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EDITORIAL

Widerstand gegen den Lockdown-Jojo!

Liebe Leser:innen,

Es ist nun ein halbes Jahr her, seitdem die letzte Ausgabe erschienen ist.

Die Hoffnungen, die viele auf das Jahr 2021 gesetzt haben, wurden bitter

enttäuscht. Auch wir würden uns gerne das leidige Thema Pandemie

sparen, aber darüber zu schweigen was falsch läuft und tatenlos zuzusehen

wie der Ausnahmezustand offenbar endlos weiter gezogen wird ist

keine Lösung und widerspricht unserer Aufgabe als soziale Opposition.

Vielmehr sehen wir Aufklärungsbedarf darüber, warum die Bundesregierung

keinen Aktionsplan gegen die Pandemie hat. Und wie so häufig stellen

wir fest: Es wird wieder einmal Politik im Sinne der Konzern-Chefs

& nicht im Sinne der allgemeinen Gesundheit gemacht. Das Motto der

Bundesregierung lautet noch immer: »Bleib zuhause, aber geh weiter zur

Arbeit!«

Als würde man sich in Großraumbüros oder unbelüfteten Fabrikhallen

nicht anstecken. Diese zermürbende Politik muss nicht sein, man muss

lediglich die erfolgreichsten Beispiele aus anderen Ländern auswerten

und vor Ort umsetzen. Australien hat es bereits erfolgreich vorgemacht

& siehe da: Der Alltag kann dort weitestgehend normal ablaufen. In Argentinien

wurde sogar um die Folgeprobleme der Krise abzufedern eine

Corona-Abgabe für Super-Reiche eingeführt.

Wir sehen aber keinen Umschwung in der Praxis der Bundesregierung,

hin zu best-practice Beispielen. Deswegen haben wir uns In Münster der

Kampagne #ZeroCovid angeschlossen und die Ortsgruppe mit ins Leben

gerufen. Wir brauchen Druck von der richtigen Seite, für die Gesundheit

der großen Mehrheit in diesem Land!

Infos zu der Kampagne findest du auf Seite 5. Den vollständigen Aufruf

findest du auf: www.zero-covid.org

Wir freuen uns über all jene, welche die Kampagne unterstützen wollen

& sich dem Kampf gegen die scheinbar endlose Krise anschließen

möchten.

Viel Spaß beim Lesen!

Eure LinksDruck!-Redaktion

Editorial

2 |

Wir werden dich

nicht vergessen!

In Gedenken an unseren

Genossen Gotwin Elges:

Vor kurzem erreichte uns die Nachricht, dass unser Mitstreiter

und Genosse Gotwin Elges im Alter von 57 Jahren verstorben

ist. Wir sind tief bestürzt über seinen unerwarteten Tod. Unser

herzliches Beileid gilt seinen Angehörigen und Hinterbliebenen.

Mit Gotwin verlieren wir einen langjährigen Mitstreiter für Frieden

und soziale Gerechtigkeit. Sein Engagement für die sozial

Benachteiligten in der Stadt zog sich dabei wie ein roter Faden

durch sein politisches Leben. Schon bevor Gotwin 2016 in DIE

LINKE eingetreten ist, war er in zahlreichen zivilgesellschaftlichen

Initiativen aktiv. Darunter in der Bürger:innenbewegung

»Münster solidarisch« gegen drohende städtische Kürzungen im

Sozialbereich. Oder mit seinem erfolgreichen Engagement in der

Bürgerinitiative gegen den Bau einer elitären Musikhalle auf dem

Schlossplatz.

Gotwin hatte auch einen wichtigen Anteil an der Erneuerung unserer

Partei. Wie bei jedem Generationenwechsel gab es Reibungen,

aber seine positive Begleitung der Weiterentwicklung unserer

Partei und die Einbringung seiner Organisationserfahrung

waren ein großer Gewinn für DIE LINKE in Münster.

Bei der vergangenen Kommunalwahl wurde Gotwin in die Bezirksvertretung

Süd-Ost gewählt und setzte sich dort für konkrete

Verbesserungen im Sinne der sozial Benachteiligten ein.

Gotwin blieb aber nie bei der Lokalpolitik stehen. Scharf kritisierte

er die Folgen der Agenda 2010 und die Einführung von

Hartz IV, unter denen er auch persönlich zu leiden hatte. Seine

widerständige und solidarische Haltung, zeigte sich hier nicht

nur in der Organisation von politischem Protest, er setzte sich

auch individuell für andere Betroffene des ALG2-Regimes ein

und stand ihnen zur Seite.

Gotwin war Internationalist. Wie er eben war, machte er seine

Einstellung aber nicht in abstrakten Theoriebeiträgen kenntlich,

sondern wurde ganz praktisch aktiv. Zum Beispiel in seinem Engagement

gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA, wo

Gotwin nicht nur „Europa“, sondern auch die Folgen für den Globalen

Süden im Blick hatte. Gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr

auf die Straße zu gehen, war für ihn genauso selbstverständlich

wie seine Beteiligung an Straßenprotesten gegen alte

und neue Nazis von denen er, wie er gerne zu später Stunde

erzählte, mindestens einen in Jugendjahren in den Aasee beförderte.

Gotwins politischer Einsatz war ein wichtiges Rückgrat von sozialer

Bewegung und Protest in Münster in den letzten Jahren. Mit

seinem Lautsprecher-Equipment war er für nahezu jede linken

Gruppe und Bewegung ein zuverlässiger Unterstützer.

Sein letztes großes Projekt war die Unterstützung der Fridays

for Future Bewegung, bei dem ihm nicht nur der Einsatz gegen

den Klimawandel wichtig war, sondern auch die Politisierung und

Selbstermächtigung der nächsten Generation, welcher er mit

seinen Erfahrungen zur Seite stehen wollte.

Gotwin stand auf der richtigen Seite der Geschichte.

Wir werden seine offene und herzliche Art sehr vermissen.

Ruhe in Frieden, Gotwin! Wir werden dich nicht vergessen!

Impressum

Herausgeber: Die Linke. Kreisverband Münster,

Achtermannstraße 19, 48163 Münster,

www.die-linke-münster.de

V.i.S.d.P. Katharina Geuking,

Redaktion: Johanna Wegmann / Jonas Freienhofer /

Kira Sawilla / Oliver Krieg /Patrizia Schinke

Layout & Coverdesign: Oliver Krieg

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