Taxi Times Berlin - 1. Quartal 2021

taxitimes

1. QUARTAL 2021 3,50€

www.taxi-times.taxi

BERLIN

TAXI BERLIN ZIEHT GRÖSSTEN AUFTRAG

SEINER GESCHICHTE AN LAND

IMPF-FAHRTEN FÜR

DAS TAXIGEWERBE

INSOLVENZEN

Corona-Lockdown mit

Kollateralschäden

FLUGHAFEN BER

LDS hält Berliner

Taxifahrer hin

TAXI UND BVG

Zwischen Konkurrenz

und Kooperation


CORONA-INFO

IMPFZENTREN

Charlottenburg-Wilmersdorf: Messehalle

21, Westend, Hammarskjöldplatz

(von der Masurenallee in die Zufahrt,

Eingang geradezu); 9 bis 18 Uhr

Mitte: Erika-Heß-Eishalle, Wedding,

Müllerstr. 185 (letzte Einfahrt vor

Beginn der Chausseestr., gegenüber

Sixt-Geschäftsstelle); 9 bis 14 Uhr

Pankow: Velodrom, Prenzlauer Berg,

Landsberger Allee stadteinwärts,

Zugang links neben dem S-Bahn-Zugang

und evtl. von der Fritz-Riedel-Str. *

Tempelhof-Schöneberg: THF-Hangar

4, Tempelhof, Columbiadamm 10

(Zufahrt gegenüber des Columbia-

Theaters) *

Reinickendorf: TXL-Terminal C; für

Taxen vorerst bedeutungslos

Treptow-Köpenick: Arena, Alt-Treptow,

Eichenstr. 4 (Zufahrt nur von der Puschkinallee);

8:30 bis 18:30 Uhr

* war bei Redaktionsschluss

noch nicht eröffnet

TESTSTATIONEN

Es wird unterschieden zwischen Personen, die kürzlich aus

Risikogebieten zurückgekehrt sind, und denen, die sich aus

anderen Gründen testen lassen möchten oder müssen.

Bei Schnelltests handelt es sich in der Regel um sog. Antigentests.

Ein PCR-Test weist Virus-Erbgut nach, auch noch in

geringen Mengen, unmittelbar nach einer Ansteckung oder,

wenn die Erkrankung schon Tage zurückliegt. Bei Schnelltests

hingegen braucht es eine gewisse Menge an Viren, damit

der Test anschlägt. Das bedeutet: Bei einem negativen Test

besteht ein Restrisiko, dass die Person trotzdem infiziert ist.

Die Tests werden mittlerweile in vielen Hausarzt-Praxen

angeboten, außerdem an größeren Testzentren.

Hier eine (unvollständige) Übersicht:

• Charlottenburg-Wilmersdorf

› Charlottenburg, Breitscheidplatz, Kaiser-Wilhelm-

Gedächtniskirche; Antigentest 40 €, 10-18 Uhr

› Westend, Soorstr., Parkplatz am Zentralen Omnibusbhf.

(ZOB)

› Wilmersdorf, Uhlandstr. 181 (zw. Grolmanstr. und S-Bahn);

PCR- und Schnelltests, Mo-Fr 7-19 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr

• Friedrichshain-Kreuzberg

› Friedrichshain, Stralauer Allee 3, nhow-Hotel (links neben

dem Haupteingang)

› Friedrichshain, Wriezener Karree 15; Antigentest 35,90 €

› Kreuzberg, Gneisenaustr. 40, ASB; Antigentest 39 €,

täglich 16-20 Uhr

› Kreuzberg, Prinzessinnenstr. 14 (Ecke Oranienstr.),

Schnelltest-Zentrum; Antigentest 49,90, Mo-Sa 8-20 Uhr

• Lichtenberg

› Lichtenberg, Landsberger Allee 270 (zw. Vulkanstr. und

Am Wasserwerk); Drive-in, Schnelltest 29,90 €, personalisiert

39,90, täglich 10-14 Uhr

• Mitte

› Mitte, Arkonapl. 5 (Nordseite, Ecke Swinemünder Str.);

Gemeinschaftspraxis

› Mitte, Auguststraße 20 (zw. Tucholsky u. Kl. Hamburger),

Galerie DNA; PCR-Test 99 €, Schnelltest 49 €, Mo-Fr 7-19

Uhr, Sa+So 9-18 Uhr

› Mitte, Bergstr. 20 (nördl. ggü. Schröderstr.); Antigentest

49,90 €, Mo-Sa 7-15 Uhr

› Mitte, Brückenstr. 1 (Ecke Köpenicker Str.), Kitkat-Club;

Antigentest 24,95 €, Mi-So 9-16 Uhr

› Mitte, Friedrichstr. 101 (am Bhf.), Admiralspalast, täglich

8-20 Uhr

› Mitte, In den Ministergärten 1 (Ecke Gertrud-Kolmar-Str.),

Ärztehaus; PCR-Test 75,76 €, Termine: 030-2123436409

› Moabit, Hauptbahnhof, 1. Untergeschoss, Mo-Fr 6-23 Uhr,

So 8 bis 23 Uhr; für Reiserückkehrer

› Wedding, Strandbad Plötzensee, Nordufer 26 (Sackg.

nördl. Seestr.); Drive-in Schnelltests

› Wedding, Charité Campus Virchow-Klinikum, Mittelallee

1 (Zufahrt Seestr.), Mo-Freitag 8-13 Uhr; nur mit Termin;

nur für Personen mit akuten Erkältungssymptomen

› Wedding, Corona-Testzentrum, Parkplatz Genter Str.

(ggü. Limburger Str.), Hintereingang Rathaus Wedding;

nur für Pers. aus dem Bezirk Mitte, die Kontakt mit

nachweisl. infiz. Pers. hatten und unter Beobachtung des

Gesundheitsamts Mitte stehen; Reiserückkehrer oder

Saisonarbeiter mit Symptomen; med. Personal, Pflegepersonal,

Apothekenpersonal, Polizei und Feuerwehr

auch ohne Symptome

• Neukölln und Schönefeld

› Britz, Corona-Abstrich-Zentrum, Riesestraße (Ecke

Blaschkoallee); nur mit Termin durch Arbeitgeber und

nur für Beschäftigte mit Dienstort in Neukölln

› Schönefeld, Flughafen BER, Terminal 1, Ebene 0

(Ankunft) rechts (an der Taxi-Ladeleiste); PCR-Test 59 €,

7 bis 19 Uhr

• Pankow

› Prenzl. Berg, Am Falkplatz Ecke Gaudystr., Max-Schmeling-Halle;

Schnelltest 49,95 €, Mo+Di 10-13, Mi 15-18,

Do+Sa 10-13 Uhr

• Reinickendorf

› Reinickendorf, Drive-by/Gesundheitsamt Reinickendorf,

Teichstr. 65; nur für Personen aus Reinickendorf,

die Kontakt zu einer infizierten Person hatten und/oder

Krankheitssymptome aufweisen

• Steglitz-Zehlendorf

› Lichterfelde, Testzentrum Süd, Lichterfelder Weg 5

(Sackgasse südl. Goerzallee); Antigentest 83,50 €, Antikörpertest

39,95 €, nur Sa+So 8-18 Uhr

› Lichterfelde, Testzentrum, Goerzallee 305 a (Südseite

nahe Wupperstr.); Schnelltests

• Treptow-Köpenick

› Köpenick, DRK Kliniken, Salvador-Allende-Str. 2-8, Haus

5.3, Mo-Fr 9-11 Uhr.

2 1. QUARTAL 2021 TAXI


DIE TAGE WERDEN LÄNGER

In die Auftragsflaute des Berliner Taxigewerbes ist starke Bewegung

gekommen, seit Taxi Berlin es vollbracht hat, sich vom Senat

mit der Beförderung von Senioren zu den Impfzentren und zurück

beauftragen zu lassen – eine Wohltat in Zeiten des Lockdowns. In

der Persiusstraße ist man entsprechend am Rotieren.

Für einige Taxibetriebe kommt diese Auftragsflut zu spät. Vom

Staat im Stich gelassen und von unseriösen Anbietern um ihre

Kundschaft beraubt, konnten sie ihre Fixkosten nicht mehr decken

und mussten ihr Geschäft aufgeben.

Die Meldungen über staatliche Hilfsgelder, Corona-bedingte

Regeln und Verbote, Impfzentrums-Eröffnungen und Änderungen

der Verkehrsführung an deren Adressen gehen momentan beinahe

im Stundentakt ein. Die Adressen, Telefonnummern und Links,

die Sie hier links und unten sehen, sind eine Momentaufnahme

und werden sicherlich schon bald erweitert.

TAXI TIMES WIRD DIGITALER UND INTERAKTIVER

Sicherlich ist Ihnen nicht entgangen, dass Taxi Times

auch ein Online-Portal für aktuelle Meldungen hat. Unter

www.taxi-times.com finden Sie in der Regel mehrmals täglich

neue Meldungen. Dieser Online-Auftritt ist kürzlich erneuert worden

und hat jetzt Extra-Regionalseiten für Berlin und München.

Dazu mehr auf der letzten Innenseite dieses Heftes (Seite 27).

QR-CODE: TEXT MIT EINEM KLICK EINLESEN

Möchte man die Leser einer gedruckten Veröffentlichung

auf eine bestimmte Internet-Seite verweisen, so ist dies umso

umständlicher, je länger die Adresse der Seite ist. Um dieses Problem

zu umgehen, gibt es bereits seit Jahren den sogenannten

QR-Code, eine quadratische Grafik aus schwarzen und weißen

Pixeln, die im öffentlichen Raum immer häufiger innerhalb von

Werbung zu sehen ist, und über die wohl jeder sich zu Anfang

einmal wunderte.

In einem QR-Code kann praktisch jeder Kurztext „versteckt“

sein. Besonders praktisch ist er aber für komplizierte Internet-

Adressen. Zum Einlesen von QR-Codes mit dem Smartphone gibt

es mehrere Apps. In manchen neueren Modellen ist diese Scan-

Funktion sogar serienmäßig in den „Einstellungen“ zu finden.

Auch wir möchten dies künftig vermehrt nutzen und bitten Sie,

sich mit dieser praktischen Funktion vertraut zu machen. Probieren

Sie es doch gleich einmal mit den drei Codes unten rechts aus!

Viel informative Unterhaltung beim Lesen wünscht Ihnen

INHALT

CORONA-KRISE

2 Adressen: Impfzentren,

Teststationen

4 Großauftrag: Impfzentren

6 Symptomfrei und insolvent

8 Corona-Kurznews

MELDUNGEN

9 News

GEWERBE

10 BER: Gut organisiert aber kaum

Berliner Taxen

RECHT

13 Kolumne: Scheibenwischer und

Touchscreen

TAXI BERLIN

14 Führungswechsel beim BVTM

15 Taxistiftung Deutschland hilft

WETTBEWERB

16 Taxi Berlin und „Jelbi“

18 Berlkönig und Berlkönig BC: Wohin

geht die Reise?

20 Taxi- und Mietwagenkontrollen

22 Ein Uber-Fahrer packt aus

KOLUMNE

23 Das Taxi stirbt nicht an Corona

alleine

WISSENSCHAFT

24 Taxi Driving Innovation: Zwischen

Disruption und Ordnung

– die Redaktion –

TITELFOTO: Axel Rühle / Taxi Times

HOTLINES UND LINKS

Senats-Hotline für Personen ohne Symptome und mit

Verdacht auf eine Infektion: Tel. (030) 90 28 28 28

(täglich von 8 bis 20 Uhr)

Mobiler ärztlicher Bereitschaftsdienst:

116 117 – Infos: 116117.de

Corona-Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums:

030 346 465 100

Für Berliner Unternehmer:

Corona-Hotline der IHK: 030 315 10 919

Servicenummer der Investitionsbank: 030 21 25 47 47

Berlin-Partner-Hotline: 030 463 02 440

Visit-Berlin-Hotline: 030 26 47 48 88

Bitte die

QR-Codes

scannen, um

aktuelle Listen

aufzurufen:

Arztpraxen für

Reiserückkehrer

Hotlines und Empfehlungen

der Bezirke

Arztpraxen für Personen

mit CoViD-19-Symptomen

TAXI 1. QUARTAL 2021

3


CORONA-KRISE

Impfzentrum in der Eichenstraße in Alt-Treptow

GROSSAUFTRAG:

IMPFZENTREN

Ausnahmezustand in der Persiusstraße: Taxi Berlin hat einen Auftrag

noch nie dagewesener Größe an Land gezogen – und sich damit

Arbeit und Organisationsaufwand in ungekanntem Ausmaß beschert.

Die Bemühungen von Gewerbevertretern,

vom Staat für die

Bewältigung der Corona-Krise in

Anspruch genommen zu werden, waren in

Berlin Ende 2020 endlich erfolgreich. Nicht

nur die Landesverbände warben vehement

bei Politikern um Aufträge für das

Taxigewerbe, vor allem Taxi-Berlin-Chef

Hermann Waldner sprach immer wieder

mit Staatssekretären und Senatoren. Ende

Dezember kam schließlich die gute Nachricht.

Seit dem 4. Januar haben in Berlin

wohnende Senioren, die eine Einladung zur

Impfung erhalten haben, Anspruch auf die

Bezahlung einer Taxifahrt von ihrer Wohnadresse

zum Impfzentrum und zurück.

Über die Eröffnung des ersten der sechs

Berliner Impfzentren in der „Arena“, der

bekannten Konzert- und Veranstaltungshalle

in Alt-Treptow, berichteten zahlreiche

Pressevertreter.

Ein solches Projekt umfasst zahlreiche

Absprachen und Verhandlungen und erfordert

ein hohes Maß an Organisation vieler

Seiten, die alle koordiniert sein müssen.

Während Logistiker mit Hilfe von Ex-THW-

Präsident Albrecht Broemme das Impfzentrum

aufbauten und -zig Impfkabinen mit

Strom- und Datenkabeln, Mobiliar und

EDV einschließlich Drucker ausstatteten,

handelte Hermann Waldner mit dem Deutschen

Roten Kreuz und der Senatsverwaltung

für Gesundheit die Beauftragung des

Taxigewerbes mit den Seniorenfahrten

aus. Pünktlich zur Eröffnung versorgte

„Innungs“-Chef Leszek Nadolski die Presse

mit Informationen.

LANGJÄHRIGE ERFAHRUNG

ZAHLT SICH IN DER KRISE AUS

„Die Vermittlung der Aufträge läuft in

der Regel so ab, dass der Kunde in der

Zentrale das Taxi von zu Hause zum Impfzentrum

bestellt, woraufhin die Zentrale

einen Funkauftrag mit den Merkmalen ‚Mit

Trennschutz’, ‚Behilflich sein’ und ‚Coupon’

vermittelt“, so Hermann Waldner.

Bereits Tage vor der Eröffnung organisierte

Boto Töpfer, Chef des Taxiverbandes

Berlin Brandenburg, vor Ort in Zusammenarbeit

mit den Betreibern, den Sicherheitsdiensten,

der Polizei und in Abstimmung

mit Taxi Berlin die Anfahrt- und Ladeinfrastruktur

an der Arena.

Die zunächst geplante

Aufstellung in der Martin-

Hoffmann-Straße hätte

nicht funktioniert, das

sah Töpfer auf den ersten

Blick. Er vereinbarte mit

den zuständigen Polizeibeamten,

die Parkbuchten

in der Eichenstraße

in Richtung Arena bereitzustellen,

zudem wurde

in der Puschkinallee der

rechte Rand ab der Elsenstraße für Taxen

reserviert. „Wir führen eine ausgesprochen

zivile Gesprächskultur mit der Polizei,

sowohl auf der Führungsebene als auch

auf der Straße. Das sollten wir auch alle zu

schätzen wissen, indem wir zu den Beamten

genau so freundlich sind.“

Gibt es Probleme, so wird Töpfer meist

schnell damit konfrontiert – und sie landen

auf dem Tisch von Jens Schmiljun, Vertriebschef

bei Taxi Berlin, in dessen Verantwortung

nun die gesamte Projektleitung

und -steuerung liegt, und der seitdem kaum

einen freien Tag hat, wie er auf Nachfrage

sagt. Zu Anfang gab es Beschwerden über

Taxifahrer, die die hochbetagten Senioren,

Risikogruppe Nummer eins und von der

frischen Impfung womöglich körperlich

geschwächt, ohne Trennschutz befördern

wollten. Auch schwarze Schafe, die betrü-

Impfzentrum in der Müllerstraße in Wedding

FOTOS: Axel Rühle

4 1. QUARTAL 2021 TAXI


CORONA-KRISE

gerisch mit Bargeld und Coupon doppelt

abkassieren wollten, trugen dazu bei, dass

die Auftragsvermittlung über Funk eingeführt

werden musste. Seitdem läuft es

in der Eichenstraße ziemlich geordnet ab.

Das Aufkommen an Impffahrten hat in der

Persiusstraße allerdings zu einer neuen

Größenordnung der Couponbearbeitung

geführt.

Problemlos klappt auch die Zusammenarbeit

mit den Teams an Einweisern und

Einweiserinnen. Töpfer sagt, er habe Wert

darauf gelegt, ein kulturell und geschlechtlich

gemischtes Team einzusetzen, um mit

gewissen Vorurteilen aufzuräumen, wie er

die Vorbereitungen mit Taxi Berlin schildert.

Wichtig war für ihn auch, dem Winterwetter

zu begegnen, das jedem noch so

warm gekleideten Einweiser früher oder

später zu schaffen macht. Eine rettende

Idee war die leerstehende Ticketkasse

gegenüber der Arena, die kurzerhand

zum improvisiert beheizten Pausenraum

umfunktioniert wurde. Für das kulinarische

Wohl sorgt inzwischen auch ein

Imbisswagen, der dort permanent Stellung

hält, und Toiletten gibt es in der Arena. Das

Leitstellenpersonal mit den Leuchtwesten

gibt die Coupons sowohl für die Anfahrt als

auch für die Rückfahrt an die Taxifahrer

aus. Das Einladungsschreiben zum Impfen

ist kein Coupon – nur eine von unzähligen

Fragen, die die Funkzentrale derzeit oft zu

beantworten hat. Jens Schmiljun musste

vieles zum Laufen bringen. Er koordiniert

alles in täglicher Abstimmung mit sämtlichen

Beteiligten.

Hermann Waldner und Jens Schmiljun vor dem

Impfzentrum am Hammarskjöldplatz in Westend

DAS JETZIGE AUFKOMMEN

IST ERST DER ANFANG

Mit der Impffrequenz an den einzelnen

Adressen steigen auch die erforderliche

Zahl an Taxen, die dort pro Minute „durchgejagt“

werden, und der Personalbedarf.

Die aktuelle Zahl von gut 3.000 Fahrten

pro Tag (in zehn Stunden) soll auf maximal

20.000 steigen, wenn

an allen sechs Adressen

Hochbetrieb herrscht. Das

bringt viele kleine Probleme

mit sich, etwa, dass

die Druckerei mit der Herstellung

der Coupons zeitweise

nicht mehr hinterherkam.

„Wir sind das einzige

Bundesland mit so einem

Großauftrag und sind permanent

bemüht, den gut zu

erfüllen, damit die Politik

Grund hat, das so fortzusetzen.

Bisher bekommen wir

auch durchweg positives

Feedback“, so Schmiljun

gegenüber Taxi Times. Zur

Erfüllung gehört auch die

strikte Einhaltung der vom Senat vorgegebenen

Bedingungen: kein Taxi ohne Trennschutz,

kein Fahrer ohne Maske. Nicht nur

die Gewährleistung dieser Qualitätsstandards

erforderte die Funkvermittlung,

auch das kostenintensive Leitstellenpersonal

wird so finanziert.

Nach dem erfolgreichen Start in Alt-

Treptow waren das zweite Impfzentrum

in Westend und das dritte in Wedding

zwar vom Organisationsaufwand her nicht

weniger arbeitsintensiv, für Schmiljun und

Töpfer jedoch mit weniger Unwägbarkeiten

verbunden. Die Eichenstraße stößt bereits

oft an ihre Kapazitätsgrenze, so dass auf

Verlangen der Polizei jedes Taxi, das einen

Fahrgast ausgeladen hat, gleich einen

frisch Geimpften einladen muss, damit

kein Chaos ausbricht. Die freien müssen

dann entsprechend lange warten, was

anfangs zu erheblichem Unmut führte, der

sich zu Unrecht auf das Leitstellenpersonal

entlud, doch die Polizei blieb hart. An den

anderen Adressen will Taxi Berlin solche

Ungerechtigkeiten unbedingt vermeiden.

Auf dem Hammarskjöldplatz mit seiner

riesigen Nachrückfläche und in der Müllerstraße

mit der bisher geringen Impffrequenz

halten sich die Probleme bislang in

Grenzen. Dafür sorgt auch das zahlreiche

Leitstellenpersonal.

Die täglichen Absprachen, Maßnahmen

und Regelungen erledigt Schmiljun in

engem Austausch mit Hermann Waldner.

Bei Redaktionsschluss stand die Eröffnung

der Impfzentren am Flughafen Tegel und

im Velodrom kurz bevor. Wie es am Terminal

C, an der Landsberger Allee und am

Columbiadamm funktioniert, wird sich zeigen.

Mit seinen Verhandlungen hat Waldner

für ein großes Auftragsvolumen für das

Taxigewerbe gesorgt.

Derzeit werden Personen ab 80 Jahren

geimpft. „Wir haben um die 200.000 80-

bis 90-Jährige in Berlin – und wir haben

alle Grundlagen geschaffen, um sie sicher

zu den Impfzentren und wieder zurück zu

befördern“, sagte Taxi-Berlin-Geschäftsführer

Hermann Waldner. „Die Fahrgäste

müssen nur unter 030-20 20 20 oder 23 00

23 ihre kostenlose Fahrt anmelden, um den

Rest kümmern wir uns“. Auch an der Möglichkeit

für die Kunden, ihre Impf-Fahrt per

App zu bestellen, wird gearbeitet. ar

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TAXI 1. QUARTAL 2021

5


CORONA-KRISE

Keine Würdigung eines systemrelevanten Verkehrsmittels: Der Staat ließ das Taxigewerbe lange Zeit links liegen.

SYMPTOMFREI

UND INSOLVENT

Kranke, Tests und Impfungen – nichts geht ohne Taxis. Der Trennschutz

im Taxi ermöglicht jederzeit sichere Fahrten. Doch in dieser Krise

reichen die staatlichen Hilfen nicht aus. Immer mehr Betriebe geben auf.

Risikogruppen müssen zur Impfung,

Erkrankte zum Arzt oder in eine

CoViD-19-geeignete Klinik und

andere zu einer Teststation. Die Dimensionen

sind neu, nicht aber die überaus

wichtige Rolle des Taxis dabei, das seine

gewohnte Aufgabe im öffentlichen Personennahverkehr

als Ergänzung der Linienverkehre

wie immer erfüllt. Insbesondere

im Sinne der Beförderung von Menschen,

die eben nicht mit Bus und Bahn fahren

können oder wollen. Neben vielfältigen

Gründen für den Wunsch nach individueller

Beförderung, wie fehlender oder unattraktiver

Linienverkehrsverbindungen, Zeitnot,

rauschmittelbedingter Orientierungslosigkeit,

körperlicher Einschränkung,

krankheitsbedingter Schwäche oder dem

Bedürfnis nach Sicherheit, geht es heutzutage,

im Sinne des Infektionsschutzes,

oft um die Vermeidung von Nähe zu anderen

Personen. Dies – und dass zu diesem

Zweck die allermeisten Taxis mittlerweile

mit Trennscheibe

oder Trennfolie

ausgestattet sind –

ist schon ein Beleg

dafür, dass das

Taxi im Sinne der

Daseinsvorsorge

ein relevanter

Bestandteil des Personenbeförderungssystems

ist.

Trotz mangelnder

staatlicher

Hilfe halten sich

die meisten Taxibetrieb

noch gerade so

über Wasser und haben während Corona

die Kranken weiter befördert, die letzte verlässliche

Kundengruppe, die dem Gewerbe

in der Krise geblieben ist. Noch immer

bringen Taxis Menschen sicher zum Testen

oder zur Klinik, neuerdings auch zum

Impfen. Doch diese Umsätze reichen bei

Gegen den Willen der Mehrheit vom Senat abgewickelt: der Flughafen

Tegel, wichtigste Einnahmequelle des Berliner Taxigewerbes

weitem nicht aus. Die einen Betriebe erhielten

zinsgünstige KfW-Darlehen mit langen

Tilgungszeiten. Das hilft erst einmal, türmt

letztlich aber einen Schuldenberg auf, der

schwerlich durch die normalerweise zu

erzielenden Gewinne eines Taxibetriebes

wieder zurückzuführen sein wird. Andere

FOTOS: Stephan Berndt, Axel Rühle

6 1. QUARTAL 2021 TAXI


CORONA-KRISE

zehren ihre letzten Reserven auf – bis es

nicht mehr weiter geht. Daher sind massive

Hilfen nötig, die nicht zurückzuzahlen

sind, um den Exodus nicht einfach nur zu

verzögern.

unverzichtbaren Dienstleistung für die

politisch Verantwortlichen offenbar noch

immer nicht. Sonst wäre die Hilfe eine

andere.

Die Unternehmen können ihre Taxis

jetzt nicht mehr abstellen. Sie machen

weiter. Nur neue Konzepte können jetzt

noch helfen, behinderten- und seniorengerechte

Taxis können da für das Gewerbe

ein Ausweg sein. Wer sich nicht bewegt,

wird früher oder später endgültig aufgeben

müssen.

Es ist mehr noch als nur eine Problematik

der staatlichen Hilfsleistungen. Es ist

der gesamte Umgang der Politik mit dem

Taxigewerbe. Die Würdigung der sozialen

Komponente unserer Arbeit fehlt komplett:

24/7 für alle da, zu staatlich festgelegten

Fahrpreisen, auch bei Fahrten zum Arzt

nur um die Ecke, entsprechend der Strecke

oft für unter zehn Euro. Krankentransporte

kosten ein Vielfaches und sind nicht in der

Masse verfügbar wie Taxis. Trotzdem werden

neue Fahrdienste zugelassen, deren –

teilweise illegales – Agieren weder kontrolliert

noch sanktioniert. Ohne zu schauen,

was Taxis sowieso schon leisten und was

sie in Form von Ride-Pooling oder auch in

Kooperation mit dem Linienverkehr noch

zu leisten im Stande wären. Ohne zusätzliche

Fahrzeuge auf den Straßen, mit einer

vorhandenen Flotte, zentral und digital

gesteuert und bestellbar. Mit Betrieben,

in denen Taxifahrende ordentliche, sozial

abgesicherte Jobs haben und die Steuern

und Abgaben zahlen. Anders die „Rosinenpicker“,

wo Plattformkapitalisten als

Steuervermeider und die angeschlossenen

Fahrenden in prekären Arbeitsverhältnissen

unterwegs sind, mitunter zusätzliches

Schwarzgeld einsacken und dann häufig

noch auf Kosten der Steuerzahler aufstocken

müssen. Das ist der Ausverkauf regionaler

Autonomie in der Personenbeförderung,

zu verantworten von Politik und

Verwaltung.

FOTO: Axel Rühle

Noch zu erschließende Einnahmequelle: Inklusion

DAS ZWEITE MAL ABSTELLEN

IST FÜR VIELE ENDGÜLTIG

Zu Beginn der Pandemie, beim ersten

Lockdown, legten viele Unternehmen ihre

Flotten vorläufig still, oder zumindest

große Teile davon. Versicherungsprämien

und Auftragsvermittlungskosten bei den

Taxizentralen konnten damit ausgesetzt,

Steuerzahlungen, Sozialversicherungsbeiträge

und Fahrzeugfinanzierungen für drei

Monate gestundet werden. Damals gingen

alle zunächst von einer kurzen Auszeit

von nur wenigen Wochen aus. Dafür war

das ein passendes Mittel, ist so aber heute

nicht wiederholbar. Jetzt heißt es nur noch:

Durchziehen oder Aufgeben.

Die dem Taxigewerbe gewährten Überbrückungshilfen,

die Fixkosten abdecken

sollen, reichen zum Überleben nicht aus.

So werden beispielsweise lediglich Finanzierungskosten,

also nur die Zinsen, als

Fixkosten erstattet. Die Fahrzeugfinanzierungen

selbst müssen weiter aus eigener

Kraft geleistet werden. KfW-Darlehen

oder andere Kredite verzögern den Exodus

nur. Was das Taxigewerbe braucht, sind

November- und Dezemberhilfen, wie sie der

Gastronomie gezahlt werden. Die sind bitternötig,

da kein anderes Gewerbe wie das

Taxigewerbe bereits seit Anfang November

so krass vom Lockdown betroffen ist. Der

„Lockdown light“, ohne Kultur, ohne Veranstaltungen

und ohne Gastronomie, war

für Taxis schon der Knockout. Dann wurde

auch noch der letzte Berliner Flughafen

geschlossen. Da geht nichts mehr, außer,

dass Taxis die Kranken weiter fahren, zu

Strahlentherapie, Dialyse und anderen

lebensnotwendigen Behandlungen. Klar,

aber systemrelevant ist das trotz dieser

SO WEIT DIE RÄDER ROLLEN

So lange es Taxis noch gibt, werden sie

ihren Job machen. Wenigstens werden jetzt

die Kosten für die Fahrten zur Impfung

für alle Über-Achtzig-Jährigen vom Staat

übernommen und Taxis mit diesen Fahrten

beauftragt. Wer Kontakt zu Infizierten

hatte, möchte möglicherweise schnell

mittels Test sichergehen, sich nicht angesteckt

zu haben. Aber auch wer deutliche

Grippesymptome hat, gehört nicht in ein

Massenverkehrsmittel, sondern entweder

nach Hause ins Bett oder in eine Klinik,

die auf CoViD-19-Patienten spezialisiert ist.

Und auch ohne Symptome müssen Menschen

aus Risikogruppen sich besonders

schützen. Viele suchen derzeit ein Impfzentrum

auf – was nur mit schriftlicher

Einladung möglich ist. In jedem Fall bietet

der Trennschutz im Taxi Fahrern und

Fahrgästen Sicherheit. Bevor das Impfen

aber so richtig losgehen kann, muss erst

einmal genügend Impfstoff vorhanden sein.

Da gab es anfängliche Engpässe, weshalb

zunächst auch nur das Impfzentrum in der

Arena in Alt-Treptow geöffnet wurde und

zehn Tage darauf das zweite im Erika-Heß-

Eisstadion in Wedding. Aktuelle Adressen

von Test- und Impfzentren entnehmen

Sie bitte der aktuellen Tagespresse bzw.

Online-Angeboten.

sb/ar

TAXI 1. QUARTAL 2021

7


CORONA-KRISE

CORONA-NEWS

DER SCHLIMME FAUX-PAS DER

FAHRZEUGHERSTELLER

Als im März und April beim ersten

Corona-Lockdown zahlreiche Fahrzeughersteller

(bzw. deren Banken) großzügig

einer Ratenaussetzung für zwei oder drei

Monate zustimmten, schien das eine unbürokratische

und wirkungsvolle Soforthilfe

zu sein. Mittlerweile entpuppt es sich aber

als Bumerang, denn dadurch wurden die

Unternehmen von den Banken der Fahrzeughersteller

als nicht mehr kreditwürdig

eingestuft.

Die Neuanschaffung von Fahrzeugen

wird also zusätzlich erheblich erschwert.

Der Taxiverband München hält diese Vorgehensweise

für völlig unangemessen,

schließlich haben die Unternehmen die

Aussetzung der Ratenzahlung ja nicht

selbst verschuldet.

fb

FÜNF VOR ZWÖLF

Die Idee kam im November in Berlin auf,

bevor sie auch in Hamburg Schule machte:

Um auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam

zu machen, fuhren Taxifahrer werktags am

späten Vormittag in einer kleinen Kolonne

am Bundesministerium für Wirtschaft und

Energie in der Scharnhorststraße vor, um

demonstrativ um fünf vor zwölf Brandbriefe

an Minister Altmaier abzugeben bzw. in

den Briefkasten zu werfen. Nach einiger

Zeit begannen die Pförtner, die Fahrer

abzuwimmeln, zum jeweils nächsten Tor

zu schicken bzw. nur noch gesammelte Schreiben

entgegenzunehmen. Anschließend

wurde um den Invalidenpark gekreist. Die

regelmäßige Aktion wurde zunächst bis

zum 25. Dezember fortgesetzt.

Die Teilnehmer wechselten tageweise,

wobei ein harter Kern, der unter anderem

aus Danielo Baltrusch von der Taxi-

„Innung“, Taxi-Times-Redakteur Simi und

Radio-Moderatorin Sonja bestand, täglich

vor Ort war. Zwei Kollegen ohne eigenes

Taxi, deren Betrieb seine Autos zeitweise

außer Betrieb genommen hat, waren auf

ihren Fahrrädern dabei.

tt

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

ÜBERBRÜCKUNGSHILFE III:

AUFGESTOCKT UND

VERBESSERT

Mit der Überbrückungshilfe greift der Bund Unternehmen

unter die Arme, die aufgrund der Corona-Pandemie ihre

Tätigkeit einstellen bzw. erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen

mussten. Das Programm wurde bis Ende Juni 2021 verlängert.

Gleichzeitig wurde die Förderung in Folgeprogrammen (Überbrückungshilfe

II und III) ausgeweitet und die Zugangsbedingungen

vereinfacht. Damit steht erstmals ein Instrument bereit, bei dem

neben den festen Kosten auch die Abschreibung, die ja bei einem

Fuhrpark von großer Bedeutung ist, Berücksichtigung findet.

Die Antragstellung erfolgt durch einen Rechtsanwalt, Steuerberater

oder Wirtschaftsprüfer über die bundesweit einheitlich digitale

Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de und kann

inzwischen rückwirkend ab November 2020 beantragt werden, wenn

die Überbrückungshilfe II nicht genutzt wurde.

Von November 2020 bis Juni 2021 wird im Rahmen der Überbrückungshilfe

III der Förderhöchstbetrag auf 1.5 Millionen Euro pro Schließungsmonat

erhöht – innerhalb der Grenzen des europäischen Beihilferechts

– und Aufwendungen wie Abschreibungen von Wirtschaftsgütern

bis zu 50 Prozent können zusätzlich geltend gemacht werden.

Abschlagszahlungen gibt es bis 100.000 Euro auch für Unternehmen,

die nicht direkt oder indirekt von bundesweiten Schließungen

betroffenen sind.

Die Erstattung der Fixkosten erfolgt in Abhängigkeit vom Umsatzrückgang

während des betreffenden Kalendermonats, typischerweise

im Vergleich zum entsprechenden Monat im Jahr 2019:

• Bei Umsatzrückgängen zwischen 30 und 50 % werden 40 % der

Fixkosten erstattet,

• bei 50 bis 70 % werden 60 % erstattet und

• bei mehr als 70 % werden 90 % erstattet.

Beträgt der Umsatzrückgang weniger als 30 %, erfolgt keine

Erstattung.

Unternehmen mit mehr als 30 % Umsatzeinbruch können die

gestaffelte Fixkostenerstattung erhalten: keine Differenzierung

mehr bei der Förderung nach unterschiedlichen Umsatzeinbrüchen

und Zeiträumen, Schließungsmonaten und direkter oder indirekter

Betroffenheit.

Dazu gehört auch die sog. Neustarthilfe für

Weitere

Informationen

beim BMF:

Soloselbständige, die einmalig bis zu 7.500 Euro

beträgt, den Zeitraum bis Juni 2021 abdeckt und

über das Elster-Zertifikat zu beantragen ist. Beispiel:

Wer im Jahr 2019 einen monatlichen Umsatz

von 20.000 Euro erzielt hat, kann maximal 5.000

Euro Betriebskostenpauschale beantragen. Auf

Grundsicherung und ähnliche Leistungen ist die

Neustarthilfe aufgrund ihrer Zweckbindung nicht

anzurechnen.

hs

FOTOS: Simi, Adobe Stock

8 1. QUARTAL 2021 TAXI


MELDUNGEN

NEWSTICKER

FOTOS: Axel Rühle, Wilfried Hochfeld, Morris Pudwell

NEUE BLITZSÄULE

Im Ortsteil Fennpfuhl ist eine Messanlage gegen Geschwindigkeits-

und Rotlichtverstöße aufgestellt worden. An der Kreuzung

Landsberger Allee / Weißenseer Weg erfasst die Säule künftig

die Fahrbahn nach Marzahn. Auf der Landsberger Allee, wo über

70.000 Fahrzeuge täglich unterwegs sind, gab es in den letzten Jahren

immer wieder schwere Unfälle, allein im Dezember fünf, bei denen

zwei Fußgänger starben.

Der Senat hat zunehmend Ärger mit Blitzanlagen, da die Anwälte

betroffener Autofahrer immer wieder Angriffspunkte finden, um

Bußgeldentscheidungen anzufechten und zum Teil das Messverfahren

oder das Fehlen der Rohmessdaten beklagen. Ein weiteres

Problem sind zunehmender Vandalismus und Unfälle. So meldete

der „Tagesspiegel“ im Juni 2020, über 60 Prozent der stationären

Blitzer seien deshalb außer Betrieb. Die „neue“ Säule in Fennpfuhl

stand bis zum Sommer in Oberschöneweide, wo sie gezielt demoliert

worden war. Dem Land entstehen so Schäden von bis zu 250.000

Euro pro Gerät, zuzüglich ausbleibender Bußgelder.

ar

WUNDER VON MARZAHN

Einen schweren Unfall hat ein 49-jähriger Taxifahrer am

Abend des 9.12. mit unwahrscheinlichem Glück überlebt.

In der Wuhletalstraße wurde sein Mercedes von einem

mit 60 km/h querenden Straßenbahnzug erfasst und zwischen

diesem und einem Mast förmlich in zwei Teile zerquetscht. Da

der Pkw auf Höhe der Rückbank zusammengedrückt wurde, der

Fahrer aber alleine im Fahrzeug saß, überlebte er und kam mit

Rippenverletzungen ins Krankenhaus.

Später kursierte ein Handyvideo, in dem seine Tochter nach

Fassung ringend die gehässigen und teils menschenverachtenden

Kommentare in sozialen Medien beklagt und an die Menschlichkeit

appelliert: „Ich hab‘ so viele Kommentare gelesen: ‚... definitiv

verdient, dass er verunfallt ist’ oder ‚safe, er war Türke’...? Ihr wisst

nicht mal, was da vorgefallen ist. Woher wollt ihr überhaupt wissen,

dass der Taxifahrer Schuld hatte? Und wie kann man einem Menschen,

den man nicht kennt, den Tod wünschen? In was für einer

Welt leben wir?“

ar

Michael Donth, CDU-Verkehrsexperte

KEINE FACHKUNDE FÜR

MIETWAGENFAHRER

Die Bundesregierung hat die geplante

Novelle des Personenbeförderungsgesetzes

(PBefG) in den Bundestag eingebracht.

Als Hauptpunkt gilt die Einführung

zweier weiterer Beförderungsarten. Als

neue Form des Linienverkehrs innerhalb

des ÖPNV soll ein sog. Linienbedarfsverkehr

eingeführt werden, und als ebenfalls

neue Form des Gelegenheitsverkehrs

außerhalb des ÖPNV der sogenannte

gebündelte Bedarfsverkehr. Zudem sollen

einzelne Regelungen zum Taxi- und

Mietwagenverkehr angepasst werden.

Den Kommunen sollen umfassende Steuerungsmöglichkeiten

eingeräumt werden.

Der 45-seitige Entwurf beinhaltet Änderungen

in vereinzelten Bestimmungen

des Gesetzes zur Regionalisierung des

öffentlichen Personennahverkehrs, des

Straßenverkehrsgesetzes, der Fahrerlaubnisverordnung

und der BOKraft, außerdem

eine Änderung der Fahrerlaubnisverordnung.

Anstelle der Ortskundeprüfung

sollen Taxifahrer künftig eine Fachkunde

nachweisen.

Das Taxigewerbe fordert dies auch für die

Mietwagenfahrer. Dafür sieht die CDU keinen

Spielraum. Wie Findungskommissionsmitglied

Michael Donth kürzlich äußerte,

müsse die geforderte Gleichbehandlung

zwischen Taxis und Mietwagen globaler

betrachtet werden. Daseinsvorsorge habe

ihren (höheren Fahr-)Preis, der durch die

vergünstigte Mehrwertsteuer ausgeglichen

werde, nur das Taxi dürfe weiterhin Winker

aufnehmen und Uber dürfe weiterhin

keine Privatpersonen als Fahrer einsetzen.

Mehr Zugeständnisse seien nicht geplant.

Bis zum Inkrafttreten Novelle muss der

Entwurf im Bundestag drei Lesungen, eine

Expertenanhörung und eine Abstimmung

durchlaufen, bevor der Bundesrat sich

damit befasst und am Ende der Bundespräsident

unterzeichnet.

jh/ar

TAXI 1. QUARTAL 2021

9


GEWERBE

GUT ORGANISIERT, ABER

KAUM BERLINER TAXEN

Das Taxi-Leitsystem am Flughafen BER ist ausgeklügelt, doch betreffs

Ladeerlaubnis ist für Berliner Taxen noch nicht einmal der vereinbarte,

unbefriedigende Kompromiss erreicht worden. Eine Vor-Ort-Reportage

Gelacht wird über den einstigen

Pannenflughafen kaum noch.

Bei der Anfahrt von Westen

aus sieht man Reihen von abgestellten

Passagiermaschinen, wie zum Verkauf

drapiert. In Schönefeld ist – den Corona-

Umständen entsprechend – Normalität

eingezogen: wenig Passagieraufkommen,

wenig Gedränge, wenig Taxen, vor allem

ist auf den ersten Blick keins mit Berliner

Kennzeichen auf dem schwach gefüllten

Taxispeicher T1 zu sehen an diesem regnerischen

Vormittag Ende Dezember, wenige

Tage, bevor das Berliner Verwaltungsgericht

das Verfahren, nach dem in Berlin

die 300 ladeberechtigten Taxen ausgelost

wurden, für nichtig erklären wird. Warum

schon davor kaum ein Berliner Taxi vor Ort

ist, erzählt ein Fahrer mit LDS-Nummernschild:

Die meisten Berliner Kollegen haben

ja keinen LDS-Taxischein, und wenn einer

es dennoch wage, herzukommen, würden

die ortsansässigen Fahrer sofort die Polizei

rufen, damit er einen Punkt in Flensburg

bekomme und ein Bußgeld zahlen müsse.

Er selbst stehe seit fünf bis sechs Stunden

dort, aber woanders sei ja ebenso wenig los.

Auf dem Speicher ist Platz für 550 Taxen.

Der benachbarte Erweiterungsparkplatz

mit 300 Plätzen ist mangels Bedarf noch

nicht geöffnet. Auch der Imbiss ist an

diesem Morgen um kurz nach zehn noch

geschlossen.

TAXI-TIMES-REDAKTEUR ERNEUT IM RADIO

Die unendliche Geschichte des Laderechts

für Berliner Taxen am BER war werbes, deutsche Flughäfen und ihre

Corona-Krise aus Sicht des Taxige-

auch Thema der Radiosendung „Hier Pflichtfahrgebiete und die Berliner

spricht Taxi Berlin“ am 7. Januar, die Verkehrspolitik, wobei die Verkehrssenatorin,

die Opposition und zwei

zum vierten Mal von Redakteur Axel

Rühle Podcast-ähnlich produziert hochrangige Berliner Gewerbevertreter

zu Wort kommen.

worden war.

Den Sendeplatz hatte bis zum Herbst Zum Nachhören der Sendung bitte auf

Rumen Milkow belegt. In der einstündigen

Sendung ging es um die begriff „Sendeplatz“

taxi-times.com oben rechts den Such-

eingeben.

ERWARTETE AUSLASTUNG

NOCH NICHT ERREICHT

Mario Scobel, der örtliche Service Manager

Infrastructure von Apcoa, parkt mit seinem

weißen Kombi auf dem Taxispeicher

und steigt mit einem Mitarbeiter aus. Er hat

beneidenswerterweise Gewalt über sämtliche

Schranken der Taxi-Infrastruktur am

Flughafen. Dieser besteht derzeit aus den

zwei Terminals 1 und 5, und letzteres –

der alte SXF-Bau – wird am 23.2. wegen

geringer Auslastung vorerst geschlossen.

Terminal 1 ist geräumig und angenehm

mit viel Holz gestaltet. Nur die überall flackernde

Mercedes-Reklame ist etwas viel

FOTO: Axel Rühle / Taxi Times

10 1. QUARTAL 2021 TAXI


GEWERBE

FOTOS: Axel Rühle / Taxi Times

Ausfahrt des Taxispeichers T1: Die Display-Anzeige „T1N“

leitet den Fahrer zu Terminal 1, nördliche Ladeleiste. Das

zeigt ihm auch die App an.

des Guten. Die Wege für Passagiere sind

wie befürchtet lang und zudem schlecht

beschildert. Terminal 2 ist betriebsbereit,

aber coronabedingt noch geschlossen und

laut „Morgenpost“ eine „eilig aus dem

Boden gestampfte Abfertigungshalle in

Industriebauweise“, also die Reinkarnation

von Terminal C in Tegel, und soll voraussichtlich

noch 2021 eröffnet werden, sobald

die Passagierzahlen sich vom Corona-Virus

erholt haben. Die Terminals 3 und 4 sind

seit Baubeginn vor 14 ½ Jahren noch nicht

über die Planungsphase hinaus.

Mario Scobel organisiert in Schönefeld die

Taxi-Infrastruktur

Herr Scobel, der nicht zitiert werden

möchte, da offizielle Erklärungen dem

Pressesprecher vorbehalten seien, erklärt

freundlich und routiniert die Entstehung

des Parkplatz- und Taxi-Schrankensystems:

Am Flughafen Stockholm-Arlanda

war es häufiger zu Streits zwischen wartenden

Taxifahrern über die Rangfolge

gekommen. Nachdem eine Eskalation ein

Todesopfer gefordert hatte, wurde die

Parkhaus-Bewirtschaftungsfirma Airport

Parking Corporation of America (Apcoa)

beauftragt, ein faires Ordnungssystem aufzubauen.

Das geschah anfangs mit gezogenen

Wartenummern wie in einer Behörde,

wurde für weitere europäische Flughäfen

übernommen und bis zum heutigen,

modernen System weiterentwickelt,

das mit österreichischen

Erfassungsgeräten aus

der Maut-Technik arbeitet.

Der erforderliche Transponder

für ein berechtigtes Taxi

kostet das Unternehmen einmalig

50 Euro. Wer mit dem

Taxi die Einfahrtschranke

zum Speicher passiert,

bekommt eine elektronische

Warteposition zugewiesen.

Eine kostenlose App zeigt ihm

ständig den Fortschritt an.

Während des Wartens kann

er den Speicher einmalig für maximal 45

Minuten verlassen und die Zeit zum Essen,

Autowaschen, Tanken usw. nutzen. Kommt

er zu spät zurück, so verfällt seine Position.

WARTEZEIT KANN

GENUTZT WERDEN

Scobel erzählt, das System führe zu

größtmöglicher Gerechtigkeit zwischen

den Fahrern, weshalb Streits hier praktisch

nicht vorkämen. Zudem übe Apcoa für die

Flughafengesellschaft im Taxibereich das

Hausrecht gegenüber den Fahrern aus, und

die Möglichkeit, nötigenfalls Sanktionen

auszusprechen, mache auch die schwierigsten

Fahrer zu freundlichen Kooperationspartnern.

Wer mit dem Vorrücken

zum Terminal an der Reihe ist, bekommt

ein Signal von der App. Wird ein besonderes

Fahrzeug, etwa ein Großraum- oder

Inklusionstaxi, angefordert, erscheint die

Wartenummer auf den großen Anzeigetafeln

in einer anderen Farbe, damit niemand

sich wundert. Da auch ein Nickerchen im

Auto legitim ist, lässt sich ein lauter Weckton

einstellen. Der Fahrer hat dann fünf

Minuten, um die Ausfahrtschranke zu

passieren, anderenfalls beginnt das Warten

von vorn. Das System weist ihm eine

der beiden Ladeleisten zu. Am Terminal 1

gibt es auf der unteren Ebene, wo gelandete

Passagiere aus dem Gebäude kommen,

eine Nord- und eine Süd-Ladeleiste für je

25 Taxen. Wegen der schwachen Auslastung

wird derzeit meist nur die nördliche

genutzt. Terminal 2 wird keine eigene Vorfahrt

haben.

EIN HALTEPLATZ,

DER OHNE SCHILDER AUSKOMMT

Das Apcoa-System ist ausgeklügelt und

beinhaltet ausreichend Service-Personal.

Bei Hochbetrieb könnten laut Scobel zwei

Mann an jeder Ladeleiste stehen. Das kostet

Geld und lässt die Durchfahrtgebühr von

1,40 Euro netto moderat erscheinen. Taxi-

Halteplatzschilder gibt es hier nicht. Die

Schranken lassen nur Berechtigte durch,

und wer über die Hauptzufahrt kommt,

VERGABEVERFAHREN

GEKIPPT

Der Berliner Senat muss die Vergabe

der 300 Ladeberechtigungen

für Berliner Taxiunternehmer neu

regeln. Das Berliner Verwaltungsgericht

hat am 28. Dezember in

einer Eilentscheidung das von

Verkehrssenatorin Regine Günther

durchgeführte Verfahren als

„grob rechtswidrig“ erklärt. Die

Allgemeinverfügung enthalte

Widersprüche, da sie mit der Inbetriebnahme

des Flughafens in Kraft

trat, jedoch ein Zulassungsverfahren

regele, das bereits bis zum 12.

Oktober 2020 abgeschlossen sein

sollte, und rückwirkend ist so etwas

nicht möglich.

Gegen das Verfahren, die ladeberechtigten

Berliner Taxis per

Losentscheid zu ermitteln, hatte

ein Taxiunternehmer aus Berlin

geklagt. Er wollte eine neue Auslosung

erreichen, da viele Unternehmen

von der Verlosung zu spät

erfahren hatten. Die Allgemeinverfügung

war erst am 9.10. im Amtsblatt

von Berlin offiziell verkündet

worden, und die Bewerbungsfrist

für das Losverfahren endete bereits

am 12.10. Den Antrag des Unternehmers

lehnte das Gericht zwar ab,

doch kassierte es gleichzeitig die

gesamte Berlin-interne Regelung.

Die Vereinbarung zwischen

Berlin und dem Landkreis Dahme-

Spreewald ist von dem Urteil

nicht betroffen. Noch ist gegen

den Gerichtsbeschluss (VG 11 L

384/20), mit dem das Gericht den

Senat gleichzeitig auffordert, „das

gesamte Zulassungsverfahren neu

zu regeln“, Beschwerde möglich.

Die Verkehrssenatorin hält die Neuregelung

für sämtliche 300 Berechtigungen

für nicht notwendig.

kann sich gar nicht in den Taxibereich

verirren.

An diesem Tag steht nur ein Mitarbeiter

in gelber Weste an der Nord-Ladeleiste.

Hier stehen auch zwei Taxen mit Berliner

Kennzeichen in der Schlange, ein Elektro-

Toyota und ein Mercedes. Der Toyota-Fahrer

erzählt, er habe vor zehn Jahren den

Berliner und später den LDS-Taxischein

gemacht und gehöre somit zu den ganz

wenigen, die hier laden dürfen. Nicht ohne

Stolz zeigt er seinen gelben Schein mit LDS-

Eintrag und LABO-Stempel. Die Fahrer hier

TAXI 1. QUARTAL 2021

11


GEWERBE

Terminal 1 ist angenehm mit viel Holz

gestaltet.

kennen sich untereinander größtenteils.

Anfangs sei er skeptisch beäugt worden,

erzählt er schmunzelnd, bevor er wieder

einsteigt und lautlos vorrückt. Alle paar

Minuten steigt hier doch jemand ein, oft

mit einem Berg Gepäck. Im Keller ist zwar

ein Bahnhof mit sechs Gleisen und guten

Anschlüssen, aber bei der Planung sind die

Rolltreppen nach unten eingespart worden.

Die Taxi-Ladeleisten sind geräumig und

auskömmlich und erscheinen gut geplant.

Scobel erzählt, auf die Vorfahrten direkt

vor den Ausgangstüren sei die Bundespolizei

scharf gewesen, doch sei die Flughafengesellschaft

seiner Empfehlung gefolgt,

dass das Taxigewerbe sie bekommt. Und

Uber? Für Mietwagen ist hier nirgends

Platz vorgesehen. Manche Uber-Fahrer

hätten anfangs auf den Kurzzeit-Parkplätzen

gestanden, seien es aber schnell leid

gewesen, alle zehn Minuten eine Runde

fahren zu müssen (die hier deutlich größer

ist als in Tegel).

Auch für die Bewirtschaftung der

Kurzparkzonen ist Apcoa verantwortlich.

Zehnminütiges Parken bei einer Abholung

ist kostenlos. Da vorbestellte Taxen hier

keine Vorteile gegenüber privaten Abholern

haben, kann ein Auftrag mit Warten und

Suchen der Fahrgäste teuer werden. Die

unverschämten Preise, die nach der zehnten

Minute anfallen, will Scobel nicht kommentieren,

gibt aber zu bedenken, dass am

Flughafen einer Millionenstadt der Ablauf

zügig erfolgen muss.

Vorgegeben wurden die Preise von der

Flughafengesellschaft. Die Regelung mit je

300 Taxen aus Berlin und dem Landkreis

Dahme-Spreewald (LDS), die in Berlin auf

wenig Gegenliebe stieß, ist noch nicht

effektiv wirksam. Während das LABO

in Berlin die Umsetzung schnell ermöglichte

und die Berechtigungen schneller

verloste, als viele Unternehmer es mitbekamen,

verlangt das Landratsamt auf

der brandenburgischen Seite bis heute die

volle Ortskunde-Prüfung für das gesamte

LDS-Gebiet für Berliner Fahrer. Bis Redaktionsschluss

hatte das Landratsamt mit

Außenstelle in Königs Wusterhausen keine

Erweiterungsprüfung für BER-berechtigte

Berliner Fahrer eingeführt. Je länger fast

nur LDS-Taxifahrer am Flughafen laden

dürfen, desto lukrativer für den Landkreis.

Der Ärger darüber dürfte Landrat Stephan

Loge wenig jucken, denn den bekommen

eher Verkehrssenatorin Günther und

Staatssekretär Streese ab.

ar

Wer sich nach dem Landen in Richtung

Taxihalteplatz leiten lässt, trifft automatisch

auf das erste wartende Taxi.

Der Transponder kostet 50 Euro. Die TXL-

Transponder sind nicht BER-kompatibel.

Heiß begehrt: die

Berechtigungsplakette

für den BER

Taxischein mit LDS-

Eintrag: bisher nur

wenige Berechtigte

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

Bitte QR-Codes scannen:

Infobroschüre mit exakter Erläuterung

des Taxi-Management-

Systems am BER

Info-Seite der Firma Apcoa mit

Werbevideo zum Taxi-Management

am Flughafen

Taxi-Times-Onlinemeldung

zu Rechten und

Pflichten am BER

Taxi-Times-Onlinemeldung mit

Beschreibung der BER-Anfahrt

einschließlich Video

Skizze mit dem Pflichtfahrgebiet für

den Flughafen (mit Gemeinden und

Ortsteilen in Brandenburg)

Taxi-Times-Onlinemeldung: Lade- und

Aufstellrecht am Flughafen – Berliner

Taxiverbände kritisieren BER-Vereinbarung

Taxi-Times-Onlinemeldung: Taxi-

Laderecht am BER sorgt für Diskussion

im Berliner Landesparlament

FOTO: Axel Rühle / Taxi Times

12 1. QUARTAL 2021 TAXI


RECHTSKOLUMNE

SCHEIBENWISCHER

UND TOUCHSCREEN

In dem ein oder anderen neueren Fahrzeugmodell lässt der

Scheibenwischer sich nur noch über einen Touchscreen bedienen.

Dazu muss man den Blick von der Straße abwenden. Ist das zuässig?

FOTOS: stock.adobe.com; Axel Rühle / Taxi Times

Widmen wir uns einmal dem

Scheibenwischer und werfen

einen Blick in die Straßenverkehrszulassungsordnung

(StVZO).

Dort steht in § 40 Abs. 2: „Windschutzscheiben

müssen mit selbsttätig wirkenden

Scheibenwischern versehen sein. Der

Wirkungsbereich der Scheibenwischer ist

so zu bemessen, dass ein ausreichendes

Blickfeld für den Führer des Fahrzeugs

geschaffen wird.“

Scheibenwischer werden üblicherweise

mit dem sogenannten Lenkstockschalter

bedient, gut erreichbar neben dem Lenkrad.

Diese analoge Bedienung ist nicht

mehr in allen Fahrzeugen gang und gäbe.

In einigen neueren Autos lassen sich die

Intervalle des Scheibenwischers nur noch

per Touchscreen einstellen. Dazu muss die

Fahrerin oder der Fahrer den Blick von der

Straße abwenden und auf den Bildschirm

blicken. Dies wurde vor einiger Zeit einem

Fahrer zum Verhängnis. Da er sich beim

digitalen Einstellen der Scheibenwischerintervalle

nicht mehr genügend auf die

Straße konzentrierte, kam er von der

Fahrbahn ab, fuhr in eine Böschung und

kollidierte dort mit einem Netzknotenstationierungszeichen

und mehreren Bäumen.

In einem verkehrsordnungsrechtlichen

Verfahren wurde er in letzter Instanz

vom Oberlandesgericht Karlsruhe wegen

eines Verstoßes gegen § 23 Abs. 1a StVO

zu einer Geldbuße von 200 Euro verurteilt.

Außerdem wurde ihm für die Dauer von

einem Monat das Führen von Fahrzeugen

im Straßenverkehr verboten. Das Gericht

wertete den eingebauten Bildschirm als

elektronisches Gerät im Sinne des § 23

Abs. 1a StVO. Ein starkes Stück! Denn

damit bringt das Gericht zum Ausdruck,

dass auch die Bedienung von fest verbauten

Berührungsbildschirmen nur unter

den Voraussetzungen dieser Vorschrift

gestattet ist und es nicht darauf ankommt,

welchen Zweck der Fahrzeugführer mit der

Bedienung verfolgt.

HAUPTSACHE NUR KURZ AUF

DEN BILDSCHIRM BLICKEN

Nun ja, für mich gibt die Vorschrift des

§ 23 Abs. 1a StVO dies nicht her: „Wer ein

Fahrzeug führt, darf ein elektronisches

Gerät, das der Kommunikation, Information

oder Organisation dient oder zu dienen

bestimmt ist, nur benutzen, wenn

– hierfür das Gerät weder aufgenommen

noch gehalten wird und entweder

– nur eine Sprachsteuerung und Vorlesefunktion

genutzt wird oder

– zur Bedienung und Nutzung des Gerätes

nur eine kurze, den Straßen- und Wetterverhältnissen

angepasste Blickzuwendung

zum Gerät bei gleichzeitig entsprechender

Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen

erfolgt oder erforderlich ist.“

Da ein fest verbauter

Berührungsbildschirm

weder

in die Hand genommen

noch gehalten

werden kann, sind

meines Erachtens

die Voraussetzungen

für die Anwendung

der Vorschrift

nicht gegeben. Leider

kommt es aber

nicht immer auf

die Rechtsmeinung

des Rechtsanwalts

an. Wir werden

22,90€

uns daher der Entscheidung des Oberlandesgerichts

beugen müssen. Auch das

Kammergericht Berlin hatte zuvor schon

ähnlich entschieden und insbesondere

ausgeführt: „Unerheblich ist hierbei auch,

ob das Navigationsgerät fest im Fahrzeug

verbaut ist. Die Vorschrift unterscheidet

nicht zwischen mobilen und immobilen

elektronischen Geräten“ [Az.: 3 Ws (B)

49/19]. Auch das sehe ich anders. Dem §

23 Abs. 1a StVO ist doch zu entnehmen,

dass ein elektronisches Gerät benutzt werden

darf, wenn hierfür das Gerät weder

aufgenommen noch gehalten wird – was ja

bei einem fest verbauten Gerät gerade nicht

der Fall ist. Es gilt also fort, was uns nach

wie vor gepredigt wird: Nicht zu lange am

Bildschirm hängen!

In diesem Sinne: Allzeit gute Fahrt und

bleiben Sie bitte gesund!

dh

Daniel Herbst ist Verkehrsanwalt mit

Kanzlei in der Nachodstraße 19, 10779 Berlin,

Tel. 21 00 23 40

LERNBUCH UND APP

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Taxischein für Berlin

Das Standardwerk für P-Schein-Anwärter,

Ausbilder und Prüfer zur Klärung von Fragen

zur Ortskunde in Berlin

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die P-Schein-Prüfung für Taxifahrer in Berlin.

Neu: mit Prüfungssimulation

TAXI 1. QUARTAL 2021

13


TAXI BERLIN

Derzeitiges Präsidium des Bundesverbandes:

Hermann Waldner und Herwig Kollar

FÜHRUNGSWECHSEL

BEIM BUNDESVERBAND

TAXI UND MIETWAGEN

Seit November 2016 ist Hermann Waldner Vizepräsident des BVTM.

Präsident Müller hat sich mitsamt seinem niedersächsischen

Landesverband verabschiedet.

Hermann Waldner machte sich Ende

2018 für den Umzug des damaligen

BZP von Frankfurt am Main

in die Bundeshauptstadt stark. Kurz darauf

erfolgte die Einstellung und Einarbeitung

des jungen PR-Spezialisten Michael Oppermann.

Im März 2019 bekam der Verband

seinen heutigen Namen: Bundesverband

Taxi und Mietwagen (BVTM).

Im Frühjahr 2019 führte eine Initiative

von Waldner und Rechtsanwalt Herwig Kollar

sowie vielen Landesverbänden und Mitgliedszentralen

zur Forderung nach einer

Mindestvorbestellfrist für Mietwagen, um

das Taxigewerbe vor unfairem Wettbewerb

vor Uber, Free Now & Co. zu schützen.

Spätestens seit dem 10. April 2019 kennt

den BVTM auch eine breitere Öffentlichkeit,

denn mit dem bundesweiten Aktionstag

setzte der Verband ein deutliches Zeichen

gegen die Pläne des Bundesverkehrsministers

Scheuer, per Gesetzesnovelle das

kriminelle Treiben von Uber & Co. weitgehend

zu legalisieren.

DER UNTERSCHIED ZWISCHEN

STADT UND FLÄCHENLAND

Im November 2019 übernahm Michael

Oppermann die Geschäftsführung. Gleichzeitig

kam Kollar in das Präsidium des

Bundesverbands. Der damalige Präsident,

Michael Müller, zugleich Vorsitzender der

Fachvereinigung Taxi und Mietwagen im

Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen

(GVN), erklärte 2020 für seinen

Verband gemeinsam mit drei weiteren

Landesverbänden den Austritt aus dem

Bundesverband zum Jahresende. Sein

Rücktritt als Präsident am 3.12. war somit

keine Überraschung.

Welche Hintergründe hat es, dass einige

Landesverbände sich abspalten? Die Forderung

nach einer Mindestvorbestellfrist für

Mietwagen wurde von den Austrittskandidaten

abgelehnt. Bei der Frage der Existenzsicherung

des Taxigewerbes konnte es

nach Waldners Ansicht jedoch keine weichen

Kompromisse geben. Die Landesverbände

vertreten – gerade in Bundesländern

mit großen ländlichen Regionen – auch die

Interessen zahlreicher Mietwagenbetriebe,

deren Ablehnung einer Mindestbestellfrist

die Argumentation der Mehrheit der Mitgliedsverbände

im BVTM abgeschwächt

hätte.

Gemeinsam mit Geschäftsführer Oppermann

leiten jetzt Waldner und Kollar den

BVTM. Ein neuer Präsident soll gewählt

werden, sobald die Corona-Bedingungen

eine Wahl ermöglichen.

FOTOS: BVTM, Jens Schmiljun, Axel Rühle

14 1. QUARTAL 2021 TAXI


TAXI BERLIN

Frederik Wilhelmsmeyer

Mesut B. erhielt 5.000 Euro von der Taxistiftung Deutschland.

TAXISTIFTUNG HILFT

Mit einem knüppelähnlichen

Gegenstand wurde am Abend

des 14.11. Mesut B. in der Seydlitzstraße

in Moabit auf den Kopf geschlagen,

als er in sein Taxi gestiegen war. Als

er heftige Gegenwehr durch Tritte leistete

und versuchte, zu fliehen, zog der Täter ein

Messer und stach mehrmals auf den zweifachen

Familienvater ein. Als Zeugen dem

lebensgefährlich Verletzten zu Hilfe eilten,

flüchtete der Täter ohne Beute.

Als Taxi-Berlin-Chef Hermann Waldner

von der Tat erfuhr, regte er Hilfe durch

die Taxistiftung Deutschland an. Unter

Mitwirkung von Taxi-Times-Redakteur

„Simi“ und dem stellvertretenden BVTM-

Geschäftsführer Frederik Wilhelmsmeyer

wurde für den Kollegen, der noch im künstlichen

Koma lag und wegen der Corona-

Regeln nicht einmal von seinen Angehörigen

besucht werden durfte, ein Antrag auf

Hilfszahlung gestellt.

Die Taxistiftung Deutschland ist dem

Bundesverband Taxi und Mietwagen

(BVTM) angegliedert. Die gemeinnützige,

spendenfinanzierte Stiftung befasst sich

mit Sicherheit im Taxi- und Mietwagenverkehr.

Im traurigen Rekordjahr 1995 verzeichnete

sie bundesweit zehn Tote und 337

Verletzte durch Überfälle. Sie unterstützt

Hinterbliebene und in Ausnahmefällen

auch überlebende Verbrechensopfer finanziell.

Die Stiftung setzt sich für Sicherheitsvorkehrungen

in Taxen ein und verweist

exemplarisch auf die Bremer Taxiflotte, wo

die fast flächendeckende Einführung von

Überfallschutzkameras 2008 die Anzahl

der Überfälle fast auf null und die Aufklärungsquote

auf annähernd 100 Prozent

brachte.

Kurz vor Weihnachten überreichte

Hermann Waldner für die Taxistiftung

Deutschland, zu deren Vorstand er gehört,

Schecks mit Hilfszahlungen an zwei Taxikollegen.

Mesut B., der das Krankenhaus

inzwischen hatte verlassen können, bekam

eine Hilfe in Höhe von 5.000 Euro zur Überbrückung

seiner Arbeitsunfähigkeit nach

der Messerattacke. Ein anderer Kollege,

der bei einem Messerangriff erhebliche

Schnittverletzungen an der Hand erlitten

hatte, erhielt 1.500 Euro. Das Geld wurde

im Rahmen einer kleinen Zeremonie im

Taxi-Zentrum in der Persiusstraße überreicht.

Anschließend fand man sich zum

Fototermin vor dem Kundencenter zusammen.


ar

TAXI BERLIN TZB GMBH

Persiusstraße 7, 10245 Berlin

Telefon: +49 (0)30 / 690 27 20

Telefax: +49 (0)30 / 690 27 19

E-Mail: info@taxi-berlin.de

www.taxi-berlin.de

FOTOS: Wilfried Hochfeld, Axel Rühle / Taxi Times

Warum sind die „Konkurrenten“ Taxi und

Mietwagen überhaupt im selben Verband

organisiert? Das liegt daran, dass die beiden

Branchen auf dem Land keine Konkurrenten

sind, sondern sich häufig ergänzen

und manchmal vom selben Unternehmen

betrieben werden. In sehr kleinen Gemeinden

sind zum Teil nur Mischkonzessionen

lukrativ, also Taxi und Mietwagen

in einen Fahrzeug, was in größeren

Gemeinden nicht zulässig ist.

Nur in Großstädten, wo Milliardenkonzerne

wie Uber und Free Now dem Taxi das

Geschäft abgraben, wird der Mietwagen

als bedrohliche Konkurrenz wahrgenommen.

In Berlin kämpft das Taxigewerbe

inzwischen gegen bald 5.000 Mietwagen,

die zum großen Teil für Uber und/oder Fee

Now arbeiten. Darunter leiden auch seriöse

Mietwagenanbieter.

Seit dem Austritt der drei Landesverbände

und Müllers Rücktritt als Präsident kann

der Bundesverband entschiedener die Forderung

nach einer Mindestbestellfrist für

Mietwagen vertreten. Kurz nach Müllers

Rücktrittserklärung wurde bekannt, dass

er und weitere Vertreter der austretenden

Verbände bereits an der Gründung eines

Konkurrenz-Verbandes arbeiteten, und

das, während er noch amtierender Präsident

und die Landesverbände Mitglieder

waren. Über dieses Verhalten sind im deutschen

Taxigewerbe viele bitter enttäuscht.

„Eine solche Spaltung erscheint in existenziell

schweren Zeiten so unpassend wie selten

zuvor“, so Hermann Waldner.

Mit Waldner und Kollar im Präsidium

will der BVTM auch künftig die starke

Interessenvertretung des deutschen Taxigewerbes

bleiben.

ar

Das Kundencenter ist derzeit coronabedingt

geschlossen. Verbrauchsmaterialien

wie Quittungen etc. sind

im Technikcenter Mo-Fr 8-16 Uhr und

in der Außenstelle Ruhleben (Freiheit

22, Mo-Fr 9-18 Uhr) erhältlich.

Fahrer- und Unternehmerbetreuung:

Tel. 20 20 21-130

Geschäftsführer: Hermann Waldner

Presserechtlich verantwortlich für

diese Seite: Hermann Waldner

Redaktion: Axel Rühle (ar)

Pressekontakt: presse@taxi-berlin.de

TAXI 1. QUARTAL 2021

15


WETTBEWERB

Taxi-Berlin-Chef Hermann Waldner und BVG-Chefin Eva Kreienkamp beim Fototermin anlässlich der Jelbi-Kooperation –

mit Sicherheitsabstand bei spätherbstlichem Wetter

TAXI BERLIN UND „JELBI“

Ein Taxi kann man in Berlin auf viele Arten bestellen. Im Dezember ist

mit der BVG-App „Jelbi“ eine weitere Möglichkeit hinzugekommen. Für

Taxi Berlin und die BVG ist die Partnerschaft ein Meilenstein.

Das Zauberwort auf dem Verkehrsmarkt

der Zukunft heißt Beförderungsketten.

Wer Beförderungsketten

anbietet, also die Möglichkeit,

eine Fahrt oder Reise von A nach B, die

verschiedene Verkehrsmittel beinhaltet,

bequem und einfach zu buchen, hat künftig

gute Karten. Wer sich als Anbieter

eines Verkehrsmittel zu einem Teil von

Beförderungsketten macht, profitiert von

dieser Nachfrage. Je mehr Arten der Bestellung

ein Anbieter bietet, desto größer seine

Chancen, in Beförderungsketten eingebunden

zu werden.

Wer in Berlin ein Taxi nutzen möchte, hat

viele Möglichkeiten, und das rund um die

Uhr: auf der Straße winken, am Halteplatz

einsteigen, bei Taxi Berlin anrufen, sich an

der Hotelrezeption eins bestellen lassen,

oder selbst per Fingerklick bestellen: mit

einer der Smartphone-Apps Taxi Berlin,

Taxi Deutschland, taxi.eu, Sixt – oder seit

dem 9. Dezember, 16 Uhr, auch „Jelbi“, einer

App, die die Berliner Verkehrsbetriebe

(BVG) erst letztes Jahr ins Leben gerufen

hatten. Der Name leitet sich aus dem alten

Spitznamen der doppelstöckigen Berliner

Busse her, der „großen Gelben“, wobei die

alten West-Berliner BVG-Busse bis in die

Neunzigerjahre hinein im Unterschied zu

heute gar nicht richtig „jelb“ waren, sondern

eher einen hellen Ocker-Beigeton hatten

– „Dunkelelfenbein“ könnte man sagen.

Hermann Waldner, Geschäftsführer

von Taxi Berlin und als Vizepräsident des

Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e.

V. um eine Einbindung des Taxigewerbes

in möglichst weltweite Beförderungsketten

bemüht, zeigte sich über die neue Kooperation

höchst zufrieden: „Das Taxi gehört

zu Jelbi, denn: Es ist ein öffentliches Verkehrsmittel

und hat wie Bus und Bahn

eine Beförderungs- und Tarifpflicht, das

FOTO: Andreas Süß / BVG

16 1. QUARTAL 2021 TAXI


WETTBEWERB

FOTO: Axel Rühle / Taxi Times

macht seine Verlässlichkeit aus. Digital und

bargeldlos kann das Taxi übrigens schon

lange, aber nicht nur das: Bei allen Fragen

ist Taxi Berlin auch telefonisch rund

um die Uhr für alle erreichbar – das bietet

nicht jeder. Mit dieser zukunftsweisenden

Kooperation machen die BVG und Taxi

Berlin die Stadt

wieder ein Stück

mobiler.“

Auch die BVG-

Vorstandsvorsitzende

Eva Kreienkamp

ist „sehr

zufrieden und ein

bisschen stolz“

darauf, „wie sich

unsere Mobilitäts-

App seit dem Start

im vergangenen Jahr entwickelt hat. Mit

den Berliner Taxis haben wir nun einen

Partner an Bord, der ebenso zu unserer

Stadt gehört und in ihr verwurzelt ist wie

die BVG. Jetzt können wir endgültig mit

Fug und Recht sagen: Jelbi bietet alle Alternativen,

die es in Berlin zum eigenen Auto

gibt.“ In einer Presseerklärung der BVG

hieß es am 10. Dezember: „Mit der Einbindung

von Taxi Berlin, einer der innovativsten

Taxivermittlungen Europas, ist

ein weiterer Meilenstein geschafft, um die

urbane Mobilität von morgen schon heute

zu erleben und mitzugestalten.“

TAXI UND BVG KOOPERIEREN

SEIT 49 JAHREN

Die Kooperation zwischen der BVG und

dem Berliner Taxigewerbe hat eine lange

Tradition: Schon seit 1972 nimmt die BVG

das Taxigewerbe für den Einsatz schwach

frequentierter Nachtbuslinien in Anspruch.

Das geschah in den ersten Jahren mit normalen

fünsitzigen Taxen, später kamen

Kleinbusse dazu, etwa 13-Sitzer, die auf

heutigen Nachtbuslinien oder als „Berlkönig

BC“ zwischen Rudow und Schulzendorf

(LDS) unterwegs sind. Im September 2010

unterzeichneten Taxi Berlin und die BVG

eine Vereinbarung über Schienenersatzverkehr

bei U-Bahn-Ausfällen. Seitdem

müssen BVG-Fahrgäste bei plötzlichem

Ausfall einer U-Bahn-Linie nicht mehr eine

Stunde oder länger warten, bis die BVG

ersatzweise Busse

aktiviert und aus

«Telefonische

Erreichbarkeit rund um

die Uhr – das bietet

nicht jeder.»

Hermann Waldner

ihren Betriebshöfen

an den Ort

des Geschehens

geschickt hat,

sondern es werden

innerhalb

von Minuten Großraumtaxis

über

die Berliner Funkzentrale

angefordert,

die den Fahrgastandrang bis zum

Eintreffen der „großen Gelben“ abfangen.

Berlin hat sicher die größte Vielfalt

an innovativen und umweltfreundlichen

Mobilitätsanbietern in Deutschland“, sagte

2019 die damalige Vorstandsvorsitzende

der BVG, Dr. Sigrid Nikutta. Heute beinhaltet

das Buchungsspektrum der „Jelbi“-App

U-Bahn, S-Bahn, Regionalbahn, Bus, BVG-

Fähre, Ridesharing (Berlkönig), Carsharing

(Miles, Flinkster, Mobileeee, Cambio,

Greenwheels), E-Moped-Sharing (Tier und

Emmy), Bikesharing (Nextbike), Tretroller-

Sharing (Tier und Voi) und nun auch das

Taxi (Taxi Berlin 202020).

Manch einer mag die neu-entdeckte

Liebe der BVG zum Taxi noch nicht so

recht glauben. Als Taxi Times die „Jelbi“-

Kooperation zwischen Taxi Berlin und der

BVG am 10.12. online meldete, kommentierte

ein Leser: „Wozu das denn? Die BVG

hat doch ihren Berlkönig, der durch unsere

Steuergelder lebt! Taxen will die doch gar

nicht.“ Das Misstrauen dürfte weniger

dem Berliner Landesbetrieb BVG gelten

als vielmehr ihrem Kooperationspartner

ViaVan, dessen Mutterkonzern Daimler

Jelbi-Hub an der Gitschiner Straße

nicht nur viel Kapital, sondern vor allem

profithungrige Aktionäre im Hintergrund

hat, und der mit dem massenhaften Abzug

der Kundschaft vom Taxigewerbe hin zu

den konzerneigenen Mietwagen der Marke

Free Now gezeigt hat, dass bei Geld auch

eine traditionsreiche und lange gepflegte

Freundschaft aufhört.

Über die unselige Kooperation des Landes

mit dem Milliardenkonzern ist auch

die Berliner Politik keineswegs durchweg

glücklich. Schon in der Koalition gibt es

Stimmen wie beispielsweise Kristian Ronneburg

von der Linken oder Tino Schopf

von der SPD, die im „Berlkönig“ kein Verkehrsmittel

der Zukunft sehen. Unabhängig

davon muss das Taxigewerbe aber interessiert

sein, sich in Beförderungsketten zu

etablieren – wenn sie staatlich organisiert

sind, allemal.

ar

SHK-Rechtsanwälte

Martina Schweickhardt

Rechtsanwältin & Notarin

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André Klemm

Rechtsanwalt

TAXI 1. QUARTAL 2021

17


WETTBEWERB

Einmal steuersubventionierte Konkurrenz,

einmal Hoffnung für das Taxigewerbe:

„Berlkönig“ und „Berlkönig BC“ (rechts)

ZWEI UNGLEICHE

NAMENSVETTERN –

WOHIN GEHT DIE REISE?

Der „Berlkönig BC“ ist eine Kooperation und Einnahmequelle für das

Taxigewerbe, der „Berlkönig“ eine steuerlich subventionierte Konkurrenz,

die die Freude über die Kooperation mit der BVG erheblich trübt.

Über die Zukunft des „Berlkönig“

wird immer wieder gestritten, verhandelt,

und dann eine neue Verlängerung

für ein paar Monate vereinbart.

Wie kam es dazu und wie wird es weitergehen?

Noch vor fünf Jahren glaubten viele

Verkehrsplaner, immer neue Verkehrsangebote

würden Fahrzeugbesitz unattraktiv

und dadurch die Straßen leerer machen

statt voller, und schufen die berüchtigte

Kristian Ronneburg, verkehrspolitischer

Sprecher der Fraktion Die Linke

Experimentierklausel in Paragraph 2 des

Personenbeförderungsgesetzes. Die Idee

war, weniger dicht besiedelte Gegenden

nicht mit großen, leeren, 40 Liter Diesel

schluckenden Bussen zu bedienen, sondern

unter Verwendung neuer, digitaler

Möglichkeiten mit kleinen Fahrzeugen,

und zwar auf Abruf, auf neudeutsch „on

demand“ genannt, und sich das sponsern

zu lassen. Statt das bereits vorhandene

und zu wenig ausgelastete Taxigewerbe

ins Boot zu holen, entschied man sich

bei der BVG deshalb für teils elektrisch

betriebene Kleinbusse, die dafür extra von

der Daimler-Tochter ViaVan als Kooperationspartner

bereitgestellt werden mussten.

Dafür brauchte es einen Namen, der

großes Innovationsdenken, ein bisschen

Berliner Respektlosigkeit und einen Schuss

in Selbstironie verkleideten Größenwahn

transportieren würde, und den wirklich

jeder sich merken kann.

Herder und Goethe würden wohl in

ihren Gräbern rotieren, wüssten sie, dass

240 Jahre nach Erscheinen ihrer Ballade

nicht das Original „Erlkönig“, sondern

ausschließlich der verfremdete Titel in

Berlin zum Sprachgebrauch gehört. Nach

zahlreichen Interpreten, Musikern und

Parodisten fiel die Figur 2018 auch noch

dem Einfallsreichtum eines findigen Marketingstrategen

zum Opfer, der nach einem

Namen für ein neues On-Demand-Ridesharing-Angebot

suchte und den „Berlkönig“

erfand. Der hat die Nutzung von Subanbietern

durch die BVG zwar auf ein neues

Niveau gebracht, bildet aber nicht etwa den

Anfang solcher Kooperationen.

BVG: ZWISCHEN GEWINN

UND DASEINSVORSORGE

Der Einsatz von Pkw und Kleinbussen

des Taxigewerbes im Auftrag der Berliner

Verkehrsbetriebe begann bereits vor knapp

50 Jahren (siehe Seite 16). Als größere

Fahrzeuge erforderlich wurden, schafften

Taxiunternehmer, die über die „Innung“

mit der BVG in Geschäftsbeziehungen stan-

FOTOS: Axel Rühle / Taxi Times (2), Mihai Blank

18 1. QUARTAL 2021 TAXI


WETTBEWERB

FOTOS: Axel Rühle / Taxi Times, Leszek Nadolski

den, eigens Kleinbusse mit 13 Sitzplätzen

und etwa ebenso vielen Stehplätzen an und

bedienen regelmäßig schwächer ausgelastete

Buslinien, was der BVG und damit

dem Land gerade nachts erhebliche Kosten

erspart. Für die involvierten Taxibetriebe

ist es eine lohnende Kooperation. Fällt ein

solches Fahrzeug einmal aus, ordert die

BVG kurzfristig bei Taxi Berlin Großraumtaxen,

die dann die Buslinie bedienen.

Im Zuge gewachsener Mobilitätsansprüche

in Kombination mit der Einsicht,

dass eine nachhaltige Verkehrsplanung

Personenverkehr aus privaten Autos in

Sammelfahrzeuge verlagern muss, suchte

man nach Möglichkeiten, dünn besiedelte

Gebiete an das Berliner Liniennetz anzuschließen,

ohne dass Fahrgäste Taxipreise

zahlen müssen. So kam es dann zur Idee

des besagten „Berlkönig“ unter Nutzung

der Experimentierklausel. Für die erste

rot-rot-grüne Koalition, die sich eine nachhaltige

Verkehrswende auf die Fahnen

geschrieben hatte, war das vordergründig

ein schlüssiges Konzept. Dass viele

Elektro-Kleinbusse eingesetzt würden,

überzeugte die Verantwortlichen offenbar

mehr als der Einwand des Taxigewerbes,

die bestehende Taxiflotte zu nutzen sei

doch sehr viel umweltfreundlicher, als

eine Flotte von über 100 Fahrzeugen neu

in Verkehr zu bringen.

STAATLICHE

ROSINENPICKEREI

Der zweite Widerspruch zum Nachhaltigkeitsgedanken

bestand darin, mit den

schwarzen Kleinbussen nicht etwa Einfamilienhausbewohner

in Randbezirken von

abgelegenen Haltestellen des Linienverkehrs

nach Hause zu bringen, sondern –

salopp gesagt – junges Partyvolk mit Bierflasche

in der Hand, das keinen Bock hat,

zur Straßenbahn zu laufen, zwischen Prenzlauer

Berg und Friedrichshain hin- und herzufahren.

Nur so erschien das Projekt den

Geldgebern von ViaVan attraktiv, und die

innovationsinteressierte BVG zog mit.

Unterdessen stellten BVG und Taxi-

„Innung“ Anfang August 2019 ein neues

Projekt auf die Beine, um auch den Einfamilienhausbewohnern

mit der schlechten

Verkehrsanbindung versuchsweise eine

attraktive Fahrmöglichkeit zu bieten. Als

Testgebiet wählte man die dünn besiedelte

und schlecht angebundene Gegend östlich

des Flughafens Schönefeld. Die Rufbus-Verbindung

zwischen dem U-Bahnhof Rudow,

der im Tarifgebiet B (zwischen S-Bahn-Ring

und Stadtgrenze) liegt, und der Gemeinde

Schulzendorf im Tarifgebiet C (Umland) mit

zwei Kleinbussen des Taxigewerbes nannte

man „Berlkönig BC“. Für 50 Cent Zuschlag

zum normalen Fahrschein lässt sich so –

August 2019: feierliche Inbetriebnahme der Schulzendorfer

Umlandanbindung mit LDS-Landrat Stefan Loge

(l.) und der damaligen BVG-Chefin Siegrid Nikutta

ausschließlich per App – eine Fahrt von

bis zu 14 Kilometern buchen. Obwohl die

Fahrer berichten, es gäbe nur zwei tägliche

Stoßzeiten mit nennenswerter Auslastung,

hat die BVG sowohl die Deadline verlängert

(von Ende 2020 auf Sommer 2021) als auch

das Bediengebiet erweitert.

Der „Berlkönig BC“ kann als vielversprechendes

Projekt angesehen werden,

dünn besiedelte Gebiete durch einen Kompromiss

aus umweltfreundlich, bequem

und erschwinglich zu erschließen und

die Zusammenarbeit zwischen Taxigewerbe

und BVG langfristig fortzusetzen.

Der „Berlkönig“ dagegen ist eine zum Teil

mit Steuergeldern finanzierte Konkurrenz

für das Taxigewerbe, deren Hauptsponsor

ausschließlich wirtschaftliche Interessen

verfolgt. Der Landesbetrieb BVG, der der

Senatsverwaltung für Verkehr untersteht,

begab sich damit auf dünnes Eis, denn mit

dieser Kooperation prallen zwei gänzlich

gegensätzliche Prinzipien aufeinander:

Profitstreben und Daseinsvorsorge.

Auch, wenn man bei der BVG beide „Berlkönige“

für Zukunftsmodelle hält, könnte

die Unvereinbarkeit dieser Interessen, die

sich in zunehmender politischer Ablehnung

manifestiert, in diesem Jahr endgültig

das häufig vorausgesagte und immer

wieder verhinderte Aus für den „Berlkönig“

bedeuten. Das „Neue Deutschland“

(ND) berichtete kurz vor Weihnachten von

einem Umdenken im Senat. „Ein Konzept

zur Ausweitung des Berlkönigs als Teil

Hermann Waldner, Geschäftsführer von Taxi

Berlin: „Das Gleiche können wir wahrscheinlich

kostengünstiger anbieten.“

des öffentlichen Personennahverkehrs ist

im Verkehrsvertrag nicht vorgesehen“,

wird Verkehrssenatorin Regine Günther

zitiert. Vielmehr sollen außerhalb

der Innenstadt Erschließungslücken

mit Rufbussen

geschlossen werden, um den

ÖPNV zu verbessern. Damit

dürfte eine Bevorzugung des

„Berlkönig BC“ gegenüber dem

„Berlkönig“ gemeint sein. Auch

Koalitionspolitiker lehnen den

„Berlkönig“ mit seinen inzwischen

185 Fahrzeugen zunehmend

ab. Kristian Ronneburg

von der Linken meint: „Natürlich

kann die BVG gemeinsam

mit dem Betreiber Viavan ihr

Berlkönig-Angebot im Rahmen

der vierjährigen Erprobungsphase

weiterführen, aber eine

Verkopplung mit den vom Land

bestellten Rufbussen und der

Mobilitätsgarantie ist nicht

möglich.“ Denn: „Das Angebot

darf keine Konkurrenz zum

Taxi sein.“ Anscheinend hat

die jahrelange Aufklärungsarbeit

der Gewerbevertretungen

doch gewirkt. Auch Hermann

Waldner, Vizepräsident des

Bundesverbandes Taxi und

Mietwagen, erklärt als Berliner Zentralenchef:

„Genau das Gleiche wie die neuen

Mobilitätsangebote der BVG könnten wir

mit unseren vielen Großraumtaxen auch

anbieten, wahrscheinlich sogar kostengünstiger.“

Im Abgeordnetenhaus ist diese

Erkenntnis inzwischen parteiübergreifend

weit verbreitet, sogar bei der CDU und Teilen

der FDP. Bei den Grünen läuft der Vorgang

noch.

ar

TAXI 1. QUARTAL 2021

19


WETTBEWERB

Tino Schopf, verkehrspolitischer Sprecher der

SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin

TAXI- UND

MIETWAGEN-

KONTROLLEN WEITER

AUF NIEDRIGEM

NIVEAU

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus,

Tino Schopf, hat eine 15-teilige Anfrage zum Taxi- und Mietwagengewerbe

gestellt. Die Antworten des Senats sind zum Teil ernüchternd.

Die Taxis in Berlin werden weniger,

die Mietwagen immer mehr. Dieser

Trend besteht zumindest seit

Herbst 2018, wobei die Mietwagen-Kurve

bereits seit Frühjahr 2018 steil nach oben

geht. Ende November gab es in der Bundeshauptstadt

7.020 Taxikonzessionen –

mehr als 1.000 weniger als vor einem Jahr

und sogar gut 400 weniger als Ende 2012,

Tendenz freier Fall. Dazu waren 4.558 Mietwagen

in Berlin konzessioniert, Tendenz

steil ansteigend. Die

Zahlen legte Verkehrsstaatssekretär

Ingmar Streese für

den Senat am 15.12.

zu Schopfs Anfrage

vom 23.11. vor.

Wie viele Mietwagen

tatsächlich auf

Berlins Straßen unterwegs sind, kann man

nur mutmaßen. Die fehlende Kontrolle der

Rückkehrpflicht-Einhaltung durch die Berliner

Behörden zieht Hunderte Mietwagen

aus dem Umland und teils weit entfernten

Orten nach Berlin, sogar aus Polen. Für die

«Wenn keine

Kontrollen

durchgeführt wurden,

warum nicht?»

Tino Schopf

Kontrollen auswärtiger Mietwagen sind

Berliner Behörden nicht zuständig und

dürfen auch nicht deren Betriebsunterlagen

einsehen.

Schopfs Frage, worin der Senat die

Ursache für den Rückgang der Taxikonzessionen

sehe, beantwortete Streese nicht.

Jedenfalls würden nur wenige Genehmigungen

entzogen. Der Hauptteil werde von

den Inhabern zurückgegeben.

Die Anzahl der Tätigen, die im „Sachgebiet,

das die Aufgaben als Genehmigungsund

Aufsichtsbehörde für den Taxen- und

Mietwagenverkehr wahrnimmt“, wurde

von 15,75 im Sommer 2017 auf 19,95 im

Sommer 2018 erhöht, zwei Jahre später

aber wieder um eine Stelle gesenkt.

Bei den vom

LABO durchgeführten

Kontrollen

des Taxi- und Mietwagengewerbes

wird unterschieden

zwischen den

vier Kategorien

Verkehrskontrollen,

Kontrollen mit Polizei, Finanzkontrolle

Schwarzarbeit (FKS) und Hauptzollamt

(HZA), Betriebssitzkontrollen und

Betriebsprüfungen. Hier fällt auf, dass

mit Ausnahme der Betriebssitzkontrollen

das Taxigewerbe deutlich mehr kontrolliert

wurde als das Mietwagengewerbe, in

den Jahren 2017 und 2018 ganze 26 mal

so häufig, obwohl es zu der Zeit nur vierbis

fünfmal so viele Taxi- wie Mietwagenkonzessionen

gab. Dazu erläutert Streese,

die Mietwagenunternehmen seien erst mit

deutlich steigenden Genehmigungszahlen

stärker in den Blickpunkt gelangt, zumal

bis 2019 Betriebsprüfungen bei Mietwagenunternehmen

wenig ergiebig gewesen

seien, da prüfungsrelevante Unterlagen

nur in einem sehr begrenzten Rahmen

vorhanden waren bzw. sein mussten.

PERSONALMANGEL

Seit Anfang 2019 werde bei Neuerteilung

einer Mietwagen-Genehmigung die Auflage

erteilt, detaillierte und aussagekräftige

Aufzeichnungen zu den Beförderungsaufträgen

zu führen und zur Überprüfung

bereitzuhalten. Anhand dieser Unterlagen

könne man nunmehr auch konkrete

Betriebsprüfungen sinnvoll vornehmen.

Deshalb strukturiere man nunmehr auch

die Ressourcen beim LABO neu, um die

Betriebsprüfungen bei den Mietwagenunternehmen

auszuweiten. Im Jahr 2020

konnten aber aufgrund der Covid-19-Pandemie

weniger Kontrollen als ursprünglich

geplant durchgeführt werdenMaßnahmen

aus (siehe Tabelle).

FOTOS: Axel Rühle / Taxi Times

20 1. QUARTAL 2021 TAXI


WETTBEWERB

Auf den Zuwachs im Mietwagengewerbe

bei einem gleichzeitigen Rückgang im

Taxengewerbe habe das LABO bereits

dahingehend reagiert, dass die Ressourcen

für regelmäßige und außerordentliche

Betriebsprüfungen neu verteilt wurden, so

dass der Fokus verstärkt auf Mietwagen liege.

Die geringe Anzahl von Verkehrskontrollen

beinhalten bei Mietwagen auch Fälle von

„Verdacht Verstoß gegen die Rückkehrpflicht“

– trotz Hinweisen aus dem Taxigewerbe dieses

und letztes Jahr jeweils vier Fälle, davor

noch weniger. Entsprechend gering fiel die

Anzahl der ergriffenen Maßnahmen aus (siehe

Tabelle).

mit einem Bußgeld, sondern lediglich mit

einem Verwarnungsgeld geahndet. Im Jahr

2019 wurden 101 Ordnungswidrigkeiten-

(OWi-)Verfahren eingeleitet, doch nur ein

geringer Teil der angezeigten Verstöße

lasse sich hinreichend beweisen, um ein

Bußgeld zu verhängen. In den ersten elf

Monaten des Jahres 2020 seien 70 E-Mails

mit Hinweisen „in unterschiedlicher

Anzahl und Qualität übermittelt“ worden.

Bei allen Hinweisen werde die Einleitung

eines OWi-Verfahrens geprüft. Bis Ende

November seien 2020 bereits 440 eingeleitet

worden – immerhin mehr als das Vierfache

des Vorjahres. Für die Jahre 2016 bis

FOTOS: Axel Rühle / Taxi Times

Maßnahmen

Maßnahmen

Jahr

nach Kontrollen nach Betriebsprüfungen

OWi-Verfahren OWi-Verfahren Widerruf/Versagung

Taxen Mietwagen Taxen Mietwagen Taxen Mietwagen

2016 96 19 17 0 12 0

2017 79 12 16 0 25 0

2018 56 18 27 0 7 0

2019 35 13 18 1 16 1

2020 17 7 15 0 0 4

Schopf fragte, wie viele Hinweise auf

Verstöße gegen die Rückkehrpflicht beim

LABO seit 2016 eingegangen seien, „ab

wann“ ein solcher Hinweis für eine bußgeldbewehrte

Verfolgung ausreiche, wie

und in welcher Anzahl den Hinweisen

nachgegangen werde und wie viele und

welche Maßnahmen eingeleitet wurden.

HINWEISE AUF

UBER-VERSTÖSSE OFT ZU DÜNN

Streese wies auf Umstände hin, die

einem Bußgeld aufgrund eines Hinweises

entgegenstehen können: Fehlen von

Angaben wie Datum, Zeit, Ort, nachvollziehbare

Dokumentation, Nachweis (z.

B. Foto), zudem werde häufig Einspruch

erhoben, so dass der Vorgang „über die

Amtsanwaltschaft an das Amtsgericht

Tiergarten zur Entscheidung abgegeben“

werde, das dann einen „Teil der mit

Bußgeldern von 200 EUR geahndeten

Verstöße gegen die Rückkehrpflicht von

Mietwagen nach § 47 Abs. 2 OWiG eingestellt“

habe, nachdem der Sachverhalt

„anhand von Feststellungen der Polizei

Berlin und des LABO umfassend ausermittelt

war.“

Ein einmaliger Verstoß werde nicht

2018 beantwortete Streese Schopfs Frage

nicht.

Auf die Frage, inwieweit im Zuge der

Amtshilfe Daten von Uber über ein Auskunftsersuchen

angefordert wurden, antwortete

Streese, das LABO habe „keinerlei

Daten bei der Firma Uber angefordert“, da

diese eine Vermittlungsplattform betreibe

und daher keine Genehmigungsinhaberin

nach dem PBefG sei. „Dementsprechend

besteht für die Firma Uber gegenüber dem

LABO keine Auskunftspflicht.“

Schopf stellte auch eine Frage, die das

Taxigewerbe seit Längerem interessiert.

Er fragte, nach welchen Kriterien ein

Betriebssitz eines Mietwagenbetriebes bei

Ersterteilung genehmigungsfähig ist. Nach

Streeses Antwort müssen am Betriebssitz

die „erforderlichen Ressourcen vorgehalten

und alle Betriebsunterlagen aufbewahrt

und für eine etwaige Prüfung bereitgehalten

werden“ können. Zudem müsse ein

geeigneter Aufenthaltsraum für das Fahrpersonal

vorhanden sein und „am Betriebssitz

oder in unmittelbarer Nähe“ müssen

Stellplätze zur Verfügung stehen – dies

alles entsprechend der Fahrzeuganzahl.

Bereits im Oktober 2018 hatte die Verkehrsverwaltung

unter Regine Günther

auf Anregung des LABO die Mietwagenproblematik

laut Schopf über den Bund-

Länder-Ausschuss auf die Bundesebene

getragen. Wegen der steigenden Zahl von

Verstößen gegen die Rückkehrpflicht und

deren schwierige Nachweisbarkeit habe das

LABO sich gewünscht, von Mietwagenunternehmern

die Erfassung des Beginns und

des Endes jedes Fahrauftrages zu verlangen.

Nachdem einige Bundesländer sich

hierzu „zurückhaltend geäußert“ hätten,

habe „die Berliner Genehmigungsbehörde

die in Berlin erteilten Auflagen für Mietwagen

entsprechend dem eigenen Vorschlag

angepasst.“

FISKAL-WEGSTRECKENZÄHLER

FÜR MIETWAGEN

Was das konkret bedeutet, geht aus

einem Beschlussprotokoll des Abgeordnetenhauses

vom 17.9. vor, das Taxi Times vorliegt,

nach dem das Taxigewerbe geschützt,

die Aufzeichnungspflichten und Kontrollen

von Mietwagenunternehmen sichergestellt

und Ausnahmegenehmigungen im Mietwagensektor

zurückgenommen werden

sollen. Der Senat wird aufgefordert, „die

Kontrollen von [...] Mietwagenunternehmen

zur Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen

deutlich zu verstärken und die

Bedingungen für Kontrollen zu verbessern.

Dabei sollen sowohl die Einhaltung

der Rückkehrpflicht als auch [...] die Erfüllung

der abgaben- und sozialrechtlichen

Verpflichtungen und die Einhaltung von

Vorschriften zur Sicherheit der Fahrgäste

kontrolliert sowie eine fälschungssichere

Aufzeichnung der einzelnen Betriebsvorgänge

sichergestellt werden. Hierzu zähle

die Pflicht zum Einbau von Fiskal-Wegstreckenzählern,

der Widerruf von Ausnahmegenehmigungen,

die Prüfung der

Umsetzbarkeit der Hamburger Anforderungen

an das Berliner Mietwagengewerbe,

Gespräche mit dem Land Brandenburg und

dortigen Genehmigungsbehörden, Personalaufstockungen

beim LABO und beim

Eichamt sowie eine allgemeine Verstärkung

von Kontrollen.

ar

TAXI 1. QUARTAL 2021

21


WETTBEWERB

ALLEINFAHRER MIT

PRAKTIKANTENVERTRAG

Der ehemalige Berliner Taxifahrer

A. Lias (Name von der Redaktion

geändert) hat die Seiten gewechselt

und ist für einige Wochen

für Uber und Free Now gefahren.

Seine Schilderungen zeigen, mit

welchen Tricks sowohl die Fahrer

als auch die Uber- und Free-

Now-Partner-Unternehmen gültige

Gesetze umgehen. Und dabei

geht es nicht nur um die Rückkehrpflicht,

sondern auch um Steuerund

Sozialversicherungsbetrug.

Taxi Times: Warum bist Du von Taxifahren

auf Mietwagenfahren umgestiegen?

A. Lias: Aus Neugier und Liebe zur Fahrgastbeförderung,

und um mir eine Meinung

über Uber und Free Now zu bilden.

Warst Du als Festangestellter, geringfügig

Beschäftigter oder Aushilfe

angemeldet?

Weder noch, ich habe einen Praktikums-

Vertrag unterzeichnet. Man bot mir allerdings

eine geringfügige Anstellung zwischen

500 bis 800 Euro an, damit ich die

Möglichkeit eventueller Bezüge über das

Amt nicht verliere. Man hatte mich auch

explizit gefragt, ob ich beim Amt Leistungen

beziehe.

Wie viele Fahrzeuge und Fahrer*Innen

hat der Betrieb?

Mein Chef hat mehrere Mietwagen-Konzessionen.

Ob er auch Taxi-Konzessionen

hatte, ist mir nicht bekannt, ebenso wenig

die genaue Zahl der Angestellten. Knapp

unter 50 sind in einer Whatsapp-Gruppe,

in der ich auch eingeloggt war.

Wirst Du nach gearbeiteten Stunden

oder Prozenten bezahlt?

Prozentual. Ich bekomme 28 % vom Gesamtfahrpreis

oder 40 % nach Abzug von Uber.

Uber selbst bekommt 29,75 %, allerdings

verschweigt Uber gerne die tatsächlich vom

Fahrgast eingenommene Summe. So nehmen

sie selektiv systematisch weit mehr

als den genannten Fahrpreis.

Wenn man sich das ausrechnet, wird

klar, dass Du sehr auf das Trinkgeld der

Kunden angewiesen warst. Was aber,

wenn Kunden Dir kein oder nur wenig

Trinkgeld gegeben haben?

Wenn man mich lange hat warten lassen,

ohne Trinkgeld zu geben, aber freundlich

war, gab ich in der Kundenbewertung nur

vier von fünf Sternen und bei unfreundlichen

Gästen zwei bis drei Sterne. Einen

einzigen Stern gab ich nur in Extremfällen,

weil sonst der Fahrgast dauerhaft von mir

gesperrt worden wäre.

Gibt es einen Wegstreckenzähler und

eine Alarmanlage im Auto?

Nein.

Wo holst Du Dein Fahrzeug ab – vom

Betriebssitz des Unternehmers oder fliegender

Wechsel mit der Arbeitskollegin

oder dem Arbeitskollegen?

Ich war Alleinfahrer, somit konnte ich von

meiner Wohnung aus starten und enden.

Lass uns über Deinen Alltag sprechen.

Wie viele Stunden warst Du im Einsatz?

So, wie es mir beliebte. Bei Uber durfte

ich maximal zwölf Stunden online sein,

allerdings wird die Standzeit nicht in

die Online-Zeit einberechnet. Daher sind

eigentlich keine Grenzen gesetzt.

Wie viele Touren hast Du durchschnittlich

gemacht?

8-15 in einer 12-Stunden-Schicht.

Gab es viele Folge-Aufträge?

Mit Ausnahme von Silvester kaum.

Was hast Du dann gemacht, um

schnellstmöglich eine neue Fahrt zu

erhalten?

Ich habe mich dort aufgehalten, wo ich mir

die meisten Aufträge erhofft habe.

Also hast Du beispielsweise in der

Nähe vom Hauptbahnhof, von Krankenhäusern

und großen Firmen gewartet?

Nein, meistens bin ich herumgefahren.

Uber sagt doch aber, sie setzen die Fahrer

offline, wenn diese in Richtung Betriebssitz

des Unternehmens fahren.

Deshalb bin ich offline schnell weit weggefahren

und habe mich dann wieder bei

der Uber-App angemeldet. Anschließend

bin ich langsam im Zick-Zack-Kurs zum

Betriebssitz gefahren.

War das Deine Idee?

Man hat mir diese Infos im Unternehmen

bei der Anmeldung offengelegt, mir aber

die Entscheidung selbst überlassen, ob ich

so vorgehen will.

Wie war das bei der Free-Now-App?

Habt Ihr die auch so ausgetrickst?

Bei Free Now gibt es keinen technischen

Zwang, zum Betriebssitz zurückzukehren,

allerdings erscheint nach dem Ende

jeder Fahrt ein Popup mit dem Hinweis

„Rückkehrpflicht“.

Mit welchen Konsequenzen im Falle

einer Nichtbeachtung?

Keine. Man klickt das Popup einfach nur

weg und macht weiter.

Hat Dich Dein Chef ansonsten auf die

Einhaltung der Regeln (Rückkehrpflicht)

ernsthaft hingewiesen und musstest

Du einen solchen Hinweis gesondert

unterschreiben?

Mir wurden einige Verträge zur Unterschrift

vorgelegt. Allerdings war alles nur

pro forma, und eine Aufklärung hat nur auf

Nachfrage stattgefunden, mit dem Hinweis

dass es nicht wichtig ist, dass die Verträge

lediglich zur eigenen Absicherung dienen.

FOTO: Simi / Taxi Times

22 1. QUARTAL 2021 TAXI


KOLUMNE

Gab’s auch schon vor Corona

Hast Du bei Uber oder bei dessen Generalpartner

Ennoo Safe-Driver oder auch

bei Free Now noch eine zusätzliche Schulung

gemacht?

Nein, ich war bereits als Taxifahrer mit

Free Now und Uber vertraut, jedoch müssen

laut Aussagen neue Fahrer an einer

Schulung teilnehmen. Über die Rückkehrpflicht

wurde nie gesprochen, aber es gab

einige Tutorials per Mail und in der Uber-

App im Bezug auf richtigen Umgang mit

Fahrgästen.

Über welche App hast Du mehr Touren

vermittelt bekommen – Free-Now-Ride

oder UberX?

UberX – mit weitem Abstand.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf

den Mietwagenbetrieb ausgewirkt?

Finanziell stehen sie nicht gut da. Viele

Wagen wurden stillgelegt, jeder Cent wird

umgedreht. Wir bekamen sogar die Anweisung,

den Wagen nicht zu waschen.

Wieso hast Du aufgehört, als Mietwagenfahrer

zu arbeiten und was machst

Du jetzt?

Es ist Sklavenarbeit, und was die Zukunft

mit sich bringt, steht aktuell in den Sternen.

Was wünschst Du den Mietwagenfahrer*Innen

und Unternehmern für

die Zukunft?

Dass sie Aufwachen und kein System unterstützen,

das darauf beruht, die Partner und

deren Angestellte auszubeuten. Firmen wie

Uber verdienen allein durch die Vermittlung

mehr als Fahrer und Unternehmer. Sie

tun dafür nichts außer Marketing und Vermittlung.

Für mich grenzt es an Zuhälterei,

da man absolut auf die angewiesen ist.

Das Interview führte Hayrettin Şimşek.

DAS TAXI STIRBT

NICHT AN CORONA

ALLEINE

„80.000 Taxifahrer könnten bis Ende 2021

aufgeben“ – so die Überschrift einer Online-

Meldung Ende November. Bisher hatte daran

doch Uber die Hauptschuld.

Obwohl ich Ende November bereits

mehr als ein halbes Jahr auf

Kurzarbeit Null war und auch

schon die Kündigung im Kasten hatte,

wäre diese journalistische Glanzleistung

beinahe an mir vorbeigegangen.

Journalistische Glanzleistung deswegen,

weil der Artikel, in dem es um den Niedergang

des Taxigewerbes geht, es schafft,

ganz ohne Uber auszukommen. Zum Glück

bin ich durch die Praxis in meinem Taxi, in

dem ein jeder alles sagen durfte, und ich

mir auch wirklich alles und jedes angehört

habe, bestens auf die aktuelle Situation und

auch auf das vom Spiegel beschriebene Szenario

vorbereitet. Nachdem ich nun auch

noch mehr Zeit zum Nachdenken habe,

halte ich es für durchaus möglich, dass

das bei „Spiegel Online“ gar kein Versehen

war, sondern dass es in Zukunft wirklich so

sein könnte, dass an allem und jedem einzig

und allein Corona Schuld ist. Und das,

obwohl es beispielsweise im Scheidungsrecht

seit vielen Jahren keinen Alleinschuldigen

mehr gibt.

Auch in der Geschichtsschreibung wird

zwischen Anlass und Ursache unterschieden.

Denn, um nur ein Beispiel zu nehmen,

den Personalmangel beim LABO, den gibt

es nicht erst seit Corona. Schon vor Corona

sind die Berliner Behörden kaputt gespart

worden. So wurde ich selbst zum Beispiel

in über zwanzig Jahren im Taxi nur ganze

zweimal nach meinem Taxi-Schein gefragt.

Zugezogene zogen es deswegen schon vor,

sich gar nicht erst in Berlin anzumelden

und somit auch keine Steuern hier zu zahlen.

Uber hat da nur das nachgemacht, was

zuvor schon gängige Praxis in unserer

Stadt war.

Die ebenfalls kaputtgesparten öffentlichen

Verkehrsmittel, möglicherweise auch

das gläsern gemachte Taxi und ein paar

klitzekleine Gesetzesänderungen kamen

Uber gerade „recht“ für den Markteintritt

auf unseren ebenfalls kaputten Straßen.

Deswegen sind Uber-Fahrzeuge auch mit

einer Ausnahmegenehmigung unterwegs,

schließlich gab es in unserer Stadt einen

Beförderungsnotstand. Und überhaupt:

Warum sollten Uber-Fahrer (und demnächst

möglicherweise auch Taxifahrer) auch nur

eine Straße lernen, wo doch nur der, der

nichts weiß, alles glauben muss, wie vielleicht

bald: Corona ist an allem Schuld!

Ob es wirklich so kommt, dass Corona

an allem Schuld sein soll, das weiß natürlich

auch ich nicht, genau so wenig, wie

ich weiß, ob die Taxis meines Chefs, die

er gerade an Taxi- und Mietwagenunternehmer

verkauft, demnächst noch

als öffentliches Verkehrsmittel Taxi mit

Beförderungs- und Tarifpflicht und mit

Mindestlohn für den Fahrer unterwegs

sein werden, oder bereits als Mietwagen

für den Steuervermeider Uber und mit von

uns allen bezahlten Aufstockern am Steuer

auf unseren Straßen.

Ich für meinen Teil gehe auf Nummer

sicher und habe es mir bereits vor dem

Spiegel-Artikel angewöhnt zu sagen, dass

ich „Uber-Corona-bedingt“ und nicht einfach

nur „wegen Corona“ aus dem Verkehr

gezogen bin.

rm

FOTO: Rumen Milkow

TAXI 1. QUARTAL 2021

23


WISSENSCHAFT

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ZWISCHEN DISRUPTION

UND ORDNUNG

Der Bundesverband Taxi und Mietwagen befasst sich intensiv mit der

Zukunft der Branche. Das November-Webinar der Taxi Driving

Innovation (TDI) war themenreich – und digital. Wir reißen die Inhalte an.

Das lateinische Wort disrumpere

steht für zerreißen, zerbrechen,

zerschlagen, platzen. Das drastische

Wort Disruption wurde vom Bundesverband

Taxi und Mietwagen für das

Motto der TDI gewählt, um deutlich klarzumachen,

was derzeit weltweit mit dem

Taxigewerbe geschieht.

Zum ersten Themenblock „Uber & Co.:

Neue Mobilität statt gute Arbeit?“ wurden

die Erkenntnisse der amerikanischen

Gesellschaftswissenschaftlerin Alex

Rosenblat vorgestellt, die hunderte Uber-

Fahrer interviewt hat. Anstelle eines Vorgesetzten

gibt im Uber-Auto ein „allwissendes“

Smartphone Rückmeldungen über

Fahrstil, Bremsgewohnheiten, abgelehnte

Aufträge oder Bewertungen und veranlasst

ggf. einen Ausschluss von der Vermittlung,

also faktisch für die Entlassung.

Rosenblat erläuterte Hintergründe von

Ubers rechtlich fragwürdiges Verhalten,

warum man so tut, als wären die Fahrer

unabhängige Auftragnehmer und wie

man sich mit gezielten Falschaussagen

Zuspruch verschaffe. Entgegen schöner

Versprechen verloren Uber-Fahrer in den

USA massenhaft Haus und Job.

Im Anschluss diskutierten Mira Ball,

Verkehrsexpertin der Gewerkschaft ver.

di, Johanna Reinhardt, Projektmanagerin

Innovation / Urbane Mobilität des

Fahrdienstes Clever Shuttle und Herwig

Kollar, Vizepräsident des Bundesverbandes

Taxi und Mietwagen e. V., über das Thema.

Alex Rosenblat,

US-amerikanische

Gesellschaftswissenschaftlerin

Mira Ball kritisierte, es sei unklar, wie

Sozialstandards in der Gig-Economy genau

aussehen könnten. Konkrete Vorgaben der

Kommunen könnten von den Plattformbetreibern

als solche nicht erkannt werden

oder aber man kalkuliere Verstöße und

Sanktionen bewusst ein. Im Taxi und im

Mietwagen müsse auch die Arbeitszeit

ohne Fahrgast vollumfänglich vergütet

werden. Man müsse daher alle technischen

Möglichkeiten zur genauen Erfassung

nutzen.

Rechtsanwalt Herwig Kollar verwies darauf,

dass für Uber-Fahrer in den USA nur

die 59 Prozent Zeit mit Fahrgast entlohnt

wird – was in der Öffentlichkeit verschwiegen

werde: Angeblich bezahle man oberhalb

des gesetzlichen Stundenlohns. Solche

bewusst gestreuten Falschinformationen

hätten in Kalifornien dazu geführt,

dass eine staatliche Regelung, welche

Bedienstete der GIG-Economy als

Arbeitnehmer definiert hatte, nun wieder

verwässert wurde.

Johanna Reinhardt positionierte ihre

Sharing-Plattform „CleverShuttle“ als Konzept

mit festangestellten Fahrern und ging

darüber hinweg, dass der Hauptgeldgeber

Deutsche Bahn in der Corona-Hochphase

den Dienst in zahlreichen Großstädten aufgrund

der massiven Verluste wieder eingestellt

hatte. Hätte die DB die Gelder in das

Taxigewerbe investiert, wären auch hier

technische Entwicklungen leichter umzusetzen

gewesen.

So aber sei das Taxigewerbe gezwungen,

alle Investitionen aus eigener Kraft zu tätigen,

so Kollar. Er kritisierte die Aufsichts-

FOTOS: BVTM, privat

24 1. QUARTAL 2021 TAXI


WISSENSCHAFT

FOTOS: privat (1), BVTM

behörden: Geltendes Recht nicht durchzusetzen

aus Angst, man könnte dafür von

Uber & Co. verklagt werden, bezeichnete

Kollar als „erbärmliches Versagen“.

MEHR MOBILITÄT

ODER MEHR VERKEHR?

Ein Interview mit dem prominenten

amerikanischen Verkehrsexperten Bruce

Schaller, bekannt für seine Studie „The

New Automobility“, leitete den zweiten Themenblock

ein. Schaller belegte, dass Uber,

Lyft & Co. allein in Boston, Chicago, Los

Angeles, Miami, New York, Philadelphia,

San Francisco, Seattle und Washington

DC für rund zehn Milliarden zusätzlich

gefahrene Kilometer verantwortlich sind

– eine enorme Luftbelastung. Er konnte

beobachten, dass Uber und Lyft häufig

nicht anstelle des eigenen Autos, sonders

als Alternative zum ÖPNV genutzt wurden.

Bruce Schaller, US-amerikanischer

Verkehrsexperte

Hermann Waldner, Justyna Wladarz, Andreas Knie

Mit Blick auf den amerikanischen Markt

empfiehlt Schaller, die Regulierung der

Personenbeförderer den Kommunen zu

überlassen und Taxi und Mietwagen bei

gleichen Rechten und Pflichten auf eine

Ebene zu stellen. Zudem müssten sogenannte

Trip Fees eingeführt werden,

Gebühren, die in den Ausbau des ÖPNV

zurückfließen. Zudem sei der Wettbewerb

zu reduzieren. Er habe in den USA dazu

geführt, dass viel zu viele Fahrzeuge um

die Fahrgäste kämpfen.

Es sollten E-Taxis eingesetzt

und unnötiges ‚cruisen‘

vermieden werden.

In der anschließenden

virtuellen Podiumsdiskussion

mit Justyna Wladarz vom Naturschutzbund

(NABU) und Hermann Waldner

vom Bundesverband Taxi und Mietwagen

vertrat Prof. Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum

Berlin

für Sozialforschung die

Meinung, das Hauptproblem

seien die vielen

privaten Fahrzeuge,

die den öffentlichen

Raum okkupieren und

die Umwelt belasten.

Für Knie ist die allgemeine

Diskussion viel

zu kleinteilig und jeder

neue Mobilitätsdienstleister

ein Schritt in

die richtige Richtung,

wobei eine Marktöffnung

auch neue

Gesetze erfordere.

Für Hermann Waldner

muss der taxiähnliche

Verkehr durch

Mietwagen dringend

reguliert werden, da

der Wildwuchs zu

Problemen für die gesamte Gesellschaft

führt, sei es die zusätzliche Umweltbelastung

durch herumfahrende Mietwagen,

die dadurch verstopften Straßen oder die

prekären Arbeitsverhältnisse, welche die

Fahrer in das Netz des Sozialstaates treiben.

Die bestehenden Regeln aus der Zeit

vor dem Internet, z. B. die Rückkehrpflicht,

seien nach wie vor wichtig, reichen aber

nicht mehr aus. Sollte in Zukunft eine sinnvolle

Trennung der beiden Verkehrsarten

aufrechterhalten werden, seien zusätzliche

Kontrollinstrumente nötig, etwa eine Vorbestellfrist

für Mietwagen.

Waldner betonte, einer Zusammenarbeit

mit anderen Verkehrsdienstleistern stehe

nichts im Wege, sie werde seit Jahren

umgesetzt, etwa mit der BVG. Auch gäbe

es beim deutschen Taxigewerbe keinen

Technologierückstand; die Bestellung per

App funktioniere seit Jahren und die Taxivermittlung

habe anders als in den USA

eine lange Historie.

Für Justyna Wladarz liegt die Lösung

für eine saubere Umwelt nicht allein in der

Technologie. Die neuen

Mobilitätsanbieter könnten

eine Rolle spielen,

allerdings nicht in den

Valerie Lux, Herwig Kollar, Johanna Reinhardt und Mira Ball

Innenstädten. In Deutschland falle die

Abkehr vom Verbrennungsmotor schwer,

während woanders bereits Ziele gesetzt

seien, wann die Innenstädte autofrei beziehungsweise

emissionsfrei werden.

ZUKUNFT TAXI –

EMISSIONSFREI & DIGITAL

Die Zukunft des Taxigewerbes war

Thema des dritten Blocks mit fünf Kurz-

Vorträgen. Der Wiener Funkzentralenchef

Christian Holzhauser, Gewerbevertreter

in der International Road Transport Union

(IRU), Christian Meyer, Key-Account-

Manager Deutschen Telekom für die Verbände

und Organisationen, Gregor Beiner,

vollständig E-mobiler Münchener Unternehmer,

Malte Auer von der Hamburger

Hochbahn und der für seine harte Linie

gegenüber dem Mietwagen-Wildwuchs

bekannte Dirk Ritter von der Hamburger

Verkehrsbehörde tauschten sich über

praktische Anforderungen an das Taxigewerbe

der Zukunft aus. Zur Sprache kamen

interessante und sehr vielfältige Aspekte

betreffs „grüner Mobilität, flächendeckende

Versorgung mit Ladesäulen, Inklusion, Verlässlichkeit

bezüglich der Investitionen,

Festpreise für Bestellfahrten, Wasserstoffantrieb

(hier hat die EU nach Holzhausers

Ansicht die Zeichen der Zeit verschlafen),

Digitalisierung, Datenschatz (Wert und

legitime Vermarktungschancen gesammelter

Daten), Vernetzung mit verschiedenen

Mobilitätsformen, WLAN im ÖPNV einschl.

Taxi, verstärkte Kooperation mit dem Linienverkehr,

Schnelligkeit bei der Kunden-

TAXI 1. QUARTAL 2021

25


WISSENSCHAFT

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Michael Oppermann, Stefan Gelbhaar, Detlef Müller, Michael Donth

anfahrt (hier sieht Gregor Beiner das Taxi

unschlagbar), Kosten für die E-Mobilität

(unterscheiden sich nach Beiners Erfahrung

ökonomisch nicht mehr von denen

der herkömmlichen Technik), Mobilität

ohne eigenes Auto, Vernetzung der verschiedenen

Mobilitätsanbieter, Best-Price-

Ticketing ... Ritter mahnte an, im Chor der

vielen Anbieter müsse das Taxigewerbe mit

einer einzigen Stimme zu hören sein, sonst

sei es ein schwieriger Partner.

DER REFERENTENENTWURF

ZUR PBEFG-NOVELLE

Zum Abschluss kamen wichtige deutsche

Verkehrspolitiker zu Wort. Verkehrsminister

Andreas Scheuer wandte sich mit einer

kurzen Rede direkt an das Taxigewerbe.

Anschließend diskutierten die drei PBefG-

Experten Michael Donth (CDU), Detlef Müller

(SPD) und Stefan Gelbhaar (Bündnis

90/Grüne) sowie Michael Oppermann, der

Geschäftsführer des Bundesverbandes Taxi

und Mietwagen.

Während des knapp einstündigen Talks

stand der aktuelle Referentenentwurf zur

PBefG-Novelle im Vordergrund, der sich

in der Abstimmung mit den Ressorts und

den Fraktionen und in der Anhördung

mit den Verbänden befand. Oppermann

sieht den jetzigen Entwurf als noch lange

nicht fertig und mahnt einen erheblichen

Nachsteuerungsbedarf sowohl in der

Ausrichtung als auch in der handwerklichen

Ausgestaltung an.

Obwohl Podiumsdiskussionen in ähnlichen

Konstellationen bereits mehrfach bei

Veranstaltungen des Taxigewerbes stattfanden,

hatte die hiesige Runde erfrischend

aktuelle Aspekte zu bieten, die sowohl

aufgrund der Corona-Krise als auch durch

die Dynamik der Diskussion über das Personenbeförderungsgesetz

alles andere als

eine Wiederholung war.

Ein gutes Gespür für die Auswahl

versierter Personen bewies der Bundesverband

Taxi und Mietwagen nicht nur

mit sämtlichen Wissenschaftlern und

Gesprächsteilnehmern, sondern auch mit

der Diskussionsleiterin: die 29-jährige,

bereits viel herumgekommene Fachmoderatorin

Valerie Lux („Die erkenntnisreiche

Suche nach unterschiedlichen Pro- und

Contra-Argumenten zieht sich wie ein

roter Faden durch mein Leben“) verlieh

der Veranstaltung mit ihrer kompetenten

und angenehmen Moderation den letzten

Schliff.

ar/sg/rw/jh

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH

Persiusstr. 7

10245 Berlin, Deutschland

Telefon: +49 (0)30 / 55 57 92 67-0

E-Mail: info@taxi-times.com

Internet: www.taxi-times.com

Geschäftsführer und V. i. S. d. P.

Jürgen Hartmann (jh)

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Handelsregister: Amtsgericht München

HRB 209524

Redaktion (tt)

Axel Rühle (ar), Jürgen Hartmann (jh),

Stephan Berndt (sb)

E-Mail: tt-berlin@taxi-times.taxi

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Florian Bachmann (fb), Simon Günnewig (sg),

Daniel Herbst (dh), Rumen Milkow (rm),

Hayrettin „Simi“ Şimşek (hs), Remmer Witte (rw)

Grafik & Layout

Stanislav Statsenko, layout@inversi-design.de

Anzeigen und Vertrieb

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Telefon: +49 (0)30 / 55 57 92 67-0

FOTOS: BVTM

Druck

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Erscheinungsweise: 4 x pro Jahr

Heftpreis: 3,50 €

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ISSN-Nr.: 2367-3842

Weitere Verlagsmagazine:

Christian Holzhauser, Christian

Meyer, Gregor Beiner,

Malte Auer, Dirk Ritter

Taxi Times DACH, Taxi Times München

Die Taxi Berlin TZB GmbH bekommt in Taxi Times

Berlin eigens gekennzeichnete Mitteilungsseiten,

für deren Inhalte die Genannte im Sinne des

Presserechtes selbst verantwortlich ist.

Veröffentlichung gemäß § 7a Berliner

Pressegesetzes bzw. § 8, Absatz 3 des Bayerischen

Pressegesetzes.

Gesellschafter (100 %) der taxi-times Verlags

GmbH, Berlin, ist Jürgen Hartmann.

26 1. QUARTAL 2021 TAXI


www.taxi-times.com

ALLES NEU UND DIGITAL

Gut vier Jahre, nachdem die Taxi-Times-Webseite online

ging, ist der Auftritt komplett überarbeitet und auf den

aktuellen Stand gebracht worden. Speziell für die Berliner

und Münchener Leser gibt es eine große Neuerung.

Auch wenn die Seite www.taxi-times.com auf

den ersten Blick weiterhin den Fokus auf

alle wichtigen Infos und News rund um das

Personenbeförderungsgewerbe setzt, hat sich hinter

den Kulissen viel getan.

Der neue Aufbau der Website bietet auch eine übersichtliche

Darstellung von verschiedenen Themenbereichen.

Das neue Design ermöglicht es, Beiträge

wahlweise chronologisch oder per Mausklick gezielt

nach verschiedenen Themenbereichen abzurufen.

Will man ein spezielles Thema recherchieren, so steht

eine umfangreiche Suchfunktion zur Verfügung.

Für die Berliner Leser dürfte die größte Neuerung

die erstmals verfügbare eigenständige Taxi-Times-

Berlin-Seite sein. Unter www.taxi-times.com/berlin

NEUE WERBEMÖGLICHKEITEN

sind ab sofort taxirelevante Neuigkeiten rund um die

Bundeshauptstadt zu finden.

Weiterhin gibt es ausgesuchte Beiträge auch in türkischer

Sprache, was bislang nur in der App ging.

Möglich wird das durch einen Klick auf die kleine

türkische Flagge oben rechts.

Wer Inhalte in den sozialen Medien und Messenger-

Diensten teilen möchte, der kann das jetzt mit einem

Mausklick erledigen. Direkt im Beitrag sind die verschiedenen

Icons für Twitter, Facebook, WhatsApp

und Telegram zu finden.

Auf mobilen Endgeräten leitet das Menü oben links

den User schnell und unkompliziert zu Kategorien wie

Poloitik, Recht usw., auf die Berliner oder Münchener

Regionalseiten oder auch zu den türkischsprachigen

Taxi-Times-Beiträgen. Neben der übersichtlicheren

Darstellung der Inhalte ermöglicht ein Nachtmodus

das augenschonende Stöbern auf der Website.

Übersichtliche Darstellung

von Themenbereichen

Umfangreiche

Suchfunktion

Lokale News rund um

die Bundeshauptstadt

Beiträge auch

in türkischer Sprache

Darstellung der Inhalte

im Nachtmodus

Mit dem Relaunch bieten sich jetzt auch den

Werbekunden viele zusätzliche Möglichkeiten,

ihre Produkte und Dienstleistungen auf der Taxi-

Times-Website zu präsentieren. Infos zu möglichen

Bannerformen und Platzierungen finden

sich unter www.taxi-times.com/mediadaten.

Eine persönliche Beratung erhalten Sie unter

0151-27 08 29 76.

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FÜR ALLE BERLINER THEMEN.

Für den Direktlink

zur Taxi Times

Berlin bitte den

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Das Angebot ist zeitlich begrenzt und gilt bei Bestellung und Übernahme des Fahrzeugs bis

31.03.2021 und nur, solange der Vorrat reicht. | 3 Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers,

zuzüglich lokaler Überführungskosten. | 4 Die angegebenen Werte wurden nach

dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die „NEFZ-CO₂-Werte“

i. S. v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte

wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes

Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken

zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen. Die Werte variieren in Abhängigkeit von den gewählten

Sonderausstattungen. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und

zu den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem

„Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen“

entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil

Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist. | Abbildung entspricht

nicht dem Angebot. Abbildung enthält Sonderausstattungen. | Druckfehler und Irrtümer

vorbehalten.

Anbieter:

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