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Filmakademie Baden-Württemberg Campus Magazin 19/20

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CAMPUS MAGAZIN

FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG

ZWANZIG

NEUNZEHN

ZWANZIG

ZWANZIG


CAMPUS MAP

Die technischen Bereiche der Filmakademie

stellen die technische Infrastruktur für

Verwaltung, Lehre und Produktion sicher.

IT-OfficeNet

Kino

Mobile Technik (Rental)

Studios

Videoschnitt

Werkstatt Szenenbild

Das Ausbildungsangebot spiegelt die ganze

Bandbreite der Themen der Medienbranche

wider, von Drehbuch, Regie und Kamera

bis zu Animation, Szenenbild und

Montage, von Produktion, Filmmusik und

Sounddesign bis zu Motion Design und

Interaktive Medien, verteilt auf

3 Studiengänge:

Film und Medien

Filmmusik und Sounddesign

Produktion

Zudem werden folgende

Diplomaufbaustudiengänge angeboten:

Animation /

Animation & Effects Producer

Animation / Technical Director

Fernsehjournalismus

Filmmusik

Filmton / Sounddesign

Interaktive Medien

Motion Design

Szenenbild

LEHRE

TECHNIK

AKADEMIE

FÜR DARSTELLENDE

KUNST

Die ADK bereitet Studierende umfassend –

und deutschlandweit in der Kombination

einmalig – auf Berufe für die Bühne und den

Film vor. Die interdisziplinäre, praxis- und

projektorientierte Ausbildung erfolgt in jahrgangsund

studiengangsübergreifender Zusammenarbeit

zwischen Regie, Dramaturgie, Schauspiel und

Bühnen- und Kostümbild.

ATELIER

LUDWIGSBURG-PARIS

Das Atelier Ludwigsburg-Paris ist eine

inhaltlich autonome Einrichtung unter

dem Dach der Filmakademie.

ALUMNI-NETZWERK

FÖRDERVEREIN

Das Alumni-Netzwerk sorgt für einen regelmäßigen

Kontakt und Austausch mit

den Absolventinnen und Absolventen der

Filmakademie, etwa durch die Pflege der

Alumni-Homepage, das Versenden von

Newslettern, die Organisation von Veranstaltungen

und die Weiterleitung von

Jobangeboten.

Der Förderverein der Filmakademie Baden-

Württemberg e.V. wurde 1993 gegründet

und hat inzwischen über 400 Mitglieder.

Er ist als gemeinnütziger Verein steuerlich

anerkannt und entsprechend seiner Satzung

auf die Leistungsförderung ausgerichtet.


Die Stabsstellen sind der

Geschäftsführung direkt zugeordnet.

Assistenz des Direktors

Controlling

Drittmittel

Festivals

Internationales Büro

Justiziar

Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

Referent des Direktors

Stipendien / Pitchings

Studienleitung /

Transmedia Koordination

Vertrieb & Lizenzen

STABSSTELLEN

Im Bereich der Verwaltung umfassen

die Zuständigkeiten u.a.

das Finanz- und Rechnungswesen,

den Jahresabschluss, Controlling,

Risikomanagement, Beschaffungen,

Rechtsfragen, die Stellen-,

Personalplanung und Personalentwicklung

sowie die Allgemeine

Verwaltung und Betriebsorganisation.

Allg. Verwaltung

Bibliothek

Finanz- & Rechnungswesen

Kfm. Verwaltung

Personal & Honorare

Studienreferat

Verwaltung Lehre

Das Animationsinstitut ist Teil der

Filmakademie, es verfügt zugleich in vielen

Bereichen über eigene organisatorische

Strukturen.

FMX

Forschung & Entwicklung

Kfm. Verwaltung

Stabsstellen

Technik/IT-Office

Verwaltung Lehre

ANIMATIONSINSTITUT

VERWALTUNG

GESCHÄFTSFÜHRUNG

ASTA

Die Geschäftsführung ist im Bereich der Lehre u.a.

zuständig für die Konzeption, Planung und Umsetzung

der Lehre, die Akquisition der Lehrenden, Studienkoordinator*innen

und Projektbetreuer*innen, Drittmittelproduktionen,

die Entwicklung des Medienstandortes für

Alumni und Existenzgründungen sowie die Zusammenarbeit

mit regionalen und überregionalen Sendern und

Produktionsfirmen.

Der Allgemeine Studierendenausschuss wird

zu Beginn jedes Studienjahres unmittelbar von

der Studierendenschaft gewählt. Er vertritt

die Belange der Studierenden innerhalb und

außerhalb der Filmakademie und nimmt beratende

und unterstützende Aufgaben im Dienste der

Studierendenschaft der Filmakademie wahr.


EDITORIAL

Die Welt steht vor immensen globalen Herausforderungen, die wir als Gesellschaft angehen

müssen, denen sich aber auch jede und jeder Einzelne stellen muss. Das haben

wohl die meisten Menschen verstanden. Leider ausgerechnet viele ewig gestrige Entscheidungsträger

in wichtigen Industrienationen noch nicht, die glauben, alles könne

ohne Konsequenzen immer so weitergehen wie bisher. Doch genau das ist schon

lange keine Option mehr. Es ist höchste Zeit, dass wir alle uns unserer individuellen

Verantwortung für unsere Umwelt, für unsere Nachkommen und für eine gerechtere

Gesellschaft stellen und uns eindeutig positionieren. Dies gilt selbstverständlich

auch für Unternehmen und Institutionen wie die Filmakademie Baden-Württemberg.

„WEITER SO”

REICHT NICHT

MEHR

Wir haben uns daher bereits 2017 den Grundsätzen der von der Landesregierung aufgesetzten

WIN-Charta zum nachhaltigen Wirtschaften verpflichtet. Das Thema Green

Shooting gewinnt in Lehre und Praxis zunehmend an Bedeutung. Von den ersten Regie-Übungen

zu Studienbeginn bis zu einer Großproduktion wie dem Diplomfilm

TRÜMMERMÄDCHEN, der im Sommer in mehreren Studios auf dem Campus gedreht

wurde, müssen alle Studierenden und Mitarbeitenden den Blick für eine möglichst

ressourcenschonende Film- und Projektherstellung schärfen.

Aber auch die Themen Gendergerechtigkeit und Diversity haben längst den Raum

theoretischer Überlegungen verlassen. Den Studierenden der Filmakademie steht

mittlerweile mit unserer Dozentin Angelika Niermann eine Gleichstellungs-Beauftragte

zur Seite. Auch innerhalb der Belegschaft gibt es seit diesem Jahr zwei Ansprechpartnerinnen

in diesen Fragen.

Natürlich erwarten wir auch, dass sich diese erhöhte Sensibilität in gesellschaftlich

relevanten Filmen und Projekten niederschlägt. Aber dazu müssen wir die Studierenden

gar nicht drängen, sie liefern von ganz allein kontroverse und aufrüttelnde

Stoffe. Nehmen wir etwa den vielfach ausgezeichneten, dystopisch anmutenden Dokumentarfilm

LORD OF THE TOYS über eine Clique von Youtubern oder den Debütfilm

SYSTEMSPRENGER, der auf der diesjährigen Berlinale mit einem Silbernen

Bären prämiert wurde und der nun sogar als offizieller deutscher Beitrag ins Rennen

um den Auslands-Oscar® geht. Das Drehbuch hat Autorin und Regisseurin Nora

Fingscheidt noch im Rahmen ihres Studiums in Ludwigsburg entwickelt. Eben dieses

Skript ist vor kurzem als Erweiterung unserer Schriftenreihe Edition FABW in Buchform

erschienen.

2


Wenn unsere Studierenden und Alumni großartige

Stoffe und Projektideen entwickeln, sind wir als Filmhochschule

natürlich verpflichtet, ihnen eine Bühne

zu liefern, auf der sie diese Projekte vorstellen können.

Aus diesem Grund haben wir im Juli die neu konzipierte

Branchenveranstaltung SCREEN.TIME aus der Taufe

gehoben. Als Projektplattform und Kontaktbörse war

sie ein voller Erfolg und wir freuen uns bereits auf die

zweite Ausgabe im kommenden Jahr.

Vieles haben wir schon in die Wege geleitet, sehr viel

mehr ist noch zu tun. So viel, dass es manche Menschen

sicher überfordert. Wie soll man all diese riesigen Herausforderungen

bewältigen? Eine andere Lösung, als

einen Fuß vor den anderen zu setzen und einen Schritt nach dem anderen zu gehen,

wird es nicht geben. Nur dürfen wir diese Schritte nicht mehr in die gleiche Richtung

wie bisher machen. Oder um es mit dem amerikanischen Schriftsteller Robert Frost

und seinem Gedicht THE ROAD NOT TAKEN zu sagen:

TWO ROADS DIVERGED IN A WOOD, AND I –

I TOOK THE ONE LESS TRAVELED BY,

AND THAT HAS MADE ALL THE DIFFERENCE.

Herzlich

Prof. Thomas Schadt

Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg

3


INHALT

2

22

58

EDITORIAL

Prof. Thomas Schadt,

Direktor der Filmakademie

Baden-Württemberg

6

CAMPUS LUDWIGSBURG

MAKING-OF:

TRÜMMERMÄDCHEN

26

DAS ANIMATIONSINSTITUT

CAMPUS INTERNATIONAL

60

STECKBRIEF:

BILDGESTALTUNG/KAMERA

61

STECKBRIEF:

DOKUMENTARFILM

62

16

MAKING-OF:

LORD OF THE TOYS

SCREEN.TIME

SCREEN.TIME

18

44

SPOTLIGHT:

GENDER IN PROGRESS –

TO BE CONTINUED

68

STECKBRIEF: DREHBUCH

EIN ÜBERBLICK ÜBER DAS

STUDIUM AN DER

FILMAKADEMIE

46

DAS ATELIER

LUDWIGSBURG-PARIS

70

EDITION FABW: VON KRIEGEN

UND SYSTEMSPRENGERN

72

STECKBRIEF:

FERNSEHJOURNALISMUS

54

73

4

INTERNATIONALE

NETZWERKE

STECKBRIEF:

FILMGESTALTUNG 1


76

90

108

MAKING-OF:

SYSTEMSPRENGER

STECKBRIEF:

MONTAGE/SCHNITT

ALUMNI IM FOCUS:

MARLEN VON HEYENABER

80

STECKBRIEF:

FILMGESTALTUNG 2/

ANIMATION

81

STECKBRIEF:

FILMGESTALTUNG 2/

NEUE MEDIEN

84

ALUMNI IM FOCUS:

DAVID SPAETH

92

ALUMNI IM FOCUS:

KATHARINA FIEDLER

96

STECKBRIEF: MOTION DESIGN

97

STECKBRIEF: PRODUKTION

98

SPOTLIGHT:

GREEN SHOOTING

112

STECKBRIEF: SZENISCHER FILM

113

STECKBRIEF: WERBEFILM

114

ALUMNI IM FOCUS:

DORIAN & DANIEL

120

STECKBRIEF: FILMSCHAUSPIEL

88

STECKBRIEF: FILMMUSIK

89

104

STECKBRIEF: REGIE 2

105

122

FILMSCHAUSPIELWORKSHOP

126

AUFTRAGSPRODUKTIONEN IM

DRITTMITTELBEREICH

STECKBRIEF: SOUNDDESIGN

STECKBRIEF:SERIEN PRODUCING

106

STECKBRIEF: SZENENBILD

128

FÖRDERVEREIN DER

FILMAKADEMIE

5


CAMPUS LUDWIGSBURG

ZWANZIG

NEUNZEHN

ZWANZIG

ZWANZIG

WO ZU BEGINN DER 1990ER JAHRE

VERLASSENE KASERNENHÖFE UND PARK-

PLATZBRACHEN DAS BILD BEHERRSCHTEN,

IST EIN EINZIGARTIGES AUSBILDUNGSZENTRUM

FÜR THEATER, FILM UND MEDIEN

GEWACHSEN.

Die Akademie für Darstellende Kunst, die Filmakademie,

deren Animationsinstitut und das Atelier Ludwigsburg-Paris

tragen durch die Spitzenstellung, die sie in ihren

jeweiligen Bereichen einnehmen, dazu bei, dass hier

im fachspezifischen sowie im interdisziplinären Raum

auf höchstem Niveau gearbeitet wird.

Ein zentrales Merkmal des Ludwigsburger Campus liegt

in der Autonomie der vier ansässigen Ausbildungsstätten

in der Gestaltung ihrer Studieninhalte, während

sie zugleich auf zahlreichen Ebenen miteinander verwoben

sind. Jede Institution verfügt in ihrem Bereich

über erstklassige personelle und technische Ausstattung,

weitreichende internationale Vernetzung und einen

Lehrkörper aus herausragenden Künstler*innen und

Praktiker*innen.

Dieses inspirierende Neben- und Miteinander bringt einen

interdisziplinären Geist mit sich, der Grenzüberschreitungen

zwischen Erzählformen, Genres und Technologien

enorm befördert. Die Möglichkeiten umfassen

Theater, Film, Animation, neueste digitale Produktionstechniken,

transmediale Formate und vieles mehr in einer

räumlichen Nähe, die in der europäischen Hochschullandschaft

ihresgleichen sucht.

Ein gemeinsames Credo der Institutionen besteht in der

starken Projektorientierung des Studiums. Die Studierenden

finden neben der Inspiration somit auch die Ressourcen

für ihre Vorhaben und sorgen mit ihren vielfältigen

und ambitionierten Projekten für ein pulsierendes

Campusleben.

Der Ludwigsburger Campus bleibt so ein wichtiger Knotenpunkt

für Studierende, Alumni und auch für alle

interessierten Ludwigsburger Bürger*innen– u.a. mit

„Montags an der ADK“, dem Treffpunkt „Campus International“

und der Filmreihe „Open House“.

6


ERÖFFNUNGSWOCHE 23.09. – 27.09.2019

23.09.2019

FESTLICHE ERÖFFNUNG ADK

UND FILMAKADEMIE

11.00 – 13.00 UHR

BEGRÜSSUNG DURCH:

PROF. DR. ELISABETH SCHWEEGER,

PROF. THOMAS SCHADT

ERÖFFNUNGSGAST:

THEA DORN, SCHRIFTSTELLERIN, THEATER- UND

DREHBUCHAUTORIN, JOURNALISTIN

ORT: ADK / BÜHNE

AUFTAKT NACH MASS

16.30 – 17.30 UHR

ORT: FILMAKADEMIE, FILMGALERIE (HAUPTGE-

BÄUDE, ERDGESCHOSS)

THEA DORN, geboren 1970, studierte Philosophie und

Theaterwissenschaften in Frankfurt, Wien und Berlin.

Sie schrieb preisgekrönte Romane (zuletzt DIE UN-

GLÜCKSELIGEN), Theaterstücke, Drehbücher und

Essays (zuletzt DEUTSCH, NICHT DUMPF). 2011 veröffentlichte

sie (zusammen mit Richard Wagner) DIE

DEUTSCHE SEELE, eine enzyklopädische Kulturgeschichte

des Deutschen von Abendbrot bis Zerrissenheit.

Seit März 2017 ist sie festes Mitglied im „Literarischen

Quartett“. Thea Dorn lebt in Berlin.

Ein Campus, drei Institutionen: Die Akademie für Darstellende

Kunst, die Filmakademie, das Animationsinstitut.

Im Rahmen der Veranstaltung „Auftakt nach Maß“

stellen die Akademieleiter*innen den Studierenden des

ersten Semesters den Campus vor, stehen für erste Fragen

zur Verfügung und übergeben anschließend an die

AStA-Vertreter*innen.

24. – 27.09.2019

CAMPUSTAG

WIDERSTAND | KÜNSTLERISCHE STRATEGIEN |

PERSÖNLICHE VERANTWORTUNG

WORKSHOP

MIT DEM ZENTRUM FÜR

POLITISCHE SCHÖNHEIT

JEWEILS 10.00 – 17.00 UHR

ORT: ADK UND FILMAKADEMIE

Deutsches Grundgesetz Art. 5 Recht der freien Meinungsäußerung,

Medienfreiheit, Kunstfreiheit und Wissenschaftsfreiheit.

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift

und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein

zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.

Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung

durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur

findet nicht statt.

7


CAMPUS LUDWIGSBURG

8


Kunst- und Medienfreiheit sind oft das Erste, das eingeschränkt

wird, wenn die Demokratie sich in eine Autokratie

verwandelt. Kunst und Medien werden von Autokraten

sehr gefürchtet. Sie sind ein mächtiges Mittel, um

Bürger*innen eine Stimme zu geben, Wahrheiten sichtbar

zu machen und wirkungsvoll Widerstand zu leisten.

Deshalb stellt das Grundgesetz die Kunst- und Medienfreiheit

unter einen besonderen Schutz.

Aber was genau ist Widerstand? Brauchen wir Widerstand

in einer Demokratie oder passt dieser Begriff eher

zu einer Diktatur? Muss Widerstand radikal sein oder

kann man auch still Widerstand leisten – und schließen

sich still und radikal überhaupt aus? Warum ist Widerstand

wichtig? In der diesjährigen Campus-Eröffnungswoche

möchte das ZENTRUM FÜR POLITISCHE

SCHÖNHEIT gemeinsam mit den Erstsemester*innen

den Blick für dieses „mächtige Mittel“ schärfen und sich

gleichzeitig dem Thema Widerstand nähern. Unter der

Leitung von Cesy Leonard – Künstlerin, Filmemacherin

und Chefin des Planungsstabs des ZENTRUMS FÜR

POLITISCHE SCHÖNHEIT – findet erneut ein viertägiger

Workshop statt. Zusammen mit Zeitzeug*innen und

rund 90 Erstsemester*innen geht sie in rund 10 Arbeitsgruppen

auf Recherche. Am letzten Tag werden die Ergebnisse

unter anderem in Form von Performances, Theater,

Hörspielen, Videogames und Animationen in der

ADK präsentiert.

22 Studierende von fünf Universitäten aus Bulgarien,

Serbien, Österreich und Deutschland gingen entlang der

Donau auf Recherche nach verstecktem Kulturerbe und

haben nun ihre Ergebnisse mit Mitteln der Kunst sichtbar

gemacht. Präsentationen fanden in Ruse (BG) und

Novi Sad (SRB) statt. Die dritte Station ist Ludwigsburg.

Abgeschlossen wird das Projekt mit der Ausstellung im

Österreichischen Kulturquartier in Linz. Kuratiert wird

die Ludwigsburger Ausstellung von Annika Schäfer

(Regie-Absolventin der ADK) und Fabian Widukind

Penzkofer (ABK Stuttgart) unter Begleitung der Dramaturgie-Absolventin

Agnes Szedlak (Projektentwicklung).

Die Ausstellung ist Teil des INTERREG-Projekts »Kulturplattform

Donauraum – Kreative Orte des

21. Jahrhunderts« | CULTPLATFORM_21, „Studio

DAHD“ (Danube Artistic Heritage Developement).

Beteiligt sind neben dem Kultusministerium Bulgarien,

die Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg,

die Universität für Kunst und Design Linz,

die Universität in Sofia und die Universität in Varna

sowie die Akademie der Künste Novi Sad mit Studierenden.

08.11.2019

CAMPUSABENDE

24.09.2019

DIE AKADEMIEN

STELLEN SICH VOR

18.00 UHR

ORT: ADK-BÜHNE

Mit einem kurzweiligen Programm stellen sich Filmakademie,

Animationsinstitut und das Atelier Ludwigsburg-Paris

vor und präsentieren anhand ausgewählter

Filmproduktionen ihre große Bandbreite.

"RIVER IN TRANSITION"

STUDIO DAHD

(DANUBE ARTISTIC HERITAGE DEVELOPMENT)

AUSSTELLUNG (24.09. – 02.10.2019)

8.00 – 22.00 UHR

APRIL/MAI 2020

Um die bestehenden Netzwerke zu verstärken und das

Potenzial des Campus weiter auszubauen, finden pro Semester

zwei Campusabende statt. Das Programm dieser

Veranstaltungen stellen die Studierenden gemeinsam

mit den AStAs der ADK und der Filmakademie zusammen.

Zeitgleich finden keine Lehrveranstaltungen statt.

So entsteht Raum für ungezwungene Begegnungen, den

Austausch von Gedanken, Visionen, Projektideen und

-vorstellungen, die Möglichkeiten, Neues oder Gemeinsames

entstehen zu lassen.

Der Termin im Sommersemester wird frühzeitig bekanntgegeben.

Für weitere Informationen kann die Studienleitung kontaktiert

werden.

19.30 UHR

ORT: KARLSKASERNE

9


CAMPUS LUDWIGSBURG

CAMPUS IM AUSTAUSCH GEMEINSAME LEHRANGEBOTE

DETAILS ZU DEN SEMINAREN SIEHE

ADK: WWW.ADK-BW.DE

FILMAKADEMIE: ONLINE-KALENDER

Die Campus-Idee findet ihre konkrete Umsetzung in

der Gestaltung der Lehrpläne, welche die wechselseitige

Teilnahme an den Lehrveranstaltungen vorsehen:

FILMAKADEMIE-STUDIERENDE KÖNNEN AN DER

ADK AN FOLGENDEN LEHRVERANSTALTUNGEN

TEILNEHMEN:

• Theorie-Montag (Lektürekurs Gegenwart &

Theatergeschichte / Ästhetik / Poetologie / Theatergeschichte

/ Geschichte der Regie und Schauspielpersönlichkeiten)

• Performancetheorie

• Vergleichende Mediendramaturgie

• Autor*innen im Fokus

• Grundlagen Regie (Raum und Bühne / Raum und

Klang / Kurzprojekte mit der ABK)

• Grundlagen Schauspiel

• Wort und Wirkung

• Sprechen für Regisseur*innen

• Praxismodule

• Szenisches Arbeiten mit Kai Wessel

• Meisner-Technik und Schauspiel-Workshop mit Kai

Wessel

• „Adaptionen“-Workshop

ADK-STUDIERENDE KÖNNEN AN DER FILMAKA-

DEMIE TEILNEHMEN WIE FOLGT:

DRAMATURGIE-STUDIERENDE AN:

• Mediale Inszenierung im Raum mit Motion Design 4

(Carsten Goertz)

REGIE-STUDIERENDE AN:

• Filmgestaltung 2 (FG 2): Basiskurse und Szenischer

Film (ein ganzes Semester)

SCHAUSPIEL-STUDIERENDE AM:

• Inszenierungsworkshop

ALLE STUDIERENDEN DER ADK AN:

• Filmgeschichte und -theorie (PD Dr. Bernd Kiefer,

Nataša von Kopp, Maurice Fitzpatrick,

Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Prof. Dr. Lisa Gotto)

• Verschiedenen Seminaren zu Film- und Mediengeschichte

(Teil 1 und Teil 2)

Interessierte werden gebeten, sich vorab bei Norman Schock /

Leitung Studienbüro (norman.schock@adk-bw.de) oder bei

Meike Steinmetz / Studienleitung der Filmakademie

(meike.steinmetz@filmakademie.de) anzumelden.

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MITTWOCH, 05.02.2020

(GEPLANT)

DRITTER

KURZGESCHICHTENBAND:

"KRIEG"

ORT: FILMAKADEMIE UND ADK

Premiere des 3. Kurzgeschichtenbands der Edition FABW

zum Thema KRIEG mit Lesung ausgewählter Beiträge

Schirmherr: Philipp Keel | Verleger des Diogenes Verlags

Die AKA-Pitchings schaffen ein Bewusstsein für die

künstlerische Bandbreite und das kreative Spektrum der

Projekte, die an der Filmakademie, ihrem Animationsinstitut

und der Akademie für Darstellende Kunst entstehen.

Die Teilnahme an allen vier Pitchings ist für Studierende

der Filmakademie und ihres Animationsinstituts Pflicht.

Die Teilnahme ist für Studierende der ADK einmal im

Studienverlauf Pflicht.

Aktive Teilnahme am Pitch kann prinzipiell bis zwei Tage vorher

beantragt werden: pitch@filmakademie.de.

Zum dritten Mal haben Studierende und Alumni von

Filmakademie und ADK Kurzgeschichten zu einem vorgegebenen

Thema eingereicht, eine Auswahl davon hat

es in den neuen Band geschafft. Zur Premiere darf ein

spannendes Programm aus Lesung und Get-Together

erwartet werden.

08.11.2019, 24.01.2020,

17.04.2020, 29.05.2020

AKA-PITCHINGS

Jedes Projekt an der Filmakademie (Organisation: Andrea

Macos), das innerhalb des Projektstudiums entstehen soll, muss

an mindestens einem der vier Termine gepitcht werden (Ausnahme:

Studierende der Abteilung Werbefilm müssen pro Studienjahr

mindestens eine Projektidee pitchen, die später tatsächlich

realisiert wird). Projekte aus dem Grundstudium können auf freiwilliger

Basis ebenfalls vorgestellt werden. Jeder Pitch dauert maximal

fünf Minuten.

THEATER BEI TAGESLICHT.

THEORIE-MONTAGE

FREITAGS JEWEILS AB 10 UHR

ORT: ALBRECHT-ADE-STUDIO

24.01.2020 (ADK BÜHNE)

Die AKA-Pitchings dienen der Teamfindung und geben

einen Überblick über aktuelle Themen und Arbeiten. Die

im Fünf-Minuten-Takt gepitchten Projekte reichen vom

Werbe-, Dokumentar-, Animations- bis zum Theaterfilm,

von Games, szenischen Filmen, performativen Installationen

bis zum Theaterstück und -festival.

Theoretische Grundlagen sind auch an besonders praxisbezogenen

Ausbildungsstätten die Basis jeglicher konstruktiver

Auseinandersetzung und Ausgangspunkt für

künstlerische Behauptungen und Handschriften.

So bietet die ADK mit der Einführung eines festen Theorietages

für die Studierenden verschiedener Ausbildungsrichtungen

Grundlagen- und Übersichtsseminare

aus den Bereichen Ästhetik, Philosophie, Theater-, Filmund

Literaturgeschichte an.

Die Studierenden des gesamten Campus haben die Möglichkeit,

gemeinsam Grundlagen-, Übersichtsvorlesungen

und Übungen zu besuchen, die dann in einzelnen

Blockseminaren vertieft werden. Einerseits sollen damit

der Kontakt und die Vernetzung der Studierenden untereinander

gefördert werden. Zum anderen dient die gemeinsame

Ausbildung dazu, sich eine gemeinsame Sprache

(und ein ähnliches Wissen) anzueignen, die dem

Diskurs und der potenziellen Zusammenarbeit auf dem

Campus zugutekommen soll.

Aufgrund der begrenzten Plätze bitten wir Interessierte, sich

vorab bei Julia Klaas / Studienbüro Dramaturgie ADK ( julia.

klaas@adk-bw.de) anzumelden.

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CAMPUS LUDWIGSBURG

ANIMATIONSFILM –

WAS BITTE?

CAMPUS VERNETZT

DONNERSTAGS UM 17.00 UHR

ORT: A 0.06

HOCHSCHULKOOPERATION MIT DER PÄDAGOGI-

SCHEN HOCHSCHULE (PH) IM WS 2019/20

FILMGESCHICHTE ALS ANIMATIONS-

GESCHICHTEN IM STUDIENJAHR 2019/2020

Tina Ohnmacht

Im Rahmen des Masterstudiengangs KULTURELLE

BILDUNG setzen die ADK und die Filmakademie die Zusammenarbeit

mit der PH Ludwigsburg fort.

Was genau sind überhaupt Animationsfilme und wo

kommen sie her? Hat James Cameron recht, wenn er

sagt, AVATAR sei kein Animationsfilm? Warum kennen

wir so viele Trickfilme für Kinder, wo sind die für Erwachsene?

Warum denken so viele Leute, Walt Disney

habe den Zeichentrick erfunden?

Animations-Geschichten geben einen Überblick über

die Geschichte des Animationsfilms von den Anfängen

– und die liegen lange vor den Anfängen des Films – bis

heute, in Deutschland, den USA, Europa und Asien. Wir

werden bekannte und unbekannte Filme anschauen, Filme,

die zum Nachdenken oder zum Lachen bringen, begeistern,

mal aus heutiger Sicht langweilig erscheinen

oder auch unverstanden bleiben. Jeder Film erzählt eine

Geschichte, ist selbst Teil einer größeren Geschichte und

inspiriert zu neuen Geschichten.

Das Seminar besteht aus zwei Teilen. Im Sommersemester

geht es um einen historischen Überblick über

verschiedene Entwicklungen in unterschiedlichen Regionen.

Im Wintersemester stehen thematische Schwerpunkte

im Mittelpunkt, etwa theoretische Ansätze, Regionen

oder filmische Motive, und Analysen einzelner

Filme.

Jede(r) Teilnehmer*in ist aufgefordert, im Seminar ein

Thema ihrer/seiner Wahl vorzustellen und zu präsentieren

und dieses in einen kurzen Text auszuarbeiten. Das

hat den Vorteil, dass für alle etwas dabei ist, das sie wirklich

interessiert.

Das Seminar findet in der Regel donnerstags um 17 Uhr in A

0.06 statt (für aktuelle Informationen bitte Studienplan Animation

3 und Animation 4 beachten!). Es ist Pflicht für die Studierenden

in Animation 3 (Sommersemester) und Animation

4 (Wintersemester) und offen für alle Studierenden des Akademie-Campus

(nach Anmeldung über die Studienleitung).

PH-STUDIERENDE KÖNNEN AN FOLGENDEN

VERANSTALTUNGEN TEILNEHMEN:

ADK:

THEATERGESCHICHTE

BEGINN 07.10.2019

MONTAGS 10.15 – 11.45 UHR

INTERNATIONALES POLITISCHES THEATER

17., 18.01.2020 / 31.01., 01.02.2020 /

21., 22.02.2020

FREITAGS 18 – 21.30 UHR,

SAMSTAGS 9 – 13.30 UHR

Anmeldung per E–Mail an julia.klaas@adk–bw.de

FILMAKADEMIE:

FILM- UND MEDIENGESCHICHTE:

VON DEN 1960ERN BIS ZUR GEGENWART

PD Dr. Bernd Kiefer

14.11.2019: 17.00 - 20.00 UHR

15.11.2019: 10.00 - 17.00 UHR

16.11.2019: 10.00 - 17.00 UHR

FILM- UND MEDIENGESCHICHTE: GESCHICHTE

DES ANIMATIONSFILMS 2

Tina Ohnmacht

21.11.2019: 17.00 - 20.00 UHR

22.11.2019: 10.00 - 17.00 UHR

23.11.2019: 10.00 - 17.00 UHR

JAPANISCHE JIDAIGEKI-FILME UND AMERIKANI-

SCHE WESTERNFILME DER 1950ER JAHRE UND

IHRE PARALLELEN

Nataša von Kopp

05.12.2019: 17.00 - 20.00 UHR

06.12.2019: 10.00 - 17.00 UHR

07.12.2019: 10.00 - 17.00 UHR

Anmeldung per E-Mail an meike.steinmetz@filmakademie.de

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ADK- STUDIERENDE KÖNNEN AN FOLGENDER

VERANSTALTUNG DER PH TEILNEHMEN

CAMPUS FÜR LUDWIGSBURG

• Theorien ästhetischer und kultureller Bildung

(WiSe 19/20)

DIENSTAGS, 10.15 – 11.45 UHR

Anmeldung per E-Mail an hartunggriemb@ph-ludwigsburg.de

FILMAKADEMIE- STUDIERENDE KÖNNEN AN

FOLGENDEN VERANSTALTUNGEN DER PH TEIL-

NEHMEN

MONTAGS AN DER ADK

AUSSICHTEN. EINSICHTEN.

GESPRÄCHE.

JEWEILS 20.00 UHR

14.10.2019, 11.11.2019, 13.01.2020, 17.02.2020,

20.04.2020, 25.05.2020, 22.06.2020

(ÄNDERUNGEN VORBEHALTEN)

THEORIEN ÄSTHETISCHER UND KULTURELLER

BILDUNG (WiSe 19/20)

DIENSTAGS, 10.15 – 11.45 UHR

Anmeldung per E-Mail an hartunggriemb@ph-ludwigsburg.de

• Theorien der Medienbildung (WiSe 19/20)

DONNERSTAGS, 10.15 – 11.45 UHR

Anmeldung per E-Mail an thomas.wilke@ph-ludwigsburg.de

HOCHRANGIGE KÜNSTLER*INNEN, WISSEN-

SCHAFTLER*INNEN ODER EXPERT*INNEN AUS

ANDEREN BEREICHEN SIND BEI DER ZUNEH-

MEND BELIEBTEN REIHE ZU GAST MIT VORTRÄ-

GEN UND GESPRÄCHEN. DIE ABENDE VERSTE-

HEN SICH ALS ÖFFENTLICHES NACHDENKEN

ÜBER AKTUELLE DEBATTEN UND DISKURSE.

2019/20 wird die Reihe fortgesetzt, u.a. ist der Geschäftsführende

Direktor des Bühnenvereins, Marc Grandmontagne,

mit dem Theaterwissenschaftler Peter W. Marx im

Gespräch über den Deutschen Bühnenverein und seine

geschichtliche Anbindung an den Nationalsozialismus.

Ebenso ist die Journalistin und Autorin Meredith Haaf

zu Gast zum Thema „Streit muss sein. Kritikfähigkeit als

Kunst“.

BISHERIGE GÄSTE U.A.:

• ANNETT BAUMAST (Expertin für Nachhaltigkeit auf

dem Gebiet der Kultur)

• INÉS DE CASTRO

(Direktorin Linden-Museum Stuttgart)

• WOLFGANG ENGLER (Soziologe, Philosoph und

langjähriger Rektor der Hochschule für Schauspielkunst

„Ernst-Busch“)

• ULRIKE GROOS

(Direktorin Kunstmuseum Stuttgart)

• JOSEF HADER (Kabarettist und Schauspieler)

• DOROTHEA VON HANTELMANN

(Kunsthistorikerin, Autorin und freie Kuratorin)

• LISA JOPT (Schauspielerin und Mitbegründerin des

Ensemble-Netzwerks)

• PHILIPP KEEL (Künstler, Filmemacher, Autor und

Verleger)

• ULRICH KHUON (Intendant Deutsches Theater

Berlin, Vorsitzender des Bühnenvereins)

13


CAMPUS LUDWIGSBURG

• AINO LABERENZ (Bühnen- und Kostümbildnerin,

Leiterin des Operndorfs von Christoph Schlingensief )

• MATTHIAS LILIENTHAL (Intendant der Münchner

Kammerspiele)

• HERFRIED MÜNKLER (Politikwissenschaftler)

• CHRISTIANE NÜSSLEIN-VOLHARD

(Nobelpreisträgerin für Medizin)

• SUSANNE PFEFFER (Direktorin Museum für Moderne

Kunst (MMK) Frankfurt), Pro Quote Bühne

• EVA JANKOWSKI UND FRANCE-ELENA Damian

(Gründerinnen Pro Quote Bühne)

• WILFRIED SCHULZ

(Intendant Staatsschauspiel Dresden)

• WOLF SINGER (Hirnforscher)

• KAY VOGES (Intendant Schauspiel des Theaters Dortmund)

• ANDRÉ WILMS (Schauspieler).

Informationen zum Programm siehe www.adk-bw.de

DER OFFENE CAMPUS.

TREFFPUNKT

CAMPUS INTERNATIONAL

Eine Initiative der Studierenden der ADK, der Filmakademie

und ihres Animationsinstituts.

Einmal im Quartal wird das Foyer der ADK zu einem

Ort der Begegnung und des Kennenlernens unterschiedlicher

Kulturen, ihrer Hintergründe, Erfahrungen und

Lebenswelten. Unterschiedlichste Veranstaltungsformen

– u.a. Vorträge, Diskussionen und Musik – bieten

die Möglichkeit, sich auszutauschen und die Netzwerke

miteinander zu verknüpfen. Es ist eine Einladung

an Neuzugewanderte mit und ohne Fluchtgeschichte,

an Studierende der ADK, der Filmakademie und ihres

Animationsinstituts, an die Teilnehmer*innen des Atelier

Ludwigsburg-Paris sowie an alle Ludwigsburger Akteur*innen

für Integration, engagierte und interessierte

Menschen der Stadt. Die Initiative lädt zum bewährten

Get-Together im Anschluss.

DER OFFENE CAMPUS.

EIN KREATIVES, VIELFÄLTIGES

LABOR

Studien- und Semesterarbeiten der Studierenden laden

dazu ein, die zukünftige Künstlerschaft in ihrer

Entwicklung zu entdecken und zu begleiten: Öffentliche

filmische Semesterpräsentationen, 10-15 Werkstattinszenierungen

aus dem „Labor“ der ADK-Studierenden,

Bachelorarbeiten und Inszenierungen der zweimal

jährlich stattfindenden Themenmodule. Zum Ende eines

Studienjahres findet alle zwei Jahre das von den Studierenden

ausgerichtete internationale, junge Theaterfestival

»Furore« statt. Der offene Campus mit ca. 60 öffentlichen

Veranstaltungsabenden gewährt Einblicke in ein

kreatives, vielfältiges interdisziplinäres Labor.

Aktuelle Veranstaltungen erfahren Sie über die Websites

der Institute.

14


15


SCREEN.TIME

SCREEN.TIME

SCREEN.TIME

NACH ZWEI JAHREN PAUSE HAT SICH DIE FILM-

UND MEDIENSZENE AUF EINLADUNG DER FILM-

AKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG WIEDER IN

LUDWIGSBURG ZU EINEM BRANCHEN-EVENT

VERSAMMELT – UNTER DEM NEUEN LABEL

SCREEN.TIME.

Am Abend des 17. Juli stand zunächst ein exklusives internes

Screening des Debütfilms SYSTEMSPRENGER

auf dem Programm, der im Februar bei der Berlinale

mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Im

Anschluss folgte ein Filmgespräch mit Regisseurin und

Filmakademie-Absolventin Nora Fingscheidt und Frauke

Kolbmüller von der Produktionsfirma Oma Inge Film

mit Filmakademie-Direktor Prof. Thomas Schadt.

Abgerundet wurde der Abend von einem Get-together.

Der zweite Tag von SCREEN.TIME am Donner s-

tag, dem 18. Juli stand dann ganz unter dem Motto

PITCHINGS - SCREENINGS - WORK IN PROGRESS:

Den gesamten Tag über präsentierten die Studierenden

Ideen, Trailer sowie Ausschnitte aus fertigen und noch

in der Entwicklung befindlichen Filmen und pitchten

aktuelle Stoffe - hauptsächlich Projekte aus dem 3. und

4. Studienjahr aller Studienschwerpunkte.

16


Im Rahmen eines „Speed-Recruiting“ hatten zudem einzelne

Studierende verschiedener Gewerke die Gelegenheit,

sich persönlich vorstellen und Werbung in eigener

Sache zu machen.

WIR FREUEN UNS BEREITS AUF

SCREEN.TIME 2020 AM 15./16. JULI!

Die Filmgalerie stand als Rückzugsort für Gespräche,

Lounge und Meeting Point zur Verfügung. Außerdem

konnten die Branchenvertreter*innen dort über eine neu

entwickelte Mediathek auf aktuelle Filmakademie-Projekte

zugreifen und an verschiedenen Sichtungs-Stationen

fertiggestellte Filme, aber auch Showreels von Studierenden

verschiedener Gewerke ansehen.

Bei herrlichem Sommerwetter führten viele Gäste ihre

Gespräche aber auch in entspannter Atmosphäre draußen

im Bistro „Blauer Engel“ oder bei einem Eis unter

dem Akademie-Zelt.

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IN ZAHLEN

ES IST EINE AUSBILDUNGSSTÄTTE...

ES IST EIN PRODUKTIONSBETRIEB...ES IST

HANDWERK, THEORIE UND PRAXIS

PROJEKTARBEIT IM TEAM

ENGE ZUSAMMENARBEIT MIT

DER FILM- UND MEDIENBRANCHE

FREIHEIT ZUR ENTWICKLUNG

DER EIGENEN KREATIVEN HANDSCHRIFT

DOZIERENDE

ANGESTELLTE

STUDIERENDE

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EIN ÜBERBLICK ÜBER DAS STUDIUM

AN DER FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG

DAS STUDIUM IST STARK PRAXISORIENTIERT UND STELLT DAS PRINZIP „LEARNING BY DOING”

IN DEN VORDERGRUND. VON BEGINN AN ERARBEITEN DIE STUDIERENDEN ALLER

GEWERKE IHRE FILME GEMEINSAM. SO ENTSTEHEN JÄHRLICH ÜBER 250 FILME ALLER

GENRES UND FORMATE.

Das Ausbildungsangebot spiegelt die ganze Bandbreite

der Themen der Medienbranche wider, von Drehbuch,

Regie und Kamera bis hin zu Animation, Szenenbild und

Montage, von Produktion, Filmmusik und Sounddesign

bis zu Motion Design und Interaktiven Medien.

Neben den klassischen Erzählformen für Film und Fernsehen

bereichern Social Media, partizipative Performances,

„immersives“ Entertainment, Games und weitere

neue Formen des Geschichtenerzählens die Branche,

verändern Berufsbilder und lassen neue Formate und Ertragsmodelle

entstehen. Studienanfänger*innen erwarten

zurecht, dass ihre Hochschule sie auf diese sich ständig

verändernde Realität bestmöglich vorbereitet. Die

Antwort der Filmakademie Baden-Württemberg auf diese

Herausforderung liegt in einer umfassenden Ausbildung,

die von Anfang an auch Kenntnisse außerhalb des

eigenen Studienschwerpunktes vermittelt.

Sie folgt dem Credo, Studierenden mit dem ganzen

Spektrum ihrer Talente, Schwerpunkte und Ambitionen

größtmögliche Spielräume zur Entwicklung einer individuellen

künstlerischen Identität zu eröffnen.

AN DER FILMAKADEMIE ERWARTET

DIE STUDIERENDEN:

• eine Ausbildung, die praktisches Filmemachen und

Theorie kombiniert

• Projektarbeit im Team

Betreut und unterrichtet werden die etwa 500 STUDIE-

RENDEN von über 300 HOCHKARÄTIGEN FACHLEU-

TEN aus der Film- und Medienbranche und über 120

Angestellten der Filmakademie.

Über 700 Bewerber*innen konkurrieren jährlich um etwa

100 Studienplätze in den folgenden Studiengängen:

GRUNDSTÄNDIG WERDEN ANGEBOTEN:

• FILM UND MEDIEN

• FILMMUSIK UND SOUNDDESIGN

• PRODUKTION

ALS DIPLOMAUFBAUSTUDIENGÄNGE WERDEN

ANGEBOTEN:

• ANIMATION / ANIMATION &

EFFECTS PRODUCER

• ANIMATION / TECHNICAL DIRECTOR

• FERNSEHJOURNALISMUS

• FILMMUSIK

• FILMTON / SOUNDDESIGN

• INTERAKTIVE MEDIEN

• MOTION DESIGN

• SZENENBILD

Die Studienzeit richtet sich danach, ob Studierende im

Grundstudium beginnen, den Quereinstieg wählen oder

im Diplomaufbaustudiengang studieren. Im Vollstudium

(Grund- plus Projektstudium) beträgt die durchschnittliche

Studienzeit 8 Semester plus 1 Diplomsemester.

• die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, die bis in den

Markt reichen und wegweisend für spätere Jobs sein

können, weil die Filmakademie eng mit der Film- und

Medienbranche zusammenarbeitet

Der Quereinstieg ist der direkte Einstieg in das Hauptstudium

(Projektstudium) mit Bachelor oder Vordiplom

und dauert in der Regel 4 Semester plus 1 Diplomsemester.

• die Förderung der Freiheit zur Entwicklung der

eigenen kreativen Handschrift

Das Studium im Diplomaufbaustudiengang mit Nachweis

eines abgeschlossenen Studiums in einer artverwandten

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IN ZAHLEN

BEWERBER/-INNEN JÄHRLICH

STUDIENPLÄTZE

OUTGOINGS

INCOMINGS

PARTNERINSTITUTIONEN

FILM UND MEDIEN

PRODUKTION

FILMMUSIK UND SOUNDDESIGN

ANIMATION / ANIMATION & EFFECTS PRODUCER

ANIMATION / TECHNICAL DIRECTOR

FERNSEHJOURNALISMUS

FILMMUSIK

FILMTON / SOUNDDESIGN

INTERAKTIVE MEDIEN

MOTION DESIGN

SZENENBILD

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Disziplin dauert in der Regel ebenfalls 4 Semester plus 1

Diplomsemester.

Jedes Jahr begrüßt die Filmakademie Studierende von

mehr als 12 Partnerinstitutionen aus aller Welt bei sich.

Sie bereichern den Campus mit eigenen Projekten und

partizipieren im Rahmen der Internationalen Klasse am

Unterricht.

Studierende der Filmakademie haben ebenfalls die

Möglichkeit, an Partnerhochschulen im Ausland zu

studieren.

Für Interessierte sind detaillierte Informationen über

den Studienverlauf auf der Homepage der Filmakademie

www.filmakademie.de im Bereich Studienverlauf erhältlich.

INTERDISZIPLINÄRE VERANSTALTUNGEN

Neben einer fundierten handwerklichen Ausbildung im

jeweiligen Studienfach sowie der Verbesserung der eigenen

Fertigkeiten durch die Mitarbeit an vielfältigen studentischen

Produktionen der Filmakademie spielt auch

die Ausbildung eines breit gefächerten Verständnisses

für medienbezogene Prozesse und Diskurse eine wichtige

Rolle. Der berühmte „Blick über den Tellerrand“

bzw. die Erweiterung des eigenen Horizonts ist an der

Film akademie keine „Kür“, sondern ein essenzieller Bestandteil

der künstlerischen Entwicklung, die durch ein

vielfältiges Angebot an Lehrveranstaltungen gefördert

werden soll.

In interdisziplinären Kursen und Seminarreihen werden

Inhalte wie „Green Shooting“ / „Green Storytelling“,

Genderdiversität oder der Weg in die berufliche Selbstständigkeit

näher beleuchtet.

Während im Grundstudium verschiedene Seminare zur

Film- und Mediengeschichte Teil des Pflichtunterrichts

sind, wählen Studierende der Diplomaufbaustudiengänge

oder des Quereinstiegs aus einem Angebot an jährlich

wechselnden Filmgeschichts- und Filmtheorie-Seminaren

aus, die stets die individuelle Auseinandersetzung

mit einer Themenstellung und deren Abschluss in Form

einer Hausarbeit oder eines Referats beinhalten.

OPEN HOUSE

OPEN HOUSE ist der Titel einer Lehrveranstaltungsreihe,

die i.d.R. zwei Mal pro Semester im Kino Caligari

in Kooperation mit Kinokult Programmkinos stattfindet.

In dieser Reihe präsentieren – i.d.R. mittwochabends ab

17.00 Uhr – ehemalige Studierende der Filmakademie

oder aktuelle Gastlehrende ihre neuen Projekte aus unterschiedlichen

Bereichen und berichten im Anschluss

an das Screening in einem Werk- und Publikumsgespräch

u.a. über die Entstehung und Hintergründe des

Films. Hier wird es auch sehr begrüßt, wenn Teammitglieder

der verschiedensten Gewerke anwesend sind

(Regie, VFX, Kamera, Szenenbild etc.) und von ihren Erfahrungen

berichten.

OPEN HOUSE verbindet die Analyse aktueller Medienproduktionen

mit der Vernetzung von Studierenden,

Alumni und Lehrenden bewusst gewerkeübergreifend.

Die kritische und diskursive Auseinandersetzung mit aktuellen

Medienproduktionen ist ein wichtiger Bestandteil

des Lehr- und Bildungsauftrags der Filmakademie.

Sofern es sich bei den eingeladenen Gästen um Absolventinnen

und Absolventen der Filmakademie handelt,

trägt die OPEN HOUSE-Veranstaltung den Untertitel

THERE AND BACK AGAIN – ALUMNI STELLEN SICH

VOR. Dies betont noch einmal mehr die Bedeutung eines

aktiven Studierenden-Alumni-Netzwerks und ist ein

erster Schritt auf dem Weg zu einem angestrebten Alumni-Mentoring-Programm

auf dem Campus.

21


MAKING-OF

22


Trümmermädchen

DER SZENISCHE LANGFILM „TRÜMMER-

MÄDCHEN” IST DAS DIPLOMPROJEKT VON

AUTOR UND REGISSEUR OLIVER KRACHT,

DEN PRODUCERN MARCO GRÖNWOLDT UND

LENNART LENZING, VON SZENENBILDNERIN

CAROLINE LIEM SOWIE DEN FILMTON-

STUDIERENDEN FRANZISKA ARNDT, OLENA

GONCHARENKO, JAN LUKAS MIELKE,

JOHANNES SCHELLE UND MAX KERSTEN.

ER ENTSTEHT ALS ZUSAMMENARBEIT ZWI-

SCHEN DER FILMAKADEMIE BADEN-WÜRT-

TEMBERG, DER AKADEMIE FÜR DARSTEL-

LENDE KUNST, DEM SÜDWESTRUNDFUNK

SWR, DER BADEN-WÜRTTEMBERGISCHEN

FILMFÖRDERUNG MFG SOWIE DER PRO-

DUKTIONSFIRMA SIMONSAYS.PICTURES

DES FILMAKADEMIE-ABSOLVENTEN SIMON

BUCHNER.

Vor dem historischen Hintergrund des Wiederaufbaus

im Deutschland der Nachkriegszeit entfaltet sich eine

ebenso dramatische wie moderne Geschichte über

den Kampf um Gleichberechtigung zwischen Mann und

Frau.

Charlotte Schumann ist schwanger, aber ihr geliebter,

aus dem Zweiten Weltkrieg heimgekehrter

Ludwig will weder sie noch sein Kind. Um ihn

wieder für sich zu gewinnen und der drohenden

Schande zu ent gehen, schreibt sie sich für den

„Fräuleinkurs” der Schauspielerin Gloria Deven ein. Auf

der Straße heißt es, dass man dort lernt, wie man jeden

Mann erobert und an sich bindet. Doch Gloria weckt in

ihren Schülerinnen stattdessen die Sehnsucht nach etwas,

das ihnen zu lange schon verwehrt wird: Freiheit.

Die Dreharbeiten, die im Juni und Juli 2019 stattfanden,

waren besonders aufwändig. Teilweise wurden alle

drei Studios der Filmakademie in Anspruch genommen.

Nötig war dies wegen des historischen Stoffes,

denn die Studierenden ließen das zerstörte Deutschland

der Nachkriegszeit in eigens hergestellten Kulissen wieder

auferstehen.

Dabei nimmt der Film nicht für sich nicht in Anspruch,

ein originalgetreues Abbild dieser Zeit darzustellen, sondern

verwendet ein zitierendes, bruchstückhaftes Szenenbild.

Große Teile des Hintergrundes verschwinden

im Schwarz, der Film will die Darsteller*innen in den

Mittelpunkt stellen. Nichtsdestotrotz waren die Studios

fast drei Monate mit bis zu 10 zwei Meter großen Bauten

gefüllt. Das Art Department unter der Leitung von Caroline

Liem und Alumna Yvonne Leuze errichtete über ein

Dutzend verschiedener Motive und begann mit dem Bau

bereits über einen Monat vor Drehbeginn.

Auch Kostüm und Maskenbild mussten sich zunächst einer

längeren Recherche widmen, um die Darsteller*innen

23


MAKING-OF

24


historisch korrekt stylen zu können. Und von diesen gab

es einige, denn mit einem Ensemble von

30 Darsteller*innen und dazu insgesamt fast 100 Kompars*innen

hatte Regisseur Oliver Kracht mit der Inszenierung

alle Hände voll zu tun.

Dabei konnte er sich sowohl auf renommierte Schauspielerinnen

und Schauspieler wie Valery Tscheplanowa

und Till Wonka als auch auf talentierte Nachwuchsdarstellerinnen

wie Laura Balzer oder Lena Urzendowsky

stützen.

Das Projekt wurde auf der Berlinale bereits mit dem

Thomas Strittmatter Drehbuchpreis ausgezeichnet, einer

der höchsten nationalen Auszeichnungen für angehende

Filmprojekte. Wir sind gespannt, wie der fertige Film

im kommenden Jahr von Publikum und Kritik aufgenommen

wird.

TRÜMMERMÄDCHEN

Buch, Regie: OLIVER KRACHT

Produzent: SIMON BUCHNER /

SIMONSAYS.PICTURES GMBH

Producer: LENNART LENZING, MARCO GRÖN-

WOLDT

Bildgestaltung: MARVIN SCHATZ

Montage: PETJA NEDELTSCHEWA

Szenenbild: YVONNE LEUZE, CAROLINE LIEM

Musik: JENS BLANKENBURG

Sound Supervisor: MAX KERSTEN

Set-Tonmeister: JAN LUKAS MIELKE

Sounddesign: OLENA GONCHARENKO,

JOHANNES SCHELLE

Foley Artist: FRANZISKA ARNDT

Motion Design, Concept Artist: CHARLOTTE LIEB

Redaktion: JOACHIM LANG / SWR

Förderung: MFG MEDIEN- UND FILMGESELLSCHAFT

BADEN-WÜRTTEMBERG GMBH

Darsteller*innen:

LAURA BALZER, VALERY TSCHEPLANOWA,

TILL WONKA, ANNE GESA-RAIJA LAPPE,

LENA URZENDOWSKY, LARA FEITH UVM.

25


ANIMATIONSINSTITUT

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FUSSEL | 2019


„Liebe Studierende,

benehmt euch anständig, bereichert

eure Mitstudierenden und fühlt euch in

eurer Arbeit unseren Prämissen „Relevanz“,

„Intensität“ und „Originalität“ verpflichtet.

Dann werden wir gut miteinander

auskommen.“

WAS ERWARTET

DIE STUDIERENDEN

AM ANIMATIONSINSTITUT?

Prof. Andreas Hykade,

Leiter des Animationsinstituts,

Leitender Dozent Animation

„Die Studierenden lernen, technologische

Herausforderungen zu meistern,

die bei der Realisierung von Projekten

im Bereich Animation, VFX, Virtual

Production und Immersive Media

erforderlich sind. Dabei sollen aktuelle

Verfahren aus Forschung und Entwicklung

zum Einsatz kommen und eigene

Forschungsansätze verfolgt werden."

„Formatoffenheit, Neugierde,

Experimentierfreude -

die Interaktiven Medien sind eine

Spielwiese der Möglichkeiten.“

Anna Brinkschulte,

Leitende Dozentin Interaktive

Medien

„Learning by Doing: Durch die

Arbeit an verschiedensten Animationsprojekten

lernen die zukünftigen

Producer, Creative Producer, Line

Producer, Produzenten hautnah

ihre Aufgaben kennen. Sie werden

in Teamleading und Projektmanagement

sowie verschiedenen

Animationstechniken (CGI, VR/

AR, Games etc.) trainiert.

Dazu gibt es Vorlesungen und

Workshops über Producing, Tools,

Finanzierung etc.“

Prof. Lilian Klages,

Leitende Dozentin Animation/Effects Producing

„Die Studierenden haben

Mitspracherecht, was das

Curriculum betrifft. Feedback

ist ausdrücklich erwünscht

und Unterrichtsideen setzen

wir nach Möglichkeit um.

Akzente werden wir wieder in

folgenden Bereichen setzen:

Intellectual Property, Character

Animation, Arbeiten im

Team sowie natürlich visuelle

Effekte. Da sind wir gespannt,

welche FMX-Speaker wir

dieses Jahr für Unterricht am

Animationsinstitut gewinnen

können. Eines ist sicher:

langweilig wird keinem

bei uns!"

„In der Studienvertiefung

VFX geht es um die Planung

und Erstellung der visuellen

Effekte vom Script bis zum

finalen Bild auf höchstem

Niveau.“

Prof. Volker Helzle,

Leitender Dozent Technical Directing,

Leitung der Research & Development-Abteilung

Prof. Juri Stanossek,

Leitender Dozent Visual Effects Supervision

Constanze Bühner,

Koordination Lehre

27


ANIMATIONSINSTITUT

DREI KÖPFE IM SAND | 2018

AUCH STUDIERENDE AUS ANDEREN GEWERKEN KÖNNEN BEI DER FG 1 EINEN ANIMATIONSFILM ERSTELLEN.

CHRISTOPH BOCKISCH, STUDENT BILDGESTALTUNG/KAMERA, ERSCHUF DEN FILM DREI KÖPFE IM SAND,

DIE GESCHICHTE EINES LANGEN HEIMWEGS.

ERSTE SCHRITTE

Das Grundstudium im ersten Jahr

IM ZWEIJÄHRIGEN GRUNDSTUDIUM ER-

LERNEN ALLE STUDIERENDEN DER FILM-

AKADEMIE GEMEINSAM DIE BASICS DES

FILMEMACHENS.

Im ersten Jahr belegen sie die Quartale Bildgestaltung/Kamera,

Drehbuch, Filmgestaltung

und Regie. Interdisziplinäre Pflichtveranstaltungen

sind u. a. Filmgeschichte/-theorie, Arbeitsrechtliche

Rahmenbedingungen, Grundlagen der

Filmproduktion sowie die Einführung in die Sequenzanalyse.

Die Quartale Filmgestaltung und Regie beinhalten

komplette Filmproduktionen in abteilungsübergreifenden

Teams.

So haben auch Studierende der Animation und der Interaktiven

Medien die Gelegenheit, sich in anderen Gewerken

auszuprobieren. Andererseits können sich durch

die Teilnahme an der Filmgestaltung 1 auch Nicht-Animationsstudierende

an einen Animationsfilm wagen.

Animationsstudent Oscar Jacobson berichtet über seine

ersten beiden Semester. „Im ersten Jahr durchläuft

man zusammen mit allen anderen Gewerken vier Quartale,

in welchen man erstmal die Welt des Filmemachens

an sich kennenlernt. Da führt man Regie, steht hinter

der Kamera, schreibt ein Drehbuch und lernt etwas über

Filmproduktion.“ Er selbst hat an zwei Kurzfilmen mitgewirkt,

einmal als Regisseur und einmal als Kameramann.

Momentan arbeitet Oscar an einem Stop-Motion-Film

in der Filmgestaltung 1.

„Die Quartale sind eine Mischung aus Unterricht und

praktischer Arbeit. Dabei gibt es pro Quartal ein Projekt,

welches am Ende präsentiert wird. Zum Ende der

Quartale hin gibt es in der Regel Phasen sehr intensiver

Arbeit.“ Die Möglichkeit, sich auch in anderen Fachrichtungen

auszuprobieren, findet er super. „Man lernt

dadurch natürlich auch verschiedenste Leute aus allen

Gewerken kennen. Auch wenn im ersten Jahr noch wenig

animiert wird, lässt sich das ganze Wissen zu Regie,

Kamera und Drehbuch auch auf Animationsfilme

anwenden.“

28


ZWISCHEN GREENSCREENS UND

SELBSTPORTRÄTS

Im zweiten Jahr rückt Animation weiter in den Fokus des Studiums.

NACHDEM DIE STUDIERENDEN IM ERSTEN

JAHR IN DIE VERSCHIEDENEN GEWERKE

WIE KAMERA UND REGIE SCHNUPPERN

KONNTEN, KÖNNEN SIE IM ZWEITEN JAHR

DES GRUNDSTUDIUMS IHR WISSEN IM

BEREICH ANIMATION WEITER VERTIEFEN.

Neben spannendem Unterricht können sie

auch hier wieder Hand anlegen und im

Team eigene Projekte umsetzen. Raum dafür

bietet beispielsweise der Set Extension Workshop.

Das Ziel des zweiten Jahres: die Grundlagen der Studienvertiefungen

vermitteln und so bei der Orientierung

für das spätere Projektstudium helfen.

Im zwölfwöchigen Set Extension Workshop haben die

Studierenden aus den verschiedenen Studienschwerpunkten

(Animation, Kamera, Szenenbild, etc.) die Gelegenheit,

einen eigenen VFX-Kurzfilm zu produzieren.

Von der Idee bis zur Umsetzung arbeitet das Team

interdisziplinär zusammen. Gedreht wird vor Greenscreen,

um so in der Postproduktion das physische Set

digital mit 3D-Computermodellen, Animation und

Effekten zu erweitern.

Die praktische Arbeit im zweiten Jahr wird durch abwechslungsreichen

Unterricht ergänzt. Animationsfilmemacherin

Regina Pessoa beispielweise stellt die

Studierenden des zweiten Jahres in ihrem Self-Portrait-Workshop

gerne vor die Herausforderung, etwas

von sich selbst preiszugeben – um damit am Ende

das Handwerkszeug für gutes Storytelling zu erlernen:

„Selbst kleine Erfahrungen und Erinnerungen können

ein guter Ansatzpunkt sein, um eine Idee aus etwas

Einfachem entstehen zu lassen.“

Mit all dem Wissen und den neu erlernten Fähigkeiten

im Gepäck sind die Studierenden dann bereit für

das Projektstudium.

ERGEBNISSE DES SELF-PORTRAIT-WORKSHOPS 2017

29


ANIMATIONSINSTITUT

„DAS PRODUKT IST GRÖSSER

ALS DIE SUMME SEINER TEILE”

AniTrailer/AniPlay im Wintersemester des dritten Jahres

STUDIERENDE ALLER BEREICHE DES ANIMA-

TIONSINSTITUTS KOMMEN FÜR DIE PROJEKT-

ARBEIT ANITRAILER/ANIPLAY IN TEAMS

ZUSAMMEN UND ENTWICKELN EINE INTEL-

LECTUAL PROPERTY (IP) MIT EINEM TRAI-

LER UND EINEM INTERAKTIVEN FORMAT.

WILD WEST COMPRESSED ist neben FLUX

und SUPER SIZE HERO eines der drei Projekte

2019. „Frei nach dem Motto ‚Hochkant

ist das neue Quer‘ stellen wir in drei kleinen

Wild West-Filmchen die Frage, wie gut die coolen

Cowboys mit dem brandneuen Filmformat ‚Mobilescope‘

klarkommen“, fasst Christian Kaufmann, Regisseur

des Trailers, zusammen. „In unserem Play erleben wir

auf dem Handy den coolen Alltag eines Cowboys, mit

der kleinen Einschränkung, dass wir nicht unseren Actionhelden

selbst, sondern die Kamera steuern und nie

so richtig klar ist, was uns außerhalb der Bildkante erwartet.“

Er erzählt, wie das Projekt zustande kam:

„Bei AniTrailer/AniPlay ist die Aufgabe, eine konsistente

IP zu entwickeln. Das Projekt beginnt mit einer ‚Klassenfahrt‘

in den Schwarzwald zur ersten Ideen- und Teamfindung.

Über die nächsten Monate wird dann feiner

konzipiert, umgesetzt und fertiggestellt.

Zunächst haben wir sehr viel Zeit in die Konzeption der

IP investiert. In häufigen Meetings haben wir das Regelwerk

für unsere Welt konzipiert, hinterfragt und weiterentwickelt,

mit allen Erfolgen und Rückschlägen inbegriffen,

die für so ein Projekt üblich sind. Als es um die

genauere Ausarbeitung ging, haben wir uns zu kleineren

Gruppen formiert, die sich auf verschiedene Aspekte

des Projekts konzentriert und sich regelmäßig ausgetauscht

haben. Dies waren zum einen Story und Design

der drei Trailer-Episoden, dann Aufbau der Pipeline und

Look Development sowie Konzeption des Plays. Ende

Dezember standen dann unser Konzept und ein großer

Teil vom Design, so dass wir ab Januar für zwei Monate

in die Produktion gehen konnten und von der ausführlichen

Vorarbeit in den verschiedenen Bereichen profitiert

haben.

Es ist toll, mit einer Gruppe von Leuten zu arbeiten, die

alle auf dasselbe Ziel zusteuern und gegenseitiges Vertrauen

aufzubauen. Diesen Punkt zu erreichen, war

nicht immer einfach, aber je länger das Projekt gedauert

hat, desto natürlicher hat sich das Zusammenarbeiten

angefühlt. Ganz nach dem Motto ‚Das Produkt ist größer

als die Summe seiner Teile‘ denke ich, dass unser Projekt

wirklich von den Ideen und dem Elan jedes einzelnen

im Team profitiert hat. Zusammen macht es einfach

viel mehr Spaß!“

WILD WEST COMPRESSED | 2019

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MULM | 2019

25 MAL DIE COMMUNITY ZU GAST

IN STUTTGART

Die FMX – CONFERENCE ON ANIMATION,

EFFECTS, GAMES AND IMMERSIVE MEDIA

ist seit ihrer ersten Ausgabe 1994 ein weltweites

Highlight in der Community der digitalen

visuellen Medien geworden. Auch zu ihrem 25.

Jubiläum vom 5. bis 8. Mai 2020 werden zahlreiche ikonische

Referentinnen und Referenten aus der ganzen

Welt vor Ort sein – Gäste aus allen Bereichen der Branche,

die sich Jahr für Jahr aufs Neue von dem Event im

Haus der Wirtschaft begeistern lassen. Ihr Feedback zur

FMX:

“I get to see a lot of it online but there is nothing like

getting to meet the actual people who are doing it and

see some of the behind the scenes. You just don’t get this

access anywhere else, so it is a great conference today to

attend.”

ROB BREDOW, Executive Creative Director & Head of

Industrial Light & Magic

“I really genuinely love FMX, it’s actually my favourite

conference of all the conferences in the world.”

JEANETTE BONDS, GLAS Animation Festival

“That’s why I am here. Not just to spread knowledge of

my own experiences but to learn from the best. That’s

exactly what this place is – it’s so well run and they

have such great guests that I think it’s something that

everybody should experience – at least once, probably

twice or three times in their lives.”

BOBBY CHIU, Artist, Producer & Owner / Imaginism

Studios

“One of the things I love about it is its link to education

of visual effects and creative artists. Being able to bring

younger talent into the industries is the only way we

are going to survive. And European talent is incredibly

diverse.”

BEN MORRIS, VFX Supervisor, Industrial Light & Magic

“I love the energy, I love the interest, I just found it really

interesting and I learned a tremendous amount.”

NICOLE HEARON, Walt Disney Animation Studios

“The level of the talks here at FMX is just amazing. You

see what the future is going to be like”

ESBEN TOFT JACOBSON, Director and Writer

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ANIMATIONSINSTITUT

AUF DIE PLÄTZE,

FERTIG, LOS!

Durch Diplomaufbaustudiengänge und Quereinstieg im Studium

durchstarten.

VIELE WEGE FÜHREN NACH ROM, UND

GLEICHES GILT AUCH FÜR DAS ANIMATIONS-

INSTITUT. WÄHREND DIE EINEN IHRE LAUF-

BAHN IM GRUNDSTUDIUM STARTEN, ZIEHT

ES ANDERE NACH DEM SCHULABSCHLUSS

ZUNÄCHST IN DIE WEITE WELT. ZURÜCK

MIT EINEM HAUFEN PRAKTISCHER ERFAH-

RUNGEN, BEGINNEN SIE IHR STUDIUM AM

INSTITUT DANN DIREKT IN EINEM DER

DIPLOMAUFBAUSTUDIENGÄNGE ODER ÜBER

DEN QUEREINSTIEG (S. INFOKASTEN) – DER

ABSCHLUSS WINKT DANN BEREITS NACH

ZWEIEINHALB JAHREN.

Für Timo Müssig ging es nach seinem Abschluss

an der Hochschule der Medien mit

dem Studium der Interaktiven Medien am

Animationsinstitut weiter:

„Es war mir immer wichtig, nicht nur Theorie zu lernen,

sondern an Projekten zu arbeiten und aktiv Medien

zu gestalten. Deshalb habe ich mich bei meiner Studienwahl

zunächst für den Kurs Medieninformatik an der

Hochschule der Medien entschieden. Dabei habe ich

meine Fähigkeiten als Programmierer ausgebaut und an

einer Reihe von interaktiven Projekten gearbeitet.

Im Laufe meines Studiums wurde vom Animationsinstitut

angefragt, ob es interessierte Programmiererinnen

und Programmierer für ein Projekt an der Filmakademie

gäbe. Daraufhin habe ich mich sofort gemeldet und

an den AniTrailer/AniPlay-Projekten mitgearbeitet. Dabei

konnte ich das Animationsinstitut und die Lehrweise

hier kennenlernen.

Als mein Abschluss näherkam und ich mich umgesehen

habe, wo und ob ein Master in Frage kommt, war für

mich schnell klar, dass das Diplom der Filmakademie für

mich persönlich das beste Umfeld bietet, um mich kreativ

weiterzuentwickeln und zu entfalten.“

Am Animationsinstitut konnte Timo dann auch direkt

mit der praktischen Arbeit loslegen. Apps, Mobile Games,

Pipeline Tools und sogar ein Kartenspiel stehen

auf seinem – typisch für Interaktive Medien – abwechslungsreichen

Plan. „Das Entwickeln von interaktiven

Medien stellt einen vor unglaublich vielseitige Probleme

und letzten Endes ist es das, was mich am meisten begeistert:

Kreative Lösungen für verschiedenste Herausforderungen

zu finden.“

Wer es Timo gleichtun und selbst an eigenen Projekten

arbeiten möchte, hat jedes Jahr die Möglichkeit, sich

bis zum 15. Mai für die Aufbaustudiengänge oder den

Quereinstieg zu bewerben. Also nicht zögern, die Bewerbungsmappe

bereitmachen und direkt am Animationsinstitut

loslegen.

DIPLOMAUFBAUSTUDIENGÄNGE

AM ANIMATIONSINSTITUT:

• INTERAKTIVE MEDIEN

• ANIMATION/EFFECTS PRODUCING

• TECHNICAL DIRECTING

QUEREINSTIEG AM ANIMATIONSINSTITUT:

• ANIMATION

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THE BEAUTY | 2019

33


ANIMATIONSINSTITUT

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LOVE AND 50 MEGATON (VFX) | 2019


FORSCHUNG, TECHNOLOGIE UND KUNST

IM GLEICHGEWICHT

Über Virtual Production bei LOVE AND 50 MEGATON

UM FÜR REALFILME DIE GEWÜNSCHTEN

BILDER ZU ERSCHAFFEN, WERDEN IMMER

ÖFTER VISUELLE EFFEKTE BENÖTIGT. AUCH

AUS GRÜNDEN DER KOSTENERSPARNIS. WIE

KANN VIRTUAL PRODUCTION DABEI HEL-

FEN? UND WAS HAT DAS GANZE MIT FOR-

SCHUNG UND ENTWICKLUNG ZU TUN? EIN

GESPRÄCH MIT PAULO SCATENA, TECHNICAL

DIRECTING-STUDENT UND TECHNICAL DI-

RECTOR VON „LOVE AND 50 MEGATON”.

In einer fiktiven Welt geht eine Mauer durch

ein Land und dessen Stadt. Beide Seiten stehen

sich unversöhnlich gegenüber. Der Film

LOVE AND 50 MEGATON erzählt die Geschichte des

Raketen-Wissenschaftlers Paul, der sich in eine Frau verliebt.

Aber Mary ist keine gewöhnliche Frau, sondern eine

30 Meter hohe, 110 Tonnen schwere Interkontinentalrakete

mit einem 50 Megatonnen Nuklearsprengkopf

an der Spitze.

Zur Umsetzung des Realfilms wurde Virtual Production

eingesetzt. Die Umgebung sollte mit Miniaturen realisiert

werden, in die die Schauspieler eingesetzt würden.

Üblicherweise wird dabei mit einem Greenscreen gearbeitet.

Die Idee, digitale Kopien der Miniaturen anzufertigen

und die Umgebung des Sets auf große Leinwände

zu projizieren, um sie für das Kamerateam bereits beim

Dreh sichtbar zu machen, ist nicht neu, erzählt Paulo.

„Neu dabei ist es, das virtuell zu machen.

Bei der Virtual Production werden Technologien und digitale

Werkzeuge eingesetzt, um Produktionen mit VFX

und virtuellen Elementen (wie Charakteren, Requisiten

oder Hintergründen) so zu gestalten, als wären sie ganz

normale Realfilmrequisiten. Der Vorteil ist, dass Regisseure

und Kameraleute sich die Dinge nicht vorstellen

müssen – sie arbeiten wie gewohnt, überprüfen die Ergebnisse

in der Kamera, wählen Winkel, Kompositionen

und Beleuchtung. Der Nachteil ist, dass VFX-Supervisoren

und TDler vorher viel arbeiten müssen, damit es reibungslos

läuft. Ein Großteil der Arbeit, die normalerweise

nach den Dreharbeiten durchgeführt wird, muss

vorbereitet und getestet werden, bevor die Schauspieler

loslegen können.

Der TD-Bereich wird von der R&D-Abteilung geleitet,

die uns darin bestärkt, selbst wissenschaftlich zu forschen.

Das ist sinnvoll, denn Erfindergeist und das Bewusstsein

für den Stand der Technik sind ein wichtiger

Teil unseres Weges. Die R&D-Abteilung ist bekannt

für ihre Virtual Production-Forschung. Wir haben VPET

verwendet, ein selbst entwickeltes Toolset, um einige

Möglichkeiten der Kinematografie zu testen und unser

virtuelles Szenario zu erkunden.

Meine Arbeit beinhaltete jede Menge Forschung – wir

zerlegten das große Ganze in kleine Aufgaben, die wir separat

testen konnten. Alles wieder zusammen zubringen,

war eine Herausforderung. Schließlich war es immer

noch eine Realfilm-Produktion mit einer großen Crew,

einem engen Drehplan und einigen Platzbeschränkungen.

Das alles mussten wir im Hinterkopf behalten, bevor

die Produktion begann.

Wir mussten viele maßgeschneiderte Tools entwickeln.

Ich musste sicherstellen, dass unser Kamera-Tracking

ncam mit unserer Grafik-Engine Unity stabil kommunizieren

konnte, damit sich Kamera und Realtime-Visualisierungen

gut synchronisieren. Ich wollte [unserem VFX

Supervisor] Denis auch eine Möglichkeit bieten, mit dem

System zu interagieren, ohne sich ständig auf mich verlassen

zu müssen. So entwickelten wir auf einem Tablet

ein riesiges Fernsteuerungssystem, mit dem er Farbkorrekturen

und Optimierungsparameter unseres digitalen

Sets selbst durchführen konnte. Das ermöglichte es uns,

die projizierten Bilder mit dem physischen Set spontan

in Einklang zu bringen und dabei das Kamerabild immer

wieder zu optimieren. Diese kreative Freiheit so schnell

anwenden zu können – das hat sich als unser nützlicher

Vorteil herausgestellt.

Ein TD hat in der Regel eine große Verantwortung. Indem

wir alles vorbereiten, definieren wir, wie die Dinge

aussehen und sich verhalten. Bei dem, was ich tue, ist

der Schlüsselaspekt, die Demut zu haben, die Kontrolle

zurückzugeben an die, die am besten dafür geeignet sind,

die kreativen Entscheidungen zu treffen: Regisseure und

Supervisoren. LOVE war ein schönes Projekt, um dieses

Gleichgewicht zu finden und große Künstler zu befähigen,

ihre Visionen zu verwirklichen!“

35


ANIMATIONSINSTITUT

MACHT, WAS IHR WOLLT –

ENGAGIERT MÜSST IHR SEIN!

Projekthüte für ein soziales Miteinander

DIE STUDIERENDEN DES ANIMATIONSINS-

TITUTS SOLLEN SICH SOZIAL EINBRINGEN

UND DAMIT DAS INSTITUTSLEBEN BEREI-

CHERN. DAS SOZIALE ENGAGEMENT IST

PFLICHTBESTANDTEIL FÜR DAS VIERTE

STUDIENJAHR ANIMATION SOWIE FÜR ALLE

JAHRGÄNGE DER INTERAKTIVEN MEDIEN

UND FLIESST IN DIE NOTENGEBUNG EIN.

„Die NIGHT OF SHAME ist ein alternativer

Filmwettbewerb, bei dem Regisseurinnen

und Regisseure die unterhaltsam-peinlichsten

Werke aus ihrer Vergangenheit präsentieren. Der

fragwürdigste Beitrag gewinnt! Was in der Grading Suite

im Animationsinstitut begann, hat seinen Weg in die Öffentlichkeit

gefunden: während des ITFS 2019 wurde die

erste öffentliche Night of Shame vor über 100 Gästen aus

der Branche abgehalten. Jetzt soll das Format bei anderen

internationalen Festivals auf Tour geschickt werden.“

MICHAEL BOHNENSTINGL UND YI LUO

www.nightofshame.com

„Bei der SCULPTING ROUND treffen sich jeden Dienstag

die Studierenden, um sich auszutauschen, sich die

Hände schmutzig zu machen und voneinander zu lernen.

Das Ziel ist für jeden frei wählbar, manche arbeiten

an ihrem Anatomiewissen, andere wollen die Figuren

ihrer Projekte in der Hand halten können und wieder

andere probieren sich einfach aus. Da das Animationsinstitut

großen Wert auf soziales Engagement legt, stellt es

den Studierenden, die die Runde organisieren, die Materialien

zur Verfügung, wodurch keinem Grenzen gesetzt

sind.“ FYNN GROSSE-BLEY

habe ich mich beim monatlichen Aufräumen immer

wieder gefragt. Gefühllos habe ich die biologischen Langzeit-Experimente

in Essens-Alu-Boxen weggeschmissen.

Wütend habe ich passiv-aggressive E-Mails mit der Bitte

um Ordnung an den E-Mail-Verteiler geschickt. Verzweifelt

habe ich lustige Memes auf die Wände geklebt.

Und es hat was gebracht. Mein Sarkasmus kam bei den

Kommilitonen an und aus Chaos wurde Ordnung. Der

Schimmel weg, die Motten tot. Nach der Renovierung

war alles perfekt. Und so bleibt es bis heute. Für immer.

Und wehe, wenn nicht!“ ELA DUCA

„Beim zweitägigen QUILL-WORKSHOP, der jedes Semester

mindestens einmal stattfindet, können die Teilnehmenden

die Grundlagen des VR-Programms Quill

kennenlernen. Damit kann man völlig intuitiv im VR-

Raum malen und animieren, losgelöst von den vielen

technischen Limitationen vieler 3D- und 2D-Programme.

Es beschleunigt massiv den Workflow für Concept

Art, Previz oder sogar Game Prototyping, und ist

ein mächtiges Tool für zukünftige Studierenden-Projekte.

Nach verschiedenen aufeinander aufbauenden

Übungen können die Teilnehmenden in eigenständiger

Arbeit eine eigene Szene malen und animieren. Am Ende

werden die einzelnen Ergebnisse gemeinsam im interaktiven

VR-Raum betrachtet.“ DAN FRANKE

„In den knapp anderthalb Jahren, in denen ich den Projekthut

KÜCHENDIENST am AI tragen durfte, durften

meine Augen, aber vor allem meine Nase völlig neue

Sinneserfahrungen machen. Verwaiste Pfandflaschen,

dreckiges Geschirr in der Spüle, abgelaufene Lebensmittel

im Kühlschrank. ‚Ist das Kunst oder kann das weg?‘

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IP – DIE ENTWICKLUNG EINER WELT

Animation/Effects-Producerin Nina Schwarz über Intellectual Property

ALS ICH DAS ERSTE MAL DEN BEGRIFF IP

GEHÖRT HABE, KONNTE ICH DAMIT, UM

EHRLICH ZU SEIN, NICHT VIEL ANFANGEN.

IP STEHT FÜR DEN ENGLISCHEN BEGRIFF

„INTELLECTUAL PROPERTY” – „GEISTIGES

EIGENTUM”.

Jedes Buch oder jeder Film ist das geistige Eigentum

eines oder mehrerer kreativer Köpfe.

Am Animationsinstitut reicht dieser Begriff

aber noch viel weiter. Denn es geht nicht nur darum,

einen Film, sondern eine ganze Welt zu erschaffen, die

in alle Formate und Medien universell übersetzt werden

kann. Die erschaffene Welt und die Charaktere sollen

nicht nur in einem Film funktionieren, sondern könnten

auch Teil eines Spieles oder eines Buches sein.

Entscheidend ist dabei die sogenannte „Zentrale Frage“.

Diese Frage – oftmals ist es das Problem oder das Ziel

der Hauptfigur – muss sowohl die Zuschauer im Film

beschäftigen als auch die Spieler der passenden App. Eine

solche übergeordnete Frage zu finden, die dann auch

noch in unterschiedlichen Formaten funktioniert, ist

nicht immer leicht.

Das Schöne ist, dass man am Animationsinstitut genau

das lernt, nämlich wie man einen Stoff schreibt, damit

er in alle möglichen Formate umgesetzt werden kann.

Während meiner Zeit als Animation/Effects-Producerin

am Animationsinstitut habe ich gleich zwei Projekte

produzieren dürfen, die eine einzigartige IP haben.

Das Projekt NIGHT CAT war von Anfang an darauf ausgelegt,

eine solche IP zu werden, denn es handelt sich

um das Konzept für eine 2D-animierte Kinderserie. Darin

wird ein süßer, kleiner Hauskater namens Nero mit

der Hilfe seiner Fledermausfreundin Betty zum furchtlosen

und etwas frivolen Superhelden, der für Recht und

Ordnung in seinem Revier kämpft. Bei der Entwicklung

einer Kinderserie ist es wichtig, eine Welt mit Charakteren

zu schaffen, die so aufgebaut sind, dass einem der

Erzählstoff praktisch nie ausgeht. Aber nicht nur das war

uns wichtig, sondern auch daran zu denken, was passiert,

wenn die Serie erfolgreich wird. Also dass man eventuell

ein Game daraus machen möchte, oder Merchandise

produziert werden soll. All diese Punkte sollte man bei

der Entwicklung einer IP bedenken.

Im Fall meines anderen Projekts FAMILY BONDS sind

wir eher zufällig über den IP-Gedanken gestolpert. Wir

haben uns voll und ganz auf den Film rund um den kleinen

Fuchs Hugo und seine Gänseeltern konzentriert. Bis

wir gegen Ende der Produktion merkten, dass das Projekt

noch wesentlich mehr Potenzial hat. Die Geschichte

über einen kleinen Fuchs, der von Gänsen adoptiert

wurde, behandelt auch Themen wie Adoption und Integration,

die sich universell umsetzen lassen. Sie thematisiert

moderne Familienkonstellationen, Vorurteile und

das Finden der eigenen Identität.

Eine IP zu entwickeln, kann also manchmal gezielt herbeigeführt

sein, oder auch ganz selbstständig im Schaffensprozess

passieren. Wichtig ist nur, dass man sie und

ihr Potenzial erkennt und lernt, daraus etwas zu machen.

NIGHT CAT | 2019

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ANIMATIONSINSTITUT

ZUSAMMEN SIND WIR STARK

Bei den Talentförderinitiativen des Animationsinstituts

wird Teamarbeit großgeschrieben.

DAS STUDIUM MAG ABGESCHLOSSEN SEIN,

DOCH DAS LERNEN GEHT WEITER: DAHER

HAT DAS ANIMATIONSINSTITUT ES SICH AUF

DIE FAHNE GESCHRIEBEN, ABSOLVENTIN-

NEN UND ABSOLVENTEN AUCH AUF DEM

WEG INS BERUFSLEBEN ZU UNTERSTÜTZEN

UND ZU FÖRDERN. MÖGLICH MACHEN ES

DIE TALENTFÖRDERINITIATIVEN ANIMATION

SANS FRONTIÈRES (ASF), VR NOW UND DAS

ART & TECH LAB.

Bei VR NOW dreht sich alles rund um immersive

Projektideen: Im Rahmen der Talentförderinitiative

haben Absolventinnen und

Absolventen baden-württembergischer Hochschulen die

Möglichkeit, mit ihrem eigenen Team einen präsentationsfähigen

Prototyp am Animationsinstitut zu entwickeln.

Damit arbeiten die Teilnehmenden direkt an der

Schnittstelle zwischen Kunst und Technik. Aktuell stecken

zwei Teams mitten in der Entwicklung ihres Projekts.

S.M.I.L.E. ist ein Wimmelbild-Kinderbuch mit

interaktiven Missionen. Die jungen Leserinnen und Leser

lösen mithilfe von Augmented Reality Such- und

Kreativaufgaben. Die Kinder helfen den Charakteren

bei ihren persönlichen Problemen und werden dabei

aktiv in ihrer emotionalen Entwicklung gefördert.

VRTRIBES hat zum Ziel, die häufig einsame Virtual-

Reality-Erfahrung in ein gemeinschaftliches Erlebnis zu

transformieren. Die kreative Idee hinter dem Multiplayer-VR-Spiel:

Eine Spielerin oder ein Spieler tritt in der

virtuellen Realität gegen drei außenstehende Spielende

an. Diese agieren dabei mit eigenen Bildschirmen und

Gamepads, um mit ihrer Spielfigur den übermächtigen

VR-Gamer zu besiegen. Am 6. November gibt es beim

VR Experience Day an der Filmakademie die Gelegenheit,

die Prototypen von S.M.I.L.E und VRTRIBES ausgiebig

zu testen.

Während die Teilnehmenden von VR NOW also ihren

Fokus voll und ganz auf die Entwicklung eines immersiven

Prototyps vor Ort am Animationsinstitut richten

können, steht bei ANIMATION SANS FRONTIÈRES

(ASF) europäische Zusammenarbeit im Mittelpunkt.

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ASF ist ein achtwöchiges Trainingsprogramm, das durch

das Creative Europe Programm der Europäischen Union

kofinanziert wird. ASF hat es sich zum Ziel gemacht,

junge Kreativtalente aus Europa zusammenzubringen,

um die Produktionsrealität der europäischen Animationsbranche

kennenzulernen sowie gemeinsam Animationsprojekte

zu entwickeln. Das Ganze findet für jeweils

zwei Wochen an den vier teilnehmenden Hochschulen

statt. Mit an Bord sind das Animationsinstitut, die Moholy-Nagy

University of Art and Design in Ungarn, The

Animation Workshop in Dänemark und Gobelins, L’École

de L’Image in Frankreich. Dabei bringen die Teilnehmenden

– Artists, Producer, Autorinnen und Autoren

sowie Technical Directors – nicht nur ihre fachlichen

Fähigkeiten ein, sondern bereichern die gemeinsame Arbeit

auch durch ihren kulturellen Hintergrund.

Von der Ausarbeitung einer ersten Idee bis zur Weiterentwicklung

eines bereits bestehenden Projekts ist dabei

alles möglich. Philipp Maas, Absolvent des Animationsinstituts,

brachte für ASF 2018/2019 sein Diplomprojekt

MIRAGE mit. Die Virtual-Reality-Experience entführt

den Nutzer in die Einsamkeit der Wüste und schafft damit

ein für VR ungewöhnlich intimes, entschleunigtes

Erlebnis. Während ASF hatte Philipp die Gelegenheit,

MIRAGE weiterzuentwickeln und für den Pitch

vor möglichen Ko-Produzierenden bereitzumachen

– dieser ist für alle Teilnehmenden das großen Finale

einer jeden ASF-Runde. Kiana Naghshineh, ebenfalls

Alumna des Animationsinstituts, hatte für ASF kein Projekt,

sondern eine Idee im Gepäck, und entwickelte daraus

das Konzept für den Film DOG. CANCER. SPACE. –

eine philosophische Auseinandersetzung über Leben

und Tod in 2- und 3D. Wie vielfältig Animation ist, stellt

Caty Davis Blättermann mit der Augmented-Reality-App

MEMO unter Beweis, an der sie im letzten Jahr während

ASF weitertüftelte. Die Absolventin der Interaktiven Medien

entwickelt hiermit eine immersive Anwendung für

den Museumsbereich, um junge Besucherinnen und Besucher

spielerisch durch eine Ausstellung zu führen. Alle

drei arbeiten auch nach Ende von ASF 2018/2019 weiter

an ihren Projekten. Damit bildet ASF eine Brücke

zwischen Studium und Berufsleben, indem den Teilnehmenden

die Ressourcen und das Wissen vermittelt werden,

um mit ihren Projekten etwas ganz Eigenes – eine

Intellectual Property – zu kreieren und damit auch nach

Ende des Weiterbildungsprogramms zu arbeiten. Doch

es sind nicht nur Projekte, die die Teilnehmenden aus

ASF mitnehmen, sondern auch Kontakte nach ganz Europa.

Denn auch das ist ASF: Ein kreatives Netzwerk, in

dem grenzüberschreitende Zusammenarbeit und damit

eine noch vielseitigere europäische Animationsbranche

gelebt werden.

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ANIMATIONSINSTITUT

KRAFTVOLL IN DIE ZUKUNFT STARTEN

Was nach dem Diplom kommt

DIE ALUMNI DES ANIMATIONSINSTITUTS

SIND STARK GEFRAGT – SCHON IHRE DIP-

LOMPROJEKTE LAUFEN SEHR ERFOLGREICH

AUF DEN GROSSEN FESTIVALS. DIE ABSOL-

VENTINNEN UND ABSOLVENTEN ARBEITEN

BEI STUDIOS IM IN- UND AUSLAND ODER

GRÜNDEN EIGENE FIRMEN.

Lena-Carolin Lohfink hat Animation/Effects

Producing studiert und ihr Diplom seit 2018.

Christoph Sarow erhielt sein Diplom 2019 für

seinen Abschlussfilm BLIESCHOW, bei dem Lena-Carolin

als Producerin fungierte. Hier berichten beide, wie es

für sie weiterging.

DU BIST JA MIT "BLIESCHOW" VIEL AUF FESTIVALS

UNTERWEGS. WAS PASSIERT DA?

CHRISTOPH SAROW: Meistens trifft man interessante

Filmemacher*innen, besucht Screenings und bekommt

dadurch einen tieferen Einblick in die Branche. Man

sieht viele gute Filme, einige inspirierend, andere nicht

so sehr, und nimmt an Q&As teil. Mitzubekommen, welche

verschiedenen Meinungen und Interpretationen es

zum eigenen Film gibt, finde ich immer spannend und

überraschend.

WARUM IST ES SINNVOLL, AN VIELEN FESTIVALS

TEILZUNEHMEN?

CS: Festivals bieten eine sehr gute Plattform, um anderen

Filmschaffenden, Gleichgesinnten wie auch Gegenpolen,

zu begegnen. Neue Blickwinkel auf das Filmhandwerk

kennenzulernen und sich darüber auszutauschen,

bereichert auch meine eigene Arbeit. Und natürlich sind

Festivals eine gute Gelegenheit, um ein Arbeitsnetzwerk

auszubauen. Außerdem ist es für Animator*innen auch

mal ganz gut rauszukommen.

WIE HAST DU DAS STUDIUM AM ANIMATIONS-

INSTITUT EMPFUNDEN?

CS: Das Studium hatte für mich genau die richtige Mischung

aus Struktur und Freiheit. Auf der einen Seite

eine sehr professionelle Infrastruktur und hochwertige

technische Ausstattung. Auf der anderen Seite kreativer

Unterricht, Workshops und ein motivierendes Umfeld,

das einem die Verwirklichung eigener Projekte ermöglicht.

Durch den Kontakt mit so vielen verschiedenen,

talentierten und ehrgeizigen Kommiliton*innen habe

ich sehr viel lernen können.

WIE IST ES DIR SEIT DEINEM DIPLOM ERGANGEN?

LENA-CAROLIN LOHFINK: Nach dem Diplom habe ich

zunächst eine kleine Auszeit genommen, meine Familie

besucht, alte Freunde getroffen und die Sonne genossen.

Nichtsdestotrotz habe ich mich in dieser Zeit auch ganz

ungezwungen bei VFX- und Animationsstudios beworben.

Und ein paar Bewerbungsgespräche später habe ich

dann ein Jobangebot von Goodbye Kansas Studios Hamburg

bekommen. Seit September 2018 bin ich als Producer

dort beschäftigt und erlebe jeden Tag immer wieder

neue, spannende Herausforderungen und Projekte.

WIE SIEHT DEIN ARBEITSALLTAG AUS?

LL: Als Producer bin ich hauptsächlich für die Abwicklung/Produktion

von Projekten zuständig, Zeit- und

Ressourcenplanung und -buchung, Koordination von

Abstimmungsschleifen mit den Kunden sowie Budgetüberwachung

etc. Ich werde jedoch häufig schon vor

Job-Go in ein Projekt eingebunden und unterstütze beim

Pitching und bei Kostenvoranschlägen. Wir stimmen uns

intern immer ab und kommunizieren viel, was mir sehr

gut gefällt, denn jede Stimme zählt dabei.

HAST DU NOCH KONTAKT ZU DEINEN EHEMALI-

GEN KOMMILITONEN?

LL: Ich habe noch sehr viel Kontakt zu meinen ehemaligen

Kommilitonen, was mich sehr freut und ein wertvolles

Gut ist; sei es für Ratschläge, Einschätzungen oder

eine tatsächliche Zusammenarbeit. Besonders die FMX

war wieder ein Highlight für mich, denn da trafen sie

alle zusammen und es ergab sich das ein oder andere

Gespräch mit potenziellen neuen Mitarbeitern. Auch im

Moment arbeite ich bei einem Projekt mit einem ehemaligen

Kommilitonen zusammen. Diese Verbindungen

möchte ich nicht missen.

40


BLIESCHOW | 2019

41


ANIMATIONSINSTITUT

DAS ANIMATIONSINSTITUT

INSTITUTSLEITER & CONFERENCE CHAIR FMX:

_PROF. ANDREAS HYKADE

WEITERE INFORMATIONEN

ZUM ANIMATIONSINSTITUT UNTER:

WWW.ANIMATIONSINSTITUT.DE

KAUFMÄNNISCHE LEITUNG &

LEITUNG PROJEKTMANAGEMENT FMX:

_HEIKE MOZÈR

E-MAIL: INFO@ANIMATIONSINSTITUT.DE

TELEFON: +49 7141 969 82800

TECHNISCHE LEITUNG ANIMATIONSINSTITUT / FMX:

_JOACHIM GENANNT

PROJEKTLEITUNG FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG,

SENIOR LECTURER TECHNICAL DIRECTOR:

_PROF. VOLKER HELZLE

DOZENTIN STUDIENSCHWERPUNKT

INTERAKTIVE MEDIEN:

_ANNA BRINKSCHULTE

WWW.FACEBOOK.COM/ANIMATIONSINSTITUT

INSTAGRAM: @ANIMATIONSINSTITUT

TWITTER: @AI_ANIMATION

WWW.LINKEDIN.COM/

COMPANY/ANIMATIONSINSTITUT

LEITUNG STUDIENVERTIEFUNG

ANIMATION/EFFECTS PRODUCING:

_PROF. LILIAN KLAGES

DOZENT STUDIENVERTIEFUNG VFX:

_PROF. JURI STANOSSEK

KOORDINATION LEHRE:

_CONSTANZE BÜHNER

KOORDINATION STUDIUM:

_CLAUDIA LIEPERT

HERSTELLUNGSLEITUNG:

_ANNA MATACZ

HERSTELLUNGSLEITUNG VFX /

DRITTMITTELPROJEKTE / VR NOW:

_CHRISTIAN MÜLLER

EXTERNE PROJEKTBETREUENDE:

_MARC LUTZ

_STEFAN MICHEL

_PHILIPP OBLÄNDER

_YANNICK PAUL PETZOLD

_ALEXANDRA STAUTMEISTER

_ANDREAS ULMER

42

GRAVEDAD | 2019


EVANGELINE | 2019

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SPOTLIGHT

GENDER IN PROGRESS -

TO BE CONTINUED

DIE #METOO-DEBATTE HAT NICHT NUR IN

DER FILMBRANCHE EINEN SPRICHWÖRT-

LICHEN FELSBROCKEN INS ROLLEN GE-

BRACHT, SONDERN WELTWEIT DISKUSSI-

ONEN ZUM THEMA GLEICHBERECHTIGUNG

ENTFACHT.

jeglicher Form von Diskriminierung verpflichtet zu sein

und in den Hochschulen zu signalisieren: Hier wird geschlechtergerecht

gedacht und gearbeitet.

GEMEINSAM FÜR GENDER-GERECHTIGKEIT

Dabei geht es nicht nur um Themen wie Machtmissbrauch

und Diskriminierung, sondern auch um Chancengleichheit

und den Abbau von Vorurteilen, mit denen

wir alle uns tagtäglich auseinandersetzen. Denn

wo diskutiert wird, wird auch nachgedacht - wer nachdenkt,

reflektiert das eigene Verhalten - und wo das eigene

Verhalten reflektiert wird, verändert sich der Blick

auf die Umgebung. Eine Sensibilität dafür zu erkennen,

wo Gendergerechtigkeit noch nicht gelebt wird oder

wann wir in alten Denkmustern festhängen, ist für einen

zukunftsweisenden Diskurs unverzichtbar. Oft hindern

uns diese alten Denkmuster daran, geschlechterspezifische

Diskriminierung wahrzunehmen („Das war

doch schon immer so“) oder eine Handlungsnotwendigkeit

zu sehen. Ein Blick auf diverse Studien und Statistiken

hierzu (u.a. die Studie „Audiovisuelle Diversität“ der

Universität Rostock) lässt ein frappierendes Ungleichgewicht

in der Präsenz von Männern und Frauen vor und

hinter der Kamera erkennen, das in der eigenen Wahrnehmung

oftmals noch als „normal“ empfunden wird.

Doch von gleichen Chancen und Gendergerechtigkeit

kann in vielen Bereichen keine Rede sein. Was ist also

zu tun?

ZUSAMMENSCHLUSS DER FILMHOCHSCHULEN

Im Februar 2018 wurde von der Deutschen Film- und

Fernsehakademie Berlin, der Filmuniversität Babelsberg

Konrad Wolf, der Hochschule für Fernsehen und

Film München, der internationalen Filmschule Köln, der

Kunsthochschule für Medien Köln und der Filmakademie

Baden-Württemberg eine Initiative gegründet, die

sich mit den Zielen positioniert hat, ein Bewusstsein für

die Geschlechterdarstellung im Film zu schaffen, Frauen

für das Filmbusiness stark zu machen, der Null-Toleranz-Maxime

im Umgang mit sexualisierter Gewalt und

Die Erklärung „Gemeinsam für Gender-Gerechtigkeit“

der sechs Filmhochschulen beinhaltet unter anderem einen

selbstverpflichtenden 15-Punkte-Plan, der sich die

Erhöhung des Frauenanteils in Dozierenden- und Studierendenschaft

ebenso zum Ziel setzt wie die kritische

Reflexion bestehender Rollenbilder sowie die Aufnahme

und Vertiefung von Lehrveranstaltungen zur studiengangübergreifenden

Vermittlung von Genderkompetenz.

Auch die Berufung einer gleichstellungsbeauftragten

Person ist Teil des Plans, dem sich die Hochschulen verpflichtet

sehen und von dessen Umsetzung sie zur Berlinale

2020 gemeinsam berichten werden.

GLEICHSTELLUNGSBEAUFTRAGTE

DER STUDIERENDEN

Für die Studierendenschaft der Filmakademie inklusive

ihrem Animationsinstitut ist Angelika Niermann die

Gleichstellungsbeauftragte. Im Rahmen des Programms

GENDER IN PROGRESS veranstaltet sie in Zusammenarbeit

mit Meike Steinmetz, Studienleitung der Filmakademie,

Seminare und Workshops und bietet Coachingtermine

an. Die Terminvereinbarung erfolgt über:

assistenzgf@filmakademie.de.

Studierende können sich in Fragen zum Thema Gendergerechtigkeit

auch an Mitglieder des Teams GENDER IN

PROGRESS werden: Diese sind Constanze Bühner, Guido

Lukoschek, Beate Pfennigwerth und Meike Steinmetz.

Als Gleichstellungsbeauftragte der Belegschaft sind seit

Juli 2019 Ute Härter und Anne Christine Knoth berufen.

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GENDER IN PROGRESS:

SEMINARE, WORKSHOPS UND CO.

AUFTAKT VON „GENDER IN PROGRESS”

IM STUDIENJAHR 2019/2020

Das Lehrprogramm GENDER IN PROGRESS läuft seit

Oktober 2018 und enthält ein vielfältiges Angebot an

Workshops, Coachings, Seminaren, Vorträgen und Podiumsdiskussionen

zum Thema Gendergerechtigkeit,

das stetig erweitert wird. Die Teilnahme ist allen Studierenden

- und nach Absprache auch Mitarbeiter*innen

- offen. Bereiche wie Selbstmarketing, Führungstraining

und Verhandlungstechniken werden in Workshops

ebenso behandelt wie Konfliktmanagement oder die

Untersuchung der eigenen „unconscious bias“ = unbewusster

Vorurteile. Coaches und Expert*innen aus der

Branche berichten von ihren eigenen Erfahrungen zum

Thema Gendergerechtigkeit und geben Hilfestellungen,

um dem „Gender Gap“ entgegenzuwirken. Denn Gleichberechtigung

bedeutet nicht, dass jemand Privilegien

aufgeben muss oder dass jede Disziplin zwingend paritätisch

besetzt sein muss - es bedeutet, dass jede Person die

gleichen Chancen haben soll.

Für Studierende, Dozierende und die Belegschaft der

Film akademie sind alle Veranstaltungen des Gleichstellungsprogramms

im Lehre-Online-Kalender GENDER

IN PROGRESS abonnierbar.

Eröffnet wird GENDER IN PROGRESS im Studienjahr

2019/2020 am 31. Oktober 2019 um 10.00 Uhr mit einem

spannenden Vortrag rund um das Thema „Anti-

Bias“, in dem die Kamerafrau und Filmakademie-Absolventin

Julia Schlingmann und die Psychologin Selena

Dolderer unseren eigenen Vorbehalten und unbewussten

„Brillen“, mit denen wir alle die Welt betrachten, auf

den Grund gehen werden. Der Vortrag bildet den Auftakt

für das zweite Jahr GENDER IN PROGRESS voller

interessanter Workshops und Seminare rund um das

Thema Genderkompetenz.

GUIDO LUKOSCHEK, ANGELIKA NIERMANN, MEIKE STEINMETZ,

BEATE PFENNIGWERTH, CONSTANZE BÜHNER

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ATELIER LUDWIGSBURG – PARIS

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WAS BLEIBT


LEITUNG:

_PROF. GERHARD MEIXNER (FILMAKADEMIE)

_PROF. ROMAN PAUL (FILMAKADEMIE)

_CHRISTINE GHAZARIAN (LA FÉMIS)

PROGRAMMKOORDINATION:

_ANNE CHRISTINE KNOTH

PROJEKTBETREUUNG:

_YANNICK PAUL PETZOLD

Weiterführender Link siehe QR-Code:

INFOBOX

Das Atelier wirkt als Pionier im Bereich der

ganzjährigen Postgraduierten-Ausbildung in

Vollzeit für Filmproduktion und -verleih mit

europäischer Ausrichtung. Es entstand 2001

unter der Schirmherrschaft der im Jahr 1999

gegründeten Deutsch-Französischen Filmakademie

auf Initiative der deutschen und

französischen Regierungen hin.

JUNGE FILMSCHAFFENDE hauptsächlich aus EURO-

PA, aber auch der GANZEN WELT mit dem Ziel, in

der Produktion oder im Verleih zu arbeiten, kommen im

Atelier Ludwigsburg-Paris zusammen, um gemeinsam

ein Jahr mit INTENSIVEM TRAINING in den Bereichen

STOFFENTWICKLUNG, FINANZIERUNG, PRODUK-

TION, VERTRIEB UND MARKETING zu verbringen.

Angeboten wird die IN EUROPA EINMALIGE AUSBIL-

DUNG von zwei der führenden Filmschulen in Frankreich

und Deutschland: LA FÉMIS in Paris und der

FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG.

Auf deutscher Seite steht das Atelier unter der Leitung

der Filmproduzenten Prof. Roman Paul und Prof. Gerhard

Meixner von Razor Film. Seit 2007 ist die angesehene

National Film and Television School in Beaconsfield

bei London ein weiterer wichtiger Kooperationspartner.

Das Ziel der Deutsch-Französischen Filmakademie

ist es, die filmische Zusammenarbeit der

beiden Länder zu fördern. Gefördert wird das

Programm auf deutscher Seite von der

EU-Kommission (Creative Europe, MEDIA)

sowie vom Ministerium für Wissenschaft,

Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der

Beauftragten der Bundesregierung für

Kultur und Medien sowie dem Deutsch-

Französischen Jugendwerk.

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ATELIER LUDWIGSBURG – PARIS

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SPRECHENDE LÖCHER


EXKLUSIVE WEITERBILDUNG:

MARKTVORTEIL FÜR ALUMNI DES PROGRAMMS

Das Atelier bietet für Postgraduierte mit Minimum 6 Monaten

professioneller Erfahrung in der Filmbranche eine

praxisorientierte Spezialisierung. Besonders schätzen die

Teilnehmer*innen am Programm den MIX ZWISCHEN

PRAKTISCHEN UND THEORETISCHEN ELEMENTEN:

Der Unterricht wird ausschließlich von ERFAHRE-

NEN DOZENT*INNEN AUS DER INTERNATIONALEN

FILM- UND MEDIENBRANCHE angeboten. Der große

Gewinn durch die Lehrenden aus der Praxis ist, dass sie

derzeitige Trends des Marktes kennen und so aktuelles

Knowhow vermitteln. Die lebhaften Diskussionen mit

den Expert*innen aus den jeweiligen Bereichen führen

auf beiden Seiten zu spannenden Einsichten. Praxisorientierter

und besonders auf Fallstudien basierender Unterricht

sorgt dafür, dass verschiedene Märkte kennengelernt

werden. Durch die engen Kontakte innerhalb der

Gruppe zu Filmschaffenden aus anderen Ländern und

einer damit einhergehenden Vertrauensbasis sind gemeinsame

Projekte, vor allem im Bereich Koproduktionen,

fast der Regelfall.

dessen Wahrnehmung auch außerhalb Europas erhöhen.

Dazu tragen maßgeblich die internationalen Teilnehmer*innen

bei, die sich zwar professionell meist auf

europäischem Boden verorten, jedoch die beruflichen

Beziehungen zu ihrem Herkunftsland behalten.

Die jährlich 18 Teilnehmer*innen erhalten zusätzlich

wichtige Einblicke in die Branche im Rahmen

von EXKURSIONEN ZU INTERNATIONAL

RENOMMIERTEN FESTIVALS (Berlinale, Cannes,

Clermont-Ferrand) sowie FERNSEHSEN-

DERN UND FÖRDERINSTITUTIONEN (ARTE, BR,

EURIMAGES, FFF, MEDIA u.a.). Auch die Besuche

der WICHTIGSTEN EUROPÄISCHEN FILM-MÄRKTE

(Berlinale Coproduction Market und Cannes Marché du

film) vermitteln praxisnah relevante Kenntnisse. Viele

Teilnehmer*innen haben vor dem Besuch des Programms

bereits Erfahrung in der Produktion gesammelt

und sind besonders motiviert, mehr über Verleih und

Vertrieb zu lernen. Auch deshalb kann das PRAKTIKUM

IM WELTVERTRIEB ODER VERLEIH – u.a. bei DCM,

The Match Factory und 20th Century Fox in Deutschland,

bei Memento, Ad Vitam, Coproduction Office in

Frankreich sowie Hanway, Mister Smith und Artificial

Eye in Großbritannien – ein wichtiger Schritt in eine erfolgreiche

professionelle Zukunft sein.

Die Gruppe kann somit in einen direkten, intensiven

Dialog mit der Branche treten und so für künftige Zusammenarbeiten

die entscheidenden Weichen stellen.

Die vermittelten Inhalte führen zudem langfristig dazu,

dass die Atelier-Alumni die Verbreitung des europäischen

Films in die Welt erfolgreich vorantreiben und

CAMPUS FILMAKADEMIE UND NETZWERKE

Ein großes Plus ist die Situierung des Ateliers an der

Filmakademie. Diese eröffnet den Teilnehmer*innen unbegrenzte

Vernetzungs- und Entfaltungsmöglichkeiten

durch den gemeinsamen Campus mit den Studierenden

der Filmakademie, dem Animationsinstitut und der Akademie

für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Unbestritten

ist: Weit über die Teilnahme hinaus sind die

gewonnenen Kontakte wertvoll für das berufliche Weiterkommen.

In der Lehre findet die Zusammenarbeit von Atelier

und Filmakademie in mehreren Bereichen statt: Nennenswert

ist hier vor allem das seit dem Wintersemester

2006 angebotene Wahlpflichtfach „International Producing“

für Produktionsstudierende der Filmakademie

(ab dem 3. Studienjahr) in Kooperation mit dem Atelier

Ludwigsburg-Paris.

49


ATELIER LUDWIGSBURG – PARIS

Aufgrund der Relevanz des gesellschaftlichen Diskurses

und der vorherrschenden Missstände in der Branche

im Bereich Gender-Gerechtigkeit wird – wie an der

Filmakademie allgemein – im Atelier diesem Thema in

Lehre und Struktur Rechnung getragen. Um insbesondere

die weiblichen Filmschaffenden zu fördern, gibt es

etwa verschiedene Angebote, darunter ein Mentoring

für die Teilnehmerinnen durch eine erfahrene Filmschaffende

sowie einen Workshop zum Thema Gender.

Auch bei der Auswahl von relevanten Dozentinnen wird

diese Thematik berücksichtigt.

PETER DINGES (Vorstand der Filmförderungsanstalt),

KRISTIN HOLST (Förderreferentin bei der Filmförderungsanstalt),

MARIE NOËLLE SEHR (Autorin,

Regisseurin und Produzentin, Geschäftsführerin

P’Artisanfilm), REBEKKA GARRIDO (Produzentin und

Geschäftsführerin Manderley Films) und LEONTINE

PETIT (Produzentin, Gründerin und Geschäftsführerin

Lemming Film und Hamster Film).

ATELIER NETWORK ist der VEREIN DER EHEMA-

LIGEN ATELIER-TEILNEHMER*INNEN, der ein beachtliches

Netzwerk junger europäischer und internationaler

Branchenvertreter*innen aufgebaut hat, das

regelmäßig zusammenkommt. Dieses Netzwerk ermöglicht

den europaweiten Austausch von Informationen,

Erfahrungen, Kontakten und Jobangeboten. Grenzüberschreitende

Filmprojekte werden gemeinsam von

Alumni entwickelt. Die Vereinsmitglieder profitieren

außerdem erheblich von der Vernetzung innerhalb der

Deutsch-Französischen Filmakademie mit den Initiativen

Minitraité, Deutsch-Französisches Filmtreffen und

des Ateliers.

Die Talente, die im Atelier ausgebildet werden, sind

die Zukunft der Branche – sie sind mehrheitlich direkt

nach dem Programmbesuch in interessanten Positionen

und/oder Unternehmen beschäftigt. Hierbei spielen die

im Atelier gebildeten Netzwerke eine erhebliche Rolle:

Nicht selten sind die Anbieter von Praktika oder

Dozent*innen während des Weiterbildungsjahrs die

zukünftigen Arbeitgeber*innen. Es unterrichten auf

deutscher Seite etwa KIRSTEN NIEHUUS

(Geschäfts führerin der Filmförderung im Medienboard

Berlin-Branden burg), VANESSA HEN-

NEMAN (Gründerin und Geschäftsführerin

von Henneman Agency), JAKOB CLAUSSEN

(Geschäftsführer Claussen + Putz Filmproduktion),

JAMILA WENSKE (Produzentin, Mitbegründerin und

Ko-Geschäftsführerin One Two Films), MARC GABIZON

(Geschäftsführer Wild Bunch Germany), JAN MOJTO

(Geschäftsführer EOS Entertainment u. Beta Film),

50

Der rote Faden und gleichzeitig ein weiterer praktischer

Strang, der sich durch das Weiterbildungsjahr zieht,

ist die KURZFILMPRODUKTION des Atelier Ludwigsburg-Paris.

Die Produktion einer KURZFILMREIHE, die

in Kooperation der beiden Hochschulen gemeinsam mit

ARTE und dem SWR als Koproduzenten hergestellt wird,

ist seit mehr als fünfzehn Jahren das zentrale Projekt

im Curriculum des Ateliers. Jährlich entstehen zu einem

gemeinsamen Thema neun Kurzfilme, die die Teilnehmer*innen

in bi-nationalen Producer*innen-Teams

erarbeiten und über das Jahr hinweg erfolgreich umsetzen.

Die fertigen Filme bereichern nicht nur das Portfolio

der Atelier-Alumni, sondern erreichen stets auch

eine breite Öffentlichkeit, indem sie nach den Premieren

in Ludwigsburg und Paris auch auf den Französischen

Filmtagen Tübingen, dem Festival Max Ophüls

Preis in Saarbrücken und im Programm des Fernsehsenders

ARTE gezeigt werden.

Eine enge Zusammenarbeit mit Gewerken der Filmakademie

besteht besonders im Bereich Drehbuch: Schon

seit 2006 schreiben Studierende der Drehbuchabteilung

die Bücher für diejenigen Atelier-Kurzfilme, die

in Ludwigsburg entstehen. Auch in den Bereichen Bildgestaltung/Kamera,

Montage/Schnitt, Szenenbild, Filmmusik,

Filmton/Sounddesign sowie anderen Gewerken

findet eine intensive Zusammenarbeit zwischen den


OBEN UND UNTEN: L'AUTRE SUR MA TETE | MITTE: ELLA

51


ATELIER LUDWIGSBURG – PARIS

Filmakademie-Studierenden und den Atelier-Teilnehmenden

statt. Profitieren die Studierenden vor allem

von der internationalen Atmosphäre im Team und u.a.

auch von der gesicherten Festival- und TV-Auswertung

der Kurzfilme, können Atelier-Teilnehmer*innen besonders

aus den fest etablierten Verbindungen der Filmakademie-Studierenden

an der Hochschule Nutzen ziehen.

ATELIER ALS WEICHENSTELLER FÜR EINE

ERFOLGREICHERE PROFESSIONELLE ZUKUNFT

Jedes Jahr besteht großes Interesse an den 18 Plätzen im

Weiterbildungsjahr: Ausgewählt wird aus zahlreichen

Bewerbungen im Mai/Juni für das kommende Studienjahr.

Im Studienjahr 2019/2020 sind NEUN VERSCHIE-

DENE NATIONEN vertreten. Für die Auswahl entscheidend

sind Kriterien wie Berufserfahrung, soziale/

kommunikative Fähigkeiten sowie eine größtmögliche

Heterogenität und Diversität, die unterschiedliche Blickwinkel

garantiert und neue Perspektiven in der Gruppe

aufzeigen.

Bemerkenswert ist der sichtliche Anstieg der im Netzwerk

vertretenen Nationen seit der Öffnung 2014/2015

für internationale Kandidat*innen sowie der Einführung

der englischen Sprache als weitere Arbeitssprache. Zwar

liegt der Fokus weiterhin auf Deutschland und Frankreich,

es werden aber auch Teilnehmer*innen aufgenommen,

die Englisch beherrschen und Deutsch/Französisch

lernen möchten.

Wir stellen fest, dass die bereits vor Programmbeginn erworbenen

beruflichen Erfahrungen der Kandidat*innen,

insbesondere im internationalen Kontext, zunehmend

relevanter werden. Meist fehlen aber noch entscheidende

Kenntnisse, um einen weiteren Karriereschritt zu

wagen – etwa in die Selbstständigkeit. Hier bietet, laut

Aussagen der Alumni, das Atelier unerlässliche Informationen,

um sich weiterzuentwickeln. Darüber hinaus

ist die Expertise im Bereich internationale Koproduktionen

ein Alleinstellungsmerkmal in Zeiten der Globalisierung.

Bereichen legen, besonders auch auf digitale Distributionswege

sowie Marketing. Die unternehmerische und

wirtschaftliche Seite des Business ist ebenso elementar

für die meisten Teilnehmer*innen: Viele stehen an

der Schwelle zur Gründung einer eigenen Produktionsfirma

– hier sind Workshops zu Firmengründungen

und alternativen Business-Modellen hilfreich. Auch soziale

Aspekte wie Konfliktmanagement, Führung und

ein Bewusstsein für die Gender-Thematik kommen im

Lehrplan nicht zu kurz. Die außergewöhnlich hohe Beschäftigungsrate

der Teilnehmer*innen nach Abschluss

des Programms bestätigt eindrucksvoll die Qualität der

vermittelten Kenntnisse und die Attraktivität der Absolvent*innen

für Arbeitgeber in ganz Europa. Eine permanente

Evaluierung der Studieninhalte garantiert die Vermittlung

aktuellen Knowhows.

POSITIVE EFFEKTE AUF DIE BRANCHE

Die Branche wird durch die Ehemaligen des Programms

bereichert und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen

Filmindustrie verbessert: Dies erfolgt durch die

Vermittlung von Kenntnissen im Atelier, die den Fokus

auf aktuelle Entwicklungen und Trends in allen

52


BEWERBUNG UND TEILNAHME

FÜR WEN?

JUNGE FILMSCHAFFENDE –

BEWERBER*INNEN AUS ALLER WELT

Das Weiterbildungsjahr wendet sich an angehende

Produzenten*innen und Verleiher*innen aus

Europa und der ganzen Welt im Alter von bis zu

30 Jahren und bietet eine vertiefende Ausbildung

mit europäischer Ausrichtung.

Absolvent*innen von Filmhochschulen oder

anderen relevanten Studiengängen mit ersten

Berufserfahrungen in der Filmwirtschaft sind die

Zielgruppe.

WEITERE INFORMATIONEN

AUF DER WEBSITE

DES ATELIER LUDWIGSBURG-PARIS

www.atelier-ludwigsburg-paris.com

FOLGT UNS AUF FACEBOOK UNTER

FB.ME/AtelierLudwigsburgParis

ERFORDERLICHE SPRACHKENNTNISSE?

Sehr gute Englischkenntnisse; Deutsch- und

Französischkenntnisse sind von Vorteil.

INSPEKTION

53


INTERNATIONALE NETZWERKE

54


STUDIEREN OHNE GRENZEN –

MIT PARTNERN AUF FÜNF KONTINENTEN

INTERNATIONALE NETZWERKE SIND ENG

MIT DEM AUSBILDUNGSKONZEPT DER FILM-

AKADEMIE VERWOBEN. 14 INCOMINGS UND

40 OUTGOINGS PRO JAHR, BEKANNTE DO-

ZENTINNEN UND DOZENTEN AUS DEM AUS-

LAND, ÜBER 12 PARTNERINSTITUTIONEN,

DIE EINZIGARTIGE INTERNATIONAL CLASS

UND INTERNATIONALE STUDENTISCHE

KOPRODUKTIONEN BIETEN STUDIERENDEN

BESTE MÖGLICHKEITEN ZUR INDIVIDUELLEN

INTERNATIONALEN VERNETZUNG.

Studienplan beinhaltet Workshops und Seminare bei Dozent*innen

aus Studios, Produktionsfirmen, TV-Sendern

und der UCLA.

FICTION ALEXA

Beim ebenfalls von der Baden-Württemberg Stiftung unterstützten

Workshop „Fiction Alexa“ dreht ein sechsköpfiges

FABW-Team gemeinsam mit Kommiliton*innen

der La Fémis in Paris einen fiktionalen Kurzfilm.

Das Programm beinhaltet einen viermonatigen Aufenthalt

in Paris.

Das Internationale Büro legt dabei besonderen Wert auf

die Einbindung unterschiedlicher Weltregionen. Aktuell

nehmen ca. 25% der Studierenden an internationalen

Programmen teil, Tendenz steigend. Etwa 80% der internationalen

Mobilitäten werden durch Stipendien unterstützt.

INDIAN CINEMA WORKSHOP

Seit 2018 findet jährlich eine Exkursion von 12 Studierenden

aller Gewerke zum Film & Television Institute

of India (FTII) in Pune statt. Die dreiwöchige Reise

wird vom BWSplus Programm der Baden-Württemberg

Stiftung unterstützt und beinhaltet eine profunde Einführung

in das indische Kino sowie eine Woche voller

Besuche bei Filmsets und Produktionsfirmen in der

Filmmetropole „Bollywood“ in Mumbai. Im Wintersemester

besuchen Studierende des FTII im Gegenzug die

Internationale Klasse der Filmakademie.

„An der FT II in Puna

haben wir natürlich auch die

Filmstudenten kennengelernt, (…)

die mit sehr viel Liebe und

Hingabe ihre Filme machen

und wirklich eine Message

transportieren wollen.“

Ann-Katrin Boberg

HOLLYWOOD WORKSHOP

Ein weiteres Highlight ist der jährliche, durch die Sonderlinie

Filmproduktion der Baden-Württemberg Stiftung

und Stipendien der Verwertungsgesellschaft für

Nutzungsrechte an Filmwerken (VGF) ermöglichte Hollywood

Workshop, der eine Gruppe von 12 FABW-Studierenden

mit den Arbeitsweisen amerikanischer Studios

vertraut macht. Der von der UCLA erarbeitete

55


INTERNATIONALE NETZWERKE

„Meine Zeit an der Filmakademie

war geprägt von internationalem

Austausch, Zusammenarbeit und

Erfahrungen in vollkommen

unterschiedlichen Ländern. Im

April dieses Jahres hatte ich die

Möglichkeit, am Talent Campus

Iran teilzunehmen. Ähnlich wie bei

den Berlinale Talents bekommen 60

Filmemacher die Chance, im Rahmen

des Fajr Filmfestivals an Masterclasses

und Pitching-Foren teilzunehmen,

das eigene Filmnetzwerk zu erweitern

und sich explizit mit dem iranischen

Film zu beschäftigen. Für mich war

die Iranreise eine meiner intensivsten

Erfahrungen.“

SCHWERPUNKT AFRIKA

Das Internationale Büro hat in den vergangenen Jahren

Kooperationen in einer Reihe afrikanischer Länder angestoßen,

darunter Burkina Faso, Ruanda, Uganda, Kenia,

Namibia und Nigeria. Unterstützt werden diese

Programme mit Mitteln der Robert Bosch Stiftung, weiterhin

mit Stipendien der Baden-Württemberg Stiftung

und des Auswärtigen Amtes. Seit dem Wintersemester

2018/19 läuft ein Stipendienprogramm der Filmakademie

und der Robert Bosch Stiftung, in dem zwei Studierende

der FABW und zwei ostafrikanische Stipendiaten

gemeinsam an dokumentarischen Porträts arbeiten.

Gabriel Rühle

56


„In Mumbai waren wir u.a. in

der Film City, wo die riesigen

Bollywood-Produktionen gedreht

werden. Wir danken der Baden-

Württemberg-Stiftung, die uns mit

diesem Stipendium ermöglicht hat,

nach Indien zu fahren.“

Jule Deumling

FÜR INCOMINGS:

INTERNATIONAL CLASS (ICLA)

Exklusiv für Studierende ihrer Partnerinstitutionen hat

die FABW das englischsprachige, praxisorientierte, interdisziplinäre

Curriculum der ICLA (Dauer: ein Wintersemester)

im Angebot. Im Zuge der Entwicklung und

Umsetzung eines Kurzfilms vermittelt das fünfmonatige

Programm Fähigkeiten des filmischen Geschichtenerzählens

für Gaststudierende aller Gewerke und kultureller

Hintergründe. Um die Teilnehmer*innen entsteht so

ein Netzwerk, das zahlreiche reguläre Studierende der

Filmakademie einschließt und oft über das Studium hinaus

bestehen bleibt. Für die Teilnehmer*innen eröffnet

dies Perspektiven für spätere internationale Karrieren.

MIT FOLGENDEN INSTITUTIONEN BESTEHEN

AKTUELL PARTNERSCHAFTEN:

• AFDA – THE SOUTH AFRICAN SCHOOL OF

MOTION PICTURE, LIVE RECORDING AND

LIVE PERFORMANCE,

Johannesburg, Südafrika (alle Gewerke)

• AL-QUDS UNIVERSITY, Ramallah, Palästina

(alle Gewerke)

• DOCUBOX, Nairobi, Kenia (Dokumentarfilm)

• DODGE COLLEGE AT CHAPMAN UNIVERSITY,

Orange County, Kalifornien

• FTII – FILM- & TELEVISION INSTITUTE OF

INDIA (alle Gewerke)

• GOBELINS L’ÉCOLE DE L’IMAGE,

Paris (Animation)

• LA FÉMIS, PARIS, FRANKREICH

(Fiction Alexa)

• LINDENWOOD UNIVERSITY,

St. Charles, Missouri (alle Gewerke)

• NFTS – NATIONAL FILM- & TELEVISION

SCHOOL, Beaconsfield, Großbritannien (Porsche

Award)

• NDU – NOTRE DAME UNIVERSITY,

Beirut, Libanon

• PONTIFÍCIA UNIVERSIDADE CATÓLICA DO RIO

DE JANEIRO, Brasilien (alle Gewerke)

• SAPIR COLLEGE, Sderot, Israel (alle Gewerke)

• UDC – UNIVERSIDAD DEL CINE,

Buenos Aires (alle Gewerke)

WEITERE INTERNATIONALE KOMPONENTEN:

„An der Filmschule FT II hatten

wir das Glück, dass wir von

verschiedensten Dozenten in die

indische Filmgeschichte und in die

Industrie eingeführt wurden“

Josia Brezing

Im Studiengang Produktion können Studierende

im Hauptstudium die Vertiefung INTERNATIONAL

PRODUCING wählen.

Das eigenständige Weiterbildungsangebot des ATELIER

LUDWIGSBURG-PARIS richtet sich an Europäische

Nachwuchs-produzent*innen.

„ANIMATION SANS FRONTIÈRES” ist ein vom Animationsinstitut

betriebenes Programm, das seine hoch

qualifizierten Teilnehmer*innen auf europäischer Ebene

vernetzt.

57


CAMPUS INTERNATIONAL

58


Ein Ort der Begegnung:

TREFFPUNKT „CAMPUS INTERNATIONAL“

„CAMPUS INTERNATIONAL” IST EINE INITI-

ATIVE VON STUDIERENDEN UND MITARBEI-

TER*INNEN DER AKADEMIE FÜR DARSTEL-

LENDE KUNST, DER FILMAKADEMIE, IHRES

ANIMATIONSINSTITUTS UND VON NEUZU-

GEWANDERTEN, DIE ALLE DAS INTERESSE

TEILEN, EINEN RAUM DER BEGEGNUNG

UNTERSCHIEDLICHER KULTUREN VOR ORT

SCHAFFEN ZU WOLLEN.

Am Anfang stand das Anliegen, Geflüchtete, die gerade

in Ludwigsburg und Umgebung angekommen waren,

mit dem Programm anzusprechen und auf dem Campus

einen offenen Raum für Begegnungen zwischen Ludwigsburger*innen

und Neuzugewanderten zu initiieren.

Heute ist es uns wichtig, eine Plattform zu bieten, um

auf verschiedenste Art und Weise mit Veranstaltungsformaten

wie Film, Tanz, Musik und Podiumsgesprächen

weitere Einblicke in unterschiedliche Lebenswelten zu

ermöglichen und in einen persönlichen Austausch zu

kommen. Dies geschieht vor allem am Ende des Abends,

ganz informell bei einem Getränk und manchmal auch

kleinen Speisen.

UND WAS MACHEN WIR DA EIGENTLICH SO

KONKRET?

Wir zeigen zum Beispiel Filme, oftmals preisgekrönte,

laden die Regisseur*innen und Produzent*innen zum

Publikumsgespräch oder Musiker*innen aus aller Welt

sowie Gruppen ein, die sich im Rahmen eines Projektes

mit ihrer Identität und Herkunft künstlerisch auseinandergesetzt

haben.

„Aus dem Bedürfnis heraus, etwas Gutes zu tun, vergeben

Martha, Yasmin und Jamie ein Zimmer in ihrer

Berliner WG an den Flüchtling Samuel aus Kamerun“ -

das ist der Anfang des mehrfach preisgekrönten Filmes

CLUB EUROPA in der Regie von Filmakademie-Absolventin

Franziska Höhnisch. Ausgewählt haben wir

beispielsweise gerade diesen Film für „Campus International“,

weil er zeigt, wie die sogenannte Willkommenskultur

von Geflüchteten und Engagierten erlebt

wird.

Zu Gast war kürzlich auch der palästinensisch-syrische

Pianist Aeham Ahmad, der durch seine öffentlichen

Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk während des

Bürgerkriegs in Syrien als „Pianist in den Trümmern“

international bekannt wurde. Aeham gab im Zuschauerraum

der ADK ein beeindruckendes Klavierkonzert und

David Steffen las aus Ahmads Autobiografie, in der er

über sein Leben und seine Flucht in Syrien berichtet.

Zur Erinnerung an Solomon Kalushi Mahlangu, der heute

zu den bedeutendsten südafrikanischen Anti-Apartheidskämpfern

zählt, zeigten wir auf Anregung und

Initiative einer Filmakademie-Studentin aus Südafrika

den mehrfach prämierten Spielfilm KALUSHI (Regie:

Mandlakayise Walter Dube) aus Anlass des 40. Jahrestages

seiner Verurteilung und Hinrichtung.

Blicken wir zurück, so sieht man ein sehr vielseitiges

Programm, das von allen, die zu den Planungstreffen

kommen, mitgestaltet wird, und gerade deshalb freuen

wir uns über neue Interessierte, die Lust haben, Ideen

einzubringen und die Abende mitzugestalten!

Auf den Punkt gebracht: Alles, was sich mit anderen

Kulturen, mit Fremdsein, mit der kulturellen Identität

und einfach mit einem Blick über den eigenen Tellerrand

hinaus befasst, kann beim Treffpunkt CAMPUS

INTERNATIONAL auf dem Programm stehen!

ZU DEN ECKDATEN:

Treffpunkt CAMPUS INTERNATIONAL

findet einmal pro Semester statt.

ORT: FOYER DER ADK

UHRZEIT: 19 - 22 UHR.

Ankündigungen erfolgen vorab per Mail.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

59


STECKBRIEF

Bildgestaltung/

Kamera

1

STUDIENKOORDINATION

Roland Mönch

2

PROJEKTBETREUUNG

Roland Mönch

Christine Montigel

3

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Prof. Kay Gauditz

Prof. Thomas Merker

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

6 - 8 Studentinnen und Studenten

5

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

• Kreativität und Neugier für neue

Erzählformen

• Soziale Kompetenz und

Teamfähigkeit

• Zuverlässigkeit und Resilienz

• Lust auf Gestaltung und Studium

am Campus der Filmakademie in

Ludwigsburg

6

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

• Interdisziplinäres, praxisorientiertes

Studium

• Learning By Doing

• Lehre der künstlerischen und

organisatorischen Kameraarbeit

• Studieninhalte auf branchennahem

Standard und darüber

hinaus

• Dozentinnen und Dozenten sind

international erfahrene DoPs

7

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

• Film Shooting: Die Kunst der

Bildgestaltung und die Praxis der

Kameraarbeit

• Teamworking and -leading

• Nationale und internationale

Vernetzung

• Alle Voraussetzungen, um in eine

erfolgreiche DoP-Karriere starten

zu können

“The director leads the actors,

the cinematographer directs the

audience.”

Conrad Hall

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Ego Shooting

10

ONE COOL FACT ABOUT...

Personal relationships – cool

parties

11

MOTTO

“Cinematography is more than just

making pretty pictures.”

Mario Tosi

60


Dokumentarfilm

1

STUDIENKOORDINATION

Thorsten Schütte

2

PROJEKTBETREUUNG

Greda Sieber, Peter Kuczinski

3

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Heidi Specogna,

Thomas Riedelsheimer

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Ca. 6 Studierende

5

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Lust auf das Unbekannte, kritisches

Denkvermögen, Geduld, Neugierde,

Teamfähigkeit, Kreativität,

Experimentierfreude

6

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Praxisnahes Lernen und Arbeiten,

versierte Dozent*innen und

Referent*innen, Arbeiten im

Team, ausgezeichnete technische

Ausstattung, große künstlerische

Freiheit, gutes Netzwerk/Kontakte

zum Markt, intensiver Austausch

mit den anderen Fachrichtungen,

internationales Netzwerk und

Austauschmöglichkeiten, Exkursionen

u.a. zum DOCUMENTARY

CAMPUS, zum DOK Filmfestival

Leipzig und zur

CPH:DOX Kopenhagen

7

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Mit eigenen Ideen und verantwortlicher

Haltung gegenüber

Menschen und Tatsachen Realität

kreativ zu gestalten, formatoffenes

Arbeiten, Recherche- und

Interviewtechniken, gestalterische

und inhaltliche Bandbreite in

Stoffentwicklung und Dramaturgie,

Arbeiten im Team, eigenes

kreatives Potenzial ausschöpfen,

mehr über sich selbst…

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Die Verbreitung von Fake News

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Das dokumentarische Arbeiten

unterscheidet sich von anderen

medialen Formen dadurch, dass

es je nach Sujet und finanzieller

Situation sowohl das Ein-/

Zwei-Personen-Team geben kann,

in dem verschiedene Berufsbereiche

in Personalunion ausgeübt

werden, als auch das große

Filmteam, wie beim Dokudrama,

das dem Spielfilm durchaus

vergleichbar ist. Alles ist möglich!

10

MOTTO

Die Ausformulierung einer

künstlerischen Handschrift beginnt

im Kopf !

61


MAKING-OF

62


LORD OF THE TOYS

Ein Gespräch mit Regisseur und Producer Pablo Ben Yakov

MAX „ADLERSSON” HERZBERG AUS DRES-

DEN, 20 JAHRE ALT, IST YOUTUBER UND

LEBT DAVON. AUF DEM VIDEO CHANNEL

ÖFFNET ER GANGSTA-RAP-FANBOXEN, ER-

ZÄHLT VON SICH SELBST, BESÄUFT SICH MIT

SEINEN KUMPELS IN ALLER ÖFFENTLICH-

KEIT, PÖBELT HERUM, ERNIEDRIGT SCHWÄ-

CHERE UND TESTET JEDE GRENZE AUS.

Die Filmakademie-Studenten Pablo Ben Yakov (Regie,

Producer) und André Krummel (Kamera) haben für ihren

Drittjahresfilm Max und seine Freunde einen Sommer

lang begleitet. Ohne zu kommentieren oder Fragen

zu stellen.

Der Dokumentarfilm LORD OF THE TOYS über Max

und seine Clique hinterlässt ein dystopisches Bild der

ersten Generation junger Erwachsener, die ein Leben

ohne Internet nicht kennen.

LORD OF THE TOYS wurde beim Festival DOK Leipzig

uraufgeführt und löste dort heftige Kontroversen aus.

Gegner attestierten dem Film Haltungs- und Distanzlosigkeit,

eine fehlende Einordnung und dadurch die Propagierung

rechten Gedankenguts. Dessen ungeachtet

gewann der Film den Hauptpreis im deutschen Wettbewerb.

Von der Filmbewertungsstelle (FBW) erhielt er das

Prädikat „Besonders Wertvoll” und das Bundesministerium

für Kultur und Medien (BKM) befand, LORD OF

THE TOYS zeige, „wie gefährlich die Vernachlässigung

sozialer Randgruppen ist, aber auch über welches Potential

die social channels verfügen.“ Am 23.05.2019 feierte

LORD OF THE TOYS seine Kinopremiere.

PABLO, WIE BIST DU AUF DEN PROTAGONISTEN

MAX HERZBERG GEKOMMEN? KANNTEST DU IHN

SCHON VORHER PERSÖNLICH?

Ich kannte weder Max noch seine Inhalte und hatte ursprünglich

auch gar nicht vor, einen Film über Influencer

oder Youtuber zu machen. Eigentlich sollte mein

Drittjahresfilm einen Politikberater für Bürgermeisterkandidaten

auf der Schwäbischen Alb porträtieren. Wir

hatten auch schon angefangen zu drehen, mussten das

Projekt aber abbrechen, als unser Protagonist seine Kandidatur

zurückzog und sich auf die Schnelle auch kein

Ersatz finden ließ. André und ich suchten also händeringend

nach einem anderen Thema, aber nichts wollte

klappen. Irgendwann zeigte André mir ein Video von

Max, das YouTube ihm vorgeschlagen hatte. In dem Video

erzählt Max von einer Hausdurchsuchung, die gerade

bei ihm stattgefunden hatte, weil er ein illegales Messer

legal auf Amazon bestellt hatte, um es zu rezensieren.

Man sah einen sächselnden, offenbar gerade aufgestandenen

Jungen, bei dem außer dem YouTube-Award für

100.000 Subscriber an seiner Wand nichts darauf hindeutete,

dass er Influencer-Status haben könnte. Die

ganze Szenerie war jedenfalls absurd und irritierend genug,

um mich weiter durch seine Kanäle zu wühlen.

Und tatsächlich hatte ich ziemlich schnell ein paar sehr

große Fragezeichen: Warum nimmt man sich freiwillig

bei all dem Unsinn auf, den Max und seine Clique

so treiben, wieso veröffentlicht man das auch noch und

wie kann man damit letztendlich dermaßen erfolgreich

sein, dass etwa 300.000 Kids einem folgen, zuschauen

und nacheifern?

63


MAKING-OF

HATTEST DU DEN EINDRUCK, DASS HERZBERG

UND SEINE GRUPPE SICH FÜR EUCH INSZENIE-

REN?

WIE IST ES EUCH GELUNGEN, ZUTRITT ZU DIESEM

KREIS ZU BEKOMMEN?

Das war erschreckend einfach. Prinzipiell ist es ja oft ein

Bonus, sagen zu können, man macht einen Film für’s

Studium. Das klingt erst mal recht harmlos. Für Max

und seine Truppe schien es aber auch absolut logisch,

dass ein Kamera-Team sie gern begleiten möchte. Wirklich

tiefer nachgefragt, was wir vorhaben, wie und vor

allem warum, hat eigentlich nie jemand. Als ich Max

beim ersten Treffen erklärt habe, was unser Projekt für

ihn bedeuten würde, nämlich, dass wir uns etwa drei

Monate lang ziemlich hartnäckig an seine Fersen heften,

war seine Antwort etwa: „Klar, solange ihr das aushaltet.“

DEINE ROLLE ALS REGISSEUR IST SEHR REDU-

ZIERT. DU KOMMST ALS PERSON GAR NICHT VOR,

SONDERN BEOBACHTEST SOZUSAGEN WIE DIE

FLIEGE AN DER WAND, WAS PASSIERT. HAST DU

DICH WIRKLICH KOMPLETT RAUSGEHALTEN UND

ÜBERHAUPT NICHT EINGEGRIFFEN?

Nein, natürlich kann man nicht Monate lang schweigen

und konsequent Fliege spielen. Aber man muss jedenfalls

nicht zwangsläufig dann reden, wenn die Kamera

läuft. Das war für die Form, die wir gewählt haben, auch

notwendig. Sonst wäre man beim Schauen ständig an die

Anwesenheit eines Filmteams, an die Technik, etc. erinnert

worden und hätte nicht das Gefühl, die Clique so

unmittelbar zu erleben. Es ging also mehr darum, Wege

zu finden, die Informationen, die wir im Laufe der Zeit

gesammelt haben – ob in Gesprächen oder Beobachtungen

– filmisch erzählbar zu machen.

Eingriffe gab es aber natürlich schon. Das Herstellen von

Situationen zum Beispiel, die sonst zu diesem Zeitpunkt

nicht stattgefunden hätten. Oder Situationen, die so sehr

eskalierten, dass man nicht mehr einfach unbeteiligt dabeistehen

und seine Arbeit machen konnte.

64

Ja, zumindest wurde das sehr schnell eine Frage. Man

konnte aber beobachten, wie die Selbstinszenierung

auch dann weiter ging, wenn unsere Kamera gar nicht

lief. Ich glaube, in dem Alter ist eine gewisse Selbstinszenierung

teilweise auch normal – man versucht herauszufinden,

wer man sein könnte, wer man sein möchte,

wie andere darauf reagieren, etc. Bei unseren Protagonisten

spielt es aber sicherlich auch eine Rolle, dass selbst,

wenn wir nicht da sind, ihre eigenen Kameras ständig

dabei sind. Irgendwer hat immer ein Handy gezückt,

macht eine Story, einen Vlog, Fotos... Ich glaube, öffentliche

Figur und private Person sind bei Max und seinen

Freunden längst verschwommen und lassen sich gar

nicht mehr voneinander trennen.

Gleichzeitig erzählt aber auch die Selbstinszenierung oft

etwas sehr Reales: Es gibt z.B. einen Moment im Film, in

dem Max seiner Freundin einen enorm fiesen Spruch an

den Kopf knallt. Eigentlich sind die beiden allein, aber

für ein paar Frames schaut Max danach erwartungsvoll

in unsere Kamera, als wolle er sich versichern, dass sein

Scherz auch angekommen ist. Gerade durch die Inszenierung

wird deutlich, dass er seine Freundin für einen

schlechten Witz verrät.

HABEN MAX UND SEINE FREUNDE IN EUCH EINE

CHANCE GESEHEN, EINEM NOCH BREITEREN PUB-

LIKUM BEKANNT ZU WERDEN UND SO VOM RECH-

TEN RAND IN DER MITTE DER GESELLSCHAFT AN-

ZUKOMMEN?

Nein, Max hat jedenfalls keinen Zweifel daran gelassen,

dass er unser Publikum zahlenmäßig für verzichtbar

hält. Und leider muss ich ihm recht geben. Max lädt

ein spontan entstandenes Video hoch, z.B. vom letzten

Toilettengang, und einige Stunden später haben es etwa

100.000 Menschen angeschaut, kommentiert und weiter

verteilt. Wir arbeiten dagegen zwei Jahre lang mit etwa

15 Menschen an einem Film, der verhältnismäßig erfolgreich

ist, machen eine Kinotour quer durch Deutschland

und 13 Wochen nach dem Kinostart haben wir nun

knapp über 5.000 Zuschauer erreicht. Wenn es also um

Zahlen geht, hat das Arthouse-Kino längst keine Chance

mehr, mit YouTube & Co. Schritt zu halten.

Was den rechten Rand angeht, ist die Wahrnehmung unserer

Protagonisten eher andersherum. Sie sehen es so,


dass sie durch den Diskurs um unseren Film erst an den

rechten Rand gedrängt wurden. Vor unserem Film hat

sich die Presse nicht besonders für Max Herzberg interessiert

und tatsächlich sind seine Zuschauer ein sehr

heterogenes Grüppchen aus allen möglichen Schichten

und Ecken der Gesellschaft. Ich denke, er war bereits

vor unserem Film sehr viel mehr in der Mitte der Gesellschaft,

als man auf den ersten Blick glauben mag.

„LORD OF THE TOYS” WIRD OFT ALS „OBSER-

VATORISCHER DOKUMENTARFILM” BEZEICHNET.

SIEHST DU DICH DER TRADITION DES „DIRECT CI-

NEMA” VERPFLICHTET?

Ich würde sagen, ich sehe mich durchaus in der Tradition,

aber ohne Verpflichtung. Mir gefällt die Illusion

der Unmittelbarkeit, ich mag das Gefühl, eine Geschichte

zu erleben, statt ihrer Konstruktion zu folgen. Direct

Cinema konstruiert natürlich auch, aber eben subtiler.

Ich verzichte darauf zu sagen, was mir durch den Kopf

schießt und darauf, offensichtlich einzugreifen - aber

der Film tut es am Ende doch, wenn er funktioniert: Als

Zuschauer selbst eine Erkenntnis zu gewinnen, ist immer

stärker, als diese Erkenntnis sozusagen geschenkt

zu bekommen, beispielsweise durch einen Sprechertext.

gestaltet. Wir haben als sehr kleines Team viele Aufgaben

in Personalunion übernommen und hatten so zwar eine

recht klare Rollenverteilung, die Departments im klassischen

Sinne waren aber im Grunde aufgelöst. Wenn wir

nach Drehschluss nach Hause kamen, haben wir meistens

das Material noch spät abends gemeinsam gesichtet

und besprochen. Durch diese Routine kannte das gesamte

Team das gesamte Material zu jedem Zeitpunkt

etwa gleich gut, wir blieben im ständigen Gespräch darüber

und alle konnten auf demselben Wissensstand mitdenken.

HAT ES EUCH NICHT MANCHMAL IN DEN FIN-

GERN GEJUCKT, DIE EINE ODER ANDERE SZENE

FÜR EUCH ODER DEN ZUSCHAUER EINZUORDNEN

(Z.B. IM SCHNITT ODER DURCH EINEN ENTSPRE-

CHENDEN KOMMENTAR)?

Aber ich fühle mich nicht an die Dogmen des Genres

gebunden. Die Art, mit der Kamera herumzuspringen,

wie André es tut, unsere Montage, der Einsatz von Musiken,

Sound Design und Foleys – all das widerspricht

ja dem puristischen Anspruch des Direct Cinema komplett.

All das ist doch eine sehr offensichtliche Manipulationen

der Realität, die es ja dem Genre folgend zu vermeiden

gilt.

DU HAST DEN „FILM LORD OF THE TOYS” GEMEIN-

SAM MIT DEINEM KOMMILITONEN ANDRÉ KRUM-

MEL GEDREHT, DER AUCH DOKUMENTARFILM STU-

DIERT. WIE SAH EURE ROLLENVERTEILUNG BZW.

EURE ARBEIT AUS?

Wir haben gemeinsam das Konzept entwickelt und den

Film montiert, André war zudem der Kameramann. Ich

habe den Ton aufgenommen, Regie geführt und produziert.

Außerdem gab es noch Roland Scheliga, ein langjähriger

Freund, der unabhängig von uns Max’ Kanal

schon eine Weile verfolgt hatte und so der perfekte Berater

war. Er war einen Großteil des Drehs auch mit vor

Ort und hat ausgeholfen, wo immer es nötig war. Außerdem

hat er das Color Grading und Art Work des Films

Wir glauben ja nach wie vor, genau das gemacht zu haben.

Offensichtlich aber nicht deutlich genug für viele.

Ich glaube, bei einem anderen Thema hätte dieselbe

Machart eher die Kritik ausgelöst, dass unser gestalterischer

Kommentar überdeutlich aufgedrückt sei.

In den Filmgesprächen sind es übrigens oft diejenigen,

die nach Einordnung verlangen, die dann während ihrer

Kritik ganz viel Richtiges über Max und seine Clique

sagen, was sie meiner Einschätzung nach eigentlich nur

unserem Film bzw. den eigenen daraus resultierenden

Gedanken entnommen haben können. Also ich glaube,

die Frage ist eher, wem vertrauen – der eigenen Wahrnehmung

oder der Sprecherstimme?

65


MAKING-OF

AUF MICH PERSÖNLICH WIRKT DER FILM – TROTZ

DER ABWESENHEIT JEGLICHEN KOMMENTARS –

ENTLARVEND. WIE HABEN HERZBERG UND SEI-

NE FREUNDE AUF DEN FILM REAGIERT? HABEN

SIE IHN VOR DEM ERSTEN SCREENING GESEHEN?

Ja, wir haben ihnen den Film eine Woche vor der Premiere

privat in Dresden gezeigt. Die waren sehr überrascht,

hatten etwas anderes erwartet, mochten aber den

Film. Sie fanden sich fair und korrekt dargestellt. Natürlich

sehen sie sich gern und beömmeln sich über ihre

Scherze, aber sie nehmen auch ihre eigenen Grenzüberschreitungen

wahr und stellenweise wurde es ihnen sogar

zu viel. David, der Maskenmann, sagte danach, er habe

zum ersten Mal die Trauer und Leere in den eigenen

Blicken wahrgenommen. Und Max’ neue Freundin war

sichtlich bewegt. Die Diskussionen im Anschluss waren

für die Gruppe wohl sehr viel schmerzhafter als der Film

selbst und ich bin gespannt, ob und welche Schlüsse sie

daraus ziehen werden – das wird die Zeit zeigen.

bis zum Schluss die Leinwand angrölen – mit denen hat

man in aller Regel auch keine sinnvolle Diskussion mehr

im Anschluss. Mit anderen hatten wir sehr aufschlussreiche

Gespräche. In den allermeisten Fällen ließ sich

beobachten, dass die „Fans“ am Anfang des Films ungewöhnlich

laut sind, im Laufe des Films aber immer ruhiger

werden, während sie begreifen, dass sie keinen Fan-

Film sehen. Ich glaube, für viele war es das erste Mal,

dass sie einen Dokumentarfilm im Kino gesehen haben.

WIE IST DAS SOGENANNTE BILDUNGSBÜRGER-

TUM MIT DEM FILM UMGEGANGEN? GAB ES WIE-

DER SOLCH KONTROVERSE DISKUSSIONEN WIE

BEI DOK LEIPZIG?

So heftig wie in Leipzig wurde es nicht mehr, aber es

gab schon immer wieder Zuschauer, die den Film für

hoch problematisch hielten. Auch hier gab’s Extremfälle,

die dann weniger diskutieren als ihrer Wut Luft machen

möchten. In aller Regel hatte ich aber das Gefühl,

dass unser Film verstanden wird. Dass er aufwühlt, ist ja

unsere Absicht gewesen und dass dieses Aufgewühltsein

auch notwendig ist, leuchtete den meisten ein.

EUCH WURDE IMMER WIEDER VORGEWORFEN,

DASS „LORD OF THE TOYS” NICHT STELLUNG BE-

ZIEHT. SIEHST DU DAS AUCH SO?

DIE KINOTOUR VON „LORD OF THE TOYS” IST

EBEN ZU ENDE GEGANGEN. BEREITS DER TRAI-

LER WURDE IM VORFELD VON HERZBERGS FANS

ANGEKLICKT UND KOMMENTIERT. WAREN DIESE

LEUTE AUCH IM KINO?

Ja, die waren auch da, was mich sehr gefreut hat, denn

genau die geht der Film ja mit am meisten an. Wir hatten

dadurch häufig eine Mischung von Menschen im

Saal, die normalerweise eigentlich nie aufeinandertreffen.

Das verlangt beiden Seiten viel ab. Die „anderen“

auszuhalten ist nicht immer leicht, doch dieses Aushalten

ist für die Diskussion im Anschluss aus meiner Sicht

sehr wertvoll gewesen. Genauso wie alle anderen Kinogänger

kommen aber, wie erwähnt, auch die Herzberg-Fans

aus allen Schichten und Ecken der Gesellschaft.

Da gibt es natürlich Extremfälle, die z.B. während der

Vorführung eine Flasche Jägermeister vernichten oder

66

Nein, ich denke aber, die Stellung, die wir bezogen haben,

ist etwas komplexer als die Art Positionierung, die

oft von uns verlangt wird. Viele wünschen sich eine klare

Distanzierung von unseren Protagonisten und eine

eindeutige Einordnung. Also sind das jetzt Nazis oder

nicht, findet der Film das ok und so weiter und sofort.

Dabei ist ja genau das ein gefährliches Phänomen, dem

der Film nachspürt: Die dauerironische Kommunikation

im Netz, die ideologisch wahnsinnig schwer greifbar

ist, aber eine seltsam verstörende und explosive Atmosphäre

kreiert.

Aus meiner Sicht sind z.B. rechte Parolen, wenn sie im

Film fallen, sehr klar identifizierbar und ich halte es für

überflüssig zu erwähnen, dass solche Aussagen inakzeptabel

sind. Ein „Heil Hitler“ zum Beispiel ist ja keine

fragwürdige Meinungsäußerung, die diskutiert werden

muss, sondern ein eindeutiger Gesetzesbruch. Gleichzeitig

sieht man aber eben auch recht eindeutig, dass wir

es hier mit einer Gruppe Jugendlicher zu tun haben, die

für sich keine politischen Ziele formulieren und sich für

gesellschaftliche Fragen kaum interessieren. Wären sie

stramme Rechte oder Ultrakonservative, müsste man


eigentlich feststellen: ihr Verhalten ist wahnsinnig inkonsequent.

Es scheint also darum zu gehen, mit dem

Bild des Rechten zu spielen und zu schockieren. Für

mich stellt sich die Frage, was genau schiefläuft, dass

junge Menschen sich öffentlich so gerieren möchten.

WOLLTET IHR MIT „LORD OF THE TOYS” AUFKLÄ-

REN NACH DEM MOTTO, „SEHT HIN, WAS EURE

KINDER ANSEHEN“?

Sicher, auch das. Ich glaube tatsächlich, dass viele Eltern

keinen blassen Schimmer haben, was ihre Kinder sich

tagtäglich reinziehen und schockiert wären, wenn sie es

wüssten. Das war bei meiner Generation noch anders,

der Fernseher im Wohnzimmer war natürlich einfacher

zu kontrollieren als heute das Handy in der Hosentasche.

Ich hoffe allerdings, dass der Gedankengang nicht

dabei aufhört, die Sehgewohnheiten der Jugend schlimm

zu finden. Ich bin überzeugt, dass das Verhalten der Kinder

zwangsläufig mit dem Verhalten ihrer Eltern zusammenhängt.

Das ist nicht einfach eine hirnrissige Generation,

vielmehr scheint unsere Gesellschaft, die wir ja alle

mitgestalten, Kinder hervorzubringen, denen offensichtlich

einiges fehlt.

ES MUSS DOCH FURCHTBAR LANGWEILIG SEIN,

EINER GRUPPE VON GELANGWEILTEN DABEI ZU-

ZUSEHEN, WIE SIE KOMPLETT SINNENTLEERTE

DINGE TUN. WAS DENKST DU, WAS JUNGE MEN-

SCHEN TROTZDEM DARAN FASZINIERT?

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe für die unterschiedlichsten

Menschen, sich Max’ Videos anzuschauen.

Es gibt Leute, die das aus einer Art Voyeurismus heraus

tun, so ähnlich wie im TV bei Trash-Formaten à la

„Tauschmama“ etc., andere schauen es sich aus generellem

Interesse an Netzphänomenen an, manche finden es

schlicht lustig. Aber es gibt auch eingefleischte Fans, die

sich durchaus an Max orientieren. Und ich glaube, der

Grund dafür ist, dass er so etwas wie eine Identität anbietet.

Wie in anderen Subkulturen auch, kann man sich

hier einer Art Bewegung anschließen, mit eigener codierter

Sprache, eigenem Humor, eigenem Klamottenstil.

Max hat sich selbst zu einer Marke mit klarem Profil

gemacht. Er spielt sozusagen den stereotypen Ossi-Jugendlichen:

arbeitslos, spielsüchtig, alkoholabhängig,

Pfandsammler, tendenziell rechtsradikal und maximal

indifferent. Und das ist offensichtlich traurigerweise ein

Identitätsentwurf, mit dem im Moment viele Jugendliche

etwas anfangen können.

MEINST DU, DAS IST EINE ART REBELLION DIESER

KINDER UND JUGENDLICHEN GEGEN DIE ERWACH-

SENENWELT?

Vielleicht könnte man das so ausdrücken. Es gibt den

Film STAU von Thomas Heise, mit dem unser Film oft

verglichen wird, und ich fand insbesondere eine Beobachtung

sehr aufschlussreich: In STAU geht es um eine

Gruppe jugendlicher Neonazis in Halle im Jahr 1992.

Die sind alle arbeitslos, finden keine Ausbildung und

während des Films versteht man, die wollen eigentlich

einfach wer sein. Das hieß für diese Jugendlichen damals

eine Ausbildung, einen Beruf haben, so wie die Väter

– dann wäre man jemand. Und da das nicht möglich

war, suchten sie sich einen anderen Weg und definierten

sich über den Anschluss an die rechte Szene, die Springerstiefel,

die Frisuren, etc.

Unsere Protagonisten hingegen haben alle Ausbildungen:

Max ist Einzelhandelskaufmann, Freddy ist Glaser,

usw. Aber ich glaube, ihnen geht es dennoch ähnlich

wie den STAU-Protagonisten: Ihre Berufe bringen nicht

(mehr) die Art Anerkennung, die sie suchen. Wer möchte

nicht in irgendeiner Form ein wertvoller Teil der Gesellschaft

sein und das auch spüren? Beispielsweise bei

Edeka an der Kasse zu sitzen, bringt einem diese Rückmeldung

nicht mehr. Ein Internet-Star zu sein schon

eher. Insofern wäre die Rebellion, wenn es eine ist, nicht

ganz unberechtigt.

LORD OF THE TOYS

Dokumentarfilm, 95 Min.

Regie: PABLO BEN YAKOV

Bildgestaltung/Kamera: ANDRÉ KRUMMEL

Filmmusik: KAT KAUFMANN

Sounddesign: TOBIAS ADAM, SIMON PETER

Ton: PABLO BEN YAKOV, MARC EBERHARDT

Schnitt: PABLO BEN YAKOV, ANDRÉ KRUMMEL

Mischung: TOBIAS ADAM, SIMON PETER

Sprecher: MAXIMILIAN HÄCKE

Künstlerische Mitarbeit: ROLAND SCHELIGA

67


STECKBRIEF

Drehbuch

1

STUDIENKOORDINATION

Igor Dovgal

2

PROJEKTBETREUUNG

Michael Achilles

3

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Prof. Franziska Buch

Prof. Christoph Fromm

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

ca. 10

5

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Mut, Selbstbewusstsein, Neugier,

Beobachtungsgabe, Teamfähigkeit

6

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Während des Studiums in

Ludwigsburg kann man sich aufs

Wesentliche konzentrieren: auf das

Drehbuchschreiben.

7

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Wir sehen das Drehbuchstudium

als eine Zeit des Forschens und

des Erlernens von handwerklichen

Grundlagen. Unsere Studierenden

haben die Möglichkeit zu

experimentieren. Sie werden aber

gleichzeitig mit den handwerklichen

Fähigkeiten ausgestattet, um

an einem ständig in Veränderung

begriffenen Markt bestehen zu

können.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

10 steps to successful

screenwriting.

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Der aktuelle Markt ist breit und

dürstet nach guten Autor*innen.

10

MOTTO

Wer nichts erlebt hat, hat auch

nichts zu erzählen.

68


69


EDITION FABW

70


Edition FABW erweitert ihr Portfolio

VON KRIEGEN

UND SYSTEMSPRENGERN

„DER KRIEG IST DER VATER ALLER DINGE” –

DIESE WORTE VERFASSTE

VOR CA. 2500 JAHREN DER GRIECHISCHE

NATURPHILOSOPH HERAKLIT.

Neben „Panta rhei“ – „Alles fließt“ – ist das einer seiner

berühmtesten Aussprüche, jedoch auch einer der bis

heute missverstanden bzw. nicht ganz richtig verstanden

wird. Denn er meinte damit nicht jenen Krieg, der Tod,

Leid und Zerstörung mit sich bringt, jedenfalls nicht

ausschließlich. Vielmehr meinte er die Polarität des Lebens,

jenes Wechselspiel des Gegensätzlichen, aus dem

seiner Meinung nach alles hervorgeht: So ist die Hitze

nur für den erfahrbar, der die Kälte kennt und nur

für den ist Gesundheit fühlbar, der zuvor krank war. So

bildet sich bei Heraklit die Einheit aus dem Gegensätzlichen,

und dem Begriff „Krieg“ wohnt plötzlich nicht

mehr allein das Zerstörerische inne, sondern auch das

Schöpferische.

Diese philosophische Betrachtung gibt dem Wesen des

„Krieges“ eine vielschichtige Bedeutung und macht ihn

in der Darstellung zu einer künstlerischen Herausforderung

– allemal würdig, um als neues Thema mit den

Kurzgeschichtenbänden der Edition FABW in eine dritte

Runde zu gehen. Denn nach der Premieren-Publikation

SCHLUSS STRICHE war auch NEID, der im Januar 2019

veröffentlichte zweite Kurzgeschichtenband der Edition

FABW, ein voller Erfolg. Im Rahmen der Premiere

am 17.01.2019 diskutierten bei einem Podiumsgespräch

Philipp Keel (Schirmherr und Verleger des Diogenes

Verlag), Ursula Bergenthal (Leitung Lektorat Diogenes

Verlag) sowie Prof. Thomas Schadt (Direktor der Filmakademie)

zum Thema „Was braucht ein Buch, um publiziert

zu werden?“. Es lasen Studierende der ADK in der

Bibliothek der Filmakademie sowie im Foyer der ADK

aus sechs der insgesamt 17 Kurzgeschichten und im Anschluss

traf man sich, um ausgiebig zu feiern: mit Musik,

einem kleinen Imbiss und vielen inspirierenden Gesprächen

rund um Literatur.

Mit dem Kurzgeschichtenband KRIEG, der aktuell in

Produktion ist und Anfang 2020 Premiere feiert, soll

diese Erfolgsgeschichte fortgeführt werden.

Aber nicht nur damit – die Edition FABW publiziert

in diesem Jahr erstmals ein Drehbuch, und zwar das

preisgekrönte Skript zum diesjährigen Berlinale-Erfolg

SYSTEMSPRENGER von Nora Fingscheidt, die auch Regie

führte. Schon vor der Fertigstellung des Films vermittelte

sich die Intensität der Wutausbrüche der schwer

erziehbaren Benni auf den Seiten des Drehbuchs, das

die Autorin, mittlerweile Absolventin, noch im Rahmen

ihres Studiums in Ludwigsburg entwickelte und

das zurecht mit dem Thomas Strittmatter Preis und dem

Emder Drehbuchpreis ausgezeichnet wurde. Auf der

Berlinale gewann der Film dann u.a. einen Silbernen

Bären (s. auch Interview mit Nora Fingscheidt auf S. 77).

Die Publikation des Skripts von SYSTEMSPRENGER

markiert die zweite Stufe in der Entwicklung der Reihe

Edition FABW, nämlich die Erweiterung des Portfolios

nach der erfolgreichen Etablierung der Marke durch

die Kurzgeschichtenbände. Und die Veröffentlichung eines

weiteren Drehbuchs ist bereits in Planung.

FORTSETZUNG FOLGT…

71


STECKBRIEF

Fernseh -

journalismus

1

PROJEKTBETREUUNG

Konstantin Schenk

2

LEITENDE(R) DOZENT*IN

WEITERE DOZENTEN

Prof. Peter Arens

Prof. Dr. Joachim A. Lang, Günter

Myrell, Katharina Wolff

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

6 Studierende pro Jahrgang

4

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

• Einen Bachelor in einem

beliebigen anderen Studienfach

für den Quereinstieg

• Praktische Erfahrung bei einem

Sender und/oder einer Produktionsfirma

für das Grundstudium

5

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Weil man lernt, wie man unsere

Welt für ein breites Publikum

begreifbar macht.

6

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Grundlagen der Bildgestaltung,

des O-Tons, der Montage, der

Recherche, des Textens - eben alles,

was einen guten journalistischen

Beitrag ausmacht.

7

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Wir bilden nicht für aktuelle

Formate aus. Damit sind die

klassischen Nachrichtensendungen

gemeint (Tagesschau, heute etc.)

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Studenten-Oscar 2017 der Academy

Of Motion Art And Sciences für

den Film GALAMSEY

9

MOTTO

„Nicht nur die technische Ausbildung

ist von Bedeutung, auch die

geistige muss Beachtung finden.“

Bertolt Brecht

72


Filmgestaltung 1

1

PROJEKTBETREUUNG

Nils Knoblich

2

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Prof. Jochen Kuhn

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

68

4

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Mut zum Experiment

5

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Grundstudium und damit

Pflichtseminar, … sorry.

6

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Neben dem Know-how auch das

Know-why und Know-what

7

ONE COOL FACT ABOUT..

So alt/jung wie die Filmakademie.

8

MOTTO

„Es gibt nur eine FG 1.“

73


MAKING-OF

74

SYSTEMSPRENGER


75


MAKING-OF

76


SYSTEMSPRENGER

Ein Interwiev mit Nora Fingscheidt,

Absolventin Regie / Szenischer Film (2017)

„SYSTEMSPRENGER” WAR DER ÜBERRA-

SCHUNGSHIT DER BERLINALE 2019. ER

GEWANN DEN ALFRED-BAUER-PREIS UND

SOMIT EINEN SILBERNEN BÄREN SOWIE DEN

LESERPREIS DER BERLINER MORGENPOST.

VOR KURZEM HAT DEUTSCHLAND IHN ALS

OFFIZIELLEN BEITRAG FÜR DEN OSCAR ® ALS

BESTER AUSLÄNDISCHER FILM (INTERNATIO-

NAL FEATURE FILM AWARD) NOMINIERT.

FÜR MEHRERE ALUMNI DER FILMAKADEMIE

BADEN-WÜRTTEMBERG IST ES IHR DEBÜT-

FILM. BEREITS DAS DREHBUCH WAR ZUVOR

MEHRFACH AUSGEZEICHNET WORDEN, U.A.

MIT DEM THOMAS STRITTMATTER PREIS

2017 UND DEM EMDER DREHBUCHPREIS

BEIM 30. FILMFEST EMDEN-NORDERNEY.

Nee, nicht wirklich. Aber das ist natürlich auch großartig!

Benni reist um die Welt und wir hinterher.

WAR DER BERLINALE-ERFOLG AUCH EIN TÜRÖFF-

NER? HAST DU DANACH VIELE ANFRAGEN VON

SENDERN UND PRODUKTIONSFIRMEN BEKOM-

MEN?

Ja, und wie! Ich staune immer noch, wie das alles passieren

konnte. Nach der Berlinale hatte ich plötzlich

35 Drehbücher in meinem E-Mail-Postfach. Das ist toll,

hat mich aber auch erst einmal völlig überfordert.

HAST DU JETZT DIE FREIE AUSWAHL? ODER HAT-

TEST DU OHNEHIN SCHON EIN NEUES PROJEKT IN

DER PIPELINE?

Es gibt zwei Projekte, die ich selbst entwickeln möchte.

Eins davon begleitet mich schon seit vielen Jahren. Es

ist ein historischer Stoff, ein wahre Geschichte aus einer

befreundeten Familie. Ich habe schon im Drehbuchquartal

meines 1. Jahres an der „Aka“ versucht, ein Drehbuch

darüber zu schreiben. Und dann nochmal im zweiten

Jahr. Das ist echt kein einfaches Ding. Vielleicht ist jetzt

endlich der Zeitpunkt dafür gekommen.

Und dann gibt es einige spannende Projekte, die von

außen an mich herangetragen wurden. Aber ob davon

wirklich etwas realisiert wird, steht noch in den Sternen.

Im Interview gibt Autorin und Regisseurin Nora Fingscheidt

Einblicke in die Hintergründe und Entstehung

des intensiven Dramas um den Leidensweg eines schwer

erziehbaren neunjährigen Mädchens zwischen wechselnden

Pflegefamilien und hilflosen Behörden.

„SYSTEMSPRENGER” WAR IM FEBRUAR AUF DER

BERLINALE EIN RIESENERFOLG, DER IM GEWINN

DES SILBERNEN BÄREN GIPFELTE. IM HERBST IST

KINOSTART, UND SICHER TOURT DER FILM GERA-

DE AUCH NOCH DURCH DIE FESTIVALLANDSCHAFT.

KOMMST DU ÜBERHAUPT ZUM LUFTHOLEN?

„SYSTEMSPRENGER” IST DEIN DEBÜTFILM, ABER

DAS DREHBUCH IST NOCH AN DER FILMAKADE-

MIE IM RAHMEN DEINES STUDIUMS ENTSTANDEN.

HAST DU VON DIESER BESONDEREN KONSTELLA-

TION PROFITIERT?

Eigentlich wollte ich SYSTEMSPRENGER als Diplomfilm

machen, habe aber den Sender-LOI (Letter of Intent,

Anm. d. Red.) nicht rechtzeitig bekommen. Damals

hat es mich ziemlich frustriert, aber im Nachhinein war

das genau richtig so. Dass das Drehbuch an der Aka entstanden

ist, hat den Stoff definitiv bereichert. Das Buch

ist ganz langsam in einem geschützten Raum gewachsen

77


MAKING-OF

und wurde intensiv begleitet, von mehreren Dozenten,

von Thomas Schadt, aber auch von einigen Kommilitonen.

Dieser Austausch war für mich sehr hilfreich.

ES HEISST JA IMMER, DREHARBEITEN MIT TIE-

REN UND KINDERN SEIEN EINE BESONDERE HE-

RAUSFORDERUNG. WIE WAR DIE ZUSAMMENAR-

BEIT MIT DEINER HAUPTDARSTELLERIN HELENA

ZENGEL?

Mit einem Kind zu Arbeiten, vor allem bei einem so

schwierigen Thema, bringt eine riesige Verantwortung

mit sich. Helena und ich hatten eine 6-monatige Vorbereitung

und einen sehr langen Dreh. Ich habe intensiv

mit ihr gearbeitet, die Dinge immer vor- und nachbesprochen.

Sie ist ganz langsam in Bennis Universum

eingetaucht, bis sie dann beim Dreh mühelos umschalten

konnte. Mit Kindern drehen ist auch toll, weil sie

so instinktiv spielen und einem wunderschöne Momente

schenken.

BEI DEINEN RECHERCHEN BIST DU SICHER AUF

ÄHNLICH FRUSTRIERENDE, FAST AUSWEGLO-

SE FÄLLE GESTOSSEN, WIE DU SIE IM FILM BE-

SCHREIBST. WIE SEHR HAT ES DICH BERÜHRT UND

ERSCHÜTTERT, IN DIESE WELT EINZUTAUCHEN?

WIE FINDEST DU DIE IDEE, DASS WIR IN UNSE-

RER BUCHREIHE „EDITION FABW“ NUN NICHT

MEHR NUR KURZGESCHICHTENBÄNDE, SONDERN

AUCH DREHBÜCHER VERÖFFENTLICHEN – MIT

„SYSTEMSPRENGER” ALS ERSTER PUBLIKATION?

Ich freue mich darüber und bin natürlich sehr gespannt,

ob es tatsächlich Menschen gibt, die das Drehbuch lesen

wollen!

WAS MACHT EIGENTLICH MEHR SPASS?

SCHREIBEN ODER REGIE FÜHREN?

Regie führen! Mit Abstand!!!!

Schreiben finde ich furchtbar schwierig. Regie führen

hingegen empfinde ich als einfacher. Man bekommt Dinge

angeboten und kann darauf reagieren. So viele kreative

Menschen um einen herum, die Vorschläge machen.

Als Regie muss man die Ideen verbinden und schauen,

dass alles zusammenpasst. Das ist wie ein Orchester dirigieren.

Aber so ein weißes Papier oder Word-Dokument

macht von sich aus erst einmal gar nichts und man ist

völlig allein gelassen mit der Dauerkritik aus dem eigenen

Kopf. Ich finde es auch sehr schwierig, mich zum

Schreiben zu disziplinieren. Ohne Deadlines kriege ich

eigentlich gar nichts hin.

78

Ich habe wirklich lange und intensiv recherchiert und

das war schon hart. Zum Teil habe ich ein oder zwei Wochen

in verschiedenen Institutionen der Jugendhilfe gewohnt.

Irgendwann hat sich mein Weltbild verdüstert,

die Erfahrungen haben sich zu sehr mit meinem Alltag

vermischt und mich nicht mehr losgelassen. Dann habe

ich ein Jahr Pause gemacht. In dem Jahr haben wir


meinen Diplomfilm OHNE DIESE WELT gedreht. Das

war gut, um die Balance wiederzufinden. Die Welt ist

nicht nur schlimm, sie ist einfach sehr bunt.

DEIN EBENFALLS SEHR ERFOLGREICHER

DIPLOMFILM OHNE DIESE WELT IST EIN DOKUMEN-

TARFILM ÜBER EINE ZURÜCKGEZOGEN LEBENDE

GEMEINSCHAFT VON MENNONITEN IN ARGENTI-

NIEN. DU HAST JA DEINEN REGIE-ABSCHLUSS IM

BEREICH SZENISCHER FILM GEMACHT. WAR DAS

EIN EINMALIGER AUSFLUG ODER MÖCHTEST DU

AUCH IN ZUKUNFT DOKUMENTARISCH ARBEITEN?

Das kommt auf das Thema an. Für mich konnte OH-

NE DIESE WELT damals nur ein Dokumentarfilm sein,

weil es um die persönliche Erfahrung dieses Aufeinandertreffens

der verschiedenen Welten und Zeiten ging.

SYSTEMSPRENGER hingegen musste ein Spielfilm sein,

ich hätte darüber niemals einen Dokumentarfilm machen

wollen. Wenn mir noch einmal ein Thema begegnet,

das in meinen Augen ein Dokumentarfilm sein

muss, würde ich jederzeit wieder dokumentarisch drehen.

HAST DU EINEN ODER MEHRERE LIEBLINGSFILME

UND WELCHE BESONDEREN QUALITÄTEN HABEN

SIE FÜR DICH?

BEI „SYSTEMSPRENGER” WAREN EINE GANZE REI-

HE WEITERER FILMAKADEMIE-ALUMNI AM START,

U.A. IN DEN BEREICHEN KAMERA, SCHNITT UND

MUSIK. DENKST DU, DASS DU AUCH BEI DEINEN

KÜNFTIGEN PROJEKTEN AUF DEIN LUDWIGSBUR-

GER NETZWERK ZURÜCKGREIFEN WIRST?

Mit dem Kernteam (Kamera, Schnitt, Musik und Kostümbild)

von SYSTEMSPRENGER habe ich schon im

zweiten Jahr an der Aka zusammengearbeitet und wir

haben seitdem viele Film zusammen gemacht, unter anderem

auch OHNE DIESE WELT. Das ist für mich ein

Geschenk! Es sind tolle Menschen, gute Freunde und

sehr begabte Filmemacher. Die allerwichtigste kreative

Zusammenarbeit für mich ist die mit unserem Editor

Stephan Bechinger. Er liest jede Buchfassung, gibt Feedback

zu Castingideen und noch viel mehr - kurzum, er

ist mein wichtigster kreativer Austauschpartner in jeder

Phase eines Films.

Je älter ich werde, umso weniger habe ich den einen Lieblingsfilm.

Aber eine gewisse Radikalität in der Handschrift,

das mag ich! STELLET LICHT von Carlos Reygadas

ist so ein Werk oder HUNGER von Steve McQueen.

MANN BEISST HUND ist auch ein geniales Beispiel für

Radikalität. Allerdings liebe ich auch klassische Filme

wie EINER FLOG ÜBER´S KUCKUCKSNEST oder IN

DER MITTE ENTSPRINGT EIN FLUSS. Das sind Filme,

mit denen ich aufgewachsen bin. Die bespielen einfach

die ganze Bandbreite an menschlichen Emotionen und

am Ende ist man völlig fertig, aber irgendwie erleuchtet.

KANNST DU DEINE ERFAHRUNG DES FILMSTUDI-

UMS IN LUDWIGSBURG IN WENIGEN SÄTZEN ZU-

SAMMENFASSEN?

In Ludwigsburg war ich plötzlich von Menschen umgeben,

die ihr Leben dem Film gewidmet haben. Das war

eine unfassbare Erkenntnis für mich! Endlich war ich

unter Gleichgesinnten. Ich habe dort meine wichtigsten

kreativen Weggefährten kennengelernt und hatte Raum,

mich auszuprobieren und auch mal zu scheitern. Außerdem

habe ich in Ludwigsburg lernen müssen, einen

gewissen Konkurrenz- und Leistungsdruck auszuhalten.

Das war weiß Gott nicht immer schön, hat mich aber auf

die Welt da draußen ganz gut vorbereitet.

79


STECKBRIEF

Filmgestaltung 2 /

Animation

1

PROJEKTBETREUUNG

Martin Schmidt & Verena Fels

2

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Martin Schmidt & Verena Fels

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Maximal 8 pro Semester

4

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Die Studierenden der FG 2 /

Animation haben Lust, sich auszuprobieren,

sind neugierig, ihren

eigenen Blickwinkel zu erweitern,

haben den Mut, Wagnisse einzugehen

und erkunden persönliche

Themen. Und nicht zu vergessen:

Sie haben Spaß an der Animation.

5

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Im Zentrum der FG 2 / Animation

steht die Gestaltung eines eigenen

Projektes. Innerhalb von 16

Wochen haben die Studierenden

die Möglichkeit, kurze Animationsfilme,

Games und Mixed-Media-Formate

in künstlerischer

Eigenverantwortung zu realisieren.

Bei der Themenwahl haben die

Studierenden alle Freiheiten ( je

persönlicher, desto besser).

6

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Erstellen von und arbeiten mit

dem Animatic.

Die technischen Ressourcen sind

in der FG 2 sehr begrenzt. Man

muss seine eigenen künstlerischen

Umsetzungswege finden, was

wiederum ein Gewinn ist.

7

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Arbeiten in einer technikorientierten

Produktionsumgebung.

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Viele filmische Versuche, die

zunächst als gescheitert betrachtet

wurden, haben am Ende große

Erfolge gefeiert.

9

MOTTO

Das filmische Experiment steht im

Mittelpunkt.

80


Filmgestaltung 2 /

Neue Medien

1

PROJEKTBETREUUNG

David Spaeth

2

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Mike Robbins

David Spaeth

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Ca. 12

4

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Wichtig ist die Neugier auf

Erzählformen jenseits des klassischen

Kurzfilms – und die Lust am

Experiment.

5

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Größtmögliche Freiheit bedeutet

meist auch größtmögliche

Unsicherheit – wenn ich tun kann,

was ich möchte, was will ich dann

eigentlich?

Die Filmgestaltung 2 ermöglicht

eine intensive Auseinandersetzung

mit dieser Kernfrage, die uns

Filmemacher*innen immer

begleiten wird.

6

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

In der Filmgestaltung bekommen

die Studierenden einen Einblick

in Erzählweisen jenseits des

klassischen Kurzfilms, mit starkem

Fokus auf Neuen Medien. Vor

allem aber geht es um die Annäherung

vom Inhalt her an eine zu

Beginn noch völlig undefinierte,

für diesen Inhalt passsende Form.

7

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Filmgestaltung 1 und Filmgestaltung

2 teilen zwar denselben

Grundgedanken – in der

Ausführung ist die FG2 aber kein

klassisches Sequel.

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Am Ende des Semesters werden

alle Projekte auf zwei Weisen

präsentiert:

in einer für die Kinoleinwand

erarbeiteten Form

in einen VR-Space eingebettet

9

MOTTO

Possibility is the mother of

invention

81


ALUMNI IM FOCUS

BETRUG


ALUMNI IM FOCUS

„AUCH DER ZUSCHAUER

LÄSST SICH LANGE VON DEM

HOCHSTAPLER VERFÜHREN”

84


David Spaeth, Absolvent Regie/Dokumentarfilm (2005)

FILMAKADEMIE-ABSOLVENT UND DOKU-

MENTARFILM-REGISSEUR DAVID SPAETH

ÜBER DIE GESCHICHTE HINTER SEINEM SEHR

PERSÖNLICHEN DOKUMENTARFILM BETRUG,

IN DEM ER AUFSTIEG UND FALL EINES

HOCHSTAPLERS IN EINER SCHWABINGER

ELTERN-KIND-INITIATIVE BELEUCHTET.

ES GEHT UM DEN ARBEITSLOSEN „OSSI”

BASTIAN, DER ES MIT INKLUSIONSKIND,

FRISIERTER BIOGRAFIE UND VIEL ENGAGE-

MENT ZUM FINANZVORSTAND DER ELTERN-

INITIATIVE BRINGT. ALS ER FESTSTELLT,

DASS DORT EINE VIERTELMILLION EURO

AUF DER HOHEN KANTE LIEGEN, BEGINNT

ER, SICH ZU BEDIENEN. ALS NACH ZWEI

JAHREN ALLES AUFFLIEGT, IST FAST DAS

GESAMTE GELD VERPRASST.

BETRUG wurde im Frühjahr 2019 mit dem Grimme-Preis

im Wettbewerb „Information & Kultur“ ausgezeichnet.

Mein fünfjähriger Sohn ging in eine Elterninitiative. Eine

der Einrichtungen, in denen die Eltern nach Kräften

mithelfen: kochen, Basare und Feste organisieren, sich

gut verstehen und sich vertrauen. Alles Bio, viel Aktion,

Bildung und Kunst. Alles zum Wohl der Kinder. Während

ich mittags eine Butterbrezel oder auch zwei esse,

bekommt der Sohn ein Drei-Gänge-Menü, frisch zubereitet

in der Designküche des Kindergartens. Man könnte

meinen, dass das absurd ist, aber es ist der Zeitgeist.

Für mein Kind nur das Beste.

Verhältnissen und glaubte, Teile seiner Herkunft wegmauscheln

zu müssen, um in unserer Elterninitiative

aufgenommen zu werden. Er wollte dazugehören, zu der

hippen Schwabinger Gesellschaft aus Architekten, Filmemachern

und Designern. Als Mitglied des Kindergartens

und versehen mit dem Posten des Finanzvorstands

eröffnete sich ihm plötzlich der Zugriff auf das gesamte

Vermögen des Kindergartens – mit dem er von da an

seinen ausschweifenden Lebensstil finanziert hat. Bis die

Sache aufflog. Schon im ersten Moment, als die Spitze

des Betrugseisbergs sichtbar wurde, habe ich versucht,

einen Film daraus zu machen. Bin mit Kamera und Ton

losgezogen, um die Personen, zum Teil meine Freunde,

zu begleiten. Und bin krachend gescheitert. Zu extrem

waren die Emotionen, die Ablehnung so massiv, dass ich

den Versuch sofort wieder aufgeben musste.

In diesem Umfeld ereignete sich die Geschichte mit Basti,

dem Hochstapler. Bastian stammte aus einfacheren

IHR AKADEMIKER,

EUCH NEHM ICH AUS WIE ʼNE

WEIHNACHTSGANS!

Was ich also hatte, war ein unfassbar guter Plot, der um

mich herum geschah, aber keine Protagonisten, die bereit

waren, bei dem Film mitzumachen. Dann beschloss

ich zur Materialsicherung Gespräche zu führen. Ein

Jahr lang habe ich versucht, meine Freunde für diese

Idee zu gewinnen. Je schwieriger und langwieriger die

85


ALUMNI IM FOCUS

Auseinandersetzung wurde, desto mehr Zeit hatte ich,

mir Gedanken um die Aufnahmen zu machen.

Langsam wuchs die Idee, dass die beteiligten Paare in

dem kontrollierbaren und geschützten Rahmen des eigenen

Wohnzimmers auf dem Sofa sitzen und die erlebte

Geschichte erzählen. Und auch Basti, der Hochstapler,

sollte sich auf‘s Sofa setzen und seine Version der Geschichte

erzählen. Allerdings fand das Gespräch mit ihm

nicht in seinem privaten Umfeld statt, sondern wir haben

ihm – als er Freigang hatte – ein „Wohnzimmer“ gebaut

und dort das Gespräch geführt. Mir schien das für

diese Art „Therapie-Gespräch“ ein sinnvolles Setting zu

sein. Außerdem ging es auch darum, den Aufwand für

die Protagonisten möglichst gering zu halten. Denn alle

Personen, die zum Teil auch Freunde von mir sind, haben

das für mich als Gefallen gemacht. Wahrscheinlich

auch, damit ich endlich mal ruhig bin und mit dieser

Dauer-Nerv-Idee vom Hochstaplerfilm aufhören kann.

Aber als dann das Material gedreht und ein kleiner Ausschnitt

testweise sehr ausführlich und konzentriert geschnitten

war, wurde auf einmal das Potenzial sichtbar.

Es stellte sich heraus, dass diese montierten Streitgespräche

viel mehr erzählen als den abenteuerlichen Plot vom

Aufstieg und Fall des Hochstaplers Basti.

Formal ist der Film sehr streng und dieser konzentrierte

Minimalismus lenkt den Blick auf die Einrichtung, die

Sofas, die Kunst an der Wand. Beinahe uniform wirken

sie, die Individualisten aus der Münchner Mittelschicht.

Obwohl der Bildausschnitt auf zwei Personen auf dem

Sofa begrenzt bleibt, entsteht der Eindruck, hier tief in

eine Welt einzudringen. Sprache, Gestik, die Kommunikation

der Paare... über eine Reihe von Details entblättert

sich ein Universum. Der Film wird zu einer Milieustudie,

in der die Grenzen zwischen Recht und Unrecht

scheinbar ins Wanken geraten. Der dokumentarische

Teil wirkt geschlossen und in seiner puren Form sehr

zwingend. Um diese Energie nicht zu zerstören, habe ich

Zwischensequenzen eingebaut und hier auf das krasse

Gegenteil gesetzt. Habe also versucht, in allen Parametern

– Bildgestaltung, Ton, Zeitfaktor usw. – das Gegenteil

zu wählen und doch dasselbe zu erzählen. So kam

es zu der Montage der Interviews mit den überzeichneten

Spielfilmszenen, in denen der Champagner in Super-Slow-Mo

fließt und die Menschen es so richtig krachen

lassen.

Wesentlich einfacher war es übrigens, Basti von der Filmidee

zu überzeugen: Nachdem er gut eineinhalb Jahre

86

im Knast war, konnte ich mit Sicherheit annehmen, dass

er sich langweilen würde. Und dass er vielleicht Interesse

an einem Gespräch haben könnte. Also fuhr ich hin,

in die Justizvollzugsanstalt Andechs. Dort habe ich Basti

von der Grundidee des Films erzählt, meinte aber auch,

dass ich das Gespräch mit ihm nicht selbst führen kann,

sondern einem Freund von mir übertragen werde.

Über das Gespräch mit Basti habe ich monatelang nachgedacht

- Zeit gab es ja genug - und ich habe es in Gedanken

viele Male geführt. Egal welche Strategie ich in

meiner Vorstellung wählte, keine Variante führte zu

meinem Wunschergebnis. Ich wollte erreichen, dass

Basti mich im Gespräch so um den Finger wickelt, wie

er es mit uns Eltern über die ganzen zwei Jahre gemacht

hat. Und ich wollte, dass er die Geschichte von Beginn

an erzählt, mit allem, was ich bereits wusste. Also musste

jemand anderes das Gespräch übernehmen. Jemand,

den Basti nicht kannte, den er beeindrucken wollte. Und

jemand, der hervorragend gute Gespräche führen kann

und dem ich vertraue – ziemlich direkt fiel mir mein

ehemaliger Kommilitone Thomas Lauterbach ein. Thomas

und ich haben dann einen sehr detaillierten Plan für

das Gespräch entworfen. Er kannte die ganze Geschichte

inklusive aller Details aus Vorgesprächen, sollte davon

aber im Interview nichts zeigen, sondern sich langsam

von Basti alles erzählen lassen. Interessanterweise war

uns unmittelbar nach Ende des Gesprächs nicht klar, ob

es überhaupt verwendbar war. Zu bizarr hatten Bastis Erzählungen

gewirkt.

Auf dem Papier, in der Synopsis und auf Fakten reduziert,

sind Gut und Böse in diesem „Psychothriller“ klar

verteilt. Der eine betrügt, die anderen kämpfen gemeinsam

für Werte – wo ist da die Spannung? Aber ein Hochstapler

wäre nicht erfolgreich, wenn er nicht die Gabe

hätte, seine Zuhörer um den Finger zu wickeln, wenn

er nicht ein X für ein U vormachen könnte. Denn von

Beginn an erzählt Basti, dass er lügt. Permanent. Dass er

ein Betrüger ist. Und dennoch verfällt ihm der Zuschauer,

glaubt, dass er diesmal die Wahrheit erzählt, gönnt

ihm das bisschen Anarchie, schlägt sich auf seine Seite.

Mit diesem Robin-Hood-Impuls beim Zuschauer wollten

wir spielen. Erst nach und nach dämmert die Erkenntnis,

dass man auf den Hochstapler hereingefallen

ist, dass man sich von seiner völlig kruden, skrupellosen

Sicht der Dinge temporär hat überzeugen lassen. Erst als

es offensichtlich düster wird, als die Bösartigkeit nicht

mehr erträglich ist, wacht der Zuschauer verkatert auf

und realisiert, dass er – wie die Protagonisten des Films


– sich vom Hochstapler hat blenden lassen. Ich selbst

finde, dass letztlich Basti ohne irgendeine Einschränkung

schuld an der Misere ist. Aber jenseits der Schuldfrage

gibt es auch die Frage, wie es dazu kommen konnte,

dass er sich schuldig macht sowie die Frage nach Gut

und Böse. Und die ist nicht ganz so einfach zu beantworten.

Die Leichtgläubigkeit von uns Eltern hatte bestimmt

auch etwas mit Erwartungen, Rollenbildern, mit Wünschen

und Sehnsüchten zu tun. Wir wollten das glauben,

was uns Basti vorgespielt hat. Darüber entsteht eine Art

Zerrspiegel für uns Bildungsbürger, Mittelschicht, hippe

Eltern und der Blick in eben jenen Zerrspiegel kann

ganz spannend sein.

Zuspitzung und Reduktion des Kindergartens auf eine

Schwabinger-Schick-Einrichtung.

Ich wünsche mir oft, dass die Zuschauer meines Filmes

im besten Fall etwas aktiv erleben, dass sie eine neue Erfahrung

machen. Bei BETRUG lässt sich der Zuschauer

trotz besseren Wissens über eine lange Strecke des Films

von dem Hochstapler verführen. Bis er bemerkt, dass er

längst selbst gesteckte moralische Grenzen ignoriert und

hinter sich gelassen hat. Er wurde betrogen.

Die vielleicht erfreulichste Erkenntnis war die große komödiantische

Qualität, die sich aus Material und Machart

ergab. Erfreulich deshalb, weil ich bei der Frage, auf

welche Weise ein Inhalt an den Zuschauer herangetragen

werden kann, voll und ganz auf Humor setze. Wer

lacht, der öffnet sich. Und wie beim Trojanischen Pferd

dringt mit dem Lachen der ernsthafte Inhalt, der Konflikt,

in den Zuschauer ein. Keiner hinterfragt sich gerne,

unangenehme Fragen werden intuitiv geblockt –

aber wenn der Gedanke mal gepflanzt ist...

Heute mögen sowohl die im Film vorkommenden Eltern

als auch Basti den Film gerne. Zu meinem großen Glück

stehen die Eltern alle souverän im Leben und können

über sich schmunzeln. Aber ich hatte zwischenzeitlich

sehr große Angst davor, dass ich meine Freunde bloßstelle.

Immer wieder musste ich während der Schnittphase

beim Gedanken daran ins Bad rennen und mich

übergeben – rückblickend etwas übertrieben, aber so

war‘s halt. Allerdings gehen die Sichtweisen der Eltern

innerhalb unserer Elterninitiative bis heute stark auseinander.

Von einigen wird der Film massiv abgelehnt.

Sie ärgern sich über die zugegebenermaßen dramatische

In dem Film sind viele Fährten gelegt. Welcher davon

der Zuschauer folgt, ist ziemlich freigestellt. Ich merke

auch, dass die Zuschauer je nach Alter, je nach geografischer

Herkunft und Einkommensklasse den Film sehr

unterschiedlich interpretieren. Mir gefällt diese Offenheit

sehr.

87


STECKBRIEF

Filmmusik

1

PROJEKTBETREUUNG

Andreas Fuchs

2

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Prof. Matthias Raue

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

4

4

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Mindestens Bachelor oder Vordiplom

in einem musikalischen

Studiengang

5

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Der praktische Aspekt der

Ausbildung bietet Möglichkeiten,

die ihr nur hier findet: Orchesteraufnahmen

mit dem Filmorchester

Babelsberg, ein Orchesterworkshop,

Aufnahmen mit Small- und

Bigband und ein Tonstudio, in

dem ihr Musik aufnehmen könnt,

soviel ihr wollt. Außerdem ist der

Campus perfekt für Networking, da

eure Kommiliton*innen nach dem

Studium gute Jobs in der Filmwirtschaft

haben.

6

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Ganz viel Learning By Doing – Ihr

macht von Anfang an Musik für

Filme. Die Theorie ist dabei immer

auch projektbezogen: Filmkomposition,

-dramaturgie, Harmonielehre,

TV-Scoring, Filmmusik-Orchestration,

Dirigat, Musikrecht,

Pop-Producing, künstlerische

Filmmusik-Praxis und vieles mehr.

7

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Instrumental-Unterricht gibt es

bei uns nicht. Den habt ihr in der

Regel auch in eurem vorangegangenen

Studium gehabt.

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Im Orchester-Workshop dürft ihr

selbst dirigieren.

9

MOTTO

Gute Filmmusik entsteht durch

gute Kommunikation und

Entwicklung einer persönlichen

Filmmusik-Sprache.

88


Filmton /

Sounddesign

1

STUDIENKOORDINATION

Florian Dittrich

2

PROJEKTBETREUUNG

Tobias Scherer

3

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Ed Cantù

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

7

5

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Passion für guten Sound, technisches

Verständnis, flüssigen

Umgang mit DAWs, Kenntnisse

über die verschiedenen Gewerke

beim Film

6

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Arbeitsumgebung, wie man sie

auch in der freien Wirtschaft

findet; die Möglichkeit, sich an

allen verschiedenen Genres zu

versuchen, wie: Animations-,

Dokumentar-, Fernsehfilm,

Szenischer Film etc.

7

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Den Entstehungsprozess der

verschiedenen Tonebenen beim

Film und darüber hinaus (Game

Audio)

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Schlafen, sich langweilen

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Der Ton macht MINDESTENS 50%

des Films aus!

10

MOTTO

Hauptsache FETT! ;)

89


STECKBRIEF

Montage/Schnitt

1

STUDIENKOORDINATION

Silke Regele

2

PROJEKTBETREUUNG

Stefan Binggeser

3

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Gisela Castronari-Jaensch,

Prof. Jens Klüber

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

6-8

5

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Offenheit für viele verschiedene

Themen und Menschen, Experimentierfreudigkeit,

Ausdauer und

viel Sitzfleisch.

6

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Nirgendwo sonst hat man die

Chance, an so vielen unterschiedlichen

Projekten mit technischem

Equipment auf höchstem Niveau

und mit so vielen unterschiedlichen

Dozent*innen aus der

Branche zu arbeiten.

7

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Bearbeitung kompletter Workflows

von der Projektvorbereitung bis

zur finalen Abnahme. Schnitttheorie

und praktisches Schneiden.

Umgang mit allen Departments

und unterschiedlichsten Menschen.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Wie man sich langweilt.

Schwäbisch.

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Das Lubitsch-Gebäude und seine

Schnitträume sind 24/7 für alle

Studierenden zugänglich.

90


91


ALUMNI IM FOCUS

92


„BEIM DOKUMENTARFILM ENTSTEHT DAS

DREHBUCH IM SCHNITT”

Ein Interview mit Katharina Fiedler, Absolventin Montage/Schnitt (2011)

2014 WURDE KATHARINA FIEDLER FÜE DIE

BERLINALE TALENTS AUSGEWÄHLT UND

WAR IN DER KATEGORIE BESTER SCHNITT

FÜR DEN DEUTSCHEN KAMERAPREIS NO-

MINIERT. IHR AKTUELLER FILM „ISLAND

OF THE HUNGRY GHOSTS” FEIERT ZURZEIT

WELTWEIT ERFOLGE MIT AUSZEICHNUNGEN

Z.B. BEI FESTIVALS IN ADELAIDE, MUM-

BAI, EDINBURGH, NYON, VALLETTA ODER

NEW YORK (TRIBECA). ER WAR AUCH FÜR

DEN DEUTSCHEN DOKUMENTARFILMPREIS

NOMINIERT. BEI DEN AUSTRALISCHEN

OZFLIX INDEPENDENT FILM AWARDS 2019

GEWANN DER FILM GLEICH FÜNF PREISE,

EINER DAVON GING FÜR BEST EDITING AN

KATHARINA.

zu sehen, wie die Filme in verschiedenen Ländern aufgenommen

werden und welche Fragen das Publikum hat.

Es ist toll, als Editorin auch mal eingeladen zu werden,

um über die Filme und meine Arbeit zu sprechen. Die

Filmmontage ist immer noch eine unsichtbare Kunst,

die meiner Meinung nach oft zu wenig Ansehen erhält.

Die Leute wissen gar nicht, was wir im Schneideraum

so tun.

WAS MACHT FÜR DICH DIE FASZINATION DES

ARBEITENS IM SCHNEIDERAUM AUS?

ALS EDITORIN HÄLST DU DICH SICHER EHER SEL-

TEN IM RAMPENLICHT AUF. BIST DU NERVÖS,

WENN DU VOR PUBLIKUM AUF EINE GROSSE

BÜHNE KOMMST UND EINEN PREIS ENTGEGEN-

NIMMST?

Ja, da bin ich nervös. Allerdings habe ich den Preis in

Australien nicht selber abgeholt.

Mit METAMORPHOSEN und MY NAME IS SALT war

ich bei einigen Festivals in Rumänien, Spanien, Irland, in

der Schweiz und sogar in Russland am Baikalsee. Ich habe

die Filme vertreten und ab und zu auch Preise entgegengenommen.

Das war sehr spannend, vor allem auch

Ich liebe es, als erster Zuschauer das Rohmaterial zu sehen

und daraus eine Geschichte zu bauen. Im Dokumentarfilm

ist man da ja sehr frei, weil es noch keine festgelegte

Struktur gibt, keine vorgegebene Dramaturgie. Das

Drehbuch muss erst noch geschrieben werden und das

passiert hier im Schnitt. Es ist toll zu sehen, was passiert,

wenn zwei Szenen oder zwei Momente aufeinandertreffen

und welche Bedeutung dabei entsteht, welche Emotionen

oder welche Geschichte.

Ich arbeite auch sehr viel theoretisch, mit Karteikarten,

auf die ich Szenen schreibe und schiebe diese wie Puzzleteile

herum. Ich könnte das nicht alles nur am Rechner

machen. Da verliere ich den Überblick. Für mich

ist die Filmmontage immer noch irgendwie eine handwerkliche

Tätigkeit.

Die Arbeit mit Regie macht mir auch viel Spaß. Man

kann sich darüber austauschen, was man von einer Szene

erwartet, wie man einen Moment sieht, was man

93


ALUMNI IM FOCUS

dabei fühlt bzw. im Film später fühlen soll. Man kann

sich Ideen wie Pingpong-Bälle zuwerfen und kommt dadurch

weiter, als wenn man nur alleine ist. Trotzdem

mag ich es auch zwischendurch, komplett für mich alleine

zu arbeiten und Dinge auszuprobieren.

Es gibt während des Schnittprozesses immer Momente,

in denen ich total euphorisch bin und denke, alles wird

grandios und dann gibt es aber auch wieder die Momente,

in denen ich denke, ich sollte mir lieber einen anderen

Job suchen, weil wieder mal nichts funktioniert.

Dieses Auf und Ab kann sehr anstrengend sein, ist aber

auch total spannend.

WIE KAM ES ZUR ZUSAMMENARBEIT MIT DER RE-

GISSEURIN GABRIELLE BRADY BEI DEM INTER-

NATIONALEN PROJEKT „ISLAND OF THE HUNGRY

GHOSTS”? AB WELCHER PROJEKTPHASE WARST

DU INVOLVIERT?

Gabrielle hat mich nach ihrem ersten Drehblock

auf Christmas Island angeschrieben. Sie hatte meinen

Kontakt von einer befreundeten Editorin bekommen

und fand meine vorherigen Arbeiten sehr interessant.

Angehängt hatte sie mir ein kurzes Treatment,

ein paar Stills und einen Trailer aus Recherche-Material.

Ich habe das Projekt von Anfang an geliebt und wollte

es unbedingt machen. Es hat dann aber noch einige

Zeit und viele Treffen gedauert, bis sich Gabrielle endgültig

für mich entschieden hat. Im Schneideraum verbringt

man sehr viel Zeit auf engem Raum miteinander.

Da muss die Chemie stimmen – vor allem auch bei

so einem emotionalen Thema. Außerdem muss man die

gleiche (ich nenne es mal) „Filmsprache“ sprechen. Wir

müssen denselben Film vor Augen haben. Da wollte sich

Gabrielle ganz sicher sein und so haben wir viel über Referenzfilme

geredet und wie wir uns bestimmte Dinge

vorstellen. Irgendwann hatte ich sie dann überzeugt und

die Zusammenarbeit mit ihr war toll.

94

HATTEST DU VORHER SCHON MAL VON DEN BE-

DINGUNGEN FÜR FLÜCHTLINGE AUF DER INSEL

GEHÖRT?

Nein, das Thema war komplett neu für mich. Das mag

ich so gerne am Dokumentarfilmschnitt. Ich tauche immer

in ganz neue unbekannte Welten ein und werde für

die Zeit des Schnitts ein kleiner Experte.

WIE HAT SICH FÜR DICH NACH DEM DIPLOM DER

EINSTIEG INS BERUFSLEBEN GESTALTET?

Nach meinem Diplom habe ich damals noch zwei Filmakademie-Projekte

geschnitten – METAMORPHOSEN

und DIE MENSCHENLIEBE. Beide Filme waren recht

erfolgreich. METAMORPHOSEN feierte 2013 seine Premiere

bei der Berlinale und lief dann international sehr

gut auf Festivals und gewann viele Preise. DIE MEN-

SCHENLIEBE hat 2014 den First Steps Award gewonnen.

Durch METAMORPHOSEN ist die Regisseurin Farida

Pacha auf mich aufmerksam geworden und ich habe

dann mit ihr MY NAME IS SALT geschnitten, der dann

auch sehr erfolgreich war und über 30 Preise auf nationalen

und internationalen Festivals gewonnen hat.

Ich hatte einfach das Glück, an tollen Projekten mitarbeiten

zu dürfen und habe dabei mein Bestes gegeben.

WIE GENERIERST DU NEUE FILMPROJEKTE?

KANNST DU AUF EIN FUNKTIONIERENDES NETZ-

WERK BAUEN? BEKOMMST DU VIELE ANFRAGEN

VON AUSSEN? ODER BRINGST DU DICH „PROAK-

TIV“ AUCH SELBST IN ERINNERUNG?

Inzwischen ist es tatsächlich so, dass ich einfach angefragt

werde. Regisseure oder Produzenten scheinen mich

zu kennen und ich werde weiterempfohlen. Das ist natürlich

toll.

Mit MY NAME IS SALT war ich auch auf einigen Festivals

und habe den Film repräsentiert. Da habe ich viele

Menschen aus dem Filmereich kennengelernt, mit denen

ich jetzt noch im Kontakt bin.

Wenn tatsächlich keine Anfragen kommen, dann schreibe

ich auch mal eine Mail an Produktionsfirmen und Regisseure,

die ich kenne und rufe mich in Erinnerung.

Außerdem bin ich auch im BFS (Bundesverband Filmschnitt

Editor e.V., Anm. d. Red.) und auf deren Internetseite

gibt es eine „Wer-hat-Zeit“-Liste. Darüber habe ich

auch schon Anfragen bekommen.


Alles zum Thema „Filmanalyse“ hat mir außerdem viel

Spaß gemacht. Ich analysiere auch heute noch viel während

des Schnittprozesses, um zu sehen, wo der Film ein

Problem hat und noch hängt. Ich habe außerdem an tollen

Projekten mitgearbeitet und sehr gute Freunde gefunden.

Ohne das Studium an der Filmakademie wäre

ich sicher nicht da, wo ich heute bin.

GAB ES AUCH SCHATTENSEITEN?

WAS WÄRE FÜR DICH EIN RICHTIGES WUNSCH-

PROJEKT? EIN HOLLYWOOD-BLOCKBUSTER VIEL-

LEICHT?

Ich kann gar nicht sagen, was dieses eine Wunschprojekt

sein könnte. Eine Geschichte oder ein Thema muss

mich einfach irgendwie ansprechen und in seinen Bann

ziehen. Dabei ist es egal, ob es ein Dokumentarfilm ist

oder ein Spielfilm. Die Machart ist entscheidend ... ob

das dann ein Hollywood-Blockbuster ist oder ein kleiner

Arthouse-Film, spielt keine Rolle.

DU UNTERSTÜTZT UNS SCHON SEIT EINIGEN JAH-

REN BEI DER ORGANISATION DES WERBEFILM-

PREISES PORSCHE AWARD. DEINE ERFAHRUNGEN

AN DER FILMAKADEMIE SCHEINEN ALSO NICHT

GANZ SCHLECHT GEWESEN ZU SEIN. WAS IST DIR

BESONDERS POSITIV IN ERINNERUNG GEBLIEBEN?

Was ich besonders gerne mochte war, das Arbeiten am

Steenbeck (analoger Schneidetisch, Anm. d. Red.). In

meinem 2. Studienjahr haben wir daran einen Film geschnitten

(ich habe dann sogar noch einen zweiten geschnitten).

Sehr schade, dass es das nicht mehr gibt. Ich

habe dabei gelernt, vor einem Schnitt viel nachzudenken

und nicht einfach loszulegen und auszuprobieren.

Außerdem mag ich auch dieses „Handwerkliche“. Man

hat das Filmmaterial wirklich zwischen den Fingern,

schneidet es auseinander und klebt es zusammen. Irgendwie

hat mir das einen anderen Zugang zu Film vermittelt.

Auch sonst hatte ich viele tolle Dozenten, vor

allem die Seminare von Hans Beller sind mir sehr in Erinnerung

geblieben.

Ich fand es auch toll, dass ich im ersten Studienjahr in

viele verschiedene Filmbereiche schnuppern konnte

(Regie, Kamera, Drehbuch und Filmgestaltung). Ich habe

das bereits vor meinem Studium gemacht: Praktika

im Bereich Ton, Produktion, Schnitt; ich habe beim Catering

mitgeholfen, im Schnitt zugeguckt etc. Ich finde

das wichtig, damit man auch weiß, was die anderen Bereiche

so machen.

Ich finde, dass man während des Studiums die Zeit und

die Unterstützung bekommen sollte, etwas auszuprobieren

und vielleicht auch mal zu scheitern. Das hat mir an

der Filmakademie etwas gefehlt. Man wurde schon sehr

früh auf den Markt ausgerichtet. Für alles „Experimentelle“

musste man kämpfen.

Aber wenn man sich nicht mal während des Studiums

ausprobieren kann, wann dann? Man muss als Filmemacher

doch auch seine eigene Filmsprache finden. Es

wird einem nach dem Studium noch früh genug in alles

reingeredet.

DU LEBST IN BERLIN. NACHDEM DU NUN BEI IN-

TERNATIONALEN PROJEKTEN MITGEWIRKT HAST:

KÖNNTEST DU DIR VORSTELLEN, AUCH IM AUS-

LAND ZU LEBEN?

Ich könnte mir vorstellen, eine Zeitlang im Ausland zu

leben oder Projekte im Ausland zu schneiden. Das habe

ich auch schon gemacht. Ich war für den Schnitt von MY

NAME IS SALT für 3 Monate in Zürich und für AMONG

WOLVES etwas über 3 Monate in Chicago. Das waren

tolle Erfahrungen.

Komplett ins Ausland zu ziehen, kann ich mir derzeit

nicht vorstellen. Ich mag Berlin und habe dort nun auch

eine eigene Familie.

WIE GEHT ES BERUFLICH WEITER BEI DIR?

HAST DU NEUE PROJEKTE AM START?

Im letzten Jahr bin ich Mutter geworden und habe dann

erstmal ein Jahr Elternzeit gemacht. Nun schneide ich

seit Mai wieder mit Farida Pacha. Sie hat einen Dokumentarfilm

in Neu-Delhi gedreht und ist für den Schnitt

nach Berlin gekommen.

95


STECKBRIEF

Motion

Design

1

STUDIENKOORDINATION

Jürgen Klozenbücher

2

PROJEKTBETREUUNG

Jürgen Klozenbücher

3

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Prof. Dr. Heike Sperling,

Alexander Hanowski

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

5

5

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Voraussetzung für die Bewerbung

ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium

im Bereich Gestaltung,

Design bzw. einem vergleichbaren

Studium.

6

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Die Filmakademie bietet als einzige

Hochschule in Deutschland die

Möglichkeit, in einem hochkarätig

besetzten Netzwerk aus Lehrenden

und Studierenden Motion Design

zu studieren.

Die technische Ausstattung sowie

der Pool an Lehrenden sind auf

höchstem internationalem Niveau.

7

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Natürlich in erster Linie Motion

Design und alles, was dazu

gehört - von der Konzeption und

Recherche über die Betreuung

der Kundschaft einschließlich

Präsentationstechniken bis hin

zur professionellen Umsetzung in

Teams aus Spezialist*innen. Transund

Interdisziplinarität bilden den

Kern des Motion Design-Studiums

an der Filmakademie.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Egozentrik und Narzissmus

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Genau wie z.B. Filmmusik und

Sounddesign kooperieren wir

als Motion Designer*innen

mit allen anderen Abteilungen

der Filmakademie. So entsteht

schon während des Studiums

ein weitläufiges, profundes

Netzwerk, das den Studierenden

ihren Einstieg in das Berufsleben

bzw. die Unternehmensgründung

deutlich erleichtert. Ein weiteres

Highlight: Wir besuchen einmal im

Jahr nationale und internationale

Medienagenturen auf unserer

Exkursion in Metropolen wie

London, Amsterdam, Berlin und

Kopenhagen.

10

MOTTO

Motion Design löst Probleme!

96


Produktion

6

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Der Campus ermöglicht größtmöglichen

Fokus und das stärkste

Netzwerk

1

STUDIENKOORDINATION

Tonyslav Tony Bozic

2

PROJEKTBETREUUNG

Wolfgang Kerber

3

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Prof. Gloria Burkert,

Prof. Christian Rohde

DOZENTEN

Oiver Dressnandt, Felix Eisele,

Tobias Pausinger

7

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Wie werde ich ein(e)

starke Produzent*in mit starker

Persönlichkeit?

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Rührei für 60 Personen zubereiten.

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Den Studiengang Produktion

gibt es seit Gründung der

Filmakademie.

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

15

10

MOTTO

„Wer wenig denkt, der irrt viel.“

Leonardo da Vinci

5

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Kreativität, Biss,

Interesse an der Welt.

97


SPOTLIGHT

98


CAMPUS GOES GREEN:

Filmakademie for the Future

ER KOMMT JEDES JAHR EIN BISSCHEN

FRÜHER: THE EARTH OVERSHOOT DAY, DER

„ERDÜBERLASTUNGSTAG”. 2019 LAG ER

MIT DEM 29. JULI SO FRÜH WIE NOCH NIE

ZUVOR. DIE GESAMTEN NACHHALTIG NUTZ-

BAREN RESSOURCEN DER ERDE, DIE DER

MENSCHHEIT FÜR 2019 RECHNERISCH ZUR

VERFÜGUNG STANDEN, HAT SIE IN NUR 210

TAGEN RESTLOS AUFGEBRAUCHT. VOM 30.

JULI 2019 BIS ZUM ENDE DES JAHRES ALSO

LEBT DIE MENSCHHEIT „AUF PUMP” UND

VERBRAUCHT MEHR, ALS SICH IM SELBEN

ZEITRAUM GENERIERT.

Wo soll das hinführen? 2018 war der Earth Overshoot

am 1. August erreicht, im Jahre 1987 war es noch der 19.

Dezember. Seitdem steigt der Verbrauch an Ressourcen

rapide an, von Jahr zu Jahr.

„Film- und TV-Produktionen emittieren viel zu

viel CO2. Gute hundert Tonnen für ein

TV-Movie oder einen TATORT sind die Regel, bei

einem Kinofilm wird es schnell deutlich mehr.“

ressourcenschonenden Lösungen, die die bisherigen Arbeits-

und Produktionsabläufe ersetzen können.

Hierzu haben wir folgende Maßnahmen ergriffen, die

wir kontinuierlich weiterverfolgen und ausbauen möchten:

WIN-CHARTA

Auf Empfehlung des Initiativkreises „Nachhaltiges Wirtschaften“

hat die Landesregierung für engagierte baden-württembergische

Unternehmerinnen und Unternehmer,

für die Nachhaltigkeit Bestandteil ihrer

Unternehmensphilosophie ist, die WIN-Charta ins Leben

gerufen. Mit der WIN-Charta soll nachhaltiges Wirtschaften

gewürdigt und in der Öffentlichkeit sichtbar

gemacht werden. Die Filmakademie hat sich den Leitsätzen

der WIN-Charta im Jahr 2017 verschrieben. Am 05.

April 2018 übergab der Minister für Umwelt, Klima und

Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Franz Untersteller,

die Urkunde an die Filmakademie.

(Philip Gassmann | Green Production Manager,

Green Consultant, Filmemacher,

Quelle: http://www.greenfilmtools.com/green-production/

green-production/)

Die Film- und Medienindustrie hat zu lange auf kurzfristige

Lösungen im Produktionsbereich gesetzt und nimmt

vielerorts noch immer keine Vorbildfunktion in puncto

Nachhaltigkeit ein: Schauspielerinnen und Schauspieler

werden aus aller Welt eingeflogen, das Catering ist über

Wochen hinweg mit Einweggeschirr bestückt, Kulissen

aus nicht-recyclebaren Materialien werden nach einem

Dreh bedenkenlos entsorgt, Scheinwerfer unnötig lange

in Betrieb gehalten… Diese Liste üblicher Begebenheiten

am Set ließe sich endlos fortsetzen.

An der Filmakademie beschäftigen wir uns bereits

seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema „Green

Shooting“ und dem Erarbeiten von nachhaltigen,

„Ein Ziel in der Filmwirtschaft muss sein, (…)

die immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen

möglichst sparsam und effizient einzusetzen.

Neue umweltschonende (…) Produktionstechnologien,

wie z.B. Green Shooting - das

grüne, klimaneutrale Drehen - sollen den Studierenden

bereits im Rahmen ihrer Ausbildung vermittelt

werden. Damit soll die vor allem bei aufwändigen

Filmproduktionen verursachte große

Menge an Treibhausgasemissionen deutlich reduziert

werden.“

(Aus: WIN-Charta, Filmakademie 2017)

99


SPOTLIGHT

Über die Filmakademie-Website www.filmakademie.de

hat die Geschäftsführung das WIN CHARTA ZIELKON-

ZEPT 2017 im Bereich „Über uns“ zum Download veröffentlicht.

KOOPERATIONEN UND WEITERBILDUNG

Die Filmakademie arbeitet eng mit der MFG Medienund

Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH zusammen.

Die MFG steht auch für individuelle Projektbetreuungen

studentischer Produktionen im Zusammenhang

mit Green Shooting zur Verfügung.

Im Rahmen der MFG-Green-Shooting-Initiative gibt es

die Möglichkeit, sich als

Green Consultant ausbilden

zu lassen. Auch Studierende

und Mitarbeiter*innen der

Filmakademie haben sich

bereits zu Green Consultants

schulen lassen.

Auf den folgenden

Seiten erzählen Silke

Harten-Preiss, Projektbetreuerin

der Regie 2, und die Studentin Christina

Honig von der Ausbildung und ihren Aufgabenfeldern

als Green Consultant.

IMPLEMENTIERUNG IN DER LEHRE

Filmakademie wiederbefüllbare Thermobecher aus Edelstahl

an, die im Bistro „Blauer Engel“ und in der Umgebung

der Filmakademie befüllt werden können.

In mehreren Filmakademie-Produktionen wurde bereits

komplett ohne Verwendung von Einwegbechern gedreht,

„hartes“ (Porzellan-)Geschirr soll künftig zur Grundausstattung

jedes Studios gehören. Zusätzlich kann über den

AStA mobiles Geschirr gegen Pfand ausgeliehen werden.

Der Campustag - ein Aktionstag, dessen Organisation jedes

Jahr komplett in der Hand der Studierenden liegt

- fand am 16. Mai 2019 rund um das Thema „Campus

Goes Green“ statt und bot umfangreiche Workshops an.

Mit dabei war in diesem Jahr

u.a. die ICAN, die internationale

Kampagne zur Abschaffung

von Atomwaffen.

GREEN OFFICE

Green Office ist eine im Juli

2019 gegründete Initiative aus

der Belegschaft der Filmakademie

heraus. Unter Koordination

von Sebastian Uhlig (Assistent der Geschäftsführung)

und Meike Steinmetz (Studienleitung) erarbeitet

ein Team von Mitarbeiter*innen ein Konzept zur Verbesserung

der Prozesse und Workflows der Filmakademie in

Bezug auf folgende Eigenschaften:

Das Seminarangebot an der Filmakademie zum Thema

Nachhaltigkeit wird stetig erweitert. Um unsere Studierenden

für einen umweltschonenden Umgang mit Produktionsmitteln

zu sensibilisieren und konkrete Möglichkeiten

nachhaltigen Drehens aufzuzeigen, finden

jedes Jahr mehrere Lehrveranstaltungen zu den Themen

Green Shooting, Green Storytelling, Green Production

etc. statt, die sich an Studierende aller Abteilungen

richten.

Renommierte Dozierende und Green-Shooting-Expert*innen

wie Philip Gassmann, Robert Lanig, Maria

Würth und Co. geben Einblicke in die grüne Drehpraxis

und liefern wertvolle Hilfestellungen, um auch ohne finanziellen

Mehraufwand Ressourcen zu schonen.

STUDENTISCHE INITIATIVEN

Seit dem Studienjahr 2018/2019 bietet der AStA der

100

• Nachhaltig

• Ressourcenschonend

• Den CO2-Ausstoß minimierend

Dazu zählen u.a. folgende Themenfelder:

• Stromnutzung (Reduzierung des Standby-Betriebs

von Geräten, Bewegungsmelder statt Lichtschalter

etc.)

• Mülltrennung

• Verwendung recyclebarer Materialien

• Einführung eines nachhaltigen Snackautomaten

• Reisemanagement von Gastlehrenden

• etc. etc. etc.

Offene Ohren: Ideen, Hinweise und Beteiligung sind

jederzeit erwünscht und werden gerne unter

greenoffice@filmakademie.de entgegengenommen.


INTERVIEW MIT

SILKE HARTEN-PREISS,

PROJEKTBETREUERIN

REGIE 2 UND GREEN

CONSULTANT:

LIEBE SILKE, WANN UND WO HAST DU DICH ZUM

GREEN CONSULTANT AUSBILDEN LASSEN UND

WAS WAREN DEINE BEWEGGRÜNDE HIERFÜR?

Ich habe im August 2017 am Workshop „Zusatzqualifikation

Green Consultant“ bei der MFG Medien- und Filmgesellschaft

Baden-Württemberg teilgenommen.

Mir war schon seit längerem bewusst, dass Filmproduktion

nicht gerade zu den umweltfreundlichen Industriezweigen

gehört. So gesehen fühlte ich einen Zwiespalt

zwischen meinem persönlichen „Umweltbewusstsein“

und meiner Tätigkeit in der Filmbranche. Als ich dann

von dieser Fortbildungsmaßnahme der MFG erfuhr, traf

das genau mein Interesse, daran etwas zu ändern.

WAS GENAU MACHT EIN GREEN CONSULTANT

ÜBERHAUPT? WELCHES SIND DIE AUFGABENFEL-

DER?

Ein Green Consultant berät die Produktionsfirma während

der Konzeption und Vorproduktion in allen Bereichen,

in denen ggf. Handlungsbedarf besteht, um eine

„grünere“ Bilanz zu erreichen. D.h. sie/er analysiert die

gesamte Produktionsstruktur und zeigt auf, welche Bereiche

besonders „negativ“ zu Buche schlagen. Da ist jedes

Filmprojekt natürlich anders aufgestellt. Bei manchen

Produktionen sind Reisen und Transport ein großes

Thema, bei Studioproduktionen sind es wahrscheinlich

eher die Bauten und/oder das Thema Licht und Energie.

In weiteren Schritten steht daher die Beratung mit den

entsprechenden Departments an, dies kann bis von der

Planung bis hin zur Unterstützung bei der Umsetzung

gehen. Natürlich immer gemeinsam bzw. in Abstimmung

mit der Produktion. Es geht ja unter Umständen

auch darum, evtl. eingefahrene Gewohnheiten zu verändern

und da ist neben einer rein sachlichen/fachlichen

Beratung auch Überzeugungsarbeit zu leisten.

Ein ganz wichtiger Punkt ist der frühzeitige Einstieg eines

Green Consultant, denn je früher man „Hotspots“

erkennt und Alternativen entwickeln kann, desto besser

lässt sich „Green Shooting“ auch unter Kostenaspekten

verwirklichen. MFG-geförderte Projekte (szenisch oder

dokumentarisch) können für die Beratung durch einen

Green Consultant übrigens zusätzliche Gelder (bis max.

5.000,- EUR) beantragen.

WER KANN SICH ZUM GREEN CONSULTANT AUS-

BILDEN LASSEN, WIE LANGE DAUERT DIE AUSBIL-

DUNG UND WAS KOSTET SIE?

Die MFG bietet ein hervorragendes Programm zum Thema

Green Shooting. Viele und vor allem praxisorientierte

Infos findet man unter https://greenshooting.mfg.de/

Die Zusatzqualifikation zum Green Consultant richtet

sich vor allem an die in der Planung/Umsetzung der Produktion

tätigen Filmschaffenden, also an die Set-Aufnahmeleitung,

Set-Assistenz, Regie-Assistenz, Herstellungs-/

Produktionsleitung. Der 3,5-tägige Workshop kostet 95

Euro zzgl. MwSt., für Studierende gibt es eine ermäßigte

Teilnahmegebühr von 45 Euro zzgl. MwSt. https://www.

mfg.de/veranstaltungen/detailansicht/512-green-consultant-zusatzqualifikation/

WELCHE MÖGLICHKEITEN GIBT ES NOCH, SICH

ZUM THEMA „GREEN SHOOTING“ AKTIV EINZU-

BRINGEN?

Ich denke, das alte Spiel „Angebot und Nachfrage“ gilt

auch für alle Zulieferer der Filmbranche. D.h. wenn ich

zum Beispiel als DoP oder Oberbeleuchter auf LED-Licht

und/oder auf zusätzliche Energiesparer wie Reflektorensysteme

o.Ä. setze und bei den Verleihern die neueste

Technik auch „einfordere“, dann müssen die diese Technik

auch zunehmend anbieten.

Man kann auch so weit gehen, über ein „Green Storytelling“

nachzudenken. Auch hier ein simples Beispiel:

Müssen es bei einer Verfolgungsjagd unbedingt fünf Autos

sein, die durch die Gegend rasen und ineinander

crashen? OK, jeder Actionfan wird über die Frage entsetzt

sein. Aber mal ehrlich: Haben wir doch alle schon

1000 Mal gesehen und Spannung geht auch anders.

WO SIEHST DU IM BEREICH „GREEN PRODUCTION“

ZURZEIT DEN GRÖSSTEN HANDLUNGSBEDARF?

Wie schon gesagt, auf der konkreten Ebene ist jede Produktion

individuell zu betrachten und hat ihren speziellen

„Hotspot“. Allgemein ist es wahrscheinlich die

Aufklärung darüber, dass „Green Shooting“ nicht automatisch

komplizierter oder teurer sein muss. Ich schätze,

das ist derzeit das größte Vorurteil, welches es auszuräumen

gilt.

WAS KANN JEDE(R) VON UNS ZU DEM THEMA

BEISTEUERN?

Die Fortbildung hat mich tatsächlich auch in meinem

persönlichen (Konsum-)verhalten verändert. Ich hinterfrage

z.B. meine Mobilitätsgewohnheiten und wenn

es dann doch der Flug in den Urlaub ist, leiste ich

101


SPOTLIGHT

umgehend eine CO2-Kompensation. Oder ich vermeide

Verpackungsmüll, wo es nur geht. Manchmal auch

durch „Verzicht“: Ich habe Produkte schon im Regal stehen

lassen, weil sie einfach total bescheuert und vor allem

total unnötig verpackt waren.

Last but not least möchte ich mich in meiner Tätigkeit

als Projektbetreuerin an der Filmakademie mehr diesem

Thema widmen und die Studierenden in der Frühphase

der Projektentwicklung intensiver dafür sensibilisieren.

Das habe ich in der Vergangenheit leider zu wenig getan.

Ich beobachte nämlich mit Freude, dass sich immer

mehr Studierende für dieses Thema interessieren und

ihre Projekte „grün“ produzieren wollen.

INTERVIEW MIT CHRISTINA

HONIG, STUDENTIN DER

PRODUKTION AN DER

FILMAKADEMIE UND

GREEN CONSULTANT:

1. LIEBE CHRISTINA, WARUM HAST DU DICH ZUM

GREEN CONSULTANT AUSBILDEN LASSEN?

Als ich mit 19 als Runnerin an meinem ersten Filmset

stand, erzählte mir der Szenenbildner, wie kritisch er

der Wegwerfkultur in unserer Branche gegenübersteht.

Seitdem hat mich das Thema Nachhaltigkeit beim Film

nicht mehr so richtig losgelassen. Ich verfolgte daraufhin

die ersten deutschen Initiativen in diesem Bereich, wie

den „Grünen Drehpass“ der Filmförderung Hamburg -

Schleswig-Holstein und den CO2-freundlichen Umbau

der Bavaria-Studios. Als ich von der Green-Consultant-Ausbildung

der MFG Baden-Württemberg erfahren

habe, habe ich das Angebot einer Schulung bei Philip

Gassmann gerne angenommen. Ich plante zwar nicht, in

beratender Funktion als Green Consultant tätig zu werden,

wollte aber für mich als Producerin herausfinden,

was ich in meiner Arbeit zum Thema Nachhaltigkeit beitragen

kann.

2. INWIEFERN FLIESST DEIN WISSEN ALS GREEN

CONSULTANT NUN IN DEINE PRODUKTIONEN MIT

EIN?

Filmakademie-Produktionen werden von anderen Faktoren

beeinflusst als die in der freien Wirtschaft. Daher

lassen sich manche Themen aus der Green-Consultant-Ausbildung

nicht oder nur eingeschränkt im

studentischen Rahmen umsetzen – z.B. wenn es um den

Einsatz innovativer Kamera- und Lichttechnik geht oder

um die Wahl unserer Fahrzeuge. Ich habe jedoch die

Erfahrung gemacht, dass wir gerade durch unsere studienbedingten

Einschränkungen wie z.B. die extrem geringen

Projektbudgets fast schon automatisch das ein oder

andere richtig machen: So wenige Kilometer wie möglich

fahren, um Benzin zu sparen? Privatunterkünfte anstelle

(CO2-intensiver) Hotels? Mehrweggeschirr anstatt

Plastikteller? Requisiten und Kostüme aus dem Fundus

anstatt eines Neukaufs? - Weil wir es uns nicht leisten

können, verschwenderisch zu sein, handeln wir in solchen

Fällen automatisch umweltbewusster.

3. WELCHE MÖGLICHKEITEN GIBT ES NOCH, SICH

ZUM THEMA „GREEN SHOOTING“ AKTIV EINZU-

BRINGEN?

Wer einmal erkannt hat, dass umweltfreundlich(er)es

Produzieren möglich und nicht einmal unbedingt teurer

ist, den kann ich nur dazu animieren, diese Erkenntnis

weiterzutragen! „Green Shooting“ ist bei vielen in der

Branche noch nicht angekommen. Produzent*innen haben

Angst vor hohen Kosten und zusätzlichem Arbeitsaufwand,

und am Set denken viele nur an den verhassten

„Veggie Day“ beim Catering oder den „Green Runner“,

der mit erhobenem Zeigefinger zur ordentlichen Mülltrennung

ermahnt. Wir wissen mittlerweile, dass wir mit

„Green Shooting“ einiges bewirken können, und es sollte

unser Ziel sein, dass das Thema für unsere Kolleginnen

und Kollegen zur Selbstverständlichkeit wird. Bis

dahin gilt: Darüber sprechen und noch wichtiger: mit

gutem Beispiel vorangehen. Besonders schön ist es natürlich,

wenn das eigene Engagement anerkannt wird. In

Zusammenarbeit mit Philip Gassmann und der MFG habe

ich z.B. unsere Regie 2 (AM CU CE – MEIN GANZER

STOLZ) hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit und CO2-Bilanz

dokumentiert. Das Projekt wurde dafür beim „filmreif

! Bundesfestival junger Film“ mit dem Nachhaltigkeitspreis

ausgezeichnet.

4. WO SIEHST DU IM BEREICH „GREEN PRODUC-

TION“ ZURZEIT DEN GRÖSSTEN HANDLUNGSBE-

DARF?

Ich finde vor allem den „Fördertourismus“ problematisch,

der durch unser föderales Filmfördersystem ausgelöst

wird. Er zwingt viele Produzent*innen, für einen

einzigen Dreh mit dem ganzen Tross an Technik und

Team von Bundesland zu Bundesland zu ziehen, was

Reise- und Übernachtungskosten verursacht – nicht

gerade nachhaltig! Außerdem weiß ich, dass es in der

Lichttechnik und der Stromgewinnung mittlerweile

sehr smarte Alternativen gibt, die wegen ihrer teuren

Anschaffung und geringen Nachfrage von vielen

102


Verleiher*innen jedoch noch nicht geführt werden. Investitionen

in nachhaltige Technologien sollten hier unbedingt

gefördert werden! Und zu guter Letzt wird nach

wie vor am Set viel Müll verursacht und schlecht getrennt.

An diesem Punkt können wir aktuell wohl am

schnellsten Hand anlegen und bei Büroarbeit, Catering

und Kulissenbau auf recyclebare Materialien umsteigen.

5. WAS KANN JEDE(R) VON UNS ZU DEM THEMA

BEISTEUERN?

Grün zu produzieren ist nicht schwer, wenn wir bei unserer

täglichen Arbeit einfach den gesunden Menschenverstand

einschalten! Ob man sich nun in der Vorproduktion

für ein papierloses Büro entscheidet, die

Schauspieler*innen mit der Bahn und nicht mit dem

Flugzeug anreisen lässt, am Set den Müll trennt, nach

dem Dreh Requisiten nicht wegwirft, sondern weiterverkauft,

oder in der Postproduktion Ökostrom einsetzt.

Für die meisten Maßnahmen brauchen wir keine Ausbildung,

sondern können mit wenigen Handgriffen etwas

für unsere Umwelt tun. Und meist sparen wir dabei

nicht nur CO2, sondern auch Projektbudget.

„GREEN SHOOTING” AN DER FILMAKADEMIE

STATEMENT DES ASTA 2019

„Seit bald zwei Jahren beschäftigen wir uns als

Studierenden-Vertretung intensiv mit dem Thema

der nachhaltigen Filmproduktion und haben

uns dafür alle Bereiche - den Unterrichtsalltag,

die Dreharbeiten an und außerhalb der Filmakademie,

aber auch die Nutzung der öffentlichen

Flächen - näher angesehen und dabei viele Potenziale

erkannt, die wir nun konsequent ausschöpfen

wollen und in einem Leitfaden mit dem Titel

„Perspektive 2030“ festgehalten haben.

Als ersten Schritt haben wir zu Beginn des vergangenen

Studienjahres Thermo-Becher eingeführt,

die alle neuen Studierenden automatisch

mit ihrer Willkommens-Tasche erhalten haben.

Die Becher waren gefragt und so entschied für

das aktuelle Studienjahr ein Design-Wettbewerb

über die neue Optik. Die Trinkbecher haben

sich durchgesetzt und werden bald auch durch

Trinkflaschen und öffentliche Trinkbrunnen in

den Hauptgebäuden ergänzt. Konsequent machen

wir unseren eigenen Bestand im Büro, dem

Aufenthaltsraum, sowie unserem Lager energetisch

fit für die Zukunft. Dazu zählt besonders

ein mobiles Geschirr- und Besteck-Set, das für

Dreharbeiten ausgeliehen werden kann und bereits

eine große Menge an Einweggeschirr verhindert

hat. In Zusammenarbeit mit Viva Con

Agua werden künftig wieder Pfand-Tonnen in

allen Gebäuden stehen, wo leere Pfandflaschen

einfach entsorgt werden können, was gleichzeitig

der Initiative finanzielle Unterstützung für ihre

tiefgreifenden Projekte liefert.

Im Hinblick auf die kommenden Jahre werden

wir uns für Partnerschaften mit örtlichen

Markthändlern und regionalen Landwirten stark

machen, um gerade im Catering für kurze Wege

zu sorgen und bestenfalls sogar Lebensmittel zu

retten, die sonst im Müll landen würden.

Für alle Gebäude der Filmakademie und ihres

Animationsinstituts wünschen wir uns mehr

Konsequenz, um die Energieeffizienz weiter zu

steigern und den schulischen Alltag gleichzeitig

auf ein neues Level zu heben, z.B. durch smartes

Raum-Management, Bewegungsmelder in allen

Gängen und weitgehend papierlose Prozesse.

Der wichtigste Meilenstein stellt für uns jedoch

ein „Green Campus“ dar: der Übergang von aktuell

größtenteils Asphaltflächen zu grünen Orten

der Begegnung und des Austausches mit Sitzgelegenheiten,

Wiesenanteilen und Bäumen, die

besonders im Sommer für zusätzlichen Schatten

und bessere Luft sorgen.“

Euer AStA: Joscha Bongard, Torben Hensel, Moritz Schulz,

Garry Sonneborn, Hendrik Ströhle, Svenja Weber, Louis Wick.

103


STECKBRIEF

Regie 2

Szenischer Film

Dokumentarfilm

Werbefilm

1

STUDIENKOORDINATION

Silke Harten-Preiss

2

PROJEKTBETREUUNG

Silke Harten-Preiss

3

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Szenischer Film:

Prof. Christian Wagner

Dokumentarfilm:

Prof. Michael Möller

Werbefilm:

Michael Rösel

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

15-18

5

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Leidenschaft fürs

Geschichtenerzählen.

Neugierde.

Visuellen Gestaltungswillen.

Teamfähigkeit.

6

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Weil die Filmakademie

Baden-Württemberg wie kaum eine

andere Filmhochschule die enge

und gleichberechtigte Zusammenarbeit

aller Gewerke fördert

und fordert. Dies ist eine wichtige

Voraussetzung für den späteren

Erfolg im Berufsleben.

7

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Das kreative Werkzeug, um die

eigene künstlerische Handschrift

zu entwickeln.

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Wie man in Ludwigsburg korrekt

den Recycling-Müll trennt ;-)

9

ONE COOL FACT ABOUT...

… Recycling-Mülltrennung in

Ludwigsburg: es gibt „flach“ und

„rund“. Das hat aber nix mit der

Form des Mülls zu tun ;-)

10

MOTTO

Spätestens im zweiten Jahr fängt

man an, Ludwigsburg zu mögen.

104


Serien

Producing

1

STUDIENKOORDINATION

Michael Rösel

2

PROJEKTBETREUUNG

Michael Rösel

3

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Prof. Joachim Kosack

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

4 Produktions-Studierende

+ X Drehbuch-Studierende

5

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Drehbuch-Autor*innen: die

Bereitschaft, nicht nur fürs Kino in

Hollywood, sondern vielleicht auch

mal für deutsche Fernseh-Formate

zu arbeiten.

Producer*innen: selbst an Konzepten

und mit Drehbuchautor*innen

zusammenarbeiten zu wollen.

6

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Weil wir bundesweit nach wie vor

die einzige Filmhochschule sind,

die nicht nur Serien konzipiert,

sondern auch produziert – zumindest

Pilotfilme oder Testimonials

davon.

7

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Serien zu konzipieren und den

verantwortungsvollen Umgang

mit anderen Kreativen. Man

stelle sich nur vor, eine(r) unserer

Absolvent*innen wechselt auf die

böse Seite der Macht – und wird

Redakteur*in!

8

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Kaffee kochen und Brötchen

schmieren

9

ONE COOL FACT ABOUT...

Bei uns hat auch schon

Bora Dagtekin (FACK JU GÖTHE)

sein Handwerk gelernt.

Und Philipp Steffens –

der Fiction-Chef von RTL (nachdem

er frisch nach der Aka zusammen

mit Robert Dannenberg und

Stefan Scheich - zwei Kommilitonen,

die ebenfalls SP studiert

hatten - gleich im Anschluss 5

Staffeln von DER LETZTE BULLE

produziert hat – nach wie vor eine

der erfolgreichsten Serien bei Sat.1)

10

MOTTO

Teamwork

105


STECKBRIEF

Szenenbild

1

PROJEKTBETREUUNG

Regine Witzig,

Steffen Staudenmaier

2

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Silke Buhr

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

vier

4

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

• Gute Beobachtungsgabe

• Räumliches

Vorstellungsvermögen

• Zeichnerisches Talent

• Wissen in Kunst und Kultur

• Imagination / Originalität

• Handwerkliches und

technisches Verständnis

• Fähigkeit zur Teamarbeit /

Kommunikation

• Motivation / (Selbst-)

Organisation

• große Portion Enthusiasmus

• Führerschein

5

ZULASSUNGS-

VORAUSSETZUNGEN

B.A. / M.A. in Innenarchitektur,

Architektur, Bühnenbild,

Design und Kunst oder

angrenzenden Fachgebieten,

Praktische Erfahrung im Art

Department

6

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

• Praxisorientiertes Arbeiten

in Zusammenarbeit mit allen

Gewerken

• Aussagekräftiges Portfolio mit

mindestens vier Projekten bis

zum Diplom

• diverse internationale

Austauschprogramme

• individuelle Auswahl der

projektbetreuenden Dozierenden

• enges Alumni-Netzwerk

7

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

• Dramaturgisches Denkvermögen

• Erstellung visueller Konzepte

• Organisatorische Abläufe der

Filmproduktion

• Budgetverantwortung

• Durchsetzungs- und

Durchhaltevermögen

• Einblicke in aktuelle Filmprojekte

durch Profis der Branche

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Verhältnis Anzahl der Studierenden

zu Dozierenden liegt bei 1:4

9

MOTTO

The world is not enough

106


107


ALUMNI IM FOCUS

VOM WELTENBAUEN

UND GESCHICHTENERZÄHLEN

Ein Interview mit Marlen von Heydenaber, Absolventin Szenenbild (2014)

MARLEN VON HEYDENABER STUDIER-

TE BÜHNEN- UND KOSTÜMBILD AN DER

KUNSTUNIVERSITÄT GRAZ. IHR DIPLOM

BESTAND SIE 2011 MIT AUSZEICHNUNG. BE-

REITS WÄHREND DES STUDIUMS ENTWARF

SIE BÜHNEN- UND SZENENBILDER FÜR

THEATER UND FILM, U.A. AM MÜNCHNER

RESIDENZTHEATER.

IHR WEITERFÜHRENDES PROJEKTSTUDIUM

SZENENBILD AN DER FILMAKADEMIE BA-

DEN-WÜRTTEMBERG SCHLOSS SIE 2014 ER-

FOLGREICH AB. SEITHER ARBEITET SIE ALS

FREIE SZENEN- UND BÜHNENBILDNERIN

FÜR KINO, THEATER UND FERNSEHEN. UN-

TER ANDEREM ENTWARF SIE FÜR MEHRERE

INSZENIERUNGEN BEI DEN THUNERSEE-

SPIELEN DAS BÜHNENBILD, SO AUCH FÜR

DAS DIESJÄHRIGE MUSICAL „ICH WAR NOCH

NIEMALS IN NEW YORK”. IHR KINOFILM

„25 KM/H” VON REGISSEUR MARKUS GOL-

LER, MIT BJARNE MÄDEL UND LARS EIDIN-

GER IN DEN HAUPTROLLEN, WAR FÜR DEN

DEUTSCHEN FILMPREIS 2019 NOMINIERT

UND GEWANN 2018 DEN ERNST LUBITSCH

PREIS. SEIT OKTOBER 2018 IST MARLEN

VON HEYDENABER AUSSERDEM ALS ZER-

TIFIZIERTER TRANSFORMATIONS-COACH

TÄTIG.

LIEBE MARLEN, WAS GENAU MACHT DENN EIN

TRANSFORMATIONS-COACH?

Als Coach unterstütze ich Menschen, speziell Filmschaffende,

bei Konflikten in unterschiedlichen Lebensbereichen

sowohl im Berufs- als auch im Privatleben. Wenn

du irgendwo das Gefühl hast, du kommst nicht weiter

oder eckst immer wieder an, weißt aber nicht genau,

woran es liegt, schaue ich mit dir drauf, um es herauszufinden

und anschließend gemeinsam an einer Lösung

bzw. einer Veränderung zu arbeiten.

WIE SCHAFFST DU ES, EINE VERTRAUENSBASIS

ZU DEN MENSCHEN AUFZUBAUEN, DIE DEINEN

RAT SUCHEN?

Aus irgendeinem Grund haben sich Menschen mir schon

immer relativ schnell anvertraut. Wahrscheinlich strahlt

man da auch etwas aus. Zuhören, ohne zu beurteilen, ist

sicher ein wichtiger Punkt. Es gibt dem Gegenüber das

Gefühl, frei sprechen zu können.

HAT DIR SO EIN PERSÖNLICHES COACHING IM

STUDIUM GEFEHLT BZW. FINDEST DU, DASS SOL-

CHE ELEMENTE STÄRKER INS CURRICULUM EIN-

FLIESSEN SOLLTEN?

Schön, dass du das fragst. Das Coaching, das ich während

meines Studiums an der Filmakademie bei Angelika

Niermann in Anspruch nehmen durfte, hat mich

mitunter inspiriert, die Ausbildung zu machen. Die Gespräche

mit ihr haben mir jedes Mal sehr weitergeholfen

und ich würde mir wünschen, dass es an jeder Bildungsstätte

die Möglichkeit für Coaching gäbe.

WO WIR GERADE DABEI SIND: WIE FÄLLT DEIN

FAZIT ZUM SZENENBILD-STUDIUM AN DER FILM-

AKADEMIE AUS? IST DIR ETWAS BESONDERS PO-

SITIV ODER NEGATIV IN ERINNERUNG?

Das Szenenbild-Studium war sicherlich eine der intensivsten

Phasen in meinem Leben bisher. Man nimmt

108


109


ALUMNI IM FOCUS

so viel mit, probiert aus, arbeitet sich auf und ist völlig

fokussiert auf das Filmemachen. Mit allem, was dazugehört

eine unbezahlbare Erfahrung, die ich niemals

missen möchte. Aber ich bin auch froh, dass dieser Studiengang

nur 2,5 Jahre gedauert hat :)

„25 KM/H” IST EIN ROAD MOVIE. IST DAS EINE

BESONDERE HERAUSFORDERUNG FÜR EINE SZE-

NENBILDNERIN?

Für mich war es das. Vor allem die Erkenntnis, wieviel

Zeit für Reisen und Bundeslandwechsel drauf geht. Hinzu

kommt die damit zusammenhängende Logistik, die

man für das Art Department aufstellen muss und ein

Team von 13 und manchmal mehr Menschen, das man

leitet.

WAS HAT DIR BEI DEINER ARBEIT AN „25 KM/H”

BESONDERS VIEL SPASS GEMACHT?

Wir hatten tolle Sets, die wir gestalten durften. Es gab

z.B. das „Back to the roots“-Festival, das auf einem alten

Militärhangar-Gelände in Berlin entstanden ist,

aber auch das Weinfest auf einem leeren Marktplatz im

Schwarzwald. Da konnte ich wirklich von null auf kreieren

und das macht immer besonders viel Spaß! Hinzu

kommt die Zusammenarbeit mit meinem wundervollen

Team, einige davon auch Alumni der Filmakademie.

KOMMT MAN AUCH MAL MIT DEN SCHAUSPIELERN

IN KONTAKT ODER ARBEITEST DU EHER „IM STIL-

LEN KÄMMERLEIN“?

Das stille Kämmerlein wünscht man sich zwar manchmal,

aber in der Realität ist man bei solch einem Projekt

doch fast nur mit Regie und Kamera unterwegs oder mit

dem eigenen Team am Rudern.

Dadurch, dass die Hauptdarsteller quasi durchgehend

mit auf der Reise waren, ist man sich häufig begegnet.

Es war sehr entspannt und harmonisch, generell auch

die Stimmung untereinander in der gesamten Crew. Das

ist natürlich Gold wert, wenn man eine so lange Zeit intensiv

miteinander arbeitet.

GIBT ES EINEN FILM AUS DER FILMGESCHICH-

TE, DEN DU GERN ALS PRODUCTION DESIGNERIN

AUSGESTATTET HÄTTEST?

Oh da gibt es einige! Wahrscheinlich würde ich sämtliche

Filme von Tim Burton und Wes Anderson dazu

zählen. Aber konkret in diesem Moment entscheide ich

mich für DICK TRACY von Warren Beatty.

Ein Beispiel aus der neueren Geschichte wäre auf jeden

Fall ANNA KARENINA von Joe Wright.

DU HAST AUCH SCHON OFT FÜR DAS THEATER

GEARBEITET. HAST DU EINE PRÄFERENZ: BÜHNE

ODER FILM?

Das ist schwierig zu sagen, da beides so unterschiedlich

ist. Ich liebe es, eigene Welten bauen zu können, so

wie es beim Theater der Fall ist. Aber ich mag es genauso

gern, Charaktere und ihre Geschichten über Details

im Szenenbild zu erzählen, die man nur durch eine Kamera

entdecken kann. Außerdem mach mir die tägliche

Teamarbeit beim Film sehr viel Spaß. Am Theater bin ich

ja doch viele Wochen im „stillen Kämmerlein.“

Sagen wir so, die Abwechslung ist die Präferenz :)

WAS SIND DEINE NÄCHSTEN PROJEKTE?

Ich bin soeben zurück aus der Schweiz, wo ich das Bühnenbild

für das Musical ICH WAR NOCH NIEMALS IN

NEW YORK am Thunersee gemacht habe und nun geht

es in meiner Heimat München mit dem Szenenbild für

den nächsten TATORT weiter. Ab Oktober habe ich zudem

einen Lehrauftrag für Film an der Kunstuniversität

in Graz.

HAST DU DEN EINDRUCK, DASS DU DURCH DIE

NOMINIERUNG ZUM DEUTSCHEN FILMPREIS FÜR

25 KM/H VERMEHRT ANFRAGEN BEKOMMST?

Indirekt, aber auch allgemein im Zusammenhang mit

dem Film ist das wahrscheinlich so.

Ich würde allerdings nicht unbedingt sagen vermehrt,

sondern ich bekomme Anfragen für andere bzw. größere

Projekte und ausschließlich als Head of Department.

Es öffnen sich durch solche Chancen Türen und ich bin

sehr dankbar dafür.

110


111


STECKBRIEF

Szenischer

Film

1

STUDIENKOORDINATION

Thorsten Schütte

2

PROJEKTBETREUUNG

Peter Kuczinski

3

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Prof. Nico Hofmann

6

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Intensive Zusammenarbeit mit

allen Gewerken in allen Projektphasen,

praxisnahes Lernen und

Arbeiten, versierte Dozent*innen

und Referent*innen, Arbeiten im

Team, ausgezeichnete technische

Ausstattung, große künstlerische

Freiheit, gutes Netzwerk/Kontakte

zum Markt

4

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

6 - 8 Studierende

5

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Neugierde, Teamfähigkeit,

Kreativität, Menschenkenntnis,

Offenheit und eine gesunde

Kompromissbereitschaft

7

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Entwicklung kreativer und organisatorischer

Skills, Casting und

Zusammenarbeit mit Schauspieler*innen,

formatoffenes Arbeiten,

Recherche- und Interviewtechniken,

gestalterische und inhaltliche

Bandbreite in Stoffentwicklung

und Dramaturgie, Auflösung und

Schauspielführung, Inszenierung

von Körperlichkeit, Arbeiten im

Team, eigenes kreatives Potential

ausschöpfen, mehr über sich

selbst…

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Regelmäßig finden gemeinsame

Workshops mit den Schauspielstudierenden

der Akademie

für Darstellende Kunst (ADK)

und Seminare mit international

renommierten Filmemacher*innen

statt.

9

MOTTO

Think out of the box!

112


Werbefilm/

Regie und

Producing

1

PROJEKTBETREUUNG

Olivia Marten

2

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Prof. Martin Schmid

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

Ca. 4 Regie-Studierende

Ca. 4 Produktions-Studierende

6

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Werbung ist das schnelllebigste

Geschäft. In kürzester Zeit sehr

viele Projekte umzusetzen und

dadurch extrem viele Kontakte in

allen Bereichen (Agentur, Produktion,

Postproduktion) zu sammeln.

9

MOTTO

Immer am Puls der Zeit durch

ständig sich ändernde Werbeformen,

Formate und durch deren

Veröffentlichung in und auf den

dafür vorgesehen Medien und

Plattformen.

4

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Den Mut, Neues auszuprobieren

und nicht dem Mainstream zu

folgen!

5

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Die Filmakademie ist die einzige

Hochschule weltweit, die einen

solch spezifischen Studienschwerpunkt

für Werbefilm über einen

längeren Zeitpunkt anbietet.

Junge Auszubildende haben die

Möglichkeit, sich eine individuelle

Filmrolle mit großer Unterstützung

aus den Fachkreisen aufbauen und

Kontakte zu den angesagtesten

Macher*innen der Branche zu

knüpfen.

7

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Es gibt kein Rezept, um erfolgreich

zu werden. Jede/r muss ihren/

seinen eigenen individuellen

Weg finden, sich selbst dabei treu

bleiben und nicht den anderen

folgen.

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Es gibt keine Vorgaben für ein

Produkt oder ein Kundenbriefing.

Die Studierenden haben die völlig

freie Wahl, welche Art von von

Filmen und für welche Marke sie

diese umsetzen.

113


ALUMNI IM FOCUS

„DER MARKT IST GENERELL

ANGSTGESTEUERT”

Dorian & Daniel, Absolventen Regie/Werbefilm (2016)

DORIAN LEBHERZ UND DANIEL TITZ LERN-

TEN SICH 2012 IM RAHMEN IHRES WERBE-

FILM-STUDIUMS AN DER FILMAKADEMIE

BADEN-WÜRTTEMBERG KENNEN. SCHNELL

ERKANNTEN BEIDE, DASS SIE SICH MIT

IHREN IDEEN UND FÄHIGKEITEN HERVOR-

RAGEND ERGÄNZEN UND TRATEN BEREITS

FRÜH ALS REGIE-DUO „DORIAN & DANIEL”

AUF. BEREITS WÄHREND DES STUDIUMS

MACHTE DAS DUO MIT SPEC-SPOTS WIE DEN

VIRAL-HITS DEAR BROTHER UND ABC OF

DEATH AUF SICH AUFMERKSAM. HEUTE GE-

HÖREN DORIAN & DANIEL ZU DEN BEGEHR-

TESTEN UND PREISGEKRÖNTESTEN JUNGEN

WERBEFILM-REGISSEUREN DEUTSCHLANDS.

gute Skripte fallen nicht vom Himmel und viele Agenturen

unterscheiden schon noch einmal zwischen guten

Spec-Spots und Erfahrung am echten Markt. Natürlich

muss man sich anfangs erst noch beweisen und vor

allem sehr selektiv vorgehen. Jedes Skript, das wir bekommen,

ist eine Chance, unser Reel weiter auszubauen.

Also versuchen wir auch wirklich nur die Projekte

zu pitchen, die zu uns passen.

Das produzieren am freien Markt unterscheidet sich natürlich

auch in vielen Punkten von einer Produktion

an der Filmakademie. Vor allem die fehlende Flexibilität,

die man mit größeren Crews hat, treibt uns manchmal

ein wenig in den Wahnsinn. Wir sind es einfach gewohnt,

überall selbst mit anzufassen. Das versuchen wir

auch beizubehalten.

NACH EUREM ABSCHLUSS STANDEN EUCH

ALLE TÜREN OFFEN. FÜR WELCHEN WEG HABT

IHR EUCH ALS FRISCHGEBACKENE WERBEPROFIS

ENTSCHIEDEN?

DORIAN UND DANIEL, SEIT EUREM ABSCHLUSS

AN DER FILMAKADEMIE SIND RUND DREI JAHRE

VERGANGEN. WIE HABT IHR DEN EINSTIEG INS

BERUFSLEBEN ERLEBT?

Um ehrlich zu sein, haben wir uns dafür entschieden,

erst einmal gar nichts zu tun. Das klingt vielleicht komisch,

aber im dritten Jahr, als wir gerade DEAR BRO-

THER released hatten, haben uns plötzlich so viele

E-Mails von Produktionsfirmen erreicht, dass wir erst

einmal gar nicht darauf reagieren konnten. Wir haben

zu der Zeit gerade ABC OF DEATH gedreht und waren

so sehr mit der Produktion beschäftigt, dass wir schlicht

keine Zeit für etwas anderes hatten. Also haben wir uns

gesagt: Wenn die wirklich Bock auf uns haben und gut

finden, was wir machen, dann haben die das auch noch

in ein paar Monaten. Und wenn nicht, dann ist es auch

nicht die richtige Produktion für uns.

Zunächst muss man sagen, dass der Übergang ziemlich

fließend verlief. Vor allem im letzten Jahr des Studiums

haben wir immer mal wieder auch Projekte außerhalb

der Aka gedreht. Was wir relativ schnell gemerkt haben:

Da draußen wurde die Messlatte neu angesetzt. Gerade

Und so haben wir tatsächlich ein halbes Jahr gewartet,

bis wir die ersten E-Mails beantwortet haben und

uns z.B. in Cannes mit den ersten Firmen getroffen

haben. Retrospektiv muss man sagen, dass diese Entscheidung

genau richtig war. Wir sind bei wirklich

114


115


ALUMNI IM FOCUS

großartigen Firmen untergekommen, die nicht alle super

groß sind, aber dafür zu 100% hinter uns stehen

und uns unterstützen. Und das ist wirklich viel wert.

WIE ERLEBT IHR DAS WERBEBUSINESS? IST ES

IMMER NOCH MÖGLICH, SICH AUF EINER MAR-

KE KREATIV „AUSZUTOBEN“ ODER ÜBERWIEGEN

DOCH EHER AUFWÄNDIGE ABSTIMMUNGSPROZES-

SE MIT DEM KUNDEN?

Ja, das ist immer ein leidiges Thema. Um es vorwegzunehmen:

Ja, es ist möglich! Doch das ist leider nicht

immer der Regelfall… Bereits im ersten Call vor dem

Treatment versuchen wir rauszufinden, wie viel kreativen

Freiraum wir bei einem Projekt haben. Aber am

Ende weiß man das trotzdem nie genau. Bis dato haben

wir wirklich fast nur mit Agenturen gearbeitet, mit

denen wir meist kreativ auf einer Wellenlänge waren.

Das macht das Arbeiten wirklich angenehm und auch

die Abstimmungsprozesse mit den Kunden oft einfacher,

wenn man jemanden hat, der einem den Rücken

stärkt. Aber der Markt ist generell angstgesteuert. Leute

haben Angst, falsche Entscheidungen zu treffen und

ihren Job zu verlieren. Wir denken, der stärkste Vorteil

eines Regisseurs ist es, dass ihm das egal ist und er

nur das Kreative im Blick hat. Bisher haben wir aber

trotzdem sehr viele positive Erfahrungen gemacht.

WOHER KOMMT EURE LEIDENSCHAFT FÜR EIN

FORMAT, IN DEM ES GILT, EINE BOTSCHAFT IN

WENIGEN MINUTEN AUF DEN PUNKT ZU BRIN-

GEN?

Wir lieben es, filmische Welten zu erschaffen. In der

Werbung kann man das wie in keinem anderen Genre,

abgesehen von Musikvideos. Man kann mit Stilen herumspielen,

die sich in längeren Formaten nicht tragen.

Zudem ist es auch im kurzen Format für uns immer sehr

wichtig, eine Geschichte zu erzählen.

WARUM HABT IHR FÜR EUER STUDIUM DIE FILM-

AKADEMIE GEWÄHLT?

Die Filmakademie hat mit dem Studiengang Werberegie

genau das, wonach wir damals gesucht hatten.

Und zu der Zeit haben wir die Filme von Hanna Maria

Heidrich gesehen. Wenn man die Möglichkeit hat,

dort solche Filme zu machen, wollten wir da auch hin.

AN DER FILMAKADEMIE SCHWÄRMT MAN IM-

MER NOCH VON „DEAR BROTHER” UND „ABC OF

DEATH”. BEIDE SPEC-SPOTS SIND VOM STORY-

TELLING HER SEHR UNTERSCHIEDLICH. DER EI-

NE ERZÄHLT SEINE GESCHICHTE SEHR EMOTIO-

NAL, WÄHREND DER ANDERE EHER HUMORVOLL

IST. SEHT IHR IN DIESER BREITEN RANGE EINE

EURE STÄRKEN?

DEAR BROTHER erzählt die Geschichte von zwei Brüdern,

ABC OF DEATH die von den Einwohnern eines

Dorfes. Beides sind Geschichten… und Storytelling ist

das, was wir immer machen wollten. Dabei ist uns die

Tonalität grundsätzlich erstmal egal.

Trotzdem war ABC OF DEATH für uns aber auch der

Moment, an dem wir gemerkt haben, dass wir Humor

nicht ganz so gerne mögen. Dadurch, dass es beim Humor

im Schnitt viel mehr auf das Timing ankommt, haben

wir uns etwas eingeschränkt gefühlt. Man kann

nicht so sehr darauf achten, wie man die Geschichte

am besten erzählt, sondern man muss dann schneiden,

wenn der Witz am lustigsten ist. Das hat sich für uns zu

technisch angefühlt. Humor ja, aber nur, wenn er aus

der Story kommt.

Eine breite Range sehen wir nicht unbedingt als Vorteil.

Man sollte eher versuchen herauszufinden, was einem

liegt und was einem Spaß macht und sich danach

orientieren.

WÜRDET IHR GERN AUCH EINMAL EINEN LANGEN

SPIELFILM INSZENIEREN?

WIE HAT EUCH DIE FILMAKADEMIE BEIM AUSBIL-

DEN DIESER FÄHIGKEITEN UNTERSTÜTZT?

Absolut. Im Moment fühlen wir uns noch sehr wohl in der

Werbung. Aber wir schielen schon auf Serienformate oder

Spielfilm. Nebenbei schreiben wir auch schon an Ideen.

Vor dem Bewerbungsgespräch an der Filmakademie hat

ein Freund, der auch dort studiert hatte, zu mir gesagt:

„Sag, dass du deine eigene Handschrift finden willst.“ Ich

weiß nicht genau, ob das dabei geholfen hatte, angenommen

zu werden. Was das genau bedeuten soll, habe ich

nämlich damals nicht so Recht verstanden.

116


Heute weiß ich, dass genau das die größte Stärke des

Studiums war. Wir beide haben die Projekte an der Filmakademie

immer genutzt, um herauszufinden, in welche

Richtung wir gehen wollen, was wir mögen oder

auch nicht.

Und von Dozenten, die ihre Erfahrungen aus erster

Hand weitergeben können, hatten wir immer eine

sehr gute Unterstützung. DEAR BROTHER ist beispielsweise

nur entstanden, weil Martin Schmid ein

Drittmittelprojekt nicht anerkannt hat, das wir als

Semesterprojekt abgeben wollten. Sein Kommentar:

„Ich sehe den Einfluss vom Kunden… ihr macht

jetzt noch etwas, das mehr eure Handschrift trägt.“

ALLEINE „DEAR BROTHER” RÄUMTE UNTER ANDE-

REM BEIM YOUNG DIRECTOR AWARD, DEUTSCHEN

WERBEFILMPREIS, NEW YORK FESTIVAL UND

SPOTLIGHT AB UND BRACHTE EUCH DEN ADC-TI-

TEL „STUDENT OF THE YEAR“ EIN. GLAUBT IHR,

DASS AWARDS JUNGEN WERBEFILM-TALENTEN

DEN WEG INS BUSINESS EBNEN?

Definitiv. Awards sind der einfachste Weg, damit die eigene

Arbeit von Produktionsfirmen und Agenturen gesehen

wird. Beim YDA in Cannes sitzen zum Beispiel immer

eine Menge Menschen aus Produktionsfirmen, die

alle auf der Suche sind.

EUCH WAR ES BISHER SEHR WICHTIG, DASS ES

EUCH NUR IM DOPPELPACK GIBT – WORIN LIEGEN

DIE VORTEILE EINES REGIE-DUOS?

Ein Film ist die Summe aus tausenden von Entscheidungen.

Der Weg, den man einschlägt, bestimmt die

Tonalität und den Look des Films. Das komplizierte dabei

ist, es gibt keine richtige oder falsche Entscheidung.

Egal, welchen Weg man geht, es wird immer ein Film

daraus. Nur wie gut er am Ende wird, hängt eben auch

von diesen Entscheidungen ab. Als Duo sind wir immer

gezwungen, über alle Fragen zu diskutieren. Wenn wir

gleicher Meinung sind, dann ist sowieso alles klar. Interessant

wird es, wenn wir uns nicht einig sind, denn

dann muss man seine eigene Ansicht verteidigen und

sich mit einer anderen auseinandersetzen. Dabei merkt

man relativ schnell, was besser für den Film ist. Das Gute

dabei ist, dass man immer in Bewegung bleibt und

man immer mehrere Perspektiven gleichzeitig hat.

Grundvoraussetzung ist natürlich, dass man – wie wir

– eine gleiche stilistische Richtung hat und die gleichen

Filme mag… und zu stur sollte man auch nicht sein.

WIRKEN ZWEI REGISSEURE NICHT MANCHMAL

IRRITIEREND AUF CAST UND CREW?

Es kommt vor, dass wir beim Dreh Departments Anweisungen

geben, diese dann irritiert gucken und sagen,

dass der andere gerade das genaue Gegenteil gesagt hat.

Das ist aber eher selten.

Man muss sagen, dass wir grundsätzlich einen erschreckend

ähnlichen Geschmack haben. Deswegen gibt es

wenige starke Diskussionen… und wenn, dann tauchen

diese meistens schon in der Vorproduktion auf.

Und wenn wir uns wirklich uneinig sind, dann haben

wir auch verschiedene Varianten gedreht und dann im

Schnitt geschaut, was besser funktioniert.

117


ALUMNI IM FOCUS

WIE TEILT IHR EUCH DIE ARBEIT AUF?

Wir versuchen immer, möglichst alles zusammen zu diskutieren

und zu entscheiden. Deswegen haben wir es

uns auch zum Prinzip gemacht, möglichst wenig aufzuteilen.

Nur am Set, da sprechen wir dann mit verschiedenen

Departments gleichzeitig, damit es schneller geht. Und

wenn wir das Gefühl haben, wir haben einen guten Take,

dann geht der eine oft schon zu Agentur und Kunde

und schaut, ob die zufrieden sind, während der andere

noch weiterdreht.

Wenn die Zeit super eng ist, dann machen wir es

manchmal so, dass der eine schon das nächste Set vorbereitet,

während der andere dreht. Oder beide drehen

an verschiedenen Sets, das hatten wir auch schon.

WAS KÖNNT IHR WERBEFILMSTUDIERENDEN

RATEN? WIE FINDET MAN SEINEN WEG INS

BERUFSLEBEN?

Das ist schwer zu sagen, darüber ließe sich wahrscheinlich

ein ganzes Seminar halten... Was sich wiederum viel

leichter sagt, als es am Ende ist: Ein guter Spot ist der

einzige Weg. Und der sollte sich vor allem unterscheiden

von der Werbung, die man so kennt. Besonders aussehen,

sich anders erzählen…. Hauptsache, er fällt auf

und hebt sich ab. Es ist uninteressant, das zu sehen, was

man schon kennt.

Außerdem finden wir es super wichtig, sich irgendwann,

am besten schon während des Studiums, eine Produktionsfirma

zu suchen, mit der man sich gut versteht. Es

ist entscheidend, einen Partner zu haben, der die Motivation

hat, einen mit aufzubauen und zu unterstützen.

AN DER FILMAKADEMIE WAREN WASCHBÄR UND

ALPAKA TEIL EURER KÜNSTLERISCHEN IDENTI-

TÄT. STEHEN DIESE TIERE FÜR TEILE EURES CHA-

RAKTERS?

UND ZU GUTER LETZT: WÜRDET IHR EUCH NOCH

EINMAL FÜR EIN STUDIUM AN DER FILMAKADE-

MIE ENTSCHEIDEN ODER LIEBER EINEN ANDEREN

WEG WÄHLEN?

Wir fanden es damals lustig, uns ein Tier zu überlegen,

das uns nach außen hin repräsentiert. Sowas wie unser

eigenes „Power Animal“ aus FIGHT CLUB.

Definitiv nochmal Filmakademie.

EURE PRODUKTIONSFIRMA ELEMENT E VERTRITT

JA NOCH WEITERE FILMAKADEMIE-ALUMNI. GIBT

ES DA EINEN AUSTAUSCH UNTEREINANDER? VER-

BINDET ES, WENN MAN VON DERSELBEN HOCH-

SCHULE KOMMT?

Auf jeden Fall. Es ist immer schön, andere Absolventen

von der Filmakademie zu treffen und sich über Erfahrungen

auszutauschen.

ARBEITET IHR HIN UND WIEDER MIT ANDEREN

ABSOLVENT*INNEN DER FILMAKADEMIE ZUSAM-

MEN? UND WENN JA, WARUM?

Wir drehen fast jede unserer Arbeiten mit Jan

David Günther als Kameramann. Wir haben uns in der

Filmakademie kennengelernt und gemerkt, dass wir kreativ

auf einer Wellenlänge sind. DEAR BROTHER war

der erste Film, den wir damals zusammen gedreht haben.

118


119


STECKBRIEF

Filmschauspielworkshop

+

International

Screen Acting Workshop

1

STUDIENKOORDINATION

Juliane Voigtländer

Volontärin: Jessica Sautter

2

LEITENDE(R) DOZENT*IN

Prof. Christian Wagner

3

WIE VIELE STUDIERENDE

PRO STUDIENJAHR?

28-30 Schauspieler*innen

4

WAS SOLLTE MAN ALS

BEWERBER*IN MITBRINGEN?

Schauspielausbildung, Fantasie,

Offenheit und gute Energie!

5

WARUM SOLLTE MAN

UNBEDINGT

HIER STUDIEREN?

Sowohl der deutschsprachige

Filmschauspielworkshop als auch

der englischsprachige International

Screen Acting Workshop sind

einzigartig und werden nur an der

Filmakademie Baden-Württemberg

angeboten.

Die Mischung aus Praxis und

Theorie sowie die Begegnungen mit

Branchenprofis und angehenden

Regisseur*innen runden das

Programm ab.

6

WAS LERNT MAN HIER

WÄHREND DES STUDIUMS?

Tipps und Tricks für das Schauspiel

vor der Kamera.

Und: Nachwuchsschauspiel meets

Nachwuchsfilmer*innen – hier ist

die Kontaktbörse ;-)

8

ONE COOL FACT ABOUT...

Follow us on Instagram or on our

Blog websites:

9

MOTTO

Schon filmreif ?

7

MYTH BUSTING:

WAS LERNT MAN HIER NICHT?

Leider dürfen die während des

Workshops gedrehten Szenen nicht

veröffentlicht werden. Es gibt also

KEIN Demomaterial.

120


121


FILMSCHAUSPIEL

[ • ]

122


DAS SPIEL

VOR UND MIT DER KAMERA

ERLERNEN

DER FILMSCHAUSPIELWORKSHOP AN

DER FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG

VERMITTELT SEIT DEM JAHR 2000 EINEN

UMFASSENDEN EINBLICK IN DIE KOMPLEXI-

TÄT DES AGIERENS VOR DER KAMERA UND

GEHÖRT HEUTE ZU DEN FÜHRENDEN ANGE-

BOTEN IN DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH UND

DER SCHWEIZ.

VOR DEM HINTERGRUND EINES SICH ZU-

NEHMEND INTERNATIONALISIERENDEN

FILMMARKTES WURDE DER WORKSHOP NEU

AUSGERICHTET UND ERWEITERT: SO KANN

DIE FILMAKADEMIE IN KOOPERATION MIT

DER SCHWEIZER FOCAL STIFTUNG, DEN EU-

ROPEAN SHOOTING STARS UND CASTFOR-

WARD/E-TALENTA SEIT HERBST 2016 ZU-

SÄTZLICH DEN INTERNATIONAL SCREEN

ACTING WORKSHOP IN ENGLISCHER

SPRACHE ANBIETEN. DIESER ERÖFFNET

AMBITIONIERTEN SCHAUSPIELER*INNEN DIE

MÖGLICHKEIT, SICH AUCH INTERNATIONAL

ZU PRÄSENTIEREN.

WIE KOMMT ES, DASS DEINE KARRIERE VOR AL-

LEM INTERNATIONAL SO GUT LÄUFT?

MARC: Das Internationale hat sich in den letzten drei

Jahren ergeben. Wenn man zurückblickt, hat sich meine

Karriere Schritt für Schritt entwickelt: Schauspielschule,

Filmschauspielworkshop an der Filmakademie BW, Theater

spielen und dann hin und wieder Rollen in deutschen

Produktionen. Internationale Erfahrungen konnte

ich dann mit THE LAST KINGDOM sammeln. Über

meine liebe Freundin Emily Cox, die eine der Hauptrollen

bekommen hat, bin ich zum Casting eingeladen

worden. Emily und ich hatten uns damals beim Workshop

in Ludwigsburg kennengelernt und sind seitdem

gut befreundet. Sie hatte mich bei den Castern der Serie

empfohlen und ich habe die Rolle dann tatsächlich

auch bekommen. Auf meine Rolle in THE LAST KING-

DOM habe ich im Ausland dann positive Resonanz erhalten

und dadurch auch weitere Castings. Und alles, was

dann kam, habe ich mir quasi erspielt. Ich glaube, international

läuft es vor allem deshalb ganz gut, weil ich

sprachlich nicht auf Deutsch begrenzt bin. Ich habe fast

keinen deutschen Akzent und bin relativ flexibel. Ich sage

immer „Was für mich bestimmt ist, kommt zu mir“

und ich hatte bisher einen guten Flow. So gesehen war

GAME OF THRONES dann auch „nur“ ein Casting wie

viele andere.

WÜRDEST DU DENN SAGEN, DASS DEIN INTER-

NATIONALER ERFOLG AUCH EINFLUSS AUF DEI-

NE KARRIERE IN DEUTSCHLAND HAT? MERKST DU,

DASS BEISPIELSWEISE MEHR ROLLENANGEBOTE

KOMMEN UND DASS DU GEFRAGTER BIST?

INTERVIEW MIT MARC RISSMANN, ABSOLVENT

DES INTERNATIONAL SCREEN ACTING WORK-

SHOPS:

INTERNATIONAL BIST DU SEHR GEFRAGT. NE-

BEN „THE LAST KINGDOM” UND „INTO THE BAD-

LANDS” BIST DU JETZT IN DER KOMMENDEN 8.

STAFFEL VON „GAME OF THRONES” ZU SEHEN.

Ich bin in kurzer Zeit relativ präsent auf dem internationalen

Markt geworden und das mit Projekten, die ich

sehr schätze. Und ich hoffe, dass mich diese Erfahrungen

zusätzlich noch mehr für den deutschen Filmmarkt

qualifizieren. Aber bisher habe ich das noch nicht so gemerkt.

Ich glaube, das wird die Zeit zeigen. Aber ich

denke, das hat schon einen Effekt. Alleine schon, wenn

du auf´s Showreel schaust. Aber wenn du jetzt beispielsweise

Tom Wlaschiha fragen würdest, dem haben sich

durch GAME OF THRONES viele Türen geöffnet. Der

123


FILMSCHAUSPIEL

hat einen ähnlichen Bogen über das Ausland geschlagen

und dreht jetzt tolle Projekte hier in Deutschland.

Mir geht es vor allem um den Stoff, um eine gute Geschichte.

Für mich ist die ganze Welt wie ein Spielplatz.

Hollywood ist nicht mehr nur auf Los Angeles

beschränkt. Hollywood findet so gesehen auch in Kanada

statt sowie in Irland, in England, in Frankreich,

oder eben auch in Deutschland. Es hängt natürlich immer

noch ein bisschen davon ab, mit wem man zusammenarbeitet.

Entsteht die richtige Chemie? Teilt man eine

Vision? Aber wo das Ganze stattfindet, in welcher

Form, in welcher Sprache, das ist mir egal. Ich glaube,

die Welt ist ein bisschen kleiner geworden. Ich kann

morgen ins Flugzeug steigen und bin am selben Tag

in Los Angeles. Das ist alles nicht mehr weit weg. Die

Technik gibt uns erst die Möglichkeit, sich auf so einer

großen Bühne zu bewegen. Früher wurden Drehbücher

noch per Fax oder Post verschickt – heute gibt

es ganz andere Möglichkeiten, die man nutzen kann.

anderen gemacht. Das ist mein Prinzip. Wenn ich gerade

nicht beschäftigt war oder bin, kreiere ich Sachen für

mich selbst. Ich habe beispielsweise Szenen geschrieben

und selbst gedreht, wodurch ich Regie führen durfte. Es

war letztlich alles learning by doing. Aber das kam aus

der Motivation, nicht stillstehen zu wollen. Ich bin auch

nicht der Typ, der auf Partys geht, sich selbst verkauft

und der beste Socializer ist. Ich definiere mich lieber

über meine Arbeit. Und ich glaube, auf sich selber zuzugehen,

ist eine der wichtigsten und stärksten Sachen, die

man machen kann als Schauspieler.

Auf der anderen Seite kann das aber natürlich auch ablenkend

sein. Man muss ja erst Mal lernen, mit dem Internet

umzugehen, um sich nicht beispielsweise in Social

Media zu verlieren. Manchmal hat man den Eindruck,

dass, obwohl es so viele Möglichkeiten gibt, inhaltlich

weniger kommuniziert wird denn je. Das birgt auch Gefahren.

DU BIST DAMALS NACH DEM WORKSHOP ERST

ANS THEATER UND HAST NICHT SOFORT FILME

GEDREHT. WÜRDEST DU DENNOCH SAGEN, DASS

DU VOM WORKSHOP PROFITIERT HAST?

Für mich war der Workshop damals die erste Chance,

Film zu schnuppern. Ich hatte überhaupt keine Ahnung

von irgendwas. Das war meine allererste Auseinandersetzung

mit dem Filmschauspiel und ich glaube,

das hat mir ganz gut getan. Obwohl ich danach wieder

ein bisschen Theater gespielt habe, hatte ich dann trotzdem

ein Gefühl für den Film. An der Hamburg Media

School habe ich beispielsweise bei einem Kurzfilm Regie

geführt, was mir sehr dabei geholfen hat, ein Verständnis

dafür zu entwickeln, was passiert und für was

jeder zuständig ist. Ich finde, wenn man die Gewerke

versteht und respektiert, dann hilft das. So lernt man

es als Schauspieler auch schätzen, dass man eigentlich

nur für seine Figur verantwortlich ist. Das ist ein

wahnsinniger Luxus im Vergleich zum Regie führen.

Ich bin nicht in den Supermarkt gegangen und wurde

entdeckt, sondern ich habe einen Schritt nach dem

INTERVIEW MIT GABRIEL RAAB, ABSOLVENT

DES FILMSCHAUSPIELWORKSHOPS:

HAT ES EINFLUSS AUF DEINE KARRIERE GENOM-

MEN, DASS DU NACH DEM WORKSHOP AN DER

FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG STUDEN-

TISCHE KURZFILME GEDREHT UND LEUTE KEN-

NENGELERNT HAST?

GABRIEL: Für mein Demo-Reel tatsächlich weniger,

weil ich das Material oft doch nicht verwendet habe.

Aber ich habe wahnsinnig viele Leute kennengelernt.

Auch durch die Kurzfilme und die Produktionen. Ich begegne

mittlerweile vielen Menschen, wenn ich irgendwo

bei einer Veranstaltung oder einem Filmempfang bin,

die ich damals getroffen habe. Allein dadurch hat sich

ein Netzwerk aufgebaut und dafür war die Zeit sehr gut!

Was ich zurzeit manchmal vermisse, ist die Möglichkeit,

kreativer zu arbeiten. Sich Gedanken zu machen,

Dinge auszuprobieren, Fehler zu machen. Am meisten

lernt man ja über das Fehler machen und über das Fehler

machen dürfen. Über‘s Scheitern dürfen, über das

Ausprobieren. Und das ist an einem richtigen Set meistens

überhaupt nicht möglich. Da musst du hinkommen

und fertig vorbereitet sein. Du musst schnell funktionieren.

Da sind solche Plätze wie die Filmakademie

124


Baden-Württemberg und deren Produktionen wirklich

toll, weil man sich ausprobieren und lernen kann.

KAM DIR FÜR DIE UMSTELLUNG VON DER BÜHNE

VOR DIE KAMERA AUCH DER WORKSHOP AN DER

FILMAKADEMIE ZUGUTE ODER WAR DAS EHER EIN

LERNPROZESS ÜBER MEHRERE JAHRE, UM DAS ZU

VERINNERLICHEN?

Es war definitiv ein Lernprozess über mehrere Jahre,

trotzdem hat der Workshop geholfen. Gerade am Anfang,

wenn du noch fast gar keine Dreherfahrung hast,

ist es natürlich sehr gut, wenn du eine Möglichkeit bekommst,

dich auszuprobieren und danach auch darüber

zu sprechen. Außerdem sieht man, wie man vor der Kamera

wirkt, was man vielleicht zu groß spielt und was

nicht rüberkommt. Der Workshop hat mir geholfen, um

in einem geschützten Rahmen einen ersten Eindruck

von dem Medium zu bekommen.

GIBT ES RÜCKBLICKEND IN DEINER KARRIERE

UND DEINEM WERDEGANG SCHRITTE UND ENT-

SCHEIDUNGEN, DIE DU BEREUST UND WO DU IM

NACHHINEIN VIELLEICHT GERNE ETWAS ANDERS

GEMACHT HÄTTEST?

Es ist schwierig, das rückblickend zu sagen, weil man

letztlich diese Fehler machen musste, um das zu erkennen

und zu verstehen. Aber ich hatte schon oft Situationen,

in denen ich meiner inneren Stimme nicht vertraut

habe. Wo ich mich in eine Richtung habe drängen lassen

und gedacht habe: Okay, wenn der oder die das sagt,

dann mache ich das jetzt so. Und im Nachhinein habe

ich dann gesehen, dass es in dem Moment doch richtiger

gewesen wäre, wenn ich mir selbst vertraut hätte.

Aber es ist, gerade als junger Schauspieler, sehr schwer,

auf seine Intuition zu hören und dann auch noch für

sich einzustehen und zu sagen, dass man das anders sieht

oder gerne anders machen oder probieren möchte. Es ist

ein weiter Weg, um da hinzufinden. Und ich glaube, ich

habe den Weg auch gebraucht (lacht).

Filmakademie Baden-Württemberg. Da lernt man in der

Arbeit schon Leute kennen, kommt in Kontakt mit Casting

Direktor*innen wie Nina Haun und hat schon da

Kontakt zur Branche und den Leuten. Das ist ein bisschen

einfacher, als mit einem Namenschild auf einem

Empfang zu stehen und zu versuchen, jemanden anzuquatschen,

der eigentlich überhaupt kein Interesse daran

hat, mit dir zu sprechen (lacht). Da finde ich so einen

Rahmen wesentlich geeigneter, um sich ein Netzwerk

aufzubauen. Sonst bist du einfach Irgendjemand. So

lernst du dich über die Arbeit und über einen Austausch

kennen und das macht für beide Seiten mehr Sinn.

HAST DU DENN EINEN RATSCHLAG BEZIEHUNGS-

WEISE EINEN TIPP FÜR JUNGE SCHAUSPIELER*IN-

NEN NACH IHRER AUSBILDUNG, ÜBER DEN DU

SELBST DAMALS VIELLEICHT FROH GEWESEN

WÄRST?

Ein ganz einfacher Tipp ist, dass man gut vorbereitet

sein sollte. Wenn man eine Theaterausbildung

macht, ist man es gewohnt, sehr lange zu proben und

über Rollen zu sprechen. Wenn man dann zum ersten

Mal an ein Filmset kommt, muss man oft sehr

schnell funktionieren. Eine gute Vorbereitung hilft

da sehr. Trotzdem sollte man in einer gewissen Weise

noch flexibel sein. Das gibt Ruhe und Sicherheit.

Und man darf sich von Niederlagen und von den Meinungen

einzelner Personen nicht runterziehen lassen.

Man muss einfach weitermachen und dranbleiben. Und

über den Erfolg entscheidet dann, ob man durchhält.

WIE WICHTIG FINDEST DU ES ZU „NETWORKEN”?

ZUM BEISPIEL AUF EVENTS WIE DEM FILMFEST

MÜNCHEN ODER DER BERLINALE?

Ich denke, es ist wichtig! Ich kann das leider, und das

sagen wahrscheinlich die meisten Schauspieler, nicht

so gut. Mir fällt es leichter bei Gelegenheiten wie beispielsweise

dem Filmschauspielworkshop an der

125


AUFTRAGSPRODUKTIONEN

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_YVES ALAIN LAMBERT,

HERSTELLUNGSLEITER DRITTMITTEL/

AUFTRAGSPRODUKTIONEN

_ CHRISTIAN MÜLLER,

HERSTELLUNGSLEITUNG DRITTMITTEL/

AUFTRAGSPRODUKTIONEN ANIMATIONSINSTITUT

STUDIUM FINANZIEREN,

ERFAHRUNGEN SAMMELN,

EXISTENZ AUFBAUEN

AUFTRAGSPRODUKTIONEN IM DRITTMITTEL-

BEREICH WERDEN MIT ERFAHRENEN STU-

DIERENDEN, MIT ALUMNI UND BEVORZUGT

MIT PRODUKTIONSFIRMEN, DIE ABSOLVEN-

TINNEN UND ABSOLVENTEN IN DER REGION

GEGRÜNDET HABEN, REALISIERT. AUCH DIE

ZUSAMMENARBEIT MIT EXTERNEN FIRMEN

IST MÖGLICH.

STUDIERENDE

Diese Auftragsproduktionen der FABW ermöglichen

den Studierenden über die Projekte in der Lehre hinaus

wichtige Erfahrungen in der Praxis und bieten zudem

die Gelegenheit, sich den eigenen Lebensunterhalt

zu finanzieren.

Das eigene Tun ist der Schlüssel für den Erfolg. Konzeptwettbewerbe

bieten die Chance, sich auszuprobieren.

Mit welcher Strategie überzeuge ich den Auftraggeber

von meinen Ideen? Welche Haltung nehme ich dabei

ein? Ganz im Sinne der praxisorientierten Ausbildung

lernen die Beteiligten, bereits im Pitch unter realen Bedingungen

zu präsentieren.

Begleitet durch die Mitarbeiter*innen der FABW, übernehmen

Studierende Verantwortung für ein professionelles

Projekt. Verträge müssen erfüllt, Budgets und

Zeitpläne eingehalten werden. Mit anspruchsvollen Auftraggebern

werden Absprachen getroffen, die unbedingt

eingehalten werden müssen. Verbindlich und verlässlich

zu agieren, schafft Vertrauen. Doch wie kommuniziere

ich mit dem Marketingleiter, der Geschäftsführerin

oder einem Familienunternehmer? Warum sind diese

Menschen neugierig auf mich, auf meine Ideen abseits

ausgetretener Pfade? Andererseits: Welchen Zwängen

unterliegen meine Ansprechpartner? Gibt es Grenzen

für meine Kreativität? Welche Rolle spielen Corporate-Identity-Vorgaben

und Marketing-Bibeln?

ALUMNI

Da die Förderung der Absolventinnen und Absolventen

ein wichtiges Anliegen ist, unterstützt die FABW das eigene

Netzwerk und bildet so eine Brücke vom Studium

zur Berufswelt. Die Aufträge bieten jungen Produzentinnen

und Produzenten einen Startimpuls für eine spätere

betriebswirtschaftliche Existenzgrundlage. Nachfolgeprojekte

kann eine Produktionsfirma eigenständig ohne

die Filmakademie umsetzen.

EXTERNE FILMPRODUKTIONSFIRMEN

Auch wenn die Zusammenarbeit mit Studierenden und

Alumni im Vordergrund steht, so sind dennoch Kooperationen

mit externen Filmproduktionsfirmen möglich,

wenn Studierende oder Alumni dort in relevanter Rolle

eingebunden sind. Gewinnen Studierende oder Alumni,

die bei einer externen Produktionsfirma arbeiten, einen

Konzeptwettbewerb, so kann jene den Auftrag mit

der FABW zusammen umsetzen.

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FÖRDERVEREIN

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DER FÖRDERVEREIN DER FILMAKADEMIE

UND DER CALIGARI-PREIS

IM JAHR 2018 FEIERTE DER FÖRDERVEREIN

DER FILMAKADEMIE EIN DOPPELTES JUBILÄ-

UM. ZUM EINEN WURDE ER 25 JAHRE ALT,

ZUM ANDEREN WURDEN IM RAHMEN EINER

FESTLICHEN VERLEIHUNG IM ALBRECHT ADE

STUDIO DIE CALIGARI-FÖRDERPREISE ZUM

20. MAL VERGEBEN. IN DIESER ZEIT HAT

DER FÖRDERVEREIN DIE STOLZE SUMME

VON 743.000 EURO ZUSAMMENGETRAGEN

– UND DAS AUSSCHLIESSLICH ZUR UNTER-

STÜTZUNG STUDENTISCHER FILMPROJEKTE.

der Arbeit des Fördervereins auf den Punkt: „Der Förderverein

stärkt mit seinem Engagement das international

hervorragende Renommee der Filmakademie. Mit

den Caligari-Preisen werden besonders ambitionierte

studentische Filmvorhaben ausgezeichnet und deren

Realisierung unterstützt. Ohne die wertvolle Arbeit

des Fördervereins könnte manches Studienprojekt nicht

umgesetzt werden. Gleichzeitig sind diese Preise auch

ein Zeichen der Wertschätzung für besondere Leistungen

der Studierenden im Rahmen ihres Studiums - und

ein Ansporn für die Zukunft.“

Die Caligari-Förderpreise werden seit 1999 verliehen,

vorwiegend von Firmen und Institutionen aus der Region

Stuttgart/Ludwigsburg. Die Besonderheit des jährlichen

Wettbewerbs besteht in der Auszeichnung studentischer

Projekte, die noch nicht verfilmt sind. Die

Jury, die neue und gesellschaftlich relevante Inhalte unterstützen

will, entscheidet über die Vergabe der Fördersumme

von jeweils 5.000 Euro anhand eingereichter

Unterlagen sowie der Vorstellung der Teams und hat

dabei schon oft ein gutes Gespür bewiesen. Die fertiggestellten

Filme nehmen an internationalen Festivals teil

und gewinnen dort regelmäßig beachtliche Preise – bis

hin zu Oscar-Nominierungen. So erhielt 2016 z.B. der

Diplomfilm OHNE DIESE WELT einen „Caligari“, der

beim Max Ophüls Preis in Saarbrücken ausgezeichnet

wurde und dessen Regisseurin Nora Fingscheidt mit ihrem

Debütfilm SYSTEMSPRENGER momentan riesige

Erfolge feiert.

Aktuell zählt der Förderverein der Filmakademie Baden-Württemberg

über 400 Mitglieder. Im Jahr 2006 waren

es noch etwa halb so viele, eine erfreuliche Entwicklung.

Dennoch ist der Förderverein natürlich weiterhin

auf neue Mitglieder angewiesen, um seine Unterstützung

zum Wohle der Studierenden aufrecht erhalten zu

können. Daher gibt es besondere Angebote: Für Studierende

der Filmakademie ist die Mitgliedschaft kostenlos,

und für Alumni, die der Ludwigsburger Filmhochschule

verbunden bleiben möchten, wird ein Förderbeitrag erst

ein Jahr nach ihrem Abschluss fällig.

Staatssekretärin Petra Olschowski, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende

der Filmakademie, bringt die Bedeutung

DIE AKTUELLEN STIFTER DER CALIGARI-PREISE:

- Andreas Stihl AG & Co.KG

- Cinecore Motion Pictures GmbH

- Landesanstalt für Kommunikation, Stuttgart

- Stadt Ludwigsburg

- Stiftung Kunst, Kultur und Bildung der

Kreissparkasse Ludwigsburg

- SV Sparkassen Versicherung Holding AG

- UFA Fiction GmbH

- Wüstenrot Stiftung

Hinzu kommen zwei Preise, die aus dem Kreis der Mitglieder

des Fördervereins vergeben werden.

VORSITZENDE DES FÖRDERVEREINS:

- Fred Oed (1993 – 1997)

- Klaus Haasis (1997 – 2005)

- Prof. Albrecht Ade (2005 – 2013)

- Matthias Berlinghof (2013 – 2019)

- Jürgen Walter, MdL (seit 2019)

KONTAKT:

FÖRDERVEREIN DER FILMAKADEMIE

BADEN-WÜRTTEMBERG E.V.

Akademiehof 10

71638 Ludwigsburg

Tel. 07141 / 969 82113

Fax 07141 / 969 82292

E-Mail: foerderverein@filmakademie.de

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Wenn

Sie Filmgeschichte

schreiben wollen,

können Sie

das jetzt gerne tun.

Werden Sie Mitglied im Förderverein der Filmakademie Baden-Württemberg. Der Förderverein unterstützt zahlreiche

Aktivitäten der Filmakademie und vergibt jährlich den Caligari, ein begehrtes Förderstipendium für Studierende.

Als Mitglied des Fördervereins haben Sie freien Eintritt zu vielen Film- und Medienevents und kommen ins Gespräch

mit Medienschaffenden, Lehrenden und dem Nachwuchs der Filmakademie. Ausführliche Informationen über die

Arbeit des Fördervereins erhalten Sie unter Telefon 07141 / 969 82113 oder foerderverein@filmakademie.de.

Hiermit erkläre ich, dass ich dem Förderverein der

Filmakademie Baden-Württemberg e.V. als Mitglied beitreten möchte,

zu einem Jahresbeitrag von:

Name, Vorname :

Titel, Position :

Firma :

kostenfrei als Student/-in

für die Zeit des Studiums an der Filmakademie

bis 1 Jahr nach Abschluss / Abschlussjahr:______

Anschrift :

Telefon/Fax :

EUR 55,–

als Privatperson

E-Mail :

EUR 350,– als Unternehmen

Datum/Unterschrift :

Bitte senden oder faxen Sie diese Beitrittserklärung an folgende Adresse :

Förderverein der Filmakademie Baden-Württemberg e.V., Akademiehof 10, 71638 Ludwigsburg, Fax Nr. 969 82299.

Vorstand: Jürgen Walter, MdL (Vorsitzender), Prof. Sabine Hirtes und Yves Alain Lambert (Stellvertreter), Prof. Albrecht Ade, Andrea Block, Sarah Gewert, Rolf Heiler, Friedrich Müller


FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG GMBH

AKADEMIEHOF 10

D - 71638 LUDWIGSBURG

TEL: +49 7141 969 0

E-MAIL: INFO@FILMAKADEMIE.DE

WWW.FILMAKADEMIE.DE

filmakademiebw

filmakdemie_bw

@FilmakademieBW

TheFilmakademie

filmakademiebw


IMPRESSUM

HERAUSGEGEBEN VON DER

FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG GMBH

LUDWIGSBURG

VERANTWORTLICH IM SINNE DES PRESSEGESETZES

Prof. Thomas Schadt

REDAKTION

Andreas Friedrich, Fenja Schnizer, Meike Steinmetz, Nora Hieronymus, Franziska Ullrich

TEXTE UND INTERVIEWS

Andreas Friedrich, Fenja Schnizer, Meike Steinmetz, Nora Hieronymus, Franziska Ullrich,

Michael Achilles, Anne Christine Knoth, Lennart Lenzing, Guido Lukoschek, Jessica Sautter,

David Spaeth, Juliane Tutein, Dorothea Volke

GESTALTUNG

Kommunikationsdesign Heide Sorn-Daubner, Stuttgart

DRUCK

Druckerei Raisch GmbH & Co. KG, Reutlingen

AUFLAGE

1.500

FOTONACHWEIS

Umschlag: „Trümmermädchen“, © Filmakademie Baden-Württemberg GmbH (FABW) / Foto: Philip Henze

S. 3 © FABW / Foto: Roland Mönch

S. 4, 6 Akademiehof Campus: © FABW / Foto: Catharina Clausen

S. 4, 22-25 „Trümmermädchen“: © FABW / Foto: Philip Henze

S. 4, 46 „Was bleibt“ (Atelier LB-Paris): © FABW / Foto: Johannes Rupf

S. 4 „Lord oft he Toys“: © FABW / Foto: André Krummel

S. 5, 69, 74-76, 78-79: „Systemsprenger“: © Yunus Roy Imer / Port au Prince Pictures

S. 5, 85 Porträt David Spaeth: © privat

S. 5, 93 Katharina Fiedler: © privat

S. 5, 98 Green Shooting: © Svenja Weber

S. 5, 106 Porträt Marlen von Heydenaber: © Samira Hashemi Tarighi

S. 5, 112, 114 Dorian & Daniel: © privat

S. 8, 10 FABW Zelt: © FABW / Foto: Catharina Clausen

S. 7 Thea Dorn: © Karin Rocholl

S. 11, 15-17 Screen.Time: © Filmakademie Baden-Württemberg / Foto: Leonard Frederic Caspari

S. 14, 58 Campus International: © Philip Henze

S. 27 Prof. Andreas Hykade: © Dominique Brewing

S. 36 Night of Shame: © Tobias Barnowsky

S. 48 „Sprechende Löcher“: © FABW / Foto: Elisa Matilde

S. 51 „Ella“: © FABW / Foto: Iris Zimmermann

S.53 „Inspektion“: © FABW / Foto: Faustine Dubourthoumieu

S. 54, 56 © Gabriel Rühle

S. 62 oben, 64-66 „Lord of the Toys“: © FABW / Foto: André Krummel

S. 62 unten, Am Set von „Lord of the Toys“: © Roland Scheliga

S. 63 Pablo Ben Yakov: © Marc Eberhardt

S. 70-71 Premiere Kurzgeschichtenband „Neid“: © FABW / Foto: Philip Henze

S. 73 © Nils Knoblich

S. 77 Porträt Nora Fingscheidt: © Philip Leutert

S. 82-84 „Betrug“: © Eikon Media GmbH / Foto: Christian Rein

S. 85 „Betrug“: © Eikon Media GmbH / Foto: Gunter Merz

S. 87 Setfoto „Betrug“: © Eikon Media GmbH / Foto: Helene Friedl

S. 87 Plakatmotiv „Betrug“: © Eikon Media GmbH

S. 89 © Markus Rebholz, Volker Armbruster

S. 92 oben „My Name Is Salt“: © Leafbird Films

S. 92 (unten), 94-95 „Island of the Hungry Ghosts“: © Chromosom Film GmbH, Third Films Ltd, Alex Kelly,

Gabrielle Brady, Various Films, & WDR

S. 99, 102 © Christina Honig / privat

S. 101 © Silke Harten-Preiss / privat

S. 103 © MFG Baden-Württemberg

S. 107, 109 (oben, 2.v.o.) „25km/h“: © Sunnysideup Film GmbH

S. 109 (unten, 2.v.u.): © Thunerseespiele

S. 111 (Setfoto): © Leon Greiner

S. 117 © Element E

S. 117 „Cafe Royal“: © Element E / Zauberberg Productions

S. 121 Porträt Marc Rissmann: © Ana Ularu

S. 122 Porträt Gabriel Raab: © Hannes Caspar

Weitere Fotos: © Filmakademie Baden-Württemberg GmbH


Filmakademie Baden-Württemberg GmbH | Akademiehof 10 | 71638 Ludwigsburg

WWW.FILMAKADEMIE.DE | WWW.ANIMATIONSINSTITUT.DE

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