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humanistisch! Das Magazin #13 - 2/2021

Lach doch mal - Wie gut vertragen sich Humanismus und Humor?

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<strong>humanistisch</strong>! <strong>#13</strong> / April <strong>2021</strong><br />

<strong>#13</strong> / April <strong>2021</strong> <strong>humanistisch</strong>!<br />

Buchrezension<br />

Schöne<br />

Bilder,<br />

viele<br />

Adjektive<br />

„Bücher, die die Welt veränderten“ —<br />

Die bedeutendsten Werke der Naturwissenschaften<br />

von Archimedes bis Stephen Hawking“<br />

ist von Brian Clegg geschrieben worden,<br />

einem der „brillantesten zeitgenössischen<br />

Science-Autoren.“ <strong>Das</strong> sagt zumindest sein<br />

deutscher Verlag. Und tatsächlich ist Clegg<br />

Autor zahlreicher populärwissenschaftlicher<br />

Bücher zu Themen, an die ich mich im Leben<br />

nicht herantrauen würden — namentlich im<br />

naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich.<br />

„Bücher, die die Welt veränderten“<br />

ist allerdings eher ein Bilderbuch durchaus<br />

im positiven Sinne, denn es stellt 150<br />

Bücher aus dem Bereich (Natur-)Wissenschaften<br />

in erster Linie dadurch vor, dass<br />

einzelne Seiten oder zumindest das Cover<br />

in Farbe abgedruckt sind.<br />

<strong>Das</strong> Öffnen des Buches löst dank dieser Bebilderung Emotionen<br />

aus, wie man sie vielleicht wiedererkennt, wenn man die<br />

Verfilmung von „Der Name der Rose“ von 1986 gesehen hat. Der<br />

junge Adson von Melk blättert hier im Jahre 1327 in herrlich<br />

illustrierten pergamentenen Schriften und schon beim Zusehen<br />

ergreift einen ein sakral-ästhetisch-wissenschaftlicher Schauer.<br />

Bebilderte Bücher sind für uns natürlich keine solche Sensation<br />

mehr und deswegen fällt der schöne Schauer auch ein wenig<br />

gedämpfter aus – aber es ist schon beeindruckend, Schriften,<br />

von denen man immer wieder gehört hat, neben solchen zu<br />

finden, die einem vollkommen neu sind, die aber trotzdem der<br />

Wissenschaft ihren Stempel aufgedrückt haben. Ästhetisch ist<br />

das Buch fraglos ein Gewinn. Doch drei Dinge trüben diesen<br />

ersten ästhetischen Eindruck. Zum einen werden aus unerfindlichen<br />

Gründen mitunter die Cover nicht der Originalausgaben,<br />

sondern der Übersetzungen einiger Bücher ins Italienische oder<br />

Spanische gezeigt. <strong>Das</strong> ist zwar auch hübsch, aber nicht nachvollziehbar.<br />

Warum wird dann nicht auch die finnische oder<br />

mongolische Übersetzung gezeigt? Es steht zu vermuten, dass<br />

hier Copyright-Überlegungen eine Rolle spielten.<br />

Zweitens fällt gleich beim Öffnen des Buches aus, dass die<br />

Schrifttype ungewöhnlich klein ist. Man hat fast das Gefühl,<br />

auf den Text solle es nicht so ankommen – aber dann ist wiederum<br />

zu viel davon da, als dass man ihn ignorieren könnte. Bei der<br />

Lektüre zeigt sich dann, dass vieles von dem Text entbehrlich<br />

gewesen wäre. Allen voran die Adjektive. Dauernd ist davon die<br />

Rede, dass dieses oder jene Buch „berühmt“, „bemerkenswert“<br />

oder gar „verblüffend“ sei und als Leser denkt man dann: „ja<br />

klar, sonst wäre der Text ja wohl auch nicht hier in diesem Buch<br />

erwähnt.“ Auch die oft recht detaillierte Kartierung von Geburtsorten<br />

der fraglichen Autor*innen strengt an.<br />

Drittens wird in dem Buch immer wieder darauf hingewiesen,<br />

der oder die Autor*in habe in seinen oder ihren Annahmen<br />

„noch falsch“ gelegen. <strong>Das</strong> klingt so, als ginge der Autor davon<br />

aus, dass es eine Wirklichkeit gebe, die zu erkennen Aristoteles,<br />

Kopernikus oder Keppler noch nicht in der Lage gewesen<br />

seien. „Wie viel Mathematik würden Sie auf einer einsamen<br />

Insel erfinden?“ hat im Kontrast dazu einmal der Anthropologe<br />

Michael Tomasello bei einem Vortrag gefragt um sein Konzept<br />

des „Wagenhebereffekts“ zu erklären. Er beschreibt damit die<br />

kumulativen Effekte des Wissensaufbaus<br />

über Generationen hinweg, die sich<br />

durchaus auch in „Bücher, die die Welt<br />

veränderten“ beschrieben finden. So kann<br />

z. B. Newton auf den Überlegungen von<br />

Galilei und Keppler aufbauen – ohne sie<br />

hätte er seine „philosophia naturalis“<br />

nicht schreiben können. Doch das Buch<br />

beschreibt nicht die Kumulation, sondern<br />

betont die Defizite der fraglichen Autor*innen.<br />

Und wo wir gerade bei dem Thema<br />

„Autorinnen“ sind – die erste Wissenschaftlerin,<br />

auf die Clegg unter großem<br />

gleichstellendem Tamtam hinweist ist<br />

Marie Curie. Dabei wäre hinreichend Gelegenheit<br />

gewesen, z. B. auf Ada Lovelace<br />

hinzuweisen, oder gar auf Hypatia. Aber<br />

um Inhalte scheint es dem Autor sowieso<br />

nicht immer zu gehen – zu oft betont er<br />

den Verkaufserfolg eines Buches, als dass sich diese Schlagseite<br />

seines Werkes ignorieren ließe. Es scheint fast so, als sei das<br />

Buch aus einem Rechercheprojekt um die Frage hervorgegangen,<br />

wie sich populärwissenschaftliche Texte besonders gut verkaufen<br />

ließen.<br />

Am Ende bleibt also eine durchmischte Bilanz. Die Texte<br />

sind lehrreich, aber zugleich mit Kaum-Informationen überfrachtet,<br />

die Bilder sind schön, aber ihre Auswahl erklärt sich<br />

nicht in jedem Fall. Dennoch bin ich froh, das Buch gelesen zu<br />

haben. Es hat einen gewissen Zug und bietet einen Schweingalopp<br />

durch mehrere tausend Jahre Bildungsgeschichte, den man<br />

andernorts so nicht geliefert bekommt.<br />

Jonas Grutzpalk<br />

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USA: Säkulare „Werte-<br />

Wähler*innen“ werden<br />

wahlentscheidende Kraft<br />

Ein genauerer Blick auf die Ergebnisse der<br />

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<strong>humanistisch</strong>.net/40334/<br />

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#FREE<br />

MUBARAK<br />

BALA<br />

Mubarak Bala und<br />

das Wüten des<br />

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in Nigeria<br />

Trotz eines entlastenden<br />

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Vereinigung in Nigera, Mubarak<br />

Bala, im Arrest festgehalten.<br />

<strong>humanistisch</strong>.net/40461/<br />

AN DIESER AUSGABE HABEN MITGEWIRKT Nina Abassi,<br />

Jennifer Bardi, Jonas Grutzpalk, Sebastian Rothlauf,<br />

Martin A. Völker.<br />

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Oktober. Beiträge von Autor*innen entsprechen nicht<br />

zwangsläufig der Meinung des Herausgebers.<br />

Irans<br />

säkularer<br />

Wandel<br />

Eine neue Umfrage<br />

zeigt große<br />

Veränderungen<br />

in den religiösen<br />

Überzeugungen.<br />

<strong>humanistisch</strong>.net/40488/<br />

ES IST AN DER ZEIT<br />

Stoppen wir inhumane<br />

Bräuche in Nepal!<br />

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