16.04.2021 Aufrufe

ocean7 3/2021

SCHLEMMERTÖRNS in Kroatien. So erfahren Skipper 7 Top-Konobas am Wasser auf 2 Schlemmer-Törns ab Pula und Split. SARDINIEN SÜD. Markus Silbergassers geschmackvolle Reviertipps für den unbekannteren Teil der Insel. PORTUGAL. Mit dem Hausboot auf dem Fluss Douro durch die Heimat des Portweins. Alles Regatta. Freundliche Racing-­Events, sportliche Ausbildungsmöglichkeiten. MIKE HORN. Der Extrem­-Abenteurer über Feuer und Eis, Risiko und Familie und seine Erfahrungen mit der Expeditions-Yacht Pangaea. DEKADE DER OZEANE. Die Ziele 2021–2030 der Ozean­forschung und was jeder Einzelne von uns dazu beitragen kann. MYLIUS 60CK. Schwenkkiel als Trumpf – die zivile High-End-Nutzung der VO65-Technologie. INVICTUS TT 460. Flaggschiff mit Flügeln: die neue Motoryacht von Christian Grande. FEUER AN BORD. Wie man die größten potentiellen Brandherde an Bord entschärft.

SCHLEMMERTÖRNS in Kroatien. So erfahren Skipper 7 Top-Konobas am Wasser auf 2 Schlemmer-Törns ab Pula und Split.
SARDINIEN SÜD. Markus Silbergassers geschmackvolle Reviertipps für den unbekannteren Teil der Insel.
PORTUGAL. Mit dem Hausboot auf dem Fluss Douro durch die Heimat des Portweins.
Alles Regatta. Freundliche Racing-­Events, sportliche Ausbildungsmöglichkeiten.
MIKE HORN. Der Extrem­-Abenteurer über Feuer und Eis, Risiko und Familie und seine Erfahrungen mit der Expeditions-Yacht Pangaea.
DEKADE DER OZEANE. Die Ziele 2021–2030 der Ozean­forschung und was jeder Einzelne von uns dazu beitragen kann.
MYLIUS 60CK. Schwenkkiel als Trumpf – die zivile High-End-Nutzung der VO65-Technologie.
INVICTUS TT 460. Flaggschiff mit Flügeln: die neue Motoryacht von Christian Grande.
FEUER AN BORD. Wie man die größten potentiellen Brandherde an Bord entschärft.

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YACHTING, REISEN UND MEER

3/2021 Mai/Juni

Österreichische Post AG | MZ 12Z039473 M | ocean7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

www.ocean7.at

GENUSS-

TÖRNS

Was wäre ein Urlaubstörn in KROATIEN ohne Abstecher in

die dalmatinische Küche? So erfahren Sie 7 Top-Konobas

am Wasser auf 2 geschmackvollen Routen ab Pula und Split.

EXPEDITION NORD

Im Land der

Eisbären

Extremsportler Mike

Horn im Interview.

INVICTUS TT 460

Flaggschiff

mit Flügeln

Die neue Motoryacht

von Christian Grande.

MYLIUS 60CK

Schwenkkiel

als Trumpf

Die zivile Nutzung der

VO65-Technologie.

Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ


ACI Free Days

Kostenlose Tagesliegeplätze für die ACI Jahreslieger

in allen ACI Marinas bis zum 30. Juni 2021!

Ein Tagesplatz kann in allen ACI Marinas im Zeitraum vom 15.02. bis zum 30.06.2021

seitens unserer Jahreslieger, die über einen gültigen Jahresliegeplatzvertrag mit

einer ACI Marina verfügen, kostenlos genutzt werden, vorausgesetzt, dass sie die

ihnen obliegenden vertraglichen Pflichten* ordnungsgemäß erfüllt haben.

Ein Tagesliegeplatz kann an jedem zweiten Tag (am ersten, dritten, fünften Tag,

usw.) in derselben ACI Marina, oder jeden ersten Tag in einer anderen ACI Marina,

kostenlos und unbegrenzt während der Angebotsdauer genutzt werden.

Durch den Scanvorgang können Sie detaillierte Informationen und die Angebotsbedingungen,

die mit dem jeweiligen QR Code verbunden sind, abrufen. Diese

sind auch auf unseren Internetseiten verfügbar: www.aci-marinas.com

*gilt nur für die Benutzer eines kommerziellen Jahresliegeplatzes und kann nicht

mit anderen Ermäßigungen, Sonderangeboten und ACI Card-Begünstigungen

kombiniert werden; die Yacht-Charterunternehmen dürfen diese Begünstigung

nicht dazu nutzen, um die Besatzungswechsel durchzuführen.

www.aci-marinas.com

| | | |


FOTO: SHUTTERSTOCK

Editorial

Lust statt Frust

Boot noch nicht im Wasser? Chartertörn erneut umgebucht? Die Nase voll von den Bohrertests?

Nicht verzagen, sondern frohen Mutes abwettern – das nächste Hoch kommt bald!

Über Geschmack lässt sich

bekanntlich nicht streiten,

die restriktiven Reisebestimmungen

sind aber bitter für die

meisten von uns. Yachties mussten

ihren Charterurlaub für April erneut

verschieben, Eigner, die zu

ihren Schiffen wollen, sitzen zu

Hause fest.

Immerhin hat man sich in unserem

Lieblingsrevier Kroatien

mächtig ins Zeug gelegt, um die Türen

weit öffnen zu können, sobald

die Sonne wieder scheint. Damit

man auch weiß, welche Tür die richtige

ist, hat man diese jetzt zusätzlich

mit einem Schild versehen: Alle

Betriebe, die das im Februar von

der kroatischen Tourismusministerin

Nikolina Brnjac vorgestellte nationale

„Safe Stay in Croatia“-Siegel

tragen, setzen die vorgeschriebenen

strengen epidemiologischen Maßnahmen

und Empfehlungen für den

Gesundheitsschutz vollinhaltlich

um. Wie diese thematisch im Detail

aussehen – etwa für Nautik, Gastronomie,

Unterkünfte etc. –, ist auf

www.safestayincroatia.hr/de nachzulesen.

Mitte April wurde auch

öffentlich, dass die rund 70.000

Beschäftigten im Tourismus jetzt

vorrangig geimpft werden.

Achten Sie auf „Safe Stay“, z. B.

bei der Wahl Ihres Lokals. Wir haben

mit Siegrun Scheiter und Bodo

Müller ganz besonders auch darauf

geachtet, dass der Redaktion sieben

liebsten Konobas und Restaurants

skipperfreundlich vom Wasser aus

zu erreichen sind (ab Seite 18).

Segelblogger und -Autor

Markus Silbergasser würzt unsere

Genuss-Törns in Kroatien mit einem

Revier bericht über den Süden

Sardiniens, der noch reich an authentischer

Küche ist (ab Seite 26.)

FOTO: KROATIEN TOURISMUS

Die passende Weinbegleitung für

diese Ausgabe hat uns Motor- und

Hausboot-Spezialist Gerald Penzl

kredenzt: Portwein, der an den

Weinhängen beidseits des schiffbaren

Flusses Douro so prächtig

gedeiht (ab Seite 32).

Zu viele Kalorien? Die kann man

bei freundschaftlichen Regatten

bzw. sportlichen Ausbildungs- und

Trainingskursen in und um Österreich

flott verbrennen (ab Seite 44).

Lust auf mehr? Dann blättern Sie

bitte weiter und hoffe ich, dass wir

Ihnen die Wartezeit mit dieser Ausgabe

von schmackhaft

verkürzen können. Viel Vergnügen!

„ Mehr als 12.000 Tourismusbetriebe

haben das Label ,Safe

Stay in Croatia‘ bereits erhalten.“

Nikolina Brnjac, kroatische Ministerin für Tourismus und Sport

FOTO: UDO REICHMANN

TAHSIN ÖZEN

Journalist, Segler und

Liebhaber aller Reviere

und Yachten, Skipper,

Chefredakteur.

redaktion@ocean7.at

3/2021 3


Passion made

BAVARIA

VIDA 33

bavariayachts.com


Cartoon

Yachties ...

ILLUSTRATION: INGA BEITZ, WWW.INGABEITZ.JIMDO.COM

... stehen sich nahe.

3/2021 5


Inhalt 3/2021

UNSER REGATTA-KOMPASS. An See und Meer, für Anfänger

und ambitionierte Segler: beliebte Wettsegel-Events (im Bild der Sisi Cup) 44unter heimischer Führung.

FOTOS: MAXIMILIAN LEITNER (OBEN), MARKUS SILBERGASSER (LI.), GERALD PENZL (RE.)

26

32

DER SÜDEN SARDINIENS. So schön wie der Norden der Insel. Aber ursprünglicher.

Bodenständiger. Und vor allem: viel entspannter!

DER NORDEN PORTUGALS. Mit dem Hausboot auf dem Rio Douro –

kultiviert von Schleuse zu Schleuse und von Portwein zu Portwein cruisen.


Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ

Rubrik

8 SCHAUFENSTER

Sisi: Komm an Bord!

61 IMPRESSUM

Kolumnen

10 BOBBY SCHENK

Erste Weltumsegelung ohne

Diesel? Alles schon einmal

da gewesen.

16 OCEAN WOMAN

Wer die Miete nicht bezahlt,

heirate den Vermieter/Skipper.

54 SKIPPER’S DIARIES

Zwischen Europa und Asien:

mit Korona übers Schwarze Meer

und durch den Bosporus.

60 GOTTFRIED RIESER

Segeln geht durch den Magen:

So wichtig ist eine anständige

Verpflegung an Bord.

82 SAILING POETRY

Mit Thomas Mann in Venedig.

Reisen

18 KROATIEN KULINARISCH

Lukullus als Steuermann:

Genuss-Törns in Dalmatien.

26 SARDINIEN – DER SÜDEN

Ursprünglich und urangenehm:

Markus Silbergassers geschmackvolle

Reviertipps für den unbekannteren

Teil der Insel.

32 PORTUGAL/DOURO

Mit dem Hausboot auf dem Fluss

durch die Heimat des Portweins.

Features

38 IM INTERVIEW: MIKE HORN

Der Extrem-Abenteurer aus Südafrika

über Hitze und Kälte, Risiko und

Familie und seine Expeditionen mit

der Pangaea.

43 HIGHTECH IN SONNENBRILLEN

Wie die Skipper der Vendée Globe

ihre Sicht auf See verbessern. Mit

Gewinnspiel.

44 ALLES REGATTA

Freundliche Racing-Events, sportliche

Ausbildungsmöglichkeiten.

52 AUSBILDUNG

Blue-2 und in2theBlue: von der

Trainings-App daheim bis zum

Vollprogramm auf dem Wasser.

56 DEKADE DER 7 WELTMEERE

Die Ziele 2021–2030 der Ozean ­

forschung und was jeder Einzelne

von uns dazu beitragen kann.

74 FEUER AN BORD

Wie man die größten potentiellen

Brandherde an Bord entschärft.

Yachten

62 MYLIUS 60CK

Ein Racer mit Luxus und vor allem

mit einem direkt von den VO65-

Racern abgeschauten Schwenkkiel.

68 INVICTUS TT 460

Das neue Flaggschiff der italienischen

Werft hat das Zeug zur Design-Ikone.

Im Verband

76 YACHT CLUB AUSTRIA

80 MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS

VERBAND ÖSTERREICH

ÜBER

JAHRE

Segeln als

sicherer Urlaub

Vorfreude inklusive

FOTO: SHUTTERSTOCK

YACHTING, REISEN UND MEER

3/2021 Mai/Juni € 4,90

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TÖRNS

Was wäre ein Urlaubstörn in KROATIEN ohne Abstecher in

die dalmatinische Küche? So erfahren Sie 7 Top-Konobas

am Wasser auf 2 geschmackvollen Routen ab Pula und Split.

EXPEDITION NORD

Im Land der

Eisbären

Extremsportler Mike

Horn im Interview.

INVICTUS T T 460

Flaggschiff

mit Flügeln

Die neue Motoryacht

von Christian Grande.

MYLIUS 60CK

Schwenkkiel

als Trumpf

Die zivile Nutzung der

VO65-Technologie.

Bucht Milna auf der

Insel Hvar, Kroatien.

+49 (0) 611 - 66 05 1

mail@argos-yachtcharter.de

www.argos-yachtcharter.de


Schaufenster

8 3/2021


In Saus

und

Braus!

Text TAHSIN ÖZEN

Fotos STEFAN LEITNER

Genau so lebt man auf der Sisi unter

idealen Bedingungen: Man

saust mit dem Wind um die

Wette und braust mit dem Bug durch

schäumende Wellenberge. Spartanisch

natürlich, wie es sich für die Crew eines

VO65-Racers geziemt. Präzise laufend

wie ein Uhrwerk (siehe Bild unten) und

voll fokussiert auf das Wesentliche:

Ocean Racing!

Da der Startschuss zur härtesten Offshore-Regatta

der Welt erst im Oktober

2022 fällt, haben die Organisatoren des

The Ocean Race eine European Tour

für 2021 (Mai–Juni, Etappen von Lit auen

bis nach Italien) ausgerufen.

Wer selbst einmal den Ocean-Race-

Spirit erleben und sich Regatta-Sporen

in dieser Königsdisziplin verdienen

möchte, hat beispielsweise während

der Überstellungstörns der österreichischen

VO65 Sisi in diesem Jahr die

Gelegenheit dazu. Und wäre beim

Team des The Austrian Ocean Race

Project wortwörtlich in besten Händen.

Alle Angebote, Termine und Preise

sind gelistet unter „Komm an Bord“ auf

è www.ocean-racing.at

3/2021 9


In den Wind gesprochen

Die Elektrosegler Teil 2

In der letzten Ausgabe habe ich berichtet, wie der Versuch der ARC-Ikone Jimmy Cornell, die Welt mit einer

Fahrten yacht ohne fossilen Antrieb (Outremer E-Katamaran) zu umrunden, bereits kurz nach dem Start in Spanien

scheiterte. Und warum ihm wenig überraschend der Saft ausgegangen war. Aber auch ohne diesem „Hoppala“ wäre

weder die Weltumsegelung mit einer Fahrtenyacht ohne Dieselmotor, noch die mit E-Antrieb ein Novum gewesen.

Das geniale Ei des Kolumbus

bleibt halt dem Genuesen

für immer vorbehalten.

Jimmy Cornell kann sich mit

dem Gedanken trösten, dass ähnliche

Vorhaben schon häufig daneben

gegangen sind. Schon vor vielen

Jahren gab es ein Unternehmen,

das eine Weltumsegelung mit Solarstrom

zum Ziel hatten. Das

Schiff kam damals nicht übers Mittelmeer

hinaus. Trotzdem wird

auch noch heute von der Weltumsegelung

dieser Yacht „allein mit

Hilfe der Solarzellen“ gesprochen.

Ein Beweis aber ist Jimmy Cornell

doch gelungen – wenn auch

ohne Absicht. Den Gedanken, eine

Weltumsegelung nur elektrisch

durchzuführen, kann man sich abschminken.

Für jene, die bis heute

von einer Circumnavigation per

rein elektrisch-autarkem Antrieb

geträumt haben, kann die Erkenntnis

aus dem Cornell‘schen Unternehmen

ein großer Vorteil sein,

denn sie ersparen sich mitunter

die Enttäuschung ihres Lebens und

sehr viel Geld, was die im Internet

berichteten reumütigen Motorumbauten

auf Diesel zeigen.

WELTUMSEGELUNGEN OHNE

DIESEL SIND EIN ALTER HUT

Ja, schon vergessen? Joshua Slocum,

Vater aller Fahrtensegler war

selbstverständlich mit seiner Spray

schon im 19. Jh. ohne „fossilen

Treibstoff “ (das klingt viel wissenschaftlicher

als das böse Wort vom

„Diesel“) unterwegs. Wie das? Sehr

einfach, er hat mit seinem Boot gerade

das gemacht, wofür das Schiff

gebaut wurde: Er ist um die Welt

gesegelt.

Deutlicher: In den 1950ern war

es die Regel, dass Fahrtenyachten

ohne Verbrennungsmotor um die

Welt gesegelt sind. Heute die Ausnahme,

aber solche Reisen finden

immer noch statt, freilich mit Seemännern

an der Pinne, wie dem

Amerikaner George mit seinem

selbstgebauten(!) Holzboot Scud.

BOBBY SCHENK

ist Weltumsegler,

Navigations-Experte

und Buchautor.

kolumne@ocean7.at

Replik der Spray des

Joshua Slocum, gebaut

vom Weltumsegler

George.

ABER DIE HATTEN JA AUCH

KEINEN ELEKTRO-ANTRIEB

Auch damit kann ich dienen:

Annegret und Sven haben im Jahre

1990 die Welt mit ihrem Segelschiff

Raroia (gekauft in der DDR für

6.000 Mark!), umrundet, fast immer

unter Segel, aber auch unter

Motor. Und zwar einem 10-kW-

Elektromotor (den Annegret gerade

in den Händen hält). Also

genauso, wie Jimmy Cornell es geplant

hatte, ohne fossile Treibstoffe.

Der Unterschied zu Cornell: Sie

haben den Kreis um die Welt geschlossen,

sind also die wirklich

ersten, die elektrisch (und mit Hilfe

vom Wind) um die Welt gefahren

sind. Eine Sensation unter dem

Blickwinkel der Cornell-Unternehmung!

Allerdings eine kleine –

still und leise ohne multimediale

PR –wie es zu dem bescheidenen

Ehepaar eben passt.

All das in den Wind gesprochen?

Sicher! Denn morgen liegt bestimmt

in der Mailbox die Frage:

„Was halten Sie von einem rein

elektrischen Antrieb?“. Meine

Antwort: „Nichts! Und das gilt

auch für diese Dekade.“

Der 10-kW-E-Motor der Raroia in den Händen

des Weltumseglerpaars Annegret und Sven.

PS.: Genau so ist es gekommen: Ein

Mail erreichte mich „morgen“ mit

dem bemerkenswerten Satz: „… es

gibt durchaus positive Stimmen zum

Langfahrtsegeln mit Elektromotor!“.

Ich habe dem Schreiber recht gegeben:

Es gibt zahlreiche Stimmen.

Aber keine Lösungen für ein Problem,

das in der Praxis ja gar nicht

existiert. Und den Nichtpraktiker

nur verunsichert bei der Suche

nach einer Langfahrt-tauglichen

Segelyacht.

10 3/2021


Tragbarer Strom

PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

NEUE E-MOTOREN-SERIE. Unter dem

Markennamen e’dyn (Abkürzung für

Electric Dynamic Nautics) produziert

der slowenische Hersteller Podkrižnik

elektrische Antriebstechnik für die

Schifffahrt. Nach Elektromotoren für

Segelyachten sowie In- und Außenboardern

für Motorboote bieten die

Slowenen mit den Free Time-Modellen

nun auch tragbare Aggregate für Nachen,

Zillen und Co. an. Podkrižnik

betont, man habe bei der Konstruktion

sehr auf das Gewicht geschaut. Der

Einstiegsmotor e’dyn 0305 bringt denn

auch nur schlanke 17 kg auf die Waage.

Insgesamt gibt es fünf Modelle, deren

Leistung von 2,8 bis 20 kW reichen.

Die beiden Topmodelle e’dyn 1120

und 2035 wiegen jeweils 45 kg, da trägt

man dann schon zu zweit. Entwickelt

wurde auch ein zu den E-Motoren passender,

ebenfalls gewichtsreduzierter

Akku mit 2,5 kW/h.

è www.edyn-marine.com

e’dyn 2035

mit 20 kW.

Gratistag

ACI-Marina Skradin.

KOSTENLOSER TAGESLIEGEPLATZ.

Corona betrifft natürlich auch den Segelurlaub

an der Adria. So musste beispielsweise

Anfang April die Eröffnung von vier Marinas

der ACI-Gruppe verschoben werden.

Die Gruppe selbst nimmt am Projekt „Safe

Stay in Croatia“ teil, das alle Unternehmen,

die die vorgeschriebenen epidemiologischen

Maßnahmen umsetzt, zertifiziert.

Als Anreiz für den Auftakt der Wassersportsaison

2021 bieten die 22 ACI-Marinas

die Aktion „Free Days“ an: Alle Eigner,

die in einer ACI-Marina über einen gültigen

Jahresliegplatzvertrag verfügen, dürfen

bis 30. Juni 2021 an einem Tagesliegeplatz

in allen anderen ACI Marinas kostenlos

festmachen.

è www.aci-marinas.com


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Rescher Test

Vom schnellen Segeln zum schnellen Testen: Olympia-

Teilnehmer Niko Resch hat einen Covid-19-Antigen-Test

vorgestellt, der auch sehr kinderfreundlich ist.

START-UP. Der frühere Weltklasse-

Segler Niko Resch (man erinnert sich:

als Vorschoter gemeinsam mit

Steuermann Nico Delle

Karth viermalige Olympia-Teilnahme

bei den

49ern sowie zwei WM-Silbermedaillen)

hat mit seinem

im Jänner gegründeten Start-up

21med einen innovativen und

zertifizierten Covid-19-Antigen-

Schnelltest auf den Markt gebracht –

den Lollipop-Test. Der Vorteil: Er

kann selbst von Kindern eigenständig

durchgeführt werden, es gibt kein unangenehmes

Herumstochern mit Stäbchen,

Spucken oder Hantieren mit

Puffer-Flüssigkeiten. Der Lollipop-Test

muss für maximal 90 Sekunden gelutscht

werden und 15 Minuten danach

gibt es das Ergebnis. Die Sensitivität

des Tests liegt mit 95,65 Prozent

über jener des „Nasenbohrer-Tests“.

Der Test ist CE-zertifiziert und zugelassen

durch das BASG (Bundesamt

für Sicherheit im Gesundheitswesen)

und das BfArM (Bundesinstitut für

Arzneimittel und Medizinprodukte).

Getestet und für gut befunden hat den

Test beispielsweise auch das Team des

„The Austrian Ocean Race Projects“

(TAORP) vor dem Auslaufen mit dem

VO65-Racer Sisi. Den Lollipop-Test

gibt es online und in Apotheken z. B.

als 1-Stück-Pack um € 11,99.

è www.lollipoptest.at

Dem Team des

VO65-Racers Sisi

schmeckt der

Lollipop-Test des

Olympia-Seglers

Niko Resch.

Winsch

dir was

Komfortabler kurbeln.

ELEKTRISCH KURBELN. Schon die

2017 vorgestellte akkubetriebene

Winschkurbel Ewinscher1 war eine

echte Alternative zur Elektrowinsch.

Mit dem Modell Ewinscher2

legt der französische Hersteller nun

nach: 20 % mehr Leistung, dazu eine

längere Akkustandzeit. Die 2,2 kg

schwere Kurbel lässt sich auf Booten

bis 60 Fuß auf jeder handelsüblichen

Winsch ohne jeglichen Instal lations ­

aufwand installieren und liefert 450 W

Leistung und ein maximales Drehmoment

von 90 Nm –

damit lässt sich ein 160-m²-

Spinnaker problemlos trimmen.

Empfohlener Verkaufspreis:

€ 2.299,–.

è www.ewincher.com

Smartes Kiwi (li.)

und cleveres

Vario (re.).

Clever & Smart

RIBS. Mit den beiden Modellen Vario 360

(in Rot) und Kiwi 260 (in Grau) zeigt

Allroundmarin, professioneller Marine­

Fachhändler aus Wr. Neustadt, was moderne

Schlauchboote können. Überbreite von

bis zu 173 cm, aufblasbarer V-Kiel und stufenlos

verstellbare Sitzbretter zeichnen das

clevere Vario aus, weiters punktet es mit

Railblaza-Aufnahmen und der Wahlmöglichkeit

zwischen Aluminium- und Luftboden

(ab € 1.399,–). Die smarten Kiwi-Modelle

gibt es mit Features wie z. B. Car bon-

Sitzbrett, spezialbeschichtetem Heckspiegel,

Hochdruck-Luftboden, Antirutsch-Schutzmatte

u. v. m. (ab € 639,–).

è www.allroundmarin.com

Wir bieten umfangreiches

Service für ihr Boot!

• Reparatur aller Marken

• Bootsservice

• Pfl ege & Reinigung

• Maritime Kleidung

• Bootszubehör

FRAUSCHER Bootshafen

& Bootshandel | SHOP

4810 Gmunden

07612 / 658 11

www.frauscherhafen.at


Safe Stay

Flottes Heim.

Zweitwohnsitz

SUITE-FEELING. Die Phi losophie

„Just like Home“ war

oberste Prämisse von Ferretti

Yachts beim Design des Modells

500. Das Ergebnis kann

sich sehen lassen: Mit der neuen

Motoryacht wurde das nautische

Abenteuer mit wohnlichem

Ambiente stilvoll auf 15

Meter Länge unter einen Hut

gebracht. So präsentiert sich das

Cockpit äußerst familienfreundlich

und die Badeplattform bietet

einen sechs Quadratmeter

großen Spielplatz. Unter Deck

luxuriöse Einrichtung mit italienischem

Flair auf wahlweise

zwei oder drei Kabinen. 25

Knoten Cruising- und 30 Knoten

Maximum-Speed unterstreichen

die sportliche Seite der

Ferretti 500. Mehr Infos beim

Österreich-Händler Mennyacht.

è www.mennyacht.com/de

KUNDENDIENST. Zwar sind sämtliche Basen

von Pitter Yachtcharter in Kroatien mit

dem „Safe Stay“-Siegel für besondere Hygieneund

Sicherheitsvorkehrungen ausgezeichnet,

doch damit nicht genug: „Das Wohlbefinden

unserer Kunden hat höchste Priorität, daher

haben wir das Safe Stay in Croatia-Konzept erweitert

und testen all unsere Mitarbeiter regelmäßig

mit Antigentests“, sagt Klaus Pitter. Mit

einer Anzahlung von nur 20 % sowie kostenlosen

Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten

bei Reisebeschränkungen

und

der zu jeder Buchung

2021 kostenlos integrierten

„Sicher &

risikolos Plus Stornoversicherung“

von

VMG und Allianzpartners

werden die

Kunden auch finanziell

abgesichert.

è www.pitter-yachting.com

TIMELESS BEAUTY

THE NEW TT460

Gerne laden wir Sie zu einem persönlichen Beratungsgespräch ein.

bodenseenautic busse gmbh | hegnerstr. 10 | d-78465 konstanz-dettingen tel. +49 7533 8030997 | post@bodenseenautic.de | www.bodenseenautic.de

| 1


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Coole Kollektion

FANARTIKEL. Unser Mittelmeer-Experte

Markus Silbergasser betreibt auf seiner

Homepage nicht nur einen Segelblog, sondern

seit kurzem auch einen kleinen, feinen

Onlineshop. Zu finden sind darin nützliche

Accessoires wie Badetuch oder Einkaufstasche

und maritime Kleidung – Shirts,

Shorts, Westen und Jacken, alles edel verarbeitet

und in hoher Qualität. Die gebrandeten

Produkte (wie die Softshell-Jacke für

Damen und Herren im Bild links) sind Silbergasser-erprobt

und daher für den Segelalltag

empfehlenswert. Was uns angenehm aufgefallen

ist: Die detaillierten Beschreibungen

und die Farbauswahl bei der Kleidung!

è www.untersegeln.eu

Frauscher mit Stolz

NEUER HÄNDLER. Nachdem Frauscher

zuletzt in Miami einen eigenen Stützpunkt in

den USA aufgebaut hat, zieht die oberösterreichische

Bootswerft weiter nach Norden

und ist ab sofort auch in Kanada vertreten.

Die Pride Marine Group, Kanadas Nr. 1 unter

den Premium-Bootshändlern, ergänzt mit

den Luxusbooten aus Österreich ihr Portfolio.

Die Gruppe betreibt im Bundesstaat Ontario

zehn Standorte, darunter sechs Marinas mit

vollem Service. Für Testfahrten werden ab

Sommer 2021 eine Frauscher 858 Fantom

und eine 1017 GT zur Verfügung stehen.

è www.frauscherboats.com

Die Frauscher 1017 GT kann man

jetzt auch in Kanada probefahren.

Werner Ober GmbH Werner & Werner Co Ober KG

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Yachtelektronik

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Link zum Satelliten

NOTFALL-MESSENGER.

Der bislang eher nur in Outdoor-Kreisen

bekannte Bivy

Stick wurde samt App übernommen

vom Or tungs­ und

Kommunikations elektronik ­

Riesen ACR Electronics und

könnte damit auch für Wassersportler

interessant werden.

Der Stick ist das kleinste

Satellitenkommunikationsgerät

der Welt und bietet neben einer

SOS-Funktion via Iridium-

Satelliten eine Zwei-Wege-

Kommunikation per SMS und

E-Mail sowie Standortfreigabeund

Verfolgung. Bedient wird

der quasi als Satelliten-Modem

dienende Messenger via Bluetooth

und App mit dem

Smartphone.

è www.acrartex.com


Genießen Sie einen

sicheren Aufenthalt

vom “Willkommen” bis zum “Auf Wiedersehen”

Weitere Informationen finden Sie unter safestayincroatia.hr

PHOTO: ALEKSANDAR GOSPIĆ


Ocean Woman

Sam und die Wikinger

Sicher, manchmal ist es nicht so toll, das Segeln. Aber wenn man dabei ist,

sein Leben zu ändern, gib es eben auch schlechte Tage, oder?

Samantha, kurz Sam genannt,

tauchte mit dem Kopf aus

dem Niedergang der Windcharger

auf. Neben ihr Jessica, vier

Jahre, blonde Korkenzieherlocken,

dann Ehemann Lloyd – Colin Firth

– die jüngere Version – müsste sich

fürchten, würde Lloyd statt zu segeln

schauspielern!

Und dann krähte von unten „little

Tom“, das Baby an Bord, ein Jahr alt.

Das war Familie Robinson! Die hießen

wirklich wie die berühmte Aussteigerfamilie

und lebten seit zwei

Jahren auf dem Schiff, als wir sie in

Lanzarote kennenlernten. Eigentlich

sollte Lloyd Atom-U-Boote schüt­

zen für England, aber irgendwann

setzte er sich zu den Greenpeace ­

leuten vor der Marine-Basis und

trank mit ihnen Tee. Sam vermietete

er seine Wohnung – er war ihr

„Landlord, wie es so schön poetisch

im Englischen heißt. So lange, bis

Sam die Miete nicht mehr zahlen

konnte, dann heiratete er sie. So zumindest

seine Version.

Beim ersten Date erzählte er Sam

von seinem Traum, auf dem Schiff

zu leben. Und Sam sagte: „Ok

then!“ Sam war von ihrem Job als

Bank angestellte völlig ausgepowert

und perspektivelos. Nach Jessicas

Geburt suchten Sam und Lloyd ein

Schiff, zeugten little Tom, lebten

die erste Zeit in Portugal in einem

Fluss, wagten dann den Törn in den

Atlantik. „It’s hard work“, gestand

mir Sam – ein kleines Mädchen

und ein Baby auf einem Schiff. „Es

ist wie eine große Lupe auf unserer

Beziehung.“ Vor den Nächten auf

See hatte Sam entsetzliche Angst.

Einmal war sie sicher, ein Container

würde sie gleich rammen und

sie überlegte krampfhaft, welches

ihrer Kinder sie zuerst retten müsste

und wo sie diese verdammte

Babyschwimmweste verstaut hatte.

Aber es passiert nichts in diesem

Augenblick.

In diesem „Augenblick“, in dem

Sam, seit sie segelten, zu leben versuchte.

Echte Herausforderung, wobei

– wenn ihr Jessica um die Ohren

fegte und little Tom Flip-Flops über

die Rehling warf, gab es nichts anders

im Leben.

OH MY GODNESS!

Außer Lasse. Der 20-jährige dänische

Wikinger heuerte als Crew

über den Atlantik an und klein Jessica

hing anbetungsvoll an seinen

Lippen. Wenn Lasse „nein“ sagte,

war es ein „Nein“. Wow – und Sam

hatte Zeit, etwas zu lesen und sich

zu rasieren! Mit Schamesröte im

Gesicht erzählte sie mir, wie sie in

Lanzarote das elegante Marina ­

schwimmbad besuchte und zurück

auf dem Schiff Wildwuchs an bestimmten

Stellen ihres Körpers

bemerkte!

Oh my goodness! Mir ist das damals

nicht aufgefallen, Sam könnte

einer Jane-Austen-Verfilmung entsprungen

sein.

Und die Liebe zu Lloyd? „I trust

him with my life.“ Sicher, manchmal

ist es nicht so toll, das alles. Aber

wenn man dabei ist, sein Leben zu

ändern, gibt es eben auch schlechte

Tage, oder? Außerdem, irgendwie

glaubte Sam, dass die schlimmen

Dinge woanders passieren. Auf der

Windcharger spielten sie Scrabble

am Abend, redeten miteinander,

hatten die Kinder ganz nah, keiner

zu Hause konnte sich das vorstellen

und Sam konnte sich nicht mehr

vorstellen, zu Hause zu leben, jeden

Abend fernzusehen, wie ihre Mutter.

Als wir kurz vor Weihnachten in

die Piratesbay auf Tobago einsegelten,

winkten uns die Robinsons an

Bord – es gab frisch gebackenes Coconut

Bread zum frisch gefangenen

Tuna! Oh my goodness!


Sams Tobago inspired Coconut Bread

ALEXANDRA SCHÖLER

ist Weltumseglerin,

Sängerin, Regisseurin,

Buchautorin und seit

2010 Ocean Woman.

kolumne@ocean7.at

Ocean Woman-

Sonderausgabe

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Zutaten Basic: 1 Dose Kokosnussmilch,

250 ml Wasser, 2 EL Zucker, 1 EL Hefe

(1 Pkg. Trockenhefe), 1 kg Mehl, 1 Eigelb

Zubereitung: Alle Zutaten zu einem geschmeidigen

Teig verkneten, acht Kugeln formen. Diese in eine bemehlte

Backform (z. B. Auflaufform) nebeneinander setzen, 1 Stunde

gehen lassen. 35 Minuten bei 200 °C backen.

Luxus: Eine frische Kokosnuss! Von einer Palme herunterholen, mit einer Machete

aufschlagen, das Kokosnussfleisch fein reiben und auspressen – so erhält man die

fruchtige Kokosmilch.

Tipp: Den Teig ordentlich kneten und in die Schüssel knallen! Sam: „The perfect

workout to tone your arms!”

FOTO: STEFAN HARING

16 3/2021


Kornaten & Konobas

Ankerbucht auf Murter.

FOTO: TUPUNGATO/ADOBESTOCK

DAS SCHMECKT. Unter

dem Titel „Kornaten –

perfektes Revier für Segeleinsteiger

und Konoba-

Fans“ hat Argos

Yachtcharter einen

Törnvorschlag mit niedrigem

Schwierigkeitsgrad

und hohem kulinarischen

Anspruch zusammengestellt.

Dieser führt u. a. ab

Šibenik in den Natio nalpark

Kornaten und über

Dugi Otok bis nach Murter.

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Pandemiebedingt hat diese Form des

Urlaubs auf dem Wasser 2020 einen

Boom erlebt – immer mehr Kunden

präferieren die mobile Ferienwohnung

und schippern bei minimalen

sozialen Kontakten über Süßwasserwege.

Die Stützpunkte sind über ganz

Europa verteilt, die bekannten Fluss-,

Kanal- und Seereviere in Burgund,

Brandenburg, dem Veneto und Holland

zählen jedenfalls dazu. Eine Woche

in der Hochsaison gibt es bereits

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Bootsführerschein ist nicht Muss

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Kombination XP-44 plus Pašmanski-

Kanal. Die leistungsorientierte Dänin liegt

in der Marina Dalmacija in Sukošan,

gleich gegenüber der Insel Pašman, vom

parallel verlaufenden Festland durch den

ca. vier Kilometer breiten Kanal getrennt.

Er ist der Bora und dem Süden und daher

mitunter starken Wellen ausgesetzt, zudem

sind die Strömungsverhältnisse diffizil –

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Kroatischkurse

18 3/2021

Das „La Villa“ auf der Insel Lopud: eines

der 66 im Skipper- Guide „Schlemmertörns in

Kroatien“ gelisteten Restaurants am Wasser.


für Genießer

Kroatien gilt nicht nur ob seiner Natur und Infrastruktur als das Lieblingsrevier der österreichischen Yachties,

sondern ganz besonders auch wegen der kulinarischen Landschaft an der Küste, die ebenso lang wie kostbar

ist. Wir haben mit Siegrun Scheiter, Skipperin und Autorin des Buchs „Schlemmertörns in Kroatien“, auszugsweise

zwei Genussrouten für Skipper aufbereitet: eine ab Pula im Norden, und eine ab Split im Süden.

Text und Fotos SIEGRUN SCHEITER, BODO MÜLLER

Als Skipperin, die regelmäßig

mit Segel- und

Motoryachten in Kroatien

unterwegs ist, habe ich

diese Fragen oft mit Stegnachbarn

diskutiert und „Geheimtipps“ ausgetauscht.

Die Debatten über die

schönsten Buchten an der dalmatinischen

Küste mit den besten

Lokalen füllen ganze Seiten in

Bordbüchern und Foren.

Seit 2002 segelte ich zig Törns an

der Ostküste der Adria und hatte

das Glück, jede Marina und jeden

Hafen sowie nahezu jede Bucht

kennenlernen zu dürfen. Aus diesem

Wissen eine Best-of-Auswahl

zu treffen, fiel nicht leicht, denn so

manche kleine und urige Konoba

in einer versteckten Bucht wäre

ebenfalls einen Besuch wert.

Aus den Erfahrungen vieler Segeljahre

an der kroatischen Adria

wuchs die Idee, mein gesammeltes

Wissen in einem praktischen Buch

weiterzugeben. Mit meinen Co-

Autoren Bodo Müller und Jürgen

Straßburger konnte ich zwei exzellente

Adria-Kenner mit ins Boot

holen. In unserem gemeinsamen

Buch „Schlemmertörns in Kroatien“

stellen wir die 66 besten Lokale,

die per Boot erreichbar sind, an der

gesamten Adriaküste vor.

Als Appetizer haben wir in guter

Zusammenarbeit mit

und der Tiroler Charteragentur

Trend Travel & Yachting sieben

Top­ Adressen entlang der kroa ­

tischen Küste ausgesucht: Drei

sind im Norden ab der Charter ­

basis Pula und vier im Süden ab

der Charterbasis in Split jeweils

im Rahmen eines einwöchigen

Schlemmertörns nautisch erreich

bar. Und natürlich kann

man mit dem Boot direkt vor

Ort anlegen, ankern oder an

einer Boje festmachen.

Ausgewählt wurden Lokale und

Restaurants, die sich durch Ambiente,

Service und Qualität der Speisen

deutlich vom Durchschnitt abheben.

Nach meiner langjährigen

Erfahrung stehen bei allen empfohlenen

Restaurants Preis und Leistung

in angemessener Relation.

Meine Auswahl beruht aber natürlich

auch auf subjektiver Wahrnehmung

und erhebt keinen Anspruch

auf Vollständigkeit.

1. RESTAURANT „MARINA“,

MARINA PUNAT, KRK

Die im Süden der Insel gelegene

Oben: Landgang in

der Marina Punat mit

Branzino-Genuss im

„Marina“-Restaurant.

Unten: Das „Aco“ auf

Rab bietet eine eigene

Mole sowie Fisch und

Meeresfrüchte aus

eigenem Fang an.

3/2021 19


Schlemmertörns

Marina Punat ist nicht nur die älteste,

sondern mit 1.300 Liegeplätzen

auch eine der größten Marinas

in Kroatien. Das familiengeführte

Unternehmen ist seit Jahren vielfach

ausgezeichnet (Golden Anchor)

und richtungsweisend in

Service, Qualität und Innovation.

Höchsten kulinarischen Ansprüchen

gerecht wird auch das am

Wasser gelegene „Marina“­Restaurant

mit Blick auf die Klosterinsel

Košljun inmitten der Bucht.

Oben li.: Das „Amico“

liegt an der Mole von

Ilovik. Re.: Wirtin Elza

Stojšić mit Sohn Željko.

Mitte: Gäste des „Val“

legen am komfortablen

Hafen von Kut an; Lobster

mit Pasta ist eine

Spezialität des Hauses.

Die dortigen Spitzenköche unter

der Leitung von Kristina Mrakovčić

beherrschen sowohl die mediterrane

Küche als auch die Kunst der

traditionellen Inselspezialitäten.

Der regionale Räucherschinken

Pršut, die Käsesorten der Insel, Tintenfische

aus der nördlichen Adria,

Seeteufel in Weißwein sowie mit eigenen

Kräutern zubereitete Krebse

und Muscheln schmecken hervorragend

zu den lokalen Weinen.

Typisch für die Region ist der berühmte

Weißwein Žlahtina aus der

nur wenige Kilometer entfernten

Winzer-Stadt Vrbnik auf einem

Felsen 50 Meter über dem Meer.

2. „ACO“, BARBAT, RAB

Das „Aco“ auf der Insel Rab liegt

wenige Schritte vom Meer entfernt

in der Bucht Grci am Barbatski­

Kanal. Insel-Legende Aco Grce,

ein Fischer mit Leib und Seele,

gründete 1950 den Fischereibetrieb

mit kleiner Konoba. Im Jahr 1990

übernahmen Hobbyfischer und

Schwiegersohn Darko Dedić mit

seiner Frau Marica das Ruder, sie

ließen sich auf Reisen entlang der

Mittelmeerküste zu neuen Rezepten

inspirieren. Gemeinsam mit Sohn

Marin steuerten sie das „Aco“ an

die Spitze der kroatischen Fischrestaurants.

Die Küche des „Aco“ serviert

Fische und Meeresfrüchte aus

eigenem Fang sowie von lokalen

Fischern. Das Lamm- und Ziegenfleisch

liefern Bauern aus der näheren

Umgebung. Salbei, Thymian,

Lavendel und Rosmarin von der

Insel Rab sowie lokales Olivenöl

geben den Speisen das unverwechselbare

Aroma.

Die Crew des „Aco“ verleiht

traditionellen Inselgerichten durch

Verfeinerung mit eigenen Rezepturen

ihre eigene Note. Wahre Gaumenfreuden

sind u. a. rohe Scampi

mariniert in Zitronensaft, Garnelen

in Salbei-Honig, gegrillte Jakobsmuscheln

mit Mandeln oder Spaghetti

mit Wodka und Kaviar.

Mit einem Gläschen vom selbst

gekelterten Wein und dem freundlichen

Service wird der Besuch zum

kulinarischen Glückserlebnis.

3. „AMICO“, ILOVIK

Das Gasthaus „Amico“ liegt an der

Hafenmole der Blumeninsel Ilovik,

unmittelbar am Kanal zwischen

den Inseln Ilovik und Sveti Petar.

Die lange gastronomische Tradition

des Hauses reicht bis ins Jahr 1898

zurück. Der erste Eigentümer Mate

Budinić betrieb neben dem Gast­

20 3/2021


FOTO: PRIVAT

„Kroatien mit allen Sinnen und mit Sicherheit genießen,

dafür stehen landesweit alle mit dem ,Safe Stay in

Croatia‘-Label gekennzeichneten Tourismusbetriebe.“

Branimir Tončinić, Direktor der kroatischen Zentrale für Tourismus in Wien

Schlemmen im

„Yachtclub“ der Marina

Baotić: Lamm-Rippchen

an Kartoffelpüree mit

Trüffeln, begleitet von

einem kräftigen Dingać.

haus auch eine Metzgerei. Seit

1980 verwöhnt die sympathische

Elza Stojšić ihre Gäste mit mediterranen

Köstlichkeiten, und seit 2010

steuert Sohn Žjelko Stojšić mit

Ehefrau Monika das „Amico“ nun

schon in vierter Generation auf

kulinarischen Erfolgskurs. Das

„Amico“ pflegt liebevoll die tra di ­

tio nelle Inselküche nach alten

Familienrezepten.

Angeboten werden fangfrischer

Fisch und Meeresfrüchte aus der

Ilovička Vrata sowie Gemüse, Kräuter

und Olivenöl aus dem heimischen

Archipel. Spezialitäten des

Hauses sind Fisch aus dem Backofen,

Ok topus-Salat, gratinierte

Jakobsmuscheln, Fischeintopf,

gegrillter Fisch sowie Omas Pfannkuchen

mit Feigen- oder Orangenmarmelade.

Bei der freundlichen Crew des

„Amico“ fühlt man sich schnell

Halten Sie Abstand (2 m in geschlossenen

Räumen und 1,5 m im Freien).

Vermeiden Sie Händeschütteln und enge Gespräche.

Verwenden Sie in Situationen, in denen das Abstandhalten

unmöglich ist, einen Mund-Nasen-Schutz

oder eine medizinische Maske (das gilt auch für Personen,

die bereits an der Krankheit erkrankt waren).

Achten Sie beim Betreten eines Gastro-Betriebes

genau auf eine Beschränkung der maximal

zulässigen Gästezahl.

In einzelnen Betrieben ist es möglich, dass das Personal

vor dem Betreten Ihre Körpertemperatur misst oder für

eine Registrierung Ihre Kontaktdaten erfragt.

Kroatischer

Restaurant- und Bar-

Knigge, Pandemie-basiert

und weitestgehend so

vorgeschrieben, wie wir

ihn bereits von zu Hause

kennen.

Achten Sie auf Hygiene – waschen Sie die Hände

regelmäßig mit Wasser und Seife oder nutzen Sie ein

Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis.

Bei Treffen dürfen höchstens 10 Personen aus höchstens

2 verschiedenen Haushalten zusammenkommen.

In Gastro-Betrieben gibt es keine Stehplätze und Steh -

tische. Es wird geraten, sich nicht am Tresen aufzuhalten.

Wenn Sie erhöhte Körpertemperatur oder andere Symptome

haben, die mit dem SARS-CoV-2-Virus in Verbindung gebracht

werden, besuchen Sie keinen Gastronomiebetrieb. Bleiben Sie

in Ihrer Unterkunft und wenden Sie sich an das Personal.

3/2021 21


xxxxx Schlemmertörns

xxxx

Das „Porto Rosso“ liegt in der Bucht Skrivena Luka im

Süden der Insel Lastovo. Tipp (re.): Vorspeisen-Teller mit

Fisch-Tartar und -Carpaccio, dazu marinierter Meerfenchel.

wie zu Hause. Sobald abends die

Ausflugsschiffe wieder weg sind und

wieder Ruhe eingekehrt, ist auch der

Blick von der Terrasse auf den Kanal

und die Ruine des Benediktinerklosters

auf Sv. Petar ein Hochgenuss.

4. RESTAURANT „YACHTCLUB“,

SEGET DONJI

Im Süden der dalmatinischen Küste

liegt neben dem malerischen Fischerdorf

Seget Donji das moderne Restaurant

„Yacht club“ in der Marina

Baotić. Die Weltkulturerbe-Stadt

Trogir ist nur zwei Kilometer entfernt

und bis zum Stützpunkt von Trend

Travel & Yachting in der Marina

Kastela cruist man rund acht See ­

meilen.

Der von Managerin Aleksandra

Bujević geführte „Yachtclub“ trägt vor

allem die Handschrift des Spitzenkochs

Jakov Harambasic. Er bringt

traditionelle dalma tinische Gerichte

mit der erlesenen Ra ffinesse der internationalen

Gourmet-Küche auf

den Teller. Die Zu taten stammen

überwiegend von Fischern und

Landwirten aus der Region. Ein

Hoch genuss sind beispielsweise der

geräucherte Tuna in Orangen-Aroma

oder das Lamm an Kartoffelpüree mit

Trüffeln und Parmesan-Chips. Dazu

gereicht werden Qualitätsweine aus

Istrien und Dalmatien, darunter

Graše vina, Malvazija, Pošip, Dingač

oder Crljenak (Zinfandel).

5. RESTAURANT „VAL“, VIS

Der zur Inselhauptstadt Vis gehörende

antike Ortsteil Kut wurde im 4. Jh.

vor Christus von griechischen Seefahrern

gegründet. In den engen und

verwinkelten Gassen spürt man noch

heute den Atem der Geschichte.

Unmittelbar am Yachtanleger liegt

das „Val“, die Gäste dinieren hier im

Freien unter dem Schatten von Palmen

mit Blick auf das Meer und die

ankernden Yachten.

Das von der Inhaberin Luce

Knego erfolgreich geführte Lokal

zählt seit über 20 Jahren zu den besten

Seafood-Restaurants Dalmatiens.

„Für mich ist ein Besuch bei Familie

Stojšić im Amico auf der Blumeninsel

Ilovik ein Genusserlebnis. Die grati nierten

Jakobsmuscheln sind ein Gedicht.“

Klara Grassl, Trend Travel & Yachting

Spezialität ist ein Brudet mit Pasta.

Dafür werden mehrere Sorten Fisch,

Scampis und Muscheln mit Pasta,

Wein und Kräutern zu einem leckeren

und sehr würzigen Eintopf verkocht.

Grandios auch der Lobster

auf Pasta.

Ambiente, Service und Qualität

der gebotenen Speisen sind kaum

zu überbieten.

6. „PORTO ROSSO“, LASTOVO

Im Süden der Insel Lastovo liegt

die gut geschützte Bucht Skrivena

Luka, an deren Westufer thront das

Restaurant und Nautische Zentrum

„Porto Rosso“, welches schon fast

den Komfort einer Marina bietet:

Es gibt 40 Muringplätze mit Strom,

Wasser, Sanitäranlagen, Wäscherei

und Winterlager.

Das unter Seglern beliebte Restaurant

„Porto Rosso“, aus dem das Nautische

Zentrum gewachsen ist, zählt

zu den besten in Kroatien und pflegt

die Tradition der Inselküche von Lastovo.

Angeblich weilt in den Gewässern

rund um Lastovo der beste

Lobster der Welt, weil er hier unten

auf dem Steinboden in 60 bis 90 Metern

Meerestiefe so prächtig gedeiht.

Im „Porto Rosso“ kommt er nach

dalmatinischer Art mit Petersilie,

22 3/2021


Yachtcharter – Yachtverkauf

Gönn Dir eine

Auszeit, setz die

Segel und sei eins

mit der Natur

Kompetente Törnberatung auf

Monohull, Katamaran oder Trimaran.

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Meeresfrüchte-Risotto mit Scampi und Tintenfischlaibchen

im „Kod Marka“, Abendstimmung im „Dubravka“ auf Šipan.

Knoblauch und Olivenöl auf den

Tisch. Zudem gibt es eine große Auswahl

an Fischen und Meeresfrüchten,

alles frisch gefangen aus der Region.

Sämtliches Gemüse von Tomaten

über Paprika bis hin zu Spargel und

Kapern wird übrigens nach ökologischen

Richtlinien selbst angebaut.

7. KONOBA „KOD MARKA“, ŠIPAN

Das „Kod Marka“ liegt idyllisch auf

der Ela phiten-Insel in der mit Palmen

Ein Klassiker und meistens nur auf

Vor bestellung erhältlich: Tintenfisch-

Peka mit Kartoffeln und Gemüse.

Vertragshändler für

offi ce@trend-travel-yachting.com

Tel. +43(0)5332/74291

gesäumten Bucht Šipanska Luka. 1995

von Spitzenkoch Marko Prižmić und

seiner Frau Lucija eröffnet, avancierte

die Konoba rasch zu einem der besten

Lokale Kroatiens. Mittlerweile hat

Sohn Đino das Ruder übernommen,

Vater Marko eröffnete 2013 ein neues

Restaurant im Gästehaus „Dubravka“

im Scheitel der gleichen Bucht.

Das „Kod Marka“ bietet Meeres-

Küche in fantasievollen Variationen.

Für frischen Fang sorgen die Fischer

von Šipan. Obst, Gemüse und Kräuter

werden im eigenen Garten biologisch

angebaut. Das Olivenöl? Von den

Elaphiten. Das Credo von Vater

und Sohn? Man soll für

die Gäste so ex zellent kochen

wie für sich selbst.

Es gibt nur wenige Tische,

damit sich die

Spitzen köche um jeden

Gast individuell

kümmern können.

Spezialitäten sind

Fischeintopf, Fischwww.trend-travel-yachting.com


Chartertipp ab Pula/Marina

Veruda: eine neue Oceanis 46.1 …

Gut zu

wissen

… für anspruchsvolle

Genießer mit Stil.

A.+ B. Charterbasen Trend Travel & Yachting

Das österreichische Familenunternehmen Trend Travel &

Yachting (seit 1987) betreibt in Kroatien zwei mit dem „Safe

stay in Croatia“-Siegel zertifizierte Charterflotten und gewährt

aktuell 20 % Genießer-Rabatt auf alle Buchungen. Ab

dem Stützpunkt in der Marina Veruda in Pula stehen 25 Charteryachten

(32–56 Fuß) bereit. So zum Beispiel eine nagelneue

Oceanis 46.1 in luxuriöser Eigner version für anspruchsvolle

Genießer, jetzt ab € 1.440,– pro Woche (Bilder oben li.).

Ab der Basis in der Marina Kastela in Split werden 26 Charteryachten

(32–50 Fuß) angeboten – beispielsweise ein neuer

Bali 4.3 Katamaran mit viel Freiraum für die ganze Familie,

jetzt ab € 2.000,– pro Woche (Bilder oben re.).

Lust auf einen Dreirümpfer? Trend Travel & Yachting führt

auch die einzige Trimaranflotte im Mittelmeer (ab Pula:

Neel 45, Neel 47; ab Split: Neel 43, Neel 47)!

Das erfahrene Team im Tiroler Kirchbichl hilft gerne bei der

Wahl der Yacht sowie bei der Reise- und Törnplanung, die

Crew vor Ort kennt die schönsten Ankerbuchten und urigsten

Konobas der Region. Das Buch „Schlemmertörns in Kroatien“

liegt in jeweiligen Basen auf und wird Skippern auf Anfrage

gerne zur Verfügung gestellt.

Tel. 05332/742 91, office@trend-travel-yachting.com

è www.trend-travel-yachting.com

1. Restaurant „Marina“, Punat, Insel Krk

Betriebszeiten: Mai–Oktober von 16–23 Uhr, während der

Saison Reservierung empfohlen.Tagesliegeplatz am Gästesteg

der Marina, Stopp für bis zu 3 Stunden kostenlos für

Kunden des Marina-Restaurants, Nautic Shop oder

Pizzeria-Bistro 9 Bofora. Schöne Aussicht vom Restaurant auf

die Stege und Yachten. Das nur ein paar Schritte entfernte

und ebenfalls sehr geschmackvolle Pizzeria-Bistro 9 Bofora

ist frisch renoviert und hat ganzjährig geöffnet.

Marina Punat, Puntica 7, 51521 Punat

Tel. 051-654 380, restoran.marina@marina-punat.hr

è www.marina-punat.hr

2. Restaurant „ACO“, Barbat, Insel Rab

Betriebszeiten: 1. April–15. November, 11–23 Uhr, Reservierung

empfohlen. Yachten legen an der hauseigenen Mole

des Restaurants (rd. 20 Liegeplätze) an.

PULA

A

Restaurant „Aco“,

Barbat 458, 51280

Rab , Tel. 051-721 527,

info@aco-rab.hr

è www.aco-rab.hr

3

1

Krk

Rab

2

Ilovik

3. Gasthaus „Amico“, Insel Ilovik

Betriebszeiten: 1. April bis 31. Oktober von

9-24 Uhr, Reservierung empfohlen. Yachten machen

an der Südseite der Hafenmole von Ilovik oder an

einer Boje im Kanal fest. Von der Mole sind es wenige

Schritte zum Gasthaus, vom Bojenfeld muss die Crew

mit dem Beiboot oder Transferservice zur Terrasse des

„Amico“ übersetzen.

Gasthaus „Amico“, Ilovik 29, 51552 Ilovik

Tel. 051-235 912, Mobil: 098-962 87 14

è amico.ilovik@gmail.com

4. Restaurant „Yachtclub“, Marina Baotić,

Seget Donji bei Trogir

Betriebszeiten: Während der Saison von 8–24 Uhr.

Gäste legen am einfachsten mit der Yacht in der

Marina Baotić an.

Restaurant „Yachtclub“, Marina Baotić, Don Petra

Špike 2a, 21218 Seget Donji, Tel. 021-798 180,

restaurant@marinabaotic.com

è www.marinabaotic.com

5. Restaurant „Val“, Kut, Insel Vis

Betriebszeiten: Geöffnet von April bis Oktober von 12–1 Uhr;

im Juli und August ist eine Tischreservierung dringend zu

empfehlen. Die städtische Pier von Kut wurde jüngst umfassend

renoviert und erweitert. Heute gibt es 35 Liegeplätze

mit Murings, Strom, Wasser und unterirdischer Müllentsorgung.

Eine neue Rezeption sowie neue Sanitäranlagen komplettieren

den Stadthafen.

In Richtung Vis gibt es ein Feld von rund 60 Muringbojen. Bei

Starkwinden aus nördlicher Richtung kann es an der Pier von

Kut ungemütlich werden, dann liegt man besser dort an einer

Muringboje.

Restaurant „Val“, 21480 Vis-Kut, Tel. 021-711 763 oder

091-508 2015, val_restaurant_@yahoo.com

è www.val.info-vis.net

Chartertipp ab Split/ Marina Kastela:

ein nagelneuer Bali 4.3 Katamaran …

TROGIR

4 B SPLIT

5

Vis

… mit viel Freiraum

für die ganze Familie.

So schlemmen Skipper und Crew in Kroatien

Seeluft macht hungrig, doch welche Konoba ist gut

und vom Wasser aus zu erreichen? In diesem Buch

sind die Beschreibungen von 66 direkt an der Küste

und auf den Inseln gelegenen Restaurants zu finden.

Anschauliche Fotos und aktuelle Hafenpläne

erleichtern die Orientierung vor Ort. Alle Lokalitäten

wurden von den Autoren getestet und es ist für jeden

Geldbeutel etwas dabei. „Schlemmertörns in

Kroatien“ von Siegrun Scheiter, Bodo Müller und

Jürgen Straßburger; dritte überarbeitete Auflage,

€ 22,90 zzgl. Versand, erhältlich ab Juni 2021.

è www.delius-klasing.de

6

6. Restaurant „Porto Lastovo

Rosso“, Insel Lastovo

Betriebszeiten: Ganzjährig von 7–1 Uhr, nur im Winter nach

Bedarf. Im Juli und August Reservierung von Liegeplatz und

Tisch dringend empfohlen! Sollten alle Plätze am Schwimmsteg

vor dem Restaurant belegt sein, dann in der Bucht ankern.

Das Restaurant liegt zauberhaft unter einem Dach

alter Pinien, man blickt auf die Yachten und über die Bucht.

„Porto Rosso“, Skrivena Luka 16, 20290 Insel Lastovo

Tel. 020-801 261 oder 098-981-3797, info@portorus.com

è www.portorus.com

7. Konoba „Kod Marka“, Insel Šipan

Betriebszeiten: 1. Mai bis 31. Oktober von 11–24 Uhr,

Reservierung empfohlen. Yachten machen an einer der

drei Bojen des „Kod Marka“ fest oder ankern in der Bucht

Šipanska Luka. Yachten mit einem Tiefgang bis zu 1,8 m

können im Scheitel der Bucht vor eigenem Anker mit Heck

zur Pier anlegen.

Konoba „Kod Marka“, Insel Šipan, Šipanska Luka bb

20223 Šipanska Luka, Tel. 020-758 007 („Kod Marka“)

oder Tel. 020-7581 100 („Dubravka“)

è marko.prizmic@du.t-com.hr

Šipan

7

Risotto, Risotto mit Hummer, Auberginen

und Zucchini sowie Orangentorte

aus Früchten eigener Ernte.

Die aufs Wasser hinaus gebaute Terrasse

mit Blick über die Bucht und

die exzellenten Speisen machen den

Abend im „Kod Marka“ zu einem

unvergesslichen Törn-Highlight.

Selbst kreierte Speisen aus heimischem

Fleisch, frischem Fang und

biologisch angebautem Gemüse sind

auch die Spezialitäten im benachbarten

„Dubravka“ von Vater Marko.

Bei ihm kann man ebenfalls am

Wasser unter Palmen dinieren.

Und mit freiem Blick auf die abendlich

stille Bucht die Fischer bei der

Arbeit beobachten, deren Früchte

die Küche Dalmatiens auf so geschmackvolle

Weise tragen.

FOTO: SHUTTERSTOCK

24 3/2021


Kärntner Kraftwerke

STROMSTARK. Mit dem Elektroboot

Zephir hat die Kärntner Schiffswerft

Jetmarine bereits höchste Kompetenz

im E-Bootsbau bewiesen. Nun

glänzt man mit neuen E-Außenbordern

unter dem Namen e-drive, die

ebenfalls im Haus gefertigt werden.

Die Palette reicht vom führerscheinfreien

4,3-kW-Aggregat bis zum führerscheinpflichtigen

108-kW-Topmodell

(59 kW Dauerleistung). Für

schnelle, kraftvolle und dennoch leise

Bootstouren auf allen Seen sorgen

ein Mikroprozessor-gesteuertes

Motor-Management, eine stufenlose

Vorwärts-Neutral-

Rückwärtsschaltung, ein

Frischwasser-Kühlsystem

für Motor und Regler u. v. m.

Das Topmodell besticht zudem

durch enorme Leistungsdichte

und einem Wirkungsgrad von

95 % bei der Nennleistung.

Preise ab € 6.940,–, das Topmodell

kostet € 34.920,–.

è www.jetmarine.at

Jetzt aber schnell

aufs Wasser?

In Tradition getaucht

WASSERDICHT. Mit der Nautilus

Skin Diver brachte 1958

Longines eine der ersten zivilen

Taucheruhren auf den Markt –

und schließt nun mit der Legend-

Diver-Watch-Serie an dieses

Erbe an. Die jüngsten Versionen

erinnern an die klaren Linien der

Vorbilder, sind jetzt aber wahlweise

auch mit blauem und

braunem Zifferblatt erhältlich.

Wie beim Modell von 1958 ziert

das geprägte Relief eines Tauchers

den Boden des Edelstahlgehäuses.

Die technische Ausstattung

ist hingegen zeitgemäß

mit Saphirglas, zwei verschraubten

Kronen, einem verschraubten

Boden für eine Wasserdichtigkeit

bis 300 Meter sowie

einem Automatikwerk mit Siliziumspiralfeder,

das exklusiv für

Longines gefertigt wird.

è www.longines.com

AUT19063 / 0321

Guter Big Brother

ÜBERWACHUNGSSYSTEM. Mit Poseidon

7 hat der britische Hersteller

Oceanic Systems ein komplettes

Überwachungs- und Kontrollsystem

speziell für Freizeitschiffe auf den Markt

gebracht. Das NMEA2000®-zertifizierte

Gerät ist für Segel- und Motorboote

von 25 bis 60 Fuß entwickelt worden

und überwacht alle Systeme wie etwa

Tankfüllstände, Motoren, AC- und DC-

Strom und digitale Schaltungen, Bilgenund

Feuermeldesysteme. Gesteuert wird

das System über ein hochauflösendes 7“

großes Touchscreen-Display. Poseidon 7

kann vom Benutzer mit Hilfe eines einfachen

Drag-and-Drop-Editors individuell

konfiguriert werden, um ein mehrseitiges

Daten- und Steuerungsdisplay

zu erhalten. Untergebracht ist das Gerät

in einem robusten

IP67-Gehäuse,

das über zahlreiche

Montage-

Optionen

verfügt.

è www.osukl.com

Bei aller Vorfreude auf die neue

Saison kann es beim Slippen und

Kranen schon mal zu Missgeschicken

kommen. Damit sich Ihre Träume

nicht plötzlich im freien Fall

befinden, braucht es den richtigen

Versicherungspartner an Ihrer Seite.

Wien · Tel. +43 1 710 92 22

pantaenius.at


Sardinien Süd

Lotte liegt im

26 3/2021


Capo Cabonara: Das klingt nicht nur

appetitlich, sondern sieht auch gut aus!

MARKUS SILBERGASSER

ist Fahrtensegler, Blogger und Fotograf.

Von Mai bis Oktober ist er heuer wieder

quer durchs Mittelmeer unterwegs und hat

auf einigen Törnabschnitten noch Kojenplätze

für interessierte Mitsegler frei.

è www.untersegeln.eu

Die Südküste Sardiniens bildet die Essenz all dessen, was wir

an Italien so lieben: Mediterrane Bilderbuchlandschaften, ein

entspanntes Miteinander und eine bekannt gute Küche. Denn

diese Region ist noch ziemlich ursprünglich und bodenständig

geblieben – und zeigt sich touristisch nicht ganz so hektisch wie

der Norden der Insel. Ein Revierbesuch mit vielen Geheimtipps.

Text und Fotos MARKUS SILBERGASSER

Süden

Cagliari

Sardinien, das ist ein bisschen so

wie das doppelte Lottchen. Man

erinnert sich? Eineiige Zwillinge,

als Babies getrennt, hier die kecke,

wilde Luise, die sich in vornehmen Künstlerkreisen

bewegt, dort die bodenständige,

zurückhaltende Lotte, in einfacheren Verhältnissen

zuhause. Die Nordküste Sardiniens,

das ist Luise. Die Südküste entspricht Erich

Kästners Lotte.

Beide Reviere der Insel ähneln sich sehr,

sind aber dennoch grundverschieden. Die

Nordküste ist vielleicht etwas zerklüfteter

und daher spektakulärer, vor allem aber ist

sie rund um die Costa Smeralda ein Hotspot

des Jetsets mit allen Vor- und Nachteilen.

Der Süden hingen: Weniger schroff, ursprünglich,

geerdet, mit weniger Tourismus

an Land- und Wasserseite. Hier gibt es wie im

bekannten Nordosten der Insel traumhafte

Sandstrände mit genauso schönem türkisem

Wasser. Dazu eine ebenso abwechslungsreiche

Natur und viele Restaurants entlang der

Küste mit authentischer regionaler Küche.

Und: Marinapreise, über die sich auch Lottes

Mutter freuen würde. Starten wir in …

CAGLIARI

Die Inselhauptstadt bezaubert mit verwinkelten

Gassen, interessanter Architektur und

ihrer Lage direkt am Meer. Eine der angenehmsten

italienischen Städte, die wir kennen.

Auch kulinarisch ist Cagliari ein echtes

Highlight. Von der einfachen Trattoria bis hin

zum Gourmetrestaurant kommen Liebhaber

der sardischen und italienischen Küche voll

auf ihre Kosten. Am Abend treffen sich in

der Altstadt gefühlt alle Einheimischen und

Touristen in den vielen charmanten Bars

und Restaurants zum Chillen und späteren

Abend essen. Ca. 20 Seemeilen östlich von

liegt …

3/2021 27


Sardinien Süd

FOTO: SHUTTERSTOCK

„Cagliari – eine der

angenehmsten italienischen

Städte, die wir kennen!“

Anfang Mai wird in Cagliari das

Fest von Sant‘Efisio gefeiert.

S‘Acqua Durci ist der südwestlichste

Punkt Sardiniens.

CAPO CARBONARA

Beim Capo Carbonara machen wir gerne

nahe dem Ferienort Villasimius halt und

genießen den Aufenthalt vor Anker im

kristallklaren Wasser und den strahlend

weißen Stränden mit der dahinter liegenden

Lagune. Eine wirklich sehr fotogene

Landschaft, die zum Bleiben einlädt. Kurs

Südwest liegt an und wir segeln zum …

CAPO PULA

Je nach Windrichtung ankert man an der

östlichen oder westlichen Seite des Capo

Pula, auf dem sich eine der bekanntesten

Ausgrabungsstätten Sardiniens befindet.

Die Ruinen der antiken Stadt sind vom Ankerplatz

aus gut zu erkennen und können

im Zuge einer Führung besucht werden.

Dass sich in der ostseitigen Bucht bei

passendem Wind eine Welle aufbaut, die

sogar zum Wellenreiten geeignet ist, hat

mich persönlich letzten Herbst beim Abwettern

eines Sturms fast noch mehr beeindruckt.

Entlang der nächsten zehn Seemeilen

gen Südwesten gibt es viele weitere

28 3/2021


9° 7’ E

39° 13’ N

PORTOSCUSO

CAGLIARI

San Pietro

CARLOFORTE

GUIDI CALASETTA

Sant‘Antioco

Sardinien

PORTO PINO

PORTO TEULADA

TUERREDDA

CAPO PULA

S‘ACQUA DURCI

Mittelmeer

CAPO CARBONARA

schönsten Strände Sardiniens. Wer sich

abends gerne bekochen lassen möchte,

kann einen Tisch im Strandrestaurant

Poseidon reservieren. Frühzeitig an

Land fahren und bei einem Sundowner

den kitschigen Sonnenuntergang genießen,

bevor man zum Abendessen

schreitet. Wieder nur fünf Seemeilen

entfernt liegt …

Endlich! Jetzt gibt´s

bei COVID Geld zurück!

Alles? Immer? Bei jeder Buchung?

Nee, wir können leider auch nicht

zaubern. Aber teilweise und unter

bestimmten Voraussetzungen.

Fragen Sie einfach unsere

Experten fürs sichere Segeln.

Oder schauen Sie nach Yachten

mit diesem Symbol:

Möglichkeiten, um den Anker für

einen Badestopp fallenzulassen. Am

besten gefällt es mir persönlich in …

S‘ACQUA DURCI UND

Das Fischerstädtchen Portoscuso.

SU GIUDEU

Ein Paradies aus feinstem weißem Sand

mit flach abfallendem Meeresboden,

gut haltendem Ankergrund und glasklarem

Wasser. Um den ganzen Strand

der Bucht zu bewundern, empfiehlt

sich das Anlanden mit dem Dingi – um

die Badegäste dabei nicht zu gefährden,

gibt es eigens betonnte Fahrrinnen.

Keine fünf Seemeilen weiter befindet

sich der nächste Ankerspot …

TUERREDDA

Eine relativ gut geschützte Ankerbucht,

in der man je nach Belieben etwas abgelegener

und ruhiger oder nahe am

Strand und den Strandbars/Restaurants

ankern kann. Die Bucht gilt aufgrund

des hellen, sehr feinen Sandes und

des glasklaren Wassers als einer der

PORTO TEULADA

Man macht hier entweder einen Stop

in der Marina di Teulada oder geht, wie

wir es gerne machen, im hintersten Teil

der Bucht auf nur ca. 2,5 Meter Wassertiefe

vor Anker. Warum wir den Spot so

lieben? Der authentischen Fischtaverne

„Ittiturismo Sabor e Mari“ wegen, in die

wir so gerne einkehren. Aufpassen, weil

hinter Porto Teulada beginnt ein …

MILITÄRISCHES SPERRGEBIET

Es erstreckt sich von Porto Teulada bis

Porto Pino (ca. 15 Seemeilen). Nachdem

das Ankerverbot in unseren Seekarten

und Hafenhandbüchern nicht so

ganz eindeutig ersichtlich war, habe ich

im letzten Sommer die Besatzung eines

militärischen Patroullienboots persönlich

gefragt und wurde höflich, aber

doch sehr bestimmt vom Sperrgebiet

verwiesen. Besser, man ankert in …

PORTO PINO

Ein Ferienort mit langen, feinen Sandstränden.

Durch die westlich der Ortschaft

befindliche kleine Halbinsel mit

Pinienwald liegt man hier auch bei

stärkerem Nordwestwind sicher vor

Anker. Pino ist für seine Dünen berühmt,

die höchsten und weitläufigsten

in ganz Sardinien. Eine wahrhaft eindrucksvolle

Landschaft, die Naturliebhaber

anzieht. Knappe zehn Seemeilen

Richtung Westen stößt man auf …

Und für alle anderen Fälle

haben unsere Partner bestimmt

die passende Versicherung. Mit

Sicherheit!

master-yachting.de


Sardinien Süd

Segeln im Süden Sardiniens

Allgemeine Tipps und Fakten. Der vorherrschende

Wind kommt aus Nordwest. In den Sommermonaten muss

aber mit wechselnden Winden gerechnet werden. Nachdem

die gesamten Ankerplätze eher offen und wenig bis gar

nicht geschützt sind, muss oftmals mit Schwell am Ankerplatz

gerechnet werden. Vermutlich ist das mit ein Grund,

wa rum das Revier bis dato so wenig frequentiert wird.

Charter-Tipps. Über Master Yachting Deutschland sind

an verschiedenen Stützpunkten in Südsardinien Monos und

Katamarane buchbar. Das zu kundenfreundlichen Stornierungsbedingungen

wie z. B. kostenfreie Umbuchung im

Fall von Covid-19-bedingten Hindernissen und Szenarien –

man achte auf das Flexi 21 Symbol bei den Yachten auf der

Website – darüber hinaus bietet Master Yachting verschiedene

Absicherungen über Versicherungspartner an.

Charterbeispiele: Bavaria Cruiser 46 (Bj. 2020) ab Cagliari

1 Woche z. B. im Mai ab € 2.530,–, im September ab

€ 4.230,–; Lagoon 46 (Bj. 2021) ab Cagliari, 1 Woche

z. B. Ende Mai ab € 6.630,–. im September ab € 7.010,–.

è www.master-yachting.de

Empfohlene Revierführer und Seekarten. Wir haben

so ziemlich alle gängigen Hafenhandbücher und Revierführer

von Sardinien und Umgebung. Folgende Literatur können

wir gerne weiterempfehlen:

Küstenhandbuch Italien: Ventimiglia – Brindisi, mit Sardinien,

Sizilien und Malta von Rod Heikell. Dieser Revierführer

ist das unverzichtbare Standardwerk für jeden Yachtsegler

in italienischen Gewässern.

Törnführer Korsika – Sardinien – Elba von Klaus-Jürgen

Röhring. Korsika, Sardinien, Elba: Häfen und Küsten von

oben von Martin Muth. Ein Bildband mit schönen Luftaufnahmen

und Ansichten von Korsika, Sardinien und Elba.

è www.delius-klasing.de

Sardinien: Individuell Reisen mit vielen praktischen Tipps

– kompetenter und übersichtlich gestaltete Reise- und

Wanderführer von Eberhard Fohrer.

è www.michael-mueller-verlag.de

Tuerredda: Eine herrliche Bucht

mit kleiner vorgelagerter Insel.

Stolze Flamingos in den

Salinen bei Carloforte.

Ein aus Meeresfrüchten gefertigtes

Kunstwerk aus der Osteria della

Tonnara in Carloforte.

Hafenpromenade in Carloforte

zur Mittagsschlaferlzeit.

Pures Karibikfeeling am

Strand von Tuerredda.

„Das auf San Pietro gelegene Carloforte ist vermutlich

der entspannteste und friedlichste Inselort Italiens.“

SANT‘ANTIOCO

Wer genügend Zeit hat und auf der

Insel einen abgelegenen Ankerplatz

ganz für sich allein ergattern möchte,

wird dort bei passendem Wetter entweder

an der Ost-, Süd- oder Westküste

einen passenden Spot finden.

Aber Achtung, bei Schwerwetter halte

man sich besser frei. Ein mit Kaffee

beladener Frachter beispielsweise

ist im Südwesten der Insel kurz vor

Weihnachten 2019 beim Abwettern

auf Fels gelaufen und liegt seitdem

verlassen dort.

Im Norden der Insel befindet sich

in Calasetta ein recht gut geschützter

Yachthafen mit Tankstelle, die

übrigens auch die einzige Wassertank

stelle in der Region ist. Wer nur

begrenzt Zeit hat, sollte aber gleich

weitersegeln nach …

CARLOFORTE AUF DER

INSEL SAN PIETRO

Der vermutlich entspannteste und

friedlichste Inselort Italiens. Das beginnt

schon beim Einlaufen in das

große Hafenbecken mit mehreren

Marinabetreibern, wo man selbst in

der Hochsaison noch preiswerte Liegeplätze

bekommt. Neben Cagliari

findet ihr hier auch Charterbasen,

für Fahrtensegler ist das ein guter

Absprunghafen Richtung Menorca.

Die Bevölkerung ist in der Regel

tiefenentspannt und hilfsbereit. Es

gibt neben einem ausgiebigen Stadtbesuch

auch viel in der Flora und

Fauna zu entdecken. Z. B. bei einer

Runde um den aufgelassenen Salzsee,

wo man Flamingos und weitere

seltene Vogelarten beobachten kann.

Bei einer Charterwoche von Cagliari

aus ist dieser Ort meistens der

Wende punkt im Törnplan. Wer

mehr Zeit zur Verfügung hat, dem

empfehlen wir eine Umrundung

der Insel. Die rund 20 Seemeilen

lange Runde ist gut an einem Tag

zu schaffen und es gibt viele reizvolle

Ankermöglichkeiten – wie etwa

Guidi im Süden der Insel. Ein weiterer

sehenswerter Ort auf der Hauptinsel

Sardiniens ist letztlich …

PORTOSCUSO

Der gepflegte, kleine Fischerort hat

eine Marina, die leider sehr gefragt

ist und immer nur ganz wenige

Gastliegeplätze zur Verfügung hat.

Mit ein bis zwei Wochen Vorlauf

und Reservierung haben wir aber

schon zweimal einen Platz für eine

gute Nacht ergattert.


30 3/2021


f

Edel-Regatta

UMWELTFREUNDLICHER FENDER.

Die Green-Concept-Fender des norwegischen

Herstellers Polyform sind die

PREMIERE. Mit der Ibiza JoySail findet

vom 17. bis 20. Juni eine neue Regatta für

Yachten ab 24 Meter Länge statt. Mit der

STP Shipyard Palma, einer der größten

Yachtwerften Europas, und der bekannt

exklusiv geführten Marina Ibiza besitzt

die neue Regatta zwei potente Organisa ­

toren mit exzellenten Verbindungen. Gestartet

wird das Wettsegeln in der Werft in

Palma de Mallorca, um an den folgenden

drei Tagen mit Küstenrennen in den Gewässern

rund um Ibiza und Formentera

fortgesetzt zu werden. Um ausreichend

Superyachten an den Start zu bekommen,

wird das Event (mit viel Rahmenprogramm)

unter strengen Gesundheitsprotokollen

und -verfahren stattfinden.

è www.ibizajoysail.com

Schont Bordwand und Meer

ersten Fender, die ohne Phthalat-Weichmacher

hergestellt werden. Sie bestehen

zudem zu 30 Prozent aus recyceltem

Material und sind so entwickelt, dass

das Freisetzen von Mikroplastik auf ein

Minimum reduziert ist.

Erhältlich ist die Green-Concept­

Serie zunächst in den Fender-Größen

G3 und G4 in der Farbe Weiß, weitere

Größen und Farben sollen schon bald

folgen.

è www.polyform.no

Fender ohne Phthalat-Weichmacher.

YACHT-POOL

Versicherungen

45

Jahre

Innovator

&

Trendsetter

Pionier

der Allgefahrendeckung für

Yachteigner

Erfinder

der Haftpflichtversicherung für

Charterskipper

Aller guten Dinge sind drei

DREIDECKER. Mit dem Silent 62 Tri-

Deck hat Silent-Yachts eine neue

Version seines Bestsellers Silent 60 vorgestellt.

Gegenüber dem Grundmodell

verfügt der neue E-Kat über ein drittes

Deck, das bis zu 50 m² zusätzlich Platz

schafft, und ist um zwei Meter länger.

Das dritte Deck selbst wird in drei verschiedenen

Varianten angeboten – als

offene Skylounge, geschlossene Skylounge

oder als geschlossene Version

inklusive Eignersuite.

Um das Gesamtgewicht zu reduzieren,

wird bei dieser Version Kohlefaser

verwendet. Eine Einheit wurde bereits

an einen Kunden in Europa und

zwei Einheiten an Kunden aus

den USA verkauft.

è www.silent-yachts.com

Silent 62 Tri-Deck.

da kann auch kommen

was man nicht will.

YACHT-POOL Deutschland

Tel.: +49/89 74 67 34 80

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YACHT-POOL Österreich

Tel.: +43/5456 2043300

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Tel.: +41/44 941 49 57

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Portugal/Douro

Wo aus Vinho

Schon die Römer bauten an den sonnenverwöhnten Steilhängen des Rio Douro Wein an.

Auf Bacchus folgten Kreuzritter, Kirchenmänner und britische Kaufleute. Sie alle stellten

die Weichen für das beste Gut der Region, den Portwein. Heute kann man die UNESCO-

Weltkulturerbe-Weinregion im Norden Portugals kultiviert per Hausboot entdecken.

Text und Fotos GERALD PENZL

32 3/2021


Die 1886 eröffnete Stahlbrücke

Ponte Dom Luís I. in Porto stammt

aus der Feder von Gustave Eiffel.

Portwein wird

Ihr müsst los“, mahnt Base-

Manager Fernando, „um 18 Uhr

schließen die Schleusen. Dann

seit ihr erst morgen Abend in

Peso da Régua.“ Das lassen wir uns

nicht zweimal sagen, wir legen ab.

Backbord voraus glänzt Portos

prächtige UNESCO-Weltkulturerbe-

Altstadt, steuerbords geben sich die

Jahrhunderte alten Kellereien der

Portwein-Barone die Ehre. Ein paar

Schraubendrehungen weiter spannt

sich die Ponte Dom Luís I. über den

Fluss. Die kühn geschwungene, 1886

eröffnete Eisenbrücke stammt aus

den Konstruktionsbüros von Gustave

Eiffel. Zwei Kilometer hinter dem

musealen Glanzstück verabschiedet

3/2021 33


Portugal/Douro

sich die stolze Handelsstadt an

der Mündung des Douro in den

Atlantik. Streusiedlungen, Wiesen

und Wälder rücken ins Bild, gut

eine Stunde später erhebt sich

der Crestuma Staudamm aus

den Fluten.

Ich rufe den Schleusenwärter über

Handy an. Irgendwo in dem grauen,

470 Meter breiten Betonband

nimmt er den Anruf entgegen, ein

paar Minuten später schaltet die

Ampel über dem Sperrtor auf grün,

das Portal öffnet sich und wir laufen

in den 14 Meter hohen Schiffslift

ein. „Alle Douro-Schleusen“, hatte

uns Fernando versichert, „haben

Schwimmpoller, damit sind die

Schleusungen ein Kinderspiel.“

Tatsächlich, mit den automatischen

Helferlein schweben wir zwar mit

Nervenkitzel, aber ohne Stress nach

oben.

FALLHÖHE 35 METER!

„Bem venido!“ Miguel, seines Zeichens

Chef über die Liegeplätze der

Cais de Entre-os-Rios, winkt uns

an den Steg. „Bleibt ihr die Nacht?“,

fragt er. Wir nicken. Er hilft beim

Anlegen und deutet dann auf das

Restaurant Ponte de Pedra am gegenüberliegenden

Ufer. „Eine gute,

landestypische Küche“, sagt er, „mit

toller Aussicht auf den Douro.“

Dankend folgen wir der Empfehlung.

Und lassen uns Thunfischpastete,

Seehecht in Meeresfrüchtesauce

und zum Nachtisch köstlichen,

mit Schweineschmalz gebackenen

Mandelkuchen servieren.

Beschaulich auch das Frühstück

am nächsten Morgen in der Plicht,

bevor es flussaufwärts Richtung

Barragem do Carrapatelo weitergeht.

Der sperrige Zungenbrecher

steht für den Superstar der Douro-

Schleusen mit einer Steighöhe von

sage und schreibe 35 Metern! Drei

Stunden hinter dem Schiffslift-Everest

liegt Peso da Régua.

Das erste Signet dieses geschäftigen

10.000-Einwohner-Städtchens

ist das berühmte Logo der Firma

Sandeman. Überlebensgroß thront

der Mann im schwarzen Umhang

auf der Kuppe eines Weinbergs und

süffelt genüsslich ein Gläschen

Im Kontrollturm der Carrapatelo-

Schleuse – Steighöhe 35 Meter!

Vinho. Den Grundstock dazu legen

die Römer. 800 Jahre später erobern

die Mauren das Land und erklären

den vergorenen Rebensaft zum Teufelszeug.

Mit der Reconquista, der

Fünf Schleusen zählt

der Douro auf seiner

schiffbaren Strecke

(210 Kilometer).

„ Die Mauren erklärten den vergorenen Rebensaft zum Teufelszeug.“

Quinta mit Weingärten an

den Hängen des Douro.

34 3/2021


YACHTCHARTER

UND KREUZFAHRTEN

Historische Panorama kachel im

Bahnhof von Pinhão, 125 Fluss-

Kilometer westlich von Porto.

Weinlese per Hand, Vinifizierung

und Veredelung

zum Portwein im Holzfass,

so ist es der Brauch

entlang des Douro.

GERALD PENZL

ist Buchautor, Skipper

und Experte für Hausund

Motorboot-Reisen

Binnen und Meer

è redaktion@ocean7.at

Rückeroberung durch die

Kreuz ritter, wird das Getränk

wieder salonfähig. Einer seiner

treuesten Konsumenten ist der

Abt des Klosters von Lamego.

Als weitgereister Mann will er

auch in der Fremde nicht auf

seinen Schlummertrunk verzichten.

Um ihn haltbar zu machen,

verschneidet er ihn mit Branntwein.

Mitte des 18. Jh. verirren

sich einige britische Kaufleute

ins stille Douro-Tal. Interessiert

probieren sie den unbekannten,

süßlich-schweren „Priesterwein“

und finden ihn „very excellent“.

Sie experimentieren mit

dem Zeitpunkt des Verschnitts

und legen so das Fundament für

den Siegeszug des Vinho do

Porto, des Portweins.

FASS ÜBER BORD!

Wie mühselig der Weg der

Trauben vom Rebstock in die

Flasche war – und ist – zeigt das

Museu do Douro in Peso da Régua.

Nach dem Besuch werfen

wir einen Blick auf den malerischen

Jahrhundertwende-Bahnhof,

setzen uns dann ins Taxi

und fahren nach Lamego zur

Wallfahrtskirche Santuário

Nossa Senhora dos Remédios.

Getreu dem Motto „keine

Gnade für die Wade“ kraxeln

wir ihre gut 600 Stufen entlang

sakraler Kachelbilder und steinerner

Heiligenfiguren hinauf.

Während in den Tabernas vor

dem Gotteshaus die Männer

beim Vinho den Tag zerreden

(thematischer Dauerbrenner

ist mit dem FC Porto ihr bester

Fußballklub der Welt), schweift

unser Blick über rundum

schier endlose Weingärten.

Die Physiognomie des Douro

ändert sich. Hinter der Schleuse

von Peso da Régua (28,5 Meter)

wird der Fluss schmaler, seine

Mäander enger. Ans Ufer

schmiegen sich die Quintas der

Weinbarone, Rebstöcke klettern

wie Efeu die Hänge hoch, das

Rattern eines kleinen Regionalzuges

durchbricht die Stille.

Bis zur Eröffnung der

Dampf eisenbahn 1873 wurde

der Vinho auf dem Wasserweg

nach Porto transportiert. Die

Sprung in die

neue Saison

1 500 professionelle

Vercharterer

15 000 Boote in

über 180 Revieren

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Portugal/Douro

Die Cais de Entre-os-Rios (links) sind

ein einladendes Etappenziel auf dem

Flussweg von Porto nach Pocinho.

„ Die Vinho-Fässer wurden nur halb gefüllt – kenterte ein Boot,

schwamm die teure Ladung talwärts und konnte geborgen werden.“

Schiffe waren lange, flache Holz ­

boote, sogenannte Rabelos, die man

selbst in den gefährlichsten Stromschnellen

noch navigieren konnte

(siehe Foto S 32–33). Die Fässer

wurden nur halb gefüllt – kenterte

ein Boot, schwamm die teure Ladung

talwärts und konnte geborgen

werden. Manchem Havaristen haben

die bauchigen Dinger wohl auch

schon Leben gerettet.

Erst der Bau der Schleusen in den

1970er- und 1980er-Jahren zähmte

den Fluss. Harmlos ist er trotzdem

nicht. Zwei bis drei Kilo meter vor der

Valeira-Schleuse (33 Meter) verengt

sich der Douro auf rund 30 Meter

Breite. Wenn da ein 90-Passagiere-

Flusskreuzfahrtschiff entgegenkommt

und auf sein Wegerecht pocht, kann

es schon recht eng werden.

IN STEIN GEMEISSELT

Der letzte Schiffslift vor der spanischen

Grenze ist die Schleuse Pocinho

(22 Meter). Bei ihrer Ansteuerung

prasselt ein Sturzregen auf uns

nieder, was nun? Weiterfahren? Bei

diesem Wetter? Kurz entschlossen

rufen wir ein Taxi und fahren in den

Parque Arqueológico do Vale do

Côa. Vor 25.000 Jahren hatten archaische

Steinzeitkünstler hier Tausende

Tiermotive in den Fels geritzt. Ins

Museum des Freilichtateliers tauchen

wir zur Dämmerstunde des

Douro-Tals ein.

Die Kulturregion war wohl schon

immer ein geniales Tischlein-deckdich-Revier.

Fisch, Nutztiere und

Wild – der kunstschaffende Homo

durius lebte sehr wahrscheinlich wie

im Schlaraffenland. Auch wenn er

nur Wasser und noch keinen Vinho

im Becher hatte …


Fluss Douro, die schiffbare Weinstraße Portugals

41° 9’ N

Autark mit dem Hausboot, z. B. einer

Green line 40, von Porto bis Pocinho.

Anreise. Mit dem Flugzeug von Wien nach Porto. Die

Charterbasis liegt in der Douro Marina. Diese befindet sich

gegenüber von Porto in Vila Nova de Gaia rund vier km vor

der Ponte Dom Luís I.

è www.douromarina.com

Charter. Über GlobeSailor sind ab Porto Hausboote von

FeelDouro buchbar, bis Ende Mai wird ein Frühbucherrabatt

in der Höhe von 10 % angeboten (Umbuchungen

kostenlos möglich). Charterbeispiele: Greenline 40

(2 x 75 PS), ab € 3.321,–/Woche; Lagoon 39 (2 x 29 PS),

ab € 4.050,–/Woche. Die Preise beinhalten den Skipper

(obligatorisch) inkl. seiner Verpflegung/Über nachtung an

Land. Nicht inkludiert sind Treibstoff (je nach Verbrauch),

Liegeplatzgebühren in den Marinas (€ 10,– bis € 30,–),

Schleusengebühren (€ 30,– je Schleusung) sowie ev.

notwendige Zusatzreinigungen.

è www.globesailor.de

Revier. Der Douro (spanischer Name: Duero) entspringt in

Spanien. Der Fluss ist rund 900 km lang und überwindet

zwischen Barca d‘Alba an der spanisch-portugiesischen

Grenze und der Hafenstadt Porto am Atlantik 132 Höhenmeter.

Die Schiffbarkeit der 210 km langen Teilstrecke

gewährleisten fünf Stauwerke bzw. Schleusen (Hub:

14–35 m). Die Schleusenkammern sind rund 83 m lang,

11,4 m breit und mit Schwimmpollern ausgestattet.

è www.douro.apdl.pt

Informationen. Offizieller Internetauftritte:

è www.visitportugal.com/de

è http://de.visitportoandnorth.travel

è https://arte-coa.pt

Literatur. Nordportugal. Reiseführer mit vielen Hintergrundinfos

und weiterführenden Adressen. Michael Müller

Verlag, 1. Auflage 2020, 300 Seiten, € 19,50.

8° 37’ W

Atlantik

PORTO

CRESTUMA

ENTRE-OS-RIOS

BARRAGEM DO

CARRAPATELO

PESO DA RÉGUA

LAMEGO

Portugal

PINHÃO

VALEIRA

FERRADOSA

POCINHO


Mark Twain, unzensiert

BÜCHERSCHAPP

Tipps, Trends & Neuheiten

REISETAGEBUCH. Im Sommer 1867 begleitete

Mark Twain eine Gruppe von amerikanischen

Pilgern auf eine Vergnügungsreise mit dem Raddampfer

Quaker City ins Heilige Land. Dabei

entstanden 50 sehr komische und herrlich respektlose

Reportagen aus Europa und Palästina,

in denen allerdings vor der Publikation fast alles

gestrichen wurde, was Anstoß hätte erregen können.

Trotzdem war das daraus entstandene Buch

„Unterwegs mit den Arglosen“ Twains

erfolgreichstes Werk zu seinen Lebzeiten.

Nun liegt die Erstübersetzung der Urfassung

aller Berichte vor, ungekürzt und unzensiert,

die erstmals das volle Ausmaß von Twains

ungezügelter Satirekunst offenbart.

Mark Twain: Unterwegs mit den Arglosen.

mareverlag, 528 Seiten, € 44,–.

è www.mare.de

Twain ungekürzt –

lesenswert!

Zwischen Nord- und Ostsee

REVIERFÜHRER. Ob Trockenfallen,

Schleusentaktiken oder familienfreundlich

und seekrankfrei segeln: Wassersportjournalist

Holger Peterson kennt alle Tricks der

Reviere Nord- und Ostsee, ist er doch im

Laufe der Jahre vom Faltboot über acht

weitere Boote bis zu seiner heutigen Reinke

S11 darin unterwegs. Gezeitennavigation,

Routenplanung, Seekarten, Wetter –

hier findet jeder am Segeln im Norden

interessierte Leser wichtige Tipps für das

eigene Abenteuer in Nord- und Ostsee.

Holger Peterson: Wie wir im Norden

segeln. Verlag millemari, 252 Seiten,

als Hardcover € 39,95.

è www.millemari.de

Schlauer segeln

RATGEBER. Segelautor Stephan

Boden beschäftigt sich, seit er

denken und segeln kann, mit

alternativen Möglichkeiten,

Hacks und Zubehör – sprich

mit allem, was das Leben an

Bord einfacher macht. Dabei

schaut er oft und gern über

den Tellerrand. Seine besten

100 Tipps hat er in einem bunten

Mix in diesem Buch zusammengestellt.

Von Mousepads

über Pinnenarretierungen,

von Anlegetipps bis hin

zum Tipp, was man mit Ofenreiniger

anstellen kann.

Stephan Boden: 100 Tipps für

Segler. Eigenverlag/Amazon,

149 Seiten, € 12,90.

è www.bodensbuecher.com

verlost unter allen Teilnehmern

drei Exemplare von „100 Tipps für Segler“! Einfach eine E-Mail

mit Betreffzeile „Boden 100 Tipps“ an gewinnen@ocean7. at

senden und mit etwas Glück gewinnen! Teilnahmeschluss ist

der 1. Juni 2021, die Gewinner werden per E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich einverstanden, den -

News letter (jederzeit kündbar) per E-Mail zu er halten. Ihre Daten

werden in keiner Form an Dritte weiter gegeben. Eine Bar ablöse

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Mike Horn

Der Wanderer

zwischen den

Welten

Extrem-Abenteurer, Vater und Umweltbotschafter Mike Horn im Interview: Da knistert selbst

im Zoom-Modus das Gespräch vor Spannung, denn Mike sprüht nur so vor positiver Energie.

Als Forscher im Dienste der Natur erzählt er aber auch vom schmelzenden Packeis und von

vor Erschöpfung ertrinkenden Eisbären.

Text STEFAN DETJEN | Fotos DMITRY SHAROMOV, ETIENNE CLARET

Seit 1997 hat er eine Reihe

von Bravourleistungen

und bahnbrechenden Expeditionen

durchgeführt,

wie z. B. „Pole2Pole“, eine dreijährige

Weltumrundung über den Südund

Nordpol inklusive Ozeanüberquerungen

und Überlandexpeditionen.

Von Russland aus fuhr der gebürtige

Südafrikaner mit Skiern zum

Nordpol. Außerdem absolvierte er

den „Amazonas“, eine sechsmonatige

Solo-Durchquerung des südamerikanischen

Kontinents zu Fuß und

mit Hilfe des als Hydro speed bekannten

Riverboarding-Sports.

Beim „Drive to K2“ fuhren Mike

und sein Team mit der legendären

Mercedes-Benz G-Klasse von der

Schweiz bis nach Pakistan durch

insgesamt 13 Länder, dabei wurden

in 15 Tagen mehr als 10.500 km zurückgelegt,

um schließlich den K2,

den zweithöchsten Berg der Welt,

zu besteigen.

Sein letztes Abenteuer hat ihn auf

seinem Expeditionsschiff Pangaea

wieder in den hohen Norden geführt.

Mit an Bord war auch Solosegler

Bernard Stamm, der die Yacht

sicher durchs Eis manövrierte.

Was ist schlimmer zu ertragen,

Hitze oder Kälte?

Der Unterschied ist nicht nur

die Temperaturdifferenz. Hitze

kommt meistens mit nervigen

Begleiterscheinungen wie Moskitos,

Parasiten und Ungeziefer. Da ist mir

2006 war die Eisdecke im hohen Norden

Grönlands noch 2,5 Meter dick, aktuell

sind es nur noch 8 Zentimeter.

Kälte lieber, auch wenn ich schon

einige Erfrierungen riskiert habe.

Trotzdem merke ich, dass ich Kälte

besser ertrage und mich anpassen

kann. Außerdem stirbt es sich leichter

und schneller bei minus 40 Grad …

Hast du Angst vor dem Tod?

Nein. Das gehört zum Leben. Wer

geboren wird, muss auch sterben.

38 3/2021


3/2021 39


Mike Horn

Davor Angst zu haben bringt

nichts. Man stirbt nur einmal, wer

Angst hat, stirbt jeden Tag hundertmal.

Man sagt, dass das durchschnittliche

menschliche Leben

ungefähr 30.000 Tage bis zum Alter

von 82 Jahren dauert. Das ist nicht

viel (lacht). Deshalb ist es wichtig,

weniger Angst zu haben und intensiv

zu leben.

Was ist schöner, das Aufbrechen

oder das Heimkommen?

Die Vorbereitung ist eine tolle Phase,

ich plane und durchdenke alles,

ja ich durchlebe quasi die ganze

Expedition. Das Umsetzen und das

Durchziehen haben seinen Reiz,

aber die Vorfreude ist irgendwie

schöner. Wenn ein Projekt abgeschlossen

ist, kommt zuerst einmal

eine gähnende Leere, bis ich mich

wieder auf ein neues Abenteuer

stürzen kann.

Gibt es auch negative Seiten

bei deinen Expeditionen?

Und ob! Der bürokratische Papierkram

wird immer aufwändiger.

Als ich vor 30 Jahren durch Russland

marschierte, brauchte es bloß

einen einzigen Telefonanruf und

ein Telefax und alles war ok. Heute

muss jeder Schritt angefragt, belegt

und bewilligt werden. Man hat es

immer mehr mit Kontrollfreaks

zu tun, die am liebsten alles über ­

wachen.

Als Explorer müsste eigentlich das

nächste Abenteuer eine Reise zum

Mars sein. Reizt dich das?

Warum nicht? Auch wenn ich diesen

Planeten über alles liebe, würde

ich sogar auf dem Mars bleiben

wollen. Ich habe mein Leben auf

der Erde aus dem Vollen gelebt, da

würde mir das nichts ausmachen.

Nach einem Auftritt bei der Europäischen

Raumfahrtbehörde sagte

man mir, dass ich für so ein Abenteuer

ideal wäre. Ich bin bereits

kälteresistent, Astronauten müssten

das erst noch lernen.

Du hast zwei Töchter, bist viel und

risikoreich unterwegs – wie

funktioniert Familie Horn?

Das Leben eines Kindes erfordert

zwei Dinge: ein solides Fundament

und Flügel. Die Basis besteht aus

menschlichen Werten wie Liebe,

Mut, Hartnäckigkeit und der Kraft

aufzustehen, wenn wir fallen. Und

dem Willen, durch Erfahrung besser

zu werden. Das definiert, wer

wir sind. Anschließend müssen wir

unseren Kindern Flügel verleihen,

weil sie in der Lage sein müssen,

durch Erkundung herauszufinden,

wer sie sind. Ich beziehe meine

Töchter in meinen Job mit ein. Wir

versuchen, so viel wie möglich ge­

Die Pangaea ist mit

35 Metern Länge die

größte segelnde Expeditionsyacht

der Welt.

40 3/2021


Geniales Duo: Extrem-Abenteurer

Mike Horn und 3-fach-Vendée-

Globe-Segler Bernard Stamm.

Mike Horn und Frédéric Roux im nicht mehr ewigen Eis, die

Erklimmung eines Eisbergs fiel wortwörtlich ins Wasser.

meinsam zu machen. Es gab tolle

Momente, die uns zusammenschweißten.

Je mehr Extremes wir

unternehmen, desto mehr wachsen

wir zusammen, umso tiefer wird

unsere Beziehung. Und ich freue

mich auf den Tag, wo ich ein guter

Großvater sein kann.

Das Risiko ist dein ständiger

Begleiter – ginge es auch ohne?

Risiko ist Teil des Abenteuers.

Wenn unsere Träume uns nicht erschrecken,

sind sie definitiv zu

klein. Ein großer Traum birgt aber

eben nun einmal auch ein großes

Risiko, sich die Flügel zu verbrennen.

Na und? Denn dies ist kein

Grund, nicht groß zu träumen.

Wenn ich keine Angst habe zu gehen

oder zu sterben, dann deshalb,

weil der Wunsch zu gewinnen stärker

ist als die Angst vor dem Verlieren.

Denn wenn wir in Angst

„ Ich brauche Ziele für meine Motivation. Adrenalin

und Abenteuer gehören da einfach dazu.“

geraten, beginnen wir zu zweifeln

und uns selbst zu lähmen. Es ist die

Angst vor dem Unbekannten, welche

die meisten von uns bereits erlebt

haben. Ich denke, der einzige

Weg, diese Lähmung zu bekämpfen,

besteht darin, unsere eigenen

Fähigkeiten bis an die Grenzen

auszuloten, zu wachsen, stärker

zu werden und uns so zu erlauben,

an uns selbst zu glauben.

Spektakuläre Risikoclips von Kids auf

Wolkenkratzern sorgen auf den

sozialen Netzwerken für tausende

Klicks. Was denkst du darüber?

Es besteht eine feine Linie zwischen

meinen Abenteuern und

Dummheit. Ich will nicht nur für

15 Minuten berühmt sein und

dann von der Bildfläche verschwinden.

Meine Extremprojekte mache

ich seit 30 Jahren, da gibt es ein

Konzept, ein Vorher und Nachher

sowie Erfahrungen, die ich weitergeben

kann. Ich fühle mich in der

Tradition von James Cook, Ernest

Shackleton und Roald Amundsen,

DAS waren verrückte Kerle. Es

ging weniger um Sensationslust als

um neue Erkenntnisse aus unbekannten

Regionen.

Was sind die Erkenntnisse

deiner letzten Expedition?

Mit der Pangaea ging es von

Frankreich aus wieder in den

hohen Norden Grönlands. Es ist

3/2021 41


Mike Horn

„ Wenn unsere Träume

uns nicht erschrecken,

sind sie zu klein.“

erschreckend, wie die Eisdecke ab ­

ge nommen hat. 2006 war sie noch

2,5 Meter dick, jetzt sind es nur noch

8 Zentimeter. Das Bizarre daran: Das

lässt Eisbären ertrinken! Die können

zwar schwimmen, sind es aber nicht

gewöhnt, lange Strecken gegen Wellen

zu kämpfen. Auf größeren eisfreien

Gebieten bauen sich durch

den Wind mehr Wellen auf. Wir

haben auch Wetterbojen abgesetzt,

durch Covid-19-Lockdowns ver ­

fügen wir über weniger Wetterdaten

durch die zivile Luftfahrt, deshalb

besteht ein wahrer Mangel an

Daten input. Ich bewege mich seit

30 Jahren in der Natur und ich bin

der beste Zeuge, dass es ihr gar

nicht gut geht.

Du sammelst da draußen wichtige

Ein drücke. Lernst du dabei auch

etwas über dich?

Wenn du allein und isoliert bist, sind

deine Sinne ohne Ablenkung offen,

du kannst dich besser auf dich selbst

konzentrieren. Einsamkeit zermürbt

mich absolut nicht – im Gegenteil:

ich empfinde das Alleinsein als

Bereicherung meines Lebens, als

Quelle der Inspiration und neuer

Möglichkeiten.

Apropos Covid-19. Du bist oft monatelang

allein unterwegs. Ist die Isolation an

deinem Wohnort ähnlich wie bei deinen

Expeditionen?

Ich verbringe privat viel Zeit in

Château-d‘Oex im Schweizer Kanton

Waadt. Das ist ein idealer Ort, um

isoliert zu sein. Mein Domizil steht

einsam inmitten von Wiesen und

Wald, das perfekte Terrain für mich,

um eine Auszeit zu nehmen und für

die kommenden Abenteuer zu trainieren.

Es fühlt sich nicht viel anders

an, als ich es bei meinen Expeditionen

erlebt habe. Obwohl, um ehrlich

zu sein, das Wetter in den Alpen

sehr viel besser ist als am Nord ­

polarmeer.

Lässt sich das auf die Situation

über tragen, mit denen Familien

aktuell zu Hause konfrontiert sind?

Ich möchte den Menschen in dieser

Hinsicht Mut machen. Ich denke,

jeder ist besonders auch in schweren

Zeiten in der Lage, kreativ zu werden,

neue Lösungen zu finden und

neue Wege für ein gutes Zusammenleben

zu finden. Die Menschen sollten

versuchen, bisher unbekannte

tägliche Herausforderungen als ihre

ganz persönliche Challenge anzunehmen.

Sich verpflichten, gemeinsam

gute Lösungen für alle Beteiligten

zu finden. Ich weiß natürlich,

dass es nicht immer einfach ist,

motiviert zu bleiben, aber mit

etwas Disziplin kann man so

manche Probleme im täglichen

Leben schon überwinden.

Seit 2008 ist Mike Horn mit der Segelyacht

Pangaea, der mit 35 Metern

Länge größten segelnden Expeditionsyacht

der Welt, unterwegs. Die

Yacht wurde 2007/2008 gebaut, um

auf einer (damals auf auf vier Jahre

angelegten) globalen Expedition auf

die Umweltprobleme der Erde aufmerksam

zu machen.

è www.mikehorn.com

42 3/2021


Sportswear

Hightech vor Augen

Um bei Extremregatten wie der Vendée Globe stets den Durchblick

zu behalten, braucht es präzise Hochleistungssport brillen. Charlie

Dalin und Clarisse Crémer haben auf Julbo gesetzt,

verlost je eines der von ihnen getragenen Modelle.

Text W O L F G A N G G E M Ü N D

FOTO: MAXIME HORLAVILLE

Als einst die Inuits mit

ihren aus Holz und Tierfellen

gebauten Kajaks

durch die Eisschollen

paddelten, schützten sie ihre Augen

vor dem von Eis und Wasser

zusätzlich verstärkten Sonnenlicht

mit Knochen oder Holzbrettern, in

die feine Sichtschlitze geritzt wurden.

Brillen mit farbigen Gläsern

(z. B. aus Rauchglas) kamen in

Europa im 15. Jahrhundert auf,

so richtig technisch wurde es aber

erst Anfang des 20. Jahrhunderts,

als Sonnenbrillen auf den Markt

kamen, die den UV-Anteil des

Lichts wirksam wegfilterten.

Das war dann auch die Zeit der

großen Optiker-Pioniere wie beispielsweise

Jules Baud (gesprochen

„Julbo“), der in Morez im französischen

Juragebirge im Auftrag von

alpinen Kristallsuchern, die um

den Schutz ihrer Augen besorgt

waren, seine ersten Hochgebirgssonnenbrillen

herstellte. Es folgten

spezielle Gletscherbrillen für Bergsteiger

und – die Firma nannte

sich inzwischen Julbo – für andere

Outdoor-Sportarten, Ende der

1990er-Jahre schließlich auch

eigens konstruierte Sonnenbrillen

für den Segelsport.

LUFT IN DER BRILLE

Für eine Hightechbrille wie sie

Charlie Dalin, Skipper der Apivia

und heldenhafter Zweiter der

Vendée Globe 2020–2021, während

seiner 80 Tage dauernden

Weltumseglung trug, hätte ein

frühzeitlicher Inuit wahrscheinlich

mehrere Kajaks geboten.

Dalins Julbo Paddle hat eine

stoßfeste Polypropylen-Fassung

mit Tausenden ins Material eingeschlossenen

Luftbläschen, die

die Brille schwimmfähig macht.

Die Gläser sind aus leichtem

Polykarbonat mit polarisierendem

Sonnenschutz.

Das Gesamtgewicht

der Brille

beträgt gerade einmal

26 Gramm.

Der Wind könnte

die Brille also mit

Leichtigkeit fortblasen,

wenn das weiche Material der

Fassung und des Nasenstegs nicht

eine rutschsichere Behandlung

hätte, die genau das verhindert.

Must have

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich ein verstanden, den

- News letter (jederzeit kündbar) per E-Mail

zu er halten. Ihre Daten werden in keiner Form an Dritte

weiter gegeben. Eine Bar ablöse des

Gewinns ist nicht möglich.

Rechtsweg ausgeschlossen.

Redaktions-

Tipp

MITDENKENDE GLÄSER

Clarisse Crémer, bestplatzierte

Skipperin bei der Vendée Globe

2020–2021, trägt mit der Julbo

Regatta ein noch aufwän digeres

Modell, dessen spezielle Rahmenkonstruktion

ein schnelles Ablaufen

von Spritzwasser auf den Gläsern

ermöglicht.

Die extrem widerstandsfähigen

Gläser aus Trivex sind zudem

selbsttönende – heißt, sie können

sich je nach Lichtstärke eindunkeln

oder wieder aufhellen, was stets für

klare (Sicht-)Verhältnisse sorgt.

verlost unter allen Teilnehmern je eine Julbo

Paddle und eine Julbo Regatta! Einfach eine E-Mail mit

Betreffzeile „Julbo Paddle“ oder „Julbo Regatta“ (je nach

Wahl) an gewinnen@ocean7.at senden und mit etwas

Glück gewinnen! Teilnahmeschluss ist der 1. Juni 2021,

die Gewinner werden per E-Mail verständigt.

FOTO: JÉRÉMIE LECAUDEY

FOTO: JEAN-MARIE LIOT

3/2021 43


xxxxx Alles Regatta xxxx

Sportgeist ist

Wpräsentieren hier auszugsweise

eine Vorschau

auf namhafte

Regatta-Events unter

österreichischer Regie, die Anfänger

wie ambitionierte Segler in gleichem

Maße ansprechen.

Im Anschluss sind neue Angebote

österreichischer Ausbildungsstätten

auf heimischen und internationalen

Gewässern gelistet, die

sich rund um das sportliche Segeln

drehen. Mast- und Schotbruch!

20. KORNATI CUP

Als die „Mutter aller Fahrtenseglerregatten“

ist der alljährlich ab der

Pitter-Yachtcharterbasis in Biograd

übers Wasser gehende Kornati Cup

(siehe Bild oben) weit über die Adria

hinaus bekannt.

Traditionell im Frühling ausgetragen,

musste die Jubiläumsaus gabe

heuer in den Herbst verschoben

werden. „Wir sehen bewusst von

dieser stets mit viel Herzblut organisierten

Großveranstaltung im Frühjahr

ab, denn Sicherheit hat bei

Pitter Yachtcharter letztlich in

allen Belangen Vorrang“, sagt Klaus

Pitter, Geschäftsführer von Pitter

Yachtcharter und selbst leidenschaftlicher

Regatta-Segler.

Die Terminverschiebung wird

wohl nur wenig freie Kapazitäten

schaffen – das auf rund 100 Yachten

beschränkte Top-Event ist meist

lange im Voraus ausgebucht. „Auch

wenn der Kornati Cup erst im

Herbst stattfindet – die Yachten wie

44 3/2021


FOTO: FRITZ GOTSCHIM

Langeweile kam in segelsportlicher Hinsicht während der

letzten Lockdowns nicht auf – zu sehr haben uns eine action ­

reiche Vendée Globe und ein spannender America‘s Cup in

ihren Bann gezogen! Nun aber ist unsere Zeit gekommen –

die neue Saison steht vor der Tür und so mancher Segler

unter uns will selbst Regatta-Luft schnuppern.

Text TAHSIN ÖZEN

Trumpf!

z. B. unsere neue Einheitsflotte von

15 baugleichen Bavaria Cruiser 46

steht zum Frühlingstermin für private

Trainings zu Sonderpreisen zur

Verfügung“, so Klaus Pitter.

Nach Möglichkeit doch im Frühling,

weil im überschaubaren Format,

soll der Business Cup 2021

stattfinden (diesmal nicht als Teil

der „Internationalen Österreichischen

One-design-Hoch­Hochsee­

Staatsmeisterschaft“, die bereits in

den Herbst gelegt worden ist).

„ Unsere Einheitsflotte von 15 baugleichen

Bavaria Cruiser 46 steht schon im Frühling

für private Trainings zur Verfügung.“

Klaus Pitter, CEO Pitter Yachtcharter

Und weil aller guten Dinge Drei

sind, steht im Herbst planmäßig

noch die Offshore Challange

(ORC Hochsee-Staatsmeisterschaft

Biograd–Dubrovnik–Biograd) auf

dem Pitter-Regattakalender.

20. Kornati Cup, 16.–20. Oktober

Aufgrund der Biograd Boat Show 2021 (20.–24. Oktober) endet die Jubiläumsausgabe des

Kornati Cup bereits am Mittwoch, den 20. Oktober. Die genaue Route wird noch bekannt

gegeben. Der Start ab der Marina Hramina/Murter, die Etappenziele Žut und Piškera und das

Ziel Marina Kornati/Biograd sind jedoch fix. Informationen und laufende Aktualisierungen

zu allen von Pitter geplanten Regatten 2021 online unter

è www.pitter-yachting.com/at/regatten/events

3/2021 45


Alles Regatta

FOTO: GSC19

GEBIRGSSEGLER CUP

Frisch, sportlich, steirisch – so präsentiert

sich der Gebirgssegler Cup

unter der Leitung des Grazers Mike

Hecker. Frohen Mutes lies er dieses

Top-Event im Regatta-Kalender des

Yacht Club Austria auch 2020 in

Kroatien über die Bühne gehen –

und geht mit wertvollen Erkentnissen

daraus heuer bereits im Juni an

den Start. „Ich setzte schon im Vorjahr

auf Antigen-Tests aller Teilnehmer

vor der Anreise, was mitunter

für Verwunderung gesorgt hat –

heute eine Selbstverständlichkeit,

sogar vor einem Friseurbesuch“,

sagt Mike Hecker.

Die limitierte Teilnehmerliste

für den 14. Gebirgssegler Cup im

Raum Šibenik zählt 14 Yachten in

der Einheitsklasse und sechs Yachten

in der offenen Klasse. Alle Yachten

sind bereits vergeben, als Crew-

Mitglied können sich Interessierte

aber gerne (unverbindlich) noch

melden. Ersatztermin wird es keinen

geben, für den Rest des Jahres

ist der Kalender gespickt voll mit

Ausbildungs- und Prüfungstörns

der YCA-Crew Steiermark. „Auch

da machen wir kleinere Wettfahrten,

das fördert den Teamgeist und

macht Spaß“, so Mike Hecker.

„ Die YCA-Crew Steiermark

zeigt mit sportlichem Elan,

was im Verband möglich ist.“

Christian Schifter, Commodore Yacht Club Austria

Gebirgssegler Cup, 13.–17. Juni

Der 14. Gebirgssegler Cup findet im Raum Šibenik statt – mit 14 Yachten in der Einheitsklasse

First 35 und Yachten in der offenen Klasse ohne Spinnaker. An vier Tagen sind

sechs Wettfahrten geplant, drei davon als Up-and-Down-Kurse. Ab 4 Wettfahrten gibt es

ein Streichresultat. Die Regatta zählt als Veranstaltung im Rahmen der Austrian Offshore

Trophy. Mehr über das sportliche (Ausbildungs-)Angebot auf der Verbandsseite des YCA.

Detaillierte Infos zum Gebirgssegler Cup und unverbindliche Anfragen unter:

è www.yca.at/aktivitaeten/regatta/gebirgssegler-cup

46 3/2021


FOTO: UDO REICHMANN

ALPE ADRIA SAILING WEEK

Mit der Alpe Adria Sailing Week

musste die wohl traditionsreichste

Regatta des Yacht Club

Austria vom Frühling in den

Herbst verschoben werden.

„Nach intensiven Beratungen,

auch unter Einbeziehung unserer

Partner in Punat, sind wir zu

dem Schluss gekommen, dass

die Regatta aus Sicherheitsgründen

nicht im Mai, sondern zur

ungetrübten Freude aller Teilnehmer

besser im Oktober

veranstaltet wird“, so Fritz Abl,

Organisator der Alpe Adria

Sailing Week.

Der altehrwürdige Austria

Cup wird in der Einheitsklasse

auf First-35-Yachten ausgetragen,

der Alpe Adria Cup und

der Alpe Adria Cruising Cup in

der offenen Klasse gesegelt.

Ersterer ist zwar ausgebucht,

aufgrund der Terminverschiebung

könnte aber vielleicht doch

noch die eine oder andere First

35 zu ergattern sein – eine Warteliste

liegt bereits auf. In der

ORC-Klasse gibt es noch genügend

freie Plätze!

Unter herbst lich blauem Himmel

machen wir heuer das „Segeln

unter Freunden“ mit spannenden

Wettkämpfen auf

dem Wasser und viel Geselligkeit

an Land zu einem ganz besonderen

Fest“, sagt Fritz Abl.

„Sponsoring ist unsere eine –

Segeln mit Freunden unsere

andere Freude an der AASW.“

Team Österreich, Pantaenius Yachtversicherungen

Alpe Adria Sailing Week, 3.–7. Oktober

Die 14. AASW erstreckt sich über vier Wettfahrt-Tage, Austragungssort ist die Marina Punat

auf der Insel Krk. Die zehn First-35-Einheitsklasse-Yachten aus Murter sind bereits reserviert,

man kann sich aber auf einer Warteliste eintragen lassen.

Für die ORC-Klasse gibt es interessante Charterangebote (Elan, Salona, Bavaria u. a.) des

AASW-Partners Yachtcharter Müller mit Sitz in Linz. Auch heuer wird ein professioneller

Überstellungsservice angeboten. Detaillierte Infos über die Regatta, Anmeldung, Warteliste,

Kosten etc. unter:

è www.aasw.at

FOTO: PANTAENIUS

3/2021 47


Alles Regatta

SISI CUP – LADIES ONLY!

Zwölf Damenteams werden im Juni

zur zweiten Auflage des Sisi Cup antreten

und im Bundesliga-Format

ihre Kaiserinnen krönen. Nach dem

Motto „Was Helga in Deutschland

kann, kann Sisi auch in Österreich

aufs Wasser bringen“ sorgen kurze

Wettfahrten auf Sunbeam 22.1 der

aktuellen Bundesliga-Flotte von

Sunbeam Yachts für spannende

Rennen in Weyregg am Attersee.

„Die Kurse werden direkt vor dem

Ufer gelegt, wodurch auch Zuschauer

live bei den Entscheidungen der

besten Damenteams Österreichs

dabei sein können“, sagt Christian

Kargl, Organisator der hochkarätigen

Damenregatta.

Als Olympia-Segler und österreichisches

Mini-Transat-Aushängeschild

weiß er: Dabei sein ist alles!

Darum sind zum Sisi Cup Frauen

mit profunder Regatta-Erfahrung

ebenso herzlich eingeladen wie motivierte

Anfängerinnen, die etwas

Racing-Luft schnuppern möchten.

„Natürlich ist Sisi offen für Damencrews

aus aller Welt“, sagt Christian

Kargl. Lediglich die Skipperin muss

im Besitz eines von World Sailing

anerkannten Verbandsscheins sein.

Christian Kargl konzipierte den

Sisi Cup nach deutschem Vorbild

(Helga Cup, Hamburg, seit 2018).

Dieser wurde am Attersee erstmals

2019 ausgetragen, Veranstalter ist

der Sportverein Weyregg am Attersee

– Sektion Yachtsport.

FOTO: GERNOT WEILER

„Der Sisi Cup ist offen für

Damencrews aus aller Welt.

Ladies, holt euch die Krone!“

Christian Kargl, Olympia- und Mini-Transat-Segler

Sisi Cup, 23.–27. Juni

Das kaiserliche Segelevent ist ausgelegt für Frauen mit und ohne Regatta-Erfahrung.

Die Regattaboote inkl. Segel werden den Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

Das Programm steht bereits fest: 23. u. 24. Juni: Training; 25. Juni: Training,

Registrierung, Welcome Drink; 26. Juni: Briefing, Wettfahrten, Segleressen, Party

(vorbehaltlich ev. COVID-19- Einschränkungen); 27. Juni: Wettfahrten, Siegerehrung.

Information und Anmeldung:

è www.sv-weyregg.at/segeln/regatta

FOTO: MAXIMILIAN LEITNER

48 3/2021


FOTO: FRITZ GOTSCHIM

Übung macht den Meister

REGATTA-TRAINING. Auch wenn

der Kornati Cup diesmal erst im

Herbst gesegelt wird (siehe Seite 44):

Mit Saisonstart steht für Übungszwecke

die Einheitsflotte von 15 baugleichen

Bavaria Cruiser 46 bereit. Im

Rahmen des viertägigen „Regatta-

Training Biograd“-Programms von

in2theBlue können auf diesen unter

Anleitung der Profis Julian Kircher

und Christian Kargl optimale

Regattatechniken erlernt werden.

Vom Einsatz an unterschiedlichen

Positionen an Bord über Trimm-

Training und Bojenmanöver bis zur

Handhabung des Spinnakers wird

alles geboten. Voraussetzung für das

Regattatraining ist der sichere Umgang

mit einer Segelyacht. Wer ev.

auch schon ein wenig Erfahrung mitbringt,

wird vom Start weg aus dem

Vollen schöpfen können. Abendliche

Videoanalysen bzw. Theorie zum

Thema Regelkunde, Handling etc.

sind ebenfalls Programm.

è www.in2theblue.com

Regatta-Training im großen Stil ab

Biograd mit bis zu 15 baugleichen

Bavaria Cruiser 46 von Pitter.

FOTO: SCHMIDTLEITNER

Performance-Training auf AY S44.

Im Knotenrausch

SPORTLICHE KURSE. Trainings auf den Performance-Booten

AY S44 Calanthe und AY S380

Navis Celere hat Aichfeld Yachting im Programm.

Je nach Level werden Kurse zum Handling

von Spinnaker und Gennaker bis hin zum

gesamten Regattatraining mit Taktik und allem,

was für eine erfolgreiche Regatta-Teilnahme nötig

ist, abgehalten. Erstmals angeboten werden

auch prestigeträchtige Regattatrainings auf Club

Swan 36, Zielgruppe sind Fortgeschrittene, die

dem Geschwindigkeitsrausch gerne etwas mehr

verfallen möchten.

è www.aichfeld-yachting.at

Seeschule mit Meerservice

FÜR KLEIN UND GROSS. Den für

sechs Personen zugelassenen Kult-

Segler Bente 24 verchartert die

Segelschule Attersee (seit 1972)

für ein- und mehrtägige Sporttörns

auf dem größten See des Salzkammerguts.

Wer mehr oder Meer will,

kann auf dem Attersee ein Skippertraining

auf einer voll ausgerüsteten

Bavaria 31 Cruiser (mit Motor, Steuerrad,

Mittelmeercockpit und Heckplattform)

zur Vorbereitung auf Prüfungstörns

am Meer absolvieren.

„Die ein- bis zweitägigen Intensivkurse

finden in der Vor- und Nachsaison

statt, die vier bis fünf Schützlinge

werden dabei von Trainern mit

erheblicher Blauwassererfahrung betreut“,

so Inhaber Jan Liehmann.

è www.segelschule.at

Im Salzkammergut, da lernt man gut.

FOTO: JUDEL/VROLIJK & CO

Happy RYA-Dayskipperin.

Ohne Prüfungsangst

DAYSKIPPER. Als professionelle

RYA-Segelschule in der Adria mit eigener

Basis für ihre Praxiskurse in der

Ma rina Kremik in Primošten hat sich

White Wake Sailing einen Namen

gemacht. Sehr interessant die einwöchigen

RYA-Day skipper-Kurse (auch

als reiner Frauenkurs mit Instruktorin

buchbar) für etwas geübtere Segler,

bei denen das (englische) Programm

auf die individuellen Bedürfnisse

der Schüler angepasst wird. Formelle

Prüfung gibt es keine, der Kurs leiter

verfolgt die Fortschritte und gibt

regelmäßig Feeback. Die Kurs woche

endet mit einer abschließenden

persönlichen Nachbesprechung.

è www.white-wake.com

3/2021 49


Alles Regatta

Go for

Lanzarote

KALT-WARM. Als offiziell anerkanntes

RYA-Trainingscenter unter österreichischer

Leitung bietet die MCO

Sailing Academy seine Praxiskurse

nach der guten alten Schule in der

Port Hamble Marina im Solent/England

an (siehe 1/2021). Wer

es wärmer und sonniger mag, kann ab

Herbst 2021 die Kurse auch auf den

Kanarischen Inseln buchen. MCO

baut in der Marina Lanza rote in Arrecife

in Kooperation mit Lava-Charter

eine neue Basis auf, in der der RYA

Yachtmaster Offshore, der Dayskipper

und der Coastal Skipper bei frühlingshaften

Bedingungen absolviert

werden können. Ideal auch als Perfektionskurs

(Gezeiten, Strömung, Pilotage

…), für Inhaber einer FB2- oder

FB3-Lizenz, Bordsprache ist Englisch.

è www.mco-sailing.com

Auf Lanzarote ist’s fein

lernen, finden Clemens

Stecher (re.) von MCO

und Jan Schäpers von

Lava-Charter.

Regattasegeln im Ligaformat

Liga-Schnuppersegeln.

WETTKAMPF-EINSTIEG. Wer einfach

und unverbindlich einmal in die Segel-

Wettkampfszene schnuppern, dabei aber

keine sportlichen Kompromisse eingehen

will, der geht Liga-Segeln. Die Idee, mit

hochwertigen, vom Veranstalter zur Verfügung

gestellten Booten um die Wette

zu segeln, hat sich von der Spitze abwärts

durchgesetzt. So gibt es neben der segelmedial

breit bekannten nationalen Segel-

Bundesliga auch Bewerbe für Damen,

Jugend-Teams und auf regionaler Ebene.

Der Modus mit kurzen Rennen, den

Teamwechseln und der damit verbundenen

gemeinsamen Zeit an Land und in

den bereitgestellten Sunbeam-22.1-Booten

machen das Liga-Segeln so attraktiv.

è www.segelbundesliga.at

Personal Trainer

SEHR PRIVAT. Individuelles Segeltraining

in Kleinstgruppen führt logischerweise zu

den steilsten Lernkurven. b3onWater

hat sich auf maßgeschneiderte „Personal

Trainings“ spezialisiert, bei denen praktisch

alles – Schiff, Ort, Termin, Dauer

und sogar Instruktor – selbst ausgewählt

werden können. Dabei ist eine Vielzahl

von privaten Arrangements möglich, vom

zweitägigen Kurs auf der eigenen (Charter-)yacht

bis zur mehrwöchigen Ausbildung

zum Segelschein. Individuelle Regatta-

und Gennakertrainings sowie als

Manövertraining genutzte Überstellungen

sind ebenfalls im Angebot.

è www.b3-onwater.at

Elegantes Lernen

GEHOBENE KLASSE. Auf maßgeschneiderte

Segel- und Motor yachttörns in der

kroatischen Adria spezialisiert, bietet

Yachting Exclusive auch Kurse für

Segel- und Motoryachten mit dem gewissen

Extra an. Basis ist die Marina Kremik

in Primošten, die Kurse werden ausschließlich

in Kleingruppen auf top ausgestatteten

Yachten abgehalten, erholt

wird sich in einer luxuriösen Unterkunft.

Der Partner vor Ort arbeitet mit deutschsprachigen

Trainern und in Kombination

von Theorie und Praxis – darüber hinaus

werden auch Profikurse für Fortgeschrittene

angeboten.

è www.yachtingexclusive.com

50 3/2021


Wassersport auf

der Alten Donau.

Den Osten im Griff

ALLES WASSERSPORT. Die vom ehe maligen

Nationalteamsegler Markus Hiebeler gegründete

Segelschule boats2sail deckt mit Standorten von

Ottenstein im Waldviertel über die Segelschule

Hofbauer in Wien bis Breitenbrunn am Neusiedler

See die gesamte Ostregion wassersportlich perfekt

ab. Expandiert wird aber nicht nur geografisch,

sondern auch inhaltlich. So ist boats2sail Partner

der beiden SUP-Center in Wien im Gänsehäufel

sowie an der Neuen Donau. Das Seefahrtssegment

wird in der Marina Wien bearbeitet, in Kürze steht

dort sogar eine 30-Fuß-Yacht für Schulungs- und

Übungszwecke parat.

è www.boats2sail.com

Boards

Allroundmarin Stand Up Paddle Boards

4 neue Modelle und für alle ist etwas dabei.

Egal ob Freizeit-Paddeln, Fischen oder mit

7 Freunden auf dem Gigant SUP, Spaß und

Erholung ist garantiert.

Frauen

ans Ruder!

LADIES ONLY. Auf sportliche Segelkurse

für Damen hat sich Hildegard

Etz, Ausbildnerin und Inhaberin von

sailswoman, sehr erfolgreich spezialisiert.

Von Hafenmanöver- und Einhandtraining

über Gennaker-Schnupperkursen

bis zu einer Vielzahl von

Törns bietet sie eine pinke Palette an

Möglichkeiten, das Segeln und andere

Seglerinnen kennenzulernen. Nächster

geplanter Kurs: Zweihand-Training für

gemischte Crews (8.–12. Mai) in der

Marina Izola. Die nächsten geplanten

Ladies-Only-Kurse ab Izola: Hafenmanövertraining

(12.–16. Mai u. 15.–18.

Juni) und Törntraining (12.–5. Juni).

è www.sailswoman.at

Unter Seglerinnen.

ab € 425,-

empf. VK inkl. Ust

Wer trimmt, gewinnt

FOTO: ELENA SHU

VOLLE WÄSCHE. Regatta-Ausbilung in

Theorie und Praxis, individuelle Einzelund

Team-Trainings, Teilnahmen auf

Godspeed-Yachten – die GODSPEED

SAIL RACING ACADEMY mit Sitz in

Gmunden ist für ehrgeizige Segler Top-

Adresse. Trainer Peter Steinkogler ist

schon zahlreiche internationale Regatten

gesegelt (Fastnet, Rolex Middle Sea

Race, Giraglia …) und ist nicht nur

Vollblut-Racer, sondern auch exzellenter

Lehrmeister. Das gesamte Leistungsspektrum

inkl. Terminen und Preisen

ist auf der Homepage abrufbar.

è www.godspeed.at

Alltechnik Handelsges.m.b.H

Rheinboldtstrasse 11-13, A-2362 Biedermannsdorf bei Wien

+43 (0)2236 64676 -0 +43 (0)2236 64676-76

@office@allroundmarin.at www.allroundmarin.com


Ausbildung

Zweihand

Michael Menard gründete 2009 Blue-2 – The Sailing Academy und

feierte ab 2012 mit seinen Skipper-Trainings-Apps große Erfolge.

2017 kamen Linda und Julian Kircher mit ins Boot, gemeinsam

baute man das praktische Angebot auf dem Wasser großzügig aus.

Mit in2theBlue wird nun auf zwei Rümpfen gesegelt, um die hohe

Qualität in Theorie und Praxis auch in Zukunft halten zu können.

Wie im Detail, das verrieten uns die Drei im Interview.

1. Wie habt ihr euch kennengelernt?

Michael M.: Julian hat 2017 sein

erstes Katamaran-Training für die

Blue-2 gehalten und schnell war

klar, dass wir unser Portfolio gegenseitig

perfekt ergänzen konnten.

Aus der Regattaszene (Bundesliga,

Champions League) kommend,

brachte er viele neue Ideen und

jüngeres Publikum als Neukunden

in die Blue-2.

Julian K.: Ich glaube wir kennen

uns schon länger – habe ich nicht

schon 2005 meinen ersten FB2-

Theoriekurs bei dir gemacht? Aber

stimmt schon, mit meinem ersten

Katamaran-Training für die Blue-2

legten wir 2017 den Grundstein für

unsere Kooperation.

2. Mit in2theBlue habt ihr aktuell

einen zweiten Grundstein gelegt –

wie arbeitet ihr jetzt zusammen?

Michael M.: Julians Leidenschaft

war immer schon das Wasser, nicht

der Bürosessel. Also übernimmt

Julian nun auch selbstständig mit

in2theBlue die Leitung der Skippertrainings,

Schiffe und Stützpunkte

und somit alle Agenden, die ohnehin

maßgeschneidert für ihn sind. Das

Gesamtkonzept mit Schwerpunkt

auf Ausbildung und Qualitätsmanagement

bleibt in meinen Händen.

Julian K.: Das Gute ist, dass wir

drei unterschiedliche Charaktere

sind und in dieser neuen Forma ­

tion jeder von uns in der Position

spielt, in der er stark ist – das

macht ein erfolgreiches Team ja

aus! Michael ist einfach genial,

wenn es ums Ein betten praktischen

Segelwissens in Apps geht, sein

nautisches Wissen gleicht dem eines

Lexikons. Deswegen bleibt er ja

auch für die gesamte Ausbildung

und das App-Portfolio verantwortlich.

Das nimmt aber inzwischen

schon so viel Zeit in Anspruch,

dass er nicht mehr so oft selbst vor

Ort sein kann. Das ist nun Aufgabe

von in2theBlue und somit mein

Part – gemeinsam mit Linda, die

Kundenbetreuung, Organisation

und Verwaltung übernimmt. Wenn

man den Kunden glauben darf, ist

sie jeden Tag für sie erreichbar. Ich

werde, wie Michael schon sagte, die

Michael Menard (li.),

Linda und Julian Kircher

(re.). segeln mit

in2theBlue ab sofort

auf zwei Rümpfen.

Die Ausbildung auf

dem Wasser obliegt

nun den Kirchers allein.

52 3/2021


INNOVATION

UND NEUESTE

SEILTECHNOLOGIEN

FÜR FAHRTENSEGLER

UND REGATTASEGLER

Geschicke am und auf dem Wasser

leiten. Büroarbeit hab ich beim The

Austrian Ocean Race Project ohnehin

genug.

3. Wie sieht die Zukunft aus?

Michael M.: Die Blue-2 ist in den

letzten Jahren sehr schnell gewachsen.

Die FB2/FB3-Ausbildung ist

trotz Corona sehr gut gelaufen, so

haben wir seit 2020 jeden Monat

volle Kurse. Meine Apps – mittlerweile

5 in 4 Sprachen – sind über

20.000 mal gekauft worden. Hier

wird sich bald was Neues tun, da

ich nun dank in2theBlue mehr

Spielraum habe. Denn das Netz

zwischen Blue-2 und in2theBlue

bleibt ja, es wird nur größer und

strukturierter.

Julian K.: Wir wollen unser Angebot

künftig auch auf den Sommer ausweiten

und haben mit Pitter Yachtcharter

einen neuen, großartigen Partner mit

an Bord. Eine Winterakademie, um

die kalte Jahreszeit zu verkürzen, ist

ebenfalls in Planung.

Linda K.: Unsere operative Marke

in2theBlue soll verstärkt junge Menschen

ansprechen, in der Kommunikation

neue Wege gehen, ein

Lifestyle-Produkt kreieren. So gibt

es auch tolle Partnerschaften beispielsweise

mit Garmin Marine

und Helly Hansen.

4. in2theBlue und Ocean Race ?

Julian K.: Ist eine super Verbindung

in Bezug auf Know-how, Trainerbindung

etc. – und dass man sich über

in2theBlue auf der Sisi einbuchen

kann, ist ein weiteres geniales Service,

das wir anbieten werden.

5. in2theBlue und Blue-2?

Michael M.: Erste ein Spin-of der

Zweiten. Beide mit dem Ziel, die

Kunden über verschiedene Kanäle

zielgerichtet zu bedienen.

7.) Seit der Gründung von Blue-2 sind

12 Jahre vergangen. Wo seht ihr euch

nach weiteren 5 Jahren?

Michael M.: Die Blue-2 sehe ich

mit viel Fleiß und Einsatz nach wie

vor marktführend im Segment der

Sailing-Apps und richtungsweisend

im digitalen Unterrichtsangebot.

Julian K.: Natürlich am Start des

Ocean Race 2022/23 in Alicante

und im Ziel in Genua. Und bei ganz

vielen motivierten Kunden auf den

Stützpunkten von in2theBlue.

Linda K.: Yachting und Abenteuerurlaub

sind die Trends der nächsten

Jahre. Hier wollen wir mitwachsen

und der erste Ansprechpartner in

Österreich und Deutschland sein,

wenn es ums Segeln geht.

è www.blue-2.at

è www.in2theblue.com

Blue-2-Apps wie

„Skipper 360°“

oder „Virtueller

Skipper Trainer“

wurden über

20.000 mal

gekauft.

„ Das Netz zwischen Blue-2 und in2theBlue

bleibt, es wird nur größer und strukturierter.“

www.roblineropes.com


Skipper‘s Diaries

Segeln mit Korona

Ankerlieger vor dem Bosporus-Kanal, der von Süden

nach Norden Mittelmeer und Schwarzes Meer verbindet

und von Westen nach Osten Europa von Asien trennt.

Nicht den Virus, sondern eine Sun Odyssey 54 DS unter diesem Namen galt es für Skipper Thomas Pernsteiner

von Bulgarien in die Türkei zu überstellen. In der letzten Ausgabe erzählte er vom fordernden wie fröhlichen

Auf- und Ausklarieren in Nessebar und Tsarevo. In dieser führt er die Korona mit spannenden multikulturellen

Erfahrungen durch die abenteuerliche Meerenge des Bosporus von der Poyraz- bis in die Pendik-Marina.

Der Wind hat sich zwischen

den beiden Optionen „zu

viel“ oder „zu wenig“ für die

zweite entschieden, sodass die

Wahl zwischen drei Knoten Fahrt

unter ständig einfallenden Segeln

oder acht Knoten unter Motor angesichts

der 80 Seemeilen bis zum

heutigen Ziel der Poyrazköy-Limani-Bucht

nicht weiter schwer fällt.

Nachdem ich die türkische Gastlandflagge

an der Steuerbordseite

gesetzt habe, verschwindet die Küstenlinie

mehr und mehr im Dunst.

Während James der Autopilot

tadellose Arbeit verrichtet und der

Bug von Korona unbeirrt Richtung

Bosporus das Meer teilt, macht

sich eine irgendwie unwirkliche

Stimmung an Bord breit. Fern am

Horizont an Backbord ziehen

manchmal die großen Brüder der

gewerblichen Schifffahrt vorbei,

ich befinde mich aber derart weit

von der Hauptschifffahrtsroute

entfernt, dass die Frachter nur

schemenhaft erkennbar sind.

THOMAS PERNSTEINER

ist Skipper, allgemein

beeideter und gerichtlich

zertifizierter

Sachverständiger für

Schifffahrt und Wasserfahrzeuge.

kolumne@ocean7.at

Es wird Zeit, die Positionslichter

einzuschalten. Trotz der ruhigen

See eingepickt am vorbereiteten

Strecktau kontrolliere ich die Funktion

der Leuchten. Eigentlich nähere

ich mich einer unbekannten

Küste lieber bei Nacht, weil mir

durch die eindeutige Kennung der

Leuchtfeuer die Positionsbestimmung

einfacher fällt. Grün, Rot,

Weiß – jede Menge Schiffe streben

dem Nadelöhr Bosporus zu. Es

vergeht aber noch einige Zeit, bis

vo raus der weiße Doppelblink alle

12 Sekunden aus dem Dunkel auftaucht

und die Einfahrt markiert.

Zwei Stunden später hat der

Schiffsverkehr deutlich zugenommen.

Fähren, Frachter und Passagierschiffe

gilt es im Auge zu behalten,

während ich per Hand mein

Schiff durch die Unzahl der Ankerlieger

vor dem Bosporus steuere.

Eine kleine Schrecksekunde bleibt

mir auch nicht erspart. Vielleicht

200 Meter voraus wechselt ein rumänisches

Cargoschiff von Ankerlicht

auf Positionslichter und setzt

sich sofort, mit noch nicht gänzlich

aufgeholtem Anker, quer zu meinem

Kurs in Bewegung. Also keppelnd

über Heck ausweichen, und

ich kann meinen Kurs auf die An­

Der Leanderturm aus dem 18. Jh., ein

Wahrzeichen Istanbuls im Bosporus.

Auf Tuchfühlung mit Großschiffen

zwischen Europa und Asien.

54 3/2021


kerbucht fortsetzen. Diese

liegt von Norden kommend

auf der asiatischen Seite, also

muss ich die Meerenge queren.

Relativ knapp unter Land

fahrend kann ich meinen Kurs

direkt nach Poyrazköy Limani

setzen und beobachte, wie

mein rumänischer Freund

versucht, mich von achtern an

der Backbordseite zu überholen.

Er rechnet damit, dass ich

in den Bosporus einschwenke

und nicht die Einfahrt quere,

muss dann aber einsehen, dass

seine höhere Geschwindigkeit

doch nicht ausreicht, um mich

als Kurshalter korrekt zu passieren.

Er stoppt – wahrscheinlich

zähneknirschend – auf und

reiht sich brav hinter mir ein,

bis die Durchfahrt zwischen

Korona und der rechten Seite

der Meerenge für ihn breit genug

ist. Ich bin nicht verrückt

genug, um nicht doch im letzten

Moment nachzugeben,

aber eine gewisse Genugtuung

macht sich schon breit, als der

Anker in meiner Nächtigungsbucht

fällt.

GLEICHES RECHT FÜR ALLE

Am nächsten Morgen empfängt

mich ein völlig von Tau

überzogenes Schiff und nach

einem Multikulti-Frühstück

mit deutschem Kaffee aus der

Dose, einem Croissant und

türkischen Zigaretten nehme

ich die letzten 30 Seemeilen

bis zur Pendik Marina in

Angriff. Die Sonne hat mittlerweile

das Deck fast völlig

aufgetrocknet und Korona

steuert, den Vorschriften eines

Verkehrstrennungsgebietes

entsprechend, an der rechten

Seite des Bosporus Richtung

Istanbul.

Es ist schon ein besonderes

Erlebnis für uns Freizeitskipper,

den großen Schiffen, die

Richtung Schwarzes Meer fahren,

so nahezukommen. Auf

der anderen Seite ist es bemerkenswert,

dass die Einhaltung

der Fahrregeln für alle mit den

gleichen Rechten, aber auch

Pflichten verbunden sind und

daher auch unseren Zwergenschiffen

mit dem gleichen Respekt

begegnet wird. Dennoch

sehe ich oft zweimal hin, ob

der Bug des entgegenkommenden

Stahlkolosses endlich

dreht und kein Kollisionskurs

mehr besteht.

HEULENDE POLIZEISIRENEN

– HELFENDE MARINIEROS

Je näher ich dem Goldenen

Horn und damit dem Zentrum

von Istanbul komme,

umso lockerer wird die geltende

Geschwindigkeitsbeschränkung

von zehn Knoten ausgelegt.

Unzählige Freizeitboote

und kleine Fischer, dazwischen

das eine oder andere

Polizeiboot mit heulender

Sirene, machen den ohnehin

regen Fährverkehr zwischen

Europa und Asien noch ein

bisschen spannender.

Vorbei am Leanderturm

gleicht der Kurs der Korona

eher einem Slalom, erst als der

Topkapi-Palast und die Hagia

Sophia achteraus liegen, wird

es wieder ruhiger. Die letzten

zwölf Seemeilen führen mich

an den Prinzeninseln vorbei

und schon bald ist der Wellenbrecher

der Marina in Sicht.

Die Achterleinen vorbereiten,

mein Eintreffen auf Kanal 73

ankündigen und nach dem

Einschwenken in den Hafen

erwartet mich, wie in türkischen

Marinas üblich, das

Schlauchboot der Marinieros.

Ich mache mit den Heckleinen

fest, übernehme die Muringleine,

schalte den Motor

aus und ziehe zivile Kleidung

an. Denn es gilt noch möglichst

viele der 1.001 Facetten

Istanbuls zu entdecken.

YACHTING, REISEN UND MEER

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Yachten, Reviere, Wassersport und Meer –

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was die Aufgaben eines Skippers sind.

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7-mal Ozean

Die Dekade für

Ozeanforschung

Mit 1. Jänner 2021 begann die „Dekade für Ozeanforschung“. Initiiert von den Vereinten Nationen, soll sie

bis 2030 dazu führen, dass die Weltgemeinschaft mehr in die Meereswissenschaften investiert. Schließlich

sind 71 Prozent der Erdoberfläche vom Ozean bedeckt, entsprechend groß ist sein Einfluss auf die Pufferung

der globalen Erwärmung, auf ozeanische und atmosphärische Prozesse und damit auf die künftigen Lebensbedingungen.

Ein besseres Wissen über Ozeanphänomene ist eine der Voraussetzungen für das Verständnis

der Entwicklungen auf unserem Planeten.

Text REINHARD KIKINGER | Fotos REINHARD UND LILLY KIKINGER

Sieben Ziele wurden von den

Vereinten Nationen für die

Dekade der Ozeanforschung

beschlossen. Der gemeinsame Überbau

dieser Ziele ist eine nachhaltige

Entwicklung, mit folgenden Attributen

des Ozeans: sauber, gesund

und widerstandsfähig, produktiv,

voraussagbar, sicher, zugänglich,

inspirierend.

Diese sieben Punkte sind hier

aufgelistet und mit Hintergrundinformation

versehen. Und mit

Vorschlägen, wie jeder von uns zur

Erreichung dieser Ziele beitragen

kann und in welchen ocean7-Ausgaben

(online erhältlich als e-Paper)

bereits Artikel zu den jeweiligen Themenkreisen

erschienen sind.

1. EIN SAUBERER OZEAN

Die Quellen der Verschmutzung

sollen identifiziert, reduziert oder

idealerweise entfernt werden. Zu

diesem Punkt fallen jedem von uns

zahlreiche persönliche Erlebnisse

ein, sowohl positiver als auch negativer

Natur. Neben dem anhaltenden

Mülleintrag in das Meer sehen wir

auch viele positive Entwicklungen

wie Säuberungsaktionen an Stränden

und auch unter Wasser wird von

Tauchern Müll gesammelt.

Am zielführendsten wäre natürlich

dafür zu sorgen, dass der Müll erst

gar nicht ins Meer gelangt, wo er an

Küsten, in der Hochsee oder in den

Tiefen des Ozeans landet. „Aus den

Augen, aus dem Sinn“ gilt trotzdem

56 3/2021


Meine Tauchpartnerin erscheint kurz auf einem

Wellenberg, bevor sie im nächsten Wellental

wieder verschwindet. Nach einem Tauchgang am

Außenriff eines Atolls sind wir aufgetaucht und

werden in das offene Meer verdriftet. Das nächste

Festland in dieser Richtung ist Afrika, 2.500

Kilometer entfernt. Unser Tauchboot wird uns in

einigen Minuten finden und aufnehmen. Bis dahin

treiben wir im bodenlosen Blau des Indischen

Ozeans, eine Woge nach der anderen hebt und

senkt uns in majestätischer Regel mäßigkeit. Das

Meer zeigt sich sowohl in seiner horizontlosen

Weite als auch in der kleinräumigen Oberflächenstruktur

jeder Welle. Dazwischen ein Kosmos

voller Rätsel, die es zu entdecken gilt.

Ideale Bedingungen. Spiegelglattes Meer, beste Sicht und Sonnenschein. Bevor die Schnorchel-Tour beginnt ist ein ausführliches Briefing

an Bord unbedingt erforderlich. Nur so sind sowohl die Sicherheit der Teilnehmer als auch der Schutz der Unterwasserwelt gewährleistet.

nicht, weil Müll Ökosysteme schädigt

und in Nahrungsketten gelangen

kann. Was kann jeder von uns

beitragen? Zum Beispiel indem wir

die Frage stellen: wieso exportierte

Österreich siebenhundert Tonnen

Plastikmüll nach Malaysia, von denen

hundert Tonnen kürzlich wieder

zurückkamen? Neben diesem

industriellen Mülltourismus sollten

wir alle unseren Müll, von der leeren

Zahnpasta-Tube bis zu verbrauchten

Akkus, nicht in unserer

Urlaubsdestination mit ungewisser

Entsorgung hinterlassen, sondern

mit nach Hause nehmen.

In ocean7 2/2021 befasst sich der

Beitrag „Die Plastikflut – ein neues

Mare incognitum“ mit den Auswirkungen

des marinen Mikroplastiks.

„Albatros – ein mythischer Seevogel“

in ocean7 1/2020 beschreibt die

tödlichen Folgen des Plastikmülls.

2. EIN GESUNDER UND WIDER-

STANDSFÄHIGER OZEAN

Dafür müssen marine Ökosysteme

verstanden, geschützt, verwaltet

und wenn möglich wiederhergestellt

werden. Dazu soll interdiszip­

linäre Forschung auf globaler, regionaler

und lokaler Ebene beitragen.

Schon heute wissen wir, dass der

Klimawandel durch Erwärmung,

Versauerung und lokale Sauerstoff ­

armut marine Ökosysteme schädigt.

Ein dramatisches Beispiel ist der Niedergang

vieler tropischer Korallenriffe.

Globale Maßnahmen zur Reduzierung

der Treibhausgas-Emissionen

sind ein Gebot der Stunde.

Was können wir im Urlaub am

Meer beitragen, um marine Ökosysteme

zu schonen? Vorschläge: wenn

möglich umweltfreundlich an- und

abreisen. Keine Souvenirs wie Muschel-

oder Schneckenschalen kaufen,

sie stammen aus Plünderungen tropischer

Korallenriffe. Ankerschäden

vermeiden, sie reißen tiefe Wunden

in Korallen und Seegraswiesen. Das

Meer nicht nur als Freizeitrevier sehen,

sondern als Lebensraum mariner

Organismen akzeptieren.

Weitere Infos dazu in ocean7

3/2017 „Gruselkabinett der Souvenirs“

und in ocean7 5/2019 „Bereit

für die Wahrheit? - Die Zukunft der

Korallenriffe“.

3. EIN PRODUKTIVER OZEAN

Das Meer ist eine der Hauptdestinationen

der Tourismuswirtschaft. Es ist

ein wichtiger Transportweg des Welthandels

und es verfügt über submarine

Lagerstätten fossiler Brennstoffe.

In Zukunft werden Tiefsee-Bergbau

und Energiegewinnung mit Offshore-

Windrädern zunehmend genützt

werden. Vor allem aber versorgt das

Meer über drei Milliarden Menschen

mit Nahrung. Nur mit nachhaltigen

Strategien kann diese Fülle an Funktionen

auf Dauer erhalten werden.

Dass die Nutzungsgrenzen vielfach

bereits überschritten sind, können

wir auch im Urlaub am Mittelmeer

feststellen. Die Calamari in der

Taverne sind meist Tiefkühlware aus

Asien und nicht aus dem überfischten

Mittelmeer. Müssen wir bei unserem

Meeresaufenthalt wirklich

auch selbst fischen, oft mit unselektivem

Fangergebnis?

Müssen wir in den Tropen durch

„Big Game fishing“ und „Night

fishing“ wirklich die lokalen Fischbestände

dezimieren? Können wir

daheim durch unseren Speiseplan

überfischte Arten schonen, indem

wir z. B. statt Thunfisch köstlichen

Karpfen aus Waldviertler Zucht verspeisen?

Noch bietet das Meer kulinarische

Köstlichkeiten, aber diese

Ressourcen sind begrenzt. „Meeresfrüchte

– Genuss und Biologie“ in

ocean7 09-10/2009.

4. EIN VORAUSSAGBARER OZEAN

Unsere Gesellschaft soll in die Lage

versetzt werden, Änderungen ozeanischer

Systeme zu verstehen und da­

REINHARD KIKINGER

ist Meeresbiologe und

langjähriger Kursleiter

an der Universität Wien,

an Feldstationen im

Mittelmeer und auf den

Malediven.

FOTO: PRIVAT

3/2021 57


7-mal Ozean

rauf zu reagieren. Das soll durch

die Einbindung von NGOs und von

wissenschaftlich engagierten, gebildeten

Personen und Gruppen in die

Erhebung, Verknüpfung und Vermittlung

relevanter Daten erfolgen.

Zusammen mit den Fachwissenschaften

kann „Citizen Science“,

also die Beteiligung der Öffentlichkeit

an wissenschaftlicher Forschung,

zu besseren Erkenntnissen

über das Meer führen. Das Interesse

ist bei vielen Menschen groß.

Biostationen und Meeresschulen

bieten mit Exkursionen, Laboreinrichtungen

und Präsen tationen

Einblicke in marine Ökosysteme

und deren Systembedingungen.

Beispiele in ocean7 03-04/2009

„Meeresbiologie am Katamaran“

und in ocean7 09-10/2010 „Segellust

und Forscherdrang“.

5. EIN SICHERER OZEAN

Das Leben und die Lebensgrundlagen

von Insel- und Küstenbevölkerungen

müssen geschützt werden.

Der Meeresspiegel steigt durch

das schmelzende Festlandeis und

durch thermische Expansion des

sich erwärmenden Meerwassers.

Die Folge sind Erosion von Küsten,

Versalzung von Süßwasserlinsen,

absterbende Vegetation und Verlust

von Lebensraum.

Neben technischen Maßnahmen

zur Erosionseindämmung wären

natürliche Wellenbrecher der beste

Schutz vor dieser Entwicklung.

Gesunde Korallenriffe haben diese

Wellenbrecher-Funktion lange erfüllt.

Spätestens seit der Tsunami-

Katastrophe im Jahr 2004 wurde

auch der Wert der Mangroven als

Küstenschutz zunehmend erkannt.

Mangroven wurden lange Zeit

großflächig gerodet, um Shrimps-

Farmen zu errichten. Zum Schutz

von Korallenriffen können wir als

Touristen durch umweltgerechtes

Verhalten beitragen („don‘t touch

anything during snorkeling and

diving“). Indirekt können wir

auch Mangroven fördern, indem

wir Her kunft und Menge unseres

Shrimps-Konsums hinterfragen.

ocean7 3/2011 „Tourismus und

Umwelt – eine ambivalente Beziehung“

und ocean7 5/2016 „El Niño

und der Weiße Tod“.

Hirnkoralle – der

Name ist selbsterklärend.

Auch sie leidet

unter den steigenden

Meerestemperaturen

und ist durch Korallenbleiche

bedroht

(Platygyra sp.).

„ Tiefseeböden sind schlechter kartiert als

die Mondoberfläche, der Wasserkörper

der Tiefsee ist nahezu unerforscht.“

Spektakuläre Arten wie Mantas, Haie und Schildkröten

garantieren immer Publikumserfolg. Das ist die

perfekte Gelegenheit, um zusätzlich ökologisches

Basiswissen über deren Lebensraum zu vermitteln.

Willkommene Besucherin. Die

Fische akzeptieren die Taucherin,

die sich ruhig verhält und in den

kleinen Schwarm aufgenommen

wird (Langflossen-Fledermaus

Fische, Platax teira).

58 3/2021


6. EIN ZUGÄNGLICHER OZEAN

Der Zugang zu Daten, Informationen,

Technologien und Innovationen

soll offen und gleichberechtigt

sein. Wissenschaftliche Forschung

und innovative Technologien sollen

die Meereswissenschaften mit den

Bedürfnissen der Gesellschaft verbinden.

Partnerschaften von Wissenschaftlern,

Regierungen, akademischen

Einrichtungen, Wirtschaft,

Industrie und der Zivilgesellschaft

werden zum besseren Schutz und

Verständnis des Ozeans und seiner

Ressourcen beitragen.

Als Beispiel sei das globale Umwelt-Programm

Copernicus der

ESA (European Space Agency)

genannt. Eine Flotte modernster

Satelliten der Sentinel-Familie versorgt

uns mit präzisen ozeanischen,

atmosphärischen und terrestrischen

Daten, die frei abrufbar sind

unter https://scihub.copernicus.eu.

ocean7 2/2019 „Klimawandel und

Ozeane – Fakten, Schwindel und

Prognosen“.

In dieser maledivischen Biostation wurden sowohl die deutsch- als auch die englischsprachigen meeresbiologischen Abendpräsentationen von

den Touristen immer gut besucht. Die Kleinsten waren an den großen Stücken interessiert, wie etwa an dieser Rippe eines Pottwals (Foto links).

Foto rechts: Eine Schulklasse der Nachbarinsel ist zu Besuch in der Biostation. Die Kinder bekommen Unterlagen über den Lebensraum Sandboden.

Danach wird die Methode demonstriert, wie die mikroskopischen Sandlückenbewohner, Mesopsammon genannt, extrahiert werden. Dann folgt der

Blick durch das Mikroskop und ungläubiges Staunen, wie vielfältig und spektakulär das Leben im scheinbar eintönigen Sandboden ist. Dasselbe

Aha-Erlebnis rufen Planktonproben hervor, nicht nur bei Schulklassen, sondern auch bei den Gästen des Tourismus-Resorts. Solche Einblicke in

verborgene Welten und deren ökologische Bedeutung können das Umweltverhalten nachhaltig ändern.

Dieser Manta wurde von Fischern getötet, um seine Flossen als Köder für den Fang

von Tigerhaien zu verwenden. Denen werden ebenfalls die Flossen abgeschnitten,

der Rest geht über Bord. Ein extremes Beispiel für nicht nachhaltige Nutzung

mariner Ressourcen für den „Genuss“ von Haifischflossen-Suppen.

7. EIN INSPIRIERENDER OZEAN

In Kunst und Kultur gibt es wohl

kaum einen Bereich der Natur,

der inspirierender ist als das Meer.

Seine Schönheit, Größe und Mächtigkeit

sind überwältigend und für

das menschliche Wohlergehen –

abgesehen von seiner geophysikalischen

Bedeutung – auch spirituell

wichtig. Diese inspirierende Kraft

wird nochmals verstärkt durch die

Betrachtung der Meeresorganismen,

von denen etliche von einem

anderen Planeten zu sein scheinen.

In gewisser Hinsicht sind sie das

ja auch: Tiefseeböden sind schlechter

kartiert als die Mondoberfläche,

der Wasserkörper der Tiefsee ist

nahezu unerforscht. Schon ein

Schnorchelgang im flachen Wasser

eines intakten Riffdaches begeistert

durch Vielfalt, Farben und Formen.

Diese Wunder nicht zu vernichten

ist in unserem eigenen Interesse.

ocean7 04/2008 „Die Farben des

Meeres“ und ocean7 04/2014

„Schätze aus Poseidons Reich“.

Mit Tauchtourismus ist mit ikonischen Arten

wie Mantas wesentlich mehr und nachhaltig

Geld zu verdienen als damit, sie zu töten.

Wenn auch Fischer von dieser Entwicklung profitieren,

dann ist das eine Win-Win-Situation.

ZUM WOHL DER 7 WELTMEERE

Die nun angebrochene UN-Dekade

für Meeresforschung konkretisiert

die nachhaltige Nutzung der Ozeane,

die als Ziel 14 der 17 SDGs

(Sustainable Development Goals)

von der internationalen Gemeinschaft

formuliert wurde.

Meine Vorschläge, wie wir in unserem

Umfeld selbst zur Erreichung

der genannten Ziele beitragen können,

mögen da für einige Menschen

übrigens trivial und naiv erscheinen.

Ich kenne die Gegenargumente

in der Klimadis kussion („nützt

nichts, solange in China, in Indien

etc. … nichts passiert“). Aber ich

halte es mit Václav Havel, dem

Präsidenten der ehemaligen Tschechoslowakei,

der sagte „Hoffnung

ist nicht die Überzeugung, dass

etwas gut ausgeht, sondern die

Gewissheit, dass es Sinn macht,

egal, wie es ausgeht“.


è www.oceandecade.org

è https://scihub.copernicus.eu

Das Schicksal dieser Baby-

Meeresschildkröte liegt in

unserer Hand: Verbauung

von Niststränden, Desorientierung

durch nächtliche

Lichtverschmutzung, Verwechslung

von Plastikmüll

mit Nahrung, Ertrinken in

Fischernetzen und an den

Haken von Langleinen,

Kollisionen mit Motorbooten.

Die Erkenntnis dieser

Zusammenhänge ist ein

erster Schritt, die Vermeidung

der Ursachen wäre der

nächste. Vielleicht hilft die

UN-Dekade für nachhaltige

Meeresforschung auch bei

der Erreichung dieser Ziele.

3/2021 59


Wissen und Meer

Die Backschaft

Lästiges Übel oder Quelle der Moral an Bord?

Jack London ging mit seiner

Segelyacht Snark auf große

Fahrt, er heuerte Martin

Elmer Johnsom als Schiffskoch an.

Johnson gelangte als Abenteurer zu

großer Berühmtheit, zum Leidwesen

der Crew konnte er allerdings

nicht kochen – das Projekt „Weltumsegelung“

wurde nach zwei

Jahren jedenfalls abgebrochen.

Und noch eine kleine Geschichte:

Mein Freund Herbert verließ mit

18 Jahren seine Heimat und heuerte

in Hamburg auf einem Überseefrachter

als Bäcker an. Als nach

drei Tagen auf hoher See der Smutje

krank wurde, musste Herbert die

Pantry übernehmen. Nach zwei

Tagen ließ der Kapitän ihn zu sich

kommen und teilte ihm trocken

mit, dass er über Bord gehen würde,

sollte noch einmal so einen „Eintopf

“ auf den Tisch kommen. Den

Schilderungen Herberts nach hat

niemand in der Weltgeschichte so

schnell kochen gelernt.

Seit Urgedenken in der Seefahrt

hängt die glückliche Ankunft nach

einem Segeltörn auch von der entsprechenden

Verpflegung an Bord

ab. Seinerzeit war der Smutje nach

dem Kapitän die wichtigste Person

an Bord – ich denke, das hat sich bis

heute nicht geändert. Es ist tausendfach

belegt: Für die Moral an Bord

hat der Smutje besondere Verantwortung.

Noch immer hängt eine

Meuterei in der Luft, wenn schlecht

gekocht oder zu wenig gebunkert

wurde, sogar die Wahl des falschen

Restaurants kann fatale Folgen haben.

Daher empfiehlt sich in der

Vorbereitung eines Törns eine vorausschauende

Planung in Sachen

Backschaft, denn gutes Essen hebt

die Stimmung.

Auch wenn sich Skipper und

Crew einig sind, dass an Bord nicht

gekocht wird, weil eh so viele Tavernen

auf dem Weg liegen, sollten

aufgrund guter Seemannschaft die

Zutaten für mindestens zwei warme

Mahlzeiten an Bord sein. Es

kann ja tatsächlich vorkommen,

dass das Wetter umschlägt oder

ein technisches Gebrechen ein

Anlanden verhindert und schon

muss man ein paar Tage auf See

verbringen. Dann wird schnell

klar, dass Frühstücksbrötchen

nicht ausreichen und in einem

Kühlschrank nicht nur Getränke

gelagert werden sollten.

Mit wenigen Zutaten kann man

auch mit einem 2-Flammen-Kocher

an Bord leckere Menüs kochen. Ich

bereitete einmal als Hauptspeise faschierte

Laibchen mit Erdäpfelpüree

zu. Eine junge Dame war bass erstaunt,

dass man das Püree selbst

machen konnte und keine Fertigmischung

dazu brauchte.

Perfekte Rezepte für die Pantry

gibt es übrigens reichlich im Internet.

Ich darf an dieser Stelle ein paar

kleine Kochideen frei nach Mike

Hecker anführen:

GEFÜLLTES EI

Hartgekochte Eier halbieren, Eigelb

herausnehmen und mit der Gabel

zerdrücken. Mit Senf, gehackten Kapern,

Crème fraîche, Salz und Pfeffer

vermischen. Masse in die Eihälften

füllen und mit rotem und schwarzem

Kaviar garnieren.

ZUPPA DIE PESCE

1 Zwiebel hacken, 2 Karotten schälen

und raspeln, 1 Stange Sellerie und

eine ½ Stange Porree in Scheiben

schneiden, in Olivenöl anbraten. Mit

½ l Weißwein und 1 l klarer Suppe

aufgießen, 6 Minuten köcheln. ½ kg

Fischfilet würfelig schneiden und

hinzufügen. 5 Knoblauchzehen fein

schneiden und zugeben. Mit Salz

und Pfeffer abschmecken und mit

Deckel 10 Minuten ziehen lassen.

CABANOSSI-BRUNCH-SUPPE

5 Cabanossi in Scheiben schneiden

und in Olivenöl anbraten. 1 Zwiebel

hacken und leicht andünsten. Mit

Mehl bestäuben, unter Rühren mit

¾ l Suppe aufgießen und kurz aufkochen.

½ kg kleinwürfelige Kar -

toffeln, eine Paprika und 5 Karotten

in Scheiben zufügen. Nach ca. 6

Minuten 1 Stange Lauch in Streifen

hinzu fügen. Nach weiteren 6 Minuten

einen Becher Frischkäse Paprika-

Peperoni (Philadelphia, Brunch o. ä.)

unterrühren, mit Salz und Pfeffer

abschmecken.

Abschließen möchte ich meine

Ausführungen diesmal mit einem

Bild: Die Sonne versinkt wie ein

Feuerball im Meer, die Wellen plätschern

sanft gegen die Bordwand,

jeder lässt in Gedanken den wunderbaren

Segeltag auf See Revue

passieren – und dann gibt es lauwarme

Ravioli aus der Dose …

So wohltuend wie der Ausklang eines perfekten

Segeltages sollte auch das Abendessen sein.

GOTTFRIED

TITZL RIESER

ist Ausbildungs referent

des Yacht Club Austria,

dem größten Yachtclub

Österreichs. Er ist passionierter

Fahrtensegler

und hat insgesamt so

um die 20.000 See -

meilen in seinen Log -

büchern dokumentiert.

Sein Motto: „Die See ist

der beste Lehrmeister!“

kolumne@ocean7.at

FOTO: SHUTTERSTOCK

60 3/2021


Moderne Klassik

SEGELYACHTEN

Tipps, Trends & Neuheiten

KAT 1. Mit der Lagoon 55 hat

der weltweite Marktführer von

Segelkatamaranen ein neues

Modell vorgestellt, das denselben

Namen trägt wie der allererste Kat

der Franzosen, der 1987 vom Stapel

lief. Außer dem Namen und

dem Grundlayout sind die beiden

Modelle allerdings nicht vergleichbar

– in den letzten 34 Jahren hat

sich technisch und entwurfmäßig

viel getan. Die auffallendste Neuerung

an der neuen Lagoon 55 ist

der Achterbereich, der völlig neu

gestaltet wurde und den Eindruck

einer großen Terrasse auf dem

Meer macht. Das Cockpit ist offen

und bietet einen ungehinderten

Panoramablick. Ein Schwerpunkt

wurde auf Licht und Belüftung gelegt,

wobei die großen vertikalen

Fenster durch zwei Dachfenster

ergänzt wurden, die eine Art

Open-Air-Effekt erzeugen.

Insgesamt sorgt die Lagoon 55

für ein wesentlich großzügigeres

Raumgefühl als die Lagoon 52,

die sie ersetzen wird. Erhältlich

ist sie mit 4, 5 oder 6 Kabinen,

dazu gibt es unabhängig von der

gewählten Konfiguration große

Badezimmer.

è www.masteryachting.com

Lagoon 55: Derzeit auf Testfahrt, ab

Anfang Juni dann für Probeschläge in

Port Ginestra bei Barcelona zu haben.

RP-Nauta 151.

100 plus 51 Fuß

WACHSTUMSHORMONE. Die Zusammenarbeit

des US-Konstruktionsbüros

von John Reichel and Jim Pugh (Rumpf)

mit dem italienischen Edel-Studio Nauta

Design (Außen- und Innenausstattung)

hat sich zuletzt als sehr fruchtbar erwiesen.

Im Februar wurde die in Südafrika

bei Southern Wind gebaute Custom-

Segel yacht RP-Nauta 100 Morgana in

La Spezia willkommen geheißen. Und

schon einen Monat später wurde das

nächste Projekt vor gestellt: Eine 151-Fuß-

Hochsee-Performance-Sloop, die dieses

Mal in den Niederlanden bei Royal Huisman

gefertigt wird. Für die Außenhaut der

46-Meter-Yacht wurde Aluminium, für die

Aufbauten und den Mast Kohlefaser gewählt.

Ausgeliefert werden soll die Super ­

yacht bereits im Laufe des nächsten Jahres.

è www.nautadesign.com

IMPRESSUM

MEDIENINHABER: Satz- und Druck-Team

GmbH, Feschnig straße 232, 9020 Klagenfurt,

+43 463/461 9025, www.ocean7.at, redaktion@

ocean7.at, office@ocean7.at, Firmenbuchnummer

105347 y, Landes gericht Klagenfurt, UID

ATU 25773801 · ANWENDBARE VORSCHRIFT:

Österreichische Gewerbeordnung, Medien gesetz

(www.ris.bka.gv.at) · GESCHÄFTS FÜHRER:

Wolfgang Forobosko · CHEF REDAKTION:

Tahsin Özen, 1180 Wien, redaktion@ocean7.at ·

ART-DIREKTION: Catharina Pichler · GRAFI-

SCHES KONZEPT: Thomas Frik, www.viertel ­

bogen.at · MIT ARBEITER DIESER AUSGABE:

Inga Beitz, Etienne Claret, Stefan Detjen, Mag.

Wolfgang Gemünd, Stefan Gerhard, Bernd Hofstätter,

Dr. Reinhard Kikinger, Lilly Kikinger,

Maximilian Leitner, Giuliano Luzzatto, Bodo

Müller, Dr. Gerald Penzl, Thomas Pernsteiner,

Gottfried Titzl Rieser, Roland Regnemer, Dr.

Bobby Schenk, Siegrun Scheiter, Alexandra

Schöler-Haring, Dmitry Sharomov, Markus

Silber gasser, Dr. Alfred Zellinger · PRODUKTION

UND DRUCK: Satz- und Druck-Team GmbH ·

ANZEIGEN: Bernd Hofstätter +43 664/ 552 0932,

b.hof staetter@ocean7.at · EINZELVERKAUFS-

PREIS: Österreich € 4,90 · ABO-PREISE:

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5081 Anif/Salzburg · Diese Zeitschrift und alle in

ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind

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ohne Heraus geber-Verschulden oder

wegen Störungen des Arbeits friedens bestehen

keine Ansprüche gegenüber dem Herausgeber.

Verantwortlich für die Mitteilungen des YCA:

Yacht Club Austria, Generalsekretariat 4020

Linz, Lederer gasse 88, www.yca.at · Verantwortlich

für die Mitteilungen des MSVÖ:

Motor bootsport und Seefahrts Verband

Österreich, Forchheimergasse 34/118, 1230

Wien, www.msvoe.at

JURY

„ Still folg‘ ich meinem Stern beflissen;

Das Segel wird vom Sturm zerrissen,

Doch rettet es den Steuermann.“

Victor Hugo (1802–1885), französischer Schriftsteller

Zu verkaufen:

Dehler 22 top

BJ 1993, mit Einachs-Anhänger, Rollfockanlage,

Spinacker, Lazy Bag, Winschen, Bordbatterie,

Autoradio, LED-Beleuchtung, Photovoltaik-Panel,

Autopilot, E-Motor, Niedergang verkleidet mit

Teak, Badeleiter, Motorhalterung, 5 Fender,

Anker mit Kette und Leine, Schiffs- und

Genua-Persenning, Cockpitpolster

€ 10.600,–

Udo Dörflinger, 0664/6278848

udo.doerflinger@orf.at


Mylius 60CK

Auf viel Vorfreude stieß die

Einladung zum Yachttest der

neuen Mylius 60 Canting Keel,

sie feierte auf der Genua Boat

Show ihre Weltpremiere. Die

Sportkanone aus Italien setzt

mit ihrem Kippkiel einen ganz

neuen Maßstab im Segment der

Performance-Cruiser. Mit dem

direkt von den Volvo Open 65

Racern abgeleiteten Schwenkkiel

wird die Mylius 60CK zum

absoluten Novum.

Text GIULIANO LUZZATTO,

STEFAN DETJEN

Fotos CARLO BORLENGHI

Volle Kante

Zeig mir deine Yacht und ich

sage dir, wer du bist – im

Falle des Eigners stimmt

dieses geflügelte Wort.

Wie bei der Mylius hat er auch bei

seinen Vorgängermodellen stets

eine sichere Wahl für herausragende

Modelle bewiesen. So segelte

er die Nummer 1 der Cookson 50,

jenes Racer-Cruisers, der in der

Geschichte der internationalen

Offshore-Regatten auf den oberen

Plätzen rangiert.

Die Mylius 60 CK entstand aus

dem Wunsch Guido Paolo Gamuccis,

auf einer größeren und komfortableren

Yacht zu segeln, die sich

auch wirklich für lange sommerliche

Törns im Mittelmeer in Begleitung

seiner vielköpfigen Familie

und vieler Enkelkinder eignet.

Die „conditio sine qua non“ eines

Canting Keels wurde vor allem

durch die bisherigen Erfahrungen

mit einem höheren Komfort an

Bord definiert – weniger Krängung

erlaubt mehr entspanntes Segeln bei

höherem Bootsspeed. Der Innenkomfort

scheut keinen Vergleich

zur Schwester Mylius 60 mit Festkiel.

Fra Diavolo, eine der acht ausgelieferten

Mylius-60-Yachten, hat

gerade erst die St. Maarten Heineken

Regatta gewonnen.

HAUSGEMACHT

Wie alle Mylius ist auch die 60CK

das Ergebnis der Philosophie und

Strategie der von Luciano Gandini

62 3/2021


geleiteten Werft in Piacenza. Von

der Konzeption über die Entwicklung

des Projekts bis hin zur Innenausstattung

wird alles inhouse

durchgeführt. Nur die aus Prepreg-

Kohlenstoff gefertigten Rumpf und

Deck, welche in einer Vakuum-

Epoxidharzmatrix entstehen, werden

von einem Partnerbetrieb in

Polen laminiert, immer unter der

direkten Kontrolle von Mylius-Projektmanager

wie Alberto Simeone,

einer der Gründer von Mylius.

Er leitet das Konstruktionsteam

und kümmert sich um alle Aspekte

von den ersten Zeichnungen der

Wasserlinien bis zu ihrer Berechnung

mit dem CFD; vom Entwurf

der Außen- und Innenausstattung

über die Berechnung der Strukturen

bis hin zu jedem Detail der

Bordtechnik, einem Gebiet, das seit

jeher der Stolz der Werft ist und das

von Mauro Montefusco, einem weiteren

Mylius-Gründungsmitglied,

betreut wird.

AUSGERÄUMT WIRD NICHT

Unser Test vor Punta Ala in der

Toskana hätte kaum früher stattfinden

können. Bei unserer Ankunft

wurden gerade erst die Segel angeliefert

und angeschlagen. Bis zum

Ablegen nahmen wir die Besonderheiten

der Mylius unter die Lupe.

Die Yacht präsentiert sich in einer

gemischten Cruising/Racing-

Konfiguration. Die Umstellung in

den Racer-Modus nimmt zwei Personen

für rund drei Tage in An­

Mylius-Philosophie: Von der

Konzeption über die Entwicklung

des Projekts bis hin zur

Innenausstattung geschieht

fast alles inhouse in der Werft

in Piacenza.

3/2021 63


Mylius xxxxx xxxx 60CK

spruch. Die umfassenden Modifikationsmöglichkeiten

bis hin zum

Racing-Rigg wurden bereits bei der

Yachtplanung berücksichtigt. Das

alte Motto „für die Regatta wird alles

mögliche weitgehend ausgeräumt“

gilt hier nicht mehr. Während

sich die Yacht zur reinrassigen

Rennziege verwandelt, bleibt der

Komfort an Bord unangetastet.

Das große und ergonomisch gut

gestaltete Cockpit erlaubt schnelle

Bewegungsabläufe während einer

Regatta und viel Komfort beim

Cruisen. Barfuß spürt man das

weiche Feeling des rutschfesten

Seadeck-Belages. Sehr leicht und in

einem ausgesprochen rassigen Look

gehalten, wird man den klassischen

Teakbelag nicht vermissen.

ALLES UNTER KONTROLLE

Der auf die untere Cockpitebene

tiefer gelegte Traveller erlaubt einen

besseren Trimm des Großsegels

(mit German Mainsheet System),

dank der achterlichen Position wird

es noch effektiver umgesetzt. Blickfänger

sind die eleganten, schlanken

Steuersäulen, die weit nach vorn

platziert wurden, um das Crewgewicht

in der Bootsmitte zu konzentrieren.

Auf jedem von ihnen sind

alle Instrumente und Bedienelemente

symmetrisch angeordnet.

Vor dem Steuermann befinden

sich der B&G Zeuss Cube Grafikplotter,

ein wasserfester Touchscreen,

auf dem alle Navigations ­

daten gespeichert sind und von dem

aus die gesamte Yacht kontrolliert

„ Der direkt von der Volvo Open 65 abgeleitete

Schwenkkiel ist ein absolutes Novum.“

Voll regattataugliches

Deckslayout, Touch-

Screens und -Bedien -

elemente, Displays am

Mast sowie versteckte

Tunnel für das laufende

Gut zeugen von der

Racing-Ausrichtung.

wird. Die Garmin-Daten werden

auf großen Displays am Mast angezeigt.

An die geneigte Innenseite

der Säulen sind die Bedienelemente

für den Kippkiel einlaminiert.

VOLLE POWER

Der Steuermann oder eines der

Crew mitglieder hat die Touch-

Kommandos griffbereit, ebenso

wie die Bedienung des hydraulisch

verstellbaren Großsegels oder der

Canard-Schwerter, die vor dem

Mast platziert sind. Die Power für

das Groß-Management liefert eine

Harken 990 Racing Winsch mit

drei Geschwindigkeiten.

Auch das geteilte Achterstag wird

über eine Harken Hydraulic Racing

Winsch bedient, die ebenfalls für

die Manöver mit dem Gennaker

oder Code Zero eingesetzt werden

kann. Die Fock kommt ohne Schiene

aus, der Holepunkt wird über ein

Loop-System verstellt.

64 3/2021


Die Power für das Groß-Management liefert eine

Harken 990 Racing Winsch, auch das geteilte

Achterstag wird per Hydraulic Winsch bedient.

MOTOR MUSS NICHT SEIN

Typisches Designmerkmal einer

Mylius sind die bündig eingelassenen

Fenster im Cockpit. Die Klarheit des

Decks wird dadurch gewährleistet,

dass das laufende Gut in speziellen

Tunnels unsichtbar bis zum Mastfuß

verlegt ist. Der Carbonmast von Hall

Spar ist durchgehend und der Baum

wurde mit lateralen Schienen versehen,

welche die Segelfläche beim

Bergen ausnehmen.

Dank seiner Racing-Ausrichtung

lässt sich der Mast-Rake von 1,7

bis 3,7 Grad hydraulisch verändern.

Auf der Regattabahn wird ein ausfahrbarer,

1,5 Meter langer Bug ­

spiret gefahren, der durch einen

fixen Rüssel beim Cruisen ersetzt

wird und der in dieser Konfigura ­

tion auch den Anker trägt.

Der Volvo-Penta-D2-75HP-Motor

in Verbindung mit einem dreiflügligen

Klapp-Propeller ist so dimensioniert,

dass er die für alle hydraulischen

Jobs vom Schwenkkiel bis zu

den Winschen genug Power liefert

und für eine schnelle Aufladung der

Lithium-Ionen-Batterien (10 kW)

sorgt, sodass unter Segeln auf den

Motor verzichtet werden kann.

FORM MEETS FUNCTION

Die Mylius 60CK zeigt ein sehr

straightes und sauberes Design,

das auf ein ausgeglichenes Spiel

zwischen dem dominierenden Weiß

und dem Schwarz der Carbonelemente

setzt. Der Carbon-Niedergang

ist ein Meisterstück an Handwerkskunst

wie der Carbontisch in der

Mitte der hellen, weißen Dinette.

Entlang der linken Wand und

der Stirnwand lädt ein L-förmiges

Sofa ein, dem ein symmetrisches

Pendant in Form eines dreiplätzigen

Sofas an der Steuerbordseite

gegenübersteht. Die sorgfältige Innenaufteilung

hat es ermöglicht, die

gesamte Technik des Schwenkkiel­

systems der Mylius CK60 vollständig

unter dem Boden verschwinden zu

lassen. Auch die Canard-Schwerter

wurden so positioniert, dass sie der

Wohnraum nicht beeinträchtigen.

Mylius 60CK

Länge

Länge mit Bugspriet

Wasserlinie

Breite

Tiefgang

Verdrängung (light)

Ballast

18,63 m

21,53 m

16,76 m

5,40 m

3,50 m

14.850 kg

5.180 kg

Kojen 8

Bäder 3

Frischwasser

Treibstoff

Motor

400 l

320 l

Volvo Penta D2 – 75 PS

Segelfläche am/vor dem Wind 238/664 m 2

Preis ab € 1.650.000,–

Händler: West Yachting, D– 40764 Langenfeld

è www.westyachting.de

3/2021 65


Mylius 60CK

„ Bei einem Aufprall mit einem Ufo opfert die Crash-Box im Bug

ein Sandwichbauteil, um strukturelle Schäden zu verhindern.“

Im Salon sind Schwenkkiel und

Schwerter nicht zu sehen.

Coole Eignerkabine …

Weniger Krängung und mehr entspanntes Segeln

bei höherem Bootsspeed dank Canting Keel.

Schwarz-Weiß-Design. Niedergang und

Tisch sind Meisterwerke aus Carbon.

Hängende Stoffschränke für

persönlichen Kleinkram .

… mit eigenem Bad.

Cool auch die Lösung für die „Wet

Box“ des Kippkiels, die notwendigerweise

inspizierbar sein muss.

Der gepolsterte Kasten ist als Schiebesitz

eine weitere Sitzgelegenheit

am Tisch.

RACER MIT LUXUS

Das Layout sieht eine große Eignerkabine

mit Bad, zwei Gästekabinen

mit Bad im Heck und eine Crewkabine

am hinteren Bug vor. Pantry

und Kartentisch befinden sich links

und rechts vom Niedergang hinter

der Dinette. Der Kartentisch hat ein

spezielles Fach für das Navi-Tablet,

das sich sowohl unter Deck als auch

im Cockpit problemlos bedienen

lässt. Der Navigatorsitz ist ebenfalls

aus Carbon.

Der Maschinenraum ist von der

Seite der Navistation aus leicht zugänglich.

Am Heck die zwei Doppelkabinen

mit Bad, wo die zwei Einzelbetten

jeweils in ein Doppelbett

umgewandelt werden können. In

jeder Kabine gibt es hängende Stoffschränke

für persönliche Gegenstände

und Stauraum für Kleidung sowie

Navigationsausrüstung.

Zu den vielen Details des Interieurs,

die uns beeindruckt haben, gehören

auch die wasserdichte Luke

des Bugschotts zwischen Pantry/

Crewkabine und der Eignerkabine

und die Bugluke mit abgerundeten

Kanten, um das Verstauen des Gennakers

unter Deck zu erleichtern.

LIGHTWEIGHT-RUNNER

Endlich gehen wir in Begleitung eines

Teils der Crew hinaus, die das

Boot zu den künftigen Regatten

bringen wird – unter ihnen der

America‘s-Cup-Veteran Alberto

Fantini. Der Wind bläst im Golf von

Follonica mit 9 bis 10 Knoten und

erreicht Spitzenwerte von 11,5 Knoten

ohne Welle, ideale Bedingungen

also für einen ersten Ausflug.

Im Vergleich zum Festkiel der

CK60 wurden die Rumpfvolumina

entsprechend den im Projekt vorgesehenen

höheren Geschwindigkeiten

und geringeren Krängungswinkeln

völlig neu konzipiert. Die Vollcarbon-Konstruktion

und die Reduzierung

des Ballastgewichtes auf 5.180

Kilogramm lassen die Waage beim

Gesamtgewicht weniger als 15 Tonnen

anzeigen. Mit dem um 40 ° pro

Seite geneigten Schwenkkiel kann

auch der Tiefgang von 3,5 Metern

weiter reduziert werden.

CHAMPAGNER-SEGELN

Jetzt werden das Groß gehisst und

die Fock 3 angeschlagen. Die Yacht

erwacht sofort zum Leben, ist intuitiv

und mit direkten, unmittelbaren

Reaktionen leicht zu führen. Wir

laufen am Wind locker 8,5 Knoten,

bei einem scheinbaren Wind um

die 30 ° – kaum fällt man ein bisschen

ab, klettert prompt die Anzeige

höher. Die Schwerter am Bug stehen

in neutraler Position, sie verhindern

die Abdrift, wenn der Kiel ganz gekippt

wird.

Das probieren wir gleich aus,

hart am Wind mit voll ausgeschwenktem

Kiel bleibt die Krängung

um die 16 °, die Wasserlinie

verlängert sich optimal. Die folgende

Wende geschieht fast wie von

selbst. Als wir auf einen Vorwindkurs

gehen, sinkt die Windgeschwindigkeit

auf 6 bis 7 Knoten.

Mit einem wahren Windwinkel

von 140 ° sind wir genau so schnell

wie der Wind. Selbst beim Halsen

braucht es nur wenig Wind, auch

dieses Manöver läuft auf dem

Rückweg geschmeidig ab.

Ach wie herrlich wäre jetzt noch

ein langer Schlag bei 20 Knoten

Wind, um in den vollen Genuss des

„Champagner-Segelns“ zu kommen,

für das die Mylius 60CK mit Leidenschaft

konzipiert wurde!

66 3/2021


MOTORYACHTEN

Tipps, Trends & Neuheiten

Vermehrter Luxus

Flotter Tender.

MODELLVIELFALT. Die Nerea NY24, das

Luxusextrakt auf 7,35 Meter Länge von Nerea

Yacht (Fahrbericht in 6/2020), wird

nun neben der Deluxe-Version in zwei neuen

Varianten ange boten. Die NY24 GT ist als

spaßiger und griffiger Daycruiser konzipiert,

der hohe Leistungen mit agiler Manövrier ­

fähigkeit kombiniert. Eine kleine Kabine im

Vorderschiff sorgt sogar für Weekender-Qualitäten.

Die NY24 Limo richtet sich an Eigner,

die für ihre Super yacht ein stilvolles Beiboot

suchen. Das Walk around ohne Vorschiff und

Kabine ist mit bewusst niedrig gehaltener Bauhöhe

perfekt geeignet, um problemlos in der

Garage großer Motoryachten zu parken.

è www.nereayacht.com

Aufwertung

MODELL-UPDATE. Die neue Absolute

60 FLY, die Absolute Yachts während

des Cannes Yachting Festivals

2021 im September offiziell vorstellen

will, besitzt einige neue Elemente,

die zeigen, wie sich die Italiener die

Zukunft der gehobenen 60/70-Fuß-

Motoryacht vorstellen. So nimmt die

Bug-Masterkabine die gesamte Breite

des Bootes ein, was in dieser Klasse

beispiellos ist. Sehr interessant das

Konzept der achterlichen Cockpit ­

terrasse, die modulare Möbel besitzt,

die an die tatsächliche Nutzung angepasst

werden können. Und schließlich

besteht nun auch die Möglichkeit,

Sonnenkollektoren in das Hardtop

zu integrieren, die die Bordgeräte

umweltfreundlich mit Strom speisen.

è www.baotic-yachting.com

Absolut neu.

TAKE SOCIAL DISTANCING

TO A WHOLE NEW LEVEL

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SPLENDIDYACHTING.COM


Invictus TT 460

Licht und

Schatten

68 3/2021


Alles beginnt mit einem

Fuß: In Großaufnahme,

mit Stiletto-Absatz und

römischer Schnürung

streckt er sich aus einem Auto.

Dann ein Schnitt, ein harter Beat,

maximal elektronisch, dazu ein

Schwarzweiß-Rendering. In ebenso

harter Visualisierung erscheint ein

Boot, die Kamera fährt geschmeidig

daran entlang. Eine Frau wird sichtbar.

Noch bevor wir sie auch nur

fixieren können, springt das Bild

zurück zur Invictus TT 460.

„Unconventional Luxury“ taucht

als Schriftzug auf – und ebenso, wie

der Videoclip wohltuend aus dem

gewohnten Bild von Bootswerbung

heraussticht, ist auch die Formensprache

des neuen Boots der

italienischen Design-Werft: cool

und aufregend.

Bei der Invictus TT 460 ist nichts dem Zufall überlassen:

Christian Grande ist mit seinem großartigen Design ein

feines, besonders augenfälliges Meisterwerk gelungen.

Text STEFAN GERHARD | Fotos STEFAN GERHARD, WERFT

SNEAKERS STATT HIGH HEELS

Genau genommen lockt der High

Heel zu Anfang des Werbeclips auf

die falsche Fährte: Zur neuen Invictus

TT 460 passen eher schicke

italienische Sneakers. Denn der

erstmals im Oktober 2020 in Genua

präsentierte Cruiser kombiniert

Sportlichkeit mit lässiger

Eleganz. Dafür steht vor allem

Christian Grande, der uns das Boot

persönlich am Messestand präsentiert

– in einem der raren Momente

des letzten Jahres, als Reisen kurzzeitig

möglich war.

Der jüngste Entwurf von Invictus

ist das größte Boot, das die fünf

Jahre junge Werft bisher gebaut

hat. Der Name der gut 14 Meter

langen Invictus TT 460 erklärt sich

sofort: Das organisch wie dynamisch

geschwungene T-Top steht

für das Doppel-T in der Modellbezeichnung

– und ist Statement

in Sachen Design und Technik.

3/2021 69


Invictus TT 460

Christian Grande, der 49-jährige

Designer aus Parma, hat mit Invictus

seine eigene Marke gegründet.

Vorher hat er für große Werften gearbeitet

und mehr als 100 Boote

entworfen. Die einst bemerkenswerte

Marke Sessa Marine ist untrennbar

mit seinen Entwürfen verbunden.

Für Invictus – zu deutsch

„Unbezwingbar“ – hat er seine eigene

Designsprache entwickelt. Die

von ihm gezeichnete Modelllinie

mit dem negativen Steven und weichen,

fließenden Formen hebt sich

klar von der Masse ab.

EIN PHÄNOMEN IN DER NISCHE

So war das erste Modell, die Invictus

280 GT, sofort eine Punktlandung

im Markt. Dann folgte die

Invictus 370 S, die nicht weniger

erfolgreich war und als Außenborderversion

auch in den USA reüssierte.

Seit kurzem wird alles, was

bei Invictus nicht Innenborder ist,

von Yamaha als Exklusivausstatter

bei Außenbordern ausgerüstet.

Christian Grande ist ein Phänomen

in der an Aufsehen erregenden

Designs nicht armen Branche: Er hat

seine Marke Invictus gut inszeniert

und variantenreich mit Geschick in

einer Marktnische platziert, die außer

ihm nicht viele genutzt haben.

Er erreicht wie Frauscher und Pardo

eine Zielgruppe, die mit außergewöhnlichen

Booten aus der Masse

herausstechen möchte.

Was die Konstrukteure vom

Traunsee kompromisslos mit der

Frauscher 1414 Demon Air geschafft

haben, versuchen Grande

und seine Werftpartner von Aschenez

im süditalienischen Kalabrien

nun mit der Invictus TT 460. Aber

ganz anders.

T-TOP IN SCHWEBE

Im Design unterscheidet sich Invictus

Yachts von allen anderen

Mitbewerbern insbesondere

durch die Rumpfform. Der abgerundete,

nach innen geneigte Bug

ist nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal

von Invictus. Er schneidet

die Welle auch besonders

weich und hält das Boot gut in

der Spur.

Unverwechselbar wird die Invictus

TT 460 aber durch das geschwungene

T-Top. Es scheint zu

schweben. Grandes Boot beschreibt

eine elegante Linie, die

im Vorschiff entspringt, die Sonnenliege

einrahmt, die Windschutzscheibe

umschließt und

sich dann zum T-Top verbreitert.

Das gibt der Motor yacht eine

Leichtigkeit, die bei einem

14 Meter langen Schiff sehr

selten zu sehen ist.

Möglich ist dieser geniale

Kunstgriff durch den zentral platzierten

Träger in der Schiffsmitte,

der das Dach im Cockpit stützt.

Der Träger muss dabei den großen

Kräften, die auf das Dach bei

schneller Fahrt einwirken, standhalten

können. Hier sollte nichts

vibrieren. Das klappt mühelos,

weil er stabil und gleichzeitg leicht

aus Carbon gefertigt ist. Zugleich

dient er als Geräteträger.

Beides, das Dach und der Träger,

bilden durch die schwarze

Grundfarbe einen optischen Ruhepol.

Rechts und links des Trägers

hat der Designer eine Außenpantry

angelegt. Das T-Top-Dach

ist mit etwa 2,20 Meter Höhe vergleichsweise

hoch und doch ist es

niedrig genug, um ausreichend

Schatten zu spenden.

Die Rumpflänge von

gut 14 Metern sieht

man ihr nicht an. Die

klassische Version

kommt ohne Seitenbalkone.

MEISTER DES MINIMALISMUS

Christian Grande ist ein Verfechter

der Subtraktion, also der Reduk ­

tion aufs Essentielle: ein Boot,

bei dem weniger mehr ist. In

seiner auch auf Video verfügbaren

Präsentation spricht er oft vom

Subtrahieren: Er zieht ab, wo

andere hinzufügen. Und er nutzt

alle Design-Register, um die gewünschte

Wirkung zu stärken:

ein maskulines Boot mit sehr

femininen Kurven.

Unterstützt werden die Linien

optisch durch eine Farbgestaltung,

die Übergänge glättet oder unterstreicht

und allzu heftige Eindrücke

verwischt. Auch an anderer

Stelle werden Zeichen gesetzt:

Durch den nach innen geneigten

Süllrand, der sich zum Heck hin

verjüngt, sorgt er auf subtile Weise

für noch mehr Dynamik.

LOOK AND FEEL

Grande hat visuell und funktional

nichts dem Zufall überlassen: Die

verchromten und versenkbaren

Audio-Boxen auf der Sonnenliege

im Bug könnten auch die Lüftung

eines klassischen Rennbootes sein.

Das Lochgitter der Dingi-Garage

im Heck erinnert an den Kühlergrill

eines Sportwagens. Die Fensterlinie

im Rumpf, die zum Bug

hin schmaler wird, fügt sich durch

einen negativen Rahmen ohne

Dominanz ins Bild.

FOTO: KERSTIN ZILLMER

„Extreme Entwürfe haben ein

kurzes Leben. Ihnen fehlt die

Subtilität, um die wechselnden

Trends zu überdauern.“

Christian Grande, Chef-Designer Invictus Yachts

70 3/2021


Viel Platz für schöne Aussichten.

Der starke Träger des T-Tops

wirkt wie ein Design-Objekt.

Der großzügige Steuerstand

mit digitalen Instrumenten.

Ein Audiosystem, gestaltet

wie der Lufteinlass eines

Rennboot-Klassikers.

Das breite Gangbord

läuft beidseitig.

An Deck lässt er an Back- und

Steuerbord ein gut begehbares

Gangbord frei, was Platz für Be ­

wegung vom Bug bis zum Heck

schafft. An die obligatorische Sonnenliege

im Vorschiff schließt sich

das zentrale Cockpit an. Eingefasst

von einem glänzenden Rahmen

wirkt der Fahrstand wie ein großes

Com puter-Tablet: Hier sind die

Motordaten digital auf zwei Displays

abgebildet. Die drei Einzelsitze

sind jeder für sich so luxuriös

wie eine Pilotenbestuhlung.

JEDER ZENTIMETER ZÄHLT

Der Abstand zwischen der ersten

Sitzreihe hinter dem Fahrstand und

der Pantry ist etwa 70 cm breit. Das

ist nicht schmal, sondern in der

Anordnung genial. Der Designer

nutzt hier gelerntes Verhalten. In

dieser Open-Air-Kombüse fühlt

man sich wie in einer funktionalen

Küche oder Café-Bar – alles direkt

im Zugriff. Optimale Raumnutzung

bei lässigem Wohlbefinden.

Daran schließt sich der Essbereich

an für Lunch oder Dinner auf dem

Wasser. Zwei Sofas und zwei Tische

– auf Wunsch geteilt in der Mitte,

um Platz zu schaffen. Kein Zentimeter

an Deck bleibt unbedacht.

Die Möbel haben vielfach einen

doppelten Nutzen: Der Loungebereich

lässt sich durch absenkbare

Tische zur Liegewiese umbauen.

Und unterhalb des großen Hecksofas

liegt die sich elektrisch öffnende

Tendergarage.

ALLES DA, WO ES SEIN MUSS

Der Niedergang liegt klassisch neben

dem Fahrstand im Cockpit.

Eine Ziehharmonikatür führt zum

Vorschiff, wo rechts und links das

Bett ruht. Das Privatissimo hat

etwas von einer Junior-Suite, wie es

in einem Hotel der obersten Kategorien

zu erwarten ist. Auf den ersten

Blick scheinen die verbauten

Elemente die üblichen zu sein: ein

gut dimensioniertes Doppelbett,

großer Kleiderschrank, viel Licht

dank des langgezogenen Fensterbandes.

Doch etwas ist anders.

Das Raumgefühl im Eignerzimmer

der Invictus TT 460 ist beeindruckend.

Dafür sorgt das zusätzliche,

vorne rundum laufende

Lichtband in dem hohen Raum.

Nichts in der Eignerkajüte ist eine

Geschmacksfrage. Alles ist genau

da, wo es sein muss. Hier gibt es

nichts zu verbessern.

Wie bei anderen Invictus-Modellen

ist die Mittschiffskajüte ebenso

großzügig gestaltet. Zwei getrennte

Betten bieten ein Mindestmaß an

3/2021 71


Invictus TT 460

Rückzugsraum. Vermutlich werden

hier, wenn überhaupt belegt, die

Kinder der Familie unterkommen.

Oder ein später Bordgast, der nach

dem Dinner vor Anker das Dingi

lieber in der Garage lässt. Denn

groß genug ist die Invictus TT 460,

um auch über Nacht oder für ein

ganzes Wochenende als Heimstatt

in einer stillen Bucht zu dienen.

Was bei der Präsentation am

Steg nicht direkt zu sehen ist, sind

die (optionalen) Extra-Zugänge

aufs Boot. Im Achterbereich sind

Seitentüren an Back- und Steuerbord

in die Bordwand eingelassen.

Wie Zugbrücken lassen sich die

mit Teakholz belegten Ausgänge

absenken, die so zur zusätzlichen

Badeplattform werden.

JEDER ZENTIMETER ZÄHLT

Damit liegt Invictus im aktuellen

Trend, ein Familienboot durch Seitendecks

und Balkone aufzuwerten,

wie erstmals gezeigt bei der Galeon

400 Fly und gelungen variiert bei

der schwimmenden Finca Sea Ray

SLX 400 und der Best-of-Boats-

Award-Finalistin Beneteau Antaris

11 Fly. Mit der großen Jeanneau

Cap Camarat 12.5 WA ist ein ähnliches

Konzept mit Seitenausleger

ebenfalls in der Produktion.

Ein weiterer Coup der Werft ist

die Farbgebung. Denn es ist immer

kniffelig, zwischen konventionellem

Weiß und einer einprägsamen

Optik etwas zu finden, das allen

zusagt. Grande bietet eine ganze

Palette an Farbtönen an, die sich

wie Geschmacksrichtungen lesen:

Vanilla Sea, Wild Bronze, Personal

White …

Mit der Einführung des neuen

Flaggschiffs geben auch zwei neue

Farben ihr Debüt: Bandit Soul, das

alle äußeren Glasfaseroberflächen

mit glänzendem Schwarz umhüllt;

oder Heritage Mint, die der TT 460

nach dem Willen des Designers einen

Touch klassischer Sportlichkeit

verleiht. Ein letztes Lächeln von

Christian Grande für die Presse, ein

Ellbogengruß, dann muss er weiter.

Viele Interessenten warten bereits

am Steg.


Invictus TT 460

Länge

Breite

Gewicht

Kraftstofftank

Wassertank

Höchstgeschwindigkeit

Motorisierung

14,27 m

4,43 m

14.740 kg

1.300 l

330 l

35,5 Knoten

2 x Volvo Penta IPS 650 (Diesel)

Preis ab € 796.920,–

Maximale Passagierzahl

Händler: Bodenseenautic, Konstanz am Bodensee,

Tel. + 49 7533 8030997, post@bodenseenautic.de

è www.invictus-boote.de

12 Personen

„ Wie Zugbrücken lassen sich die mit Teakholz belegten Ausgänge

achtern absenken, die so zur zusätzlichen Badeplattform werden.“

Behaglich: souverän gestaltetes

und funktionales Bad.

Großzügig: die luftige

Mittschiffs-Kabine.

72 3/2021


Photos by Alberto Cocchi

What if it were your dreams

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Baotic Yachting GmbH - Andréstr. 2

63067 Offenbach - Frankfurt/M

www.baotic-yachting.com

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Feuer an Bord

Hier lauert die

Brandgefahr

Feuer ist eines der schlimmsten Unglücke, die an Bord eines Bootes passieren können.

Doch wo lauert die meiste Gefahr? Die Experten von Pantaenius Yachtversicherungen

haben Fälle, mit denen sie in der Praxis besonders häufig konfrontiert werden,

beispielhaft aufgeführt. Hier die wichtigsten im Überblick.

Für viele ist der Anblick der

Gasflasche an Bord – meist

achtern im Cockpit verstaut

– schon furchteinflößend.

Doch fest verschlossen ist

diese kaum eine Gefahrenquelle,

sondern vielmehr die Gasanlage

danach. Batterien hingegen können

sehr tückisch sein, speziell

Lithiumbatterien. Und dass sogar

ein einfacher Werkzeugkasten

einen Brand an Bord auslösen

kann, wird wohl auch sehr umsichtige

Skipper überraschen.

Pantry/Kombüse

Ursache: Defekte Gasanlage

Folge: Gas ist schwerer als Luft, weshalb ausgetretenes

Gas nach unten absinkt und sich im Bootsrumpf, in der

Bilge und über den Bodenbrettern sammelt. In Verbindung

mit der Umgebungsluft kann ein hochgradig zündfähiges

Gemisch entstehen, bei dem Minifunken eines elek tro nischen

Gerätes ausreichen, um einen Brand zu entfachen.

Wichtig: Der Gashahn an der Flasche sollte immer abgedreht

und die Leitung ausgebrannt werden. Gasflaschen

sollten dort gelagert werden, wo sich Dämpfe nach außen

verflüchtigen können. Zusätzlich können Gasmelder eine

sinnvolle Sicherheitskomponente sein. Eine Wartung und

Kontrolle der Gasanlage sollten spätestens alle zwei Jahre

durchgeführt werden!

Ursache: Überhitztes, übergelaufenes Öl/Fett

Folge: Eine offene Flamme entsteht, die sehr schnell um

sich greifen kann.

Elektrotechnik

Ursache: Überlastetes Kabel

Folge: Zu hoher Widerstand bei nicht ausreichendem

Kabelquerschnitt. Kabel wird heiß, fängt an zu schmoren,

Kabelbrand.

Wichtig: Alte Kabel, defekte Isolationen, Korrosion, verschmutzte

Kontakte, Wackelkontakte oder Feuchtigkeit

führen schnell zu erhöhten Übergangswiderständen, Kurzschlüssen

und Bränden (passiert nicht nur bei 230-V-,

sondern auch bei 12-V- bzw. 24-V-Anlagen). Die gesamte

Werkzeugkasten

Ursache: Auslüftende Verpackungen von

Chemikalien wie Aceton, Beschleuniger,

Harze, Lack, Lösungsmittel, Treibstoffkanister

Folge: Austretende Gase, die sich in einem geschlossenen

Raum sammeln, bilden in Verbindung mit Sauerstoff ein

entzündliches Luftgasgemisch. Abrissfunken, z. B. bei

Einsatz einer nicht ex-geschützten Lenzpumpe oder Betätigung

des Lichtschalters, können bereits eine gefährliche

Verpuffung auslösen.

Wichtig: Aufmerksam bleiben und vor allem bei Seegang

die Kochfläche nicht aus den Augen lassen, Löschmittel

in Griffnähe haben, für brennendes Öl/Fett

Löschdecke verwenden!

Ursache: Unachtsamer Umgang

mit brennbaren Materialien wie

z. B. Spiritus

Folge: Brennspiritus ist eine leicht entzündbare

Flüssigkeit. Das Nachgießen auf eine vermeintlich

erloschene Flamme kann fatale Folgen haben.

Spiritus hat einen sehr niedrigen Flammpunkt und

entzündet sich daher schlagartig (explosionsartiger

Brand).

Wichtig: Wer in der Pantry mit leicht entzündbaren

Stoffen wie Gas, Spiritus, Petroleum, Diesel oder

Benzin auf offener Flamme kocht, sollte die Koch -

fläche niemals unbeobachtet lassen.

Verkabelung von der Kajütbeleuchtung bis zum Ladegerät

ist anfällig für schmorende Leitungen. Je älter das Schiff,

desto größer die Wahrscheinlichkeit eines Feuers,

das seinen Ursprung in der Bordelektrik hat. Alle

Kontakte sollten daher regelmäßig überprüft und

gereinigt werden. Spezielle Kontaktsprays, die

eigens für den Einsatz im maritimen Umfeld geeignet

sind, können vor nässe- und feuchtigkeitsbedingten

Kurzschlüssen, Ausfällen und Korrosion

schützen.

Wichtig: Regelmäßiges Lüften, z. B. unter Verwendung

eines zusätzlichen Lüfters, verhindert

die Ansammlung von Gasen. Reinigungsmittel und Lacke

müssen nicht zwangsläufig die Ursache für einen Brand

sein, aber sie wirken, wenn ein Feuer ausgebrochen ist,

als gefährlicher Brandbeschleuniger. Darum sachgemäß

und getrennt verwahren – detaillierte Vorgaben und

Gefahrenhinweise lassen sich auch den Verpackungsetiketten

entnehmen.

Ladegerät

Ursache: Defekt

Folge: Batteriegasung führt zu einem hochexplo

siven Luft-Wasserstoff-Gemisch (Knallgas).

Wichtig: Regelmäßige Checks; Batteriepole abdecken,

sodass versehentlich drauffallende, leitende Gegenstände

keinen Kurzschluss verursachen können.

74 3/2021


Maschinenanlage

Ursache: Haarriss im Kraftstoffschlauch

Folge: Benzin und auch Diesel sind flüchtige Stoffe.

Da Maschinenanlagen auf Schiffen meist geschlossene

Sys teme sind, können sich hier Dämpfe sammeln und

komprimieren. Gerade Benzin in Verbindung mit Sauerstoff

entwickelt sich schnell zu einem hochgradig entzündbaren

Luftgasgemisch. Funkenbildung beim Starten des Motors

kann ausreichen, um dieses Gemisch zu entfachen (sog.

Verpuffung).

Wichtig: Oftmals unterschätzen Bootsbesitzer die Gefahr,

die vor allem von Benzin angetriebenen Innenbordern

ausgeht. Neuere Boote verfügen daher bereits über eine

Zwangslüftung. Diese „Blower“ sorgen für Frischluftzufuhr

über ein Lüftungssystem, welches unmittelbar vor Anspringen

des Motors automatisch einsetzt. Auf älteren

Booten findet sich meist noch ein manuell zu bestätigendes

Lüftungssystem. In diesem Fall ist es dringend ratsam,

erst die Maschinenanlage zu entlüften und dann

den Motor zu starten. Automatische Lüftungssysteme

sollten regelmäßig überprüft und gewartet werden.

Ursache: Defektes Kühlsystem

Folge: Kühlwasser kühlt den Motor nicht ausreichend.

Es entstehen hohe Temperaturen im Motorraum, die zur

Überhitzung der Abgasanlage bzw. zum Motorbrand führen

können (Schläuche, Motorisolierungen etc. fangen an zu

glühen/schmelzen/brennen).

Wichtig: Beim Anlassen des Motors sollte noch im Hafen

der erste Blick zum Auspuff wandern. Spuckt das Boot

dort Kühlwasser? Wenn ja, wie viel? Kommt nur wenig

oder kein Wasser hinten an, ist das Kühlsystem u. U. nicht

in Ordnung und der Motor wird nicht gekühlt. In diesem

Fall sollte der Motor ausgeschaltet und nach dem Fehler

gesucht werden (z. B. Seeventil geschlossen, Borddurchlass-

oder Seewasserfilter verstopft, defekter Impeller).

Elektromotor/Lithiumbatterie

Ursache: Defekte oder fehlerhaft

installierte Bordelektrik

Folge: Auf Elektrobooten fließen sehr starke Ströme. Ungeeignete

Baukomponenten, schlechte Kabelverbindungen

oder unzureichend isolierte Leitungen in feuchter Umgebung

können zu erhöhten Übergangswiderständen, Kurzschlüssen

und letztlich zu einem Brand führen.

Achtung: Ein spezielles Risiko geht von Lithiumbatterien

aus. Wird eine Lithiumbatterie durch Feuer beschädigt und

tritt selbiges aus, kann der leicht entzündliche Stoff anfangen

zu brennen. Schnell sind dabei Temperaturen von

über 1.500 °C erreicht (sog. Metallbrand). Löschwasser

wird bei so hohen Temperaturen in Wasser- und Sauerstoff

aufgespalten. Es entsteht ein hochexplosives Luftgemisch,

welches bei Kontakt mit einer noch so kleinen Zündquelle

zu einer Knallgasexplosion führen kann.

Wichtig: Bei Rauchbildung oder Feuer an Bord sollte der

Kontakt von Wasser mit der Lithiumbatterie unbedingt

vermieden, das Boot umgehend verlassen und die Löschaktion

geschulten Einsatzkräften überlassen werden. Dass

es sich um ein Elektroboot handelt, das aus einer Lithiumbatterie

gespeist wird, sollte den zuhilfe gerufenen Einsatzkräften

mitgeteilt werden. Eine entsprechende Kennzeichnung

an Bord wäre ebenfalls sinnvoll.

Winterlager

Ursachen: Unvorsichtige Arbeiten am Schiff;

technischer Defekt an Gasanlage, Batterien oder

Frostwächter; Überhitzung des Heizlüfters u. v. m.

Folge: Ein beim Laminieren im Einsatz befindlicher

Heizlüfter wird heiß und fängt Feuer; die Flamme einer

Lötlampe greift auf brennbares Material über; eine

Heißluftpistole entzündet den Kleber ...

Wichtig: Ob Aceton, Nitroverdünnung oder Zwei-

Komponenten-Spachtel: Bei Arbeiten am Schiff

kommt man um das Verwenden entflammbarer Materialien

nicht herum. Umso wichtiger sind der verantwortungsvolle

Umgang und die sichere Lagerung heikler Substanzen.

Viele Winterlager verbieten zudem den Betrieb von Gasstrahlern,

Heizlüftern, Ölöfen, Bootsheizungen etc. und

verlangen sogar, Gasflaschen von Bord zu nehmen. Gleiches

gilt für Batterien, die nur in ausreichend belüfteten

Räumen geladen werden dürfen. Manche Hallenbetreiber

untersagen Arbeiten im Winterlager gänzlich.

Gefahr von außen

Brandstiftung: Traurig, aber wahr – Brandstiftung

ist immer noch eine sehr häufige Ursache für Feuer.

Ob ein mutwillig gelegtes Feuer auf dem eigenen

oder einem fremden Boot – dieses Risiko lässt sich

kaum minimieren.

Blitzschlag: Wetterphänomene kann man leider ebenfalls

nicht beeinflussen. Bei Blitzschlag jagt sehr hoher

Strom durchs Schiff. Im besten Fall läuft er durch und

verursacht kein großes Feuer. Ist ihm das nicht möglich,

entsteht große Hitze, die zu einem Brand führen kann.

ILLUSTRATION: PANTAENIUS

PRÄVENTION IST

BESTER SCHUTZ

Lassen Sie Vorsicht walten und

achten Sie stets auf einen guten

technischen Zustand Ihrer Einrichtung

an Bord. Warten Sie

regelmäßig Ihre Heizung, nehmen

Sie im Winterlager alle gefährlichen

Gegenstände mit von Bord,

horten Sie brennbare Flüssigkeiten

nicht im Schiff, lagern Sie Ihren

Benzinkanister an einem gut belüfteten

Ort und wirken Sie dem Ausgasen

durch konsequente Belüftung,

Gaswarner und -Fernschalter

entgegen. Solche Vorkehrungen

FOTO: ISTOCK

können (mitunter lebensgefähr ­

liche) Feuer und Brandschäden

verhindern. Mehr Infos und weitere

nützliche Tipps rund um das

Thema Feuer an Bord:

è www.pantaenius.de/praevention

Tipp: Eine praxisnahe Übung vermittelt den

richtigen Umgang mit Handfeuerlöschern.

3/2021 75


YACHT CLUB AUSTRIA

News Mai/Juni 2021

YCA-MITGLIEDER BERICHTEN

Südbretagne:

Muss man erlebt haben!

Geschütztes, ruhiges Binnenmeer und wilder Atlantik liegen in der Südbretagne dicht an dicht, unterschiedlicher

jedoch die beiden Reviere nicht sein könnten. „Breizh“ nennen die Bretonen ihr Land. Die

Bretagne ragt 100 Seemeilen weit hinaus nach Westen in den Atlantik. 600 Seemeilen Küste: Genug für

viele Segeltörns, ob mit der eigenen Yacht oder mit einem Charterboot.

Text und Fotos GABI UND MICHAEL MONZ

Die Küste ist zerklüftet und gespickt

mit vorgelagerten Inseln

und Felsen. Dazwischen lange

Strandstrände und breite, von Gezeiten

beherrschte Einbuchtungen. Dazu

der Golf von Morbihan, die Rivieres

de Crac´h und d’Etel, die Flüsse Auray

und Oet.

Unsere Reise startet auf unserem

Charterstützpunkt in La Trinité-sur-

Mer mit einer Sun Odyssee 33/Hubkiel

zum Trockenfallen. Erstes Ziel ist

die Île D´Houat, mit kilometerlangen

Standstränden – perfekt zum Baden,

Sonnen, Spazierengehen und Muschelsammeln.

Von dort geht es weiter

zur Belle-Île mit dem historischen

Stadthafen von Le Palais. Nette Restaurants

und Bars laden zum Verweilen

ein. Im malerischen, sehr charmanten

Hafen von Sauzon haben

wir unsere Jacht zwischen zwei Bojen

festgemacht und sind zum ersten Mal

trockengefallen. Ein ungewohntes

Gefühl, wenn man im Hafenbecken

neben unserem Boot nach Muscheln

und Krebsen suchen kann.

WO DUPIN SEINE FÄLLE LÖST

Unser nächstes Ziel ist Lorient, früher

ein deutscher U-Boot-Hafen, heute

Mekka der Formel 1 des Segelsports.

Wer sich für U-Boote und deren Anlagen

interessiert, sollte sich das Submarine

Museum anschauen. Für Segelinteressierte

ist das Eric Tabarly Museum

zu empfehlen. Wei tere Höhepunkte:

der Reise sind das Weltkulturerbe

Concarneau und die Îles de Glénan,

wo Kommissar Dupin seine Fälle löst.

Eine Abwechslung zum Segeln auf

dem Meer sind die Flüsse Odet und

Bélon mit seinen „Platt“-Austern. Am

Odet wechseln sich bewaldete Ufer

mit Wiesen ab, hin und wieder taucht

ein herrschaftliches Schloss auf. Vorbei

am Meerbusen von Étel und der

Bucht von Quiberon geht es zurück

nach La Trinité-sur-Mer. Tipp für den

Landgang: Die berühmten Steinreihen

bei Carnac sind von da aus sehr gut zu

besuchen. Über 3000 einzelne Steine –

Menhire neolithischem Ursprungs –

sind zu besichtigten.

Der YCA Österreich (Crew Salzburg)

plant für September 2022 eine

zehntägige Segelreise in die Südbre ­

tagne. Anmeldungen (für Mitglieder)

über die Veranstaltungsseiten auf

è www.yca.at

Sauzon bei Flut.

Festung von Concarneau.

Leuchtturm La Teignouse.


YACHT CLUB AUSTRIA

GENERALSEKRETARIAT

Estermannstraße 6, 4020 Linz

+43(0)732 781086, office@yca.at

www.yca.at

COMMODORE

Christian Schifter

+43(0)664 5315353

cschifter@yca.at

YCA-AUSBILDUNG

Erstversuche an einem Sextanten.

Ausbildung in Corona-Zeiten

Text GÜNTER KOHLEGGER, INGRID KRISMER, FRANZ VOGLER

Fotos WOLFANG HURCH, INGRID KRISMER

Unter der fachkundigen Anleitung

von Wolfgang Hurch fand im

Oktober 2020 im YCA Crew

Tirol & Vorarlberg der erste FB4-Weekendkurs

statt. Wir begannen mit ersten

Versuchen am Sextanten. Als Kimm

diente uns der Patscherkofel bei Innsbruck.

Bei der FB4-Ausbildung geht es

vorwiegend um Astronavigation – Navigieren

nach Sonne, Mond, Planeten

und Sternen mittels Sextanten, also mit

den Mitteln der alten Seefahrer.

An den folgenden Wochenenden

ging es dann um die Theorie: Standort ­

ermittlung mittels beobachteter Höhe

von Sonne, Mond, Planeten und Sternen.

Suche nach Werten in den schier

endlosen Tabellen des „Nautischen

Jahrbuchs“, Erstellung von Plots für die

Ermittlung des Standorts. Spaß machte

uns die Gruppenarbeit: eine Törnplanung

von den Azoren nach Gibraltar.

Anfang November, mitten in der

Ausbildung, kam der zweite Lockdown

mit sich ständig ändernden Vorschriften.

Zum Glück war es uns aufgrund

der wenigen Teilnehmer erlaubt, den

Kurs samt Prüfung durchzuführen. Der

erfolgreiche Abschluss der FB4-Theorie

wurde, wie es sich für Piraten gebührt,

mit einer „Bottle of Rum“ gefeiert.

Für den Sommer 2021 ist eine gemeinsame

Woche Ärmelkanal (Gezeitensegeln)

geplant, bevor wir dann

hoffentlich bald auch die praktische

Prüfung zum FB4-Schein ablegen

dürfen. Auf diesem Weg nochmals

herzlichen Dank an unsere Instruktoren

Wolfgang Hurch und Erich Kruiss

sowie dem Vorsitzenden und Prüfer

Gottfried Rieser und an unsere Mitstreiter.

DISTANCE LEARNING

Glücklicherweise besteht beim YCA

auch die Möglichkeit, die Ausbildung

zu Hause am PC zu machen. So entschlossen

sich drei Kandidaten, den

FB3-Kurs online zu besuchen. Das

„Distance Learning“ wurde von unserem

Zentralbüro in Linz gestaltet.

Nach Abschluss der Lernphase ging

am 12. Februar die Prüfung in Innsbruck

über die Bühne.

Ob der vorgesehene Prüfer Wolfgang

Hurch überhaupt aus Linz anreisen

kann, war damals mehr als unsicher.

Yachtmeister Ing. Günter Kohlegger

war Beisitzer. Die penibel eingehaltenen

Corona-Bestimmungen (Masken,

Abstände, etc.) ließen nicht gerade eine

aufgelockerte Stimmung aufkommen.

Die Kandidaten, die allesamt die gestellten

Aufgaben perfekt gelöst hatten,

waren glücklich und strahlten ob der

bestandenen Prüfung um die Wette.

Sämtliche YCA-Ausbildungsmöglichkeiten

sind auf unserer Homepage

abrufbar bzw. werden österreichweit

ab September 2021 auch persönlich

präsentiert.

è www.yca.at

FB4-Theorie muss auch sein.

CREW WIEN, NÖ, BURGENLAND

Crew-Commander

Günther Holzinger

+43(0)664 2108020

guenther.holzinger@yca.at

CREW SALZBURG

Crew-Commander

Hubert Kraft

+43(0)664 9645011

hubert.kraft@yca.at

CREW OBERÖSTERREICH

Crew-Commander,

Generalsekretär

Thomas Hickersberger

+43(0)676 3067224

thomas.hickersberger@yca.at

CREW TIROL UND VORARLBERG

Crew-Commander

Johannes Lindig

+43(0)660 5208136

j.lindig@tsn.at

CREW KÄRNTEN

Crew-Commander

Fritz Abl

+43(0)664 2436871

office@yca-crew-ktn.at

www.yca-crew-ktn.at

CREW STEIERMARK

Crew-Commander

Mike Hecker

+43/(0)0676 6086035

mike.hecker@yca.at

AUSBILDUNG

YCA-Ausbildungsleiter

Gottfried „Titzl“ Rieser

+43(0)664 3706027

gottfried.rieser@yca.at

NAUTISCHES

KOMPETENZ-ZENTRUM

Wolfgang Hurch

+43 (0)732 781086

wolfgang.hurch@yca.at

3/2021 77


YACHT CLUB AUSTRIA

News Mai/Juni 2021

YCA-WEBINAR

Die sieben wichtigsten

Anker-Tipps

Ein wissenschaftlich dokumentiertes und spannendes Webinar von Harald Melwisch für die YCA-Crew W-N-B am

9. März hat selbst eingefleischte langjährige Segelprofis ins Staunen versetzt. Wir haben hier die Quintessenz daraus

ohne allzu viel mathematischen Ballast kurz zusammengefasst.

Text ANTON J. KNIERZINGER, DI HARALD MELWISCH

Die Länge von Kette und Trosse

soll mindestens die dreifache

Wassertiefe plus drei Meter betragen.“

So haben wir das im B-

Scheinkurs gelernt und so ähnlich

stand es auch im Standardwerk „Die

Seemannschaft“ . Dass es dort jetzt

anders steht, ist den hartnäckigen Bemühungen

von Harald Melwisch zu

verdanken, der an das Problem des

richtigen Ankerns nicht nur mit viel

Erfahrung, sondern auch mit Physik

und Mathematik herangeht.

Tipp 1: Stecke mehr

Kette als du gelernt hast!

Die gängige Lehrmeinung spricht jetzt

von vierfacher Wassertiefe für Kette,

sechsfacher für Leine mit Kettenvorlauf

und zehnfacher für Leine. Abb. 1

macht den kritischen Belastungszustand

deutlich, in dem eine Kette voll

vom Grund abgehoben ist und der

Ankerschaft angehoben wird.

Tipp 2: Wird der Ankerschaft angehoben,

sinkt seine Haltekraft

Weniger als sechsfache Wassertiefe

kann zum Abheben des Ankers füh­

Y = t

Y

Kritische Phase vor Abheben des Ankerschafts

Verhältnis Kettenlänge zu Wassertiefe

2x 3x 4x 5x 6x

38° 20° 15° 12° 10°

Zugwinkel [°]

ren. Der Zugwinkel sollte nicht über

10 Grad liegen. (Abb. 2)

Tipp 3: Doppelte Windgeschwindigkeit

[m/s] bedeutet vierfache Kraft!

Die Kraft des Windes hängt vom Quadrat

der Strömungsgeschwindigkeit

ab und verdoppelt sich bei einem

Einfallswinkel (Schwojen)! von 30 °!

Tipp 4: Die Belastung auf den Anker durch

Wellengang nicht unterschätzen!

Beträgt die kritische Zugkraft bei

8 mm Kette, 30 m Länge und 5 m

Wassertiefe 105 kp, so ist bei einer Geschwindigkeit

des Bugs durch Wellen

von 0,5 m/s mit einer Kettenlast von

495 Joule zu rechnen. Das ist ausreichend

für ein Ausreißen des Ankers.

Tipp 5: Ein Verholen in tieferes Wasser

bringt oft mehr Haltekraft des Ankers als

ein Verlängern der Ankerkette

H

Fallwinkel Alpha

8x 10x

7° 6°

Wind

V

H

15x


20x


Bei 4 Meter Tiefe verändert sich bei 80 m

statt 50 m Kette die Energie zum Abheben

des Ankers von 1.145 J auf nur 1.912

Joule. Ein Verholen in 10 Meter tiefes

Wasser würde 4.218 Joule bringen!

Tipp 6: Leine bringt mehr als Kette.

Die Energieaufnahme dehnbarer Leinen

ist ungleich größer als der Gewichtseffekt

durch Anheben der deutlich schwereren

Kette.

Tipp 7: Zur Sicherheit weit weg von der Boje.

Falls zu direkt an der Boje besteht die

Gefahr, dass der Sockel mit der Kraft

nach oben (V) abhebt. Besser mit zusätzlicher

Leine an der Boje anlegen (Abb. 3).

W

Abb. 2

Abb. 3

Abb. 1

T … Wassertiefe

H

Sh … hängende Kettenlänge

= Sm gesamte Kettenlänge

Xh … Horizontallänge der hängenden Kette

X = Xn

Für mehr Informationen und detaillierte

Erläuterungen lohnt der Besuch

der Website von Harald Melwisch!

è www.haraldmelwisch.at

78 2/2021 3/2021


YCA-REGATTA

OSYC versus YCA

YCA-REGATTA

Regattaluft schnuppern und Meilen sammeln

auf einer der neuen Bavaria Cruiser 46 OD.

Vom 25. September bis 2. Oktober messen sich die zwei mitglieder -

stärksten Hochsee vereine Österreichs in einer „Alpe Adria Challenge“

ab Biograd über eine Strecke von rund 160 Seemeilen.

Zur Verfügung stehen neue

Bavaria Cruiser 46 OD für

maximal acht Teilnehmer je

Boot. Gezählt werden die Zeit aller

Boote einer Mannschaft (Wanderpokal)

sowie die Zeit der drei

schnellsten Boote, mit Medaillen

für die Plätze 1 bis 3.

Eine günstige Gelegenheit auch

für Unerfahrene, um an einer Regatta

teilzunehmen, oder nach

der theoretischen FB2- bzw. FB3-

Prüfung Meilen und Nachtfahrten

zu sammeln. Die Streckenführung

wird je Wetterlage bestimmt. Die

Boote stehen ein bis zwei Tage vor

dem Start fürs Training bzw. nach

der Regatta zum Relaxen zur Verfügung.

Schon angemeldet?

è www.yca.at

Die 14. Alpe Adria Sailing Week wurde von

Mai auf 3. bis 7. Oktober 2021 verschoben!

FOTO: PITTER YACHTCHARTER

YCA-Events und -Veranstaltungen

1. Mai Attersee SY Isabell Schiffseinweisung,

2 Tage, je 4 Einweisungen

1. Mai Ludersdorf- SRC-Funkkurs Steiermark, 1 Tag

Wilfersdorf

4. Juni Tromsø Norwegen, Segeln & Fischen, 8 Tage

5. Juni Schweden Stockholmer Schärengürtel, 8 Tage

5. Juni Azoren–Madeira Atlantik-Törn als FB4-Langfahrt, 11 Tage

5. Juni Primošten Ankern & Hafenmanöver-

Praxistraining, 5 Tage

12. Juni Šibenik GSC 2021 – größte

Einheitsklasse-Regatta, 5 Tage

15. Juni Madeira–Azoren Atlantik-Törn mit AstroNavi, 12 Tage

19. Juni Sizilien, Clubtörn 2021, 8 Tage

Äolische Inseln

19. Juni Kaštela Big Boat-Training auf

Austria One, 8 Tage

10. Juli Holland Holland auf historischen Pfaden,

Plattbodenschiff, 8 Tage

23. Juli Solent Gezeiten- und Stromrevier erleben, 8 Tage

21. August Izola Theorie und Praxis am Schiff, 8 Tage

28. August Ebensee World Sailing-Sicherheitstraining, 2 Tage

21. August Schottland Innere Hebriden mit Isle of Skye, 8 Tage

11. September Kaštela Big Boat-Training auf

Austria One, 8 Tage

25. September Biograd OSYC vs YCA ,

Freundschafts-Regatta, 8 Tage

3. Oktober Punat Alpe Adria Sailing Week,

Regatta 2021, 5 Tage

Allfällige Corona-bedingte Änderungen vorbehalten.

Clubabende

Sämtliche YCA-Clubabende (online oder real), Aus- und

Weiterbildungs-Möglichkeiten tagesaktuell abrufbar unter

è www.yca.at/vereinonline

Crew Kärnten: Clubabende 14-tägig, siehe

è www.yca-crew-ktn.at

Gäste und Freunde sind an den YCA-Clubabenden ebenfalls willkommen!

YCA-Services und -Vorteilspartner

Wir bauen laufend unser Netzwerk

zu starken Partnern aus.

Damit können wir unseren

YCA-Mitgliedern attraktivste

Konditionen in vielen Bereichen

anbieten, siehe unsere

Service/Vorteilspartner auf

è www.yca.at

Marinas: Sondertarif für Tagesbzw.

Jahres-Liegeplätze. Italien:

Marina Certosa (Venedig), Marina

Aprilia Marittima (Lignano*). Kroa -

tien: Marina Vrsar, Marina Funtana,

* mit der Agenzia Adrianautica und Agenzia Immobiliare-Nautica & Yachting San Marco

Marina Punat, Wir Marina Frapa konnten in Ro-dagoznica und Dubrovnik. 2020 Spanien: über keinen YCA-Stützpunkte: einzi­

Alle Marinas wie

Versicherung: ganze Jahr Pantaenius.

Marine Project Iberia (Barcelona). gen Trainingstörn links durchführen,

Yachtcharter,

geschweige denn einen

angeführt + Ionian Charter.

Charter: Müller

Interessierten Sponsoren und

Pitter Yachtcharter, Prüfungstörn. Phoenix Und im Herbst kam

Yachting, My

es

SeaTime

dann noch

Yachtcharter

d.o.o. (Kroa tien), Ionian Chartivste

Kooperations formen und

Partnern bieten wir gerne attrak-

einmal knüppeldick,

zum Start der Ausbildungssaison

ter (Griechenland), four seasons Möglichkeiten für eine erfolgreiche

yachting GmbH mussten (Deutschland). wir auch die Theoriekurse

Zusammenarbeit.

absagen. Haben wir im Frühjahr

Service: MEC-Energietechnik, Auf Ihre Anfragen und Vorschläge

SeaHelp, Seemannsladen.at,

2020 noch unsere

Thomas

Pernsteiner, nen Schiffs-Sachver-

Webinare mit großem wir Erfolg uns bereits jetzt:

themenbezoge­

an unser Marketing-Team freuen

ständiger, ocean7-Magazin. è marketing@yca.at

Die neue Bavaria C38 „Ghost“ gibt’s

ab der Saison 2021 zu chartern.

3/2021 79


M

V

S

Ö

MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS VERBAND ÖSTERREICH

News Mai/Juni 2021

FOTO: SHUTTERSTOCK

Die Bruttoraumzahl

Warum muss die Berechnung so kompliziert sein?

Text HARALD MELWISCH

Die „Bruttoraumzahl“ zur

Beurteilung von Schiffsgrößen

ist in der Handelsschifffahrt

wichtig. Sie geistert aber

auch in der Freizeitschifffahrt herum.

Auf einem österreichischen

Bootsführerschein „International

Certificate“ steht beispielsweise

„300 gross tonnage“, auf einem

kroatischen B-Führerschein „bis

30 GT“. In beiden Fällen ist die

Bruttoraumzahl gemeint. Schaut

man nach, wie diese „BRZ“ bestimmt

wird, dann ist man erstaunt

über die komplizierte Formel:

BRZ = (0,2 + 0,02 x log V) x V

„V“ ist dabei das Volumen der

„Außenhaut“ des Schiffes, also

Rumpf und Aufbauten.

WER HAT SICH DAS

AUSGEDACHT UND WARUM?

Im frühen Mittelalter gab es schon

so etwas wie einen Container, das

war das Holzfass. Nach dem lateinischen

Namen „tunna“ hieß es Tonne.

In Tonnen wurden Wein, Salz,

Heringe, Roggen und vieles mehr

transportiert.

Handelsschiffe mussten Abgaben

bezahlen für Hafenplätze, Durchfahrten,

Lotsen und später auch für

Leuchtfeuer. Um diese Abgaben fair

zu gestalten wurden die Schiffe einfach

nach der Anzahl Holzfässer,

die sie transportieren konnten, mit

Abgaben belegt.

Auch für Landtransporte wurden

diese Holzfässer benutzt. Das

Gewicht von Waren spielte beim

Transport mit Pferdewagen eine

wichtige Rolle, daher entwickelte

sich aus dem Gewicht der Holzfässer

das heute noch verwendete

Gewichtsmaß „eine Tonne“.

In der Seefahrt war das anders:

Mit dem Gewicht hatten die Schiffe

weniger Probleme, das Volumen

war entscheidend. So mutierte

die „Tonne“ im Laufe des 18. Jahrhunderts

vom Gewichtsmaß zum

Volumenmaß. Als dann im 19. Jahrhundert

England im Seehandel bestimmend

wurde, legte man das

Volumen von einer Tonne auch

nach einem englischen Maß fest:

Ein großes Holzfass nahm etwa das

Volumen von 100 Kubikfuß ein.

Damit war die „Registertonne“

als Volumenmaß

für das innere Fassungsvermögen

von Handelsschiffen

geboren.

Als dann Dampfschiffe im Seehandel

eingesetzt wurden, mussten

diese für das erhebliche Volumen

der Dampfmaschinen und der Kohlebunker

Abgaben bezahlen. Um

diesen Nachteil zu kompensieren,

wurden die „Bruttoregistertonnen“

und die „Nettoregistertonnen“, ohne

Maschinen und Kohlen, definiert.

Im Jahre 1969 setzte sich dann

das „Internationale Schiffsvermessungs-Übereinkommen“

folgende

Ziele für Verbesserungen:

1. Das metrische Maß Kubikmeter

statt Kubikfuß.

2. Vermessung des Außenvolumens

statt des Innenvolumens.

3. Die bisherigen Zahlen sollen den

neuen Zahlen ähnlich sein, für

eine reibungslose zwölfjährige

Übergangszeit.

Um Punkt 1 und 3 zu erfüllen durfte

die neue Zahl nicht in Kubikme­

Kroatischer Boots -

führerschein und

International Cerificate.

DI HARALD MELWISCH

Präsident des „King

Yachting Club“,

Prüfungsreferent des

MSVÖ – Motorbootsport

und Seefahrts Verband

Österreich und langjähriger

Experte auf dem

Gebiet der Berufs- und

Freizeitschifffahrt.

kolumne@ocean7.at

80 3/2021


Nachrichten für die

Schifffahrt der OSB

ter angegeben werden. Sie wurde daher

eine dimensionslose „Bruttoraumzahl“.

100 Kubikfuß sind 2,83 Kubikmeter, daher

mussten die Kubikmeter mit 0,356

(= 1/2,83) multipliziert werden, um die

Zahl ähnlich zu halten.

Weiters war der Unterschied zwischen

Außenvolumen und Innenvolumen zu

kompensieren. Für sehr große Schiffe sind

das etwa 10 %, darum musste der Faktor

0,356 auf etwa 0,32 gesenkt werden. Für

kleine Schiffe kann dieser Unterschied

aber auch über 30 % sein.

Mathematiker haben dann einen Faktor

erfunden, der diese Ungerechtigkeit ausgleicht:

Faktor = 0,2 + 0,02 x log V

Für ein Schiffsvolumen von 100 Kubikmeter

ergibt das 0,24, für 1,000.000 Kubikmeter

0,32. Das Außenvolumen des

Schiffes muss mit diesem Faktor multipliziert

werden, um die dimensionslose

Bruttoregisterzahl zu errechnen.

FREIZEIT- VERSUS HANDELSSCHIFF

Schiffe unter 24 Meter Länge müssen

nicht unbedingt nach BRZ vermessen

werden. Wird aber ein Freizeitschiff unter

24 Meter Länge nach BRZ vermessen,

dann kann laut EU-Norm der konstante

Faktor 0,24 verwendet werden.

Das Außenvolumen ist natürlich von

der individuellen Bauform abhängig. Mit

den Maßen eines mittleren Einrumpfsegelbootes

wäre das „International Certificate“

gültig für Schiffslängen bis etwa

31 Meter (was aber durch die 24 Meter-

Grenze beschränkt wird), ein kroatischer

„B-Führerschein“ kann schon ab Schiffslängen

von 15 Meter ungültig werden.

Für die Freizeitschifffahrt ist diese komplizierte

Schiffsvermessung, die das nutzbare

Handelsvolumen des Schiffes abschätzt,

sicher nicht optimal. Die

Freizeitschifffahrt hat andere Zwecke und

sollte daher von der Handelsschifffahrt

abgekoppelt werden. Einfacher Vorschlag:

Die Abgaben und Marinakosten von Freizeitschiffen

nach „benutzter Fläche“, also

Länge mal Breite berechnen.

Die zukünftige Vermessungsart der

Handelsschifffahrt ist definitiv nicht mehr

für die Freizeitschifffahrt brauchbar, diese

ist nämlich „TEU“, Twenty foot Equivalent

Unit – ein Normcontainer.

BAUARBEITEN

Linz, Fluss Donau, Strom-km 2126.7

bis 2128.7 – Beschränkungen bis

31. Mai 2021 durchgehend: Begegnungsverbot,

Überholverbot, Sog und

Wellenschlag vermeiden, besondere Vorsicht

im ganzen Bereich. Zusätzliche

Meldepflicht über UKW 10. Sperre der

Durchfahrtsöffnung für Bergfahrer bei

der Eisenbahnbrücke Steyregg, Stromkm

2127,680 und Verlegung in das

Joch für Talfahrer (Gegenverkehr),

Bergfahrer haben die Talfahrt entgegenkommender

Fahrzeuge abzuwarten.

Linz, Fluss Donau, Strom-km 2132.4

bis 2136.1 – Beschränkungen bis

30. Juni 2021 durchgehend: Besondere

Vorsicht, Begegnungsverbot für Verbände

in der Bergfahrt und für Verbände

in der Talfahrt, Sog und Wellenschlag

vermeiden, Überholverbot für Verbände

in der Talfahrt und für Verbände

in der Bergfahrt. Zusätzliche Meldepflicht

über UKW-Kanal 10, für

Bergfahrer bei Strom-km 2132,4,

für Talfahrer bei Strom-km 2136,1.

Linz, Neue Donaubrücke – NDL,

Donau-km 2133.8 – Beschränkung bis

30. Juni 2021: Durchfahrtsbreite höchstens

80 m im ganzen Bereich. Für den

Baustellenbereich gilt § 6.07 (Begegnen

im engen Fahrwasser) der WVO

sinngemäß.

Wien/Hafen Albern, Fluss Donau,

Strom-km 1918.4 bis 1918.8 – Beschränkungen

für Donau-km 1918.2

bis 1. Juni 2021, 0 Uhr, durchgehend:

Besondere Vorsicht, Sog und Wellenschlag

vermeiden, Schiffsbreite höchstens

14 Meter im ganzen Bereich.

ARBEITEN

Wien Vorhafen, zum Tankhafen

Lobau – Neue Donau, Fluss Donau,

Strom-km 1912.4 bis 1918.6 –

Beschränkungen bis 31. Mai 2021,

Mo–Do, 6–18 Uhr: Sog und Wellenschlag

vermeiden und besondere Vorsicht

im ganzen Bereich.

Altenwörth, Fluss Donau, Stromkm

1978.0 bis 1979.0 – Beschränkung

bis 31. August 2021 durchgehend:

Ankerverbot im linken Bereich.

Altenwörth, Liegestelle Wartelände

Unterwasser, Donau km

1979.1 im linken Bereich: Sperre im

ganzen Bereich. Im angegebenen Bereich

ist ein Saugrohr verankert.

KIESVERLADUNG

Wien, Liegestelle Tanklände

Neue Donau, Donau-km 1917.1 im

Bereich des rechten Ufers – Beschränkung

bis 31. Mai 2021, 18 Uhr, durchgehend:

Sperre im ganzen Bereich.

Wien, Fluss Donau, Strom-km 1914.0

bis 1920.4 – Beschränkungen bis

23. Dezember 2021, Mo–Do, 6–18

Uhr: Sog und Wellenschlag vermeiden,

besondere Vorsicht im ganzen Bereich.

PRÜFUNGS- UND

ERHALTUNGSARBEITEN

Krems, Brücke Strassenbrücke

Stein-Mautern, Donau km 2003.5 –

Beschränkung bis 29. Oktober 2021,

Mo–Do, 7–17 Uhr, Fr, 7–13 Uhr: Besondere

Vorsicht im ganzen Bereich.

Eingeschränkte Durchfahrtshöhe von

2,25 m. Finden die Arbeiten in den

Feldern 1, 2, 4 statt, werden diese

Joche während den Arbeitszeiten

mit Schifffahrtszeichen gesperrt.

Bei Arbeiten im empfohlenen Durchfahrtsjoch

(Feld 3) werden diese von

der Schifffahrtsaufsicht überwacht

und der Schiffsverkehr vor Ort geregelt.

Kurze Verzögerungen möglich.

INSPEKTION

Mannswörther Rohrbrücke, Fluss

Donau, Strom-km 1917.6 bis 1917.8 –

Beschränkung für Donau-km 1917.7

bis 28. Mai 2021, Mo–Fr, 7–17 Uhr:

Besondere Vorsicht im ganzen Bereich.

BAGGERARBEITEN

Krems, Fluss Donau, Strom-km

1999.4 bis 2003.1 – Beschränkungen

bis 31. Dezember 2021, täglich von

6–20 Uhr: Besondere Vorsicht, Sog

und Wellenschlag vermeiden im

ganzen Bereich.

3/2021 81


Sailing Poetry

Thomas Mann in Venedig

Die Katawa liegt wieder in Venedigs Marina Sant’Elena. Von Brioni aus laufen Katja und Thomas

Mann Venedig an, checken ein im Grand Hotel des Bains, wo Mann am „Tod in Venedig“ schreibt.

ALFRED ZELLINGER

ist Schriftsteller und

erlernte das Segeln in

der O-Jolle des Vaters

auf dem Traunsee. Dort

segelt er heute einen

30er-Schärenkreuzer,

auf dem Meer eine 46er

Grand Soleil.

kolumne@ocean7.at

Wir nehmen Kurs auf Venedig,

passieren den charakteristischen

Leuchtturm

mit seinem Schachbrettmuster,

backbords das Grand Hotel des

Bains, das indessen umgebaut wurde

zur Residence des Bains. Thomas

und Katja Mann checkten hier ein,

nachdem sie auf Brioni vom Tod

Gustav Mahlers erfahren hatten.

Sehe Viscontis Film von 1971 vor

mir, nach Thomas Manns Novelle,

an der dieser hier zu schreiben beginnt,

mit dem alternden Schriftsteller

Aschenbach als Hauptfigur,

im Ohr das Misterioso aus Mahlers

3. Symphonie:

„O Mensch! Gib acht! /

Was spricht die tiefe Mitternacht?

Ich schlief, ich schlief /

aus tiefem Traum bin ich erwacht

die Welt ist tief / und tiefer als der

Tag gedacht / tief ist ihr Weh Lust –

tiefer noch als Herzeleid /

Weh spricht: Vergeh!

Doch alle Lust will Ewigkeit!“

MEINE FRAU WAR NOT AMUSED

Aschenbach, mit Gustav Mahlers

Zügen, ist hier abgestiegen und beobachtet

von seinem Strandkorb aus

den schönen, 14-jährigen Tadzio ...

Anderntags im Caffè Florian, am

Nebentisch Thomas Mann beim

Tee. Es weht der Scirocco, jener heiße

Südost, unter dem Aschenbach

litt, damals am Strand des Grand

Hotel des Bains. Eine Sommerreise

hatte den renommierten Autor über

Brioni nach Venedig geführt, wo er

am Strand den schönen Tadzio beobachtet,

der umgeben ist von seiner

eleganten Mutter und seiner

Gouvernante. Der Alternde verliebt

sich in den Knaben, bewahrt zwar

eine scheue Distanz, der Gefühlsrausch

jedoch, dem sich der sonst

disziplinierte Aschenbach hingibt,

macht aus ihm letztlich einen würdelosen

Greis. Um des Knaben willen

harrt er in Venedig aus, trotz der

hohen Choleragefahr, auf die man

ihn hinweist. Tadzio wird zu einem

Hermes, der die Seelen der Toten in

die Unterwelt führt.

Letztlich infiziert sich Aschenbach

und stirbt an der Cholera,

während er aus seinem Liegestuhl

Tadzio ein letztes Mal beobachtet.

Dabei scheint es dem Sterbenden,

als lächle und winke der Knabe ihm

von weitem zu und deute hinaus

aufs offene Meer. „Und, wie so oft,

machte er sich auf, ihm zu folgen.“

Mit Ihrem Tod in Venedig bekämen

Sie heute Probleme, Meister,

sage ich, man würde das Buch ein

Skandalbuch nennen, würde Sie in

Fernseh-Talk-Shows herumreichen,

ihnen besorgte Eltern gegenüber

setzen, Pädagogen, Psychologen,

Staatsanwälte, Journalisten. Alle

würden über sie herfallen, nur ein

paar Literaturkritiker könnten zu

Ihrer Verteidigung aufstehen und

daran erinnern, Autor und Romanfigur

seien ja nicht dasselbe, es gebe

die Freiheit der Kunst usw.; doch im

allgemeinen Mediengeschrei und in

den Shitstorms der Social Nets wären

Sie gebrandmarkt als pädophile

Skandalfigur. Zu Ihrem Glück war

man damals gelassener und beurteilte

einen Text eher nach seiner

ästhetischen Qualität und weniger

nach seinem Inhalt.

Es war auch damals nicht einfach,

sagt Mann, besonders meine Frau

war not amused, dass mir Tadzios

Lächeln so viel bedeutete, mein

Konzept des „strengen Eheglücks“

musste ich aufgeben …

Doch wenn Ihre Frau daraufhin

nicht an Leiden erkrankt wäre,

werfe ich ein, die man heute psychosomatisch

nennen würde und wenn

sie nicht ins Sanatorium gegangen

wäre auf den Zauberberg zu Davos,

den Sie damit kennenlernten, wäre

die Welt heute um ein Meisterwerk

ärmer. Darauf stoßen wir dann an /

mit Thomas Mann / im Florian.

Im nächsten Sailing Poetry, meine

Damen und Herrn, liegt die Katawa

wieder in der Marina di Porto di

Roma, wo wir unter den Arkaden

beim Yachtclub auf Vergil, den Dichter

der Aeneis, treffen und ihm danken,

dass er uns die Idee des Abendlandes

begründet hat.

Der Leuchtturm von Venedig. Grand Hotel des Bains. Im Caffè Florian.

82 3/2021


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