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humanistisch! Das Magazin #13 - 2/2021

Lach doch mal - Wie gut vertragen sich Humanismus und Humor?

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<strong>humanistisch</strong>! <strong>#13</strong> / April <strong>2021</strong><br />

<strong>#13</strong> / April <strong>2021</strong> <strong>humanistisch</strong>!<br />

EIN<br />

HUMANISTISCHER<br />

VORSCHLAG<br />

Ein Jahr nach dem Grundsatzurteil<br />

des Bundesverfassungsgerichts<br />

dringt die<br />

Humanistische Vereinigung<br />

(HV) auf eine Neuregelung der<br />

Suizidhilfe. Sie betont: Jegliche<br />

Verschleppung der Neuregelung<br />

verlängert das Leiden<br />

Sterbewilliger und bedroht<br />

deren Menschenwürde. Die<br />

Kritik aus dem Parlament am<br />

Vorgehen von Bundesgesundheitsminister<br />

Spahn wird von<br />

der HV unterstützt.<br />

Seit das Bundesverfassungsgericht<br />

am 26. Februar<br />

2020 das in § 217 StGB formulierte<br />

Verbot der geschäftsmäßigen<br />

Sterbehilfe als verfassungswidrig<br />

kippte, bewegen<br />

sich Sterbewillige, Angehörige<br />

sowie Mediziner*innen und<br />

Pflegepersonal weiterhin auf<br />

rechtlich unsicherem Terrain.<br />

HV-Vorstand Michael Bauer<br />

mahnt, diese Menschen nicht<br />

länger im Unklaren zu belassen.<br />

Er erneuerte deshalb die<br />

Forderung der Humanistischen<br />

Vereinigung nach einer Neuregelung<br />

des assistierten Suizids<br />

und verwies auf den Gesetzentwurf,<br />

den die HV bereits<br />

im April 2020 vorgelegt hatte.<br />

Darüber hinaus liegen mittlerweile<br />

weitere detaillierte<br />

Gesetzentwürfe aus der Mitte<br />

des Bundestages vor.<br />

Nach Ansicht der HV sollte<br />

der assistierte Suizid sollte<br />

straffrei möglich sein und<br />

Sterbewillige sollten einen Anspruch<br />

auf Hilfe beim Suizid<br />

haben, unterstreicht HV-Vorstand<br />

Michael Bauer, der auch<br />

zertifizierter Berater für Ethik<br />

in der Medizin ist. Allerdings<br />

ebenso wichtig: Sterbewillige<br />

sollten an einer verpflichtenden,<br />

qualifizierten Suizidpräventionsberatung<br />

teilnehmen. .<br />

Den Gesetzentwurf der HV<br />

zur Regelung der Suizidhilfe<br />

finden Sie auf <strong>humanistisch</strong>evereinigung.de.<br />

10 Punkte<br />

für den Bundestag<br />

Zu den Bundestagswahlen hat die Humanistische Vereinigung (HV)<br />

Forderungen für eine gerechte, weltanschaulich neutrale Politik in<br />

Deutschland formuliert. In einem 10-Punkte-Papier heißt es, dass die<br />

Gesellschaft vielfältiger und oftmals weniger religiös geworden sei.<br />

Trotzdem würden christliche Kirchen noch immer bevorzugt.<br />

Diese Vielfalt gilt es nach Ansicht der HV besser sichtbar zu machen.<br />

Die HV fordert deshalb unter anderem den Verzicht auf eine exklusive<br />

christliche Symbolik in Gebäuden oder bei Veranstaltungen. Religiöse<br />

wie nichtreligiöse Institutionen müssten gleichbehandelt und damit<br />

auch gleichwertig und gerecht gefördert werden. Im Sinne desselben<br />

Gleichheitsprinzips seien <strong>humanistisch</strong>e Studierende ebenso zu unterstützen<br />

wie ihre religiösen Kommiliton*innen. Auf die besonderen<br />

Bedürfnisse nichtreligiöser Schutzsuchender sei mehr zu achten, und<br />

analog zur religiösen müsse auch eine <strong>humanistisch</strong>e Militärseelsorge<br />

eingerichtet werden.<br />

Diese und einige weitere Forderungen wurden in einem sechsseitigen<br />

Papier zusammengefasst und rechtzeitig zur Erstellung der Wahlprogramme<br />

übermittelt.<br />

Lesen Sie das 10-Punkte-Papier der HV unter <strong>humanistisch</strong>evereinigung.de.<br />

#mindestens600!<br />

Angesichts der Corona-Krise<br />

fordern Gewerkschaften,<br />

NGOs und Sozialverbände<br />

Soforthilfen für die Ärmsten<br />

der Gesellschaft und eine Anhebung<br />

der Grundsicherung<br />

auf mindestens 600 € monatlich.<br />

Wie es in dem Aufruf<br />

heißt, seien armen Menschen<br />

hierzulande bislang kaum zusätzliche<br />

Hilfen gewährt worden,<br />

obwohl in der Krise ihre<br />

Lebenshaltungskosten teils<br />

stark gestiegen seien. Weil<br />

„Tafeln“ geschlossen blieben,<br />

günstige Mahlzeiten in der<br />

Schule ausfielen, Desinfektionsmittel<br />

und Masken gekauft<br />

und technische Geräte für<br />

den digitalen Schulunterricht<br />

beschafft werden mussten,<br />

standen arme Familien vor<br />

enormen finanziellen Herausforderungen.<br />

<strong>Das</strong>s der Regelsatz<br />

der Grundsicherung im<br />

Januar um lediglich 14 Euro<br />

angehoben wurde, nennen die<br />

Initiator*innen des Aufrufs<br />

deshalb einen „armutspolitischen<br />

Offenbarungseid“.<br />

Warum auch foodwatch<br />

den Aufruf unterstützt,<br />

lesen Sie hier: <strong>humanistisch</strong>.<br />

net/40549.<br />

Partei der Selbstmitleidigen<br />

und Rechten<br />

Gleich zwei jüngere Studien<br />

beschäftigen sich direkt<br />

oder indirekt mit der AfD und<br />

ihren Wähler*innen. <strong>Das</strong> Fazit:<br />

Mehr als die Hälfte der AfD-Wähler*innen<br />

ist wenigstens latent<br />

rechtsextrem, gewählt wird die<br />

Partei außerdem vor allem von<br />

Menschen, die sich benachteiligt,<br />

von Modernisierungsprozessen<br />

abgehängt und von Migrant*innen<br />

bedroht fühlen.<br />

Im Detail beschäftigte sich<br />

YouGov im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung<br />

mit rechtsextremen<br />

Einstellungen unter den<br />

Wähler*innen der Bundestagsparteien.<br />

Annährend jede*r<br />

dritte Wähler*in der AfD habe<br />

demnach ein geschlossen rechtsextremes<br />

Weltbild, mindestens<br />

latent rechtsextrem sei mehr als<br />

jede*r zweite. Auch unter den<br />

Wähler*innen anderer Parteien<br />

TRENDWENDE?<br />

<strong>Das</strong> Europäische Parlament stimmte<br />

am 21. Januar <strong>2021</strong> mit einer deutlichen<br />

Mehrheit für die Forderungen des Initiativberichts<br />

„Zugang zu angemessenem<br />

und bezahlbarem Wohnraum“ nach mehr<br />

gibt es übrigens extrem Rechte,<br />

doch liegt deren Anteil bei maximal<br />

21 Prozent (im Falle der FDP<br />

nämlich, und auch da nur unter<br />

Einbezug der latent Rechtsextremen).<br />

Die zweite Studie kommt<br />

vom Exzellenzcluster „Religion<br />

und Politik“ der Westfälischen<br />

Wilhelms-Universität Münster.<br />

Bereits 2019 wurden dort Online-Umfragen<br />

ausgearbeitet,<br />

an denen schließlich rund 2.500<br />

Menschen teilnahmen. Deren<br />

Ergebnisse zeigen nun, „dass sich<br />

insbesondere ältere Menschen<br />

mit einem niedrigeren Bildungsgrad<br />

in ländlicheren Regionen<br />

benachteiligt fühlen und das<br />

Gefühl haben, der Gesellschaft<br />

seien Leute wie sie egal“, so die<br />

beteiligten Psychologen Mitja<br />

Back und Michael Bollwerk.<br />

Mieterschutz, einem Grundrecht auf Wohnen<br />

und dem fairen Zugang zu bezahlbarem<br />

Wohnraum.<br />

Marie Linder, Präsidentin der Internationalen<br />

Union der Mieter (IUT), begrüßte<br />

die Abstimmung als einen „Game-changer“<br />

in der europäischen Politik. Anders<br />

als die nationalen Regierungen habe<br />

das EU-Parlament den Willen bewiesen,<br />

<strong>humanistisch</strong>!net<br />

AUF<br />

AUGENHÖHE<br />

Foto: ©AABF<br />

Der Alevitischen Gemeinde Deutschland (Almanya Alevi Birlikleri<br />

Federasyonu, AABF) wurden in Nordrhein-Westfalen die Rechte<br />

einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verliehen. Was zunächst<br />

nur wie ein formularjuristischer Akt klingt, ist tatsächlich die höchste<br />

Form gesellschaftlich-juristischer Anerkennung, die eine Religionsoder<br />

Weltanschauungsgemeinschaft hierzulande erfahren kann. Der<br />

Rechtstitel erlaubt es unter anderem, Steuern von Mitgliedern einzuziehen.<br />

Körperschaften des öffentlichen Rechts genießen außerdem<br />

steuerliche Vergünstigungen und haben Mitspracherecht in verschiedenen<br />

Gremien. Formal ist die 1989 gegründete AABF wenigstens in<br />

NRW damit den christlichen Kirchen gleichgestellt.<br />

Die AABF kommentierte, die Verleihung der neuen Rechte sei für<br />

sie „die Verpflichtung, auch zukünftig unser ganzes Tun und Engagement<br />

dafür einzusetzen, dass wir die Vielfalt der Gesellschaft gegen<br />

die Einfalt des Denkens schützen und uns noch intensiver dafür einsetzen,<br />

dass unsere Gesellschaft frei und offen bleibt.“<br />

In Deutschland gibt es derzeit 160 alevitische Gemeinden mit rund<br />

20.000 Mitgliedern, insgesamt leben in der Bundesrepublik zwischen<br />

500.000 und 700.000 Alevit*innen. Die AABF gab im Januar bekannt,<br />

nun auch die Vorbereitung für die Anerkennung als KdöR in zehn weiteren<br />

Bundesländern abgeschlossen zu haben.<br />

Spekulation mit Wohnraum zu beenden<br />

und allen Menschen angemessenen und<br />

bezahlbaren Wohnraum zu bieten. Linder<br />

zufolge sei Wohnen der höchste Ausgabenposten<br />

der europäischen Bürger*innen<br />

und mittlerweile ein echtes Armutsrisiko:<br />

156 Millionen Menschen in Europa seien<br />

armutsgefährdet, wenn man die Wohnkosten<br />

berücksichtigt.<br />

Wir sind auch online!<br />

News, Interviews, Kommentare.<br />

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