2021/03 - FRIZZ Magazin

suedwest.presse

MÄRZ 2021 · NR. 340 · UNBEZAHLBAR

STADTGESCHICHTEN

Tatort: Messi-Wohnung -

Marcell Engel im Einsatz. S. 20

STADTGESPRÄCH

Textil-Ingenieur Thomas Kinseher

macht Westen wieder weiß. S. 10

WASCHTAG

Schwäbische Reinlichkeit, verbotene

Nacktheit und das Klischee vom

romantischen Waschsalon. S. 14


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INHALT

IM MÄRZ

GROSS REINEMACHEN

Der Frühling steht vor der Tür. Zeit,

mal so richtig sauberzumachen. Wie

jedes Jahr nehme ich mir vor, die

Wohnung gründlich von oben bis unten

durchzuputzen. Wie jedes Jahr

bleibt es vermutlich bei dem Vorhaben,

auch wenn Besen, Staubsauger

und Reinigungsmittel schon parat

stehen.

Um den „Waschtag“ geht es auch in

der neuesten FRIZZ-Ausgabe. Meine

Empfehlung: lasst den Staubwedel

Staubwedel sein, macht’s euch gemütlich

und blättert im neuen Heft. Neben

dem Titelthema, in dem wir uns

mit der guten, alte Kehrwoche, Ulmer

Badehäusern und gar nicht mal so

romantischen Waschsalons auseinandersetzen,

geht es in den Stadtgeschichten

um Tatortreiniger Marcell

Engel. Er erzählt wie er zu seinem

Beruf kam und von einem Fall, den er

kürzlich in der Nähe von Ulm bear-

beitete. Ein weiterer „Wasch-Experte“

kommt im Stadtgespräch zu Wort.

Textilingenieur, Reinigungsbesitzer

Thomas Kinseher erzählt unter anderem,

warum es Zeitverschwendung

ist, Rotweinflecken zuhause mit Salz

einzustreuen.

Natürlich dreht sich im aktuellen

FRIZZ nicht alles ums Saubermachen.

Unter anderem werfen wir einen

Blick in die Küche vom „Mommos“,

stellen euch die „Studies von

nebenan“ vor und einige Filmtipps

der Redaktion gibt es auch noch.

Randvoll das Heft und deutlich unterhaltsamer

als die Wohnung durchzuwischen.

Macht’s gut und bis demnächst,

14

20

Foto: Ulrike Hoche

08

Foto: Marc Hörger

10

30

04 STADTLEBEN

Alles rund um die Doppelstadt und

die Studies von nebenan

10 STADTGESPRÄCH

Textilingenieur und Reinigungsinhaber

Thomas Kinseher

14 WASCHTAG – PUTZEN BIS

ES BLITZT UND BLINKT

Schwäbische Ordnung, Badestuben

und der Besuch im Waschsalon

20 STADTGESCHICHTEN

Tatortreiniger Marcell Engel über

seinen ersten Fall und mehr

24 SPECIAL

Ausbildung, Studium und duales

Studium

28 FRIZZ-KIDS

Fotowettbewerb für junge Leute

im Ulmer Stadthaus

30 KÜCHENZAUBER

Tamaras Tipp: Leckere Bagels |

Blick in die Küche bei „Mommos“

32 ENTERTAINMENT & MEHR

Macht ihr mal sauber -

Filmtipps der Redaktion

34 LETZTE SEITE

Das Letzte kommt zum Schluss |

Impressum

3

Foto: Caspar Arnhold

Foto: Stefanie Müller


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

HYDES-TOWER

KEIMFREI IM BAUHAUSSTIL

Fünf Jahre vor dem Ausbruch der Pandemie reist Tim Lehner

durch Hongkong. An vielen Ecken fallen ihm die schicken Desinfektionsspender

auf. Mit seinem Freund Gunnar Schipp entwirft

er Prototypen für den deutschen Markt. Als sich das Virus in

Europa ausbreitet, holen sie die alten Skizzen aus der Schublade.

Heute ist Lehner 25 Jahre alt und lebt mit seinem besten Kumpel

Gunnar Schipp, ebenfalls 25 und Ulmer, in Bremerhaven. Sie

wohnen in einer WG und belegen denselben Studiengang: „Gründung,

Innovation, Führung“. „Bundesweit der einzige in dieser

Form“, erklärt Lehner. „Sonst hätte es uns wohl nicht hierher

verschlagen.“ Ulm sei zwar die „deutlich schönere Stadt“, aber

momentan freue sich das Duo darüber, knapp 700 Kilometer von

der Heimat entfernt arbeiten zu können – ohne Ablenkung. Denn

was Lehner und Schipp morgens im Studium lernen, setzen sie

abends praktisch um.

Tim Lehner (links) und Gunnar Schipp haben ihren „Hydes-Tower“ schon an mehr als

50 Firmenkunden verkauft. | Foto: Hydes

Desinfektions-Säule als „Must-have“

Sie haben die Geschäftsidee von damals aufgegriffen und verkaufen

seit Dezember unter dem Namen „Hydes“ selbst entwickelte

Desinfektionssäulen. „Jetzt ist natürlich die beste Zeit,

um unser Produkt groß zu machen“, betont Schipp. Die Vision:

die vom Bauhausstil inspirierten, minimalistisch gestalteten

Spender zum „Must-have“ für deutsche Unternehmen machen.

Die Gründer haben ein Ladengeschäft in der Hafenstadt angemietet.

Hier lagern sie ihre Produkte, diskutieren neue Strategien

und telefonieren mit Kunden. Knapp 50 Exemplare haben

Lehner und Schipp bereits verschickt, sie verkaufen in erster Linie

an Firmen. Die Säulen – wahlweise in weiß oder anthrazit

– sind 140 Zentimeter hoch und 16 breit, die Oberfläche besteht

aus galvanisiertem Stahlblech mit Pulverbeschichtung. Sobald

der Benutzer seine Hand in den Sprühkanal hält, aktiviert ein

eingebauter Sensor eine Pumpe, die das Desinfektionsmittel portioniert.

Eine Düse zerstäubt die Flüssigkeit blitzschnell, sodass

feine Tröpfchen auf der Haut landen. „Wir haben dieses System

für unser Produkt weiterentwickelt“, erzählt Schipp.

Text: Alexander Kern

hydes.de

VOM BANKKAUFMANN

ZUM GROSSGASTRONOM

4

Okan Aktas hat ein weiteres Lokal eröffnet, das „Kobés CigKöfte“. | Foto: privat

Das Kobés in Söflingen kennen

viele Ulmer. Seit drei Jahren

existiert das Steak- und Burgerrestaurant

an der Straßenbahn-Endhaltestelle

schon. Inhaber

Okan Aktas hat nun ein

weiteres Lokal eröffnet – gerade

mal 100 Meter vom „Kobés“

entfernt. Hier wird aber genau

das Gegenprogramm von

Steaks und Burgern gefahren:

Hier gibt es nämlich nur vegan.

Das „Kobés Cigköfte“ serviert

eben jene kleinen Klößchen

namens Cigköfte. Diese bestehen

aus Bulgur oder Weizen,

das mit Tomatenmark und Gewürzen

vermischt wird. „Das

ist perfekt für Gruppen oder

Paare, wenn ein Vegetarier

oder Veganer dabei ist“, sagt

der gelernte Bankkaufmann.

„Der eine holt sich im Kobés

seinen Burger, der andere im

anderen Laden Cigköfte.“

Weitere Filialen in Sicht

Während des Lockdowns kann

man in beiden Lokalen vorbestellen

und sein Essen abholen.

Übrigens ist das noch nicht das

Ende der Fahnenstange: Aktas

will mit seinem Kobés weiter

wachsen: „In Stuttgart habe

ich bereits ein Lokal gefunden,

hier geht nach der Pandemie

ein weiteres Kobés an den

Start. Und auch in Ulm und in

den Stadtteilen könnte ich mir

weitere Filialen vorstellen.“

kobesoriginal.com

Text: Kerstin Auernhammer


WAS GEHT BEIM

ULMER ZELT?

WILDE IDEE

WINTER-DRIVE-IN

Wie das Ulmer Zelt 2021 aussehen wird, ist noch unklar. | Foto: Daniel Grafberger

Normalerweise laufen um diese Jahreszeit die Vorbereitungen

fürs Ulmer Zelt auf Hochtouren. Die Verträge mit den Künstlern,

die auftreten, sind längst abgeschlossen, die Planungen

fürs Kinderprogramm und für die Flohmärkte laufen, das

Programmheft ist gedruckt und auch der Vorverkauf läuft.

Dieses Jahr aber ist alles anders. Schon letztes Jahr war die

Veranstaltungsreihe abgesagt worden, es fanden nur einzelne

Konzerte in Zusammenarbeit mit der Wilhelmsburg statt. „Ich

bin seit fast einem Jahr in Kurzarbeit, von 90 auf 20 Prozent“,

sagt Adrian Büsselmann, der fürs Sponsoring und für die Öffentlichkeitsarbeit

zuständig ist. Normalerweise würde er jetzt

gerade mit Partnern verhandeln, die einzelne Konzerte oder

Aufführungen sponsern: „Aber das ist natürlich gerade extrem

schwierig, man weiß ja nicht: Findet es überhaupt statt?“

Feilen am Alternativplan

Wobei sich Büsselmann sicher ist: „Es wird ein Ulmer Zelt geben.

Aber wie das aussieht, das weiß man nicht.“ Einige Verträge

mit Künstlern stehen noch, wobei „die großen, die internationalen

Künstler erst wieder ab 2022 planen.“ Trotzdem,

irgendetwas wollen die Zelt-Macher auf die Beine stellen.

„Momentan arbeiten wir in unseren Projektgruppen an neuen

Plänen, es ist aber noch nichts spruchreif.“ Nur eins ist laut

Büsselmann sicher: Es gibt eine Deadline. „Ende April müssten

wir das Zelt aufstellen. Da kommen dann über 30 Container, ein

Kran hilft beim Aufstellen.“ Die Spielzeit sollte eigentlich vom

19. Mai bis 3. Juli gehen.

Der Wintermarkt ist auch bei „Sauwetter“ gut besucht | Foto: Stefanie Müller

In Langenau, genauer gesagt im Hotel Lobinger in der Hindenburgstraße,

gibt es seit einigen Wochen einen Drive-In-Wintermarkt.

Das sind sechs Hütten auf dem Parkplatz des Hotels mit

einem wilden Angebot! Von der Feuerwurst über Wildschwein

bis hin zu Rehburgern gibt es hier Leckeres direkt aus der heimischen

Produktion der Familie Lobinger. „Beim ersten Mal

sind wir regelrecht überrannt worden – wir hätten nie mit dem

Zuspruch gerechnet“, erinnert sich Hotelbesitzerin Jessica Düsenberg.

„Inzwischen machen wir es das sechste Mal und sind

super organisiert. Einmal in der Woche kommen dazu alle unsere

Mitarbeiter zusammen, die sonst in Kurzarbeit sind und Sonntagabend

geht es dann los.“ Jeweils von 16-19.30 Uhr kann jeder

über den Parkplatz fahren und sich mit leckerem Essen eindecken.

Dabei bleibt man einfach im Auto sitzen. Die Bestellungen

nehmen fünf „Runner“ an – die schreiben die Bestellungen auf,

packen alles in Tüten ein und flitzen hin und her, am Ausgang

wird bezahlt. „Ganze Familien kommen hier im Auto vorbei, ein

echtes kleines Highlight für alle“, so Düsenberg.

Text: Stefanie Müller

lobinger-hotels.de

Wunsch nach klaren Ansagen

Wie vielen in der Kulturbranche macht auch den Zelt-Verantwortlichen

die Unsicherheit das Leben schwer. „Das ist schon

sehr frustrierend: Man entwickelt Konzepte, hält alle Vorgaben

ein, dann kommen neue Richtlinien und alles ist für die

Katz.“ Was Büsselmann und der künstlerische Leiter Jan Ilg

sich wünschen, sind klare, langfristige Ansagen aus der Politik:

„Niemand in unserer Branche plant einen Monat voraus,

meist sind es zwei, drei Monate oder ein halbes Jahr.“ Das zeige

auch die frühe Absage des Schwörmontags, die Büsselmann

übrigens „vollkommen richtig“ findet. Die Stadt habe damit ein

wichtiges positives Signal gesetzt: „Kein Risiko eingehen!“

Text: Kerstin Auernhammer

ulmerzelt.de

5


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

LEIDER NUR AUS LEGO

EINSTEIN IST ZURÜCK IN ULM

Dass Albert Einstein in Ulm geboren ist, weiß jedes Kind. Doch

Spuren seines Lebens gibt es fast keine – was wohl auch daran

liegt, dass er nur 15 Monate in der Donaustadt gelebt hat. Doch

die Stadt Ulm will künftig mehr mit ihrem bekannten Sohn werben

– und vielleicht den einen oder anderen Touristen anlocken.

Ein Haus mit 15.000 Steinen

Ein Baustein ist eine große Ausstellung, die Ende nächsten Jahres

im „Haus Engländer“ am Weinhof 19 eröffnen soll. Dafür

laufen gerade die Vorbereitungen, Kurator Ingo Bergmann stellt

die Ausstellung zusammen. Ein witziges Stück der Ausstellung

ist ein Lego-Nachbau von Einsteins Geburtshaus. Das Gebäude

in der Bahnhofstraße gibt es heute nicht mehr, es wurde im

Zweiten Weltkrieg zerstört. Allerdings existieren im Stadtarchiv

Bilder – und genau die hat sich Volker Beker vorgenommen. Er

ist Vorsitzender der „Klötzlebauer“, einer Gruppe Lego-Begeisterter

aus der Region. „Einige Details und die Farben sind spekulativ,

ich habe mich aber an anderen Gebäuden in Ulm aus dieser

Epoche orientiert“. 15.000 Steine hat Beker verbaut. Besonderer

Clou: Figuren beleben die Szenerie und wer ganz genau hinschaut,

kann sogar eine Mama mit Baby im Wickeltuch erkennen

– ob das wohl Baby-Albert ist?

Text: Kerstin Auernhammer

Aus 15.000 Lego-Steinen besteht Einsteins Geburtshaus.| Fotos: Stadtarchiv Ulm

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6


DER BUBBLE-TEA

IST WIEDER DA

ENDLICH UNTER UNS

RADIO FÜR FRAUEN

Die Bar „Bobo“ bringt den Bubble-Tea zurück nach Ulm.| Foto: Leon Hoang

Für die meisten Gastronomen klingt das eher nach einem flachen

Witz als nach einer plausiblen Geschäftsidee. Doch Leon Hoang

macht ernst. Seit Ende Januar findet man seine Bar „Bobo“ in der

Deutschhausgasse 9. Der 49-Jährige schenkt auf einer Fläche von

rund 20 Quadratmetern selbstgebrühte quietschbunte Teevariationen

mit geleeartigen Perlen aus. Bubble-Tea? Da war doch mal

was, werden sich viele Ulmer denken. Und tatsächlich: Anfang der

2010er-Jahre schossen die Bars hierzulande wie Pilze aus dem

Boden – auch in der Donaustadt gab es mehrere Anlaufstellen.

Zu Unrecht in Verruf geraten

Doch als Wissenschaftler der RWTH Aachen im Sommer 2012

berichteten, dass sie gesundheitsschädliche Stoffe im neuen Modegetränk

gefunden hätten, war der Trend am Ende. Bei einer

amtlichen Untersuchung konnte das Verbraucherschutzministerium

schließlich nichts nachweisen und stufte das Produkt

als unbedenklich ein. Trotzdem dauerte es mehrere Jahre, bis in

den deutschen Großstädten wieder Bars eröffneten. Hoang hat

die Entwicklung lange beobachtet und jetzt sei auch Ulm wieder

bereit für das farbenfrohe und stark gesüßte Teegemisch. Pandemiebedingt

darf er seine Getränke aktuell nur zum Mitnehmen

verkaufen.

Seit Anfang Februar digital empfangbar: anna.FM. | Foto: anna.FM

Laut Statistiken nutzen mehr Frauen als Männer das Medium

Radio. Sie hören nicht nur häufiger, sondern auch länger.

Aus diesem Grund brachte das Medienhaus Südwest Anfang

Februar den digitalen Sender „anna.FM“ an den Start. Hinter

dem Medienhaus stehen dabei das „Funkhaus Freiburg“, „die

neue welle“ aus Karlsruhe und „Donau 3 FM“ aus Ulm. Der

Sender-Slogan „Endlich unter uns” soll direkt klarmachen,

dass sich das Programm inhaltlich und auch in der Weise,

wie die Themen angegangen werden, klar auf Frauen konzentriert.

Text: Dominik Schele

anna.fm

Text: Alexander Kern

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7


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

„WIR SIND JETZT

ÖFTER HIER“

Direkt neben der FRIZZ-Redaktion wohnen die Studenten

Tobias, Sabrina und Felix. Was die drei außer

studieren noch alles treiben, verraten sie jeden Monat

im FRIZZ. Doch jetzt stellen sie sich erstmal vor.

DIE

STUDIS

VON

NEBENAN

TEIL 1

8

Sabrina (25) –

die mit dem grünen Daumen

„Mein Name ist Sabrina. Ich bin 25 Jahre

alt. Ich studiere Informatik im zweiten

Mastersemester an der Universität Ulm.

Im Jahr 2020 habe ich die Avocado für

mich entdeckt und auch das Einpflanzen

der Kerne liebgewonnen. Nachdem ich

eine Avocado gegessen habe, trockne ich

den Kern und einen Tag später piekse ich

ihn auf Zahnstocher auf und setze ihn

auf ein kleines Gefäß mit Wasser. Dann

wird jeden Tag geschaut, ob sich was tut.

Wenn die Avocado eine Wurzel hervorbringt,

kann man fast täglich sehen, wie

sie wächst! Für mich stellen Pflanzen

eine wunderschöne Ergänzung der Wohnung

dar und ich fühle mich mit ihnen

sehr wohl.“

Felix (22) –

der Sportliche

Ich studiere Biochemie im dritten Semester.

Wenn das Wetter gut ist, spiele ich

mit meinen Freunden gerne Volleyball

am See. Im Winter gehe ich Ski fahren

und arbeite neben dem Studium als Ski-

Lehrer. Viele meiner Freunde und ich

fahren gerne Skateboard und versuchen

uns an Tricks. Anfänglich lernt man eigentlich

nur das Hin- und Herfahren,

bis man dann versucht mit dem Board zu

springen, „Olly“ nennt sich das. Mittlerweile

probieren wir uns auch an schwierigeren

Tricks, wie das Board zu „flippen“.

Es dreht sich dann während des

Sprungs um seine eigene Achse.

Tobias (30) –

der, der nix anbrennen lässt

Ich bin seit Sommer 2020 fertig mit Studieren

und voll am Arbeiten. Seit meinem

Abschluss bin ich als wissenschaftlicher

Mitarbeiter an der Universität angestellt

und fange in den kommenden Monaten

meine Doktorarbeit an. Die meiste Zeit

arbeite ich von zu Hause aus.

Meine Freunde und ich kochen und backen

gerne zusammen. An Weihnachten

haben wir Pralinen als Geschenk für die

Familie gemacht, gefüllt mit Himbeer-

Creme, Schoko-Likör oder Nougat. Dafür

haben wir über mehrere Tage Schokolade

geschmolzen und Formen gegossen, was

gut 30 Stunden Arbeit war. Die Pralinen

waren sehr lecker und kamen gut an!

Avocado, Skateboard und Ofenhandschuh: designed by Freepik


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STADT

GESPRÄCH

DER MEISTER PROPER

VON ULM

Den Namen Kinseher haben die meisten Ulmer schon mal

gehört. Thomas Kinseher ist Textilingenieur und betreibt

zwei Reinigungen. Er weiß, wie die Weste wieder rein wird.

FRIZZ: Herr Kinseher, gibt

es eigentlich den typischen

Reinigungskunden oder einen

Reinigungsklassiker?

Thomas Kinseher: Früher

kamen überwiegend Frauen

in die Reinigung, sie haben oft

den Gang zur Reinigung für

ihre Männer erledigt. Heute

sind es dagegen viele junge

Männer, die ihre Anzüge und

hauptsächlich Hemden zum

Waschen und Bügeln bringen.

Hier kommt ein Einwurf von

Silvana Licciardo, einer langjährigen

Mitarbeiterin in der

Reinigung, die schmunzelnd

sagt: „Sie müssen am Montag

oder am Mittwoch vorbeikommen,

da stehen die jungen

Männer Schlange vor der Tür!

Welche Textilien werden

chemisch gereinigt, welche

kommen auch in der Reinigung

in die Waschmaschine?

Als ich anfing, wurden nahezu

alle Textilien, die Kunden zu

uns brachten, chemisch gereinigt.

Heute wird auch bei uns

ungefähr die Hälfte ganz klassisch

gewaschen. Wir haben

für Kleidungsstücke, die ein

Reinigungszeichen im Etikett

haben, die moderne Waschtechnik

Wet-Clean. So können

wir Textilien mit nassgebundenen

Flecken – wie z. B. Blut

oder Wasserränder – ganz

schonend waschen, ohne dass

die Fasern aufquellen. Unsere

Kunden wollen einfach eine

Lösung und wir finden die für

jedes Stück, ob gereinigt oder

gewaschen.

Gibt es hartnäckige Flecken,

die auch Ihr Team nicht

mehr rausbekommt?

Ja klar. Ich sage zu den Kunden

manchmal, das hier ist

ein Reparaturversuch. Das

Material, also die Fasern, oder

auch die Stofffärbung setzen

uns da schon manchmal Grenzen.

Wenn Sie einen Fleck auf

einem dunkelroten Blouson

bearbeiten, dann kann man

da nicht mit allem ran. Sonst

ist am Schluss der Fleck zwar

weg, aber auch ein Großteil

der Farbe. Und natürlich dürfen

wir nicht mehr so schön

wirksame Chemikalien wie

früher verwenden (lacht).

Was ist besser? Am Rotweinfleck

schon mal zuhause rubbeln

und Salz drauf streuen

oder gleich ab in die Reinigung

mit dem guten Stück?

Das ist Zeitverschwendung!

Am besten ist es, wenn das

Kleidungsstück so bald wie

möglich in die Reinigung

kommt. Denn auch das Alter

der Flecken spielt bei der Frage,

ob alles wieder rausgeht,

eine Rolle.

Wie funktioniert eigentlich

das chemische Reinigen?

Man kann sich das so vorstellen:

In die normale Waschmaschine

läuft Wasser, das

schmutzige Wasser gelangt

nach dem Waschen in die Kanalisation.

Bei der Reinigung

läuft ein Fettlösemittel in die

Maschine. Die Kleidung wird

auch nass, aber die Textilfasern

quellen nicht auf, das ist

wesentlich schonender als

herkömmliches Waschen. Das

Lösemittel fließt danach nicht

in die Kanalisation, sondern

wird von uns destilliert und

wiederverwendet.

Was reinigen Sie und Ihr

Team am liebsten?

Wir reinigen fast alles, bekommen

auch Schuhe, Lederjacken,

Stühle und Teppiche

sauber. Prio 1 haben bei uns

aber auf jeden Fall die ganz

Kleinen, wenn sie ihre geliebten

Kuscheltiere abgeben. Die

Kleinen wollen wir nicht enttäuschen,

sie sollen ihre Lieblinge

so schnell wie möglich

wiederbekommen – das sind ja

auch die Kunden von morgen.

Ist der Waschtag Frauensache?

Oder beschäftigen Sie

auch Männer?

Wir beschäftigen zu 95 Prozent

Frauen in den Reinigungen.

Das Bügeln erfordert

10


Zur Person

Der Ulmer Textil- und

Wirtschaftsingenieur

Thomas Kinseher hat

eine Textilreinigung in

der Ulmer Olgastraße

und eine Filiale im Rewe

in der Wielandstraße.

Er ist verheiratet

und hat zwei erwachsene

Kinder. Kinseher

zog als Kind mit seinen

Eltern von München

nach Ulm, wo sein Vater

in den 60er-Jahren

eine Reinigung in der

Pfauengasse eröffnete.

Dort half der kleine

Thomas oft schon mit

und leerte gewissenhaft

die Taschen, bevor die

Kleidungsstücke gereinigt

wurden. Über sich

selbst sagt er, dass er

schmutzige Kleidung

einfach nicht sehen

kann. Sogar im Urlaub

benutze er die Waschmaschine,

wenn eine

vorhanden sei. Auch

wenn seine Frau deshalb

manchmal lachend

die Augen verdreht.

Foto: Ulrike Hoche

11


STADT

GESPRÄCH

Die Kuscheltiere der jüngsten Reinigungskunden werden von Thomas Kinseher und seinem Team liebevoll und besonders zügig gereinigt. | Foto: Ulrike Hoche

Oberste Priorität haben

bei uns in der Reinigung die

ganz Kleinen, wenn sie ihre

Kuscheltiere abgeben.

auf jeden Fall eine handwerkliche

Geschicklichkeit, auch

wenn immer mehr maschinell

gemacht wird. Das kann

nicht jeder, denn die Kleidung

spricht zu einem. Das ist ein

bisschen wie Geigespielen.

Man kann ein paar einfache

Lieder lernen, aber ob man

dann in einem Orchester spielen

kann? Wir haben hier auf

jeden Fall ein sehr gutes Symphonieorchester

(lacht).

Was passiert eigentlich mit

den Kleidern, die nicht mehr

abgeholt werden, und wie

viele kommen da zusammen?

Das sind schon so zwischen

70 und 100 Kleidungsstücke

pro Jahr. Wir sind gesetzlich

verpflichtet, sie ein Jahr lang

aufzubewahren. Zur Sicherheit

lagern wir die herrenlosen

Teile nochmal ungefähr ein

Jahr im Keller ein. Dann gehen

sie in die Kleiderspende. Aber

meistens sind das sowieso

nicht die guten Sachen.

Und was ist, wenn ein Kunde

den Abholzettel verloren

hat?

Das ist schon problematischer.

Der Kunde darf uns dann zunächst

das Stück ganz genau

beschreiben. Farbe, Größe,

Marke usw. Aber es ist trotzdem

nicht einfach, in der Menge

zu suchen, vor allem, wenn

es sich um etwas Schlichtes

wie ein weißes Hemd handelt.

Wir nehmen uns aber immer

die Zeit und versuchen zu helfen.

Schon mal was Spannendes

in den Taschen entdeckt?

Brillen, Kulis – die sind oft problematisch

– und auch Fotos.

Aber hierüber schweigen wir

(lächelt). Meine Mitarbeiterin

Silvana Licciardo hat auch mal

ein dickes Bündel Geldscheine

im Anzug eines Amerikaners

gefunden. Die Fundstücke

werden dann separat aufbewahrt

und mit den Kleidungsstücken

rausgegeben.

Als 14-Jähriger war das Taschenkontrollieren

übrigens

meine erste „richtige Aufgabe“

in der Reinigung meines

Vaters. Er hat dann ab und zu

eine 50-Pfennig-Münze in einer

Tasche versteckt, damit ich

motiviert bin.

Kinseh’r Textilpflege GmbH

Olgastr. 103 | 89073 Ulm

Öffnungszeiten:

Mo. - Fr. 7:00 - 19:00 Uhr

Sa. 8:00 - 14:00 Uhr

Internet: www.kinseher.net

Menschen arbeiten in Jogginghosen

im Homeoffice,

es gibt kaum Hochzeiten

und keine Abendveranstaltungen.

Spüren Sie Corona

deutlich?

Ja, das spüren wir natürlich

sehr, wir haben bis zu 50 Prozent

Rückgang im täglichen

Geschäft. Aber ich versuche,

die beiden Reinigungen

weiterhin geöffnet zu halten

– schließlich weiß ich ja

spätestens jetzt, dass wir als

systemrelevant gelistet sind,

weil wir für die Hygiene zuständig

sind.

Eine letzte Frage: Haben Sie

daheim eine Waschmaschine?

Ja klar, ich kann nicht sein ohne

Waschmaschine. Die läuft

viel zu oft, wenn Sie meine

Frau fragen.

Text: Ulrike Hoche

12


STADT

GESCHICHTEN

EIN ENGEL

AM TATORT

Marcell Engel (47) sieht, was anderen verborgen bleibt. Er ist Tatortreiniger.

FRIZZ erzählt er von seinem ersten Einsatz und einem aktuellen Fall.

Der Tatortreiniger legt eine Schutzmaske an die auch bei Ebola zum Einsatz kommt. | Foto: Caspar Arnhold

Frankfurt am Main, 1994. Der 21-jährige

Kfz-Mechaniker und Karosseriebauer

Marcell Engel erhält ein unglaubliches

Angebot, das er nicht ablehnen will. Vor

allem die außergewöhnlichen Fahrzeuge

haben es ihm angetan. Engel, der als Unternehmer

gerne anpackt, unterhält nebenbei

auch einen Abschleppdienst, der

hin und wieder von den öffentlichen Behörden

gerufen wird.

Der erste Fall bleibt unvergessen

Eines Tages wird Engel von der Versicherung

damit beauftragt, einen BMW abzuholen

und erst einmal auf seinem Gelände

zu verwahren. Das Auto, nagelneu. So

schön wie unbezahlbar. Verkehrswert:

120.000 Deutsche Mark. Was daran außergewöhnlich

ist: Das Fahrzeug ist

ein Tatort. Der Innenraum und das feine

Leder – Zeugen eines Suizids. Engel

wird noch am gleichen Tag von der Versicherung

vor eine Wahl gestellt, die er

zu Gunsten des Fahrzeuges entscheidet

und die ihn zu seiner Profession führen

soll. Für 50.000 DM bietet ihm die Versicherung

das Fahrzeug an, sollte er dazu

imstande sein, das Auto eigenständig zu

reinigen. Ein Schauderspiel. Der Selbstmörder

hatte sich mit einer Pistole in den

Kopf geschossen. Die Bestatter nahmen

sich danach lediglich der Leiche an. Alle

sterblichen Überreste klebten nach wie

vor im Innenraum des BMW. Die feinen

silbernen Armaturen von zäher Gehirnmasse

übersät. Allen Warnungen seines

Vaters zum Trotz geht Engel tapfer ans

Werk und macht sich daran, das Fahrzeug

wieder „verkehrsschick“ zu machen.

Als er die letzten Schlieren aus der

Mittelkonsole poliert, wird er nachdenklich.

Er weiß nun, dass er dazu in der

Lage ist, die sterblichen Überreste eines

Menschen zu entfernen. Allerdings auch,

dass ihn das Leben des Verstorbenen

beschäftigt. Was er da gerade entfernt

hat, war ein Mensch in einer vermutlich

ausweglosen Situation. Engel erkennt:

Aus dieser Perspektive wird den Verstorbenen

niemals jemand anders als er sehen

können. Nicht die Angehörigen, die

den Menschen als lebendiges Individuum

kannten. Auch ist es nicht die Sicht,

die der Bestatter auf den Anblick des Verstorbenen

hatte. Nein, er, Marcell Engel,

sieht den Verstorbenen als letzter, mit aller

daraus resultierenden, ehrlichen Konsequenz.

Im selben Augenblick beginnt

Engel mit seiner ersten Ermittlung, um

dem Toten ein letztes Gedenken zu offenbaren.

Der Tatortreiniger ist geboren.

Engel gründet wenig später mit „Akut

SOS Clean“ ein Unternehmen, das sich

mit der Reinigung von Tatorten, aber

auch mit der fachgerechten Desinfektion

und Dekontamination bei Pandemien

und Epidemien auskennt und hochgiftige

Substanzen wie etwa Zyankali entfernt.

Bundes- und weltweit werden seine

Dienstleistungen inzwischen von Behörden

wie dem Militär, Unternehmen aus

Industrie und Gewerbe und von Privatpersonen

in Anspruch genommen. Eine

Filiale von Akut SOS Clean befindet sich

auch in Baden-Württemberg.

Der Tatortreiniger kommt

4. Januar 2021, in der Nähe von Ulm. Ein

Anruf geht im Akut SOS Clean-Headquarter

in Frankfurt ein. Ein Fall für Engel.

Der Mitarbeiter im Süden Deutsch-

14


„Der Geruch dringt

einem durch den

Schutzanzug und

hinterlässt eine olfaktorische

Erinnerung, die

man nie mehr im Leben

los wird …“ Marcell Engel

erwehr und Behörden eine Leiche entdeckt.

Die Bestatter waren bereits mit

der Leiche des Bewohners abgerückt.

„Geh jetzt nach oben“, dirigiert Engel

seinen Mitarbeiter der schwäbischen Außenstelle

behutsam Richtung Schlafzimmer.

Der Mitarbeiter rüttelt an der Tür.

Verschlossen. „Seltsam war das. Wenn

ein Tatort zur Reinigung frei gegeben

ist, ist dieser in der Regel für den Reinigungsdienst

immer zugänglich. Es musste

danach noch jemand da gewesen sein,

der einen Schlüssel zum Haus hatte.

Hast du den Dietrich in der Tasche? Los,

wir gehen da jetzt rein!“ Engels Mitarbeiter

macht sich mit dem Dietrich am

Schloss zu schaffen. Nach einigen Bewegungen

springt die Schlafzimmertür

einen Spalt breit auf. „Das Fenster war

geöffnet und im Raum waren, unge-

Bild 1: Das „Messie“-Haus wird versiegelt. | Bild 2: Marcell Engel bahnt sich einen Weg in das Haus. | Bild 3: Das

Team von Akut SOS Clean beginnt mit den Reinigungsarbeiten. Zehn Mitarbeiter sind vor Ort. | Bild 4: Die erste

Etappe ist geschafft. Insgesamt entfernt das Team 200 Kubikmeter Müll. | Fotos: Akut SOS Clean

lands steht fassungslos im Haustürbogen

eines „Messie“-Hauses. Er bittet um Unterstützung,

bevor er den Chef via Webcam

in das verlassene Haus mitnimmt.

„Es war nahezu unmöglich, die Tür mehr

als eine Handbreit zu öffnen. Der Müllberg

war hüfthoch am Randbereich. Die

Küchenzeile, das konnte man auf den

ersten Blick erkennen, muss seit Jahren

nicht mehr zum Kochen benutzt worden

sein. Sie bildete mit dem Müllberg eine

einzige Fläche.“ Engels Kollege kämpft

sich Zentimeter um Zentimeter eine schmale

Schneise durch das von Gerümpel

überhäufte Einfamilienhaus. „Schau, da

ist noch eine Tür, geh da mal rein“, motiviert

Engel seinen Mitarbeiter.

„… bist Du noch da?“ Engels Mitarbeiter

antwortet nicht. Hinter der Tür verbirgt

sich ein Badezimmer. Überfüllt mit Fäkalien.

„In der Toilette, der Duschtasse,

selbst im Waschbecken. Das ist eine Geruchswelt,

die man sich nicht vorstellen

kann“, weiß Engel aus Erfahrung. „Der

Geruch dringt einem durch den Schutzanzug

und hinterlässt eine olfaktorische

Erinnerung, die man nie mehr im Leben

los wird…“ Engel schildert unbeirrt weiter:

„Wir sind also noch im Erdgeschoss.

Das Ziel liegt aber im Schlafzimmer im

oberen Stock.“

Unmittelbar zuvor wurde hier von Feuwöhnlich

für diese Jahreszeit, hunderte

von Fliegen. Da erkannte ich das Hauptproblem

des Verstorbenen: Er war ein

Lebensmittelhorter! In der Mitte des

Raumes stand ein Doppelbett. Auf der

einen Betthälfte konnte man noch den

Umriss des Leichnams auf dem Betttuch

erkennen.“ Das Bildnis: Zeuge des Verwesungsprozesses.

„Als hätte man die

Konturen mit einem filigranen Fasermaler

nachgemalt. Oder wie ein Engel,

im Schnee“, setzt der Tatortreiniger zum

Vergleich an.

„Das Bett war wie eine Festung. Ringsherum

verdorbene Originalverpackte

und angebrochene Lebensmittel – von

Maden bewohnt.“ Neben dem Bett entdecken

Engel und sein Kollege eine offene

Konserve mit einem Campingkocher. Der

Verstorbene hatte sich offenbar nicht

von den gehorteten Lebensmitteln ernährt.

Die Schwester des Verstorbenen,

die nach dem Tod der Eltern keinen Kontakt

mehr zu ihrem Bruder hatte, bittet

die Tatortreiniger darum, nach Erinnerungsstücken

ihres Bruders Ausschau zu

halten. Engel ruft sein Team zusammen

und fährt mit zehn ausgebildeten Tatortreinigern

nach Baden-Württemberg. Am

zweiten Tag schließlich entdeckt er eine

Truhe mit Erinnerungen des Verstorbenen

und seiner Gefährtin. Zwischen

allem Unrat und Gerümpel der Beweis:

Hier wohnte ein Paar!

Nach Rücksprache mit der Schwester soll

Engel die Hinterbliebene benachrichtigen.

Engel fasst sich ein Herz und ruft

an. Eine ferne Stimme antwortet am anderen

Ende: Der Anruf wird weitergeleitet

auf eine indische Mailbox. Aus einem

Internet-Café in Mumbai meldet sich die

Partnerin des Verstorbenen zurück.

Eine unglaubliche Geschichte

Schweren Herzens überbringt Marcell

Engel die Nachricht über den Tod des

9.000 Kilometer entfernten Partners. Die

„Todesursache“

Podcast mit Marcell Engel

Der Tod eines Menschen hat

immer eine Ursache. Dieser

geht Marcell Engel, der in

seinem Leben mit mehr als

12.000 Tatorten weltweit zu

tun hatte, auf den Grund.

Viele dieser Tatorte haben

den Unternehmer und Autor

geprägt und damit auch sein

Leben verändert.

Den Podcast gibt es bei

Spotify, Deezer, Apple Music

und in allen gängigen

Podcatchern sowie unter

marcellengel.com/aktuelles/

podcast

15


STADT

GESCHICHTEN

Frau ringt nach Luft, erzählt dann ihre

Geschichte. „Wir waren beide in einer

Therapiegruppe gewesen.“ Vor Beginn

der Pandemie reiste sie schließlich nach

Indien, um ihre guten Vorsätze zu bestärken.

Und um ihre eigene Mitte wiederzufinden.

Dann der erste Lockdown.

„Ich konnte wegen der Pandemie nicht

nach Hause zurückkehren ...“

Die Psychologie dahinter

Was ist es, das uns antreibt? Warum ist

manchen Menschen ein besseres Leben

beschieden als anderen, bei ähnlicher Motivation

und Bemühung?

FRIZZ fragt bei der Ulmer Gesprächstherapeutin

Baha Meier-Arian von „mental

health management“ nach. „Das äußere

Chaos ist oft ein Spiegel der inneren

Gefühlswelt. Das Anhäufen von Gegenständen

und Lebensmitteln und die mangelnde

Fähigkeit, deren Wert und Nutzen

zu beurteilen, führen oftmals dazu, dass

Betroffene kaum mehr Platz in der eigenen

Wohnung finden. Das Chaos steht

dabei als charakteristisches Merkmal

der eigenen Hilflosigkeit. Frühkindliche,

traumatische Verlusterlebnisse, Bindungsstörungen

und lebensbedrohliche

Ereignisse können das emotionale Erleben

einschränken. Wenn also jemand

im Chaos versinkt gibt es dafür einen

tieferen Sinn, nachdem es sich zu suchen

lohnt. Außenstehende interpretieren die

„Das Ansammeln von

Gegenständen und

Lebensmitteln ist letztendlich

der Versuch,

eine Sicherheit im Leben

zu haben …“

Baha Meier-Arian

dungsverhalten, bei dem aus Angst,

etwas falsch zu machen, lieber keine

Entscheidung getroffen wird.“ Meistens

sind starke emotionale Faktoren wie Einsamkeit

und Depressionen im Spiel. „Das

Ansammeln von Gegenständen und Lebensmitteln

ist letztendlich der Versuch,

eine Sicherheit im Leben zu haben, empfundenen

Stress zu kompensieren oder

mangelnde Liebe zu ersetzen,“ verdeutlicht

Meier-Arian. „Das Streben nach

innerer Balance ist ein Bedürfnis aller

Menschen. Manches Mal mündet dieser

innere Drang in einem Zwang. Das Anhäufen

von unnützen Gegenständen ruft

Situation oftmals falsch, erkennen darin

eine mangelnde Aufräumstrategie oder

Faulheit. Die Trennung von Objekten

wird von Betroffenen jedoch als Verlust

der eigenen Identität erlebt!“

Einen weiteren Grund erkennt die Therapeutin

in einem „extremen Vermeidann

positive Emotionen hervor.

Wenn eine Gesellschaft strukturell und

emotional gut funktioniert, gebe es keine

„Messies“, sagt Meier-Arian. Einigen

Völkern der Welt sei dieses Phänomen

gar vollkommen fremd. „In der modernen

Welt werden soziale Verhaltensregeln

und Empathie zwar umfänglich diskutiert

und das Verständnis für andere

wird eingefordert. Viele Menschen erleben

im Alltag jedoch keine Nächstenliebe

und treffen auf wenig Verständnis. Die

Fürsorge fehlt.“ Empathie sieht die Gesprächstherapeutin

darin, Betroffenen

zuzuhören: „Das bedarf manchmal einer

gewissen Anstrengung“, die Expertin

sieht darin allerdings ein „Muss“. „Ansonsten

laufen wir innerhalb unserer

Gesellschaft Gefahr, immer mehr Individualität

zu fördern, dabei allerdings das

Wesentliche im Leben zu verlernen: Was

es bedeutet, zu lieben.“

200 Kubikmeter und ein Rätsel

Marcell Engel und seine Tatortreiniger

haben in zwei Tagen insgesamt 200 Kubikmeter

Müll aus dem Einfamilienhaus

entfernt. Engel hat der Hinterbliebenen

die persönlichen Gegenstände an eine

Adresse in Deutschland geschickt. Wer

das Schlafzimmer vor den Tatortreinigern

verschlossen halten wollte? „Das

bleibt wohl für immer ein Rätsel.“

Text: Julia Haaga

4 FRAGEN AN DEN TATORTREINIGER

FRIZZ: Wie kannst du nach einem

Großeinsatz abschalten?

Marcell Engel: Für alles gibt es einen

Ausgleich. Wenn dich etwas so richtig

überfordert, dann gibt es verschiedene

Bausteine, die du in die Waagschale

wirfst, um wieder Herr über die Lage

zu werden. Ich mache zum Beispiel

viel Sport. Ich rate meinen Angestellten

außerdem, über das Erlebte zu sprechen.

Wir haben einen Psychologen, der Tag und

Nacht erreichbar ist.

Was muss ein Tatortreiniger an Eigenschaften

mitbringen?

Empathie ist unerlässlich, um nicht abzustumpfen.

Ausdauer, aber auch eine starke

Psyche zeichnen einen Tatortreiniger aus.

Fünf Prozent der Mitarbeiter sind für die

Tatortreinigung nach einem Kriminalfall

speziell weitergebildet worden.

Was war das Schlimmste, das du je wegräumen

musstest?

Es ist immer schlimm, wenn es schwache,

unschuldige Menschen trifft. Das geht mir

dann sehr nahe. Wenn du einmal ein Spurenleser

geworden bist, dann springt am

Tatort sofort das Kopfkino an. Man emp-

findet mit allen Sinnen, sieht manchmal

noch die Biomasse oder Schädelknochen.

Wenn man davor noch die

Leiche gesehen hat, kann das zu einem

Problem werden. Wir teilen uns daher

immer in zwei Gruppen ein. Team eins

übernimmt die Säuberung des Tatorts,

Team zwei die Räumung.

Du sagst, das Leben ist ein Tatort.

Wie ist das gemeint?

Ständig denken wir, jeder Tag sei

selbstverständlich. Ich sage: Jeder Tag

ist ein Geschenk. Darüber sollte man

sich klarwerden, um im Leben selbst

zur Tat zu schreiten. Sei es, um anderen

Menschen zu helfen oder sich

selbst mit seinen Zielen und Träumen

zu verwirklichen. Wir sind und werden,

was wir denken!

16


FASTENZEIT

IST

MASKENZEIT

BLEIBT GESUND!

frizz-ulm.de | swp.de/thema/frizz

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instagram.com/frizzulm

17


WASCH

TAG

Waschtag

PUTZEN, BIS ES

BLITZT UND BLINKT

Foto: Marc Hörger

18


Laut Kalender

beginnt der Frühling

am 20. März.

Meteorologisch

betrachtet ist es

aber bereits am

1. März soweit.

Höchste Zeit also, sich mit dem Thema

„Frühjahrsputz“ auseinanderzusetzen.

Das Großreinemachen gibt es vermutlich

so lange, wie sich Menschen Häuser gebaut

haben. Eine nachvollziehbare These

hierzu ist, dass mit dem Anstieg der Temperaturen

Fenster und Türen wieder lange

geöffnet werden konnten und der Ruß

bzw. andere Rückstände von den offenen

Feuerstellen entfernt wurde. Da es weiter

im Süden eher warm wird als bei uns, begann

der Frühjahrsputz dort auch früher.

Die Römer fingen damit bereits im Februar

an. Der Monat ist nicht ohne Grund nach

dem Reinigungsfest „Februa“ benannt. Als

sich Kanalisationen, Straßenreinigung und

Kehrpläne im 19. Jahrhundert etablierten,

bekam das Saubermachen in Deutschland

eine ganz neue Dimension. Ordnung und

Sauberkeit gelten seitdem als typisch deutsche

Tugend.

19


WASCH

TAG

Die meisten machen einmal im Jahr großen Hausputz,

aber nicht unbedingt im Frühjahr. | Foto: Cottonbro

Der erste Besuch im Waschsalon fühlt sich oft seltsam

an. | Foto: Matthias Kessler

Über 500 Jahre alt: Die schwäbische Kehrwoche hat

Tradition. | Foto: Landesmuseum Württemberg

20

KEHRWOCHE

SCHWÄBSICHE TRADITION

Auch wenn der Begriff „Frühjahrsputz“

im Volksmund immer noch fest verankert

ist, so wird er nicht mehr in den Ausmaßen

durchgeführt, wie vor 50 oder 100

Jahren. Laut dem Meinungsforschungsinstitut

YouGov machen 63 Prozent der

Deutschen ihre Wohnung einmal im Jahr

besonders gründlich sauber. Das Großreinemachen

findet aber nur bei jedem Fünften

als klassischer Frühjahrsputz statt.

Generell erleben die Themen Aufräumen,

Ausmisten und Saubermachen in den

letzten Jahren einen großen Aufschwung.

Nicht zuletzt durch die Bücher und Netflix-Serie

der japanischen Ordnungsberaterin

Marie Kondo. Dass daran ein großes

Interesse besteht, zeigte sich auch daran,

dass „Aufräumen mit Marie Kondo“ allein

in der Startwoche fast 2 Millionen mal auf

Netflix abgerufen wurde.

In der Region können wir darüber nur

müde lächeln. Sauberkeit und Ordnung

gehört bei den Schwaben, zumindest,

wenn man den Klischees glaubt, fast

schon zur Identität. Sperrmüll, Altpapiersammlung-

en und

die Kehrwoche sind Dinge,

mit denen wohl die

meisten schon mal zu tun

hatten. Und auch wenn

die Tage der klassischen

Sperrmüllabholung vorbei

sind und Altpapiersammlungen

durch Vereine nur

noch selten durchgeführt

werden – eins bleibt: die

Kehrwoche, eine über 500

Jahre alte, schwäbische

Tradition. Für die einen

ist sie unverzichtbar und

gehört einfach dazu. Für

andere, vor allem Zugezogene,

ist sie oftmals ein Ärgernis, so auch

für Jens Becker. Er lebt seit zehn Jahren

in Wiblingen und kann an der Kehrwoche

FUN FACT:

1492 verordnete der

Landesherr für die

Stadt Stuttgart:

„Damit die Stadt rein

erhalten wird, soll

jeder seinen Mist alle

Wochen hinausführen.“

Die Kehrwoche war

geboren!

kaum etwas Gutes entdecken. „Die Idee

ist ja eigentlich nicht schlecht, aber dazu

muss sich halt auch jeder daran halten. Es

bringt ja nichts, wenn in einem Haus mit

acht Parteien nur zwei die

Kehrwoche machen und

die anderen das Schild einfach

dem nächsten an die

Tür hängen“, meint der

gebürtige Kölner und fügt

noch hinzu: „Ich verstehe

einfach nicht, warum man

keinen Hausmeister anstellt.

Dann geht die Miete

halt für alle etwas hoch,

aber immerhin läuft es

dann.“ So wie Jens Becker

geht es vielen. Doch solange

die Reinigungspflicht in

den meisten Fällen durch

den Mietvertrag und die

Hausordnung privatrechtlich geregelt

wird, bleibt wohl auch die Kehrwoche bestehen.

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LIEBER MICH RAUSPUTZEN

ALS HAUS PUTZEN!

„Waschtag“ im leergefegten Donaubad. Model Anita hat dabei

aber nur für die Kamera Hand angelegt ...

FRIZZ: Anita, das Covermotto ist „Waschtag“. Wie

stehst zu Frühjahrsputz und Co? Putzt du gerne?

Anita: Naja, ich sag es mal so: Wenn ich mal anfange,

dann kann ich meistens gar nicht mehr aufhören. Ich

komme in so eine Art „Putzrausch“! Aber eigentlich putz

ich lieber mich selbst raus als meine Wohnung … (lacht)

Du bist ja auch nicht wegen deines Putzfimmels, sondern

wegen deinem Faible für 50ger-Jahre-Outfits

unser „Covergirl“. Wo kommt dein 50ger-Faible her?

Mich faszinieren die Musik und die Outfits und alles

Drumherum gleichermaßen. Früher hab ich eher Punk

und Gothic gehört, aber vor 15 Jahren bin ich dann auf

den Trichter gekommen … Und seither bin ich riesiger

Rockabilly-Fan. Auch da gehören Musik, Outfits, Oldtimer-Autos

und all das dazu.

Und wo bekommst du deine Klamotten her?

Viel ist original von früher aus Secondhandläden – gerne

auch mal aus Hamburg oder Berlin.

Und zu welchen Anlässen ziehst du die dann an?

Vor einigen Jahren waren wir oft im Swobsters auf Konzerten

oder auch auf den Rockabilly-Festivals im Roxy

oder im Mahatma. Ansonsten halt zum Ausgehen. Ins

Eden, die Rosi, Olgabar, früher auch mal in die Hudson

Bar oder ins Violet. Aber ich trag die Sachen auch ganz

normal zur Arbeit.

Oh, und wo trägt man solche Outfits zur Arbeit?

(lacht) Beim Brautmodengeschäft Renger am Ulmer

Marktplatz. Jep, ich verkaufe Brautkleider.

„Ich trag die Sachen

auch ganz normal zur

Arbeit.”

Im 50ger-Stil?

Nein, das kommt eher selten vor. Eben das ganze Spektrum.

Hm, Hochzeitsbranche und Corona …

Ja, im letzten Jahr hatten wir natürlich unfassbar viele

Absagen, weil es ja nur bedingt möglich war, bzw. gerade

ja gar nicht möglich ist, Hochzeiten zu feiern. Momentan

sind wir eigentlich nur damit beschäftigt, Termine zu

verschieben und zu koordinieren. Aber wir freuen uns

schon darauf, wenn es hoffentlich bald wieder losgeht.

Und was vermisst du im Privaten am meisten während

der Pandemie?

Ohje: Konzerte, Kino, Theater, Ausstellungen, so ziemlich

alles, was mit Kultur zu tun hat. Ich liebe es mit Freunden

auszugehen und ganz viel tolle Sachen zu sehen und

zu erleben. Das fehlt natürlich ebenso: sich mit Freunden

treffen.

Also kannst du ja jetzt doch den Frühjahrsputz angehen,

bis es endlich wieder losgeht …?

Pfff … (lacht)

Anita Pollich ist diesen Monat unser Covergirl. Allerdings nicht, weil sie einen

Putzfimmel hat. | Foto: Marc Hörger

Text: Suse Brändle

21


WASCH

TAG

Jochen Weis in einem der frisch geschrubbten Becken des Donaubads. | Foto: Stefanie Müller

coronabedingt schon seit

2. November geschlossen,

Waschtag also nur für unser

Modell. Ganz schön

leer ist das Bad momentan

– das war zumindest

gut, um einmal ordentlich

durchgeschrubbt zu werden.

Alle Becken wurden

gründlich gereinigt, Fließenfugen gezogen

und auch die Decken geputzt: „Da

fahren wir mit Raupe und Leiter in den

Becken rum und bringen alles auf Hochglanz“,

erzählt Jochen Weis, Geschäftsführer

des Donaubads. „Nur im Außenbereich

haben wir noch Wasser in den

Becken, zum Frostschutz für die Fliesen

und als Gegengewicht zum Hochwasser.

Da baden aber momentan höchstens mal

ein paar Enten drin“, lacht er. Natürlich

sind alle im Donaubad gerüstet, wenn

es endlich wieder losgehen kann. „Momentan

fühlt es sich ganz falsch an, ein

Erlebnisbad ohne Gäste“, so Weis. „Wir

hoffen, dass wir in diesem Jahr als erstes

das Freibad öffnen können, sobald wir

dürfen.“ Normalerweise geht es Mitte

Mai los, weil das Team erst die Eissportanlage

abbauen muss, da die Saison aber

vorzeitig beendet wurde, könnte es schon

früher wieder mit dem Badevergnügen

losgehen. Für die Eislaufanlage gibt es

übrigens auch neue Pläne: „Wir wollen einen

Bodenbelag verlegen, so dass im Sommer

Inlineskating und Rollschuhdiscos

stattfinden können, da sind wir gerade in

der Planung“, verrät Weis.

22

NACKT HERUMSPRINGEN

IST VERBOTEN

Der schwäbische Sinn für Sauberkeit ist

aber noch weit älter, als die Kehrwoche.

Die Möglichkeit, Kleidung, Geschirr

und nicht zuletzt uns selbst zuhause waschen

zu können, nehmen wir heute als

gegeben hin. Doch zu Zeiten ohne fließendes

Wasser auf den meisten privaten

Grundstücken und ohne ausgebaute

Kanalisation, sah das ganz anders aus.

Neben Gewässern wie Seen oder der Donau

traten im Mittelalter zunehmend

öffentliche Bäder und Badestuben in den

Mittelpunkt. Neben der Körperhygiene

sowie der Haar- und Bartpflege wurden

hier auch medizinische Leistungen angeboten.

Der Hauptaufgabenbereich der

sogenannten Bader lag vor allem in der

Wundversorgung. Auch das Aderlassen

und Schröpfen wurde hier durchgeführt.

Die Badestuben waren außerdem ein Ort

der Geselligkeit und Zusammenkunft.

Und obwohl es hier recht freizügig zuging,

herrschte außerhalb der Badestuben

Zucht und Ordnung. Ein damaliges

Gesetz lautete: „Es ist verboten, nackend

über die Straßen beim Badehaus zu springen”.

Wer dagegen verstieß, sah sich mit

harten Strafen konfrontiert.

Ulm verfügte über eine beachtliche Anzahl

solcher Bäder. Eines davon befand

sich mitten im Fischerviertel. Das Gebäude

des „Stegbads“ wurde 1417 errichtet.

Heute befindet sich in dem Haus das Restaurant

Tanivera. Bei den Renovierungsarbeiten

Ende der 70ger-Jahre wurde

die Heizanlage des einstigen „Stegbads“

entdeckt. Ebenso wie ein im Fußboden

eingelassener ehemaliger Badetrog und

der alte Ziehbrunnen wurde auch in die

damalige Konzeption der Räume miteinbezogen.

Neben den innerstädtischen

Badestuben fanden sich natürlich auch

zahlreiche am Ufer der Donau. Das aus

dem Fluss geschöpfte Wasser wurde hier

nicht nur zur Körperhygiene verwendet,

sondern auch zum Wäschewaschen genutzt.

DURCHSCHRUBBEN

IM DONAUBAD

Auch wenn die Zeiten der Ulmer Badehäuser

längst vorbei sind, wird auch

heute noch öffentlich gebadet. Natürlich

hat das nicht mehr viel mit Reinlichkeit,

sondern mit Freizeitgestaltung, Spaß

und Sport zu tun. Der Ursprung ist allerdings

der gleiche und daher war das Neu-

Ulmer Donaubad auch die erste Wahl bei

der Fotolocation für den

FRIZZ-Titel. Das Bad hat

FUN FACT:

Die ersten Schritte

in Richtung

Kanalisation

unternahm Ulm Mitte

des 19. Jahrhunderts.

KEINE ROMANTIK

IM WASCHSALON

Ebenso wie es heute keine Badestuben

mehr gibt, sind auch die Zeiten vom Wäschewaschen

am Fluss längst passé. In

den meisten Wohnungen findet sich heute

eine Waschmaschine. Und wer keine

hat, besucht einfach einen Waschsalon.

Zahlreiche Werbungen, Filme und Serien

suggerieren uns, dass man hier nicht nur

Kleidung reinigt, sondern Waschsalons

auch ideal dafür geeignet sind, die große

Liebe zu finden. Hollywood eben. In

Wirklichkeit passiert aber meist nur eins:

Menschen kommen, waschen, warten

und gehen wieder. In den Ulmer und Neu-

Ulmer Waschsalon-Niederlassungen von

Eco-Express ist das nicht anders. Unterhaltungen

zwischen den Anwesenden

sind die Ausnahme. Während die Wäsche

in der Maschine ihre Runden dreht,

sitzen die meisten auf einem der weißen

Plastikstühle und lesen in

Zeitschriften, hören Musik

oder starren auf ihr Smartphone.

Die Atmosphäre

lässt sich vielleicht am

ehesten mit der im Wartezimmer

beim Arzt vergleichen.

Was beim Betreten eines

Salons sofort auffällt ist,

dass alles sehr schlicht gehalten

ist. Außer den Waschmaschinen

und Trocknern stehen einige Plastikstühle

bereit. Ein Süßigkeiten-Automat

wie in Neu-Ulm ist die Ausnahme. Das


Eine Portion Waschpulver kostet im Waschsalon 50

Cent. | Foto: Volkmar Könneke

ist Absicht, denn so lassen sich die Räumlichkeiten

leichter sauber halten und

falls etwas kaputt geht ist es nicht ganz

so schlimm. Auch wenn die vier Waschsalons

in Ulm und Neu-Ulm mit ihren

Pendants in Großstädten, wo Essen und

Trinken angeboten wird oder Comedy-

Auftritte stattfinden, nicht mithalten

können, sind viele froh darüber, dass es

sie gibt. Dazu zählen neben Montagearbeitern,

Touristen, Obdachlosen und

Studenten auch Menschen, deren Waschmaschine

kaputt ist oder die aus diversen

Gründen keine besitzen. Ines Kunze ist

seit zwei Jahren Kundin im Waschsalon

in der Neu-Ulmer Hermann-Köhl-Straße.

„Als meine Waschmaschine

von heute auf morgen

den Geist aufgab, war ich das

erste Mal im Eco-Express.

Das hat sich sehr seltsam

angefühlt, meine Wäsche

da vor anderen Leuten zu

waschen“, erzählt die junge

Frau. „Am Anfang fand ich

mich auch noch nicht wirklich

zurecht. Da musste mir

eine ältere Dame erst mal erklären, wie

das mit dem Waschmittel funktioniert“,

lacht die Neu-Ulmerin. Waschpulver

kann in den Waschsalons aus Automaten

gezogen werden. Das Ganze erinnert an

Kaffeeautomaten, nur dass in den Bechern

eben Vollwaschmittel statt Kaffee

landet. Eine Portion kostet 50 Cent.

„Heute nehm‘ ich immer mein eigenes

Waschpulver oder Flüssigwaschmittel

mit. Das ist günstiger und riecht frischer“

erklärt Ines Kunze und fügt hinzu: „Das

FUN FACT:

Insgesamt sind in

Ulm und Neu-Ulm

74 Menschen bei

Stadtreinigung

beschäftigt.

ist sowieso einer der Punkte, den man

vielleicht beachten muss. Wirklich billig

ist der Besuch im Waschsalon auf Dauer

nicht. Das sind pro Wäsche immer um die

fünf Euro.“ Ein normaler Waschgang kostet

3,50 Euro (3,00 Euro zwischen 6 und

10 Uhr). Die Benutzung des Trockners

kostet 1,00 Euro. Wer eine Großladung

waschen möchte, kann das

für einen Zehner tun. Dafür

steht eine XXL-Waschmaschine

– Fassungsvermögen

16 Kilo – im Salon.

Ines Kunze hat mittlerweile

zwar wieder eine eigene

Waschmaschine, kommt

aber dennoch ab und zu in

den Waschsalon. „Bettdecken,

Kissen und andere

große Sachen wasche ich nach wie vor

lieber hier. Zum einen weil ich daheim

keinen Trockner habe und zum anderen,

weil die Maschinen einfach schneller

sind“, berichtet sie und ergänzt dann

noch: „Jetzt gerade gehe ich aber nicht

hin. Der Waschsalon hat zwar geöffnet,

aber ich habe keine große Lust, eine dreiviertel

Stunde mit Maske herumzusitzen

oder draußen in der Kälte zu warten.“

Text: Dominik Schele & Stefanie Müller

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23


AUSBILDUNGS-

SPECIAL

AUSBILDUNG UND CORONA

4 FRAGEN AN DIE IHK

FRIZZ: Inwiefern haben sich Berufswünsche

durch die Pandemie verändert?

Martina Doleghs: Wir sehen nicht, dass sich

die Berufswünsche der Jugendlichen verändert

haben. Was wir allen Jugendlichen, die vor

der Berufswahl stehen, sagen wollen ist: Die

duale Ausbildung hat Zukunft – auch in Zeiten

von Corona.

Welche Ausbildungsberufe scheinen „krisenstabil“

zu sein?

IT-Berufe sowie die Berufe im Banken- und

Versicherungswesen haben sich in der IHK-

Region Ulm als „krisenstabil“ gezeigt – betrachtet

man die Eintragungszahlen neuer

Ausbildungsverhältnisse im Jahr 2020. Weil

Millionen Deutsche coronabedingt im Homeoffice

arbeiten, studieren und lernen, ist vor

allem die Nachfrage nach Systemanalytikern

und Netzwerktechnikern seit dem Frühjahr

2020 gestiegen.

Zu was raten Sie Schulabgängern momentan

bezüglich der Berufswahl: Kopf- oder

Bauchentscheidung?

Jeder Ausbildungsberuf setzt bestimmte Begabungen

voraus. Aus Schulnoten allein lassen

sich die Ausprägungen dieser Begabungen

nicht immer erkennen. Mit dem IHK-Kompetenzcheck

können Jugendliche in einem

ca. 90-minütigen kostenlosen Online-Test

feststellen, wo ihre Fähigkeiten liegen und

in welchen Berufsfeldern diese gefragt sind.

Der Kompetenzcheck und das darauffolgende

Auswertungsgespräch bieten eine gute Möglichkeit

zur Orientierung, um eine fundierte

Entscheidung zu treffen. Die Berufswahl ist

immer eine Kopf- und Bauchentscheidung.

Welche Möglichkeiten gibt es aktuell, damit

angehende Azubis und Ausbildungsbetriebe

zueinander finden?

Damit in Zeiten von Corona junge Menschen

und Unternehmen zusammenfinden,

bietet die IHK Ulm Unterstützung an. Digitale

Formate wie das IHK Speed-Dating am

29. April sind hierzu eine gute Gelegenheit.

Auch die IHK-Lehrstellenbörse bringt Unternehmen

und Bewerber zusammen.

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| Foto: Studierende des 3. Semesters TCC

& UX

User Experience und

Technical Content Creation

Schon einmal eine Banane oder einen

Granatapfel virtuell gegessen? Nein?

Geht nicht? Schmeckt nicht? Stimmt!

Zum Abbeißen und Genießen benötigen

wir die reale Frucht. Wenn wir eine Banane

in den Händen halten, wissen wir

intuitiv, wie wir sie schälen und essen

können. Bei einem Granatapfel sieht das

ein wenig anders aus.

Wie ist das eigentlich mit Produkten und

Software, die wir nutzen? Ist der Umgang

mit ihnen so spielend leicht wie der Genuss

einer Banane? Oder benötigen wir

Informationen, um das Beste aus ihnen

herausholen zu können, wie bei einem

Granatapfel?

Wer User Experience studiert, lernt, wie

ein Produkt gestaltet sein muss, damit ein

Mensch es intuitiv nutzen kann und viel

Spaß daran hat. Ist der Umgang mit dem

Produkt am Ende so leicht wie das Schälen

einer Banane – Glückwunsch! Ziel erreicht.

Wie sieht es mit Produkten aus, die komplex

sind wie ein Granatapfel? Wer Technical

Content Creation studiert, lernt,

wie man Sachverhalte leicht und verständlich

aufbereitet und kommuniziert.

State-of-the-art-Technologien wie Ani-

mationen, Videos oder Augmented Reality

sind keine Fremdwörter für sie. Nur

dröges Pauken und Langeweile im Job?

Fehlanzeige!

Klar ist: Die Hochschule Aalen hat mit

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SPECIAL

AZUBI-ARBEITSALLTAG

WÄHREND CORONA

FRIZZ: Hat sich dein Arbeitsalltag durch

Corona stark verändert?

Sherin: Mein Azubi-Alltag ist im Vergleich zu

der Zeit vor Corona relativ unverändert. Das

Anlegen neuer Produkte sowie das Gewinnen

von neuen Lieferanten sind Aufgaben,

die wir schon immer per PC/Laptop machen

konnten. Ebenso der Kontakt zu den Kunden,

wenn wir ihre Bestellungen anlegen oder ihre

Fragen beantworten. Auch um die Kontrolle

und Verbesserung des Shops kümmere ich

mich. Solange eine Internetverbindung vorhanden

ist, können wir von überall arbeiten.

Für das Homeoffice oder auch fürs Homeschooling

wird uns die notwendige Technik

gestellt. So habe ich für zuhause zum Beispiel

auch Bildschirme bekommen. Meinen Laptop

hatte ich von Anfang an und so ist man wirklich

flexibel.

Vor welche Herausforderungen stellt dich

die aktuelle Situation?

Natürlich fehlt der persönliche Kontakt zu

den Kollegen. Mittlerweile haben wir aber

gute Möglichkeiten gefunden, uns dennoch

auszutauschen. Meetings finden per Video-

Call statt und auch sonst wird viel telefoniert,

E-Mails geschrieben oder über ein internes

Tool gechattet. So kann ich mich bei Fragen

mit Kollegen abstimmen oder mich mit anderen

Azubis im Unternehmen austauschen.

Eine Herausforderung ist aber das Homeschooling.

Wir bekommen viele Aufgaben und

müssen uns einiges selbst erarbeiten. Für

mich ist es kein so großes Problem, denn ich

bekomme jederzeit Hilfe durch meine Kollegen.

Zudem ist mein Ausbilder immer für

mich ansprechbar. Zum Glück ist Teil eins

meiner Prüfung schon erfolgreich vorbei, so

dass ich die Prüfungsvorbereitung nicht im

Homeschooling machen musste.

Gibt es etwas, das dir besonders fehlt?

Sehr schade finde ich, dass verschiedene

RSU-Aktionen wie zum Beispiel der Pasta-

Donnerstag oder das Ski-Wochenende nicht

stattfinden und das hauseigene Fitnessstudio

geschlossen ist.

Text: Heike Viefhaus

SHERIN (24)

Ausbildung zur

Kauffrau im

E-Commerce bei der

„RSU-GmbH“

JOBS MIT ZUKUNFT

BEIM ARBEITER-SAMARITER-BUND

› Duales Studium in Sozialer Arbeit, Soziale Dienste

› FSJ, BFD, Soziales Praktikum

› Heilerziehungspfleger (m/w/d)

› Heilerziehungspflegeassistent (m/w/d)

› Kaufmann/-frau für Büromanagement (m/w/d)

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› Pflegefachmann/-frau (m/w/d)

Infotel. 0731/93 771-110

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Arbeiter-Samariter-Bund

Baden-Württemberg e.V.

Region Ulm, Alb-Donau,

Heidenheim, Aalen


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HELFEN IST MEHR

ALS IHR JOB

Wer im Altenheim arbeitet, muss ständig

Menschen den Hintern abwischen – mit diesem

Vorurteil sah sich Albert Brahaj konfrontiert.

„Die Frage, warum ich Altenpfleger

werde, bekomme ich oft gestellt“, schmunzelt

der 24-Jährige. „Früher hätte ich da auch

selbst nie daran gedacht – obwohl ich familiär

vorbelastet bin und viele in meiner Familie in

dem Beruf arbeiten.“ Aber irgendwann ließ

sich Albert zu einem Praktikum überreden,

drei bis vier Wochen reinzuschnuppern war

der Plan. „Und dann habe ich ziemlich schnell

gemerkt, dass der Beruf total zu meiner Persönlichkeit

passt – mir wird nachgesagt, sehr

hilfsbereit zu sein.“

Pflegejobs mit Zukunftschancen

Albert fing Feuer und ist mittlerweile im dritten

Ausbildungsjahr zum Altenpfleger. Sein

Arbeitsplatz ist das AWO-Seniorenzentrum

Weststadt – eins von 14 Pflegeheimen der

AWO Württemberg. Erst kürzlich kam in

Nellingen ein neues Seniorenzentrum hinzu,

die AWO ist immer auf der Suche nach neuen

Azubis. Sein Job macht Albert riesigen

Spaß, vor allem der medizinische Bereich,

die sogenannte Behandlungspflege. „Verbände

wechseln oder Medikamente verabreichen

zum Beispiel.“ Für Albert steht fest:

„Ich will in diesem Beruf bleiben.“ Sein Chef

Ulrich Rommel weiß, dass es vielen so geht:

„Die Pflege ist mittlerweile sehr durchlässig.

Wenn man mit der Ausbildung fertig ist, ist

man eine echte Fachkraft, da steht einem im

wahrsten Sinne des Wortes die Welt offen.“

In der Hauswirtschaft

fürs Leben lernen

Auch Lina Becker absolviert eine Ausbildung

im AWO-Seniorenzentrum, allerdings in der

Hauswirtschaft. „Ich bin im ersten Lehrjahr

und es macht mir wahnsinnig viel Spaß.

Überwiegend bin ich in der Küche eingesetzt

– da lerne ich was fürs Leben.“ Kein Wunder,

dass sie auch privat viel am Herd steht.

„In unserer 5er-WG bin ich die Köchin. Am

liebsten machen wir Pizza.“ Für die Zukunft

hat Lina ehrgeizige Pläne: „Ich will nach der

Ausbildung auf jeden Fall noch den Meister

machen.“ www.awo-wuerttemberg.de

LINA

BECKER

Auszubildende im

AWO-Seniorenheim

Schule,

fertig, los?

Hier bist du richtig.

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Bachelor of Arts (B.A.)*

* Voraussetzung hierfür ist Fachhochschulreife oder Abitur

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FRIZZ

KIDS

GEBURTSDATUM:

GRÖSSE:

WOHNORT:

02.10.2012

1,22 m

Neu-Ulm

Laura

SO SEHE ICH AUS MEIN NAME:

MEIN GRÖSSTER WUNSCH:

Ein Pferd

ICH REDE AM LIEBSTEN ÜBER:

DAS IST MEINE

LIEBLINGSFARBE

Die Schule der magischen

Tiere

MEIN LIEBLINGSESSEN:

MEIN LIEBLINGSSPIELZEUG:

MEIN LIEBLINGSFILM:

Spaghetti Carbonara

Schleich-Pferde

Hotel Transilvanien

WENN ICH BÜRGERMEISTERIN IN NEU-ULM

WÄRE, WÜRDE ICH:

Den armen Leuten helfen

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AN ULM MAG ICH AM LIEBSTEN:

Steffi und Jens,

Berblingerturm

WENN ICH EINE SUPERKRAFT WÄHLEN KÖNNTE,

HÄTTE/WÄRE ICH GERNE:

So schnell wie ein Blitz

SO BRINGE ICH MEINE ELTERN AUF DIE PALME:

Wenn ich mein Zimmer

nicht aufräume

MACH MIT!

Du möchtest auch dabei sein? Dann schreib

eine E-Mail an mag@swp.de mit dem Betreff

„Kids Fragebogen“.

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...ICH MALE GERNE

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...ICH PUZZLE GERNE

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...ICH PUTZE GERNE ZÄHNE

...ICH VERKLEIDE MICH GERNE

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Illustrationen: rawpixel.com / Freepik


Von Anfang an glücklich

KINDER

SCHMÖKERN

ULMER

FOTOWETTBEWERB

Das geheime Leben

der Popel

Mariona Tolosa Sisteré

ISBN: 978-3-95728-464-8

ab 4 Jahren

14,00 Euro

Der Körper ist faszinierend: Er knackt, pupst, blubbert, und

steckt man den Finger in die Nase, kommt meist etwas zum

Vorschein. Viele finden sie eklig, aber was hat es mit Popeln

eigentlich auf sich? Dass wir es dabei tatsächlich mit unerschrockenen

Superhelden unseres Immunsystems zu tun haben,

weiß noch nicht jeder. Darum klärt dieses Buch über alles

Wissenswerte und Witzige rund um Popel auf: Woraus bestehen

Popel und wo genau im Körper leben sie eigentlich? Was

sagen sie über unseren Gesundheitszustand aus und produzieren

Tiere eigentlich auch welche? Dieses Sachbilderbuch hält

jede Menge Spannendes über den Glibber aus unserer Nase

bereit und wird jeden mit bohrenden Fragen begeistern.

So viel Müll!

Jess French

ISBN: 978-3-8310-3822-0

ab 7 Jahren

12,95 Euro

Wie viele Jahre braucht ein Plastikstrohhalm, um zu verrotten?

Woraus besteht unser Haushaltsmüll? Dieses Buch klärt

auf über Themen wie Klimawandel, Naturschutz und erneuerbare

Energien. Zahlen und Fakten – in leicht verständlichen

Infografiken aufbereitet – sowie anschauliche Abbildungen,

führen Kinder an wichtige Umweltthemen heran und zeigen

den jungen Naturschützern, wie sie Müll vermeiden können.

Der Fotowettbewerb des Stadthaus richtet sich an junge Menschen zwischen

10 und 25 Jahren | Foto: Stadthaus Ulm

Fotografie-Ausstellungen, die sich mit politischen und gesellschaftlichen

Themen auseinandersetzen, geben Besuchern

des Ulmer Stadthaus regelmäßig Denkanstöße. 2021

möchte das Stadthaus nun Fotografie mit dem Thema „Demokratie

auslösen“ verbinden. Dazu wurde unter dem Motto

„Freiheit“ ein Fotowettbewerb ins Leben gerufen, der

sich speziell an junge Menschen von 10 bis 25 Jahren richtet.

Demokratie fotografisch festhalten

In Phase eins setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

mit einem demokratischen Grundwert auseinander

und versuchen, ihre Interpretationen fotografisch

festzuhalten. Bis zu drei Fotos können eingereicht werden.

Eine hochkarätig besetzte Jury sichtet dann nach Einsendeschluss

die eingereichten Arbeiten. Gewertet wird in

drei Altersklassen: 10 bis 14 Jahre, 15 bis 19 Jahre und 20 bis

25 Jahre. In jeder Altersklasse prämiert die Jury bis zu drei

besondere Fotografien, und alle zum Wettbewerb zugelassenen

Bilder werden auf dem Portal präsentiert. Im zweiten

Projektteil ab Mitte September werden dann alle Fotos in

einer Ausstellung im Stadthaus präsentiert.

Text: Dominik Schele

stadthaus.ulm.de/fotowettbewerb

In meinem Körper ist

was los!

Dr. med. Sibylle Mottl-Link

ISBN: 978-3-7855-8156-8

ab 4 Jahren

12,95 Euro

Freuen Sie sich auf:

- Individuelle Kundenbetreuung

- Babybekleidung ab Größe 44

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- Vom Schnuller bis zum Kinderbett

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H O P P A L A

Das perfekte Bilderbuch zum kindgerechten Erklären von

Bakterien, Infektionen, Viren und Krankheiten!

Warum haben wir Viren in der Lunge? Warum niesen wir? Was

passiert mit dem Essen im Bauch? All diesen Fragen und noch

vielen mehr geht dieses Buch auf den Grund. Mit dem roten

Erklärbakterium brechen die Kinder zu einer abenteuerlichen

Reise durch den menschlichen Körper auf und lernen, was sich

in seinem Inneren abspielt und wie er funktioniert.

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10.00 - 18.00 Uhr I Sa: 10.00 - 16.00 Uhr

Wegenerstr. 2 | 89231 Neu-Ulm | Tel. 0731 87400 | info@neher-hoppala.de | www.neher-hoppala.de

29


KÜCHEN

ZAUBER

DINKEL-SAUERTEIG-

BAGELS

Ich habe euch hier ein tolles Rezept rausgesucht,

welches ich euch nicht vorenthalten

möchte. Erst kürzlich war ich im

Allgäu und habe meinen ersten Berg in

diesem Jahr erklommen. Der Bagel, belegt

mit allerhand Köstlichkeiten, war dabei

der perfekte Begleiter. Einfach und lecker.

Dieses und viele weitere leckere Rezepte

findet ihr in dem Buch „Soulfood“ (siehe

rechts).

TAMARAS

REZEPTTIPP

Zutaten für 8-9 Stück

500 g Dinkelmehl (Type 630)

1 Beutel getrockneter Sauerteig

3 EL Kokosblütenzucker

1 gestrichener TL Salz

4 EL Olivenöl

1 Würfel frische Hefe (ca. 42 g)

2 EL weißer Sesam

1 EL grobes Meersalz

1 EL getrocknete weiße und rote Zwiebeln

Außerdem:

2 EL Dattelsirup

„Die perfekte Stärkung

bei einer Wanderung.”

© EMF/ Maria Panzer

Foto: Tamara S.

SOULFOOD

ZUCKERFREI

FELICITAS RIEDERLE

60 REZEPTE:

EINFACH – GESUND –

OHNE VERZICHT

EMF Verlag

ISBN: 978-3-96093-871-2

VÖ: 09.12.2020

22,- €

30

Zubereitung

1. Das Dinkelmehl in eine Schüssel geben

und Sauerteigpulver, Kokosblütenzucker,

Salz und Olivenöl zugeben. Dann die Hefe

hineinbröckeln und 260 ml lauwarmes Wasser

hinzufügen. Mit den Knethaken eines

Handrührgeräts etwa 5 Minuten zu einem

gleichmäßigen Teig kneten. Anschließend

die Schüssel mit einem sauberen Baumwolltuch

abdecken und an einem warmen Ort ca.

30 Minuten gehen lassen. Als warmer Ort eignet

sich der Ofen ohne eine eingestellte Temperatur

¬ lediglich mit der Ofenlampe angeschaltet

¬ am besten.

2. Anschließend den Teig in 8-9 gleich große

Teigbällchen formen. Ein Backblech mit

Backpapier auslegen. Die Teigbällchen nun in

Teigstränge formen und diese an den Enden

zusammendrücken und verkneten, sodass die

bekannte Bagel-Form entsteht. Diese Teiglinge

auf das Blech legen, wieder mit einem

sauberen Baumwolltuch abdecken und weitere

25 Minuten gehen lassen.

3. Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze

(180 °C Umluft) aufheizen. Einen Topf mit

Wasser zum Kochen bringen und 2 EL Dattelsirup

hineingeben. Die rohen Bagels nacheinander

mit einer Schöpfkelle in das kochende

Wasser gleiten lassen und 30-40 Sekunden

darin kochen. Dann mit der Schöpfkelle

wieder herausnehmen, auf ein mit

Backpapier ausgelegtes Ofengitter legen und

mit Sesam, Meersalz und den getrockneten

Zwiebeln bestreuen.

4. Anschließend die Bagels im heißen Ofen

15-20 Minuten goldbraun backen. Dann herausnehmen

und auf dem Ofengitter etwas

abkühlen lassen.

Soulfood genießen – ganz

ohne schlechtes Gewissen.

Das Kochbuch des reichweitenstarken

Erfolgsduos

„Epi-Food“ lädt dazu

ein, sich mit zuckerfreien

Wohlfühl-Rezepten zu

verwöhnen, das zeigt das

reichweitenstarke Erfolgsduo

„Epi-Food“. Es richtet

sich an alle, die Wert

auf eine gesunde Ernährung

legen und gleichzeitig

auf keine Köstlichkeit

verzichten wollen. Chili-

Cheese-Fries, mediterraner

Flammkuchen, Mousse au

Chocolat und vieles mehr!

Illustrationen: macrovector_official / Freepik


BLICK IN

DIE KÜCHE

MOMMOS

PIZZA & PASTA

FRAUENSTR. 30 | 89073 ULM

To go und

Lieferservice

Mo-Sa: 11.00 bis 14 Uhr

& 17 bis 23 Uhr

So: 17.00 bis 22.00 Uhr

Bestellungen unter:

0731-725 685 20

Webseite:

mommos-pasta-pizza.de

Am Eingang der Küche des

Restaurants „Mommos“ hängt

ein kleines Schild aus Keramik.

Darauf steht „Mama ist die Beste“.

Die Mama ist in diesem

Fall Sabrina Fae – sie ist es, die

hier zwischen blinkenden und

blitzenden Edelstahlarmaturen

den Kochlöffel schwingt.

Die 56-Jährige stammt aus

Südtirol, ist aber schon seit

mehr als 30 Jahren in Ulm.

„Ich bin damals meinem Mann

gefolgt, der hier Arbeit gefunden

hat“, sagt sie im typisch

italienischen Singsang. Nun

steht sie in der Küche des Restaurants

von Sohn Daniele

Pastore und Schwiegertochter

Nadine Kern und kocht Pasta

und andere Leckereien: „Lasagne,

Penne mit Lachs, Nudeln

mit selbstgemachter Pizzasauce

– und natürlich auch den

Pizzateig.“ Die Gastronomie

liegt in der Familie: „Meine

Tante und mein Onkel hatten

ein Restaurant in Italien und

mein Papa eine Metzgerei“,

lacht Sabrina Fae. „So habe ich

das auch gelernt.“ Zusammen

mit Koch Filippo bekocht sie

die Gäste des Mommos und

lässt sich dabei auf der Wochenkarte

auch immer wieder

außergewöhnliche Kreationen

einfallen. Ihr am häufigsten

gebrauchtes Küchenutensil:

„Die Nudelmaschine. Damit

mache ich auch meine Lieblingspasta,

gefüllte Nudeln mit

Kürbis und Amarettini.“

Bild oben: Sabrina Fae mit ihrem „besten Stück“, der Nudelmaschine | Bild unten: Das Team vom Mommos ¬ Koch Filippo, die

Chefs Daniele Pastore und Nadine Kern (mit Gulia auf dem Arm), Köchin Sabrina Fae und die kleine Azzurra

Text: Kerstin Auernhammer

Fotos: Stefanie Müller

31


ENTERTAINMENT &

MEHR

MACHT IHR

MAL SAUBER

Genug geputzt, gewaschen, geschrubbt und saubergemacht. Sollen

doch andere die Arbeit erledigen, während wir gemütlich auf der Couch

sitzen und ihnen dabei zusehen. Zum Beispiel mit diesen fünf Filmtipps

der FRIZZ-Redaktion!

ULRIKE

Einmal Schnellwaschgang bitte

Ein Klassiker ist der englische Film „Mein wunderbarer

Waschsalon“ von 1985. Omar ist der Sohn eines pakistanischen

Journalisten, der in seiner Heimat ein angesehener

Mann war. Nach dem Selbstmord der Mutter ist Omars Vater

ein gebrochener Mann. Die beiden leben in London, Omar

kümmert sich um den Lebensunterhalt. Er arbeitet bei seinem

Onkel in dessen Autowaschanlage. Der Onkel überträgt dem

ehrgeizigen jungen Neffen eines Tages die Verantwortung

für einen heruntergekommenen Waschsalon. Mit Hilfe seines

Schulfreundes Johnny macht sich Omar an die Arbeit und verwandelt

den Waschsalon in ein Schmuckstück. Während der

gemeinsamen Arbeit kommen sich die beiden Männer näher.

In diesem Film geht es vordergründig um einen Waschsalon

– in Wahrheit um viel mehr: Existenzängste, Depression,

Rassismus und Schwulenfeindlichkeit. Ein zarter Film – eine

bissige Satire! Der Film ist 36 Jahre alt und doch in vielen Themen

so aktuell wie nie.

Verfügbar bei: Maxdome

Kosten: ab 2,99 Euro

STEFFI

Verfügbar bei: Netflix, Prime

Kosten: Im Abo enthalten

32

Schotty ¬ der Tatortreiniger

Die Serie ist schon ein echter Klassiker, nicht nur für Leute

mit Putzfimmel: Heiko Schottes Arbeit fängt dann an, wenn

andere sich vor Entsetzen übergeben. Nicht nur einmal stellt

sich der Tatortreiniger der Firma Lausen so den Hinterbliebenen

an einem Tatort vor. Wenn es einen Tatort zu säubern

gibt, ist Schotty, wie er liebevoll genannt wird, zur Stelle.

Blut wegwischen, Überreste entfernen. Dabei trifft der kauzige

Schotty häufig auf sehr skurrile Typen. In 31 Folgen

kann man ihm beim Putzen zuschauen. Wobei er das meist

am wenigsten macht, er unterhält sich lieber über Gott und

die Welt, überlegt sich Babynamen, reist in Köpfe, begegnet

Geistern oder schlägt sich mit Flüchen herum. Es gibt viel

zu lachen und immer wieder regen die Gedankengänge des

Tatortreinigers einen selber dazu an, über den Tellerrand

hinaus zu schauen. Meine absolute Lieblingsfolge: Schottys

Kampf – unfassbar komisch, wie er sich an den rechtsradikalen

Herrschaften abarbeitet und zwar mit Erfolg ¬ unbedingt

anschauen!


JULIA

Verfügbar bei: Prime

Kosten: Im Abo enthalten

Fight Club – Übermut, Chaos und Seife

Von Schlaflosigkeit geplagt quält sich der Protagonist und

Erzähler durch eine nie enden wollende Litanei an Arbeitstagen.

Auf einem Geschäftsflug trifft er auf den markanten

Tyler Durden. Als der Erzähler nach Hause kommt, findet

er nur noch Überreste seiner Wohnung. Eine Explosion hat

sämtliche Besitztümer verbrannt. Er zieht zu Tyler, der ihn

zu einer Schlägerei auffordert. Der Fight Club entsteht. Die

Freiheit, alles zu tun, funktioniert nur in einer vom Konsum

gereinigten Gesellschaft – so die Maxime der rasant

anwachsenden Guerilla-Untergruppierung. Das Ziel? Dem

Konsum ein Ende setzen. Die Lehre? Nur im Angesicht des

absoluten Nichts hat man die Wahl, neu zu beginnen. Regel

Nummer eins? Man spricht nicht über den Fight Club!

Ein Film über den täglichen Kampf ums Überleben in einer

vom Konsum dominierten Gesellschaft. Der Fight Club

räumt auf – ob mit Seife oder Nitroglycerin. Um den Mitmenschen

einen Spiegel vorzuhalten, ist Tyler Durden jedes

Mittel recht ...

KERSTIN

Dexter – ein Serienmörder räumt auf

Wenn man plant, ganz viel Schmutz zu machen, ist es clever, vorzusorgen.

So wie jeder, der einen Raum streicht, vorher Heizungen,

Steckdosen und Fensterbänke abklebt. Genauso geht der Serienmörder

Dexter Morgan vor. Er plant seine Morde akribisch und

kleidet die Tatorte mit viel Folie aus, er selbst trägt bei der Tat meist

nur eine Schürze und sonst nix. Das trifft sich gut, denn Dexter

richtet meist ein ziemliches Blutbad an. Praktischerweise kann er

die Folie dann samt Leiche im Meer versenken. Die Tatorte selbst

bleiben hygienisch sauber. Das ist wichtig, um keine Spuren zu hinterlassen

– und damit kennt sich Dexter aus. Schließlich arbeitet er

bei der Polizei, er ist Forensiker und der Experte für Blutspritzer.

Übrigens ist sein Job kein Widerspruch zum Hobby als Serienkiller:

Denn da Dexter nur böse Jungs und Mädchen tötet, bleibt auch

sein Gewissen rein.

Verfügbar bei: Prime

Kosten: ab 2,49 Euro

HEIKE

Verfügbar bei: Disney+

Kosten: Im Abo enthalten

Das stachelige Kindermädchen

Robin Williams darf als Mrs. Doubtfire alias Daniel in der

gleichnamigen Verkleidungskomödie alle Register ziehen.

Daniel, dreifacher Familienvater und von Beruf Synchronsprecher,

ist ein Chaot durch und durch. Seinen Job hat er

verloren, er ist arbeitslos. Seine Frau möchte die Scheidung

und die Kinder mitnehmen. Hinnehmen möchte Daniel das

alles nicht, weil er seine Kinder über alles liebt. Als Kindermädchen

heuert er bei seiner Familie an und schmeißt in

grotesker Verkleidung einer älteren Dame deren Haushalt.

Ein Gag jagt den anderen; und auch wenn simpler Humor

hinter der Situationskomik steckt, ist es mitreißend und

spaßig, wie Schauspieler Williams diese „one (wo)man

Show“ zwischen Witz und warmherzigen Momenten

wuppt.

33


LETZTE

SEITE

Ein kleiner Hinweis zum Einstieg und

das mag überraschend kommen, aber die

Herstellerangaben zur Maximalbefüllung

einer Wäschetrommel ergeben tatsächlich

einen Sinn. Ich habe das für euch

getestet und bin nun auf der Suche nach

einer neuen Waschmaschine.

Nun verhält es sich allerdings so, dass der

Waschmaschinenmarkt durchaus einem

Dschungel gleichkommt. Zig Hersteller

mit zig Modellen in den unterschiedlichsten

Preiskategorien. Der kluge Kopf

ist hierbei natürlich an Beratung interessiert.

Beratung im Netz

Erster Halt: ein Internet-Vergleichsportal.

Nennen wir es „Pruefung42“. Alle gängigen

Modelle, auf Herz, Nieren und vor

allem den Preis geprüft. Nach einer halben

Stunde habe ich mehrere Kilometer

per Mausrad zurückgelegt und bemerke

einen ziehenden Schmerz im Handgelenk.

Einer neuen Waschmaschine bin ich

allerdings keinen Schritt näher gekommen.

Pah, wer braucht schon Internet?

Let‘s keep it oldschool! Menschliche Beratung

muss her.

Wo sind denn alle?

Zweiter Halt: ein riesiger Elektromarkt.

Nennen wir ihn „Uranus“. Ich erwarte

eine große Auswahl, kompetentes Personal

und Kundenservice par excellence.

Schnurstracks in die Waschmaschinen-

Abteilung. Eine junger Mitarbeiter lehnt

entspannt an einem Regal und starrt auf

sein Smartphone. Zweifellos zu innerbetrieblichen

Fortbildungszwecken. Ich

steuere auf ihn zu. Als ich meine erste

Frage abfeuern will, unterbricht er mich

direkt. „Sorry, keine Zeit. Probierenses

bei der Kollegin da drüben“, sagt er und

nickt in eine ungefähre Richtung. Ich befolge

seinen Rat und stehe kurz darauf vor

einer jungen Frau, die Löcher in die Luft

starrt. Ich erzähle ihr, dass ich eine neue

Waschmaschine brauche. Ihre Antwort:

WASCH-

MASCHINE

GESUCHT

„Is‘ nich meine Abteilung.“ Aller guten

Dinge sind bekanntlich drei. Zurück in

der Waschmaschinen-Abteilung ist nicht

nur der junge Smartphone-Enthusiast

verschwunden, die Gänge sind wie leergefegt.

Als sich auch nach mehreren Minuten

keine Menschenseele blicken lässt,

beschließe ich zu gehen und schwöre mir

nie wieder bei „Uranus“ einzukaufen.

Ein Profi bei der Arbeit

Dritter Halt: ein kleines Elektrofachgeschäft.

Nennen wir es Wolfgangs Elektrolädele.

Diverse Elektrogeräte sind auf

engstem Raum ausgestellt und noch bevor

ich den Laden richtig betreten habe,

werde ich herzlich begrüßt. Der untersetzte

Mann mit randloser Brille, Wolfgang,

schlängelt sich zwischen den Ausstellungsstücken

hindurch und scheint

sich wirklich darüber zu freuen, dass ich

da bin. Ich erläutere ihm mein Anliegen

und er hört gespannt zu. Als ich fertig

bin, überlegt er für den Bruchteil einer

Sekunde und überschüttet mich dann

mit Informationen, Empfehlungen und

Erklärungen, während er mich durch

den Raum und das angrenzende Lager

führt. Bereits nach kurzer Zeit ist meine

Aufnahmefähigkeit stark beeinträchtigt

und die Erklärungen verpuffen, bevor sie

mein Hirn erreichen. Trotzdem fühle ich

mich gut aufgehoben und erhasche nur

dann und wann Satzfragmente wie „...

bissle teurer, aber ...“ und „... richtig geniale

Zusatzfunktionen ...“. Wolfgang füllt

irgendwelche Zettel aus, drückt sie mir in

die Hand und plötzlich stehe ich wieder

vor dem Laden. Ich weiß nicht genau, was

passiert ist, aber zufrieden fahre ich nach

Hause.

Smarte Waschmaschine

Eine Woche später bin ich stolzer

Besitzer einer neuen Waschmaschine.

Aktuell bin ich auf Seite 46 von Anleitung

Teil 2. Mittlerweile weiß ich nicht nur,

wie ich Candy Crush auf dem Display

während des Schleuderganges spielen

kann, sondern auch, wie sich die LEDs

in der Trommel via App steuern lassen.

Leider lässt sich die Waschmaschine

aber nicht korrekt einschalten, da das

WLAN im Keller etwas rumzickt und

daher das neue Firmware-Update fehlt.

Das ist aber nicht schlimm. Wie man mit

der Maschine wäscht, wird erst am Ende

von Anleitung Teil 4 erklärt und bis ich da

angekommen bin, hab ich bestimmt einen

Repeater für den Keller gekauft.

Dominik Schele

IMPRESSUM

FRIZZ, das monatliche Stadtmagazin,

Herausgeber:

Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm

Tel: 0731 156-529

E-Mail: info@frizz-ulm.de

Internet: frizz-ulm.de

Verlagsleitung:

Stefan Schaumburg (verantwortlich),

Anschrift wie Verlag,

Yasmin Tan (Objektleitung)

Redaktionsleitung:

Stefanie Müller (verantwortlich),

Dominik Schele

SVH GmbH & Co. KG

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm

Gestaltung:

Tamara Saß

mediaservice ulm

Titelbild:

Marc Hörger

Datenschutz:

datenschutz@swp.de

Druck:

fec - druck+medien GmbH & Co. KG

Zeissstraße 8 • 89264 Weißenhorn

Redaktionsschluss: 10.03.2021

Anzeigenschluss: 05.03.2021

Erscheinung: 01.04.2021

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Wenden Sie sich an:

Yasmin Tan

Tel: 0731 156-529

Mobil: 0151 24091787

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Samstag, 24.4.2021

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