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ZKZ 77125

März 2021 | No.2

Vaund: Premium für die City

Store-Erlebnis

auf hohem Niveau

Robbe & Berking

Glänzende Ideen

ins Rollen bringen

Inklusive 6 Seiten

Auszeichnung

für Kaefer in Sohren

Wüsthof: Exklusives Interview

Alles dreht sich

um Homing

Pantone-Duo 2021

Klasse

Kontrast


INHALT

Vaund:

Erlebnis-Store

auf hohem Level

Wie das Premium-Fachhandelskonzept

für Citylagen

den Einzelhandel

revolutionieren will, legt

Geschäftsführer Michael

Volland im Interview dar.

Alles zu den

glanzvollen Neuheiten

von Robbe & Berking

ab Seite 28.

Für

ihre erste rein

digitale Frühjahrsmesse

EK Live bekam der Verband

viele Likes. Die nächsten Veranstaltungen

sind als hybride

Formate geplant. Und auch die

wirtschaftliche Entwicklung

kann sich sehen

12

Per Avatar

44

lassen.

über die Messe

Neuer

Name

für neue

Inhalte

32

Gabi Schupp,

Vorständin der Villeroy

& Boch AG, erklärt im Interview

mit „P&G“ warum der Bereich

„Tischkultur“ ab sofort

„Dining & Lifestyle“ heißt.

Titelstory

28 Robbe & Berking

Glänzende Ideen für ein schönes Zuhause

Handel

12 Vaund

Erlebniskaufhaus auf hohem Level

15 Zam Flanieren unter den Arkaden

16 BBE Handelsberatung

Sprechen wir über Lösungen

18 Angemerkt Dr. Kerstin Schulte-Eckel –

Wie geht es weiter nach dem Lockdown?

19 EK/Servicegroup

Mit mehr Profil zum Erfolg

GPK intern

21 Markt für abgefüllte Flaschen sinkt

Wassersprudler im Aufwind

23 Ikea Unmut über C&C-Pauschale

25 Standpunkt Oliver Hagemann:

#oeffnungsperspektive erwünscht

15

Zam: Zukunftsorientiertes Quartier

Mit Zam ging ein ambitioniertes Bau-Projekt an den

Start: Wohnen – Arbeiten – Freizeit und Versorgung

im Westen der Großstadt München.

Industrie

27 Rosenthal Frühling auf dem Tisch

27 Le Creuset Hommage an Eiffelturm

32 Villeroy & Boch

Neuer Name für neue Inhalte

34 Wüsthof

Alles dreht sich um Homing

37 Marketmedia

Marktstrukturen im Fokus

Trend

30 Pantone Klasse Kontrast

Food News

38 Georg Jensen Kompletter Lifestyle

38 Rösle Sti(e)lvolles Upgrade

38 Dori Tscherwinka Nachhaltig kochen!

39 Food Trends 2021

Pflanzlich, smart und klimafreundlich

40 De’ Longhi Power auf der höchsten Stufe

42 Elektronews Kostbar: Angebot erweitert;

Gastroback: Mit Power ins Jahr

4 P&G 02 | März 2021


Tea Goetz GmbH

30

Klasse

Kontrast

Farbenfrohe Zuversicht

und geerdete

Sicherheit: Dafür

stehen die beiden

Pantone Colors

of the Year 2021.

Wie gut die zwei

Trend-Töne miteinander

harmonieren,

zeigt unsere Produktauswahl.

Teefilter

in verschiedenen Größen

Wüsthof: Alles dreht

sich um Homing

Seit 1. Januar ist Jan-Patrick Schmitz

neuer CEO bei Wüsthof. Vor allem

in Europa und Asien will er die Marke

weiter voranbringen. 34

Messen

43 Showroom Center Brühl

Inspirationen für den POS

44 EK Servicegroup

Per Avatar Neues digital entdecken

Rubriken

03 Editorial Wir sind „zam“

06 Hotshot Touchpoints

08 Leute Wenko: Köllner in geheimer Mission

unterwegs; Schock: Punklegende erzählt

Märchen

10 Aktuell IfH Köln: Lokaler Einkauf

gewinnt an Bedeutung

39 Impressum

46 5 Minuten mit Pia Riget Nielsen

Mit dem Barwagen aus der

eigenen Werft, mit den Neuheiten

der „Belvedere“ Bar

Kollektion sowie der innovativen

„Box“ für Bestecke bringt

Robbe & Berking Umsätze ins

Rollen. Mehr dazu ab S. 28.

www.robbeberking.com

Wasserfilter • Tee • Teefilter

Hersteller • Import • Export

Tea Goetz GmbH

30179 Hannover

Germany

+49 (0) 511 96613-13

WWW•TEAGOETZ•COM


HANDEL

Christian Ladner ist als

Geschäftsführer für den

Vertrieb und das Marketing

der Realtale GmbH

verantwortlich.

Er sammelte langjährige

Marketing & Sales-

Erfahrung bei der Memox

Innovations AG und zuvor

als Geschäftsführer bei

Binect, Richard Kühn

sowie als Managing

Director bei My-xplaces.

Vaund: Spannendes Konzept mit Potenzial

Erlebnis-Kaufhaus

auf hohem Level

Selbstbewusst bezeichnet sich Vaund

als „die Revolution im Einzelhandel“.

Zweifelsohne handelt es sich um ein

innovatives Premium-Fachhandelskonzept

für Citylagen, das es so in

Deutschland bislang nicht gab. Direkt

nach der Gründung 2019 zog es den

HDE-Preis „Store of the Year 2020“

an Land. „P&G“ sprach mit Gründer

und Geschäftsführer Michael Volland

über die dahinter stehende Strategie.

Ein außergewöhnlicher Sortimentsmix

erwartet die Besucher des Vaund-

Stores in Hannover: Neben Luxus-

Limousinen von BMW, coolen Bikes

von Rose oder hochwertigem Hifi- Equipment

von Teufel, präsentieren sich auch Küchenmaschinen

von Smeg oder Novis sowie edle

Messer von Nesmuk. „Die Konsumenten stehen

im Mittelpunkt des Einkaufserlebnisses,

das zum Ausprobieren einlädt und eine fundierte

Kundenberatung in trendiger Atmosphäre

mitliefert“, sagt Michael Volland, der

2019 gemeinsam mit Christian Ladner die

Realtale GmbH gründete, die Betreiberin

des außergewöhnlichen Konzeptes ist. Beide

sind ausgewiesene Handelsexperten und

bemängeln seit Jahren Leerstände in den

Innenstädten und fehlende Diversität in der

Produktauswahl.

Die Grundidee des 1.500 qm großen Pilotshops

auf zwei Etagen: Vaund vermietet

Flächen gegen eine monatliche Pauschale

an attraktive Marken und aufstrebende

Life style-Start-ups. Diese können den Gestaltungsspielraum

am POS für kreatives

Story telling nutzen und 100 Prozent der Umsätze

einstreichen. Da der Platz sicherlich nur

selten ausreicht, um komplette Brandworlds

darzustellen, ist Vaund eine ideale Möglichkeit,

ergänzend zum klassischen Fachhandel

Flagge zu zeigen. Inzwischen wurde bei dem

Mode- und Sporthaus Engelhorn in Mannheim

ein Shop-in-Shop-von Vaund eröffnet,

ein zweiter soll bei L&T in Osnabrück in Kürze

folgen.

12 P&G 02 | März 2021


P&G: Herr Volland, wie wird Vaund eigentlich

ausgesprochen? Und was bedeutet der

Name?

Michael Volland: Vaund spricht sich wie das

englische Wort „found“ und steht ebenso wie

dieses für „gefunden/entdeckt“.

Masse setzen wir auf

Klasse: Produkte und

Brands, die im Vaund

Store ausgestellt sind,

erfüllen den Anspruch

auf Hochwertigkeit, Lifestyle,

Innovation und

Nachhaltigkeit.

Die Sortiments breite

ist flexibel, da sich der

prozentuale Flächenbedarf

oder die Anzahl

Brands in den Bereichen

Home & Living,

Kitchen & Houshold,

Travel, etc. ständig verändern

kann. Genau das macht es spannend

für die Kunden, die dadurch immer wieder

etwas Neues entdecken. Marken und Produkten

geben wir den Raum, den sie verdienen

und quetschen sie nicht in Regale oder mit

ähnlichen Artikeln auf eine kleine Fläche.

Sie genießen die

Vorteile von

Showrooming,

ohne die damit

verbundenen

Aufwände und

Risiken auf sich

nehmen zu

müssen.

P&G: Ihr Konzept gibt es seit 2019. Wie

sind bisher Ihre Erfahrungen? Mussten Sie

es schon modifizieren?

Michael Volland: Die Realtale GmbH bietet

mit Vaund retail-as-a-service. Die Idee fiel

von Beginn an bei Investoren, Händlern und

Herstellern auf fruchtbaren Boden: Hersteller

und Händler mieten Fläche und die kompletten

Store Operations bei uns an. Sie genießen

so den Vorteil von Showrooming, ohne die

damit verbundenen Aufwände und Risiken

auf sich nehmen zu müssen. Zudem erhalten

sie Insights durch unsere In-Store Analysetechnologie

und aus Beratungsgesprächen.

Die Daten bereiten wir anonymisiert auf und

stellen unseren Partnern diese wichtigen

Puzzlestücke für die Produkt-(Weiter-)Entwicklung

zur Verfügung.

Am POS bieten wir auch im Rahmen von

Partner-Events Erlebnis-Shopping, das Konsumenten

noch ein Stück weiter in die Markenund

Produktwelt eintauchen lässt. Zusätzlich

nutzen wir Online als Marketing- und Vertriebskanal.

All dies ist Teil von Vaund und

der Erfolg unserer inzwischen über 100 Partner

bestätigt das Konzept, daher haben wir

nichts modifizieren müssen. Wir entwickeln

aber natürlich weitere Ideen und bieten

Lösungen für verschiedene Umfelder, wie

zum Beispiel die Shop-in-Shop-Lösung bei

Engelhorn in Mannheim.

P&G: Müssen es zwangsläufig Markenartikel

sein oder funktionieren auch

attraktive No Names?

Michael Volland: Für uns sind die Qualität

und der innovative Gedanke hinter

einem Produkt wichtig. Wenn das Produkt

hochwertig und/oder von außergewöhnlichem

Design ist, passt es zu Vaund. Dabei

ist es egal, ob das nun von einer großen

Marke oder einem Start-up stammt. Wir wollen

einerseits neue Ideen und Produkte zu

den Menschen bringen und Menschen und

Marken auf neuen Wegen zusammenführen.

Dabei kommt es automatisch auch zu einer

Belebung der Innenstädte, da der Store sich

von den sonstigen Läden abhebt und eine

hohe Anziehungskraft ausübt. Ein schöner

Nebeneffekt.

Michael Volland ist

Mitgründer und

geschäftsführender

Gesellschafter der

Realtale GmbH. Als

Geschäftsführer ist er für

die Weiterentwicklung

des Geschäftsmodells

und Shop-in-Shop Partnerschaften

zuständig.

P&G: Wie entsteht der Sortimentsmix? Und

was ist dabei wichtig?

Michael Volland: Vaund funktioniert anders

als herkömmliche Stores: Es gibt kein klassisches

Kategorie-Management. Statt auf

Fotos: Vaund

P&G 02 | März 2021 13


TREND

Pantone-Duo 2021: „Ultimate Grey“ und „Illuminating“

Klasse Kontrast

Farbenfrohe Zuversicht und geerdete Sicherheit: Dafür stehen

die beiden Pantone Colors of the Year 2021. Der Grauton

„Ultimate Gray“ in Kombination mit „Illuminating“, einem leuchtend-optimistischen

Gelb, könnten in Pandemie-Zeiten kaum

besser gewählt sein. „Die Kombination ist eine Botschaft des

Glücks, die von Stärke getragen wird und uns Hoffnung gibt.

Wir müssen das Gefühl haben, dass alles heller werden wird –

das ist für den menschlichen Geist unerlässlich“, sagen die

Experten von Pantone. Wie gut die beiden Trend-Töne miteinander

harmonieren, zeigt die Produktauswahl von „P&G“.

Aufgenäht

Schicke Schürzen, Shopper und Espadrilles in

Ikat-Technik fertigt die Textilmanufaktur

Teixits Vicens aus Pollença. Und bannt damit

die Sonne Mallorcas auf Stoff. Dieser besteht zu

70 Prozent aus Baumwolle und zu 30 Prozent aus

Leinen. In Deutschland wird das Unternehmen

durch CerdoNegro vertreten. www.cerdonegro.de

Zitronig frisch bringt„Lemon“ von

Ambiente Europe nicht nur Wasser und

Limonaden in eine schöne Form, sondern

tischt auch mit Tablett, Servietten und

Kerzen vitaminreich auf. Die Flasche

fasst ein Getränk mit 0,55 Litern.

www.ambiente.eu

Platz für Krims und Krams bietet „Wonder“

von Handed By. Das Sortiment besteht aus

drei kleinen Körben mit Deckel. Ideal für den

Flur oder auch attraktiv im Bad. Während

die Deckel aus Bambus gefertigt sind,

bestehen die Körbe zu 70 Prozent aus

recyceltem Plastik.

www.handedby.com

Aufbereitet

Aufbewahrt

Aufgestrichen

30 P&G 02 | März 2021

Trendige Farbakzente für langweilige

Wände gibt es mit dem Ton „Trumpet

196“ (oben und links) von Little Greene.

Das Pendant in Urbane Grey sorgt für

ein spannendes Kontrastprogramm.

www.littlegreene.de


Aufgezogen

Die gemeinsame Basis all ihrer Kollektionen sieht Linda

Pabst in der großen Bedeutung von Illustrationen:

„Ein Gedanke, ein Traum, ich halte die

Vision erst einmal auf Papier fest oder

digital am Rechner. Auf jeden Fall steht

die Illustration am Anfang jeder Kollektion.“

Ihr Studio ist in der Nähe von

Göteborg. www.lindapabstshop.se

Aufgeblüht

Aufgedruckt

Bei Frohstoff vereinen sich Material und

Handwerk zu Qualität: natürlich & schön. Die

neue Kollektion der Hamburger Textildruck

Manufaktur bringt mit den unverwechselbaren

Frohstoff Siebdruck Produkten die

Natur in die Küche und auf den Tisch, u. a.

mit der Honigbiene. www.frohstoff.de

Mellinghoff-Design ist ein junges Designlabel

aus Markranstädt bei Leipzig, das sich

auf Tischkultur, Wohndesign und Lifestyle

spezialisiert hat. Ein besonderes Faible hat

Gründerin Katharina Mellinghoff für weiße,

graue und schwarze Lieblingsstücke

aus Porzellan, wie z. B.

„Corpus“. www.mellinghoffdesign.de

Aufgebacken

Im stilvollen Retrolook kommt der

Toaster „TIX Tosta Pane Giallo

Insolente“ daher. Dabei hat das

Produkt echt was auf dem Kasten.

Neun unterschiedliche Einstellungen

ermöglichen Toastgenuss für

jeden Geschmack. www.viceversa.it

Fotos: Handed By und Frohstoff: Trendxpress

Aufgedeckt

Mut zur Lücke zeichnet sich

manchmal aus. Das Besteck

„Offset Set Posato Grigio Bigio“

von Viceversa besticht durch

seinen ungewöhnlichen Griff in

trendigem Grau. Im Vierer-Set

oder 24-teilig erhältlich.

www.viceversa.it

Aufgetischt

Puristisch im Design, divers in den

unterschiedlichen Grautönen:

„Spotless“ von KNindustrie. Teller

und Schüssel sind stapelbar.

www.knindustrie.it

Aufgestellt

Eignet sich nicht nur für südländische

Snacks: „Tapas“

von Rig-Tig. Die Innovation

des französischen Designers

Pierre Foulonneau kann für

das Servieren vieler kleiner

Speisen vom Frühstück bis

zum Dinner genutzt werden.

www.rig-tig.com

P&G 02 | März 2021 31


INDUSTRIE

Hat ein Faible für Marken:

Jan-Patrick Schmitz, der

seit dem 1. Januar 2021

CEO bei Wüsthof ist.

P&G: Wo soll sich die Marke Wüsthof hin

entwickeln und was verbirgt sich hinter

dem „Projekt 8“?

Jan-Patrick Schmitz: Das Projekt 8 wurde

vor einigen Jahren von der Familie Wüsthof

ins Leben gerufen, um die über 200 Jahre alte

Firmentradition in die Zukunft zu führen. In

diesem Zusammenhang hat sich die Familie

die Frage gestellt, wie sich der Markt und das

Umfeld in Deutschland und global in 10, 20

oder 50 Jahren entwickeln könnte. Der Name

entstand, weil es dabei zunächst um die

8. Generation im Familienbetrieb geht, die nach

Viola Wüsthof und Harald Wüsthof kommt,

die die 7. Generation repräsentieren. Aber

eigentlich denken wir langfristig über die

8. Generation hinaus. Und wir überlegen,

wie wir mit den rasanten Veränderungen der

letzten 20 Jahre umgehen müssen, in denen

wir einen gesellschaftlichen und technologischen

Wandel vollzogen haben wie nie zuvor.

Darauf stellen wir uns mit Projekt 8 ein.

erkannt, dass es eben nicht nur um das rein

Handwerkliche geht, sondern das Beisammensein

mit Familie und Freunden wichtig

ist. Ebenso aber gehören für mich auch Nachhaltigkeit

und Gesundheit sowie der Manufakturgedanke

zum Produkt und zur Marke.

Darin steckt eine sehr spannende Dynamik.

Ich habe darüber hinaus, wenn sie meine

Vita verfolgen, durchaus eine Affinität zu

traditionellen, deutschen Marken. Mich interessieren

Marken, die ein starkes Fundament

haben, aber auch interessante Zukunftsperspektiven.

Ausschlaggebend aber war der

Dialog mit Viola Wüsthof und Harald Wüsthof.

Wir arbeiten bereits seit Herbst 2019 zusammen.

Dabei haben wir erkannt, welches

Potenzial die Marke hat, nicht nur in Deutschland,

Europa, und Nordamerika, wo wir seit

vielen Jahren erfolgreich sind, sondern auch

in Asien. Es freut mich sehr, dass sich Wüsthof

dort mehr engagieren möchte, da ich

viele Jahre in Japan gelebt habe.

Wüsthof: Interview mit neuem CEO Jan-Patrick Schmitz

Alles dreht sich

um Homing

Traditionsreiche Marken wie Steiff oder Montblanc reizen

Jan-Patrick Schmitz, weil Zukunft nach seinem Verständnis

immer auch Herkunft braucht. Seit 1. Januar ist der international

versierte Manager, der mit seiner Familie in New Jersey lebt, CEO

von Wüsthof. Nicht nur am heimischen Markt, sondern auch in

Europa und vor allem in Asien will er das Familienunternehmen

weiter voranbringen.

P&G: Das heißt die nächste Generation steht

schon in den Startlöchern?

Jan-Patrick Schmitz: Genau genommen

stehen die nächsten zwei Generationen

schon bereit.

P&G: Was hat Sie an der Marke Wüsthof so

besonders gereizt, dass Sie Ihre berufliche

Selbstständigkeit aufgegeben haben?

Jan-Patrick Schmitz: Die Faszination kommt

aus verschiedenen Richtungen. Zum einen

war ich vor einiger Zeit Executive Chairman

der Lifefactory-Marke aus Kalifornien. Dort

habe ich zum ersten Mal die emotionale

Bedeutung der Themen Essen und Kochen

P&G: Haben deutsche Marken in

Asien immer noch einen ganz besonderen

Klang?

Jan-Patrick Schmitz: Ja, das ist

nach wie vor so. Das Image und die

Qualität und die Werte europäischer

Marken und speziell deutscher, sind

hoch angesehen. In China gilt das

im Übrigen auch. Wir sind als Marke

zwar auch in Asien unterwegs, aber

bei weitem nicht so stark wie in

Europa. Der chinesischen Markt für

Premium-Produkte hat sich sehr

gewandelt. Statt um Prestige und

Darstellung geht es dort inzwischen

mehr und mehr um gesundes Leben,

zuhause zu sein, und um das Selbstwertgefühl

in Bezug auf Freunde,

Kollegen und Familie. Wellness,

Health, Sport, Essen, Küche, das

sind alles Themen, bei denen die

Marke Wüsthof eine gute Position

über 200 Jahre lang aufgebaut hat. Und die

gilt es für viele Chinesen zu entdecken.

P&G: Werden Sie sich noch mehr in Richtung

Premium entwickeln?

Jan-Patrick Schmitz: Das ist eine Frage der

Definition von Premium. Ja, wenn Premium im

Sinne von Manufakturmarke und von Werten,

die über das Produkt hinaus gehen, verstanden

wird. Wenn Sie unter Premium das eine

Prozent der Ultraluxuskäuferschicht, die für

sehr hohe Preise empfänglich ist, meinen,

dann lautet die Antwort eindeutig nein.

Wir sind noch eine der wenigen deutschen

Messermarken, die zu 100 Prozent in Solingen

34 P&G 02 | März 2021


Mit der neuen „Performer“-Messerserie

brachte Wüsthof im

Oktober 2020 die perfekte

Messerserie für

Multi Performer in die

Küche.

Fotos: Wüsthof

fertigen. Das allein ist ein Teil der Markenkultur

und bedeutet natürlich Premium. Wir wissen

alle, dass solche hochwertigen Produkte,

die an einem deutschen Standort produziert

werden, auch einen gewissen Preis bedeuten.

Also wenn wir nicht die Ein-Prozent-Marke

sind, dann sind wir aber ebenso wenig die

99-Prozent-Marke.

Diesen Weg gehen so viele, die in den

Preiskampf einsteigen und jeden Konsumenten

an jedem Ort der Erde mit Messern versorgen

wollen. Uns als Marke zu verwässern, ist

ganz sicher nicht unser Ziel.

P&G: Wüsthof ist auf der einen Seite fachhandelstreu.

Auf der anderen Seite gibt es

aber auch großflächige Handelspartner wie

z. B. den Möbelhandel. Wie wollen Sie den

Spagat künftig bewältigen?

Jan-Patrick Schmitz: Die Frage der unterschiedlichen

Handelspartner und der Distribution

generell, z. B. auch wie wir im E-Com-

merce vertreten sind, ist in erster Linie eine

Entscheidung des Konsumenten. Wüsthof

ist nicht nur ein Messerhersteller, sondern

eindeutig auch eine Lifestyle-Marke. Und

wir sind durchaus sehr design-affin. Wenn

ich an die Küche meiner Mutter zurückdenke,

dann sehe ich einen Arbeitsraum, und zusätzlich

gab es das Esszimmer. Heute sieht das

ganz anders aus. Die Küche ist Teil des Lebensraumes

geworden, wo man sich trifft, wo

man Gemeinsamkeiten hat, und insoweit sind

die Produkte, die sich in dem Raum befinden,

Teil des Designs und des Lebensgefühls.

Insofern ist der Möbelhandel durchaus ein

Vertriebskanal, der zu unserer Marke passt,

weil der Konsument unsere Marke dort auch

sucht.

P&G: Es gibt viele neue Handelsformate, die

man im weitesten Sinne als Concept Stores

bezeichnen kann. Sehen Sie Wüsthof auch

in diesen Kanälen?

Die Frage der

unterschiedlichen

Handelspartner

und der Distribution

generell –

auch wie wir im

E-Commerce vertreten

sind – ist in

erster Linie eine

Entscheidung der

Konsumenten.

P&G 02 | März 2021 35


Mit

info

Stella Nova - Die

Erfolgsgeschichte

geht weiter.

Auch im Jahr 2021 steht das

Rad nicht still. Die prämierte

Kochgeschirrserie Stella Nova

ist weiter auf Erfolgskurs. Neue

Produkte erweitern das Sortiment.

Teilen Sie mit uns die Begeisterung.

Wir beraten Sie gerne und ausführlich

in einem persönlichen Gespräch.

info@kela.de

+49 7332 82-0

Keck & Lang GmbH · Nordring 1 · 89558 Böhmenkrich · b2b.kela.de

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