseren<br />
Exkursionen immer ein zuverlässiger<br />
und wichtiger Begleiter.<br />
Ich möchte Ihnen auch zum<br />
meistgelesenen Gourmetmagazin<br />
in Deutschland gratulieren; was<br />
für ein Erfolg!<br />
Für die Zukunft wünsche ich Ihnen<br />
und dem gesamten <strong>Falstaff</strong>-<br />
Team weiterhin viel Erfolg und<br />
Freude – und uns Lesern zahlreiche<br />
Anregungen zum Thema<br />
Essen & Trinken.<br />
Herzlichst<br />
Hans-Joachim Heuel<br />
Bielefeld, Deutschland<br />
Die Redaktion behält sich vor, dem<br />
<strong>Falstaff</strong> zugesandte Leserbriefe<br />
aus Platzgründen für die Ver öf fent <br />
lichung zu kürzen.<br />
Fotos: Shutterstock, Mauritius Images, J. Godany<br />
202 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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DIE NEUN<br />
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tasting / SUPERTUSCANS & CHIANTI CLASSICO GRAN SELEZIONE<br />
TOSK ANA<br />
VOM FEINSTEN<br />
Der Sangiovese ist die Leitsorte der Toskana und findet im Chianti Classico Gran Selezione<br />
und in einigen der sogenannten Supertuscans seinen höchsten Ausdruck. Und seit der »Wein-<br />
Revolution« in den 1980er-Jahren weiß man, dass auch Cabernet & Co. hier toll gedeihen.<br />
TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER<br />
Das Landesinnere der Toskana<br />
ist ein traditionsreiches Weinbauland.<br />
Die wichtigsten Ge <br />
biete sind die Hügel des Chianti<br />
Classico zwischen Florenz<br />
und Siena, die daran anschließenden<br />
Weinbauzonen wie Valdarno, Carmignano<br />
oder Rufina sowie die Landstriche um<br />
Montalcino. Aber auch aus den umliegenden<br />
Gebieten kommen herausragende Weine.<br />
Dominante Rebsorte ist Sangiovese, die<br />
sich durch feine Kirschfrucht, saftige Säure<br />
und griffiges Tannin auszeichnet.<br />
In allen Chianti Classico ist Sangiovese<br />
der Hauptbestandteil. In der neuen Kategorie<br />
der Gran Selezione sind die besten Chianti<br />
Classico vereint, vielfach handelt es<br />
sich dabei um sortenreine Sangiovese. Der<br />
Plan des Consorzio sieht vor, dass in Zukunft<br />
Gran Selezione nur mehr aus Sangiovese<br />
bestehen dürfen. Reinsortige Sangiovese<br />
gibt es aber auch in der Kate gorie<br />
der Supertuscans. Das sind meist Weine, die<br />
ihren Ursprung in den 1980er-Jahren haben<br />
und die seinerzeit bewusst nicht als Chianti<br />
Classico deklariert wurden.<br />
2<strong>01</strong>6 war in diesen Gebieten ein perfekter<br />
Jahrgang. Das wird in unserer Verkostung<br />
erneut bestätigt, und der Percarlo 2<strong>01</strong>6<br />
erhält die höchsten Noten. 2<strong>01</strong>7 war als<br />
Jahrgang schwierig, heiß und trocken. Häufig<br />
sind diese Weine durch trockenes, raues<br />
Tannin gekennzeichnet. Trotzdem gibt es<br />
auch hier Hervorragendes. 2<strong>01</strong>8 schließlich<br />
zeigt sich frisch, mit viel saftiger Frucht und<br />
trotz der Jugend schon sehr ausgewogen.<br />
Hier sind es vor allem Weine auf Basis von<br />
Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc oder<br />
Merlot, die begeistern.<br />
Foto: Shutterstock<br />
204 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Im Herzen der Toskana entstehen<br />
mit die besten Weine Italiens.<br />
Die Chianti Classico Gran<br />
Selezione sowie die sogenannten<br />
Supertuscans der Jahrgänge<br />
2<strong>01</strong>6, 2<strong>01</strong>7 und 2<strong>01</strong>8 wurden<br />
von <strong>Falstaff</strong> verkostet.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
205
tasting / SUPERTUSCANS & CHIANTI CLASSICO GRAN SELEZIONE<br />
LEGENDE<br />
100<br />
•<br />
Weißwein, trocken<br />
•<br />
Rotwein, trocken<br />
• Süßwein<br />
95 – 100 Klassiker<br />
93 – 94 ausgezeichnet<br />
91 – 92 exzellent<br />
88 – 90 sehr gut<br />
85 – 87 empfehlenswert<br />
DIAM<br />
DV<br />
KK<br />
NK<br />
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Verschluss aus<br />
gepresstem<br />
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(<strong>Österreich</strong>)<br />
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BIO Percarlo Sangiovese Toscana<br />
IGT 2<strong>01</strong>6, San Giusto a Rentennano<br />
15 Vol.-%, NK. Kraftvolles, sattes Rubin.<br />
Überaus ansprechende, vielschichtige<br />
Nase nach Zigarrenkiste und Zypressen,<br />
dann nach satten Noten von Waldhimbeere<br />
und Schwarzkirsche. In Ansatz und<br />
Verlauf sehr gehaltvoll, festes, stoffiges<br />
Tannin, sehr gut herausgearbeitete<br />
Frucht, im Finale tiefgründig mit erdigen<br />
Noten, ein Erlebnis!<br />
fattoriasangiusto.it, € 55,–<br />
99<br />
•<br />
Tenuta di Trinoro Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Tenuta di Trinoro<br />
15,5 Vol.-%, NK. Sattes, funkelndes Rubinviolett.<br />
Intensive und vielschichtige Nase,<br />
zunächst etwas Minze, dann nach dunklen<br />
Ribiseln und Brombeeren, kompakt,<br />
aber auch frisch. Füllt den Gaumen großartig<br />
aus, Berge von feinmaschigem Tannin,<br />
gepaart mit saftiger, präsenter<br />
Frucht, sehr langer Nachhall.<br />
vinifranchetti.com/tenuta-di-trinoro<br />
€ 260,–<br />
98<br />
•<br />
Oreno Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Tenuta Sette Ponti<br />
15 Vol.-%, NK. Sattes, funkelndes Rubin<br />
mit leichtem Violettschimmer. Vielschichtige<br />
Nase mit Noten nach Zedernholz,<br />
schwarzer Trüffel, dann viel Cassis<br />
und Brombeere. Rund und geschmeidig<br />
am Gaumen, zeigt gut gereifte Frucht,<br />
überaus präzise, feines, geschliffenes<br />
Tannin, sehr lange, im Nachhall nach<br />
dunkler Schokolade.<br />
tenutasetteponti.it, € 79,–<br />
•<br />
Giorgio Primo Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Tenuta La Massa<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, funkelndes Rubin<br />
mit schwarzem Kern. Intensive Nase mit<br />
Noten nach Melasse und Lakritze, dann<br />
viel Holunderbeeren und Cassis. Stoffig<br />
und dicht in Ansatz und Verlauf, baut sich<br />
in vielen Schichten auf, fest und zupackend,<br />
im Finale saftig und mit festem<br />
Druck. lamassa.com, € 100,–<br />
•<br />
BIO Flaccianello della Pieve<br />
Toscana IGT 2<strong>01</strong>7, Fontodi<br />
15 Vol.-%, NK. Sattes, tiefdunkles Rubin.<br />
Kompakte, konzentrierte Nase, zeigt Noten<br />
nach schwarzer Trüffel, Brombeere,<br />
etwas Schwarzkirsche, dazu feine balsamische<br />
Töne. Am Gaumen kraftvoll und<br />
zupackend, zeigt griffiges Tannin in vielen<br />
Schichten, ummantelt von viel süßem<br />
Schmelz, satt und lange, ein Rohdiamant,<br />
der durch die Zeit noch geschliffen<br />
werden muss. fontodi.com, € 105,–<br />
•<br />
BIO Galatrona Merlot Val d'Arno<br />
di Sopra DOC 2<strong>01</strong>8, Petrolo<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, tiefdunkles Rubinviolett.<br />
Eindrucksvolle Nase mit Noten<br />
nach Zigarrenkiste und Kardamom, dahinter<br />
viel satte Beerenfrucht, spannend.<br />
Rollt mit viel Präsenz und viel saftiger<br />
Frucht über den Gaumen, öffnet sich in<br />
der Mitte mit feinmaschigem Tannin in<br />
vielen Schichten, lange und geschliffen.<br />
petrolo.it, € 110,–<br />
•<br />
BIO D'Alceo Toscana IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Castello dei Rampolla<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, undurchdringliches<br />
Rubinviolett. Eröffnet mit leicht<br />
rauchigen Noten, dann satt nach Holunderbeeren,<br />
Cassis und Lakritze. Kleidet<br />
den Gaumen satt aus, viel präsente<br />
Frucht, öffnet sich mit herzhaftem, zupackendem<br />
Tannin in vielen Schichten,<br />
im Finale feine erdige Noten, süßer<br />
Schmelz.<br />
castellodeirampolla.it<br />
€ 180,–<br />
•<br />
Colore Toscana Rosso IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Bibi Graetz<br />
14 Vol.-%, NK. Kraftvolles, leuchtendes<br />
Rubin. Sehr intensive Nase mit betont<br />
würzigen Noten, Gewürznelke, Brombeere,<br />
Schwarzkirsche, reiche Waldhimbeere,<br />
balsamische Noten im Hintergrund.<br />
Kleidet den Gaumen wunderbar aus, viel<br />
seidiges, sehr feinmaschiges Tannin, viel<br />
saftige Frucht, im Finale salzig und lange.<br />
bibigraetz.com, € 250,–<br />
•<br />
Solaia Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Marchesi Antinori<br />
14 Vol.-%, NK. Sattes, undurchdringliches<br />
Rubinviolett, schwarzer Kern. Kompakte<br />
und überaus dichte Nase nach reifer,<br />
dunkler Ribisel, Maulbeeren, dazu Kardamom<br />
und etwas Rote Rüben. Reich und<br />
üppig in Ansatz und Verlauf, viel reife<br />
Beerenfrucht, öffnet sich mit dichtem,<br />
feinmaschigem Tannin, eingebettet in süßen<br />
Schmelz, sehr langer Nachhall.<br />
antinori.it, € 270,–<br />
97<br />
•<br />
Camartina Toscana Rosso IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Querciabella<br />
13,5 Vol.-%, NK. Glänzendes, dichtes Rubin.<br />
Eröffnet in der Nase mit feinen würzigen<br />
Noten, Zimtblüte und Gewürznelke,<br />
dahinter Cassis und Zwetschge. Stoffig<br />
und kraftvoll im Ansatz, öffnet sich mit<br />
vielen Schichten an präsentem Tannin,<br />
viel saftige Beerenfrucht.<br />
querciabella.com<br />
€ 80,–<br />
•<br />
Campo di Tenaglia Toscana Rosso<br />
IGT 2<strong>01</strong>8, Tenuta di Trinoro<br />
16 Vol.-%, NK. Sattes, tiefdunkles Rubin<br />
mit Violettschimmer. Konzentrierte<br />
Nase, satt nach reifen Zwetschgen und<br />
Zimt, dunkle Ribisel. Salzig und saftig am<br />
Gaumen, breitet sich satt aus, viel dichtmaschiges<br />
Tannin, umwoben von süßem<br />
Schmelz, fester Druck im Finale, satt<br />
nach Tabak.<br />
vinifranchetti.com/tenuta-di-trinoro<br />
€ 90,–<br />
•<br />
Il Caberlot Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Podere Il Carnasciale<br />
13,5 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubin mit<br />
Violettschimmer. Eröffnet in der Nase<br />
mit Noten nach Zigarren und Zedernholz,<br />
etwas Lorbeerblatt, dazu viel dunkle Ribisel.<br />
Die Würze prägt auch den Verlauf im<br />
Gaumen, öffnet sich da mit dichtem Tannin,<br />
umwoben von süßem Schmelz, langer<br />
Nachhall. caberlot.eu, € 245,–<br />
•<br />
Colore Toscana Rosso IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Bibi Graetz<br />
14 Vol.-%, NK. Sattes, stoffiges Rubin mit<br />
feinem Granatschimmer. Ansprechende,<br />
intensive Nase mit Noten nach Zwetschgen,<br />
Waldhimbeere, unterlegt von zartem<br />
Zimt. Viel saftige Kirschfrucht am Gaumen,<br />
öffnet sich mit feinem, griffigem<br />
Tannin, klar und geschmeidig, im Finale<br />
fester Druck. bibigraetz.com, € 295,–<br />
96<br />
•<br />
Il Carbonaione Alta Valle della<br />
Greve IGT 2<strong>01</strong>8, Poggio Scalette<br />
14,5 Vol.-%, NK. Dunkles Granat mit einem<br />
Tupfen Purpur. Edle Nase mit feinem<br />
Würzeton, Edelhölzer, satte Brombeere<br />
und Cassis, zart nach dunklen Ribiseln,<br />
minimal balsamisch. Öffnet sich<br />
kernig und mit dunkler, klarer Beerenfrucht,<br />
spannungsgeladen und vielschichtig,<br />
breitet sich toll über die Zunge,<br />
lang. poggioscalette.it, € 45,–<br />
•<br />
Poggio De' Colli Cabernet Franc<br />
Toscana IGT 2<strong>01</strong>8, Piaggia<br />
14,5 Vol.-%, NK. Dunkel leuchtendes, sattes<br />
Granat. Sehr satte und vielschichtige<br />
Fotos: Othmar Kiem<br />
206 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Nase, nach reifen Schwarzen Ribiseln,<br />
Brombeeren und dunklem Leder, im<br />
Nachhall ein Hauch Johannisbrot.<br />
Spannt sich am Gaumen satt, klar und<br />
weit auf, herzhafter Fruchtkern, leicht<br />
salzig, wirkt von vorne bis hinten stimmig<br />
und präzise, lang.<br />
piaggia.com, € 55,–<br />
•<br />
Mormoreto Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Castello Nipozzano – Frescobaldi<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, tiefdunkles Rubinviolett.<br />
Kompakte und intensive Nase,<br />
satt nach Tabak, schwarzer Trüffel und<br />
Lakritze, dazu viel Cassis, balsamisch.<br />
Vielschichtig am Gaumen, öffnet sich mit<br />
stoffigem, sehr präsentem Tannin, viel<br />
reife Beerenfrucht, breitet sich lange<br />
aus, wirkt noch sehr jung.<br />
frescobaldi.com, € 55,–<br />
•<br />
Testamatta Toscana Rosso IGT<br />
2<strong>01</strong>8, Bibi Graetz<br />
13,5 Vol.-%, NK. Sattes, dunkles Rubin.<br />
Intensive Nase, satt nach Kirsche und<br />
Brombeere, im Hintergrund feine Zimtnoten,<br />
sehr präzise. Dicht und kraftvoll<br />
am Gaumen, satt nach reifen Kirschen,<br />
im Hintergrund feine Würzenoten, zupackendes,<br />
festes Tannin, sehr langer Nachhall.<br />
bibigraetz.com, € 85,–<br />
•<br />
Cepparello Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Isole e Olena<br />
15 Vol.-%, NK. Sattes, kraftvolles Rubin.<br />
Konzentrierte und offene Nase, satt nach<br />
reifen Brombeeren, Schwarzkirsche und<br />
würzigem Unterholz, etwas Zigarrenkiste.<br />
Rund und geschmeidig am Gaumen,<br />
viel präsente, knackige Frucht nach Himbeere,<br />
öffnet sich mit feinmaschigem<br />
Tannin, strömt ruhig dahin.<br />
isoleolena.it, € 87,–<br />
•<br />
Campo di Magnacosta Toscana IGT<br />
2<strong>01</strong>8, Tenuta di Trinoro<br />
15,5 Vol.-%, NK. Sattes, tiefdunkles Rubin.<br />
Sehr kompakte Nase mit viel satter Cassisfrucht,<br />
reife Brombeeren, dazu etwas<br />
Tabak. Am Gaumen viel reife Beerenfrucht,<br />
öffnet sich mit feinem, leicht griffigem<br />
Tannin, im Finale erdige Noten.<br />
vinifranchetti.com/tenuta-di-trinoro<br />
€ 90,–<br />
•<br />
Ferro Toscana IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Fattoria I Collazzi<br />
14,5 Vol.-%, NK. Tiefes, dunkles Granat. In<br />
der Nase nach frischem Cassis und einer<br />
Prise Edelholz, elegant und filigran. Öffnet<br />
sich am Gaumen mit ordentlicher<br />
Wucht, satt und vielschichtig, baut sich<br />
langsam, aber sehr lange auf, mit saftigem<br />
Tannin, wirkt wie aus einem Guss,<br />
betörende Länge.<br />
collazzi.com, € 100,–<br />
•<br />
Siepi Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Castello di Fonterutoli – Mazzei<br />
14,5 Vol.-%, NK. Glänzendes, sattes Rubin<br />
mit feinem Violettschimmer. Sehr klare<br />
und einprägsame Nase, satt nach Cassis<br />
und Brombeere, im Hintergrund balsamische<br />
Noten. Am Gaumen sehr präzise,<br />
zeigt viel frische Frucht nach Schwarzkirsche,<br />
geschliffenes, feinmaschiges Tannin,<br />
im Finale feiner Schmelz.<br />
mazzei.it, € 110,–<br />
•<br />
Le Pergole Torte IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Montevertine<br />
14 Vol.-%, NK. Funkelndes, sattes Rubin<br />
mit Granatschimmer. Tiefgründige und<br />
vielschichtige Nase nach Lakritze,<br />
Schwarzkirsche und Zwetschge, im Hintergrund<br />
feine Rauchnoten. Zeigt sich im<br />
Ansatz fein und geschliffen, viel saftige<br />
Frucht, baut sich in vielen Schichten auf,<br />
im Finale satter Druck, braucht noch<br />
längere Lagerung.<br />
montevertine.it<br />
€ 120,–<br />
•<br />
BIO Petrucci Anfiteatro Orcia DOC<br />
2<strong>01</strong>5, Podere Forte<br />
15 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubin mit feinem<br />
Granatschimmer. Ansprechende<br />
Nase mit Noten nach Waldhimbeere und<br />
Brombeere, im Hintergrund etwas Koriandersamen.<br />
Kraftvolles, dichtes Tannin<br />
am Gaumen, eingebettet in süßen<br />
Schmelz, im Finale erdige Noten, salzig.<br />
podereforte.it<br />
€ 240,–<br />
•<br />
Palazzi Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Tenuta di Trinoro<br />
15 Vol.-%, NK. Sattes, dichtes Rubin mit<br />
feinem Granatschimmer. Offene Nase<br />
mit viel reifer Frucht nach Zwetschgen,<br />
Zedernholz und Lakritze. Am Gaumen<br />
sehr dicht, füllt den Mund satt aus, viel<br />
süße Frucht, im hinteren Bereich etwas<br />
trocknendes Tannin.<br />
vinifranchetti.com/tenuta-di-trinoro<br />
€ 250,–<br />
GEHT IMMER.<br />
SIEHT KEINER.<br />
MINI NICOTINE POUCHES<br />
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Dieses Produkt enthält Nikotin: einen Stoff, der sehr stark abhängig macht.<br />
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VELO
tasting / SUPERTUSCANS & CHIANTI CLASSICO GRAN SELEZIONE<br />
95<br />
•<br />
BIO Vigneto Bucerchiale Chianti<br />
Rufina Riserva DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Selvapiana<br />
DIAM. Kraftvolles, leuchtendes Rubin mit<br />
feinem Granatrand. Sehr intensive und<br />
spannende Nase nach reifer Frucht, vor<br />
allem Kirsche und Zwetschge, etwas<br />
schwarze Trüffel. Breitet sich am Gaumen<br />
satt aus, viel dichtmaschiges Tannin,<br />
saftig und dicht, öffnet sich in vielen<br />
Schichten, im Finale fester Druck und erdige<br />
Noten, viel Tabak.<br />
selvapiana.it, € 28,–<br />
•<br />
Vigorello Toscana IGT 2<strong>01</strong>6<br />
San Felice<br />
13,5 Vol.-%, NK. Sattes, funkelndes Rubin.<br />
Eröffnet mit intensiven Noten nach Gewürznelken<br />
und Kardamom, etwas weißer<br />
Pfeffer, dann Brombeere und<br />
Zwetschge. Sattes, griffiges Tannin am<br />
Gaumen, zeigt feines Spiel von Frucht<br />
und Würze, im Finale balsamische Noten.<br />
agricolasanfelice.it, € 32,–<br />
•<br />
Fontalloro Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Fèlsina<br />
14 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubin mit feiner<br />
Granatzunge. Ansprechende, vielschichtige<br />
Nase mit Noten nach Tabak,<br />
Zwetschgen und Himbeere. Fließt ausgewogen<br />
und harmonisch über den Gaumen,<br />
viel feinmaschiges Tannin, klar herausgearbeitete<br />
Frucht, zeigt im Finale<br />
nochmals satten Druck, langer Nachhall.<br />
felsina.it, € 38,–<br />
•<br />
Geremia Toscana IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Rocca di Montegrossi<br />
15 Vol.-%, NK. Dunkles, sattes Granat.<br />
Elegante und fein duftende Nase nach<br />
reifen Brombeeren, Cassis sowie einer<br />
Prise Waldfrüchte, im Nachhall edle Gewürznoten.<br />
Am Gaumen kompakt und<br />
vielschichtig, zeigt sich präsent und klar<br />
mit langem Verlauf, saftiges Finish.<br />
roccadimontegrossi.it, € 40,–<br />
•<br />
BIO Syrah Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Poggio al Sole<br />
14,5 Vol.-%, NK. Funkelndes, sattes Rubinviolett.<br />
Feine, einladende Nase mit Noten<br />
nach Heidel- und Maulbeeren, feine Würze<br />
im Hintergrund. Geschliffenes Tannin<br />
und viel satte Frucht mit süßem Kern,<br />
füllt den Gaumen satt aus, im Finale fester<br />
Druck, strahlt.<br />
poggioalsole.com, € 55,–<br />
•<br />
I Sodi di San Niccolò Toscana IGT<br />
2<strong>01</strong>6, Castellare di Castellina<br />
14 Vol.-%, NK. Kraftvolles, sattes Rubin.<br />
Intensive und ansprechende Nase, eröffnet<br />
mit Noten nach Zimt, dann viel reife<br />
Zwetschge und dunkle Kirsche. Kompakt<br />
in Ansatz und Verlauf, zeigt satte Noten<br />
Damit lässt es sich<br />
gut anstoßen!<br />
Auf den Hügeln der<br />
Toskana gedeihen<br />
spannende Rotweine.<br />
nach Schwarzkirsche, öffnet sich mit kernigem,<br />
dichtem Tannin, fester Druck im<br />
Finale. castellare.it, € 65,–<br />
•<br />
Cepparello Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Isole e Olena<br />
15 Vol.-%, NK. Glänzendes Rubin mit<br />
Granatzunge. Eröffnet mit Noten nach<br />
Zedernholz und Lakritze, dann viel Brombeere,<br />
etwas Zwetschge. Am Gaumen<br />
stoffig und herzhaft, zeigt im mittleren<br />
Verlauf viel Kraft, warme Frucht, im Finale,<br />
dann etwas trocknend.<br />
isoleolena.it, € 79,–<br />
•<br />
Piantonaia Alta Valle della Greve<br />
IGT 2<strong>01</strong>8, Poggio Scalette<br />
14,5 Vol.-%, NK. Dunkles, fast undurchdringliches<br />
Granat. In der Nase von mittlerem<br />
Ausdruck, leichte Minze, Brombeere,<br />
Waldfrucht. Am Gaumen dicht und<br />
mit viel Druck, zeigt reichlich Spannung,<br />
herzhaft und lebendig, erster Ansatz von<br />
toller Harmonie, hat noch ein langes Leben<br />
vor sich. poggioscalette.it, € 96,–<br />
•<br />
Testamatta Toscana Rosso IGT<br />
2<strong>01</strong>6, Bibi Graetz<br />
14,5 Vol.-%, NK. Kraftvolles Rubingranat.<br />
Sehr offene, fein gezeichnete Nase, zeigt<br />
Noten nach reifen Kirschen und Zwetschgen,<br />
etwas Zigarrenkiste. Viel geschliffenes<br />
Tannin, umwoben von feinem<br />
Schmelz, satte Kirschfrucht, zeigt im<br />
Finale viel satten Druck.<br />
bibigraetz.com, € 100,–<br />
•<br />
BIO Campo Lusso Cabernet Sauvignon<br />
Val d'Arno di Sopra DOC 2<strong>01</strong>8<br />
Petrolo<br />
13,5 Vol.-%, NK. Sattes, tiefdunkles Rubinviolett.<br />
Fein gezeichnete Nase mit feiner<br />
Würze nach Zedernholz und Kardamom,<br />
dazu etwas dunkle Schokolade, im Hintergrund<br />
viel Cassis. Zeigt auch am Gaumen<br />
betont würzige Noten nach Thymian<br />
und Oregano, öffnet sich mit griffigem,<br />
feinem Tannin, saftig und lange.<br />
petrolo.it, € 110,–<br />
•<br />
Luce Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Luce della Vite<br />
14,5 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubinviolett.<br />
Intensive, fleischige Nase nach Tabak,<br />
Kardamom und Lakritze, dann viel Brombeere<br />
und Cassis, feine mineralische<br />
Töne im Hintergrund. Ausgewogen und<br />
geschmeidig, kleidet den Gaumen satt<br />
aus, entfaltet sich mit feinkörnigem Tannin<br />
in vielen Schichten, saftiges Finale.<br />
lucedellavite.it, € 120,–<br />
•<br />
BIO Petrucci Melo Orcia DOC 2<strong>01</strong>5<br />
Podere Forte<br />
15 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubin mit Granatschimmer.<br />
Offene Nase mit gereifter<br />
Frucht nach dunklen Kirschen und<br />
Zwetschgen, etwas Tabak im Hintergrund.<br />
Viel feinmaschiges, sehr gut platziertes<br />
Tannin, umwoben von süßem<br />
Schmelz, im Finale feine Lakritze.<br />
podereforte.it, € 240,–<br />
94<br />
•<br />
Vigna Toia Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Colline San Biagio<br />
14,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Dunkelrubin<br />
mit Tendenz zum Granat. Offenherzige<br />
und einladende Nase nach satter Pflaume,<br />
reifer Kirsche, einer Prise dunklem<br />
Leder, etwas Minze und Salbei. Sehr geschmeidig<br />
und ausgewogen am Gaumen,<br />
herzhaft und klar, saftig, eleganter Verlauf<br />
mit leichtem Salz, im Finale wiederum<br />
saftig.<br />
collinesanbiagio.it<br />
€ 28,–<br />
•<br />
Il Sasso Carmignano DOCG 2<strong>01</strong>8<br />
Piaggia<br />
14,5 Vol.-%, NK. Dunkles Granat. Offenherzige<br />
und einladende Nase nach satten<br />
Waldbeeren, Roten Rüben und einem<br />
leicht erdigen Nachhall sowie Schwarztee.<br />
Geschmeidiger und dunkelwürziger<br />
Gaumen, fließt elegant über die Zunge,<br />
sehr eigenständig und charaktervoll, langes<br />
Finish. piaggia.com, € 30,–<br />
•<br />
Cabreo Il Borgo Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Tenute Folonari<br />
15,5 Vol.-%, NK. Sattes, dunkles Rubin. Eröffnet<br />
in der Nase mit betont reifen Noten<br />
nach Zwetschgen, Lakritze und Kardamom.<br />
Griffiges, herzhaftes Tannin am<br />
Gaumen, packt fest und entschlossen zu,<br />
satt nach Schwarzkirschen und Oliven im<br />
Finale. tenutefolonari.com, € 34,–<br />
•<br />
Piaggia Carmignano Riserva DOCG<br />
2<strong>01</strong>7, Piaggia<br />
14,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes, tiefdunkles<br />
Rubin mit Granat. In der Nase etwas laktisch,<br />
nach Belüftung reife Waldbeeren<br />
und Himbeere, im Nachhall Erdbeerjo g-<br />
hurt. Am Gaumen dicht und schmelzig,<br />
zeigt sich geschliffen und mit dichtem,<br />
elegantem Verlauf, mit Finesse und Zug.<br />
piaggia.com, € 45,–<br />
•<br />
BIO Cuculaia Syrah Cortona DOC<br />
2<strong>01</strong>6, Fabrizio Dionisio<br />
15 Vol.-%, NK. Sattes, leuchtendes Dunkelgranat.<br />
In der Nase offenherzig und<br />
fruchtbetont, schöne, reife Kirschfrucht,<br />
auch Brombeere, Cassis, leichte Minze.<br />
Am Gaumen dicht und in vielen Schichten,<br />
baut sich satt und lange auf, kompakt,<br />
fruchtwürziger Kern, hat noch ein<br />
langes Leben vor sich.<br />
fabriziodionisio.it, € 45,–<br />
•<br />
BIO Il Guercio Toscana Rosso IGT<br />
2<strong>01</strong>8, Tenuta di Carleone<br />
13,5 Vol.-%, NK. Helles, funkelndes Rubinrot.<br />
Ansprechende Nase nach Walderdbeeren<br />
und frisch gepflückten Himbeeren,<br />
etwas Hagebutte, erinnert an reife<br />
Blutorange im Nachhall, auch blumig.<br />
Am Gaumen ausgewogen und klar,<br />
spannt sich elegant und finessenreich<br />
über die Zunge, fruchtsüß, zeigt hohen<br />
Trinkfluss, salziges Finish.<br />
tenutadicarleone.com, € 50,–<br />
•<br />
BIO Liù Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Castello dei Rampolla<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, tiefdunkles Rubin<br />
mit schwarzem Kern. Eröffnet mit Noten<br />
Fotos: Othmar Kiem, Shutterstock<br />
208 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
nach Tabak und schwarzer Trüffel, dann<br />
Brombeere und Holunderbeere. Satte,<br />
konzentrierte Frucht am Gaumen, griffiges<br />
Tannin, wirkt im mittleren Verlauf ein<br />
wenig rau, im Finale saftig und lange.<br />
castellodeirampolla.it, € 50,–<br />
•<br />
BIO Boggina C Sangiovese Val<br />
d'Arno di Sopra DOC 2<strong>01</strong>8<br />
Petrolo<br />
13,5 Vol.-%, NK. Funkelndes, sattes Rubin.<br />
Eröffnet mit betont würzigen Noten nach<br />
Kardamom und Koriandersamen, dahinter<br />
satte Kirsche. Schönes Spiel am Gaumen,<br />
saftig, entfaltet sich mit viel Kirschfrucht,<br />
feinmaschiges Tannin, im Finale<br />
feine Himbeernote. petrolo.it, € 50,–<br />
•<br />
La Gioia Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Riecine<br />
14 Vol.-%, NK. Glänzendes Rubin mit feinem<br />
Granatschimmer. Einprägsame<br />
Nase mit satten Noten nach Waldhimbeere<br />
und Gojibeere, balsamische Noten<br />
im Hintergrund. Kleidet den Gaumen satt<br />
aus, öffnet sich mit feinmaschigem, gut<br />
platziertem Tannin, umwoben von feinem,<br />
süßem Schmelz, gute Spannung.<br />
riecine.it, € 50,–<br />
•<br />
BIO Case Via Syrah Toscana IGT<br />
2<strong>01</strong>7, Fontodi<br />
14,5 Vol.-%, NK. Tiefdunkles Rubinviolett.<br />
Überschwängliche Nase mit satten Noten<br />
nach Holunder- und Heidelbeere, im<br />
Hintergrund etwas grüner Pfeffer. Fest<br />
und zupackend am Gaumen, breitet sich<br />
satt aus, dichtmaschiges Tannin, viel<br />
Würze, im Finale dezente Kokosnoten,<br />
wirkt etwas rau. fontodi.com, € 50,–<br />
•<br />
Il Blu Rosso Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Brancaia<br />
14,5 Vol.-%, NK. Fleischiges, dunkles Rubinviolett.<br />
Eröffnet mit würzigen Noten,<br />
erinnert an Nadelhölzer, dann Lakritze<br />
und viel Heidelbeere. Geschliffen und<br />
fein in Ansatz und Verlauf, zeigt viel präsente,<br />
satte Frucht, feinmaschiges Tannin,<br />
im Finale fester Druck.<br />
brancaia.com, € 51,–<br />
•<br />
Carnasciale Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Podere Il Carnasciale, Mercatale<br />
13 Vol.-%, NK. Dunkles Granat mit Violett.<br />
Würzig-einladende Nase, edel-vegetal<br />
nach Brom- und Holunderbeere, Veilchen,<br />
etwas eingelegten Kirschen, dann<br />
wieder nach weißem Pfeffer und rotem<br />
Paprika. Am Gaumen dicht und elegant,<br />
breitet sich fein und saftig mit gewissem<br />
Druck aus, fein und ausgewogen, mit<br />
würziger Stütze, langer, harmonischer<br />
Nachhall.<br />
caberlot .eu, € 55,–<br />
•<br />
Sancti Blasii Carmignano DOCG<br />
2<strong>01</strong>6, Colline San Biagio<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes Rubinrot mit<br />
funkelndem Kern. In der Nase etwas zurückhaltend,<br />
dezente Würze, dunkle Beerenfrucht.<br />
Am Gaumen dicht und satt, eröffnet<br />
mit vielen Schichten, spannt einen<br />
weiten Fächer, mit Druck und kernigem<br />
Tannin, saftiges Finish.<br />
collinesanbiagio.it, € 55,–<br />
•<br />
Il Pareto Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Tenute Folonari<br />
15,5 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubin mit<br />
leichtem Violettschimmer. Intensive<br />
Nase nach Kuba-Zigarren, Zedernholz<br />
und sattem Cassis. Stoffig und fest am<br />
Gaumen, breitet sich mit viel dichtem<br />
Tannin aus, tiefgründig und warm, im<br />
Finale nach Lakritze.<br />
tenutefolonari.com, € 58,–<br />
•<br />
BIO Sammarco Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Castello dei Rampolla<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes, kraftvolles<br />
Rubin. Eröffnet mit feinen würzigen Noten,<br />
zart nach Lorbeerblatt, etwas Kardamom,<br />
dann reife dunkle Ribisel und Tabak.<br />
Rund und geschliffen im Ansatz, öffnet<br />
sich dann mit griffigem Tannin, herzhaft<br />
und mit festem Druck im Finale.<br />
castellodeirampolla.it, € 60,–<br />
•<br />
Solengo Rosso Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Argiano<br />
14,5 Vol.-%, NK. Tiefdunkles, leuchtendes<br />
Granat mit Purpur. Elegante und duftende<br />
Nase nach reifer Himbeere und Kirsche,<br />
ein Hauch helles Leder, getrocknete<br />
Blutorange, im Nachhall elegante<br />
Würze. Elegant auch am Gaumen, spannungsvoll,<br />
zeigt sich klar und präzise,<br />
kompaktes Tannin breitet sich griffig<br />
über die Zunge, wirkt mineralisch, im<br />
Nachhall lang und klar.<br />
argiano.net, € 65,–<br />
•<br />
Carla 6 Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Tenuta La Massa<br />
14,5 Vol.-%, NK. Funkelndes, sattes Rubin<br />
mit leichtem Granatschimmer. Einladende,<br />
offene Nase mit Noten nach Himbeere,<br />
Schwarzkirsche und etwas Gewürznelke.<br />
Stoffig und fest in Ansatz und Verlauf,<br />
öffnet sich mit zupackendem, dichtem<br />
Tannin, eingebettet in feinen<br />
Schmelz, im Finale dann etwas trocknend.<br />
lamassa.com, € 80,–<br />
•<br />
Anfiteatro Toscana Rosso IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Vecchie Terre di Montefili<br />
13,5 Vol.-%, NK. Edles, dunkel leuchtendes<br />
Rubinrot. In der Nase nach reifer Kirsche<br />
und reifer Zwetschge, finessenreich<br />
und zart würzig, sehr einladend. Am Gaumen<br />
geschmeidig und elegant, zeigt eng<br />
gewobenes, feinmaschiges Tannin, saftig-klare<br />
Frucht, viel Saft und Zug, langer,<br />
präziser Nachhall.<br />
vecchieterredimontefili.it<br />
€ 80,–<br />
•<br />
Campo di Camagi Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Tenuta di Trinoro<br />
16 Vol.-%, NK. Sattes, tiefdunkles Rubinviolett.<br />
Gibt sich in der Nase zunächst etwas<br />
verschlossen, dann viel dunkle Beerenfrucht,<br />
vor allem Cassis, dazu<br />
Schwarzkirsche und Tabak. Satt und konzentriert<br />
am Gaumen, viel griffiges, zupackendes<br />
Tannin, wirkt noch ein wenig<br />
kantig, braucht zusätzliche Reife.<br />
vinifranchetti.com/tenuta-di-trinoro<br />
€ 90,–<br />
•<br />
Tignanello Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Marchesi Antinori<br />
14 Vol.-%, NK. Glänzendes, sattes Rubin<br />
mit leichtem Violettschimmer. Eröffnet<br />
mit feinen würzigen Noten, etwas Rosmarin,<br />
dann getrocknete Tomaten, viel<br />
Brombeere. Griffiges, sattes sowie herzhaftes<br />
und zupackendes Tannin, viele<br />
Schichten, im Finale salzig und lange,<br />
großartiges Lagerpotenzial.<br />
antinori.it, € 90,–<br />
•<br />
Quattordicisei Toscana IGT 2<strong>01</strong>5<br />
Colline San Biagio<br />
14 Vol.-%, NK. Intensives, dunkles Rubin.<br />
Edle Nase nach reifen Waldbeeren, Brombeeren,<br />
einem Hauch Pfefferwürze und<br />
Leder, nicht zu viel, nur eine Prise, dann<br />
wieder satte Beerenfrucht. Öffnet sich<br />
kraftvoll am Gaumen, strahlende Frucht<br />
mit süßem Kern, dezentes Holz, dicht<br />
und kompakt, langer Abgang.<br />
collinesanbiagio.it, € 90,–<br />
•<br />
Pecchia Colli della Toscana<br />
Centrale IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Gagliole<br />
14,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Rubin mit<br />
funkelndem Kern. Zeigt sich in der Nase<br />
fein duftig nach Edelhölzern, reifen Himbeeren<br />
und satten Kirschen, eleganter<br />
Pfeffernachhall. Am Gaumen zunächst<br />
strahlend und klar, öffnet sich auf rotem<br />
Fruchtkern, leicht salzig, mit Druck, im<br />
Finale minimale Nachtrocknung<br />
gagliole.com, € 100,–<br />
•<br />
Palafreno Toscana Rosso IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Querciabella<br />
13,5 Vol.-%, NK. Glänzendes, sattes Rubin.<br />
Sehr gut herausgearbeitete Frucht in der<br />
Nase, satt nach Brombeere und Waldhimbeere.<br />
Am Gaumen dichtes Tannin,<br />
frische Frucht, im Finale dann leider noch<br />
etwas rau. querciabella.com, € 110,–<br />
•<br />
Colore Toscana Bianco IGT 2<strong>01</strong>9<br />
Bibi Graetz<br />
14 Vol.-%, NK. Funkelndes Grüngelb. Intensive<br />
und ansprechende Nase zeigt Noten<br />
nach reifer Marille und Honigmelone,<br />
etwas Pfirsich, schönes Spiel. Am Gaumen<br />
sehr schöne Balance zwischen<br />
Frucht, Salz und Cremigkeit, breitet sich<br />
lange aus, reife gelbe Frucht, sehr langer<br />
Nachhall. bibigraetz.com, € 250,–<br />
93<br />
•<br />
Toscana Rosso IGT 2<strong>01</strong>8 ME/CS<br />
Torcilacqua<br />
14,5 Vol.-%, NK. Dunkles Rubin. In der<br />
Nase sehr duftig, blumig, nach getrocknetem<br />
Rosenblatt, auch leicht erdig,<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
209
tasting / SUPERTUSCANS & CHIANTI CLASSICO GRAN SELEZIONE<br />
Eine Landschaft zum<br />
Verlieben – mit den Weinen<br />
verhält es sich ebenso.<br />
gend ausgewogen, mittelgewichtig und<br />
elegant, trinkt sich bereits jetzt hervorragend.<br />
corzanoepaterno.com, € 30,–<br />
•<br />
BIO Il Corzano Toscana Rosso IGT<br />
2<strong>01</strong>8, Corzano e Paterno<br />
14,5 Vol.-%, NK. Dunkles Rubin. Duftende<br />
und einladende Nase nach reifen, satten<br />
Waldbeeren, ein Hauch Crème de Cassis,<br />
dann schwarzes Leder und ein Hauch<br />
Milchschokolade. Am Gaumen saftig und<br />
geschmeidig, öffnet sich mit elegant-cremigem<br />
Schmelz, auch druckvoll, kerniges<br />
Tannin begleitet das Finish.<br />
corzanoepaterno.com, € 30,–<br />
•<br />
Il Fauno di Arcanum Toscana IGT<br />
2<strong>01</strong>7, Tenuta di Arceno,<br />
15 Vol.-%, NK. Tiefes Dunkelrubin. Fruchtwürzig<br />
in der Nase, satte Kirsche, dunkle<br />
Pflaume, deutlicher Pfeffer, etwas Nelke,<br />
im Nachhall fleischige Tomate. Am Gaumen<br />
äußerst geschliffen und glatt,<br />
warmherzig, spannt einen schönen Fächer,<br />
zupackend, mit Druck, lang und<br />
satt, schließt im Finale mit minimaler<br />
Trocknung schön ab.<br />
tenutadiarceno.com, € 32,–<br />
•<br />
Le Cupole Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Tenuta di Trinoro<br />
15 Vol.-%, NK. Leuchtendes, edles Granat.<br />
In der Nase nach satten Zwetschgen, Kirschen,<br />
Holunderbeeren und leicht balsamisch-würzigen<br />
Tönen. Am Gaumen satt<br />
und saftig, zeigt viel Konzentration, ohne<br />
etwas Leder, satte Kirschfrucht im Finale.<br />
Am Gaumen dicht und satt, zeigt ordentlich<br />
Stoff, engmaschig-druckvolles<br />
Tannin breitet sich gut aus, moderne Stilistik,<br />
mit Kraft, im Finale ausgewogen,<br />
aktuell noch etwas jung.<br />
torcilacqua.it, € 20,–<br />
•<br />
Le Redini Toscana Rosso IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Tenuta degli Dei<br />
14 Vol.-%, NK. Dunkles Rubin mit Granat.<br />
In der Nase von mittlerem Ausdruck mit<br />
edlen Gewürznoten nach Nelke, etwas<br />
Zimt und reifer Amarenakirsche. Am<br />
Gaumen fruchtbetont und saftig, breitet<br />
sich mit klarer Frucht aus, salziger Kern,<br />
geschliffen, mit elegantem Verlauf und<br />
Nachdruck. deglidei.it, € 25,–<br />
•<br />
BIO Vigneto Bucerchiale Chianti<br />
Rufina Riserva DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
NK. Glänzendes, sattes Rubin. Eröffnet<br />
mit Noten nach Harz und Buchsbaum,<br />
dann dunkle Kirsche. Kompakt und dichtmaschig<br />
in Ansatz und Verlauf, zeigt viel<br />
Kraft, griffiges, zupackendes Tannin, gepaart<br />
mit feinem, süßem Schmelz, herzhaft<br />
und lange. selvapiana.it, € 28,–<br />
•<br />
BIO I Tre Borri Toscana Rosso IGT<br />
2<strong>01</strong>8, Corzano e Paterno<br />
14,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Rubin mit<br />
funkelndem Kern. Duftige, einladende<br />
Nase nach reifer Kirsche, einem Hauch<br />
Himbeere, Hagebutte und heller Würze.<br />
Am Gaumen klar, saftig und hervorradabei<br />
seine Trinkigkeit zu verlieren, salziges<br />
Tannin, mit viel sattem Nachdruck<br />
im Finish.<br />
vinifranchetti.com/tenuta-di-trinoro<br />
€ 35,–<br />
•<br />
Pàmpano Ciliegiolo Toscana IGT<br />
2<strong>01</strong>8, Montenero<br />
13 Vol.-%, NK. Leuchtendes, elegantes<br />
Rubinrot. Frische, fruchtbetonte Nase<br />
nach frischen Kirschen, frischen Walderdbeeren<br />
und einem Hauch heller Würze,<br />
einladend. Öffnet sich am Gaumen<br />
mit feiner Fruchtsüße, elegant im<br />
Schmelz, saftig, betont salzig, fließt elegant<br />
und wohlig dahin, finessenreiches<br />
Finish. montenerowinery.com, € 40,–<br />
•<br />
Collazzi Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Fattoria I Collazzi<br />
14,5 Vol.-%, NK. Dunkel leuchtendes Rubinrot.<br />
Einladende Zwetschge, eingelegte<br />
Kirsche, Waldbeere, dann Zedern- und<br />
zartes Unterholz, im Nachhall wiederum<br />
Cassis. Öffnet sich vielschichtig am Gaumen<br />
mit klarer und kompakter Frucht,<br />
leicht salzigem Tannin und elegantem<br />
Trinkfluss, harmonisches Finish.<br />
collazzi.com, € 40,–<br />
•<br />
Argento Vivo Toscana Rosso IGT<br />
2<strong>01</strong>7, Lecci e Brocchi<br />
13,5 Vol.-%, NK. Dunkles, sattes Granat.<br />
Einladende und offenherzige Nase nach<br />
satten Erdbeeren, reifen Kirschen und<br />
baumreifen Zwetschgen, zarter Honigduft<br />
im Nachhall, einladend und klar.<br />
Auch am Gaumen reife Frucht mit sanftem<br />
Honigtouch, extraktsüß, mit saftigem<br />
Tannin und leicht salzigem Finish.<br />
vinolecciebrocchi.it, € 40,–<br />
•<br />
Donna Mingarda Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Colline San Biagio<br />
14,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes, funkelndes<br />
Rubinrot. Edle Nase nach reifen Kirschen,<br />
satten Himbeeren und hellem Leder, unterlegt<br />
von zartem, rotem Pfefferduft.<br />
Am Gaumen klar und fruchtbetont, zeigt<br />
satten Kern, geschliffen und druckvoll,<br />
herzhaft, mit spannendem, leicht salzigem<br />
Finale. collinesanbiagio.it, € 40,–<br />
•<br />
Vigneto Erchi Chianti Rùfina DOCG<br />
2<strong>01</strong>6, Selvapiana<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes Rubinrot mit<br />
funkelndem Kern. Edle und einladende<br />
Nase nach dezenter Gewürznelke, satter<br />
Kirsche und Pflaume sowie einer Prise<br />
Weihrauch. Am Gaumen saftig und präsent,<br />
spannt sich mit mineralischem Unterton<br />
auf, zeigt satten Druck, kraftvolles<br />
Tannin, bleibt lange haften.<br />
selvapiana.it, € 40,–<br />
•<br />
Capogatto Alta Valle della Greve<br />
IGT 2<strong>01</strong>8, Poggio Scalette<br />
14 Vol.-%, NK. Tiefes, dunkles Granat mit<br />
Purpur. Satte, kompakte und dichte Beerennase<br />
nach sattem Cassis, Brombeere<br />
und einem Hauch Holunderbeere, edler<br />
Würzeton. Am Gaumen dicht, satt, voll,<br />
Foto: Shutterstock<br />
210 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
eitet sich in vielen Schichten aus, harmonisch,<br />
mit Nachdruck.<br />
poggioscalette.it, € 45,–<br />
•<br />
Cavalli Toscana Rosso IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Tenuta degli Dei<br />
14 Vol.-%, NK. Sattes, leuchtendes Rubin.<br />
Eröffnet mit betont würzigen Noten,<br />
viel Kardamom, etwas Lakritze, dann<br />
Schwarzkirsche und Brombeere. Viel<br />
saftige Frucht am Gaumen, knackige<br />
Kirsche, griffiges Tannin, wirkt im Finale<br />
etwas spröde.<br />
deglidei.it, € 45,–<br />
•<br />
BIO Boggina A Sangiovese Val<br />
d'Arno di Sopra DOC 2<strong>01</strong>8, Petrolo<br />
13,5 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubin mit<br />
leichtem Granatschimmer. Eröffnet mit<br />
Noten nach Kräutern und Anchovis, dann<br />
viel frische Zwetschge. Zeigt am Gaumen<br />
viel saftige Frucht, griffiges, herzhaftes<br />
Tannin, gute Anlagen, braucht aber noch<br />
zusätzliche Reife.<br />
petrolo.it, € 50,–<br />
•<br />
BIO Boggina B Trebbiano Toscana<br />
IGT 2<strong>01</strong>8, Petrolo<br />
12 Vol.-%, NK. Hellstes Strohgelb mit<br />
einem Tupfen Olivgrün. Spannende und<br />
einladende Nase, leicht nach Heu, Wiesenkräutern,<br />
auch Rosmarin, ein wenig<br />
nach Wachs, dann weißer Pfirsich und<br />
Birnenjoghurt. Am Gaumen mit Schmelz<br />
und cremigem Eintritt, spannt sich elegant<br />
auf, saftig-salzig, spannender Verlauf,<br />
hallt trotz seiner Leichtigkeit lange<br />
nach. petrolo.it, € 50,–<br />
•<br />
BIO Gratius Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Il Molino di Grace<br />
14 Vol.-%, NK. Kraftvolles, leuchtendes<br />
Rubin. Ansprechende Nase mit Noten<br />
nach Granatapfel, Schwarzkirsche und<br />
Zedernholz. Zeigt am Gaumen viel feinmaschiges,<br />
geschliffenes Tannin, präsente,<br />
frische Säure, breitet sich gut aus,<br />
sehr saftig.<br />
ilmolinodigrace.it, € 50,–<br />
•<br />
BIO Inversus Toscana IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Casaloste<br />
14,5 Vol.-%, NK. Tiefes, sattes Rubin. In<br />
der Nase würzig nach Pfeffer und Nelken,<br />
dann nach satten Kirschen, Brombeeren<br />
und Schwarzen Ribiseln, vielschichtig<br />
und präsent. Am Gaumen kompakt, mit<br />
salzigem Fruchtkern, breitet sich schön<br />
über die Zunge, mit Nachdruck.<br />
casaloste.com<br />
€ 50,–<br />
•<br />
Rebruno Sangiovese Toscana IGT<br />
2<strong>01</strong>6, Montenero<br />
13,5 Vol.-%, NK. Dunkel leuchtendes Rubinrot.<br />
Satte, leicht erdige Nase, mit etwas<br />
Belüftung nach satten reifen Kirschen,<br />
Zwetschgen, einem Hauch Blutorange,<br />
im Nachhall edle Pfefferwürze.<br />
Am Gaumen dicht und elegant, sehr saftig-salziges<br />
Tannin, spannt sich schön<br />
auf, mit Druck, komplex und dennoch<br />
finessenreich, lang.<br />
montenerowinery.com<br />
€ 50,–<br />
•<br />
Roccato Toscana IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Rocca delle Macìe<br />
14 Vol.-%, NK. Dunkles, leuchtendes Granatrot.<br />
In der Nase nach reifen, satten<br />
Ribiseln und reifen Himbeeren, einem<br />
Hauch eingelegte Kirsche, helle Würze.<br />
Fruchtsüßer Kern mit geschliffenem<br />
Tannin, sehr herzhaft, trinkt sich fein und<br />
gleichmäßig, leicht salziger Kern, charaktervoll,<br />
mit Nachdruck.<br />
roccadellemacie.com, € 50,–<br />
•<br />
Montevertine Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Montevertine<br />
13,5 Vol.-%, NK. Glänzendes Rubin mit feiner<br />
Granatzunge. Eröffnet mit leicht rauchigen<br />
Noten, dahinter feine Himbeere.<br />
Saftig und unmittelbar am Gaumen, zeigt<br />
griffiges, gut eingebundenes Tannin,<br />
herzhaft und kernig.<br />
montevertine.it, € 55,–<br />
•<br />
Fabrizio Bianchi Sangioveto Grosso<br />
Toscana IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Castello di Monsanto<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtend-funkelndes Rubinrot.<br />
Duftende und einladende Nase<br />
nach reifen Kirschen und Himbeeren, ein<br />
Hauch Würze, getrocknetes Rosenblatt,<br />
erinnert im Nachhall an Marzipan, einladend.<br />
Am Gaumen saftig, mit klarer<br />
Frucht, auch salzig, spannt sich elegant<br />
über die Zunge, sehr trinkig, salziges<br />
Finish mit dezenter Nachzehrung<br />
castellodimonsanto.it<br />
€ 55,–<br />
•<br />
Lamaione Toscana IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Castelgiocondo – Frescobaldi<br />
14,5 Vol.-%, NK. Tiefdunkles, sattes Granat.<br />
In der Nase zunächst duftig nach<br />
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Edelholz, dann nach Früchtetee, Grafit,<br />
reifen Schwarzen Ribiseln, zarte balsamische<br />
Töne runden das Bukett ab. Am<br />
Gaumen dicht und satt, spannt sich wie<br />
ein breiter Fächer über die Zunge, mit viel<br />
Druck im Nachhall, allerdings aktuell<br />
noch vom Holz überlappt, kann ruhig<br />
noch liegen bleiben.<br />
frescobaldi.com, € 57,–<br />
•<br />
Riecine di Riecine Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Riecine<br />
14 Vol.-%, NK. Glänzendes Rubin mit feinem<br />
Granatschimmer. Sehr duftige Nase,<br />
geprägt von Noten nach Him- und Erdbeere,<br />
etwas Gojibeere. Präsente, frische<br />
Frucht am Gaumen, satt nach Weichselkirsche,<br />
entfaltet sich mit feinmaschigem<br />
Tannin, weich und geschmeidig.<br />
riecine.it, € 60,–<br />
•<br />
Lam'Oro Toscana Rosso IGT 2<strong>01</strong>5<br />
Lamole di Lamole<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes Rubingranat.<br />
In der Nase zunächst leicht harzig, dann<br />
nach schüchternen, dunklen Beeren, im<br />
Nachhall nach Zedernholz. Am Gaumen<br />
mit griffigem Tannin, klare, salzige<br />
Frucht, herzhaft, mit viel Druck und langem<br />
Nachhall, wiederum Salz im Finish.<br />
lamole.com<br />
€ 60,–<br />
•<br />
BIO Batàr Toscana Bianco IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Querciabella<br />
13,5 Vol.-%, NK. Funkelndes, sattes Strohgelb.<br />
Intensive und ansprechende Nase,<br />
eröffnet mit Noten nach Grapefruit, viel<br />
saftiger Pfirsich, etwas weiße Schokolade<br />
im Hintergrund. Ausgewogen und<br />
rund am Gaumen, zeigt gut gereifte<br />
Frucht, aber auch gute Frische,<br />
langer Nachhall.<br />
querciabella.com, € 70,–<br />
•<br />
Tresette Merlot Toscana IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Riecine<br />
14,5 Vol.-%, NK. Glänzendes, sattes Rubin<br />
mit lichtem Rand. Eröffnet mit betont<br />
würzigen Noten nach Kardamom und<br />
Lorbeerblatt, dahinter nach Himbeere.<br />
Saftig und geschliffen am Gaumen, viel<br />
Himbeerfrucht, im Finale guter Druck.<br />
riecine.it, € 80,–<br />
•<br />
Bruno di Rocca Toscana Rosso IGT<br />
2<strong>01</strong>6, Vecchie Terre di Montefili<br />
13,5 Vol.-%, NK. Tiefes, satt leuchtendes<br />
Granatrot. In der Nase zurückhaltend,<br />
gibt nur sanft dunkle Beeren und helle<br />
Würzetöne preis. Am Gaumen klar, mit<br />
mineralisch-salziger Frucht, rotbeerigreifer<br />
Kern, ausgewogen und elegant,<br />
spannt sich satt über die Zunge, leicht<br />
salziges Finish.<br />
vecchieterredimontefili.it, € 80,–<br />
•<br />
Giramonte Toscana Rosso IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Tenuta di Castiglioni – Frescobaldi<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes, intensives<br />
Rubinviolett. Satte Nase mit Noten nach<br />
Holunder- und Gojibeere, unterlegt von<br />
würzigen Noten nach Koriander und Lorbeerblatt.<br />
Samtig und geschliffen am<br />
Gaumen, öffnet sich mit feinmaschigem<br />
Tannin, gut herausgearbeitete Frucht,<br />
saftig und mit gutem Druck.<br />
frescobaldi.it, € 105,–<br />
97<br />
Chianti Classico<br />
Gran Selezione<br />
•<br />
Vigna Il Poggio Chianti Classico<br />
Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>5<br />
Castello di Monsanto<br />
14 Vol.-%, NK. Funkelndes, sattes Rubingranat.<br />
Sehr intensive und einladende<br />
Nase mit satten Noten nach reifen Kirschen,<br />
etwas Preiselbeeren, dazu feine<br />
Tabaknoten, spannend. Swingt und singt<br />
am Gaumen, viel reife Frucht, Kirschen<br />
und Zwetschge dominieren, dazu feinmaschiges,<br />
sehr gut eingebautes Tannin.<br />
castellodimonsanto.it, € 55,–<br />
•<br />
Chianti Classico Gran Selezione<br />
DOCG 2<strong>01</strong>5<br />
Isole e Olena<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, funkelndes Rubingranat.<br />
Eröffnet mit leicht rauchigen<br />
Noten, satt nach Zedernholz, dann viel<br />
Brombeere und reife dunkle Kirsche, etwas<br />
Tabak im Hintergrund. Satt und präsent<br />
in Ansatz und Verlauf, zeigt viel saftige,<br />
präsente Frucht, öffnet sich mit<br />
feinmaschigem, kernigem Tannin, gute<br />
Spannung.<br />
isoleolena.it, € 250,–<br />
96<br />
•<br />
BIO Il Margone Chianti Classico<br />
Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Il Molino di Grace<br />
14 Vol.-%, NK. Glänzendes, sattes Rubin.<br />
Sehr intensive, ansprechende Nase, offen<br />
und sinnlich, nach reifen Kirschen und<br />
Brombeeren, im Hintergrund etwas Gewürznelke.<br />
Präsentiert sich am Gaumen<br />
mit viel präsenter, knackiger Frucht, griffiges,<br />
engmaschiges Tannin in vielen Lagen,<br />
fester Druck.<br />
ilmolinodigrace.it, € 40,–<br />
•<br />
BIO Il Puro Chianti Classico Gran<br />
Selezione DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Castello di Volpaia<br />
14 Vol.-%, NK. Funkelndes, intensives Rubin.<br />
Kompakte Nase mit Noten nach reifen,<br />
dunklen Kirschen und Waldhimbeeren,<br />
im Hintergrund dezent harzige Noten.<br />
Geschliffen und fein am Gaumen,<br />
zeigt viel saftige Frucht, öffnet sich mit<br />
feinmaschigem Tannin in vielen Schichten,<br />
sehr langer Nachhall.<br />
volpaia.com, € 80,90<br />
95<br />
•<br />
Chianti Classico Riserva DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Riecine<br />
15 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubin mit Violettschimmer.<br />
Offene und zugängliche<br />
Nase, zeigt Noten nach Holunder- und<br />
Maulbeere, ausgewogen. Rund und geschmeidig<br />
am Gaumen, viel feinmaschiges,<br />
geschliffenes Tannin, baut sich in<br />
vielen Schichten auf, im Finale nach<br />
Holunderbeeren.<br />
riecine.it, € 30,–<br />
•<br />
Millennio Chianti Classico Gran<br />
Selezione DOCG 2<strong>01</strong>5<br />
Castello di Cacchiano<br />
15,5 Vol.-%, NK. Sattes, kraftvolles Rubingranat.<br />
Braucht lange Belüftung, zeigt<br />
Noten nach schwarzer Trüffel, Kohlröschen<br />
und frischen Zwetschgen. Am Gaumen<br />
große Power, öffnet sich mit vielen<br />
Schichten an feinem Tannin, nach eingelegten<br />
Kirschen, dahinter etwas Zimt,<br />
langer Nachhall.<br />
castellodicacchiano.it, € 30,–<br />
•<br />
Vigna Vecchia Chianti Classico<br />
Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Vecchie Terre di Montefili<br />
13 Vol.-%, NK. Dunkles, elegantes Rubinrot.<br />
Tolle, edle Nase nach Hagebutte,<br />
Himbeere, frischer Erdbeere und einem<br />
Hauch Veilchen, gepaart mit kandierter<br />
Zitrusfrucht. Am Gaumen mit saftigem,<br />
elegantem Körper, toll eingebundene<br />
Säure, kristallklar und finessenreich, langer,<br />
feiner Abgang.<br />
vecchieterredimontefili.it<br />
€ 48,–<br />
•<br />
Colledilà Chianti Classico Gran<br />
Selezione DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Ricasoli<br />
14 Vol.-%, NK. Funkelndes, intensives<br />
Rubin. Ansprechende, fein gezeichnete<br />
Nase, zeigt Noten nach Veilchen, frischer<br />
Kirsche, etwas Maulbeere. Rund und ausgewogen<br />
am Gaumen, gibt sich erstaunlich<br />
frisch, sehr gute Spannung.<br />
ricasoli.it, € 50,–<br />
•<br />
Chianti Classico Gran Selezione<br />
DOCG 2<strong>01</strong>7, Castello di Fonterutoli –<br />
Mazzei<br />
13,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes Rubin mit<br />
feinem Violettschimmer. Präsentiert sich<br />
ausgewogen und klar in der Nase, viel<br />
reife Kirschen, Himbeere, unterlegt von<br />
feinen Gewürzen. Viel saftige Frucht am<br />
Gaumen, öffnet sich mit feinmaschigem<br />
Tannin, viel Schichten, langer Nachhall.<br />
mazzei.it, € 55,–<br />
Fotos: Othmar Kiem<br />
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Chianti Classico, aber auch<br />
vielen Supertuscans als<br />
wichtige Grundlage.<br />
•<br />
BIO Vigna del Sorbo Chianti<br />
Classico Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Fontodi<br />
15 Vol.-%, NK. Sattes, tiefgründiges Rubin.<br />
Satte und fleischige Nase, duftet<br />
nach Brombeere und reifer Zwetschge,<br />
im Hintergrund etwas Zimt. Fleischig und<br />
zupackend auch am Gaumen, viel dunkle<br />
Beerenfrucht, öffnet sich mit präsentem,<br />
dichtem Tannin, im Finale noch ein<br />
wenig harsch.<br />
fontodi.com, € 60,–<br />
94<br />
•<br />
BIO Le Baroncole Chianti Classico<br />
Riserva DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
San Giusto a Rentennano<br />
15 Vol.-%, NK. Kraftvolles, leuchtendes<br />
Rubin. Eröffnet mit leicht harzigen Noten,<br />
reife Zwetschge und Brombeere, balsamisch.<br />
Rund und geschmeidig am Gaumen,<br />
auch da wieder viel Zwetschge, griffiges,<br />
tiefgründiges Tannin, im Nachhall<br />
reife Beerenfrucht.<br />
fattoriasangiusto.it<br />
€ 25,–<br />
•<br />
Il Poggiale Chianti Classico Riserva<br />
DOCG 2<strong>01</strong>8, Castellare di Castellina<br />
14 Vol.-%, NK. Kraftvolles, sattes Rubin.<br />
Zeigt in der Nase viel reife Beerenfrucht,<br />
es dominieren Brombeere und Zwetschge,<br />
etwas schwarze Olivenpaste. Am Gaumen<br />
rund und geschmeidig, viel saftige<br />
Frucht, öffnet sich mit gut eingebundenem,<br />
feinmaschigem Tannin, geschliffen<br />
und lange. castellare.it, € 29,–<br />
•<br />
Giovanni Folonari Chianti Classico<br />
Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Tenute Folonari<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes, edles Rubinrot.<br />
Duftende, einladende Nase nach reifen<br />
Waldbeeren, Hagebutten, getrockneten<br />
Orangenzesten, gestützt von heller<br />
Pfefferwürze. Am Gaumen sehr elegant<br />
und saftig, spannt sich mit klarer, salziger<br />
Frucht über die Zunge, hoher Trinkfluss,<br />
im Finale harmonisch und präzise.<br />
tenutefolonari.com, € 29,–<br />
•<br />
Le Fioraie Chianti Classico Riserva<br />
DOCG 2<strong>01</strong>5, Piemaggio<br />
13,5 Vol.-%, NK. Dunkel leuchtendes, sattes<br />
Rubin. Zeigt sich in der Nase feinwürzig<br />
und einladend, satte Kirsche, vielschichtiges<br />
Würzebukett. Am Gaumen<br />
sehr saftig mit gut integrierter Säure,<br />
klarer Frucht und reifem, eng gewobenem<br />
Tannin, breitet sich schön aus, dicht<br />
und anhaftend mit guter Länge.<br />
piemaggio.com<br />
€ 29,90<br />
•<br />
Chianti Classico Riserva DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Querciabella<br />
14 Vol.-%, NK. Sattes, funkelndes Rubin.<br />
Duftige, ansprechende Nase mit reifer<br />
Kirsche, etwas Gojibeere, dahinter feine<br />
Minze. Saftig und klar in Ansatz und Verlauf,<br />
griffiges, dichtes Tannin, zeigt feinen<br />
Schmelz, langer Nachhall.<br />
querciabella.com, € 30,–<br />
•<br />
Badia a Passignano Chianti<br />
Classico Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Marchesi Antinori<br />
14 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubin mit Granatschimmer.<br />
Zeigt in der Nase eine betont<br />
reife Frucht nach Zwetschgen, balsamische<br />
Noten und etwas Kardamom.<br />
Rund und satt in Ansatz und Verlauf,<br />
zeigt gut gereifte Fruchtkomponenten,<br />
kerniges, dichtes Tannin, fester Druck<br />
im Finale.<br />
antinori.it, € 35,–<br />
•<br />
Vigna del Capannino Chianti<br />
Classico Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Bibbiano<br />
15 Vol.-%, NK. Dunkel leuchtendes Rubin.<br />
Einladende und satte Beerennase nach<br />
Waldfrucht und Cassis, Erdbeerkonfitüre,<br />
dezentes Edelholz, Zigarrenkiste. Am<br />
Gaumen mineralisch und sehr saftig, gestützt<br />
von gut integrierter Säure, balanciert<br />
Körper und Saft gut aus, mit viel<br />
Potenzial weiterhin.<br />
bibbiano.eu, € 35,–<br />
•<br />
Chianti Classico Gran Selezione<br />
DOCG 2<strong>01</strong>6, Vecchie Terre di Montefili<br />
13 Vol.-%, NK. Leuchtendes, elegantes<br />
Rubin mit funkelndem Kern. Ansprechende<br />
Nase, toll ausbalanciert zwischen<br />
Würze und Frucht, nach baumreifen Kir-<br />
schen und frischen Zwetschgen. Am Gaumen<br />
überaus saftig, mit klarer Frucht<br />
und elegantem Verlauf, hoher Trinkfluss,<br />
sehr fein und lange.<br />
vecchieterredimontefili.it, € 35,–<br />
•<br />
Rialzi Chianti Classico Gran<br />
Selezione DOCG 2<strong>01</strong>6, Tenuta Perano<br />
– Frescobaldi<br />
14 Vol.-%, NK. Glänzendes Rubinrot mit<br />
feinem Granatrand. Klar und fein in der<br />
Nase, zeigt sehr gut herausgearbeitete<br />
Noten nach Himbeere und dunkler Kirsche,<br />
einladend. Überaus saftig in Ansatz<br />
und Verlauf, viel knackige Kirsche, öffnet<br />
sich mit feinmaschigem Tannin, hallt<br />
lange nach.<br />
en.frescobaldi.com, € 40,–<br />
•<br />
BIO Coltassala Chianti Classico<br />
Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Castello di Volpaia<br />
14 Vol.-%, NK. Funkelndes, sattes Rubin.<br />
Fein gezeichnete Nase mit Noten nach<br />
Kirsche, Himbeere und Gewürznelken.<br />
Ansprechendes Spiel zwischen saftiger<br />
Frucht und griffigem Tannin, lange nach<br />
Kirschen. volpaia.com, € 41,80<br />
•<br />
BIO Chianti Classico Gran<br />
Selezione DOCG 2<strong>01</strong>6, Casaloste<br />
15 Vol.-%, NK. Tiefdunkles Rubingranat.<br />
Satte, dunkelbeerige Nase nach reifer<br />
Herzkirsche, Pflaume, Cassis und Brombeere<br />
sowie dunklem Leder, erdig, kompakt,<br />
vielschichtig und einladend. Am<br />
Foto: Shutterstock<br />
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Gaumen sehr satt, mächtig, mit viel<br />
Frucht und Säure, rassig und stoffig mit<br />
langem Abgang.<br />
casaloste.com, € 42,–<br />
•<br />
Roncicone Chianti Classico Gran<br />
Selezione DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Ricasoli<br />
14 Vol.-%, NK. Glänzendes, sattes Rubin.<br />
Offene, einladende Nase mit Noten nach<br />
dunklen Kirschen und frischen Zwetschgen.<br />
Saftig und frisch am Gaumen, feinmaschiges<br />
Tannin in mehreren Schichten,<br />
salzig im Finale.<br />
ricasoli.it, € 50,–<br />
•<br />
Vicoregio 36 Chianti Classico Gran<br />
Selezione DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Castello di Fonterutoli – Mazzei<br />
13,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes, kraftvolles<br />
Rubin. Duftige Nase mit Noten nach Tabak<br />
und frischen Kirschen, etwas Blutorange.<br />
Geschliffen und saftig in Ansatz<br />
und Verlauf, sehr gut herausgearbeitete<br />
Frucht, lebendige Säure, im Finale schönes<br />
Spiel.<br />
mazzei.it, € 55,–<br />
•<br />
BIO Casasilia Chianti Classico<br />
Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Poggio al Sole<br />
14,5 Vol.-%, NK. Kraftvolles Rubin mit<br />
leichtem Granatschimmer. Kompakte<br />
und dichte Nase nach Zwetschgen und<br />
dunklen Kirschen, etwas Koriandersamen.<br />
Stoffig und dicht am Gaumen, viel<br />
dunkle Kirsche, schöner Schmelz, kraftvoll<br />
und tiefgründig, im Finale erdige<br />
Noten. poggioalsole.com<br />
Preis: k. A.<br />
93<br />
•<br />
La Forra Chianti Classico<br />
Riserva DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Tenute Folonari<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes Rubinrot. In<br />
der Nase offenherzig und einladend nach<br />
reifen Kirschen, Hagebutten und getrockneten<br />
Blutorangen, leicht nach Edelholz<br />
und getrocknetem Rosenblatt. Zeigt sich<br />
am Gaumen geschliffen und druckvoll,<br />
salzig, mit saftigem Tannin und klarer<br />
rotbeeriger Frucht, sehr elegant, klares<br />
Finish. tenutefolonari.com<br />
€ 18,50<br />
•<br />
Brolio Chianti Classico<br />
Riserva DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Ricasoli<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes Rubinrot. In<br />
der Nase nach Hagebutten, Granatapfel,<br />
Walderdbeeren und feiner Würze, einladend.<br />
Am Gaumen klar, mit präsenter<br />
Frucht, spannt sich saftig über die Zunge,<br />
auch salzig, füllt einen weiten Bogen, im<br />
Finale lange anhaltend und mit Nachdruck.<br />
ricasoli.it, € 21,70<br />
•<br />
BIO Chianti Classico Riserva<br />
DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Castello di Volpaia<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes Rubinrot.<br />
Tolle, einladende Nase nach reifen Erdbeeren<br />
und satten Himbeeren, unterlegt<br />
von zartem Rosenduft und Vanilleschote.<br />
Am Gaumen beachtlich klar und saftig,<br />
spannt sich feingliedrig und elegant über<br />
die Zunge, auch mit Druck, im Nachhall<br />
minimale Nachzehrung.<br />
volpaia.com, € 24,50<br />
Wälder, Weinberge und idyllische<br />
Ortschaften: Das ist der<br />
Reiz der Toskana.<br />
•<br />
BIO Chianti Classico Riserva DOCG<br />
2<strong>01</strong>6, Castellinuzza<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes, helles Rubinrot.<br />
In der Nase deutlich nach Zimt und<br />
Nelken, dann nach reifen roten Beeren,<br />
zart getrocknetes Rosenblatt. Auch am<br />
Gaumen nach edlen Gewürzen und Nelken,<br />
rote Frucht, sehr schönes Spiel aus<br />
Frucht, Säure und Tannin, saftig im<br />
Trunk, nicht gewichtig, sondern elegant.<br />
chianticlassicocastellinuzza.it<br />
€ 25,–<br />
•<br />
Campoalto Chianti Classico<br />
Riserva DOCG 2<strong>01</strong>5<br />
Tenuta Casuccio Tarletti<br />
13,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes, sattes Rubinrot.<br />
Edle Nase nach reifen roten Beeren,<br />
ein Hauch Karamell, Brotkruste, im<br />
Nachhall Himbeermarmelade. Am Gaumen<br />
äußerst klar, sehr saftig und mit satter<br />
Frucht, leicht salzig, wirkt elegant<br />
und edel, eine Überraschung.<br />
tenutetoscane.com, € 25,–<br />
•<br />
BIO Ceppeto Chianti Classcio<br />
Riserva DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Mannucci Droandi<br />
14,5 Vol.-%, NK. Tiefdunkles Rubin mit<br />
Granat. Satte, ansprechende Weichselkirsche,<br />
etwas Pflaume, zarter Blütenhonig,<br />
einladend. Zeigt sich am Gaumen dicht<br />
und warmherzig, baut sich in vielen<br />
Schichten auf, lange und harmonisch.<br />
mannuccidroandi.it<br />
€ 26,–<br />
•<br />
BIO Chianti Classico Riserva DOCG<br />
2<strong>01</strong>7 , Il Molino di Grace<br />
14 Vol.-%, NK. Leuchtendes Rubinrot mit<br />
funkelndem Kern. In der Nase feine reife<br />
Beerenfrucht, gepaart mit feinen Noten<br />
von Rumtopf, etwas Siegellack und Edelholz.<br />
Am Gaumen warmherzige Frucht<br />
mit klarem Verlauf, spannt sich fein auf,<br />
griffig-kerniges Tannin begleitet den<br />
Trunk, saftiger Nachhall.<br />
ilmolinodigrace.it<br />
€ 28,–<br />
•<br />
Belvedere Campóli Chianti<br />
Classico Riserva DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Conte Guicciardini<br />
14,5 Vol.-%, NK. Leuchtendes, elegantes,<br />
dunkles Rubin. Offenherzige und ansprechende<br />
Nase nach reifem Pfirsich, Erdbeere,<br />
einer Prise Hagebutte, unterlegt<br />
von minimalem Zimtduft. Am Gaumen<br />
mit schönem Spiel, eröffnet sich offenherzig<br />
und mit klarer Frucht, spannt sich<br />
schön auf, bereits zugänglich, trinkt<br />
sich sehr gut.<br />
conteguicciardini.it, € 28,–<br />
•<br />
BIO Chianti Classico Riserva DOCG<br />
2<strong>01</strong>6, Il Palagio di Panzano<br />
14,5 Vol.-%, NK. Tiefdunkles, sattes Rubin<br />
mit Granat. In der Nase nach satten Herzkirschen,<br />
mineralischer Anklang, satt.<br />
Ebenso am Gaumen, dicht und anhaftend,<br />
breitet sich weit auf, mit Eleganz<br />
und Power, tolle Riserva aus Panzano.<br />
palagiowineandoil.com<br />
€ 28,–<br />
•<br />
Chianti Classico Gran Selezione<br />
DOCG 2<strong>01</strong>6, Rignana<br />
15 Vol.-%, NK. Dunkles, leuchtendes Rubinrot.<br />
In der Nase duftig und würzig<br />
nach Edelhölzern, reifem Cassis und satter<br />
Waldbeerfrucht, ein Hauch Schokoladepulver<br />
umhüllt das Bukett. Öffnet sich<br />
Fotos: Othmar Kiem, Shutterstock<br />
216 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
präsent am Gaumen mit süßlichem<br />
Fruchtschmelz, herzhaft und kompakt,<br />
spannt einen schönen Bogen, wahrnehmbares<br />
Holz, mit Nachdruck.<br />
rignana.it, € 29,–<br />
•<br />
Basilica Solatìo Chianti Classico<br />
Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Basilica Cafaggio<br />
14,5 Vol.-%, DIAM. Dunkel leuchtendes<br />
Rubinrot. Reife Frucht, Würze, Pflaume,<br />
Herzkirsche, Leder, getrocknete Rose,<br />
eine Prise Schokoladepulver. Am Gaumen<br />
satt und kraftvoll, zeigt mächtigen<br />
Körper mit reifer Frucht und gut integrierter<br />
Säure, noch jung, mit viel<br />
Potenzial. cafaggio.wine, € 29,50<br />
•<br />
Chianti Classico Gran Selezione<br />
DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Borgo La Stella<br />
13,5 Vol.-%, NK. Dunkles Rubin. Würzigfruchtige<br />
Nase nach satter Kirsche, hellem<br />
Leder, Himbeere und einem Hauch<br />
getrocknete Blutorange. Am Gaumen<br />
sehr saftig mit rassiger, gut eingebauter<br />
Säure, gewisse Eleganz, mit hohem Trinkfluss,<br />
leicht salziges Finale, sehr feingliedrige<br />
Gran Selezione.<br />
borgolastella.com, € 35,–<br />
•<br />
Sergioveto Chianti Classico Riserva<br />
DOCG 2<strong>01</strong>6, Rocca delle Macìe<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, dunkel leuchtendes<br />
Rubinrot. In der Nase nach Waldbeermarmelade,<br />
satten Kirschen und einem<br />
Hauch Brombeeren, zarte Holzwürze. Am<br />
Gaumen mit klarer, leuchtender Frucht,<br />
breitet sich schön über die Zunge, spannt<br />
einen weiten Fächer auf, leicht salzig, anhaftend<br />
und lange.<br />
roccadellemacie.com<br />
€ 35,–<br />
•<br />
BIO Vigneto San Marcellino Chianti<br />
Classico Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Rocca di Montegrossi<br />
14,5 Vol.-%, NK. Kraftvolles Rubin mit feinem<br />
Violettschimmer. Etwas verhangene<br />
Nase nach schwarzer Trüffel, Holunderbeere,<br />
etwas Rote Rübe. Zeigt am Gaumen<br />
viel Kraft, dichtmaschiges, herzhaftiges<br />
Tannin, wirkt aber auch recht kantig,<br />
im Finale rau.<br />
roccadimontegrossi.it, € 45,–<br />
•<br />
Vigna Bastignano Chianti Classico<br />
Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Villa Calcinaia<br />
14,5 Vol.-%, NK. Kraftvolles Rubin mit<br />
leichtem Violettschimmer. Intensive<br />
Nase mit viel reifer Beerenfrucht, Brombeere<br />
und Maulbeere, etwas Schokolade.<br />
Saftig am Gaumen, zeigt viel präsente<br />
Frucht, im hinteren Verlauf dann griffiges,<br />
noch etwas grobes Tannin, braucht<br />
noch Zeit.<br />
villacalcinaia.it<br />
€ 48,–<br />
•<br />
Ceniprimo Chianti Classico Gran<br />
Selezione DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Ricasoli<br />
14,5 Vol.-%, NK. Funkelndes Rubingranat.<br />
Fein gezeichnete Nase mit Noten nach<br />
Weichselkirsche und Granatapfel. Griffiges,<br />
zupackendes Tannin am Gaumen,<br />
gepaart mit reifer Fruchtnote, im Finale<br />
viel Tabak. ricasoli.it, € 50,–<br />
•<br />
Chianti Classico Gran Selezione<br />
DOCG 2<strong>01</strong>5, Capannelle<br />
13,5 Vol.-%, NK. Dunkles, sattes Rubin. In<br />
der Nase satte Kirsche, satte Himbeere,<br />
getragen von dezentem Edelholz und<br />
dunkler Würze, etwas Zimt und Nelken.<br />
Am Gaumen satt und ausgewogen, breitet<br />
sich fein über die Zunge, herzhaft und<br />
mit leicht salzigem Tannin, anhaftend,<br />
mit Kraft, aber dennoch finessenreich.<br />
capannelle.it, € 60,–<br />
•<br />
Sergio Zingarelli Chianti Classico<br />
Gran Selezione DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Rocca delle Macìe<br />
14,5 Vol.-%, NK. Dunkles, elegant leuchtendes<br />
Rubin. Öffnet sich in der Nase auf<br />
Noten von Schwarztee, Weihrauch, Salbei,<br />
dann ein wenig Fumé, reife Kirsche,<br />
Waldbeeren. Am Gaumen dicht, straff,<br />
sehr stoffig, öffnet sich mit vielen Schichten<br />
und engmaschigem Tannin, warme<br />
und klare Frucht, im Nachhall mit viel<br />
Druck. roccadellemacie.com, € 70,–<br />
•<br />
Colonia Chianti Classico Gran<br />
Selezione DOCG 2<strong>01</strong>7, Fèlsina<br />
13,5 Vol.-%, NK. Glänzendes Rubin mit<br />
Granatschimmer. Zeigt in der Nase betont<br />
erdige Komponenten nach Tabak<br />
und Roter Rübe, dann viel Himbeere.<br />
Stoffig und herzhaft in Ansatz und Verlauf,<br />
zeigt viel griffiges Tannin, auch am<br />
Gaumen wieder erdige Noten, wirkt im<br />
Finale ein wenig spröde.<br />
felsina.it, € 90,–<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
falstaff.com/toskana-<strong>2021</strong><br />
FLEXIBLE VERLÄSSLICHKEIT<br />
Der Lockdown war der wahrscheinlich größte anzunehmende Unfall,<br />
den man sich aus unternehmerischer Sicht vorstellen konnte.<br />
ADVERTORIAL Foto: © D. Mikkelsen / Leadersnet<br />
Wobei sich die Größe der Herausforderung<br />
nicht zuletzt darin<br />
manifestierte, dass sie sich aus<br />
unzähligen kleinen Problemen zusammensetzte.<br />
Beispiel Supermärkte: Plötzlich<br />
musste flächendeckend Personal organisiert<br />
werden, das sich um die Desinfektion der<br />
Einkaufswagen kümmerte – und die Kunden<br />
auf die neuen Verhaltensregeln hinweisen<br />
sollte.<br />
An dieser Stelle kam easystaff ins Spiel:<br />
Einen entsprechenden Anruf erhielten wir<br />
an einem Freitag. 72 Stunden später mussten<br />
200 easystaffer aufgestellt werden. Um<br />
es kurz zu machen: Das Projekt wurde<br />
österreichweit sechs Wochen lang ohne<br />
einen einzigen Ausfall umgesetzt. Gelungen<br />
ist das, weil wir bei easystaff auf unsere<br />
Leute schauen: zunächst, indem wir uns<br />
überlegen, ob die Bewerber zu uns passen,<br />
und wenn ja, in welchem Bereich. Weiters,<br />
indem wir uns um unsere Leute kümmern.<br />
Wir achten auf ihr Wohlbefinden und auf<br />
die Zumutbarkeiten. Im Gegenzug können<br />
wir auf bis zu 12.000 extrem motivierte<br />
Mitarbeiter zählen, die wir dann einsetzen,<br />
wenn unsere Kunden Bedarf haben. Variable<br />
Kosten zu fixer Qualität, das war vor<br />
Covid unsere Stärke – und ist es dieser Tage<br />
umso mehr.<br />
INFO<br />
Bei Interesse erreichen Sie uns unter<br />
T: +43 1 3693242–0<br />
M: office@easystaff.at<br />
easystaff.at<br />
easystaff-<br />
Geschäftsführer<br />
Gerhard Huber.
tasting / KAMPANIEN-Basilikata-Kalabrien trophy<br />
schätze aus<br />
dem süden<br />
Kampanien, Basilikata, Kalabrien – Weine aus diesen drei italienischen Regionen führen in den<br />
deutschsprachigen Ländern immer noch ein Randdasein. Dabei blickt das bereits von<br />
den antiken Griechen als »Land des Weins« bezeichnete Gebiet auf eine lange<br />
Weinbau-Geschichte zurück – vor allem in Sachen autochthone Rebsorten.<br />
Text OTHMAR KIEM Notizen othMAR KIEM, SIMON stAFFLER<br />
Fotos: beigestellt<br />
218 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
K<br />
ampanien, Basilikata und<br />
Kalabrien galten schon in der<br />
Antike als herausragende<br />
Weinbaugebiete. Die besten<br />
Lagen des römischen Imperiums<br />
– davon ging man damals aus – seien<br />
jene in Kampanien. Und die Region um Neapel<br />
ist auch heute noch das wichtigste der<br />
drei Anbaugebiete. Die rote Aglianico-Traube<br />
ist eine der hochwertigsten Sorten Italiens<br />
und wird wegen ihres hohen Tanningehalts<br />
oft auch »Nebbiolo des Südens« genannt.<br />
In den Steillagen um Avellino findet sie als<br />
Taurasi ihren höchsten Ausdruck. Im weiter<br />
nördlich gelegenen Gebiet um Benevento<br />
erbringt der Aglianico del Taburno spannende<br />
Weine. Aus den Sorten Greco, Fiano und<br />
Falanghina werden in Kampanien zudem<br />
sehr interessante Weißweine erzeugt.<br />
Aglianico spielt auch in der Nachbarregion<br />
Basilikata die Hauptrolle. An den Hängen<br />
des Vulkankegels des Vulture fallen die Weine<br />
im Vergleich zu Taurasi runder und weicher<br />
aus. In Kalabrien ist Weinbau auf die küstennahen<br />
Gebiete der Stiefelspitze konzentriert.<br />
Auch hier gibt es zahlreiche autochthone Sorten,<br />
etwa Gaglioppo und Magliocco.<br />
Der erste Platz unserer Trophy geht an<br />
einen Taurasi der Extraklasse, den Vigna<br />
Grande Cerzito Taurasi Riserva DOCG von<br />
Quintodecimo. Luigi Moio ist Professor für<br />
Önologie an der Universität Neapel und von<br />
vielen geschätzter Berater. 20<strong>01</strong> gründete er<br />
nicht weit von Avellino mit seiner Frau seinen<br />
eigenen Betrieb Quintodecimo. Vigna Grande<br />
Cerzito entstammt einer gerade mal einen<br />
Hektar großen Einzellage mit vulkanischem<br />
Boden. Ein Musterbeispiel eines großartigen<br />
Taurasi, der neben Kraft auch Finesse zeigt.<br />
Die Familie Librandi in Crotone zählt seit<br />
Jahrzehnten zu den herausragenden Qualitätsbotschaftern<br />
kalabrischer Weine. Sie sind<br />
die führenden Erzeuger von Cirò, dem<br />
bekanntesten Wein der Region. Ihr Gravello<br />
ist eine Cuvée aus Gaglioppo und Cabernet<br />
Sauvignon. Seit dem ersten Jahrgang 1988 ist<br />
der Gravello einer der ersten Topweine aus<br />
dem Süden. Der Jahrgang 2<strong>01</strong>7 des Gravello<br />
eroberte den zweiten Platz.<br />
Terra di Lavoro ist ein Landstrich im Norden<br />
Kampaniens. So heißt auch ein Wein von<br />
Galardi. Seit Beginn der 1990er-Jahre erzeugt<br />
die Familie bei Roccamonfina Weine auf vulkanischen<br />
Böden. Der Terra di Lavoro 2<strong>01</strong>7,<br />
eine Cuvée aus Aglianico und Piedirosso, ist<br />
der Drittplatzierte unserer Trophy.<br />
><br />
Steile Lagen und tiefblaues<br />
Meer sind charakteristisch<br />
für Süditalien – spannende<br />
Gegensätze ergeben auch<br />
spannende Weine.<br />
Platz<br />
quintodecimo – Taurasi<br />
Dicht und kernig, reifer<br />
Fruchtkern, spannungsvoll.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
219
tasting / KAMPANIEN-Basilikata-kalabrien trophy<br />
94<br />
•<br />
Basilikata<br />
Don Anselmo Aglianico del Vulture<br />
DOC 2<strong>01</strong>6, Paternoster<br />
Edles, leuchtendes Rubinrot. In der Nase<br />
edel und leicht würzig, nach reifen Erdbeeren,<br />
Teer, Gewürznelken, etwas Harz, dann<br />
wieder nach reifen Waldfrüchten und hellem<br />
Leder. Am Gaumen elegant und mineralisch,<br />
breitet sich saftig über die Zunge,<br />
zeigt Eleganz und Kraft, salziges Tannin,<br />
langer Nachhall. GES Sorrentino, Delmenhorst;<br />
Martel, St. Gallen; Mounier,<br />
Wien, € 39,90<br />
93<br />
•<br />
La Terrazza Aglianico del Vulture<br />
DOCG 2<strong>01</strong>3, Casa Maschito<br />
Edles, dunkel leuchtendes Rubinrot. In der<br />
Nase nach reifen Zwetschgen, Früchtetee,<br />
ein Hauch Rote Johannisbeeren, roter<br />
Pfeffer, getrocknetes Rosenblatt. Spannt<br />
sich am Gaumen mit toller Fruchtsüße<br />
auf, gleichzeitig saftig und leicht salzig,<br />
mit straffem Tannin, druckvoll, mit langem<br />
Nachhall. casamaschito.it, € 25,–<br />
•<br />
Basilisco Aglianico del Vulture<br />
Superiore DOCG 2<strong>01</strong>3<br />
Feudi di San Gregorio<br />
Leuchtendes Rubinrot. In der Nase nach<br />
reifen Kirschen, leicht angetrockneten Hagebutten,<br />
heller Würze. Am Gaumen saftig<br />
und mit salzigem Tannin ausgestattet,<br />
klar, stoffig und anhaftend, mit sattem<br />
Nachdruck. Morandell, Wörgl; Superiore,<br />
Dresden; Weinbastion, Ulm; Bindella,<br />
Zürich; Giovo GmbH, Frankfurt; Casa<br />
del Vino SA, Dietikon, Preis: k. A.<br />
92<br />
•<br />
BIO Basilisco Teodosio Aglianico del<br />
Vulture DOC 2<strong>01</strong>9, Feudi di San Gregorio<br />
Intensives Rubinrot. In der Nase nach reifen<br />
Kirschen und reifen Himbeeren, getragen<br />
von leicht heller Würze. Spannt sich<br />
mit süßem Fruchtkern am Gaumen auf,<br />
saftig und klar, schöner Verlauf, harmonisch<br />
und stimmig. Morandell, Wörgl;<br />
Superiore, Dresden; Weinbastion, Ulm;<br />
Bindella, Zürich; Giovo GmbH, Frankfurt;<br />
Casa del Vino SA, Dietikon, € 18,–<br />
•<br />
Piano del Cerro Aglianico del<br />
Vulture DOC 2<strong>01</strong>8, Vigneti del<br />
Vulture - Fantini<br />
Intensives Granat mit Purpur. Satte Nase<br />
nach Himbeeren und reifen Erdbeeren, ein<br />
Hauch Brombeermarmelade, dezenter<br />
Holzeinsatz, gut integriert. Am Gaumen<br />
satt und kompakt, breitet sich harmonisch<br />
über die Zunge mit gut ausbalanciertem<br />
Holzeinsatz, kerniges Tannin gibt ordentlich<br />
Druck.<br />
Gottardi, Innsbruck; Ariane Abayan,<br />
Hamburg; South Wines, Orbe, € 18,–<br />
•<br />
BIO DaGinestra Aglianico del Vulture<br />
Superiore DOCG 2<strong>01</strong>6, Grifalco<br />
Intensives, edles Granat. In der Nase eine<br />
Spur Edelholz, dann Cassis und eine Prise<br />
Würze, dezent nach reifen dunklen Beeren<br />
im Nachhall. Am Gaumen mit saftigem<br />
Kern und klarer Frucht, wirkt noch sehr<br />
jung, im Nachhall leicht salzig, braucht<br />
noch Zeit. K&U - Weinhalle, Nürnberg;<br />
Cave SA, Gland; Grandi Vini; Weinhaus<br />
Waldsee, Bad Waldsee; Wein Sued Oliver<br />
Zenz, Klosterneuburg, € 30,–<br />
91<br />
•<br />
Terra di Vulcano Primitivo<br />
Basilicata IGT 2<strong>01</strong>8, Bisceglia<br />
Intensives Rubinrot. In der Nase nach reifen<br />
Beeren und hellem Leder, im Nachhall<br />
sogar kurz nach Weihrauch und Edelpilzen.<br />
Am Gaumen saftig, klar und ausgewogen,<br />
breitet sich fein über die Zunge, mit dezentem<br />
Druck, toller Primitivo!<br />
Fischer & Trezza, Stuttgart; Dettling &<br />
Marmot, Dietlikon, € 7,90<br />
•<br />
Synthesi Aglianico del Vulture DOC<br />
2<strong>01</strong>7, Paternoster<br />
Leuchtendes Rubinrot. In der Nase nach<br />
Bienenwachs, frischem Honig, Hagebutten,<br />
leichter Anklang von Gummi, im Nachhall<br />
helles Harz. Am Gaumen kernig-saftig<br />
mit klarem Fruchtkern, gewisser Druck,<br />
salzigen Anklängen und frischem Verlauf.<br />
GES Sorrentino, Delmenhorst;<br />
Martel, St. Gallen; Mounier, Wien<br />
€ 9,90<br />
•<br />
Gudarrà Aglianico del Vulture DOC<br />
2<strong>01</strong>6, Bisceglia<br />
Leuchtendes Granat. In der Nase nach Cassis,<br />
Waldbeeren und einem Hauch weißem<br />
Pfeffer, dezent nach getrocknetem Rosenblatt.<br />
Am Gaumen saftig und ausgewogen,<br />
spannt sich klar über die Zunge, fein, mit<br />
guter Länge.<br />
Fischer & Trezza, Stuttgart; Dettling &<br />
Marmot, Dietlikon, € 13,90<br />
•<br />
BIO Grifalco Aglianico del Vulture<br />
DOC 2<strong>01</strong>8, Grifalco<br />
Intensives Rubin mit leichtem Granat. Würzig-pfeffrige<br />
Nase, leicht animalisch, dann<br />
nach Unterholz und reifen Waldbeeren.<br />
Am Gaumen klar und strahlend, zeigt kernig-saftiges<br />
Tannin, dezente Zwetschgen-<br />
Frucht begleitet den Verlauf, eigenständig,<br />
hat Charakter.<br />
K&U - Weinhalle, Nürnberg; Cave SA,<br />
Gland; Grandi Vini; Weinhaus Waldsee,<br />
Bad Waldsee; Wein Sued Oliver Zenz,<br />
Klosterneuburg, € 20,–<br />
Platz<br />
Librandi – Gravello<br />
Elegant und geschliffen, Waldfrüchte<br />
und ein Hauch Pfeffer.<br />
•<br />
BIO SCEG Aglianico del Vulture DOC<br />
2<strong>01</strong>8, Elena Fucci<br />
Leuchtendes, edles Rubinrot. In der Nase<br />
nach Honig, Wachs und Roten Johannisbeeren,<br />
im Nachhall nach Früchtetee und<br />
deutlicher Pfefferwürze. Öffnet sich am<br />
Gaumen saftig und klar, mit roter Himbeerfrucht,<br />
straff, mit druckvollem Tannin, aktuell<br />
noch jung, trinkt sich bereits sehr<br />
fein, wird sich gut entwickeln.<br />
elenafuccivini.com, € 20,–<br />
•<br />
La Bottaia Aglianico del Vulture<br />
DOC 2<strong>01</strong>7, Casa Maschito<br />
Intensives, dunkles Granat. In der Nase dezent<br />
und zurückhaltend, leicht nach Unterholz,<br />
Zigarrenkiste, etwas Cassis und Lakritze.<br />
Entfaltet sich dicht am Gaumen mit<br />
sehr feinem Schmelz und klarer, dunkler<br />
Frucht, von kernig-salzigem Tannin umhüllt,<br />
leichte Nachtrocknung, insgesamt<br />
stimmig. casamaschito.it, € 22,–<br />
•<br />
Rotondo Aglianico del Vulture DOC<br />
2<strong>01</strong>7, Paternoster<br />
Dunkles Rubinrot. In der Nase zunächst<br />
leichter Anklang von Eichenholz, dann<br />
dunkle Schokolade, Pflaumen, reife Waldbeeren<br />
und Amarenakirschen, im Nachhall<br />
leicht malzig. Satt am Gaumen mit mittlerem<br />
Körper, breitet sich harmonisch und in<br />
sich stimmig aus, verkörpert seinen Holzeinsatz<br />
gut, im Nachhall kerniges, leicht<br />
weitmaschiges Tannin.<br />
GES Sorrentino, Delmenhorst; Martel,<br />
St. Gallen; Mounier, Wien, € 29,–<br />
•<br />
BIO DaMaschito Aglianico del<br />
Vulture Superiore DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Grifalco<br />
Intensives, elegantes Granat. In der Nase<br />
nicht ganz präzise, benötigt Zeit, reife<br />
dunkle Beerenfrucht paart sich mit edlem<br />
Gewürzton. Zeigt am Gaumen schöne<br />
Dichte, klare Frucht und kerniges Tannin,<br />
verläuft satt über die Zunge, aktuell im Finish<br />
leider noch etwas zu sehr nachtrocknend,<br />
liegen lassen!<br />
K&U – Weinhalle, Nürnberg; Cave SA,<br />
Gland; Grandi Vini; Weinhaus Waldsee,<br />
Bad Waldsee; Wein Sued Oliver Zenz,<br />
Klosterneuburg, € 30,–<br />
95<br />
•<br />
Kalabrien<br />
Gravello Calabria Rosso IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Librandi<br />
Leuchtendes Rubin mit Granat. Elegante<br />
und einladende Nase, nach reifen Erdbeeren,<br />
Waldfrüchten, einem Hauch Pfeffer,<br />
aber auch mit erdigen Noten, nach Roten<br />
Rüben. Sehr eleganter und feiner Gaumeneintritt,<br />
spannt sich äußerst geschliffen<br />
über die Zunge, finessenreich und klar,<br />
Fotos: Othmar Kiem<br />
220 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
schöne Länge, minimale Nachtrocknung.<br />
Gottardi, Innsbruck; GES Sorrentino,<br />
Delmenhorst; Vini Bee, Stabio<br />
€ 25,–<br />
92<br />
•<br />
Megonio Calabria Rosso IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Librandi<br />
Dunkles Rubin. In der Nase dezenter Holzeinsatz<br />
spürbar, dann leicht nach Edelpilzen<br />
und schwarzen Beeren, im Nachhall<br />
leicht blutig, nach Leber. Öffnet sich auf<br />
cremiger Frucht am Gaumen, klar und geschliffen,<br />
elegant und feingliedrig, mit saftigem<br />
Nachhall.<br />
Gottardi, Innsbruck; GES Sorrentino,<br />
Delmenhorst; Vini Bee, Stabio, € 20,–<br />
•<br />
Liber Pater Cirò Rosso Classico<br />
Superiore DOC 2<strong>01</strong>8, Ippolito<br />
Leuchtendes Rubinrot. Fruchtige Nase,<br />
nach reifen Himbeeren und reifen Kirschen,<br />
dezentes, helles Leder, Erdbeermarmelade,<br />
einladend. Zeigt am Gaumen tollen<br />
Schmelz mit klarer, roter Beerenfrucht,<br />
herzhaft und saftig, harmonisch in Ansatz<br />
und Verlauf.<br />
ippolito1845.it, Preis: k. A.<br />
91<br />
•<br />
Cauro Rosso Calabria IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Statti<br />
Dunkles Rubin mit Granat. In der Nase<br />
nach satten Kirschen, Schwarzen Johannisbeeren<br />
und Cassis-Sirup, im Nachhall<br />
nach Veilchen. Am Gaumen saftig und<br />
fruchtbetont, mit Druck und schönem<br />
Fächer, bleibt lange haften mit minimaler<br />
Nachtrocknung.<br />
Ariane Abayan, Hamburg; Matasci, Tenero-Contra,<br />
€ 11,50<br />
•<br />
Duca Sanfelice Rosso Riserva Classico<br />
Superiore Cirò DOC 2<strong>01</strong>7<br />
Librandi<br />
Leuchtendes Rubin mit funkelndem Kern.<br />
Offene Nase, nach reifen roten Beeren,<br />
Himbeeren, Hagebutten und Walderdbeeren,<br />
zeigt dezenten Würze-Nachhall. Am<br />
Gaumen mit schönem, elegantem<br />
Schmelz, breitet sich klar über die Zunge,<br />
saftig und leicht salzig, minimale<br />
Nachtrocknung. Gottardi, Innsbruck;<br />
GES Sorrentino, Delmenhorst; Vini Bee,<br />
Stabio, € 15,–<br />
•<br />
Batasarro Lamezia Riserva DOC<br />
2<strong>01</strong>7, Statti<br />
Leuchtendes Rubinrot. In der Nase dezent<br />
und zurückhaltend, leichte Würze. Am<br />
Gaumen mit viel Frucht und Saft, von mittlerem<br />
Körper, wenig Tannin, sehr fruchtbetont,<br />
ausgewogen und klar.<br />
Ariane Abayan, Hamburg; Matasci,<br />
Tenero-Contra, € 20,–<br />
96<br />
•<br />
Kampanien<br />
Vigna Grande Cerzito Taurasi<br />
Riserva DOCG 2<strong>01</strong>5<br />
Azienda Agricola Quintodecimo<br />
Leuchtendes Rubin mit Granat. Elegante<br />
und duftende Nase, nach reifen Brombeeren,<br />
Waldfrüchte, Erdbeermarmelade,<br />
ein Hauch Blutorangen, Wachs, im<br />
Nachhall nach getrockneten Rosen, gezuckerten<br />
Veilchen und hellem Würzeton.<br />
Am Gaumen dicht und kernig, baut<br />
sich in vielen Schichten auf, wie aus einem<br />
Guss, reifer Fruchtkern, spannungsvoll,<br />
mit Kraft und Geschmeidigkeit, hallt<br />
sehr lange nach. Di Gennaro, Stuttgart;<br />
DM Vini, Luzern, € 130,–<br />
95<br />
•<br />
Terra di Lavoro Campania IGT 2<strong>01</strong>7<br />
Galardi<br />
Edles, dunkles Rubin mit Granat. Satte<br />
Nase, nach reifen Waldbeeren und satten<br />
Himbeeren, ein Hauch Brombeere, edler<br />
Würzeton im Nachhall nach Zimt und Gewürznelken.<br />
Am Gaumen kernig und salzig,<br />
spannt sich elegant über die Zunge<br />
mit reifer Frucht eingebettet in kerniges<br />
Tannin, eleganter Nachhall. Caastello<br />
Vini, Haßloch; Cave SA, Gland; Baur<br />
au Lac, Zürich; Ullrich, Zürich; IZZOS,<br />
Bruck an der Mur, € 45,–<br />
94<br />
•<br />
Vigna Cataratte Aglianico del<br />
Taburno Riserva DOCG 2<strong>01</strong>5<br />
Fontanavecchia<br />
Edles, leuchtendes Rubinrot. Einladende<br />
Nase, nach Edelholz, leicht rauchig, dann<br />
nach satten Waldbeeren, reifen Himbeeren,<br />
im Nachhall helles Harz. Am Gaumen<br />
ausgewogen und klar, mit kompakter,<br />
dunkler Frucht, straff und mit viel<br />
Druck, kraftvoller, langer Nachhall.<br />
Rindchens Weinkontor, Hamburg; Archetti,<br />
Basserdorf; Enoteca Capponi,<br />
Lausanne, € 22,–<br />
•<br />
Omaggio a Gillo Dorfles Aglianico<br />
Paestum IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Azienda Agricola San Salvatore 1988<br />
Tiefes Granat mit einem Tupfen Purpur.<br />
In der Nase nach Grafit, zart nach Edelhölzern,<br />
satten Kirschen, einem Hauch<br />
Salbei. Am Gaumen dicht, klar und kompakt,<br />
zeigt eng gewobenes, geschliffenes<br />
Tannin, dunkler Fruchtkern, anhaftend,<br />
hallt lange nach. Lorenz & Cavallo,<br />
Köln; Frischeparadies Niederreuther,<br />
München; Vergani, Zürich; AMC Weinimport,<br />
Saarbrücken, € 37,–<br />
Platz<br />
galardi – terra di lavoro<br />
Nach reifen Waldbeeren,<br />
edle Würze, salzig.<br />
93<br />
•<br />
Piano di Montevergine Taurasi<br />
Riserva DOCG 2<strong>01</strong>4<br />
Feudi di San Gregorio<br />
Helles Rubinrot. In der Nase zunächst<br />
leicht vegetal, nach weißem Pfeffer,<br />
dann nach Zimt und roten Beeren. Am<br />
Gaumen filigran und elegant, spannt sich<br />
saftig auf, leicht weitmaschiges Tannin,<br />
minimale Nachtrocknung.<br />
Morandell, Wörgl; Superiore, Dresden;<br />
Weinbastion, Ulm; Bindella, Zürich;<br />
Giovo GmbH, Frankfurt; Casa del Vino<br />
SA, Dietikon, € 23,–<br />
•<br />
Tenuta Jossa Campi Flegrei Bianco<br />
DOC 2<strong>01</strong>8, Cantine degli Astroni<br />
Intensives, leuchtendes Strohgelb mit einem<br />
Tropfen Goldgelb. In der Nase elegant<br />
und einladend, zart rauchig, nach<br />
Sulfit, mit satter Birne und Banane, auch<br />
nach gerösteten Haselnüssen im Nachhall.<br />
Zeigt sich am Gaumen mit elegantem<br />
Fruchtschmelz, saftig und salzig,<br />
breitet sich schön über die Zunge, eleganter<br />
Nachhall.<br />
cantineastroni.com, € 23,50<br />
•<br />
Taurasi Riserva DOCG 2<strong>01</strong>3<br />
Claudio Quarta<br />
Intensives, sattes Granat. Edle, würzige<br />
Nase, nach Unterholz und Tabak, zarte<br />
Lakritze, ein Hauch Grafit, im Nachhall<br />
Schwarze Johannisbeeren. Am Gaumen<br />
ausgewogen mit gut eingebundener Säure<br />
und geschliffenem Tannin, dicht und<br />
saftig, spannt sich schön auf, langer<br />
Nachhall. Divina Food, Dietlikon;<br />
Levini, Weinstadt, € 30,–<br />
•<br />
BIO Fren Taurasi DOCG 2<strong>01</strong>6<br />
Stefania Barbot<br />
Intensives Granat. In der Nase nach edlen<br />
Gewürzen und satten Amarenakirschen,<br />
ein Hauch Brombeere, sehr einladend.<br />
Am Gaumen ausgewogen, saftig und<br />
satt, mit kernigem Tannin, klarer, reifer<br />
Frucht und salzigem Unterton, spannt<br />
sich schön über die Zunge, lang anhaltend,<br />
ein voller Schluck Wein.<br />
Silkes Weinkellerei, Mettmann, € 35,–<br />
•<br />
Taurasi Riserva DOCG 2008<br />
Perillo<br />
Elegantes, sattes Granat. In der Nase<br />
vielschichtig, mit balsamischen Anklängen,<br />
leicht medizinal, nach etwas Zeit<br />
dann nach reifen Waldbeeren und<br />
Schwarzen Johannisbeeren, im Nachhall<br />
nach Edelpilzen. Am Gaumen dicht und<br />
geschliffen, breitet sich fein über die<br />
Zunge, mit südländischer Prägung, reifer<br />
Fruchtkern, wirkt mineralisch, im Nachhall<br />
filigrane Zehrung.<br />
Caastello Vini, Haßloch; Denz Weine,<br />
Zürich; Castello del Vino, Linz; Castello<br />
del Gusto, Kerpen;,€ 50,–<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
221
tasting / KAMPANIEN-Basilikata-Kalabrien trophy<br />
Alte Gärten mit lokalen<br />
Rebsorten kennzeichnen<br />
die Produktion im<br />
Süden Italiens.<br />
92<br />
•<br />
Cutizzi Greco di Tufo DOCG 2<strong>01</strong>9<br />
Feudi di San Gregorio<br />
Leuchtendes Strohgelb. In der Nase mit<br />
eleganter gelber Frucht, leicht nach weißen<br />
Blüten, etwas Sulfit. Am Gaumen<br />
straff und saftig, zeigt leichtes Salz, kühler<br />
Fruchtkern, mit sattem Nachdruck,<br />
kann sicherlich gut reifen.<br />
Morandell, Wörgl; Superiore, Dresden;<br />
Weinbastion, Ulm; Bindella, Zürich;<br />
Giovo GmbH, Frankfurt; Casa del Vino<br />
SA, Dietikon, € 9,80<br />
•<br />
Senete Falanghina del Sannio DOC<br />
2<strong>01</strong>9, La Guardiense<br />
Strahlendes Strohgelb. Einladende und<br />
duftige Nase, nach weißem Pfirsich, Birnen<br />
und einer Prise weißer Blüte, wirkt<br />
fein und gelbfruchtig. Am Gaumen mit<br />
klarer und saftiger Frucht, salzig, strahlend<br />
und mit harmonischem Verlauf,<br />
bleibt angenehm haften.<br />
Stoppervini, Lugano, € 10,–<br />
•<br />
Campi Taurasini Iprinia DOC 2<strong>01</strong>6<br />
Fonzone<br />
Dunkles Rubin mit einem Tropfen Purpur.<br />
In der Nase nach Weihrauch, dezenter<br />
Edelholzanklang, Schwarze Johannisbeeren,<br />
leicht nach Minze. Spannt sich<br />
am Gaumen mit feiner Creme auf, dicht<br />
und kompakt, endet im Finale auf klaren<br />
Würzenoten, kann ruhig noch etwas liegen<br />
bleiben. Sardo Vino, Ludwigsburg;<br />
Hofer Wine & Spirits, Zürich, € 14,90<br />
•<br />
Vigna Ortale Greco di Tufo DOCG<br />
2<strong>01</strong>8, Cantine di Marzo<br />
13,5 Vol.-%, DIAM. Intensives, brillantes<br />
Strohgelb mit einem Tropfen Hellgold. In<br />
der Nase zu Beginn etwas verhalten, öffnet<br />
sich mit etwas Zeit auf Noten von<br />
Edelpilzen, Kräutern und ganz leicht auf<br />
goldener Birne. Am Gaumen mit toller<br />
Saftigkeit, kompakt und klar, mit sattem<br />
Druck, auch salzig, langer Nachhall.<br />
Liechti, Basel; Buongustaio, Hohenems;<br />
Mark Skodocks Wein, Hannover<br />
€ 18,–<br />
•<br />
Strione Falanghina Campania IGT<br />
2<strong>01</strong>5, Cantine degli Astroni<br />
Intensives, leuchtendes Goldgelb. In der<br />
Nase deutlich mineralisch, nach Meersalz<br />
und Sulfit, goldene Frucht und leichte<br />
Würze im Nachhall. Am Gaumen besonders<br />
cremig in der Frucht und salzig<br />
im Nachhall, spannt sich weit auf, sehr<br />
eigenständig und funkelnd, hallt lange<br />
nach. cantineastroni.com, € 20,–<br />
•<br />
Elea Greco Paestum IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Azienda Agricola San Salvatore 1988<br />
Helles Strohgelb. In der Nase zunächst<br />
leicht würzig, dann nach weißer Trüffel,<br />
gedörrter Banane und einem Hauch weißem<br />
Pfeffer. Am Gaumen saftig und mit<br />
zartem Schmelz, öffnet sich kompakt<br />
und mit elegantem Druck, cremiger<br />
Touch, mit langem Nachhall.<br />
Lorenz & Cavallo, Köln; Frischeparadies<br />
Niederreuther, München; Vergani,<br />
Zürich; AMC Weinimport, Saarbrücken,<br />
€ 23,–<br />
•<br />
Opera Mia Taurasi DOCG 2<strong>01</strong>4<br />
Tenuta Cavalier Pepe<br />
Intensives Rubin mit Granat. Duftige und<br />
frisch anmutende Nase, nach frischen<br />
Waldbeeren, rotem Pfirsich, Rosenblatt<br />
und rotem Pfeffer. Zeigt sich am Gaumen<br />
saftig und klar, mit geschliffenem<br />
Fruchtkern, engmaschigem Tannin,<br />
leichtem Salz und elegantem Nachklang.<br />
Derksen, Leobendorf; Il Panino, Reutlingen;<br />
Vini e Dolci, Gummersbach-<br />
Derschlag; Caporaso, Würenlingen<br />
€ 26,–<br />
•<br />
Cara Cara Falanghina Benevento<br />
IGT 2<strong>01</strong>7, Terre Stregate<br />
Helles Strohgelb. In der Nase nach weißem<br />
Pfirsich, weißen Blüten, im Nachhall<br />
duftig und leicht nach Banane. Am<br />
Gaumen sehr fein und mit leichter<br />
Creme, spannt sich elegant über die Zunge,<br />
voll und satt mit klarer gelber Frucht,<br />
langer Abgang. Schelte, Köln; Rossini,<br />
Hannover; Giovo GmbH, Frankfurt;<br />
capomondo; Luigia, Genf, € 28,–<br />
•<br />
Bosco Faiano Taurasi DOCG 2<strong>01</strong>3<br />
I Capitani<br />
Intensives Granat. In der Nase leicht balsamisch,<br />
nach Zederholz, Minze, Brombeeren,<br />
dann wieder nach nassem Stein,<br />
im Nachhall edle Amarenakirsche. Am<br />
Gaumen ausgewogen und saftig, mit eng<br />
gewobenem Tannin, dezenter Würze und<br />
saftig-kernigem Nachhall.<br />
icapitani.com, € 30,–<br />
•<br />
Horus Taurasi Riserva DOCG 2<strong>01</strong>5<br />
Canonico & Santoli<br />
Intensives Granat. Einladende und kompakte<br />
Nase, nach reifer Brombeere und<br />
edlem Gewürzton. Am Gaumen dicht und<br />
satt, breitet sich mit präsentem und gut<br />
Aglianico ist hier die<br />
wichtigste rote Sorte.<br />
eingebundenem Tannin über die Zunge,<br />
geschliffen, mit Nachdruck.<br />
inx.canonicoesantoli.it, € 35,–<br />
91<br />
•<br />
Greco di Tufo DOCG 2<strong>01</strong>9<br />
Feudi di San Gregorio<br />
Leuchtendes Strohgelb. In der Nase frisch,<br />
nach Zitrusfrucht, Limette, im Nachhall<br />
nach Holunderblüten. Am Gaumen saftig<br />
und leicht salzig, vibrierender Verlauf,<br />
strahlend, mit beachtlicher Länge.<br />
Morandell, Wörgl; Superiore, Dresden;<br />
Weinbastion, Ulm; Bindella, Zürich;<br />
Giovo GmbH, Frankfurt; Casa del Vino<br />
SA, Dietikon, € 7,90<br />
•<br />
Janare Falanghina del Sannio DOC<br />
2<strong>01</strong>9, La Guardiense<br />
Intensives, helles Strohgelb. In der Nase<br />
nach kandiertem Pfirsich, Orangenblüten<br />
und Williamsbirne, ein Hauch Banane.<br />
Öffnet sich saftig und mit rassigem Säurenerv,<br />
klarer Fruchtkern, mit Nachdruck,<br />
gute Länge.<br />
Stoppervini, Lugano, € 8,–<br />
•<br />
Erta dei Ciliegi Casavecchia Terre<br />
del Volturno IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Viticoltori del Casavecchia<br />
Rubin mit Purpur. Sehr duftige Nase,<br />
Fotos: Shutterstock<br />
222 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Für eine Welt,<br />
in der Designkunst<br />
neuen Raum erhält.<br />
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tasting / KAMPANIEN-basilikata-kalabrien trophy<br />
nach Zimt und Erdbeertrauben, nach<br />
Zwetschge und Veilchen. Am Gaumen<br />
mit geschliffener Frucht, zeigt viel Spannung<br />
und druckvolles, kompaktes Tannin,<br />
noch jung, sehr eigenständig.<br />
viticoltoridelcasavecchia.it, € 8,–<br />
•<br />
Brunilde di Menzione Aglianico del<br />
Vulture DOC 2<strong>01</strong>9<br />
Schenk Italian Wineries<br />
Intensives Rubinrot. Klare und präzise<br />
Nase, nach reifen Himbeeren, reifen<br />
Walderdbeeren und einem Hauch edler<br />
Gewürztöne. Am Gaumen saftig und kernig,<br />
spannt sich leicht salzig über die<br />
Zunge, wahrnehmbares Tannin, das sich<br />
aber gut in das Ensemble einbettet.<br />
Morandell, Wörgl; Schenk, Baden<br />
Baden; Schenk S.A., Rolle, € 8,50<br />
•<br />
Aglianico del Taburno DOCG 2<strong>01</strong>7<br />
Fontanavecchia<br />
Leuchtendes Rubinrot. Von mittlerem<br />
Ausdruck in der Nase, vorwiegend helle<br />
Würzetöne, reife Kirschfrucht. Am Gaumen<br />
dicht und mit saftigem Tannin,<br />
spannt sich mit sahnigem Schmelz elegant<br />
und fein über die Zunge, mit Druck,<br />
hallt lange nach. Rindchens Weinkontor,<br />
Hamburg; Archetti, Basserdorf;<br />
Enoteca Capponi, Lausanne, € 11,–<br />
•<br />
BIO Aglianico del Tamburo DOCG<br />
2<strong>01</strong>6, La Fortezza<br />
Dunkles Rubin. In der Nase feiner Zimt-<br />
Duft, dann nach Walderdbeeren und reifen<br />
Hagebutten, im Nachhall etwas roter Pfeffer.<br />
Saftig am Gaumen mit klarer Frucht,<br />
ausgewogen, wirkt sehr frisch, im Finale<br />
leicht salzig, beachtlicher Trinkfluss.<br />
Vini & Olii, Unterföhring; Borgovecchio,<br />
Balerna<br />
€ 13,50<br />
Die weiße Falanghina wird<br />
um Neapel angebaut.<br />
•<br />
Jungano Aglianico Paestum IGT<br />
2<strong>01</strong>8, Azienda Agricola San Salvatore<br />
1988<br />
Dunkles Rubin mit einem Tupfen Granat.<br />
Nach reifen Kirschen und reifen Erdbeeren<br />
in der Nase, dezenter, heller Lederton.<br />
Am Gaumen sehr saftig und mit klarer,<br />
dunkler Pflaumenfrucht, zeigt saftiges<br />
Tannin, leichte Salzigkeit begleitet<br />
das Finale. Lorenz & Cavallo, Köln;<br />
Frischeparadies Niederreuther, München;<br />
Vergani, Zürich; AMC Weinimport,<br />
Saarbrücken, € 14,50<br />
•<br />
Taurasi DOCG 2<strong>01</strong>5<br />
Feudi di San Gregorio<br />
Intensives Rubinrot. In der Nase nach<br />
satten Kirschen, dezent fleischiger Ton,<br />
nicht fehlerhaft, im Nachhall feine Würze.<br />
Am Gaumen dicht und präsent,<br />
spannt sich mit saftigem Tannin über<br />
die Zunge, kernig und klar, noch jung,<br />
minimale Nachtrocknung.<br />
Morandell, Wörgl; Superiore, Dresden;<br />
Weinbastion, Ulm; Bindella, Zürich;<br />
Giovo GmbH, Frankfurt; Casa del Vino<br />
SA, Dietikon, € 15,–<br />
•<br />
BIO Fuocoallegro Piedirosso<br />
Vesuvio DOC 2<strong>01</strong>9, Casa Setaro<br />
Leuchtendes Rubinrot. In der Nase nach<br />
frischen Zwetschgen, Kirschen und Veilchen,<br />
wirkt blumig und fruchtsüß. Zeigt<br />
sich am Gaumen mit klarer, dunkler Beerenfrucht,<br />
saftig-straffem Tannin, welches<br />
sich durch den ganzen Trunk durchzieht,<br />
eisenhaltig und mineralisch, passt<br />
toll als Speisenbegleiter.<br />
casasetaro.it, € 16,–<br />
•<br />
Aglianico Sannio DOC 2<strong>01</strong>9<br />
Vino Palma<br />
Leuchtendes Rubinrot. Fruchtbetonte,<br />
leicht würzige Nase, nach frischen Himbeeren<br />
und Waldfrüchten, leicht vegetabiler<br />
Unterton, im Nachhall nach Hagebutten.<br />
Spannt sich klar und saftig am<br />
Gaumen auf, mittlerer Körper, zieht einen<br />
saftigen Nerv von vorne bis hinten durch,<br />
klares Finale.<br />
vinopalma.ch, € 16,50<br />
•<br />
Greco di Tufo DOCG 2<strong>01</strong>9<br />
Claudio Quarta<br />
Intensives, leuchtendes Strohgelb. In der<br />
Nase mit präsenter, klarer Zitrusfrucht,<br />
leicht kandiert, mineralisch-sulfitiger Anklang.<br />
Zeigt sich mit schöner Harmonie<br />
am Gaumen, saftig und mineralisch,<br />
spannt sich salzig über die Zunge, klarer<br />
Verlauf. Divina Food, Dietlikon; Levini,<br />
Weinstadt, € 16,50<br />
•<br />
Celsì Aglianico Irpinia DOC 2<strong>01</strong>5<br />
Fiorentino<br />
Dunkles Granat. Satte, einladende Nase,<br />
nach reifen Waldbeeren, Orangentee und<br />
dezenten Gewürznelken, im Nachhall<br />
Amarenakirsche. Am Gaumen mit schöner<br />
Dichte und saftig-kernigem Tannin,<br />
breitet sich toll über die Zunge, ausgewogen,<br />
im Nachhall feine Würze.<br />
Castello Vini, Haßloch; Irpinia, Frenkendorf,<br />
€ 18,–<br />
•<br />
Fiano di Avellino DOCG 2<strong>01</strong>9<br />
Vino Palma<br />
Intensives, strahlendes Strohgelb. In der<br />
Nase nach Eichenholz, Banane, reifer Birne,<br />
im Nachhall nach Peche Melba. Satt<br />
und cremig am Gaumen, herzhaft, füllt<br />
den Mund schön aus, dabei saftig und mit<br />
kühler Frucht, in sich stimmig.<br />
vinopalma.ch, € 18,50<br />
•<br />
BIO Pietrafumante Caprettone<br />
Spumante Metodo Classico Millesimato<br />
Brut 2<strong>01</strong>7, Casa Setaro<br />
Leuchtendes, helles Goldgelb im Glas.<br />
In der Nase nach reifer Zitrone, einem<br />
Hauch Sulfit, dann wieder Meersalz, im<br />
Nachhall nach Brotkruste. Zeigt sich am<br />
Gaumen mit gut eingebundener Perlage,<br />
sehr frisch und saftig, leicht salzig, wirkt<br />
in sich stimmig, eine tolle Überraschung.<br />
casasetaro.it, € 21,–<br />
•<br />
BIO Ion Campi Taurasini Irpinia<br />
DOC DOC 2<strong>01</strong>7, Stefania Barbot<br />
Tiefdunkles Granat mit purpurnen Reflexen.<br />
In der Nase nach reifen Zwetschgen<br />
und reifen Kirschen, ein Hauch nasser<br />
Stein. Am Gaumen satt und druckvoll,<br />
zeigt klare, dunkelbeerige Frucht, hat viel<br />
präsentes Tannin vorzuweisen, im Nachhall<br />
harzig und mit dezenter Zehrung.<br />
Silkes Weinkellerei, Mettmann<br />
€ 22,–<br />
•<br />
Dioniso Aglianico Colli di Salerno<br />
IGT 2<strong>01</strong>5, Tempere<br />
Dunkles Granat. In der Nase nach offen-<br />
herziger Beerenfrucht, satten Kirschen,<br />
Erbeerkonfitüre und edlem Würze-Nachhall.<br />
Am Gaumen sehr würzig und ledrig,<br />
auch saftig, sogar leicht salzig, zeigt sich<br />
eigenständig und charaktervoll, gewisse<br />
Eleganz.<br />
vino-tempere.it, € 22,–<br />
•<br />
Terra di Rosso Piedirosso Campania<br />
IGT 2<strong>01</strong>7, Galardi<br />
Sattes Granat. Zeigt sich in der Nase mit<br />
intensiven Waldbeer-Aromen, reife Himbeere,<br />
leicht erdig-harzig im Nachhall.<br />
Am Gaumen zunächst saftig und mit knackiger<br />
Waldbeer-Frucht, zeigt ordentlich<br />
Würze, etwas vegetal, geht im Abgang<br />
leicht auseinander, macht mehr Spaß,<br />
wenn man ihn vorher lüftet.<br />
Caastello Vini, Haßloch; Cave SA,<br />
Gland; Baur au Lac, Zürich; Ullrich,<br />
Zürich; IZZOS, Bruck an der Mur<br />
€ 24,–<br />
•<br />
Brancato Fiano di Avellino DOCG<br />
2<strong>01</strong>7, Tenuta Cavalier Pepe<br />
Strahlendes Hellgold. In der Nase etwas<br />
verschlossen, schüchterne Gelbfrucht.<br />
Am Gaumen satt und leicht cremig, breitet<br />
sich fein über die Zunge, trocken, mit<br />
leicht salzigem Nachhall.<br />
Derksen, Leobendorf; Il Panino, Reutlingen;<br />
Vini e Dolci, Gummersbach-<br />
Derschlag; Caporaso, Würenlingen<br />
€ 33,–<br />
•<br />
Taurasi DOCG 2<strong>01</strong>5<br />
Fiorentino<br />
Intensives Granat mit einem Tropfen<br />
Purpur. Würzig-fleischige Nase, nach<br />
Zwetschgen, grünem Pfeffer, Salbei und<br />
einer Prise Blut, im Nachhall nach einiger<br />
Zeit auch Amarenakirsche. Am Gaumen<br />
dicht und satt, breitet sich mit eng gewobenem<br />
Tannin über die Zunge, leichte Bitterkeit<br />
in der Frucht, bleibt lange haften.<br />
Castello Vini, Haßloch; Irpinia, Frenkendorf,<br />
€ 33,–<br />
•<br />
Taurasi Riserva DOCG 2<strong>01</strong>2<br />
Vino Palma<br />
Intensives Granat. In der Nase nach reifen<br />
Waldbeeren, ein Hauch Teer, dann Leder,<br />
auch eine Prise Lack, im Nachhall nach<br />
Milchschokolade. Am Gaumen leicht<br />
süßlicher Schmelz in griffiges Tannin<br />
gehüllt, mächtig, im Nachhall leicht<br />
nachzehrend.<br />
vinopalma.ch, € 46,–<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
falstaff.com/kampanien-trophy-21<br />
Foto: Shutterstock<br />
224 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
tasting / VULKANLAND STEIERMARK DAC TROPHY <strong>2021</strong><br />
MIT DER KRAFT<br />
Ein wachsende Zahl von engagierten Winzerbetrieben zeigt das Potenzial im Weinbaugebiet<br />
Vulkanland Steiermark auf. Seit Einführung des DAC-Herkunftssystems weisen die terroirgeprägten<br />
Weine der Regionen einen weiteren klaren Aufwärtstrend auf.<br />
TEXT & NOTIZEN VON PETER MOSER<br />
Das <strong>Falstaff</strong>-<strong>Magazin</strong> hat die<br />
Winzer der Region eingeladen,<br />
ihre Weißweine in unterschiedlichen<br />
Kategorien zur<br />
»Vulkanland Steiermark DAC<br />
Trophy <strong>2021</strong>« einzureichen. Diesmal war<br />
die Teilnahme mit trockenen (bei der Rebsorte<br />
Traminer auch halbtrockenen) Weißweinen<br />
aus den Jahrgängen 2<strong>01</strong>9 und 2<strong>01</strong>8<br />
möglich, bewertet wurden die führenden<br />
Rebsorten sowie weiße Cuvées. Insgesamt<br />
verfügt das in viele »Anbauinseln« geografisch<br />
wie geologisch stark gegliederte Wein-<br />
baugebiet mit etwas mehr als 1500 Hektar<br />
Weingärten über eine etwas größere Fläche<br />
als die Wachau in Niederösterreich, ist aber<br />
so wie diese sehr kleinteilig strukturiert.<br />
Für diese »Vulkanland Steiermark DAC<br />
Trophy <strong>2021</strong>« haben wir uns folgende Sorten<br />
vorgenommen: den Weißburgunder<br />
(239 ha), den Sauvignon Blanc (108 ha),<br />
den Morillon oder Chardonnay (92 ha),<br />
den Grauburgunder, der sich rund um den<br />
Stradner Kogel sehr wohl fühlt, sowie die<br />
Traminer-Spielarten, die sich auf den Raum<br />
Klöch konzentrieren. Die dominierende<br />
Weißweinsorte ist immer noch der Welschriesling<br />
mit 320 Hektar, der als idealer<br />
Wein für die zahlreichen Buschenschänken<br />
allerdings nur regionale Bedeutung hat.<br />
Insgesamt wurden von den teilnehmenden<br />
Betrieben 135 Weine eingereicht, die besten<br />
Weine pro Sorte und Jahrgang wurden mit<br />
der Trophy ausgezeichnet. Neben sehr<br />
bekannten Namen konnte die Jury wieder<br />
einige Newcomer entdecken, die sich mit qualitativ<br />
sehr ansprechenden Weinen empfehlen.<br />
Bei einem Besuch in der Region lässt sich die<br />
enorme Vielfalt am besten erschließen.<br />
Foto: Weingut Neumeister<br />
226 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
DER VULKANE<br />
Die Kirchen von Straden<br />
bekrönen den Hügel, an<br />
dessen Hängen tolle<br />
Grauburgunder und<br />
Morillons wachsen.<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
227
tasting / VULKANLAND STEIERMARK DAC TROPHY <strong>2021</strong><br />
96<br />
Sauvignon Blanc<br />
2<strong>01</strong>8<br />
1. Platz<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Buch GSTK 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Frauwallner, Straden<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Reife gelbe Tropenfrucht, etwas<br />
Holzwürze unterlegt Grapefruitzesten,<br />
Stachelbeernoten, Blütenhonig klingt an.<br />
Straff, elegant, facettenreiche Säurestruktur,<br />
mineralisch, zarte Apfelfrucht, salziger<br />
Nachhall, balancierter, finessenreicher<br />
Speisenbegleiter mit Reifepotenzial.<br />
frauwallner.com, € 29,–<br />
95<br />
•<br />
BIO Sauvignon Blanc Vulkanland<br />
Steiermark DAC Ried Moarfeitl GSTK<br />
2<strong>01</strong>8, Weingut Neumeister, Straden<br />
13,5 Vol.-%, NK. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Röstaromatik, etwas nach<br />
Guave und Johannisbeere, dunkle Mineralität<br />
unterlegt von Orangenzesten. Gute<br />
Komplexität, balanciert und straff, eleganter<br />
Säurebogen, finessenreiche Fruchtnuancen<br />
nach Papaya, mineralisch-salzig,<br />
bleibt gut haften, sicheres Potenzial.<br />
neumeister.cc, € 37,–<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland<br />
Steiermark DAC Straden Privat 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Frauwallner, Straden<br />
13 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Holzwürze, Orangenschalen<br />
unterlegen Stachelbeernoten, ein Hauch<br />
von Cassis, dunkle Mineralität, facettenreich.<br />
Saftig, straff, komplex, finessenreiche<br />
Säurestruktur, würzig, gute Länge,<br />
zarter Limettentouch, ein Hauch von<br />
Tropenfrucht im Nachhall, sicheres<br />
Reifepotenzial.<br />
frauwallner.com, € 50,–<br />
94<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Kratzer Vinothekfüllung<br />
2<strong>01</strong>8, Weingut Frühwirth, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Karamellnote unterlegt Johannisbeernoten,<br />
ein Hauch von Papaya<br />
und Ananas, feine Würze klingt an. Saftig,<br />
elegant, engmaschig, zart nach Cassis, etwas<br />
dunkle Mineralität, kraftvolles Finish,<br />
integrierte Säurestruktur, bleibt gut haften,<br />
sicheres Potenzial.<br />
fruehwirth.at<br />
€ 15,–<br />
•<br />
BIO Sauvignon Blanc Vulkanland<br />
Steiermark DAC Ried Klausen 1STK<br />
2<strong>01</strong>8, Weingut Neumeister, Straden<br />
13,5 Vol.-%, NK. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Kräuternote, ein Hauch von<br />
Orangenzesten, zart nach Maracuja, feine<br />
Stachelbeernoten, Nougatnoten klingen<br />
an. Komplex, saftig, elegant, facettenreiche<br />
Säurestruktur, mineralisch-salzig,<br />
dunkle Mineralität, vielschichtiger Speisenbegleiter<br />
mit Potenzial.<br />
neumeister.cc, € 24,–<br />
92<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Kirchenegg 2<strong>01</strong>8<br />
Weinbau Gölles, Fehring<br />
12,7 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nussige Nuancen unterlegen<br />
reife Tropenfrucht, etwas nach Blütenhonig,<br />
Karamell klingt an. Saftig, straff, integrierte<br />
Säurestruktur, etwas nach Vanille,<br />
Mangonoten im Abgang, mineralischer<br />
Nachhall, bleibt gut haften, vielseitiger<br />
Speisenbegleiter.<br />
weinbau-goelles.at, € 14,90<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Seindl 2<strong>01</strong>8<br />
Müller Klöch, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feine Kräuternoten unterlegen<br />
Ananas, ein Hauch von gelbem Paprika,<br />
Blütenhonig klingt an. Mittlere Komplexität,<br />
saftig, straff, feine Extraktsüße, Honig<br />
und Kokosflocken klingen an, bleibt gut<br />
haften, guter Speisenbegleiter.<br />
weingut-mueller.at, € 19,–<br />
Die Weißweine des Vulkanlands<br />
punkten mit Komplexität und<br />
mineralischer Frische.<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Preguckenberg 2<strong>01</strong>8<br />
Weinhof Gollenz, Tieschen<br />
13 Vol.-%, DIAM. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Kräuterwürze, etwas nach Cassis,<br />
ein Hauch von Maracuja, feine Limettenzesten,<br />
frisches Bukett. Saftig, lebendige<br />
Struktur, mineralisch, weißer Apfel,<br />
salziger Nachhall, bleibt gut haften, guter<br />
Speisenbegleiter.<br />
weinhof-gollenz.at, € 22,50<br />
94<br />
Sauvignon Blanc<br />
2<strong>01</strong>9<br />
1. Platz<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Neusetzberg 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Krispel, Hof bei Straden<br />
13,5 Vol.-%, DIAM. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Dezentes weißes Steinobst unterlegt<br />
mit Kräuterwürze, ein Hauch von gelbem<br />
Paprika, Cassis unterlegt, attraktives<br />
Bukett. Komplex, saftig, straff, lebendiger<br />
Säurebogen, Klementinen im Abgang, mineralisch,<br />
Birnentouch im Nachhall, sicheres<br />
Potenzial. krispel.at, € 21,–<br />
93<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland<br />
Steiermark DAC St. Peter 2<strong>01</strong>9<br />
Weinhof Rauch, St. Peter<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Zitrusnoten, etwas nach<br />
Cassis, feine Kräuternoten, frische florale<br />
Nuancen, Brombeerblätter klingen an.<br />
Saftig, straff, eingebundener Säurebogen,<br />
gelbes Kernobst im Abgang, salzig-mineralisch<br />
im Nachhall, bleibt gut haften,<br />
vielseitiger Speisenbegleiter.<br />
weinhof-rauch.at, € 12,90<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland<br />
Steiermark DAC Straden 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Frauwallner, Straden<br />
12,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Stachelbeeren, ein Hauch<br />
von Kräutern, etwas nach frischer Mango,<br />
einladendes Bukett. Saftig, ein Hauch von<br />
weißem Kernobst, frisch und lebendig<br />
strukturiert, engmaschig im Abgang,<br />
Zitrus im Nachhall, sicheres Potenzial.<br />
frauwallner.com, € 15,50<br />
92<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland<br />
Steiermark DAC Ried Kratzer 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Frühwirth, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Weiße Tropenfrucht unterlegt mit<br />
Blütenhonig, zart nach Klementinen, etwas<br />
nach Litschi. Saftig, komplex, elegant,<br />
fruchtsüß nach Mango und frischen Stachelbeeren,<br />
mineralisch-salzig, eleganter<br />
Sortenvertreter mit Potenzial.<br />
fruehwirth.at, € 9,50<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland<br />
Steiermark DAC 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Frauwallner, Straden<br />
12,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Etwas Kräuterwürze, ein Hauch von<br />
Stachelbeere und Cassis, Limettenzesten<br />
klingen an, einladendes Bukett. Saftig, engmaschig,<br />
rassige Säurestruktur, minerali-<br />
Fotos: Shutterstock, Claudia Schindlmaißer<br />
228 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
scher Nachhall, guter Speisenbegleiter.<br />
frauwallner.com, € 9,60<br />
•<br />
BIO Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC<br />
GSTK Kapfenstein 2<strong>01</strong>9, Weingut Winkler-Hermaden<br />
Kapfenstein<br />
13 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe. Dezente<br />
gelbe Tropenfrucht, zart nach Mango, ein Hauch von Johannisbeere,<br />
kandierte Orangenzesten, einladendes Bukett.<br />
Saftig, elegant, feine Struktur, mineralisch, eingebundener<br />
Säurebogen, lebendig, feines weißes Steinobst im<br />
Abgang, bleibt gut haften, vielseitiger Speisenbegleiter<br />
mit Potenzial. winkler-hermaden.at, € 14,–<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC<br />
Straden 2<strong>01</strong>9, Weingut Krispel, Hof bei Straden<br />
13 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Feine grasige<br />
Nuancen unterlegt von Zitruszesten und Stachelbeere, ein<br />
würziges Bukett. Mittlerer Körper, saftig, elegant, eingebundene<br />
Säurestruktur, weißes Kernobst im Abgang,<br />
würziger Nachhall. krispel.at, € 14,50<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC<br />
St. Anna 2<strong>01</strong>9, Josef Scharl – Charakterweine<br />
St. Anna am Aigen<br />
12 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe. Feine Kräuternoten<br />
unterlegen Cassis, ein Hauch von Blüten, zart<br />
nach Nelken, frisches Bukett. Saftig, lebendig, eingebundene<br />
Säurestruktur, Limetten klingen an, etwas nussig im<br />
Nachhall. weinhof-scharl.at, € 14,90<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC Ried<br />
Oberberg 2<strong>01</strong>9, Weinhof Rauch, St. Peter<br />
14,5 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe. Reife Tropenfrucht,<br />
etwas nach Honigmelone, ein Hauch von Ananas,<br />
reife Stachelbeere unterlegt mit kandierten Orangenzesten.<br />
Kraftvoll, elegant, feine Säurestruktur, fruchtsüß<br />
nach Marillen, stoffiger Speisenbegleiter mit Potenzial.<br />
weinhof-rauch.at, € 16,40<br />
91<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC<br />
St. Anna 2<strong>01</strong>9, Weinbau Grießbacher<br />
Sankt Anna am Aigen<br />
13 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe. Reife<br />
Stachelbeere, ein Hauch von Kräuterwürze, zart nach<br />
Grapefruit, etwas Pfirsich. Saftig, elegant, integrierter<br />
Säure bogen, fruchtsüß nach Tropenfrucht, feinwürzig<br />
im Abgang, unkomplizierter Speisenbegleiter.<br />
weinbau-griessbacher.at, € 7,50<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Domittner, Klöch<br />
12,5 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe. Zart<br />
nach Granny-Smith-Apfel unterlegt mit Blütenhonig,<br />
etwas Wiesenkräuter, ein Hauch von Zitruszesten, frisches<br />
Bukett. Saftig, feine Säurestruktur, Fruchtsüße nach Weingartenpfirsich,<br />
mineralisch, bereits gut antrinkbar, sicherer<br />
Speisenbegleiter.<br />
weingut-domittner.at, € 8,–<br />
•<br />
BIO Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC<br />
2<strong>01</strong>9 , Tropper Weine, Straden<br />
11,8 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Etwas Wiesenkräuter,<br />
zart nach weißem Kernobst, ein Hauch von Birnen,<br />
frische Limettenzesten, einladendes Bukett. Saftig,<br />
elegant, feine Säurestruktur, mineralisch, Pfirsichnoten im<br />
Abgang, bleibt gut haften, unkomplizierter Speisenbegleiter.<br />
wein-tropper.at, € 8,50<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC Gleichenberg<br />
2<strong>01</strong>9, Weingut Leitgeb, Bad Gleichenberg<br />
12,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Feine Wiesenkräuter<br />
unterlegen gelbe Tropenfrucht, kandierte Orangenzesten,<br />
floraler Touch. Mittlerer Körper, saftig, feine<br />
Struktur, mineralisch, eingebundene Säurestruktur, Papaya<br />
im Abgang, bereits gut antrinkbar.<br />
weingut-leitgeb.at, € 9,30<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC 2<strong>01</strong>9<br />
Weinhof Rossmann, Sankt Peter am Ottersbach<br />
12,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Feine Wiesenkräuter,<br />
etwas nach Stachelbeere, ein Hauch von Ananas,<br />
weißes Kernobst klingt an. Saftig, elegant, feine Säurestruktur,<br />
mineralisch-salzig, feinwürzig, extraktsüßes<br />
Finish, guter Speisenbegleiter.<br />
weinhof-rossmann.at, € 9,50<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC 2<strong>01</strong>9<br />
Josef Scharl – Charakterweine, St. Anna am Aigen<br />
12 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Zart floraler<br />
Touch unterlegt mit Zitrusnuancen, ein Hauch von Stachelbeere,<br />
feine Wiesenkräuter. Mittlerer Körper, saftig, elegant,<br />
gelbe Fruchtnuancen, zart salzig, integrierte Säurestruktur,<br />
mineralisches Finish.<br />
weinhof-scharl.at, € 9,90<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC<br />
Oststeiermark Sauvignons Rast 2<strong>01</strong>9<br />
Weinhof Posch, Pischelsdorf i. d. Steiermark<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Feine Wiesenkräuter,<br />
zart nach Tabakwürze, ein Hauch von gelbem<br />
Paprika und etwas weißes Kernobst. Saftig, extraktsüß,<br />
eingebundene Säurestruktur, mineralisch, Stachelbeere<br />
im Abgang, bereits gut antrinkbar.<br />
posch-weine.at, € 10,50<br />
•<br />
BIO Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC<br />
Straden 2<strong>01</strong>9, Bioweinhof Monschein, Straden<br />
13 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe. Mit feinem<br />
Blütenhonig unterlegte reife Stachelbeere, etwas nach<br />
Orangenzesten, zart florale Nuancen. Saftig, frische Struktur,<br />
mineralisch-salzig, weißes Kernobst im Abgang, bleibt<br />
gut haften, elegant und strukturiert.<br />
wein-monschein.at, € 12,20<br />
90<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Buschenschank Altenbacher, Tieschen<br />
13 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Mit frischer<br />
Kräuterwürze und Grapefruitzesten unterlegte Stachelbeernote,<br />
zart nach Litschi und Pfirsich. Mittlerer Körper,<br />
grüner Apfel, frische Säurestruktur, mineralisch-salzig im<br />
Abgang, zitroniger Rückgeschmack.<br />
weingut-altenbacher.at, € 7,90<br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark DAC<br />
Riegersburg 2<strong>01</strong>9, Weinbau Gölles, Fehring<br />
12,7 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Einladender<br />
Duft nach gelber Tropenfrucht, zart nach Mango, etwas<br />
Cassis, weißes Steinobst klingt an. Saftig, elegant, balancierte<br />
Säurestruktur, gelbe Apfelfrucht im Abgang, kraftvolles<br />
Finish, bereits gut antrinkbar.<br />
weinbau-goelles.at, € 9,50<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
229<br />
Lenz Moser Selection –<br />
Weine von höchster Qualität<br />
und Güte.<br />
Weinkellerei Lenz Moser<br />
@weinkellerei_lenzmoser<br />
www.lenzmoser.at
tasting / VULKANLAND STEIERMARK DAC TROPHY <strong>2021</strong><br />
•<br />
Sauvignon Blanc Vulkanland Steiermark<br />
DAC, Tieschen 2<strong>01</strong>9,<br />
Weinhof Gollenz, Tieschen<br />
13 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Tropenfrucht, zart nach Orangenzesten,<br />
ein Hauch von Ananas, etwas<br />
Lemongrass. Saftig, frisch, eingebundene<br />
Säurestruktur, zart nach Melone, etwas<br />
Stachelbeere im Nachhall, guter Speisenbegleiter.<br />
weinhof-gollenz.at, € 9,90<br />
Chardonnay/Morillon<br />
2<strong>01</strong>8<br />
95<br />
1. Platz<br />
•<br />
BIO Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Moarfeitl GSTK 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Neumeister, Straden<br />
13,5 Vol.-%, NK. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Röstaromatik, etwas nach reifer<br />
Tropenfrucht, dunkle Mineralität, Mandarinenzesten,<br />
vielschichtiges Bukett.<br />
Komplexer Körper, saftig, elegant, feine<br />
Säurestruktur, mineralisch, extraktsüß,<br />
Birnenfrucht, sicheres Potenzial.<br />
neumeister.cc, € 37,–<br />
94<br />
•<br />
Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Buch GSTK 2<strong>01</strong>8, Weingut<br />
Frauwallner, Straden<br />
13,5 Vol.-%, NK. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Einladender Duft nach gelber Tropenfrucht,<br />
zart nach Papaya, ein Hauch<br />
von kandierten Mandarinenzesten, rauchige<br />
Nuancen. Saftig, straff, extraktsüß, zarte<br />
Holzwürze, feine Säurestruktur, Klementinen<br />
im Nachhall, sehr harmonisch,<br />
gute Länge, sicheres Reifepotenzial.<br />
frauwallner.com, € 27,–<br />
93<br />
•<br />
BIO Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC, Ried Rosenleiten 1STK 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Winkler-Hermaden<br />
Kapfenstein<br />
12,9 Vol.-%, VL. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Reife Apfelfrucht, etwas Blütenhonig,<br />
ein Hauch von Wiesenkräutern, floraler<br />
Touch, kandierte Orangenzesten, attraktives<br />
Bukett. Saftig, elegant, feine Säurestruktur,<br />
cremig, Quitte im Abgang, feine<br />
Holznuancen, gutes Potenzial.<br />
winkler-hermaden.at, € 12,50<br />
•<br />
Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Rosenberg Koasasteffl 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Frühwirth, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Karamellnuancen, ein Hauch<br />
von reifer Tropenfrucht, Papaya klingt an,<br />
attraktives Bukett. Saftig, elegant, vielschichtig,<br />
mineralisch, zart nach Ananas,<br />
etwas Blütenhonig, vielseitiger Speisenbegleiter.<br />
fruehwirth.at, € 15,–<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Aunberg Reserve 2<strong>01</strong>8<br />
Weinhof Platzer, Tieschen<br />
13,5 Vol.-%, DV. Leuchtendes Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Mit etwas Röstaromatik unterlegte<br />
Mangonoten, ein Hauch von Orangenzesten,<br />
zart nach Ananas. Gute Komplexität,<br />
stoffig, integrierter Säurebogen,<br />
etwas Honigmelone im Abgang, Vanille im<br />
Nachhall, guter Speisenbegleiter.<br />
weinhof-platzer.at, € 16,–<br />
92<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Klöchberg 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Engel, Tieschen<br />
13 Vol.-%, DIAM. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Kräuternoten, etwas nach<br />
Mandarinen und Papaya, feine Tropenfruchtnoten,<br />
Melisse unterlegt. Mittlerer<br />
Körper, saftig, feine Säurestruktur, mineralisch-salzig,<br />
eingebundene Säurestruktur,<br />
Apfelfrucht im Abgang, würziger Nachhall.<br />
engelweine.at, € 18,–<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Königsberg – 2<strong>01</strong>8<br />
Weinhof Gollenz, Tieschen<br />
13 Vol.-%, DIAM. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Einladender Blütenhonig unterlegt<br />
reife Tropenfrucht, etwas nach Ananas,<br />
Honigmelone klingt an, kandierte Orangenzesten.<br />
Saftig, elegant, feine Säurestruktur,<br />
cremig, Mangonoten im Abgang,<br />
salzig im Nachhall, guter Speisenbegleiter.<br />
weinhof-gollenz.at, € 19,–<br />
•<br />
BIO Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Schemming – 2<strong>01</strong>8<br />
Fischer Weine, Sankt Anna am Aigen<br />
13 Vol.-%, NK, Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Einladendes Bukett nach reifer Mango,<br />
etwas Apfelfrucht unterlegt mit Blütenhonig,<br />
Klementinenzesten, Kräuterwürze<br />
klingt an. Frische Struktur, seidig, elegant,<br />
eingebundener Säurebogen, frisches<br />
Kernobst im Abgang, lebendiges Finish.<br />
fischer-weine.at, € 24,–<br />
91<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Tieschen TAU 2<strong>01</strong>8<br />
Weinhof Thurner-Seebacher, Tieschen<br />
13 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine kandierte Orangenzesten,<br />
etwas Ananas, ein Hauch von Guave, Blütenhonig<br />
klingt an. Saftig, balanciert, eingebundene<br />
Säurestruktur, feinwürzig, weißes<br />
Steinobst im Abgang, frisches Finish,<br />
guter Speisenbegleiter.<br />
thurner-seebacher.at, € 9,–<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Kirchenegg 2<strong>01</strong>8<br />
Weinbau Gölles, Fehring<br />
13 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Reife Tropenfrucht, zart nach Karamell,<br />
ein Hauch von Papaya, Röstaromatik<br />
klingt an. Saftig, elegant, feine Säurestruktur,<br />
Melisse, extraktsüß, zart nach<br />
Maracuja, bereits gut antrinkbar.<br />
weinbau-goelles.at, € 11,90<br />
•<br />
Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Frauenberg 2<strong>01</strong>8<br />
Weinbau Wurzinger Frauenberg, Bad<br />
Gleichenberg<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Reife Tropenfrucht, etwas nach<br />
Marille, zart nach kandierten Orangenzesten,<br />
feine Röstaromatik. Mittlere Komplexität,<br />
elegant, feine Säurestruktur, cremiger<br />
Touch, Mango im Abgang, bleibt gut<br />
haften, vielseitig einsetzbar.<br />
weinbau-wurzinger.at, € 14,–<br />
•<br />
BIO Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Buchberg Straden 2<strong>01</strong>8<br />
Tropper Weine, Straden<br />
13,3 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Mangonoten, etwas nach<br />
Pfirsich, ein Hauch von Gewürzen, Blütenhonig<br />
unterlegt, Papaya klingt an. Mittlerer<br />
Körper, frische Struktur, salzig, Mandarinen<br />
im Abgang, bereits gut antrinkbar.<br />
wein-tropper.at, € 14,50<br />
•<br />
BIO Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Himberg Straden 2<strong>01</strong>8<br />
Bioweinhof Monschein, Straden<br />
13 Vol.-%, DV. Leuchtendes Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feine Räucherwürze, etwas<br />
nach Apfel, ein Hauch von dunkler Mineralität,<br />
Orangentouch. Mittlerer Körper, feine<br />
Struktur, mineralisch, leichtfüßig, zart<br />
nach Karamell, Williamsbirne im Nachhall,<br />
guter Speisenbegleiter.<br />
wein-monschein.at, € 16,50<br />
90<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Königsberg 2<strong>01</strong>8, Weingut<br />
und Winzerhotel Kolleritsch, Tieschen<br />
13,5 Vol.-%, DV. Leuchtendes Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Dezenter Blütenhonig unterlegt<br />
reife Tropenfrucht, etwas nach Quitte,<br />
kandierte Klementinen. Saftig, elegant, extraktsüß,<br />
leichtfüßig, zart nach Gewürzen,<br />
weißes Steinobst im Abgang, bereits gut<br />
antrinkbar. kolleritsch.com, € 9,50<br />
Chardonnay/Morillon<br />
2<strong>01</strong>9<br />
92<br />
1. Platz<br />
•<br />
Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC 2<strong>01</strong>9, Weingut Frauwallner<br />
Straden<br />
13 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Birnenfrucht, etwas nach Papaya<br />
und Mango, zart nach Blütenhonig, Kräutertouch<br />
klingt an. Komplex, saftig, elegant,<br />
integrierte Säurestruktur, facettenreicher<br />
Abgang, Zitrus im Nachhall, vielseitiger<br />
Speisenbegleiter.<br />
frauwallner.com, € 9,–<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Tieschen TAU 2<strong>01</strong>9, Weingut und<br />
Winzerhotel Kolleritsch, Tieschen<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Kräuterwürze unterlegt reife<br />
Tropenfrucht, ein Hauch von Maracuja, feiner<br />
Quittentouch, einladendes Bukett. Saftig,<br />
mittlere Komplexität, eingebundene<br />
Säurestruktur, extraktsüß nach Papaya,<br />
bleibt gut haften, vielseitig einsetzbar.<br />
kolleritsch.com, € 9,50<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Straden 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Krispel, Hof bei Straden<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Mangonoten, etwas reifer<br />
Apfel, ein Hauch von Karamell und Wiesenkräutern,<br />
einladendes Bukett. Gute Komplexität,<br />
saftig, straff, facettenreiche Säurestruktur,<br />
dunkle Mineralität, weiße<br />
Fruchtnoten, sicheres Potenzial.<br />
krispel.at, € 15,–<br />
•<br />
BIO Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Rosenleiten 1STK 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Winkler-Hermaden<br />
Kapfenstein<br />
12,5 Vol.-%, VL. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Gelbe Tropenfrucht, zart nach Melisse,<br />
Blütenhonig unterlegt, feine Gewürznoten,<br />
Vanilletouch klingt an. Saftig, fri-<br />
Fotos: Claudia Schindlmaißer<br />
230 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Fotos: © Klöcher Traminer-Winzer<br />
sche Struktur, mineralisch-salzig, leichtfüßig,<br />
etwas Steinobst im Abgang, guter<br />
Speisenbegleiter.<br />
winkler-hermaden.at, € 19,–<br />
91<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC 2<strong>01</strong>9 , Josef Scharl – Charakterweine,<br />
St. Anna am Aigen<br />
12,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach reifem Apfel, etwas nach<br />
Guave, feiner Blütenhonig, Wiesenkräuter<br />
und Marillen unterlegen. Saftig, leichtfüßig,<br />
elegant, lebendige Säurestruktur,<br />
mineralisch-salzig, weißes Steinobst im<br />
Abgang, guter Speisenbegleiter mit<br />
Potenzial. weinhof-scharl.at, € 8,90<br />
•<br />
Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Hollerberg Wein und Frieden<br />
2<strong>01</strong>9, Weinhof Posch, Pischelsdorf i. d.<br />
Steiermark<br />
14 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Tropenfrucht, etwas nach Mango,<br />
zart nach Kiwi, kandierte Orangenzesten<br />
klingen an. Saftig, elegant, feine Säurestruktur,<br />
mineralisch, extraktsüß, gelbe<br />
Fruchtnoten im Abgang, guter Speisenbegleiter.<br />
posch-weine.at, € 9,50<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Klöch 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Engel, Tieschen<br />
13,1 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feines Bukett, ein Hauch von Gewürzen,<br />
zart nach Pfirsich, Zitrustouch unterlegt.<br />
Saftig, elegant, feine Struktur, extraktsüß<br />
nach Maracuja, bleibt gut haften.<br />
engelweine.at, € 9,90<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Tieschen TAU 2<strong>01</strong>9<br />
Weinhof Platzer, Tieschen<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feine Wiesenkräuter, etwas nach<br />
reifer Tropenfrucht, zart nach Maracuja,<br />
Pfirsich klingt an. Saftig, elegant, balancierte<br />
Säurestruktur, weißes Kernobst, frische<br />
Birnenfrucht, bleibt gut haften.<br />
weinhof-platzer.at, € 10,–<br />
•<br />
BIO Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC St. Anna 2<strong>01</strong>9<br />
Fischer Weine, Sankt Anna am Aigen<br />
12,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Guave, etwas nach kandierten<br />
Orangenzesten, ein Hauch von Melisse,<br />
weiße Tropenfrucht. Saftig, straff,<br />
leichtfüßig, lebendige Säurestruktur, mineralisch,<br />
gelber Apfel im Abgang, zart<br />
cremiger Nachhall, guter Speisenbegleiter.<br />
fischer-weine.at, € 14,–<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Königsberg Tieschen 2<strong>01</strong>9<br />
Weinhof Neubauer, Tieschen<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberre-<br />
flexe. Zarte Tropenfruchtnuancen, etwas<br />
nach Klementinenzesten, feine Wiesenkräuter<br />
unterlegen. Saftig, mittlere Komplexität,<br />
Extraktsüße nach Maracuja und<br />
Papaya, nussiger Nachhall, bleibt gut haften,<br />
vielseitig einsetzbar.<br />
weinhof-neubauer.at, € 15,–<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Hochstrandl Tieschen 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Buschenschank Altenbacher,<br />
Tieschen<br />
13 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarter Hauch von Karamell und frischer<br />
weißer Birnenfrucht, Nuancen von<br />
Ananas, ein Hauch von Biskuit. Mittlere<br />
Komplexität, cremige Textur, feine Apfelfrucht,<br />
dezente Holzwürze im Abgang, ein<br />
straffer Speisenbegleiter.<br />
weingut-altenbacher.at, € 16,90<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Seindling – 2<strong>01</strong>9<br />
Weinhof Fassold, Straden<br />
14 Vol.-%, DV. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feiner Blütenhonig, etwas nach Karamell,<br />
zart nach Mandarinenzesten, reife<br />
Ananas und Babybanane. Saftig, straff, eingebundener<br />
Säurebogen, zart tabakig, extraktsüß<br />
nach Pfirsich, bleibt gut haften.<br />
fassold.at, € 17,–<br />
90<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Gleichenberg 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Leitgeb, Bad Gleichenberg<br />
13 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Apfelfrucht, zart nach Gewürzen,<br />
ein Hauch von Maracuja, Blütenhonig<br />
unterlegt, etwas Toffee. Mittlerer Körper,<br />
zarte Tropenfrucht, integrierte Säurestruktur,<br />
Karamell im Abgang, salziger Nachhall,<br />
unkomplizierter Speisenbegleiter.<br />
weingut-leitgeb.at, € 8,90<br />
•<br />
Chardonnay Vulkanland Steiermark<br />
DAC Tieschen TAU 2<strong>01</strong>9, Weingut<br />
Buschenschank Altenbacher, Tieschen<br />
13 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine gelbe Tropenfrucht, zart nach<br />
Mango und etwas Ananas, feiner Blütenhonig<br />
im Hintergrund. Saftig, ein Hauch<br />
von weißem Pfirsich, dezenter Säurebogen,<br />
mineralischer Touch im Abgang, feine<br />
Fruchtsüße im Nachhall.<br />
weingut-altenbacher.at, € 9,50<br />
•<br />
BIO Morillon Vulkanland Steiermark<br />
DAC Straden 2<strong>01</strong>9<br />
Tropper Weine, Straden<br />
12,9 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Frisches Bukett, etwas nach gelbem<br />
Apfel, ein Hauch von Orangenzesten,<br />
Maracuja klingt an. Saftig, eingebundene<br />
Säurestruktur, weißes Kernobst im Abgang,<br />
stoffig, bereits gut antrinkbar.<br />
wein-tropper.at, € 11,50<br />
ADVERTORIAL<br />
MYTHOS KLÖCHER<br />
TR AMINER<br />
Er gehört zu den edelsten und auch<br />
bedeutendsten Rebsorten der Welt:<br />
Der Klöcher Traminer.<br />
Die Weinbau- und Tourismusgemeinde Klöch befindet sich<br />
im Weinbaugebiet »Vulkanland Steiermark« und steht<br />
für herausragende Bodenqualität. Die Rebsorte Traminer<br />
stellt hohe Ansprüche an Boden sowie Lage und benötigt außerordentliche<br />
Zuwendung. Von einem einzigartigen Mikroklima<br />
verwöhnt, von nährstoffreichen, kalkfreien Vulkanböden aus<br />
Basalt- und Tuffstein geprägt und von den qualitätsorientierten<br />
Klöcher Traminer-Winzern aufwendig kultiviert, besitzen die<br />
Klöcher Traminer ein gemeinsames und unverkennbares Sortenmerkmal<br />
– den einzigartig intensiven Duft nach Rosen. Der<br />
Klöcher Traminer wird in allen Qualitätsstufen vinifiziert, vom<br />
trockenen Ortswein bis hin zum Prädikats- und Riedenwein.<br />
Die besondere Rebsorte hat noch weitere unvergleichbare<br />
Merkmale. Der Säuregehalt liegt weit unter jener von anderen<br />
Weißweinen und bringt selbst die versiertesten Kenner ins Schwärmen.<br />
Farblich zeigt sich ein Traminer sowohl intensiv grün-gelblich<br />
als auch im leuchtend tiefen Bernsteingold. Das Weinbaugebiet<br />
»Vulkanland Steiermark« zählt seit jeher zu den bedeutendsten<br />
europäischen Anbaugebieten. Die Klöcher Gewächse zählen<br />
zu den edelsten und ausdrucksvollsten der Welt. Hat ein Genießer<br />
sich einmal für den Klöcher Traminer begeistert, kommt er<br />
nicht mehr ab von ihm. Er ist einfach ein legendärer Mythos –<br />
der Wein mit dem unverkennbaren Duft der Rose.<br />
INFO<br />
Klöcher Traminer-Winzer<br />
8493 Klöch 110<br />
info@kloecher-traminer.at<br />
kloecher-traminer.at<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
231
tasting / VULKANLAND STEIERMARK DAC TROPHY <strong>2021</strong><br />
nach Maracuja, Gewürznoten im Nachhall,<br />
unkomplizierter Speisenbegleiter.<br />
weinbau-griessbacher.at, € 6,80<br />
•<br />
Weißburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC 2<strong>01</strong>9, Weingut und Winzerhotel<br />
Kolleritsch, Tieschen<br />
12,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Frische Kräuternoten, ein Hauch von<br />
Maracuja, zart nach Birnen, Blütenhonig<br />
unterlegt. Saftig, elegant, feine Säurestruktur,<br />
mineralisch-salzig, extraktsüß<br />
nach Pfirsich, Zitrus im Nachhall.<br />
kolleritsch.com, € 7,–<br />
•<br />
Weißburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Gleichenberg 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Leitgeb, Bad Gleichenberg<br />
12 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Frische Apfelfrucht, etwas nach Wiesenkräutern,<br />
zart nach Lemongrass und<br />
Zitruszesten. Saftig, feine Säurestruktur,<br />
etwas extraktsüß, zart nach Marille.<br />
weingut-leitgeb.at, € 7,90<br />
•<br />
Weißer Burgunder Vulkanland<br />
Steiermark DAC Freudentanz 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Dietl Eschenhof, Riegersburg<br />
12,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Würze unterlegt gelbes Kernobst,<br />
ein Hauch von Kräutern, zart nach<br />
Mango. Saftig, elegant, feine Säurestruktur,<br />
mineralisch, zart nach Apfel, bereits<br />
gut antrinkbar. dietl-wein.at, € 8,50<br />
•<br />
Weißburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC 2<strong>01</strong>9, Josef Scharl –<br />
Charakterweine, St. Anna am Aigen<br />
12 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zart nach Zitrus und Birnen, etwas nach<br />
Drachenfrucht, Mandarinenzesten klingen<br />
an. Saftig, straff, mineralisch, eingebundene<br />
Säurestruktur, leichtfüßig, Tropenfrucht<br />
im Abgang, salziger Nachhall.<br />
weinhof-scharl.at, € 8,70<br />
•<br />
BIO Weißer Burgunder Vulkanland<br />
Steiermark DAC 2<strong>01</strong>9<br />
Bioweinhof Monschein, Straden<br />
12 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Tabakwürze, etwas nach Mango,<br />
ein Hauch von Pfirsich, zart nach Orangenzesten,<br />
einladendes Bukett. Saftig, feine<br />
Säurestruktur, etwas weitmaschig, weißes<br />
Kernobst im Abgang, salziger Nachhall,<br />
bereits gut antrinkbar.<br />
wein-monschein.at, € 9,20<br />
•<br />
Weißburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Tieschen TAU 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Engel, Tieschen<br />
12,7 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Zarte Williamsbirne unterlegt Wiesenkräuter,<br />
feiner Zitrustouch, ein Hauch<br />
von weißem Pfirsich. Saftig, elegant, integrierte<br />
Säurestruktur, mineralisch, leichtfüßig,<br />
zarte Kräuternoten im Abgang, Apfeltouch<br />
im Nachhall, vielseitiger Speisenbegleiter.<br />
engelweine.at, € 9,90<br />
Die Riegersburg mit ihren<br />
Burgweingärten ist das<br />
touristische Herz des<br />
Vulkanlands.<br />
Weißburgunder 2<strong>01</strong>8<br />
93<br />
1. Platz<br />
•<br />
BIO Weißburgunder Vulkanland<br />
Steiermark DAC Ried Klausen 1STK<br />
2<strong>01</strong>8, Weingut Neumeister, Straden<br />
13,5 Vol.-%, NK. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Einladender Duft nach reifer Tropenfrucht,<br />
etwas Röstaromatik, ein Hauch<br />
von kandierten Orangenzesten, Papaya<br />
klingt an. Saftig, elegant, facettenreiche<br />
Säurestruktur, mineralisch, feinwürzig,<br />
weißes Steinobst im Abgang, vielschichtig.<br />
neumeister.cc, € 22,–<br />
91<br />
•<br />
BIO Weißburgunder Vulkanland<br />
Steiermark DAC Straden 2<strong>01</strong>8<br />
Tropper Weine, Straden<br />
13,3 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, SIlberreflexe.<br />
Zarte Tropenfrucht unterlegt mit<br />
Blütenhonig, zart nach Ananas, ein Hauch<br />
von Mandarinenzesten. Saftig, straff, elegant,<br />
feine Säurestruktur, etwas nach Toffee,<br />
bleibt gut haften, guter Speisenbegleiter.<br />
wein-tropper.at<br />
€ 11,50<br />
•<br />
Weißburgunder Vulkanland<br />
Steiermark DAC Ried Seindl 2<strong>01</strong>8<br />
Müller Klöch, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Mit etwas Kräuterwürze unterlegte<br />
gelbe Tropenfrucht, zart nach Zitrus,<br />
feine Melisse und Papaya. Mittlerer Körper,<br />
saftig, extraktsüß, Mangotouch, frische<br />
Orangen klingen an, bereits gut antrinkbar.<br />
weingut-mueller.at<br />
€ 15,–<br />
Weißburgunder 2<strong>01</strong>9<br />
92<br />
1. Platz<br />
•<br />
Weißburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Straden 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Krispel, Hof bei Straden<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Einladender Duft, zart nach Rosenblüten<br />
und Wiesenkräutern, ein Hauch von<br />
Mango, dunkle Mineralität. Gute Komplexität,<br />
saftig, straff, engmaschig, weiße Tropenfrucht<br />
im Abgang, bleibt gut haften.<br />
krispel.at, € 15,–<br />
•<br />
Weißburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Kalvarienberg 2<strong>01</strong>9<br />
Weinhof Rauch, St. Peter<br />
14,5 Vol.-%, NK. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Tropenfrucht, etwas nach<br />
Ananas, kandierte Orangenzesten, floraler<br />
Touch, zarter Blütenhonig, einladendes<br />
Bukett. Mittlerer Körper, saftig, elegant,<br />
feine Säurestruktur, mineralisch, cremige<br />
Textur, Mangonoten im Abgang.<br />
weinhof-rauch.at<br />
€ 16,40<br />
91<br />
•<br />
Weißburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC 2<strong>01</strong>9<br />
Weinhof Familie Kohl, Großwilfersdorf<br />
13 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Floraler Touch, einladendes Bukett, etwas<br />
nach Blütenhonig, feine Zitrusnuancen,<br />
Maracuja klingt an. Saftig, elegant,<br />
leichtfüßig, zarte Birnenfrucht im Abgang,<br />
bleibt gut haften, vielseitig einsetzbar.<br />
kohl-weine.at<br />
€ 7,50<br />
•<br />
BIO Weißburgunder Vulkanland<br />
Steiermark DAC Straden 2<strong>01</strong>9<br />
Tropper Weine, Straden<br />
14,1 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Kräuter-Apfel-Note, ein Hauch<br />
von Birnen, zart floral. Mittlerer Körper, feine<br />
Säurestruktur, mineralisch, extraktsüß<br />
im Abgang, Kernobst im Nachhall, bereits<br />
gut antrinkbar. wein-tropper.at, € 11,50<br />
•<br />
Weißburgunder Vulkanland<br />
Steiermark DAC St. Peter 2<strong>01</strong>9<br />
Weinhof Rauch, St. Peter<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine Tabakwürze, etwas nach Blütenhonig<br />
und frischem Kernobst, zart nach<br />
Guave, frisches Bukett. Saftig, frische<br />
Struktur, mineralisch, Zitrustouch im Abgang,<br />
weiße Fruchtnoten im Nachhall.<br />
weinhof-rauch.at, € 12,90<br />
90<br />
•<br />
Weißburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC 2<strong>01</strong>9, Weinbau Grießbacher<br />
Sankt Anna am Aigen<br />
12,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feinwürzig, etwas weißes Kernobst,<br />
zart nach Ananas, Zitrusnuancen klingen<br />
an. Mittlerer Körper, saftig, extraktsüß<br />
Fotos: Shutterstock, Claudia Schindlmaißer<br />
232 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
FALSTAFF.COM<br />
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tasting / VULKANLAND STEIERMARK DAC TROPHY <strong>2021</strong><br />
Grauburgunder 2<strong>01</strong>8<br />
95<br />
1. Platz<br />
•<br />
Grauburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Hochstrandl – 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Krispel, Hof bei Straden<br />
13,5 Vol.-%, DIAM. Leuchtendes Roségold,<br />
Silberreflexe. Einladendes Bukett, reife<br />
Tropenfrucht unterlegt mit etwas Blütenhonig,<br />
Gewürznelken, Guavetouch, kandierte<br />
Orangenzesten. Saftig, gute Komplexität,<br />
facettenreicher Säurebogen, mineralisch,<br />
extraktsüß nach getrocknetem<br />
Pfirsich, vielschichtig, sicheres Potenzial,<br />
vielseitig einsetzbar.<br />
krispel.at, € 32,–<br />
94<br />
•<br />
BIO Grauburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Saziani GSTK 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Neumeister, Straden<br />
13,5 Vol.-%, NK. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feine Tabakwürze, etwas nach<br />
Stachelbeere, ein Hauch von Mango,<br />
dunkle Mineralität, spannendes Bukett.<br />
Saftig, elegant, feine Säurestruktur, mineralisch-salzig,<br />
weißes Kernobst, kraftvoller<br />
Abgang, facettenreiches Finish, gutes<br />
Potenzial.<br />
neumeister.cc, € 37,–<br />
93<br />
•<br />
BIO Grauburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Schlosskogel 1STK<br />
2<strong>01</strong>8, Weingut Winkler-Hermaden<br />
Kapfenstein<br />
13,6 Vol.-%, VL. Mittleres Goldgelb, feiner<br />
Messingtouch. Zarter Blütenhonig unterlegt<br />
mit etwas Gewürzen, ein Hauch von<br />
Dörrobst, Lavendeltouch, zarte Holznuancen.<br />
Saftig, elegant, mineralisch, frisch<br />
strukturiert, extraktsüß, Tabakwürze,<br />
weißer Pfirsich im Abgang, lebendig.<br />
winkler-hermaden.at, € 24,–<br />
92<br />
•<br />
BIO Grauburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Buchberg Straden<br />
2<strong>01</strong>8, Tropper Weine, Straden<br />
14 Vol.-%, DV. Mittleres Gold, Bernsteinreflexe.<br />
Reife Tropenfrucht, etwas<br />
Kräuter noten, ein Hauch von Papaya, kandierte<br />
Orangenschalen, Eibischtouch. Saftig,<br />
elegant, fruchtsüß, Karamell im Abgang,<br />
stoffiger Nachhall, bleibt gut haften,<br />
toller Speisenbegleiter.<br />
wein-tropper.at<br />
€ 16,–<br />
Grauburgunder 2<strong>01</strong>9<br />
94<br />
1. Platz<br />
•<br />
BIO Grauburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Schlosskogl 1STK<br />
Kapfenstein 2<strong>01</strong>9, Weingut Winkler-<br />
Hermaden, Kapfenstein<br />
13 Vol.-%, VL. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feine Holzwürze, etwas nach dunkler<br />
Mineralität, weißes Steinobst, ein Hauch<br />
von Quitte, Kräuternoten unterlegen Orangenzesten.<br />
Saftig, elegant, feine Struktur,<br />
mineralisch-salzig, feine Apfelfrucht, etwas<br />
Gerbstoff unterlegt feine Extraktsüße,<br />
guter Speisenbegleiter mit Potenzial.<br />
winkler-hermaden.at, € 24,–<br />
93<br />
•<br />
Grauburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Straden 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Frauwallner, Straden<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Goldgelb, zarter<br />
Messingtouch. Zarte Karamellnoten unterlegen<br />
reife Birne, ein Hauch von Holzwürze,<br />
zart nach kandierten Nüssen. Saftig, gute<br />
Komplexität, eingebundene Säurestruktur,<br />
straff, lang anhaltend, Honigtouch im Abgang,<br />
facettenreiches Finish.<br />
frauwallner.com, € 15,50<br />
•<br />
Grauburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Straden 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Krispel, Hof bei Straden<br />
13,5 Vol.-%, DV. Leuchtendes Goldgelb,<br />
Bernsteinreflexe. Feine Kräuterwürze, etwas<br />
nach Blütenhonig, ein Hauch von Melisse,<br />
etwas nach Eibischteig, einladendes<br />
Bukett. Komplex, saftig, straff, lebendige<br />
Säurestruktur, fruchtsüß, Mangotouch im<br />
Abgang, vielseitiger Speisenbegleiter, gutes<br />
Potenzial. krispel.at, € 17,50<br />
•<br />
BIO Grauburgunder Vulkanland<br />
Steiermark DAC Ried Sand Straden<br />
Reserve 2<strong>01</strong>9, Bioweinhof Monschein<br />
Straden<br />
13 Vol.-%, DV. Leuchtendes Goldgelb. Feiner<br />
Marillentouch unterlegt mit Blütenhonig,<br />
ein Hauch von Melone, floraler Touch,<br />
einladendes Bukett. Saftig, komplex, elegant,<br />
feine Kräuterwürze, etwas tabakig,<br />
reife Apfelfrucht im Abgang, mineralischer<br />
Nachhall, guter Speisenbegleiter mit Potenzial.<br />
wein-monschein.at, € 21,80<br />
92<br />
•<br />
Grauburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC 2<strong>01</strong>9 , Weingut Buschenschank<br />
Altenbacher, Tieschen<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Kuofergelb, Messingreflexe.<br />
Ein Hauch von frischer Birne,<br />
ein Hauch von Feigen, zarte tabakige Nuancen,<br />
dezente Kräuterwürze. Komplex, saftig,<br />
feine gelbe Birnenfrucht, dezente Extraktsüße,<br />
bleibt haften, Noten von Blütenhonig<br />
im Rückgeschmack, gutes Potenzial.<br />
weingut-altenbacher.at, € 8,50<br />
91<br />
•<br />
BIO Grauburgunder Vulkanland<br />
Steiermark DAC Straden 2<strong>01</strong>9<br />
Tropper Weine, Straden<br />
13 Vol.-%, DV. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feine Wiesenkräuter, etwas nach Karamell,<br />
ein Hauch von Apfel, floraler Touch<br />
klingt an. Mittlere Komplexität, saftig, extraktsüß,<br />
leichtfüßig wirkend, Maracuja im<br />
Abgang, guter Speisenbegleiter.<br />
wein-tropper.at, € 11,50<br />
•<br />
BIO Grauburgunder Vulkanland<br />
Steiermark DAC Straden 2<strong>01</strong>9<br />
Bioweinhof Monschein, Straden<br />
12,5 Vol.-%, DV. Mittleres Goldgelb, Messingreflexe.<br />
Feiner Blütenhonig, etwas<br />
nach Marillen, ein Hauch von Quitte und<br />
kandierten Klementinenzesten, einladendes<br />
Bukett. Saftig, elegant, feine Struktur,<br />
mineralisch-salzig, weiße Tropenfrucht,<br />
würziger Nachhall, vielschichtiger Speisenbegleiter.<br />
wein-monschein.at, € 13,80<br />
•<br />
Grauburgunder Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Ziegel 2<strong>01</strong>9<br />
Weinhof Fassold, Straden<br />
14 Vol.-%, DV. Leuchtendes Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Reife Apfelfrucht, etwas nach<br />
Melone und Blütenhonig, ein Hauch von<br />
Klementinenzesten, nussiges Aroma. Mittlerer<br />
Körper, saftig, stoffig, extraktsüß<br />
nach Pflaumen, etwas Quitte im FInish,<br />
bereits gut antrinkbar. fassold.at, € 17,80<br />
93<br />
Traminer 2<strong>01</strong>8<br />
1. Platz<br />
•<br />
Gelber Traminer Vulkanland<br />
Steiermark DAC Ried Hochwarth – 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Frühwirth, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Mit feiner Holzwürze unterlegte gelbe<br />
Tropenfrucht, ein Hauch von Ananas<br />
und Papaya, etwas Honig, getrocknete Banane.<br />
Saftig, seidige Textur, zarte Rosenaromen<br />
am Gaumen, feiner Säurebogen,<br />
mineralisch-salzig, gute Frische, verfügt<br />
über sicheres Reifepotenzial, bereits gut<br />
antrinkbar. fruehwirth.at, € 16,50<br />
•<br />
BIO Roter Traminer Vulkanland<br />
Steiermark DAC Ried Steintal 1STK<br />
2<strong>01</strong>8, Weingut Neumeister, Straden<br />
13,5 Vol.-%, NK. Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Feine, rauchig-würzig unterlegte Nuancen<br />
von Rosenblättern, weiße Tropenfrucht,<br />
ein Hauch von Litschi, ein Hauch<br />
von Marshmallows. Saftig, feine weiße Birnenfrucht,<br />
frisch strukturiert, mineralischsalziger<br />
Nachhall, zarte Pfirsichfrucht, zarte<br />
Fruchtsüße. neumeister.cc, € 22,–<br />
•<br />
BIO Traminer Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Kirchleiten GSTK<br />
Kapfenstein 2<strong>01</strong>8, Weingut Winkler-<br />
Hermaden, Kapfenstein<br />
12,4 Vol.-%, VL. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feines Rosoglio, attraktive rauchige<br />
Aromatik, etwas Birne und Kräuter, facettenreiches<br />
Bukett. Saftig, harmonisch,<br />
feine Birnenfrucht, wirkt leichtfüßig, trockene<br />
Stilistik, feine Kräuterwürze, salziger<br />
Nachhall, zitroniger Touch, entwickelt.<br />
winkler-hermaden.at, € 25,–<br />
•<br />
Gewürztraminer Vulkanland<br />
Steiermark DAC Ried Hochwarth 2<strong>01</strong>8<br />
Müller Klöch, Klöch<br />
14 Vol.-%, DV. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Mit einem Hauch von Röstaromen<br />
und Blütenhonig unterlegte gelbe Tropen-<br />
Fotos: Claudia Schindlmaißer<br />
234 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
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tasting / VULKANLAND STEIERMARK DAC TROPHY <strong>2021</strong><br />
frucht, zarter Touch von Litschi und Maracuja,<br />
ein Hauch von Rosenblättern im Hintergrund.<br />
Kraftvoller, trockener und zugleich<br />
saftiger Stil, reife gelbe Fruchtnuancen,<br />
salzige Mineralität , bleibt haftenl<br />
weingut-mueller.at, € 26,–<br />
92<br />
•<br />
Traminer Vulkanland Steiermark<br />
DAC Klöch XERO 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Domittner, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feinwürziger Duft von Rosenextrakt,<br />
gelbe Tropenfrucht, mineralische<br />
Nuancen, kandierte Mandarinenzesten,<br />
rauchiger Touch. Saftig, elegante Textur,<br />
feiner trockener Stil, integrierter Säurebogen,<br />
straff, weiße Fruchtnuancen im<br />
Abgang, ein ausgewogener, leichtfüßig.<br />
weingut-domittner.at, € 11,50<br />
•<br />
Gewürztraminer Vulkanland Steiermark<br />
DAC Klöch 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Domittner, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Mittleres Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Feine Nuancen nach Eibischteig<br />
und Rosen, ein Hauch von Litschi und Ananas,<br />
mineralisch unterlegt, einladender<br />
Duft. Saftig, elegant, angenehme Fruchtsüße,<br />
reifer Pfirsich, ausgewogen, gut anhaftend,<br />
mineralisch.<br />
weingut-domittner.at, € 11,50<br />
•<br />
Traminer Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Klöchberg – 2<strong>01</strong>8<br />
Weinhof Gollenz, Tieschen<br />
13 Vol.-%, DIAM. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Mit zarter Holzwürze unterlegter<br />
Blütenhonig, reifer Pfirsich und Mango<br />
klingen an, reife Ananas unterlegt. Saftig,<br />
elegant, weiße Tropenfrucht, frisch strukturiert,<br />
feine Fruchtsüße, aber auch zitronige<br />
Nuancen im Abgang, ausgewogen.<br />
weinhof-gollenz.at, € 22,50<br />
94<br />
Traminer 2<strong>01</strong>9<br />
1. Platz<br />
•<br />
Gelber Traminer Vulkanland Steiermark<br />
DAC Klöch 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Frühwirth, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Der SALON-Sieger 2020:<br />
Mittleres Gelbgrün, Silberreflexe. Feine Nuancen<br />
von Rosen und Marshmallows, gelber<br />
Pfirsich und Ananas im Hintergrund,<br />
etwas Blütenhonig. Straff, engmaschig<br />
und voll Energie, feine weiße Steinobstaromen,<br />
frisch und mineralisch, elegant,<br />
gute Länge, harmonisch, bereits zugänglich,<br />
verfügt über sicheres Reifepotenzial.<br />
fruehwirth.at, € 15,–<br />
92<br />
•<br />
Gelber Traminer Vulkanland Steiermark<br />
DAC Klöch 2<strong>01</strong>9<br />
Müller Klöch, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Mit weißer Tropenfrucht unterlegte<br />
Nuancen von Marshmallows, Pfirsich und<br />
einem Hauch von Rosenöl, attraktives Bukett.<br />
Mittlere Komplexität, zart nach weißem<br />
Pfirsich und Litschi, salzig, integriertes<br />
Säurespiel, ein staubtrockener Stil, mineralisch<br />
und ausgewogen.<br />
weingut-mueller.at<br />
€ 10,70<br />
•<br />
Gewürztraminer Vulkanland<br />
Steiermark DAC St. Anna 2<strong>01</strong>9<br />
Josef Scharl – Charakterweine<br />
St. Anna am Aigen<br />
13,5 Vol.-%, NK. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feine Rosen- und Eibischnuancen,<br />
zarte gelbe Tropenfrucht, ein Hauch von<br />
Blütenhonig, reife Ananas, Bienenwachs,<br />
einladendes Bukett. Saftig, elegant, zarte<br />
Holzwürze unterlegt, dezente Süße im Abgang,<br />
harmonisch und seidig im Abgang.<br />
weinhof-scharl.at<br />
€ 22,80<br />
91<br />
•<br />
Gewürztraminer Vulkanland Steiermark<br />
DAC Klöch 2<strong>01</strong>9<br />
Müller Klöch, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Etwas verhalten, zarte gelbe Fruchtnuancen,<br />
ein Hauch von frischen Ringlotten<br />
und Marillen, mineralischer Touch.<br />
Mittlere Komplexität, saftig und elegant,<br />
feine Fruchtsüße, ein Hauch von Honig im<br />
Abgang, zugänglicher Stil, reifer Pfirsich.<br />
weingut-mueller.at<br />
€ 10,70<br />
•<br />
Traminer Vulkanland Steiermark<br />
DAC Tieschen 2<strong>01</strong>9, Weingut Buschenschank<br />
Altenbacher, Tieschen<br />
13 Vol.-%, DV. Helles Grüngelb, Silberreflexe.<br />
Nuancen von Rosenblättern, ein Hauch<br />
von Marshmallows, zart nach Grapefruitzesten<br />
und Lemongras. Saftig, feine Tropenfrucht,<br />
floraler Touch nach Hibiskus,<br />
angenehme Frische, gute Komplexität,<br />
bleibt haften, feiner saliner Touch, gutes<br />
Entwicklungspotenzial.<br />
weingut-altenbacher.at<br />
€ 11,50<br />
•<br />
Traminer Vulkanland Steiermark<br />
DAC Klöch XERO 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Domittner, Klöch<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Zarte Nuancen von gelber Tropenfrucht<br />
und Rosenblättern, etwas Blütenhonig,<br />
ein Hauch von Eibischteig. Kraftvoll,<br />
feinwürzig, süße Textur, mineralisch, reife<br />
gelbe Frucht, salzige Mineralität im Nachhall,<br />
wird von Flaschenreife profitieren.<br />
weingut-domittner.at<br />
€ 11,50<br />
•<br />
BIO Traminer Vulkanland Steiermark<br />
DAC Ried Kirchleiten GSTK<br />
Kapfenstein 2<strong>01</strong>9, Weingut Winkler-<br />
Hermaden, Kapfenstein<br />
12,8 Vol.-%, VL. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Kandierte Orangenzesten, zart<br />
nach Marshmallows, ein Hauch von reifen<br />
Ananas, etwas Blütenhonig, floraler Touch.<br />
Mittlere Komplexität, zart nach Birnen, dezenter<br />
Säurebogen, mineralisch im Nachhall,<br />
feine Fruchtsüße im Rückgeschmack.<br />
winkler-hermaden.at<br />
€ 25,–<br />
90<br />
•<br />
Traminer Vulkanland Steiermark<br />
DAC Klöch Tradition 2<strong>01</strong>9<br />
Weinbau Lamprecht, Halbenrain<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Zarte florale Nuancen, ein Hauch von<br />
Eibischteig, feine gelbe Tropenfrucht, etwas<br />
Ananas und Pfirsich unterlegt. Saftig,<br />
harmonisch, zarter Honigtouch, dezenter<br />
Säurebogen, feine Süße im Nachhall..<br />
weinbau-lamprecht.at<br />
€ 9,50<br />
•<br />
Gelber Traminer Vulkanland<br />
Steiermark DAC Klöch 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Domittner, Klöch<br />
13 Vol.-%, DV. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Feine gelbe Tropenfrucht, ein Hauch<br />
von Blütenhonig, kandierte Mandarinenzesten,<br />
zart nach Marshmallows. Saftig,<br />
dezenter Honig, blättrige Würze, weiche<br />
Textur, dunkle Mineralität im Abgang, bereits<br />
gut entwickelt.<br />
weingut-domittner.at<br />
€ 11,50<br />
94<br />
Cuvée 2<strong>01</strong>9<br />
1. Platz<br />
•<br />
Traminer Ried Stradener Rosenberg<br />
Vulkanland Steiermark DAC – 2<strong>01</strong>9<br />
Weingut Frauwallner, Straden<br />
13,5 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Feine gelbe Tropenfrucht, zarter Blütenhonig,<br />
angenehme Gewürznuancen, ein<br />
Hauch von Rosenöl, gelber Pfirsich unterlegt.<br />
Kraftvoll, dunkle Mineralität, weißer<br />
Apfel, frischer Säurebogen, salzige Gesteinsnoten<br />
im Abgang, trockener Stil,<br />
sehr gute Balance, facettenreich.<br />
frauwallner.com<br />
€ 18,–<br />
92<br />
•<br />
TAU 2<strong>01</strong>9 Vulkanland Steiermark<br />
DAC Tieschen TAU Tieschen 2<strong>01</strong>9 CH/<br />
WB, Weinhof Gollmann, Tieschen<br />
13,4 Vol.-%, DV. Leuchtendes Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Reife Honigmelone, etwas nach<br />
Melisse, ein Hauch von Pfirsich, Gewürznuancen<br />
unterlegt mit Zitrus. Saftig, straff,<br />
eingebundene Säurestruktur, balanciert,<br />
extraktsüß nach Pfirsich, bleibt gut haften,<br />
vielseitiger Speisenbegleiter.<br />
weinhof-gollmann.at, € 9,–<br />
91<br />
•<br />
TAU Vulkanland Steiermark DAC<br />
Tieschen 2<strong>01</strong>9 CH/WB<br />
Weinhof Neubauer, Tieschen<br />
12,8 Vol.-%, DV. Helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />
Weißes Kernobst unterlegt mit Zitruszesten,<br />
ein Hauch von Maracuja, frisches<br />
Bukett. Mittlerer Körper, lebendig,<br />
salzig, eingebundene Säurestruktur, Guavetouch<br />
im Abgang, bereits gut antrinkbar.<br />
weinhof-neubauer.at, € 9,–<br />
•<br />
TAU Vulkanland Steiermark DAC<br />
Tieschen 2<strong>01</strong>9 CH/WB<br />
Weinhof Thurner-Seebacher, Tieschen<br />
12,5 Vol.-%, DV. Mittleres Goldgelb, Silberreflexe.<br />
Zarte Kräuternoten, etwas nach<br />
Bergamotte, ein Hauch von weißem Steinobst,<br />
mineralisch, frisches Bukett. Saftig,<br />
elegant, balancierter Säurebogen, salzig,<br />
Apfelfrucht im Abgang, gutes Potenzial.<br />
thurner-seebacher.at, € 9,–<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
vulkanland-trophy-21<br />
Fotos: Claudia Schindlmaißer<br />
236 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
FEBRUAR–MÄRZ <strong>2021</strong><br />
IMPRESSUM<br />
INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT<br />
FÜR ESSEN, TRINKEN UND REISEN<br />
Die in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge sind<br />
urheberrechtlich geschützt. Übersetzung, Nachdruck,<br />
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Gegenstand des Unternehmens ist die Herausgabe,<br />
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und Druckwerken aller Art unter der<br />
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Mitglied der <strong>Österreich</strong>ischen<br />
Auflagenkontrolle<br />
Mitglied des Verbands<br />
<strong>Österreich</strong>ischer Zeitungen<br />
2<strong>01</strong>920021<br />
HERAUSGEBER<br />
Wolfgang M. Rosam, Angelika Rosam<br />
CHEFREDAKTION<br />
Martin Kubesch, Peter Moser (Wein),<br />
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STV. CHEFREDAKTEURINNEN<br />
Marlene Tragut, Julia Vacca<br />
CHEF VOM DIENST Lukas Zimmer<br />
SENIOR EDITOR Herbert Hacker<br />
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CREATIVE DIRECTOR Anton-Georg Kiener<br />
GRAFIK Isabella Gröller, Milena Hammerschmied,<br />
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PHOTO DIRECTOR Thomas Hopferwieser<br />
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MITARBEITER DIESER AUSGABE<br />
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Angelika Ahrens, Severin Corti, Philipp Elsbrock,<br />
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FOTOGRAFEN Stine Christiansen, Rafaela Pröll<br />
ILLUSTRATORIN Gina Mueller<br />
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AUFLAGE<br />
<strong>Falstaff</strong> <strong>Österreich</strong>:<br />
44.000 Exemplare (ÖAK 1. Halbjahr 2020)<br />
<strong>Falstaff</strong> Deutschland: 66.739 Exemplare (IVW II/2020)<br />
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GESELLSCHAFTER DER FALSTAFF VERLAGS-GMBH<br />
67 % Wolfgang Rosam Privatstiftung<br />
23 % JOFE Immobilienverwaltung GmbH<br />
10 % Angelika Rosam<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
237
tasting / VERTIKALE TENUTA DI BISERNO<br />
LEIDENSCHAFTLICHE<br />
WEINE VON<br />
DER KÜSTE<br />
Ideales Terrain für<br />
Cabernet Franc: die<br />
Hügel von Bibbona.<br />
Lodovico Antinori ist einer der<br />
Hauptverantwortlichen für den<br />
kometenhaften Aufstieg von<br />
Bolgheri und der Weine der<br />
toskanischen Küste. Nachdem<br />
er zu Beginn des Jahrtausends die Tenuta<br />
dell’Ornellaia verkaufte, gründete Lodovico<br />
zusammen mit seinem Bruder Piero Antinori<br />
das neue Weingut Tenuta di Biserno. Es ist<br />
dies das erste gemeinsame Projekt der beiden.<br />
Von Beginn an mit dabei ist neben<br />
Grundbesitzer Umberto Mannoni auch<br />
Niccolò Marzichi Lenzi, der Neffe von<br />
Lodovico und Piero, der seit 2<strong>01</strong>4 das<br />
Weingut leitet. Biserno liegt nur einen Steinwurf<br />
von Bolgheri entfernt, im Nachbarort<br />
Bibbona. Marchese Lodovico Antinori hat<br />
die Ähnlichkeit zu den Böden von Bolgheri<br />
begeistert. Ab 20<strong>01</strong> wurden die Weinberge<br />
angelegt, in erster Linie Cabernet Franc,<br />
aber auch Cabernet Sauvignon, Merlot und<br />
Petit Verdot. Als Berater holte man sich den<br />
Star-Önologen Michel Rolland, mit dem<br />
Antinori schon auf Ornellaia viele Jahre zusammengearbeitet<br />
hatte. Verantwortliche<br />
Önologin vor Ort ist Helena Lindberg, eine<br />
Schwedin, die über Australien und Bordeaux<br />
zu Biserno stieß. Niccolò Marzichi Lenzi<br />
führt diese Teamarbeit erfolgreich weiter.<br />
40 Hektar Weinberge umfasst die Tenuta<br />
heute. Hauptwein ist der Biserno, daneben<br />
gibt es noch den Pino di Biserno mit ähnlicher<br />
Zusammensetzung. Dabei ist der Pino<br />
kein Zweitwein, sondern eher die jüngere,<br />
fruchtbetontere Variante des Biserno. Zu Biserno<br />
gehört noch ein zweites Gut, Campo<br />
di Sasso, auf dessen sandigen Böden Syrah<br />
ideale Wachstumsbedingungen findet. Dort<br />
gedeiht der Insoglio del Cinghiale.<br />
Fotos: Sara Matthews, 2008, Clay McLachlan, Antonio Settino, EnricoParrini<br />
238 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Die Tenuta di Biserno<br />
erfreut sich bei Fine-<br />
Wine-Trinkern großer<br />
Wertschätzung.<br />
Das ist kein Wunder,<br />
steht hinter diesem<br />
Projekt doch die<br />
Familie Antinori.<br />
Niccolò Marzichi Lenzi,<br />
Neffe von Lodovico und Piero<br />
Antinori, leitet das Weingut.<br />
TEXT & NOTIZEN<br />
VON OTHMAR KIEM<br />
98<br />
•<br />
Biserno Toscana IGT 2<strong>01</strong>6<br />
Tenuta di Biserno<br />
Sattes, tiefdunkles Rubinrot. Eröffnet mit<br />
erdigen Noten, etwas Trüffel und Leder,<br />
dunkler Tabak, reife Zwetschgen, spannend.<br />
Am Gaumen satt und geschmeidig,<br />
kleidet den Gaumen völlig aus, viel feinmaschiges<br />
Tannin eingebettet in süßem<br />
Schmelz, fester Druck, salzig, sehr lange.<br />
•<br />
Biserno Toscana IGT 2<strong>01</strong>2<br />
Tenuta di Biserno<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, tiefdunkles Rubin<br />
mit leichtem Granatschimmer. Sehr intensive<br />
und vielschichtige Nase, nach reifen,<br />
dunklen Ribiseln, Brombeeren, Heidelbeeren,<br />
gepaart mit dunklem Tabak<br />
und feinem Leder. Geschmeidig und satt<br />
in Ansatz und Verlauf, zeigt viel fleischige<br />
Frucht, öffnet sich mit dichtem, feinmaschigem<br />
Tannin, streichelt den Gaumen<br />
förmlich, sehr spannend, salzig und lange<br />
im Nachhall, sehr ausgewogen, hat<br />
noch ein langes Leben vor sich.<br />
97<br />
•<br />
Biserno Toscana IGT 2<strong>01</strong>3<br />
Tenuta di Biserno<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, tiefdunkles Rubin.<br />
Sehr intensive und dichte Nase, eröffnet<br />
mit fleischigen Noten nach Brombeere,<br />
Maulbeere und dunkler Johannisbeere,<br />
im Hintergrund nach Tabak und dunklem<br />
Pfeffer. Geschliffen und samtig in Ansatz<br />
und Verlauf, zeigt viel saftige Frucht,<br />
dunkle Beeren, dichtes, präsentes Tannin,<br />
strahlt lange dahin, fest und stoffig.<br />
Die Gründer: Lodovico<br />
und Piero Antinori.<br />
•<br />
Biserno Toscana IGT 2<strong>01</strong>1<br />
Tenuta di Biserno<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, undurchdringliches<br />
Rubingranat. Vielschichtige und<br />
kompakte Nase, satt nach Cassis, viel<br />
Holunderbeere, unterlegt von würzigen<br />
Kräutern und dunkler Schokolade. Straffes,<br />
dichtmaschiges Tannin, salzig und<br />
tiefgründig, geschliffen, baut sich im hinteren<br />
Verlauf mächtig auf, praller, im Finale<br />
langer Nachhall mit festem Druck.<br />
96<br />
•<br />
Biserno Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Tenuta di Biserno<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, leuchtendes Rubin.<br />
Sehr klare, einprägsame Nase, nach<br />
dunklen Johannisbeeren, Maulbeeren<br />
und Blutorangen, im Hintergrund dezent<br />
nach Minze. Wirkt im ersten Ansatz etwas<br />
verhalten, blüht im Verlauf immer<br />
mehr auf, dichtes, sehr gut eingebundenes<br />
Tannin mit sattem Schmelz, feine<br />
Gewürznoten, im Finale fester Druck.<br />
•<br />
Biserno Toscana IGT 2<strong>01</strong>5<br />
Tenuta di Biserno<br />
15 Vol.-%, NK. Sattes, tiefdunkles Rubin.<br />
Sehr ansprechende und intensive Nase,<br />
eröffnet mit Noten nach Tabak und Cassis,<br />
im Hintergrund nach schwarzen Nüssen<br />
und Leder, sehr spannend. Stoffig und<br />
tiefgründig am Gaumen, viel dunkelbeerige<br />
Frucht, entfaltet sich mit dichtmaschigem<br />
Tannin, stoffig und voluminös, im<br />
Finale satter Druck, süßer Schmelz.<br />
94<br />
•<br />
Il Pino di Biserno Toscana IGT 2<strong>01</strong>8<br />
Tenuta di Biserno<br />
14,5 Vol.-%, NK. Sattes, funkelndes Rubin<br />
mit leichtem Violettschimmer. Klare und<br />
präzise Nase, satt nach Gewürznelken<br />
und reifen dunklen Beeren, würziges Zedernholz<br />
im Hintergrund. Am Gaumen<br />
mit schönem Druck, fein und geschliffen,<br />
griffiges, feinmaschiges Tannin, dunkelbeerige<br />
Frucht, zarte Würze, herzhaft,<br />
wirkt sehr harmonisch, mit gutem Reifepotenzial.<br />
•<br />
Il Pino di Biserno Toscana IGT 2005<br />
Tenuta di Biserno<br />
14,5 Vol.-%, NK. Funkelndes, sattes<br />
Granat rot. Sehr ansprechende, duftige<br />
Nase, nach Zwetschgen und Himbeeren,<br />
feine Cassisnoten, spannend. Sehr schöne<br />
gereifte Noten, feinmaschiges Tannin, viel<br />
süßer Schmelz, erstaunlich jung und präsent,<br />
hallt lange nach.<br />
Bezug: Morandell, Wörgl; Wein & Co.,<br />
Wien; Abayan, Bonn; Bindella, Zürich.<br />
Preise für die aktuellen Jahrgänge:<br />
Biserno, € 150,–<br />
Pino: € 48,–<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
falstaff.com/biserno<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
239
tasting / DIE ROTEN SIEGER<br />
Das Erfolgsquartett <strong>2021</strong>: <strong>Falstaff</strong>-Sieger<br />
Philipp Grassl, Gerhard Markowitsch,<br />
Thomas Kopfensteiner und Reserve-<br />
Trophy-Sieger Werner Achs (von links).<br />
DIE BESTEN ROTWEINE<br />
ÖSTERREICHS <strong>2021</strong><br />
TEXT & NOTIZEN PETER MOSER<br />
Philipp Grassls Bärnreiser war<br />
die beste Cuvée des Jahres<br />
2<strong>01</strong>8, Kopfensteiners Ried<br />
Reihburg der Top-Blaufränkisch.<br />
Da die festliche Siegerehrung der besten<br />
Rotweinwinzer des Landes heuer<br />
covidbedingt von der realen Welt<br />
in der Hofburg in die virtuelle des<br />
Internets und der Sozialen Medien<br />
verlagert werden musste, konnten die Interessenten<br />
leider auch die Weine nicht bei der üblichen<br />
großen <strong>Falstaff</strong>-Gala verkosten. Doch ungeachtet<br />
aller Schwierigkeiten, die die Pandemie mit sich<br />
brachte, konnte der <strong>Falstaff</strong> Rotweinguide Ende<br />
November 2020 als Dokumentation zur 41. Rotweinprämierung<br />
pünktlich erscheinen und in den<br />
Handel kommen. Dieser fasst die Ergebnisse<br />
detailliert in einem handlichen Taschenbuch<br />
zusammen, über 400 Weingüter haben dafür<br />
diesmal 1373 Weine eingereicht. Die Hauptrunde<br />
zur Ermittlung der <strong>Falstaff</strong>-Sieger war den Weinen<br />
des ausgezeichneten Jahrgangs 2<strong>01</strong>8 gewidmet,<br />
der – über alle Sorten und Regionen hinweg<br />
betrachtet – die großen Erwartungen voll erfüllen<br />
konnte. In der Kategorie Reserve Trophy für<br />
länger im Fass ausgebaute Spitzenweine wurde<br />
erstmals zusätzlich der beste reinsortige Blaufränkisch<br />
prämiert. Zum <strong>Falstaff</strong>-Sieger 2020<br />
wurde Philipp Grassl aus Göttlesbrunn in Carnuntum<br />
mit der Cuvée Ried Bärnreiser 2<strong>01</strong>8 und<br />
tollen 98 Punkten gekürt – dieser Wein erreichte<br />
die höchste Punktebewertung aller aus dem Jahrgang<br />
2<strong>01</strong>8 eingereichten Weine. Den zweiten<br />
Rang als <strong>Falstaff</strong>-Sieger sicherte sich der Vorjahres-Gewinner<br />
Gerhard Markowitsch mit seinem<br />
Ried Rosenberg, punktegleich und denkbar<br />
knapp – aber da kommt es auf die Zahlen nach<br />
dem Komma an. Rang drei erreichte der beste<br />
reinsortige Blaufränkisch Ried Reihburg 2<strong>01</strong>8<br />
von Thomas Kopfensteiner aus Deutsch Schützen<br />
– auch dieser Wein wurde mit großartigen<br />
98 Punkten von der Jury bewertet. Die begehrten<br />
<strong>Falstaff</strong> Reserve Trophys gehen heuer an<br />
Werner Achs aus Gols für seine Cuvée Werner<br />
Achs Reserve 2<strong>01</strong>7 sowie den Blaufränkisch<br />
Leithaberg DAC Ried Joiser Jungenberg von<br />
Hans und Anita Nittnaus aus Gols – für beide<br />
Rotweine wurde erstmalig in der Geschichte des<br />
Rotweinguides die Bestnote von 100 <strong>Falstaff</strong>-<br />
Punkten vergeben.<br />
Fotos: Rafaela Pröll, Shutterstock, Claudia Schindlmaißer<br />
240 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
Cuvée<br />
Blaufränkisch<br />
98<br />
•<br />
1. PLATZ – 1. FALSTAFF-SIEGER<br />
2<strong>01</strong>8 Carnuntum DAC Ried<br />
Bärnreiser 1ÖTW<br />
Weingut Grassl, Göttlesbrunn<br />
Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />
violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />
Intensive schwarze Beerenfrucht, dezente<br />
Feigen, kandierte Orangenzesten, ein<br />
Hauch von Cassis und Kardamom. Saftig,<br />
feines Nougat, zart nach Herzkirschen,<br />
gut integrierte Tannine, frische Struktur,<br />
bleibt gut haften, extraktsüßer Nachhall,<br />
gutes Entwicklungspotenzial.<br />
weingut-grassl.com, € 28,–<br />
•<br />
2. PLATZ – 2. FALSTAFF-SIEGER<br />
2<strong>01</strong>8 Carnuntum DAC Ried<br />
Rosenberg 1 ÖTW<br />
Weingut Gerhard Markowitsch<br />
Göttlesbrunn<br />
Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />
violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />
Zart nach Edelholz, attraktives schwarzes<br />
Waldbeerenkonfit, Brombeeren, facettenreiches<br />
Bukett. Engmaschig, extraktsüß,<br />
reife Herzkirschen, tragende,<br />
gut integrierte, reife Tannine, angenehme<br />
Frische, feines Nougat im Abgang,<br />
mineralischer Nachhall, sicheres<br />
Entwicklungspotenzial.<br />
markowitsch.at, € 33,–<br />
97<br />
•<br />
3. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Carnuntum DAC Ried Bärnreiser<br />
1ÖTW Anna-Christina<br />
Weingut Franz und Christine Netzl<br />
Göttlesbrunn<br />
Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
zarte Randaufhellung. Einladendes<br />
Bukett nach Zartbitterschokolade,<br />
schwarzes Waldbeerenkonfit, ein Hauch<br />
von Pflaumen, Kräuterwürze klingt an.<br />
Komplex, straff, elegant, gut integrierte<br />
Säurestruktur, feine Extraktsüße, Karamell<br />
im Abgang, bleibt sehr gut haften,<br />
vielseitiger Speisenbegleiter mit<br />
Potenzial.<br />
netzl.com, € 28,–<br />
98<br />
•<br />
1. PLATZ – 3. FALSTAFF-SIEGER<br />
2<strong>01</strong>8 Eisenberg DAC Reserve Ried<br />
Reihburg<br />
Weingut Thomas Kopfensteiner<br />
Deutsch Schützen<br />
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />
Reife schwarze Kirschen, ein Hauch von<br />
Pflaumen, kandierte Orangen, ein Hauch<br />
von Gewürzen, Kardamom und Schokolade.<br />
Saftig, extraktsüß, seidige Textur, feine<br />
dunkle Beerenfrucht, gut integrierte<br />
Tannine, frisch, sehr gute Länge, wirkt<br />
frisch und balanciert, verfügt über großes<br />
Entwicklungspotenzial.<br />
kopfensteiner.at<br />
€ 28,–<br />
97<br />
•<br />
2. PLATZ EX AEQUO<br />
2<strong>01</strong>8 Blaufränkischer Ried Ungerberg<br />
Weingut Paul Achs, Gols<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
zarte Randaufhellung. Einladende dunkle<br />
Beerenfrucht, frische Herzkirschen, zarte<br />
Holzwürze, Orangenzesten, Feigen, attraktives<br />
Bukett. Stoffig, straff und engmaschig,<br />
elegante Textur, präsente Tannine,<br />
angenehme Frische, dunkles Nougat im<br />
Nachhall, salzig-mineralisch, zeigt gute<br />
Länge, sicheres Entwicklungspotenzial.<br />
paul-achs.at, € 39,–<br />
•<br />
2. PLATZ EX AEQUO<br />
2<strong>01</strong>8 Blaufränkisch Perwolff<br />
Weingut Krutzler<br />
Deutsch Schützen<br />
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung. Reife<br />
schwarze Kirschen, ein Hauch von Pflaumen,<br />
kandierte Orangen, ein Hauch von<br />
Gewürzen, Kardamom und Schokolade.<br />
Saftig, extraktsüß, seidige Textur, feine<br />
dunkle Beerenfrucht, gut integrierte Tannine,<br />
frisch, sehr gute Länge, wirkt frisch<br />
und balanciert, verfügt über großes Entwicklungspotenzial<br />
für die kommenden<br />
Jahre.<br />
krutzler.at, € 47,–<br />
95<br />
•<br />
Zweigelt<br />
1. PLATZ<br />
Neusiedlersee DAC Reserve 2<strong>01</strong>8<br />
Weingut Pöckl, Mönchhof<br />
Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung. Reife<br />
Pflaumen, schwarze Kirschen, Feigen, mit<br />
dunklem Nougat unterlegt, mineralisch.<br />
Komplex, ungemein stoffig, samtige Textur,<br />
feine, reife, gut integrierte Tannine,<br />
sehr große Länge, schokoladig , frische Kirschen<br />
im Nachhall, enormes Potenzial.<br />
poeckl.com, € 50,–<br />
•<br />
2. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Zweigelt Ried Schreckenstein<br />
limited edition<br />
Weingut Kurt Angerer, Lengenfeld<br />
Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung. Noch<br />
etwas zurückhaltend, feines dunkles Waldbeerenkonfit,<br />
ein Hauch von Lakritze und<br />
Brombeeren, Velours und Nougat im Hintergrund,<br />
Orangenzesten. Saftig, extraktsüß<br />
und komplex, schokoladig-vanillig, gut<br />
integrierte, tragende Tannine, feine Würze.<br />
kurt-angerer.at, € 80,–<br />
94<br />
•<br />
3. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Zweigelt Schwarz Rot<br />
Weingut Hans Schwarz, Andau<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
breitere Randaufhellung. Zart floral und<br />
Hibiskus, reife Herzkirschfrucht, Cassis,<br />
Edelholz, etwas Bourbonvanille, attraktives<br />
Bukett. Stoffig, extraktsüß, elegant,<br />
feine Kirschfrucht, feine, gut integrierte<br />
Tannine, frisch strukturiert, mineralisch<br />
und anhaftend, rotbeeriger Nachhall.<br />
schwarz-weine.at, € 44,90<br />
96<br />
•<br />
Pinot Noir<br />
1. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Pinot Noir Grand Select<br />
Weingut Fritz Wieninger, Wien<br />
Mittleres Rubingranat, violette Reflexe,<br />
breitere Randaufhellung. Zarte Kräuternoten,<br />
rote Kirschfrucht, etwas Beerenkonfit,<br />
mit zarter Edelholzwürze unterlegt,<br />
Mandarinenzesten klingen an,<br />
noch scheu. Komplex, elegant, facettenreiche,<br />
frische Struktur, gut eingebundenes<br />
Tannin, Herzkirschen im Abgang,<br />
feinwürzig im Nachhall, sicheres Entwicklungspotenzial.<br />
wieninger.at, € 50,–<br />
•<br />
2. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Pinot Noir Reserve<br />
Weingut Familie Auer, Tattendorf<br />
Kräftiges Rubingranat, violette Reflexe,<br />
breitere Randaufhellung. Zart nach Hibiskus,<br />
ein Hauch von Vanille, etwas nach<br />
Kardamom, Gewürznelken, Pflaumentouch.<br />
Saftig, komplex, straff, facettenreiche<br />
Säurestruktur, extraktsüß nach<br />
Kirschen, tabakwürzig im Nachhall, spannender<br />
Speisenbegleiter.<br />
weingutauer.at, € 22,–<br />
•<br />
3. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Pinot Noir Reserve Selektion P<br />
Weingut Paul Achs, Gols<br />
Mittleres Rubingranat, violette Reflexe,<br />
breitere Randaufhellung. Floral unterlegtes<br />
rotes Waldbeerenkonfit, nach Himbeeren,<br />
Malven und Hibiskus, einladendes<br />
Bukett, zartes Nougat. Straff, feine<br />
rote Kirschfrucht, würzige Tannine, saftig,<br />
zart nach Vanille im Abgang, eleganter<br />
Stil, mineralisch, gutes Entwicklungspotenzial.<br />
paul-achs.at, € 32,–<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
241
tasting / DIE ROTEN SIEGER<br />
St. Laurent<br />
Cabernet Sauvignon<br />
Merlot<br />
Syrah<br />
96<br />
•<br />
1. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 St. Laurent Ried<br />
Herrschaftswald Privatfüllung<br />
Weingut Markus Iro, Gols<br />
Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
zarte Randaufhellung. Frische Kräuternoten,<br />
etwas Orangenzesten, floraler<br />
Touch, mit Karamell unterlegtes Waldbeerenkonfit.<br />
Saftig, straff, facettenreiche<br />
Struktur, extraktsüß, nach Vanille<br />
und Brombeeren, Holzwürze im Nachhall,<br />
guter Speisenbegleiter.<br />
markusiro.at, € 18,40<br />
•<br />
2. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 St. Laurent Alte Reben<br />
Weingut Walter Glatzer, Göttlesbrunn<br />
Kräftiges Rubingranat, violette Reflexe,<br />
breitere Randaufhellung. Mit Nougat unterlegte<br />
feine Zwetschgen, ein Hauch von<br />
Himbeeren, eingelegte Kirschen, attraktives<br />
Bukett. Saftig, komplex, feine Herzkirschfrucht,<br />
samtige Tannine, extraktsüß<br />
und gut anhaftend, ein eleganter<br />
Speisenbegleiter mit Potenzial.<br />
weingutglatzer.at, € 18,50<br />
94<br />
•<br />
3. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 St. Laurent Reserve<br />
Weingut Erich Sattler, Tadten<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
zarte Randaufhellung. Mit feinem Nougat<br />
unterlegtes dunkles Waldbeerenkonfit,<br />
zart nach Dille und Vanille, ein Hauch von<br />
Zwetschgen, kandierte Orangenzesten,<br />
einladendes Bukett. Saftig, komplex, elegant,<br />
dezente Fruchtsüße, Brombeernoten<br />
im Abgang, schokoladig im Nachhall,<br />
zeigt Länge, guter Speisenbegleiter.<br />
erichsattler.at, € 13,–<br />
96<br />
•<br />
1. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Cabernet Sauvignon<br />
Weingut Leberl, Großhöflein<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
zarte Randaufhellung. Zarte Nougat-<br />
Holz-Würze, etwas nach reifen Kirschen,<br />
Cassis, Karamell, mit Röstaromen unterlegt.<br />
Straff, komplex, zartes Tannin, feine<br />
schwarze Beerenfrucht, Schokolade im<br />
Nachhall, guter Speisenbegleiter mit<br />
Potenzial. leberl.at, € 45,–<br />
93<br />
•<br />
2. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Cabernet Sauvignon Reserve<br />
Limited Edition<br />
Weingut Anton Bauer, Feuersbrunn<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
zarte Randaufhellung. Schwarze Beerenfrucht,<br />
Nougat, unterlegt mit Gewürznoten,<br />
feine Cassisnoten, feines Karamell,<br />
einladendes Bukett. Komplex, straff, gut<br />
eingebundene, samtige Tannine, extraktsüß,<br />
Brombeernoten, Holzwürze klingt<br />
an, mineralisch im Nachhall, gutes Entwicklungspotenzial.<br />
antonbauer.at, € 36,90<br />
•<br />
3. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Cabernet Sauvignon<br />
Ried Neuberg<br />
Winzerhof Ronny Kiss, Jois<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
zarte Randaufhellung. Feine Tabak-Holz-<br />
Würze, etwas nach Lakritze, schwarze<br />
Kirschfrucht, ein Hauch von Brombeeren,<br />
Nougattouch, einladendes Bukett. Saftig,<br />
komplex, elegante Extraktsüße, Cassisnoten,<br />
schwarzes Waldbeerenkonfit, lang<br />
anhaltend, sicheres Potenzial.<br />
winzerhof-kiss.at, € 28,–<br />
96<br />
•<br />
1. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Merlot, Weingut Krutzler<br />
Deutsch Schützen<br />
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung. Zarte<br />
Holzwürze, etwas Vanille und Kardamom,<br />
reife Herzkirschen, mit dunklen<br />
Beeren unterlegt, ein Hauch von Nougat.<br />
Saftig, komplex, feine Fruchtsüße, reife<br />
Kirschen, tragende Tannine, schokoladig<br />
im Abgang, mineralisch, sehr gute Länge.<br />
krutzler.at, € 30,–<br />
94<br />
•<br />
2. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Merlot<br />
Klosterkeller der Barmherzigen<br />
Brüder, Eisenstadt<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
zarte Randaufhellung. Zarte Kaffeearomen,<br />
rotbeerige Nuancen, Brombeeren,<br />
Lakritze, Räuchernote, Mandarinen. Saftig,<br />
elegant, feine Säurestruktur, süßes,<br />
elegantes Tannin, feinwürzig, Brombeernoten,<br />
extraktsüßer Nachhall, bleibt haften.<br />
klosterkeller.at, € 17,50<br />
93<br />
•<br />
3. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Merlot Sandwühler<br />
Weingut Niki Windisch<br />
Groß-Engersdorf<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte<br />
Ockerrandaufhellung. Feine Edelholzwürze,<br />
schwarze Kirschen, Cassis, etwas<br />
Nougat. Saftig, elegant, angenehme Extraktsüße,<br />
feine Tannine, mineralisch und<br />
anhaftend, ein eleganter Speisenbegleiter<br />
mit guter Länge und Reifepotenzial.<br />
weingut-windisch.at, € 27,–<br />
96<br />
•<br />
1. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Syrah Orthogneis<br />
Weingut Wellanschitz, Neckenmarkt<br />
Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung. Feine<br />
Edelholzwürze, zart nach Lakritze und<br />
Vanille, dunkle Beerenfrucht, schwarze<br />
Kirschen, ein Hauch von Rosmarin und<br />
Thymian. Saftig, komplex, engmaschig,<br />
feine Extraktsüße, reife, gut eingebundene<br />
Tannine, elegant und anhaftend, Nougat<br />
und Pfeffer im Nachhall, sehr gutes<br />
Reifepotenzial.<br />
wellanschitz.at, € 22,–<br />
•<br />
2. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 The Shiraz<br />
Weingut Erich Scheiblhofer, Andau<br />
Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />
violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />
Feine schwarze Beerenfrucht, zarte Gewürzanklänge,<br />
ein Hauch von Nougat,<br />
Oliven und kandierte Orangenzesten.<br />
Komplex, kraftvoll, saftige Extraktsüße,<br />
feine Tannine, elegant und lange anhaftend,<br />
schokoladig, sicheres Reifepotenzial,<br />
ein würziger Begleiter bei Tisch.<br />
scheiblhofer.at, € 26,–<br />
93<br />
•<br />
3. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>8 Syrah Ried Thenau<br />
Weingut Toni Hartl, Reisenberg<br />
Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
zarte Randaufhellung. Feine Edelholzwürze,<br />
Feigen, zart nach Karamell, feine Wiesenkräuter,<br />
Brombeertouch. Komplex, elegant,<br />
fruchtsüß, Zwetschgentouch, lebendige<br />
Struktur, feines Tannin, dezente Süße,<br />
vielschichtiger Speisenbegleiter mit Potenzial.<br />
toni-hartl.at, € 27,–<br />
Fotos: Claudia Schindlmaißer<br />
242
98<br />
•<br />
3. PLATZ EX AEQUO<br />
2<strong>01</strong>7 Grassl Reserve<br />
Weingut Grassl, Göttlesbrunn<br />
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />
Reflexe, breitere Randaufhellung. Feine<br />
Edelholznuancen, reife Kirschen, zartes<br />
Cassis, etwas Mandarinenzesten, zart<br />
nach Nougat, tabakige Würze. Komplex,<br />
elegant, reife Herzkirschfrucht, reife Tannine,<br />
schokoladiger Nachhall, frisch<br />
strukturiert, sehr gute Länge, sicheres<br />
Reifepotenzial für viele Jahre.<br />
weingut-grassl.com, € 58,–<br />
•<br />
3. PLATZ EX AEQUO<br />
2<strong>01</strong>7 M1, Weingut Gerhard<br />
Markowitsch, Göttlesbrunn<br />
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />
Dunkle Frucht, unterlegt mit Zedernholz<br />
und Grafit, ein Hauch von Nougat, reife<br />
Kirschen, mineralisch und vielschichtig.<br />
Kraftvoll, sehr saftig, engmaschig, extraktsüße<br />
Textur, schwarze Kirschen,<br />
präsente, reife Tannine, enorme Länge,<br />
sehr gute Frische im Abgang, enormes<br />
Reifepotenzial für viele Jahre.<br />
markowitsch.at, € 61,50<br />
Rotweinguide <strong>2021</strong><br />
<strong>Falstaff</strong> Verlags-GmbH<br />
€ 14,90, erhältlich<br />
im Handel oder online.<br />
Reserve Trophy 2020<br />
100<br />
•<br />
1. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>7 Werner Achs Reserve<br />
Weingut Werner Achs, Gols<br />
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung. Reife<br />
dunkle Herzkirschen, feiner Hauch von<br />
Lakritze und Cassis, dezente Edelholznote,<br />
Gewürznuancen. Saftig, komplex, elegant,<br />
extraktsüße Textur, reife dunkle<br />
Frucht, feste Tannine, etwas Nougat im<br />
Abgang, mineralischer Touch im Nachhall,<br />
sehr große Länge, sicheres Reifepotenzial<br />
für Jahre.<br />
wernerachs.at, € 42,50<br />
99<br />
•<br />
2. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>7 Cuvée Paul Kerschbaum<br />
Weingut Kerschbaum, Horitschon<br />
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />
Reflexe, zarte Randaufhellung. Mit<br />
einem Hauch von Edelholzwürze unterlegte<br />
reife dunkle Herzkirschfrucht, feines<br />
Brombeerkonfit, zart floral, ein<br />
Hauch von Orangenzesten, einladend.<br />
Saftig, extraktsüß nach reifer dunkler<br />
Frucht, gut eingebundene, präsente Tannine,<br />
mineralisch und sehr lange anhaftend,<br />
Nougattouch im Rückgeschmack,<br />
sicheres Potenzial.<br />
kerschbaum.at, € 49,–<br />
Blaufränkisch<br />
Reserve Trophy 2020<br />
100<br />
•<br />
1. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>7 Leithaberg DAC Ried Joiser<br />
Jungenberg, Weingut Hans und Anita<br />
Nittnaus, Gols<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
breitere Randaufhellung. Rauchig-würzig,<br />
Noten von Brombeeren, schwarze Waldbeeren,<br />
frische Kirschen, Wacholder, zarte<br />
florale Nuancen, Orangenzesten, mineralisch<br />
unterlegt. Saftig, komplex, extraktsüße<br />
Textur, reife Kirschen, präsente, gut<br />
eingebundene Tannine, salziger Nachhall,<br />
sehr gute Länge, sicheres Reifepotenzial.<br />
nittnaus.at, € 49,–<br />
99<br />
•<br />
2. PLATZ<br />
2<strong>01</strong>7 Blaufränkisch hochberc<br />
Weingut Gesellmann, Deutschkreutz<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
zarte Randaufhellung. Tabakig-würzig<br />
unterlegte intensive dunkle Beerenfrucht,<br />
reife Herzkirschen, Kardamom<br />
und Nougat, feiner Edelholztouch. Komplex,<br />
sehr saftig, extraktsüßer Kern, feine,<br />
tragende Tannine, besitzt große Länge,<br />
gute Frische, salzig, Schokolade im<br />
Abgang, sicheres Reifepotenzial, aber bereits<br />
antrinkbar. gesellmann.at, € 38,–<br />
98<br />
•<br />
3. PLATZ EX AEQUO<br />
2<strong>01</strong>7 Leithaberg DAC Ried Goldberg<br />
Weingut Prieler<br />
Schützen am Gebirge<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
dezente Randaufhellung. Zarte rauchige<br />
Edelholznoten, feine rotbeerige Nuancen<br />
klingen an, Herzkirschen, mineralischer<br />
Touch im Hintergrund. Komplex, saftig,<br />
reife Kirschen, etwas Brombeerkonfit,<br />
straffe Textur, feine, tragende Tannine,<br />
mineralisch und anhaftend, ein Hauch<br />
von Feigen, sehr gute Länge, sicheres<br />
Reifepotenzial.<br />
prieler.at<br />
€ 56,–<br />
•<br />
3. PLATZ EX AEQUO<br />
2<strong>01</strong>7 Blaufränkisch<br />
Lutzmannsburg Alte Reben<br />
Weingut Moric<br />
Großhöflein<br />
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />
dezenter Wasserrand. Mit feiner tabakiger<br />
Kräuterwürze unterlegte frische<br />
schwarze Beerenfrucht, zart nach Wacholder<br />
und Lakritze, ein Hauch Bergamotte.<br />
Saftig, frische rote Herzkirschen,<br />
feine, tragende Tannine, finessenreich<br />
strukturiert, mineralisch-salzig im Abgang,<br />
balanciert und leichtfüßig,<br />
bleibt gut haften, sicheres Potenzial.<br />
moric.at, € 75,–<br />
DER FALSTAFF<br />
ROTWEINGUIDE<br />
<strong>2021</strong><br />
Im aktuell zum 24. Mal in Buchform<br />
erschienenen <strong>Falstaff</strong> Rotweinguide<br />
veröffentlicht die <strong>Falstaff</strong>-Redaktion<br />
unter Chefredakteur Peter Moser die<br />
besten Rotweine <strong>Österreich</strong>s. Darin<br />
sind 1373 Weine von 417 österreichischen<br />
Top-Weingütern bewertet und<br />
beschrieben, die bereits auf dem<br />
Markt sind und die erforderliche<br />
Bewertung von mindestens 85 von<br />
100 Punkten erreicht haben. Als<br />
zusätzlicher Leserservice wurde auch<br />
der jeweilige Ab-Hof-Preis der Weine<br />
ermittelt. Bei jedem Wein ist der Kontakt<br />
zum Erzeuger mittels Internetadresse<br />
angegeben. Die Weine mit<br />
dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis<br />
sind gesondert ausgezeichnet.<br />
Erhältlich im Buch- und Zeitschriftenhandel<br />
und online unter<br />
shop.falstaff.at/products/<br />
rotwein-guide-osterreich-<strong>2021</strong><br />
um € 14,90<br />
Alle Verkostungsnotizen<br />
online unter<br />
falstaff.com/rotweinguide-<br />
<strong>2021</strong>-alle-weine<br />
feb–mär <strong>2021</strong><br />
falstaff<br />
243
ÖSTERREICHS<br />
ROTES WUNDER<br />
<strong>Österreich</strong>s Rotweine erfreuen sich sowohl im Inland als auch<br />
auf internationalen Märkten zunehmender Beliebtheit. Ideale<br />
klimatische Gegebenheiten, vielschichtige Bodenverhältnisse und<br />
über Jahrzehnte gesammelte Erfahrungen der Winzer ergeben<br />
die perfekte Grundlage für die Erzeugung bester Rotweine.<br />
Christina & Franz –<br />
ein eingespieltes Team<br />
Christina vinifiziert gemeinsam mit ihren Eltern<br />
Franz und Christine Netzl charakterstarke, finessenreiche<br />
und vor allem tiefgründige Weine aus den<br />
familieneigenen Weingärten rund um Göttlesbrunn<br />
im Herzen des Weinbaugebiets Carnuntum. Das<br />
Weingut entstand um 1860 aus einem gemischten<br />
landwirtschaftlichen Betrieb. Stetes Streben<br />
nach höchster Qualität im Weingarten und auch<br />
im Keller prägen die letzten Generationen und<br />
ließen das Weingut zu seinen 28 Hektar Rebfläche<br />
heranwachsen. Persönliches Ziel als Mitglied der<br />
<strong>Österreich</strong>ischen Traditionsweingüter ist es, die<br />
Einzigartigkeit der einzelnen Rebsorten mit Fokus<br />
auf ihre Herkunft herauszuarbeiten. Vor allem die<br />
Charakteristika der Einzellagen rücken dabei in<br />
den Vordergrund. Grundlage dafür sind die Reben<br />
und daher die Bewirtschaftung der Weingärten<br />
nach biologischen Richtlinien. Während Franz seine<br />
Erfahrung, sein Wissen und die Tradition einbringt,<br />
sorgt Christina für neue Ideen und Innovationen –<br />
kurz gesagt, sie ergänzen sich perfekt. Und genau<br />
diese Kombination bildet die unverwechselbare<br />
Grundlage der Netzl-Weine.<br />
Der Zweigelt ist und bleibt der absolute King<br />
unter den Sorten, denn er fühlt sich in den klimatischen<br />
Gegebenheiten Carnuntums und auf<br />
dessen Böden sehr wohl. Als Basis nahezu aller<br />
Weine fasziniert der Zweigelt vor allem durch seine<br />
unglaubliche Bandbreite, denn vom klassischfruchtigen<br />
bis hin zum würzig-raffinierten Glas Wein<br />
steckt alles in dieser Traube! Und so bildet er als<br />
lagenreiner Zweigelt von der Ried Haidacker 1ÖTW<br />
und als wichtigster Teil in der Top-Cuvée »Anna-<br />
Christina« von der Ried Bärnreiser 1ÖTW die Spitze<br />
im Sortiment.<br />
Genau in diese Richtung geht es weiter, denn die<br />
Zweigelt-Weingärten bringen jedes Jahr höchste<br />
Qualitäten und somit großes Potenzial für die Zukunft!<br />
Autochthon, urtypisch und einfach genial!<br />
WEINGUT FRANZ & CHRISTINE NETZL<br />
Rosenbergstraße 17<br />
2464 Göttlesbrunn<br />
T: +43 2162 8236<br />
weingut@netzl.com<br />
netzl.com<br />
244<br />
falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
ROTWEINGENUSS<br />
<strong>Falstaff</strong><br />
SORTEN<br />
SIEGER<br />
ADVERTORIAL Fotos: © ÖWM / Marcus Wiesner; Julius Hirtzberger; beigestellt<br />
Purbach: Strommer Wine<br />
Das einzigartige Klima und die<br />
unterschiedlichen Bodenverhältnisse<br />
prägen den Geschmack der außergewöhnlichen<br />
Weine von Weinbau<br />
Strommer. Diese herrliche Vielfalt<br />
spiegelt sich auch in der umfangreichen<br />
Sortenvielfalt der Weine<br />
wider.<br />
WEINBAU STROMMER<br />
Kellergasse 20K, 7083 Purbach<br />
T: +43 664 4009322<br />
office@strommer.wine<br />
strommer.wine<br />
A Million Miles away<br />
from Monday!<br />
Ein erfolgreiches erstes Jahr liegt<br />
hinter dem Winzerpaar Paul und<br />
Maria. Top-Platzierungen und Auszeichnungen<br />
sind die Bestätigung für<br />
die konsequente Qualitätsarbeit von<br />
Achs-Wendelin Weine. Typisch österreichische<br />
Rotweine wie Zweigelt,<br />
Blaufränkisch und St. Laurent werden<br />
klassisch oder in der Barrique variante<br />
ausgebaut. Die frisch-fruchtige weiße<br />
Sortenvielfalt macht Lust auf mehr!<br />
Ab <strong>2021</strong> können sich weinbegeisterte<br />
Erholungsuchende auch<br />
weingut-wendelin.at<br />
in den neuen Studios oder in den<br />
gemütlichen Doppelzimmern hautnah<br />
von der Liebe zum Detail überzeugen.<br />
Besuchen Sie das Winzerpaar<br />
im Weingut in Gols. Starten Sie bei<br />
einem regionalen Frühstück in den<br />
Tag und lassen Sie den Abend bei<br />
einer gemütlichen Weinverkostung<br />
ausklingen.<br />
WEINGUT ACHS-WENDELIN<br />
Neustiftgasse 77, 7122 Gols<br />
T: +43 676 9719976<br />
office@achs-wendelin.at<br />
achs-wendelin.at<br />
Warum Weingut IRO, was<br />
macht euch besonders?<br />
Diese Frage wird uns oft gestellt.<br />
Entscheidend ist letztendlich einzig<br />
der persönliche Geschmack. Und<br />
da können wir uns bisher nur freuen<br />
und Danke sagen, dass das Verkostungsecho<br />
bei Präsentationen oder<br />
Besuchen bei uns am Weingut super<br />
positiv ist.<br />
Dann gibt es aber auch noch zahlreiche<br />
Bewerbe, Prämierungen, Punktebewertungen<br />
und Verkos tungen,<br />
bei denen uns von der Fach welt kontinuierlich<br />
bescheinigt wird, dass wir<br />
den richtigen Weg eingeschlagen<br />
haben. Und das bereits seit der ersten<br />
eigenverantwortlichen Kollektion von<br />
Markus im Jahr 2006 und obwohl er<br />
die Führung des elterlichen Weinguts<br />
erst 2<strong>01</strong>1, mit nur 28 Jahren, komplett<br />
übernommen hat. Wir dürfen<br />
uns regelmäßig über hohe Punktebewertungen<br />
und Stockerlplätze freuen.<br />
Als Winzer des Jahres 2<strong>01</strong>4, zweifacher<br />
Bundessieger und sechsfacher<br />
Landessieger werden vor allem<br />
die letzten beiden Auszeichnungen<br />
als besondere Wertschätzung des<br />
täglichen Schaffens und Lebensinhalts<br />
gewertet: <strong>Falstaff</strong>-Sieger beim<br />
Rotwein Grand Prix 2<strong>01</strong>9 in der Kategorie<br />
Cuvée mit dem Special Blend<br />
und <strong>Falstaff</strong>-Sortensieger 2020 mit<br />
St. Laurent Ried Herrschaftswald.<br />
Ich, Markus Iro, stelle als Winzer<br />
hohe Ansprüche an meine Arbeit<br />
in Weingarten und Keller und an<br />
das Ergebnis davon: meine Weine.<br />
Es bereitet mir große Freude, die<br />
spezielle Charakteristik der einzelnen<br />
Rebsorten zu erspüren und präzise<br />
herauszuarbeiten. Die autochthone<br />
Rebsorte St. Laurent hat es mir dabei<br />
übrigens besonders angetan. Unsere<br />
überschaubare Größe von rund<br />
20 Hektar ermöglicht es mir, dem<br />
Wein entsprechend Zeit zu geben,<br />
auf mein Bauchgefühl zu hören und<br />
neue Dinge, die interessant und<br />
vielversprechend wirken, auszuprobieren.<br />
Auf diese Weise möchte ich<br />
ehrliche und reintönige Weine mit<br />
klarer Sortentypizität auf die Flasche<br />
bringen – und diese Qualität und auch<br />
stückweise Verspieltheit der Weine<br />
langfristig garantieren.<br />
Wer uns besuchen möchte, findet<br />
uns in Gols, am nördlichen Rand des<br />
Weinbaugebiets Neusiedlersee. Unsere<br />
Weingärten sind mit 78.759 Rebstöcken<br />
bestockt, davon 70 Prozent<br />
rote und 30 Prozent weiße Trauben.<br />
Wir kultivieren nationale und internationale<br />
Rebsorten.<br />
WEINGUT MARKUS IRO<br />
Neubaugasse 55<br />
7122 Gols<br />
T: +43 2173 2139<br />
wein@markusiro.at<br />
markusiro.at<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 245
ROTWEINGENUSS<br />
Neckenmarkt die Winzer:<br />
Wein aus gutem Grund<br />
und Boden<br />
Die Weine aus Neckenmarkt gehören<br />
zu den Top-Weinen des Mittelburgenlands.<br />
Mit einem Marken-Relaunch<br />
präsentiert sich der ehemalige<br />
Winzerkeller Neckenmarkt ab sofort<br />
als »Neckenmarkt die Winzer«.<br />
Das Versprechen an die Natur und<br />
das hohe Niveau der Weine bleiben<br />
natürlich bestehen. Geschichte und<br />
Tradition bedeuten für die Winzer<br />
Neckenmarkts nicht, sich auf der<br />
Vergangenheit auszuruhen, sondern<br />
mit dem bereits gewonnenen Knowhow,<br />
höchster Qualität und Weitsicht<br />
die Zukunft zu gestalten. Gemeinsam<br />
schaffen die 100 Mitglieder der<br />
Genossenschaft aus vielem das Beste<br />
und bewirtschaften insgesamt rund<br />
280 Hektar. Die Trauben der Mitglieder<br />
bilden die Grundlage für hervorragende,<br />
gebietstypische Rotweine.<br />
NECKENMARKT DIE WINZER<br />
Harkauer Weg 2<br />
7311 Neckenmarkt<br />
T: +43 2610 42388<br />
diewinzer@neckenmarkt.at<br />
neckenmarkt.at<br />
Seit Generationen mit<br />
dem Land verbunden<br />
Am östlichen Rand des Wagrams<br />
befinden sich fruchtbare Lösshänge.<br />
Durch die Kombination aus traditionellem<br />
und modernem Wissen in<br />
der Kellerwirtschaft und die zusätzlich<br />
schonende und kontrollierte<br />
Vinifizierung kreieren wir naturnahe<br />
und qualitätsbewusste Weine.<br />
WEINGUT SIEGERT<br />
Horner Straße 22<br />
37<strong>01</strong> Großweikersdorf<br />
T: +43 2955 70385<br />
weingut-siegert.at<br />
Weingut Tobias Zinniel<br />
Geschichtsträchtiger Boden, Leidenschaft<br />
und Erfahrung des Winzers<br />
bieten die Basis für hervorragende<br />
Weine aus Mönchhof, der ältesten<br />
Weinbaugemeinde <strong>Österreich</strong>s. In<br />
jeder Flasche findet sich die Handschrift<br />
des Winzers und wartet<br />
darauf, entdeckt zu werden!<br />
WEINGUT TOBIAS ZINNIEL<br />
Neustiftgasse 63–65<br />
7123 Mönchhof<br />
T: +43 664 4997400<br />
weingut-zinniel.at<br />
Wein, der von seiner Herkunft<br />
erzählt<br />
In Göttlesbrunn, dem Herzen Carnuntums, wo<br />
Weine unverwechselbarer Herkunft entstehen, liegt<br />
das Weingut Taferner. Franz und Karoline Taferner<br />
lieben das, was sie tun, und das schmeckt man in<br />
ihren Weinen! Ihre Weingärten befinden sich auf den<br />
sonnigen Südhängen inmitten der idyllischen Landschaft<br />
des Arbesthaler Hügellands. Schwere Böden<br />
mit Lehm und Löss, Sand und Schotter bieten den<br />
kräftigen, ausdrucksvollen Rotweinen und den<br />
eleganten, vollmundigen Weißweinen allerbeste<br />
Bedingungen.<br />
»Wir glauben, dass echte Weinqualität im<br />
Weinberg und nicht im Keller erzeugt wird. Aus<br />
diesem Grund werden unsere 25 Hektar Weingärten<br />
biologisch und nachhaltig bewirtschaftet«, so<br />
Franz Taferner. Der Fokus wird hier auf autochthone<br />
Rebsorten gelegt, die das Terroir und das Weinbaugebiet<br />
Carnuntum auf unverwechselbare Art und<br />
Weise widerspiegeln. Und das sind in erste Linie<br />
Zweigelt und Blaufränkisch – gerne auch in Kombination<br />
mit internationalen Rebsorten.<br />
Doch auch Chardonnay und Weißburgunder<br />
genießen hier die geologischen und klimatischen<br />
Vorzüge der Region. Sie profitieren von den klimatischen<br />
Einflüssen des pannonischen Klimas und<br />
der Donau.<br />
»Die Auswahl unserer Rebsorten wurde mit<br />
großer Aufmerksamkeit für jeden einzelnen<br />
Weinberg getroffen – sein Boden, seine Lage und<br />
unser Verständnis davon, was sie dazu bringt, die<br />
besten Weine zu produzieren«, erklärt Karoline<br />
Taferner. Wein, der zeigt, woher er kommt und wer<br />
ihn gemacht hat – der Boden, das Klima und die<br />
Menschen, die ihn jeden Tag beeinflussen.<br />
Zu finden sind die Weine des Weinguts Taferner im<br />
Fachhandel, Lebensmittelhandel und natürlich im<br />
Online-Shop.<br />
WEINGUT TAFERNER<br />
Pfarrgasse 2<br />
2464 Göttlesbrunn<br />
T: +43 2162 8465<br />
weingut@tafi.at<br />
tafi.at<br />
ADVERTORIAL Fotos: beigestellt<br />
246<br />
falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
#glaubandich<br />
erstebank.at<br />
sparkasse.at
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KENNENLERNEN<br />
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dem Weinguide <strong>Österreich</strong>/ Südtirol 2020 / <strong>2021</strong>.<br />
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WIENER STÄDTISCHE<br />
WIENER STÄDTISCHE: MIT<br />
SICHERHEIT IN DIE ZUKUNFT<br />
Ralph Müller hat im Jänner <strong>2021</strong> die Leitung der Wiener Städtischen übernommen.<br />
Im Interview spricht er über seine Ziele, Zukunftstrends & das Thema Sicherheit.<br />
FALSTAFF Herr Müller, Sie sind seit<br />
Jahresanfang Generaldirektor der Wiener<br />
Städtischen. Wie war der Start in diese<br />
neue Aufgabe?<br />
RALPH MÜLLER Sehr positiv, und ich freue<br />
mich, dass ich die Führung der Wiener<br />
Städtischen übernehmen durfte, das ist eine<br />
große Aufgabe! Die Wiener Städtische ist<br />
ein hervorragendes Unternehmen, bestens<br />
am Markt positioniert, verfügt über ein herausragendes<br />
Team, beste Produkte und<br />
moderne Services – und hat Wachstumspotenzial.<br />
FALSTAFF Welche Ziele haben Sie sich<br />
gesetzt, wie wird sich die Wiener Städtische<br />
entwickeln?<br />
RALPH MÜLLER Wir werden an unseren<br />
Werten Sicherheit und Beständigkeit festhalten<br />
– gerade in diesen Zeiten ist es uns<br />
besonders wichtig, den Menschen Halt und<br />
Zuspruch zu geben. Gleichzeitig werden<br />
wir unsere Modernisierung intensivieren,<br />
unseren Kundinnen und Kunden neue Services<br />
und Lösungen anbieten. Tradition, gepaart<br />
mit Innovation, ist aus meiner Sicht<br />
die ideale Mischung, für die die Wiener<br />
Städtische seit jeher steht.<br />
FALSTAFF Stichwort Krise und Corona –<br />
wie geht es der Wiener Städtischen im Hinblick<br />
auf die Corona-Pandemie aktuell?<br />
RALPH MÜLLER Die Wiener Städtische ist<br />
das Flaggschiff der österreichischen Versicherungsbranche:<br />
Auch in herausfordernden<br />
Zeiten steht sie für Halt und Sicherheit,<br />
wächst stärker als der Markt, ist Marktführer<br />
in der Lebensversicherung und Taktgeber<br />
für Produkte und Trends. Das macht<br />
mich stolz.<br />
FALSTAFF Was bedeutet Sicherheit in<br />
Zeiten wie diesen?<br />
RALPH MÜLLER Das Thema Sicherheit ist<br />
wichtiger denn je, das Sicherheitsbedürfnis<br />
der Menschen steigt gerade in Krisenzeiten<br />
an. Deswegen steht unsere aktuelle Werbekampagne<br />
auch unter dem Motto »Füreinander<br />
sorgen«. Wir wollen damit zeigen,<br />
dass wir für unsere Kundinnen und Kunden<br />
da sind.<br />
FALSTAFF Mit welchen Zukunftstrends<br />
setzen Sie sich auseinander?<br />
RALPH MÜLLER Die Bandbreite ist riesig:<br />
Vor allem beschäftigt uns der weitere zügige<br />
Ausbau unserer Digitalisierungsoffensive<br />
und neue Risiken wie beispielsweise Autonomes<br />
Fahren, E-Mobilität, Smart Home<br />
oder Cyberkriminalität. Ganz wichtig sind<br />
auch die Megatrends Pflege und Gesundheit<br />
– hier sowohl die Vorsorge als auch die<br />
Absicherung bei Krankheit oder Unfall. Es<br />
gibt viel zu tun!<br />
FALSTAFF Wie entspannen Sie?<br />
RALPH MÜLLER Sport spielt eine große<br />
Rolle – ich bin begeisterter Tennisspieler<br />
und gehe gerne laufen. Darüber hinaus ist<br />
mir die Zeit mit meiner Familie und meinen<br />
Freunden sehr wichtig. Und ich esse auch<br />
gerne, vorwiegend mediterrane Gerichte.<br />
ADVERTORIAL Foto: © Ian Ehm<br />
INFO<br />
Mehr unter:<br />
wienerstaedtische.at<br />
feb–mär <strong>2021</strong> falstaff 249
epilog / NACHGEFRAGT<br />
SAGEN SIE EINMAL,<br />
MARTIN STROHBECK …<br />
MARTIN STROHBECK<br />
Der Reiseunternehmer aus Stuttgart<br />
ist ein Wunscherfüller. Er hat<br />
sich auf Luxusurlaube für betuchtes<br />
Pub likum spezialisiert – mit Traumzielen<br />
wie den Malediven, den Seychellen oder<br />
Safari-Lodges in Afrika. Wie hat er sich in<br />
der Corona-Krise geschlagen? Ein<br />
Anruf bei einem über raschend<br />
glücklichen Reiseveranstalter.<br />
WOHIN GEHT<br />
DERZEIT DIE REISE?<br />
FALSTAFF Herr Strohbeck, ich erreiche Sie unter Ihrer Festnetznummer – Sie sitzen trotz Corona-Krise im Büro?<br />
STROHBECK Ja – natürlich mit Maske! Das ganze Jahr über hatten wir viel zu tun.<br />
Das unterscheidet Sie offenbar von anderen Reiseveranstaltern. Die Welttourismusorganisation erwartet für 2020 einen Einbruch<br />
der Reisewirtschaft um 70 Prozent. Uns hat es auch getroffen, aber nicht so hart wie den Branchenschnitt. Das Jahr war<br />
für alle gut, bis Mitte März, dann kamen die Reisewarnungen mit Lockdown und Einstellung des Flugverkehrs. Aber im<br />
Herbst hat die Nachfrage deutlich angezogen, und seither brummt es, als würde es kein Corona geben.<br />
Machen Sie momentan das Geschäft Ihres Lebens? Die dunklen Monate sind für uns immer die stärkste Zeit des Jahres.<br />
Aber ja, es könnte sein, dass wir den besten Dezember aller Zeiten hatten. Meine Erwartungen wurden übertroffen.<br />
Was haben Sie anders gemacht als andere? Zum einen waren wir im Frühjahr großzügig, was die Rückabwicklung<br />
anging. Wenn jemand sein Geld zurückhaben wollte, hat er es innerhalb eines Tages bekommen. Die Leute hatten<br />
Vertrauen, uns wurde nie mit dem Anwalt gedroht. Außerdem bin ich optimistisch geblieben. Das habe ich auch<br />
meinen Mitarbeitern gesagt, wenn die Stimmung unten war: Leute, Kopf hoch, das wird zurückkommen.<br />
Welche Ziele sind angesagt? Vor allem die Malediven und Lodges in Afrika. Malediven, weil man niemandem<br />
auf dem Schoß sitzt, sondern unendlich viel Platz hat. Es gibt keinen Publikumsverkehr.<br />
Und Afrika, in einer Lodge, da ist man eben auch weit weg von der Zivilisation.<br />
Sie können alle Wünsche erfüllen? Logisch, wir arbeiten in voller Mannschaftsstärke<br />
und haben niemanden entlassen, sondern sogar eingestellt im<br />
Juli. Ich habe mich mental gegen die Krise gestemmt und an<br />
das Gute geglaubt, und wer ans Gute glaubt,<br />
bekommt das auch.<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
250 falstaff feb–mär <strong>2021</strong>
WENN<br />
WIR WISSEN<br />
MÜSSEN,<br />
WAS PASSIERT.<br />
WENN’S DRAUF ANKOMMT.
LONGITUDE. LATITUDE. ATTITUDE.<br />
Portugieser Chronograph. Ref. 3716:<br />
Das funktionale Design der Portugieser ist von den<br />
nautischen Decksuhren inspiriert, die früher an<br />
Bord von Schiffen für die Navigation eingesetzt<br />
wurden. An dieses Erbe erinnert die Portugieser<br />
Chronograph mit ihrem klaren, einfach ablesbaren<br />
Zifferblatt. Die zwei vertieften Totalisatoren und der<br />
mit einer Viertelsekundenskala bedruckte Réhaut<br />
wiederum verleihen dieser zeitlos eleganten Uhr<br />
eine subtile sportliche Note. Neu wird der Design-<br />
Klassiker vom IWC-Manufakturkaliber 69355<br />
angetrieben, das sich durch einen Sichtboden<br />
betrachten lässt. Mit diesem Präzisionsinstrument<br />
am Handgelenk navigieren Sie zielsicher und<br />
mit stilvollem Understatement durchs Leben.<br />
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IWC Schaffhausen Boutique · Graben 12, 1<strong>01</strong>0 Wien · Telefon-Nr.: +43 1 512 12 20 · E-Mail: iwcboutiquewien@bucherer.at