PreMedia Newsletter World Edition Deutsch - Ausgabe März-April 2021

angelika.dopler

Die Oster-Ausgabe des deutschen PreMedia Newsletters für sie zum Blättern.

world edition

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INFORMATIONEN FÜR DAS

TOP-MANAGEMENT

DER MEDIENINDUSTRIE

MÄRZ/APRIL 2021 AUSGABE 3 JAHRGANG 27

Print gibt

Zeitungsgefühl -

Digital wächst


EDITORIAL 03

Einen Wimpernschlag vorausgedacht

CORONA HIER, CORONADA HEUTE, GESTERN, MORGEN

UND ÜBERMORGEN. Diese Krise und die multimediale Orchestrierung

dazu fesselt unser Denken. Und baut Denkbarrikaden auf. Die Menschheit

musste immer wieder durch Krisen gehen - und sie hat sie immer wieder bewältigt.

Studien alleine - mit vielfältigen oft gravierend divergierenden Abweichungen

- helfen nicht weiter. Es geht vor allem um die zivile Disziplin, sich anzupassen,

dass, wir wenn wir heute richtig handeln, morgen neuen, freieren

Möglichkeiten sehr positiv entgegensehen können.

Dabei gilt es, jeder für sich selbst, dafür dankbar zu sein, dass in weltweiten

Anstrengungen der Wissenschaft es möglich wurde, in wenigen Monaten

zum November 2020 einen wirksamen Impfstoff anzubieten. Diese Möglichkeit hatten frühere

Generationen mit Pandemien nicht. Damit konnte niemand rechnen und planen. Jetzt gilt es,

diese Krise vorwärtsdenkend so zu lösen, dass Menschen nicht mehr daran sterben müssen.

Mit qualifiziertem Krisenmanagement. Politische Agitation in einem sehr entscheidenden

Wahljahr für die Zukunft in Deutschland braucht jetzt niemand. Wie sehr die Europäische Union

von der Wirtschafts- und Förderungs-Lokomotive von Deutschland abhängig ist, sollte auch

die EU-Kommissionspräsidentin Frau von der Leyen wissen.

Das Gleiche gilt für die Wirtschaft. Wie jetzt die Wirtschaft von der deutschen Politik in die

Pflicht genommen wird, wie Corona-Testpflicht der Unternehmen etc., grenzt schon an Gängelung.

Und muss wohl als Entlastungs-Offensive für das eigene Krisen-Versagen dienen.

Jeder Unternehmer weiß, dass das wichtigste Gut im Unternehmen der Mensch ist, um dieses

sensible Beziehungsgeflecht zwischen Markt, Technik und Menschen vorauszuentwickeln.

Gerade jetzt, weil es kein Zurück in die Vor-Corona-Zeit geben kann und wird.

Die Medienindustrie - als in der Vergangenheit immer vorwärtsstrebende Vorzeigeindustriebefindet

sich in der Angststarre - zwischen Zuwarten und Rückzugs-Szenarien.

Kaninchen oder Schlange? Hammer oder Amboss?

Home-Office-Szenarien mit nur teilweise vorhandener Internet-Infra-Struktur, eine verunsicherte

Belegschaft, keine Planungssicherheit für die Unternehmenslenker.

Das sind die Faktoren, die die Medienunternehmen zur Zeit lähmen.

Das gilt noch in größerem Ausmaß für die Lieferindustrie. Diese ist natürlich abhängig von

neuen Projekten, auch einer Investitionsbereitschaft der Medienhäuser in ihren Markt, in ihr

Geschäftsmodell vorauseilend zu investieren.

Rein digitale Erfolgsprojekte gibt es bereits. Amazon, Google, Twitter, Instagram etc.

Unter anderem Google hat sich hoch kreativ bei einigen sehr bedeutenden Medienhäusern

bereits durch die Hintertür eingekauft. Der vorrangige kommerzielle Nutzen liegt milliardenschwer

langfristig wohl insgesamt bei diesen US-amerikanischen Medien-Giganten.

Die aufsteigende Wirtschaftweltmacht China wird diesem Weg sehr bald weltweit folgen.

Wie wichtig eine freie, wirtschaftlich unabhängige Medienindustrie in Europa ist, zeigt die

aktuelle Corona- und Wirtschaftskrise überdeutlich. Die Nachfrage nach geprüften Inhalten

und Qualität steigt.

Von Menschen, die sich umfassend informieren möchten und dafür zu zahlen bereit sind.

Jetzt vorauseilend antizyklisch gegen die Krise zu denken, zu entwickeln, zu handeln.

Es lohnt sich.

Bleiben Sie gesund,

Ihr Karl Malik

Ihr Prof. Ing. Karl Malik

Karl.Malik@premedianewsletter.de


04 INHALT

EDITORIAL Einen Wimpernschlag vorausgedacht | 03

TITELGESCHICHTE Print ist Zeitungsfeeling, E-Paper wächst durch flexible Nutzung | 07

DAS AKTUELLE

MEDIENINTERVIEW

Nachfrage nach Qualität und Wirtschaftlichkeit steigt | 16

TRENDS IN DER

MEDIENINDUSTRIE

2020 - Das ganze andere Jahr und die neue Normalität | 23

Neue Gesellschafterstruktur bei DvH Medien | 25

„Schweizer Post“ baut auf JJK | 26

Julia Jäkel sagt Adieu! | 27

Timo Lämmerhirt steigt auf | 28

4 Mini-Davids gegen Goliath? | 30

Erstes virtuelle Event war ein voller Erfolg | 31

Regionalität und Politik sind Trumpf | 32

Verlegerfamilie Arnold verkauft alle Anteile | 33

Zuckerbergs Charme-Offensive Schweizer Medien

verschmähen Facebook-Millionen | 34

Tibet: Politischer Gefangener nach jahrelanger Folter

in kritischem Zustand entlassen | 35

Nielsen: Deutsche Medien verlieren 16,3 Prozent Brutto-Werbeumsatz | 36

Sportschau: Esther Sedlaczek ersetzt Matthias Opdenhövel | 37

„Der Standard“ launcht neuen Podcast „Lesezeichen“ | 37

Der ewige Machtkampf um die Krone | 38

Trübe Ergebnisse bei der SWMH | 40

Ereignisse werden extern untersucht | 41

Marc Becker wechselt in die Geschäftsführung der Heilbronner Stimme | 42

Mittelbayerische Zeitung wird neuer RND-Partner | 42

Der Tagesspiegel erweitert seine Chefredaktion: Anna Sauerbrey, Anke Myrrhe

und Stephan Haselberger werden Stellvertretende Chefredakteur:innen | 43

Mutige Verteidigung freier Medien | 43

MELDUNGEN AUS DER

LIEFERINDUSTRIE

Heidelberg steigert Maschinenexporte aus chinesischer Produktion | 44

Mit dem FlexLiner geht die Post ab! | 46

Mehr Kapazität für die zusätzlichen Druckaufträge | 47

ppi n3xt: Neues Dienstleistungsunternehmen hilft branchenübergreifend bei

Digitalisierungsfragen | 49

Müller Martini-Highlights an der virtual.drupa 2021 | 50

„Kleine Zeitung“ besetzt mehrere Führungspositionen neu | 52


INHALT 05

23

16

2020 - Das ganze

andere Jahr und die

neue Normalität

21

Nachfrage nach

Qualität und

Wirtschaftlichkeit

steigt

07

4 Mini-Davids

gegen Goliath?

44

Print ist Zeitungsfeeling,

E-Paper wächst durch flexible Nutzung

47

Mehr Kapazität für die zusätzlichen

Druckaufträge

Heidelberg steigert

Maschinenexporte aus

chinesischer Produktion


06 TITELGESCHICHTE


TITELGESCHICHTE 07

ZMG-Studie zeigt positive Trends der Zeitungsnutzung

Print ist Zeitungsfeeling,

E-Paper wächst durch flexible

Nutzung

Die Zeitung wird ihrer gesellschaftlichen Bedeutung

auch in Krisenzeiten gerecht. Gut

jeder dritte Zeitungsleser (37%) nutzt E-

Paper, von den 14- bis 29-Jährigen tun es sogar 57

Prozent. Vor allem für junge Leute ist die Zeitung

zunehmend digital. Zwar sagen auch sie – wie die

Mehrheit der Bevölkerung –, dass die Printausgabe

eher das richtige Zeitungsgefühl vermittele.

Aber jenseits dieser emotionalen Kategorie zählen

für die nachwachsende Generation stärker die

Vorzüge der digitalen Lektüre. Vor allem die

flexible und jederzeitige Verfügbarkeit spricht für

das digitale Produkt. „Das kann ich besser lesen,

wann und wo ich will“, attestieren 67 Prozent aller

unter 30-Jährigen dem E-Paper. Lesefreundlichere

Printformate (z.B. Berliner Format, Tabloid-

Formate geheftet á la Handelsblatt) würden auch

jüngere Zielgruppen gewinnen helfen.

Mit diesen und vielen weiteren Fakten zur Zeitung

zeigt die neue Studie „Zeitungsqualitäten 2021

der ZMG Zeitungsmarktforschung Gesellschaft

aktuelle Entwicklungslinien. Die zunehmende Beliebtheit

des E-Papers ist eine davon. Die Studie

zeigt aber auch: Zeitunglesen ist stark mit Ge-

Zeitungen sind mehr als Print

Zusatzangebote sprechen auch neue Zielgruppen an

Nichtleser

sehr interessiert/interessiert an …

53%

Apps mit aktuellen

Nachrichten

40%

Webseite/

Onlineportal

der Zeitung

37%

Digitales

Archiv

25%

Zeitung als

E-Paper

Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren, in den letzten 14 Tagen keine Tageszeitung gelesen

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2019

24%

Social Media

Account der

Zeitung

22%

Videoangebote

(z.B. Youtube-

Kanal)

19%

Von der Zeitung

veranstaltete

Messen

17%

Newsletter

der Zeitung

16%

Audioangebote

(z.B. Podcasts)


08 TITELGESCHICHTE

Print ist Zeitungsfeeling, aber für E-Paper-Leser

zählt digitale Verfügbarkeit

Wer E-Paper schon benutzt, weiß dessen Vorteile zu schätzen

Print* ist für mich beim Lesen

das richtige Zeitungsgefühl

54%

Da finde ich mich

in der Ausgabe

besser zurecht.

58%

Da kann man

interessante Seiten

oder Beiträge

besser aufheben.

76%

Die kann ich

besser lesen, wann

und wo ich will.

76%

Die bekomme

ich einfacher.

Leser Print

89%

Leser E-Paper

63%

Basis: WLK Tageszeitungen ab 14 Jahren / * trifft auf Papierausgabe zu

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2020

Top

E-Paper Vorteile

laut E-Paper Leser

trifft auf E-Paper zu

/ sowohl als auch

Für die Mehrheit ist Zeitung Print,

für Junge wird die Zeitung elektronisch

Zeitunglesen ist stark mit Gewohnheiten verknüpft

58

54

Bevölkerung 14-29 Jahre

über die E-Paperausgabe

29

Da finde ich mich in der Ausgabe besser zurecht

36

Da kann man interessante Beiträge besser aufheben

40

Die kann ich besser lesen, wann und wo ich will

67

39

Die bekomme ich einfacher

53

Bevölkerung gesamt über

die gedruckte Papierausgabe

Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren | Angaben: in Prozent

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2020

Leser teilen sich ihre Zeitung

Nutzungsgemeinschaften

69%

31% teilen ihre Zeitung

lesen ihre Zeitung alleine

mit anderen Personen

45%

nur innerhalb

des eigenen

Haushalts

24%

außerhalb

des eigenen

Haushalts

2,7 Leser

pro Exemplar

Basis: WLK Tageszeitungen ab 14 Jahren

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2019 / IVW I/2020, MA 2020


TITELGESCHICHTE 09

Im Lokalen führt an der Tageszeitung kein Weg vorbei

Bedeutung lokaler Informationen

77%

Die Mehrheit fühlt sich

ihrem Wohnort verbunden

Entsprechend gibt es ein

hohes Informationsinteresse an

Informationen zu lokalen Themen

68%

informieren sich (sehr) häufig

über Ereignisse am Wohnort

Dabei ist die Tageszeitung die

Informationsquelle Nummer 1

Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2018

Zeitungen sind lokale Informationsquelle Nr. 1

Unverzichtbar und sinnvoll für lokale und regionale Themen

71%

Internet

76%

lokale/regionale

Tageszeitung

27%

Stadtmagazine/

Szeneblätter

32%

kostenlose

Anzeigenblätter

43% 47%

Amts-/

Gemeindeblätter

lokaler

Hörfunk

Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2019


10 TITELGESCHICHTE

Tageszeitungen sind uns am nächsten

Eigenschaften der regionalen Tageszeitungen

96%

feste Größe

in der Region

88%

regionales

Sprachrohr

96%

glaubwürdig

85%

Lokalpolitik

in Fokus

96%

informiert

umfassend

79%

sorgt für

Entspannung

Basis: WLK regionale Tageszeitungen ab 14 Jahren / Trifft voll und ganz/teilweise zu

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2019

Der Zeitung schenkt man Glauben

Glaubwürdigstes Medium bei lokalen Themen

2%

privates Fernsehen

37%

Tageszeitung

2%

kostenlose Anzeigenblätter

5%

privater Hörfunk

10%

Internet

Nachprüfbar gut

14%

öffentl.-rechtlich. Hörfunk

19%

öffentl.-rechtlich. Fernsehen

Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2019

Junge Leute glauben der Zeitung

Würde bei widersprüchlicher Berichterstattung am ehesten glauben …

26% der Zeitung

25%

dem öffentlichrechtlichen

Fernsehen

17%

dem öffentlichrechtlichen

Radio

9%

dem Internet

3%

dem privaten

Fernsehen

3%

dem privaten

Radio

17%

keines ist

glaubwurdig

Basis: Bevölkerung 14-29 Jahre

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2020


TITELGESCHICHTE 11

Zeitungen werden intensiv genutzt

Hohe Beachtungschance für Anzeigen

74%

lesen mindestens

die Hälfte aller Seiten

Lesedauer

39 Minuten

Basis: WLK Tageszeitungen ab 14 Jahren

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2019/2020

Zeitungsleser sind ganz bei der Sache

Konzentration bei der Nutzung unterschiedlicher Medien

Konzentrationsrate

Zeitung

86%

Internet

80%

öffentlich-rechtliches

Fernsehen

75%

privates Fernsehen

55%

privates Radio

49%

öffentlich-rechtliches

Radio

59%

kostenlose

Anzeigenblätter

31%

21%

sehr

konzentriert

65%

konzentriert

Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2020

Die Zeitung ist ein Universalmedium

Nutzung des jeweiligen Ressorts

90%

Regional-/

Lokalteil

86%

Politik aus

Deutschland

82%

Vermischtes/

Aus aller Welt

73%

Internationale

Politik

66%

Kultur/

Feuilleton

62%

Wirtschaft

61%

Sonderbeilagen/

Sonderseiten

57%

Kommentare/

Leserbriefe

52%

Sport

2

1

3

Basis: WLK Zeitungen ab 14 Jahren / Befragte, die immer/häufig/gelegentlich lesen

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2019


12 TITELGESCHICHTE

Werbung ist Gestaltungshilfe für den Einkaufszettel

Positive Einstellung zur Werbung

61%

Werbung macht auf

Produkte aufmerksam

63%

Werbung verschafft

Überblick über Angebote

76%

Geschäfte, die in der

Zeitung werben, sind seriös

76%

Werbung ist hilfreich

81%

Anzeigen in der Zeitung sind

glaubwürdig und zuverlässig

Basis: Deutschsprachige Bevölkerung/WLK Zeitungen ab 14 Jahren / Stimme voll und ganz/teilweise zu

Quelle: ZMG Media Monitor 2020 / Best for Planning 2020 I / ZMG Bevölkerungsumfrage 2019

In der Zeitung ist Werbung wichtig

Personen, die Werbung vermissen würden

24%

im Briefkasten

33%

im Anzeigenblatt

47%

in der Zeitung

Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren / Werbung würde sehr stark/stark/etwas vermisst

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2020

Direktwerbung kommt nicht gut an

Aufkleber „Bitte keine Werbung einwerfen“ vorhanden

Hamburg

Hannover

41%

49%

45%

Berlin

Leipzig

Frankfurt a.M.

39%

51%

Dresden

28%

bundesweit

Heidelberg

Stuttgart

57%

60%

58%

Nürnberg

50%

60%

Regensburg

Tübingen 78% 56% 64% München

Basis: Haushalte

Quelle: Postaktuell Manager Januar 2021

Ulm


TITELGESCHICHTE 13

In Zeitungen sind Prospekte relevant

Umgang mit Prospekten

Direktverteilte

Prospekte

Prospekte

in der Zeitung

65%

werfen einen Teil

oder alle gleich weg*

58%

haben in letzter Zeit

aufgehoben / ins Geschäft

mitgenommen**

Basis: *Bevölkerung ab 14 Jahren (n=948) / **WLK Tageszeitungen ab 14 Jahren (n=675)

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2020

Größer ist besser

Beachtung von Zeitungsanzeigen ¼-Seite vs.

-Seite

Aufmerksamkeit

Marken-Identifikation

Aktionsimpuls

¼-Seite 4c

59%

-Seite 4c

74%

¼-Seite 4c

53%

-Seite 4c

68%

¼-Seite 4c

14%

-Seite 4c

24%

Basis: Leserpanel regionaler Abonnementzeitungen ab 18 Jahren

Quelle: Media-Opal Benchmark-Datenbank 2013-2020

Anzeigen werden auch im E-Paper beachtet

Wahrnehmung in Print und E-Paper

56%

53%

58%

Nur Print

Nur E-Paper

Print + E-Paper

Basis: Leser von Tageszeitungen (Print und E-Paper) / Gesamtwert innerhalb der Gruppen

Quelle: ZMG E-Paperstudie 2015


14 TITELGESCHICHTE

Konsumenten informieren sich aktiv in der Zeitung

Wichtigste Informationsquelle für Angebote der Geschäfte

40%

Tageszeitung

24%

Direktverteilung

8%

Plakate

32%

Internet

12%

Fernsehen

5%

adressierte Werbung

29%

Anzeigenblätter

10%

Hörfunk

2%

Stadtillustrierte

Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2019

Konsumenten informieren sich

vor dem Einkauf in der Zeitung

Einkäufe nach der Zeitungslektüre

68%

ZIEL

Basis: LpN Tageszeitung ab 14 Jahren

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2016

Einkauf ist überwiegend regional

Radius für Erledigungen und Unternehmungen

• Apothekenpflichtige

Medikamente kaufen

• Lebensmittel kaufen

• Zum Friseur gehen

• Andere Dinge des

täglichen Bedarfs kaufen

• Zum Arzt gehen

• Ins Kino gehen

• Freizeitaktivitäten

• Kleidung/Schuhe kaufen

• Abends ausgehen

• Ins Grüne fahren

• Zur Schule/Arbeit gehen

• Möbel kaufen

11-20 km

1-5 km

Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2018







6-10 km

Sich freiwillig engagieren

Brillen/Kontaktlinsen kaufen

Heimwerker-/Gartenbedarf kaufen

Autowerkstatt/-zubehörhandel

besuchen

Etwas Essen/Trinken gehen

Elektrogeräte kaufen

21-50 km

• Kulturveranstaltungen

(Konzerte, Museen)

• Ausflüge mit

Kindern/Familie


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NOV/DEZ 2020 AUSGABE 11/12 JAHRGANG 25

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SEPTEMBER 2020 AUSGABE 9 JAHRGANG 25

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SUMMER SPECIAL AUSGABE 7/8 JAHRGANG 26

TITELGESCHICHTE 15

Zeitungen werden intensiv genutzt

Hohe Beachtungschance für Anzeigen

74%

lesen mindestens

die Hälfte aller Seiten

Lesedauer

39 Minuten

Basis: WLK Tageszeitungen ab 14 Jahren

Quelle: ZMG Bevölkerungsumfrage 2019/2020

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24/7: Nutzen Sie den digitalen PreMedia

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Der Bezug läuft nach 3 Monaten

automatisch aus.

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wohnheiten verbunden. Leserinnen und Leser der

gedruckten Ausgabe sehen im Printprodukt ganz

überwiegend Vorteile: Für 89 Prozent ist sie das

richtige Zeitungsfeeling, 82 Prozent finden sich

in der Printausgabe besser zurecht als im E-Paper

und 74 Prozent sagen, man kann interessante

Seiten oder Beiträge gedruckt besser aufheben.

Wer dagegen E-Paper schon nutzt, kommt auch

prima damit zurecht und weiß dessen flexibles

Handling zu schätzen. Die gedruckte Zeitung hat

für digitale Leserinnen und Leser kaum noch eindeutige

Vorteile. In ihren Augen ist das E-Paper

einfacher zu bekommen und lässt sich lesen,

wann und wo immer man möchte (jeweils 76%),

interessante Beiträge lassen sich besser aufheben

(58%) und mehr als die Hälfte (54%) findet sich in

der elektronischen Ausgabe besser zurecht.

Weitere Ergebnisse der Studie: Mit der wöchentlichen

Reichweite von 84,6 Prozent (59,7 Millionen

Leserinnen und Leser) erreichen die Zeitungen

gedruckt oder digital alle Bevölkerungsgruppen

– auch drei Viertel der unter 30-Jährigen (76%).

Sie sind im Lokalen das stärkste Medium und sie

sind das glaubwürdigste: Auch junge Leute vertrauen

bei widersprüchlicher Berichterstattung

am ehesten der Zeitung. Zeitung genießt täglich

39 Minuten höchste Aufmerksamkeit, was auf ihre

Werbung einzahlt. Für acht von zehn Deutschen

(81%) sind Zeitungsanzeigen glaubwürdig und

zuverlässig und die werbenden Unternehmen

seriös (76%). 47 Prozent würden Anzeigen und

Prospekte in der Zeitung vermissen, wenn es sie

nicht mehr gäbe.

-karma-

Internet-

Giganten versus

Medienindustrie?


16 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW

Roman Minimayr

Nachfrage nach Qualität und

Wirtschaftlichkeit steigt

PreMedia Newsletter:

Lieber Roman, die aktuellen

Bedingungen der Corona-Krise

erschweren ja persönliche

Kontakte enorm. Die Nachfrage

nach geprüften Inhalten,

auf dessen Qualität sich der

Leser verlassen kann, steigt.

Wie siehst Du dabei diese Entwicklung?

Roman Minimayr:

Lieber Karl, leider kann

ich dich nicht persönlich

willkommen heißen aber sei

dennoch herzlich aus Salzburg

gegrüßt, in dieser doch

ganz besonderen Zeit. Wie die

Überschrift schon verspricht,

bewegen sich die wesentlichen

Herausforderungen auch in

unserer Branche in eine klare

Richtung. Diese ist eindeutig

und klar Qualität und Vertrauen.

Beide Attribute haben

mit Orientierung zu tun und

prägen damit jene Unternehmen,

welche diese mit aller

Anstrengung im Blick haben.

Qualität erstreckt sich im

Wesentlichen auf Inhalt und

damit auf gute journalistische

Arbeit, Hintergründe, diese zu

beleuchten und zu vermitteln,

dem Menschen – nicht dem

„User“ - Halt, Erklärung und

Orientierungshilfen zu geben.

Qualität ist aber auch in der

gesamten Unternehmensstruktur

ein absolutes Muss.

Beginnend beim zwischenmenschlich

qualitätsvollen

DAS

AKTUELLE

MEDIENINTERVIEW


DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW 17

Umgang unter Kolleginnen und

Kollegen, dem Spaß am täglichen

Werken, einem Kunden-

Service, bei dem Service im

Mittelpunkt steht, bis hin zur

Qualität im Druck, der Verarbeitung

und der Auslieferung.

PreMedia Newsletter:

Print ist ja nach wie vor für die

Markenführung eines Medienhauses

unverzichtbar. Wie sieht

es dabei mit der Schnelligkeit

des Transportes von aktuellen

Inhalten über die digitalen

Medienkanäle aus?

Roman Minimayr:

Natürlich überholen die

digitalen Vertriebsschienen bei

fast jeder Meldung die Printausgaben,

aber eben nur fast! Ich

denke, dass jede Information

ihren Verbreitungskanal sucht

und braucht. Seit vielen Jahren

haben wir die Diskussion über

Online-first oder Print-First

und eigentlich gilt noch immer

„News-First“, denn jede Nachricht

sucht seine Zielmenschen

und damit sein Medium. Auch

bei uns ist nach wie vor dieser

Grundsatz mit ganz starker

Verankerung im gesamten

Medienhaus gegeben. Ob es nun

die schnelle Information aus der

Innenpolitik, das aktuelle Interview,

die exzellente, pointierte

Karikatur des Tages, das Live-

Video-Format „Live und Direkt“

mit spannenden Menschen,

oder die Wunschimmobilie für

unseren Abonnenten ist – alles

findet seinen Interessenten –

wenn es mit Qualität gemacht

ist. Daher ist es keine Frage von

Schnelligkeit – diese setzt jeder

Kunde voraus – sondern eine

Frage wie und ob die Menschen

in Ihrem Lebensbiotop entsprechend

versorgt werden.

PreMedia Newsletter:

Die „Salzburger Nachrichten“

haben ja sehr erfolgreich schon

vor Jahren auf Regionalisierung

und tiefe Subregionalisierung

gesetzt. Sogar die in der

Produktion sehr teure Print-

Montagausgabe wurde durch

ein eigenes Sport-Tabloid-

Supplement mit vielen Spielberichten

auch in den Unterklassen

ausgebaut. Wie sieht die

aktuelle Entwicklung dabei aus?

Roman Minimayr:

Bereits vor 25 Jahren haben

wir mit der Hybridproduktion

begonnen und eine tägliche

Berliner- und Tabloidausgabe

der Tageszeitung kombiniert.

Diese Kombination unterstützt

die tägliche Lieferung von

regionalen als auch nationalen

Informationen für unsere

Kunden enorm.

Wie du schon richtig angemerkt

hast, ist der „Montag“ sehr

speziell in Österreich und

dazu kommt natürlich auch

der Faktor Umfang und Zeit.

Deshalb haben wir diese Info

schon vor einiger Zeit wieder

vollständig auf die digitale

Berichterstattung verlegt – bis

März 2020 kam…. Derzeit ist es

gerade in diesem Umfeld sehr

– sagen wir – abwartend……

Auch dies zeigt, dass Produkte

laufend angepasst werden

müssen. Ideen die es immer

wieder gibt, manchmal einfach

zu früh sind und dann nach

einigen Jahren wieder als zu-

Roman Minimayr, 62 ist unter anderem in der Geschäftsführung der Salzburg-

Digital, im Joint-venture von conova communications, dem Data Center

Pionier und seit Jahrzehnten im Topmanagement des Medienhauses Salzburger

Nachrichten tätig.

1945 wurde dieses sehr erfolgreiche Familienunternehmen am Stammsitz

Salzburg-Stadt gegründet. Flaggschiff ist die Tageszeitung „Salzburger

Nachrichten“ mit Print und zahlreichen digitalen Kanälen, dazu kommen sechs

regionale Wochenzeitungen und eine Gratiszeitung, Druckerei, ein Rechenzentrum,

eine Digitalfirma, eine regionale Online-Plattform und vieles mehr. Die „Salzburger

Nachrichten“ gehören zu den führenden Qualitätszeitungen in Österreich.


18 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW

auch wir in diesen Prozessen

alle notwendigen Dateninformationen,

Leserverhalten,

Interessen und Ansprüche

unserer Kunden dabei zu berücksichtigen.

PreMedia Newsletter:

Wie entwickeln sich die Digital-

Verkäufe bei den Wochentags-

Ausgaben und bei der reine

digital erscheinenden SN-

Sonntags-Ausgabe?

??

kunftsweisend auftauchen.

PreMedia Newsletter:

Wie weit kann man die Qualität

der Inhalte mit schneller

Distribution via Internet im

Sinne von Qualitäts-Controlling

vereinbaren?

Roman Minimayr:

Dies ist sicher eine laufende

Herausforderung an alle Beteiligten.

Im Wesentlichen

hat es aber mit den Menschen

dahinter zu tun. Digitale Inhalte

durchlaufen die gleichen Qualitätskriterien

wie gedruckte

Inhalte, werden ebenfalls über

Systeme mit höchster Verfügbarkeit,

tiefer Integration,

versteckter Komplexität und

über vernetzte Strukturen an

die Empfänger – unsere Kunden

– geliefert. Natürlich versuchen

Roman Minimayr:

Gut zu sehen, dass die Entwicklung

in Richtung „digitale

Inhalte haben auch Wert“ schon

seit Jahren beim Leser angekommen

ist. Wie in manchen

befreundeten Verlagshäusern

auch, ist der Anteil an bezahlten

Digital-Abos durchaus erfreulich

und wir können ein gutes

Wachstum hier sehen. Das

besondere Ausgabeformat für

den Sonntag haben wir vor ca.

5 Jahren in unsere Full-App

als einer der ersten Verlage

integriert. Wesentlich dabei ist,

dass das gute alte E-Paper, die

„sn.at“ Inhalte, Premiuminhalte

und der gesamte ABO-Servicebereich

in dieser App im

Hintergrund abgewickelt wird.

Dies bedeutet, dass über den

eindeutigen SingleSignOn

(SSO) in Echtzeit mit dem Abo-

System sämtliche Aktivitäten

freigeschaltet sind – natürlich

abhängig von der gewählten

und bezahlten Abonnementform.

Dies greift natürlich vom

Nutzen des Premiuminhalts

über unser SN-Shopsystem, bis

zur Printurlaubsnachsendung

und vielen weiteren „Goodies“

direkt in die entsprechenden

Applikationen durch. Als

neuestes Produkt haben wir die

gesamte Printausgabe der Salzburger

Nachrichten von 1945

bis heute digitalisiert und im

Archiv für unserer Abonnenten

auch in der Online-Volltext-


DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW 19

suche zur Verfügung gestellt …..

ein weiteres Bespiel, dass uns

auch hier Qualität und Nachhaltigkeit

für unsere Kunden

enorm wichtig ist.

PreMedia Newsletter:

Du hast ja viele Anwender-

Generationen in der Druckvorstufe,

Plattenkopie, Druckmaschinen

und Versandraum

aktiv begleitet. Welche Entwicklungen

siehst Du dabei

in den vorhersehbaren 36-48

Monaten?

Roman Minimayr:

Eine sehr komplexe Frage, die

du da wieder einmal für mich

hast und da ist schon wieder

das „VOR-Denken“ gefragt

( NACHdenken können wir

später) - also es ist ja nichts

Neues, dass diese Branche

schwer gerüttelt wird und dies

schon seit Jahren auch lautstark

hinausposaunt – übrigens

wie kaum eine andere Branche

– macht sich unsere schlechter

als sie ist. Meine Einschätzung

ist, dass sich manche Hersteller

massiv in ihrer Dynamik verzettelt

haben, wesentlich mit

sich selbst beschäftigt sind und

der Weitblick im Zahlennebel

der alten Umsätze verblasst.

Wenig Innovation - nicht nur

aus Spargründen sondern auch

aus mangelnder Kreativität,

den fehlenden „verrückten“

Pioniergeistern und wenig

vorhandenen VORdenkern.

Vorstellbar sollte doch eine

Drucktechnik sein, die mit ganz

anderen Materialien arbeitet

(auch Flugzeuge werden nicht

mehr nur aus Alu gebaut), Versandraumtechnik

kann sich mit

SAMSTAG, 20. MÄRZ 2021 // TEL. 0662/8373-0

A U S S T A D T U N D L A N D

Nächste Lift-Hochzeit im

Pongau zeichnet sich ab

Das Skigebiet St. Johann-Alpendorf ist Teil der Marke Snow Space Salzburg, aber eine eigene

Gesellschaft. Nach dem umsatzschwachen Coronawinter stehen die Zeichen auf Fusion. Seiten 8, 9

Menschen

Am Untersberg wird

der Schnee gehobelt

Davon sprechen

die Seilbahner

(im

Bild Hubert

Schlager),

wenn sie die

Bergstation räumen. Seite 10

Für Wintersportler

war die Saison

im Alpendorf

dank freier Pisten

erfreulich. Die

Seilbahngesellschaft

fuhr hohe

Verluste ein.

BILD: SN/FRANZ NEUMAYR

Logistiktechnik vermischen

und wir sollten über Andruckzeiten

und Auslieferzeiten

nachdenken, da die Produkte

ohnehin immer den Wettlauf

gegen Digital verlieren – aber

trotzdem unverzichtbar sind.

Gute Chancen würde ich für ein

VORdenkforum mit Menschen

aus der gesamten Produktionskette

sehen, um gemeinsam

neue Wege der Produktionslogistik

zu „erspinnen“.

PreMedia Newsletter:

Steht aus deiner Einschätzung

heraus zu befürchten, dass

über viele Jahren die Branche


20 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW

Unternehmen sicher verschwinden

oder sich auf einen

Bruchteil reduzieren – siehe

Kodak-Film, Sony-CD, Alta-

Vista Suchmaschine…., aber

auch kreative kommen.

PreMedia Newsletter:

Der Aufbau von Führungsnachwuchs

in der Zeitungs- und

Zeitschriftenbranche gerät zunehmend

schwierig. Wie kann

diesem Abwärtstrend proaktiv

entgegengewirkt werden?

Roman Minimayr:

Diese Branche braucht einen

Imageschub und muss wieder

„cool“ werden. Dazu gehört

auch die Arbeit mit und für die

jungen Generationen. Lesen

– auf welchem Trägermedium

auch immer - ist gefordert

und muss wieder spannend

werden. Viele Aktivitäten,

rechtzeitig junge Menschen in

die Verlagshäuser zu bringen,

sind sicher nicht so schwierig

umzusetzen. Pflichtpraktika in

den Verlagen, mehr Zusammenrücken

zwischen FH/Uni und

den Verlagen (Projektarbeiten,

Schnupperstudium, Studiumssponsoring

– Lernen, Wohnen,

Arbeiten - von Studienbeginn

weg oder einfach der Quereinstieg

sind nur einige Anregungen,

die manche Verlage

auch sicher schon erfolgreich

umsetzen.

PreMedia Newsletter:

Welche Rolle kann Künstliche

Intelligenz in welchen

Anwendungsbereichen für

das Medienhaus der Zukunft

spielen?

Roman Minimayr:

KI ist ja schon lange in allen

Köpfen und vieles wird

durch diese stetig lernenden

SAMSTAG, 20. MÄRZ 2021 // NR. 66, 77. JG // € 2,90

U N A B H Ä N G I G E T A G E S Z E I T U N G F Ü R Ö S T E R R E I C H

prägende Unternehmen der

Software-Branche wie auch aus

der Maschinenindustrie aufgeben

müssen?

Roman Minimayr:

Manch ein unkreatives Unternehmen

wird wohl auch diese

Phase nicht überstehen und

ihre bestehenden Kunden leider

im Stich lassen. Merger hat

es auch immer gegeben, viele

positive aber auch viele, die einfach

nicht funktioniert haben,

da Produkte, Firmenkulturen,

Menschen und Ziele oft nicht

zusammenpassten. Es werden

Irrfahrt ...

Es ist wichtiger geworden,

wie wir wohnen

Lass uns aufs Land

ziehen! So denken

viele Menschen in

der Pandemie. Dort

locken Platz und

Freiraum. Ökologisch

ist das nicht.

LEITARTIKEL

Gudrun Doringer

9 015620 032066 1 1

Städte haben in Zeiten der

Pandemie wenig zu bieten:

wenig Raum – ein kostbares

Gut, wenn man auf Abstand

gehen will – und wenig

Annehmlichkeiten. Wer eben

noch auf kleinem Raum lebte, weil

die Stadt mit ihren Bars, Restaurants,

Clubs und Cafés das erweiterte

Wohnzimmer war, der hat inzwischen

möglicherweise gemerkt,

dass wenig manchmal zu wenig ist.

Die Krise kratzt an dem Konzept,

Flächen gemeinschaftlich zu nutzen

– der Grundidee städtischen

Zusammenlebens. Denn bisher galt:

Warum sollte in Zeiten, in denen

die Zahl der Singlehaushalte steigt,

jeder seine eigene Waschmaschine

haben, jeder sein eigenes Auto

fahren oder jeder sein eigenes Beet

beackern? Doch in Krisenzeiten

sind jene im Vorteil, die all das ihr

Eigen nennen.

Auch Nachbarschaft hat in der

Pandemie einen neuen Stellenwert

bekommen. War es vorher nicht so

wichtig, wer unter demselben Dach

schlief, erlebt man bisher unauffällige

Zeitgenossen plötzlich ganz

anders.

Da lockt das Land mit Platz und

Freiraum. Nun ziehen nicht alle

Städter, die von einem Garten mit

alten Obstbäumen träumen, sofort

aufs Land – aber die Zahl der Menschen,

die der Stadt den Rücken

kehren, steigt. Das ist nicht nur eine

Folge der Pandemie. Es ist ein Zusammenspiel

aus den hohen Preisen

auf dem Immobilienmarkt, der

Enge und Corona und der plötzlichen

Homeoffice-Normalität.

Doch die neue Landlust birgt

Risiken: Wenn diese Entwicklung

nicht von klugen politischen Ent-

scheidungen begleitet wird, schreiten

Zersiedlung und Flächenfraß

voran. Die deutsche Soziologin

Christine Hannemann sagte kürzlich

in einem Gespräch mit dem

Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“:

„Die Klimakrise ist mittlerweile so

fortgeschritten, dass wir jeden Quadratmeter

unbebaute Fläche schützen

sollten. Uns fehlen Bäume, aber

keine frei stehenden Gebäude aus

Beton und Stein, in denen dann

durchschnittlich gerade mal vier

Leute wohnen.“ Zudem steigt die

Zahl der Autos, mit denen sich

die frischgebackenen Landbewohner

dann und wann doch wieder in

die Stadt stauen werden. Städtisches

Leben ist die ökologischere

Wohnform.

Verlieren die Städte

ihren Reiz?

Eine Chance der neuen Landlust

liegt aber darin, dass die nicht Heimischen,

die nun aufs Land ziehen,

frische Ideen im Gepäck haben

könnten: Dass sie anders wählen

oder eine andere Infrastruktur einfordern.

Dass es die Eltern unter

ihnen zum Beispiel gewöhnt sind,

eine Kinderbetreuung vorzufinden,

die ihnen das Arbeiten ermöglicht.

Sie könnten die Leerstände in Landgemeinden

wiederbeleben und vor

allem jungen Frauen das Leben dort

wieder schmackhaft machen. Denn

laut Statistik sind es bisher vor allem

sie, die ein Leben auf dem Land

ablehnen.

Und in der Stadt? Da entstehen

plötzlich Leerräume. Großraumbüros

werden in der Größe vielleicht

nicht mehr gebraucht. Desksharing-

Modelle könnten an ihre Stelle treten:

Es gäbe mehr Mitarbeiter als

Schreibtische. Wer tageweise vom

Homeoffice ins Büro wechselt und

sich an einen freien Tisch setzt, findet

dort keine gerahmten Bilder der

Familie mehr vor und keine Hausschuhe

unterm Tisch, sondern

einen leeren Arbeitsplatz, der dem

zur Verfügung steht, der ihn gerade

braucht. Solche Modelle bräuchten

weniger Platz, wodurch welcher für

Wohnraum frei würde.

Und die Parks der Stadt sind

Sehnsuchtsorte geworden, in denen

sich mittlerweile nicht nur Jugendliche

und Hundebesitzer aufhalten,

sondern alle. Wer wurde

nicht schon mit Pappbecher in der

Hand auf dem Fenstersims eines

geschlossenen Cafés gesichtet, um

der heimischen Enge für ein paar

Stunden zu entfliehen? Diesen öffentlichen

Aufenthaltsräumen gebührt

in der Städteplanung mehr

Aufmerksamkeit. Das Mobiliar

einer Stadt, Parkbänke, Brunnen,

öffentliche Plätze, die zum Verweilen

einladen, das alles ist unglaublich

wichtig geworden. Wir brauchen

mehr davon. War Nachverdichtung

eben noch das Gebot der

Stunde, werden die grünen Oasen

einer Stadt künftig nicht nur von

Hobbybotanikern verteidigt. Man

mache sich auf eine Allianz aus

Spaziergängern, Picknickern, Urban

Gardeners, Frisbee-Spielern,

Flaneuren und Frischluft-Schnappern

gefasst. Also fast allen.

In der Pandemie hinterfragen

viele Menschen, wie sie wohnen. In

den Antworten liegt eine große

Chance.

GUDRUN.DORINGER@SN.AT

WWW.SN.AT/WIZANY

STANDPUNKT

Marian Smetana

Wir müssen

wieder über das

„L-Wort“ reden

Niemand kann es mehr hören:

Aber die epidemiologische Lage

spitzt sich zu. Die Zahl der Coronainfektionen

steigt. Auch

der wichtigste Indikator, die

Belegung der Intensivbetten,

zeigt in die falsche Richtung.

In Wien werden wieder Operationen

verschoben.

Die Lage in der Millionenstadt,

die bisher gut durch die

Krise gekommen ist, und in anderen

Coronabrennpunkten

spitzt sich vor allem aufgrund

der britischen Variante zu. Die

Ansteckungsrate ist höher, die

Menschen landen schneller und

öfter auf der Intensivstation.

Das kam nicht überraschend.

Die Experten warnen seit

Wochen, trotzdem traut sich

sonst niemand so recht, das

„L-Wort“ (Komplexitätsforscher

Peter Klimek) in den Mund zu

nehmen. Natürlich will niemand

einen Lockdown und viele

Politiker fürchten, dass schon

jede Andeutung in diese Richtung

den Umfragewerten schadet.

Wer vom Licht am Ende

des Tunnels, offenen Schanigärten

und einem normalen

Sommer schwärmt, hat die

Wähler auf seiner Seite. Doch

das Virus schafft Fakten. Unbeeindruckt

von Pandemiemüdigkeit

und Beliebtheitswerten.

Eine ehrliche Debatte über

die bestehenden Maßnahmen

und die noch vor wenigen

Wochen in Aussicht gestellten

Lockerungen ist dringend notwendig.

Schon allein deshalb,

um einen wirklichen Komplett-

Lockdown zu verhindern. Was

wollen wir unbedingt offen

halten? Wo könnte man dafür

Einschränkungen vornehmen?

Gibt es Lockdown-Alternativen?

Wie können Risikogruppen

schnellstmöglich geimpft werden?

Diese Fragen müssen jetzt

geklärt werden, nicht erst dann,

wenn es wieder schnell gehen

muss. Und diese Fragen müssen

breit diskutiert werden, nicht

nur in den Krisenstäben.

Wenn wir eines aus der zweiten

Welle gelernt haben, dann

dass vor allem schnelle Maßnahmen

wirken, die auch mitgetragen

werden. Führen wir

deshalb eine ehrliche Debatte

über die Pandemiebekämpfung

in den kommenden Monaten.

Sehen wir das als eine der hoffentlich

letzten gemeinsamen

Kraftanstrengungen und auch

als Schritt zurück in Richtung

Selbstbestimmung.

MARIAN.SMETANA@SN.AT


DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW 21

Techniken sicher beschleunigt.

Generell sehe ich große

Chancen, in vielen Prozessen

(z.B. Workflow, Bildqualität,

Rechnungslegung, Drucksteuerung,

Versandlogistik,

Auslieferungsoptimierung,

Zustellsteuerung…) neue

Lösungen im Zusammenspiel

mit IoT (Internet of Things) und

M2M (Machine to Machine) zu

erzielen. Menschen braucht es

allerdings immer noch um gute,

kreative und sinnvolle Dinge zu

entwickeln. „Wischen ist nicht

nachhaltig“

PreMedia Newsletter:

Das sind wie in den vielen

Jahren zuvor auch sehr wertvolle

Einsichten in das Innenleben

der Zeitungsindustrie.

Deine aktive Zeit bei den „Salzburger

Nachrichten“ endet Ende

April 2021. Ich danke Dir sehr

für unsere immer wieder aufbauenden

„Gedankenstürme“

und Gespräche. Den ersten

Abschied in Deinen nächsten

Lebensabschnitt, weitere

werden folgen, feiern wir wie

immer im Hotel Friesacher in

Anif. Frau Friesacher ist schon

vorauseilend davon informiert.

Sie wird unserer Feier dann

persönlich bei dem herrlichen

Grüner Veltliner aus der

Wachau beiwohnen. Wir bleiben

im Sinne unserer geliebten

Zeitungsbranche weiter in

Kontakt, bitte!

Roman Minimayr:

Karl, von wem weißt Du das

nun schon wieder? Ich bin

zu allem bereit, auch für

1-3 Gläser Wein mit Dir, bis

bald persönlich.

PreMedia Newsletter:

Ich habe ja meine Augen

und Ohren überall wie Du

ja weißt. Danke für Alles,

lieber Roman!

Roman Minimayr:

Danke dir auch, lieber Karl

für die spannenden Treffen,

die vielen guten Ideen, die oft

nächtelangen Problemlösungen

und freut mich, wenn wir so

manchen kreativen Tsunami

noch auslösen können!

Dankeschön auch an viele, tolle

Wegbeleiter!

Servus!


22 PERSONELLES

Markt und

Zukunft

Coaching

Investitionsberatung

Personalentwicklung

Personal-Akquisition

Projektmanagement

Unternehmensberatung

Prof. Ing. Karl Malik

Europäische Union – USA –

Großbritannien – China – Russland

Karl.Malik@malik-consulting.de

www.malik-consulting.de

Tel. +49(0)6223.74757

Fax +49(0)6223-74139

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Prof. Ing. Karl Malik Media Consultancy International


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 23

Standpunkt

2020 - Das ganze andere Jahr

und die neue Normalität

Covid-19 beherrscht wieder

oder immer noch die Schlagzeilen.

Wir erleben es in den

Medien und auch im Alltag.

2014, als wir Fußball Weltmeister

wurden, haben wir noch

das Lied gesungen: „Ein Hoch

auf uns, auf dieses Leben und

den Moment, der für immer

bleibt… für heut und jetzt und

für die Ewigkeit“, von Andreas

Bourani. Sechs Jahre später

scheint es so, als würde eine Gesellschaft,

der es so gutgeht wie

nie, daran verzweifeln, nicht

verreisen zu können wohin

man will, sich nicht treffen zu

können mit wem und wann

man will und das Tragen von

Masken als absolut unzumutbar

erlebt. Es werden Zahlen

und die Verhältnismäßigkeit der

Maßnahmen, insbesondere Einschränkungen

und Verbote von

Veranstaltungen, angezweifelt.

Der Ruf nach mehr Freiheit

hallt unüberhörbar durch die

Republik. Wenn wir Nachrichten

aus der ganzen Welt

hören, geht es dort bei dem

Kampf um Freiheit meist um

Unterdrückung der Meinungsfreiheit

mit Risiken für Leib

und Leben. 70 Jahre Frieden

haben uns vergessen lassen,

was Angst um Leib und Leben

bedeutet. Dabei können wir am

Schicksal der Flüchtlinge sehen,

was diese auf sich nehmen, für

Freiheit und eine wirtschaftlich

bessere Zukunft. Für uns

ist beides längst eine Selbstverständlichkeit.

Natürlich ist

es misslich, Masken zu tragen

und Menschen, die dies acht

Stunden und mehr tun müssen

und dann noch arbeiten, leiden

darunter, z.T. stark. Trotzdem

sind es für uns alle nur geringe

Einschränkungen, vergleicht

man sie mit der Angst um Leib

und Leben.

Wenn die neue Normalität ist,

dass wir uns nicht mehr zu

jeder beliebigen Zeit an jedem

beliebigen Ort mit allen möglichen

Menschen treffen und

feiern können, warum schätzen

wir dann nicht viel mehr die

Momente, in denen dies möglich

ist? Warum begegnen wir den

Menschen nicht bewusster und

weniger oberflächlich? Vielleicht

ist für uns vieles einfach zu

selbstverständlich geworden.

Die Freude am Sport, z.B. am

Fußball ist eine willkommene

Abwechslung. Beim Spielen

ohne Zuschauer sprach man

von Geisterspielen. Der Begriff

klingt schon abschreckend.

Es spielen aber keine Geister

gegeneinander. Und siehe da,

die Spiele haben gezeigt, dass

Fußball selbst ohne Zuschauer

ansehenswert ist. Das Triple der

Bayern war für alle ein Genuss

(sicher auch für 60iger). Im Pokal

und in der neuen Bundesligasaison

waren wieder Zuschauer

– wenn auch nur begrenzt – zugelassen.

Die meisten haben

es als wunderbar empfunden.

Wissen Sie noch, mit welcher

Vehemenz radikale Fußballfans/Hooligans

im Frühjahr

versucht haben, die Bundesligaspiele

zu einer Demonstration

ihrer Stärke zu nutzen? Nach

den Spielen ohne Zuschauer war

auf einmal alles anders. Fußball

geht eben auch so. Nach

den ersten Spielen mit weniger

Zuschauern wurde schon die

Frage gestellt, ob man die Hardcore

Fans, die für viel Stimmung

sorgen, aber auch sehr viel

Lärm und manchmal Randale

machen, überhaupt braucht. So

schnell ändert sich die Sicht auf

die Dinge.

Viele setzen sich auch jetzt wieder

für schärfere Einschränkungen

ein. Zu groß ist die Sorge vor

einem neuen Lockdown. Das

Wohl für Leib und Leben rechtfertigt

manchmal eben auch

Eingriffe in das höchste Gut in

einer Demokratie, die Freiheit.

Wahrscheinlich sind Besonnenheit,

Disziplin und Solidarität

ein guter Dreiklang in unserer

Autor:

Dr. Frank Meik


24 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Situation. Vielleicht ist dieser

Dreiklang auch kennzeichnend

für unsere neue Normalität?

Mehr Disziplin, weniger Eigenverwirklichung,

mehr Verständnis

und mehr Rücksicht auf

andere. Wäre dies nicht eine

gute neue Normalität?

Der Baldhamer Dr. Frank Meik

ist geschäftsführender Gesellschafter

des MW Verlags

München und Autor der Bücher

„Wir klicken uns um Freiheit

und Verstand“, „Digitale

Attacke“ und „Wege durch den

Digitaldschungel“. Seit über 30

Jahren hat Meik Erfahrungen

in der Führung von Unternehmen,

ihrer strategischen

Neuausrichtung und Neupositionierung

bei Marktveränderungen

gesammelt,

davon 20 Jahre in eigener

Führungsverantwortung, u.a.

als Führungskraft bei der Süddeutschen

Zeitung, als Verlagsgeschäftsführer

der Zeitungsgruppe

Münchner Merkur/

TZ und als Vorsitzender der

Geschäftsführung der Verlagsgruppe

Frankfurter Allgemeine

Zeitung.

Wir sind mitten in einem Veränderungsprozess

und das nicht

nur durch Covid-19, sondern

auch durch völlig andere

Themen wie Digitalisierung,

Veränderung der Wirtschaft

und einer relativ volatilen Weltordnung,

bei der die Despoten,

kommen sie aus Russland,

China oder der Türkei, im

Machtgerangel mit den demokratischen

Staaten sind. Die

USA und jetzt auch England

haben ebenfalls Entscheider

an der Spitze, bei denen sich

viele Demokraten zumindest in

Europa mit Recht schwertun.

Neben der volatilen politischen

Lage wird uns die Veränderung

der digitalen Arbeitswelt und

der Kommunikation noch

intensiv fordern. Es wird tiefe

Einschnitte in unser gewohntes

Leben geben. Dies werden wir

wahrscheinlich schon im Frühjahr

2021 erleben, wenn viele

der sog. Zombie Unternehmen

insolvent sind. Auf die umfangreichen

staatlichen Hilfsmaßnahmen

und die Verlängerung

des sog. Kurzarbeitergeldes,

das oft eine Überbrückungshilfe

ohne adäquate Gegenleistung

darstellt, will ich nicht näher

eingehen. Wir leben politisch

eben immer noch in einer Welt

des Industriezeitalters. Unternehmer,

Selbstständige, Freiberufler,

bestimmte Branchen

wie Gastronomen, Messen,

Veranstalter und Künstler

sollen dabei stets ohne Hilfe

klarkommen. Und gerade diejenigen,

die Hilfen erhalten,

jammern auch noch. Das ist aber

ein Thema für sich.

Die Arbeitszeit wird ständig

reduziert. Die Freizeit wird

immer „stressiger“. Die Anforderung

an Kommunikation

und Abstimmung nimmt zu.

Eigentlich sollte sie doch durch

die digitalen Möglichkeiten verbessert

werden. Die Verbindlichkeit

nimmt ab. Zusagen werden

kurzfristig revidiert oder einfach

nicht eingehalten. Anstand

und Respekt sind Begriffe, die

zwar immer wieder verwendet,

aber wenig gelebt werden.

Die sog. Social Media haben dies

sehr stark gefördert. Menschen

sind seit Hundertausenden von

Jahren gewohnt, das hat mit

ihrer Angst und dem Fluchtinstinkt

zu tun, negative Nachrichten

wichtiger zu nehmen

und aufzunehmen als positive.

Hierauf baut auch die gesamte

Medienlandschaft, die von der

Aufmerksamkeit lebt. Die Social

Media fügen dem auch noch den

extremen emotionalen Aspekt

hinzu, der sich dann in Gefühlen

wie Wut, Hass und Verachtung

breitmacht. Die schöne

bunte Welt der digitalen Verwöhn-Apps,

die uns immer unselbstständiger

macht und für

zu immer größerer Verführung,

was wir tun und kaufen und

denken sollen. Unsere Vorstellung,

dass alles kostenlos

und ohne Probleme war, entpuppt

sich als Trugbild. Auch

früher waren schon die Filme

in Hollywood nicht als Lebensmuster

geeignet. Ein Happyend

wie dort wird es nur geben,

wenn wir unseren Drang nach

Freiheit mit dem Gegenbegriff,

der dazu gehört, wieder verbinden.

Freiheit meint nämlich

Verantwortung (William

Shakespeare). Ein einfacher Ansatz

ist, dass wir uns nicht immer

besser darstellen, als wir selbst

sind und unser Leben ist. Dann

lässt auch der Druck nach immer

mehr positives zu posten. Auch

hier ist weniger mehr. Vielleicht

ist die mediale Darstellung bei

WhatsApp oder Instagram gar

nicht so entscheidend, sondern

doch eher die Wirklichkeit? Dies

wäre eine gute neue Normalität.

Nun sitzen wir zu Hause im

Homeoffice oder in Quarantäne

und haben Zeit nachzudenken.

Warum nutzen wir die Zeit

nicht besser? Natürlich ist es unbequem,

auch kritisch über das

eigene Leben und seine eigene

Einstellung nachzudenken. In

Zeiten von Unglück oder Not,

das weiß jeder aus persönlicher

Erfahrung, kann es aber gelingen.

Corona hat unsere Sinne

hoffentlich geschärft. Ein immer

weiter so mit immer mehr Geschwindigkeit

und immer

höherem Tempo, egal wohin,

sollte es nicht mehr geben.

Die Veränderung und die

neue Normalität mit mehr

Homeoffice werden auch

positive Aspekte haben, auch

für unserer Gemeinde in Vaterstetten

und Baldham. Kleinere

Orte können aufblühen. Wo wir

arbeiten essen wir auch, gehen

wir einkaufen und entspannen

uns. Gibt es mehr Menschen,


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 25

die von zu Hause aus arbeiten,

wird es z.B. auch bei uns mehr

Dienstleistungen und kleine Geschäfte

geben. Wir werden uns

häufiger begegnen und vielleicht

auch neue Möglichkeiten finden,

uns zu treffen, auszutauschen

oder kulturelle Angebote in

unserer Gemeinde zu nutzen

und zu genießen. Und vielleicht

gelingt es uns auch, mit mehr

Bescheidenheit und Zurückhaltung

und einem bewussteren

Wahrnehmen des Anderen

wieder neue Bereiche für uns

selbst zu entdecken. Mit Blick

auf unsere soziales Miteinander

ist dies eine echte Chance, die

wir nutzen sollten, ob mit oder

ohne Maske.

Lassen Sie uns mehr an dieser

neuen Normalität arbeiten

und die Zeit nutzen, intensiv

darüber nachzudenken, was wir

tun müssen, um unser soziales

Leben in der Familie und der Gemeinschaft

zu verbessern und

auch neu zu gestalten.

Das wünscht sich und Ihnen

Ihr Frank Meik

„Das Wohl für Leib und Leben

rechtfertigt manchmal eben

auch Eingriffe in das höchste

Gut

in einer Demokratie,

die Freiheit.“

DvH Medien erweitert zum 1. April 2021 ihren Gesellschafterkreis.

Neue Gesellschafterstruktur bei

DvH Medien

DvH Medien GmbH, eine von

Dieter von Holtzbrinck gegründete

Familiengesellschaft

mit Sitz in Stuttgart, ist Anteilseignerin

mehrerer bedeutender

deutscher Medienunternehmen

wie beispielsweise dem Verlag

der Wochenzeitung Die Zeit,

der Tagesspiegel-Gruppe und

der Verlagsgruppe Handelsblatt.

Die DvH Gruppe macht

mit rund 2600 Mitarbeitern

rund 500 Millionen Euro

Jahresumsatz. Verleger Dieter

von Holtzbrinck veräußert jetzt

als Alleingesellschafter jeweils

fünf Prozent der Anteile an

den Aufsichtsratsvorsitzenden

Michael Grabner und an Geschäftsführer

Oliver Finsterwalder.

nehmen. „Michael Grabner hat

seit fast drei Jahrzehnten die

Zeitungsverlage meiner ehemaligen

und heutigen Medien-

weise Mediaprint mitkonzipiert,

ist seit 2006 im zentralen Eigentümergremium

der Mediaprint,

war schon 1991 Geschäfts-

Verdienste um das Unternehmen

Von Holtzbrinck begründet das

Aufrücken der beiden Manager

in den Gesellschafterkreis mit

den Verdiensten um das Unter-

gruppe maßgeblich und mit

großem Erfolg zu im digitalen

Zeitalter zukunftssicheren

Medienhäusern entwickelt“, so

von Holtzbrinck.

Michael Grabner gilt als einer

der großen Player im Mediengeschäft.

So hat er beispiels-

führer bei der Verlagsgruppe

Holtzbrinck, hält Anteile an

der Betreiberfirma des Onlineportals

Oe24.at und ist als

selbstständiger Medienunternehmer

mit der Michael Grabner

Media GmbH an Start-ups und

Verlagen beteiligt.

Michael Grabner

© DvH Medien


26 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

PreMedia Newsletter:

Lieber Herr Jopp, mitten in der

Corona-Pandemie ziehen Sie

mit der Schweizer Post einen

„großen Fisch“ an Land. Was

hat es damit auf sich?

Mark Jopp:

Genau genommen geht es

um die DMC (Direct Mail

Company), eine 100%ige

Tochter der Schweizer Post,

die regional und auch schweizweit

die Haushalte mit Werbematerial

beliefert.

PreMedia Newsletter:

Wie kam es zu dem Kontakt

und dem Auftrag?

Mark Jopp, Geschäftsführer Beratung & Verkauf JJK

„Schweizer Post“ baut

auf JJK

MENSCHEN

IM

GESPRÄCH

Mark Jopp:

Die DMC wollte sich komplett

neu aufstellen, sich optimal

organisieren. Da war schnell

klar, dass unsere Expertise in

Lean-Management in Verbindung

mit der Zeitungslogistik

bzw. Prospektverteilung

ein prüfenswerter Ansatz war.

So kam eines Tages ein Anruf.

PreMedia Newsletter:

Und dann?

Mark Jopp:

Wir waren mitten im ersten

Lockdown, ein Besuch in der

Schweiz, ein persönliches

Treffen undenkbar. Also haben

wir das komplexe Thema in

kleine Häppchen geteilt und

über 14 Tage tägliche Videokonferenzen

zu einzelnen

Themenbereichen abgehalten.

PreMedia Newsletter:

Was waren das für Themen?

Andere als man diese landläufig

so kennt oder vermutet?

Mark Jopp:

Natürlich ging es erst einmal

um die bekannten Bereiche: Zustellereinsatzplanung

und -abrechnung,

Beilagendisposition


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 27

und Anbindung an die Versandräume

bzw. Produktionsstätten,

Tourenplanungen usw. Aber es

ging sehr stark auch um CRM,

das Angebotsmanagement, um

die Transparenz über Verkaufschancen.

Das ist ein wichtiger

Teil in diesem Projekt. Wir

sollen also nicht nur die Aufträge

effizient verarbeiten,

sondern vor allem auch dafür

sorgen, dass es neue Aufträge

gibt.

PreMedia Newsletter:

Gibt es in der Schweiz Besonderheiten,

die zu beachten sind?

Mark Jopp:

Wir haben gut ein Dutzend

Kunden in der Schweiz,

Regionale Tageszeitungen

und Anzeigenblattverlage. Die

schweizerischen Besonderheiten

sind zunächst mit

unserem Standard abgedeckt.

Aber die DMC ist in Größe und

Aktionsgebiet schon besonders.

Kunden in der französischen

Schweiz wollen Angebote in

französischer Sprache und die

in der italienischen Schweiz

eben in italienisch. Also

muss alles auch dreisprachig

funktionieren. Die DMC holt

die Werbemittel teilweise bei

ihren Kunden ab. Dafür müssen

nach bestimmten Speditionsleistungskatalogen

streckenabhängige

Transportkosten

berechnet werden können.

PreMedia Newsletter:

Und haben Sie sich auch persönlich

getroffen?

Mark Jopp:

Im Sommer gab es ein kleines

Zeitfenster, in dem wir mit

unserer Mannschaft 14 Tage

vor Ort waren. Das war schon

skurril. Wir saßen mit 20

Menschen in riesigen Vortragssälen,

alle auf Abstand. Die

Distanzen waren so weit, dass

man von den hinteren Plätzen

der Präsentation vorne an der

Leinwand nicht folgen konnte;

also wurden alle Konferenztische

mit eigenen Bildschirmen

ausgestattet.

PreMedia Newsletter:

Wie ist der Zeitplan und welche

Bedeutung hat das Projekt für

Sie?

Mark Jopp:

Der Erstkontakt war im März

2020. Im Sommer gab es dann

vor-Ort Termine. Es folgten die

Angebotsphase und die Entscheidung

durch viele Instanzen

des Mutterkonzerns. Zum

Jahresende war das Vertragswerk

unterschrieben. Nun sind

wir mitten in der Umsetzung.

Nächstes Jahr um diese Zeit ist

„go-live“.

PreMedia Newsletter:

Und die Bedeutung und Auswirkung

des Projektes auf Ihre

Unternehmen?

Mark Jopp:

Wir haben über 100 Kunden

und die Schweizer Post ist einer

der Top 10. Uns selbst tut dieser

Auftrag gut, weil er uns zeigt,

dass wir Top Produkte und ein

hochgeschätztes Know-how anbieten.

Er tut auch gut, weil wir

trotz Krise Vollbeschäftigung

haben. Wir haben am Anfang

der Krise noch die Borkener

Zeitung mit einem Gesamtsystem

(Anzeigen, Produktion,

Abo und CRM) umgestellt

und setzen derzeit gerade ein

komplexes Beilagenprojekt bei

der Süd-West-Presse in Ulm um.

Das sind wichtige Signale für

unsere große Kundenfamilie.

JJK ist in der Krise erfolgreich,

aber eben auch langfristig zukunftssicher.

PreMedia Newsletter:

Ich danke Ihnen für das Gespräch.

Gruner + Jahr

Julia Jäkel sagt Adieu!

Seit 2013 führte Julia Jäkel Gruner + Jahr. Julia Jäkel war mehr als 20 Jahre lang für den

Gruner + Jahr-Verlag tätig.

Zum 1. April verliess sie nun

den Verlag. Zu ihrem Nachfolger

wurde Stephan Schäfer ernannt.

Der 46-Jährige bleibt daneben

Geschäftsführer Inhalte &

Marken der Mediengruppe RTL

Deutschland.

Der 46 Jahre alte Journalist

Stephan Schäfer wird neuer CEO

von Gruner + Jahr. Er folgt zum

1. April auf Julia Jäkel, die den

Hamburger Verlag auf eigenen

Wunsch verlässt. Neben Schäfer

wird Oliver Radtke als COO die

Geschäftsführung von Gruner


28 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

+ Jahr komplettieren. Beide gehören

seit 2013 der Geschäftsführung

an. Schäfer bleibt zudem

Geschäftsführer Inhalte &

Marken der Mediengruppe RTL

Deutschland.

„Man nennt das wohl Lebensentscheidung“,

erklärt sich Jäkel

via LinkedIn zu ihrem Ausstieg.

„Nach fast 10 Jahren an der

Spitze verlasse ich Gruner + Jahr

– auf eigenen Wunsch, in großer

Freundschaft. Ich bin fast 25

Jahre dabei und werde 50. Das

vergangene Jahr hat auch bei

mir Gedanken darüber ausgelöst,

was das Leben noch mit

einem anstellen kann. Diesen

möchte ich mehr Raum geben

– so habe ich darum gebeten,

meinen laufenden CEO-Vertrag

beenden zu dürfen.“ Sie verlasse

Gruner + Jahr voller Dankbarkeit.

Einen besseren Übergang

als an Stephan Schäfer und

Oliver Radtke könne sie sich

nicht wünschen.

Neuordnung im Executive

Committee

Die G+J-Geschäftsführung besetzt

zum 1. April auch das

Executive Committee von

Gruner + Jahr teilweise neu –

mit dem Ziel, es digitaler, jünger

und diverser aufzustellen. Im

Executive Committee werden

die unternehmerischen Aktivitäten

und die Transformation

von G+J gesteuert. Wie bisher

dem Gremium angehören

wird der Chief Financial Officer

Udo Stalleicken. Neu hinzu

kommen Christina Dohmann

(Mitglied der Geschäftsleitung

des DPV), Sandra Harzer-Kux

(CEO Territory), Carina Laudage

und Bernd Hellermann (beide

Geschäftsführer G+J Digital

Media). Prisma-Media-CEO

Rolf Heinz scheidet aus, wenn

der Verkauf der französischen

Verlagstochter vollzogen ist.

Arne Wolter, Chief Digital

Officer, verlässt das Executive

Committee ebenfalls. Er hat sich

nach 20 erfolgreichen Jahren

entschieden, bei G+J nach einer

Übergabezeit im Laufe des Frühjahrs

auszuscheiden.

„Ich bedauere die Entscheidung

von Julia Jäkel, ihre Funktionen

bei Gruner + Jahr und Bertelsmann

niederzulegen“, sagt

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe.

„Sie hat G+J in den vergangenen

Jahren von einem klassischen

Zeitschriftenverlag in ein

modernes, digitales Medienunternehmen

transformiert

und die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter auf diesem Weg mitgenommen.

Ich danke ihr für

die herausragenden Leistungen,

die sie für Gruner + Jahr wie

für Bertelsmann erbracht hat.

Gleichzeitig freue ich mich auf

die weitere enge Zusammenarbeit

mit Stephan Schäfer in

seiner neuen Position und mit

dem gesamten Führungsteam

von G+J.“

„Wir haben Gruner + Jahr in den

vergangenen Jahren digitaler gemacht,

unsere Marken gestärkt

und sind kreativer geworden“,

sagt Stephan Schäfer. „Innerhalb

der Ad Alliance und der

Bertelsmann Content Alliance

entstehen für uns darüber

hinaus einzigartige Chancen. Ich

übernehme die neue Aufgabe

mit großer Freude.“

Schwäbisch Media

Timo Lämmerhirt steigt auf

Schwäbisch Media mit Sitz in

Ravensburg ist sehr erfolgreiches

Medienhaus im Südwesten

Baden-Württemberg

und beschäftigt rund 900 festangestellte,

3.000 freie Mitarbeiter

und 5.000 Zusteller.

Kernprodukt ist die Schwäbische

Zeitung. Zum Medienmix gehört

zudem das Tageszeitungs-Portal

Schwäbische.de einschließlich

mobiler Anwendungen,

die regionale Privatsendergruppe

Regio TV, zahlreiche

Special-Interest-Magazine

sowie Tochterunternehmen

und Business Units für Briefzustellung,

Beteiligungen an

Radiosendern sowie der eigene

Radiosender Neckaralb Live.

Sechs Jahre hat Timo Lämmerhirt

bereits als Redakteur bei

den „Aalener Nachrichten/Ipfund

Jagst-Zeitung“ verbracht.


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 29

Jetzt hat ihn Schwäbisch Media

zurückgeholt. Was er künftig

verantwortet.

Timo Lämmerhirt (40) ist ab

sofort Redaktionsleiter bei den

„Aalener Nachrichten/Ipf- und

Jagst-Zeitung“. von 2012 bis

2018 war Lämmerhirt bereits

als Redakteur bei den „Aalener

Nachrichten/Ipf- und Jagst-

Zeitung“ beschäftigt. In den vergangenen

drei Jahren arbeitete

er bei der Rems-Zeitung, war im

Sport, aber auch für Online und

Digitales tätig.

Seit 2015 betreut Lämmerhirt

den Fußball-Zweitligisten 1.

FC Heidenheim für das Fußball-Fachmagazin

kicker, sorgte

in dieser Rolle auch für eine

Medienpartnerschaft zwischen

dem FCH und der Ostalb Medien

GmbH (Schwäbisch Media).

„Mit Timo Lämmerhirt

gewinnen wir einen Redaktionsleiter,

der Kompetenz, Erfahrung

und neue Impulse mitbringt.

Er kennt die Ostalb,

ist gut vernetzt und weiß um

die Bedeutung der regionalen

Tageszeitung für die Region

und unsere Leserinnen und

Leser“, freut sich German Bader,

Geschäftsführer der Ostalb

Medien GmbH, über die Rückkehr

Lämmerhirts in anderer

Funktion. Er werde das Haus

bei Digitalisierung deutlich nach

vorne bringen.

Lämmerhirt sagt zu seiner

neuen Aufgabe: „Ich gehe die

vielen neuen Aufgaben mit Demut,

aber auch großer Vorfreude

an. Ich kann mich bei allen Beteiligten,

die an dieser Rückholaktion

beteiligt gewesen sind,

nur bedanken. Es fühlt sich

ein bisschen wie Nach-Hause-

Kommen an. Den Großteil des

Teams kenne ich noch, hier gibt

es viele tolle Redakteure und auf

die Zusammenarbeit mit ihnen

allen freue ich mich natürlich

sehr.“


30 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Diskriminierung? Vier Zeitungsverlage gehen gegen Google vor

4 Mini-Davids gegen Goliath?

Ein sehr mutiger, leider wohl sehr später Schritt um im digitalen Medienbusiness reüssieren zu

können: Vier Regionalzeitungsverlage haben es erstmals getan. Sie gehen gegen Google vor,

weil sie sich vom Angebot Google News Showcase diskriminiert fühlen. Kai Hinrich Renner berichtet

in der Berliner Zeitung, wer die Verlage sind und um was es dabei tatsächlich geht.

Der neue Medienstaatsvertrag

ermöglicht es Verlagen,

sich über Internet-Plattformen

zu beschweren, wenn sie sich

von ihnen diskriminiert fühlen.

Der Direktor der zuständigen

Medienanstalt Hamburg

Schleswig-Holstein (MAHSH),

Thomas Fuchs, hat nun gegenüber

Kai-Hinrich Renner bestätigt,

haben dies vier Regionalzeitungsverlage

nun erstmals

getan haben. Sie stören sich

nach Informationen von Renner

am Angebot von Google News

Showcase. Es ermöglicht Verlagen,

ihre Artikel via Google

gegen Bezahlung zu verbreiten.

Wer daran teilnehmen kann,

entscheidet letztlich der Tech-

Konzern.

Um welche Verlage handelt es

sich? Renner schreibt in seiner

Medienmacher-Kolumne in der

Berliner Zeitung, dass die in

Leer erscheinende Ostfriesen

Zeitung, das Bielefelder Westfalen-Blatt,

die Aschendorff

Gruppe (Westfälische Nachrichten,

Münstersche Zeitung)

und das Medienhaus Aachen

(Aachener Zeitung, Aachener

Nachrichten) die Medienanstalt

Hamburg Schleswig-Holstein

angeschrieben haben.

In fast wortgleichen Schriftsätzen

beklage das Quartett,

Google News Showcase unterlaufe

das europäische Leistungsschutzrecht

für Presseverlage,

dessen Umsetzung in deutsches

Recht gerade im Gesetzgebungsverfahren

ist. Es verpflichtet

Suchmaschinen wie Google,

Verlage zu bezahlen, wenn

Artikel aus deren Blättern in den

Suchergebnissen auftauchen.

Manche Zeitungs- und Zeitschriftenhäuser,

unter ihnen die

vier Beschwerdeführer, hätten

die Verwertungsgesellschaft

Corint Media - die frühere VG

Media - mit der Wahrnehmung

ihrer Ansprüche beauftragt.

Robert Dunkmann, Geschäftsführer

der Ostfriesen Zeitung,

sagt nach Angaben von Renner,

die vier Verlage hätten sich

untereinander abgestimmt.

Dunkmann habe auch Corint

Media von dem Vorstoß

informiert. Die übrigen Häuser

seien für einen Kommentar

nicht zu erreichen gewesen.

Renner: „Nicht wenige Juristen

sind der Meinung, dass, wer bei

einem Projekt wie Google News

Showcase mitmacht, keine Ansprüche

nach dem Leistungsschutzrecht

geltend machen

kann.“ Laut eines Google-

Sprechers beteiligten sich derzeit

etwa 30 Verlage mit gut 60

Titeln an dem Angebot. Unter

ihnen sei auch die Berliner

Zeitung. Im Mai wird mit

Facebook News ein vergleichbares

Angebot in Deutschland

starten.

Was ist das Ziel der

Regionalzeitungsverlage?

Von Google weiß Kai-Hinrich

Renner, dass keiner der Verlage,

die nun bei der MAHSH

vorstellig geworden seien, sich

zuvor um eine Teilnahme am

Google News Showcase bemüht

hätte. Dunkmann habe das für

die Ostfriesen Zeitung bestätigt.


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 31

„Das ist nicht unproblematisch:

Wie kann jemand behaupten,

er werde diskriminiert, an

einem bestimmten Angebot

teilzunehmen, wenn er es gar

nicht versucht hat?“, betont

Renner. Im Kern dürfte es bei

der Beschwerde nach seiner Einschätzung

tatsächlich um das

Leistungsschutzrecht gehen:

„Das Verfahren könnte dazu

dienen, die Reihen der Verlage

zu schließen, die die Durchsetzung

dieses Rechts für eine

vernünftige Sache halten.“

Axel Springer, das einst das

Leistungsschutzrecht initiierte,

beteilige sich weder am Google

News Showcase noch an

Facebook News. Beide Projekte

hält das Medienhaus laut

Renner für „problematisch“.

Man setze „auf ein europäisches

Copyright“. Dies ist der Rahmen,

in dem das neue Leistungsschutzrecht

für Presseverlage

eingebettet ist.

Gallus High Performance Day 2021:

Erstes virtuelle Event war ein

voller Erfolg

Die Teilnehmerzahlen und

das positive Feedback

sprechen für das neue Veranstaltungsformat.

Mit mehr

als 1500 Anmeldungen war der

Gallus High Performance Day

2021 am 03. und 04. März 2021

ein voller Erfolg. Beim ersten

virtuellen Event präsentierte

Gallus die Highlights aus

dem Portfolio seiner digitalen

und konventionellen Druckmaschinen

und informierte im

Expertentalk zu verschiedenen

Themen wie beispielsweise

digital und trotzdem Low

Migration-konform drucken.

Digital zeigte Gallus die Vorteile

der Gallus Labelfire inklusive

alle technischer Features

im Detail. Das Ergebnis war ein

digital gedrucktes, hochveredeltes

Etikett mit digital aufgetragenem

Metallic-Effekten

dank der Digital Embellishment

Unit (DEU).

Konventionell wurde sowohl

die Gallus Labelmaster als auch

Gallus RCS 430 gezeigt. Die Teilnehmer

konnten der Produktion

eines Shampoo-Labels auf

durchsichtigem PP-Material

auf der Gallus Labelmaster ausgestattet

mit einer Digital Printbar

«White Edition» zusehen.

Mit dem digitalen Modul ist es

möglich, opakes Weiss digital

zu drucken oder Sprachwechsel

auf einem Etikett zu integrieren.

Das «Game-Changer»-Etikett

gedruckt auf der Gallus RCS

430 mit integrierter Pantec

Rhino Heissfolienveredelung

wiederum zeigte die Vielfalt

an Prozessen, Einsatzmöglichkeiten

als auch den schnellen

und automatischen Einrichtprozess.

Im Anschluss sprachen in den

sogenannte Breakout-Sessions

Etikettenexperten im Detail

zu drei verschiedenen Themen.

Martin Leonhard erklärte,

worauf es beim Low-Migration

konformen digitalen Etikettendruck

ankommt, Oliver Vetter

sprach über die Vorteile des

rotativen Siebdrucks sowie des

einfachen und schnellen Prepress-Prozess

und Vladimir

Tyulpin von Avery Dennison

ging im Detail auf Substrate ein

und was dabei zu beachten ist.

Alle Videos sind für registrierte

Teilnehmer weiterhin auf der

Event-Plattform verfügbar.

Im Studio

sprachen

Etikettenexperten

in den

sogenannten

Breakout-

Sessions des

Gallus High

Performance

Day 2021 über

verschiedene

Themen, wie

Oliver Vetter von

Gallus Screeny

über die Vorteile

des rotativen

Siebdrucks

© Gallus Ferd. Rüesch AG


32 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

BDZV: Kostenfreies Angebot versus Monetarisierung digitaler Inhalte

Regionalität und Politik sind Trumpf

Studie: Große Nachfrage nach hochwertigen Informationen / Kostenfreies Angebot drosselt

Zahlungsbereitschaft für Online-Nachrichten

Menschen

möchten

informiert sein, und das

zuverlässig und vielseitig. Das

Interesse an Nachrichten aus

den klassischen Ressorts Politik

(83%), Wissenschaft (75%),

Wirtschaft (67%) und Kultur

(61%) ist in allen Altersgruppen

groß. Auch Reisen und Freizeit

(53%), Special-Interest-Themen

von Auto bis Mode (41%) und

Sport (40%) sind gefragte

Inhalte.

Was genau die Menschen von

einem digitalen Nachrichtenangebot

erwarten und ob sie

auch bereit sind, dafür zu zahlen,

hat jetzt die repräsentative

Studie „Digitaler Journalismus“

erforscht. Die ZMG Zeitungsmarktforschung

Gesellschaft

hat dafür im Auftrag des Bundesverbands

Digitalpublisher und

Zeitungsverleger (BDZV) rund

1.000 Personen ab 14 Jahren zu

ihrer Nutzungsbereitschaft von

Online-Nachrichtenangeboten

befragt.

Deutlich wird: Es gibt ein großes

Interesse und einen Markt für

digitaljournalistische Inhalte.

Die stärkste Nachfrage besteht

im Regionalen: 86 Prozent

interessieren sich für Nachrichten

aus dem eigenen Wohnort,

73 Prozent möchten gerne

auch Informationen aus anderen

Regionen erhalten, zu denen

sie einen persönlichen Bezug

haben. Weil dort die familiären

Wurzeln sind, man da mal gelebt

hat oder regelmäßig Urlaub

macht.

Qualität zählt – aber zahlt

man auch dafür?

Bei ihrer persönlichen Mediennutzung

legen die meisten

Menschen viel Wert auf Qualität.

Besonders wichtig ist

ihnen eine verlässliche Berichterstattung

(„trifft voll und ganz

zu“: 68%), die Qualität der

journalistischen Inhalte (64%),

gründliche Information, um

Hintergründe und Zusammenhänge

zu verstehen (62%), und

ein Absender, der ihnen bekannt

ist (58%). Diese Kriterien treffen

für die absolute Mehrheit auf die

eigene Mediennutzung zu und

sind jungen Menschen ähnlich

wichtig wie älteren.

Nach Meinung ihrer

Nutzerinnen und Nutzer erfüllen

die gedruckten und

digitalen Zeitungsangebote

diese Ansprüche ausgesprochen

gut: 83 Prozent sind insgesamt

zufrieden mit der Berichterstattung

der Zeitungen. Gefragt

nach weiteren Wünschen,

nennen 80 Prozent mehr

Hintergrundinformationen

und 67 Prozent mehr Infos

zu Spezialthemen, die sie besonders

interessieren. Vor allem

die unter 30-Jährigen zeigen

hieran ein überdurchschnittlich

großes Interesse (mehr Hintergrundinformationen:

83%,

mehr Spezialthemen: 75%).

Aber ob User für journalistische

Inhalte im Web auch Geld ausgeben?

26 Prozent aller Internet-


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 33

nutzer haben schon einmal für

Online-Nachrichten bezahlt, 74

Prozent dagegen nicht. Warum

sie das noch nicht getan haben,

beantworten sie einhellig: „Es

sind ausreichend kostenlose

Inhalte im Internet verfügbar“,

geben 78 Prozent aller Befragten

und sogar 86 Prozent

der 14-29-Jährigen als Grund

für ihre mangelnde Zahlungsbereitschaft

an. Für die Hälfte

sind die zahlungspflichtigen

Digitalangebote nicht wichtig

genug und 44 Prozent finden sie

zu teuer.

Dazu BDZV-Geschäftsführerin

Katrin Tischer: „Mit ihren hochwertigen

Angeboten stehen

die Zeitungen auch im Web für

Themenvielfalt und Qualität.

Die Nachfrage dafür ist da – jetzt

geht es darum, die Zahlungsbereitschaft

weiter zu erhöhen.

Eine Kostenloskultur kann sich

Qualitätsjournalismus nicht

leisten.“

Methodik:

Für die repräsentative Studie

„Digitaler Journalismus. Erwartungen

und Nutzungsbereitschaft

von Online-Nachrichten“

wurden im November /

Dezember 2020 1.002 deutschsprachige

Personen ab 14 Jahren

in der Bundesrepublik per CATI-

Interview befragt. Die ZMG hat

die Studie im Auftrag des BDZV

konzipiert und durchgeführt.

Verlegerfamilie Arnold verkauft

alle Anteile

Rheinische Post mit neuen Strukturen

Besiegelt: Die Verlegerfamilie Arnold verkauft

ihre 27,89 % Anteile an der „Rheinischen Post“

an deren Muttergesellschaft. Damit scheiden alle

Nachkommen des Mitgründers Karl Arnold aus

dem Gesellschafterkreis aus. Über den Kaufpreis

schweigen die Beteiligten. Den Anteilserwerb

finanziert die Verlagsgesellschaft vollständig aus

„vorhandenen liquiden Mitteln“, sagt Johannes

Werle, Vorsitzender der Geschäftsführung der

Rheinische Post Mediengruppe.

In einer Pressemeldung heißt es von Karl Hans

Arnold, Sprecher der Familiengruppe, der Grund

für das Ausscheiden seien „unterschiedliche Auffassungen

über die strategische Ausrichtung des

Unternehmens“. Die Rheinische Post Mediengruppe

sei ein „kerngesundes Unternehmen und

verfügt über die Substanz und das Potential, die

Zukunft des Unternehmens erfolgreich zu gestalten“.

Zuletzt berichtete Marvin Schade bei

Medieninsider hingegen, bei der „Rheinischen

Post“ eskaliere ein jahrelanger Machtkampf, die

Stimmung sei „höchst emotional“.


34 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Medien in der Schweiz

Zuckerbergs Charme-Offensive

Schweizer Medien verschmähen

Facebook-Millionen

Der Techriese will enger mit traditionellen Medienhäusern zusammenarbeiten – und dafür

zahlen. Hierzulande reagieren die Verleger äusserst skeptisch.

Facebook will

die traditionellen

Medien enger an

sich binden und

damit verbindliche

Regeln

verhindern.

Foto: Urs Jaudas

Weltweit will Facebook in

den nächsten drei Jahren

umgerechnet eine Milliarde

Franken in die Medienindustrie

investieren. Nachdem der

Konzern bereits in den USA

und England tätig wurde, öffnet

er jetzt in Deutschland seine

Honigtöpfe. Dort werden im

Mai «Spiegel», «Zeit», «Frankfurter

Allgemeine Zeitung» und

über hundert weitere Blätter auf

Facebook einen eigenen Bereich

erhalten und dafür entschädigt.

Facebook spricht von

«Millionen» die an die Medien

gehen sollen, auch in Europa.

Aber wie viel ein einzelner Verlag

erhält, bleibt unklar. Facebook

hat auch am Schweizer Markt

Interesse. Offen ist laut hingegen,

wann das Programm hier

startet. Das bestätigt Facebook-

Sprecher Johannes Prüller.

«Gewinn auf unsere

Kosten»

Die drei grössten Schweizer

Verlage reagieren verhalten auf

die Avancen des Silicon-Valley-

Riesen. Ladina Heimgartner,

Chefin der Blick-Gruppe bei

Ringier, sagt: «Wir verfolgen die

Entwicklungen.» Die Ringier-

Medien würden zwar von der

Reichweite und der Sichtbarkeit

profitieren, die ihnen durch

Techplattformen verschafft

werden. «Aber wir wissen, dass

das ein zweischneidiges Schwert

ist: Gleichzeitig wird Gewinn auf

unsere Kosten erzielt.»

Auch Marco Boselli, Co-Geschäftsführer

Tamedia, «beobachtet»

die Entwicklungen

vorerst nur. «Generell verfolgen

wir solche Initiativen

von Facebook oder Google mit

kritischem Interesse», sagt

Boselli. «Diese Unternehmen

können aufgrund ihrer Grösse

und Dominanz einen signifikanten

Einfluss auf uns und die

gesamte Branche hierzulande

haben.» Und dieser könne sich

positiv, aber auch negativ auswirken.

Nur verhalten positiver

ist die Antwort der NZZ: «Die

Digitalkonzerne verdanken ihre

Einnahmen mittelbar auch den

publizistischen Leistungen der

Medienhäuser. Es ist daher zu

begrüssen, wenn Firmen wie

Facebook und Google diese

Leistungen auch finanziell entgelten»,

sagt Sprecherin Seta

Thakur. Heute lasse sich nicht

sagen, welche Vor- oder Nachteile

bei einer engeren Zusammenarbeit

mit Facebook

verbunden wären.

Der Regionalzeitungsverlag

CH Media will immerhin

die Facebook-Avancen «in

den kommenden Tagen und

Wochen vertieft prüfen und diskutieren».

Aber auch dort gibt

sich der Unternehmenssprecher

«zurückhaltend».

Deutlich wird hingegen Andreas

Häuptli, Geschäftsführer des


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 35

Verbands Schweizer Medien:

«Wir sind sehr skeptisch, was

diese Offensive betrifft.» Es sei

zwar grundsätzlich positiv, dass

Facebook jetzt den Wert der

Präsenz von journalistischen

Beiträgen auf der eigenen Plattform

anerkennt. «Mit dem Angebot

versucht Facebook die

Umsetzung eines Leistungsschutzrechts

zu unterwandern.»

Andreas Häuptli, Verband

Schweizer Medien

«Es kann aber nicht sein, dass

Plattformen wie Facebook und

Google einzelne Verlage entschädigen

und andere nicht»,

sagt Häuptli. Es brauche eine

gesetzliche Grundlage im

Sinne eines Leistungsschutzrechts,

das die Verwendung von

journalistischen Inhalten verbindlich

und für alle Marktteilnehmer

transparent und gleichwertig

regelt. «Mit dem Angebot

versucht Facebook die Umsetzung

eines Leistungsschutzrechts

zu unterwandern.»

Facebook unter politischem

Druck

Die Facebook-Initiative steht

vor dem Hintergrund einer

weltweiten politischen Entwicklung.

In Australien versuchte

die Regierung den

Konzern dazu zu zwingen,

Verlage für ihre News zu entschädigen.

Daraufhin stoppte

Facebook die Verbreitung von

Mediennews auf der Plattform.

Das Resultat: Katzenvideos,

Bilder von Familienfeiern,

Corona-Verschwörungstheorien

und Aufrufe eifriger Impfgegner

dominierten die Seiten des

sozialen Netzwerks. Inzwischen

haben beide Seiten zu einem

vorläufigen Kompromiss eingelenkt.

In der Schweiz will die Politik

die Schweizer Verlage bei der

Transformation von Print zu

Digital mit Subventionen unterstützen.

Der Nationalrat hat in

dieser Session beschlossen, die

indirekte Presseförderung auszubauen.

Zusätzlich sollen die

Onlinemedien mit 30 Millionen

unterstützt werden.

IGFM kritisiert „Gesetz zum Gebrauch der Sprache“

Tibet: Politischer Gefangener nach jahrelanger

Folter in kritischem Zustand entlassen

Kein Recht auf eigene Sprache und körperliche Unversehrtheit: Wie die Internationale Gesellschaft

für Menschenrechte (IGFM) berichtet, haben die chinesischen Behörden den tibetischen

politischen Gefangenen Gangbu Rikgye Nyima am 25. Februar 2021 aufgrund seines kritischen

Gesundheitszustandes ein Jahr vorzeitig aus der Haft entlassen. Der 39-Jährige verbüßte seit

2012 eine zehnjährige Haftstrafe im Landkreis Drango (chin. Luhuo) in der Präfektur Kardze

(chin. Ganzi), Provinz Sichuan, und wurde im Gefängnis jahrelang gefoltert. Die IGFM kritisiert

die anhaltende Unterdrückung der Tibeter und das im Januar durch den Volkskongress verabschiedete

Gesetz, nach dem der Gebrauch der Sprache bei ethnischen Minderheiten verfassungswidrig

ist.

Die vorzeitige Entlassung

von Gangbu Rikgye Nyima

ist kein Akt der Humanität,

sondern Kalkül: Um sich der Verantwortung

zu entziehen, lassen

die chinesischen Behörden

tibetische politische Gefangene

oft vorzeitig frei, wenn sie dem

Tode nahe sind. Im vergangenen

Jahr starben mindestens sieben

tibetische politische Gefangene

entweder im Gefängnis oder

nach ihrer Freilassung an den

folterbedingten Verletzungen,

so die IGFM.

Unmenschliche Behandlung

und Folter

Im Jahr 2012 protestierten

die Tibeter in den Landkreisen

Drango und Serthar (chin. Seda)

während des tibetischen Neujahrsfestes

friedlich gegen die

chinesische Herrschaft. Aufgrund

seiner Teilnahme an der

Demonstration wurde Gangbu

Rikgye Nyima verhaftet und

später wegen „Beeinträchtigung

der sozialen Stabilität” und „Anstiftung

zum Separatismus” zu

zehn Jahren Haft verurteilt. Vor

seiner Verhaftung hatte er als

Angestellter in einem Wasser-


36 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Kein Recht auf

eigene Sprache

und körperliche

Unversehrtheit.

Die chinesischen

Behörden haben

den tibetischen

politischen Gefangenen

Gangbu

Rikgye Nyima

am 25. Februar

2021 aufgrund

seines kritischen

Gesundheitszustandes

ein

Jahr vorzeitig

aus der Haft entlassen.

kraftwerk im Bezirk Drango gearbeitet.

Zehn weitere Tibeter,

darunter zwei Mönche des

Klosters Drango, erhielten Haftstrafen

zwischen zwölf und 14

Jahren. Wie die IGFM erfahren

hat, wurden Nyima und andere

politische Gefangene wiederholt

von Gefängniswärtern gefoltert.

Sie haben gegen diese unmenschliche

Behandlung viele

Male protestiert. Da er mehrfach

in einer dunklen Zelle eingesperrt

war, leidet Nyima unter

permanenten Kopfschmerzen

und geschwächtem Sehvermögen.

Außerdem hat er durch

die Folter psychische Probleme

und Verletzungen der Lunge und

der Wirbelsäule davongetragen.

Neues Gesetz zur Unterdrückung

der Tibeter

Die Unterdrückung wird rechtlich

legitimiert: So verkündete

Shen Chungyao, der Direktor

des Rechtskomitees des

Nationalen Volkskongresses, am

20. Januar 2021, dass Schulen

in „Minderheitengebieten” nicht

mehr in ihren eigenen Sprachen

unterrichten dürfen. Ein solcher

Unterricht sei „verfassungswidrig”.

Alle lokalen Regelungen

verstoßen seiner Aussage nach

gegen „die großen Reformbestrebungen

des Landes” und

„die Bestimmungen der übergeordneten

Gesetze”. Schon

im Mai 2019 und im Jahr

2020 wurden ähnliche Richtlinien

erlassen, die den Unterricht

auf Tibetisch nur stark

eingeschränkt erlaubten und

Chinesisch als Hauptunterrichtssprache

vorsahen. Diese

Maßnahmen sollen „mehr

akademische Möglichkeiten für

die Schüler” bieten. Die IGFM

verurteilt die Maßnahmen, die

die sprachliche und kulturelle

Identität der Tibeter zutiefst

verletzen und fordert die

chinesischen Behörden auf, alle

Gesetze auszusetzen, die die

tibetische Kultur verdrängen

sollen.

Der Werbetrend für die Monate Januar und Februar 2021

Nielsen: Deutsche Medien verlieren

16,3 Prozent Brutto-Werbeumsatz

Nielsen Werbetrend Januar-Februar 2021

Mediengruppe

Februar –

in 1.000 €

YTD – in 1.000 € Anteil in %

YTD Vorjahr – in

1.000 €

Veränd. Vorjahr

kum in %

Gesamt 2.320.596 4.586.041 100,0 5.477.505 -16,3

TV 1.142.076 2.141.389 46,7 2.350.762 -8,9

ZEITUNGEN 342.390 668.039 14,6 845.312 -21,0

ONLINE* 292.071 587.839 12,8 639.792 -8,1

PUBLIKUMSZEIT-

SCHRIFTEN

WERBE-

SENDUNGEN

172.041 399.455 8,7 465.847 -14,3

131.793 337.658 7,4 513.603 -34,3

OUT OF HOME* 137.757 254.402 5,5 318.526 -20,1

RADIO 102.465 197.253 4,3 325.110 -39,3

KINO 3 6 0,0 18.553 -100,0

* Die Online/OOH-Werte sind als vorläufig zu betrachten und können sich aufgrund von Nachmeldungen rückwirkend ändern. / PreMedia Newsletter

bereinigter Werbetrend, Bruttowerbeaufwendungen Deutschland

Düstere Bilanz der beiden

ersten Monate des Jahres:

Laut Nielsen büßten die

deutschen Medien im Vergleich

zu 2020 deutliche 16,3 Prozent

ihres Brutto-Werbeumsatzes

ein. Besonders mies lief es für

Zeitungen, Radio und natürlich

das Kino. 4,59 Milliarden Euro

setzten die von Nielsen ausgewerteten

Werbeträger in den

Monaten Januar und Februar

2021 mit Anzeigen, Spots und

allen anderen Werbeformen

um. Brutto versteht sich. In

den beiden ersten Monaten

des Jahres 2020 waren es noch

5,48 Milliarden – ein Minus von

16,3 Prozent. Am glimpflichsten

davon kamen das Fernsehen


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 37

und die Online-Medien, deren

Verluste mit 8,9 und 8,1 Prozent

jedoch ebenfalls deutlich sind.

Auch die Publikumszeitschriften

verloren mit 14,3 Prozent etwas

weniger als der Durchschnitt

aller Gattungen.

Klar über dem Durchschnitt

von 16,3 Prozent landeten die

Zeitungen, denen 21,0 Prozent

des Brutto-Werbeumsatzes abhanden

kam, zudem die Outof-Home-Reklame

mit einem

Rückgang von 20,1 Prozent, die

postalischen Werbesendungen

mit einem Minus von 34,3 Prozent,

das Radio mit einem von

sogar 39,3 Prozent und das

Kino, deren Werbeumsätze

um 100 Prozent schrumpften.

Sie haben schließlich auch

geschlossen.

Wie immer muss an dieser Stelle

erwähnt werden, dass es sich bei

den Nielsen-Zahlen um Brutto-

Umsätze handelt. Eventuelle

Rabatte, Austauschgeschäfte

und Eigenanzeigen werden in

diesen Zahlen nicht als solche,

sondern als komplett nach Preisliste

bezahlte Werbung gewertet.

Über tatsächliche Umsätze

geben die Nielsen-Zahlen also

keine Auskunft. Ein wichtiges

Indiz für die Entwicklung

der einzelnen Branchen und

Segmente und den Werbedruck

sind sie dennoch.

-Jens Schröder-

Vom Pay-TV ins Free-TV

Sportschau: Esther Sedlaczek ersetzt

Matthias Opdenhövel

Ab Sommer 2021 wird die

Sportschau wieder ein Stück

weiblicher. Ab dem Start der

nächsten Bundesliga-Saison darf

die profilierte Sportmoderatorin

Esther Sedlaczek die Sendung

übernehmen. Noch arbeitet die

35-jährige Moderatorin für den

Pay-TV-Sender Sky. Dort hatte

sie sich in den letzten 10 Jahren

mit zahlreichen Live-Auftritten

einen Namen gemacht. Dem

Start als Field-Reporterin folgte

der Schritt in die Moderation

diverser Live-Fußball-Formate.

Der Wechsel zur Sportschau ist

der nächste Schritt zur richtigen

Zeit. Den Rest der laufenden

Saison wird Sedlaczek weiter die

Bundesliga am Samstag bei Sky

sowie die Champions League

und die Europa League begleiten.

Die langjährige Sky-Moderatorin Esther Sedlaczek wechselt

zur ARD. Ab nächster Saison moderiert sie die Sportschau

am Samstagabend. © ARD/Nadine

Medien in Österreich

„Der Standard“ launcht neuen

Podcast „Lesezeichen“

Mit dem neuen Format „Lesezeichen“ startet die

Zeitung „Der Standard“ einen neuen Buchklub-Podcast.

„Lesezeichen“ ist eine Kooperation

zwischen der Wochenendbeilage „Album“ und

dem frauenpolitischen Ressort „dieStandard“. Alle

14 Tage stellen „Album“-Chefin Mia Eidlhuber und

„dieStandard“-Ressortleiterin Beate Hausbichler

neue Bücher von Autorinnen vor. Die erste Ausgabe

wurde am 5. März 2021 ausgestrahlt.


38 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Medien in Österreich

Der ewige Machtkampf um die Krone

Machtfaktor „Krone“: Das Handelsgericht Wien will nun doch von der Funke-Gruppe mehr über

das Schiedsverfahren pro Dichands wissen.

Auch nach Veröffentlichung

der Media-Analyse mit

den neuesten Reichweiten von

Österreichs Blättern, wird sie

die weitaus größte Tageszeitung

sein. Mit fast zwei Millionen

Leserinnen und Lesern wohl

weiter größer als Nummer zwei

und drei zusammen, die Gratiszeitung

Heute und die regionale

Kleine Zeitung.

Ein Machtfaktor ist diese

Kronen Zeitung, umworben

wie gefürchtet von schon vielen

Bundeskanzlern. Und ein Wirtschaftsfaktor

mit gewaltigen

Werbeumsätzen, den größten

der öffentlichen Hand zudem,

und mehr als 560.000 Abonnements.

Und dieser Krone gehört

mit dem Kurier die Mediaprint,

der größte traditionelle Verlagskonzern,

mit gut 400 Millionen

Euro Einnahmen Nummer zwei

nach dem ORF.

Machtkampf um „Krone“

Um diese Macht streiten die

Eigentümer seit zumindest zwei

Jahrzehnten – hier Gründerfamilie

Dichand, dort deutsche

Funke-Mediengruppe, seit 2019

mit dem Immobilienmilliardär

René Benko (Signa Holding)

an der Seite. Benko will die 50

Funke-Prozent an der Krone

komplett.

Aber dafür müssen Regeln aus

den Krone-Verträgen fallen –

vor allem das Vorkaufsrecht

der Dichands mit ihren 50 Prozent.

Aber auch den Dichands

garantierte jährliche Gewinne

in hoher einstelliger Millionenhöhe.

Und die Dichands bestimmen

in der Redaktion.

Verhandlungen mit Benko

über neue Regeln unter den Gesellschaftern

blieben 2020 ohne

Ergebnis. Von so praktischen

Vorrechten trennt man sich nur

ungern.

Parallel bekämpft die Funke-

Gruppe die Rahmenverträge

vor vielen Gerichten – und inzwischen

auch die Dichands sehr

direkt.

Abfuhr beim Schiedsgericht

– und neue Kündigung

Vielfach hat die Funke-Gruppe

die Kündigung der Verträge erklärt.

Erst im Mai 2020 aber

hat ein dafür zuständiges

Schiedsgericht nach Schweizer

Recht sie abgelehnt: Bis 2019

keine Kündigung, ohne damit

die Krone-Gesellschaft aufzukündigen.

Wer das tut, muss

seine Anteile zum sehr günstigen

Buchwert dem Mitgesellschafter

verkaufen.

Die Funke-Gruppe hat die Verträge

wieder gekündigt, weder

sie noch die Dichands haben

damit bisher ein Schiedsgericht

befasst. Die Abfuhr von 2020

brachten die Funkes vor das

Schweizer Höchstgericht.

Ordentliche Gerichte statt

Schweizer Schiedsrichter

Die deutsche Mediengruppe versucht

nun, vor ordentlichen Gerichten

gegen die Verträge (und

die Dichands) vorzugehen.

Kartellfrage: OGH winkt ab

Zum Beispiel über Wettbewerbsbehörden

und Kartellgerichte:


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 39

Die Funke-Gruppe meldete 2020

die Beherrschung der „Krone“

bei der Wettbewerbsbehörde

an; durch die Aufteilung der 50

Prozent auf Hans Dichands vier

Erben – dessen Witwe Helga und

die Kinder Michael, Johanna

und Christoph Dichand – hätten

sie Stimmrechte eingebüßt.

Stimmrechte gibt es laut Verträgen

– grob gesprochen –

nur für volle Anteilsprozente.

Aber, so die Rechtsmeinung

der Funke-Gruppe nicht für die

jeweils 0,5 Prozent der 12,5-Prozent-Anteile

von Helga, Michael,

Johanna und Christoph. Der

Oberste Gerichtshof entschied

im Jänner: Gesellschaftsrechtliche

– und zudem gerade noch

ungeklärte, also hypothetische

– Fragen wie diese Stimmrechte

seien nicht im Kartellverfahren

zu klären.

Handelsgericht: Klage auf Ausschluss

der Dichands

Beim Handelsgericht Wien hat

die Funke-Gruppe auf Ausschluss

der Familie Dichand aus

der Krone-Gesellschaft geklagt.

Auch da geht es um die Stimmrechtsfrage:

Im Frühjahr 2019

beantragte die Funke-Gruppe in

der Gesellschafterversammlung

der „Krone“, Christoph Dichand

als Herausgeber und Chefredakteur

abzuberufen beziehungsweise

zu entlassen. Begründung:

Spesenvorwürfe. Bei

Stimmrechtsstand 50:50 bekam

der Antrag keine Mehrheit – bei

48 Prozent für die Dichands und

50 für Funke hätte das anders

ausgesehen.

Vor dem Handelsgericht klagte

die Funke-Gruppe auf Ausschluss

der Dichands aus der

Krone – Verlag Gesellschaft

m.b.H. & Co. Vermögensverwaltung

KG. Hier fallen laut

Jahresabschlüssen Gewinne in

der wirtschaftlich doch wesentlichen

Größenordnung von 17

bis 20 Millionen Euro an. Die

Kommanditanteile halten einerseits

die vier Dichands, einzeln

eingetragen, und andererseits

die NKZ Austria-Beteiligungs

GmbH der Funke-Gruppe.

Das Gericht könnte – so verlangt

es jedenfalls die Klage der

Funke-Gruppe – alternativ auch

feststellen, dass die Kommanditanteile

bei der Übertragung und

Aufteilung auf die Dichand-

Erben schon auf die NKZ übergegangen

sei.

Richterin sah Handelsgericht

eher nicht zuständig

In einer Verhandlung im August

2020 am Handelsgericht Wien

machte Richterin Kerstin Just

recht deutlich, dass sie nach

den Rahmenvereinbarungen der

„Krone“-Eigentümer Schiedsgerichte

und nicht ordentliche

Gerichte für diese Gesellschafterfrage

zuständig

sieht. Sie kündigte schriftliche

Ausfertigung des Urteils an –

wenn sich ihr dabei nicht doch

noch wesentliche, im Verfahren

zu klärende Fragen stellen.

Nun aber lädt die Richterin

für Ende April doch zu einer

weiteren Verhandlung. Das

kann zur formellen Absicherung

geschehen, einen Beweisantrag

nicht ausgelassen zu haben.

Oder auch, weil sie bei der Ausfertigung

des Urteils darin doch

wesentliche Aspekte erkannte.

Was passiert in der neuerlichen

Verhandlung? Geschäftsführer

der Funke-Firma

NKZ sollen auf Antrag der

Funke-Gruppe befragt werden.

NKZ-Geschäftsführer ist insbesondere

Funke-Geschäftsführer

Michael Wüller, in der

Führung der großen deutschen

Mediengruppe für die österreichischen

Beteiligungen.

Mehrfachvertretung der

Funke-Gruppe 2003

In der Befragung soll es darum

gehen, ob die Funke-Vertreter


40 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

2003 rechtlich korrekt die

Schiedsvereinbarung mit den

Dichands unterzeichnet haben.

Nach deutschem Recht – Paragraf

181 des deutschen Bürgerlichen

Gesetzbuchs über Mehrfachvertretung

– eher nein,

nach österreichischem eher ja,

sagen sachkundige Juristen.

Also, wenn man so will, eine Art

Selbstanzeige der Funke-Gruppe

– wohl um die alte Schiedsvereinbarung

loszuwerden.

Treffen mit Schiedsrichter

Und es geht in der Befragung um

den Vorwurf der Funke-Gruppe,

Dichand-Anwältin Huberta

Gheneff hätte während des

Schiedsverfahrens Kontakte mit

einem der Schiedsrichter, Paul

Oberhammer, gehabt.

Oberhammer erklärte, so hieß

es in der ersten Verhandlung,

die Treffen fielen in seine Privatsphäre.

Gheneff bestreitet

einige der Angaben der Funke-

Anwälte über Treffen (die vor

Gericht stark nach Telefonprotokollen

und Überwachung

klangen). Oberhammer verließ

das Schiedsgericht Monate

vor der Entscheidung vom Mai

2020, wonach die Rahmenverträge

nicht so einfach

kündbar waren (jedenfalls

bis 2019).

Gewinne vor Schiedsgericht

Das nächste Schiedsgericht tagt

unterdessen schon: Die Funke-

Gruppe blockiert wie berichtet

die Gewinnausschüttung an

die Dichands. Und die sollen

beim jüngsten Schiedsgericht

die von der Funke-Gruppe verweigerte

Gewinnausschüttung

für 2018/19 eingeklagt haben.

Das bietet wohl Stoff für das

eine oder andere weitere Jahr im

jahrzehntelangen Streit um das

Sagen und das Geld bei Österreichs

wohl noch eine Weile

weitaus größter und politisch

gewichtigster Tageszeitung.

(Harald Fidler, 25.3.2021)

Trübe Ergebnisse bei der SWMH

Christian

Wegner,

SWMH-Chef

Die stets nach außen

gut abgeschirmten Geschäfte

der Südwestdeutschen

Medienholdung liefen schon vor

Corona überraschend schlecht.

Außerdem drückt eine bedrohliche

Schuldenlast den von

Christian Wegner geführten

Konzern. Immerhin: Die „Süddeutsche

Zeitung“ sorgt für

Lichtblicke.

Insofern ist es doch bemerkenswert,

wenn der Konzern seine

Bilanz für das Vor-Corona-Jahr

2019 über den Bundesanzeiger

veröffentlichen muss. Darin

meldet der Konzern, der sich in

die drei Bereiche „Süddeutsche

Zeitung“ („SZ“), Regionalmedien

(u. a. „Stuttgarter Zeitung“) und

Fachinformationen gliedert,

überraschend schwache Zahlen.

Der Umsatz gab trotz Zukäufen

um 21,6 Millionen Euro auf

rund 922,7 Millionen Euro

nach (minus 2,3 Prozent). Das

operative Ergebnis vor Zinsen,

Steuern und Abschreibungen

(Ebitda) halbierte sich gar von

90,8 Millionen Euro (2018) auf

48,7 Millionen Euro (2019). Das

entspricht einer mageren Marge

von 5,3 Prozent und liegt „deutlich

unterhalb der Planungen“,

wie der Bericht im Bundesanzeiger

vermerkt.

Bei den Regionalmedien musste

der Konzern nur leichte Rückgänge

hinnehmen, heißt es im

Bundesanzeiger. Bei der „Süddeutschen

Zeitung“ dagegen

und vor allem bei den Fachinformationen

waren die Rückgänge

empfindlich.

Nicht nur operativ stotterte der

Motor, ein zweites Problem belastet

den Konzern, seit man

sich 2008 viel zu teuer die „Süddeutsche

Zeitung“ einverleibte:

eine hohe Schuldenlast. Rund

210,7 Millionen Euro an Bankverbindlichkeiten

bilanziert die

SWMH 2019. Dazu kommen

noch einmal 133,7 Millionen

Euro an sonstigen Verbindlichkeiten

(u.a. Gesellschafterdarlehen).

Die Konzerneigenkapitalquote

beträgt gerade

noch 13,1 Prozent.

Die Gesellschafterstruktur der

SWMH ist nicht einfach. Die

Medienunion der Verlegerfamilie

Schaub (u. a. „Rheinpfalz“)

und die Gruppe Württembergischer

Verleger halten

jeweils rund 47,5 Prozent der

Anteile. Letztere Gruppe setzt

sich aus mehr als drei Dutzend

Anteilseignern zusammen,

vorwiegend Verleger oder Verlagserben

aus dem Südwesten.


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 41

Gerade in diesen Kreisen werden

die Sorgenfalten tiefer. Zuletzt

habe die SWMH nur noch die

Zinsen für das Gesellschafterdarlehen

gezahlt, nicht mehr

aber die vereinbarte Tilgung geleistet,

erzählt einer. Ein anderer

klagt, man habe seit dem Kauf

der „SZ“ keine Dividende mehr

erhalten. Ein Investment sei die

Beteiligung an der SWMH schon

lange nicht mehr.

Allerdings, ein Silberstreif am

Horizont: Im Coronajahr 2020

verschärfte sich der Abwärtstrend

nicht, sondern die Geschäfte

liefen sogar „deutlich

besser“, behauptet man zumindest

hinter den Kulissen.

Vielerorts griffen demnach die

Programme zur Kostensenkung.

Die Fachinformationen und

die Regionalmedien sollen angesichts

des Krisenjahrs ganz

passabel gelaufen sein. Ausgerechnet

die „Süddeutsche“,

traditionell mit einer Ebitda-

Marge von rund 10 Prozent das

renditeschwächste Geschäft,

sorgte dank des wachsenden

Digitalvertriebs für einen Lichtblick.

Zudem arbeitete das

Management im vergangenen

Jahr unter Hochdruck daran, die

Kosten weiter zu reduzieren und

Verlustbringer loszuwerden.

So wurde etwa im Bereich der

Fachmedien der chronisch

schwer defizitäre Titel „Werben

und Verkaufen“ an die Ebner

Media Group abgestoßen, deren

Eigner auch Gesellschafter des

Konzerns ist. Ursprünglich hatte

SWMH-Chef Christian Wegner

im Herbst 2019 angekündigt, in

den kommenden beiden Jahren

mehr als 100 Millionen Euro zu

investieren. Schon damals fragte

man sich in Gesellschafterkreisen,

woher das Geld für die

Investitionen und die Erfüllung

der „vollmundigen Versprechen“

kommen soll. Die Frage steht bis

heute offen.

Unruhe bei Tamedia

Ereignisse werden extern untersucht

Die Führungsetage will eine Firma beauftragen, die analysieren soll, wie gravierend die Vorfälle

sind. Wie Tamedia-Chefredaktor Arthur Rutishauser in einem SRF-Interview sagte, gebe

es jedoch keine Hinweise auf körperliche Übergriffe.

Der Protestbrief, der von

78 Tamedia-Frauen unterzeichnet

wurde, löst nun auch

eine externe Untersuchung

aus. Wie Chefredaktor Arthur

Rutishauser im aktuellen

«Medientalk» auf Radio SRF 4

News sagte, soll damit eine externe

Firma beauftragt werden.

Welche, sei derzeit noch unklar

– die Zusage fehle noch. «Die

Firma soll untersuchen, was da

genau vorgefallen ist, ob das

Sexistische Betriebskultur oder

Lohnungleichheit: Es waren happige

Vorwürfe, die im März publik wurden.

(Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

gravierend ist und ob es eine

Systematik hat», so Rutishauser.

Intern sei eine Person bestimmt

worden, die eine niederschwellige

Ansprechperson sein

soll, so Rutishauser weiter. Wie

persoenlich.com am 7. März

berichtete, wurde Tamedia-

Inlandredaktorin Claudia

Blumer mit dieser Aufgabe betraut.

Der Protestbrief wurde mittlerweile

von 115 Frauen unterschrieben,

ein zweites Schreiben

wurde von 125 Männern unterzeichnet.

Es gebe keine Hinweise

auf körperliche Übergriffe,

sagte Rutishauser im

«Medientalk» weiter. Aber:

«Wir haben offenbar Leute, die

sich nicht so im Griff hatten in

letzter Zeit, die irgendwelche

sexistischen Sprüche machten.»

Das sei «absolut untolerierbar».

Auch Verwaltungsratspräsident

und TX-Group-CEO Pietro

Supino zeigte sich betroffen vom

Protestbrief. «Wir haben das

Schreiben sehr aufmerksam gelesen

und nehmen es sehr ernst.

Wir sind sehr betroffen über

die im Brief beschriebenen Vorkommnisse,

von denen wir nicht

wussten», sagte er am Rande

der Bilanz-Medienkonferenz zu

persoenlich.com.

Chefredakteur

Artur Rutishauser


42 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Marc Becker wechselt in die Geschäftsführung

der Heilbronner Stimme

Zum 1. August 2021 wechselt

Marc Becker (41) von der VRM

in Mainz zum Medienunternehmen

Heilbronner Stimme,

wo er für die Marktbereiche

die Nachfolge von Bernd Herzberger

antritt, der im vorigen

Jahr in Ruhestand gegangen

ist. Gemeinsam mit Geschäftsführer

und Verleger Tilmann

Distelbarth wird er den Transformationsprozess

des Medienunternehmens

vorantreiben.

Marc Becker übernimmt die Bereiche

Vertrieb und Lesermarkt

sowie die Werbevermarktung

der Tageszeitung „Heilbronner

Stimme“, ebenso die Marktaktivitäten

der Töchter DMS

(„echo“), WMV („Brettener

Woche“), pVS („pro Magazin“

und „der gemeinderat“). Zudem

wird er den Digitalbereich

und die IT sowie die Logistik

(RZS) und das Briefgeschäft

(RegioMail) verantworten.

Verleger Tilmann Distelbarth:

„Ich freue mich, mit Herrn

Becker einen erfahrenen Marktprofi

gewonnen zu haben, der

unserer Mediengruppe die notwendigen

Impulse geben wird,

um den zukünftigen Marktanforderungen

erfolgreich zu begegnen.“

Marc Becker ist derzeit

nach Stationen unter anderem

bei der SWMH (Leiter Werbevermarktung

der Zeitungsgruppe

Stuttgart) und Madsack

(Geschäftsführer Märkische

Verlags- und Druckgesellschaft

Potsdam) Geschäftsführer der

VRM Media Sales, in der die

Mediengruppe ihre Verkaufsaktivitäten

gebündelt hat.

Hintergrund: Die Firmengruppe

Heilbronner Stimme ist

ein regionales Medienunternehmen

mit Tageszeitung

(verkaufte Auflage ca. 75.000

Exemplare), Nachrichtenportalen,

Anzeigenblättern,

Magazinen, Briefpost und vielfältigen

Medienbeteiligungen.

In der Firmengruppe arbeiten

670 Mitarbeiter und rund 3.000

Zusteller.

Mittelbayerische Zeitung wird

neuer RND-Partner

© Ballon-sz.de

Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)

der Madsack-Mediengruppe gewinnt die

Mittelbayerische Zeitung als neuen Partner.

Neben den Politik- und Wirtschaftsinhalten aus

dem Hauptstadtbüro des RND bezieht die Mittelbayerische

Zeitung ab April auch digitale Seiten

für ein exklusives E-Paper am Sonntag.

„Starke Partner sind das Fundament eines starken

Netzwerks. Wir freuen uns sehr, mit der Mittelbayerische

Zeitung eine weitere namhafte Tageszeitung

im RND zu begrüßen und damit auch im

Bundesland Bayern vertreten zu sein“, sagt Marco

Fenske, Chefredakteur des RedaktionsNetzwerks

Deutschland (RND). „Wir werden unser

journalistisches Angebotsportfolio in Zukunft

weiter ausbauen und einen Fokus auch auf die Belieferung

digitaler Inhalte richten.“


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 43

Der Tagesspiegel erweitert seine Chefredaktion:

Anna Sauerbrey, Anke Myrrhe und Stephan Haselberger

werden Stellvertretende Chefredakteur:innen

Anke Myrrhe (39) und

Stephan Haselberger

(53) verstärken zum 1. April

2021 die Chefredaktion. Gemeinsam

mit Anna Sauerbrey

(41) werden sie zu Stellvertretenden

Chefredakteur:innen

ernannt.

Neu als Tagesspiegel-Chefredakteur

– gemeinsam mit

Lorenz Maroldt und Mathias

Müller von Blumencron, der das

Amt noch bis zum 3. Quartal

2021 bekleidet – wurde wie

schon mitgeteilt Christian Tretbar

berufen. „Der Tagesspiegel

wird von einer hervorragenden

und engagierten Redaktion gemacht.

Dass wir zwei ebenso

hervorragende Kolleg:innen

aus den eigenen Reihen in die

Leitung berufen konnten, unterstreicht

dies überzeugend. Wir

freuen uns sehr, gemeinsam mit

Anke Myrrhe, Anna Sauerbrey

und Stephan Haselberger, die

seit Jahren zur Qualität des

Tagesspiegels maßgeblich beitragen,

die Entwicklung beim

Tagesspiegel digital wie Print

weiter voranzutreiben“, so

Lorenz Maroldt und Christian

Tretbar. Mathias Müller von

Blumencron: „Ich freue mich,

dass der Tagesspiegel eine so

gute Führungsmannschaft bekommt.

Die Zukunft des Tagesspiegels

liegt damit in besten

Händen.”

gesund.bund.de: Philipp Welte befürchtet “verfassungswidrige Staatspresse”.

Mutige Verteidigung freier

Medien

Gesundheit: Burda-Vorstand Philipp Welte

macht seinem Ärger über Jens Spahns

Gesundheitsportal gesund.bund.de auf der letzten

Seite des „Handelsblatt“ Luft. In dem ganzseitigen

Gastkommentar kritisiert er einen entsprechenden

Gesetzesentwurf, der eine „gesetzliche

Legitimation“ für das Angebot sucht. Welte

befürchtet die „verfassungswidrige Einführung

der Staatspresse durch den Nebeneingang der

Gesundheitsinformation“, die Regierung bastle

an „ihrem eigenen digitalen Staatsmonopol“.

gesund.bund.de soll um Funktionen wie eine Arztsuche

oder ein Buchungssystem für Video-Sprechstunden

erweitert werden, obwohl es dafür bereits

viele unternehmerische Angebote im Markt gebe:

„Woher nimmt sich der Staat das Recht, vorsätzlich

in den Wettbewerb mit allen ‚Digital Health‘-

Unternehmen in Deutschland einzugreifen?“ Auch

die „Zwangsverheiratung“ von gesund.bund.de

mit der elektronischen Patientinnenakte oder dem

E-Rezept sieht Welte kritisch, da Nutzerinnen in

beiden Applikationen über Links ausschließlich

auf das Portal gelenkt würden. Im Februar hatte

Burda gegen eine geplante Zusammenarbeit vom

Gesundheitsministerium und Google in einem Eilverfahren

geklagt, weil gesund.bund.de in Google-

Suchen bevorzugt angezeigt werden sollte. Das

Landgericht München hatte dem Verlag recht gegeben

und die Kooperation als Kartellverstoß bewertet.


44 MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE

Heidelberg steigert Maschinenexporte

aus chinesischer Produktion

u Speedmaster Modelle CD 102 und CS 92 besonders gefragt

u Kunden in über 40 Ländern vertrauen auf Heidelberg Qualität aus China

u Exportquote vom Standort Shanghai beträgt 19 Prozent

u Japanische Druckereien Ebara Printing und Bunkado installieren Speedmaster CD 102

Maschinen aus China

Heidelberg

steigert Schritt

für Schritt den

Exportanteil

ihrer am Standort

Shanghai

produzierten

Druckmaschinen

in die ganze

Welt.

Die Nachfrage nach Drucksystemen

besonders in

asiatischen Kernmärkten bewegt

sich trotz der Covid-19

Pandemie in etwa wieder auf

Vorkrisenniveau. Das gilt auch

für das Produktionsvolumen der

Heidelberger Druckmaschinen

AG (Heidelberg) an ihrem

Standort in Shanghai. Dementsprechend

hat das Unternehmen

auch den Exportanteil

ihrer Druckmaschinen

aus chinesischer Produktion

Schritt für Schritt gesteigert.

Seit Gründung des Standortes

im Jahr 2005, dem Beginn

der Montage von Weiterverarbeitungssystemen

und später

Standarddruckmaschinen im

Kleinformat für den chinesischen

Markt, produzieren heute

rund 450 Mitarbeiter Druckmaschinen

für den Akzidenz-

und Verpackungsdruck über

alle gängigen Formatklassen

hinweg. Den Schwerpunkt der

Produktion bildet die Formatklasse

70x100 mit den Modellen

Speedmaster CD 102 sowie

Speedmaster CS 92 .

Kunden in über 40 Ländern

vertrauen auf Heidelberg

Qualität aus China

Mittlerweile konnte das Unternehmen

vom Standort in

Shanghai Maschinen in mehr als

40 Länder exportieren. Neben

China sind die Hauptabnehmer

weitere asiatische Märkte wie

Japan, Indonesien, Malaysia,

Indien und die Philippinen. Aber

auch in Europa nimmt die Anzahl

der Maschinen aus chinesischer

Produktion, vorwiegend von

Standardmaschinen, zu. Dazu

zählen Installationen beispielsweise

in Deutschland, Italien,

der Schweiz oder auch Frankreich.

In Süd- und Mittelamerika

sind es Länder wie Mexiko und

Brasilien. Die Exportquote

aus China liegt damit heute

bereits bei 19 Prozent, Tendenz

steigend.

„Unsere Produktion am

chinesischen Standort Shanghai

ist eine Erfolgsgeschichte,

nicht nur im Hinblick auf den

chinesischen Markt, sondern zunehmend

auch auf den Rest der

Welt“, so Rainer Hundsdörfer,

Vorstandsvorsitzender bei

Heidelberg. „Bereits rund ein

Drittel aller hergestellten Heidelberg

Druckwerke stammen

aus diesem Werk. Im Zuge der

schnellen wirtschaftlichen Erholung

der asiatischen Märkte

von der Corona Pandemie,

hat sich unsere marktnahe

Produktion für die Überwindung

der Krise als strategischer Vorteil

erwiesen. Somit können wir

zunehmend Wachstumschancen

in diesen Regionen realisieren.“

Zufriedene Anwender investieren

erneut

Die japanische Ebara Printing

Co., Ltd. ist ein im Jahr 1959 gegründetes

Druckunternehmen

mit 35 Mitarbeitern und lang-


MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE 45

jähriger Heidelberg Kunde.

Investitionsentscheidungen

werden bei dem multifunktionalen

Mediendienstleister,

der auch zertifizierter

Lieferant für ein globales Unternehmen

der Unterhaltungsbranche

ist, sorgfältig vorbereitet

und nach strengen

Kriterien gefällt. Auf Basis

detaillierter Marktanalysen

entwickelte Ebara das Produktportfolio

vom klassischen Anbieter

von Geschäfts- und

Officedrucksachen hin zum

Lösungsanbieter für den Verpackungsdruck.

Schlüssel zum

Erfolg war es, die verschiedenen

Produktanforderungen mit

Bedruckstoffen von einer Stärke

ab 0.03mm bis hin zu 1,0 mm

sowie die Bedruckstoffvielfalt

von Papier über Kartonagen bis

hin zu PP und PET Kunststoffe

bedrucken zu können.

für zwei ältere Speedmaster

Maschinen. Während die erste

Maschine sich nun vorrangig

auf Kartonagenproduktion

fokussiert, spielt die neue CD

102-5+L ihre Flexibilität voll

aus. So übernimmt sie das Bedrucken

der Kunststoffe und

konnten unsere Produktivität

deutlich steigern und profitieren

zusätzlich von großer Flexibilität

bei den Bedruckstoffen“, so

Ebara Geschäftsführer Akinori

Furukawa. „Wir sind überzeugt,

mit der neuen Speedmaster CD

102 und Heidelberg als Partner,

unsere Wettbewerbsfähigkeit

weiter steigern zu können.“

Den Schwerpunkt

der

Produktion

am Heidelberg

Standort

Shanghai bildet

die Formatklasse

70x100 mit

den Modellen

Speedmaster

CD 102 sowie

Speedmaster CS

92.

Bunkado installiert als

erste japanische Druckerei

eine Speedmaster CD aus

chinesischer Produktion

Vorne (von links): Ebara Geschäftsführer Akinori Furukawa und Ebara Aufsichtsratsmitglied

Satoshi Otaka zusammen mit einem Operator vor der neuen Heidelberg

Speedmaster CD 102 aus chinesischer Produktion.

Dazu investierte Ebara bereits im

Jahr 2004 in eine Speedmaster

CD 102 mit UV Technologie,

damals noch aus deutscher

Produktion. Die zweite

Speedmaster CD 102-5+L, jetzt

aus chinesischer Produktion,

installierte das Unternehmen im

Mai 2020 während der Covid-19

Pandemie. Sie war der Ersatz

entlastet in Spitzenzeiten die

erste Maschine zusätzlich im

Kartonagendruck.

„Im Vorfeld unserer Investitionsentscheidung

haben

wir die neue Speedmaster CD

102 auf Herz und Nieren geprüft.

Letztlich waren wir vom

technologischen Fortschritt der

Maschine restlos überzeugt. Wir

Bunkado Printing Co., Ltd., mit

Sitz im japanischen Odawara

installierte bereits im Jahr 2018

als erste japanische Druckerei

eine Heidelberg Speedmaster

CD 102 mit UV Technologie aus

chinesischer Produktion. Damit

verfügt das Unternehmen über

insgesamt drei Speedmaster

Maschinen mit UV Technologie

im Format 70 x 100. Die jüngste

Investition ersetzt eine bereits

17 Jahre alte Speedmaster CD

102 und ermöglicht ein Verdoppeln

der ursprünglichen

Produktivität. Dies und die

Flexibilität der Druckmaschine

sind für Bunkado wichtige

Voraussetzungen, um in den

wachsenden Verpackungsmarkt


46 MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE

Bukando war das

erste japanische

Druckunternehmen,

das eine Heidelberg

Speedmaster CD

102 aus chinesischer

Produktion in Betrieb

nahm.

zu expandieren. Damit bildet

der hochflexible und qualitätsorientierte

Bogenoffsetdruck

neben dem Web-Offset Bereich

das zweite Standbein des Unternehmens.

Kazuto Nakanishi, Geschäftsführer

von Bunkado Printing:

„Aufgrund der bevorstehenden

Hochsaison brauchten wir

schnell eine neue Druckmaschine

mit UV Technologie.

Daraufhin hat uns Heidelberg

eine Speedmaster CD 102 aus

chinesischer Produktion angeboten,

die innerhalb kurzer

verfügbar Zeit war. Wir haben

uns zudem vor Vertragsabschluss

persönlich ein Bild

von der Heidelberg Fabrik

in Shanghai gemacht und

waren von der modernen und

professionellen Produktion

tief beeindruckt. Das hat uns

schließlich überzeugt und wir

haben es bis heute nicht bereut:

Druckqualität, Produktivität

und Zuverlässigkeit der

Maschine sind hervorragend,

so wie wir es auch bei unseren

anderen Heidelberg Maschinen

aus deutscher Produktion gewohnt

sind.“

Mit dem FlexLiner geht die Post ab!

Die printfinish direktwerbung GmbH in der österreichischen Hauptstadt Wien baut ihre Kapazitäten

zum Einstecken von Werbebeilagen aus und installiert hierfür im kommenden Monat ein

Einstecksystem FlexLiner von Müller Martini.

Das Wiener Unternehmen erweiterte

seit 2009 sein Angebot

im Bereich Finishing und Versand

konsequent. Heute erstreckt

sich das Spektrum von

klassischen Buchbindearbeiten,

dem Einstecken von Beilagen im

Alexander Holzer (Betriebsleiter PrintFinish): «Der FlexLiner mit seiner hohen Leistung von 30‘000

Exemplaren pro Stunde hilft uns, die immer enger bemessenen Zeitfenster einzuhalten.»

grossen Stil, der Folierung und

Adressierung von Zeitschriften

bis hin zur Kuvertierung von

Mailings. Über den postzertifizierten

Lettershop werden

unterschiedlichste Produkte

für den nationalen und internationalen

Postversand aufbereitet

und auf den Weg zum

Empfänger gebracht. Zusätzlich

werden derzeit bei PrintFinish

die Möglichkeiten in der

Produktion von Direktmailings

mit einem innovativen Inkjet-

Drucksystem ausgeweitet.

«Gerade die aktuelle Corona-

Krise zeigt einmal mehr auf,

wie verletzlich grenzüberschreitende

Lieferketten sein

können. Das ist mit ein Grund,

warum wir unseren Standort in

Wien ausbauen», sagt Alexander

Holzer. Insbesondere der Einzelhandel

setzt gemäss dem Betriebsleiter

nach wie vor sehr

stark auf unadressierte Beilagen

in der Marktkommunikation.

Vor diesem Hintergrund will sich

das Unternehmen noch stärker


MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE 47

als verlässlicher regionaler

Partner positionieren.

«In unserem Geschäft sind

Effizienz und Qualität die entscheidenden

Faktoren, um sich

im Wettbewerb durchzusetzen.

Der FlexLiner mit seiner hohen

Leistung von 30‘000 Exemplaren

pro Stunde hilft uns, die immer

enger bemessenen Zeitfenster

einzuhalten», unterstreicht der

Betriebsleiter. Ein klares Bild

von der Präzision und Zuverlässigkeit

der Müller Martini

Lösungen konnte sich das Unternehmen

bereits in den letzten

Jahren in Verbindung mit dem

Einstecksystem AlphaLiner

verschaffen – sozusagen der

kleinere Bruder des FlexLiner,

der mit 15‘000 Takten pro

Stunde produziert.

Neben der Leistungsfähigkeit

hebt Alexander Holzer

den hohen Automatisierungsgrad

und die Sauger/Vakuum-

Öffnung von vorfalzlosen

Produkten des FlexLiner mit

Kreuzleger Robusto hervor.

Die Öffnungsarten erleichtern

die Verarbeitung von Beilagen

und Prospekten mit niedrigen

Grammaturen enorm und sind

somit ein wichtiger Baustein

für eine effiziente Produktion

in diesem Segment. «Beim Einstecken

von Werbedrucksachen

ohne Vorfalz hat Müller Martini

mit dem FlexLiner ganz klar die

Nase vorn», bringt es Alexander

Holzer auf den Punkt. Wobei er

gedanklich schon die nächsten

Innovationen durchspielt, um

lukrative Aufträge für das Unternehmen

an Land zu ziehen.

GN Druckzentrum, Nordhorn (Deutschland)

Mehr Kapazität für die zusätzlichen Druckaufträge

Das Druckzentrum der Grafschafter Nachrichten in Nordhorn profitiert von der Konsolidierung

der Zeitungsdruckereien im deutschen Nordwesten. Zusätzliche Produktionsaufträge erforderten

mehr Kapazität – vor allem für das Beilagen-Einstecken im Versandraum. Dank des

Ausbaus der Ferag-Technik mit zusätzlichen Anlegern an der Zusammentragstrecke sowie einer

verbesserten Anbindung der Paketverladung bewältigt die GN die neuen Aufgaben problemlos.

Die „Grafschafter Nachrichten“

sind die lokale

Tageszeitung für den Landkreis

Grafschaft Bentheim im

nordwestlichen Deutschland,

direkt an der Grenze zu Holland.

Sitz des selbstständigen,

familiengeführten Verlags ist

die Kreisstadt Nordhorn. Der

Verlag betreibt hier ein eigenes

Druckzentrum mit – auf Vollzeit-Äquivalente

umgerechnet

– rund 45 Mitarbeitern, einer

32-Seiten-Rotation und einem

Versandraum mit Ferag-

Technik, die aus dem Jahr

2013 stammt. Ein dynamisches

Puffersystem DiscPool, eine

RollSertDrum-Einstecktrommel

mit angeschlossener FlyStream-

Zusammentragstrecke erlauben

eine auslastungsoptimierte Offline-Produktion

in der Druckweiterverarbeitung.

ZGO lässt in Nordhorn

drucken

Das Druckzentrum hat mit

Jahresbeginn ein deutliche

Mehrauslastung erfahren. Die

Zeitungsgruppe Ostfriesland

(ZGO) lässt seit dem 1. Januar

2021 alle ihre Tageszeitungen

und Anzeigenblätter in der

Druckerei produzieren. Der

neue Druckauftrag umfasst die

„Ostfriesen-Zeitung“ mit einer

Auflage von 31.000 täglichen

Exemplaren sowie den „General-

Anzeiger“ für Südostfriesland

mit einer Auflage von 9000

Exemplaren. Hinzu kommt

noch ein kleinerer Druckauftrag

für die „Borkumer Zeitung“.

Viermal pro Woche laufen 1000

Exemplare durch die Rotation.

Bisher wurden pro Nacht insgesamt

rund 30.000 Exemplare

der GN und der „Ostfriesischen

Nachrichten“, ebenfalls aus

dem Hause ZGO, gedruckt.

,,Wir haben die tägliche Druckauslastung

also mehr als verdoppelt“,

sagt Betriebsleiter

Hinzu kommt ein dritter Ferag MultiStack Kreuzleger inklusive

modernisiertem Abtransportsystem für die fertigen

Zeitungspakete.


48 MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE

Zusätzliche Produktionsaufträge erforderten mehr Kapazität – vor allem für das Beilagen-Einstecken im Versandraum.

Maik Hofsink. Schon seit Ende

März wird das ostfriesische

Anzeigenblatt „Sonntags-

Report“ mit 85.000 Exemplaren

produziert. Von Nordhorn aus

wird künftig also fast ganz Ostfriesland

mit Tageszeitungen

und Anzeigenblättern versorgt.

,,Das geht bis (ins 200 km entfernte)

Wilhelmshaven“, macht

Maik Hofsink die Dimension

und die logistische Aufgabe

deutlich. Um jetzt fünf

Tageszeitungen in der Nacht

produzieren zu können, wurde

bereits 2020 in die Plattenherstellung

und in die Drucktechnik

investiert.

Herausfordernde Beilagen

Eine große Herausforderung ist

die Verarbeitung der Prospektbeilagen,

die in die Anzeigenblätter

eingesteckt werden. In die

Grafschafter „Sonntagszeitung“

werden je nach Verteilgebiet bis

zu 18 Beilagen eingesteckt. Da

der „Sonntags-Report“ sogar bis

zu 20 Beilagen gleichzeitig enthält

und 1,2 Millionen Beilagen

pro Produktion verarbeitet

werden, haben die GN ihren

Ferag-Versandraum um weitere

Anleger erweitert. Bisher verfügte

die Versandanlage über

13 solcher Anlege-Positionen,

nun sind es 19. Hauptprodukte

und Vorprodukte können vom

DiscPool oder über MultiDisc-

Abwicklung zugeführt werden.

Unter den neuen Anleger-

Modulen ist der spezialisierte

SingleSheetFeeder aus dem

Ferag-Portfolio, der dank seiner

großen Magazinkapazität mit

980 mm Füllhöhe nur sehr wenig

Personalkapazität in Anspruch

nimmt. Die Spanne der verarbeitbaren

Blatt-Grammaturen

reicht von 35 bis 240 g/m2. Der

SingleSheetFeeder ist mobil und

kann an jeder vorgesehenen

Position des FlyStream eingesetzt

werden. „Verglichen mit

2019 haben wir die Zahl der verarbeiteten

Beilagen sogar mehr

als verdoppelt“, berichtet Maik

Hofsink. Um die zusätzlichen

Beilagen zu lagern, wurde ein

Hochregallager errichtet, das im

laufenden Jahr durch ein Außenlager

für Europaletten und

weiteres Material ergänzt wird.

Angesichts der umfangreichen

Beilagenpakete in den einzelnen

Exemplaren werden im

GN-Versandraum immer wieder

12er- und sogar 10er-Pakete gefahren.

Deshalb wurde, so Maik

Hofsink, „in einen dritten Ferag

MultiStack Kreuzleger mit Verpackungslinie

investiert und

der Abtransport der fertigen

Zeitungspakete mit einer PKT

Plattenkette von Ferag noch einmal

deutlich modernisiert.“

„Unkomplizierte Projektplan-Anpassungen“

Davon profitieren auch die

Spediteure und deren Fahrer. Die

Neue Anleger-Module an der Zusammentragstrecke stellen die erhöhte Zahl an zu verarbeiteten Prospektbeilagen sicher.


MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE 49

Transportbänder reichen nun bis

zu vier Meter in die Fahrzeuge

hinein, wodurch das Stapeln per

Hand deutlich reduziert wurde.

Die Fahrer entscheiden nun, wie

und in welcher Höhe die Pakete

in ihrem Lieferwagen gestapelt

werden. Damit wird die Geschwindigkeit

beim Beladen im

Versand gleich um ein Drittel gesteigert.

Maik Hofsink beurteilt

die Zusammenarbeit mit Ferag

als „sehr gut“. Sowohl das Team

vor Ort als auch der Projektleiter

hätten hervorragend gearbeitet.

Notwendige Projektplan-Anpassungen

seien unkompliziert

und im Sinne des Kunden vorgenommen

worden. Hofsink: „In

der Umbauphase des Abtransports

hat uns Ferag eine sehr

gute Lösung geboten, um mit

Das Druckzentrum der Grafschafter Nachrichten in Nordhorn hat ihren Versandraum mit Ferag-Technik

erweitert.

geringeren Einschränkungen

als geplant weiterproduzieren

zu können. Es war ein tolles

Projekt und die Leistungsfähigkeit

der Anlage wurde deutlich

gesteigert“. Auch auf der

Personalseite hat sich einiges getan:

Allein 15 neue Mitarbeiter

und Mitarbeiterinnen wurden

eingestellt, um die zusätzlichen

Beilagen einzustecken. Insgesamt

haben die GN rund 1,7

Mio. Euro in ihre Produktionstechnik

investiert.

ppi n3xt: Neues Dienstleistungsunternehmen hilft

branchenübergreifend bei Digitalisierungsfragen

Tradition meets Startup: ppi

n3xt entsteht als Schwesterunternehmen

von ppi Media,

einem der renommiertesten

Partner der Verlagsbranche weltweit,

und fokussiert sich auf

Digitalisierungsangebote für

mittelständische Unternehmen.

31. März 2021. Die Gestaltung

optimaler IT-Prozesse und das Vorantreiben der

eigenen Digitalisierung gehören auch im Jahr 2021

zu den wichtigsten Aufgaben mittelständischer

Unternehmen in Deutschland. Um diese Entwicklung

maßgeblich voranzutreiben, hat sich

die ppi Media GmbH, seit 35 Jahren Experte für

automatisierte Workflows und Digitalisierungsprozesse

in Verlagen, zur Ausgründung von ppi

n3xt entschieden. Das Unternehmen ppi n3xt

verbindet die Kernkompetenzen und erprobte

Infrastruktur der ppi Media GmbH mit agilen

Startup-Methoden, um mittelständische Unternehmen

jeder Branche schnell, kompetent und

ergebnisorientiert in Digitalisierungsfragen zu

unterstützen. Zum Portfolio von ppi n3xt gehören

Consulting- und Workshopangebote, die Entwicklung

und Programmierung

individueller Softwarelösungen

sowie die Gestaltung von

Integrationslösungen.

„Die Gründung von ppi n3xt ist

ein logischer Schritt gewesen“, so

Manuel Scheyda, Geschäftsführer

von ppi n3xt und ppi Media, „Die

Abteilung Digital Services bei ppi

Media unterstützt bereits seit Jahren zahlreiche

Unternehmen abseits der Publishingwelt, etwa

aus der Getränkeindustrie oder Pharmabranche.

Deshalb ist es an der Zeit, unseren Angeboten für

den Mittelstand ein eindeutiges Profil und Gesicht

zu geben – das ist ppi n3xt.“ Dr. Hauke Berndt

(Fotos), ebenfalls Geschäftsführer von ppi Media

ergänzt: „Wir haben mit ppi n3xt einfach einen

unschlagbaren Vorteil gegenüber den meisten

anderen Unternehmen, die Dienstleitungen im Bereich

Digitalisierung anbieten: Das Unternehmen

ist aus 35 Jahren Erfahrung in den Bereichen

Softwareentwicklung, Consulting und Projektmanagement

entstanden. Wir beherrschen Prototyping

und UX/UI-Design genauso wie Prozessdigitalisierung

und Schnittstellen-Gestaltung.


50 MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE

Müller Martini-Highlights an der

virtual.drupa 2021

Auf der virtual.drupa präsentiert Müller Martini die während der letzten zwölf Monate

lancierten Maschinen-Premieren ebenso wie bewährte und im Markt erfolgreiche Systeme.

Der

14’000-Takte-

Sammelhefter

Primera PRO

sorgt dank

gezielter Erweiterung

der

Motion-Control-

Technologie für

eine markante

Verkürzung der

Einricht- und

Durchlaufzeiten

der Aufträge und

erhöht dank der

schnellen und

fehlerfreien Einrichtprozesse

die

Profitabilität.

Um Kunden trotz Reisebeschränkungen

die neuen

Maschinen präsentieren zu

können, setzte Müller Martini

im letzten Jahr vermehrt auf

neue (Online-)Kanäle. Gefeiert

wurden so die Premieren

folgender Maschinen, die nun

auch an der virtual.drupa gezeigt

werden.

u Prinova: Der 9000-Takte-

Sammelhefter ist die ideale

Lösung für Shortruns, als

Alleskönner aber ebenso

prädestiniert für mittlere Auflagen.

Denn dank innovativer

Einzelanleger ist der neue

Sammelhefter in kürzester Zeit

umgerüstet. Zu seinen Highlights

zählt neben der Motion-

Control-Technologie und der

damit verbundenen schnelleren

Einrichtprozesse auch das von

Müller Martini entwickelte

neue Kamera-System ASIR PRO.

Dieses erkennt und vergleicht

die Druckbogen mittels 1D-/2D-

Code- und/oder Bildvergleich.

Fehlerhafte Endprodukte gehören

damit endgültig der Vergangenheit

an.

u Primera PRO: Die gezielte Erweiterung

der Motion-Control-

Technologie für den gesamten

14’000-Takte-Sammelhefter

sorgt für eine markante Verkürzung

der Einricht- und Durchlaufzeiten

der Aufträge und

erhöht dank der schnellen und

fehlerfreien Einrichtprozesse

die Profitabilität. Ein weiteres

Highlight ist der komplett

neukonzipierte, vollautomatisierte

und dickenvariable

Dreischneider. Dank Servo-

Antrieben ist bei eventuellen

Korrekturen jede seiner Format-

Achsen individuell einstellbar

– kompromisslos und ohne Einfluss

auf andere Achsen.

u Publica PRO: Weil Müller

Martini an die Zukunft hochwertiger

Prospekte und

Broschüren glaubt, wurde eine

neue Klebebinder-Generation in

drei Leistungsklassen lanciert:

12’000 (PRO12), 15’000

(PRO15) und 18’000 Takte

(PRO18). Der Publica PRO überzeugt

dank optimierter Prozesse

mit einem hohen Netto-Output,

bester Qualität und kurzen

Umrüstzeiten. Er wartet mit

zahlreichen Innovationen auf:

neue Monitoranbindung, neues

CoPilot-System (Siemens NX),

optimierte Klammerkette, automatische

Leimfilm-Längenverstellung

am Rückenleimwerk,

neue Seitenleim-Werkscheiben,

optimierter Umschlagtransport.

u SigmaLine III: Vorsammeln,

variabel Falzen, dynamischer

Modus für das Schneiden

– die für Kleinstauflagen

prädestinierte digitale Buchblock-Lösung

ermöglicht neue,

vielfältige Produktionsformen.

Bisher erfolgte das Falzen bei

der SigmaLine mittels eines

mechanischen Schwerts. Neu

kommt die innovative Luftschwert-Technologie

zum Einsatz.

Dabei wird der Falz über

einen Luftdruck-Impuls ausgelöst.

Dank des Luftschwerts

kann bei hohen Geschwindigkeiten

wesentlich stabiler

produziert werden. Der Falz wird

perfekter, und es gibt weniger

Stopper. Das sorgt für eine deutlich

höhere Performance des

gesamten Systems von bis zu

1000 Fuss oder 305 Meter pro

Minute – dem höchsten Output

von digital produzierten Buchblöcken

auf dem Markt. Eine

weitere Neuheit ist der Modus

für dynamisches Schneiden.

u Bewährte Maschinen: Auch

bewährte und im Markt erfolgreiche

Maschinen werden bei

Müller Martini Teil der virtual.

drupa sein. Zu sehen sind der

Klebebinder Vareo PRO mit

Vorsatzbogen-Anleger und

Dreischneider InfiniTrim,

der Klebebinder Alegro, die

Fadenheftmaschine Ventura

MC Digital und die Buchlinie

Diamant 60.


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52 PERSONELLES

„Kleine Zeitung“ besetzt mehrere

Führungspositionen neu

IMPRESSUM

Sophie Lauringer neue Chefredakteurin

der „Wiener Kirchenzeitung“

Bei der „Kleinen Zeitung“ sind mehrere

Führungspositionen neu besetzt worden.

Georg Renner und Veronika Dolna-

Gruber bilden die neue Doppelspitze für

das Innenpolitik-Ressort. Als neue Online-Chefin

fungiert Elisabeth Zankel,

die bereits seit vielen Jahren an der Entwicklung

des Online-Auftritts beteiligt

war. Hermann Fröschl wechselt von den

„Salzburger Nachrichten“ zur „Kleinen

Zeitung“ und verantwortet die Print-

Leitung. Michael Jungwirth ist neuer

Leiter der Zeitung in Wien und steigt

zugleich zum stellvertretenden Chefredakteur

auf.

Seit 1. März 2021 ist Sophie Lauringer als Chefredakteurin der Kirchenzeitung

der Erzdiözese Wien tätig. In ihrer neuen Funktion wird sie die inhaltliche

Ausrichtung der Print- und Onlineangebote von „Der Sonntag“ verantworten.

Lauringer startete ihr berufliche Karriere im ersten Redaktionsteam von

„Radio Stephansdom“, 2002 wechselte sie zur Öffentlichkeitsarbeit der

Salesianer Don Boscos, wo sie bis 2020 das Medienreferat leitete. Lauringer

folgt Michael Ausserer nach, der Ende 2020 in die Geschäftsführung des

Niederösterreichischen Pressehauses wechselte.

PreMedia-Newsletter GmbH

Herausgeberin: Dipl.-Graph. Piri Malik

Geschäftsführung: Prof. Ing. Karl Malik

Adalbert-Seifriz-Straße 53,

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