29.04.2021 Aufrufe

WIKO – Wirtschaftskompass Altmühlfranken Ausgabe 2021

Die Wirtschaft ist das Rückgrat Altmühlfrankens. In der Öffentlichkeit ist aber oft gar nicht bekannt, was alles an großartigen Leistungen in den Fabrikhallen, Büros, Küchen, Ställen und Werkstätten erbracht wird. Mit unserem Wirtschaftskompass Altmühlfranken (WiKO) bieten wir eine Plattform für die Unternehmen vor Ort. Sowohl online als auch in Form eines einmal jährlich erscheinenden Hefts. Das ist nicht nur beste Werbung für die Wirtschaft, sondern auch ein Serviceangebot für die Menschen in der Region. Denn ein Stelle- und ein Ausbildungsmarkt zeigt, welche Berufe direkt vor Ort angeboten werden. Jede Ausgabe wird zudem von einem wichtigen Wirtschaftsthema geprägt, das wir mit seinen Auswirkungen auf die lokale Ebene beleuchten.

Die Wirtschaft ist das Rückgrat Altmühlfrankens. In der Öffentlichkeit ist aber oft gar nicht bekannt, was alles an großartigen Leistungen in den Fabrikhallen, Büros, Küchen, Ställen und Werkstätten erbracht wird.

Mit unserem Wirtschaftskompass Altmühlfranken (WiKO) bieten wir eine Plattform für die Unternehmen vor Ort. Sowohl online als auch in Form eines einmal jährlich erscheinenden Hefts. Das ist nicht nur beste Werbung für die Wirtschaft, sondern auch ein Serviceangebot für die Menschen in der Region. Denn ein Stelle- und ein Ausbildungsmarkt zeigt, welche Berufe direkt vor Ort angeboten werden. Jede Ausgabe wird zudem von einem wichtigen Wirtschaftsthema geprägt, das wir mit seinen Auswirkungen auf die lokale Ebene beleuchten.

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www.wiko-wug.de<br />

WIRTSCHAFTSKOMPASS<br />

ALTMÜHLFRANKEN<br />

<strong>Ausgabe</strong> <strong>2021</strong><br />

<strong>WIKO</strong><br />

Regionale<br />

Wirtschaftsthemen<br />

Wirtschaftsporträts<br />

Jobbörse<br />

Kirchweihkalender<br />

2018


Behind The Scenes<br />

Alle Bilder und ihre Geschichten auf wiko_altmuehlfranken <strong>Wirtschaftskompass</strong> <strong>Altmühlfranken</strong>


<strong>WIKO</strong><br />

Aus der<br />

Region,<br />

für die<br />

Region<br />

Manuel Westphal<br />

Landrat des Landkreises<br />

Weißenburg-Gunzenhausen<br />

Vor Ihnen liegt die zweite <strong>Ausgabe</strong><br />

des <strong>Wirtschaftskompass</strong>. Für mich<br />

spiegelt das hochwertige Magazin<br />

eines ganz klar wider: „Aus der Region,<br />

für die Region!“ Rund um unsere<br />

heimische Wirtschaft finden sich im<br />

<strong>Wirtschaftskompass</strong> interessante Informationen<br />

und Berichte. Der <strong>WIKO</strong><br />

hat sich seit seinem ersten Erscheinen<br />

im vergangenen Jahr zu einem starken<br />

Partner der Betriebe entwickelt. Ich<br />

hoffe, dass dieser erfolgreiche Weg<br />

auch im Jahr <strong>2021</strong> fortgesetzt werden<br />

kann.<br />

Denn eins ist uns allen klar: Wir müssen<br />

<strong>–</strong> um weiterhin als Region erfolgreich<br />

zu sein <strong>–</strong> neue und andere<br />

Wege gehen als in den vergangenen<br />

Jahren. Die Corona-Pandemie und ihre<br />

Auswirkungen, die wir sicher teilweise<br />

auch erst in den nächsten Jahren<br />

spüren werden, haben uns das nachdrücklich<br />

gelehrt.<br />

So bin ich froh, dass wir im Landkreis<br />

Weißenburg-Gunzenhausen<br />

bereits noch<br />

vor der Corona-Pandemie<br />

unser Online-Portal www.<br />

in-altmuehlfranken.de starten<br />

konnten. Während der<br />

Pandemie konnten unsere aktiven<br />

Händler trotz Lockdown<br />

ihre Produkte über das Portal<br />

bewerben und verkaufen. Wir<br />

hoffen, dass in Zukunft noch<br />

viele weitere Betriebe das On-<br />

line-Portal für sich entdecken und wir<br />

so einen regionalen Online-Marktplatz<br />

entwickeln können.<br />

Ebenso wichtig war im vergangenen<br />

Jahr die Vorstellung unseres<br />

<strong>Altmühlfranken</strong>-Gutscheins. Der<br />

landkreisweite Gutschein wurde in<br />

den vergangenen Monaten bereits<br />

sehr gut angenommen und hat sich<br />

gut etabliert. Der Gutschein ist sowohl<br />

online als auch in Papierform erhältlich<br />

und kann als tolles Geschenk „aus der<br />

Region, für die Region“ genutzt werden.<br />

Eine weitere Möglichkeit sind die<br />

sogenannten „Arbeitgebergutscheine“.<br />

Viele Unternehmen nutzen bereits<br />

die steuerlich begünstigte Möglichkeit<br />

des steuerfreien Sachbezugs, um den<br />

eigenen Mitarbeitern<br />

zu gegebenen Anlässen<br />

Wertschätzung<br />

entgegenzubringen.<br />

Mit dem Altmühlfran-<br />

ken-Gutschein bleibt der Euro direkt<br />

im Landkreis.<br />

Mit dem landkreisweit gültigen Gutscheinsystem<br />

haben wir ein sehr<br />

innovatives Projekt gestartet, das<br />

letztlich auf eine hervorragende Zusammenarbeit<br />

mit unserem regionalen<br />

Händlernetzwerk aufbaut.<br />

Das ist es auch, was für mich in den<br />

nächsten Jahren wichtig sein wird:<br />

die regionale Zusammenarbeit! Die<br />

Auswirkungen der Corona-Pandemie<br />

werden wir vermutlich im Laufe der<br />

nächsten Jahre zu spüren bekommen.<br />

Unser Landkreis muss sich dafür gut<br />

aufstellen und gemeinsam alle Synergien<br />

nutzen. Darauf baut beispielsweise<br />

auch die Unternehmerinitiative<br />

Nachhaltigkeit und CO 2<br />

-Neutralität für<br />

<strong>Altmühlfranken</strong>, kurz UNNA auf, die<br />

unsere heimischen Betriebe unterstützen<br />

soll. Nachhaltigkeit in der Produktion,<br />

Regionalisierung und sektorenübergreifende<br />

Zusammenarbeit sind<br />

dabei nur einige Stichworte, die wir bei<br />

UNNA, einem Zusammenschluss aus<br />

Politik und Wirtschaft, gemeinsam angehen<br />

wollen.<br />

Mir ist es wichtig, dass wir unseren<br />

Landkreis gemeinsam zukunftsfest<br />

aufstellen und so gestärkt<br />

aus der Krise hervorgehen können!<br />

Der <strong>Wirtschaftskompass</strong> greift auch<br />

dieses Thema in seiner <strong>Ausgabe</strong> <strong>2021</strong><br />

auf, woran man die Bedeutung dieses<br />

Themas für die Region ablesen kann!<br />

3


<strong>WIKO</strong><br />

Vorwort Manuel Wetsphal S. 3<br />

Inhaltsverzeichnis S. 4/5<br />

Velovita & Krause<br />

Über den Tellerrand schauen und gemeinsam<br />

Verantwortung übernehmen<br />

S. 6/7<br />

Max Balz Jeder Stein und jede<br />

Platte ein Unikat S. 8<br />

SSW Hand in Hand mit der NaturS. 9<br />

Cancún Immer eine gute Wahl S. 10<br />

Bräustüberl Zur Kanne <br />

Horizonterweiterung auf gut <br />

Fränkisch S. 11<br />

Löffler | Wulf + Partner <br />

Ein kompetenter Wegbegleiter S. 12<br />

Dres. Schacht & Kollegen<br />

Eine moderne Kanzlei mit ganzheitlichem<br />

Ansatz S. 13<br />

be media &<br />

Burning Bird Media <br />

Gemeinsam stark: Full Service in Marketing,<br />

Digital und IT S. 14/15<br />

Statistik Landkreis in ZahlenS. 21<br />

Tourismusregion Die Geschichte<br />

einer versäumten Debatte S. 22-24<br />

Statistik Landkreis in ZahlenS. 25<br />

Grußwort Jürgen Schröppel S. 26<br />

Stadt Weißenburg <br />

Digitales<br />

Rathaus für mehr Bürgerservice S. 27<br />

Landratsamt <br />

Gemeinsam Zukunft gestalten S. 28<br />

Ossberger <br />

Made in Weißenburg<br />

auf allen fünf Kontinenten S. 29<br />

Wohnungsbaugenossenschaft<br />

<strong>Altmühlfranken</strong><br />

Günstig und modern in Weißenburg<br />

wohnen S. 30<br />

Elektro Kreißl <br />

Kleines Team,<br />

kurze Wege, schneller Service S. 31<br />

16<br />

Die Krise der<br />

Innenstadt<br />

Die Industrie in der Region ist stabil<br />

durch die Krise gekommen. Das ist<br />

die gute Nachricht. Einzelhandel und<br />

Gastronomie aber leiden schwer.<br />

Branchen, die ohnehin schon unter<br />

Druck standen. Corona gefärdet so<br />

47<br />

Job daheim<br />

<strong>Altmühlfranken</strong> muss kämpfen<br />

Verschiedene Zahlen zeigen, dass der Landkreis wirtschaftlich<br />

aufholen muss. Das ist aber nicht überall angekommen.<br />

die Identität<br />

unserer Innenstädte.<br />

Ein<br />

Thema, das<br />

alle angeht.<br />

Was wird von der Homeoffice-Welle<br />

52<br />

in <strong>Altmühlfranken</strong><br />

bleiben? Wir<br />

sprachen mit<br />

Firmen und<br />

Angestellten.<br />

Rehwald Nischenprodukte höchster<br />

Qualität aus Höttingen S. 32<br />

Stadtmarketing <br />

Weißenburg Das Bindeglied S. 32<br />

Meyerhuber Rechtsanwälte<br />

Die besten Köpfe für ein Leben ohne<br />

Sorgen S. 33<br />

Holzbau Schmoll <br />

. . . baut Wohnträume S. 34/35<br />

Wolf Fliesen <br />

Wohnwelten zum Anfassen S. 36<br />

BRK Niemand wird alleingelassenS. 37<br />

Gore . . . und die Früchte einer besonderen<br />

Unternehmenskultur S. 38/39<br />

Rieger & Kraft<br />

Traditionelles<br />

Handwerk und moderne Technik für<br />

Kunden und Klima S. 40<br />

Metzgerei Struller<br />

Mit Pfefferbeißer, Landfrischkäse und<br />

Leidenschaft zum Erfolg S. 41<br />

Stadtwerke Weißenburg<br />

Kunden im Herzen und die Zukunft im<br />

Blick S. 42<br />

Mory Moderne Haustechnik verspricht<br />

höchsten Wohnkomfort S. 43<br />

x4


<strong>WIKO</strong><br />

Holz und Stein:<br />

Rohstoffe vor Ort<br />

Wie sehen die Perspektiven der altmühlfränkischen<br />

Rohstoffe aus? Mit<br />

Blick auf den Megatrend Nachhaltigkeit?<br />

Eine Wald- und Steinbruchgeschichte<br />

mit einigen Überraschungen.<br />

Es geht<br />

70<br />

unter anderem<br />

um T-Shirts aus<br />

Holz und wandernde<br />

Löcher.<br />

Die Lizenz zum<br />

Rumspinnen<br />

Was erwarten sich Schülerinnen<br />

und Schüler von der Arbeitswelt<br />

der Zukunft, in die sie selbst bald<br />

eintreten werden? Das war das zentrale<br />

Thema der <strong>WIKO</strong>-Projektklassen,<br />

die wir in diesem Jahr erstmals<br />

86<br />

aufgelegt haben.<br />

Es kamen<br />

spannende<br />

Einblicke<br />

heraus.<br />

Green Business<br />

Die Energiewende muss her. Was kann die<br />

Region dazu beitragen?<br />

Eine Menge! Wir haben uns ein Startup<br />

in der Elektromobiliät angesehen, einen<br />

94 denkt,<br />

EVS . . . sorgt für mikroskopische Sauberkeit<br />

S. 44<br />

DGS Die maschinelle StricklieselS. 45<br />

Caritas-Kreisstelle<br />

Niederschwellige Hilfe für jeden S. 46<br />

Caritas-Seniorenheim <br />

St. Walburg Pflege auf Basis<br />

christlicher Werte S. 46<br />

Weltmarktführer, der über Wasserstoff nachund<br />

einen Pionier der Holzheizung.<br />

Sozialer Sektor: Corona-Digitalisierungsschub<br />

als Chance S. 50-51<br />

Online-Handel<br />

Schleppender Weg ins Netz S. 55-57<br />

Grußwort Kristina Becker S. 58<br />

Stadt Treuchtlingen <br />

Mit Offenheit und Transparenz in eine<br />

neue Zeit S. 59<br />

Kipf Meisterliches Handwerk im<br />

Familienbetrieb mit Herz S. 60/61<br />

da-Folientechnik Oberflächen<br />

mit Blickfang S. 62<br />

Vanella Security Sicherheit ist<br />

Vertrauenssache S. 62<br />

Rummel . . . wächst <strong>–</strong> auch an<br />

Herausforderungen S. 63<br />

Leiritz Vom Einzelstück bis zur Komplettlösung<br />

S. 64<br />

Auto Felleiter & Schmidt<br />

Die Kfz-Werkstatt, die alles macht <strong>–</strong> und<br />

ein bisschen mehr S. 65<br />

Schwill Metall-Technik <br />

Flexible Metallbearbeitung in höchster<br />

Präzision S. 66<br />

Unternehmenskultur <br />

Die Zeit der Silberrücken im Chefsessel<br />

geht zu Ende S. 67-69<br />

Grußwort Karl-Heinz Fitz S. 76<br />

Stadt Gunzenhausen<br />

Die Stadt, die einfach macht S. 77<br />

NQ-Service Kompetente Service-<br />

Profis mit Engagement S. 78<br />

Kühleis Group <br />

Professioneller Datenschutz braucht<br />

Profis S. 78<br />

Reinwald „Der Kunde kann das<br />

manchmal gar nicht glauben” S. 79<br />

Diakoneo Werkstatt mit Wohlfühlfaktor<br />

S. 80/81<br />

Edeka Höfler Das Herz kauft mit:<br />

Jeder Besuch ist etwas Besonderes<br />

S. 82/83<br />

Digitale Nomaden Vorbild für<br />

eine neue Arbeitskultur? S. 84/85<br />

Margit Hertlein Die Weißenburger<br />

Rednerin spricht über ihre Corona-<br />

Zeit S. 90-93<br />

Grußwort Claudia Wolfinger S. 98<br />

Jobbörse Stellenangebote, Ausbildungsplätze,<br />

Praktikum, Duales Studium<br />

S. 99-101<br />

Impressum S. 101<br />

Schlusswort Kevin Ruff S. 102<br />

Das Wiko-Team S. 103<br />

5


Anzeige<br />

Über den Tellerrand schauen und gemeinsam<br />

„Mit einer von Weitsicht, Qualitätsbewusstsein,<br />

Vertrauen in und Wertschätzung<br />

für jeden einzelnen Mitarbeiter<br />

geprägten Unternehmenskultur<br />

werden wir auch langfristig unsere<br />

Wettbewerbsfähigkeit sichern“, sind<br />

sich Geschäftsführerin Britta Strunz<br />

von Krause Guss und David Lischka<br />

von Velovita Rad Sport einig. Mit Beratung<br />

und Unterstützung des Velovita-Teams<br />

bietet der Bieswanger Spezialist<br />

für Präzisions-Kokillenguss seinen<br />

Mitarbeitern seit 2020 ein Leasingfahrradmodell<br />

für Diensträder, das<br />

den Umstieg aufs Rad erleichtern soll.<br />

Menschen den Spaß am Radfahren zu<br />

vermitteln oder durch ein E-Bike neue<br />

Leidenschaft<br />

Radsport<br />

Der Radsport verbindet David<br />

Lischka schon weit vor der Unternehmensgründung<br />

mit seinem<br />

heutigen Geschäftspartner Christian<br />

Lang, Apotheker der Center-<br />

und Stadtmühl-Apotheke in<br />

Weißenburg. Da man gerade im<br />

Velovita Rad Sport GmbH<br />

Augsburger Str. 74 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 9 95 87 80<br />

www.velovita.de • hallo@velovita.de<br />

facebook.com/velovita.rad/<br />

instagram.com/velovita_radsport/<br />

Unternehmensgründung: 2016<br />

MitarbeiterInnen: 16<br />

Geschäftsführer: David Lischka,<br />

Christian Lang<br />

Corona-Jahr den Ansturm aufs<br />

Fahrradgeschäft kaum bewältigen<br />

konnte, wurde die Mitarbeiterzahl<br />

2020 kurzerhand verdoppelt.<br />

Mobilität zu schenken, das ist es, was<br />

David Lischka und sein Team täglich<br />

antreibt. Um den Kunden mehr Platz<br />

und einen weiteren Fahrrad-Fittingraum<br />

zu bieten, findet man Velovita<br />

seit August 2020 in neuen Räumen in<br />

der Augsburger Straße 74. Die beiden<br />

Fittingräume sind für<br />

Lischka neben der<br />

Werkstatt das Herz<br />

des Betriebs: Bis zu<br />

1,5 Stunden wird<br />

hier, zusammen mit<br />

dem Kunden, jedes<br />

Rad nach ergonomischen<br />

Gesichtspunkten<br />

angepasst,<br />

sprich Lenker, Griffe,<br />

Sattel und Pedale<br />

richtig eingestellt.<br />

Die Velovita-Geschäftsführer<br />

Lischka<br />

und Lang sind,<br />

wie Britta Strunz von Krause Guss, der<br />

Meinung, dass man nicht nur eine Verantwortung<br />

Mitarbeitern und Kunden<br />

gegenüber hat, sondern generell für<br />

die Gesellschaft. „Ich muss hinter den<br />

Produkten stehen können, die ich verkaufe.<br />

Dazu zählt, mich mit den Lieferketten<br />

und Herstellungsprozessen der<br />

Produkte auseinanderzusetzen. Das<br />

kann ich nicht dem Kunden überlassen“,<br />

sagt Lischka. „Ich bin Unternehmer,<br />

also muss ich was unternehmen,<br />

damit der Betrieb läuft“, sagt er.<br />

Wir sind ein<br />

Fahrradgeschäft,<br />

das sich kümmert.<br />

Nur so gewinne man langfristig das<br />

Vertrauen der Kunden. Die Bewerbung<br />

seines Angebots läuft deshalb fast<br />

ausschließlich über Mund-zu-Mund-<br />

Propaganda. Fast 3000 Fans folgen<br />

den Aktivitäten des Weißenburger<br />

Fahrradspezialisten in sozialen Netzwerken<br />

wie Facebook<br />

und Instagram<br />

und sind als Käufer<br />

selbst die besten<br />

Markenbotschafter.<br />

„Ich arbeite lieber<br />

an der Zufriedenheit<br />

meiner Kunden als<br />

an der Werbung“, so<br />

Lischka augenzwinkernd.<br />

„Wir sind<br />

ein Fahrradgeschäft,<br />

das sich<br />

kümmert, aber<br />

das geht nicht<br />

ohne Zeit.“<br />

Dass das Velovita-Team auf<br />

die individuellen Wünsche,<br />

Ansprüche und körperlichen<br />

Voraussetzungen<br />

jedes einzelnen Kunden<br />

eingeht, hat sich bereits<br />

über die Landkreisgrenzen<br />

hinaus herumgesprochen.<br />

Und so kommen die<br />

Kunden mittlerweile bis aus<br />

Stuttgart, Ulm, Berchtesgaden<br />

oder sogar Zürich nach<br />

Weißenburg. <br />

-klm-<br />

x6


Anzeige<br />

Verantwortung übernehmen<br />

Made in<br />

<strong>Altmühlfranken</strong><br />

Wer das Glück hat, bei Krause Präzisions-Kokillenguss<br />

in Bieswang einmal<br />

eine Betriebsführung mitmachen zu<br />

dürfen, sollte sich darauf einstellen,<br />

dort auch im Hochsommer gegen<br />

weihnachtliche Gefühle<br />

ankämpfen zu<br />

müssen. Schließlich<br />

schimmern in<br />

den „heiligen Gusshallen“<br />

von allen<br />

Seiten goldene und silberne Bauteile<br />

aus Messing, Kupfer, Aluminium und<br />

Aluminium-Bronze. Selbst der dunkle<br />

Boden funkelt <strong>–</strong> von Millionen glitzernder<br />

Partikel übersäht.<br />

Ob in der Hochseeschifffahrt, Medizintechnik<br />

oder für Absturzsicherungen<br />

im Klettersport <strong>–</strong> die Gussteile<br />

von Krause sind in vielen Maschinen<br />

und technischen Geräten<br />

verbaut. Auf individuelle Anfrage<br />

hin hat man aber auch<br />

schon Tischkickerfiguren<br />

oder Flaschenöffner<br />

gegossen. Rund<br />

650.000 Gussteile<br />

liefert die Bieswanger<br />

Firma jährlich<br />

an ihre Kunden in<br />

Deutschland und der<br />

ganzen Welt.<br />

Darunter<br />

Unternehmen<br />

wie<br />

Siemens<br />

Wir sind einfach<br />

ein eingeschworenes<br />

Team.<br />

Healthineers oder WMF. „Was wir können,<br />

das können wir echt gut“, sagt<br />

Ausbildungsleiter Sebastian Ludwig<br />

mit zufriedenem Lächeln. Und möchte<br />

diese Überzeugung fürs Unternehmen<br />

und die Produkte<br />

an die sieben Auszubildenden<br />

als Industrie-,<br />

Gießerei-,<br />

Werkzeug- und<br />

ZerspanungsmechanikerIn<br />

weitergeben. „Auch wenn<br />

es manchmal ganz schön heiß und<br />

schmutzig werden kann, mag ich das<br />

Gefühl, dass man am Abend seine Körbe<br />

voller Gussteile dastehen hat.“<br />

Man setzt im Familienbetrieb auf die<br />

„gut organisierte Selbstverantwortung“<br />

der 93 Mitarbeiter, wie Britta<br />

Strunz verrät. „Wir sind einfach ein<br />

eingeschworenes Team.“ Der respektvolle<br />

Umgang miteinander und die<br />

Zusammenarbeit auf Augenhöhe sind<br />

den Geschäftsführern wichtig. „Man<br />

muss jedem eine Chance geben“, sagt<br />

Uli Krause. Betriebsleiter und Schwager<br />

Jochen Strunz ergänzt: „Wir stellen<br />

so ein, dass wir unsere Mitarbeiter<br />

langfristig behalten können.“ Als regionaler<br />

Arbeitgeber sei man sich der<br />

Verantwortung bewusst. „Die Ausbildung<br />

und Fachkräftesicherung, deren<br />

persönliche sowie berufliche Weiterentwicklung<br />

sind zentrale Themen unserer<br />

Unternehmenspolitik“, sagt Britta<br />

Strunz. Auch das Thema Gesundheit<br />

Krause Präzisions-Kokillenguss<br />

Am Solnhofer Weg 6, 91788 Pappenheim<br />

Tel. 0 91 43 / 14 80<br />

www.krause-guss.de • info@krause-guss.de<br />

facebook.com/krauseguss<br />

instagram.com/krauseguss<br />

Unternehmensgründung: 1977<br />

MitarbeiterInnen: 93<br />

Geschäftsführer: Uli Krause,<br />

Britta und Jochen Strunz<br />

1977 wird die Firma Krause Guss<br />

von den Brüdern Horst und Arthur<br />

Krause, zusammen mit einem<br />

Freund, in Pappenheim gegründet.<br />

Mit ihrem Gespür für die Anforderungen<br />

der Industriekunden<br />

fokussieren sie die Gießerei auf<br />

das Kokillengussverfahren, investieren<br />

in hoch spezialisierte<br />

Arbeitskräfte und neue, moderne<br />

Werkshallen in Bieswang. 2010<br />

treten Britta Strunz und Uli Krause,<br />

die Kinder von Horst Krause, in die<br />

Geschäftsführung ein und übernehmen<br />

diese 2014 mit Unterstützung<br />

von Jochen Strunz.<br />

soll ab <strong>2021</strong> mit einem selbst entwickelten<br />

Konzept nachhaltig in den Unternehmensalltag<br />

integriert werden.<br />

„Wir wollen unsere Mitarbeiter aktiv<br />

dabei unterstützen, ihre Lebensqualität<br />

zu steigern.“<br />

Um die Region gemeinsam mit anderen<br />

voranzubringen, ist die gelernte<br />

Zahntechnikerin, die selbst als Quereinsteigerin<br />

in den Familienbetrieb eintrat,<br />

im steten Austausch mit KollegInnen,<br />

auch aus anderen Branchen, wie<br />

zuletzt mit David Lischka von Velovita<br />

Rad Sport. Strunz und Lischka sind<br />

überzeugt: „Um dauerhaft erfolgreich<br />

zu sein, muss man über den eigenen<br />

Tellerrand schauen.“<br />

-klm-<br />

7


Anzeige<br />

Seit 2005 gehört die Max Balz GmbH &<br />

Co. vollständig zur Geiger Gruppe, wie<br />

rund ein Dutzend Steinbrüche im süddeutschen<br />

Umland. Das Fachpersonal<br />

und die Spezialisierung auf Naturstein<br />

hat man damals unangetastet übernommen,<br />

auch weil das Selbstverständnis<br />

beider Firmen ein ähnliches<br />

war. Fuchs: „Die gänzliche Verwertung<br />

des Steins gehört bei Max Balz genau<br />

wie bei der Geiger Gruppe zur zentralen<br />

Firmenphilosophie.“ -sz-<br />

Natursteinbetrieb<br />

seit 1888<br />

Bei Max Balz ist jeder Stein und<br />

jede Platte ein Unikat<br />

Von Maximilian Balz als Bau- und<br />

Steingeschäft gegründet, ist das<br />

Unternehmen der älteste ortsansässige<br />

Natursteinbetrieb im<br />

Juragebiet zwischen Nürnberg<br />

und Ingolstadt. In vierter Generation<br />

erfolgt 1997 die Umfirmierung<br />

zur Max Balz GmbH & Co., 2005<br />

wird der Betrieb vollständig von<br />

Max Balz GmbH & Co.<br />

Jura Marmorbrüche Marmorwerk<br />

Kapell 1 • 91788 Pappenheim<br />

Tel. 0 91 43 / 83 51 - 0<br />

www.max-balz.de • info@max-balz.de<br />

Unternehmensgründung: 1888<br />

MitarbeiterInnen: 40<br />

Geschäftsführer: Rainer Hohenwarter<br />

der H. Geiger GmbH Stein- und<br />

Schotterwerke übernommen. Nun<br />

gehören auch Materialien wie der<br />

Pfraundorfer Dolomit, Fränkischer<br />

Muschelkalk und verschiedene<br />

Sandsteine zum Sortiment. 2017<br />

erfolgt der Bau einer neuen Halle<br />

mit vier weiteren Spalteinheiten<br />

zur Produktion von Mauersteinen.<br />

Seit mehr als 130 Jahren gewinnt<br />

die Firma Max Balz an der Kappel<br />

bei Pappenheim den Jura Kalkstein.<br />

„Der Stein wird bei uns über eine Mächtigkeit<br />

von bis zu 30 Metern Schicht für<br />

Schicht abgebaut und in unseren eigenen<br />

Produktionsstätten je nach Nutzbarkeit<br />

vollständig verwertet“, erklärt<br />

die kaufmännische Leiterin Claudia<br />

Fuchs.<br />

Aus heimischem<br />

Material wird damit<br />

jeder Kundenwunsch<br />

erfüllt<br />

<strong>–</strong> flexibel und individuell.<br />

Vom Rohblock<br />

über Massiv- und Sägestücke<br />

bis hin zu gespaltenen oder gesägten<br />

Mauersteinen zeigt die Max Balz GmbH<br />

ein breites Portfolio. „Wir fertigen auch<br />

Blockstufen, Bodenbeläge und Abdeckplatten<br />

für den Garten- und Landschaftsbau“,<br />

so Fuchs.<br />

Wenn die Pappenheimer einen Stein<br />

aus der Wand brechen, dann bleibt<br />

am Ende der Verwertungskette davon<br />

praktisch nichts mehr übrig. Selbst<br />

kleinstes Gestein findet dabei seinen<br />

Zweck: „Das verarbeiten wir zu Frostschutz-<br />

und Schotterprodukten<br />

weiter“, sagt Claudia Fuchs. Verschwendung<br />

ist ihr fremd. „Wir<br />

setzen hier auf einen ganzheitlichen<br />

Ansatz.“<br />

Uns geht es um<br />

Qualität und die<br />

optimale Nutzbarkeit<br />

des Steins.<br />

seinen Eigenschaften beständig und<br />

nachhaltig. „Schließlich geht es hier<br />

um ein 160 Millionen Jahre altes Produkt,<br />

das in seiner natürlichen Form<br />

einsatzbereit ist.“<br />

Dabei ist jeder Stein und jede Bodenplatte<br />

ein Unikat. „Das merkt man bei<br />

der ersten Berührung“,<br />

schwärmt<br />

Fuchs. „Uns geht<br />

es hier um Qualität<br />

und um die optimale<br />

Nutzbarkeit des<br />

Steins.“<br />

Egal welche Form oder welche Größe:<br />

Jeder Stein ist einzigartig und bleibt in<br />

x8


Anzeige<br />

SSW arbeitet Hand in<br />

Hand mit der Natur<br />

Qualitätsführer<br />

im GalaBau<br />

Wer mit Jens Geiger über das Gelände<br />

der Schotter- und Steinwerk Weißenburg<br />

GmbH & Co. KG fährt, der erlebt<br />

einen Mann in seinem Element: der Natur.<br />

In dem großräumigen Areal türmen<br />

sich massive Natursteinblöcke, frisch<br />

herausgeschlagen aus dem 140-160<br />

Millionen Jahre alten Jura. Gleichzeitig<br />

wächst von den Seiten der Wald zurück.<br />

„Was wir von<br />

der Natur nehmen,<br />

das wollen wir auch<br />

wieder zurückgeben“,<br />

sagt der kaufmännische<br />

Leiter<br />

und Prokurist.<br />

Er meint das im<br />

doppelten Sinne.<br />

Einerseits verbessert<br />

die Renaturierung<br />

nach dem<br />

Abbau die Artenvielfalt<br />

im Forst insgesamt: Wo früher<br />

Borkenkäfer und Klimawandel den anfälligen<br />

Fichten zusetzten, stehen nach<br />

der Rekultivierung robuste Linden und<br />

Lärchen in dichter Formation. „Wir haben<br />

hier schon mehr als 120.000 Bäume<br />

gepflanzt und legen einen gesunden<br />

Mischwald an“, sagt Jens Geiger.<br />

Die Weißenburger Natursteine haben<br />

aber auch eine bessere Klimabilanz<br />

als künstlich hergestellte Baumittel.<br />

Der Jurastein liegt ja schon fertig im<br />

Boden, man muss ihn nur herausholen.<br />

„Eigentlich bauen wir hier versteinerten<br />

Meerschlamm ab“, so Geiger.<br />

Wir haben schon mehr<br />

als 120.000 Bäume<br />

gepflanzt.<br />

gesetzt. Während Mauersteine quasi<br />

unberührt Verwendung finden, können<br />

die Weißenburger Steine auch zur Zierde<br />

von Fassaden, Fensterbänken und<br />

sogar von Schiffen weiterverarbeitet<br />

werden.<br />

Auch die Schotterproduktion spielt bei<br />

SSW eine tragende Rolle. „Das ist bei<br />

uns ein hoch zertifiziertes Produkt“, so<br />

Geiger. Aus turmhohen<br />

Silo-Batterien<br />

mischt man den<br />

Baustoff auftragsgerecht<br />

zusammen.<br />

Die Nachfrage<br />

ist hoch. „Unter<br />

jedem Kilometer<br />

Autobahn liegen in<br />

Deutschland rund<br />

200.000 Tonnen<br />

Schotter“, weiß<br />

der Prokurist. Ob<br />

Schotter oder Massivstein, den Bedarf<br />

deckt SSW mit regionalem Fokus. Geiger:<br />

„Wenn man einen vielseitigen Rohstoff<br />

vor der Haustüre hat, dann sollte<br />

man ihn auch dort einsetzen.“ -sz-<br />

-<br />

Schotter- und<br />

Steinwerk Weißenburg<br />

Eichstätter Landstr. 55 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 8 77 83<br />

www.schotterwerk-weissenburg.de<br />

info@schotterwerk-weissenburg.de<br />

facebook.com/schottersteinwerk<br />

instagram.com/schottersteinwerk<br />

Unternehmensgründung: 1983<br />

MitarbeiterInnen: 100<br />

Geschäftsführer: Herbert Geiger<br />

Mit fünf Mitarbeitern wird 1983 die<br />

Schotter- und Steinwerk Weißenburg<br />

GmbH & Co. KG gegründet.<br />

1985 geht das Schotterwerk in<br />

Betrieb, aus 15 Silos werden granulierte<br />

Steine bedarfsgerecht<br />

vermischt. 1991 entwickelt man<br />

ein eigenes Reißzahn-System für<br />

Großradlader, es wird bald zum<br />

Standard in allen Jura-Steinbruchbetrieben.<br />

1995 beginnt die Produktion<br />

von Garten- und Landschaftsbauprodukten.<br />

2007 eröffnet<br />

eine zweite Produktionshalle,<br />

es ist damals die modernste und<br />

leistungsfähigste Spaltanlage Europas.<br />

2019 wächst die Belegschaft<br />

auf stolze 100. SSW ist jetzt<br />

Qualitätsführer für Mauersteine im<br />

GalaBau und betreibt ein globales<br />

Vertriebsnetz.<br />

Was zu Zeiten der Dinosaurier noch<br />

Schlamm und Schlicke war, wird in<br />

versteinerter Form heute vielseitig ein-<br />

9


Anzeige<br />

Die Vision<br />

wurde Realität<br />

BURGER|TACOS|and more<br />

Das Tex-Mex-Restaurant Cancún<br />

ist immer eine gute Wahl!<br />

Luitpoldstraße 3 • 91781 Weißenburg in Bayern • Tel. 0 91 41 / 9 97 45 74<br />

Öffnungszeiten: täglich von 11.00 bis 24.00 Uhr<br />

Als Claudiu-Cosmin www.cancun-weissenburg.deDemeter<br />

im August 2013 sein Restaurant<br />

„Cancún“ in Weißenburg im ehemaligen<br />

„Karmeliterkeller“ eröffnete,<br />

hatte er eine Vision: Mit seinem<br />

neuen Tex-Mex-Konzept wollte<br />

er seinen Gästen einen echten<br />

Mehrwert bieten. Die Vision ist<br />

längst Wirklichkeit geworden, und<br />

„Cosi“, wie ihn seine Freunde nen-<br />

CanCún Mexican Grill<br />

Luitpoldstr. 3 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 9 97 45 74<br />

www.cancun-weissenburg.de<br />

restaurant.cancun@hotmail.de<br />

facebook.com/cancun.wug<br />

instagram.com/cancung_weissenburg<br />

Unternehmensgründung: 2013<br />

MitarbeiterInnen: 20<br />

Geschäftsführer: Claudiu-Cosmin Demeter<br />

nen, zog 2016 mit seinem Cancún<br />

in die ehemalige Löwenbrauerei<br />

(„Mocambo“-Bar) um und erfüllte<br />

sich damit einen lang gehegten<br />

Traum. Bereits zwei Jahre später,<br />

2018, baute er das Lokal liebevoll<br />

und behutsam um und kombinierte<br />

das traditionelle Flair der ehemaligen<br />

Brauereigaststätte mit<br />

modernem Design.<br />

Was macht das Cancún aus? Eine<br />

Frage, bei der Claudiu-Cosmin Demeter<br />

alias „Cosi“ nicht lange überlegen<br />

muss: Zum einen ist das die Vielfalt<br />

der angebotenen Speisen, die zwar<br />

überwiegend aus der Tex-Mex-Küche<br />

kommen, aber es gibt darüber hinaus<br />

eben auch handgemachte Burger, Pizza<br />

und Pasta sowie regionale Gerichte.<br />

„Wir achten bei allen unseren Speisen<br />

auf Qualität und Regionalität“, sagt<br />

der Cancún-Inhaber, der seine Waren<br />

überwiegend von Bäckern und Metzgern<br />

aus der Region<br />

kauft.<br />

Durch die Beteiligung<br />

an zahlreichen<br />

Veranstaltungen - wie beispielsweise<br />

das Weißenburger Altstadtfest,<br />

das Demeter sehr am Herzen liegt<br />

<strong>–</strong> möchte die Cancún-Familie dazu<br />

beitragen unsere Stadt attraktiver und<br />

lebenswerter zu gestalten.<br />

„Immer eine gute Wahl“, so lautet das<br />

Motto des Cancún, das in seiner Vielseitigkeit<br />

in Weißenburg<br />

eigentlich keine Konkurrenten<br />

hat, weil<br />

es Bar, Restaurant und<br />

Café in einem ist.<br />

Wir sehen uns bewusst<br />

als eine Familie.<br />

Seit 2015 bietet das Cancún<br />

den Kunden auch einen<br />

Lieferservice an: Alle Gerichte, die<br />

auf der Karte stehen, kann man sich<br />

auch bequem nach Hause liefern lassen<br />

<strong>–</strong> gerade in Zeiten des Lockdowns<br />

ein toller Service für die Gäste, die so<br />

weiterhin ihre Lieblingsgerichte genießen<br />

können. Der Lieferservice, den das<br />

Cancún mit einem eigenen Online-Bestellsystem<br />

und in Zusammenarbeit<br />

mit Lieferando anbietet, hat sich während<br />

der Pandemie als wichtige und<br />

einzige Einnahmequelle bewährt.<br />

Seit diesem Jahr hat das Cancún soweit<br />

möglich auf umweltfreundliche Verpackungsmaterialien<br />

umgestellt, und die<br />

Speisenkarte ziert am Anfang bewusst<br />

dieser Satz: „Die Cancún-Familie<br />

heißt Dich willkommen.“<br />

Für<br />

Claudiu-Cosmin<br />

Demeter ist das<br />

nicht nur so ein<br />

leichtfertig dahingeworfener Satz,<br />

sondern echte Überzeugung: „Wir sehen<br />

uns bewusst als eine Familie und<br />

stehen für Werte wie Zusammenhalt,<br />

Loyalität und Überzeugung für das,<br />

was wir tun.“<br />

Diese Unternehmenskultur ist der<br />

Grund, warum die Mitarbeiter hinter<br />

dem Unternehmen stehen sich damit<br />

auch identifizieren können und daher<br />

auch wesentlich verantwortungsvoller<br />

agieren, glaubt Demeter: „Wir begegnen<br />

unseren Gästen deshalb auch auf<br />

einer sehr persönlichen Ebene und<br />

wollen eine Wohlfühlatmosphäre für<br />

sie schaffen, denn genau darum geht<br />

es in der klassischen Gastronomie.“<br />

Einen Kaffee trinken kann man überall<br />

<strong>–</strong> letzten Endes ist es eine Herzensentscheidung,<br />

wo man ihn dann tatsächlich<br />

auch trinkt.<br />

-ms-<br />

x10


Anzeige<br />

Horizonterweiterung auf gut<br />

Fränkisch<br />

Schäufele 2.0<br />

Schwarzes Poloshirt, dunkler Bart und<br />

Harley-Davidson-Tattoo. Das Faible für<br />

dunkle Farbtöne des sonst sehr offen<br />

auftretenden Weißenburger Gastronomen<br />

Marius Bansemer zeigt sich<br />

Gästen spätestens dann, wenn das<br />

Münchner Schnitzel auf dem pechschwarzen<br />

Porzellanteller unter der<br />

Nase duftet.<br />

Scheint die Einrichtung<br />

der „Kanne“<br />

inklusive Transistorradio<br />

über der<br />

Theke sich über die<br />

Jahrzehnte kaum<br />

verändert zu haben, so sorgt das Team<br />

rund um Bansemer seit 2018 für ziemlich<br />

frischen Wind <strong>–</strong> zumindest was die<br />

kulinarischen Highlights in der fränkischen<br />

Traditionsgastronomie im Zentrum<br />

Weißenburgs angeht. Denn heute<br />

findet man neben dem fränkischen<br />

Schäufele mit Knusperkruste, das es<br />

traditionell am Sonntag gibt, auch die<br />

gebratene Jakobsmuschel mit Tomatenchutney,<br />

Bacon und Balsamico auf<br />

der Karte.<br />

Regionale<br />

Esskultur erhalten<br />

und gleichzeitig<br />

Modernes fördern.<br />

„Wir kombinieren frische regionale Produkte<br />

mit internationalen Einflüssen“<br />

sagt Bansemer. Mit der Übernahme<br />

der „Kanne“ hat sich der leidenschaftliche<br />

Koch 2018 einen lang ersehnten<br />

Traum erfüllt: das erste eigene Restaurant.<br />

Während seines beruflichen Werdegangs<br />

im In- und Ausland konnte<br />

Bansemer in der Systemgastronomie<br />

bis zur Sterneküche wertvolle Erfahrungen<br />

sammeln. Herausgekommen<br />

ist sein ganz eigener Stil. Und der findet<br />

sich in vielen kleinen Details: von den<br />

abwischbaren dunklen Lederschürzen,<br />

die jeder der MitarbeiterInnen trägt,<br />

über die besondere Art, wie man in der<br />

Kanne seit 2018 das Schnitzel anbrät,<br />

bis hin zur persönlichen Begrüßung<br />

der Gäste durch<br />

den Küchenchef.<br />

„Ich probiere gerne<br />

mal Dinge aus und<br />

wünsche mir auch,<br />

dass ich den kulinarischen<br />

Horizont<br />

meiner Gäste erweitern kann“, sagt<br />

der bekennender Schäufele-Fan. Das<br />

gelingt dem 28-Jährigen immer wieder<br />

mit ungewöhnlichen Schmankerln<br />

wie Wolfsbarsch im Parmesanmantel,<br />

Ravioli mit Feige-Frischkäse, karamelisiertem<br />

Spargel oder Piemont-Haselnuss-Parfait.<br />

Wem läuft da nicht schon<br />

beim Lesen das Wasser im Mund zusammen?<br />

Als rechte Hand des Küchenchefs<br />

kümmert sich Souschef Robin Urban<br />

neben der Kalkulation und der Kontrolle<br />

des Wareneingangs mit um die kreative<br />

Zubereitung neuer Gerichte.<br />

Der bewusste Umgang mit Lebensmitteln<br />

liegen Bansemer und seinem<br />

Team dabei ganz besonders am Herzen.<br />

Und so zaubert er aus vermeintlich<br />

minderwertigen Fleischresten, wie<br />

Sehnen, Fettdeckeln und Silberhäu-<br />

Inmitten der Weißenburger Altstadt<br />

liegt das seit Jahrzehnten<br />

im Original erhaltene Bräustüberl<br />

der Brauerei Schneider. Mit Marius<br />

Bansemer und seinem Team<br />

ist 2018 in die urfränkische Gaststätte<br />

eine neue Philosophie miteingezogen:<br />

Neben fränkischen<br />

Klassikern wie Bratwurst und<br />

Schäufele gibt‘s auch internationale<br />

Eigenkreationen der Köche.<br />

Bräustüberl Zur Kanne<br />

Bachgasse 15 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 38 44<br />

www.zurkanne.de<br />

info@zurkanne-wug.de<br />

facebook.com/ZurKanneWug<br />

instagram.com/<br />

marius_bansemer_zur_kanne<br />

Unternehmensgründung: 2018<br />

MitarbeiterInnen: 14<br />

Geschäftsführer: Marius Bansemer<br />

Im gemütlichen Stüberl finden bis<br />

zu 75 Gäste Platz. Weitere 60 Personen<br />

können sich in den warmen<br />

Monaten im Biergarten niederlassen,<br />

der <strong>2021</strong> zusätzlich erweitert<br />

werden soll.<br />

ten, leckere und nahrhafte Soßen und<br />

Fonds. „Genau davon kommt am Ende<br />

der Geschmack, das was das Essen<br />

eigentlich ausmacht“, ist Bansemer<br />

überzeugt.<br />

„Ich habe ein saugutes Team, gemeinsam<br />

werden wir das schon rocken“,<br />

gibt sich der Junggastronom auch ob<br />

der Herausforderungen durch die Corona-Krise<br />

optimistisch. Trotz dunklen<br />

Geschirrs ist man vom Schwarzsehen<br />

also weit entfernt.<br />

-klm-<br />

11


Anzeige<br />

Steuerkanzlei<br />

in 3. Generation<br />

Ein kompetenter Wegbegleiter<br />

1956 gründete Herbert Löffler die<br />

Steuerkanzlei Löffler im Herzen<br />

von Weißenburg. Digitalisierung<br />

ist heute in aller Munde, doch Herbert<br />

Löffler legte den Grundstein<br />

hierfür in seinem Unternehmen<br />

bereits 1966 als Gründungsmitglied<br />

der Datev. 1975 stieg sein<br />

Sohn Werner Löffler in die Kanzlei<br />

mit ein. Er gründete 1981 gemeinsam<br />

mit Winfried Wulff die Gesellschaft<br />

Löffler, Wulff + Partner, die<br />

bis heute besteht. 2016 trat mit<br />

Löffler | Wulff + Partner<br />

Steuerberatungsgesellschaft mbH<br />

Auf der Wied 6 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 86 08 - 0<br />

www.loeffler-steuer-beratung.de<br />

info@loeffler-steuer-beratung.de<br />

www.facebook.com/<br />

loefflersteuerberatung/<br />

Unternehmensgründung: 1956<br />

MitarbeiterInnen: 35<br />

Geschäftsführer: StB Werner Löffler,<br />

StB Sandra Löffler und StB Tobias Gruber<br />

Sandra Löffler die dritte Generation<br />

in die Kanzlei ein. Wachstum<br />

und Wandel prägen das Unternehmen:<br />

Seit 2006 gibt es eine<br />

Zweigstelle in Treuchtlingen, 2018<br />

wurde außerdem das Lohnbüro in<br />

eigenen Räumlichkeiten untergebracht.<br />

Und seit 2020 ist mit der<br />

Ernennung von Tobias Gruber zum<br />

Gesellschafter und dem Einstieg<br />

von Steuerberater Andreas Renger<br />

die Führungsebene deutlich<br />

verjüngt.<br />

Steuern. Ein Wort, das bei den meisten<br />

Menschen mindestens ein Stirnrunzeln<br />

hervorruft. Komplizierte<br />

Sache. Und keiner kommt drumherum,<br />

denn: Steuern zahlen, das muss<br />

jeder. „Egal ob es um Unternehmensgründung,<br />

Nachfolgeplanung, eine<br />

Erbschaftsangelegenheit oder die<br />

Rente geht: Das Thema Steuern spielt<br />

immer mit und will wohlüberlegt sein“,<br />

sagt Steuerberaterin Sandra Löffer.<br />

Gemeinsam mit ihrem Vater Werner<br />

Löffler und Steuerberater Tobias Gruber<br />

ist sie geschäftsführende Gesellschafterin<br />

der Steuerkanzlei Löffler,<br />

Wulff + Partner. Und sie und ihre Kollegen<br />

sind sich sicher: Das Berufsbild<br />

Steuerberater genießt zu Unrecht den<br />

Ruf eines trockenen<br />

Metiers rund um<br />

komplizierte Zahlen.<br />

„Im Grunde ist es ein<br />

sehr kommunikativer<br />

Beruf mit viel Menschenkontakt“,<br />

findet Andreas Renger, der erst vor<br />

Kurzem in die Kanzlei eingetreten ist.<br />

„Denn wir erstellen nicht nur Steuererklärungen,<br />

sondern beraten ganzheitlich<br />

zu steuerlichen, finanziellen<br />

und betriebswirtschaftlichen Fragen.“<br />

Dabei ist man tief in der Region verwurzelt.<br />

„Wir begleiten Familienunternehmen<br />

schon seit Jahrzehnten, viele<br />

waren schon Mandanten bei meinem<br />

Ein kommunikativer<br />

Beruf mit viel<br />

Menschenkontakt.<br />

Opa“, erzählt Sandra Löffler. Und beide<br />

Seiten haben in den vergangenen<br />

Jahrzehnten gemeinsam einen Wandel<br />

durchlaufen: den Generationenwechsel<br />

auf der Führungsebene und<br />

den Einzug der Digitalisierung als effiziente<br />

Datenverarbeitung. „Für uns<br />

ergibt sich immer mehr ein ganzheitlicher<br />

Ansatz hin zur Unternehmensberatung“,<br />

resümiert Tobias Gruber.<br />

Gerade bei Unternehmensnachfolge<br />

oder Umstrukturierungen ist zunehmend<br />

eine sorgfältige Überlegung und<br />

Beratung gefragt. Denn eine frühzeitig<br />

geplante Steuerstrategie kann helfen,<br />

die zukünftige Steuerbelastung<br />

zu senken. Dabei bringen die Steuerberater<br />

durch ihre<br />

früheren Tätigkeiten<br />

bei Großkanzleien<br />

auch Tipps<br />

und Tricks aus der<br />

„großen“ Wirtschaft<br />

mit, um sie auf die heimische mittelständische<br />

Unternehmenskultur anzuwenden:<br />

komplexe Gestaltungen zur<br />

Steueroptimierung, Prozessberatung<br />

und Unterstützung bei internationalen<br />

Steuersachverhalten. Und durch die<br />

Kooperation mit der Anwaltskanzlei<br />

Dres. Schacht & Kollegen können die<br />

Steuerberater auch dort Hilfe bieten,<br />

wo sich Steuerrecht und Zivilrecht<br />

überschneiden. <br />

-miz-<br />

x12


Anzeige<br />

Eine moderne Kanzlei mit ganzheitlichem Ansatz<br />

„Wir sind fachlich ziemlich breit aufgestellt“,<br />

sagt Dr. Bettina Schacht, die die<br />

Anwaltskanzlei Dres. Schacht & Kollegen<br />

bereits in dritter Generation führt.<br />

„Wir können nahezu alle Lebensbereiche<br />

juristisch abdecken.“ Ein verständliches,<br />

maßgeschneidertes Gesampaket<br />

<strong>–</strong> das ist es, was sich die Kanzlei<br />

für ihre Mandanten auf die Fahne geschrieben<br />

hat.<br />

Elf Fachanwälte<br />

kümmern sich um<br />

Arbeitsrecht, Familienrecht,<br />

Erbrecht,<br />

Baurecht, Unterhaltsrecht,<br />

Medizinrecht, Bankrecht,<br />

Zivilrecht. Das ist vor allem auch für<br />

Möglichst effektive<br />

und pragmatische<br />

Lösungen.<br />

Unternehmen ein entscheidender<br />

Vorteil: Sie bekommen den umfassenden<br />

Service aus einer Hand. Denn sie<br />

müssen sich nicht nur mit Arbeitsrecht<br />

befassen, um etwa Arbeitsverträge<br />

rechtssicher zu gestalten.<br />

Sie brauchen Handels- und Gesellschaftsrecht,<br />

um allgemeine Geschäftsbedingungen<br />

aufzusetzen, Ko-<br />

operationen oder<br />

Lieferverträge zu<br />

gestalten. Mietrecht<br />

für die Firmenobjekte,<br />

Baurecht bei<br />

Neubauten, Versicherungsrecht<br />

im Schadensfall, Erbrecht<br />

für den Todesfall, Regelungen für<br />

die Unternehmensnachfolge… „Eine<br />

Rundumversorgung eben, ein ganzheitlicher<br />

Ansatz“, fasst Schacht zusammen.<br />

Und zu dieser gehört auch<br />

die jahrzehntelange Kooperation mit<br />

der Steuerkanzlei Löffler, Wulff + Partner.<br />

Mit ihren vier Standorten in Gunzenhausen,<br />

Weißenburg, Treuchtlingen<br />

und Schwabach ist die Kanzlei seit<br />

Jahrzehnten im Landkreis bestens<br />

vernetzt und hoch angesehen. Das<br />

große 70-jährige Jubiläum im vergangenen<br />

Jahr musste coronabedingt<br />

zwar verschoben werden,<br />

dennoch blickt die Kanzlei Dres.<br />

Schacht & Kollegen zufrieden auf<br />

ihre Erfolgsgeschichte zurück.<br />

Im Kontrast zu den traditionellen<br />

Wurzeln präsentiert sich die<br />

Kanzlei jedoch auch leistungsstark<br />

und modern. Die Arbeitsprozesse<br />

laufen komplett digital<br />

und papierlos. Auch das hilft,<br />

das selbst gesteckte Ziel für<br />

die Mandanten zu erreichen,<br />

erklärt Dr. Bettina Schacht:<br />

„Wir möchten in allen Fällen<br />

möglichst effektive und pragmatische<br />

Lösungen finden.“<br />

-miz-<br />

Experten seit<br />

über 70 Jahren<br />

KOLLEGEN RECHTSANWÄLTE<br />

Dres. Schacht & Kollegen<br />

Rechtsanwälte<br />

Nürnberger Str. 2 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 87 72 23 - 0<br />

www.dres-schacht.de/<br />

rechtsanwaelte@dres-schacht.de<br />

Unternehmensgründung: 1950<br />

MitarbeiterInnen: ca. 30<br />

Geschäftsführerin: Dr. Bettina Schacht<br />

und Stefan Schröter<br />

Dr. Sigurd Schacht gründete 1950<br />

die Anwaltskanzlei Schacht in<br />

Gunzenhausen, damals noch als<br />

Ein-Mann-Unternehmen. 1971<br />

übernahm sein Sohn die Kanzlei,<br />

der ebenfalls den Namen Sigurd<br />

trägt. Aufgabenbereiche, Mandate<br />

und Mitarbeiterzahl wurden stetig<br />

vergrößert, und mit Dr. Bettina<br />

Schacht ist die Kanzlei 2013 in<br />

die Hände der dritten Generation<br />

übergegangen. Mittlerweile kann<br />

das Unternehmen auf eine 70-jährige<br />

Geschichte zurückblicken.<br />

Seit im Jahr 2006 das Verbot von<br />

Zweigstellen bei Anwaltskanzleien<br />

aufgehoben wurde, gibt es auch<br />

ein Büro in Weißenburg. Es folgten<br />

Zweigstellen in Treuchtlingen<br />

2015 und in Schwabach 2020. Damit<br />

können Mandanten in all den<br />

drei näheren Landgerichtsbezirken<br />

Ansbach, Nürnberg und Ingolstadt<br />

optimal betreut werden.<br />

13


Anzeige<br />

Im Herzen der<br />

Innenstadt<br />

Gemeinsam stark: Full Service<br />

media<br />

BRAUN&ELBEL<br />

be media ist die jüngste Abteilung<br />

eines traditionsreichen Unternehmens.<br />

Tür an Tür arbeiten die<br />

Kollegen sechs Tage die Woche<br />

an einer neuen <strong>Ausgabe</strong> des Weißenburger<br />

Tagblatts, in den Räumlichkeiten<br />

von be media kümmert<br />

man sich dagegen um Marketing,<br />

Buch- & Offsetdruckerei Braun & Elbel GmbH<br />

& Co. KG Verlag Weißenburger Tagblatt<br />

be media<br />

Wildbadstr. 16-18 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 85 90 25<br />

www.be-media.de • info@be-media.de<br />

facebook.com/bemediawug<br />

instagram.com/be_media_wug<br />

Unternehmensgründung: 2020<br />

MitarbeiterInnen: 10<br />

Geschäftsführer: Ralf Braun & Waltraud Braun<br />

Werbung und Gestaltung. Industrie,<br />

Handel, Gastronomie, Vereine<br />

und Verbände sind die Kunden der<br />

neuen Werbeagentur mitten in der<br />

Weißenburger Innenstadt.<br />

Seit 125 Jahren bleibt man sich im<br />

Verlag Braun & Elbel treu, indem man<br />

sich beständig neu erfindet. Anlass<br />

der Unternehmensgründung war die<br />

Erfindung des Weißenburger Tagblatts.<br />

Keine schlechte Produktidee:<br />

Die Tageszeitung hat zwei Weltkriege,<br />

das Internet und ein Virus überlebt.<br />

Dieser Erfolg hat einen<br />

Grund: der Wille<br />

zur Veränderung.<br />

Und der hat gerade<br />

wieder neue Blüten<br />

getrieben. 2020<br />

gründete Braun & Elbel die neue, eigenständige<br />

Abteilung be media. Eine<br />

Werbeagentur, die von der Gestaltung<br />

über die Vermarktung bis hin zum<br />

Druck professionellen Service aus einer<br />

Hand anbietet.<br />

Die Weiterentwicklung ist organisch.<br />

Gestaltung und Vermarktung gehörten<br />

schließlich schon immer zum Geschäft<br />

des Hauses. Jetzt wurde aus diesem<br />

Wissen und erweiterten personellen<br />

Ressourcen eine eigene<br />

Marketing aus einer<br />

Hand. Print und Online.<br />

Text und Gestaltung.<br />

Abteilung geschmiedet. Gezielt hat<br />

man dafür neue Strukturen geschaffen<br />

und ein kreatives Team zusammengestellt,<br />

das alte und neue Medienwelt<br />

zusammenbringt.<br />

So hat be media vom Produktkatalog<br />

bis zu Flyer und Visitenkarte, von<br />

der Erstellung einer Homepage bis zu<br />

Social Media und<br />

Image-Video, von<br />

PR-Texten bis zu<br />

Übersetzung und<br />

Markenentwicklung<br />

das komplette Portfolio<br />

der Werbung im Angebot. Gezielt<br />

arbeitet man dabei in einem festen<br />

Kooperationsmodell mit dem Weißenburger<br />

Start-up Burning Bird Media zusammen<br />

(siehe Text rechts).<br />

„Eine gute Idee darf nicht nur eine gute<br />

Idee sein. Sie muss auch genauso aussehen“,<br />

sagt Braun & Elbel-Chef Ralf<br />

Braun, der bereits in vierter Generation<br />

das Unternehmen führt. „Und beim<br />

Gut-Ausschauen zu helfen, das ist unser<br />

Job bei be media.“<br />

-js-<br />

x14


Anzeige<br />

in Marketing, Digital und IT<br />

Enthusiasmus<br />

und Können<br />

Burning Bird Media<br />

Das Tempo von Burning Bird Media ist<br />

enorm. In drei Jahren von der kleinen<br />

Video-Schmiede zu einer überregional<br />

arbeitenden Full-Service-Medienagentur.<br />

Manchmal reiben sich auch<br />

Lucas Vogel und Sebastian Rudat die<br />

Augen, wie schnell das ging. Aber die<br />

beiden Weißenburger hatten direkt<br />

nach dem Abitur den richtigen Riecher,<br />

außerdem unternehmerische Leidenschaft,<br />

ein hervorragendes Netzwerk<br />

und Talent.<br />

So bauten sie sich<br />

ein Team aus Angestellten<br />

und Freelancern<br />

auf und<br />

verschafften sich<br />

schnell Respekt in der Branche. Parallel<br />

zu ersten größeren Aufträgen in<br />

Industrie und Handwerk dehnte man<br />

die eigenen Geschäftsfelder aus.<br />

Der Zukunftsbereich:<br />

individuelle Apps für<br />

alle Kunden.<br />

Zu den Bereichen Video und Social-<br />

Media-Marketing kamen Grafik und<br />

Homepage-Gestaltung. Um das professionell<br />

leisten zu können, holte man<br />

weitere versierte Mitarbeiter fest ins<br />

Boot.<br />

Ein Grund zum Ausruhen war das<br />

nicht, denn die neuen Kunden fragten<br />

immer mehr Serviceleistungen nach.<br />

Also legte man Ende 2020 erneut<br />

nach. Burning Bird Media erweiterte<br />

das Portfolio um<br />

die Bereiche Software-Programmierung<br />

und IT-Services.<br />

„Das ist<br />

einfach ein Thema,<br />

das von unseren Kunden immer stärker<br />

kam“, erklärt Lucas Vogel.<br />

Die Burning Bird Media GmbH ist nun<br />

auch der richtige Ansprechpartner für<br />

Verwaltungssoftware oder firmeneigene<br />

Apps, die man passgenau und individuell<br />

programmiert. „Und das zu einem<br />

sehr soliden Preis“, wie Sebastian<br />

Rudat feststellt. Es geht um Buchhaltungswerkzeuge<br />

oder aber auch um<br />

eigenständige Kommunikations-Plattformen<br />

für Unternehmen, die nicht<br />

auf den Servern von Großkonzernen<br />

im Ausland laufen.<br />

Zudem kümmert man sich auch<br />

um den Aufbau und die Pflege von<br />

Firmennetzwerken und deren Sicherheit.<br />

Von der Anschaffung<br />

der Geräte bis zur richtigen Firewall.<br />

„Wir wollen eine Art lokales<br />

Es ist eine Garagen-Geschichte.<br />

Kurz nach dem Abi beschließen<br />

zwei Freunde, es direkt mit einer<br />

Unternehmensgründung zu versuchen.<br />

Die Anfangszeit ist hart<br />

und es gibt Rückschläge, aber am<br />

Ende setzt sich die Qualität durch.<br />

Burning Bird Media GmbH<br />

Habermühlweg 5 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 7 40 79 77<br />

www.burningbird-media.com<br />

info@burningbird-media.com<br />

facebook.com/Burning-Bird-Media<br />

instagram.com/burningbirdmedia<br />

Unternehmensgründung: 2018<br />

MitarbeiterInnen: 18<br />

Geschäftsführer: Lucas Vogel und<br />

Sebastian Rudat<br />

Längst sind Lucas Vogel und Sebastian<br />

Rudat mit ihrer Firma Burning<br />

Bird Media auf dem Markt<br />

etabliert. Und sie zeigen, dass<br />

Enthusiasmus, Talent, Mut und<br />

Ehrgeiz für eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte<br />

reichen können.<br />

Amazon für das Digitale sein. Die Kunden<br />

sollen bei uns einfach alles finden,<br />

was sie brauchen“, so Rudat.<br />

Um die komplette Bandbreite der Leistungen<br />

professionell abwickeln zu<br />

können, hat man nicht nur das eigene<br />

Team ergänzt, sondern arbeitet auch<br />

mit ausgewählten Partnern zusammen.<br />

Zu denen zählt unter anderem in den<br />

Bereichen Gestaltung, Druck und PR<br />

auch be media, die neue Werbeagentur<br />

des Weißenburger Tagblatts, die<br />

Hand in Hand mit Burning Bird Media<br />

arbeitet. <br />

-js-<br />

15


<strong>WIKO</strong><br />

Ein Landkreis im Niemandsland.<br />

Mit der Sorge vor dem Abstieg.<br />

<br />

VON UWE RITZER<br />

Ganz Weißenburg-Gunzenhausen redet sich die Köpfe um einen Center Parcs<br />

am Brombachsee heiß, dabei hat man ganz andere Probleme. Verheerend<br />

schlechte Strukturdaten zeigen: Die Region muss in die Gänge kommen und<br />

die Politik Aufbruchsstimmung erzeugen.<br />

Man könnte meinen, Wohl und Wehe<br />

dieser Region hingen ausschließlich<br />

von der Frage ab, ob auf dem alten Muna-Gelände<br />

am Kleinen Brombachsee<br />

ein Center Parc gebaut wird oder nicht.<br />

So inbrünstig bekriegen sich seit Monaten<br />

Befürworter und Gegner. In den<br />

Lokalzeitungen ist die geplante Feriensiedlung<br />

samt Spaßbad gefühlt sogar<br />

noch vor Corona das beherrschende<br />

Thema; allein die Leserbriefflut ist<br />

unüberschaubar. Und die politischen<br />

Mandatsträger sind sicherheitshalber<br />

in Deckung gegangen vor den verbalen<br />

Giftpfeilen, die pausenlos hin- und<br />

her fliegen.<br />

Die Center-Parc-Debatte ist zum<br />

Stresstest für die politische Kultur<br />

und den demokratischen Umgang im<br />

Landkreis geworden. Gewiss, es geht<br />

um ein gewaltiges Vorhaben, das den<br />

Tourismus im Seenland ziemlich verändern<br />

würde. Aber die Fixierung der<br />

öffentlichen Aufmerksamkeit auf dieses<br />

eine Projekt verengt den Blick auf<br />

ein tiefgreifendes und grundsätzliches<br />

Problem: Weißenburg-Gunzenhausen<br />

droht langsam, aber sicher abgehängt<br />

zu werden. Mit gravierenden Folgen für<br />

den Wirtschaftsstandort, die Arbeitsplätze,<br />

aber auch die Lebensqualität<br />

und die medizinische Versorgung.<br />

Es ist ein schleichender, dadurch umso<br />

gefährlicherer Prozess. Anzeichen gab<br />

es in den vergangenen Monaten mehr<br />

als genug. Pressmetall schließt sein<br />

Werk in Gunzenhausen, mit einem<br />

Schlag fallen gut 500 Arbeitsplätze<br />

weg. Plastic Omnium, immerhin größter<br />

Arbeitgeber im Landkreis, streicht<br />

70 Stellen, baut seinen Formen- und<br />

Vorrichtungsbau ab und schließt sein<br />

Testlabor für Werkstoffe. Schaeffler<br />

will in Gunzenhausen 50 Jobs streichen.<br />

Und die für den Standort enorm<br />

wichtige Fach- und Berufsoberschule<br />

in Weißenburg wird dadurch geschwächt,<br />

dass ein einflussreicher<br />

x16


<strong>WIKO</strong><br />

Schwabacher CSU-Veteran in seiner<br />

Heimatstadt eine überflüssige Konkurrenz-FOS<br />

durchdrückte, die Weißenburg<br />

viele Schüler von dort kostet.<br />

Trotz dieser Hiobsbotschaften blieb<br />

der öffentliche Aufschrei aus. Weder<br />

las man viele empörte Leserbriefe<br />

noch machten die regionalen Kommunalpolitiker<br />

und Abgeordneten mobil<br />

oder auch nur einen engagierten<br />

Eindruck. Der Landtagsabgeordnete<br />

Wolfgang Hauber (FW) erklärte die<br />

Schwächung der FOS in seiner Heimatstadt<br />

sogar für unproblematisch.<br />

Natürlich treffen Unternehmen wie<br />

Pressmetall, Plastic Omnium oder<br />

Schaeffler ihre Entscheidungen betriebswirtschaftlich<br />

autark und lassen<br />

sich im Zweifel von keinem Landrat,<br />

Bürgermeister oder Abgeordneten<br />

reinreden. Darum geht es aber nicht.<br />

Es geht um die Frage, ob man Abbau<br />

und Wandel mit gleichgültigem Schulterzucken<br />

zur Kenntnis nimmt oder<br />

Wirtschafts- und Strukturpolitik als<br />

Gestaltungsfeld begreift. Davon ist<br />

man in Weißenburg-Gunzenhausen<br />

weit entfernt, wie der zurückliegende<br />

Kommunalwahlkampf zeigte.<br />

Da wurde viel über Radwege, Kinderspielplätze<br />

oder Verkehrsberuhigung<br />

geredet und die üblichen Allgemeinplätze<br />

zu Themen wie ÖPNV und Klimaschutz<br />

wurden bemüht. Gewiss,<br />

hie und da ging es ein wenig auch um<br />

schnelles Internet. Die vielen Funklöcher<br />

im Landkreis wurden sicherheitshalber<br />

ausgespart; nicht, dass noch<br />

irgendwo ein Funkmast mehr gebaut<br />

wird, gegen den dann wieder viele Leserbriefschreiber<br />

… - aber lassen wir<br />

das. Gefragt, was er für das größte Ärgernis<br />

im Landkreis halte, sagte der am<br />

Ende siegreiche CSU-Landratskandidat<br />

Manuel Westphal allen Ernstes:<br />

„Dass wir uns zu klein reden.“<br />

WIR? UNS? ZU KLEIN? ECHT JETZT?<br />

Gewiss, die Landschaft hier ist schön,<br />

die Feste sind zünftig, unsere einheimischen<br />

Brauer liefern prächtiges Bier,<br />

die Lebenshaltungskosten sind mo-<br />

❱Fortsetzung nächste Seite❱<br />

17


<strong>WIKO</strong><br />

derat, es gibt (noch) vernünftige<br />

Schulen, ein (noch) reges Vereinsleben<br />

und sogar (noch) zwei Krankenhäuser.<br />

Und ja, natürlich gibt es hier<br />

auch starke Handwerker, engagierte<br />

Händler, moderne Dienstleister<br />

und ein paar anständige Wirtshäuser.<br />

Es ist eine kleinteilige und damit<br />

auch vielfältige und robuste Struktur.<br />

Mit der HAM in Treuchtlingen<br />

und dem Kunststoffcampus Bayern<br />

in Weißenburg ist es zudem gelungen,<br />

zwei Hochschuleinrichtungen<br />

an Land zu ziehen. Obendrein hat<br />

diese Region das Glück, dass sie<br />

immer wieder mutige Unternehmer<br />

hervorbringt, die mit großem Fleiß,<br />

Gespür und Geschick aus kleinen<br />

Anfängen stattliche Firmen großziehen,<br />

man denke nur an KTW (jetzt<br />

Nifco), an Dotlux oder an Hetzner.<br />

Und nicht zu vergessen die vielen<br />

alteingesessenen Familienunternehmen,<br />

die sich der Region verbunden<br />

fühlen.<br />

Also reden wir uns tatsächlich zu<br />

klein?<br />

Verlassen wir doch einmal die<br />

Scholle der Selbstzufriedenheit und<br />

blicken von außen auf diesen Landkreis,<br />

vergleichen wir ihn doch einfach<br />

mal mit seinen Nachbarn:<br />

• In puncto Wirtschaftskraft ist<br />

Weißenburg-Gunzenhausen<br />

Schlusslicht in Mittelfranken.<br />

• Als einziger Landkreis in Mittelfranken<br />

verzeichnete Weißenburg-Gunzenhausen<br />

2019/2020<br />

einen Rückgang der sozialversicherungspflichtig<br />

Beschäftigten.<br />

• Die Kaufkraft in Weißenburg-<br />

Gunzenhausen ist die niedrigste<br />

in Mittelfranken.<br />

• Es gibt im Landkreis überproportional<br />

viele Jobs für Angelernte<br />

an Werkbänken und Maschinen,<br />

aber im Verhältnis deutlich weniger<br />

für Menschen mit akademischer<br />

Qualifikation als in benachbarten<br />

Landkreisen.<br />

• Bei den Steuereinnahmen liegt<br />

Weißenburg-Gunzenhausen mit<br />

durchschnittlich 1073,59 Euro<br />

pro Kopf der Bevölkerung an<br />

letzter Stelle in Mittelfranken,<br />

satte 420 Euro unter dem mittelfränkischen<br />

Durchschnitt.<br />

• Von den 20 wichtigsten Arbeitgebern<br />

Mittelfrankens ist lediglich<br />

Schaeffler mit einem kleinen<br />

Standort in Gunzenhausen vertreten.<br />

• Vom Boom der Nürnberg-Messe<br />

(vor Corona und vermutlich auch<br />

danach) profitiert der Landkreis<br />

so gut wie gar nicht.<br />

• Bei den Gewerbeanmeldungen<br />

ist der Kreis Weißenburg-Gunzenhausen<br />

Schlusslicht in Mittelfranken.<br />

• Was den Rückgang bei Betrieben<br />

und Beschäftigten der Industrie<br />

angeht, wies in Mittelfranken<br />

zuletzt lediglich der Kreis Erlangen-Höchstadt<br />

schlechtere<br />

Werte auf, was am größeren Ab-<br />

x18


<strong>WIKO</strong><br />

bau bei einem Unternehmen dort<br />

lag, sonst wäre WUG auch hier<br />

Schlusslicht.<br />

Diese Fakten lassen nur einen<br />

Schluss zu: Zwischen Eigenwahrnehmung<br />

und Wirklichkeit gibt es<br />

eine bedenkliche Kluft.<br />

Gerne argumentieren Wirtschaftsförderer<br />

und Kommunalpolitiker mit<br />

der Zentralität Weißenburg-Gunzenhausens<br />

in Bayern. Sie ist eine<br />

rein geografische Ortsbestimmung,<br />

von den Zentren des Geschehens<br />

und der Prosperität ist dieser Landkreis<br />

(der sich seltsamerweise<br />

seit einigen Jahren <strong>Altmühlfranken</strong><br />

nennt), weit entfernt. Er ist nicht mittendrin,<br />

sondern im Niemandsland<br />

zwischen den drei dynamischen<br />

Ballungsräumen Nürnberg, Ingolstadt<br />

und Augsburg.<br />

Die Industrie wird zu einem hohen<br />

Maße fremdbestimmt. Die Entscheider<br />

bei internationalen Konzernen<br />

sitzen nicht hier vor Ort, sondern<br />

in Zentralen irgendwo. Von dort aus<br />

fällt der Blick auf Standorte in einem<br />

Landkreis, der inzwischen zwar in<br />

Richtung Nürnberg einigermaßen<br />

brauchbar angebunden ist, der aber<br />

weit weg von Autobahnen liegt. Und<br />

von dem aus allein die Fahrt in die<br />

Landeshauptstadt München entweder<br />

eine kurvige (Straße) oder eine<br />

umständliche (Eisenbahn), in jedem<br />

Fall eine zeitraubende Angelegenheit<br />

ist.<br />

Nun kann es ja auch in der Nische<br />

kuschelig sein, und wenn nicht viel<br />

los ist, ist das sehr gemütlich, zumindest,<br />

wenn man sich nicht stören<br />

lassen und unter sich bleiben<br />

will. In einer Wirtschaftswelt, die<br />

immer globaler, digitalisierter und<br />

schneller wird, führt zu viel selbstzufriedene<br />

Gemütlichkeit aber auch<br />

schnell ins Abseits.<br />

Allein die im Landkreis nach wie vor<br />

überproportional stark vertretenen<br />

und entsprechend wichtigen Autozulieferer<br />

können sich den großen<br />

Entwicklungen nicht verschließen.<br />

Was heißt es für sie, für ihre Arbeitsplätze,<br />

wenn langsam aber sicher<br />

Abschied vom Verbrennungsmotor<br />

genommen wird? Von den Firmen<br />

werden im Alltagsgeschäft Antworten<br />

und Lösungen verlangt, sei<br />

es für die Elektromobilität, sei es<br />

im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte<br />

insgesamt, die gewaltig an Fahrt<br />

aufnimmt und die gesamte Lieferkette<br />

betrifft und nicht mehr nur die<br />

Endprodukte.<br />

Die hiesigen Kunststoffhersteller<br />

etwa wird dies vor die Frage stellen,<br />

wie im Zuge von Initiativen gegen<br />

Mikroplastik-Rückstände in<br />

Nahrungsmitteln oder plastikverschmutzte<br />

Weltmeere die Werkstoffe<br />

der Zukunft beschaffen sein<br />

werden. Wer dazu nichts zu bieten<br />

hat, wird schnell raus sein aus dem<br />

Geschäft.<br />

Der Weißenburger Kunststoffcampus<br />

als Forschungs- und Entwicklungseinrichtung<br />

von Rang war eine<br />

richtige und dringend notwendige<br />

Antwort auf solche Herausforderungen.<br />

Doch es müssen weitere<br />

folgen. Und es braucht eine aktivere,<br />

regionale Neuausrichtung. Der<br />

Handlungsbedarf beginnt schon<br />

im Kleinen. Noch immer sind die<br />

wirtschaftlichen Beziehungen ins<br />

❱Fortsetzung nächste Seite❱<br />

19


<strong>WIKO</strong><br />

benachbarte Schwaben und nach<br />

Oberbayern in vielen Branchen unterentwickelt.<br />

Nun höre ich schon die mahnenden<br />

Rufe, doch nicht immer alles schlechtzureden.<br />

Und bestimmt findet sich irgendwo<br />

im Frankenwald oder Fichtelgebirge,<br />

in Mecklenburg-Vorpommern<br />

oder in Ostfriesland ein Landkreis,<br />

der noch schlechtere Strukturdaten<br />

aufweist. Ja, so einfach kann man es<br />

sich natürlich machen. Das wäre dann<br />

aber in etwa so, als würde ein Kranker<br />

seinen Zustand ignorieren, mit dem<br />

Argument, er kenne jemanden, dem es<br />

noch viel schlechter gehe als ihm.<br />

Apropos Krankheit. Für die Lebensqualität<br />

der Einheimischen und als<br />

weicher Standortfaktor ist die medizinische<br />

Versorgung wesentlich. Auch<br />

da tun sich dringende Handlungsfelder<br />

auf, die bislang weder Leserbriefschreiber<br />

noch Politiker beackern:<br />

• Der Landkreis ist mit Augen-, Hautund<br />

Kinderärzten gravierend unterversorgt.<br />

• Die Entbindungsstation am Weißenburger<br />

Krankenhaus, die einzige<br />

weit und breit, ist in akuter Gefahr,<br />

weil ein Belegarzt sich in Ruhestand<br />

setzen will und keine Nachfolger<br />

findet, die Geburtshilfe leisten wollen.<br />

Jungen Frauen droht daher,<br />

dass sie zum Kinderkriegen bald in<br />

Kliniken nach Ingolstadt, Ansbach,<br />

Roth oder Donauwörth fahren müssen.<br />

• Der durchschnittliche, niedergelassene<br />

Hausarzt (respektive Hausärztin)<br />

im Landkreis ist 57 Jahre alt. Im<br />

Raum Weißenburg sind ein Drittel,<br />

im Raum Gunzenhausen sieben von<br />

24 Medizinern älter als 60 Jahre.<br />

Die Quintessenz aus alledem?<br />

Es muss sich etwas tun. Die Blickwinkel<br />

müssen neu justiert werden, die<br />

Selbstzufriedenheit muss einer gesunden<br />

Unruhe, einem Ehrgeiz weichen,<br />

die Dinge zu verbessern. Es<br />

braucht ein regionales Entwicklungsprogramm,<br />

eine klar formulierte und<br />

definierte Vorstellung, was wie erreicht<br />

werden soll. Nein, es braucht nicht<br />

schon wieder neue Gutachten, nein, es<br />

muss auch kein zusätzliches Personal<br />

her, kein Zweckverband muss gegründet<br />

werden und auch nicht gleich nach<br />

dem Staat gerufen werden. Vielmehr<br />

müssen Handlungsfelder definiert,<br />

vorhandene Kompetenzen in den Wirtschafts-<br />

und Interessenverbänden<br />

gebündelt und Aufbruchsstimmung<br />

angefacht werden.<br />

Einen solchen Prozess anzustoßen, ist<br />

vornehmlich die Aufgabe von Landrat,<br />

Bürgermeistern, Abgeordneten und<br />

Kreispolitikern. Aber eben nicht nur.<br />

Auch die Bevölkerung muss ein Bewusstsein<br />

dafür entwickeln. Und vielleicht<br />

sich nebenher von einem seit der<br />

Flutung der Seen vorhandenen Irrglauben<br />

verabschieden: Der Tourismus ist<br />

nicht der wichtigste Wirtschaftszweig<br />

in diesem Landkreis, bei Weitem nicht.<br />

Und er wird es in absehbarer Zeit auch<br />

nicht werden.<br />

Uwe Ritzer, 55, ist Wirtschaftskorrespondent<br />

der Süddeutschen<br />

Zeitung. Der Weißenburger wurde<br />

vom Medium-Magazin in die Top<br />

Ten der deutschen Wirtschaftsjournalisten<br />

gewählt. und gilt als<br />

einer der renommiertesten Journalisten<br />

des Landes. Für <strong>WIKO</strong><br />

schreibt er Analysen zur Lage des<br />

Landkreises. Das Geschehen vor<br />

Ort verfolgt Ritzer intensiv. Nicht<br />

nur, weil er nach wie vor in Weißenburg<br />

lebt, sondern auch weil er die<br />

Zusammenhänge aus seiner Zeit<br />

als Redaktionsleiter des Weißenburger<br />

Tagblatts bestens kennt.<br />

x20


<strong>WIKO</strong><br />

95.158<br />

Einwohner hatte der Landkreis<br />

im September 2020<br />

Frauen: 47.633 Männer: 47.525<br />

97,6<br />

Einwohner je Quadratkilometer<br />

hatte der Landkreis<br />

im September 2019<br />

36,1<br />

betrug die<br />

Bevölkerungsentwicklung<br />

pro 10.000 Einwohner<br />

im Jahr 2019<br />

59,5<br />

betrug der Wanderungssaldo<br />

pro 10.000 Einwohner<br />

im Landkreis im Jahr 2019<br />

9,7%<br />

betrug der Anteil der<br />

ausländischen Bevölkerung<br />

im Landkreis im Jahr 2019<br />

Im Jahr 2018: 9,3%<br />

119,9<br />

betrug der Anteil der Verstorbenen<br />

pro 10.000 Einwohner<br />

im Landkreis im Jahr 2019<br />

ZAHLEN • DATEN • FAKTEN zum Landkreis<br />

656<br />

Meter ü. NN liegt der<br />

höchste Punkt im Landkreis<br />

in Dürnberg bei Heidenheim<br />

41.986<br />

Meter beträgt die größte<br />

Ost-West-Ausdehnung<br />

des Landkreises<br />

37.733<br />

Meter beträgt die größte<br />

Nord-Süd-Ausdehnung<br />

des Landkreises<br />

238.676<br />

Meter beträgt die Länge der<br />

Landkreisgrenze<br />

970,78 km 2<br />

beträgt die Fläche des Landkreises<br />

6.084 ha<br />

Siedlungen<br />

(Wohnen und Gewerbe/Industrie)<br />

gab es im Landkreis im September 2020<br />

4772 ha<br />

Verkehrsflächen (Straßen, Schienen ...)<br />

gab es Landkreis im September 2020<br />

84.255 ha<br />

Vegetation<br />

gab es Landkreis im September 2020<br />

davon waren<br />

32.279 ha Wald<br />

47.809<br />

ha<br />

Landwirtschaft<br />

1.967 ha Gewässer<br />

21


<strong>WIKO</strong><br />

Wollen wir<br />

Tourismusregion sein?<br />

Die Geschichte einer<br />

versäumten Debatte<br />

VON JAN STEPHAN<br />

Das Seenland steht vor der größten Entscheidung seit 50 Jahren. Statt einer<br />

sachlichen Debatte droht Center Parcs im Sog eines Ausnahme-Sommers<br />

versenkt zu werden. Der Appell zu einer Grundsatzdiskussion.<br />

2020 hat man sich um die Ansiedlung<br />

von Center Parcs nur gestritten. <strong>2021</strong><br />

wird man sich darum prügeln. Mit einiger<br />

Wahrscheinlichkeit wird dieses<br />

Jahr entscheiden, ob das größte Infrastrukturprojekt<br />

seit dem Bau des<br />

Seenlands kommt oder nicht. Bereits<br />

jetzt ist klar: Die Diskussion wird anstrengend,<br />

die Diskussion wird hässlich<br />

und die Diskussion wird viel zu spät<br />

kommen.<br />

Denn: Was man in der Auseinandersetzung<br />

erlebt, ist die Folge einer<br />

nie geführten Debatte. Deren Motto<br />

könnte lauten: Will man eigentlich Tourismusregion<br />

sein? Und wenn ja, wie<br />

sehr? Auch ein halbes Jahrhundert<br />

nach dem Landtagsbeschluss zum<br />

Bau des Seenlands gibt es keine klare,<br />

öffentliche Antwort auf diese Frage.<br />

Und es gibt auch keine große Erzählung,<br />

die den Einheimischen verständlich<br />

macht, wie sie und ihre Region auf<br />

Dauer von Gästen von außen profitie-<br />

ren könnten. Auch eine Übereinkunft<br />

fehlt, wo im Seenland die Grenzen des<br />

Tourismus liegen sollen.<br />

In Teilen ist das nachvollziehbar. Es<br />

kam lange mangels Masse niemand<br />

auf die Idee, Grenzen zu setzen. Im<br />

Seenland, diesem gigantischen Wasserprojekt<br />

mit touristischer Nebennutzung,<br />

war im Juni, Juli und August was<br />

los. Davor und danach musste man<br />

nach Touristen am See suchen. Das<br />

hat sich in den letzten zehn bis 15 Jahren<br />

geändert. Nicht nur, aber auch weil<br />

man im Tourismusverband ordentliche<br />

Arbeit gemacht hat.<br />

Es spielten und spielen der Region zudem<br />

noch andere Aspekte in die Karten.<br />

Eine neue Landlust, der Boom des<br />

Campings, der Trend zum Inlandsurlaub<br />

und der beginnende Verzicht auf<br />

Flugreisen. Entwicklungen, die stabil<br />

zu sein scheinen und als Megatrends<br />

dem Seenland-Tourismus dauerhaft<br />

Wind in die Segel blasen könnten. Die<br />

wirtschaftlichen Chancen sind groß.<br />

Wäre der Seenland-Tourismus eine<br />

Aktie: Sie würde gerade steigen, weil<br />

Investoren viel Anlass für Fantasie<br />

hätten. Das aber bedeutet auch, dass<br />

tatsächlich Grenzen diskutiert und Ideen<br />

entwickelt werden müssen, wo man<br />

im Seenland mit dem Tourismus hinwill.<br />

Wenn es Grenzen für Übernachtungskapazitäten<br />

geben soll, muss<br />

dann weiter der vergleichsweise wenig<br />

wertschöpfende Campingtourismus<br />

ausgebaut werden? Nur eine von<br />

vielen Fragen, für die Festlegungen<br />

fehlen. Es geht vielleicht mittelfristig<br />

weniger darum, den Tourismus zu bewerben,<br />

als darum, ihn vor Ort verträglich<br />

zu managen.<br />

Die Corona-Pandemie samt Super-Sommer<br />

hat 2020 als eine Art<br />

Brandbeschleuniger für die überfällige<br />

Diskussion des Seenland-Tourismus<br />

x22


<strong>WIKO</strong><br />

gewirkt. Das Wetter sorgte für eine<br />

Verdoppelung der Top-Tage im Seenland<br />

und die Corona-Daheimgebliebenen<br />

pumpten zusätzliche Masse in<br />

diese Tage. Das Ergebnis war eine Überforderung<br />

von Einheimischen und Infrastruktur.<br />

An einigen wenigen, aber<br />

schmerzhaften Tagen.<br />

Dass just in diesem Moment klar wurde,<br />

dass der holländische Urlaubskonzern<br />

Center Parcs den Bau einer neuen<br />

Ferienanlage mit wohl 800 bis 900<br />

Häusern plant und die Übernachtungszahlen<br />

im Seenland verdoppeln will,<br />

war sensationell schlechtes Timing.<br />

Waren Super-Sommer und Corona wie<br />

Benzin, das jemand in ein schwelendes<br />

Feuer schüttet, war Center Parcs<br />

Dynamit, das jemand dem Benzin<br />

hinterherschmiss. Erwartungsgemäß<br />

spektakulär fiel die Explosion aus.<br />

Dabei ging es vordergründig um die<br />

Rettung des Muna-Walds in Langlau,<br />

der in Teilen der Ferienanlage weichen<br />

müsste. Und tatsächlich ist das<br />

diskutabel. Die eigentliche Wucht der<br />

Center-Parcs-Kritik kam allerdings daher,<br />

dass sich viele Tourismus-Kritiker<br />

dem Umweltschutz-Lager anschlossen.<br />

Auch sie ketten sich nun argumentativ<br />

an Bäume, auch wenn es ihnen<br />

vielleicht mehr um die Parkplätze<br />

geht, die ihnen die Urlauber zustellen.<br />

Die Debatte ist im Kern eine um die Zukunft<br />

des Tourismus.<br />

In dem Zusammenhang kommt man<br />

auf ein Grundproblem dieses Wirtschaftszweigs:<br />

Hier zahlen immer alle<br />

den Preis der Belastung, auch wenn<br />

vielleicht nur wenige profitieren. Zumindest<br />

mag es auf den ersten<br />

Blick so wirken. Vor allem, weil<br />

die Chancen des Tourismus<br />

für die Region nicht gut erklärt<br />

wurden. Genau das ist<br />

es, woran man die vergangenen<br />

zwei Jahrzehnte gescheitert<br />

ist. Trotz ausreichend positiver<br />

Beispiele.<br />

Gunzenhausen etwa ist in Sachen Attraktivität<br />

von Einzelhandel und Gastronomie<br />

an Weißenburg vorbeigezogen.<br />

Warum? Weil hier im Frühjahr und<br />

Sommer die Urlauber massiv Geld von<br />

außen in die Stadt tragen. Sie ernähren<br />

so eine attraktive Struktur, die auch<br />

von den Einheimischen gerne genutzt<br />

wird. In Weißenburg gibt es diesen<br />

Effekt auch, nur viel kleiner. Hier kommen<br />

die Urlauber im Sommer vor allem<br />

dann, wenn das Wetter schlecht ist<br />

und man statt Strand einen Tag Kulturund<br />

Stadttourismus macht. Aber auch<br />

in Weißenburg helfen die Umsätze, die<br />

Schwaben, Thüringer oder Hessen in<br />

die Geschäfte tragen, Strukturen zu<br />

erhalten.<br />

Das Bemerkenswerte am Fremden des<br />

Tourismus ist ja gerade, dass er helfen<br />

kann, das Eigene zu bewahren. Wenn<br />

es gelingt, ihn so zu managen, dass<br />

er breit in die Region streut. Denn der<br />

Tourist interessiert sich für das Authentische<br />

einer Region und gibt ihm<br />

darüber auch wirtschaftlichen Wert.<br />

Das heißt: Baukultur, Bräuche, Kulturlandschaft,<br />

Dorfwirtschaften zu erhalten,<br />

das ist nicht mehr nur kulturelle<br />

❱Fortsetzung nächste Seite❱<br />

23


<strong>WIKO</strong><br />

Arbeit im höheren Sinn, das kann jetzt<br />

auch betriebswirtschaftlich Sinn machen.<br />

Und die Möglichkeit, mit etwas<br />

Geld zu verdienen, ist immer noch der<br />

sicherste Weg, dafür zu sorgen, dass<br />

etwas auch wertgeschätzt wird. Das<br />

kann man bedauern oder nicht, aber<br />

man muss es als Realität anerkennen.<br />

Über eine funktionierende Tourismusbranche<br />

lässt sich die Identität einer<br />

Gegend sogar verstärken. Weil Direktvermarkter<br />

nun Chancen bekommen,<br />

die sie sonst nie hätten, weil es<br />

Verdienstmöglichkeiten in den Dörfern<br />

rund um die Seen gibt, wo sonst<br />

Arbeitsplätze rar sind, weil Besuchermasse<br />

geschaffen wird, die die Umsetzung<br />

manch guter Ideen erst möglich<br />

macht. Tourismus kann dem Land<br />

nicht nur als Wohn-, sondern auch als<br />

Arbeitsort eine Verdienstmöglichkeit<br />

schaffen. Das ist wichtig, gerade im<br />

Blick auf eine im Landkreis starke Automobilzulieferbranche,<br />

die unsicheren<br />

Zeiten entgegensieht.<br />

Diese Einsicht aber zu vermitteln, daran<br />

sind die Branche, die Politik und<br />

auch die Touristiker eindrucksvoll gescheitert.<br />

Dabei wusste man um die<br />

Probleme. Im Seenland-Leitbild von<br />

2010 bis 2020 stand bei gleich zwei<br />

Befragungen die Stärkung des Tourismusbewusstseins<br />

der Einheimischen<br />

auf Platz eins der Dinge, die man angehen<br />

müsste. Kommunalpolitiker und<br />

Tourismusbetreiber kannten den Unwillen<br />

mancher Einheimischer gegenüber<br />

Touristen.<br />

Manche betrachten die Urlaubsgäste<br />

bis heute als Störung ihres Friedens<br />

und nicht als potenziellen<br />

Arbeitgeber für die eigenen<br />

Kinder oder Frequenzbringer<br />

für den letzten Laden im Dorf.<br />

Es gibt Einheimische, die stolz<br />

erzählen, dass sie im Sommer<br />

in einem Gasthaus mit<br />

vielen Touristen immer<br />

erst mal laut nach der<br />

Karte mit den Einheimischenpreisen<br />

fragen.<br />

Einem Industriellen,<br />

der eine neue<br />

Fabrik baut, würden<br />

die gleichen Leute<br />

dagegen kaum<br />

auf die Schuhe<br />

spucken. Hier scheint der wirtschaftliche<br />

Nutzen klarer zu sein: Eine Fabrik<br />

bedeutet eine Menge Jobs auf einem<br />

Haufen.<br />

Diese Greifbarkeit der wirtschaftlichen<br />

Bedeutung des Tourismus fehlt. Gerade<br />

weil die Stärke dieser Branche ist,<br />

dass sie so stark streut. Dabei hat man<br />

gerade erst in einer aktuellen Untersuchung<br />

festgestellt, dass der Tourismus<br />

im Landkreis rechnerisch knapp 4400<br />

Menschen ein Auskommen bietet. Damit<br />

ist man bereits auf dem Niveau der<br />

Kunststoffindustrie.<br />

Was heißt das nun für Center Parcs?<br />

Erst mal nicht viel. Man kann die<br />

Chancen des Tourismus sehen und<br />

eine Landung dieses Raumschiffs am<br />

Brombachsee trotzdem ablehnen. Nur<br />

sollte man dafür gute Gründe haben,<br />

die in ein großes Ganzes der Seenland-Strategie<br />

passen. Im Moment<br />

hat man den Eindruck, dass einem der<br />

spannendsten Projekte der vergangenen<br />

Jahrzehnte der Garaus gemacht<br />

werden könnte, weil man einen besonders<br />

heißen Sommer hatte, ein<br />

paar besonders dämliche Tagesurlauber<br />

und gerade einfach keinen<br />

Bock. Das wäre fahrlässig.<br />

Zumal man sagen muss <strong>–</strong> auch<br />

wenn die große Debatte<br />

versäumt worden ist <strong>–</strong><br />

hinter dem Berg gehalten<br />

haben Politik und<br />

Tourismus mit ihren Expansionsplänen<br />

nicht.<br />

Auch dazu ein Blick in<br />

das Tourismus-Leitbild<br />

des Seenlands. Schon<br />

2010 hatte man festgeschrieben,<br />

dass das Seenland mehr hochklassige<br />

Unterkunftsmöglichkeiten am<br />

See benötige, man spezielle Angebote<br />

für Kinder und Familien brauche,<br />

eine Ausdehnung der Saison und<br />

Schlecht-Wetter-Angebote. Protestgeschrei<br />

gab es damals nicht. Obwohl<br />

vieles von dem, was gefordert worden<br />

ist, auf die Ansiedlung eines neuen<br />

Center Parcs passt.<br />

Am Ende wird es eine Entscheidung<br />

unter Schmerzen sein. Ein Center<br />

Parcs kann der Region viel geben. Die<br />

Chance, den Tourismus einer Region<br />

mit einem einzigen Projekt zu verdoppeln,<br />

wird man nie wieder bekommen.<br />

Auf der anderen Seite werden Teile<br />

eines Walds verschwinden und es besteht<br />

die reale Gefahr einer Überforderung<br />

der Strukturen.<br />

Umso wichtiger wäre es, jetzt die große<br />

Debatte anzustoßen. Wollen wir auf<br />

lange Sicht einen namhaften Teil der<br />

Wertschöpfung damit verdienen, dass<br />

Menschen hier ihren Urlaub verbringen?<br />

Darauf braucht es eine Antwort.<br />

Politik und Tourismus sollten sich dabei<br />

nicht in eine stille Ecke setzen und<br />

alle Verantwortung an Bürger und Bürokratie<br />

abschieben. Sie sollten sich<br />

einmischen. Auch mit konkreten Ideen,<br />

wie man eine Überforderung der Einheimischen<br />

verhindern kann.<br />

Mit dieser Diskussion wäre etwas gewonnen.<br />

Auch wenn es nichts würde<br />

mit einem Center Parcs, was nach den<br />

jüngsten Finanzproblemen des französischen<br />

Mutterunternehmens auch<br />

aus dieser Perspektive nicht gänzlich<br />

ausgeschlossen erscheint. Die Region<br />

braucht eine eigene Idee von sich und<br />

ihrem Seenland-Tourismus.<br />

x24


<strong>WIKO</strong><br />

Kaufkraftindex je Einwohner 2017 (Deutschland gleich 100%)<br />

22.044 €<br />

betrug das Verfügbare<br />

Haushaltseinkommen<br />

im Landkreis 2016<br />

(Platz 141 aller Landkreise und<br />

kreisfreien Städte)<br />

Zum Vergleich:<br />

Starnberg 34.987 € (Platz 1)<br />

Eichstätt 23.779 € (Platz 60)<br />

Gelsenkirchen 16.203 € (Platz 297)<br />

Weißenburg 100,99 % Treuchtlingen 89,28 %<br />

Gunzenhausen 94,25 % Pleinfeld 98,12 %<br />

Polsingen 81,53 % Muhr am See 100,06 %<br />

Heidenheim 86,68 % Nennslingen 93,99 %<br />

Weißenburg-Gunzenhausen 94,09%<br />

ZAHLEN • DATEN • FAKTEN zum Landkreis<br />

BIP<br />

Brutto-Inlandsprodukt<br />

Landkreis<br />

Weißenburg-Gunzenhausen<br />

in Millionen<br />

1992: 1.646,04 (0,6% Bayern)<br />

2002: 2.051,79 (0,5% Bayern)<br />

2012: 2.436,92 (0,5% Bayern)<br />

2018: 3.023,56 (0,5% Bayern)<br />

Zum Vergleich:<br />

Landkreis Donau-Ries 2018:<br />

6.611,97 (1,1% Bayern)<br />

Landkreis Eichstätt 2018:<br />

4.751,92 (0,8% Bayern)<br />

Landkreis Neustadt/Aisch-<br />

Bad Windsheim 2018:<br />

3.019,18 (0,5% Bayern)<br />

Erwerbstätige im Landkreis<br />

Weißenburg-Gunzenhausen<br />

1991: 41,9%<br />

2001: 42,7%<br />

2018: 46,1%<br />

ArbeitnehmerInnen im Landkreis<br />

Weißenburg-Gunzenhausen<br />

2000: 36,7%<br />

2018: 40,8%<br />

Marginal Beschäftigte<br />

2003: 5,7% 2018: 5,7%<br />

Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen 2000:<br />

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 2,2% • Verarbeitendes Gewerbe 12,2%<br />

Baugewerbe 3,1% • Öffentliche und private Dienstleistungen: 12%<br />

Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information und Kommunikation: 9,1%<br />

Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleistungen: 3,2%<br />

Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen 2010:<br />

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 1,5% • Verarbeitendes Gewerbe 10,6%<br />

Baugewerbe 2,5% • Öffentliche und private Dienstleistungen: 13%<br />

Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information und Kommunikation: 9%<br />

Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleistungen: 4,2%<br />

Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen 2018:<br />

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 1,2% • Verarbeitendes Gewerbe 11,8%<br />

Baugewerbe 2,7% • Öffentliche und private Dienstleistungen: 14,4%<br />

Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information und Kommunikation: 10,1%<br />

Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleistungen: 4,7%<br />

25


<strong>WIKO</strong><br />

Auch in Weißenburg<br />

hält die Corona-<br />

Pandemie<br />

alle in Atem<br />

Jürgen Schröppel<br />

Oberbürgermeister<br />

der Stadt Weißenburg<br />

Kommen unsere Unternehmen, Einzelhändler<br />

und die Gastronomie<br />

gut durch die Krise oder schlittert<br />

der eine oder andere in die Insolvenz?<br />

Ich bin zuversichtlich, dass Weißenburg<br />

diese Herausforderung, wie<br />

auch schon 2008, gut überstehen<br />

wird. Uns zeichnet ein attraktives Angebot<br />

aus und unsere Industrie ist sehr<br />

diversifiziert aufgestellt. So hängen wir<br />

nicht nur am Schicksal der Automobilzulieferindustrie,<br />

sondern haben beispielsweise<br />

mit dem Kosmetik- und<br />

Stifteproduzenten vor Ort auch in anderen<br />

Branchen leistungsstarke Player.<br />

In der Stadtverwaltung haben die<br />

negativen Begleitumstände der Corona-Pandemie<br />

aber auch positive<br />

Auswirkungen. So wurde der Prozess<br />

der Digitalisierung enorm befeuert.<br />

Homeoffice und Videokonferenzen<br />

sind mittlerweile Alltag, wo sie vor einigen<br />

Monaten nur schwer vorstellbar<br />

waren.<br />

Froh bin ich auch darüber, dass wir<br />

mit unserer landkreisweiten Online-Plattform<br />

www.in-altmuehlfranken.de<br />

rechtzeitig die richtigen Weichen<br />

gestellt haben. Der heimische<br />

Einzelhandel und die Gastronomie<br />

können damit die Einbußen, die der<br />

seit Wochen andauernde Lockdown<br />

mit sich bringt, in gewisser Weise abfedern.<br />

In der Krise zeigt sich eindrücklich,<br />

dass nur mit einem regionalen Zusammenhalt<br />

die Herausforderungen<br />

gemeistert werden können.<br />

Der <strong>Wirtschaftskompass</strong> <strong>Altmühlfranken</strong><br />

leistet hierzu einen wertvollen<br />

Beitrag, indem er das „Wir-Gefühl“<br />

stärkt und die verschiedenen Akteure<br />

der Region vernetzt.<br />

x26


Anzeige<br />

Mit einem digitalen Rathaus<br />

zu mehr Bürgerservice<br />

Neues Logo mit<br />

Geschichte<br />

Die ehemals freie Reichs- und alte<br />

Römerstadt Weißenburg liegt lieblich<br />

eingebettet zwischen Geopark<br />

Ries, Naturpark Altmühltal und<br />

Fränkischem Seenland im Herzen<br />

der Region <strong>Altmühlfranken</strong>. Nun<br />

schmückt ein neues Logo Schriftstücke<br />

und Veröffentlichungen der<br />

Das Online-Zugangsgesetz und eine<br />

vom Freistaat Bayern in Aussicht gestellte<br />

Förderung ebnen den Weg dafür,<br />

dass auch die Stadtverwaltung<br />

Weißenburg Angebote und Bürgerdienstleistungen<br />

digital und online<br />

anbinden kann. Ziel hierbei ist eine<br />

einfache Kommunikation, wie es die<br />

Bürger auch im Alltag, zum Beispiel<br />

beim Online-Banking, gewohnt sind.<br />

Dies bedeutet für<br />

die Stadtverwaltung,<br />

dass Strukturen<br />

hinterfragt und neu<br />

organisiert, Prozesse<br />

standardisiert<br />

werden müssen, um sie digital umzusetzen.<br />

Damit verbunden ist auch die<br />

Erschließung neuer Wege der Kommunikation.<br />

Eine Herausforderung, die<br />

insbesondere durch die Corona-Pandemie<br />

an Dynamik gewonnen hat.<br />

„Glücklicherweise haben wir bereits<br />

vor Corona die Weichen in die<br />

richtige Richtung gestellt“, sagt<br />

Thomas Felber von der Stadtverwaltung<br />

Weißenburg. Bereits 2019<br />

wurde ein städtischer Mitarbeiter<br />

als „Digitallotse“ ausgebildet und<br />

beauftragt, sich genau dieses<br />

Themas anzunehmen. Heute sind<br />

über 20 Online-Anwendungen für<br />

Anträge sollen<br />

mobil und bequem<br />

möglich sein.<br />

den Bürger über die Website der Stadt<br />

Weißenburg zu erreichen. Seit Jahresbeginn<br />

können Eltern zum Beispiel<br />

ihren Kinderbetreuungsplatz über das<br />

Bürgerservice-Portal unter der Rubrik<br />

„Kitaplatz“ beantragen. Meldedaten<br />

können abgefragt werden, und auch<br />

die Beantragung von Urkunden aus<br />

dem Standesamt geht online.<br />

Die Grundlagen hierfür müssen natürlich<br />

auch innerhalb<br />

des Rathauses<br />

geschaffen werden.<br />

Darum ist die Einführung<br />

digitaler Akten<br />

und eines Dokumen-<br />

essenziell.<br />

tenmanagementsystems<br />

Besondere Herausforderung in der<br />

Pandemiezeit war es, mit digitalen<br />

Lösungen Austausch und Kommunikation<br />

aufrechtzuerhalten. So wurden<br />

die Grundlagen geschaffen, um ein<br />

mobiles Arbeiten zu ermöglichen: Für<br />

Stadt Weißenburg i.Bay.<br />

Marktplatz 19• 917681 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 9 07 - 0<br />

www.weissenburg.de<br />

stadt@weissenburg.de<br />

facebook.com/Stadt-Weißenburg-iBay<br />

instagram.com/<br />

weissenburg_in_bayern<br />

MitarbeiterInnen: 300<br />

Oberbürgermeister: Jürgen Schröppel<br />

Stadt. Das als Römerhelm interpretierbare<br />

neue versale „ß“ ist somit<br />

sowohl Rückblick zu römischer<br />

Vergangenheit, dem Alleinstellungsmerkmal<br />

der Stadt Weißenburg,<br />

als auch Ausblick und Offenheit<br />

für Zukunft und Moderne.<br />

interne und externe Informationsveranstaltungen,<br />

Konferenzen und Besprechungen<br />

können die Mitarbeiter<br />

eine Videotelefonie-Software nutzen.<br />

Und selbst die Neujahrsansprache<br />

des Oberbürgermeisters musste zu<br />

Jahresbeginn nicht komplett ausfallen<br />

<strong>–</strong> sie wurde einfach kurzerhand als Videobotschaft<br />

digital verbreitet.<br />

„Freilich bleibt für den Bürger aber die<br />

Möglichkeit erhalten, persönlich mit<br />

seinem Anliegen im Rathaus vorzusprechen“,<br />

bestätigt Felber. Mit rund<br />

300 MitarbeiterInnen und 20 Auszubildenden<br />

in verschiedensten Bereichen<br />

ist die Stadt auch personell gut aufgestellt.<br />

-klm<br />

27


Anzeige<br />

Ein moderner<br />

Arbeitgeber<br />

<strong>Altmühlfranken</strong> 2030 -<br />

gemeinsam Zukunft gestalten<br />

Verwaltungstechnisch bildet der<br />

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen<br />

das Dach für 27 Städte,<br />

Märkte und Gemeinden. Die Einsatzgebiete<br />

der MItarbeiterInnen 2018<br />

des Landratsamtes sind dabei<br />

Gefeiert. Wird. Hier.<br />

breit gefächert: vom Finanzwesen<br />

Gefeiert. Wird. Hier.<br />

über Soziales und Landschaftspflege,<br />

Natur-, Umwelt- und Wasserrecht,<br />

Abfallwirtschaft, Vete-<br />

Kirchweihkalender<br />

onen.<br />

rmine<br />

Landratsamt<br />

Weißenburg-Gunzenhausen<br />

Bahnhofstr. 2 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 9 02 - 0<br />

www.landkreis-wug.de<br />

poststelle.lra@landkreis-wug.de<br />

Gründung: 1972<br />

MitarbeiterInnen: 500<br />

Landrat: Manuel Westphal<br />

rinär- und Gesundheitswesen bis<br />

hin zu Bau- und Schulverwaltung.<br />

Rund sieben Ausbildungsplätze<br />

beziehungsweise Möglichkeiten<br />

zum dualen Studium vergibt das<br />

Landratsamt jährlich. Außerdem<br />

können Interessierte verschiedene<br />

Praktika in vielen Bereichen sowie<br />

ein Freiwilliges Ökologisches<br />

Jahr absolvieren.<br />

dition in <strong>Altmühlfranken</strong><br />

www.altmuehlfranken.de/kirchweih<br />

„Ich brauch‘ kein München und kein<br />

Berlin. Ich brauch‘ kein Hamburg und<br />

auch kein Wien. Alles was ich brauch‘,<br />

hab ich hier ...“. So<br />

werden Anrufer in<br />

der Warteschleife<br />

des Landratsamtes<br />

Weißenburg-Gunzenhausen<br />

seit 2020<br />

musikalisch begrüßt. Mit dem Song<br />

„Teil von mir“ konnte sich das Musikerpaar<br />

Alexandra Seubert und Michael<br />

Gabler im vergangenen Jahr erfolgreich<br />

gegen 21 MitbewerberInnen<br />

beim Songwettbewerb der Zukunftsinitiative<br />

altmühlfranken durchsetzen.<br />

Diese Art von Bürgerbeteiligung möchte<br />

man am Landratsamt Weißenburg-<br />

Gunzenhausen auch in Zukunft besonders<br />

fördern. Im Mittelpunkt steht für<br />

Landrat Manuel Westphal, der im Mai<br />

2020 als Nachfolger für Gerhard Wägemann<br />

angetreten ist, der Strategieprozess<br />

„<strong>Altmühlfranken</strong> 2030“.<br />

„Die Stärke unseres Landkreises<br />

liegt in der Vielfalt“, sagt Westphal.<br />

Deshalb sollen auch die<br />

BürgerInnen die Zukunftsvision<br />

des Landkreises gemeinsam mit<br />

den PolitikerInnen gestalten. Per<br />

Online-Bürgerbefragung wurden<br />

Anfang des Jahres die Grundlagen<br />

dafür eingeholt und im<br />

Die Stärke unseres<br />

Landkreises liegt in<br />

der Vielfalt.<br />

Rahmen der „Zukunftskonferenz altmühlfranken“<br />

Arbeitskreise gebildet.<br />

Diese Arbeitskreise werden konkrete<br />

Projektideen für die<br />

Region entwickeln,<br />

die dann bestenfalls<br />

im Herbst <strong>2021</strong> vom<br />

Kreistag verabschiedet<br />

werden können.<br />

Informationen und Angebote aus Handel,<br />

Handwerk, Dienstleistung und Gastronomie<br />

können seit 2020 auf dem<br />

Online-Portal www.in-altmuehlfranken.<br />

de eingesehen werden.<br />

Zusätzlich sorgt der neue <strong>Altmühlfranken</strong>-Gutschein,<br />

der pünktlich zur<br />

Weihnachtszeit Premiere feiern konnte,<br />

dafür, dass die Kaufkraft in der Region<br />

bleibt. Der Gutschein ist sowohl<br />

online als auch vor Ort in vielen teilnehmenden<br />

Läden einlösbar.<br />

Zudem soll die neue Unternehmerinitiative<br />

UNNA das Thema Nachhaltigkeit,<br />

zum Beispiel durch Einsatz erneuerbarer<br />

Energien oder mehr Transparenz<br />

in Lieferketten regionaler Firmen,<br />

vorantreiben. „Die Gesellschaft stellt<br />

höhere Anforderungen an die Industrie,<br />

aber auch die aktuelle Krise wird<br />

ihre Spuren hinterlassen“, ist Westphal<br />

überzeugt, der sich gleich nach Amtsantritt<br />

im Corona-Jahr als Krisenmanager<br />

beweisen durfte. -klm-<br />

x<br />

28


Anzeige<br />

Made in Weißenburg auf allen fünf Kontinenten<br />

OSSBERGER ist eine Weißenburger<br />

Selbstverständlichkeit. Aber die Firma<br />

hat auch ein anderes Gesicht. Die lokale<br />

Verwurzelung der Produktion ist<br />

das eine, die internationale Ausrichtung<br />

des Vertriebs das andere.<br />

Spricht man mit Firmenchef Dr. Karl-<br />

Friedrich OSSBERGER über den Kernmarkt<br />

seines Unternehmens <strong>–</strong> die kleine<br />

Wasserkraft <strong>–</strong>, wird daraus schnell<br />

eine Einführung in die internationale<br />

Wirtschaftspolitik, wo alles mit allem<br />

zusammenhängt.<br />

Dreht Putin an der<br />

Rubelschraube,<br />

müssen die Armenier<br />

nachverhandeln,<br />

weil deutsche<br />

Importe mehr<br />

kosten. Bricht in<br />

Bergkarabach ein Krieg aus, gehen<br />

ein Dutzend OSSBERGER-Turbinen<br />

in Flammen auf. Durch den Wechsel<br />

der US-Präsidentschaft von Trump<br />

zu Biden ist klar, dass mehr Lizenzen<br />

für die Wasserkraft vergeben werden.<br />

Begreift China Afrika als neues Vorzimmer,<br />

wird der Markt für deutsche<br />

Turbinenbauer schwierig.<br />

Der Markt des Mittelständlers aus der<br />

Weißenburger Otto-Rieder-Straße ist<br />

die Welt. Mehr als 10.000 Anlagen<br />

sorgen in mehr als 100 Ländern<br />

für grünen<br />

Global lokal: mehr als<br />

10.000 Wasserkraftanlagen<br />

in mehr als<br />

100 Ländern.<br />

Strom. Kein Kontinent ohne Wasserkraft<br />

made in Weißenburg. Aber: Das<br />

Business ist ein Projektgeschäft <strong>–</strong> und<br />

braucht Nachschub. Deswegen hat<br />

OSSBERGER ein weltweites Netz an<br />

Vertretern aufgebaut, die zwischen<br />

Südafrika und Guatemala, Kanada und<br />

Kasachstan, der Schweiz und Italien<br />

nach geeigneten Projektstandorten<br />

Ausschau halten. Die Qualität und<br />

Pflege dieses Netzwerks ist genauso<br />

wichtig wie die Organisation der Produktion<br />

vor Ort.<br />

Das Bemerkenswerte<br />

an dem Weißenburger<br />

Mittelständler<br />

ist aber<br />

sein Mut und Wille<br />

zur Innovation.<br />

OSSBERGER ist<br />

Weltmarktführer<br />

in einem Bereich, hat aber nebenbei<br />

noch zwei unabhängig funktionierende<br />

und florierende Geschäftsbereiche<br />

entwickelt. In den 1960er-Jahren<br />

baute man aus dem Nichts eine Kunststoff-Abteilung<br />

auf und schrieb wieder<br />

eine Erfolgsgeschichte. Auch hier ist<br />

man heute internationaler Marktführer<br />

bei Faltenbälgen und Achsmanschetten<br />

für die Autoindustrie.<br />

2003 setzte man die nächste Erweiterung<br />

aufs Gleis. Mit einem kreativen<br />

Verfahren stieg man in die industrielle<br />

Reinigungstechnik ein. Heute wird der<br />

sogenannte Coli-Cleaner von Großkonzernen<br />

als das Mittel der Wahl<br />

in der Teile-Reinigung empfohlen.<br />

Und die Geschichte ist nicht zu Ende:<br />

Längst tüftelt man an neuen Ideen.<br />

Weil Stillstand in der Wirtschaft eben<br />

immer auch Rückschritt bedeutet. -js-<br />

Nachhaltiger,<br />

sauberer, leichter<br />

Kreativität und Innovationskraft,<br />

dafür steht die Firma OSSBERGER<br />

seit ihren Anfängen im Jahr 1873.<br />

Dabei lag der Fokus von Beginn<br />

an auf innovativen und umweltverträglichen<br />

Technologien im<br />

Bereich des Maschinenbaus. Aus<br />

der Wasserkraft im Jahr 1906<br />

hervorgegangen, kamen über die<br />

OSSBERGER GmbH + Co. KG<br />

Otto-Rieder-Str. 5-11 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 9 77 16<br />

www.ossberger.de • info@ossberger.de<br />

facebook.com/OssbergerGmbH<br />

Unternehmensgründung: 1873<br />

MitarbeiterInnen: 135<br />

Geschäftsführer: Dr. Karl-Friedrich Ossberger<br />

Jahrzehnte neue Geschäftsfelder<br />

hinzu: 1966 die Kunststofftechnik<br />

und 2003 die Oberflächentechnik.<br />

Heute steht OSSBERGER mit seinen<br />

drei Unternehmensbereichen<br />

für einen international erfolgreichen,<br />

regional verwurzelten Mittelstand.<br />

29


Anzeige<br />

Günstig & modern<br />

in Weißenburg<br />

wohnen<br />

Die Wohnungsbaugenossenschaft <strong>Altmühlfranken</strong><br />

e.G. mit Sitz in Weißenburg<br />

bewirtschaftet knapp 50 Immobilien<br />

im Altlandkreis Weißenburg an<br />

den Standorten Pleinfeld, Ellingen,<br />

Weißenburg, Treuchtlingen bzw. Pappenheim<br />

und wurde ursprünglich 1950<br />

gegründet, um den damals zahlreichen<br />

Heimatvertriebenen vor allem aus den<br />

ehemaligen deutschen Ostgebieten<br />

neue Wohnungen zu errichten.<br />

Das Wohnungsunternehmen bietet<br />

seinen Interessenten dabei moderne<br />

2- , 3- und 4-Zimmer-Wohnungen an,<br />

die auch Menschen mit geringerem<br />

Einkommen anmieten können.<br />

Für den Vorstand und den Aufsichtsrat<br />

ist es wichtig, die Wohnungsbestände<br />

kontinuierlich zu verbessern und so ein<br />

attraktives Angebot zu schaffen, bei<br />

dem selbstverständlich eine zeitgemäße<br />

Infrastruktur, beispielsweise mit<br />

leistungsfähigen Internetanschlüssen,<br />

Kabelfernsehen und energieeffizienten<br />

Heizungsanlagen, dazugehören.<br />

In der nächsten Zeit wird in Weißenburg<br />

ein neues Mehrfamilienhaus mit<br />

zwölf öffentlich geförderten Wohnungen<br />

entstehen, um für die derzeit hohe<br />

Nachfrage nach geeigneten Wohnungen<br />

einen weiteren Baustein zu schaffen.<br />

<br />

-ms-<br />

Wohnungsbaugenossenschaft <br />

<strong>Altmühlfranken</strong> e.G., Weißenburg,<br />

Schulhausstr. 9, Tel. 0 91 41 / 12 99,<br />

www.wbg-wug.de<br />

Wer passt auf den digitalen Aktenschrank auf?<br />

Keiner legt mehr Akten an und sperrt<br />

sie in den Schrank. Heute werden Daten<br />

digital aufbewahrt. Aber wo stehen<br />

die Server dieses digitalen Aktenschranks?<br />

Wer hat die Schlüssel? Wer<br />

darf mit den Daten arbeiten, wenn der<br />

Schrank aufgesperrt ist? Und was passiert,<br />

wenn er explodiert?<br />

Klassische Fragen der Informationssicherheit,<br />

die als Thema bei vielen Unternehmen<br />

noch nicht angekommen<br />

ist. Dabei ist sie die nette Schwester<br />

des Datenschutzes. Denn beim Datenschutz<br />

geht es aus Unternehmenssicht<br />

darum, Daten für andere zu schützen,<br />

bei der Informationssicherheit dreht<br />

sich alles darum, die eigenen Daten<br />

zu sichern. Von Bilanzen über Konstruktionszeichnungen<br />

bis zum internen<br />

Mailverkehr.<br />

In Kooperation mit BUGL & KOLLEGEN<br />

„Das ist ganz wichtig für die dauerhafte<br />

Wertschöpfung“, erklärt Alexander<br />

Bugl. Er ist der Experte der<br />

Gunzenhäuser Kühleis Group, die sich<br />

als Dienstleister für Datenschutz und<br />

Informationssicherheit in der Region<br />

etabliert hat. „Je kleiner<br />

ein Unternehmen, desto<br />

mehr Nachholbedarf gibt<br />

es“, weiß Bugl. „Es geht<br />

darum, eine Prozesskarte<br />

zu zeichnen, um zu sehen, wer in einem<br />

Unternehmen auf was zu welchem<br />

Zeitpunkt wie Zugriff hat.“ Im Ergebnis<br />

kann das nicht nur dafür sorgen, dass<br />

Wissen dauerhaft im Unternehmen<br />

bleibt, sondern vor allem, dass es niemand<br />

Unbefugtem in die Hände fällt.<br />

-js-<br />

Mehr zur Kühleis Group und zum<br />

Thema „Datenschutz” auf Seite 78.<br />

x30


Anzeige<br />

Elektro Kreißl: kleines Team,<br />

kurze Wege, schneller Service<br />

Regional<br />

Handwerken<br />

Als sein Arbeitgeber Mitte der 1970er<br />

von Weißenburg nach München zog,<br />

musste der junge Industrieelektriker<br />

Siegfried Kreißl eine Entscheidung<br />

treffen. Hätte er nicht kurz zuvor ein<br />

Haus gebaut, vielleicht wäre er mit in<br />

die Landeshauptstadt. So gründete er<br />

eine eigene Firma, Elekro Kreißl.<br />

Die steht heute vor<br />

allem für Industrieelektrik.<br />

Große Teile<br />

des Weißenburger<br />

Industriegebiets<br />

hat das Unternehmen<br />

mitaufgebaut. Ein Spaziergang<br />

von den Anfängen der Industriestraße<br />

bis zum Ende der Dettenheimer Straße<br />

wird schnell zu einem Gang durch<br />

die Firmengeschichte. „Das haben wir<br />

gemacht, das geplant, das aufgebaut<br />

…“, erzählt der Sohn des Gründers und<br />

jetzige Chef Andreas Kreißl.<br />

In vielen der Hallen, die sein Vater mit<br />

Strom versorgte, ist sein Sohn heute<br />

noch tätig. „Elektrik braucht Betreuung“,<br />

erklärt er. Und die Unternehmen<br />

brauchen jemanden, der<br />

Mir geht es darum,<br />

dass wir für unsere<br />

Kunden da sind.<br />

schnell vor Ort ist. Und das ist bei Elektro<br />

Kreißl Teil des Markenkerns. „Wenn<br />

es brennt, sind wir da“, stellt der Chef<br />

knapp fest. Und zwar schnell.<br />

Die Firma hat einen bemerkenswerten<br />

Ansatz. Sie ist nicht nur spezialisiert auf<br />

die Belange der Industrie, sie ist auch<br />

noch extrem regional unterwegs. „Ich<br />

habe die allermeisten<br />

meiner Kunden<br />

in einem Umkreis<br />

von fünf Kilometern“,<br />

erzählt Kreißl.<br />

Steht irgendwo<br />

eine Maschine still, kann er in Minuten<br />

vor Ort sein. „Ich bin erreichbar, auch<br />

wenn ich am Samstag gerade auf dem<br />

Markt einkaufe“, sagt der 41-Jährige.<br />

„Und das ohne den Speed-Zuschlag,<br />

den die Monteure großer Maschinenbauer<br />

verlangen“, fügt er<br />

lächelnd hinzu.<br />

Viel größer als mit seinen<br />

sechs bis acht<br />

Beschäftigten will er<br />

nicht werden. „Mir<br />

geht es darum, dass<br />

wir unsere Arbeit auch<br />

schaffen und für unsere<br />

Kunden da sind.<br />

Da ist die starke Regionalität<br />

von Vorteil.“<br />

Die Elektriker<br />

von Andreas Kreißl<br />

fahren schon mal<br />

mit dem E-Lastenfahrrad<br />

voller Werkzeug<br />

zum Kunden ins<br />

Industriegebiet. Sich re-<br />

Elektro Kreißl GmbH<br />

Lehenwiesenweg 82 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 97 45 73<br />

www.elektrokreissl.de<br />

info@elektrokreissl.de<br />

Unternehmensgründung: 1976<br />

MitarbeiterInnen: 7<br />

Geschäftsführer: Andreas Kreißl<br />

1976 in Weißenburg gegründet,<br />

hat sich Elektro Kreißl in den letzten<br />

Jahrzehnten beständig entwickelt.<br />

Dabei versorgt man immer<br />

noch auch den Privatmann,<br />

ist mittlerweile aber zu einem<br />

Spezialisten für die elektrischen<br />

Belange der Industrie in der Region<br />

geworden. Als Innungs- und<br />

Ausbildungsbetrieb setzt man auf<br />

fachliche Kompetenz. Dabei bietet<br />

man den Mitarbeitern ein familiäres<br />

Umfeld in einem kleinen Team,<br />

das eigenverantwortliches Arbeiten<br />

ermöglicht. Derzeit sucht man<br />

einen Energieelektroniker als Ergänzung.<br />

Das Arbeitsfeld ist spannend,<br />

weil vielfältig. Elektro Kreißl<br />

berät, plant und betreut Betriebe<br />

vom Konzern bis zum Handwerker.<br />

gional zu versorgen, ist auch im Handwerk<br />

möglich.<br />

Und es lohnt sich auch für die Region,<br />

denn sein Unternehmen will der Stadt,<br />

aus der es seine Aufträge bekommt,<br />

auch etwas zurückgeben. Deshalb<br />

unterstützt Andreas Kreißl seit einigen<br />

Jahren mit großem Einsatz die<br />

regionale Kulturszene. „Das bringt mir<br />

in dem Sinne nicht direkt was, aber<br />

macht mir unglaublich Spaß. Und es<br />

ist mir wichtig, dass man vor Ort dafür<br />

sorgt, dass Weißenburg spannend ist,<br />

dass man einfach gerne hier lebt und<br />

arbeitet.“-js-<br />

31


Anzeige<br />

Nischenprodukte<br />

höchster Qualität<br />

aus Höttingen<br />

Wer in Höttingen vom kalten Winter in<br />

die Werkshalle der Rehwald GmbH tritt,<br />

den begrüßt ein warmer Wind. Nach<br />

Gemütlichkeit sieht es im Inneren aber<br />

nicht aus: Auf 1300 Quadratmetern<br />

herrscht reges Treiben, die Luft riecht<br />

nach Metall und Lastenkräne heben<br />

schwere Bauteile von einer Station zur<br />

nächsten. Da wird gefräst, gedreht und<br />

geschliffen. „Wir arbeiten hier mit größter<br />

Sorgfalt“, sagt Geschäftsführer Jochen<br />

Rehwald. „Nur wenn der Kunde<br />

zufrieden ist, stimmt das Ergebnis. Da<br />

scheuen wir keinen Aufwand.“<br />

Vor allem Extruderschnecken stellen<br />

die 15 MitarbeiterInnen im Unternehmen<br />

her, 500 Stück verlassen das Werk<br />

jedes Jahr. Daran hat auch Covid-19<br />

nichts geändert. Jochen Rehwald:<br />

„Unsere Auftragslage ist<br />

stabil, wir fertigen hier<br />

Nischenprodukte von<br />

Extruderschnecken · Maschinenbau<br />

höchster Qualität.“ Nische<br />

hin oder her, die 200-kg-Schnecken<br />

haben in vielen Branchen tragense<br />

vom Großvater übernahm.<br />

Manfred, der ihn einst in gleicher Weide<br />

Bedeutung: Blasfolien, Kabelmäntel<br />

„Der war begnadeter Konstrukteur“ erinnert<br />

sich der Juniorchef. Und wenn<br />

und Transportbeutel für Blutplasma<br />

werden damit gefertigt.<br />

er an die in Zukunft denkt? „Wir hatten<br />

Wenn ein Auftraggeber Sonderwünsche<br />

hat, findet der Chef das reizvoll:<br />

„Wir haben hier immer neue Probleme,<br />

die man lösen muss. Das macht die Arbeit<br />

abwechslungsreich.“ Den Betrieb<br />

führt er heute gemeinsam mit Vater<br />

zuletzt ein grandioses Geschäftsjahr<br />

und so soll es weitergehen!“ -sz-<br />

Rehwald GmbH, Am Brückle 19,<br />

Höttingen, Tel. 0 91 41 / 8 69 39 - 0,<br />

info@rehwald.de, www.rehwald.de<br />

Der Stadtmarketingverein<br />

ist das<br />

Bindeglied<br />

.2020 09:55:45<br />

x32<br />

Jahrzentelang gab es in Weißenburg<br />

die Werbegemeinschaft <strong>–</strong> nun gibt es<br />

seit 2019 den Stadtmarketingverein.<br />

Und obwohl bestehende Aufgabenfelder,<br />

Konzepte und auch Mitglieder von<br />

der Vorgängerorganisation übernommen<br />

wurden, versteht sich<br />

10 €<br />

das Stadtmarketing<br />

nicht als Werbegemeinschaft<br />

2.0. Die Themenfelder haben<br />

sich erweitert. „Wir sind das Bindeglied<br />

zwischen Handel, Gastronomie, Wirtschaft,<br />

der städtischen Verwaltung,<br />

Kulturschaffenden und Tourismus. Wir<br />

können moderieren,<br />

verbinden und Synergien nutzen“,<br />

erklärt Simon Sulk, Geschäftsführer<br />

des Vereins. Das ist übrigens<br />

auch neu: dass es neben dem ehrenamtlichen<br />

Vorstand jemanden gibt, der<br />

sich hauptamtlich um die Belange der<br />

Mitglieder kümmert, Projekte entwickelt<br />

und umsetzt und die Sichtbarkeit<br />

des Stadtmarketings erhöht.<br />

hn Euro<br />

Dass nun neben Gewerbetreibenden<br />

auch andere Branchen in eigenen Arbeitskreisen<br />

repräsentiert werden,<br />

beschert dem jungen<br />

Verein auch guten Zulauf:<br />

Bereits 110<br />

Mitglieder hat das<br />

Stadtmarketing, Tendenz steigend.<br />

Und noch einen Erfolg konnte der Verein<br />

im ersten Jahr verbuchen: Von den<br />

beliebten WUG:schecks, die man in etlichen<br />

Akzeptanzstellen in Weißenburg<br />

einlösen kann, wurden heuer so viele<br />

verkauft wie noch nie. Damit bleibt die<br />

Kaufkraft besonders in der schweren<br />

Corona-Zeit direkt in der Stadt. -miz-<br />

Stadtmarketing Weißenburg,<br />

Geschäftsstelle Pfarrgasse 2,<br />

Weißenburg, Tel. 0 91 41 / 8 11 99,<br />

kontakt@stadtmarketing-weissenburg.de,<br />

www.stadtmarketingweissenburg.<br />

de


zu u<br />

b<br />

rech<br />

Anzeige<br />

Die besten Köpfe für ein<br />

Leben ohne Sorgen<br />

Spezialisierung<br />

in der Fläche<br />

ihr rec<br />

„Wir wollen der Partner für den Mittelstand<br />

sein“, sagt Holger Pütz-von Fabeck.<br />

„Und zwar da, wo der Mittelstand<br />

auch ist. In der Fläche, nicht in der Metropole.“<br />

Deshalb hat sich die Kanzlei<br />

Meyerhuber mit Niederlassungen in<br />

Weißenburg, Gunzenhausen, Ansbach,<br />

Feuchtwangen, Dinkelsbühl und Fürth<br />

dezentral aufgestellt.<br />

So ist man mit<br />

persönlichen Ansprechpartnern<br />

nah am Kunden und hat zugleich im<br />

Kanzlei-Netzwerk die nötige Tiefe, um<br />

Expertise in spezialisierten Rechtsgebieten<br />

vorzuhalten. „Am Ende geht<br />

es in einer Kanzlei immer auch um die<br />

Köpfe“, sagt Pütz-von Fabeck. Und bei<br />

Meyerhuber hält man sich einiges darauf<br />

zugute, dass man nur die besten<br />

dieser Köpfe an Bord holt.<br />

Neben großstädtischer Exzellenz<br />

in kleinstädtischer<br />

Umgebung gehört zum<br />

Markenkern von Meyerhuber<br />

Rechtsanwälte ein<br />

nachhaltiges<br />

Der Mandant soll sich<br />

mit seinen Problemen<br />

angenommen fühlen.<br />

Geschäftsmodell. „Es geht in der Zusammenarbeit<br />

mit den Kunden darum,<br />

im Vorfeld Ärger zu vermeiden.“ Bei<br />

vielen Firmen der Region steht man<br />

nicht erst im Konfliktfall auf der Matte,<br />

sondern berät dauerhaft. Von Datenschutz<br />

über Hygienerichtlinien und<br />

Arbeitsrecht bis hin zur Firmenerweiterung,<br />

Umstrukturierung<br />

und Firmennachfolge.<br />

„Langfristig ist<br />

diese vorausschauende<br />

Art der Zusammenarbeit<br />

für Kunden und Anwalt das Beste“, sagt<br />

Pütz-von-Fabeck. Er sitzt zwischen<br />

einer raumhohen, indirekt beleuchteten<br />

Bücherwand und großformatiger<br />

Kunst im Besprechungsraum<br />

der Gunzenhäuser Kanzlei. „Der<br />

Mandant soll sich hier wohlfühlen,<br />

sich mit seinen Problemen<br />

ernst und angenommen fühlen.“<br />

Die Kunst, die man an allen<br />

Meyerhuber-Standorten<br />

prominent findet,<br />

ist Teil dieses Wohlfühlprogramms.<br />

-js-<br />

1977 gründet Dr. Alfred Meyerhuber<br />

die Kanzlei und legt damit<br />

den Grundstein für eine beeindruckende<br />

Erfolgsgeschichte. Man<br />

etabliert sich bald als erstklassige<br />

Adresse in der Region in Sachen<br />

Rechtsbeistand. Um die<br />

Jahrtausendwende öffnet sich<br />

die Kanzlei für Partner und baut<br />

so kontinuierlich die Expertise<br />

in spezialisierten Rechtsbereichen<br />

aus. Dass dies der richtige<br />

Meyerhuber Rechtsanwälte<br />

Partnerschaft mbb<br />

Nürnberger Straße 11 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 8 73 39 - 0<br />

www.meyerhuber.de • wug@meyerhuber.de<br />

Unternehmensgründung: 1977<br />

MitarbeiterInnen: 74<br />

Geschäftsführende Partner:<br />

Harald Schwarz,<br />

Holger Johannes Pütz-von Fabeck,<br />

Ulrike Alt, Michael Schmidl,<br />

Dr. Sylvia Meyerhuber, Christine Krieg,<br />

Dr. Malte Schwertmann, Markus Pferinger<br />

Schritt war, zeigt sich schnell. Es<br />

beginnt ein Wachstumsprozess.<br />

2000 wird eine Niederlassung in<br />

Dinkelsbühl eröffnet, 2005 in Ansbach.<br />

Es folgen Weißenburg und<br />

Feuchtwangen sowie im vergangenen<br />

Jahr Fürth. Mit dem Umzug in<br />

eine hochwertig restaurierte Backsteinvilla<br />

in Weißenburg wurde<br />

2019 ein weiteres Bekenntnis zu einer<br />

Zukunft in der Region abgelegt.<br />

am dien<br />

„der<br />

re<br />

fachan<br />

am dien<br />

in<br />

w<br />

mi<br />

der<br />

ode<br />

33


Anzeige<br />

Holzbau Schmoll baut<br />

Wohn(t)räume<br />

Ob Carport, Gewerbebauten, Anbau<br />

oder Aufstockung: Wenn es um Schönes<br />

und Wertiges aus Holz geht, dann<br />

ist Holzbau Schmoll die richtige Adresse.<br />

Auch komplette Wohnhäuser<br />

haben die Oberhochstatter im Portfolio.<br />

„Ein Haus baut man in der Regel ja<br />

nur einmal im Leben. Da ist es uns sehr<br />

wichtig, die Wünsche und Bedürfnisse<br />

unserer Kunden exakt umzusetzen“,<br />

erklärt Sonja Schmoll. „Wir schauen<br />

uns also den Bauplatz mit seinen<br />

Gegebenheiten genau an: Wie ist die<br />

Lage und wie sind die Lichtverhältnisse?<br />

Gibt es angrenzende Gebäude<br />

oder Bepflanzungen?“<br />

In enger Absprache mit dem Kunden<br />

entsteht so ein individuell zugeschnittener<br />

Eingabeplan <strong>–</strong> der erste Schritt<br />

zum Traumhaus. Auch bei allen weiteren<br />

Schritten steht Holzbau Schmoll<br />

seinen Kunden zur Seite: „Von der Planung<br />

über die Energieberatung bis hin<br />

zur Fertigstellung bekommt man bei<br />

uns alles aus einer Hand“, sagt Schmoll.<br />

„Wir helfen auch beim Ausschöpfen aller<br />

geltenden Fördermittel.“<br />

Die gesamten Bauteile kommen bei<br />

Holzbau Schmoll dann aus eigener<br />

Herstellung. „Das machen wir in unserer<br />

Fertigungshalle alles selbst“, erklärt<br />

Sonja Schmoll stolz. „So können<br />

Uns ist nichts zu klein<br />

und nichts zu groß.<br />

wir innerhalb von nur zwei Wochen ein<br />

komplettes Einfamilienhaus aufstellen<br />

<strong>–</strong> Garage inklusive!“ Gemeinsam<br />

mit ihrem Ehemann, dem Geschäftsführer<br />

und Zimmereimeister Christian<br />

Schmoll, kümmert sich die Prokuristin<br />

im Betrieb um Kundenbetreuung, Personal,<br />

Buchhaltung sowie das Marketing<br />

<strong>–</strong> und alles, was sonst noch so<br />

anfällt.<br />

Die Häuser von Holzbau Schmoll sind<br />

im Landkreis ein echter Renner, das<br />

liegt auch an der Auswahl. „Vom Blockbohlenhaus<br />

bis zum Massivholzhaus<br />

setzen wir jeden Kundenwunsch um“,<br />

versichert Schmoll. Ob nordischer<br />

Schwedenstil in Rot-Weiß, amerikanische<br />

Varianten mit weitläufiger Veranda<br />

oder das klassische Blockhaus: „Wir<br />

möchten jedem unserer Kunden genau<br />

das bieten, was zu seinen Bedürfnissen<br />

und zu seinem Budget passt.“<br />

Bei Holzbau Schmoll werden auf diese<br />

Weise alle Wohnträume war, auch die<br />

x34


Anzeige<br />

ausgefallenen. „Wir<br />

haben schon Hühnerställe,<br />

Pferdeställe<br />

und Hundehütten als<br />

Sonderanfertigung<br />

gebaut.“ Wie bitte? Ein<br />

rustikales Holzhaus<br />

für den Hund? „Na klar“, sagt Sonja<br />

Schmoll. „Zweiseitig begehbar, mit<br />

Sichtschutz und Ziegeldach. Wir lieben<br />

hier alles aus Holz, da ist uns nichts zu<br />

klein und nichts zu groß!“<br />

Elf MitarbeiterInnen zählt der Betrieb<br />

heute, darunter zwei Azubis. Sonja<br />

Schmoll ist stets auf der Su-<br />

che nach neuen Zimmerer- und<br />

Schreinergesellen sowie nach Lehrlingen.<br />

Die sind aber nicht leicht zu finden.<br />

„Klar, den Job muss man mögen“, sagt<br />

sie. „Die Kollegen sind ja oft bei großer<br />

Hitze oder Kälte im Freien auf der Baustelle.<br />

Für diese besondere Leistung<br />

versuchen wir aber auch viel zu bieten,<br />

das ist uns ganz wichtig.“ Damit meint<br />

die Prokuristin nicht nur Prämienzahlungen<br />

nach einem guten Geschäftsjahr,<br />

eine eigene Physiotherapeutin,<br />

gemeinsamen Betriebssport oder Getränke-Flatrates.<br />

Es geht ihr auch um<br />

Wertschätzung und<br />

die Möglichkeit, mit<br />

den eigenen Händen<br />

etwas zu schaffen, das<br />

einzigartig ist, mit jedem<br />

Handgriff wächst<br />

und das von Dauer ist. Um auch in der<br />

Corona-Krise ein herzliches Miteinander<br />

zu gewährleisten, hat sie für den<br />

Betrieb sogar eine eigene App entwickeln<br />

lassen. MitarbeiterInnen tauschen<br />

sich da per Chat-Funktion aus,<br />

finden zeitnah die neuesten Betriebsinfos<br />

oder Corona-Verordnungen.<br />

Rein wirtschaftlich gesehen war 2020<br />

für Holzbau Schmoll ein gutes Jahr.<br />

Auch die Prognosen für <strong>2021</strong> sind sehr<br />

positiv. Das liegt zum Teil an den aktuell<br />

hohen Zuschüssen bei Neubauten und<br />

Sanierungen von bis zu 75.000 Euro,<br />

aber natürlich auch an Zuverlässigkeit,<br />

Qualität und der Liebe zum Handwerk,<br />

die bei Holzbau Schmoll aus allen Produkten<br />

spricht.<br />

Das zieht Kreise: „Wir haben Kunden<br />

zwischen München und Nürnberg“, so<br />

Schmoll. Ihre Heimat trägt sie aber tief<br />

im Herzen: „Wir konzentrieren uns hier<br />

am liebsten<br />

auf die Region!“<br />

-sz-<br />

Gutes Handwerk<br />

zahlt sich aus<br />

Anfang 2014 meldet Christian<br />

Schmoll das Unternehmen<br />

als Nebengewerbe an, die Geschäftsräume<br />

kommen zunächst<br />

bescheiden im eigenen Anwesen<br />

unter. Die Folgejahre bescheren<br />

starkes Wachstum: Bei der Umfirmierung<br />

zur GmbH ist Ende 2015<br />

bereits der erste neue Mitarbeiter<br />

an Bord, bald sind sieben Tage in<br />

der Woche Kunden im Haus. Mit<br />

jedem Jahr kommen nun neue<br />

Holzbau Schmoll GmbH<br />

Forstweg 27 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 9 95 20 12<br />

www.holzbau-schmoll.de<br />

info@holzbau-schmoll.de<br />

facebook.com/holzbauschmoll<br />

instagram.com/holzbauschmoll<br />

Unternehmensgründung: 2014<br />

MitarbeiterInnen: 11<br />

Geschäftsführer: Christian Schmoll<br />

Arbeitskräfte hinzu, der Fuhrpark<br />

wächst, und wenn ein Kunde nach<br />

der Auftragsvergabe am eigenen<br />

Projekt mitwirken möchte, kann<br />

er dafür jetzt auch kostenlos Leihgeräte<br />

nutzen. 2020 ziehen die<br />

Büroräume endlich auch in ein<br />

großräumiges Gebäude auf dem<br />

Betriebsgelände am Forstweg 27.<br />

Holzmuster, Materialausstellung<br />

und ein moderner Besprechungsraum<br />

inklusive. Im gleichen Jahr<br />

eine ersehnte Anschaffung für<br />

die MitarbeiterInnen: ein fahrbarer<br />

Pausenraum mit Heizung, WC und<br />

fließendem Wasser <strong>–</strong> natürlich alles<br />

coronakonform.<br />

35


Anzeige<br />

Qualität in dritter<br />

Generation<br />

Wolf Fliesen baut Wohnwelten<br />

zum Anfassen<br />

Fliesen | Naturstein | Öfen | Holzböden<br />

In den 20er-Jahren gründet Großvater<br />

Heinrich Wolf den Betrieb in<br />

Pleinfeld als klassischer Ofenbauer.<br />

Mit den Jahren verschieben<br />

sich die Geschäftsfelder in den<br />

Bereich Fliesen und Platten. Nach<br />

der Übernahme durch Carolyn<br />

Wolf und Matthias Heidrich-Wolf<br />

findet 2010 auch eine Rückbesinnung<br />

statt: Nach dem Motto<br />

„back to the roots“ werden nun<br />

auch wieder hochwertige Kamin-<br />

Fliesen Wolf GmbH<br />

Richard-Stücklen-Str. 16 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 90 12 50<br />

www.woconcept.de<br />

info@woconcept.de<br />

instagram.com/woconcept<br />

Unternehmensgründung: 1928<br />

MitarbeiterInnen: 10<br />

Geschäftsführer: Matthias Heidrich-Wolf<br />

öfen angeboten. Mit dem Umzug<br />

nach Weißenburg öffnet 2020<br />

der „Woconcept Showroom“ seine<br />

Türen, das Portfolio wird um<br />

Parkett-, Laminat- und Vinylböden<br />

erweitert. Im Bereich Fliesenund<br />

Natursteinverlegung gehört<br />

der Familienbetrieb heute zu den<br />

Marktführern, auch jenseits der<br />

Landkreisgrenzen.<br />

In der Richard-Stücklen-Straße 16 in<br />

Weißenburg kann man in die Zukunft<br />

sehen - zumindest was den eigenen<br />

Wohnraum angeht. Die Wolf Fliesen<br />

GmbH hat hier eine Erlebniswelt zum<br />

Anfassen aufgebaut: Im modernen<br />

Showroom warten Natursteinwände,<br />

Mauerverkleidungen<br />

und Fliesen jeder<br />

Form und Farbe<br />

darauf, angesehen,<br />

angefasst <strong>–</strong> oder<br />

probeweise mit<br />

nach Hause genommen zu werden.<br />

„Wir geben unseren Kunden gerne<br />

Materialproben mit, dann können sie<br />

zu Hause genau sehen, wie unsere<br />

Produkte in ihren individuellen Lichtverhältnissen<br />

wirken. Das ist für die<br />

Kaufentscheidung ja ganz wichtig“, erklärt<br />

Inhaberin Carolyn Wolf.<br />

Ein besonderes Highlight im Showroom:<br />

elegante Kaminöfen aus Sandstein,<br />

Natur- und Speckstein. Die dürfen<br />

Besucher zum Ausprobieren zwar<br />

nicht gleich mitnehmen, aber probeweise<br />

anfeuern. Wer sich zu Hause<br />

wohlfühlen möchte, dem zaubert Wolf<br />

Fliesen damit die richtige Atmosphäre,<br />

Sonderanfertigung inklusive: „Wir<br />

sind im Landkreis die Einzigen, die<br />

Kaminöfen zum Selbstgestalten anbieten“,<br />

sagt Geschäftsführer Matthias<br />

Heidrich-Wolf. „In unserem<br />

Online-Konfigurator kann sich jeder<br />

sein persönliches Wunschmodell<br />

zusammenstellen. Bei uns ist jeder<br />

Stein einzigartig und damit ein<br />

naturgemachtes Unikat.“<br />

Wir bieten<br />

Kaminöfen zum<br />

Selbstgestalten an.<br />

Heimwerker oder Großbetrieb: Fliesen<br />

Wolf bedient einen breiten Kundenstamm<br />

mit einer umfangreichen<br />

Produktpalette. Trotz Corona-Krise<br />

herrscht im Unternehmen so kein Auftragsmangel.<br />

Bedarf gibt es aber an<br />

anderer Stelle: Auszubildende sind,<br />

wie überall im Gewerbe,<br />

spärlich gesät.<br />

„Dabei bieten wir<br />

eine spannende<br />

Ausbildung und<br />

gute Bezahlung“, sagt Heidrich-Wolf.<br />

„Unsere Azubis sind ab Tag eins auf<br />

der Baustelle dabei und werden in alle<br />

Tätigkeiten eingebunden. Einer unserer<br />

Lehrlinge hat es hier auch schon<br />

zum Bauleiter<br />

gebracht.“<br />

-sz-<br />

Ob Natursteine, Fliesen, Kaminöfen<br />

oder Parkettverlegung - ob<br />

x36


Anzeige<br />

Niemand wird alleingelassen<br />

Hilfsorganisation<br />

für alle<br />

Bayerisches<br />

Rotes<br />

Kreuz<br />

Kreisverband Südfranken<br />

Will man das Bayerische Rote Kreuz<br />

(BRK) als Arbeitgeber begreifen, hilft<br />

ein Blick in die Geschichte. Ihren Ursprung<br />

hat die Hilfsorganisation im<br />

Ehrenamt. Mit wachsenden Anforderungen<br />

entstanden<br />

Bereiche, die in<br />

ihrer Komplexität<br />

über die Möglichkeiten<br />

einer rein<br />

ehrenamtlichen<br />

Ausrichtung hinausgingen. Es entwickelte<br />

sich eine Mischform aus den<br />

klassisch ehrenamtlichen Aufgabenfeldern<br />

wie z. B. Bevölkerungsschutz,<br />

Wasserwacht und Jugendrotkreuz<br />

(Nachwuchsorganisation des Roten<br />

Kreuzes) und hauptamtlichen Hilfeund<br />

Unterstützungsleistungen. 650<br />

Menschen arbeiten im BRK-Kreisverband<br />

Südfranken festangestellt in den<br />

unterschiedlichsten Bereichen, vom<br />

Rettungsdienst über die Verwaltung<br />

bis zur Kita. Doch es ist genau dieser<br />

Ursprung im und die enge Vernetzung<br />

mit dem Ehrenamt, die dem Wohlfahrtsverband<br />

seine ganz besondere<br />

Philosophie gibt.<br />

„Niemand ist bei uns auf sich allein<br />

gestellt“, sagt Kommunikationsbeauftragte<br />

Andrea Lehmann. „Es gibt immer<br />

gegenseitige Hilfe, der Umgang<br />

ist familiär und vertrauensvoll.“ Das<br />

hat sich ganz besonders während der<br />

heißen Phasen der Pandemie gezeigt.<br />

Jeder hat zusätzlich zu seiner eigentlichen<br />

Aufgabe noch dort angepackt,<br />

Der Umgang ist<br />

familiär und<br />

vertrauensvoll.<br />

wo es nötig war. Über alle Abteilungsgrenzen<br />

hinweg haben die MitarbeiterInnen<br />

und auch die Geschäftsführung<br />

vor allem die besonders belasteten<br />

Bereiche immer dort unterstützt, wo<br />

dies möglich und<br />

notwendig war.<br />

Dieser Leistungsbereich<br />

ist breit gefächert,<br />

auch wenn<br />

viele beim Roten<br />

Kreuz als Arbeitgeber zunächst einmal<br />

an den Rettungsdienst denken. Doch<br />

die Aufgabengebiete und Berufsbilder<br />

im Kreisverband Südfranken sind weitaus<br />

vielfältiger. Als Träger von aktuell<br />

15 Kindertagesstätten und mehreren<br />

Schulbetreuungen beschäftigt das<br />

BRK Erzieher und Kinderpfleger. In den<br />

beiden stationären Pflegeeinrichtungen<br />

in Heideck und Treuchtlingen sowie<br />

den Tagespflegen und der ambulanten<br />

Pflege sind alle Berufsbilder aus dem<br />

Feld der Pflege und Hauswirtschaft<br />

vertreten. Mit den weiteren Leistungsbereichen<br />

Rettungsdienst, Integrierte<br />

Leitstelle, Schulbegleitung, Hausnotruf,<br />

Menüservice und Verwaltung ist<br />

das BRK Südfranken ein Arbeitgeber<br />

mit vielseitigen Beschäftigungsmöglichkeiten.<br />

Als Ausbildungsbetrieb in<br />

den Bereichen Rettungsdienst, Pflege<br />

und Verwaltung bietet das Rote Kreuz<br />

jungen Menschen eine gute Perspektive.<br />

Wer beim BRK Südfranken eine berufliche<br />

Heimat findet, profitiert von einem<br />

Bayerisches Rotes Kreuz<br />

Kreisverband Südfranken<br />

Rothenburger Straße 33 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 86 99 - 0<br />

www.brk-suedfranken.de<br />

info@brk-suedfranken.de<br />

facebook.com/BRK-Kreisverband-<br />

Südfranken<br />

MitarbeiterInnen: 650<br />

Geschäftsführer: Rainer Braun<br />

Vor 17 Jahren fusionierten die<br />

BRK-Kreisverbände Roth-Schwabach<br />

und Weißenburg-Gunzenhausen.<br />

Was zunächst als eine<br />

vorübergehende Hilfestellung für<br />

die vakante Geschäftsführerstelle<br />

in Roth-Schwabach gedacht<br />

war, ist mittlerweile eine Erfolgsgeschichte:<br />

Der nun gemeinsame<br />

BRK-Kreisverband Südfranken<br />

zählt 18.000 Mitglieder, etwa<br />

2.300 ehrenamtliche und rund 650<br />

hauptamtliche Mitarbeiter und ist<br />

damit einer der führenden Anbieter<br />

im sozialen Dienstleistungsbereich<br />

in der Region. Nicht nur<br />

der Rettungsdienst, sondern auch<br />

Kranken- und Linienfahrdienste,<br />

Altenpflege, der Hausnotruf, ein<br />

Menüservice oder Schulbetreuung<br />

gehören zu den Angeboten.<br />

Das BRK ist zudem Träger von 15<br />

Kindertageseinrichtungen und betreibt<br />

die Integrierte Leitstelle in<br />

Schwabach.<br />

stabilen Arbeitgeber mit eigenem Tarifvertrag<br />

und einer Mitarbeitervertretung.<br />

Und dann ist da natürlich noch<br />

der soziale Aspekt, der alle Mitarbeiter<br />

eint: „Wir sind so nah am Menschen,<br />

dass es näher kaum geht. Das gibt unserer<br />

Arbeit Sinn und davon profitieren<br />

wir alle.“<br />

-miz-<br />

37


Anzeige<br />

Gore und die Früchte einer ganz<br />

besonderen Unternehmenskultur<br />

An ihrem 23. Hochzeitstag schmieden<br />

Bill und Vieve Gore ganz besondere<br />

Pläne. Nicht ferne Reisen oder opulente<br />

Feste haben sie im Sinn, sondern<br />

eine Unternehmensgründung: Im Keller<br />

ihres Hauses in Delaware rufen sie<br />

W. L. Gore & Associates ins Leben <strong>–</strong> im<br />

Jahr 1958.<br />

Dass die beiden damit den Grundstein<br />

für ein bald marktführendes Unternehmen<br />

legten, das heute mehr als<br />

11.000 MitarbeiterInnen (Associates)<br />

beschäftigt, wussten sie damals noch<br />

nicht. Erste Anzeichen ließen aber<br />

nicht lange auf sich warten: 1969 meldete<br />

der gemeinsame Sohn Bob ein<br />

bahnbrechendes Patent auf Polytetrafluorethylen<br />

(PTFE) an. Hinter der<br />

Erfolgsgeschichte von Gore steht aber<br />

noch viel mehr als dieser chemische<br />

Geniestreich.<br />

Ebenso revolutionär wie die Eigenschaften<br />

des neu entdeckten Fluorpolymers<br />

waren im Hause Gore auch die<br />

Vorstellungen von Mitarbeiterführung<br />

und innovativer Unternehmenskultur.<br />

Bill Gore hat es im Rückblick einmal<br />

Unsere Produkte<br />

helfen den Menschen,<br />

das ist unser Antrieb.<br />

schön beschrieben: „Mein Traum war<br />

es, ein Unternehmen mit großem Potenzial<br />

für alle zu schaffen, die dafür<br />

arbeiten. Eine starke Organisation, die<br />

persönliche Entfaltung fördert und die<br />

Fähigkeiten jedes Einzelnen zu einem<br />

Ganzen vervielfacht, das mehr ist als<br />

die Summe der einzelnen Teile.“<br />

Aus diesem Traum ist Wirklichkeit<br />

geworden: Gore setzt heute vielfach<br />

industrielle Standards, entwickelt<br />

fortschrittlichste Technologien und<br />

Materialien. Medizinische Produkte<br />

bringen Menschen Heilung, komplexe<br />

Filter reduzieren CO 2<br />

-Emissionen und<br />

widerstandsfähige Textilien schützen<br />

ihre Träger auch im unwirtlichsten Klima<br />

vor Gefahren wie Hitze und Kälte.<br />

Selbst die Signale vom Mars-Rover<br />

werden mithilfe von Gore-Technologien<br />

zurück zur Erde gesendet.<br />

Mit Produktionsstätten in Deutschland,<br />

USA, Japan und China fertigt<br />

Gore weltweit branchenführende Produkte.<br />

Innovation, Erforschung und<br />

Entwicklung spielen nach wie vor eine<br />

tragende Rolle. Gore ist stets auf der<br />

Suche nach Lösungen, die Leben verbessern<br />

<strong>–</strong> auch jene der eigenen MitarbeiterInnen,<br />

der Associates.<br />

x38


Anzeige<br />

„Alle Associates<br />

bekommen bei uns<br />

einen Teil ihres Gehalts<br />

in Form von<br />

Firmenanteilen“,<br />

erklärt Pascal Wucher,<br />

Werksleiter in<br />

Pleinfeld. „Wenn die Geschäfte gut laufen,<br />

profitieren wir so alle gemeinsam.“<br />

Diese Teilhabe ist aber nicht alles, was<br />

die Associates bei Gore eng zusammenhält.<br />

„Das gute Betriebsklima geht<br />

weit über den monetären Aspekt hinaus“,<br />

sagt Armin Bieringer, Financial<br />

Ideen weiterentwickeln.“<br />

Gore zeigt sich so<br />

auch in schwierigen<br />

Zeiten robust:<br />

Die Corona-Krise<br />

machte<br />

zwar manchen Sparten zu schaffen,<br />

der Global Player konnte aber flexibel<br />

ausgleichen. „Wir bedienen ein breites<br />

Portfolio von Produkten und Märkten,<br />

dadurch können wir uns auch in Krisen<br />

gut positionieren und nachhaltig<br />

behaupten“, sagt Armin Bieringer. „Wir<br />

Ein Vordenker<br />

mit einer Vision<br />

Analyst bei Gore. „Wir sind stolz auf<br />

unsere Produkte und können sehen,<br />

wie sie den Menschen helfen. Das ist<br />

ein großartiger Antrieb.“<br />

Associates arbeiten bei Gore eigenverantwortlich<br />

in flachen Hierarchien, der<br />

direkte Austausch ist erwünscht, Raum<br />

zur Entfaltung und für eigene Initiativen<br />

ist immer vorhanden. „Auch das<br />

ist das Erbe von Bill Gore“, sagt Pascal<br />

Wucher. „Wir schauen unseren Associates<br />

nicht ständig über die Schulter,<br />

sie sollen Eigenverantwortung übernehmen<br />

und ihre Bereiche mit neuen<br />

haben aber auch frühzeitig erkannt,<br />

wie wichtig es ist, dass wir Strukturen<br />

haben, um virtuell zu arbeiten“, ergänzt<br />

Pascal Wucher.<br />

Virtuelle Meetings und netzbasierte<br />

Kommunikation gehörten bei Gore<br />

längst zum Alltag. „Damit waren wir<br />

schon vor der Krise bestens vorbereitet.<br />

Das war ein Riesenvorteil“, erinnert<br />

sich der Werksleiter aus Pleinfeld.<br />

Auch in Krisenzeiten hat man in Pleinfeld<br />

das Miteinander nicht vergessen:<br />

„Wir haben uns viele Gedanken gemacht,<br />

wie wir weiterhin ein Zusammenkommen<br />

ermöglichen können“,<br />

erinnert sich Madlin Bussinger,<br />

HR Business Partner in<br />

Pleinfeld. „Von gemeinsamen<br />

Brotzeiten über<br />

Kaffeepausen bis<br />

zum Feierabendbier<br />

<strong>–</strong> alles virtuell<br />

natürlich. Das<br />

Motto war immer:<br />

Jeder ist<br />

eingeladen!“<br />

-sz-<br />

W. L. Gore & Associates GmbH<br />

Nordring 1 • 91785 Pleinfeld<br />

Tel. 0 89 / 46 12 28 00<br />

www.gore.com<br />

recruiting@wigore.com<br />

www.xing.com/company/gore<br />

Karriere-<br />

Seite<br />

Unternehmensgründung der Gore<br />

Tochtergesellschaft in Deutschland: 1966<br />

MitarbeiterInnen: ca. 360 in Pleinfeld<br />

Geschäftsführer:<br />

Karsta Goetze und Volker Gronauer<br />

Am 1.1.1958 gründeten Wilbert<br />

Lee „Bill“ und Genevieve „Vieve“<br />

Gore das Unternehmen im Keller<br />

ihres Hauses in Newark, Delaware,<br />

in den Vereinigten Staaten.<br />

Der erfolgreiche Chemiker hatte<br />

die Idee, neue Vermarktungsmöglichkeiten<br />

für Flourpolymere zu<br />

erschließen. Von Anfang an sollte<br />

das Material gesellschaftlich sinnvoll<br />

eingesetzt werden. Bei der<br />

Unternehmensorganisation gingen<br />

die beiden unkonventionell<br />

vor, sie wollten möglichst viel kreatives<br />

Potenzial bei ihren Mitarbeitern<br />

ausschöpfen. 1969 fand<br />

Sohn Bob Gore heraus, wie man<br />

das Fluorpolymer PTFE zu einem<br />

widerstandsfähigen, offenporigen<br />

Material macht, ein entscheidender<br />

Schritt für die Zukunft des Unternehmens.<br />

Er bahnte damit den Weg<br />

zum wasserdichten, atmungsaktiven<br />

GORE-TEX Funktionsmaterial<br />

und vielen weiteren Innovationen.<br />

39


Anzeige<br />

Traditionelles Handwerk und moderne<br />

Technik für Kunden und Klima<br />

Ein starkes<br />

Team seit 2005<br />

Proofdruck für<br />

1 StadtZeitung Werbeverlag<br />

AuftragsNummer: 0000396928<br />

Druck: 14.08.2020 14:50:53<br />

Auftragsnummer: 0000396928<br />

AuftragsPosition: 1<br />

Rieger & Kraft<br />

Zimmerei & Solar GmbH<br />

Holzinger Hauptstr. 32 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 92 32 39<br />

www.solar-rieger-kraft.de<br />

www.zimmerei-rieger-kraft.de<br />

kontakt@zimmerei-rieger-kraft.de<br />

Unternehmensgründung: 2008<br />

MitarbeiterInnen: 9<br />

Geschäftsführer: Frank Rieger und Uwe Kraft<br />

2005 gründen Frank Rieger und<br />

Uwe Kraft zwei separate Trockenbauunternehmen.<br />

Mit dem Pferdehänger<br />

geht es damals zu den<br />

ersten Baustellen, schweres Material<br />

schafft ein Traktor an Ort und<br />

Stelle. Die Nachfrage nach gutem<br />

Handwerk ist hoch, also folgt 2008<br />

der logische Schritt: Die Freunde<br />

werden zu Geschäftspartnern und<br />

gründen die gemeinsame Zimmerei<br />

Rieger & Kraft GmbH. 2009 das<br />

Bekenntnis zur Zukunft: Die Geschäftsfelder<br />

werden mit der Solar<br />

Rieger & Kraft GmbH grundlegend<br />

erweitert. Mit den Jahren wachsen<br />

Fuhrpark und Belegschaft: Mit<br />

sechs Fahrzeugen und neun MitarbeiterInnen<br />

ist man heute auch<br />

größeren Projekten gewachsen.<br />

In der Holzinger Hauptstraße 32 gehen<br />

traditionelles Handwerk und<br />

moderne Technik Hand in Hand. Die<br />

Zimmerei Rieger & Kraft GmbH ist<br />

hier zu finden, geführt von Frank Rieger<br />

und Uwe Kraft. Hinter der Doppelspitze<br />

steht inzwischen auch eine<br />

Doppel-Firma: „Seit 2009 verkaufen<br />

und installieren wir mit der Solar<br />

Rieger & Kraft GmbH auch<br />

moderne Photovoltaikanlagen<br />

im ganzen Landkreis“,<br />

sagt Uwe Kraft, der die<br />

Solar-Sparte betreut.<br />

Die Geschäftsführer<br />

sind seit der Lehre<br />

gute Freunde, 2008<br />

haben sie ihre Trockenbaubetriebe<br />

in<br />

der gemeinsamen<br />

Zimmerei zusammengelegt.<br />

„Kunden<br />

profitieren von unserer langjährigen<br />

Erfahrung“, sagt Meister Frank<br />

Rieger, der die Zimmerei führt. „Von<br />

Anbauarbeiten über Sanierungen bis<br />

zu Terrassen-Überdachungen und<br />

Pferdekoppeln haben wir schon alles<br />

Mögliche gebaut. Bei uns gibt es Beratung,<br />

Planung und Montage aus einer<br />

Hand.“<br />

Auf die gleiche Expertise verlassen sich<br />

Kunden der Solartechnik: „Wir bieten<br />

hier Komplettlösungen an“, sagt Uwe<br />

Kraft. „Wir schauen uns an, welchen<br />

Strombedarf der Kunde wirklich hat,<br />

Bei uns gibt es Beratung,<br />

Planung und Montage<br />

aus einer Hand.<br />

ob es zum Beispiel eine Wärmepumpe<br />

gibt oder ein E-Auto. So finden wir<br />

immer eine Anlage, die ideal zum Kunden<br />

und seinen Bedürfnissen passt.“<br />

Ob landwirtschaftliche oder gewerbliche<br />

Betriebe, Ein- oder Mehrfamilienhäuser<br />

<strong>–</strong> das Hybrid-Unternehmen aus<br />

Zimmerei und Solar ist eine<br />

ideale Verbindung, die im<br />

Großen und Kleinen hochwertige<br />

und flexible Projekte<br />

realisiert. „Unsere Kunden<br />

wünschen sich heute<br />

oft Photovoltaikanlagen<br />

für den Eigenverbrauch,<br />

die sie gar<br />

nicht mehr ins Netz<br />

einspeisen müssen.<br />

Mit hochmodernen<br />

Speicherlösungen<br />

ist das kein<br />

Problem“, erklärt Zimmerer Uwe Kraft.<br />

Mehr als 4.000 Haushalte haben die<br />

beiden schon mit Solaranlagen ausgerüstet.<br />

„Damit leisten wir einen echten<br />

Anteil am Energiewandel!“<br />

Mit ihrer Heimat sind die Holzinger<br />

eng verbunden. „Unsere Alu-Profile<br />

kommen von der Gutmann AG, in der<br />

Lebenshilfe lassen wir Kleinteile bearbeiten,<br />

und schwere Bauteile bewegen<br />

wir mit der Spedition Wüst“, sagt Rieger.<br />

Auf den Baustellen arbeiten dann<br />

Elektriker aus der Region. „So greift bei<br />

uns alles ineinander.“<br />

-sz-<br />

x40


Anzeige<br />

Mit Pfefferbeißer, Landfrischkäse<br />

und Leidenschaft zum Erfolg<br />

Mit großer Innovationslust führt Sebastian<br />

Struller die gleichnamige<br />

Metzgerei bereits in dritter Generation.<br />

Dass sie 2019 zum sechsten Mal in<br />

Folge vom „Feinschmecker“-Magazin<br />

zu einem der 500 besten Metzgereien<br />

Deutschlands gekürt wurde, ist für<br />

Struller die schönste Bestätigung <strong>–</strong><br />

neben den zufriedenen Kunden und<br />

Mitarbeitern.<br />

Ganz bewusst hat sich der 31-Jährige<br />

nach erfolgreichem BWL-Studium<br />

für die Ausbildung zum Metzger<br />

entschieden. Vom Hörsaal in<br />

die Wurststube gewechselt zu<br />

sein, hat er bis heute keinen<br />

Tag bereut. Als junger Geschäftsführer<br />

kann er das<br />

Erlernte perfekt kombinieren.<br />

Die Leidenschaft für<br />

Handwerk und Produktion<br />

sowie den Vertrieb<br />

hochwertiger Wurstund<br />

Fleischwaren will<br />

Struller nicht nur an<br />

seine Mitarbeiter, sondern auch an die<br />

junge Generation weitergeben.<br />

Über soziale Netzwerke wie Instagram<br />

und Facebook erreicht die Metzgerei<br />

schon heute rund 2000 Fans. Nachwuchskräfte<br />

können sich übrigens<br />

auch initiativ bei der Metzgerei bewerben.<br />

„Wenn sich jemand mit Feuer<br />

in den Augen bei mir vorstellt, dann<br />

finde ich meistens eine Möglichkeit“,<br />

so Struller. Für neue Ideen der Mitarbeiter<br />

ist man im Hause Struller generell<br />

offen, ob in der Produktion oder im<br />

Verkauf. War‘s früher der Presssack,<br />

so sind es heute gefragte Steak-Varianten<br />

wie „Secreto“ (Schwein), „Flat<br />

Iron“ oder „Dry Aged Beef“ (Rind).<br />

Wir stehen für<br />

Handwerk, Qualität<br />

und Frische.<br />

Gute Fleischqualität ist für den Metzger<br />

das A & O. Deshalb stammen alle Tiere,<br />

die verarbeitet werden, von Bauern aus<br />

der Region. Glaubt man den Kunden,<br />

dann zählen die Strullerschen Pfefferbeißer<br />

zu den Spezialitäten, aber auch<br />

die geräucherten und fränkischen<br />

Bratwürste. Und es soll Leute geben,<br />

die kommen nur für den hausgemachten<br />

Landfrischkäse in die Metzgerei.<br />

Schließlich gibt es neben der Fleischund<br />

Wursttheke auch eine breite Auswahl<br />

an Käsesorten. Viele Kunden<br />

schätzen das Kombinationskonzept<br />

aus Metzgerei und Bäckerei, das in<br />

65 Jahre Metzgerhandwerk<br />

1955 gründet Joseph Struller gemeinsam<br />

mit seiner Frau Betty die<br />

Metzgerei Struller. Ab 1960 mit<br />

eigenen Verkaufs- und Produktionsräumen<br />

in der Galgenbergstraße<br />

25. Nach dem Tod von Joseph<br />

Struller senior 1979 übernehmen<br />

Betty Struller und Josef Struller<br />

junior. 1986 wird eine weitere Filiale<br />

in Langenaltheim eröffnet.<br />

Inge Struller steigt als Chefin und<br />

Metzgerei Struller<br />

Augsburger Str. 49 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 44 85<br />

www.metzgerei-struller.de<br />

info@metzgerei-struller.de<br />

facebook.com/MetzgereiStruller<br />

instagram.com/metzgereistruller<br />

Unternehmensgründung: 1955<br />

MitarbeiterInnen: 22<br />

Seit 1955<br />

Metzgerei & Partyservice<br />

Geschäftsführer: Sebastian Struller<br />

Thomas Struller als Produktionsleiter<br />

in den Familienbetrieb ein,<br />

der 1995 die dritte Filialöffnung<br />

feiert: Das Hauptgeschäft in der<br />

Augsburger Straße 49 geht in<br />

Betrieb. Nach dem Tod von Inge<br />

Struller 2016 und Josef Struller<br />

2017 führt Sohn Sebastian Struller<br />

die Metzgerei erfolgreich fort.<br />

der Form in Weißenburg einzigartig ist.<br />

Vom guten Arbeitsklima zeugen außerdem<br />

Angestellte wie Walli Schnabel,<br />

die seit sage und schreibe 40 Jahren<br />

im Betrieb mitarbeitet. „Meine Mitarbeiter<br />

und Kollegen sind es, die den Erfolg<br />

mit begründen. Ich weiß, dass ich<br />

mich auch in schweren Zeiten auf sie<br />

verlassen kann“, sagt Struller. Nicht nur<br />

den Kunden stehen sie schließich immer<br />

hilfsbereit und mit einem Lächeln<br />

gegenüber. <br />

-klm-<br />

41


Anzeige<br />

Ein städtischer<br />

Dienstleister<br />

findet Profil<br />

Weißenburgs stiller Versorger:<br />

Kunden im Herzen und die<br />

Zukunft im Blick<br />

er<br />

Schlachthofstraße 19<br />

91781 Weißenburg<br />

1938 entstehen aus dem Gas-,<br />

Wasser- Tel. 09141 und Elektrizitätswerk 999-0 die<br />

„Städtischen<br />

email@sw-wug.de<br />

Werke Weißenburg<br />

i. Bay.“. Mit der Eröffnung des Limesbades<br />

1960 und der Übernahme<br />

des städtischen Hallenbades<br />

1974 haben die Werke fortan auch<br />

Freizeitangebote im Programm.<br />

encenter oder unter www.sw-wug.de<br />

Stadtwerke. Für Sie da.<br />

Stadtwerke Weißenburg GmbH<br />

Schlachthofstr. 19 • 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 9 99 - 0<br />

www.sw-wug.de • email@sw-wug.de<br />

1976 wird die Minigolfanlage fertiggestellt,<br />

der regionale Erholungswert<br />

gewinnt weiter an Profil.<br />

Man wendet sich nun der Modernisierung<br />

zu: 1985 mit der Sanierung<br />

des Limesbades, das im gleichen<br />

Zuge auf Solarenergie umstellt.<br />

1989 ist das Verwaltungsgebäude<br />

in der Schlachthofstraße 19<br />

an der Reihe, der Bau von 1913<br />

erhält eine Generalsanierung.<br />

1993 geht die erste eigene Solaranlage<br />

in Betrieb. 1999 werden<br />

aus den „Städtischen Werken<br />

Weißenburg“ mit notariellem Beschluss<br />

die „Stadtwerke Weißenburg<br />

GmbH“, Gesellschafter ist die<br />

Stadt. Im gleichen Jahr übernimmt<br />

man die Stadtbuslinie und 2008<br />

die Vermarktung von Holz aus dem<br />

Stadtwald. 2012 dann das nächste<br />

Bekenntnis zur Zukunft: Die Windräder<br />

auf dem Höhenberg beginnen<br />

ihre Arbeit.<br />

André Goldfuß-Wolf ist ein ruhiger<br />

Mann mit klarem Blick. Wenn der technische<br />

Geschäftsführer der Stadtwerke<br />

Weißenburg von der Energiewende<br />

spricht, wird er lebhaft: „Der Umgang<br />

der Menschen mit ihren Ressourcen<br />

muss sich ändern“, sagt er. „Wir brauchen<br />

sauberen Strom und sauberes<br />

Wasser, ohne dafür unseren Lebensraum<br />

in Bedrängnis zu bringen.“<br />

An der Spitze der<br />

Stadtwerke hat<br />

er da genau den<br />

richtigen Job:<br />

Die Werke sind<br />

im Landkreis der<br />

größte Lieferant für Erdgas, Strom und<br />

Wasser. Zusammen mit der Verwaltung<br />

von Bädern und Buslinien kommt<br />

so jede Menge Service aus einer Hand.<br />

Das Selbstverständnis des stillen Versorgers<br />

ist aber seit jeher ein zurückhaltendes:<br />

Man drängt sich Kunden<br />

nicht auf, protzt nicht mit Werbung.<br />

Sichere Versorgung und<br />

gute Beratung stehen<br />

bei uns im Vordergrund.<br />

„Sichere Versorgung und gute Beratung<br />

stehen bei uns im Vordergrund“,<br />

erklärt Goldfuß-Wolf. „Gleichzeitig wollen<br />

wir unseren Beitrag zur Energiewende<br />

leisten.“<br />

Ein Blick auf die Webseite der Stadtwerke<br />

verrät, was er meint. Besucher<br />

finden da Infos zu Tarifen und Verbrauch<br />

<strong>–</strong> aber auch viele Ratschläge,<br />

um Strom, Wasser und Gas zu sparen.<br />

Aber ist das kein<br />

Widerspruch?<br />

Wollen die Stadtwerke<br />

etwa die<br />

eigenen Produkte<br />

nicht verkaufen?<br />

Da muss Goldfuß-Wolf lachen:<br />

„Wenn wir langfristig Energie sparen,<br />

können wir dafür irgendwann auch etwas<br />

mehr bezahlen, ohne dass es insgesamt<br />

teurer werden muss.“ Seiner<br />

Rechnung nach könnten so alle profitieren:<br />

Verbraucher, Versorger und die<br />

Umwelt.<br />

Die Stadtwerke blicken heute auf über<br />

80 Jahre Firmengeschichte zurück,<br />

schauen stets aber auch in die Zukunft:<br />

Man bietet Ökostrom-Tarife aus<br />

regenerativen Quellen, betreibt eigene<br />

Photovoltaikanlagen und unterstützt<br />

die Elektromobilität im Landkreis. Auch<br />

der Breitbandausbau läuft auf Hochtouren.<br />

Goldfuß-Wolf: „Da nutzen wir<br />

aktuell jede Baustelle.“<br />

-sz-<br />

x42


Anzeige<br />

Moderne Haustechnik verspricht<br />

höchsten Wohnkomfort<br />

Fünfte Generation<br />

Handwerk<br />

Bereits 1882 hatte Wilhelm Mory<br />

die Vision einer eigenen Schlosserei.<br />

Der erste Meilenstein war<br />

das eigene Ladengeschäft in<br />

Pleinfeld in den 20er-Jahren. Aus<br />

bescheidenen Anfängen entwickelte<br />

sich das Unternehmen zu<br />

einem Handwerksbetrieb, den<br />

Ein Zuhause ist viel mehr als ein Dach<br />

über dem Kopf. Es ist Ort der Erholung<br />

und des Rückzugs, der Kern des Privatlebens.<br />

Hier sollen, ja müssen wir<br />

uns wohlfühlen. Mory Elektro Wärme<br />

Bad in Pleinfeld hat<br />

das verstanden und<br />

längst zur Devise<br />

gemacht: „Unseren<br />

Kunden soll es zu<br />

Hause gut gehen“, erklärt Rainer Mory.<br />

„Sicherheit, Lebensqualität und Kostenkontrolle<br />

<strong>–</strong> darum geht es bei uns.“<br />

Der Geschäftsführer leitet den Familienbetrieb<br />

in fünfter Generation mit<br />

Bruder Bernd und Gerhard Schrank.<br />

Höchster Wohnkomfort mit allem, was<br />

dazugehört: Mory Elektro Wärme Bad<br />

bietet moderne Lösungen für die gesamte<br />

Energie- und Gebäudetechnik.<br />

Von der heißen Dusche am Morgen<br />

über das intelligente Smart Home bis<br />

hin zum wohlig warmen Wohnzimmer<br />

für einen gemütlichen Feierabend.<br />

„Wir stehen für durchdachte Komplettlösungen<br />

und Qualität“, sagt Rainer<br />

Mory, „sicher verbaut und fachmännisch<br />

installiert.“<br />

Gutes Wohnen, das bedeutet bei Mory<br />

auch Leben ohne Verschwendung. Für<br />

In der Region sind wir<br />

konkurrenzlos.<br />

jedes Haus und jede Wohnanlage hat<br />

man das passende Heizsystem parat.<br />

Das Pleinfelder Unternehmen bedient<br />

heute Kunden vom Altmühltal bis in<br />

den Nürnberger Raum. „Dabei haben<br />

wir als ganz normaler<br />

Installationsbetrieb<br />

angefangen“,<br />

erinnert sich Rainer<br />

Mory. „Heute bauen<br />

wir auch Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen<br />

und Hackschnitzelheizungen.“<br />

Das Portfolio der Haustechnik-Profis<br />

hat sich durch die Partnerschaft mit<br />

der R & M Versorgungstechnik GmbH<br />

aus Georgensgmünd noch einmal erweitert.<br />

Jetzt stehen auch Klima- und<br />

Belüftungstechnik auf dem Programm.<br />

Zusammen mit Leistungen um Elektro,<br />

Wärme, Hausgeräte und Bad bekommen<br />

Kunden alles aus einer Hand. „Wir<br />

sind Allesanbieter“, sagt Rainer Mory,<br />

„das ist unsere Stärke und es macht<br />

uns in der Region konkurrenzlos.“<br />

Mory GmbH<br />

Nordring 8 • 91785 Pleinfeld<br />

Tel. 0 91 44 / 9 29 40<br />

www.mory-haustechnik.de<br />

info@mory-haustechnik.de<br />

facebook.com/MoryHaustechnik<br />

Unternehmensgründung: 1882<br />

MitarbeiterInnen: 90<br />

Geschäftsführer: Bernd Mory, Rainer Mory<br />

und Gerhard Schrank<br />

Fritz Mory im Jahr 2003 an seine<br />

beiden Söhne Bernd und Rainer<br />

Mory weitergab. Der über 135<br />

Jahre alte Traditionsbetrieb wird<br />

seitdem in bereits fünfter Generation<br />

am Hauptstandort in Pleinfeld<br />

weitergeführt.<br />

Das junge Team aus 90 MitarbeiterInnen<br />

ist bei Mory Elektro Wärme Bad<br />

immer auf Achse. „Unser Team ist hoch<br />

motiviert und wir haben alle ein gutes<br />

Verhältnis“, versichert der Chef. Mory<br />

bediente zuletzt auch einige Großkunden<br />

aus dem Landkreis, unter anderem<br />

den Neubau des Autohauses Schmidt<br />

in Weißenburg. Auch Velovita nutzt die<br />

modernen und energieeffizienten Installationen<br />

aus Pleinfeld.<br />

Die Geschäftsführung blickt bedacht<br />

in die Zukunft: „Wir wollen erst mal<br />

beständig weitermachen“, sagt<br />

Rainer Mory, „Wachstum ist bei<br />

uns nicht das oberste Ziel. Wir<br />

wollen lieber die Betriebsabläufe<br />

und den Kundenservice weiter<br />

verbessern.“ <br />

-sz-<br />

43


Anzeige<br />

EVS sorgt für mikroskopische Sauberkeit<br />

Ein eigenes<br />

Standbein<br />

EVS Technology GmbH<br />

Postleitenstraße 3 • 91785 Pleinfeld<br />

Tel. 0 91 44 / 6 08 99 - 30<br />

www.evs-gmbh.de • info@evs-gmbh.de<br />

www.facebook.com/evsgmbh<br />

www.instagram.com/evs_gmbh<br />

Unternehmensgründung: 2005<br />

MitarbeiterInnen: 17<br />

Geschäftsführer: Erwin Schatz und<br />

Benjamin Schatz<br />

Wenn die fertigen Drahtgestricke<br />

bei DGS in Ellingen aus der Produktionshalle<br />

kommen, müssen<br />

sie meist vor der Weiterverarbeitung<br />

noch gereinigt werden. Anstatt<br />

einen externen Dienstleister<br />

zu beauftragen, hatte DGS-Juniorchef<br />

Benjamin Schatz 2016<br />

die Idee, die industrielle Reinigung<br />

einfach selbst in die Hand zu nehmen.<br />

Aus dem eigenen, ursprünglich<br />

reinen Metallverarbeitungsbetrieb<br />

EVS in Pleinfeld wurde so<br />

ein Dienstleister für die professionelle<br />

Reinigung von Industrieteilen.<br />

Mittlerweile stehen dort drei<br />

Reinigungsanlagen. Seit 2018 hat<br />

EVS auch ein eigenes Labor für<br />

technische Sauberkeit. Nach der<br />

Reinigung werden die Teile dort<br />

geprüft und anschließend termingerecht<br />

für die Weiterverarbeitung<br />

geliefert.<br />

Es klingt kurios, macht aber Sinn:<br />

Die idealen Fachkräfte im Labor für<br />

technische Sauberkeit sind gelernte<br />

Zahnarzthelferinnen.<br />

„Sie sind es<br />

gewohnt, gründlich<br />

und genau zu<br />

arbeiten, und zwar<br />

mit kleinsten Teilen“,<br />

erklärt Benjamin<br />

Schatz. Er ist<br />

der Geschäftsführer<br />

von EVS, einem<br />

Unternehmen, das<br />

auf die industrielle<br />

Teilereinigung spezialisiert<br />

ist.<br />

Vieles, was aus der<br />

Produktion kommt, muss vor der Weiterverarbeitung<br />

noch gereinigt werden.<br />

Vor allem bei Fräs- oder Stanzteilen<br />

gibt es aus dem Fertigungsprozess<br />

Öl-, Fett- oder Partikelrückstände. Und<br />

zwar solche, die man meist mit bloßem<br />

Auge gar nicht erkennen kann,<br />

sondern nur unter dem Mikroskop. Ein<br />

perfekter Job für Zahnarzthelferinnen,<br />

die eine neue Herausforderung<br />

suchen, hat<br />

Schon ein kleiner<br />

Span kann einen Kurzschluss<br />

verursachen.“<br />

Benjamin Schatz verwundert festgestellt.<br />

Zumindest hat er mehrere dieser<br />

Quereinsteigerinnen mittlerweile in<br />

seinem Labor beschäftigt.<br />

Es ist vielen vielleicht<br />

nicht bewusst,<br />

aber die<br />

Sauberkeit von Industrieteilen<br />

kann<br />

in der Praxis enorm<br />

wichtig sein. Wenn<br />

Metallteile lackiert<br />

werden müssen,<br />

sollten sie natürlich<br />

fettfrei sein. Wenn<br />

Material unter hohen<br />

Temperaturen<br />

zum Einsatz kommt <strong>–</strong> etwa in einem<br />

Fahrzeugmotor <strong>–</strong> fängt es an zu stinken,<br />

wenn es verunreinigt ist. Und vor<br />

allem für Bauteile in der E-Mobilität ist<br />

es enorm wichtig, dass diese frei von<br />

Partikeln und Verschmutzungen sind.<br />

„Andernfalls könnte ein kleiner Span<br />

schon einen Kurzschluss und Brand<br />

verursachen“ weiß EVS-Geschäftsführer<br />

Benjamin Schatz.<br />

-miz-<br />

x44


Anzeige<br />

Die maschinelle Strickliesel<br />

Familienfirma<br />

im Draht-Mekka<br />

Gestricktes, darunter stellt man sich<br />

meistens Socken, Pullover, Schals vor.<br />

Aus den Produktionshallen von DGS<br />

kommt auch Gestricktes, allerdings<br />

aus Metall oder Kunststoff. „Man<br />

kann sich das ein wenig vorstellen<br />

wie eine maschinelle Strickliesel“,<br />

veranschaulicht Geschäftsführer<br />

Benjamin Schatz den Produktionsprozess.<br />

Das Material<br />

kommt von einer Spule und<br />

wird in Maschen verknüpft.<br />

Gern führt Schatz ein besonders<br />

ungewöhnliches<br />

Bei DGS werden<br />

Drahtgestricke für<br />

unterschiedliche<br />

Einsatzbereiche<br />

gefertigt.<br />

Beispiel an, um die<br />

vielfältigen Einsatzmöglichkeiten<br />

von<br />

Drahtgestricken unter<br />

Beweis zu stellen:<br />

„Es gibt im Bergbau<br />

spezielle Atemschutzgeräte,<br />

die mit<br />

Drahtgestricken von<br />

uns ausgestattet<br />

sind.“ Wenn unter Tage Sauerstofftabletten<br />

eingesetzt werden müssen,<br />

entsteht eine Hitze von über 400 Grad<br />

<strong>–</strong> das kann man unmöglich einatmen.<br />

Die Gestricke kühlen<br />

die Luft ab, aber da muss<br />

sehr präzise gearbeitet<br />

werden. „Nur ein paar Gramm mehr<br />

oder weniger können Temperaturunterschiede<br />

von 20 Grad ausmachen“,<br />

weiß Schatz.<br />

Drahtgestricke kommen aber auch in<br />

weit alltäglicheren Situationen zum<br />

Einsatz, zum Beispiel in Lüftungsund<br />

Abgasanlagen oder auch als<br />

Filter gegen Schmutzpartikel.<br />

Überall dort, wo etwa am<br />

Arbeitsplatz geschweißt<br />

oder geschliffen wird. In<br />

Ölraffinerien oder in der<br />

Erdgasaufbereitung werden<br />

mithilfe der<br />

Gestricke Gas-Flüssigkeitsgemische<br />

getrennt. „Der mittlere<br />

Osten ist deswegen<br />

ein spannender<br />

Markt für uns“,<br />

erklärt Schatz. Die<br />

meisten Kunden<br />

des Ellinger Familienunternehmens<br />

sitzen derzeit aber<br />

in Deutschland, gefolgt vom europäischen<br />

Ausland.<br />

DGS ist ein Ausbildungsbetrieb,<br />

bietet aber auch eine Mög-<br />

1998 wagte Erwin Schatz den<br />

Schritt aus dem Angestelltenverhältnis<br />

heraus in die Selbstständigkeit<br />

und gründete DGS <strong>–</strong> eine<br />

Produktionsfirma für Drahtgestricke.<br />

Was mit nur einem Mitarbeiter<br />

begann, ist heute ein Familienunternehmen<br />

mit rund 45 Angestellten,<br />

das sich in <strong>Altmühlfranken</strong><br />

als „Mekka“ der Drahtverarbeitung<br />

fest etabliert hat. Durch gute<br />

Branchenkontakte konnte Erwin<br />

DGS Drahtgestricke GmbH<br />

Birkenweg 3 • 91792 Ellingen<br />

Tel. 0 91 41 / 8 74 78 <strong>–</strong> 0<br />

www.dgs-gmbh.de • info@dgs-gmbh.de<br />

facebook.com/DGS Drahtgestricke GmbH<br />

www.instagram.com/<br />

dgs_drahtgestricke_gmbh<br />

Unternehmensgründung: 1998<br />

MitarbeiterInnen: 45<br />

Geschäftsführer: Erwin Schatz und<br />

Benjamin Schatz<br />

Schatz die Firma immer weiter<br />

ausbauen, 2005 zog DGS in ein<br />

neues Verwaltungsgebäude und<br />

neue Produktionshallen mit mittlerweile<br />

2.500 Quadratmetern.<br />

2005 gründete Schatz mit EVS in<br />

Pleinfeld ein weiteres Unternehmen,<br />

das auf industrielle Teilereinigung<br />

spezialisiert ist. 2017 vollzog<br />

sich der Generationenwechsel, als<br />

mit Benjamin Schatz der Sohn die<br />

Geschäftsführung übernahm.<br />

lichkeit zum Quereinstieg aus anderen<br />

Bereichen. Der Chef legt viel Wert auf<br />

ein familiäres und lockeres Arbeitsklima<br />

<strong>–</strong> und auf Inklusion. Mehrere Arbeitsplätze<br />

wurden speziell für Mitarbeiter<br />

mit Behinderung umgebaut. „Bei<br />

uns kriegt jeder eine Chance.“ -miz-<br />

45


Anzeige<br />

Niederschwellige<br />

Hilfe für jeden<br />

„Jeder, der ein Problem hat, kann zu<br />

uns kommen.“ So versteht die Leiterin<br />

der Caritas-Kreisstelle, Alexandra<br />

Trögl, ihre Aufgabe <strong>–</strong> und die ihrer 16<br />

Sozialpädagogen, Psychologen und<br />

Fachkräfte. Allgemeine Sozialberatung,<br />

Schwangerschaft, Finanzielle<br />

Probleme, Ehe- und Familienprobleme<br />

oder persönlichen Krisen: Wer fragt,<br />

bekommt Rat, sowohl in Weißenburg<br />

als auch in der Außenstelle in Gunzenhausen<br />

und Wemding. „Das Angebot<br />

ist sehr niederschwellig und jeder kann<br />

es in Anspruch nehmen.“ Not sehen<br />

und Handeln <strong>–</strong> das ist ja auch das generelle<br />

Motto der Caritas.<br />

Und Not gibt es, so traurig es ist, auch in<br />

<strong>Altmühlfranken</strong> immer mehr. Ein großer<br />

Schwerpunkt der Caritas-Kreisstelle<br />

liegt in der rechtlichen Betreuung<br />

<strong>–</strong> für rund 150 Fälle sind die Mitarbeiter<br />

derzeit zuständig. Vor allem die<br />

Zahl der jungen Menschen, die einen<br />

gesetzlichen Betreuer als Vertretung<br />

brauchen, ist in den vergangenen Jahren<br />

gestiegen. In Not sind aber auch<br />

Senioren, sei es durch Einsamkeit oder<br />

Altersarmut. Essen auf Rädern, ein Seniorencafé,<br />

Freizeitangebote oder ein<br />

kostenloser Mittagstisch sollen hier<br />

gegensteuern. Weil der Bedarf<br />

an Beratung und Hilfsangeboten<br />

stetig wächst <strong>–</strong> und damit auch die<br />

Mitarbeiterzahl der Caritas <strong>–</strong> wird die<br />

Kreisstelle in Weißenburg heuer noch<br />

aus der Holzgasse in neue Räumlichkeiten<br />

am Neulinger-Areal umziehen.<br />

Ansonsten ändert sich nichts: „Für<br />

uns steht immer der Klient im Vordergrund.“<br />

<br />

-miz-<br />

Caritas-Kreisstelle Weißenburg,<br />

Holzgasse 12, Tel. 0 91 41 / 26 16,<br />

kreisstelle@caritas-weissenburg.de,<br />

www.caritas-kreisstelleweissenburg.de<br />

Altenpflege auf Basis christlicher Werte<br />

Hinwendung zu Hilfsbedürftigen und<br />

die Solidarität mit den Schwachen: Das<br />

ist das Leitbild der Caritas, dem Wohlfahrtsverband<br />

der katholischen Kirche.<br />

Und diese Werte sind es auch, die im<br />

Caritas-Seniorenheim St. Walburg in<br />

Weißenburg gelebt werden. Seit 1971<br />

gibt es das Heim, damals bot es Platz<br />

für 49 Bewohner und wurde von den<br />

Dillinger Schwestern geleitet. Seit<br />

1998 ist die Einrichtung unter „weltlicher“<br />

Leitung <strong>–</strong> doch die Orientierung<br />

an Nächstenliebe und christlichen<br />

Werten ist geblieben.<br />

Um dem steigenden Bedarf an Pflegeplätzen<br />

gerecht zu werden, erweiterte<br />

man die Einrichtung 2007 um einen<br />

Neubau, auch das Haupthaus wurde<br />

generalsaniert. Das helle, freundliche<br />

Gebäude bietet nun 67 vollstationäre<br />

Pflegeplätze, die von fast ebenso vielen<br />

Mitarbeitern betreut werden. Auch<br />

Kurzzeit- und Tagespflege ist möglich<br />

und es gibt einen offenen Mittagstisch.<br />

„Das Besondere an unserem Haus: Wir<br />

haben eine eigene Küche, kochen also<br />

alles selbst vor Ort“, sagt Einrichtungsleiterin<br />

Kerstin Will. Beliebt bei den Senioren<br />

ist auch der große Garten <strong>–</strong> und<br />

die fußläufige Nähe zur Innenstadt, die<br />

eine Teilhabe am gesellschaftlichen<br />

Leben ermöglicht.<br />

Zu bieten hat das Caritas-Seniorenheim<br />

St. Walburg auch als Arbeitgeber<br />

im Pflegebereich einiges: „Wir stellen<br />

einen sicheren Arbeitsplatz in einem<br />

attraktivem Umfeld, eine leistungsgerechte<br />

Vergütung nach Tarif und zusätzlich<br />

eine betriebliche Altersvorsorge“,<br />

zählt Kerstin Will auf. „Außerdem<br />

gibt es natürlich für unsere Mitarbeiter<br />

Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung.“<br />

<br />

-miz-<br />

Caritas-Seniorenheim St. Walburg,<br />

Augsburger Straße 9a, Weißenburg,<br />

Tel. 0 91 41 / 8 51 30, seniorenheim@<br />

caritas-weissenburg.de<br />

x46


<strong>WIKO</strong><br />

Die Monate der Wahrheit im Kampf<br />

um die Innenstädte<br />

VON JAN STEPHAN<br />

Wie schlimm die Corona-Krise die Wirtschaft in <strong>Altmühlfranken</strong> getroffen hat,<br />

wird sich in diesem Frühjahr zeigen. Die ersten Ergebnisse machen Hoffnung<br />

und Sorge zugleich.<br />

Es war die wirtschaftliche Frage 2020<br />

und es bleibt die entscheidende für<br />

<strong>2021</strong>: Wann ist das alles zu Ende und<br />

wenn ja, wie viel ist dann noch übrig?<br />

Wir sind im März <strong>2021</strong> angelangt und<br />

es ist zu früh für finale Antworten.<br />

Aber: Es ist auch zu spät für schulterzuckendes<br />

Abwarten. Denn es lassen<br />

sich bereits Aussagen treffen, wie es<br />

mit der altmühlfränkischen Wirtschaft<br />

nach der Krise aussehen wird.<br />

Wir haben uns durch die Branchen im<br />

Landkreis gearbeitet. Mit Industriellen,<br />

Händlern, Gastronomen, aber auch<br />

Verbänden, Wirtschaftsförderern,<br />

Bankern und Einzelhandelsexperten<br />

gesprochen. Das Ergebnis: Es sieht<br />

besser aus, als man befürchten musste<br />

<strong>–</strong> das ist die gute Nachricht. Aber<br />

<strong>–</strong> und das ist die schlechte Nachricht -<br />

die entscheidenden Monate der Corona-Zeitenwende<br />

kommen jetzt. Es wird<br />

ein Frühjahr der Wahrheit, das weniger<br />

die Industrie als mehr die Innenstädte<br />

und einen Teil unseres Selbstverständnisses<br />

bedrohen wird.<br />

Das Frühjahr wird zeigen, ob der Wechsel<br />

in die warme Jahreszeit das Virus<br />

ähnlich abbremst wie das 2020 der<br />

Fall war. Dazu wird man sehen, ob die<br />

Impfkampagne endlich schneller vorankommt<br />

und inwieweit die Impfung<br />

nicht nur vor Erkrankung schützt, sondern<br />

auch die Weitergabe des Virus<br />

unterbindet. Und natürlich machen die<br />

Mutanten Sorgen, große Sorgen.<br />

Die genannten Entwicklungen werden<br />

für die Politik ein Spielfeld der Möglich-<br />

keiten abstecken, auf dem sie agieren<br />

muss. Dabei muss ihr vor allem eines<br />

gelingen: endlich wieder stabile wirtschaftliche<br />

Perspektiven eröffnen.<br />

Immerhin: Es zeichnet sich schon<br />

jetzt ab, dass die Krise keine des industriellen<br />

Mittelstands ist. Beim Aluminium-Verarbeiter<br />

Gutmann in Weißenburg<br />

blickte man 2020 auf solides<br />

Wachstum und bei Gore in Pleinfeld<br />

freut man sich über „ein Rekordjahr“.<br />

Das sind gute Nachrichten für <strong>Altmühlfranken</strong>,<br />

denn der industrielle<br />

Mittelstand ist das wirtschaftliche<br />

Rückgrat der Region. Es gibt in Weißenburg-Gunzenhausen<br />

wenig Filialen<br />

internationaler Konzerne, dafür<br />

viele inhabergeführte Unternehmen<br />

mit relativ diversifizierter Struktur <strong>–</strong><br />

sieht man von einer Ballung im Kunststoffsektor<br />

rund um die Automobilzulieferersituation<br />

ab. Diese Struktur<br />

könnte sich in der Krise als Glücksfall<br />

❱Fortsetzung nächste Seite❱<br />

47


<strong>WIKO</strong><br />

erweisen, weil im Mittelstand mehr<br />

Reserven stecken als in renditegetriebenen<br />

Aktienunternehmen. Weil<br />

der Mittelstand stärker in einer Region<br />

verwurzelt und deswegen auch bereit<br />

dazu ist, Krisen durchzustehen.<br />

Außerdem zeigen sich längst Anzeichen<br />

der Erholung. Anders als im ersten<br />

Lockdown sind die internationalen<br />

Lieferketten, in die auch der lokale Mittelstand<br />

ganz selbstverständlich integriert<br />

ist, wieder angelaufen, erklärt<br />

Karin Bucher, die Leiterin der IHK-<br />

Geschäftsstelle Westmittelfranken.<br />

„International ist die Nachfrage gut.<br />

Da gibt es keine Probleme. Deswegen<br />

geht es auch den Betrieben ganz gut“,<br />

weiß sie.<br />

Das ist auch eine Folge der Politik, die<br />

Bildung, Privatleben und Handel massiv<br />

einschränkte, aber die industrielle<br />

Produktion weiterlaufen ließ. Aus rein<br />

wirtschaftlicher Sicht war das sinnvoll,<br />

denn die Industriebetriebe sind es<br />

auch in Weißenburg-Gunzenhausen,<br />

die der Mehrheit der Menschen einen<br />

Arbeitsplatz und damit das Geld bescheren,<br />

das sie in naher Zukunft möglichst<br />

lokal ausgeben müssen.<br />

Aber die Krise wird in den Zentren einschlagen.<br />

Will heißen, vor allem Einzelhandel,<br />

Gastronomie und Kleinstunternehmen<br />

sind die Sorgenkinder. Damit<br />

trifft es Branchen, die bereits unter<br />

Druck waren, in denen nur wenige dicke<br />

Fettschichten für schlechte Zeiten<br />

angesetzt haben. „Für uns konnte es<br />

eigentlich nicht schlimmer kommen“,<br />

fasst Claudiu-Cosmin Demeter, der<br />

Wirt des Cancún in Weißenburg, knapp<br />

zusammen.<br />

Das Wohl und Wehe dieser Wirtschaften,<br />

Buchhandlungen, Boutiquen, Cafés<br />

oder Kosmetikstudios wird nicht<br />

über die Zukunft der altmühlfränkischen<br />

Wirtschaft entscheiden. Sie<br />

sind nicht so systemrelevant wie die<br />

Fabriken mit ihren Tausenden Arbeitsplätzen,<br />

aber sie sind für das Selbstverständnis,<br />

die Identität und die Attraktivität<br />

der Region entscheidend.<br />

Und deshalb steht im Zuge dieser Krise<br />

eben doch sehr vieles auf dem Spiel.<br />

Nicht zuletzt die Frage, wie wir in Zukunft<br />

in <strong>Altmühlfranken</strong> leben wollen.<br />

Denn es geht in den kommenden Jahren<br />

sozusagen um das Frontoffice der<br />

altmühlfränkischen Wirtschaft. Während<br />

es der industriellen Werkbank ordentlich<br />

geht, herrscht an Tresen und<br />

Verkaufstisch Depression. „Es sind<br />

eher die, die vorher schon zu kämpfen<br />

hatten, denen ihre Läden nicht gehören,<br />

die auch jetzt Pacht zahlen müssen,<br />

weil es vielleicht auch dem Vermieter<br />

nicht gut geht“, glaubt Sabine<br />

Unterlandstättner, die Chefin der Wirtschaftsförderung<br />

am Landratsamt.<br />

„Als gesundes Unternehmen hältst du<br />

das ein Jahr aus“, sagt auch der Chef<br />

der Felsenbräu-Brauerei, Walter Gloßner,<br />

und schiebt gleich nach: „Ein zweites<br />

aber definitiv nicht.“<br />

Nur ging es in Einzelhandel und Gastronomie<br />

eben etlichen schon vor der<br />

Krise nicht glänzend. Die übermächtige<br />

internationale Online-Konkurrenz,<br />

die überallhin liefert, aber nirgends<br />

Steuern zahlt, nagt seit Beginn des<br />

Jahrtausends an den Umsätzen des<br />

Einzelhandels. Die Flucht nach vorne<br />

<strong>–</strong> ins „lokale Internet“ - sind viele Einzelhändler<br />

der Region aber nicht gegangen<br />

(siehe Seite 55-57).<br />

Andreas Haderlein, Projektmanager<br />

des Online-Kaufhauses „In <strong>Altmühlfranken</strong>“<br />

und deutschlandweit renommierter<br />

Experte für den Einzelhandel,<br />

hat einige steile Thesen aufgestellt.<br />

„Allein der Handel wird es in den Innenstädten<br />

auf Dauer nicht mehr richten<br />

x48


<strong>WIKO</strong><br />

können“, ist er überzeugt. „Wir müssen<br />

Unternehmen und Nutzung in die<br />

Zentren zurückholen, die in die Gewerbegebiete<br />

vertrieben worden sind.<br />

Handwerker, Fitnesscenter, aber auch<br />

Kindertagesstätten sollten und müssen<br />

wieder Räume bekommen.“<br />

Auf lange Sicht dürfte die Zukunft des<br />

innerstädtischen Einzelhandels nicht<br />

in der Grundversorgung liegen, sondern<br />

in Nischen. Das ist als Gedanke<br />

nicht neu, aber wäre in der Praxis doch<br />

revolutionär, immerhin waren die vergangenen<br />

Jahrzehnte von der Eroberung<br />

der Innenstädte durch uniforme<br />

Einzelhandelsketten geprägt. Und jetzt<br />

die Umkehr?<br />

„Ich sage, dass Corona dafür sorgen<br />

wird, dass der Einzelhandel in den Städten<br />

wieder individueller wird“, zeigt sich<br />

Haderlein überzeugt. „Es bieten sich<br />

Chancen für Läden mit hoher Aufenthaltsqualität<br />

und Erlebnisorientierung,<br />

bei denen die Kunden auch eine emotionale<br />

Verbindung aufbauen.“ Das ist<br />

der Grund, warum in Weißenburg und<br />

Gunzenhausen längst auch Buchhändler<br />

und Haushaltswarenläden schicke<br />

Cafés betreiben und eigene Veranstaltungen<br />

anbieten. Stichwort Buchhandlung<br />

Meyer in Weißenburg oder S-Kultur<br />

in Gunzenhausen.<br />

Große Probleme könnte dagegen vor<br />

allem der textile Einzelhandel in den<br />

Zentren bekommen. Das liegt an ihrem<br />

Geschäftsmodell. Zum einen ist in der<br />

Branche die Online-Konkurrenz am<br />

stärksten. Zum anderen ist hier Usus,<br />

weit im Voraus Kollektionen einkaufen<br />

zu müssen. Bei vielen Einzelhändlern<br />

liegt nun die Winterware in den geschlossenen<br />

Geschäften.<br />

Dass es gerade textile Ketten sind, die<br />

Schlagseite bekommen könnten, muss<br />

mit Blick auf Gunzenhausen und noch<br />

viel mehr auf Weißenburg Sorgen machen.<br />

Denn die Textilkette Steingass<br />

aus dem schwäbischen Heidenheim<br />

hat mit Abstand die größten Quadratmeterzahlen<br />

in den beiden großen<br />

Städten im Landkreis. Bekommt<br />

das Unternehmen Husten, hat die<br />

Weißenburger Innenstadt Fieber. Das<br />

Frühjahr markiert nicht nur wegen des<br />

weiteren Verlaufs der Pandemie, sondern<br />

auch aus wirtschaflicher Sicht die<br />

Monate der Wahrheit. „Die Reserven<br />

der Unternehmen sind aufgebraucht.<br />

Wenn im April die Bilanzen kommen,<br />

die Nachzahlungen von Steuer und<br />

Co und wenn das Insolvenzrecht nicht<br />

mehr ausgesetzt ist, dann wird es sich<br />

zeigen“, sagt Wilfried Wiedemann,<br />

Vorstand der Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen.<br />

„Es werden sicher<br />

nicht alle überleben“, stellt auch<br />

IHK-Frau Karin Bucher fest. „So traurig<br />

das ist.“<br />

Handwerk und Dienstleister scheinen<br />

eher nicht in Gefahr. „Normal bis gut“<br />

sei 2020 gelaufen, bilanzierte etwa<br />

Haustechnik-Installateur Rainer Mory,<br />

der mit 80 Mitarbeitern in Pleinfeld einer<br />

der größten Handwerksbetriebe<br />

der Region ist. Und beim IT-Dienstleiszer<br />

Amro aus Weißenburg blickt man<br />

auf das umsatzstärkste Jahr der Unternehmensgeschichte<br />

zurück.<br />

Kurzfristig scheint es darum zu gehen,<br />

in den Innenstädten und Ortskernen<br />

zu retten, was zu retten ist. Und das<br />

geht vor allem über die Frequenz. „Davon<br />

leben die Einzelhändler“, bestätigt<br />

Bucher. Und da brauche es nun Impulse.<br />

„Die Folgen von Corona werden uns<br />

in Einzelhandel und Gastronomie noch<br />

Jahre begleiten und können die Struktur<br />

unserer Innenstädte grundlegend<br />

verändern“, ist die IHK-Frau überzeugt.<br />

Fragt man vor Ort nach, stellt sich die<br />

Lage noch nicht dramatisch dar. „Im<br />

Moment herrscht Ruhe bei uns“, so<br />

Andreas Zuber von der Wirtschaftsförderung<br />

in Gunzenhausen. „Aber die<br />

Ruhe ist vielleicht ein bisschen trügerisch“,<br />

räumt er ein. Man habe bislang<br />

keine konkreten Geschäftsaufgaben<br />

gehabt, aber zweifelsohne rechne man<br />

damit, dass möglicherweise nicht alle<br />

zurückkommen. „Es kann schon sein,<br />

dass Leute jetzt aufhören, die das in<br />

ein paar Jahren geplant hatten“, sagt<br />

Zuber. In puncto Frequenz blickt man<br />

in Gunzenhausen mit sorgenvoller Erwartung<br />

auf den Tourismus. „Der muss<br />

in diesem Jahr wieder weitgehend<br />

ohne Einschränkungen möglich sein.<br />

Der ist für den Einzelhandel in Gunzenhausen<br />

sehr, sehr wichtig.“<br />

Auch in Weißenburg sei bislang wenig<br />

von existenziellen Sorgen zu hören,<br />

bestätigt Simon Sulk, Geschäftsführer<br />

des Weißenburger Stadtmarketingvereins.<br />

„Aber viele leiden leise“, gibt<br />

Mathias Meyer zu bedenken, einer der<br />

Vorsitzenden des Stadtmarketingvereins.<br />

Dass man in <strong>Altmühlfranken</strong><br />

regional aufgestellt sei, könnte jetzt<br />

zu einem Vorteil werden. Etwa bei den<br />

Banken: „Da wird sich die nächsten<br />

Monate viel entscheiden und da wird<br />

es wichtig sein, dass die ein verlässlicher<br />

Partner für die lokale Wirtschaft<br />

bleiben“, so Meyer. „Ich bin heilfroh,<br />

dass wir da bei uns noch mit Leuten zu<br />

tun haben, die mein Geschäft kennen,<br />

und ich nicht irgendeinem Sachbearbeiter<br />

in Frankfurt erzählen muss, was<br />

ich für einen tollen Laden habe.“<br />

So wird die Krise am Ende vielleicht<br />

auch zu einer Bewährungsprobe für<br />

die regionale Struktur der altmühlfränkischen<br />

Wirtschaft. Der starke, ortsgebundene<br />

Mittelstand, die regionalen<br />

Banken, die inhabergeführten Einzelhändler<br />

und nicht zuletzt Kunden, die<br />

eben nicht nur Konsumenten sind,<br />

sondern auch solidarische Unterstützer<br />

eines Systems, das man der Einfachheit<br />

halber vielleicht schlicht Heimat<br />

nennen könnte.<br />

49


<strong>WIKO</strong><br />

Digitalisierung ist der Schlüssel<br />

<br />

VON MIRIAM ZÖLLICH<br />

Auch im sozialen Sektor gibt es durch den Corona-Digitalisierungsschub<br />

Chancen für einen langfristigen Wandel.<br />

Altenheime kann man nicht einfach zumachen.<br />

Rettungsdienst geht nicht im<br />

Homeoffice. Und Notlagen kann man<br />

nicht verschieben. Soziale Dienste<br />

konnten in der Corona-Pandemie nicht<br />

einfach die Lockdown-Notbremse ziehen:<br />

Sie mussten die Flucht nach vorn<br />

wagen, Abläufe von einem auf den anderen<br />

Tag umstellen, Strukturen ruckartig<br />

aufbrechen und neu aufstellen.<br />

Denn egal ob Caritas, Diakonie oder<br />

Rotes Kreuz: Der Dienst am Menschen<br />

kennt keinen Aufschub. Und so geriet<br />

eine Branche, die ohnehin schon mit<br />

Problemen wie schwindendem Ehrenamt<br />

oder stellenweise auch Fachkräftemangel<br />

zu kämpfen hat, noch<br />

zusätzlich unter Druck. Zugleich ist der<br />

soziale Sektor ein großer Arbeitgeber<br />

in der Region: Die Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen<br />

hat mehr als 350<br />

Beschäftigte, der BRK-Kreisverband<br />

Südfranken über 650, die Awo Mittelfranken-Süd<br />

stellt 1.800 Arbeitsplätze<br />

von Cronheim bis Wengen, von Solnhofen<br />

bis Schwabach.<br />

„Wir konnten die Menschen ja nicht<br />

alleinelassen“, sagt etwa Diakonie-Geschäftsführer<br />

Martin Ruffertshöfer.<br />

Von heute auf morgen mussten Entscheidungen<br />

getroffen werden, um<br />

die Mitarbeiter vor einer Ansteckung<br />

zu schützen und dennoch eine Versorgung<br />

der Menschen zu gewährleisten.<br />

Und gerade zu Beginn der Pandemie<br />

gab es keine Bedienungsanleitungen,<br />

keine Fahrpläne, keine Orientierung.<br />

„Wir mussten selbst Lösungen suchen.“<br />

Oft waren die Krisenteams rund<br />

um die Uhr im Einsatz, haben Absprachen<br />

in Videokonferenzen getroffen,<br />

individuelle Lösungen für die vielen<br />

Teilbereiche erarbeitet oder fieberhaft<br />

versucht, Material aufzutreiben. Denn<br />

ein ganz praktisches Problem stellte<br />

sich gleich zu Beginn der Pandemie im<br />

Frühjahr 2020: Schutzausrüstung für<br />

die Mitarbeiter musste her, und zwar<br />

schnell und reichlich. Ohne Masken<br />

und Einweghandschuhe ging es nicht,<br />

weder im ambulanten Pflegedienst<br />

noch im Rettungsdienst.<br />

Auch mussten Wege gefunden werden,<br />

um die Beratungsstellen aufrechtzuerhalten<br />

<strong>–</strong> denn Lebenskrisen fallen<br />

ja in der Pandemie nicht einfach weg,<br />

ganz im Gegenteil. Schuldnerberatung,<br />

Schwangerschaftsberatung, sozialpsychiatrischer<br />

Dienst: All diese Angebote<br />

mussten weiterhin stattfinden,<br />

man behalf sich oftmals mit digitalen<br />

Kommunikationswegen oder Telefonaten.<br />

Dennoch stand auf der anderen<br />

Seite die Erkenntnis, dass es Menschen<br />

gibt, die von den Hilfen der sozialen<br />

Einrichtungen nicht mehr erreicht werden<br />

können. „Alleinlebende Senioren<br />

etwa drohen während der Lockdowns<br />

stark zu vereinsamen“, hat Alexandra<br />

Trögl von der Caritas-Kreisstelle<br />

in Weißenburg beobachtet. Angebote<br />

wie das Seniorencafé oder der offene<br />

Mittagstisch konnten oft über längere<br />

Zeit nicht stattfinden.<br />

Besonders belastet wurden durch Corona<br />

und die damit verbundenen oftmals<br />

sehr kurzfristigen Reaktionsfens-<br />

x50


<strong>WIKO</strong><br />

ter auch die Schnittstellen zwischen<br />

Verwaltung und den einzelnen Leistungsbereichen,<br />

hat man beim Bayerischen<br />

Roten Kreuz (BRK) Kreisverband<br />

Südfranken beobachtet. Die mehr<br />

als 650 MitarbeiterInnen sind etwa in<br />

den Bereichen Rettungsdienst, Pflege,<br />

Kinder- und Seniorenbetreuung<br />

tätig. „Man muss sich verstärkt um die<br />

Menschen kümmern, um die Folgen<br />

der Pandemie im emotionalen Bereich<br />

abzumildern, gleichzeitig kommen<br />

neue Herausforderungen, die mit einem<br />

großen Aufwand verbunden sind.<br />

Das war nur zu bewältigen, weil wir alle<br />

abteilungsübergreifend zusammengeholfen<br />

und überall dort angepackt haben,<br />

wo es nötig war“, berichtet Rainer<br />

Braun, Geschäftsführer im Kreisverband.<br />

Man musste besonders flexibel<br />

reagieren, neue Regelungen von heute<br />

auf morgen umsetzen, personelle Ressourcen<br />

umplanen und dort einsetzen,<br />

wo es am dringlichsten war.<br />

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen<br />

hat alles erstaunlich<br />

reibungslos funktioniert, freut sich<br />

Andrea Lehmann, Ansprechpartnerin<br />

der Medien in Corona-Zeiten. „Für die<br />

Kolleginnen und Kollegen war und ist<br />

die Situation freilich sehr belastend,<br />

aber umgeworfen hat das niemanden.<br />

Rettungsdienst<br />

und Pflege sind mit<br />

emotional schwierigen<br />

Situationen ja<br />

auch im Tagesgeschäft vertraut. Und<br />

bei uns fährt auch der Geschäftsführer<br />

mal eine Rettungsdienstschicht mit,<br />

wenn Not am Mann ist“, sagt Andrea<br />

Lehmann. Eine Selbstverständlichkeit,<br />

wie es scheint: anpacken, wo es<br />

nötig ist, niemanden hängen lassen,<br />

zusammenhalten. Womöglich ist es<br />

die Stärke gerade im sozialen Bereich,<br />

um dem Druck der Pandemie standzuhalten?<br />

„Mehr noch als sonst macht es<br />

sich bemerkbar, dass bei uns niemand<br />

alleingelassen wird“, findet Andrea<br />

Lehmann. „Und ich denke, es ist der<br />

Ursprung des Roten Kreuzes im Ehrenamt<br />

und unsere starke Ausrichtung an<br />

hilfebedürftigen Menschen, was unter<br />

den Kollegen besonders in solchen Situationen<br />

zu einem festen Zusammenhalt<br />

führt.“<br />

Freilich ist aber die Belastung in Pandemiezeiten<br />

deutlich höher als sonst<br />

und bringt <strong>–</strong> wie in anderen Branchen<br />

auch <strong>–</strong> Probleme mit sich. Eine neue<br />

Tagespflege-Einrichtung des BRK in<br />

Abenberg muss kurz nach der Eröffnung<br />

pandemiebedingt in den Lockdown,<br />

die Tagesgäste können nicht<br />

betreut werden. Corona wirkt wie eine<br />

Lupe, die die Schwachstellen in unserer<br />

Gesellschaft und der sozialen Infrastruktur<br />

unbarmherzig vergrößert.<br />

Da ist zum Beispiel die Sache mit dem<br />

Ehrenamt. Es ist kein Geheimnis, dass<br />

organisationsgebundenes<br />

Ehrenamt in nahezu allen<br />

Bereichen Deutschlands<br />

seit Jahren abnimmt, von der Feuerwehr<br />

bis zur Wasserwacht. „Wir haben<br />

2000 Ehrenamtler, das hört sich<br />

zunächst einmal viel an, ist aber nicht<br />

unbedingt luxuriös“, so Andrea Lehmann<br />

vom BRK. Denn die freiwilligen<br />

Kräfte sind im BRK Südfranken für eine<br />

große Fläche verantwortlich, und auch<br />

die Altersstruktur beeinflusst das ehrenamtliche<br />

Gefüge vor allem in der<br />

Pandemie. Durch den Wandel der Arbeitswelt,<br />

die immer mehr Flexibilität<br />

und Mobilität fordert, fehlen jüngere<br />

Ehrenamtliche, die über ein planbares<br />

Zeitkontingent verfügen. Viele finden<br />

erst im Rentenalter Zeit und Energie für<br />

freiwillige Arbeit. Die Diakoniekaufhäuser<br />

im Landkreis etwa werden zu einem<br />

nicht unerheblichen Anteil durch<br />

ehrenamtliche Mitarbeiter gestemmt,<br />

die als Senioren aber zur Corona-Risikogruppe<br />

gehören und dadurch oft<br />

nicht mehr zum Einsatz kommen.<br />

Eine Chance sieht Rainer Braun vom<br />

BRK in der Digitalisierung. Das klingt<br />

zunächst verwunderlich <strong>–</strong> schließlich<br />

kann ein Pflegedienst nicht „via Fernwartung“<br />

arbeiten. Aber ein Paradebeispiel,<br />

wie sinnvoll Digitalisierung<br />

auch im sozialen Sektor sein kann: Verpflichtende<br />

Fort- und Weiterbildungen<br />

in Form von Präsenzveranstaltungen<br />

haben in der Vergangenheit enorme<br />

personelle, zeitliche und finanzielle<br />

Ressourcen gebunden. Nun finden die<br />

Seminare und Fortbildungen digital<br />

statt.<br />

Digitialisierung ist eine Chance und<br />

ein Wandel, hat man beim Roten Kreuz<br />

erkannt. Etwa auch, indem man die<br />

Möglichkeiten der Digitalisierung für<br />

die Verwaltungsaufgaben nutzt und so<br />

die KollegInnen der operativen Bereiche,<br />

die direkt am Menschen arbeiten,<br />

entlastet und durch weiter optimierte<br />

Schnittstellen zukünftig noch flexibler<br />

und mit weniger Kraftakt auf solch<br />

große Herausforderungen reagieren<br />

kann. „Es ist nicht selbstverständlich,<br />

dass meine Leute diesen Kraftakt gerade<br />

jetzt stemmen, wo schon die Alltagsaufgaben<br />

unter erschwerten Bedingungen<br />

laufen müssen“, freut sich<br />

der Geschäftsführer darüber, dass die<br />

MitarbeiterInnen sich einig waren und<br />

solch grundlegende Schritte nicht nur<br />

mittragen, sondern den Wandel auch<br />

maßgeblich selbst mitgestalten.<br />

51


<strong>WIKO</strong><br />

Und plötzlich<br />

ging es doch VON<br />

MIRIAM ZÖLLICH<br />

Die Corona-Pandemie gibt dem Homeoffice einen ordentlichen Schub. Doch<br />

die anfängliche Euphorie weicht der Erkenntnis: Die Erfahrungen sind vielfältig,<br />

das Meinungsbild diffus, und das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen.<br />

Es ist wahrlich keine gewagte These,<br />

wenn man sagt: Ohne Corona-Pandemie<br />

wäre das Homeoffice für Tausende<br />

Arbeitnehmer noch ein ähnlich sagenumwobener<br />

Ort wie Atlantis. „Vor Corona<br />

gab es ganz selten mal eine Nachfrage<br />

nach Homeoffice-Lösungen“,<br />

sagt Jürgen Reutelhuber, Chef des<br />

Weißenburg IT-Dienstleisters Amro.<br />

Reutelhuber und sein Team betreuen<br />

etliche Unternehmen und Verwaltungen<br />

in der Region mit IT-Lösungen,<br />

haben also einen ganz guten Einblick.<br />

Und der ist: „Homeoffice gab es früher<br />

höchstens mal für Außendienstler<br />

oder für den Chef, der von zu Hause<br />

mal was nachschauen wollte.“<br />

Wer jetzt denkt, das liegt an der ländlichen<br />

Struktur im beschaulichen <strong>Altmühlfranken</strong>,<br />

hat weit gefehlt: Auch<br />

bundesweit war die Arbeit von zu Hause<br />

bis 2020 nur eine Randerscheinung.<br />

Die Hans-Böckler-Stiftung forscht seit<br />

Jahren zum Thema Homeoffice. Und<br />

trotz des technischen Fortschritts<br />

konnten vor Corona gerade einmal vier<br />

Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland<br />

die Flexibilität genießen, ihren Job<br />

von zu Hause aus zu erledigen.<br />

Warum das so ist, lässt sich halbwegs<br />

valide mutmaßen. Kein Chef und keine<br />

Chefin gibt gerne zu, in Wirklichkeit<br />

nicht genug Vertrauen in die Eigenverantwortlichkeit<br />

der Mitarbeiter zu<br />

haben. Dass Arbeitgeber gerne die<br />

Kontrolle behalten wollen, erfährt<br />

man aber durch sekundäre Daten: So<br />

hat die Hans-Böckler-Stiftung festgestellt,<br />

dass die Hersteller von Überwachungssoftware<br />

derzeit hohe Zuwachsraten<br />

verzeichnen. Und in einer<br />

Umfrage aus Prä-Corona-Zeiten gaben<br />

70 Prozent der Arbeitnehmer an,<br />

sie würden nicht von zu Hause aus arbeiten,<br />

weil „Vorgesetzte Anwesenheit<br />

erwarten“.<br />

Hört man sich in <strong>Altmühlfranken</strong> um,<br />

so bestätigen Angestellte aus unterschiedlichsten<br />

Branchen diesen<br />

Eindruck. Da war Homeoffice in den<br />

Chefetagen gar nicht gern gesehen.<br />

Körperliche Abwesenheit wurde nur in<br />

seltenen Ausnahmefällen mal toleriert<br />

oder mit ein bis zwei Tagen pauschal<br />

im Monat gedeckelt. „Die denken halt,<br />

wir tun daheim weniger“, so die Einschätzung.<br />

Dann kam das Virus und<br />

mit ihm der erste Lockdown, was wie<br />

ein Brandbeschleuniger für die mobile<br />

Arbeit wirkte. Fast ein Drittel der deutschen<br />

Arbeitnehmer wechselte ins<br />

Homeoffice. Auch in Weißenburg-Gunzenhausen<br />

wurde hektisch umgestellt,<br />

Amro und andere IT-Dienstleister<br />

konnte sich vor Kundenanfragen kaum<br />

retten. Glücklicherweise ist der Schritt<br />

zum mobilen Arbeiten nur klein, wenn<br />

die IT von vornherein professionell aufgesetzt<br />

wird.<br />

x52


<strong>WIKO</strong><br />

Ein Beispiel: Das Landratsamt startete<br />

bereits 2019 eine einjährige Testphase<br />

mit zehn Beschäftigten zum mobilen<br />

Arbeiten, um erste Erfahrungen zu<br />

sammeln. „Ziel war es, technische, organisatorische<br />

und rechtliche Fragestellen<br />

zu klären“, erläutert die Behörde.<br />

Wohl auch dank dieser Vorarbeit<br />

konnte in der Corona-Krise die Zahl<br />

der Arbeitsplätze im Homeoffice verzehnfacht<br />

werden, etwa 100 MitarbeiterInnen<br />

im Landratsamt <strong>–</strong> also mehr<br />

als ein Fünftel <strong>–</strong> können derzeit mit<br />

Laptops von zu Hause aus arbeiten.<br />

Da ist allerdings noch Luft nach oben:<br />

Es könnten noch mehr Sachbearbeiter<br />

ins Homeoffice wechseln, wenn Anträge<br />

nur noch digital gestellt, bearbeitet<br />

und zugestellt werden könnten. Wenn<br />

also auch die gesamte Aktenführung<br />

digitalisiert wird.<br />

„Am Homeoffice-Standort der Mitarbeiter<br />

muss ein geeigneter Internetanschluss<br />

zur Verfügung stehen,<br />

was selbstverständlich Grundvoraussetzung<br />

ist“, räumt Pressesprecherin<br />

Claudia Wagner ein. Dass es im Landkreis<br />

stellenweise noch Probleme mit<br />

Breitbandversorgung gibt, hat auch<br />

Amro-Chef Reutelhuber festgestellt.<br />

Aber das seien Einzelfälle. Im Großen<br />

und Ganzen habe man für die meisten<br />

Unternehmen die Arbeitsplätze<br />

zu Hause schnell realisieren können.<br />

Eigentlich erschreckend, wie schnell<br />

und umkompliziert die Umstellung auf<br />

Homeoffice technisch dann doch einzurichten<br />

war <strong>–</strong> also scheinen die Hürden<br />

zuvor tatsächlich eher im „Wollen“<br />

als im „Können“ gelegen zu haben.<br />

War vor Corona das Arbeiten zu Hause<br />

ein schwer zu erreichendes Ideal, so<br />

zeigen sich nun, da man es vorläufig<br />

erreicht hat, zwar die vielen Vorteile <strong>–</strong><br />

aber auch ein paar Probleme. Die guten<br />

Nachrichten zuerst: Profitieren können<br />

vom Homeoffice vor allem Pendler.<br />

Wer im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen<br />

wohnt und einen Arbeitsplatz<br />

in Nürnberg hat, kann ein Klagelied<br />

davon singen, wie viel Lebenszeit<br />

im wahrsten Sinne des Wortes auf der<br />

Strecke bleibt. Sei es im Stau auf der<br />

A6 oder wartend an der Bahnsteigkante,<br />

weil mal wieder ein Zug Verspätung<br />

hat. Die vormaligen Pendler berichten,<br />

dass sie nun im Homeoffice viel<br />

entspannter an die Arbeit gehen und<br />

glücklich über die gewonnene Lebenszeit<br />

sogar freiwillig noch die eine oder<br />

andere Überstunde dranhängen. Ganz<br />

klar: ein Punkt fürs Arbeiten von zu<br />

Hause.<br />

In der Gesamtbetrachtung ist das<br />

ein Vorteil nicht nur für den einzelnen<br />

Arbeitnehmer, sondern für den<br />

Wirtschaftsstandort <strong>Altmühlfranken</strong>.<br />

Räumliche Distanzen zwischen Unternehmenssitz<br />

und Mitrbeiterwohnsitz<br />

werden aufgeweicht. Qualifizierte<br />

Arbeitskräfte können einfacher im<br />

ländlichen Raum bleiben oder dort<br />

hinziehen, wenn die ständige Präsenz<br />

im Büro in der Großstadt nicht mehr<br />

notwendig ist. Und wer nicht im teuren<br />

Speckgürtel von München oder<br />

„der Audi“ wohnen muss, sondern mit<br />

seiner Familie in <strong>Altmühlfranken</strong> lebt,<br />

hat mehr Zeit und mehr Geld zur Verfügung,<br />

um es auch in der Region auszugeben.<br />

Und Steuern zahlt er hier auch<br />

noch.<br />

Andersherum eröffnen sich den Firmen<br />

mit Sitz in Weißenburg-Gunzenhausen<br />

ganz neue Märkte auf der Suche<br />

nach Fachkräften. Ob das Personal<br />

nun in Gunzenhausen, Pappenheim<br />

oder Pleinfeld wohnt oder in Nürnberg,<br />

München oder Augsburg, spielt mit<br />

der Möglichkeit zum Homeoffice keine<br />

Rolle mehr. Es hat allerdings erst Corona<br />

kommen müssen, damit erste lokale<br />

Firmen diese Möglichkeit tatsächlich<br />

erkennen und nun verhalten anfangen,<br />

sie auch zu nutzen.<br />

Im Wandel ist auf individueller Ebene<br />

auch die Struktur und Qualität des Arbeitens.<br />

Vor allem jene Arbeitnehmer,<br />

die vor der Corona-Krise im Großraumbüro<br />

saßen, schätzen derzeit die Ruhe<br />

zu Hause. „Ich kann viel konzentrierter<br />

arbeiten“, ist ein Satz, den man häufig<br />

hört. Der ständige Geräuschpegel aus<br />

Telefonläuten, Gesprächen und Bewegungen<br />

fällt weg <strong>–</strong> und das wird als<br />

sehr wohltuend empfunden.<br />

Ein zweischneidiges Schwert scheint<br />

das Homeoffice für Eltern zu sein. Zwar<br />

profitieren sie grundsätzlich von der<br />

Flexibilität, was auch die Hans-Böckler-Stiftung<br />

in einer Umfrage aus 2020<br />

bestätigt: Von den rund 6.300 befragten<br />

Erwerbstätigen gaben 77 Prozent<br />

an, dass sie Beruf und Familie mit der<br />

Arbeit von zu Hause aus besser vereinbaren<br />

können. Aber gerade mit zusätzlichem<br />

Homeschooling oder dem<br />

coronabedingten Wegfall der Kinderbetreuung<br />

durch die Großeltern steigt<br />

bei einigen Eltern auch die Belastung.<br />

Ein konzentriertes Arbeiten zu Hause<br />

❱Fortsetzung nächste Seite❱<br />

53


<strong>WIKO</strong><br />

ist nicht immer möglich, „ich kann meine<br />

Kinder ja nicht im Schlot aufhängen,<br />

während ich am PC sitze“, so der<br />

lakonische Kommentar einer Mutter zu<br />

dem Thema.<br />

Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit<br />

oder Erwerbsarbeit und Care-Arbeit<br />

weichen auf. Und nicht immer ist<br />

das von Vorteil. Die Arbeitszeit wird oft<br />

entzerrt, auf den Abend verlegt oder<br />

verlängert. 37 Prozent arbeiten im<br />

Homeoffice mehr Wochenstunden als<br />

im Büro, fand die Hans-Böckler-Stiftung<br />

heraus. 53 Prozent sagen, dass<br />

sie durch das mobile Arbeiten für Arbeitgeber,<br />

Kollegen oder Kunden länger<br />

erreichbar sind als vor Corona.<br />

Mehr als ein Drittel gab zu, die Arbeit<br />

im Homeoffice anstrengender zu finden.<br />

Hier müssen klare Betriebsvereinbarungen<br />

her. Das Landratsamt<br />

Weißenburg-Gunzenhausen etwa hat<br />

Mitte 2020 die Arbeitsgruppe „Berufe<br />

und Familie“ eingerichtet. Flexibilität<br />

als Wettbewerbsvorteil <strong>–</strong> aber<br />

in einem klar gesteckten Rahmen.<br />

Hier war bisher ein Aufgabenschwerpunkt,<br />

mit der Erstellung einer Dienstvereinbarung<br />

die arbeitsrechtliche<br />

Voraussetzung für Homeoffice zu<br />

schaffen.<br />

Wie wird es langfristig weitergehen?<br />

Wird das Homeoffice seinen festen<br />

Platz in der Arbeitswelt einnehmen?<br />

Sind Großraumbüros künftig verwaist?<br />

So einfach ist es offenbar nicht. Zu<br />

schnell scheinen Arbeitgeber und<br />

Arbeitnehmer wieder in die alten<br />

Muster zurückzufallen.<br />

Ein Blick auf<br />

die Zahlen:<br />

Während des<br />

ersten Lockdowns<br />

im Frühjahr<br />

2020 erledigten der Böckler-Stiftung<br />

zufolge fast 30 Prozent der Angestellten<br />

ihren Job aus dem Homeoffice.<br />

Man könnte nun meinen, im<br />

„Lockdown light“ im November waren<br />

es noch mehr; schließlich hatte man<br />

inzwischen genug Zeit, sich umzustellen.<br />

Doch das Gegenteil ist der Fall: Nur<br />

noch 14 Prozent der Beschäftigten arbeiteten<br />

von zu Hause aus.<br />

Nach mehreren Monaten Corona-Krise<br />

wissen die Vorgesetzten mittlerweile,<br />

welche ihrer Mitarbeiter tatsächlich<br />

im Homeoffice „abtauchen“,<br />

dort unstrukturiert, unproduktiv oder<br />

abgelenkt sind. Nicht alle sind für<br />

das eigenständige Arbeiten geeignet<br />

und werden besser ins Büro zurückbeordert.<br />

Das erzählen die Chefs in<br />

vertraulichen Gesprächen und fühlen<br />

sich zumindest in diesen Einzelfällen<br />

in ihrem Misstrauen bestätigt. Doch<br />

viele Arbeitnehmer kehren auch gerne<br />

ins Büro zurück. Fast 40 Prozent gaben<br />

in der Hans-Böckler-Umfrage an,<br />

nach Corona wieder weniger Heimarbeit<br />

zu machen. „Ich merke, dass ich<br />

mich weniger<br />

mit dem Unternehmen<br />

identifiziere“, gesteht eine<br />

Angstellte, die derzeit fast ausschließlich<br />

im Homeoffice sitzt. Und von fast<br />

allen hört man, dass der Austausch<br />

mit Kolleginnen und Kollegen fehlt.<br />

Und damit ist nicht der belanglose<br />

Plausch gemeint, sondern auch die Innovationskraft,<br />

die im kommunikativen<br />

Miteinander steckt. Es ist ein offenes<br />

Geheimnis: Die besten kreativen Ideen<br />

entstehen nicht in der Konferenz, sondern<br />

in der zwanglosen Atmosphäre<br />

am Kaffeeautomaten.<br />

Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo<br />

in der Mitte. Es hilft vielleicht, das<br />

Homeoffice nicht wortwörtlich als<br />

Schreibtisch in den eigenen vier Wänden<br />

zu verstehen, sondern stellvertretend<br />

für den Wunsch nach einer<br />

neuen Arbeitskultur: weg vom starren<br />

Nine-to-five-Bürojob, hin zu individuellen<br />

Lösungen mit mehr Flexibilität,<br />

mehr Freizeit und Vereinbarkeit von<br />

Beruf und Familie. „So ein Zwischending“<br />

ist das, was sich die Angestellten<br />

als langfristigen Corona-Effekt erhoffen.<br />

Heimarbeit dann, wenn sie es wünschen<br />

und brauchen. Und dennoch hin<br />

und wieder der persönliche Kontakt zu<br />

den Vorgesetzten, zu Kollegen und Geschäftspartnern.<br />

Dazu braucht es aber<br />

klare Vereinbarungen und Regelungen,<br />

damit das mobile Arbeiten nicht auf<br />

Kosten der Mitarbeiter geht.<br />

Für eine euphorische Bilanz in Sachen<br />

Homeoffice ist es also zu früh, wir stecken<br />

noch mitten im Diskurs. Doch die<br />

Karten sind neu gemischt: Die Angestellten<br />

sind in einer deutlich besseren<br />

Verhandlungsposition, um flexible Arbeitsmodelle<br />

durchzusetzen. Corona<br />

hat gezeigt, was alles möglich ist.<br />

x54


<strong>WIKO</strong><br />

Die Revolution ist ausgefallen <strong>–</strong><br />

es lebe die Revolution! <br />

VON JAN STEPHAN<br />

Obwohl genau im richtigen Moment ein schwer gefördertes Online-Shop-Projekt<br />

im Landkreis zur Verfügung stand, fanden nur wenige Einzelhändler in<br />

der Corona-Krise den Weg ins Netz. Der Online-Handel-Vordenker Andreas<br />

Haderlein wundert sich, und manche sprechen von einem Henne-Ei-Problem.<br />

Stell dir vor, es ist Digitalisierung und<br />

keiner geht hin. Das ist überspitzt, aber<br />

es trifft. Zumindest Teile des Einzelhandels<br />

im Landkreis. Nicht, was die<br />

schnellen, improvisierten Lösungen<br />

angeht: Bestellungen per WhatsApp,<br />

mit Videoanruf durch den Baumarkt,<br />

Beratung per Videochat im Modehaus<br />

… Sehr wohl aber, was die großen Lösungen<br />

angeht: sprich, den Aufbau<br />

eines eigenen Online-Geschäfts. Mit<br />

sauberem Shop, funktionierender Logistik<br />

und gutem Marketing.<br />

Das Kuriose an der Situation: Genau in<br />

dem Moment, in dem die größte Krise<br />

des Einzelhandels über <strong>Altmühlfranken</strong><br />

hinwegfegte, stand ein mit Hunderttausenden<br />

von Euro gefördertes<br />

Pilotprojekt parat. Sein Auftrag: alle<br />

willigen Händler des Landkreises in<br />

die Online-Welt zu heben. Mit einer Art<br />

Rundum-Sorglos-Paket, das von Software<br />

über Bezahlung bis hin zur Auslieferung<br />

reichte. Mit wenig Aufwand und<br />

geringen Kosten konnte man binnen<br />

Tagen online sein.<br />

Ein historischer Glücksfall, könnte<br />

man denken und erwarten, dass die<br />

altmühlfränkische Einzelhandelswelt<br />

dem neuen Online-Kaufhaus die nicht<br />

existierenden Türen einrennt. Immerhin<br />

wusste ja im März 2020 keiner, wie<br />

lange diese vermaledeite Pandemie<br />

noch für den Ausnahmezustand sorgen<br />

würde. Ein stabil funktionierendes<br />

Tool für kontaktfreie Umsätze sollte da<br />

doch eigentlich wie gerufen kommen.<br />

❱Fortsetzung nächste Seite❱<br />

55


<strong>WIKO</strong><br />

Ein Jahr später ist man nicht so wahnsinnig<br />

viel schlauer, was die Frage<br />

angeht, wie lange diese ärgerliche<br />

Pandemie noch unser Leben durcheinanderbringt.<br />

Erheblich weiter ist man<br />

bei der Einschätzung, wie es mit der<br />

Digitalisierung des Einzelhandels vorangegangen<br />

ist. Eher mau, kann man<br />

sagen. Die Revolution ist ausgefallen.<br />

Während Oma und Opa längst skypen<br />

und mitunter versiert in der Administratoren-Betreuung<br />

von Mebis,<br />

Padlet und Teams sind, ruft man bei<br />

den meisten lokalen Einzelhändlern<br />

vor Ort im Lockdown immer noch an,<br />

um blind etwas zu bestellen, das man<br />

anschließend abholt. Oder man ruft<br />

eben nicht mehr an. Weil dieses große<br />

Internet-Versandhaus einem im Internet<br />

nicht nur hübsche Bilder von dem<br />

zeigt, was man gerne haben will, sondern<br />

es einem auch noch vor die Tür<br />

fährt. Was in diesen Zeiten nicht mehr<br />

in puncto Bequemlichkeit, sondern<br />

auch in puncto Gesundheit ein Vorteil<br />

sein kann.<br />

Während Amazon und Co sich während<br />

der Lockdowns die Taschen füllten,<br />

geht es dem altmühlfränkischen<br />

Online-Kaufhaus so lala. „Wir sind gewachsen.<br />

Aber vor allem in den Schaufensterprofilen“,<br />

stellt Andreas Haderlein<br />

auf Nachfrage fest. Der Mann gilt<br />

deutschlandweit als Experte und Pionier<br />

des lokalen Online-Handels und<br />

betreut in Weißenburg-Gunzenhausen<br />

im Auftrag des Landkreises den Aufbau<br />

des Online-Kaufhauses. „Insgesamt<br />

muss man schon sagen, dass<br />

sich zu wenig Händler getraut haben,<br />

in die Produktwelt einzusteigen“, räumt<br />

er nach einem Jahr Krise ernüchtert<br />

ein.<br />

Man sei aber nicht unzufrieden, erklärt<br />

er dann und liefert nachvollziehbare<br />

Argumente dafür, dass die Zahlen soweit<br />

in Ordnung sind. Und das wären<br />

sie auch, wenn es ein normales Jahr<br />

gewesen wäre. Die Entwicklung des<br />

Online-Kaufhauses war ehrgeizig, man<br />

hat sie umgesetzt, sie funktioniert stabil<br />

und hat eine Chance zu bleiben. Das<br />

war mehr, als manch einer dem Projekt<br />

zu Beginn zugetraut hätte.<br />

Aber mal ehrlich: Es waren keine normalen<br />

Umstände. Ein öffentlich dick<br />

subventioniertes Online-Kaufhaus in<br />

Zeiten von Pandemie und Lockdown<br />

aufzubauen, das sollte ein bisschen so<br />

sein wie die Vermarktung eines Wasserlochs<br />

in der Wüste. Kurzum: nicht<br />

so wahnsinnig schwierig.<br />

Die Wahrheit ist aber eine andere. Und<br />

deshalb ist Haderlein dann doch ein<br />

bisschen enttäuscht. „Als Berater fragt<br />

man sich schon, was denn eigentlich<br />

noch passieren muss, dass die Händer<br />

erkennen, dass die Digitalisierung<br />

nicht mehr weggeht.“ Nun, eine weltumspannende<br />

Pandemie mit monatelangen<br />

Ladenschließungen ist es<br />

jedenfalls nicht, was passieren muss.<br />

Die hat man mit vergleichsweise geringem<br />

Digitalisierungs-Echo hinter sich<br />

gebracht. Und arg viel größer als in den<br />

vergangenen Monaten dürfte der Anreiz<br />

oder die Not kaum mehr werden.<br />

Klar, es sind inzwischen 56 Händler auf<br />

der Plattform, davon 20 mit Produkten.<br />

Man kann sich dort mittlerweile auch<br />

eine Mahlzeit mit Wurst, Käse, Brot,<br />

Kaffee, Bier oder Saftschorle zusammenbestellen,<br />

man kann Motorsägen<br />

ordern, Parfüms, Möbel, Rasenmäher<br />

oder Bücher bestellen … Aber es ist<br />

immer noch eher so, dass man auf<br />

In-<strong>Altmühlfranken</strong>.de eher etwas Interessantes<br />

finden kann, als dass man<br />

etwas Bestimmtes erfolgreich suchen<br />

würde. Und der Unterschied ist im Online-Handel<br />

der entscheidende, wenn<br />

es darum geht, ob eine Plattform nice<br />

to have ist oder ein fester Anlaufpunkt<br />

für abendliche Erledigungen vom Sofa<br />

aus. Und Letzteres ist in puncto In-<strong>Altmühlfranken</strong>.de<br />

eben ganz eindeutig<br />

noch nicht der Fall.<br />

Das Problem ist, dass der Erfolg des<br />

Einzelnen auf der Plattform vom Engagement<br />

der Vielen abhängt. Nur,<br />

wenn das Angebot auf der Plattform<br />

so prall ist, dass man wirklich viele<br />

Dinge, die man will, dort findet, fangen<br />

die Leute flächendeckend das Suchen<br />

an. Solange vergleichsweise wenig<br />

Händler auf dem Portal sind, bleiben<br />

für die Wenigen auch die Umsätze<br />

überschaubar, weil das Portal mangels<br />

Masse nicht attraktiv genug ist. Also<br />

rentiert es sich für neue nicht aufzuspringen<br />

und damit ... Es ist ein Teufelskreis,<br />

den es zu durchbrechen gilt.<br />

Und immerhin: Es gibt ja auch Erfolgsgeschichten.<br />

Der kleine Weißenburger<br />

Bastelladen Kreativ am Hof etwa. Antje<br />

Wolf war eine der Ersten, die voller<br />

Begeisterung auf der Online-Plattform<br />

x56


<strong>WIKO</strong><br />

mitmischte. Und bei ihr beginnen die<br />

Umsätze relevant zu werden. Zumindest<br />

in einzelnen Monaten. Bemerkenswert<br />

aus ihrer Sicht, sie hat nun<br />

Kunden in Hamburg und Berlin sitzen,<br />

die sie über die übergeordnete Plattform<br />

Atalanda finden. „Ich denke, das<br />

hat Potenzial und ist eine gute Sache“,<br />

sagt Wolf. Allerdings sieht sie im Moment<br />

auch zwei wesentliche Probleme.<br />

„Es wissen einfach viel zu wenige<br />

Menschen davon. Da muss unbedingt<br />

größer Werbung dafür gemacht werden.<br />

Und es sind viel zu wenig Händler<br />

im Shop.“ Dabei sei das System für die<br />

Händler absolut niederschwellig und<br />

es gebe jederzeit Ansprechpartner bei<br />

Problemen.<br />

Mancher Kollege wolle aber nur mitmachen,<br />

wenn es sofort Ernte einzufahren<br />

gibt. „Aber bevor ich was ernten kann,<br />

muss ich erst mal investieren“, sagt<br />

Antje Wolf. Und in diesem Fall besteht<br />

der Invest weniger in Geld als in Mühe,<br />

die man sich mit dem Online-Auftritt<br />

im Shop geben muss. Aber das ist ja<br />

mit dem Schaufenster im echten Leben<br />

auch nichts anderes. Wer etwas<br />

verkaufen will, muss es in Szene setzen.<br />

„Mir war klar, dass das nicht von<br />

Anfang an die dicken Verkäufe gibt“,<br />

erzählt die umtriebige Geschäftsfrau.<br />

Und hofft nun darauf, dass sich bald<br />

noch weitere Kollegen dem Shop anschließen.<br />

„Ein Problem war sicher, dass wir wegen<br />

Corona wenig Präsenzveranstaltungen<br />

machen konnten“, glaubt Online-Experte<br />

Haderlein. „Das ganze<br />

Change-Management hat nicht so<br />

funktioniert wie üblich. Das ist eine<br />

Sache, die einfach auch stark von der<br />

Motivation lebt. Und die lässt sich am<br />

besten in Präsenzveranstaltungen vermitteln.“<br />

Auch im Marketing erkennt er<br />

deutlichen Nachholbedarf. Speziell die<br />

Bekanntheit des Portals im Landkreis<br />

müsse ausgebaut werden.<br />

Aber die Probleme liegen auch in den<br />

Läden. „Ein paar sind bei solchen Sachen<br />

sofort dabei, ein paar kannst du<br />

durch Reden überzeugen und ein paar<br />

erreicht man einfach nicht“, erzählt<br />

Andreas Zuber, der Wirtschaftsförderer<br />

der Stadt Gunzenhausen. Zum Teil<br />

sei es auch eine Frage der Generation,<br />

und mit Betreiberwechseln in den<br />

kommenden Jahren würden solche Initiativen<br />

stetigen Zuwachs bekommen.<br />

Dass Gunzenhausen bei der Beteiligung<br />

am Online-Kaufhaus noch hinterherhinkt,<br />

hat aus seiner Sicht damit zu<br />

tun, dass man in der Stadt bereits ein<br />

eigenes Einkaufsportal hatte. Allerdings<br />

eines, auf dem es keine Einkaufsfunktion<br />

gibt, sondern die Geschäfte<br />

sich lediglich darstellen konnten. Zuletzt<br />

habe man aber aus Gunzenhausen<br />

auch einige Beitritte auf der Landkreis-Seite<br />

zu vermelden gehabt.<br />

Neben der Generationenfrage sieht<br />

Mathias Meyer, Buchhändler aus Weißenburg<br />

und stellvertretender Vorsitzender<br />

des lokalen IHK-Gremiums,<br />

auch ganz handfeste Gründe für die<br />

Zurückhaltung des Einzelhandels in<br />

Sachen Digitalisierung. „Wer da vor<br />

der Krise noch nicht angefangen hatte,<br />

der kam da in der Krise auch nicht<br />

mehr dazu.“ Die Vorstellung, dass die<br />

Geschäftsleute im Lockdown däumchendrehend<br />

in ihren Geschäften sitzen<br />

würden, sei grundlegend falsch.<br />

Hinter den Einzelhändlern lägen harte<br />

Monate. Das Hin und Her bei den Hygieneregelungen,<br />

die Entwicklung eigener<br />

Hygienekonzepte, der Versuch,<br />

sein jeweiliges Geschäftsmodell coronakonform<br />

zu bekommen, und die<br />

Organisation der Mitarbeiter hätten<br />

viele Kräfte gebunden. Dazu Umstrukturierungen,<br />

Beantragung von Hilfen,<br />

Kurzarbeitergeld …<br />

Bei allem Verständnis sieht Meyer<br />

aber auch das Risiko, in das sich Einzelhändler<br />

begeben, die während der<br />

Lockdwons komplett weg waren. „Die<br />

Gefahr ist einfach, dass das zunehmend<br />

Richtung online geht. Dass die<br />

Kunden, die jetzt mal auf die großen<br />

Online-Anbieter ausgewichen sind,<br />

nicht mehr zurückkommen.“ Deshalb<br />

war die eigene Online-Aktivität seiner<br />

Buchhandlung für ihn nicht nur Umsatzbringer,<br />

sondern auch Mittel der<br />

Kundenbindung.<br />

Und hier liegt <strong>–</strong> online hin, online her <strong>–</strong><br />

auch eine der ganz großen positiven<br />

Erfahrungen dieser Krise. „Die Kunden<br />

sind absolut solidarisch gewesen“, erzählt<br />

der Buchhändler. „Wir haben sogar<br />

neue Kunden gewonnen, die uns<br />

ganz bewusst unterstützen wollten.“<br />

Die Leute hätten auch gemerkt, wie<br />

schön und wichtig es doch eigentlich<br />

ist, sich vor Ort, schnell und einfach<br />

versorgen zu können.<br />

„Die Wertschätzung ist schon gewachsen“,<br />

glaubt auch Weißenburgs Stadtmarketing-Geschäftsführer<br />

Simon<br />

Sulk. „Weil die Leute gemerkt haben,<br />

wie wichtig der Einzelhandel auch als<br />

sozialer Treffpunkt ist und wie weh es<br />

tut, wenn man nicht mal eben beim Einkaufen<br />

immer wieder Leute trifft.“ Das<br />

ist eine Erkenntnis, die für den Einzelhandel<br />

in den Städten noch Gold wert<br />

sein kann. Frei nach dem Motto: Erst<br />

wenn der letzte Tante-Emma-Laden<br />

geschlossen hat, werdet ihr feststellen,<br />

dass man bei Amazon niemandem<br />

zum Ratschen trifft. Oder so ähnlich.<br />

57


<strong>WIKO</strong><br />

Chancen zum<br />

Wandel nutzen<br />

Dr. Dr. Kristina Becker<br />

Erste Bürgermeisterin<br />

der Stadt Treuchtlingen<br />

Auch in der zweiten <strong>Ausgabe</strong> des<br />

<strong>Wirtschaftskompass</strong> ist die Stadt<br />

Treuchtlingen mit dabei. Das Thema<br />

„Wandel“ ist angesichts der noch<br />

immer andauernden Corona-Pandemie<br />

besonders aktuell <strong>–</strong> handelt es<br />

sich bei den dadurch hervorgerufenen<br />

Veränderungen doch insbesondere<br />

um solche, die potenziell komplexe<br />

und qualitative Auswirkungen für die<br />

Zukunft nach sich ziehen können. Oft<br />

spricht man nicht mehr vom Normalzustand,<br />

der sich am Ende der Pandemie<br />

einstellen wird, sondern vom „neuen<br />

Normal“.<br />

Aber Wandel bedeutet auch Chance,<br />

hier zur Reorientierung und<br />

Restrukturierung. Die Digitalisierung<br />

hat Fahrt aufgenommen, nicht<br />

nur in den Unternehmen, Schulen<br />

und Hochschulen, sondern auch in<br />

unserer Verwaltung. Im Bereich der<br />

Nahversorgung mit Strom und Wärme<br />

soll die Energiewende vorangetrieben<br />

werden. In Treuchtlingen<br />

und den Dörfern<br />

produzieren bereits<br />

viele private<br />

PV-Anlagen Strom aus Sonnenkraft.<br />

Um die Akzeptanz der Bürger für den<br />

Netzausbau und für den Ausbau von<br />

Erzeugungskapazitäten zu erhöhen,<br />

sollen Bürger über Genossenschaften<br />

oder Anteile am Gewinn beteiligt werden,<br />

zusätzlich sollen Wege gefunden<br />

werden, um regional erzeugten Strom<br />

auch regional zu verbrauchen. In diesem<br />

Zusammenhang denken wir bereits<br />

aktiv über neue Speichertechnologien<br />

nach.<br />

Der Gesundheitstourismus wird<br />

auch weiterhin einen Schwerpunkt<br />

bilden mit einer etwas aktiveren<br />

Ausrichtung. Mit unserer frisch modernisierten<br />

Altmühltherme,<br />

dem Kurpark, der Kur- und<br />

Touristinfo inklusive Informationszentrum<br />

Naturpark<br />

Altmühltal,<br />

mit beliebten Rad- und Wanderwegen,<br />

den Mountainbike-Trails, Bootstourismus<br />

auf der Altmühl, mit vielfältigen<br />

Präventionsangeboten und therapeutischen<br />

Einrichtungen kann Treuchtlingen<br />

schon jetzt einiges bieten. Die<br />

bereits bestehenden Therapiezentren<br />

werden ergänzt durch eine neue psychosomatische<br />

Klinik mit 140 Betten<br />

und ca. 70 Arbeitsplätzen: Ab April<br />

<strong>2021</strong> rollen dafür die Bagger, die<br />

Fertigstellung erfolgt voraussichtlich<br />

2025.<br />

Insgesamt gilt es jetzt, den Blick nach<br />

vorne zu richten und Chancen zum<br />

Wandel zu nutzen! Wichtig ist es mir,<br />

dass sich möglichst viele einbringen<br />

mit klugen Ideen und Vorschlägen für<br />

die Herausforderungen der Zukunft <strong>–</strong><br />

zusammen können wir Kompromisse<br />

finden und Zukunft aktiv gestalten.<br />

x58


Anzeige<br />

Mit Offenheit und Transparenz in eine neue Zeit<br />

Im Treuchtlinger Rathaus liegt Dynamik<br />

und Aufbruchstimmung in der Luft. Politik<br />

wird transparent, Entscheidungsprozesse<br />

sind weitgehend öffentlich,<br />

und in vielen Bereichen werden die<br />

Bürger um ihre Meinung gefragt.<br />

Treuchtlingen will sich nicht neu erfinden,<br />

aber seine unbestrittenen Vorzüge<br />

bei den Bürgern, Touristen und<br />

auch bei der Wirtschaft in den Köpfen<br />

verankern. Seit der letzten Kommunalwahl<br />

steht mit<br />

Dr. Dr. Kristina<br />

Becker erstmals<br />

eine Frau an<br />

der Spitze der<br />

Treuchtlinger<br />

Stadtverwaltung, die ihren ganz eigenen<br />

Stil einbringt. Die Bubenheimerin<br />

legt großen Wert auf ein gutes Miteinander<br />

und eine offene Kommunikation<br />

zwischen Politik, Verwaltung und<br />

Bürgern. Damit alle an einem Strang<br />

ziehen, wurde in einer Klausur des<br />

Stadtrats sowie in der Stadtverwaltung<br />

eine „Compliance“-Richtlinie für die Zusammenarbeit<br />

erstellt. Ein Hauptfokus<br />

liegt dabei auf offener Kommunikation<br />

bei gegenseitigem Respekt.<br />

Zusammen mit den<br />

Bürgern Zukunft<br />

aktiv gestalten.<br />

„In Treuchtlingen gibt es viel zu tun“,<br />

sagt Becker. So gilt es, das frisch sanierte<br />

und neu konzipierte Thermalbad<br />

mit riesiger Saunalandschaft und<br />

besonderem Heilwasser nun im Gesundheits-<br />

und Wellness-Markt gut<br />

zu positionieren. Die Ansiedlung einer<br />

Fachklinik für Psychosomatik, deren<br />

Bau dieses Jahr startet, wird ebenfalls<br />

eine Rolle spielen. Der Tourismus soll<br />

nach einer aufwendigen Bürgerbefragung<br />

neu ausgerichtet und genau auf<br />

Zielgruppen fokussiert werden. „Die<br />

Stadtentwicklung<br />

ist eine immerwährende<br />

Aufgabe“, so die<br />

Bürgermeisterin.<br />

Aus all diesen<br />

Gründen ist derzeit ein Markenentwicklungsprozess<br />

im Gange. Der ganze<br />

Außenauftritt der Stadt wird professionalisiert.<br />

Dazu wird für den Bereich<br />

Marketing eine Stelle geschaffen.<br />

Die Digitalisierung wird weiter vorangetrieben,<br />

Verwaltungsvorgänge vereinfacht.<br />

Auch hierfür konnte in der<br />

Stadtverwaltung eine neue Stelle geschaffen<br />

werden. Wobei Treuchtlingen<br />

in Sachen Breitbandversorgung bereits<br />

sehr gut aufgestellt ist: Schnelles<br />

Internet gibt es bis fast in den letzten<br />

Weiler. Und nicht zuletzt wird der Ausbau<br />

von erneuerbaren Energien in den<br />

nächsten Jahren eine größere Rolle<br />

spielen. Ziel ist es vor allem, die Lebensqualität<br />

der Bürger vor Ort weiter<br />

zu verbessern. Auch wegen des Bahnknotens<br />

ist Treuchtlingen attraktiv für<br />

Neubürger und neue Gewerbeansiedlungen.<br />

-klm-<br />

Knotenpunkt<br />

in Bayern<br />

Die Stadt Treuchtlingen als staatlich<br />

anerkannter Erholungsort mit<br />

Heilquellen-Kurbetrieb zählt rund<br />

13.000 Einwohner. Sie ist nicht<br />

nur zentraler Bahnknoten des<br />

Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen.<br />

Hier kreuzen auch die<br />

Bahnstrecken Nürnberg-Augs-<br />

Stadt Treuchtlingen<br />

Hauptstraße 31 • 91757 Treuchtlingen<br />

Tel. 0 91 42 / 96 00 - 0<br />

www.treuchtlingen.de<br />

info@treuchtlingen.de<br />

facebook.com/Stadt.Treuchtlingen/<br />

instagram.com/treuchtlingen.tourismus<br />

MitarbeiterInnen: 260<br />

Erste Bürgermeisterin: Dr. Dr. Kristina Becker<br />

burg-München und Würzburg-<br />

Ansbach-Ingolstadt. Zusätzlich eröffnet<br />

die geplante Stärkung des<br />

Schienenverkehrs durch den<br />

„Deutschlandtakt“ neue Horizonte<br />

für die Stadtentwicklung.<br />

59


Anzeige<br />

Meisterliches Handwerk im<br />

Familienbetrieb mit Herz<br />

Was ist an einem Fenster eigentlich so<br />

besonders, macht man damit nicht nur<br />

ein Loch zu? Friedrich Kipf lacht: „Das<br />

kann man schon so sagen. Dann vergisst<br />

man aber, was heute technisch<br />

alles möglich ist.“ Ein Fenster ist eben<br />

mehr als ein Stück Glas zwischen innen<br />

und außen. „Fenster werden heute viel<br />

mehr beansprucht als früher“, erzählt<br />

der Geschäftsführer von KIPF in Markt<br />

Berolzheim. „Von der Farbgestaltung<br />

über die Wärmedämmung bis hin zur<br />

Sicherheitstechnik ist da in den letzten<br />

Jahren sehr viel passiert. Manche<br />

Kunden haben auch sehr ausgefallene<br />

Wünsche, die wir natürlich bedienen.“<br />

Der gelernte Schreinermeister weiß,<br />

wovon er spricht.<br />

Wenn Kunden mal wieder<br />

besonders exotische<br />

Ideen haben,<br />

dann fährt er mit seinen<br />

Leuten auch persönlich<br />

zur Baustelle<br />

<strong>–</strong> selbst wenn die 80<br />

km entfernt liegt. „Das<br />

macht doch gutes<br />

Handwerk aus“, sagt der Geschäftsführer<br />

bescheiden. „Wenn das Ergebnis<br />

stimmt und der Kunde zufrieden ist,<br />

dann ist unser Team auch glücklich.“<br />

Wir begegnen<br />

uns hier alle<br />

auf Augenhöhe.<br />

Der Erfolg des Unternehmens, und das<br />

ist Friedrich Kipf wichtig, geht nicht<br />

nur von der Chefetage aus. Entscheidend<br />

ist auch das familiäre Klima und<br />

ein warmes Miteinander: „Wir begegnen<br />

uns hier alle auf Augenhöhe, vom<br />

Betriebsleiter bis zur Reinigungskraft.<br />

Wenn bei uns jemand ein Anliegen hat,<br />

dann wird das immer ernst genommen.“<br />

KIPF ist auf Haustüren und Fenster<br />

spezialisiert, mit vielen kreativen Ideen<br />

wird das Portfolio aber stetig erweitert.<br />

So geht es im Bereich „OutdoorLiving“<br />

heute auch um schöneres Leben im<br />

Freien. Innovative Terrassendächer,<br />

individuell gestaltete Wintergärten<br />

und technisch ausgereifte Markisen<br />

machen da jedes Zuhause zu etwas<br />

Besonderem. „Wir konzentrieren uns<br />

auch auf den Außenbereich“, sagt<br />

Friedrich Kipf, „das wird mehr und<br />

mehr nachgefragt.“<br />

Die Auftragslage im<br />

Familienbetrieb ist<br />

aktuell sehr gut. „Wir<br />

waren Anfang 2020<br />

zwar auch verunsichert“,<br />

erinnert sich<br />

der Geschäftsführer,<br />

„die Aufträge sind<br />

bei uns aber nie eingebrochen,<br />

ganz im<br />

x60


Anzeige<br />

Gegenteil.“ Kunden<br />

werden zwischenzeitlich<br />

mit<br />

drei bis vier Monaten<br />

Vorlauf bedient.<br />

„Das hatten<br />

wir so noch nie“, sagt Friedrich Kipf<br />

stolz.<br />

Türen und Fenster werden technisch<br />

immer raffinierter, hohe Ansprüche<br />

an die Wärmedämmung machen sie<br />

aber auch schwerer. Mit einer eigenen<br />

Montageabteilung reagiert man im<br />

Unternehmen auf die steigenden Anforderungen<br />

beim Einbau. „Das ist uns<br />

sehr wichtig“, sagt der Geschäftsleiter,<br />

„wir wollen unseren Qualitätsanspruch<br />

beim Kunden auf jeden Fall erfüllen.“<br />

Dabei geht es nicht nur um die technischen<br />

Herausforderungen bei der<br />

Montage, der Fensterbauer hat seine<br />

Kunden auch als Menschen im Blick:<br />

„Wir arbeiten beim Kunden ja oft auch<br />

in privaten Räumen, da müssen die<br />

MitarbeiterInnen sensibel sein.“ Um<br />

das zu gewährleisten, gibt es bei KIPF<br />

regelmäßig Schulungen. Das Selbstverständnis,<br />

aufeinander zu achten,<br />

bringt ohnehin jeder mit. „Wir sind<br />

hier eine große Familie“, sagt der Geschäftsführer.<br />

Zur Philosophie<br />

im Unternehmen<br />

gehört es<br />

deswegen auch,<br />

dass man neue<br />

MitarbeiterInnen<br />

nicht gleich auf Kunden „loslässt“.<br />

Die ersten drei Monate sind Angestellte<br />

im Vertrieb nur innerhalb des<br />

Hauses unterwegs. „Wir machen das,<br />

damit unsere Leute die betrieblichen<br />

Abläufe, aber auch ihre Kollegen kennenlernen<br />

können“, erklärt Kipf.<br />

Enger Zusammenhalt und höchster<br />

Qualitätsanspruch, dafür stehen bei<br />

KIPF alle 73 MitarbeiterInnen. Um das<br />

auch in Zukunft zu gewährleisten,<br />

wird im Betrieb handwerklich<br />

und kaufmännisch<br />

ausgebildet. Lehrlinge<br />

bleiben der Firma<br />

gerne treu, für manche<br />

wird bei dem mittelfränkischen<br />

Fensterbauer<br />

ein Traum<br />

war: „Eine unserer<br />

Azubis hat vor zehn<br />

Jahren hier als Bürokauffrau<br />

gelernt“, erinnert sich<br />

Friedrich Kipf, „und heute ist sie die<br />

Vertretung unseres Betriebsleiters.“<br />

Die MitarbeiterInnen stehen bei KIPF<br />

Schulter an Schulter, das verspricht<br />

ein produktives und familiäres Betriebsklima,<br />

in dem sich jeder entfalten<br />

kann. Auch beim Kunden kommt<br />

solcher Zusammenhalt gut an, immer<br />

wieder gibt es Lob, der Chef ist zufrieden:<br />

„Wir haben hier eine tolle Mannschaft<br />

mit einem guten Bauchgefühl.<br />

Das macht richtig Spaß!“<br />

Den kommenden Jahren blickt der Unternehmer<br />

mit Zuversicht entgegen:<br />

„Wir haben unsere Ziele schon abgesteckt<br />

und wollen demnächst<br />

unsere Standorte in<br />

Markt Berolzheim zusammenlegen.“<br />

Unter anderem<br />

sollen Büro- und Ausstellungsgebäude<br />

dann der<br />

Fertigung angeschlossen<br />

werden. Friedrich Kipf: „Unsere<br />

Leute arbeiten dann<br />

wie früher wieder unter<br />

einem Dach.“ Macht Sinn,<br />

schließlich gehört eine Familie<br />

zusammen. -sz-<br />

60 Jahre gutes<br />

Handwerk<br />

KIPF Fenster. Türen.<br />

OutdoorLiving. GmbH<br />

Wettelsheimer Str. 18 + 21<br />

91801 Markt Berolzheim<br />

Tel. 0 91 46 / 94 14 - 0<br />

www.kipf.de • info@kipf.de<br />

facebook.com/kipfgmbh<br />

instagram.com/kipf_und_sohn<br />

MitarbeiterInnen: 73<br />

Geschäftsführer: Friedrich Kipf<br />

Heinz Kipf startete 1961 mit seiner<br />

Schreinerei in Markt Berolzheim.<br />

Er fertigte Holzfenster, Türen, Sonnenschutz<br />

und Rollläden <strong>–</strong> und<br />

Lehrmittel für Schulen. Anfang<br />

der 80er-Jahre erkannte Kipf den<br />

aufkommenden Trend für Wintergärten.<br />

Der Betrieb wuchs stetig,<br />

ab 1991 entstanden Kunststofffenster<br />

in der neu gebauten Fertigungshalle.<br />

Seit 2010 entwickelt<br />

und baut Kipf ein eigenes System<br />

für Terrassendächer. Das 50-jährige<br />

Jubiläum geht 2011 mit der<br />

Eröffnung der neuen Fertigungshalle<br />

in der Wettelsheimer Straße<br />

einher. 2019 kam eine eigene<br />

Alu-Produktion und -Bearbeitung<br />

hinzu. Mittlerweile wird der Familienbetrieb<br />

mit mehr als 70 Angestellten<br />

von Friedrich Kipf geführt.<br />

61


Anzeige<br />

da-Folientechnik<br />

macht Oberflächen<br />

zum Blickfang<br />

Mit Daniel Angermaier kann man kaum<br />

fünf Minuten reden, ohne dass sein Telefon<br />

klingelt. Meistens ist ein Kunde<br />

dran, man berät sich, tauscht Ideen<br />

aus. „Was getan ist, ist getan“, sagt er<br />

beim Auflegen und sieht zufrieden aus.<br />

Der direkte Draht zum Kunden ist ihm<br />

wichtig, er ist deswegen auch immer<br />

per WhatsApp erreichbar.<br />

da<br />

FOLIENTECHNIK<br />

Angermaier ist Folienspezialist<br />

und Geschäftsführer<br />

von da-Folientechnik,<br />

seinem eigenen<br />

Ein-Mann-Unternehmen.<br />

„Ich drucke, schneide und<br />

klebe Folien“, sagt er. In<br />

der Praxis hat das viele<br />

Facetten, seine Leistungen<br />

reichen von Werbezwecken<br />

über Carwrapping bis zur<br />

Wohnraumgestaltung. In den letzten<br />

13 Jahren hat er mehr als 3.500 Quadratmeter<br />

Folie verarbeitet. „Bei der<br />

Gestaltung gibt es bei mir kaum Grenzen.<br />

Von einfachen Schriftzügen<br />

bis zu großflächigen<br />

und fotorealistischen Grafiken<br />

ist alles möglich.“<br />

Wer sich beim Anblick seiner<br />

Küchenzeile langweilt,<br />

einem ramponierten Kleiderschrank<br />

den verlorenen<br />

Look wiedergeben will<br />

oder wenn das Auto die falsche Farbe<br />

hat: Daniels Folien verschönern den<br />

Wohnraum, schützen Furniere und Lacke<br />

vor Kratzern oder filtern UV-Strahlung<br />

am Küchenfenster. Sogar Treppen<br />

macht er damit trittfest. „Meine Leistungen<br />

sind viel günstiger, als etwas<br />

zu entsorgen und neu zu kaufen“, sagt<br />

er. „Außerdem freut sich die Umwelt!“<br />

<br />

-sz-<br />

da-Folientechnik, Johann-Lindner-<br />

Straße 3b, Treuchtlingen, Tel. 01 77 /<br />

4 55 20 19, info@da-folientechnik.de,<br />

www.da-folientechnik.de<br />

Vanella Security: Sicherheit ist Vertrauenssache<br />

Claudio Vanella hat schon viel erlebt.<br />

Der Geschäftsführer von Vanella Security<br />

bietet mit seinen IHK-zertifizierten<br />

MitarbeiterInnen seit 2015 umfangreiche<br />

Sicherheitsdienstleistungen an:<br />

komplett in Eigenregie, aber auch in<br />

flexiblen Kooperationsstufen mit vorhandenen<br />

Sicherheitskräften. „Wir haben<br />

Brandstifter gestoppt, Einbrecher<br />

ertappt und Autodiebe überführt“, erzählt<br />

er. Die Erfahrung hat ihn geprägt,<br />

er ist sachlich<br />

und seriös <strong>–</strong> legt<br />

für seine Arbeit<br />

aber echte<br />

Begeisterung<br />

an den Tag.<br />

Vanella Security stellt Leistungen vom<br />

Veranstaltungsschutz über Alarmverfolgung<br />

bis zum Werk- und Objektschutz.<br />

„Für den Revierschutz haben<br />

wir unser eigenes System entwickelt.<br />

Da nutzen wir moderne Technik und<br />

professionelle Software“, sagt Vanella.<br />

Die raffinierte Methode kommt tags<br />

und nachts zum Einsatz: Bei Kontrollgängen<br />

um Werkshallen, Museen oder<br />

Wohnhäuser patrouillieren er und seine<br />

Leute damit vorab installierte<br />

Scanpunkte. Wo diese<br />

GPS-gestützten Chips angebracht<br />

werden, legen Kunden<br />

auch selbst fest. „Im Protokoll sieht<br />

der Auftraggeber dann genau, wann<br />

und wo wir kontrolliert haben. Das verspricht<br />

maximale Transparenz.“<br />

Auch Baustellenschutz ist bei Vanella<br />

Security Kernkompetenz. „Wir schaffen<br />

Arbeitssicherheit, kontrollieren<br />

Fahrzeuge und Personen, bieten aber<br />

auch logistische Unterstützung.“ Ob<br />

Strom- und Wasserversorgung, das<br />

Beschaffen von Bauzäunen oder die<br />

Anlieferung von Zement: „Wir garantieren<br />

tagsüber einen reibungslosen Ablauf<br />

und können das Gelände nachts<br />

mit Revierfahrten überwachen.“<br />

Sicherheit ist für Vanella mehr als Bewachung,<br />

es ist Schutz der Interessen<br />

seiner Auftraggeber. „Sicherheit ist bei<br />

uns Vertrauenssache.“ <br />

-sz-<br />

Vanella Security, Schwarzfeldstraße<br />

40, Treuchtlingen,<br />

Tel. 01 57 / 58 49 79 39,<br />

info@vanella-security.de,<br />

www.vanella- security.de<br />

x62


Anzeige<br />

Rummel Kunststofftechnik wächst<br />

<strong>–</strong> auch an Herausforderungen<br />

Tief in der Materie<br />

seit 1983<br />

1983 gründete Wilhelm Rummel<br />

das Unternehmen Rummel Kunststofftechnik<br />

als Dienstleistungsbetrieb<br />

in der kunststoffverarbeitenden<br />

Industrie. Spezialisiert war<br />

die Firma zunächst auf Vertrieb<br />

und Service sowie Sonderlösungen<br />

für Spritzgießmaschinen und<br />

Produktionsperipherie. 1987 folgte<br />

die Umwandlung des Einzelunternehmens<br />

zu einer GmbH. Die<br />

Schwerpunkte des familiengeführten<br />

Betriebs erweiterten sich 2004<br />

Im beschaulichen Möhrenbachtal geht<br />

ein innovativer Familienbetrieb seinen<br />

eigenen Weg: Rummel Kunststofftechnik.<br />

1983 als einfacher Dienstleister<br />

gestartet, hat Familie Rummel das Unternehmen<br />

über die Jahre konsequent<br />

erweitert und mit klarem Bekenntnis<br />

zur Zukunft auf neue Märkte ausgerichtet.<br />

Heute liefert man Produkte und<br />

Leistungen in die ganze Welt.<br />

Der kleine Global Player ist spezialisiert<br />

auf die Optimierung von Spritzgießprozessen,<br />

digitale Prozessüberwachung<br />

und die Herstellung<br />

eigener Produkte<br />

für die Temperiertechnik.<br />

Auf dem<br />

Weltmarkt ist das<br />

gefragt: „Wir sind in<br />

den vergangenen Jahren konstant gewachsen“,<br />

so Geschäftsführer Daniel<br />

Humpf. „Wir haben das Betriebsgelände<br />

erweitert und immer wieder neues<br />

Personal eingestellt.“<br />

Die Corona-Krise ging 2020 auch<br />

an Rummel Kunststofftechnik nicht<br />

spurlos vorbei, man wusste sich aber<br />

Ohne die Krise<br />

wären wir da wohl nie<br />

draufgekommen.<br />

zu helfen: Die Geschäftsführung ist<br />

dem Ausfall von Zulieferern, logistischen<br />

Widrigkeiten und dem Rückzug<br />

mancher Auftraggeber genauso<br />

selbstbewusst begegnet, wie man es<br />

mit Herausforderungen in der Unternehmensgeschichte<br />

immer getan hat.<br />

„Wir haben das ernst genommen, uns<br />

zusammengesetzt und uns neue Lösungen<br />

einfallen lassen.“<br />

Manchen Nachteil hat man so einfach<br />

zum Vorteil verkehrt: „Als der internationale<br />

Warenaustausch weitgehend<br />

zum Erliegen kam,<br />

haben wir uns nach<br />

neuen Zulieferern<br />

umgesehen und<br />

prompt gute Kontakte<br />

geknüpft. Unsere<br />

Versorgungslage haben wir damit<br />

sogar verbessert <strong>–</strong> ohne die Krise wären<br />

wir da wohl nie draufgekommen.“<br />

Trotz Kurzarbeit lief so auch die Produktion<br />

reibungslos weiter. Klar: So viel<br />

Flexibilität ist nur möglich, wenn im Unternehmen<br />

der Teamgeist stimmt. „Unsere<br />

MitarbeiterInnen schätzen das fa-<br />

Rummel<br />

Kunststofftechnik GmbH<br />

Möhrenbachtal 5 • Treuchtlingen/Möhren<br />

www.rummel-gmbh.com<br />

info@rummel-gmbh.com<br />

Unternehmensgründung: 1983<br />

Geschäftsführer: Daniel Humpf und<br />

Manuela Schöniger<br />

durch den Einstieg der nachfolgenden<br />

Generation, nun rückten<br />

auch Eigenproduktionen vermehrt<br />

in den Fokus. Die Kernkompetenz<br />

der Rummel Kunststofftechnik<br />

besteht heute in der Prozessoptimierung<br />

von Spritzgießprozessen<br />

sowie der Prozessüberwachung<br />

durch Digitalisierung und der Herstellung<br />

von Produkten für die<br />

Temperiertechnik.<br />

miliäre Betriebsklima. Statt Monotonie<br />

haben wir hier Herausforderungen und<br />

abwechslungsreiche Aufgaben.“<br />

Zehn MitarbeiterInnen zählt Rummel<br />

Kunststofftechnik heute und man hat<br />

noch viel vor: „Wir denken an den Ausbau<br />

der Räumlichkeiten, wollen das<br />

Personal aufstocken und unser Vertriebsnetz<br />

erweitern“, verrät Daniel<br />

Humpf. Man merkt: Das Bekenntnis zur<br />

Zukunft ist noch da.<br />

-sz-<br />

63


Anzeige<br />

Familienbetrieb<br />

seit 25 Jahren<br />

Leiritz realisiert - vom Einzelstück<br />

bis zur Komplettlösung<br />

Leiritz Maschinenbau GmbH<br />

Langenaltheimer Str. 2-4 • 91788 Pappenheim<br />

Tel. 0 91 43 / 8 37 89 - 0<br />

www.leiritz-maschinenbau.de<br />

info@leiritz.de<br />

facebook.com/LeiritzMaschinenbau<br />

Unternehmensgründung: 1997<br />

MitarbeiterInnen: 35<br />

Geschäftsführer: Alexander Ehard und<br />

Sebastian Ehard<br />

1997 übernimmt Familie Ehard die<br />

Firma „Wilhelm Leiritz & Co.“, die<br />

einst mit Spezialmaschinen für<br />

die Steinbearbeitung begonnen<br />

hatte. Die Umfirmierung erfolgt<br />

im gleichen Jahr, die „Leiritz Maschinenbau<br />

GmbH“ wird zügig um<br />

Betätigungsfelder im Sondermaschinenbau<br />

und der Fördertechnik<br />

erweitert. 1999 und 2012 entstehen<br />

neue Fertigungshallen, Krankapazität:<br />

20 Tonnen. 2002 nimmt<br />

die erste CNC-gesteuerte Werkzeugmaschine<br />

ihren Dienst auf, es<br />

folgen zahlreiche Hersteller-Zertifizierungen<br />

für Schweißbaugruppen.<br />

2017 und<br />

2020 dann stolze<br />

Anschaffungen:<br />

Großfräsmaschinen<br />

der neuesten<br />

Generation.<br />

„Der Kunde gibt das Ziel vor, wir ebnen<br />

den Weg“, sagt Alexander Ehard,<br />

kaufmännischer Geschäftsführer bei<br />

der Leiritz Maschinenbau GmbH. „Wir<br />

bieten komplette Maschinenbau-Lösungen<br />

von der Projektierung bis zur<br />

Inbetriebnahme.“ Auch die Auftragsfertigung<br />

gehört zur Kernkompetenz:<br />

„Von der technischen<br />

Klärung über<br />

die Herstellung von<br />

Schweißbaugruppen<br />

inklusive Großbauteil-Zerspanung<br />

bis zur Montage.“<br />

Innovation ist bei den Profis für Sondermaschinenbau<br />

in Pappenheim<br />

quasi Alltag. Man hat einen<br />

eigenen Wendetisch entwickelt,<br />

den „Tool<br />

Mover“. Das raffinierte<br />

Gerät kann<br />

schwere und wertvolle<br />

Werkstücke sicher und<br />

ergonomisch wenden.<br />

Das entlastet Fachkräfte,<br />

gewährleistet Arbeitssicherheit<br />

und beschleunigt<br />

Fertigungsprozesse.<br />

„Unser Tool Mover ist europaweit<br />

im Einsatz“, sagt<br />

Alexander Ehard stolz.<br />

Der Kunde<br />

gibt das Ziel vor,<br />

wir ebnen den Weg.“<br />

Der Wirtschaftsfachwirt führt den Betrieb<br />

seit 2015 gemeinsam mit Bruder<br />

Sebastian, der sich als Konstruktionsleiter<br />

um die technischen Facetten im<br />

Unternehmen kümmert. Die beiden<br />

sind erst um die 40 Jahre alt <strong>–</strong> wie viele<br />

im Betrieb: Im Schnitt kommt die Belegschaft<br />

auf 34 Jahre.<br />

Als 2020 die ersten<br />

Wellen der Corona-Krise<br />

übers<br />

Land rollten, zeigte<br />

man sich unbeeindruckt.<br />

„Rein<br />

wirtschaftlich sind wir mit 2020 sehr<br />

zufrieden“, sagt Alexander Ehard.<br />

„Wir haben sogar Stunden aufgebaut,<br />

alle Azubis übernommen und keine<br />

betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen.“<br />

Auf das mit den Azubis ist<br />

er besonders stolz, sie liegen ihm am<br />

Herzen. „Wir versuchen unsere Lehrlinge<br />

immer zu übernehmen und finden<br />

hier für jeden den richtigen Platz.“<br />

Nicht nur bei der Ausbildung denkt<br />

Alexander Ehard an die Zukunft: Eine<br />

neue Werkzeugmaschine ist bereits<br />

bestellt und Bauanträge für die nächste<br />

Halle laufen. „Wir haben schon alles<br />

beantragt, was hier auf der Fläche noch<br />

möglich ist. Wir wollen kontinuierlich<br />

wachsen, aber mit Bedacht.“ -sz-<br />

x64


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Die Kfz-Werkstatt, die alles<br />

macht <strong>–</strong> und ein bisschen mehr<br />

Keine Scheu<br />

vorm Anpacken<br />

Motorensound, Benzinaroma und konzentrierte<br />

Blicke: In der Ansbacher<br />

Straße 34 in Treuchtlingen herrscht reges<br />

Treiben. Die zehn MitarbeiterInnen<br />

von Auto Felleiter & Schmidt GmbH<br />

reparieren und warten hier Fahrzeuge<br />

aller Hersteller, führen Inspektionen<br />

und Abgasuntersuchungen durch, tauschen<br />

Windschutzscheiben. „Wir machen<br />

hier nahezu alle Reparaturen, für<br />

jede Marke“, versichert Geschäftsführer<br />

Thomas Felleiter.<br />

Der Kfz-Mechatroniker-Meister<br />

leitet<br />

die Werkstatt im<br />

Norden der Eisenbahnerstadt<br />

seit<br />

2013 gemeinsam<br />

mit seinem Kompagnon<br />

Peter<br />

Schmidt. Die zwei<br />

verbindet eine lange Freundschaft.<br />

„Ich wollte mich schon immer selbstständig<br />

machen“, sagt Schmidt, „nur<br />

eben nicht alleine.“ Beim Fußball spielten<br />

sich die beiden auf dem Bolzplatz<br />

früher die Pässe zu, beim gemeinsa-<br />

Autoreparatur ist<br />

Vertrauenssache.<br />

Guter Service ist für die beiden nur die<br />

halbe Miete. „Autoreparatur ist Vertrauenssache“,<br />

sagt Schmidt. „Da wollen<br />

wir mit den Kunden auf Augenhöhe<br />

bleiben.“ Damit das auch in Zukunft<br />

klappt, hat man den Fuhrpark kürzlich<br />

um zwei Elektroautos aufgestockt. „So<br />

bleiben wir am Puls der Zeit.“ -szmen<br />

Arbeitgeber gab man sich später<br />

den Schraubenschlüssel in die Hand.<br />

Aus Kameraden sind so schnell gute<br />

Geschäftspartner geworden.<br />

Die Werkstatt ist für beide mehr als ein<br />

Beruf, es geht um Leidenschaft. „Für<br />

uns ist das hier nicht nur Handwerk.<br />

Die Ansprüche an Reparatur und Wartung<br />

sind in den letzten Jahren stark<br />

gestiegen, Autos sind heute fast fahrende<br />

Computer“, sagt Peter Schmidt.<br />

„Mit neuen Aufträgen kommen deswegen<br />

oft auch spannende Herausforderungen<br />

ins Haus.“ Die Begeisterung<br />

für Fahrzeugtechnik teilen sich die Geschäftsführer<br />

mit dem ganzen Team:<br />

„Hier kommen alle gern zur Arbeit.<br />

Jeder Tag bringt etwas Neues und die<br />

Auftragslage hält<br />

uns auf Trab.“<br />

Thomas Felleiter<br />

freut sich, wenn<br />

er mit Kunden ins<br />

Gespräch kommt:<br />

„Jeder Kunde ist<br />

anders, mit eigenen<br />

Ideen und Vorstellungen.<br />

Wir bieten hier aber auch<br />

viel an, worüber man reden kann.“ Damit<br />

verweist er auf umfangreiche Service-Leistungen<br />

wie das Kalibrieren<br />

verschiedener Assistenzsysteme vom<br />

Abstandshalter bis zum Spurhalteassistenten.<br />

Der Verkauf von<br />

Neu- und Jahreswagen<br />

ist im Betrieb der<br />

zweite Geschäftszweig.<br />

„Da haben wir<br />

alle Marken“, sagt Peter<br />

Schmidt und betont:<br />

„Beim Fahrzeugverkauf<br />

ist es uns wichtig, auch<br />

2013 übernehmen Peter Schmidt<br />

und Thomas Felleiter die alte<br />

Werkstatt von Auto Meeh, Tankstellenvordach<br />

inklusive. Das betagte<br />

Gebäude erweist sich bald<br />

als marode: Die Heizung fällt aus,<br />

Wasser sickert in den Keller und<br />

die Fenster laufen im Winter an,<br />

bis man nicht mehr hinaussehen<br />

kann. Sanierungen sind also unumgänglich:<br />

2014 wird eine neue<br />

Auto Felleiter & Schmidt GmbH<br />

Ansbacher Str. 34 • 91757 Treuchtlingen<br />

Tel. 0 91 42 / 53 51<br />

www.felleiter-schmidt.de<br />

info@felleiter-schmidt.de<br />

facebook.com/felleiterschmidt/<br />

Unternehmensgründung: 2013<br />

MitarbeiterInnen: 10<br />

Geschäftsführer: Thomas Felleiter<br />

und Peter Schmidt<br />

Heizung installiert und die Fenster<br />

werden getauscht. 2015 muss das<br />

alte Tankstellendach weichen, und<br />

2016 wird der Hof rundum erneuert,<br />

inklusive neuem Ölabscheider.<br />

2019 eine stolze Erweiterung: der<br />

Bau einer neuen Werkstatthalle<br />

mit vier Hebebühnen.<br />

unser technisches Know-how miteinfließen<br />

zu lassen, damit der Kunde die<br />

bestmögliche Beratung bekommt. Nur<br />

so können wir sicher sein, dass es uns<br />

auch in 20 Jahren noch gibt.“<br />

65


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Flexible Metallbearbeitung<br />

in<br />

höchster Präzision<br />

Etwas versteckt, aber nichts zu verbergen:<br />

Ins östliche Osterdorf schmiegt<br />

sich die Schwill GmbH Metall-Technik,<br />

ein hoch spezialisierter Familienbetrieb.<br />

Wenn es um Schweißkonstruktion,<br />

Blechbearbeitung oder Metallzerspanung<br />

geht, ist man für Kunden auch<br />

im Ausland die erste Adresse.<br />

„Wir liefern einbaufertige Teile aus einer<br />

Hand“, erklärt Geschäftsführer<br />

Thomas Schwill. „Das ist unsere Stärke.<br />

Qualität, Liefertreue und ein faires<br />

Preis-Leistungs-Verhältnis.“ Hochwertige<br />

Unikate, Serienteile, komplette<br />

Baugruppen und Speziallösungen hat<br />

das Unternehmen im Portfolio.<br />

Dabei hat hier auf der Jurahochfläche<br />

alles ganz anders angefangen: 1978<br />

gründete Vater Adolf Schwill das Unternehmen<br />

als Landmaschinen-Handel.<br />

1990 wechselten Vater und Sohn<br />

Thomas das Geschäftsfeld und stellten<br />

auf Fertigung um, ein aufwendiges<br />

Unterfangen. „Das war eine echte Herausforderung“,<br />

erinnert sich Thomas<br />

Schwill. Mit einer Abkantpresse und<br />

einer Blechtafelschere beginnen die<br />

ersten Metallarbeiten.<br />

Im Rhythmus weniger Jahre entstehen<br />

drei neue Werkshallen, das Fertigungsgelände<br />

wächst auf stolze 3.000<br />

m 2 . Fräs-, Dreh- und Lasermaschinen<br />

beschäftigen bald 37 MitarbeiterInnen.<br />

Kunden kommen aus ganz Deutschland<br />

und dem nahen Ausland. „Wir sind<br />

flexibel und vielseitig“, sagt Thomas<br />

Schwill. „Auch ausgefallene Kundenwünsche<br />

empfinden wir hier immer als<br />

Herausforderung.“ <br />

-sz-<br />

Schwill GmbH Metall-Technik,<br />

Osterdorf 73, Pappenheim,<br />

Tel. 0 91 43 / 6 05 55 - 0, info@<br />

schwillgmbh.de, www.schwillgmbh.de<br />

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Nächste Erscheinung:<br />

26.03.2022<br />

x66


<strong>WIKO</strong><br />

Die Zeit der Silberrücken im<br />

Chefsessel geht zu Ende <br />

VON JAN STEPHAN<br />

Die Generation Y fordert Mitsprache, Verantwortung und Freiräume. Das setzt<br />

sich immer mehr auch in <strong>Altmühlfranken</strong> durch. Bei Gore seit Jahrzehnten aus<br />

Überzeugung, bei manch anderem auch nur aus der Not heraus.<br />

Verantwortung ist der springende<br />

Punkt, in dem sich neue und alte Arbeitswelt<br />

unterscheiden. Früher war<br />

Verantwortung die Währung des Aufstiegs.<br />

Eine Karriere bemaß sich danach,<br />

wer für wie viel Bereiche, Mitarbeiter<br />

und Budget verantwortlich war.<br />

Wer sich Zuständigkeiten erarbeitet<br />

hatte, achtete darauf, sie nicht aus<br />

der Hand zu geben. Verantwortung ist<br />

Macht und Macht wird gut bezahlt. So<br />

die Überlegung der alten Arbeitswelt.<br />

Und heute? Wie stellen sich die aktuellen<br />

Managementlehrbücher die<br />

Führung in Unternehmen vor? Sehr<br />

anders, kann man sagen. War der Vorgesetzte<br />

früher der Boss, soll er heute<br />

eine Art Coach für die Mitarbeiter seines<br />

Teams sein.<br />

Er fällt jetzt nicht mehr im Fünf-Minuten-Takt<br />

staatstragende Entscheidungen<br />

vom Schreibtisch aus, sondern ist<br />

vor allem dafür verantwortlich, dass<br />

die Entscheidungsfindung in einer Art<br />

Schwarmintelligenz quer durch das<br />

Unternehmen stattfindet. Und zwar<br />

immer da, wo die Kompetenz für eine<br />

Entscheidung am größten ist.<br />

Das ist anstrengend für Chefs. Früher<br />

stellte sich keiner die Frage nach<br />

der Motivation eines Mitarbeiters: Er<br />

wurde bezahlt, also hatte er zu arbeiten.<br />

Das war der Deal. Und das ist er<br />

schon immer noch in den meisten Unternehmen<br />

der Region. Im ländlichen<br />

<strong>Altmühlfranken</strong> lässt man die Trends<br />

der Managementlehre in aller Regel<br />

erst mal ein bisschen abhängen, um zu<br />

sehen, ob sie was taugen. So hat man<br />

sich über die Jahrzehnte auch einigen<br />

Blödsinn erspart.<br />

Blödsinn, der einfach wieder vorbeigeht,<br />

das ist die neue Art der Führung<br />

aber eben nicht. Auch wenn sich das<br />

manche Chefs von altem Schrot und<br />

Korn vielleicht wünschen. Es gibt gute<br />

Gründe anzunehmen, dass es sich<br />

beim Wandel in der Führung nur um<br />

die Spitze des Eisbergs eines gesellschaftlichen<br />

Wandels handelt.<br />

Punkt eins: Die Gesellschaft hat sich in<br />

den vergangenen Jahrzehnten weiter<br />

demokratisiert, Mitsprache ist in allen<br />

Bereichen selbstverständlich geworden.<br />

Warum sollte das im Job anders<br />

sein? Punkt zwei: Mit steigendem<br />

❱Fortsetzung nächste Seite❱<br />

67


<strong>WIKO</strong><br />

Wohlstand hat sich die Rolle der Arbeit<br />

gewandelt. Vor 50 bis 60 Jahren<br />

war Arbeit existenzieller Broterwerb.<br />

Viel mehr als Lohn erwartete man davon<br />

nicht. Heute will die sogenannte<br />

Generation Y mehr vom Beruf. Er soll<br />

gutes Geld bringen, das schon, dabei<br />

aber auch Sinn stiften, Teil des eigenen<br />

Lebensentwurfs sein und zudem nicht<br />

die Freizeit ruinieren. Denn Job und<br />

Karriere sind längst nicht mehr das,<br />

wofür man lebt. Familie, Freunde und<br />

der individuelle Lebensentwurf haben<br />

an Bedeutung gewonnen.<br />

So viel zur Theorie. Die Praxis auf Arbeitgeberseite<br />

sieht mitunter noch<br />

etwas anders aus, weiß Holger Pützvon<br />

Fabeck. Als Partner in der Kanzlei<br />

Meyerhuber kennt der Gunzenhäuser<br />

Wirtschaftsanwalt die Firmenlandschaft<br />

der Region. Mit der Delegation<br />

von Verantwortung tun sich manche<br />

Firmenchefs und Vorgesetzten noch<br />

schwer, weiß er. „Man muss das zulassen<br />

können. Das Homeoffice ist ein<br />

gutes Thema, da muss man als Chef<br />

auch Vertrauen in seine Mitarbeiter haben,<br />

dass die da jetzt nicht nur daheim<br />

sitzen und Latte macchiato schlürfen,<br />

sondern dass die auch tatsächlich was<br />

arbeiten.“<br />

Aber es tut sich was. Auch in <strong>Altmühlfranken</strong>.<br />

„Das sei allerdings nicht<br />

immer nur auf innere Einsicht zurückzuführen“,<br />

vermutet Pütz-von Fabeck.<br />

„Es gibt auch Druck durch den Arbeitsmarkt.<br />

Früher hatte man für eine Stelle<br />

dutzende Bewerber, heute sucht man<br />

qualifiziertes Personal händeringend.<br />

Selbst wenn man das also wollte,<br />

könnte man sich gar nicht mehr als der<br />

Diktator aufführen, der mancher Unternehmer<br />

vielleicht noch gerne wäre“,<br />

fasst er die Situation auf dem Arbeitsmarkt<br />

mit einem humorvollen Lächeln<br />

zusammen.<br />

Das mit dem allmächtigen Chef ist<br />

vielleicht bald endgültig vorbei. Denn<br />

die Situation wird sich so schnell nicht<br />

ändern. Weil die Babyboomer aus dem<br />

Job ausscheiden und die neuen geburtenschwachen<br />

Jahrgänge von unten<br />

zu knapp in den Beruf hineinwachsen.<br />

Das heißt: Man wird an den Wünschen<br />

der Generation Y nicht vorbeikommen.<br />

Sonst machen sie ihre 35-Stunden-Woche<br />

mit Job-Rad und Sabbatical-Anspruch<br />

eben woanders. Bei<br />

den Arbeitgebern komme das immer<br />

stärker an, weiß der Gunzenhäuser<br />

Wirtschaftsanwalt. Stück für Stück<br />

würden Führungskulturen bereits verändert.<br />

Aber es gebe schon auch noch<br />

Unternehmen, die einen anonymen<br />

x68


<strong>WIKO</strong><br />

Kummerkasten für die Mitarbeiter für<br />

eine gelungene Form der Kommunikation<br />

halten. Pütz-von Fabeck: „Dabei<br />

ist es wirklich kein gutes Zeichen, wenn<br />

sich die Mitarbeiter nur anonym trauen,<br />

ihren Vorgesetzten zu beschimpfen.“<br />

Ortswechsel, Pleinfeld, das Werk von<br />

Gore. Knapp 400 Menschen arbeiten<br />

hier in der fränkischen Niederlassung<br />

des amerikanischen Konzerns, der<br />

ein Profi für innovative Werkstoffe ist,<br />

an Medizintechnik und Autoindustrie<br />

liefert, aber auch Funktionstextilien<br />

herstellt. Hier ist alles schon so lange<br />

anders, dass es längst normal ist. Über<br />

die „modern Leadership“ kann man bei<br />

Gore nur milde lächeln. Hier praktiziert<br />

man diese Art der Unternehmensführung<br />

seit mehr als einem halben Jahrhundert.<br />

Und zwar aus Überzeugung.<br />

Dafür wurde man lange belächelt. Gore<br />

galt in Wirtschaftskreisen als die exzentrische<br />

Hippie-Tante, die es in jeder<br />

Familie gibt. Nicht unsympathisch,<br />

aber schon auch anstrengend.<br />

Die Zeiten sind vorbei. Gore wird derzeit<br />

deutschlandweit als leuchtendes<br />

Beispiel moderner Mitarbeiterführung<br />

gepriesen. Und das mit gutem Grund.<br />

Immerhin hat der Konzern bewiesen,<br />

dass flache Hierarchien, Eigenverantwortung<br />

der Mitarbeiter und Unternehmenswerte<br />

wie Fairness im harten<br />

Wirtschaftsalltag keine rosaroten<br />

Träumereien sind, sondern am Markt<br />

funktionieren. Und zwar ohne dass der<br />

Markt Sympathiepunkte für Nettigkeit<br />

vergeben würde.<br />

Das System Gore funktioniert nicht<br />

trotz des Social-Management-Gedöns<br />

so hervorragend, sondern tatsächlich<br />

deswegen. Vier Milliarden Euro Umsatz<br />

und 11.000 Mitarbeiter in mehr als 25<br />

Ländern sprechen für sich. Gore zählt<br />

zu den 200 reichsten Unternehmen<br />

der USA in Privatbesitz.<br />

Und wie sieht die neue Arbeitswelt<br />

am Standort in Pleinfeld aus? Lauter<br />

Kreative im freien Austausch der Ideen?<br />

„Nein, nein, wir haben hier schon<br />

auch eher administrative Tätigkeiten“,<br />

stellt Madlin Bußinger schmunzelnd<br />

im Gespräch mit unserem Magazin<br />

fest. Sie will vermeiden, dass man<br />

Gore als Raumschiff sieht, das abgehoben<br />

durch die Weiten der Arbeitswelt<br />

schwebt. Bußinger ist Human-Re-<br />

sources-Managerin am Pleinfelder<br />

Standort des Konzerns. Ihr Job ist es<br />

gerade, die Gore-Welt zu erklären. Und<br />

das beginnt mit einem über das Interview<br />

verteilten Sprachkurs. Denn bei<br />

Gore gibt es eigentlich gar keine Mitarbeiter,<br />

sondern Associates, keine<br />

Aufgaben, sondern Commitments und<br />

keine Vorgesetzten, sondern Sponsoren.<br />

Die Philosophie des amerikanischen<br />

Firmengründers Bill Gore aus<br />

Delaware wird auch an der Rezat hochgehalten.<br />

Man kriegt hier nicht<br />

ständig gesagt,<br />

was man tun muss.<br />

Was hinter diesen Anglizismen steht,<br />

ist ein schlankes und einleuchtendes<br />

Konzept, das wieder zum Anfang dieses<br />

Textes führt. Denn auch hier geht<br />

es um Verantwortung. Die Menschen,<br />

die bei Gore arbeiten, sollen nicht nur<br />

einen Job machen, sondern sich als<br />

Teil des Unternehmens fühlen. Und<br />

damit das nicht nur schöne Worte<br />

sind, gibt es sehr handfeste Anreize.<br />

Die Mitarbeiter bekommen Anteile am<br />

Unternehmen, erklärt Bußinger. Es gibt<br />

eine Art firmeninternen Aktienkurs,<br />

der anzeigt, wie es dem Unternehmen<br />

geht, und der auch festlegt, was die<br />

Anteile der Mitarbeiter wert sind. Im<br />

Grunde arbeitet jeder Gore-Mitarbeiter<br />

also nicht nur für das Unternehmen,<br />

sondern auch für sich selbst. Vom<br />

Unternehmer im Unternehmen ist die<br />

Rede.<br />

„Das ist aber nur ein Baustein unserer<br />

Philosophie“, betont Bußinger. Denn<br />

die Gore-Idee ist ja gerade, dass es<br />

nicht nur ums Geld geht, sondern auch<br />

um Begeisterung und Leidenschaft. Es<br />

gibt ganz flache Hierarchien und man<br />

legt Wert auf kleine Teams, die sich für<br />

spezielle Fragestellungen neu zusammenfinden<br />

und vieles selbstständig<br />

entscheiden. „Man kriegt hier nicht<br />

ständig gesagt, was man tun muss,<br />

sondern organisiert sich selbst“, erklärt<br />

die Human-Resources-Managerin.<br />

Ein Umstand, mit dem nicht jeder<br />

zurechtkommt, wie der Pleinfelder<br />

Werksleiter Pascal Wucher einräumt.<br />

„Gerade wenn neue Mitarbeiter aus<br />

klassischen Hierarchien zu uns kommen,<br />

wollen die immer ganz genau<br />

wissen, was sie jetzt tun sollen.“ Aber<br />

so funktioniert Gore nicht. „Wir setzen<br />

stark auf Freiräume und die Möglichkeit,<br />

sich selbst zu entfalten.“ Allerdings<br />

muss man sich dafür auch selbst<br />

führen können, weiß der Werksleiter.<br />

Der „Cultural Fit“ zwischen Mitarbeiter<br />

und Unternehmen sei bei Gore deshalb<br />

von entscheidender Bedeutung, räumt<br />

Personalerin Bußinger ein. Wem mehr<br />

an klaren Vorgaben als an der Chance<br />

zur Selbstorganisation gelegen ist,<br />

die am Ende ja auch eine Pflicht ist,<br />

sei vielleicht bei einem anderen Unterenehmen<br />

besser aufgehoben. Bei den<br />

Bewerbungsgesprächen würden aber<br />

beide Seiten meist schnell feststellen,<br />

ob sie zusammenpassen oder nicht,<br />

hat die Gore-Personalerin festgestellt.<br />

Und wenn es passt, wird man auch<br />

ein bisschen Teil einer neuen Familie.<br />

Denn bei Gore wird zum Beispiel aus<br />

Überzeugung geduzt. Das sei Teil der<br />

Begegnung aller auf Augenhöhe und<br />

ein Ausdruck der Idee, dass man Kollegen<br />

und Mitarbeitern mit Vertrauen<br />

begegnet. Dazu gibt es rund ums Unternehmen<br />

auch Freizeitaktivitäten,<br />

die die Firmengemeinschaft zusammenschweißen<br />

sollen.<br />

„Aber das ist natürlich keine Pflicht,<br />

sondern nur ein Angebot“, lacht Madlin<br />

Bußinger. „Es hat ja auch nicht jeder<br />

Lust, nach Feierabend eine Runde joggen<br />

zu gehen.“ Na immerhin, ein paar<br />

Konstanten gibt es zwischen alter und<br />

neuer Arbeitswelt dann doch noch.<br />

69


<strong>WIKO</strong><br />

Zwischen Holzzeitalter und der<br />

Angst vor dem Loch<br />

VON JAN STEPHAN<br />

Eine neue grünere Wirtschaft<br />

muss mit den Rohstoffen beginnen.<br />

Wir haben Wald und Stein<br />

in <strong>Altmühlfranken</strong> auf ihre wirtschaftlichen<br />

Chancen in der<br />

Zukunft geprüft. Eine Geschichte<br />

von chinesischen Villen, der<br />

Laubholz-Frage und T-Shirts aus<br />

Holz.<br />

Die neue Wirtschaft soll in Zukunft<br />

grün und nachhaltig werden. Na ja,<br />

genau genommen muss sie grün<br />

und nachhaltig werden, sonst ist es<br />

mit der Zukunft vielleicht nicht weit<br />

her. Der neue Green Deal dürfte die<br />

Entwicklung des noch jungen Jahrhunderts<br />

werden. Eine, die alle Bereiche<br />

unseres Lebens durchdringt und<br />

vieles auf den Kopf stellt. Viel stärker<br />

wird in Zukunft gefragt sein, wie Produkte<br />

hergestellt und welche Ressourcen<br />

dabei verbraucht werden.<br />

Am Beginn allen Zählens stehen die<br />

Rohstoffe.<br />

Für uns ein Anlass, nachzusehen,<br />

welche Rohstoffe es vor der altmühlfränkischen<br />

Haustür gibt. Und<br />

wie ihr Chancen-Risiko-Mix<br />

in einer neuen, grünen Wirtschaft<br />

aussieht. Eine Geschichte von<br />

Holz, aus dem in Zukunft T-Shirts gemacht<br />

werden könnten. Und eine Geschichte<br />

von Stein, der international<br />

für Furore sorgt, sich aber zu Hause<br />

schwertut.<br />

ROHSTOFF HOLZ:<br />

Eine runde Milliarde Euro. So viel sind<br />

<strong>Altmühlfranken</strong>s Wälder wert. Wenn<br />

man die Preise, die auf dem Markt<br />

für kleinere Flächen gezahlt werden,<br />

auf die knapp 34.000 Hektar Wald<br />

umrechnet, die es in <strong>Altmühlfranken</strong><br />

gibt und die immerhin rund 1,3 Prozent<br />

des bayerischen Waldes ausmachen.<br />

Das mag nicht ganz realistisch<br />

sein, gibt aber eine<br />

Ahnung, wie groß<br />

die wirtschaftliche<br />

Bedeutung<br />

des Walds vor Ort ist.<br />

In der öffentlichen Debatte spielt diese<br />

Dimension nur eine kleine Rolle.<br />

Das liegt wohl daran, dass es so viele<br />

andere Themen gibt, um die man<br />

sich zwischen Baum und Borke in die<br />

Haare bekommen kann. Der Wald<br />

nämlich ist ein Kampfgebiet der Ansprüche.<br />

Sehr viele Menschen aus sehr unterschiedlichen<br />

Richtungen haben sehr<br />

klare Vorstellungen, wie er auszusehen<br />

hat, dieser Wald. Förster, Jäger,<br />

Umweltschützer, Spaziergänger,<br />

x<br />

x70


<strong>WIKO</strong><br />

Mountainbiker… Längst weiß auch<br />

der Wald nicht mehr so recht, was er<br />

eigentlich sein soll. Holzfabrik, Naturschutzreservat,<br />

Sehnsuchtsort …<br />

Fabian Röhnisch kennt das. „Wirklich<br />

recht machen können wir es allen eigentlich<br />

nie“, sagt er. Zusammen mit<br />

Gernot Handke leitet er die Forstbetriebsgemeinschaft<br />

(FBG) Franken<br />

Süd. Gemeinsam sind sie für fast die<br />

Hälfte des altmühlfränkischen Walds<br />

zuständig, den die 2.800 Mitglieder<br />

zur Beratung und Holzvermarktung in<br />

die FBG einbringen. Wenige kennen<br />

sich zwischen Gunzenhäuser Stadtwald<br />

und Jura-Fichtenforst in Sachen<br />

Wald besser aus.<br />

Man trifft sich im neuen Verwaltungsgebäude<br />

an der Treuchtlinger Heusteige.<br />

Zwischen Holz und Naturstein.<br />

Die beiden passionierten Waldmenschen<br />

wissen von jeder Holzdecke,<br />

jedem Holzboden, jeder<br />

Holztür, wo es einst als Baum<br />

wuchs. Also: Wie steht es<br />

denn um den Wald in der<br />

Region?<br />

Wenn man es gerne groß<br />

mag, könnte man sagen:<br />

Dieses Jahrhundert<br />

könnte für den Wald<br />

das der Wahrheit sein.<br />

Wenn man nicht alles<br />

ganz weit oben aufhängen<br />

muss, klingt es bei Gernot<br />

Handke immer noch so: „Wir stehen<br />

vor einem dramatischen Umbruch.“<br />

Klar, der Klimawandel, an ihm kommt<br />

kein Text über den Wald vorbei. Er<br />

ist längst da, aber seine Auswirkungen<br />

noch zart. „Die Katastrophe wird<br />

kommen“, stellt Fabian Röhnisch klar,<br />

„die Frage ist nur wann.“ In benachbarten<br />

Gebieten <strong>–</strong> so viel lässt sich<br />

sagen <strong>–</strong> ist die Katastrophe weiter. Im<br />

Ansbacher Land haben an einzelnen<br />

Standorten große Kiefernbestände<br />

schon den Geist aufgegeben.<br />

Das ist der Anfang der „Katastrophe“.<br />

Sie wird weitergehen, indem mehr<br />

Schädlinge kommen, die leichteres<br />

Spiel mit den geschwächten Bäumen<br />

haben. Das Resultat werden mehr Löcher<br />

in dem Meer aus Wipfeln sein.<br />

Und in dieses Mehr an Löchern werden<br />

dankbar die Stürme greifen, die<br />

dank Klimawandel immer häufiger<br />

und heftiger werden. Es ist ein Teufelskreis,<br />

in dessen Mitte ein Wald<br />

steht, der einen Mehrfrontenkrieg<br />

führt.<br />

Und ein Holzmarkt, der zunehmend<br />

auf die Seite der Abnehmer ausschlägt.<br />

Denn: Die Schädlings- und<br />

Unwetterereignisse spülen immer<br />

wieder Holz in großen Mengen auf<br />

den Markt, das wegmuss. Das Ergebnis<br />

ist erwartbar: Dumpingpreise<br />

für einen Rohstoff, der eigentlich ein<br />

wichtiger Teil einer nachhaltigeren<br />

Zukunft sein müsste.<br />

Was kann langfristig helfen? Der Umbau<br />

des Waldes. Zumindest, was den<br />

Klimawandel betrifft. Klar, hört man ja<br />

seit zwei und läuft hinter den Kulissen<br />

seit vier Jahrzehnten. Weniger Nadelbäume<br />

und Monokulturen, mehr<br />

Mischwälder und Laubbäume.<br />

Klingt gut, ist aber ein Problem. Zumindest<br />

wirtschaftlich. Denn Nadelholz<br />

wächst nicht nur schneller und<br />

gerader, es hat auch die besseren<br />

Materialeigenschaften und lässt sich<br />

<strong>–</strong> etwa als Bauholz <strong>–</strong> einfacher wirtschaftlich<br />

verwerten.<br />

Das erklärt, warum der Waldumbau<br />

nicht von selbst in die Gänge kam,<br />

sondern erst unter den Schmerzen<br />

der aufziehenden Katastrophe stattfindet.<br />

Wirtschaftlich betrachtet ist<br />

er erst mal eine ziemlich blöde Idee.<br />

Man muss Geld investieren, um als<br />

Resultat ein Ergebnis zu bekommen,<br />

das in Zukunft weniger wert ist. Das<br />

ist nicht gerade aus dem Bilderbuch<br />

der Betriebswirtschaftslehre.<br />

ALSO, ALLES TRÜBSAL IM WALD?<br />

Nein, überhaupt nicht. Denn es gibt<br />

mächtige Gegenbewegungen, die<br />

Hoffnung machen. „Das Holzzeitalter<br />

ist gerade angebrochen“, sagt etwa<br />

Martin Neumeyer, der Vorsitzende<br />

der Bayerischen Staatsforsten, in<br />

zahlreichen Interviews. „Weil Holz ein<br />

immer gefragterer Wertstoff ist, der<br />

unschlagbare ökonomische und ökologische<br />

Eigenschaften hat“, schiebt<br />

Bayerns Oberförster hinterher. „Wald<br />

und Holz können Antworten auf wichtige<br />

Zukunftsfragen geben. Wie die<br />

Energieversorgung oder die Substitution<br />

von fossilen Energieträgern.“<br />

Das klingt doch gleich ganz anders.<br />

Und tatsächlich: Wenn die Klimabilanz<br />

in Zukunft stärker in Produkte eingepreist<br />

wird, führt kein Weg am Holz<br />

vorbei. Nicht nur, dass es fast von<br />

selbst wächst und kaum CO 2<br />

-Emission<br />

bei seiner Produktion verursacht,<br />

nein, es bindet in seinem natürlichen<br />

Wachstum sogar Kohlenstoffdioxid.<br />

Viel besser könnte man sich einen<br />

Rohstoff für die gewünschte Dekarbonisierung<br />

der Wirtschaft kaum erfinden.<br />

Verbrennt man das Holz, bekommt<br />

man Energie, die zumindest nur das<br />

CO 2<br />

freisetzt, das sie vorher der Umwelt<br />

entzogen hat. Erheblich besser<br />

ist die stoffliche Verwertung von<br />

Holz. Deshalb soll der Holzbau in Zukunft<br />

nicht nur der Waldwirtschaft<br />

einen stärkeren Absatzmarkt bieten,<br />

sondern auch für einen „zweiten<br />

Wald“ in Städten und Dörfern sorgen.<br />

Fest verbaut könnte dort das Holz zu<br />

einem gigantischen CO 2<br />

-Speicher<br />

werden, der zugleich viel energieintensiver<br />

hergestellte Baustoffe wie<br />

etwa Beton ersetzt. Ein doppelter<br />

Gewinn sozusagen. Ach was, ein dreifacher,<br />

denn im Wald braucht es Platz<br />

für die nächste Generation Pflanzen,<br />

die neue Tonnen CO 2<br />

aus der Atmosphäre<br />

holt.<br />

So schön das in der Theorie alles<br />

klingt, in der Praxis ist das „Holzzeitalter“<br />

noch nicht angekommen.<br />

Beispiel Holzbau: Es wird zwar in<br />

Deutschland immer mehr mit Holz<br />

gebaut, aber im Vergleich zu Skandinavien<br />

oder Kanada ist die Quote<br />

nach wie vor überschaubar. Schaut<br />

man in den Landkreis, sieht man vor<br />

❱Fortsetzung nächste Seite❱<br />

71


<strong>WIKO</strong><br />

allem Einfamilienhäuser aus Holz.<br />

Das ist gut und wichtig, aber was ist<br />

mit größeren Gebäuden? Bislang<br />

Fehlanzeige. Mietshäuser werden<br />

weiter aus Beton gebaut. Und öffentliche<br />

Großbauten mit Holz als Vorzeigebeispiele?<br />

Gibt es nicht. Die Weißenburger<br />

Vierfachhalle als Holzbau?<br />

Nie diskutiert. Der Neubau der Senefelder-Schule?<br />

Schnell abgewunken.<br />

Dabei geht Holzbau auch in ganz<br />

Groß, wie vor allem in den Metropolen<br />

bei mehrstöckigen Mietshäusern<br />

gezeigt wird.<br />

Allerdings wird es auf lange Sicht<br />

auch Entwicklungsleistungen brauchen,<br />

denn auch hier gilt bislang: Vor<br />

allem Nadelholz landet im Bau. Beim<br />

FBG-Gebäude an der Treuchtlinger<br />

Heusteige aber hat man vorgemacht,<br />

dass auch die Buche als Leimholzbinder<br />

funktioniert und zudem noch weniger<br />

Material braucht.<br />

Es werden auf Dauer mehr Absatzmöglichkeiten<br />

für das Laubholz geschaffen<br />

werden müssen, das im<br />

Zuge des Waldumbaus gerade in die<br />

bayerischen Wälder kommt. Die Bauwirtschaft<br />

ist eine Option, als außergewöhnlich<br />

spannend gilt aber ein<br />

ganz anderer Markt. Die sogenannte<br />

Bioökonomie. Dahinter verbirgt sich<br />

die Idee eines Wirtschaftsmodells,<br />

das seine Ressourcen möglichst<br />

weitgehend aus erneuerbaren Rohstoffen<br />

deckt. Bei der Zulieferung an<br />

Rohstoffen wäre neben der Landwirtschaft<br />

vor allem die Forstwirschaft<br />

gefragt. Zahlreiche Forschungsprojekte<br />

laufen. T-Shirts und Pullover<br />

aus Holzfasern sind längst Realität,<br />

auch Plastik-Ersatz, Biogas oder sogar<br />

Biotreibstoffe können aus Holz<br />

gewonnen werden. In Politik und<br />

Wissenschaft gilt dieser Bereich der<br />

Verwendung von Holz als eine der Zukunftsperspektiven.<br />

Das eröffnet den<br />

Waldbesitzern auf dem Land interessante<br />

Absatzmärkte.<br />

Zumal das wirtschaftliche Potenzial<br />

nicht nur bei der Tiefe der Wertschöpfung,<br />

sondern auch bei der Menge<br />

groß ist. In Deutschland gilt die Bewirtschaftung<br />

der Wälder als nachhaltig.<br />

Tatsächlich wachsen seit Jahren<br />

die Holzvorräte in den Wäldern<br />

sogar wieder an, und in Deutschland<br />

hat der Wald in den letzten 50 Jahren<br />

sogar um 1,5 Millionen Hektar zugenommen,<br />

wie das Bundesministerium<br />

für Landwirtschaft feststellt. Auch<br />

in <strong>Altmühlfranken</strong> dürfte mehr Holz<br />

wachsen als geerntet wird. „Vor allem<br />

in den Privatwäldern wachsen die<br />

Vorräte“, glaubt Gernot Handke. Ohnehin<br />

sei der Wald in der Region eher<br />

älter und könnte zielgerichtete Ernte<br />

in den meisten Fällen gut vertragen.<br />

Und das sei letztlich auch aus Klimaschutzsicht<br />

wünschenswert. „Dazu<br />

brauchen wir einen bewirtschafteten<br />

Wald“, erklärt Handke. Damit altes<br />

Holz verwertet wird <strong>–</strong> idealerweise<br />

als dauerhafter Speicher <strong>–</strong> und<br />

neue Baumgenerationen neues CO 2<br />

aufnehmen können. In der ganzen<br />

Diskussion ist allerdings klar: Die<br />

Grenzen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit<br />

des Walds liegen in<br />

der Unversehrtheit seines Ökosystems,<br />

das eben neben der Holzproduktion<br />

noch andere, sehr wichtige<br />

Aufgaben hat.<br />

Hier aber glauben die beiden FBG-<br />

Förster an Vereinbarkeit. Gerade in<br />

<strong>Altmühlfranken</strong> seien die Wälder heute<br />

aus ökologischer Sicht in einem<br />

besseren Zustand als etwa nach den<br />

beiden Weltkriegen. Das liegt nicht<br />

zuletzt daran, dass es vor Ort viele<br />

Klein- und Kleinstwaldbesitzer gibt,<br />

die sehr unterschiedlich mit ihren<br />

Wäldern umgehen. Das mag aus der<br />

Bewirtschaftungsperspektive nicht<br />

ideal sein, bringt aber Vielfalt. Dort<br />

wird viel gemacht, hier gar nichts und<br />

da gibt es einen Liebhaber, der seinen<br />

Wald voller Nistkästen gehängt<br />

hat. Diese kleinteilige Struktur tut<br />

der Biodiversität eher gut. Genauso<br />

wie die Tatsache, dass der Nutzungsdruck<br />

nicht brutal ist. Frühere Generationen<br />

hätten den Wald ausschließlich<br />

als Rohstofflager gesehen und<br />

ihn komplett ausgeräumt. Bis hin zum<br />

Waldboden, der als Streu in den Ställen<br />

landete.<br />

Dass der Wald als wirtschaftliche<br />

Komponente vor Ort allerdings keine<br />

große Rolle spielt, liegt auch daran,<br />

dass er zwar viele Köpfe, aber keine<br />

Gesichter hat. Will heißen: Es gibt<br />

zwar Tausende von privaten Waldbesitzern<br />

in <strong>Altmühlfranken</strong>, vielleicht<br />

einige Dutzend Firmen für Waldarbeiten,<br />

einige Handvoll Zimmerer<br />

und eine Handvoll kleiner Sägewerke,<br />

aber große Weiterverarbeiter gibt es<br />

nicht. Die Wertschöpfung des Walds<br />

verteilt sich eben auf 34.000 Hektar<br />

und nicht auf einige Hunderttausend<br />

Quadratmeter Fabrikgelände, wie das<br />

bei der Industrie der Fall ist.<br />

Dürfte man sich etwas wünschen,<br />

wäre es sicher, dem forstwirtschaftlichen<br />

System vor Ort noch mehr Perspektive<br />

in der Veredelung und damit<br />

Tiefe in der Wertschöpfung zu geben.<br />

Das würde dem Wald auch als Arbeitgeber<br />

mehr Respekt bringen. Nicht<br />

x72


<strong>WIKO</strong><br />

umsonst ist mit Blick auf den deutschen<br />

Forst von einem schlafenden<br />

Riesen die Rede.<br />

Aber wer weiß, vielleicht eröffnet die<br />

Bioökonomie ja Gelegenheiten für<br />

Start-ups, die mit frischen Gedanken<br />

dem Wald neue Ideen verschaffen.<br />

Politischer Rückenwind ist vorhanden:<br />

„Unternehmen, die da Ideen haben,<br />

einfach bei uns melden, wenn<br />

wir das irgendwie fördern können,<br />

tun wir es“, hat Bayerns Wirtschaftsminister<br />

Hubert Aiwanger zuletzt<br />

voller Euphorie für Innovationen in<br />

der Bioökonomie geworben. Na dann<br />

steht dem Holzzeitalter ja doch nicht<br />

mehr so viel im Wege.<br />

ROHSTOFF STEIN:<br />

Man steht am Rande dieses gigantischen<br />

Lochs in der Landschaft und<br />

staunt. Ein Meer aus Stein. Der Vergleich<br />

ist passend, weil dieser Stein<br />

ja tatsächlich mal Meer war. Also genauer:<br />

Meeresboden, der sich über<br />

150 Millionen Jahre zu Stein verpressen<br />

ließ. Der Blick schweift, man verliert<br />

schnell die Dimension. In dieser<br />

Stein-Landschaft ist alles gewaltig.<br />

Gegen die Steinbrech-Bagger mit ihren<br />

50 Tonnen wirken handelsübliche<br />

Baufahrzeuge wie aus der Spielzeugkiste.<br />

Jens Geiger lächelt. Für ihn ist der<br />

Steinbruch Arbeitsumfeld, aber er<br />

freut sich auch ein bisschen über die<br />

Faszination des Besuchers. Der kaufmännische<br />

Leiter und Prokurist des<br />

Schotter- und<br />

Steinwerks Weißenburg (SSW) kann<br />

sie nachvollziehen. „Stein ist wirklich<br />

eine coole Sache“, sagte er und<br />

beginnt mit einer Komplettführung<br />

durch das steinerne Meer.<br />

„Diese Lage da wird gerade viel in<br />

China als Fassade an Villen verbaut“,<br />

erzählt er und zeigt auf ein steinernes<br />

Band in der steinernen Wand. „Das<br />

hier sind die Mauersteine“, ergänzt er<br />

und deutet auf lange Pallettenreihen.<br />

„Da sind wir Qualitätsführer.“ Sie werden<br />

im Garten und Landschaftsbau<br />

verwendet. „Und hier wird geschottert“,<br />

lässt Geiger wissen und klettert<br />

flinken Schritts in eine mietshausgroße<br />

Anlage hinauf, die Steinblöcke<br />

schluckt und Schotter ausspuckt.<br />

Teurer Werkstein für Fassaden, Böden,<br />

Fensterbänke. Günstigerer Mauerstein<br />

für Trockenmauern und Landschaftsbau.<br />

Billiger Schotter für Fundamente<br />

und Straßen. Das ist der<br />

Dreiklang der regionalen Steinwirtschaft<br />

im Bereich Juramarmor. „Von<br />

einer Tonne Stein gehen hier 999<br />

Kilo als genutztes Material raus“, sagt<br />

Geiger. „Es gibt praktisch keinen Abfall.“<br />

Das ist ihm wichtig, weil die Natursteinindustrie<br />

vor Ort ein Umweltproblem<br />

hat. Allerdings vor allem ein<br />

gefühltes, wie die Steinunternehmen<br />

im Süden des Landkreises finden.<br />

Denn: Stein hat im Vergleich zu vielen<br />

anderen Baustoffen eine starke<br />

Klimabilanz. Aus einem einfachen<br />

Grund: Er ist kein Rohstoff, aus dem<br />

man mit aufwendigen und energieintensiven<br />

Verfahren<br />

erst noch das eigentliche<br />

Produkt<br />

machen muss, er<br />

❱Fortsetzung<br />

nächste Seite❱<br />

73


<strong>WIKO</strong><br />

liegt schon fertig im Boden. Gut,<br />

aus dem muss man ihn rausholen<br />

und ihn zum Kunden transportieren,<br />

aber dann hat man ein biologisches,<br />

vielseitig einsetzbares und unverwüstliches<br />

Baumaterial. In vielen<br />

historischen Gebäuden liegen Natursteinböden<br />

aus den hiesigen Brüchen<br />

seit Jahrhunderten. Das schafft<br />

kein Teppich, kein Linoleum und kein<br />

Parkett.<br />

Deshalb ist im Innenbereich die Verlegung<br />

eines Natursteinbodens im Vergleich<br />

zu einem Teppich klimatechnisch<br />

die erheblich bessere Wahl.<br />

Die Natursteinindustrie hat sich das<br />

über einen langen Nutzungszeitraum<br />

für Gewerbeimmobilien ausrechnen<br />

lassen. Das Ergebnis war beeindruckend:<br />

Der Teppich war mehr als 200-<br />

mal schädlicher für die Umwelt als ein<br />

Natursteinboden.<br />

Ähnliches <strong>–</strong> wenn auch weniger umfassend<br />

<strong>–</strong> gilt für Fassaden. Auch hier<br />

gibt es eine Studie, die zeigt, dass Natursteinfassaden<br />

erheblich nachhaltiger<br />

sind als Glasfronten. Und zwar<br />

in allen relevanten Dimensionen von<br />

Primärenergiebedarf bis Sommersmogpotenzial.<br />

Der geringe Energieverbrauch bei<br />

der Herstellung, seine Unverwüstlichkeit<br />

und die erheblich bessere<br />

Wärmedämmung ergeben beim Stein<br />

im Resultat einen guten ökologischen<br />

Fußabdruck. Als hinterlüftete Fassade<br />

sorgt er dafür, dass sich Gebäude<br />

im Sommer weniger schnell aufheizen<br />

und im Winter weniger schnell<br />

auskühlen. Ganz ohne Energieeinsatz.<br />

Mit Blick auf einen nachhaltigeren<br />

Umgang mit Ressourcen kann man<br />

beim Naturstein grünes Licht geben.<br />

Als Rohstoff der Zukunft macht er in<br />

vielen Fällen Sinn. Aus ökologischen<br />

Gesichtspunkten hat man mit Blick<br />

auf die Zukunft aber in der hiesigen<br />

Natursteinindustrie ein ganz anderes<br />

Problem: die Angst vor dem Loch.<br />

Denn wo Stein aus dem Boden geholt<br />

wird, ist der Boden eben erst mal fort.<br />

Und mit ihm die Wälder, die Pflanzen<br />

und die Tiere auf ihm. So zumindest<br />

sahen das auch Tausende von <strong>Altmühlfranken</strong>,<br />

die vor rund zehn Jahren<br />

dem hiesigen Bund Naturschutz<br />

folgten und mit Unterschriften gegen<br />

die Ausweitung von Steinabbauflächen<br />

protestierten. Früher oder<br />

später wird die Diskussion wieder geführt<br />

werden müssen.<br />

Im Prinzip sei der Steinabbau nur eine<br />

Zwischennutzung, argumentiert Jens<br />

Geiger vom SSW. „Unser Steinbruch<br />

wandert als Loch durch den Wald. Wo<br />

wir fertig sind, füllen wir wieder mit<br />

Erde auf und forsten mit Tausenden<br />

von Bäumen auf“, erzählt er und deutet<br />

auf einen Lkw. Der fährt ein paar<br />

Hundert Meter weiter gerade wie bestellt<br />

an eine Abbruchkante und kippt<br />

Erde einen Hang hinunter. „Das ist unbelasteter<br />

Erdaushub, den kann man<br />

sich auch in den Garten schütten“,<br />

erklärt Geiger.<br />

Wie das nach einigen Jahren aussieht,<br />

kann man bei einem Spaziergang<br />

beobachten. Es geht ein paar<br />

Hundert Meter einen Waldweg entlang,<br />

steil nach oben, dann ums Eck.<br />

Man steht in einem jungen Mischwald,<br />

Lärchen, Buchen, Elsbeeren, dazu<br />

ein paar lichte Flächen, auf denen<br />

Sträucher und Gräser gedeihen. „Vor<br />

zwei Jahrzehnten war hier ein Bruch“,<br />

erzählt Geiger. „Jetzt hat die Natur<br />

es sich mit unserer Hilfe wieder zurückgeholt.“<br />

Ein Teil des alten Bruchs<br />

blieb sogar mit Absicht stehen.<br />

Die blanke Felswand<br />

sollte Lebensraum<br />

für Felsbrüter wie<br />

den Uhu schaffen.<br />

Längst ist sie zart<br />

bewaldet und bietet<br />

mitten im Weißenburger<br />

Stadtwald eine Kulisse wie in<br />

einem Alpental.<br />

Geigers Kollege Holger Weisel von<br />

der Solnhofen Stone Group (SSG)<br />

geht sogar noch weiter. Für ihn ist<br />

nämlich auch die Zwischennutzung<br />

nicht das Problem. „Unsere Steinbrüche<br />

sind artenreicher als der Wald,<br />

der daneben wächst“, sagt Weisel.<br />

Er kann auf Uhus, Apollofalter, Amphibien<br />

und anderes mehr verweisen,<br />

die den extremen Lebensraum<br />

Steinbruch schätzen und hier ihre<br />

Nischen finden. Im vergangenen Jahr<br />

hat die Stone Group in einem Bruch<br />

in Gundelsheim bei Treuchtlingen ein<br />

Schutzprojekt für die seltene Gelbbauchunke<br />

gestartet. Die findet in<br />

den in Steinbrüchen entstehenden<br />

Tümpeln nämlich Laichplätze, die es<br />

in freier Natur kaum mehr gibt. Steinabbau<br />

und Umweltschutz geht aus<br />

Sicht der beiden Steinmänner zusammen.<br />

Auch wenn die Löcher martialisch<br />

in der Landschaft klaffen.<br />

Einen ökologischen Aspekt sieht<br />

man auch darin, dass man aus dem<br />

Aufwand, den man betreibt, das Maximum<br />

herausholt. Was beim Rind<br />

„From Nose To Tail“ ist, das ist beim<br />

Juramarmor vom Block bis zum<br />

Schotter. Es sind eben nicht nur chinesische<br />

Villen oder kanadische<br />

Wolkenkratzer, die mit Jurastein verkleidet<br />

werden, es sind auch „100<br />

Prozent der Straßen in einem Umkreis<br />

von 40 Kilometern auf Schotter<br />

aus den regionalen Brüchen gebaut“,<br />

sagt Geiger. „Regionaler geht es<br />

nicht.“ Der Schotter macht in Summe<br />

das meiste Material aus, das aus<br />

den Brüchen geholt wird.<br />

x74


<strong>WIKO</strong><br />

Und der Hunger nach Schotter ist<br />

groß. Wo gebaut wird, braucht man<br />

festen Boden, den man am besten<br />

mit zerkleinerten Steinen hinbekommt.<br />

Der Juramarmor ist dafür gut<br />

geeignet, weil er sich mechanisch<br />

kontrolliert in verschiedene Körnungen<br />

brechen lässt. Je nachdem, was<br />

man als Fundament in der Verdichtung<br />

braucht.<br />

Während es im Schotterbereich auf<br />

lange Sicht keinerlei Absatzprobleme<br />

geben wird, ist es im Premiumsegment<br />

komplizierter. Auf dem<br />

deutschen Markt fühlt man sich in<br />

der hiesigen Steinbranche nicht genug<br />

wertgeschätzt. „Was andernorts<br />

längst out ist, fängt man hier jetzt<br />

wieder an: die großen Glasfassaden“,<br />

ärgert sich Holger Weisel von<br />

der SSG. Vielleicht sogar ein historisches<br />

Problem. „Ein Professor hat mir<br />

mal erzählt, dass er glaubt, dass das<br />

Bauen mit Naturstein in Deutschland<br />

auch wegen der Nazis heute wenig<br />

verbreitet ist”, erläutert Weisel. Die<br />

Monumentalität der großen Nazibauten<br />

hätten den Stein verdächtig gemacht.<br />

Ein zumindest interessanter<br />

Gedanke, denn im Moment wächst<br />

der internationale Markt für den Juramarmor<br />

unter anderem in den USA,<br />

in Kanada, China, dem Nahen Osten<br />

oder Russland, in Deutschland aber<br />

geht es eher ruhig zu.<br />

Auf dem internationalen Markt mache<br />

man sich langfristig keine Sorgen<br />

um den Absatz, sondern eher um die<br />

Konkurrenz. Die kommt aus Portugal,<br />

Griechenland, der Türkei oder<br />

China. Weisel: „Wir haben das beste<br />

Produkt, aber die internationale Konkurrenz<br />

setzt die Preise.“ Oft sind die<br />

Arbeitskosten der Konkurrenz günstiger<br />

und die Umweltauflagen geringer.<br />

Wohin das führen kann, hat man<br />

in der Branche gesehen. So pflastern<br />

landauf, landab die Kommunen ihre<br />

Marktplätze mit billigem Chinagranit,<br />

selbst wenn sie direkt vor der Haustür<br />

eigene Abbaugebiete haben. Das<br />

gilt für Berlin genauso wie für Gunzenhausen<br />

oder Weißenburg.<br />

Und dass der Preis einen ganzen<br />

Zweig einer Branche in die Knie zwingen<br />

kann, weiß man speziell im Altmühltal.<br />

Dort ist neben dem Juramarmor<br />

der Solnhofener zu Hause. Jene<br />

feinen Platten, in denen man nicht nur<br />

den Urvogel Archäopteryx gefunden<br />

hat, sondern die auch jahrhundertelang<br />

als edler Fußbodenbelag galten.<br />

Aus dem einstigen Vorzeigeprodukt<br />

der hiesigen Steinindustrie ist aber<br />

längst ein Sorgenkind geworden. Der<br />

Grund ist schlechtes Marketing und<br />

ein Strukturproblem.<br />

Die Solnhofener Platten müssen in<br />

Handarbeit aus den Brüchen geklopft<br />

werden. In einem Land, in dem<br />

Handarbeit teuer ist, müssen sie am<br />

Ende der Produktion notgedrungen<br />

in einem hochpreisigen Segment zu<br />

Hause sein. Es braucht für Bauherren<br />

also gute Gründe, um in die Mehrkosten<br />

zu investieren. Die Optik war lange<br />

einer dieser Gründe. Nur hat man<br />

es im Marketing verpasst, dem Stein<br />

ein modernes Image zu geben. Wohl<br />

auch, weil das Geschäft lange von alleine<br />

lief.<br />

Heute gilt der Solnhofener in manchen<br />

Bereichen als etwas angestaubt.<br />

Bauphysikalisch hat er allerdings<br />

ein paar Vorteile, die ihm dann<br />

noch eine Zukunft bescheren könnten.<br />

Er kann Wasser aufnehmen und<br />

wieder abgeben und beeinflusst so<br />

das Raumklima positiv. Und er hat<br />

eine hervorragende<br />

Wärmeleitfähigkeit. Ein Umstand,<br />

der gerade als Belag für Fußbodenheizungen<br />

wichtig ist. „Der<br />

Stein wird einfach um ein Vielfaches<br />

schneller warm als etwa Fliesen oder<br />

Laminat“, erklät Holger Weisel. Dem<br />

Abgesang auf den Solnhofener, dessen<br />

Abbau früher das gesamte Altmühltal<br />

zwischen Treuchtlingen und<br />

Eichstätt prägte, will er deshalb nicht<br />

folgen. „Klar, es gab Absatzeinbrüche,<br />

es gab Betriebsschließungen,<br />

aber ich sehe langfristig schon eine<br />

Zukunft auch für den Solnhofener.<br />

Er wird wieder kommen“, ist Weisel<br />

überzeugt. Auch durch die zunehmende<br />

Bedeutung des ökologischen<br />

Bauens, der unbehandelten Natursteinen<br />

neue Wertschätzung bringen<br />

könnte.<br />

Am Ende dieser Bestandsaufnahme<br />

der lokalen Steinindustrie ist es<br />

dann verblüffenderweise der neue<br />

Wert der Ökologie, der gleichermaßen<br />

Hoffnung wie Sorgen macht.<br />

Hoffnung, weil er dem Naturprodukt<br />

Stein entgegenkommt. Sorgen, weil<br />

der Abbau des Steins unter immer<br />

größerem Verdacht steht. Zwischen<br />

diesen beiden Polen wird die Zukunft<br />

der Steinindustrie in der Region verhandelt<br />

werden.<br />

75


<strong>WIKO</strong><br />

Wir suchen<br />

immer nach<br />

Alternativen<br />

Karl-Heinz Fitz<br />

Erster Bürgermeister<br />

der Stadt Gunzenhausen<br />

Der <strong>Wirtschaftskompass</strong> <strong>Ausgabe</strong><br />

2 ist da. Bei Erscheinen des ersten<br />

Hefts hätte man wahrscheinlich<br />

nicht zu hoffen gewagt, dass<br />

<strong>WIKO</strong> weit über das Heft hinaus Wellen<br />

schlägt. <strong>WIKO</strong> wird gesehen, wird<br />

als kompetenter Partner in Schulen<br />

und Wirtschaftsverbände eingeladen,<br />

wirkt an Workshops mit. Und dies, obwohl<br />

das erste <strong>WIKO</strong>-Jahr nicht nur für<br />

unsere Region, sondern für die ganze<br />

Welt ein schwieriges war.<br />

Das Jahr 2020 wird als ein Jahr der<br />

Einschränkungen und des Verzichts<br />

für die Menschen und ein<br />

wirtschaftlich äußerst angespanntes<br />

für die Unternehmen in die Geschichte<br />

eingehen.<br />

Ich stimme jedoch nicht in den Jammergesang<br />

anderer ein. Auch während<br />

der Pandemie hat sich gezeigt,<br />

dass unser Netzwerk aus Stadtmarketingverein,<br />

Citymanagement und<br />

Wirtschaftsförderung allen Beteiligten<br />

unschätzbare Vorteile gebracht hat.<br />

Ich schaue nach vorne und bin überzeugt,<br />

dass wir die Folgen der Pandemie<br />

schneller kompensieren werden<br />

als gedacht.<br />

Corona hat uns deutlich gemacht,<br />

wie wichtig es ist, nicht einzig und<br />

alleine auf Lieferanten aus dem<br />

Ausland zu bauen, sondern viel<br />

stärker auf Regionalität zu setzen,<br />

wo es möglich ist. In dieser Beziehung<br />

ging in diesem Jahr ein Ruck in die<br />

richtige Richtung.<br />

AAuch in Sachen Digitalisierung<br />

ging es rasant vorwärts. Wir haben<br />

uns viel schneller als unter normalen<br />

Umständen an Online-Konferenzen,<br />

virtuelle Vorstellungsgespräche<br />

und vieles mehr gewöhnt. Damit wird<br />

auch künftig so manche Geschäftsreise<br />

nicht mehr stattfinden müssen,<br />

weil viele Gespräche online stattfinden<br />

können. Die Vorteile liegen<br />

auf der Hand: Die Unternehmen<br />

sparen Zeit und Geld. Der größte<br />

Gewinner dabei ist aber unsere<br />

Umwelt.<br />

x76


Anzeige<br />

Gunzenhausen <strong>–</strong> die Stadt, die einfach macht<br />

„Wir als Stadt Gunzenhausen suchen<br />

immer nach Alternativen. Wir sagen<br />

nicht ‚Wegen Corona fällt jetzt alles<br />

aus’, sondern schauen eben, was man<br />

irgendwie doch auf die Beine stellen<br />

kann“, sagt Bürgermeister Karl-Heinz<br />

Fitz. In einer für alle herausfordernden<br />

Situation habe man durch die enge Verzahnung<br />

von Stadtmarketing, Citymanagement<br />

und Wirtschaftsförderung<br />

mit BürgerInnen und Unternehmen vor<br />

Ort versucht, für alle verträgliche Lösungen<br />

zu finden.<br />

Und so wurde die beliebte Gunzenhausener<br />

„Kerwa“ beispielsweise im Corona-Jahr<br />

2020 nicht komplett abgesagt.<br />

Nach Rücksprache mit Festwirten und<br />

Schaustellern wurden entzerrt <strong>–</strong> über<br />

die Sommerferien hinweg <strong>–</strong> Angebote<br />

gemacht.<br />

Mit dem Online-<br />

Marktplatz ingunzenhausen.de<br />

hatte<br />

man schon weit<br />

vor Corona Trends<br />

erkannt. „Es ist wichtig, dass wir uns<br />

auch im Netz als attraktive Einkaufsstadt<br />

präsentieren“, sagt Jeanette<br />

Holzschuh vom Stadtmarketing Gunzenhausen,<br />

und Wirtschaftsförderer<br />

Andreas Zuber ergänzt: „Wir wollen die<br />

Kaufkraft vor Ort binden.“<br />

Auch in der Corona-Zeit lief die Dreifach-Baumaßnahme<br />

an der Altmühlpromenade<br />

mit Abwasserpumpwerk,<br />

Hochwasserschutz, Renaturierung der<br />

Wir wollen die<br />

Kaufkraft vor Ort<br />

binden.<br />

Altmühl mit Freiraumgestaltung weiter.<br />

Sie ist jetzt in der letzten Bauphase angekommen.<br />

Ab 2022 steht Bürgerinnen<br />

und Bürgern wie auch Gästen eine<br />

stadtnahe Erholungslandschaft in unmittelbarer<br />

Nachbarschaft der Altstadt<br />

zur Verfügung.<br />

Die neue Pumptrackanlage<br />

in Gunzenhausen<br />

wird vor<br />

allem von Kindern<br />

und Jugendlichen<br />

sehr gut angenommen.<br />

Der Rundenzähler zeigt nach einem<br />

Jahr der Nutzung über 350.000<br />

zurückgelegte Runden. Das bedeutet<br />

51.000 gefahrene Kilometer.<br />

Die neue Stadthalle musste wenige<br />

Monate nach der Eröffnung aufgrund<br />

der Pandemie ihren Tagungs- und Kulturbetrieb<br />

einstellen. Gleichwohl ist es<br />

ein Gewinn, gerade während der Corona-Pandemie<br />

auf die Stadthalle für<br />

vielfältigste Sitzungen des Stadtrats,<br />

dessen Ausschüsse, des Kreistags<br />

und auch anderer Nutzer zurückgreifen<br />

zu können und ihre Qualität in jeder<br />

Hinsicht zu beweisen.<br />

Mit dem Kauf des Bahnhofs in Gunzenhausen<br />

geht die Stadt einen nächsten<br />

großen Schritt: Entstehen soll ein<br />

modernes Mobilitätszentrum als „Eingangstor<br />

zur Stadt“ mit Fahrradvermietung,<br />

Carsharing, Reisebüro und<br />

Bistro, wie Bürgermeister Fitz verrät.<br />

Durch Teilnahme an Investitionsförderprogrammen<br />

des Freistaats, u. a.<br />

für barrierefreies Bauen, erstrahlt nach<br />

umfangreicher Sanierung auch der<br />

Nordflügel des Rathauses in neuem<br />

Glanz. <br />

-klm<strong>–</strong><br />

Im Dienste<br />

der Stadt<br />

Als attraktiver Arbeitgeber bietet<br />

die Stadt vielseitige und zukunftsorientierte<br />

Arbeits- sowie Ausbildungsplätze.<br />

Die Möglichkeiten<br />

reichen dabei von Tätigkeiten im<br />

Bereich der Verwaltung, der Pflege<br />

und Hauswirtschaft über Kultur<br />

und Tourismus bis hin zu Stadtwerken<br />

und Kläranlage. Neu ist<br />

Wirtschaftsförderung<br />

Stadt Gunzenhausen<br />

Andreas Zuber<br />

Marktplatz 23 • 91710 Gunzenhausen<br />

Tel. 0 98 31 / 5 08 - 1 31<br />

www.gunzenhausen.de<br />

wifoe@gunzenhausen.de<br />

Bürgermeister: Karl-Heinz Fitz<br />

seit 2018 auch die Stelle eines<br />

Mitarbeiters im EDV-Bereich, der<br />

ein duales Studium mit Ausbildung<br />

in Hof absolviert. Außerdem wirbt<br />

die Stadt ganz besonders um Auszubildende<br />

und Arbeitskräfte im<br />

Bereich der Pflege.<br />

77


Anzeige<br />

Kompetente<br />

Service-Profis mit<br />

Engagement<br />

In Wolfsbronn bei Meinheim kümmern<br />

sich 30 MitarbeiterInnen von NQ-Service<br />

GmbH um Wartung und Service<br />

von landwirtschaftlichen und gewerblichen<br />

Biogasanlagen <strong>–</strong> bundesweit<br />

und im benachbarten Ausland. Auch<br />

Blockheizkraftwerke zur Erzeugung<br />

von Strom und Wärme in Mehrfamilienhäusern,<br />

Gewerbe, Landwirtschaft<br />

sowie in klärtechnischen Anlagen gehören<br />

zum Portfolio (siehe Foto).<br />

„Wir bieten für jede Anlage Wartung,<br />

Kundendienst, Ersatzteile, Nachrüstungen<br />

sowie biologische Beratung“,<br />

sagt M.Sc. Philipp Fleischmann, der<br />

zweite Geschäftsführer, und ergänzt:<br />

„Fachliches Know-how und individuelle<br />

Beratung sind uns sehr wichtig.“<br />

Es gibt auch mal außergewöhnliche<br />

Arbeitszeiten, denn<br />

defekte Anlagenkomponenten<br />

verlangen eine zügige Reparatur, auch<br />

am Wochenende. Für Störfälle außerhalb<br />

der Geschäftszeiten<br />

steht deswegen<br />

ganzjährig ein 24h-Notdienst<br />

zur Verfügung.<br />

Das Firmengelände mit<br />

zwei Werkstätten, Lager,<br />

Labor und Verwaltung lässt<br />

heute kaum noch darauf<br />

schließen, wie hier einmal<br />

alles angefangen hat: Im<br />

Keller des elterlichen Bauernhofes<br />

baute Firmeninhaber<br />

und Geschäftsführer Dipl.-Ing. (FH)<br />

Andreas Niederlöhner 1992 für seine<br />

Diplomarbeit eine eigene Biogasanlage<br />

und brachte damit ein BHKW<br />

zum Laufen. Er versorgte damit Haus<br />

und Hof mit Strom und Wärme.<br />

Mit der Firma wuchs auch die Biogasanlage:<br />

Sie versorgt heute das Dorf mit<br />

Nahwärme und dient der Forschung<br />

und Entwicklung im Betrieb. -sz-<br />

NQ-Service GmbH, Wolfsbronn 17,<br />

Meinheim, Tel. 09146/94242-0, info@<br />

nq-service.de, www.nq-service. de<br />

Professioneller<br />

Datenschutz<br />

braucht Profis<br />

Datenschutz ist für viele Unternehmer<br />

wie ein eingewachsener Zehennagel.<br />

Ein Thema, mit dem man sich ungern<br />

beschäftigt und wenn, dann meistens<br />

erst, wenn es wehtut. Dabei können<br />

Pannen in puncto Datenschutz teuer<br />

werden. Und Fehler macht jeder. Das<br />

Gebiet ist zu unübersichtlich, um es<br />

nicht von Profis abarbeiten zu lassen.<br />

Hier kommt die Gunzenhäuser Kühleis<br />

Group ins Spiel. Der erste reine Datenschutz-Dienstleister<br />

<strong>Altmühlfranken</strong>s.<br />

Stefan Kühleis hat das Unternehmen<br />

gegründet. Der Gunzenhäuser, der<br />

In Kooperation mit BUGL & KOLLEGEN<br />

nach Jahren im Management internationaler<br />

Konzerne gerne wieder in <strong>Altmühlfranken</strong><br />

tätig ist, sieht großes Potenzial<br />

auf dem lokalen Markt. Und das<br />

zu Recht: Binnen kürzester Zeit hat er<br />

sich mit seinem Expertenteam vor Ort<br />

etabliert und zählt große Unternehmen<br />

der Region zu seinen Kunden.<br />

„Datenschutz ist eigentlich gar nicht<br />

schlimm, wenn man sich auskennt“,<br />

erklärt Experte Alexander Bugl, der mit<br />

der Kühleis Group zusammenarbeitet.<br />

„Es stimmt<br />

nicht, dass viele Dinge<br />

wegen des Datenschutzes<br />

nicht gehen. Mit dem<br />

Datenschutz geht alles, man muss es<br />

nur richtig machen. Was dann immer<br />

noch nicht geht, braucht auch keiner.“<br />

Kühleis und Bugl sehen sich jedes<br />

Unternehmen individuell an, zeigen<br />

Verstöße und Problemfelder und übernehmen<br />

auch die Rolle des Datenschutzbeauftragten.<br />

Das gibt Sicherheit<br />

für den Unternehmer, den Kunden<br />

ein gutes Gefühl und schützt vor teuren<br />

Überraschungen. <br />

-js-<br />

Kühleis Group, Hubertusstr. 14, Gunzenhausen,<br />

Tel. 0 98 31 / 8 84 74 96,<br />

stefan.kuehleis@kuehleisgroup.de,<br />

www.kuehleisgroup.de<br />

x78


Anzeige<br />

„Der Kunde kann das manchmal<br />

gar nicht glauben.“<br />

Erstes Büro im<br />

Kinderzimmer<br />

In Theilenhofen steht eine frischgebackene<br />

Firma: Expresslogistik Reinwald<br />

GmbH. Richtig neu ist seit Jahresbeginn<br />

nur das „GmbH“ <strong>–</strong> blitzschnelle<br />

Transportlösungen buchen Kunden<br />

hier schon lange. „Wir haben uns das in<br />

15 Jahren aufgebaut“, erzählt Firmengründer<br />

Gerhard Reinwald stolz.<br />

Was Vater Gerhard<br />

und Sohn Tobias<br />

mit ihrem Gespür<br />

für Logistiklösungen<br />

erreicht haben,<br />

kann sich sehen<br />

lassen: Aus einem Ein-Mann-Betrieb<br />

ist über die Jahre ein bemerkenswert<br />

agiler Logistiker entstanden. „Wenn<br />

das Telefon klingelt, dann können das<br />

Kunden aus dem Landkreis sein, aber<br />

auch aus Hamburg oder Madrid.“<br />

Ob Inland oder Ausland: Wer hochpreisige,<br />

empfindliche oder zeitkritische<br />

Waren nicht innerhalb von Tagen,<br />

sondern binnen<br />

Wir haben uns<br />

deutschlandweit einen<br />

Namen gemacht.<br />

Stunden durch Europa bewegen will,<br />

dem stellt Expresslogistik Reinwald<br />

das richtige Fahrzeug <strong>–</strong> mitsamt professionell<br />

geschultem Fahrer. Und das<br />

quasi sofort.<br />

„Manchmal ist das ganz witzig“, sagt<br />

Tobias Reinwald. „Da fragt schon mal<br />

ein potenzieller Kunde, ob wir tags darauf<br />

etwas in Berlin<br />

abholen können<br />

oder ob das zeitlich<br />

zu eng ist. Wenn ich<br />

dann sage, wir sind<br />

in einer Stunde da,<br />

dann kann der Kunde das manchmal<br />

gar nicht glauben.“<br />

Derart zeitnaher Service funktioniert<br />

nur im Netzwerk mit zuverlässigen<br />

europäischen Partnern. „Wenn bei<br />

uns ein Kunde anruft, dann bekommt<br />

er nach fünf Minuten einen Preis und<br />

nach 15 Minuten eine Lösung.“<br />

Solche Lösungen können abenteuerlich<br />

ausfallen: wenn ein Automobilzulieferer<br />

im 2.000 km entfernten<br />

Madrid dringend ein<br />

Expresslogistik Reinwald GmbH<br />

Gewerbegebiet 1 • 91741 Theilenhofen<br />

Tel. 0 98 34 / 7 92 20 - 33<br />

www.expresslogistik-reinwald.de<br />

info@expresslogistik-reinwald.de<br />

Unternehmensgründung: 2005<br />

MitarbeiterInnen: 10<br />

Geschäftsführer: Gerhard und Tobias Reinwald<br />

2005 ruft Gerhard Reinwald mit<br />

Ehefrau Karin die Firma ins Leben.<br />

Das erste Büro findet in der<br />

alten Kinderstube des künftigen<br />

Juniorchefs Tobias Platz. Anfangs<br />

sitzt der Familienvater noch selbst<br />

am Steuer, zunehmend wird seine<br />

Kompetenz aber im Planen und<br />

Steuern zeitkritischer Transportlösungen<br />

gebraucht. 2019 folgt<br />

der Umzug ins neue Gebäude im<br />

Gewerbegebiet in Theilenhofen <strong>–</strong><br />

Hausnummer 1. Die Anschrift hat<br />

Prestige: Das neue Firmengelände<br />

ist nicht nur die erste Adresse im<br />

Areal, dem örtlichen Gewerbegebiet<br />

hat Expresslogistik Reinwald<br />

damit auch Leben eingehaucht.<br />

Ersatzteil für eine ausgefallene Spritzgussmaschine<br />

braucht, das Teil aber<br />

noch beim Lieferanten in Dortmund<br />

liegt. Dann klingelt bei Expresslogistik<br />

Reinwald das Telefon. „Innerhalb einer<br />

Stunde holen wir das Ersatzteil ab, am<br />

nächsten Tag läuft die Maschine in<br />

Spanien wieder.“ Tausende Euro Ausfallkosten<br />

werden so vermieden.<br />

Sind normale Speditionen zu langsam<br />

oder geht es um empfindliche Ware,<br />

dann kommt Expresslogistik Reinwald<br />

zum Zug. „Dabei sind wir gar nicht unbedingt<br />

teurer“, stellt Tobias Reinwald<br />

klar. „Aber schneller und sicherer <strong>–</strong> das<br />

sind wir auf jeden Fall.“<br />

-sz-<br />

79


Anzeige<br />

Werkstatt mit Wohlfühlfaktor<br />

Nur 700 Meter Luftlinie vom Altmühlsee<br />

entfernt, befinden sich die großzügigen<br />

Räumlichkeiten der Diakoneo<br />

in Laubenzedel, einem idyllischen<br />

Ortsteil von Gunzenhausen. Rund 105<br />

Beschäftigte mit Handicap arbeiten in<br />

den Werkstätten in unterschiedlichen<br />

Bereichen.<br />

„Wir schauen im Verlauf, wo der Beschäftigte<br />

seine Fähigkeiten und Neigungen<br />

hat. Und was er selbst gerne<br />

machen möchte“, erläutert Friedrich<br />

Burkhard, Leiter der Diakoneo-Filiale in<br />

Laubenzedel. Deshalb durchlaufen alle<br />

Neuankömmlinge nach einem dreimonatigen<br />

Eingangsverfahren zuallererst<br />

den zweijährigen Berufsbildungsbereich.<br />

„Da kann man dann schon erkennen,<br />

ob der- oder diejenige überhaupt<br />

für die Werkstatt geeignet oder doch<br />

besser in einem anderen Bereich aufgehoben<br />

ist“, sagt Burkhard.<br />

Auch die Kulturtechniken <strong>–</strong> Lesen,<br />

Schreiben, Rechnen <strong>–</strong> werden vor Ort<br />

mit geschultem Personal geübt. Durch<br />

diese gezielten, zusätzlichen Angebote<br />

werden die Leistungsfähigkeit er-<br />

weitert und die Persönlichkeit gestärkt.<br />

Zusätzlich gibt es therapeutische Angebote<br />

und arbeitsbegleitende Maßnahmen<br />

wie Musizieren, sportliche<br />

Betätigungen und kreative Angebote<br />

sowie Entspannungsstunden.<br />

Die Menschen sollen<br />

sich hier einfach<br />

wohlfühlen.<br />

„Am wichtigsten ist es, dass die Menschen<br />

eine Tagesstruktur haben, ein<br />

soziales Umfeld, Freundschaften<br />

pflegen und sich einfach wohlfühlen<br />

können“, so Burkhard, der seit<br />

über 44 Jahren für Diakoneo tätig<br />

ist, seit 1985 als Leiter in Laubenzedel.<br />

Die angelernten Tätigkeiten<br />

reichen dabei von Verpackungsarbeiten,<br />

Montage<br />

und Konfektionierung für die<br />

Kfz- und Elektroindustrie bis<br />

hin zur Garten- und Landschaftspflege<br />

oder künftig<br />

auch dem schonenden<br />

Dampfreinigen von Wabenrähmchen<br />

für Imker. Aber auch der Bereich der<br />

Aktenvernichtung ist gefragt: 130<br />

Tonnen Akten werden in Neuendettelsau<br />

jährlich zu Konfetti verarbeitet<br />

und gepresst, um anschließend in einer<br />

Papiermühle wiederaufbereitet zu<br />

werden.<br />

Die Werkstatt verfügt über gute Verbindungen<br />

zu heimischen Firmen,<br />

darunter Bosch, Schaeffler, Schwan-<br />

Stabilo und Müller + Ziegler. Aber auch<br />

Zubehörteile für Daimler in Stuttgart<br />

oder Volvo in Schweden setzen die<br />

Beschäftigten in Laubenzedel zusammen.<br />

Als Werkstätte für Behinderte<br />

gehe man dabei den umgekehrten<br />

Weg wie die<br />

Industrie, erläutert<br />

x80


Anzeige<br />

Burkhard, der als<br />

gelernter Maschinenbauer<br />

über<br />

den Zivildienst im<br />

sozialen Bereich gelandet ist. Damit<br />

möglichst viele Menschen beschäftigt<br />

werden können, teilt man Aufträge in<br />

möglichst kleine Arbeitsschritte auf.<br />

„Der eine Beschäftigte nimmt dann<br />

zum Beispiel nur das Teil aus dem Karton,<br />

das der nächste weiterverarbeiten<br />

kann, und der letzte kontrolliert nach<br />

einem Muster das Ergebnis.“<br />

2020 hatte man vor, zusammen mit den<br />

Beschäftigten, auch eine gastronomische<br />

Dienstleistung anzubieten: den<br />

Verkauf von Crêpes auf Festivals und<br />

Märkten. Der eigens dafür angeschaffte<br />

Anhänger mit Grill- und Crêpes-Platten<br />

musste im Corona-Jahr allerdings<br />

erst einmal in der Halle ausharren,<br />

bevor er hoffentlich <strong>2021</strong> seine Premiere<br />

im Straßenverkauf feiern darf.<br />

„Wir versuchen, auch den Leuten mit<br />

schwerer Behinderung eine Chance<br />

auf dem Arbeitsmarkt zu geben“, sagt<br />

der Diakoneo-Leiter in Laubenzedel. Im<br />

Berufsbildungsbereich der Werkstatt<br />

werden deshalb alle TeilnehmerInnen,<br />

die mit einer angelernten Tätigkeit beginnen,<br />

auf ihre Aufgabe in der Werkstatt<br />

sowie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt<br />

vorbereitet. Unterstützt und<br />

betreut werden sie durch 20 ausgebildete<br />

Fachkräfte und HeilerziehungspflegerInnen.<br />

Bei Außenarbeitsplätzen<br />

werden die Beschäftigten durch einen<br />

Jobcoach begleitet, der dauerhaft<br />

als Ansprechpartner zur Verfügung<br />

steht. Zusätzliche Unterstützung gibt<br />

es temporär durch Sozialpädagog-<br />

Innen und den<br />

Psychologischen<br />

Dienst. Initiativbewerbungen<br />

sind in<br />

Laubenzedel jederzeit willkommen.<br />

In Gremien wie dem Werkstattrat und<br />

der Werkstattversammlung können<br />

Beschäftigte mit Handicap an der<br />

Weiterentwicklung ihrer Arbeitsstätte<br />

mitwirken. Daneben gibt es eine Frauenbeauftragte<br />

für die Belange der weiblichen<br />

Beschäftigten. Und auch bei der<br />

Musikauswahl, die in den hell erleuchteten<br />

Werkräumen aus den Lautsprechern<br />

dringt, dürfen alle mitbestimmen.<br />

Nicht jeder in Laubenzedel<br />

stehe eben auf deutschen Schlager,<br />

wie ein Beschäftigter grinsend verrät.<br />

Burkhard und seinem Team ist es<br />

wichtig, dass die Menschen in Laubenzedel<br />

eine lebendige Gemeinschaft<br />

finden, in der sie, neben der Arbeit,<br />

auch kreativ werden können, etwa<br />

beim Singen, Kochen, Malen oder<br />

Sporttreiben. Bei den Nationalen<br />

Special Olympics Winterspielen etwa<br />

war das Sportteam Polsingen-Oettingen-Gunzenhausen<br />

mit sieben Athleten<br />

unter 900 Sportlerinnen und<br />

Sportlern mit und ohne geistige Behinderung<br />

vertreten.<br />

Mit den Diakoneo-Angeboten werden<br />

Menschen mit Handicap auf ihrem<br />

Weg in ein gelingendes, sinnerfülltes<br />

und selbstbestimmtes Leben<br />

unterstützt. „Bei uns steht nicht nur<br />

die Arbeit, sondern vor allem das<br />

Miteinander im Fokus“, sagt Burkhard.<br />

In Zeiten von Corona keine<br />

leichte Herausforderung, die man<br />

aber dank individuellem Hygiene- und<br />

Schutzkonzept in den Diakoneo-Einrichtungen<br />

gut bewältigen konnte.<br />

-klm-<br />

Diakoneo<br />

Laubenzedel<br />

Wilhelm Löhe gründete 1854 in<br />

Neuendettelsau die erste bayerische<br />

Diakonissenanstalt. Löhes<br />

Vision war der Aufbau eines flächendeckenden<br />

Netzes von Gemeindestationen<br />

für die häusliche<br />

Kranken-, Alten- und Behindertenpflege.<br />

1866 wurden in Polsingen<br />

im ehemaligen Wöllwarthschen<br />

Schloss die erste Filiale des Diakonissenwerks<br />

eröffnet und<br />

100 Menschen mit Behinderung<br />

Diakoneo - Werkstatt<br />

Laubenzedel<br />

Laubenzedel 58 • 91710 Gunzenhausen<br />

Tel. 0 98 31 / 88 41 11<br />

www.diakoneo.de<br />

Friedrich.Burkhard@diakoneo.de<br />

facebook.com/diakoneo2019<br />

instagram.com/diakoneo.karriere<br />

Unternehmensgründung: 1866<br />

MitarbeiterInnen: 104<br />

Leiter: Friedrich Burkhard<br />

betreut. Um Polsingen zu entlasten,<br />

entstand 1985 im ehemalige<br />

Schulhaus in Laubenzedel bei<br />

Gunzenhausen eine Schwesterfiliale.<br />

Mitte 2019 schlossen sich<br />

die Diakonien Neuendettelsau und<br />

Schwäbisch Hall zu einer der fünf<br />

größten Diakonischen Unternehmen<br />

in Deutschland, zusammen.<br />

„Diakoneo“ ist heute ein zukunftsorientiertes<br />

und christlich ausgerichtetes<br />

Sozialunternehmen.<br />

Dabei bilden die Förderung und<br />

Unterstützung von Menschen mit<br />

Behinderung nach wie vor den<br />

Schwerpunkt der Arbeit.<br />

81


Anzeige<br />

Das Herz kauft mit: Bei Edeka Höfler<br />

ist jeder Besuch etwas Besonderes<br />

Wer in einer der drei Filialen von Edeka<br />

Höfler einkauft, der merkt sofort,<br />

dass er seinen Einkaufswagen hier<br />

nicht durch einen Discounter schiebt.<br />

In lichtem Ambiente, zwischen Regalen<br />

mit regionalen Produkten, trifft man<br />

hilfsbereite MitarbeiterInnen, die gerne<br />

mal ein Lächeln schenken <strong>–</strong> auch wenn<br />

man das unter der Maske zurzeit nur an<br />

den Augen erkennt.<br />

„Wir haben keine kurzen Ablaufbänder<br />

an der Kasse und unsere MitarbeiterInnen<br />

nehmen sich Zeit für unsere Kunden.<br />

Jeder soll hier in aller Ruhe einkaufen<br />

können und sich wohlfühlen“,<br />

sagt Fabian Höfler, der die Märkte in<br />

Gunzenhausen und Pleinfeld mit Bruder<br />

Frederik und seinen Eltern leitet.<br />

Unser Anspruch ist es,<br />

gute Lebensmittel an den<br />

Verbraucher zu bringen.<br />

Diese Wertschätzung der Kunden<br />

überträgt Familie Höfler auch auf ihre<br />

Angestellten: „Wir haben hier immer<br />

geügend MitarbeiterInnen auf der Einkaufsfläche,<br />

bei uns muss niemand auf<br />

110 Prozent laufen“, so Frederik Höfler.<br />

„Wir verzichten auch auf verkaufsoffene<br />

Sonntage und halten nichts von längeren<br />

Öffnungszeiten.“ Mit dieser Philosophie<br />

maximiert man vielleicht nicht<br />

immer den Umsatz, die Arbeit macht<br />

den Geschäftsführern so aber mehr<br />

Spaß, den Angestellten sowieso. „Das<br />

Arbeitsklima ist auf Augenhöhe einfach<br />

besser. Wir sehen hinter den Personalkosten<br />

immer den Menschen.“<br />

Wo es geht, bestückt man das Sortiment<br />

im Familienbetrieb mit Waren<br />

aus der Region. „Das kommt beim<br />

Kunden gut an“, sagt Frederik Höfler.<br />

„Wir haben hier immer Produkte<br />

von mindestens 40 regionalen<br />

Lieferanten, je nach<br />

Saison auch mehr.“ Ob Honig<br />

aus Weißenburg, Nudeln<br />

aus Thalmässing oder Wurst<br />

aus Neuendettelsau: Familie<br />

Höfler liegt ihre Hei-<br />

mat am Herzen. „Das ist auch besser<br />

für die Ökobilanz und so bleibt mehr<br />

Geld in der Region.“<br />

Nicht nur die Herkunft, auch die Qualität<br />

der<br />

Waren ist für<br />

Familie Höfler<br />

entscheidend.<br />

x82


Anzeige<br />

nung. „Das ist butterweich“, schwärmt<br />

Fabian Höfler. Mehrere lokale Metzger<br />

beliefern die Märkte mit Fleischwaren,<br />

darunter ein Schäfer.<br />

Sechs Metzgermeister bereiten an den<br />

Standorten viele Fleischwaren täglich<br />

zu. „Wir haben einen Räucherofen, stechen<br />

eigene Schaschlik-Spieße und<br />

machen unsere Würste gerne selbst“,<br />

sagt Frederik Höfler stolz.<br />

Mit einer großen Auswahl vegetarischer,<br />

veganer und glutenfreier Artikel<br />

Das sieht man<br />

nicht zuletzt an<br />

der Fleischtheke.<br />

Im neuen Edeka-<br />

Center in der Industriestraße<br />

7A<br />

in Gunzenhausen erwartet Besucher<br />

trocken gereiftes Longhorn-Rind, abgehangen<br />

in der eigenen Filiale. Der<br />

Lieferant kommt aus 15 km Entferwill<br />

man Kundenwünsche<br />

auch<br />

jenseits vom<br />

Standard bedienen,<br />

Bio natürlich<br />

inklusive. „Wir<br />

wollen einen Großteil unserer Waren<br />

auch als Bio-Produkte anbieten“, sagt<br />

er. Die Auswahl wird da jedes Jahr<br />

reichhaltiger.<br />

Ein echtes Highlight ist in der 2020<br />

eröffneten Filiale auch die Sushi-Bar,<br />

ein Shop-im-Shop vom Betreiber Eat-<br />

Happy. „Das kommt bombenmäßig<br />

an“, verrät Frederik Höfler. Die professionell<br />

gerollten Maki, California Rolls<br />

und Nigiri gibt es mit Fleisch, Fisch<br />

oder vegetarisch. „Da wird jeder fündig.“<br />

Exotische Desserts runden das<br />

Geschmackserlebnis ab: süße Reisbällchen<br />

mit Fruchtfüllung - ein echter<br />

Gaumenschmaus. Kunden lassen sich<br />

hier gerne ganze Servierplatten legen.<br />

Auf 2500 Quadratmetern nimmt sich<br />

Familie Höfler manchen Kundenwunsch<br />

zu Herzen. Dazu gehört neuerdings<br />

auch ein begehbares Kühlhaus<br />

mit Erfrischungsgetränken wie Limonade<br />

und regionalen Biersorten. „Das<br />

lieben Touristen genauso wie unsere<br />

Einheimischen“, verrät Fabian Höfler.<br />

Familie Höfler ist seit 1936 im Lebensmittelhandel<br />

tätig, von der Uroma bis<br />

zu den Brüdern Fabian und Frederik<br />

reicht eine lange Tradition. Auch in<br />

vierter Generation bleibt man aber bodenständig:<br />

„Unser Anspruch ist es,<br />

gute Lebensmittel an den Verbraucher<br />

zu bringen, nicht mehr Zweigstellen<br />

zu eröffnen. Heute ist in jeder unserer<br />

Filialen immer ein Höfler anzutreffen<br />

und so soll es bleiben!“<br />

<br />

-sz-<br />

Gründergeist in<br />

4. Generation<br />

1936 beginnt Babette Höfler, die<br />

Uroma von Frederik und Fabian, mit<br />

einem kleinen Tante-Emma-Laden<br />

in der Schloßstraße in Ansbach.<br />

Großvater Johannes baut das Geschäft<br />

1972 um 400 Quadratmeter<br />

aus, es bleibt ein klassischer<br />

Selbstbediener. Vater Günter<br />

gründet 1985 die erste Filiale in<br />

Gunzenhausen: in der Weißenburger<br />

Straße 49. Mit 600 Quadratmetern<br />

und 20 Parkplätzen wird es<br />

Edeka Höfler<br />

Filiale Gunzenhausen:<br />

Weißenburger Str. 108 • 91710 Gunzenhausen<br />

Tel. 0 98 31 / 48 09<br />

Filiale Pleinfeld:<br />

Dieselstr. 1c • 91785 Pleinfeld<br />

Tel. 0 91 44 / 9 27 08 12<br />

www.hoefler-edeka.de<br />

edeka-hoefler@t-online.de<br />

facebook.com/Edeka-Hoefler<br />

instagram.com/edeka.hoefler<br />

Unternehmensgründung: 1936<br />

MitarbeiterInnen: 180<br />

Geschäftsführer: Günter Höfler,<br />

Fabian Höfler & Frederik Höfler<br />

dort bald zu klein, man wechselt<br />

zu doppelter Verkaufsfläche in<br />

die Hausnummer 108. Mit einem<br />

Anbau von 400 Quadratmetern<br />

wächst dort 2009 auch das Sortiment.<br />

2014 folgt die Filiale in Pleinfeld<br />

und 2020 öffnet in der Industriestraße<br />

in Gunzenhausen das<br />

bisher größte Center seine Türen <strong>–</strong><br />

mit stolzen 2500 Quadratmetern.<br />

83


<strong>WIKO</strong><br />

Das einzig Unrealistische ist die<br />

Hängematte am Strand VON MIRIAM ZÖLLICH<br />

Digitale Nomaden brauchen nur einen PC und Internet und können so von überall<br />

aus arbeiten. Ist dieser Lifestyle das Vorbild für eine neue Arbeitskultur?<br />

Ortsunabhängiges Arbeiten in<br />

Deutschland wurde quasi nebenan<br />

erfunden. Conni Biesalski, eine gebürtige<br />

Donauwörtherin, ist eines der<br />

prägendsten Vorbilder der deutschen<br />

digitalen Nomadenszene. Etliche junge<br />

Menschen wollen ihren Lebensentwurf<br />

kopieren, und die Frage, wie man mit einem<br />

Online-Business ortsunabhängig<br />

arbeitet, ist mittlerweile selbst zu einem<br />

Business geworden. In Podcasts,<br />

Konferenzen, Workshops, Büchern<br />

und Blogs kann man lernen, wie man<br />

ein digitales Unternehmen gründet<br />

und überall auf der Welt Geld verdient.<br />

Mit dem Laptop in der Hängematte am<br />

Strand <strong>–</strong> mit diesem Bild werben digitale<br />

Nomaden für ihren Lifestyle. Arbeiten,<br />

wo andere Urlaub machen, oder<br />

vielmehr: permanent Urlaub machen<br />

und nebenher arbeiten.<br />

Der Realität entspricht dieses Bild mitnichten.<br />

„Das geht schon allein wegen<br />

der Sonne und der Bildschirmhelligkeit<br />

nicht“, zerstört Kathrin Lucia Meyer<br />

den weit verbreiteten Nomadentraum.<br />

Die gebürtige Pleinfelderin arbeitet<br />

seit zehn Jahren ortsunabhängig als<br />

Journalistin, Seminarleiterin und Social-Media-Managerin.<br />

Sie nimmt die<br />

Verabredung zum Videocall über das<br />

Thema „Digitale Nomaden” zwar in<br />

Fuerteventura an, wo sie derzeit überwintert.<br />

Allerdings nicht am Strand,<br />

sondern in einem Coworking-Space,<br />

wo man temporär Arbeitsplätze mieten<br />

kann. „Einen bequemen Bürostuhl, eine<br />

gute Internetverbindung: Das braucht<br />

man schon, wenn man acht oder mehr<br />

Stunden am Tag arbeitet. Hängematte<br />

am Strand <strong>–</strong> das ist völlig unrealistisch.“<br />

Das ist die schlechte Nachricht.<br />

Der Rest aber stimmt: Kathrin kann<br />

arbeiten, wo und wann sie möchte.<br />

„Der größte Vorteil ist: Ich habe die<br />

Flexibilität, mir meinen Tag selbst zu<br />

gestalten.“ Wann sie in Fuerteventura<br />

eine Pause eingelgt und einen Spaziergang<br />

am Meer macht, entscheidet<br />

sie selbst. Wenn sie in München<br />

ist, geht sie zwischendurch mal einen<br />

Kaffee trinken. Und wenn sie zu Hause<br />

in Erlingsdorf arbeitet, einem kleinen<br />

Weiler bei Allmannsdorf, dann geht<br />

sie eben mal schnell an den See, wenn<br />

ihr danach ist. „Lieber arbeite ich eben<br />

abends mal eine halbe Stunde länger“,<br />

sagt sie. Es liegt in ihrer Verantwortung.<br />

„Man muss sich eben selbst gut<br />

organisieren können.“<br />

Eigenverantwortung und Selbstorganisation:<br />

Eigenschaften, die deutsche<br />

x84


<strong>WIKO</strong><br />

Arbeitgeber ihren Mitarbeitern offenbar<br />

nur sehr bedingt zutrauen. Nicht<br />

umsonst stimmen viele dem durch Corona<br />

auferlegten Homeoffice nur zähneknirschend<br />

zu und möchten nach<br />

dem Ende der Pandemie schnellstmöglich<br />

wieder alle ins Präsenzbüro<br />

zurückbeordern (siehe Artikel S. 52-<br />

54). Dabei könnten sich die Unternehmen<br />

von digitalen Nomaden einiges<br />

abschauen, findet Kathrin Lucia Meyer.<br />

Als Erstes: „Dezentrales Arbeiten ist<br />

kostensparend.“ Unternehmen brauchen<br />

weniger Büroflächen, die Mitarbeiter<br />

sparen sich Fahrtkosten. „Das<br />

ist auch noch umweltfreundlicher“,<br />

zeigt die freiberufliche Journalistin auf,<br />

„und die Arbeitnehmer sind entspannter,<br />

wenn sie nicht pendeln müssen.“<br />

Insgesamt zufriedener, ausgeglichener,<br />

motivierter, ja sogar gesünder?<br />

„Ich habe kaum Krankheitstage, auch<br />

nicht im Winter <strong>–</strong> da bin ich ja dann eh<br />

im Süden.“<br />

Surf-and-Work-Camps in Südspanien,<br />

Coworking-Spaces auf den Kanaren,<br />

Yoga- und Business-Retreats<br />

in Thailand: Das gibt es, aber nicht<br />

immer muss ortsunabhängiges Arbeiten<br />

so aussehen. Mathias Hertlein<br />

etwa sitzt in seinem Arbeitszimmer in<br />

Markt Berolzheim. 2016 zog der Software-Entwickler<br />

von Berlin zurück in<br />

seine altmühlfränkische Heimat, die<br />

allerdings nicht gerade als Mekka der<br />

IT- und Softwarebranche gilt. Zudem<br />

wünschte er sich Freiheit, Flexibilität<br />

und abwechslungsreiche Projekte.<br />

Also wagte Hertlein den Schritt in die<br />

Selbstständigkeit und schuf sich seinen<br />

maßgeschneiderten Arbeitsplatz<br />

in der Provinz eben selbst. Während<br />

andere Softwareentwickler in Chiang<br />

Mai an ihren Laptops arbeiten, sitzt<br />

Mathias Hertlein zufrieden in seinem<br />

neu gebauten Haus mit Frau und Kind<br />

in B-Heim.<br />

So wird ortsunabhängiges Arbeiten<br />

auch zum Vorteil für die Region. Qualifizierte<br />

Arbeitskräfte bleiben hier oder<br />

kommen zurück, zahlen hier Steuern,<br />

kaufen hier ein, gründen hier ihre Familien.<br />

Zwar sind es meistens die Branchen<br />

Medien, Marketing und IT, in denen<br />

digitale Nomaden zu finden sind.<br />

Doch theoretisch funktioniert das<br />

Modell auch in anderen Berufen. „Das<br />

ist ein ganz großes Potenzial, das man<br />

auch nutzen sollte“, findet Hertlein. Und<br />

aktiv unterstützen. Denn eine gute, flächendeckende<br />

Breitbandversorgung<br />

ist das A und O. Videokonferenzen,<br />

internetbasierte Anwendungen, Dateitransfers:<br />

Ohne die entsprechende<br />

Internet-Infrastruktur geht es nicht.<br />

Ganz ohne Menschen geht es aber<br />

auch nicht. „Für manche Dinge ist der<br />

persönliche Austausch enorm wichtig“,<br />

hat Mathias Hertlein festgestellt.<br />

Die Auftraggeber einmal analog kennenlernen,<br />

an Team-Meetings teilnehmen,<br />

Netzwerk-Treffen besuchen:<br />

„Das ist wichtig für das Zwischenmenschliche,<br />

aber im persönlichen<br />

Austausch steckt auch viel Kreativität<br />

und Innovationskraft.“ Kathrin Lucia<br />

Meyer braucht ebenfalls den sozialen<br />

Kontakt und sucht ihn meistens in<br />

Coworking-Spaces. „Dort kann ich<br />

mich mit Gleichgesinnten austauschen,<br />

aber auch mit Menschen aus<br />

anderen Branchen <strong>–</strong> und dadurch ganz<br />

neuen Input und Perspektiven bekommen.“<br />

Digitales Nomadentum, ortsunabhängiges<br />

Arbeiten: Was derzeit noch<br />

wie eine Nische für Individualisten erscheint,<br />

könnte auch die Arbeitskultur<br />

in Unternehmen dauerhaft verändern.<br />

Mathias Hertlein hofft auch auf eine<br />

Trendwende weg von starren Zeitmodellen<br />

hin zum flexiblen, ergebnisorientierten<br />

Arbeiten. Außerdem freie<br />

Wohnortwahl, bessere Vereinbarkeit<br />

von Familie, Freizeit und Beruf, Selbstverwirklichung,<br />

Eigenverantwortung.<br />

Umfragen bestätigen: Das sind die Dinge,<br />

die sich die Arbeitnehmer zunehmend<br />

wünschen. Kathrin Lucia Meyer<br />

ist überzeugt: „Solche Arbeitsmodelle<br />

können in Zukunft für Unternehmen ein<br />

Wettbewerbsvorteil sein.“<br />

85


<strong>WIKO</strong><br />

Lieber künftiger Arbeitgeber …<br />

<br />

VON MIRIAM ZÖLLICH<br />

Ermutigung zum „Herumspinnen“ in der Schule: Die <strong>WIKO</strong>-Projektklasse durfte<br />

ihre Utopie vom perfekten Unternehmen entwickeln<br />

Unternehmen haben meist sehr genaue<br />

Vorstellungen davon, wie ihre<br />

Azubis oder künftigen Angestellten<br />

sein sollten. Welche Qualifikationen<br />

und Soft Skills sie mitbringen sollten,<br />

was ihre Aufgabengebiete sein werden,<br />

wo ihr Platz im Unternehmen ist.<br />

Doch auch die jungen Menschen haben<br />

bei ihrem Eintritt in die Arbeitswelt<br />

gewisse Vorstellungen. Vorstellungen<br />

etwa vom idealen Chef, vom passenden<br />

Arbeitsumfeld, von den individuellen<br />

Herausforderungen. Was wünschen<br />

sich Schülerinnen und Schüler,<br />

die an der Schwelle zum Berufsleben<br />

stehen? Wie sieht in den Köpfen der<br />

künftigen Azubis das perfekte Unternehmen<br />

aus?<br />

Der <strong>Wirtschaftskompass</strong> <strong>Altmühlfranken</strong><br />

hat genau das herausfinden wollen<br />

und daher die <strong>WIKO</strong>-Projektklassen<br />

gestartet. Abschlussklassen von der<br />

Gunzenhäuser Wirtschaftsschule und<br />

der Weißenburger Mittelschule wurden<br />

ausgewählt und sollten während<br />

der Projektstunden ihre ganz persönliche<br />

Utopie vom idealen Arbeitsplatz<br />

entwickeln. „Es ist eine richtig gute<br />

Idee, dass die Arbeitgeber erfahren:<br />

Wie tickt denn eigentlich so ein Jugendlicher?<br />

Diese Stimmen sollten gehört<br />

werden“, findet Wolfgang Förtsch,<br />

Schulleiter der Wirtschaftsschule<br />

Gunzenhausen.<br />

Der <strong>Wirtschaftskompass</strong> ist <strong>–</strong> so<br />

selbstbewusst darf man sein <strong>–</strong> durchaus<br />

eine geeignete Plattform, um sich<br />

mit dieser Frage zu beschäftigen.<br />

Bietet es doch den Schülerinnen und<br />

Schülern eine recht gute Übersicht<br />

zum regionalen Arbeitsmarkt. „In unserer<br />

Schule haben wir mit dem Magazin<br />

schon sehr intensiv gearbeitet“, bestätigt<br />

auch Markus Scharrer, Schulleiter<br />

der Weißenburger Mittelschule.<br />

Er konnte beobachten, dass die Jugendlichen<br />

den persönlichen und realen<br />

Bezug zur lokalen Wirtschaft begeistert<br />

angenommen haben. „Gerade<br />

in unserer Schulart ist es am realistischsten,<br />

dass die jungen Leute nach<br />

dem Abschluss in der Region bleiben.<br />

Darum ist es wichtig, dass sie die örtliche<br />

Wirtschaft kennen <strong>–</strong> aber auch,<br />

dass die Betriebe unsere Schule und<br />

unsere Schüler kennen.“ Und auch,<br />

dass die Gunzenhäuser Wirtschaftsschule<br />

an dem Projekt teilnimmt, passt<br />

für Wolfgang Förtsch gut in ihr Gesamtkonzept.<br />

„Praxisbezogene Arbeit<br />

und praxisbezogenes Unterrichten ist<br />

ein Wesenszug unserer Schule, wir<br />

haben an vielen Stellen immer wieder<br />

x86


<strong>WIKO</strong><br />

Bezug zur lokalen Wirtschaft.“ Gerade<br />

in der jetzigen Zeit, in der zum Beispiel<br />

die Berufsausbildungsmesse<br />

abgesagt werden musste, ist das eine<br />

Möglichkeit, wie die Unternehmen mit<br />

potenziellen Azubis und Fachkräften<br />

in Kontakt kommen können, hat auch<br />

<strong>WIKO</strong>-Projektleiter Kevin Ruff festgestellt.<br />

„Genau deswegen ist der <strong>Wirtschaftskompass</strong><br />

für uns viel mehr als<br />

nur ein Magazin. Es ist ein Netzwerk<br />

der lokalen Wirtschaft mit einem ganz<br />

besonderen Spirit, und dazu gehören<br />

selbstverständlich auch die Arbeitnehmer<br />

von morgen.“<br />

EINFACH MAL RUMSPINNEN<br />

Die <strong>WIKO</strong>-Projektklasse soll diesen<br />

Austausch und die Beschäftigung<br />

junger Menschen mit der lokalen<br />

Wirtschaft nun noch weiter vertiefen.<br />

Regelmäßig durften die Schülerinnen<br />

und Schüler nun in einer Schulstunde<br />

eigenständig ihre Visionen und Vorstellungen<br />

vom idealen Unternehmen<br />

erarbeiten. Und zwar mit möglichst<br />

wenig Einmischung der Lehrkräfte.<br />

„Wir lassen uns überraschen“, freute<br />

sich Wolfgang Förtsch, Schulleiter der<br />

Wirtschaftsschule Gunzenhausen, auf<br />

die Ergebnisse. Er wünschte sich, dass<br />

die Jugendlichen „einfach mal das<br />

Spinnen anfangen“. Aus der Erfahrung<br />

weiß er, dass man gerade aus solchen<br />

Spinnereien am Ende eine konkrete<br />

Idee in der Hand hat. Neue Impulse aus<br />

den SchülerInnen herauskitzeln, sie<br />

ermutigen, kreativ und neu zu denken<br />

<strong>–</strong> das alles erblüht gerade in solchen<br />

Projektformaten abseits des Regelunterrichts.<br />

Freilich haben die pandemiebedingten<br />

Einschränkungen des Unterrichts<br />

teilweise einen Strich durch die Rechnung<br />

gemacht und den Schulalltag<br />

ordentlich durcheinandergewürfelt.<br />

An der Weißenburger Mittelschule haben<br />

mehrere Quarantänefälle und der<br />

Lockdown das intensive Arbeiten mit<br />

dem Projekt fast im Keim erstickt, sehr<br />

❱Fortsetzung nächste Seite❱<br />

87


<strong>WIKO</strong><br />

zum Bedauern von Schulleiter Markus<br />

Scharrer. Er ist überzeugt, dass die<br />

jungen Leute am Ende spannende Ergebnisse<br />

im <strong>WIKO</strong> hätten präsentieren<br />

können. „Wenn man ihnen diese Möglichkeit<br />

gibt, können sie sehr kreativ<br />

sein“, weiß er.<br />

Scharrer nutzt gerne Chancen an seiner<br />

Schule, um die Lernkultur ein wenig<br />

zu verändern und das Selbstbewusstsein<br />

der Mittelschule zu stärken. Bei<br />

ihm rennt man mit solchen Projekten<br />

parallel zum regulären Lehrplan offene<br />

Türen ein. Weit offene Türen. So gibt<br />

es an der Mittelschule etwa seit Jahren<br />

eine erfolgreiche Schülerfirma, in<br />

der Produkte wie Flaschenöffner und<br />

Schmuck hergestellt und verkauft werden.<br />

Über den Daumen gepeilt einmal<br />

im Monat findet eine Schülervollversammlung<br />

statt, die von den Jugendlichen<br />

selbst initiiert und zu einem<br />

selbst ausgewählten Thema gestaltet<br />

wird. In der Mountainbike-AG, gemeinsam<br />

mit Velovita (S. 6), treffen Sport<br />

und Fahrrad-Know-how aufeinander.<br />

Und einmal im Jahr steigt mit „Miniwug“<br />

ein riesiges Planspiel-Projekt, in<br />

dem die Kinder und Jugendlichen die<br />

regionale Wirtschaft für eine Woche<br />

nachstellen. Sie erwirtschaften Spielgeld<br />

und bringen es in den Wertschöpfungskreislauf<br />

ein. Der Schulleiter<br />

glüht für diese Art von lebensnahem<br />

Vermitteln: „In dieser einen Woche lernen<br />

manche Schüler mehr als in einem<br />

ganzen Schuljahr.“<br />

NETTE KOLLEGEN SIND SEHR<br />

WICHTIG<br />

Die <strong>WIKO</strong>-Projektklasse in Gunzenhausen<br />

hatte mehr Glück und es sich nicht<br />

nehmen lassen, ihre Utopie vom perfekten<br />

Arbeitgeber zu entwickeln. Zunächst<br />

wurde grundlegend erfragt, wie<br />

es für die Jugendlichen nach dem Abschluss<br />

weitergeht. Mehr als drei Viertel<br />

der 20 SchülerInnen haben bereits<br />

konkrete Pläne: Sie beginnen Ausbildungen<br />

im kaufmännischen Bereich,<br />

im gewerblich-technischen Bereich,<br />

im sozialen Sektor oder in der Pflege<br />

oder gehen auf eine weiterführende<br />

Schule. Zwei Branchen hingegen sind<br />

in der <strong>WIKO</strong>-Projektklasse in keinem<br />

konkreten Zukunftsplan enthalten: die<br />

Landwirtschaft und die Gastronomie<br />

beziehungsweise Hotellerie.<br />

Leider sind nicht alle künftigen Jobs<br />

auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen:<br />

Nur knapp ein Drittel<br />

der SchulabgängerInnen der Projektklasse<br />

bleibt hier, der Rest geht<br />

nach Ansbach, Roth-Schwabach oder<br />

anderswohin. Nur das Donau-Ries<br />

scheint kein beliebter Standort zu sein<br />

<strong>–</strong> dorthin verschlägt es niemanden aus<br />

der <strong>WIKO</strong>-Klasse. Generell sind die<br />

Jugendlichen bereit, für den Traumjob<br />

ihre Zelte abzubrechen: Von den<br />

20 Befragten wären acht bereit, den<br />

Landkreis dauerhaft zu verlassen, vier<br />

würden auch das Bundesland wechseln<br />

und drei sogar Deutschland den<br />

Rücken kehren. Nur fünf sähen es als<br />

Option, für den Job zu pendeln. Hier<br />

kann man eine wichtige Botschaft an<br />

die Wirtschaftsregion <strong>Altmühlfranken</strong><br />

herauslesen: Sich nahbar und attraktiv<br />

für hier aufgewachsene und ausgebildete<br />

junge Leute zu präsentieren, kann<br />

langfristig Arbeits- und Fachkräfte im<br />

Landkreis halten.<br />

Interessant wird es bei der Frage, was<br />

die Teenager von ihrem Traumjob erwarten.<br />

Denn nicht etwa ein gutes<br />

Gehalt oder Aufstiegschancen sind<br />

die wichtigsten Faktoren. Mehr als ein<br />

Drittel der Befragten gab an, dass ein<br />

sicherer Arbeitsplatz am wichtigsten<br />

ist, gefolgt von netten Kollegen bzw.<br />

einem guten Arbeitsklima (ein Viertel).<br />

Berechnet man die Zweit- und Drittstimmen<br />

aus der Umfrage mit hinein,<br />

sind nette Kollegen sogar auf Platz<br />

eins <strong>–</strong> noch vor dem guten Gehalt, das<br />

immerhin im Durchschnitt aller Priorisierungen<br />

dann auf Platz zwei landet<br />

(siehe Grafik). An dritter Stelle der Ge-<br />

x88


<strong>WIKO</strong><br />

samtnennungen kommt die Nähe zu<br />

Freunden und Familie <strong>–</strong> viele Jugendliche<br />

scheinen eine gute Portion Heimatverbundenheit<br />

mitzubringen.<br />

Die Schülerinnen und Schüler formulierten<br />

zudem eine Art „Wunschzettel“<br />

an die künftigen Arbeitgeber. Etwas,<br />

das im „richtigen“ Leben natürlich undenkbar<br />

wäre: bei einer Bewerbung<br />

einfach mal einen Wunschzettel abgeben,<br />

was man sich vom Unternehmen<br />

erwartet. Doch in der <strong>WIKO</strong>-Projektklasse<br />

darf gewünscht werden. Im<br />

gewerblichen und kaufmännischen<br />

Bereich stehen ganz oben auf der Liste:<br />

regelmäßige Mitarbeitergespräche,<br />

ein gutes Arbeitsklima, nette Kollegen,<br />

flexible Arbeitszeiten und „coole“ Firmenevents.<br />

Außerdem bezahlte Weiterbildungsmöglichkeiten,<br />

Aufstiegschancen<br />

und finanzielle Anreize wie<br />

etwa Leistungsprämien, Urlaubsgeld,<br />

ein Firmenwagen oder Fahrradleasing.<br />

Außerdem eine breite Ausbildung mit<br />

Einblick in unterschiedliche Bereiche,<br />

kurzum: Spaß und Abwechslung im<br />

Beruf.<br />

Im Bereich Soziales und Pflege zeigt<br />

sich anhand der Wunschliste deutlich,<br />

wo die Knackpunkte in dem Sektor liegen:<br />

Es geht um Wertschätzung und<br />

Finanzielles. Die künftigen ArbeitnehmerInnen<br />

stellen sich einen sicheren<br />

Arbeitsplatz mit besserer Bezahlung<br />

vor, eine Fahrtkostenerstattung (etwa<br />

für die Aus- und Weiterbildung) oder<br />

auch regelmäßig neue Arbeitskleidung.<br />

Auch eine größere Flexibilität<br />

bei den Arbeitszeiten und Vereinbarkeit<br />

von Beruf und Familie stehen auf<br />

dem Wunschzettel. Das Miteinander<br />

im Team sollte kollegial sein und der<br />

Chef oder die Chefin sollte „nicht nur<br />

anschaffen, sondern mitarbeiten“.<br />

Und dann wurden schon auch spezielle<br />

Wünsche genannt. Etwa ein schöner<br />

Arbeitsplatz, im Sinne von ansprechend<br />

gestaltet. Rücksicht auf die<br />

Umwelt, Verwendung neuer Technologien<br />

und Homeoffice. Eine gute Work-<br />

Life-Balance ohne Wochenendarbeit,<br />

dafür aber mit Berücksichtigung familiärer<br />

Belange und Arbeitszeiten, die<br />

sich dem Lebensalter beziehungsweise<br />

Lebensabschnitt anpassen. Mehr<br />

Akzeptanz für Piercings und Tattoos<br />

stehen auf dem Zettel. Und: kostenlose<br />

Pizza als Belohnung einmal in der<br />

Woche. Wunschzettel ist halt Wunschzettel.<br />

Unterm Strich aber zeigt sich:<br />

Das, was sich die meisten jungen Menschen<br />

von ihrem künftigen Job wünschen,<br />

sind eigentlich alles andere als<br />

unmögliche Utopien. Sondern selbstbewusste,<br />

ehrliche Wünsche an die<br />

Arbeitswelt.<br />

DAS „ECHTE LEBEN“ IN DIE<br />

SCHULE BRINGEN<br />

Auch wenn es mit der <strong>WIKO</strong>-Projektklasse<br />

heuer aufgrund von Corona<br />

nicht geklappt hat: Die Kinder auf diese<br />

Arbeitswelt und das Leben überhaupt<br />

vorzubereiten, sieht Weißenburgs Mittelschule<br />

generell als ihre wichtigste<br />

Aufgabe. „Das ist das echte Leben, und<br />

das müssen wir in die Schule reinbringen“,<br />

ist Schulleiter Markus Scharrer<br />

überzeugt. „Wir sind doch so entscheidend<br />

für die Biografie unserer Schüler.“<br />

Um immer wieder neue Ideen zu entwickeln,<br />

wie man den Lehrplan anreichern<br />

könnte, ist die Mittelschule auch<br />

recht umtriebig in Sachen Netzwerken.<br />

Durch die Bildungspartnerschaft mit<br />

der Hermann Gutmann Stifung steht<br />

man in Kontakt mit 15 weiteren Schulen<br />

in ganz Mittelfranken, die Aufnahme<br />

in die Deutsche Schulakademie<br />

brachte auch einen „ordentlichen<br />

Schub“, freut sich Scharrer. Wenn er<br />

einen Wunschzettel schreiben dürfte,<br />

stünde darauf wohl ein Umdenken in<br />

der Bildung <strong>–</strong> weg vom Notendruck,<br />

hin zum Menschen als Ganzes. „Ich<br />

bin überzeugt: Die Arbeitswelt braucht<br />

kreative Leute, kritikfähige Leute. Menschen,<br />

die über Resilienz verfügen, mit<br />

Leidenschaft, Visionen, Mut und guter<br />

Selbsteinschätzung. Alles andere werden<br />

künftig Algorithmen übernehmen.“<br />

89


<strong>WIKO</strong><br />

Immer nur nach dem Staat rufen,<br />

kann nicht die Lösung sein! VON JAN STEPHAN<br />

Die Weißenburger Rednerin Margit Hertlein spricht über ihre Corona-<br />

Zeit und appelliert an alle: „Zuerst muss man sich selbst retten!“<br />

Wenn man sein Geld als Rednerin<br />

vor vielen Menschen verdient, ist<br />

die Corona-Krise doch irgendwie<br />

ein ziemlich strukturelles Problem,<br />

oder?<br />

Ja, meine normalen Verdienstmöglichkeiten<br />

waren Ende März 2020 weg.<br />

Und das sind sie bis heute. Mir war<br />

da schon klar, dass sich das Thema<br />

nicht so schnell erledigt. Mein Mann<br />

hat immer gesagt: 2020 ist der Trailer<br />

für <strong>2021</strong>. Und ich fürchte, er hat recht.<br />

Das ist noch nicht vorbei.<br />

Sie machen uns Angst. Wie schaffen<br />

Sie es, so ruhig mit der Situation<br />

umzugehen? Ist das für eine Selbstständige<br />

mit Angestellten nicht eine<br />

bedrohliche Situation?<br />

Ich habe mich nie existenzbedroht gefühlt,<br />

eher existenzbewegt. Das liegt<br />

auch an meiner Einstellung. Ich habe<br />

einen Glaubenssatz, der heißt: Man<br />

weiß nie, wozu es gut ist. Ich versuche<br />

Dinge eher als Herausforderung denn<br />

als Bedrohung zu sehen. Also habe<br />

ich mir im März 2020 gedacht: Wenn<br />

es so wie bisher nicht mehr geht, wie<br />

könnte es dann gehen …<br />

Wie funktioniert das wirtschaftlich?<br />

Ich hatte eine Menge Kunden, bei denen<br />

die vergangenen Monate nicht die<br />

Weiterbildung im Mittelpunkt stand.<br />

Die hatten andere Probleme. Ich bin<br />

erst mal dankbar, dass es in Deutschland<br />

Kurzarbeit gibt. So konnte ich<br />

meine Mitarbeiter halten. Aber ich<br />

bin Unternehmerin. Und das<br />

heißt, dass ich vor allem für<br />

mich selbst verantwortlich<br />

bin. Wenn ich in einer solchen<br />

Situation nichts unternehme,<br />

habe ich den Namen „Unternehmer“<br />

nicht verdient. Aber damit<br />

hatten viele ein Problem. Mich hat es<br />

geärgert, in Zoom-Calls Kollegen zu<br />

erleben, die nur nach dem Staat gerufen<br />

haben. Da denke ich mir schon: Ihr<br />

steht sonst vorne dran und sagt den<br />

Unternehmern, das musst du tun und<br />

das musst du tun. Und dann kommt ihr<br />

selbst nicht in die Gänge …<br />

Aber für viele waren und sind diese<br />

Zeiten schon auch eine emotionale<br />

Herausforderung …<br />

x90


<strong>WIKO</strong><br />

Wir hatten vor Corona<br />

eher First-World-Problems.<br />

Und jetzt standen<br />

auf einmal Leute<br />

auf der Straße und waren<br />

existenziell bedroht.<br />

Wenn ich sage, für mich<br />

war die Zeit nicht existenzbedroht,<br />

ist das meine Perspektive.<br />

Aber jemand, der<br />

einen Sachbearbeiter-Job<br />

hat, der versteht sich nicht<br />

als Unternehmer oder als<br />

Künstler. Corona hat vielen<br />

Menschen eine Scheiß-Angst<br />

gemacht. Da gibt es nichts<br />

schönzureden. Ich werde jetzt<br />

nicht kommen mit „Denkt halt<br />

ein bisschen positiver“. Wichtig<br />

ist, dass man selbst aktiv bleibt. Denn<br />

wenn ich darauf warte, dass mich irgendjemand<br />

rettet, dann macht es<br />

vielleicht am Ende keiner.<br />

Herausforderungen gab es während<br />

der Pandemie aber nicht nur im<br />

Job.<br />

Ja, gerade mit Blick auf die Familien<br />

war das mitunter bitter. Das wurde<br />

öffentlich nicht so gesehen, was das<br />

für Herausforderungen waren. Dass<br />

man in einer Intensivstation während<br />

Corona Stress hat, leuchtet jedem ein.<br />

Aber dass es für die Mutter mit Job,<br />

Kindern und Homeschooling sehr,<br />

sehr hart ist <strong>–</strong> und da bleibt wieder mal<br />

der größte Zeiteinsatz bei den Frauen<br />

<strong>–</strong> war nicht so präsent. Dabei ist<br />

es doch die eigentliche Herausforderung,<br />

ein Leben mit Kindern zu meistern<br />

und nicht auf irgendeinem Achttausender<br />

herumzukraxeln oder eine<br />

Wüste zu durchqueren.<br />

Sie sind viel in Kontakt mit unterschiedlichen<br />

Ebenen der Wirtschaft.<br />

Wie ist man da mit der Krise<br />

umgegangen?<br />

Das kann ich nicht flächendeckend<br />

beantworten, weil ich fast ausschließlich<br />

die Gesundheitsbranche als Kunden<br />

habe. Kliniken, die Pflegenden,<br />

Apotheken, Ärzte, Pharmaunternehmen.<br />

Das waren die Branchen, die<br />

sich im vergangenen Jahr stark umorganisieren<br />

mussten. Was der Pflege<br />

❱Fortsetzung nächste Seite❱<br />

91


<strong>WIKO</strong><br />

unheimlich gutgetan hat, war die öffentliche<br />

Anerkennung. Bitter ist, dass<br />

sich diese Anerkennung nicht auch im<br />

Geldbeutel ausgezahlt hat. Und wenn<br />

du schuftest bis zum Umfallen, magst<br />

du irgendwann auch nicht mehr nur<br />

beklatscht werden.<br />

Seit rund einem Jahr herrscht jetzt<br />

ein fortwährender Ausnahmezustand.<br />

Glauben Sie, dass es im Zuge<br />

der Corona-Pandemie auch zu einer<br />

Zunahme der psychischen Erkrankungen<br />

wie Burn-out etc. kommen<br />

wird?<br />

Ja, wird es. Jeder hat eine persönliche<br />

Belastungsgrenze, ab der er sagt: ich<br />

kann einfach nicht mehr. Da werden<br />

Leute zusammenklappen Ich habe<br />

eine Online-Gruppe mit 500 PTAs.<br />

Und die Geschichten, die ich da gelesen<br />

habe, da muss ich sagen: Holla<br />

die Waldfee. Das war schon sehr fordernd.<br />

Allgemein kann man sagen, so<br />

unterschiedlich die Menschen sind, so<br />

unterschiedlich sind auch Apotheken,<br />

Ärzte, Kliniken mit den Anforderungen<br />

umgegangen. Ein Rettungssanitäter,<br />

eine Intensivkraft, ein Intensivmediziner,<br />

die haben den Sturm in ihrem täglichen<br />

Geschäft erlebt und haben sich<br />

auch in der Krise leichter getan. Aber<br />

Menschen, die bisher weit weg von<br />

solchen Notsituationen ihren normalen<br />

Job gemacht haben, für die waren<br />

das extreme Herausforderungen.<br />

Was raten Sie den Menschen unter<br />

diesen Bedingungen? Wie kann es<br />

gelingen, dauerhaft stabil zu bleiben<br />

und vor allem auch gut mit sich umzugehen?<br />

Was ich schon vor der Pandemie gesagt<br />

habe: Achtet auf euch, sorgt für<br />

euch. Ich habe einen Vortrag, der heißt<br />

„Druckabfall <strong>–</strong> und dann?“. Zu Beginn<br />

des Vortrags fällt eine Sauerstoffmaske<br />

herunter. Wie im Flieger. Und dann<br />

erzähle ich, dass auch bei den Sicherheitsunterweisungen<br />

gesagt wird, zuerst<br />

selbst die Maske aufsetzen und<br />

atmen, erst danach den anderen Menschen<br />

helfen. Das ist der Punkt. Wir<br />

können anderen nur helfen, wenn es<br />

uns selbst gut geht. Aber dem steht<br />

unsere Mentalität entgegen: Geht<br />

schon, geht schon, da beißen wir uns<br />

jetzt durch, heißt es dann … Aber dadurch<br />

wird es nicht besser.<br />

Schaffen Sie das immer?<br />

Zumindest habe ich im August meine<br />

Sommerpause gemacht, obwohl ich<br />

das Jahr viel daheim war. Ich habe lange<br />

überlegt, aber dann habe ich mir gedacht,<br />

nein, du machst das, was du anderen<br />

rätst, und zwar Pause. Und das<br />

war ein guter Moment zum Innehalten.<br />

Ich habe zum Beispiel erst da gemerkt,<br />

was ich in den vergangenen Monaten<br />

alles gelernt hatte. Das fiel mir auf, als<br />

ich meinen Schreibtisch aufgeräumt<br />

habe. Da sind mir meine Notizen von<br />

den ersten Online-Workshops in die<br />

Hände gefallen, die ich selber belegt<br />

habe, um mich digital fit zu machen.<br />

Und da habe ich erst mal herzhaft<br />

gelacht. Weil auf den Zetteln standen<br />

absolute Selbstverständlichkeiten. Da<br />

wurde mir erst bewusst, wie ahnungslos<br />

ich noch ein paar Wochen vorher<br />

war und wie viel ich dazugelernt hatte.<br />

Und das war ein Super-Gefühl, direkt<br />

zu sehen, was man geschafft hat. Und<br />

das ist ein allgemeiner Ratschlag: Die<br />

Leute sollten sich Zeit nehmen und es<br />

greifbar machen, es visualisieren, was<br />

sie schon alles geschafft haben. Weil<br />

ansonsten schaut man nicht darauf,<br />

was man schon getan hat, sondern<br />

darauf, was man noch alles nicht getan<br />

hat, und das ist nach wie vor eine ganze<br />

Menge.<br />

Was kann im Alltag konkret helfen?<br />

Es braucht neue Bahnen und Wege<br />

im Kopf. Corona hat viele Gewohnheiten<br />

erledigt. Und Gewohnheiten<br />

sind wichtig für uns, weil sie unserem<br />

Gehirn helfen, Energie zu sparen. In<br />

Bezug auf Sauerstoff- und Nährstoffverbrauch<br />

ist unser Gehirn ganz schön<br />

fordernd. Es kann bis zu 20 Prozent<br />

des gesamten Energieverbrauchs<br />

des Körpers für sich beanspruchen <strong>–</strong><br />

mehr als jedes andere Organ, obwohl<br />

es nur etwa zwei Prozent der Körpermasse<br />

ausmacht. Also jedes fünfte<br />

Stück Schokolade wird komplett zum<br />

Hirnfutter. Corona hat uns ganz gezwungen,<br />

ständig neue Trampfelpfade<br />

anzulegen. Und das kostet Kraft. Wir<br />

brauchen neue Routinen, und<br />

wenn neue Routinen<br />

da sind, spart das<br />

Energie, tut uns<br />

gut und gibt<br />

Sicherheit, in<br />

einer Zeit, in<br />

der nichts sicher scheint. Und natürlich<br />

hilft auch Humor, wenn einem das<br />

Wasser bis zum Hals steht.<br />

Sie haben sogar einen Preis gewonnen<br />

für Ihr persönliches Krisenmanagement?<br />

Ja, das hat mich sehr gefreut. Der<br />

BDVT, der größte deutsche Trainerverband,<br />

hat einen Sonderpreis ausgelobt<br />

für Trainer, die besonders kreativ durch<br />

die Krise gekommen sind. Das war der<br />

Dandelion-Award. Dandelion ist ja auf<br />

Englisch der Löwenzahn und der steht<br />

auch dafür, überall irgendwie durchzukommen.<br />

Egal wie oft du ihn ummähst.<br />

Wofür genau war der Preis?<br />

Für eine Videoreihe. Ich habe <strong>–</strong> als<br />

das mit Corona anfing <strong>–</strong> mit meinen<br />

Zielgruppen telefoniert und versucht<br />

rauszukriegen, was die brauchen. Und<br />

dabei hat sich gezeigt, dass ein ganz<br />

wichtiges Thema für die Menschen in<br />

den Gesundheitsberufen die Arbeitsbelastung<br />

war. Und damit verbunden<br />

die Motivation. Also habe ich mit einer<br />

Apothekerin Videobotschaften<br />

für PTAs produziert. Mit dramaturgisch<br />

einfachsten Mitteln haben wir<br />

da immer wieder für einen Schmunzler<br />

im Alltag gesorgt. Das war nicht<br />

high-sophisticated, sondern sollte<br />

eine Art Humorschüttler für die Mittagspause<br />

sein. Diese Videoserie ist<br />

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<strong>WIKO</strong><br />

wöchentlich an 20.000 Apotheken in<br />

Deutschland gegangen. Die Resonanz<br />

war großartig. Am Anfang war es noch<br />

ein bisschen komisch für mich, ohne<br />

Publikum in die Kamera zu sprechen.<br />

Aber inzwischen ist das Normalität,<br />

ich habe im vergangenen Jahr um die<br />

180 Videos gedreht. Ich halte auch Online-Vorträge.<br />

Und ich liebe es, bei den<br />

Online-Vorträgen mir immer wieder<br />

ein neues Setting auszudenken. Klar,<br />

die neutrale, weiße Wand mit Firmenlogo<br />

geht immer. Deshalb gibt es eine<br />

Videokolumne „Gruß aus der Küche“,<br />

bei der ich beim Gemüse-Schnippeln<br />

aus meiner Küche zum Publikum spreche.<br />

Die Küche war bei Partys schon<br />

immer ein toller Ort für gute Gespräche.<br />

Das bricht das Eis und löst diese<br />

klassische Online-Vortrags-Situation<br />

auf. Und man hat danach jede Menge<br />

klein geschnittenes Gemüse …<br />

Wie haben Sie denn die Stimmung<br />

bei den Menschen erlebt? Die Corona-Zeiten<br />

sind ja auch Monate der<br />

hitzigen Diskussion.<br />

2020 war auch mein Jahr der Desillusionierung.<br />

Da haben sich Vorhänge<br />

gelüftet. Ich fand es schlimm, welch<br />

abstruse Überlegungen da angestellt<br />

wurden. Auch von Menschen, die ich<br />

bisher für lebenserfahren und klug<br />

hielt. Ich bin erschrocken, was da alles<br />

kam. Wie viel Menschen aus der Friede-Freude-Eierkuchen-Abteilung<br />

an<br />

so einen Mist glauben. Leute, die wirklich<br />

meinen, dass Bill Gates versucht,<br />

die Weltherrschaft an sich zu reißen.<br />

Woran liegt dieses strukturelle Misstrauen<br />

der Menschen?<br />

Wenn Menschen sich bedroht fühlen,<br />

handeln sie nicht rational. Dann suchen<br />

viele nach Sicherheit. Und einfache<br />

„Wahrheiten“ geben Sicherheit.<br />

Schon in der Bibel wird erzählt, dass<br />

es Menschen gab, die um ein goldenes<br />

Vieh getanzt sind. Obwohl sie ja schon<br />

einen ganz vernünftigen Gott hatten.<br />

Und nach wie vor ist es einfacher, sich<br />

einen Schuldigen zu suchen, als sich<br />

um Lösungen zu kümmern.<br />

Warum trauen die Menschen der<br />

Wissenschaft nicht mehr?<br />

Es gab viele, die bei bestimmen Entscheidungen<br />

gesagt haben: Da habe<br />

ich ein komisches Gefühl. Aber was<br />

heißt denn das, ein Gefühl? Ich erkläre<br />

das mit dem Unterschied zwischen<br />

langsamem und schnellem Denken.<br />

Das schnelle Denken kennen wir auch<br />

unter dem Begriff „Intuition“ oder<br />

Bauchgefühl. Mit dem schnellen Denken<br />

rufen wir blitzschnell unsere Erfahrungen<br />

ab. Das langsame Denken ist<br />

das, was die Wissenschaftler machen.<br />

Das ist Pro und Kontra, Try and Error,<br />

Thesen aufstellen, überprüfen, nächste<br />

These … Im Alltag brauchen wir das<br />

schnelle Denken, weil man nicht jede<br />

Entscheidung über das Mittagessen<br />

mit wissenschaftlichen Methoden<br />

treffen kann oder will. Aber: Wenn es<br />

um Leben und Tod und eine Pandemie<br />

geht, kommen wir mit Gefühlen nicht<br />

weiter. Außerdem fehlen uns die Erfahrungswerte<br />

im Umgang mit Pandemien.<br />

Dann brauchen wir das langsame<br />

Denken, aber das fühlt sich halt nicht<br />

so gut an. Menschen, die noch halbwegs<br />

offen sind, denen kann man das<br />

auch erklären.<br />

Gute Kommunikation ist als Trainerin<br />

für sie auch Kernkompetenz. Wie<br />

lief es denn bislang in der Krise zwischen<br />

Politik und Bürger?<br />

Dieser Anspruch, wenn jemand gewählt<br />

wird, deswegen ist er oder sie<br />

viel gescheiter als wir, viel integrer als<br />

wir, viel stressresistenter, das ist überzogen.<br />

Die Politik spiegelt im Kleinen<br />

wider, was wir im Großen auch haben.<br />

Egal, wie top weltweit Politiker agiert<br />

hätten, wenn wir in unseren Köpfchen<br />

beschließen, dass uns bei solchen Entscheidungen<br />

die Sicherheit fehlt, dann<br />

holen wir uns woanders die Sicherheit.<br />

Ob die nur Sicherheit verspricht oder<br />

auch tatsächlich bietet, ist dann auch<br />

schon egal. Hauptsache wir fühlen<br />

uns wieder gut und unser schnelles<br />

Denken ist zufrieden. Aber ich fand<br />

das letztes Jahr wirklich müßig, dass<br />

sich die Menschen darüber beschwert<br />

haben, dass es ein Hin und Her in der<br />

Politik gab. Das lag einfach daran, dass<br />

man viel nicht gewusst hat und trotzdem<br />

Entscheidungen treffen musste.<br />

Und der Schaden für die Wirtschaft<br />

…<br />

Ach, diese ganzen Debatten, dass man<br />

jetzt sofort alles öffnen muss, damit<br />

die Wirtschaft nicht kaputtgeht … Es<br />

ist doch genau andersrum: Die Wirtschaft<br />

geht kaputt, wenn wir dieses<br />

Virus nicht eindämmen. Das ist doch<br />

der Punkt.<br />

Margit Hertlein ist eine preisgekrönte<br />

Rednerin und Trainerin.<br />

Nach Ethnologie- und BWL-Studium<br />

gründete die Weißenburgerin<br />

frisch von der Uni einen Zubehörversandhandel<br />

für VW-Busse und<br />

übernahm später für ein Jahrzehnt<br />

die Geschäftsführung in einem<br />

Autohaus. Nach Jahren als Musikerin<br />

wechselte sie 1997 in die<br />

Trainer- und Fortbildungsbranche.<br />

Heute arbeitet sie für internationale<br />

Konzerne genauso wie für kleine<br />

Mittelständler. 2013 wurde sie von<br />

der German Speakers Association<br />

(GSA) zur Vortragsrednerin des<br />

Jahres gekürt und ist dort mittlerweile<br />

auch Vorstandsmitglied.<br />

Von ihrem Büro im Weißenburger<br />

Ortsteil Hagenbuch aus hat sie die<br />

Corona-Krise hautnah miterlebt.<br />

Und sie hat ein paar Ratschläge:<br />

für Unternehmer wie für alleinstehende<br />

Mütter.<br />

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<strong>WIKO</strong><br />

Green Business im Landkreis <strong>–</strong><br />

Ideen mit Perspektive<br />

VON JAN STEPHAN<br />

Nachhaltige Energieversorgung ist ein Megatrend. Wir haben uns im Landkreis<br />

umgesehen, wer hier spannende Ideen zu bieten hat. Und wir sind fündig<br />

geworden. Heizomat, Ossberger, Dezony und ihr Blick auf die Zukunft.<br />

Automobilindustrie und Maschinenbau<br />

<strong>–</strong> das ist das wirtschaftliche Rückgrat<br />

der Republik. Über Jahrzehnte<br />

bescherten sie Wohlstand und Jobs.<br />

Auch in <strong>Altmühlfranken</strong> hängen eine<br />

Menge Arbeitsplätze über Zulieferbetriebe<br />

direkt an VW, Daimler und Co.<br />

Die großen Konzerne aber müssen<br />

sich gerade neu erfinden.<br />

„Schuld“ an dem Druck ist eine Einsicht,<br />

die nicht mehr weggehen wird: dass<br />

die Menschheit nämlich seit eineinhalb<br />

Jahrhunderten auf Pump wirtschaftet,<br />

dass sie Ressourcen schneller verbraucht,<br />

als sie entstehen, dass sie<br />

mit ihrer Art zu leben den Planeten aus<br />

dem Gleichgewicht bringt.<br />

Wir wollen in dieser Geschichte aber<br />

nicht von schmerzhaften, aber keineswegs<br />

aussichtlosen Transformationsprozessen<br />

der alten Industrie erzählen,<br />

sondern den Blick auf diejenigen werfen,<br />

die sich gar nicht erst verändern<br />

müssen, um in die Zukunft zu passen.<br />

Wie ist <strong>Altmühlfranken</strong> im Bereich des<br />

neuen Green Business aufgestellt?<br />

Ortstermin bei drei Unternehmen der<br />

Region. Wir beginnen in Maicha und<br />

Heidenheim. In Orten, die ein wenig<br />

abseits liegen. Und das ist ganz passend,<br />

denn auch Heizomat, das in<br />

diesen beiden Orten ein kleines Imperium<br />

des Heizens mit Holz aufgebaut<br />

hat, war lange ein bisschen abseits.<br />

Als Robert Bloos senior das Unter-<br />

nehmen 1982 gegründet hat, war Heizen<br />

mit Holz mehr Vergangenheit als<br />

Zukunft. Heute hat das Unternehmen<br />

270 Mitarbeiter, gerade zehn Millionen<br />

Euro in ein neues Gebäude investiert<br />

und muss im Moment den Export nach<br />

Kanada und Japan reduzieren, um auf<br />

dem deutschen und europäischen<br />

Markt hinterherzukommen.<br />

„Potenzial am Markt hätten wir wahrscheinlich<br />

das Zehnfache, wenn ich auf<br />

die Bestellungen schaue“, sagt Robert<br />

Bloos junior und schnauft kurz durch.<br />

Er teilt sich die Geschäftsführung mit<br />

seinem Vater. Und er stellt gerade<br />

wieder einmal fest, dass Erfolg auch<br />

anstrengend ist. Erst recht, wenn er<br />

der eigentlichen Leidenschaft im Weg<br />

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<strong>WIKO</strong><br />

steht, Dinge immer noch ein kleines<br />

bisschen besser zu machen. Durch<br />

Entwickeln, Tüfteln und Erfinden.<br />

„Im letzten Jahr hatten wir kaum Zeit<br />

für Entwicklung und Innovation, weil<br />

wir uns um die Produktion kümmern<br />

mussten“, erzählt Bloos junior. „Aber<br />

wir haben gemerkt, dass das nicht gut<br />

für uns ist.“ Der Erfolg der Gegenwart<br />

kann dafür sorgen, dass der Erfolg der<br />

Zukunft zu kurz kommt. Dieses Jahr<br />

hat man sich fest vorgenommen, wieder<br />

mehr Zeit im Zukunftslabor zu verbringen.<br />

Im Moment steht Heizomat international<br />

vor allem für zwei Dinge: Biomasseheizungen<br />

und Holzhackmaschinen.<br />

„Da sind wir einfach besser als die anderen“,<br />

sagt Bloos auf die Frage, warum<br />

denn Kanadier Holzheizungen aus<br />

Maicha und Heidenheim bestellen. „Wir<br />

setzen auf Fertigung in Deutschland<br />

und hohe Qualität. Das überzeugt die<br />

Kunden.“ Außerdem können die „Heizomaten“<br />

in vielen Fällen mehr als die<br />

Konkurrenz. Von Anfang an ging es Robert<br />

Bloos senior darum, eine nachhaltige<br />

Kreislaufwirtschaft zu etablieren.<br />

In der wandern keine wertvollen Stämme<br />

in den Heizkessel, sondern Holzreste.<br />

Dieser Ansatz legte den Grundstein<br />

für robuste Heizungssysteme,<br />

die man mit den verschiedensten Materialien<br />

befeuern kann. „In Spanien<br />

haben wir Anlagen, die mit Olivenkernen<br />

betrieben werden, und in Afrika<br />

sind Kakaoschalen ein Riesenthema“,<br />

erklärt Robert Bloos junior. Längst<br />

geht es nicht mehr nur um Holzpellets,<br />

das in den Kesseln zu Energie<br />

gemacht wird, sondern viel allgemeiner<br />

um Biomasse. In Europa sind das<br />

etwa Rinde, Durchforstungsholz oder<br />

sogenanntes Straßenbegleitgrün, in<br />

anderen Ländern eben Olivenkerne<br />

oder Kakaoschalen.<br />

Das klingt einfacher, als es ist. Was alles<br />

an technischen Klein- und Kleinst-<br />

Innovationen in den Heizomat-Anlagen<br />

steckt, ahnt man erst, wenn man<br />

sich durch die technischen Neuerungen<br />

liest, die in steter Regelmäßigkeit<br />

aus der Ideen-Werkstatt von Heizomat<br />

kommen. Die ist ein elementarer Teil<br />

des speziellen Erfolgs dieses Unternehmens.<br />

Denn Heizomat hat zwar<br />

eine eigene Entwicklungsabteilung,<br />

aber Ingenieur ist bis heute kein Einziger<br />

angestellt. „Wir sind immer noch<br />

ein Handwerksbetrieb“, sagt der Juniorchef.<br />

Und an dem Tonfall merkt<br />

man, dass man hier einen nicht verhandelbaren<br />

Punkt entdeckt hat, einen<br />

Teil der Heizomat-Identität.<br />

Man kommt nicht von der klassisch<br />

deutschen Ingenieurs-Entwicklung,<br />

sondern aus dem gut ausgebildeten<br />

und klugen Handwerk. Hier wird weniger<br />

gerechnet und gezeichnet, hier<br />

wird gebaut, geschraubt und in der<br />

Praxis ausprobiert. „Das ist Learning<br />

by Doing mit Visionen“, formuliert<br />

der Junior das Geschäftsprinzip.<br />

Bei dem setzt man vor allem<br />

auf Handwerker, die<br />

etwas können und dazulernen<br />

wollen. Allerdings<br />

gibt es die kaum mehr<br />

auf dem Arbeitsmarkt,<br />

weil immer mehr Jugendliche<br />

den Weg<br />

ins Studium wählen. „Wir kriegen im<br />

Monat 50 Bewerbungen von Studenten<br />

oder technischen Zeichnern, aber<br />

wir brauchen Schlosser, Schweißer,<br />

Schreiner, Lackierer, Maurer, Monteure<br />

…“, so Bloos.<br />

Hinter den Kulissen ist man längst in<br />

der Entwicklung neuer Themen. Während<br />

die eigene Lkw-Linie eher eine<br />

Liebhaberei ist und man das automatisch<br />

drehende Solar-Paneel aus Kapazitätsgründen<br />

zurückgestellt hat,<br />

richt