Obst- u. Spargelhof Wurth

oberkircher

Idealist & Macher

SUPERSPARGEL: WILLI WURTH

AUS ZUSENHOFEN HOLT DAS BESTE

AUS DER SCHWEREN ERDE HERAUS

Die Kälte ist schon nicht mehr so hart. Der Wind

riecht anders. Wir stellen fest: Da ist was in der

Luft. Richtig, der Frühling kommt und Baden

atmet auf. Es ist Spargelzeit und die großen

Töpfe stehen auf dem Herd, das Soßentöpfchen blubbert

und der frische Weißwein kommt wieder zu Ehren. Was

wäre Baden ohne seinen Spargel? Lag vor Jahrzehnten die

Hochburg in Nordbaden, so wächst heute Spargel fast überall,

sogar dort, wo es eigentlich unmöglich ist. Zum Beispiel

in Zusenhofen.

„Man muss ein Idealist sein“, ruft Willi Wurth (62) in

den Wind, während er die Folien auf den Spargelfeldern

wendet. Die schwere Folie flattert geräuschvoll. Mit den

Folien kann der Spargelbauer die Temperatur regeln. Ist

die schwarze Seite oben, wird es drunter wärmer und der

Spargel wächst schneller. Mit der weißen Seite wird es

dagegen kälter auf dem Acker und das Wachstum verlangsamt

sich etwas. Bei gutem Wetter wächst Spargel zehn

Zentimeter pro Tag. „Den besten, den schönsten Spargel“

hat Willi Wurth dann auf dem Acker. Bei Kälte und Regen

wächst er kaum, da hilft die schwarze Folie auch nicht viel.

Aller Anfang ist schwer

„Schwer war’s“, sagt Willi Wurth und meint nicht die Folie,

sondern die ersten Jahre. Blutjung, mit 18, übernahm er den

elterlichen Hof. Mit vier Hektar Fläche war Willi Wurths

Hof kaum überlebensfähig. Was tun? Er wagte sich an die

Sonderkulturen Erdbeeren und Spargel. Aber mit Spargel

hatte es hier noch keiner versucht. Aus gutem Grund:

Der Boden ist nicht locker und leicht, sondern schwer,

feucht und fest. Zusenhofen ist nicht Bruchsal. Wie will da

Spargel wachsen?

Aber mit viel Einsatz klappte es doch und nach und nach

sprach es sich herum, dass dieser Spargel das Prädikat

„weißes Gold“ verdient. Genau das, was den Anbau so

schwierig macht, macht auch die Qualität aus. Der schwere

Boden hat viel mehr Bodenpunkte (Mineralien) als ein

Sandboden. Sandboden hat ungefähr 20, 30 Bodenpunkte,

die Zusenhofener Erde dagegen zwischen 70 und 90! Das

ist die Erklärung für das „gewisse Etwas“, das bald ein

Gastronom aus Offenburg entdeckte. „Ja, die Gastronomie

ist stark“, sagt Willi Wurth über seine Kundschaft.

Mit dem Hofladen auf dem Acker ist ihm ein weiterer Coup

gelungen. Zwischen April und Ende Juni wird hier die lokale

Ökonomie gestärkt und die Lust auf Kuchen gestillt. Wer

seinen Großeinkauf saisonal und regional erledigen will,

kann das tun. Hier gibt es zig Salate, Säfte, Wein, Schinken,

Speck und vieles mehr sowie Kräuter, Soßen und Wein, was

prima zum Spargel passt. Mit dem Hofladen und 15 Hektar

Spargel ist Willi Wurths Betrieb gut aufgestellt. In drei

Jahren will er den Hof an seine Tochter Selina übergeben.

Die gelernte Obstbaumeisterin ist genauso im Thema wie

der Papa. Die andere Tochter, Sabrina, macht das Büro. Alle

drei essen natürlich sehr gerne Spargel. Selina Wurth mag

alle Varianten und ist offen für Neues wie zum Beispiel

Spaghetti mit grünem Spargel. Willi Wurth mag es klassisch

mit Schinken, Omelette und Sauce Hollandaise. Da geht das

badische Herz auf!

Obst- und Spargelhof Willi Wurth

Lindenplatz 17

77704 Oberkirch-Zusenhofen

Tel. 07805 - 2294

zoff

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SPARGEL

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