Coburger - Das Magazin #44

Coburger

Nr. 44 | April 2021

Gesellschaft. Kultur. Wirtschaft. Politik.


Vor genau 100 Jahren ...

wurde er in Betrieb genommen, Mitte der 1990er stellt er

seinen Betrieb ein. Seitdem ist er dem Verfall preisgegeben: Der

Lokschuppen in Coburg. Mehr Coburger Schmuddelecken in

unserer Fotostrecke ab Seite 14. Orte voll wehmütiger Aura, die

letzten lost places der Stadt, bevor überall die Bagger rollen.

Foto: Val Thoermer

2 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 3


INHALT

AUSGABE 44 | APRIL 2021

6 EDITORIAL. Schwebezustand.

8 STADTGESPRÄCHE. „Hubsi“ wirds nicht.

66 KULTURTIPPS. Buchtipp … und ein wenig mehr.

71 IN EIGENER SACHE. Noch mehr Print und Online.

71 IMPRESSUM. Die waren es.

80 MONACO FRANKE. Trennkost mit Bratwurst.

81 AUF EIN WORT. Einatmen. Ausatmen.

82 DAS LETZTE. Zitate aus der Kommunalpolitik.

GABI ARNOLD

VAL THOERMER

VAL THOERMER

WOLFRAM HEGEN

WOLFRAM HEGEN

GABI ARNOLD

SEBASTIAN BUFF

WOLFRAM HEGEN

WOLFRAM HEGEN

GABI ARNOLD

HEIDI SCHULZ-SCHEIDT

VAL THOERMER

LISA LEUCHTMANN

10

GEDÄCHTNIS VERLOREN. UND JETZT?

Aus der neuen Reihe „Grenzerfahrungen“.

14 FOTOSTRECKE.

Coburgs Schmuddelecken.

24

26

30

SONDERTHEMA TREUE.

Was verbindet uns?

BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDET?

Interview mit Prof. Dr. Michael Hartmann

DURCH DICK UND DÜNN.

Von inniger Freundschaft und großer Liebe.

36

MACHERIN.

Dieses Mal Barbara Fehn-Drahnsfeld.

44 NAUSWÄRTS!

Das Sportjahr 2021

48 KULTOUREN.

Augsburg.

52

HIER WOHNTEN …

… Schmetterlinge.

72 GALERIE.

Fotos voller Phantasie.

4 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 5


EDITORIAL

EDITORIAL

WOLFRAM HEGEN

Bleischwer zu schweben zwischen Klartraum und vor sich hin nüchterndem Alltag

in Zeiten voller eindeutiger Widersprüchlichkeiten, erfasst von zappeliger Frühjahrsmüdigkeit,

den noch nicht erwachten schlaflosen Winterschlaf ablösend, voller

unterschäumender sich selbst disziplinierender Vorfreude auf das dem Gestrigen

und Heutigen Folgende, immer absturzgefährdet, sucht der Griff nach etwas Festem,

Stabilen, Halt, Verlässlichkeit, nach etwas, das uns verbindet, Klebstoff, der

dem auseinanderdriftenden Universum die Fliehkräfte nimmt. Treue zum Beispiel.

Zu Menschen, Dingen, Gedanken, Marken. Bleibende Werte eben. Treue nämlich

ist ja mehr als die Abwesenheit von Untreue. Eigentlich hat sie auch wenig mit menschlicher Zweisamkeit

zu tun.

Darum geht es im Sonderthema „Treue – was verbindet uns?“ in dieser 44. Ausgabe des COBURGER.

Unter anderem in einem längeren Interview mit Prof. Michael Hartmann von der Hochschule Coburg, auf

das man sich einlassen sollte, wenn man verstehen möchte, warum Menschen Marken oft treuer sind als

Menschen. Und für die Seele lassen wir dann doch auch noch Paare und Befreundete zu Wort kommen, die

es lange und vor allem gerne miteinander aushalten.

Auch unsere Macherin in diesem Magazin ist eine treue Seele, führt Barbara Fehn-Dransfeld doch eine Familientradition

fort und leitet in dritter Generation die Firma Heunec in Neustadt bei Coburg. Eine andere

Frau in diesem Magazin steht am Anfang ihrer Karriere: Lisa Leuchtmann. Wir zeigen ihre Fotografien

in unserer Galerie. Und unsere Bilder in unserer Fotostrecke sind auf eine ganz andere Weise „charmant“:

Sie zeigen morbide Ecken in der Vestestadt, die noch nicht von Sanierung, Neu- oder Umbau, Abriss oder

Gentrifizierung erfasst sind.

Und wir haben ein sehr nachdenkliches Portrait im Magazin über Bobby Fischer. Er hat vor ein paar Jahren

fast sein ganzes Leben verloren, sein Gedächtnis an Menschen, Namen, Gesichter. Fünf Jahrzehnte wie

ausgelöscht. Dennoch kämpft er sich wieder ins Leben zurück.

So, und jetzt sind Sie dran.

P.S. Noch schneller: alle Geschichten aus dem COBURGER schon vor dem Druck auf

www.coburger-magazin.de!

P.P.S. Noch warten: Beilagen zu Sonderthemen erst dann, wenn es die Pandemie wieder zulässt.

P.P.P.S.: Gehe wieder zu P.S. und finde den Ausgang.

6 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


INHALT

24

SONDERTHEMA TREUE

Was verbindet uns?

10

AUSGELÖSCHT

Aus der neuen Reihe "Grenzerfahrungen".

48

KULTOUREN

Dieses mal in Augsburg.

52

HIER WOHNTEN ...

... Schmetterlinge und Heckenvögel.

58

FILZKRAUT

Nachhaltig, praktisch und schön.

72

GALERIE

Lisa Leuchtmann.

VERKAUFT

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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 7


STADTGESPRÄCH

STADTGESPRÄCH...

DAMIT WIR DEN DURCHBLICK BEHALTEN

Im Frühjahr startet im Steinweg in Coburg in einem Schaufenster eine erste

kleine Ausstellung mit Bildern aus dem COBURGER: Vier Werke von Coburger

Künstlern, die ihr Portfolio im Laufe der letzten Jahre einmal in der Galerie

im Magazin COBURGER gezeigt haben, auf Leinwand. Vier Werke im Spannungsfeld

zwischen Abstraktion und Illusion. Es handelt sich dabei um ein Projekt

im Rahmen der Aktion „Design findet Stadt“ gemeinsam mit dem Coburger

Design forum Oberfranken, die von vielen Partnern aus der Region und darüber

hinaus unterstützt wird. Wenn das Projekt gut läuft, ist an eine größere Ausstellung

gedacht.

DAMIT WIR GUTEN MUTES SIND

Unsere Geschichte über sieben mutige Ideen für Coburg im letzten COBURGER

hat uns ermutigt, die Ideen ab dem kommenden Magazin ausführlicher darzustellen,

damit es ihnen – vielleicht – nicht so geht wie der charmanten Idee eines

Lesers aus dem Jahr 2004, im Rahmen der Landestheater-Baumaßnahmen unter

anderem doch vielleicht eine große Terrasse vom Foyer im 1. Obergeschoss aus

auf einen begehbaren Pavillonneubau vor der Hauptfassade zu bauen, z.B. als

Bühne zum Schlossplatz, geeignet für Outdoorvorstellungen, Vernissagen, Kulturbar.

Klingt spannend, ist aber nie wirklich diskutiert worden. Jetzt ist es für

diese Idee zu spät, für andere vielleicht nicht.

DAMIT WIR NICHT BADEN GEHEN

Bisweilen geht es ja auch in den sozialen Netzwerken durchaus vergnüglich zu.

So zum Beispiel, als in der Facebook-Gruppe „Pro Lehrschwimmbad Coburg“

Roland Kestel dazu aufforderte, nach einem anderen Begriff für den Begriff

„Lehrschwimmbecken“ zu suchen, etwas Hippes, Cooles, um mehr Spaß und

Optimismus für die Idee dieses Schwimmbades zu verbreiten. Seine zahlreichen

Ideen wie „SwimGym“, „SavePool“, „Wellenbrecher“, „COSI“ (Coburger

Schwimminstitut), „Hubsi“ (Hubschwimmbecken) oder „Aquarinchen“ fanden

denn auch gleich viele Fans. Oliver Schmidt legte in einem Kommentar noch

nach mit CSDLSB (Coburg sucht das Lehrschwimmbecken), CNLSB (Coburg

next Lehrschwimbecken by Heidi Klum) oder „Badewonne“, und Franz

Burdeska mit „The Ocean“. Und schon ging die Forderung nach einem solchen

Schwimmbad viral, ein wenig zumindest, Ziel erreicht. Hier noch eine Idee von

uns, die sich vor allem an die Jüngsten richtet: Das ItzKids.

8 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


DIE AKUSTIKER

Ein ganzes Leben mit

verminderter Hörfähigkeit

Rolf Kühn ist 78 Jahre alt und leidet seit seiner Geburt an verminderter Hörfähigkeit.

Diese betrifft zwar nur sein linkes Ohr – dennoch kennt er unangenehme

Situationen, in denen Menschen mit ihm reden und er das Gesprochene nicht richtig

wahrnehmen kann. Seit drei Jahren trägt Rolf Kühn nun ein Hörgerät von Optik

Müller und Die Akustiker aus Coburg und kann endlich richtig hören.

COBURGER: Wie haben Sie die Zeit erlebt,

bevor Sie ein Hörgerät getragen haben?

Rolf Kühn: Ich war beruflich immer sehr engagiert

und daneben auch in Vereinen aktiv und

hatte deshalb, so lange ich denken kann, immer

viel Kontakt zu anderen Menschen. Da ich

auf dem linken Ohr nicht richtig höre, kam es

natürlich ab und an zu unangenehmen Situationen.

Menschen, die links von mir saßen oder

standen, habe ich zum Beispiel nicht gehört. Die

haben natürlich gedacht, ich ignoriere sie, weil

ich nicht geantwortet habe.

COBURGER: Seit drei Jahren tragen Sie ein

Hörgerät. Was hat sich seitdem verändert?

Rolf Kühn: Ich war ja daran gewöhnt, dass mein

linkes Ohr nicht richtig mitmacht. Aber jetzt

weiß ich zum ersten Mal in meinem Leben, wie

es ist, auf beiden Ohren richtig zu hören. Das ist

für mich nun auch ein bisschen sorgloser, denn

jetzt muss ich mir keine Gedanken mehr darüber

machen, ob jemand etwas zu mir sagt und ich es

gar nicht wahrnehme.

COBURGER: Welche Erfahrung haben Sie

mit der Anpassung des Hörgeräts gemacht?

Rolf Kühn: Ich habe mich entschieden, neben

den regelmäßigen Besuchen bei meinem Ohrenarzt

Dr. Leyde in Rödental zu einem alteingesessenen

Hörakustiker zu gehen und habe es

nicht bereut. Bei Die Akustiker wurde ich sehr

seriös beraten, man hat sich viel Zeit genommen

und das Ergebnis ist einfach perfekt. Ich komme

natürlich regelmäßig in den Laden, weil das Hörgerät

gewartet werden muss. Besonders schön

ist das gute Verhältnis zu den Mitarbeitern. Man

kennt sich mit der Zeit und wird sehr herzlich begrüßt

und behandelt. Für mich gibt es also keine

andere Option außer Die Akustiker in Coburg.

Coburg, Mohrenstr. 31, Tel. 0 95 61 / 98 49

Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr, Sa. 08.30 − 14.30 Uhr

Rödental, Bürgerplatz 8, Tel. 0 95 63 / 26 26

Mo. − Fr. 08.30 − 18.00 Uhr, Sa. 08.30 − 12.30 Uhr

Bad Rodach, Markt 12, Tel. 0 95 64 /92 89 71 0

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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 9


AUSGELÖSCHT

Von Gabi Arnold | Fotos: Val Thoermer

GRENZERFAHRUNGEN

In unserer Reihe „Grenzerfahrungen“ stellen wir Menschen vor, die

trotz eines Schicksalsschlags den Mut nicht verloren und sich in das

Leben zurückgekämpft haben. Dieses Mal haben wir uns mit Bobby

Fischer, Geschäftsführer des IT-Unternehmens ComWer getroffen.

AUSGELÖSCHT

PLÖTZLICH SIND 50 JAHRE

LEBEN EINFACH WEG!

Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf und können sich an nichts mehr

erinnern. Sie wissen nicht, wo Sie sind, wer Sie sind, Sie kennen weder

ihre Familie noch ihre Freunde. Alle Ihre Erlebnisse – schöne und

weniger schöne – sind ausgelöscht. Von der Festplatte des Gehirns

nicht mehr abrufbar. Genau das ist Manuel „Bobby“ Fischer passiert.

Der Coburger Unternehmer stand mitten im Leben, bis ein Ereignis

alles verändern sollte.

Wir treffen Bobby Fischer in seinem Unternehmen ComWer in Neustadt

bei Coburg. Er begrüßt uns herzlich wie gute alte Bekannte und

erzählt uns seine Geschichte. Alles, was vor dem 25. November 2018

passiert ist, kann er nur aus Erzählungen wiedergeben; er selbst erinnert

sich nicht.

Fischer feiert an diesem Tag seinen 51. Geburtstag. Am späten Nachmittag

moderiert der damalige Manager des BBC Coburg in seiner

Funktion als Hallensprecher ein Heimspiel in der HUK-COBURG arena.

Noch während des Spieles verliert er scheinbar ohne Ankündigung

sein Bewusstsein. „Ich bin irgendwann vor der Treppe umgekippt und

war weg.“ Ein Arzt und Sanitäter, die vor Ort sind, versorgen ihn sofort

und alarmieren den Rettungswagen. „Ich hatte Glück im Unglück,

das hätte auch beim Spaziergehen im Wald oder während der Autofahrt

passieren können“, sagt er, blickt nachdenklich und fügt hinzu: „Dann

würden wir uns vermutlich heute nicht gegenübersitzen.“

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50 JAHRE LEBEN WEG

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 11


AUSGELÖSCHT

„Die letzten 50 Jahre sind weg, ich kenne keine

Namen, keine Gesichter, ich weiß gar nichts,

nicht einmal, dass ich Kinder habe.“

Ein Hubschrauber bringt Fischer in die Uni-Klinik nach Erlangen mit

dem Verdacht auf einen Hirnschlag. Als Fischer nach einigen Stunden

aufwacht, stecken Kanülen und Kabel im Körper, durch die Medikamente

fühlt er sich schläfrig. Er erinnert sich nicht, was ihn aber zunächst

nicht beunruhigt. „Man kann es schwer beschreiben, mir hat ja

eigentlich nichts gefehlt.“ Seine Partnerin Janine besucht ihn einen Tag

später – er fragt sie, wer sie sei. Fischers Erinnerung ist ausgelöscht, 50

Jahre seines Lebens sind verschwunden, Gesichter und Namen nicht

mehr vorhanden. Er weiß nicht, wer seine Partnerin ist, wer seine Eltern

sind, oder dass er zwei Kinder hat. Fischer leidet an einer retrograden

Amnesie. Das bedeutet, dass das autobiografische Gedächtnis

nicht abrufbar ist, man sich an zurückliegende Ereignisse nicht mehr

erinnern kann. Betroffen davon ist nur ein Teil des Gehirns. Alles Unbewusste,

alles Alltägliche und Erlernte bleibt bestehen. Dieser Zustand

kann vorübergehen, aber auch dauerhaft bleiben. Bei Fischer denken

die Ärzte zunächst an eine vorübergehende Amnesie. „Ein Gedächtnisverlust

sei die ersten Tage normal und nicht so schlimm“, habe es

geheißen, so Fischer.

Die Neurologen untersuchen Fischer in den folgenden Wochen von

Kopf bis Fuß, testen und prüfen alle Funktionen. Sie schließen zum

Beispiel einen Hirnschlag, einen Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen

aus und finden keine plausible Erklärung für den Auslöser. „Je

mehr ausgeschlossen wurde, umso mehr Fragezeichen gab es“, so Fischer.

Letztlich gibt es keine eindeutige Diagnose und damit auch keine

Therapie, und somit soll er eigentlich in die hausärztliche Behandlung

entlassen werden. Die Ärzte überweisen ihn auf Drängen seiner Partnerin

dann doch in die psychiatrische Abteilung zur weiteren Abklärung.

„Den Fuß immer voll auf dem Gaspedal“

Die Amnesie bleibt bestehen und je länger der Gedächtnisverlust anhält,

umso mehr treten auch psychische Probleme auf. Der Zustand belastet

Fischer zunehmend, er fällt von einem Loch in das nächste. Bis

es zu einem Schlüsselerlebnis kommt: Fischer sitzt wieder einmal bei

einer Psychologin, beide unterhalten sich. Plötzlich fällt ihm auf, dass

sie nichts mehr notiert, sondern Striche auf ihr Blatt zeichnet. Fischer

will wissen, warum sie das tut. Die Psychologin antwortet, jeder Strich

stehe für das Wort „muss“ in seinen Ausführungen – es sind sehr viele

Striche, die sich auf dem Blatt aneinanderreihen.

Jetzt fällt es Fischer wie Schuppen von den Augen: Er hatte sich vor dem

Vorfall in einem Hamsterrad bewegt, fast pausenlos funktioniert. 14, 16

und bis zu 20 Stunden am Tag Arbeit waren keine Seltenheit, an Schlaf

war kaum zu denken, freie Wochenenden waren Fehlanzeige, stattdessen

hatte er „den Fuß immer voll auf dem Gaspedal“. „Ich habe permanent

unter Stress gestanden, unter Tinnitus gelitten und nie eine Nacht

durchgeschlafen.“ Und das seit vielen Jahren – bis zum Nachmittag des

25. Novembers 2018, seinem 51. Geburtstag.

Jetzt erscheint es logisch, ein Burn-out-Syndrom wird als Ursache vermutet.

Die Signale waren da, er hatte sie im Alltagsstress verdrängt.

„Du bist der Hauptprotagonist in deinem Leben, dein Körper meldet

sich, du musst nur zuhören. Du musst lernen auf die Signale zu hören

und damit umzugehen“, sagt er heute.

Fischer beschließt die Situation anzunehmen und entwickelt Strategien,

damit umzugehen. Er schaut sich Fotos an und prägt sich die Namen

ein. Seine Partnerin, seine Freunde und seine Familie unterstützen ihn.

Sein Bruder Michael hilft ihm im Unternehmen, die meisten Mitarbeiter

bleiben ihm treu und halten die Firma in dieser Phase am Laufen.

Da der Gedächtnisverlust nur einen Bereich des Gehirns betrifft, sind

alle elementaren, erlernten Dinge abrufbar. „Wenn du einmal Fahrrad

fahren gelernt hast, dann verlernst du es nicht“, erklärt Fischer. Das

bedeutet, er verfügt weiterhin über seine handwerklichen Fertigkeiten

und sein berufliches Wissen. In seinem Job ist deshalb er kaum eingeschränkt.

Das erleichtert den Wiedereinstieg. Nach einer Dauerkrankschreibung

arbeitet der Unternehmer seit November 2020 wieder in

seiner Firma, findet Antworten und löst Probleme. Mit einem entscheidenden

Unterschied zu früher: Er belastet sich nicht mehr bis an die

Grenze, ein Klingelton erinnert ihn, dass es Zeit wird, zu pausieren.

Wenn er abends länger im Büro über IT-Fragen brütet oder mit Geschäftspartnern

verhandelt, taucht er morgens später auf. Ob jemals seine

alten Erinnerungen zurückkehren werden, kann nicht beantwortet

werden. „Es ist so weit, wenn es so weit ist“, habe ein Psychologe gesagt.

Dieser Satz begleitet ihn und es hilft ihm, dass nichts versprochen wird,

was vielleicht nicht eingehalten werden kann.

Der Coburger Unternehmer Bobby Fischer steht wieder mitten im Leben,

ist nach wie vor humorvoll, offen und voll Lebensfreude – trotz

seiner Amnesie.

„Du bist ja der

Hauptprotagonist

in deinem Leben,

dein Körper meldet

sich, du musst nur

zuhören.“

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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 13


Sie sind Zeugnisse der Geschichte, in ihnen blühte das

Leben. Irgendwann aber erlosch es. Was bleibt, sind Stahl,

Beton, Glas, Müll, Verfall. So dämmern sie oft Jahrzehnte

vor sich hin. Bis irgendwann neues Leben einkehrt. Oder

Bagger rollen und ein neues Kapitel aufschlagen.

Coburger

Fotos: Val Thoermer

14 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


Schmuddelecken

Ruinen des ehemaligen

Diakonisch-Sozialen-Zentrums

direkt am Hofgarten.

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Altes Stellwerk am ehemaligen

Güterbahnhof in Coburg

16 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 17


Festungshof direkt neben

der Veste Coburg.

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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 19


Dachgeschoss der Berghallen

auf dem Hofbräugelände

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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 21


Auf dem ehemaligen

BGS-Gelände.

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VON WOLFRAM HEGEN

Treue

Sonderthema

Was verbindet uns?


Es muss Vorteile haben, einem Menschen, einer Familie,

einer Stadt, aber auch einer Marke oder Organisationen

wie einem Verein, treu zu bleiben. Jahre, Jahrzehnte, bis

der Tod uns scheidet. Sonst blieben Menschen nicht die

meiste Zeit ihres Lebens treu – trotz aller Angebote, aller

Gelegenheiten, aller Verlockungen, die wir, sollten wir

ihnen doch einmal erliegen, meist bereuen, zurückkehren,

um Verzeihung bitten.

Was also verbindet uns?

Treue muss ja mehr sein als es uns die ernüchternde

Theorie einer wissenschaftlichen Studie der Universität

von Waterloo in Kanada und des Max-Planck-Instituts

für evolutionäre Anthropologie in Leipzig glauben

machen will: Treue verhindere die Ausbreitung sexuell

übertragbarer Krankheiten. Die hätten früher häufig

zur Unfruchtbarkeit geführt und damit die Population

gefährdet. So sei die Monogamie entstanden.

Das soll alles gewesen sein?

Nein, natürlich nicht: Treue existiert eben nicht nur

unter Paaren, sie ist ein Wert an sich: Treue gibt uns

Verlässlichkeit, Sicherheit, Berechenbarkeit, Stabilität,

Struktur.

Sie bringt Ordnung in unser Chaos.

Wenn sie aber zum höchsten aller Maßstäbe erhoben wird,

sich über Gesetz und Menschlichkeit erhebt, wenn sie zum

reinen Pflichtgefühl verkommt, hat sie schon viel Elend

angerichtet, im Privaten, im Politischen.

Treue kann also auch in die Irre führen, ins Unglück. Dann

verbindet sie uns nicht, dann zerstört sie uns.

Was also ist diese … Treue?


Von Wolfram Hegen

MENSCH UND MARKEN

INTERVIEW

Bis dass der Tod

uns scheidet ?

Über Partnerschaften

zwischen Menschen und Marken

Treue Kunden, ihrer Marke zutiefst

verbunden, krisenfest, kaufbereit, in guten

wie in schlechten Zeiten: Ein Traum für

Unternehmen, Produkte, Anbieter. Gute

Kundenbeziehungen funktionieren ähnlich

wie eine erfüllende Partnerschaft zwischen

Menschen, eine Ehe, eine Freundschaft. Ein

Gespräch über Treue in der Geschäftswelt

mit Prof. Dr. Michael Hartmann. Der

Wirtschaftswissenschaftler ist Professor

an der Hochschule Coburg und beschäftigt

sich unter anderem mit Marketing und

Fragen der Kunden- und Markentreue.

COBURGER: Warum sind Menschen zu einer Marke, zu einem Sportverein,

zu einem Arbeitgeber oft über viele Jahrzehnte treu? Was verbindet Sie?

Prof. Michael Hartmann: Im Kern geht es um die Identität beziehungsweise

Identifikation und dabei um gleiche Wertvorstellungen: Ein Mensch und eine

Marke müssen dieselben Wertvorstellungen haben, damit sich eine Beziehung

entwickeln kann. Ich fühle mich ja nur dann zu einer Marke hingezogen, wenn

ich die Werte dieser Marke teile. Das gilt im Übrigen nicht nur für das Verhältnis

von einem Kunden zu einem Konsumgut, sondern auch für Mitarbeiter im

Verhältnis zu ihrem Arbeitgeber. Gerade im Personalmarketing ist also diese

„Treue“ ein wichtiger Faktor. Mitarbeiter wollen Sinn finden, in dem was sie tun,

sie wollen sich identifizieren. Arbeit ist heute mehr als nur Geld zu verdienen.

COBURGER: Der Sinn der Verbindung für die Marke liegt ja auf der Hand:

Treue Kunden heißt gute Geschäfte. Worin aber liegt der Sinn dieses treuen

Verhaltens für den einzelnen Menschen? Welches Bedürfnis wird befriedigt?

Prof. Michael Hartmann: Marken haben verschiedene Funktionen für Verbraucher:

Zum einen gibt es da eine Orientierungs- und Vertrauensfunktion.

Marken helfen mir beim Unterscheiden von Angeboten und erleichtern die Suche

– wenn ich auf der Suche nach einem Qualitätswerkzeug bin, weiß ich, dass

ich bei einer bestimmten Marke nicht enttäuscht werde. Das ist ja auch eines der

Erfolgsgeheimnisse von McDonalds. Menschen gehen dorthin, weil sie genau

wissen, was sie erwartet, egal wann, egal wo. Hier wird das Bedürfnis nach effizienter

Suche und Sicherheit befriedigt. Das entlastet den Einzelnen, das schafft

Vertrauen, weil man genau das bekommt, was man erwartet. Außerdem haben

Marken eine Symbolfunktion, d.h. mit Marken kommunizieren wir unsere Identität.

Wer sich bewusst für eine bestimmte Marke entscheidet, der möchte auch

so wahrgenommen werden, wie es das Markenimage suggeriert. Was sagt z.B.

ihr Nachbar, wenn statt einem Porsche plötzlich ein Mercedes bei Ihnen in der

Einfahrt steht? Hier geht es um das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung. Oder

schauen wir auf Red Bull. Das ist ein Energydrink, aber die Marke steht vor allem

für ein positives Lebensgefühl, für Action, Adrenalin, Abenteuer.

COBURGER: Bei Menschen untereinander spricht man davon, dass sie sich

treu sind. Das ist also ein Verhältnis auf Gegenseitigkeit. Ist auch eine Markentreue

beidseitig? Oder anders: Der einzelne kann eine Marke vielleicht

mal verlassen, ihr untreu werden, aber kann auch eine Marke ihre Kunden

verlassen?

26 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


INTERVIEW

„Es gibt aktuell eine Tendenz, bestehende

Beziehungen zu hinterfragen.“

Prof. Michael Hartmann: Die Analogie zu einer zwischenmenschlichen Beziehung

passt wunderbar. Wir sind einer Marke nur so lange treu und meinen

es gut mit Ihr, d.h. wir vertrauen ihr, solange wir das Gefühl haben, dass die

Marke es auch gut mit uns meint. Aber auch eine Marke kann untreu werden

und sich von Kunden abwenden. Das passiert zunächst dann, wenn eine Marke

nicht mehr das leistet, was sie mir eigentlich versprochen hat. Markenimage und

Markenleistung passen dann nicht zusammen. Es passiert aber auch, wenn sich

eine Marke neu orientiert oder re-positioniert. Da sind zum Beispiel Banken zu

nennen, die mal ihren Fokus auf Privatkunden und dann wieder auf Geschäftskunden

legen. Häufige Wechsel in der Strategie sind also auch schädlich für eine

Marke. IBM ist auch ein schönes Beispiel. Ich selbst hatte einen IBM Think Pad.

Doch die PC-Sparte wurde 2004 an Lenovo verkauft. Damit hat die Marke die

Beziehung zu mir beendet.

COBURGER: Eine Marke kann schwächer werden, ein Sportverein verliert,

steigt ab, der Arbeitgeber kriselt, also man wird immer wieder enttäuscht

wie auch in einer normalen Beziehung. Dennoch bleiben viele Menschen

ihren Marken oft über Jahrzehnte treu, einem Sportverein meistens sogar

ein Leben lang. Sind also Markenbindungen oft stärker als eine Bindung zu

einem Menschen?

Prof. Michael Hartmann: Das würde ich so nicht sagen. Hier vermischen sich

viele Faktoren. Bei Arbeitgebern oder Vereinen stellt die Leistungsfähigkeit ja

nur ein Kriterium dar, warum man sich verbunden fühlt. Die dahinterliegenden

Werte der Gemeinschaft und die Menschen bleiben meistens gleich. Diese sind

es auch, die echte Markentreue ausmachen. Der „Gelegenheitsfan“, der nur dann

kommt, wenn es gut läuft, ist nicht als markentreu zu bezeichnen. Gerade in

schwierigen Zeiten zeigt sich echte Treue und Verbundenheit, wenn es eben mal

nicht so gut läuft. Wenn sich aber die dahinterliegenden Werte ändern, werden

auch treue Fans abwandern. In einer einzelnen zwischenmenschlichen Beziehung

müssen auch erst grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen vom Zusammenleben

oder den gemeinsamen Zielen vorliegen, bevor es zu einer Trennung

kommt.

COBURGER: Nun beschäftigen Sie sich auch mit Industriegütermarketing,

also mit Geschäften zwischen Unternehmen. Das klingt so erstmal gar nicht

nach Gefühlsduselei. Wie treu sind den Unternehmen untereinander oder

liegt das immer an den jeweils handelnden Personen?

Prof. Michael Hartmann: Hier sind zwei Aspekte wichtig: In der Theorie

schreibt man Einkaufsprozessen zwischen Geschäftskunden eine größere Rationalität

und Formalität zu als bei Konsumgütern. Einkaufsentscheidungen in größeren

Unternehmen werden zum Beispiel nur selten von Einzelpersonen getroffen,

sondern meist von mehreren, einem sogenannten Buying Center. Da geht

es dann um gute Argumente, um das Buying Center zu überzeugen, warum ein

Wechsel zu einem anderen Lieferanten notwendig und risikoarm ist. Dennoch

erkennt die Forschung an, dass letztlich immer Menschen die Entscheidungen

treffen. Diese lassen sich auch von ihren Emotionen leiten und da „menschelt“

es natürlich auch bei der Entscheidungsfindung. Und hier hat meistens niemand

Lust auf Experimente, solange Vertrauen besteht und es nicht andere Zwänge

gibt, einen Lieferanten zu wechseln.

COBURGER: Hat also ein langjähriger Geschäftspartner also erst einmal

immer einen Vorteil gegenüber einem neuen, vielleicht auch besseren Konkurrenten

mit günstigeren Preisen?

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 27


MENSCH UND MARKEN

Prof. Michael Hartmann: Treue bringt in jedem Fall Wettbewerbsvorteile, und

zwar für beide Seiten. Wenn man sich gegenseitig vertraut, wird auch der Informationsfluss

besser, man kennt sich genauer und wickelt Prozesse routinierter

ab. Damit sind ja auch Effizienzvorteile für den Kunden verbunden. Da ein

Lieferantenwechsel auch immer mit einem Risiko verbunden ist, haben es neue

Anbieter, selbst mit guten Angeboten, nicht leicht. Sie müssen mit Ihrem Angebot

das Wechselrisiko kompensieren. Auch ist es so, dass mit einer intakten

Beziehung ein Informationsvorsprung für den langjährigen Geschäftspartner

einhergeht. Darauf aufbauend lassen sich angebotene Leitungen für den Kunden

mit seinen Bedürfnissen optimieren. Insofern hat ein langjähriger Geschäftspartner

zunächst immer die besseren Karten. Allerdings ist dieser Vorteil kein

„Freifahrtschein“ und nicht besonders groß. Wer sich nicht um seine Kunden

stets auf Neue bemüht, der wird diese irgendwann verlieren. Das ist wie in einer

menschlichen Beziehung. Diese will auch gepflegt werden.

COBURGER: In Krisen wie der aktuellen Pandemie geraten gewachsene

Strukturen ins Wanken, Unternehmen sind gefährdet, andere sehen neue

Chancen. Bei Menschen sagt man „Gelegenheit macht Liebe“. Wie ist das

derzeit in der Geschäftswelt aus Ihrer Sicht? Wird da viel fremdgegangen?

Prof. Michael Hartmann: Es gibt zumindest eine Tendenz, bestehende Beziehungen

zu hinterfragen. In der Tat sagen einige Studien, dass es eine Verschiebung

im Konsum- und Kaufverhalten gibt. Einerseits liegt es an mangelnder

Verfügbarkeit von bestimmten Produkten und man muss zwangsläufig auf alternative

Produkte oder Marken ausweichen. Wenn diese Marken dann überzeugen,

ist der Wechsel zumeist vollzogen. Andererseits ist im Konsumgüterbereich

auch zu beobachten, dass Kunden die Dinge, die sie einkaufen, bewusster

einkaufen. Es wird Wert auf Qualität und Regionalität gelegt. Der symbolische

Nutzen einer Marke tritt etwas in den Hintergrund. Man könnte sagen, der Konsum

wird nachhaltiger. Zum Beispiel hat der Anteil an Bio-Lebensmitteln im

Jahr 2020 einen kleinen Sprung gemacht.

Und auch zwischen Unternehmen werden Geschäftsbeziehungen hinterfragt.

Teilweise berichten Studien, dass etwa 75% der befragten Unternehmen während

der Pandemie Probleme mit ihren Lieferketten hatten oder haben und

ca. 40% diesen Bereich daher umbauen wollen. Ein Problem ist hierbei auch die

mangelnde Transparenz und Verfügbarkeit von Informationen. Hier können

neue Anbieter punkten, sofern sie digital gut aufgestellt sind. Eigentlich wollen

auch Unternehmen heute nämlich so einkaufen, wie sie es privat machen würden:

Man schaut erst einmal online nach und informiert sich. Je mehr man da

schon über ein Produkt erfahren kann, umso besser. Je mehr man als Kunde oder

Einkäufer dann noch extra nachfragen muss, um Informationen bitten, umso

schwerer wird es der Anbieter mit seinen Produkten haben.

COBURGER: Und in Sachen Markentreue von Endkunden, geraten in einer

solchen Krise langjährige Beziehungen schneller in Gefahr? Weil man gerade

in einer solchen Phase als Mensch besonders sensibel ist und schneller als

sonst dem geliebten Produkt den Rücken kehrt, weil es sich danebenbenommen

hat, Stichwort Maskenskandal bei CDU/CSU, Stichwort Adidas und

Mieterlass in der Pandemie?

„Wir erwarten gerade in einer

schwierigen Zeit, dass wir auf eine

Marke vertrauen können.“

28 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


INTERVIEW

Prof. Michael Hartmann: In Krisen wie dieser spielen Emotionen eine größere

Rolle und damit auch die sogenannte affektive Dimension. Wer sich als Unternehmen

oder Produkt in solchen Zeiten danebenbenimmt, kann nicht glaubhaft

vermitteln, dass er es gut mit seiner Umwelt und damit den Konsumenten meint.

Insofern sind wir hier sensibler und erwarten gerade in der schwierigen Zeit,

dass wir zurecht auf eine Marke vertrauen können. Das ist wie in einer privaten

Beziehung: Wenn man gerade eine persönliche Krise hat, benötigt man umso

mehr Zuwendung vom anderen, sonst wird man enttäuscht und wird die Beziehung

möglicherweise dann auch in Frage stellen.

COBURGER: Es heißt ja auch, solidarische Gesellschaften kommen mittelfristig

besser durch solche Krisen als egoistische, Solidarität hat ja auch

etwas mit Treue zu tun. Wie würden Sie die aktuelle Situation unserer Gesellschaft

vor diesem Hintergrund interpretieren? Sind wir solidarisch? Sind

wir uns treu?

Prof. Michael Hartmann: Ich würde schon sagen, dass sich unserer Gesellschaft

solidarisch zeigt. Das mache ich an verschiedenen Beobachtungen fest. Bedenkt

man den Umgang mit existenziellen Fragen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens,

so wird dies schnell am Beispiel der Impfpriorität klar. Impfpriorität

liegt z.B. bei den besonders vulnerablen Gruppen. Auch ist für mich die Tatsache,

dass fast alle Menschen in unserer Gesellschaft sich an die Corona-Auflagen

halten, ein Zeichen der Solidarität. Gleiches gilt für den Zuspruch zu vielen

Maßnahmen, auch wenn diese für alle mit Entbehrungen verbunden sind. Natürlich

gibt es auch Ausnahmen, wie z.B. Demonstrationen von Corona-Leugnern.

Deren unsolidarisches Verhalten würde ich allerdingt nicht als Maßstab

für die Bewertung unserer Gesellschaft als Ganzes heranziehen wollen. Ich denke

schon, dass die Gesellschaft zusammenhält.

KURZVITA

seit 09/2019

Professur für Industriegütermarketing

und Technischer Vertrieb an der Fakultät

Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Coburg

09/2017 – 08/2019 Vertretung der Professur für Industriegütermarketing

und Vertrieb an der German Graduate School of

Management and Law, Heilbronn

Prof. Dr. Michael Hartmann

Hochschule Coburg

Lehr- und Forschungsgebiete

» Industriegütermarketing

» Operativer Vertrieb und

Key Account Management

» Organisation von Kreativität

in Innovationsprozessen

04/2014 – 08/2019 Promotion / Stipendiat im Graduiertenkolleg

Dynamic Capabilities and Relationships an der

Europa Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

03/2010 – 03/2014 Bereichsleiter Vertrieb im

Produktionsverbindungshandel

10/2005 – 02/2010 Key Account Manager in der

Automobilzulieferindustrie

10/2002 – 09/2005 Studium Betriebswirtschaftslehre

an der Berufsakademie Mosbach

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 29


Von Gabi Arnold

SONDERTHEMA TREUE

Durch dick

Von inniger

Freundschaft

und großer Liebe

Menschen kommen und gehen. Einige begleiten uns eine kleine Wegstrecke, andere

schauen kurz vorbei und sind wieder weg. Wege trennen sich, Menschen leben sich

auseinander. Und dann gibt es diese besonderen Beziehungen, die ein Leben lang

halten. Was verbindet diejenigen, die sich über viele Jahre hinweg treu bleiben, die

Krisen meistern, Hürden nehmen? Die immer ein offenes Ohr für einander haben,

die da sind, wenn sie gebraucht werden. Sei es in der Liebe oder in der Freundschaft.

Und es Funkt immer Noch

„Ich würde ihn wieder heiraten“, sagt Andrea Mirzahossein

und blickt zu ihrem Ehemann Mohammad.

Andrea und Mohammad kennen sich seit 39 Jahren, seit

38 Jahren sind sie verheiratet. Die Geschichte beginnt

im Jahr 1983 in der Mensa der Universität in Köln, dort

begegnen sich Andrea und Mohammad zum ersten

Mal. Noch am Abend desselben Tages sehen sich die

beiden bei einer privaten Feier wieder. „Da hat es richtig

gefunkt“, erinnern sie sich. Von dem Tag an treffen

sich der junge Student aus dem Iran und die Kölnerin

regelmäßig. Für Mohammad steht schnell fest: Andrea

ist die richtige Frau für ihn. Rasch hält der 27-Jährige

um Andreas Hand an. „Nach der ersten Woche sagte er,

dass ich die Frau sei, die er heiraten möchte“, schmunzelt

Andrea. Die damals 23-Jährige reagiert überrascht.

„Na ja, habe ich gedacht, wie kann er das wissen, wir

kennen uns kaum.“ Mohammad soll recht behalten,

bereits ein Jahr nach dem Kennenlernen geben sich die

beiden das Ja-Wort, standesamtlich und in einer Moschee

in Köln. Beide lernen jeweils die Muttersprache

des anderen. „Das war uns ganz wichtig, um die Kulturen

besser zu verstehen.“ Überhaupt, den anderen so zu

nehmen, wie er ist, das ist dem Paar ein Herzensanliegen.

„Mohammad unterstützt mich immer, mental und

im Haus“, sagt Andrea. Die beiden haben zwei erwachsene

Kinder, Navid ist 35 und Rohja 29 Jahre alt. Viele

Jahre hat die Familie in Meeder gelebt, vor einiger Zeit

sind Andrea und Mohammed nach Coburg umgezogen.

Deutschland ist längst zu Mohammads Heimat geworden,

obwohl er sich noch mit dem Iran verbunden

fühlt, schon allein deshalb, weil seine Verwandtschaft

dort lebt.

30 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


FREUNDSCHAFT & LIEBE

und dünn!

„Wir wissen Dinge über uns, die wissen nicht mal unsere Männer“

Ziemlich beste Freundinnen

Wir treffen Manuela Fischer und Martina Benkrama

im Park in Niederfüllbach. Dort, wo sie sich vor über

40 Jahren angefreundet haben. In einem Winkel des

Parks, bei der Elefantenrutsche, war der Treffpunkt

der Jugendlichen. Manuela und Martina sind damals

14 und 13 Jahre alt und finden sich sofort sympathisch.

Sie werden beste Freundinnen und das sind sie bis

heute. Als Jugendliche verbringen sie ihre Freizeit

miteinander, fahren nachmittags nach Coburg und

tanzen am Wochenende in der Diskothek Sandokan.

Sie sind füreinander da, hören zu und helfen sich

gegenseitig. „Als unsere Väter im selben Jahr an

einer Erkrankung verstorben sind, sind wir uns noch

nähergekommen“, sagen sie. Beide wissen, wo sie Trost

finden und sich ausweinen können, wenn sie Probleme

haben. Das hat sich seit den gemeinsamen Jugendtagen

nicht geändert. Die Freundschaft basiere auf Vertrauen,

Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit. Auch als Manuela jung

heiratet, bleibt sie ihrer besten Freundin eng verbunden.

„Wir wissen Dinge über uns, die wissen nicht mal

unsere Männer“, schmunzeln die beiden. Auch Jahre

der Entfernung haben die besten Freundinnen nicht

auseinandergebracht, jetzt leben sie seit vielen Jahren

mit ihren Familien wieder beieinander. Manuela ist

da, wenn es Martina nicht so gut geht, die seit einigen

Jahren ist an einer chronischen Krankheit leidet.

„Wie soll man unsere Freundschaft erklären, es ist

irgendwann wie Familie“, sagt Martina und Manuela

nickt zustimmend. „In all den Jahren ist nie ein böses

Wort gefallen, wir haben uns nie gestritten. Uns

verbindet der gleiche Humor, wir helfen und verstehen

uns ohne viel zu reden.“

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 31


SONDERTHEMA TREUE

„Was uns zusammenhält, ist die Tatsache, dass wir gemeinsam

schon viele schwierige Situationen gemeistert haben.“

Verliebt wie am ersten Tag

Franziska und Andreas Lorenz sprühen vor Glück wie

ein frisch verliebtes Paar. Und so sehen auch aus – dabei

sind die beiden seit fast 20 Jahren zusammen. Als sie

sich im September 2001 ineinander verlieben, ist Franziska

14 Jahre und Andreas 17 Jahre alt. Sie lernen sich

in Gemünda bei einer kleinen Feier, bei der Jugendliche

aus dem Dorf eingeladen sind, kennen. „Er ist mir sofort

aufgefallen, weil er nach dem Pizzabacken die Küche

so vorbildlich aufgeräumt hat. Das fand ich für einen

17-Jährigen sehr ungewöhnlich.“, schmunzelt Franziska.

Nach der Feier laufen beide gemeinsam durch das

Dorf an der Kirche vorbei. Andreas erzählt, dass er

noch üben müsse, da eine Hochzeit anstehe. „Da war es

um mich geschehen. Ich spielte ja auch Klavier und fand

es toll, dass er musikalisch war“, sagt Franziska. Ein

paar Tage später sind Franziska und Andreas ein Paar

und seitdem nicht mehr getrennt. „Wir wussten nach

einem Jahr, dass wir irgendwann heiraten werden.“

Dabei mussten die Beiden schwierige Situationen meistern.

Franziska geht noch zur Schule, als sie schwanger

wird. Sie ist 17 Jahre alt und besucht die 12. Klasse, die

junge Frau möchte das Abitur machen. Beide überlegen,

ob sie „die Schwangerschaft durchziehen wollen“.

„Andreas war sofort dafür, ich hatte erst noch Sorgen,

ob ich das mit dem Abitur und so weiter schaffe“, sagt

Franziska. Die Großeltern sichern ihre Unterstützung

zu und so lässt sich Franziska mit gutem Gewissen auf

das „Abenteuer“ ein. Als Franziska 18 wird, zieht sie

mit Andreas in eine kleine gemeinsame Wohnung nach

Rossach, dort betreut Andreas Oma am Vormittag die

kleine Clara bis Franziska von der Schule heimkommt.

Andreas hält seiner Freundin den Rücken frei, während

des Abiturs, während des Studiums und des Referendariats.

Ein Jahr nach Claras Geburt, im Jahr 2006, heiraten

Franziska und Andreas. Zwei Jahre später wird

Sohn Paul geboren. Auch „Franzi“ unterstützt Andreas

bei all seinen Plänen und Projekten zu 100 Prozent.

Und bei seinem Engagement in der Gemeinde Großheirath.

„Wir ergänzen uns gut und sind zusammen ein super

Team, auch weil wir über alles reden können“, sagen

sie. Und: „Wir sind dankbar darüber, dass wir schon seit

so vielen Jahren gemeinsam durchs Leben gehen.“

32 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


FREUNDSCHAFT & LIEBE

„Wenn es darauf ankommt, halten wir fest zusammen.“

Die Sache mit dem Hundehäufchen

Pfarrer Detlev Juranek und sein Mann Mario Liedler

leben im Pfarrhaus der Katharina von Bora Gemeinde

in Coburg. Die beiden gehen seit 17 Jahren durch dick

und dünn. Kennengelernt haben sie sich im März

2004 in Fürth. Detlev ist damals 30 Jahre alt und

Vikar, Mario ist sechs Jahre älter und arbeitet in der

Lebenshilfe. So beginnt ihre Liebesgeschichte: Mario

ist mit einer Kollegin verabredet, als er mit seinen

Profilstiefeln versehentlich in ein Hundehäufchen tritt

und sich darüber ärgert. Die Kollegin beschwichtigt:

„Das Treten in Hundehaufen bringt Glück.“ Eigentlich

möchte Mario an diesen Tag schnell nach Hause, aber

es hat sich noch eine Besuchergruppe angekündigt.

Am späten Nachmittag steht ein junger Vikar – Detlev

Juranek – mit seiner Konfirmandengruppe vor der

Tür. „Es hat sofort gefunkt“, erinnert sich Mario. Der

36-Jährige zeigt den Besuchern alle Räume sehr genau,

sogar die Abstellkammer. Er will Zeit gewinnen. Als die

Gruppe geht, sagt Detlev: „Ich würde mich freuen, wenn

Sie in den Gottesdienst kommen.“ Aber bereits zwei

Tage nach dem ersten Treffen klingelt bei Mario das

Telefon, am anderen Ende ist Detlev. „Ich habe gefragt,

ob er nicht doch schon morgen zum Kaffee trinken

kommen möchte“, erinnert sich Detlev. Mario möchte.

„Da haben wir uns gegenüber gesessen in so IKEA

Wipp Stühlen und sind hin und her gewippt. Plötzlich

fragt mich Detlev: Hast du einen Freund? “, schmunzelt

Mario. „Nee, so direkt war ich nicht“, widerspricht

Detlev. Direkt hin oder her – es ist der Beginn einer

großen Liebe, denn seit diesem Tag sind die beiden ein

Paar. Als es Detlev im Jahr 2011 gesundheitlich schlecht

geht, steht Mario an seiner Seite, umgekehrt durchlebt

auch Mario eine Krise und wird von Detlev gestützt.

„Nachdem wir das gemeinsam durchgestanden haben,

wussten wir, wir gehören zusammen.“ Im Jahr 2013

verpartnern sich die beiden, im März 2018 wird die

Partnerschaft als „Ehe für alle“ eingetragen. Eine

Ehe für homosexuelle Paare ist in Deutschland erst

seit Oktober 2017 möglich. Mario und Detlev sind

keineswegs immer einer Meinung, die beiden kippeln

sich gerne und oft. Aber: „Wenn es darauf ankommt,

halten wir fest zusammen.“ Als Mario mit Anfang 50

seinen Fachlehrer für Religion gemacht, ist Detlev

eine Stütze. „Er hat mir die ganze Nacht am Telefon

das Händchen gehalten“, sagt Mario. Umgekehrt hört

Mario zu, wenn Detlev mal wieder einen belastenden

Einsatz als Notfallseelsorger hat. „Es ist Liebe“, bringen

Detlev und Mario ihre Beziehung auf den Punkt.

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 33


FINANZTIPP

Gesponserter Beitrag

INTERVIEW

Steuerliche

Treuepflicht ...

... auch nach der Trennung

Bekanntlich können sich Ehegatten zusammen

oder einzelnen zur Einkommensteuer

veranlagen lassen. Bei unterschiedlich hohen

Einkommen ist wegen der Abmilderung der

Steuerprogression die Zusammenveranlagung

in der Regel günstiger. Sie ist allerdings nur

möglich, wenn die Ehegatten nicht dauernd

getrennt leben und beide unbeschränkt

einkommensteuerpflichtig sind. Es genügt,

dass die Voraussetzungen zu irgendeinem

Zeitpunkt innerhalb des Veranlagungszeitraums

vorgelegen haben, sodass auch im Trennungsjahr

die Zusammenveranlagung gewählt werden

kann. Häufig verweigert ein Ehegatte

nach der Trennung seine Zustimmung zur

Zusammenveranlagung für das Trennungsjahr

oder auch für das vorherige Kalenderjahr, falls

eine Einkommensteuer noch nicht abgegeben

wurde und beantragt stattdessen eine für ihn

günstigere Einzelveranlagung. Ob dies zulässig

ist und welche Konsequenzen sich daraus

ergeben, darüber hat der COBURGER mit

Rechtsanwalt und Steuerberater Thomas Bittorf

von der Kanzlei tb.legal gesprochen:

COBURGER: Muss man auch nach der Trennung

einer Zusammenveranlagung zustimmen?

Thomas Bittorf: Im Grundsatz ja: Es besteht die

Verpflichtung eines Ehegatten, der steuerlichen Zusammenveranlagung

zuzustimmen, wenn dadurch

die Steuerschuld des anderen Ehegatten – der beispielsweise

wesentlich mehr verdient hat – durch

Zusammenveranlagung gemindert wird und der

zustimmende Ehegatte keiner zusätzlichen Belastung

ausgesetzt wird. Die aus der Ehe resultierende

Pflicht, auf die wirtschaftlichen Interessen des anderen

Partners Rücksicht zu nehmen, wirkt somit über

den Trennungszeitpunkt hinaus.

In der Praxis wird dies dadurch umgesetzt, dass sich

der die Zustimmung Verlangende in einer schriftlichen

Erklärung verpflichtet, den anderen Ehegatten

von solchen Mehrbelastungen freizustellen. Liegt

eine solche Verpflichtungserklärung vor, muss auch

die Zustimmung zur Zusammenveranlagung erteilt

werden.

COBURGER: Manchmal ist ja nicht genau klar,

ob man schon dauernd getrennt gelebt hat oder

nicht. Wie es in diesem Fall zu verfahren?

Thomas Bittorf: Die Pflicht, von dem anderen

Ehegatten die gewünschte Zusammenveranlagung

zuzustimmen, besteht auch dann, wenn die Voraussetzungen

steuerlichen Zusammenveranlagung

zweifelhaft sind. Denn dem die Zustimmung wünschenden

Ehegatten darf nicht schon im Vorfeld

die Möglichkeit genommen werden, dass die allein

zuständigen Finanzbehörden hierüber entscheiden.

Eine Zustimmungspflicht besteht nur dann nicht,

wenn eine gemeinsame Veranlagung von vornherein

zweifelsfrei nicht in Betracht kommt.

COBURGER: Kann der zustimmende Ehegatte

eventuell eine Sicherheitsleistung verlangen?

Thomas Bittorf: Nein, selbst wenn Anhaltspunkte

dafür bestehen, dass der die Zustimmung begehrende

seine Verpflichtung zum Nachteilsausgleich nicht

nachkommt, kann eine Sicherheitsleistung nicht

verlangt werden. Denn derjenige, der zustimmt,

kann beim Finanzamt selbst einen sogenannten Antrag

auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 der

Abgabenordnung stellen. Dies hat zur Folge, dass

die Steuer dann im Innenverhältnis der Ehegatten so

errechnet wird, wie sie bei fiktiver getrennter Veranlagung

festgesetzt würde, sodass ihm kein Schaden

droht. Der zustimmende Ehegatte wird dadurch vor

einer Vollstreckung durch das Finanzamt geschützt.

COBURGER: Was passiert, wenn

er die Erklärung nicht abgibt?

Thomas Bittorf: Eine schuldhafte Verletzung durch

die unberechtigte Verweigerung der Zustimmung

zur Zusammenveranlagung führt zu einer Schadensersatzverpflichtung.

Beantragt also ein Ehegatte

Einzelveranlagung, obwohl er verpflichtet gewesen

wäre, der Zusammenveranlagung zuzustimmen,

kann er dem anderen Ehegatten zum Ersatz des

Schadens verpflichtet sein, der ihm durch dessen

Einzelveranlagung entsteht, wenn eine Änderung

des Bescheids beim Finanzamt aufgrund Bestandskraft

nicht mehr möglich ist. Die Möglichkeiten zur

nachträglichen Änderung eines bestandskräftigen

Steuerbescheids sind seit 2013 nur noch unter den

engen Voraussetzungen des § 26 Abs. 2 EStG möglich.

Der Schadensersatz beläuft sich auf den Teilbetrag,

um den der die Zustimmung verlangende Ehegatte

durch die Zusammenveranlagung im Ergebnis

bessergestellt worden wäre. Trotz der Verlockung

auf eine höhere Steuererstattung mittels der Einzelveranlagung

sollte man sich wegen des nachwirkenden

Gebots der gegenseitigen Rücksichtnahme

vorher tunlichst abstimmen oder zumindest beraten

lassen.

COBURGER: Vielen Dank für das Gespräch!

34 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


SONDERTHEMA TREUE

T R E U E

Zahlen &

Fakten

Untreue nach Alter

Top-Ten der

Fremdgeh-Länder

Die längste

Ehe der Welt ...

25%

23 %

18 bis 29

Jahre

39%

25%

30 bis 39

Jahre

32%

27%

40 bis 49

Jahre

29%

50 bis 59

Jahre

33%

30%

60 bis 69

Jahre

1 Thailand – 56 Prozent

2 Dänemark – 46 Prozent

3 Deutschland – 45 Prozent

4 Italien – 45 Prozent

5 Frankreich – 43 Prozent

6 Belgien – 40 Prozent

7 Norwegen – 40 Prozent

8 Spanien – 39 Prozent

9 Finnland – 36 Prozent

10 Großbritannien – 36 Prozent

... führten Karam und

Kartari Chand.

Sie waren 90 Jahre verheiratet,

bis Karam im Alter von 110 Jahren

verstarb. Seine Frau war zu diesem

Zeitpunkt im Jahr 2016 schon 103

Jahre alt.

Die beiden stammten aus Indien,

wohnten zuletzt allerdings in

England.

Frauen

Männer

Was ist Markentreue?

Top-Twelve der treuesten

Auswärtsfans im

Deutschen Fussball

1 Borussia Dortmund – 6350 Fans

2 FC Bayern München – 5811 Fans

Als Markentreue wird das Kaufverhalten von Verbrauchern bezeichnet, die sich

in ihren Kauf- oder Nutzungsaktivitäten im Wesentlichen von Produkten einer

bestimmten Marke leiten lassen. Dabei werden Erfahrungen, Wertungen und

Eigenschaften von einem ganz konkreten Produkt auf andere Produkte einer

Marke übertragen. Markentreue ist damit eine Folge von Markenvertrauen und

Markenbewusstsein. (Wikipedia)

3 FC Schalke 04 – 5711 Fans

4 Borussia Mönchengladbach – 4889 Fans

5 Werder Bremen – 4350 Fans

6 1. FC Nürnberg – 4175 Fans

Umfrage in Deutschland "Wenn ich mit einer

Marke zufrieden bin, bleibe ich auch bei ihr"

7 Eintracht Frankfurt – 3933 Fans

8 1. FC Köln – 3525 Fans

9 VfB Stuttgart – 3361 Fans

10 Fortuna Düsseldorf – 3338 Fans

11 Hamburger SV – 3272 Fans

12 TSV 1860 München – 3000 Fans

Affären & Seitenspprünge

Während es für viele nicht problematisch ist, wenn sich der

Partner Pornos ansieht oder bei einer Flirt-App anmeldet,

wäre eine Affäre für 88 Prozent der Befragten ein eindeutiger

Trennungsgrund. Handelt es sich bei dem Seitensprung jedoch

nur um einen einmaligen Ausrutscher, würden 36 Prozent sogar

diesen verzeihen.

40

30

20

10

0

16,14

21,84

18,09

8,21

3,48

2016

1,6

0,21

Trifft voll und ganz zu

15,59

22,08

17,73

8,83

3,64

2,31

Trifft zu

15,63

21,69

18,77

8,52

3,42

2,15

0,27

2017 2018 2019 2020

Trifft meist zu

Trifft etwas zu Trifft kaum zu Trifft überhaupt nicht zu Keine Angabe

23,44

33,06

10,82

3,18

0,11

23,3

33,3

10,76

3,2

0,08

Personen in Millionen

Basis ist die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahre

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 35


36 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


KONZEPTION & FOTO: SEBASTIAN BUFF

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der

großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe

einer oder eine – Männer, Frauen, Diverse.

MACHERIN

Dieses Mal: Barbara Fehn-Dransfeld, Geschäftsführende Gesellschafterin der HEUNEC Plüschspielwarenfabrik

aus Neustadt bei Coburg, einem Familienbetrieb seit den 1950er Jahren, weltweit bekannt für seine

Kuschel- und Plüschtiere.

Sind Sie eine Macherin?

Ja, ich mache ständig irgendwas, etwas erreichen geht nicht ohne

machen. Somit bin ich wohl eine Macherin, wie viele andere auch.

Aber ich mach’ nix alleine, ich habe immer Unterstützung von Weggefährten

und Best Buddies.

Warum sind Sie eine Macherin?

Das mag die vererbte DNA sein: Familien-Unternehmen, Selbstständigkeit

und Freiheit habe ich mit der Muttermilch aufgesogen.

Viele Träume, die zu Zielen werden und die man dann auch gerne

und unbedingt erreichen möchte oder tatsächlich erreicht, das bestärkt

im Weiterträumen und Weitermachen. Und so motiviert man

auch seine Mitstreiter. Nur zusammen sind wir stark, die goldene

Zeit der Einzelkämpfer ist schon lange vorbei, im Team geht’s viel

besser. Machen macht Spaß.

Was macht das Machen aus?

Für mich gehört zum Machen Herz und Leidenschaft. Nichts geht

zu machen oder zu erreichen, ohne dass man es mindestens zu

125 % will. Egal was man gelernt hat oder woher man kommt, der

Wille ist für mich absolute Nummer Eins. Mit einer gehörigen Portion

Willen lässt sich so Vieles erreichen, geht nicht gibt’s nicht. Dann

kommt noch eine gute Portion Disziplin dazu und auf alle Fälle auch

Glück – dann klappt es mit dem Machen.

Was gehört noch dazu?

Das, was mich antreibt, ist auch unsere tolle, kleine, aber sehr wichtige

Branche mit den wunderbaren Produkten Spielwaren und Kuscheltiere.

Denn wir verhandeln zwar genauso hart wie in anderen

Branchen üblich, aber wir haben die Besonderheit eines emotionalen

Produkts: Am Ende der Wertschöpfungskette stehen leuchtende

Kinderaugen. Und manchmal zaubern wir auch noch dem größten

Griesgram ein Lächeln ins Gesicht.

Wie ging es los mit dem Machen?

Ich bin ja schon als Dreijährige in der Firma mit aufgewachsen. Das

waren tolle Zeiten, immer umgeben von Plüschtieren, Puppen,

Christbaumschmuck. Ich durfte auf dem LKW mitfahren zu den

Heimarbeitern, um die Waren abzuholen. Also, was war schon eine

tolle Kindheit, die ich eben als sehr positiv empfunden habe.

Später durfte ich meinem Vater und gleichzeitig Chef über die

Schulter schauen. Also „Junior-Chefin“ mit süßen 16 war ich nicht

für die Portokasse zuständig, sondern durfte gleich an die großen

Sachen mit ran – Kunden-Besuche, Reisen in fremde Länder, um

Produktionsmöglichkeiten auszuloten – und ich durfte von Anfang

an meinen Senf dazu geben. Dadurch war es wohl auch möglich,

dass ich nach dem frühen Tod meines Vaters 1992 die Firma übernehmen

konnte und ihr dann Schritt für Schritt meinen eigenen

Stempel aufgedrückt habe.

Welche Ziele haben Sie noch?

Wir sind Gründungsmitglied der „Fair Toys Organisation“ und auf

dem Weg, für transparente, faire Arbeitsbedingungen im Ausland

zu sorgen und dies am Ziel mit einem Logo an der Spielware auch zu

zeigen. Das, was im neuen Lieferkettengesetz gefordert wird, wollen

wir freiwillig und miteinander umsetzen, ein großes, tolles Ziel,

für das es sich zu kämpfen auf alle Fälle lohnt. In der Firma werde

ich mich Stück für Stück in den Hintergrund begeben. Auf der „Macher-Bühne“

war ich lange genug, ich mache jetzt im Hintergrund

mein Ding und da habe ich noch viel vor. Und meine Tochter übernimmt

zum 1. Mai die Geschäftsführung. Das ist wunderbar, so geht

das Familienunternehmen in die vierte Generation.

Ist die Region Coburg ein guter Ausgangsstandort zum Machen?

„Home is where the heart is …“: Ich bin in Coburg geboren und

in Neustadt aufgewachsen, ich bin eine kritische Bewohnerin des

Landkreises, aber ich bin immer noch hier. Daher ja, bei aller Provinzialität

ein guter Standort, um erfolgreich zu werden. Unser Lebensmittelpunkt

ist hier und das ist auch gut so.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 37


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38 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 39


HÖRNLEIN & FEYLER

Von Wolfram Hegen

ES KANN DER FRÖMMSTE …

Die Miet- und Wohnungseigentums-Spezialisten

der Fachanwaltskanzlei Hörnlein & Feyler

Ein Dach über dem Kopf, die eigenen vier Wände: Das Zuhause ist

mehr als nur ein Raum, in dem wir uns alleine oder mit unseren

Familien aufhalten. Unser Zuhause ist unser Daheim, unser

Rückzugsgebiet, unsere Privatsache. Hier wollen wir uns

wohlfühlen, ausruhen, eine schöne Zeit haben, für uns

sein. Oder eine Immobilie dient als Geldanlage, als Alters-

vorsorge. Dann wollen wir, dass sie gut behandelt wird. Doch

allzu oft haben unsere Nachbarn oder andere Mieter etwas dagegen,

stören oder stören sich an etwas, haben andere Vorstellungen

vom Zusammenleben in einer Wohnanlage, wollen oder

können nicht bezahlen oder pflegen unser Eigentum nicht so, wie wir uns das vorstellen.

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“,

zitiert Frank Sitte ein bekanntes Sprichwort, neben Jürgen Hopf einer der beiden Fachanwälte

in der Kanzlei Hörnlein und Feyler für Miet- und Wohnungseigentumsrecht.

Frank Sitte weiß, wovon er spricht: Vor über 20 Jahren

übernahm die Kanzlei die rechtliche Betreuung des

Mietervereins. Sitte widmet sich dieser Aufgabe. 2005

erwirbt er den neuen Fachanwaltstitel zum Fachanwalt

für Miet- und Wohneigentumsrecht. Seither hat er

schon so ziemlich alles erlebt, gesehen und verhandelt,

was es an Mietstreitigkeiten gibt. „Hauptthema sind

Betriebskostenabrechnungen, in letzter Zeit aber auch

mehr und mehr Mieterhöhungen.“ Der Markt hat sich

in den letzten Jahren gedreht, es gibt zu wenig Wohnraum

für zu viele Menschen. „Die Vermieter können

daher die Preise erhöhen, weil die Nachfrage ja da ist.“

Aber neben dem lieben Geld geht es vor allem um Mietmängel

wie Schimmelbefall, um „den Dauerbrenner“

Schönheitsreparaturen, um die Haltung von Tieren

(„das ist laut BGH immer eine Einzelfallentscheidung,

ein völliges Tierhaltungsverbot ist rechtlich nicht

durchsetzbar“) oder um grundstückbezogene Streitigkeiten.

„Grenzmauern zum Beispiel sind ein beliebtes

Thema, oder auch der bekannte Maschendrahtzaun.“

Später kommt Jürgen Hopf als Verstärkung in die Kanzlei.

„Wir haben uns davor schon öfter vor Gericht getroffen“,

sagt er, der häufig Vermieter oder Eigentümer

rechtlich beraten hat. „Aber weil man in Coburg ohnehin

einen sehr professionellen und kollegialen Umgang

miteinander hat, war es auch kein Problem, jetzt Seite

an Seite in einer Kanzlei zu arbeiten.“ Man diene ja der

Durchsetzung des Rechts und wende dieses im Sinne

des jeweiligen Mandanten an. Und schwarze Schafe

gibt es eben auf allen Seiten. „Natürlich haben wir es

auf der einen Seite auch mit Mietnomaden zu tun, die

ihre Miete schuldig bleiben, und auf der anderen Seite

haben Vermieter auch mal überzogene Vorstellungen“,

so Hopf. Daneben geht es immer mehr um Fragen des

Wohnungseigentumsrecht, in dem sich ja einiges geändert

hat. „Streitigkeiten über die Farbe des Flurs in

einem Mehrfamilienhaus, ob Balkone verglast werden

dürfen, wie die Außenjalousien aussehen sollen.“

Oftmals gehe es dann schon ganz schön emotional zu,

sagen beide. „Aber das darf und soll bei unseren Mandanten

auch so sein, dafür sind wir Rechtsberater ja

auch da, um das aufzufangen, und dann sachliche Lösungen

zu finden auf der Basis des Rechts.“

Und Corona? Das mache sich aktuell nicht so bemerkbar

in Coburg. „Die erste Welle wurde gut abgefedert“,

sagt Sitte. Eine spannende Frage aber sei immer noch

die Diskussion, ob Geschäftsinhaber, die von den Maßnahmen

betroffen sind, ihre Gewerbemiete aussetzen

können und konnten oder nicht. „Irgendwann wird es

da vielleicht mal ein Urteil vom BGH geben, damit die

Rechtsprechung einheitlich wird.“ Es könnte sein, dass

dann noch mehr Arbeit auf die beiden Fachanwälte zukommt.

40 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


DIE MIET- UND WOHNUNGSEIGENTUMS-SPEZIALISTEN

Adverorial

„Hauptthema sind Betriebsabrechnungen, in letzter Zeit

aber auch mehr und mehr Mieterhöhungen.“

Frank Sitte

Foto: Val Thoermer

v.l.n.r.: Sabine Azzali, Rechtsanwaltsfachangestellte, Tobias Kirchner, Rechtsanwaltsfachangestellter, Jürgen Hopf, Rechtsanwalt und Frank Sitte, Rechtsanwalt

Frank Sitte

Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Jürgen Hopf

Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Frank Sitte wurde 1969 in Halle an der Saale geboren. Nach dem Abitur 1987

und dreijährigem Wehrdienst studierte er in Bayreuth Rechtswissenschaften.

Das erste Juristische Staatsexamen legte Frank Sitte 1996 ab. Dem Referendariat

in Coburg und bei der Regierung von Oberfranken folgte 1998 das zweite

Staatsexamen. Seit 1999 ist Frank Sitte als Rechtsanwalt in der Anwaltskanzlei

Hörnlein und Feyler tätig.

Jürgen Hopf wurde 1971 in Bad Hersfeld geboren. Nach dem Abitur und der Bundeswehrzeit

studierte Jürgen Hopf Rechtswissenschaften in Bayreuth und erwarb

als Zusatzqualifikation den Titel Wirtschaftsjurist (Univ. Bayreuth). Nach

der Ersten Juristischen Staatsprüfung schloss sich das Referendariat in Coburg

an. Im Rahmen des Referendariats absolvierte Jürgen Hopf eine Wahlstation bei

Duncan Grehan & Partners in Dublin. Das Zweite Juristische Staatsexamen legte

Jürgen Hopf mit Prädikat ab. Er ist seit 2002 als Rechtsanwalt in Coburg tätig.

Das war Teil 3 einer Reihe über die Fachanwälte der Kanzlei

Hörnlein & Feyler. Teil 1 im Frühjahr 2020 hatte schon den

Bereich Familienrecht vorgestellt, Teil 2 den Bereich Schadensrechte,

Teil 3 die Fachanwälte für Miet- und Wohneigentumsrecht.

Teil 4 folgt in einer der nächsten Ausgaben.

Hörnlein

& Feyler

Fachanwälte

Anwaltskanzlei

Hörnlein & Feyler

Kasernenstraße 14

96450 Coburg

Tel: (09561) 80 11 0

Fax: (09561) 80 11 20

info@hoernlein-feyler.de

www.hoernlein-feyler.de

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 41


EINE SACHE FÜR PROFIS

DEN RICHTIGEN

MARKTWERT EINER

IMMOBILIE ERMITTELN

Der Expertentipp mit Alexander Petrich,

VON POLL IMMOBILIEN Coburg

Der Marktwert einer Immobilie sollte immer dann neutral ermittelt werden,

wenn das Objekt verkauft werden soll. Der errechnete Marktwert gibt

Auskunft darüber, welcher Verkaufspreis erzielt werden kann. Mitunter

wird der Wert jedoch auch benötigt, um in Scheidungsverfahren oder bei

Erbschaften die Immobilie korrekt einschätzen zu können.

42 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


VON POLL

Adverorial

COBURGER: Welche Wertermittlungsverfahren gibt es?

Alexander Petrich: Für die Wertermittlung gibt es, abhängig vom Immobilientyp,

drei mögliche Verfahren: Vergleichswertverfahren, Sachwertverfahren und

Ertragswertverfahren. Während beim direkten Vergleichswertverfahren der

Wert durch Vergleich mit ähnlichen Objekten – zum Beispiel Eigentumswohnungen

gleicher Größe im selben Haus oder Stadt-/ Ortsteil – bestimmt wird,

kümmert sich beim indirekten Vergleichswertverfahren ein Sachverständiger

um die Ermittlung des Wertes auf Basis von Verkäufen aus der Vergangenheit.

Beim Sachwertverfahren ermitteln Sachverständige den Marktwert unter Berücksichtigung

von Bodenwert, Gebäudesachwert und Marktanpassungsfaktor

gemäß NHK2010, einer Richtlinie zur Bewertung von Wohnimmobilien. Das

Ertragswertverfahren kommt bei Kapitalanlagen zum Einsatz und ermittelt den

Wert anhand der zu erwarteten Rendite.

Die Anwendung der Verfahren erfordert viel Erfahrung und Sachkenntnis.

Schon kleine Fehler in der Ermittlung können dazu führen, dass der Wert ungenau

oder falsch ermittelt wird.

COBURGER: Wie gehen Sie dabei vor?

Alexander Petrich: Zum einen werden wertbildende Faktoren herangezogen.

Vor allem die Lage, Immobilienart und Größe, Bausubstanz und Energieeffizienz,

Ausstattung, Zustand, Baujahr, Modernisierungen, Ausbaumöglichkeiten,

Erschließungszustand, Nutzung, Inventar, Mietverträge und Grundbucheinträge

sind wichtige Bewertungsindikatoren.

Der Marktanpassungsfaktor spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Die aktuelle

Marktlage haben wir seit Jahren im Blick und verfolgen stets das Ziel zum bestmöglichen

Preis zu vermitteln.

Von Poll Immobilien – kompetenter Expertenservice

Als freier Sachverständiger für Immobilienbewertung (PersCert®)

und Geschäftsstelleninhaber mit langjähriger Erfahrung am

Immobilienmarkt ermittelt Alexander Petrich den Marktwert

einer Immobilie.

Als kompetenter Partner bietet von Poll einen erstklassigen Service:

eine individuelle Bewertung, professionelle Fotoaufnehmen, das

Beschaffen sämtlicher Dokumente, das Erstellen eines exklusiven

Exposés und die Vermittlung zum bestmöglichen Preis.

Nach Abstimmung mit dem Kunden präsentiert von Poll die

Immobilie vorgemerkten und persönlich bekannten Suchkunden

im Secret Sale oder öffentlich in den führenden Verkaufsportalen.

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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 43


Nauswärts

geht’s (nur).

44 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


NAUSWÄRTS GEHT ’ S

Das Sportjahr 2021

Was tun in einem immer noch von einer Pandemie geprägten Jahr,

um ein wenig Spaß zu haben, sich fit zu halten, und um auf andere

Gedanken zu kommen? Fitnessstudios haben immer noch keine

konkrete Öffnungsperspektive, schlimm genug für die Betreiber und

vor allem auch für die vielen Tausend Menschen im Coburger Land,

die nun schon seit Monaten auf ihr Training verzichten müssen, auf

ihren Gesundheitssport, weil Fitnessstudios ja schon lange keine

Muckibuden mehr sind, sondern Orte, an dem man etwas für sein

Wohlergehen tut, für Herz und Kreislauf, für die Muskulatur, Sehnen

und Bänder – und das in einem sozialen Umfeld, das für viele zu einem

zweiten oder dritten Zuhause geworden ist. Was also tun? Im besten

Fall rausgehen, gerade jetzt im Frühjahr und Sommer gibt es eine Fülle

an Möglichkeiten, altbekannte wie Wandern, Klettern, Radfahren

oder Joggen, oder neue oder relativ neue Trends, die es sich lohnt, mal

auszuprobieren. Wir haben drei Vorschläge zusammengetragen und

hoffen gleichzeitig darauf, dass auch die Fitnessstudios möglichst bald

wieder öffnen können. Damit sie eine Zukunft haben – und alle Kunden

dort gezielt etwas für ihre Gesundheit tun können.

1

Das

Training

ist auch

ONLINE

möglich!

Meine Zielgruppe sind

Führungskräfte, Selbstständige,

Unternehmer und Ärzte, die ihr

Potenzial beruflich, privat und

gesellschaftlich voll und effektiv

ausschöpfen wollen.

TIPP 1: Stand-Up-Paddling

Frühling, Sommer, Sonne: Also raus aufs Wasser. Als hierzulande die ersten Stand-Up-Paddler mit

wackligen Beinen auf ihren Boards über heimische Seen schipperten, gabs am Ufer noch den einen oder

anderen Lacher. Doch wer das Paddelboard selbst für sich entdeckt hat, mit ruhigen Paddelschlägen der

Sonne entgegengleitet, irgendwo ein Päuschen einlegt und die mitgenommene Brotzeit verspeist, wer ab

und mal kniend oder sitzend wie in einem Boot ordentlich Tempo macht, den Main hinunter oder vielleicht

sogar hinauffährt, der wird sagen: „Ja, das war sicher nicht das letzte Mal“.

Personaltrainer/Fitnessfachwirt

Frank Sperschneider

Trainingsstützpunkt

Bahnhofstrasse 14 | 96450 Coburg

Tel. 09561 973 44 68 | Mobil. 0177 299 39 21

hallo@frank-sperschneider.de

www.frank-sperschneider.de

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 45


NAUSWÄRTS GEHT ’ S

sportland –

macht spass,

fit & gesund

2

TIPP 2: Trailrunning

Auf englisch klingen ja irgendwie alle Sportarten gleich ziemlich hipp … Trailrunning … letztlich ist ein

Trail ja einfach nur ein Pfad, und beim Trailrunning läuft man diesen Pfad entlang. Klingt ziemlich einfach,

ist es auch, und deswegen ist der Einstieg in diesen Outdoor-Sport auch schnell gemacht und das ist das

Schöne: Schuhe an und los gehts. Spannend und anspruchsvoll wird es, wenn der Lauf über Stock und Stein

führt, bergauf und bergab, oder eben sogar im Gebirge hinauf auf den Gipfel. Das fordert die Beine, den

Oberkörper und vor allem auch die Konzentration. Und wenn die Kondition mal nicht reicht: Man wechselt

beim Trailrunning zwischen Gehen und Laufen, kann auch mal Stöcke verwenden oder die Oberschenkel

durch Druck der Arme unterstützen. Am Ziel sind Glücksgefühle garantiert.

3

fitness

gesundheit

sport

TELEFON: 09561/68015

WWW.SPORTLAND-COBURG.DE

TIPP 3: Gravel-Biking

Schon wieder ein neues Fahrrad? Hab doch schon alles: Trekking- und Mountainbike, eines davon als

E-Bike, und vielleicht noch ein Rennrad. Ja, kann man so sehen, aber dennoch: Wer einmal „gravelt“, kommt

schwer wieder davon weg: Gravel-Bikes sind aktuell schwer im Trend und werden wie andere Fahrräder

auch gerade in dieser Zeit schon fast mit Gold aufgewogen: Ausverkauft, die Lager sind leer, wenn sich alle

mal anders beschäftigen müssen als in „normalen“ Zeiten. Gravel-Bikes sind eine Mischung aus Rennrad

und Cyclocrossern, mit denen früher die Querfeldeinrennen über Stock und Stein führten. Das Schöne:

Man kann ganz ordentlich Tempo machen, aber auch mal auf einem Feldweg oder im Wald weiterschüren.

Oder eben auf Schotter, der deutschen Übersetzung von „Gravel“. Das liegt vor allem an den breiteren Reifen

mit mehr Profil. Man könnte auch sagen: Eigentlich ist so ein Gravelbike auch ein guter Allrounder für den

Alltag oder für längere Touren.

46 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


RECHTSTIPPS ZUM FAHRRADFAHREN

gesponserter Beitrag

Sonne, milde Temperaturen, frische Luft – was gibt es da

Schöneres als eine Radtour, ob alleine, mit der Familie,

oder, wenn wieder erlaubt, mit Freunden oder im Verein.

Fahrradfahren boomt. Gerade in Corona-Zeiten kommen

die Hersteller mit dem Produzieren kaum hinterher, ist doch

Bewegung an der frischen Luft immer erlaubt gewesen und

§

eine der wenigen Möglichkeiten, sich während der Pandemie

fit zu halten und Spaß zu haben – ob mit dem Mountainbike,

auf dem Trekkingrad oder mit Motorunterstützung. Damit

die Freude an der Bewegung auch ungetrübt bleibt, sollte

man sich allerdings an ein paar Regeln halten. Der COBURGER

hat sich dazu mit Wolfgang Hörnlein und Lutz Lindner von

der Kanzlei Hörnlein & Feyler unterhalten, Fachanwälten

unter anderem für Verkehrsrecht.

COBURGER: Was ist der Unterschied

zwischen Pedelec und E-Bike?

Lutz Lindner: Das Pedelec ist das, was die meisten

fahren und meinen, wenn sie von E-Bike reden. Bei

einem Pedelec funktioniert der Motor nur, wenn

man in die Pedale tritt. Der Motor hat bis zu 250

Watt und unterstützt den Fahrer bis zu maximal 25

Stundenkilometern. Das Pedelec gilt daher rechtlich

als normales Fahrrad, das jeder ohne irgendeinen

Führerschein, Altersbeschränkungen oder Zulassungen

fahren darf. S-Pedelecs sind dagegen keine

Fahrräder, sondern sind als Kleinkrafträder einzustufen.

Sie funktionieren wie ein normales Pedelec,

aber der Motor schaltet erst bei 45 km/h ab. Die erlaubte

Nenndauerleistung bei Motoren liegt bei 500

Watt. S-Pedelecs benötigen eine Betriebserlaubnis

oder Einzelzulassung vom Kraftfahrtbundesamt.

Der Fahrer muss 16 Jahre sind, eine Fahrerlaubnis

AM und ein Versicherungskennzeichen haben

und einen geeigneten Schutzhelm tragen. Es gibt

noch E-bikes im engeren Sinne. Diese lassen sich

mit Drehgriff oder Schaltknopf fahren, ohne in die

Pedale zu treten. Auch hier wird eine Betriebserlaubnis,

ein Kennzeichen und mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung

gefordert. Und E-Scooter darf

man ab 14 Jahren fahren, eine Versicherung ist zwingend,

aber kein Führerschein.

COBURGER: Und wer darf jetzt auf

den Fahrradweg und wer nicht?

Wolfgang Hörnlein: Nur das reine Pedelec ist ein

Fahrrad und darf damit auch auf einen Fahrradweg.

Und wenn ein mit dem blauen Kennzeichnen markierter

Fahrradweg vorhanden ist, muss dieser auch

benutzt werden. Wer dagegen verstößt, kann im Falle

eines Unfalls eine Teilschuld haben. S-Pedelecs

oder E-Bikes haben auf einem Fahrradweg dagegen

nichts verloren. E-Scooter dagegen sind auf Radwegen

erlaubt. Nicht aber auf Gehwegen, in der Fußgängerzone

oder in Einbahnstraßen entgegen der

Fahrtrichtung.

COBURGER: Wie ist das sonst mit der Haftung,

wenn man auf dem Zweirad unterwegs ist?

Wolfgang Hörnlein: Bei Fahrrädern ist es ja anders

als z.B. bei Autos. Bei einem Auto haftet der Fahrer

schon alleine durch die Bewegung des Fahrzeugs.

Unabhängig von der Schuldfrage. Bei Pedelecs und

E-Bikes, aber auch bei E-Scootern, muss ein Verschulden

des Fahrers dagegen nachgewiesen werden.

Erst wenn dieses vorliegt, haftet der Fahrer.

Und auch wenn einem Fahrradfahrer selbst etwas

zustößt, sollte man sich immer rechtsanwaltlich beraten

lassen. Auch wenn das ohne Einwirkung eines

Dritten passiert, z.B. weil Straßenschäden zu einem

Sturz geführt haben. Ob in so einem konkreten Fall

die Verkehrssicherungspflicht verletzt worden ist, ist

immer eine Einzelfallentscheidung.

COBURGER: Jetzt kommt der Frühling, irgendwann

werden auch Biergärten wieder öffnen

dürfen. Klingt nach einem schönen Ausflug mit

dem Rad. Aber wie sind denn die Richtlinien in

Sachen Alkohol am Lenker?

Lutz Lindner: Ab 1,6 Promille begehen Radfahrer

auch ohne erkennbare Fahrunsicherheit eine Straftat

(Trunkenheit im Verkehr). Eine Trunkenheit im

Verkehr kann aber auch dann gegeben sein, wenn

man einen Promillewert von 0,3 erreicht hat und

einen alkoholbedingten Fahrfehler begeht.In diesen

Fällen kann es zu einer Überprüfung der Fahreignung

(Anordnung der Führerscheinbehörde) eine

Entziehung der Fahrerlaubnis oder sogar in Extremfällen

zu einem Radfahrverbot kommen. Wenn

ich noch keinen habe, weil ich z.B. noch zu jung

bin, wird die Behörde angehalten, dem Fahrer erst

einmal keine Fahrerlaubnis zu erteilen. Schlimmstenfalls

wird ein Radfahrverbot ausgesprochen. Unabhängig

davon gibt es auch eine Geldstrafe. Eine

Trunkenheit im Verkehr kann aber auch dann gegeben

sein, wenn man einen Promillewert von 0,3

erreicht hat und einen alkoholbedingten Fahrfehler

begeht. Sanktionen können dann im Übrigen auch

Fußgänger treffen. Für S-Pedelec-, E-Bike- oder

E-Scooter-Fahrer gelten ohnehin die strengeren Regeln

wie für Autofahrer. Am besten also nicht alkoholisiert

aufs Rad, den Gehsteig oder die Straße.

COBURGER: Welchen Pflichten gelten

denn überhaupt für Fahrradfahrer?

Wolfgang Hörnlein: Natürlich muss die Straßenverkehrssicherheit

des Fahrrads gegeben sein, also

Licht, Klingel, 2 Bremsen, Reflektoren in den Speichen.

Beim E-Bike gilt zudem eine Helmpflicht.

Beim Pedelec nicht, das wird sich aber nach unserer

Einschätzung ändern, dann wird das Nichttragen

eines Helmes auch bei Fahrrädern im Schadensfall

immer als Mitverschulden gewertet. Und auch vom

gesunden Menschenverstand her sollte man einen

Helm aufsetzen, vor allem bei schnelleren Radtypen

wie Rennrädern zum Beispiel.

COBURGER: Und noch die aktuelle Frage, wie es

sich verhält, wenn man auf einer Radtour durch

unterschiedlichen Inzidenzgebiete fährt. Welche

Regeln gelten dann?

Lutz Lindner: Es gilt immer, den jeweiligen Wert

und die Regeln zu beachten der Stadt oder des Landkreises,

den ich auf meiner Strecke durchfahre. Nur

die Werte und Regeln der eigenen Heimatgemeinde

einzuhalten, reicht also nicht.

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 47


REISEN

Kultouren

DER COBURGER AUF REISEN


AUGSBURG

VON GABI ARNOLD

Wir sehnen uns nach Sonne, Meer und Strand, nach Reisen

in ferne Länder. Aber immer noch bremst uns die Pandemie

aus. Wir wissen nicht, ob und wann wir wieder unbekümmert

in den Flieger steigen und zu unseren Traumzielen reisen

können. Auch in dieser Ausgabe bleiben wir daher im Land

und entdecken eine der ältesten Städte Deutsch lands, die

Renaissance – Stadt Augsburg. Bei einem Spazier gang

durch die Alt stadt begegnen uns auch viele unterschiedliche

Stilepochen. Dazu gehören das Rathaus mit dem goldenen

Saal, Kirchen und Synagogen, das ehemalige Spital mit der

Augsburger Puppenkiste, aber auch die zehn Stadttore, durch

die man läuft, wenn man im Uhrzeigersinn der Altstadt

entlang schlendert.

AUGSBURG


REISEN

EIN NAME FÜR …

Elektro-Roller

Roller mit Benzinmotor

Quads

… DOLCE VITA.

Entlang der historischen Bauten und durch den Stadtwald schlängeln sich viele Bäche und Kanäle. Überhaupt,

das Wassersystem gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Entspannung und Ruhe pur finden wir an

vielen Orten, zum Beispiel im Botanischen Garten oder am Stauwehr Hochablass. Es gibt viel zu entdecken

in der schwäbischen Stadt, der COBURGER zeigt vier Geheimtipps.

SCHAUEN, VERWEILEN UND STAUNEN

Zu den industriellen Baudenkmälern zählt der Glaspalast im Augsburger Textilviertel. Schon die Architektur

der ehemaligen Baumwollspinnerei lässt uns staunen. Das Gebäude wurde von Philipp Jakob Manz erbaut

und im Jahr 1910 fertiggestellt. Es gehört zu den architektonisch bedeutsamsten Denkmälern in Europa

und zeichnet sich vor allem auch durch sein Nutzungskonzept aus; Kunst, Kultur und Wirtschaft sind in dem

Gebäude angesiedelt. Wir beginnen in der Halle Eins, wo uns im H2 Zentrum Gegenwartskunst begegnet,

mit wechselnden Ausstellungen und Installationen vieler Kulturschaffender. Kunstinteressierte sollten unbedingt

das KUNSTMUSEUM WALTER im Glaspalast besuchen und ein paar Stunden Zeit einplanen, um

die Eindrücke wirken zu lassen. Auf mehreren Etagen begegnen uns Kunstwerke der verschiedenen Stilrichtungen

und Epochen namhafter Künstler. Nicht umsonst wird die umfangreiche Sammlung als eines der

spannendsten Kunstprojekte Deutschlands bezeichnet. Erdacht und betrieben wird das KUNSTMUSEUM

WALTER von Prof. Ignaz Walter, Unternehmer und bedeutender Kunstmäzen. Walter will neue Impulse in

der deutschen Kunstszene setzen und Kunst als spannende geistige Erfahrung zu vermitteln.

Mit kompetenter Beratung finden

wir für jeden Fahrertyp das richtige

Zweirad – ob geschäftlich oder

zum privaten Vergnügen.

Vereinbaren Sie gerne einen Termin

in unserem Showroom.

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96450 Coburg

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50 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


AUGSBURG

SCHLENDERN, PROBIEREN

UND EINKAUFEN

Das Augsburger Marktwesen

geht auf viele Jahrhunderte

zurück. Bereits zur Römerzeit

boten Händler ihre Waren

in einer zentral gelegenen

Markthalle an, später

herrschte auf den Wochenmärkten

ein reges Treiben

und Handeln. Seit dem Jahr

1930 kaufen die Augsburger

ihre Lebensmittel auf dem

heutigen Stadtmarkt. Ein Abstecher,

am besten mit gut gefüllter

Geldbörse, lohnt sich.

Über 100 Händler und Selbstvermarkter bieten hier ihre Produkte feil. Wir

schlendern durch die Obst- und Gemüsegasse, kaufen Backwaren in der Bäckergasse,

wählen fangfrische Produkte in der Fischgasse aus. Das Sortiment

ist reichhaltig und hält ein umfangreiches Sortiment an Regionalem wie Exotischem

bereit. In der Viktualienhalle hat sich der Duft ferner Länder verbreitet.

Auf über 1000 Quadratmetern werden Köstlichkeiten und Spezialitäten aus aller

Welt angeboten: Oliven, Weine, Gewürze, Pasta, Käse, Salami, italienische,

griechische oder asiatische Spezialitäten. Zur Mittagszeit genießen die Gäste

im hinteren Teil frische Salate, Nudeln, Suppen, allerlei Spezialitäten und vegetarische

Gerichte. Wer es deftig und bodenständig mag, ist in der Fleischhalle

richtig.

BUMMELN, BESICHTIGEN

UND GESCHICHTE ERLEBEN

In der Altstadt in der Nähe des Jakobertors sehen wir eine ganz besondere

Reihenhaussiedlung. Kleine ockerfarbene Häuser reihen sich aneinander, dazwischen

gepflegte Wege und Grünanlagen. Es handelt sich um die Fuggerei,

die älteste Sozialsiedlung der Welt. Jakob Fugger hat sie im Jahr 1521 gestiftet.

Heute wohnen in den 140 Wohnungen der 67 Häuser 150 bedürftige katholische

Augsburger Bürger für eine Jahreskaltmiete von 0,88 Euro pro Quadratmeter.

Wie diese Wohnungen eingerichtet sind, sehen die Besucher in einer

modernen und einer historischen Schauwohnung. Ein Museum lässt zudem die

Geschichte der Augsburger Fuggerei lebendig werden. Wir bummeln durch

die mit Kopfstein gepflasterten Gassen und treffen auf einen ehemaligen Wehrmachtbunker,

den die Familie Fugger im Jahr 1943 errichten ließ; im Februar

1944 fanden hier 200 Augsburger Schutz vor den Bombenangriffen. Heute ist

der Bunker das einzige Museum in Schwaben, das sich ausschließlich mit der

NS-Zeit und ihren Folgen auseinandersetzt. Nach so vielen Eindrücken stärken

wir uns im idyllisch gelegenen Biergarten gleich am Eingang der Fuggerei.

SPAZIERGEHEN, DURCHATMEN

UND DIE SEELE BAUMELN LASSEN

Siebentischwald? Zugegeben, das ist ein ungewöhnlicher Name, aber es ist

auch ein ungewöhnlich schöner Ort der puren Erholung. Gemeint ist damit

der nördliche Teil des Stadtwaldes mit einer Fläche von 660 Hektar. Es handelt

sich um einen Landschaftspark, der zum Spazierengehen, Sport treiben

und Ausruhen und Abschalten einlädt. Durch den Park schlängeln sich Bäche,

wir treffen auf Seen, überqueren Brücken und machen Rast im Biergarten.

Durch den Siebentischwald führen Wege zum Stauwehr Hochablass am

Kuhsee. Auch der Botanische Garten und der Zoo Augsburg liegen am Rand

des Siebentischwaldes. Ein beliebtes Ausflugsziel im Siebentischwald ist das

über 100 Jahre alte Parkhäusl. Seinen Namen verdankt der Wald übrigens einer

Gaststätte, die im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel war. Dort soll es,

der Überlieferung nach, sieben Tische gegeben haben. Die Gaststätte wurde

bei dem Luftangriff auf Augsburg 1944 so schwer getroffen, dass sie abgerissen

werden musste.

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komb. in g/km: 127 (NEFZ); 134 (WLTP); Effizienzklasse (NEFZ): B; Leistung:

75 kW (101 PS); Hubraum: 1.499 cm³; Kraftstoff: Benzin

Offizielle Angaben zu Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen wurden nach dem vorgeschriebenen

Messverfahren ermittelt und entsprechen der VO (EU) 715/2007 in der jeweils geltenden Fassung. Für die

Bemessung von Steuern und anderen fahrzeugbezogenen Abgaben, die (auch) auf den CO2-Ausstoß abstellen,

sowie ggf. für die Zwecke von fahrzeugspezifischen Förderungen werden WLTP-Werte verwendet.

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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 51


52 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


HIER WOHNTEN …

HIER WOHNTEN…

VON HEIDI SCHULZ-SCHEIDT

FOTOS: VAL THOERMER

… SCHMETTERLINGE

UND HECKENVÖGEL

Ein Schicksal wie der

Hindenburgstraße oder

der Mohrenstraße wird ihr

sicherlich erspart bleiben.

Nichts Anrüchiges oder

Inkorrektes haftet dieser Straße

an. Und so darf sie bleiben, was

sie ist. Eine hübsche städtische

Durchgangsstraße mit vielen

Einzeldenkmälern und

villenartigen Bürgerhäusern.

Häuser, die mit Unterstützung der

Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.

saniert worden sind.

Der COBURGER stellt sie vor: 2021

in jeder Ausgabe des COBURGER

eines in unserer Reihe „Hier wohnte“.

Die Löwenstraße verdankt ihren Namen dem Meißener

Löwen. Das Wappentier der Wettiner hat es

auf viele Wappen von Städten und Gemeinden hierzulande

geschafft. Gilt es doch als tatkräftiges und

wehrhaftes Herrschaftssymbol. Im Zuge der westlichen

Stadterweiterung in den 1890er Jahren angelegt

war sie aber nicht immer eine repräsentative

Prachtstraße. Eher ein ausgetretener Feldweg durch

idyllisches Wiesengelände, eingerahmt von Hecken

und hohen Bäumen. Eine natürliche Grünanlage mit

Wasserlauf vor den Toren der Stadt. Entlang des ehemaligen

Lautergrabens standen auch einzelne Mühlen.

Handwerker siedelten sich an. Die Mühlgasse

zeugt mit ihrem Namen noch heute von diesem Gewerk.

Dort wo sich also heute die Löwenstraße erstreckt,

floss einst der Lautergraben in Richtung heutige Rückertschule,

bis er sich gemeinsam mit dem Hahnfluss

bei der Judenbrücke in die Itz ergoss. Die letzte

Müllerfamilie, die mit Hilfe dieses Wassers Getreide

zu Mehl verarbeitete, waren die Roschlaus. Für

18000 Gulden verkaufte Georg Roschlau seinen Besitz

im Jahre 1873 an den Magistrat der Stadt. Sah

die Stadtführung in dem Gebiet am Lautergraben

mit der Nähe zum Bahnhof doch einiges Entwicklungspotential.

Dazu musste der Graben jedoch

zugeschüttet werden. Vorbei war es mit der Wiesenidylle.

Die Moderne hielt Einzug. Im Anschluss

daran entstand die sogenannte Bahnhofsvorstadt –

also das Gebiet Hindenburgstraße, Seifartshof- und

Löwenstraße. Und erst 1925 erfolgte der Ausbau zu

einer Straße, auf der man halbwegs trockenen Fußes

in die Stadt gelangen konnte.

Eine erwähnenswerte Geschichte findet man in der

kleinen Grünanlage am Ende der Löwenstraße hinter

der Löwenschule. Löwenschule? Ja, die 1890 eingeweihte

Knabenschule, heute Rückertschule, hatte

zu ihrer Gründung einen anderen Namen. Heute

wartet neben dem ehemaligen Alexandrinenbad ein

kleiner Blumengeschmückter Park auf Besucher:

Die Alfred-Sauerteig-Anlage. Wenige Coburger

werden den kommissarischen Oberbürgermeister

noch gekannt haben, denn er verstarb 1961. Und es

liegt auch sicher nicht daran, dass Alfred Sauerteig

nur ganze 32 Tage das Amt innehatte. Denn es waren

sehr entscheidende Tage. Der Kommunalpolitiker

unterzeichnete im April 1945 die Kapitulationsurkunde

und bewahrte die Stadt damit vor einer möglichen

Zerstörung durch amerikanische Truppen.

Sauerteig vertrat als Stadtamtmann den damaligen

NS-Oberbürgermeister Greim, der sich aufgrund

der hoffnungslosen Lage der Stadt am 9. April 1945

einfach aus dem Staub gemacht hatte. Die amerikanischen

Truppen waren bereits auf dem Vormarsch.

Luftangriffe und Bombardements gehörten zum

Alltag der letzten Kriegstage. Trotz des Führerbefehls,

dass die Stadt „bis zum letzten Mann“ verteidigt

werden müsste, entschloss sich Sauerteig zur

Kapitulation. Und rettete seine Heimatstadt vor der

Zerstörung. Daraufhin setzten ihn die Amerikaner

als kommissarischen Oberbürgermeister ein. Als

jedoch im Mai 1945 bekannt wurde, dass Sauerteig

Mitglied der Nationalsozialisten war, endete diese

kurze Amtszeit bereits nach 32 Tagen. Alfred Sauerteig

wurde in den Ruhestand versetzt.

Dennoch dankten die Bürger dieser Stadt einem vorausschauenden

Kommunalpolitiker und errichteten

ihm zu Ehren diese Grünanlage in den achtziger

Jahren. Eine Anekdote am Rande ist, dass Sauerteig

es auch war, der den Coburger Mohr als Stadtwappen

wieder einsetzte, nachdem dieser von den Nationalsozialisten

ersetzt worden war. Ersetzt durch

das sogenannte „Coburger Abzeichen“, einen SA-

Dolch mit Hakenkreuz im Knauf. Ob Greim aus rassenideologischen

Gründen das Stadtwappen ersetzt

hatte? Oder weil er die Bedeutung der Stadt für die

frühen Jahre der NS-Bewegung unterstreichen wollte?

Tatsache ist, dass Entscheidungen in der Vergangenheit

immer auch Konsequenzen ins Jetzt haben

können. Egal, ob ein Graben zugeschüttet wurde

oder ein Kommunalpolitiker einfach mal sein Herz

in die Hand nahm.

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 53


HIER WOHNTEN …

54 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


… SCHMETTERLINGE UND HECKENVÖGEL

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 55


HIER WOHNTEN …

56 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 57


58 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


NATUR- & RECYCLINGPRODUKTE

Adverorial

nachhaltig | praktisch | schön

Heimtextilien & Taschen

An den Kleiderständern hängen bunte Karnevalskostüme. Davor

steht ein Sortiment aus gefilzten und recycelten Heimtextilien

und Taschen. Maximilian Müller, Geschäftsführer der Festartikel

Müller GmbH, greift hinein und hebt eine Filztasche aus schwarzer

Schurwolle hervor. Die kastenförmige Tasche ist praktisch, stabil

und schön. Das Beste: Sie ist nachhaltig und umweltbewusst

hergestellt. „Darin transportiere ich beispielsweise mein

Brennholz“, meint Müller. Das Produkt ist ein Beispiel für ein neues

Sortiment, das das Unternehmen unter dem Label „Filzkraut“ seit

dem November 2020 online und im Werkverkauf anbietet.

Die Entwicklung dieser neuen Produktlinie begann bereits vor zwei Jahren.

Müller ist seit Jahrzehnten auf die Fertigung von Weihnachts- und Karnevalsartikeln

spezialisiert. „Das ist eine schöne und abwechslungsreiche Branche,

die uns und unseren Kunden viel Spaß bringt“, sagt er. Trotzdem hatte das im

Neustadter Stadtteil Thann ansässige Unternehmen das Bedürfnis, etwas auf die

Beine zu stellen, bei dem die Nachhaltigkeit im Vordergrund steht. So ist die

Idee zum Filzkraut entstanden. Als im vergangenen Jahr die Einnahmen weggebrochen

sind, wurde die Umsetzung der Idee beschleunigt. „Bedingt durch

Corona ist eine ganze Saison ausgefallen und so haben wir das Produkt im Jahr

2020 forciert.“

Dort, wo bisher Nikolausmäntel, Bienenkostüme und Clownsperücken genäht

wurden, entstehen jetzt Filzkraut-Taschen und Heimtextilien. Der Kunde hat

die Wahl zwischen einem reinen Naturprodukt aus Schurwolle und der veganen

Variante aus recycelten PET Flaschen. Die Produktpalette wurde im Haus

von der Direktrice entworfen. „Wir hatten bis dahin viel experimentiert mit

verschiedenen Filzqualitäten und Designs, damit wir unseren Kunden ein hochwertiges

Produkt anbieten können“, so Müller. Das Material sollte gut aussehen,

haltbar sein und sich gut und wertig anfühlen. Das ist gelungen, aber nicht nur:

Wer sich für ein Produkt aus Schurwolle entscheidet, bekommt alle positiven

Eigenschaften des Naturproduktes mitgeliefert. Schurwolle ist wasserbeständig,

geruchsneutral und isolierend. Das auf Handtaschengröße zusammenfaltbare

Sitzkissen beispielsweise hält auch bei Minusgraden die Kälte fern.

Überhaupt setzt das Unternehmen auf Umweltfreundlichkeit, betreibt die Nähmaschinen

mit 100 Prozent Strom aus regenerativen Energien. Und verzichtet

bei Fertigung und Verpackung der Filzkraut Artikel auf jegliches Plastik.

Weitere

Informationen:

www.filzkraut.com

www.facebook.com/Filzkraut

www.instagram.com/filzkraut

Taschen oder Heimtextilien aus Schurwolle oder recycelten PET-Flaschen

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 59


WICHTREY HOMEWARE

Von Wolfram Hegen | Fotos: Val Thoermer

Eine Reise in stilvolle

60 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


STILLVOLLE WOHNWELTEN

Advertorial

Wohnwelten

Eine Reihe im COBURGER über

Wichtrey Homeware – Folge 2: Die Ausstellung

Handwerk, Kreativität, Individualität, Qualität, Exklusivität,

Nachhaltigkeit, Ganzheitlichkeit. Dafür

steht seit fast 30 Jahren das Coburger Familienunternehmen

Wichtrey Homeware mit seinen heute

zwei Standorten, dem Showroom in der Bahnhofstraße

und den Werkstätten in der Mühlgasse. Die

kreativen Einfälle und handgefertigten Produkte

des Teams rund um Firmengründer Mathias Wichtrey

sorgen für Wohnkultur in vielen Häusern, Wohnungen

und Geschäftsräumen in der Region und

weit darüber hinaus.

Es ist nur ein kleiner Schritt in der Bahnhofstraße

in Coburg über die Schwelle der Hausnummer

5, aber ein Schritt in eine andere Welt,

in viele andere Welten: Die Ausstellung von

Wichtrey Homeware ist eine Entdeckungsreise

auf drei Stockwerken. Aufregend, interessant,

spannend und vor allem anregend: In jeder

Nische, in jeder Ecke, hinter jeder Türe stößt

man auf neue Ideen für Zuhause oder das Büro.

Sofas, Sessel, Beistelltische, Stoffe, Lampen,

Betten,Schränke und Ankleiden auf Maß, Accessoires

und vieles mehr. „Bei uns kann man

sich stilvoll einrichten von A bis Z, sozusagen

von der Anrichte bis zum Zahnputzbecher“,

schmunzelt „Reiseleiter“ und Geschäftsführer

Mathias Wichtrey bei unserer Expedition vor

Ort, vorbei an den führenden Marken. „Aktuell

sind die Farben wieder wärmer als noch vor ein

paar Jahren, die Materialien sind auch wieder

wichtiger, es geht um Haptik, um ein gutes Gefühl,

um Echtheit.“

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 61


WICHTREY HOMEWARE

Damit aus so vielen Möglichkeiten, soviel Buntheit, Stoffen und Materialien ein

harmonisches Ganzes wird, steht Beratung bei Wichtrey ganz am Anfang der

Reise. „Kunden haben gewisse Vorstellungen, wie sie sich Zuhause einrichten

wollen, und wir können das dann gerne gemeinsam entwickeln.“ Das geht bis

hin zur Einrichtung ganzer Büros oder Wohnungen bzw. Häuser – vom Termin

vor Ort über den Entwurf am Computer bis zur Lieferung und Einrichtung. Und

mit den Werkstätten in der Mühlgasse (siehe Coburger 43) verfügt man vor allem

auch über alle handwerklichen Fähigkeiten, die notwendig sind – wenn man

möchte. Man kann sich aber einfach auch nur von den vielen Ideen vor Ort inspirieren

lassen um sich mit dem Team sich seine eigenen vier Wände zu gestalten.

62 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


STILLVOLLE WOHNWELTEN

Die Expertise von Wichtrey Homeware ist weit über die

Region Coburg hinaus gefragt. „Wir haben in Spanien,

England und am Comer See Häuser, wie auch für das

Kanzleramt in Berlin eingerichtet“, ist Mathias Wichtrey

mit Recht stolz auf das Erreichte, das in der Bahnhofstraße

5 im ehemaligen Papier Wittmann in den 1990ern

seinen Anfang nahm. „Damals war hier alles voller Wände

und zugebaut, wir haben das dann Schritt für Schritt

entkernt und saniert.“ So eröffnen sich in der Ausstellung

von Wichtrey Homeware heute neue Horizonte für die

eigenen vier Wände.

Einrichtungshaus für

exklusive Möbel, Textilien,

Beleuchtungen und Wohnaccessoires

mit Planungsbüro

in der Bahnhofstraße 5

in Coburg.

Marken:

Stoffe:

» Artemide » Andrew Martin

» Baxter

» Dedar

» Raumplus » Designers Guild

» Flexform

» P ierre Frey

» Occhio

» Cole&Son

» Schramm » Osborne&Little

Betten

» Zimmer&Rohde

» Thonet

» Luiz

» Riva

» Christian

» Baobab

Fischbacher

» Lambert

» Sahco

» Tribu

» JAB

» Weißhäupl » Ralph Lauren

Gartenmöbel

» Kröncke

» Flamant

» Dibbern

» Royal Botania

» USM

» Vispring

» Vitra ... und viele mehr!

Öffnungszeiten / Termine

... nach Vereinbarung (abhängig von

aktuellen Corona-Regelungen):

» Donnerstag und Freitag

von 9 30 bis 18 Uhr

» Samstag

von 10 bis 14 Uhr

Wichtrey Homeware

Werkstätten in der Mühlgasse Coburg

» Polsterei

» Wand und Boden

» Näherei

Bahnhofstraße 5

96450 Coburg

Telefon 09561 / 871 00-3

Fax 09561 / 871 00-4

E-Mail hallo@wichtrey.de

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 63


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64 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 65


KULTURTIPPS

KULTUR

Veranstaltungen, Konzerte, Theater, Ausstellungen,

Lebensart und alles, was Freude macht.

LANDESTHEATER

Alle kulturellen Einrichtungen sind immer noch geschlossen, Veranstaltungen abgesagt oder auf Eis gelegt.

Das Landestheater Coburg geht weiter online.

„FÜR EUCH“

„Wir tanzen wieder für euch! Wir singen wieder für euch! Aus der Trübsal von

heute zaubern wir wieder Freude für euch!“ Mit diesem Song will das Ensemble

des Landestheaters Coburg Hoffnung geben und daran erinnern, dass es weitergeht.

Der Text und die Musik sprechen aus der Seele. „Der Song ist eine Hymne

von uns an unser Publikum“, erklärt Schauspieldirektor Matthias Straub, Verfasser

des Textes. Bereits am 24. Februar 2021 feierte der Song „Für Euch“ seine

Weltpremiere auf dem Radio-Sender RadioEINS als krönender Abschluss der

Sendung „Live aus der Reithalle“ und begeisterte ein breites Publikum. Der Song

ist ein gemeinsames Projekt der verschiedenen Sparten des Landestheaters.

KLASSIK AM SONNTAG

Am 14. Februar startete die neue Auflage von „Klassik am Sonntag" mit Generalmusikdirektor

(GMD) Daniel Carter. Auch der neugierige Theaterkater Linus

hat seine Schnauze schon in verschiedene Abteilungen des Landestheaters gesteckt.

Noch mehr abwechslungsreiche Formate gibt es auf dem YouTube-Kanal

und der Website des Landestheaters Coburg. Alle Videos können auch nachträglich

angesehen werden.

Wo? Ab 15. März 2021 auf dem YouTube-Kanal

des Landestheater Coburg

Weitere Infos unter: www.landestheater-coburg.de

66 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


KULTURTIPPS

PODCAST

FILMTIPP

ENTFÜHRT – DER FALL URSULA HERRMANN

Im Jahr 1981 verschwindet die zehnjährige Ursula Herrmann auf dem Nachhauseweg

spurlos. Sie wird Wochen später in einer Kiste im Wald tot aufgefunden.

Der Fall gilt 30 Jahre als „cold case“, bis schließlich ein Verdächtiger verurteilt

wird. Doch Ursulas Bruder Michael ist bis heute fest überzeugt, dass ein Falscher

im Gefängnis sitzt. Die Spuren seiner eigenen Ermittlungen führen ihn

in ein nahe gelegenes Elite Internat. Die Journalistin Katja Paysen-Petersen hat

den Fall aufwendig bis ins Detail recherchiert, Gerichtsakten durchforstet und

Zeugen befragt. Entstanden ist ein „True Crime Podcast“ in sieben Episoden, die

hoch spannend sind. Vermutlich ist das letzte Kapital noch nicht geschrieben.

NEUN TAGE IM WINTER – ANKUNFT IN DER VERGANGENHEIT

Der Schriftsteller Aurélien erfährt während eines Krankenhausaufenthaltes,

dass seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Als er in die

Bretagne fahren muss, um den Verkauf des Hauses seiner Eltern zu regeln, wird

er mit den Erinnerungen seiner Jugend konfrontiert. Mit den Eltern hat er sich

nie sonderlich gut verstanden, seinem älteren, erfolgreichen Bruder Cyril gegenüber

hat er sich immer unterlegen gefühlt. Die vergangenen Jahre hat Aurélien

als Autor reüssiert und seine Familiengeschichte in mehreren Romanen verarbeitet.

Neun Tage verbringt Aurélien im Haus seiner verstorbenen Eltern. Neun

Tage, die ihn sein ganzes Leben in einem neuen Licht sehen lassen.

Wo? www.br.de/mediathek/podcast/

entfuehrt-der-fall-ursula-herrmann/846

Wo? Arte Mediathek bis 19. Juni 2021

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AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 67


KULTURTIPPS

AUSSTELLUNGEN

SCHICKSALSSCHLAG UND KUNST

Werke des Heilpraktikers Helmut Brühl

Sonderausstellung – Terminvereinbarung

kurzfristig vor Ort möglich (ohne Gewähr)

Die erste Ausstellung der Horst-Ludwig-Weingarth-Stiftung

im Raum „Rückert“ präsentiert das künstlerische Werk des

Coburger Heilpraktikers Helmut Brühl und seine Malerei vor

und nach einem Schlaganfall. Eine Ausstellung, die gerade jetzt

auch geeignet ist, Mut und Zuversicht zu schöpfen.

Die „Horst Ludwig Weingarth Stiftung“ widmet sich – neben

vielen weiteren sozialen und ökologischen Themen – vor

allem dem Bereich der Kunstwelt. Mit einer Kunstsammlung

von bereits über tausend gesammelten Gemälden, ist es ihr

ein großes Anliegen, Werke von weniger populären oder

unbekannten Maler in den Vordergrund zu rücken.

Dabei legt die Stiftung besonderes Augenmerk auf regionale

Künstler aus Coburg und dem Umland. Die Datierung der

facettenreichen Sammlung reicht hierbei vom 17. Jahrhundert

bis in die Gegenwart.

Wo? Puppenmuseum, Rückert 3

Wann? Ab März 2021

Weitere Informationen: Telefon 09561 / 891480

Coburg - Kronach - Lichtenfels

Den Frühling mit allen Sinnen genießen!

terzo Zentrum Coburg

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96450 Coburg

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68 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


KULTURTIPPS

GLASS WORKS

European glass lives in craft, art and industry

Neue Perspektiven im Glas! Neun internationale Stipendiatinnen

und Stipendiaten haben sich unter der Leitung des Bild-

Werk Frauenau in den letzten Monaten mit Erzeugnissen aus

den traditionellen Glaszentren im Bayerischen Wald, in der

Tschechischen Republik, in der Steiermark in Österreich, in Elsass-Lothringen

und in Dänemark auseinandergesetzt.

Dabei wurde mit unterschiedlichen Techniken experimentiert.

Nun sind die neuen Arbeiten fertig und werden zusammen mit

einer Einführung in die europäischen Glaszentren und ausgewählten

historischen Glasobjekten in einer Wanderausstellung

präsentiert

Das Projekt wurde vom Creative Europe Programm der Europäischen

Union gefördert.

Wo? Im Labor auf der Veste Coburg

Wann? 30.April bis 12.September 2021

Weitere Infos? Kunstsammlungen Veste Coburg

Telefon: 09561 / 8790

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 69


KULTURTIPPS

Advertorial

BUCHEMPFEHLUNG

MARTIN VÖGELE VON DER BUCHHANDLUNG RIEMANN

Ein hinreißendes (Un-)Sittengemälde

Der neue Roman des begnadeten und vielfach preisgekrönten Erzählers James McBride beginnt mit einem

ungewöhnlichen Mordversuch, der ein ganzes Viertel aus dem Gleichgewicht bringt.

Die Frage, warum der alte Sportcoat im Suff auf den jungen Dealer Deems schoss, beschäftigt fortan die

Bewohnerinnen und Bewohner des „Cause“, eines sozialen Wohnprojekts in New York. Dieses befindet sich

in einem Viertel Brooklyns, in dem Schwarze, Latinos, Iren und Italiener nebeneinander leben.

Es herrscht also Unruhe in der Community des Cause, und leider kann Sportcoat selbst zur Klärung dieses

Rätsels nichts beitragen, da er vor der Tat reichlich dem titelgebenden „King Kong“ zugesprochen hat, dem

von seinem Kumpel Rufus schwarzgebrannten Schnaps.

Die Frage, was Sportcoat zu seiner Tat bewog, ist jedoch nur eines der Rätsel dieses herrlich vielschichtigen

Romans. So ist beispielsweise ungeklärt, wo Sportcoats verstorbene Frau Hettie das Geld der

Kirchengemeinde Five Ends versteckt hat, dass sie regelmäßig für Weihnachtsgeschenke einsammelte und

verwaltete.

Hardcover mit Schutzumschlag,

448 Seiten:

ISBN: 978-3-442-75924-8

22,00 Euro

eBook:

ISBN: 978-3-641-26675-2

17,99 Euro

Ein weiteres Rätsel ist der Verbleib der Venus von Willendorf. Diese kostbare Statue wird von Tommy

Elefante gesucht, dem Mafioso des Viertels. Die Statue, die sein Vater vor Jahren für einen Freund versteckte,

könnte für ihn das Ticket in ein besseres Leben sein. Elefante, ein einsamer Mann mit harter Schale, sehnt

sich nach Liebe und Normalität.

Apropos Liebe. Zu lesen, wie diese den ermittelnden Cop Sergeant Mullen und Schwester Gee, die Frau des

Gemeindepfarrers, ereilt, ist ein wahrlich außerordentliches Vergnügen.

Wie überhaupt die Lektüre dieses amerikanischen Sittengemäldes aus dem New York der späten 1960er-

Jahre ein ganz großer Genuss ist. James McBride reichert seine Geschichte mit soviel Herz und Liebe an,

dass es eine wahre Freude ist. Ich habe lange nicht mehr eine so wunderschön geschriebene Geschichte von

tiefer Menschlichkeit gelesen.

INHALTSANGABE

Die ruhigen Tage scheinen gezählt in der

kleinen Baptistengemeinde „Five Ends“ im

Süden Brooklyns. An einem warmen Septembertag

im Jahr 1969 tritt der alte Diakon

Cuffy Lampkin, genannt „Sportcoat“, mit einer

Waffe auf den zentralen Platz seines Sozialbauviertels,

hält sie vor aller Augen dem

hiesigen Drogendealer vors Gesicht - und

drückt ab. Ausgerechnet Sportcoat, der keiner

Fliege etwas zuleide tun kann.

JAMCES MCBRIDE

Autor, Musiker, Drehbuchschreiber, Journalist – wurde

weltberühmt durch seinen autobiografischen Roman „Die

Farbe von Wasser“. Das Buch gilt inzwischen als Klassiker

in den Vereinigten Staaten, es stand zwei Jahre lang auf der

New York Times Bestsellerliste. McBrides Debüt „Das Wunder

von St. Anna“ wurde vom amerikanischen Kultregisseur

Spike Lee verfilmt. Für „Das verrückte Tagebuch des Henry

Shackleford“ erhielt McBride den renommierten National

Book Award. 2015 wurde James McBride von Barack Obama

mit der National Humanities Medal ausgezeichnet.

Wie konnte es dazu kommen? Schnell zeigt

sich, dass sich die Schicksale aller Gemeindemitglieder

– der Afroamerikaner wie der

Latinos, der abgehalfterten Mafiosi wie der

ermittelnden Cops – in dieser unvorstellbaren

Tat überkreuzen. Und dass himmlische

Gerechtigkeit und Strafe manchmal eine

ziemlich irdische Angelegenheit sind ...

Foto ©Chia Messina

70 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


IN EIGENER SACHE

IMPRESSUM

COBURGER – Das Magazin

Ausgabe 44 / April 2021

Sechster Jahrgang

Auflage 3750 Stück

www.coburger-magazin.de

Verlag:

MARKATUS

Branding | Marketing | Digital

Coburger Straße 7

96472 Rödental

Telefon 0 95 61 / 973 45 00

www.markatus.de

Herausgeber und Chefredakteur:

Wolfram Hegen

Telefon 01 71 / 690 52 84

hegen@coburger-magazin.de

Gründungsherausgeber:

Peter Einheuser

Wolfram Hegen

Redaktion / Autoren dieser Ausgabe:

Wolfram Hegen

Wolfram Porr

Heidi Schulz-Scheidt

Gabi Arnold

Fotografen dieser Ausgabe:

Sebastian Buff

Val Thoermer

Lisa Leuchtmann

Titelbild: „Grauer Frühling“

Layout / Illustrationen:

Axel Straubinger

Grundlayout:

Peter Einheuser

Anzeigengestaltung:

MARKATUS

Branding | Marketing | Digital

Anzeigenvertrieb:

Wolfram Hegen

hegen@coburger-magazin.de

Anke Feuer

feuer@coburger-magazin.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2021

Druck:

DCT GmbH

www.dct.de

Preis:

kostenlos

Vertrieb:

über 200 Verteilstellen

in Coburg Stadt und Land

Bestellung:

Online über www.coburger-magazin.de

Preis inkl. Verpackung und Versand

innerhalb Deutschlands

5 Euro inkl. MwSt.

IN EIGENER SACHE

MUTIGE IDEEN

UND POSITIVE KRITIK

Unsere Geschichte über vielleicht ungewöhnliche,

aber gerade deswegen mutige Ideen für Coburgs

Zukunft (Einbahnring Innenstadt / Begrenzung

Amtszeit / Einhausung Stadtautobahn / Regionalwährung

/ Rathausneubau / Stadtmuseum / Kunstmuseum)

hat uns einige Rückmeldungen eingebracht.

Meist positiv, und wenn kritisch, dann vor

allem, dass die eine oder andere Idee nicht größer

präsentiert, gedacht, erläutert worden ist, sondern

durch die Aufzählung auf vier Seiten fast ein wenig

unterging. Wir werden diese Ideen daher in den

kommenden Ausgaben aufgreifen und ihnen den

Platz geben, den sie in den Augen unserer Leser verdient

haben. Danke.

IM NÄCHSTEN COBURGER

AUSGABE 45

… widmen wir uns dem Sonderthema „Mobilität

– was bewegt uns?“. Wie kommen wir vorwärts, mit

welchen Technologien, welchen Energien? Aber

auch: Was treibt uns an? Was motiviert uns?

… führen uns die Kultouren an die Dänische

Nordseeküste. Warum nicht wieder von anderen

Ländern träumen? Vielleicht klappt es ja 2021 mit

dem Sommerurlaub.

… erzählen wir in unserer Reihe „Grenzerfahrung“

Geschichten von Menschen, die weiterleben können,

weil andere ihnen Organe gespendet haben.

… freuen wir uns im COBURGER SPECIAL

„Freizeit und Gastro“ auf den Sommer – wenn uns

die Pandemie lässt. Das Special „Haus und Garten“

für dieses Magazin mussten wir leider verschieben.

… und vieles mehr.

PREMIUM PARTNER 2021

GUTE PARTNERSCHAFT

Der feine Club an PREMIUM PARTNERN hat

Anfang des Jahres wieder Zuwachs bekommen.

Premium Partner schätzen den COBURGER als

ideales Umfeld für ihre Werbebotschaft und sind

regelmäßig mit im Magazin. Dafür bedankt sich der

COBURGER mit der einen oder anderen Geschichte

mehr. Stabile Partnerschaften, auf die sich beide

Seiten verlassen können. Mehr Informationen unter

www.coburger-magazin.de/Premium-Partner. Im

Jahr 2021 danke bisher an:

Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler

Autohaus Wormser NEU

Baugesellschaft Otto Hauch

Bätzoldt oHG

Bodystreet Coburg Heiligkreuz

Buchhandlung Riemann

Ciderhof Coburg

DELIFE NEU

Engel & Völkers

Filzkraut / Festartikel Müller NEU

Friseur Julia Göring Intercoiffure

Goldenes Kreuz

HSC 2000 Coburg

Hörgeräte Geuter

iTVCoburg

Kongresshaus Rosengarten

Lasco Umformtechnik

Optik Müller

Sparkasse Coburg - Lichtenfels

Sportland Coburg

Stadtbild Coburg e.V.

Stadtmarketing Coburg

SÜC

süc//dacor

Teppichhaus Bartel

Thomas Bittorf tb.legal

Tourismus & Stadtmarketing

Citymanagement Coburg

Vitadrom

Von Poll Immobilien

VVC Pillipp Versicherungsmakler NEU

Wichtrey Homeware

Haben Sie auch Interesse?

PREMIUM

PARTNER

Weitere Infos unter

www.coburger-magazin.de/premium-partner

Wolfram Hegen: hegen@coburger-magazin.de

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 71

Anke Feuer: feuer@coburger-magazin.de


72 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


GALERIE

Brautshooting: Vika & Tyler

G A L E R I E

L I S A L E U C H T M A N N

Kreativität, Vorlieben für Mode, Styling, Kunst, Farben und

Natur. Das sind große Aspekte im Leben und in der Fotografie

der 33jährigen Lisa Leuchtmann aus Coburg. Egal ob bei

einer außergewöhnlichen Hochzeit, einem Fashion Shooting,

die Betreuung von Start-ups, Künstlern und Business Kunden

jeglicher Art. Angefangen hat alles mit der Fotografie als

sie ihre Liebe zur Lomografie entdeckte. Das analoge

Fotografieren, ob Polaroids, Lomos oder Kameras aus alten

Tagen, hat sie schon immer fasziniert. Genauso aber auch

die technischen Fortschritte mit der Zeit: DSLR Kameras,

Equipment und deren Möglichkeiten. „Meine halbe Jugend

habe ich mit Kamera vor dem Auge und vor allem vor dem

Mac Book verbracht“, sagt sie. Ihr Blick fürs Ganze und vor

allem für die schönen Dinge zeichnen ihre Fotografie aus.

Ihr sehr hoher künstlerischer Anspruch und die perfekte

Bildkomposition gehören für sie genauso dazu wie die echten

Momente dazwischen.

www.lisaleuchtmann.de

Products: Blooms & Rooms

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 73


GALERIE

Portrait: Katrin Franke

74 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


LISA LEUCHTMANN

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Unternehmen, die neue

Wege gehen wollen.

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Products: Blooms & Rooms

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 75


GALERIE

Wedding: Anna & Waldemar

Portrait: Katrin Franke

Fashion Editorial: Bang Bang Bloom | Studio Jiro | Miriam Russ & Katrin Franziska

76 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


LISA LEUCHTMANN

Business: Lenting Homes

Wir setzen auf Spezialisierung.

Bei uns finden Sie Fachanwälte für die Rechtsgebiete Familienrecht, Verkehrsrecht,

Arbeitsrecht, Versicherungsrecht, Erbrecht, Medizinrecht, Bau- und Architektenrecht,

Verwaltungsrecht sowie Miet- und Wohnungseigentumsrecht.

Kasernenstraße 14

D-96450 Coburg

09561/80110

www. hoernlein-feyler.de

Wolfgang Hörnlein

Dr. Wolfgang Hacker

Julia Gremmelmaier

Dr. Thomas Kunze

Eva Grabolus

Maren Feyler

Lutz Lindner

Heidi Schüler

Karoline Rink

Frank Sitte

Dr. Eike Bittorf (RA i. R.)

Jürgen Hopf

Nadine Werner

www.hoernlein-feyler.de

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 77


GALERIE

Gute Geschichten.

Gute Bilder. Gut erzählt.

Imagefilme. Werbespots.

Eventmovies. Erklärfilme.

www.itv-biz.de

www.itv-coburg.de

78 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


LISA LEUCHTMANN

Englischer

Cider

Perry‘s Cider - seit über

180 Jahren für die Herstellung

hand crafted Cider bekannt.

Wir führen über 50 verschiedene Cider,

Birnenwein, Cider-Brandy und Likör mit

einer einzigartig britischen Seele!

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auch im Bar Restaurant 1627

in Coburg erhältlich.

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Ernstfarm Coburg, Kürengrund 80,

Mobil 0171 9234203 . Öffnungszeiten:

Do, Fr: 15-18 Uhr, Sa: 14-18 Uhr

www.ciderhof.de

AUSGABE 44 / April 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 79


MONACO FRANKE

Für den COBURGER von Wolfram Porr

Es spricht schon eine gehörige Portion Hochachtung

und Bewunderung aus seinen Worten, wenn

ein Münchner einen Satz sagt wie: „Die Hund‘ sind

scho‘ grod überoi dabei, wo die Musi spuit!“ Aber

genauso ist es. Die in Oberbayern häufig belächelten

Franken sind gerade in aller Munde und omnipräsent.

Ob in der Politik, im Sport oder als Angriffsfläche

von Satirikern. Letzteres war schon immer

ein untrügliches Zeichen für die Bedeutung einer

Person. Höchstwahrscheinlich hätte Brose-Chef

Michael Stoschek auf die Art von „Publicity“ aber

gerne verzichtet, die ihm Jan Böhmermann seit Monaten

in seinem „ZDF Magazin Royale“ angedeihen

lässt. Aber mit einer eigenen Rubrik und eigenem

Jingle fester Bestandteil einer hippen Satire-Unterhaltungsshow

im ZDF-Hauptprogramm zu werden,

da gehört schon auch etwas dazu – und wenn‘s a Bedongschädel

und boliddische Dreistichkeit sind. Da

gradulierma recht herzlich! Coburg und sein in besagtem

Jingle bestens in Szene gesetztes Stadtwappen

jedenfalls dürfte nun endgültig auch der letzte

Influencer in Deutschland kennen – genauso wie die

Max-Brose-Straße oder Stoscheks verzweifelte Versuche,

zum Wohle des eigenen Unternehmens (oder

hob iech jetzt wen vergess’n?) Druck auf die Stadtspitze

auszuüben – und wenn das nicht gelingt: auf

die Landesregierung.

Fortsetzung folgt? Des is so sicher wie der Coburcher

Rutscher zum Sonntagsbraten! Denn wenn sich

Medien oder Satiriker erstmal auf jemanden eingeschossen

haben, dann geht’s fröhlich immer weiter

zur Sache. Erst wenn der Gaul tot ist, auf dem man

reitet, ist vielleicht mal Schluss, wie ein altes Indianer-Sprichwort

besagt. Dafür müsste Stoschek aber

auch mal Ruhe geben und ein bisschen Einsicht zeigen

oder vielleicht sogar Humor beweisen. Beides

eher unwahrscheinlich, wie sein Austritt aus der

CSU zeigt. Das bringt uns zum zweiten Franken, der

momentan mit an den Hebeln der Macht sitzt und

vielleicht sogar bald noch wichtiger werden könnte.

In der Coronakrise präsentiert sich unser bayerischer

Ministerpräsident Maggus Söder bei den ja

nun regelmäßig stattfindenden Kanzler-Ministerrunden

in vorderster Front und sehr überzeugend

als Macher und Krisenmanager, auch wenn nicht

mal er das Desaster mit den Osterruhetagen verhindern

konnte, die die Kanzlerin nach gerade mal 24

Stunden selbst wieder kassierte. Wenn Söder das

Kanzleramt irgendwann nicht mehr nur als Gast

durch den Nebeneingang betreten will, dann muss

(und wird) er jetzt den ihm eigenen Machtinstinkt

nutzen und in Anbetracht der noch ausstehenden

„K-Frage“ in der Union eine möglichst gute Figur

abgeben und sich für den Posten in Stellung bringen.

Freilich, des is jetzt bei der Konkurrenz aus der

Reihenhaussiedlung in Aachen-Burtscheid ned so

wahnsinnig schwer. Weil neba dem „Zaunkönich“

aus Nordrhein-Westfalen wirkt der Söder mit seiner

beeindruckenden Statur ja geradezu wie a majesdädischer,

stolzer Albadross („Gockel“ ham Sie jetzt

gedocht!)! Kei‘ Ahnung wieso, aber der Monaco

muss, wenn er den Armin Laschet sieht, immer an

so a‘ Gaddenzwärchversammlung im Vorbeet denken

…! Humor hat der „MP“ übrigens auch! Einerseits

hat er bei den zwei, pardon: drei, oder waren’s

vier Fällen in der Maskenaffäre echt streng durchgegriffen.

Andererseits heißt sein großes Vorbild Franz

Josef Strauß. Und der hätt‘ nie und nimmer … also irgendwos

mit Geld … undenkbar sowas! Aber is auch

völlig wurschd! Schon Konrad Adenauer hat gesagt,

„was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“,

und da ist der Maggus ein gelehriger Schüler!

Ja, der Söder könnte der wichtigste fränkische

Staatsmann seit Henry Kissinger (!) werden. Innerhalb

der Union, und sogar außerhalb Bayerns, trauen

ihm deutlich mehr Leute die Kanzlerschaft zu als

seinem Konkurrenten. Wer hätte das vor Kurzem

noch gedacht?! Aber ehrgeizig war der Nürnberger

bekanntlich ja schon immer. Und alle Beteuerungen,

der Job als bayerischer Landesvater sei der schönste,

den er sich vorstellen könne, greifen nur bedingt,

denn: Wenn das Volk ihn ruft, dann wird der Maggus

Verantwortung übernehmen, ist doch klar! Zum

DER MONACO FRANKE

Üben hat er sogar schon ein paar Flirtversuche mit

den Grünen unternommen. Sollte die bemitleidenswerte

SPD tatsächlich nur dritt- oder gar viertstärkste

Kraft im Land werden, wäre Schwarz-Grün im

Bund geradezu geboten. In Berlin könnte es dann

noch dieses Jahr die Troika Söder-Laschet-Bärbock

geben … fei ned lachen! Ich erinnere Euch im Herbst

nochamal dran!

Dann dürfte längst feststehen, wer als Bundestrainer

unserer Fußball-Nationalmannschaft die Nachfolge

von Jogi Löw antritt. Und simmer ehrlich, wer

könnte diese Rolle besser ausfüllen, als DER fränkische

Fußballexperte und Mann von Welt, unser

Lothar Matthäus?! „Wäre wäre Fahrradkette“? Die

Chancen, dass er’s wird, stehen in der Tat gar nicht

so schlecht! Erstens will der DFB keinen Trainer

aus einem bestehenden Vertrag herauskaufen, was

einen Bundestrainer Flick oder Klopp (der ohnehin

schon abgesagt hat) ausschließt. Und zweitens mehren

sich die Stimmen, die dem Loddar diese Aufgabe

zutrauen würden. Selbst Uli Hoeneß, der ihn einst

nach diversen internen Skandälchen und Undiszipliniertheiten

nicht mal mehr als „Greenkeeper“ hatte

verpflichten wollen, hat jetzt gesagt, Matthäus wäre

eine gute Wahl! Sagen wir mal so: Als Rekordnationalspieler

hat er auf jeden Fall genügend Erfahrung

und Sachverstand. Seine Einstellung stimmt immer

– nie würde er den Sand in den Kopf stecken, von

Löw aussortierte Spieler hätten bei ihm eine faire

Chance („I look not back, I look in front!“) und

alle hätten viel Spaß. Auf der internationalen Bühne

ist der gebürtige Mittelfranke sowieso zuhause wie

kaum ein zweiter: Sein „Fränglisch“ ist international,

und alleine seine fünf Ehen haben ihn zu einem

echten „Globetrotter“ werden lassen, der in ganz Europa

zuhause ist – mit Wohnsitzen in München und

Budapest, Kindern in Deutschland, der Schweiz und

Ungarn, dazu hat der Loddar einen Koffer in Italien,

Russland, der Ukraine, Serbien und in Herzogenaurach.

Und noch ein wichtiger Punkt, der für Matthäus

als Bundestrainer spricht: Nach dem penibel

genau auf sein Äußeres achtenden und stets elegant

gekleideten Joachim Löw würde Deutschland einen

würdigen, stilsicheren Nachfolger bekommen. Denn

wie antwortete Lothar Matthäus einst auf die Frage,

was er in seiner Zeit in Mailand fürs Leben gelernt

habe? „Die Grawatte muss zum Gürdel bass’n!“

Schätzla, schau wie iech schau!

80 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


AUF EIN WORT

In jedem

COBURGER laden wir

an dieser Stelle Coburger

oder Nicht-Coburger

ein, ihre Meinung

zu sagen.

EINATMEN. AUSATMEN.

Über was man sich nicht alles aufregen könnte.

Einatmen. Ausatmen.

Über das generische Femininum zum Beispiel:

Leser*innen, Bürger*innen, Stadträte*innen. Das

Sternchen spricht man nicht, der gut gemeinte und

alle nicht der Zweigeschlechtlichkeit Zugehörigen

umfassende Gap verkommt im Sprachmodus zum

würdelosen Schluckauf.

Solche Sprache nimmt nicht alle mit,

sondern lässt viele zurück. Schade.

Einatmen. Ausatmen.

Über die rasante Polverschiebung zum Beispiel:

Während Europa sich gegen alle Widerstände

und trotz alles Versagens um eine gerechte

Impfstoffverteilung bemüht, während Gefährdete

zuerst geimpft werden und die Anderen

hintenanstehen, während also Solidarität gepredigt

und geübt wird, deren verbindende und die

Gemeinschaft stärkende Wirkung sich in den Jahren

nach der Pandemie entfalten wird, entsolidarisieren

sich ausgerechnet gewählte Volksvertretende, deren

moralischer Kompass nur das eigene Bankkonto

kennt. Schade? Nein. Schämt Euch!

Einatmen. Ausatmen.

Über Ewiggestrige im Coburger Stadtrat zum

Beispiel: Anstatt ihre Erfahrung, Reife und im besten

Fall Weisheit moderierend, beratend, mäßigend

einzubringen und so Coburg in eine moderne Zukunft

zu führen, klammern sie, paktieren, grenzen aus,

wiegeln ab.

Solches Verhalten nimmt viele nicht mit,

viele Bürger vor allem. Schade? Sehr schade!

Einatmen. Ausatmen.

Über Anspruchsdenken, Hobby-Virologen, asoziale

Medien, darüber, dass wir jetzt auch noch das

Fußballspielen verlernt haben.

Und natürlich vor allem über mich selbst,

dass ich mich darüber aufrege.

Schade? Nein. Selbst schuld!

Einatmen. Ausatmen.

AUSGABE 44 / APRIL 2021 COBURGER | DAS MAGAZIN 81


Coburger | Das Magazin

erscheint wieder am 7. Juni 2021.

Anzeigenschluss ist

der 21. Mai 2021.

Zitate über die Kommunalpolitik sind dieses Mal … das Letzte

„Wirklich, er war unentbehrlich! Überall, wo was geschah, zu dem Wohle der Gemeinde, er war tätig, er war da.

Schützenfest, Kasinobälle, Pferderennen, Preisgericht. Liedertafel, Spritzenprobe, ohne ihn, da ging es nicht. Ohne ihn war

nichts zumachen, keine Stunde hatt‘er frei. Gestern, als sie ihn begruben, war er richtig auch dabei.“

Wilhelm Busch

„Was hat ein Fahrradweg mit Parteipolitik zu tun?“

Paul Bauwens-Adenauer, Präsident in der IHK Köln, 1953

„Wer an den Dingen seiner Gemeinde nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger.“

Perikles, Staatsmann, 5 Jhd. v. Chr.

„Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte.“

Bertold Brecht

„Nein, er gefällt mir nicht, der neue Bürgermeister! Nun, da er es ist, wird er nur täglich dreister.“

Johann Wolfgang von Goethe

„Die Verwaltung darf man nicht unter die Lupe nehmen, weil sie sonst noch größer wird.“

Wolfram Weidner, deutscher Journalist

„Das Leben an einem Ort ist erst dann schön, wenn die Menschen ein gutes Verhältnis zueinander haben.“

Konfuzius

82 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 44 / APRIL 2021


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