2021/13 | Helfensteiner Land | ET 29.03.2021

suedwest.presse

Helfensteiner

März 2021

LAND MAGAZIN

BIO-HOF: WENN KÜHE

SICH SAUWOHL FÜHLEN

Sonderveröffentlichung

Foto: Heike Siegemund


Impressum

Verlag & Herausgeber

GEISLINGER ZEITUNG

Verlagsgesellschaft mbH

& Co. KG

Hauptstraße 38

73312 Geislingen/Steige

Gesamtkoordination

Heike Siegemund

Gestaltung

Christa Borth

Anzeigen Bettina Holzwarth

(verantwortlich)

Redaktion

Kathrin Bulling (verantwortlich),

SVH GmbH & Co. KG

Druck

DHO – Druckzentrum

Hohenlohe Ostalb

GmbH & Co. KG

Ludwig-Erhard-Straße 109

74564 Crailsheim

Datenschutz

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Sie unter:

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INHALT 3

Inhalt

3 Inhalt

4 Gairenhof

Liebe Leserinnen und Leser,

Heike Siegemund

ganze zwei Jahre hat es gedauert

von der Bewerbung bis zum

Erhalt des Zertifikats: Jetzt darf

sich Bad Ditzenbach Fair-Trade-

Gemeinde nennen. Dass in dieser

Zeit auch viel Überzeugungsarbeit

notwendig war, berichten

Gudrun Lamparter und

Sandra Ullmann. Doch ihr Engagement

zahlte sich aus: Letztlich

gelang es ihnen, sogar mehr

Akteure ins Boot zu holen als für

die Mindestanzahl erforderlich

gewesen wäre. Mehr dazu lesen

Sie auf den Seiten 12 und 13.

Auch einem landwirtschaftlichen

Thema widmet sich die aktuelle

Ausgabe des „Helfensteiner

Land“: Der Gairenhof zwischen

Reichenbach im Täle und

Schlat darf sich nun Bio-Hof nennen.

Simone und Oliver Straub

haben den Hof erfolgreich umgewandelt.

Dazu war es notwendig,

einen komplett neuen Stall

zu bauen, in dem die Kühe viel

mehr Bewegungsfreiheit haben.

Das junge Ehepaar darf die Bio-

Milch seiner Kühe ab sofort verkaufen.

Mehr Infos dazu erhalten

Sie auf den Seiten 4 und 5.

Dass Pole-Dance keine Sportart

für Weicheier ist, beweisen

die Teilnehmerinnen eines

Workshops bei „Pole-Acrobatics“

in Deggingen. „Das ist richtig

anspruchsvoller Sport. Darum

setzt er sich auch momentan

als Trend überall durch“,

sagt Selina Kastner. Sie betreibt

die Sportart seit drei Jahren intensiv.

Die ganze Geschichte lesen

Sie auf den Seiten 6 und 7.

Mit dieser Ausgabe starten

wir außerdem eine neue Serie:

Wir stellen Firmen aus der Region

vor, die dem Bundesverband

mittelständische Wirtschaft

im Kreis Göppingen angehören.

Den Beginn macht die

Firma Pfeffer Filtertechnik in

Gingen. Der Schwerpunkt des

Unternehmens liegt auf der industriellen

Wasseraufbereitung.

Doch das jüngste Produkt, das

die Firma Pfeffer verkauft, ist

ein Luftreiniger für Räume – angesichts

der Corona-Pandemie

ein spannendes Thema. Das

ganze Firmenporträt finden Sie

auf den Seiten 18, 19 und 20.

Viele weitere Themen hält

dieses Heft für Sie bereit: unter

anderem ein Porträt über Wolfgang

Heldele, seit 30 Jahren

Turmwart des Geislinger Ödenturms,

sowie Berichte über

den ausgebildeten Sensenlehrer

Heinz Wiedmann aus Wiesensteig

und über die Geislinger Bestatterin

Nadja Rehm, die zur

„Persönlichkeit im Handwerk“ in

der Kategorie „Frauenpersönlichkeit“

gewählt wurde. Außerdem

gehen wir der Frage nach,

warum die Gussenstadter „Leisabeidl“

genannt werden, und wir

fragen GZ-Leser, ob sie in diesem

Jahr eine Urlaubsreise planen.

Wir wünschen Ihnen viel

Spaß beim Lesen, einen schönen

Frühling – und bleiben Sie

gesund!

Ihre Heike Siegemund

6 Pole-Dance

8 Ödenturm

10 Heinz Wiedmann

1 2 Fairtradetown

Bad Ditzenbach

14 Wandertipp

16 Heiligs Blechle

Trendsportart

Pole-Dance

Dieser Sport ist

nichts für

Weicheier.

In Deggingen

gibt es Kurse.

Seite 6

04 Landwirtschaft

Simone und Oliver Straub

haben den Gairenhof

zwischen Reichenbach

im Täle und Schlat

erfolgreich in einen

Bio-Hof umgewandelt.

08 Ödenturm

Wolfgang Heldele ist

seit 30 Jahren Turmwart.

12 Fairer Handel

Bad Ditzenbach ist jetzt

Fairtrade-Gemeinde.

Der Kurort übernimmt

damit Vorbildfunktion.

Entspannend

und medidativ

Heinz Wiedmann mäht

leidenschaftlich gerne

mit der Sense.

Seite 10

14 Wanderung

Helmut Walter nimmt die

GZ-Leser mit auf eine Tour,

die in Eybach beginnt und

endet.

21 Frühlings-Rezept

Walter Bauhofer präsentiert

leckeren Wildkräutersalat

mit Ricottaknödeln und

lauwarmer Tomatenbutter.

26 Umfrage

Corona erschwert die

Urlaubspläne auch in

diesem Jahr. Viele warten

erstmal ab mit Buchungen.

18 Firma Pfeffer

Filtertechnik

21 Rezept

22 Ortsnamen

24 Nadja Rehm

26 Umfrage

29 Fahr mal raus

30 Buchtipps


4 LANDWIRTSCHAFT

Jetzt gibt es Bio-Milch

Der Gairenhof zwischen Reichenbach und Schlat darf sich nun Bio-Hof nennen.

Im eigens neu gebauten Stall fühlen sich die Kühe sauwohl. Von Heike Siegemund

Simone und Oliver Straub

sind froh und erleichtert:

Das junge Ehepaar

hat den Gairenhof zwischen

Reichenbach im Täle und

Schlat erfolgreich in einen Bio-

Hof umgewandelt. Bereits im

Herbst vergangenen Jahres sind

die Kühe vom alten in den eigens

neu gebauten Stall umgezogen.

Jetzt darf deren Milch als Bio-

Milch verkauft werden.

Doch der Reihe nach. Die Planungen

für den Bau des neuen

Kuhstalls, der notwendig war,

um einen Bio-Hof betreiben zu

dürfen, begannen bereits im

Jahr 2017. Ein Jahr später erfolgten

Wirtschaftlichkeitsberechnungen

und konkretere Planungen

mit einem Bauingenieur.

Ende 2018 reichten Simone und

Oliver Straub das Baugesuch

ein. Die Baugenehmigung erhielten

sie Ende April 2019. Im

Herbst vergangenen Jahres ging

es dann los mit Vorbereitungsarbeiten

für den Untergrund:

Weil der Stall am Hang entstand,

musste die Fläche zunächst

geebnet werden. Insgesamt investiert

das junge Ehepaar mehr

als eine Million Euro in das Vorhaben,

für das Zuschüsse der

Europäischen Union in Höhe von

30 Prozent fließen.

„Der Bau des neuen Stalls ging

relativ schnell. Alles lief nach

Plan“, freut sich Simone Straub.

Ziel sei gewesen, dass die Tiere

ihr neues Zuhause noch vor dem

Winter beziehen, um sich vor der

Simone und Oliver Straub investieren viel Geld, um den Gairenhof in

einen Bio-Hof umzuwandeln.

kalten Jahreszeit eingewöhnen zu

können. Dies ließ sich problemlos

realisieren: Ende September

ging der Umzug vonstatten, der

schon „aufregend“ war, wie Simone

Straub sagt. Die Tiere wurden

in einem Viehanhänger zu

ihrem neuen Stall gefahren, in

dem sie sich nun frei bewegen

können und nicht mehr wie früher

an einer Stelle fixiert sind.

„Wir haben horn- und nichthorntragende

Kühe“, erzählt Simone

Straub. Wie sich diese untereinander

vertragen, war zunächst

die spannende Frage. „Es gibt

eine Rangordnung unter Kühen.

Diese haben sie bei uns im alten

Stall aber nie geklärt, weil sie angebunden

waren.“ Diese Klärung

sei im neuen Stall zum Glück

recht glimpflich abgelaufen, zeigt

sich die 35-Jährige erleichtert.

„Man hat zum Teil schon gesehen,

dass es Zwist gab, aber es

war nicht richtig bösartig.“

60 Bio-Kühe und Jungvieh haben

im neuen Stall ihr neues Zuhause

gefunden. „Am Anfang

hatten die Tiere alle Muskelkater.

Sie waren es einfach nicht

gewohnt, sich frei bewegen zu

können“, erzählt Simone Straub

schmunzelnd. „Es ist schön zu

sehen, dass sie sich gut eingelebt

haben und dass es beim

Umzug keine Unfälle gab. Alle

sind lieb und umgänglich. Und

sie haben auch das System mit

den Liegeboxen schnell verstanden“,

betont Simone Straub.

In diesen Boxen können es sich


LANDWIRTSCHAFT 5

Im neuen Melkstand (Bild oben) können bis zu zwölf Tiere gleichzeitig

gemolken werden.

In der Verkaufshütte mit Selbstbedienungs-Automaten sind

unterschiedliche Produkte erhältlich. Fotos: Heike Siegemund

die Tiere auf einem Stroh-Kalk-

Gemisch als Matratze gemütlich

machen. Auch „Wellnessbürsten“

stehen für die Tiere bereit:

Sobald sie diese anstoßen, drehen

sie sich und übernehmen

ganz automatisch die Fellpflege

der Kühe. Den Tieren scheint das

zu gefallen: „Sie stehen gerne

drin“, hat die 35-Jährige beobachtet.

Darüber hinaus gibt es im

neuen Stall eine „Abkalbebox“,

damit sich die Kuh beim Kalben

von der Herde absondern kann.

In einem Melkstand können bis

zu zwölf Tiere gleichzeitig gemolken

werden. „Wir haben die

Option, dies auf 16 Kühe auszubauen“,

sagt Simone Straub. „Früher

mussten wir mit dem Melkzeug

einzeln zu jeder Kuh gehen.

Jetzt kommen die Tiere zu uns“,

freut sie sich über die Arbeitserleichterung.

Der neue Stall ist hell und

freundlich, und es gibt genügend

Frischluft. Die Kühe sind ruhig

und entspannt, auch wenn Fremde

den Stall betreten. „Von Hektik

keine Spur“, freut sich Simone

Straub. Jetzt im Frühjahr dürfen

die Kühe raus auf die Weide.

Dafür stehen zwölf Hektar Weidefläche

zur Verfügung, wobei

Simone Straub betont: „Wir müssen

erst mal schauen, wie viel wir

davon tatsächlich benötigen“.

„Manche Leute haben zu uns

gesagt: Ihr seid ja verrückt, dass

ihr so viel Geld investiert“, erzählt

Simone Straub. Doch sie

und ihr Mann sind überzeugt:

Alles andere wäre für den Gairenhof

nicht zukunftsfähig und

hätte sich wirtschaftlich nicht

mehr gerechnet. „Es fühlt sich

einfach richtig an.“

„Viel Unterstützung können

wir bekommen, wenn die Leute

bei uns einkaufen“, betont Simone

Straub. In einer Verkaufshütte

mit Selbstbedienungs-Automaten

auf dem Gelände des Gairenhofs

werden jetzt unterschiedliche

Produkte angeboten: unter

anderem die eigene Bio-Milch,

Apfelsaft von eigenen Streuobstbäumen,

Wurst mit Rindfleisch

vom eigenen Rind, hergestellt

von einem Metzger aus Zell unter

Aichelberg, Demeter-Käse

von der Ziegelhütte bei Ochsenwang,

Demeter-Eier vom Sonnenhof

in Bad Boll, Honig von

einem Imker aus Reichenbach im

Täle sowie Obst aus Schlat. Das

Angebot wird der Jahreszeit entsprechend

angepasst.

Käse, Butter und Joghurt von

der eigenen Milch – das würde

Simone Straub noch reizen.

„Aber wir finden niemanden, der

das für uns macht. Die mobilen

Hofkäsereien sind alle ausgelastet“,

bedauert sie. „Wenn wir

einen Sponsor finden, würden

wir eine Käserei bauen. Das würde

dann fast nochmal eine Million

kosten“, sagt die junge Mutter

augenzwinkernd. „Irgendwann

ist das Budget eben erschöpft.

Aber vielleicht ergibt

sich ja was – wir lassen uns überraschen,

was noch kommt.“

Anforderungen an einen Bio-Betrieb

Simone und Oliver Straub führen

den Gairenhof, der sich auf

Degginger Gemarkung zwischen

Reichenbach und Schlat

befindet und in einer idyllischen

Landschaft auf einer Anhöhe liegt,

in fünfter Generation. „Unsere Familie

hatte ihn im Jahr 1906 gekauft“,

erinnert sich Simone Straubs Vater

Christof Heim. Er hat den Gairenhof

im Sommer vergangenen Jahres in die

Hände seiner Tochter und seines

Schwiegersohns übergeben.

Damit die Umstellung auf ökologische

Bewirtschaftung klappte, musste

ein neuer Milchviehstall gebaut

werden. Denn: „Bio braucht Platz“,

wie es Simone Straub formuliert.

Der frühere Stall war 30 Meter lang

und 15 Meter breit; der neue bringt es

auf eine Länge von 40 und eine Breite

von 35 Metern.

Das Areal des Gairenhofs umfasst

eine Fläche von 76 Hektar, davon

60 Hektar Grünfläche. Die Felder haben

Simone und Oliver Straub auch

auf Bio umgestellt: Das Futter für die

Tiere, also Weizen, Hafer, Einkorn und

Mais, wird nach ökologischen Richtlinien

produziert. Die Milch darf erst

dann als Bio-Ware verkauft werden,

wenn der Umzug in den neuen Stall

ein halbes Jahr her ist – so will es das

Gesetz. Diese Vorschrift ist nun erfüllt.

Neben der größeren Stallfläche, dem

Auslauf im Freien und der Bewirtschaftung

der Felder ohne Chemie

gibt es noch weitere Anforderungen

an einen Bio-Betrieb: So sind prophylaktische

Gaben von chemisch-synthetischen

Medikamenten wie Antibiotika

im Ökolandbau verboten.

Nicht zugelassen ist außerdem die

Enthornung der Kühe. „Der bisherige

Bestand an Kühen ohne Hörner darf

zwar bleiben“, erklärt Simone Straub.

Aber alle Tiere, die neu hinzukommen,

müssen ihre Hörner behalten.

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6 TREND

Pole-Dance ist purer

Sport – und nichts

für Weicheier. In

Deggingen gibt

es Kurse und

Workshops.

Von Claudia Burst

Schwebende Eleganz

Thu Kowalewski sieht entspannt

aus. Ihre Stimme

klingt ruhig, während

sie kopfüber an einer

Stange hängt. Ihr rechtes Bein ist

angewinkelt und um die Stange

gewunden; ihren Unterarm hat

sie hinter dem Winkel, den ihre

Kniekehle bildet, durchgesteckt

– und so hält sie sich an der Stange,

dem sogenannten Pole, fest.

Die Pole-Dancerin aus München

streckt ihr linkes Bein von sich;

die Spannung darin vibriert bis

in den großen Zeh.

Neun Frauen schauen und

hören ihr fasziniert zu. Sie alle

sind Teilnehmerinnen eines

Pole-Dance-Workshops bei

„Pole-Acrobatics“ in Deggingen

und haben bereits Erfahrung in

dieser Sportart gesammelt. Die

meisten schaffen es, die Figur am

Pole nachzumachen.

Selina Kastner, Chefin und

Trainerin von „Pole-Acrobatics“,

sowie Stefanie Richter, ihre

Mit-Trainerin, nehmen beide

selbst an dem Workshop teil.

„Beim Pole-Dance gibt es mindestens

300 Figuren und jeweils

Varianten – da lerne auch ich

noch was Neues“, sagt Selina

Kastner. Obwohl sie den Sport

seit drei Jahren intensiv betreibt,

sind ihre Hände wie die der anderen

verschwitzt. Immer wieder

trocknet sie die Pole-Stange

mit einem Handtuch ab und reibt

sich ihre Hände mit Magnesia

ein, um an der Stange nicht abzurutschen.

Die 23-Jährige kam eher zufällig

zum Pole-Sport. „Meine Cousine

hat von einem Schnupperkurs

erfahren und fand die Idee

witzig“, erzählt sie. Sie selbst sei

anfangs kritisch gewesen, „weil

ich nicht so die Sportlichste

war“. Das änderte sich auf Anhieb.

Nach der zweiten Kursstunde

kaufte sie sich eine Pole-Stan-


TREND 7

ge für zuhause und übte dort täglich.

„Zum ersten Mal machte

Sport mir wirklich Spaß, und ich

musste mich nicht dazu zwingen“,

sagt sie. Seitdem sie

Pole-Sport betreibe, sei sie trotz

ihrer Skoliose, also Wirbelsäulenverkrümmung,

schmerzfrei.

Sie habe etwa zehn Kilogramm

zugenommen, alles Muskelmasse.

„Es ist diese Mischung aus

Kraftsport, Eleganz und Tanz,

die mich fasziniert“, betont sie.

Genau das begeistert auch Stefanie

Richter. Im Gegensatz zu Selina

Kastner, die in ihren Kursen

die Akrobatik, das Krafttraining

und das Stretching ins Zentrum

stellt, liebt und lehrt sie vor allem

die Choreografien – also die

Figuren, die Tricks und Spins.

Beim Pole-

Dance gibt

es mindestens

300 Figuren.

Spins, dieses Zauberwort

spielt auch beim Workshop eine

große Rolle. Dabei dreht sich die

Hülse der Polestange mit den

Sportlern mit und unterstreicht

damit die „schwebende Eleganz“,

wie Stefanie Richter sagt. Gasttrainerin

Thu Kowalewski warnt

die Workshopteilnehmerinnen:

Manchmal komme es vor, dass

es jemandem beim Drehen übel

wird. „Oh ja“, bestätigt Teilnehmerin

Sandra Dups und erzählt,

dass es ihr anfangs oft so ergangen

sei. „Ich habe mir Reise-

Kaugummis besorgt. Die haben

geholfen“, berichtet sie schmunzelnd.

Inzwischen habe sich ihr

Körper aber an das Drehen gewöhnt.

Beim Warm-Up tragen die

vorwiegend jungen Frauen des

Workshops zum Teil noch

Leggings. Das Pole-

Dance-Outfit aus kurzen

Hosen und möglichst

bauchfreier Oberbekleidung

kommt erst

darunter zum Vorschein,

als es an die Stange

geht. Dann sieht man

bei einigen der Frauen

auch blaue Flecken. „Die

sind normal“, sagt Selina

Kastner. „Wir nennen sie

liebevoll Pole-Kisses“.

Die knappe Kleidung, betont

sie auf Nachfrage, „hat

mit sexy nichts zu tun“. Sie

sei notwendig, „weil die

Haut im Gegensatz zur

Kleidung am Pole haftet

und Halt gibt“. Überhaupt

habe der Pole-Sport

wenig mit

Erotik zu tun. „Das ist

richtig anspruchsvoller

Sport. Darum

setzt er sich auch

momentan als

Trend überall

durch.“

Fotos: Claudia Burst

Dieses Ganzkörpertraining eignet

sich für jedes Alter und jede Statur

Bei „Pole-Acrobatics“ in

Deggingen (Geislinger Straße

2) gibt es Kurse für Anfänger

und Fortgeschrittene

in den Bereichen Pole Sport,

Pole Conditioning, Pole

Choreo sowie Stretching

und Flexibility.

Wie Thu Kowalewski berichtet,

gehört Pole-Dance in München

zum festen Bestandteil der

Sportszene. Die 43-Jährige hat

selbst vor fünf Jahren mit dem

Pole-Sport begonnen und weiß,

dass sich dieses Ganzkörpertraining

für „jedes Alter, jedes

Geschlecht und jede Statur“

eignet – und „auch dann, wenn

jemand vorher kaum Sport gemacht

hat“.

Cindy Schmid aus Eislingen

hat erst vor Kurzem den

Pole-Sport für sich entdeckt

und nimmt am Anfänger-Workshop

teil. Sie ist begeistert

darüber, wie schnell beim

Pole-Sport die Kraft aufgebaut

wird.

„Anfangs tat mir jeder Muskel

weh, sogar der Kiefer. Das ist der

Wahnsinn“, sagt sie. Auch sie hat

sich eine Polestange für zuhause

gekauft. „Das Schöne ist, dass

ich mich in meinem Körper endlich

wohl fühle. Das war früher

nicht der Fall.“ Außerdem gefällt

der 24-Jährigen, dass diese

Sportart „nie langweilig ist –

im Gegensatz zu normalem

Kraftsport“.

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Die Geschichte

des Ödenturms

Erstmals urkundlich erwähnt

wurde der Ödenturm im Jahr

1420, aber aufgrund der angewandten

Mauerwerkstechnik

(Buckelquaderbauweise) halten

Experten eine Entstehung

zwischen 1150 und 1250 n. Chr.

für wahrscheinlich. Die Grundmauern

des Turmsockels sind

2,5 Meter dick, die Höhe bis zur

Turmspitze beträgt 33,4 Meter.

Fünfmal brannte der Ödenturm

im Verlauf der Jahrhunderte

durch Blitzschläge aus; das

letzte Mal vor 100 Jahren am

18. Januar 1921. Im Jahr 2008

wurde der Turm von außen

umfassend restauriert.

Der Ödenturm ist (wenn es nicht

gerade einen Lockdown gibt) an

Sonntagen (nicht an Feiertagen)

zwischen dem 1. Mai und dem

letzten Sonntag im Oktober zwischen

10 und 17 Uhr für Besucher

geöffnet.

„Welch‘ unglaublich

schöner Ausblick“

Seit 30 Jahren ist Wolfgang Heldele Ödenturmwart der Ortsgruppe Geislingen

des Schwäbischen Albvereins. Die schöne Aussicht fasziniert ihn bis heute –

zu jeder Jahreszeit. Von Claudia Burst


Vorsichtig steigt Wolfgang

Heldele die 118 Holzstufen

des Ödenturms nach

oben. „Normalerweise

sind die Treppen sauber“, sagt der

77-Jährige fast entschuldigend.

Dabei kann er ja nichts dafür, dass

der Turm wegen Corona seit

Herbst 2019 nicht mehr geöffnet

war und die Dohlen den Turm für

sich vereinnahmt haben. In den

verdunkelten Fensternischen der

dicken Mauern liegen Reste ihrer

Nester; auf sämtlichen Stufen

knirschen Sand, Vogeldreck und

kleine Ästchen, die die Tiere im

Lauf der Monate verloren und

verstreut haben. Für sie sind die

geschlossenen Fensterläden vor

den Luken kein Hindernis: Es gibt

genug Platz zwischen ihnen und

der Mauer, um den Turm trotzdem

zu entern.

Das Burgzimmer ganz oben ist

kühl, aber gemütlich eingerichtet.

Heldele öffnet die Fensterläden.

Die Aussicht ist faszinierend – der

weite Blick, der Wald, das Tal.

den Ödenturm verantwortlich.

Wie es dazu kam, weiß Heldele

nicht. Er selbst ist „erst“ seit 1962

Mitglied im Albverein. „Irgendwie

ist es seitdem ,unser‘ Turm“,

erzählt er. Auf etwa 40 Personen

kann er zurückgreifen, um die

Dienstzeiten zu besetzen; nicht

alle sind Mitglieder des Albvereins.

„Das ist eine ordentliche

Mannschaft, die sehr verlässlich

ist“, lobt der Ödenturmwart, der

diese Aufgabe weiterhin erledigen

will, „solange es meine Gesundheit

zulässt“.

sie dort ein opulentes Frühstück

inklusive Sekt“, verrät Heldele

schmunzelnd. Sechs Vormittags-Dienste

übernehme dieses

Paar pro Saison, um sich die Auszeit

zu gönnen.

Von der Aussicht aus dem

Turm ist Heldele noch heute so

fasziniert wie damals, als er sie

zum ersten Mal gesehen hat. Je

nach Jahreszeit und Wetter sei der

Ausblick immer anders, verdeutlicht

er. Das, was ihn oben im

Turm bisher am meisten beeindruckt

hat und was er, wie er sagt,

Lichtstrahl genau über dem Funkturm

von Aufhausen wieder auf.“

Lachen muss Heldele bei der

Erinnerung an einen jungen

Mann, der ihm erzählt habe, er sei

gerade auf der Rückreise aus Australien.

Als er den Ödenturm aus

dem Zug heraus sah, habe er sich

kurzfristig entschlossen, auszusteigen

und sich den Turm anzuschauen.

Wie die meisten Besucher

sei der junge Mann von der

Aussicht begeistert gewesen. Das

ausgelegte Gästebuch enthält

Aussagen wie „Danke für die tolle

Aussicht und die Erklärungen“

oder „Welch‘ unglaublich schöner

Ausblick“. Dass so mancher das

Erklimmen des Turmzimmers

bereits als Erfolgserlebnis abspeichert,

wird im Gästebuch ebenfalls

deutlich: „Zu viert hier rauf,

oh schnauf, oh schnauf . . .“ heißt

es dort – oder „Habe die Treppen

doch geschafft . . .“ und „Wir

haben den Turm bezwungen“.

Genau wegen diesem atemberaubenden

Ausblick „kommen

zwischen 20 und 250 Besucher

an jedem Sonntag, wenn wir geöffnet

haben“, sagt Wolfgang Heldele.

Er muss es wissen – immerhin

ist er seit genau 30 Jahren

Ödenturmwart und damit derje-enige,

der die Sonntagsdienste te

organisiert. Das heißt: Er sorgt

dafür, dass an den Öffnungstagen

(siehe Infokasten) zwischen

10 und 17 Uhr jemand

den Turm für die Besucher

öffnet und wieder abschließt;

außerdem muss jemand tagsüber

anwesend sein, damit

nichts im Turmzimmer zerstört t

wird oder wegkommt.

Die Kugeln sind Steinkugeln

für Schleudern und Eisenkugeln

für Kartaunen und Kanonen

wie sie beim Beschuss der Festung

Helfenstein im Jahr 1552 verwendet

wurden. Sie sind neben anderen

Exponaten im Burgzimmer ausgestellt.

Fotos: Claudia Burst

Natürlich betrachten die meisten

Besucher auch die ausgestellten

Bilder und Skizzen sowie

die Fundstücke aus der Burg Helfenstein.

Dabei kommen auch

viele Fragen auf, die sie dem jeweils

anwesenden Turmwärter

dann stellen. „Die meisten Fragen

können wir beantworten“,

sagt Heldele.

Seit Mitte der 50er Jahre fühlt

sich die Ortsgruppe Geislingen

des Schwäbischen Albvereins für

Wolfgang Heldele genießt immer wieder gerne den Ausblick.

Manche der Turmwärter sind

mit wahrem Enthusiasmus bei

der Sache. „Ein Ehepaar aus

unserer Gruppe zelebriert ihren

Dienst im Ödenturm. Bevor die

beiden das Turmzimmer für die

Öffentlichkeit öffnen, genießen

niemals vergessen wird, war

die totale Sonnenfinsternis am

11. August 1999. „Es war imposant,

wie die Dunkelheit kam“, erinnert

er sich daran, wie es im Wald still

wurde und im Tal die Lichter angingen.

„Dann blitzte der erste

Der Strom ist

das Dilemma

Als „Dilemma“ bezeichnet

Wolfgang Heldele die „Geschichte

mit dem Strom“.

Weil das Stromkabel zum Ödenturm

seit Februar 2019 defekt

ist, versorgt eine Solaranlage

den Ödenturm aktuell mit der

nötigen Energie für Licht oder

bei Bedarf auch für den Radiator,

falls es im Burgzimmer kalt ist.

Allerdings reicht der Strom in

den Solarzellen selbst dann,

wenn diese voll sind, nicht für

einen ganzen Tag Licht im Treppenhaus.

Ist es draußen nicht

sehr hell, bedeute das laut Heldele

ein „stockdunkles und damit

gefährliches“ Treppenhaus.

Fehlender Strom bedeutet darüber

hinaus aber vor allem, dass

der Ödenturm nachts nicht

mehr beleuchtet werden kann.

Weil die Stadt Geislingen finanziell

nicht in der Lage ist, das

Stromkabel zu reparieren, hat

sich im Oktober 2020 der Förderverein

Ödenturm gegründet.

Dieser rechnet mit 50 000 bis

60 000 Euro Kosten, um den

Turm wieder zum Strahlen zu

bringen. Dafür ist der Verein auf

Spenden angewiesen.

Weitere Infos gibt es auf

www.foerdervereinoedenturm.de

im Internet.

Fragen werden per E-Mail an

info@foerderverein-oedenturm.de

beantwortet.


10 NATURSCHUTZ

„Das wirkt

entspannend,

geradezu

meditativ“

Es ist eine alte Tradition,

die man nicht mehr oft

sieht: das Mähen mit der

Sense. Doch Heinz Wiedmann

aus Wiesensteig schwört

auf diese Methode des Mähens.

Der 61-Jährige arbeitet leidenschaftlich

gerne mit der Sense,

ist sogar ausgebildeter Sensenlehrer

und gibt Kurse für Interessierte.

Ist es möglich, eine Wiese

oder einen Rasen fast lautlos und

ohne Anstrengung zu mähen und

ohne Lärm und Benzin-Abgase

„total entspannt“ hohes wie auch

nasses Gras zu schneiden, fragt

Wiedmann und gibt sogleich die

Antwort: „Ja, das geht – mit der

Sense“. Dabei handle es sich um

die ökologische Alternative zu

lärmenden Motorgeräten. So sei

es mit der Sense kein Problem,

auch nach Feierabend, in der

Mittagsruhe oder sonntags zu

mähen.

Das richtige Mähen bewege

schonend den ganzen Körper.

Die direkte Naturverbundenheit,

der Geruch des Grases, das

Heinz Wiedmann aus Wiesensteig

mäht leidenschaftlich gerne mit der Sense.

Der ausgebildete Sensenlehrer gibt

Interessierten auch Kurse.

Von Heike Siegemund

Geräusch der Schneide, die sanfte

rhythmische Bewegung und

der Duft der Blumen – „all das

wirkt sehr entspannend, geradezu

meditativ“, betont der

Wiesensteiger.

Das Mähen mit der Sense sei

keineswegs schwierig. Etwas Wissen

und eine gewisse Routine seien

jedoch erforderlich, damit es

leichter von der Hand geht und

so zu einem entspannten, gesunden

Vergnügen wird. Wichtig sei

außerdem ein gut gedengeltes,

schnitthaltiges und qualitativ

hochwertiges Sensenblatt. Denn:

„Der bekannte Spruch ,Gute

Schneide halbe Arbeit‘ gilt besonders

bei der Sense“, sagt Wiedmann.

Für ein körperschonendes

und ermüdungsarmes Mähen

werde außerdem eine richtig eingestellte,

an den Körper angepasste

Sense benötigt. „So kann die

Leichtigkeit und Freude des

Mähens erlebt und eine gute

Mähleistung bei minimalem

Kraftaufwand erzielt werden.“

Darüber hinaus sei die Mahd

mit der Sense die tier- und pflanzenschonendste

Art, eine Wiese

zu mähen, und leiste einen wertvollen

Beitrag zur Steigerung

und zum Erhalt der Artenvielfalt.

„Nirgendwo tummeln sich auf

einem Quadratmeter mehr Tierund

Pflanzenarten als in einer

regelmäßig gemähten Wiese“,

verdeutlicht Wiedmann. Dadurch

leiste man auch einen großen

Beitrag zum Umweltschutz.

Bereits in seiner Kindheit haben

ihn die Sensen-Mähkünste

seiner Großeltern und seines

Vaters fasziniert, wie er betont.

„Mein Großvater hat mir als

Alb-Schäfer auch früh den Bezug

zur Natur nähergebracht.“ Bereits

seit 30 Jahren engagiert sich

Wiedmann im Umweltschutz

(siehe Kasten). Weil er seit Jahresanfang

in passiver Altersteilzeit

ist und deshalb mehr Zeit

hat, will er nun die Sensen-Aktivitäten

und die Naturschutzarbeit

in der Region wieder verstärken.

Eine Anfrage gab es bereits

von der Gruppe Umwelt

und Natur des Deutschen Alpenvereins

Sektion Schwaben, die

es sich vorstellen könnte, einen

Sensenkurs im und beim Harpprechtshaus

Schopfloch zu veranstalten.

Außerdem will Wiedmann

mit der Bergschutzorganisation

Bei einem Kurs von Heinz Wiedmann beim Schloss Ellwangen sind

die Teilnehmer mit dem Dengeln beschäftigt.

Wie montiert man das Sensenblatt? Heinz Wiedmann (rechts) mit

Tochter Sonja und Sohn Mario beim Üben.

Fotos: privat


NATURSCHUTZ 11

Mountain Wilderness und der internationalen

Alpenschutzkommission

CIPRA Pläne für ein

Bergmahd-Projekt in den Allgäuer

Alpen umsetzen. Auch ein

Wiesenmahd-Projekt auf der

Schwäbischen Alb schwebt ihm

vor. „Ein großes Anliegen von

mir ist, dass in der Natur- und

Landschaftspflege wieder mehr

die lautlose und pflanzenschonende

Sense zum Einsatz

kommt.“ Auch in der Region könne

man zum Beispiel auf Heideflächen

auf den Motorfreischneider

verzichten und stattdessen

die Sense verwenden. Beim Mähen

mit einem Freischneider

werde „das Gras quasi abgeschlagen,

die Blumen sind an der

Stelle richtig zerfetzt“. Dies sei

bei der Sense nicht der Fall.

„Wenn ein Florist eine Blume abschneidet,

macht er einen

Schrägschnitt. Das macht die

Sense auch“, erklärt der 61-Jährige.

Durch diesen „schönen sauberen

Schnitt“ verschließe sich

die Wunde der Pflanze sofort

wieder. In diesem Bereich würde

Heinz Wiedmann gerne Aufklärungsarbeit

leisten und den

Vereinen, die sich in der Pflege

der Flächen engagieren, Knowhow

liefern.

Kombikurse Mähen und Dengeln

An den Kursen von Heinz

Wiedmann nehmen nicht

nur Männer, sondern auch

Frauen teil. Fotos: privat

Heinz Wiedmann engagiert

sich seit 30 Jahren im Umweltschutz,

unter anderem

als Naturschutzwart im Oberen

Filstal und als Vertreter des

Alpenvereins im Landes-Naturschutz-Verband,

Arbeitskreis

Göppingen. Außerdem ist er

Gründungsmitglied der Bergschutzorganisation

Mountain

Wilderness Deutschland und

Österreich.

Der Sensenlehrer ist Mitglied der

Sensenvereine Deutschland und

Österreich und hat seine Ausbildung

in Österreich absolviert. Zu

dieser gehörte auch „eine exklusive

Führung“ bei der Firma

Schröckenfux in Rossleithen,

dem „letzten der österreichischen

Sensenwerke mit Weltruf,

wo bereits seit 1540 hochwertigste

handgeschmiedete Sensenblätter

geschmiedet werden“,

betont Wiedmann. Außerdem

werde den angehenden

Sensenlehrern im Sensenmuseum

Geyerhammer im Almtal gezeigt,

wie mit dem traditionellen

mit Wasserkraft betriebenen

Wasserhammer bis 1978 Sensen

geschmiedet wurden.

Die Prüfung legte der Wiesensteiger

im Jahr 2017 ab. Seither

gibt er vor allem im Taubertal,

Ostalbkreis und in Bayern Kurse

– meist Kombikurse Mähen und

Dengeln. Dabei hilft zum Teil

auch sein Sohn mit, ebenfalls ein

guter Sensenmäher. Auf Anfrage

bietet Heinz Wiedmann auch

Einzelcoaching für Interessierte

in der Region an.

Bei seinen Kursen seien mittlerweile

über die Hälfte der Teilnehmer

Frauen; etwa 30 Prozent kämen

aus dem Umfeld der Imker,

berichtet Wiedmann. „Viele haben

eine eigene kleine Obstwiese,

die sie naturnah mähen wollen.“

Sie alle betonen, dass ihnen

Motorfreischneider zu schwer

und zu laut seien; außerdem sei

es nicht ideal für die Bienen, in

der Nähe von Bienenstöcken mit

einem Freischneider zu mähen,

ergänzt Wiedmann.

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Die Mahd mit der Sense ist die tier- und pflanzenschonendste Art,

eine Wiese zu mähen, betont Wiedmann. Foto: Heike Siegemund


12 NACHHALTIGKEIT

Kurort übernimmt

Vorbildfunktion

Bad Ditzenbach darf sich seit Kurzem Fairtrade-Gemeinde nennen. Zwei Jahre hat es

gedauert von der Bewerbung bis zum Erhalt des Zertifikats. Von Heike Siegemund

Seit wenigen Monaten ist

Bad Ditzenach Fairtrade-Gemeinde

– und damit

neben Geislingen,

Göppingen und Bad Boll eine der

wenigen Kommunen in der näheren

Umgebung, die sich auf

den Weg gemacht haben, den fairen

Handel weltweit zu unterstützen.

Zwei ganze Jahre hat es

gedauert von der Bewerbung bis

zum Erhalt des Zertifikats. In dieser

Zeit war auch viel Überzeugungsarbeit

notwendig, sagen

Gudrun Lamparter – die treibende

Kraft unter den Ehrenamtlichen

– und Sandra Ullmann, bei

der im Rathaus die Fäden für die

Aktion „Fairtrade Town“ zusammenlaufen.

Überzeugungsarbeit mussten

die beiden vor allem bei einigen

Akteuren leisten, die sie mit ins

Boot holen wollten. Sprich: bei

Geschäftsinhabern, Gastronomen,

Schulen und Vereinen.

„Hier haben wir schon viel Ausdauer

gebraucht. Im ersten Moment

konnten manche nicht so

viel mit dem Thema anfangen“,

räumt Sandra Ullmann ein.

Nachdem sie erklärt hatten, was

genau es mit dem Thema

„Fairer Handel“

auf sich

hat, konnten

viele anfänglichen

Skeptiker

von

der

guten

Sache

überzeugt

werden.

Somit gelang

es Gudrun

Lamparter

und Sandra Ullmann,

insgesamt 17 Akteure

zu gewinnen, die nun mindestens

zwei faire Produkte dauerhaft

anbieten – und damit sogar

neun mehr als für die Mindestanzahl

notwendig gewesen wäre,

um das Zertifikat „Fairtrade

Town“ zu erhalten.

Das freut Gudrun Lamparter,

Sandra Ullmann, Bürgermeister

Herbert

Juhn und

die anderen

Mitglieder

der Steuerungsgruppe,

die

eigens

gegründet

worden

war. „In

Bad Ditzenbach

gibt

es seit 30 Jahren

die Aktion ,Fairer

Welthandel‘. Es sind also

genügend Erfahrungen in diesem

Bereich da. Es ist toll, dass es

jetzt geklappt hat“, sagt Gudrun

Lamparter zum Erhalt des Siegels.

Sie selbst hat vor 30 Jahren

die Aktion „Fairer Welthandel“

der evangelischen Christusgemeinde

im Täle gegründet und

verkauft zusammen mit weiteren

Ehrenamtlichen seit vielen Jahren

auf dem Bad Ditzenbacher

Wochenmarkt fair gehandelte

Produkte.

Eine Besonderheit gibt es in

Bad Ditzenbach dahingehend,

dass nicht nur faire Waren wie

Kaffee, Bananen oder Schokolade

angeboten werden, sondern

dass auch lokale Produkte, die

vor Ort hergestellt werden, stärker

in den Fokus gerückt werden

sollen. So fand im Herbst 2018

ein „fair-regionaler Markt“ statt,

bei dem auch Apfelsaft, Milch

und Brotaufstriche aus der Heimat

präsentiert wurden. Diese

Mischung aus fair und regional

findet sich auch beim Wochenmarkt

wieder.

Beim Thema „Fairtrade Town“

gehe es aber nicht nur darum, fair

gehandelte Produkte zu verkaufen,

sagt Gudrun Lamparter.

Auch Bildungsarbeit spiele eine


NACHHALTIGKEIT 13

große Rolle. „Man muss die Menschen

darüber informieren und

dabei schon bei den Kindern

beginnen.“ Die Ulrich-Schiegg-

Schule in Gosbach engagiere sich

hier sehr und bringe den Kleinen

das Thema kindgerecht näher,

lobt die 64-Jährige.

Darüber hinaus werde im Rathaus

fair gehandelter Kaffee getrunken.

Auch bei den Gemeinderatssitzungen

werde fairer

Orangensaft angeboten. Das

Ganze ließe sich noch weiter

ausbauen: Zum Beispiel könnten

die Bauhofmitarbeiter Kleidung

aus fairem Handel tragen, ergänzt

Gudrun Lamparter.

Dass sich Bad Ditzenbach

nun Fairtrade-Gemeinde nennen

darf, soll im Rahmen eines zweiten

fair-regionalen Markts gefeiert

werden, sobald dies die Corona-Pandemie

zulässt. Schilder

an den Ortseingängen sollen auf

das Zertifikat hinweisen. Darauf

ist ein Logo zu sehen, das Tim

Wibiral, Gemeinderat und Mitglied

der Steuerungsgruppe

„Fairtrade Town“, entworfen hat.

Gudrun Lamparter (links) und

Sandra Ullmann präsentieren eines

der Schilder, die auf das Zertifikat

hinweisen.

Gudrun Lamparter verkauft mit weiteren Ehrenamtlichen bereits seit vielen Jahren fair gehandelte

Produkte auf dem Bad Ditzenbacher Wochenmarkt.

Fotos: Heike Siegemund

„Wir setzen uns dafür ein,

dass die Wirtschaft fairer wird“,

betont Gudrun Lamparter. Die

überzeugte Christin und die anderen

Akteure wollen ein Zeichen

gegen den ungerechten

Welthandel setzen, Vorbildfunktion

übernehmen und dafür sorgen,

dass für gute Produkte ein

fairer Preis gezahlt wird, der es

den Produzenten erlaubt, in

Würde zu leben – nicht nur in

fernen Ländern, sondern auch

direkt vor der Haustür. „Gerade

in Zeiten der Pandemie ist es

wichtiger denn je zu zeigen, dass

man auch in einem kleinen Ort

ein Rad im großen Ganzen ist

und mitverantwortlich für ein

gerechteres Leben und Miteinander.“

17 Akteure sind dabei

Diese 17 Akteure aus Bad Ditzenbach mit den Ortsteilen Gosbach und

Auendorf fördern den fairen Handel auf lokaler Ebene:

- Ulrich-Schiegg-Schule Gosbach

- Evangelische und katholische Kirchengemeinde

- Fair-Stand

- Freundeskreis Asyl

- Obst- und Gartenbauverein Bad Ditzenbach

- Schwäbischer Albverein Ortsgruppe Bad Ditzenbach

- Gasthaus Lamm Gosbach

- Gasthaus Hirsch Gosbach

- Café Köhler Bad Ditzenbach

- Café Filsblick Bad Ditzenbach

- Margit’s Lädle Gosbach

- Kräuterhaus Sankt Bernhardt Bad Ditzenbach

- Obere Mühle Gosbach

- Edeka Mändle Gosbach

- Lidl Gosbach

- Müller Drogeriemarkt Gosbach

- Friseursalon Hair & Style Martin Wagner Bad Ditzenbach

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14 SCHLAF

NATUR

Schwäbische Alb pur

Der begeisterte Wanderer Helmut Walter

aus Bad Überkingen präsentiert

eine Tour mit Start und Ende in Eybach.

Ein Mindestmaß an Schwindelfreiheit sollte

streckenweise vorhanden sein.

Enge Täler, Felsen, Höhlen,

weite Felder: Alles, was

die Schwäbische Alb zu

bieten hat, finden wir auf

dieser Wandertour, die im Geislinger

Stadtteil Eybach ihren

Start und ihr Ende hat. Das Auto

können wir in der Ortsmitte

Eybachs parken. Hier bewundern

wir gleich zu Beginn

des Wandertages die

renovierte Kirche

Mariä Himmelfahrt

am Marienplatz.

Beim Blick zum

wunderschönen Zifferblatt

der Kirchenuhr

fällt uns auch

gleich der Himmelsfels

ins Auge. Dominant

wacht der mächtige

Fels über dem

Ort und dem Eybacher

Schloss. Wir

wandern über die

Rösgasse zum Ortsrand und treffen

auf die Waldhauser Steige.

Für etwa 100 Meter müssen wir

am linken Straßenrand bergauf

gehen. Schon in der ersten Kehre

jedoch biegen wir nach links

in den Waldweg und wandern

oberhalb der Eyb in Richtung

Untere Roggenmühle.

Gerade als unser Weg in die

Kreisstraße münden will und die

Roggenmühle in Sicht kommt,

biegen wir

nach rechts

und wandern

entlang des

kleinen Bachs

ins Magentäle

hinein. Schnell

wird der Taleinschnitt

immer

enger.

Rechts und

links ragen Felsen

in die

Höhe. Auf

schmalem Pfad

geht es sprichwörtlich

über Stock und Stein.

In fast allen Jahreszeiten sind

hellgrüne Moose und Waldklee

auf dem Totholz zu finden. Die

Stimmung ist geradezu mystisch

und geprägt von absoluter Stille.

Mit etwas Trittsicherheit kommen

wir problemlos durchs

Magentäle. Das Tal öffnet sich

zusehends, und wir treten aus

dem Wald heraus. Ein Wanderhinweis

zeigt uns den Weg nach

links in Richtung DAV-Hütte und

Steinenkirch. An den Wochenenden

wird die Wanderhütte des

Deutschen Alpenvereins von der

Sektion Brenz bewirtschaftet.

Der kurze Abstecher lohnt sich

jedoch auch, um den schönen

Grillplatz zur Rast zu nutzen.

Gleich hinter der Hütte führt ein

schmaler Pfad durch das Gebüsch

hinunter zum gekennzeichneten

Wanderweg.

Bald erreichen wir den keinen

Ort Steinenkirch mit seinem beschaulichen

Kirchlein. Hier bietet

sich der herrliche Biergarten

des Landgasthofs Rössle zur Einkehr

an. Unser Weg führt nun

durch das Wohngebiet auf dem

Ravensteiner Weg in Richtung

Ravenstein. Auf Asphalt wandern

wir über die Hochfläche,

wechseln zweimal die Richtung

und gelangen bei leichtem bergab

zum kleinen Weiler Ravenstein.

Der Wanderweg führt am

zweiten Bauernhof nach rechts

in den Wald hinein. Zugleich befinden

wir uns nun in steilem Gelände.

Die aufragenden Turmfelsen

und deutlichen Hangeinschnitte

erinnern an den Platz

der ehemaligen Burg Ravenstein.


NATUR 15

Es gibt keine Ruinenreste. Vermutlich

wurde die Burg in der

ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts

erbaut. Der einstige

Besitz der Burg wird der hochadeligen

Familie Ravenstein/

Stubersheim zugeordnet.

Unser Weg führt über einige

Serpentinen hinunter ins Roggental.

Wir queren die Straße bei

der Kläranlage

im unteren Bereich

und gelangen

auf eine kleine

Brücke, die

uns über den in

der Aue fließenden

Mühlbach

bringt. Dem

Bachverlauf folgend

wandern

wir nun auf einem

breiten und

bequemen Wirtschaftsweg

und

erreichen schnell

das Mordloch.

Um diese Höhle,

die mit über vier Kilometern

Länge zu den längsten Höhlen

Deutschlands zählt, rankt sich

die Sage vom Eybacher Schlossförster.

Von einem Wilderer ermordet,

soll das Opfer in der

Höhle versteckt worden sein.

Der treue Jagdhund des Försters

fand später die Leiche seines

Herrn im Mordloch. Die ganze

Tipps zur Strecke

Die Wandertour hat eine Wegstrecke

von 14,5 Kilometern.

Es sind knapp 400 Höhenmeter

zu überwinden. Die reine

Gehzeit beträgt 4,5 Stunden.

Hinzu kommt Zeit für die Höhlenerkundung,

Naturbeobachtungen

sowie Vesperrast oder

Einkehr.

Es bedarf Trittsicherheit im

Bereich Magentäle; beim Aufstieg

zur Schnittlinger Hochebene

sollte ein Mindestmaß

an Schwindelfreiheit vorhanden

sein.

Weitere Tourdaten und eine

Downloadmöglichkeit findet

man auf www.outdooractive.com

Geschichte kann auf einer

Infotafel am Höhleneingang

nachgelesen werden.

Mit einer Stirnlampe ausgerüstet

gehen wir für etwa

50 Meter in die Höhle. Unsere

Exkursion endet schnell, weil

es sich beim Mordloch um eine

aktiv wasserführende Höhle handelt.

Je nach Jahreszeit und Niederschlagsmengen

bekommt der

Wanderer dann

nasse Füße.

Nach ausgiebiger

Rast am

Helmut Walter

Fotos: Helmut Walter

Grillplatz geht

es für 100 Meter

zurück, und wir

finden einen

Pfad, der nach

links hinauf

zur Schnittlinger

Höhe führt. Der

einstige Albvereinsweg

wurde

von einer engagierten

Mittwochswandergruppe

bearbeitet

und ist nun wieder gut begehbar.

Etwas Trittsicherheit und

ein Mindestmaß an Schwindelfreiheit

sollten vorhanden sein,

um diese Passage gefahrlos zu

begehen.

Wir erreichen die Hochfläche,

wandern auf die Kuppeln einer

Biogasanlage zu, biegen nach

links und – immer der Nase nach

– auf einen Schweinemastbetrieb

zu. Gleich hinter den Stallungen

biegen wir erneut nach links und

folgen dem Wanderzeichen Rote

Raute. Eine lange Gerade führt

über die weitläufigen Wiesen

und Felder. Weitblicke in alle

Himmelsrichtungen haben ihren

besonderen Reiz. Die lange

Gerade endet in einem Querweg.

Wir gehen nach rechts und an

der nächsten Möglichkeit wieder

nach links. Auf einem Spurweg

wandern wir talwärts. Der Weg

mündet in einen Pfad; dieser

bringt uns hinunter zum Eybacher

Neubaugebiet. Für die letzten

Meter zur Ortsmitte nehmen

wir den Eybacher Panoramaweg,

erreichen die Schlossanlage der

Grafen von Degenfeld und gelangen

letztlich zurück zu Start

und Ziel.

Ein Video zur Tour gibt es auf

dem Youtube-Account von

Helmut Walter unter „Wandern

mit Helmut/Magentäle,

Ravenstein und Mordloch“.

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16 HEILIGS BLECHLE

Jedes Fahrzeug

hat eine Geschichte

Heinz Straub aus Auendorf ist stolzer Besitzer zweier Oldtimer-Daimler und eines

Oldtimer-BMW-Motorrads. Von Patricia Jeanette Moser

Meine Fahrzeuge sind

dauerhaft zugelassen“,

sagt Heinz

Straub aus Auendorf

nicht ohne Stolz. Chromglänzend

und poliert stehen die drei

Oldtimer beim Termin mit der

GZ am Aussichtspunkt Steinpyramide

oberhalb seines Heimatorts

vor prächtiger Landschaftskulisse

mit Blick zum

Flugplatz Nortel. Segelflieger

kreisen am Himmel, als wollten

sie sich die drei Schätzchen von

Heinz Straub genauer ansehen.

Seine Fahrzeuge

sind tatsächlich sehenswert:

ein roter Mercedes Benz 220 SB,

Baujahr 1964, ein grüner Mercedes

Benz 220 Diesel, Baujahr

1974, und ein schwarzes Motorrad

der Marke BMW R51/3,

Baujahr 1953. Alle drei Oldtimer

sind jederzeit fahrtauglich. Heinz

Straub wartet die Fahrzeuge regelmäßig,

steckt viel Zeit und

Geld hinein, sodass sie sich optisch

und technisch so prachtvoll

präsentieren können.

Drei Fahrzeuge, das bedeutet

auch drei Geschichten.

Angefangen beim schwarz-glänzenden

Motorrad erzählt Heinz

Straub, dass er Anfang der 1990er

Jahre eine solche Maschine gesucht

hatte. Auf einer Oldtimer-

Messe in Mannheim wurde er

fündig. In den vergangenen

30 Jahren nahm er zahlreiche Erneuerungen

und Reparaturen

vor. Verschleiß-Teile hat Straub

ersetzt und Standschäden behoben.

Er bewegt das Motorrad

regelmäßig, um eventuellen

Schäden durch Nichtbenutzung

vorzubeugen. Aber natürlich ist

auch jede Menge Spaß dabei,

wenn er mit der Maschine mit

zwei Zylindern und 24 PS zu

Oldtimer-Treffen fährt.

„Im Jahr 1953 waren 24 PS eine

hohe Leistung. Die meisten Motorräder

hatten gerade mal um

die 12 PS. Da war diese BMW

schon etwas Besonderes“, sagt

der Kfz-Fachmann. Damals „acht

Jahre nach dem Krieg und fünf

Jahre nach der Währungsreform“


HEILIGS BLECHLE 17

Der Mercedes Benz 220 SB, Baujahr 1964, hat eine hochwertige

Innenausstattung mit schwarzem Echt-Leder und weiteren Extras.

habe die Maschine neu 3151 Deutsche

Mark (DM) gekostet. „Nur

wenige konnten sich das leisten

bei einem durchschnittlichen

Stundenlohn von etwa 0,35 DM.“

Gebaut wurde die Maschine in

den Jahren 1951 bis 1955. Eine

Besonderheit dieser Zeit zeigt

Straub an den Rädern der Maschine:

Die Halb-Nabe an den Rädern

befindet sich hinter den Speichen.

Ausschließlich von 1951 bis 1953

wurden diese Halb-Naben verbaut.

Solche BMW-Motorräder

sind heute besonders gesucht in

Oldtimer-Kreisen. Mit Stolz verweist

Straub auf zwei identische

Zahlen: Die Motor- und Rahmennummer

seiner BMW R51/3 sind

identisch und beweisen die Originalität

des Zweirads aus dem

Jahr 1953.

Gleich daneben präsentiert

Straub seinen Mercedes Benz

220 SB. Die originale weinrote

Lackierung und viel glänzendes

Chrom fallen sofort ins Auge und

verleihen dem Wagen eine besondere

Eleganz. Unter der gepflegten

Motorhaube mit dem

Traditions-Stern über dem Kühler

befindet sich ein 6-Zylinder

Reihenmotor mit Vergaser. Im

Baujahr 1964 wurde die stattliche

Karosse mit 110 PS ausgestattet.

Dass dies ein Prestige-Fahrzeug

war, das sich nur Besserverdiener

leisten konnten, beweist

ein erneuter Vergleich von

Heinz Straub: „Der Neupreis des

Mercedes Benz 220 SB im Herstellungsjahr

1964 lag bei etwa

16 000 DM. Ein Eigenheim kostete

im Vergleich dazu zwischen

28 000 und 30 000 DM“.

Auch die Ausstattung des Wagens

mit dem Schiebedach, einem

guten Radio mit elektrischer

Antenne, einer Servo-Lenkung

und einer Innenausstattung aus

schwarzem Echt-Leder spricht

für Exklusivität. Der Vorbesitzer

des Mercedes Benz war ein Fabrikant.

1984 wurde der Wagen,

nach dessen Tod, von dessen

Ehefrau stillgelegt und kam als

Totalschaden zum Verkauf. „Gerade

die Geschichte des jeweiligen

Oldtimers macht das Fahrzeug

zusätzlich bedeutsam“, verdeutlicht

Straub. Ein Kfz-Meister

aus dem Rheinland kaufte den

Wagen und restaurierte ihn von

Nur wenige

konnten

sich das leisten

bei einem

durchschnittlichen

Stundenlohn

von etwa

0,35 DM.

1985 bis 1996. Selbst der Unterbau

wurde lackiert und ist nach

wie vor tadellos. 2004 verkaufte

der Kfz-Meister den Wagen an

Heinz Straub.

Seit 16 Jahren investiert er in

Technik, Fahrwerk, Bremsen und

Stoßdämpfer. Eine Motorrevision

hat er durchgeführt und die

Achsen neu gelagert. Originalteile

sind auf dem großen Oldtimer-Markt

gut zu bekommen

und sind für Heinz Straub ein absolutes

Muss. Das Spezielle an

diesem Mercedes Benz sind die

sogenannten Heckflossen. Der

Hersteller ließ sich dabei vom

amerikanischen Cadillac inspirieren.

Die Heckflossen galten

nicht nur als schick; sie dienten

auch der Orientierung beim

rückwärts Einparken.

Auch der Dritte im Bunde des

Oldtimer-Trios, der Mercedes

Schwarz, glänzend und fahrbereit präsentiert Heinz Straub seine

BMW aus dem Jahr 1953.

Fotos: Patricia Jeanette Moser

Benz 220 Diesel, in zweiter Serie

gebaut, muss sich nicht verstecken.

Natürlich glänzt auch

dieser Wagen und ist stets fahrbereit.

Mit dem 4-Zylinder-

Diesel-Motor und 60 PS war dieses

Modell gut 40 Jahre das Familienauto

der Straubs. „Gerade

aus diesem Grund hängt mein

Herz an diesem Wagen besonders“,

gesteht Straub. Im Oktober

1980 wurde das Auto erworben,

das für den Vater von Heinz

Straub gedacht war. Dieser fuhr

das Auto von 1980 bis 1992, bis

es abgemeldet wurde. Bis 2004

stand der Wagen in der Garage,

erzählt Heinz Straub, bevor er

sich zur Restaurierung entschloss.

„Schnell mal renovieren

war nicht“, erinnert er sich. Ein

Standschaden zeigte sich in der

kompletten Technik, in die er viel

Geld und Zeit investierte.

Nach dem Termin mit der GZ

fährt Straub seine Fahrzeuge

wieder nach Hause in die heimische

Garage, die fast wie ein

Oldtimer-Wohnzimmer anmutet.

Blickt man in die gepflegte und

geräumige Auto-Unterkunft in

Auendorf, dann weiß man:

Oldtimer haben es gut bei Heinz

Straub.


SONDERVERÖFFENTLICHUNG

18 DER MITTELSTAND IM HELFENSTEINER LAND

Filteranlagen zur Wasseraufbereitung.

Fotos: Markus Sontheimer

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SONDERVERÖFFENTLICHUNG

DER MITTELSTAND IM HELFENSTEINER LAND 19

Serie

Für das Magazin

Helfensteiner Land

haben wir eine neue

Serie gestartet:

Wir stellen Unternehmen

vor, die dem Bundesverband

mittelständische

Wirtschaft im

Kreis Göppingen angehören.

Den Beginn macht in

diesem Heft die Firma

Pfeffer Filtertechnik

in Gingen.

Mit Gartenbaubedarf

fing 1988 alles an, als

Ulrich Pfeffer sein eigenes

Unternehmen

gründete. In den Folgejahren verschob

sich der Schwerpunkt

nach und nach auf den Anlagenbau

für Aquarien und Filteranlagen

– von landwirtschaftlichen

Bewässerungen über Zuchtanlagen

für Speise- und tropische

Zierfische bis hin zu exklusiven

Gartenteichen für japanische Koikarpfen.

Heute liegt der Schwerpunkt

auf der industriellen Wasseraufbereitung.

Doch das jüngste

Produkt, das die Firma mit

Sitz in Gingen verkauft, ist ein

Luftreiniger für Räume mit einer

Fläche von bis zu 200 Quadratmetern.

Dieser kann sogar Corona-Viren

unschädlich machen.

Die SPD-Politiker Heike Baehrens

und Sascha Binder zeigten

sich bei einem Besuch vor Ort

von der Technologie schon mal

angetan. Die Geräte, die aus Italien

kommen, arbeiten mit sogenanntem

kaltem Plasma. Diese

Technologie soll mit Hilfe von

elektrisch geladenen Teilchen

Viren in der Raumluft abtöten.

„Das wirkt auch auf Oberflächen“,

versichert Pfeffer. Er verweist

auf einen Test an der Universität

Padua, demzufolge nach

einer Laufzeit von 30 Minuten

bereits 99,99 Prozent der Covid-

19-Erreger vernichtet wurden.

„Ob es zu einer Infektion kommt,

hängt stark von der Menge an

Viren ab“.

Der Technologie habe er es

auch zu verdanken, sagt Ulrich

Pfeffer, dass er sich auf einer Geburtstagsfeier

im vergangenen

Jahr nicht bei einer hinterher

positiv getesteten Person angesteckt

habe. „Viele wissen nicht,

dass sie infiziert sind, weil sich

die Symptome erst zwei Tage

später zeigen“, erklärt er die Problematik.

Er sorgt sich auch um

Patienten, die aus Angst vor einer

Ansteckung im Wartezimmer

nicht mehr zum Arzt gehen.

In diesen Fällen würden seine

Geräte Schutz bieten. Im Vergleich

zu Modellen mit Filtertechnik

sei der Strombedarf

niedriger; für die Ionisationsröhren

steht nach 8000 Betriebsstunden

ein Austausch an. Gelüftet

werden muss aber bei beiden

Technologien. Denn: „Die verbrauchte

Luft wird ja nicht ersetzt“.

Auch das Abstand halten,

Hände waschen und Maske tragen

sei weiterhin notwendig.

Das Umweltbundesamt (UBA)

hält mobile Luftreiniger in Schulen

nur im Ausnahmefall für

sinnvoll, wie aus einer entsprechenden

Stellungnahme hervorgeht.

Die Wirksamkeit sei „in

vielen Fällen bislang nicht eindeutig

nachgewiesen“, heißt es

zur Begründung. Und weiter:

„Geräte, die eine Virenreduktion

über Luftbehandlung mit Ozon

und anderen reaktiven Stoffen

vorsehen, werden für den Einsatz

in Schulen aus gesundheitlichen

Gründen abgelehnt, da

Weiter auf Seite 20.


SONDERVERÖFFENTLICHUNG

20 DER MITTELSTAND IM HELFENSTEINER LAND

Ulrich Pfeffer präsentiert eine Wasseraufbereitungsanlage. Im Jahr

1988 hatte er sein eigenes Unternehmen gegründet.

Der Schwerpunkt der Firma Pfeffer liegt auf der industriellen

Wasseraufbereitung.

Der Kompetenzpartner

für den

Mittelstand.

die Wirkstoffe selbst reizend

sind und/oder durch Reaktion

mit anderen Stoffen in der

Raumluft neue Schadstoffe entstehen

können“.

Pfeffer widerspricht: Die

Menge an Ozon, die bei seinen

Geräten durch die Ionisierung

entsteht, liege weit unterhalb der

vorgeschriebenen Grenzwerte.

Neben Viren eliminieren die Geräte

laut Pfeffer auch Bakterien,

Schimmelsporen, flüchtige organische

Substanzen und schlechte

Gerüche. In italienischen Altenheimen

hätte sich auch die

Zahl derjenigen, die an der herkömmlichen

Grippe erkrankten,

um ein Drittel reduziert.

Er verweist auf eine Studie

der Universität der Bundeswehr

in München, der zufolge durch

Raumluftreiniger „die Virenlast

im Raum sehr schnell abgebaut

wird und die Verweildauer der

Viren nach der Freisetzung kurz

ist“. Dies gelte unter drei Voraussetzungen:

einer stündlichen

Luftwechselrate in Höhe des

Sechsfachen des Raumvolumens,

einer Eliminierung von

Viren-Luftreiniger

99,995 Prozent der Erreger und

einem leisen Betrieb.

Das Hauptgeschäft von Pfeffer

Filtertechnik bleibt jedoch

Wir sind

Ihre Stimme!

die Filtration von Wasser – wie

etwa die Entsalzung von Meerwasser

– und Speiseöl. 2019 erhielt

die Firma eine Auszeichnung

für ein patentiertes System,

das 2000 Tonnen heißes Frittieröl

pro Stunde filtrieren kann.

In Pfeffers Worten: „Unsere

Anlagen helfen dabei, bis zu

35 Tonnen Pommes pro Stunde

zu erzeugen“. Sie helfen dem

Hersteller dabei, auch das Öl für

Fischstäbchen, Chips und andere

frittierte Produkte sauber zu

halten. Ein weiteres Patent hält

Fotos: Markus Sontheimer

Pfeffer für eine Anlage zur Filtration

von heißem Geothermie-

Wasser, die selbst unter hohem

Druck zuverlässig arbeitet.

Die „Königsdisziplin der Filtertechnik“

kam im Kölner

Zoo zum Einsatz: Im dortigen

„Hippodom“ läuft eine Anlage

von Pfeffer rund um die Uhr

wauf Hochtouren, um die Hinterlassenschaften

der vier Flusspferde

aus dem Wasser zu holen.

Weil die tierischen Bewohner

sage und schreibe rund 100 Kilogramm

davon pro Stunde produzieren,

wird das Wasser einmal

pro Stunde komplett ausgetauscht,

damit die Besucher einen

ungetrübten Blick genießen

können. Wenn es wieder in

das Becken hineinfließt, ist das

Wasser sogar trinkbar.

Weitere mobile

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Leiter des Kreisverbands Göppingen

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KÜCHE 21

Walter Bauhofer

GZ-Küchenmeister

Wildkräutersalat

mit Ricottaknödeln und

lauwarmer Tomatenbutter

„Aus Ricotta lassen sich tolle Gerichte zubereiten“, betont GZ-Küchenchef

Walter Bauhofer. Für die GZ-Leser präsentiert er ein frühlingshaftes Rezept.

Ricotta ist ein italienischer

Frischkäse, der

aus Molke hergestellt

wird. „Aus ihm lassen

sich tolle Gerichte, sowohl süße

als auch herzhafte, zubereiten“,

schwärmt GZ-Küchenchef Walter

Bauhofer. Der hierzulande

weit verbreitete, ungesalzene

Ricotta sei mild im Geschmack

und fein cremig. Deshalb eigne

sich der Frischkäse wunderbar

für Cannoli: frittierte Teigröllchen,

mit einer Creme aus

Ricotta und Zucker gefüllt. Aber

auch leichte frühlingshafte Gerichte

wie Ricottaknödel lassen

sich schnell und lecker damit zubereiten.

Zutaten für den

Wildkräutersalat:

280 g Pflücksalat

einige Blätter Gundermann,

Vogelmiere, Giersch und

Labkraut

Zutaten für die

Vinaigrette:

4 EL Gemüsebrühe

1 TL Dijon-Senf

1 TL Honig

4 EL Essig, mild

Salz, Pfeffer

4 EL Nussöl

4 EL Olivenöl

Popcorn als Garnitur

Zubereitung

Wildkräutersalat:

Den Pflücksalat und die Kräuter

waschen und trockenschleudern.

Für die Vinaigrette die Brühe

leicht erwärmen. Senf, Honig

und Essig unterrühren. Mit Salz

und Pfeffer würzen. Öle mit einem

Pürierstab untermixen.

Zutaten für die

Ricottaknödel:

350 g Ricotta

30 g Butter

4 Eigelbe

110 g Mehl

2 EL Hartweizengrieß

25 g gemahlene Mandeln

Salz, Muskat

2 EL Olivenöl

je 2 Zweige Rosmarin

und Thymian

Zubereitung

Ricottaknödel:

Die Butter bräunen. Den Ricotta

mit der Nussbutter, den Eigelben,

dem Mehl, dem Grieß und

den Mandeln verrühren. Mit

Salz und Muskat würzen. Aus

der Ricottamasse kleine Knödel

mit etwa drei Zentimetern

Durchmesser formen. Die Knödel

in knapp siedendem Salzwasser

fünf bis sechs Minuten

garziehen lassen. Anschließend

trocken in Olivenöl rundum anbraten.

Dabei Rosmarin und

Thymian als Aromatengeber

mitbraten.

Zutaten für die

Tomatenbutter:

1 Fenchel

1 Zwiebel

1 Karotte

1/4 Knollensellerie

etwas Olivenöl

Salz, Zucker

2 Zweige Rosmarin

0,25 l Tomatensaft

0,25 l Gemüsebrühe

300 g Tomatenfleischwürfel

(auch Konserve)

150 g Butter

Zubereitung

Tomatenbutter:

Das Gemüse putzen, vorbereiten

und in etwa einen Zentimeter

große Stücke schneiden. Olivenöl

in einem Topf erhitzen und

das Gemüse darin anschwitzen.

Mit Salz, Zucker und Rosmarin

würzen. Mit Tomatensaft und

Gemüsebrühe angießen. Tomatenwürfel

hinzufügen und das

Gemüse 45 Minuten leicht kochen

lassen. Anschließend Rosmarinzweige

entnehmen, Gemüse

pürieren, durch ein Sieb streichen

und mit der kalten Butter

montieren und abschmecken.


222 ORTSNAMEN

Foto: Adobe Stock Photo,

Jürgen Fälchle

Die Gussenstadter und

ihre Leidenschaft für Linsen

Warum werden die Bewohner des Albdorfes „Leisabeidl“ genannt?

Zu diesem Spitznamen kursiert eine amüsante Erzählung. Von Heike Siegemund

Im Buch „Über Knöpfleswäscher,

Pantscher und Ratze –

Schwäbische Spitznamen aus

dem Kreis Heidenheim“ von

Hans und Wolfgang Wulz ist über

Gussenstadt nachzulesen: „Angesichts

der ungeschützten Lage

auf der Hochfläche der rauen Alb

darf man es schon als ein mittleres

Wunder betrachten, dass die

Bewohner von Gussenstadt zwar

nicht wohlhabend waren, aber

doch ein recht ordentliches Auskommen

hatten“. Alte Aufzeichnungen

berichteten demnach

davon, dass die Vermögensumstände

der Einwohner von Gussenstadt

„im Ganzen nicht ungünstig“

waren. Es gab mehrere

sehr bemittelte Bauern

und fast keine Familie, die

nicht ein Stück Gut, ein eigenes

Haus und ein oder zwei

Stück Vieh besaßen. Dabei seien

die Leute geordnet tätig gewesen

und hätten im Allgemeinen die

lobenswerten Eigenschaften gezeigt,

„welche die noch wenig

verdorbenen Albbewohner überhaupt

auszeichnen“.

Daran könne man sehen, wie

sich der echte schwäbische Älbler

auch unter widrigen Umständen

mit Hilfe seiner besonders

charakterlichen Fähigkeiten einigermaßen

durchs Leben schlagen

konnte, steht weiter in dem

Buch geschrieben. „Mr muss halt

‘s Sach zammahalte“, so lautete

die Devise der

Gussenstadter.

Neben den gängigen

Nahrungsmitteln

wie Schwarzbrot und Suppe,

Haferbrei und Hefeknöpfle,

Spätzle und Krombira (schwäbische

Bezeichnung

für Kartoffeln)

haben

die

Gussenstadter

laut

Hans und

Wolfgang

Wulz als Beilage

vor allem

Linsen bevorzugt, besonders

die „Guschtatter Laisa“.

„Man kann den Altvorderen diese

Vorliebe nachfühlen, wenn

man an das auch heute noch bei

Schwaben und inzwischen auch

bei Nichtschwaben beliebte,

köstliche Wintergericht ,Linsen,

Spätzle, Rauchfleisch und Saitenwürste‘

denkt, wobei es in

Zeiten der Armut noch ohne

Würste und nur in Ausnahmefällen

mit Rauchfleisch serviert

wurde“, schreiben die Autoren.

Die Gussenstadter seien deshalb

mit der allseits bevorzugten

Hülsenfrucht besonders

sorgfältig umgegangen: Bei der

Ernte sammelten sie die Linsen

in Beuteln, anschließend

trockneten sie das Gemüse

den ganzen Herbst

über auf dem Dachboden;

dann holten sie die Leisa

portionsweise in die Küche.

„Den lieben Nachbarn von

Ger-, Heuch- und Söhnstetten


ORTSNAMEN 23

blieb die spezielle Gussenstadter

Vorratshaltung natürlich nicht

verborgen, und so kamen sie irgendwann

einmal auf die Idee,

ihre Landsleute mit ,Laisabeutel‘

zu necken“, steht weiter im

Buch. Sei ihnen dann auch noch

ein außerordentlich wohlbeleibter

und gut genährter Gussenstadter

über den Weg gelaufen,

so war bald auch die Steigerung

vom „Laisabeutel“ zum „Laisabauch“

auf der spöttischen

Lippe. Eine alte

Spruchweisheit besage:

„Großer Leib kommt

nicht von kleinen Linsen“.

Es kursiert in der Region

noch eine weitere Erzählung

zur Frage, warum

die Gussenstadter „Leisabeidl“

genannt werden.

Diese Variante jedoch

wird von den Gussenstadtern

laut Hans und

Wolfgang Wulz als haltlose

Unterstellung zurückgewiesen.

Demnach gab

es zur Zeit der Franzosenkriege

auch in den abgelegensten

Dörfern immer wieder

feindliche Einquartierungen;

außerdem wurden Lebensmittel

requiriert, also für militärische

Zwecke beschlagnahmt. Als man

in Gussenstadt hörte, dass die

feindlichen Quartiersmeister

schon im Anmarsch waren,

fürchtete man um die schönen

Linsenvorräte, die man dem

Feind nicht gönnen wollte. „In

großer Eile wurden in allen Bauernhäusern

die Herde angeheizt

und riesige Töpfe herbeigeholt,

um den enormen Vorrat an Linsen

aufzukochen.“ Ganze Sippen

versammelten sich, und auch die

Zeichnung aus dem Buch „Über Knöpfleswäscher, Pantscher und Ratze“.

ärmeren Verwandten durften

sich in den guten Stuben der

Großbauern um den Tisch scharen,

damit man die riesigen Portionen

möglichst vollständig

verzehren konnte. „Kaum war

der letzte Löffel Linsen verspeist,

da hörte man auch schon

aus der Ferne das Donnern der

feindlichen Kanonen und das

trockene Krachen der Musketen“,

schreiben Hans und Wolfgang

Wulz. Im Dorf aber fanden

die Feinde nur „apathisch

daliegende“ Gussenstadter, die

sich wegen ihrer aufgequollenen

Laisabäuche gar nicht mehr oder

höchstens nur noch rollend vorwärtsbewegen

konnten. „Und da

sich zudem über dem ganzen

Flecken wie eine Wolke der faulig-schweflige

Geruch extremer

Darmwinde gelegt hatte, machten

die Franzosen einen großen

Bogen um das Dorf, in dem nach

ihrer Einschätzung eine schlimme

Seuche wüten musste.“

Von dieser Erzählung weiß

auch Willi-Martin Jäger, Heimatforscher

und Ortshistoriker aus

Gussenstadt, schmunzelnd zu

berichten, der die GZ auf Nachfrage

auf das Buch „Über Knöpfleswäscher,

Pantscher und Ratze“

verwiesen hat. Früher sei es

im Ort gang und gäbe gewesen,

dass man Linsen angebaut habe.

Mittlerweile baue ein Bio-Bauer

wieder die Gussenstadter Linsen

an, berichtet Jäger nicht ohne

Stolz. Überhaupt spiele die Linse

im Ort keine unerhebliche

Rolle: Das Linsenfest, das die

Mitglieder des Gussenstadter

DRK seit 2008 ausrichten, erfreue

sich großer Beliebtheit.

„Das Fest hat dermaßen Zuspruch

gekriegt, dass es mit der

Zeit von der Jakobshalle im Ursulastift

in die große Turn- und

Festhalle verlegt wurde.“ Bei

dieser Veranstaltung werde

nicht nur der Klassiker serviert,

auch ausgefallene Linsengerichte

stehen auf der Speisekarte:

zum Beispiel Linsencremesuppe

mit Maronen, Linsensprossen

und Linsenbrot, Linsensalat mit

Ziegenschinken oder Linsencurry

mit Kaffee verfeinert und

Würfeln vom heimischen Strauß.

Die Besucher lassen sich dann

auch Linsenmaultaschen mit

bayrisch Kraut und zum Nachtisch

Linsen-Schokoladencreme

oder Bratapfel mit Linsennussfüllung

munden. „Beim Linsenfest

gibt es Linsen in allen Variationen“,

schwärmt Jäger.

Den älteren Bewohnern von

Gussenstadt sei der Spitzname

„Leisabeidl“ natürlich

geläufig, den jüngeren

eher weniger. Das betont

auch Ortsvorsteher

Werner Häcker. Ist man

im Ort stolz auf diesen

Namen? „Darüber habe

ich mir noch keine Gedanken

gemacht – aber

lieber bin ich ein Leisabeidl

als ein Philister“,

sagt Häcker augenzwinkernd.

Damit spielt er

auf den Spitznamen der

Söhnstetter an, den diese

abbekommen haben,

nachdem einst ein Gussenstadter

eine Söhnstetterin geheiratet

hatte. Willi-Martin Jäger,

übrigens auch Vorsitzender

des Arbeitskreises Familien- und

Ahnenforschung Geislingen,

weiß auch hierzu die Hintergründe

zu berichten: Der damalige

Gussenstadter Pfarrer habe

für seine Traurede aus der Bibel

zitiert und über den Gussenstadter,

der die Söhnstetterin

heiratete, gesagt: „Er zog hinab

zu den Philistern und holte sich

daselbst ein Weib“. Damit war

der Neckname der Söhnstetter

geboren – und blieb bis heute

bestehen.


Letzter Fußabdruck in Grün

Die Geislinger Bestatterin Nadja Rehm sieht ihre Berufsgruppe in der Verantwortung, den

Abschluss eines Lebens nicht nur würdig, sondern auch umweltfreundlich zu ermöglichen.

Deshalb ist sie Mitglied der Initiative „Grüne Linie“. Von Claudia Burst

Nadja Rehm liebt ihren

Beruf – vor allem wegen

dessen Vielseitigkeit.

„Ich habe engen

und empathischen Kundenkontakt,

muss kreativ sein, habe mit

Organisation und Verwaltung zu

tun, werde immer wieder handwerklich

tätig und brauche Ahnung

im medizinischen Bereich.

Diese Kombination ist einfach

spannend“, betont die 30-jährige

geprüfte Bestatterin, die seit

zwei Jahren in Geislingen selbstständig

ist.

Seit einiger Zeit gibt es noch

ein weiteres Themenfeld, das ihr

wichtig ist: die nachhaltige und

ökologische Bestattung. Nadja

Rehm ist Mitglied der Bestatter-Initiative

„Grüne Linie“, die

ein Bestatter aus Bonn ins Leben

gerufen hat. „Für mich ist das

super-wichtig, weil wir Bestatter

da auch eine gewisse Verantwortung

haben“, sagt sie. Die wenigsten

Menschen dächten im Zusammenhang

mit Bestattungen

über Nachhaltigkeit nach. „Wenn

Angehörige Verstorbener zu mir

kommen, haben sie andere Sorgen.

Aber ich als Bestatter kann

sie auf die Möglichkeiten hinweisen,

die es gibt, um jemanden

würdig und pietätvoll zu begraben,

aber trotzdem auf Umweltfreundlichkeit

zu achten.“ So

sei die „Grüne Linie“ ein Zusammenschluss

aus Bestattern und

Lieferanten von Bestattungsprodukten,

die Wert auf Nachhaltigkeit

und Regionalität legten.

„Die Produkte werden nur dann

hergestellt, wenn es eine entsprechende

Nachfrage gibt“, verdeutlicht

Nadja Rehm.

Als Beispiele nennt sie Bio-

Urnen aus schnell abbaubaren

Naturstoffen wie Holzpapier,

Holz oder auf niedriger Temperatur

gebrannte Keramik. „Auch

die Lacke und Farben, Etiketten

und Aufkleber sind dann biologisch

abbaubar.“ 95 Prozent

Neben Bio-Urnen

aus schnell abbaubaren

Naturstoffen

gibt es auch

Bio-Urnen aus

einer Holzpapier-

Mischung, die

genauso aussehen

wie klassische

Metall-Urnen.


BESTATTUNG 25

Foto: Lothar Nahler - stock.adobe.com

ihrer Urnen bestünden inzwischen

aus diesem Biomaterial.

„Optisch sieht man keinen

Unterschied zu den klassischen

Metall-Urnen. Der Kostenunterschied

ist minimal“, erklärt die

Expertin. Auf vielen Friedhöfen

seien bei Baum- oder Bodenbestattungen

bereits Bio-Urnen

vorgeschrieben.

Aber auch bei Särgen ist es

Nadja Rehm wichtig, dass diese

aus deutschem Holz aus nachhaltiger

Forstwirtschaft bestehen

und nur mit umweltfreundlichen

Farben und Lacken behandelt

werden. Ein weiteres Thema

seien die Sarginnenausschläge:

„Auch da zersetzen sich Ölpapier

als Auslaufschutz sowie Seide,

Leinen und Baumwolle um einiges

schneller als Folie und synthetische

Stoffe“.

Die Nachhaltigkeit bezieht

sich auch darauf, dass die Bestatter

Gärtner dafür sensibilisieren,

dass bei Grabbepflanzungen

möglichst saisonale Pflanzen,

vielleicht sogar bienen- und insektenfreundliche

Pflanzen, eine

gute Alternative darstellen.

„Oder dass der Grabstein nicht

aus Indien kommen muss, wo er

durch Kinderarbeit hergestellt

wird, sondern dass es Grabsteine

bei regionalen Steinmetzen

aus deutschem Stein gibt.“

Ein weiteres Herzensanliegen

von Nadja Rehm und der „Grünen

Linie“ ist der Erhalt der

Friedhöfe. „Friedhöfe sind grüne

Inseln in jeder Stadt. Alle drei

Geislinger Friedhöfe sind unterschiedlich,

aber wunderschön“,

betont die Bestatterin und macht

ihre Kunden darauf aufmerksam,

wie viele unterschiedliche Bestattungsmöglichkeiten

es inzwischen

auf fast allen Friedhöfen

gibt. Auch müsse man keine

Angst vor der Grabpflege haben,

weil es hier viele Lösungen gebe.

Als Mitglied der „Grünen

Linie“ hat Nadja Rehm sich verpflichtet,

eine Patenschaft über

25 Quadratmeter Buchen-Urwald

in „Wohlleben’s Waldakademie“

zu übernehmen. Weil sie diese

Idee gut findet, hat sie auch

bei den „Filstal-Buaba“ 50 Bäume

gekauft. Auf diese „fünf

Jungs“ aus dem Landkreis Göppingen

wurde sie vor zwei Jahren

aufmerksam, weil diese

öffentlichkeitswirksam bei einer

Balkan-Rallye die erstaunliche

Summe von 38 000 Euro für den

Kinder- und Jugendhospizdienst

der Malteser sammelten. „Sie

wurden trotzdem hinterher von

manchen kritisiert, weil die

Rallye nicht umweltfreundlich

war“, berichtet Rehm.

Die Jungs gründeten daraufhin

den Verein „Filstal-Buaba“,

der „das Spenden attraktiv und

sexy machen will“. Als Ausgleich

für ihren CO 2-Ausstoß bei der

Rallye starteten sie die Aktion

„Wir pflanzen einen Wald“. Alle

1000 Bäume haben inzwischen

einen Käufer gefunden; der Wald

wird in diesem Jahr auf einer

Fläche bei Adelberg gepflanzt.

Die Hälfte der Baumspenden

geht wieder an den Kinder- und

Jugendhospizdienst.

„So etwas finde ich klasse, und

es ist hier in der Region“, sagt

Nadja Rehm und betont: „Deshalb

unterstütze ich das auch

weiterhin.“

Auszeichnung als

Frauenpersönlichkeit im Handwerk

Im vergangenen August

wurde Nadja Rehm von den

Nutzern von „www.selbständigim-handwerk.de“

der Handwerkskammer

Region Stuttgart

mit 68 Prozent der Stimmen zur

„Persönlichkeit im Handwerk“ in

der Kategorie „Frauenpersönlichkeit“

gewählt. „Ich bin stolz,

mit dieser Auszeichnung die

Frauen im Bestatterhandwerk zu

repräsentieren“, sagt Nadja

Rehm. Überhaupt seien zahlreiche

Frauen im Handwerk tätig,

was durch diese Auszeichnungskategorie

deutlich werde,

LIEBE & FÜRSORGE

IN TRAUER UND LEID

„Ich bin Ihre Hilfe

in schwerer Zeit.“

Nadja Rehm, geprüfte Bestatterin

· Beratung & Begleitung

· Bestattungsvorsorge

ergänzt die 30-Jährige. Weil

speziell das Bestatterhandwerk

noch immer als Männerdomäne

zähle, freut es sie zu zeigen, dass

es inzwischen auch einige junge

Frauen in diesem Beruf gebe.

Der Beruf des Bestatters zählt

zu den Handwerksberufen, weil

er ursprünglich aus dem Schreinerberuf

kommt. Noch heute

muss der Bestatter oft die Griffe

an die Särge schrauben, den

Innenbelag befestigen oder die

Bohrlöcher der Sargschrauben

vorbohren.

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Überkinger Straße 64, Geislingen


26 UMFRAGE

Haben Sie Fernweh?

Corona erschwert auch in diesem Jahr die Urlaubspläne vieler Menschen. Glücklich kann

sich schätzen, wer ein Wohnmobil hat. Andere warten erstmal noch ab mit Buchungen.

Von Heike Siegemund

„Wir gehen in diesem Jahr auf jeden Fall in den Urlaub“, sagt Elke Weimper

aus Wiesensteig und verweist auf ihr Wohnmobil, mit dem sie unabhängig

sei. Das Fahrzeug verfüge über Solarzellen, Toilette, Wasser, Kühlschrank

und Schlafplatz. „Wir sind autark, können kochen und haben alles

dabei, was wir brauchen. Auch von Campingplätzen sind wir unabhängig

und können das Wohnmobil irgendwo hinstellen“, betont die 48-Jährige.

Vermutlich werde ihr Urlaub heuer „irgendwo in Deutschland“ stattfinden,

„vielleicht auch in einem Nachbarland wie Italien oder Frankreich –

je nach möglichen Quarantänemaßnahmen“. Urlaubstechnisch ändert

sich für Elke Weimper in diesem Jahr recht wenig, „denn wir legen uns

sowieso meistens erst kurzfristig fest“. Was hingegen erstmal wegfällt,

sind Reisen zu „exotischen Zielen“ und Kurzausflüge übers Wochenende

mit ihren Motorrad-Freunden sowie Bekannten des Wiesensteiger

Clubs Quo Vadis und der örtlichen Theatergruppe. „Das fehlt schon

ein bisschen“, gesteht die 48-Jährige. Fernweh empfindet sie nicht, denn

auch im vergangenen Sommer hat sie sich von Corona nicht abschrecken

lassen und war mit dem Wohnmobil zum ersten Mal an der Ostsee;

„außerdem haben wir Polen noch ein bisschen gestreift“. Das

Wohnmobil bezeichnet sie dabei „als echten Joker“ – gerade in Zeiten

einer Pandemie.

„Eigentlich hätten wir einen Familienurlaub in Kroatien vorgehabt, so wie

letztes Jahr“, sagt Stefan Schidloch aus Deggingen. „Aber ich weiß

nicht, mit welchen Auflagen dieser Urlaub vielleicht verbunden wäre, ob

man geimpft sein muss oder nicht.“ Deshalb hat der 36-Jährige noch

nichts gebucht und wartet lieber ab. Im Sommer vergangenen Jahres verbrachte

er mit seiner Frau und den Söhnen eine schöne Zeit in Istrien

in der Nähe von Pula. „Das hat uns so gut gefallen – da würden wir

gleich wieder hinfahren“, betont er. Doch Corona mache die Planung

schwierig. „Schon vergangenes Jahr haben wir lange überlegt, ob wir

überhaupt fahren sollen.“ Doch die Reise war gebucht, und Istrien galt

nicht als Risikogebiet. Deshalb entschieden sich die Schidlochs schließlich

für die Reise. Am Urlaubsort selbst waren nur wenige Touristen

anzutreffen, erzählt der Degginger. Der Strand sei fast menschenleer

gewesen. „Da hatten wir weniger Kontakt zu anderen als wenn wir

zuhause geblieben wären“, erinnert sich der 36-Jährige. „Fernweh

habe ich definitiv“, ergänzt Stefan Schidloch. Er bedauert auch, dass

ein Ausflug mit seinen Motorradkumpels nach England, der für die

Zeit um Pfingsten geplant war, abgesagt werden musste. Dort hätten

der 36-Jährige und seine Freunde das Motorradrennen „Isle of

man TT“ verfolgen wollen. Doch Corona macht auch dieser Veranstaltung

einen Strich durch die Rechnung.

Foto: wildman - stock.adobe.com


UMFRAGE 27

„Ich habe tatsächlich ein bisschen Fernweh“, sagt Chantal Schmid

aus Geislingen. Vor der Corona-Krise war sie viel unterwegs – innerhalb

Deutschlands, aber zum Beispiel auch in Tschechien, Spanien und in der

Schweiz. Dabei habe man die Heimat auch ein bisschen vergessen,

gesteht die 17-Jährige. Corona biete jetzt den Vorteil, die heimatlichen

Gefilde zu erkunden. Deshalb geht Chantal Schmid viel in der Region

wandern und unternimmt Radtouren. Sehenswürdigkeiten wie den Bismarckfelsen

oder den Geiselstein zu erkunden, vertreibe das Fernweh

ein wenig, ergänzt die Geislingerin. „Dabei ist man auch überrascht,

was wir hier alles haben.“ Für dieses Jahr plant sie bislang keinen

Urlaub. Wenn dann spontan – je nachdem, wie die Lage wegen Corona

aussieht. „Aber ich werde auf jeden Fall in Deutschland bleiben und

vielleicht nach Erfurt fahren, wo ein Teil meiner Familie herkommt.“

Im vergangenen Jahr hat sie bei Bekannten mitbekommen, dass diese

bereits geleistete Anzahlungen für eine Urlaubsreise nicht mehr zurückerhalten

haben. Dabei könne viel Geld verloren gehen. Auch deshalb

ist die 17-Jährige erstmal vorsichtig, was Buchungen anbelangt.

Fotos Seite 26, 27, 28: privat

Auch Victoria Kutek fehlt es, zu verreisen und Neues zu erkunden.

„Urlaub zuhause ist nicht dasselbe wie wenn man wegfährt“, sagt die

22-Jährige aus Geislingen. Auch sie weiß noch nicht, wie ihr Urlaub

dieses Jahr aussehen wird, und will spontan entscheiden – je nach

Corona-Situation. „Bis jetzt ist noch nichts geplant.“ Relativ sicher

sei, dass es „nicht die große Fernreise wird. Vielleicht geht es in

Richtung Italien oder Südtirol, oder wir verreisen innerhalb Deutschlands“,

überlegt die Geislingerin, die es prinzipiell eher ins Ausland

ziehen würde. „Aber man findet auch in Deutschland schöne

Urlaubsorte. Vergangenes Jahr war ich zum ersten Mal auf Sylt.

Das war schön. Dort würde es mich wieder hinziehen. Oder in

die Berge ins Allgäu.“ In der Corona-Zeit hat auch Victoria Kutek

viele Wanderungen in der Region unternommen. Dabei hat

sie, wie sie betont, ihre Heimat „schätzen und lieben gelernt“.

Weiter auf Seite 28.

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28 UMFRAGE

Haben Sie Fernweh?

„Normalerweise bin ich regelmäßig in ganz Deutschland unterwegs,

aber seit März 2020 sind alle Shows und Auftritte abgesagt“, sagt Marvin

Schebesta, bekannt als „Marv der Zauberer“. Der Eybacher hält sich deshalb

seit Corona „zum ersten Mal nach Jahren für längere Zeit in Geislingen“

auf. „Das bedeutet schon einen großen Einschnitt für mich, aber man muss

das Beste draus machen und es gelassen nehmen“, betont der 20-Jährige.

Seine Zaubertricks zeigt er momentan auf dem Videoportal Tik Tok, was

eine gute Alternative darstelle. Trotzdem: Das Reisen fehlt ihm „total“, wie

er sagt. Schon im vergangenen Sommer wollte er eigentlich mit einem

Freund nach Ägypten reisen. Aber aufgrund der Corona-Situation haben

die beiden den Urlaub abgesagt. „Das war uns einfach zu unsicher“, sagt

der 20-Jährige. Stattdessen standen jeweils eintägige Kurzausflüge innerhalb

Deutschlands auf dem Programm. Außerdem hat Marvin Schebesta

„alle Wanderwege in und um Geislingen erforscht“. Was den Urlaub in

diesem Jahr anbelangt, will er spontan entscheiden. „Mal schauen, wie

sich das Ganze entwickelt.“

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„Fernweh ist für mich ein Fremdwort“, sagt

Abigél Bittner aus Wiesensteig. Die 60-Jährige hat keine

Sehnsucht nach der Ferne. „Als überzeugte Naturliebhaberin

habe ich noch viel in Wiesensteig und der Umgebung zu

entdecken. Deshalb plane ich keinen Urlaub.“ In dem schönen

Städtchen am Filsursprung könne sie „eigentlich jeden

Tag ein bisschen Urlaub genießen“. Anstatt Sehnsucht nach

der Ferne hat Abigél Bittner vielmehr „Sehnsucht nach der

Nähe“. Die Schwäbische Alb sei ein Wanderparadies. „Ihre

atemberaubende Landschaft mit ihren majestätischen Schlössern

und Burgen, geheimnisvollen Höhlen, Quellen und

Felsen fasziniert mich. Die Anziehungskraft der Natur hat

für mich noch viele schöne Begegnungen mit ihr selbst vor.“

Die Schönheit der Alb „ruft mich – ihre Stimme ist unwiderstehlich“.


Fahr mal raus

AUSFLUGSZIELE 29

Foto: © Jürgen Fälchle/Fotolia

Hoch auf den Heldenberg

Gerade in Corona-Zeiten, wenn

viele touristische Angebote ge-

schlossen sind, bietet es sich an,

die Wanderstiefel zu schnüren

und die Schönheiten

des Landkreises Göppingen

zu entdecken. Hier zwei schöne

Wanderungen in der Region:

Vom Donzdorfer Ortsteil

Winzingen aus beginnt die Heldenbergrunde.

Als Wanderzeichen

schmückt ein wolliges

Schaf die Wegzeichen der Rundwanderung,

die auch für ungeübte

Wanderer gut geeignet ist.

Lediglich der Anstieg auf den

Heldenberg ist etwas steiler; dafür

gibt es auch zahlreiche ebene

Wegabschnitte auf gut ausgebauten

Feldwegen, die dazu einladen,

die einzigartige Landschaft

zu entdecken.

Die Highlights dieser fünf Kilometer

langen Tour durch das

Naturschutzgebiet Heldenberg

sind die schönen Panorama-Ausblicke.

Der höchste Punkt der

Rundtour liegt bei 628 Metern.

Geprägt wird die Landschaft im

Naturschutzgebiet vor allem

durch ausgedehnte Wacholderheiden,

die typisch für die Gegend

sind, in der seit vielen

Generationen Schafe gehalten

werden. Durch die Beweidung

konnte sich ein artenreicher Lebensraum

entwickeln. Bis heute

gibt es in Winzingen eine Schäferfamilie,

deren Schafe auf dem

Heldenberg weiden. Wenn man

Glück hat, kann man der Herde

begegnen.

Parken kann man in der Ortsmitte

von Winzingen. Von hier

aus geht der Wanderweg vorbei

am Winzinger Schloss zunächst

Richtung Süden, dann nach links

durch die Siedlung Richtung

Heldenberg und in leichten Kurven

bergauf. Später führt der

Wanderweg am Hang entlang,

bevor es langsam wieder zurück

ins Tal und durch die kleine Ortschaft

zurück zum Ausgangspunkt

geht.

Info

Das Naturschutzgebiet

Heldenberg, das mit sei-

nen 214 Hektar als eines

der größten im Landkreis

gilt, beherbergt zahlrei-

che Tier- und Pflanzenarten.

Eine große Anzahl

bedrohter Arten der

Roten Liste hat hier

ihren Lebensraum.

Weitere Infos zur

Wanderung mit Karte

und Wegbeschreibung

gibt es unter

www.donzdorf.de

im Internet.

Streuobst und

Panoramablick

Bereits ein paar Meter

nach dem Ortsschild der kleinen

Obstbaugemeinde Schlat wird

angesichts der zahlreichen Verkaufsstände

klar: Dort dreht sich

alles um den Apfel. Entsprechend

führt die Wanderung von

Schlat aus auch durch die Streuobstwiesen.

Parken kann man

auf dem Dorfplatz beim Rathaus.

Von hier aus geht es rechts in die

Eschenbacher Straße und dann

links in die Fuchseckstraße immer

dem Wanderzeichen mit

dem blauen Dreieck nach.

Nach dem Ortsrand führt der

Weg durch die malerischen

Streuobstwiesen. Immer dem

Wanderzeichen nach geht es

steil bergauf bis zum Wanderschild

Schlat Erlen. Nach links

führt der Weg weiter aufwärts

bis zum Albtraufgängerweg, der

zum Fuchseckhof führt. Auf einem

asphaltierten Weg geht es

nach links mit schönen Ausblicken

ins Tal. Kurz vor der Straße

erreicht man zwei Wanderparkplätze.

An der L1218 geht es kurz

nach links an der Straße entlang,

bevor nach rechts ein Weg in

die Streuobstwiesen abbiegt. Er

führt leicht nach oben zwischen

den Streuobstwiesen hindurch

und durch ein Waldstück.

Rechts ragt imposant der

Wasserberg auf, auf dessen Gipfel

sich das bekannte Wasserberghaus

befindet. Später trifft

man auf einem Feldweg wieder

auf das Wanderzeichen mit dem

blauen Dreieck, das nach links

führt. Langsam schlängelt sich

der Weg wieder ins Tal. Vorbei

an einem Wegkreuz erreicht man

wieder den Ortsrand von Schlat

– dieses Mal mit dem Wasserberg

im Rücken. Der Rundweg

auf den Flanken von Fuchseck

und Wasserberg ist knapp 7,5 Kilometer

lang und dauert rund

zweieinhalb Stunden.

Info

Auf der Website der

Löwenpfade (www.

löwenpfade.de) und

der neu überarbeiteten

Website der Erlebnisregion

Schwäbischer Albtrauf

(www.mein-albtrauf.de)

finden sich

seit Kurzem auch Sagen

und Märchen aus dem

Landkreis Göppingen.

Eingesprochen wurden

sie von Johanna Sänger

aus Eschenbach. Die

Sage des Riesen Heim

oder des Drachen von

Drackenstein lassen sich

zum Beispiel auf der Autofahrt

zum Wanderparkplatz

oder gemütlich vor

oder nach der Wanderung

zuhause auf dem

Sofa als Audiodatei abhören.


30 LESEN

Buchtipps

Frau Honig –

wenn der Wind weht

Wo wohnt die Fantasie? Momentan

jedenfalls nicht in der Villa

der Familie Degenhardt, muss

Frau Honig feststellen. Nicht

mal Blumen für ihre Bienen finden

sich im großen Garten. Und

da man mit Geld zwar vieles

kaufen kann, aber eben kein

Glück, keine Fröhlichkeit und

keine Freunde, nimmt Elsa

Honig die kleine Jolanda an der

Hand. Zusammen mit Jakob und

Finchen begibt sie sich auf die

Suche nach Jolandas verlorener

Fantasie, denn die muss schließlich

irgendwo versteckt sein.

Ein Roman für Kinder ab acht

Jahren.

pm

Frau Honig –

wenn der Wind weht

Sabine Bohlmann

Verlag: Planet!

ISBN: 978-3-522-50700-4

Preis: 13 Euro

Neuleben

Es sind die 1950er Jahre in

Deutschland: Weil sie als Tochter

eines Wehrmachtsoffiziers

und einer Großgrundbesitzerin

in der DDR nicht studieren

darf, zieht Therese Trotha nach

West-Berlin. Dort muss sie erleben,

wie die wachsenden Unterschiede

zwischen Ost und

West ihre Familie auseinanderbrechen

lassen. Auch ihr Jura-

Studium gestaltet sich schwierig:

Konservative Professoren

und Kommilitonen machen Therese

und ihrer einzigen Mitstudentin

das Leben schwer. Verständnis

für ihre Träume scheint

lediglich ihre Schwägerin Gisela

zu haben, denn auch sie fällt

aus der ihr zugedachten Rolle:

Die Schneiderin aus einfachen

Verhältnissen hat mit Thereses

Bruder zwar eine „gute Partie“

gemacht; doch die reine Hausfrauen-Ehe

ist nichts für sie. In

der neu gekürten „Modestadt

West-Berlin“ will sie ihre eigene

Modelinie entwickeln. pm

Die Erfindung

des Dosenöffners

Als Star-Journalist über die ganz

großen Themen berichten – das

ist Timur Aslans Traum. Statt

Karriere zu machen, steckt er in

der Lokalredaktion einer Kleinstadtzeitung

fest. Hier schreibt

er Artikel über Hühnerzüchter

und Rentner-Kegelclubs und

hasst jeden Buchstaben, den er

dazu tippen muss. Auf der

Suche nach einer großen Story

trifft er auf die 70-jährige Annette,

die behauptet, dass sie den

Dosenöffner erfunden hat. Was

als Recherche beginnt, endet in

einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Denn Timur muss feststellen,

dass Erfolg und Glück

zwei ganz unterschiedliche

Dinge sind.

pm

Die Erfindung des Dosenöffners

Tarkan Bagci

Verlag: Ullstein

ISBN: 978-3-864-93134-5

Preis: 20 Euro

Leichenblume

Heloise Kaldan, Journalistin in

Kopenhagen, steckt gerade mitten

in einer massiven Krise, als

ein Brief sie erreicht. Der Absender:

eine gesuchte Mörderin.

Doch warum schreibt sie Heloise

einen Brief? Was noch viel

gruseliger ist: Im Brief stehen

Dinge über die Journalistin, die

außer ihr niemand wissen kann.

Hat die Mörderin sie etwa ausspioniert?

Hat sie sie beobachtet?

Beunruhigt beginnt Heloise,

auf eigene Faust zu recherchieren.

Die Absenderin ist seit

einem brutalen Mord vor einigen

Jahren spurlos verschwunden.

Was will sie nun ausgerechnet

von Heloise, und woher hat

sie die Informationen über sie?

Zur gleichen Zeit erhält auch

Kommissar Erik Schäfer einen

neuen Hinweis auf die Gesuchte.

Alle Spuren scheinen zu Heloise

zu führen. Ist ihr Leben in

Gefahr? Und können der Polizist

und die Journalistin einander

vertrauen? am/pm

Neuleben

Katharina Fuchs

Verlag: Droemer

ISBN: 978-3-426-30686-4

Preis: 10,99 Euro

Leichenblume

Anne Mette Hancock

Verlag: Scherz

ISBN: 978-3-651-00093-3

Preis: 15 Euro


LESEN 31

Die Mitternachtsbibliothek

Wie wäre mein Leben verlaufen,

wenn ich mir im Sommer

1998 Pommes mit Mayo gekauft

hätte statt eines Schokoladeneises?

Wo wäre ich heute,

hätte ich vor drei Jahren doch

das Jobangebot in einer anderen

Stadt angenommen? So ab

und an stellt man sich die Frage,

wie das Leben verlaufen

wäre, hätte man andere Entscheidungen

getroffen. Und

nun stelle man sich vor, es

gäbe im Jenseits eine Bibliothek,

gefüllt mit all den Leben,

die man hätte führen können,

wenn man sich einst anders

entschieden hätte. Hier

findet sich Nora Seed wieder,

nachdem sie aus lauter Verzweiflung

beschlossen hat, sich

das Leben zu nehmen. An diesem

Ort, an dem die Uhrzeiger

immer auf Mitternacht stehen,

eröffnet sich für Nora plötzlich

die Möglichkeit herauszufinden,

was passiert wäre, wenn

sie sich anders entschieden

hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek

bringt sie

in ein anderes Leben, in eine

andere Welt, in der sie sich

zurechtfinden muss. Aber kann

man in einem anderen Leben

glücklich werden, wenn man

weiß, dass es nicht das eigene

ist?

am/pm

Die Mitternachtsbibliothek

Matt Haig

Verlag: Droemer HC

ISBN: 978-3-426-28256-4

Preis: 20 Euro

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elendig,

karg

Kamin

grob,

gewalttätig

Mahlgerät

Weihnachtsbaumschmuck

Königin

von

Schweden

weites,

flaches

Land

Loch

in der

Nadel

indische

Laute

Unvorhersehbares

Südsaharalandschaft

Eisenbahn

Kosename

e. span.

Königin

Treppe

Fenstervorhang

Holzraummaß

Maß für

Blutalkoholgehalt

in

Indien:

Rechtloser

7

Kleidungsstück

Halt!

Verlust

1

Thema,

Gegenstand

Männername

zerstreut,

nervös

16

Kontakt

Fremdwortteil:

vier

11

englisch:

Biene

Hauptstadt

der

Algarve

falsch,

gelogen

13

englisch:

sein

dt.

Schauspieler

† (Lex)

2

Hauptstadt

Jemens

17

italienischer

Volkstanz

erbitterte

Widersacher

männlicher

franz.

Artikel

festes

Seezeichen

14

Fluss in

Frankreich

griechische

Hauptstadt

schweiz.

Aktienindex

(Abk.)

Wunschbild

französisches

Departement

Skatausdruck

griech.

Schicksalsgöttin

6

kräftigen

bestens

Figur

der

Quadrille

ein

Nadelbaum

Straßenleuchte

Küchenutensil

skandinavischer

Männername

Verdickungen

Nichtgefallen

laut ausdrücken

Stadt

am

Garda-

9 see

Gottheit

10

gegorener

Honigsaft

ein

Umlaut

Augenfarbe

der

Asiaten

kurz für:

in das

Meerenge

Fremdwortteil:

hoch,

spitz

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18

chem.

Zeichen

für

Tantal

englisch:

Holz

Kredit

ein

Brettspiel

französisches

Küstengebirge

Widerborstigkeit

Schrägschnitt

am

Holz

15

äsen

8

Frauenkurzname

Jazzgesangsstil

Laubbaum

süddeutsch:

Hausflur

räumlich

eingeschränkt

1. gewählter

Reichspräsident

US-

Autorin

† (Anais)

sportliches

Jackett

innerhalb

Holz

schneiden

expressive

Jazz-

Musik

Erbträger

altröm.

Priesterstirnbinde

ägyptischer

Sonnengott

handhaben

18

ein

Ferment

ein

Fußballfreistoß

nur

geistig

vorhanden

Volksabteilung

im alten

Sparta

engl.

Zahlwort:

zwei

Metropole

von

Côte

d’Ivoire

jap. Heiligtum

keltischer

Name

Irlands

12

Kanton

der

Schweiz

Insel der

griech.

Zauberin

Circe

germanische

niederländische

Provinz

5

Strom

durch

Brasilien

3

zu beweisende

Behauptungen

altjapanisches

Brettspiel

Bergbach

Landesteil

von

Tansania

Kfz-Z.

Erlangen

Geiz

4

WWP2021-1

Entführungsopfer

Kinderbaustein

öffnen

einer

Weinflasche

Büchergestelle

Frauenname

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