akzent Magazin April '21 BO

akzent.Verlag
  • Keine Tags gefunden...

akzent – DAS GRÖSSTE LIFESTYLE- & VERANSTALTUNGSMAGAZIN VOM BODENSEE BIS OBERSCHWABEN www.akzent-magazin.com

®akzent

DAS MAGAZIN FÜR BODENSEE-OBERSCHWABEN MAI 2021

EINSTELLUNG

Des Sourires pour le Togo: Tägerwiler

bietet Kindern in Afrika Zukunft

UMSTELLUNG

Nachhaltigkeit: Der Bermatinger Verein

wirundjetzt startet durch

AUSSTELLUNG

Schloss Achberg:

„Martha Stettler – Eine

Schweizer Impressionistin

in Paris“

KOSTENLOS

ZUM MITNEHMEN

muSEEn

WWW.AKZENT-MAGAZIN.COM

Die spannende Museumslandschaft am Bodensee


Augustinerplatz 11 | D 78462 Konstanz | +49 (0)7531 29362

Nikon Profishop

Canon Profishop

Olympus ProDealer

Sony ProDealer

Panasonic ProDealer

Fujifilm ProDealer

Viele Sommer-Aktionen

von Nikon, Sony, Canon, Fuji & Panasonic

Cash-Back, Sofort-Rabatte

Trade-In Aktionen, und

spezielle -Angebote

Alpha 1

BESTELLT!

EOS R3

ANGEKÜNDIGT!

Nikon Z 9 ANGEKÜNDIGT!

50 Millionen Pixel | 5-Achsen Bildstabilisation

S-Cinetone Farbmatrix 8K 30P / 4K 120P

HDR-Video. Bestellt! Jetzt reservieren!

Stellen Sie sich vor, Sie könnten den AF-Punkt einfach

mit dem Blick Ihres Auges über den Sucher der Canon

EOS R3 auswählen und bewegen. Jetzt vorbestellen!

Die Vorstellung der spiegellosen Vollformatkamera

(Nikon-FX-Format) ist für 2021

geplant. Jetzt vorbestellen!

Wir sind zu den normalen Öffnungszeiten für Sie vor Ort.

Wenn es die behördlichen Vorgaben zulassen, können Sie uns bei Lichtblick, im Leica-Store-Konstanz oder in der der

Leica-Galerie-Konstanz besuchen. Oder lassen Sie sich einfach einen Termin in einem unserer Geschäfte geben.

Wir werden unkompliziert und kundenfreundlich handeln. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Einkauf.

Alle Kunden können nach wie vor die Waren online bestellen.

www.lichtblick-foto.de

Beim Versand in die Schweiz übernehmen wir selbstverständlich die Verzollung.

STORE & GALERIE

Konstanz

78462 Konstanz / Niederburg | Gerichtsgasse 14 | +49 (0)7531 9163300

www.leica-store-konstanz.de

Online oder telefonisch bestellen! Direkter Versand zu Ihnen nach Hause!

www.leica-galerie-konstanz.de

Alle Arbeiten sind online zu sehen und zu kaufen! Fragen Sie uns einfach.


INTRO

3

Diesen & weitere Texte zum weiterverbreiten unter

www.akzent-magazin.com

(H)OFFEN &

BANGEN

I N V E S T M E N T- J U W E L I E R

&

G A L E R I E

MITT ELMANN

Im Grenzbereich der Politik hat man aus den

ersten bösen Erfahrungen seit 2020 immerhin

gelernt: keine Grenzzäune mehr über Wochen

hinweg in Echt, stattdessen über Monate

in Papier. Denn Papier macht geduldiger!

Wir erinnern uns ungern: Im März regte

sich bereits unmittelbar nach Installation der

teils martialischen Grenzzäune zwischen

Deutschland, Österreich und der Schweiz

hübenwiedrüben kreativer Protest rund

um den See, der zur Invasion von sogar internationalen

TV-Teams führte und mit den

telegenen Bildern von sich durch Maschendrahtzaun

berührenden Menschen vor allem

in Deutschland Erinnerungen an die DDR

weckte. Im „Sommer der Erleichterung“

wurde dann allerorten bis in höchste Politbüros

wieder der Geist der Gemeinsamkeit

beschworen, keine harten Grenzzäune sollten

fürderhin die Bande des Miteinanders

rund um den See jählings durchschneiden.

Kurz: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer

zu errichten. Niemals je wieder!“ Ganzganzgroßes

Ulbricht-Ehrenwort!

Doch mit ansteigenden Indizes stieg auch

der öffentlichkeitswirksame Handlungsdruck;

den Verantwortlichen in Baden-Württembergs

Ministerien war die offene Grenze

plötzlich nicht mehr grün, und in Bayern,

wo gerne Härte mit Effektivität verwechselt

wird, schwadronierten vom Ministerpräsidenten

Söder bis hin zu Landräten aus den

kleinsten Kreisen erneut die „Hard-Grenz-

Liner“ über geschlossene und am besten bewachte

Grenzen. Maschinenpistolen gegen

Virenschleudern.

Was sollen geschlossene Grenzen denn

auch bringen, bei ähnlichen Niveaus (so lernt

man schon im Physikunterricht), bei ähnlich

stetig schwankenden Indizes, bei ähnlichen

Lebensstandards, vergleichbaren Gesundheitssystemen

(die Schweizer mögen mir die

Vereinfachung an dieser Stelle verzeihen!).

Viral geht hier höchstens der Frust!

Doch entgegen landläufiger Meinung ist

die Verwaltung im Stande, sogar rasch dazuzulernen,

und war auf deutscher Seite

in Sachen Grenzschließung bereits zum

Jahresende wieder „auf Draht“: Statt in groben

Stahlmaschen verfängt sich seitdem der

Grenzverkehr nun allerdings im mit „heißer

Nadel gestrickten“ Verordnungswirrwarr.

Man dürfe ja sehr wohl und durchaus ins

Nachbarländle, müsse dann aber je nachdem

halt 14 Tage in Quarantäne bei Rückkehr.

Allein die Vorstellung, als Einkaufstourist

tatsächlich 14 Tage unfreiwillig im Hotel zu

landen, schreckt ab. Auch aerosolkonforme

Spaziergänge über die Grenze wurden plötzlich

zum „atemberaubenden Abenteuer“,

weil nichts Genaues weiß man nicht – und

das ist gewollt. So ist die papierne Grenze

nun über Monate faktisch undurchlässiger

als die faktisch geschlossene im Frühjahr.

Antiautoritäre Erziehung.

Zwar ungehinderten Blickes, aber sichtbar

frustrierter blicken nun Menschen, Freunde,

Unternehmer, Vereinigungen und Institutionen

von hüben nach drüben, hegen nur

noch „begrenztes Verständnis“. Der wirkliche

Schaden indes ist kaum abzusehen und

leider maximal ko(internationa)llateral …

Die

Wert-

Anlage

zum

Verlieben

MARKUS HOTZ

HERAUSGEBER

▲ Takara Ring

585 GG: 8,39 g

Grüner Prasiolith:

6,5 ct. | ⌀ 12 mm

Ab 980, 00 €

„Garantiert mehr

Gold für Ihr Geld!“

SCHMUCK + KUNST: MITTELMANN.

Mittelmann Schmuck & Galerie

Hofstatt 10 | D-88662 Überlingen

Tel.: 0049 (0) 7551 8 31 51 34

E-Mail: info@investmentjuwelier.com

www.INVESTMENTJUWELIER.com


4

INHALT

34 MODENSEE

76 SEEHENSWERT

TITEL

3 Intro

6 Impressum

10 Anleitungen zum Abheben

12 Zwischen Bern & Paris

SEELEUTE

14 Lächeln bringt‘s!

16 Frauen ermächtigen

38 FREIZEIT

18 SEEZUNGE

SEEZUNGE

18 Regionalität als Marke

22 Weinseelig

24 Gerüchteküche

BILDUNG & WIRTSCHAFT

26 wirundjetzt

28 SteAuf Kolumne

MODENSEE

34 Radikal lokal

SEERAUM

36 Für Museen gebaut

FREIZEIT

38 Auf der Reise durch

paradiesische Gärten

KULTUR

48 Schatzkammern voller Geschichten

52 100 Jahre voller Entdeckergeist


Marc Chagall, Nelkenstrauß mit Liebespaar in Grün (Detail), 1950, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021


6

IMPRESSUM

akzent Verlags-GmbH

Am Seerhein 6

D-78467 Konstanz

Für Kunden aus der Schweiz:

Postfach 1001

CH-8280 Kreuzlingen

Telefon: +49 (0)7531 99148 00

Telefax: +49 (0)7531 99148 70

Mo–Fr 8.30–12.30 Uhr

info@akzent-magazin.com

www.akzent-magazin.com

1 2

4

Geschäftsführung:

1 Markus Hotz

Redaktionsschluss:

10. des Vormonats

Termine: 15. des Vormonats

Anzeigenschluss: 15. des Vormonats

Erscheinungsweise: monatlich, jeweils

zum Monatsanfang

Erfüllungsort: Konstanz

5

m.hotz@akzent-magazin.com (mh)

Andreas Querbach

a.querbach@schwaebische.de

Sekretariat & Verteilung:

2 Martina Menz

m.menz@akzent-magazin.com

24 Victor Martin

Traumzeit:

Mengen

Bad Saulgau

Tuttlingen

Ostrach

Bad Schussenried

Bad Waldsee

Pfullendorf

Aulendorf

Stockach

Bad Wurzach

Engen Ludwigshafen Weingarten Leutkirch

Überlingen

Singen Radolfzell

Ravensburg

Markdorf

Schaffhausen

Stein am Rhein

7

Meersburg Tettnang Wangen

Konstanz

Isny

Kreuzlingen Friedrichshafen

Frauenfeld

Weinfelden Romanshorn

Wil

St. Gallen

Rorschach

DAS MAGAZIN VOM

BODENSEE BIS

OBERSCHWABEN

3

6

Lindau

Dornbirn

Bregenz

3 Barbara Müller (bm)

b.mueller@akzent-magazin.com

8

seeclassics:

Thomas Pfeifer

t.pfeifer@seeclassics.com

seezunge:

4 Maria Peschers

m.peschers@seezunge.com

9

Produktion, Gestaltung & Layout:

5 Chris Bernert

c.bernert@akzent-grafik.com

6 Daniela Schiff-François

Redaktion (V.i.S.d.P.):

7 Julia Landig (jl)

j.landig@akzent-magazin.com

8 Michael Schrodt (ms)

d.schiff-francois@akzent-grafik.com

24

m.schrodt@akzent-magazin.com

Online-Redaktion:

9 Stefanie Göttlich (sg)

s.goettlich@akzent-magazin.com

Titel GB: Andrea G. Corciulo,

„Schattencollage_Nr.9“, 2014–2015,

Papiercollage, fotografiert, Latexdruck

auf Fotopapier

Autoren:

Claudia Antes-Barisch (cab)

Anja Böhme (ab)

Titel BO: Martha Stettler, Promenade,

um 1908

17

19

21

18

10 Dr. Patrick Brauns (pb)

11 Susi Donner (dos)

12 Ruth Eberhardt (rue)

13 Tanja Horlacher (th)

15 Andrea Mauch (am)

23 Leona Remler (lr)

16 Heide-Ilka Weber (hiw)

14 Britta Zimmermann (bz)

20

Akquise:

Stockach, Konstanz, Kreuzlingen:

Thomas Pfeifer

t.pfeifer@akzent-magazin.com

Hegau, Schaffhausen:

17 Alexandra Bürgel

10

a.buergel@akzent-magazin.com

Überlingen, Markdorf, Meersburg:

18 Antje Efkes, ae@efkes.com

19 Silvia Sulger, ssulger@gmx.net

Friedrichshafen, Lindau, Bregenz:

20 Gisela Hentrich

mail@giselahentrich.de

Oberschwaben:

21 Stefan Blok, sblok@t-online.de

Ravensburg, Weingarten:

3 Barbara Müller

b.mueller@akzent-magazin.com

23

16

Druck: Konradin Druck GmbH

D-70771 Leinfelden-Echterdingen

CityMags:

Vermarktungsgesellschaft mbH

Varrentrappstr. 53, D-60486 Frankfurt

+49 (0)69 979 517 10

info@citymags.de

www.citymags.de

akzent ist auch auf Facebook!

www.akzent-magazin.com

Die Teilnahmebedingungen für Gewinnspiele sind nachzulesen unter www.akzent-magazin.com/teilnahmebedingungen.

Nachdruck von Bildern und Artikeln nur mit schriftlicher Genehmigung der Herausgeber. Für unverlangt eingesandte

Beiträge wird keine Haftung übernommen. Die durch den Verlag gestalteten Anzeigen sind urheberrechtlich geschützt

und dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung des akzent Verlags weiterverwendet werden.

12

14

15

13

11

Faceb ok Thumbs Up CMYK / .eps

AKZENT IM ABO: 33 JAHRE AKZENT – 33 EURO PRO JAHR

EINFACH KURZE MAIL AN: VERTRIEB@AKZENT-MAGAZIN.COM


Sanitätsartikel

Einlagen Kompressionstherapie Matratzen Treppenlift Brustversorgung

Pflegebett

Mobilität

Wir tun alles

für Ihre Gesundheit!

Alle unsere Geschäfte sind mit hochwertigen TROTEC Raumluft-

Reinigungsgeräten und HEPA 14 Virenfilterfunktion ausgerüstet.

➜ Kompressionsstrümpfe (Ihr zertifiziertes Fachgeschäft für

Kompressionsstrümpfe bei Venenleiden und Lymph-Ödemen)

➜ Orthopädische Schuheinlagen

➜ Brustepithesen (passende BH´s, Bademoden)

➜ Bandagen/Orthesen

➜ Reha (Rollatoren, Rollstühle, Pflegebetten, Bad- und

Toilettenhilfen

➜ Elektro-Scooter (6+10+15 km/h)

➜ Acorn Treppenlifte

➜ Gesundes laufen (Bequeme Schuhe z.B. Dux oder Florett)

➜ und vieles mehr!

NEU!

• COVID-19 Speichel-Schnelltest

• FFP-2 Masken, hochwertige TÜV geprüfte Qualität

Selbstverständlich erhalten Sie umfassende Beratung und können sich

jederzeit gerne mit Fragen an uns wenden.

Ihr Sanitätshaus Bernhard Schulz seit 1992

Tel. 07531 / 694470

Zähringerplatz 15

78464 Konstanz

07732 / 89030-99

Scheffel-Str. 10A

78315 Radolfzell

Tel. 07552 / 6628

Überlinger-Str. 9

88630 Pfullendorf


WWW.KUECHENSTUDIO-WURST.DE

G.WURST – küchenstudio · wohnen · mehr

Seerheinstrasse 8 . 78333 Stockach . Im Gewerbegebiet Blumhof – gegenüber BMW Auer

Telefon +49 (0) 77 71 - 63 499 - 10 50 . info@kuechenstudio-wurst.de . www.kuechenstudio-wurst.de


10 TITEL – KUNSTMUSEUM THURGAU

Flügelfahrrad: Gustav Mesmer, Adlerflügelfahrrad mit aufgesetztem Drachendeck, um 1980,

Foto: Stefan Hartmaier, © Gustav Mesmer Stiftung

ANLEITUNGEN

ZUM ABHEBEN

Der Traum vom Fliegen – er begleitet die Menschen seit jeher und beflügelt

ihre Fantasie. Das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen widmet

sich nun mit der Ausstellung „Über den Wolken – Anleitungen zum Abheben“

diesem Thema, unter anderem mit Werken von Gustav Mesmer,

Daniela Keiser und Roman Signer.

Kunst und Fliegen haben eine wichtige

Gemeinsamkeit: Sie stehen beide

für die Loslösung vom irdischen Hier

und Jetzt, für die Erkundung neuer

Sphären. Schon frühe Kulturen sahen

sich von diesem Aspekt inspiriert und

übertrugen den Flug von Insekten und

Vögeln in Form von Ritualen und magischen

Darstellungen auf den menschlichen

Körper oder in Mythen – ein

Muster, das sich durch die Jahrtausende

zieht. Eine der bekanntesten mythologischen

Figuren ist Ikarus, dessen Vater

Dädalus Flügel aus Stangen, Wachs

und Federn konstruierte; doch Ikarus

wurde übermütig, flog zu nah an die

Sonne heran, das Wachs schmolz, und

der Jüngling stürzte ins Meer.

In der Renaissance erlebten Fantasien

zur Eroberung der Lüfte eine, nun

ja, Wiedergeburt, jedoch ohne künstlerische

oder allegorische Überhöhung.

Leonardo da Vinci entwarf Flugzeuge,

die zwar allesamt nicht flugtauglich

gewesen wären, doch besonders seine

wissenschaftliche Methodik machte

ihn zu einem Pionier der Luftfahrt.

Träume & Träumer

Einer, der wie so viele andere davon

träumte, in die Luft zu gehen, war

Gustav Mesmer (1903–1994). Der

im oberschwäbischen Altshausen gebürtige

„Ikarus vom Lautertal“ war

erfüllt vom Gedanken ans Fliegen.

Im Laufe seines Lebens zeichnete er

unzählige Fluggeräte, baute Modelle

und entwarf Flugmaschinen – lange

Zeit, um seinem tristen Dasein hinter

Anstaltsmauern zumindest geistig

zu entfliehen. Er experimentierte mit

Schwingen, Schirmen, Sprungschu-


TITEL – KUNSTMUSEUM THURGAU

11

Roman Signer: Videostill aus Aktion in Ittingen, 1985 (Video: Container TV, Bern, 7‘20‘‘) © Roman Signer

hen und verschiedenen Fahrrädern,

die er zu „Flugrädern“ umbaute. Obwohl

alle seine Flugversuche scheiterten,

gehört Gustav Mesmer zweifelsohne

zu den großen Flugtüftlern

Deutschlands.

Fliegen und Kunst erlauben auch

eine andere, eine neue und ungewohnte

Perspektive auf die Dinge. Luftaufnahmen

faszinieren, weil sie die Welt,

die wir jeden Tag dreidimensional

wahrnehmen, auf neue Art und Weise

zweidimensional darstellen – sie sind

der wortwörtliche Blick von oben, der

scheinbar objektiv und emotionslos die

Wahrheit wiedergibt. Die in Neuhausen

am Rheinfall geborene Konzeptkünstlerin

Daniela Keiser (*1963) sammelt

Luftaufnahmen und zeigt in „Über den

Wolken“ ebensolche von der Kartause

Ittingen. Erst von oben erschließt sich

die ganze Architektur der Anlage, die

auf das asketische Dasein von Einsiedlermönchen

zugeschnitten war. Für

sie und alle Gläubigen war jahrhundertelang

der Himmel die moralische

Instanz, Ziel und Zweck des irdischen

Daseins.

Den Luftraum über der Kartause

nahm Roman Signer (*1938) bereits

1985 ein – allerdings nicht mit Engeln

und Chören, sondern mit lakonischem

Witz, Raketen, Luftballons und Hubschrauber.

Die Arbeit des Appenzellers

ist durchdrungen von ständigem Experimentieren;

seine Werke sind poetische

Materialkonstellationen und -kollisionen,

mit denen er in den 1970er-Jahren

einen neuen Skulpturenbegriff ans Firmament

der Kunst katapultierte.

„Über den Wolken“

Der göttliche Himmel mag weitestgehend

ausgedient haben, doch für die

Kunst hat er seinen Zauber noch lange

nicht verloren. Er steht für die Suche

nach Spiritualität, Visionen und Gegenentwürfe

und beflügelt die Vorstellungskraft

noch immer. Arbeiten von

insgesamt mehr als 20 Künstler*innen

sind in „Über den Wolken – Anleitungen

zum Abheben“ zu sehen. Hier

nimmt der Traum vom Fliegen auf ganz

unterschiedliche Weise Gestalt an: Engel,

Vögel und Gleitschirmfliegerinnen,

zaudernde Turmspringer und Sehnsuchtsgeschichten

vom Loslassen, Anlaufnehmen

und Entschweben werden

zu Starthilfen für metaphorisches Abheben,

philosophische Gedankenflüge

oder kleine Alltagsfluchten.

Manchmal ist allein der Traum so

schön wie seine Erfüllung – der Himmel

kann warten.

Mit Werken von Joëlle Allet, François

Burland, Andrea G. Corciulo, Helen

Dahm, Danielson/Van Aertryck, Christoph

Draeger, Othmar Eder, Gabriela

Gerber & Lukas Bardill, Daniela Keiser,

Marc Latzel, Gustav Mesmer, Rahel

Müller, Ursula Palla, Oliver Pietsch,

Margrit Roesch, Paul Schlotterbeck, Roman

Signer, Bernard Tagwerker, Cécile

Wick, Cristina Witzig und anderen, kuratiert

von Stefanie Hoch.

Aktuelle Informationen zu

Führungen, Rahmenprogramm und

Hygienemaßnahmen finden sich auf

www.kunstmuseum.ch.

09.05.–19.09., „Über den Wolken –

Anleitungen zum Abheben“

Kunstmuseum Thurgau

Kartause Ittingen

CH-8532 Warth

www.kunstmuseum.ch

Marc Latzel: Azar Farahanis Schülerin startet auf ihren ersten

Flug mit dem Gleitschirm in den Sharan Mountains,

aus der Serie: „Les femmes volantes de Téhéran“,

2001/2021, C-Print, 60x60cm


12 TITEL – SCHLOSS ACHBERG

ZWISCHEN

BERN & PARIS

Martha Stettlers Bildwelt, die Pariser Parks und Schweizer

Berge, die unbeschwert spielenden Kinder und feiernden

Menschen sind Orte und Szenen, nach denen sich viele

Menschen gerade jetzt sehnen. In der neuen Sonderausstellung

„Martha Stettler – Eine Schweizer Impressionistin

in Paris“ ist eine Auswahl ihrer Kunstwerke nun auf

Schloss Achberg zu sehen.

Martha Stettler, Aux Tuileries, um 1910 | Privatbesitz Schweiz © SIK / ISEA, Zürich Philipp Hitz


TITEL – SCHLOSS ACHBERG

13

Martha Stettler, Les petites

mamans (Le mammine),

um 1908 | Nachlass

Martha Stettler

Nach der Retrospektive in Bern 2018,

die das Werk von Martha Stettler (1870-

1945) als Wiederentdeckung feierte,

wird auf Schloss Achberg zum ersten

Mal das Œuvre der Künstlerin dem

deutschen Publikum präsentiert. Die

Ausstellung vermittelt einen Einblick

einerseits in das Werk einer Malerin,

die von der Kunstgeschichtsschreibung

bislang wenig beachtet wurde, andererseits

in ein Stück Frauengeschichte

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.

Martha Stettler, Geranien, Wicken und Kapuziner, zwischen 1907 und 1915 | Privatbesitz

Von Bern nach Paris

Im Fokus der Ausstellung stehen

Martha Stettlers impressionistische

Darstellungen, die in Paris entstanden

sind. Die Malerin liebte Freilichtszenen,

in denen der Jardin du

Luxembourg, der Tuilerien-Garten

und der Schlosspark von Versailles die

bevorzugten Schauplätze sind. Martha

Stettler stammte aus einer kunstaffinen

Bernburger-Familie. Nach der

ersten Ausbildung in der Schweiz fuhr

die junge Frau 1893 mit ihrer baltischen

Lebenspartnerin, der Malerin

Alice Dannenberg, nach Paris, um

ihre Ausbildung fortzusetzen und ein

selbstbestimmtes Leben zu führen.

Obwohl Stettler als Frau nicht dieselben

Ausbildungschancen wie ihre

männlichen Kollegen erhielt, setzte sie

sich erfolgreich durch und nahm rege

am Kunstbetrieb teil. Sie erzielte auf

internationalen Ausstellungen namhafte

Auszeichnungen, so 1910 auf der

Weltausstellung in Brüssel oder 1913

auf der XI. Internationalen Kunstausstellung

in München.

1904 war Stettler Mitbegründerin

der renommierten Académie de la

Grande Chaumière, zu deren Schülerinnen

und Schülern unter anderen Alberto

Giacometti und Louise Bourgeois

gehörten. Ab 1909 übernahm sie die

Akademieleitung und entwickelte sie

40 Jahre erfolgreich weiter.

Künstlerisch begabte Familie

Stettler pflegte zeitlebens die Verbindung

zur Schweiz, insbesondere zu

Bern. Ihr Vater und großer Förderer

war der Architekt Eugen Stettler. Er

war selbst ein virtuoser Aquarellist,

eine Begabung, die er an seine Tochter

weitergab. Zum ersten Mal werden auf

Schloss Achberg Aquarelle und Zeichnungen

des Vaters der Öffentlichkeit

präsentiert.

Die von Dr. Corinne Linda Sotzek

kuratierte Ausstellung wird ermöglicht

dank großzügiger Unterstützung

zahlreicher öffentlicher und privater

Leihgeber, insbesondere durch den

Nachlass Martha Stettler und das

Kunstmuseum Bern. Gefördert wird

die Schau finanziell unter anderem

durch die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke

(OEW), die Kreissparkasse

Ravensburg sowie durch die Stiftung

ProHelvetia, die Burgergemeinde Bern

und die Ursula Wirz-Stiftung.

bis 18.07.

Schloss Achberg

D-88147 Achberg

+49 (0)751 85 9510

www.schloss-achberg.de

CORONA-INFO

Voraussetzung für einen Ausstellungsbesuch

ist aktuell, dass der

Inzidenzwert konstant unter 100

liegt, die Hygienebestimmungen

eingehalten sowie gegebenenfalls

die Kontaktdaten der Besucherinnen

und Besucher erfasst

und Besuchstermine vereinbart

werden. Eine Reservierung für

ein einstündiges Zeitfenster,

in der die Ausstellung und das

Schloss besichtigt werden können,

wird dann per Telefon, Mail

oder Online auf der Schloss-

Website möglich. Gemäß aktueller

Corona-Verordnung dürften

sich bis zu 25 Gäste gleichzeitig

im Schloss aufhalten.


14

SEELEUTE

LÄCHELN BRINGT’S!

Um sein Karma braucht sich Yanek Schiavone wohl keine Gedanken

mehr zu machen: Mit Anfang 30 hat er schon mehr Gutes in Sachen

Nächstenliebe bewirkt als die Mehrheit der Menschen am Ende ihres

Lebens. Mit dem von ihm gegründeten Verein „Des sourires pour le

Togo“ schenkt der Tägerwiler vor allem den Kindern in dem

westafrikanischen Land Togo eine Lebensperspektive.

„Sourire“, also lächeln, ist eine von Yaneks

leichtesten Übungen. Das Lächeln

scheint ihm ebenso angeboren wie die

Freude am Helfen. Schon während einer

Weltreise, die er mit Mitte 20 unternommen

hat, war er in alle möglichen

Hilfsprojekte involviert, arbeitete

unter anderem mit Straßenkindern in

Manila und lebte bei einem Indianerstamm

in Peru. Dann kam Togo, wo er

als Französisch-Lehramtsstudent einen

mehrmonatigen Sprachaufenthalt verbrachte.

Yanek stand vor Klassen mit

80 bis 100 Schülern, trainierte junge

Fußballmannschaften und ihm wurde

klar: Diese Kinder brauchen Hilfe.

„Zusammen mit einem Kollegen drehte

ich dort ein Video und schickte es mit

einem Spendenaufruf an Freunde. Einer

hatte gerade Geburtstag und zeigte

das Video den Gästen. Zwei Tage später

konnten wir über Western Union 700

Euro abheben.“ Davon wurden unter

anderem Schulmaterial und Fußbälle

gekauft und Yanek machte die Erfahrung:

„Die Menschen in Togo sind unglaublich

dankbar. Dort kann man mit

so wenig Geld so viel erreichen!“

Wieder zu Hause, postete er auf Facebook

einen „ganz zaghaften“ Spendenaufruf:

Geld- und Sachspenden für

Togo. „Ab diesem Tag hat sich mein Leben

verändert.“ Yanek, der damals noch

bei seinen Eltern in Tägerwilen wohnte,

wurde mit Sachspenden geradezu überschüttet.

„Meine Eltern haben mich für

verrückt erklärt, und ich merkte zum

ersten Mal, welches Potenzial soziale

Netzwerke haben“, sagt er lachend. Und

dann: Wohin mit all den Sachen? „Zusammen

mit freiwilligen Helfern wurde

alles sortiert und verpackt. Eine Riesenarbeit.

Dann haben wir alles per Container

nach Togo verschifft.“ Im Verlauf der

Togo-Idee meldeten sich Leute bei ihm,

die er „nie zuvor gesehen“ hatte. Parallel

wurde der Verein „Des sourires pour

le Togo“ gegründet.


SEELEUTE 15

Yanek reiste zunächst mit zwei

Freunden nach Togo, um die verschifften

Spenden zu verteilen. Spontan,

aber auch naiv, wie er bald erfuhr.

„Wir wurden von Stammesfürsten

eingeladen und hofiert. Aber

als Geschenkonkel zu kommen,

das bringt auch böses Blut.“ Die

nächste Stufe auf der Erfahrungsleiter

war die Einsicht, sich künftig auf

Geldspenden zu beschränken und damit

Projekte vor Ort in die Wege zu leiten.

„Hilfe zur Selbsthilfe“, wie Yanek

sagt. Mit Fokus auf Kinder, Bildung –

und Nachhaltigkeit. „Wir statten pro

Jahr zwei- bis dreitausend Kinder mit

Schulmaterial aus, das vor Ort hergestellt

bzw. gekauft wird. Mit dem Ziel,

auch die Wirtschaft im Land zu unterstützen.“

Seit sieben Jahren ist Yanek – er arbeitet

mittlerweile als Lehrer im Kanton

Thurgau – pro Jahr drei Monate in

Togo, um Projekte zu realisieren und

mit anzupacken. Der Verein zählt derzeit

45 Mitglieder, deren Hauptarbeit

darin besteht, Spenden zu sammeln,

Events zu organisieren und Projekte in

Schulen anzustoßen. „Ohne die Hilfe

der Vereinsmitglieder könnte ich das

niemals alles stemmen“, sagt Yanek. Jeder

Cent, jeder Rappen, der gespendet

wird, geht nach Togo. Mehrere Schulen,

Waisen- und Frauenhäuser und

etliche Brunnen wurden inzwischen

gebaut, medizinische Einrichtungen

etabliert. „Bei jedem Projekt werden

die Menschen vor Ort direkt einbezogen“,

sagt Yanek. Bei einem Brunnen

beispielsweise brauche es ja auch Leute,

die sich um die Wartung kümmern.

Dass mit zunehmenden Spenden

auch die Verantwortung und damit

die (ehrenamtliche) Arbeit wächst,

schreckt ihn nicht. „Die Freude der

Menschen spornt mich immer wieder

an. Geteiltes Glück ist ein Segen,

ohne dass wir hier auf etwas verzichten

müssen. Und in Togo erlebe ich

einen großen Zusammenhalt und viel

Lebensfreude.“ Multipliziertes Lächeln

sozusagen.

www.dessourirespourletogo.com


16

SEELEUTE

FRAUEN ERMÄCHTIGEN

Interkontinentales Frauen-Empowerment:

Gemeinsam mit der Ruanderin

Dative Nakabonye engagiert sich Katharina

Thiefes aus Ravensburg für

Mädchen und Frauen in Ruanda, die

von (sexualisierter) Gewalt betroffen

sind.

Kennengelernt haben sich die beiden

während ihres Dualen Studiums

der Sozialen Arbeit in Villingen-

Schwenningen, wo die Ruanderin

über das Baden-Württemberg Stipendium

ein Auslandssemester absolvierte.

Dative Nakabonye erzählte ihrer

Kommilitonin von der ruandischen

Frauenrechtsorganisation FCLLO (Family

Circle Love Lab Organization),

die sie selbst gegründet hatte und mit

deren Hilfe sie von (sexualisierter) Gewalt

betroffene Mädchen und Frauen

unterstützt. Katharina Thiefes erfuhr:

Gewalt gegen Frauen ist in Ruanda ein

Alltagsproblem und geht häufig auf

Traumatisierungen durch den Völkermord

von 1994 zurück.

Bei einem Gegenbesuch in Ruanda

im Jahr 2020 war die Ravensburgerin

von der Organisation sehr beeindruckt:

200 Mädchen und Frauen, die

Gewalt erfahren haben, erhalten hier

kostenfrei Gruppentherapie und psychologische

Beratung. In Selbsthilfegruppen

erschließen und entwickeln

die Frauen ihre Stärken und Ressourcen

und erarbeiten gemeinsam langfristige

und nachhaltige Lösungen.

Dieser Ansatz ermöglicht den Frauen,

wieder selbst Verantwortung für ihr

Leben zu übernehmen. Katharina

Thiefes entschloss sich, die Organisation

von Deutschland aus zu unterstützen.

Seit der Corona-Pandemie hat sich

die schwierige Situation der Frauen

jedoch weiter verschärft. Es gibt für

die Tagelöhnerinnen kaum noch Verdienstmöglichkeiten,

die Lebensmittelpreise

steigen. Hunger, Konflikte

und Gewalt in den Familien nehmen

zu. Die Zahl der betroffenen Frauen

hat sich vervielfacht, während Unterstützungs-

und Gruppenangebote,

die die Frauen auffangen könnten,

während der Corona-Pandemie nicht

stattfinden dürfen. Katharina Thiefes

startete von Deutschland aus bereits

zwei Mal einen Spendenaufruf über

betterplace.me. In weniger als einem

Monat sind beim letzten Aufruf 1500

Euro eingegangen, die direkt für Lebensmittelpakete

verwendet wurden.

Parallel werden in Ravensburg

gebrauchte, aber funktionsfähige

Handys und Tablets mit Ladekabel

gesammelt, die nach Ruanda versandt

werden. Die Frauen können damit

kostenlose Notfallnummern anrufen

und von FCLLO Beratung erhalten.

Außerdem kann in Ruanda auf allen

Handys „mobile money“ anstelle eines

teuren Bankkontos genutzt werden.

So eröffnen Handys den Frauen neue

Möglichkeiten der sozialen Teilhabe.

Außerdem entwickeln Dative Nakabonye

und Katharina Thiefes gemeinsam

mit den Frauen nachhaltige Perspektiven

– aktuell die Einrichtung eines

Nähcafés mit fußbetriebenen Nähmaschinen

(Spenden unter www.betterplace.me/naehcafe-ruanda).

Abgabemöglichkeiten für Handys im

Weltladen Ravensburg, Gespinnstmarkt

25, und im Unverpackt-Laden

„Wohlgefühl“, Untere Breite Str. 23.

NIX DIPLOMAT

Der ehemalige Intendant am Stadttheater Konstanz, Prof. Dr. Christopher Nix, wurde

jüngst zum Honorarkonsul von Malawi ernannt. akzent hat mit ihm darüber gesprochen:

Wie kamen Sie zu dieser Position?

C. Nix: Seit Jahren arbeite ich ehrenamtlich in Afrika und unterstütze dort Theater und

Kliniken. Einige Malawier schlugen mich als Honorarkonsul vor. Nach achtjährigem Verfahren

wurde ich Anfang des Jahres zu diesem ernannt.

Welche Funktion haben Sie als Honorarkonsul?

C. Nix: Ich bin Diplomat, aber nicht mit allen Rechten. Wir können Visa erteilen, vertreten

die Republik und sind Ansprechpartner für Menschen aus Malawi, die hier Probleme

haben. Aktuell unterstützen wir eine Aktion in Blantyre, bei der Masken genäht und in die

Dörfer gebracht werden.

Stop Child Trafficking in Togo e.V., www.sctt.eu

Spendenkonto: DE26430609671027157600, GLS Bank

Theater in Afrika e.V., www.theaterinafrika.de

Spendenkonto: DE0269050001002605622, Sparkasse Bodensee

Prof. Dr. Christoph Nix:

Jurist in Konstanz,

Intendant in Österreich,

Vorsitzender „Theater in Afrika e.V.“,

stolzer Opa und neuer

Honorarkonsul Malawis.


SEELEUTE 17


18

SEEZUNGE

REGIONALITÄT

ALS MARKE

Seit 25 Jahren ist „Schmeck den Süden“ ein Synonym für Genuss

aus Baden-Württemberg. Heute liegt die Vermarktungsinitiative mit

ihrer Gewichtung von Regionalität haargenau im Trend, was auch die

steigende Anzahl ihrer Mitglieder belegt.

VON CLAUDIA ANTES-BARISCH


SEEZUNGE 19

Der dritte Löwe für den Alten Mesmer auf der Reichenau.

auf. Ein weiteres Plus: Die Küchenchefs arbeiten eng mit den

Erzeugern zusammen und leisten damit einen wertvollen

Beitrag zur Sicherung der heimischen Landwirtschaft.

Aus der Idee des regionaltypischen Angebots und der Verantwortung

für Natur und Landwirtschaft sind verschiedene

Regionalinitiativen entstanden: die Naturparkwirte und

die Biosphärengastgeber, Gutes vom See, Schwäbische Albwirte,

Mahlzeit-Hohenlohe-Betriebe und viele andere kleine

Zusammenschlüsse. Eine schöne „Wertegemeinschaft“.

Das Erfolgsrezept zieht also weite Kreise. Mittlerweile

stellen sich immer mehr Gemeinschaftsverpfleger, Kliniken,

Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen und Schulen den

regionalen Kriterien und zeigen damit auch Wertschätzung

gegenüber Mitarbeitern, Patienten, Kunden.

Bodenseefelchen aus der Küche des Alten Mesmer, Insel Reichenau

1996, im Gründungsjahr, wurde die Initiative noch milde

belächelt. Inzwischen schmücken mehr als 380 Gastgeber

im Ländle ihren Betrieb mit einem, zwei oder sogar drei Löwen.

Je mehr Löwen, desto regionaler das Angebot auf der

Karte. Alblamm, Niederwälder Rind, Kraut von den Fildern,

Äpfel vom Bodensee, Wein von den Rebbergen in Baden und

Württemberg: Gastronomen, die sich „Schmeck den Süden“

anschließen, legen Wert auf die regionale Herkunft ihrer

Produkte und damit auf kurze Wege, Frische und Qualität.

Die lückenlose Herkunftskette wird einmal im Jahr durch

das Landwirtschaftsministerium überprüft.

Die meisten angeschlossenen Betriebe können die Zertifizierung

mit zwei Löwen aufweisen, was heißt: Mehr als

6 Gerichte sind mit Produkten aus der Region zubereitet.

Bei drei Löwen sind 90% Regionalität gefragt, inklusive der

Getränkeauswahl. Nicht selten leben durch die Bindung an

das Regionale alte Rezepte und typische Gerichte wieder

Mehr Regionalität geht nicht

Der Alte Mesmer auf der Reichenau ist eines der Restaurants,

die sich mit drei Löwen schmücken dürfen. Das bedeutet,

dass hier 90 Prozent der verarbeiteten Produkte

nachweislich aus Baden-Württemberg stammen. Zudem ist

die heimische Weinvielfalt durch die Klassifizierung „Haus

der Baden-Württemberger Weine“ gewährleistet. Wobei: Für

Christine Hauser, die zusammen mit ihrem Mann als neue

Generation das Traditionslokal übernimmt, ist „Baden-Württemberg“

nicht unbedingt ein Maßstab. „Wir beziehen die

meisten Produkte direkt vor der Haustür. Schließlich leben

wir hier im Paradies.“ Der Alte Mesmer gehört zu denen, die

von Anfang an dabei waren; Regionalität steht hier schon

immer im Mittelpunkt. Ihr Vater Martin Meuser habe das

Koch-Handwerk noch „von Grund auf“ gelernt, sagt Christine

Hauser. So etwas wie Convenience und Geschmacksverstärker

hätten in seiner Küche einfach nie eine Rolle gespielt.

„Bei uns steht die Natur im Vordergrund. Wir kochen, was

die Jahreszeiten und unsere lokalen Produzenten uns anbieten.“

Gemüse und Fleisch vom Bauern nebenan, Fisch aus

dem See. Der Gedanke, kleine Produzenten zu unterstützen,

schlägt sich auch in der Wahl des Kaffee- und Teeangebots

nieder: Beide Produkte bezieht die Familie Meuser/

Hauser von GEPA, dem Fairtrade-Pionier.

Die Zeit des Corona-Stillstands wurde im Alten Mesmer

für Umbauarbeiten genutzt. Der Zukunft sieht Christine

Hauser mit der Gewissheit entgegen, an den richtigen Stellschrauben

zu drehen. Als Mitglied bei „Gutes vom See“ ist

sie stets auf dem Laufenden, was neu an regionalen Produk-


20

SEEZUNGE

ten angeboten wird – beispielsweise Quinoa und Linsen –,

und lässt sich im Sinne der Gäste zu vegetarischen und veganen

Gerichten inspirieren. Regionalität wirklich zu leben,

ganzheitlich zu denken: Beides ist ihr ein großes Anliegen.

Das drückt sich in der Wahl der Energiequellen (ausschließlich

erneuerbare) ebenso aus wie in der Vermeidung von

Plastik: Möchte ein Gast Reste seines Essens mitnehmen,

erhält er sie entweder in einer Verpackung aus Zuckerrübenschalen

– oder auf angeschlagenem Geschirr, das bei Tisch

nicht mehr verwendet werden kann. Eine schöne Idee.

Gastlichkeit im Hotel Maier, Friedrichshafen-Fischbach.

Der Weg ist das Ziel

Als Hendrik Fennel vor einigen Jahren das Hotel Maier in

Friedrichshafen-Fischbach übernahm, setzte er mit seinem

Restaurant unmittelbar auf die regionale Karte. Wurde Mitglied

bei „Schmeck den Süden“ – dafür wurde er inzwischen

mit zwei Löwen ausgezeichnet –, „Gutes vom See“ und Slow

Food. „Da wir am Rande von Baden-Württemberg liegen,

wollte ich aber auch die benachbarte Region nicht außer Acht

lassen, beispielsweise die Weine vom bayrischen und Vorarlberger

Bodensee.“ Er durchforste kontinuierlich jede Warengruppe,

auch im Hotelbereich, auf Authentizität, sagt der

Gastronom, und durchsiebte Lieferanten nach Regionalität

und Qualität. Die Speisekarte ist komplett an der Region ausgerichtet,

an der engeren wie beim „Gutes vom See“-Menü.

Oder an der weiteren, wenn er Hohenloher Rind oder Produkte

aus dem Schwarzwald aufnimmt. „Eine strukturelle

Neuausrichtung ist nie das Ziel, sondern immer eine Reise“,

erklärt Hendrik Fennel sein Konzept. Bio setzt er ein, wo es

ihm sinnvoll erscheint, aber wichtiger sind ihm die gute Beziehung

zu den Lieferanten und kurze Transportwege.

In der Krise habe er „einiges wiederentdeckt“, beispielsweise

die Nudelmaschine“. Im Wesentlichen habe man die

Zeit genutzt, um das Speisenangebot zu straffen und zeitgemäßer

zu gestalten. Da freut sich Hendrik Fennel wie Christine

Hauser über die Vielfalt neuer Produkte aus der Region:

Ingwer von der Reichenau, Miso aus dem Schwarzwald, regionales

Soja, Pilze, Trüffel. „Eine ganz neue Welt, der man

sich öffnen muss.“

Baut auf Regionalität: Der Küchenchef des AkademieHotels in Karlsruhe.

Ein großer Schritt in die Zukunft ist für kommendes Jahr

geplant: Im November 2022 wird die Familie Fennel das Diakonissenhaus

in Fischbach übernehmen. „Wir wollen das

Haus von Anfang an als plastikfreies Hotel betreiben und es

Gemeinwohl-Ökonomie-zertifizieren lassen.“ Und wie sieht

er die Zukunft der Gastronomie? „Mehr Handwerk, ein größeres

Gewicht auf Produkte, Ästhetik, Regionalität. Viele

haben in den letzten Monaten gemerkt, wie viel Aufwand

hinter gutem Essen steckt. Mehr Wertschätzung also. Aber

auch Takeaway wird bleiben.“

Regionalität auch im Großen

Ursula Haas, Leiterin des AkademieHotels in Karlsruhe, dem

Bildungszentrum des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands

(BWGV), hat normalerweise mehrere hundert

Gäste am Tag im Haus. Jetzt: Stille. Das Tagungszentrum

ist seit 2013 EMAS-zertifiziert, der Beitritt zu „Schmeck

den Süden“ im vergangenen Jahr war also nur folgerichtig.

„Wir haben neue Konzepte hinsichtlich der Verpflegung

erarbeitet, denn der Anspruch der Gäste geht eindeutig in

Richtung Regionalität“, sagt Ursula Haas, und ist damit sehr

zufrieden. Einen Löwen mit der Stufe I gab es immerhin

schon für die neue Ausrichtung. In dem am Rande eines

kleinen Naturschutzgebietes gelegenen Hotel hat man die

Zeit des Stillstandes genutzt, um die Frage „was können wir

besser machen?“ zu klären. Dazu zählt neben dem Willen,

den Gästen frische regionale Produkte anzubieten ein weiteres

spannendes (Zukunfts-)Thema: die hybride Veranstaltungstechnik.

Die „Schmeck den Süden“-Gastronomen sind offensichtlich

bestens aufgestellt für „die Zeit danach“.


SEEZUNGE 21

Seit 25 Jahren unterwegs

in den Genussregionen

im Ländle!

SCHMECK DEN SÜDEN

25 JAHRE

G A S T R O N O M E N

Genussführer 2021

Sichern Sie

sich Ihr kosten loses

Exemplar

für 2021!

Die

VON DAHEIM-

APP

für unterwegs!

2021

Genussführer

DEHOGA Tourismus BW GmbH

Gedruckten Genussführer hier bestellen: www.dehogabw.de/genussfuehrer2021


22

SEEZUNGE

WEINSEELIG

Weingenießer*innen gesucht: Die Erste Badische Weinbruderschaft

zu Meersburg möchte den Kreis ihrer Mitglieder

vergrößern und verjüngen und bietet Weinfans daher eine gute

Gelegenheit, (auch bei anhaltenden Coronabeschränkungen)

die gesellige Weingemeinschaft kennenzulernen und die eigenen

Weinkenntnisse zu vertiefen. Da die üblichen Zusammenkünfte

zu Weinproben mit Gleichgesinnten, Exkursionen

und Weinreisen wohl in absehbarer Zeit nicht stattfinden

können, lädt die Weinbruderschaft zu regelmäßigen virtuellen

Weinproben ein, bei denen auch Nichtmitglieder willkommen

sind. Die Teilnahme ist unverbindlich und das Procedere

einfach: Eine E-Mail an info@weinbruderschaft-meersburg.

com senden; soweit verfügbar, bekommt man eine Einladung

und kann sich dann zu einer der thematischen Weinproben

anmelden. Die für die Weinprobe vorgesehenen Weine werden

versendet oder können abgeholt werden; auf Wunsch wird der

„kiss me“ heißt eine neue

Perlweinschöpfung, die

sieben Winzer aus dem

Seebachtal gemeinsam

unter dem Dach des Vereins

Genuss-Thurgau kreiert

haben. Mit dem neuen Rosé-

Perlwein auf der Basis von

Blauburgunder mit wenig

Alkohol und viel Restsüße

sollen vor allem auch junge

Leute angesprochen werden.

Spritzig-frech ist das Motto

von „Kiss me“ und dazu

passend lacht einladend

ein Frosch auf dem Etikett.

Große Ehre auch für einen

der sieben Macher von kiss

me: Beim Grand Prix du

Vin Suisse 2020 wurde Weinbau

Wägeli in Hüttwilen

mit Platz 1 für den besten

Müller-Thurgau der Schweiz

ausgezeichnet. (hiw)

www.genussthur.ch, www.

rappenhof.ch

Im April hat die französische

Agrargenossenschaft InVivo

die Geschäftstätigkeiten der

Rutishauser Weinkellerei

in Scherzingen an die fenaco

Genossenschaft übergeben.

Künftig werden die beiden

Firmen unter einem gemeinsamen

Namen auftreten: Aus

der „DiVino SA“ und der „Rutishauser

Weinkellerei AG“ wird

die „Rutishauser-DiVino

SA“. Die traditionelle und in

der Deutschschweiz bestens

verankerte Marke Rutishauser

bleibt erhalten. Die noch junge

Marke DiVino, die vor rund

drei Jahren aus der Fusion

der VOLGWeinkellereien und

Caves Garnier entstanden

ist, soll dem Unternehmen

Modernität verleihen.

In diesem Jahr findet die

Wein-und Gourmetwanderung

des Branchenverbands

Wein auch in kleine Flaschen abgefüllt. Zu den von Weinexperten

und Winzern begleiteten Proben wird rechtzeitig ein Link

versendet, den man nur anklicken muss, um teilzunehmen;

eine Hotline für technische Unterstützung ist eingerichtet.

Geplant sind folgende Themen: „Vorstellung Weingut Salway

mit drei großen Pinots“ (12.05.), „Schmeckt teurer Wein

besser als günstiger Wein?“ (18.06.), „Spontanvergärung –

kompliziert, aber besser“ (16.07.), „Rieslinge – kulturprägende

Weinsorte – Querprobe“ (13.07.). Wer sich generell für

die Weinbruderschaft und ihre vielseitigen Weinevents interessiert,

sollte erst einmal länger hineinschnuppern, unverbindlich

an den Veranstaltungen und auch an einer der jährlichen

drei- bis viertägigen Kapitelreisen in eine Weinbauregion im

In- oder Ausland teilnehmen, empfiehlt Ordensschatzmeister

Hans-Peter Stier. (hiw)

www.weinbruderschaft-meersburg.de

Thurgau Weine turnusgemäß

am Untersee statt – diesmal

allerdings nur an einem Tag,

dem 13. Juni.

Anmeldungen unter

www.thurgauweine.ch

Wer gern deutsche (Wein-)

Lagen bevorzugt, wird sich bei

den Qualitätsbezeichnungen

umgewöhnen müssen. Nach

langen Debatten wurde Anfang

des Jahres das Deutsche

Weingesetz geändert, das

sich künftig in Anlehnung an

die benachbarten Weinländer

mehr an der geografischen

Herkunft des Weins orientiert.

Faustregel: Je begrenzter

die Herkunft (Lage), desto

höher die Qualität. Demzufolge

steht ganz unten in der

Herkunftspyramide „Wein

ohne geschützte Herkunft“

(Deutscher Wein). Es folgt

die „geschützte geografische

Lage“ (g.g.A.): Sie bezeichnet

Landwein in Verbindung

mit einem der 13 deutschen

Weinbaugebiete, beispielsweise

Baden oder Pfalz – aber

künftig ohne Orts- oder

Lagenamen. An der Pyramidenspitze

rangieren Weine mit

„geschützter Ursprungsbezeichnung

(g.U.). Sie steht für

die bisherigen Qualitäts- und

Prädikatsweine in Verbindung

mit einem bestimmten Anbaugebiet

bzw. mit Orten oder mit

einzelnen Lagen in der Spitzenkategorie.

Die bekannten

Qualitätsbezeichnungen wie

Kabinett, Spätlese, Auslese,

die nach den Öchslegraden

bemessen wurden, werden

ausgemustert, also nur noch

für einen Übergangszeitraum

Bestand haben. (hiw)


SEEZUNGE 23

Good News für Weinfreunde: Das beliebte Weinevent „Offene Weinkeller“ in der Schweiz wird dieses Jahre nicht coronabedingt

wie 2020 abgesagt, sondern auf den 29. Juli/1. August verschoben. Über 50 Weinproduzenten aus den Kantonen

Schaffhausen, Thurgau und St. Gallen laden an beiden Tagen zur geselligen Verkostung in ihre Weinkeller und in ihre Weinberge

ein. Eine Liste der teilnehmenden Winzer gibt es auf der Website. (hiw)

www.swisswine.ch/de/agenda/offene-weinkeller-deutschschweiz-2021

sailerdesign.de

unsere neuen:

annette cuvées

blanc &rouge

Annette von Droste-Hülshoff gewidmet.

Ein Gedicht!

Staatsweingut

Meersburg

Weinverkauf:

Seminarstraße 6, Meersburg

Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-16 Uhr

April – Oktober auch So 11-18 Uhr

Bestellung online und per Telefon:

www.staatsweingut-meersburg.de

Tel. +49 75 32-446744


24 SEEZUNGE

GERÜCHTEKÜCHE

Michael Hotz vom Ravensburger

„1881 Catering“

wird zum Saisonbeginn das

Restaurant und die Tagungsbewirtung

in der Lindauer

Inselhalle übernehmen. Die

Bewirtung zumindest der

Terrasse soll schon wegen der

Gartenschau und der Chagall-

Ausstellung bald anlaufen. Mit

Tagungsgästen und größeren

Veranstaltungen sei dagegen

so bald nicht zu rechnen,

heißt es vonseiten der Lindau

Tourismus und Kongress

GmbH. Das gebe immerhin

dem neuen Wirt und seinem

Team die Möglichkeit, sich

peu à peu einzuarbeiten. Michael

Hotz, der in Ravensburg

bereits mehrere bekannte

Restaurants – darunter das

Waldhorn – geführt hat, sieht

trotz Lockdown die aktuelle

Lage auch als Chance und als

„Gelegenheit, die Zukunft zu

gestalten“.

Wegen Corona findet Schlaraffia,

die beliebte Wein- und

Genussmesse der Ostschweiz,

vom 27. bis 30. Mai virtuell

statt. Ein Novum: Die Macher

wollen den Besuchern ein

Erlebnis bieten, das einem normalen

Messebesuch nachempfunden

ist. An den individuell

gestalteten virtuellen Ständen

der Schlaraffia-Aussteller können

Produkte und Neuheiten

entdeckt werden. Im Konferenzbereich

finden zahlreiche

Live-Events statt, darunter

Kochshows sowie Live-Degustationen

und -Vorführungen,

die im eigens dafür eingerichteten

Schlaraffia-Studio

aufgenommen und gestreamt

werden. Wer nicht gänzlich auf

das sensorische Genusserlebnis

verzichten möchte, kann

eines der Degustationspakete

bestellen und von zu Hause

aus an einer Live-Degustation

oder einem Tasting teilnehmen.

Der Besuch der virtuellen

Schlaraffia ist kostenlos und

von überall möglich. Alle Inhalte

sind anschließend bis 27.

Juli 2021 online verfügbar.

www.schlaraffia.ch

Das Hotel Barbarossa am

Konstanzer Obermarkt

schließt sich der bekannten

Hotelmarke „Romantik“

an und ist damit neben

dem Johanniter Kreuz in

Überlingen und der Residenz

in Meersburg das dritte Romantik

Hotel am Bodensee.

In dem Boutique-Hotel, das

in der fünften Generation von

Florian Miehle und seiner

Frau Christiane geführt wird,

Um Drachenburg und Waaghaus, den Gottlieber Traditionshäusern,

war es in letzter Zeit etwas ruhig geworden. Aber zum

Saisonbeginn geht‘s wieder los. Mit neuen, jungen Gastronomen

(v. links Jürgen Seifert, Sophie Schreiber, Attila Incze und

Luis Brucker) und vielen guten Ideen (s. akzent 4/2021).

Die Singenerin Lara Schuhwerk konnte durch ihre Teilnahme an der „Höhle der Löwen“

mit einer Kapitalspritze von 80.000 Euro und dem ehemaligen Formel 1-Fahrer und jetzigen

Unternehmer und „Löwen“ Nico Rosberg als Teampartner ins Insekten-Nudelgeschäft starten.

Das Start-up der 28-Jährigen heißt Beneto Foods. Mit ihrer proteinreichen Pastavariante will Lara

Schuhwerk nicht nur die Gesundheit der Nudelkonsumenten, sondern auch ein Stück Welt verbessern,

denn: Grillen, die neben Dinkelgrieß und Erbsen zu den Bestandteilen der innovativen

Pasta gehören, sind eine perfekte Proteinquelle und ein nachhaltiger und umweltfreundlicher

Ersatz für andere Produkte tierischen Ursprungs. Die neuen Nudeln bekommt man bisher nur im

Onlineshop bei www.benetofoods.com

Nach mehr als 35 Jahren an der Spitze des Unternehmens

übergibt Bioweinpionier Peter Riegel die Geschäftsleitung

von Riegel Bioweine in Orsingen bei Stockach an die nächste

Generation. Die Verantwortung übernimmt Sohn Felix Riegel

(links im Bild), unterstützt von einem Team aus langjährigen,

erfahrenen Mitarbeitern, darunter sein Bruder Florian Riegel

(rechts im Bild). Aktuell vermarkten etwa 90 Mitarbeiter rund

18 Millionen Flaschen von Orsingen aus. Gemeinsam mit der

Mack und Schühle AG gründete Peter Riegel die Bionisys GmbH

für den Vertrieb von Bioweinen im qualifizierten Lebensmitteleinzelhandel

und mit Schnapsbrenner Lorenz Humbel die

Dschinn GmbH, die im Lauf der Jahre ein umfangreiches Sortiment

an hochwertigen Spirituosen aus biologischem Anbau

aufgebaut hat.

Neben der Spezialisierung auf 100 Prozent biologisch angebaute

Weine versteht sich Riegel Bioweine als Vorreiter in Sachen

Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Der Standort Orsingen

arbeitet seit 2020 klimaneutral, und das Unternehmen ist als

eines der ersten in Deutschland We Care-zertifiziert.

www.riegel.de

gleicht keines der 48 Zimmer

dem anderen: Jeder einzelne

Raum besitzt einen unverwechselbaren

Charakter. Die

gute Stube im Hotel Barbarossa

ist die „Weinstube“.

In historischem Ambiente

tischen Küchenchef Jens

Wagner und sein Team eine

hochwertige Küche mit frisch

verarbeiteten, vorwiegend regionalen

Produkten auf, während

der Hausherr, Florian

Miehle, zuständig ist für den

wohl sortierten Weinkeller.

www.hotelbarbarossa.de


26

BILDUNG & WIRTSCHAFT

„WIRUND

JETZT“

Simon Neitzel, Mitbegründer und Vorsitzender von „wirundjetzt“ | Foto: Tobias Döhner

Nachhaltigkeit in der Region Bodensee-Allgäu-Oberschwaben zu

fördern, Menschen dafür zu begeistern, selbst Initiative zu ergreifen

und Verantwortung zu übernehmen – das sind Ziele die sich der

gemeinnützige Verein „wirundjetzt“ mit Sitz in Bermatingen

gesetzt hat. Simon Neitzel ist selbständiger Demeter Gemüsegärtner,

Mitbegründer und Vorsitzender von „wirundjetzt“. Im Interview

mit Susi Donner erzählt der 43-Jährige, weshalb das, was sie tun,

so wichtig ist.

Sarina Gisa, Simon Neitzel zur Bürgerkarte | Foto: Tobias Döhner

Herr Neitzel, warum haben Sie

„wirundjetzt“ gegründet?

Simon Neitzel: Ich war zwei Jahre

lang in der Anti-Gentechnikbewegung

aktiv und habe dabei festgestellt, dass

etwas gehörig schiefläuft in der globalen

Welt. In dieser Zeit habe ich viel

Ärger, Enttäuschung und Resignation

meiner Mitstreiter erlebt, weil sie in

dieser Szene seit Jahrzehnten gegen

etwas kämpfen.

Und dennoch wollten Sie mitkämpfen?

Simon Neitzel: Ich wollte eben

nicht gegen etwas kämpfen. Ich wollte

etwas Positives kreieren. Das war

meine Initialzündung, mich mehr zu

engagieren und nach Menschen zu

suchen, die diesen Wunsch ebenfalls

in sich tragen und die Lust haben, gemeinsam

etwas für die Gemeinschaft

zu tun. Das war einer der Impulse für

die Gründung des Vereins.

Und diese Menschen haben

Sie gefunden?

Simon Neitzel: Ja, und wir lernen

immer mehr großartige Menschen,

Projekte und Netzwerke kennen. Das

ist wichtig. Wir kommen nicht weiter,

wenn jeder sein eigenes Süppchen

kocht. Wir bauen auf Kooperation statt

Konkurrenz – dieser zentrale Pfeiler

der Gemeinwohl-Ökonomie treibt

auch unseren Verein immer wieder an.

Was sind die Ziele von

„wirundjetzt“?

Simon Neitzel: Unsere Vision ist,

Gemeinsamkeiten zu stärken und Brücken

zu bauen in dem Bewusstsein,

dass jede unserer Entscheidungen und

Handlungen dem Wohle der Erde, der

Menschen und ihrer positiven Entwicklung

dienen kann. „wirundjetzt“

soll Basis sein für Menschen, die sich

für eine menschliche, friedliche und

gerechte Zukunft auf der Welt, ohne

Hunger, Armut und Leid, in Harmonie

mit der Natur, engagieren wollen.


BILDUNG & WIRTSCHAFT 27

Das hört sich nach Aufbruchstimmung

an …

Simon Neitzel: Ja. Es passiert gerade

etwas in der Gesellschaft. Durch die

Fridays for Future-Bewegung ist Hoffnung

entstanden. Kinder und Jugendliche

sprechen aus, was viele denken.

Viele schließen sich an, sagen, so geht

es nicht weiter, da stimmt was nicht.

Zu viel Kapitalismus. Zu viel Wachstum

ohne Grenzen. Zu wenig Liebe

und Empathie.

Glauben Sie daran, wirklich etwas

verändern zu können?

Simon Neitzel: Ja, und es werden

immer mehr, die sich aufmachen, weil

sie schon immer an eine bessere Welt

geglaubt haben. Diesen Menschen gibt

der Verein eine Plattform, sich an etwas

zu beteiligen, das Sinn macht und

dem Gemeinwohl dient. Gerade in der

momentanen Zeit des Wandels und der

Umbrüche in Gesellschaft, Wirtschaft,

Umwelt und Politik wollen wir Alternativen

aufzeigen und Mut machen.

Wollen gemeinsam aktiv sein – in guter

Kommunikation, Wertschätzung

und Dankbarkeit.

Wie wollen Sie das konkret

erreichen?

Simon Neitzel: Wir informieren

über Nachhaltigkeits-Themen, vernetzen

unterschiedliche Organisationen,

Vereine, Unternehmen und die Politik

miteinander. Wir wissen, dass wir den

gesellschaftlichen Wandel nicht allein

herbeiführen können. Jeder einzelne

Mensch hat seinen speziellen Blickwinkel,

besondere Talente und Fähigkeiten.

Wir schaffen Räume, in denen

Menschen sich mitteilen und einbringen

können, stellen neue Verbindungen

her, fördern den Dialog und die

Zusammenarbeit, unterstützen Eigeninitiative

in kleineren Projekten und

Bürgerinitiativen.

Was sind die wichtigsten Projekte

des Vereins?

Simon Neitzel: Momentan sind es

fünf Projekte, die uns besonders am

Herzen liegen: Der Paradiesgarten in

Lellwangen. Das ist ein Gemeinschaftsgarten,

den wir seit April 2020 initiieren.

Wir sind Träger der Bürgerkarte in

der Region Bodensee-Oberschwaben,

mit der Vereine und Bürgerprojekte

finanziell stark gemacht, regionale

Wirtschaftsstrukturen gestärkt, Transportwege

reduziert werden und die

Umwelt geschont wird. Die Mitmach-

Konferenz, ein Bürgerbeteiligungsformat

zur gemeinsamen nachhaltigen

Gestaltung der Region. Außerdem sind

wir an der Gemeinwohlbewegung

am Bodensee beteiligt, die für ein gutes

Leben für alle steht. Und zu guter

Letzt unterstützen wir die Gründung

der Regionalwert AG Bodensee-Oberschwaben.

Wie können sich Interessierte an

„hierundjetzt“ beteiligen?

Simon Neitzel: Ganz einfach: Mit

uns Kontakt aufnehmen, Mitglied werden.

Es gibt so viel zu tun. Machen

statt meckern!

Vereine und Initiativen, die es lohnt,

sich anzuschauen:

www.wirundjetzt.org

www.buergerkarte-bodensee-oberschwaben.de

www.mitmach-konferenz.org

www.ecogood.org

www.gemeinwohlregion.org

www.regionalwert-ag-bo.de

Filmdreh: Sarina Gisa, Simon Neitzel, Tobias Kieferle | Foto: Tobias Döhner


28

BILDUNG & WIRTSCHAFT

Anzeige

20 JAHRE

„Lebendige Unternehmen lernen

von der Natur“, das ist das Thema

von Stefanie Aufleger, seit

20 Jahren Business-Coach aus

Konstanz. Mit ihren Klienten

entwickelt sie naturkonforme

Strategien und zeigt ihnen, wie

sie auf „natürliche Weise“ ihr

Leben stabil und leicht gestalten

können.

Weitere Infos unter: STEAUF.de

FAIR-FÜHRUNG ZUR

VERANTWORTUNG

Foto: IHK/phototree

KARRIERE

PLANEN

Welche Weiterbildung ist wann die richtige? Und wie kann man

sie am besten finanzieren? Beim 4. Karriere-Tag Weiterbildung der

Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK), der

erneut virtuell stattfindet, gibt es alle Infos dazu – kostenfrei.

Es werden sowohl die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten

als auch die Wahl des richtigen Qualifikationsprofils und der

passenden Fördermöglichkeiten erläutert. Die Online-Veranstaltung

am 12. Mai startet um 16.00 Uhr und wiederholt sich um 17.00 und

18.00 Uhr nochmals.

Eine individuelle Weiterbildungsberatung wird im Nachgang vereinbart

und dann zu einem späteren Zeitpunkt wunschweise virtuell,

telefonisch oder persönlich durchgeführt. Für die Teilnahme

ist eine Anmeldung erforderlich. Die Teilnehmer haben die Chance,

einen Weiterbildungsgutschein der IHK zu gewinnen. Der Teilnahmelink

wird am Vortag der Veranstaltung zugesandt.

12.05., ab 16 Uhr

www.weingarten.ihk.de/karrieretag

KOLUMNE STEAUF-WERKSTATT

Wahrheit und Lüge

Das weltberühmte Gemälde „Die Wahrheit kommt aus dem

Brunnen“ von Jean-Léon Gérôme, 1896 bezieht sich auf eine

Legende aus dem 19. Jahrhundert: Demnach trafen sich die

Wahrheit und die Lüge eines Tages am Brunnen. Die Wahrheit

sagte: „Was für ein schöner Tag, lass uns im Brunnen ein Bad

nehmen!“ Die Lüge fasste ins kalte Nass, blinzelte in die Sonne

und stimmte dem Vorschlag zu. Beide zogen ihre Kleider aus,

sprangen in den Brunnen und spielten zusammen. Plötzlich

schlich sich die Lüge aus dem Brunnen, streifte sich die

Kleider der Wahrheit über und rannte davon. Als die Wahrheit

bemerkte, was geschah, stürzte auch sie aus dem Brunnen.

Wütend jagte sie der Lüge hinterher. Die Welt sah, wie die

nackte Wahrheit verzweifelt umherrannte, überall nach der

Lüge Ausschau hielt. Doch statt ihr zu helfen, schimpften die

Menschen über die Wahrheit, sie verspotteten sie und wandten

ihre Blicke von ihr voller Verachtung ab.

Traurig kehrte die Wahrheit zum Brunnen zurück, versteckt

darin seither sich und ihre Scham.

Die Lüge wiederum reist verkleidet im Gewand der Wahrheit

munter um die Welt. Sie ist überall gern gesehener Gast. Sie

schenkt den Menschen täglich neue Illusionen und befriedigt

damit scheinbar ihre Bedürfnisse. Ein leichtes Spiel für die

Lüge – vor allem in einer Welt, wo keiner der nackten Wahrheit

begegnen will.

Hand aufs Herz

Welcher Illusion gibst du dich hin? Wovon wendest du deinen

Blick ab? Was würde dein Weltbild durcheinanderbringen,

deine Sichtweise trüben? Wo streifst du dir das Deckmäntelchen

über, um nicht aufzufallen, um gesellschaftskonform zu

bleiben? Und wann versteckst du dich „im Brunnen“, weil dich

keiner an-erkennt, du dich ausgeschlossen, belächelt oder

gar verspottet fühlst?

Mich persönlich berührt die über 100-jährige Legende, wie

aktuell sie doch heute ist ... Wie wird die Erzählung wohl heute

weitergehen? Was passiert 2021 mit der Wahrheit? Bleibt

sie im Brunnen stecken? Oder locken wir sie raus, heißen sie

willkommen und geben ihr einen Platz in unserer Mitte?

Die Antwort darauf lässt der Autor zwar offen, doch ist der

Schlusspunkt noch nicht gesetzt. Ob Happy End oder Trauerspiel

– das obliegt jedem Einzelnen beim Schreiben seiner

eigenen Lebensgeschichte.

Bleib lebendig!

Stefanie Aufleger

STEAUF.de


BILDUNG & WIRTSCHAFT 29

Erfolgreich studieren

STUDIEREN & DIE WELT

VERÄNDERN

Umweltverschmutzung, soziale Ungerechtigkeit

und tiefgreifende Auswirkungen auf

Mensch und Natur, die durch den technologischen

Fortschritt verursacht werden, stellen

Unternehmen vor große Herausforderungen.

Darauf reagiert die Hochschule Albstadt-

Sigmaringen mit einem Studienangebot, das

die Bereiche Produktentwicklung und Nachhaltigkeit

vereint – und zwar nicht nur auf

dem Papier, sondern intensiv gleich vom ersten

Semester an.

Wie kann ein Produkt langlebig und reparaturfreundlich

gestaltet werden? Können

Themen wie Recycling und Entsorgung eines

Produkts bereits in der Entwicklung bedacht

werden? Welche Prozesse der Lieferkette

stellen die größte Umweltbelastung dar, und

wie können diese optimiert werden? Welchen

Nutzen, aber auch welche Risiken bringt eine

neue Technologie mit sich? Solchen Fragen

widmet sich „Sustainable Engineering – Nachhaltige

Produkte und Prozesse“ und gibt das

Rüstzeug mit, um die Welt im wahrsten Sinne

des Wortes besser zu machen.

In einem gemeinsamen Grundstudium

werden zunächst das allgemeine ingenieurwissenschaftliche

Fachwissen sowie Grundlagen

der Nachhaltigkeit vermittelt. Ab dem

dritten Semester entscheiden sich Studierende

dann für eine Vertiefungsrichtung: Textil- und

Bekleidungstechnologie, Maschinenbau oder

Werkstoff und Prozesstechnik.

Produktentwicklung ist komplex und vielschichtig.

Oft kann nur eine raffinierte Kombination

aus geeigneten Werkstoffen, passenden

Produktionsmethoden und einer Optimierung

entlang der gesamten Wertschöpfungskette

die Umweltbelastung verringern. Der Ansatz,

Nachhaltigkeit in Kombination mit technischen

und naturwissenschaftlichen Grundlagen zu

lehren, ist in der ganzen Region einzigartig.

www.hs-albsig.de/ste

SUSTAINABLE ENGINEERING –

NACHHALTIGE PRODUKTE UND

PROZESSE

• 7 Semester

• 3 Vertiefungsrichtungen

• International gefragte Kompetenzen

• Praxissemester

• Fächerübergreifende Praktika

• Fachspezifischer Englisch-Kurs

• Auslandssemester möglich

• Abschluss: Bachelor of Engineering

Sustainable

Engineering

Gestalte den

Wandel

Nachhaltige

Produkt-

Entwicklung

• interdisziplinär und

praxisorientiert

• fundierte Ingenieurausbildung

• Sprungbrett in eine

internationale Karriere

Drei fachspezifische

Vertiefungen:

• Textil- und

Bekleidungstechnologie

• Maschinenbau

• Werkstoff- und

Prozesstechnik

Jetzt bewerben

bis 31. Juli 2021

→ hs-albsig.de/ste


30 BILDUNG & WIRTSCHAFT

NEWS FLASH … WIRTSCHAFT

25-jähriges Jubiläum

Schreinerei, Fensterbau,

Montage, Umzugshilfe und

Entrümpelungen: Die gemeinnützige

gBIG-Jungnau

GmbH bietet in Sigmaringen

seit 25 Jahren einen

umfangreichen Handwerksservice

an. Das Besondere

am ursprünglich „normalen“

Schreinereibetrieb ist, dass er

Menschen in Berufsnot oder

mit Behinderung Beschäftigung,

individuelle Hilfe

und soziale Gemeinschaft

anbietet, um sie wieder im

Arbeitsmarkt einzugliedern.

Im Jubiläumsjahr 2021

kommt mit dem Camper- bzw.

Wohnmobil-Innenausbau ein

neuer Geschäftsbereich hinzu.

Der Schwerpunkt der Arbeit

soll weiterhin in der Beschäftigung,

Betreuung, Qualifizierung

sowie Ausbildung

benachteiligter Menschen

liegen.

www.gbigjungnau.de

Filialaufgabe

Osiander bald nur noch

einmal in der Konstanzer

Innenstadt: Die Buchhandlung

schließt – sobald

ein Nachmieter gefunden

ist – ihre knapp 900 Quadratmeter

große Filiale in der

Rosgartenstraße. Sie legt den

Fokus damit auf das ca. 1.000

Quadratmeter große Geschäft

in der Kanzleistraße. Als Gründe

für die Filialaufgabe nennt

Geschäftsführer Heinrich

Riethmüller den während

der Corona-Krise weiter

zurückgegangenen Umsatz

sowie die hohe Mietbelastung.

Die rund zehn Mitarbeiter

sollen in den Osiander-

Buchhandlungen in der

High-Tech Bodensee

Internationaler Wettbewerb mit zwei Studenten aus Friedrichshafen: „The Boring Company“

von Elon Musk hat dazu aufgerufen, für einen Tunnelbau durch die Mojave-Wüste in den USA

eine innovative, schnellere Tunnelbohrmaschine zu entwickeln. Mit ihrem Team „Dirt Torpedo“

haben es Christian Wender (Bild rechts) und Max Hasslberger (Bild links) vom Technikcampus

Friedrichshafen der DHBW Ravensburg gemeinsam mit Kommilitonen der DHBW Mosbach

von rund 400 teilnehmenden Teams in die Finalrunde der letzten zwölf geschafft. Sie dürfen

ihre Entwicklung mit dem Projekttitel „Not-a-boring-Competition“ nun im Sommer in den

USA verwirklichen. (am)

www.dirt-torpedo.de

Kanzleistraße und Überlingen

weiterbeschäftigt werden.

www.osiander.de

Verkaufspläne

Pfullendorfer Küchenbauer

Neue Alno GmbH wohl

kurz vor dem Verkauf: Der

britische Finanzinvestor

Riverrock führt bereits seit

einigen Wochen Gespräche

mit Interessenten aus der ganzen

Welt. 2017 hatte Riverrock

das damals insolvente Alno

weitestgehend übernommen.

Wer das Unternehmen

übernehmen wird und wie es

am Stammsitz in Pfullendorf

anschließend weitergeht ist

noch offen.

www.alno.de

Web-Tipps 2.0!

Elternratgeber für Social Media:

Das vierte Buch des Konstanzer

Autors und Entertainment-Experten

Tobias

Bücklein wendet sich mit dem

Titel „TikTok, Snapchat und

Instagram“ an alle, die vor der

Aufgabe stehen, Kinder online

richtig zu begleiten. Bücklein klärt

in seinem Werk über die Risiken der

Sozialen Medien auf, zeigt, welche

Chancen diese mit sich bringen

und gibt Tipps, wie Eltern ihre

Kinder im Umgang mit Social

Media unterstützen können. (am)

www.buecklein.de

Gewinner

Leonie Langenmayr und Vanessa Sesselmann haben es

geschafft: Mit ihrem Ravensburger Geschäft „Hochzeitsblüte“

wurden sie bei Deutschlands größter Hochzeitsshow

ausgezeichnet. Bei den Wedding-King-Awards gewannen sie

mit ihrem Brautkleidladen für die Region Süddeutschland in

der Kategorie „Best Wedding Fashion – Braut“. Die Wedding-

King-Awards suchen jedes Jahr die besten Hochzeitsdienstleister,

die sich hier auf außergewöhnliche Weise präsentieren

müssen. Das Publikumsvoting entscheidet, wer die begehrten

Awards mit nach Hause nehmen kann. Das große Finale in

Köln findet am 10. Oktober statt.

www.hochzeitsbluete.de


BILDUNG & WIRTSCHAFT 31

Erfolgreich studieren

Smart Building

Engineering and

Management

STUDIUM MACHT

ZUKUNFT

Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft:

Intelligente Gebäude werden unser Leben prägen

– und wollen gemanagt werden. Im neuen

Studiengang Smart Building Engineering and

Management der Hochschule Albstadt-Sigmaringen

lernt man, moderne Gebäude zu planen

und zu betreiben. Mit Building Information

Modeling gestalten Studierende ein dreidimensionales

virtuelles Gebäude. Und mit digitalen

Werkzeugen sorgen sie für seine nachhaltige

Nutzung. Das vielseitige Studium qualifiziert

bestens für anspruchsvolle Positionen in einem

wachsenden Markt.

Die intelligenten Gebäude der Zukunft sind

vernetzt mit Smart Homes in Smart Cities.

Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs

Smart Building Engineering and Management

sind Allrounder an der Schnittstelle

von Technik und Management. Sie sind verantwortlich

für den intelligenten Einsatz digitaler

Werkzeuge und sorgen für Energieeffizienz,

Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Im Workplace

Management werden die Arbeits- und Lebenswelt

einer nachhaltigen Zukunft gestaltet.

Wer Lust auf ein fachübergreifendes praxisnahes

Studium hat, der ist beim Studiengang

Smart Building Engineering and Management

genau richtig. Hier kann man mit schulischer

oder beruflicher Qualifikation durchstarten.

Die Unterstützung am Studienanfang wird im

Hochschulranking 2020 hervorragend bewertet.

Das Studium ist in individueller Teilzeit

möglich und berufliche Kompetenzen können

angerechnet werden. Die Ergänzung der Präsenzlehre

mit digitalen Elementen wie Lernvideos

und Live-Streaming ermöglicht zudem ein

zeitlich und räumlich flexibles Studieren. Der

Abschluss schafft hervorragende Karriereperspektiven

in einer dynamischen Branche.

www.hs-albsig.de/sbm

Smart Buildings

managed by

Smart People

• Digitalisierung in der

Immobilienwirtschaft

• Schnittstelle

von Technik und

Management

• Energieeffizienz und

Nachhaltigkeit

• Arbeitswelt der Zukunft

• Studium in Teilzeit

möglich

• Anrechnung beruflicher

Qualifikationen

• Präsenzlehre mit

Online-Ergänzung

→ hs-albsig.de/ste

Jetzt bewerben

bis 31. Juli 2021

→ hs-albsig.de/sbm

Die Studierenden erwartet ein flexibles Studium in Sigmaringen durch Präsenz- und Onlinelehre


32 TRENDS

Anzeigen

LESENSWERT

Mit dem Bodensee Magazin

auf Streifzug: Kunst & Kultur,

Wellness & Wandern, Terminkalender

& Gewinnspiel, dazu

Gartenschauen, Sagen und

Mythen rund um den See.

7,50 Euro / 9,80 Schweizer Franken

www.labhard-shop.de

FANTASIEVOLL

Michael Sazarin ist ein Meister darin, seine

Gemälde zu verrätseln – so auch „Blühende

Fantasie“. Bei jeder Betrachtung wirkt das Bild

neu und man hat das Gefühl, hier fließe ein

ganzes Leben mit ein. Preis: 6.720 Euro

(Mischtechnik auf Leinwand, 120x160cm)

Mittelmann Schmuck & Galerie

Gold & Silber Schweiz AG

Hofstatt 10

D-88662 Überlingen

www.investmentjuwelier.com

GEMÜTLICH

Das „PAD“-Bett von Möller sieht elegant aus und bietet wunderbaren

Komfort. Praktisch und neu sind die verstellbaren Kopfteile, die

durch einen leichtgängigen und stufenlos verstellbaren Beschlag die

Gemütlichkeit erhöhen.

TRENDS

inpuncto Küchen GmbH

Stockenweg 1

D-78244 Gottmadingen-Bietingen

www.inpuncto-kuechen-moebel.de

WETTERFEST

Wetterfest: Die Stühle von G.Wurst

sehen drinnen und draußen schick

aus, sind bequem und dürfen auch

mal nass werden – nach einem Regenguss

sind sie schnell wieder trocken.

G.Wurst Küchen – Wohnen – Mehr

Seerheinstraße 8, D-78333 Stockach

www.kuechenstudio-wurst.de


MEHR-WERT

33

Regionalstrom für aktiven Klimaschutz vor

Ort – dafür machen sich Dr. Markus Spitz und

Karl Mohr (v. li.) von der Thüga Energie stark.

Clemens Fleischmann von der Randegger

Ottilien-Quelle gehört zu den ersten Kunden.

Anzeige

STROM AUS DER

NACHBARSCHAFT

Wie Klimaschutz vor Ort funktioniert,

zeigt die Thüga Energie aus Singen

mit ihrem neuen, regenerativen

Regionalstrom-Angebot, das ab sofort

zur Verfügung steht. Der Großteil

der Energie stammt aus dem Windpark

Verenafohren in Tengen, an dem

die Thüga Energie beteiligt ist. Dazu

kommt zukünftig Strom aus Photovoltaik-Anlagen

aus Gottmadingen.

Produkte aus der Region liegen im

Trend. „Kunden möchten wissen,

von welchem Bauernhof ihre Milch

kommt oder auf welchem Feld ihr

Gemüse wächst. Das gilt auch für

Strom“, bestätigt Regiocenter-Leiter

Karl Mohr von der Thüga Energie.

Mit ihrem zertifizierten Regionalstrom

bietet die Thüga Energie die

gewünschte Transparenz und Sicherheit.

Zu den ersten Kunden, die

Ökostrom aus der Nachbarschaft einsetzen,

gehört die Randegger Ottilienquelle,

die damit ihr Nachhaltigkeitskonzept

konsequent weiterverfolgt.

Thüga Energie GmbH

Industriestraße 9

78224 Singen

+49 (0)7731 590 015 52

www.thuega-energie.de

Regional einkaufen geht

jetzt auch beim Strom.

Klimaschutz inklusive.

Strom aus der Region.

Für die Region.

Doppelt regional profitieren: Energie aus

der Umgebung beziehen und den lokalen

Handel unterstützen.

Jetzt

umsteigen

und 60 €

Geschenkscheck

sichern!

Jetzt buchen auf

www.thuega-energie.de/regionalstrom

Thüga Energie GmbH

Industriestraße 9

78224 Singen

Telefon: 07731 5900-1552

vertrieb-si@thuega-energie.de

Energie kann mehr.


34

MODENSEE

Foto: Round Rivers

RADIKAL LOKAL

Dass Plastikmüll ein Problem ist, ist

nichts Neues. Und auch nicht, dass

aus recyceltem Plastik Kleidung hergestellt

wird. Doch Round Rivers aus

Zürich geht noch einen Schritt weiter:

radikal lokal heißt das Motto. Das

Unternehmen, das seit 2020 am Start

ist, hat den Produktionsradius auf 140

Kilometer reduziert. Ein Produktionsschritt

führt auch in die Modensee-

Region.

Im Thurgau werden die in der Limmat

gesammelten PET-Flaschen zu

Plastik-Flakes verarbeitet. Leider dient

der Fluss, der sich malerisch durch

Zürich schlängelt, oft als Müllhalde.

Doch die in der Limmat treibenden

PET-Flaschen inspirierten Peter Hornung,

daraus Bademode zu machen:

„Wir wollen das Material quasi dahin

zurückbringen, wo es herkommt –

zurück ins Wasser.“ Nachdem die

Flaschen im Thurgau zerschreddert

wurden, geht ihr Weg ins Tessin. Dort

wird daraus Garn hergestellt. Die

Stoffproduktion und schließlich auch

die Konfektionierung, also das Nähen,

finden in Norditalien statt.

Zum Thema Plastik-Recycling merkt

Round Rivers übrigens an, dass es sich

nicht immer um sinnvolles Recycling

handle, wenn daraus Bekleidung gemacht

würde. Eine korrekt entsorgte

PET-Flasche sollte immer wieder eine

PET-Flasche werden, nur so sei das

System sinnvoll. Würden Textilien

hergestellt, so handle es sich meistens

um Downcycling, da oft Mischgewebe

entstünden, die dann nicht wieder

recycelt werden könnten. Textilien

aus PET seien nur dann ökologisch

sinnvoll, wenn die Flaschen sich bereits

außerhalb des Recyclingkreislaufes

befinden – im Meer, auf Mülldeponien

oder eben in Flüssen. Da in

der Limmat viel zu viel Plastik herumschwimmt,

als momentan neue Bademode

benötigt wird, hat Round Rivers

für den Winter ein weiteres Produkt

geschaffen: das Swiss WasteJacket.

Eine fluffige Winterjacke in unisex –

somit für alle tragbar.

Doch was ist, wenn die Limmat

irgendwann nicht mehr genügend

PET-Flaschen ausspucken sollte? „Das

wäre natürlich schlecht für Round

Rivers, aber eigentlich wunderbar!“,

schmunzelt Peter Hornung. Denn

dann wären wir in Sachen saubere

Umwelt einen großen Schritt weiter.

(th)

Round Rivers

CH-8006 Zürich

+41 78 714 81 94

www.roundrivers.com


MODENSEE 35

GEFLÜSTER

Qualität, Nachhaltigkeit und vor allem faire Arbeitsbedingungen

– nichts weniger möchte Johannes Ehinger für sein

Modelabel JOFERO. Der Luft- und Raumfahrtingenieur aus

Bermatingen ist vor allem auch leidenschaftlicher Surfer.

Mangels eines vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnisses bei

den Lifestyle-Labels der Surferszene gründete er Ende 2020

sein eigenes. Die Shirts der aktuellen Kollektion sind alle von

ihm entworfen und werden in Portugal, seiner liebsten Surfdestination,

in einem Familienunternehmen produziert. (th)

www.jofero-crew.com

Foto: Jofero Crew

Der gebürtige Vorarlberger

Elias Schwärzler ist nicht

nur Mountainbike-Profi und

Youtube-Star („My Dreamgirl“

etwa wurde über 25 Millionen

Mal geklickt). Er startet auch

in Sachen Mode erfolgreich

durch. Die erste Kollektion

seines Labels Clano war

innerhalb von 56 Minuten ausverkauft.

Mehr als 5000 Teile

gingen über die Ladentheke.

Anfang April steht online der

dritte Release an. Clano verkauft

nach dem Drop-Prinzip:

„Wir kreieren diverse Lines und

verkaufen sie nur einmal. Alle

Teile sind limitiert und somit

nie wieder erhältlich.“ (th)

www.clanoapparel.com

Nachhaltige Mode mal ganz

anders macht Christina

Rickerts aus Au im Rheintal.

Die gelernte Schneiderin und

Kite-Surferin (eine Kombi

aus segeln und fliegen) stellt

aus ausgedienten Kite-

Segeln Jacken und Taschen

her, die Wind und Wetter

standhalten – und noch dazu

schick aussehen. Produziert

wird die FAR-Kollektion in

Zusammenarbeit mit kleinen

Betrieben in Norditalien. Als

Hommage an die Sportler,

die ihre alten Segel an FAR

spenden können, wird

jeweils ihr Name auf einem

eingenähten Etikett in den

Modellen verewigt. (th)

www.far-shop.com

Perfekt sitzende Kleidung

dank Handy – das möchte das

Startup OpenDress. Dahinter

stecken Frauke Link, Nico

Brügel und Verena Ziegler von

der HTWG Konstanz sowie

Felix Hinderer von der Uni

Konstanz. Sie wollen Online-

Händlern helfen, den Kunden

individuell angepasste Kleidung

zu bieten. Dafür haben

sie einen Algorithmus entwickelt,

der Schnittmuster mithilfe

von 3D-Scans berechnet.

Diese könnten Käufer mit der

3D-Kamera ihres Smartphones

anfertigen. Ein Atelier aus der

Region hat bereits erste Prototypen

hergestellt. (th)

https://opendress.com/

Die kreativen Köpfe des

Traditionsherstellers Mey

in Albstadt haben sich in

Sachen guter Schlaf etwas

Besonderes ausgedacht: Die

Mey Zzzleepwear soll sich

durch eine Titan-Mineral-

Beschichtung wohltuend

auf den Energiehaushalt

auswirken, indem sie körpereigene

Ferninfrarotstrahlung

reflektiert und den Träger so

mit mehr Energie versorgt.

Ein besonderes Gimmick ist

der aufgedruckte Spotify-

Code, der gescannt direkt zu

einem Einschlafpodcast führt.

Übrigens: Seit 1928 produziert

Mey einen Großteil der Stoffe

und Kollektionen am Firmensitz

auf der Schwäbischen Alb.

Feine Sache. (th)

www.mey.com

Foto: Mey

NEU: JETZT ENDLICH

ONLINE UND IN KONSTANZ

ECOALF

Recyclingmode aus Plastikflaschen

DEDICATED

Mode mit der Natur, fair und verantwortungsbewusst

EKN FOOTWEAR

gut für den ökologischen Fussabdruck

FLAMINGO‘S LIFE FOOTWEAR

biologisch abbaubare Schuhe mit

sozialem Kick

KUYICHI JEANS

die erste Bio-Jeans Marke seit 2001

BRAVA FABRICS

zeitgemäße und dennoch zeitlose Kleidung

– kreativ und ressourcenschonend

UCON ACROBATICS

Taschen und Rucksäcke aus Berlin für

Urban Nomads

EVERDROP

nachhaltige und innovative

Putz & Waschmittel

HOLZKERN UHREN

aus Liebe zur Natur, Uhren aus Holz

– jede ein Unikat

NEUBAU EYEWEAR

österreichische Brillen mit Nachhaltigkeit im Blick

PREMIUM MODE FÜR DICH

– ORGANISCH, NACHHALTIG, FAIR –

ELOSSA GmbH – Live the difference | Josia & Jonathan Zuber | Augustinerplatz 11 | D-78462 Konstanz

www.elossa.eu


36

SEERAUM

Anbau am Archäologischen Landesmuseum Konstanz

Naturmuseum St. Gallen von Westen

Vorarlberg Museum von der Seeseite gesehen

FÜR MUSEEN GEBAUT

Museen sind heute ebenso ein Standortfaktor wie Bahnhöfe mit schnellen Anschlüssen

an den Rest der Welt. Bei ihnen kommt es aber noch mehr als bei anderen öffentlichen

Gebäuden auf eine Architektur an, die sagt: Hier gibt es etwas zu sehen! Aus den

letzten Jahren gibt es hierfür am Bodensee einige Beispiele von Museen, die auch die

Architekturlandschaft bereichert haben.

VON PATRICK BRAUNS (TEXT UND FOTOS)

Für Museen als Standortfaktor wird als Vorbild gerne das

Guggenheim-Museum in Bilbao angeführt, das bei dieser

nordspanischen Stadt den „Bilbao-Effekt“ bewirkt hat: den

wirtschaftlichen Aufschwung einer alten Industriestadt

durch ein kulturelles Großprojekt. Bilbao wurde weltweit

bekannt durch sein Kunstmuseum, dessen dekonstruktivistische

Architektur von Frank O. Gehry so spektakulär ist,

dass sie wie das Gegenteil des Prinzips „Form Follows Function“

erscheint.

So „schräg“ gebaute Museen gibt es am Bodensee nicht,

hier werden neue Museen für den Zweck gebaut, zu dem natürlich

auch eine Architektur gehört, die für die Stadt „etwas

hermacht“. Dabei ist das Gebäude für ein Museum nicht einfach

zu entwerfen, denn die präsentierten Themen und Objekte

haben ganz unterschiedliche Raumbedürfnisse, mit mehr

oder weniger Licht, mit großen oder kleinen Räumen etc.

An dieser Stelle ein kurzer Hinweis auf das, was ein Museum

ist: Ein Museum stellt nicht nur aus, es hat auch den

Anspruch, Wissen und Erkenntnis zu vermitteln, Erlebnisse

zu bieten und Erfahrungen zu machen. Das verlangt nicht

nur eine Inszenierung, sondern auch eine didaktische Präsentation,

dazu Räume für Unterrichtsprojekte und eine Bibliothek.

Deshalb ist nicht alles, was „Museum“ heißt, auch

tatsächlich ein Museum – manche sind nur Sammlungen,


SEERAUM 37

die einfach in großen Räumen oder einer Halle ausgestellt

werden. Für Museen sind dagegen Neubauten oft sinnvoller,

weil man bei der Umnutzung von Altbauten beim Raumprogramm

zu viele Kompromisse machen muss.

D: Das Schiff in der Wand

Das Archäologische Landesmuseum in Konstanz wurde 1992

im barocken ehemaligen Benediktinerkloster eröffnet, damals

erkannte man nur aufgrund des Schildes, was sich in

dem Gebäude befindet. Seit 2002 hat es aber einen modernen

Anbau aus Beton, Stahl und Glas, bei dem sich jeder Hinweis

auf den Inhalt erübrigt – dafür reicht die schiffsförmige Nische

in der Ostwand, die als Silhouette eines historischen

Schiffs erkennbar ist. Innen sind die erhaltenen und restaurierten

Reste einer vor Immenstaad gefundenen Lädine – bis

ins 19. Jahrhundert das Lastenschiff auf dem Bodensee.

www.konstanz.alm-bw.de

A: Neuer Name, neues Haus

Dem Vorarlberger Landesmuseum wurde es um die Jahrtausendwende

in dem 1960 zuletzt neugestalteten Museumsgebäude

zu eng. 2007 wurde von der Landesregierung

beschlossen, ihm mit einem Neubau mehr Platz zu geben.

Dafür wurde das alte Museum abgebrochen, das benachbarte

Gebäude der Bezirkshauptmannschaft einbezogen

und durch zwei Stockwerke nach oben erweitert. Im Juni

2013 konnte das neue Museum unter dem Namen „vorarlberg

museum“ mit doppelter Ausstellungsfläche neu eröffnet

werden, nachdem für den Bau über 35 Millionen Euro

ausgegeben waren. Als zentrales Museum des westlichen

Bundeslandes war es dem Land diese Investition wert.

www.vorarlberg-museum.at

CH: Natur(museum) in der Stadt

Die Ostschweizer Metropole St. Gallen hatte schon früher

ein Naturmuseum, das über dem provinziellen Niveau anderer

in der Region stand. Aus Platzgründen musste es den

Standort im Museumsviertel aufgeben und ist seitdem an

einem Platz mit passender Nachbarschaft. Seit November

2016 ist es in einem Neubau beim Botanischen Garten im

Osten der Stadt beheimatet. Der Neubau war die Gelegenheit,

die Räume genau für die Erfordernisse der Themenbereiche

zu konzipieren. Im größten Raum befindet sich

das große Relief des Kantons (mit Appenzell), auf dem die

physische Geografie im Zusammenhang mit den Naturlandschaften

zu sehen ist.

www.naturmuseumsg.ch

Weitere neue Museen:

Kunstmuseum Ravensburg (Neubau 2013)

Zeughaus Teufen (Umbau für Umnutzung 2012)

Seemuseum Kreuzlingen (Umbau 2020)

FRÜHJAHRS

PUTZ

REINIGUNG MIT HEISSWASSER

UND ABSAUGUNG

OHNE SPRITZWASSER

UND CHEMIE

NACHHER!

VORHER

FLÄCHEN-REINIGUNG KANIS

STRANDBADSTRASSE 18 | D-78479 INSEL REICHENAU

+49 (0)7534 999 23 40 | WWW.FLAECHEN-REINIGUNG-KANIS.DE

Investieren Sie in Zukunft!

Investieren Sie in Zukunft!

Ökologisch Heizen mit Infrarot

Ökologisch Heizen mit Infrarot

Redwell Infrarot Heizungen bieten viele

Vorteile für Bauherren, bei

Renovierungen und als Zusatzheizung.

Sie sparen bares Geld gegenüber dem

Einbau einer konventionellen Heizung.

Sie sparen Zeit durch die wesentliche

schnellere Montage.

Und Sie gewinnen mehr Raum, da weder

ein Heizungs- noch ein Technikraum, etc.

notwendig sind.

Und unabhängig von fossilen

Brennstoffen tun Sie ganz nebenbei

etwas für den Klimaschutz.

Wir freuen uns auf Ihren Termin.

Redwell Bodensee

Wir Wollmatinger freuen uns Str. auf 1 Ihren Besuch.

78467 Redwell Konstanz Bodensee

+49 Wollmatinger (0)7531 976 Str. 75110

info@redwell-bodensee.de

78467 Konstanz

+49 www.redwell-bodensee.de

(0)7531 976 75 10

www.redwell-bodensee.de


38

FREIZEIT

AUF DER REISE DURCH

PARADIESISCHE

GÄRTEN

„Willst du ein Leben lang glücklich sein, dann

leg‘ einen Garten an“. So heißt ein deutsches

Sprichwort, dem sehr viele Menschen beipflichten

können. Selbst innerhalb der Wohnungen lassen

sich immer mehr Pflanzen finden. Ganz klar: Die

Beziehung zwischen Mensch und Natur ist tief.

Gerade dieses Jahr kommen wir mit zwei Gartenschauen

und weiteren beeindruckenden Gärten in

der Region voll auf unsere Kosten.

VON STEFANIE REBHAN

ARTIKEL AUS „AKTIV – DAS MAGAZIN

FÜR GESUNDHEIT UND FREIZEIT“

AUSGABE 1/2021.

EIN PRODUKT DES SCHWÄBISCHEN VERLAGS.

Insel Mainau | Foto: Bodenseegärten


FREIZEIT 39

Beginnen wir mit der Landesgartenschau

(LGS) Überlingen. Eigentlich

sollte sie bereits Anfang April starten,

die Eröffnung wurde jedoch coronabedingt

verschoben und ist nun für den

30. April geplant. Die Organisatoren

haben fünf Ausstellungsbereiche auf einer

Fläche von rund elf Hektar in der Innenstadt

und direkt am Wasser für die

Besucher vorbereitet. Dafür werden Bereiche

geöffnet und gestalterisch aufgewertet,

die bislang für die Öffentlichkeit

nicht zugänglich waren – zum Beispiel

die Rosenobelgärten, die Menzinger

Gärten, die Villengärten, die ehemalige

Kapuzinerkirche und der Uferpark.

Eben jener wird größter Ausstellungsbereich

mit Prachtstauden und üppigem

Wechselflor, gemütlichen Sitz- und Liegemöglichkeiten

im Grünen, Wiesen,

zahlreichen Ausstellungspavillons, der

Großgastronomie im Zelt, einer Beach-

Bar und der Seebühne.

Floristen inszenieren 15-mal

Die Blumenschau im Kapuzinerkloster

mit den wechselnden Schauen der

Floristen in der Blumenhalle auf 200

Quadratmetern zählen zu den Höhepunkten

der Landesgartenschau. 15

Mal werden die Mitglieder des Fachverbands

Deutscher Floristen ein neues

florales Thema inszenieren.

Die 13 Schaugärten des Verbands

Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

lassen sich in den Villengärten finden.

Unter anderem wird es begehbare

Schwimmende Gärten geben, einen

Baumschulpfad mit Solitärgehölzen

und prachtvollem Bambus und Staudengärten.

Im neu erbauten Pflanzenhaus

wird ein Teil der wertvollen Kakteensammlung

der Stadt Überlingen

eingerichtet.

Hinter der Stadtmauer befinden sich

die Rosenobelgärten. Der 18 Meter

hohe Rosenobelturm lockt mit einer

schönen Aussicht auf die Stadt und die

Umgebung. Obst- und Gartenbauvereine

sowie die Landfrauen stellen aus,

ein Marktplatz mit Außengastronomie

und kleiner Terrasse bietet sich für eine

Pause an.

Die Durchführung der geplanten

Veranstaltungen ist leider noch nicht

gestattet. Auch Indoor-Ausstellungsbeiträge

wie etwa die Blumenhalle müssen

vorerst geschlossen bleiben. Edith

Heppeler, Geschäftsführerin der LGS:

„Auch wenn wir am Anfang vielleicht

noch kein volles Programm bieten können,

unsere Ausstellungsbereiche werden

dennoch attraktiv, in einem Top-

Zustand und rechtzeitig zum Frühling

einen Besuch wert sein.“ Es gebe ein

umfassendes Hygienekonzept, Besucherinnen

und Besucher müssen sich

zudem vorab registrieren und einen

negativen Corona-Test vorweisen.

Einkaufserlebnis

in der Gartenwelt

Willkommen in unserer Gartenarena! Entdecken Sie zahlreiche Neuheiten

rund ums Thema Garten auf 2500m² Ausstellungsfläche. Neu führen wir

Gartenmöbel der Marke Hunn im Sortiment, zeigen Ihnen bewährte und

neue Grills von Weber oder Big Green Egg, sowie Sonnenschirme, Pflanzen

und vieles mehr. Kommen Sie vorbei, Sie werden begeistert sein!

MÖBEL

GRILLS

SCHIRME

POOLS

PFLANZEN

Gartenarena von Erni

Romanshornerstrasse 119 CH-8280 Kreuzlingen

T +41 (0)71 677 11 44 F +41 (0)71 677 11 45

gartenarena@erni-gartenbau.ch

www.gartenarena.ch


40

FREIZEIT

PARADIESISCHE GÄRTEN

Rauschende Wasserfälle und

blühende Bäume in Lindau

Lindau wird vom 20. Mai bis 26. September

mit seiner Gartenschau zum

Mekka für Blumen-Fans. Die Stadt verwandelt

sich in ein sinnliches Erlebnis

aus Gärten, Wasser und Panorama mit

diversen Veranstaltungen. Die Hintere

Insel Lindau wird dauerhaft zum grünen

Gartenstrand umgestaltet.

Nicht von ungefähr steht im religiösen Glauben am Anfang

der Menschheitsgeschichte der Garten Eden als

Paradies. Daraus wurden unsere Vorfahren Adam und

Eva zwar vertrieben, dafür legen die Menschen seitdem

selbst wunderbare Gärten an. Das und die Durchführung

von zwei Gartenschauen – nämlich in Überlingen und

Lindau – ist Grund genug, um uns diesem Thema zu widmen.

2021 ist das Jahr der Bodensee-Gärten.

Mehr als 1000 Dauerkarten sind

bereits verkauft. „Die Bayerischen

Landes-Gartenschauen bilden ein Forum

für neue Ideen, Technologien und

Planungsansätze ökologisch-innovativer

Architektur und Freiraumgestaltung“,

heißt es auf der Gartenschau-

Homepage. Geboten werden sollen

rauschende Wasserfälle, romantische

Schluchten und blühende Obstwiesen –

von Weiler über Scheidegg. So lernen

Besucher nicht nur die Insel, sondern

auch die Region kennen.

In die Kronen der

Bäume steigen

Die Hausbachklamm in Weiler wartet

mit einer spektakulären Felsformation,

Strudeln und seltenen Pflanzen auf. Die

Wasserfälle in Scheidegg versprechen

Romantik. So tief das Wasser über die

Felsen hinunter stürzt, so hoch können

die Besucher auf dem Baumwipfelweg

in die Kronen der Bäume steigen.

Beeindruckend auch: Der Lindenhofpark.

Als Mischung aus blühenden

Bäumen, abgezirkelten Wegen, großzügigen

Blumenbeeten und gepflegten

Rasenflächen präsentiert sich der

Lindenhofpark aus dem frühen 19.

Jahrhundert. Geschichte finden die

Besucher auch auf der historischen

Anlage des Alten Aeschacher Friedhofs.

Die Grabstätten aus verschiedenen

Jahrhunderten erzählen von der

Vergänglichkeit des Lebens. Und wer

dem Uferleben von Pflanzen und Tieren

näherkommen will, dem eröffnet

der Naturerlebnisweg Einblicke in die

Welt des Schilfes, der Libellen und der

Wasservögel.

Geplant sind wie in Überlingen auch

Veranstaltungen. Zum Thema Corona

sagt Pressesprecher Jürgen Widmer:


FREIZEIT 41

PROBIER WAS

NEUES!

www.akzent-magazin.com

Tulpenhang auf der Insel Mainau

„Zunächst gehen wir davon aus, dass wir am 20. Mai eröffnen

können. Mit welchen Auflagen wird man dann sehen.

Bis dahin sollten auch die anderen Gartenschauen geöffnet

haben, sodass wir auch dorthin schauen werden, um zu

lernen. Selbstverständlich arbeiten auch wir an entsprechenden

Konzepten. Zurzeit steht das Sicherheitskonzept im

Mittelpunkt, danach das Hygienekonzept. Hier arbeiten wir

eng mit dem Landratsamt zusammen. Wir sehen uns aber

nicht nur für das Gartenschaugelände selbst in der Verantwortung,

sondern erarbeiten in enger Abstimmung mit der

Stadt ein Konzept für die ganze Insel.“ Auf dem Gelände

selbst werde man auf Reihenbestuhlung vor einer großen

Bühne verzichten und dafür stärker die Schanzen und andere

Orte bespielen.

Sechs neue Bodenseegärten für 2021

Die beiden Gartenschauen werden von den Bodenseegärten

umrahmt, die es bereits seit acht Jahren gibt. 40 Parks und

Gärten bilden gemeinsam die Bodenseegärten, die auf eine

Zeitreise entführen. Rings um den See zeigt sich die gesamte

Gartenbaugeschichte Europas. Von der Steinzeit über

die Antike und das Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert und


42

FREIZEIT

Kräutergarten

Hof Weissbad

Foto: Daniel Ammann

Magnolien in Lindau am Bodensee | Foto: Wolfgang Schneider

weiter in die Gegenwart. Dabei müssen

Besucher kaum Distanzen überwinden.

Und wer möchte, reist einfach

per Schiff, Bus oder Bahn von Garten

zu Garten. Das Motto: Gartenjahr am

Bodensee 2021.

Der internationale Verbund wächst

immer weiter und verzeichnet für

2021 sechs Neuzugänge. Darunter das

Ernährungsfeld in Vaduz, der Gartenpfad

Osterfingen in Schaffhausen und

die beiden grünen Perlen aus dem Appenzell,

das Hotel Hof Weissbad und

der „Kräuter Schopf“ befinden sich

auf der Schweizer Seite. Auf deutscher

Uferseite ergänzen die Uferpromenade

Langenargen und die Staudengärtnerei

Gaißmayer in Illertissen den Verbund.

Insel Mainau als buntes Paradies

Eines der berühmtesten Ziele ist

wohl die Insel Mainau. Auf 45 Hektar

erschuf die Familie Bernadotte ein

buntes Paradies. Tulpen, Rhododendren,

Rosen und Dahlien treffen hier auf

imposante Mammutbäume aus dem

über 150 Jahre alten Arboretum.

Ein ideales Ausflugsziel ist auch der

2,5 Kilometer lange Seeburgpark in

Kreuzlingen. Er erstreckt sich vom

Kreuzlinger Hafen, rund ums Schloss

Seeburg am Ufer des Bodensees. Mit

dabei sind ein Tierpark, Heil- und Gewürzgarten,

Minigolf und das Restaurant

Schloss Seeburg.

Rosenliebhaber sind in der Rosenstadt

Bischofszell richtig. Schon im 18.

Jahrhundert war die Stadt bekannt für

ihre Rosen – heute sind zahlreiche öffentliche

Rosengärten neu angelegt. All

diese Gärten sind mit vielen Aktionen

in den Langen Nächten der Bodenseegärten

geöffnet. Sie finden vom 4. bis

6. Juni statt.

www.ueberlingen2020.de

www.lindau2021.de

www.bodenseegaerten.de


FREIZEIT 43

Anzeige

Foto: bahu GmbH

SITZEN MIT ALLEM KOMFORT

Jeder kennt die Situation: Ausflug am

See oder Wandern in herrlicher Landschaft,

eine freie Sitzbank im Visier –

doch kaum steht man davor, weiß man

auch, warum. Sie ist nass vom letzten

Regen, kalt, schmutzig oder alles zusammen.

Wie gut, wenn man dann auf eines

der innovativen Outdoor-Sitzmöbel

der bahu Bankmanufaktur aus Schlier

stößt: Deren mitdenkenden Bänke

schützen sich selbst vor äußeren Einflüssen

wie Regen und Schnee. Wie das

geht? Ein patentierter Mechanismus

sorgt dafür, dass sich die Rückenlehne

der Sitzgelegenheit automatisch nach

dem Aufstehen einklappt. Dadurch

bleibt die Sitzfläche frei von Regen oder

Schnee und die Witterung steht der

ganzjährigen Nutzung nicht im Weg.

Zusätzlich schützt die robuste Verarbeitung

aus KTL-Grundierung und pulverbeschichtetem

Stahl die Bank vor

Korrosion. Heißt: Auch natürliche Verschmutzung,

Moosbefall und Verrotten

der Sitzbeläge gibt es nicht mehr.

Was längere Nutzbarkeit, Bequemlichkeit

und Nachhaltigkeit bedeutet.

Die drei Standard-Modelle „Urban“,

„Park“ und „Lounge“ sind als ein-,

zwei- oder dreisitzige Variante erhältlich.

Als klassischer Belag für die Sitzfläche

dient hochwertige Eiche, die mit

einem Holzschutz-Öl lasiert ist. Individuell

lassen sich Sitz- und Lehnfläche

mit Outdoor-Stoff polstern oder beziehen.

Auch diverse Farben sind möglich

oder ein Sitzbelag mit Wollflilz für

ganzjährig kühle Gegenden. Und noch

einen Pluspunkt bringt das innovative

Sitzmöbel mit sich: So ist eine Ladestation

für das Handy integrierbar. Je

nach Verfügbarkeit wird die Bank über

das öffentliche Stromnetz oder eigene

Photovoltaikanlagen gespeist. Wer sich

hinsetzen möchte, braucht nur die

Rückenlehne anheben und nach oben

drücken. Technik, die begeistert! (bz)

bahu GmbH

Hauptstraße 9, D-88281 Schlier

+49 (0)171 23 92 259

www.bahu-manufaktur.de

Die erste Bank,

die immer trocken bleibt!

Weltneuheit!

Rückenlehne

schließt automatisch

info@bahu-manufaktur.de | www.bahu-manufaktur.de


44

FREIZEIT

O SCHÖNE

HEIMAT

Zu Hause ist’s doch am schönsten – während der

„Heimattage“ zeigt Radolfzell warum. Und das

fängt schon bei der Sprache an: In der ganzen

Stadt hängen zahlreiche Banner mit Mundartausdrücken

und -redewendungen wie Hennefiddle,

Schnorrewackler oder Gäggelegäl mit den

entsprechenden hochdeutschen Übersetzungen.

Zahlreiche Highlight-Veranstaltungen verteilen

sich über das ganze Jahr, so zum Beispiel die

Ausstellung „Patchwork Heimat“ in der Villa

Bosch oder auch der „Baden-Württemberg-Tag“.

„Radolfzell in Tracht“, der große Thementag,

wurde aufgrund von Corona in den August verschoben,

und auch die Ausstellung „Wirtschaft

und Zukunft“ hat einen neuen Termin erhalten

(Anfang Juli). Bleibt zu hoffen, dass auch die

anderen Veranstaltungen wie das „Seefestival“,

der „Landesfestumzug“ und die „Naturerlebnistage“

wie geplant stattfinden können. Weitere

Informationen über alle Veranstaltungen, Hygienemaßnahmen

und etwaige Verschiebungen

finden sich auf der Internetseite der Heimattage.

Foto: Ilja Mess

www.heimattage-radolfzell.de

AB INS FREIE

Im Oberschwäbischen Museumsdorf

Kürnbach ist alles für die

neue Saison vorbereitet: Mit viel

Freiraum an der frischen Luft

und vielen Corona-konformen

Angeboten verspricht das Museumsdorf

einen unterhaltsamen

Besuch für Groß und Klein.

„Als Freilichtmuseum können

wir unseren Besucherinnen und

Besuchern trotz pandemiebedingter

Einschränkungen viel

bieten“, sagt Museumsmitarbeiterin

Sophia Distler. „Vieles

findet im Freien statt, beispielsweise

landwirtschaftliche Vorführungen.

Zusätzlich haben

wir weitere Angebote wie Kräuterführungen

und kontaktlose

Bastelprogramme geschaffen. So

wollen wir unseren Besucherinnen

und Besuchern einen Ausflug

ins Museumsdorf ermöglichen,

der unterhaltsam, informativ und

zugleich sicher ist.“

Anzeige

Die wichtigste Neuheit für

Kinder dürfte das große Baumhaus

auf dem Spielplatz sein:

Drei Plattformen und viele kreative

Auf- und Abstiege versprechen

jede Menge Spaß beim Toben

und Klettern.

Erwachsene wird vermutlich

eher die Ausstellung „Freiheit

auf vier Rädern? Wie das Auto

Oberschwaben verändert hat“

begeistern – hier kann man nicht

nur in einem Kleinwagen von

1966 Platz nehmen, sondern sich

auch mit eigenen Erinnerungen

einbringen.

Oberschwäbisches

Museumsdorf Kürnbach

Griesweg 30

D-88427 Bad Schussenried

www.Museumsdorf-Kürnbach.de


FREIZEIT 45

VOLLDAMPF AM SEE

Mit einem imposanten Dampfzug reisen,

sich von einem Schnauzen-Postauto

chauffieren lassen und an Bord eines

eleganten Schiffes über den Bodensee

gleiten: Oldtimerfans können im Mai

verschiedene Verkehrsmittel miteinander

kombinieren und so auf reizvolle

Weise die Region erkunden.

Am Christi-Himmelfahrt-Wochenende

findet zum zweiten Mal die große

Bodensee-Fahrt mit Sonderzug-Feeling

statt, natürlich wieder in Zusammenarbeit

mit „ZRT Bahnreisen“, die als Bahnreisespezialisten

die Logistik stemmen.

Ein Sonderzug, der von der beeindruckenden

Dampflok 01 202 des Vereins

Pacific gezogen wird, fährt dazu von

Lyss und Basel nach Romanshorn.

Die Fahrten mit historischen Verkehrsmitteln

können in verschiedenen

Kombinationen gebucht werden. Die

Dampflok 01 202 wird den Sonderzug

auf der Strecke Romanshorn – Kreuzlingen

– Weinfelden – Wil – St. Gallen –

Romanshorn ziehen. Wegen bürokratischer

Hürden fährt der Zug jedoch

nicht auf österreichischer und deutscher

Seite weiter. Gäste aus Österreich

können mit dem Schiff nach Romanshorn

fahren, deutsche Gäste mit der

Fähre nach Romanshorn übersetzen.

Dort besteht die Möglichkeit zu Fahrten

mit dem Dampfzug, dem Postauto,

dem historischen Dampfschiff Hohentwiel

oder dem eleganten Art Deco Motorschiff

Österreich. (rue)

14. + 15.05. | Eintägige Fahrten

13. - 16.05. | Mehrtägiges Programm

www.zrt.ch, www.arbon-classics.ch

ADHOC: FILM LÄUFT!

Aufgeben ist keine Option: Der Bundesrat hat Mitte April gelockert,

und das 24. Pink Apple Filmfestival ist bereit! Das

schwullesbische+ Filmfestival findet 2021 als Kurzversion

vom 07. bis 09. Mai in Zürich und Frauenfeld statt. Im Fokus

stehen die Sportwelt mit Blick auf trans- und intersexuelle

Menschen, das 50. Jubiläum der Einführung des schweizweiten

Stimm- und Frauenwahlrechts, 40 Jahre Aids/HIV sowie

eine Retrospektive zu René Hubert. Als besonderes Highlight

werden im Anschluss monatlich im Rahmen von „Uto goes

Pink!“ Festivalfilme bis in den Herbst gezeigt, bevor das Festival

im Oktober offiziell mit der Preisverleihung des Pink Apple

Festival Awards 2021 an Eytan Fox endet. Dieser steht seit

mehr als 20 Jahren für das schwule israelische Kino – sein

Film „Sublet“ #1# wird als Schweizer Premiere gezeigt.

Nachträglich wird auch Ulrike Ottinger als Preisträgerin

des Pink Apple Festival Awards 2020 geehrt. (bz)

24. Pink Apple Filmfestival

07.–09.05.

Zürich und Frauenfeld

www.pinkapple.ch


EUR 6,50

SFR 7,00

46

FREIZEIT

TRAUMzeit

Das größte regionale Hochzeitsmagazin Ausgabe 2019/20

Geheimtipps

Messen

Tipps für die

nachhaltige

Hochzeit

zeit

kostenlos

STYLED

SHOOTING:

Feiern im

Grünen

akzent

seeclassics

DAS MAGAZIN FÜR DIE SCHÖNSTE OLDTIMER-REGION

DAS MAGAZIN FÜR DIE SCHÖNSTE OLDTIMER-REGION

BODENSEE

2015/16

ZF

INSIDE

100

JAHREZF

ZAHNRADFABRIK

FRIEDRICHSHAFEN

TRAUMPAARE

BOHO, ELEGANT

ODER URBAN

ALLES FÜR DIE HOCHZEIT

TRAUMBILDER VON TRAUMANBIETERN

Zu Lande, zu Wasser

und in der Luft

MENSCHEN, MACHER & GESCHICHTE(N)

MIT JAHRESKALENDER

ZUM HERAUSNEHMEN


Dani Felber: Wie der Ermatinger

Startrompeter aus der Not eine

gute Note macht

GLORIA

Konstanz: Goldener Herbst mit Feierabendmarkt

& grenzübergreifendem Genuss

AUSGEWÄHLTES IN

Ermatingen,

Gottmadingen-Bietingen,

Horn, Konstanz, Lindau,

Singen, Stockach,

Tägerwilen, Volketswil

akzent_2020-10_schön+gut.indd 1 16.09.20 16:30

FOTO-AUSSTELLUNG

von Ulrike Sommer

und Michael Schrodt

5.9. – 30.11.2019

il Boccone

Bodanstraße 20-26

Konstanz

2020_LERNEN-was-mich begeistert.indd 1 07.01.20 15:13

2018_SmileGuide.indd 1 14.05.18 14:54

Keir Townsend

Zeitgemäss

klassisches Design

Contemporary

Classic Design

IWC

Am Puls der Zeit

In Touch with the Times

Pop-up-Stores

Kreativ, trendy,

temporär

Pop-up Stores

Creative, Trendy,

Temporary

Ibiza Polo Club

Passion und

Authentizität

Passion and

Authenticity

Die Kunst des

Paco Sanguino

The Art of

Paco Sanguino

Weingüter als

Investments

Vineyards as Investment

Nicht einsam,

sondern gemeinsam

– mit KENSINGTON

Not Alone, but Together

– with KENSINGTON

Exklusive

Wohnträume

Finest Properties

by KENSINGTON

powered by

Starke Teams_2020.indd 1 13.02.20 17:19

FREIZEIT 47

AKZENT IST

MEHR.

SCHÖN GUT

DAS FACHMAGAZIN FÜR ALLES SCHÖNE+GUTE IN DER REGION

HERBST +

WINTER 2020

RAUMSINGEN

Das Magazin der Baugenossenschaft Oberzellerhau - Singen

Ausgabe Nr. 11 | Herbst-Winter 2020

GLANZ

Bad Horn: Das schönste & größte Hotel

der Ostschweiz in neuem Glanz

mi(e)teinander

leben

SEE

MÄNNER

MÄNNER UND MACHER AM BODENSEE | 2019

SMILEGUIDE

STARKE

TEAMS

SEEMÄNNER

TRENDSEE 2019

TRENDSEE 2018

EINFACH SCHÖNER

LÄCHELN!

Eine Auswahl empfehlenswerter Praxen, Zahnärzte, Implantologen,

Oralchirurgen und Dentallabors vom Bodensee bis Oberschwaben

TRENDSEE 2020

Die Top-Teams

vom Bodensee

LERNEN

AUSGABE

was mich begeistert!

AUSGABE

2020

DIE SPANNENDSTEN

FORTBILDUNGEN

IM LANDKREIS KONSTANZ

ONLOCATION

LIFESTYLE – PEOPLE – BUSINESS – REAL ESTATE

LIFESTYLE

PEOPLE

BUSINESS

REAL ESTATE

FERNANDO

PARRADO

AUFSTIEG

NACH ABSTURZ

RISE AFTER CRASH

BALD

AUCH IHR

MAGAZIN?

www.fortbildung-bw.de

im Kreis Konstanz

RUND UM DEN SEE.

UND ONLINE.

WWW.AKZENT-MAGAZIN.COM


48

KULTUR

SCHATZKAMMERN

VOLLER

GESCHICHTEN

Welch ein kultureller Schatz! Rund um den Bodensee gibt es eine ausgesprochen

reichhaltige und lebendige Museumslandschaft. Trotz aller Unwägbarkeiten, die

die Corona-Pandemie mit sich bringt, planen die Museen vielfältige Ausstellungen

und Aktivitäten für den Sommer.

Viele Häuser haben neue Konzepte entwickelt,

kreative Ideen umgesetzt und digitale

Angebote geschaffen, um ihre Geschichten

zu Kunst, Kultur und Technik zu erzählen.

VON RUTH EBERHARDT

Die akzent-Redaktion hat sich einen Überblick verschafft

und festgestellt: Es gibt so viele interessante Museen in der

Bodenseeregion, dass es schwerfiel, für die folgenden Seiten

eine Auswahl zu treffen. Deshalb sind die genannten

Beispiele vor allem eine Einladung an alle Leserinnen und

Leser, selbst auf Erkundungstour zu gehen. Ob die Museen

ihre Ausstellungen wie geplant zeigen können, hängt

natürlich von den Corona-Entwicklungen ab. Deshalb sollten

sich Interessierte vor einem Besuch unbedingt auf den

Homepages der Museen nach Details erkundigen.


KULTUR 49

KUNST BIS IN DIE

GEGENWART

Das Kunstmuseum Singen

präsentiert moderne und

zeitgenössische Kunst aus

dem deutschen Südwesten.

Falls es die Corona-Pandemie

zulässt, zeigt es im Sommer

die Sonderausstellung

„Schaut her! Toni Schneiders“(20.06.–19.09.).

Er war

ein stilprägender Meister der

Nachkriegsfotografie, lebte

viele Jahre in Lindau und

zeigte seine letzte Ausstellung

2006 im Kunstmuseum

Singen. Dieses hat die Lockdown-Zeiten

insbesondere

für die Pflege der eigenen

Sammlung genutzt.

Das Kunsthaus Bregenz

setzt seine Schwerpunkte auf

die österreichische Gegenwartskunst

und Architektur.

Oft präsentiert es international

beachtete Künstler.

Aktuell sind Arbeiten von

Pamela Rosenkranz unter

dem Titel „House of Meme“

zu sehen (bis 04.07.).

Grace Weaver, lust for lite, 2015, Öl auf Leinwand, 200 x 240 cm, Privatsammlung, © Grace Weaver, Foto: Roman März,

Courtesy Soy Capitán, Berlin

Das Kunstmuseum Ravensburg konzentriert sich ebenfalls auf moderne und zeitgenössische

Kunst. Unter dem Titel „Auszeit. Von Pausen und Momenten des Aufbruchs“ sind derzeit Werke

verschiedener Künstler vom Expressionismus bis in die Gegenwart zu sehen (bis 11.07.). Im

digitalen Bereich des Museums stechen Online-Workshops hervor.

Marc Chagall, Nelkenstrauß

mit Liebespaar

in Grün, 1950, Gouache,

Pastell, Öl und Pinsel

und Tusche auf Papier,

Privatbesitz Marc Chagall

© VG Bild-Kunst,

Bonn 2021

Das Würth-Haus Rorschach

zeigt zeitgenössische Kunst.

Basis aller Aktivitäten ist die

18.300 Werke umfassende

Sammlung Würth. Die neue

Hauptausstellung „Lust auf

mehr“ präsentiert Neuerwerbungen

von Gegenwartskunst

(bis Februar

2023). Zusätzlich sind im

Sommer zwei Sonderausstellungen

sowie kleinere

Veranstaltungen geplant.

Im digitalen Bereich gibt es

unter anderem einen Audioguide

online, Social-Media-

Aktivitäten und Bastelvideos

für Kinder.

STÄDTISCHE MUSEEN

Die städtischen Museen in

Konstanz bieten bereits seit

einem Jahr den „Digitalen

Kulturgenuss“ unter anderem

mit Videoclips zu Bildund

Objektbetrachtungen

oder zur Stadtgeschichte

an. Zudem gibt es Kreativtipps

für Groß und Klein.

In den Museen selbst sind

mehrere Sonderausstellungen

geplant. So zeigt das

kunst- und kulturgeschichtliche

Rosgartenmuseum

„Idyllen zwischen Berg

und See“ (29.06.2021–

09.01.2022). Die städtische

Wessenberg-Galerie

präsentiert derzeit „Form

und Freiheit. Von der

Das Kunstmuseum Thurgau

in der Kartause Ittingen beherbergt

eine eindrucksvolle

Sammlung Naiver Kunst.

Für diesen Sommer plant

das Museum unter anderem

Ferienaktionswochen für

Kinder und Erwachsene in

kleinen Gruppen. Auf der

Website regt die „Kunst-

WerkStatt“ dazu an, zu Hause

mit Alltagsgegenständen

kreativ tätig zu werden.

Foto: Achim Mende

Das Kunstmuseum Lindau bietet jedes Jahr eine

große Sonderschau zur Klassischen Moderne, diesmal

„Marc Chagall – Paradiesische Gärten“ (01.05.–31.10.).

Die Lindauer Antwort auf Corona ist ein modernes

Reservierungssystem für den Museumsbesuch. Der

Titel der Chagall-Ausstellung knüpft an die bayerische

Landesgartenschau an, die in diesem Sommer in Lindau

geplant ist.

Die Vebikus-Kunsthalle

Schaffhausen versteht sich

als Plattform für eine künstlerische

Auseinandersetzung

mit experimentellem

Charakter. Der Trägerverein

plant für dieses Jahr

mehrere Ausstellungen. Die

Kunsthalle hat die Lockdown-Zeiten

mit virtuellen

Führungen überbrückt.

Das städtische Museum Überlingen ist eines der ältesten und

größten kulturhistorischen Museen des Bodenseeraums und

gibt einen Überblick über 6000 Jahre Kulturgeschichte und

Kunst. Zudem beherbergt es die größte Puppenstubensammlung

Deutschlands. Die städtische Galerie Überlingen zeigt

derzeit 360-Grad-Fotografien von Achim Mende unter dem Titel

„Crazy Little Planet“ (bis 10.10.).


50 KULTUR

Der Friedensnobelpreisträger Henry Dunant (1828–1910) gilt als Begründer der Internationalen

Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Seinen Lebensabend verbrachte

er im Dorf Heiden, das auch für seine Zahnradbahn nach Rorschach bekannt ist. Das

Henry-Dunant-Museum schließt am 27. Juni für zwei Jahre, um die Räume umzubauen.

Während dieser Zeit sind in der Dunant-Plaza, einer großen Glas-Veranda, wechselnde

Ausstellungen vorgesehen, zunächst zum Thema „Fairplay“.

Figur zur Abstraktion“ (bis

05.09.) und danach „Robert

Weise. 1870–1923. Natur

und Salon“ (18.09.2021–

09.01.2022). Im Bodensee-

Naturmuseum geht es demnächst

um „Schätze unter

dunklem Tann – Minerale

des Schwarzwalds für Kinder

und Junggebliebene“.

Foto: Dunant-Museum

Ebenfalls in Gaienhofen

lebte der Literaturnobelpreisträger

Hermann Hesse

(1877–1962). Das nach ihm

benannte Hermann-Hesse-

Museum gewährt Einblicke

in sein Leben sowie in die

Literatur- und Künstlerlandschaft

der Höri.

Die Dauerausstellung

„Johannes Hus – Mut zu

denken, Mut zu glauben,

Mut zu sterben“ im Hus-

Haus in Konstanz widmet

sich dem Leben, Werk, Märtyrertod

und Vermächtnis

des tschechischen Gelehrten

und Reformators Johannes

Hus. Er musste seine

Lehre vor dem Konstanzer

Konzil verteidigen, wurde

jedoch als Ketzer am 6. Juli

1415 zum Tode auf dem

Scheiterhaufen verurteilt.

Das Napoleonmuseum

Thurgau im Schloss

Arenenberg ist das einzige

deutschsprachige Museum

zur napoleonischen Geschichte.

Anlässlich des 200.

Todestages Napoleons I am

5. Mai 1821 befasst sich eine

Sonderausstellung mit ihm

(11.05.–24.10.).

Die Dichterin und Komponistin

Annette von

Droste-Hülshoff (1797–1848)

lebte unter anderem auf der

Meersburg. Hier sind ihre

Wohnräume erhalten. Auch

das Museum im Fürstenhäusle

Meersburg erinnert

an sie.

TECHNIK UND

FAHRZEUGE

Das Zeppelin Museum in

Friedrichshafen, das die

weltweit größte Sammlung

zur Luftschifffahrt sowie

eine Kunstsammlung beherbergt,

feiert dieses Jahr

sein 25-jähriges Bestehen.

Es beschenkt sich und sein

Publikum mit einer neuen

Mediaguide-App. Gefeiert

werden soll das Jubiläum

vom 2. bis 4. Juli. Als

Antwort auf Corona wurde

die digitale Sammlung

erweitert, es gab gestreamte

Live-Führungen und einen

Podcast. Für Kinder wurde

ein QR-Code-Rundgang

entwickelt. Doch das

Zeppelin Museum denkt die

Verzahnung digitaler und

analoger Angebote noch

deutlich weiter: Als eines

der ersten Häuser eröffnet

es eine Ausstellung vorab im

digitalen Raum, um einen

Ort zum Austausch und für

weiterführende Debatten

zu schaffen. Dieser digitale

Prolog zu „Beyond States.

Über die Grenzen von

Staatlichkeit“ startet im

September.

Der Luft- und Raumfahrtgeschichte

hat sich auch das

Dornier-Museum in Friedrichshafen

verschrieben. Unter

den Exponaten befinden

sich zwölf Originalflugzeuge,

sieben Stücke aus der Raum-

Das städtische Museum

Engen mit Galerie konzentriert

sich auf zeitgenössische

Kunst. Das Stadtmuseum

Lindau ist derzeit wegen Umbauarbeiten

geschlossen.

BERÜHMTE

MENSCHEN

Die Bodenseeregion war oft

Heimat, Zufluchtsort oder

Lebensstation von berühmten

Persönlichkeiten.

Manchen sind sogar Museen

gewidmet. So befindet sich

das Museum Haus Dix im

ehemaligen Atelier- und

Wohnhaus des Malers

Otto Dix (1891–1969) in

Gaienhofen-Hemmenhofen

auf der Halbinsel Höri. Es

zeichnet Leben und Werk

des Künstlers nach und zeigt

derzeit ausgewählte Werke

unter dem Titel „Allzumenschliches

– Otto Dix und

das Porträt“ (bis 31.10.).

Das Auto & Traktormuseum Uhldingen-Mühlhofen ermöglicht eine Reise durch mehr als 100

Jahre Stadt- und Landleben. Im Mittelpunkt stehen 350 Automobile, Motorräder und Traktoren.

Für 2021 ist die Sonderausstellung „Besondere Kleinwagen und einzigartige Sportwagen der

Nachkriegszeit von 1950 bis 1970“ geplant. Außerdem gibt es im August jeden Sonntag Vorführungen

zum Handwerk und Leben in früheren Zeiten.

Foto: Auto & Traktor Museum Uhldingen-Mühlhofen


KULTUR 51

Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg

Das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg zeigt demnächst die neue Sonderausstellung: „Magisches Land – Kult der Kelten in Baden-

Württemberg“ (24.07.2021–09.01.2022) unter anderem mit dem berühmten Trichtinger Ring. Auch das für den 25. Juli geplante Sommerfest steht im Zeichen

der Kelten. Einen spielerischen Zugang zu geschichtlichen Themen ermöglicht zudem die beliebte Schau „Archäologie & Playmobil“ mit rund 3000 Playmobilfiguren.

Der neue Garten des Museumscafés lädt ab dieser Saison zum Verweilen ein. Auf seinem Instagram-Kanal werden unter anderem Geschichten

von Exponaten erzählt, Videos von Ausgrabungen gezeigt und wöchentliche Live-Führungen ermöglicht.

fahrt und zwei Nachbauten

der Flugzeuge Dornier Merkur

und Dornier Wal.

MAC Museum Art & Cars

in Singen schafft eine

Synthese zwischen Kunst,

Automobil und Architektur.

Zwei Museumsgebäude

bieten Raum für Wechselausstellungen.

Die Autobau Erlebniswelt

in Romanshorn präsentiert

in fünf Ausstellungshallen

rund 100 spektakuläre Rennautos,

Straßensportwagen,

Klassiker und Oldtimer. Hier

sind auch digitale Events

und virtuelle Rundgänge

möglich.

Das Saurer Museum

Arbon zeigt Nutzfahrzeuge,

Motoren sowie

Stick- und Webmaschinen

aller Generationen. Auch in

der Museumswerkstatt ist

immer etwas los; zurzeit ist

dort ein Postauto von 1936

zerlegt. Während des Lockdowns

haben die Stickerei-

Experten des Trägervereins

eine für Mechanik-Freunde

spannende Ausstellung mit

Fädelmaschinen aufgebaut.

GESCHICHTLICHES

UND KULTUR-

HISTORISCHES

Viele Museen ermöglichen

eindrucksvolle Zeitreisen

in die Vergangenheit.

Das Humpis-Quartier in

Ravensburg ist eines der

besterhaltenen spätmittelalterlichen

Wohnquartiere in

Süddeutschland. In fünf Gebäuden

lädt dieses Museum

zu einer Reise durch 1000

Jahre Stadtgeschichte ein.

Die nächste Sonderausstellung

heißt: „Ausgrenzung

und Verfolgung. Ravensburger

Sinti im Nationalsozialismus“.

Effektiv

genutzt hat das Museum

die Zeit der coronabedingten

Einschränkungen: Es

baute unter anderem seine

Präsenz auf Social-Media-

Kanälen aus und konzipierte

einen Rundgang speziell für

Menschen mit Sehbehinderungen.

Das historische und Völkerkundemuseum

St. Gallen

feiert in diesem Jahr sein

100-jähriges Bestehen. Es

versteht sich als Plattform

für Kultur- und Kunstgeschichte,

Ethnologie und

Zeitgeschichte.

Das Pfahlbaumuseum

Unteruhldingen zeigt als

archäologisches Freilichtmuseum

mit Nachbauten

von Pfahldörfern sehr anschaulich,

wie die Menschen

in der Stein- und Bronzezeit

gelebt haben.

Noch mehr Informationen

über die aktuellen Aktivitäten

von Museen am

Bodensee gibt es unter

www.akzent-magazin.com

und auf den Seiten 10, 12,

36 und 52 dieser Ausgabe.

Foto: Vorarlberg Museum / Nino Malfatti

Das Vorarlberg Museum widmet sich kunst- und kulturgeschichtlichen Zeugnissen. Im

Sommer feiert es einen der Pioniere des modernen Bauens in Vorarlberg, den 89-jährigen

Architekten Karl Sillaber (26.06.2021–09.01.2022). Darüber hinaus zeigt der Tiroler Maler

Nino Malfatti großformatige Bilder der Tiroler und Vorarlberger Bergwelt. Während der

Lockdowns hat das Vorarlberg-Museum Teile der Sammlung digital zugänglich gemacht,

ein virtuelles Auswanderer-Museum online gestellt und die Sammlung um Corona-Beiträge

erweitert.


52

KULTUR

Anzeige

Foto: Historisches und Völkerkundemuseum

100 JAHRE

VOLLER

ENTDECKERGEIST

Manchmal muss Gold dabei

sein, wenn es etwas Besonderes

zu würdigen gibt. Mit Goldfolie

sind deshalb die sechs mächtigen

Säulen an der Eingangsfassade des

Historischen und Völkerkundemuseums

St. Gallen eingefasst.

Der Anlass: Das Museum besteht

seit 100 Jahren. Zum Jubiläum

ermöglicht es viele Entdeckungen

und zeigt zudem die größte und

aufwendigste Sonderausstellung

in seiner langen Geschichte:

„Klimt und Freunde“.

VON RUTH EBERHARDT


KULTUR 53

Das Historische und Völkerkundemuseum

(HVM) im St. Galler Stadtpark

war das letzte Großprojekt des Stickereibooms.

Zwei Vereine legten den

Grundstein für die Sammlung, viele St.

Galler Handwerker und Kunstschaffende

wirkten an der Ausgestaltung des

Hauses mit. Am 31. März 1921 wurde

es eröffnet. Seither hat sich in der

Museumswelt vieles verändert. Das

HVM ist aber ein Anziehungspunkt

geblieben. Bis zum Jahresende will es

nun kräftig glänzen – nicht nur mit

goldenen Säulen, sondern vor allem

mit einem hochkarätigen Jubiläumsprogramm.

Kostbares, Lustiges

und Gruseliges

Weltkulturen und Lokalgeschichte sind

im HVM unter einem Dach vereint.

Die Sammlung umfasst rund 70.000

Objekte – eine wahre Schatzkammer!

Wenngleich nur ein Teil davon ausgestellt

werden kann, weckt diese Fülle

doch den Entdeckergeist. Genau darauf

zielt die Jubiläumsausstellung „Entdeckungen

– Highlights der Sammlung“

ab (29.05.2021–27.02.2022). Es geht

um die Leidenschaft des Sammelns,

um Neugier, Forscherdrang und Freude

an Dingen mit einer besonderen

Ausstrahlung und Geschichte. Die

Besucherinnen und Besucher entscheiden

selbst, was sie entdecken möchten:

Sind es die ältesten oder kostbarsten

Stücke? Raritäten oder besonders schöne

Dinge? Lustiges oder Gruseliges?

Die Türen öffnen sich in verschiedene

Richtungen.

Klimt und der Jugendstil

Bereits eröffnet worden ist die große

Sonderausstellung „Klimt und Freunde“

(bis 25.07.). Das HVM beleuchtet

damit das Wiener Kunstschaffen um

1900. In der letzten Phase des österreichisch-ungarischen

Kaiserreichs

gehörte Wien zu den Metropolen Europas

und war ein Zentrum der Wissenschaften,

Musik, Literatur, Architektur

und bildenden Künste. Der österreichische

Ausnahmekünstler Gustav Klimt

(1862–1918) steht wie kein zweiter für

Jugendstil, Ornament und Eros. Er ist

berühmt für sein allegorisches Werk,

seine prachtvollen Bildnisse für die

gehobene Wiener Gesellschaft und

seine Landschaften. Die Ausstellung

zeigt dank vieler Leihgaben, wie er

und seine Weggefährten das Kunstgeschehen

jener Zeit prägten. Gleichzeitig

zieht sie Parallelen zu St. Gallen,

damals eine boomende Stickerei-Stadt

mit einem ebenfalls regen Kunst- und

Kulturleben. Ganz nebenbei beleuchtet

sie damit auch die Entstehungszeit des

HVM.

Feiern und schmökern

In Corona-Zeiten ist es natürlich

schwierig, ein Jubiläumsfest zu planen.

Am Wochenende des 19. und 20.

Juni soll jedoch der rote Teppich ausgerollt

werden. Das Museum lädt zum

Geburtstagsfest ein unter dem Motto:

„Willkommen 1921!“ Auf Spaziergängen

durchs Haus können die Gäste einen

Blick zurück in die 1920er-Jahre

werfen. Vor dem Museum und im

Innenhof sind historische Attraktionen

zu bestaunen. Und es gibt – mit

Abstand – genügend Festbänke, um

bei einer kleinen Erfrischung in Erinnerungen

zu schwelgen. Der Eintritt

ist frei.

Zum Jubiläum erscheinen zudem

zwei Publikationen: Das Buch „Objektwelten

– 100 Entdeckungen“ präsentiert

100 ausgewählte Museumsstücke

aus allen vier Abteilungen: Archäologie,

Geschichte, Weltkulturen und

Kindermuseum. Sie spannen einen Bogen

vom ältesten Fund aus dem Kanton

St. Gallen bis zum wertvollen Kultobjekt

aus Afrika. Das Buch „Museumswelten

– 100 Jahre HVM“ erinnert

an die Entstehung der Sammlungen,

erzählt Museumsgeschichten, stellt

Menschen vor, schildert ihre vielfältige

Arbeit hinter den Museumskulissen

(beides im Verlag FormatOst, erhältlich

ab 28.05.).

Historisches und

Völkerkundemuseum St. Gallen

Museumstr. 5

CH-9000 St. Gallen

+41 (0)71 242 06 42

www.hvmsg.ch, www.mcmxxi.ch


54

KULTUR

Anzeige

GESCHICHTE

UND

BEGEGNUNG

Das Vinorama in Ermatingen mit Cafeteria und

Shop hat nun geöffnet und lädt zum Besuch

seiner Ausstellungen und Veranstaltungen ein.

Der stattliche Geschäfts- und Wohnsitz der

Familie Ammann, Weinbau und Weinhandel,

ist seit 2003 Museum. Das Gebäudeensemble

umfasst das Haupthaus „Phönix“ und die „Remise“,

das „Wöschhüsli“ und den Park. Im ehemaligen

Wohnhaus erleben die Besucher „Wohnen

um 1900“ und in der Remise, einst Pferdestall,

erhält man Einblick in die Geschichte des Weinbaus

und die gesellschaftliche Entwicklung am

See. Immer wieder finden auch Sonderausstellungen

zu regionalen Themen statt.

In der Cafeteria werden die Gäste mit Kaffee

und Kuchen verwöhnt. Im Vinorama stehen

zudem verschiedene stimmungsvolle Räume

für private und geschäftliche Anlässe zur Verfügung,

die je nach Nutzung von 6 bis zu 60

Personen fassen.

Neben kulturellen sind auch kulinarische

Veranstaltungen ein wichtiger Bestandteil des

Gesamtangebots, spielen doch der Wein und die

historische Kochbuchsammlung im Vinorama

eine bedeutende Rolle. Es finden regelmäßig

Weindegustationen und öffentliche Führungen

statt, die auch individuell gebucht und zum

Beispiel mit einem Apéro verbunden werden

können. Als Mitglied in der Vereinigung der

Freunde des Vinorama Ermatingen wird man

VERANSTALTUNG

Am 9. Mai gibt es um 17 Uhr die Veranstaltung

„Eine Liebelei so nebenbei“ mit Liedern der

20er- und 30er-Jahre, mit Reto Knöpfel (Bassbariton)

und Andrea Wiesli (Klavier). Eine Anmeldung

unter www.vinorama-ermatingen.ch

ist erforderlich.

regelmäßig informiert und einmal im Jahr zur

Mitgliederversammlung mit Speis und Trank

eingeladen. Die Öffnungszeiten sind Samstag

und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Vinorama

Hauptstrasse 62, CH-8272 Ermatingen

www.vinorama-ermatingen.ch

EINZIGARTIG

INTIME EINBLICKE

Das Museum im Lagerhaus zeigt die Dialogausstellung „Durch die Linse –

Fotografien aus dem Psychiatriealltag“ (Foto) und „Living Museum Wil –

Tagträume“ . Künstler Willi Keller (*1944) fotografiert den Alltag der

Psychiatrischen Klinik Burghölzli um 1970 als Pfleger; Industriefotograf

Roland Schneider (*1939) dokumentiert die Psychiatrische Klinik Solothurn

1987 als Patient. Der Blick durch die Linse ist direkt, aber nicht voyeuristisch,

sondern zugewandt und nah am Menschen. Im Dialog dazu

aktuelles künstlerisches Schaffen aus dem Living Museum Wil: Fotoporträts

als Bild vom Patienten sowie Patient*innen als Bildschaffende. (bz)

bis 11.07.

CH-9000 St.Gallen

www.museumimlagerhaus.ch

Foto: Roland Schneider

NATURLIEBHABER

Die Ausstellung „Zwischen

Bodenhaftung und Reiselust“

im Museum kunst + wissen

in Diessenhofen in Zusammenarbeit

mit dem Kunsthaus

Elsau zeigt die umfangreiche

Sammlung an Werken von

Fritz Preisig (1903–1991). Der

Winterthurer Maler war ein

großer Naturliebhaber. Als geduldiger

Beobachter gelang es

ihm, die Natur in akribisch genauen

Zeichnungen, farblich

fein nuancierten Ölgemälden

und zauberhaften Aquarellen

auf Seide akkurat wiederzugeben.

Neben Reisen durch die

USA, Nordafrika und Europa

durchstreifte er auch seine

Heimat auf der Suche nach pittoresken

Motiven.

bis 13.06.

Museum kunst+wissen

Museumsgasse 11

CH-8253 Diessenhofen

www.diessenhofen.ch/museum


KULTUR 55

Anzeige

VISUELLE

VIELSTIMMIGKEIT

Mit der Ausstellung „Spiegel zum Hof“ widmet sich der Kunstverein

Konstanz einer neuen Generation von Künstler*innen, die an der Staatlichen

Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Professorin

Ricarda Roggan studiert. In den Seminaren wird eine eigenständige

Sprachlichkeit entwickelt. Die Arbeiten der Schüler*innen befragen

unter anderem das fotografische Material, und ihre Antworten führen

nicht selten in neue Formenvokabulare. Die 14 verschiedenen Positionen,

bestehend aus Fotografien, Videos und Skulpturen, sind zum Teil

eigens für diese Ausstellung entstanden. Sie betonen die Vielstimmigkeit

und den Wandel des fotografischen Mediums. Ihr Zusammenspiel

eröffnet einen neuen Blick, sowohl auf die unterschiedlichen Gebrauchsweisen

des fotografischen Materials und der Motivik als auch

auf die Haltung der dahinterstehenden Künstler*innen. Ergänzt wird

die Schau durch Kurzfilme, Diskussionsrunden sowie ein Gespräch zur

Kunst mit Ricarda Roggan und ihrer Klasse.

Jan Hottmann. Me As CC. 2019

15.05.–11.07.

Kunstverein Konstanz

D-78462 Konstanz

www.kunstverein-konstanz.de

SPIE

GEL

ZUM

HOF

Ricarda Roggan

& die Klasse für Fotografie

15.05. – 11.07.2021

im Kulturzentrum am Münster

Wessenbergstraße 39 / 41

T + 49 (0) 75 31 / 22 341

www.kunstverein-konstanz.de

Di - Fr / 10 - 18 Uhr

Sa - So / 10 - 17 Uhr

Christine Aebischer

Jump in

Ausstellung: 30. Mai bis 27. Juni 2021

Vernissage (im Garten): Sonntag 30. Mai 2021, 10:30 Uhr

Die Künstlerin ist ausserdem anwesend am So 13. und

So 27. Juni 2021 von 14–17 Uhr.

Weitere Termine nach Vereinbarung.

Mayer’s Kulturbad

Kastaudenstrasse 11, 8590 Romanshorn

www.schneider-history.ch/hallenbadevents


56

KULTUR

Hermann der Krumme oder die Erde ist rund – Sommer 2020 | Foto: Theater Konstanz/Ilja Mess

FREILUFT-

VORHANG AUF, BITTE!

Mit dem Spielzeitmotto EINMAL WELT, BITTE! startete

das Theater Konstanz im September 2020 in die neue

Spielzeit. Das Team um die neue Intendantin Karin Becker

konnte allerdings nur wenige Stücke zeigen, bevor sich im

November coronabedingt der Vorhang schloss. Nach Monaten

im Lockdown ist die Sehnsucht nach Kultur erleben

jetzt umso größer. Sowohl beim Publikum als auch bei den

Kreativen und Machern. Und wo könnte das derzeit eher

möglich sein als unter freiem Himmel an frischer Luft.

Gut, dass das Theater Konstanz den Münsterplatz seit 2012

jährlich in eine fantastische Bühne verwandelt – ein ganz

besonderes Erlebnis. In diesem Jahr werden dort erstmals

zwei Stücke gezeigt.

Münsterplatz Open Air

Den Anfang macht ab 8. Mai George Orwells „Farm der

Tiere“. Das Junge Theater zeigt die Satire über den Aufstand

der Tiere, die sich auf alle Revolutionen anwenden lässt,

deren Motivationen ins Gegenteil kippen, weil die Machtmechanismen

auch nach der Revolution die gleichen sind …

Ab 19. Juni findet ein Shakespeare-Klassiker den Weg zum

Münsterplatz Open Air. Die Komödie „Viel Lärm um nichts“

wartet mit einem der amüsantesten Paare der Weltliteratur

auf: der schlagfertigen Beatrice und ihrem wortgewandten

Gegenspieler Benedikt. Die Lage: Als Sieger einer Schlacht

kommen Don Pedro und seine Männer nach Messina zu Leonato.

Das Fest in Sizilien kann beginnen. Der junge Claudio

verliebt sich in Hero, die Tochter des Gastgebers und die Hochzeitsvorbereitungen

starten. Währenddessen sollen Benedikt,

ein Edelmann aus Padua, und Beatrice, die Nichte Leonatos,

durch einen Trick zusammengebracht werden. Es scheint

zu gelingen. Doch einem ist das unerträglich: Don John will

Claudio und Hero entzweien und ersinnt einen hinterhältigen

Plan, der beinahe eine Tragödie auslöst und anschaulich zeigt,

wie „viel Lärm um nichts“ gemacht werden kann. (th)

ab 08.05.

Theater Konstanz

Münsterplatz, D-78462 Konstanz

+49 7531 900 2106

www.theaterkonstanz.de


Alles hier

gebacken!

seit 1736

100% bio

· Münzgasse 16/Hohenhausgasse · 78462 Konstanz · Tel. 0 75 31/239 63

aktuelle Öffnungszeiten unter www.reginbrot.de


58

KULTUR

Holobiont, Yann Marussich, Bleu Remix, Genf, 20 - 28 März 2008

LEBENSLANGE

SYMBIOSE

SPANNEND &

INDIVIDUELL

Anzeige

Das Magazin 4 Bregenz zeigt die Ausstellung „Holobiont. Life

is other“. Jeder Mensch fungiert als Wirt für eine Vielzahl von

Organismen, mit denen er ein Leben lang interagiert – etwa

Viren und Bakterien. Das macht ihn zum „Holobionten“ (griechisch

„holos“ = „gesamt“ und „bios“ = „Leben“): Der Begriff

meint Lebewesen als Gesamtheit eines biologischen Systems, das

aus einer Symbiose von Wirt (Mensch / Tier) und anderen Arten

besteht. Die teilnehmenden Kunstschaffenden zeigen einen

„Holospace“ voller heterogener Ansätze und multipler Perspektiven

für andere Blicke auf das Leben: Umwelt, Körper, Medien,

Maschinen und biologische Organismen verdichten sich in zehn

programmierten Bildräumen. (bz)

bis 20.06.

Magazin 4

Bergmannstraße 6

A-6900 Bregenz

www.bregenz.at

Ausgewähltes Kunsthandwerk,

individuell gefertigt, einmalig und

interessant wird an den Pfingstfeiertagen

in Lindau präsentiert

und verkauft. Erstmalig findet der

Kunsthandwerkermarkt auf dem

Therese-von-Bayern-Platz, direkt

neben der Inselhalle und vor den

Toren der Gartenschau statt.

Kunsthandwerkliche Gestaltung

von Haus und Garten, ungewöhnliche

Ideen aus Ton, Glas, Holz,

Metall und Beton gibt es ebenso

zu bewundern wie Rakukeramik

in überraschender Erscheinungsform,

individuell Genähtes aus Filz

und aus Wachstuch. Zudem gibt es

Schmuck in verschiedenen Formen

und Materialien – sei er aus Silber,

Gold und Edelsteinen oder auch

aus antikem Besteck, Bodenseekieseln

oder in feiner Häkelei entstanden.

Röcke, Kleider, Hemden,

Hüte und luftige Schals bereichern

das vielfältige Angebot, ebenso

wie Seifen und Wellnessprodukte,

Steinbotschaften, Klangschalen,

Instrumente aus Bambus und

Langlebiges aus Leder.

23.05., 11–19 Uhr +

24.05., 11–18 Uhr

Therese-von-Bayern-Platz

D-88131 Lindau

www.veronikabaum.de

KUNST VOM SOFA AUS

Die Kreissparkasse Ravensburg lädt zum virtuellen Rundgang

durch die aktuelle Ausstellung „Touch me“ des

Künstlers Markus Daum ein. Dabei ist eine Auswahl an

Arbeiten aus den Werkgruppen „Touch Me“, „Frühling in

Daraa“ und den Liegenden des in Berlin und Radolfzell

lebenden Bildhauers zu sehen – aufgrund der derzeitigen

Bedingungen bequem vom heimischem Sofa oder

Küchentisch aus. Und das Ganze sogar mit Begleitung:

Durch die Ausstellung, die die menschliche Existenz mit

ihren Licht- und Schattenseiten umkreist und u.a. räumliche

Zeichnungen aus Draht zeigt, führt Kultur- und

Kunstpublizist Dr. Herbert Köhler.

bis 21.05.

D-88213 Ravensburg

www.ksk-rv.de/ausstellung

René Lamb © Markus Daum / VG Bild-Kunst, Bonn 2021)


Kommen Sie an Bord der Träume!

Jetzt buchen:

Feiern Sie das schöne Leben

Wählen Sie aus vielen verschiedenen Themenfahrten. Von der traumhaften Frühstücksfahrt bis hin zum

Galadinner – wir bieten für jeden Anlass und Wunsch das richtige Arrangement. Immer mit an Bord

unsere ausgezeichnete Küche. Oder chartern Sie die Oesterreich oder Hohentwiel und begeistern Sie

Kunden, Mitarbeiter und Freunde mit dieser besonderen Location für Ihren geschäftlichen und privaten

Event. Wir beraten Sie gerne: welcome@hs-bodensee.eu, T +43 5574 63560, www.hs-bodensee.eu


Virtueller

Karriere-Tag

12. Mai 2021

16 bis 19 Uhr

Jetzt anmelden:

weingarten.ihk.de/karrieretag

Wissen, das weiterbringt.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine