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Filmakademie Baden-Württemberg Campus Magazin 18/19

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CAMPUS MAGAZIN

FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG

ZWANZIG

ACHTZEHN

ZWANZIG

NEUNZEHN


CAMPUS MAP

Die technischen Bereiche der Filmakademie stellen

die technische Infrastruktur für Verwaltung, Lehre

und Produktion sicher.

IT-OfficeNet

Kino

Mobile Technik (Rental)

Studios

Videoschnitt

Werkstatt Szenenbild

Das Ausbildungsangebot spiegelt

die ganze Bandbreite der Themen

der Medienbranche wider, von

Drehbuch, Regie und Kamera bis zu

Animation, Szenenbild und Montage,

von Produktion, Filmmusik und

Sounddesign bis zu Motion Design

und Interaktive Medien, verteilt auf

3 Studiengänge:

Film und Medien

Filmmusik und Sounddesign

Produktion

LEHRE

TECHNIK

AKADEMIE

FÜR DARSTELLENDE

KUNST

Die ADK bereitet Studierende umfassend –

und deutschlandweit in der Kombination

einmalig – auf Berufe für die Bühne und den

Film vor. Die interdisziplinäre, praxis- und

projektorientierte Ausbildung erfolgt in jahrgangsund

studiengangsübergreifender Zusammenarbeit

zwischen Regie, Dramaturgie, Schauspiel und

Bühnen- und Kostümbild.

ATELIER

LUDWIGSBURG-PARIS

Das Atelier Ludwigsburg-Paris ist eine

inhaltlich autonome Einrichtung unter

dem Dach der Filmakademie.

ALUMNI-NETZWERK

FÖRDERVEREIN

Das Alumni-Netzwerk sorgt für einen regelmäßigen

Kontakt und Austausch mit

den Absolventinnen und Absolventen der

Filmakademie, etwa durch die Pflege der

Alumni-Homepage, das Versenden von

Newslettern, die Organisation von Veranstaltungen

und die Weiterleitung von

Jobangeboten.

Der Förderverein der Filmakademie Baden-

Württemberg e.V. wurde 1993 gegründet

und hat inzwischen über 400 Mitglieder.

Er ist als gemeinnütziger Verein steuerlich

anerkannt und entsprechend seiner Satzung

auf die Leistungsförderung ausgerichtet.


Die Stabsstellen sind der

Geschäftsführung direkt zugeordnet.

Assistenz des Direktors

Controlling

Drittmittel

Festivals

Internationales Büro

Justiziar

Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

Referent des Direktors

Stipendien / Pitchings

Studienleitung /

Transmedia Koordination

Vertrieb & Lizenzen

STABSSTELLEN

Im Bereich der Verwaltung umfassen

die Zuständigkeiten u.a.

das Finanz- und Rechnungswesen,

den Jahresabschluss, Controlling,

Risikomanagement, Beschaffungen,

Rechtsfragen, die Stellen-,

Personalplanung und Personalentwicklung

sowie die Allgemeine

Verwaltung und Betriebsorganisation.

Allg. Verwaltung

Bibliothek

Finanz- & Rechnungswesen

Kfm. Verwaltung

Personal & Honorare

Studienreferat

Verwaltung Lehre

Das Animationsinstitut ist Teil der

Filmakademie, es verfügt zugleich in vielen

Bereichen über eigene organisatorische

Strukturen.

FMX

Forschung & Entwicklung

Kfm. Verwaltung

Stabsstellen

Technik/IT-Office

Verwaltung Lehre

ANIMATIONSINSTITUT

VERWALTUNG

GESCHÄFTSFÜHRUNG

ASTA

Die Geschäftsführung ist im Bereich der Lehre u.a.

zuständig für die Konzeption, Planung und Umsetzung

der Lehre, die Akquisition der Lehrenden, Studienkoordinator*innen

und Projektbetreuer*innen, Drittmittelproduktionen,

die Entwicklung des Medienstandortes für

Alumni und Existenzgründungen sowie die Zusammenarbeit

mit regionalen und überregionalen Sendern und

Produktionsfirmen.

Der Allgemeine Studierendenausschuss wird

zu Beginn jedes Studienjahres unmittelbar von

der Studierendenschaft gewählt. Er vertritt

die Belange der Studierenden innerhalb und

außerhalb der Filmakademie und nimmt beratende

und unterstützende Aufgaben im Dienste der

Studierendenschaft der Filmakademie wahr.


EDITORIAL

INTERNATIONALITÄT

SPÄTESTENS NACH DEM ENDE DES ZWEITEN WELTKRIEGS

WURDE DIE DEUTSCHE FILM- UND MEDIENLANDSCHAFT ZUNEHMEND AUCH INTERNATIONAL

GEPRÄGT. IM WESTEN VORNEHMLICH DURCH DEN EINFLUSS HOLLYWOODS,

IN DER DDR DURCH DAS OSTEUROPÄISCHE KINO.

Später wurden die partnerschaftlichen Verbindungen zu unserem Nachbarn

Frankreich sowie die Entwicklung und Erweiterung der Europäischen

Union wichtige Faktoren einer länderübergreifenden Zusammenarbeit.

Heute, in Zeiten der Globalisierung, ist eine national isolierte Filmwirtschaft

kaum noch denkbar – und sicher auch nicht wünschenswert.

Die Filmakademie Baden-Württemberg trägt diesen Entwicklungen schon

seit vielen Jahren Rechnung und baut ihre globale Vernetzung konsequent

und zielgerichtet aus.

Eine im Januar 2018 geschlossene bilaterale Kooperation mit dem Film

and Television Institute of India (FTII), unterstützt durch die Baden-Württemberg

Stiftung, wird es unseren Studierenden künftig ermöglichen,

ähnliche Einblicke in die dortige Filmkultur und -wirtschaft zu nehmen.

Ebenfalls durch die Unterstützung der Baden-Württemberg Stiftung ist es

uns seit 2002 möglich, eine Gruppe von Studierenden aus unterschiedlichen

Gewerken für mehrere Wochen zum „Hollywood Workshop“ nach

Los Angeles zu entsenden, wo sie von bekannten und nicht selten legendären

Profis der US-Filmindustrie unterrichtet werden.

Das Animationsinstitut trägt mit der Organisation des weltweit beachteten

Fachkongresses FMX - Conference on Animation, Effects, Games and

Immersive Media zur internationalen Vernetzung der Filmakademie bei.

Oder mit dem Programm „Animation Sans Frontières“ (ASF), das in Kooperation

mit Filmhochschulen in Dänemark, Frankreich und Ungarn seit

2008 Animationsschaffende aus allen Gewerken zusammenbringt.

Auch der von Prof. Christian Wagner konzipierte International Screen

Acting Workshop (ISAW) ist ein wichtiger Baustein im internationalen

Plan der Filmakademie. Er bietet jungen Schauspielerinnen und Schauspielern

aus ganz Europa die Gelegenheit, sich für den europäischen Filmmarkt

weiter zu qualifizieren – mit Unterrichtseinheiten in englischer

Sprache und unter Anleitung international gefragter Dozent*innen. Denn

europäische Koproduktionen werden in den kommenden Jahren zunehmend

an Bedeutung gewinnen.

Nicht zuletzt versammelt das Atelier Ludwigsburg-Paris, ein u.a. von der

EU gefördertes einjähriges Weiterbildungsprogramm in den Bereichen

Produktion und Verleih, Teilnehmer*innen aus Frankreich, Deutschland

und weiteren europäischen Ländern auf dem Akademie-Campus in Ludwigsburg.

Die Ausbildung findet an der Filmakademie und an den Partnerhochschulen

La Fémis in Paris und der National Film and Television

2


STATT ISOLATIONISMUS

School in Beaconsfield bei London statt und umfasst auch Besuche hochrangiger

Filmfestivals. Mit La Fémis besteht zudem eine in dieser Konstellation

einmalige Kooperation unter dem Label „Fiction Alexa“, welche die

Realisierung eines Kurzfilms in gemischten deutsch-französichen Teams

in Paris und Ludwigsburg vorsieht.

Solche internationalen Partnerschaften sind für die Filmakademie

Baden-Württemberg von großer Bedeutung. Mittlerweile betreiben wir

erfolgreiche Austauschprogramme mit Filmhochschulen in aller Welt.

Für die von diesen Schulen nach Ludwigsburg entsendeten Gaststudierenden

haben wir vor einigen Jahren die sogenannte „International Class“

(ICLA) ins Leben gerufen, ein eigenes kleines Curriculum, das englischsprachige

Lehrangebote bündelt. Dadurch können unsere Gaststudierenden

besser in das Unterrichtsgefüge integriert werden.

Die Partnerprogramme mit ausländischen Hochschulen werden von uns

regelmäßig evaluiert und überprüft. Dadurch stellen wir sicher, dass sowohl

die Incoming Students als auch die Outgoings nachhaltig von ihren

Auslandserfahrungen profitieren. Auf diese Weise entsteht ein lebendiges

internationales Netzwerk, das hoffentlich noch lange gedeihen wird.

Dabei sind uns insbesondere der interkulturelle Austausch sowie die

Stärkung des europäischen Gedankens wichtig, nicht zuletzt angesichts

aktueller isolationistischer und nationalistischer

Tendenzen, die in Übersee, aber auch in weiten

Teilen unseres Kontinents um sich greifen.

Ich würde sogar so weit gehen, dass dies unsere

wichtigste Aufgabe überhaupt in den nächsten

Jahren sein wird. Denn nur aus dem Verstehen

anderer Kulturen können auch Verständnis und

Verständigung erwachsen, und nur ein Klima

der Toleranz und Aufgeschlossenheit kann dazu

beitragen, Konflikte zu vermeiden – auf persönlicher

Ebene ebenso wie auf dem großen internationalen

politischen Parkett.

Prof. Thomas Schadt

Geschäftsführer der Filmakademie Baden-Württemberg

3


INHALT

2

EDITORIAL

Prof. Thomas Schadt,

Geschäftsführer der Filmakademie

Baden-Württemberg

20

DAS ANIMATIONSINSTITUT

50

SPOTLIGHT:

6

CAMPUS LUDWIGSBURG

54

BILDGESTALTUNG/KAMERA

14

34

ALUMNI IM FOKUS:

Wolfram Kampffmeyer,

Absolvent Animation

58

DOKUMENTARFILM

EIN ÜBERBLICK ÜBER DAS

STUDIUM AN DER

FILMAKADEMIE

18

SPOTLIGHT:

CONTENT DEVELOPMENT

40

DAS ATELIER

LUDWIGSBURG-PARIS

62

DREHBUCH

64

KURZGESCHICHTENBAND

46

INTERNATIONALE

NETZWERKE

66

FERNSEHJOURNALISMUS

4


68

82

100

FILMGESTALTUNG

MONTAGE/SCHNITT

SZENISCHER FILM

84

MOTION DESIGN

104

WERBEFILM

72

FILMMUSIK

90

PRODUKTION

108

76

FILMTON/SOUNDDESIGN

78

92

SPOTLIGHT:

GREEN SHOOTING

FILMSCHAUSPIEL

112

AUFTRAGSPRODUKTIONEN

ALUMNI IM FOKUS:

Anne Zohra Berrached,

Absolventin Regie

94

114

SERIEN PRODUCING

98

DER FÖRDERVEREIN

DER FILMAKADEMIE

BADEN-WÜRTTEMBERG

SZENENBILD

5


CAMPUS LUDWIGSBURG

ZWANZIG

ACHTZEHN

ZWANZIG

NEUNZEHN

WO ZU BEGINN DER 1990ER JAHRE

VERLASSENE KASERNENHÖFE UND PARK-

PLATZBRACHEN DAS BILD BEHERRSCHTEN,

IST EIN EINZIGARTIGES AUSBILDUNGSZEN-

TRUM FÜR THEATER, FILM UND MEDIEN

GEWACHSEN.

Die Akademie für Darstellende Kunst, die Filmakademie,

deren Animationsinstitut und das Atelier Ludwigsburg-Paris

tragen durch die Spitzenstellung, die sie in

ihren jeweiligen Bereichen einnehmen, dazu bei, dass

hier im fachspezifischen sowie im interdisziplinären

Raum auf höchstem Niveau gearbeitet wird. Ein zentrales

Merkmal des Ludwigsburger Campus liegt in der Autonomie

der vier ansässigen Ausbildungsstätten in der

Gestaltung ihrer Studieninhalte, während sie zugleich

auf zahlreichen Ebenen miteinander verwoben sind. Jede

Institution verfügt in ihrem Bereich über erstklassige

personelle und technische Ausstattung, weitreichende

internationale Vernetzung und einen Lehrkörper aus herausragenden

Künstler*innen und Praktiker*innen.

Dieses inspirierende Neben- und Miteinander bringt einen

interdisziplinären Geist mit sich, der Grenzüberschreitungen

zwischen Erzählformen, Genres und Technologien

enorm befördert. Die Möglichkeiten umfassen

Theater, Film, Animation, neueste digitale Postproduktionstechniken,

transmediale Formate und vieles mehr in

einer räumlichen Nähe, die in der europäischen Hochschullandschaft

ihresgleichen sucht. Ein gemeinsames

Credo der Institutionen besteht in der starken Projektorientierung

des Studiums. Die Studierenden finden neben

der Inspiration somit auch die Ressourcen für ihre

Vorhaben und sorgen mit ihren vielfältigen und ambitionierten

Projekten für ein pulsierendes Campusleben.

Der Ludwigsburger Campus bleibt so ein wichtiger Knotenpunkt

für Studierende, Alumni und auch für alle interessierten

Ludwigsburger Bürgerinnen und Bürger –

u.a. mit »Montags an der ADK« und dem Treffpunkt

»Campus International«.

6


ERÖFFNUNGSWOCHE 24. – 28.09.2018

24.09.2018

FESTLICHE ERÖFFNUNG

FILMAKADEMIE & ADK

11.00 – 13.00 UHR

BEGRÜSSUNG DURCH:

PROF. THOMAS SCHADT, PROF. ANDREAS HYKADE,

PROF. DR. ELISABETH SCHWEEGER

ERÖFFNUNGSGAST: JAN PINKAVA

ORT: FILMAKADEMIE, ALBRECHT ADE STUDIO

Für viele Studierende als impulsgebender Sprecher bei

der FMX bereits bekannt, wird Jan Pinkava als Keynote-

Speaker zur Eröffnung des Studienjahres über seinen beruflichen

Werdegang von den Anfängen bis heute berichten.

AUFTAKT NACH MASS

16.30 – 19.00 UHR

ORT: FILMAKADEMIE, ALBRECHT ADE STUDIO

Im Rahmen der Veranstaltung »Auftakt nach Maß« stellen

die Leiter*innen der Filmakademie, des Animationsinstituts

und der Akademie für Darstellende Kunst den

Erstsemester*innen den Campus vor, stehen für erste

Fragen zur Verfügung und übergeben anschließend an

die AStA-Vertreter*innen.

25. – 28.09.2018

GIBT ES GAR NICHTS

ZU SAGEN?

MEDIALE STUDIERENDEN REVOLTE 2018

HALTUNG ZEIGEN. EINE RECHERCHE.

Jan Pinkava, Ikone und Grenzgänger in der Welt des

Films, eröffnet mit einem Einblick in seine facettenreiche

Arbeit als Autor, Regisseur und Computeranimator

das diesjährige Studienjahr.

Der in Prag geborene, britisch-tschechische Jan Pinkava

interessierte sich schon früh für Musik, Theater und

Bildhauerei. Seine Reise führte ihn über ein Informatikstudium

in Wales zunächst in die Welt des Werbefilms.

Anfang der 1990er Jahre arbeitete Pinkava für die

Pixar Animation Studios u.a. an DAS GROSSE KRAB-

BELN und TOY STORY 2. Als Regisseur und Drehbuchautor

gewann er 1998 mit dem Film GERI’S GAME einen

Oscar in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm.

RATATOUILLE – Pinkava war als Co-Regisseur und Autor

tätig – wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit einem

Oscar für den besten Animationsfilm. Aktuell setzt

er sich als Creative Director bei Google Spotlight Stories

mit neuen Formen des immersiven und interaktiven

Storytelling für Mobile und VR auseinander.

WORKSHOP VOM ZENTRUM FÜR POLITISCHE

SCHÖNHEIT

10.00 – 17.00 UHR

ORT: ADK UND FILMAKADEMIE, ALBRECHT ADE

STUDIO

Unter der Leitung von Cesy Leonard – Künstlerin, Filmemacherin

und Chefin des Planungsstabs des Zentrums

für Politische Schönheit (ZPS) – findet ein viertägiger

Workshop statt. Zusammen mit Gastlehrenden und

den rund 120 Erstsemester*innen geht sie in etwa 12 Arbeitsgruppen

auf Recherche. Am letzten Tag werden die

Ergebnisse unter anderem in Form von Performances,

Theater, Hörspielen, Videogames und Animationen an

der Filmakademie präsentiert.

“Draußen in der Nacht schauten wir auf die Synagoge

auf der anderen Seite der Straße, rauchten, und der Programmleiter

eines großen Verlages begann zu schimpfen,

wie sehr es ihn enttäuschen würde, dass im Moment

kein deutscher Autor oder Intellektueller gegen

7


CAMPUS LUDWIGSBURG

DONNERSTAG, 16.05.2019

CAMPUSTAG

AB 10.00 UHR

Um die bestehenden Netzwerke zu verstärken und

damit das Potenzial des Campus weiter auszubauen,

sind für das Studienjahr Campustage vorgesehen.

Deren Programm stellen die AStAs der ADK

und der Filmakademie zusammen. Die zur Verfügung

stehende Frei-Zeit – an diesen Tagen finden

keine Lehrveranstaltungen statt – will ungezwungenen

Begegnungen, Möglichkeiten des Austauschs

und Kennenlernens Raum geben, das Feld weiter

öffnen, Visionen für Neues oder Gemeinsames entstehen

lassen und den Campus-Gedanken weitertragen.

8


den Rechtsruck in der Gesellschaft anschrieb, argumentierte,

Stellung bezog. Sich mit dieser Realität grundlegend

beschäftigte. Schlicht: Haltung zeigte. Wo war Juli

Zeh? Ilja Trojanow? Eva Menasse? Navid Kermani? Wo

waren alle jene, die für die SPD noch jüngst Wahlkampf

gemacht haben und sich dabei, mal wieder, auf die doch

so eindeutig politisch links verortete Künstlergeneration

eines Günter Grass berufen hatten? Das fragte er sich

und wohl auch mich und danach schaute er mich an, als

wüsste ich eine Antwort. Aber ich zuckte nur mit den

Schultern...“ (aus: „Gibt es gar nichts zu sagen?“ von Jana

Hensel, 30.04.2018, Zeit online)

Unsere Zeit fordert mehr denn je, Haltung zu zeigen.

Was bedeutet das überhaupt, als junger kreativer Mensch

Haltung zu zeigen? Wie zeigt sich das im kreativen Arbeiten

und wie zeigt sich das in der Entwicklung der Arbeit?

Warum ist es überhaupt wichtig, Haltung zu zeigen?

Gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern

des ZPS und bedeutenden/ bestechenden Zeitzeug*innen

aus unterschiedlichen Bereichen erarbeiten wir akute

Werke, die sich mit dem Thema „Haltung zeigen“ auseinandersetzen.

Empört Euch! Mischt Euch ein! Die Welt

braucht Euch!

EINBLICKE AKADEMIE-ABENDE

AB 19.30 UHR

Nach dem Motto „Von Meistern lernen“ stellen Studierende

höherer Semester Filme, Künstlerpersönlichkeiten

oder Theaterstücke vor, die sie inspiriert haben

sowie eigene Werke.

CAMPUS IM AUSTAUSCH

GEMEINSAME LEHRANGEBOTE

DETAILS ZU DEN SEMINAREN SIEHE

ADK: WWW.ADK-BW.DE;

FILMAKADEMIE: ONLINE-KALENDER

Die Campus-Idee findet ihre konkrete Umsetzung in

der Gestaltung der Lehrpläne, welche die wechselseitige

Teilnahme an den Lehrveranstaltungen vorsehen:

FILMAKADEMIE-STUDIERENDE KÖNNEN AN DER

ADK AN FOLGENDEN LEHRVERANSTALTUNGEN

TEILNEHMEN:

• Theoriemontag (Lektürekurs Gegenwart & Theatergeschichte

/ Ästhetik / Poetologie / Theatergeschichte /

Geschichte der Regie und Schauspielerpersönlichkeit)

• Performancetheorie

• Vergleichende Mediendramaturgie

• Autor*in im Fokus

• Grundlagen Regie (Raum und Bühne / Raum und Klang

/ Kurzprojekte mit der ABK)

• Grundlagen Schauspiel

• Wort und Wirkung

• Sprechen für Regisseur*innen

• Praxismodule

ADK-STUDIERENDE KÖNNEN AN

DER FILMAKADEMIE TEILNEHMEN WIE FOLGT:

25.09.2018 ORT: ADK / BÜHNE

28.09.2018 ORT: FILMAKADEMIE UND

ANIMATIONSINSTITUT / ALBRECHT ADE STUDIO

DRAMATURGIE-STUDIERENDE AN

• Mediale Inszenierung im Raum mit Motion Design 4

(Carsten Goertz)

• Drehbuch-Crashkurs (Prof. Christoph Fromm)

• Drehbuch 2-Kurs im Sommersemester

• Recherche Alltagsgeschichte. Content Development

im Wintersemester (Prof. Thomas Schadt)

REGIE-STUDIERENDE AN

• Filmgestaltung 2 (FG 2): Basiskurse und Szenischer

Film (ein ganzes Semester)

• Recherche Alltagsgeschichte. Content Development im

Wintersemester (Prof. Thomas Schadt)

9


CAMPUS LUDWIGSBURG

SCHAUSPIEL-STUDIERENDE AN

• Dialogseminar

ALLE STUDIERENDEN DER ADK AN

• Seminare zu Film- und Mediengeschichte des 1. und

2. Studienjahres im Winter- und Sommersemester zu

Themenblöcken:

- Von den Anfängen des Films bis zum Ende des

klassischen Hollywood (Prof. Hans Beller)

- German Cinema in 2,5 Days

(Marie-Hélène Gutberlet)

- Die Geschichte des Animationsfilms 1

(Tina Ohnmacht)

- Von der 1960ern bis zur Gegenwart

(Prof. Dr. Bernd Kiefer)

- Geschichte der Neuen Medien - Web, Games etc.

(Prof. Andreas Rauscher)

- Strömungen im zeitgenössischen Film

(Prof. Susanne Kappesser)

- Geschichte des Animationsfilms 2 (Tina Ohnmacht)

- Geschichte des Fernsehens mit Schwerpunkt Serie

(Prof. Susanne Kappesser)

Weitere Auskünfte und Anmeldungen erfolgen über die Studienleitungen

der ADK norman.schock@adk-bw.de und

der Filmakademie meike.stein@filmakademie.de

AKA-PITCHINGS

FREITAGS, JEWEILS AB 10.00 UHR

09.11.2018 / 01.02.2019 / 12.04.2019 /

17.05.2019

ORT: ALBRECHT ADE STUDIO ODER ADK-BÜHNE

Die AKA-Pitchings dienen der Teamfindung und geben

einen Überblick über aktuelle Themen und Arbeiten.

Die im 5-Minuten-Takt vorgestellten Projekte reichen

vom Werbe-, Dokumentar-, Animations- bis hin zum

Theaterfilm, von Games, szenischen Filmen, performativen

Installationen bis hin zum Theaterstück und -festival.

Die AKA-Pitchings schaffen ein Bewusstsein für die

künstlerische Bandbreite und das kreative Spektrum der

Projekte, die an der Filmakademie, ihrem Animationsinstitut

und der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg

entstehen.

Die Teilnahme an allen vier Pitchings ist für Studierende

der Filmakademie und ihres Animationsinstituts Pflicht.

Für Studierende der ADK ist die Teilnahme einmal im

Studienverlauf Pflicht.

Ansonsten ist die Teilnahme erwünscht, insofern kein

anderer Unterricht betroffen wird. Aktive Teilnahme

am Pitch kann prinzipiell bis zwei Tage vorher beantragt

werden: pitch@filmakademie.de

Jedes Projekt an der Filmakademie (Organisation:

Andrea Macos), das innerhalb des Projektstudiums entstehen

soll, muss an mindestens einem der vier Termine

gepitcht werden (Ausnahme: Studierende der Abteilung

Werbefilm müssen pro Studienjahr mindestens

eine Projektidee pitchen, die später tatsächlich realisiert

wird). Projekte aus dem Grundstudium können auf freiwilliger

Basis ebenfalls vorgestellt werden. Jeder Pitch

dauert maximal fünf Minuten.

10


THEORIE-MONTAGE

ANIMATIONS-GESCHICHTEN

Theoretische Grundlagen sind auch an besonders praxisbezogenen

Ausbildungsstätten die Basis jeglicher konstruktiver

Auseinandersetzung und Ausgangspunkt für

künstlerische Behauptungen und Handschriften.

So bietet die ADK mit der Einführung eines festen Theorietages

– dem Theorie-Montag – seit 2015 für die Studierenden

verschiedener Ausbildungsrichtungen Grundlagen-

und Übersichtsseminare aus den Bereichen

Ästhetik / Philosophie, Theater-, Film- und Literaturgeschichte

an.

Die Studierenden des gesamten Campus haben die Möglichkeit,

gemeinsam Grundlagen-, Übersichtsvorlesungen

und Übungen zu besuchen, die dann in einzelnen

Blockseminaren weiter vertieft werden. Einerseits sollen

damit der Kontakt und die Vernetzung der Studierenden

untereinander gefördert werden. Zum anderen dient die

gemeinsame Ausbildung dazu, sich eine gemeinsame

Sprache (und ein ähnliches Wissen) anzueignen, die dem

Diskurs und der potenziellen Zusammenarbeit auf dem

Campus zugutekommen soll.

Aufgrund der begrenzten Plätze bitten wir Interessierte, sich

vorab bei Agnes Szedlak / Studienbüro Dramaturgie ADK

(agnes.szedlak@adk-bw.de) anzumelden.

„Was sehe ich, was höre ich? Wie sehe ich, was ich sehe?

Wie verstehe ich, was ich sehe? Wie fordert mich der Film […]

zum Dialog auf, in dem ich etwas über die Welt, aber auch

etwas über mich selbst erfahren kann?“

Rudolf Arnheim

Das wöchentliche Seminar Animations-Geschichten gibt

Einblicke in die Entwicklung des Animationsfilms in

unterschiedlichen Regionen, verschiedene Genres, über

Themen und Motive.

In Animations-Geschichten geht es um Animationsfilme

– ihre Geschichte, Vielfalt, und die Geschichten, die sie

erzählen. Ziel ist, einen Überblick zu geben über die historische,

künstlerische und wirtschaftliche Entwicklung

des Mediums Animation, seine regionalen und historischen

Ausprägungen sowie wichtige Filmemacher*innen

und Künstler*innen. Durch gemeinsames Filmeschauen

und anschließende Diskussionen werden die

Film-, Medien- und Theaterschaffenden angeregt, auch

etwas über ihren eigenen Zugang zur Welt und über ihre

Projekte zu ergründen. Wir werden bekannte und unbekannte

Filme anschauen, Filme, die zum Nachdenken

oder zum Lachen bringen, begeistern oder auch unverstanden

bleiben.

Die Veranstaltung findet in der Regel wöchentlich donnerstags

ab 17.00 Uhr statt. Pflicht für Studierende am

Animationsinstitut. Offen für alle Studierenden des Akademie-Campus.

Aufgrund der begrenzten Plätze bitten wir Interessierte, sich

vorab bei Meike Katrin Stein / Studienleitung Filmakademie

(meike.stein@filmakademie.de) bis spätestens sieben Tage vor

der Veranstaltung anzumelden.

11


CAMPUS LUDWIGSBURG

CAMPUS VERNETZT

KOOPERATION MIT DER PÄDAGOGISCHEN HOCH-

SCHULE (PH) AB WINTERSEMESTER 2018/19

Im Rahmen des neuen Masterstudiengangs »Kulturelle

Bildung« setzen die ADK und die Filmakademie die Zusammenarbeit

mit der PH Ludwigsburg fort.

FILMAKADEMIE-STUDIERENDE KÖNNEN AN

FOLGENDEN VERANSTALTUNGEN DER PH

TEILNEHMEN:

WINTERSEMESTER 2018/19

PH-STUDIERENDE KÖNNEN AN FOLGENDEN

VERANSTALTUNGEN TEILNEHMEN:

POLITISCH-KULTURELLE MEDIENBILDUNG

Prof. Dr. Thomas Wilke

DONNERSTAGS, 14.15 – 15.45 UHR

ADK:

THEATERGESCHICHTE (BEGINN 01.10.2018)

PERFORMANCE-THEORIEN (09.10. – 12.10.2018)

SOZIOLOGIE DER LEBENSALTER

MITTWOCHS, 10.15 - 11.45 UHR

Anmeldung an: hartunggriemberg@ph-ludwigsburg.de

Anmeldung per E-Mail an

agnes.szedlak@adk-bw.de

FILMAKADEMIE:

FILM- UND MEDIENGESCHICHTE

MEDIENKRITIK

DONNERSTAGS, 10.15 – 11.45 UHR

Anmeldung an: thomas.wilke@ph-ludwigsburg.de

SOMMERSEMESTER 2019

GESCHICHTE DES ANIMATIONSFILMS 2

23.01.2019: 17.00 – 20.00 UHR

24.01.2019: 10.00 – 17.00 UHR

25.01.2019: 10.00 – 17.00 UHR

DIGITALE MEDIEN UND KULTURELLE BILDUNG

Prof. Dr. Thomas Wilke

TERMINE NACH ANSAGE

Details zu den Seminaren siehe

GESCHICHTE DER NEUEN MEDIEN

03.04.2019: 17.00 – 20.00 UHR

04.04.2019: 10.00 – 17.00 UHR

ADK: www.adk-bw.de

Filmakademie: Online-Kalender

05.04.2019: 10.00 – 17.00 UHR

Anmeldung jeweils bis spätestens sieben Tage vor Veranstaltungsbeginn

an Meike Katrin Stein / Studienleitung

Filmakademie: meike.stein@filmakademie.de

ADK-STUDIERENDE KÖNNEN AN FOLGENDEN

VERANSTALTUNGEN DER PH TEILNEHMEN:

SOZIOLOGIE DER LEBENSALTER

(WINTERSEMESTER 2018/19)

MITTWOCHS, 10.15 – 11.45 UHR

Anmeldung an: hartunggriemb@ph-ludwigsburg.de

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CAMPUS FÜR LUDWIGSBURG

MONTAGS AN DER ADK

AUSSICHTEN. EINSICHTEN.

GESPRÄCHE.

JEWEILS 20.00 UHR

22.10.2018 / 19.11.2018 / 07.01.2019 /

25.02.2019 / 15.04.2019 / 27.05.2019 /

08.07.2019

HOCHRANGIGE PERSÖNLICHKEITEN AUS DEN

VERSCHIEDENSTEN BEREICHEN DER FOR-

SCHUNG, WISSENSCHAFT, ÖKONOMIE, BILDEN-

DEN KUNST, MEDIEN ETC. SIND MIT GESPRÄ-

CHEN UND VORTRÄGEN ZU GAST AN DER ADK.

Außer der Reihe:

DONNERSTAG, 17.01.2019

Lesung Kurzgeschichtenband /

PHILIP KEEL, Diogenes Verlag

25.02.2019

SUSANNE PFEFFER, Direktorin des Museums für

Moderne Kunst Frankfurt am Main (MMK)

Weitere Referenten nach Ansage.

BISHERIGE GÄSTE WAREN U.A.:

• WOLF SINGER, Hirnforscher

• CHRISTIANE NÜSSLEIN-VOLHARD,

Nobelpreisträgerin für Medizin

• HERFRIED MÜNKLER, Politikwissenschaftler

• ULRICH KHUON, Intendant Deutsches Theater und

Vorsitzender des Deutschen Bühnenvereins

• MATTHIAS LILIENTHAL, Intendant der Münchner

Kammerspiele

• WOLFGANG ENGLER, Philosoph, Publizist, Autor

• BARBARA RENDTORFF, Professorin für Geschlechterforschung,

Leiterin des Zentrums für Geschlechterstudien

• VERENA METZE-MANGOLD, Präsidentin der deutschen

UNESCO-Kommission

• JOSEF HADER, Kabarettist und Schauspieler

• AINO LABERENZ, Bühnen- und Kostümbildnerin,

Leiterin des Operndorfs von Christoph Schlingensief

Informationen zum Programm siehe: www. adk-bw.de

TREFFPUNKT

CAMPUS INTERNATIONAL

AN ZWEI MONTAGEN PRO SEMESTER

TERMINE NACH ANKÜNDIGUNG

Eine Initiative der Studierenden der ADK,

der Filmakademie und ihres Animationsinstituts.

Einmal im Quartal wird das Foyer der ADK zu einem

Ort der Begegnung und des Kennenlernens unterschiedlicher

Kulturen, ihrer Hintergründe, Erfahrungen und

Lebenswelten. Verschiedenste Veranstaltungsformen,

Filmvorführungen, Musikveranstaltungen und Diskussionen

bieten die Möglichkeit, sich auszutauschen und

die Netzwerke miteinander zu verknüpfen. Es ist eine

Einladung an Neuzugewanderte mit und ohne Fluchtgeschichte,

an Studierende der ADK, Filmakademie

und des Animationsinstituts und an alle Ludwigsburger

Akteur*innen für Integration, engagierte und interessierte

Menschen der Stadt.

Ibrahim Sanneh, ein Neuzugewanderter aus Gambia,

sorgt mit exotischen Gerichten für das leibliche Wohl

aller Besucher*innen.

DER OFFENE CAMPUS:

FÜR STUDIERENDE UND

NEUGIERIGE

Studien- und Semesterarbeiten der Studierenden laden

dazu ein, den Campus zu entdecken: Filmische Semesterpräsentationen,

10-15 Werkstattinszenierungen aus

dem „Labor“ der ADK-Studierenden, Bachelorarbeiten

und weitere Projekte. Und zum Ende eines Studienjahres

findet alle zwei Jahre das von den Studierenden ausgerichtete

internationale, junge Theaterfestival »Furore«

statt.

Aktuelle Veranstaltungen erfahren Sie über die Websites der

Institute.

13


IN ZAHLEN

Man nehme:

700 Bewerber*innen jährlich

100 Studienplätze

300 Lehrkräfte

100 Angestellte

FILM UND MEDIEN

Freiheit zur Entwicklung der eigenen kreativen Handschrift t

500

Studierende

FILMMUSIK UND

SOUND DESIGN

PRODUKTION

Praktisches Filmemachen und Theorie

Projektarbeit im Team

Enge Zusammenarbeit mit der Film- und Medienbranche

14


EIN ÜBERBLICK ÜBER DAS STUDIUM

AN DER FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG

DAS STUDIUM IST STARK PRAXISORIENTIERT UND STELLT DAS PRINZIP „LEARNING BY

DOING“ IN DEN VORDERGRUND. VON BEGINN AN ERARBEITEN DIE STUDIERENDEN ALLER

GEWERKE IHRE FILME GEMEINSAM. SO ENTSTEHEN JÄHRLICH ÜBER 250 PROJEKTE ALLER

GENRES UND FORMATE.

Das Ausbildungsangebot spiegelt die ganze Bandbreite

der Themen der Medienbranche wider, von Drehbuch,

Regie und Kamera bis hin zu Animation, Szenenbild und

Montage, von Produktion, Filmmusik und Sounddesign

bis zu Motion Design und Interaktiven Medien.

Neben den klassischen Erzählformen für Film und Fernsehen

bereichern Social Media, partizipative Performances,

„immersives“ Entertainment, Games und weitere

neue Formen des Geschichtenerzählens die Branche,

verändern Berufsbilder und lassen neue Formate und Ertragsmodelle

entstehen. Studienanfänger*innen erwarten

zurecht, dass ihre Hochschule sie auf diese sich ständig

verändernde Realität bestmöglich vorbereitet. Die

Antwort der Filmakademie Baden-Württemberg auf diese

Herausforderung liegt in einer umfassenden Ausbildung,

die von Anfang an auch Kenntnisse außerhalb des

eigenen Studienschwerpunktes vermittelt.

Sie folgt dem Credo, Studierenden mit dem ganzen Spektrum

ihrer Talente, Interessen und Ambitionen größtmögliche

Spielräume zur Entwicklung einer individuellen,

künstlerischen Identität zu eröffnen.

+ + die Förderung der Freiheit zur Entwicklung der eigenen

kreativen Handschrift

+ + Betreut und unterrichtet werden die etwa 500

STUDIERENDEN von über 300 HOCHKARÄTI-

GEN FACHLEUTEN aus der Film- und Medienbranche

und über 100 Angestellten der Filmakademie.

+ + Über 700 Bewerber/-innen konkurrieren jährlich

um etwa 100 Studienplätze in den 3 Studiengängen:

FILM UND MEDIEN / FILMMUSIK UND

SOUNDDESIGN / PRODUKTION

+ + Die Studienzeit richtet sich danach, ob Studierende

ein Vollzeitstudium antreten oder den Quereinstieg

wählen. Im Vollstudium beträgt die durchschnittliche

Studienzeit 8 Semester plus 1 Diplomsemester.

+ + Der Quereinstieg ist der direkte Einstieg in das

Hauptstudium (Projektstudium) mit Bachelor oder

Vordiplom und dauert in der Regel 4 Semester

plus 1 Diplomsemester.

AN DER FILMAKADEMIE ERWARTET DIE STUDIE-

RENDEN:

+ + eine Ausbildung, die praktisches Filmemachen und

Theorie kombiniert

+ + Jedes Jahr begrüßt die Filmakademie Studierende

von mehr als 12 Partnerinstitutionen aus aller

Welt. Sie bereichern den Campus mit eigenen Projekten

und partizipieren im Rahmen der Internationalen

Klasse am Unterricht.

+ + Projektarbeit im Team

+ + die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, die bis in

den Markt reichen und wegweisend für spätere

Jobs sein können, weil die Filmakademie eng mit

der Film- und Medienbranche zusammenarbeitet

+ + Studierende der Filmakademie haben ebenfalls die

Möglichkeit, an Partnerhochschulen im Ausland zu

studieren.

Für Interessierte sind detaillierte Informationen über

den Studienverlauf auf der Homepage der Filmakademie

www.filmakademie.de im Bereich Studienverlauf

erhältlich.

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IN ZAHLEN

12+

Incomings

12+

Partnerinstitutionen

40

Outgoings

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AB DEM KOMMENDEN STUDIENJAHR 2018/2019

GIBT ES IN DEN BEREICHEN FILM- UND MEDIEN-

GESCHICHTE SOWIE INTERDISZIPLINÄRE

VERANSTALTUNGEN FOLGENDE NEUERUNGEN:

Der neu konzipierte Bereich FILM- UND MEDIENGE-

SCHICHTE vermittelt einen Überblick sowie Methoden

und Techniken von den Anfängen des Films – als die Bilder

laufen lernten – bis heute. Dabei werden der Hollywoodfilm,

der Deutsche Film und Filmformate aus

aller Welt ebenso behandelt wie neue Formen der Erzählung

und Verbreitung. Auch die Geschichte der Digitalisierung,

Transformate, Hybridformen, Transmedia

und partizipative Formen stellen einen wichtigen Teil

des Moduls dar. Einbezogen werden außerdem der Animationsfilm,

Formate auf Plattformen wie Netflix und

Amazon, VR (Virtual Reality), Artificial Intelligence und

alles Weitere, was sich am Markt an neuen Formen entwickelt.

Unsere Lehrenden sind kundige Experten aus allen Bereichen

der Film- und Medienwissenschaften sowie direkt

aus der produzierenden Film- und Medienbranche.

Die Filmakademie Baden-Württemberg ist mit anderen

deutschen Filmhochschulen Teil einer Initiative, die

sich mit den Zielen positioniert hat, ein Bewusstsein für

die Geschlechterdarstellung im Film zu schaffen, Frauen

für das Filmbusiness stark zu machen, der Null-Toleranz-Maxime

im Umgang mit sexualisierter Gewalt und

jeglicher Form von Diskriminierung verpflichtet zu sein

und in den Hochschulen zu signalisieren: Hier wird geschlechtergerecht

gedacht und gearbeitet. Ab kommendem

Studienjahr gibt es unter dem Motto GENDER IN

PROGRESS zahlreiche Angebote zu diesem Thema von

unserer Genderbeauftragten Angelika Niermann in Zusammenarbeit

mit der Studienleitung.

Studierende finden Informationen über Seminartermine,

Themen von Sequenz- und Filmanalysen und Dozent*innen

im Wiki im Bereich Studium. Alle Termine

im Bereich Lehre sind für unsere Studierenden außerdem

im Online-Kalender ersichtlich.

Eine unserer neuen INTERDISZIPLINÄREN REIHEN ab

dem Studienjahr 2018/2019 richtet sich an alle Studierenden

aus dem Projektstudium und beinhaltet Vorträge

rund um das Thema Berufseinstieg, Selbständigkeit

und freiberufliches Arbeiten. Eingeladen werden hierzu

Gäste aus dem Bereich Coaching, aus Verbänden und Institutionen,

die für den Berufseinstieg unserer Studierenden

relevant sind.

Unsere Expert*innen erläutern nicht nur den fachlichen

Hintergrund und halten hilfreiche Tipps parat, sondern

stehen als Brancheninsider gleichzeitig für Rückfragen

unserer Studierenden rund um das Thema Selbständigkeit

zur Verfügung. Die Studierenden erhalten somit

wertvolle Instrumente und Kontakte an die Hand, die,

unabhängig vom jeweiligen Studienbereich, eine entscheidende

Starthilfe ins Berufsleben darstellen können.

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SPOTLIGHT

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Content Development

DER STOFF FINDET SEINE FORM

DIE STÄNDIG FORTSCHREITEN-

DE TECHNISCHE ENTWICK-

LUNG BEDINGT EINE IMMER

GRÖSSERE ZAHL AN FILMI-

SCHEN FORMATEN UND AUCH

AN DISTRIBUTIONSFORMEN.

Es gibt nicht mehr nur den Spielfilm,

den Dokumentarfilm und den

Animationsfilm; oder den Kinofilm

und den Fernsehfilm; oder den

Langfilm und den Kurzfilm. Stattdessen

entwickeln sich zwischen

diesen Polen immer mehr filmische

Narrationsformen – als Spielarten,

als Mischgebilde oder in ganz neuer

Form. Zudem diffundieren auch

immer mehr die Grenzen zwischen

dem Medium Film und anderen

narrativen Künsten wie dem Theater,

Graphic Novels, Games oder interaktiven

Anwendungen.

Und dennoch steht im Zentrum all

dieser neuen Formate immer dasselbe:

der Stoff – also die Antwort

auf die Frage: „Worum geht es?“

FÜR DEN SCHNEIDER IST DER

STOFF DAS TEXTIL. FÜR DEN

TISCHLER IST ES DAS HOLZ,

FÜR DEN SCHMIED DAS

METALL. UND FÜR DEN FILME-

MACHER IST ES DER INHALT,

DAS THEMA, DIE SUBSTANZ,

DAS NARRATIVE MATERIAL,

AUS DEM LETZTLICH DIE

FILMISCHE ERZÄHLUNG

GEWOBEN, GEDRECHSELT

ODER GESCHMIEDET WIRD.

Im Wahlpflichtseminar Content

Development, das im Projektstudium

stattfindet, lernen die teilnehmenden

Studierenden zunächst,

diesen Stoff zu finden und gründlich

zu recherchieren – sozusagen

ihn aufzustöbern und zu schürfen.

An dieser Stelle ist der Stoff noch

ein Rohstoff, der zunächst an kein

Format, an kein Genre und kein

Medium gebunden ist. Erst durch

die intensive Beschäftigung damit

findet er zu seiner ganz eigenen

narrativen Gestalt. Das meint nicht

nur ein Drehbuch, sondern die Story

in ihrer filmischen Gesamtheit,

die komplette audiovisuelle Konzeption,

die produzentische Vision.

Diese Formatoffenheit bedarf natürlich

auch einer entsprechenden

Offenheit in der Lehre. Teilnehmer*innen

des Kurses sind dementsprechend

Studierende aus verschiedenen

Abteilungen, die sich

gegenseitig inspirieren und gemeinsam

zu Teams zusammenfinden:

Produktion, Drehbuch, Dokumentarfilm

und szenische Regie.

Für einzelne Veranstaltungen kommen

auch noch andere Gewerke wie

Interaktive Medien oder Fernsehjournalismus

hinzu. All diese Kursteilnehmer*innen

bekommen die

Gelegenheit, sich mit ihrem Stoff

auszuprobieren, verschiedene Gestaltungsformen

zu testen. Sie werden

mentoriert von Dozent*innen,

die ihrerseits die formalen Grenzen

filmischen Erzählens und die produktionellen

Grenzen verschiedener

Gewerke überschritten haben.

Und sie werden inspiriert durch einen

bunten Strauß von gestalterischen

Möglichkeiten, denn begleitend

zur Stoffentwicklung gibt es

eine Vielzahl verschiedenster Input

Lectures aus allen relevanten Gewerken

– die sich jede/r Studierende

nach eigenem Bedarf und Interesse

zu ihrem/seinem persönlichen

Curriculum zusammenstellen kann.

DENN IN ALLERERSTER LINIE

SIND DER STOFF UND SEINE

FORM ABHÄNGIG VOM

INTERESSE, DEN IDEEN, DEM

ERZÄHLWUNSCH UND DER

PERSÖNLICHKEIT SEINER

FILMEMACHER*INNEN. ERST

DIESE ZUTATEN MACHEN AUS

DEM ROHEN STOFF EINEN

WERTVOLLEN SCHATZ.

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ANIMATIONSINSTITUT

„Mein Studium gab mir die Impulse,

um zu entscheiden, wohin ich mich im

Animationsbereich entwickeln wollte.“

Verena Fels, Alumna Animation Artist

„Die Vielfalt der Studierenden sowie deren

unterschiedliche Perspektiven erschaffen

ein einzigartiges Umfeld, in dem man

lernen und arbeiten kann.“

Andreas Feix, Alumnus Effects Artist

„Was ich auch wichtig finde, ist, dass wir

von Experten aus der ganzen Welt Input

erhalten.“

Dimosthenis Gkantzos, Student Interaktive Medien

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21


ANIMATIONSINSTITUT

LIEBE STUDIERENDE,

„ALLES IST MÖGLICH“ IST EIN SATZ,

DEN UNSERE PR-ABTEILUNG VOR

KURZEM ALS SLOGAN FÜR UNSERE

STUDIENBEWERBERAKQUISE VORGE-

SCHLAGEN HAT.

„Dieser Satz ist tendenziell gefährlich!“ entfuhr es mir.

„Das klingt ja fast so, als könne hier jeder machen, was

er will. Nein, bei uns am Animationsinstitut geht es um

ganz andere Werte: Soziales Engagement und gegenseitige

Unterstützung, Respekt, physische und psychische

Anwesenheit und vor allem …“ und an dieser Stelle hob

sich mein Zeigefinger auf altdeutsche Art „… Akzeptanz

unserer Regeln.“ Dann begann ich zu dozieren: „Außerdem

sind folgende Begriffe für uns von höchster Wichtigkeit:

Relevanz. Intensität. Originalität.“

„1. RELEVANZ: Was bewegt uns? Was ist es wert, erzählt

zu werden? Nur, wenn wir den Mut aufbringen,

uns diesen Fragen zu stellen, werden wir unserer Aufgabe

als Künstler gerecht und können die Basis für substanzielle

Arbeiten schaffen.

2. INTENSITÄT: Wie bringen wir unsere Anliegen in

konzentrierter Form zum Ausdruck? Wie können wir ein

Stück Kohle zu einem Diamanten pressen, damit uns das

Publikum seine Aufmerksamkeit schenkt?

Und 3. ORIGINALITÄT: Was erzeugt bei uns ein „Aah!“

oder ein „Ooh!“? Wie können wir unseren Anliegen ein

Kleid geben, das unser Publikum in hohem Maß verblüfft?

Das …“ und bei diesem Teil breitete ich in heiligem

Pathos die Arme aus „… sind die Fragen, mit denen

sich unsere Studierenden beschäftigen sollen!“ Unsere

PR-Abteilung sah mich irritiert an und wir vertagten das

Gespräch ohne weitere Beschlüsse zur Studienbewerberakquise.

Aber dieser Slogan blieb mir im Gedächtnis und ich

nahm ihn mit nach Hause. Und ich erinnerte mich daran,

wie ich als junger Künstler an einer Kunstschule studieren

durfte, die mir half, eine eigene Stimme zu finden.

Es war ein Ort, an dem, nun ja, alles möglich war.

Während ich so sinnierte, ging der Mond auf, meine

Seele weitete sich und ein Strom tiefer Dankbarkeit

durchflutete mich. Am nächsten Tag rief ich unsere

PR-Abteilung an und gab den vorgeschlagenen Slogan

frei.

Also, liebe Studierende: Zeigt soziales Engagement, unterstützt

euch gegenseitig, seid respektvoll allen gegenüber,

seid physisch und psychisch anwesend und lasst

euch auf unsere Regeln ein. Seid relevant, intensiv und

originell. Dann ist alles möglich.

Prof. Andreas Hykade

Leiter Animationsinstitut

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CREATURE PINUP

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ANIMATIONSINSTITUT

WENN ANIMATION

TIEF BERÜHRT

Studienschwerpunkt Animation

WAS IST ANIMATION? DER ERSTE GEDAN-

KE FÄLLT NICHT SELTEN AUF DIE BUNTEN,

FRÖHLICHEN GESCHICHTEN DER GROSSEN

STUDIOS, IN DENEN DAS GUTE ZUMEIST

ÜBER DAS BÖSE SIEGT. WÄHREND DIE-

SE VÖLLIG ZURECHT IHREN PLATZ IN DER

WELT DER ANIMATION HABEN, BEWEISEN

DIE STUDIERENDEN DES STUDIENSCHWER-

PUNKTS ANIMATION IMMER WIEDER, DASS

ANIMATION AUCH VÖLLIG ANDERS SEIN

KANN.

Alumna Kiana Naghshineh zeichnet mit dem

Film AUGENBLICKE die wenigen Momente

eines sexuellen Übergriffs nach. Mit reduzierten

Farben und teilweise dekonstruierten Bildern

zieht der 2D-Film die Betrachtenden in den Bann.

Und nicht nur das – man erlebt das Geschehnis sowohl

aus Sicht der Attackierten als auch aus Sicht des

Täters sowie der Augenzeugen. Damit macht der jüngst

für einen Studenten-Oscar nominierte Film eines ganz

klar: Was hier passiert, ist komplex und nicht so offensichtlich,

wie es für Außenstehende wirken mag.

AUGENBLICKE eröffnet uns damit auf berührende Weise

eine ganz neue Perspektive auf ein Thema, das von

den Betroffenen oftmals völlig anders wahrgenommen

wird als von der Außenwelt. Denn auch das ist Animation:

Sie lässt uns die Welt durch die Augen Anderer sehen

und trägt somit dazu bei, einander besser zu verstehen.

Und am Ende hat AUGENBLICKE doch etwas mit

den bunten Animationsfilmen gemeinsam, denn für Regisseurin

Kiana Naghshineh ist eines ganz klar: „Es ist

keine Geschichte eines Opfers. Sie kämpft und überlebt.

Sie siegt über das Böse.“

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AUGENBLICKE


THE BEAUTY

TEAMARBEIT IST ANGESAGT

Studienvertiefungen Effects Artist und Animation/Effects Producer

EFFECTS ARTIST UND ANIMATION/EFFECTS

PRODUCER SIND ZWEI DER INSGESAMT VIER

ANGEBOTENEN STUDIENVERTIEFUNGEN IM

STUDIENSCHWERPUNKT ANIMATION.

„Ein Effects Artist kreiert digitale Objekte,

Charaktere und Effekte und integriert diese

in Real- oder computergenerierte Filme“, beschreibt

Pascal Schelbli die Arbeit eines Effects

Artist. Tina Vest erläutert, was ein Animation/Effects

Producer macht: „Wir kümmern uns darum, dass

unsere Projekte zu vorgegebener Zeit und im vorher kalkulierten

Budget umgesetzt werden. Dazu stellen wir ein

passendes Team zusammen, sorgen für den Kommunikationsablauf

zwischen den verschiedenen Departments

und überlegen uns Verwertungs- und Marketingstrategien.“

Pascal studiert Effects Artist und arbeitet zurzeit an dem

Diplomprojekt THE BEAUT Y, für das er das Konzept erstellt

hat und die Regie führt. Tina bildet zusammen mit

Aleksandra Todorovic das Producer-Team für das Projekt.

„THE BEAUTY ist unser Diplomfilm und es ist ein

bittersüßer Kurzfilm, der auf ironische und poetische

Weise auf die Plastikverschmutzung in den Weltmeeren

aufmerksam macht“, erläutern die drei ihr Projekt. „Dabei

werden ästhetisch gedrehte Unterwasseraufnahmen

mit digital erzeugten Kreaturen ergänzt.“

Teamarbeit wird am Animationsinstitut absolut großgeschrieben,

da sind sich alle einig. Das lernt man hier automatisch.

„Neben den erlernten Hard Skills eignen wir

uns durch die Arbeit im Team eine Vielzahl von nützlichen

Soft Skills an, die uns bestens auf die Arbeitswelt

nach dem Studium vorbereiten“, beschreibt Aleksandra

ihren Studienalltag. „Producer koordinieren generell

zeitgleich mehrere Projekte und begleiten diese von der

Idee bis hin zum fertigen Film.“ Auch Pascal betont: „Neben

dem Unterricht arbeiten die Studenten an eigenen

Projekten oder – wenn es die Zeit zulässt – unterstützen

mit ihrem Wissen und Handwerk andere Kommilitonen

bei deren Filmprojekten.“

25


ANIMATIONSINSTITUT

ALLES IST MÖGLICH

Studienschwerpunkt Interaktive Medien

JA, GENAU SO KÖNNTE MAN DAS STUDIUM

DER INTERAKTIVEN MEDIEN ZUSAMMEN-

FASSEN, WENN MAN UNSERE STUDIEREN-

DEN FRAGT. „INTERAKTIVE MEDIEN IST EIN

STUDIUM DER UNENDLICHEN MÖGLICH-

KEITEN”, MEINT ZUM BEISPIEL SIMONE

PIVETTA UND BEZIEHT SICH DAMIT AUF DIE

VIELZAHL DER MEDIENFORMATE, AN DENEN

SICH DIE STUDIERENDEN AUSPROBIEREN

KÖNNEN.

Videospiele, Apps, Installationen, Virtual Reality

und sogar analoge Formate – der Kreativität

sind hier keine Grenzen gesetzt, solange

es interaktiv ist. Pivetta liefert direkt

selbst den Beweis.

Sein Interesse an Videospielen führte ihn ursprünglich

an das Animationsinstitut. Doch dabei blieb es nicht.

„Man lernt die verschiedenen Medien zu verstehen und

neue unentdeckte Verwendungsmöglichkeiten auszuloten.“

Gesagt, getan. Mit VR PIGEONS entwickelte Pivetta

nicht nur ein unterhaltsames VR-Game für die Spieler*innen,

sondern schaffte, was in VR eher selten ist

– nämlich einen Unterhaltungswert für die Umstehenden.

Die Spieler*innen begeben sich in die Rolle von

Tauben und picken fröhlich drauf los. Für das Publikum

ist dies ein lustiger Anblick, für Pivetta gleichzeitig

die ironische Auseinandersetzung mit der Tatsache,

dass VR-Spieler*innen sich ihrer Außenwirkung meistens

nicht bewusst sind. Für sein Diplomprojekt schlug

er dann wieder völlig andere Wege ein. Die analoge Installation

SCANNONE & ROTOLO bringt einen Sequenzer

und einen Taktgenerator zusammen, die Musik entsteht

auf ganz ungewöhnliche Weise durch Malen auf

einer Vinylplatte. Es ist interaktiv, es ist frei, es ist kreativ

– und damit genau das, was das Studium der Interaktiven

Medien ist.

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VR PIGEONS


RATATOSKR

DIE STRUKTURGEBER

Studienvertiefung Technical Director

FÜR ANIMATIONSFILME BRAUCHT MAN

NICHT NUR KREATIVE IDEEN. OHNE TECHNI-

SCHES KNOWHOW LÄUFT GAR NICHTS. BEI-

DES VERBINDET DER TECHNICAL DIRECTOR.

„Das Aufgabengebiet eines TDs kann sehr

vielseitig sein“, so Anno Schachner, der 2018

als Technical Director diplomierte. „Von der

Erstellung digitaler Effects über Character

Rigs bis hin zur Programmierung der Pipeline sowie zum

Support bei technischen Problemen.“ RATATOSKR heißt

sein Diplomprojekt, in dem ein kleines Eichhörnchen

durch seine rücksichtslose Suche nach immer schöneren

Früchten seinen besten Freund in große Gefahr bringt.

Annos erste Aufgabe dabei war das Aufsetzen der Pipeline,

sozusagen das technische Drehbuch, die Darstellung

des gesamten Workflow-Prozesses eines Projekts.

Außerdem übernahm er das Rendering, d.h. die endgültige

Visualisierung der 3D-Szenen, aus denen der finale

Animationsfilm entsteht. „Für mich persönlich war RA-

TATOSKR besonders spannend, weil es ein technisch anspruchsvolles

und komplexes Projekt mit jeder Menge

Herausforderungen war.“

Die Studienvertiefung Technical Director ist für den

Quereinstieg ins Projektstudium ausgelegt. Bewerber*innen

sollten ein erstes Studium in Informatik oder einem

verwandten Fach abgeschlossen haben. Anno bringt

Erfahrungen durch sein Bachelorstudium mit Schwerpunkt

Computeranimation an der Fachhochschule Salzburg

mit.

„Der Studienalltag am Animationsinstitut ist eine

Mischung aus Workshops und Projektarbeit“, erzählt

Anno. „In Workshops werden technische Grundlagen

und neue Blickwinkel angeboten. Doch was wirklich

hängen bleibt, ist, was man sich in Projekten erarbeitet.“

Weitere Informationen auf

http://technicaldirector.de

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ANIMATIONSINSTITUT

VIRTUELLE REALITÄTEN

ERSCHAFFEN

Die Talentförderinitiative VR NOW

TEAMS, DIE EIN ABGESCHLOSSENES STUDIUM HABEN UND

IHRE VIRTUAL- ODER AUGMENTED-REALITY-IDEEN AM ANI-

MATIONSINSTITUT ZU PROTOTYPEN WEITERENTWICKELN

WOLLEN, SIND MIT VR NOW GUT BERATEN.

Die Talentförderinitiative

KOSHU VR macht den Traum vom

wurde 2016 vom Holodeck wahr. Inmitten der Wüs-

Animationsinstitut ins te begegnen die Spieler*innen einer

Leben gerufen und wird

vom Ministerium für Wissenschaft,

Forschung und Kunst Baden-Württemberg

finanziert und von der

MFG Medien- und Filmgesellschaft

Baden-Württemberg unterstützt.

Die bisher geförderten Projekte zeigen

außerordentliche Innovationskraft

und die große Bandbreite der

Themen, die VR-Erlebnisse mittlerweile

bieten.

2017 wurden zwei Projekte gefördert

– WHEELHOUSE und KOSHU

VR. WHEELHOUSE ist eine Rollstuhl-basierte

VR-Erfahrung, die die

Notwendigkeit von barrierefreien

Räumen demonstriert. Dabei setzen

sich die Nutzer*innen selbst in einen

Rollstuhl und müssen sich mittels

VR-Brille und Controller durch

Räume voller alltäglicher Hindernisse

navigieren. Martin Nerurkar,

Regisseur von WHEELHOUSE, berichtet,

dass die Nutzer*innen die

Erfahrung genossen hätten. „Einige

Leute meinten, das könnte wirklich

gut für Schulen sein, um Kindern

eine verbesserte Wahrnehmung für

das Thema Rollstuhlnutzung beizubringen“.

Karawane, der sie sich anschließen

müssen, um sich später als Oberhaupt

des Wandervolkes behaupten

zu können. „KOSHU VR ist eines

der ersten VR-Erlebnisse, in denen

man wirklich unbegrenzt herumlaufen

kann“, erläutert Game Designer

Christoph Rasulis. Regisseur

Benjamin Rudolf berichtet, dass die

Nutzer*innen zunächst einen Moment

benötigen, um zu begreifen,

wie sie sich durch die Welt navigieren

sollen. „Aber dann kommt immer

der AHA-Moment.“

Marc Zimmermann ist der Macher

des VR-Erlebnisses CONSCI-

OUS EXISTENCE, das 2018 von VR

NOW gefördert wurde. “IN CONS-

CIOUS EXISTENCE geht es um unsere

kostbare innere Fähigkeit, die

uns erlaubt, die Schönheit der Welt

um uns herum zu spüren“, erklärt

er. Im Rahmen der FMX 2018 konnte

die Virtual-Reality-Experience

erstmalig von 150 Teilnehmer*innen

gleichzeitig und interaktiv erlebt

werden – ein absolut neuer

Zugang zum Thema VR, das bisher

eher als Einzelgänger-Medium

wahrgenommen wurde.

„Ein cooler Aspekt von VR NOW ist

es, am Animationsinstitut zu sein“,

fügt Benjamin Rudolf noch hinzu.

VR NOW lädt die Teams der geförderten

Projekte ein, am Animationsinstitut

zahlreiche Möglichkeiten

zu nutzen – den Besuch von

Lehrveranstaltungen, Workshops

und regelmäßigen Beratungsangeboten

sowie die Unterstützung bei

der Entwicklung von VR/AR-Prototyen.

Innovativer Inhalt in allen erdenklichen

Varianten von VR/AR

soll auf höchstem künstlerischen

und technischen Niveau marktorientiert

zum Ausdruck kommen.

Für 2018/2019 wurden nun mit

SHERPA und RIVER zwei neue

Projekte für die Förderung durch

VR NOW ausgewählt – SHERPA,

eine Installation für vier Spieler*innen,

die der Frage auf den Grund

geht, ab wann Tourismus zur Ausbeutung

wird, und RIVER, das den

Spielenden durch Oculus Rift und

Touch Controller eine frei befahrbare

Welt eröffnet, in der sie einen

mystischen Sumpf erforschen und

die Aufgabe haben, Seelen von Verstorbenen

aus der Zwischenwelt zu

befreien.

Interessierte können ihre Ideen für

die nächste Bewerbungsrunde bis

1. Dezember 2018 einreichen.

Weitere Informationen auf

www.animationsinstitut.de/vrnow

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KOSHU VR

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ANIMATIONSINSTITUT

DIE ERWEITERUNG

DER REALITÄT

Virtuelle Produktion in der Abteilung Forschung und Entwicklung

VIRTUELLE PRODUKTIONSVERFAHREN

ERLAUBEN DIE VISUALISIERUNG DIGITA-

LER BILDANTEILE DIREKT AM SET ODER IN

DER VORPRODUKTION. OFT WIRD DIESES

VERFAHREN MIT MOTION CAPTURE, DER

ERFASSUNG VON KÖRPERBEWEGUNGEN,

KOMBINIERT.

Am Animationsinstitut finden Entwicklungsarbeiten

statt, die es erheblich vereinfachen,

Virtual Production einfach und schnell

an jedem Set anzuwenden. Die Sammlung

an Hilfswerkzeugen hat den passenden Namen: Virtual

Production Editing Tools (VPET). Ursprünglich wurden

diese Tools im EU-Projekt „Dreamspace“ (2013-

2016) entwickelt. Durch die stetig steigende Nachfrage

an virtuellen Produktionswerkzeugen entschied sich

die Forschungsabteilung des Animationsinstitutes, diese

Entwicklung weiterzuführen.

Als Beispiel für den konkreten Einsatz von VPET kommt

die digitale Erweiterung realer Setbauten in Frage. Dabei

kann mit dem einfachen Einsatz eines Tablet-Computers

die digitale Erweiterung visualisiert werden. Das Tablet

kann dabei durch den Raum bewegt werden, die Visualisierung

passt sich entsprechend an. Für diese Methode,

die als erweiterte Realität (engl.: augmented reality) bezeichnet

wird, war bisher teure und aufwändige Hardware

erforderlich.

Weitere Informationen zu VPET gibt es auf der Projektseite.

Dort steht auch der VPET Client kostenlos zum

Download zur Verfügung:

http://vpet.research.animationsinstitut.de

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CAT PLANETS, TIEFENRAUSCH, WONDERFUL WORLD, KINKY KITCHEN

PFLICHTTERMIN DER COMMUNITY

FMX – Conference on Animation, Effects, Games and Immersive Media

EINMAL IM JAHR STRÖMEN FILMEMACHER,

VFX-SPEZIALISTEN, PRODUZENTEN, KÜNST-

LER, WISSENSCHAFTLER, STUDIERENDE

UND PROFESSIONALS AUS ALLER WELT ZUR

FMX NACH STUTTGART.

Die Konferenz für Animation, Effekte, Games

und Immersive Medien ist mittlerweile

zu einem festen Termin im Community-Kalender

geworden. Sie ist Plattform für aktuelle

Entwicklungen, Ideen und Produkte in den digitalen

visuellen Medien. Und ein gern genutzter Ort, um sich

zu vernetzen, neue Partnerschaften aufzubauen und gemeinsam

erfolgreiche Projekte auf die Beine zu stellen.

Organisiert wird die FMX vom Animationsinstitut der

Filmakademie Baden-Württemberg. Daher bietet die

Konferenz auch für Studierende der Filmakademie die

einzigartige Möglichkeit, sich in der Branche zu präsentieren

und Kontakte zu knüpfen. Die Präsentationen von

Filmakademie-Projekten sind ein fester Bestandteil des

FMX-Programms, unter den Speakern finden sich zahlreiche

Absolventinnen und Absolventen. Und das Beste:

die Studierenden des Animationsinstituts können persönliche

FMX-Betreuer*innen für die Speaker vor Ort

werden. Dies war schon für viele Alumni die Fahrkarte

für den Erfolg in der Branche. So auch für den mehrfach

Oscar-nominierten Jakob Schuh. Die FMX sieht er

als „Teil seiner Ausbildung“.

Die Speaker auf der FMX sind die Expert*innen der Community

– unter ihnen ikonische Persönlichkeiten wie

Phil Tippett, David Sproxton, David Silverman, Cheryl

Boone-Isaacs, Roland Emmerich, Victoria Alonso, Volker

Engel, Chris Wedge, Lynne Naylor und William Joyce.

Die Trailer zur FMX werden traditionell von Studierenden

des Animationsinstituts erstellt. 2019 werden

gleich vier Trailer das äußere Erscheinungsbild der FMX

prägen.

Weitere Informationen auf www.fmx.de

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ANIMATIONSINSTITUT

DREI FRAGEN AN VFX SUPERVISOR VOLKER ENGEL

VON LUDWIGSBURG NACH LA:

1993 SCHLOSS VFX SUPERVISOR VOLKER

ENGEL MIT DEM FILM "RECREATION" SEIN

STUDIUM AN DER FILMAKADEMIE BA-

DEN-WÜRTTEMBERG AB. WENIGE JAHRE

SPÄTER FOLGTE ER DEM RUF SEINES

MENTORS ROLAND EMMERICH UND WAGTE

DEN SCHRITT ÜBER DEN GROSSEN TEICH –

MIT ERFOLG. 1997 ERHIELT ER DEN OSCAR

FÜR DIE VISUELLEN EFFEKTE IN "INDEPEN-

DENCE DAY". WAS SEINE BEGEISTERUNG

FÜR VFX WECKTE UND WAS ER AN SEINEM

JOB BESONDERS SCHÄTZT, ERFAHREN SIE

HIER.

WIE KAM ES, DASS DU DICH AUF VISU-

ELLE EFFEKTE SPEZIALISIERT HAST?

„Als Ende der siebziger Jahre der erste STAR

WARS-Film in den deutschen Kinos anlief, war ich 13

Jahre alt und interessierte mich bereits fürs Filmemachen.

Mir war sofort klar, dass ich ebenfalls solche Welten

kreieren wollte. Als ich mir mit 14 dann meine erste

Super-8-Kamera kaufte, begann ich sofort mit dem Experimentieren

mit visuellen Effekten, wie Mehrfachbelichtungen,

Rückprojektion, Modelltricks etc. Die Weichen

für mich waren also früh gestellt.“

WAS BEGEISTERT DICH AM MEISTEN AN DEINEM

JOB? AUF DER ANDEREN SEITE: WELCHE HERAUS-

FORDERUNGEN GEHÖREN ZU DEINEM ALLTAG ALS

VFX SUPERVISOR?

„Die ständig neuen Herausforderungen sind genau das,

was mich begeistert. Sie sind nicht unbedingt immer

kreativer/technischer Art. Zum Alltag gehören gute Vorplanung

während der gesamten Produktion, schnelles

Reagieren am Set, dabei sicheres Auftreten und der Umgang

mit Menschen verschiedenster Berufssparten aus

dem Filmbereich. Ich habe es mir früh zur Devise gemacht,

soviele Informationen wie möglich mit meinen

Mitarbeitern zu teilen. Ich liebe das Teamwork mit talentierten

Artists.“

WELCHEN TIPP HAST DU FÜR STUDIERENDE, DIE

IN DER VFX-BRANCHE FUSS FASSEN WOLLEN?

„Neben dem Verständnis für die Technologie ist eine Begeisterung

für das Geschichtenerzählen wichtig. Denn

VFX ist am Ende nichts anderes als visuelles Storytelling.

VFX bedeutet auch Teamwork. Man sollte vor allem

nicht vergessen, dass die Branche ein People’s Business

ist. Es hilft, wenn es einem leicht fällt, auf Menschen zuzugehen

und wenn man die Kunst des guten Kommunizierens

beherrscht.“

Co-Produzent und VFX Supervisor Volker Engel

am Set von INDEPENDENCE DAY: WIEDERKEHR

32


DAS ANIMATIONSINSTITUT

INSTITUTSLEITER & CONFERENCE CHAIR FMX:

_PROF. ANDREAS HYKADE

WEITERE INFORMATIONEN

ZUM ANIMATIONSINSTITUT UNTER:

KAUFMÄNNISCHE LEITUNG &

LEITUNG PROJEKTMANAGEMENT FMX:

_HEIKE MOZÈR

WWW.ANIMATIONSINSTITUT.DE

E-MAIL: INFO@ANIMATIONSINSTITUT.DE

TECHNISCHE LEITUNG

ANIMATIONSINSTITUT / FMX:

_JOACHIM GENANNT

TELEFON: +49 7141 969 82800

WWW.FACEBOOK.COM/ANIMATIONSINSTITUT

PROJEKTLEITUNG FORSCHUNG

UND ENTWICKLUNG, SENIOR LECTURER

TECHNICAL DIRECTOR:

_PROF. VOLKER HELZLE

@AI_ANIMATION

WWW.LINKEDIN.COM/

COMPANY/ANIMATIONSINSTITUT

DOZENTIN STUDIENSCHWERPUNKT

INTERAKTIVE MEDIEN:

_ANNA BRINKSCHULTE

LEITUNG STUDIENVERTIEFUNG ANIMATION/

EFFECTS PRODUCING:

_PROF. LILIAN KLAGES

DOZENT STUDIENVERTIEFUNG VFX:

_PROF. JURI STANOSSEK

KOORDINATION LEHRE:

_CONSTANZE BÜHNER

KOORDINATION STUDIUM:

_CLAUDIA LIEPERT

HERSTELLUNGSLEITUNG:

_ANNA MATACZ

HERSTELLUNGSLEITUNG VFX / DRITTMITTELPRO-

JEKTE / VR NOW: _CHRISTIAN MÜLLER

EXTERNE PROJEKTBETREUER:

_MARC LUTZ

_PHILIPP OBLÄNDER

_TINA OHNMACHT

_YANNICK PAUL PETZOLD

_ALEXANDRA STAUTMEISTER

_ANDREAS ULMER

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ALUMNI IM FOCUS

VOM ROSA SCHWEINCHEN

ZUM PAPIERWOLF

Ein Gespräch mit Wolfram Kampffmeyer

LIEBER WOLFRAM, DU HAST BIS 2011 ANIMATI-

ON AN DER FILMAKADEMIE STUDIERT. WIE BIST

DU GERADE AUF DIESEN STUDIENSCHWERPUNKT

GEKOMMEN?

Ich war schon während meiner Schulzeit sehr computeraffin,

habe gerne Computerspiele gespielt und wollte

die Spiele irgendwann selber herstellen. Doch das Baukastensystem,

das es damals für Laien gab, hat mit solch

klotzigen Grafiken gearbeitet, dass ich das kaum ertragen

habe. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass

man diese Grafiken auch Einzelbildweise sehr viel schöner

gestalten kann und bin so an die 3D-Grafikprogramme

gekommen. Es gab damals eigentlich nur zwei Sachen,

die mich interessiert haben: Computeranimation

und Klavierspielen. Aber als Pianist hätte ich mindestens

8 Stunden täglich üben müssen – und das war dann

doch nichts für mich.

WIE BIST DU NACH LUDWIGSBURG GEKOMMEN?

2011 HAT WOLFRAM KAMPFFMEYER SEIN

STUDIUM AM ANIMATIONSINSTITUT DER

FILMAKADEMIE ERFOLGREICH MIT DEM

3D-FILM „WALLFLOWER TANGO“ ABGE-

SCHLOSSEN. BIS HEUTE IST ER ALS SELB-

STÄNDIGER COMPUTERANIMATOR TÄTIG

UND LÄSST BEISPIELSWEISE DIE CHARAK-

TERE DER PLAYMOBIL-FILME LEBENDIG

WERDEN. PARALLEL GRÜNDETE ER 2010

DAS LABEL „PAPERWOLF“ UND ENTWIRFT

SEITDEM ZUSÄTZLICH DREIDIMENSIONALE

TIERSKULPTUREN AUS PAPIER ZUM SELBER-

BASTELN.

Während meines Zivildienstes gab es einen Zivi-Kollegen,

der einen Bekannten hatte, der an der Filmakademie

studiert hat. Mir war schnell klar, da will ich auch

hin! Und so habe ich dann auch gleich das Praktikumsjahr

bei einer Firma in Hamburg begonnen, und – weil’s

beim ersten Versuch leider nicht mit der Aufnahme an

der Filmakademie geklappt hat – dort noch ein weiteres

Jahr angeschlossen.

WELCHE ERINNERUNGEN VERBINDEST DU MIT

DEINEM STUDIUM AN DER FILMAKADEMIE?

Sehr gute Erinnerungen! Ich war sogar nach meinem

Abschluss ein Jahr lang fast jeden Tag am Animationsinstitut

und im „Blauen Engel“ (sozusagen die

Mensa der Filmakademie; A.d.R.) und hab dort meine

ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen

besucht. Aber irgendwann waren die meisten

Leute, die ich kannte, fertig und ich bin alleine

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35


ALUMNI IM FOCUS

DU HAST SOLO-PROJEKTE AM "AI" GESTEMMT,

WIE Z.B. DEINEN DIPLOMFILM "WALLFLOWER

TANGO", ABER AUCH AN PROJEKTEN VON KOM-

MILITON*INNEN MITGEWIRKT. IST NICHT GERA-

DE DIESE TEAMARBEIT ENORM WICHTIG FÜR DAS

PERSÖNLICHE WEITERKOMMEN?

durch die Gänge gestromert. Ich hatte einfach keinen

Grund mehr, dort hinzugehen. Das war wirklich ein Verlustgefühl,

wie wenn man seine Familie verliert.

Ja, ich habe z.B. bei MOBILE mitgearbeitet oder

RED RABBIT. Und ich habe für einen Kameramann die

Farbkorrektur übernommen. Dabei hat mir der Bildgestalter

mit seinem guten Blick für schöne Bilder viel geholfen,

meine Fähigkeiten in Sachen Farbkorrektur zu

verbessern. Durch das learning by doing im Zusammenschluss

mit anderen kann man enorm weiterkommen.

ALSO WÜRDEST DU EIN STUDIUM AN DER FILM-

AKADEMIE AUCH ANDEREN EMPFEHLEN?

Auf jeden Fall. Ich unterrichte 30 Stunden im Semester

an der Hochschule der Medien in Stuttgart und sage

den Leuten dort, dass sie unbedingt ihre Fähigkeiten

an der Filmakademie vertiefen sollen. Die sind ja noch

so jung, wenn sie mit dem Studium anfangen: 19 oder

20 Jahre. Und gerade, wenn man schon ein bisschen Erfahrung

auf dem jeweiligen Gebiet hat, kann man an der

Filmakademie auf sehr hohem Niveau einsteigen, sich

weiterentwickeln und sich auf den Bereich spezialisieren,

in dem man richtig gut ist.

UND IN DEINEM FALL WAR DAS DIE 3D-COMPU-

TERANIMATION...

Genau. Die Firma in Hamburg, bei der ich mein Praktikum

gemacht habe, hat mich eher zu einem Modelling-Artist

ausgebildet. Ich wollte aber 3D-Charaktere

animieren und habe deswegen in meiner Freizeit zu

Hause weiter fleißig geübt – vor allem an den 3D-Computer-Animationen

für meinen Bewerbungsfilm. Jakob

Schulze-Rohr, ein Hamburger Kollege, der ebenfalls an

der Filmakademie studiert hatte, war in dieser Zeit mein

Mentor, der mir durch seine konstruktive Kritik viel beigebracht

hat. So konnte ich dann mit zwei Spezialgebieten

an der Filmakademie anfangen und bin über die Jahre

zu einem Generalisten geworden, der auch etwas von

Compositing und Rendering versteht.

WIE GING ES DANN WEITER? WIE ENTSTAND DIE

IDEE, AUS EINER 3D-COMPUTERGRAFIK REA-

LE SKULPTUREN ZUM SELBERBAUEN ZU ENTWI-

CKELN?

Wieder einmal durch meine unstillbare Neugierde! Ich

habe durch Zufall ein Programm entdeckt, mit dem man

eine 3D-Modell entfalten und mit Klebelaschen zum realen

Objekt zusammenbauen kann. Als ersten Versuch

habe ich meinen Hauptcharakter, das Gesicht der Charlotte

aus WALLFLOWER TANGO, nachgebaut. Das war

eine ungeheuer kleinteilige Arbeit und meine Kommilitonen

haben mich schon ein bisschen belächelt, wie

ich so dasaß, bewaffnet mit Schere und Kleber, und die

minikleinen Papierschnipsel zusammengepuzzelt habe.

Aber mit hat’s viel Spaß gemacht und dann habe

ich als erstes richtiges Objekt ein rosa Schweinchen als

Papercraft-Modell gebaut.

WIE GENAU FUNKTIONIERT DIE TECHNIK FÜR DEI-

NE PAPERCRAFT-MODELLE?

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Für meine Papiermodelle mache ich eine Abwicklung,

also das 3D-Modell wird entfaltet, flach ausgelegt, ausgeschnitten

und dann wieder zusammengeklebt.


Das Geschäftsmodell von PAPERWOLF funktioniert so,

dass die Kunden sich im Internet einen Bastelbogen aussuchen,

die Farbe wählen und dann werfe ich meine

Maschine an und schneide aus dem farbigen Papier die

Einzelteile aus und die Kanten, die man knicken muss,

werden automatisch perforiert.

WAS IST DAS KOMPLIZIERTESTE TIER IN DEINEM

SHOP?

Das dürfte das Einhorn sein. Es hat eine detaillierte

Mähne und Augen und benötigt etwa 12 Stunden zum

Zusammenkleben.

UND DAS ANFÄNGER-MODELL?

Wirklich kompliziert ist eigentlich keines der Tiere

zum Zusammenbauen. Man braucht einfach ein bisschen

Geduld. Beim VOGELFLUG z.B. benötigt ein Vogel

ca. eine Stunde zum Zusammenkleben. Übrigens ist der

VOGELFLUG eines meiner Lieblingsobjekte, denn er ist

eine Mischung aus Animation und Papercraft. Die fünf

einzelnen Vögel symbolisieren jeweils einen Schlag im

gesamten Flugzyklus. Im Computer wird der Flügelschlag

auf ähnliche Weise animiert.

AUS DEM ERSTEN PAPERCRAFT-MODELL IST MITT-

LERWEILE EIN RICHTIGER ZOO GEWORDEN...

Ja! Am Anfang war ich total verblüfft und stolz, dass tatsächlich

jemand dieses kleine Schweinchen haben wollte.

Der Erfolg hat mich dann so motiviert, dass ich immer

mehr Tiere ausgearbeitet habe. Erst einen Frosch,

dann einen Pinguin und dann ging das immer so weiter.

Ich habe jetzt schon manchmal Großaufträge, bei dem

ein Laden 100 Bastelbögen bestellt oder ein Unternehmen

z.B. einen 1,80 Meter großen Terrakottakrieger für

einen Messestand ordert. Obwohl PAPERWOLF nie als

kommerzielles Projekt geplant war, hat sich daraus ein

richtiges Geschäftsmodell entwickelt.

IN WELCHEM DEINER BEIDEN JOBS STECKT MEHR

HERZBLUT?

Ungefähr 50:50. Die ersten Jahre mit PAPERWOLF waren

sehr aufregend und da stecken sehr viel Energie und

Herzblut drin. Doch mit der Zeit sind immer mehr Konkurrenten

auf den Markt gekommen, mittlerweile ca. 60,

die Ähnliches machen. Aber natürlich sind meine Modelle

professioneller und schöner und ich bin flexibler

und kann auch mal Spezialaufträge annehmen. Und da

ich ja nicht nur PAPERWOLF habe, sondern als zweites

Standbein noch die Animation, muss ich mir eigentlich

keine Sorgen machen. Fürs Ego und die Ehre ist es

natürlich schwierig, wenn jemand dreist deine Idee kopiert.

Aber so ist es einfach: Gute Ideen werden irgendwann

nachgeahmt.

UND DANN IST DA ALS WEITERES STANDBEIN JA

NOCH DIE ANIMATION, Z.B. DEINE MITARBEIT AN DEN

PLAYMOBIL-FILMEN, DIE VON DER FIRMA WOOD-

BLOCK IN LUDWIGSBURG HERGESTELLT WERDEN?

Ja, genau. Die Figuren animiere ich. Die Geschichte wird

zusammen mit Playmobil von Woodblock entwickelt.

Federführend ist da vor allem Regina Welker, ebenfalls

eine Absolventin des Animationsinstituts.

WAR DEIN EINSTIEG INS BERUFSLEBEN EHER EIN

FLIESSENDER ÜBERGANG?

Genau. Während des Studiums habe ich die Kontakte

zu meiner Ausbildungsfirma in Hamburg gepflegt

und für sie weitergearbeitet. Natürlich musste ich viele

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ALUMNI IM FOCUS

Jobs wegen des Studiums absagen, aber dadurch war

der Übergang ins Berufsleben fließend. D.h., ich musste

nach dem Diplom einfach mehr freie Aufträge annehmen

und habe weniger Privatprojekte gemacht. Mein

Vorteil ist, dass ich sozusagen doppelt selbständig bin.

Über PAPERWOLF kommt immer ein bisschen was rein

und dann über die 3D-Jobs. Ich kann die Zeit, in der

nicht ganz so viel zu tun ist, sogar genießen, weil ich

mich dann um meine noch nicht ausgearbeiteten Ideen

kümmern kann. Dem Kreativstau ein bisschen abhelfen,

sozusagen.

HAST BZW. HATTEST DU MANCHMAL MIT ZWEI-

FELN AN DEINEM BERUFSWEG ZU KÄMPFEN?

an der Filmakademie, die ihre Geschichte zehn Mal umschreiben

und zehn verschiedene Gag-Varianten erfinden,

obwohl bereits die erste Idee funktioniert hätte. Der

Zuschauer sieht die Szene ja zum ersten Mal!

Außerdem muss man sich bewusst machen, dass das

Studium nur ein kleiner Abschnitt im Leben ist, für den

es sich nicht lohnt, seine Gesundheit zu riskieren und

Tage und Nächte durchzuarbeiten. Dieser eine Film ist

nicht das Wichtigste im Leben, auch wenn man ihn in

dem Moment dafür hält.

Weitere Infos:

https://www.etsy.com/de/shop/PaperwolfsShop

http://www.animation3.de/?reload=none

Seit der Entscheidung „Werde ich Pianist oder Animator?“

hatte ich nie wieder Zweifel an meinem Berufsweg.

Es ist eher so, dass ich mit meinem Schicksal hadere,

weil ich zu viele Ideen habe. Ich bereite jetzt schon wieder

die nächsten Projekte vor, eine Orgel mit Papierpfeifen

und ein Spielzeug aus Holz, das ich gerade als Prototyp

von einem Schreiner fertigen lasse.

WAS WÄRE DEIN WICHTIGSTER TIPP FÜR NEUE

STUDIERENDE AN DER FILMAKADEMIE ODER FÜR

JEMANDEN, DER SICH FÜR DAS STUDIUM INTER-

ESSIERT?

Also, an alle, die die Aufnahme bereits geschafft haben:

Die Bewerbung an der Filmakademie war eure beste Entscheidung,

denn jetzt beginnt die tollste Zeit eures Lebens!


Und für Studieninteressierte: Nehmt das auf jeden Fall

ernst mit der Berufserfahrung, die man VOR dem Studium

sammeln sollte. Wenn man z.B. noch nie in ein

3D-Programm hineingeschnuppert hat, ist es unheimlich

schwer, das Tempo mitzugehen, das an der Filmakademie

vorgelegt wird. Es lohnt sich wirklich, ein Praktikum

zu machen, während dessen man im Vorfeld

geschult wird. Im Studium kann man dann das letzte

Quäntchen aus seinem kreativen Ich herausholen und

ist nicht mehr mit den Basistechniken beschäftigt.

Dann noch ein sehr wichtiger Tipp für alle, den ich von

John Lasseter, dem Ex-Chef von Pixar, übernommen habe:

„Merk dir immer das erste Lachen bei deiner er sten

Idee!“. Denn wenn man ein halbes Jahr an dem Gag arbeitet,

findet man den irgendwann nicht mehr lustig

und denkt sich, ich brauche einen neuen. Es gibt Leute

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39


ATELIER LUDWIGSBURG – PARIS

BEREIT FÜR DIE

INTERNATIONALE

KARRIERE

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ATELIER LUDWIGSBURG – PARIS

LEITUNG:

_GERHARD MEIXNER (FILMAKADEMIE)

_ROMAN PAUL (FILMAKADEMIE)

_CHRISTINE GHAZARIAN (LA FÉMIS)

PROGRAMMKOORDINATION:

_ANNE CHRISTINE KNOTH

PROJEKTBETREUUNG:

_YANNICK PAUL PETZOLD

Roman Paul und Gerhard Meixner von Razor Film. Seit

2007 ist die angesehene National Film and Television

School in Beaconsfield bei London ein weiterer wichtiger

Kooperationspartner. Gefördert wird das Programm

von der EU-Kommission (Creative Europe, MEDIA) sowie

vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und

Kunst Baden-Württemberg, der Beauftragten für Kultur

und Medien sowie dem Deutsch-Französischen Jugendwerk.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

DAS ATELIER LUDWIGSBURG-PARIS IST

EIN SEIT 2001 BESTEHENDES UND IN DER

FILMBRANCHE ERFOLGREICH ETABLIERTES

EINJÄHRIGES WEITERBILDUNGSPROGRAMM

FÜR ANGEHENDE EUROPÄISCHE FILMPRO-

DUZENT*INNEN UND VERLEIHER*INNEN.

Mit dem Atelier Ludwigsburg-Paris existiert eine in Europa

einmalige Ausbildung in den Bereichen Stoffentwicklung,

Finanzierung, Produktion, Vertrieb und Marketing.

Es wird angeboten von zwei der führenden Filmschulen

in Frankreich und Deutschland: La Fémis in Paris und der

Filmakademie Baden-Württemberg. Auf deutscher Seite

steht das Atelier unter der Leitung der Filmproduzenten

Erfahrene Dozent*innen aus der internationalen Filmund

Medienbranche unterrichten die jährlich 18 Teilnehmer*innen.

Der große Gewinn der Lehrenden aus

der Praxis ist, dass sie derzeitige Trends des Marktes kennen

und so aktuelles Knowhow vermitteln.

Exkursionen zu international renommierten Festivals

(Berlinale, Cannes, Angers) und Fernsehsendern (ARTE,

BR) bringen die Teilnehmer*innen direkt mit der Branche

in Kontakt und ermöglichen den intensiven Dialog

mit Filmemachern*innen, der für künftige Zusammenarbeiten

die entscheidenden Weichen stellen kann.

Die Situierung des Ateliers an der Filmakademie eröffnet

den Teilnehmer*innen unbegrenzte Vernetzungsund

Entfaltungsmöglichkeiten durch den gemeinsamen

Campus mit den Studierenden der Filmakademie, dem

Animationsinstitut und der Akademie für Darstellende

Kunst Baden-Württemberg.

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IN DER KÜRZE LIEGT DIE WÜRZE –

15 JAHRE KURZFILMREIHE

Die Produktion eines Kurzfilms, der in Kooperation der

beiden Hochschulen gemeinsam mit ARTE und dem

SWR als Koproduzenten hergestellt wird, ist seit nunmehr

fünfzehn Jahren das zentrale Projekt im Curriculum

des Ateliers. Jährlich entstehen neun Kurzfilme zu

einem gemeinsamen Thema, die die Teilnehmer*innen

in binationalen Producer-Teams erarbeiten und über das

Jahr hinweg erfolgreich umsetzen. Die fertigen Filme

bereichern nicht nur das Portfolio der Atelier-Alumni,

sondern erreichen stets auch eine breite Öffentlichkeit,

indem sie nach den Premieren in Ludwigsburg und Paris

auch auf den Französischen Filmtagen Tübingen, dem

Festival Max Ophüls Preis in Saarbrücken und im Programm

des Fernsehsenders ARTE gezeigt werden.

CAMPUS FILMAKADEMIE – INTERNATIONALE

TEAMS BIETEN PROFESSIONELLE HERAUSFOR-

DERUNGEN

In der Lehre findet die Zusammenarbeit von Atelier

und Filmakademie in mehreren Bereichen statt: Nennenswert

ist hier vor allem das seit dem Wintersemester

2006 angebotene Wahlpflichtfach „International Producing“

für Produktionsstudierende der Filmakademie

(ab 3. Studienjahr) in Kooperation mit dem Atelier Ludwigsburg-Paris.

Eine enge Zusammenarbeit besteht darüber hinaus besonders

im Bereich der an der Filmakademie entstehenden

Kurzfilme des Atelier Ludwigsburg-Paris: Schon seit

2006 schreiben Studierende der Drehbuchabteilung die

Drehbücher für die Atelier-Kurzfilme.

„Für uns ist das Besondere am Produktionsprozess an

der Filmakademie vor allem, dass wir als Producerinnen

die Gelegenheit bekommen, eine Idee und ein Skript gemeinsam

mit den Drehbuchautor*innen zu entwickeln

und den gesamten Schaffensprozess des Films aktiv mitgestalten

können.“

(Antonia Bernkopf und Martina Droandi, Teilnehmerinnen

des Programms Atelier Ludwigsburg-Paris

2017/2018)

Durch die nicht-deutschen Team-Mitglieder findet die

Kommunikation über Drehbücher, Inszenierung und

Produktion mehrsprachig und häufig auf Englisch statt.

Dies ist eine neue Erfahrung, auch für die Regisseur*innen

der Kurzfilme an der Filmakademie.

„Wir arbeiten hier immer in internationalen Teams zusammen.

Das erfordert auf jeden Fall eine besondere

Konzentration im ganzen Kommunikationsprozess. Und

natürlich gewährt es uns erste Einblicke in diese umfassende

‚internationale Koproduktions-Logistik’, die erstmal

mehr Zeit und Budget benötigt, da man den Bedürfnissen

aller Beteiligten gerecht werden muss. Insgesamt

schult es uns in Professionalität. Es ist am Ende des Tages

zwar ein hartes, aber sehr effektives Training für uns.“

( Jean Aria Mouy, Teilnehmer des Programms Atelier

Ludwigsburg-Paris 2017/2018)

Auch in den Bereichen Bildgestaltung/Kamera, Montage/Schnitt,

Szenenbild, Filmmusik, Filmton/Sounddesign

sowie anderen Gewerken findet eine intensive

Zusammenarbeit zwischen den Filmakademie-Studierenden

und den Atelier-Teilnehmer*innen statt. Profitieren

die Studierenden vor allem von der internationalen

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ATELIER LUDWIGSBURG – PARIS

Atmosphäre im Team und u.a. auch von der gesicherten

Festival- und TV-Auswertung der Kurzfilme, können

Atelier-Teilnehmer*innen besonders aus den fest etablierten

Verbindungen der Filmakademie-Studierenden

an der Schule Nutzen ziehen.

„Das Produzieren an der Filmakademie ist geprägt durch

die stark ausgeprägte Gemeinschaft unter den Studierenden.

Insgesamt herrscht hier eine sehr familiäre Atmosphäre.

Dieses Gefühl des „Jeder-kennt-Jeden“ schafft

eine sehr angenehme Form der Kommunikation und

stärkt die Zusammenarbeit.“

(Max Reiners, Teilnehmer des Programms Atelier Ludwigsburg-Paris

2017/2018)

WELTOFFENHEIT UND INTERNATIONALITÄT

Seit vier Jahren werden auch internationale Bewerber*innen

bei fachlich überzeugender Qualifikation in

das Programm des Atelier Ludwigsburg-Paris aufgenommen.

Damit hat sich das ehemals ausschließlich europäische

Programm über Europa hinaus geöffnet und bietet

maximal drei talentierten Filmschaffenden aus aller

Welt Möglichkeiten, die europäische Filmbranche kennenzulernen

und dort Fuß zu fassen. Erfreulich ist, dass

mittlerweile auch aus Afrika, Südamerika und Asien vermehrt

Bewerber*innen Interesse für das Programm zeigen.

Die Gruppe mit jährlich je einem Drittel deutschen

und französischen Teilnehmer*innen erwartet durch die

internationale Öffnung also vermehrt ein kulturell vielfältigerer

Austausch. Insgesamt haben bisher Alumni

mit 27 verschiedenen Nationalitäten am Programm des

Atelier Ludwigsburg-Paris teilgenommen.

Seit kurzem gelten im Atelier Deutsch, Englisch und

Französisch als gleichwertige Arbeitssprachen, die Verdolmetschung

findet entsprechend an der Filmakademie

in Deutsch und Englisch statt.

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BEWERBUNG UND TEILNAHME

FÜR WEN? JUNGE FILMSCHAFFENDE – BEWER-

BER*INNEN AUS ALLER WELT

Das Weiterbildungsjahr wendet sich an angehende Produzent*innen

und Verleiher*innen aus Europa und der

ganzen Welt im Alter von bis zu 30 Jahren und bietet eine

vertiefende Ausbildung mit europäischer Ausrichtung.

Absolvent*innen von Filmhochschulen oder anderen relevanten

Studiengängen mit ersten Berufserfahrungen in

der Filmwirtschaft sind die Zielgruppe.

ERFORDERLICHE SPRACHKENNTNISSE?

Sehr gute Englischkenntnisse; Deutsch- und Französischkenntnisse

sind von Vorteil.

WEITERE INFORMATIONEN AUF DER WEBSITE

DES ATELIER LUDWIGSBURG-PARIS:

www.atelier-ludwigsburg-paris.com

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INTERNATIONALE NETZWERKE

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VON INCOMINGS UND OUTGOINGS -

STUDIEREN OHNE GRENZEN

INTERNATIONALE NETZWERKE SIND ENG IN

DAS AUSBILDUNGSKONZEPT DER FILMAKA-

DEMIE EINGEWOBEN. 14 INCOMINGS UND

40 OUTGOINGS PRO JAHR, BEKANNTE

DOZENTINNEN UND DOZENTEN AUS DEM

AUSLAND, ÜBER 12 PARTNERINSTITUTIONEN,

DIE EINZIGARTIGE INTERNATIONAL CLASS

UND INTERNATIONALE STUDENTISCHE

KOPRODUKTIONEN BIETEN STUDIERENDEN

BESTE MÖGLICHKEITEN ZUR INDIVIDUELLEN

INTERNATIONALEN VERNETZUNG.

Das Internationale Büro legt dabei besonderen Wert auf

die Einbindung unterschiedlicher Weltregionen. Aktuell

nehmen ca. 25% der Studierenden an internationalen

Programmen teil, Tendenz steigend. Etwa 50% der internationalen

Mobilitäten werden durch Stipendien unterstützt.

INDIAN CINEMA WORKSHOP

Erstmals findet 2018 eine Exkursion von 12 Studierenden

aller Gewerke zum Film & Television Institute of

India (FTII) in Pune statt. Die dreiwöchige Reise wird

vom BWS+ Programm der Baden-Württemberg Stiftung

unterstützt und beinhaltet eine profunde Einführung in

das indische Kino sowie eine Woche voller Besuche bei

Filmsets und Produktionsfirmen in der Filmmetropole

„Bollywood“ in Mumbai. Im Wintersemester werden

Studierende des FTII im Gegenzug die Filmakademie als

Gaststudierende besuchen.

HOLLYWOOD WORKSHOP

Ein weiteres Highlight ist der jährliche, durch die Sonderlinie

Filmproduktion der Baden-Württemberg Stiftung

und Stipendien der Verwertungsgesellschaft für

Nutzungrechte an Filmwerken (VGF) ermöglichte „Hollywood

Workshop“, der eine Gruppe FABW-Studierender

mit den Arbeitsweisen amerikanischer Studios vertraut

macht. Der von der UCLA erarbeitete Studienplan

beinhaltet Workshops und Seminare bei Dozent*innen

aus Studios, Produktionsfirmen, TV-Sendern und der

UCLA.

FICTION ALEXA

Beim ebenfalls von der Baden-Württemberg Stiftung unterstützten

Workshop „Fiction Alexa“ dreht ein sechsköpfiges

FABW-Team gemeinsam mit Kommiliton*innen

der La Fémis in Paris einen fiktionalen Kurzfilm.

Das Programm beinhaltet einen viermonatigen Aufenthalt

in Paris.

SCHWERPUNKT AFRIKA

Das Internationale Büro hat in den vergangenen Jahren

Kooperationen in einer Reihe afrikanischer Länder angestoßen,

darunter Burkina Faso, Ruanda, Kenia, Namibia

und Nigeria. Unterstützt wurden diese Programme mit

Mitteln der Robert Bosch Stiftung, der Baden-Württemberg

Stiftung, des Auswärtigen Amtes sowie der Mann &

Hummel Stiftung. Mehrere Programme befinden sich gegenwärtig

in Entwicklung. Zum Wintersemester 2018/19

beginnt ein Stipendienprogramm der Film akademie und

der Robert Bosch Stiftung, in dem zwei Studierende der

FABW und zwei ostafrikanische Stipendiaten gemeinsam

an dokumentarischen Porträts arbeiten.

FÜR INCOMINGS: INTERNATIONAL CLASS (ICLA)

Exklusiv für Studierende ihrer Partnerinstitutionen hat

die FABW das englischsprachige, praxisorientierte, interdisziplinäre

Curriculum der ICLA (Dauer: ein Wintersemester)

im Angebot. Es beinhaltet die Produktion eines

Kurzfilms und vermittelt Fähigkeiten des filmischen

Geschichtenerzählens für Gaststudierende aller Gewerke

und kultureller Hintergründe. Um die Teilnehmer*innen

entsteht so ein Netzwerk, das oft über das Studium

hinaus bestehen bleibt und Perspektiven für spätere Karrieren

eröffnet.

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INTERNATIONALE NETZWERKE

MIT FOLGENDEN INSTITUTIONEN BESTEHEN

AKTUELL PARTNERSCHAFTEN:

• AFDA – THE SOUTH AFRICAN SCHOOL OF

MOTION PICTURE, LIVE RECORDING AND

LIVE PERFORMANCE, Johannesburg, Südafrika

(alle Gewerke)

• AL-QUDS UNIVERSITY, Ramallah, Palästina

(alle Gewerke)

• DOCUBOX, Nairobi, Kenia (Dokumentarfilm)

• DODGE COLLEGE AT CHAPMAN UNIVERSITY,

Orange County, Kalifornien (alle Gewerke)

• FTII – FILM- & TELEVISION INSTITUTE OF INDIA

(alle Gewerke)

• GOBELINS L’ÉCOLE DE L’IMAGE, PARIS

(Animation)

• THE IRANIAN NATIONAL SCHOOL OF CINEMA,

Teheran, Iran (Regie)

• LA FÉMIS, Paris, Frankreich (Fiction Alexa)

• Lindenwood University, St. Charles, Missouri

(alle Gewerke)

• NFTS – NATIONAL FILM- & TELEVISION

SCHOOL, Beaconsfield, Großbritannien (Porsche

Award)

• PONTIFÍCIA UNIVERSIDADE CATÓLICA DO RIO

DE JANEIRO, Brasilien (alle Gewerke)

• SAPIR COLLEGE, Sderot, Israel (alle Gewerke)

• UDC – UNIVERSIDAD DEL CINE, Buenos Aires

(alle Gewerke)

WEITERE INTERNATIONALE KOMPONENTEN:

• Im Studiengang Produktion können Studierende

im Hauptstudium die Vertiefung International

Producing wählen.

• Das eigenständige Weiterbildungsangebot des

Atelier Ludwigsburg-Paris richtet sich an

Europäische Nachwuchs-Produzent*innen.

• „Animation sans frontières“ ist ein vom Animationsinstitut

betriebenes Programm, das seine hoch

qualifizierten Teilnehmer*innen auf europäischer

Ebene vernetzt.

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49


SPOTLIGHT

DIE BADEN-WÜRTTEMBERG STIFTUNG

DIE BADEN-WÜRTTEMBERG STIFTUNG

IST EINE DER GRÖSSTEN STIFTUNGEN

DEUTSCHLANDS. SIE IST EINE HUNDERT-

PROZENTIGE TOCHTER DES LANDES

BADEN-WÜRTTEMBERG MIT SITZ IN

STUTTGART. DIE BW STIFTUNG SCHREIBT

IHRE EIGENEN PROGRAMME UND PROJEKTE

IN DEN DREI KERNBEREICHEN FORSCHUNG,

BILDUNG UND GESELLSCHAFT & KULTUR

AUS, MIT FOKUS AUF DER SICHERUNG DES

INNOVATIONSSTANDORTES BADEN-WÜRT-

TEMBERG.

Geschäftsführer Christoph Dahl erläutert im Interview

die Ziele der Baden-Württemberg Stiftung und gibt Auskunft

über Programme, mit deren Hilfe auch Initiativen

der Filmakademie Baden-Württemberg gefördert werden.

HERR DAHL, DIE BADEN-WÜRTTEMBERG STIF-

TUNG ALS EINE DER GROSSEN OPERATIVEN STIF-

TUNGEN IN DEUTSCHLAND FÖRDERT PROJEKTE

IN VIELEN GESELLSCHAFTLICHEN BEREICHEN UND

ARBEITET MIT ZAHLREICHEN INSTITUTIONEN UND

HOCHSCHULEN ZUSAMMEN. WAS MACHT AUS IH-

RER SICHT DIE ZUSAMMENARBEIT MIT DEN STU-

DIERENDEN DER FABW AUS?

Christoph Dahl: Wir arbeiten seit vielen Jahren eng und

sehr gut mit der Filmakademie zusammen. Besonders

im letzten Jahr war die Zusammenarbeit sehr intensiv.

Wir haben gemeinsam mit der Filmakademie einen neuen

Imagefilm für das Baden-Württemberg-STIPENDIUM

produziert. Außerdem erstellen wir derzeit gemeinsam

HOLLYWOOD WORKSHOP 2018: PREMIERE "DER

HAUPTMANN" UND DISKUSSION MIT REGISSEUR

ROBERT SCHWENTKE

mit der Filmakademie Kurzporträts über Stipendiaten.

Protagonist des ersten Kurzfilms war Idriss, ein Stipendiat

aus Ruanda, der durch das Stipendienprogramm einen

Teil seines Studiums an der Filmakademie verbringen

konnte.

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IN DER SONDERLINIE FILMPRODUKTION UNTER-

STÜTZT DIE BADEN-WÜRTTEMBERG STIFTUNG

JÄHRLICH EINE MEHRWÖCHIGE EXKURSION STU-

DIERENDER NACH HOLLYWOOD, DIE DORT DIE

ARBEITSWEISE DER GROSSEN STUDIOS KENNEN

LERNEN. IST DAS NICHT LUXUS?

Ich würde vielmehr von einem verdienten Privileg sprechen.

Die Studierenden durchlaufen einen intensiven

Bewerbungsprozess und müssen sich gegen andere behaupten,

um einen der begehrten Stipendienplätze zu

erhalten. In Hollywood lernen sie bei Insidervorträgen,

Workshops und dem Besuch der Filmstudios die amerikanische

Medienbranche kennen. Sie kommen mit Profis

ins Gespräch, können Kontakte knüpfen und ein erstes

Netzwerk aufbauen. Dieser Blick über den Tellerrand

ist mit viel Engagement und harter Arbeit verbunden.

Mit der neuen regionalen entwicklungspolitischen

Komponente werden die bislang schwach vertretenen

Länder Afrikas, der Karibik und des Pazifiks sowie die

„Least-Developed-Countries“ stärker ins Programm eingebunden.

Somit können gezielter qualifizierte junge

Menschen aus diesen Ländern angesprochen werden,

um internationale Erfahrungen zu sammeln, Sprachkenntnisse

zu erwerben und ein Verständnis für andere

Kulturen zu gewinnen. Wir sind damit unserem Ziel,

mit dem BW-STIPENDIUM ein internationales Netzwerk

zu bilden und alle Regionen der Welt mit einzubinden,

ein großes Stück näher gekommen.

IM DRITTEN STUDIENJAHR KÖNNEN SICH DIE

FILM AKADEMIE-STUDIERENDEN FÜR DAS PRO-

GRAMM „FICTION ALEXA“ BEWERBEN, MIT DEM

SIE RUND DREI MONATE LANG IN KOOPERATI-

ON MIT DER FRANZÖSISCHEN FILMHOCHSCHU-

LE LA FÉMIS IN PARIS EINEN ZEHNMINÜTIGEN

KURZFILM PRODUZIEREN. WELCHE PRIORITÄT

GENIESST DER DEUTSCH-FRANZÖSISCHE AUS-

TAUSCH IN DER ARBEIT DER STIFTUNG?

Die Kooperation mit der französischen Filmhochschule

La fémis ist ein genauso wichtiger Bestandteil des Stipendienprogramms

wie der Hollywood-Workshop. Die

Filmhochschule in Paris zählt zu den renommiertesten

weltweit und nur sechs Stipendiaten pro Jahr erhalten

die Möglichkeit, dort ihr Können zu vertiefen. Die Studierenden

entwickeln nicht nur einen Kurzfilm in französischer

Sprache, sie besuchen auch Kurse international

hochkarätiger Dozentinnen und Dozenten. Gelegenheiten

wie diese sind für die angehenden Filmemacher unbezahlbar

und machen den deutsch-französischen Austausch

so wichtig.

DIE NEUE „REGIONALE ENTWICKLUNGSPOLITI-

SCHE KOMPONENTE“ (REK), FÖRDERT GEZIELT

DEN AUSTAUSCH MIT ENTWICKLUNGS- UND

SCHWELLENLÄNDERN. WELCHE ENTWICKLUN-

GEN VERSPRECHEN SIE SICH DADURCH FÜR

BADEN-WÜRTTEMBERG?

GANZ NEU IST DIE FÖRDERUNG DES AUSTAUSCHS

ZWISCHEN FABW UND DEM INDISCHEN FILM &

TELEVISION INSTITUTE OF INDIA (FTII) IN PU-

NE DURCH DAS PROGRAMM BWS PLUS. WELCHE

ZIELE VERFOLGT DIE STIFTUNG MIT DIESER PRO-

GRAMMLINIE?

Mit dieser Programmlinie unterstützt die Baden-Württemberg

Stiftung innovative Kooperationen von baden-württembergischen

Hochschulen. Ziel ist der Aufund

Ausbau von neuen Beziehungen zu ausländischen

Hochschulen beziehungsweise die nachhaltige Intensivierung

bestehender Kontakte. Mithilfe des Stipendiums

können Studierende ein Wintersemester lang am

Film and Television Institute of India in Pune verbringen.

Die Bandbreite des indischen Films ist enorm und

längst sind es nicht mehr nur Bollywood-Produktionen,

die das indische Kino ausmachen. Der Aufenthalt

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SPOTLIGHT

SOMMERFEST 2018 DER BADEN-WÜRTTEMBERG STIFTUNG AN DER FILMAKADEMIE

DIE TEILNEHMER*INNEN DES HOLLYWOOD WORKSHOP 2018 VOR WALTER WHITES CAMPER

AUS "BREAKING BAD"

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in Pune ermöglicht es den Studierenden, das filmische

Geschichtenerzählen zu intensivieren und die künstlerische

Handschrift sowie ihr interkulturelles Verständnis

weiter zu entwickeln und zu schärfen.

WO LIEGEN DIE BESONDEREN HERAUSFORDERUN-

GEN FÜR DIE BW STIFTUNG IN DER ZUKUNFT?

BLEIBEN SIE NACH ENDE DER FÖRDERUNG MIT IH-

REN STIPENDIAT*INNEN IN KONTAKT? UND WENN

JA, WIE SIEHT DIESE ALUMNI-ARBEIT AUS?

Selbstverständlich. Veranstaltungen wie das Sommerfest,

das im Juni an der Filmakademie stattfand, bieten tolle

Gelegenheiten, mit den Alumni in Kontakt zu bleiben

und das weltweite Netzwerk von mittlerweile mehr

als 20.000 jungen Menschen zu stärken. Außerdem haben

wir mit BWS-World, dem Onlineportal des BW-STI-

PENDIUMs, eine exklusive Plattform für alle Stipendiaten

und Alumni geschaffen, die viele Möglichkeiten zum

Netzwerken und zum Austausch bietet. Die mittlerweile

23 Regional Chapters in 19 Ländern weltweit sind zudem

ideale Anlaufstellen, wenn es darum geht, eigene Ideen

und Vorstellungen einzubringen oder neue interessante

Kontakte zu knüpfen. Speziell mit den Absolventinnen

und Absolventen der Filmakademie bleiben wir natürlich

auch im Rahmen von Filmprojekten verbunden.

Unsere Gesellschaft wird immer vielfältiger und unterschiedliche

Kulturen, Religionen und Wertvorstellungen

treffen aufeinander. Gleichzeitig ist eine wachsende

Verunsicherung in der Gesellschaft spürbar. Damit

sich autoritäre, nationalistische und fremdenfeindliche

Tendenzen nicht zuspitzen, stehen Programme, die den

gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Demokratiebewusstsein

stärken, weiterhin auf der Agenda. Eine andere

Herausforderung ist der digitale Wandel. Unternehmen

im Land durch gezielte Forschungsinitiativen

auf diesem Weg zu unterstützen, sehen wir als dringliche

Aufgabe. Aber auch Themen wie Nachhaltigkeit und

die ökologische Verantwortung wird die Baden-Württemberg

Stiftung weiterhin vorantreiben, damit Baden-Württemberg

den Bürgerinnen und Bürgern eine

lebenswerte Heimat bleibt.

https://www.bw-stipendium.de/studierende/bws-filmproduktion/

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BILDGESTALTUNG / KAMERA

VON DER KUNST

UND DER PRAXIS

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BILDGESTALTUNG / KAMERA

PROJEKTSTUDIUM

_PROF. KAY GAUDITZ, BVK

_PROF. THOMAS MERKER, BVK

_KLAUS MERKEL, BVK

GRUNDSTUDIUM

_PROF. PETER BADEL, BVK

_PROF. JOLANTA DYLEWSKA, PSC

_MARTIN GRESSMANN, BVK

_FRANK BARBIAN

_MATTHIAS BOLLIGER

_BIRGIT GUDJONSDOTTIR, BVK

_STEPHAN VORBRUGG, BVK

STUDIENKOORDINATION:

_ROLAND MÖNCH

ASSISTENZ:

_CHRISTINE MONTIGEL

HINTER DEM STUDIUM DER BILDGESTALTUNG /

KAMERA VERBIRGT SICH VIEL MEHR ALS

EINE TECHNISCHE SCHLACHT. WICHTIG IST,

FÜR DIE EIGENE KÜNSTLERISCHE ARBEIT AUCH

VERANTWORTUNG ZU ÜBERNEHMEN.

Es geht alles immer noch schneller, höher, weiter. Neue

Technologien überfluten den Markt und revolutionieren

auch den Film. Dass unsere Studierenden bei uns

während ihres Studiums lernen, diese Technik richtig

einzusetzen und für ein Projekt das bestmögliche Aufnahme-Setup

zusammenzustellen, gehört natürlich dazu.

Darüber hinaus aber halten wir unsere Studierenden

dazu an, mit dem Kopf zu gestalten und nicht mit

der Technik. Es bringt nichts, eine technische Schlacht

zu veranstalten und dabei das eigentliche Ziel, die Ästhetik

eines Films geschmackvoll und inhaltlich passend „in

Szene zu setzen“, aus den Augen zu verlieren. Denn Kameraarbeit

ist ein kreativer und interpretierender Prozess,

dessen handwerkliches und künstlerisches Ergebnis

nicht allein aus der Aufnahme eines physikalischen

Ereignisses besteht.

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Wer als Bildgestalter oder Bildgestalterin bestehen will,

muss ein Teamplayer sein. Daher setzen wir in unserer

Lehre bereits in den ersten beiden Studienjahren auf die

Förderung der fächerübergreifenden Zusammenarbeit.

Einen wichtigen Teil des anschließenden Projektstudiums

nehmen drei interdisziplinäre Workshops ein: der

Filmschauspiel-, der Szenenbild-, und der Set-Extension-Workshop.

Die Arbeit mit Filmschauspieler*innen ist in szenischen

Genres besonders wichtig. Dies erfahren unsere Studierenden

im Filmschauspiel-Workshop in der Zusammenarbeit

mit Darsteller*innen und Professionellen der

Filmbranche anhand realer Arbeitssituationen am Set –

mit dem Ziel, Präsenz und Wirkung vor der Kamera optimal

zu erzeugen und einzufangen.

Kamerafrauen und -männer mit den VFX-Techniken

und der Arbeit eines VFX-Supervisors vertraut sein.

Technikverliebtheit reicht nicht aus, um in der Praxis

hochkomplexe Kameraarbeit zu betreiben. Es bedarf

hierzu auch eines Bewusstseins für das eigene Schaffen.

Unsere Studierenden lernen, für ihre technische Arbeit

Verantwortung zu übernehmen und das Künstlerisch-Gestalterische

in den Vordergrund zu stellen. Zur

Befeuerung dieses Prozesses laden wir international erfolgreiche

DOPs regelmäßig zu Gastvorträgen und Werkgesprächen

mit den Studierenden ein, organisieren darüber

hinaus Exkursionen, u.a. zur CAMERIMAGE, und

ermöglichen unseren Studierenden auch dort, in einen

direkten Austausch mit den Profis zu treten. Denn ein

gutes Bild ist kein Zufallsprodukt...

Der Szenenbildworkshop führt über sechs Monate hinweg

Studierende im dritten Jahr der Abteilungen Szenenbild

und Bildgestaltung/Kamera zusammen. Bei diesem

Workshop wird vom Set und von der Kamera her

gedacht, und daraus dann erst im Team das Drehbuch

entwickelt und im Anschluss daran umgesetzt. Dies geschieht

ungewohnt: ohne Regie oder Drehbuchautor*innen.

Den Studierenden werden durch diesen Prozess

neue Perspektiven und Denkansätze eröffnet. Durch

die spezifischen Charakteristika der beiden Abteilungen

bringen sie meistens völlig unterschiedliche Herangehensweisen

in die Zusammenarbeit ein. Diese spannende

Annäherung fördert nicht nur die Teamfähigkeit,

sondern steigert auch handwerkliche Fertigkeiten, die

zum Selbstbauen eines Sets und zur Durchführung des

anschließenden Drehs nötig sind. Unsere Studierenden

haben die Möglichkeit, ihre gestalterischen Visionen individuell

mit denen des Szenenbild-Teampartners in

Einklang zu bringen und mit Unterstützung ihrer Kommiliton*innen

im Studio umzusetzen. Aus diesem Workshop

sind schon einige erfolgreiche Filme hervorgegangen,

wie beispielsweise KOSMOS, der 2017 auf dem

weltweit bedeutendsten Kamerafestival, der CAMERI-

MAGE, gezeigt wurde.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

Ein Ziel des Set-Extension-Workshops ist es, dass sich

die Studierenden durch die dort umgesetzten Produktionen

ein gutes handwerkliches Rüstzeug im VFX-Bereich

aneignen. Es ist ein Phänomen unserer Zeit, dass

alle Produktionen immer aufwändiger und fantasievoller

werden und immer häufiger digitale Ergänzungen

stattfinden. Um auf dem Markt zu bestehen, müssen

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DOKUMENTARFILM

GRENZÜBERSCHREITEND

DENKEN

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DOKUMENTARFILM

PROJEKTSTUDIUM:

_PROF. HEIDI SPECOGNA

_PROF. DR. EBBO DEMANT

_THOMAS LAUTERBACH

_THOMAS RIEDELSHEIMER

GRUNDSTUDIUM (REGIE 2):

_PROF. MICHAEL MÖLLER

PROJEKTBETREUUNG:

_SILKE HARTEN-PREISS

STUDIENKOORDINATION:

_THORSTEN SCHÜTTE

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

PROJEKTBETREUUNG:

_PETER KUCZINSKI

_GREDA SIEBER

DIE AUSFORMUNG EINER KÜNSTLERISCHEN

HANDSCHRIFT BEGINNT IM KOPF

ALS DOKUMENTARFILMER*IN IST ES

WICHTIG, EINEN GENAUEN BLICK AUF

DIE REALITÄT UND EINE HALTUNG ZU IHR

ZU ENTWICKELN. HIER STEHEN FILME-

MACHER*INNEN BEINAHE ALLE KÜNSTLE-

RISCHEN GESTALTUNGSMITTEL ZUR VERFÜ-

GUNG. DAHER SETZEN UNSERE SEMINARE

GEZIELT AUF VIELFALT UND PRAXISBEZUG.

Ziel des Studiums ist es, teamfähige Autor*innen und

Regisseur*innen auszubilden, die mit eigenen Ideen und

verantwortlicher Haltung gegenüber Menschen und Tatsachen

Realität kreativ gestalten lernen. Die Studierenden

sollen verstehen, Inhalt und Form in Beziehung zu

setzen. Die handwerkliche Professionalität soll sie befähigen,

sich auf dem vielschichtigen Markt, ob kommerziell

oder nicht-kommerziell, durchzusetzen.

Im dritten Jahr nehmen unsere Studierenden am Content

Development-Programm teil. Gemeinsam mit Studierenden

anderer Studienbereiche werden hier in

Teams Stoffe entwickelt und realisiert.

Um unsere Studierenden schon während ihres Studiums

bestmöglich mit der Branche zu vernetzen und sie mit

dem marktüblichen Workflow vertraut zu machen, laden

wir auch im Studienjahr 2018/2019 wieder zahlreiche

Filmemacher*innen ein, die von ihren Projekten berichten.

Wir freuen uns, dass diesmal auch der schwedische Regisseur

Marcus Lindeen zu unseren Gästen zählt, der für

seinen jüngsten Dokumentarfilm FLOTTEN (englischer

Titel: THE RAFT) 2018 den CPH:Dox-Award erhalten

hat. In seinen Werken setzt er sich grenzüberschreitend

mit Dokumentarfilm, Theater und Inszenierung auseinander

und bringt unseren Studierenden daher eine außergewöhnliche

Thematik näher.

Zu einer Case Study ihres Films BUNCH OF KUNST

dürfen wir auch die Regisseurin und Produzentin Christine

Franz bei uns begrüßen. BUNCH OF KUNST wurde

von ihr aus eigener Kraft heraus als freie Produktion

realisiert.

In jedem Jahr finden in unserem Studienschwerpunkt

zahlreiche Exkursionen statt, regelmäßig u.a. zum

DOCUMENTARY CAMPUS und zum DOK Filmfestival

Leipzig. Auch ein Besuch der CPH:DOX in Kopenhagen

soll in diesem Studienjahr zum zweiten Mal organisiert

werden.

Neu in unserem Studienprogramm ist unsere Kunstreihe:

Mit der Unterstützung der Kuratorin Julia Rosenbaum

finden regelmäßige Exkursionen zu Ateliers international

anerkannter bildender Künstler*innen, die in

Baden-Württemberg ansässig sind, statt. Dabei geht es

darum, künstlerische Handschriften zu entdecken und

mit den Künstler*innen in den Dialog zu treten. Unsere

Studierenden lernen hier eine Bandbreite gestalterischer

Ausdrucksformen kennen, die sie in ihrem eigenen

Schaffen inspirieren kann.

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DREHBUCH

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Ein WORKOUT

für die Schreibmuskeln

_PROF. FRANZISKA BUCH

_PROF. CHRISTOPH FROMM

STUDIENKOORDINATION:

_IGOR DOVGAL

PROJEKTBETREUUNG:

_MICHAEL ACHILLES

EINE GESCHICHTE ENTSPRINGT MANCH-

MAL AN UNERWARTETER STELLE. UM DEN

REICHTUM AN IDEEN BESSER VERWIRKLI-

CHEN ZU KÖNNEN, BESCHREITEN WIR IM

STUDIENSCHWERPUNKT DREHBUCH NEUE

WEGE.

Nicht jedes Drehbuch muss auch wie ein klassisches

Drehbuch aussehen, der erste Entwurf einer Geschichte

benötigt nicht direkt eine Szenenabfolge. Seit dem Studienjahr

2017/18 verfolgen wir im Schreibunterricht daher

neue Ansätze, die den Horizont beim Schreiben erweitern

sollen. Während unsere Seminare bislang an der

Entstehung klassischer Drehbücher ausgerichtet waren,

erhalten unsere Studierenden nun auch Unterricht im

Prosaschreiben. Eng verknüpft mit unserer Arbeit am

Kurzgeschichtenband der Filmakademie entstehen hier

Texte, die zunächst nicht einem klassischen Drehbuch

entsprechen, sondern neue Plattformen erschließen sollen,

um der Ideenvielfalt und Kreativität ihren freien

Lauf lassen zu können. Der Prosaunterricht wird in das

abteilungsübergreifende Programm Content Development

eingebettet und erhält dadurch eine stärker praxisorientierte

Gewichtung. Dahinter steht unser allumfassendes

Ziel, neue Wege zur Geschichte zu finden und

zu beschreiten.

Ein völliges Novum in unserer Studienabteilung ist auch

die Einführung einer Schreibwerkstatt, an der die Studierenden

des 2. Studienjahrs im Sommersemester teilnehmen.

Dieses „Schreiblabor“ bietet seinen Teilnehmer*innen

einen kreativen Raum und gleichzeitig einen

Übungsplatz für schriftstellerische Fingerübungen, ohne

sich dabei auf das Drehbuchschreiben begrenzen zu

müssen. Vom Monolog bis hin zum Liebesbrief ist hier

jede Gattung denkbar. Dabei steht der Lernprozess im

Vordergrund, Eindrücke aus dem realen Leben spontan,

experimentierfreudig und offen zu Papier zu bringen,

ohne dabei ein besonderes Ergebnis produzieren zu

wollen. Hier werden „Schreibmuskeln“ ausgeformt, die

den Autorinnen und Autoren dabei helfen, ein besonderes

Verhältnis zu ihrem Geschriebenen und ein Gespür

dafür zu entwickeln, wann es an der Zeit ist, sich von

einem Text guten Gewissens zu trennen oder aber eine

Idee weiterzuverfolgen. Auch hier gibt es wieder viele

Möglichkeiten und Mittel, um eine Geschichte lebendig

werden zu lassen.

Ein wichtiges Element unseres Seminarplans stellt der

Schauspielunterricht dar, den unsere angehenden Drehbuchautor*innen

im ersten und zweiten Studienjahr erhalten.

Weg vom „verkopften Arbeiten“ werden unsere

Studierenden hier selbst zu „spielenden“ Menschen

und nähern sich einem Plot durch ihre Figuren an, die

durch das Spielen fassbar werden, was das eigene empathische

Verhältnis zu den handelnden Charakteren intensiviert.

Zusätzlich werden hier Grundlagen der Improvisation

vermittelt sowie die Ausdrucksfähigkeit von

Emotionen trainiert. Die Arbeitsabläufe des Workshops

führen zur Ausbildung eines grundlegenden Verständnisses

für die Arbeit mit Schauspieler*innen und einer

veränderten Selbstwahrnehmung. Vom geistigen Arbeiten

wird hier die Brücke zu einem spielerischen, körperlichen

Ausdruck geschlagen. Dies liefert unseren Studierenden

wichtige Werkzeuge zur Verfeinerung ihrer

Ideen. Denn im Fokus steht bei uns die Geschichte. Und

viele Wege führen dorthin.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

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KURZGESCHICHTENBAND

beNEIDenswert

DER KURZGESCHICHTENBAND

GEHT IN DIE ZWEITE RUNDE

NEID UND EIFERSUCHT SEIEN DIE

SCHAMTEILE DER MENSCHLICHEN

SEELE, SAGTE FRIEDRICH NIETZ-

SCHE, UND WOHL JEDER VON UNS,

DER SEINEN BLICK AUFRICHTIG

NACH INNEN WENDET, WEISS, WAS

ER MEINT: NIEMAND WILL IHN, NIE-

MAND TRÄGT IHN NACH AUSSEN,

ABER JEDER KENNT IHN UND HAT

IHN – DEN NEID.

Er ist so alt wie wir Menschen (siehe Kain und

Abel), und doch ist er auch so jung, frisch und

sexy wie Social Media. Kurzum, Neid ist ein

Top-Thema, an dem man sich künstlerisch

abarbeiten kann und mit dem man das fortsetzen

kann, was im vergangenen Jahr mit Erfolg

begonnen wurde: die Edition “Kurzgeschichtenband“

der Filmakademie Baden-Württemberg

mit Erzählungen von Studierenden der

Filmakademie und der Akademie für Darstellende

Kunst (ADK).

ausgiebig zu feiern: mit Musik, einem kleinen

Imbiss und vielen inspirierenden Gesprächen

rund um Literatur.

Und das soll so weitergehen: Der Aufruf für

den Kurzgeschichtenband Nummer 2 erfolgte

im Dezember 2017, im März 2018 wurden von

einer dreiköpfigen Jury aus insgesamt 38 eingereichten

Geschichten 15 ausgewählt. Und am

17. Januar 2019 steigt in Kopperation mit der

ADK wieder eine Premierenparty: mit Phillip

Kehl, der erneut als Schirmherr dabei ist, mit

Lesungen aus dem neuen Band im Kino Caligari

und im Anschluss wieder mit einem feierlichen

Get-Together im Foyer der ADK.

Kein Grund, neidisch zu werden – alle Interessierten

sind herzlich zur Premiere eingeladen.

Außerdem wird der Kurzgeschichtenband

wieder im Buchhandel und online über Amazon

erhältlich sein.

Was da im vergangenen Jahr am 21. November

bei der Premiere des Kurzgeschichtenbands

über die Bühne ging, das war wirklich ein sehenswerter

Erfolg: Es diskutierten Philip Kehl

(Verleger des Diogenes Verlag), Prof. Thomas

Schadt (Direktor der Filmakademie), Hannah

Lau (Studentin und Mit-Autorin des Bandes)

und Michael Achilles (Herausgeber des Bandes)

über den Literaturbetrieb, es lasen Studierende

der ADK in der Bibliothek der Filmakademie

sowie im Foyer der ADK aus sechs der insgesamt

17 Kurzgeschichten und im Anschluss

traf man sich, um die gelungene Premiere

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FERNSEHJOURNALISMUS

EIN KONTRAPUNKT ZU

„FAKE NEWS”

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_PROF. PETER ARENS (LEITUNG)

_MARIO DAMOLIN

_PROF. DR. JOACHIM LANG

_GÜNTER MYRELL

_N.N.

PROJEKTBETREUUNG:

_KONSTANTIN SCHENK

WEITERFÜHRENDE

INFORMATIONEN:

FERNSEHJOURNALISMUS IST

WICHTIGER DENN JE

WIR LEBEN IM „POSTFAKTISCHEN“ ZEITALTER,

FAKE NEWS HABEN HOCHKONJUNKTUR. UMSO

WICHTIGER WIRD IN SOLCHEN ZEITEN EINE

BERICHTERSTATTUNG, DIE DIE WAHRHEIT

WEDER BESCHÖNIGT NOCH VERUNGLIMPFT.

FERNSEHJOURNALISMUS IST NICHT ALLEIN DIE

AKTUELLE BERICHTERSTATTUNG, SONDERN

VIEL MEHR: FERNSEHJOURNALISMUS IST IN-

TENSIVE RECHERCHE.

Sechs Studierende werden pro Jahr aufgenommen, ihr

erstes Projekt ist die Produktion eines gemeinsamen Magazins.

„Das ist der erste Härtetest“, so Projektbetreuer

Konstantin Schenk, „hier müssen sich unsere Studierenden

direkt zu Beginn zusammenraufen und auf einen gemeinsamen

Nenner kommen. Spätestens danach kennen

sie sich sehr gut.“

Das zweite und dritte Semester schließen die Teilnehmer*innen

der Fernsehjournalismus-Klasse jeweils mit

einer Reportage bzw. einem Feature ab, mit einer Länge

von je 10-15 bzw. 20-25 Minuten. Das Diplomprojekt

im vierten Semester sollte ca. 30-45 Minuten lang sein.

Es geht darum, einem Thema auf den Grund zu gehen

und die gewonnenen Erkenntnisse dann in einem für

die Allgemeinheit verständlichen Film umzusetzen. Wikipedia

als Quelle reicht hier bei weitem nicht.

Intensive, mutige Recherche wird belohnt: So erhielt

2018 unser Fernsehjournalismus-Student Johannes

Preuss den „Studenten-Oscar“ (Student Academy Award)

für seinen Film GALAMSEY – FÜR EINE HANDVOLL

GOLD. Über Nacht erfuhr man auf der ganzen Welt

durch diese Reportage vom illegalen Goldgeschäft in

Westafrika. Preuss, der sich beim Dreh des Films unerschrocken

als Beauftragter eines Investors ausgab, um

Einblicke in die strukturelle Organisation der Goldgräber

zu erhalten, ist hier mit seinem Studentenfilm etwas

gelungen, wovon der Journalismus träumt: eine breite,

mediale Aufmerksamkeit für eine fundierte, kritische

Berichterstattung zu bekommen.

Berufliche Vorkenntnisse sind bei uns eine Grundvoraussetzung,

um zum Studium zugelassen zu werden. Im

Idealfall haben Studierende im Studienbereich Fernsehjournalismus

bereits mindestens einen Bachelor oder ein

Vordiplom in Natur- und Geisteswissenschaften in der

Tasche. „Viele Studienbeginner bringen journalistische

Erfahrung mit, aber einige drehen bei uns zum ersten

Mal einen Film“, so Schenk, „und gute Fernsehjournalisten

sind immer gefragt. Unsere Studierenden lernen

hier das nötige Fachwissen und technische Knowhow

(im Filmbereich), so dass ihre beruflichen Chancen nach

dem Diplom sehr gut stehen. Über 90 Prozent der Absolvent*innen

kommen direkt nach dem Studium in der

Fernsehbranche unter.“

Was kann Fernsehjournalismus leisten? Wir stellen Fragen,

ohne die Antwort schon zu kennen. Wissensdurst

treibt uns an, Neutralität erreichen wir, indem wir alle

Seiten zu einem Thema hören, und diese Vorgehensweise

bestimmt unsere Recherchen. Am Ende geht es darum,

die gewonnenen Erkenntnisse mit der Gesellschaft

zu teilen.

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FILMGESTALTUNG

VORHANG AUF

FÜR DIE INSPIRATION

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WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

FILMGESTALTUNG 1

_PROF. JOCHEN KUHN

PROJEKTBETREUUNG:

_NILS KNOBLICH

FILMGESTALTUNG 2 / ANIMATION

_VERENA FELS

_MARTIN SCHMIDT

FILMGESTALTUNG 2 / NEUE MEDIEN

_MIKE ROBBINS

_DAVID SPAETH

Im Unterricht lernen die Studierenden zunächst verschiedene

Grundkonzepte und filmische Gestaltungsmöglichkeiten

kennen. Jede/r Studierende präsentiert

dem Plenum dabei einen Film (oder wahlweise einen

Text), welcher im Anschluss von der gesamten Runde

der Kursteilnehmer*innen besprochen wird. Unsere Studierenden

lernen dabei, Inhalte nachzuerzählen, zu analysieren

und zu interpretieren. Wie an einem frisch hinterlassenen

Tatort werden hier „Spuren gesichert“ und

Tatmotive untersucht. Die Filmemacher*innen selbst äußern

sich erst ganz zum Schluss zu ihren Werken. Denn

die Deutungshoheit eines Films liegt nicht bei den Filmemacher*innen,

sondern beim Publikum. Inspiriert ist

diese Übung von der bekannten Gruppe 47, deren Autor*innen

mit ihren Werken ebenso verfuhren.

Zu Beginn der zweiten Hälfte des FG1-Quartals finden

eingehende inhaltliche Besprechungen der Exposés, Storyboards

und Drehbücher sowie technische Planungen

ihrer Umsetzungen statt. In den Quartalswochen sechs

und sieben produzieren unsere Studierenden eigene

Filme, die möglichst frei von Verwertungsdruck oder

Markttrends stehen. Von Legetrick und Stop-Motion

über Computeranimation bis hin zu szenischem und dokumentarischem

Film oder Mischformen ist alles möglich.

Dabei stehen unseren Studierenden acht Computerplätze

sowie eine große Werkstatt zur Verfügung.

Viele Filme werden aber auch an geeigneten Orten außerhalb

der Filmakademie gedreht. Oft kommt es nach

den Dreharbeiten zu ausführlichen Besprechungen der

Rohschnittfassungen. Den Abschluss des Quartals bildet

dann eine intensive Diskussion der fertigen Kurzfilme in

einer internen Präsentation, die zwei Tage später von der

öffentlichen Präsentation im Kino gekrönt wird.

IN DER FILMGESTALTUNG 1

STEHT DIE EXPERIMENTIERFREUDE

IM FOKUS

Bei uns kommen alle Gewerke zusammen! Seit dem vergangenen

Studienjahr nehmen erstmals auch die Produktionsstudierenden

des 1. Jahres am Quartal der Filmgestaltung

1 teil. Seit der Entstehung der Filmakademie

bietet unser Studienbereich unter der Leitung von Prof.

Jochen Kuhn den Studierenden eine Bühne zum Experimentieren.

"Dadurch, dass auch wir Producer*innen nun am Quartalsunterricht

teilnehmen können, lernen wir nicht nur

die Kommiliton*innen aus den anderen Gewerken besser

kennen, sondern auch die Arbeit, was uns vorab

deutlich besser vernetzt als in den Jahren zuvor. Der Unterricht

in Filmgestaltung 1 mit Nils Knoblich und Jochen

Kuhn stellt eine eine große Erweiterung unseres

kreativen Schaffens dar. Wir analysieren Filme und ihre

Entstehungsprozesse, philosophieren vor uns hin und

sprechen über ‚Gott und die Welt’. Dabei lernen wir viel

über uns selbst und bringen in Erfahrung, wofür unser

Herz schlägt."

(Ben Turlach, Produktion 1. Jahr)

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FILMGESTALTUNG

UM NEUE HORIZONTE GEHT ES AUCH IN

DER FILMGESTALTUNG 2 / ANIMATION.

DIE STUDIERENDEN ERHALTEN HIER DAS

NÖTIGE KNOWHOW UND DIE MÖGLICHKEIT,

SICH IN EINEM NEUEN GENRE AUSZUPRO-

BIEREN.

Eine Fliege ist verzweifelt: Auf der Bühne, im Scheinwerferlicht

singt sie ihre letzte Arie. Sie erzählt, klagt,

schmachtet. Der Film L’ARIA DEL MOSCERINO, der

2017 im Rahmen der FG2-Animation von Lukas von

Berg mit seinem Team realisiert wurde, zeigt in einer

fein ausgearbeiteten 2D-Animation die letzten Minuten

einer Fruchtfliege und stellt gleichzeitig eine Hommage

an die Oper dar. Als „größtmögliches Medium für das

kleinstmögliche Tier“ sind hier Animation, Rhythmus,

Musik, Mimik und Schauspiel exakt aufeinander abgestimmt,

die Arie wurde eigens für den Film komponiert.

Dies ist nur ein Beispiel für die Leidenschaft, die unsere

Studierenden mit der intensiven Arbeit an ihrem Projekt

bei uns entwickeln können. Leidenschaft, die belohnt

wird: L’ARIA DEL MOSCERINO erhielt 2018 den

FFA Short Film Tiger Award und das Team wurde zu den

Internationalen Filmfestspielen nach Cannes eingeladen.

Unsere Studierenden bestimmen das Thema, die Zielgruppe,

die Technik und die Länge ihrer FG2-Filme

selbst. Viele wagen dabei etwas Neues, wachsen über

sich hinaus. Unsere Betreuung soll in diesem Prozess

Hilfestellung und Unterstützung sein, ihre Ideen umzusetzen.

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Die grundsätzliche Frage „Was ist der Kern des Films?“

zu erarbeiten, nimmt aber auch viel Zeit und Energie

in Anspruch. So ist das Animatic (ein gefilmtes Storyboard)

eines Films bei uns Dreh- und Angelpunkt der

Filmstruktur. Wenn der Aufbau und die Dramaturgie

stimmen, kann man schon im Animatic an den richtigen

Stellen lachen.

In 16 Wochen entwickeln unsere Studierenden ihre Stoffe,

arbeiten sich in eine Technik ein und setzen ihre Ideen

bis zum fertigen Film hin um. Dabei gelingt uns ein

gut ausbalancierter Spagat zwischen traditionellen Techniken

und neuen Medien wie VR- und Echtzeitanwendungen.

im Studio ergänzt oder erweitert? Oder umgekehrt, wie

wird ein fürs Studio entwickeltes Projekt im Kino abgebildet?

Diese Kombination aus Kinovorführung und interaktiver

Präsentation stellt eine Herausforderung dar, deckt

aber auch ungeahnte Möglichkeiten auf. Ob VR-Experience,

App, netzbasierte interaktive Führung oder Performance

– im Zentrum steht die Frage, wie das eigene

Projekt „befeuert“ werden kann. Die Auseinandersetzung

mit filmischen und nicht-filmischen Formaten

weckt Interesse und führt zum Nachdenken über das eigene

Projekt.

QUASI EIN DOPPELPROJEKT ERARBEITEN

DIE STUDIERENDEN, DIE SICH FÜR FILMGE-

STALTUNG 2 / NEUE MEDIEN ENTSCHEIDEN.

HIER WIRD JEDES PROJEKT AN ZWEI UN-

TERSCHIEDLICHEN SPIELORTEN PRÄSEN-

TIERT: IM KINO UND IM STUDIO.

Unser Unterricht, der halb auf Deutsch und halb auf

Englisch stattfindet, wird auch bereichert durch Besuche

des Teams von FUNK, dem Online-Angebot von ARD

und ZDF, die ihr exklusives Wissen in diesem Bereich

mit uns teilen.

Unser Modell der Filmgestaltung 2 / Neue Medien ist

noch ganz jung: Seit dem Sommersemester 2018 bieten

wir Studierenden des 2. Jahres die Möglichkeit, noch

einmal komplett umzudenken. Jedes Genre ist erlaubt,

Leidenschaft natürlich vorausgesetzt. Präsentieren müssen

unsere Studierenden ihre Projekte am Ende des

Quartals auf zweierlei Arten: Einmal als Film im Kino

Caligari und einmal in der Filmgalerie, einem größeren,

offenen Raum in der Filmakademie. Das heißt: Zu jedem

Film muss noch eine andere mediale Aufführungsform

entwickelt werden. Wie kann man ein Thema im

Kino darstellen und auf welche Weise wird das Thema

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FILMMUSIK

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_PROF. MATTHIAS RAUE (LEITUNG)

_PETER GROMER

_ANDREAS KERSTING

_PROF. CONG SU

_LÁSZLÓ SZITKÓ

PROJEKTBETREUUNG:

_ANDREAS FUCHS

Mehr Jazz, bitte!

EINSPIELUNGEN MIT ORCHESTER UND

JAZZBAND SIND EIN ZENTRALER TEIL DES

FILMMUSIKSTUDIUMS

Was wäre Hitchcocks Duschszene in PSYCHO ohne Musik?

Was kann einen Superhelden noch toller, einen Bösewicht

noch finsterer wirken lassen?

Wir von der Abteilung Filmmusik arbeiten an der Filmakademie

mit allen Gewerken zusammen, um einem

Film auch in seiner akustischen Dimension emotionale

Tiefe zu verleihen. Neben der theoretischen Ausbildung

in Orchestration, Instrumentation, Harmonielehre und

Sounddesign findet Filmmusik-Praxis für unsere Studierenden

durch das Komponieren der Musik und Gestaltung

des Tons für die an der Filmakademie produzierten

Filme aus unterschiedlichsten Abteilungen statt. Neben

drei Midi-Suiten stehen den Studierenden ein großes

Aufnahmestudio für Musikaufnahmen, fünf Pro-Tools-

Suiten und eine Filmton-Mischung zur Verfügung.

Initiiert von Prof. Joerg Reiter vor über 20 Jahren, bringt

die Kooperation unsere Studierenden der Filmakademie

mit den Jazzstudierenden der Musikhochschule Mannheim

zusammen und hält für beide Seiten einen neuen,

wertvollen Erfahrungsschatz bereit. Die Arbeit mit Jazzmusiker*innen

unterscheidet sich enorm von der Arbeit

mit klassischen Musiker*innen, und unsere Studierenden

erlernen nicht nur die Kunst der Aufnahmeleitung

und Ausformung einer kompositorischen Stilsicherheit

im Bereich des Jazz, sondern eignen sich dadurch

auch eine Offenheit für die Improvisationsfähigkeit vieler

Jazzmusiker*innen an. Wer gut komponiert, ist nicht

zwangsläufig auch ein guter Jazz-Arrangeur – auch das

lernen unsere Studierenden.

Die Aufnahmen in Mannheim werden vom Dozenten

László Szitkó betreut. Im Gegenzug hält Andreas Fuchs

einmal pro Jahr für Musikstudierende aus Mannheim an

der Filmakademie ein Seminar zu den Grundlagen der

Filmmusik.

Einen zentralen Inhalt des Filmmusikstudiums stellen

die verschiedenen Ensembleaufnahmen dar, in denen

unsere Studierenden ihre eigenen Kompositionen von

professionellen Musiker*innen einspielen lassen können.

Neben zwei Aufnahmen mit dem Filmorchester Babelsberg

und kleineren Orchesterbesetzungen (u.a. auch

mit eigenem Dirigat) haben wir nun auch unsere Kooperation

mit der Musikhochschule Mannheim weiter ausgebaut:

Pro Studienjahr finden jetzt je zwei Jazz-Aufnahmetage

statt, im 1. Jahr mit einer Small Band, im 2. Jahr

mit einer Big Band. Der erste Tag dient vor allem der

Aufnahme der Bandbesetzung (Bläser, Rhythmusgruppe),

der zweite Tag bietet nun neue Möglichkeiten, auch

Streichinstrumente und Gesang in die Aufnahme zu integrieren.

Wir bieten unseren Studierenden eine Vielzahl von Möglichkeiten

zu experimentieren und durch die Auseinandersetzung

mit verschiedenen Stiltechniken ihren ganz

eigenen Kompositionsstil zu entwickeln.

Durch Kooperationen und die Zusammenarbeit mit

Klangkörpern aller Art motivieren wir sie dazu, über

den Tellerrand hinaus zu schauen. Der Kreativität sind

hierbei keine Grenzen gesetzt.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

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FILMMUSIK + SOUNDDESIGN


FILMTON / SOUNDDESIGN

Der Ton

macht

die Umgebung

greifbar

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_ED CANTU (LEITUNG)

_MICHAEL LAU

_TOBIAS SCHERER

STUDIENKOORDINATION / FILMTONMEISTER:

_FLORIAN DITTRICH

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

zwar nicht sehen, aber doch durch Umgebungsgeräusche

greifbar erfahren können, sodass sie sich völlig in das Geschehen

involviert fühlen. Sie hören, wohin sich die Charaktere

im Raum bewegen, wo eine Uhr hängt, ein Auto

vorbeifährt, das Fenster offensteht. Volker Armbruster

und Markus Rebholz haben sich die Story des Hörspiels

komplett selbst ausgedacht und auch die Geräusche selbst

aufgenommen. Um den Originalsound einer alten Straßenbahn

zu bekommen, durften sie in der Wagenhalle

der Stuttgarter Stadtwerke Tonaufnahmen machen, bei

denen auch historische Straßenbahnen zum Einsatz kamen.

EIN FILM WIRD ERST DURCH DEN

RICHTIGEN TON ZUM ERLEBNIS

Tüftler sind bei uns willkommen, denn jede kleine Veränderung

im Ton oder Sounddesign kann auf einen Film

einschlagende Wirkung haben.

Dass die Tonebene eines Films zu großen Teilen über das

Unterbewusstsein verarbeitet wird, ermöglicht uns einen

direkten Draht in die emotionale Wahrnehmung einer

Geschichte durch den Rezipienten.

Wie Ton durchaus auch mal ohne Bild funktionieren

kann, zeigt das Projekt unserer beiden ehemaligen Studenten

Volker Armbruster und Markus Rebholz: Gemeinsam

haben sie das weltweit erste offizielle Hörspiel in

DolbyAtmos für’s Kino kreiert: DAS DUETT.

Kurz zur Erklärung: DolbyAtmos ist quasi die Vollendung

des Surround-Sounds: Hier befinden sich nicht mehr nur

vorne (links, Mitte, rechts) und hinten (Surround links,

Surround rechts) Lautsprecher zur Tonwiedergabe wie

in Dolby 5.1, sondern überall an Decke und Wänden des

Raums verteilt. Diese Lautsprecher können objektbasiert

angesteuert werden, somit kann ein einzelner Sound quer

durch den ganzen Raum geschickt werden, Geräusche

können plötzlich von oben kommen oder rund herumlaufen.

Unsere Arbeitsräume bieten allen Ton-Studierenden

die Möglichkeit, Projekte in DolbyAtmos zu mischen.

Was passiert nun also in einem Hörspiel, das in DolbyAtmos

gemischt ist? Die Zuhörer sitzen in diesem Hörspiel

mittendrin, sie sind umgeben von einer Szenerie, die sie

Auch Projekte der Filmakademie können in unseren Studioräumen

in DolbyAtmos gemischt werden. Wenn die

Handlung in einer lebhaften, „klangvollen“ Umgebung

spielt, lässt eine DolbyAtmos-Mischung den Film zu einem

atemberaubenden Kinoerlebnis werden. Die Zahl

der mit dem DolbyAtmos-System ausgestatteten Kinos

beträgt allein in Deutschland mittlerweile 73 (mit 106 Sälen)

– und sie steigt weiter.

Durch die Digitalisierung und den Fortschritt der Technik

eröffnen sich auch im Tonbereich ständig neue Jobmöglichkeiten,

die wir aufmerksam verfolgen. Unser

Lehrangebot richten wir dementsprechend an aktuellen

Strömungen und Innovationen aus, sodass unsere Studierenden

nach ihrem Diplom bestmöglich auf den Markt

und seine vielen Tätigkeitsfelder vorbereitet sind. Seit

dem vergangenen Studienjahr laden wir daher u.a. die

Gastdozentin Ana Monte von der Firma DELTA Soundworks

zu uns ein, die sich als Absolventin der Filmakademie

auf VR-Audio, Binaural-Audio und die Arbeit mit

360°- und Virtual-Reality-Formaten spezialisiert hat. Mit

dem Gastdozenten Stefan Randelshofer, dem Audio Director

von Ubisoft, erhalten unsere Studierenden seit kurzem

auch Einblicke in das Thema „Audio in Games“, das

sich besonders durch einen komplett anderen Workflow

von den übrigen Projekten im Sound Department unterscheidet.

Unser vielseitiges Lehrangebot reicht von Originalton

am Set über Dialog-Editing, Geräuschemacher,

Sounddesign und Musikaufnahme und -mischung bis hin

zur Film-Endmischung und weiteren Formen der Audio-Postproduktion.

Damit vermitteln wir unseren Studierenden

2,5 Jahre lang das nötige Handwerkszeug, um

selbst wählen zu können, ob sie sich auf bestimmte Bereiche

spezialisieren oder nach ihrem Diplom als Allroundtalente

in den Markt einsteigen wollen.

77


ALUMNI IM FOCUS

„ICH VERSUCHE JEDEM FILM DAS

ZU GEBEN, WAS ER BRAUCHT”

Eine Begegnung mit Anne Zohra Berrached

DIE REGIE-ABSOLVENTIN (2016) GEWANN

BEREITS MIT IHREM DRITTJAHRESFILM

„ZWEI MÜTTER“ DIE PERSPEKTIVE DEUT-

SCHES KINO UND VERKAUFTE IHREN FILM

IN 16 LÄNDER. IHR ABSCHLUSSFILM

„24 WOCHEN” LIEF IM WETTBEWERB DER

BERLINALE, GEWANN DEN DEUTSCHEN

FILMPREIS IN SILBER UND WURDE IN

29 LÄNDER VERKAUFT. IM NOVEMBER 2017

FEIERTE IHR ERSTER „TATORT” SEINE

FERNSEHPREMIERE.

Wenn man Anne Zohra Berrached erlebt, wirkt sie wie

ein Generator, angefüllt mit positiver Energie. Von sich

selbst sagt sie, sie müsse immer in Bewegung bleiben,

„immer etwas machen.“ Im Moment bereitet sie gerade

ihr neues Projekt vor: einen Kinofilm über die Frau eines

bekannten Selbstmordattentäters. Erzählt wird die

Geschichte aus der Perspektive der Frau, über die in

der Öffentlichkeit wenig bekannt ist. Gedreht wird in

Deutschland, Beirut und Miami, die Produktion übernimmt

Razor Film. „Mit 4-5 Millionen Euro Budget wird

das mein bislang größter Film.“

Der Übergang vom Studium ins Berufsleben lief

für Anne Zohra reibungslos. Durch den Erfolg von

24 WOCHEN war sie im Vergleich zu manchen Kommiliton*innen

in einer privilegierten Situation, weil sie aus

vielen Projekten auswählen konnte. „Da sind natürlich

viele Drehbücher dabei, die ich nicht machen möchte.

Am Anfang dachte ich immer, ich könnte die Bücher

noch zu meinen machen, aber mittlerweile weiss ich,

dass man sich bedankt und ablehnt. Eine TV-Regisseurin

hätte ich schnell und einfach werden können,“ sagt

sie. Entschieden hat sich Anne Zohra dann für das Angebot,

einen TATORT zu drehen: DER FALL HOLDT wurde

inspiriert durch die tatsächliche Entführung der Bankiersgattin

Maria Bögerl. Der reale Hintergrund änderte

jedoch nichts an Annes Zohras Herangehensweise an einen

Film: „Ich versuche, jedem Film das zu geben, was

er braucht. Ich habe mich darauf fokussiert, einen möglichst

kreativen und künstlerischen TATORT zu machen.

Wir haben ja nicht den realen Fall abgebildet. Deshalb

bin ich bei der Recherche gar nicht so sehr in die Tiefe

gegangen und habe nur wenig über den echten Fall gelesen.

Aber natürlich sind einem mit 23 Drehtagen Grenzen

gesetzt.“

Beim TATORT arbeitete Anne Zohra zum ersten Mal unter

Bedingungen, wie sie für einen Fernsehfilm typisch

sind. Dazu zählte auch die Auseinandersetzung mit einer

Redaktion, die sehr viel Mitsprache haben wollte, was

ihr nicht immer recht war. Trotz der zum Teil schwierigen

Umstände „ist aber am Ende der Film herausgekommen,

den ich machen wollte.“ In einem Businessumfeld

wie beim TATORT würde sie dennoch auf Dauer nicht

arbeiten wollen.

Wichtig ist Anne ein Arbeitsumfeld, in dem sie sich

wohlfühlt. Deshalb achtet sie darauf, dass sie ihre Heads

of Department immer mitnehmen kann, mit denen sie

seit dem ersten Film der Filmakademie ein Team bildet.

Vielleicht legt sie darauf deshalb so großen Wert, weil

ihre Kindheit davon geprägt war, dass ihre Mutter sich

sehr intensiv um ihren Bruder und sie gekümmert hat.

Sie hat Anne Zohra auch immer in dem bestärkt, was sie

tut. Dadurch habe sie eine stabile Basis und ein gesundes

78


79


ALUMNI IM FOCUS

Selbstbewusstsein bekommen, meint die Regisseurin.

Anne Zohras Biografie liest sich insgesamt sehr abwechslungsreich:

Ihr Vater stammt aus Algerien, aufgewachsen

ist sie in der DDR. Sie hat ein abgeschlossenes Studium

der Sozialpädagogik und hat u.a. zwei Jahre in

England und mehrere Monate in Kamerun und Spanien

gelebt. Natürlich haben diese Erfahrungen ihre Persönlichkeit

geprägt: „Da ich in einem anderen Staatssytem

in der DDR in einer Bauernfamilie aufgewachsen bin,

musste ich mir die Neugier, die es braucht, andere Sprachen

zu sprechen und Kulturen kennenzulernen, selbst

beibringen. Durch Auslandserfahrungen öffnet sich die

Welt aus erster Hand. Du siehst andere Kulturen nicht

nur theoretisch im Fernsehen oder im Internet. Du erlebst

ein kleines Stück weit, was es für viele Menschen

bedeutet, in andere Vorraussetzungen geboren zu sein

als du selbst. Deine Sozialisation prägt dich und beeinflusst

dein Denken und Fühlen und deine Reaktion auf

dein Umfeld.“

Schauspieler denn auch all das Wissen aneignen, das

z.B. ein tatsächlicher Samenspender oder Kinderherzchirurg

mitbringt? Der Schauspieler müsste sich für eine

sechsminütige Rolle ein Jahr lang vorbereiten.“ Aber

die Arbeit mit Laien ist in der Vorbereitung viel aufwändiger.

Anne arbeitet bei ihren Filmen mit vielen gut

ausgewählten Assistenten. „Den Job kann nicht jeder!

Bei bisher allen Filmen hat Hannah Weissenborn (die

jetzt auch an der Aka studiert) eine unentbehrliche Rolle

übernommen.“ Sie ist loggezogen und hat Menschen

via Video vorgecastet, die Anne Zohra dann später getroffen

hat. Bei 24 WOCHEN waren das in der Regel 50

bis 100 Ärzte pro Rolle.

Ein reiner Spielfilm würde Anne Zohra ebenso langweilen

wie bei einem Dokumentarfilm als bloße Beobachterin

darauf zu warten, dass etwas passiert. „Ich habe

während des Studiums gemerkt, dass ich keine stille Beobachterin

bin. Ich habe eine Vorstellung davon, wie der

Film aussehen soll und bin gut darin, ihn gegen alle Widerstände

(und das sind in der „echten“ Welt viel mehr,

als ich mir je hätte vorstellen können) dahin zu treiben,

wo ich den Film haben will.“

Den Kern dieser Geschichten bilden oft kontroverse

Themen. IN ZWEI MÜTTER geht es um ein lesbisches

Paar, das ein Kind bekommen möchte. In 24 WOCHEN

muss sich ein Paar auf Grund einer zu erwartenden

schweren Behinderung des Kindes mit der Frage eines

Schwangerschaftsabbruchs auseinandersetzen. Dahinter

steckt laut Anne Zohra jedoch weniger ein künstlerisches

Credo oder Kalkül, sondern Egoismus, „weil ich

Auch Anne Zohras cineastische Einflüsse sind international

breit gefächert. Als inspirierend beschreibt sie z.B.

Filme wie VIER MONATE, DREI WOCHEN UND ZWEI

TAGE von Cristian Mungiu oder DER GESCHMACK

VON ROST UND KNOCHEN und EIN PROPHET von

Jacques Audiard. Sie selbst bewegt sich gern an der

Grenze zwischen Spielfilm und Dokumentarfilm. ZWEI

MÜTTER und 24 WOCHEN sind Hybride, in denen sowohl

professionelle Schauspieler als auch Laiendarsteller

zur Besetzung gehören.

„Ich arbeite gern mit Leuten, die nichts mit der Filmbranche

zu tun haben, sagt sie. „Das ist total angenehm,

weil es das echte Leben ist. Wie willst du dir als

80


meine Filme nicht in erster Linie für die Zuschauer mache,

sondern für mich. Wenn ich z.B. einen Arthouse-

Kinofilm umsetze, muss ich mich in der Regel mindestens

drei Jahre lang täglich mit dem Thema auseinandersetzen.

Da ist es doch viel besser, jeden Tag Bock zu

haben aufzustehen und an dem Film zu arbeiten.“ Ihre

Stoffe findet sie überall, u.a. durch Zeitungsartikel, wie

im Fall von 24 WOCHEN: „Kaum jemand weiß, dass

man bei einer schweren Erkrankung des Kindes noch

bis zu den Wehen abtreiben kann, und 90% der Paare

machen das auch. Darüber wollte ich unbedingt einen

Film machen.“

Dass ihre Filme teilweise polarisieren, erklärt die Regisseurin

damit, dass sie selbst manchmal noch keine abschließende

Haltung zu den Themen entwickelt habe,

wie z.B. zum Schwangerschaftsabbruch. Daher wollten

Anne Zohra und ihr Team auch unbedingt einen Film

machen, der für keine Position Partei ergreift und die

Hauptfiguren dennoch in ihrer schwierigen Lage wahrhaftig

erscheinen lässt. Dieses Unterfangen ist offensichtlich

gelungen. Interessanterweise fanden nämlich

sowohl Befürworter von Schwangerschaftsabbrüchen als

auch Gegner wie die katholische Kirche den Film gut

und hätten ihn gern für ihre Zwecke genutzt. Doch Anne

war strikt dagegen, dass irgendeine Seite mit dem

Film Werbung für sich macht.

angehende Regisseurin, ganz sanft und leise, sie könne

aber auch stur sein und sich hervorragend durchsetzen.

Genau wie Maren Ade. „Ohne diese Eigenschaften,“ ist

Anne Zohra überzeugt, „kannst du diesen Beruf nicht

ausüben - egal ob Mann oder Frau.“

Ihre Zeit an der Filmakademie hat Anne Zohra rückblickend

in sehr guter Erinnerung und fasst sie augenzwinkernd

unter dem Motto „Ich kam, sah und siegte!“ zusammen.

Als sie mit 27 an die Filmakademie kam, hatte

sie zwar relativ viel Lebens-, aber förmlich gar keine Filmerfahrung

gehabt. Vorher hatte sie nur einen kleinen

Dokumentarfilm gemacht. Im Regie 1-Kurs und der ersten

Arbeit mit Schauspieler*innen habe sie dann schnell

festgestellt, dass dieses Studium mit seinen relativ großen

Freiräumen gut zu ihr passt, weil man viele Filme

drehen und praktisch arbeiten konnte. „Ich habe zum

ersten Mal in meinem Leben gemerkt, dass ich für etwas

so richtig brenne und wollte darin besser werden

– und dass mir das alles leichtfällt. In dieser Zeit habe

ich alles darangesetzt herauszufinden, wer ich bin und

was ich für Filme machen möchte. Ich habe versucht,

mich nicht ablenken zu lassen und die Möglichkeiten

der Film akademie voll auszuschöpfen. Und das hat eben

geklappt.“

Anne Zohra Berrached weiß sich durchzusetzen. Auch

in einer nach wie vor von Männern dominierten Branche,

in der sie selbst schon als „hübsches Mädel“ belächelt

wurde. Deshalb unterstützt sie prinzipiell die Ziele

der Initiative Pro Quote Film, auch wenn sie nicht

mit allen Punkten einverstanden und kein Mitglied ist,

weil sie nicht gern in Gruppen agiert. Anne Zohra glaubt,

dass Filme machen und Kinder bekommen momentan

immer noch nicht kompatibel sind und dass Frauen sich

im Haifischbecken Filmbranche schlechter durchsetzen

können. „Das liegt aber nicht an ihren Genen, sondern

an ihrer Sozialisation. Eine Frau muss z.B. immer auf ihr

Äußeres achten, sonst geht schon mal gar nichts. Deshalb

bin ich der Meinung, dass man es jetzt einfach mal

mit einer Frauenquote in Filmberufen versuchen sollte.

Denn der Status Quo ist nicht in Ordnung.“

Darüber hinaus müsse man ein Bewusstsein dafür schaffen,

dass es viele unterschiedliche Filme und Persönlichkeiten

gibt: „Man darf nicht davon ausgehen, dass man

immer laut sein muss, um sich in diesem Beruf durchzusetzen

– so wie ich (lacht).“ Die Filmakademie-Absolventin

Nora Fingscheidt z.B. sei eine total spannende

81


MONTAGE / SCHNITT

_GISELA CASTRONARI-JAENSCH

_PROF. JENS KLÜBER

_PROF. HANS BELLER

_PROF. MARTINA DÖCKER

_MARIA HEMMLEB

_KAYA INAN

STUDIENKOORDINATION:

_SILKE REGELE

PROJEKTBETREUUNG:

_STEFAN BINGGESER

DIE FILMAKADEMIE GLEICHT EINEM RIESI-

GEN SCHMELZTIEGEL VOLLER IDEEN UND

MÖGLICHKEITEN. AUSGERÜSTET MIT DEM

PASSENDEN HANDWERKSZEUG VERLEIHEN

UNSERE STUDIERENDEN HIER JEDEM FILM

SEINEN „GOLDENEN SCHNITT“.

Die Vielzahl an Filmprojekten, die jährlich an der Filmakademie

produziert werden, ist für uns aus der Abteilung

Montage/Schnitt schon wie ein kleines „Schlaraffenland“:

Da wir unsere Studierenden in der Kunst

der Filmmontage für alle Genres ausbilden, haben sie

hier die Möglichkeit, wirklich aus dem Vollen zu schöpfen.

Denn jeder Film muss – abgesehen von den seltenen

Fällen, in denen es sich um einen One Shot handelt

– geschnitten werden. Vom Musikvideo bis hin zur

VR-Anwendung, vom epochalen Spielfilm bis hin zum

Animationstrailer ist also alles dabei – und das ist ein

Glück!

Neben dieser einzigartigen Palette an Entfaltungsmöglichkeiten

lernen unsere angehenden Editor*innen von

Anfang an von den Profis. Hier freuen wir uns sehr, dass

uns ab dem aktuellen Studienjahr 2018/2019 zwei neue

Gastlehrende ihr Wissen und ihre Expertise zur Verfügung

stellen: Maria Hemmleb und Kaya Inan.

Features, Magazinbeiträge, Reportagen, Kurzfilme und

Dokudramen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf ihrer

Lehrtätigkeit in den Bereichen nonlinearer Schnitt und

Schnittdramaturgie.

Kaya Inan stammt aus unseren eigenen Reihen: Der Filmakademie-Absolvent

sammelte schon direkt nach der

Schule erste Kinofilm-Erfahrungen als Schnittassistent,

bevor er 2006 zum Studium im Bereich Montage/Schnitt

nach Ludwigsburg zog und dies 2011 mit dem Diplom

abschloss. Bislang hat er bereits an zahlreichen Kinoproduktionen

als Editor gearbeitet, u.a. an IN DEN GÄN-

GEN (Regie: Thomas Stuber), der 2018 am Berlinale-Wettbewerb

um den Goldenen Bären teilnahm. Inan selbst

hat bereits zweimal den Schweizer Filmpreis in der Kategorie

„Bester Schnitt“ gewonnen (2016: ABOVE AND

BELOW, 2017: CAHIERS AFRICAIN) und war auch 2018

für seine Arbeit am Kinofilm PAPA MOLL nominiert.

Das Hauptaugenmerk unseres Studienangebots liegt auf

dem dramaturgischen Unterricht und der Projektbetreuung.

Pro Jahr haben wir in unserer Abteilung circa

6-7 Studierende, die alle ihren ganz eigenen Background

mitbringen, manche als Mediengestalter*innen, manche

als ausgebildete Film- und Video-Editor*innen oder

mit ersten Erfahrungen aus Praktika im Bereich medialer

Postproduktion.

Auch die Zusammenarbeit mit den anderen filmischen

Gewerken unserer Akademie besitzt in unserem Studienplan

einen hohen Stellenwert. Regelmäßig organisieren

wir interdisziplinäre Workshops und regen abteilungsübergreifende

Zusammenarbeiten an, um unseren

Studierenden den bestmöglichen Austausch mit angehenden

Profis anderer Gewerke zu ermöglichen. Dabei

laden wir u.a. auch Regisseur*innen oder Autor*innen

wie Oliver Kienle (BAD BANKS) zu Workshops ein. Da

wir Montage und Schnitt für alle Filmgenres lehren, ist

es uns wichtig, auch im Lehrangebot eine Bandbreite zu

vermitteln, die die Studierenden zum Weiterdenken auffordert.

Wo man etwas Neues wagt, kann viel Spannendes

entstehen.

Maria Hemmleb arbeitet seit 1991 als freie Filmeditorin

und lebt in Hamburg. Nach ihrem Kunststudium in

London arbeitete sie u.a. in Trickfilmstudios, bevor sie

ein Filmstudium an der Hochschule für bildende Künste

in Hamburg anschloss und eine videotechnische Ausbildung

beim NDR absolvierte. Auch sie ist in verschiedenen

Genres unterwegs und schneidet Dokumentarfilme,

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

82


AUS DEM VOLLEN

SCHÖPFEN

83


MOTION DESIGN

MOTION DESIGN

IST bewegtes

GRAFIKDESIGN

_PROF. DR. HEIKE SPERLING (LEITUNG)

_ALEXANDER HANOWSKI

STUDIENKOORDINATION:

_JÜRGEN KLOZENBÜCHER

MOTION DESIGN UMFASST AUDIO VISUELLES,

RÄUMLICHES, INTERAKTIVES DENKEN UND

GESTALTEN. MOTION DESIGNER*INNEN

CHOREOGRAFIEREN FORMEN, BILDER,

TÖNE, ZEIT UND WORTE.

Das klassische Grafikdesign hat sich in den letzten 20

Jahren rasant entwickelt. Der Einsatz von digitalen Medien

ist in allen Bereichen explodiert. Ob wir Wissen

vermitteln, etwas verkaufen oder unterhalten wollen,

überall ist heute Motion Design beteiligt. Das gilt für den

öffentlichen wie für den virtuellen Raum, für den Querformat-

wie für den Hochformat-Bildschirm, für Kultur,

Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung, für das Lernen

wie für das Spielen.

Klassisches Motion Design, das sind vor allem Titelsequenzen.

Gerade erleben wir, dass Intros für Blockbuster-Serien

zu stilprägenden Ikonen der Medien und

84


Popkultur werden. Doch Motion Design kommt in allen

Unterhaltungs-, Bildungs- und Informationsformaten

vor. Das Spektrum reicht von visuellen, designbasierten

Geschichten, um Wissen zu vermitteln, zu überzeugen

oder zu verführen – bis zu neuen Formaten im Netz,

die Motion Design für Werbung und Marketing einsetzen.

Es ist auch integraler Bestandteil fast jeder User Experience,

weil unsere Apps und Computerspiele Motion

Design zur Orientierung nutzen. Und Motion Design hat

den Raum erobert, real und virtuell, reaktiv und interaktiv.

Ob für Virtual-Reality-Anwendungen, Konzertbühnen,

Messestände oder Fassadenprojektionen: Architektur,

Animation und Motion Design haben sich gefunden.

Verschiedene Medien bedingen unterschiedliche Inhalte

und fordern daher eine jeweils andere Gestaltung. Nur

die zentrale Frage für Motion Designer*innen ist gleich

geblieben: Was wollen wir vermitteln und für wen ist

diese Botschaft bestimmt?

Wer hier die Übersicht behält und eine einzige Botschaft

für eine Website, ein Game, die Medienbespielung eines

Messestandes, in den sozialen Medien und in einem

Werbespot, für die-/denselben Auftraggeber*in, aber für

ein jeweils anderes Publikum plattformübergreifend gestalten

lernt, wird später erfolgreich ein Team leiten

oder eine Agentur gründen können.

keinen Master- oder Aufbaustudiengang, der vergleichbare

Vorteile bietet. Nirgendwo sonst können die Motion

Designer*innen so direkt mit Filmschaffenden an

den Projekten arbeiten und sich mit modernster Technik

im Bewegtbildbereich weiterentwickeln. An der

Film akademie Baden-Württemberg realisieren die Motion

Designer*innen zusammen mit Studierenden aus den

Schwerpunkten Werbefilm, Interaktive Medien, Filmmusik,

Filmton/Sounddesign, Bildgestaltung/Kamera,

Drehbuch, Montage/Schnitt, Produktion, Fernsehjournalismus,

Dokumentarfilm, Serie, Szenenbild, Animation

und der experimentellen Filmgestaltung kooperative

Projekte. So bilden sich bis zum Diplom transmediale

Kompetenz und ein nachhaltiges Netzwerk in Kommunikation

und Gestaltung.

Die Motion Design-Alumni bestätigen den Erfolg des

Lehrkonzepts, denn sie werden international auf den

wichtigsten Festivals ausgezeichnet, gründen erfolgreiche

Startups und besetzen entscheidende Positionen in

Designstudios, Kulturinstitutionen und Medienunternehmen.

Die sechs Motion Design-Diplomprojekte aus dem Studienjahr

2017/18 zeugen von sprühender Kreativität und

ambitioniert intelligenten Recherchen unserer Studierenden,

die ihre Themen intensiv erarbeitet und hinterfragt

haben. Der Film ZEROZERO von Moril Gnoyke

beispielsweise ist als Social Spot aufgebaut und initiiert

ein besseres Verständnis für Menschen mit Albinismus.

Das animierte Musikvideo DEEP WATERLANDS von

Maria Krämer thematisiert die Suche nach Identität und

kultureller Zugehörigkeit; und der abstrakte Motion Design

Short SOCIAL SINCERITY von Tobias Frei regt zum

Nachdenken über unseren Umgang mit sozialen Medien

an. ZEITGEIST von Oleg Kauz ist eine Kombination

aus Realfilm und Animation und erzählt die Geschichte

der beiden skurrilen Charaktere Zweigesicht und Felsig;

und der Social Spot RECHARGE NOW von Martin Boué

schaut hinter die Kulissen einer vermeintlich sauberen

Elektromobilität. Das Motion Design-Diplomprojekt

muss nicht zwangsläufig ein Film sein, wie Jörg Kahlhöfer

mit seiner VR-Anwendung VIRTUELLES KONZERT

zeigt, in der die Nutzerin bzw. der Nutzer live an Musikkonzerten

teilnimmt.

Motion Design an der Filmakademie Baden-Württemberg

ist konkurrenzlos, das heißt, es gibt in Deutschland

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

85


MOTION DESIGN

Das Projektstudium Motion Design wird 20!

„DIE KREATIVITÄT UND INNOVATION

UNSERER STUDIERENDEN

VERBLÜFFEN MICH TÄGLICH”

EIN GESPRÄCH MIT PROF. MANFRED BECKER

WARUM PROF. MANFRED BECKER DEN STU-

DIENSCHWERPUNKT MOTION DESIGN VOR

20 JAHREN GEGRÜNDET HAT UND WIE SICH

DIE TÄTIGKEITSFELDER SEINER ALUMNI IM

ZUGE DER DIGITALISIERUNG VERÄNDERN

VOR GENAU 20 JAHREN HAST DU DEN STUDI-

ENSCHWERPUNKT MOTION DESIGN AN DER FIL-

MAKADEMIE MITBEGRÜNDET, DAMALS NOCH UN-

TER DEM TITEL „TV-/FILM-DESIGN PRODUCING“.

ZUM DAMALIGEN ZEITPUNKT WAR DAS EIN VÖL-

LIGES NOVUM IN DER DEUTSCHEN HOCHSCHUL-

LANDSCHAFT. WIE HAST DU DIESE „GEBURT“ ER-

LEBT?

STORYBOARD

RTL-LOGO 1989

RTL-DESIGN

1989-HEUTE

Als ich 1988 als Art/Creative Director bei RTL Television

anfing, befand sich das Grafikdesign noch ganz am

Anfang. Für die TV News wurden immer mehr bewegte

Grafiken (Motion Graphics) gefragt, die damals mit der

Workstation „Paintbox“ gestaltet wurden – beispielsweise

für den täglichen Wetterbericht, als aus gezeichneten

Wolken animierter Regen auf die Deutschlandkarte fiel.

Die nun geforderten professionelleren 2D- und 3D-Logo-Animationen

und Motion Graphics produzierten wir

in London und in den USA, da in Deutschland wenige

Studios mit der notwendigen Hard- und Software existierten.

Aufgrund des Bedarfs gründeten wir (die europäischen

TV/Film-Designer) den Branchenverband Eyes

& Ears of Europe und förderten massiv die Gründungen

von Motion-Design-Unternehmen (heute neudeutsch

Start-ups) in z.B. München, Frankfurt und Köln.

Die Bewerber*innen, die sich damals auf unsere Grafikerjobs

bewarben, brachten oft nicht das nötige inhaltliche

86


und technische Knowhow für diese Tätigkeit mit. Die

wenigen jungen Kreativen, die uns zur Verfügung standen,

lösten Ihre Gestaltungsaufgaben mittels Learning

by Doing. Daher kam mir die Idee, ein Weiterbildungsstudium

zu erarbeiten und anzubieten. In Wuppertal

hatte ich bei Prof. Albrecht Ade im Studiengang Visuelle

Kommunikation studiert. Somit kannten wir uns schon

gut und gemeinsam mit ihm, Prof. Thomas Haegele und

Prof. Dr. Heike Sperling entwickelten wir das Projektstudium

„TV-/Film-Design Producing“ an der Filmakademie.

Wir waren in der Verantwortung, etwas zu bewirken

und das haben wir ernst genommen. Fünf Jahre

lang hat RTL unsere Idee – die Aus- und Weiterbildung

junger Design-Professionals – zu 50 Prozent mitfinanziert.

Dieser Fachbereich entstand also aus einem wirklichen

Bedarf der TV-/Film-Branche nach hochwertigem,

medientauglichem Design.

viele interessante, bereichernde Studienteams. Ebenso

vielfältig sind auch die Tätigkeiten, die unsere Absolventinnen

und Absolventen später ausfüllen können.

Grundsätzlich ermutige ich all unsere Diplomanden dazu,

selbständig tätig zu sein und nicht ausschließlich feste

Jobs bei Medienunternehmen anzustreben – und das

hat sich bewährt.

Auch meine persönlichen Erwartungen haben sich erfüllt.

Eine solche Ausbildung mit aufzubauen, hat meinen

Blick über das operative Tagesgeschäft hinaus

geweitet und die Kreativität und Innovation unserer Studierenden,

deren Arbeiten eben nicht ständig auf kommerziellen

Erfolg ausgerichtet sein müssen, verblüffen

mich täglich.

Wir haben immer unsere Leute dazu gebracht, über

den Tellerrand hinaus zu blicken. Ganz nach dem Motto

„Sieh deine Chance – aber du musst sie auch nutzen.“

WIE WÜRDEST DU MOTION DESIGN JEMANDEM

ERKLÄREN, DER BISHER NOCH NIE ETWAS DAVON

GEHÖRT HAT?

WELCHE ERWARTUNGEN HATTEST DU 1998 AN

DIESES NEUE PROJEKTSTUDIUM? HABEN SICH

DIESE ERFÜLLT?

Motion Design, also „Bewegtbild-Design“, beinhaltet die

audiovisuelle Gestaltung bewegter Grafik- und Schriftbilder,

Logos, Filmtitel, Vorspänne, Informations- und

Interaktions-Design auf allen multimedialen Plattformen.

Die Ziele sind: Interesse wecken – Lust machen auf die

Inhalte – diese zu verdeutlichen, wirksam aufzuarbeiten

und zu positionieren – und das nicht nur als Auftragsarbeit,

sondern auch mit eigenen Konzepten und Projekten.

Wer als Regisseur, Autor, Komponist oder Produzent sein

Medienprodukt erfolgreich und verständlich kommunizieren

will, der braucht uns Motion Designer.

Zuallererst mussten wir innerhalb der Filmakademie gegen

unser Image bei Autoren und Regisseuren als „Fernsehfuzzis“

und als ewige „Dienstleister“ für Schriftbilder

und Logo-Animationen ankämpfen und zeigen, dass

bei uns auch viele eigene Projekte entstehen. Da Motion

Design als Projektstudium konzipiert ist, müssen unsere

Bewerber*innen Vorkenntnisse besitzen - das heißt

z.B. Diplom, Vordiplom oder Bachelor. Glücklicherweise

haben wir bei den Voraussetzungen für Bewerbungen

des Studienschwerpunkts immer sehr offengelassen,

welchen Background jemand mitbringen sollte. Das

tun wir bis heute. Unsere Talente können aus den Bereichen

Design, Kunst, Szenenbild, Animation oder anderen

bildgestalterischen Feldern kommen, das sorgt für

WAS LERNEN DIE STUDIERENDEN IN DEN ZWEI

JAHREN DES PROJEKTSTUDIUMS BEI EUCH?

Mit Basiskenntnissen wie z.B. Typografie, Raum- und

Farbenlehre sowie Musik und Sound sind die Wege zur

wirkungsvollen Gestaltung von Motion Design erlernbar.

Abläufe und Timings werden hier analog zur späteren

Tätigkeit erprobt. Auftrag, Briefing, Ideenfindung, Konzept,

Kalkulation, Präsentation, Produktion und Abnahme

in einem vorher abgesteckten Zeitraum. Warum und

wie produziere ich was für wen in welchem Zeitraum

für wieviel Geld? Was ist wichtig für eine aussagekräftige

Präsentation? Nach welchen Gesichtspunkten wird

87


MOTION DESIGN

an welchen digitalen oder analogen Systemen entworfen

und produziert? Teamprozesse sind in den komplexen

Abläufen beim Producing von Motion Design absolute

Pflicht!

WIE BIST DU ÜBERHAUPT ZU DEINER LEIDEN-

SCHAFT FÜR GRAFIK, DESIGN UND FOTOGRAFIE

GEKOMMEN?

Das ist eine lustige Geschichte. Auch ich war mal jung

und habe davon geträumt, Journalist zu werden. Da ich

aber die Schule „nur“ mit mittlerer Reife beendet habe,

riet mir die Zeitungsredaktion, der ich mich damals vorstellte,

doch zunächst eine Schriftsetzerlehre zu machen.

Während dieser Lehre habe ich mich in die Schrift selbst

verliebt und für mich war plötzlich klar, dass ich gestalterisch

tätig werden wollte. So begann ich mein schon

erwähntes Studium an der heutigen Universität Wuppertal

(damals Fachhochschule) mit den Schwerpunkten

Typografie, Fotografie und Motion Graphics. Prof. Albrecht

Ade war einer der ersten Grafikdozenten, die ihren

Studierenden auch einen Tricktisch und einen Schneidetisch

zur Verfügung stellten und die großen Möglichkeiten

in der Verbindung von Grafikdesign, Fotografie und

Film erkannten. Durch ihn lernte ich die spannenden

Wechselbeziehungen von Bewegtbild, Musik und Typografie

kennen. Und war sofort Feuer und Flamme.

AN WELCHE PHASE DEINES WERDEGANGS ERIN-

NERST DU DICH BESONDERS GERNE ZURÜCK?

Meine Leidenschaften Grafikdesign und Musik zu verbinden,

gelang mir besonders gut in der Zeit ab 1976 (bis

1988), als ich parallel an TV-Design-Projekten für den

WDR und als Fotograf für die WDR-Sendung ROCK-

PALAST arbeiten durfte. Mein Partner und ich gestalteten

Plakate und Vorspänne. Ich fotografierte alle in der

88

Sendung vorgestellten Künstler auf internationalen Bühnen.

Besonders aufregend waren die „Aufzeichungswochen“,

die ich fast zehn Jahre lang immer mal wieder

erleben durfte: Jeweils fünf Tage am Stück zeichnete

der WDR täglich zwei Konzerte auf. Tagsüber arbeitete

ich am Grafikdesign, abends und nachts fotografierte

ich Künstler in zwei aufeinander folgenden Konzerten.

Ich war ständig on- und offstage und war meist hautnah

bei den Musikern. Das war ein tougher Zeitplan, aber es

fühlte sich unglaublich gut an.

WELCHE CHANCEN SIEHST DU IM ZUSAMMEN-

SPIEL VON DESIGN/VISUAL ART UND MUSIK?

Dieses Zusammenwirken liefert so viele Chancen und ist

unheimlich wichtig für unsere Studierenden. Prof. Heike

Sperling, seit der Gründung des Studienbereichs mit

dabei, ist die kompetente Initiatorin unserer „Visual-Music-Projekte“.

Die Verbindung von Design und Musik ist

Weg und Ziel im Motion Design. Nur gemeinsam lässt

sich die gewünschte audiovisuelle Power erzielen.

AB 1988 HAST DU ÜBER ZEHN JAHRE ALS ART/

CREATIVE DIRECTOR BEI RTL GEARBEITET. WIE

FREI SIND DIE KÜNSTLERISCHEN GESTALTUNGS-

MÖGLICHKEITEN IM RAHMEN EINES AUF KOMMER-

ZIELLEN GEWINN AUSGERICHTETEN UNTERNEH-

MENS WIRKLICH?

Im Prinzip ist man heute nicht mehr frei, sondern muss

die Arbeiten den Zielen des Senders und seiner Programme

unterordnen. Aber: Als ich bei RTL anfing, hatte

ich das große Glück, dass sich das Privatfernsehen gerade

erst in der Pionierzeit befand. Man war offen für

Neues, konnte frei entwickeln und ausprobieren. Der

Gründer und erste Geschäftsführer von RTL, Dr. Helmut

Thoma, gestaltete zuerst selbst das Programm. Von ihm


habe ich auch den Satz gelernt: „Der Köder muss dem

Fisch schmecken, nicht dem Angler.“ Auch das ist für

meine Arbeit als Motion Designer entscheidend.

Mir sind Rückmeldungen vonseiten der Rezipienten immer

enorm wichtig.

WELCHE CHANCEN UND ENTWICKLUNGSMÖG-

LICHKEITEN SIEHST DU IM ZUGE DER DIGITALI-

SIERUNG AUF DEN FACHBEREICH MOTION DESIGN

ZUKOMMEN?

Es hat sich relativ früh angedeutet, dass die Tage des

klassischen Fernsehens gezählt sind und dass da ganz

neue Aufgaben auf die Motion Designer zukommen. Der

digitale Wandel bietet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten,

mehr als je zuvor. Es gibt mehr Plattformen, auch

mehr Chancen für die Entwicklung von eigenen Projekten.

Heutzutage publizieren auch viele Autodidakten

interessantes Motion Design in Blogs und auf YouTube.

Unsere Aufgabe besteht nun darin, unseren Studierenden

das Handwerkszeug mitzugeben für wirkungsvolle

audiovisuelle Kommunikation. Es liegt an uns, in den

Studierenden darüber hinaus eine Offenheit für alles zu

wecken, was der digitale Wandel noch bringen mag.

erlernen, sondern wir ihnen auch Perspektiven aufzeigen,

wie vielfältig die Chancen sind, die der mediale

Markt für sie bereithält.

WAS WAR IN DEINEM PERSÖNLICHEN WERDE-

GANG DIE GRÖSSTE BERUFLICHE HERAUSFORDE-

RUNG?

Dass ich zunächst unbedingt Journalist werden wollte

(lacht). Ich habe damals nicht auf meine Eltern gehört,

sondern eifrig mein Ziel verfolgt und dabei gemerkt, wo

mein wahres Interesse und meine Stärken liegen, nämlich

in den Bildenden Künsten allgemein und im Motion

Design. Das zu erkennen und sich durchzusetzen,

war für mich wahrscheinlich die größte Herausforderung.

Dadurch habe ich gelernt, meine eigenen Fähigkeiten

zu erkennen und ihnen zu vertrauen.

Also nochmal:

„SIEH DEINE CHANCE –

ABER DU MUSST SIE AUCH NUTZEN!”

WO SIEHST DU HEUTZUTAGE BESCHÄFTIGUNGS-

MÖGLICHKEITEN FÜR DIE ABSOLVENT*INNEN VON

MOTION DESIGN?

Als Freelancer oder in Gestaltungshäusern, querbeet in

der ganzen Medienlandschaft. Im Zuge der Digitalisierung

haben unsere Alumni heute einen unerschöpflichen

Quell an Möglichkeiten. Im Gegensatz zu den Anfängen

haben sie heute bessere Chancen als je zuvor und

arbeiten verantwortlich mit bei vielen renommierten internationalen

Projekten. Auf eines sind wir besonders

stolz: Zwei unserer Absolventinnen wurden schon nach

wenigen Praxisjahren als Professorinnen in Hamburg

und Köln berufen.

Als Probelauf für ein Leben nach dem Motion-Design-Studium

veranstalten wir mit den Studierenden

jedes Jahr eine Exkursion über 3-4 Tage, die wir nutzen,

um internationale Kreative in ausgewählten Motion-Design-Studios

zu treffen, von ihren Erfahrungen zu

profitieren und bleibende Kontakte aufzubauen. In den

letzten Jahren waren wir u.a. in Berlin, Köln, Amsterdam,

Barcelona, Paris und London. Mir ist es sehr wichtig,

dass unsere Studierenden bei uns eine ganzheitliche

Ausbildung erfahren und sie nicht nur viele Techniken

89


PRODUKTION

WIE GUT

KENNT IHR EUCH?

KÖNNT IHR GEMEINSAM

EIN REGAL AUFBAUEN?

90


_PROF. GLORIA BURKERT (LEITUNG)

_PROF. CHRISTIAN ROHDE (LEITUNG)

ABTEILUNGSASSISTENZ:

_DORIS BRONDA

_OLIVER DRESSNANDT

_FELIX EISELE

_TOBIAS PAUSINGER

STUDIENKOORDINATION:

_TONYSLAV TONY BOZIC

PROJEKTBETREUUNG:

_WOLFGANG KERBER

ZENTRALE HERSTELLUNGSLEITUNG:

_THOMAS LECHNER

EINE FILMPRODUKTION IST IMMER TEAM-

WORK. DAFÜR IST EINE GUTE UND OFFENE

KOMMUNIKATION ALLER BETEILIGTEN UN-

VERZICHTBAR. UNSERE PRODUKTIONSSTU-

DIERENDEN KOMMEN DAHER DIREKT VON

STUDIENBEGINN AN MIT ALLEN GEWERKEN

IN KONTAKT.

Einen kompletten Neuanfang zu wagen, birgt immer

ein gewisses Risiko. Wir freuen uns daher sehr, dass

der Start unseres neuen Curriculums im Studienjahr

2017/2018 geglückt ist und wir unseren Studienplan um

einige wertvolle Aspekte ergänzen konnten. Seit vergangenem

Jahr nehmen nun auch unsere Studierenden des

1. Jahres am Quartalsunterricht des Grundstudiums teil

und kommen dadurch schon früh mit allen anderen Gewerken,

die an der Filmakademie grundständig ausgebildet

werden, in Kontakt. Dieses Kennenlernen direkt zu

Beginn des Studiums eröffnet eine ganz neue Form des

Teambuildings und hilft bei der Entwicklung eines ausgeprägten

Verständnisses für die Arbeitsweise anderer

Studienbereiche. Auch das Feedback unserer Studierenden

zu dieser Neuerung ist durchweg positiv. Sie nehmen

von Beginn an am Unterricht in Regie, Drehbuch,

Bildgestaltung/Kamera und Filmgestaltung teil, ebenso

wie die Studierenden anderer Gewerke an einem gemeinsamen

Produktionsunterricht (Producing 1) teilnehmen.

Die Einblicke, die beide Seiten hier gewinnen,

sind für jede spätere Zusammenarbeit von unschätzbarem

Wert.

Dass es zwischen den einzelnen Abteilungen der Lehre

ohnehin immer mehr Schnittstellen und gemeinsame

Tätigkeitsfelder gibt, bestätigt sich auch mit einem Blick

auf den internationalen Filmmarkt. Der Trend geht permanent

hin zu Überschneidungen: Drehbuchautor*innen

werden zu Showrunner*innen und Produzent*innen,

diese wiederum schreiben oder inszenieren usw.

Daher fördern auch wir die Aufhebung einer strikten

Aufgabenteilung, wie sie vor einigen Jahren noch durchgängig

üblich war.

Einen wichtigen Bestandteil unserer Lehre und in unserem

Studiengang gewissermaßen ein Alleinstellungsmerkmal

stellt unser Fokus auf Kommunikation und

Konfliktmanagement dar. Veranstaltungen wie beispielsweise

Seminare mit Oliver Dressnandt schulen unsere

angehenden Producer*innen in Themen wie Persönlichkeitsentwicklung,

Teambuilding und Konfliktlösung.

Wenn hier die Studierenden zur Förderung der Teamfähigkeit

gemeinsam in weniger als einer Minute ein Regal

aufbauen müssen, bleibt das im Haus selten unbemerkt...

Unsere Lehrenden sind die Besten ihres Fachs direkt aus

der Branche, aus der Geschäftsführung großer Firmen,

aus den Bereichen Produktion, Medienrecht etc. Felix

Eisele, Tobias Pausinger und Oliver Dressnandt betreuen

unsere Studierenden intensiv und individuell. Praxiserfahrene

Experten wie Rafael Parente (CEO der Münchner

Filmproduktionsfirma NEUESUPER), Christine Rothe

(Geschäftsführerin Constantin Film), ebenso wie Sascha

Schwingel (Redaktionsleiter Degeto Film GmbH), Mechthild

Holter (Geschäftsführerin Agentur Players) oder

Dr. Christian Schertz, der zu den bekanntesten

Medienanwälten Deutschlands zählt, ermöglichen unseren

Studierenden den Zugang zu einem Wissensschatz

und einem Netzwerk, die essenziell für den späteren

Berufseinstieg sein können. Näher an der Branche und

den aktuellen Entwicklungen und Umbrüchen der Medienwelt

war unser Studienbereich noch nie.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

91


SPOTLIGHT

„Zuweilen wird ein Baum gefällt,

um einen Spatz zu fangen“

CHINESISCHES SPRICHWORT

In der Film- und Medienindustrie wurde

in der Vergangenheit vor allem auf kurzfristige

und schnelle Lösungen im Produktionsbereich gesetzt.

So wurden mehrere Hundert Plastikbecher während

einer Produktionszeit einmalig benutzt und

anschließend weggeworfen.

Im Setbau wurde nicht immer darauf geachtet,

umweltverträgliche Stoffe einzusetzen, und klimaneutrales

Drehen war ein Fremdwort.

Dies soll sich nun unter dem Motto

Green Shooting ändern.

92


DAS IM TITEL ZITIERTE CHINESISCHE

SPRICHWORT ERFASST DEN GEDANKEN DER

NACHHALTIGKEIT, MIT DEM WIR UNS AN

DER FILMAKADEMIE BESCHÄFTIGEN, SEHR

GUT.

Die folgenden Maßnahmen sind das Ergebnis unserer

Überlegungen, wie wir als Filmakademie ressourcenund

energiesparender arbeiten und wirtschaften können,

um für unsere Kunst und unser Studium, die uns

wichtig und wertvoll sind, die Natur nicht mehr als notwendig

zu belasten:

1. WIN-Charta

Auf Empfehlung des Initiativkreises „Nachhaltiges Wirtschaften“

hat die Landesregierung für engagierte baden-württembergische

Unternehmerinnen und Unternehmer,

für die Nachhaltigkeit Bestandteil ihrer

Unternehmensphilosophie ist, die WIN-Charta ins Leben

gerufen. Mit der WIN-Charta soll nachhaltiges Wirtschaften

gewürdigt und in der Öffentlichkeit sichtbar

gemacht werden. Die Filmakademie hat sich den Leitsätzen

der WIN-Charta im Jahr 2017 verschrieben. Am 05.

April 2018 übergab der Minister für Umwelt, Klima und

Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Franz Untersteller,

die Urkunde an die Filmakademie.

„Ein Ziel in der Filmwirtschaft muss sein, (...) die immer

knapper werdenden natürlichen Ressourcen möglichst

sparsam und effizient einzusetzen. Neue umweltschonende

(...) Produktionstechnologien, wie z.B. Green

Shooting – das grüne, klimaneutrale Drehen – sollen

den Studierenden bereits im Rahmen ihrer Ausbildung

vermittelt werden. Damit soll die vor allem bei aufwändigen

Filmproduktionen verursachte große Menge an

Treibhausgasemissionen deutlich reduziert werden.“

(Aus: WIN-Charta, Filmakademie 2017)

Über die Filmakademie-Webseite www.filmakademie.de

hat die Geschäftsführung das WIN CHARTA ZIELKON-

ZEPT 2017 im Bereich „Über uns“ zum Download veröffentlicht.

„Diese Stabsposition initiiert und unterstützt maßgeblich

bei der Dreh- und Produktionsplanung (Vorbereitung)

und unterstützt und begleitet das Team am Set während

der nötigen Prozesse hin zu einer ökologisch-nachhaltigen

Produktion.“

(Aus der Programmbeschreibung der Webseite der MFG

Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH)

3. Implementierung

in der Lehre

In der Lehre werden diverse Seminare zum nachhaltigen

Arbeiten angeboten. Damit soll auch das Bewusstsein

unserer Studierenden für einen umweltschonenden

Umgang mit Produktionsmitteln geschärft werden.

Zum Thema Urban Gardening, also die gärtnerische

Nutzung städtischer Flächen und der damit verbundene

Anbau landwirtschaftlicher Kulturen, sind für das kommende

Studienjahr ein Ideenwettbewerb und ein Brainstorming

bezüglich ihrer Umsetzungsmöglichkeiten auf

dem Akademiehof geplant (Shared Space).

4. Studentische Initiativen

Der AStA der Filmakademie führt ab dem Studienjahr

2018/19 FABW-Thermobecher ein, die im Bistro „Blauer

Engel“ und in der Umgebung der Filmakademie befüllt

werden können. Geplant sind weitere Mehrwegbecher

mit Filmakademie-Logo. Der AStA steht mit einem

Anbieter im Gespräch bezüglich einer möglichen Kooperation.

Im dritten Regie 1-Quartal des Studienjahres 2017/18

wurde bereits komplett ohne Verwendung von Einwegbechern

gedreht. Das angeschaffte Geschirr soll ab sofort

an alle künftigen Regie 1-Produktionen weitergegeben

werden.

„Hartes“ (Porzellan-)Geschirr soll künftig zur Grundausstattung

jedes Studios gehören. Zusätzlich kann über den

AStA mobiles Geschirr gegen Pfand geliehen werden.

2. Kooperationen

Die Filmakademie arbeitet eng mit der MFG Medienund

Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH zusammen.

Über Green-Shooting-Initiativen werden Green

Consultants ausgebildet:

Darüber hinaus stehen bereits Pfandtonnen der Initiative

„Viva con Agua“ in Gebäuden der Filmakademie, um

Pfand zu sammeln und zu spenden.

93


SERIEN PRODUCING

94


95


SERIEN PRODUCING

SEID INNOVATIV

UND MUTIG!

96


_PROF. JOACHIM KOSACK

STUDIENKOORDINATION:

_MICHAEL RÖSEL

IN UNSEREM SERIENLABOR SIND UNSE-

RE STUDIERENDEN DAZU AUFGEFORDERT,

AUCH MAL ETWAS NEUES ZU WAGEN.

IN KOOPERATIONEN MIT VERSCHIEDENEN

FIRMEN UND PARTNERN ENTSTEHEN

SERIENPILOTEN, WELCHE DIE BRANCHE

AUFHORCHEN LASSEN.

Wo etwas endet, kann auch wieder etwas Neues entstehen.

Nach siebzehnjähriger Kooperation hat in diesem

Jahr die Zusammenarbeit des Fernsehsenders SAT.1 mit

dem „Ländle“ ein Ende. Für uns ist dies ein Abschied mit

einem weinenden und einem lachenden Auge. Denn aus

diesem Ende entstehen für unsere Studierenden neue

Chancen: Während sie früher in ihrer Suche nach einem

koproduzierenden Sender gebunden waren, ist nun

der Weg frei für neue Denkansätze und Kooperationen.

Jahr um Jahr steigt die Zahl der großen „Player“, die auf

dem Markt fiktionaler Stoffe mitspielen, und unser Studienbereich

ist nun nach allen Seiten hin geöffnet. Unterstützt

von unserem Partner und Ko-Produzenten, der

UFA Fiction, freuen wir uns auf die Möglichkeiten, die

sich uns in den kommenden Jahren noch eröffnen können.

Dennoch sind wir froh darüber, auch fortan die Ausschreibung

für den Prime Time Preis, den wir seit über

zehn Jahren mit unserem Partner SAT.1 veranstalten,

weiterführen zu können.

Unsere Studienvertiefung richtet sich an Produktionsund

Drehbuch-Studierende. Zur Verstärkung der dramaturgischen

Seite freuen wir uns, ab dem kommenden

Studienjahr 2018/2019 mit Manuel Meimberg einen

Dozenten der schreibenden Zunft in unseren Reihen begrüßen

zu dürfen.

Manuel Meimberg arbeitet seit über zwanzig Jahren als

Drehbuchautor, seit einigen Jahren auch als Regisseur

und Produzent. Aus seiner Feder stammt u.a. das Drehbuch

für die Serie FAMILIE BRAUN, die 2017 in New

York mit dem International Emmy ausgezeichnet wurde.

Serien Producing ist ein Bereich, der in den letzten Jahren

im internationalen Medienbetrieb zunehmend an

Popularität gewonnen hat. Um über Neuerungen und

Trends stets auf dem aktuellen Stand zu sein, organisieren

wir für unsere Studierenden regelmäßig Exkursionen

zu Festivals wie SÉRIE SERIES in Fontainebleau,

SERIES MANIA in Lille, SERIENCAMP in München,

sowie Workshops mit SOKO MÜNCHEN oder GUTE

ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN.

In unserem Curriculum spielen daher auch Serien-Previews

eine große Rolle. In der Vergangenheit erhielten

wir u.a. die Gelegenheit, die niederländische Serie LÄU-

SEMUTTER sowie DEUTSCHLAND 86 vorab zu sichten,

im kommenden Jahr wird es eine Preview der zweiten

Staffel CHARITÉ geben.

Darüber hinaus veranstalten wir an der Filmakademie

jedes Jahr mehrere Sendertage, zu denen wir Vertreter*innen

verschiedener Fernsehsender einladen und

den Studierenden damit Einblicke in das Tätigkeitsfeld

der Serienproduktion ermöglichen.

Das Feld des Serien Producings ist weit und unsere Studierenden

erwerben bei uns das Handwerkszeug, um

sich zu professionellen und innovativ denkenden Producer*innen

und Autor*innen zu entwickeln und dabei

gleichzeitig ihren ganz eigenen Stil ausformen. Das

2018 entstandene Diplomprojekt ZUM GOLDENEN

LAMA der Studentin Helena Hofmann beispielsweise

stellt durch seine Machart eine Seltenheit im deutschsprachigen

Raum dar. Die Sitcom wurde nämlich vor

Live-Publikum aufgezeichnet, was sonst hauptsächlich

von US-Serien wie TWO AND A HALF MEN

bekannt ist. Unsere Studierenden dürfen ausprobieren

und entwickeln, innovativ und mutig sein. Nur so werden

wir unserem Anspruch, ein „Serienlabor“ zu sein,

auch wirklich gerecht.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

97


SZENENBILD

Wir erschaffen Brücken –

und noch viel mehr!

_SILKE BUHR (LEITUNG)

_CHRISTIAN STRANG

_THOMAS STAMMER

PROJEKTBETREUUNG:

_REGINE WITZIG

_STEFFEN STAUDENMAIER

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

WERKSTATT:

_JÜRGEN WEIN (LEITUNG)

_MADELEINE MÜTSCHELE

WHAT ABOUT YOU? DER INTERNATIONALE

AUSTAUSCH MIT SZENENBILDNER*INNEN

NIMMT IN UNSEREM STUDIENANGEBOT EINE

BESONDERE ROLLE EIN.

Seit dem Wintersemester 2017/2018 sind unsere Studierenden

stolze Teilnehmer*innen eines Austauschprogramms

zwischen der Filmakademie Baden-Württemberg

GmbH, der Aalto University in Helsinki und

der Stockholm University of the Arts. Die gegenseitige

Teilnahme an Workshops der Gasthochschule weitet

den Blick für neue Möglichkeiten des Storytelling und

World building und führt zu einem regen Austausch über

den nationalen Markt hinaus. Die Aufenthalte in Helsinki

und Stockholm geben unseren Studierenden die Chance,

ein neues Land und dessen Kultur kennenzulernen

sowie in gemeinsamen Projekten den eigenen Erfahrungsschatz

zu erweitern. Die finnischen und schwedischen

Austauschpartner*innen nehmen im Gegenzug an

unserem Set-Extension-Workshop teil, in dessen Rahmen

– in Zusammenarbeit mit Studierenden der Abteilungen

Animation/VFX und Bildgestaltung/Kamera –

ein gemeinsam entwickeltes Filmprojekt realisiert wird.

Weitere spannende Möglichkeiten für internationale

Einblicke bieten der Hollywood-Workshop (Los Angeles)

und der Indian Cinema Workshop (Pune).

98


Die Arbeit eines Szenenbildners oder einer Szenenbildnerin

lebt von der offenen und intensiven Kommunikation

mit anderen Gewerken. Die Basis unseres Lehrplans

im ersten Studienjahr ist daher unser Semesterworkshop

von September bis März, in dem unsere Studierenden

gemeinsam mit ihren Kommiliton*innen der Abteilung

Bildgestaltung/Kamera in aufeinander folgenden

Lehrmodulen und anhand einer groben Drehbuchskizze

ein Konzept für ein Filmset erarbeiten, das anschließend

als Basis für die Entwicklung verschiedener Drehbücher

im Team dient. Da unsere Studierenden in der

Regel ein Vorstudium aus den Bereichen Architektur,

Innenarchitektur, Bühnenbild, Malerei oder Design mitbringen,

sind die ersten gestalterischen Grundlagen bereits

gelegt. Bei uns lernen sie das nötige Knowhow, um

eine Geschichte durch ein gekonntes Filmset lebendig

werden zu lassen.

Hochkarätige Gastlehrende, die u.a. das Szenenbild von

Filmen und Serien wie THE KING’S SPEECH oder

BABYLON BERLIN gestaltet haben, laden wir zu Werkberichten

ebenso ein wie Coaches für Themen wie Vertragsverhandlungen,

SFX oder Präsentationstechniken.

Erweitert wird unser Angebot durch Exkursionen nach

Berlin oder London, um spannende Einblicke in die Bereiche

Production Design, aber auch Kunst, Interior Design

und Architektur zu erhalten und mit Verantwortlichen

vor Ort zu sprechen.

Einzigartig am Studienbereich Szenenbild ist die individuelle

Projektbetreuung, die unsere Studierenden

ab dem zweiten Studienjahr erfahren: Sie können sich

selbst aussuchen, von welchem Profi sie ihre Projekte

betreuen lassen wollen. (Fast) alles ist machbar! Wir ermöglichen

unseren Studierenden damit, Kontakt zu jedwedem

Profi aus dem Bereich Szenenbild aufzunehmen

und in der Regel gelingt es uns auch, diese hochrangigen

Fachleute als Mentor*innen zu gewinnen. Unsere

Studierenden können somit jene Künstler*innen, deren

Arbeit sie besonders schätzen, auf professioneller Ebene

kennenlernen und sich mit ihnen austauschen, was

nicht nur zur erfolgreichen Realisierung der Studienprojekte

beiträgt, sondern ihnen auch über ihr Diplom

hinaus wertvolle Kontakte beschert. Diese können dem

Einstieg in die Branche nach dem Studium den entscheidenden

Kick geben.

99


SZENISCHER FILM

100


NEUE HORIZONTE

UND PERSPEKTIVEN

ENTDECKEN

101


SZENISCHER FILM

PROJEKTSTUDIUM:

_PROF. NICO HOFMANN

_JOSCHA DOUMA

_CLAUDIA PRIETZEL

_ISABELLE STEVER

STUDIENKOORDINATION:

_THORSTEN SCHÜTTE

PROJEKTBETREUUNG:

_PETER KUCZINSKI

GRUNDSTUDIUM (REGIE 1):

_AKIZ

_ANDREAS LINKE

_CLAUDIA PRIETZEL

_HANNES STÖHR

STUDIENKOORDINATION:

_INKA FEDEROVA

GRUNDSTUDIUM (REGIE 2):

_PROF. CHRISTIAN WAGNER

PROJEKTBETREUUNG:

_SILKE HARTEN-PREISS

einen solchen Workshop unter der Leitung des Regisseurs

Kai Wessel und des Schauspielers Kai Ivo Baulitz

anzubieten, an dem unsere Studierenden und die Schauspielstudierenden

der ADK teilnehmen und der sich mit

der Inszenierung von Gewalt auseinandersetzt.

Der Inszenierung von Körperlichkeit in jedweder Form

geht die preisgekrönte Regisseurin Maren Ade mit ihrem

Workshop unter dem Titel „Sex on Screen“ auf den

Grund, den unsere Studierenden im 4. Jahr ebenfalls gemeinsam

mit ADK-Schauspielstudierenden besuchen.

Neu ist in diesem Studienjahr auch ein Filmgeschichts-Workshop

der Filmwissenschaftlerin Marie-Hélène

Gutberlet, der unsere Studierenden gemeinsam

mit den Teilnehmer*innen der Internationalen

Klasse im Hinblick auf filmische Analyse und wissenschaftliche

Betrachtungen eines Films schult.

Zum zweiten Mal findet im Studienjahr 2018/2019 ein

einwöchiger Recherche-Workshop mit der Philosophie-Dozentin

Dr. Donata Schoeller zum Thema „Focusing

and Thinking at the Edge“ statt. Hierbei geht es um

die Introspektion, um Soul Searching und um die Technik

der innerliegenden Recherche zur eigenen Arbeit.

Ebenfalls zum zweiten Mal laden wir Cornelia Ackers,

Redakteurin des Bayerischen Rundfunks, zu einem einwöchigen

Workshop zu uns ein, in dem die Studierenden

des 4. Jahres Fertigkeiten in der Entwicklung ästhetischer

Konzepte und Erzählformen erhalten.

WAS BRAUCHT MAN ALLES, UM EINEN

SZENISCHEN FILM ZU DREHEN? DURCH EINE

ENGE VERZAHNUNG VON THEORIE UND

PRAXIS VERMITTELN WIR UNSEREN

STUDIERENDEN DAS NÖTIGE WISSEN UND

DIE ERFORDERLICHEN FÄHIGKEITEN, UM

ALS FILMEMACHER*INNEN NICHT NUR

ZU BESTEHEN, SONDERN SICH AUCH ALS

SELBSTBEWUSSTE, QUALIFIZIERTE KÜNST-

LER*INNEN BEHAUPTEN ZU KÖNNEN.

Neben unserem individuellen, praxisorientierten Abteilungsunterricht

fördern wir verstärkt interdisziplinäre

Workshops und Klassen, in denen unsere Studierenden

mit Kommiliton*innen aus anderen Bereichen

zusammenarbeiten. Neben der Teilnahme am Content

Development-Programm im 3. Jahr finden auch regelmäßig

Workshops in Kooperation mit der Akademie für

Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK) statt.

So freuen wir uns sehr darüber, im November 2018

Ein Novum in unserem Studienplan, auf das wir selbst

schon gespannt sind, ist ein einwöchiger Workshop des

australischen Filmemachers und Forschers Robert Marchand

zum Thema „The Character-based Improvisation

Process“, in dem die Entwicklung detaillierter, komplexer

Charaktere mithilfe von Improvisation im Fokus

steht.

Insgesamt erwartet unsere Studierenden ein vielfältiges

Programm, das ihnen als angehende Filmemacher*innen

Einblicke in viele verschiedene Methoden und Gestaltungsansätze

ermöglicht.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

102


INTERDISZIPLINÄRE WORKSHOPS

ERWEITERN DAS STUDIENANGEBOT

103


WERBEFILM

WERBUNG

AM PULS DER ZEIT

104


PROJEKTSTUDIUM:

_PROF. MARTIN SCHMID (LEITUNG)

_ZORAN BIHAC

_BERND T. HOEFFLIN

_FLORIAN SIGL

GRUNDSTUDIUM (REGIE 2):

_MICHAEL RÖSEL

PROJEKTBETREUUNG:

_SILKE HARTEN-PREISS

PROJEKTBETREUUNG:

_OLIVIA MARTEN

GROSSE BILDER

UND VIEL FREIRAUM

PRO SEMESTER PRODUZIEREN UNSERE

STUDIERENDEN EINEN WERBEFILM. SEIT

VERGANGENEM STUDIENJAHR IST ES NUN

PFLICHT, DASS EINES DER INSGESAMT VIER

STUDIENPROJEKTE DAS THEMA MOBILITÄT

BEHANDELT.

Damit sind wir am Puls der Zeit, denn Mobilität ist eines

der zentralen Zukunftsthemen. Wer sich hierunter allerdings

nur Autowerbung vorstellt, liegt weit daneben: Jede

Art der Fortbewegung kann im Film thematisiert werden.

Um Inspiration zu bekommen und die Fachkenntnisse

unserer Studierenden weiter zu vertiefen, laden wir auch

regelmäßig fachkundige Expert*innen zu Vorträgen ein,

kürzlich unter anderem den Mobilitätsbeauftragten der

Stadt Ludwigsburg. Dabei stehen der Austausch unserer

Studierenden mit den Expert*innen und die Erweiterung

des eigenen Kenntnisstandes im Fokus.

Eine Vorbildfunktion nimmt hier auch der von unserer

Abteilung mitorganisierte Porsche Award (offiziell „Porsche

International Student Advertising Film Award“) ein,

ein jährlicher Werbefilmwettbewerb, der in der Regel im

Wechsel in Ludwigsburg und London stattfindet. Dort

gibt es schon seit einigen Jahren eine eigene Kategorie

zum Thema „Mobilität“. Die Einreichungen kommen aus

aller Welt und auch die Branche verfolgt den nicht-kommerziellen

Wettbewerb des Werbefilm-Nachwuchses interessiert.

Wer hier Erfolg hat, wird von der Branche

wahrgenommen und vergrößert seine Chancen, im Werbefilmbereich

Fuß zu fassen.

Der nächste Porsche Award findet übrigens am 20. November

2018 statt, diesmal jedoch anlässlich seines

15-jährigen Bestehens und des Jubiläums „70 Jahre Porsche

Sportwagen“ im Porsche Museum in Zuffenhausen.

Bei uns geht es aber nicht immer nur um den klassischen

Werbespot, im Gegenteil! Kaum eine andere Studienabteilung

an der Filmakademie bietet so viele Freiräume wie

unsere. Ob es sich nun um ein interaktives Spiel, einen

Animationsfilm oder einen szenischen Film mit „Werbepause“

handelt – unsere einzige Prämisse ist: Es muss etwas

beworben werden. Das kann durchaus ein Produkt

sein. Es darf aber auch ein soziales Thema im Zentrum

der Werbung stehen. Indem wir möglichst wenig vorgeben,

möchten wir unseren Studierenden alle Möglichkeiten

und kreativen Denkanstöße offenhalten. Querdenken

ist nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht.

Diesen Freiraum gewähren wir im 3. Jahr, indem keine

weiteren externen Sponsorengelder oder Zuschüsse von

Agenturen, Produktionen oder Kunden erlaubt sind, die

Einfluss auf die Projekte nehmen können. Hingegen ist

dies im 4. Jahr ausdrücklich erwünscht, um den Diplomand*innen

wiederum einen möglichst reibungslosen

Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen.

Neben den vier betreuenden Hauptdozenten ergänzt ein

Pool an freien Gastlehrenden aus der Werbefilmpraxis

die theoretische und praktische Ausbildung. Vor allem

die Exkursionen zu Werbefilmproduktionen, -agenturen

und Postproduktionen nach Stuttgart, Hamburg, Berlin,

London oder Amsterdam sind sehr beliebt und zielführend.

Es gibt zudem zwei weitere praktische Angebote,

das sogenannte Mentoringprogramm, welches eine enge

Zusammenarbeit der Produktionsstudierenden mit Produzent*innen

einer Werbefilmproduktion erlaubt, sowie

ein Praktikum im Bereich Regie, welches die Zusammenarbeit

von Regiestudierenden mit Kreativen der renommierten

Agentur Jung von Matt fördert.

105


WERBEFILM


Unsere Studierenden haben vor ihrem Studium an der

Filmakademie häufig schon in der Werbefilmbranche

gearbeitet, praktizieren dies auch während ihres Studiums

oder besitzen eine eigene Firma. Mit dem Wissen,

das sie mitbringen und vor Ort ausbauen sowie den

handwerklichen Skills, die sie bei uns an der Filmakademie

lernen, sind sie bestens gerüstet für das Berufsleben.

Dies zeigt sich meist schon während des Werbefilmstudiums,

wenn unsere studentischen Produktionen Preise

gewinnen, wie beispielsweise beim Spotlight Festival,

auf dem ADC Festival, beim Werbefilmfestival in Cannes

oder beim First Steps Award. Denn Knowhow, Kontakte

und eine grenzenlose Kreativität sind die Türöffner in

den Markt des Werbefilms.

BREAK FREE (2016),

Regie: Eugen Merher

• 14 Mio. Aufrufe im www

• AICP Next Awards 2017

• International Spotlight Festival Stuttgart 2016 |

Fachjury Award | Bronze (Web & Mobile)

• New York Festivals | International Advertising

Awards 2017 | Zweiter Platz (Student)

• New York Festivals | International Advertising

Awards 2017 | Dritter Platz (Original Music)

DEAR BROTHER (2015),

Regie: Dorian & Daniel

ERFOLGREICHE WERBEFILME

DER LETZTEN JAHRE (EINE AUSWAHL):

Alle Filme sind auf dem YouTube Channel

der Filmakademie Baden-Württemberg verfügbar:

www.youtube.com/user/TheFilmakademie

THE MAN WITH A COIN (2018),

Regie: Christian Schilling

• Über 131.000 Aufrufe im www

• Deutscher Werbefilmpreis 2018 | Winner (Best Young

Talent Commercial Film)

• ANDY Awards 2018 | Gold (Student)

• VOTD’s Video of the Day | Winner

• The One Club – Young Ones ADC 2018 | Gold (Online

Commercial, Art Direction, Cinematography,

Editing, Sound Design)

• The One Club – Young Ones ADC 2018 | Silver (Direction)

• New York Festivals World’s Best Advertising 2018

|First Prize Award (Student: Humor and Art Direction)

• New York Festivals World’s Best Advertising 2018 |

Second Prize Award (Student: Film)

• New York Festivals World’s Best Advertising 2018 |

Third Prize Award (Student: Direction)

• Applied Arts Awards 2018 |Winner (Student: Broadcast

Graphics – Single)

• US International Film & Video Festival 2018 | Winner

(Student Productions)

• 39th Annual Telly Awards | Bronze (General-Student)

• ADC – Art Directors Club Germany 2018 | Bronze

(Commercial / Short / Onlinefilm)

• Spotlight 2018 | Bronze Jury Award

(TV & Cinema, Student Competition)

• Spotlight 2018 | Bronze Audience Award

(TV & Cinema, Student Competition)

• Young Director Award 2018 | Film School Category |

Shortlist

• Über 5 Mio. Aufrufe im www

• Porsche Award 2016 | Classical Category 2nd Prize

• Spotlight | Fachjury Awards – Kategorie: Students

tv & kino | “Gold + Sonderpreis”

• Publikumspreis – Kategorie: tv & kino | “Bronze”

• ADC Juniorwettbewerb 2016 | „Semesterarbeiten

Gold“

• Young Director Award 2016 | “Gold Screen Film

School – Europe”

• Deutscher Werbefilmpreis 2016 | „Bester Nachwuchswerbefilm“

MCP – COLLISION PREVENT MERCEDES (2013),

Regie: Tobias Haase

• Über 12 Mio. Aufrufe im www;

10 Mio. Aufrufe in China

• Presseartikel: Spiegel Online, Bild, Zeit, Die Welt,

Horizont, Auto Bild, Stern, Focus, Süddeutsche Zeitung,

DPA etc. | Internationale Presse: Adweek (US),

Independent (UK), Kronenzeitung (A), Standard (A)

• First Step Award 2013 | 1st Prize

• Spotlight 2014 | Silber (Fachjury Awards & Publikumspreis)

• ADC Nachwuchswettbewerb 2014 | “Abschlussarbeiten”

Silber

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

107


FILMSCHAUSPIEL

[ • ]

Filmschauspiel Workshop

DAS SPIEL VOR UND MIT DER KAMERA

ERLERNEN

Der FILMSCHAUSPIELWORKSHOP an der Filmakademie

Baden-Württemberg vermittelt seit dem Jahr 2000

einen umfassenden Einblick in die Komplexität des Agierens

vor der Kamera und gehört heute zu den führenden

Angeboten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Vor dem Hintergrund eines sich zunehmend internationalisierenden

Filmmarktes wurde der Workshop

neu ausgerichtet und erweitert: So kann die Filmakademie

in Kooperation mit der Schweizer FOCAL Stiftung,

den EUROPEAN SHOOTING STARS und CAST-

FORWARD/E-TALENTA seit Herbst 2016 zusätzlich den

INTERNATIONAL SCREEN ACTING WORKSHOP in

englischer Sprache anbieten. Dieser eröffnet ambitionierten

Schauspieler*innen die Möglichkeit, sich auch

international zu präsentieren.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

108


EINE UNFASSBARE

GRUPPENERFAHRUNG

Ein Interview mit Lily Erlinger

HATTEST DU FAVORITEN WÄHREND DER CAS-

TINGS, DIE ES IN DEN KURS GESCHAFFT HABEN?

Ja! Yelena Tronina, eine Schauspielerin aus Kasachstan,

die ich beim Casting zum ersten Mal gesehen habe. Sie

habe ich dort auch für meinen Diplomfilm entdeckt. Ich

war quasi innerhalb der ersten 30 Sekunden verliebt.

UND DANN WARST DU AUCH WEITERHIN BEIM

WORKSHOP MIT DABEI?

DIE STUDENTIN DER REGIE/SZENISCHER

FILM IM DIPLOMJAHR BERICHTET ÜBER IHRE

ERFAHRUNGEN MIT DEM INTERNATIONAL

SCREEN ACTING WORKSHOP (ISAW)

LIEBE LILY, DU HAST DEN INTERNATIONAL SCREEN

ACTING WORKSHOP VON ANFANG AN BEGLEITET

UND WARST SOGAR SCHON BEIM CASTING DABEI.

WIE KAM ES DAZU?

Juliane Voigtländer, die Studienkoordinatorin Filmschauspiel,

hatte mich damals gefragt. Sie wollte im Casting-Prozess

noch eine studentische Sicht aus dem Bereich

szenische Regie dabei haben. Hinzu kommt, dass

ich zu einem Drittel jeweils australisch und amerikanisch

bin und Englisch somit eigentlich meine Muttersprache

ist. Außerdem hatte ich im Jahr davor bereits

Cathy Haase (amerikanische Schauspielerin und Dozentin,

A.d.R.) beim deutschsprachigen Workshop assistiert

und wollte das sehr gerne wieder machen.

WAS WAR DEIN EINDRUCK WÄHREND DER CAS-

TINGS? WAR ES EIN SCHWERES PROZEDERE, DIE

SCHAUSPIELER*INNEN FÜR DEN KURS AUSZU-

WÄHLEN?

Wir hatten einen sehr spannenden Bewerberjahrgang

und uns ist die Auswahl ungeheuer schwer gefallen. Ich

glaube, letztlich wurden sogar mehr Leute aufgenommen,

als ursprünglich geplant war.

Ich habe wieder das Seminar von Cathy Haase begleitet

und auch eine Szene mit Lara Mandoki und Federico

Calistri mit großem Team und Equipment im

Studio gedreht. Mit Lara halte ich nach wie vor sehr engen

Kontakt und Federico hat später auch in meinem

Diplomfilm mitgespielt ebenso wie Louis von Klipstein,

ein Schauspieler, den ich im Jahr davor im deutschsprachigen

Filmschauspielworkshop kennengelernt habe

und der hier an der Akademie für Darstellende Kunst

(ADK) in Ludwigsburg studiert hat. Durch die beiden

Workshops habe ich also vier Schauspielerinnen und

Schauspieler gefunden, die ich später für meinen aktuellen

Film gewinnen konnte.

DER INTERNATIONAL SCREEN ACTING WORK-

SHOP BIETET EIN VIELSEITIGES PROGRAMM, DAS

EINEN UMFASSENDEN EINBLICK IN DIE ARBEITS-

WEISEN UND CHANCEN AUF DEM ENGLISCHSPRA-

CHIGEN FILMMARKT AUFZEIGT. DANEBEN ERHAL-

TEN SCHAUSPIELER*INNEN DIE GELEGENHEIT,

AUF ENGLISCH ZU SPIELEN UND WERDEN DABEI

VON ERFAHRENEN COACHES BEGLEITEN UND BE-

TREUT. WAS WAR DEIN EINDRUCK VOM WORK-

SHOP?

Man sieht eine ungeheure Entwicklung der Schauspieler

– besonders beim Method Acting mit Cathy Haase. Außerdem

ist es eine unfassbare Gruppenerfahrung: Man

wird im Workshop zusammengeschweißt, hat viele Entfaltungsmöglichkeiten

und einen gewissen Sicherheitsrahmen,

um sich auszuprobieren. Spannend ist auch der

internationale Faktor. Es gibt in den Ländern radikale

Unterschiede in den Spielweisen und in der Art, wie

man an eine Rolle herangeht. Man spürt die verschiedenen

Neigungen und Gemüter, sieht, wie sich die Schauspieler

im Workshop gegenseitig ergänzen, sich neuen

Ansätzen öffnen und sich darüber austauschen. Da

treffen Welten aufeinander und daraus entsteht etwas

Neues, was nicht so einfach zu definieren und in eine

109


FILMSCHAUSPIEL

Schublade zu stecken ist. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes

und macht für mich den wesentlichen Teil des

International Screen Acting Workshops aus.

DU HAST DEINEN DIPLOMFILM MIT DREI SCHAU-

SPIELER*INNEN DES ISAW UND EINEM SCHAUSPIE-

LER DES DEUTSCHSPRACHIGEN FILMSCHAUPIEL-

WORKSHOPS GEDREHT – WIE LIEF DAS CASTING

FÜR DEN FILM AB? WUSSTEST DU SOFORT, WER

DIE ROLLEN SPIELEN SOLL?

Der Stoff wurde eigentlich für Yelena und Louis geschrieben.

Die Schauspieler standen quasi fest, bevor es

die Idee und das Drehbuch überhaupt gab. Insofern habe

ich zwar meine eigenen Themen behandelt, das Buch

aber sehr auf das, was ich von ihnen in den Kursen gesehen

habe, angepasst. Federico Calistri und Carlotta Bazzu

kamen dann während der Entwicklung dazu. Weil

ich die beiden durch den Workshop kannte und weil

der Stoff in Italien spielt, habe ich deren Figuren in den

Film hineingeschrieben. Die Figur von Carlotta hätte es

z.B. gar nicht gegeben, wenn ich sie nicht kennengelernt

hätte.

Es war also eine sehr erlebte Geschichte, weil man sich

von Moment zu Moment voran gearbeitet hat, nicht

hin- und hergesprungen ist und Szenen vorweg spielen

musste, die man noch nicht erlebt hatte. Louis und Yelena

kannten sich vorher nicht. Durch unseren Dreh haben

sie sich teilweise so kennengelernt, wie die Figuren

im Film es tun. Es war wirklich eine sehr spannende,

tolle Dreherfahrung!

EIN WEGWEISENDER

KARRIERESCHRITT

Eva Löbau im Interview

DAS HEISST, DASS DIE TEILNEHMER*INNEN DA-

VON PROFITIEREN, HIER BEIM WORKSHOP ZU

SEIN, WENN ES UM FILMAKADEMIE-PROJEKTE

GEHT?

Die Filmakademie-Regisseure und -Regisseurinnen

schauen immer wieder bei den Workshops vorbei. Da

besteht auf jeden Fall Interesse! Ich bin definitiv nicht

die einzige, die über die beiden Filmschauspielworkshops

Leute gecastet hat.

WAR DER DREH SO, WIE DU IHN DIR VORGESTELLT

UND GEWÜNSCHT HATTEST?

Es war wahrscheinlich sogar besser (lacht). Wir haben

sehr auf die Arbeit am Anfang mit Cathy Haase zurückgegriffen,

etwa wie man spricht, und haben das in unsere

Arbeitsweise eingebaut. Der Film ist natürlich auch

sehr speziell. Es gab zum Beispiel kein Drehbuch, sondern

nur ein Treatment. Und das haben die Schauspielerinnen

und Schauspieler nie gelesen. Außerdem haben

wir chronologisch gedreht. Alle kannten am ersten Tag

nur eine Szene, die Klimax, auf die es hinausläuft. Sonst

haben wir jeden Tag nach der Method-Acting-Methode

geprobt, sind zur Location gegangen, haben über den Inhalt

der nächsten Szene gesprochen und dann gespielt.

SEIT EVA LÖBAUS TEILNAHME AM ERSTEN

FILMSCHAUSPIELWORKSHOP IM JAHR 2002

IST VIEL PASSIERT. NACHDEM SIE ERSTE

DREHERFAHRUNGEN AN DER FILMAKADE-

MIE BADEN-WÜRTTEMBERG GESAMMELT

HAT, STEHT SIE HEUTE IN DEUTSCHLAND

GENAUSO ERFOLGREICH VOR DER KAMERA

WIE IN INTERNATIONALEN PRODUKTIONEN

(Z.B. „INGLORIOUS BASTERDS“ ODER „UN-

KNOWN IDENTITY“). SEIT 2017 IST SIE ALS

HAUPTKOMMISSARIN FRANZISKA TOBLER

IM SCHWARZWALD-„TATORT“ AN DER SEITE

VON HANS-JOCHEN WAGNER ZU SEHEN,

DER EBENFALLS ABSOLVENT DES FILM-

SCHAUSPIELWORKSHOPS IST.

LIEBE EVA, WIE KAM ES ZU DEINEN ERSTEN DREH-

ARBEITEN AN DER FILMAKADEMIE BADEN-WÜRT-

TEMBERG UND WAS WAREN DEINE ERFAHRUN-

GEN?

110


Von 1997 bis 1999 hatte ich mein Erstengagement am

Stadttheater Pforzheim. Dort fühlte ich mich unterfordert

und habe dann einen Aushang der Filmakademie

am Schwarzen Brett des Theaters gesehen: Filmakademie-Dozent

Tom Toelle suchte Schauspieler für Regieübungen.

Da habe ich mitgemacht und bin dann immer

wieder gezielt angefragt worden. Und nachdem ich

meine Sed-Karte bei Katrin Wans, der damaligen Leiterin

des Castingbüros der Filmakademie, abgegeben hatte,

hat mich Iain Dilthey für einen seiner ersten Kurzfilme

während des Studiums engagiert. Im Laufe der Zeit habe

ich insgesamt fünf Filme mit ihm gedreht. Kurz darauf

habe ich mich für den Workshop beworben, der damals

ja nur drei Wochen dauerte, und wurde ausgewählt.

DANN HAT ES SICH ALSO DAHIN ENTWICKELT,

DASS DU IM WORKSHOP GELANDET BIST?

Ja! Für mich war es wegweisend und ein glücklicher

Umstand, dass ich mich damals in Pforzheim unterfordert

gefühlt habe und dadurch überhaupt zum Drehen

gekommen bin. Bei meiner Schauspielausbildung in

Wien war Film damals nämlich fast kein Thema. Es gab

ein Mal so etwas wie einen Filmschauspielkurs, aber daran

kann ich mich nur noch ganz dunkel erinnern. Das

war nichts, was wirklich Hand und Fuß hatte.

auskennen und zum Beispiel wissen, welcher Produzent

wofür arbeitet oder welcher Redakteur wofür zuständig

ist. Ich selbst weiß leider beschämend wenig und bin

tatsächlich ziemlich ignorant. Deswegen habe ich nicht

so viel aus dem Unterricht mitgenommen, obwohl es

auch um Rechte ging oder um Verträge – also ganz praktische

Dinge. Nur habe ich das immer meiner Agentur

überlassen und frage dann jedes Mal wieder aufs Neue

nach den Zusammenhängen.

IN DIESEM FALL IST ES JA AUCH PRAKTISCH,

WENN MAN EINE AGENTUR IN DER HINTERHAND

HAT, ODER?

Auf jeden Fall! Und die Agentur habe ich sozusagen auch

über die Filmakademie gefunden: Katrin Wans hat nach

ihrer Zeit an der Filmakademie eine Agentur gegründet.

Zuerst als House of Talents, die dann später mit Above

the Line fusionierte. Also meine Karriere gründet sich

da auf die ersten Begegnungen mit Film an der Filmakademie.

Das kann man wirklich so sagen.

WIE SIEHT ES BEI DIR DENN MIT NETZWERKEN

AUS? HAST DU NOCH KONTAKTE ZU TEILNEH-

MER*INNEN ODER LEHRENDEN AUS DEM DAMA-

LIGEN KURS?

WÜRDEST DU SAGEN, DASS DIE ERFAHRUN-

GEN, DIE DU IM WORKSHOP GESAMMELT HAST,

IM NACHHINEIN BEI WEITEREN DREHS GEHOLFEN

HABEN?

Ja, allerdings mehr, was das Arbeitsethos angeht. Ich bin

jemand, der nicht so bewusst für die Kamera spielt, sondern

sie eher ignoriert. Man muss mich immer wieder

darauf hinweisen, auch für die Kamera zu agieren. Aber

ich erhalte mir das bewusst, weil ich weiß, dass diese

Schwäche gleichzeitig eine Stärke ist. Darüber wurde

zum Beispiel im Unterricht von Michael Verhoeven

gesprochen und auch deswegen fällt es mir mittlerweile

leichter, mich auf die Präsenz der Kamera einzulassen.

Wenn ich Dozenten von damals treffe, wie zum Beispiel

Christian Wagner oder Peter Lohmeyer, ist das immer

eine sehr freundschaftliche Begegnung. Außerdem habe

ich im Kurs Freundschaften aufgebaut, die auch heute

noch tragen, wie beispielsweise zu Antonia Holfelder.

Für sie habe ich als Netzwerkerin fungiert, indem ich sie

für Theaterproduktionen vorgeschlagen und zu Castings

mitgenommen habe.

HAST DU ZU GUTER LETZT NOCH EINEN GU-

TEN TIPP FÜR JUNGE SCHAUSPIELERINNEN UND

SCHAUSPIELER, DIE DEN SCHRITT VON DER THE-

ATERBÜHNE VOR DIE KAMERA WAGEN WOLLEN?

WAS WÜRDEST DU IHNEN ANS HERZ LEGEN?

HABEN DIR DIE DOZENT*INNEN AUCH GEHOLFEN,

DICH IN DER FILMBRANCHE BESSER ZURECHTZU-

FINDEN?

Möglich wäre es gewesen, ich bin da nur ein ziemlich

hoffnungsloser Fall. Ich weiß gar nicht, was das heißt,

sich in der Filmbranche zurechtzufinden. Zum Glück

habe ich Kollegen und Freunde, die sich hervorragend

Für mich hat es sich absolut gelohnt, meine ersten

Schritte als Filmschauspielerin zusammen mit Filmstudenten

zu wagen. Man lernt gemeinsam. An einer Filmschule

arbeitet man ein bisschen geschützter vor dem

Business und hat auch noch den Freiraum, Dinge auszuprobieren,

für die man vielleicht später gar keine Zeit

mehr hat. Und das ist gut für`s Selbstbewusstsein. Das

würde ich auf jeden Fall empfehlen!

111


AUFTRAGSPRODUKTIONEN

112


HERSTELLUNGSLEITER DRITTMITTEL /

AUFTRAGSPRODUKTIONEN

_YVES ALAIN LAMBERT

HERSTELLUNGSLEITER DRITTMITTEL /

AUFTRAGSPRODUKTIONEN ANIMATIONSINSTITUT

_CHRISTIAN MÜLLER

STUDIUM FINANZIEREN,

ERFAHRUNGEN SAMMELN,

EXISTENZ AUFBAUEN

AUFTRAGSPRODUKTIONEN IM DRITTMITTEL-

BEREICH WERDEN MIT ERFAHRENEN

STUDIERENDEN, MIT ALUMNI UND BEVOR-

ZUGT MIT PRODUKTIONSFIRMEN, DIE AB-

SOLVENTINNEN UND ABSOLVENTEN IN DER

REGION GEGRÜNDET HABEN, REALISIERT.

AUCH DIE ZUSAMMENARBEIT MIT EXTERNEN

FIRMEN IST MÖGLICH.

STUDIERENDE

Diese Auftragsproduktionen der FABW ermöglichen

den Studierenden über die Projekte in der Lehre hinaus

wichtige Erfahrungen in der Praxis und bieten zudem

die Möglichkeit, sich den eigenen Lebensunterhalt

zu finanzieren.

Das eigene Tun ist der Schlüssel für den Erfolg. Konzeptwettbewerbe

bieten die Chance, sich auszuprobieren.

Mit welcher Strategie überzeuge ich den Auftraggeber

von meinen Ideen? Welche Haltung nehme ich dabei

ein? Ganz im Sinne der praxisorientierten Ausbildung

lernen die Beteiligten, bereits im Pitch unter realen Bedingungen

zu präsentieren.

Begleitet durch die Mitarbeiter/-innen der FABW, übernehmen

Studierende Verantwortung für ein professionelles

Projekt. Verträge müssen erfüllt, Budgets und

Zeitpläne eingehalten werden. Mit anspruchsvollen Auftraggebern

werden Absprachen und Verabredungen getroffen,

die unbedingt eingehalten werden müssen. Verbindlich

und verlässlich zu agieren, schafft Vertrauen.

Doch wie kommuniziere ich mit dem Marketingleiter, der

Geschäftsführerin oder einem Familienunternehmer?

Warum sind diese Menschen neugierig auf mich, auf

meine Ideen abseits ausgetretener Pfade? Andererseits,

welchen Zwängen unterliegen meine Ansprechpartner?

Gibt es Grenzen für meine Kreativität? Welche Rolle

spielen Corporate-Identity-Vorgaben und Marketing-Bibeln?

ALUMNI

Da die Förderung der Absolventinnen und Absolventen

ein wichtiges Anliegen ist, unterstützt die FABW das eigene

Netzwerk und bildet so eine Brücke vom Studium

zur Berufswelt. Die Aufträge bieten jungen Produzentinnen

und Produzenten einen Startimpuls für eine spätere

betriebswirtschaftliche Existenzgrundlage. Nachfolgeprojekte

kann eine Produktionsfirma eigenständig ohne

die Filmakademie umsetzen.

EXTERNE FILMPRODUKTIONSFIRMEN

Auch wenn die Zusammenarbeit mit Studierenden und

Alumni im Vordergrund steht, so sind dennoch Kooperationen

mit externen Filmproduktionsfirmen möglich,

wenn Studierende oder Alumni dort in relevanter Rolle

eingebunden sind. Gewinnt ein Studierender oder ein*e

Absolvent*in, der/die bei einer externen Produktionsfirma

arbeitet, einen Konzeptwettbewerb, so kann jene den

Auftrag mit der FABW zusammen umsetzen.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

113


FÖRDERVEREIN

25

20

JUBILÄUM

I M

DOPPELPACK

CALIGARI

FÖRDERPREIS

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

114


DER FÖRDERVEREIN DER FILMAKADEMIE

UND DER CALIGARI-PREIS FEIERN RUNDE

GEBURTSTAGE

werden. Gleichzeitig sind diese Preise auch ein Zeichen

der Wertschätzung für besondere Leistungen der Studierenden

im Rahmen ihres Studiums - und ein Ansporn

für die Zukunft.“

743.000 Euro – dafür könnte man zum Beispiel zwei bis

drei aktuelle Ferrari Sportwagen kaufen oder, selbst bei

heutigen Wohnungspreisen, eine durchaus luxuriöse Behausung.

Eine stolze Summe also, die der Förderverein

der Filmakademie Baden-Württemberg in den 25 Jahren

seines Bestehens zusammengetragen hat – und das nicht

für Nobelkarossen oder Luxusvillen, sondern ausschließlich

zur Unterstützung studentischer Filmprojekte.

Im Jahr 2018 konnte der Förderverein ein doppeltes Jubiläum

feiern. Nicht nur wurde er 25 Jahre alt, im Februar

wurden zudem im Rahmen einer festlichen Verleihung

im Albrecht Ade Studio der Filmakademie die

Caligari-Förderpreise zum 20. Mal vergeben.

Erneut erhielten zehn studentische Filmprojekte eine finanzielle

Förderung von insgesamt 50.000 Euro durch

Stifter- und Mitgliederpreise. Anlässlich des zweifachen

Jubiläums vergab der Förderverein zudem einmalig einen

besonderen Ehrenpreis, den „Best of Caligari“: Die

Trophäe ging an den Caligari–Preisträger OHNE DIESE

WELT von Nora Fingscheidt aus dem Jahre 2016. Der

Film hat inzwischen zahlreiche Auszeichnungen gewonnen,

darunter den bedeutenden Max Ophüls Preis beim

Nachwuchsfilmfestival in Saarbrücken.

Grund genug für den Vorsitzenden des Fördervereins,

Matthias Berlinghof, auf die 25-jährige Erfolgsgeschichte

des Vereins zurückzublicken und dabei im Speziellen

die am Auswahlverfahren Beteiligten zu würdigen: „Besondere

Bedeutung im Rahmen der Caligari-Preisverleihung

kommt der Jury zu, die in all den Jahren immer

offen war für Neues und auch schwierige Themen gefördert

hat, immer in dem Bewusstsein für die Bedeutung

der Bewegtbilder in unserer Gesellschaft.“

Auch Staatssekretärin Petra Olschowski, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende

der Filmakademie, war voll des Lobes

für die Arbeit des Fördervereins: „Der Förderverein

stärkt mit seinem Engagement das international hervorragende

Renommee der Filmakademie. Mit den Caligari-Preisen

werden besonders ambitionierte studentische

Filmvorhaben ausgezeichnet und deren Realisierung

unterstützt. Ohne die wertvolle Arbeit des Fördervereins

könnte manches Studienprojekt nicht umgesetzt

Die Caligari-Förderpreise werden seit 1999 verliehen.

Die Besonderheit des jährlichen Wettbewerbs besteht in

der Auszeichnung studentischer Projekte, die noch nicht

verfilmt sind. Die Jury, die neue und gesellschaftlich relevante

Inhalte unterstützen will, entscheidet somit über

die Vergabe der Fördersumme von jeweils 5.000 Euro

anhand eingereichter Unterlagen sowie der Vorstellung

der Teams und hat dabei schon öfters ein gutes Gespür

bewiesen. Die fertiggestellten Filme nehmen an internationalen

Festivals teil und erhalten dort regelmäßig beachtliche

Preise - bis hin zu Oscar-Nominierungen.

Aktuell zählt der Förderverein der Filmakademie Baden-Württemberg

über 400 Mitglieder. Im Jahr 2006

waren es noch etwa halb so viele. Ein erfolgreicher Weg,

der sich hoffentlich noch lange fortsetzen wird – zum

Wohle der Studierenden der Filmakademie.

DIE AKTUELLEN STIFTER DER CALIGARI-PREISE:

• Andreas Stihl AG & Co.KG

• Cinecore Motion Pictures GmbH

• Landesanstalt für Kommunikation, Stuttgart

• Stadt Ludwigsburg

• Stiftung Kunst, Kultur und Bildung der Kreissparkasse

Ludwigsburg

• SV Sparkassen Versicherung Holding AG

• Wüstenrot Stiftung

• Hinzu kommen zwei Preise, die aus dem Kreis der

Mitglieder des Fördervereins vergeben werden.

VORSITZENDE DES FÖRDERVEREINS:

• Fred Oed (1993 - 1997)

• Klaus Haasis (1997 - 2005)

• Prof. Albrecht Ade (2005 - 2013)

• Matthias Berlinghof (seit 2013)

KONTAKT:

Förderverein der Filmakademie Baden-Württemberg e.V.

Akademiehof 10

71638 Ludwigsburg

Tel. 07141 / 969 82113

Fax 07141 / 969 82292

E-Mail: foerderverein@filmakademie.de

115


Wenn

Sie Filmgeschichte

schreiben wollen,

können Sie

das jetzt gerne tun.

Werden Sie Mitglied im Förderverein der Filmakademie Baden-Württemberg. Der Förderverein unterstützt zahlreiche

Aktivitäten der Filmakademie und vergibt jährlich den Caligari, ein begehrtes Förderstipendium für Studierende.

Als Mitglied des Fördervereins haben Sie freien Eintritt zu vielen Film- und Medienevents und kommen ins Gespräch

mit Medienschaffenden, Lehrenden und dem Nachwuchs der Filmakademie. Ausführliche Informationen über die

Arbeit des Fördervereins erhalten Sie unter Telefon 07141 / 969 82113 oder foerderverein@filmakademie.de.

Hiermit erkläre ich, dass ich dem Förderverein der

Filmakademie Baden-Württemberg e.V. als Mitglied beitreten möchte,

zu einem Jahresbeitrag von:

Name, Vorname :

Titel, Position :

Firma :

kostenfrei als Student/-in

für die Zeit des Studiums an der Filmakademie

bis 1 Jahr nach Abschluss / Abschlussjahr:______

Anschrift :

Telefon/Fax :

EUR 55,–

als Privatperson

E-Mail :

EUR 350,– als Unternehmen

Datum/Unterschrift :

Bitte senden oder faxen Sie diese Beitrittserklärung an folgende Adresse :

Förderverein der Filmakademie Baden-Württemberg e.V., Akademiehof 10, 71638 Ludwigsburg, Fax Nr. 969 82299.

Vorstand: Matthias Berlinghof (Vorsitzender), Prof. Sabine Hirtes und Yves Alain Lambert (Stellvertreter), Prof. Albrecht Ade, Andrea Block, Sarah Gewert, Rolf Heiler, Friedrich Müller


IMPRESSUM

HERAUSGEGEBEN VON DER

FILMAKADEMIE BADEN-WÜRTTEMBERG GMBH

LUDWIGSBURG

VERANTWORTLICH IM SINNE DES PRESSEGESETZES

Prof. Thomas Schadt

REDAKTION

Andreas Friedrich, Fenja Schnizer

REDAKTIONELLE MITARBEIT

Linda Krämer, Meike Katrin Stein

TEXTE UND INTERVIEWS

Meike Katrin Stein, Andreas Friedrich, Nora Hieronymus, Linda Krämer,

Jessica Sautter, Fenja Schnizer, Franziska Ullrich, Joscha Douma

GESTALTUNG

Kommunikationsdesign Heide Sorn-Daubner, Stuttgart

DRUCK

Ungeheuer + Ulmer KG GmbH + Co., Ludwigsburg

AUFLAGE

2.000

FOTONACHWEIS

S. 3 Foto: Roland Mönch / © Filmakademie Baden-Württemberg

S. 4 (Akademiehof Campus), 6, 8, 10 (FABW Zelt), 12 - Foto: Catharina Clausen /

© Filmakademie Baden-Württemberg

S. 4 (zweite Spalte Mitte) - © Wolfram Kampffmeyer

S. 5 (linke Spalte unten) - © Anne Zohra Berrached

S. 6, 8, 10 (FABW Zelt), 12 - Foto: Catharina Clausen / © Filmakademie Baden-Württemberg

S. 7 © Jan Pinkava / Foto: Sara Diamond

S. 22 © Dominique Brewing / www.dominiquebrewing.com

S. 32 © privat

S. 34-36 © Wolfram Kampffmeyer

S. 48 Foto: Malte Derks / © Filmakademie Baden-Württemberg

S. 50 (Porträt Christoph Dahl) - © Deniz Saylan

S. 50 (Hollywood Workshop 2018) – Fotos: Michael Throne / © Filmakademie Baden-Württemberg

S. 65 (außer Foto Lesung) – Foto: Philip Henze / © Filmakademie Baden-Württemberg

S. 70-71 © Nils Knoblich

S. 74-76 © Markus Rebholz / Volker Armbruster

S.78/81 Foto: Kevan Smith / © Anne Zohra Berrached

S. 79-80 © Anne Zohra Berrached

S. 85 © Jörg Kahlhöfer

S. 86-87 © Prof. Manfred Becker / RTL

S. 92 (unten) © Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

S. 109 © Blasius Erlinger

S. 110 © Katarina Ivanisevic

S. 112 Spiros – Rent a Boat (oben links, 2. Reihe rechts, 3. Reihe links): © Simon Huber

S. 112 Unser Endlager (oben rechts, 3. Reihe rechts): © Theresa Bacza

S. 112 Eterna grenzenlos (2. Reihe links): © Christopher Stöckle

S. 112 Pandora (Mitte, letzte Reihe links und rechts): © Traumatica Pictures

Weitere Fotos: © Filmakademie Baden-Württemberg


Filmakademie Baden-Württemberg GmbH | Akademiehof 10 | 71638 Ludwigsburg

WWW.FILMAKADEMIE.DE | WWW.ANIMATIONSINSTITUT.DE

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