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doktorinwien 03/2021

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MITTEILUNGEN DER ÄRZTEKAMMER FÜR WIEN 03 2021

GO2ORDI

Bilanz eines

einzigartigen Projekts

WOHLFAHRTSFONDS

Der Weg vom Antrag

zur Auszahlung

SPITAL

Steuererklärungen

für 2020

Österreichische Post AG, MZ 02Z032618 M, Ärztekammer für Wien, Weihburggasse 10-12, 1010 Wien, Erscheinungsort Wien, Postaufgabenummer: 03

STUDIEREN IN

DER PANDEMIE

Die Coronakrise hat auch das Leben

von Studierenden auf den Kopf

gestellt. Eine Medizinstudentin im

Gespräch über ihre Erfahrungen

im Klinisch-Praktischen Jahr.

Foto: Chinnapong/iStock


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BRIEF DES PRÄSIDENTEN IN EIGENER SACHE

Sehr geehrte Kollegin! Sehr geehrter Kollege!

„Impfen, impfen, impfen!“

Foto: Stefan Seelig

„Ich appelliere, jeden

Impfstoff zu nehmen, der

wirksam, sicher und rasch

verfügbar ist. Ansonsten

verlängern wir diese Pandemie

unnötigerweise und

ausschließlich auf Basis von

politischen Überlegungen – und

das wäre medizinisch wie

menschlich untragbar.“

Besuchen Sie auch meinen Blog:

www.szekeres.at

► „Impfen, impfen, impfen“ lautet die Devise dieser Tage, aber leider geht es nicht

schnell genug. Das liegt auch daran, dass die Impfstoffbeschaffung durch die Europäische

Union beziehungsweise durch ihre Mitgliedstaaten nicht optimal verlaufen ist.

Durch alle Mitgliedstaaten? Nein, es gibt ein paar „gallische Dörfer“, die sehr wohl jetzt die

Verantwortung in die eigene Hand nehmen, um aus der Pandemie herauszukommen. In

Europa hat Serbien als erstes Land auf östliche Impfstoffe aus China und Russland gesetzt.

Dort sind nun bereits mehr als eine Million Menschen (von sieben Millionen Insgesamt)

geimpft worden. Aber auch innerhalb der Europäischen Union hat bereits Ungarn als erstes

Land eine eigene Impfoffensive in puncto Impfstoffbeschaffung gestartet und baut dabei auf

den russischen Impfstoff „Sputnik V“, der günstiger und schneller lieferbar als so manches

westliche Counterpart derzeit ist. Auch unser zweiter östlicher Nachbar, die Slowakei, wird

nun dem Beispiel Ungarns folgen und auch Österreich hat bereits signalisiert, sich zu

überlegen, den russischen Impfstoff hierzulande produzieren zu lassen. Um am Beispiel

„Sputnik V“ zu bleiben, ja, dieser Impfstoff hat eine sehr kurze Testphase gehabt und ja, die

Bedenken waren und sind sicherlich groß. Doch jüngste Studienergebnisse schreiben dem

russischen Impfstoff eine hohe Wirksamkeit zu. Ist es dann so verkehrt, diese Option in

Erwägung zu ziehen?

Globalisierung der Impfung

Wir haben bereits vor Corona in einer globalisierten Welt gelebt und auch jetzt erleben

wir die Globalisierung der Impfung. Es ist daher absolut wichtig, dass die politisch

Verantwortlichen die Scheuklappen abnehmen und nicht nur Impfstoffprodukten den

Vorzug geben, die auch politisch „genehm“ sind. Der Kalte Krieg ist seit nun mehr als 30

Jahren vorbei und jegliche in machen Köpfen immer noch verankerten politischen Ost-

West-Konflikte dürfen in dieser ausschließlich medizinischen Frage keine Rolle spielen.

Was die Welt braucht, ist ein wirksamer Impfstoff – egal woher dieser kommt. Ich appelliere

daher, jeden Impfstoff zu nehmen, der wirksam, sicher und rasch verfügbar ist.

Ansonsten verlängern wir diese Pandemie inklusive weitere Todesopfer unnötigerweise

und ausschließlich auf Basis von politischen Überlegungen – und das wäre medizinisch

wie menschlich untragbar.

Testungszahl steil nach oben

Als positiv können wir jedoch verzeichnen, dass die Testungen endlich richtig angelaufen

sind. Wir haben jetzt endlich die Kapazitäten in diesem Bereich aufgebaut, die notwendig

sind, um das Virus so gut wie möglich aufzuspüren und zu isolieren. Die Testungskapazität

beträgt derzeit mehr als 100 Testungen pro 1000 Einwohner, damit sind wir international

im Spitzenfeld. Selbstverständlich bedeutet das im Umkehrschluss steigende COVID-

Fallzahlen. Doch gleichzeitig finden wir damit all jene, die bis dato unbemerkt infiziert

zwischen uns weilten. Die Aufrechterhaltung dieser hohen Intensität von Testungen bis

Impfungen breitflächig zugänglich sind, ist daher essenziell. Erst danach können wir

wohl über etwaige Lockerungen im öffentlichen Leben sprechen – sowohl für Nichtgeimpfte

als auch für Geimpfte. Denn solange wir keinen Impfstoff haben, der auch

sterilisierend wirkt, können wir alle Trägerinnen beziehungsweise Träger des Coronavirus

sein, und damit auch ansteckend.

Herzlichst,

Ihr Thomas Szekeres

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PETER IST IN!

Hätten Sie es gewusst? Peter ist der bei weitem

häufigste Arztvorname in Österreich. Über 1.600

Ärztinnen und Ärzte teilen sich sowohl ihren Vorals

auch ihren Nachnamen mit mindestens einer

weiteren Kollegin oder einem weiteren Kollegen.

In Wien ist es viel wahrscheinlicher, einen Arzt

mit Doppelnamen anzutreffen (10%) als etwa in

Oberösterreich oder im Burgenland (je 6%).

Aber gut, Namen sind doch nur Schall und

Rauch, und recht viel weiter bringt uns dieses

Wissen nicht. Sofern man überhaupt von „Wissen“

sprechen kann. Denn genau betrachtet

handelt es sich nicht um Wissen, sondern um

schlecht gemachte Information.

Jeder von Ihnen wird in der einen oder anderen

Form mit Information zu tun haben. Fast jeder

von Ihnen wird sich auch schon das eine oder

andere Mal über die vorhandene Qualität geärgert

haben.

Die Medizin Medien Austria GmbH ist seit

vielen Jahren mit Herz und Verstand in diesem

Spannungsfeld tätig. Wir arbeiten tagtäglich

mit Information und sind stolz darauf, das stets

verlässlich mit einer herzeigbaren Qualität zu

tun. Wir betreuen Österreichs Ärztinnen und

Ärzte, indem wir ihnen über die verschiedensten

Kanäle gratis berufsbezogene Informationen und

Services bieten, wie etwa:

■ Rote-Hand-Briefe und andere berufsrelevante

Informationen

■ Printmedien mit

DFP-Fortbildungsmöglichkeit

■ Online-Plattform medonline.at

mit DFP-Fortbildungsmöglichkeit

■ DFP-approbierte Veranstaltungen

der Medizin-Akademie

■ Pharmareferent am Telefon für

Einladungen und berufsrelevante

Informationen

Demnächst wird die neue europaweite e-Privacy-

Verordnung in Kraft treten. Wenn Sie ab dann

auch weiterhin gratis von uns kontaktiert

und informiert werden möchten, bitten wir

Sie um Ihre Zustimmung.

Ich bin einverstanden, von der Medizin Medien Austria GmbH und ihrer 100%igen Tochter firma

Schütz Medical Services GmbH (auch im Interesse Dritter) weiterhin zum Zweck der Information

über mit meiner beruflichen Tätigkeit in Zusammenhang stehende Themen per E-Mail, telefonisch,

per Post und via Fax (Nichtzutreffendes streichen) kontaktiert zu werden.

Name Datum Unterschrift

Senden Sie das unterschriebene Formular einfach per:

■ Fax an 01/54600-5933

■ E-Mail an datenschutz@medizin-medien.at

■ Brief an Medizin Medien Austria GmbH, Grünbergstraße 15, 1120 Wien,

z.H. der Abteilung Data Quality & Compliance

■ oder kontaktieren Sie unsere Hotline unter 01/54600-689.

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BRIEF DES KURIENOBMANNS IN EIGENER SACHE

Sehr geehrte Kollegin! Sehr geehrter Kollege!

Transparent und fair

Foto: AEK Wien

„Maßstäbe für unser

Handeln im Kontext der

Corona-Impfungen sind

die Empfehlungen der hervorragenden

österreichischen

Impfexpertinnen und

-experten und der

gültige Impfplan.“

Weitere standespolitische Themen ab Seite 9.

► Ohne Fairness, Solidarität und Transparenz werden wir nicht gut durch die Corona-

Pandemie kommen: Durch diese anscheinend nicht enden wollende Herausforderung

für Bürgerinnen, Bürger und Gesellschaft, deren Folgen für die Welt, in der wir leben, nicht

abzuschätzen sind. Um es vorwegzunehmen: Hier spielen auch wir Ärztinnen und Ärzte als

Kompetenztragende und als gesellschaftlich hoch angesehene Berufsgruppe eine nicht

unbedeutende Rolle.

Noch drehen sich die öffentlichen Diskussionen mehrheitlich um Fragen von Lockdown und

Lockerungen, die Zahl von Intensivbetten und die Verfügbarkeit und Qualität von Vakzinen

– alles für unser Leben sehr wichtige Themen. Doch bedeuten SARS-CoV-2 und COVID-19

natürlich für die Zukunft weit mehr als eine Gesundheitskrise. Die Prognosen von Wirtschaftsfachleuten

und Demokratieforschenden, wie es weitergehen wird, sind unterschiedlich.

Werden sich mögliche ökonomische Verwerfungen, wie sie angesichts einer vielfach

prognostizierten Pleitewelle und hoher Arbeitslosigkeit nicht auszuschließen sind, in der

Folge auch zu einer Krise der Demokratie und des Sozialstaats ausweiten? Entwarnung kann

wohl nicht gegeben werden – weder für Österreich noch global. Kommt es in von Knappheit

geprägten Situationen zu Verteilungskonflikten, was öffentliche Gelder ebenso einschließt

wie Vakzine, sind Fairness, Solidarität und Transparenz umso wichtiger.

Ärztinnen und Ärzte mit Vorbildwirkung

Es ist wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass sich auch in Österreich inzwischen eine

Atmosphäre individueller und gesellschaftlicher Ausgelaugtheit verbreitet. Vielen Menschen

macht die Angst vor Infektion und Erkrankung, finanzielle Bedrohung und ein Zerfallen ihrer

Perspektiven zu schaffen. Zur Entmutigung mag auch beitragen, dass Corona-Impfungen

in der aktuellen Situation von vielen nicht als der politisch angekündigte „Gamechanger“

erlebt werden – womit erneut ein Stück Vorhersagbarkeit in ihrem Leben verloren geht. Dass

in so einer Situation versucht wird, individuellen Anliegen und Gruppeninteressen zum

Durchbruch zu verhelfen, ist nachvollziehbar. Es ist aber auch riskant: Der Run auf einen

möglichst frühen Impftermin und einen angeblich besseren Impfstoff, das Austricksen von

Regeln zur Kontaktbegrenzung im Tourismus, verbotene gesellige Runden in Hinterzimmern

von Delikatessengeschäften und Lokalen – das und ähnliches fördert die Virusausbreitung,

sät Zweifel an der Transparenz der Impfpläne und entsolidarisiert. Es ist unfair all jenen

gegenüber, die sich an die Regeln halten, und die das auch von anderen erwarten.

Hier sind auch wir als Berufsgruppe mit Vorbildwirkung und einer sich daraus ergebenden

hohen Verantwortung gefordert. Am Beispiel der Corona-Impfung: Gerade wir sollten Sonderrechte

nicht zu lautstark einfordern. Wir dürfen auch keinen ausgewählten Patientinnen

und Patienten privilegierte Sonderbehandlungen anbieten. Denn tun wir das, liefern wir

unbeabsichtigt auch anderen Menschen und Gesellschaftsgruppen einen Vorwand dafür, im

Sinne ihrer jeweiligen Partikularinteressen Privilegien einzufordern. Damit wird zu einer

gesellschaftlichen Entsolidarisierung beigetragen, die es nicht verdient, gefördert zu werden.

Wir Ärztinnen und Ärzte dürfen uns aber auch nicht von einzelnen Impfstoffanbietern

instrumentalisieren und gegen andere Produzenten ausspielen lassen. Maßstäbe für unser

Handeln im Kontext der Corona-Impfungen sind die Empfehlungen der hervorragenden

österreichischen Impfexpertinnen und -experten und der gültige Impfplan. Setzen auch wir

auf jene Fairness, Solidarität und Transparenz, die wir zu Recht von der Politik einfordern.

Mit besten Grüßen,

Johannes Steinhart

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WIR

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BRIEF DES KURIENOBMANNS IN EIGENER SACHE

Sehr geehrte Kollegin! Sehr geehrter Kollege!

Lernkurve in Sicht?

Foto: Stefan Seelig

„Es scheint, als ob unsere

Patientinnen und Patienten

endlich wieder in den Mittelpunkt

unseres medizinischen

und pflegerischen Tuns rücken

durften und ökonomische

Entscheidungen für Monate an

Wichtigkeit verloren haben.“

Weitere standespolitische Themen ab Seite 9.

► In den letzten Wochen hat uns gerade die Organisation der COVID-Impfungen eine

Lebensweisheit in Erinnerung gerufen: „Hinterher sind immer alle klüger“. Doch sind

wir das, zwölf Monate nach dem Ausrufen der Corona-Pandemie durch unsere Bundesregierung

und einer damit einhergehenden radikalen Wende in unserem Leben, wirklich? Denn

nur dann, wenn wir auch tatsächlich etwas in den letzten Monaten gelernt haben, können

wir künftig ähnliche Herausforderungen besser bewältigen. Umso wichtiger ist es jetzt,

genauer hinzusehen, kritische Fragen zu stellen und gesundheitspolitische Entscheidungen

zu evaluieren. Sachlich, ehrlich und transparent. Denn jegliche Form von „Message Control“

oder ein ständiges gegenseitiges Zuschieben des schwarzen Peters schwächt genau diesen

(erhofften) Lernprozess und – nicht nur in Zeiten einer Pandemie – den Umgang mit Fehlern

beziehungsweise das Erlernen einer Fehlerkultur.

Neue Art der Menschlichkeit

Doch was nehmen wir aus den letzten Monaten wirklich mit, außer den Umstand, dass Toilettenpapier

nie zu knapp wurde, Pressekonferenzen inflationär weitestgehend inhaltslos stattfinden

können und Friseurbesuche in der Bedürfnispyramide vieler sehr weit oben stehen?

Was wir mitnehmen sollten, ist, um einmal einen positiven Ansatz aufzugreifen, dass es

eine neue Art der Menschlichkeit gibt: Es scheint, als ob unsere Patientinnen und Patienten

endlich wieder in den Mittelpunkt unseres medizinischen und pflegerischen Tuns rücken

durften und ökonomische Entscheidungen für Monate an Wichtigkeit verloren haben. Trotz

knappster Personalressourcen aus den unterschiedlichsten Gründen, haben wir seit Jahren

vorhandene Löcher kaschiert, uns zehn Hände wachsen lassen, geben als Team des medizinischen

Fachpersonals alles und behandeln an vorderster Front. Doch gerade im Hinblick

auf die fragilen Personalressourcen in den Wiener Spitälern muss sachlich, transparent und

ehrlich diskutiert werden, wie sinnvolle und nachhaltige Anreize gesetzt werden können,

damit uns die im Spital tätigen Kolleginnen und Kollegen auch genau dort erhalten bleiben

– im intramuralen Bereich. Eine transparente und den Tatsachen entsprechende beziehungsweise

die Realität abbildende Personalbedarfsberechnungsmethode muss endlich weiterentwickelt

werden. Die Zeit, die etablierte Kolleginnen und Kollegen für die Ausbildung unseres

Nachwuchses an Ärztinnen und Ärzten aufwenden, muss sich hier jedenfalls wiederfinden.

Genauso wie die Zeit, die die „Jungen“ dafür aufbringen, von den Erfahrenen zu lernen. Was

es braucht? Mentoring-Programme fördern, Teaching etablieren, Aus- und Fortbildung

großzügig ermöglichen, Karrierestrukturen und adäquate Gehälter einführen.

Es gilt, kritisch zu hinterfragen, warum erst in der Pandemie Investitionen in das Gesundheitswesen

ihre Renaissance erleben. Investitionsbedarf gibt es viel und eine Infrastrukturmilliarde,

vor allem für die Wiener Gemeindespitäler, ist eine nachhaltige Anlage für die Zukunft.

Vielleicht sollten auch Aspekte wie ein Kostendämpfungspfad und die Finanzierung des Gesundheitswesens

aus einem Topf neu überdacht werden. Wir alle wissen ja, dass die Gelder

für den Öffentlichen Sektor niemals ausreichen. Frischer Wind und die Segel neu setzen!

Doch eines darf bei allen Anforderungen, die im vergangenen Jahr an uns engagiert medizinisch

tätige Spitalsärztinnen und Spitalsärzte gestellt wurden, die manchmal übermenschlich

waren, nicht vergessen werden: Wir alle haben auch ein Leben abseits unseres fordernden

Berufs und sind letztendlich alle „von Beruf Mensch“.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, viel Gesundheit und passen Sie auf sich auf!

Herzlichst,

Ihr Wolfgang Weismüller

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INHALT EDITORIAL

Inhalt

3 In eigener Sache – Brief des Präsidenten

5 In eigener Sache – Brief des Kurienobmanns

7 In eigener Sache – Brief des Kurienobmanns

Intern

10 News

Anlässlich des einjährigen Bestehens des Gründerservice Go2Ordi sprach doktorinwien mit

der Allgemeinmedizinerin Saloumeh Assadi, die kürzlich eine Kassenordination übernommen,

adaptiert und neueröffnet hat.

14 News

Um die wichtigsten und häufigsten Serviceleistungen aus dem Wohlfahrtsfonds in Anspruch

nehmen zu können, sind für Mitglieder gewisse Punkte zu beachten.

16 Gesundheit und Politik

Österreichs Anteil der Gesundheitsausgaben lag im Jahr 2019 bei 10,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

17 Kammerbereich

Coverstory

20 Studieren in der Pandemie

Die Coronakrise hat wie für die meisten auch das Leben von Studierenden auf den Kopf gestellt.

Eine Medizinstudentin im Gespräch über ihre Erfahrungen im Klinisch-Praktischen Jahr.

Service

25 Medizin

Eine Studie über den Einfluss von demografischen Faktoren auf die phasenweise sehr hohen

SARS-CoV-2-Inzidenzen in Oberösterreich hat interessante Ergebnisse gebracht.

27 Medizin

Mit gezielten Ultraschallimpulsen lässt sich eine Reihe an Gehirnerkrankungen, die bisher nur

eingeschränkt therapierbar sind, punktgenau behandeln.

28 Medizin

Die Dimerisierung der menschlichen Neuropeptide Oxytocin und Vasopressin kann zu neuartigen

pharmakologisch-wirksamen Molekülen führen.

30 Chronik

Eine Wissenschafterin und ein Wissenschafter der MedUni Wien wurden kürzlich mit dem

Forschungsförderungspreis der Erste Bank der Oesterreichischen Sparkassen AG ausgezeichnet.

32 Steuer

Angestellte Ärztinnen und Ärzte können beim Finanzamt durch Einreichung einer Arbeitnehmerveranlagung

angefallene Steuerabsetzposten geltend machen.

34 Kleinanzeigen

Aufgrund von Planungsunsicherheit bedingt durch die Corona-Krise entfällt in der aktuellen Ausgabe die Rubrik „Fortbildung – Vorträge,

Tagungen, Symposien“.

IMPRESSUM Herausgeber und Medieninhaber: Ärztekammer für Wien, Körperschaft des öffentlichen Rechts, vertreten durch den

Präsidenten, 1010 Wien, Weihburggasse 10–12, T 01/515 01, F 01/515 01-1289, Mail: pressestelle@aekwien.at. Redaktions vorsitz:

Dr. Franz Mayrhofer Redaktion: Mag. a Elisa Cavalieri (Chefin vom Dienst), Mag. a Kathrin McEwen, Dr. Hans-Peter Petutschnig,

Mag. Bernhard Salzer, Mag. Alexandros Stavrou, Alexandra Wolffinger (Sekretariat). Verleger: Medizin Medien Austria GmbH,

Forum Schönbrunn, 1120 Wien, Grünbergstraße 15, Stg. 1, T 01/54 600-0, F DW 710, Mail: office@medizin-medien.at. Aboverwaltung:

Alexandra Wolffinger, T 01/515 01-1223, Mail: wolffinger@aekwien.at. Anzeigenleitung: Fritz Tomaschek T 01/54 600-520,

f.tomaschek@medizin-medien.at. Anzeigensekretariat: Anita Radl, T 01/54 600-446, E-Mail: a.radl@medizin-medien.at. Herstellung:

Friedrich Druck & Medien GmbH, A-4020 Linz, Zamenhof straße 43–45, www.friedrichdruck.com.

Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: www.aekwien.at/impressum

Editorial

Perseverance

Die Bilder der Freude

und Begeisterung der

Wissenschafterinnen

und Wissenschafter im

NASA Kontrollzentrum

nach der erfolgreichen

Landung der Marssonde

Perseverance sind

um die Welt gegangen. Beinahe unfassbar

auch die Fotos und Videos, die uns seither

von dort erreichen. Momentaufnahmen aus

einem seit 2014 laufenden Segment wissenschaftlicher

Aktivität, die uns klar vor Augen

führen, zu welchen Leistungen höchste

wissenschaftliche Präzision, Kreativität und

gemeinschaftliches Handeln führen können.

Perseverance – Ausdauer und Beharrlichkeit

– im Schaffen von Wissen, in der Kreativität

und in der Entwicklung der technischen

Fertigkeit, dieses Wissen umzusetzen, sind

auch die einzig tauglichen Werkzeuge im

Umgang mit der gegenwärtigen globalen

Gesundheitskrise durch ein Virus, dessen

weltweite Gesamtmasse in eine Cola Dose

passt.

Und wenn wir dann nach zwölf Monaten

einen Befund in Händen halten, auf dem

steht, dass Mensch wenige Wochen nach

der Injektion von zweimal 0,35 ml einer

klaren Flüssigkeit Antikörper gegen die

Spike-Proteine von SARS-COVID-Viren

produziert, dann sollten wir alle in freudvolle

hochachtungsvolle Begeisterung

einstimmen. Begeisterung über die vielen

Menschen, die seit Generationen auf verschiedensten

Ebenen beharrlich forschen.

Begeisterung über Engagierte in Arztpraxen,

die sich an Studien beteiligen, bis hin zu

bewundernswert unerschrockenen Forscherinnen

und Forschern in S4-Labors.

Begeisterung über die Institutionen, staatliche

genauso wie private, die das Wissen

weltweit kommunizieren und vernetzen.

Begeisterung schließlich auch über Technikerinnen,

Techniker, Unternehmerinnen und

Unternehmer, die die Maschinen und Anlagen

bauen, um die Produkte in der erforderlichen

Qualität für Milliarden Menschen zu

produzieren. Wir alle hoffen, dass Corona,

wie die mittelalterliche Pest, als Episode in

die Geschichtsbücher eingeht. Die kraftvolle

und kompetente Antwort der Wissenschaft

sollte uns jedenfalls optimistisch stimmen!

Ihr

Franz Mayrhofer

Foto: privat

8 doktor in wien 03_2021


NEWS INTERN

Kritik an Ausschlusskriterien

bei Corona-Selbsttests

Heftige Kritik kommt von

der Ärztekammer zu den

Einschränkungen für viele

Österreicherinnen und

Österreicher hinsichtlich

der Ausgabe von SARS-

CoV-2-Antigentests zur

Eigenanwendung („CO-

VID-19-Selbsttests“) in

Apotheken. Ärztekammerpräsident

Thomas Szekeres spricht hier von einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft

und der Missachtung von Patientenrechten“. Der Hintergrund:

Bürgerinnen und Bürger, die sich von ELGA gesamt oder vom

Service e-Medikation abgemeldet haben, sowie nicht krankenversicherte

Personen können dieses Service nicht nutzen und sind von der

Verteilung der kostenfreien Tests ausgenommen.

Szekeres kann nicht nachvollziehen, dass Patientinnen und Patienten,

die ihr „gutes Recht“ wahrgenommen haben, aus ELGA

zu optieren, nun genau dafür bestraft werden und entsprechend

benachteiligt würden. Und auch der Ausschluss nicht krankenversicherter

Personen ist für ihn unverständlich: „Antigentests im großen

Umfang sind eine wirkungsvolle Maßnahme, gegen die Pandemie

anzukämpfen. Die Lockdowns kosten uns Milliarden, und da spart

man an der kostenfreien Ausgabe von Antigentests?“

Einmal mehr desillusioniert ist Szekeres über die Arbeit der von den

Landesregierungen bestellten Patientenanwälte. Diese meldeten sich

in der Sekunde zu Wort, wenn sie Einzelverfehlungen auszumachen

glauben, „aber wenn es um globale Patientenrechte, wie die Verteilung

von kostenfreien COVID-19-Selbsttests an alle Bürgerinnen

und Bürger geht, herrscht vornehmes Schweigen in der Sorge, mit

der Obrigkeit in Österreich nicht anzuecken“, so Szekeres.

Wahrnehmungs bericht 2020

In Kürze erscheint der Wahrnehmungsbericht

der Ärztekammer für Wien für das Jahr 2020.

Falls Sie die gedruckte Version nicht erhalten

wollen, senden Sie bitte ein E-Mail an

pressestelle@aekwien.at bis 17. März 2021.

Umfrage zu den Informationsmedien

der Ärztekammer

Die Wiener Ärztekammer verfügt über eine Reihe von Kommunikationstools

(Printmedien, Onlinemedien, Social-Media-Tools) mit dem

Fokus auf standespolitische sowie organisatorische und fachliche

Themenstellungen. Um deren Informationsgehalt und Nutzen besser

einschätzen zu können, hat die Ärztekammer für Wien eine Umfrage

in Auftrag gegeben.

Konkret soll dabei überprüft werden,

•in welchem Ausmaß die einzelnen Kommunikationstools von den

Ärztinnen und Ärzten wahrgenommen und genutzt werden,

•wie die formale und inhaltliche Qualität der einzelnen Medien

beurteilt wird,

•wie der persönliche Nutzen der jeweiligen Medien eingeschätzt wird,

•ob gegebenenfalls, und wenn ja, welche Informationsdefizite

bestehen,

•wie die Kommunikationslandschaft der Ärztekammer insgesamt

beurteilt wird.

Mit der Befragung beauftragt wurde das Institut für Empirische

Sozialforschung – IFES. Sollten auch Sie zur zufällig ausgewählten

Stichprobe gehören, ersuchen wir Sie, sich einige Minuten Zeit zu

nehmen und an der telefonischen Befragung teilzunehmen. Ihre

Antworten helfen uns, Sie zukünftig noch zielgruppenorientierter

informieren zu können.


Ihre Ärztekammer für Wien

Ausschreibungen für Einzel- und Gruppenpraxen für März 2021

Foto: solidcolours/iStock

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) schreibt gemäß § 7 der Richtlinie für die Auswahl und Invertragnahme von Vertragsärztinnen und

-ärzten für Allgemeinmedizin und Vertragsfachärztinnen und -ärzten iVm § 6 Abs 1 Gesamtvertrag vom 1. Jänner 2011 sowie gemäß § 7 der Richtlinien

für die Auswahl und Invertragnahme von Gesellschaftern von Vertragsgruppenpraxen iVm § 9 Gruppenpraxengesamtvertrag vom 1. Jänner 2011

gemeinsam mit der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB), der Sozialversicherung der Selbstständigen

(SVS), sowie der Krankenfürsorgeanstalt der Stadt Wien (KFA Wien) im Einvernehmen mit der Ärztekammer für Wien Vertragsarztstellen aus.

Basierend auf den Änderungen der Reihungskriterien für Bewerbungen ab 1. Mai 2018 finden Sie die Ausschreibungen für Einzelpraxen sowie für

Gruppenpraxen für März 2021 auf der Website der Ärztekammer für Wien unter www.aekwien.at beziehungsweise unter

www.aekwien.at/ausschreibungen-allgemeinmedizin und www.aekwien.at/ausschreibungen-fachärzte.

Ihre Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte fristgerecht an:

Kurie niedergelassene Ärzte

Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin

Mag. Gabriella Milinski

1010 Wien, Weihburggasse 10-12

Tel.: 515 01/1222 DW

E-Mail: milinski@aekwien.at

Kurie niedergelassene Ärzte

Fachärztinnen und Fachärzte

Sabine Hubmayr

1010 Wien, Weihburggasse 10-12

Tel.: 515 01/1259 DW

E-Mail: hubmayr@aekwien.at

Die ausgeschriebenen Stellen sowie die Richtlinien zur Invertragnahme, das Punktesystem, die Bewerbungsformulare und die gesamtvertraglichen

Bestimmungen finden Sie unter www.aekwien.at/reihungskriterien.

Hinweis: Bitte beachten Sie das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz.

03_2021 doktor in wien 9


INTERN NEWS

Ordinationsgründung

Improvisation ist gefragt

Anlässlich des einjährigen Bestehens des Gründerservice Go2Ordi der Ärztekammer für Wien

sprach

mit der Allgemeinmedizinerin Saloumeh Assadi, die zu Beginn des

Jahres 2021 im 4. Bezirk eine Kassenordination übernommen, adaptiert und neueröffnet hat.

Von Bernhard Salzer

doktorinwien: Frau Doktorin Assadi,

Sie haben mitten in der Corona-Pandemie

ihre eigene Kassenpraxis eröffnet.

Wie lief der Start?

Assadi: Ich habe die Praxis am 1. Jänner

2021 übernommen und sofort mit

den nötigen Umbauarbeiten begonnen.

Am 25. Jänner habe ich die Ordination

mit ‚vielen Bauchschmerzen‘

eröffnet, weil zu dem Zeitpunkt noch

nicht alles fertig war. Der Lockdown

hatte alles erschwert. Geschäfte und

Schauräume waren geschlossen, ich

konnte nichts vor Ort ansehen oder

ausprobieren. Die Suche nach neuem

Ordinationsmobiliar, wie auch alle

anderen Bestellungen, fand daher

online statt. Die Lieferungen kamen

aber zum Teil nicht zeitgerecht oder

nur stückweise. Bis heute ist zum Beispiel

mein Schreibtisch nicht geliefert

worden. Es war sehr viel Improvisation

gefragt.

doktorinwien: Wie sieht Ihr Arbeitsalltag

nach einem Monat aus?

Assadi: Ich war nie eine Frühaufsteherin,

aber jetzt läutet mein Wecker

um 5.30 Uhr. Mein Arbeitstag in

der Ordination dauert dann bis zu 16

Stunden. Ich komme zumindest eine

Stunde vor Ordinationsbeginn in die

Praxis und bleibe danach noch sehr

lange zum Nacharbeiten, gehe Befunde

und die Dokumentation durch und

bereite mich für den nächsten Tag vor.

Trotz aller Anstrengungen, ist es aber

schön zu beobachten, dass die Patientinnen

und Patienten die neu und

vor allem heller und weitläufiger gestaltete

Ordination sowie auch mich

und mein komplett neues Ordinationsteam

mit zwei Mitarbeiterinnen

sehr gut angenommen haben. Die

Vor jahreszahlen meiner Vorgängerin

werde ich im ersten Quartal sicher

nicht erreichen, aber das hängt auch

Saloumeh Assadi:

„Mir ist schnell klar

geworden, dass ich

als Ärztin nicht nur

Medizinerin, sondern

auch Betriebswirtin

sein muss.“

mit der Pandemiesituation zusammen,

weil die Menschen derzeit grund -

sätzlich seltener Ordinationen aufsuchen.

Ich erwarte daher auch, dass ich

die nächsten Monate von meinen privaten

Ersparnissen leben muss. Damit

es sich finanziell ausgeht, vertrete ich

zusätzlich für zehn Stunden wöchentlich

Kolleginnen und Kollegen in deren

Ordinationen und arbeite auch beim

Ärztefunkdienst.

doktorinwien: Sie haben zwar eine

bestehende Ordination übernommen,

konnten aber nicht sofort starten …

Assadi: … ja, denn es standen etliche

vorgeschriebene Umbauarbeiten etwa

in Bezug auf die Barrierefreiheit an.

Da habe ich mich dann gleich zu einer

Generalsanierung entschlossen.

Die Elektrik musste komplett erneuert

und ein neuer Boden verlegt werden,

Wände wurden versetzt und die Räume

neugestaltet. Jetzt habe ich auf den

rund 110 Quadratmetern einen neuen

Empfangsbereich mit Wartezimmer,

zwei Behandlungszimmer, einen Laborbereich

und auch einen Rückzugsraum

für mich und mein Team mit

einer eigenen Personaltoilette, die es

davor nicht gab. Die Ordinations-EDV

musste ich auch austauschen – neue

Computer, Bildschirme, Tastaturen,

alles, was eben dazu gehört. Ich konnte

nur wenige Geräte übernehmen, wie

etwa eine Waage, ein EKG- sowie ein

Blutdruckmessgerät. Wenn die Ordination

gut angelaufen ist, werde ich

auch diese erneuern. Derzeit ist das

nicht möglich, weil meine finanziellen

Grenzen komplett ausgeschöpft sind.

Der Großteil ist kreditfinanziert, aber

ich musste auch auf private Ersparnisse

zurückgreifen.

Foto: Stefan Seelig

10 doktor in wien 03_2021


NEWS INTERN

doktorinwien: Im Medizinstudium

werden die Studierenden nicht auf eine

Ordinationsgründung vorbereitet. Wo

haben Sie sich dafür das nötige Wissen

geholt?

Assadi: Mein Wissen über den Ordinationsalltag

habe ich vor allem aus

meiner langjährigen Vertretungszeit,

zusätzlich habe ich mir laufend Tipps

von Kolleginnen und Kollegen geholt.

Aber auch die Beratung durch das Service

‚Go2Ordi‘ der Kurie niedergelassene

Ärzte hat mir sehr geholfen. Da ist

mir schnell klar geworden, dass ich als

Ärztin nicht nur Medizinerin, sondern

auch Betriebswirtin sein muss. Es wäre

ganz wichtig, dass es bereits während

des Medizinstudiums entsprechende

Informationsangebote gäbe – etwa

Seminare zu wirtschaftlichen und

rechtlichen Aspekten des selbstständigen

Unternehmertums. Das bereits

bestehende Angebot der Lehrpraxis ist

in jedem Fall allen Studierenden, die

später eine Ordination führen wollen,

unbedingt zu empfehlen.

doktorinwien: Warum haben Sie sich

für die Allgemeinmedizin entschieden

und wollten eine eigene Kassenpraxis

führen?

Assadi: Während der Ausbildung

haben mich viele Fächer interessiert.

Die Liebe zur Allgemeinmedizin habe

ich erst entdeckt, als ich bei meinem

Hausarzt als Vertretungsärztin tätig

werden durfte. Es hat mir gezeigt, wie

breit gefächert die Tätigkeit in der Allgemeinmedizin

ist. Ab diesem Zeitpunkt

war für mich klar, dass auch ich

diesen Weg einschlagen möchte. Ich

habe mich auf die Vertretungsliste der

Ärztekammer setzen lassen und so oft

wie nur möglich bei Kolleginnen und

Kollegen neben meiner Tätigkeit im

Wilhelminenspital vertreten. Da habe

ich viele Ordinationen kennengelernt

und gesehen, dass die medizinische

Tätigkeit zwar immer ähnlich ist,

die administrativen und organisatorischen

Abläufe aber sehr unterschiedlich

gestaltet werden. Das hat mir sehr

geholfen, ich konnte viel dazulernen

und von überall ein bisschen etwas für

meinen eigenen Ordinationsstart ‚mitnehmen‘.

doktorinwien: Welche Ratschläge geben

Sie jungen Ärztinnen und Ärzten, die

eine eigene Ordination gründen wollen?

„Während

der Ausbildung

haben

mich viele

Fächer interessiert.

Die

Liebe zur

Allgemeinmedizin

habe ich erst

entdeckt,

als ich bei

meinem

Hausarzt

als Vertretungsärztin

tätig werden

durfte.“

Go2Ordi – Bilanz eines einzigartigen Projekts

Trotz Corona-Krise haben im letzten Jahr in Wien mit Unterstützung

des Gründerservice Go2Ordi über 40 Ärztinnen und Ärzte den Sprung

in die Selbstständigkeit gewagt oder stehen kurz davor.

Mit Go2Ordi bietet die Ärztekammer für Wien seit über einem Jahr ein kostenloses

maßgeschneidertes Beratungsservice für ihre Mitglieder, mit dem diese

bestmöglich auf die Selbstständigkeit vorbereitet werden. Dieses in Österreich

einzigartige Projekt zur Unterstützung von Ärztinnen und Ärzten kann für

das Jahr 2020 eine durchaus beachtliche Bilanz legen. Über 100 persönliche

Erstberatungsgespräche zur Ordinationsgründung und noch einmal so viele

Folgeberatungen wurden im Jahr 2020 bei den Expertinnen und Experten von

Go2Ordi in Anspruch genommen. Aus diesen Beratungen gingen letztendlich 43

Ordinationsgründungen hervor beziehungsweise stehen kurz vor der Eröffnung.

Hinzu kommen Beratungen für schon bestehende Ordinationen sowie etliche

Erstinformationsveranstaltungen zur Ordinationsgründung.

„Unsere Beratungen decken das gesamte Spektrum einer Ordinationsgründung

ab“, betont Matthias Schmied vom Go2Ordi-Beratungsteam. Finanzierung,

rechtliche Rahmenbedingungen, Rechtsformen der Niederlassung, bürokratische

Herausforderungen, Hygienerichtlinien, Datenschutz, Immobiliensuche, Marketing

oder der Weg zum Kassenvertragsarzt sind einige der häufigsten Beratungsthemen.

Schmied: „Wir gehen aber auch mit in die künftige Praxis und beraten

direkt vor Ort bei der Planung des Ordinationsumbaus oder der Umsetzung der

Richtlinien zur Barrierefreiheit.“

Zusätzlich zum persönlichen Beratungsservice hat die Ärztekammer für Wien

einen Leitfaden zur Ordinationsgründung herausgegeben. Das Buch „Go2Ordi

- Das Buch zur erfolgreichen Gründung Ihrer Ordination (ISBN: 978-3-99052-

196-0)“ gibt es im Buchhandel und kann auch beim Gründerservice direkt und

kostenlos für Mitglieder der Ärztekammer für Wien bestellt werden.

Service: Ihr Kontakt zu Go2Ordi – Das Gründerservice der Ärztekammer für Wien

Matthias Schmied, BA, MPH, MBA, Tel. 51501/ 1204 DW,

E-Mail: schmied@aekwien.at,

Melody Buchegger-Golabi, BA, MA, Tel. 51501/ 1203 DW,

E-Mail: buchegger-golabi@aekwien.at

Web: www.aekwien.at/go2ordi

Assadi: Die Entscheidung muss gut

überlegt sein und bedarf einer intensiven

Vorbereitung. Sie müssen sich die Frage

stellen, ob sie sich die alleinige Verantwortung

über einen eigenen Betrieb

– und das ist letztendlich eine Ordination

– mit mehreren Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern zutrauen, oder lieber

in einem Team arbeiten, in dem sie sich

nur auf medizinische Entscheidungen

konzentrieren können. Ganz wichtig ist

natürlich die genaue Planung der Finanzierung

mit der eigenen Bank und einer

Steuerberaterin oder einem Steuerberater.

Und dann ist die gute Vernetzung

mit niedergelassenen Kolleginnen und

Kollegen anderer Fachrichtungen sowie

mit den Apotheken rund um die Ordination

essenziell, damit man sich gegenseitig

neue Patientinnen und Patienten

empfehlen und zuweisen kann.

doktorinwien: Eine abschließende

private Frage: Haben Sie überhaupt

noch Freizeit?

Assadi: Nein, im Moment gar nicht.

Ich habe immer gerne Sport betrieben,

das ist jetzt komplett weggebrochen.

Ich bin an manchen Tagen schon froh,

wenn ich einmal untertags in Ruhe

zum Essen komme. Aber ich weiß

auch, dass das jetzt den Herausforderungen

des Anfangs geschuldet ist und

habe es keine Sekunde bereut. Ich bin

sogar ein wenig stolz auf mich, weil

ich das alles so schnell und gut auf die

Beine gestellt habe. Ich höre von Patientinnen

und Patienten immer wieder

positives Feedback und ich habe auch

schon Blumen geschenkt bekommen.

Das sind Kleinigkeiten, die mir bestätigen,

dass ich den richtigen Schritt

gesetzt habe.

03_2021 doktor in wien 11


INTERN NEWS

Steinhart: ÖGK-Prognosen nicht ernst zu nehmen

„Auch im ersten Jahr als ÖGK haben

die Krankenkassen nahtlos an die

bisherige GKK-Tradition angeknüpft,

sich bei der Finanzgebarung

im Laufe des Jahres

ordentlich zu verschätzen,

teilweise um hunderte

Millionen

Euro“, konstatiert

Johannes Steinhart,

Ärztekammer-Vizepräsident

und Obmann der

Kurie niedergelassene

Ärzte. In diesem Jahr habe

man aber diesbezüglich die

eigenen Negativrekorde pulverisiert.

„Um eine ganze Milliarde daneben zu liegen,

das muss man erst einmal zusammenbringen“,

sagt Steinhart zu den Schätzungen des

jetzigen ÖGK-Vizeobmanns Andreas Huss:

„In der Privatwirtschaft könnte man so wohl

nicht arbeiten“, so Steinhart.

Mit den Zahlen des Vorjahres habe

die ÖGK unterstrichen, was auch

öffentlich längst gängige

Wahrnehmung ist: „Die

Vorausschauen haben

mit dem tatsächlichen

Ergebnis nur wenig zu

tun. Schätzungen dienen

mitunter offenbar sogar

parteipolitischer Panikmache,

das wird vom Dachverband

öffentlich sogar bestätigt“, wundert

sich Steinhart und ergänzt: „Wir und

auch die anderen Systempartner sollten

daran denken, wenn die Krankenkassen

künftig wieder den Defizit-Teufel an die

Wand malen.“

Verwundert zeigt sich Steinhart über die

positiven Reaktionen auf das letztendlich

doch beinahe ausgeglichene Ergebnis der

ÖGK: „Es beruht zu einem großen Teil

darauf, dass Menschen ihre Arzttermine,

darunter wesentliche Vorsorgetermine nicht

wahrgenommen haben. Das sollte weder

das Ziel einer Krankenkasse sein, noch

ein Grund zur Freude.“ Seitens der Ärztekammern

sei vor allem nach dem ersten

Lockdown immer wieder betont worden,

dass die Ordinationen sicher seien und alle

Menschen ruhigen Gewissens ihre Vorsorge-

und Kontrolltermine wahrnehmen

können. „Hier hätte auch die ÖGK mehr

appellieren müssen, anstatt auf die Kosten

zu schauen“, sagt Steinhart, der erneut alle

Bürgerinnen und Bürger aufrief: „Nehmen

Sie Ihre Arzttermine unbedingt wahr!

Nur so können Kollateralschäden durch

diese Pandemie vermieden werden. Die

Bundeskurie niedergelassene Ärzte arbeitet

mit laufend aktualisierten Empfehlungen

und Sicherheitsmaßnahmen ständig daran,

dass die Ordinationen sichere Orte sind

und bleiben. Auch ältere Personen brauchen

keine Bedenken haben, einen Termin

bei ihren Ärztinnen und Ärzten zu vereinbaren.“


ÖAK

„com·sult 2021“ zeichnet internationale Ärzteschaft aus

„Dass der renommierte ‚Golden Arrow 2021

des Wiener Kongresses ‚com·sult 2021‘ an

die Word Medical Association verliehen

wurde, ist ein starkes und beeindruckendes

Signal der Wertschätzung für die Ärzteschaft

aus Österreich und aus Wien, das seinen

Niederschlag finden wird“, so Ärztekammerpräsident

Thomas Szekeres beim Wiener

Kongress 2021, der heuer am 31. Jänner und 1.

Februar in Wien im Haus der Industrie stattfand.

Ärztinnen und Ärzte hätten gemeinsam

mit den Pflegeberufen im vergangenen Jahr

Übermenschliches geleistet, „und sie tun das

im Kampf gegen die britische Mutation jetzt

mehr denn je“, betont Szekeres.

Die Corona-Impfung sei der Gamechanger,

der weltweit rasch zum Einsatz kommen müsse.

„Es ist alles zu tun, um die Auslieferung

der Impfdosen zu forcieren und bestehende

Vereinbarungen einzuhalten.“ Jetzt sei nicht

die Zeit für Geschäfte, „sondern ausschließlich

für die Gesundheit der Menschen“.

Beim Wiener Kongress 2021 wurde auch eine

von der Ärztekammer als Partnerin unterstütze

Managerbefragung von Peter Hajek

Public Opinion Strategies GmbH präsentiert.

Sie zeigt, dass für 41 Prozent der befragten

österreichischen Managerinnen und Manager

die Durchimpfung großer Bevölkerungsteile

die oberste Priorität bei der Bekämpfung der

Corona-Pandemie habe. Dass 42 Prozent

ihr Personal motivieren wollen, sich impfen

lassen, bezeichnet Szekeres als „wertvolle und

unverzichtbare Beiträge der Wirtschaft zur

Bekämpfung von COVID-19“.

Otmar Kloiber (Mitte) nahm in seiner Funktion als Generalsekretär

der World Medical Association den „Golden Arrow 2021“ für den

Weltärztebund entgegen.

Dass weitere 55 Prozent der Befragten finden,

dass Österreich die Krise bisher „sehr gut“

beziehungsweise „gut“ bewältigt habe, und

Österreich im Länder-Ranking nach China,

Südkorea, Israel und Japan auf Platz fünf liegt,

sei auch als großes Verdienst der Ärzteschaft

zu sehen. „Die Umfrageergebnisse zeigen, dass

die Entscheidungsträger der Wirtschaft der

Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

großen Stellwert einräumen. Die Ärzteschaft

ist dabei eine entscheidende Partnerin“,

bilanziert Meinungsforscher Peter Hajek.

Kongressinitiator David Ungar-Klein

verweist auf die in der „Vienna Declaration

2021“ verankerte Forderung

des Wiener Kongress 2021, wonach

die Erfahrungen aus der COVID-

19-Krise „die Notwendigkeiten des

gezielten Ausbaus eines krisenfesten

Gesundheitswesens, der Bereitstellung

ausreichender medizinischer

Kapazitäten und verstärkter Investitionen

in medizinische Forschung und

Entwicklung“ unterstreichen.

„Testen, Impfen und Therapien

entwickeln sind die entscheidenden

Ansätze für den erfolgreichen Kampf

gegen die Pandemie, die wir gemeinsam

weiterverfolgen müssen, damit Ärztinnen

und Ärzte weltweit bestmögliche Grundlagen

erhalten, um Menschen vor der Corona-

Pandemie zu schützen“, so Ärztekammerpräsident

Thomas Szekeres.

Fotos: leekhoailang/iStock, Create Connections

12 doktor in wien 03_2021


NEWS INTERN

Rückblick der EMF-Medical Conference 2021

Von Piero Lercher

Die E(lectro)M(agnetic)F(ield)-Exposition

nimmt weltweit rasant zu und die Liste der

Symptome ist riesig, so Elizabeth Seymour

vom Environmental Health Center, Dallas,

Texas. Das zeigt sich auch in der Tatsache,

dass die im pandemiebedingten Lockdown

befindliche Bevölkerung weitgehend unbemerkt

mit einer Aufrüstung der Sendemasten

mit der 5G-Technologie konfrontiert wird

und sich vor allem unspezifische Beschwerdebilder

häufen. Umso wichtiger wird es

daher auch aus ärztlicher Sicht zu verstehen,

wie EMF-Patientinnen und Patienten

adäquat diagnostiziert und behandelt

werden können. Vom 28. bis 31. Jänner

2021 hat diesbezüglich die Internationale

EMF-Medical Conference stattgefunden.

Die US-amerikanische Faculty bot den über

800 Teilnehmenden aus allen fünf Kontinenten

eine Veranstaltung mit 36 Vorträgen

und sechs Podiumsdiskussionen, sowie im

Vorfeld sogenannte Pre-Conference Prep

Courses. Letztere wurden vor allem von

Angehörigen von Gesundheitsberufen

und Medizinstudierenden besucht.

COVID-19-maßnahmenbedingt

hat der Kongress online

stattgefunden. Vorsitzende

der Konferenz

waren der Neurochirurg

Hillel Z. Baldwin vom Carondelet

Neurological Institute

(USA) und Magda Havas von

der Trent University, Peterborough

(Canada).

Neben medizinischen Inhalten und Fragen

zu den pathophysiologischen Auswirkungen

von Funksignalen wurde auch die rechtliche

Situation von geschädigten Patientinnen und

Patienten erörtert. Ein spezieller Schwerpunkt

zum Thema „Kindergesundheit und Prävention“

wurde von der Initiatorin der Nicosia

Declaration, Stella Michaelidou, gesetzt.

Aus technologischer Hinsicht wurden auch

diverse Schutzmaßnahmen und Konzepte

präsentiert, die sofort in der Praxis

umsetzbar sind und das Outcome

der Patientinnen und Patienten

verbessern. Es wurden auch

Maßnahmen diskutiert und

präsentiert, die eine auch

in datenschutzrechtlicher

Hinsicht sichere Digitalisierung

ohne potenzielle

Gesundheitsgefahr

ermöglichen. Unter

den zahlreichen weltweit

renommierten Institutionen

und Organisationen hat auch

die Wiener Ärztekammer als Partnerinstitution

fungiert.

Die Vorträge und Workshops wurden auf

Video aufgezeichnet und werden in Kürze

auf der Konferenzhomepage abrufbar sein:

https://emfconference2021.com/

Piero Lercher ist Leiter des Referats für

Umweltmedizin der Ärztekammer für Wien.

Foto: onurdongel/iStock

„Offensive Gesundheit“:

SARS-CoV-2-als Berufskrankheit

Die „Offensive Gesundheit“ – eine Kooperation aus Arbeiterkammer, Gewerkschaften und

Ärztekammer – möchte darüber informieren, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 grundsätzlich

als Berufskrankheit klassifiziert werden kann.

Infiziert sich eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer in Ausübung einer versicherten

Beschäftigung, muss der Verdacht auf eine Berufskrankheit gemeldet werden. Gemäß § 363

Abs. 1 und 2 ASVG ist jeder Verdacht auf eine Berufskrankheit beim Unfallversicherungsträger

zu melden. Als Verdachtsfälle auf eine Berufskrankheit durch Infektion mit dem Coronavirus

sind jedenfalls Fälle zu melden, in denen ein positiver Labortest auf COVID-19 (SARS-CoV-2)

vorliegt und der Verdacht auf einen beruflichen Zusammenhang gegeben ist. Die Beurteilung,

ob eine Berufskrankheit vorliegt, obliegt letztendlich dem Unfallversicherungsträger.

In folgenden Bereichen gelten Infektionskrankheiten als Berufskrankheiten:

•Krankenhäuser, Heil- und Pflegeanstalten

•Entbindungsheime und sonstige Anstalten, die Personen zur Kur und Pflege aufnehmen

•Öffentliche Apotheken

•Einrichtungen/Beschäftigungen in der öffentlichen und privaten Fürsorge, in Schulen, Kindergärten

und Säuglingskrippen und im Gesundheitsdienst

•Laboratorien für wissenschaftliche/medizinische Untersuchungen und Versuche

•Justizanstalten und Hafträume der Verwaltungsbehörden

•Unternehmen mit vergleichbarer Gefährdung

Ohne Meldung keine Anerkennung! Melden Sie eine mögliche Berufskrankheit sowohl der

AUVA als auch Ihrem Dienstgeber!

Für die Meldung einer Berufskrankheit kann das nachstehende Formular ausgefüllt werden

und an die Mailadressen der für Sie zuständigen AUVA-Meldestelle gesandt werden:

AUVA-Landesstelle Wien

Telefon: +43 5 93 93-31000, Fax: +43 5 93 93-31690, E-Mail: WLA-DE@auva.at

Mehr zur „Offensive Gesundheit“ online unter: www.offensivegesundheit.at

Privatkrankenanstalten:

Forderung nach

adäquater Entlohnung

Unterstützung für die Forderungen der

Gewerkschaft vida und deren Vorsitzenden

des Fachbereichs Gesundheit, Gerald Mjka,

signalisiert der Obmann der Kurie angestellte

Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer

für Wien, Wolfgang Weismüller, und fordert

ebenfalls bei den Gehältern der Beschäftigten

in den Privatkrankenanstalten „stark

nachzubessern“.

„Eine adäquate Entlohnung für das Personal

der von namhaften gewinnorientierten

Konzernen geführten Privatspitäler, das in

Corona-Krisenzeiten ebenfalls seinen Beitrag

geleistet hat, ist mehr als überfällig“, erklärt

Weismüller. Die gewährten Staatshilfen

sollten daher auch entsprechend verwendet

werden.

Die Staatshilfen wurden laut Weismüller

geschaffen, um den Privatspitälern zu helfen,

das Gesundheitssystem als Ganzes mitaufrechtzuerhalten.

„Die Privatspitäler sind

aber nichts ohne jene, die dort arbeiten, und

deswegen muss das Geld schlussendlich bei

den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern

landen“, fordert Weismüller.

03_2021 doktor in wien 13


INTERN NEWS

Wohlfahrtsfonds – Teil 6

Der Weg vom Antrag zur Auszahlung

Um die wichtigsten und häufigsten Serviceleistungen aus dem Wohlfahrtsfonds in Anspruch

nehmen zu können, sind für Mitglieder gewisse Punkte zu beachten. Im Regelfall müssen Fristen,

Termine und ein bestimmtes Verfahren eingehalten werden. Darüber hinaus sollte man stets

dahinter sein, die Meldungen in der Ärzte- und Zahnärzteliste aktuell zu halten.

Von Claus Penz

► Wie in der gesetzlichen Pensionsversicherung

gilt auch im

Wohlfahrtsfonds ganz allgemein das

Antragsprinzip. Das bedeutet, dass

grundsätzlich alle Verfahren und insbesondere

jene zur Feststellung von

Leistungsansprüchen nur über einen

Antrag eingeleitet werden können. Bitte

beachten Sie daher, dass jede Leistung

aus dem Wohlfahrtsfonds oder auch

ein Wunsch nach einem Beitragserlass

nur über einen entsprechenden Antrag

gewährt werden kann. Oft reicht dafür

allerdings bereits ein formloses Schreiben

aus. Im Folgenden soll der Weg

vom Antrag zur Auszahlung mit den

dabei wichtigsten Schritten dargestellt

werden.

Versorgungsleistungen – Alters-,

Invaliditäts- und Hinterbliebenenpensionsleistungen

Im Falle der Alterspension gibt es die

Möglichkeit zum Regelalter von 65 Jahren

oder bereits ab Vollendung des 60.

Lebensjahres die Pensionsleistung in

Anspruch zu nehmen. Während eine

frühere Leistung mit Abschlägen verbunden

ist, wird die Inanspruchnahme

ab dem 66. bis zum vollendeten 68.

Lebensjahr mit einem Bonus versehen.

Mit dem Pensionsrechner, den sie unter

dem „Ärzte & Zahnärzte Kundenportal“

(https://wff-portal.concisa.at/

Startseite) der Concisa finden, kann eine

Hochrechnung auf das individuelle

Antrittsalter vorgenommen werden.

Auf der Website der Concisa sind im

Downloadbereich eigene Muster für

Ansuchen um Alters-, Invaliditäts-,

aber auch Hinterbliebenenversorgung

samt den entsprechenden Informationsblättern

bereitgestellt (über

die Website www.bonusvorsorge.at

oder über den Link www.aekwien.at/

downloadbereich-concisa).

Sollten

Sie einmal

keine Rückmeldung

auf einen

gestellten

Antrag

erhalten,

empfiehlt

es sich, im

Serviceteam

der Concisa

AG zur

Sicherheit

rückzufragen.

Zusätzlich zum Antrag sind aber noch

weitere Informationen erforderlich.

Die wichtigste ist, ob noch weitere

ärztliche Tätigkeiten ausgeübt werden.

Diese sind, wenn sie zum Beispiel mit

einem regelmäßigen Gehaltsbezug verbunden

sind, anspruchshindernd. Sind

minderjährige oder sich noch in Ausbildung

befindende Kinder bis zu deren

27. Lebensjahr vorhanden, kann zusätzlich

zur Pension Kinderunterstützung

in Anspruch genommen werden. Für

Pensionsleistungsanträge muss derzeit

mit einer durchschnittlichen Verfahrensdauer

von etwa vier bis fünf Monaten

gerechnet werden. Die Leistungen

werden dann jedoch rückwirkend angewiesen.

Damit ein Ansuchen behandelt werden

kann, ist es immer auch ganz

wichtig, sich darum zu kümmern,

dass die Meldungen in der Ärzte- beziehungsweise

Zahnärzteliste richtig

sind. Bitte melden Sie daher insbesondere

bei Ansuchen um Zuerkennung

einer Alterspension zum Beispiel die

Ordinationsschließung, das Ende des

Anstellungsverhältnisses oder auch

das Auslaufen von Kassenverträgen in

der Standesführung der Ärztekammer

(standesfuehrung@aekwien.at) beziehungsweise

der Landeszahnärztekammer

für Wien.

Die Invaliditätsversorgung kann beantragt

werden, sofern der Eintritt des

Ereignisfalls vor der Vollendung des

60. Lebensjahres erfolgt. Auch hier finden

Sie ein Informationsblatt über die

Voraussetzungen für die Gewährung

der befristeten/dauernden Invaliditätsversorgung

auf der Concisa Website.

Weiters sind für den Antrag aktuelle

Befunde und Arztbriefe erforderlich.

Danach wird in der Regel ein Termin

mit einem Vertrauensarzt oder einer

Vertrauensärztin des Verwaltungsausschusses

vereinbart. In der Antragsstellung

gibt es seit kurzem eine Erleichterung:

Es ist jetzt möglich, das Ansuchen

auf Invaliditätsversorgung auch noch

bis zu vier Wochen nach Ende der Erkrankung

zu stellen.

In allen Fällen gilt, dass die Leistung

erst mit dem Monatsersten ausbezahlt

wird, in dem der Antrag gestellt worden

ist. Ein rückwirkender Leistungsbezug

ist daher ausgeschlossen.

Beitragserlässe

In vielen Fällen ist es möglich, Beitragserlässe

zu erwirken und somit die

Beitragspflicht zu vermindern. So zum

Beispiel für Fälle des Mutterschutzes

und des Karenzurlaubs, aber auch bei

Zivil- und Präsenzdienst oder einer

über 30 Tage währenden Erkrankung.

Aber auch hier gilt: ein Beitragserlass

muss – formlos – beantragt werden.

Zudem sind bestimmte Fristen einzuhalten.

Illustration: KeithBishop/iStock

14 doktor in wien 03_2021


NEWS INTERN

Grundsätzlich gilt: ein Erlassantrag

muss innerhalb eines Jahres ab dem

Ereignisfall, also zum Beispiel dem

Antreten des Zivil- oder Präsenzdienstes,

oder dem Beginn der Erkrankung

gestellt werden. Im Falle von Mutterschutz

oder Karenzurlaub beträgt die

Frist sogar drei Jahre ab der Geburt des

Kindes oder dem Karenzantritt.

In allen Fällen ist es notwendig, den

Anträgen alle relevante Unterlagen beizulegen,

also zum Beispiel die Karenzantrittsbestätigungen

oder Nachweise,

dass der Präsenz- oder Zivildienst angetreten

worden ist.

Krankengeldleistungen

Aufgrund der niedrigen Beitragsleistung

von nur 40 Euro pro Jahr sind

auch die Leistungen aus dem Titel der

Krankenhilfe beziehungsweise Krankenunterstützung

gering. Die Tagsätze

betragen hier trotz einer deutlichen

Erhöhung im Jahr 2020 nur 6,60 Euro

beziehungsweise 16,50 Euro. Im Falle

der Geburt eines Kindes kann aber das

sogenannte Partusgeld in der Höhe von

739,20 Euro beantragt werden; es erhöht

sich bei Kaiserschnitt oder Mehrlingsgeburten

auf 924 Euro.

Wiederum zu beachten ist, dass die

Leistungen eigens beantragt werden

müssen. Auch hierzu gibt es entsprechende

Formblätter auf der Website

der Concisa AG. Es reicht aber auch ein

formloser Antrag vollends aus.

Einkommensunterlagen

Um die jährlichen Fondsbeiträge korrekt

abrechnen zu können, ist der

Wohlfahrtsfonds auf die Einkommensunterlagen

der Mitglieder angewiesen.

Da die Bemessungsgrundlage eben

nicht nur aus den regelmäßigen Gehalts-

oder Kassenbezügen, sondern

aus dem gesamten zu versteuernden

Gewinn beziehungsweise Einkommen

aus ärztlicher oder zahnärztlicher Tätigkeit

besteht, reichen die monatlichen

Abzüge zur Berechnung der endgültigen

Fondsbeiträge nicht aus.

Zu diesem Zweck übermittelt die Concisa

AG einmal jährlich im Frühjahr

allen Mitgliedern ein Einkommenserklärungsformular,

in das die wesentlichen

Gehaltsinformationen einzutragen

sind. Es ist aber auch möglich und

vielfach sogar einfacher, der Concisa

AG die Einkommensunterlagen direkt

zu übermitteln. Die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter ergänzen dann die

wesentlichen Informationen aus diesen.

Kopien der Einkommensunterlagen

können per Post oder auch über

eine eigene Upload-Funktion über die

Website der Concisa AG übermittelt

werden.

Welche Einkommensunterlagen werden

benötigt: Bei angestellten Mitgliedern

sind es das Jahreslohnkonto

und der Jahreslohnzettel. Bei allen

Mitgliedern, die (auch) selbstständig

tätig sind, werden im Regelfall der Einkommensteuerbescheid

und allenfalls

die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

benötigt.

Sehr hilfreich bei der Zusammenstellung

der Einkommensunterlagen ist

auch eine eigens erstellte Informationsbroschüre,

die auf der Website der Concisa

zum Download bereitgestellt wird.

Aus Kostengründen sowie Gründen der

Nachhaltigkeit wird die Broschüre seit

einigen Jahren nicht mehr in Papierform

hergestellt und versendet.

Information

In allen Fällen gilt: Die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Concisa AG stehen

Ihnen für Fragen jederzeit zur Verfügung.

Sie erreichen das Serviceteam sowohl

telefonisch unter 01-50 172-0 oder

per E-Mail an aerzte@concisa.at. Sämtliche

Informationsblätter finden Sie auf

der Website der Concisa unter www.

bonusvorsorge.at/CONCISA/HOME.

Wichtig ist auch, dass jeder Antrag

immer eine Rückmeldung des Wohlfahrtsfonds

auslöst. Im Regelfall geschieht

dies durch Pensions-, Beitragsoder

Erlassbescheide, die den Mitgliedern

schriftlich und in den meisten

Fällen auch eingeschrieben zugestellt

werden. Sollten Sie daher einmal keine

Rückmeldung auf einen gestellten Antrag

erhalten, empfiehlt es sich, im Serviceteam

der Concisa AG zur Sicherheit

rückzufragen.

Service: Weitere Informationen zum

Wohlfahrtsfonds folgen in der nächsten

Ausgabe von doktorinwien.

Haben Sie Fragen? Dann schreiben Sie

uns an: pressestelle@aekwien.at

Nutzen Sie das Concisa Kundenportal

mit Ihrer Handysignatur

Bitte beachten Sie, dass die Benutzung des Kundenportals

der Concisa AG nur mit einer gültigen Handysignatur

möglich ist. Die Ärztekammer für Wien empfiehlt

Ihnen in diesem Zusammenhang, das Zertifikat Ihrer

Handysignatur für die Dauer von weiteren fünf Jahren zu

verlängern beziehungsweise diese neu zu beantragen, da

andernfalls mit Umstellung der Handysignatur auf die

ID Austria ab Herbst 2021 jedenfalls ein Behördengang

notwendig werden wird. Nach Ablauf Ihres aktuellen

Zertifikats wird ab Herbst künftig nur noch die ID

Austria ausgestellt. Nähere Informationen finden Sie auf

www.handy-signatur.at.

Ihre Ansprechpartnerinnen,

um Ihre Daten in der Ärzteliste

zu aktualisieren

Kerstin Buchinger, Susanne Will, Nadica Stevic,

Mag. a Beate Udvardi

Telefon: 51501/1206, 51501/1205, 51501/1260,

51501/1296

Fax: 51501/1429

E-Mail: standesfuehrung@aekwien.at

Ihre Ansprechpartnerinnen, um

Ihre Daten in der Zahnärzteliste

zu aktualisieren

Nicole Leidl, E-Mail: leidl@wr.zahnaerztekammer.at

Telefon: 05 05 11/1013

Angela Kottre, E-Mail: kottre@wr.zahnaerztekammer.at

Telefon: 05 05 11/1000

03_2021 doktor in wien 15


INTERN GESUNDHEIT UND POLITIK

Österreich

Gesundheitsausgaben leicht gestiegen

Österreichs Anteil der Gesundheitsausgaben lag im Jahr 2019 bei 10,4 Prozent

des Bruttoinlandsprodukts. Die stationäre Versorgung ist mit deutlichem Abstand

die bedeutendste Ausgabenkategorie im österreichischen Gesundheitssystem.

Ambulante Leistungen bilden die zweitgrößte Ausgabenkategorie.

► Die laufenden Gesundheitsausgaben

einschließlich der

Ausgaben für Langzeitpflege lagen laut

Sta tistik Austria in Österreich im Jahr

2019 bei 10,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts

(BIP) oder 41,48 Milliarden

Euro. Im Vergleich zu 2018 erhöhten

sich die nominellen Ausgaben

für Gesundheitsleistungen und -güter

um 1,72 Milliarden Euro beziehungsweise

um 4,3 Prozent. Auch der Anteil

der Gesundheitsausgaben am BIP ist

im Vergleich zu 2018 (10,3 Prozent)

leicht gestiegen.

„In Österreich wurde 2019 jeder zehnte

Euro für die laufenden Gesundheitsausgaben

aufgebracht. Der stationäre

Bereich machte dabei mit 40,5 Prozent

den größten Anteil aus. Im Vergleich

der 22 EU-Mitgliedstaaten in der

OECD lag Österreich bei den Gesundheitsausgaben

auf dem vierten Platz,

lediglich in Deutschland, Frankreich

und Schweden waren die Ausgaben

im Verhältnis zum BIP noch höher“, so

Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias

Thomas am 10. Februar 2021.

USA auf Platz 1

Im OECD-Vergleich belegt Österreich

den neunten Platz und ist somit im

oberen Drittel der 37 OECD-Mitgliedstaaten

zu finden. Angeführt wird der

OECD-Vergleich erneut von den USA

mit laufenden Gesundheitsausgaben

in Höhe von 17,0 Prozent des BIP, gefolgt

von der Schweiz (12,1 Prozent)

und Deutschland (11,7 Prozent). Der

OECD-Durchschnitt der laufenden

Gesundheitsausgaben beträgt 8,8 Prozent

des BIP, jener der 22 EU-Mitgliedstaaten

in der OECD beläuft sich auf 8,5

Prozent des BIP.

Bund, Länder, Gemeinden sowie die

Sozialversicherungsträger kamen 2019

für 75,2 Prozent beziehungsweise 31,21

Milliarden Euro der laufenden Ge-

Für stationäre

Leistungen

wurden 40,5

Prozent aller

laufenden

Gesundheitsausgaben

aus gegeben.

sundheitsausgaben auf. Die restlichen

Ausgaben in Höhe von 10,27 Milliarden

Euro wurden von privaten Haushalten,

freiwilligen Krankenversicherungen,

privaten Organisationen ohne

Erwerbszweck sowie Unternehmen

getragen.

Stärkste Ausgabenkategorien

Für stationäre Leistungen (inklusive

tagesklinischer Fälle) in Krankenanstalten,

Kur- und Pflegeheimen sowie

Rehabilitationseinrichtungen wurden

2019 öffentliche sowie private

Mittel in Höhe von 16,79 Milliarden

Euro beziehungsweise 40,5 Prozent

aller laufenden Gesundheitsausgaben

ausgegeben, davon entfielen 3,24

Milliarden Euro auf die stationäre

Langzeitpflege. Die stationäre Versorgung

ist somit mit deutlichem Abstand

die bedeutendste Ausgabenkategorie

im österreichischen Gesundheitssystem.

Im Vergleich zum Jahr 2018

sind diese Ausgaben um 2,7 Prozent

angestiegen.

Mit 11,64 Milliarden Euro beziehungsweise

28,1 Prozent der laufenden

Gesundheitsausgaben sind ambulante

Leistungen (unter anderem im nie-

GESUNDHEITSAUSGABEN IN ÖSTERREICH

Angaben in Milliarden Euro

(gerundet)

öffentlich

privat

19,7

(9,2 %

des BIP)

14,9

4,8

2000

Grafik: © APA, Quelle: Statistik Austria

30,2

(10,2 %)

22,6

7,7

2010

35,7

(10,4 %)

26,4

9,3

2015

41,5

(10,4 %)

31,2

10,3

2019

dergelassenen Bereich, in Spitalsambulanzen,

Laboren und Diagnosezentren)

die zweitgrößte Ausgabenkategorie.

Die Steigerungsrate im Vergleich

zum Vorjahr belief sich auf 7,4 Prozent.

Medikamente und Hilfsmittel

Ein Ausgabenwachstum von 4 Prozent

verzeichneten pharmazeutische

Erzeugnisse und medizinische Geund

Verbrauchsgüter (unter anderem

Arzneimittel, Sehbehelfe, Hörhilfen,

orthopädische Hilfsmittel), für die

im Jahr 2019 in Summe 7,01 Milliarden

Euro (16,9 Prozent) ausgegeben

wurden. Die restlichen laufenden Gesundheitsausgaben

verteilten sich auf

die Bereiche häusliche Pflege (2,76

Milliarden Euro beziehungsweise 6,6

Prozent), Verwaltung (1,68 Milliarden

Euro beziehungsweise 4,1 Prozent),

Prävention (0,87 Milliarden

Euro beziehungsweise 2,1 Prozent) sowie

Krankentransport und Rettungsdienste

(0,74 Milliarden Euro beziehungsweise

1,8 Prozent).

Die öffentlichen Ausgaben für die

Fondskrankenanstalten inklusive Spitalsambulanzen

betrugen 2019 12,57

Milliarden Euro. Den Großteil finanzierten

die Sozialversicherungsträger

mit einem Ausgabenanteil von 44,7

Prozent (5,63 Milliarden Euro), gefolgt

von den Bundesländern mit 33,7 Prozent

(4,24 Milliarden Euro) sowie dem

Bund mit 11,1 Prozent (1,39 Milliarden

Euro) und den Gemeinden mit 10,5

Prozent (1,32 Milliarden Euro).

Die höchsten öffentlichen Ausgaben für

Fondskrankenanstalten im Jahr 2019

wurden in Wien (3,51 Milliarden Euro)

verzeichnet, die niedrigsten im Burgenland

(0,27 Milliarden Euro). Dies spiegelt

in erster Linie die unterschiedliche

Einwohnerzahl der Bundesländer beziehungsweise

die Anzahl der Patientinnen

und Patienten wider.

16 doktor in wien 03_2021


MITTEILUNGEN AUS DEM KAMMERBEREICH INTERN

ERNENNUNGEN

Dr. Atamniy Jamal, Augenheilkunde und Optometrie

Dr. in Bach Susanne, Innere Medizin

MUDr. in Balkova Hilda, Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation

Dr. in Györi Eva, Plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie

Mag. DDr. Haslacher Helmuth, BSc, BA, Medizinische und

chemische Labordiagnostik

Priv.-Doz. in Dr. in Hilger Eva, Neurologie

Dr. Kautzky Alexander, Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Dr. Keilani Mohammad Yahya, MSc, Physikalische Medizin und

allgemeine Rehabilitation

Dr. in Klaiber Ulla, Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

DDr. Krainhöfner Martin, Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Dr. Lang Nikolaus, MSc, Orthopädie und Traumatologie

Priv.-Doz. Dr. Schernthaner Rüdiger, Radiologie

Dr. Stättermayer Albert Friedrich, Innere Medizin

Dr. Sulzgruber Patrick Werner, PhD, MBA, Turnusarzt

MUDr. in Zachar Monika, Augenheilkunde und Optometrie

Ärztlicher Leiter Ambulanz für kosmetische refraktive Chirurgie

Stellvertretende ärztliche Leiterin Privatklinik Döbling

Stellvertretende ärztliche Leiterin Physikalisches Therapiezentrum Wien-West

Privatdozentin

Privatdozent

Ärztliche Leiterin Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen

Privatdozent

Privatdozent

Privatdozentin

Professor

Privatdozent

Primarius Klinik Landstraße (Zentrales Radiologie Institut)

Privatdozent

Privatdozent

Stellvertretende Ärztliche Leiterin Ambulanz für kosmetische refraktive

Chirurgie

PRAXISERÖFFNUNGEN

Allgemeinmedizin

Mag. a Dr. in Anderl Marion 1050, Margaretenstraße 116

Dr. Arif Miran 1090, Nußdorfer Straße 38/3

Dr. in Cakmak Felicitas 1220, Wagramer Straße 94/Top 124

Dr. in Dhamija Namika 1220, Strohblumengasse 84

Dr. in Eisenbach Yasmine 1090, Währinger Straße 39/2.1

Dr. in Engelbrecht Johanna 1100, Hebbelgasse 2/Top 2

Dr. Földy Mario 1190, Saileräckergasse 26/2

Dr. in Hengl-Ortner Melanie 1010, Schottengasse 7

Dr. Laschitz Thomas, MBA 1100, Karmarschgasse 51/2/10 **

Dr. in Leeb Sandra 1050, Margaretenstraße 71-73/1/8

Dr. in Lehner Petra 1160, Seeböckgasse 29/1

Dr. in Lengyel Antonia 1180, Gersthofer Straße 160/1/3

Dr. in Neiss Daniela 1130, Hietzinger Hauptstraße 143 **

Dr. Paukovics Serge 1030, Seidlgasse 37/3 **

Prim. Dr. Sajer Sascha 1090, Rotenlöwengasse 22/5 **

Dr. Schiesbühl Harald 1030, Baumgasse 46

Dr. Sedmik Ewald 1180, Herbeckstraße 75/5/3 **

Dr. in Seiser Mitra 1010, Morzinplatz 4 **

Dr. in Sela Donika 1010, Babenbergerstraße 9/18

Dr. in Sommer-Stern Heike 1130, Rossinigasse 16

Dr. Stossier Harald 1010, Am Hof 11/1 **

Dr. in Stössl Alexandra 1080, Lenaugasse 5

Dr. in Straub Julia

1140, Roßkopfgasse 10 A

Dr. Vojcsik Alexander 1220, Siebenbürgerstraße 4/13b

Dr. Zimmermann Gebhard 1070, Lerchenfelder Straße 73/22

MR Dr. Zulus Ernest, MBA 1190, Saileräckergasse 26/2

Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Univ.-Prof. DDr. Waldenberger Ferdinand

1130, Elßlergasse 25

Dir. Prim. Priv.-Doz. Dr. Ausch Christoph

1130, Elisabethstraße 61-63

Dr. Kapitanov Teodor 1010, Am Hof 11/1 **

Dr. in Koppitsch Claudia 1150, Pelzgasse 19/10

Priv.-Doz. Dr. Silberhumer Gerd 1090, Mariannengasse 10 **

Augenheilkunde und Optometrie

Dr. Derhartunian Victor 1040, Wiedner Gürtel 30-32/Top 3 **

Dr. in Ramezani Fard Roya 1180, Gersthofer Straße 63/16

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Dr. in Veensalu Marge

1120, Am Schöpfwerk 31/4/R01

Herzchirurgie

Univ.-Prof. DDr. Waldenberger Ferdinand

1130, Elßlergasse 25

Innere Medizin

Priv.-Doz. Dr. Adlbrecht Christopher

1190, Chimanistraße 1 **

Dr. in Buxbaum Martina 1160, Maroltingergasse 86/8

Dr. Fiedler Richard 1190, Geistingergasse 1/3 **

Dr. in Frey Maria Klara 1080, Feldgasse 23/15

Dr. in Gomari-Grisar Fatemeh 1120, Gierstergasse 11 **

Dr. in Jahelka Barbara 1130, Melchartgasse 9

Dr. Munda Wolfgang 1190, Heiligenstädter Lände 17

Priv.-Doz. in Dr. in Nell-Duxneuner Valerie

1090, Pramergasse 25 A/2

Dr. Resch-Passini Johannes 1030, Rechte Bahngasse 16/7

Dr. in Sadushi-Kolici Roela 1080, Strozzigasse 10

Dr. Schwarzer Remy 1180, Gersthofer Straße 16/15

Priv.-Doz. in Dr. in Troch Marlene 1180, Antonigasse 1 **

Verner Lea 1030, Keinergasse 37

Innere Medizin und Pneumologie

Dr. Arif Miran 1090, Nußdorfer Straße 38/3

Kinder- und Jugendheilkunde

Dr. in Straub Julia

1140, Roßkopfgasse 10 A

Kinder- und Jugendpsychiatrie

Dr. in Schimak Anneliese 1200, Karl-Meißl-Straße 2/27

Klinische Mikrobiologie und Hygiene

Priv.-Doz. Mag. Dr. Indra Alexander 1090, Währinger Straße 25a **

Lungenkrankheiten

Dr. Schiesbühl Harald 1030, Baumgasse 46

Dr. Seker Cemil

1140, Hernstorferstraße 22-32/12/R01

Dr. Vorbach Harald 1040, Mommsengasse 6/7 **

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Priv.-Doz. DI DDr. Seemann Rudolf, MBA

1010, Wipplingerstraße 20/2/12

Neurologie

Dr. in Czerny Julia Caroline 1200, Wasnergasse 15

03_2021 doktor in wien 17


INTERN MITTEILUNGEN AUS DEM KAMMERBEREICH

PRAXISERÖFFNUNGEN (FORTS.)

Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Dr. in Deutsch Hilda

1030, Gärtnergasse 15/Top B

Orthopädie und Traumatologie

Priv.-Doz. DDr. Albrecht Christian, MBA

1080, Alser Straße 25/7

Dr. in Bischofter Sophie Marie 1190, Heiligenstädter Straße 57-63

Dr. Junez Julian 1110, Exenbergerweg 2/4/34+35

Dr. in Lengyel Antonia 1180, Gersthofer Straße 160/1/3

Priv.-Doz. Dr. Mittermayr Rainer 1190, Chimanistraße 1 **

Dr. in Seidl Sandra 1070, Mariahilfer Straße 76/40 **

Dr. Stummer Andreas 1080, Alser Straße 25/7

Dr. in Trubrich Angela 1030, Vordere Zollamtsstraße 11/21

Dr. Vojcsik Alexander 1220, Siebenbürgerstraße 4/13b

Priv.-Doz. Dr. Waldstein-Wartenberg Wenzel

1090, Währinger Straße 39

Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation

Dr. in Albrecht Michaela, MMSc 1180, Höhnegasse 1/17-III **

Prim. Dr. Sajer Sascha 1090, Rotenlöwengasse 22/5 **

Plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie

Dr. in König Viktoria 1190, Cobenzlgasse 46

Psychiatrie

Dr. in Neiss Daniela 1130, Hietzinger Hauptstraße 143 **

Psychiatrie und Neurologie

Dr. Bartosch Herbert 1190, Döblinger Hauptstraße 14/19

Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Priv.-Doz. Mag. Dr. Blüml Victor 1020, Große Sperlgasse 19/4

Dr. in Czerny Julia Caroline 1200, Wasnergasse 15

Dr. Komorowski Arkadiusz 1100, Kurbadstraße 14

Dr. in Kunz Patricia

1080, Alser Straße 43/8 B

Radiologie

Dr. Stehling Michael Klaus 1090, Hörlgasse 14/5

MUDr. Kucharsky Jiri 1090, Nußdorfer Straße 38/1/3

Unfallchirurgie

Dr. in Deutsch Hilda

1030, Gärtnergasse 15/Top B

Dr. in Lengyel Antonia 1180, Gersthofer Straße 160/1/3

Priv.-Doz. Dr. Mittermayr Rainer 1190, Chimanistraße 1 **

Dr. Skrbensky Traugott Gobert Carl Christoph

1010, Kärntner Straße 4 **

Zahnärztinnen, Zahnärzte/ Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Ing. DDr. Edelmayer Michael 1020, Weintraubengasse 26-28/1/7

Dr. in Garg Deeptii 1020, Weintraubengasse 26-28

Mag. DDr. Maurer Karl 1020, Weintraubengasse 26-28/1/7

Dr. in Nasserzare Shayesteh 1110, Simmeringer Hauptstraße 40/4/6

Dr. Nemec Michael 1190, Heiligenstädter Straße 46/48/3/9

Dr. Reibach Markus 1060, Mollardgasse 2/4

DDr. in Weber Stefanie 1090, Liechtensteinstraße 104

Dr. Zimmermann Andreas 1080, Josefstädter Straße 43-45/1/8

(** Zweitpraxis)

PRAXISVERLEGUNGEN

Allgemeinmedizin

Dr. in Albrecht Michaela, MMSc 1090, Pelikangasse 9-15/2. Stock 1090, Lazarettgasse 25/1/1

Dr. in Czink Ursula 1020, Krakauer Straße 14/201 1020, Vorgartenstraße 122/429

Dr. Denk Andreas 1130, Lainzerstraße 14/1 1040, Tilgnerstraße 3/3 B

Dr. in Götz Elisabeth 1170, Neuwaldegger Straße 2 1090, Lazarettgasse 25

Dr. in Holzer-Frim Angelika 1040, Wiedner Hauptstraße 18 1130, Mantlergasse 45/3

Dr. Kleef Ralf 1130, Auhofstraße 1 1030, Steingasse 33/5/19

Dr. Kowatschew Iwan 1220, Floristenweg 1/13 1090, Nordbergstraße 15/2/15

Dr. Machat Wolfgang 1090, Nußdorfer Straße 77/12 1120, Schönbrunner Allee 56

Dr. in Müller-Hartburg Carina Theresia 1130, Elisabethallee 61-63 1130, Hietzinger Hauptstraße 143

MR in Dr. in Nowotny Ingrid 1230, Kanitzgasse 7/2 1130, Feldmühlgasse 17/1

Dr. in Von Bonin-Schulmeister Ruth 1050, Schönbrunner Straße 147/8 1050, Ramperstorffergasse 2/14

Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Priv.-Doz. in Dr. in Rozsasi Ajnacska 1220, Kaisermühlenstraße 26/3/3.11 1090, Harmoniegasse 3/13

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Univ.-Prof. Dr. Loewe Robert 1180, Währinger Straße 115/14 1180, Währinger Straße 115/12

Innere Medizin

Dr. in Gomari-Grisar Fatemeh 1190, Sieveringer Straße 36/2 1090, Pelikangasse 15

Dr. in Neuhold Christina 1090, Garnisongasse 7/13 1110, Rosa-Jochmann-Ring 5/3/3

Priv.-Doz. Dr. Pleiner-Duxneuner

Johannes Karl Hermann 1180, Semperstraße 29/2 1090, Pramergasse 25 A/2

Prim. Univ.-Prof. Dr. Resch Heinrich 1010, Kärntner Ring 15/5 1010, Habsburgergasse 1-1a/1/2/9

Dr. Urlicic Miroslaw 1200, Leithastraße 25/1/3 1020, Vorgartenstraße 206 C/2

Klinische Pathologie und Molekularpathologie

Univ.-Prof. Dr. Kerjaschki Dontscho 1160, Panikengasse 45/5+6 1160, Ganglbauergasse 33/10+11

Medizinische und chemische Labordiagnostik

Assoc. Prof. Univ.-Doz. Dr. Marculescu Rodrig 1110, Brehmstraße 14 A 1030, Schwarzenbergplatz 6

Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Dr. Grabmeier Georg 1060, Otto-Bauer-Gasse 15/11 1060, Otto-Bauer-Gasse 15/14

Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation

Dr. in Albrecht Michaela, MMSc 1090, Pelikangasse 9-15/2. Stock 1090, Lazarettgasse 25/1/1

Dr. Kowatschew Iwan 1220, Floristenweg 1/13 1090, Nordbergstraße 15/2/15

18 doktor in wien 03_2021


MITTEILUNGEN AUS DEM KAMMERBEREICH INTERN

PRAXISVERLEGUNGEN (FORTS.)

Psychiatrie

Dr. in Baldass Nedjeljka 1010, Jordangasse 7 A/Top 1.3 1010, Jordangasse 7 A/Top 1/2

Psychiatrie und Neurologie

Dr. Kösten Michael 1040, Große Neugasse 31/17 1040, Große Neugasse 40/10

Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Dr. in Czink Ursula 1020, Krakauer Straße 14/201 1020, Vorgartenstraße 122/429

Dr. Holzer David 1090, Sensengasse 3 1070, Westbahnstraße 31/15

Mag. a Dr. in Purkathofer Angelika 1030, Rudolf-von-Alt-Platz 7/3 1030, Paracelsusgasse 9/5

Unfallchirurgie

Dr. Brenner Heinz 1190, Rudolfinergasse 8/3 1190, Geweygasse 4 A/1/8

Dr. in Stengg Karin 1070, Mariahilfer Straße 114/2/2 1010, Mahlerstraße 7/34

PRAXISABMELDUNGEN

Allgemeinmedizin

Dr. in Bauer Silvia 1020

MR in Dr. in Brückler Regina 1190

MR in Dr. in Brückler Regina 1190 **

Dr. Buksnowitz Michael 1010

Dr. in Engelbrecht Johanna 1120

Dr. in Garn Claudia 1130

Dr. in Grähsler Maria 1080 **

Dr. Karimi Ramin 1100 **

Dr. in Krug Anna 1030

Dr. in Lerch Barbara 1090

Dr. in Obrovsky Michaela 1020

Dr. in Ramezani Fard Roya 1090

MR Dr. Robitschek Gerhard 1220

Dr. Schönfeld Paul 1110

Dr. in Spindler Doris 1230

Dr. Zeiler Heribert 1190

Dr. in Zies Franziska 1130

Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Dr. Romanek Victor Stefan 1030

Anästhesiologie und Intensivmedizin

Dr. Karimi Ramin 1100 **

Dr. Maciejewski Bogdan 1180

Dr. Trimarchi Claudio 1040

Augenheilkunde und Optometrie

Dr. Bittner Mario 1020

Dr. in Ramezani Fard Roya 1090

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Dr. in Reichel Gertrude 1020 **

MR Dr. Reichel Romeo 1080 **

Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Dr. in Krammer Ulrike 1200

Prof. in Mag. a Dr. in Kubiena Gertrude 1180

Dr. Thaller Walter 1180

Haut- und Geschlechtskrankheiten

MR Dr. Neuhofer Johannes Georg 1040 **

Dr. Sandor Nicolaus 1190 **

Dr. Trattner Hannes 1090 **

Innere Medizin

Dr. Drmic Ivan 1030

Dr. Gurguta Calin 1090

Dr. Laferl Hermann 1100

Dr. Laumann Richard 1010

Dr. Schönfeld Paul 1110

Kinder- und Jugendheilkunde

Dr. in Grähsler Maria 1080 **

Dr. in Lerch Barbara 1090

dr. med. Nagy Robert 1130

Lungenkrankheiten

Dr. Petrovic Milos 1100

Dr. Seker Cemil 1140 **

Medizinische und chemische Labordiagnostik

Dr. in Dostal Elisabeth 1190

Neurochirurgie

Dr. Perneczky Gedeon 1120

Neurologie und Psychiatrie

Dr. Selim Mustafa, MSc 1040 **

Nuklearmedizin

Dr. in Bauer Silvia 1020

Univ.-Doz. Dr. Zaknun John 1220

Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Dr. Messenbäck Michael 1150 **

Dr. in Obrovsky Michaela 1020

Physikalische Medizin und allgemeine

Rehabilitation

Dr. in Krug Anna 1030

OMR Dr. Müller Michael 1100

Psychiatrie

Dr. in Weber Nicole 1230 **

Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Dr. in Leitner Ingeborg 1020

Dr. in Weber Nicole 1230 **

Unfallchirurgie

Priv.-Doz. Dr. Weninger Patrick 1130 **

Urologie

Univ.-Prof. Dr. Schramek Paul 1010

Univ.-Prof. Dr. Stackl Walter 1180

Zahnärztinnen, Zahnärzte/ Zahn-, Mundund

Kieferheilkunde

Dr. in Afsharzadeh-Erstic Neda 1130

Dr. in Gal Christine 1020

Dr. in Gauert Helma 1090

Dr. Ludvik Josef 1110

Dr. in Meister Martina 1060

Dr. Puchstein Herbert 1160

Dr. Reichenberg Georg 1090

Dr. Steiner Ernest 1040

Zahnarzt dr. stom. Valic Damir 1030

DDr. Viden Robert 1010

(** Zweitpraxis)

TODESFÄLLE R.I.P.

MR Dr. Abiri Djalal 25.05.1937 02.01.2021

Dr. in Aichmair-Hoke Susanne 29.06.1963 11.01.2021

Univ.-Prof. Dr. Baumgartner Gerhard 23.03.1938 16.01.2021

OMR Dr. Freiding Roman 09.04.1925 13.12.2020

Dr. in Frimmel Martina 11.11.1938 16.11.2020

OMR Dr. Gmach Herbert 26.03.1925 21.01.2021

Dr. in Groz Stephanie 08.08.1964 22.06.2020

OMR Dr. Hahn Josef 22.06.1920 29.01.2021

MMag. DDr. Kanduth Bernhard Dietrich 27.02.1964 16.12.2020

OMR Dr. Mayer Johannes 04.08.1930 23.01.2021

Univ.-Prof. Dr. Pietschmann Helmut 02.03.1928 16.01.2021

Dr. Puchstein Herbert 28.05.1952 06.01.2021

Dr. Ramasanikargar Said 28.10.1936 28.10.2020

OSanRat Dr. Schöbel Robert 08.04.1923 12.01.2021

OMR Dr. Schober Bruno 24.10.1924 05.01.2021

Dr. Turkof Harry 09.09.1923 17.12.2020

Dr. Weibel Werner 14.04.1941 01.01.2021

Dr. Zimmerl Hans 01.12.1946 10.02.2021

RICHTIGSTELLUNG

In doktorinwien 01/2021 war die Ernennung von Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Vyssoki Benjamin Nathan zum „Ärztlichen Leiter Psychosoziale Dienste Wien“

angeführt. Hiermit wird richtig gestellt, dass er zum „Ärztlichen Leiter des Sozialpsychiatrischen Notdienstes der Psychosozialen Dienste Wien“ ernannt wurde.

03_2021 doktor in wien 19


AM PULS COVERSTORY

Studieren in der Pandemie

Die Coronakrise hat wie für die meisten auch das Leben von Studierenden

auf den Kopf gestellt. Medinlive, das Online-Nachrichtenportal der Ärztekammer

für Wien, hat mit einer Medizinstudentin über ihre Erfahrungen

im Klinisch-Praktischen Jahr gesprochen.

Von Eva Kaiserseder

20 doktor in wien 03_2021


COVERSTORY AM PULS

Foto: Chinnapong/iStock

medinlive: Frau W., Sie sind derzeit im

sechsten und letzten Jahr des Medizinstudiums

und haben gerade einen Stationswechsel

im Rahmen des Klinisch-Praktischen

Jahres (KPJ) hinter sich. Wo sind

Sie gelandet und wie geht es Ihnen mit der

neuen Situation?

Anna W.*: Ich habe von der Chirurgie

auf die Interne gewechselt. Die ersten

zwei Wochen habe ich jetzt hinter mir

und ich bin immer wieder überwältigt

von all den neuen Eindrücken und Gesichtern.

Es ist natürlich so: Egal, wo du

hinkommst und wieviel Erfahrung du

mitbringst, anfangs bist du erst einmal

der Rookie und musst dich noch beweisen.

medinlive: Können Sie das KPJ beziehungsweise

die Rotationen im Rahmen

des KPJ ein wenig skizzieren?

Anna W.: Man kann sich in diesem

Zeitraum relativ viel selbst aussuchen,

was ich sehr angenehm finde. Analog

zur späteren Basisausbildung muss

man ein chirurgisches und ein internes

Fach wählen. Dann gibt es Wahlfächer,

die man frei gestalten kann. Grundsätzlich

ist das KPJ also in drei Tertiale gegliedert.

Innerhalb dieses Tertials darf

dann einmal rotiert werden, das heißt,

man kann auf der Internen innerhalb

seines Tertials zum Beispiel von der

Kardiologie auf die Gastroenterologie

wechseln. Ich selber habe die vier Monate

im Ganzen bevorzugt, weil ich gerne

länger an einer Station bleibe, mich

hätte das tendenziell eher gestresst, zu

oft zu wechseln.

Je weiter man im Studium ist, desto

mehr Praxis kommt natürlich dazu.

Im fünften Jahr ist man die Hälfte im

Krankenhaus und die andere Hälfte hat

man Seminare, was so funktioniert,

dass man zum Beispiel vormittags im

Krankenhaus ist und nachmittags ein

Seminar hat. Im sechsten und letzten

Jahr, eben dem KPJ, ist man von der

Lehre mehr oder weniger losgelöst und

lebt den klassischen Krankenhausalltag.

medinlive: Ich gehe davon aus, das

ist des Pudels Kern, dieser Zwiespalt:

Einerseits ist man ja noch Studierende,

andererseits aber schon draußen

* Name der Redaktion bekannt.

Das gesamte Interview ist ebenfalls nachzulesen

auf www.medinlive.at, dem Online-

Nachrichten portal der Ärztekammer für Wien.

„Im sechsten

und letzten

Jahr, eben

dem KPJ, ist

man von der

Lehre mehr

oder weniger

losgelöst

und lebt den

klassischen

Krankenhausalltag.“

im Arbeitsleben, oder? Wie ging es den

Studierenden mit der Coronapandemie

und vor allem mit der Frage nach einer

gewissen Impfpriorität zumindest für

KPJ-Studierende?

Anna W.: Genau, dieser Schwebezustand

zwischen den beiden Bereichen

kommt durchaus öfters vor. Was das

Impfen betrifft: Ich kann natürlich

nur für die Wiener Universität sprechen

und ganz ehrlich gesagt wurden

wir hier, was das Thema Impfen betrifft,

meiner Meinung nach eher ungeschickt

behandelt. Der Ablauf war

so, dass wir knapp vor Weihnachten

eine E-Mail bekommen haben. Darin

stand, dass wir uns verbindlich,

also mit genau diesem Wortlaut, für

eine Impfung anmelden dürfen. Was

uns alle total gefreut hat, weil wir so

früh noch gar nicht damit gerechnet

hatten. Die Erwartungshaltung war

diesbezüglich eher niedrig. Als wir

dann länger nichts gehört haben von

der MedUni Wien, wurden wir etwas

stutzig. Einige Kolleginnen und Kollegen

haben dann bei der Uni direkt

nachgefragt, weil sie selbst schon von

„ihren“ Kranken häusern bezüglich

Impfdosenbestellungen gefragt worden

sind und keiner doppelt buchen

wollte. Und dann gab es seitens der

MedUni Wien plötzlich eine Mail, in

der erklärt wurde, alles war ein großes

Missverständnis, es war keine verbindliche

Anmeldung, sondern nur

eine Bedarfserhebung. Wir studieren

alle Medizin und sind zukünftige Ärztinnen

und Ärzte. Wenn man uns gesagt

hätte, liebe Leute, der Impfstoff ist

knapper als wir dachten, wäre das kein

Problem gewesen, uns ist das bewusst.

Einerseits werden wir behandelt wie

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,

andererseits aber wie Studierende

ohne die entsprechenden Arbeitnehmerrechte.

Letztes Jahr, als

COVID ins Rollen kam, als es im

März große Aufregung wegen mangelnder

Schutzausrüstung gab, hieß

es zum Beispiel, die Studierenden im

Klinisch-Praktischen Jahr sollen weiter

ihr praktisches Jahr machen. Aber in

den Krankenhäusern wurde bei vielen

Studierenden im Klinisch-Praktischen

Jahr zuerst gespart, wenn es etwa keine

Schutzausrüstung mehr gab. Wir

haben auch kein Anrecht auf Pflegeurlaub

oder Urlaub, das gibt es für uns

nicht, gerade für Studierende mit Kindern

oder diejenigen, die neben ihrem

Studium arbeiten gehen müssen, ist

das sehr schwierig. Schließlich bekommen

wir in den meisten Häusern im

KPJ für eine 35-Stunden-Woche 550

Euro Aufenthaltsentschädigung netto,

das Thema Geld ist für uns Studierende

sehr präsent. Wir haben sogenannte

Fehltage und da ist es egal, warum wir

fehlen, ob wir auf Urlaub sind oder

krank sind.

medinlive: Wie viele Fehltage gibt es

da?

Anna W.: Es gilt hier: Maximal zehn

Tage pro Tertial. Gesonderte Regelungen

gibt es seitens der Uni für längere

Fehlzeiten wie zum Beispiel länger

dauernde Krankheiten oder Schwangerschaft.

Wobei man da mit dem

Krankenhaus, in dem man das KPJ

absolviert, oft Glück und hier einiges

an Spielraum hat. Man kann sich zum

Beispiel längere Dienste an einem Tag

ausmachen, um dann an einem anderen

Tag vielleicht weniger Stunden zu

absolvieren, ganz so, wie man gerade

gebraucht wird, je nach Bedarf. Es verlangt

natürlich auch einiges an Eigenverantwortung

bei den Studierenden.

Ich persönlich genieße jedenfalls sehr,

dass ich in „meinem“ Krankenhaus in

sehr viele unterschiedliche Abläufe

eingebunden bin, mir vieles anschauen

kann und mit den Stationen unterschiedliche

Aufgaben ausmachen kann.

Und man muss dazusagen, nicht jeder

Arzt und jede Ärztin sind gerne Lehrende

beziehungsweise können das

gut oder haben genügend Zeit dafür,

deswegen gilt: Wir Studierenden sind

gefordert, selbst nachzuhaken, dranzubleiben,

sich hineinzuarbeiten in etwas.

Ich glaube, es gibt auch ein großes

Stadt-Land-Gefälle im KPJ, was ein

Vor- und Nachteil sein kann. In Wien

sind die Krankenhäuser Studierende

gewohnt, dort werden sie fix einberechnet

und bekommen eher bestimmte

Aufgaben zugeteilt. In kleineren Häusern

ist es manchmal einfach etwas

Besonderes, wenn ein KPJ-Student

oder eine KPJ-Studentin dort arbeiten.

Dort gibt es dann oft auch besonders

tolle Teachings, weil die Ärztinnen und

Ärzte sich schlichtweg freuen, dem

Nachwuchs etwas zeigen zu dürfen. Oft

bekommt man auch von Anfang an viel

Verantwortung, das ist dann besonders

schön.

>

03_2021 doktor in wien 21


AM PULS COVERSTORY

> medinlive: Was ist der aktuelle Status

Quo, was das Impfen betrifft (Stand Mitte

Februar 2021)?

Anna W.: Es ist meines Wissens schön

langsam doch etwas ins Rollen gekommen,

es soll Impfstraßen für Studierende

beziehungsweise KPJ-Studierende

geben, die zuvor von den zugeteilten

Krankenhäusern nicht geimpft wurden.

Wobei es auch hier natürlich Unterschiede

gibt, es gibt Kolleginnen und

Kollegen, die in der Anatomie sind

und nie Patientinnen und Patienten zu

Gesicht bekommen. Und es gibt KPJ-

Studierende, die in der Notaufnahme

arbeiten und täglich Abstriche machen

müssen von Menschen, wo sie nicht

wissen, ob diese eventuell mit dem Coronavirus

infiziert sind oder nicht. Als

es also hieß, dass Studierende, die in

Krankenhäusern am Patienten arbeiten,

nicht geimpft wurden, gingen die

Wogen sehr hoch, weil es viele unfair

fanden, dass zum Beispiel Büroangestellte

mit keinem Patientenkontakt

geimpft werden nur aufgrund ihres

Angestelltenstatus. Ich selbst hatte

übrigens Glück, ich bin in „meinem“

Krankenhaus in Niederösterreich mitgeimpft

worden und hatte und habe viel

Patientenkontakt.

„Ich studiere

nicht Medizin,

um in

Webinaren

zu sitzen, ich

will meine

Patientinnen

und Patienten

sehen,

ihnen zuhören,

ihre

Problematik

begreifen.“

medinlive: Spannen wir den chronologischen

Bogen doch einmal zurück, wie

ging es Ihnen persönlich mit der Coronakrise?

Anna W.: Mein Klinisch-Praktisches

Jahr fing im Herbst 2020 an. Generell

kann man glaube ich sagen, gab es keine

gravierenden Nachteile in der Lehre

wegen Corona. Und der Krankenhausbetrieb

lief ja ganz normal weiter.

Grundsätzlich waren damals aber alle

sehr in Aufregung, wie der gewohnte

Unibetrieb nun weitergehen soll und

wie man die Praxis handhaben soll.

Die Situation im ersten Lockdown war

zum Beispiel so, dass manche Häuser

sehr nervös waren und etwa zugesagte

Plätze für Studierende im Klinisch-

Praktischen Jahr abgesagt haben. Auch

Rotationen in dieser Zeit, sei es auf Abteilungen

oder häuserübergreifend, waren

schwierig. Klarerweise wollten viele

in dieser Zeit, als Corona noch dermaßen

unbekannt war, ungern neues Personal

aufnehmen. Ich glaube aber, man

kann sagen, die Uni hat sich da einige

gescheite Dinge überlegt, um Alternativen

anzubieten. Momentan weiß

ich aber gar nicht, wie es den jüngeren

Jahrgängen geht, was ich allerdings

weiß, ist, dass peu à peu versucht wird,

wieder so viel Präsenzunterricht wie

möglich anzubieten.

Im Sommersemester, als auch ich noch

Seminare hatte, sind erst einmal alle

Veranstaltungen abgesagt worden.

Ich erinnere mich noch gut, es war der

Dienstag vor dem ersten Lockdown.

Ich war am Weg zu Uni, als die E-Mail

von der MedUni Wien kam, dass zugesperrt

wird bis auf Weiteres. Schon die

Woche davor hat das die Innsbrucker

Uni gemacht und irgendwie schien mir

das total surreal und unvorstellbar für

Wien. Als es dann passiert ist, waren

wie gesagt von jetzt auf gleich alle Vorlesungen,

Veranstaltungen und so weiter

gecancelt. Auch die klinischen Praktika

wurden abgesagt für diejenigen im

fünften Jahr. Die Uni wollte dann aber

die Studierenden trotzdem miteinbeziehen.

Alle Studierenden, die ihr klinisches

Praktikum abbrechen mussten,

sollten sich daher ein neues Praktikum

im Ausmaß von 100 Stunden suchen,

wo sie etwa unterstützend bei einem

möglichen medizinischen Personalmangel

in den Krankenhäusern mitarbeiten

sollten.

In der Theorie klang das gut, allerdings

ging es uns in der Praxis so, dass viele

nicht wussten, woher man in dieser

ohnehin so extremen Zeit, wo keiner

genau wusste, wie alles weitergeht,

plötzlich einen neuen Arbeitsplatz

herzaubern soll. Viele sind dann zur

Gesundheitshotline 1450 gegangen,

aber es gab auch diejenigen, die zum

Beispiel selbst zur Risikogruppe gehört

haben und zuhause bleiben wollten,

oder Kinder haben und plötzlich ohne

Betreuung dastanden. Als Alternative

dazu wurden dann 100 Stunden Distance

Learning angeboten und das

hat recht gut funktioniert. Es gab sehr

ambitionierte Lehrende und der Lehrstoff

wurde gut vermittelt.

medinlive: War das für Sie eine gute

Alternative zum regulären Studium?

Anna W.: Natürlich nicht (lacht). Ich

studiere nicht Medizin, um in Webinaren

zu sitzen, ich will meine Patientinnen

und Patienten sehen, ihnen

zuhören, ihre Problematik begreifen.

Fotos: GMint/iStock, Leonsbox/iStock, castillodominici/iStock, eyecrave/iStock

22 doktor in wien 03_2021


COVERSTORY AM PULS

Aber es war den Umständen entsprechend

völlig in Ordnung und mit sehr

viel Herzblut gemacht. Und sehr gut

war, dass plötzlich Themen, die im Studium

normalerweise untergehen, wie

zum Beispiel die Allgemeinmedizin,

plötzlich viel mehr Raum hatten. Es

gab sogar eine eigene allgemeinmedizinische

Sprechstunde. Oder Radiologie,

auch ein Fach, das im regulären Studium

eher untergeht: Hier gab es extrem

engagierte Vortragende, die sich einen

guten Zugang für die Webinare überlegt

haben und alles sehr interessant

gestaltet haben.

medinlive: Und wie ist Ihre höchst subjektive

Einschätzung rund um das Krankenhauspersonal,

wie ging es diesem mit

der Krise?

Anna W.: Ich glaube, das Thema ist

für jeden präsent, ist aber mittlerweile

auch Part of the Game geworden. Es

ist mehr Routine hineingekommen, es

herrscht nicht mehr diese ganz große

Ratlosigkeit wie am Anfang, wohin die

Reise jetzt führt. COVID gehört zu unserem

Spektrum dazu, es geht nicht anders.

Gott sei Dank habe ich persönlich

in „meinem“ Krankenhaus durch die

gesetzten Maßnahmen aber nicht das

Gefühl, dass wir am Anschlag stehen.

Die Ressourcen sind glücklicherweise

da, eben und auch wegen der schon erwähnten

gesetzten Maßnahmen.

medinlive: Haben Sie das Gefühl, die

jüngeren Studierenden fühlen sich um

diese Zeit des Studiums betrogen?

Anna W.: Ich denke, die Anfang-

Zwanzigjährigen trifft das sicher hart,

die fallen um diese besondere Zeit des

Neuanfangs, der Erstsemestererfahrungen

um. Dieses klassische Studentenleben,

Umzug, neue Stadt, neue

Menschen, das kommt da sicher alles

zu kurz. Bei uns KPJ-Studierenden ist

es wie gesagt nicht so gewesen, dass wir

etwas verpasst haben. Wir sind ja dort,

wo wir immer hinwollten, am Anfang

unseres Arbeitslebens. Unser Alltag hat

sich vielleicht dahingehend verändert,

dass viele von uns die Stadt verlassen

haben, um in neue Krankenhäuser

zu wechseln. Aber um das klassische

Studentenleben ist niemand von uns

umgefallen. Und die Zeit des Distance

Learnings im Sommersemester war in

Ordnung. Wenn ich da mit meinem

Nachbarn, der seit März durchgehend

im Homeoffice ist, rede, bin ich auch

sehr dankbar dafür. Ich spüre, dass die

Krise und die dazugehörigen Begleitumstände

natürlich seelisch sehr viel

machen mit den Menschen. Wenn

man jemand ist, der ohnehin nicht

besonders strukturiert lebt, dann kann

man durch die Pandemie und alles

was damit zusammenhängt, psychisch

wirklich in ein Loch fallen, denke ich.

medinlive: Apropos Kollateralschäden,

was sind hier Ihrer Meinung nach die

größten Gefahren?

Anna W.: Ich glaube, gesundheitlich

werden für viele Personen große Nachteile

entstehen, die wir wahrscheinlich

erst im Abstand von ein paar Jahren so

„Ich denke,

die Anfang-

Zwanzigjährigen

trifft

das sicher

hart, die

fallen um

diese besondere

Zeit des

Neuanfangs,

der Erstsemestererfahrungen

um. Dieses

klassische

Studentenleben,

Umzug,

neue Stadt,

neue Menschen,

das

kommt da

sicher alles

zu kurz.“

richtig beurteilen können. Da gibt es

ja zum Beispiel diese Zahlen, die belegen,

dass im ersten Lockdown mehr

tödliche Herzinfarkte, aber weniger

Spitalsaufnahmen zu verzeichnen waren.

Es könnte jetzt deswegen so sein,

weil die Menschen mehr zuhause

waren, sich weniger angestrengt haben

und so weiter. Wahrscheinlicher

ist allerdings, dass sie ganz einfach

viel weniger oft den Arzt, die Ärztin

oder das Krankenhaus aufgesucht

haben bei Beschwerden, aus Angst,

sich mit COVID anzustecken. Oder:

Schwangere und Corona. Ich weiß von

einer Freundin, die Ernährungsberaterin

in einem Krankenhaus ist, dass ganz

viele schwangere Frauen sich schlicht

nicht oder viel weniger oft zur Vorsorge

und Information getraut haben. Auch

Long COVID, also die Langzeitfolgen

einer durchgemachten Erkrankung,

werden ganz sicher noch stärker Thema

werden.

Demokratiepolitisch ist das Ganze auch

sehr bedenklich, Demonstrationen

oder „Spaziergänge“ wie Anfang Februar

sind einfach nur traurig und ärgerlich.

Die Demonstrierenden sollten

vielleicht einfach einmal den Krankenhausalltag

miterleben, dann würden sie

ihre Meinung zu Corona wahrscheinlich

recht schnell ändern. Die Solidarität,

die im März letzten Jahres so

spürbar war, dass wir das gemeinsam

schaffen, ist verflogen und das ist schade.

All das Spalten bringt ja nichts. Wir

sind alle pandemiemüde. Jeder einzelne

von uns.

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INTERN MEDIZIN

STATUTEN DES THEODOR-BILLROTH-PREISES DER ÄRZTEKAMMER FÜR WIEN

Artikel I

1. Zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten

stiftet die Ärztekammer für Wien den „Theodor-Billroth-Preis

der Ärztekammer für Wien“.

2. Der „Theodor-Billroth-Preis” wird alljährlich

verliehen und ist mit 7500 Euro dotiert. Er ist

maximal in drei Teile teilbar.

3. Wird in einem Jahr von der Verleihung aufgrund

einer fehlenden Empfehlung seitens der

Jury Abstand genommen, so wird der vorgesehene

Betrag trotzdem bereitgestellt und soll in

einem der folgenden Jahre für eine Erhöhung

des Preises Verwendung finden.

Artikel II

Um die Verleihung dieses Förderungspreises können

sich alle Angehörigen der Ärztekammer für Wien

bewerben. Da der „Theodor-Billroth-Preis der Ärztekammer

für Wien“ sowohl der Förderung des

wissenschaftlichen Nachwuchses als auch der Förderung

der wissenschaftlichen Tätigkeit in der freien

Praxis dienen soll, sind Klinik-, Abteilungs- und

Institutsvorstände (ausgenommen als Co-Autoren)

von der Bewerbung ausgeschlossen. Als Einreicher

kommen nur Erstautoren in Frage, die in den vorhergehenden

fünf Jahren vor der Einreichung nicht

Preisträger des „Theodor-Billroth-Preises“ oder

des „Forschungsförderungspreises der Erste Bank

der oesterreichischen Sparkassen AG“ waren.

Artikel III

1. Die Ausschreibung des Preises erfolgt alljährlich

in den „Mitteilungen der Ärztekammer

für Wien“. Für die Einreichung der Arbeitenist

jeweils als Schlusstermin der 31. Mai festzusetzen.

2. Die Arbeiten sind beim Präsidium der Ärztekammer

für Wien, Wien 1., Weihburggasse

10-12, in würdiger und druckreifer Form

einzureichen. Sie sind in vierfacher Ausfertigung

vorzulegen plus in elektronischer Form

(PDF oder ähnliches Format). Bei fremdsprachigen

Publikationen, außer in Englisch, ist

die Einreichung einer deutschen Übersetzung

erforderlich.

Artikel IV

Die Arbeiten dürfen weder vor dem 1. Juni des

Vorjahrs in schriftlicher Form veröffentlicht

noch für einen anderen Preis eingereicht worden

sein. Sie sollen die Ergebnisse eigener wissenschaftlicher

Tätigkeiten beziehungs weise

experimenteller Untersuchungen aus einem

Fachgebiet der Medizin zum Gegen stand

haben. Habilitationsschriften können nicht

eingereicht werden. Von der Einreichung

ebenfalls ausgeschlossen sind wissenschaftliche

Arbeiten, die zum überwiegenden Teil im

Rahmen eines Auslandsaufenthalts durchgeführt

und von dieser ausländischen Institution

publiziert werden.

Artikel V

1. Zur Beurteilung der Arbeiten wird vom Vorstand

der Ärztekammer für Wien eine ärztliche

Jury eingesetzt.

2. Zur Beurteilung der Arbeiten können beliebig

viele (Fach-)Referenten herangezogen werden.

Artikel VI

1. Für die Verleihung des Preises oder dessen

Teilung ist die einfache Mehrheit der Juroren

erforderlich.

2. Die Verleihung des Preises (auch Theodor-

Billroth-Gütesiegel) erfolgt in feierlicher Form

durch das Präsidium der Ärztekammer für

Wien.

3. Wenn Arbeiten eingereicht werden, die aufgrund

der hohen Dichte der Qualität nicht mit

dem Preis ausgezeichnet werden können, kann

die Jury der Wiener Ärztekammer die Verleihung

des Theodor-Billroth-Preis-Gütesiegels

vorschlagen.

4. Gegen die Entscheidung der Jury ist kein

Rechtsmittel zulässig.

Artikel VII

Eine Abänderung dieser Statuten kann nur über

Beschluss des Vorstands der Ärztekammer für

Wien erfolgen.

STATUTEN DES FORSCHUNGSFÖRDERUNGSPREISES DER ERSTE BANK DER OESTERREICHISCHEN SPARKASSEN AG

Artikel I

1. Zur Förderung der wissenschaftlichen Tätigkeit

der Ärzte in Wien stiftet die Erste Bank der

oesterreichischen Sparkassen AG einen Preis.

2. Der Preis trägt den Namen „Forschungsförderungspreis

der Erste Bank der oesterreichischen

Sparkassen AG”.

3. Der „Forschungsförderungspreis der Erste

Bank der oesterreichischen Sparkassen AG”

wird alljährlich verliehen und ist mit 7500 Euro

dotiert. Er ist maximal in drei Teile teilbar.

4. Wird in einem Jahr von der Verleihung aufgrund

einer fehlenden Empfehlung seitens der

Jury Abstand genommen, so wird der vorgesehene

Betrag trotzdem bereitgestellt und soll in

einem der folgenden Jahre für eine Erhöhung

des Preises Verwendung finden.

Artikel II

Um die Verleihung dieses Förderungspreises können

sich alle im Bereich Wien tätigen Ärzte bewerben.

Dies gilt auch für promovierte Mediziner,

die nicht Mitglied der Ärztekammer sind. Da

der „Forschungsförderungspreis der Erste Bank

der oesterreichischen Sparkassen AG“ sowohl der

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

als auch der Förderung der wissenschaftlichen

Tätigkeit in der freien Praxis dienen soll, sind Klinik-,

Abteilungs- und Institutsvorstände (ausgenommen

als Co-Autoren) von der Bewerbung

ausgeschlossen. Als Einreicher kommen nur Erstautoren

in Frage, die in den vorhergehenden fünf

Jahren vor der Einreichung nicht Preisträger des

„Theodor-Billroth-Preises“ oder des „Forschungsförderungspreises

der Erste Bank der

oesterreichischen Sparkassen AG” waren.

Artikel III

1. Die Ausschreibung des Preises erfolgt alljährlich

in den „Mitteilungen der Ärztekammer

für Wien”. Für die Einreichung der Arbeiten

ist jeweils als Schlusstermin der 31. Mai festzusetzen.

2. Die Arbeiten sind beim Präsidium der Ärztekammer

für Wien, Wien 1., Weihburggasse

10-12, in würdiger und druckreifer Form

einzureichen. Sie sind in vierfacher Ausfertigung

vor zulegen plus in elektronischer Form

(PDF oder ähnliches Format). Bei fremdsprachigen

Publikationen, außer in Englisch, ist

die Einreichung einer deutschen Übersetzung

erforderlich.

Artikel IV

Die Arbeiten dürfen weder vor dem 1. Juni des

Vorjahrs in schriftlicher Form veröffentlicht noch

für einen anderen Preis eingereicht worden sein.

Sie sollen die Ergebnisse eigener wissenschaftlicher

Tätigkeit beziehungsweise experimenteller

Untersuchungen aus einem Fachgebiet der Medizin

zum Gegenstand haben. Habilitationsschriften

können nicht eingereicht werden. Von der

Einreichung ebenfalls ausgeschlossen sind wissenschaftliche

Arbeiten, die zum überwiegenden

Teil im Rahmen eines Auslandsaufenthalts

durchgeführt und von dieser ausländischen Institution

publiziert werden.

Artikel V

1. Zur Beurteilung der Arbeiten wird vom Vorstand

der Ärztekammer für Wien eine ärztliche

Jury eingesetzt.

2. Zur Beurteilung der Arbeiten können beliebig

viele (Fach-)Referenten herangezogen werden.

Artikel VI

1. Für die Verleihung des Preises oder dessen

Teilung ist die einfache Mehrheit der Juroren

erforderlich.

2. Die Verleihung des Preises (Erste Bank Forschungsförderungspreis-Gütesiegel)

erfolgt

in feierlicher Form durch die Erste Bank der

oesterreichischen Sparkassen AG in Wien.

3. Wenn Arbeiten eingereicht werden, die aufgrund

der hohen Dichte der Qualität nicht

mit dem Preis ausgezeichnet werden können,

kann die Jury der Wiener Ärztekammer die

Verleihung des ERSTE BANK Forschungsförderungspreis-Gütesiegels

vorschlagen.

4. Gegen die Entscheidung der Jury ist kein

Rechtsmittel zulässig.

Artikel VII

Eine Abänderung dieser Statuten kann nur über

Beschluss des Vorstands der Ärztekammer für

Wien erfolgen.

24 doktor in wien 03_2021


MEDIZIN SERVICE

Corona-Studie

Infektionsrisiko am Land höher

Eine Studie der MedUni Wien, die im Auftrag des Landes Oberösterreich untersucht hat, welche demografischen

Faktoren Einfluss auf die phasenweise sehr hohen SARS-CoV-2-Inzidenzen im zweiten

Halbjahr 2020 im Bundesland gehabt haben, hat interessante Ergebnisse gebracht: Die Wahrscheinlichkeit,

sich mit dem Coronavirus anzustecken, war im dicht besiedelten urbanen Raum geringer als

am Land. Und in Bezirken mit hohem Ausländeranteil war das Infektionsgeschehen klar schwächer.

Foto: Daniele Mezzadri/iStock

► Oberösterreich gehörte im vergangenen

Herbst zu den am

stärksten von der SARS-CoV-2-Epidemie

betroffenen Regionen Österreichs.

Die Verteilung des Virus in den 18 Bezirken

war dabei aber recht unterschiedlich.

Zwischen 1. Juli und 31. Dezember

variierte die maximale

Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000

Menschen zwischen 602 (Stadt-Linz)

und 1.628 (Bezirk Rohrbach). Die Landesregierung

nahm das zum Anlass,

das Zentrum für Public Health der Medizin-Uni

Wien mit einer Analyse zu

beauftragten, warum sich die Infektionen

regional so stark unterschieden.

In ihren Analysen kommen nun die

Public-Health-Experten und Epidemiologen

Hans-Peter Hutter und Michael

Kundi zu teils überraschenden

Ergebnissen. Je höher die Einwohnerdichte,

desto niedriger war die Sieben-

Tage-Inzidenz und die Mortalität, je

höher die Agrarquote – also je mehr

Menschen in einem Bezirk im landwirtschaftlichen

Bereich tätig sind –,

umso höher die Zahlen. „Entgegen der

Annahme, dass eine hohe Bevölkerungszahl

und die daraus resultierende

höhere Kontaktwahrscheinlichkeit das

Risiko einer Infektion erhöht, ist der

umgekehrte Effekt festzustellen“, sagte

Hutter im APA-Gespräch.

Vermeintliches Stadt-Problem

„Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass

im ländlichen Bereich vielleicht eher

ein Schlendrian beim Einhalten der

Maßnahmen herrscht. Die vertrauten

Kontakte dürften am Land mehr gepflegt

werden, man sieht das Virus

möglicherweise als ein Problem der

Stadt“, sagte der Umweltmediziner. „Im

urbanen Bereich könnte es hingegen

mehr Selbstkontrolle der Gesellschaft

geben. Wenn jemand in ein Geschäft

geht und die Maske nicht oder nicht

richtig aufhat, wird er schnell einmal

schief angeschaut.“

Die zweite Feststellung der Studie: In

Bezirken, wo der Anteil an Ausländerinnen

und Ausländern hoch ist oder

viele Personen ausländischer Herkunft

leben, gab es eine signifikant geringere

Inzidenz. „Es zeigt sich, dass bei dem

dramatischen Anstieg im November

und Dezember in Oberösterreich Ausländer

keine Rolle gespielt haben.“ Ob

das daran liegt, dass sie sich eher an die

empfohlenen Maßnahmen halten – etwa,

weil sie öfter noch mit älteren Menschen

im Familienverbund leben – oder

hier andere Faktoren eine Rolle spielen,

könne er aber nicht sagen, so Hutter.

Einfluss auf die Inzidenz

Eine gewisse Rolle spielte auch das Bildungsniveau:

„Höhere Bildung hat einen

Einfluss auf die Inzidenz, aber das

heißt nicht, dass niedrige Abschlüsse

für deutlich höhere Zahlen sorgten.

Signi fikant positive Ergebnisse haben

sich eher bei den berufsbildenden mittleren

Schulen gezeigt“, erklärte Hutter.

Keine signifikanten Zusammenhänge

fanden sich in der Altersstruktur – möglicherweise

auch, weil hier die Unter-

„Entgegen

der Annahme,

dass

eine hohe

Bevölkerungszahl

und die daraus

resultierende

höhere

Kontaktwahrscheinlichkeit

das

Risiko einer

Infektion erhöht,

ist der

umgekehrte

Effekt festzustellen.“

schiede zwischen den Bezirken gering

sind. Bemerkbar war aber, dass je mehr

Menschen über 65 Jahre in einem Bezirk

lebten, desto niedriger dort auch die

Inzidenz war. „Ein Grund dafür könnte

sein, dass sich die Älteren eher an die

Sicherheitsmaßnahmen halten.“

Eine Aussagekraft für andere Bundesländer

hätten die Ergebnisse aus Oberösterreich

übrigens nur bedingt, betonte

Hutter: „Wien hat etwa eine ganz

andere Bevölkerungsstruktur.“ Es sei

auch nicht Aufgabe der Studie gewesen,

Erklärungen für die festgestellten Zusammenhänge

zu liefern. „Es ging einmal

darum zu schauen, was an gewissen

Vermutungen dran ist, die immer

wieder kursieren.“ Für die Frage nach

dem Warum schlägt Hutter weiterführende

Analysen vor.

Wichtige Erkenntnisse

Die Ergebnisse der MedUni-Studie

könnten aber – gerade in Zeiten knapper

Ressourcen – wichtige Handlungsanleitungen

liefern. „Wenn es etwa darum

geht, in welche Kampagnen man

Geld steckt oder wie man versucht, bestimme

Gruppen zu erreichen“, betonte

Hutter.

Christine Haberlander, oberösterreichische

Gesundheitslandesrätin und

Landeshauptmann-Stellvertreterin

(ÖVP) hält die Erkenntnisse der beiden

Studienautoren für wichtig: „Als Konsequenz

beobachten wir mit Medizinern

seit einigen Wochen Gemeinden

mit auffälligem Fallgeschehen über einen

Zeitraum von mehreren Wochen.

Wir können nach den ersten Betrachtungen

bestätigen: Es sind meist Fallhäufungen,

die aus einem privaten

Umfeld kommen, und solche Fallhäufungen,

etwa aus Geburtstagsfeiern,

wurden vermehrt im ländlichen Raum

festgestellt.“

APA

03_2021 doktor in wien 25


SERVICE MEDIZIN

Neues Medikament zur Cholesterinsenkung

Erhöhte Cholesterinwerte zählen zu den

häufigsten Ursachen für Herzinfarkt und

Schlaganfall. Mit einem neuen Medikament

kann mit nur zwei Injektionen im Jahr das

LDL-Cholesterin um die Hälfte reduziert

werden. Der therapeutische Effekt ist damit

vergleichbar mit jenem einer täglichen

Medikamenteneinnahme. Gemeinsam mit

der Standardtherapie kann mit dem neuen

Wirkstoff das LDL-Cholesterin um mehr als

80 Prozent gesenkt werden.

Um das

Risiko eines Herz infarktes

zu reduzieren, spielt die intensive

Cholesterinsenkung bei Patientinnen und

Patienten mit angeborenen Stoffwechselstörungen

und daraus resultierenden sehr hohen

Cholesterinwerten sowie bei Patientinnen

und Patienten mit Gefäßverkalkungen, der

Atherosklerose, eine wichtige Rolle. Der innovative

Wirkstoff des cholesterinsenkenden

Medikaments Inclisiran gibt nun eine vielversprechende

Perspektive für die Therapie

dieser Erkrankungen.

„Der neue und revolutionäre Therapieansatz

gibt uns und unseren Patientinnen und Patienten

die Chance, mit nur zwei Injektionen

pro Jahr eine Reduktion des LDL-Cholesterins

um die Hälfte zu erreichen. Diese Therapie

kommt zusätzlich zur Standardtherapie, wie

zum Beispiel Statinen, zur Anwendung und

wird jetzt erstmals routinemäßig eingesetzt“,

so Walter Speidl von der Klinischen Abteilung

für Kardiologie von MedUni Wien und AKH

Wien, an der kardiologische Patientinnen

und Patienten mit Störungen des Fettstoffwechsels

behandelt werden.

Der neue Wirkstoff nutzt den 2006 mit

dem Nobelpreis ausgezeichneten RNA-

Interference-Mechanismus. Durch diesen

wird die Bildung des Proteins PCSK9, das am

Fettstoffwechsel beteiligt ist und das schlechte

LDL-Cholesterin im Blut erhöht, bereits in

der Leberzelle gehemmt.

„Der neue Wirkstoff ermöglicht, dass die

Leberzelle deutlich mehr LDL-Cholesterin

aufnehmen und verarbeiten kann, wodurch

weniger LDL-Cholesterin in die Blutstrombahn

gelangt und eine weitere gefährliche Ablagerung

in der Gefäßwand verhindert wird“,

erklären Klaus Distelmaier und Konstantin

Krychtiuk von der Klinischen Abteilung für

Kardiologie die neuartige Therapie. In Studien

hat sich eine sehr gute Verträglichkeit des

Wirkstoffs gezeigt. Da nur zwei Injektionen

jährlich notwendig sind, ist eine hohe Akzeptanz

und Therapietreue der Patientinnen und

Patienten zu erwarten.

Am 29. Jänner 2021 wurde der innovative

Wirkstoff weltweit zum ersten Mal außerhalb

einer klinischen Studie bei der Therapie

von zwei Patienten der Klinischen Abteilung

für Kardiologie verabreicht. Die Zulassung

des Medikaments Inclisiran erweitert die

therapeutischen Möglichkeiten zur effektiven

Lipidsenkung erheblich.

„Wir denken, dass diese neue Medikamentenart

das Potenzial hat, zu einem der meist

verschriebenen Medikamente weltweit zu

werden und das Lipidmanagement langfristig

zu revolutionieren,“ zeigt sich Christian

Hengstenberg, Leiter der Universitätsklinik

für Innere Medizin II und der Klinischen

Abteilung für Kardiologie von AKH Wien und

MedUni Wien optimistisch. MedUni Wien

Schlüssel für rasches Wegsperren von Erbgut entdeckt

Damit Zellen ihren Dienst im Körper erfüllen

und die den Abläufen des Lebens zugrunde

liegenden Proteine produzieren können,

brauchen sie Zugang zur Bauanleitung des

Lebens – der DNA. Wiener Forschende

zeigten nun im Fachblatt Nature Genetics,

wie der für die Ablesbarkeit des Erbguts verantwortliche

BAF-Komplex rasch ausgehebelt

werden kann. Da der Komplex bei vielen

Krebsarten eine Rolle zu spielen scheint,

erhoffen sie sich neue Einsichten in deren

Therapie.

Der BAF-Komplex besteht aus mehreren

Untereinheiten, deren Bauanleitung in 29

Genen eingeschrieben ist. Das Auslesen von

DNA-Teilen steuert diese zelluläre Maschine,

indem die verschiedenen Einheiten Erbgut-

Teile entweder mit Eiweißstoffen dicht

verpackten oder gut zugänglich lassen.

Mutationen bestimmter Untereinheiten des

Komplexes wurden in der Vergangenheit bei

einigen Krebskrankheiten festgestellt, wie

es kürzlich in einer Aussendung des Forschungszentrums

für Molekulare Medizin

(CeMM) der Österreichischen Akademie

der Wissenschaften (ÖAW) hieß. Mit den

direkten Auswirkungen von Veränderungen

des BAF-Komplexes auf den Zugang zur DNA

beschäftigt sich das Team um Stefan Kubicek

schon seit einiger Zeit.

Bisher kamen dafür Methoden zu Anwendung,

mit denen diese wichtigen Proteine

erst nach einigen Tagen quasi ausgeschaltet

wurden. Nun haben Kubicek und die

Studien-Ko-Autorinnen Sandra Schick, Sarah

Grosche und Katharina Eva Kohl verschiedene

Untereinheiten mit einer Substanz markiert,

die der zellulären Müllabfuhr anzeigt, dass

diese zu entsorgen sind. „Dadurch wird die

markierte BAF-Untereinheit binnen einer

Stunde abgebaut. Dies ermöglicht eine genaue

Beobachtung, ob und wie sich anschließend

Zugänglichkeiten verändern“, so die

Forscherinnen.

So habe man gezeigt, „dass das Entfernen

einer einzelnen Untereinheit des BAF-Komplexes

sofort zu einem Verlust an Zugänglichkeit

zu bestimmten DNA-Regionen führt.

Wir gehen davon aus, dass ähnliche Vorgänge

wie in unserem Modellsystem auch in der

Krebsentstehung eine Rolle spielen, wenn

in Zellen erstmals Mutationen einer Untereinheit

des BAF-Komplexes auftreten“, so

Kubicek. So ist bereits klar, dass beispielsweise

eine Veränderung des SMARCA4-Gens bei

Krebszellen recht häufig ist.

Wie das Team schon 2019 in einer Arbeit

zeigte, können Zellen mit Mutationen einer

der Untergruppen recht gut weiterleben. Ist

aber auch noch zusätzlich eine weitere betroffen,

führt das zum Zelltod – Forschende sprechen

von „Synthetischer Letalität“. Das könnte

künftig dazu ausgenutzt werden, um etwa

Krebszellen mit SMARCA4-Veränderungen

auszuschalten, indem zusätzlich das SMAR-

CA2-Gen gehemmt wird. Diese Kombination

bedeute nämlich ein gezielt herbeigeführtes

Aus für genau solche Krebszellen. Überdies

denken die Forschenden auch über Wege

nach, den BAF-Komplex auszuhebeln, indem

man ihn von der notwendigen Energiezufuhr

abschneidet.

APA

Illustration: lvcandy/iStock

26 doktor in wien 03_2021


MEDIZIN SERVICE

Gehirnkrankheiten

Ultraschall für präzise Behandlung

Ultraschall kann nicht nur als bildgebendes Verfahren eingesetzt werden, mit gezielten

Ultraschallimpulsen lässt sich eine Reihe an Gehirnerkrankungen, die bisher nur eingeschränkt

therapierbar sind, punktgenau behandeln. Einige revolutionäre Verfahren dieser Art wurden

in den letzten Jahren in Toronto und auch an der MedUni Wien entwickelt.

Foto: Jolygon/iStock

► Das Wiener Verfahren verbessert

Hirnfunktionen, indem noch

funktionierende Nervenzellen von außen

aktiviert werden. Verbesserungen

sind bei verschiedenen neuropsychiatrischen

Hirnerkrankungen wie Alzheimer-Demenz,

Parkinson, Schlaganfall,

Multipler Sklerose oder Nervenschmerzen

erwartbar. Eine soeben im Fachjournal

Advanced Science von der MedUni

Wien gemeinsam mit der Universität

Toronto veröffentlichte Übersichtsarbeit

zeigt, dass die neuen Therapien bereits

an der Schwelle breiter Anwendung in

der klinischen Praxis stehen.

Nahezu nebenwirkungsfrei

In den vergangenen Jahren wurden

neuartige Konzepte für die Ultraschall-

Gehirntherapie entwickelt. Hochfokussierte

Ultraschallwellen ermöglichen

nun eine nicht-invasive Chirurgie, die

fokale Übertragung von Therapeutika

oder Genen an ausgewählten Stellen

des Gehirns und die therapeutische

Modulation neuronaler Netzwerke bei

verschiedenen Gehirnerkrankungen.

Laut Roland Beisteiner, unter dessen

Leitung die neue Methode der transkraniellen

Pulsstimulation mit Ultraschall

(TPS) an der Universitätsklinik

für Neurologie von MedUni Wien und

AKH Wien entwickelt wurde, sind die

neuartigen Ultraschall-Methoden kein

„Entweder-Oder“, sondern ein echtes

Plus für die klinische Praxis: „Die in

Wien und Toronto entwickelten Techniken

stellen neuartige Zusatzoptionen

dar, mit denen wir bereits etablierte

Therapien ergänzen können. Die inzwischen

publizierten Patientendaten

zeigen, dass die transkraniellen Ultraschallinnovationen

sicher und für

eine breite klinische Anwendung bereit

sind.“ Der große Zusatzvorteil des

Wiener Verfahrens: es ist nahezu nebenwirkungsfrei.

Breiter Roll-out in Sichtweite

Die unter Wiener Leitung von einem

internationalen Konsortium entwickelte

Nervenzell-Stimulation TPS wurde bereits

Anfang 2020 in einem führenden

Wissenschaftsjournal als Coverarbeit

vorgestellt. Patientinnen und Patienten

mit Alzheimer zeigten in dieser Pilotstudie

über drei Monate anhaltende

Verbesserungen. Der breite klinische

Roll-out ist bereits angelaufen, erfordert

laut Beisteiner aber besondere

Fachexpertise: „Die neue Therapie ist

in kontinuierlicher wissenschaftlicher

Entwicklung und erfordert von den

Behandelnden besondere neurologische,

methodische und Hirnfunktionskenntnisse“,

so Beisteiner. Neben

den auch schon mit älteren, weniger

genauen Hirnstimulationsverfahren

untersuchten Erkrankungen Alzheimer,

Parkinson, Schlaganfall, Multipler

Sklerose und Nervenschmerzen gibt es

für TPS wahrscheinlich auch ganz neue

Einsatzbereiche. TPS ist das einzige

Verfahren, das auch tiefe Hirnregionen

gezielt nicht-invasiv aktivieren kann.

Daher sind alle Erkrankungen, bei

welchen eine Rehabilitation gestörter

Hirnfunktionen über Aktivierung noch

funktionierender Nervenzellen möglich

ist, Kandidaten für die neue Wiener

„Die in

Wien und

Toronto

entwickelten

Techniken

stellen

neuartige

Zusatzoptionen

dar,

mit denen

wir bereits

etablierte

Therapien

ergänzen

können.“

Therapie. Für Alzheimertherapie ist TPS

bereits zugelassen (CE Zertifizierung).

Andere Technik, andere Ziele

Die beiden weiteren, klinisch federführend

von Studien-Coautor Andres

Lozano an der Universität Toronto entwickelten

Methoden nutzen ebenfalls

Ultraschallwellen. Die gezielte nichtinvasive

Chirurgie mittels Ultraschall

ist bereits für essenziellen Tremor und

tremordominantes Parkinsonsyndrom

zugelassen.

Erstmals ohne Öffnung des Schädels

lassen sich so durch gezielte Ausschaltung

überaktiver Nervenzellen

Fehlfunktionen

des Gehirns

therapieren – eine

Methode, die in Zukunft

bei vielen neurologisch

bedingten

Bewegungsstörungen

relevant sein könnte.

Die dritte neuartige

Ultraschall-Methode,

die gezielte Arzneimittel-,

Antikörperoder

Gentherapie,

löst eine der großen

Herausforderungen der Neurologie,

indem sie erstmals die lokale Öffnung

der Blut-Hirn-Schranke nichtinvasiv

ermöglicht. Denn obwohl viele hochwirksame

Therapeutika grundsätzlich

zur Verfügung stehen, bringt man sie

oft nicht an die gewünschte Stelle ins

Gehirn. „Durch das Überwinden dieser

Barriere ist nun erstmals die gezielte

Abgabe von Therapeutika und Genen

in betroffenen Gehirnarealen möglich.

Damit lassen sich potenziell all jene

Gehirnerkrankungen behandeln, bei

denen man mit Medikamenten gut lokal

eingreifen kann, so zum Beispiel Tumor-

und motorische System-Erkrankungen“,

so Beisteiner. MedUni Wien

03_2021 doktor in wien 27


SERVICE MEDIZIN

Entwicklung neuer Wirkstoffe

Strategien der Natur für die Forschung

Die Dimerisierung der menschlichen Neuropeptide Oxytocin und Vasopressin kann

zu neuartigen pharmakologisch-wirksamen Molekülen führen. Ein internationales

Forschungsteam unter Leitung von MedUni Wien und Universität Wien zeigt in einer

aktuellen Studie, dass dimerisierte und dadurch deutlich größere Versionen von

Oxytocin und Vasopressin noch immer ihre Rezeptoren aktivieren können.

► Mit solchen Molekülen hat man

jetzt mehrere Möglichkeiten, die

Wirksamkeit dieser Neuropeptide für

die therapeutische Anwendung zu optimieren.

Die Idee dafür haben die Forschenden

direkt der Natur entnommen.

Die Ergebnisse wurden im Journal

Chemical Science veröffentlicht.

Biologische Chemie der Fakultät für

Chemie der Universität Wien fügt hinzu:

„Dimerisierung ist eine Strategie der

Natur, um Optimierungen in der Stabilität

oder Wirkungsweise vorzunehmen.

Insulin, welches auch ein Dimer von

zwei unterschiedlichen Peptiden ist, ist

ein gutes Beispiel dafür.“

potenziell mögliche Wirkstoffe beim

Menschen zu erhalten“, erklären Gruber

und Muttenthaler.

„Ebenso wichtig ist es, diese neuartigen

Moleküle als ‚Werkzeug‘ für die

Forschung bereitzustellen. Erst durch

Entwicklung von rezeptorsubtyp-selektiven

Stoffen ist es möglich, die bio-

Angriffspunkte für Arzneistoffe

Oxytocin- und Vasopressin-Rezeptoren

sind typische Vertreter der sogenannten

G-Protein-gekoppelten Rezeptoren

– die bekannteste Gruppe von Angriffspunkten

für medizinische Wirkstoffe.

Arzneistoffe für Oxytocin- und

Vasopressin-Rezeptoren werden zum

Beispiel während der Geburt zur Förderung

der Wehentätigkeit eingesetzt,

werden aber derzeit auch erforscht für

Anwendung bei Herz-Kreislauferkrankungen,

Krebs oder Entwicklungsstörungen

wie Autismus.

Von Heuschrecken inspiriert

Die Forschenden der MedUni Wien,

der Universität Wien sowie Forschungspartnerinnen

und -partner aus Australien

und Spanien konnten gemeinsam

zeigen, dass die Dimerisierung von den

menschlichen Neuropeptiden Oxytocin

und Vasopressin möglich ist, ohne zu

viel an ihrer Wirksamkeit einzubüßen.

Inspiriert wurden sie von einem natürlich

vorkommenden Heuschrecken-

Neuropeptid, welches unter anderem als

Dimer vorliegt. „Durch strukturelle Änderungen

in der Zusammensetzung und

Orientierung der Dimere ist es gelungen,

die pharmakologische Wirksamkeit zu

verändern, um eine selektive Hemmung

oder Aktivierung des menschlichen Vasopressin

V1a-Rezeptors zu erhalten“,

erklärt Christian Gruber vom Institut

für Pharmakologie der MedUni Wien.

Markus Muttenthaler vom Institut für

„Dimerisierung

ist eine

Strategie der

Natur, um

Optimierungen

in

der Stabilität

oder Wirkungsweise

vorzunehmen.

Insulin,

welches

auch ein

Dimer von

zwei unterschiedlichen

Peptiden ist,

ist ein gutes

Beispiel

dafür.“

Seit 600 Millionen Jahren

Um derartige Zusammenhänge in den

Molekülen zu entschlüsseln beziehungsweise

aufzudecken, benutzen die

Forschenden eine einzigartige Strategie

für die Liganden-Entwicklung, welche

die Vorteile der evolutionären Gemeinsamkeiten

des seit etwa 600 Millionen

Jahre in der Natur vorkommenden Oxytocin-Vasopressin-Signalsystems

ausnützt.

Das führt auch zu neuen Einblicken

und zur Identifizierung wichtiger

Bausteine der Rezeptoren, um künftig

bessere Wirkstoffkandidaten herstellen

zu können. „Unser Konzept ist neuartig

und faszinierend zugleich: Man nehme

ein Insekten-Neuropeptid, untersuche

dessen Struktur und baue diese mit kleinen

chemischen Änderungen nach, um

chemischen Grundlagen der jeweiligen

Signalsysteme zu erforschen“, fügen

Gruber und Muttenthaler hinzu.

Funktion des Signalsystems

Ziel der Forschenden ist es, die Zusammensetzung

und Pharmakologie dieses

Signalsystems generell aufzuklären. „In

Ameisen haben wir die Funktion dieses

Signalsystems erforscht und konnten

zeigen, dass das Oxytocin-Vasopressin-

Hormonsystem die Futtersuche, die

Bewegungsaktivität, und den Metabolismus

reguliert.“ Daher nehmen die

Forschenden an, dass Oxytocin nicht

nur als ‚Kuschelhormon‘, sondern möglicherweise

als ‚Appetitzügler‘ wirkt,

und eine derartige Anwendung gilt es

zu erforschen.

MedUni Wien

Foto: alexsvirid/iStock

28 doktor in wien 03_2021


medizinische

information

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SERVICE CHRONIK

Auszeichnung

Forschungsförderungspreise vergeben

Magensäurehemmende Medikamente sowie Medikamente bei nierentransplantierten

Patientinnen und Patienten waren die Themenschwerpunkte der wissenschaftlichen

Arbeiten, deren Autorin und Autor kürzlich mit dem Forschungsförderungspreis der

Erste Bank der Oesterreichischen Sparkassen AG ausgezeichnet wurden.

► Der mit insgesamt 7500 Euro

dotierte Preis ging zu gleichen

Teilen an Galateja Jordakieva von der

Universitätsklinik für Physikalische

Medizin und an Johannes Kovarik von

der Universitätsklinik für Innere Medizin

III, Abteilung für Nephrologie und

Dialyse.

Galateja Jordakieva: „Country-wide

medical records infer increased allergy

risk of gastric acid inhibition“ (erschienen

in Nature Communications, Juli

2019)

Magensäurehemmende Medikamente

werden zur Vorbeugung und Behandlung

säurebedingter Erkrankungen des

oberen Magen-Darm-Trakts eingesetzt.

In den USA konnte man zeigen,

dass zum Beispiel nur 35 Prozent der

Verschreibungen von Protonenpumpenhemmern

(PPI) auf einer entsprechenden

und dokumentierten Diagnose

basierten.

Die zentrale Wirkung von magensäurehemmenden

Medikamenten ist

eine Erhöhung des Magen-pH-Werts.

Neben der schleimhautschützenden

Eigenschaft dieser Säureregulierung

werden aber auch Enzyme der Proteinverdauung

gestört, die eine anschließende

Verdauung von Nahrungsmitteln

durch die Bauchspeicheldrüse

regulieren.

Mikroorganismen, aber vor allem auch

Nahrungsmittelbestandteile, die Allergien

auslösen können (Epitope), erreichen

unzureichend bearbeitet die

Darmschleimhaut, wodurch sie die Bildung

von spezifischen IgE-Antikörpern

fördern können, wie Tierversuche und

Beobachtungsstudien bei Menschen

zeigten.

In einer Kooperation der Medizinischen

Universität Wien mit den

Sozialversicherungsträgern konnten

quantitative Verschreibungsdaten aus

Galateja Jordakieva

(Wiener

Universitätsklinik

für Physikalische

Medizin), Johannes

Kovarik (Wiener

Universitätsklinik für

Innere Medizin III)

(v.o.n.u.)

ganz Österreich analysiert werden,

um den experimentell festgestellten

Zusammenhang zwischen magensäurehemmenden

Medikamenten und

Antiallergika (Antihistaminika, Allergen-Immuntherapien)

zu eruieren.

Patientinnen und Patienten, denen ein

Magenschutzmedikament verschrieben

wurde, hatten ein doppelt bis

dreifach höheres Risiko, im weiteren

Verlauf eine Medikamentenverschreibung

zur Behandlung allergischer

Symptome zu bekommen. Dieser

starke Zusammenhang war unidirektional

und konnte für andere häufig

verschriebene Medikamentengruppen

(Antihypertensiva, Statine) nicht nachgewiesen

werden.

Die aktuellen Studienergebnisse liefern

einen weiteren Aspekt der potenziellen

Prävention allergischer Symptome

und betonen die Bedeutung der ärztlichen

Expertise hinsichtlich Indikationsstellung

und medizinisch sinnvoll

gewählter Verschreibungsdauer beim

Einsatz magensäurehemmender Medikamente.

Johannes Kovarik: „Intrarenal Renin-

Angiotensin-System Dysregulation

after Kidney Transplantation“ (erschienen

in Scientific Reports, Juli 2019)

Angiotensin-Converting Enzym

(ACE)-Hemmer nehmen einen zentralen

Stellenwert in der Behandlung von

Patientinnen und Patienten mit chronischer

Niereninsuffizienz ein, um die

Progression der Erkrankung zu verzögern.

Nach einer Nierentransplantation

werden die positiven Effekte dieser

Medikamentenklasse jedoch kontrovers

diskutiert und die Regulation des

lokalen gewebsspezifischen Renin-

Angiotensin Systems (RAS) mit seinen

Metaboliten des „klassischen“ und „alternativen“

RAS wurden bisher nicht

im Detail untersucht.

Im Rahmen dieses Projekts wurde das

systemische und transplantatspezifische

RAS mittels Massenspektrometrie

bei 48 Empfängerinnen und Empfängern

von Nierentransplantaten mit

und ohne ACE-Hemmer-Therapie

analysiert. Die Biopsieproben der nierentransplantierten

Patientinnen und

Patienten wurden in früh (unter zwei

Jahre), intermediär (zwei bis zwölf

Jahre) und Langzeit (über 12 Jahre)

gruppiert. Patientinnen und Patienten

mit ACE-Hemmer-Therapie zeigten

niedrigere Angiotensin (Ang) II Plasma

Level und höhere Konzentrationen

von Ang I und Ang-(1–7) verglichen

mit denen ohne ACE-Hemmer-Therapie,

unabhängig vom Transplantatalter.

Es zeigte sich eine substanzielle

intrarenale Ang II Synthese, unabhängig

von vorhandener ACE-Hemmer-Therapie.

Weiters zeigten die

Ergebnisse der Studie eine maximale

Ang II Synthese in den Biopsien von

Langzeit-transplantierten Nieren verglichen

mit Transplantaten jüngeren

Alters, welche vermutlich Ausdruck einer

erhöhten transplantatspezifischen

Chymase-Aktivität ist. Weiters gelang

es, Neprilysin (NEP) als das zentrale

Enzym des „alternativen“ RAS Metabolismus

in Nierentransplantaten

zu identifizieren. Zusammenfassend

konnte in dieser Studie gezeigt werden,

dass aufgrund der erhöhten Chymase-abhängigen

Ang II Produktion

eine transplant-spezifische RAS Dysregulation

nach Nierentransplantation

vorhanden ist, welche Ziel künftiger

therapeutischer Interventionen sein

könnte.

Auch der Theodor Billroth-Preis der Ärztekammer

für Wien sowie das Gütesiegel

des Theodor Billroth-Preises wurde kürzlich

vergeben. doktorinwien berichtete

darüber in der letzten Ausgabe.

Fotos: privat, Stefan Seelig

30 doktor in wien 03_2021


CHRONIK SERVICE

„Researcher of the Month“: Max-Paul Winter

Max-Paul Winter, Klinische

Abteilung für Kardiologie, Universitätsklinik

für Innere Medizin

II, wurde im Februar anlässlich

seiner im Journal Basic Research

in Cardiology erschienenen

Arbeit „Interruption of vascular

endothelial growth factor receptor

2 signaling induces a proliferative

pulmonary vasculopathy and

pulmonary hypertension“ als

„Wissenschafter des Monats“

ausgezeichnet.

Die pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH)

ist eine schwere chronische Erkrankung, welche

unbehandelt in kurzer Zeit zum Rechtsherzversagen

und Tod des Patienten führt.

Zwar besteht bei einer Großzahl der Patientinnen

und Patienten ein Missverhältnis

zwischen pulmonaler Vasokonstriktion und

Dilatation, so steht aber ein vaskulärer Umbauprozess

mit monoklonal expandierenden

Endothelzellen, welche die Gefäße obliterieren,

im Mittelpunkt der Pathogenese.

Einen Schlüsselfaktor dürfte hier der Vascular

Endothelial Growth Factor (VEGF)

spielen, zu dessen wesentlichen Aufgaben

die Antwort auf Gefäßwandverletzung zählt.

In der vorliegenden Studie wurden die

Auswirkungen eines gestörten

VEGF-Signalwegs in der

Entwicklung von Pulmonaler

Hypertension im Mausmodell

und bei Patientinnen

und Patienten untersucht.

Im vorliegenden Mausmodel

wurde konditionaler Gen-

Knockout des VEGF-Rezeptors

2 induziert und anschließend

mittels chronisch hypoxischer

Exposition die Ausbildung von

pulmonaler Hypertension ausgelöst. Die hier

beobachteten Veränderungen wurden mit

Lungenproben und Blutproben von onkologischen

Patientinnen und Patienten unter

anti-VEGF-Therapie verglichen, um Korrelate

für die im Mausmodell beobachteten Gefäßwandveränderungen

zu untersuchen.

Es zeigte sich, dass die genetische Manipulation

des VEGF-Signalwegs zu einer

schweren pulmonalen Hypertension führt,

welche dieselben Gewebeveränderungen

zeigt wie bei Patientinnen und Patienten mit

Pulmonaler Hypertension. Weiters wurden

bei Patientinnen und Patienten unter anti-

VEGF-Therapie dieselben Umbauvorgänge

beobachtet wie im Mausmodel. Sowohl bei

Patientinnen und Patienten als auch bei den

Tieren konnten signifikant erhöhte Blutkon-

zentrationen von VEGF nach Blockierung des

Signalwegs festgestellt werden. Insgesamt

konnte in der vorliegenden Studie die Bedeutung

des VEGF-Signalwegs bestätigt werden

und so neue Anreize für die Entwicklung spezifischer

Therapien für diese schwerwiegende

Erkrankung geben.

Zur Person:

Max-Paul Winter schloss sein Studium der

Humanmedizin an der Medizinischen Universität

Wien 2011 ab und begann danach sein

PhD-Studium. Ab 2013 war er als Assistenzarzt

an der Universitätsklinik für Innere Medizin II,

Klinische Abteilung für Kardiologie, tätig. Seit

2019 arbeitet er an der Abteilung als Facharzt.

Neben seiner Forschungstätigkeit beteiligt er

sich auch an der Lehre im Rahmen des Humanmedizinstudiums

und betreut Bachelor-,

Master- und Diplomarbeiten.

Zur Auszeichnung:

Um hervorragende Forschungsleistungen der

MedUni Wien bekannt zu machen, startete

das Rektorat der MedUni Wien im Juni 2004

das Programm „MedUni Wien-Researcher

of the Month“. Im Monatsrhythmus kürt eine

unabhängige Expertenkommission Forschende

des Monats für ihre herausragende Forschungstätigkeit.

Corona-Tool zur Abschätzung von

Ansteckungsrisiko in Innenräumen

Fotos: MedUni Wien, gpointstudio/iStock

Wie hoch in etwa die Übertragungswahrscheinlichkeit

von COVID-19 in Innenräumen

ist, lässt sich mit einem eigens von

Fachleuten entwickelten Online-Tool berechnen.

Mit dem unter www.corona-rechner.at

frei zugänglichen Instrument lässt sich das

Ansteckungsrisiko mittels virenbeladener Aerosole

vor allem für Schulklassen, Büro- und

Vortragsräume, aber auch Sporteinrichtungen

anschaulich abschätzen, erklärten die Initiatoren

des Projekts im Gespräch mit der APA.

Der neue Rechner basiert auf Positionspapieren

des Arbeitskreises Innenraumluft im

Klimaschutzministerium, das auch die Erstellung

des „VIR-SIM“-Rechners unterstützt

hat, und weiteren Erkenntnissen etwa von

Kommissionen und Fachleuten aus Deutschland.

Der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter

von der Medizinischen Universität Wien

und der Leiter des Mess- und Beratungsservice

Innenraum und des Österreichischen

Instituts für Baubiologie und Bauökologie,

Peter Tappler, und Kolleginnen und Kollegen

haben sich darum bemüht, dieses gesammelte

Wissen in einem übersichtlichen und für

Laien nutzbaren Online-System zugänglich

zu machen.

Um die Gleichung mit den vielen Variablen

Luftwechsel, Raumvolumen, Lüftungsphasen,

Anzahl der Personen im Raum, Arten

der Atemaktivität – sprich: wird gestanden,

gesessen oder eine anstrengende Tätigkeit

ausgeführt –, die Sprachaktivität bis hin zu

lautem Singen oder das Tragen von Masken

übersichtlich einordnen zu können, gibt es

ein Referenzszenario, so Hutter und Tappler.

Das ist eine Maturaklasse, in der 25 Erwachsene

bei 200 Kubikmetern Raumvolumen

und bei Betrieb einer Lüftungsanlage anwesend

sind. 24 Personen sitzen, während eine

Person steht und spricht. Das Risiko in genau

diesem Setting über die Zeit hinweg durch

virenbelastete Aerosolpartikel angesteckt zu

werden, gilt als Referenzpunkt (R=1). Dies

könne laut dem derzeitigen Forschungsstand

als „akzeptables Risiko“ angesehen werden.

Je nachdem, wie der Nutzer die vielen Parameter

einstellt, kommen dann andere Werte zustande.

Für „geringes Risiko“ stehen Werte von

0,5 oder darunter, ab einem „R“ von zwei oder

darüber hat man es mit einen stark erhöhtem

Ansteckungsrisiko zu tun. Das virtuelle Spiel

mit den Einflussfaktoren soll auch zeigen, wie

man die Situation verbessern kann.

03_2021 doktor in wien 31


SERVICE STEUER

Spitalsärztinnen und Spitalsärzte

Die Steuererklärungen 2020

Angestellte Ärztinnen und Ärzte können – so wie auch alle anderen Arbeitnehmerinnen und

Arbeitnehmer – beim Finanzamt durch Einreichung einer Arbeitnehmerveranlagung angefallene

Steuerabsetzposten geltend machen. Die Arbeitnehmerveranlagung führt dann zu einer

Steuergutschrift, welche vom Finanzamt auf das eigene Bankkonto überwiesen wird.

Von Wolfgang Leonhart

► Unter bestimmten Umständen

ist man freilich gesetzlich

zur Einreichung von jährlichen Steuererklärungen

verpflichtet. Eine Verpflichtung,

beim Finanzamt eine Steuererklärung

abzugeben, besteht unter

anderem wenn:

•Nebeneinkünfte (beispielsweise aus

Sonderklassegelder) von mehr als 730

Euro im Jahr neben dem Gehalt vorliegen,

oder

•mehrere Dienstverhältnisse (Gehälter)

gleichzeitig bestanden haben, oder

•steuerpflichtige Bezüge aus einer

gesetzlichen Krankenversicherung

(Krankengelder), Insolvenz-ausfallgelder

oder Bezüge gemäß Heeresgebührengesetz

zugeflossen sind, oder

•Pflichtbeiträge aus der gesetzlichen

Sozialversicherung zurückgezahlt

wurden oder

•nicht zustehende Freibeträge berücksichtigt

wurden, oder

•der Alleinverdiener- beziehungsweise

Alleinerzieherabsetzbetrag gewährt

wurde, obwohl die Voraussetzungen

nicht vorlagen, oder

•eine unrichtige Erklärung hinsichtlich

Pendlerpauschale vorliegt, oder

•Kapitaleinkünfte ohne Kapitalertragsteuer-

Abzug erzielt wurden, oder

•Einkünfte aus privaten Grundstücksverkäufen

ohne Abzug der Immobilienertragssteuer

vorliegen.

In all diesen Fällen besteht die Verpflichtung,

beim Finanzamt eine Steuererklärung

einzureichen, bei der dann

aber selbstverständlich auch alle Freibeträge

beantragt werden können.

Termine und Fristen

•Innerhalb von fünf Jahren nach Ablauf

des betreffenden Jahres können Sie die

freiwillige Arbeitnehmerveranlagung

(Formular „L1“) beim Finanzamt einreichen.

Leonhart: „Die

Nichtabgabe sowie

Abgabe falscher

Steuererklärungen

kann ein Finanzstrafverfahren

nach sich

ziehen.“

Hinweis: Die

Rückzahlung

von Wohlfahrtsfondsbeiträgen

wird seitens der

Standesvertretung

beim Finanzamt

gemeldet und

führt bei angestellten

Ärztinnen

und Ärzten immer

zu einer Pflichtveranlagung!

•Wenn Sie hingegen verpflichtet sind,

eine Arbeitnehmerveranlagung einzureichen

(zum Beispiel, wenn mehrere

Dienstverhältnisse vorliegen),

muss dies bis 30. September des

nächsten Jahres erfolgen.

•Spitalsärztinnen und -ärzte, die wegen

anderer Einkünfte, wie zusätzlicher

Klassegelder, ohnehin ein -

kommensteuerpflichtig sind, müssen

die Einkommensteuererklärung (Formular

„E1“) unaufgefordert abgeben.

Hier gilt der 30. April des folgenden

Jahres als Stichtag. Wenn die Steuererklärung

über FinanzOnline eingereicht

wird, verlängert sich die Frist

automatisch bis zum 30. Juni.

Wer aber mehr Zeit benötigt, kann

beim zuständigen Finanzamt einen

Antrag auf Fristverlängerung einbringen.

Infolge der Corona-Krise sind

die Finanzämter hier zu einer großzügigen

Vorgangsweise angewiesen.

Antragslose Veranlagung

Das Finanzamt führt eine antragslose

Steuerveranlagung durch, wenn bei

Jahresdurchrechnung der nichtselbständigen

Einkünfte für den Steuerpflichtigen

eine Gutschrift (beispielsweise

aufgrund einer nicht das ganze

Jahr durchgehenden Anstellung oder

schwankenden Bezüge), resultiert. Die

antragslose Veranlagung erfolgt, wenn:

•keine Pflichtveranlagung vorzunehmen

ist, (zur Frage Pflichtveranlagung

siehe oben),

•bis zum 30. Juni keine Steuererklärung

(Arbeitnehmerveranlagung auf

Antrag) für das vorangegangene Veranlagungsjahr

eingereicht wurde,

•aus den Informationen, die dem

Finanzamt zugänglich sind, anzunehmen

ist, dass eine Veranlagung

zu einer Steuergutschrift führen wird

und

•dem Finanzamt die Bankverbindung

bekannt ist.

Die Steuergutschrift erhält man durch

das Finanzamt dann automatisch

überwiesen. Wird bis zum Ablauf des

zweitfolgenden Kalenderjahres keine

Steuererklärung abgegeben, führt das

Finanzamt automatisch die antragslose

Veranlagung durch, wenn sich nach

der Aktenlage eine Steuergutschrift ergibt.

Bei der antragslosen Veranlagung

werden allerdings keine individuellen

Steuerabsetzposten wie etwa Fortbildungen

berücksichtigt. Die antragslose

Arbeitnehmerveranlagung kann

innerhalb einer Frist von fünf Jahren

durch die Einbringung einer Steuererklärung

für das betreffende Jahr ersetzt

werden, in der dann zusätzlich angefallene

Absetzposten angeführt werden

können. Sollte daher eine antragslose

Arbeitnehmerveranlagung erfolgt sein,

können Werbungskosten, außergewöhnliche

Belastungen et cetera auch

nachträglich über eine Steuererklärung

berücksichtigt werden.

Steuererklärung erstellen

Die „Zusammenstellung der Einnahmen

und Ausgaben“ sowie Ermittlung

des Gewinns erfolgt bei Beziehenden

von selbständigen Einkünften auf dem

Formular „E1a“. In dem darin enthaltenen

Raster müssen die Einnahmen

und Ausgaben eingesetzt werden. Der

solchermaßen berechnete „Gewinn aus

selbständiger Arbeit“ wird im Einkommensteuererklärungsformular

„E 1“ unter

der Rubik „Einkünfte aus selbständiger

Arbeit“ eingetragen. Daneben soll

bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung

die Angabe aller übrigen

Einkünfte, insbesondere das Vorliegen

von Einkünften aus dem Dienstverhältnis

mit der Krankenanstalt, nicht vergessen

werden.

Fotos: taseffski/GettyImages, AEK Wien

32 doktor in wien 03_2021


STEUER SERVICE

Beziehen Sie als Spitalsärztin oder Spitalsarzt

Klassegelder oder andere ärztliche

Nebeneinkünfte wie etwa Vertretungshonorare,

sollten Sie unbedingt

prüfen, ob nicht der Fall einer „Pflichtveranlagung“

gegeben ist.

Sowohl die Arbeitnehmerveranlagung

(Formular „L1“) wie auch die allgemeine

Veranlagung (Formular „E1“) kann

per Internet über FinanzOnline (www.

bmf.gv.at) an das Finanzamt übermittelt

werden. Auch Umsatzsteuervoranmeldungen,

Änderungen von personen-

oder unternehmensbezogenen

Grunddaten (Adresse, Bankverbindung)

können elektronisch durchgeführt werden.

Sie können auch den aktuellen

Stand Ihres Steuerkontos abfragen sowie

Anträge zum Steuerkonto, wie etwa

Rückzahlungsanträge, stellen oder auch

fällige Abgaben bezahlen. Weiters haben

Sie die Möglichkeit, durch (einmalige)

Auswahl sich für die ausschließliche

rechtskräftige elektronische Zustellung

aller Steuerbescheide und sonstigen

Zusendungen des Finanzamtes in Ihre

„Databox“ zu entscheiden.

Klassegelder, Nebeneinkünfte

Klassegelder sind dann nicht erklärungspflichtig,

wenn diese aufgrund

landesgesetzlicher oder besonderer

krankenhausinterner Regelungen in die

monatliche Gehaltsverrechnung einbezogen

sind und davon Lohnsteuer einbehalten

wurde. Ob die Ihnen ausbezahlten

Klassegelder bereits versteuert

wurden, zeigt ein Blick auf die monatlichen

Gehaltsabrechnungen: Wenn die

Klassegelder unter den steuerpflichtigen

Bruttobezügen aufscheinen, sind

diese nicht nochmals separat in der

Steuererklärung anzuführen.

In Wien erfolgt aufgrund der krankenanstaltenrechtlichen

Regelungen

bei den Klassegeldern regelmäßig kein

Lohnsteuerabzug, folglich sind diese Beträge

allenfalls gesondert zu versteuern.

Die neben Klassegeldern anfallenden

Nebeneinkünfte wie Vertretungshonorare,

Vortragshonorare (zum Beispiel

an Elternschulen) sowie Assistenzen in

Privatspitälern fallen ebenso wie Einkünfte

aus einer regulären laufenden

Privatpraxis unter die Einkünfte aus

selbständiger Arbeit.

Die aus dem Dienstverhältnis zum Spital

resultierenden Gehaltszahlungen ge -

hören im Gegensatz dazu zu den Einkünften

aus nichtselbständiger Arbeit.

Wenn lediglich eine Arbeitnehmerveranlagung

erfolgt, also keine Einkünfte aus

selbständiger Arbeit wie etwa Sonderklassegebühren

vorliegen, ist das Formular

„L1“ einzureichen. Hier genügt es, die

angefallenden Ausgaben („Werbungskosten“)

kategorienweise in die vorgesehen

Felder im Formular „L1“ einzutragen.

Eine Zusammenstellung der wichtigsten

für Spitalsärzte in Betracht

kommenden Steuerabsetzposten finden

Sie auf der Website der Wiener

Ärztekammer unter www.aekwien.at/

abc-dersteuerabsetzposten.pdf.

In jedem Fall genügt es, die ausgefüllten

Formulare dem Finanzamt ohne Belege

zu übermitteln. Heben Sie aber alle

Originalbelege und sonstigen Buchhaltungsunterlagen

für den Fall einer

späteren Anfrage oder Prüfung gut auf

(Belegaufbewahrungsfrist: sieben Jahre)!

Vor Abgabe der Steuererklärung vergessen

Sie bitte nicht, eine Kopie anzufertigen

und alle Nebenberechnungen und

internen Aufstellungen aufzuheben.

Umsatzsteuerberfreiung

Die Einkünfte aus ärztlicher Heilbehandlung

sind von der Umsatzsteuer

unecht befreit. Das bedeutet, dass Ärztinnen

und Ärzte für die ausgeführten

Leistungen keine Umsatzsteuer bezahlen

müssen, sich aber gleichzeitig auch

keine Vorsteuer abziehen dürfen. Aus

rein formalen Gründen muss jedoch

auch von Ärztinnen und Ärzten mit

selbständigen Einkünften eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung

(„U1“) abgegeben

werden, in der allerdings die Umsätze

aus ärztlicher Tätigkeit unter den

umsatzsteuerfreien Umsätzen (§ 6 Abs.

1 Z. 19 UStG) auszuweisen sind.

Unter die umsatzsteuerfreie Tätigkeit als

Ärztin und Arzt fällt aber nur die „ärztliche

Heilbehandlung“ (inklusive gewisser

medizinischer Gutachten). Umsatzsteuerpflichtige

Gutachten sind laut

Finanzministerium: Vaterschaftstests,

Gutachten über die Alters bestimmung

von Asylwerbenden, Pharmauntersuchun

gen, Berufsberatung, Bescheinigungen

laut Kriegsopfergesetz, Gutachten

für zivil- und strafrechtliche

Haftungsfragen, Gutachten über ärztliche

Kunstfehler, Gutachten hinsichtlich

Auspruch auf Invaliditätspension

sowie Gerichtsgutachten, außer diese

dienen dem Schutz der Gesundheit des

Betreffenden wie etwa Gutachten über

die Verhandlungsfähigkeit. Gleichfalls

Beziehen Sie

als Spitalsärztin

oder

Spitalsarzt

Klassegelder

oder andere

ärztliche

Nebeneinkünfte

wie

etwa Vertretungshonorare,

sollten

Sie unbedingt

prüfen,

ob nicht

der Fall einer

„Pflichtveranlagung“

gegeben ist.

Wolfgang Leonhart

ist Steuerberater

in Wien

7. und Verfasser

des im Verlag der

Österreichischen

Ärztekammer

erschienenen

Buchs „Arzt und

Steuern“.

ist Umsatzsteuer zu zahlen für sonstige

Tätigkeiten wie beispielsweise Arbeitsmedizin,

Vortragstätigkeit, Lehrtätigkeit,

schriftstellerische Tätigkeit, Konsulententätigkeit,

Lieferung von Medikamenten

oder Hilfsmitteln. Dabei sollte die

„Kleinunternehmergrenze“ (ab 2020:

35.000 Euro) beachtet werden.

Steuerbescheide beachten

Aufgrund der Steuererklärungen erlässt

das Finanzamt Steuerbescheide, diese

weisen den endgültigen Jahressteuerbetrag

aus. Im Falle einer Nachzahlung ist

diese ungefähr ein Monat später fällig,

ein Guthaben kann man rückerstatten

lassen beziehungsweise wird bei Abgabe

des Formulars „L1“ und Angabe der

Bankverbindung automatisch erstattet.

Eine ungerechtfertigte Abweichung von

der Steuererklärung (wie Nichtanerkennung

von Betriebsausgaben) kann

durch Beschwerde innerhalb der einmonatigen

Frist nach Bescheiderhalt

bekämpft werden. Die Beschwerdefrist

kann durch Verlängerungsansuchen

auch erstreckt werden.

Kommt es bei der Arbeitnehmerveranlagung

zu einer Nachzahlung infolge mehrerer

nichtselbständiger Bezüge oder bei

anderen (selbständigen) Einkünften von

mehr als 730 Euro, schreibt das Finanzamt

vierteljährlich Vorauszahlungen vor.

Die Vorauszahlungen werden nur festgesetzt,

wenn sie mehr als 300 Euro jährlich

betragen. Sie sind je zu einem Viertel

am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und

15. November zu leisten und werden bei

der nächsten Veranlagung angerechnet.

Auf Antrag können die Vorauszahlungen

reduziert oder aufgehoben werden. Die

Nichtabgabe sowie Abgabe falscher

Steuererklärungen kann ein Finanzstrafverfahren

nach sich ziehen.

Beachten Sie, dass einzelne Finanzämter

von den Krankenhäusern im

Zuge der abgabenrechtlichen Offenlegungspflicht

jährlich Listen mit den zur

Auszahlung gelangenden Klassegeldern

anfordern. Diese Listen werden regelmäßig

mit den abgegebenen Steuererklärungen

verglichen, und bei Nichtabgabe

von Steuererklärungen können

Finanzstrafverfahren eingeleitet werden.

Weiters ist allgemein bekannt,

dass die Finanzämter bei Ärztinnen

und Ärzten allfällige an Kolleginnen

und Kollegen bezahlte Assistenz- und

Vertretungshonorare sammeln und zu

Kontrollzwecken weiterleiten.

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