07.04.2021 Aufrufe

Musiker Magazin 1/2021

Das Musiker Magazin berichtet über aktuelle Themen der Rock- und Pop-Musikszene, veröffentlicht Fakten und Hintergründe und gibt Tipps und Ratschläge für die professionelle und semi-professionelle Musikszene in Deutschland. FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Anmeldung STORIES: Lena Hauptmann – Ihre Songs grooven, fließen und bewegen • BIRD’S VIEW – Jazzakkorde, krumme Taktarten und ein fetter Sound sorgen für originelle Songs • Sascha Salvati – »Künstler müssen einfach mehr zum Unter nehmer werden« • Chris Brandon – EingängigePopsongs, ein Schuss Rhythm and Blues und eine markante Stimme, die vor Energie sprüht • SPY # ROW – Eine neue Ära des Hard Rocks • In den Fängen der roten Ideologen • ZZ Top – That Little Ol’ Band From Texas • DISLIKE SILENCE – Mit einem Knall traten sie 2019 ins Rampenlicht • The Beatles Beat Band – 47 Jahre im Dienst der Pilzköpfe MUSIKBUSINESS: The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 1: VOCAL SKILLS • Nur intelligente Einzelkämpfer überleben RUBRIKEN: Musiker-News• CD-Rezensionen• Titelschutzanzeigen• Produkt-News • Kleinanzeigen • Impressum

Das Musiker Magazin berichtet über aktuelle Themen der Rock- und Pop-Musikszene, veröffentlicht Fakten und Hintergründe und gibt Tipps und Ratschläge für die professionelle und semi-professionelle Musikszene in Deutschland.

FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Anmeldung

STORIES: Lena Hauptmann – Ihre Songs grooven, fließen und bewegen • BIRD’S VIEW – Jazzakkorde,
krumme Taktarten und ein fetter Sound sorgen für originelle Songs • Sascha Salvati – »Künstler müssen einfach mehr zum Unter nehmer werden« • Chris Brandon – EingängigePopsongs, ein Schuss Rhythm and Blues und eine markante Stimme, die vor Energie sprüht • SPY # ROW – Eine neue Ära des Hard Rocks • In den Fängen der roten Ideologen • ZZ Top – That Little Ol’ Band From Texas • DISLIKE SILENCE – Mit einem Knall traten sie 2019 ins Rampenlicht • The Beatles Beat Band – 47 Jahre im Dienst der Pilzköpfe

MUSIKBUSINESS: The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 1: VOCAL SKILLS • Nur intelligente Einzelkämpfer überleben

RUBRIKEN: Musiker-News• CD-Rezensionen• Titelschutzanzeigen• Produkt-News • Kleinanzeigen • Impressum

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C 10973 F | N o 1/2021 | 6,00 Euro

Kulturzeitschrift für Rock & Pop Musiker

www.musiker-online.tv

LENA

HAUPTMANN

Ihre Songs grooven, fließen

und bewegen

Jazzakkorde,

krumme Taktarten und

ein fetter Sound

Bird’s View

Sascha Salvati

»Künstler müssen

einfach mehr

zum Unter nehmer

werden«

39. Deutscher

Rock & Pop Preis

am 18. Dezember 2021

ZZ Top

That Little Ol’ Band

From Texas


DEUTSCHER ROCK & POP MUSIKERVERBAND E.V.

DEUTSCHE POPSTIFTUNG UND MUSIKER MAGAZIN

PRÄSENTIEREN:

Bundeswettbewerb für Rock- und Popmusikgruppen und Sänger*innen

aller musikstilistischen Bereiche

Preisträger der Hauptkategorien und Sonderkategorien

Agape records, Bettina Alms, Andrea-Beth, Atomic Picnic Project, ARREST, Aurelia Christina, Axel Nagel, Annette Meisl

Alfred Fortkamp, Bastian Basse Liederpfarrer, Bernd B, Barry Alexander King, Beatrice Balthes, BCKR, Bändi, Rita Belmond

Kati Breuer, Ben Hendricks feat. Ally Queen, Buffy Wallborn, Birds on Planes, Bernd-Michael Land, BRENNPUNKT

Conny Conrad, Corny Held-Band, Coulord Rain, Christian Hüser, cvmusic film/ton

Claudia K., Danny Streete, Dorian Black, Dirk Maverick, Daniel Kallauch, Dan Baron, Denise, David Beta, Der Schweiger

EDSP, Exaltyca, Edelmeer, EPOS, ForestCity, fragmentiert, FreiHerr, Ferhat, Friedhelm Holz, Frank André, Fleadh

Federnelken, Gustl das Faulhorn, Galahad, Gleis7, Günter Ermann, Gunnar Nanuk, Hemin Derya

Hundertsaiten x fragmentiert, Hayat Chaoui, Hörbie Schmidt Band, Hedy J., IVORY The Rockband, Ive & T Bo

Jamberry, Jasmin M., Jacuzzi, Jenna Akua Hoff, Sylvia Jessat, John Liedermann, Johannes Prätorius, J Hatch, Kanda

Klangfeder, Veit Kortenkamp, Lili Czuya, Louisiana Moon, LUXUSGEDANKEN, LIO, Lena Hauptmann, Leona Balazs-Piri,

Moritz Kruit + Band, MARRANDRO, Monika & Freunde, Marie Winter, Marie-Luise Cassar, Martin Lercher

Marc Sommerfeld, Martha Rabbit, Myriam Unplugged, Mentsches in Green, Michaela Morschewsky, Marco Launert

Manfred Zarrelli, Melissa Heinrichs, No!Plush, NANOBEAT, Nadine Sieben, NiMa Lindner, New Vision

Open Source, Olli Ehmsen, Olivia Schüll, OCEANS, Paul Bartsch & Band, Phil Martin, Peter Trappe

Philipp Dienstag, Peter Panduranga Bayreuther, Peter Volland, Pertaining to the arts

Quinju, Marco Rauland, Ruth Maria Rossel, ROCKENBOLLE, Reinhard Markowsky, Rainer Gebauer, Roberto Bates

Rhetaire, Sandra Ade, Sandra Dell'Anna, Suntrigger, Svenson, Steffi Neumann, Andreas A. Sutter

Susanne Nopper/Prairie Rose, Slick 50, Sondermarke, SEYRAN, Stefan Lauterbach, Soulrender, SAMIYA, Saby O‘

Schirmbeck & Schott feat. Jessica Krüger, Slick 50 feat. Oliver Schmidl, Spacemueller, Sihna Maagé

Sam Reckless, Sara Dähn/ Voice Over Piano, Triton, Ticket to Happiness, The Baltic Scots, Tonland, Tom Lessner

Tony Liotta, Tanja Eichinger, Uncle Remus, Unplugged Inferno, Ur-Instinkt, Vibes O’Five, Voyager IV, Michael Vogt, WeLive

Wattenläufer, Wetterleuchten aus Songtexten, Wolfgang Nicklaus, X-Plosive, ZartCore-Duo

Schirmherren

Steffen Mues – Bürgermeister der Stadt Siegen

Prof. Martin Maria Krüger – Präsident des Deutschen Musikrates

Bisher publiziert und gesendet vom ZDF (Heute Journal, Aspekte, 3SAT), der ARD (BR, SWF, SR, WDR, NDR, HR) sowie VH-1 und SAT1.

Jährlich publiziert von über 200 Tageszeitungen in Deutschland.

Gefördert aus Mitteln der Deutschen Popstiftung, des Deutschen Rock & Pop Musikerverbandes e.V. und des Kulturellen Jugendbildungswerkes e.V.


EDITORIAL 03

Es ist ein großer Schritt nach vorne in unserer 38-jährigen Kulturarbeit,

die zukünftig eingesandten Bewerbertonträger der zahlreichen Musik -

grup pen und Interpreten anhand dieser Kriterien fair, gerecht und qualifiziert

zu beurteilen und nicht wie bei Sportwettbewerben üblich mithilfe

eines „Drei-Preisträger-Systems“ auszuzeichnen.

Wir machen weiter…

er 38. Deutsche Rock & Pop Preis 2020, der ursprünglich geplant

D auch im letzten Jahr wieder zum sechsten Mal am 12. Dezember

in der Siegerlandhalle in Siegen stattfinden sollte, musste aufgrund der ge -

setzlichen Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen wegen der Corona-

Pandemie abgesagt werden. Deshalb haben sich der Deutsche Rock &

Pop Musikerverband e.V. und die Deutsche PopStiftung dazu entschlossen,

die Auszeichnungen der Preisträger virtuell durchzuführen.

Aus diesem Grund wurden die Teilnahmegebühren für den 38. Deutschen

Rock & Pop Preis 2020 von 150 € auf 100 € gesenkt.

Die Deutsche PopStiftung hat ein Juroren-Team (Festivaljury) für die Vor -

auswahl der zahlreichen eingesandten Bewerber-CDs der Haupt- und

Sonder kategorien eingesetzt und folgend für die Endauswahl der Haupt -

kategorien 20 fachlich qualifizierte Juroren (Bundesjury) aus den bisherigen

Juroren-Teams zusammengestellt, die die Preisträger der Hauptkategorien

des 38. Deutschen Rock & Pop Preises 2020 ermittelt haben. Die Preis -

träger der Sonderkategorien und die Vorauswahl der Hauptpreisträger

wurden unter meiner Leitung und maßgeblichen Entscheidungen – wie seit

20 Jahren auch – im Rahmen der Festivaljury ermittelt.

In Zukunft werden die Deutschen Rock & Pop Preise nicht mehr als „Wett-

bewerbe“ durchgeführt werden, bei denen wie bei Sportveranstaltungen

jeweils ein erster, zweiter und dritter Platz vergeben wird, sondern es werden

zukünftig wie bei den Grammy-Verleihungen (USA) ca. dreistündige

Auszeichnungs-Galas veranstaltet, in/bei denen alle ausgewählten Musik -

gruppen und Interpreten als Auszeichnungen ihrer oft einjährigen künstlerischen

Arbeiten eine Urkunde mit einer Auszeichnungsbewertung (wie bei

Hochschulen und Universitäten) erhalten.

Der Grund liegt darin begründet, dass man zwar bei Sportveranstaltungen

jeweils einen ersten, zweiten und dritten Platz in den verschiedenen Dis zi -

plinen aufgrund von Messergebnissen mit Zeituhren und Bandmaßen millimetergenau

vergeben kann, nicht aber im Bereich der Musik!

Im Bereich der Musik kann es ausschließlich nur um die Beurteilungen der

künstlerischen Arbeiten einzelner Musikgruppen und Interpreten mithilfe

von Bewertungsfaktoren wie Instrumentation, Gesang, Bühnenper for -

mance, Komposition, Text, Originalität und Kreativität gehen.

Damit erhalten in Zukunft all die Musikgruppen und Einzelinterpreten eine

Auszeichnungsurkunde der Deutschen PopStiftung, die in den genannten

summierten Beurteilungskriterien durch die Juroren ein „Sehr gut“, „Gut“

oder „Befriedigend“ erhalten haben. Alle anderen Bewerberinnen und Be -

werber mit Ergebnissen wie Ausreichend, Mangelhaft oder Un ge nügend

erhalten keine Auszeichnung. Damit spielt – wie bei Sport ver an staltungen

üblich – die Anzahl der Musikinterpreten und Musikgruppen, die aufgrund

ihrer oft monatelangen künstlerischen Arbeiten durch die Juroren-Teams

eine Qualitätsauszeichnung erhalten, keine Rolle mehr.

Die Deutschen Rock & Pop Preise werden seit 1983 durch die (gemeinnützige)

Musiker-, Komponisten- und Texter-Organisation Deutscher

Rock & Pop Musikerverband e.V. und seit 2002 zusätzlich durch die

(ebenfalls gemeinnützige) Deutsche PopStiftung veranstaltet. Damit ist

dieser unkommerzielle musikalische und musikereigene Musikwett be -

werb Deutschlands ältester gemeinnütziger Musikwettbewerb. Ne gat ive

und irrelevante Qualitätskriterien wie „Verkaufbarkeit“, „Verkaufserfolg“,

„Hitparaden-Platzierung“ oder verkaufte Publikumskarten mit Stimm -

recht spielen bei unserem Musikwettbewerb grundsätzlich keine Rolle

(s. vergangene „Echo“-Verleihungen der Tonträgerindustrie).

Es gab in der Vergangenheit und gibt auch heute in Deutschland keinen

einzigen Musikerwettbewerb, der eine derart große Anzahl von Musik -

gruppen und Musikinterpreten als Preisträger hervorgebracht hat, die

anschließend (nach und mithilfe ihrer Preisauszeichnung) einen Ton -

trägervertrag von einer großen Schallplatten-/Tonträgerfirma erhalten

haben (s. Pur, Juli, Pasquale Aleardi, Klima, Luxuslärm u.v.m.).

Seit nunmehr 38 Jahren werden alle im Rahmen dieser Kultur ver an stal -

tun gen generierten Einnahmen satzungsgemäß entsprechend den

gemeinnützigen Satzungen und Satzungszielen des Deutschen Rock &

Pop Musikerverbandes e. V. und der Deutschen PopStiftung für den

Erhalt und den Ausbau dieser Kulturveranstaltungen ausgegeben.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen PopStiftung erhalten

für ihre zwölfmonatige Mitarbeit und Organisation dieser Kultur veran -

stal tungen (wie z. B. bei Sportvereinen und Kulturvereinen üblich) eine

(bescheidene), vom Finanzamt genehmigte Übungsleiterpauschale in

Höhe von monatlich 200 Euro und kein Gehalt oder irgendwelche Ho no -

rare. Das sollte im Gegensatz zu zahlreichen anderen Musik wett be wer ben,

die auf Grundlage der Absichten von kommerziellen und ge win n orien tier -

ten Privat- und Einzelunternehmern, kommerziellen TV- Gesell schaften

oder Ton trä gerfirmen durchgeführt werden, erwähnt werden.

Seit nunmehr 38 Jahren werden diese gemeinnützigen Kulturveran -

staltungen jährlich durch die ebenfalls auf gemeinnütziger Basis veröffentlichte

Kulturzeitschrift Musiker Magazin redaktionell und publizistisch

öffentlichkeitswirksam und umfangreich auf nichtkommerzieller Basis

be gleitet.

Wir empfehlen allen beteiligten Musikgruppen und Interpreten, sich mit

ihren an sie verliehenen Urkunden/Auszeichnungen an die örtliche

Tages presse/Tageszeitungen zu wenden. Die vergangenen Jahrzehnte

haben gezeigt, dass die angesprochenen Medien in den meisten Fällen

gerne und umfangreich über diese Auszeichnungen berichten. So

haben in 2018 668 Tageszeitungen über diese Kulturveranstaltung

berichtet und in 2019 510 Tageszeitungen (s. veröffentlichte Presse-

Dokumentationen unter www.musiker-online.de). Bitte schickt uns eure

Zeitungsartikel zu, damit wir sie in unsere geplante diesjährige Presse -

do ku mentation für 2020 aufnehmen können (online und offline).

WEITERE INFORMATIONEN: WWW.DEUTSCHERROCKPREIS.DE

TEXT: OLE SEELENMEYER

1/2021 musiker MAGAZIN


04 MUSIKER-NEWS

FESTIVAL

09 Deutscher Rock & Pop Preis 2021

Anmeldung

STORIES

12 Lena Hauptmann – Ihre Songs

grooven, fließen und bewegen

16 BIRD’S VIEW – Jazzakkorde,

krumme Taktarten und ein fetter

Sound sorgen für originelle Songs

18 Sascha Salvati –

»Künstler müssen einfach mehr

zum Unter nehmer werden«

22 Chris Brandon – Eingängige

Popsongs, ein Schuss Rhythm

and Blues und eine markante

Stimme, die vor Energie sprüht

26 SPY # ROW –

Eine neue Ära des Hard Rocks

28 In den Fängen der roten Ideologen

32 ZZ Top –

That Little Ol’ Band From Texas

38 DISLIKE SILENCE –

Mit einem Knall traten sie 2019

ins Rampenlicht

40 The Beatles Beat Band –

47 Jahre im Dienst der Pilzköpfe

MUSIKBUSINESS

44 The Singer’s Coach von LeeZa Nail –

Teil 1: VOCAL SKILLS

47 Nur intelligente Einzelkämpfer

überleben

RUBRIKEN

04 Musiker-News

50 CD-Rezensionen

55 Titelschutzanzeigen

56 Produkt-News

66 Kleinanzeigen

66 Impressum

TITELFOTO: DAN BARON

„POTENZIELL RUINIERT“

YouTube warnt Musiker im Tantiemenstreit

Im Streit um eine strengere Gesetzgebung im werde dieses Gesetz nun allerdings nicht umgesetzt,

heißt es weiter. Gleichzeitig sei die britische

Umgang mit Musikrechten hat YouTube vor et -

waigen negativen Auswirkungen für die Künstler Regierung allerdings bemüht, „sicherzustellen,

gewarnt.

dass mehr Geld in den Topf der Schöpfer zurückfließt“.

Seit Langem wird den Betreibern der Video -

plattform YouTube vorgeworfen, von ihren Werbe -

einnahmen zu wenig an die Urheber von Musik - YouTube räumte gegenüber dem DCMS-Aus -

videos abzutreten. In Großbritannien ist dieses schuss ein, dass die Musikindustrie mit über 500

Thema nun erneut durch eine entsprechende Un - Stunden Videoinhalten, die jede Minute hochgeladen

würden, ab Januar 2020 zwölf Millionen

tersuchung aufgekommen, die der Ausschuss für

Digitales, Kultur, Medien und Sport (Digital, Culture, Dollar an Tantiemen erhalten habe. Bis 2025, pro -

Media and Sport Select Committee, DCMS) phezeite das Unternehmen weiter, könne YouTube

kürzlich durchgeführt hatte. Demnach erhalten alle anderen Bezugsquellen, inklusive Spotify,

viele Künstler nach wie vor nur einen Hungerlohn über holt haben.

an digitalen Tantiemen, was angesichts der Ab -

rufzahlen höchst ungerecht erscheint. Dies geht „RECHTEINHABERSCHAFT

aus einem entsprechenden Artikel der britischen OFT UNKLAR“

Zeitung „The Guardian“ hervor.

Eine strengere Gesetzgebung, sagte YouTube

Tatsächlich würden 70 Prozent der Künstler, weiter, sei unter Umständen so schwer einzuhalten,

dass die Plattform im Zweifelsfall sogar Musik -

die bei Universal Music unter Vertrag stehen, über

YouTube angehört werden. Das teilte David Joseph, inhalte sperren müsste, um eine Rechtsver let zung

der britische Geschäftsführer des Labels, bereits zu vermeiden. Für Künstler und deren Labels

Anfang Januar mit. Die entsprechenden Tantie - könne dies mitunter zu noch größeren Einbußen

men betrügen allerdings nur fünf Prozent der Ein - führen und dazu, dass ihr Geschäft auf der Platt -

nahmen des Unternehmens.

form „potenziell ruiniert“ werde. „Vor allem in der

Musikindustrie sind die Daten über die Rechte -

„MEHR GELD IN DEN TOPF

inhaberschaft oft unklar“, erklärte das Unterneh -

DER SCHÖPFER“

men weiter. Schon in der Vergangenheit habe deshalb

die Gefahr eines „Over-Blocking“ bestanden.

Während die Künstler bislang nur einen Anteil

aus den Werbeeinnahmen bekommen, hofft die Für seine Untersuchung hatte der DCMS-

Musikindustrie auf neue Gesetze der Europäi schen Ausschuss auch einige Stimmen von Künstlern

Union: Demnach könnten Streaminganbieter wie gehört: Der Frontman der Band Elbow, Guy

YouTube oder Spotify künftig dazu gezwungen Garvey, drückte dabei die Sorge aus, dass die

werden, im Voraus eine gewisse Gebühr für die nächste Generation von Bands verloren gehen

Nutzung der Lizenzen zu bezahlen. Nach dem könne, weil Dienste wie Spotify oder Apple ihren

Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU Kunden zu wenig berechnen würden.

QUELLE: www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-potenziell-ruiniert-youtube-warnt-musiker-im-tantiemenstreit-_arid,1957018.html#nfy-reload

Foto: © charnsitr / Adobe Stock

musiker MAGAZIN 1/2021


MUSIKER-NEWS 05

haben. Eine Erhöhung der Gewinnbeteiligung von

Spotify würde da vielleicht manche Sorgen aus

der Welt schaffen.

Foto: © nikkimeel / Adobe Stock

SKLAVENTREIBER DER MUSIKINDUSTRIE

Manuel Bogner sieht die Künstlervergütung bei Spotify kritisch

Wer braucht schon CDs, wenn er Spotify hat?

Der Streamingdienst ist für viele der einfachste Weg,

um Musik zu hören. Doch dieser Komfort geht auf

Kosten der Musiker, warnt Manuel Bogner (16) aus

Straubing. Eine Meinung.

Es war noch nie so einfach, neue Musik zu ent -

decken und alte Lieblingslieder wiederzufinden.

Dank Streaming kann jeder in kürzester Zeit

neue Genres und Künstler anhören und ohne

Probleme darauf zugreifen. Allerdings berichten

vor allem unbekannte Musiker immer wieder,

dass Spotify Künstler ungerecht behandele und

sogar ausnutze.

Der Hauptgrund sind die geringen Gewinn -

beteiligungen, die die Plattform ihren Künstlern

auszahlt. Bei Spotify schwanken sie zwischen

0,0028 und 0,0037 Euro pro Stream, liegen also

unter einem Cent. Das bedeutet, dass man mit 1

000 Streams höchstens um die vier Euro verdienen

kann. Im Vergleich zu anderen Platt formen

ist der Unterschied groß: Durch Musiker, die ihre

Gewinne veröffentlichten, ist bekannt, dass Apple

Music und Amazon zum Beispiel rund doppelt

so viel wie Spotify zahlen.

Das liegt daran, dass Spotify die Anteile für ihre

Künstler daran errechnet, wie oft ein Song im

Vergleich zu den aktuell beliebtesten Tracks aufgerufen

wird. Deshalb kommen besonders un -

bekannte Künstler auf durchschnittlich geringere

Einnahmen als große Namen wie Taylor Swift

oder Kanye West.

Daniel Elk, der Chef der meistgenutzten Strea -

ming-Plattform weltweit, reagierte bereits vor

einiger Zeit auf diese Vorwürfe: Er findet, Musiker

sollten einfach mehr Musik produzieren, um über

die Runden zu kommen. Die Gewinnbeteiligung

will er nicht verbessern. Das ist und bleibt seine

Meinung – auch während der Corona-Pandemie,

in der Streaming-Gewinne für die Musikindustrie

wichtiger denn je sind, da Konzerte und Festivals

ausfallen. Sie waren vor Corona für viele Künstler

die größte Einnahmequelle. Viele Musiker sind sich

deshalb unsicher, ob sie eine Zukunft in der Branche

QUELLE: www.idowa.de/inhalt.freischreiben-sklaventreiber-der-musikindustrie-manuel-bogner-sieht-die-kuenstlerverguetung-beispotify-kritisch.3b9bcdf6-1aa0-4fe3-b23b-551db020d269.html

Peter Plate:

ES BRAUCHT EINE

QUOTE FÜR

DEUTSCHE MUSIK

IM RADIO

Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua

Lange haben zum Interview in ihr Studio in

Berlin-Charlottenburg geladen. Hier machen

sie Musik, sehr erfolgreiche Musik. Für Künstler

wie Helene Fischer, Sarah Connor, Michelle,

Max Raabe, Patricia Kaas und viele mehr, aber

auch in eigener Sache. Siehe das Pop-Duo

Rosenstolz, bei dem Plate zusammen mit der

Sängerin Anna R. als Frontfigur in Erscheinung

tritt. Ihre finanzielle Unabhängigkeit gibt ihnen

nun die Freiheit, ganz ungeniert die Probleme in

der Musikindustrie zu benennen. Dabei fordern

sie infolge der Corona-Krise unter anderem

eine Quote für deutsche Musik im Radio.

QUELLE: www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/musik/

peter-plate-es-braucht-eine-quote-fuer-deutsche-musik-imradio-li.139383?pid=true

Außerdem gibt es noch einen Punkt, den Daniel

Elk mit seiner Aussage ignoriert: Kunst entsteht

nicht von einem Tag auf den anderen. Viele gute

Alben brauchen teilweise jahrelange Planung und

Arbeit, bevor sie erscheinen. Schließlich ist auch

das Streaming-Format daran schuld, dass Alben

immer länger und umfangreicher sein müssen.

Plattenlabels wollen so mehr Streaming-Zahlen

er zeugen, besonders weil sie dadurch am einfachsten

hohe Chartplatzierungen erreichen können.

Die Folge: Musik als lieblose Massen ware,

nichts Neues oder Innovatives mehr.

Doch nicht alles ist hoffnungslos in der Welt

des Musik-Streamings, so zum Beispiel der Online-

Musikdienst Bandcamp. Die Plattform gibt es

seit 2008. Musiker können dort ihre Songs promoten

und sie kostenlos oder kostenpflichtig zum

Anhören und Herunterladen anbieten. Außerdem

hilft der Streamingdienst unbekannten Künstlern,

indem er ihnen und ihren Labels immer am ersten

Freitag des Monats die Gesamteinnahmen an ihren

Songs weitergibt. Spotify sollte sich daran ein Bei -

spiel nehmen.

Foto: Olaf Blecker

1/2021 musiker MAGAZIN


06 MUSIKER-NEWS

MUSIK NUR NOCH

ALS HOBBY?

Britische Bands entsetzt

über Brexit

Britische Musikerinnen und Musiker

haben in einer Petition eine „freie kulturelle

Arbeitserlaubnis“ gefordert, die

Tourneen in EU-Länder ermöglichen soll.

Etwa 260 000 Menschen haben bereits

unter schrie ben. Für längere Aufenthalte

und Beschäfti gung in der EU sind für britische

Bür gerin nen und Bürger nun spezielle

Visa nötig. Zudem ist ein Zoll be gleit -

schein für Aus rüs tung notwendig, für den

ebenfalls Ge bühren gezahlt werden müssen.

Dazu kommen Hunderte Pfund für

die Kranken versicherung.

Nicht nur Handel und Wirtschaft, auch die

britische Musikindustrie leidet unter dem Brexit.

Auch für Künstler, die künftig in EU-Ländern auf

schwieriger geworden. Um sich länger in der abgeben. Das Gleiche gilt für Frankreich, Italien,

EU aufzuhalten und dort zu arbeiten, sind für Kroatien und so weiter und so fort."

Briten nun spezielle Erlaubnisse notwendig und

Tournee gehen, gelten nun neue Visumregeln. umgekehrt.

„IM SCHLIMMSTEN FALL WIRD

DER GIG IN GROSSBRITANNIEN

Das bedeutet bürokratische und finanzielle

Hürden. Deswegen fordern Musiker und Kon zert -

Das gilt sogar für das musikalische Equip ment WOHL ZUM HOBBY.“

und bedeutet insgesamt bürokratischen und

veranstalter eine „freie kulturelle Arbeits er laub - finanziellen Aufwand. Die Briten und die EU Umgekehrt wird es auch für Bands, die aus

nis“. Mehr als 260.000 Menschen, darunter schieben sich gegenseitig die schuld dafür in der EU nach Großbritannien kommen, um zu

zahlreiche Stars wie Laura Marling, Louis die Schuhe, keine großzügigeren Regeln ge - spielen, komplizierter und teurer, meint der

Tomlinson oder die Band Biffy Clyro, haben die

Online-Petition bereits unterschrieben.

funden zu haben.

ARBEITSERLAUBNIS

Frontmann der schwedischen Band The Hives,

Pelle Almqvist. „Letztlich werden wir wahrscheinlich

weniger Konzerte in Großbritannien

ES GEHT UM

5,8 MILLIARDEN PFUND

FÜR 30 VERSCHIEDENE LÄNDER

Paul Pacifico, CEO der Vereinigung unabhängiger

geben, weil es sich rein wirtschaftlich weniger

lohnt. Ich meine, es wird immer Spaß machen.

Im schlimmsten Fall wird der Gig in Groß -

Musiker (Association of Independent Music, britannien wohl zum Hobby.“

Auch Komponist Michael Berkeley, denn:

Musiker in diesem Land beziehen 44 Prozent

ihres Einkommens aus Tourneen! Dieses Land

AIM) warnt: „Wenn britische Bands oder Solo -

künstler in Europa auf Tournee gehen, brauchen Derzeit könnten Musiker ohnehin nicht auf

verdient 5,8 Milliarden Pfund an der Musik in -

dustrie. Vergleichen Sie das mit der Fischerei,

die als diese große souveräne Sache hochgehalten

sie eine temporäre Arbeitserlaubnis in jedem Tournee gehen, sagt Paul Pacifico, aber sie

europäischen Land. Das gilt nicht nur für die EU, müssten schon jetzt mit Klarheit planen können,

falls es wieder losgeht. „Noch mal sechs

sondern den gesamten europäischen Wirt -

wurde, was ich verstehen kann – die schafts raum. Sie müssen also unter Um stän - Monate Ver zögerung können wir uns nicht lei-

Hoheitsrechte müssen geschützt werden. Aber den die Regeln von 30 verschiedenen Ländern sten, wenn der kulturelle Sektor wirtschaftlich

dabei geht’s um 1,4 Milliarden – das ist ein

Unterschied.“

befolgen.

auf die Beine kommen soll.“

Die Musikbranche ist mit rund 200.000 Jobs

Wenn Sie als Band auf Tournee sind und ein wichtiger – allerdings von der Corona-Krise

Monatelange Tourneen, Gastauftritte und

Festival-Teilnahmen sind nach dem Brexit

eine CD in Deutschland verkaufen, müssen Sie schwer gebeutelter – Industriezweig in Groß -

in Deutschland eine Umsatzsteuererklärung britannien.

QUELLE: de.euronews.com/2021/01/16/musik-nur-noch-als-hobby-britische-bands-entsetzt-uber-brexit | TEXT: Anja Bencze

Foto: © MclittleStock / Adobe Stock

musiker MAGAZIN 1/2021


Andy Langs neues Werk

„DIE KRISE ALS CHANCE – EINE EINLADUNG ZUM REIFEN“

MUSIKER-NEWS 07

Angeregt vom Corona-Geschehen im Frühling

2020 schrieb Andy Lang in wenigen Wochen wie

in Trance und mit unglaublich viel Feedback seiner

Fans dieses Buch, das eine Ansage für unsere

allernächste Zukunft ist – daher ist es viel mehr

als ein Corona-Buch: Eine Einladung zum Träu -

men, Hoffen, Reifen und Bei-sich-selbst-Beginnen!

„Vergeude nie eine gute Krise“ – Winston

Churchill

Jede Krise hat das Potential zur Veränderung.

Die Herausforderungen und Zumutungen des

Lebens laden uns ein, gewohnte Pfade zu überdenken,

unser Verhalten zu verändern und zu reifen.

Oder wir stagnieren und berauben uns als

Opfer der Umstände unserer Möglichkeiten und

inneren Schätze.

Angeregt vom weltweiten Krisengeschehen im

Frühjahr 2020 fragt Andy Lang in diesem Buch:

„Was, wenn diese Krise kein Feind ist, den wir

nun mit aller Kraft bekämpfen müssen, sondern

eine Einladung zum Umdenken?“

So dient die Krise als Blaupause für alle Krisen

sowohl im individuellen als auch im gesellschaftlichen

Bereich. Statt eines einfachen „Weiter so“

spürt der Autor der Frage nach, wo wir unsere

Haltungen zum Leben, zur Erde und schließlich zu

unserem eigenen Menschsein nachhaltig verändern

müssen, um mit Freude und in Gemein schaft

leben und wirken zu können.

Dieses Buch ist eine Einladung zur Hoffnung

und Nahrung für alle, die sich nach einer gerechten

und enkeltauglichen Welt sehnen und die bei

sich selbst beginnen wollen.

Die Texte machen Lust zum Lesen und Teilen

und sind so Inspiration und Herausforderung für

den eigenen Lebensweg oder die Arbeit in

Gruppen.

„Andy Lang hat nicht nur eine wunderbar

herzöffnende Stimme. Er ist eine Stimme – eine

Stimme der neuen Zeit. Sein Plädoyer für ein

neues Leben in Gemeinschaft und Liebe hat mir

absolut Gänsehaut beschert. Seine Botschaft voll

Mut und Wertschätzung brauchen wir, wenn wir

aus den alten Strukturen aufbrechen wollen in

eine nachhaltige Welt.“ – Christina Kessler

Andy Lang wurde 1970 in Kulmbach geboren

und absolvierte 1990 sein Abitur in Münchberg.

Seine Arbeit als Songwriter begann während seines

Lebens in England Anfang der Neunzigerjahre. Seit

2005 ist Andy Lang als freiberuflicher Künstler mit

Konzerten und Lesungen unterwegs.

DIE KRISE ALS CHANCE –

EINE EINLADUNG ZUM REIFEN

Zu bestellen: andy-lang.de/produkte/die-krise-alschance-eine-einladung-zum-reifen/

Gebundenes Buch, 180 Seiten, Preis: 14,– €

ELTON JOHN FORDERT HILFEN FÜR

NACHWUCHSKÜNSTLER

Popstar Elton John kämpft weiter für Mu - kämen bald nur noch Mainstream-Musiker auf

siker mit Brexit-Problemen und fordert eine Tour. „Vertraut mir, ich möchte das genauso

Hilfs organisation für Nachwuchsmusiker. „Wir wenig wie ihr.“

brauchen eine neue Generation von Super -

stars, nicht nur, weil eine Generation von John gehört zu den mehr als 100 Unter -

Super stars – meine Generation – älter wird, zeich nern eines offenen Briefs, in dem Musikin

den Ruhestand geht und wegstirbt“, heißt Stars der Regierung Versagen bei der Ver hand -

es in einem Kommentar der Musikikone im lung über Visumregeln mit der EU vorgeworfen

„Guardian“.

hatten. In der vergangenen Woche traf sich der

Musiker zudem zu einem Ge spräch mit dem

Musiker bräuchten jetzt schnell Hilfe – die britischen Kulturminister Oliver Dowden.

Hilfsorganisation solle jungen Künstlern bei

der Tourplanung zur Seite stehen, mit An - Seit dem 1. Januar, dem Ende der Brexitwälten

und Buchhaltern.

Übergangsphase, benötigen Musiker und

Künst ler Visa und andere Dokumente für

Finanziert werden solle die Organisation Auf tritte in der EU beziehungsweise in Groß -

auch von der Musikwirtschaft selbst, schlug britannien. London und Brüssel machen sich

der Sänger vor. Und er warnte: Ohne Hilfe gegenseitig für die Situation verantwortlich.

QUELLE: www.zeit.de/news/2021-02/08/elton-john-fordert-hilfen-fuer-nachwuchskuenstler | dpa

Foto: © Joseph Guay

1/2021 musiker MAGAZIN


08 MUSIKER-NEWS

DIE MUSIKINDUSTRIE KÄMPFT ERNEUT GEGEN

STREAMING-MANIPULATION AN

Foto: © sp3n / Adobe Stock

Erst im vergangenen Jahr mussten diverse

Strea ming-Manipulation-Anbieter ihre Tätig keiten

ein stellen. Auch im Jahr 2020 kämpft die Musik -

industrie gegen die illegalen Käufe und Verkäufe.

Am 26. Januar leitete das Landgericht Frank -

furt ein Eilverfahren gegen die Streaming-Mani -

pu la tion-Webseiten www.likeservice24.de und

www.likeservice24.com ein, so heißt es in einer

Pressemitteilung der International Federation of

the Phonographic Industry (IFPI).

Genannte Anbieter generieren Kund*innen zu -

sätzliche „Plays, Views, Likes und Abonnenten für

Musik auf kommerziellen Online-Media-Platt for -

men“, wie es in der Selbstdarstellung heißt. Dieses

Vorgehen soll dessen Reichweite steigern und

optio nal bessere Platzierungen generieren. Diese

illegale Dienstleistung wird ihnen nun verboten.

Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI)

und sein internationaler Dachverband IFPI geben

bekannt, dass der Anbieter wegen Irreführung

zur Unterlassung verurteilt wurde. Denn er rückt

Nutzer*innen seines Angebots in ein besseres

Licht und täuscht im selben Zug zukünftige Kon -

sument*innen.

Erst einmal betreffe es den „Verkauf von Plays

auf Streaming-Plattformen wie Spotify, YouTube,

Soundcloud und Deezer“. Darüber hinaus verhängte

das LG Frankfurt das Kaufverbot von

Abo nennt*innen, Rezensionen und Likes. Diese

sind hinblicklich der Musikindustrie genauso

wettbewerbswidrig.

Frances Moore, CEO der IFPI, erläutert: „Dies

ist eine weitere positive Entscheidung in einer

Reihe von deutschen Gerichten, die den laufenden

Kampf der Tonträgerindustrie gegen Streaming-

Manipulationen weltweit unterstützt. IFPI und ihre

Partner in der Branche setzen sich weiterhin dafür

ein, diese schädliche Praxis zu bekämpfen, die

nicht nur Künstler, Songwriter und andere Rechte -

inhaber ihrer rechtmäßigen Vergütung be raubt,

sondern auch Musikfans in die Irre führt.“

Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des

BVMI, ergänzt diesbezüglich: „Wir wissen zwar

nicht, welche konkreten Schritte die Streaming-

Dienste selbst zur Verhinderung solcher Aktivi -

täten auf ihren Plattformen unternehmen, ergreifen

unsererseits in jedem Fall aber rechtliche

Schritte, um sicherzustellen, dass der Strea ming-

Markt ordnungsgemäß funktioniert. Denn Mani -

pulationen schaden den Künstler*innen und

ihren Partnern, sie gefährden die Genauigkeit der

Tantiemenzahlungen ebenso wie die Glaub würdig -

keit eines wichtigen Branchenbarometers, der

Charts. Im Namen der Musikschaffenden wie der

Fans werden wir das nicht hinnehmen.“

QUELLE: www.rollingstone.de/die-musikindustrie-kaempft-erneut-gegen-streaming-manipulation-an-2238663/

DER STREAMING-BOOM KANN VERLORENE

KONZERTUMSÄTZE NICHT KOMPENSIEREN

Foto: PR

Mehr als 13 Milliarden Euro setzte die deutsche

Musikwirtschaft 2019 um. So viel wird es 2020

nicht sein. Bei Weitem nicht. Mit Livemusik verdiente

kaum jemand Geld. Corona verstärkt aber

auch vielversprechende Trends.

Marvin Aloys war mittendrin, als es in Europa

losging. Im Frühjahr in Ischgl – als sich unzählige

Menschen in Partynächten mit dem damals noch

neuartigen Coronavirus infizierten. Der DJ und

Musik produzent gehörte auch dazu. In der Winter -

saison macht er sein bestes Geschäft. Wenn er

elektronische Musik auflegt, tanzen Tausende auf

der Tanzfläche.

Das war im Frühjahr schlagartig vorbei. Aloys

fiel in eine Art Schockstarre. Erst im Sommer startete

er einige neue Projekte, begann mit neuen

Aufnahmen. Events streamen kam für ihn, ähnlich

wie für viele andere Musiker, nicht infrage.

Fühlen müsse man die Musik, miterleben. Live

lasse sich nicht ersetzen, sagt er. Die Verluste allein

durch seine entgangenen Gigs dieses Jahr beziffert

er auf einen hohen fünfstelligen Bereich – das

erste Quartal 2021 gar nicht eingerechnet, das

auch ausfallen wird. 2020 hat er aufgegeben:

„Das ist sehr brutal. Ein verlorenes Jahr, dessen

Folgen ich noch länger spüren werde.“

QUELLE: www.wiwo.de/my/unternehmen/industrie/musikindustrie-der-streaming-boom-kann-verlorene-konzertumsaetze-nichtkompensieren/26743160.html?ticket=ST-4361051-4fGWTC0qgZ9s5vdLbeXm-ap2

musiker MAGAZIN 1/2021


FESTIVAL 09

ANMELDUNG

39. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2021

Hiermit melde ich mich/uns für den Deutschen Rock & Pop Preis 2021 an.

Band/Künstler*in: .........................................................

Ansprechpartner*in: ......................................................

Straße: ..........................................................................

PLZ Ort: ........................................................................

Bundesland: ..................................................................

Tel.: ...............................................................................

Mobil: ............................................................................

Fax: ....................................................................................

E-Mail: ................................................................................

Internet: ..............................................................................

DRMV-Mitgl.-Nr.: ................................................................

GEMA-Mitglied?: q nein q ja:

q angeschl. q außerord. q ordentlich

Anmeldungen in mehreren Sparten sind möglich.

Bewerbungsgebühr pro Musiksparte: 20,– Euro DRMV-Mitglieder /30,– Euro DRMV-Nichtmitglieder

Die Bewerbungsgebühren in Höhe von Euro ........... q in bar beigelegt q als Scheck beigelegt q per Überweisung

Bankverbindung: Deutsche Popstiftung, Postbank Hamburg, IBAN: DE08 2001 0020 0964 2792 08, BIC: PBNKDEFF

Dieses Anmeldeformular, CD und Bewerbungsgebühr bitte spätestens bis 15. Juni 2021 an:

Deutsche Popstiftung, Bewerbung 2021, Kolberger Str. 30, 21339 Lüneburg

Teilnahmegebühr: 150,– Euro je Haupt- und je erste Sonder ka te gorie (alle weiteren 100,– Euro) – Diese Gebühr fällt erst nach Auswahl durch

die Bundesjury an. Sollte das Live-Finale nicht stattfinden können, dann reduzieren sich die Teilnahmegebühren auf 100,– Euro pro Kategorie.

39. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2021: HAUPTKATEGORIEN

Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!

q 1

q 2

q 3

q 4

q 5

q 6

q 7

q 8

Deutscher Rock Preis (beste Rock-Band)

Deutscher Pop Preis (beste Pop-Band)

Deutscher Hard Rock Preis (beste Hard’n’Heavy-Band)

Deutscher Funk & Soul Preis (beste Funk/Soul-Band)

Deutscher Alternative Preis (beste Alternative-Band)

Deutscher Singer-Songwriter Preis (beste*r Solosänger*in – Wertung: Eigenkomposition und Stimme)

Deutscher Singer Preis (beste*r Solosänger*in – Wertung: Stimme)

Deutscher Country Preis (beste Country-Band)

Die durch die Jury ausgewählten Teilnehmer der Hauptkategorien präsentieren sich am 18. Dezember 2021

im Finale auf der Hauptbühne der Siegerlandhalle in Siegen mit jeweils einem Song (maximale Länge: 4 Minuten).

39. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2021: SONDERKATEGORIEN

q 9 Beste Filmmusik

q 10 Bestes Kinderlieder-Album

q 11 Beste Experimentalband

q 12 Beste Crossoverband

q 13 Beste Hardcoreband

q 14 Beste Industrialband

q 15 Beste Progressiveband

q 16 Beste Skaband

q 17 Beste Nu-Metal-Band

q 18 Bestes Trancealbum

q 19

Beste(r) Mundart-Interpret*in

q 20 Beste(r) Electronic-Interpret*in

q 21 Bestes Dancehall-Album

q 22 Beste Elektropopband

q 23 Bestes traditionelles Blues-Album

q 24 Beste Rock’n’Roll/Rockabillyband

q 25

Beste Cover/Revivalband

q 26 Beste A-Capella-Band

q 27 Bestes Chanson-Album

q 28 Beste Punkband

q 29 Beste Gothic/Wave-Band

q 30 Beste(r) Gospel-Interpret*in

q 31 Beste Gospelgruppe

q 32 Bestes Weltmusikalbum

q 33 Bestes Hip-Hop-Album

EINSENDESCHLUSS: 15. JUNI 2021


10 FESTIVAL

Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!

BEREICH ROCK:

q 34 Beste Rocksängerin

q 35 Bester Rocksänger

q 36 Bester Rocksong

q 37 Bestes Rockalbum

BEREICH POP:

q 38 Beste Popsängerin

q 39 Bester Popsänger

q 40 Bester Popsong

q 41 Bestes Popalbum

BEREICH FUNK:

q 42 Beste Funk-Sängerin

q 43 Bester Funk-Sänger

q 44 Bester Funk-Song

q 45 Bestes Funk-Album

BEREICH HARD ROCK:

q 46 Beste Hard-Rock-Sängerin

q 47 Bester Hard-Rock-Sänger

q 48 Bester Hard-Rock-Song

q 49 Bestes Hard-Rock-Album

BEREICH METAL:

q 50 Beste Metal-Sängerin

q 51 Bester Metal-Sänger

q 52 Beste Metal-Band

q 53 Bester Metal-Song

q 54 Bestes Metal-Album

BEREICH FUSION-JAZZ-ROCK:

q 55 Beste Fusion-Jazz-Rock-Sängerin

q 56 Bester Fusion-Jazz-Rock-Sänger

q 57 Beste Fusion-Jazz-Rock-Band

q 58 Bester Fusion-Jazz-Rock-Song

q 59 Bestes Fusion-Jazz-Rock-Album

BEREICH ALTERNATIVE:

q 60 Beste Alternative-Sängerin

q 61 Bester Alternative-Sänger

q 62 Bester Alternative-Song

q 63 Bestes Alternative-Album

BEREICH NEW AGE:

q 64 Beste New-Age-Band

q 65 Bester New-Age-Song

q 66 Bestes New-Age-Album

BEREICH R’N’B/SOUL:

q 67 Beste R’n’B/Soul-Sängerin

q 68 Bester R’n’B/Soul-Sänger

q 69 Beste R’n’B/Soul-Band

q 70 Bester R’n’B/Soul-Song

q 71 Bestes R’n’B/Soul-Album

BEREICH REGGAE:

q 72 Beste Reggae-Sängerin

q 73 Bester Reggae-Sänger

q 74 Beste Reggae-Band

q 75 Bestes Reggae-Album

BEREICH LATIN-POP:

q 76 Beste Latin-Pop-Sängerin

q 77 Bester Latin-Pop-Sänger

q 78 Beste Latin-Pop-Band

q 79 Bester Latin-Pop-Song

q 80 Bestes Latin-Pop-Album

BEREICH FOLKROCK:

q 81 Beste Folkrocksängerin

q 82 Bester Folkrocksänger

q 83 Beste Folkrockband

q 84 Bester Folkrocksong

q 85 Bestes Folkrockalbum

BEREICH COUNTRY:

q 86 Beste Country-Sängerin

q 87 Bester Country-Sänger

q 88 Bester Country-Song

q 89 Bestes Country-Album

BEREICH SCHLAGER:

q 90 Beste Schlager-Sängerin

q 91 Bester Schlager-Sänger

q 92 Beste Schlager-Band

q 93 Bester Schlager-Song

q 94 Bestes Schlager-Album

BEREICH MUSICAL:

q 95 Beste Musicalsängerin

q 96 Bester Musicalsänger

q 97 Bestes Musicalalbum

Die durch die Jury nominierten Preisträger aller Sonderkategorien werden am 18. Dezember 2021

auf der Hauptbühne der Siegerlandhalle in Siegen bekanntgegeben.

Die Anmeldeformulare können auch unter www.musiker-online.tv heruntergeladen werden.

MUSIKBUSINESS:

q 98 Bestes Rock-/Pop-Tonstudio (Preis-Leistungs-Verhältnis)

(Bew.: CD, Studioausstattung, Mietpreis etc.)

q 99 Bestes kreatives Independent-Label (Rock & Pop)

(Bew.: Produktionsübersicht (CD), Vertriebswege etc.)

q 100 Bester Independent Musikverlag (Rock & Pop)

(Bew.: Künstlerübersicht, Vermarktungsstrategie etc.)

q 101 Beste Booking-Agentur (Rock & Pop)

(Bew.: Künstler-, Konzert- und Tourneeübersicht)

q 102 Erfolgreiche*r Musikmanager*in (Rock & Pop)

(Bew.: Künstler- und Vermarktungsunterlagen)

q 103 Erfolgreiche*r Musikproduzent*in (Rock & Pop)

(Bew.: Künstler- und Produktionsangaben, CD)

q 104 Kulturpreis für die Förderung der Rock- & Popmusik in

Deutschland (Bew.: Auf Empfehlung – keine Gebühren fällig!)

q 105 Lebenswerk (Bew.: Beschreibung des Lebenswerks)

MUSIKPRODUKTION:

q 106 Beste*r neue*r Rock- und Popkünstler*in des Jahres

q 107 Bestes CD-Album des Jahres (deutschsprachig)

q 108 Bestes CD-Album des Jahres (englischsprachig)

q 109 Bester Song des Jahres (deutschsprachig)

q 110 Bester Song des Jahres (englischsprachig)

q 111 Beste Studioaufnahme des Jahres

q 112 Beste Single des Jahres

q 113 Bestes Musikvideo

q 114 Beste Komposition

q 115 Bester deutscher Text

q 116 Bestes Booklet und Inlaycard

q 117 Beste Instrumentalband

q 118 Bestes Instrumentalalbum

q 119 Beste*r Barpiano-Interpret*in

INSTRUMENTALISTEN:

q 120 Beste*r Instrumentalsolist*in

q 121 Beste*r Gitarrist*in

q 122 Beste*r Keyboarder*in

q 123 Beste*r Schlagzeuger*in

q 124 Beste*r Bassist*in

q 125 Beste*r Percussionist*in

q 126 Bestes Arrangement

q 127 Bestes Blasinstrument

EINSENDESCHLUSS: 15. JUNI 2021


MUSIKER-NEWS 11

COVERSONGS ERFOLGREICH AUF

STREAMING-PLATTFORMEN

Die Songinterpretation eines Welthits der legendären Beatles –

neu produziert und neu eingesungen in Lüneburg – eroberte

in den letzten zwölf Monaten weltweit die verschiedenen

internationalen Streaming-Portale und wurde von Millionen

Käufern aus über 120 Ländern bereits gekauft.

„Hey Jude“, der wohl berühmteste und erfolgreichste

Hit des Komponisten, Texters, Sängers

und Bassisten Paul McCartney (The Beatles) er -

obert zurzeit als neu produzierte Song-Inter pre -

tation des Lüneburger Sängers und Bassis ten Ole

Seelenmeyer (The Beatles Orchestra: Hinrich Vogt

– Klavier, Uwe Hopp – Gitarre, Matthias Herbst –

Drums, Ole Seelenmeyer – Bass, Gesang, Chöre)

die Streaming-Portale. Verkaufserfolg in den letzten

sechs Monaten It. Abrechnungen: Zahlreiche

Käufer weltweit haben sich diese spezielle „Hey

Jude“-Interpretation aus Lüneburg be reits ge -

kauft. Mit einem derartigen Erfolg hatte ich nie

gerechnet. Das war mir eigentlich auch immer

egal, denn Beatles-Songs zu singen war und ist

seit 1963 bis heute meine große ideelle Leiden -

schaft, auch dann, wenn ich gar nichts verkauft

hätte ... Singen hatte ich damals als 10- bis 16-

Jähriger im Lüneburger Kirchenchor St. Michaelis

und im Herderschulchor gelernt – um dann mit

Be geis terung 1964 zu den Beatles „überzulaufen“.

Die Beatles waren damals mit ihrer neuen

Musik eben viel romantischer und rebellischer

angelegt als die Kirchenoratorien von Johann

Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven ...“

(P.S.: Die unten stehenden Fotos von mir auf dem

Cover entstanden live während eines Konzertes

(2008) in der Nähe von Dresden. Also: keine Foto -

studio-Animation.)

Ich bin dabei, mir eine eigene unabhängige

„Musikwerkstatt“ zu bauen. Mit Konzert bühne, mit

allem technischen Equipment, mit allen Musik -

instrumenten wie in einem kleinen Musik theater

mit ca. 100 roten Sesseln für zukünftige Kon zert -

besucher und Musikgruppen/Einzel inter preten.

Genau so etwas habe ich schon vor ca. 15 Jahren

in Lüneburg gebaut und dort Klein konzerte für

ca. 50 Personen veranstaltet. Zu gezogene un -

musi kalische Spießer-Nachbarn ring sum beschweren

sich dort jetzt bei der Stadt Lüneburg darüber,

das fast unhörbare Ge räusche während der Kon -

zerte zu hören seien. Obwohl die Wände des

Konzertraumes vollisoliert sind und der Straßen -

lärm viel lauter ist ...

Nach eingehenden Recherchen bei unserem

Grossisten, d. h. unserem Großhandel, Tochter -

firma einer bekannten Hamburger Ton träger firma,

hat sich ergeben, das seit Januar 2020 bis zum

Dezember 2020 ca 9,98 Millionen Strea ming -

käufer meinen interpretierten und neu aufgenom -

menen Beatles-Song „Hey Jude“ ge kauft haben

... Zumeist bei dem Streaming-Portal YouTube

Music. Diese Verkaufszahlen lassen sich errech -

nen, wenn man die uns überwiesenen Ver kaufs -

ein nahmen pro Quartal bis zum 31. August 2020

addiert und durch die YouTube-Music-Beteili -

gungen pro Einzel-Streaming teilt. Um keine

vorschnellen „Fake News“ zu verbreiten, habe

ich eine nochmalige dritte Intensivrecherche vorgenommen.

Mein Konkurrent auf der YouTube-Plattform

für „Hey Jude“ war und ist mein Idol, Lehrer und

Komponist dieses Werkes seit meiner Beatlesbegeisterten

Jugend zu Be ginn der 1960er-Jahre

der Bassist, Sänger, Komponist und Texter der

Beatles, Paul McCartney ... Diese mir unbekannte

Ver triebs erfahrung im Bereich des von mir nicht

geschätzten Streamings nehme ich nun zum

Anlass, 32 weitere von mir produzierte und als

Sänger interpretierte Beatles-Songs auf die

Streaming-Plattformen zu stellen. Mal sehen, wie

das funktioniert ...

Foto: lenscap50 / Adobe Stock

1/2021 musiker MAGAZIN


12

LENA HAUPTMANN

Mit Einflüssen aus swingender Jazztradition, brasilianischen Rhythmen

und eingängigen Melodielinien bewegt sie sich

multilingual zwischen Englischer und Sorbischer Sprache und lässt

Pop und Jazz nahtlos ineinanderfließen.

Ihre Songs grooven, fließen und bewegen – mal lieblich-träumerisch, mal

mystisch-melancholisch und dann wieder kraftvoll, expressiv und couragiert.

LENA HAUPTMANN: Meine Begeisterung für Musik lässt sich schwer

auf nur ein Genre festlegen, und daher fand ich es schon immer spannend,

mit stilistisch verschiedenen Projekten unterwegs zu sein.

Mit meinem Gitarristen Dan Baron habe ich das Jazz-Pop-Duo

„LeDazzo“ gegründet, mit dem wir neben unseren sorbischen Songs

überwiegend Jazzstandards, brasilianische Musik und französische

Chansons spielen. Wir spielen auf großen Veranstaltungen wie zum

Beispiel beim Osteuropäischen Filmfestival oder im Staatstheater Cottbus,

aber auch auf kleinen privaten Events. Im Jahr 2019 sind wir beim

Chansonwettbewerb des 27. Chansonfestivals „Köln-Breslau-Paris“ in

Köln aufgetreten und haben dort sowohl den zweiten Platz als auch

den Publikumspreis gewonnen.

MM: Du schreibst deine Jazz- und Popsongs nicht nur auf Englisch,

sondern verbindest auch die sorbische Sprache und Kultur mit

deiner Musik. Wie bist du dazu gekommen?

LENA HAUPTMANN: Ich bin in Cottbus in der Niederlausitz aufgewachsen,

wo auch ein Großteil der Sorben beheimatet ist. Dort ging ich auf

ein sorbisches Gymnasium und erlernte die sorbische Sprache und

Kultur in meiner Schulzeit. Im Winter 2017 kam der Auftrag vom

Sorbischen Rundfunk des RBB, dass ich doch auch mal etwas

Sorbisches singen und komponieren könnte, was dann regelmäßig im

Radio gespielt wird. Gemeinsam mit meinem Gitarristen Dan Baron

nahm ich mich dieser Aufgabe gerne an. Beim Ideensammeln habe ich

dann gemerkt, dass sich der indogermanisch-westslawische Eigen klang

dieser Sprache wunderbar mit meiner Musik verbinden lässt und eine

sehr besondere Klangfarbe erzeugt. Als wir die Songs in den letzten

zwei Jahren nicht mehr nur in der Lausitz spielten, sondern damit auch

in Berlin, Leipzig und Köln u. a. auf Festivals auftraten und damit großen

Anklang beim Publikum fanden, war klar, das dieses Projekt weiter

verfolgt werden muss. Darüber hinaus ist diese Sprache eine Minder -

heits sprache und wird nur noch von circa 60 000 Menschen ge sprochen,

weshalb es mir sehr am Herzen liegt, die sorbische Sprache immer

wieder an ein neues Publikum heranzutragen und mit meiner Musik ein

bisschen mehr publik zu machen.

MM: Als Sängerin bist du sehr vielseitig unterwegs, in deinen vier

Bandprojekten bewegst du dich unter anderem im Bereich Jazz,

Pop und Swing. Magst du etwas mehr dazu erzählen?

Ein weiterer Bereich, der mir ebenfalls sehr viel Spaß macht, ist der

chorische Satzgesang. Neben diversen Studiojobs, in denen ich für

andere Künstler Backgroundvocals einsinge (u.a. für Johnny Logan),

kann ich meine Affinität zu mehrstimmigem Gesang in meinem Gesangs -

trio „Die Lenas“ sehr gut ausleben. Die beiden Sängerinnen Lena

Neumann, Anna-Lena Panten und den Pianisten Elias Vollmer habe ich

beim Jazzstudium in Leipzig kennengelernt. Gemeinsam spielen wir

sowohl Klassiker der 30er-Jahre à la Andrews Sisters als auch moderne

Miles-Davis-Arrangements sowie eigene Songs mit einer Mischung

aus Jazz, Soul & Pop. Neben privaten Events in Sachsen sind wir u. a.

auch beim „Jazzfest Leipzig“ und in der Moritzbastei Leipzig aufgetreten.

Weil ich darüber hinaus äußerst gerne in verschiedenen Sprachen

singe, war ich sehr froh, als sich kürzlich das Projekt „Brazilian Lovers“

mit der brasilianischen Violinistin Priscila Baggio Simeoni und Musikern

vom Staatstheater Cottbus gegründet hat. Hier widmen wir uns ausschließlich

den Größen der brasilianischen Musik à la Antonio Carlos

Jobim, Vinicius de Moraes oder Zequinha de Abreu. Aber auch mit

großen Gala-& Showbands bin ich gerne unterwegs; z. B. mit dem 15-

köpfigen Ballorchester „Toni Gutewort & His Dance Orchestra“, mit

dem wir u.a. beim Take Off Award in Berlin oder in der Metropolis Halle

Potsdam spielten.

Zuletzt war ich mit der Dresden Big Band & Michael Winkler bei den

Dresdener Jazztagen zu erleben. Das ist eine wirklich coole Big Band,

die traditionellen Swing à la Count Basie, Glenn Miller oder Benny

Goodman spielt, aber auch moderne, eigene Arrangements und Stücke

des Big Band Leaders und Posaunisten Michael Winkler.

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 13

Mich fasziniert die Abwechslung, die mein Beruf und all diese Projekte

mit sich bringen, und ich stelle mich immer wieder gerne neuen Heraus for -

derungen.

MM: Zurzeit studierst du Jazz- und Popgesang an der Hochschule

für Musik und Theater in Leipzig. Wie sieht dein Studienalltag aus

und was beinhalten deine Studienfächer?

LENA HAUPTMANN: Wir haben ein recht umfangreiches Pensum an Unter -

richtsfächern, Projekten und Prüfungen. Neben Fächern wie Jazzklavier,

Jazzharmonielehre und Gehörbildung, Improvisation, Komposition sowie

verschiedenen Jazz-Ensembles haben die Sänger noch zusätzlich Schau spiel,

Tanzen und Sprecherziehung. Dann gibt es immer mal wieder größere

Projekte, z.B. ein „Ella Fitzgerald Tribute“ oder Big Band-Abende unter der

Leitung des Jazzsaxophonisten Rolf von Nordenskjöld oder dem WDR-

Big-Band-Arrangeur Ansgar Striepens. Mit dem Filmschauspieler und

Regis seur Frank Leo Schröder und Arrangeur Juan Garcia als musikalischen

Leiter haben wir auch mal die Musicalshow „Songs in the Key of

Life“ mit neu aufgearbeiteten Songs von Stevie Wonder, Prince und Michael

Jackson auf die Beine gestellt. Die künstlerische Ausbildung ist also recht

vielumfassend.

Durch die Corona-Situation ist das nun natürlich alles ganz anders.

Einige Unterrichtsangebote wurden auf Online-Unterricht umgestellt und

andere können leider gar nicht erst stattfinden, da die Zusammenkunft von

vielen Musiker*innen und Sänger*innen dafür unabdinglich ist.

8

1/2021 musiker MAGAZIN


14 STORIES

MM: Deine Musik bietet ein großes Spektrum an Genres, auch deine

Songs in sorbischer Sprache sind sehr außergewöhnlich. Wie gehst

du beim Songwriting vor?

LENA HAUPTMANN: Meistens schwirrt mir zuerst eine Melodie im Kopf

herum, die ich dann so vor mich hin singe. Manchmal ist es auch ein

Rhythmus oder eine Harmonieverbindung, die ich auf dem Klavier klimpere

und die eine erste Idee für einen Song sein könnte. Dann lege ich die musikalischen

Skizzen erst mal wieder beiseite und krame sie nach einer Weile

wieder heraus, um zu schauen, ob sie mir noch gefallen. Wenn das der Fall

ist, kommen dann auch oft Textassoziationen ... und manchmal eben auch

nicht.

Eine ganz andere Erfahrung hatte ich bei einem Projekt gemacht, das

ich 2018 mit dem u. a. für „Schätze der Welt“ arbeitenden Dokumentarfilm -

autor Donald Saischowa hatte. Da erhielt ich den Auftrag, für eine be stimmte

Szene in dem Dokumentarfilm „Selfie beim Höllensturz“ an dem Schaubild

Weltgericht Festung Europa einen Song zu komponieren und den Text darüber

selbst einzusprechen. Da hatte ich ein konkretes Bild und Thema vor

Augen und konnte danach komponieren.

MM: Woher holst du dir als Singer-Songwriter deine Inspiration?

Hast du bestimmte Vorbilder?

auch auf eine Art und Weise in meiner eigenen Musik widerspiegeln. Manch -

mal sind es auch zwischenmenschliche Ereignisse, ernüchternde Begeg -

nungen mit mir selbst und der Welt, die ich erlebe, sowie Momente des

Scheiterns oder vollkommender Glückseligkeit, die mich zum Schreiben

bewegen. Die Sängerin Anna-Maria Jopek, mit ihrer nahezu elfenhaften,

klaren, durchdringenden Stimme, gepaart mit Einflüssen aus Weltmusik,

Jazz, Pop und Folklore, finde ich musikalisch unheimlich inspirierend. Aber

natürlich auch Popstars wie Sting, Jamiroquai, Fleetwood Mac oder Suzanne

Vega haben großen Einfluss auf mich. Zu meinen derzeitigen Lieblings -

musikern gehört ebenfalls der Jazzgitarrist Pat Metheny. Zwar würde ich

nicht sagen, dass meine Musik zwingend viel mit seiner zu tun hat, jedoch

finde ich seine auskomponierten und einprägsamen Melodien einfach hinreißend

schön, und seine Musik schafft es jedes Mal, mich zu Tränen zu

rühren.

MM: Derzeit arbeitest du an deinem ersten eigenen Album. Es wird

eine Jazz-/Popproduktion mit englischen und sorbischen Songs.

Was können deine Hörer noch erwarten?

LENA HAUPTMANN: Parallel dazu planen wir gerade mit dem Gesangstrio

„Die Lenas“ ebenfalls ein Album. Hier soll es eigene Jazz-, Soul- & Pop-

Stücke, geschrieben von uns drei Sängerinnen, und ein paar eigene Arran -

gements von uns liebgewonnenen Jazzstandards zu hören geben.

LENA HAUPTMANN: Da ich mir beim Schreiben keine stilistischen Grenzen

setze, habe ich auch recht unterschiedliche musikalische Vorbilder, die

mich inspirieren. Ich liebe die brasilianischen, wunderschönen und melancholischen

Stücke von Baden Powell & Vinicius de Moraes. Ich denke, dass

sich die liebliche Melancholie, die Beschreibung von Naturschönheit und persönlichen

Sehnsüchten, wie sie oft in brasilianischer Literatur zu finden sind,

MM: Wie fing es bei dir mit der Musik an?

LENA HAUPTMANN: Ab meinem elften Lebensjahr habe ich während meiner

musikalischen Ausbildung in Gitarre, Gesang, Tanz und Schauspiel Haupt -

rollen in mehreren Musicals für Kinder gespielt. In dieser Zeit habe ich bereits

gemerkt, dass ich auf jeden Fall Sängerin werden möchte.

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 15

Neben Engagements als Darstellerin an Kleinkunsttheatern gründete ich mit

14 Jahren mit meinem Bruder meine erste eigene Band „Roadahead“, mit der

wir eigene Rock/Pop/Punk-Songs schrieben, viele Auftritte spielten und

regionale Nachwuchswettbewerbe gewannen. Später habe ich dann

Klavier- und Gesangsunterricht am Konservatorium in Cottbus genommen,

in Nach wuchsjazzbands gesungen und war auch mal Bundes preis -

trägerin bei „Jugend musiziert“. Irgendwann hab ich mich dann entschlossen,

dass ich die Musik gerne zu meinem Beruf machen möchte. Nach

dem Abitur habe ich ein Jahr lang eine studienvorbereitende Ausbildung

für Jazz in Berlin gemacht und mich intensiv auf die hohen Anforderungen

der Aufnahmeprüfungen an den Musikhochschulen vorbereitet. Dann war

ich sehr glücklich, einen Studienplatz an der Hochschule für Musik und

Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig für Jazz- und Pop gesang

zu bekommen.

»Es ist schon ein seltsames

und trauriges Gefühl, für so lange Zeit

abstinent von der Bühne zu sein,

die doch so ein wesentlicher Bestand teil

meines Musikerdaseins geworden ist.«

LENA HAUPTMANN

WWW.LEDAZZO.DE

WWW.FACEBOOK.COM/LENA.HAUPTMANN.3

MM: Als Musikerin, die im Rundfunk tätig ist, studiert und an einigen

Bandprojekten arbeitet, scheint dein Terminplan voll zu sein. Wie hat

sich die Corona-Situation auf dich als Künstlerin ausgewirkt?

LENA HAUPTMANN: Leider wurden mir fast alle Konzerttermine in 2020

gecancelt und die aktuelle Situation für das Jahr 2021 sieht bisher noch

nicht viel besser aus. Es waren nur kleine Ausnahmen an Konzerten, die

über den Sommer stattfinden konnten. Immer wieder gab es auch noch

kurzfristige Absagen, die eh schon entstandene finanzielle Einbußen noch

verschärften. Es ist schon ein seltsames und trauriges Gefühl, für so lange

Zeit abstinent von der Bühne zu sein, die doch so ein wesentlicher Bestand -

teil meines Musikerdaseins geworden ist. Es gibt mir so unendlich viel, auf

der Bühne meinem Publikum in die Augen zu sehen, in ihren Gesichtern

zu lesen und so unmittelbares Feedback und Emotionen direkt zurückzubekommen.

Das sind für mich diese sagenhaft kostbaren Momente, die

ich nun schmerzlichst vermisse. Klar hat man in den vergangenen Monaten

auch viel Zeit gehabt, um zu Hause kreativ zu sein, Songs zu schreiben, auf -

zu nehmen oder sich überhaupt mal mit ganz anderen Dingen zu befassen,

für die man vorher keine Zeit hatte. Doch letztendlich fehlt es, mit anderen

Musikern zusammen zu spielen, das ständige Unterwegssein zum nächsten

Gig und immer wieder eine überraschende Herausforderung zu haben.

Ich gebe die Hoffnung jedoch nicht auf, dass es auch wieder so werden

kann, und versuche, optimistisch zu bleiben.

MM: Du konntest 2020 den ersten Platz im Bereich „Singer-Song-

writer“ beim 38. Deutschen Rock und Pop Preis erzielen. Wie war

es für dich, nachdem du von deinem Gewinn erfahren hast?

ernst nehme, da sie durch ihren Wettkampfgeist nicht dem eigentlichen

Sinn des Musikmachens entsprechen und nicht jedem Künstler gerecht

werden können. Vielmehr geht es mir um den gegenseitigen Austausch

zwischen Künstlern, das Kennenlernen neuer Leute und das Sammeln von

Inspirationen, was sich aufgrund der diesjährigen Pandemie-Situation ja leider

etwas schwieriger gestaltet hat. Ab und an finde ich es einfach spannend,

seine Komfortzone zu verlassen und sich einfach mal etwas zu wagen.

MM: Mit dem Gewinn beim Rock & Pop Preis und deinem Debütalbum

in Arbeit, was sind deine weiteren Pläne für die Zukunft?

LENA HAUPTMANN: Mein Wunsch ist es, mir ein Leben gemeinsam mit der

Musik aufzubauen und mit ihr zu wachsen. Die Freiheit zu haben, die Musik

spielen zu können, die mir am Herzen liegt, auf Bühnen zu stehen vor einem

wertschätzenden Publikum und Musiker um mich herum zu haben, mit

denen ich gerne zusammenarbeite und noch einige CDs aufnehmen kann.

Ich möchte auf jeden Fall weiterhin an meinen Songwriting-Skills arbeiten,

natürlich auch an meinen stimmlichen und musikalischen Fähig keiten weiter

üben – das ist ein sehr langer Prozess, der wohl niemals aufhört. Dazu

gibt es einfach noch zu vieles zu entdecken. Ebenfalls würde ich gerne

die Arbeit im Tonstudio forcieren. Ob es meine eigenen Songs sind, das

Einsingen von Backgroundvocals für andere Künstler oder das Ein -

sprechen von Texten, ich kann mir die unterschiedlichsten Aufgaben vorstellen.

Auch das Unterrichten von Musik wäre eine gute Möglichkeit, mein

erlerntes Wissen weiterzutragen und anderen dabei zu helfen, ihre Stimme

auszubilden. Ich glaube, in der heutigen Zeit muss man als freischaffender

Musiker sehr flexibel und vielseitig aufgestellt sein.

LENA HAUPTMANN: Ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut, dass

der Jury meine Musik gefallen hat. Auch wenn ich Wettbewerbe nicht zu

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER

FOTOS: CHARLOTTE & DAN BARON; MAREK SZYMCZAK

1/2021 musiker MAGAZIN


16 STORIES

View geben dort Vollgas, wo echte

Bird’s

Bands schon immer ihre Hymnen in den

Asphalt brennen – live. Und seit ihrer Grün dung

Anfang 2016 kennen sie nur eine Richtung:

nach vorne!

MM: 2016 habt ihr die Band gegründet. Wie

lange kennt ihr euch schon und woher

kam der Entschluss, gemeinsam Musik zu

machen?

Jazzakkorde, krumme Taktarten,

ein fetter Sound und ein deutlicher Fokus

auf den Groove sorgen für originelle

und einprägsame Songs,

die die Halle zum Beben bringen.

BIRD’S VIEW: Kurz vor der Studioproduktion

im September 2019 unserer zweiten EP gabs bei

uns einen Besetzungswechsel, Jan (Drums) und

Max (Bass) sind neu dazukommen. Wir haben

aber vorher schon lange zusammen in verschieden

Projekten Musik gemacht – sagen wir seit

ca. 2013.

MM: Das Finden eines Bandnamens stellt oft

ein Problem dar. Wie seid ihr auf BIRD’S VIEW

gekommen?

BIRD’S VIEW: Kurze und relativ chaotische

Sache: Alex und ich (Niko, d. R.) haben uns,

nachdem wir das erste Mal wirklich Kohle mit

Musik verdient haben, eine Drohne gekauft.

Sagen wir einfach, wir sind mit der Drohne in

eine Fensterfront geflogen, und das Einzige,

was man in den Scherben noch gesehen hat,

waren diese Deko-Vogelaufkleber.

BIRD’S

VIEW

MM: Ihr habt im Jahr 2019 den Hessi schen

Rock & Pop Preis gewonnen und anschließend

auch noch beim Deutschen Rock &

Pop Preis in der Kategorie „Rock“ den ersten

Platz abgeräumt. Wie war das für euch?

BIRD’S VIEW: Sehr viel warten und wenig spielen!

Trotzdem war es aber eine coole Sache.

Freuen uns natürlich mega über den Gewinn,

und mal gucken, was als Nächstes kommt.

MM: Woher holt ihr euch eure musikalische

Inspiration? Gibt es auch bestimmte Alben,

die euch inspirieren?

BIRD’S VIEW: Ich glaube, wir hören alle sehr

viele verschiedene Musikrichtungen.

Jans Lieb lingsalbum ist momentan „On The

Mountain“ von Elvin Jones, Alexs „Songs For

The Deaf“ von Queens of the Stone Age, Maxs

„In Your Honor“ von den Foo Fighters, und

meins (Nikos, d. R.) „Grace – Jeff Buckley“.

Ansonsten hängen wir einfach unglaublich

viel miteinander ab und wissen ganz genau,

wie der andere musikalisch tickt.

Halt mein Bier –

ich mach mal lauter …

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 17

BIRD’S VIEW

„Cigarettes and Coffee“ – EP

VÖ: 29. FEBRUAR 2020

WWW.BIRDSVIEW.EU

WWW.FACEBOOK.COM/

BIRDSVIEW.OFFICIAL

Mit Mut in den Kurven

und Gitarrensounds

in 6-Zylinder-Stylishness

gehen sie zusammen

nach vorne wie

ein praller 40-Tonner eine

Stunde vorm

Sonntagsfahrverbot.

Willkommen im

Desert-Sound Drive-Thru.

Die volle Bedienung

– ausgewogen,

anspruchsvoll, gerne

auch kompliziert –

aber immer mit dem

ultimativen Kick für alle,

die den Groove

einer richtigen

Rockband brauchen.

MM: Ihr seid als Band im „Underground“

tätig. Welche war eure ereignisreichste

„Underground“-Show und was sind eure

Er fahrungen?

BIRD’S VIEW: Ich glaub, ’ne Underground-Show

ist nur gut, wenn am Ende die Polizei im Wohn -

gebiet vor der Haustür steht. Viel Stagediving

und Pogo, da wo eigentlich Menschen zu Abend

essen.

MM: Einige der größten Bands haben Pre -

show-rituale – was ist euers und wie bereitet

ihr euch auf einen Gig vor?

BIRD’S VIEW: Ein paar von uns pennen nach

dem Soundcheck meistens. Dann hören wir viel

Tech House und trinken ’ne Stunde vorher ziemlich

viel Kaffee. Zehn Minuten vor der Show

machen wir uns warm und versuchen irgendwie,

den Kreislauf in Schwung zu bringen. Dann

machen wir ein Foto und reißen die Hütte ab.

MM: Nach einer erfolgreichen Show wird

meist erstmal gefeiert. Wie kann man sich

eine After-Show-Party der BIRD’S VIEW

vorstellen?

BIRD’S VIEW: Meistens ist Jan irgendwo im

Back stage am Skaten, während Alex und Max

eine große Liebe für Tequila nach Shows entwickelt

haben. Ich habe seit Anfang 2019 von

unserem Manager absolutes Feuerwerks ver bot,

weil das anscheinend nicht so gerne gesehen

wird – also ziemlich guter Circus und jeder ist

willkommen!

MM: Im März 2020 habt ihr bekannt gegeben,

dass ihr an eurem ersten Album arbeitet.

Wie weit seid ihr und wie ist euer Song -

writing-Prozess?

BIRD’S VIEW: Wir sind mitten im Songwriting

und schreiben ’ne Palette an Songs, bevor wir

im Januar ins Studio von Oli Rüger gehen und

anfangen, alles vorzuproduzieren – so ist der

Plan. Im Moment sind wir also noch voll in der

Orga-Phase.

MM: Durch Covid-19 werden Konzerte zurzeit

verhindert – wo seid ihr dennoch am

liebsten: im Studio oder auf der Bühne?

BIRD’S VIEW: Auf jeden Fall auf der Bühne!

Das ist eine ganz andere Energie als im Studio.

Und das Geilste ist, wenn du Leute siehst, denen

die Mukke gefällt. Dafür macht man ja den

ganzen Kram letztendlich!

MM: Neben einem Album, was sind eure

Pläne für die Zukunft?

BIRD’S VIEW: Erst mal wieder Shows spielen

dürfen, bei denen es erlaubt ist zu moshen.

Ansonsten passiert grade trotz Corona glücklicherweise

ziemlich viel bei uns. Da kommt auf

jeden Fall in der nächsten Zeit noch einiges auf

euch zu ...

WEB: BIRDSVIEW.EU

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER

FOTOQUELLE: BIRD’S VIEW

BACKGROUNDFOTO: ADOBE STOCK

1/2021 musiker MAGAZIN


18 STORIES

SASCHA SALVATI

»Künstler müssen einfach mehr zum Unter nehmer werden«

Der Dortmunder Vollblutmusiker wurde in Soest geboren. Im Alter von 15 Jahren

war er bereits als professioneller Studiosänger aktiv. Er spielt sowohl Klavier

als auch Gitarre und wird von seinen Musikerkollegen als Songwriter

und Komponist geschätzt. Sascha hat immer einen lustigen Spruch auf den Lippen.

Auf der Bühne sprüht er vor Energie und das kann man hören und sehen.

MM: Wie ich erfahren habe, habt ihr an der

TV-Show Popstars 2007 teilgenommen.

Kannst du uns dazu etwas sagen?

SASCHA SALVATI: Tialda und ich haben 2007 die

TV-Show Popstars gewonnen und waren Mit glie -

der der Band ROOM2012.

In dieser Zeit wurden wir auch privat ein Paar

und entschieden uns nach der Trennung der

Band, den Weg zu zweit weiterzugehen.

SASCHA SALVATI: Ich komme aus einer multinationalen

Familie mit deutschen, italienischen,

jamaikanischen, amerikanischen Wurzeln.

Be sonders die afroamerikanischen Einflüsse

haben sich bei mir musikalisch sehr niedergeschlagen.

Ich bin mit Oldschool-RnB-Musik aufgewachsen

und diese Musik hat den größten Einfluss auf

mich gehabt.

ROOM2012 haben in seiner kurzen Bestehens -

zeit etwa 150 000 CDs verkauft und mehrere Top-

Ten-Platzierungen in den Charts erhalten.

Die Band hat sich nach Differenzen mit Ma na -

gement und Plattenfirma getrennt.

MM: Welche Auszeichnungen hattet ihr in

2019 anlässlich des Deutschen Rock & Pop

Preises erhalten?

Natürlich gibt es auch einen großen Hip-Hop-

Anteil in meinen musikalischen Wurzeln. Daher hat

es mich auch sehr gefreut, dass mein Soloalbum

„Was ich will & was ich gebe“ einen der Hip-Hop-

Preise gewonnen hat. Musikalisch bin ich aber

weniger Hip-Hop, sondern sehr RnB!

MM: Wie lebt ihr als unabhängige Musiker

und Künstler?

SASCHA SALVATI: Ich durfte insgesamt sieben

Preise mit heimnehmen. Unter anderem den ersten

Platz in der Kategorie RnB, die mir als RnB-

Sänger extrem wichtig war.

SASCHA SALVATI: Darüber könnte ich ein Buch

schreiben: Für uns war nach der Popstars-Ge -

schichte klar, dass wir nie wieder in ein so extremes

Abhängigkeitsverhältnis kommen dürfen.

MM: Bitte beschreibe euren musikalischen

Background …

In dieser Situation hatten wir absolut keine

Kontrolle über unsere Karriere oder das Busi ness.

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 19

Zudem waren die Beteiligungen für uns so gering, dass

wir trotz extremen Bekanntheitsgrads kaum über die

Runden gekommen sind.

Nach einiger Zeit wurde uns klar, dass wir unsere musikalische

Karriere als Business verstehen müssen. Deshalb

haben wir TS Entertainment gestartet. Ich habe nach der

Erfahrung mit Popstars ein Betriebswirtschaftsstudium

ab geschlossen, damit ich mein wirtschaftliches Knowhow

auf ein vernünftiges Level bringe.

Wir sind jetzt nur musikalisch und wirtschaftlich so er -

folgreich, weil wir unser Business zu 100 Prozent selbst

steuern.

Das nimmt natürlich extrem viel Zeit in Anspruch. Wir

müssen uns immer wieder aus unserer Komfortzone herausbegeben,

um zu wachsen. Aber die extreme Mühe ist es

wert. Wir wissen ganz genau, was in unserer Unter neh mung

passiert, und können selbst entscheiden.

Auch wenn der Bekanntheitsgrad nicht ansatzweise so

hoch ist wie damals, verdienen wir ein Vielfaches von dem,

was wir nach Popstars erhalten haben. Auch wenn Musiker

immer ungern über Finanzen reden, ist es wie in jedem

Business trotzdem ein wichtiges Thema. Und Musik ist

halt einfach ein Business.

MM: Wie ich erfahren habe, bist du nicht nur Musiker,

sondern auch Betriebswirt und berätst als Business

Coach angehende Unternehmer. Wie schaffst du diesen

Spagat?

SASCHA SALVATI: Nach meiner Erfahrung, mit dem Auf -

bau von TS Entertainment und dem Studium wurde ich

immer wieder von Musikern gefragt, ob ich Tipps habe.

Ein Musikerkollege hat mich gefragt, ob ich beim Aufbau

seiner Musikschule behilflich sein kann. Ich bin so zufällig

in den Bereich Unternehmensberatung und Coaching ge -

rutscht.

Interessant ist für mich, dass ich oberflächlich gesehen

ja absolut nicht dem typischen Bild eines Unternehmens -

beraters entspreche.

Ich drehe Musikvideos mit Frauen und Sonnenbrille. Für

manche Leute ist das etwas verwirrend, auch für mich

selbst manchmal. Ich hatte zu Beginn oft das Gefühl, dass

ich diesem typischen Unternehmensberatertyp entsprechen 8

1/2021 musiker MAGAZIN


20 STORIES

muss. Heute weiß ich, dass ich gerade weil ich eine völlig andere Art von

Berater bin, so gerne und häufig von jungen Existenzgründern oder Unter -

nehmern beauftragt werde. Durch meine Erfahrung kann ich auch mit völlig

anderen Ansätzen coachen. Allerdings ist meine Zeit begrenzt, und ich

merke, dass ich immer weniger dazu komme, Musik zu machen.

Ein schwieriger Spagat. Trotzdem genau das Richtige für mich und meinen

Weg. Ich will Gründern ja auch ersparen, ähnliche Fehler zu machen

wie ich zu Beginn.

MM: Mit deiner Lebenspartnerin hast du die Firma TS Entertain ment

gegründet. Deine Lebenspartnerin ist auch Sängerin und ihr habt

gemeinsam die TV-Show Popstars gewonnen. Welche Auswir kungen

hat dieser Gewinn für euch?

SASCHA SALVATI: Die Show war für uns beide ein super Sprungbrett und

ist nach wie vor eine gute Referenz für uns.

Die Zeit hat uns unglaubliche und wertvolle Erfahrungen beschert, von

denen wir heute noch jeden Tag profitieren. Es war wirklich eine super

Schule für uns. Wir haben uns darüber kennengelernt und so hat die ganze

»Ich wurde erst erfolgreich,

als ich mich gefragt habe: Was kann ich

anderen Menschen für

einen Mehrwert bieten? Erst dann kam

der wirtschaftliche Erfolg.«

SASCHA SALVATI

„HIER FÜR DICH“ – MUSIKVIDEO

VÖ: 03. JULI 2020

YOUTU.BE/NWO7TAJT8YM

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WWW.INSTAGRAM.COM/SASCHASALVATI

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 21

Geschichte eigentlich erst begonnen. Vor Popstars

war ich komplett „Lost“. Ich wusste nur, dass ich

Musiker werden wollte, hatte aber keine Ahnung,

wie das gehen soll. Popstars war damals der große

Schritt in die richtige Richtung.

MM: Könnt ihr erfolgreich von eurer Musik

leben?

SASCHA SALVATI: Wir leben sehr gut von der

Musik. Das aber vor allem auch, weil wir ständig

an unserem Business und an unserer Ver mark -

tung feilen.

Wir wissen, was unsere Leistung wert ist. Durch

das Wirtschaftsstudium und viel Weiterbildung in

verschiedenen Businessbereichen konnten wir

Prozesse in unser Unternehmen integrieren, die

eigentlich vor allem in anderen Branchen ge nutzt

werden. Dadurch haben wir extrem viel Nach -

frage und eine hohe Abschlussquote an Auf trä -

gen. Mittlerweile verbuchen wir ja auch andere

Künstler.

MM: Beschreibe die Denkweise eines Künst -

lers …

SASCHA SALVATI: Früher war ich der Meinung,

dass ein Künstler mit dem Businessteil nichts zu

tun haben sollte. Ein Manager sollte sich um alle

Bereiche des Business kümmern und der Künstler

macht nur Musik und Show.

Ein Konzept, das vor allem den Sängern und

Rappern in den letzten Jahrzehnten eingebläut

wurde und das mittlerweile völlig überholt ist.

Kreativität ist natürlich die Nummer-eins-Qualität

jedes Künstlers. Allerdings ist es heutzutage und

war es auch damals schon unheimlich wichtig,

dass ein Künstler das Mindset eines Unter neh -

mers entwickelt.

Ansonsten hat man immer den kürzeren Stroh -

h alm in der Hand. Die größten Künstler unserer

Zeit sind alle auch richtig gute Unternehmer.

Wer schon mal seine Streaming-Abrechnung

gesehen hat, dem wird schnell klar, dass er andere

Incomestreams benötigt.

Das Livegeschäft ist einer der wenigen Wege

heutzutage, mit Musik noch Umsatz zu machen.

Wer eine starke Marke hat, der kann aber auch

mit Merch und anderen Leistungen gut verdienen.

Wir werden langfristig immer mehr Independent

Artists sehen, die ohne Plattenfirma sehr erfolgreich

werden.

Fynn Kliemann ist da besonders hervorzuheben.

Er hat in dem Zusammenhang ja sogar eine

richtig gute Dokumentation produziert.

Künstler müssen einfach mehr zum Unter -

nehmer werden. Es führt kein Weg daran vorbei.

Als Künstler musst du heute einfach die Pro zesse

begreifen, die hinter der Musik stehen. Radio und

TV werden immer mehr an Bedeut samkeit verlieren.

Dies ist ja jetzt schon der Fall. Social Media

wird immer weniger organische Reichweite bieten.

Auch Künstler müssen anfangen, Werbung zu

schalten.

Rapper haben irgendwie häufig schon dieses

Mindset. Bei den Sängern und Instrumentalisten

habe ich oft das Gefühl, dass sie noch immer in

diesem alten Mindset hängen und mit dem

Business part nichts oder nur wenig zu tun haben

wollen. Das Resultat ist, dass man kaum über

die Runden kommt.

Jeder Musiker sollte sich aktuell intensiv mit

TikTok beschäftigen. Leider vernachlässige ich

selbst aktuell diesen Social-Media-Kanal noch

zu sehr. Das werde ich sicherlich noch bereuen.

MM: Wie sieht bei euch die Musik in Zeiten

von Corona aus?

Die meisten Musiker stellen sich die Frage: Wie

kann ich Geld verdienen? Das war auch immer

die Frage, die ich mir gestellt habe, als ich wirtschaftlich

schlecht dastand.

Ich wurde erst erfolgreich, als ich mich gefragt

habe: Was kann ich anderen Menschen für einen

Mehrwert bieten? Erst dann kam der wirtschaftliche

Erfolg.

Als Künstler müssen wir vor allem lernen und

offen sein. Unsere Grenzen erweitern. In allen

Be reichen. Daher kommt ja auch die Kreativität.

MM: Wie siehst du die Zukunft des Musik -

geschäfts?

SASCHA SALVATI: Streaming hat alles verändert.

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass es Streaming gibt,

auch wenn die Beteiligungen noch nicht gut sind.

Als wir mit ROOM2012 erfolgreich waren, hat

kaum noch jemand CDs gekauft. Alle haben sich

die Musik illegal aus dem Netz gezogen. Heute

werden wir über Streaming wenigstens am Kon -

sum beteiligt.

SASCHA SALVATI: Wir treten mittlerweile schon

wieder im kleinen Rahmen auf.

Im Lockdown (2020) waren wir grad in LA und

haben da die Zeit genutzt, richtig gute Videos zu

prodduzieren. Wer hat schon die Gelegenheit,

das völlig menschenleere Los Angeles zu filmen.

Das war eine einmalige Gelegenheit für uns.

Ansonsten haben wir einfach viel aufgenommen.

Ich muss aber auch sagen, dass es mir guttat,

einmal weniger zu tun zu haben.

Aktuell habe ich extrem viel Nachfrage für meine

Coachings. Daher ist Musik in den letzten Mo naten

sehr in den Hintergrund gerückt. Umso mehr weiß

ich die kleinen Auftritte zu schätzen.

Mir ist egal, vor wie vielen Leuten ich singe.

Haupt sache die Emotion kommt beim Zuhörer an.

Wir hatten einige private und persönliche Livestreams,

die allesamt unerwartet emotional waren.

Eine völlig neue Erfahrung für uns.

INTERVIEW: MUSIKER MAGAZIN

FOTOQUELLE: SASCHA SALVATI

WEB: WWW.T-S-ENTERTAINMENT.COM

WWW.FACEBOOK.COM/SASCHASALVATI

1/2021 musiker MAGAZIN


22 STORIES

CHRIS BRANDON

„I Shouldn't Love U

(feat. RGT)“

VÖ: 2020

WWW.FACEBOOK.COM/

CHRISBRANDONOFFICIAL

Christian Besau, alias Chris Brandon,

wurde 1972 in Mannheim geboren

MM: In den letzten 20 Monaten ist bei dir

einiges passiert, Chartplatzierungen in den

US-Charts und deine Gewinne beim Deut -

schen Rock & Pop Preis 2019. Wie ist es für

dich als Musiker, so positive Rück mel dun gen

zu erhalten?

CHRIS BRANDON: Die Frage erinnert mich daran,

wie ich als Teenager für die Musik brannte. Ich war

mir sicher, nie wieder damit aufzuhören, während

viele in meinem Umfeld ständig flehten, ich solle

doch um Himmels willen nicht schon wieder singen.

Ein Lehrer nannte mich damals ständig

Troubadix, in Anlehnung an den glücklosen Sänger

im Asterix-Comic. Aber wenn die Musik ganz tief

in dir einmal gesät ist, dann kannst du nicht anders

als dem Sound deiner inneren Stimme zu folgen.

Eine coolere Bestätigung als die erfolgreichen

Abenteuer der letzten 20 Monate kann ich mir

nicht vorstellen. Klar habe ich sehr hartnäckig mit

meinem typischen Dickschädel daran gearbeitet,

aber das tun andere Künstler auch – und ich kenne

ganz hervorragende Musiker, die Auf merk samkeit

verdienen. Erfolg ist nicht selbstverständlich, und

Man nehme aktuelle und

eingängige Popsongs,

dazu eine markante Stimme, die

vor Energie sprüht, einen Schuss

Rhythm and Blues und

einen gutgelaunten Sänger.

Das Ergebnis:

CHRIS

BRANDON

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 23

Für die Ärzte stand

schnell fest: Er würde nie

etwas sehen können, also

blieb das Hören.

Und die Musik faszinierte

ihn von Anfang an.

Bereits mit fünf Jahren

kannte er jeden Hit

von Elvis und Bruce

Springsteen. Einflüsse,

mit denen Chris

seine aktuellen Popsongs

zu einer seltenen und

erfrischenden Mischung

macht. Rock ’n’ Roll

wurde für Chris Brandon

zur Lebenseinstellung

für die Seele.

manchmal musst du wieder und wieder aufs Tor

zielen, um einmal zu treffen. Wenn das passiert,

ist das immer ein Grund, dankbar zu sein.

MM: Du selbst bist ein großer Elvis-Presley-

Fan und hast schon gemeinsam mit seinem

entfernten Cousin Ryan Presley an Songs

ge arbeitet und sogar in den Sun Studios

produziert. Wie war das Erlebnis für dich?

CHRIS BRANDON: Ganz ehrlich, mit dem Wort

„Fan“ hatte ich immer Probleme, weil es eine

gewisse Unterwürfigkeit ausdrückt. Das schmälert

aber keinesfalls meinen riesigen Respekt und

die Bewunderung für Künstler wie Elvis. Obwohl

ich für seine Songs zu jung war und sie erst nach

seinem Tod kennenlernte, war und ist Rock ’n’ Roll

für mich eine geniale Offenbarung. Hätte man mir

mit 17 prophezeit, dass ich später in den legen -

dären Sun Studios in Memphis produzieren würde,

wo alles begann, und dass ich sogar Freund -

schaft mit der Familie Presley und besonders mit

Ryan schließen würde – der geniale Songs

schreibt –, ich hätte es wohl selbst nicht geglaubt.

8


24 STORIES

Manchmal läuft das Leben aber besser, als du

denkst. Was Elvis betrifft, so ist er für mich die

perfekte Kombination aus Rebell und Schwie ger -

mutters Liebling. Gerade in seinen Spielfilmen

hat er sich aber auch extrem vom eigenen An -

spruch entfernt, wie er selbst sagte. Manchmal

ist es wohl Segen und Fluch zugleich, wenn man

das große Talent hat, sich an die Erwartungen

anderer zu adaptieren. Gut, wenn man das im

Hinterkopf behält, in der Musik und im Leben.

MM: Als du in Memphis warst, hattest du

die Ehre, gemeinsam mit der Band der Blues-

Legende B. B. King in dessen Club aufzutreten.

Du bist der erste weiße Mann, der

diese Gelegenheit bekam. Wie waren deine

Erfahrungen?

CHRIS BRANDON: Das war eine extrem große

Ehre. Da stand ich backstage im Club einer der

ganz Großen und vor mir hatte ich seine genialen

Bühnenbegleiter, alle längst im Rentenalter,

extrem bescheiden und absolut professionell.

Sie kannten ja den deutschen Musiker nicht, der

weit gereist war, um mit ihnen zu spielen. Und

doch empfingen sie mich mit der warmherzigen

Offenheit, die so typisch ist für die Südstaaten.

Schnell wurde mir aber klar, dass das Mana -

gement und auch ich selbst etwas Wichtiges

übersehen hatten. Welche Songs würden wir

eigentlich gleich spielen? Es war schnell klar, dass

es unbedingt Titel von schwarzen Künstlern sein

mussten. Diesen Respekt verdiente die Band

einfach und irgendwie war das für alle selbstverständlich.

Am Ende war es dann wie fliegen. Alles

lief von selbst und wir feierten gemeinsam eine

unglaublich tolle Samstagnacht mitten in der

brodelnden und schwülen Hitze von Memphis. Nie

hatte ich übrigens lautere Bühnenmonitore als mit

dieser hammer Band.

MM: Inwiefern haben solche Erlebnisse dich

und deine Musik geprägt?

»Rock ’n’ Roll ist wohl der einzige Krach auf

der Welt, der Kopfschmerzen vertreibt.

Er ist Sex, Freude und Wut zugleich und

macht all das zu guter Energie.

Alles, was wir heute an Musik hören und

spielen, basiert darauf und ist

für mich mehr oder weniger Rock ’n’ Roll.«

CHRIS BRANDON: Musik kam für mich nie einfach

nur aus dem Radio, das zur Untermalung

vor sich hinplätschert. Sie wurde für mich zur

Lebenseinstellung und zum Ventil für große

Traurig keit und riesige Freude, mit der man es

schaffen kann im Leben. Ich bin ganz sicher, dass

ich seit meinem fünften Lebensjahr keinen Tag

ohne bewusstes Musikhören verbracht habe.

Ich verdanke ihr unendlich viel und hoffe sehr,

sie behält ihren hohen Stellenwert in unserer

Gesell schaft, auch wenn sie immer verfügbarer

wird. Wenn ein toller Künstler ein neues Album

macht, sollte das auch künftig Gesprächsthema

in der Straßenbahn oder Kneipe sein.

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 25

»Corona zeigt der Gesellschaft,

wie sensibel und wichtig Kultur ist,

und uns Musikern,

wie dringend wir unser Publikum

brauchen.

Wir alle sind aufeinander

angewiesen, und Musik ist eben

doch nicht nur

irgendein Beiwerk oder Dudel ware,

sondern hat einen enormen Wert,

auch finanziell.«

MM: Über dich ist zu finden, dass nicht nur

Elvis Presley, sondern auch Bruce Springsteen

und Bob Dylan zu deinen Idolen gehören.

Inwiefern inspirieren sie dich?

CHRIS BRANDON: Erst mal inspiriert mich auch

ganz neue Musik von Künstlern wie Gregory

Porter zum Beispiel. Aber Bruce Springsteen

sagte mal, dass Elvis mit dem Rock ’n’ Roll den

Körper be freite und Dylan mit seinen messerscharfen

Texten den Geist. Für mich trifft das voll

zu. Ein perfektes Beispiel ist das unschlagbar

knappe und klare Statement von Bob Dylan: „To

live outside the law you must be honest.“ Ich

liebe es, mit solchen Gedanken als Abenteurer

unterwegs zu sein. Außerdem vergisst man schnell,

dass es der Rock ’n’ Roll war, der es Schwarzen

und Weißen erstmals ermöglichte, zur gleichen

Musik zu tanzen. Damit sprengte er Grenzen und

schuf die Basis für das heutige Ver ständnis von

Gleich heit.

MM: Was genau bedeutet Rock ’n’ Roll für

dich?

CHRIS BRANDON: Rock ’n’ Roll ist wohl der

einzige Krach auf der Welt, der Kopfschmerzen

vertreibt. Er ist Sex, Freude und Wut zugleich

und macht all das zu guter Energie. Ich meine

dabei nicht nur Elvis & Co. Alles, was wir heute

an Musik hören und spielen, basiert darauf und

ist für mich mehr oder wenigerRock ’n’ Roll.

MM: Bob Dylan durftest du sogar interviewen,

da du Radiojournalist und Promi mode rator

bist. Was ist das Spannendste an deinem

Beruf?

CHRIS BRANDON: Ganz klar: die Menschen

selbst. Nach meiner Erfahrung gilt übrigens: Je

prominenter, desto unkomplizierter sind die meis -

ten Menschen, die ich im Radio interviewen darf.

Allüren, Zeitknappheit oder Arroganz erlebe ich

eher auf der mittleren Ebene, auch im Mana ge ment

oder bei pseudowichtigen Aufpassern back stage.

Die Künstler, die sie betreuen, sind dagegen meist

angenehm entspannt und oft auch dankbar für

Gesprächspartner, die sie nicht an himmeln, sondern

ernst nehmen.

Ich denke da an Stars wie Udo Lindenberg,

Stefanie Heinzmann oder Peter Maffay, mit denen

ich sehr persönlich sprechen konnte. Mit einigen

Künstlern wie etwa den Hooters oder Mango

Cherry haben wir sogar tatsächlich mitten im

Interview ganz spontan gesungen.

MM: Viele Musiker hatten mit Covid-19 und

dessen Auswirkungen schwer zu kämpfen.

Wie verlief das Jahr 2020 für dich?

CHRIS BRANDON: Durch mein berufliches Stand -

bein im Radio gehöre ich zu den Glück lichen,

deren Existenz nicht bedroht ist. Ich denke aber,

Corona zeigt der Gesellschaft, wie sensibel und

wichtig Kultur ist, und uns Musikern, wie dringend

wir unser Publikum brauchen. Wir alle sind

aufeinander angewiesen, und Musik ist eben doch

nicht nur irgendein Beiwerk oder Dudel ware,

sondern hat einen enormen Wert, auch finanziell.

Um ihn unbedingt zu erhalten, müssen jetzt alle

Seiten kreativ sein – und ganz wichtig: Corona ist

längst nicht der einzige Killer. Warum soll es sich

eigentlich für Musiker lohnen, ihre Songs auf di -

gi talen Plattformen zu streamen, die dafür bestenfalls

lächerlichste Centbeträge als Spothonorar

zahlen, das nicht mal für neue Drum sticks oder

Gitarrensaiten reicht? Auch hier müssen wir uns

alle perspektivisch etwas einfallen lassen.

MM: Trotz Covid-19 hast du es geschafft, mit

deinem aktuellen Song „I Shouldn’t Love You“

bereits über 20 500 Klicks bei Spotify zu

erreichen. Was ist als Nächstes geplant?

CHRIS BRANDON: Das ist schnell erzählt, es

gibt spannende neue Songs in der Pipeline. Ich

wurde als Musiker ins Leben gestellt, der gar nicht

anders kann, als Musik aus tiefstem Herzen zu

lieben und zu machen – and so I will keep on singing

a song.

WEB: WWW.FACEBOOK.COM/

CHRISBRANDONOFFICIAL

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER

FOTOQUELLE: CHRIS BRANDON

GRAFIKQUELLE: ADOBE STOCK

1/2021 musiker MAGAZIN


26 STORIES

SPY # ROW

„Blood Brothers“

VÖ: 26. APRIL 2019

SPYROW.DE

FACEBOOK.COM/SPYROWDREIEICH

INSTAGRAM.COM/BANDSPYROW

»Der Begriff „Band“ war

für uns schon immer mehr

als eine Gruppe von Musikern.

Es bedeutet für uns

Familie und unbedingten

Zusammenhalt.«

Eine neue Ära des Hard Rocks

MM: Ihr kennt euch schon seit Geburt an

und macht seit 15 Jahren zusammen Musik.

Woher kam die Entscheidung, professionell

Musik zu machen?

SPY#ROW: Wir sind zusammen aufgewachsen

und kennen uns seit Stunde 0 – wir hatten uns

tatsächlich schon gegenseitig auf dem Arm. Von

klein auf hatten wir den gleichen Musik gesch -

mack, auf den uns glücklicherweise unsere Väter

gebracht haben. Die spielen auch in einer Band,

und wir waren als Kids extrem fasziniert, was auf

der Bühne passiert ist. Und wie das dann so ist,

wollten wir das auch mal probieren. Der Wunsch,

das professioneller zu machen, hat sich dann im

Laufe der Zeit entwickelt.

MM: Wie waren eure Anfänge?

SPY#ROW: Wir hatten bereits seit 2005 zu -

sammen Musik gecovert, aber 2012 haben wir uns

gedacht: Wieso versuchen wir nicht mal, einen

eigenen Song zu schreiben? Also haben wir uns

zusammengesetzt und ziemlich lange gefeilt.

Danach waren wir voll im Flow und unsere eigene

Setlist ist immer weiter gewachsen – bis wir

vier Songs auf eine EP gebrannt haben. Die weiteren

Jahre hat sich unser Sound aber immer mehr

verändert.

MM: 2019 kam dann euer erstes Album

„Blood Brothers“. Woher kam der Ent schluss,

an einem Album zu arbeiten?

SPY#ROW: Dadurch, dass wir uns stetig etwas

weiterentwickelt haben, hatten wir irgendwann

viele Songs zusammen, doch kein einziger war

irgendwo (professionell aufgenommen) zu hören ...

Die einzig logische Konsequenz war dann,

dass wir 2018 ins Studio gegangen sind und ein

ganzes Album aufgenommen haben, das wir 2019

über Fastball Music releasen durften.

MM: Euer Album beinhaltet insgesamt elf

verschiedene Songs. Habt ihr die Songs zu -

sammen komponiert? Und wie war der Pro -

zess des Songwritings?

SPY#ROW: Der Tim spielt immer und überall

Gitarre und hat deswegen generell zu jeder Zeit

gute rohe Riffs am Start. Die gehen wir dann in

der Regel durch und schauen, welcher direkt bei

uns einschlägt. Der Song wird dann zusammen

ausgefeilt und Bass & Drums bauen sich darauf

auf. Manchmal haben wir auch schon Refrains

fertig, die dann zum Riff passen – man kann sich

das vorstellen wie einen Baukasten aus einzelnen

Sequenzen, aus dem wir uns fürs Song writing

bedienen.

MM: Das Endprodukt ist ein sehr persönliches

Hard-Rock-Album. Was bedeutet „Blood

Brothers“ für euch als Band?

SPY#ROW: Der Begriff „Band“ war für uns schon

immer mehr als eine Gruppe von Musikern. Es

bedeutet für uns Familie und unbedingten Zu -

sammenhalt. Das wird besonders deutlich, wenn

man bedenkt, dass wir seit Geburt eine Einheit

sind und seit fast 16 Jahren zusammen Musik

machen – ohne einen einzigen Wechsel in der Be -

setzung. Wir sind von klein auf zusammen durch

musiker MAGAZIN 1/2021


jede wichtige Phase des Lebens gegangen und

können einander blind vertrauen – sowohl auf

der Bühne als auch abseits der Bühne.

MM: Ihr geltet als „der frische Wind“ der

Rock-Musik. Was ist die Besonderheit eurer

Band?

SPY#ROW: Wir freuen uns immer, wenn das

den Leuten auffällt: Wir wollen die „alten“ Werte

des Hard-Rocks – die das Musikgenre so groß

gemacht haben – erhalten, aber in ein neues,

STORIES 27

frisches & modernes Gewand kleiden. Das bedeutet,

wir stehen auf handgemachten Riff-Rock,

der aber in keinem Fall angestaubt wirkt. Fette und

einprägsame Riffs auf der Gitarre sind nämlich in

der heutigen Zeit etwas Mangelware ge worden.

Auf der Bühne sind wir auch ziemlich präsent und

bewegen uns viel: Man merkt uns on stage auch

glaube ich an, mit welcher Passion wir Musik

machen und es genießen, dort zu stehen ... vielleicht

hat das auch was zum Image beigetragen ;)

MM: Es waren ja einige Konzerte für 2020/

21 geplant, die jetzt leider nicht stattfinden

konnten. Wie nutzt ihr dennoch die freie Zeit?

SPY#ROW: 2020 war ein hartes Jahr, in dem wir,

wie viele andere auch, alles komplett neu sortieren

mussten. Generell sind wir aber positive Men -

schen mit einem positiven Blick in die Zukunft.

Also haben wir uns nicht auf die faule Haut gelegt,

sondern uns Gedanken ge macht, wie wir stärker

und noch professioneller aus der Krise zurückkommen

können. Zu viel sei noch nicht verraten,

aber wir haben uns kon zeptionell einiges überlegt

und freuen uns, die Sachen im neuen Jahr

angehen zu können. :)

MM: Habt ihr schon Pläne für das Jahr

2021? Kommt vielleicht ein neues Album?

SPY#ROW: Da habt ihr aber genau ins Schwarze

getroffen! Wir wollten tatsächlich die auftrittsfreie

Zeit 2020 dazu nutzen, ins Studio zu gehen

und unsere zweite LP zu recorden. Leider wurde

das durch diverse Lockdowns verhindert, aber

wir sind der festen Überzeugung, das im ersten

Garantiert

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Drittel von 2021 nachholen zu können! Elf neue

Songs stehen und warten nur darauf, auf Platte

gepresst zu werden.

MM: Ihr seid noch relativ am Anfang eurer

Karriere. Wo seht ihr Spy # Row in zehn

Jahren?

SPY#ROW: Als junge Steppel waren wir öfters

auf Konzerten in der Festhalle in Frankfurt und

haben uns dabei vorgestellt, wie es wohl ist,

auch mal dort oben zu stehen. So ganz ist das

irgendwie nie aus den Köpfen gewichen. ;)

Aber wie gesagt: Wir wollen unseren Weg

weiter gehen und schauen, wohin er uns führt.

Auf der gemeinsamen Tour mit NAZARETH

haben wir jedenfalls noch mal richtig Blut ge leckt

und sind mehr als bereit, den nächsten Schritt

zu gehen.

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28

in den

fangen der

roten

ideologen ...

Ideengeber und Gründer wurde ich von diesen 19 Personen, die als

Gründungsmitglieder dem Verband beigetreten waren, zum Sprecher

gewählt. (Juristisch heißt es laut Vereinsgesetz ‚„Vorsitzender“, in unserem

Sprach gebrauch „Sprecher“.)

Dann veröffentlichte ich im damaligen bundesweiten „Fachblatt Musik -

magazin“ Kleinanzeigen mit dem Hinweis, dass sich eine „Arbeits gemein -

schaft für Rock und Pop Musikerinnen und Musiker“ gegründet hat, die

Gleichgesinnte sucht. In den ersten drei Monaten des Jahres 1983 meldeten

sich eine ganze Anzahl von neugierigen Musikerinnen und Mu s ikern,

da damals diese Idee völlig neu war. Es gab eben keinen „Rock musiker -

verband“, der sich um die Rechte und Ziele dieser Künstlergruppe kümmerte

...

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 29

Als ich Anfang 1983 auf die Idee kam,

einen deutschlandweiten Verband

für die Rock- und Popmusiker*innen

zu gründen und aufzubauen,

war mir Gott sei Dank

völlig unbekannt, mit welchen

Schwierigkeiten eine derartige

Gründung und ein derartiger Aufbau

einer großen Kultur-Organisation

für diese Künstlergruppe behaftet ist.

Wahrscheinlich war dies

ein wesentlicher Grund dafür,

warum ich es damals wagte, diesen

Verband in 1983 zu gründen ...

gründen? 2. Mit welcher Instanz hätten wir das vorher abgesprochen?

3. Welche kulturpolitische Zielsetzung hätten wir? 4. Und wer alles würde

diesen gewählten Vorstand und Verein leiten ...

Gemäß meinem Temperament kritisierte ich, dass es eine Frechheit

sei, mir derartige Fragen zu stellen, weil es in Deutschland bekanntermaßen

keine Instanz gab/gibt, die für eine Vereinsgründung um Erlaubnis

hätte gefragt werden müssen. Mir war klar, dass das Vereinsrecht in

Deutschland jedem Bürger dieses Landes das Recht gibt, einen eigenständigen

und unabhängigen Verein zu gründen. Mir war ebenfalls klar,

dass man in der DDR und anderen kommunistischen Ländern eine Geneh -

migung dafür hätte einholen müssen (die man allerdings nie bekommen

hätte). Aufgrund dieser „Verhörmethoden“ von Reinald W. war das

Gespräch dann beendet. Offensichtlich klar war allerdings, dass mein

„neuer Kollege“ Michael Pick diesen Reinald W. schon länger kannte und

sie sich beide vorher abgesprochen hatten. Die politischen Hinter gründe

wurden mir kurze Zeit später klar.

Nachdem Michael Pick und ich das Büro dieses Landesrates für Musik

verlassen hatten, schlug er mir vor, dass wir in Zukunft eng mit dem

Musikverlag „Pläne“ aus Dortmund zusammenarbeiten sollten. Ich fragte

Michael Pick verwundert, ob er nicht wisse, dass es sich hier um

einen von der DDR finanzierten Verlag der DKP handelt (Deutsche Kom -

munistische Partei). Ich sagte ihm ebenfalls, dass das für mich nicht

infrage komme ...

Eines Tages meldete sich bei uns ein Musiker namens Michael Pick

aus einer norddeutschen Stadt mit dem Vorschlag, eine Ortssektion der

AGRD in seiner Stadt zu gründen. Das hörte sich damals gut an und wir

verabredeten ein von ihm anberaumtes Treffen beim Landesrat für

Musik in Hannover, einer Dachorganisation zahlreicher Verbände und

Institutionen aus dem Bereich der Musik. Unser damaliger Gesprächspartner

bei diesem Landesrat war der damalige Geschäftsführer Reinald W.

Ich kannte diesen Mann nicht, wusste nichts von seinem Vorleben und

war auf dieses Gespräch neugierig und gespannt. Nach circa 30 Minu ten

hatte ich das unmissverständliche Gefühl, „verhört“ zu werden, und

zwar von Reinald W. wie auch seltsamerweise von meinem mitgebrachten

neuen „Freund“ Michael Pick. Kern ihrer Verhörfragen war: 1. Wer

hatte uns/mir die Erlaubnis vorher erteilt, einen derartigen Verband zu

Was ich zudem damals nicht wusste, war, dass dieser Reinald W. schon

in den Siebzigerjahren in pseudokommunistischen Parteien und Sekten

intensiv mitgewirkt hatte: So verfasste er Artikel im „Hannoverschen

Zentralorgan der sozialistischen Basis und Projektgruppen“ mit einem

Achim Z. unter der Überschrift „Warum die Kampagne von der Re -

volution in Vietnam lernen, die Revolution in Vietnam unterstützen“.

Darunter erschien sein Artikel als Stellungnahme der „Roten Garde

Hannover“.

Kostprobe: Zitat Reinald W.: „Ohne Organisation, sogar ohne straff

zentralisierte und disziplinierte Organisation ist eine kommunistische

Partei undenkbar. Sie unterscheidet sich jedoch von Opportunisten und

Putschisten dadurch, das für sie die Organisation nicht Voraussetzung

8

1/2021 musiker MAGAZIN


30

des Handelns ist, sondern ein ständiges Ineinanderspielen von Voraus -

setzungen und Folgen während des Handelns, denn die revolutionäre

Organisation der Massen ist nur und in der Revolution selbst möglich,

wenn die Massen vom Geist der Revolution ergriffen werden ... Das ist

eben die Revolution. Und so gefährlich diese Organisierung inmitten des

Sturmes der Revolution auch sein mag, sie lässt sich unmöglich umgehen.“

(Quelle: www.Mao-Projekt.de | Autoren: Reinald W.und Achim Z.)

Nachdem ich das gelesen hatte, war mir klar, dass mich mein damaliger

Instinkt zu Recht gewarnt hatte. Wie konnte ein dermaßen ideologisch

indoktrinierter linkssektiererischer Ideologe Geschäftsführer in einer Kultur -

einrichtung wie dem Landesrat für Musik in Niedersachsen werden?

Nachdem ich dann in weiteren Gesprächen diesem Fantasten mitgeteilt

hatte, dass unser neu gegründeter Verband in der Satzung festgelegt

hatte, dass wir keine rechtsradikalen und linksradikalen Verehrer

und Mitglieder aus NPD, DKP, KB, KBW, KP, KPDML etc. bei uns aufnehmen

würden, waren die zukünftigen Auseinandersetzungen mit

Reinald W. vorprogrammiert. Ohne Zweifel hatte er schon damals viele

ideologische Mitstreiter um sich und im zuständigen Ministerium für

Wissenschaft und Kultur in Hannover „geschart“, die mir den damaligen

Aufbau unseres Verbandes enorm erschwerten.

Nachdem wir auf Empfehlung des Vorsitzenden des Landesrates

Sch. Fördergelder seitens des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur

für unsere landesweiten Seminare und Workshops in Lüneburg erhalten

hatten, rief mich eines Tages ein enger Freund von Reinald W., Lothar P.,

aus dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur

an und forderte mich unmissverständlich auf, dafür zu sorgen, dass dieser

Satzungsparagraf des „Unvereinbarkeitsbeschlusses“ in Bezug auf

die DRMV-Mitgliedschaft rechts- wie linksradikaler Personen in unserer

Satzung gestrichen würde, wenn wir nicht zukünftig unsere Kultur för -

der gelder verlieren wollten. In einem weiteren Gespräch verdeutlichte er

mir zudem unmissverständlich, dass er nichts dagegen einzuwenden

hätte, wenn wir Rechtsradikale aus unserem Verband ausschließen würden.

Klar wurde für mich damit, dass er ein ideologisch politischer

Weggefährte von Reinald W. war. Natürlich habe ich mich geweigert,

dieser Forderung nachzukommen. Ein halbes Jahr später rief dieser Re -

»So endete nach 15 Jahren

ehrenamtlicher Kulturarbeit für/mit über

250 Seminare(n) und Konzerte(n)

für die Rock- und Popmusiker

in Niedersachsen und Deutschland

aufgrund eindeutig

politideologischer Gründe mehrerer

Linksideologen ein vorbildliches

und wegweisendes Kulturexperiment.«

ferent aus dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur erneut an und

fragte, ob die von ihm geforderte Streichung vollzogen sei. Nachdem ich

ihm klargemacht hatte, dass er diese Forderung nicht zu stellen habe und

dass sein damaliger Vorgesetzter, der damalige CDU-Minister Tönjes

Cassens (dann folgend ein SPD-Minister) aus seinem Ministerium, ganz

bestimmt nicht damit einverstanden sein würde, wenn er von seinem

Ansinnen er fahren würde, sagte er nur, er werde jetzt dafür Sorge tragen,

dass uns sämtliche Fördergelder seines Ministeriums gestrichen würden ...

Was dieser Ideologe damals nicht wusste: Das zweite Gespräch hatte

ich erwartet und mit einem Tonband vor Zeugen/Mitarbeitern aus unserem

Büro aufgenommen und als Zeugnis gespeichert ... Und tatsächlich wurden

in den folgenden Jahren unsere Kultur-Etats dieses Minis teriums für

Wissenschaft und Kultur immer kleiner und tendierten letztendlich gegen

null. Das war für mich der Anlass, dass ich die damalige Abtei lungs -

leiterin im Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover, Barbara

K., um ein Gespräch bat und sie über diese Hinter gründe aufklärte.

Sie sorgte daraufhin dafür, dass uns in 1999 für 2000 ein neuer kleiner

Kulturetat in Höhe von ca. 20 000 DM für Fortbildungsprogramme für

Musiker-Seminare und Workshops in Lüneburg/Niedersachsen zur Ver -

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 31

fügung gestellt wurden. Daraufhin informierte dieser Ideologe des

Minis teriums, Lothar P., den leitenden Amtsleiter der Bezirksregierung

Lüneburg ‚W.‘, er solle uns, dem DRMV, auf keinen Fall diesen genehmigten

Kulturetat überweisen! Deshalb rief ich die Abteilungsleiterin

dieses Ministeriums erneut an und teilte ihr mit, das die von ihr bewilligten

Förder gelder nicht ausgezahlt würden. Sie gab daraufhin die direkte An -

weisung an diesen Amtsleiter W. in Lüneburg, den Kulturetat sofort im

September des Jahres auszuzahlen. Trotzdem war dieser fest zugesagte

Förderetat bis fast Ende November 2000 auf unserem Verbandskonto

nicht eingetroffen.

Die Folge: Uns blieb dann nur noch ein Monat (besser drei Wochen

wegen der Weihnachtsfeiertage) bis Ende Dezember, die 20 geplanten

Seminare und Workshops für Rock- & Popmusiker im Lüneburger

Glockenhaus durchzuführen. Denn Ende eines jeden Jahres musste

jegliches Kulturprogramm immer abgeschlossen und alle bewilligten

Kultur gelder mussten ausgegeben worden sein.

Mein Entschluss stand damals fest:

Als die Fördergelder dann endlich Ende November bei uns eintrafen,

habe ich sie sofort an das Ministerium in Hannover zurücküberweisen

lassen, da unsere Kultur programme nicht mehr in den drei verbleibenden

Dezember wochen durchführbar waren. Man stelle sich vor: was

wäre passiert, wenn wir in den letzten sechs Monaten vor diesen Kultur -

ver anstaltungen zahlreiche Seminarreferenten nach Lüneburg eingeladen

und Verträge geschlossen hätten – und das Geld wäre dann nicht

ausgezahlt worden? Dieses Risiko war damals für eine frühzeitige

Buchung der 20 Referenten viel zu groß gewesen. Dieser Amtsleiter W.

in Lüneburg hatte es damals tatsächlich geschafft, die Anweisungen

seiner ihm und der Bezirksregierung in Lüneburg übergeordneten Abtei -

lungsleiterin des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur in Hannover

einfach zu hintergehen.

Es handelte sich damals bei der Abteilungs leiterin um die spätere

Hamburger Kultursenatorin/Ministerin (und leider verstorbene) Barbara

Kisseler, die mich im Zuge unserer Gespräche spontan fragte, wie ich

den ideologisch begründeten „Terror“ der genannten Per sonen eigentlich

aushalten könne.

So endete nach 15 Jahren ehrenamtlicher Kulturarbeit für/mit über 250

Seminare(n) und Konzerte(n) für die Rock- und Popmusiker in Nieder -

sachsen und ganz Deutschland in Lüneburg aufgrund eindeutig politideologischer

Gründe mehrerer Linksideologen aus Hannover und wegen dieses

inkompetenten Amtsleiters aus Lüneburg ein vorbildliches und wegweisendes

Kulturexperiment – ehrenamtlich, da es nie eine institutionelle

Förderung (Gehälter/Honorare) seitens des Ministeriums für Wissen schaft

und Kultur in Hannover für diese Kulturarbeiten gegeben hatte.

Reinald W. holte dann einfach (nach eigenen Aussagen!) einen engen

Verwandten (Holger M.) aus Berlin nach Hannover und sorgte mit zahlreichen

Maßnahmen und „Seilschaften“ dafür, das dieser mittels einer

von ihm gezielt und neu gegründeten „gemeinnützigen GmbH“ zahlreiche

Fördergelder seitens verschiedener Ministerien und Institutionen in

mehrfacher Millionenhöhe für ein von ihm „erdachtes Rockhaus“ in

Hannover erhielt. Der von Reinald W. zuerst eingestellte Mitarbeiter und

spätere Geschäftsführer des Landesrates für Musik Manfred S. wurde

Mitte der 2000er-Jahre wegen Unterschlagung hoher Geldbeträge aus der

Gesamtkasse dieses Dachverbandes „einvernehmlich fristlos“ (ohne

Strafanzeige) entlassen ... (s. Artikel Braunschweiger Zeitung vom

29.06.2009 unter dem Titel „Der Landesmusikrat hat einige Sorgen“).

Als im LRM ein neuer Vorstand gewählt werden musste, weil der alte

Vorsitzende Sch. erkrankt war, zauberte Reinald W. unter Zustimmung

des alten Vorsitzenden Sch. urplötzlich einen neuen Vorsitzenden aus dem

Hut und stellte ihn der staunenden Mitgliederversammlung ohne Gegen -

kandidaten „bestimmend“ zur Wahl ... Eine vorherige Aus schrei bung

dieser Position hatte es öffentlichkeitswirksam (!) nicht gegeben!

Nachfolger: Karl-Jürgen K., der sich große Mühe gab, das ideologische

Erbe von Reinald W. „linientreu“ fortzuführen. Erst recht in Bezug auf

den nicht linientreuen DRMV e.V., den er in seinen folgenden „Amts-

jahren“ gnadenlos verfolgte und überall diffamierte und diskreditierte ...

Sein vergiftetes Mittel: Desinformation!

WEB: WWW.DRMV.DE

TEXT: OLE SEELENMEYER

FOTOS & GRAFIKEN: © PIXEL EMBARGO; © SAVELOV;

© NADIA – ADOBE STOCK

1/2021 musiker MAGAZIN


32 STORIES

ZZ Top hörte ich irgendwann im Herbst

Von

1973 das erste Mal in einem Schall -

platten geschäft, das hin und wieder Import-LPs

im Angebot hatte. Der Händler spielte gerade ein

Blues-Boogie-Stück ab, das mir verdächtig nach

Canned Heat zu klingen schien. Das war aber

der Song „La Grange“ von der grünen LP „Tres

Hombres“. In der Ladenatmo sphäre konnte ich

den Text nicht richtig verstehen, dafür ging die

Musik durch Mark und Bein. Deswegen nahm

ich mir vor, die LP an einem anderen Tag genauer

anzuhören. Doch da war sie schon verkauft.

Um die sechs Jahre später kündigte der WDR

an, dass ZZ Top in den frühen Morgenstunden des

20. April 1980 in der 6. Rockpalast-Nacht auftreten

würden. Ende August 1979 hatte die Band in

den USA ihr Album „Degüello“ für Warner Brothers

herausgebracht, wovon man in Deutschland prak -

tisch nichts erfahren hatte. ZZ Top waren hier

kein Begriff. Rockpalast-Nächte waren allerdings

als Ereignisse der Rockmusik quasi Pflicht pro -

gramm, und das Motto der Band „Let’s boogie til

the cows come out“ machte die Ankündigung

noch verlockender. Videorekorder eingeschaltet

und Tonbandmaschine angeworfen. Und dann

spielte das Trio Frank Beard (Drums), Billy Gibbons

(Gitarre) und Dusty Hill (Bass) ein entfesseltes

Konzert, das ZZ Top nicht nur als Musiker der

Extraklasse auswies, sondern mit zu den besten

Rockpalast-Auftritten überhaupt zählt.

Es leuchtete zu einigen Sekunden mexikanischer

Bläsermusik der scheinbar in Flammen

stehende Schriftzug „Fandango“ auf, und dann

entfachten die drei Musiker weit nach Mitter nacht

sofort mit dem Isaac-Hayes-Stück „I Want To

Thank You“ ihr Bluesrock-Feuerwerk, das bis

zum Ende des Konzertes kraftvoll loderte. In der

Essener Grugahalle spielten ZZ Top bis auf wenige

Ausnahmen die Songs von „Degüello“ und

dazu einen Querschnitt aus ihrem Repertoire, das

viele Dauerbrenner enthielt, wie die Band ge -

schichte im Nachhinein zeigt. Gibbons und Hill

bedienten optisch mit ihren langen Bärten einen

latenten Hinterwäldler-Look, der im scharfen

Kontrast zu der wuchtigen, fulminanten Musik der

Band und Beards exzellentem Schlag zeug als

Rückgrat stand. Im Handumdrehen hatten ZZ

Top auf einer Bühne ohne Ausstat tungs effekte

durch ihre Musik und ihre Präsenz die Besucher

in der Halle und vor den TV-Schirmen für sich ein -

genommen. Auf „I’m A Fool For Your Stockings“

stimmte Gibbons sie mit „It’s Blues Time!“ ein.

Natürlich war auch ihr „La Grange“ dabei. Nun

war zu verstehen, wovon dieser Blues-Boogie

handelte: Väter führten ihre noch jungen Söhne in

dem gleichnamigen Bordell in die Welt der

Sexualität ein. Billy Gibbons machte deutlich,

dass er Top-Gitarrist und überzeugender Blues -

That Little Ol’ Band From Texas

Mehr als 50 Millionen Tonträger konnten ZZ Top

in den 45 Jahren seit ihrer Gründung verkaufen,

2004 wurden sie in die Rock and Roll

Hall of Fame aufgenommen.

Vor allem ihre ursprüngliche Rauheit,

die konsequent auf jedes Overdubbing im Studio

verzichtet, sorgt dafür, dass die Band

aus Houston, Texas, noch immer der Inbegriff

des bodenständigen Boogie-Rocks ist.

sänger in einer Person ist. Überhaupt war auch

das Album „Tres Hombres“ gut vertreten, zum

Beispiel mit den beiden ineinander übergehenden

Blues-Stücken „Waiting For The Bus“ und

„Jesus Left Chicago“. Ein selten live gespieltes

Stück war „El Diablo“ von dem Album „Tejas“. ZZ

TopS deftig-drastische Songtexte waren meistens

gar nicht jugendfrei, passten aber zu dem von

Blues und Rhythm and Blues geprägten Bluesrock

– Musik, die ja auch kein Blatt vor den Mund

nimmt. Wie gut ZZ Top sich auf Show verstanden,

zeigten Filmaufnahmen von ihnen als die

„Lone Wolf Horns“, die im zweiten Teil des Kon -

zertes auf einer Leinwand hinter den Drums unter -

legt mit Ton zu einigen Stücken pro jiziert wurden.

Auf diese Weise begleitete sich die Band selbst

als Bläsergruppe. Mit einem atemlosen Set von

fünf Songs ging der ZZ-Top-Auftritt kurz vor

sechs Uhr morgens zu Ende. Dazu ge hörten „Hi-

Fi Mama“, der Elvis-Presley-Klassiker „Jailhouse

Rock“ und der Bandsong „Tush“, allesamt ge -

sungen von dem bekennenden Presley-Fan Hill,

der sich mit seiner kraftvollen Stimme nicht zu ver -

stecken brauchte. Mit dem bisher noch nicht auf

LP veröffentlichten „Tube Snake Boogie“ und „Just

Got Paid“ vom zweiten Band-Album „Rio Grande

Mud“ ging das spannende Konzert zu Ende.

Danach konnte man sich nur noch den Schweiß

von der Stirn wischen, den die Begeisterung für

diesen texanischen Bluesrock vom Feinsten ins

Gesicht getrieben hatte: Was für ein Konzert und

was für eine Live-Band! Es dauerte knapp 40 Jahre,

bis das Rockpalast-Konzert offiziell als CD (um

sechs Songs gekürzt) und bald danach als DVD

(vollständig) unter dem Rockpalast-Banner herauskam.

Der Rockpalast-Auftritt war eine doppelte

Premiere für Beard, Gibbons und Hill: ZZ Tops

erster Auftritt in Europa und ihr erstes TV-Kon -

zert weltweit. Die Begeisterung der Zuschauer in

der Grugahalle und an den TV-Geräten hatte in

den der Eurovision angeschlossenen Ländern

schnell Folgen. Die Band war mit einem Schlag

zum internationalen Top Act geworden. Kurze Zeit

später waren alle ZZ-Top-Alben seit Grün dung der

Band in Plattenhandlungen erhältlich und führten

kein Nischendasein mehr. Sehr schnell kehrte die

Band nach Deutschland zurück und spielte im

Hamburger Musikclub Grünspan auf dem Kiez

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 33

ein weiteres herrliches Konzert. Dort war die Atmo -

sphäre natürlich ungleich intimer als in Essen.

Die noch vor Kurzem großen Unbekannten

aus den USA hatten sich schon 1969 gegründet.

Der Bandname stammt Gibbons zufolge von ihm

und ist eine Verbeugung vor dem Bluessänger

Z.Z. Hill und vor B.B King, einen der bedeutendsten

Bluesgitarristen. Um King nicht zu sehr in

den Vordergrund zu stellen, ersetzte Gibbons

den Namen durch „Top“. Als ZZ Top in Europa

bekannt wurden, kursierte auch eine andere Ver -

sion über die Entstehung des Bandnamens: Er

sollte auffallen und beim Stöbern in Schall platten -

läden unter den alphabetisch nach Bands sortierten

LPs ganz am Ende leicht zu finden sein.

Kein anderer Band name begann mit „ZZ“. Um

nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, wo -

möglich musikalisch am Ende zu rangieren, wurde

„Top“ hinzugefügt. Passen würde diese Version

zum unterhaltsamen Trio, aber die Authentizität

ist nicht garantiert.

Alle drei Musiker sind 1949 geboren und hatten

vor Gründung von ZZ Top musikalische Erfah -

rung in Bands wie American Blues, Blues Union

und Warlocks gesammelt. Vor allem Gibbons war

mit seinen Gitarrenfähigkeiten auf gefallen. 1967

spielte er im Vorprogramm der Doors und 1968

vor Auftritten von Jimi Hendrix, der Gibbons als

seinen Lieblings gitarristen be zeichnete. Im selben

Jahr war Gibbons Mit glied der Moving Side walks,

die die psychedelisch beeinflusste hörenswerte

LP „Flash“ bei einem kleinen Label mit ersten An -

klängen an ZZ Top herausbrachten. Unter dem

Namen „Blues Union“ war schon einmal Jahre vor

„Deguëllo“ der intensive Blues-Song „A Fool For

Your Stockings“ aufgenommen worden.

Wurzel des ZZ-Top-Bluesrocks ist der Blues

mit unterschiedlichen Ausprägungen als Boogie,

Southern Rock, Hard Rock und gelegentlichen

An klängen an Country-Musik. Das Kategorisieren

sollte aber nicht zu einem Schubladendenken führen.

Die Band steht für weiterentwickelten, modernen

Blues eigener Couleur.

Der überzeugende Sampler „One Foot In The

Blues“ von 1994 umreißt die Band treffend und

zeugt von ihrer hohen Kom petenz.

Was in ZZ Top steckt und man von der Band

erwarten durfte, zeigte das 1970 aufgenommene

und Anfang 1971 veröffentlichte Debütalbum „ZZ

Top’s First Album“ auf dem Label London. Es ist

ein beachtliches Debüt album, das die Stärken

der Bandmitglieder erkennen lässt. Im Mittel punkt

stehen Gibbons’ virtuoses Gitarrenspiel und sein

unverwechselbarer Bluesgesang. Stellvertretend

sei der Song „Brown Sugar“ genannt. Gibbons

favorisierte seine Gibson Les Paul Pearly Gates.

Er zog dünne Saiten auf, die er anstelle eines

Plek trums mit einer Münze anschlug.

Später kam der von Tom Scholz entwickelte

handliche Gitarren verstärker Rockman hinzu, der

für den unverwechselbaren kratzigen Gitarren -

sound sorgte. Er wurde zum Markenzeichen von

ZZ Top und von den Leadgitarristen der deutschen

Band Rodgau Monotones als ZZ-Top-

Fans kompetent aufgegriffen.

Der Nachfolger „Rio Grande Mud“ punktete mit

spannenden und originellen Songs, dazu der erste

Hit „Francine“. Stell ver tretend für den ureigenen

ZZ-Top-Stil ist der Slide-Rock „Just Got Paid“ mit

8

1/2021 musiker MAGAZIN


34 STORIES

seinem prägnanten Break – viele Jahre später

von der Band noch einmal zitiert mit „I Gotsta Get

Paid“. Der stimmungsvolle Slow-Blues „Sure Got

Cold After The Rain Fell“ geht mit seinen Stops und

Gibbons’ Soli tief unter die Haut. John Mayalls

ehemaliger Gitarrist Buddy Whittington coverte

dieses ZZ-Top-Stück auf seinem vorzüglichen

Debütalbum von 2008. Mit diesem musikalischen

Potenzial war die Band auf dem Weg zu USamerikanischen

Publikumslieblingen.

Das dritte Album „Tres Hombres“ von 1973

mit dem Hit „La Grange“ ist wohl das typischste

ZZ-Top-Album, bevor die Band in den 1980er-

Jahren zum Megastar wurde. Die treffsichere

Mi schung aus intensivem Blues und beinhartem

texanischen Rock wirkte wie ein Publikums -

magnet. Vor allem die beiden ineinander übergehenden

Bluesstücke „Waiting For The Bus“

und „Jesus Left Chicago“ sind neben „La Grange“

ZZ-Top-Klassiker. Spätes tens ab der Rockpalast-

Nacht waren sie so beliebt, dass sie zu Dauer -

brennern der Live-Auftritte des Trios wurden. Als

das Album 2006 auf CD ein weiteres Mal wiederveröffentlicht

wurde, wurden diese drei Songs in

Live-Fassungen als Bonus-Tracks hinzugefügt.

Die Stücke „Beer Drinkers And Hell Raisers“ und

„Precious And Grace“ wiederum stehen für den

kraftvollen Rock, der das Publi kum aus dem

Häuschen bringt.

„Tres Hombres“ steigerte die Popularität von

ZZ Top enorm. Die Nachfrage nach Live-Auf tritten

war so stark, dass die Band bis 1975 ständig auf

Tournee war. Angesichts der damit einhergehenden

Rastlosigkeit war als nächstes Album eine

Live-LP die logische Folge. Indessen füllten Live-

Mitschnitte nur die erste Seite von „Fandango!“

aus dem Jahr 1975. Die zweite Seite bestand

aus sechs neuen Studio-Tracks, die die Band

während einer knappen Tournee-Pause aufgenommen

hatte. Allein drei davon zählen ebenfalls

zu den gefragten ZZ-Top-Klassikern. Billy

Gibbons’ „Blue Jean Blues“ coverte der kanadische

Spitzen gitarrist Jeff Healey grandios auf

seinem Debüt album „See The Light“ von 1988.

„Heard It On The X“ und vor allem „Tush“ sind oft

gespielte ZZ-Top-Publikumslieblinge. Die gelungene

Mischung aus rasanten Live-Aufnahmen

und neuen Studio songs, die mitreißen konnten,

machten „Fandango!“ zum Verkaufsknüller. Auch

dieses Album wurde als CD mehrfach herausgegeben,

2006 erweitert um drei bis dahin unveröffentlichte

Live-Auf nah men.

Um an den Erfolg von „Fandango!“ anzuknüpfen,

wurde der Tournee-Betrieb von Ende Mai 1976

bis Ende 1977 mit knapp 100 US-Konzerten als

Worldwide Texas Tour fortgesetzt. Anders als die

bisherigen Live-Auftritte von ZZ Top wurde sie als

Multimedia-Ereignis konzipiert. Die Bühne wurde

dem Umriss des Staates Texas nachempfunden,

Tiere gingen mit auf Tournee, darunter eine Klap -

per schlange in einer Glaspyramide. Das Bühnen -

bild wurde mit Gegenständen ausgerüstet, die

als typisch für Texas galten. Dazu gab es visuelle

Effekte und ein riesiges 3-D-Panoramabild. Die

Worldwide Texas Tour markiert auch den Beginn

von Gibbons und Hill in auffällig bestickten Bühnen -

kostümen und als schrullige Parodien ihrer selbst,

ohne darunter die Musik leiden zu lassen. Jahre

später überlegte Gibbons beim Ausfüllen eines

Meldeformulars, ob er als seinen Beruf „Musiker

oder „Entertainer“ eintragen sollte. Die Worldwide

Texas Tour füllte große Spielstätten wie Arenen und

Stadien, sodass sie mit rund zehn Millionen Dollar

Einnahmen zum Kassenfüller wurde. Sie gilt als

eine der ehrgeizigsten und bizarrsten Touren in der

gesamten Rockgeschichte. Geplant wurde damals,

mit dem Tournee-Konzept Mexiko, Japan,

Australien und Europa zu bereisen. Quaran -

täne bestimmungen, die insbesondere die zur

Show gehörenden Büffel betrafen, durchkreuzten

jedoch solche Pläne. Auch Rockpalast-Redak -

teur Peter Rüchel bestand bei den Ver hand lungen

über den ZZ-Top-Auftritt in der Essener Grugahalle

darauf, dass die Band ohne ihre Tiere kommen

müsse. Von dem üppigen Bühnen-Outfit der

World wide Texas Tour blieb schließlich nur der

elektrische Schriftzug Fandango übrig.

Während der US-Tour der Superlative entstand

das Anfang Februar 1977 herausgekommene

nächste Studioalbum „Tejas“. Das Cover-Design

knüpft vor allem mit Panoramabild, das sich nach

dem Aufklappen des Covers zeigt, thematisch

an die Tournee an. Inhaltlich aber ist „Tejas“ eine

musikalische Weiterentwicklung mit variationsreichen

Songstrukturen, Rhythmen und Country-

Elementen, die durch die ungewohnten Klänge der

Pedal Steel Guitar unterstrichen werden. Gibbons

spielt auf dem Start-Stück „It’s Only Love“ nicht nur

diese Gitarre, sondern auch die Blues-Mund har -

monika. Drummer Beard zeigt sich mit ausgezeichneten

Parts und Tempowechseln von seiner

besten Seite. Der auch während des Rockpalast-

Auftrittes zu hörende Song „El Diablo“ ist auch in

seiner hervorragend produzierten Studiofassung

absolut hörenswert. Ausdruck der musikalischen

Vielfalt von „Tejas“ ist auch das gleichermaßen un -

gewohnte wie stimmungsvolle Instrumental „Asleep

In The Desert“. „Ten Dollar Man“ mit Hill als Sänger

und „She’s A Heartbreaker“ hatten wohl das Zeug

zu Hits. Sie blieben aber aus. Vielleicht wurde

„Tejas“ nicht zuletzt deswegen von einigen

Kritikern als belanglos abgetan. So hat das Album

unter den ZZ-Top-Veröffentlichungen den Status

eines spannenden Geheimtipps, der facettenreichen

Bluesrock bietet.

Die jahrelangen Tourneen und dazu die eingeschobenen

Studioaufnahmen für „Fandango!“ und

„Tejas“ verlangten ihren Tribut. Gibbons resümierte

das ständige Unterwegssein als „mörderische

und grauenvolle Erfahrung“. Das erinnert an den

ständigen Tourneebetrieb, der die Supergruppe

Cream zermürbte, sodass sie 1968 auseinanderbrach,

und an Jimi Hendrix, der nach unablässigen

Auftritten im September 1970 im Alter von

nur 27 Jahren starb. Beard, Gibbons und Hill

zogen Konsequenzen: Sie blieben der Öffent lich -

keit längere Zeit fern und hielten zudem Abstand

voneinander. Hill und Gibbons rasierten sich

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 35

nicht mehr. ZZ Top hatten sich indessen nicht aufgelöst, sondern

eine schöpferische Pause eingelegt. 1979 hatten sie ihr Schallplatten-

Label gewechselt und bei Warner Brothers ihr wohl stärkstes Album

„Degüello“ herausgebracht. Die Band hatte sich an der Kraft von „Tres

Hombres“ orientiert und trat nun auch wieder live auf. Es ist ein echter

Klassiker des Bluesrock voller Leidenschaft mit großartiger und vielfältiger

Musik, die zuweilen hypnotisch stampft. Die Songtexte sind

sprachlich noch derber als zuvor. Mit ihren berühmten Vollbärten hatten

Gibbons und Hill auch optisch einen Wandel vollzogen. Jahre später

schlugen beide das Angebot des Rasierklingen-Herstellers Gillette aus,

sich für je eine Million Dollar die Bärte abzunehmen.

Die Spannung war groß, ob ZZ Top „Degüello“ ein Album von ähnlicher

Intensität folgen lassen konnten. Die einzige Verbindung auf der

im August 1981 erschienenen LP „El Loco“ war aber der geglättete

„Tube Snake Boogie“, den die Band in Essen noch ungleich rauer präsentiert

hatte. Das Trio hatte für diese LP das Schwergewicht auf

Synthesizer sowie ein etwas höheres Tempo gelegt und damit auf eine

größere Marktgängigkeit. Doch das ging auf Kosten von Ecken und

Kanten, die die ZZ-Top-Musik so spannend gemacht hatten. Sich dem

Mainstream anzunähern, war kommerziell ein richtiger Schritt.

Besonders weiche,

instrumentenschonende

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»Let’s boogie til the cows come out!«

Auch als transluzente

Version erhältlich

„El Loco“ war unter diesem Blickwinkel das Vorspiel für ZZ Tops im

März 1983 erschienenes Album „Eliminator“. Es folgte ganz dem

Mainstream-Sound und traf mit der Kombination des typischen Band -

sounds mit noch mehr Synthesizer-Klängen und Geschwindigkeit den

Geschmack des breiten Publikums. „Eliminator“ wurde mit rund 14

Millionen verkauften Scheiben das mit Abstand erfolgreichste ZZ-Top-

Album. Die Geschwindigkeit signalisierte bereits das Cover: ZZ Top

stand darauf in einem neuen Schriftzug, der an einen Blitz denken lässt.

Abgebildet ist außerdem ein Hot Rod, den Gibbons nach dem Vorbild

eines Ford-Coupés von 1933 hatte bauen lassen. Vor allem dieses auffällige

Automobil wurde zu einem weiteren Band-Symbol. Mit „Eliminator“

konnte man außerdem gleich die drei Hits „Gimme All Your Lovin’“,

„Sharp Dressed Man“ und „Legs“ landen. Dazu wurden für sie und den

Song „TV Dinners“ Videoclips gedreht, die sich in der Frühzeit solcher

Musikpräsentationen bei dem im Herbst 1981 auf Sendung gegangenen

Musiksender MTV als außergewöhnlich erfolgreich erwiesen.

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36 STORIES

In der Folge entstanden weitere solcher Clips.

Dadurch wurde das Image der Musiker nachhaltig

geprägt als Figuren, die eher in eine Comedy

passen, als dass man sie rockend auf der Bühne

erwartet. Zu der schnellen Musik, ihrem Flitzer und

den Frauen, denen die Band immer wieder hinterherschaut,

steckten Gibbons und Hill in Fan tasie -

anzügen und spielten auch schon mal pelzbesetzte

Instrumente. In dem Stil wurde ebenfalls der

Clip zur ZZ-Top-Version des Elvis-Presley-Songs

„Viva Las Vegas“ gedreht, der sich optisch ganz

in die künstliche Welt der Spielerstadt in der Wüste

anschloss. Wie man auch dazu stehen mag: Der

Band war es gelungen, gute Songs geschickt

mit viel Zeitgeschmack über kleine Filme im Be -

wusstsein des Publikums zu verankern. 2008

brachten Warner Brothers ZZ Tops wirtschaftliches

Meilenstein-Album, das stilistisch kaum weiter von

„Degüello“ hätte entfernt sein können, stark erweitert

und mit einer Extra-DVD heraus. Der Hit „Legs“

war gleich viermal vertreten: als LP- und Single-

Version, als Dance Mix und als Videoclip. Dazu

kamen einige Live-Aufnahmen von Album-Titeln

auf CD und DVD und die schon genannten vier

Videoclips.

Der enorme Erfolg von „Eliminator“ hatte musikalisch

seinen Preis. Die folgenden beiden ZZ-Top-

Alben hinterließen den Eindruck von Musikern, die

Ge fan gene des Mainstreams waren und bis auf

Weiteres keinen Weg daraus heraus fanden. Auch

wenn „Afterburner“ (Oktober 1985) erneut den

Nerv des Publikums traf und der Band noch mehr

Fans hinzugewann, wirkt die künstliche Atmo -

sphäre, als die Band nach „Eliminator“ etwas

Ähnliches nachlegen musste. Mit den vier Video -

clips zu den Albumtiteln „Sleeping Bag“, „Stages“,

„Rough Boy“ und „Velcro Fly“ wurde die bisherige

kassenträchtige Vermarktungs strategie weiter

verfolgt. Musikalisch war von ZZ Tops ehemals

kraftvollem Bluesrock-Sound nur noch in „Rough

Boy“ etwas zu finden. Hatte man sich deswegen in

den Album-Credits zum umfassenden Syn the -

sizer-Einsatz vorsichtshalber ausgeschwiegen?

Das fünf Jahre später entstandene Album

„Recycler“ ließ vergangene Tage auch nur mit

dem Boogie „My Head’s In Mississippi“ einigermaßen

wiederaufleben. Man stattete dieses Stück

neben dem besser in die Disco-Ära passenden

„Give It Up“ sowie „Burger Man“ abermals mit

Video clips aus.

Wieder dauerte es Jahre, bis das Trio mit

einem neuen Album herauskam. Man war mit

„Antenna“ von 1994 zu RCA gewechselt und von

Synthesizern weggekommen, um zum be währten

soliden Bluesrock zurückzukehren. Die Liebhaber

der Band honorierten das. Auch dank umfangreicher

Werbung verkaufte sich „Antenna“ sehr gut,

wenngleich die außergewöhnlichen Dimen sionen

von „Eliminator“ nicht erreicht wurden. „Pincushion“

wurde ein Hit und als Maxi-Single in zwei Fas -

sungen ausgekoppelt. Und dennoch wollte der

Funke auf „Antenna“ nur selten überspringen.

1996 verzichtete die Band für die Produktion von

„Rhythmeen“ auf Overdubs. Im reinen Drei-

Mann-Live-Stil entstanden viele beinharte Songs

wie „She’s Just Killing Me“ für den Gangster/

Vampir/Splatter-Film „From Dusk Til Dawn“ von

Robert Rodriguez und die Hommage „Vincent

Price Blues“. Vorab hatte man schon den Titel

„What’s Up With That“ veröffentlicht, ohne dass

daraus ein Hit wurde. An die Ver kaufserfolge von

„Eliminator“ bis „Antenna“ reichte „Rhythmeen“

nicht heran. ZZ Top hatten sich aber klar auf die

Blues rock-Stärken zurückbesonnen. Konsequent

blieb die Band sich treu und beschritt diesen Weg

1999 mit „XXX“ weiter, einem Album mit acht

Studio- und vier Live-Auf nahmen. Zwar gingen die

Ver käufe erneut zurück, und die Kritik begegnete

dem Album mit ge mischten Reak tionen. ZZ-Top-

Fans werden aber ein so mitreißendes Stück wie

„Beatbox“ bejubelt haben. Schließlich fühlt man

selbst, ob Musik unter die Haut geht oder kalt

lässt. Ähnlich wie mit „XXX“ erging es der Band

mit ihrem 2003 erschienenen Album „Mescalero“.

17 Stücke hatte man zusammenbekommen,

die Gibbons als einfallsreichen Song writer auswiesen

und für die Art Musik standen, die ZZ Top

einst berühmt ge macht hatten. „Goin’ So Good“ ist

ein weiterer meisterlicher Slow-Blues, der im

Spannungsfeld der hochverstärkten Elek tro gitarre

und der geradezu zart klingenden Pedal Steel

Guitar steht. Als sogenannten Hidden Track brachte

man den Song „As Time Goes By“ unter. Über

25 Jahre nach „Tejas“ war mit „Crunchy“ auch eines

der seltenen Instrumentals dabei.

Diese Linie mit frischen Ideen fortzuführen,

war allerdings offenbar schwerer geworden. Ein

neues Album entstand erst, als der renommierte

Produzent Rick Rubin sich anbot, es gemeinsam

mit Gibbons zu produzieren. Diese Zusammen -

arbeit war jedoch genau das, worauf die Lieb haber

der Band ge wartet hatten. Wie kaum ein anderer

hatte es Rubin verstanden, wesentliche und

unverwechselbare Eigenheiten herauszustelllen,

die auch schon betagteren Künstlern eine be -

sondere Frische bewahrt. Das bisher letzte

ZZ-Top-Studio-Album „La Futura“ von 2012 für

das neue Label america glänzt und verhehlt

zugleich nicht die lange Band-Geschichte. ZZ

Tops Hot Rod war schon lange nicht mehr auf

einem Album-Cover zu sehen gewesen. Nicht mehr

hochpoliert, sondern gleichsam mit Patina be -

setzt und mit der einen oder anderen Schramme

versehen ist das Gefährt auf der Rückseite des

CD-Covers zu sehen. Aber es ist noch immer

fahrbereit. Und auch der einem Blitz nachempfundene

Schrift zug des Bandnamens sieht eher

danach aus, als ob Zorro ihn mit seinem Degen

dahingeritzt hätte.

Wie lebendig die Band war, zeigte ihr als Blu-

Ray veröffentlichter Auftritt „Live At Montreux“

auf dem Montreux Jazz Festival von 2013. Ge -

mein sam mit einigen Gästen spielten sie ein energiereiches,

spannendes Konzert, in dem auch

einige musikalische Leckerbissen außerhalb des

ZZ-Top-Kanons zu finden sind. Gibbons hat seit

„La Futura“ zwei Soloalben vorgelegt. „Perfecta-

mundo“ von 2015 mit den BFG’s wandelt gekonnt

auf ungewohnten afro-kubanischen Pfaden, während

„The Big Bad Blues“ von 2018 allen Er -

wartungen gerecht wird, die man mit Gibbons

und ZZ Top verbindet – nur dass Beard und Hill

nicht dabei sind.

Die Abstände zwischen den Studio-Alben

be deuteten nicht, dass die Musiker sich zurückgezogen

hatten. ZZ Top blieben aktiv und traten

live auf. Zu Gibbons’ augenzwinkerndem Image

zählte schon seit vielen Jahren die mit Noppen

besetzte Nudu-Kopfbedeckung, die er meist unter

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 37

»Wenige Musiker können im

Rockgeschäft auf eine

mittlerweile über

fünf Jahrzehnte andauernde

gemeinsame Karriere

zurückblicken und von sich

sagen, dass man es über all

die Jahre doch miteinander

ausgehalten hat.«

seinem leicht verbeulten Hut trägt. Längst war er

gefragter Gastmusiker auf Alben von Jeff Beck,

Gov’t Mule, Buddy Guy, Warren Haynes, B.B. King,

John Mayall, Johnny Winter und Ronnie Wood, um

nur wenige zu nennen. Für die CD „Butchering The

Beatles“ steuerte Gibbons eine spannungsgeladene

Version des ohnehin harten Songs „Revolution“

bei. 2004 wurde die Band in die Rock and Roll

Hall of Fame aufgenommen. Die Ein füh rungsrede

hielt Keith Richards. Ebenfalls 2004 lud Eric

Clapton ZZ Top zu seinem Crossroads Guitar

Festival ein und wiederholte die Einladung zum

Festival von 2010. 2008 kamen zusammen drei

DVDs mit Live-Konzerten heraus, zwei davon mit

Auftritten aus jenem Jahr. Die Band präsentierte

sich in bester Spiellaune, vor allem bei „Live From

Texas“. Als Beigabe unterhielten sich die drei Mu -

siker während eines Pokerspiels über die

Band ge schichte und spielten dann während eines

anderen Konzertes den Jimi-Hendrix-Song „Foxey

Lady“.

Von der generationsübergreifenden Beliebtheit

der Band zeugen diverse Sampler. Nach „Tejas“

wurde „The Best of ZZ Top“ mit dem Untertitel

„10 Legendary Texas Tales“ herausgegeben, um

die Zeit bis zur Veröffentlichung von „Deguëllo“

zu überbrücken. ZZ Top „Greatest Hits“ kam 1992

mit zwei bis dahin unveröffentlichten Stücken auf

den Markt. 2004 wurde das „Best of“ unter dem

Titel „Rancho Texicano – The Very Best of ZZ Top“

auf zwei CDs erweitert. „The Very Baddest of ZZ

Top“ von 2014 bezog danach auch die Alben bis

„Mescalero“ ein. Eine etwas andere Art des Best

of war die Live-CD „Live! Greatest Hits From

Around The World“ mit zwei Stücken, auf denen

sich Jeff Beck der Band angeschlossen hatte

(„Rough Boy“ und „Sixteen Tons“). Und natürlich

war zum 50-jährigen Jubiläum noch ein Sampler

fällig, der „Goin’ 50“ genannt wurde und mit

schwarzem Cover versehen auf drei CDs angewachsen

war. Nicht nur „La Futura“ war vertreten,

sondern man hatte auch tief im Archiv nachgeforscht

und die Band-Single aus dem Jahr 1969

mit den Stücken „Salt Lick“ und „Miller’s Farm“

wieder ans Licht befördert. Parallel wurde eine

abgespeckte Version mit nur einer CD im gelben

Cover angeboten. Wer so vieles zusammentragen

kann, hat auch viele Verehrer unter den

Kollegen. Bisher sind 2010 und 2011 die beiden

CDs „Just Like ... Tribute to ZZ Top“ und „ZZ Top.

A Tribute From Friends“ erschienen. Nicht zu vergessen

ist auch der schon genannte Blues-

Sampler „One Foot In The Blues“ von 1994. Und

2006 hatte sich im Nimbus des großen Band -

namens auch die CD-Box „The Beginning of ZZ

Top“ mit Aufnahmen der verschiedenen Bandvorläufer

am Markt platzieren lassen.

2018 spielte die Band gemeinsam mit John

Fogerty die Blues and Bayous Tour, in deren

Vorfeld Fogerty Gibbons als seinen Lieblings -

gitarristen bezeichnet hatte. Wer hätte daran ge -

dacht, Musik von Creedence Clearwater Revival

und ZZ Top gemeinsam mit Musikern dieser

Bands auf einer Bühne zu erleben? Zum 50-jährigen

Bestehen tourte die Band 2019 international

und brachte die gelungene, unterhaltsame

Dokumentation „That Little Ol’ Band From Texas“

auf Blu-Ray heraus mit einer Fülle von Filmauf -

nahmen, die bis in die Zeit vor Grün dung der

Band zurückreichen. Eigens für die Produktion

hatten sich Beard, Gibbons und Hill für einige

Aufnahmen in die Gruene Hall im texanischen

New Braunfeld eingefunden und spielten frisch

ihre vertraute Musik, die vergessen ließ, dass

man 70 geworden war und sich zum Musi zieren

schon mal hinsetzen musste. Aber ihre gute

Musik war eben nicht gealtert. Wenige Musiker

können im Rockgeschäft auf eine mittlerweile

über fünf Jahrzehnte andauernde gemeinsame

Karriere zurückblicken und von sich sagen, dass

man es über all die Jahre doch miteinander ausgehalten

hat. Längst haben sich ZZ Top wie andere

bekannte Musiker im Kreuzfahrtge schäft mit

Rock & Blues Cruises Fuß gefasst. Corona hat den

nächsten Turn allerdings vorerst auf 2022 verschoben.

An Langlebigkeit können ZZ Top es mit den

Rolling Stones aufnehmen, die sich für dasselbe

Jahr anschicken, ihr 60-jähriges Be stehen mit

einer neuen Millionen-Tournee zu feiern. Im Unter -

schied zu ZZ Top sind die Stones aber nicht ohne

Um- und Neubesetzungen ausgekommen.

NÄCHSTE FOLGE: RANDY CALIFORNIA

UND SPIRIT

WEB: WWW.ZZTOP.COM

TEXT: DR. NORBERT APING

FOTOQUELLE: ZZ TOP

GRAFIKEN: © REICHDERNATUR /

ADOBE STOCK

DR. NORBERT APING

Geboren 1952,

Buchautor und Direktor

des Amtsgerichts a. D.

in Buxtehude

1/2021 musiker MAGAZIN


38 STORIES

Mit einem Knall

traten sie 2019 ins Rampenlicht

und bewiesen seither,

dass sie die Massen schneller

in ihren Bann ziehen, als dass

sie spielen.

Den festgefahrenen

Mainstream von

heute abzulegen und

den nackten Rock wieder zum

Leben zu erwecken,

das ist die Vision der Band

Dislike Silence.

DISLIKE SILENCE

„Human“ – EP

VÖ: 2019

WWW.DISLIKESILENCE.COM

WWW.INSTAGRAM.COM/

DISLIKESILENCEOFFICIAL

MM: Wie habt ihr euch kennengelernt und

wie kam es zu der endgültigen Zusammen -

setzung?

DISLIKE SILENCE: Die Welt ist ein Dorf. Während

sich die meisten heutzutage über das Internet

verknüpfen, haben wir uns alle über Bekannte

und andere Musiker kennengelernt. Gegründet

wurde die Band von unserer Sängerin Jenny

im Sommer 2016. Bis das finale Band-Line-Up

stand, war es jedoch ein holprigerer Weg als

anfangs erwartet. Der erste musikalische Weg -

begleiter, der dieselbe Passion teilte, war nach

kurzer Zeit gefunden, jedoch brauchte es zwei

Jahre und mehrere Schicksalsfügungen, bis die

restlichen Mitglieder die Band komplettierten.

Das sollte aber nicht lange so bleiben …

MM: Woher holt ihr euch eure Inspiration?

DISLIKE SILENCE: Inspiriert werden wir durch

gesellschaftliche und zwischenmenschliche Ein -

flüsse.

MM: 2019 erschien eure Debüt-EP „Human“.

Wie war der Prozess vom Songwriting bis zur

Veröffentlichung?

DISLIKE SILENCE: Auch der Entstehungs pro -

zess der EP „Human“ war kein einfacher. Sie

entstand nicht in Kooperation mit einem klassischen

Produzententeam. Die Texte wurden von

Jenny geschrieben und in Zusammenarbeit mit

den restlichen Bandmitgliedern wurden die

Songs vervollständigt. Für die Aufnahmen, den

Mix und das Mastering wurde auf ein Ton -

studio eines Bekannten der Band zurückgegriffen.

Nachdem die Songs fast im Kasten

waren, verließ ein Mitglied die Band. Wir standen

nun vor der Herausforderung, die Songs

teilweise neu zu arrangieren und uns neu zu

sortieren. Nach einer mehrwöchigen Unter -

brec hung und Überlegungen bezüglich zukünf -

tiger Besetzung wurde beschlossen, die Pro -

duktion der EP als Quartett fortzuführen.

MM: Schreibt ihr die Songs gemeinsam oder

teilt ihr euch z. B. Verfassen von Text und

Melodie untereinander auf?

DISLIKE SILENCE: Anders als bei unserer EP

„Human“ umfasst unser Repertoire mittlerweile

mehr als 20 Songs. Wir sind als Band enger

zusammengewachsen und das Songwriting

besteht aus einem noch engeren Zusammen -

spiel als davor. Was unter anderem bedeutet,

dass durchaus jedes Bandmitglied bereits Texte

geschrieben hat. Unsere Songs entstehen

gemeinsam im Proberaum und werden dort zu

dem gemacht, was man live auf der Bühne

erleben und spüren kann.

MM: Ihr habt bereits zwei gelungene Musik -

videos veröffentlich. Was ist euch am wichtigsten

an der Umsetzung eines Songs in ein

Video?

DISLIKE SILENCE: Das Wichtigste an der Um -

setzung eines Videos ist, dass die Kernaus sage

eines Songs visuell dargestellt wird, aber dem

Zuschauer dennoch genügend Interpretations -

spielraum offenlässt.

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 39

DISLIKE SILENCE SIND

JENNY (GESANG) – DENNIS (GITARRE) – PABLO (BASS) – RAPHAEL (SCHLAGZEUG)

»Wie ein Schlag ins

Gesicht, besticht die

Female-fronted-Formation

mit ihrer 1,60 Meter

großen Sängerin durch

außerordentlich

stimmliche Größe.«

MM: Im Juli 2016 habt ihr DISLIKE SILENCE

gegründet. Wie habt ihr zu eurem Musikstil

gefunden?

DISLIKE SILENCE: Unser Musikstil ist das Er -

geb nis einer Fügung von vier Menschen mit

eigentlich unterschiedlichen musikalischen Ein -

flüssen.

MM: Eure Vision ist es, den Mainstream ab -

zulegen und den Rock wieder zum Leben zu

erwecken. Wie ist eure Meinung zur aktuellen

Musik?

DISLIKE SILENCE: Wenn man einen Blick auf

die Charts wirft, ist es schön zu sehen, dass

jegliche Musikrichtung von Rock, Pop, Schlager

bis hin zum Metal auch im vorderen Bereich

vertreten ist. Leider wird in den Radios unserer

Meinung nach zu oft dasselbe wiedergegeben

und vieles klingt auch ähnlich. Insbesondere

im Bereich Rock findet man nur die langjährigen

etablierten Bands; Newcomern wird kaum

die Chance geboten, ein breites Publikum zu

erreichen.

MM: Was möchtet ihr mit eurer Musik vermitteln?

DISLIKE SILENCE: Unsere Passion, die Liebe

zur Musik, das Auftreten und das gemeinsame

Musikmachen sind Dinge, die wir versuchen

bei jedem Auftritt und jeder Aufnahme zu trans -

portieren. Menschen aus ihrem Alltag zu entführen

und ihnen mit unseren Songs zu helfen,

sie zu motivieren oder einfach mal abschalten

zu lassen.

MM: Euer Plan für 2020 war, als Sup port von

der Band SILBERMOND beim „Stimmen-

Festival“ aufzutreten, dies wurde auf 2021

verschoben. Wie ist es für euch, als Band

bei einem so großen Festival dabei sein zu

können und vor SILBERMOND aufzutreten?

DISLIKE SILENCE: Unbeschreiblich! Zumal das

Stimmen-Festival bereits viele große Künst ler

nach Lörrach gebracht hat und wir uns die

Bühne mit einer solch erfolgreichen Band wie

Silbermond teilen dürfen. Wir sehen dies nicht

als selbstverständlich und sind dankbar, dass

wir diese Chance bekommen haben.

MM: Was sind eure nächsten Ziele als Band?

DISLIKE SILENCE: Step by step … Unser nächs -

tes Ziel ist es, ein Album in Zusammenarbeit

mit einem Produzententeam zu veröffentlichen

und dieses, wenn möglich in Form einer Tour,

zu promoten.

WEB: WWW.DISLIKESILENCE.COM

WWW.FACEBOOK.COM/DISLIKESILENCE

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER

FOTOQUELLE: DISLIKE SILENCE

1/2021 musiker MAGAZIN


40 STORIES

47 Jahre im Dienst der Pilzköpfe

um ersten Mal seit nunmehr 40 Jahren Musiker Magazin stelle

Z ich als begeisterter Musiker meine eigene Band in meinem

Magazin off- und online vor … Seit 1963 gehört mein musikalisches

Herz zahlreichen Bands und Interpreten, aber an erster Stelle den

legendären Beatles.

1974 beschlossen damals der Gitarrist Uwe Hopp, der Gitarrist

und Pianist Hinrich Vogt, der Bassist und Gitarrist Ole Seelenmeyer

und der Gitarrist Rainer Pompel, zusammen eine Band zu gründen.

1976 kam der Hamburger Schlagzeuger Holger Quintus noch hinzu.

Uralte Fotos aus den Jahren 1974/75 dokumentierten damals den

musikalischen Anfang. Diese damalige Musikgruppe nannte sich

ARTANTS, was so viel heißt wie „KunstAmeisen“.

Schon damals war mir klar, dass man nicht nur gute Musik machen,

sondern sich auch ansprechende Bühnenkleider zulegen musste (s.

Fotos). Musikalische Stilrichtung der ARTANTS: zu circa 50 Prozent

Beatles-Songs, 20 Prozent melodische und mehrstimmige Country-

Songs, 10 Prozent Rock-’n’-Roll-Songs, zumeist von Chuck Berry,

und der Rest mehrstimmige Popsongs anderer Bands. Die meis -

ten Konzertauftritte dieser damals neuen Band organisierte ich

jeden Sonntag im Alexandra-Kino in Bleckede, Einzelkonzerte in

der Treubund-Halle in Lüneburg, in einem kleinen Club in Bad

Bevensen und anderswo.

1975 schlug ich zum Erstaunen meiner Band als damaliger Gitarrist

und Sänger meinen Bandmitgliedern ein völlig anderes musikalisches

Konzept vor: eine perfekte Beatles-Show, in der nur noch

Beatles-Songs gespielt werden würden, mit einheitlichen schwarzen

Anzügen, Beatles-Stiefeln, Schlipsen und Originalfrisuren wie

einst die Beatles … Und dafür müsste die Band eine neue PA, d. h.

Gesangsanlage, neue originale Bühnen verstärker, ein tragbares klassisches

Klavier, verschiedene Originalinstrumente und eine Licht -

anlage kaufen.

Ich war mir damals sicher, dass man mit einer derartigen Bühnen -

show erfolgreiche und gut bezahlte Konzerte überall in Deutschland

absolvieren könnte. Voraussetzung: Die Band müsste bereit sein, jeden

Abend in meiner selbst gebauten Musikwerkstatt (mit Bühne) im

vierten Stock im Zentrum von Lüneburg ein Jahr lang zu proben.

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 41

44 000 DM auf Ab zahlung. Monatliche Rate: 1 000 DM! Gleichfalls

kaufte ich nach und nach alle authentischen Verstärkeranlagen und

einige Instrumente.

Das Schwierigste war es, ein erfolgreiches Konzertmanagement

aufzubauen. Nach einem Jahr fast täglichen Proben für ca. 40

Beatles-Songs waren wir zwar musikalisch gut bis sehr gut, wussten

allerdings nicht, wie wir an gut bezahlte Konzerte in Clubs, auf

Festivals und Stadtfesten gelangen sollten.

Die Reaktion meiner Musikerfreunde war eindeutig:

Keiner von ihnen wollte sein Geld in eine Idee investieren, von der

niemand genau wusste, ob sie für die Zukunft realistisch wäre.

Daraufhin schlug ich meiner Band vor, alle zukünftigen Risiken dieser

Idee alleine zu übernehmen sowie alle nötigen Anschaf fungen wie

Verstärker, Instrumente (besonders das Klavier), die Gesangs anlage

mit Mikrofonen und die benötigte Lichtanlage (Gesamtwert ca.

15 000 DM) sowie einen großen Transportbus alleine zu kaufen.

Da ich damals in meiner Studentenzeit selber kein Geld hatte

und mit BAföG überleben musste, arbeitete ich nebenbei in verschiedenen

Firmen und als Gitarrenlehrer an Volksschulen im Land -

kreis, um so das nötige Geld zu verdienen. Zudem bot ich damals

meinen Mitmusikern an, dass ich das gesamte Musik management

dieses Projektes selber in die Hand nehmen und jedem Einzelnen

von ihnen für Konzertauftritte eine jeweilige Festgage zahlen würde.

Dazu waren dann meine Freunde bereit …

Zusätzlich musste noch der Transport geregelt werden. Ich hatte

zwar einen alten, kleinen Hanomag-Bus, mit dem ich bisher für die

Band alles selber transportierte, aber mir war klar, dass für die

neuen, größeren Anlagen und circa fünf Auf- und Abbauhelfer

(Schüler) ein wesentlich größerer Bus gekauft werden musste.

Nachdem ich etwa ein Jahr lang nebenbei hier und da bis Ende 1976

Geld verdient und angespart hatte, bestellte ich Ende 1976 einen

großen Mercedes-Transporter als Neuwagen im Wert von circa

Aus diesem Grund entwickelte ich folgende Idee: Ich rief das

bekannte Hamburger Stadtmagazin Ultimo (heute Oxmox) an und

fragte, ob ich für ca. fünf Konzerte innerhalb eines Monats in

Hamburgs bekanntestem Clubs ihre Titelseite kaufen könnte. Ich

kann mich heute noch gut daran erinnern: Der Chefredakteur und

Herausgeber des Ultimo war völlig konsterniert ... Er sagte mir klar

und deutlich, dass noch nie jemand auf eine derartige verrückte Idee

gekommen sei, und verlangte nach kurzem Nachdenken 850 DM.

Ich willigte sofort ein und ging danach mit meiner Band in ein

Hamburger Fotostudio, um professionelle Fotos zu machen. Heute

rückblickend kann man sagen: Sie waren wirklich fantastisch und

äußerst authentisch.

Versehen mit einem entsprechenden Layout ließ ich von einem

dieser Fotos 500 Plakate herstellen und fuhr damit zu den drei

wichtigsten Hamburger Clubs: zum bekannten und be rühmten

Hamburger Szeneclub Onkel Pö, zum ebenso bekannten Ham -

burger Club Logo und dann zum Winterhuder Fährhaus mit seinem

großen Saal.

All diesen Clubbesitzern zeigte ich das Plakat und sagte ihnen:

Wenn sie uns im Dezember 1976 und im Januar 1977 zwei jeweilige

Doppelauftritte geben würden, kämen sie mit diesem Plakatfoto

und den Konzertterminen mit auf die Titelseite des Hamburger

Stadtmagazins Ultimo.

Die Reaktion der Clubbesitzer: Sofortige Zusagen mit einer je -

weiligen Festgage von jeweils 1 000 DM pro Konzertauftritt.

Was niemand ahnte und wusste, war, was kommen würde, wie

also die Reaktionen der musikbegeisterten Leser des Hamburger

Stadtmagazins Ultimo auf diese ungewöhnliche und außergewöhnliche

Titelseite ausfallen würden.

Um es kurz zu sagen: Alle Konzerte waren nicht nur ausverkauft,

sondern zahlreiche Konzertbesucher erhielten keinen Einlass

mehr und mussten draußen vor den Türen und Fenstern stehen.

Nach jedem Konzert mussten wir zahlreiche Zugaben spielen und

Autogramme geben. Für uns war das alles wie Zauberei, denn so

etwas hatten wir zuvor noch nie erlebt. 8

8

1/2021 musiker MAGAZIN


42 STORIES

Im Winterhuder Fährhaus spielten wir zwölf Zugaben. Dann explo -

dierte auch noch meine Gesangsanlage mit einem großen Knall.

In diesem Augenblick wurde mir klar, dass ich die Chance hatte,

diese Erfolge in fast allen Musikclubs in Deutschland zu wiederholen.

Wenn es uns in der zweitgrößten Stadt Deutschlands gelungen war,

so eine Begeisterung und einen derartigen Ansturm hervorzurufen,

dann müsste das in den zahlreichen kleineren Städten dieses Landes

genauso funktionieren.

Was tun? Ich kaufte für 1 000 DM von einem Konzertveranstalter

circa 5 000 Adressen, entwarf einen Brief und legte diesem Brief

eine genaue Beschreibung der sechs Kon zerte in Hamburg bei – mit

den Namen, Adressen und Telefonnummern dieser Clubs als

Referenzen.

Danach bemerkte ich, dass circa 4 000 Adressen nicht mehr

stimmten – die Briefe kamen in den meisten Fällen postalisch

zurück. (Mails gab es damals noch nicht.)

musiker MAGAZIN 1/2021


STORIES 43

Und siehe da: Plötzlich riefen eine große Anzahl von Veran -

staltern bei mir an und wollten die Beatles Beat Band auch bei

sich haben.

Daraufhin erhöhte ich die Gage je nach Größe des Clubs auf

1 000 bis 1 500 DM. Und auch das klappte, denn die Veran stalter

rechneten selber mit Gewinnen. Damit hatte ich innerhalb von ein

bis zwei Monaten 120 bis 130 kleine und größere Kon zert auf tritte

für 1977 zusammen. Sämtliche Verträge mit den Veran staltern entwarf

und formulierte ich selber.

Da sich dieser große Erfolg schnell herumsprach, brachte unser

Schlagzeuger Mitte 1976 einen befreundeten Studenten der Ham -

burger Uni mit, der bereit war, uns zukünftig bei allen Kon zerten als

Agent zu vertreten. Sein Name: Klaus Lühnenschloss.

Die Folge der Gagenerhöhungen: Die Konzerte wurden weniger,

was auch für uns eine Erleichterung war, denn für so wenig Geld wie

bisher in ganz Deutschland mit einem großen Bus herumzufahren –

die meiste Zeit fuhren ihn unser Pianist Hinrich Vogt und ich im ständigen

Wechsel –, beladen mit inzwischen großen Anlagen und

Instrumenten, belastete in erheblichem Maße die Nerven und die

Gesundheit aller Bandmitglieder.

Wahrscheinlich haben wir in circa zehn Jahren auf 400 bis 500

Konzerten gespielt. Um die Musikgruppe immer attraktiver werden

zu lassen und die Veranstalter für Konzerte zu gewinnen, ließ ich

laufend neue Plakate und Infos drucken. Je höher die Gagen ausfielen,

umso schwieriger wurden die Verhandlungen mit den Veran -

staltern. Zum Schluss unserer vielen Konzerte managte uns der

Manager der Beatles Revival Band aus Frankfurt, Klaus Schmitt.

»Wahrscheinlich haben wir

in zehn Jahren auf 400 bis 500

Konzerten gespielt.«

Herausragend war ein Konzert auf dem Hannoveraner Stadtfest,

bei dem um die 10 000 Personen anwesend waren. Herausragend

war auch ein Konzert im heiligen Parlamentssaal des Hamburger

Senats/Rathauses. Ebenso herausragend war ein Konzert in

Amsterdam/Holland während einer Beatles Convention. Und auch

in der Ham burger Ernst-Merck-Halle, in der einst die Original-Beatles

auftraten, spielten wir vor mehreren Tausend Besuchern zusammen

mit Truck Stop.

Circa 1993 entschloss sich unser Pianist, Gitarrist und Sänger

Hinrich Vogt zu heiraten und in Bayern ein großes Hotel zu übernehmen.

Uwe und ich machten ab 1996 weiter. Wir engagierten verschiedene

Gitarristen und Schlagzeuger bis zum Jahre 2005, als

Hinrich als Pianist, Gitarrist und Sänger wieder zu uns zurückkehrte.

Seitdem haben wir mit verschiedenen Schlagzeugern (unter ihnen

Henning Dahlmann, der leider inzwischen verstorben ist) weiter in

einem kleinen Probe-, Video- und Konzerttheater in Lüneburg geübt,

das ich in einer ehemaligen Autowerkstatt fantastisch und technisch

perfekt aufgebaut und eingerichtet habe, und weiter auf Konzerten

gespielt. Bis zum heutigen Tage …

Ich habe in den folgenden zehn Jahren über alle Konzerte genaue

Terminkalender geführt, die ich bis heute aufbewahrt habe. Nach

und nach erhöhte ich dann die Gagen. Im Mittel aber verlangten unser

Agent und ich als Organisator dieser Musikgruppe zwischen 2 000

und 3 000 DM für ein Konzert.

Zu unser aller Begeisterung sind 46 Jahre nach unserer Grün -

dung im Jahr 1974 zu unserem letzten Konzert im Dezember 2019

in das Kulturforum Gut Wienebüttel circa 400 Besucher gekommen,

die bereit waren, zwischen 12 und 15 Euro Eintritt zu zahlen.

Und auch hier forderte das Publikum wie in alten Tagen viele

Zugaben – für eine Rentner band mit einem Altersdurchschnitt von

inzwischen ca 70 Jahren ein unerwarteter Erfolg!

1979 verließ uns unser Schlag zeuger Holger Quintus und wir

engagierten als neuen Schlagzeuger Knut Purwin aus Bad

Bevensen.

WEB: WWW.FACEBOOK.COM/THEBEATLESORCHESTRA

TEXT UND FOTOQUELLE BBB: OLE SEELENMEYER

FOTO BEATLES WALL: © GIGIGNOFORCELLA/ADOBE STOCK

1/2021 musiker MAGAZIN


44 MUSIKBUSINESS

The Singer’s Coach von LeeZa Nail

Teil 1: VOCAL SKILLS

LEEZA NAIL

The Singer’s Coach – Der Karriere-Ratgeber

Alles, was ambitionierte Sänger*innen wissen sollten!

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ISBN13: 9783947998081

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KÖRPERHALTUNG

UND GRUNDSPANNUNG

Für alle Übungen ist eine gerade, aufgerichtete

Haltung mit einer guten Körper-Grund span nung

einzunehmen. Eine „gute Grundspannung“ ist

immer dann gegeben, wenn deine Muskel span -

nung zwischen nicht angespannt („fallen gelassen“)

und überspannt liegt.

Mit dieser Grundspannung verfügt dein Körper

über einen effizienten Energie-Level und kann ihn

auch über längere Zeit halten.

AUFBAU DER GERADEN HALTUNG

Stelle dich mit dem Rücken an eine Wand. Die

Füße stehen parallel zueinander und etwa hüftbreit

auseinander. Fersen, Po, Schultern und

Hinter kopf berühren die Wand. Nun machst du

dich groß, indem du die Wirbelsäule an ihren beiden

Enden „auseinanderziehst“. Ziehe den

Scheitel punkt (den höchstgelegenen Punkt an der

Oberseite deines Kopfes) nach oben (die Augen

schauen dabei in Augenhöhe geradeaus, die Hals -

wirbelsäule dehnt sich), während du gleichzeitig

den Steiß (das untere Ende der Wirbelsäule) nach

unten ziehst. Das erreichst du, indem du beide

Pobacken anspannst, sie leicht zusammenkneifst.

Achte darauf, dass du dabei das Schambein nach

vorn oben ziehst und damit dem Hohlkreuz entgegenwirkst.

Das heißt, die natürliche S-Form der

Wirbelsäule wird in der unteren Hälfte etwas „be-

gradigt“ (daran zu merken, dass der Zwischen -

raum zwischen unterem Rücken und Wand kleiner

wird). Spüre aufmerksam, wie sich die – oft

durch Bewegungsmangel und zu langes Sitzen –

gestauchten Wirbel auseinanderziehen und die

Wirbelzwischenräume vergrößern. Deine Beine

sollen gerade und gestreckt sein, die Knie aber

nicht krampfhaft durchgedrückt, sondern in lockerer

Federung.

Nun kreise ein paarmal mit den Schultern,

lasse sie dann hinten – unten stehen (so, als ob

sich am Rücken die beiden Schulterblätter be -

rühren wollten) und lass die Arme locker an den

Seiten herabhängen.

Wenn du alle Punkte beachtest, solltest du in

dieser Haltung eine lockere Grundspannung deines

Körpers spüren. Am Anfang mag dir diese

Haltung unnatürlich und verkrampft vorkommen,

aber wenn du sie ein paarmal eingenommen und

dabei bewusst die Muskeln nur „gesund“ angespannt

und zur Aufrichtung eingesetzt hast,

dann wird sie dir mit der Zeit als die natürliche, auf -

gerichtete Haltung unverzichtbar werden. Natürlich

kann und soll niemand so den ganzen Tag herumstehen,

dennoch ist es für den Aufbau einer

guten Körperspannung (die wir für kraftvollen Ge -

sang benötigen) wichtig, diese aufrechte Haltung

immer wieder einzunehmen.

musiker MAGAZIN 1/2021


W– wie

Wissenswertes

Übrigens: Die bekannte Management- und

Motivationstrainerin Vera F. Birkenbihl hat einen

wirkungsvollen Tipp gegen Frust und Ärger.

Sie empfiehlt, in einen Spiegel zu schauen

und sich eine Minute lang (!) anzulächeln.

Auch wenn das Gesicht in den ersten 15 bis

20 Sekunden eher einer verzerrten Fratze

ähnelt: Spätestens nach einer Minute produziert

das Gehirn vermehrt Endorphine und

verbessert die Stimmung. Einen Versuch ist

es allemal wert, oder?

Merke: Die Aufrichtung der Wirbelsäule ist das A

und O einer gesunden Haltung und kann dich im

besten Fall vor schmerzhaften Rücken pro blemen

bewahren.

Der menschliche Körper ist ein Be wegung s -

apparat, und so sollte er auch eingesetzt werden.

Ohne angemessene, möglichst tägliche Be we -

gung bringt auch die beste Haltung auf Dauer

nur mäßigen Erfolg.

AUFRECHTE HALTUNG STÄRKT

AUCH DIE PSYCHE

Wenn du überwiegend in der geraden, aufgerichteten

Haltung gehst, stehst und sitzt, sendest

du kraftvolle Signale in die Außenwelt, fühlst dich

stärker und deine Stimmung verbessert sich auto -

matisch. Zum einen schöpfst du deine Körper -

größe vollends aus, zum anderen erweitert sich

dein Blickfeld im wörtlichen wie im über tragenen

Sinne. Das ist einer der Gründe dafür, dass es hilft,

sich aufzurichten und die körperliche Hal tung zu

ändern, wenn man deprimiert oder frustriert ist.

Auch wenn’s in dieser Stimmung zunächst un -

möglich scheint: Auf richten, Kopf hoch und lächeln,

mindestens eine Minute lang, und du wirst spüren,

wie nach und nach Kraft und Optimismus zurückkehren

(s. Kasten unten).

»There’s no business like showbusiness«

BUSINESS SKILLS FÜR

SÄNGER*INNEN

OUTFIT UND IMAGE

EINES*EINER SÄNGER*IN

Ein*e Musiker*in schenkt seinem*ihrem Pu -

blikum nicht nur gespielte oder gesungene Töne.

Die Bühne ist eine Art Laufsteg; hier gelten andere

Gesetze als im alltäglichen Leben. Im Moment der

Perfor mance offenbart ein*e Musiker*in immer

auch einen Teil seiner*ihrer Persönlichkeit. Und

dieser Teil ist wichtig. Selbst wenn für die Zuhörer

die Musik die erste Intention gewesen sein mag,

zum Konzert zu kommen, so geht doch das In -

teresse oft weit darüber hinaus:

»Man möchte

auch wissen, was das

für ein Mensch ist,

der da auf der Bühne steht

und einen so fasziniert.

Wie ist er oder sie

zu der Person ge worden,

die sie heute ist?

Was hat sie für eine

Vergangenheit?

Wie und wo lebt sie?

Was liebt sie?«

MUSIKBUSINESS 45

Die Wahrheit ist jedoch: Wir alle lassen uns

von Äußerlichkeiten beeindrucken – und be ur tei -

l en andere (mehr oder weniger be wusst) danach.

Grund genug, sich als Sänger*in mit diesem

Thema zu beschäftigen.

Wie zum Teufel kommt man denn nun zu einer

Ausstrahlung, wie sie eine Adele, ein Bruno Mars

oder eine Lady Gaga besitzen? Zwar kann man

sich Ausstrahlung und Charis ma nicht einfach

antrainieren wie Muskeln, aber du kannst deine

dir innewohnende Ein zig ar tig keit nutzen, indem

du deine besonderen Eigenschaften an dir selbst

entdeckst und sie bewusst verstärkst. So ge -

langst du zu dem, was die Menschen fasziniert:

Au then tizi tät.

A – wie Anekdote

Karl Lagerfeld sagte in der Talkshow

von Markus Lanz am 19. April 2012: „Wer

eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über

sein Leben verloren.“

Die Fortführung des Gedankens ist: Eine

Person in Jogginghosen und Badelatschen

bewegt, fühlt und verhält sich instinktiv

anders als eine im Anzug bzw. im Kostüm

und mit High Heels. Was bedeutet das für

eine*n Sänger*in?

WIE FINDE ICH

MEIN PERSÖNLICHES IMAGE

UND OUTFIT?

Eine wichtige Funktion für eine gute Haltung

übernehmen die Schultern. Nach vorne, zum

Brust bein hin gewölbte, hängende Schultern deuten

nicht nur auf einen kraftlosen, gedrückten Men -

schen hin, sondern sie machen es auf Dauer auch

immer schwerer, sich wieder aufzurichten und zu

neuer Kraft zurückzufinden. Ein aufgerichteter

Rücken mit erhobenem Kopf und locker nach

hinten – unten gestellten Schultern zeigen einen

kraft vollen und selbstbewussten Men schen (bitte

nicht wie ein Gockel mit übertrieben vorgestreckter,

stolzgeschwellter Brust).

Extrovertierte Sänger*innen haben es da leichter.

Sie zeigen gerne und meist intuitiv durch ihre

Art zu singen, zu reden, sich zu kleiden und zu

stylen, durch Gestik und Mimik dem Publikum

etwas von ihrem Inneren.

Aber nicht allen fällt das gleichermaßen leicht

– einige müssen vielleicht erst herausfinden, was

für ein Typ sie sind und wie sie von ihrem Pu bli -

kum wahrgenommen werden (möchten). Oder

sie denken, dass sie doch zuallererst mit ihrem

Gesang und nicht mit Äußerlichkeiten ihr Publikum

überzeugen wollen.

Natürlich gibt es kein Patentrezept, wie man es

schafft, authentisch zu sein. Doch du kannst einiges

dafür tun und dieses Kapitel als An regung

verstehen, dich mit dem zu beschäftigen, was auf

dein Publikum und die Men schen in deiner Um -

gebung einwirkt: deine Musik, deine Stimme,

dein Erscheinungsbild, Gestik und Mimik, deine

Art, mit dem Publikum zu kommunizieren, Show

und Bewegung.

Und das geschieht auf zwei Ebenen. Die erste

ist die, auf der der*die Sänger*in als Privatperson in

der Öffentlichkeit fungiert.

8

1/2021 musiker MAGAZIN


46 MUSIKBUSINESS

THE SINGER’S COACH

In ihrem bei Alfred Music erschienenen Buch The Singer’s Coach (978-3-947998-08-1) gibt LeeZa Nail

ihre Erfahrungen weiter an alle, die es ebenfalls ernst meinen mit der eigenen Gesangskarriere.

In insgesamt dreizehn Kapiteln beschäftigt sich LeeZa mit:

• der Gesangspraxis und deren handwerklichen Grundlagen (Atemtechnik, Stimmbildung, Interpretation)

• den „Basics“ der allgemeinen Musiklehre (Harmonik, Rhythmik, Gehörbildung, Vom-Blatt-Singen)

• der bewussten Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Sänger*in (Performance, An sprache des

Publikums, Imagebildung, Zeit- und Selbstmanagement, Fitness von Körper, Geist und Seele)

• den Notwendigkeiten des Musikbusiness (Equipment, Marketing, Künstlersozialkasse, Verwer tungs -

gesellschaftenwie GEMA und GVL)

Spannende und aufschlussreiche Interviews mit Profimusiker*innen aus Soul, Pop, Jazz, Musical,

Oper und Chor runden ihr Buchkonzept ab.

Selbstanalyse

DER*DIE SÄNGER*IN

ALS PRIVATPERSON

Die Bühne ist nur eine der öffentlichen Platt -

formen, auf denen der Künstler agiert. Grund -

sätzlich ist jedes öffentliche Auftreten, jedes Ge -

spräch, jeder Smalltalk repräsentativ. Indem ein

Musiker über seinen Beruf spricht und für seine

Kunst wirbt, wirbt er gleichzeitig auch immer für

seine Person.

Sänger*innen – erst recht, wenn sie mit dem

Singen Geld verdienen wollen – sollten sich neben

einem Bühnenimage und -outfit ein zweites, nennen

wir es das Repräsentier-Outfit, zulegen.

Zum Beispiel für Treffen mit Veranstaltern oder

der örtlichen Presse oder um ein Interview zu

geben. Auch werden dich fremde Menschen, die

dich als Sänger*in (er-)kennen, sehr neugierig

be obachten, wenn sie dich plötzlich auf der Straße

oder beim Friseur treffen.

Der Artikel „W – wie Wissens wertes“ – rechte

Spalte – macht zweierlei deutlich: zum einen, wie

sehr die Wirkung, die wir auf andere haben, auch

von Komponenten wie der Körpersprache ab -

hängig ist, und zum anderen zeigt er uns, dass

wir überhaupt Einfluss darauf nehmen können,

wie wir auf andere wirken.

Zuallererst solltest du dich mit deiner eigenen

Persönlichkeit beschäftigen, quasi dich selbst

besser kennenlernen. Die folgenden Fragen können

dir dabei helfen. Nimm dir dazu ausreichend

Zeit sowie Block und Stift zur Hand und denke

intensiv über die Fragen nach. Du kannst die vorliegende

Tabelle nutzen und mit Stichpunkten aus -

füllen. Doch ich empfehle dir, zusätzlich die Fragen

ausführlich und schriftlich auf einem Extrablock zu

beantworten, indem du positiv formulierst, also

zum Beispiel „Mir ist wichtig, dass …“ usw.

AUTOR: LEEZA NAIL

TEXTQUELLE: MIT FREUNDLICHER

GENEHMIGUNG VON ALFRED VERLAG

FOTOS: © FANTOM_RD / ADOBE STOCK

W– wie

Wissenswertes

Der Psychologe und langjährige Chef -

redak teur der Zeitschrift „Psychologie

heute“ Heiko Ernst thematisiert in seinem

Artikel „Unser täglicher Aus druckstanz“ in

der Aus gabe 04/2014 die „emotionale

Selbst beein flussung“.

Die Wahl der Kleidung, die Art zu sprechen

und die eigene Körpersprache, also

kurz: die eigene Selbstdarstellung beeinflusst

unsere Außenwirkung auf andere.

Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit!

Neuere Forschung hat nämlich ergeben,

dass man durch bewusste Körper -

haltungen sich auch emotional selbst –

sozusagen auch nach innen – beeinflussen

kann. „Nicht nur unsere inneren Zu -

stände drücken sich in der Körper sprache

aus. Wir können den Pro zess umkehren

und dem Gehirn durch be wusste Gesten

vorgeben, wie es sich zu be finden hat, zum

Beispiel in Prüfungs- oder Bewertungs -

situationen.“

Gerade diejenigen, die nicht zur Selbst -

sicherheit tendieren, sich eher selbst klein -

machen, zu Schüchternheit, Intro vertier t -

heit und/oder übertriebener Selbstkritik

neigen, können ihre Selbstpräsenz durch

die eigene Körpersprache optimieren.

Dazu sind keine besonderen schauspielerischen

Fähigkeiten nötig. Es reicht schon,

„negative Körper ein flüsse auf das Denken

und Fühlen zu vermeiden“ und sich selbst

davon zu überzeugen: „Hier bin ich, so bin

ich! Die Wirkung wird verblüffend sein.“

musiker MAGAZIN 1/2021


MUSIKBUSINESS 47

NUR

INTELLIGENTE

EINZELKÄMPFER

ÜBERLEBEN

»Ich bin bekanntlich einer

der schärfsten Kritiker der

GEMA – schickt

Ole Seelenmeyer voraus.

Aber sie hat in 2012

einen großen Schritt nach

vorn gemacht und

notwendige Reformen

eingeläutet.«

er Vorsitzende des Deutschen Rock &

D Popmusikerverband (DRMV) spricht von

der Umstellung auf das INKA-Abrechnungs ver -

fahren in 2012/2013. Damit löste die Verwer tungs -

gesellschaft das bisherige PRO-Verfahren ab,

einem nach Ansicht von Ole Seelenmeyer „extrem

komplizierten und ungerechten Tantiemen-Aus -

schüt tungs system. INKA ist einfacher, transparenter

und bietet eine höhere Abrechnungs -

genauig keit.“

Mit der Einführung der PRO-Abrechnung vor

23 Jahren seien die Urheberrechtseinnahmen der

live auftretenden Künstler in Deutschland „massiv

eingebrochen“. Das PRO-Verfahren zu entschlüsseln

habe jahrelange Erfahrung erfordert.

Von den GEMA-Lizenzgebühren für einen Live -

auftritt einer Band habe die Verwertungs gesell - tet als positiv, dass die GEMA-Mitglieder über

schaft bisher im Lizenzbereich zwischen 350 und INKA abstimmen durften, während PRO ein „reiner

Verwaltungsentscheid“ des damaligen Auf -

750 Euro und damit einen Großteil einbehalten.

Seelenmeyer gibt ein Rechenbeispiel: „Es kam vor, sichts rats gewesen sei. „PRO konnte zudem

dass lediglich zehn Prozent der Konzertlizenzen extrem missbraucht werden, und zwar von den

ausgeschüttet wurden. Das war ein Aderlass, bei GEMA-Millionären, die die eigentlichen Großver -

dem professionelle Künstler auf bis zu 90 Prozent diener des PRO-Verfahrens waren und es bis

der GEMA-Lizenzeinnahmen verzichten mussten.“ heute sind.“

Nach Seelenmeyers Meinung stünden den

selbst komponierenden und textenden Musikern Doch Livekonzerte sind nur eine der Vergü -

jedoch 85 Prozent der GEMA-Lizenzgebühren zu. tungsquellen der Musiker. „Die Einnahmen eines

Die restlichen 25 Prozent entfallen auf Be ar bei - Rock- und Popmusikers stammen aus vielerlei

tungsgebühren sowie Kultur- und Sozial ab gaben. Töpfen, wobei das Livegeschäft, bestehend aus

Gagen und daraus oft resultierenden GEMA-

Diese Verteilung könne nun hoffentlich das Tantiemen, mit zusammen 60 bis 70 Prozent den

INKA-Verfahren gewährleisten. Seelenmeyer wer- größten Anteil ausmacht.“ Doch während sich 8

1/2021 musiker MAGAZIN


48 MUSIKBUSINESS

bei den Konzerten mit INKA eine gerechtere

Verteilung für die Musiker abzeichnete, sieht

Seelenmeyer im Rundfunkbereich noch großen

Nachholbedarf: „99,9 Prozent aller Musiker ist

dieser Bereich leider weitgehend verschlossen.“

Die öffentlich-rechtlichen Sender und großen

Privatstationen stünden fast ausschließlich für

Majorkünstler offen. „Und nur 0,01 Prozent aller

Musiker in Deutschland haben einen CD-Vertrag

bei einer Major-Company“, schätzt Seelenmeyer.

„Es gibt rund 200 Radiosender in Deutsch -

land. Davon müssen nur die größten 50 Musik -

pro grammbögen (Sendeprotokolle) an die GEMA

einreichen.“ Ohne Programmfolgebögen erhalten

die Künstler keine GEMA-Ausschüttung. „Das trifft

die 99,99 Prozent vertragsfreien Bands und

Interpreten. Des wegen sollte die GEMA

diese 150 Rundfunkstationen auffordern,

Pro grammfolgebögen einzureichen“,

sagt Seelenmeyer. „Die

GEMA muss noch viel reformieren.

Aber sie ist auf dem richtigen

Weg.“ Es seien jetzt viele

junge Leute dabei: „Die alten

Knacker sind weg; es herrscht in

dieser Beziehung ein anderer Elan.“

Seine Kritikpunkte an der Verwertungsgesell -

schaft vertrat der Verbandssprecher bereits vor

Politikern des Bundestags. 2009 war er Mit initia -

tor einer Petition zur Reformierung der GEMA.

Seitdem habe die Verwertungsgesellschaft beispielsweise

ihre Delegiertenzahl verdoppelt.

„Thematisch hatte ich das in meiner Petition

gefordert“, erklärt Seelenmeyer. Von der damaligen

Anhörung im Bundestag blieb ihm vor allem

ein Satz in Erinnerung: „Ich fordere sie, die GEMA,

dazu auf, sich endlich zu reformieren. Wenn sie

dem nicht nachkommt, werden wir sie politisch

dazu zwingen“, sagten damals die CDU-Bundes -

tags abgeordnete Gitta Connemann und der

damalige Fraktionsvorsitzende Kauder. Diesen

Satz habe die GEMA als Ansporn ge nom men. In

Ini tia tiven wie der Bundestagsanhörung sieht

Seelenmeyer den Sinn seiner Verbands tätigkeit:

„Unsere Aufgabe ist es, die Politiker für das zu

sensibilisieren, was in unserem Kunst- und Kultur -

be reich im Argen liegt und reformiert werden

muss.“

Doch der DRMV versteht auch die Information

seiner Mitglieder als wichtige Aufgabe und erfüllt

diese beispielsweise mit dem Musiker Magazin.

Im Livebereich engagiert sich der Verband unter

anderem mit dem Deutschen Rock & Pop Preis,

der bereits Gruppen wie Juli und Luxuslärm als

Sprungbrett diente.

Doch nicht allein das

Verhältnis der Musiker zur

GEMA ist geprägt von In -

teressenskonflikten – das gilt

auch für Verlage und Labels:

„Die meisten professionellen

Musiker sind sehr kritische Geister.

Sie stehen zum Beispiel den Musik -

verlagen generell kritisch gegenüber.“

Ein Musiker frage sich oft: „Warum soll ich die

Nutzungsrechte an meinen Werken an irgendeinen

Verleger abgeben, der nur auf seinem Stuhl

sitzt und wartet, dass irgendwann mal was von

selbst passiert?“

Deshalb sei sein Ratschlag, so Seelenmeyer,

erst einmal keine Verlagsrechte zu vergeben.

„Das lohnt sich erst, wenn man einen Künstleroder

Bandübernahmevertrag hat.“ Damit sie ihre

Einnahmen optimieren, empfiehlt Seelenmeyer

den Künstlern, möglichst oft live zu spielen. Wichtig

dabei sei die „organisatorische Systematik“: „Am

besten ist es, wenn die Bands genau Buch führen,

wo und wann sie gespielt haben, nach jedem

Konzert einen Musikfolgebogen an die GEMA

schicken und ein Duplikat davon einbehalten.“

Zudem sollten sich Musiker voll auf die „Er-

oberung des Internets konzentrieren“. Dazu ge -

höre es, bei YouTube, Facebook, Instagram,

iTunes und Amazon vertreten zu sein. „Künstler

müssen ihre Produkte auf Verkaufsportalen an -

bieten und sie intensiv über begleitende Kom -

munikationskanäle bewerben – und zwar intelligent

und mit den richtigen Keywords.“ Doch

musiker MAGAZIN 1/2021


Lüneburger Musikerinitiative IDLM. Der Sänger und Bassist

spielte in den 70er- und 80er-Jahren rund 600 Konzerte

im In- und Ausland und ist auf rund 290 Tonträgerpro -

duktionen zu hören. Vor der Gründung des DRMV im Jahr

MUSIKBUSINESS 49

auch hier seien noch Reformen seitens der GEMA nötig. „Die

GEMA muss endlich das, was sie im Internet kassiert, auch an

die Künstler ausschütten, die im Internet tatsächlich verkauft

oder gespielt werden.“

Seelenmeyer weist zudem auf die

neuen Finanzierungs möglichkeiten hin,

die Musikern heute zur Verfügung stehen:

„Da gibt es zum Beispiel das Crowd fun ding,

bei dem quasi Aktien an Fans vergeben werden.“

Er sei sich aber „nicht so ganz sicher, ob das der richtige

Weg ist“. Auch die staatliche Musikförderung sieht

Seelenmeyer differenziert: „Infrastruk tur förderung halte ich für

richtig. Band subventionen halte ich für falsch. Wenn man

Musiker subventioniert, kann das Wichtigste kaputt gehen –

ihre Kreativität zur Selbstständigkeit und Unab hängigkeit. Wer

in dieser Branche überleben will, muss zum intelligenten, musikalischen

Einzel kämpfer mit oder ohne Band werden.“

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ZUR PERSON OLE SEELENMEYER

Firma:

Ist seit 1984 geschäftsführender Bundesvorsitzender des

Deutschen Rock & Pop Musikerverbandes e.V. (DRMV).

Als Musiker und Komponist gründete er bereits 1973 die

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1984 rief er 1981 die AGLM und 1982 die AG Rock Musiker

in Deutschland ins Leben.

DEUTSCHER ROCK & POP MUSIKERVERBAND

(DRMV)

Das Sprachrohr der Musiker, der DRMV, repräsentiert über

die ihm angeschlossenen 1 300 Musikgruppen, 80 Musik firmen,

36 Musikerinitiativen und Vereine sowie 1800 Einzelmusiker, Kom -

ponisten und Texter rund 20 000 Kulturschaffende aus dem

Gesamtbereich der Popularmusik. Der Verband macht sich für

die „kulturelle Anerkennung der Rock- und Popmusik und eine

„gleichwertige Behandlung von populärer und klassischer

Musik“ stark. Zudem fordert der DRMV die Chancengleichheit

deutscher Musiker und Urheber in den Veröffentlichungen der

Ton träger industrie und Musikverlagen sowie im Rundfunk und

Fern sehen. Generelles Ziel des DRMV ist die Verbesserung der

Arbeits be dingungen von Musikern, Komponisten und Text -

dichtern. Der DRMV vergibt unter anderem den Deutschen

Rock & Pop Preis, veröffentlicht das Musiker Magazin und

betreibt das Internet portal Musiker-Online.TV.

TEXT: NORBERT OBKIRCHER | QUELLE: MUSIKWOCHE

FOTOS: BILLIONPHOTOS.COM / ADOBE STOCK

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50 REZENSIONEN

BASTIAN KORN

»Held«

„Authentische und ehrliche Stücke mit deutschem Text, die

aus dem bewegten Leben des waschechten Musik-Malochers

erzählen.“ Bastian Korn ist sich selber den Nachteilen von

Klischees zwar vollends bewusst, kommt bei der Beschrei -

bung seiner Karriere aber kaum umhin, sich solcher zu be -

dienen. Ein waschechtes Ruhrpottkind inklusive Schloten,

Feinstaub, Feierabendbier und Kleingarten, das sich über

seine erste Ukulele und gemeinsam mit seinem Schlagzeug

spielenden Zwillingsbruder über die Bühnen der Region ins

Rampenlicht spielte. Gemeinsam mit diversen Koryphäen

der Ruhrpottszene wie dem Rockpalast-Gründer Peter

Rüchel tourte er über die Bühnen der Republik, seit einigen

Jahren arbeitet Bastian Korn nun mit dem Produzenten

Wolfgang Stach zusammen. Die beiden bilden ein exzellentes

Produzenten- und Songwriting-Duo, das die neue Musik in

die Welt bringt.

Die 2019 erschienene EP „Held“ bietet dem Hörer tiefgehenden,

aber trotzdem eingängigen und leicht melancholischen

deutschsprachigen Pop – und zwar ganz ohne den so oft

zu erlebenden negativen Beigeschmack flacher Texte und

billiger Arrangements. Hier wirken zwei Profis zusammen

an ausgefeilten Stücken, ohne jedoch den Fehler zu begehen,

den Drive der Lieder durch Sperrigkeit zu behindern.

Eine erfrischend lockere Angelegenheit, ohne verkrampft

und flach zu wirken.

bastiankorn.de

P.S.

INGO HÖRICHT

»Deep Blue«

Der studierte Violinist Ingo Höricht ist Kennern nicht nur

durch sein spielerisches Talent bekannt, sondern auch durch

seine kompositorischen Fähigkeiten, die er mit Projekten

wie Mellow Melange oder dem Schné Ensemble immer

wieder unter Beweis gestellt hat. Mit „Deep Blue“ ist nun

kürzlich unter seinem eigenen Namen ein neues Album

erschienen, auf dem Höricht und sein Ensemble sich wieder

einmal Hörichts großem Steckenpferd, ja seiner gar

nicht so heimlichen Liebe widmen: der Kammermusik. 16

Stücke bzw. Arrangements erwarten den Hörer auf „Deep

Blue“ und sie geben einen tiefen Einblick in die Vielfältigkeit

in Hörichts Werk und seine unorthodoxe Stilmischung. Vom

Piano-Solo über das Trio aus Klarinette, Cello und Klavier

bis hin zum Streichquartett sind so gut wie alle denkbaren

Besetzungen zu finden. Auch die Stimmung der einzelnen

Stücke reicht von ruhigen und andächtigen, vom „Nordic

Jazz“ inspirierten Stücken (die an moderne Interpreten wie

Jan Garbarek oder Ketil Björnstad erinnern) bis hin zu feurigen

Kom positionen, in denen osteuropäische Klassik, Jazz und

Folk aus Südeuropa und dem Balkan zu verschmelzen scheinen.

Ingo Höricht und seinen Mitmusiker*innen ist mit „Deep

Blue“ ein absoluter Geheimtipp gelungen für diejenigen, die

gerne über den Deckelrand von Klassik und Kammermusik

hinausschauen – einem Genre, in dem die Scheuklappen

bisweilen oft noch sehr hoch gezogen werden.

www.ingo-hoericht.de

P.S.

ANDY SUSEMIHL

»Alienation«

Wo beginnt man, all die Kollaborationen des Tausendsasas

Andy Susemihl aufzuzählen? Nachdem er mit zwölf Jahren die

Gitarre erstmals bespielte, folgten erfolgreiche Jahre mit den

Größten aus dem Rock-Geschäft. Um nur einige zu nennen

– sie heißen Sinner, Udo Dirkschneider, Richie Kotzen (Poison,

Mr. Big) und Rafael Moreira (Pink). Andy lebte mal in L.A.,

mal in deutschen Landen – immer wieder auf Live-Shows

mit verschiedenen Projekten und als hoch angesehener

Studiomusiker unterwegs. Er veröffentlichte zahlreiche Alben,

so zum Beispiel unter eigenem Namen ein deutschsprachiges

Album sowie ein Instrumentalalbum, und er machte

Aus flüge in die Country-Musik. Mit „Alienation“ beschreitet

Susemihl wieder seine Roots – mit elektrifizierten Saiten -

klängen – irgendwo zwischen melodischem Power-Rock

und solidem Metal. Seine Songwriter-Qualitäten strahlen in

jedem der zwölf Songs. Die Stimmung ist beim Titel „Aliens“

ganz nah an der kalifornischen Küste angekommen, bildlich

gesprochen. Modern wie die Winery Dogs und eingängig wie

der früher rockige Bryan Adams. Eine veritable Ballade bester

Tradition ist „Billion Dollar Light Show“. „Top Of The World“

ist ein Titel, der selbstredend da hindeutet, wo sein Protagonist

hingehört. Kollaborationen kommen und gehen. Es bleiben

die Gitarre und ehrliche, schweißgetränkte Musik von echten

Rockmusikern. Von der Sorte eines Andy Susemihl.

www.andysusemihl.com

C.S.

KINDERMUSIK /

VARIOUS ARTISTS

»42 starke Kinderlieder für

eine bessere Welt«

Eine illustre Ansammlung von Kindermusiker*innen versammelt

sich auf „42 starke Kinderlieder für eine bessere Welt“

zum Stelldichein. 42? Da war doch mal was. Genau: Laut

dem Kultbuch „Per Anhalter durch die Galaxis“ ist dies die

Antwort auf alle Fragen der Welt, nach dem Sinn des Lebens.

Nun will diese Compilation mitnichten so tun, als könnte oder

wollte sie Kindern erzählen, wie die Welt funktioniert und was

sie denken sollen. Stattdessen werden den (zumeist wohl

eher jungen Hörer*innen) hier spielerisch vielfältige Themen

rund um das Leben, die Welt und das Zusammen leben präsentiert.

Songs wie „Viva Wasser“ zum Thema Wasser ge -

brauch, „Wie schön, dass jeder anders ist“ zur Vielfalt oder

„Mobbing ist nicht mein Ding“ sollen auf altersgerechte Art

zum Denken anregen – und selbstverständlich auch ohne

den textlichen Rahmen musikalisch genießbar sein, es geht ja

schließlich um Musik. So tummeln sich auf „42 starke

Kinderlieder für eine bessere Welt“ daher vor allem lustige,

fröhliche, positive, tanzbare und aufgeweckte Lieder, die einiges

an Stimmung ins Kinderzimmer, in den Kindergarten oder

auf den Spielplatz bringen sollten. Musikalisch gibt es nichts

zu meckern: Quasi die gesamte infrage kommende musikalische

Palette wird abgedeckt, der Produktions standard und

das musikalische Handwerk sind durchgehend auf einem

hohen Niveau. Ein weiterer Beweis, dass Kindermusik per se

kein einfältiger, simpler Einheitsbrei sein muss, der Kinder

unterfordert – so viel darf man Kindern schon zumuten.

www.kindermusik.de

P.S.

DIFFERENT IMAGE PROJECT

»Freedom«

Als Gewinner in der Sparte beste Progressive Band 2019

präsentieren DIFFERENT IMAGE PROJECT nach dreijähriger

Arbeit ihr neues Album „Freedom“. Die Preisträger der Deut -

schen PopStiftung wissen mit einer sauberen Pro duktion zu

begeistern. Die Musiker um Jorge Klapproth haben ab -

wechslungsreiche Arrangements aus Heavy Riffing, verträumten,

harmonischen Melodien und orchestralen Synthie-

Läufen konstruiert. In ihrer Heimat Hückelhoven, zwischen

Aachen und Mönchengladbach und im gesamten WDR2-

Gebiet wurden sie von den Hörern dieses Radiosenders als

„Beste Band im Westen“ ausgemacht. Neben kernigen

Rock-Nummern mit heavy Shredding in „Guilty“ überrascht

ein klassisch anmutender Chorgesang in „Freedom“. Stimm -

lich zu überzeugen weiß Ruth Klapproth, die auch die Keys

bedient, genauso wie Jorge. So erwarb der Sänger auch die

Auszeichnung „Bester Rocksänger“. Weiter sammelte die

musiker MAGAZIN 1/2021


REZENSIONEN 51

Band die Auszeichnung „Bestes Arrangement“, „Bester

Popsong“ sowie „Bestes Video“. Nach all den Auszeich nun -

gen meint Jorge Klapproth zu seiner Intention hinter der

Musik: „Die Musik muss ins Herz treffen. (...) Mal mitreißend,

mal melancholisch, mal aufrührend, mal nachdenklich.

Aber immer mit einem hohen Wiedererkennungswert und

voller Spannungen.“

www.cmc-eclipse.de

C.S.

JESTER’S TEARS

»Perception«

Die Ursprünge von JESTER’S TEARS, einfünfköpfiges Pro -

gressive-Metal-Projekt, gehen bis auf das Jahr 1992 zurück.

Damals war die Idee geboren, einen Song zum Bandnamen

zu machen, nachdem ihn Tobias Dorner und Vokalist Dimitrios

Tsiktes aufgenommen hatten. Der Gitarrist und der Vokalist

suchten sich in den folgenden Jahren Musiker, die schließlich

1995 als JESTER’S TEARS ihr erstes Demo aufnahmen. 1996

erschien das selbstbetitelte Album, das mit einem internationalen

positiven Feedback bedacht wurde. Die Alben

„Re flections“ und „Illusion“ erschienen. Schließlich begann

man nach langer Pause 2018 mit dem Songwriting für

„Perception“. Die Band meldet sich gestärkt mit orchestralem

und melodiösem Metal zurück, der sich mit den Genre -

größen messen lassen kann. Kompositorisch und instrumental

versiert, handelt es sich um ganz große Metal-

Schmiede. Das Quintett bewegt sich lyrisch zwischen dem

Ursprung der Gefühle, der Wahrnehmung, Traumata, Schöpfen

positiver Energie und Zuversicht. Und dies im Kontext unserer

pandemischen Lage. Das Gitarren-Riffing ist spektakulär und

der Gesang erinnert an die Kolorationen der „Helloween

Shouter“. Die Power erinnert an Mystic Prophecy, auch eine

Metal-Manufaktur, die international Beachtung findet. Mit

Power und energiegeladenem Tempo überzeugt der Song

„Scream Into Darkness“, eine Anspielung auf das postfaktische

Zeitalter und eine Warnung an die Leichtgläubigkeit

ist „Critical Thinking“. JESTER’S TEARS lassen wieder aufhorchen,

mehr als je zuvor!

www.jesters-tears.de

C.S.

WECHSELSTROM

»Liquid«

„Zwischenkieferknochen, Hinterhauptknochen, Brust knochen“

… „Eigentlich schön, Knochen“. Der „Fluid Control –

Processing Text“ dauert 21 Minuten und 20 Sekunden und

nimmt somit über ein Drittel der Spieldauer von Christoph

Theilers CD „Liquid“ ein. Die Klanginstallation aus Stimmen –

mal übereinanderlappend, mal einzeln und klar verständlich

– und Geräuschen, die sich zeitweise zu einer Art Beat

zusammenfinden, ist auf alle Fälle ein ungewöhnlicher Album-

Auftakt. Ungewöhnlich für nichteingeweihte Hörer*innen, nicht

so ungewöhnlich aber für den Kom po nisten Christoph Theiler,

der nicht nur Kammermusik und Orchesterwerke komponiert,

sondern auch elektronische Musik und Klanginstal lationen im

Bereich Multimedia. Aufschluss über die Entstehungs weisen

der einzelnen Tracks gibt ein Besuch auf der Website: Alle

Tracks sind selbstverständlich elektronisch entstanden,

„Click and Error“ mit Analogschalter-Sounds, „Beep and

Error“ aus Warnsignalen, „HF-114“ aus Hochfrequenzinter -

ferenzen mit 4- bis 6-MW-Sendern. Der genannte Track

„Fluid Control – Processing Text“ ist aus Aufnahmen von

Per for mances in Wien, Glasgow, Wroclaw und Linz zusammengesetzt.

In diesem Kontext sollte man Theilers Klang -

installation auch hören; die Sound-Stücke, die er schafft,

üben zwar ohne Kontext eine ziemliche Faszination aus, sind

aber definitiv nicht einfach mal als leichte Unterhaltung

nebenbei zu hören. Kombiniert mit Lichtdesign, Performances

oder anderen Kunstformen und im Kontext eines Live-Events

entfalten sie wahrscheinlich erst ihr volles Potenzial.

www.wechsel-strom.net

L.K.

FARYNA

»Sicher im Straßenverkehr«

„Diese Melodie, die vergisst du nie“ singt Sängerin Faryna

auf „Hallo ihr Leut’“, dem ersten Lied ihrer CD „Sicher im

Straßenverkehr“. Damit trifft sie genau ins Schwarze, denn

die Melodie brennt sich ein. Verkehrsregeln können Spaß

machen und bleiben viel besser im Gedächtnis, wenn man

sie mit eingängigen Melodien verbindet. Faryna wiederholt

die Regeln nicht einfach nur, sondern baut sie in lebensnahe

Geschichten aus dem Alltag ein, sodass sich die Inhalte

leicht auf die Lebenswelt der jungen Zuhörerinnen und

Zuhörer übertragen lassen. Die Reime dürfen dabei ruhig

einfach sein: „Rot heißt stehen, Grün heißt gehen.“ Das

Thema Straßenverkehr wird auch in 15 Songs nicht langweilig,

denn es gibt mehr zu erklären, als man denken

könnte. „Was brauche ich am Fahrrad?“ oder „Was passiert

eigentlich in der Waschstraße?“ Die Musik ist lebensfroh

gestaltet, Farynas singt klar und immer gut verständlich.

Einige ihrer Songs beruhen auf bekannten Melodien

wie „Zur Schule fahr ich mit dem Rad“ („Von den blauen

Bergen kommen wir“), andere sind nach dem Call-and-

Response-Prinzip gestaltet. Beide kommen bei den Mitmach-

Konzerten, die Faryna regelmäßig veranstaltet, bei den

Kindern bestimmt gut an. Manche Beats sind richtiggehend

funkig („Ist deine Kleidung hell, sieht man dich schnell“,

„Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm“ oder „Was brauche

ich am Fahrrad?“), auf anderen Tracks ist die musikalische

Begleitung mit Akustik-Gitarre klassisch gestaltet. Neben

den Straßenregeln stehen Bewegung und Mitmachen im

Fokus. Die Kinder werden animiert, mitzuspringen, mitzutanzen

und mitzusingen. So geht Faryna ganz nebenbei ein

anderes wichtiges Thema an, das in der Schule und zu

Hause manchmal zu kurz kommt.

www.faryna-musik.de

L.K.

LOOPAHEAD

»Approaches JJ Cale«

LOOPAHEAD haben es wieder getan. Diesmal haben Udo

Lummer (guit., voc., diverse instr.), Paul Gerhard Lange (bass

guit.) und Uli Twelker (drums) weniger geloopt. Der Titel

beschreibt es eindeutig: „Approaches JJ Cale“ ist ein Tribut

an einen der herausragendsten Künstler der Rock- und Blues-

Geschichte. LOOPAHEAD zitieren Eric Clapton („The God“),

der gern wie Jay Jay sein wollte. Das Trio um Udo Lummer

war 2017 Preisträger beim Deutschen Rock und Pop Preis

(Beste Experimentalband, 2. Platz Revival-/Coverband) und

trifft den Relax-Sound wie den berühmten Nagel auf den

Kopf. Die Geschichten um billige Frauen, verehrte Frauen,

verrückte Frauen und das „Land Of The Free“ erzählt das

Trio gekonnt und mit dem Spielwitz, der in jedem Solo zu

fühlen ist. Die großen Hits „Cocaine“ oder „Call Me The

Breeze“ fehlen zwar, dafür sind 18 (!) Songs auf diese Pro -

duktion gepresst, die sonst keine Wünsche offen lässt.

„Since You Said Goodbye“ klingt wie ein würdiger Abschied

für den 2013 verstorbenen John Weldon JJ Cale. So liebevoll,

detailverliebt und entspannt hat sich selten eine Tribut-

Platte angehört.

www.loopahead.de

C.S.

GREEN WAVE

»Stolen Dreams In Nearby Lost

& Found«

Es soll also das letzte GREEN-WAVE-Album sein, meint

Rainer Wahlmann. Als würde er das Aus beschwören wollen,

heißt der erste Titel des neuen Albums „Reality Is The

Gallows Pole“. Es beginnt mit gruseliger Sound-Collage, was

dann in einen psychedelischen Twang-Guitar-Slow-Swamp-

Rock in „Amsterdam“ mündet. Das Album des Projekts GREEN

WAVE ist der vierte Teil einer Reihe von Konzept alben. Wer

interessiert ist an der Philosophie des Projekts, dem sei

die Story auf dem Blogspot „Green days on a planet blue“

8

1/2021 musiker MAGAZIN


52 REZENSIONEN

nahegelegt. Hier finden sich auch die Inspiranten von

Wahlmann aus frühen Zeiten: Alex Harvey, The Kinks, Leonard

Cohen – ich würde stilistisch um Ziggy Stardust ergänzen.

Nachdem Mastermind Wahlmann 2015 bereits sein persönliches

50-jähriges und 40-jähriges Bandjubiläum live feierte,

kommt mit „Stolen Dreams In Nearby Lost & Found“ ein

auf geringe Stückzahl limitiertes Album heraus, das von

Lebens erfahrung und Kreativität nur so strotzt. Es atmet den

Spirit der 70er-Krautrocklegenden. Und dies auf eine so

coole, unverschämt verspielte Art, wie es selten zu hören

war. Sound collagen, souveräner Laid-Back-Groove mal

abgedreht psychedelisch, mal folkig in „Dreams & Clouds“

münden in eingängige Melodien, wie in „The Morning“. Die

Pro ta gonisten der guten Zeiten des Rock lassen sich wahrnehmen,

wenn auch die klassisch rockig besetzte Band

absolut original und originell jung klingt. Man wünscht sich

ein Album nach dem Tod, der Galgen bleibt leer und Rainer

Wahlmann reiht noch einmal Sven Gross (keyboards, voc.),

Daniel Minnerath (guitars), Deddé Schäfer (bass, voc.) und

Manuel Schwierczek (drums) um sich herum, als die „letzte

Rock band vor der Grenze“.

www.green-wave-live.jimdofree.com C.S.

KEV

»Momente.«

Den Werdegang von KEV könnte man wohl ein wenig als

Justin-Bieber-Geschichte auf Kölsch bezeichnen. Der ausgebildete

Erzieher und Musiktherapeut, der bereits seit

Kindesalter diverse Instrumente spielt, begann vor einigen

Jahren damit, Videos mit eigenen, auf Kölsch verfassten und

akustisch begleiteten Kompositionen bei YouTube hoch zu -

laden. Die Videos kamen an, vielen Menschen gefielen

KEVs Lieder mit Mundart und nach kurzer Zeit wurde sein

Produzent Heiko Mürkens auf ihn aufmerksam. Seitdem bilden

die beiden ein eng verbundenes Songwriting-Duo, zudem

konnte man einen Deal beim Label Mike’s Music Records

aus Frankfurt landen.

KEVs Musik selber lässt sich dabei am besten beschreiben

als Best-Of der seit einigen Jahren so in aller Munde schwin -

genden Deutschpop-Poeten – nur mit dem Unter schied,

dass die kölschen Texte die Zielgruppe wohl ein wenig eingrenzen

(der norddeutsche Autor dieser Zeilen versteht mit

Glück die Hälfte der Zeilen auf Anhieb). Ansonsten bietet KEV

auf „Momente.“ auskomponierte Singer-Songwriter-Stücke

mit oftmals mehr oder weniger stark melancholischem

Einschlag. Von tanzbaren Stücken wie dem Opener „Nemm

ming Hand“ bis zur Ballade „Jar kein Iwigkeit“ werden alle

Dynamiken ausgereizt und machen das Album zu einer

vielfältigen Angelegenheit.

www.kev-musik.de

C.S.

ARREST

»Reincarnation«

Mitten ins Herz eines Metal Heads muss diese Platte treffen.

ARREST feiern ihre „Reincarnation“, ein Power-Metal-

Album der alten Schule, modern dem Genre entsprechend

produziert und gemixt. Wer Helloween, Accept oder die britischen

eisernen Jungfrauen zu seinen Favoriten zählt, wird

in bester Weise in ARREST genommen. Denn die Band ist

in ihrem Fach seit 1992 musikalisch tätig. Mal rocken Frank

(guit.), Alex (voc., guit.), Jerry (drums) und Ralf (bass guit.)

progressiv mit studiotechnischen Synthiespielereien im Hinter -

grund, mal fährt der Metal-Zug mit Double Bass Drumming

in höllischer Geschwindigkeit vorwärts. Ihre eigenständigen

Songs stehen in nichts den live gespielten Covern von Metallica

und Co. nach. Der Opener „Solitary Man“ überzeugt mit

vielseitigen Vocals, Atmosphäre und überraschenden

Riffs. „Night Stalker“ groovt sogar tanzbar und heavy zugleich.

Alben von ARREST verkaufen sich in Japan, den USA und

überall, wo Metal gehört wird. Mit ihrem Sound konnten sie

auch die Jury des Deutschen Rock und Pop Preises überzeugen

– als Gewinner in der Kategorie „bester Song“ mit

„Desperate Memories“. Sicher hören wir von ARREST bald

Live-Sound auf einem der großen Festivals – nach dem

pandemie bedingten Arrest der Kulturszene bestimmt!

www.arrestmusic.com

C.S.

ANDY SUSEMIHL

»Burning Man«

Andy Susemihl kann wahrlich auf eine bewegte Karriere

zurückschauen. Bereits mit zwölf Jahren griff er zum ersten

Mal zur Gitarre, stieg schnell auf die elektrisch verstärkte

Variante um und machte sich in der deutschen Szene der

späten 80er einen Namen. Als Teil der Ursprungsformation

von U.D.O. mit Udo Dirkschneider, dem legendären, ehemaligen

Accept-Frontmann, wurde er schnell auch über die

deutschen Grenzen hinaus bekannt, tourte mit zahlreichen

internationalen Rock-Größen und verkaufte Hunderttau -

sende Platten. Seit Anfang der 90er ist er neben Aktivitäten

mit der Band Sinner vornehmlich solo unterwegs und bastelt

an seinem eigenen musikalischen Vermächtnis – das, ganz

getreu dem Motto „never change a running system“, nach

wie vor schwer auf gitarrengetriebenen Rock’n’Roll ausgerichtet

ist. „Burning Man“ heißt seine aktuelle, 2020 veröffentlichte

EP, die dem Hörer klassischen, melodischen, eingängigen

und bisweilen dynamischen Rock bietet. Neben den

eingangs erwähnten Acts kommen hier stellenweise auch

zeitgenössischere Bands wie die Foo Fighters, 3 Doors Down

oder eben auch die klassischen AC/DC ins Ohr. Musik -

geografisch riecht hier alles nach Good Ol’ America. Dazu

gesellen sich eine glasklare, druckvolle Produktion und eine

Backing-Band, die Susemihls Kompositionen, sein Gitarren -

spiel und seinen klaren, melodischen Gesang ins rechte

Licht rücken.

www.andysusemihl.com

P.S.

OLLI EHMSEN

»Fliegen«

Seit 15 Jahren ist Olli Ehmsen bereits als Kindermusiker aktiv.

Mit „Fliegen“ ist nun sein neues Album erschienen. Elf Songs

zum Mitsingen, Tanzen und Bewegen präsentiert Ehmsen

seinem wohl eher jungen Zielpublikum. Tanzbar, leicht rezipierbar,

aber ohne einfältig und flach zu sein, kommen die

Stücke daher und laden die Kids damit zum Auspowern, zur

„Bodypercussion“, aber auch zum Mitdenken, Mitsingen und

Mitmachen ein. „Vielfalt ist das Leben“, einer der prägenden

Songs der Scheibe, wurde für seine Botschaft sogar zum

Siegertitel des Wettbewerbs „Klasse inklusiv – gemeinsam

stark“ aus Hamburg erklärt und von Kindermusik-Koryphäe

Rolf Zuckowski geadelt. Olli Ehmsens Konzerte bestechen ja

seit jeher durch einen ganzheitlichen Ansatz von Bewegung,

Rezeption, Zuhören, Nachdenken und Mitmachen – die

Stücke seines Albums „Fliegen“ werden sich nahtlos in dieses

Konzept einfügen und die Shows weiter bereichern.

singen-ist-stark.de

P.S.

KLAUS MICHEL

»Primavera«

Die tiefen Wasser der pandemischen Krise, Liebes sehn -

sucht und Straßen, um Grenzen zu überschreiten, das sind

die lyrischen Zutaten von „Primavera“, dem aktuellen Album

von Klaus Michel. Der Musiker, der auch als Gitar ren lehrer firmiert,

hat ein wunderbar gitarrenlastiges Americana-Album

vorgelegt. Unterstützt wird Klaus Michel von einer top auf -

gelegten Begleitband in verschiedenen Besetzungen, u. a.

mit Oliver Kölsch (dr.), Mark Horn (pedal steel guit.), Kay

musiker MAGAZIN 1/2021


REZENSIONEN 53

Zingler (bass) und gesanglich von Catherine Klier (keys,

backing voc.) sowie Ina und Wolfgang Behm. Oft in sehnsuchtsvollen

Midtempo-Nummern angesiedelt, fehlt es

nicht an Abwechslung. So, wenn es mal schneller rockt, wie

bei „Three Weeks (… to Italy)“. In Zeiten, wo der Schengen-

Raum in Europa nicht mehr das verspricht, was der Reisende

sich von der EU wünschte. Nostalgische Gefühle von Frei -

heiten wie dem grenzenlosen Reisen kommen auf. Eine kritische

Verarbeitung des amerikanischen postpräsidialen

Dramas ums Weiße Haus ist der Song „American Dream“,

eine düstere Ballade der Song „Don’t give up“ mit der Chance

auf ewige Liebe. Witzig ist das Zitat von Wang Chung aus

„Dance Hall Days“ im Song „Hands“. Dann überrascht eine

psychedelische Gitarren-Feedback-Orgie in „Passing Away“.

Tom Petty würde heute vielleicht ähnlich klingen. Sehr wohl

erzählt das Album von Ängsten, Depres sionen und den doch

möglichen Wegen aus der Krise. Die Monate des Shut -

downs durch das ungekrönte Virus hat Klaus Michel zu diesen

Liedern inspiriert, so scheint es. Das Menschliche spiegelt

sich doch besonders in der Fähig keit wider, Musik zu

kreieren und zu genießen. Dieses Folk- und Country-beeinflusste

Rockalbum „Primavera“ ist ein besonders ge lun -

gener Beweis hierfür. Gerade jetzt: Prä dikat „Besonders

hörenswert“!

www.klaus-michel-music.com

C.S.

GALL/FINGERHUT

»Im Dunkeln übers Wasser geh’n«

Eine „Rebellin auf leisen Sohlen“, das ist Nadine Fingerhut,

eine einfühlsame Singer-Songwriter-Pop-Poetin. Hier zusammen

mit Rudi Gall, dem Sänger, Komponist, Texter und Pro -

duzent aus Leidenschaft. Gemeinsam haben sie ein gefühlvolles,

trocken produziertes, reduziert klingendes Album ge -

schaffen. Nadine hat schon jede Menge Liedermacher-Preise

eingeheimst und stand schon mit namhaften Größen wie Wolf

Mahn, Purple Schulz, Karat und Anastacia als Support auf

der Bühne. Viele Radiosender spielten sie in „Hot Ro tation“.

Rudi Gall produzierte und sang gemeinsam mit ihr für diese

Veröffentlichung. Bei aller Zurückhaltung handelt es sich

bei „Im Dunkeln übers Wasser geh’n“ von GALL/ FINGERHUT

um eine feine und ausgefeilte dynamische Scheibe zwischen

Rock-, Pop- und Jazz-Arrangements. Wohl gefällig, eingängig

und hittauglich klingen die beiden dabei, wie in „Wir wollten

wissen, wo unser Stern steht“. Hier rockt es, eingeläutet von

Geräuschen tickender Uhren in einer Art von Pink Floyds

„Money“. Ein Swing-Blues voller Gefühl folgt mit „Bitte

wärm nochmal meine Hände“. Anspieltipps gibt es ohne

Ende auf diesem Album – nicht nur für die leisen Rebellen

unter uns.

www.angerhaus-records.de

C.S.

KATRIN WETTIN

»Katrin Wettin & Classic Sounds«

Die Tochter einer Mathematikerin und eines Opernsängers

entdeckte schon früh ihr Talent für die Violine. Sie absolvierte

die Dresdener Spezialschule für Musik „Carl Maria von Weber“

und ging an die Hochschule für Musik in Dresden. In verschiedenen

internationalen Projekten baute sie ihr musikalisches

Spektrum aus und variierte ihr Können mit Rock,

Swing und Pop. Katrin Wettin präsentiert auf ihrem aktuellen

Album „Katrin Wettin & The Classic Sounds“ Stücke aus

der Rock- und Popmusik souverän. Ihr gefühlvolles Spiel lässt

den Crossover der Musikstile mit Klassik verschmelzen.

„Bohemian Rhapsody“ ist eine wohlgefällige Produktion,

„Highway To Hell“ als orchestrales Ereignis lässt das Feuer

der Hölle etwas missen. Dass Katrin als Supertalent im

RTL-TV auftrat und ich die blonde sympathische Geigerin

spontan mit dem schönen David Garrett vergleiche, ist kein

Zufall. Man wünscht dem Album gern ein paar rockige Kanten

und Ecken. Für gemütliche winterliche Abende jedoch mag

ihr Album bei knisterndem Kamin die Idealbesetzung sein.

www.katrinwettin.com

C.S.

GERALDINO

»Banane Banane Banane«

Geraldinos Mini-CD beginnt mit einer Liebeserklärung an die

Banane. „Jeder mag sie gerne, denn sie hat keine Kerne“,

„Grün schmeckt sie nicht, gelb ist sie lecker“ – diesen Ein -

sichten kann man sich wahrlich nicht verwehren. Im entspannten

Reggae-Groove chillen sich Geraldino und Friends durch

den Song. Ein lässiger Gast-Rap von Poppa W, ein stimmungsvoll

eingesetzter Hintergrund-Chor sowie ein souliges Saxo -

phon-Solo machen den Groove perfekt. Mit seinem untergründigen

Humor hat der Song das Poten zial zum Kult-Hit und wird

bestimmt nicht nur Kinder begeistern. Denn Kinder sind die

eigentliche Zielgruppe Geraldinos und das schon seit sage und

schreibe 37 Jahren! Weitere amüsante Geschichten in Lied -

form folgen. Ob es um den Besuch einer Fee bei einem ein -

samen Jungen in Australien geht, der lediglich ein Hühner bein

zum Spielen hat („Eine Geschichte“), um die nervige kleine

Schwester Amelie, die den Sänger in den Wahnsinn treibt

(„Kleine Schwester Amelie“) oder um singende Nilpferde und

kletternde Schweine im Garten. Der Fantasie sind keine Gren -

zen gesetzt und die Geschichten werden durch passende

unterhaltsame Sounds bereichert. Musikalisch bleibt es

ebenso abwechslungsreich. Neben den klassischen Band -

instrumenten kommen Didgeridoo, Akkordeon, Kontrabass,

Bandoneon und Klavier zum Einsatz. So ist die Mini-CD wahrlich

eine Wundertüte, und zwar eine ziemlich bunte und lustige!

geraldino.net

L.K. 8


54 REZENSIONEN

ROBIN SUN

»Liaison Vol. 2«

Schon nach den ersten Takten ist es klar: Robin Sun kann

singen – und wie. Mit voll klingender Stimme, die auch

Höhen bravourös meistert, entfesselt er Emotionen mit

einem Cover des melancholischen „February Song“ und

macht Lust auf den Rest seines Albums „Liaison Vol. 2“,

das Coversongs sehr emotionaler Natur enthält. Ein Blick

auf die Website des Sängers gibt Aufschluss: Der Musiker

ist gefragter Sänger bei Hochzeiten und Geburtstagen, entsprechend

gefühlvoll also die zusammengestellten Titel.

Dabei singt Robin Sun nicht nur gerne auf Englisch, sondern

wechselt ebenso flüssig in andere Sprachen. Die

Stimmung bei „Anthem“ aus dem Musical „Chess“ kann fast

schon als episch bezeichnet werden. Dem Original von

Sänger Tommy Körberg steht Robin Suns Version kaum

nach. Irgendwann ähneln sich die schwelgerischen Streicher

und das nachdenkliche Klavier jedoch, sodass man sich

über „All’imorovviso Amore“ freut, bei dem E-Gitarre und

Synthie den Beat zumindest zeitweise etwas anheizen. Oft

dienen Songs von Josh Groban als Inspiration, was Sinn

macht, da sich die Stimmen der beiden Sänger in ihrer

Klangfarbe und Virtuosität gleichen. Obwohl man sich nach

17 Songs voll gefühlvoller Höhen und Tiefen etwas Leichtig -

keit wünscht, überzeugen Robin Suns starke Stimme und

Emo tionalität. Diese Stimme gehört eigentlich auf eine größere

Bühne, und bis er das erreicht hat, können sich die

zukün ftigen Brautpaare glücklich schätzen.

www.robin-sun.com

L.K.

WAIDMANN

»Für Dich«

Reibeisenstimme und Rock im idyllischen Waidmannsland.

Passt nicht? Oh doch, das passt. Die Waidmänner Manu, Phil,

Fabi und Pepe haben scheinbar Großes vor, prangen doch

Krone, Banner und Siegel auf dem Cover ihres Erstlings „Für

Dich“. Dass sie sich wie Könige fühlen, geben die vier Jungs

auch gleich zu. Nachdem man auf Track 1 im „Waidmanns-

land“ begrüßt wurde, erzählt Track 2 davon, wie sich die

Band „nur mit euch“ wie „Könige“ fühlt. Ein Kompliment

also an die gute Gesellschaft. Die „Melodie für Sieger“ ist

absolut einprägsam. Da möchte man direkt zusammen mit

den Waidmännern den Erfolg feiern – welchen auch immer.

Die Akustikgitarre auf „Wie Waid“ bietet eine angenehme

Abwechslung zu den härteren Klängen davor. Inhaltlich

setzt sich Sänger Manu damit auseinander, wie weit man

bereit ist zu gehen und wie man in scheinbar ausweglosen

Situationen reagiert. „Wie lang wollen wir zusehen, wenn

Hunderttausende an Hunger sterben“ oder „Wie lang diesen

Weg gehen, wenn Waffen mehr wert sind als ein Menschen -

leben“. Schön, dass die Waidmänner auch tiefgründigen

Themen Platz geben. „Für Dich“ bietet eingängige Gitarren-

Riffs, abwechslungsreiche Texte und eine Bomben-Stim -

mung, die man gerne mal live erleben möchte. Ein vielversprechendes

Debüt, mit dem sich die Band sicher einen

wohlverdienten Platz in der deutschsprachigen Rockszene

erarbeiten wird.

www.waidmann.online

L.K.

PHIL MARTIN

»SchlagerWelt«

Phil Martin möchte mit seinen Liedern die Welt ein bisschen

besser machen. Er appelliert an das Gute im Men schen, zum

Beispiel auf „Leben lassen“, wo es heißt „Denk nicht immer

nur an dich, wenn dich jemand braucht, dann lass ihn nicht

im Stich, nur gemeinsam sind wir stark“. Auch umweltpolitische

Themen sind ihm ein Anliegen: „Fukushima“ prangert

den schädlichen Eroberungswillen der Menschheit an,

der nur durch Naturgewalten und Umweltkatastrophen

gestoppt werden kann. Die Atomkatastrophe Fukushima

dient als Symbol bild für sinnloses Sterben und ein verödetes

Land und setzt dabei ein Statement gegen Atomkraft.

„Träumer wach auf“ kommt in bester Schlager-Manier daher,

schwel gende Streicher und dezenter Background-Gesang

untermalen den Refrain, Klavier und E-Gitarre setzen solis -

tische Akzente. Einen Ausreißer ins Jazzig-Swingende gibt’s

auf „60, na und?“. Was auf einer runden Schlager platte nicht

fehlen darf? Die Liebe! Am Ende von „Schlager Welt“ folgen

zwei romantische Liebes schman kerl, eines davon garniert

mit Saxophon-Solo.

philmartin.de

L.K.

PHIL MARTIN

»Schwobeland«

Auf „Schwobeland“ lädt Phil Martin auf eine musikalische

Reise in seine Heimat ein. Die EP ist eine Liebeserklärung

an das „Ländle“, ob an die Natur, das Essen, den Wein oder

an die „hübschen Mädle“. „Wenn du mal bei uns warst,

dann willst du gar nicht mehr weg. Es ist halt weit und breit

und auf der Welt der schönste Fleck“, singt Martin voller

Enthusiasmus in „Schwobeland oh Heimatland“. Mit einem

„Hoch auf die Schwaben“ geht es in dem dritten Song wei-

ter. Hier werden speziell die sympathischen Ein wohner des

Schwabenlands gelobt, aber auch Regionalgerichte wie die

weltbekannten Spätzle. Der Refrain ist sehr eingängig und

lädt zum Mitsingen ein. Etwas gefühlvoller gelingt die Liebes -

erklärung an die „Schwobemädle“, die neben zahlreichen

positiven Eigenschaften „herzlich, gefühlvoll und adrett“

sind. Wenn auch vielleicht ein wenig besitzergreifend, denn

kurz nach der ersten Verliebtheit wird oft schon von Hoch -

zeit gesprochen. Aufgepasst, ihr verliebten Herren! Untermalt

von launiger instrumentaler Begleitung, die auch mal regionaltypisch

von Akkordeon und Blasinstrumenten verstärkt

wird, macht die CD richtig Stimmung. Phil Martins Dialekt

lässt die Musik besonders authentisch klingen. Trotzdem sind

die Texte auch für Nicht-Schwaben gut zu verstehen.

philmartin.de

L.K.

GABY JOGEIX

»Meanwhile In New Orleans«

Nach seinem erfolgreichen Album „Hermosa Beach“ (2013)

erscheint am 16. April 2021 das neue Album „Meanwhile In

New Orleans“ von Gaby Jogeix, das er in New Orleans auf -

genommen hat. New Orleans war für Gaby Jogeix die perfekte

Stadt, um neue Klänge in seine Songs zu integrieren.

Mit den Aufnahmen kehrte er nach Spanien zurück, um sein

Album in Madrid fertigzustellen. An seiner Seite die Pro du -

zenten Juan Guevara und Felipe Guevara, der für einen

Latin-Grammy nominiert war.

Mit „Meanwhile In New Orleans“ zeigt der Künstler sein

breites Spektrum und seine Einflüsse. Die Singles „Right

Way To Love You“ und „Fair Green“ hatten bisher mehr als

1 000 Airplays in Deutschland, Österreich, der Schweiz,

Spanien und Frankreich.

Die dritte Single „The Other Side“ wird am 6. April 2021

über Enghardt Media / Edel Music auf allen Online-Portalen

weltweit erhältlich sein.

Das Album „Meanwhile In New Orleans“ folgt am 16. April

2021 digital und im Handel.

Hier ein erster Vorgeschmack auf das Album:

youtu.be/FkQtJk720lw

REZENSENTEN:

C.S. – CHRISTIAN SCHÖNING

L.K. – LINDA KNAUER

P.S. – PHILIPP STRUNK

musiker MAGAZIN 1/2021


DRMV_Titelschutz.indd 1 04.09.2020 08:54:24

TITELSCHUTZANZEIGEN 55

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20,– € für Mitglieder

30,– € für Nichtmitglieder

EDGAR WEILER

„Will the circle be unbroken“

VÖ: 15.01.2021

edgar.weiler@weiler-legal.com

RAYO DE LUNA

„A Journey to…“

VÖ: 08.05.2020

info@martinschroer.de

A CUP OF-T

„Live & Pure“

VÖ: 01.10.2019

www.acupof-t.de

Hiermit beantrage ich Titelschutz gem.§5 Abs.3

für Bild/Ton/Medienträger, Bücher (physisch und digital)

und Verlag für den Titel

Musiker-Liebe“

in allen Schreibweisen, Schriftarten,

auch im Zusammenhang mit Zusätzen.

Klaus Neuhaus, Arneckestr. 70, 44139 Dortmund

GOLDMARIE

„Awakening“

VÖ: 11.12.2020

franziskabubproduction.com

DIE PLANK

„Jetzt geht die Sonne auf“

VÖ: 17.04.2020

www.die-plank.de

DACAPO

„Covers“

VÖ: 06.09.2019

www.tanzband-dacapo.de

S H N

I P S I

www.franziskabubproduction.com

In freundschaftlicher Partnerschaft

Produzentin Franziska Bub mit Designerin Sophie Graff.

www.franziskabubproduction.com | www.sophiegraff.ch

L

FRANK PROFT

„Wo bist du“

VÖ: 18.11.2020

proft-live.de

PART OF THE CROWD

„Time Machine“

VÖ: 15.04.2020

www.part-of-the-crowd.de

JOSEF BECKER

„We all grew older“

VÖ: 16.08.2019

Unter Hinweis auf §§ 5, 15 MarkenG nehme ich

Titel:

M

MISCHU

UNG

IM

MPOSSIB

BLE

usen-Land,

ng-impossible.com

I C

Weinheimstr.

U G

M O S B

Titelschutz in Anspruch für den

in allen Schreibweisen und Darstellungsformen, als Einzeltitel und für alle Medien

auch im Zusammenhang mit Zusätzen.

Georg Berha

11, 53229 Bonn

www.mischun

E

GOLDMARIE

„Bittersweet Misery“

VÖ: 09.10.2020

franziskabubproduction.com

DORIAN BLACK

„Down Wth You Love“

VÖ: 28.08.2020

www.dorian-black.de

NIMA LINDNER

„The truth behind“

VÖ: 03.04.2020

www.nima-lindner.de

JOGALO

„Jogalo and

the Funkey Fellas“

VÖ: 18.02.2020

jojobamusic@gmx.de

CAPELLASTREET

„Dicht an dicht“

VÖ: 16.08.2019

facebook.com/CAPELLASTREET-

267568193278873

WATTENLÄUFER

„We bruuk keen Kalifornien“

VÖ: 09.08.2019

www.wattenlaeufer.de

CD-Veröffentlichungen in den weltweiten

digitalen Downloadportalen

über

– MUSIKER ONLINE –

Infos: info@musikermagazin.de

JÜRGEN TESCHAN DUO

In Session“

VÖ: 03.07.2020

www.teschan.com

CAPELLASTREET

„Close to close“

VÖ: 20.12.2019

thiboe@gmx.de

CIRCUS GENARD

„Southie Kids“

VÖ: 09.08.2019

www.circus-genard.de

DORIAN BLACK

„Winter“

VÖ: 05.04.2019

www.dorian-black.de

DORIAN BLACK

„Take The Hard Way“

18.06.2020

www.dorian-black.de

JAMBERRY

„Schicksal“

22.11.2019

jamberry-music.de

THE NEW TEAM PROJECT

„New Trinity“

VÖ: 19.07.2019

www.the-new-team-project.de

DORIAN BLACK

„This Will Make You

Love Again“

VÖ: 15.03.2019

www.dorian-black.de

DORIAN BLACK

„Sounds Like A Melody“

18.06.2020

www.dorian-black.de

DIE ROCKMEDIZINER

„… auf Krankenschein“

VÖ: 22.11.2019

ALEX FRIDL

„Weida gezz“

VÖ: 07.06.2019

DORIAN BLACK

„Sweet Thing“

VÖ: 08.03.2019

www.dorian-black.de

DORIAN BLACK

„Take Me Out Of Here“

18.06.2020

www.dorian-black.de

Jenna Akua Hoff

„Happy Holidays“

VÖ: 16.11.2019

facebook.com/iamjennahoff

HARALD JOST

„Tiefgefrorenes“

VÖ: 07.06.2019

DORIAN BLACK

„Time Runs Backwards“

VÖ: 08.03.2019

www.dorian-black.de

DORIAN BLACK

„Your Room“

18.06.2020

www.dorian-black.de

FRANK PROFT

„Stück zurück“

VÖ: 15.11.2019

www.proft-live.de

DOMINION FORCE

„Dominion Force“

VÖ: 31.05.2019

www.facebook.com/Dominion-

Force-1997023837273526

STEFAN LAUTERBACH

„Moments of truth“

VÖ: 26.02.2021

stefan.lauterbach@arcor.de

DORIAN BLACK

„Revenge“

18.06.2020

www.dorian-black.de

BARBARA ZANETTI

„Dein Leben“

VÖ: 08.11.2019

www.barbarazanetti.com

ECLIPSE SOL-AIR

„Mutter Erde“

VÖ: 31.05.2019

www.eclipse-sol-air.com

BLACKROY

„Blood, Passion &

Rock ’n’ Roll“

29.01.2021

www.facebook.com/

blackroymetaldortmund/

GOLDMARIE

„Goldmarie“

29.05.2020

franziskabubproduction.com

FRANK PROFT

„Schon im Himmel gesehen“

VÖ: 18.10.2019

proft-live.de

KARMA BITCH

„Breathe your last“

VÖ: 19.04.2019

1/2021 musiker MAGAZIN


56 PRODUKT-NEWS

TM-70 – DYNAMISCHES MIKROFON FÜR PODCASTING

UND BERICHTERSTATTUNG VON TASCAM

Mit dem TM-70 stellt Tascam ein dynamisches Mikrofon

vor, das sich besonders für Live-Sendungen, Podcasting,

Film dialoge und Audio-Streaming eignen soll. Dank

Supernieren-Richtcharakteristik unterdrückt das TM-70

Umgebungs geräusche, zudem ist es ideal auf die Fein -

heiten der menschlichen Stimme abgestimmt. Mit seiner

ausgeprägten Richtwirkung und einem Frequenzbereich von

30 Hz bis 20 kHz fängt dieses Mikro das ein, worauf es

gerichtet ist, und hebt es effektiv hervor. Im Ergebnis erhält

der Anwender ein sauberes, klares Audiosignal mit erstklassiger

Sprachverständlichkeit.

Zum Lieferumfang des Tascam TM-70 gehören eine elastische

Aufhängung zur Reduzierung von tieffrequenten Stör -

geräuschen, ein Tischstativ und ein Anschlusskabel – also

alles, was man braucht, um sich an seinem Schreibtisch

einzurichten und sofort mit der Aufnahme loszulegen.

Weitere Informationen: www.tascam.de

TASCAM STELLT MIT DEM TM-82 EIN VIELSEITIGES MIKROFON FÜR SPRACHE,

GESANG UND INSTRUMENTE VOR

Tascam kündigt ein weiteres dynamisches Mikrofon an: Das

TM-82 eignet sich mit seiner nierenförmigen Richtcharak -

teristik besonders gut für Sprache, Gesang und akustische

Instrumente. Dank hervorragender Wiedergabequalität über

einen Frequenzbereich von 50 Hz bis 20 kHz kann man es

für Aufnahmen wie für Live-Performances gleichermaßen gut

einsetzen. Die Nierencharakteristik verringert das Risiko von

Rückkopplungen und sorgt darüber hinaus für einen moderaten

Nahbesprechungseffekt, der Gesangsstimmen und

anderen Klangquellen einen besonders warmen „Boden“

verleihen kann. Zudem ist das Mikrofon unkompliziert zu

handhaben, da es keine Phantomspeisung benötigt.

Die robuste Metallkonstruktion und das bewährte elektrische

Konzept des TM-82 machen es über viele Jahre zu

einem zuverlässigen Begleiter für Musiker, Verleiher oder

kommunale Veranstaltungsorte.

Weitere Informationen: www.tascam.de

TASCAM TM-82: FREQUENZVERLAUF UND POLARDIAGRAMM (1 KHZ)

musiker MAGAZIN 1/2021


PRODUKT-NEWS 57

ELISABETH AMANDI

GARANTIERT MARIMBA LERNEN

Die Methode für Einsteiger und

Fortgeschrittene an Marimba, Xylophon und

Vibraphon

Mit GARANTIERT MARIMBA LERNEN schließt die Marimba-

Pionierin Elisabeth Amandi eine seit Jahrzehnten bestehende

Lücke im Markt der Percussion-Unterrichtsliteratur

und bietet eine Marimbaschule für Einsteiger und Fort ge -

schrittene an, die den Motivationsaspekt der Schüler in den

Fokus rückt. Bewusst ersetzt sie rein technische Übungen

durch 300 bekannte, internationale Lieder, Tänze und Solo -

stücke, die Schritt für Schritt die wichtigsten Spieltechniken

systematisch abdecken. Egal, ob Kinder oder Erwachsene:

Bekannte und einprägsame Melodien sprechen das musikalische

Vorstellungsvermögen an und erleichtern die Um -

setzung auf der Marimba. Fast nebenbei werden die Fähig -

keiten zum Notenlesen und die spieltechnischen Fertig keiten

der Zwei-Schlägel-Technik geschult. Jeder Musiktitel – vom

einfachen Kinderlied bis zum virtuosen Hummelflug –

bereitet den darauffolgenden vor. So baut eins auf dem

anderen auf und bildet selbst die Brücke zum nächsten.

Kontinuierlich wird der Tonraum vom kleinen e bis zum

dreigestrichenen g erschlossen, werden Handsätze und

Bewegungsabläufe trainiert und gleichzeitig musiktheoretische

Grundlagen sowie musikalische Gestaltungs mög lich -

keiten vermittelt. Auf diese Weise deckt GARANTIERT

MARIMBA LERNEN die wesentlichen Aspekte des komplexen

Marimbaspiels ab. Denn Elisabeth Amandi weiß aus

eigener Erfahrung als Marimba-Solistin und -Pädagogin:

„Wenn eine Melodie gefällt, geht selbst beim intensiven

Üben der Spaß nicht verloren, und das Training wird zu einem

wunderschönen Tanz über die Marimbatasten!“ GARANTIERT

MARIMBA LERNEN ist auch als Lernmethode für Xylophon

und Vibraphon geeignet!

Buch & MP3 CD – 20288G, 23,95 Euro

ISBN-13: 978-3-947998-22-7

Weitere Informationen: www.alfredmusic.de

FLORIAN TEKALE

POP PIANO SCHOOL – FÜR EINSTEIGER

Die Klavierschule für Popularmusik mit aktuellen Pop-Rhythmen, modernem Akkordspiel und

zeitgemäßen Solostücken mit CD mit 70 Tracks im Audio-Format!

ANDRÉ BAUER

THE DREAM BEHIND

THE WALL

Eine Story aus dem Leben eines

DDR-Amateurmusikers

Einfach genial – die Story über eine unbekannte Band

aus der Provinz der DDR. Anleitung für Band gründer.

Eine junge Coverband im Schatten der DDR-Rock -

musikszene – 80 Profibands und 5 000 Amateur bands,

Made in GDR. Spannender Bandalltag aus den 80er

Jahren einer ganz normalen Amateur rockband aus

Thüringen. Keine Erfolgs story der großen Stars der

Musik geschichte, sondern die fantastische Geschichte

des Provinzstars zwischen Groupies, versifften Toiletten,

starrsinnigen Funktio nären, Wünschen, Träumen,

Hoffnungen. Abseits des eintönigen DDR-Alltags pulsierte

das Leben der Jugend.

ISBN 978-3-96567-002-0

2. Auflage, 355 Seiten, 17,20 Euro (ohne CD)

Self-Publishing, bauandre@gmx.net

POP PIANO SCHOOL ist eine neue, innovative Methode für

Klaviereinsteiger. Dieses kompakte Lehrbuch ermöglicht

angehenden Pianistinnen und Pianisten einen zeitgemäßen

Start ohne klassische Umwege, angepasst an die Wünsche

und Bedürfnisse der großen Mehrheit der Schülerinnen und

Schüler von heute. Vor allem Jugendliche und Erwachsene

haben mit POP PIANO SCHOOL endlich Das Buch gefunden,

um Klavier spielen zu lernen.

Wenn der Piano-Sound in Richtung Ludovico Einaudi, Yann

Tiersen oder Alicia Keys gehen soll, dann ist POP PIANO

SCHOOL genau richtig! Eine Auswahl bekannter Hits aus

Pop, Rock und Folk neben lyrischen Stücken, coole Grooves

und entspannte Lounge- und Chill-out-Sounds dieses

Piano-Buchs ist so vielseitig wie die Popularmusik des 21.

Jahrhunderts.

Die große Vielfalt an stilistisch abwechslungsreichen und

schönen Spielstücken macht POP PIANO SCHOOL zu einem

einzigartigen Lehrwerk. Die professionell produzierte CD

soll inspirieren und erhöht die Motivation.

Von Rock & Pop bis New Classic – POP PIANO SCHOOL bietet

eine große musikalische Bandbreite für Anfangs unterricht

und Selbststudium. POP PIANO SCHOOL – so geht Piano

heute!

Alfred Music Publishing GmbH

1. Edition (8. April 2020)

Buch & CD, 120 Seiten, 21,95 Euro

ISBN-13 : 978-3-947998-16-6

Weitere Informationen: www.alfredmusic.de

In POP PIANO SCHOOL lernt ihr grundlegende „Handgriffe“

und Techniken für einen modernen Piano-Sound. POP PIANO

SCHOOL ist in drei Teile gegliedert:

• Teil 1 (S. 6 – 49) Basics (Notenlesen, Einführung in die

Pop-Rhythmik, Pedal, Lagenwechsel)

• Teil 2 (S. 50 – 87) Akkorde (Songbegleitung, Harmonielehre,

Spiel nach Akkordsymbolen)

• Teil 3 (S. 88 – 113) Solo Piano (Techniken für die linke

Hand, Dynamik, musikalische Gestaltung)

1/2021 musiker MAGAZIN


58 PRODUKT-NEWS

ANIKA NILLES

PAD BOOK

Fundamental-Workouts

SUBDIVISION-STUDIEN, MIXED METERS, POLYRHYTHMEN

UND UNABHÄNGIGKEIT DER HÄNDE

Wer nicht regelmäßig am Drumset üben kann, wird sich

bereits ein Drum Pad zugelegt haben. Aber ohne Drumset

zu üben, ist speziell! Denn wer seine Hände nicht nur be -

weglich halten, sondern am Pad auch EFFEKTIV üben möchte,

für den ist Anika Nilles‘ PAD BOOK genau DAS RICHTIGE!

In ihrem für sich selbst entwickelten TRAININGSSYSTEM

präsentiert Anika eine Vielzahl von Optionen, WAS und WIE

man am Pad am besten üben kann. Besonders gut geeignet

ist das Pad, weil es im Wesentlichen auf nur EINE KLANG -

QUELLE reduziert ist. So kannst du den Prozess deiner Fort -

schritte hinsichtlich Stickings und Rudiments, Phrasierung

und Rhythmus-Konzepten kontinuierlich verfolgen.

In ihren FUNDAMENTAL-WORKOUTS widmet sich Anika auf

insgesamt 280 Seiten den Themen SUBDIVISION STUDIEN,

MIXED METERS, UNABHÄNGIGKEIT DER HÄNDE und POLY-

RHYTHMEN. Es ergibt sich ein vollständiges System mit

Triolen, 16teln, Quintolen, Sextolen und Septolen, die in

einzelnen Arbeitsschritten – von sehr einfachen bis hin zu

komplexen Rhythmen – aufgeschlüsselt sind. Der Auf- und

Ausbau von Grundlagen, die Sensibilisierung für Time und

Rhythmus sowie die zahlreichen Möglichkeiten der Er -

weiterung eigener Fertigkeiten stehen im Fokus. Zusam -

menstellungen von WARM-UPS geben dir eine Idee davon,

wie du deine eigenen Rhythmuspatterns entwickeln kannst.

Der tiefere Sinn dahinter ist, den Übungsprozess KREATIVER

zu gestalten, effektiv an den eigenen Schwächen zu arbeiten,

neue Themen für sich selbst zu entwickeln und bereits Ver -

trautes einfach aus einer anderen Perspektive zu be trachten.

Zurück am DRUMKIT wirst du feststellen, dass du dich auf

spezifischere, musikalisch relevante Themen wie Sound,

Orchestrierung und Dynamik konzentrieren kannst, da

Hände, Körper und Geist die auf dem Pad geübten Grund -

lagen bereits verinnerlicht und automatisiert haben. Eben

FUNDAMENTAL!

Alfred Music Publishing GmbH – 20284G (Deutsche Edition)

ISBN-10 3-947998-17-1, ISBN-13 978-3-947998-17-3

Format: DIN A4, Buch (280 Seiten), 21,95 Euro

Weitere Informationen: www.alfredmusic.de

CONNY CONRAD

KRIMINALTANGO – ZWISCHEN GITARRE UND KRIPO

CONNY CONRAD – der 1958 in Schöntal an der Jagst ge -

borene Komponist, Gitarrenvirtuose, Multiinstrumen talist,

Texter und Musikproduzent, zählt mit ca. 1 300 Komposi -

tionen, über 500 Texten, 125 Tonträger ver öffentlichungen in

einer Auflage von über 2,5 Millionen Exemplaren, Millionen

von Radio-Airplays mit weltweiten Chartsplatzie rungen und

internationalen Musikpreisen zu den erfolgreichsten und

außergewöhnlichsten Künst lern unserer Zeit.

Außergewöhnlich auch deshalb, weil er diese Bilanz als „Erster

Kriminalhauptkommissar“ nach über 40-jähriger Dienst zeit in

2018 mit in seinen, wie er sagt, „Unruhe stand“, nahm. Wie

es zu diesem „Doppelleben“ kam und wie er mit dieser un -

gewöhnlichen Lebenserfahrung gerade in diesen schwie -

rigen, oft existenzbedrohenden Zeiten vielen Menschen und

insbesondere Künstlern Lebenshilfe geben kann, beschreibt

er, teilweise auch humorvoll, in dieser Biografie.

Exemplare mit einer persönlichen Widmung sind per E-Mail

an „coco@arcor.de“ bestellbar.

Taschenbuch ISBN: 9783751976213 | E-Book ISBN: 9783752693355 | Zu bestellen: www.amazon.de

CHRISTOPH HERDER

PLEKTRUM BASS

Alles, was du zur Plektrumtechnik

wissen musst!

Das Plektrumspiel gehört neben Pizzicato- und Slaptechnik

zu den drei wichtigsten Spieltechniken auf dem E-Bass! In

Plektrum Bass zeigt dir Autor Christoph Herder alles, was

du zur Plektrumtechnik wissen musst! Im ersten Teil findest

du viele hilfreiche Informationen zur Geschichte von Plek -

trum, E-Bass und den bedeutendsten Plektrum bassisten.

Tipps zum Kauf eines Plektrums gibt dir die kleine Waren -

kunde, in der die verschiedenen Formen, Größen, Ma te ria lien,

Oberflächen und Stärken vorgestellt werden, um die zentrale

Frage zu beantworten: Welches Bass plektrum ist optimal

für dich? Im zweiten Teil geht es in die Spielpraxis! In

neun aufeinander aufbauenden Kapiteln erklärt dir Christoph

alle wichtigen Plektrumtechniken wie Downstroke, Upstroke,

Left Hand Muting und Palm Muting und wie du sie am

besten in den unterschiedlichen rhythmischen Zusammen -

hängen anwenden kannst. Natürlich werden auch die Tech -

niken der Greifhand wie Hammer On, Pull Off, Dead Notes

und Slides behandelt und in Bezug zur Plektrum technik

gesetzt. In kleinen, gut nachvollziehbaren Schritten wirst du

diese Techniken sicher erlernen und vertiefen. Damit sie

aber kein Selbstzweck bleiben, findest du viele stilistisch

unterschiedliche Groovebeispiele, die der In spiration für deine

eigenen Ideen dienen. Ein Spielstück rundet jedes Kapitel

ab und ist – neben allen Übungen und Grooves – auf der

beiliegenden CD als Demo-Track (mit Bass) und Play-Along

(ohne Bass) zu hören. Und als zusätzliches Bonbon: Akkord -

spiel mit Strumming und Picking!

Alfred Music Publishing GmbH

Buch & CD – 20287G, 21,95 Euro

ISBN-13: 978-3-947998-21-0

Weitere Informationen: www.alfredmusic.de

musiker MAGAZIN 1/2021


PRODUKT-NEWS 59

Ausgezeichnetes Unternehmen

KÖNIG & MEYER ERHÄLT INNOVATIONSPREIS MIT TOP-100-SIEGEL

Der König & Meyer GmbH & Co. KG in Wertheim wurde das

TOP-100-Siegel 2021 verliehen. Mit dieser Auszeichnung

werden besonders innovative mittelständische Unterneh -

men aus ganz Deutschland geehrt. Zuvor hatte der Musik -

zubehörhersteller in einem wissenschaftlichen Auswahl ver -

fahren seine Innovationskraft bewiesen.

Seit mehr als 25 Jahren attestiert das Siegel „TOP 100“

mittelständischen Unternehmen mit Sitz in Deutschland ein

hervorragendes Innovationsmanagement. Alljährlich werden

je einhundert innovative Unternehmen in drei Größen-

Kategorien ausgezeichnet. Damit werden vor allem „Hidden

Champions“ branchenübergreifend auf einer Plattform ge -

bündelt, wodurch sie erheblich an Sichtbarkeit gewinnen

können. Als Mentor gibt der Wissenschaftsjournalist Ranga

Yogeshwar diesem einzigen Wettbewerb seiner Art ein be -

kanntes Gesicht.

Unternehmen werden anhand von 120 Prüfkriterien in fünf

Kategorien, die Innovationserfolg, Innovationsklima, in no vative

Prozesse und Organisation, Außenorientierung/Open Inno va -

tion und innovationsförderndes Top-Management um fassen,

bewertet. Im Kern geht es um die Frage, ob In no va tionen das

Ergebnis planvollen Vorgehens oder ein Zufalls produkt sind,

also um die Wiederholbarkeit von Innovationsleistungen. Und

darum, ob und wie sich die entsprechenden Lösungen am

Markt durchsetzen. Besonderes Augenmerk lag dieses Mal

auf der Reaktion der Unternehmen hinsichtlich der COVID-19-

Pandemie.

Gerade in solch plötzlich eintretenden Krisensituationen zeigt

sich umso deutlicher, was Innovationskraft bewirkt. Infolge

des Lockdowns des gesamten Kulturlebens brach die Nach -

frage nach Veranstaltungstechnik und Musikerequipment

stark ein. Als Reaktion darauf suchte König & Meyer nach

neuen Möglichkeiten, konzipierte innerhalb von drei Wochen

eine neue Produktlinie und brachte verschiedene Des in fek -

tionsmittelständer auf den Markt.

„Hier hat sich unsere Philosophie der kurzen Wege, der

eigenen hohen Fertigungstiefe und der strukturierten Pro zesse

bei der Produktentwicklung bewährt. Die starke Nach frage

nach diesen Produkten hat uns 2020 nachhaltig geholfen,

den starken Umsatzrückgang gerade bei den Produkten für

Veranstaltungen und Live-Events aufzufangen. Mittlerweile

ist die Produktpalette der Desinfektions mittelständer auf über

30 Produkte gewachsen“, beschreibt Geschäfts füh rerin

Gabriela König die firmeninterne Flexibilität.

Darüber hinaus wurde die Firma vor allem für das strukturierte

Innovationsmanagement und gute Innovationsklima

im Unternehmen ausgezeichnet.

„Bei uns sorgt eine klare Herangehensweise dafür, dass die

notwendigen Schritte von der Idee bis zur Markteinführung

durch ein definiertes Projektmanagement nicht jedes Mal

neu überlegt werden müssen. Wir haben einen ausgewogenen

Portfolio-Mix aus kurz- bis langfristigen Projekten.

Fortschritte bei der Produktentwicklung werden regelmäßig

kontrolliert und koordiniert. Jede Produktneuheit wird vor

der Markteinführung geprüft und getestet. Wir haben

Innovationsprojektteams, die sich aus Mitarbeitern verschiedener

Bereiche zusammensetzen und die sich kontinuierlich

austauschen. Kurze Wege und flache Hierarchien

sorgen hier für Schnelligkeit bei der Umsetzung der Pro -

jekte“, gewährt Geschäftsführer Heiko Wolz einen Einblick

in die internen Abläufe.

Bei König & Meyer bündeln sich Know-how und Kreativität:

So besitzt das Unternehmen eine eigene Konstruktionsund

Entwicklungsabteilung mit sieben Mitarbeitern und eigene

Produktmanager als Schnittstelle zwischen Geschäfts -

leitung und den technischen Abteilungen sowie Vertrieb

und Marketing. Die Produktideen kommen entweder direkt

von Händlern oder Endkunden, über Messen und Veranstal -

tungen oder von den eigenen Mitarbeitern. Etwa dreißig

Neuheiten – Innovationen und Produktverbesserungen –

werden so im Jahr durchschnittlich herausgebracht.

Über die Auszeichnung freut sich die Geschäftsleitung be -

sonders, weil sie den bisherigen Weg, die geleistete Arbeit

und die gestellten Weichen für die Zukunft gleichermaßen

bestätigt. Gabriela König: „Mit innovativen Pro dukten und

Ideen unterstützen wir seit Jahrzehnten den Musiker in seinem

Alltag. Wir beobachten unseren Markt immer sehr genau

und reagieren frühzeitig auf Trends, um wettbewerbsfähig

zu bleiben und als Erste neue und wegweisende Innova -

tionen auf den Markt zu bringen. Eine gelebte Unternehmens -

kultur, die Ideen und Verbesserungs vorschläge von

Mitarbeitern aktiv fördert und unterstützt, ist dabei unerlässlich.“

Die-TOP 100-Preisverleihung ist für den 26. November 2021

im baden-württembergischen Ludwigsburg terminiert.

Beide Geschäftsführer hoffen, vor Ort dabei sein zu können.

Falls dies aus Pandemiegründen nach wie vor nicht

möglich sein sollte, werden die Veranstalter gefordert sein,

ihrerseits Innovationskraft zu beweisen.

Weitere Informationen: www.k-m.de

1/2021 musiker MAGAZIN


60 PRODUKT-NEWS

FRANK BRUNS

SCHLAGZEUSPIELEN ZU SONGS

Ein Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene über Drumming in Rock & Pop

Frank Bruns, Jahrgang 1971, studierte Schlagzeug

am Konservatorium Maastricht und am Drummers

Collective in New York. Als freischaffender Musiker

und Instrumentalpädagoge betreut er zahlreiche Pro -

jekte. Neben der Leitung seiner eigenen Drumschool

spielt er in verschiedenen Bands aus dem Jazz- und

Popbereich und nahm an TV-, CD- und Rundfunk -

produktionen in Deutschland und den Niederlanden

teil.

Im LEU-Verlag sind neben „Schlagzeug Spielen zu

Songs“ auch die „Lehrwerke Schlagzeug Lernen“,

„Schlag zeug Spielen“, das „Practice Pad Workbook“

und „41 Drum Duets“ erschienen.

„Schlagzeug spielen zu Songs“ ist ein spannendes Buch,

das einen etwas „anderen“ Weg geht als die meisten Lehr -

bücher. Der Zusammenhang zwischen der Musik / dem Song

und dem Instrument wird selten so deutlich und so intensiv

bearbeitet wie hier.

Mit diesem Ansatz füllt Frank Bruns eine Lücke im Bereich

der Lehrbücher. Bei aller Technik, Koordination und Inde -

pendence: Im Kern geht es beim Trommeln immer um Musik

und um Gefühle. Wir wollen unsere Zuhörer*innen mit unserer

Musik und unserem Drumming berühren.

„Schlagzeug spielen zu Songs“ animiert uns dazu, Musik

intensiver zu hören und dabei den Focus auf das Schlag -

zeug zu richten. Wir lernen die Grooves berühmter

Songs kennen und wir bekommen Hilfe beim Verstehen

und beim Nachspielen dieser Grooves.

Mit viel Akribie und Gespür für den Zeitgeist hat Frank

Bruns dieses Lehrbuch kreiert, das die Drummerszene im

deutschsprachigen Raum bereichern wird. Schlagzeug -

lehrer*innen und ihre Schüler*innen, Autodidakten und

Hobby drummer werden von diesem Buch profitieren und

sie werden Spaß damit haben.

Dieses Lehrbuch möchte dich motivieren, Musik zu hören

und sie am Schlagzeug zu begleiten. Es verbindet Übun -

gen, Rhythmen und Drumfills mit den dazu passenden

Songs. Es soll dich auch ermutigen, Musik selbst zu gestalten,

mit deinem eigenen Stil, in deiner dir eigenen Art. In

der heutigen Zeit ist der Zugang zu Musik dank der Musik-

Streaming-Dienste fast grenzenlos. Wir Musiker sehen diese

Entwicklung zwar durchaus kritisch, aber das soll nicht

Thema dieses Buchs sein. Für dich als lernenden Schlag -

zeuger ist es einfacher denn je, Musik zu hören, zu entde -

cken und sie somit auch am Schlagzeug zu begleiten.

Egal welcher Stil, egal welches Jahrzehnt – mit einem Abo

bei einem Streaming-Dienst steht dir fast die gesamte

Musik bibliothek zur Verfügung. Alternativ kannst du dir

auch Songs per Download oder ganze Alben als CD kaufen.

Ein Mix hieraus ist in der heutigen Zeit sicherlich sinnvoll. In

deinem und im Interesse der Künstler sollte aber immer der

Gedanke sein, dass Musik niemals kostenlos sein darf. Es

handelt sich hierbei um urheberrechtlich geschütztes

Material, in das die Künstler viel Arbeit, Leidenschaft,

Kreati vität und Geld investiert haben.

Dieses Buch enthält eine Vielzahl von kurzen Informationen,

Vorschlägen und Stichpunkten zu vielen verschiedenen

Songs. Diese kurzen Vorschläge sollen dich inspirieren, das

jeweilige Lied mit möglichst einfachen Mitteln zu begleiten

und es mit eigenen Ideen zu ergänzen. Es bietet dir die

Starthilfe, den ersten Schritt, mit dem du viele neue Songs

und Stilrichtungen entdecken kannst.

FÜR WEN IST DIESES BUCH GEEIGNET?

• für Einsteiger (mit Schlagzeugunterricht) als ergänzendes

Lehrbuch

• für Fortgeschrittene (mit Schlagzeugunterricht) als

ergänzendes Lehrbuch

• zum Selbststudium mit entsprechenden Vorkenntnissen

im Notenlesen

WAS SIND DIE LERNZIELE DIESES BUCHS?

• Rhythmen und Drumfills als mehrtaktige Phrase spielen

können

• improvisieren (Drumfills) und gestalten (Songs) können,

songdienlich spielen

• mehr Musik hören (und das aufmerksam)

• Schlagzeugerpersönlichkeiten und ihre Grooves kennen -

lernen

• Songs begleiten und Spaß haben

• neue Musikstile entdecken

ISBN 978-3-89775-187-3

172 Seiten, 24,90 Euro

FOLGENDE LEHRBÜCHER SIND AKTUELL

IM FACHHANDEL ERHÄLTLICH:

41 Drum Duets – ISBN 978-3-89775-152-1

Schlagzeug Lernen – ISBN 978-3-89775-135-4

(3. Auflage ab 12/2020)

Schlagzeug Spielen – ISBN 978-3897751743

Alle Bücher sind im LEU-Verlag erschienen.

Weitere Informationen: www.leu-verlag.de

musiker MAGAZIN 1/2021


PRODUKT-NEWS 61

VS-R265 – 4K/UHD-STREAMER UND -RECORDER VON TASCAM

VS-R265 und VS-R264 können Audio-/Videomaterial

gleich zeitig und in 4K/UHD- bzw. Full-HD-Auflösung kodieren,

streamen (AV over IP), aufnehmen und dekodieren und

unterstützen die Codecs H.265/HEVC beziehungsweise H.264.

Sie erlauben die Übertragung über Firmen netz werke und

WANs sowie das Live-Streaming ins Internet. Zudem können

sie Aufnahmen automatisch per FTP in einen Netz werk -

speicher oder in die Cloud hochladen. Dank Ver wen dung offener

Streaming-Formate und -Protokolle versteht sich die VS-

R-Serie mit Content Delivery Networks (CDNs) und Live-

Plattformen im Internet wie YouTube, Wowza, Ustream, AWS

Elemental MediaLive, AWS CloudFront und anderen.

Mit Power-over-Ethernet oder 12-Volt-Stromversorgung,

HDMI-Ein- und -Ausgang mit Embedding und De-Em bed ding

des Audiosignals sind die Geräte vielseitig einsetzbar. Darüber

hinaus unterstützen sie die Steuerung per RESTful API und

lassen sich so optimal mit Automatisierungs- und Steue rungs -

systemen verknüpfen. Während vergleichbare Produkte entweder

keine professionellen Audiopegel oder -an schlüsse

bieten, nicht aufzeichnen oder nicht zeitgleich enkodieren

und dekodieren können, bietet die VS-R-Serie von Tascam

symmetrische Audioein- und -ausgänge über Euroblock-

Verbinder mit konfigurierbarem Bezugspegel. Damit sind

sie vollständig kompatibel mit professionellen Audio -

systemen. Unsymmetrische Klinkenausgänge für die Ver bin -

dung mit Unterhaltungselektronik sind ebenfalls vorhanden.

Der bidirektionale AV-Betrieb, das Live-Online-Streaming

und die sichere Aufnahme auf SD-Karten mit dem späteren

Hochladen auf eine Website sind ideale Voraussetzungen

für die Live-Übertragung, Bereitstellung und Archivierung

von Vorträgen, Regierungssitzungen, Vorstands präsen ta -

tionen, Konzerten und Ansprachen, oder für Verbin dungen

zwischen mehreren Räumen oder Veranstaltungsorten. Mit

nur einer Höheneinheit bei halber Standardbreite passen

zwei Geräte nebeneinander ins Rack. Sie lassen sich aber

auch einfach auf dem Tisch aufstellen oder mit der beiliegenden

Halterung unter ein Bord schrauben.

• Live-Streaming für Unternehmens-Mitteilungen oder

-Geschäftsberichte an Mitarbeiter oder Aktionäre

• Ideal für Online-Schulungen oder die Aufzeichnung von

Vorträgen

• Live-Streaming von Musikkonzerten

• Live-Streaming für mehr Transparenz in politischen

Prozessen

• Live-Streaming zu mehreren Anzeigen in Lobbys von

Unternehmen oder Konferenzzentren

TASCAM STELLT MIT SEINER US-HR-SERIE HOCHAUFLÖSENDE

USB-AUDIOINTERFACES VOR

Tascam präsentiert eine neue Serie hochauflösender USB-

Audiointerfaces. Die drei Modelle – US-1x2HR, US-2x2HR

und US-4x4HR – bieten eine Audioauflösung von 24 Bit bei

Abtastraten bis 192 kHz, einen sehr hohen Rausch ab stand,

extrem niedrige Latenzen dank Puffergrößen ab vier Samples,

Ultra-HDDA-Mikrofonvorverstärker für überragende Klang -

quali tät und ein umfassendes Softwarepaket. Laut Tascam

sind die auf Benutzerfreundlichkeit und Flexi bilität ausgelegten

Interfaces eine gute Wahl für jeden anspruchsvollen

Tonschaffenden, von Einsteigern in die Auf nahmetechnik über

Projektstudio-Betreiber bis hin zu Pod cast- und Webcast-

Producern.

Für das Live-Streaming von Musik-Sessions, Spielen oder

ähnlichen Sendungen über das Internet mit einem Windows-,

Mac-, iOS- oder iPadOS-Gerät verfügen alle Modelle über

eine Mono-/Stereo-umschaltbare Loopback-Funktion und

unterstützen OBS Studio und andere Streaming-Software.

Jedes der Interfaces kommt mit Steinberg Cubase LE (einschließlich

Cubasis LE3) für Aufnahme und Produktion,

IK Multimedia Sample Tank SE 4 mit einer umfangreichen

30-Gigabyte-Klangbibliothek und einer kostenlosen 3-

Monats-Lizenz für Auto-Tune Unlimited von Antares.

Das kleinste Mitglied der Serie, das US-1x2HR, ist ideal für

Solisten geeignet. Es verfügt über einen XLR-Mikro fon ein -

gang, einen Instrumenten-/Line-Eingang über Klinke (beide

umschaltbar auf Line-Eingänge über Cinch-Anschlüsse)

und zwei Cinch-Ausgänge.

Das US-2x2HR ist eine gute Wahl für Musikproduktion,

Podcast und Live-Streaming. Es bietet zwei umschaltbare

Mikrofon-/Line-/Instrumenteneingänge und zwei

symmetrische Line-Ausgänge sowie MIDI-Eingang und

-Aus gang, um Keyboards, Drumcomputer und andere

MIDI-Geräte in die Produktionsumgebung einzubinden.

Als ideale Lösung für den Aufbau einer anspruchsvollen

Musikproduktionsumgebung bietet das US-4x4HR vier

XLR-Mikrofoneingänge, vier symmetrische Line-Eingänge

über Klinkenbuchsen (von denen zwei auch für In stru -

mente verwendet werden können), vier symmetrische

Line-Ausgänge, MIDI-E/A und zwei Kopfhörer anschlüsse.

Tascam betont, dass sich alle Modelle der US-HR-Serie

aufgrund ihrer hervorragenden Klangeigenschaften auch

hervorragend als hochwertige Standalone-Vorverstärker

ein setzen lassen.

TASCAM VIDEO-STREAMER

KÖNNEN JETZT DREI

RTMP-STREAMS GLEICHZEITIG

SENDEN

Mit der neuen Firmware v1.1 erhöht sich die Gesamtzahl

der Videostreams, die ein VS-R264 oder VS-R265 gleichzeitig

liefern kann, auf acht: 3 × RTMP/RTMPS, 1 × RTSP,

1 × HLS, 2 × RTP/UDP-Unicast und 1 × RTP/UDP-Multi -

cast. Ein VS-R kann das Material auch gleichzeitig auf SD-

Karten oder USB-Speichermedien aufzeichnen und aufgezeichnete

Dateien automatisch per FTP hochladen. Darüber

hinaus kann der Dekoder des VS-R – ebenfalls zur gleichen

Zeit – einen Stream in einem von mehreren Formaten

empfangen und das dekodierte Signal über HDMI an einen

Bildschirm beziehungsweise über symmetrische und

unsymmetrische Ausgänge an eine Tonanlage übergeben.

Weitere Informationen: www.tascam.de

1/2021 musiker MAGAZIN


62 PRODUKT-NEWS

FAME BAPHOMET II 20TH ANNIVERSARY SILVER & GOLD – JETZT ERHÄLTLICH!

Zum 20. Jubiläum der Marke Fame stellt die Manufaktur für Gitarren und Bässe zwei besonders edle, jedoch streng limitierte Aus führungen

des beliebten Fame Baphomet II Bass vor

Der schlank designte E-Bass erhält im Rah -

men der Geburtstags-Sonderserie edle Fi -

ni shes in Antique Gold oder künstlich gealtertem

Antique Silver, welche in sorgsamer

Hand arbeit aufgetragen werden. Natürlich

kommen im Rahmen der Sonderserie klassische

Baphomet-Features in Form zweier

aktiver MEC Single Coils mit aktiver 2-Band-

Klangregelung, hochwertiger Hardware von

WSC und Schaller und selektierter Ton -

hölzer wie Esche, Mahagoni und Ahorn zum

Einsatz.

Der Fame Baphomet II 20th Anniversary ist

wahlweise im Antique Silver oder Antique

Gold Finish und jeweils als 4- und 5-saitige

Ausführung erhältlich. Doch Fans sollten

besser schnell handeln und vorbestellen,

denn die Anniversary-Serie ist insgesamt

nur auf 10 Stück limitiert!

Der Fame Baphomet II 20th Anniversary

Antique Gold/Silver ist ein handgemachter

Nobelbass, der zum 20-jährigen Bestehen

der Marke Fame mit einem limitierten,

künstlich gealterten Gold-/Silver-Finish versehen

ist. Der mit einer extrem schicken

Holz auswahl und optimalen Spiel eigen schaf -

ten versehene E-Bass bietet das bekannt

vielseitige Baphomet-Klangbild für attackreiche

Slaps und breit aufgestellte Metal-

Sounds. Dementsprechend verfügt der

Fame Baphomet über einen leicht gewölbten

Korpus aus Esche und einen sechsfach

geschraubten Hals aus Ahorn und Mahagoni,

dessen flaches „D“-Profil bequem in der

Hand liegt. Zwei aktive MEC Jazz Single-

Coil-Pickups und eine aktive 2-Band-Klang -

regelung aus gleichem Haus sorgen darüber

hinaus für ein vielseitiges Klangspektrum,

das mit hoher Durchsetzungskraft jedes

Genre gekonnt abdeckt. Auch Hardwareseitig

zeigt sich der Fame Baphomet II 20th

Anniversary mit einer WSC-SI4-Brücke und

präzisen WSC-JB15-Mechaniken bestens

ausgestattet.

ERSTKLASSIGE HÖLZER UND

HOHER SPIELKOMFORT

Für die Konstruktion der Bassgitarre kommen

ausschließlich handselektierte Hölzer

zum Einsatz, die optimale Klang- und Spiel -

eigenschaften garantieren. Dementsprechend

unterstützt der Korpus aus leichter Esche

einen druckvollen Sound, während die sanfte

Wölbung eine bequeme Anlage an den

Spieler garantiert. Der fünfteilige Hals aus

Ahorn mit Trennfurnieren aus Mahagoni ist

für eine besonders stabile Verbindung sechs -

fach verschraubt und bietet mit schlankem

„D“-Profil beste Spieleigenschaften über alle

24 Bünde des Ebenholz-Griffbretts.

FAME BAPHOMET II

MIT UNVERWÜSTLICHER HARDWARE

Nicht zuletzt ist der Fame Baphomet II 4

20th Anniversary Antique Gold mit unverwüstlicher

Hardware ausgestattet, die mit

uneingeschränkter Funktionalität eine lang

anhaltende Spielfreude garantiert. Dem -

entsprechend unterstützt die massive WSC-

SI4/5-Bassbrücke auf dem Korpus die

gleichmäßige Klangentfaltung, wobei vier

individuelle Saitenreiter eine optimale

musiker MAGAZIN 1/2021


PRODUKT-NEWS 63

Der Fame Baphomet II 4/5

20th Anniversary im Überblick:

• 4-/5-String E-Bass, gefertigt in Danzig

• Limitierte Jubiläumsedition

zum 20-jährigen Bestehen der Marke Fame

• Korpus aus Esche

• Leichte Korpuswölbung für eine bequeme

Anlage an den Körper

• Sechsfach geschraubter, fünfteiliger Ahorn-

Mahagoni-Hals

• Griffbrett aus Ebenholz mit

20th-Anniversary-Inlay

• „D“-Halsprofil

• Zwei aktive MEC Jazz Single-Coil-Pickups

• Aktive MEC-BEC2-2-Band Klangregelung

• WSC-JB15-Bassmechaniken

• WSC-SI4/5-Bassbrücke

• Schaller S-Locks

Einstellung von Intonation und Saitenlage

sicherstellen. An der Kopfplatte sorgen darüber

hinaus vier/fünf gekapselte WSC-JB15-

Mechaniken für ein akkurates und stabiles

Tuning des Vier saiters/Fünfsaiters.

MEC PICKUPS UND ELEKTRONIK

FÜR HOCHKARÄTIGE SOUNDS

Die elektrische Tonwandlung des Baphomet

II Antique Gold/Silver übernehmen zwei aktive

MEC Jazz Single-Coils. Ausgestattet mit

Keramikmagneten, überzeugen die Ton ab -

nehmer mit einem besonders transparenten

Klangbild, das eine hohe Durchset zungs -

kraft mit Allround-Fähigkeiten für nahezu

jede Musikrichtung verbindet. Neben den

Volume- und Balance-Reglern bietet der

Baphomet II E-Bass außerdem eine aktive

MEC-BEC2-2-Band-Klangregelung. Mit

Höhen- und Bassregler auf einem Doppel-

Potiermöglicht der Equalizer ein präzises

Anpassen des Sounds, wobei die musikalische

Abstim mung auch bei extremen Ein -

stellungen erstklassige Klangerlebnisse

garantiert.

Weitere Infos: www.musicstore.de

1/2021 musiker MAGAZIN


64 PRODUKT-NEWS

OLI RUBOW

ECHODRUMS

Anders trommeln dank Strom und Effekten

NELLIE HILL & ARTHUR HULL

HANDBUCH DER

DRUM CIRCLE FACILITATION

Vor über 30 Jahren hat Arthur Hull die Drum-Circle-Methode

entwickelt. Sie ist eine Methode zur Improvisation. Es werden

weder Rhythmen vorgegeben noch wird Technik geübt.

Im Unter schied zu Trommelkursen bringt der*die Moderator*in

kein faktisches Wissen in die Gruppe ein. Im Gegenteil:

Vorhandenes Potenzial wird aus den Teilnehmenden hervorgeholt

und im gemeinsamen Spiel genutzt, es geht nur

um den Spaß am Musizieren. Großer Vorteil ist, dass alle

Menschen teilnehmen können: sowohl diejenigen, die über

große musikalische Erfahrung verfügen, als auch alle anderen,

selbst wenn sie noch nie ein Instrument gespielt haben.

Drum Circles werden in allen denkbaren Situationen eingesetzt,

in denen Gruppendynamik und Persönlichkeits ent -

wick lung eine Rolle spielen.

Dieses Buch ist für alle, die rhythmusbasierte Events moderieren

möchten, egal ob neu eingestiegen, schon länger dabei

oder ausgebildete „Village Music Circle Playshop“-Absol -

ven ten.

Es soll dabei helfen, jeder Situation gerecht zu werden, von

öffentlichen Drum Circles über die Arbeit mit Kindern,

Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder Senioren bis

hin zu Teambuilding-Maßnahmen und begleitet von der

ersten Kontaktaufnahme über die Auftragsklärung bis zur

praktischen Ausführung:

Die grundlegenden Struktur eines erfolgreichen Drum Circles,

vom Drum Call bis zum vollendeten Abschluss. Zusätzlich

gibt es immer wieder Reflektions-Fragen, Platz für eigene

Notizen sowie jede Menge Referenzmaterialien, Konzepte der

Drum-Circle-Moderation, Arthurs Dreiheiten (Triplicities),

Beispiele für einen Vertrag uvm.

Im Anhang: Tagebuch über Events, Notizen zu Ideen und

Lernerfahrungen.

Leu-Verlag, ISBN-13 : 978-3897751804, 100 Seiten

Weitere Informationen: www.leu-verlag.de

Am Anfang war die Echokammer: ein langer Gang und zwei

weit voneinander entfernte Mikrofone. Längst ist der Echo -

effekt als transportables Gerät verfügbar. Du brauchst nur

ein Mikro, Kabel und Delaypedal, um einen neuen Kosmos

an Sounds und Pattern anzuzapfen.

Jenseits der Bedienungsanleitung zu operieren ist ein wesent -

licher Bestandteil der elektronischen Musikkultur – man

denke beispielsweise an Tapeloops der Musique concrète und

scratchende DJs im Hip-Hop, an Dub-Versionen oder an

experimentierfreudige Schlafzimmerproduzenten. Folge richtig

begrüßte Oli Rubow zur Jahrtausendwende ein Echo gerät

nebst Mikrofon und Kabeln auf seinem Schlagzeugteppich.

In diesem Buch erklärt er, wie einfach sich das Effektgerät

beim Trommeln integrieren lässt. Er bricht eine Lanze für

die Vielfalt dieser untypischen Kombination, die sowohl das

Klangspektrum als auch den Rhythmuswortschatz des Schlag -

zeugers bereichert. Darüber hinaus gibt es musikgeschichtliche

Vorbilder quer durch den Genre-Garten, Anekdoten, eine

verlinkte Musiksammlung sowie viele praktische Übungen.

Die Gitarristen haben es längst vorgemacht: einfach Klinken -

stecker rein und los.

• Das Delay Pedal als weiteres „Add On“

• Vom Studioproduktionsmittel auf die Bühne

• Echo zur Erweiterung des Klangspektrums

• Echo zur Erweiterung des Groove-Repertoires

• 250 Tonträgerbeispiele aus der Musikgeschichte

SIMON MADAUS

GET INTO THE GROOVE

Trommeln mit Kindern im Vorschulalter

ab 4 Jahren

Trommeln und Rhythmen aus verschiedenen Ländern

faszinieren alle Menschen gleichermaßen. Seit Urzeiten

begleiten Menschen sich bei Ritualen auf Trommeln

und Flöten! Kleine Kinder fangen plötzlich an zu tanzen

und in die Hände zu klatschen, wenn Musik erklingt.

Trommeln ist ein Kulturgut, das es zu erhalten gilt.

Dieses Buch richtet sich an alle interessierten Eltern,

• Legendäre Pioniere

• Futuristische Echodrummer und Beat-Visionäre

• Geschichte des Delay FX, Übersicht der Gerätschaften

• Kreative Ansätze und Möglichkeiten

• Delay für Dich und Mitmusiker

• Die Computer-DAW als Effektgerät

Viele praktische Übungen. Begleitende Website mit Video -

links.

Leu-Verlag, ISBN-13 : 978-3897751842 , 112 Seiten

Weitere Informationen: www.leu-verlag.de

Pädagog*innen und Erzieher*innen. Ich möchte Mut

machen, den „Groove“ selbst zu entdecken und an die

„Kleinen“ weiterzugeben! Man hört oft: „Ich kann keine

Noten lesen. Also kann ich meinem Kind auch nicht das

Trommeln beibringen!“ Falsch: Um mit diesem Buch zu

arbeiten, braucht man keinerlei Notenkenntnisse. Die

Noten werden im Verlauf des Buches „von alleine gelernt“.

Die Kinder brauchen keine Vorerfahrung. Es spielt auch

keine Rolle, ob mit einem Kind oder einer Gruppe von

Kindern getrommelt wird. In Kindergärten, Kindertages -

stätten und Schulen habe ich immer wieder erfahren,

dass Erzieher*innen und Lehrer*innen gerne mit Kindern

trommeln würden. Sie wissen nur nicht, wie sie vorgehen

sollen, weil sie selbst keine Trommel- Expert*innen

sind. An diesem Punkt setzt dieses Buch an. Kinder und

Erwachsene lernen beide durch dieses Buch die Grund -

lagen des Trommelns.

Leu-Verlag, Taschenbuch – Hörbuch

40 Seiten DIN A4, geheftet Rhythmusmuster,

Trommelanleitungen, Lieder, Zeichnungen.

ISBN-13 : 978-3897751866

Weitere Informationen: www.leu-verlag.de

musiker MAGAZIN 1/2021


PRODUKT-NEWS 65

TASCAM, EINER DER FÜHRENDEN ANBIETER VON AUDIOPRODUKTEN

FÜR MUSIKER, TONTECHNIKER, BROADCAST-PROFIS UND AV-SYSTEMINTEGRATOREN,

FEIERT IM JAHR 2021 SEIN 50-JÄHRIGES FIRMENJUBILÄUM

!

Der Hersteller, den man zu Recht als Erfinder des revolutionären

Heimstudios bezeichnen kann, hat mit seinen Pro -

dukten die Art und Weise, wie Menschen Musik und Sound

machen, unwiderruflich beeinflusst. Vom 4-Spur-Porta studio

über den mit dem Emmy Award ausgezeichneten digitalen

Mehrspurrecorder DA-88 bis hin zu den Recording-Misch -

pulten der Model-Serie und darüber hinaus hat Tascam die

Tonproduktion auf allen Ebenen neu definiert – vom Heim -

anwender bis hin zu High-End-Produktionsstudios und führenden

Installationen in aller Welt.

Die Geschichte von Tascam, der professionellen Audiosparte

der TEAC Corporation, reicht bis in die späten 60er-Jahre

zurück, als die Brüder Tani – beide Ingenieure – und Dr. Abe,

ein leitender Ingenieur bei TEAC, eine spezielle Forschungsund

Entwicklungsgruppe namens TASC (TEAC Audio

Systems Corp.) gründeten, um Möglichkeiten zu erforschen,

die Aufnahmetechnologie von TEAC für Musiker und

Aufnahmestudios nutzbar zu machen.

1971 entstand die Firma Tascam (TASC AMerica Corp.) mit

dem Ziel, die TASC-Produkte in den USA zu vertreiben und

weitere Marktforschung zu betreiben. 1974 wurde das Unter -

nehmen dann von der schnell wachsenden Vertriebs ge -

sellschaft TEAC Corp. of America übernommen, und Tascam

wurde der offizielle Markenname aller TEAC-Aufnahme pro -

dukte, die speziell für Musiker und Aufnahmestudios be stimmt

waren.

Der Name Tascam hat eine traditionsreiche Geschichte –

sowohl in Bezug auf die technischen Errungenschaften des

Unternehmens als auch auf die Künstler und Ingenieure, die

Tascam-Produkte eingesetzt haben. Beispielsweise das

Tascam 80-8: Das Halbzoll-Spulenbandgerät mit acht Ton -

spuren diente zur Aufnahme der Stimmen von R2-D2 und C-

3PO bei den Dreharbeiten zum ersten Star-Wars-Film „Eine

neue Hoffnung“ (Originaltitel: A New Hope) im Jahr 1977.

Ebenso bemerkenswert ist, dass der Vater der Sängerin,

Songwriterin und Schauspielerin Lady Gaga ihr ein Porta -

studio schenkte, als sie etwa elf Jahre alt war. Über dieses

Geschenk sagt sie: „Ich konnte mich einfach ans Klavier

setzen, ein Mikro anschließen und selbst aufnehmen. Das

ist wahrscheinlich das beste Geschenk, das mein Vater mir

je gemacht hat.“

In ähnlicher Weise leitete die Rocklegende Bruce Springsteen

mit Tascam eine Revolution des Homerecording ein: Mit der

Hilfe seines Freundes und Gitarrentechnikers Mike Batlan

nahm „The Boss“ mit einem Portastudio 144 das Album

„Nebraska“ aus dem Jahr 1982 auf. Über die Jahre haben

unzählige weitere Künstler ihre Karriere mit Tascam-Pro -

dukten vorangetrieben, darunter die Rockkünstler Tommy

Bolan und Doyle Wolfgang von Frankenstein, der Video filmer

Chris Beals und der Produzent, Künstler und Techniker KC

Porter, um nur einige zu nennen. Tascam-Produkte stecken

buchstäblich in Zehntausenden von Aufnahmen und in Hun -

derten von Gold- und Platin-Schallplatten.

Im Laufe des Jahres 2021 können sich Tascam-Anwender

und -Interessenten auf viel Neues freuen. Es sind verschiedene

Aktionen geplant, bei denen Musikbegeisterte ihr

Equipment erweitern können. Und natürlich wird Tascam

im Jahr 2021 und darüber hinaus neue Produkte vorstellen,

die ein breites Spektrum an Anwendungen abdecken.

Abschließend noch ein Gruß von allen Mitarbeitern bei

Tascam an die ständig wachsende Nutzergemeinde, verbunden

mit einem herzlichen „Dankeschön!“.

tascam.jp/int/special/tascam_50th

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