Bildungspraxis 01/2021

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1/2021 | März / April / Mai | 19201 | Deutschland 6,80 € | Österreich 7,50 € | Schweiz 11 CHF

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FEEDBACKKULTUR IN DER

AUSBILDUNG STÄRKEN

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Lernen

während Corona

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EDITORIAL

MITEINANDER REDEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Foto: © Sascha Kreklau

Bildung braucht Interaktion

– das wissen alle, die

im Bildungsbereich tätig

sind. Durch Feedback

erfahren Auszubildende,

was sie verbessern können

und was sie richtig machen.

Das zeigt nicht nur

Wertschätzung, sondern

unterstützt sie vor allem in ihren Lernprozessen.

Darum geben wir in dieser Ausgabe

von Bildungspraxis Anregungen für eine

gute Feedbackkultur und zeigen, wie auch

Lernprogramme ihren Nutzern sinnvolles

Feedback geben können – gerade in Zeiten

von Corona ist das wichtig.

Außerdem werfen wir einen Blick darauf,

wie Ausbilderinnen und Ausbilder und

Berufsschullehrkräfte mit der zweiten Welle

der Corona-Pandemie umgehen. Dabei

sind digitale Unterstützungsmöglichkeiten

im Vergleich zum letzten Frühjahr wesentlich

routinierter im Einsatz.

Ich wünsche Ihnen eine

spannende Lektüre, Ihr

Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis

Chefredakteur Bildungspraxis

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INHALT

Richtig kritisieren und loben:

Feedbackkultur in der Ausbildung, ab Seite 4

Wie funktionieren digitale Berufsmessen?

Mehr ab Seite 24

Im Fokus

Feedbackkultur schaffen

4 Sagen, wie es ist

Azubis brauchen Rückmeldung

8 Das digitale Feedback

Wie Programme Lernende analysieren

10 Nicht aus den Augen verlieren

Auf Distanz Feedback geben

Ausbildung

14 „Einige werden uns wegfallen“

Wie Berufsbildungsprofis während

Corona ausbilden

18 Warum bricht mein Azubi ab?

Azubis sagen ihre Meinung

22 Ausbildung – News

Weiterbildung

24 Gematcht

Digitale Ausbildungsmessen nutzen

26 Weiterbildungs – News

International

28 Der internationale Karrierestart

Europass-Dokumente

helfen Jobsuchenden

30 International News

32 Veranstaltungen 2020/21

DIE NÄCHSTE BILDUNGSPRAXIS ERSCHEINT IM JUNI 2021.

2 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


IMPRESSUM

›› Herausgeber: Didacta Ausstellungs- und Verlagsgesellschaft mbH

Rheinstraße 94 • 64295 Darmstadt

AVR Agentur für Werbung und Produktion GmbH

Arabellastraße 17 • 81925 München

›› Chefredaktion: Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis (verantwortlich)

wassilios@fthenakis.de

›› Verlag und AVR Agentur für Werbung und Produktion GmbH

Redaktionsanschrift: Arabellastraße 17 • 81925 München

Telefon: +49 89 419694-43

Fax: +49 89 4705364

›› Geschäftsführung: Thomas Klocke

›› Gesamtleitung Tina Sprung

Bildungsredaktion:

info@avr-werbeagentur.de

bildungspraxis.magazin@avr-verlag.de

www.avr-werbeagentur.de

www.bildungspraxis.de

›› Projekt- und Vincent Hochhausen

Redaktionsleitung:

›› Redaktion: Benigna Daubenmerkl

Thorsten Timmerarens

Marisa Balz

›› Redaktionsassistenz: Minh-Xuan Do

›› Autoren und Mitarbeiter Ingrid Ute Ehlers

dieser Ausgabe:

Sascha Finke

Isabel Götte

Rahim Hajji

Anne Jungfleisch

Julia Knopf

Nicole Glawe-Miersch

Regina Schäfer

Gabriele Weingärtner

›› Anzeigenleitung: Katja Weyer • Telefon: +49 89 419694-27

E-Mail: kweyer@avr-verlag.de

›› Mediaberatung: Anja Löscher • Telefon: +49 89 419694-33

E-Mail: aloescher@avr-verlag.de

›› Art Direction und Patricia Fuchs

Bildredaktion:

›› Grafik Design: Sabrina Gentner

›› Composing: Udo Karohl

›› Titelbild: © ShutterOK / Shutterstock.com

›› Erscheinungsweise: 4 × jährlich

›› Druck: GD Gotha Druck GmbH & Co. KG,

Gutenbergstraße 3, 99869 Günthersleben-Wechmar

›› Preis des Heftes: Deutschland 6,80 € inkl. MwSt., Österreich 7,50 €,

Schweiz 11 CHF

›› Abonnement: Jahresabonnement (4 Hefte) 24 €, zzgl. Versandkosten

Bestellung auf: www.bildungspraxis.de

›› Leser- und Aboservice: Mo – Do, 10 bis 12 Uhr

Tel.: +49 89 419694-43

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Hinweis:

Beiträge freier Autoren geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder.

Verleger zugleich Anschrift aller Verantwortlichen

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist München. Nachdruck oder

sonstige Vervielfältigung – auch auszugsweise – sind nur mit

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Redaktionsmaterial übernimmt der Verlag keine Haftung.

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IM FOKUS

SAGEN, WIE ES IST

Azubis erwarten Feedback. Wie kann das im Ausbildungsalltag aussehen?

Ein Überblick.

Gastbeitrag Ingrid Ute Ehlers, Regina Schäfer

Auszubildende brauchen Sicherheit

und Orientierung

in ihrem neuen Betätigungsfeld.

Die Generation Z – also die

Altersgruppe, zu der die derzeitigen Auszubildenden

gehören – erwartet, dass man

sich um sie kümmert. Wenn sie sich nicht

kontinuierlich betreut fühlen, dann interpretieren

sie diesen Freiraum als Desinteresse

des Vorgesetzten. Dies führt dazu,

dass Azubis fachliche und insbesondere

kritische Rückmeldungen weniger akzeptieren.

Deswegen braucht es eine zeitgemäße

und konstruktive Feedbackkultur,

die auf einem Klima des „betreuten Lernens“

basiert. Doch was macht eine solche

Feedbackkultur im Ausbildungsalltag im

Einzelnen aus?

Engmaschige Taktung

Häufiges Feedback ist motivierend und leistungsfördernd.

Praktische Hilfe während der

Bearbeitung von Arbeitsaufträgen anzubieten

und positive und negative Rückmeldungen

zu den einzelnen Arbeitsschritten zu geben,

ist sinnvoll. Und selbst ohne konkreten Anlass

haben Azubis ein gutes Gefühl, wenn

man zwischendurch nachfragt, wie es läuft.

Feedbackverhalten

auf dem Prüfstand

Rückmeldung zu geben ist für Ausbildungsverantwortliche

nicht immer angenehm

– gerade dann, wenn sie Azubis kritisieren

müssen. Hier lassen sich die folgenden wenig

zielführenden Herangehensweisen unterscheiden,

die es zu vermeiden gilt:

Herummogeln: Bei schlechten Ergebnissen

undifferenzierte Unmutsbekundungen zu

geben und gute Ergebnisse kommentarlos

hinzunehmen, funktioniert nicht. Denn so

erhalten Auszubildende keine Orientierung.

Rumpoltern: Oft äußern Ausbildungsverantwortliche

Kritik zu hart oder unnötig

aggressiv. Dies verfehlt das Ziel, weil die

Auszubildenden damit verschreckt werden

– und zu einem guten Arbeitsklima

trägt das nicht bei.

Weichspülen: Viele Ausbildungsverantwortliche

neigen dazu, ihre Rückmeldungen

sprachlich weichzuspülen („Tut mir

leid, aber beim Aufräumen des Lagers

müssten Sie eventuell noch etwas genauer

aufpassen.“). Diese Strategie ist ebenfalls

ungeeignet, denn solche Rückmeldungen

werden nicht ernst genommen.

INGRID UTE

EHLERS

UND REGINA

SCHÄFER

sind Trainerinnen und

Fachautorinnen. Unter

dem gemeinsamen Dach

Vitamin-K-Plus unterstützen

sie seit über 15 Jahren

Ausbildungsbetriebe bei

der Vermittlung von sozialen

und persönlichen

Kompetenzen an Auszubildende

sowie beim Ausbildungsmarketing.

Fotos: © Alexander Paul Englert; Fotostudio firlé

4 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


Vielmehr kommt es darauf an, im Umgang

mit den Auszubildenden ein ausgewogenes

Verhältnis zwischen Kritik und Wertschätzung

hinzubekommen. So geben Ausbildungsverantwortliche

den Auszubildenden

die Gelegenheit zu Lernfortschritten und

bedienen andererseits ihr Bedürfnis nach

Nestwärme.

Kritik für den Lernerfolg

Bei kritischem Feedback führt erfahrungsgemäß

eine Kombination aus sachlich klarer

Ausdrucksweise und fairem Verhalten

zum Ziel (siehe Tabelle 1).

Ausbildungsverantwortliche sollten in

freundlichem Ton kritisieren, um eine

Veränderung bei den Auszubildenden zu

bewirken – in Hinblick auf die Arbeitsleistung,

ihr Verhalten oder ihr Auftreten.

Lob fürs Familiengefühl

Lobende Worte schaffen das notwendige

Gegengewicht zu kritischen Rückmeldungen.

Zwischenerfolge, Lernfortschritte und

Einsatzwillen sollte man nicht als selbstverständlich

hinnehmen – auch wenn sie

dies in den Augen vieler Ausbildungsverantwortlichen

sind. Lob bestärkt Auszubildende

auf dem Weg durch die Ausbildung.

Die Bausteine für wirksames Loben sind in

Tabelle 2 zusammengefasst.

Azubigerecht kritisieren

Nicht geeignet

Frust rauslassen:

„Wenn man nicht

alles selbst macht…“

Verallgemeinern:

„Jedes Mal stimmt an

Ihrer Abrechnung

etwas nicht.“

Auszubildende persönlich

angreifen:

„Auf Sie kann man

sich nicht verlassen.“

Fehler schlechtgelaunt

selbst beheben:

„Geben Sie schon her,

ich mach‘ das schnell

mal …“

Empfehlenswert

Zielorientiert an

die Situation herangehen:

„Okay, woran

liegt es, dass das hier

schiefgelaufen ist?“

Den konkreten

Fehler benennen:

„Die addierte

Endsumme

stimmt nicht.“

Gemeinsam nach der

Ursache des Fehlers

suchen: „Jetzt schauen

wir uns das noch einmal

zusammen an.“

Die Auszubildenden

den Fehler selbst beheben

lassen und sie bei

Bedarf dabei unterstützen:

„Dann probieren

Sie diesen Lösungsweg

aus und geben mir

Bescheid.“

Tabelle 1: Beispiele für konstruktives Üben von Kritik

Fachinhalte für die großen Industrieberufe

Innovative und wirksame didaktische Unterstützung

mit hoher Flexibilität

Praxisnahe Lerninhalte und Simulationen

Prüfungsvorbereitung


IM FOKUS

Feedback auf Gegenseitigkeit

Eine moderne Feedbackkultur ist keine

Einbahnstraße. Die Generation Z ist

daran gewöhnt, gehört zu werden und

mitbestimmen zu dürfen – ob in der Familie

oder im Umgang mit den sozialen

Medien. Dieses Bedürfnis nach Mitbestimmung

auch im Ausbildungsalltag

zu befriedigen, bietet den Vorteil, dass

Azubis einen unverstellten Betriebsablauf

haben und neugierig und offen sind.

Zudem nutzen sie versiert elektronische

Medien und kennen die neuen Trends

und Entwicklungen.

Ausbildungsverantwortliche sollten

also das Innovationspotenzial von Auszubildenden

nutzen. Das geht am besten,

indem man feste Termine für das

Azubi-Feedback organisiert. Ein Azubi-

Feedback lässt sich auch mit mehreren

Auszubildenden gleichzeitig durchführen.

Das fördert den Austausch untereinander

und senkt die Hemmschwelle,

sich gegenüber dem Ausbilder oder der

Ausbilderin möglichst ehrlich und konkret

zu äußern. Um den Abfrageaspekt

eines solchen Gesprächs zu mildern,

haben sich folgende Einstiegsmethoden

bewährt:

» Zweck und Inhalt des Feedbackgesprächs

erläutern, um eine positive

Gesprächsstimmung zu schaffen

» Auszubildende ermuntern, ihre Sicht

des Ausbildungsverlaufes zu schildern

und selbst Fragen zu stellen

Wirkungsvoll loben

Womit Warum Beispiel

Konkrete

Leistung

würdigen

Leistungs willen

anerkennen

Ohne

Verzögerung

Im Zuge der

Vorstellung

einflechten

Vor Publikum

Ein Lob hat mehr

Gewicht, wenn eine

bestimmte Leistung

gewürdigt wird – und

man es nicht bei

allgemeinen Floskeln

belässt.

Nicht nur sehr gute

Leistungen loben,

sondern auch Lernfortschritte

mit durchschnittlichem

Ergebnis.

Dies dient als Ansporn

und motiviert.

Ein spontanes Lob ist

besonders überzeugend,

weil es authentisch

rüberkommt.

Dies wirkt besonders

durch die vermeintliche

Beiläufigkeit und

Selbstverständlichkeit,

mit der gelobt wird.

Ein Lob wirkt

doppelt, wenn es in

Gegenwart Dritter

geschieht.

Tabelle 2: Anregungen für wirksames Loben

„Ich bin beeindruckt,

wie sorgfältig und

übersichtlich Sie dieses

Protokoll erstellt haben.“

„Mir ist aufgefallen,

dass Sie die Kunden

schon viel fachkundiger

beraten als noch vor

einem Monat.“

„Das hat mir gut

gefallen, wie Sie eben

mit der schwierigen

Kundin umgegangen

sind.“

„Das ist Frau Maier,

eine unserer engagiertesten

Auszubildenden.

Sie hat unseren Internetauftritt

so richtig auf

Vordermann gebracht.“

„Ich möchte mich noch

einmal bei Herrn

Henrich für sein

besonderes Engagement

beim Tag der offenen

Tür bedanken.“

» Auszubildende bitten, Verbesserungsvorschläge

für betriebliche

Abläufe zu machen

» Auszubildende auffordern, sich Fragen

für das nächste Feedbackgespräch zu

überlegen

Es lohnt sich, sich mit einer zeitgemäßen

Feedbackkultur zu beschäftigen und

sie im Ausbildungsalltag umzusetzen.

Denn gerade bei der aktuellen Auszubildenden-Generation

erzielen hier

schon kleine Bemühungen eine große

Wirkung.

Im Überblick:

» Jugendliche wollen Rückmeldung zu ihrer Arbeit –

ein Ausbleiben fassen sie als Desinteresse auf.

» Feedback beinhaltet auch Kritik. Diese sollte man

konkret, sachlich und hilfsbereit vorbringen.

» Auszubildende können selbst wertvolle

Rückmeldungen zu Betriebsabläufen geben.

6 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


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IM FOKUS

DAS DIGITALE FEEDBACK

Nicht nur Menschen geben Feedback, sondern auch Programme.

Das kann den Lernprozess verbessern.

Gastbeitrag Julia Knopf, Sascha Finke, Anne Jungfleisch

Die aktuelle Pandemie hat

vielen Ausbildern und Berufsschullehrern

gezeigt,

wie wichtig individuelles Feedback für

gute Ausbildung ist. Beim Fernlernen

in der Berufsschule wird fehlende

räumliche Nähe häufig als Einschränkung

empfunden (siehe Beitrag ab

Seite 14), und auch viele Ausbilder

haben derzeit nicht die Möglichkeit,

direktes Feedback zu geben, wie es

ideal wäre. Unter dem Geben und

Nehmen von Feedback wird der Versuch

verstanden, die eigene Wahrnehmung

mit der Fremdwahrnehmung

abzugleichen. Feedback-Geber und

Feedback-Nehmer sollten hierbei

ein gemeinsames Ziel verfolgen. In

der Ausbildung und Berufsschule ist

dieses Ziel gegeben: Lehrkräfte, Ausbildende

und Azubis streben einen

Lernzuwachs beim Azubi an.

Feedback in der Didaktik

Der Lernende steht mit seinem Lernprozess

im Mittelpunkt des Geschehens.

Damit die Ausbildung erfolgreich

ist, benötigen sowohl Lehrende als auch

Lernende regelmäßig und kontinuierlich

Rückmeldung:

» zu Inhalten, wie beispielsweise der

Azubi Aufgaben bearbeitet und

versteht

» zum Lernprozess, inwiefern der Weg,

den der Azubi gewählt hat, erfolgreich

ist oder abgeändert werden muss

» zur Selbstregulation, die Fähigkeit

zur eigenen Reflexion und Einschätzung

des Lernweges

Doch nicht nur Menschen können

Feedback geben – sondern auch Algorithmen.

Beispielsweise in Form einer

Rückmeldung durch einen Computer

an den Nutzer einer digitalen Lernplattform.

Damit das automatisch generierte

Feedback möglichst individuell

auf den Nutzer abgestimmt ist, bedarf

es verschiedener Methoden aus der

Informatik.

Learning

Analytics

Zunächst muss die digitale

Lernplattform in der

Lage sein, eine Lerndatenanalyse

auf Basis aller

Informationen, die die

Lernenden und Lehrenden

auf der Plattform erzeugen,

durchzuführen. Dabei werden

nicht nur sogenannte

Primärdaten, wie die Kursinhalte

oder die Ergebnisse

aus der Durchführung

der Kurse, sondern auch

Metadaten, wie das Navigationsverhalten

oder die

Dauer der Durchführung

von Kursabschnitten berücksichtigt.

Bei dieser

Methode, die man unter

dem Begriff Learning Analytics

zusammenfasst, geht

es also darum, automatisch

Zusammenhänge zwischen

diesen Datensätzen zu erkennen und

daraus Rückschlüsse auf das Nutzerverhalten

zu ziehen.

Künstliche Intelligenz

Auch die Künstliche Intelligenz, kurz

KI, spielt bei der automatischen Erstellung

von individuellem Feedback eine

entscheidende Rolle. Unter KI versteht

man ein Gebiet der Informatik, das

sich mit dem Nachbilden von menschlichem

Verhalten durch Computer

beschäftigt. Mit Hilfe der KI ist es dem

PROF DR. JULIA KNOPF

leitet den Lehrstuhl Fachdidaktik

Deutsch Primarstufe und das

Forschungsinstitut Bildung Digital an

der Universität des Saarlandes.

Sie ist Gründungspartnerin der

Didactic Innovations GmbH und

Mitglied im Vorstand des

Didacta Verbands.

ANNE JUNGFLEISCH

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am

Forschungsinstitut Bildung

Digital an der Universität des

Saarlandes und Consultant Digital

Education bei Didactic Innovations.

SASCHA FINKE

ist Head of Product

Development bei Didactic

Innovations.

Fotos: © Uni Saarland; 13_Phunkod / Shutterstock.com

8 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


System möglich, auch dann individuelles

Feedback zu geben, wenn die

Daten unstrukturiert, beispielsweise in

Form von frei formulierten Antworten,

vorliegen. Denn die KI ist in der

Lage, auch diese Daten zu analysieren

und zu bewerten.

Praxisbeispiel:

Clever Lehren und Lernen

Mit dem Forschungsprojekt Clever Lehren

und Lernen mit digitalen Medien

bieten das Forschungsinstitut Bildung

Digital, Didactic Innovations und das

Deutsche Forschungszentrum für

Künstliche Intelligenz Lehrenden und

Lernenden erstmals die Möglichkeit,

automatisch generiertes Feedback für

die Erstellung und Nutzung von Lehrund

Lernmaterialien zu nutzen. Mittels

neuester Trend-Technologien aus den

Bereichen Learning Analytics und KI,

erhalten Nutzer der Plattform individuelles

Feedback:

» Inhaltliches Feedback

Auswertung einer Multiple-

Choice-Aufgabe bis hin zur

Auswertung von Freitextantworten.

Für den Ausbilder oder

Berufs schullehrer ist dadurch ersichtlich,

welche Aufgaben gut und

welche Aufgaben weniger gut verstanden

und bearbeitet wurden.

» Prozessbezogenes Feedback

Der Lernprozess kann mit

Hilfe von Prozessanalysemethoden

systemgestützt optimiert werden.

Bei der Nutzung des Lernmaterials

wird der Lehrende dahingehend

unterstützt, dass er bei Verständnis-

oder Anwendungsproblemen

automatisch benachrichtigt wird,

sodass der Lernprozess

jedes Lernenden individuell optimiert

werden kann.

» Feedback zur Selbstregulation

Der Lehrende kann durch ein automatisch

generiertes Feedback zur

Selbstregulation des eigenen Lehrstils

ermutigt werden, indem er

eine Rückmeldung zu immer wieder

aufkehrenden Verständnisproblemen

von Seiten der Lernenden

erhält. Hilfreich sind beispielsweise

automatisch generierte individuelle

Lernpläne.

Damit Lehren und Lernen erfolgreich

ist, braucht es individuelles Feedback.

Dass Lehrende und Lernende dies in Extremsituationen,

wie beispielsweise der

aktuellen Corona-Pandemie, nur schwer

leisten können, ist verständlich. Umso

wichtiger ist es also, sich mit Methoden

auseinanderzusetzen, die über die des

klassischen Lernens hinausgehen.

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IM FOKUS

NICHT AUS DEN

AUGEN VERLIEREN

Vielen Ausbildungsverantwortlichen fällt es schwer, Azubis,

die im Homeoffice sind, gutes Feedback zu geben. Ausbildungsexpertin

Gabriele Weingärtner erklärt, wie man auch auf Distanz den

Kontakt zu den Azubis nicht verliert.

Die

Herausforderung

Malte Hörmann betreut als Ausbilder angehende Kaufleute für Büromanagement

in einem mittelständischen Bauunternehmen.

„Eigentlich kommen wir gut durch die Coronakrise. Alle Auszubildenden bekommen

am ersten Ausbildungstag ihren eigenen Laptop mit Kamera und Headset. Wir arbeiten

in der Firma mit einer gemeinsamen Meeting-Software. Die ist einfach und unkompliziert

und die Online-Meetings klappen technisch einwandfrei. Die Auszubildenden sind über lange

Phasen im Homeoffice – so wie die meisten der kaufmännischen Mitarbeiter/-innen und wir

Ausbilder/-innen auch. Das klappt echt gut. Beim Feedbackprozess gibt es jedoch Probleme.

Unsere Ausbildungsbeauftragten sind unsicher, wie sie beim Ausbilden auf Distanz eine

Beurteilung und ein Feedback an die Auszubildenden geben können. Denn, so sagen sie, sie

können die Azubis nicht angemessen beurteilen, wenn sie sie nur selten und online sehen. Also

geben sie oft einfach gar kein Feedback. Den Auszubildenden fehlt aber diese Rückmeldung.“

Fotos: © Ausbilder-Akademie GmbH; Tero Vesalainen / Shutterstock.com

10 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


Gabriele Weingärtner ist

Trainerin und Coach und

leitet die Ausbilder-Akademie

GmbH.

Mit diesem Problem ist Herr

Hörmann nicht alleine. Beim

Ausbilden auf Distanz fordert

der Beurteilungs- und

Feedbackprozess die Ausbildungsbeauftragten

noch

mehr, als ohnehin schon. Es

ist hilfreich, sich vor Augen zu führen, was

das Neue an der digitalen Situation ist:

» weniger direkte Beobachtungen

und weniger direkten Kontakt

» Unsicherheiten auf beiden Seiten

» Kontrollverlust des Ausbildungspersonals

» technische Schwierigkeiten

» individuelles Zeitmanagement

für die Auszubildenden.

Es fehlt der Rundgang, der Austausch an der

Kaffeemaschine, das morgendliche Hallo,

die informellen Gespräche, das gemeinsame

Essen, das direkte Begleiten im Arbeitsprozess.

Bislang machten diese Situationen

einen wichtigen Teil des Feedbackprozesses

aus. Mit dem Wegfall dieses informellen

Feedbacks, sind beim Ausbilden auf Distanz

institutionalisierte Feedbackgespräche daher

umso wichtiger. Die Grundzüge des sonst

üblichen Feedbackprozesses sollten in die digitale

Welt übertragen werden. Es gelten die

gleichen Beurteilungsgrundsätze: Feedback

muss regelmäßig sein, an den Lernzielen orientiert,

auf die Entwicklung der Handlungskompetenz

ausgerichtet, ehrlich, objektiv

und fair. Das Feedbackgespräch erfordert

online wie offline eine gute Vorbereitung

und ausreichend Zeit in einem Setting, das

einen Austausch ohne andere Zuhörer und

Zuschauer ermöglicht. Im virtuellen Feedback

ist es wichtig, dass alle Beteiligten die

Kamera angeschaltet haben und sich in die

Augen sehen. Am besten gestaltet man das

virtuelle Feedbackgespräch, als würde es im

Besprechungsraum erfolgen, einschließlich

einem gemeinsamen Getränk.

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IM FOKUS

Beim Ausbilden auf Distanz ist es noch

wichtiger, Wertschätzung, Respekt und

Kritik klar zu kommunizieren. Das bedeutet:

Dialoge ermöglichen statt Monologe

halten, Nachfragen und Wiederholungen

bewusst einsetzen, aktiv Zuhören und das

vom Gegenüber Gesagte paraphrasieren, um

Missverständnisse zu vermeiden. Virtuelle

Feedbackgespräche verlangen eine klare

Moderation. Generell hilft es zudem, regelmäßige

Rituale einzuführen. Das bedeutet:

Check-in, Check-up, Check-out bei den

Lern- und Arbeitsaufträgen. Ausbildungsbeauftragte

sollten ihre Erwartungen deutlich

formulieren und auch nach den Erwartungen

der Auszubildenden fragen. Homeoffice

heißt nicht, alleine zu sein, sondern gemeinsam

virtuell zu arbeiten. Deswegen ist es

wichtig, bewusst und oft den Kontakt zu den

Auszubildenden zu suchen: zu Beginn des

Arbeitstages, immer wieder zwischendurch

und am Ende des Tages.

Vieles, was die virtuelle

Zusammenarbeit unterstützt, hilft auch

beim virtuellen Feedback:

» gemeinsam freigegebene

Dokumente bearbeiten

» klare Arbeitsaufträge, die

dokumentiert und nachlesbar sind

» Lern- und Arbeitsaufträge,

die fordern und zum Lernen anregen

» klare Regelkommunikation:

Was? Wann? Womit? An wen? Wo?

» Checklisten, die für die Ausbilder/-

innen und Ausbildungsbeauftragten

einsehbar sind

» festgelegte Reaktions- und

Bearbeitungszeiten

» feste Absprachen zur Betreuung der

Auszubildenden im Ausbilderteam

» regelmäßige Meetings mit Kamera

» Zusammenarbeit unter Einsatz

kollaborativer Arbeitstools

» Kamera beim Arbeiten dauerhaft

anlassen und so auch optisch

miteinander verbunden sein

» Mikrofon anlassen – so hört

man sich gegenseitig wie im

gemeinsamen Büro

Ausbilder müssen die Handlungskompetenz

der Azubis entwickeln und beurteilen

– unabhängig vom Lernort. Herr Hörmann

kann solche Kompetenzen auch im

Homeoffice bewerten:

» Zuverlässigkeit: Wurden Termine

online eingehalten? Wurde regelmäßig

Rückmeldung gegeben?

» Teamfähigkeit: Wurde online

an gemeinsamen Aktivitäten

teilgenommen?

» Kommunikationsvermögen: Wurde

in Online-Meetings aktiv zugehört?

Wurde sich aktiv am Gespräch beteiligt?

» Arbeitsorganisation: Wurden

Online-Dokumente vereinbarungsgemäß

gepflegt?

» Auftreten: Wie ist das Erscheinungs -

bild im Online-Meeting?

» Flexibilität: Wie geht der

Auszubildende mit ungeplanten

Veränderungen um?

Feedback geben und nehmen ist auch in

der Ausbildung auf Distanz wichtig. All

diese Überlegungen zeigen: Feedbackprozesse

beim Fernarbeiten sind nicht anders

als vor der Pandemie – sie müssen nur auf

die neue Situation übertragen werden. ■

12 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


Hybride Bildung

Menschliche

Technologie

Keine Frage: Die Zukunft der Bildung ist hybrid – sie wird

teils im Klassenzimmer, teils im Fernunterricht stattfinden.

Die 24-Zoll-Stift-Displays von Wacom und Lehrerpulte

von inobjekt erweitern die Möglichkeiten der Lehrkräfte

– als Leinwand für die interaktive Lernpraxis und als

nutzerfreundliches, sicheres Mobiliar.

Wacom Stift-Display – die Vorteile

Schneller und einfacher Einsatz.

Effizienteres Arbeiten für Lehrer und Dozenten.

Intuitive Nutzung dank Stift und Touch-Funktion*.

Keine neue Software erforderlich.

Verbesserte Lernpraxis für Schüler und Studierende.

Perfekt in Kombination mit inobjekt Lehrerpulten.

Installation hier, Bildung überall

Die großen Wacom Stift-Displays erlauben ein Maximum

an kreativer Freiheit beim Gestalten und Präsentieren, ob

vor Ort oder aus der Ferne. Die Lehrkräfte arbeiten mit ihrer

gewohnten Software und können ihre Materialien mit dem

digitalen Stift kommentieren und anreichern. So wie mit

klassischen Unterrichtsmedien – nur mit mehr Möglichkeiten.

Lernen wird interaktiv

Das Feedback der Studierenden und Schüler kann in Echtzeit

einbezogen werden. Je nach verwendeter Hard- und Software

können sich die Lehrkräfte per Webcam zeigen, fertige

Dateien werden gespeichert und versendet. So wird die

Lernpraxis im hybridem Unterricht in mehrfacher Hinsicht

optimiert.

Verbessertes Lernen, verbessertes Lehren

In den individuell anpassbaren inobjekt Lehrerpulten sind

Wacom Stift-Displays sicher fixiert. Die Lehrkräfte arbeiten

bequem im Sitzen oder Stehen, ohne den Studierenden den

Rücken zuzukehren. Die inobjekt Lehrerpulte sind diebstahlund

vandalismussicher, so dass die Geräte jederzeit im Pult

verbleiben können.

*Verfügbarkeit modellabhängig

“So erwecken Sie

Vorträge zum Leben.”

Wacom Stift-Displays im

Einsatz an der TU Dortmund.

Case Study herunterladen >>

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AUSBILDUNG

„EINIGE WERDEN

UNS WEGFALLEN“

Die Erfahrungen von Ausbilder/-innen und Berufsschullehrkräften mit der

Arbeit während Corona sind verschieden. Wie gehen sie damit um?

Interviews Vincent Hochhausen

„Wir geben im Auftrag von Ausbildungsunternehmen Kurse in den Grundfertigkeiten für Metallberufe

wie Feilen, Drehen, Schweißen oder Steuerungstechnik und bereiten die Auszubildenden

auf ihre IHK-Prüfungen vor. Im ersten Lockdown mussten wir den Präsenzbetrieb komplett

schließen. Die theoretischen Inhalte vermittelten wir über Fernlernen, die praktischen Kurse holten

wir anschließend nach. Mittlerweile haben wir die Auszubildenden in Gruppen gesplittet und

machen teilweise Schichtbetrieb. Denn wir können unsere Werkstätten nur noch zur Hälfte belegen,

um die Abstände zu wahren. Die andere Gruppe lernt mobil. Wir waren digital schon vorher

gut aufgestellt, daher hat die Umstellung gut geklappt. Die Inhalte bekommen wir gut rüber.

Schwierig ist es, die Azubis beim Fernlernen zu aktivieren. Wir nutzen Anwendungen, mit denen

wir den Unterricht interaktiv gestalten, sodass keiner abspringt. Die jetzige Situation hat aber auch

gute Seiten: Die Werkstattkurse finden derzeit in Gruppen von maximal neun Personen statt, das

macht das Arbeiten angenehmer und man kann noch besser auf einzelne Azubis eingehen.“

BJÖRN SCHMIDT,

37 Jahre, ist Ausbilder

für Metall- und Systemtechnik

beim Bildungsdienstleister

Provadis

in Hessen im Industriepark

Höchst.

Fotos: © fizkes / Shutterstock.com; Jaytee Van Stea; Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH

14 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


CHRISTIAN

LÖFFLER,

38 Jahre, ist stellvertretender

Schulleiter an

der Hotelfachschule

Heidelberg. Er unterrichtet

die Fächer

BWL und VWL.

„Durch die schwierige Situation in der Branche sind bei uns die Anmeldezahlen gestiegen

– viele Fachkräfte nutzen jetzt die Chance auf eine Weiterbildung, weil ihre Betriebe ohnehin

geschlossen sind oder sie ihre Arbeit verloren haben. Wir bereiten junge Fachkräfte,

die bereits ihre Ausbildung hinter sich haben, auf die Abschlüsse als staatlich geprüfte

Betriebswirt/-innen, Gastronom/-innen oder Sommelier/-ère vor. Das sind vollzeitschulische

Weiterbildungen, sodass wir nicht auf Praxisphasen in den Betrieben angewiesen sind.

Unser Unterricht läuft momentan vollständig als Fernunterricht mit einer Lernplattform

und vielen Videokonferenzen ab. Das war im ersten Lockdown holprig, aber mittlerweile

haben alle viel Routine. Der größte Unterschied zum ersten Lockdown ist bei uns, dass wir

damals viel mehr über selbstständig zu bearbeitende Arbeitsaufträge gemacht haben, die als

E-Mail geschickt oder über unsere Schulcloud bereitgestellt wurden. Mittlerweile haben wir

bei Moodle zentrale Kursräume eingerichtet, bei denen alle Dokumente abgelegt sind und

nutzen mehr Videokonferenzen. Anfangs hatten wir bei den Videokonferenzen klassischen

Frontalunterricht. Mittlerweile weisen die Lehrkräfte den Lernenden digitale Gruppenarbeitsräume

zu, sodass sie sich in Kleingruppen austauschen und arbeiten können.

Als Lehrer habe ich mich daran gewöhnt, weniger Feedback als im Klassenraum zu bekommen,

da die Hemmschwelle bei den Lernenden über Videochat größer ist, sich zu

melden. Ich achte jetzt mehr darauf, Feedback direkt oder mit Hilfe von Feedback-Apps

einzufordern. Ich gehe davon aus, dass der digitale Unterricht auch nach Corona nachwirkt

und wir neben der Lernplattform Videokonferenzen und andere digitale Tools als

Ergänzung nutzen werden.“

Lehren,

was zählt!

Global Industry Partner

Die Digitale Transformation ist in vollem Gange. Hierzu stellt Siemens

Automation Cooperates with Education (SCE) Lehrenden ein umfassendes

Angebot zur Weitergabe des Industrie 4.0-/Automatisierungs-Wissens für

Ausbildung und Studium bereit.

siemens.de/sce


AUSBILDUNG

ANTONIUS

KAPPE,

61 Jahre, ist Ausbildungsleiter

des

Ausbildungszentrums

im Chemiepark Marl

in Nordrhein-Westfalen,

der vom Unternehmen

Evonik

betrieben wird.

„Im März 2020 wurden auch wir durch die erste Corona-Welle überrascht. Vier Wochen lang lernten

fast alle unserer 650 Azubis im Homeoffice, nur die wichtigsten prüfungsrelevanten Lehrgänge fanden

unter strengen Vorkehrungen im Ausbildungszentrum statt. Zum Glück hatten wir bereits seit

2017 allen neuen Auszubildenden, vom Chemikant bis zur Bürokauffrau, ein Tablet zur Verfügung

gestellt und seit 2002 eine E-Learning-Plattform, auf der alle Lerninhalte auch in digitalisierter Form

verfügbar sind. Dennoch: Es war nicht einfach, denn bei uns geht es vor allem um die Vermittlung

praktischer Kompetenzen, die man nur ansatzweise am Bildschirm vermitteln kann. Seit dem Sommer

arbeiten wir in Wechselschichten, die Azubis arbeiten den halben Tag zu Hause und die andere

Hälfte bei uns. So können wir die Gruppen klein halten. Bei uns gelten strenge Vorschriften, wir

haben schon seit September Maskenpflicht eingeführt und es gilt, mindestens zwei Meter Abstand zu

halten. Wer Kontakt mit Infizierten hatte oder selbst positiv getestet ist, muss erst einmal zu Hause

bleiben. Das bedeutet, dass wir derzeit ziemlich flexibel sein müssen. Zum Glück zeigen die letzten

Prüfungen, dass die Auszubildenden trotz der Veränderungen gut lernen. Auszubildende, das Ausbildungspersonal

und nicht zuletzt auch die Berufskollegs, alle sind trotz der Situation hoch motiviert

und leisten gute Arbeit. Wir haben ohnehin seit jeher eine sehr enge Verbindung zu den Schulen und

nutzen diese für die Abstimmung der Ausbildungsinhalte. Nach Corona wird es schwierig sein, alle,

Auszubildende wie Ausbildungspersonal, wieder an die normalen Abläufe zu gewöhnen. Das ist es,

was durch Corona derzeit am meisten fehlt – eine Routine der Abläufe und eine feste Struktur.“

WINFRIED BOLDT,

63 Jahre, ist gelernter

Schilder- und Lichtreklamenhersteller

und Maler.

Er unterrichtet Gestaltung

und Sport am Regionalen

Berufsbildungszentrum

Flensburg Eckener Schule.

„Wie letztes Jahr haben wir diesen Winter wegen Corona

auf Fernlernen umgestellt. Das läuft am Beruflichen

Gymnasium auch ganz gut. Einige Schülerinnen

und Schüler lieben es sogar – oft die, die sonst eher

schüchtern sind. Viele Schülerinnen und Schüler finden

aber, dass es zu viele Aufgaben gibt einige Lehrkräfte

in den Videokonferenzen weniger erklären.

Das wollen wir ändern. Zudem ist es für die Jugendlichen

schwierig, konzentriert zu bleiben, wenn sie

den ganzen Tag am Laptop sitzen. An der Berufsfachschule

ist es momentan noch schwieriger – denn dort

gibt es eine herausfordernde Schülerklientel, die wir

ausbildungsreif machen müssen. Die Schülerinnen

und Schüler kommen oft aus schwierigen Verhältnissen,

hatten an ihrer alten Schule Schwierigkeiten oder

haben psychische Probleme. Vielen fehlt die direkte

persönliche Anleitung sehr. Die kann ich aber nur begrenzt

bieten, auch wenn ich mit meiner Dokumentenkamera

versuche, was ich kann. Außerdem fällt

vielen die Selbstorganisation schwer, zudem ist ihre

technische Ausstattung oft schlechter und manche

sind auch weniger motiviert. Einige Schüler/-innen,

die normalerweise durchgekommen wären, werden

mir dieses Schuljahr verloren gehen, das kann ich

jetzt schon absehen. Das finde ich sehr schade.“

MOANA BAUER,

41 Jahre, ist Ausbilderin in der Filiale einer Drogeriekette

in München. Zudem ist sie Prüferin bei der IHK.

„Wir bilden in unserer Filiale derzeit zwei Drogistinnen im

ersten und zweiten Lehrjahr aus. Wir hatten unsere Filiale

im ersten und zweiten Lockdown durchgehend offen, sodass

wir die Ausbildung nicht stark umstellen mussten. Wir

achten darauf, Abstand zu halten und uns nicht unnötig in

kleinen Räumen aufzuhalten. Unterweisungen und das Besprechen

von Fachberichten werden in der Regel im Besprechungsraum

durchgeführt. Hier achten wir darauf, dass alle

Masken tragen und wir regelmäßig lüften. Die Auszubildenden

zu Hause an ihren Berichten arbeiten zu lassen, hat sich

für uns nicht bewährt – gerade im ersten Lehrjahr brauchen

sie persönliche Anleitung und es ist besser, wenn wir Fragen

direkt beantworten können. Mittlerweile haben wir uns ganz

gut an die Situation gewöhnt. Schwieriger ist die Lage in der

Berufsschule: Gute Schülerinnen und Schüler kommen mit

Schulschließungen und Fernlernen klar, aber einige werden

sicher auch zurückfallen. Da unsere Filiale in einem Einkaufszentrum

liegt, haben wir jetzt durch die Schließungen

anderer Geschäfte weniger Kunden. Für die Ausbildung ist

das nicht unbedingt schlecht, denn bei bestimmten Themenbereichen

kann man mehr in die Tiefe gehen.“

Fotos: privat (3)

16 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


Zukunftsbildung

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Bildung, die für die Zukunft taugt – und die Zukunft selbst gestalten: Beides steckt im Begriff „Zukunftsbildung“,

dem Motto von Engagement Global für die Präsenz auf der didacta 2021. Die Organisation stärkt entwicklungspolitisches

Engagement mit vielfältigen Angeboten zu Austausch, Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Einige Angebote richten sich im Besonderen an Jugendliche und Fachkräfte im Bildungs- und Erziehungsbereich.

BtE – Bildung trifft Entwicklung

Ob Globalisierung, Klimawandel oder Migration:

Komplexe Themen lassen sich im Schulunterricht

am besten anhand von konkreten Beispielen erklären.

BtE vermittelt qualifizierte Referentinnen und

Referenten, die auch in Ländern des Globalen Südens

gelebt und gearbeitet haben, an Kindergärten,

Schulen, Hochschulen sowie Einrichtungen der außerschulischen

Jugend- und Erwachsenenbildung.

Der Chat der Welten, eine Programmlinie von BtE,

überwindet geographische Distanzen durch den

Einsatz digitaler Medien für Globales Lernen.

» www.bildung-trifft-entwicklung.de

ENSA

Das entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm,

kurz ENSA, fördert internationale Partnerschaften

zwischen Schulen aus Deutschland

und Schulen aus Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika

und Südosteuropa. Gefördert werden

sowohl Anbahnungsreisen für Schulen, die

eine neue Partnerschaft starten wollen, als auch

Begegnungsreisen für Schulen, die eine bestehende

Partnerschaft intensivieren und Projekte

gemeinsam umsetzen wollen.

» ensa.engagement-global.de

Schulwettbewerb „alle für EINE WELT für alle“

Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik

will Kinder und Jugendliche für die Themen der

einen Welt sensibilisieren und aktivieren. Schülerinnen

und Schüler sind dazu aufgerufen, sich

mit Themen der globalen Entwicklung nachhaltig

und mit Blick auf die eigene Verantwortung

zu beschäftigen. Die zehnte Wettbewerbsrunde

startet mit begleitenden Unterrichtsmaterialien

zum Schuljahresbeginn 2021/2022.

» www.eineweltfueralle.de

Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“

„Dein Song für EINE WELT!“ ruft Kinder und Jugendliche

zwischen 10 und 25 Jahren dazu auf,

sich musikalisch mit Themen globaler Entwicklung

auseinanderzusetzen und ihren eigenen Song zu

komponieren. Teilnehmen können junge Menschen

aus Deutschland sowie aus Ländern des Globalen

Südens als Solistin oder Solist, Band, Chor oder

Schulklasse. Aktuell läuft die vierte Wettbewerbsrunde

– Einsendeschluss ist der 16. Juni 2021.

» www.eineweltsong.de

Orientierungsrahmen Globale Entwicklung

Der Orientierungsrahmen (OR) für den Lernbereich

Globale Entwicklung zeigt, wie Bildung für

Nachhaltige Entwicklung mit globaler Perspektive

(BNE) fest in Schule und Unterricht verankert werden

kann. Er ist von der Kultusministerkonferenz

(KMK) empfohlen. Neben einer konzeptionellen

Grundlage bietet der OR zahlreiche Beispiele für

Unterrichtsentwicklung – für einzelne Fächer sowie

fächerverbindend – und Schulentwicklung.

Engagement Global stellt kostenfrei Lern- und

Lehrmaterialien für die Unterrichtsgestaltung

zur Verfügung. Alle Materialien stehen unter einer

offenen Lizenz.

» ges.engagement-global.de/mediathek.html

Weltwärts

Der Lern- und Freiwilligendienst weltwärts bietet

jungen Menschen zwischen 18 und 28 Jahren

die Möglichkeit, andere Kulturen kennenzulernen

und sich für eine nachhaltige Entwicklung

zu engagieren. Voraussetzungen sind ein

Schulabschluss, Offenheit und Lernbereitschaft,

Interesse an den Kulturen und Lebensverhältnissen

in Ländern des Globalen Südens sowie

die Bereitschaft, an einem lokalen Projekt mitzuarbeiten.

Die Förderlinie „weltwärts – Außerschulische

Begegnungsprojekte im Kontext der Agenda

2030“ unterstützt Begegnungen und gemeinsame

Projekte von Jugendgruppen aus Ländern

des Globalen Südens und Jugendgruppen aus

Deutschland, die sich inhaltlich mit einem der 17

Nachhaltigkeitsziele beschäftigen. Teilnehmen

können außerschulische Gruppen junger Menschen

zwischen 16 und 30 Jahren, – von der

Sportmannschaft bis zur Hochschulgemeinde,

vom Mädchenhaus über die Umweltgruppe bis

zur Jugendfeuerwehr.

» www.weltwaerts.de

Kontakt: Engagement Global gGmbH

Service für Entwicklungsinitiativen

Friedrich-Ebert-Allee 40 | 53113 Bonn

Telefon +49 228 20717-0

Infotelefon 0800 188 7 188

info@engagement-global.de

www.engagement-global.de


AUSBILDUNG

WARUM BRICHT

MEIN AZUBI AB?

Eine Studie zeigt, welche Faktoren bei Jugendlichen zu Ausbildungsabbrüchen

führen – und dass Betriebe und Berufsschulen Abbrüche verringern können.

Gastbeitrag Rahim Hajji

2019 wurden in Deutschland

513 300 Ausbildungsverträge in

der betrieblichen Berufsausbildung

abgeschlossen. Jeder vierte wird vorzeitig

beendet. In Sachen-Anhalt liegt die

Vertragslösungsquote sogar bei über 34 Prozent,

das ist der bundesweit höchste Wert.

In der empirischen Studie „Wie nimmt die

Überforderung von Auszubildenden Einfluss

auf die Ausbildungsabbruchneigung?“

sind wir der Frage nachgegangen, woran das

liegt: Ist es die Arbeitsbelastung, die Ausbildungsvergütung,

eine falsche Berufsvorstellung

oder das Ausbildungsklima? Eine

Befragung unter 931 Auszubildenden in

zehn Ausbildungsberufen an Magdeburger

Berufsschulen sollte helfen, herauszufinden,

wie stark bei ihnen die Neigung die Ausbildung

abzubrechen ausgeprägt ist und woran

das liegt. So ist es möglich, zu untersuchen,

wie sich eine Vielzahl von unterschiedlichen

Einflussfaktoren auf die Ausbildungsabbruchsneigung

der Jugendlichen auswirkt.

Die Studie (siehe Abbildung 1) zeigt,

dass angehende Elektrotechniker/-innen,

Bäcker/-innen und Köch/-innen eine vergleichsweise

starke Ausbildungsabbruchneigung

entwickelt haben im Vergleich zu

Fachinformatiker/-innen oder Industrieund

Bankkaufleuten. Die Ergebnisse korrespondieren

mit den verfügbaren Daten zur

Vertragslösung und untermauern, dass die

Ausbildungsabbruchneigung eine Voraussetzung

für die Vertragslösung darstellt.

Die Auswertung der Antworten zeigte, dass

ältere Auszubildende sowie Auszubildende,

die in ihrer Ausbildung fortgeschritten sind,

eine geringe Neigung zum Ausbildungsabbruch

aufweisen. Dies lässt sich damit erklären,

dass Ältere und weit fortgeschrittene

Ausbildende eher die Ausbildung abschließen

wollen, als wieder von vorne beginnen

zu müssen. Ein weiteres Ergebnis: Auszubildende,

die ihre Ausbildung als Alternative

oder Notlösung betrachten, weisen eine

vergleichsweise hohe Ausbildungsabbruch-

Abbruchneigung

variiert nach Berufen

„Wie häufig denkst Du darüber nach, die

Ausbildung im Ausbildungsbetrieb abzubrechen?“

und „Wie häufig hast Du schon nach

alternativen Ausbildungsstellen geschaut?“.

Diese zwei Fragen dienen der Erfassung, um

die individuelle Neigung zum Ausbildungsabbruch

unter Auszubildenden zu ermitteln.

RAHIM HAJJI

ist Professor für Forschungsmethoden

im Bereich des Sozialund

Gesundheitswesen an der

Hochschule Magdeburg-Stendal.

Foto: @ privat

18 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


Fachkräfte-Entwicklung mit Provadis: Element Ihres Erfolgs!

neigung auf. Dies dürfte damit zusammenhängen,

dass die Auszubildenden konkrete

Vorstellungen über ihre Wunsch ausbildung

hatten, denen ihre tatsächliche Ausbildung

nicht gerecht wird.

Soziale Faktoren

spielen eine Rolle

Auszubildende deren Eltern nicht erwerbstätig

sind, denken seltener darüber

nach, die Ausbildung zu beenden. Sie

könnten befürchten, auf sich selbst gestellt

zu sein, ohne dass die Eltern im Falle eines

Ausbildungsabbruchs finanzielle Unterstützung

leisten können. Auszubildende,

die zu abweichendem sozialen Verhalten

tendieren, ziehen laut der Befragung dagegen

eher einen Abbruch in Erwägung.

Der Faktor Betrieb

Betriebsbezogene Merkmale wie die

Ausbildungsbedingungen, die gesundheitlichen

Arbeitsbelastungen und das

Arbeitsklima stehen ebenfalls in Zusammenhang

mit der Ausbildungsabbruchneigung.

Ausbildungsbetriebe können durch

die Schaffung guter Ausbildungsbedingungen

und guter Entwicklungsmöglichkeiten,

dazu beitragen, die Abbruchsneigung

bei ihren Azubis zu minimieren. Auch

die Minderung der Arbeitsbelastung und

die Schaffung eines guten Arbeitsklimas

kann dazu einen Beitrag leisten. Darüber

hinaus spielt auch die Berufsschule eine

Rolle: Auszubildende mit Lernproblemen

spielen häufiger mit dem Gedanken eines

Ausbildungsabbruchs. Eine hohe Anzahl

an Fehltagen im Betrieb kann ebenfalls ein

Hinweis auf einen bevorstehenden Ausbildungsabbruch

sein.

All dies lässt also den Schluss zu, dass Ausbildungsbetriebe

und Berufsschulen aktiv

die Abbruchneigung ihrer Auszubildenden

senken können – eine sinnvolle Investition

für die Betriebe. Denn laut Bundesinstitut

für Berufsbildung kostet jede abgebrochene

Ausbildung den Betrieb im Schnitt rund

6800 Euro – Geld, das nun für einen neuen

Auszubildenden investiert werden muss.

Zudem empfiehlt es sich, über eine Modularisierung

der Ausbildung nachzudenken,

damit bereits erworbene Fähigkeiten Anerkennung

finden.

Ausbildung in Partnerschaft

Sie suchen einen starken Partner, der Sie bei allen Fragen rund um

das Thema Ausbildung begleitet.

Wir als Hessens größtes Ausbildungsunternehmen – mit über

1.700 Auszubildenden in über 40 Berufen – können einerseits

Ihre Vollausbildung übernehmen, andererseits haben Sie bei

uns die Möglichkeit, einzelne Module flexibel

ausbilden zu lassen. Darüber hinaus unterstützen

wir Sie bei Ihrem Rekrutierungsprozess

und der Organisation.

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AUSBILDUNG

Elektrotechniker/in

1)

2)

61%

63%

15% 24%

19%

18%

Bäcker/in

1)

2)

56%

63%

22%

17%

22%

20%

Koch/

Köchin

Friseur/se

Groß- und

Außenhandelskaufmann/

-frau

Einzelhandelskaufmann/

-frau

Fachinformatiker/in

Kraftfahrzeugmechatroniker/

in

Industriekaufmann/frau

1)

2)

1)

2)

1)

2)

1)

2)

1)

2)

1)

2)

1)

2)

72%

70%

75%

74%

84%

79%

80%

78%

76%

71%

88%

89%

90%

83%

17% 10%

13% 17%

13% 13%

15% 12%

7% 9%

8% 13%

9% 11%

12% 10%

16% 8%

18% 11%

4% 8%

6% 5%

5% 5%

12% 5%

Den Teilnehmern

der Studie wurden

folgende

Fragen gestellt:

1) Wie häufig denkst

Du darüber nach,

die Ausbildung im

Ausbilungsbetrieb

abzubrechen?

2) Wie häufig

hast Du schon

nach alternativen

Ausbildungsstellen

geschaut?

nie/selten

gelegentlich

oft/immer

Bankkaufmann/-frau

1)

2)

93%

93%

3%3%

5% 2%

Abbildung 1: Die Neigung zum Ausbildungsabbruch nach Berufen.

Dennoch sollte beachtet werden: Ein Ausbildungsabbruch

ist nicht immer schlecht –

er kann auch für beide Seiten eine sinnvolle

Lösung bedeuten. Eine Fachkraft, die trotz

guter Arbeitsbedingungen keine Lust auf

den Beruf hat, ist nicht die ideale Besetzung

für den Betrieb. Und für Auszubildende

bedeutet eine Vertragslösung meist nicht

das Ende ihres Ausbildungsweges. Sie

kann die Möglichkeit eröffnen, sich neu

zu orientieren, um eine passende Ausbildungsstelle

zu finden. Empirische Untersuchungen

zeigen, dass etwa 62 Prozent der

Ausbildungsabbrecher/-innen eine neue

Ausbildungsstelle finden.


Im Überblick:

» Eine Studie hat untersucht,

warum Auszubildende darüber

nachdenken, ihre Ausbildung

abzubrechen.

» Sowohl persönliche Faktoren

als auch die Lage im Betrieb

spielen eine Rolle.

» Die Abbruchneigung variiert

je nach Beruf sehr stark.

20 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


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Praxisbeispiel: Gelungene Digitalisierung

einer komplexen Schulumgebung

An der BBS Holzminden bereiten sich rund 1800 Schüler/-innen auf das Berufsleben vor. Die Innovationskraft der BBS

Holzminden wird aber nicht nur im umfassenden Ausbildungsangebot deutlich. Auch die Digitalisierung steht dem in nichts

nach: Eine derart komplexe IT-Infrastruktur findet man an wenigen Schulen.

„Wir setzen in den verschiedenen Bildungszweigen

über 60 verschiedene, branchenspezifische

Anwendungen ein“, beschreibt Christian Rode die

besondere Situation in Holzminden. Der Lehrer

für Informatik, Wirtschaft und Englisch betreut

zusammen mit zwei Kollegen die gesamte EDV-

Technik der BBS. „Im Vergleich zu einem Gymnasium

oder einer Gesamtschule stellen wir weit

höhere Anforderungen an die IT-Systeme“, fährt

Rode fort. Neben vollwertigen PCs und Laptops

nutzt die Schule auch Thin Clients. Diese Rechner

sind sehr wartungsarm und langlebiger als PCs.

NetMan for Schools –

seit Jahren ein bewährtes IT-Konzept

Die Georg-von-Langen Schule arbeitet bereits seit

vielen Jahren mit NetMan for Schools und dem

Endgerätemanagement der H+H Software GmbH.

Auch nach mehreren Systemmodernisierungen entschied

man sich stets für diese Zusammenarbeit.

„Letztlich war es immer wieder die H+H Software,

die unsere spezielle Situation am besten abbilden

konnte“, ergänzt Rode. Gleichzeitig zur Erneuerung

der Hard- und Software wurde auch die Infrastruktur

modernisiert – Schlagworte: Virtualisierung und

hohe Geschwindigkeit für Internetzugriffe sowie Anwendungsbereitstellung.

„Die Ausfallsicherheit liegt

bei deutlich über 99 Prozent“, zeigt sich Christian

Rode auch ein wenig stolz. Hohe System-Verfügbarkeit

bei geringem Wartungsaufwand ist ein absolutes

Muss. Insgesamt werden im pädagogischen

Netz der BBS mehr als 300 Endgeräte in den Räumen

plus Zugriffe von zu Hause aus mit NetMan

for Schools verwaltet.

Flexible IT-Lösung, individuell anpassbar

Systemaktualisierungen werden in der Regel in

Ferienzeiten vorgenommen, sodass der schulische

Betrieb nicht gestört wird. Dabei stellen

alltägliche Anwendungen wie Office-Programme

keine großen Anforderungen an die IT-Lösung.

„Bei branchenspezifischen Programmen, etwa

für das KFZ- und Gastronomiegewerbe, sieht die

Sache allerdings ganz anders aus“, gibt Christian

Rode zu bedenken. Die unterschiedlichen Anwendungen

erfordern eine hohe Anpassungsfähigkeit

und Flexibilität von der Software. „Mit H+H

haben wir einen findigen und flexiblen Partner

gefunden, der auf fast jeden unserer Wünsche

eingeht“, so Rode. Für die Unterrichtsdurchführung

wird die pädagogische Oberfläche von

NetMan for Schools in der BBS Holzminden eingesetzt.

Auch Klassenarbeiten werden mit dieser

Unterstützung digital geschrieben.

Kaum Schulungsaufwand,

wenig Supportbedarf

Digitale Endgeräte kommen an der BBS Holzminden

mittlerweile in jeder Jahrgangsstufe, in jedem

Bildungszweig, in jedem einzelnen Fach zum Einsatz.

Trotzdem gibt es keinen großen Schulungsaufwand.

„Wir führen zwei Mal pro Jahr kurze

Auffrischer-Schulungen durch. Individuelle Fragen

beantworten wir in der 1:1-Betreuung. Doch

selbst neue Lehrer benötigen nur eine kurze, etwa

einstündige Einweisung, um direkt mit NetMan

for Schools arbeiten zu können“, freut sich Rode.

„Dank der IT-Infrastruktur waren wir gut gewappnet,

um den Schulbetrieb so umzustellen, dass

auch Homeschooling möglich wurde“, so Rode.

Zur Durchführung des Homeschoolings an der BBS

Holzminden kommt die Private Cloud von NetMan

for Schools in Kombination mit Microsoft 365 in

der kostenfreien Education Version zum Einsatz.

„An unserer Schule haben wir während der Pandemie

einen weiteren großen Digitalisierungsschritt

gemacht, bei dem uns das Supportteam der H+H

Software immer mit Rat und Tat zu Seite gestanden

hat“, beschreibt Rode die Situation.

Kontakt: H+H Software GmbH

Maschmühlenweg 8-10 | 37073 Göttingen

Tel.: +49 551 52208-0 | Fax: -25

info@hh-software.com

www.netmanforschools.de

Im Online Expertengespräch

„Die BBS Holzminden“

18. März 2021 | 15:00 Uhr

Nehmen Sie teil an unserem Online Expertengespräch

mit Herrn Rode, BBS-Holzminden, und

Herrn Etscheid, H+H Software. Herr Rode spricht

über seine langjährigen Erfahrungen bei der Digitalisierung

seiner Schule und nimmt die Teilnehmer

mit auf eine Digitalisierungsreise mit vielen

Praxistipps aus dem Schul-IT-Alltag.

Jetzt kostenfrei anmelden:

www.netmanforschools.de/events


AUSBILDUNG

News

KMK erwartet Lehrkräftemangel

an Berufsschulen

Laut aktuellen Modellrechnungen der Bundesländer werden in den nächsten

zehn Jahren jedes Jahr rund 970 neue Berufsschullehrkräfte fehlen.

Die Zahlen, die den Lehrkräftebedarf bis 2030 prognostizieren, stellte die

Kultusministerkonferenz, KMK, im Dezember 2020 vor. Auch in anderen

Schulformen werde es einen Mehrbedarf an Lehrkräften geben. Die Einstellungschancen

für Lehramtsstudierende seien in den nächsten Jahren

hoch, betonte die ehemalige Präsidentin der KMK, Stefanie Hubig.

» www.kmk.org

NACHHOL-

BEDARF BEI

AUSZUBILDENDEN

DURCH CORONA

Fast ein Viertel der Teilnehmer

an der Randstad-ifo-

Personalleiterbefragung sieht

bei den eigenen Azubis Nachholbedarf

und Wissenslücken

durch die Corona-Pandemie.

Verantwortlich seien Homeoffice

und geschlossene

Berufsschulen. Nur 27 Prozent

der Befragten gaben an,

durch Corona keine Nachteile

in der Ausbildungsqualität

gehabt zu haben. Die Befragung

unter rund 1000

Personalleitern wurde im

dritten Quartal 2020 durchgeführt

und bezieht sich

daher lediglich auf die

Einschränkungen im

Frühjahr 2020.

» www.ifo.de/node/42954

Ausbildungsmarkt:

Stärkstes Minus seit

der Finanzkrise

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge

ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um elf

Prozent auf 467 500 gesunken. Das ist der bislang

niedrigste Wert. Das Bundesinstitut für Berufsbildung

führt rund vier Fünftel des Rückgangs auf

die Corona-Pandemie zurück, der Rest liege an

Faktoren wie den sinkenden Zahlen an Schulabsolventen.

Am stärksten gingen die Ausbildungszahlen

in den Berufen Tourismuskaufmann/-frau

(minus 58,8 Prozent), Veranstaltungskaufmann/-

frau (minus 36,2 Prozent), Hotelfachmann/-frau

(minus 29,9 Prozent), Fachkraft im Gastgewerbe

(minus 24,0 Prozent), Restaurantfachmann/-frau

(minus 22,3 Prozent) und Koch/Köchin

(minus 21,3 Prozent) zurück.

» wwww.bibb.de

Fotos: © Jacob Lund, Pressmaster / Shutterstock.com

22 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


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AUSBILDUNG

GEMATCHT

Keine Berufsmessen, kaum Praktika –

die Azubiakquise ist derzeit schwierig.

Onlineangebote sollen helfen. Aber wie gut

sind sie? Bildungspraxis gibt einen Überblick.

Gastbeitrag Nicole Glawe-Miersch

Es gibt sie zwar schon länger,

doch seit der Corona-Pandemie

ist ihre Anzahl rapide gestiegen:

digitale Berufsmessen. Der weitgehende

Wegfall von herkömmlichen Berufsmessen,

vielen betrieblichen Praktika und

Schnuppertagen erschwert es Firmen,

Nachwuchskräfte persönlich kennenzulernen

und ihre Berufe vorzustellen. Und

das, wo es bereits seit Jahren eine große

Herausforderung ist, passende Azubis

zu finden.

Viele neue Möglichkeiten

Es gab Anbieter, die schnell reagierten

und kreative Lösungen hatten. Unternehmen,

die im Bereich der digitalen

Azubiakquise bereits aktiv waren und

bereits Chatfunktionen, Image- oder

Azubivideos in Verwendung hatten,

waren schneller in der Lage, digitale

Messeformate umzusetzen. Andere Veranstalter

konnten sich an den Konzepten

dieser digitalen Messen orientieren, die

es bereits Anfang 2020 bereits im Netz

gab. Die meisten Ausbildungsmessen

haben auch im Netz einen regionalen

Charakter: Einem Schüler aus Bochum

nützen meist keine digitalen Angebote

aus Baden-Württemberg, da die große

Mehrzahl der Jugendlichen einen Ausbildungsplatz

in der Umgebung sucht.

Dennoch: Die Größe, Reichweite und

möglichen Funktionen der neu ins Leben

gerufenen Messen sind unterschiedlich.

Die Ausstellerlisten der digitalen Formate

zeigen, dass sich nicht nur große Unternehmen

an den digitalen Jobmessen

vorstellen. Auch kleine, lokale Firmen

nutzen die digitale Berufsmesse. Die Teilnahme

ist einfacher umzusetzen, als bei

realen Messen, denn die Bereitstellung

des Messestandes, Personalplanung, Anund

Abreise fallen weg. Der Aufwand

der Betreuung einer digitalen Messeteilnahme

darf dennoch nicht unterschätzt

werden – schließlich muss der virtuelle

Messestand zu festgelegten Zeiten betreut

werden und erreichbar sein.

Klassen und

Lehrkräfte einbinden

Positiven Einfluss auf die Anzahl der

danach eingehenden Bewerbungen haben

Messen, bei denen die Einbindung

ganzer Schulklassen möglich ist. Zu

definierten Zeitfenstern finden Online-

Meetings mit der Klasse oder einer

Schülergruppe statt, die eine Lehrkraft

moderiert. Das hat den Vorteil, dass

Lehrkräfte Gespräche und Fragen strukturieren

und steuern können. Auch in

der Generation der „digital natives“ gibt

es junge Menschen, denen eine rein virtuelle

Kommunikation nicht liegt. Daher

ist eine solche Gesprächsführung durch

die Lehrkräfte wichtig, weil Schülerinnen

und Schüler ohne diese Unterstützung

mit einem virtuellen Informationsaustausch

überfordert sein könnten. Bei

Ausbildungsmessen ist es sinnvoll, das

Feedback der Nachwuchskräfte einzuho-

len. Bei der Organisation einer digitalen

Messe der BANG Ausbildungsnetzwerke

gaben Informatikschüler Rückmeldungen

zu unterschiedlichen möglichen

Formaten. Ein Ergebnis war, dass eine

grafisch besonders aufwendig gestaltete

Plattform nicht gut ankam – sie wirkte

auf die Schülerinnen und Schüler unprofessionell.

Auch zeigen sich Chatfunktionen

als nur eingeschränkt praktikabel, da

die Anonymität des Netzes genutzt wird

und die Kommunikation aus dem Ruder

läuft. Bei virtuellen Meetings mit fester

Teilnehmergruppe, etwa einer Klasse, lassen

sich diese Probleme leicht vermeiden.

Fakt ist: Digitale Formate sind besser, als

nichts zu tun – und es ist zu erwarten,

dass solche Angebote auch nach Corona

dauerhaft eine Rolle beim Übergang von

Schule und Beruf spielen werden. ■

NICOLE GLAWE-MIERSCH

leitet die BANG Ausbildungsnetzwerke

Hövelhof und Lippe. Sie koordiniert

die Zusammenarbeit aller an der Ausbildung

beteiligten Partner und war

dort kürzlich an der Organisation einer

Online-Ausbildungsmesse beteiligt.

Fotos: © fizkes / Shutterstock.com; privat

24 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


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Für 35 Prozent aller Betriebe,

die während der Corona-Pandemie

E-Learning einsetzten, war dies

Neuland. Weitere 44 Prozent bauten

die vorher vorhandenen Nutzungsmöglichkeiten

weiter aus. Das

geht aus der Befragung „Betriebe in

der Covid-19-Krise“ des Instituts

für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

hervor, die im Dezember 2020

veröffentlicht wurde.

DDas 2019 in Kraft getretene Qualifizierungschancengesetz

hat bislang nicht zu einem

Anstieg bei Weiterbildungen mit Zuschüssen

zu den Lehrgangskosten geführt. Das ergibt

eine Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt-

und Berufsforschung IAB. Das Gesetz

erlaubt es, Weiterbildungen von Beschäftigten

mit Zuschüssen zu unterstützen,

wenn diese vom Wandel der Wirtschaftsstruktur

betroffen sind. Zuvor gab es solche

Unterstützung nur in Berufen mit Fachkräfteengpässen,

etwa in der Altenpflege.

» www.iab.de

Unternehmen investieren

mehr in Weiterbildung

Deutsche Unternehmen haben 2019 durchschnittlich 1200 Euro

pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter in Weiterbildungsangebote investiert,

16 Prozent mehr als 2016. Dies ist das Ergebnis einer Befragung

von 1340 Unternehmen durch das Institut der Deutschen

Wirtschaft Köln. Auch die Zeit, die Mitarbeitenden eingeräumt

wurde, stieg 2020 von 17 auf 18 Stunden pro Person.

» www.iwkoeln.de

Fotos: © Robert Kneschke, MIND AND I / Shutterstock.com

26 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


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Er sorgt für berufliche Transparenz und bietet Tools und Informationen für Bewerbung

und Jobsuche in der EU: der Europass. Jetzt bietet das Tool noch mehr Möglichkeiten.

Gastbeitrag Isabel Götte

gute Möglichkeiten eröffnet, auch den

Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt“,

so Wieland.

Pascal Oster (rechts) und Maximilian Wieland nutzen den Europass,

um sich schnell und unkompliziert innerhalb der EU zu bewerben.

Maximilian Wieland

stammt aus der Nähe

von Bozen und arbeitet

heute als Fluggeräteelektroniker in

München. Wieland, der zunächst eine

Ausbildung zum Elektrotechniker im

italienischen Südtirol gemacht hatte, absolvierte

anschließend eine Ausbildung

zum Fluggeräteelektroniker bei der Lufthansa

in Frankfurt. Das Besondere: Bei

den internationalen Bewerbungen hatte

er keine Probleme, er griff auf den Europass

zurück – ein europäisches Tool für

Bewerbungen. Bereits beim Bewerbungstraining

in der Schule lernte der 27-Jährige

den Europass kennen und nutzt ihn

bis heute. „Ich habe den Europass für

alle Bewerbungen verwendet. Er hat mir

Europass –

europaweit bewerben

Mit dem Ziel, das grenzüberschreitende

Lernen und Arbeiten in Europa zu fördern,

wurde Europass 2005 als Service

der Europäischen Union eingeführt.

Ursprünglich war Europass ein Set von

fünf Dokumenten, darunter als bekanntestes

der Europass Lebenslauf. Seit Juli

2020 ist Europass mit vielen Funktionen

als europäisches Karrieremanagement-

Portal für Bewerbung und Jobsuche

online. Das kostenfreie Portal steht in

29 Sprachen zur Verfügung.

Herzstück ist das persönliche Profil. Dort

können registrierte Nutzerinnen und

Nutzer Fähigkeiten und Kompetenzen

dokumentieren, die sie durch ihre bisherige

Ausbildung, Berufserfahrung und ehren-

ISABEL GÖTTE

arbeitet im Nationalen Europass

Center in der Nationalen Agentur

Bildung für Europa beim

Bundesinstitut für Berufsbildung.

Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit

zum Europass zuständig.

Fotos: © Pascal Oser; © Maximilian Wieland privat; © NA beim BIBB

28 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


amtliche Tätigkeiten erworben haben.

Sprachkenntnisse lassen sich anhand eines

Rasters selbst einschätzen, außerdem ist

es möglich, Interessen und Ziele zu definieren

und Dokumente wie Zeugnisse in

der persönlichen Bibliothek des Profils zu

speichern. Nutzerinnen und Nutzer können

ihr Profil in verschiedenen Sprachen

anlegen und jederzeit aktualisieren. Mit

nur wenigen Klicks erstellen die User aus

dem Profil einen Lebenslauf in verschiedenen

Designs und dazu das passende Anschreiben.

Wer möchte, kann sein Profil

zeitlich befristet teilen. Doch auch ohne

Registrierung ist es möglich, im Europass-

Portal einen Lebenslauf oder ein Anschreiben

zu erstellen. Durch die Verknüpfung

mit dem europäischen Jobportal Eures

können Nutzerinnen und Nutzer EU-weit

passende Stellen recherchieren. Darüber

hinaus bündelt das Portal Informationen

zum Lernen und Arbeiten in Europa.

Persönliches Profil

mit Aussagekraft

Maximilian Wieland hat inzwischen

zahlreiche Funktionen des Karrieremanagement-Portals

genutzt, darunter auch

die Möglichkeit, das Profil zu teilen. Auch

wenn viele Firmen noch Bewerbungsunterlagen

per Mail verlangen, finde er

diese Möglichkeit praktisch, sagt er. Auch

Pascal Oser, 31 Jahre alt, hat das Karrieremanagement-Portal

für sich entdeckt. Er

hat einen Master of Science in Informatik

mit Schwerpunkt IT-Sicherheit und steht

kurz vor dem Abschluss seiner Promotion.

Momentan ist er auf der Suche

nach einer Stelle bei einer europäischen

Organisation. Eine Stellenausschreibung

beim Europäischen Parlament machte

ihn auf das Europass-Portal aufmerksam.

Dort hat er sein Profil in drei Sprachen

angelegt, Dokumente in der Bibliothek

gespeichert, Lebensläufe erstellt sowie

exportiert und sein Profil geteilt. „Europass

hat mich bei der Darstellung meiner

Kompetenzen unterstützt. Positiv finde

ich die Übersichtlichkeit des Lebenslaufs

und das Layout“, resümiert er. Das

kommt bei Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern

an: Dass er auf sieben Bewerbungen

sechs Einladungen erhalten hat, führt

Oser darauf zurück.

Bewerbungstraining

in Schulen

Lehrkräfte können ihren Schülerinnen

und Schülern in den Berufsschulen

anhand der Europass-Tools Bewerbungs-Know-how

vermitteln und so

den Übergang in den Beruf erleichtern.

Stephan Plichta, Mitglied des Erasmus-

Teams am beruflichen Schulzentrum

in Miesbach, sieht für die Nutzung des

Europass im Unterricht viele Möglichkeiten,

etwa für das Bewerbungstraining

und Berufsorientierung im Fach

Deutsch oder den Transfer ins Fach

Englisch. Zusammen mit Erasmus+

bringe das Karrieremanagement-Portal

durch die Mehrsprachigkeit und die

Verknüpfung mit Eures einen hohen

Mehrwert in die Schulen: „Es unterstützt

Auszubildende nicht nur bei der

Bewerbung in Deutschland, sondern

es eröffnet ihnen auch die europäische

Perspektive auf dem Arbeitsmarkt.“ ■

Im Überblick:

» 2005 wurde der

Europass eingeführt,

um das

grenzüberschreitende

Lernen und

Arbeiten zu förden.

» Das neue Europass-Portal

bietet Nutzern

zusätzliche Funktionen

und Möglichkeiten.

» Die Erstellung

eines Europass-

Profils und Lebenslaufes

eignet

sich auch für die

Nutzung in Schulen.

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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AVR und

Gewinnservices sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

ANERKEN-

NUNG VON

ABSCHLÜSSEN

VERBESSERT

JOBCHANCEN

Zuwandererinnen und

Zuwanderer, deren ausländische

Berufsabschlüsse

anerkannt werden, haben

wesentlich bessere Aussichten

auf dem Arbeitsmarkt,

als solche ohne anerkannten

Abschluss. Das belegt

eine aktuelle Studie des

Instituts für Arbeitsmarkt

und Berufsforschung

IAB. Drei Jahre nach der

Anerkennung liegt die

Wahrscheinlichkeit, berufstätig

zu sein, um 25

Prozent höher als bei jenen

Zuwanderer/-innen, die

keine Anerkennung beantragt

haben. Zudem ist der

Verdienst in dieser Gruppe

um 20 Prozent höher.

» iab.de/de/publikationen/kurzbericht.aspx

31 Prozent haben

keinen Zugang zum

Fernlernen

Mindestens 463 Millionen Schulkinder,

also rund 31 Prozent aller schulpflichtigen

Kinder und Jugendlichen, haben weltweit

keinen Zugang zum Fernlernen, wenn

ihre Schule wegen der Corona-Pandemie

geschlossen ist. Das geht aus einer Analyse

von Unicef hervor. Am höchsten ist dieser

Anteil in Afrika, am geringsten in Lateinamerika

und der Karibik.

» data.unicef.org/resources/remotelearning-reachability-factsheet/

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30 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 01/2021


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die Teilnahme kostet 500 Euro. Mehr auf:

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20. & 21.

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