Der Harz_04_21_Internet

Harzdruckerei

Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 04_2021

Adonisröschen am

Kleinen Fallstein

Seite 4

Geoparkgemeinden

Osterwieck

Seite 10

Museum

Kloster Walkenried

Seite 17

www.harzklub.de


Wichtiger Hinweis!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Urlauber,

die aktuelle Viruslage mit der Corona-Epidemie zwingt viele

Veranstalter dazu, alle Veranstaltungen abzusagen. Wir hoffen

trotzdem darauf, dass sich die Situation wieder bessert. Wenn

die eingeleiteten Schutzmaßnahmen weiter greifen, kann

das von Vorteil sein und im günstigen Fall zu einer baldigen

weiteren Entspannung der Lage führen.

Bitte beachten Sie, dass die Situation täglich neu bewertet

wird und informieren Sie sich über Veränderungen. Wir

appellieren an den solidarischen Zusammenhalt unserer

lebens- und liebenswerten Region, um optimistisch in die

Zukunft blicken zu können.

Die aktuelle Lage der Erreichbarkeit und Öffnung einzelner

Ausflugsziele und der Gastro nomie wie auch des Veranstaltungsangebots

erfahren Sie am schnellsten im Internet. Bitte

nutzen Sie diese Möglichkeit, bevor Sie irgendwelche Unternehmungen

planen.

Solange es keine gegenteiligen Verfügungen gibt, seien das

umfangreiche Wanderwegenetz im Harz und die Stempelstellen

der Harzer Wandernadel erwähnt, die sicher eine gute

Empfehlung in Zeiten von nicht erwünschter Zusammenkunft

zu vieler Personen sind.

Das Team der Harzdruckerei

Harzdruckerei für den Harz,

stark für die Region.

Max-Planck-Str. 12/14. Telefon 0 39 43 / 54 24 0.

info@harzdruckerei.de. www.harzdruckerei.de.

Erstes

Köhlereimuseum

Deutschlands!

GUT BRAND!

Köhlerei Köhlerei live erleben

Köhlerei-Museum Tradition & Entwicklungsgeschichte

Köhlerhütte Essen- und Trinken nach Köhlerart

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38899 Hasselfelde | Telefon 039459. 72254 | www.harzkoehlerei.de

GRENZLANDMUSEUM BAD SACHSA

Bis Ende 1989 war Deutschland

auch im Harz ein geteiltes Land.

An diese Tragödie erinnert seit

1992 das Grenzlandmuseum in

Bad Sachsa, das 2016 in die

Räumlichkeiten am Kurpark in

unmittelbarer Nachbarschaft zur

Touristinformation eingezogen ist.

Hier kann sich der Besucher mit

den Grenzkontrollsystemen, der

menschenrechtsverletzenden

Sicherung mittels Sprengminen und dem engmaschigen Filtersystem der DDR auseinandersetzen,

das es Grenzverletzern und „Republiksflüchtlingen“ äußerst schwer

machte, das Land zu verlassen. Auch die bundesdeutsche Sicherung der Trennlinie

zwischen beiden Teilen Deutschlands wird umfangreich beleuchtet, u. a. mit historischen

Dokumenten und Artefakten aus der Zeit des Kalten Krieges. Dabei folgt man

dem Slogan: „Bewahren – Erinnern- Mahnen“. Heute, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung

des Landes, erscheinen manche Sachverhalte nicht nur absurd, sondern

können sich ohne die Grenze Aufgewachsene dieses Menetekel kaum vorstellen.

Dem ehemaligen Landkreis Blankenburg, der historisch bis nach Hohegeiß, Zorge,

Walkenried und Braunlage reichte, ist ein gesonderter Bereich gewidmet. Im

Rahmen der Grenzziehung kam es 1945 zum Gebietsaustausch und Begradigungen

des Grenzverlaufs, in dessen Folge die genannten Orte vom alten Kreis

abgetrennt und den Westzonen zugeteilt wurden. Blankenburg und Hasselfelde

wiederum verblieben in der Ostzone/DDR.

Erinnert wird auch an die Tragödie und das Leid, das diese langjährige Grenze, die

immer perfekter in ihrer Sicherung ausgebaut wurde, für die Menschen der Region

zur Folge hatte. Mittels audiovisueller Mittel wird den Besuchern eindrücklich vermittelt,

wie Grenzdurchbrüche behandelt wurden und mit welch rigiden Maßnahmen

die DDR ihre Bevölkerung am Verlassen des Landes hinderte. Dazu gehörte

auch ein als „Sperrzone“ gestaffeltes, vorgelagertes Gebiet, in das nur einreisen

durfte, wer einen speziellen Passierschein hatte. Der Ort Schierke ist ein Musterbeispiel

dafür, wie man in einem attraktiven Gebirgsort nahe dem (für Zivilpersonen

gesperrten) Brocken einen staatlich inszenierten Urlaub verbringen konnte,

der aber trotzdem dem Grenzregime unterworfen war.

TASHA BYNZ ®

Das Museum wird von einem Verein betrieben. Bitte beachten Sie die Öffnungszeiten:

mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

Im Museum gelten die Abstandsregeln, Mund-Nase-Bedeckung und eine Zutrittsbeschränkung

auf maximal 13 Personen gleichzeitig. Es werden keine Gruppenführungen

mehr angeboten.

Preise: Erwachsene 4 €; Ermäßigt: 3,50 € (Schüler, Studenten, Rentner); Kinder

bis 12 Jahre freier Eintritt; Gruppen ab 10 Personen: 3 € p. P.; Schulklassen (inkl.

Lehrkräfte): 30 € gesamt; letzter Eintritt jeweils 45 Minuten vor Schließung.

Grenzlandmuseum Bad Sachsa

Am Kurpark 6 | 37441 Bad Sachsa | Telefon: 0170 3189199

www.grenzlandmuseum-badsachsa.de


EDITORIAL

Impressum

Herausgeber:

Der Harzklub e.V.

Heimat-, Wander- und

Naturschutzbund

Am Alten Bahnhof 5a

38678 Clausthal-Zellerfeld

Telefon 05323 81758

info@harzklub.de

www.harzklub.de

Redaktion:

Christoph Steingaß

Redaktionskollegium:

Matthias Bein (Haupt pressewart),

Michael Rudolph (Stellv. Hauptpressewart),

Marion Schmidt

(Hauptschrift wartin), Christoph

Steingaß (verantwortlich), Klaus

Dumeier (Stellv. Präsidenten).

Beiträge, die nicht ausdrücklich

als Stellungnahme der genannten

Institutionen gekennzeichnet sind,

stellen die persönliche Meinung

des Verfassers dar. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos

übernimmt der Verlag keine Gewähr.

Der auszugsweise oder vollständige

Abdruck von Beiträgen ist nur

mit Genehmigung des Verlages

gestattet.

Redaktions- und Anzeigenschluss:

Jeweils zum 15. des Vormonats.

Verlag und Druck:

(Redaktion, Anzeigen, Vertrieb)

Harzdruckerei GmbH

Max-Planck-Straße 12/14

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Telefax: 03943 5424-99

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DER HARZ erscheint Anfang des

Monats. Jahresabonnementpreis:

31,57 € inkl. Versandkosten und

7 % MwSt. Zeitung ist kündbar bis

30. September des laufenden Jahres

für das Folgejahr.

Foto Titelseite:

Adonisröschen

(Foto ist von Christine Eggers)

Liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde,

liebe Leser unserer Zeitschrift Der Harz,

…vielleicht geht es Ihnen ähnlich: manchmal kann ich das Wort

„Corona“ nicht mehr hören. Dann schnappe ich mir den Hund und

gehe raus. Wir sind oft unterwegs - von daher findet einzig mein

Hund Corona gut. Dabei bin ich vielen Menschen begegnet und es

ist mir bewusst geworden, wie wertvoll ihnen unsere Heimat mit

seiner vielfältigen Natur und den ausgedehnten Wäldern für ihre Erholung ist. All den vielen

Menschen, die ich getroffen habe, war eines gemeinsam: das Bedürfnis nach Entspannung

– und wo geht das besser als bei uns im Harz?!

Seit 135 Jahren hat der Harzklub ein Wegenetz geschaffen und vor kurzem aktualisiert und

digitalisiert. Nur so ist unser Harz für die Menschen und ihre vielfältigen Interessen nutzbar.

Mit unserer Resolution vom Herbst 2020 „Der Harzer Wald geht nicht ohne uns“ haben wir

die Politik aufgefordert, diesem Erholungsraum mehr Beachtung zu schenken und dabei

vor allem die geschädigten Wälder wieder aufzubauen bzw. den Waldbesitzenden zu helfen.

Der Deutsche Wanderverband hat sich unseren Aktivitäten angeschlossen. Er hat jüngst

bundesweit zum Tag des Waldes (21. März) Hilfen für alle Wälder als wichtigstem Bestandteil

unserer freien Landschaft eingefordert. Der Deutsche Wanderverband hat dabei ausdrücklich

unsere Resolution hervorgehoben. Das lässt auf Wirkung bei den Verantwortlichen hoffen!

Unser Harz als herausragender Erholungsraum benötigt jetzt dringend Unterstützung und

mehr Hilfen von öffentlicher und privater Hand!

Unser Harzklub ist der größte Umweltverband in dieser Region. Unser Wort hat Gewicht.

Auf unsere Resolution hin haben wir positive Rückmeldungen aus den Staatskanzleien,

Ministerien und Landesforsten erhalten. Es gilt nun, diesen begonnenen Dialog mit Leben

zu erfüllen. Unsere diesjährigen Pflanzaktionen in Niedersachsen (an der B 4 oberhalb Bad

Harzburg) und Sachsen-Anhalt (Drübeck) sind dabei wertvolle Zeichen.

Lassen Sie uns alle gemeinsam diesen neuen Schwung mitnehmen wie Erich Kästner es

so treffend formuliert hat: „Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es!“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen angenehme Aufenthalte in unserem wunderbaren Harz

und seinen Wäldern und grüße Sie herzlich

Karsten Peiffer

Vize-Präsident

INHALT

Ausflugstipps im nördlichen Harzvorland 4

Das Molkenhaus 6

Zwei-Talsperren-Wanderung mit 3 Stempelstellen 7

Harzklub-Resolution trifft auf offene Ohren 8

Neues aus Grillenberg/ Der Harzklub – größter Bankbetrieb im Harz 9

Geoparkgemeinden von A bis Z 10

„Laura“ absolvierte Probefahrten bei der HSB 12

Harzer Wandernadel/ Neuigkeiten zum 120. Deutschen Wandertag 13

HTV treibt weitere Projekte voran 14

Die Flora des Nationalparks Harz 15

Forderungen des DWV und BDF zum Internationalen Tag des Waldes 16

Frühlingsausflug Kloster Walkenried 17

Otto Unruh - Wanderführer, Fotograf ... 18

Vogel des Jahres 2021 19

Tierbeobachtungen auf Wanderungen im Harz und Umgebung 20

Eisensteinlehrpfad in Lerbach informiert 21

04 | 2021

3


HARZ WANDERN

Ausflugstipps im nördlichen Harzvorland

Frühlings-Adonisröschen

am Kleinen Fallstein, Schusterberg und Heeseberg

Mit ihren leuchtend gelben, glänzenden

Blüten kündigen die Adonisröschen

den Frühling an. Jedes Jahr

im April zieht es viele Natur- und

Pflanzenfreunde an die Südhänge des

Kleinen Fallstein bei Hoppenstedt,

zum Schusterberg bei Börnecke oder

auf den Heeseberg bei Jerxheim.

Dort wachsen auf den südexponierten

Trockenrasen die Frühlings-Adonisröschen

(Adonis vernalis), die nach einem

milden Winter auch schon mal Ende

März blühen. Ihre Hauptblütezeit ist

Mitte April.

Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis)

Frühlings-Adonisröschen bilden zunächst

violett-olivgrün bereifte Knospen auf

ganz kurzen Stielen, die kaum über den

Erdboden reichen und im vertrockneten

Gras des Vorjahres kaum zu sehen sind.

Daher ist es wichtig, dass die Wanderer

auf den vorgesehenen Wegen bleiben,

denn zu schnell wird eine Pflanze übersehen

und zertreten.

Wenn dann die Frühlingssonne die Hänge

wärmt, treiben die einzelnen Pflanzen

aus ihren Rhizomen Büschel von 10 bis 20

Einzelblüten aus. Jede Blüte wird 4 bis 7

cm groß.

Die mehrfach gefiederten Blätter sind fast

fadenförmig und sehr dicht angeordnet.

Die Pflanze sieht aus wie ein Bukett. Viele

goldgelbe, glänzend überzogene Farbtupfer

überziehen die Hänge.

Westlicher Vorposten kontinentaler

Steppen

Das Frühlings-Adonisröschen ist eine typische

Pflanze kontinentaler Steppen in

West-Asien und Süd-Sibirien. Weiter nach

Westen und Nordwesten tritt die Art nur

noch in vereinzelten Kleinarealen und Insellagen

von Trockengebieten auf, so kommt

es auch im Mitteldeutschen Trockengebiet

vor. Somit ist das Gebiet am Nordharzrand

das am weitesten westlich gelegene Vorkommen.

Nach der letzten Eiszeit wanderten zusammen

mit dem Adonisröschen weitere

Steppenpflanzen ein. Es bildeten sich charakteristische

Pflanzengesellschaften, denen

am Rande eines Verbreitungsgebietes

immer eine besondere wissenschaftliche

Bedeutung zukommt.

Gefährdung der Trockenrasen durch

Nicht-Nutzung und Brache

In der durch den Menschen geprägten offenen

Kulturlandschaft entstanden nach

der Waldrodung durch Beweidung, insbesondere

Schaf- und Ziegenweide, Trockenrasen

und Halbtrockenrasen. Flächendeckende

Wanderschäferei beschleunigte

die Verbreitung der Früchte und Samen,

die im Fell der Tiere hängen blieben und

über weite Strecken transportiert wurden.

Heutzutage gibt es kaum noch Schafherden.

Die Weideflächen liegen brach und verbuschen

im Lauf der Jahre. Damit geht die

Kräutervegetation verloren.

Naturschutz durch Beweidung

Die Adonisröschen und Trockenrasen-

Gesellschaften können nur durch Naturschutzmaßnahmen

erhalten werden: die

Flächen werden regelmäßig mit Schafen

beweidet. „Die Beweidung dieser Trockenrasen

ist heute für einen Schäfer ohne

gesellschaftliche Förderung kaum noch

lohnend. Der Futterwert der Trockenrasenpflanzen

ist gering, der Zeitaufwand

in dem unübersichtlichen Gelände dafür

umso höher. Gleichzeitig verfallen die Preise

für Wolle, Fleisch und Zuchttiere.“ (1)

Weil alle Pflanzenteile des Adonisröschen

Hang mit Adonisröschen. Die Vegetation

sieht im zeitigen Frühjahr noch unscheinbar

aus, die Adonisröschen bilden leuchtend

gelbe Farbtupfer im vertrockneten Gras

sehr giftig sind, werden sie nicht von den

Schafen gefressen. Vielmehr knabbern die

Tiere bis direkt an die Pflanze heran alles

andere ab.

Gefährdung und Schutz

Im Jahr 1990 machte ich erstmalig einen

Ausflug nach Hoppenstedt, weil wir von

meinem Elternhaus in Hahnenklee bei guter

Sicht genau auf den nun mittlerweile stillgelegten

Steinbruch am Kleinen Fallstein

blicken. Neugierig auf den umgekehrten

Harz-Blick fuhren wir dorthin und gingen

spazieren.

Am Hang entdeckte ich zufällig die wunderschönen

gelben Frühlingsblumen, die mir

bislang unbekannt waren. Damals waren

wir dort ziemlich alleine unterwegs. Mittlerweile

trifft man an sonnigen Frühlingstagen

und am Wochenende auf viele Ausflügler

und Gruppen, die diese botanische Rarität

anschauen möchten.

Viele Menschen gefährden die Vegetation,

aber erfreulicherweise konnte ich in den

letzten Jahren feststellen, dass sich die

meisten Wanderer richtig verhalten und

dass die Naturschutzmaßnahmen dazu

führten, dass es nun mehr Adonisröschen

dort gibt.

4

04 | 2021


HARZ WANDERN

Blühende Schlehenhecke

Bitte achten Sie darauf:

• Bleiben Sie auf den Wegen!

• Gehen Sie nicht in die Wiese hinein, um

ein besonders tolles Foto zu schießen –

am Wegesrand gelingt es ebenso.

• Pflücken oder gar Ausgraben der

Pflanzen ist verboten.

• Die Pflanzen sind sehr giftig.

• Jede Pflanze, die in der Vase verwelkt

oder in falscher Gartenerde eingeht,

kann sich nicht fortpflanzen und ihr

Bestand wird verringert.

Besonders schön ist eine Frühlingswanderung

zur Zeit der Schlehenblüte. Die

schmalen Pfade führen entlang weißer

Hecken, die manchmal zu beiden Seiten

einen duftenden Blütentunnel bilden, und

bei guter Fernsicht sieht man im Süden die

Harzer Berge und den Brocken. Die ersten

Schmetterlinge sind unterwegs, u.a. Aurorafalter

und Zitronenfalter.

Text und Fotos: Christine Eggers

»Quellen:

(1): https://www.nabu.

de/tiere-und-pflanzen/

pflanzen/pflanzenportraets/wildpflanzen/04627.html

zuletzt besucht am

08.03.2021

Der Harzklub trauert um Dieter Helsch

Ehemaliger Vorsitzender des Harzklub-Zweigvereins Clausthal-Zellerfeld

NACHRUF

Uns erreichte die traurige Nachricht vom

Tod unseres Wanderfreundes Dieter Helsch.

Dieter Helsch trat im Jahre 1969 dem Harzklub-Zweigverein

Clausthal-Zellerfeld bei.

Vier Jahrzehnte prägte er das Vereinsgeschehen.

Bereits 1970 übernahm er das

Amt des Schriftführers. Von 1972-1976 war

er als Wanderwart tätig. Ab 1977 fungierte

Wanderfreund Helsch als stellvertretender

Vorsitzender. Im Zusammenwirken mit dem

Wegewart leitete er alle baulichen Naturpark-Maßnahmen

im Betreuungsgebiet

rings um Clausthal-Zellerfeld. Hierzu zählten

der Ausbau und die Unterhaltung der

Wanderwege, deren Beschilderung, der

Bau von Schutzhütten, Stegen und Brücken.

1992 wurde unter Leitung von Wanderfreund

Helsch der Schalke-Turm, ein historischer

10 Meter hoher Stahlgitterturm,

auf der Schalke restauriert. Der Stahlgitter-

Turm zählt zu den Kulturdenkmalen des

Harzes und wurde 100 Jahre zuvor durch

den Zweigverein errichtet. 1996 konnte

eine neue Schutzhütte am Kahlebergweg

eingeweiht werden.

1996 -2010 übernahm Dieter Helsch selbst

den Vorsitz des Zweigvereins Clausthal-Zel-

lerfeld. In jedem Jahr seiner Mitgliedschaft

hat Dieter Helsch Wanderungen geführt,

aber auch als ausgesprochen kompetenter

Stadtführer viele Gäste durch die Bergstadt

geleitet.

Er organisierte zahlreiche Veranstaltungen

und Diavorträge über den Harz.

Mit seinen umfangreichen Kenntnissen

als Wanderführer, im Wegebau, aber auch

aufgrund seiner Ausbildung als Diplom-

Bergingenieur, war er ein kompetenter Ansprechpartner

für die Harzwasserwerke im

Oberharz. Er konnte in dieser Funktion die

Interessen des Harzklubs mit der Ausgestaltung

des Oberharzer Wasserregals und deren

Wasserwanderwegen gut verknüpfen.

In der Wendezeit entstand die Partnerschaft

zum neu gegründeten Harzklub-

Zweigverein Quedlinburg. Dieter Helsch

unterstützte das Zusammenwachsen der

beiden Zweigvereine durch gemeinsame

Aktivitäten und stand dem jungen Verein

mit Rat und Tat zur Seite. Dafür wurde er

zum Ehrenmitglied des Zweigvereins Quedlinburg

ernannt.

Dieter Helsch erhielt für seine Arbeit im

Harzklub e.V. 1975 das Ehrenabzeichen in

Silber und 1997 in Gold. 2005 wurde ihm

die Silberne Ehrennadel des Deutschen

Wanderverbandes verliehen.

Wir sind sehr dankbar für die vielfältig geleistete

Arbeit und werden Wanderfreund

Helsch stets in ehrender Erinnerung behalten.

Der Vorstand

des Harzklub-Zweigvereins Clausthal-

Zellerfeld

Der Hauptvorstand des Harzklub e.V.

04 | 2021 5


HARZKLUB

Kleine Plauderei aus dem Jahre 1971

Das „MOLKENHAUS“

1665 veranlaßte der Herzog von Braunschweig

die Erbauung eines Viehwirtschaftsbetriebes

am Fuße des Brockenmassives

auf einer Lichtung dicht am

Fulslohnbach, zwischen Sellenberg und

Kalför. Auf der Suche nach einem Namen

für diesen Betrieb muß das Milchprodukt

„Molke“ den Namen „Molkenhaus“ ergeben

haben.

Am 1. Mai 1665 wies der beauftragte Jägermeister

Rudolf August die Försterei in

Harzburg an, das zur Erbauung benötigte

Holz zu stellen:

- 300 Stamm Tannen Holz, worunter die

Füllhölzer mit inbegriffen,

- 12 Eichen Sülle

- 1 Eiche zu Torflügeln zu schneiden

- 8 Schock gespaltene Latten

- 200 Schindeln und

- 6 Fuder Tannen Dielen in und über die

Stuben, über die Kammer, die Giebeln

zu beschlagen……

Erbaut wurde das Molkenhaus 1665 von

dem Amtsmann Johann Heinrich von Uslar.

Sommertags weideten größere Viehherden

in diesen Gebirgsgegenden, während

wintertags nur wenig Vieh in den Behelfsstallungen

verblieb.

1822 war der Platz so moorastig geworden,

daß das Haus abgerissen werden mußte.

Es wurde auf dem jetzigen 20 Morgen umfassenden

Gelände am Hasselbach wieder

aufgebaut und gleichzeitig um ein Haus

vergrößert. Hinzu wurden 80 Morgen Waldungen

urbar gemacht und als Bergwiesen

dem Betrieb angeschlossen. Seitdem verpachtete

die herzogliche Verwaltung dieses

Molkenhaus als Domäne nacheinander an

die Landwirte Schöttler, Müller, Wedekind

und Hardegen. In den folgenden Jahrzehnten

entwickelte sich das Haus auch zu einer

Raststätte und später – etwa 1870 – zu einer

kleinen Pension.

1883 übernahm der aus Land- und Forstwirtschaftskreisen

stammende Landwirt

Otto Reuß (Großvater des jetzigen Besitzers)

das Molkenhaus. 1890 wurde unter

seiner Leitung das Stallgebäude erbaut, da

die Unterbringung des Viehes unzureichend

war. 1895 folgte der Bau des Gästehauses,

denn immer mehr Feriengäste suchten das

Molkenhaus als Erholungsziel auf. Damit

standen drei auseinanderliegende Gebäude.

Als weiterer Bauabschnitt wurde das

alte Molkenhaus mit dem neuen Gästehaus

durch Jagdsaal, Veranda und weitere

Gästezimmer verbunden. 1900 konnten

50 Gäste in der Hotelpension wohnen. Im

Jagdsaal wurde unter Vorsitz des Hausherrn

Otto Reuß zur „table d´hote“ gebeten. Die

Viehwirtschaft umfaßte Pferde, Schweine,

Geflügel und eine Herde von braunen

Harzkühen.

1914 übergab Otto Reuß das Molkenhaus

seinem Sohn, dem Landwirt Paul Reuß

(Onkel des heutigen Besitzers). Ab 1920

baute Paul Reuß das Gästehaus weiter aus

mit fließendem Wasser, Zentralheizung

und einer eigenen Stromanlage. 1924, mit

Aufkommen der Autos, pachtete Paul Reuß

den Kohlebornweg als Autozufahrt von der

Forst. Die Forstverwaltung baute diesen

Waldweg im Laufe der Jahre zur heute befestigten

Straße aus. Wintertags wurde

mit einem Pferdeschneeflug die Zufahrt

so lange wie möglich schneefrei gehalten.

1925 folgte der Anbau des Geweihsaales als

weiterer Restaurationsteil. Während sich

die Viehwirtschaft verkleinerte, wuchsen

Pension und Restaurant.

1952 übergab Paul Reuß dieses Molkenhaus

seinem Neffen Joachim W E L L B R O C K

und dessen Ehefrau in dritter Generation.

1953 wurden mehrere Omnibusfahrten täglich

als Verlängerung des Stadtverkehrs

von Bad Harzburg über die Forststraße

zum Molkenhaus in Betrieb genommen.

Damit ergab sich für das Molkenhaus, die

eigene Zufahrtsstraße wintertags selber

schneefrei zu halten. Wo früher der Pferdeschneepflug

räumte, halten heute motorisierte

Schneeräumgeräte des Hauses die

7 km Straßen und Parkplätze offen. 1955

wurde das Molkenhaus unterirdisch an

das große Stromnetz der Eckertalsperre

angeschlossen. Damit begann die innerbetriebliche

Technisierung des Hauses. 1956

sind die letzten Gebäudeteile miteinander

verbunden worden, sowie eine Reihe Wirtschaftsräume

entstanden. 1960 wurde das

Gästehaus restlos ausgebaut. Alle Zimmer

sind mit jedem Komfort versehen. Es bietet

heute Platz für 40 wohnende Gäste. Zur

Wasserversorgung dienen zwei Quellen, die

das Haus heute über eine Druckpumpenanlage

mit Wasser versorgen. 1964 und 1967

wurden mit zunehmender Motorisierung

die Parkplätze erweitert. 1968 entstanden

neben dem Gästehaus ein Liegeplatz für

wohnende Gäste. Auch ein weiterer Parkplatz

wurde seitlich des Hauses angelegt.

Bis 1972 soll dieses traditionelle Molkenhaus

allen Gästen weiter zur Erholung und

zur Rast erhalten bleiben.

Ab April 1972 wird ein neues, größeres

Harzhotel Molkenhaus“ erstehen, dem

nach Fertigstellung dieses Molkenhaus

seinen Traditionsstab übergibt. Im Baustil

gediegen, der Landschaft angepaßt, finden

Sie weit mehr gemütliche Räumlichkeiten,

die auch zu großem Treffen, Festlichkeiten,

Konferenzen einladen. Eine Hirschbar,

Bowlingbahnen, Fernsehstübchen sorgen

für Ihre Unterhaltung, während das Hallenschwimmbad

mit Sauna im neuen Molkenhaus

der Gesundheit dient. Und Ihre

Kinder können sich im Kinderspielzimmer

tummeln. Umgeben von großzügigen Terrassenanlagen

und Liegeplätzen sind Sie

wieder in der Natur. Durch Vergrößerung

des Molkenhausteiches, Schaffung von

Tennisplätzen, Skilift und weiteren Rodelbahnen

wird Ihnen noch mehr Abwechslung

ermöglicht. Genießen Sie noch jetzt dieses

treue Molkenhaus und freuen sich mit uns

schon auf das neue Molkenhaus, dessen

Architekt Frau Dipl.-Ing. Sigrid Kreßmann-

Zschach sich nennt. Auch der Landkreis

Wolfenbüttel zusammen mit dem Rat der

Stadt Bad Harzburg sind ernsthaft bemüht,

1972 die Autozufahrt für Ihre gute Anreise

zum Erholungsgebiet Molkenhaus weiter

auszubauen.

Die Wildfütterung: Aus Freude an der Natur,

aus Freude am Wild und aus Freude an der

Hege des Wildes, hat Otto Reuß 1883 im

Winter nachmittags mit einer Zufütterung

im Walde begonnen. In wenigen Jahren

führte er diese Fütterung bis an das Haus

heran und blies als Signal zu Fütterung auf

einem Jagdhorn. Später lockte er mit der

Stimme „kömmt! kömmt!“, wie es auch

von Paul Reuß und heute noch gehandhabt

wird. Da das Molkenhaus von einem starken

Echo umgeben ist, sind diese Lockrufe weithin

hörbar. Als auch in den Abendstunden

vereinzelt Wild sich dem Hause näherte,

begann 1953 der Unterzeichnete um 21 Uhr

auch zu einer Abendfütterung zu locken. In

den folgenden 5 Jahren wurden Lichtquellen

vor dem Hause und auf dem Wildfütterungsplatz

nach und nach angebracht,

so daß heute die Abendfütterung ganz

6 04 | 2021


HARZKLUB

beleuchtet ist. Diese Mitbeobachtung des

äsenden Rotwildes bei den Fütterungen

hat mehr und mehr Freude und Interesse

bei den Tierliebhabern gefunden.

Wir und unsere Mitarbeiter hoffen, dass Sie

sich im heutigen und späteren Molkenhaus

immer wohlfühlen.

»Anmerkung der Redaktion: Ganz so, wie es im vorliegenden Bericht geschildert

wurde, hat sich das Molkenhaus in der Folge nicht entwickelt!

1973 erfolgte der „warme“ Abriss. Das alte Molkenhaus wurde 1976 an gleicher

Stelle durch einen Neubau ersetzt, der bis Anfang 2019 als Wander- und Ausflugsgaststätte

genutzt wurde. Seit Februar 2019 ist das Gebäude leider geschlossen.

Harzklub Wanderung von Hasselfelde

Zwei-Talsperren-Wanderung

mit 3 Stempelstellen (53, 56, 52)

Wegbeschreibung: 1. Etappe: ca. 7,2 km

Wir folgen der Wegebeschilderung des

Harzklubs mit der Wegemarke "grüner

Punkt".

Von der Tourist-Information (Wander-Info-

Punkt) wandern wir ca. 1 km bis zum z.Z.

geschlossenen Hotel "Hagenmühle". An

der Hagenmühle halten wir uns rechts,

überqueren den kleinen Fluss „Hassel"

und biegen an der Schutzhütte links ab

auf den Uferweg zur Hassel-Vorsperre und

folgen bis zur Staumauer der Wegemarke

grüner Punkt.

Auf den 3 km bis zur Staumauer erwarten

uns mehrere schöne Ausblicke über den

Stausee, 3 Rastplätze laden zum Verweilen

ein.

An der Staumauer angekommen, steht eine

Sitzgruppe für eine ausgiebige Rast bereit.

Wanderfreunde der Harzer Wandernadel

können sich direkt an der Sperrmauer mit

dem Wanderstempel Nr.53 belohnen.

Eine große Schautafel beschreibt Bau,

Funktionsweise und Geschichte der Hassel-

Vorsperre.

Nach einer kleinen Rast wandern wir über

die Staumauer und nach ca. 430 m Wald-

pfadweg gelangen wir auf eine Forststraße.

Hier biegen wir rechts ab und folgen weiterhin

dem grünen Punkt bis in das „Kuhfurttälchen“

und dort biegen wir links ab und

gehen leicht bergauf, linksseitig vorbei an

einem Teichbiotop mit Rastbank und weiter

ca. 1 km bis zum Wanderknotenpunkt

„Altes Wasserwerk" (Schutzhütte).

Von dort geht es ca. 1 km geradeaus auf

einem Forstweg bergab vorbei an einer

weiteren Wetterschutzhütte bis an die

Staumauer der „Rappbodevorsperre".

An der Staumauer informieren uns Schautafeln

über das Talsperrensystem.

Zum HWN-Stempel 56 gehen wir über die

Staumauer - biegen rechts ab und erreichen

nach ca. 300 m die Stempelstelle.

Eine Rastbank mit schöner Aussicht auf

die Staumauer und das Rappbodetal laden

zum Verweilen ein.

Wegbeschreibung: 2. Etappe - Rücktour:

ca. 6,2 km

Wir folgen der Wegebeschilderung des

Harzklubs mit der Wegemarke "Harzer-

Hexen-Stieg".

Wir wandern zurück über die Staumauer

und folgen dem Harzer-Hexen-Stieg bis zur

Hagenmühle.

Auf den nächsten 1,2 km bis zum Bodendenkmal

„Trageburg" erwarten uns 2 Aussichtspunkte

über den Stausee und zum

Carlshaus-Turm.

Die Trageburg lädt mit Infotafeln, Wetterschutzhütte

und Bänken zu einer Rast ein.

Der HWN-Stempelkasten Nr. 52 befindet

sich in der Wetterschutzhütte.

• (Auf der Trageburg an den beiden Rastbänken

bitte den Hangweg nach links

weitergehen.)

Mit neuen Kräften folgen wir weiter dem

Harzer-Hexen-Stieg durch das große Mühlental

– über eine Forstwegekreuzung bis

an eine Wetterschutzhütte (ca. 3,1 km).

Hier biegen wir rechts ab, und gehen weiter

ca. 2 km auf dem Harzer-Hexen-Stieg zum

Ausgangspunkt an die Hagenmühle zurück.

Auf diesem Weg informieren uns Lehrtafeln

über Geschichte, Zucht und Pflege von

Honigbienen.

Ca. 900 m vor der Hagenmühle erreichen

wir eine Anglerbucht mit Rastbank. Von

dort genießt man einen herrlichen Blick

über den Stausee und auf den gegenüberliegenden

steilen Waldhang.

Von der Hagenmühle erreichen wir nach

1 km wieder Hasselfelde.

Für die Wanderung ca. 4 Std. einplanen,

ohne Pausen, Höhenunterschied 460 – 495

m ü.N.N, Festes Schuhwerk wird empfohlen.

Wandervorschlag von Jutta Wenzel

04 | 2021

7


HARZKLUB

Harzklub-Resolution trifft auf offene Ohren

Die Pflanzaktion in Bad Harzburg wird unterstützt

durch die Öffentliche Versicherung Braunschweig

Der Harzer Wald

braucht unsere Hilfe

(Clausthal-Zellerfeld) Die Ende letzten

Jahres verabschiedete Resolution des

Harzklubs zeigt Wirkung. Der Harzklub-Hauptvorstand

freut sich über

vielfältige konstruktive Rückmeldungen,

die die Resolution „Der Harzer

Wald braucht unsere Hilfe“ ausgelöst

hatten. Die Ministerien aller drei

Bundesländer gaben dem Wanderverband

Antwort. Auch große Waldbesitzer,

vertreten durch den Präsidenten

der Niedersächsischen Landesforsten

und dem Leiter des Forstbetriebes

Sachsen-Anhalt, bedankten sich für

die beispiellose Initiative.

Dass sich der Harzklub mit seinen Forderungen

und Anregungen sehr ernst genommen

fühlen darf, zeigten auch die Reaktionen

aus der Politik, vom einzelnen Bundestagsabgeordneten

über den neuen Landrat des

Landkreises Harz bis hin zur Touristik in

Thüringen. Konkret gab es bereits feste

Zusagen und der Wanderverein erhielt Vorschläge

zur Unterstützung der Forstarbeiten.

„Jetzt gilt es, den Kontakt beizubehalten

und den Dialog zeitnah fortzusetzen,

um möglichst viele unserer Forderungen

aus der Resolution umzusetzen“, betont

Dr. Oliver Junk, Präsident des Harzklub e.V.

Mit gutem Beispiel möchte der länderübergreifend

tätige Heimat-, Wander- und

Naturschutzbund vorangehen. Im Frühjahr

2021 will der Harzklub die aufgeschobene

Pflanzaktion im Forstamt Clausthal bei

Bad Harzburg nachholen.

Am 27. März soll ein Mischwald in den Niedersächsischen

Landesforsten begründet

werden. Am 10. April sind Vereinsangehöri-

Foto: Pixabay

ge und Freiwillige nach Drübeck eingeladen.

Auch dort im Privatwald bei Cornelius Meyer-Storck

braucht es fleißige HelferInnen

bei der Wiederaufforstung. Und im Herbst

ist eine Aktion im Staatlichen Forstbetrieb

Sachsen-Anhalt geplant.

Ziel der Pflanzaktionen sei es, den durch

Sturm, Dürre und Borkenkäfer stark in Mitleidenschaft

gezogenen Harzer Wäldern zu

helfen. „Der Harzklub möchte seinen Beitrag

zu einem vielfältigen, gemischten und

klimastabilen Wald leisten und die Waldbesitzenden,

durch deren Wälder unsere Wanderwege

führen, bei der Wiederaufforstung

unterstützen“, nennt Dr. Oliver Junk die

Gründe für das Engagement des Vereins.

Erfreut zeigt sich der Harzklub über das

Engagement vieler BürgerInnen für den

Wald – leider fehle diesem lobenswerten

Engagement oft der fachliche Hintergrund.

Hierbei möchte der Harzklub zwischen

Fachleuten, WaldeigentümerInnen und

den WaldbesucherInnen vermitteln. „Wie

geht das besser als bei einer gemeinsamen

Pflanzaktion, wo alle vor Ort mit anpacken“,

freut sich der Harzklub-Präsident auf die

kommende Pflanzsaison.

Eine Forderung an die für Forstwirtschaft

verantwortlichen Ministerien unterstreicht

der Harzklub in seinem jüngsten Antwortschreiben:

Der Ruf nach einem länderübergreifenden

Krisenstab. Dieser könnte

bei der Nordwestdeutschen Forstlichen

Versuchsanstalt (NW-FVA) eingebunden

sein. Die fachlich hochqualifizierte Einrichtung

arbeite schon seit Jahren länder- und

besitzartenübergreifend. Interdisziplinär

tätige WissenschaftlerInnen würden auf

Basis neuster Erkenntnisse die aktuelle

Waldschadensbekämpfung vorantreiben

sowie die Wiederbewaldung unterstützen.

Hintergrund

Die Harzklub-Resolution wurde im vergangenen

Jahr auf der Jahreshauptversammlung

verabschiedet. Sie richtet

sich an politische Entscheidungsträger

auf Länder-, Bundes-, und Europaebene.

Ziel der Resolution ist es, eine breite gesellschaftliche

Allianz zu schmieden, um

den bedrohlichen Ausnahmezustand

der Harzwälder abzuwenden. Der länderübergreifend

tätige Heimat-, Wander- und

Naturschutzbund zählt 12.000 Mitglieder

und gliedert sich in 86 weit über den Harz

hinaus aktive Zweigvereine. Die Resolution

mit dem Titel „Der Harzer Wald braucht

unsere Hilfe“ erwartet mehr öffentliche

Unterstützung. Um die Wälder vor noch

größeren Schäden zu bewahren, bedarf

es einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung,

fordert der Verband.

Hintergrund für den Appell des Harzklubs

ist ein frappierender Verlust alter Nadelwälder

im Mittelgebirge. Stürme, Trockenheit

und Borkenkäferbefall hätten dazu geführt,

dass riesige Flächen schon jetzt und auch

künftig frei von Fichten sein werden, lautet

seine Sorge. Auch Buchen und Eichen seien

bereits gravierend geschädigt, beobachtet

der Naturschutzverein. Dass „sich in

jüngster Zeit die uns vertrauten Waldbilder

rasant verändern“, sieht der Harzklub besonders

kritisch und wendet sich in einem

Brief an Politiker mit der Bitte, den Aufbau

stabiler artenreicher Wälder mit geeigneten

Maßnahmen zu fördern.

Der Wanderverband sieht sich in besonderer

Verantwortung für den Naturraum. In

seiner 135- jährigen Vereinsgeschichte hat

er die Grundlagen dafür geschaffen, dass

der Harz zu einer attraktiven Wanderregion

wurde. Viele Zweigvereine engagieren sich

seit Jahrzehnten für gesunde Wälder. In

ehrenamtlicher Arbeit gestalten sie Biotope,

widmen sich der Landschaftspflege

und dem Artenschutz. Unter dem Motto

„Naturschutz mit Augenmaß“ beziehen die

Zweigvereine den Mensch mit seinem Recht

auf Erholung in der Natur mit ein.

Michael Rudolph, stellv. Hauptpressewart

Harzklub e.V.

8 04 | 2021


HARZKLUB

Neues aus Grillenberg

Informative Schautafeln der Geschichte

Wer in der letzten Zeit einen Spaziergang

durch Grillenberg machte, dem sind vielleicht

die Schautafeln vor einigen Häusern

aufgefallen. Es sind bis jetzt 20 Schilder,

die mit alten Ansichten und erklärenden

Texten, aus früherer Zeit erzählen. Der

Harzklub und Fremdenverkehrsverein haben

die Geschichte der einzelnen Objekte

durch Erfragen bei den Einwohnern, aus der

Chronik und alten Bildern eine interessante

Übersicht erschaffen. Einige Grillenberger

waren sofort mit Rat und Tat dabei. Interes-

sante Geschichten von Eltern, Großeltern

und Uhrgroßeltern wurden erzählt. Es sind

viele Ansichten über das frühere Leben in

unserem kleinen Bergdorf. Das mir wieder

einmal zeigt, wie gut und leicht wir heute

Leben. Agathe Bremer

Der Harzklub – größter Bankbetrieb im Harz

3.500 Niederlassungen

zum Sitzen!

Wer aufmerksam durch unser schönes

Mittelgebirge wandert, dem werden

die vielen Bänke und Sitzgruppen,

die sich an den gut ausgeschilderten

Wanderwegen befinden, nicht verborgen

geblieben sein. Der überwiegende

Anteil davon wird durch Mitglieder des

Harzklub e.V. ehrenamtlich aufgestellt

und unterhalten.

Oft finden sich kleine Schilder an den Bänken,

die auf die Namen von Spendern hinweisen.

Das sind Spenden, die von einheimischen

oder auswärtigen Harzfreunden

an die jeweiligen Zweigvereine gegeben

werden.

Wir sind alle äußerst dankbar für diese

tollen Geschenke und die geleistete Arbeit.

Es tut einfach gut für Körper

und Seele, sich allein oder mit

Gleichgesinnten an Steigungen

oder schönen Aussichtspunkten

ein wenig zu „verholen“,

wie die Harzer sagen.

Manchmal sind die Bänke etwas

in die Jahre gekommen

und müssen ausgetauscht oder

repariert werden. Alle Harzklub-Zweigvereine

sind dann

für tatkräftige Unterstützung dankbar.

Über den link: www.harzklub.de erfährt

man vieles über den nächstgelegenen Harzklub-Zweigverein.

Aktive Hilfe oder passive

Mitgliedschaft sind eine gute Möglichkeit,

sich für die oft unsichtbare aufopferungs-

volle Arbeit des Harzklubs zu bedanken.

In den nächsten Ausgaben werden wir

weiter berichten, was der Harzklub alles

so leistet, vieles gut sichtbar in der freien

Landschaft – aber auch viele gute Dinge,

die man nicht sehen kann!

Foto u. Text: CS

04 | 2021 9


REGIONALVERBAND HARZ

Geoparkgemeinden von A bis Z

Osterwieck

Das Jahr begann entbehrungsreich.

Die COVID-19-Pandemie warf ihren

dunklen Schatten nicht nur auf die

Faschingszeit. Angekommen in der

österlichen Freudenzeit, sehnen wir

uns nach aufblühender Natur,

Ausflügen und Begegnungen.

Was könnte da ein besseres Ziel sein

als Osterwieck mit seiner herrlichen

Umgebung?

Osterwieck ist der zentrale Ort der am

1. Januar 2010 entstandenen neuen Stadt

gleichen Namens. Aber keine Angst: Mit

dem Verlust historischer Bausubstanz war

die Stadtneugründung im 21. Jh. nicht verbunden!

Mehr als 1.000 Jahre zuvor existierte hier

in der Gegend die Kaufmannssiedlung

Seligenstadt, die schon im Jahr 974 über

Münz- und Zollrecht verfügte. Mit großer

Wahrscheinlichkeit ist die seit 1073 als

„Ostrewic“ bezeugte Kaufmannssiedlung

gleichzusetzen mit eben diesem Seligenstadt

an der einstmals bedeutenden

Handelsstraße zwischen Braunschweig

und Halberstadt. Und dort, wo heute die

beiden Türme der Kirche St. Stephani über

50 m hoch in den Himmel ragen, befand

sich wahrscheinlich schon Anfang des 9.

Jh. das von Châlons-en-Champagne aus

(Bischofssitz 150 km westlich von Paris)

gegründete Missionsbistum für Ostsachsen.

Letzteres war allerdings bald nach Halberstadt

verlegt worden.

Kirche St. Nicolai

Osterwieck von Süden (mit Brockenblick) im 19. Jh.

Osterwieck von Westen (im Hintergrund der Druiberg bei Dardesheim).

1215 ist für Osterwieck ein Rat bezeugt.

Eine zweite Siedlung befand sich zu jener

Zeit im Umfeld der Kirche St. Nikolai. Beide

Städte wurden erst 1488 vereinigt und in

eine gemeinsame Befestigung einbezogen.

Ecke Nikolaistraße/Nikolaikirchgasse

Weiter ist bei SCHWINEKÖPER (1987) zu

lesen: „Diese wies zuletzt drei Stadttore,

das Kapellentor, das Schulzentor und das

Neukirchentor auf und hatte 13 Türme

(1872/73 letzte Reste entfernt). Obwohl

sich der Hauptverkehr … seit dem 14 Jh.

immer mehr auf den … Hessendamm und

damit von Osterwieck weg verlagerte, wird

aus der Vielzahl der … im späten Mittelalter

erscheinenden Gilden ein reges gewerbliches

Leben deutlich, wenn es auch sicher

daneben noch recht viele Ackerbürger in

der Stadt gab. Nach dem Hochwasser von

1495 und einem großen Brand von 1511

setzte noch einmal eine rege Bautätigkeit

ein.

Von den damals … errichteten zahlreichen

Fachwerkbauten hat sich trotz eines weiteren

Brandes von 1884 verhältnismäßig

viel erhalten.“

Schon 1648 war die Stadt mit dem Fürstentum

Halberstadt an Brandenburg gefallen.

In Preußen war Osterwieck als Immedia-

oder Kronstadt direkt dem König

unterstellt. Hier befanden sich eine Leinwand-

und eine Flanellmanufaktur, ab dem

10 04 | 2021


REGIONALVERBAND HARZ

Grenzstein (Preußen) im Großen Fallstein

Schäfers Hof (15. Jh.)

mit Taubenturm von 1702

19. Jh. auch Lederfabrikation (15 Handschuhfabriken

im Jahr 1905), Zuckerfabrik,

chemische Werke (u. a. Harzer Bleiweißfabrik,

gegr. 1847 durch Eduard Heuäcker)

und Druckereien, darunter die Druckerei

Bernhard Angerstein (gegr. 1848; druckte

u. a. das „Osterwiecker Volksblatt“). Von

einem achtwöchigen, erfolgreichen Streik,

an dem 500 Lederarbeiter beteiligt gewesen

sein sollen, wird aus dem Jahr 1925

berichtet (GÖSCHEL 1985).

Während der Teilung Deutschlands nach

dem Zweiten Weltkrieg lag Osterwieck die

längste Zeit im Grenzsperrgebiet der DDR;

die Zahl der Einwohner sank bis 1990 auf

4.628 (6.378 im Jahr 1895 bzw. 6.081 im

Jahr 1946).

Nach eigenem Erleben, mindestens seit

1988 war die Stadt wieder ohne Passierschein

zu erreichen. Gerade das Waldhaus

mit einem kleinen Haustiergarten wurde

zum beliebten Naherholungsziel für Menschen

aus den Kreisen Halberstadt, Quedlinburg

und Wernigerode.

Vom Waldhaus über den Bismarckturm bis

zur Fallsteinklause am Südrand des Großen

Fallsteins entlang könnte auch der

diesjährige Osterspaziergang führen. Wer

sich auf den Weg macht, wird ganz sicher

mit blühenden Frühlings-Adonisröschen

belohnt, bei guter Sicht auch mit einem

traumhaften Ausblick auf den Hochharz

mit dem Brocken.

Osterwieck selbst zieht wegen seiner

Fachwerkhäuser aus den Stilepochen Gotik

(bis 1521), dem Niedersächsischem Stil

(bis 1584), der Renaissance (bis 1640) und

dem Barock (bis 1780) Gäste aus Nah und

Fern an. Am Markt, im ältesten Haus der

Stadt befindet sich das Heimatmuseum. Als

Souvenir kann dort Osterwiecker Ledergeld

erworben werden.

Im Stadtbild, wie auch in der Kirche St.

Stephani ist vielfach ein Rosenwappen

zu entdecken. Gespalten von Silber und

Rot (den Farben des Bistums Halberstadt),

darin eine gefüllte Rose in verwechselten

Farben, wurde es seit dem

19. Jh. auch offiziell als Stadtwappen geführt.

Die Rose (vermutlich die Lutherrose)

soll an die Einführung der Reformation 1535

in Osterwieck erinnern. Der in den Jahren

um den Augsburger Religionsfrieden fertiggestellte

Neubau des Kirchenschiffs von St.

Stephani ist eine der letzten spätgotischen

Steinmetzkirchen und zugleich ein frühes

Beispiel protestantischen Stadtkirchenbaus.

Zur neuen Stadt Osterwieck (Einheitsgemeinde)

gehören folgende weitere Ortschaften:

Berßel, Bühne (mit Rimbeck

und Hoppenstedt), die ehem. eigenständige

Stadt Dardesheim mit ihrem weithin

sichtbaren Windpark Druiberg, Deersheim,

Hessen (einstmals zum Land Braunschweig

gehörig), Lüttgenrode mit Stötterlingen,

Osterode (einer von drei gleichnamigen

Orten der Harzregion), Rhoden, Veltheim,

Schauen, Rohrsheim, Wülperode mit Göddeckenrode

und Suderode sowie Zilly mit

Sonnenburg.

Text, Fotos & Reproduktion: Dr. Klaus George

Lutherrose auf gespaltenem Schild des

Bistums Halberstadt in St. Stephani

Ecke Stephanikirchgasse/Hagen

»Weiterführende Literatur

Göschel, H. (1985): Lexikon Städte

und Wappen der Deutschen Demokratischen

Republik. 3. Aufl. Bibliographisches

Institut Leipzig

Blick vom Voigteiplatz auf St. Stephani

Heimatmuseum

Schwineköper, B. (Hrsg., 1987):

Handbuch der historischen

Stätten Deutschlands. Bd. 11.

Provinz Sachsen / Anhalt. 2.,

überarbeitete und ergänzte Aufl.

A. Körner Verlag Stuttgart

04 | 2021

11


HARZER SCHMALSPURBAHNEN

„Laura“ absolvierte Probefahrten bei der HSB

134-jährige Dampflok der

bayerischen Chiemsee-Bahn zu Gast im Harz

Auf den Gleisen der Harzer Schmalspurbahnen

GmbH (HSB) war Mitte

März ein besonderer Gast aus Süddeutschland

unterwegs. Die 134 Jahre

alte Dampflokomotive „Laura“ der

bayerischen Chiemsee-Bahn absolvierte

einige Probefahrten in Wernigerode.

Bereits seit November ruht pandemiebedingt

der Zugbetrieb auf dem Großteil des

140,4 km langen Streckennetzes der HSB.

Seitdem sind vorerst auch die beliebten

Dampflokomotiven des kommunalen Bahnunternehmens

abgestellt. In den vergangenen

Tagen wehten nun wieder erste Dampfwolken

über Wernigerode. Die kleine Lok

„Laura“ der bayerischen Chiemsee-Bahn

absolvierte in der „Bunten Stadt am Harz

nach einer dreijährigen Untersuchung im

thüringischen Dampflokwerk in Meiningen

erste Probefahrten. Im Jahre 1887 bei der

Lokomotivfabrik Krauss & Comp. in München

gebaut hatte die 13,3 Tonnen schwere

Lokomotive bei den Spezialisten in Meiningen

unter anderem auch einen neuen Kessel

erhalten. Aufgrund fehlender Möglichkeiten

für Probefahrten im Werk entschied

sich die Eigentümerin und Betreiberin der

Chiemsee-Bahn, die Chiemsee-Schifffahrt

Ludwig Feßler KG, bei der Rücküberführung

nach Bayern einen Zwischenstopp für Testfahrten

bei den ebenfalls meterspurigen

Harzer Schmalspurbahnen einzulegen.

Die Probefahrten des zweiachsigen und

nur 60 PS starken Oldtimers, der mit seiner

kantigen Bauform zur seltenen Gattung der

Kastenlokomotiven zählt, konnten nun erfolgreich

im Stadtgebiet von Wernigerode

abgeschlossen werden. Nach ihrer Rückkehr

wird „Laura“ dann wieder für Einsätze

vor fahrplanmäßigen Personenzügen auf

der 1,9 km langen Strecke zwischen Prien

Bahnhof und Prien Hafen/Stock zur Verfügung

stehen.

Ihre Aufgaben hatte während des Werksaufenthaltes

die mittlerweile 59 Jahre alte

Diesellok „Lisa“ übernommen. Die bei Touristen

sehr beliebte Schmalspurbahn am

Chiemsee wurde am 9. Juli 1887 nach nur

70 Tagen Bauzeit eröffnet. Sie ist damit nur

einen Monat älter als der erste Abschnitt

der von der HSB betriebenen Selketalbahn

im Harz, auf dem am 7. August 1887 zwischen

Gernrode (Harz) und Mägdesprung

der erste offizielle Personenzug fuhr.

Mit Blick auf die baldmöglich angestrebte

Wiederaufnahme des Zugverkehrs auf

dem Gesamtnetz setzt die HSB hinter den

Kulissen alle wichtigen Arbeiten an Fahrzeugen

und der Streckeninfrastruktur trotz

der aktuellen Einschränkungen nahtlos

fort. So hat das kommunale Bahnunternehmen

zeitgleich zu den Fahrten von

„Laura“ auch seine „Brockenlok“ 99 7237

für Probefahrten angeheizt. Die 61 Tonnen

schwere und über 700 PS starke Dampflok

hatte in den zurückliegenden Monaten

ebenfalls eine umfangreiche Untersuchung

in Meiningen erhalten. Sie gehört zu einer

von Serie von 17 zwischen 1954 und 1956

gebauten Maschinen, die bei der HSB bis

heute vorwiegend im Brockenverkehr zum

Einsatz kommen. Insgesamt verfügt das

kommunale Bahnunternehmen über einen

Bestand von 25 Dampflokomotiven der

Baujahre 1897 bis 1956, von denen jedoch

nicht mehr alle betriebsfähig sind.

Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs und

des Dampfbetriebs auf dem Gesamtnetz

der Harzer Schmalspurbahnen sowie die

Beendigung der für viele Mitarbeiter zum

Teil schon seit mehreren Monaten andauernden

Kurzarbeit sind allerdings auch

weiterhin abhängig von der Entwicklung

der Pandemielage. Fahrplanmäßiger Personenzugverkehr

findet derzeit ausschließlich

mit Triebwagen zwischen Nordhausen

und Ilfeld sowie zwischen Wernigerode und

Schierke statt.

»Möchten Sie mit den Harzer

Schmalspurbahnen in den nächsten

Tagen und Wochen eine Fahrt

unternehmen? Bitte informieren

Sie sich aufgrund der aktuellen

Pandemie unbedingt vor Ihrem

Reiseantritt auf der Homepage

der HSB oder telefonisch im

Kundenservice über aktuelle Betriebseinstellungen,

Fahrpläne

und Sonderfahrten!

Faszinierender Größenvergleich: Die kleine Dampflok „Laura“

von der Chiemsee-Bahn begegnete in der Einsatzstelle Wernigerode

einer 61 Tonnen schweren und 700 PS starken „Brockenlok“

der HSB. Michael Feßler, Geschäftsführer der Chiemsee-Schifffahrt

Ludwig Feßler KG, sein Sohn Martin Feßler und HSB-Geschäftsführer

Matthias Wagener waren bei diesem besonderen

Anlass vor Ort. (HSB/Heide Baumgärtner)

Mit Volldampf durch Wernigerode: Kraftvoll dampfte „Laura“ mit

einem kurzen Personenzug am frühen Morgen des 18. März über

die bekannte Straßenkreuzung am mittelalterlichen Westerntor-

Turm, einem besonderen Wahrzeichen der „Bunten Stadt am Harz.

(HSB/Dirk Bahnsen)

12 04 | 2021


HARZ WANDERN

Harzer Wandernadel

Harzer Wandernadel erfreut sich trotz

Corona großer Beliebtheit

Die Mitarbeiter im Online-Shop der

Harzer Wandernadel sind trotz oder

vielleicht auch gerade wegen dem

Covid-19-Virus mit ihrer täglichen

Arbeit gut ausgelastet. Bis zu 180

Großbriefe oder Päckchen werden täglich

mit Wanderpässen, Begleitheften,

Wanderkarten oder Wanderführern an

Stempelwanderer in ganz Deutschland

versendet. Mittlerweile gibt es über

7.500 Wanderkaiser, welche alle 222

Stempelstellen zwischen Seesen und

Sangerhausen bzw. Nordhausen und

Bad Harzburg abgewandert haben. Je

nach der individuellen Tourenplanung

kommen dabei zwischen 750 km und

900 km Wanderstrecke zusammen.

Das Serviceteam der Harzer Wandernadel

freut sich aber besonders darüber, dass

gerade im letzten Jahr, die Anzahl der Wanderprinzessinnen

und Wanderprinzen auf

10.385 gestiegen ist. Ein Zeichen dafür, dass

es dem Projekt gelingt, Eltern und Kinder

aus der digitalen Welt zurück in die Natur

zu locken. Gerade in Zeiten von Home-

Office und Homeschooling ist die harzer

Wandernadel die perfekte Möglichkeit, sich

an die schönsten Stellen des Harzes leiten

zu lassen, um den Kopf frei zu bekommen

und neue Kraft zu tanken.

Neben dem Dauerbrenner, dem Wanderpass,

welcher im Jahr 2020 die Rekordverkaufszahl

von 88.800 verkauften Exemplaren

erreichte, erfreuen sich auch die

Themenhefte stark wachsender Beliebtheit.

Besonders begehrt ist das Begleitheft zum

Harzer Hexenstieg aber auch die Themenhefte

zu Harzer Geschichtsorten, Goethe,

Luther, Harzer Klöster, Bergwerke und Höhlen,

Grenzweg und Baudensteig wurden

über 40.000 mal verkauft.

Tanja Fiedler und Christina Grompe vom

Servicebüro der Harzer Wandernadel rechnen

nach Beendigung des Lockdowns mit

einem Kundenansturm auf das Servicebüro

und seine Vertreibspartner. Grund dafür,

ist die zur Zeit fehlende Möglichkeit für die

gesammelten Stempelabdrücke die entsprechenden

Wandernadeln zu erwerben

und sich somit selbst zu belohnen.

Geschäftsführer Klaus Dumeier will im Jahr

2021 kräftig in die Infrastruktur der Harzer

Wandernadel investieren. Bereits bestellt

ist ein neues Warenwirtschafts- und Shopsystem,

welches den Kunden mehrere

Bezahloptionen und eine bessere Nutzerfreundlichkeit

bietet.

Investiert wird auch in die Ausstattung des

Reparatur- und Serviceteams. Neben einem

neuen Allradfahrzeug benötigen die Servicetechniker

professionelles Werkzeug,

um die ständigen Beschädigungen an den

Stempelstellen zeitnah zu reparieren.

Wie Dumeier betont, wird aber auch in die

Zukunft des Personals der Harzer Wandernadel

investiert. Gleich zwei Studierende

werden im Rahmen der dualen Studienvariante

des Bachelorstudiengangs Tourismusmanagement

der Hochschule Harz

im Praxisbetrieb der Harzer Wandernadel

ausgebildet. „Somit erhalten die Studierenden

zugleich eine wissenschaftsbezogene

als auch eine praxisorientierte Hochschulausbildung“,

ergänzte die Ausbildungsbeauftragte

der Harzer Wandernadel, Tanja

Fiedler.

Der Deutsche Wanderverband (DWV) teilt mit

Neuigkeiten zum 120. Deutschen Wandertag

Wir befinden uns aktuell in enger

Abstimmung mit der Region Bad

Wildungen, deren Vertreter*innen uns

mit viel Herzblut und Einsatz dabei

unterstützen, den diesjährigen Deutschen

Wandertag für Sie, Euch und uns

alle zu einem, trotz der besonderen

Umstände, unvergesslichen Ereignis

zu machen.

Der diesjährige Deutsche Wandertag wird

etwas kürzer –nach jetzigem Stand findet

er von Donnerstag 1. Juli bis Sonntag 4. Juli

2021 statt. Es fehlt vor allem der Festumzug,

der Wanderwettbewerb und Seniorennachmittag.

Alle anderen Veranstaltungen

werden entsprechend geplant. Die Abfrage

zur Feierstunde und zur Alternative der

Verbandswanderung mit verschiedenen

Wanderungen zum Dialog unter den DWV-

Funktionsträger*innen geht Ihnen nach

Ostern zu.

Tag des Wanderns 14. Mai 2021

Chance zum Neustart der Vereinsarbeit

und 17. September breites

Angebot für Deutschland

Aufgrund der Unsicherheiten in Zusammenhang

mit der Corona-Pandemie hat der

Vorstand des Deutschen Wanderverbandes

(DWV) die öffentlichen Veranstaltungen

zum Tag des Wanderns vom 14. Mai auf den

17. September verschoben.

Der Verband freut sich darüber, dass

Michael Kretschmer, Ministerpräsident

des Freistaates Sachsen, unabhängig von

dieser Verschiebung die Schirmherrschaft

des diesjährigen Tages des Wanderns übernommen

hat.

Auch bei der vom Verband Vogtländischer

Gebirgs- und Wandervereine ausgerichteten

Zentralveranstaltung in Klingenthal am

17. September will er dabei sein.

04 | 2021

13


HARZER TOURISMUSVERBAND

Trotz Verlängerung des Lockdowns

HTV treibt weitere Projekte voran

Harzer Tourismusverband

Mindestens bis 18. April 2021 sind

weiterhin keine Lockerungen für den

deutschlandweiten Tourismus in Sicht.

Obwohl die Enttäuschung über das

entgangene Ostergeschäft groß war,

geht die Arbeit in der HTV-Geschäftsstelle

weiter.

Walpurgis 2021 – Digital

Es war zu befürchten. Die aktuellen Regelungen

und Beschränkungen lassen auch in

diesem Jahr Walpurgisfeiern im herkömmlichen

Sinn nicht zu. Dennoch möchten die

Harzer Anbieter und der Tourismusverband

diesen für die Region so traditionsreichen

Termin nicht völlig unbeachtet verstreichen

lassen. Auf Initiative und unter Regie des

Harzer Tourismusverbandes wird es daher

ein Reigen von digitalen Maßnahmen

und Angeboten rund um Walpurgis geben.

Dafür wird ab Mitte April unter harzinfo.

darunter die Kaiserpfalz, die Rübeländer

Tropfsteinhöhlen, die Baumschwebebahn

Bad Harzburg, das Besucherbergwerk Rammelsberg,

das HöhlenErlebniszentrum Iberger

Tropftsteinhöhle oder der Bürger- und

Miniaturenpark in Wernigerode – um nur

einige zu nennen.

Pünktlich zur Walpurgisnacht am 30.4. wird

dann auf der Webseite eine magische Harzkarte

freigeschaltet, auf der umfangreicher

Content der Orte und Partner zum Thema

Walpurgis hinterlegt ist. Ob Videos, Malvorlagen,

Audiosequenzen – hier kann sich

der Nutzer einen ganzen Abend lang digital

vergnügen.

Die digitale Walpurgis 2021 ist ein Gemeinschaftsprojekt

zahlreicher Akteure im Harz.

Für den HTV ist die engagierte Arbeit vieler

Partner an dieser gemeinsamen Idee ein

kleiner Lichtblick in den so schwierigen

Zeiten.

Harz-Restart-Kampagne in Vorbereitung

Bereits seit Anfang Februar feilt und

plant der Harzer Tourismusverband an

der Restart-Kampagne für den Harz nach

dem Lockdown. Im vergangenen Jahr hat

sich einmal mehr gezeigt, dass der Harz

mit seiner Kombination aus Natur-, Kultur-

und Outdoorangeboten stark punkten

kann und viele Gästegruppen anzieht

und begeistert. Auf diesen Trumpf wird die

Restart-Kampagne 2021 mit zahlreichen

Motiven aus der Region einzahlen. Neben

umfangreichen Online-Marketing-Maßnahmen

auf den Social-Media-Kanälen des Verbandes

sind auch Fahrgast-TV und riesige

Groundposter an markanten Bahnhöfen

in den Quellmärkten Hamburg, Hannover

und Berlin sowie eine Paketbeilage beim

Onlineversandhandel Bergzeit Teil des

Maßnahmenportfolios.

Multimedia-Guide zum Harzer-Hexen-

Stieg vor Fertigstellung

Im vergangenen Jahr konnte der HTV pilothaft

zwei Multimedia-Guides gemeinsam

mit der Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei

und dem Grenzmuseum Sorge

auf den Weg bringen. Pünktlich zum Start

der Wandersaison 2021 wird nun auch ein

solcher Guide für den Harzer-Hexen-Stieg

als kostenloser Download in Deutsch und

Englisch erscheinen. Entlang der Route finden

sich zahlreiche interessante Punkte,

historische Stätten, Schauplätze für Sagen

und Mythen etc., die nicht auf den ersten

Walpurgis-Hexen (© M. Bein)

Wegemarke Harzer-Hexen-Stieg (© HTV, M. Gloger)

de/walpurgis2021 eine Sonderwebseite

freigeschaltet. Gestartet wird mit einem

umfangreichen Quiz rund um das Thema.

Alle Fragen sind so geschaltet, dass nur

eine richtige Antwort zur nächsten Frage

führt. Nicht immer liegt die Antwort auf

der Hand. Daher wird das Quiz über die

HTV-Social Media-Kanäle begleitet. Täglich

gibt es hier Lösungshilfen und Tipps rund

um Walpurgis und den Harz.

Die ersten 50 erfolgreichen Teilnehmer des

Quiz erhalten das limitierte Walpurgis-Gutscheinheft

mit zahlreichen Erlebnissen und

freien Eintritten in Harzer Einrichtungen,

Blick erkennbar sind. Hier werden die Protagonisten

Anni und Paul Licht ins Dunkel

bringen. An insgesamt 27 Stationen können

Nutzer ihre Dialoge hineinhören und dabei

viele spannende, überraschende und unbekannte

Details über den Harz aufdecken.

»Weitere Informationen

unter

www.harzinfo.de

14 04 | 2021


NATIONALPARK HARZ

Umfangreiche Neuerscheinung:

Die Flora des Nationalparks Harz

Jüngst erschien ein mit 575 Seiten besonders

umfangreicher Band aus der

wissenschaftlichen Schriftenreihe des

Nationalparks Harz – es geht um die

Flora des Schutzgebiets. Ein Team von

elf Autoren hat über viele Jahre das

aktuelle Fachwissen über das zusammengetragen,

was im Nationalpark

Harz floristisch wächst und gedeiht.

Insgesamt 1.200 Farn- und Blütenpflanzenarten

werden in Text und mit

850 farbigen Abbildungen beschrieben.

Seit der Gründung der Nationalparke im

Harz und besonders nach deren Fusion zu

einem länderübergreifenden Nationalpark

erfolgt eine intensive wissenschaftliche

Arbeit. Diese Arbeit hat zuerst in der Inventarisierung

der Lebensräume einen Schwerpunkt,

der sich zukünftig mehr und mehr

auf die Dokumentation der Entwicklungsverläufe

in den Ökosystemen verlagern

wird. Noch aber ist die Bestandsaufnahme

vieler Artengruppen nicht abgeschlossen.

Im Schutzgebiet wurden rund 1.200 Arten

an höheren Pflanzen nachgewiesen,

das sind etwa 35 % des gesamtdeutschen

Artenbestands. Und das angesichts der

Tatsache, dass der Nationalpark Harz mit

seinen 24.732 ha zwar einer der größten

Waldnationalparke Deutschlands ist, aber

nur etwa 0,07 % der Fläche der Bundesrepublik

einnimmt.

Wie bereits für die in vorangegangenen

Bänden aufgelisteten Moose (44 %), Pilze

(30 %) und Flechten (26 %) entsprechend,

wird deutlich, dass das Schutzgebiet eine

außergewöhnlich hohe Artenvielfalt und

Artendichte in seinen Naturräumen hat.

Die Flora korrespondiert dabei sehr eng

mit der für den Nationalpark erarbeiteten

Vegetationskarte (kartografische Erfassung

der Pflanzengesellschaften), d. h. der

nächsthöheren Ebene der Organisation in

den Ökosystemen.

Der Darstellung des aktuellen Pflanzenbestands

ist eine kurze Geschichte der floristischen

Erforschung des Nationalparks

vorangestellt, die erkennen lässt, dass die

Tradition dieser Forschung bis in das 16.

Jh. zurückreicht. Brocken, Heinrichshöhe,

Bruchberg und Rehberg sowie die Oberharzer

Moore waren geradezu klassische botanische

Exkursionsziele. So wurde im Harz

auch die weltweit erste Flora geschrieben.

Aus der Übersicht zur aktuellen Zusammensetzung

der Flora im Nationalpark ergibt

sich, aus welchen Vegetationszonen Arten

nacheiszeitlich in den Harz eingewandert

sind. Dabei zeigt die Einschätzung der Natürlichkeit

der Florenausstattung, dass nur

etwa die Hälfte der heutigen Arten als im

Nationalpark indigen, d. h. standortheimisch

betrachtet werden kann. 80 Arten

sind als Folge der Kultur durch den Menschen

sog. Alteinwanderer (Archäophyten),

knapp 70 Arten sind Neophyten. Fast 150

Arten kamen durch Kultur in das Gebiet,

ganz überwiegend infolge forstlicher Anpflanzungen.

Anderen Arten wurde durch

die Veränderung der Landschaft durch den

Menschen erst Lebensraum geschaffen. Es

ist zu erwarten, dass diese Arten der „Kulturlandschaft“

mit zunehmender Naturnähe

in den Lebensräumen des Nationalparks

abnehmen werden.

Es werden auch aktuelle Themen aufgegriffen.

So gibt es Hinweise auf Arten, deren

Ausbreitung und Wachstum mit dem Klimawandel

in Zusammenhang stehen, zum

Vorkommen von „salztoleranten“ Arten

an Straßenrändern, zum Einwandern von

Neophyten und zum Rückgang von autochthonen

und lange im Gebiet beheimateten

Arten usw.

Welche Bedeutung hat die Bestandsaufnahme

der Flora?

Der Harzer Nationalparkplan ist die praktische

Leitlinie und schreibt die Umsetzung

der langfristigen Nationalparkkonzeption

fest. Diese Fachplanung setzt eine möglichst

genaue Kenntnis der vorhandenen

Artengarnitur voraus. Die über 25 Jahre

zusammengetragenen Daten zu den höheren

Pflanzen sind zentraler Baustein. Trotz

der langen Bearbeitungszeit, die einfach

der Größe des Gebietes und der vieler Bereiche

geschuldet ist, wird mit der Flora

des Nationalparks die Ausgangssituation

beschrieben, von der die auf Jahrhunderte

ausgerichtete Rückkehr zu sekundären

Naturwäldern eingeleitet wurde. Für ein

Schutzgebiet wie den Nationalpark ist das

ein unverzichtbarer Bezugspunkt. Da wir

gegenwärtig dramatische Umbrüche in den

Wäldern sehen, wird die Flora der ersten

Stunde in allen Facetten so auch nicht mehr

zu beobachten sein. Dr. Hans-Ulrich Kison

(Fotos: Wilfried Störmer)

Kison, H.-U., Ciongwa, P., Czichowski, H.-

J., Hammelsbeck, U., Herdam, H., Illig, W.,

Karste, G., Sprick, P., Thiel, H., Wegener, U. &

Störmer, W. (2020): Flora des Nationalparks

Harz. – Schriftenreihe aus dem Nationalpark

Harz Band 19, 575 Seiten, 1.200 Pflanzenarten,

850 farbige Abb., ISSN 2199-0182,

Schutzgebühr: 20,00 Euro. Bestellung beim

Nationalpark Harz: Lindenallee 35, 38855

Wernigerode; poststelle@npharz.sachsenanhalt.de

oder als kostenloser PDF-Download:

https://www.nationalpark-harz.de/de/

downloads/Flora-des-Nationalparks-Harz

Wächst in den Hochmooren des Nationalparks

Harz – die Gewöhnliche Moosbeere

(Vaccinium oxycoccos).

Das Leberblümchen (Hepatica nobilis)

kündigt auf kalkreichen Standorten im

Nationalpark Harz den Frühling an.

04 | 2021

15


HARZ AKTUELL

Forderungen des DWV und BDF zum Internationalen Tag des Waldes

Wald-Rendite für die Gesellschaft anerkennen

Die Wälder in Deutschland und Europa

stehen angesichts des Klimawandels vor

gewaltigen Problemen. Gleichzeitig entdeckten

während der Corona-Pandemie

immer mehr Menschen die positiven Wirkungen

eines Aufenthaltes im Wald. Zeitweise

wurden die Wälder von den vielen

Menschen regelrecht überflutet. Daher ist

es höchste Zeit, dass der Wald auch als unverzichtbarer

Erholungsraum stärker in den

Blick gerät. Das fordern der Deutsche Wanderverband

(DWV) und der Bund Deutscher

Forstleute (BDF) gemeinsam anlässlich

des Internationalen Tages des Waldes am

21. März. Wandern ist gesund und fördert

den sozialen Zusammenhalt. Das belegen

mehrere Studien. Zuletzt hat Professor

Tobias Erhardt, Studiengangsleiter für

Physiotherapie an der SRH Hochschule

für Gesundheit in Karlsruhe, nachgewiesen,

dass etwa das Gesundheitswandern

des Deutschen Wanderverbandes, bei

dem Wanderungen unterbrochen sind

von kurzen Pausen mit einfachen physiotherapeutischen

Übungen, das Risiko

für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ebenso

senkt wie den Blutzuckerwert. Zugleich

nehmen Kraft, Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit

zu. Dazu verbessert sich

das seelische Befinden. DWV-Präsident und

Arzt Dr. med. Hans Ulrich Rauchfuß: „Von

diesen Effekten profitieren angesichts der

Corona-Einschränkungen gerade sehr viele

Menschen und der Boom wird nach Corona

anhalten.“ „Die positiven Auswirkungen

auf die Gesundheit sind bereits ab einem

20-minütigen Waldaufenthalt messbar“,

ergänzt Forstgewerkschaftsvorsitzender

Ulrich Dohle. Daher hätten die vielen Menschen,

die alleine, in Kleingruppen oder als

Familie während der Corona-Pandemie die

Wälder besuchten intuitiv das Richtige für

ihr Wohlbefinden getan. Allerdings sei an

vielen Stellen die Aufnahmekapazität von

Waldparkplätzen und Wäldern, gerade auch

in Schutzgebieten, überschritten worden.

Das Fundament für die Erholung im

Wald ist in Gefahr – die Wälder selbst.

Nur ein Fünftel aller Waldbäume haben

laut Waldzustandsbericht 2020 eine intakte

Krone. BDF-Vorsitzender Ulrich Dohle:

„Ursachen sind Hitze und Trockenheit. Das

schwächt die Bäume und macht sie anfällig

für Schäden zum Beispiel durch den Borkenkäfer.“

Mit dem Klimawandel nähmen

die Probleme künftig noch zu und zugleich

steige der Besucherdruck. Der BDF-Vorsitzende

fordert deswegen, den Wald stärker

als Erholungsraum zu sehen. Die Forstwirtschaft

dürfe ihr Handeln nicht alleine an der

Rendite aus dem Holzverkauf orientieren.

Stärker als bislang müsse die Rendite für

die Gesellschaft in den Blick geraten. „Beim

nötigen Waldumbau müssen wir Erholung

und damit gesundheitliche sowie soziale

Effekte aber auch die Waldästhetik stärker

mitdenken“, so Dohle. Daraus leitet

der BDF ab, auch verstärkt in Infrastruktur,

Umweltbildungsaspekte und vor allem in

das Management der Erholung im Wald zu

investieren. Dafür seien mehr Förster*innen,

Forstwirt*innen, Waldpädagog*innen und

Waldranger*innen nötig. „Damit die Freizeitnutzung

des Waldes naturverträglich

stattfindet, muss diese durch Fachleute

professionell gemanagt werden“, fordert

Dohle. Aber auch die bisher rein forstwirtschaftlichen

Förderprogramme sollten auf

die Ansprüche der Walderholung erweitert

werden.

Waldvermehrung etwa in Form von Grüngürteln

in Ballungsräumen und Konzepte

für die Bewirtschaftung und Gestaltung

der Erholungs- und Tourismuswälder seien

vermehrt nötig, wie der aktuelle Run

auf die Wälder zeige. Auf die Entwicklung

konsistenter Erholungskonzepte für das

Wandern im Wald setzt auch der DWV-

Präsident. „Dazu gehört, naturnahe Pfade

und unbefestigte Waldwege unbedingt zu

erhalten“, so Rauchfuß. Auf der anderen

Seite seien hier die Angebote der DWV-

Wanderführer*innen® an die Bevölkerung

bedeutsam, weil sie nicht nur regionale

Identität stärkten sondern auch für die

Natur sensibilisierten. Rauchfuß: „Angesichts

des Klimawandels und des Verlusts

der Artenvielfalt ist dies kaum hoch genug

einzuschätzen. Neben der Stärkung solcher

Angebote müsse die Zuständigkeit für Erholung

im Wald bundesweit künftig gebündelt

werden, damit einheitliche Lösungen

abgestimmt und Doppelarbeit vermieden

werden könnten. Als Koordinierungsstelle

„Wandern“ hält der Präsident den DWV für

die richtige Wahl: „Mehr als 130 Jahre Erfahrung

mit dem Thema qualifizieren den

Verband. Er ist genau der Richtige für eine

solche Aufgabe.“ Rauchfuß kritisiert außerdem,

dass es weder auf Bundes- noch

auf Länderebene eine eindeutige institutionelle

Zuständigkeit für naturnahe Erho-

lung gebe. „Das muss sich angesichts der

gewaltigen Aufgaben, die künftig kommen,

unbedingt ändern“, so der DWV-Präsident,

„Wir brauchen ein zuständiges Ministerium

als Ansprechpartner.“ Wichtig sei auch, dass

Politik und Verwaltung endlich zur Kenntnis

nähmen, dass die Ehrenamtlichen in den

Wandervereinen die Arbeiten etwa hinsichtlich

der Wanderinfrastruktur ohne öffentliche

Hilfen nicht mehr stemmen könnten.

„Hier brauchen wir eine verlässliche Förderung,

das kann keine freiwillige Aufgabe

sein“, so Rauchfuß. Nötig sei eine durchgängige

und dauerhafte institutionelle Förderung

von Bund, Ländern und Kommunen

für den DWV und seine Landesstrukturen.

Ein Beispiel aus der Praxis: der Harz

Wie sehr die Probleme drängen, ist in vielen

Regionen Deutschlands sichtbar. Zum Beispiel

im Harz. Das nördlichste Mittelgebirge

Deutschlands verzeichnet einen verheerenden

Verlust alter Nadelwälder. Auf riesigen

Flächen sind Fichten Stürmen, der Trockenheit

und dem Borkenkäferbefall zum Opfer

gefallen, auch Buchen und Eichen sind vielerorts

gravierend geschädigt. Der Harzklub,

ein regionaler Heimat-, Wander- und Naturschutzbund

mit rund 13.000 Mitgliedern,

richtet sich deswegen mit der Resolution

Der Harz(er) Wald geht nicht ohne uns“ an

Politik sowie regionale und kommunale Entscheidungsträger.

Die Resolution enthält

fünf Haupt-Forderungen: So soll ein Waldschadensfonds

Waldbesitzern schnelle Hilfe

zum Beispiel für Aufforstungen gewähren.

Auch die Gemeinwohlleistungen des Waldes

sollten honoriert werden. Harzklub-

Präsident Dr. Oliver Junk: „Zugleich wollen

wir als Harzklub Waldbauprogramme

unterstützen, die stabile und artenreiche

Mischwälder entwickeln. Dabei setzen wir

auf länderübergreifende Abstimmung.“ Außerdem

setzt sich der Harzklub dafür ein,

dass Rechtssicherheit für Waldbesitzer in

Fragen der Verkehrssicherheit hergestellt

wird. Viertens soll die Leistungsfähigkeit

der Harzer Wälder gewährleistet bleiben

und zwar hinsichtlich der Erholungsfunktion,

seiner Vielfalt an Lebensräumen und

einer nachhaltigen Holzproduktion. „Der

Harz kann mehr zum Klimaschutz beitragen,

wenn leistungsstärkere Baumarten mehr

Kohlendioxid binden“, so Junk. Die fünfte

Forderung ruft nach einem länderübergreifenden

Krisenstab, der diese und weitere

Aufgaben koordiniert.

16 04 | 2021


UNESCO-WELTERBE IM HARZ

ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried

Frühlingsausflug

UNESCO

WELTERBEHARZ

im

Die mittelalterliche Klosteranlage Walkenried

liegt am Rande des Südharzes

und lädt zu jeder Jahreszeit zu einem

Besuch ein. Rund 400 Jahre lang wirkten

an diesem Ort tiefgläubige Gottesmänner

aus dem Orden der Zisterzienser.

Seit 2010 gehört die Klosteranlage

als ältester Teil zum UNESCO-Welterbe

im Harz. Zu ihren Markenzeichen

zählen die imposante Kirchenruine

sowie das vollständig erhaltene Klausurgebäude

mit seinem einzigartigen,

doppelschiffigen Kreuzgang.

Die Ruinen der Klosterkirche ragen eindrucksvoll

in die Höhe und laden zu so

manchem Foto-Motiv ein. Am Bachlauf der

Wieda gegenüber vom Kloster ist der berühmte

Romantikblick auf die Kirchenruine

zu bewundern, den schon die Maler des 19.

Jahrhunderts geschätzt haben. Das Kloster

beheimatet heute ein modernes Museum

inmitten gotischer Mauern, in dessen Mittelpunkt

das Leben und Arbeiten der Walkenrieder

Mönche steht. Die vergangene

Klosterwelt wird im ZisterzienserMuseum

Kloster Walkenried für alle Generationen

lebendig. In der Ausstellung lernen Besucherinnen

und Besucher die bedeutende

Rolle der Mönche im Mittelalter als kluge

Geschäftsleute und Betreiber eines überaus

erfolgreichen Wirtschaftsunternehmens

kennen. Ob Landwirtschaft, Wassertechnik

oder Montanwesen – die Walkenrieder Mönche

waren Experten auf all diesen Gebieten.

Nach einer viermonatigen Zwangspause

öffnete das Museum ab dem 17. März wieder

seine Pforten und lädt zu einem Besuch ein.

Ein Museumsbesuch ist jedoch ausschließlich

mit Voranmeldung – telefonisch oder

per Mail – beim Besucherservice möglich

(siehe Kontaktdaten). Die Voranmeldung

muss mindestens einen Tag vorher erfolgen

und ist nur mit einer mündlichen oder

schriftlichen Terminbestätigung gültig.

Ebenfalls ist zu beachten, dass das Museum

nur mit einer medizinischen Maske betreten

werden darf, Abstandsregeln einzuhalten

sind und die Personenanzahl begrenzt ist,

ebenso wie der Aufenthalt im Museum (auf

eine Stunde).

Aktuelle Informationen finden Sie jederzeit

auf der Website des ZisterzienserMuseums

Kloster Walkenried. An den Wochenenden

werden auf der Klosteranlage wieder die

beliebten Outdoor-Führungen angeboten

(Maskenpflicht und Abstandsregeln

gelten auch hier), die sich insbesondere

für die Frühlingszeit bestens eignen. Die

Outdoor-Führungen finden wöchentlich

samstags und sonntags um 10.45 Uhr und

Der Blick auf die imposante Ruine der Kirche

lässt viele nicht los und lässt die einstigen

Dimensionen erahnen.

Natur pur: Die von Mönches Hand geschaffene

Teichlandschaft in der Nähe der Klosteranlage

lädt zu einer Wanderung oder einer

Fahrradtour ein.

Der lichtdurchflutete Lesegang im einzigartigen

doppelschiffigen Kreuzgang erschafft

eine besondere Atmosphäre.

um 13.45 Uhr statt und es bedarf ebenfalls

einer Voranmeldung mindestens einen Tag

vorher. Der geführte Rundgang zeigt den

Besucherinnen und Besuchern die Ausmaße

der gesamten Klosteranlage inklusive

der kunstvollen gotischen Architektur der

Kirchenruine.

Direkt vor der Haustür des Klosters liegt

die von den Mönchen geschaffene Walkenrieder

Teichlandschaft. Heute ist sie

ein idyllisches Naturschutzgebiet, das bei

frühlingshaftem Wetter nach einem Besuch

des Museums zu einer Wanderung oder einer

Fahrradtour auf dem Erlebnis-Radweg

T3 einlädt.

Die gesamte Klosteranlage stellt von innen

wie von außen ein kulturtouristisches Highlight

von überregionaler Bedeutung dar.

Das Welterbe-Infozentrum im ehemaligen

Herrenhaus der Klosterdomäne direkt neben

dem ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried

bleibt coronabedingt vorerst leider

geschlossen. Einen Eindruck können Sie

sich aber online verschaffen. Hier geht es direkt

zum Video des Welterbe-Infozentrums

in Walkenried:

ZisterzienserMuseum Kloster

Walkenried

Steinweg 4a, 37445 Walkenried

Telefon: 05525 95 99 064

Mail: info@kloster-walkenried.de

Website: www.kloster-walkenried.de

Facebook: @ZisterzienserMuseumKloster-

Walkenried

Reguläre Öffnungszeiten

Niedersächsische Osterferien (29.03.2021)

bis Oktober: Di-So und feiertags 10-17 Uhr

geöffnet

November bis niedersächsische Osterferien:

Mi-So und feiertags 10-17 Uhr geöffnet

04 | 2021

17


HARZ AKTUELL

Herzenssache Goslar

Otto Unruh - Wanderführer, Fotograf ...

Otto Unruh habe ich – jedenfalls nach

meiner Erinnerung – erstmals im Frühjahr

2018 im Rahmen der Jahreshauptversammlung

des Harzklubs Zweigvereins

Oker im Siedlerheim in Oker

kennengelernt. Damals hat er sich als

Neumitglied vorgestellt und ich durfte

damals ein Grußwort als Präsident des

Hauptvereins halten.

Seit dieser Zeit sind wir uns vielfach begegnet,

bei Wanderungen im Harz, auf dem

Brocken – natürlich auch im Rahmen von

Veranstaltungen und Versammlungen „unseres“

Harzklubs.

Der Okeraner Otto Unruh ist in sehr kurzer

Zeit ein ganz, ganz aktives Mitglied im Harzklub

geworden. Und Otto Unruh ist bekannt.

Warum? Wenigstens zweimal in der Woche

wandert er im Harz – Wanderfreunde treffen

ihn. Und er ist ferner bekannt durch

seine Social-Media Aktivitäten.

Folgt ihm doch mal auf Instagram: otto_unruh;

Otto macht so viele, so schöne Bilder;

fotografiert insbesondere die Tier- und Vogelwelt

im Harz. Mich begeistern seine Bilder

und Videos sehr. „Heinz Sielmann des

Harzes“ nenne ich Otto gerne gemeinsam

mit meinen Harzklubfreunden.

“Otto Sielmann“ wurde in Eschede geboren,

ist im Rheinland aufgewachsen (wahrscheinlich

ist er deshalb so kommunikativ)

und lebt seit 1982 in Goslar. Der gelernte

Mechaniker im Maschinenbau hat Anfang

der 1980er Jahre eine Umschulungsmaßnahme

im Berufsförderungswerk durchlaufen.

Und damals, so erzählt er, hat er

seine erste Wanderung durch das Okertal

unternommen.

„So hat das mit dem Wandern angefangen

und seit dieser Zeit ist das Okertal meine

Heimat. Es bleibt das schönste Tal im Westharz!

Anfangs mit der Familie, meistens

aber allein, bin ich ab 1982 im Harz unterwegs

gewesen.“ erzählt mir Otto: „kleine

Wanderungen, große Wanderungen – ich

bin auch Fan des Hexenstiegs. Eine tolle

Leistung war 2x Hexenstieg am Stück, 97

km in 20 ½ h.“

Heute wandert er wenigstens am Mittwoch

und Samstag, Woche für Woche. 40 bis 50

km Wanderkilometer kommen so wöchentlich

zusammen. Das hält fit, das hält jung.

2017 hat Otto Unruh dann die Idee, sich zum

Wanderführer zu qualifizieren und ist so

mit dem Harzklub in Kontakt getreten. Und

über den Zweigverein in Oker kam auch

schnell das Angebot, dort als Wanderführer

tätig zu werden.

„So bin ich in den Harzklub eingetreten,

habe die Wanderführerausbildung gemacht

und bin heute als Wanderwart im Zweigverein

Oker und als Stellv. Wanderwart im

Hauptverein tätig.“ erklärt mir Otto Unruh.

Auch bei den Harzer Wanderwochen in

Hahnenklee hat Otto in diesen Funktionen

bisher tüchtig mitgeholfen und attraktive

Angebote gemacht. Hoffentlich können wir

die Wanderwochen in diesem Jahr wieder

erleben. sOtto liebt die ehrenamtliche Arbeit

im Harzklub: „Menschen in den Wald

führen und erzählen; Begeisterung für die

Natur wecken. Großartig. Der Harzklub erfüllt

mich, ich kann mich engagieren, viel

bewegen. Der Harzklub gibt mir viel und ich

gebe gerne zurück.“ erzählt er mir.

Und er hat eine schöne Idee entwickelt.

Sein erstes Enkelkind (Theodor) hat er

mit vier Monaten als Mitglied im Harzklub

angemeldet und die Mitgliedschaft bis

zum 18. Geburtstag geschenkt – ein überschaubarer

Betrag. Theodor, inzwischen

vier Jahre jung, hat vor wenigen Monaten

eine Schwester geschenkt bekommen. Und

natürlich wird Mathilda bald auch Neumit-

18

04 | 2021


HARZ AKTUELL

glied im Harzklub. Vielleicht macht das Beispiel

ja Schule?

„Und wie ist das mit den Bildern und der

Fotografie?“ habe ich Otto gefragt und

erfahre, dass seine Kamera ihn bei seinen

Wanderungen schon immer begleitet hat.

Aber einen wichtigen Impuls hat Andreas

Keller geliefert. „Er hat mir eine Kamera

verkauft, die leicht ist, mit der ich spontan

fotografieren kann – eine Kamera, die ich

schlicht und einfach immer mitschleppen

kann.“

Und inzwischen ist die Fotografie ein richtiges,

intensives 2. Hobby geworden. Er bearbeitet

seine Bilder nicht nach und legt

sich inzwischen auch auf die Lauer. Über

einen Zeitraum von vier Monaten hat er

z. B. die Haubentaucher begleitet. „Dafür

muss man dann eben um sechs Uhr raus

und auch mal 5 Stunden am Stück ruhig

sitzen. Und um einen Eisvogel vor die Linse

zu bekommen, sitze ich auch gerne mal

zwei bis drei Stunden.” erzählt er.

„Was macht das Borkenkäferproblem und

das Baumsterben mit Dir?“ habe ich Otto

gefragt. Und er antwortet für mich überzeugend

und klar: „Die Natur regelt das ganz

allein. An vielen Stellen ist schon ganz viel

Grün sichtbar!“ Er verweist z. B. auf das

Siebertal bei Sieber und Herzberg.

Und was macht Otto Unruh noch?

Müll in der Natur einsammeln. Er findet

auf seinen Wandertouren so viel Abfall in

der Natur, den er nicht liegenlassen will

und kann und der noch dazu einer guten

Sache zugute kommt. Denn das Pfandgeld

sammelt er gesondert. Durch die im Wald,

insbesondere auf dem Weg zum Brocken,

eingesammelte Flaschen sind im Jahr 2019

rund 170 Euro zusammengekommen, im

Jahr 2020 waren es gar über 260 Euro. Dieses

Geld wird dem Hospizverein in Goslar

gespendet. Eine richtige gute Sache wie

ich finde.

Urlaub? Natürlich ausschließlich Wanderurlaube,

wie könne es anders sein. Im

vergangenen Sommer war er in Garmisch-

Partenkirchen unterwegs. Wir hatten uns

dort im Urlaub nur um wenige Tage verpasst.

Auch für meine Familie und mich ist

die Gegend um Garmisch-Partenkirchen

eine der schönsten Wandergegenden in

Deutschland. In diesem Jahr soll es für Otto

Unruh – wenn es die Pandemie zulässt –

nach Berchtesgaden gehen.

Und die Heide ist ihm wichtig. Wenigstens

dreimal im Jahr wandert er in der Heide.

Dies hängt sicher mit seiner Jugend zusammen,

denn mit seiner Oma hat er vor

Jahrzehnten schon Blaubeeren gepflückt.

Und heute noch sammelt er gerne: „Neben

den Blaubeeren auch gerne Pilze“, wie er

mir erzählt.

Und Blaubeeren hat Otto Unruh deshalb

auch immer zu Hause. Für unser Treffen

im Büro hat er es sich nicht nehmen lassen,

gemeinsam mit seiner Frau meinem Büroteam

und mir eine selbstgemachte Blaubeersahnerolle

mitzubringen. Blaubeersahne

eingerollt in Bisquitboden – ein Gedicht.

Otto Unruh liebt die Natur, den Wald – und

Goslar. „Goslar ist schon was ganz Besonderes!“

Ein schönes Schlusswort in unserem Gespräch.

Herzlichen Dank Otto für Dein Engagement

in Goslar, im Harzklub. Vielen

Dank, dass Du uns so schöne Bilder zeigst;

sie beweisen uns Tag für Tag, wie schön es

in unserer Stadt ist.

Dr. Oliver Junk

Vogel des Jahres 2021

Das Rotkehlchen

Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula)

aus der Familie der Fliegenschnäpper

ist in ganz Mitteleuropa heimisch. Als

Bodenbrüter hat es nur einen vergleichsweise

geringen Bruterfolg, weil

am Boden viele Gefahren lauern.

Der kleine Vogel mit der rötlich-orangefarbenen

Brust bringt es auf ein Gewicht

von ca. 15 gr. und hat eine Spannweite

von etwa 20 cm.

Die Geschlechter unterscheiden sich

nicht in Farbe und Aussehen. Rotkehlchen

sind in der Lage, die Stimmen etlicher

anderer Singvögel zu imitieren. Ihre

Aktivität beginnt etwa eine Stunde vor

Sonnenaufgang und endet eine Stunde

nach Sonnenuntergang.

Die Tiere zeigen oft wenig Abstand zu

Menschen und finden sich gern an Futterhäuschen

ein.

Die Art gilt momentan nicht als gefährdet.

Text u. Foto: CS

04 | 2021 19


HARZ AKTUELL

Tierbeobachtungen auf Wanderungen im Harz und Umgebung

Der Fichtenkreuzschnabel

Eine gesellige bunte Vogelart aus der Familie

der Finken.

Bei meinen letzten Wanderungen im Oberharz

ist mir aufgefallen, dass der Fichtenkreuzschnabel

hier in den letzten 1 - 2

Jahren auffällig oft und auch in größeren

Gruppen zu sehen ist. Unterhalb des Königsberges

(Goetheweg) habe ich Gruppen

von mehr als 20 Vögeln gesehen. Hier ist der

Baumbestand bisher noch vom Borkenkäfer

verschont geblieben und vielleicht liegt

es daran, dass sich

dieser Vogel hier

vermehrt aufhält.

In vom Borkenkäfer

befallenen Gebieten

findet er keine Nahrung.

Vielleicht hat der

ein oder andere

schon einmal gesehen,

wie die Fichtenkreuzschnäbel

Straßensalz von der

Straßendecke knabbern,

das machen

sie um Mineralstoffe

aufzunehmen. An

Salzlecken habe ich

das auch schon mal

beobachten können.

(Foto 27.02. 2021 - Otto Unruh)

Beschreibung:

In Europa ist der Fichtenkreuzschnabel ein

typischer Vertreter der Fichten- und Tannenwälder.

Seine Nahrung setzt sich vor

allem aus Samen der Fichten, aber auch

von anderen Nadelbäumen zusammen.

Merkmale:

Der Fichtenkreuzschnabel zeichnet sich

durch eine gedrungene Gestalt aus und

ist an seinem kräftigen, runden Kopf, an

seinem dicken, gebogenen Schnabel und

kurzem, tief gegabelten Schwanz leicht

zu erkennen. Der Schnabel übertrifft in

der Länge die Höhe des Schnabels an der

Basis und weist bei den Unterarten Variationen

auf. Fichtenkreuzschnäbel haben

eine Körperlänge von 15 bis 17 Zentimeter.

Das Körpergewicht liegt bei 34 bis 40

Gramm. Die Flügelspannweite beträgt 27

bis 30 Zentimeter.

Männchen sind überwiegend rötlich bis ziegelrot

gefärbt und weisen einen leuchtend

roten Bürzel auf. Je nach Futterangebot

kann das Gefieder des Männchens neben

der roten auch eine gelbe oder orange Färbung

annehmen.

Die Flügel und der Schwanz sind dunkelbraun.

Die Unterseite ist auch rot gezeichnet.

Juvenile Männchen sind an der

orangen bis gelblich grünen Färbung zu

erkennen, die mit der Zeit in einen rötlichgelben

Farbton übergeht.

Weibchen sind olivgrün gefärbt und weisen

einen gelblichen Bürzel auf. An den Flanken

sind kräftige bräunliche Längsstreifen

zu sehen. Ober- und Unterschnabel sind

miteinander gekreuzt.

Die Jungvögel weisen eine grünlichgraue

bis bräunliche Färbung auf und zeigen an

den Flanken kräftige, schwärzliche Streifen,

dennoch können einige junge Männchen

eine unterschiedliche Färbung des Gefieders

aufweisen. Ober- und Unterschnabel

sind miteinander gekreuzt. Die geschlüpften

Nestlinge sind dicht mit grauen Daunen

bedeckt. Der Rachen ist leuchtendrot

und die Randwülste gelblich gefärbt. Der

Schnabel ist bei Nestlingen noch nicht

gekreuzt. Erst nach etwa 45 Tagen sind

der Oberschnabel und der Unterschnabel

übereinander gekreuzt, so dass sie selbständig

mit dem Schnabel die Samen aus

den Zapfen extrahieren.

Der Flug des Fichtenkreuzschnabels ist kräftig

und geradlinig. Er wird durch plötzliche

Rufe und Flattern in hohen Baumkronen

eingeleitet. Zwischen den Gleitphasen werden

schnelle Flügelschläge mit geschlossenen

Flügeln ausgeführt.

Wanderungen:

Das Auftreten des Fichtenkreuzschnabels

ist oft unregelmäßig und etwas unbeständig.

Selbst in Gebieten, in denen er regelmäßig

lebt, sind starke Bestandsschwankungen

zu verzeichnen. Meist laufen diese mit

dem Angebot an Fichtensamen parallel, da

einzelne Jahre besonders hoher Samenproduktion

(Mastjahre) meist zwischen jeweils

mehreren Jahren geringeren Angebots

liegen (Mangeljahre). Dabei fallen jedoch

häufig in verschiedenen

Gebieten

die guten Samenjahre

nicht zusammen,

so dass zum

Teil die Brutplätze

beziehungsweise

Aufenthaltsgebiete

je nach Angebot in

unterschiedlichen

Gebieten entweder

Ab- oder Zuwanderungen

auslösen.

Verhalten:

Der Fichtenkreuzschnabel

ist tagaktiv

und nur wenig

territorial. So verteidigt

er zwar den

Nestbereich, jedoch kein Revier. Zu allen

Jahreszeiten verhält er sich sehr unauffällig,

da er in hohen Nadelbäumen Schutz sucht.

Zu allen Jahreszeiten mit Ausnahme der

Mauser findet das Verhalten der Paarbildung

und Balz statt. Während der Brutzeit

halten sich Paare und Familien in kleinen

Gruppen auf. Den restlichen Teil des Jahres

schließen sich Fichtenkreuzschnäbel zu

kleineren oder größeren Gruppen zusammen,

die sich bei schwindendem Nahrungsangebot

wieder auflösen und in anderen

Gebieten zu neuen Gruppen vereinen.

Meistens entspricht der Anteil der Männchen

dem der Weibchen. Es kommt häufig

vor, dass sich der Fichtenkreuzschnabel in

Schwärmen mit den drei anderen Kreuzschnabelarten

vermischt.

Bericht und Foto Otto Unruh

»Weitere Infos findet

man unter: https://

de.wikipedia.org/wiki/

Fichtenkreuzschnabel

20 04 | 2021


HARZ AKTUELL

Eisensteinlehrpfad in Lerbach informiert

30-jähriges Jubiläum der Interessengemeinschaft

LERBACH. Unter Tage liegt die Vergangenheit

vom über 300jährigen Eisenstein-bergbau

in und um das Bergdorf

Lerbach. Das haben Lerbacher Heimatfreunde

vor 30 Jahren erkannt und

mit der Interessengemeinschaft einen

Eisensteinlehrpfad eingerichtet.

Alte verfallene Stollenmundlöcher wurden

aufgewältigt und Holztafeln zur Information

aufgestellt. Viele Führungen, u.a. auch

Ferienpassaktionen, wurden erfolgreich

durchgeführt und das Freilichtmuseum im

Mühlental zeigt die alten Erwerbszweige

Bergbau, Köhlerei und Eisenhütte.

Wanderung durch das Schiefertal

Start zur Wanderung ist auf dem Grubengelände

am Fuß des Clausberges bei der

größten Grube Weintraube. In der Schiefertalskurve

beginnt der Wanderweg über

den im Jahr 1780 angelegten „Neuen Weg“

hinauf zum Fuhrherrendorf Buntenbock.

Die erste neue Dennert-Tanne informiert

über Bergbau im Schiefertal und Clausberg

und hat folgenden Inhalt:

Im Schiefertal und Clausberg befanden sich

die meisten Eisensteingruben mit Pingen,

Schächten und Stollen. Der Eisenstein liegt

im Bereich des Oberharzer Diabaszuges

und hat im Bergdorf Lerbach seine größte

Mächtigkeit. Zum Transport des Erzgesteins

in Einachsigen Holzkarren wurde 1780 der

„Neue Weg“ von Buntenbock durch das

Schiefertal angelegt.

Die Erze wurden ab 1789 in der Lerbacher

Eisenhütte verarbeitet. 1803 wurden aus

rund 2300 t Eisenerz 460 t

Roheisen erzeugt. Alle Gruben

haben einen Namen. Der

Neue Weger Tiefe Stollen mit

einer Länge von 180 Lachter

(345 Meter) wurde von 1694

bis 1836 betrieben. Hier wird

das Wasser aus den Gruben

gesammelt und zum Sammelbehälter

der Harz Energie bei

der Grube Weintraube hinuntergeleitet.

Schilder und Tafeln beschreiben

20 Gruben mit Namen der

Besitzer und Betriebszeit. Am

25. August 1796 stand die Grube

Untere Neue Weg in Flammen

und zwei Bergleute kamen

ums Leben. Nach einem

kurzen Anstieg erreichen wir das kleine

Schiefertal unterhalb des Stangenhalber

Weges. Die Tafel beschreibt den Tiefen und

Oberen Ernst-August-Stollen wie folgt:

Teufe Tiefer Ernst-August-Stollen: 9 Lachter,

Teufe Oberer Ernst-August-Stollen: 7

Lachter, Besitzer Ferdinand Rosenthal,

Betriebszeit 1845 bis 1848

Am 27. Dezember 1847 erteilt der Geschworene

Kutscher vom Oberbergamt Clausthal

die Genehmigung zum Abbau einem anderen

Eisensteinbergmann, denn Ferdinand

Rosenthal darf nicht auf seiner Grube arbeiten,

weil er seinen Stollen 2 ½ Lachter

zu hoch in den Berg getrieben habe. Beide

Stollenmund-löcher sind offen und noch

gut zu erkennen.

Oberhalb am Berg ist die Abraumhalde vom

Schieferthals Glücker Tiefe Stollen zu erkennen.

Länge 212 Lachter (entspricht ungefähr

400 m). Betriebszeit von 1669 bis 1745.

Nach weiteren ca. 400 Meter Aufstieg ist

rechts ein Stollenmundloch zu sehen. Hier

handelt es sich um einen rund 50 Meter in

den Clausberg getriebenen Versuchsstollen.

Das Mundloch wurde 2018 mit Türstockprofil

von Mitgliedern der Heimatstube

mit Winkeleisen und Blech erneuert. Ein

Eisentor sichert das Fledermausquartier.

Wir steigen links auf den Frankenbergweg

und kommen auf den Neuen Weg. Die Vertiefungen

sind ein Hohlweg, wo das Erzgestein

in zweirädrigen Karren in das Tal zur

Verhüttung transportiert wurde.

Spuren im Untersuchungsstollen von

1780 sichtbar

Eisensteinlehrpfad (Foto von Annett Drache)

Auf dem schmalen Weg neben dem Hohlweg

ist eine weitere Dennert-Tanne an einem

Untersuchungsstollen aus dem Jahr

1780. Dieser fast verfallene Stollen wurde

vor Jahren von Gestein, Laub und Geäst

freigelegt und mit ca. 15 Schubkarren abtransportiert.

Die aufgestellte Tafel hat folgenden Inhalt:

In den Jahren von 1669 – 1862 sind im

Schiefertal zahlreiche Gruben ent-standen.

Der längste Stollen, ist der „Neue Weger

Tiefer Stollen“ der auf der anderen Talseite,

oberhalb des Baches in Richtung Talende

verläuft. In dem Stollen werden die Wasser

als Trinkwasser aus den umliegenden

Gruben gesammelt und weitergeleitet zu

dem Sammelbehälter auf der Grube. Der

„Neue Weg“ entstand, wie der Stollen hier,

1780, und sollte den Transport des Eisenerzes

ins Tal erleichtern. An den Wänden

des Untersuchungsstollen kann man gut

erkennen, wie damals mit Schlägel und

Eisen gearbeitet wurde. In der weiteren

Umgebung dieses Stollens befanden sich

die Gruben „Wasserbad“ – „Unterer Neuer

Weg“ – „Grube Neufang“ – „Weinschenker

Tageschacht“ – Oberer Neue Weger Schacht“

– „Brand Schacht“ – Grüner Hirsch“ – „Englische

Treue“ – „Neuer Georg“ und „Neue

Zecher Lichtschacht“, um die Wichtigsten

zu nennen.

Vor der Grube „Unterer Neuer Weg“ beschreibt

eine Holztafel den tödlichen

Unglücksfall von zwei Bergleuten am

25. August 1796. Am Wanderweg um den

Clausberg erinnert eine Tafel an die Grube

Blauer Busch mit tonnlägigen Schacht. Die

Vertiefungen sind noch gut zu

erkennen.

Zum Abschluss dieser Eisensteinwanderung

wird auf eine

informatorische Broschüre

hingewiesen. Frank Koch hat

darin auf 60 Seiten die Grubenwanderung

entlang der

Lerbacher Eisensteingruben

mit Grubenzeichnungen, Risse

und Fotografien aus¬führlich

beschrieben.

Die Broschüre ist im Museum

Ritterhaus in Osterode und bei

Lotto–Toto Gärtner in Lerbach

erhältlich.

Rainer Kutscher

Glückauf!

04 | 2021

21


Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 03_2021

Der Harz_03_21.indd 1 01.03.21 13:24

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im Harz!

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Schneefräse der

HSB räumt Gleise

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auf Wanderungen

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Vorteile der Mitgliedschaft

im Harzklub e.V.

✔ Vergünstigungen, preiswerte Nutzung

von Wanderheimen z.B. beim Kauf

von Wanderkarten, Übernachtungen in den

Wanderheimen

✔ DWV-Mitgliedskarte (Deutscher

Wanderverband): Vergünstigungen regional

und deutschlandweit bei vielen Partnern

✔ Angebote: Möglichkeit der Teilnahme

an Veranstaltungen des Harzklub e.V., z.B.

Harzer Heimattag, Naturschutztag, Sternwanderung,

Brockenveranstaltungen, den

Veranstaltungen der Zweigvereine und an

den geführten Wanderungen und Ausflügen

des Harzklubs

✔ Lehrgänge und Fachtagungen: Möglichkeit

der Teilnahme an den Lehrgängen,

Fachtagungen und Weiterbildungen (Wanderführer,

Wegebeschilderung, Naturschutz,

Jodeln und Peitschenknallen, Akkord-Zither,

Klöppeln)

✔ Kinder- und Jugendfreizeiten im

Wanderheim Wildemann, Ausflüge:

Teilnahme an den Kinderfreiten mit Aktivitäten

im Wald, zu Bergbau und Naturschutz,

Basteln, Harzer Brauchtum und Lagerfeuer,

Ausflüge zum Weltwald Harz, auf den Brocken,

in Höhlen oder Bergwerke

✔ Versicherungen: günstige Beiträge aufgrund

der hohen Mitgliederzahl im Harzklub-

Gesamtverein (Haftpflicht,-Unfall,- Schutzhütten,-

Musikinstrumente)

✔ Gema-Rahmenvertrag: Durch Mitgliedschaft

im Deutschen Wanderverband

20 % Nachlass der Gema-Gebühren bei Auftritte

und Möglichkeit der Mitgliedschaft im

Landestrachtenverband

✔ Vermarktung und Werbung für die

Heimat- und Brauchtumsgruppen sowie für

Wanderungen und sonstige Veranstaltungen

über die Geschäftsstelle, das Internet,

Rundschreiben und Presseinformationen

✔ Information sämtlicher Zweigvereine

zu den Geschehnissen im Harzklub und im

gesamten Harz z.B. durch Rundschreiben,

Vereinszeitschrift „Der Harz“, Versammlungen,

Internet, Presse

✔ Termine: Weitergabe aus den Zweigvereinen

über Rundschreiben und Veröffentlichungen,

Internet

✔ Austausch der Zweigvereine untereinander

z.B. über Vereinsrecht (Satzungen),

Versicherungen, Betreuungsgebiete usw.

✔ Stiftungen: Inanspruchnahme finanzieller

Zuschüsse entsprechend den Richtlinien

für besondere Projekte der Zweigvereine

✔ Unterstützung der Zweigvereine durch

den Hauptverein bei Problemen, Gründungen,

Veranstaltungen usw.

✔ Beratung durch den Hauptverein über

die Zusammenarbeit mit Forstbetrieben,

Kommunen, anderen Partnern, Pressearbeit,

Datenschutz usw.

✔ Hohe Mitgliederzahl: 12.000 Mitglieder

im gesamten Harzklub können sich viel besser

Gehör verschaffen, als einzeln agierende

„Ortsvereine“

✔ Aktive Mitwirkung in der großen

Harzklub-Familie: Umsetzung gemeinsamer

Aufgaben und Ziele, Pflege des Gemeinschaftssinns

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NEUERSCHEINUNG

Wolfgang Schilling

SCHIERKE

Juwel unterm Brocken

NAPOLAs des Harzes

Sie sollten zur NS-Zeit Eliteschulen für den Führernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausgelesene

Jungmannen erwarben an diesen paramilitärischen Internatsschulen nicht nur das Abitur,

sondern erhielten das Rüstzeug später in Staat, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Stelle

die nationalsozialistische Gesinnung durchzusetzen. An zwei sehr unterschiedlichen Standorten kamen

Schüler im Harz in Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwandelte

man 1934 vom einstigen humanistischen Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung

neuer Gemeinschaftserziehung. Im anhaltischen Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau

einer NAPOLA in Deutschland, der mit seiner gigantomanischen Architektur heute befremdet und einer

Nachnutzung harrt. Abseits von Städten sollten im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafte

Herrenmenschen heranwachsen, die später als „Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos

zu dienen hatten. Auch hier funktionierte das NS-System von Lager, Kolonne und Fahne. Als Vorbilder

dienten Kadettenanstalten, Landschulheime und die englischen Public Schools mit ihrer spartanischen

aber kameradschaftlichen Prägung. Unter der Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausschließlich

Jungen als Führungskräfte heran, die auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüsselpositionen

gelangten, wenn sie nicht vorher im II. Weltkrieg ihr Leben ließen.

Neben diesen beiden Orten werden die nächstgelegenen NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg

beleuchtet und viele Hintergründe zur NS-Herrschaft erhellt.

direkt an der B6n. Max-Planck-Str. 12/14.

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NEUERSCHEINUNG NS-Eliteschulen gab es im Harz in

Ballenstedt und Ilfeld. Erstmals befasst sich ein vierköpfiges

Autorenteam umfassend mit diesem lange tabuisierten

Thema. Im

Internat sollten

die Jungs nach

sieben Jahren

Konditionierung

und ideologischer

Schulung

in einer paramilitärisch

geführten

Einrichtung

das Abitur erreichen.

Danach

war ihnen die

Berufswahl freigestellt.

Kriegsbedingt

gingen

viele von ihnen

zur Wehrmacht oder SS.

Napola Verführte Elite im Harz

Napola

Verführte Elite im Harz

Ballenstedt

Ilfeld

Auf 272 Seiten mit 780 Fotos wird ein außergewöhnlich

intensiver Blick in die Strukturen und Propaganda der NS-

Zeit möglich.

Informationen und Bestellung

www.Napolaimharz.de oder ISBN 978-3-935971-94-2


An insgesamt 222 sehenswerten Plätzen

im gesamten Harz stehen die Stempelstellen

der „Harzer Wandernadel“ für Sie

bereit. Sie befinden sich in der Nähe von

romantischen Waldgaststätten, rustikalen

Schutzhütten und einer Vielzahl von interessanten

Aussichtspunkten. Auch Bergwerke,

Burgruinen oder Naturdenkmäler und

natürlich der majestätische Brocken warten

auf Ihren Besuch und halten einen Stempel für den einheimischen Wanderer oder

den Touristen bereit.

Das System der Harzer Wandernadel ist eine Erfolgsgeschichte und eines von

wenigen Projekten, welche harzübergreifend über die Grenzen von Deutschland

hinweg Anerkennung finden.

Für Natur- und Wanderfreunde ist der Harz

für einen Urlaub wie geschaffen. Kaum

eine andere Region kann mit so vielen

interessanten Landschafts- und Kulturformen

aufwarten. Der Harz erstreckt sich

über die drei Bundesländer Niedersachsen,

Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Durch das Stempelheft der Harzer Wandernadel, unser dreiteiliges Kartenset und

die Hinweise auf unserer Webseite werden Sie sanft zu den schönsten und erlebnisreichsten

Stellen im gesamten Harz geleitet.

Es gibt wohl kein Wanderprojekt in Deutschland, welches von ihren Nutzern, egal

ob Einheimischen, Naherholungssuchenden oder Touristen in dieser Form permanent

an andere teilweise wildfremde Menschen weiterempfohlen wird.

Über 6.500 Wanderern ist es bislang

gelungen alle 222 Stempelstellen in Ihren

Wanderpass zu sammeln, ca. 850 km zu

wandern und Harzer Wanderkaiser zu

werden. Gerade Kinder lassen sich von der

Stempeljagd schnell begeistern und begleiten

so Eltern oder Großeltern gern auf

Stempeltouren. Dafür haben wir die Auszeichnung

„Wanderprinz und Wanderprinzessin“ entwickelt, welche man bereits

für 11 gesammelte Stempel bekommt und Ansporn für weitere Wanderungen und

Wandernadeln ist. Durch unser Projekt konnten wir bereits viele Kinder aus der

digitalen Welt in den schönen Harz entführen!

Für die Teilnahme an diesem einmaligen Projekt benötigen

Sie nur einen Wanderpass und diesen erhalten Sie

für eine Schutzgebühr von 3,00 € bei vielen Vertriebspartnern,

z.B. allen Harzer Touristinformationen.

Harzer Wandernadel

Schnappelberg 6 | 38889 Blankenburg | Tel. 03944 9547148

Fotos:

Jürgen Gamping La Viershöhe

Andrea Werner Rabenklippe

Lisa Weber Ferdinandstein

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