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Wirtschafts-News I 2021 Wiesbaden

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AUSGABE IV/ I/21 15

Wiesbaden

WN-Spezial


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Vorwort

3

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Demut und Hoffnung“, stand groß über der vergangenen

Ausgabe dieses Magazins. Im Rahmen einer Corona-

Strecke sprachen wir mit vielen Menschen aus Mainz, die

in besonderer Weise von der Pandemie betroffen sind

oder mit ihr zu tun haben. Tatsächlich herrschte ungewohnte

Einigkeit im Grundton. Von schmerzhaften Entbehrungen,

absurden Kommunikationswegen, gar der

Erosion ganzer Geschäftsfelder war da zu lesen. Doch

ebenso deutlich wahrnehmbar war die Hoffnung aller auf

ein nahendes Ende der Pandemie, ja mehr noch, auf eine

bessere Zeit danach. Ein Kulturwandel in der Post-Corona-Zeit.

Die Schlagbegriffe jener hoffnungsfrohen Gedanken

lauten: Nachhaltigkeit, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit,

Sorgfalt und Empathie im Umgang

miteinander. Kurzum, die Welt werde ein besserer Ort.

Doch kommt es tatsächlich dazu?

Als Tiefenkrise mit disruptiver Wirkung beschreibt Gastautorin

Stefanie Maasland die Pandemie und ihre Auswirkungen.

Einen grundlegenden Diskurs bis hin zur

essenziellen Fragestellung danach, wer wir eigentlich sind,

hält sie für unabdingbar. Denn vor allen Dingen, schreibt

sie, seien Top-Down-Lösungen nicht zu erwarten. Die

Schlussfolgerung daraus benennt sie korrekterweise als

das, was es ist: die Verantwortung jedes Einzelnen.

Das ist gut und schlecht zu gleich. Gut, weil wir es direkt

beeinflussen können, schlecht, weil es Verzicht und große

Anstrengungen mit sich bringen wird. Denn es bedeutet

nichts Geringeres, als einen Transformationsprozess, der,

wie Steffanie Maasland schreibt, den gesamten Status

Quo auf den Prüfstand stellt, da nur so ein wahrhafter

Bewusstseinswandel möglich wäre. Die Ironie der Geschichte

könnte also darin liegen, dass sich Verzicht,

Anstrengungen und Einschränkungen, wie wir sie als

Corona-Maßnahmen erlebt haben, unter anderen Paradigmen

– und Formen – fortsetzen werden. Wie notwendig

ein SUV als Drittwagen ist, wird sich dereinst herausstellen.

Wie so oft, wird in der Folge ein Henne-Ei-Problem

auftreten, wenn auch mit erwartbarem Ausgang. So ist

nicht etwa mit einem vernunftsbedingtem Bewusstseinswandel

zu rechnen, sondern mit gesetzlichen Reglementierungen,

die – womöglich – viele Jahre darauf zu neuen

Perspektiven führen. Vielleicht ist die Nuklearkatastrophe

von Fukushima ein Beispiel dafür. Vor dem GAU war der

Atomausstieg längst beschlossen, doch es folgte der

Ausstieg vom Ausstieg. Erst der größt anzunehmende

Unfall führte eine finale Entscheidung herbei – und selbst

das bleibt abzuwarten, wirft man einen Blick in manches

Parteiprogramm.

Dass kollektive Vernunft nicht erst beim Drittwagen an

ihre Grenzen stößt, sondern viel früher, weiter oben, bei

der Grundgesetzgebung, zeigt sich dieser Tage bei der

Impfreihenfolge und den Konsequenzen daraus. Das

Ringen um Privilegien für Geimpfte hält einen schwer

auflösbaren Konflikt bereit. Gestattet man Geimpften

mehr Freiheiten zu, bevor jeder ein Impfangebot erhalten

hat, verletzt man möglicherweise den Gleichheitsgrundsatz.

Enthält man ihnen jedoch diese Freiheiten vor, kommt

man dem Verhältnismäßigkeitsgebot nicht nach, geht

man davon aus, dass sie weder für sich noch für andere

eine Gefahr darstellen. Dieses Dilemma zeigt, an welcher

Demarkationslinie sich jener Transformationsprozess

abarbeitet: utilitaristische Interessen – das Wohlergehen

aller – stehen gegen individuelle Interessen und Bestrebungen.

Noch ein dystopischer Text werden Sie denken? Nein, gar

nicht. Allein die Reflektion, die Erkenntnis um die Notwendigkeit

eines Umdenkens halte ich für außerordentlich

wertvoll. Und ohne Vision, ohne Bild, ohne Idee keine

ersten Schritte, schon gar nicht dann, wenn sie so gewaltig

sein müssen. Auch ein Wechselspiel zwischen

Pragmatismus und Dogmatismus gehört dazu. Gewiss,

mancher Grundsatz muss unumstößlich und unverhandelbar

bleiben. Doch während die Küche brennt, sollte

man die Speisekarte nicht neu schreiben.

Grundvoraussetzung für einen guten Ausgang solcher

Umwälzungen ist das Infragestellen eigener Entscheidungen,

ja seiner selbst als Konsequenz der Eigenverantwortung.

Dazu gehören schmerzhafte Prozesse der

Selbsterkenntnis, der Fehlerhaftigkeit voller Irrung und

Wirrung. Das etwa, was man Angela Merkel als Opportunismus

auslegte, als sie ihren Kurs nach Fukushima

anpasste. Nein, mehr denn je glaube ich, dass Glaubwürdigkeit

ohne Selbstzweifel nicht auskommt.

Kommt also ein Bewusstseinswandel mit der Post-Corona-Zeit?

Auf jeden Fall! Aber vorher müssen wir durch

den Flaschenhals.

Haben Sie alle einen schönen Sommer, so befreit, wie es

eben geht.

Herzlichst,

Ihr Bernd Wildemann


Inhalt

4

W N


SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

Gastkommentagr von Stefanie Maasland

Mit Haltung durch die Krise 6

#AuthentischeWirtschaft –

"Es gibt kein richtiges Leben im falschen." 10

Bewusstsein für das eigene Zuhause 15

Interview mit Dr. Mirriam Prieß

"In der Krise bricht die Illusion zusammen" 16

Tracoe - Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist unglaublich 20

Persönlicher Kontakt als Essenz der Immobilienbranche 23

Raus aus dem Hamsterrad 24

Sehnsucht nach Zusammenhalt 26

Medizinbranche im Fokus der Öffentlichkeit 28

Werner & Mertz

"Recycling Quantensprung!" 30

Kunst und Wirtschaft: Allianzen bilden – JETZT! 32

Digitaler Kulturgenuss für zu Hause 35

Feste Zähne an einem Tag – Zahnärzte Flonheim 36

Gehör finden - Koch Hörakustik 38

Vereine und Verbände in Coronazeiten 40

Risiken und Chancen auf dem Weg zur digitalen Nachhaltigkeit 42

FIS - A World of Opportunities 45

Expertenforum – Krebstherapie 46

Unterstützung in Sachen Mobilität 48

Für die Krankheit die Technik,

für den Menschen die Menschlichkeit 49

Schönheitschirurgie in Mainz 50

Venen- und Lymphzentrum Mainz

Fett-weg-Spritze mit Injektions-Lypolyse 52

Sicherer Hafen für Investitionen 53

Zimmerei Degereif -

Vom Vordach bis zur Holzrahmenbauaufstockung 54

Gemeinsam stark an die Spitze -

Wie Unternehmerpaare in belastender Situation wachsen 56

Aufgegabelt - Wunderbares Lesefutter

Zeit für einen Spurwechsel / Die Kraft des Dialogs 58

Pflegenetz Bad Kreuznach -

Hilfe für Senioren und deren Angehörige 60


WN-Spezial

Kulturwandel nach Corona · Seite 6 – 34

5

Kunst und Wirtschaft · Seite 32

Tracoe · Seite 20 Expertenforum · Seite 46

Strahlentherapie RheinMainNahe· Seite 49

Zimmerei Degreif · Seite 54

Feste Zähne an einem Tag – Zahnärzte Flonheim · Seite 36


6

Mit Haltung durch die Krise

Wie Zukunft jenseits der Floskel gelingen kann

Ein Gastkommentar von Stefanie Maasland

Seien wir ehrlich: Nach über einem Jahr in der

Pandemie können wir das Wort „Corona“ kaum

noch hören, ohne die Augen zu verdrehen. Keine

der unzähligen Ansprachen, Talkshows oder

Expertenrunden bringt echte Konzepte hervor,

um der Situation im Hier und Jetzt sinnvoll zu

begegnen. Stattdessen wechseln sich halbherzige

Lockdowns mit sehnsuchtsvollen Lockerungen

ab und tief im Inneren wissen wir, dass

keine der symptomatisch ausgerichteten Maßnahmen

ein wirksames Ausbrechen aus dem

Kreislauf in Sicht bringt.

Es ergibt keinen Sinn, Komfortzonen

nachzutrauern.

Diese Pandemie ist eine Tiefenkrise. Sie durchdringt

alle Lebensbereiche und alle gesellschaftlichen

Schichten. Mit Blick auf die Gesamtbevölkerung

kann sich kaum jemand der

Ansteckungsgefahr des Virus oder deren Auswirkungen

nachhaltig entziehen. Die Intensität,

in der die Krise Menschen und Branchen trifft,

ist natürlich unterschiedlich. Doch allen gemeinsam

ist der Verlust von Freiheit und Unabhängigkeit

innerhalb der eigenen Komfortzone –

wirtschaftlich, gesundheitlich und emotional.

Niemandem steht hier die moralische Bewertung

des individuellen Leids zu und auch nicht

des Erfolgs, den Corona für einige Unternehmen

und Vorhaben unbestritten mit sich bringt.

Vergleiche bringen uns als Gesellschaft ohnehin

keinen Schritt schneller aus dieser Krise.

Denn es ist eben der Charakter einer Tiefenkrise,

dass sie neben den Konsequenzen für

den Einzelnen, auch umfassende gesellschaft-

liche Umwälzungen zur Folge hat, denen es zu

begegnen gilt. Disruption auf ganzer Linie, sozusagen.

Dringend gesucht: Der Weg aus Orientierungslosigkeit

und Chaos

Disruptionen verunsichern und können zu Orientierungslosigkeit

bis hin zum Chaos führen.

Das passiert allerdings nur, wenn Gegenreaktionen

ausbleiben und sich das toxische Momentum

unserer – auch medial – überreizten

Gesellschaft frei entfalten kann.

Doch jede Bewegung, jeder Trend, ruft – wenn

er stark genug ausgeprägt ist – einen balancierenden

Gegentrend auf den Plan. So befördern

beispielsweise die allgegenwärtigen Megatrends

der Digitalisierung und Individualisierung

einerseits die Dynamik des Medienkonsums in

Geschwindigkeit und Vielfalt. Andererseits und

gleichzeitig steigt das Verlangen nach linearen

Sozio-Techniken, die konstruktiven Dialog und

erkenntnisreichen Diskurs ermöglichen. Dies

ist einer der Gründe, weshalb sich aktuell neben

dem haptischen (Sach-)Buch auch audio-fokussierte

Medien wie Podcasts und Plattformen

wie >Clubhouse< wachsender Beliebtheit erfreuen.

Der Schock als Blockadenlöser?

Nun sind Krisen unbestritten besondere Trendverstärker.

Und so erfährt auch die Wahrnehmung

dieser Pandemie als zerstörerisches

Ereignis, das überstanden werden muss, nach

dem ersten Schock einen Gegentrend. Schließ-


W N


SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

7

lich geht es ums Überleben in mannigfaltiger

Hinsicht. Daher verwundert es nicht, dass die

Vermächtnisstudie der ZEIT aus dem Herbst

des letzten Jahres feststellt, dass rund 70% der

repräsentativ Befragten überzeugt sind, dass

man in der Krise „etwas Positives erkennen

und in die Zukunft mitnehmen sollte.“ Fast 60%

sagen, dass sie dies bereits tun.

Kann die Corona-Pandemie also tatsächlich

Blockaden lösen? Hoffentlich! Denn sie wirft

uns auf den Kern unseres Menschseins zurück

und wir stellen uns wieder die essenziellen

Fragen: Wer sind wir eigentlich, wenn uns alle

unsere wohlbekannten Rollen und Schemata

als Unternehmer:in, Arbeiternehmer:in, Versorger:in,

Freund:in und Partner:in genommen werden?

Was ist unser Wesenskern und welchen Platz

wollen wir in der Gesellschaft einnehmen?

Die Wiederentdeckung von Selbstwirksamkeit

und Verantwortung

Dass gewinnbringende Antworten nicht „top

down“ zu erwarten sind, dürfte spätestens nach

der zweiten Infektionswelle und angesichts der

Ausbreitung der neuen Mutationen klar sein.

Auch die verzweifelte Hoffnung, dass wir „nach

Corona“ gesellschaftlich möglichst da weiter

machen können, wo wir aufgehört haben, ist

eine Illusion ohne Wert. Zum einen, weil dieses

Virus in absehbarer Zeit nicht verschwinden

wird. Zum anderen, weil der tiefgreifende Wandel

unserer Gesellschaft, die sich den Bedrohungen

durch Klimawandel, Menschenfeindlichkeit

und einem vor dem Kollaps stehenden

Turbo-Kapitalismus entgegenstellt, schon lange

vor Corona begonnen hat.


8

Die Pandemie beschleunigt diese grundsätzlichen

Umwälzungen, die ohnehin nicht mehr

aufzuhalten sind. Zum nachhaltigen Erfolg

können sie jedoch nur von mündigen, mutigen,

verantwortungsbewussten und aufrichtigen

Menschen horizontal aus der Gesellschaft heraus

geführt werden.

Dringend gefragt:

neue Offenheit statt neuer Normalität

Somit ist es Zeitverschwendung zu warten, bis

jemand „von oben“ mit der zündenden Idee

kommt oder jeder sich impfen lassen kann.

Besser wir ergreifen die Chance des Stillstands

im Aufbruch ganz bewusst, um unsere Werte

neu zu explorieren, eine glaubwürdige Haltung

zu den für uns wichtigen Themen einzunehmen

und den Nutzen, den wir bringen, zu kommunizieren.

Denn nur wer weiß, wer er/sie ist,

bleibt – unabhängig von Berufsbild oder Branche

– flexibel und kann innerhalb einer wirtschaftlich

erfolgreichen und solidarisch starken

Demokratie einen echten Mehrwert für sich und

andere bieten.

Damit lenkt diese Tiefenkrise den Fokus auf

das Wesentliche, das es weiter zu entwickeln

gilt. Sie fordert den Status Quo konsequent

heraus und bringt neue Formen des Zusammenlebens

und –arbeitens hervor – mit enormer

Geschwindigkeit und Nachdruck, die aus

der Not geboren sind, doch ohne die uns ihre

dringende Notwendigkeit niemals schon heute

so bewusst geworden wäre.

Und jetzt? Die Hoffnung mit Leben füllen!

Das sind sie wohl nun, die Bausteine jener Zuversicht,

die ein Großteil der Bevölkerung spürt

und die den Angst und Bange machenden Verschwörungstheoretikern

und Polemikern den

Nährboden entziehen: der Mut, Krisen anzunehmen,

ein klares Bild der eigenen Identität,

der unbedingte Wille zum verantwortungsbewussten

Handeln und die Erkenntnis, dass

Empathie und Kooperation weitaus größere

Erfolgsfaktoren sind als eitles Wetteifern um

den aufmerksamkeitsstärksten Oho-Effekt.

Die Generation Z macht uns schon vor, wie man

diese Zuversicht lebt – machen Sie mit?

Redaktion: Stefanie Maasland

Fotos: Q.E.D.

Über die Autorin:

Stefanie Maasland ist Literaturwissenschaftlerin und lebt in Mainz.

Als Kommunikationsexpertin begleitet sie – inspiriert von der

Trendforschung und den Neurowissenschaften – Menschen und

Marken bei der Entwicklung von Positionierungen und Strategien

zur Erhöhung ihrer Sichtbarkeit. Ihre Leidenschaft für das

Theater, Heavy Metal, Borussia Dortmund und Spaghetti-Eis

wurden ihr von Unbekannten in die westfälische Wiege gelegt.


9

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10

#Authentic Economy

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

In dieser Ausgabe beschäftigt sich das WN-Spezial mit Möglichkeiten für einen Kulturwandel nach

Corona, insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Selbstständige und Unternehmen können dabei

– sehr unterschiedlich – als Vorbilder und Impulsgeber fungieren.

Verstärkt durch die Krise rufen mehr und mehr

Unternehmer:innen zur Nachhaltigkeit auf (und

immer mehr Ohren sind dafür offen). So ermutigt

zum Beispiel die

erfahrene italienische

Modedesignerin Orsola

de Castro, alte Mode zu

reparieren, statt neue zu kaufen. Sie erinnert

dabei an die japanische Tradition des Wabi-

Sabi: die Schönheit im Riss und im Bruch entdecken.

Einige umweltbewusste Labels wie

Patagonia (z. B. bei Sine-Mainz) sind hier Vorreiter

und bieten inzwischen Reparatur- oder

Recycling-Services an.

Schönheit im Riss und

im Bruch entdecken

Die von de Castro mitgegründete globale Bewegung

»Fashion Revolution« (Hashtag #Who-

MadeMyClothes) hat eine transparentere und

nachhaltigere Modeindustrie

zum Ziel. Orsola de

Castro ist dabei eine der

wichtigsten – weil am ehrlichsten – Stimmen

für ein neues System. Denn während sich auch

die Kleidungsproduktion in den vergangenen

15 Jahren mehr als verdoppelt hat, tragen wir

die Kleidung immer kürzer. Weltweit werden

jährlich 53 Millionen Tonnen Textilien produziert,

75 Prozent landen im Müll. Die Designerin Eileen

Fisher nannte die Modeindustrie „den zweitgrößten

Umweltverschmutzer nach der Ölindustrie“:

ausgelaugte Böden, toxische Färbstoffe,

die ins Grundwasser sickern, Plastikpartikel

in den Weltmeeren.

– weil am ehrlichsten –

Eine Schätzung des globalen Eintrags von Plastikmüll

in die Meere geht von 4,8 bis 12,7 Millionen

Tonnen pro Jahr aus: pro Minute eine

Lastwagenladung.Der „Vermüllung

des Planeten“ entgegentreten

und Plastik im Kreislauf

zu halten ist ein Anliegen des

Mainzer Unternehmers Reinhard Schneider. Ihm

ist mit der seit 2012 tätigen Recyclat-Initative

gerade ein „Recycling-Quantensprung“ geglückt,

der Impulse für die gesamte Branche setzt.

Allerdings, so stellt Schneider fest, sei Werner

& Mertz immer noch so gut wie alleine bei der

Nutzung von Recyclat aus dem Gelben Sack: „Die

höheren Kosten von Recyclat im Vergleich zu

Neuplastik schrecken nach wie vor viele Hersteller

ab.“ (WN-Spezial, S. 30)

„Recycling-

Quantensprung“

Unser Lebensstil produziert in vielen Bereichen

unentwegt Abfall. „Erwerben, Besitzen und

Gewinnmachen sind die geheiligten und unveräußerlichen

Rechte des

Individuums in der Industriegesellschaft“,

schrieb 1976

der Sozialpsychologe Erich

Fromm in seinem populären gesellschaftskritischen

Werk „Haben oder Sein“. Schon seit

Menschengedenken ruft dieses „Haben oder

Sein“ Kontroversen hervor. Die negativ wahrgenommene

Steigerung des Habens ist Habgier.

Sie steht im religiösen Kontext – mit dem ihr

verwandten Geiz – an zweiter Stelle der Hauptlaster.

Als positiv wird diese Steigerung auf

Haben oder Sein


W N


SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

11

Internetplattformen wie z. B. „Geizhals“ oder

im Slogan „Geiz ist geil!“ interpretiert. Geiz als

Einkaufskonzept gehört in der Tat seit einigen

Jahren zum Zeitgeist. Dicke SUVs vor Billigdiscountern

sind „ja!“ schon lange ein gewohnter

Anblick.

Der Komfort, an dem wir alle so hängen und

den unser Ego so liebt, ist leider meist sehr eng

mit Ausbeutung verknüpft. „Es gibt kein richtiges

Leben im falschen“, stellte der Philosoph

Theodor W. Adorno Mitte letzten Jahrhunderts

fest. Ein angesichts des Konsumterrors und

den damit einhergehenden Menschenrechtswie

Umweltverletzungen sehr aktuelles Statement.

Bislang waren Diskussionen darum, dass

„die Menschheit (…) vor der Herausforderung

(steht) umzudenken,

sich umzuorganisieren und

gesellschaftlichen umzuorientieren,

kurz: neue Lebensformen zu finden“, wie

es die Weltkommission Kultur und Entwicklung

1995 forderte, jedoch eher in intellektuellen

Kreisen als im Mainstream zu finden.

neue

Lebensformen

THERE ARE OTHER WAYS von Dierk Osterloh.

Je nach Aufhängung des Bildes zeigt der Pfeil in eine andere Richtung. Es die Entscheidung des Besitzers. Das Atelier von Osterloh

in der Villa Arte ist eine Begegnungsstätte von Kunst und Wirtschaft.


12

Fokus auf das

Wesentliche

Das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer

weltumfassenden nachhaltigen Wirtschaft wird

bei den meisten erst erreicht, wenn die Not sie

selbst betrifft. Und das ist nun

durch die Corona-, gefolgt von

der Klimakrise der Fall. Diese

Tiefenkrise lenke „den Fokus auf

das Wesentliche, das es weiter zu entwickeln

gilt“, schreibt die Kommunikationsexpertin

Stefanie Maasland. „Sie (die Krise) fordert den

Status Quo konsequent heraus und bringt neue

Formen des Zusammenlebens und –arbeitens

hervor – mit enormer Geschwindigkeit und

Nachdruck, die aus der Not geboren sind, doch

ohne die uns ihre dringende Notwendigkeit

niemals schon heute so bewusst geworden

wäre.“ (WN-Spezial, S. 6)

Innerhalb weniger Monate haben wir zum Beispiel

fünf Jahre Digitalisierung aufgeholt, hört

man von Experten. Sogar der Louvre öffnete

sich online für die ganze Welt. Was auf der einen

Seite Information, Austausch,

Bildung und Kunstserving vom

Feinsten bedeutet, geht auf der

anderen Seite nicht ohne immensen

Stromverbrauch einher. Einer, der sich mit

den „Chancen und Risiken auf dem Weg zur

digitalen Nachhaltigkeit“ beschäftigt, ist Torsten

Weber, Professor an der CBS International Business

School in Mainz. (WN, S. 42)

digitale

Nachhaltigkeit

“Digital technology is shaping history” formuliert

es der UN-Generalsekretär António Guterres.

Die Fähigkeit der Zusammenarbeit – über

alle Disziplinen, Akteure, Nationen, und politische

Richtungen hinweg – sei dabei entscheidend.

“We have a collective responsibility

to give direction to

these technologies so that

we maximize benefits and

curtail unintended consequences and malicious

use.” Seit März unterstützt das Bundesumweltamt

die Vereinten Nationen bei digitaler

Nachhaltigkeit und ist Mitgründer der „Coalition

for Digital Environmental Sustainability”

(CODES).

„…a collective

responsibility …“

Dass mit den digitalen Entwicklungen „ein enormer

Gewinn an Energieeffizienz“ für einzelne

Verbraucher:innen möglich ist, erläutert Zouhair

Kefi in einem Gespräch

zum Artikel über das „Zuhause

in neues Licht rücken“.

(WN-Spezial, S. 15). Während es bisher

nur Smart-Home- oder Energiemanagement-

Lösungen gegeben hätte, schaffe das „Bluecontrol

Smart Home System“ beides. „Das ist

eine Innovation“, so der Director Division Energy

& Home Automation und nennt als Beispiel

die Betankung des Elektroautos von zu Hause

aus, „direkt mit dem Strom aus der Photovoltaik

auf dem Dach“, deren überschüssige Energie

in der Hausbatterie gespeichert werde.

Dabei sei sowohl „der Speicher der Batterie als

auch der Wetterdienst verbunden. Das heißt,

ein „Betanken per Solarenergie wird optimal

ermöglicht“.

„eine Innovation“

Ein intelligentes System wie dieses in großen

Firmen scheint dabei eine schöne Vorstellung

für die Zukunft: Während der Arbeitszeit könnten

die kleinen Elektroautos der Mitarbeiter:innen

per Solarstrom betankt werden. Dazu passend

klingt die von der Fox E-Mobility AG angekündigte

Produktion der modernisierten mia electric

2.0 in 2023 (einen mia-Händler gibt es in

Gonsenheim).

Auch in der wichtigen Medizintechnikbranche

zeigt sich die Digitalisierung als enormer Fortschritt

zu mehr nachhaltiger Transparenz. Katrin

Rosen sieht genau solche

positiven Effekte mit der Einführung nachhaltige

der europäischen Datenbank

Transparenz

EUDAMED. Als Geschäftsführerin

der RegIntA GmbH setzt sie schon lange auf die

Digitalisierung von Daten. (WN-Spezial, S. 28).

Zur Medizintechnikbranche und den systemrelevanten

Lieferanten für Beatmungsprodukte

gehört die TRACOE medical GmbH, Nieder-Olm.

Ihre Qualität-made-in-Germany-Strategie zeigte

sich zu Zeiten von Grenzschließungen und

Shutdown genau wie die fortschreitende Digi-


13

talisierung als besonders wertvoll. In ihrer herausfordernden

Situation wurde der Geschäftsführung

auch das Wesentliche deutlich und wie

wichtig es sei, „sich von dem zu befreien, was

belastet“. So entstand im Anschluss an den

Artikel ein sehr wertschätzendes und ermutigendes

„Nachwort“ an ihre Mitarbeiter:innen

und Kunden. (WN-Spezial, S. 20)

Die Konzentration auf

das Wesentliche empfindet

auch Maximilian

Seil als wertvoll. Der

Inhaber des Wiesbadener

Immobilienunternehmens Zwei & Zwanzig

Gruppe plädiert für mehr Quantität statt Qualität

auch nach Corona. (WN-Spezial, S. 23) Das

„deutliche Spuren im

Mindset von

Manager:innen“

Bedürfnis nach Substanz belegt der Gastbeitrag

von Tim Oldiges. Der Geschäftsführer einer der

führenden deutschen Personalberatungen erzählt,

dass die Krise „deutliche Spuren im Mindset

von Manager:innen“ hinterlasse. Das Innehalten

und Hinterfragen hätte zur Folge, dass

„attraktive inhaltliche Angebote in einem wertschätzenden

und nachhaltigen Umfeld“ einen

„noch nie dagewesenen Anklang“ finden. (WN-

Spezial, S. 24)

„Lebensraums

mit Herz“

Die Sehnsucht nach einem wertschätzenden

und nachhaltigen

Umfeld zeigt sich auch in anderen

gesellschaftlichen Bereichen wie dem Wunsch

nach Mehrgenerationenprojekten. „So viel Begegnung

wie möglich“ gehört dabei zum Konzept

Weitere Infos?

An der Fahrt 11 ∙ 55124 Mainz ∙ www.emobile-mainz.de

Tel.: 06131-9503777


14

des „Lebensraums mit Herz“ der InnZeit Bau

GmbH. Deren Geschäftsführer Rupert Voß erzählt

von einer bundesweit einzigartigen Umsetzung

und der Bestätigung des Konzepts

während Corona. (WN-Spezial, S. 26)

Echte Begegnung in Form des Dialogs ist laut

Mirriam Prieß Voraussetzung für Gesundheit.

„Wir kommen nur dann aus der Krise, wenn wir

uns der Substanz zuwenden,

das ist: dem eigenen Wesen,

dem Echten in uns und um

uns herum“, sagt die Ärztin,

Beraterin und Buchautorin im Interview mit der

Wirtschafts-News. (WN-Spezial, S. 16) Genau

hier setzen auch ihre beiden in der WN vorgestellten

Werke an: beim „Sich-selbst-Sein“,

authentisch sein, das eigene Wesen verstehen

und leben. Denn nur, wer gut mit sich umgehe

und im Dialog sei, könne gut mit anderen und

seiner Umgebung umgehen. (WN, S. 58)

Voraussetzung für

Gesundheit

Weitergedacht hat echte Nachhaltigkeit nur

eine Chance, wenn jeder nach seiner Authentizität

schauen

würde/könnte/

wollte. Wabi-Sabi

quasi mit der eigenen

Geschichte, denn Knackse wollen geheilt

werden, damit anderes mit den Scherben nicht

verletzt wird. Authentische Menschen, authentische

Wirtschaft – eine gute, zeitgemäße

Herausforderung.

Authentische Menschen,

authentische Wirtschaft

„State of the Ar t”

Das sich authentisch besser wirtschaften lässt,

sagt Dierk Osterloh. Der Künstler appelliert für

Allianzen zwischen Wirtschaft und Kunst. Denn

„nur ein ehrliches und faires Unternehmen kann

authentisch sein und: ‚Authentizität sells‘.“ Kunst

als Ausdruck und Spiegel der Unternehmenskultur

vertiefe, festige und fördere das Anliegen.

„Letztendlich geht es darum, über den Tellerrand

hinweg zu sehen und neue Lösungen zu entwickeln,

die von Herzen kommen und einen

neuen gesellschaftlichen Aspekt kennzeichnen,

das neue Miteinander: reflektierend, wertschätzend

und nachhaltig. Innen wie außen: State

of the Art.“ (WN-Spezial, S. 32)

Mit diesen Worten von Dierk Osterloh sei Ihnen

eine interessante und ideengebende Lesereise

gewünscht, die ja zu Corona-Zeiten unbedenklich

angetreten werden kann.

Als Souvenir erhalten Sie den wenig benutzten

#AuthenticEconomy.

Herzlich auch im Namen der Redaktion,

Ihre Sam

Über die Autorin

Sam studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Sprachen in Mainz und London. Schon während

ihres Studiums arbeitete sie für verschiedene Verlage und absolvierte zusätzlich eine redaktionelle

Ausbildung. Als Ghostwriterin unterstützt Sam heute die Realisierung von Büchern sowie

Filmscripten und schreibt für verschiedene Magazine.

sam@reprion.de

(gezeichnet von Annika Beers)


W N

Das Zuhause in neues

Licht rücken


SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

15

Die Heinrich Kopp GmbH aus Kahl am Main gehört zu den führenden deutschen Herstellern elektrotechnischer

Produkte. Aus dem vergangenen Jahr geht das Unternehmen deutlich gestärkt hervor.

Welcher Bewusstseinswandel dazu geführt hat, erklärt Zouhair Kefi, Director Division Energy & Home

Automation, selbst.

Auch für Kopp war Corona natürlich ein Schock.

Wir wussten nicht, wie sich die Umstände auf

das Geschäft auswirken würden, doch wir waren

bereit, die Herausforderung anzunehmen. Und

dann beschleunigte die Pandemie plötzlich, worauf

Kopp schon lange hinarbeitet: Als die Menschen

angewiesen waren, zu Hause zu bleiben,

haben sie gemerkt, welch hohen Stellenwert die

eigenen vier Wände doch haben und wie wichtig

es ist, sich diese schön, komfortabel und

nachhaltig einzurichten und auszustatten. Von

Lichtschaltern und Steckdosen, Dimmern und

Rolläden bis hin zu innovativen Produkten für

ein intelligentes, energieeffzientes Home-Automation-System

– mit seinem ganzheitlichen

Sortiment mit insgesamt 7.000 Artikeln war Kopp

dafür deren ideale Anlaufstelle.

„Wir waren bereit, die Herausforderung

anzunehmen.”

Dieses neue bzw. verstärkte Bewusstsein für

das eigene Zuhause hat sogleich eine deutlich

erhöhte Nachfrage nach all unseren Produkten

bewirkt und würde Kopp später sogar eines der

erfolgreichsten Jahre seit seiner

Gründung 1927 bescheren. Mit

großer Dankbarkeit blicken

wir daher auf das Jahr

2020 zurück, in dem wir

uns glücklicherweise zu

den Gewinnern zählen

durften, auch wenn wir

uns schon bald mit ganz

anderen Aufgaben kon-

Zouhair Kefi

frontiert sahen. Unsere Produktionskapazitäten

und Manpower konnten wir nämlich gar nicht

schnell genug ausbauen. 2020 haben wir am

Ende mehr als 66 Millionen Produkte spediert.

Und natürlich nahm auch bei uns der Onlinehandel

enorm zu – nie zuvor haben wir so viele

Produkte über Amazon verkauft.

Der entscheidende Schlüssel zu diesem Erfolg

„Neues Bewusstsein für das

eigene Zuhause”

liegt aber in unserer Strategie der vergangenen

fünf bis sechs Jahre, die jetzt – beschleunigt durch

Corona – aufgeht. Dazu gehören sowohl die

Ausrichtung auf ein ganzheitliches Sortiment als

auch der Ausbau des Professional-Segments.

Zudem hat Kopp massiv in seine Entwicklung

investiert: Das neueste Ergebnis unserer Arbeit,

das Smart-Home-System Blue-control, wird im

April auf den Markt kommen. Damit möchten

wir genau zur richtigen Zeit einen Nerv treffen:

den Wunsch, das eigene Zuhause zu vernetzen

– nicht nur für mehr Komfort und Sicherheit,

sondern auch für einen enormen Gewinn an

Energieeffizienz. Für Kopp war 2020 somit zum

Glück kein Jahr der Krise – im Gegenteil. Und

was wir jetzt schon sagen können, ist: Der Trend

hält auch 2021 an.

www.kopp.eu

Redaktion: red

Fotos: Kopp


16

„In der Krise bricht die

Illusion zusammen“

Nachhaltiger Wandel braucht eine „dialogische Haltung”

Viele Menschen halten lange an Umständen und Verhaltensweisen fest, die für sie und die Umwelt

schädlich sind. Braucht es erst Krisen, um Wandel zu ermöglichen? Warum können einige flexibler und

innovativer mit Krisen umgehen als andere? Was braucht es für eine gesunde, nachhaltige Gesellschaft

– außer Krisen? Ein Interview mit der Burn-out- und Resilienz-Expertin Dr. Mirriam Prieß.

WN: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es,

alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu

hoffen, dass sich etwas ändert“, sagte Albert

Einstein. In Ihrem Buch „Zeit für einen Spurwechsel“

klären Sie über die Ursachen auf, die

Menschen dazu bewegen, auf derselben Bahn

zu bleiben, „obwohl es nicht funktioniert“ und

unsere Beziehungen „schon lange nicht gelingen“.

Adäquates können wir gerade auf der

ganzen Welt beobachten. Insbesondere unsere

Beziehung zur Natur scheint völlig aus dem

Gleichgewicht. Warum

braucht der Mensch oft

erst schwere Krisen, um

einen Wechsel auf die

gesunde Bahn zu

schaffen?

Dr. Mirriam Prieß: Wesentliche

Veränderung

findet nie an einem son-

nigen Tag im Mai statt,

sondern meist erst

unter schärfstem Leid. Erst dann ist der Mensch

bereit, auf das zu verzichten, was er bis dahin für

seine Identität oder Teil seiner Identität gehalten

hat. Kranke Haltungen oder Verhaltensweisen

abzulegen bedeutet, sich mit dem Schmerz auseinanderzusetzen,

aus dem sie sich entwickelt

haben – und gleichzeitig eine neue Alternative zu

entwickeln. Auch wenn ich spüre, dass ich in der

falschen Lebensspur bin, heißt es noch nicht, dass

ich eine Alternative weiß. Häufig ist das Falsche

meine einzige Alternative, die ich besitze, weil ich

nichts anderes gelernt habe.

Falsches Leben und Handeln entsteht aus Kränkung,

auf deren Boden ich so lange weiter handeln

muss, bis ich bereit bin, die zu Grunde liegende

Verletzung aufzuarbeiten.

Viele scheuen sich davor,

den Schmerz zu fühlen und

bleiben deswegen lieber in

einer Situation oder Verhaltensweise,

die zwar nicht wirklich stimmig ist

– aber immer noch besser erscheint als der verdrängte

Schmerz oder das Ungewisse.

Vor diesem Hintergrund ist es genauso wie Sie

sagen, erst scharfes Leid führt dazu, dass ich

mich dem Leid in mir aufarbeitend zuwende

– weil es in dem Moment alternativlos ist. Erst

wenn ich im Außen mit unausweichlichem Leid

konfrontiert werde, bin ich bereit, mich dem

inneren Leid zuzuwenden, was ich durch un-

„die Krise legt den

Finger in verdrängte

Wunden”

Dr. Mirriam Prieß

Ärztin, Beraterin und Buchautorin


W N


SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

17

gesunde Lebensweisen versucht habe zu kompensieren.

Erst in Krisen besteht dann die

Chance, die Spur zu wechseln – die Krise legt

den Finger in verdrängte Wunden, in der Krise

bricht die Illusion zusammen. Wir kommen nur

dann aus der Krise, wenn wir uns der Substanz

zuwenden, das ist: dem eigenen Wesen, dem

Echten in uns und um uns herum.

WN: Besseres Wissen reicht also nicht aus, um

besser zu handeln?

Dr. Mirriam Prieß: Wenn wir anders handeln, als

es uns oder anderen guttut, dann tun wir dies

immer auf dem Boden von eigener Kränkung.

Diese ist meist unbewusst und für uns nicht

spürbar. Unser Handeln ist auf der einen Seite

Ausdruck der eigenen Verletzung und Wertlosigkeit

– und auf der anderen Seite vermeintlicher

Selbstschutz. Wenn ich andere Menschen

beschimpfe oder klein mache, dann tue ich dies

immer auf dem Boden von eigener innerer

Kleinheit. Wenn ich ausbeute,

dann bin ich selbst

einmal ausgebeutet worden.

Mir fehlt das eigene

Wertebewusstsein, die

damit verbundene Augenhöhe und Respekt. Ich

setze in Beziehungen fort, was ich erfahren

habe. Am Ende leben wir das im Außen, was

wir in uns tragen – und was wir von Beginn

unseres Lebens an von außen in uns aufgenommen

haben.

Je gesunder die Atmosphäre, in der wir aufgewachsen

sind, umso gesunder wird die Atmosphäre

in uns sein und umso gesunder werden

wir Beziehung leben. Wenn ich über einen gesunden

Selbstwert verfüge und mit mir in guter

Beziehung stehe, dann ist es mir zuwider,

meine Umwelt respektlos zu behandeln. Dann

ist für mich ein Gleichgewicht zwischen Nehmen

und Geben selbstverständlich. Je gekränkter

und verletzter ich in meinem eigenen Selbst

Am Ende leben wir

das im Außen, was wir

in uns tragen

jedoch bin, umso mehr

bewege ich mich in

einer Welt von Angriff

und Verteidigung,

Täter und Opfer, Macht

und Ohnmacht. In

dieser Welt steht das

eigene verletzte Ich im

Vordergrund, dass es zu stabilisieren gilt.

Ein Wir ist, wenn überhaupt, nur eingeschränkt

möglich.

WN: Die Corona-Pandemie hat das Bewusstsein

für unsere Verletzlichkeit geschärft – „als Gruppe,

als Gemeinschaft, als Bürger:innen Europas“,

schreibt die Bertelsmann-Stiftung in ihrem

Jahresbericht. Diese Einsicht stärke unsere

Solidarität miteinander und den Willen, innovative

Lösungen zu finden. Auch in unseren

„WN-Spezial“-Beiträgen aus der Wirtschaft kann

man über die Verschiebung von Werten, beeindruckende

Innovationskraft sowie großes

Verantwortungsgefühl lesen. Inwiefern ist hier

das, was mit dem Begriff Resilienz bezeichnet

wird, von Nöten?

Dr. Mirriam Prieß: Resilienz beschreibt auf seelischer

Ebene die psychische Widerstandskraft.

Sie äußert sich in einer tiefen Beziehungsfähigkeit

– und darin in einer Dialogfähigkeit.

Resiliente Menschen begegnen sich selbst, der

Umwelt und den Situationen auf Augenhöhe,

sie erkennen die Realitäten an, anstatt sie vergeblich

zu bekämpfen und

versuchen innerhalb des

möglichen, das Bestmögliche

zu machen. Die Stärke

besteht hier also nicht

„Wenn ich über einen

gesunden Selbstwert

verfüge und mit mir in

guter Beziehung stehe,

dann ist es mir

zuwider, meine

Umwelt respektlos zu

behandeln.”

Die Stärke besteht in

der Begegnungsfähigkeit

im Widerstand, sondern in der Begegnungsfähigkeit

– die sich in der Dialogfähigkeit ausdrückt.

Hier geht es nicht um die verbale Kommunikation,

sondern um eine Lebenshaltung, die sich

in drei zentrale Kernaspekte gliedert:


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18

1. Ein Gleichgewicht zwischen Ich,

Du und Wir – das heißt jeder Aspekt

kommt in der Beziehung

gleichermaßen vor.

2. Das Gleichgewicht zwischen wesentlichem

Nehmen und Geben – das heißt die Kraft entsteht

durch Wesentliches anstatt durch Funktion.

3. Eine Atmosphäre, die von Interesse, Offenheit,

Empathie, Augenhöhe, Respekt und Wertschätzung

geprägt ist.

Wenn Sie diese Aspekte in Ihren jeweiligen Beziehungen

leben – dann sind Sie krisenfest und

sicher. Ein erschöpftes Ich oder Wir entsteht,

wenn diese Ebenen fehlen. In der jetzigen Krise

wird deutlich, wie sehr diese Dialogkultur

bisher gefehlt hat und wie dringend nötig es

ist, diese jetzt einzuführen.

WN: In Ihrem gerade erschienenen Werk „Die

Kraft des Dialogs“ schreiben Sie u. a., dass in

beruflichen oder privaten Beziehungen oft die

unbewusste innere Haltung herrsche: „Was

kannst du für mich tun, was bringt mir der andere“.

Nähe werde nicht personal, sondern

funktional gelebt. Erst wenn in Beziehungen

(auch) innerhalb von Systemen konsequent auf

gegenseitigen Missbrauch verzichtet würde,

könne sich „die Kraft des jeweiligen Systems

für ein starkes Wir entfalten“ und für Bedineine

Lebenshaltung

auf

Augenhöhe

WN: Robert Musil schreibt in seinem "Mann

ohne Eigenschaften" vom „Möglichkeitssinn“,

eine Fähigkeit, in Chancen zu denken. Das Übermorgen

als Gestaltungsraum zu begreifen, den

man durch eigenes Zutun zum Besseren wenden

kann und will. Ist es möglich – gerade auch

im Wirtschaftsumfeld – eine Art „Möglichkeitssinn“

zu trainieren?

Dr. Mirriam Prieß: Das ist es sicherlich! Meiner

Haltung nach kann das jedoch nur sinnvoll sein,

wenn dies auf Grundlage des Dialoges

stattfindet. Das heißt das Begegnen

von Möglichkeiten auf

Augenhöhe. Dazu gehört auch das

Erkennen von wesentlichen Grenzen und die

gleichzeitige Bereitschaft, diese zu respektieren.

gungen sorgen, in denen ein gesundes Leben

und nachhaltiges Wachstum möglich sei. Übertragen

auf die Welt hätten wir einiges zu tun.

Was hilft – außer Krisen – diese Einsichten

insbesondere in der Wirtschaft zu etablieren

und umzusetzen?

Dr. Mirriam Prieß: Erst wenn wir erkennen, dass

erfolgreiches Leben Begegnung ist, haben wir

erfolgreiches Leben

ist Begegnung

die Chance auf eine langfristig

gesunde Wirtschaft.

Gesundes Wachstum kann

nur auf Grundlage einer

Dialogkultur stattfinden – in der Einhaltung der

drei Aspekte, die ich oben aufgeführt habe. Der

Mechanismus des Ausbrennens, den Sie bei

Menschen sehen, finden Sie ebenfalls in der

Wirtschaft. Sie brauchen das Gleichgewicht

zwischen wesentlichem Nehmen und Geben

– sonst erschöpfen Sie sich.

Augenhöhe, ein Teil der Dialogkultur, ist zentral

– hier geht es nicht nur um die Kultur des Miteinanders,

sondern um Augenhöhe in der Zielsetzung,

die Fähigkeit, Realitäten zu erkennen

und anzuerkennen – und das Bestmögliche

daraus zu machen, anstatt sich im Unwesentlichen

zu verlieren oder mit der Illusion den

Gewinn machen zu wollen bzw. in der Illusion

den Gewinn zu suchen.

Offenheit – die Bereitschaft, die eigene Welt zu

verlassen – nur so entstehen Innovation und

Wachstum. All diese Aspekte wird jeder abnicken,

den Sie fragen. Die Praxis zeigt jedoch, dass das

im Alltag nach wie vor nur wenig gelebt wird.

Ob Sie sich die politische Situation, die private

oder wirtschaftliche Situation oder auch die Klimasituation

anschauen – wenn

wir uns nicht erschöpfen

wollen, sondern gesund leben

möchten, kommen wir um

den Dialog nicht umhin.

Der Aspekt der wesentlichen Begegnung anstatt

des funktionalen Missbrauchs ist für jede gesunde

Unternehmenskultur entscheidend. Der

Mensch wird krank, wenn er zur Funktion wird

und dadurch auch das Unternehmen. Sie haben

die Natur angesprochen – dort gilt dasselbe

Prinzip. Das Gleichgewicht zwischen Ich (Mensch),

Innovation und

Wachstum durch

Offenheit.


Du (Erde) und Wir. Das heißt jeder kommt zum

gleichen Teil vor. Ein Gleichgewicht zwischen

Nehmen und Geben. Respekt, Interesse, Augenhöhe,

Wertschätzung – überlegen Sie einmal,

wo wir im Bereich der Natur wären, wenn wir

dieses dialogische Gleichgewicht auf allen Ebenen

leben würden.

Diese dialogische Haltung

explizit in der Klimadebatte

ursächlich einzufordern,

das wäre notwendig –

damit einher gingen die Erkenntnisse über die

Gründe, warum der Dialog vielen Menschen so

schwerfällt.

dialogische Haltung

einfordern

WN: Vielen Dank für das Interview Frau Dr. Prieß!

Redaktion: Sam

Fotos: Benne Ochs (Portrait),

Stiftung Dialogstark! (Illustration)

Dr. med. Mirriam Prieß

studierte Medizin mit anschließender

Promotion im Fachbereich Psychosomatik.

Mehrere Jahre war sie in einer

psychosomatischen Fachklinik mit den

Behandlungsschwerpunkten Ängste,

Depressionen und Burn-out tätig.

Seit mehr als 15 Jahren übernimmt die

Ärztin beratende Tätigkeiten in der Wirtschaft

mit Einzelcoachings von Führungskräften

im Bereich Konflikt- und Stressmanagement.

Darüber hinaus begleitet

sie Change-Prozesse in Unternehmen.

Ihre 2019 gegründete Stiftung „Dialogstark!”

hat sich dem Ziel verpflichtet,

die Dialogfähigkeit von jungen Menschen

zwischen 17 und 25 Jahren zu fördern.

Zu den Themen Burn-out und Resilienz

hat Dr. Mirriam Prieß mehrere Bücher

geschrieben. Zeit für Spurwechsel und

Die Kraft des Dialogs werden in der vorliegenden

Wirtschafts-News auf Seite

58 vorgestellt.

19

www.dialogstark.org


20

„Keep calm and carry on“

Auf dem „Zahnfleisch gehen“ –

aber alle gemeinsam

Auch für TRACOE medical aus Nieder-Olm (Rheinland-Pfalz), einer der führenden Hersteller und Vertreiber

von Medizinprodukten und Hilfsmitteln für Patienten mit Luftröhrenschnitt (Tracheostomie), Kehlkopfentfernung

(Laryngektomie) und Beatmung (Respiratory Care), hat sich der Alltag seit der Pandemie

schlagartig verändert. Der rasante Anstieg der mit dem Virus infizierten Atemwegserkrankten löst nach

wie vor weltweit eine stark erhöhte Nachfrage nach medizinischen Produkten aus, die die Beatmung der

COVID-19-Patienten sichern – darunter auch das Kernprodukt des Familienunternehmens: Tracheostomiekanülen.

Denn wenn Patienten nicht mehr über die natürlichen Atemwege Luft bekommen, wird

ihnen über eine kleine Öffnung im Halsbereich (Tracheostoma) eine solche eingesetzt.

„Es galt vor allem,

die Herstellung

unserer Produkte zu

gewährleisten.”

Schon gleich zu Beginn der Pandemie wurde

klar: Die Umstände verlangen TRACOE medical

als systemrelevantem Lieferanten für Beatmungsprodukte

eine Vielzahl von Maßnahmen

ab, um die drastisch erhöhten

Bestellvolumina

aus der ganzen Welt bewältigen

zu können. Geschäftsführer

Dr. Thomas

Jurisch: „Abgesehen von

internen Vorkehrungen

zum Schutz unserer Mitarbeiter(innen) gegen

Ansteckung, galt es vor allem, die Herstellung

unserer Produkte zu gewährleisten und gleichzeitig

auch unsere Kapazität zu erhöhen.“ Denn

allein in der ersten Corona-Welle im März stieg

die Zahl der Auftragseingänge im Kanülen-

Kernsortiment des Unternehmens

(vario, twist und percutan) auf

wöchentlich 20.000 bis 25.000

Stück an, während diese in normalen

Zeiten durchschnittlich bei

ca. 9.000 Stück pro Woche lag.

TRACOE rüstet auf und stellt 32

Mitarbeiter in der Produktion ein

Dafür etablierte das Unternehmen, dessen

„Qualität made in Germany“-Strategie sich zu

Zeiten von Grenzschließungen und Shutdown

als erneut besonders vorteilhaft erwies, einen

Zweischichtbetrieb, der

das Risiko minimiert, nicht

liefern zu können. Außerdem

stellte TRACOE medical

ein: „Insgesamt

haben wir unser Team in der Produktion um

32 neue Mitarbeiter verstärkt, hauptsächlich in

der Produktion. Somit beschäftigen wir an unserem

Standort in Nieder-Olm nun insgesamt

rund 250 Angestellte“, so Rimm Elfu, Vertriebsleiter

und Mitglied der Geschäftsleitung von

TRACOE medical.

Umsatzsteigerung um 21,4 Prozent

„Das Zusammengehörigkeitsgefühl

ist

unglaublich.”

Abgesehen von dem immensen Druck, der auf

dem Hersteller einerseits lastet, war die logische

Rimm Elfu, Geschäftsleitung


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SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

21

Konsequenz der hohen Nachfrage andererseits

ein enormer Wachstumsschub. Gegenüber dem

Vorjahr steigerte TRACOE medical den Umsatz

im Jahr 2020 um 21,4 Prozent auf rund 31 Millionen

Euro. Dr. Thomas Jurisch könne sich

unter anderen Umständen jedoch mehr darüber

freuen: „Die Nachfrage war aufgrund der

schrecklich ernsten Lage so groß, dass wir allein

in der Produktgruppe TRACOE percutan eine

Umsatzsteigerung um 56,8 Prozent verzeichnen

konnten.“ Doch es sei etwas anderes, das Geschäftsführer

Dr. Jurisch und Geschäftsleiter

Elfu in dieser für alle herausfordernden Zeit

freue: „Teamarbeit wird bei uns schon immer

großgeschrieben“, erklärt Rimm Elfu: „Doch das

Zusammengehörigkeitsgefühl, das wir derzeit

bei TRACOE medical erleben, ist unglaublich.

Jeder geht hier auf dem Zahnfleisch, jeden belastet

diese Situation, Nerven liegen blank. Aber

– und das ist nicht selbstverständlich – wir

halten alle gemeinsam durch. Und wir haben

die Hoffnung nicht verloren, dass es auch wieder

anders werden wird.“

Impfstoffe ein Hoffnungsschimmer

„Wir rechnen allerdings nicht damit, dass 2021

zeitnah ‚ruhiger‘ wird“, so Dr. Thomas Jurisch.

Denn auch wenn es dank

„Wir haben alle in

unseren Händen

liegenden Maßnahmen

ergriffen.”

der entwickelten Impfstoffe

langfristig gesehen

eine Perspektive auf

Besserung der Situation

gebe, so sei die aktuelle

Lage trotzdem noch

überaus angespannt. Rimm Elfu ergänzt: „Wir

gehen von einem weiterhin deutlich erhöhten

Bedarf aus, und zwar weltweit. Doch wir haben


22

alle in unseren Händen liegenden Maßnahmen

ergriffen, um unsere Produktion sowie unser

Angebot an Dienstleistungen und Beratung

aufrechtzuerhalten und für eine solide Lieferkette

Sorge tragen zu können.“

Das Gute mitnehmen

Wichtig sei es, da sind sich die beiden Herren

einig, die „guten Aspekte“, die Corona mit sich

brachte – fortschreitende Digitalisierung, die

Fähigkeit, als Unternehmen „beweglich“ zu

bleiben, das Vertrauen in Mitarbeiter, die Aufmerksamkeit

für die Medizintechnikbranche

etc. – auch nach der Pandemie beizubehalten,

sich gleichzeitig aber von dem zu befreien, was

belastet. „Nie

zuvor wurde mir so

deutlich, wie

voll z. B. mein Terminkalender

– beruflich wie privat – war. Nach

Corona werde ich sicherlich darauf achten, mich

auf das Wesentliche zu beschränken und mir

selbst auch nicht mehr zu viel zuzumuten“,

erzählt Dr. Thomas Jurisch. Rimm Elfu stimmt

ihm zu: „Diese wertvolle Zeit mit der eigenen

Familie – das ist ganz sicher etwas, das einem

durch Corona wieder sehr bewusst wurde.“

Mit diesen Gedanken richten sich der Geschäftsführer

und der Geschäftsleiter im Nachwort an

ihre Mitarbeiter und Kunden.

Redaktion: red

Fotos: Tracoe

Dr. Thomas Jurisch

Geschäftsführer

www.tracoe.com

Nachwort

Mit persönlicher Motivation, einem großen Helferherz und unermüdlichem Einsatz arbeitet jeder

Einzelne bei TRACOE medical bis zur Belastungsgrenze – auch samstags, bis spät in die Nacht. Nur

mithilfe unserer Mitarbeiter(innen) ist es uns gelungen, die vergangenen Monate und Herausforderungen

zu bewerkstelligen. Ein herzliches Dankeschön gilt daher allen Mitarbeiter(innen) und ebenso

allen Kunden, für euer Vertrauen und eure Loyalität. Ihr seid großartige Partner, ihr macht in

dieser schwierigen Zeit einen sehr guten Job. Euch und uns ist bewusst, dass wir lebenserhaltende

Medizinprodukte produzieren und deshalb auch eine besondere gesellschaftliche Verantwortung

haben. Vielen Dank für eure Unterstützung und: Keep calm and carry on.

Dr. Thomas Jurisch und Rimm Elfu,

TRACOE medical


Weniger Quantität,

mehr Qualität

W N


SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

23

„In einem sich so rasch verändernden, von einem hohen Digitalisierungsanspruch geprägten Immobilienmarkt

werden nur diejenigen überleben, die dem Einzelnen – ob Mieter, Käufer, Verkäufer oder

generell Kunde – einen echten ‚Added Value‘ bieten“, lautet die These des Wiesbadener Immobilienunternehmers

Maximilian Seil. Er ist Gründer der Zwei & Zwanzig Gruppe, mit welcher er seit rund

einem Jahrzehnt Immobilien in Deutschland für eigene Zwecke sowie für und mit Partnern erwirbt,

entwickelt, bewirtschaftet und sich zudem an Unternehmen, vornehmlich in der Immobilienbranche,

beteiligt. Wie er das vergangene Jahr wahrgenommen hat, berichtet er selbst.

Wir hoffen alle, dass der Pandemie-Spuk bald ein

Ende haben wird. Auch wenn mir persönlich das

reine Händeschütteln nicht wirklich fehlt, so ist

die Immobilienbranche doch durch persönlichen

Kontakt enorm geprägt und dieser mitunter die

Essenz unseres Geschäfts. Deshalb wird der Markt

künftig auch niemals nur rein digital sein – zum

Glück, kann man schon fast meinen, denn die

deutsche Immobilienbranche hinkt hier seit Jahren

hinterher. Im Bereich der immer wichtiger

werdenden Unterlagen- bzw. Datenmengen müssen

wir deutlich am

Digitalisierungsmodus

arbeiten. Das funktioniert

in Teilbereichen,

wie den Transaktionen

bzw. der Vermittlung, bereits gut. Das wichtigste

Thema aber wird es sein, z. B. Finanzierungen,

Objektunterlagen und Genehmigungsvorgänge

zu vereinfachen, und hier hapert es in Deutschland

an allen Ecken und Enden.

„Persönlicher Kontakt

ist mitunter Essenz der

Immobilienbranche.”

Man darf gespannt sein, ob Corona hierzu etwas

Positives beiträgt. Tatsache ist, dass der Immobilienmarkt

2019 schon stark heiß gelaufen war

und kein Übermaß mehr an Chancen bot. Finanzierungen

waren scheinbar ein Leichtes, aber

genau hier wurde durch Corona ein wenig Druck

herausgenommen. Es scheint als ob die Banken

hier versuchen, die Zeit für ein wenig Entschleunigung

zu nutzen. Man konnte auf Käuferseite

mal durchatmen und sich aufs Wesentliche konzentrieren

– innere Strukturen, Digitalisierung,

Personalentwicklung usw. – anstatt sich ständig

voller Hektik mit unzähligen aus dem Boden

sprießenden Mitbewerbern messen zu müssen.

Mit weniger, aber größeren Deals und mehr Ruhe

ist es uns dadurch 2020 gelungen, unser verwaltetes

Immobilien- und Projektvermögen alleine

um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag

zu steigern. Wenn es also überhaupt positive

Aspekte im Zusammenhang mit dieser Pandemie

und seinen traurigen Folgen geben kann, war dies

für uns die Möglichkeit der stärkeren Fokussierung,

die unsere positive Entwicklung erst möglich gemacht

hat.

Denn – bezogen auf unser Geschäft – steht diese

Zeit für uns unter dem Motto „Weniger Quantität,

mehr Qualität“. Die Zeiten müssen effizienter

genutzt werden. Der deutsche Immobilienmarkt

war nämlich schon ziemlich abgedreht, da tut

Entschleunigung sogar sehr gut. Der deutsche

Markt birgt noch immer unheimlich viel Potenzial.

Das „Ländliche“ bekommt wieder einen ganz

neuen Anreiz. Für mich ist der Markt spannender

denn je. Es tut gut,

wenn nicht mehr 50

oder 100 Investoren

um dasselbe Produkt

kämpfen, sondern zeitweise

eben nur 25, schlichtweg auch wegen der

Kontakteinschränkungen und der Schwierigkeiten,

die das für große Unternehmen beispielsweise

mit sich bringt.

„Durch Corona wurde

ein wenig Druck

herausgenommen.”

Vielleicht können wir uns auch politisch darauf

konzentrieren, wieder mehr nach Qualität und

weniger nach Quantität zu streben – dann wäre

auch Raum für mehr Mut zu Entscheidungen.

Denn wenn es an etwas fehlt, dann an diesem

Mut!

Redaktion: red

Foto: Zwei & Zwanzig Gruppe

www.zwei-zwanzig.com


24

Das erste Mal raus

aus dem Hamsterrad

Tim Oldiges ist Geschäftsführer und Gesellschafter der Headgate GmbH, einer der führenden deutschen

Personalberatungen für Familienunternehmen in den Bereichen Automotive, Bau, FMCG & Handel, Industrie

und Logistik. Auch er fürchtete durch Corona zunächst negative Auswirkungen auf die Branche.

Das Gegenteil sei jedoch der Fall. Weshalb dies so ist, berichtet er selbst.

Ein Gastbeitrag von Tim Oldiges

2020 war für uns im Headhunting ein Jahr der

Gegensätze. Als sich die Medien mit Drohszenarien

und negativen Headlines überschlugen,

hatten auch wir zunächst Sorge bezüglich der

weiteren Geschäftsentwicklung. Doch die meisten

Kunden – für deren vakanten Stellen wir

uns auf die Suche nach den passenden KandidatInnen

begeben – hielten an strategisch

geplanten Wechseln im Top-Management und

„2020 war für uns im

Headhunting ein Jahr

der Gegensätze.”

somit auch an uns fest. Die Rückmeldungen

von KandidatInnen konnten wider Erwarten

sogar noch gesteigert werden: Trotz

Krise gelang es uns, pro Projekt

52 % mehr für unsere Angebo-

te zu begeistern – wir sind also

in der glücklichen Lage, von

„positiven“ Auswirkungen zu

sprechen.

Der Lockdown, das lässt

sich mit Zuverlässigkeit

sagen, hat nämlich

deutliche Spuren im

Mindset der deutschen ManagerInnen hinterlassen.

Viele haben beispielsweise insbesondere

die Zeit im Frühjahr genutzt, um inne zu

„Corona nicht nur Be-,

sondern auch Entschleuniger”

halten und das eigene Leben zu hinterfragen.

Für Einige war es gar das erste Mal seit langer

Zeit, dass sie aus dem immer schneller drehenden

Hamsterrad herauskamen, und somit die

nötige Distanz geschaffen wurde, um den eigenen

Weg auf den Prüfstand zu stellen. Corona

kann also nicht nur Be-, sondern auch Entschleuniger

sein – so viel zu den Gegensätzen.

„Der Sinn der Arbeit ist

deutlich stärker in den

Vordergrund gerückt.”

Die Ruhe, die Zeit mit der Familie und auch die

Sorgen über die Zukunft haben dabei zu einer

Rückbesinnung auf grundsätzliche Bedürfnisse

geführt. Der Purpose, der Sinn der täglichen

Arbeit, ist seitdem wieder deutlich stärker in

den Vordergrund gerückt – und das durch alle

Altersschichten hinweg. Attraktive inhaltliche

Angebote in einem wertschätzenden und nachhaltigen

Umfeld finden daher einen noch nie

dagewesenen Anklang.

Tim Oldiges


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SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

25

Corona hat die Transformation der Unternehmenskulturen

jedoch in vielerlei Hinsicht stark

vorangetrieben. Das Homeoffice verändert

„Es gibt aus unserer Sicht

einen Gewinner.”

abermals die Blickrichtung, mit der viele Business-Class

Stammgäste auf ihr altes Leben

blicken. Viele sind nicht mehr bereit, die gewonnen

Freiheitsgrade aufzugeben, auch wenn

natürlich allen Menschenfreunden der Kontakt

zu Dritten fehlt. Doch auch wenn sich die Arbeitswelt

immer schneller dreht und höhere

Anforderungen in puncto Mut, Entscheidungsfreude,

Analytik und Kommunikation an die

KandidatenInnen stellt, gibt es aus unserer Sicht

einen Gewinner – die Menschen!

Redaktion: red

Fotos: Headgate

Qualität von Menschen für Menschen

Premiumhersteller von Medizinprodukten für die

Tracheostomie und Laryngektomie

Wir suchen stets qualifizierte Mitarbeiter. Auf unserer

Homepage finden Sie jederzeit die aktuellsten Ausschreibungen.

Interessiert? www.tracoe.com

TRACOE medical GmbH | Reichelsheimer Straße 1 / 3 | 55268 Nieder-Olm


26

Sehnsucht nach Zusammenhalt

in der Gesellschaft wächst

„Und das nicht erst seit Corona“, sagt Rupert Voß. Der Geschäftsführer der InnZeit Bau GmbH hat

schon viel früher erkannt, dass es eine Rückbesinnung auf traditionelle Wohn- und Lebenskonzepte

gibt. Deshalb verwirklicht das Unternehmen seit 2011 auf einem ehemaligen Kasernengelände in Brannenburg

(Oberbayern) mit „Dahoam im Inntal“ ein Mehrgenerationenprojekt, das rund 1.000 Menschen

jeden Alters, jeder Einkommensgruppe und in jeder Lebenssituation „Lebensraum mit Herz“ bietet.

Ein Gastbeitrag von Rupert Voß

Gemeinsam miteinander leben, füreinander da

sein – wie gut unser bundesweit einzigartiges

Konzept, das auf Zusammenhalt, Nachbarschaftshilfe

und Menschlichkeit basiert, tatsächlich

funktioniert, zeigt uns die Corona-

Pandemie. So konnte zum einen der Betrieb

unseres gesamten Quartiers mit seiner breiten

Infrastruktur – vom Montessori-Kinderhaus

über die Hausverwaltung Sägmühle bis hin zu

den sozialtherapeutischen Wohngruppen – auch

dank eines ausgefeilten Hygienekonzepts nahtlos

aufrechterhalten werden. Zum anderen

konnte die bauliche und konzeptionelle Wei-

terentwicklung aller auf dem 16 ha großen

Gelände etablierten Einrichtungen, wie das

mitten im Gelände eingebettete und Begegnung

schaffende Quartier im Quartier „Sägmühle

INNklusiv“, mit Pflegeheim inkl. Demenzpflege,

betreutem Wohnen und Wohngemeinschaften

für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie einem

Bürgercafé, wie geplant fortgesetzt werden.

„Unser Konzept konnte

seine ganz besondere

Kraft entfalten.”

Auch wenn die Pandemie jeden auf unterschiedliche

Weise fordert und keinen unberührt lässt,

kann eine Gemeinschaft wie jene, die wir bei

„Dahoam im Inntal“ geschaffen haben, Halt

geben. Es berührt mich sehr und es ist schön

zu sehen, dass unser Konzept nicht nur auf

dem Papier existiert, sondern in dieser Zeit

seine ganz besondere Kraft entfalten konnte.

Gute Nachbarschaft, emotionale Nähe und gegenseitige

Unterstützung, Begegnung mit Abstand

– das alles sind Werte, die unsere Bewohner

im Alter von 0 bis 98 Jahren auch durch

dieses Jahr begleitet haben.

Ohne vertrauensvollen Schulterschluss mit der

Anwohnerschaft und dem Mitarbeiterteam wäre

Rupert Voß


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SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

27

es uns aber vermutlich nicht gelungen, die Maßnahmen

so gut umzusetzen und unser Projekt

dennoch erfolgreich weiterzuführen. So sind z.

B. alle Wohnungen bzw. Grundstücke der bisherigen

Bauabschnitte zu 100 % verkauft. Lediglich

einige wenige Zimmer im Pflegeheim,

das im Herbst 2022 fertig gestellt wird, stehen

noch zum Verkauf. Die Wohnungen im betreuten

Wohnen, geförderten Wohnraum und in der

Wohngemeinschaft für Menschen mit geistiger

Beeinträchtigung sind alle vergeben. Wir können

heute somit auch unter wirtschaftlichen

Gesichtspunkten behaupten, dass unsere Idee

vom Mehrgenerationenwohnen aufgegangen ist!

„Unser Pandemie-Konzept

sieht so viel Begegnung

wie möglich und so

wenig Risiko wie nötig vor.”

Stellvertretend für das umfangreiche Angebot

für Begegnungen auch während Corona stehen

unsere Kleingärten, die ein hoch geschätzter

Treffpunkt für die Bewohner des Quartiers sind.

Angebote des digitalen Nachbarschaftsforums,

Einkaufsdienste der Hausmeister und Kommunikationsangebote

wie z. B. der quartiersinterne

Newsletter wurden weiter ausgebaut. Seit

diesem Jahr gibt es auf dem Gelände zudem

eine frei zugängliche Bücher-(Telefon-)Zelle.

„Das Bedürfnis nach

Gemeinschaft wird sich

immer einen Weg suchen.”

Auf diese Weise ist es uns gelungen, die Quartiersgemeinschaft

zusammen- und den guten

Geist der Nachbarschaft aufrecht zu erhalten.

Darauf sind wir sehr stolz. Denn mittlerweile

haben viele von uns gemerkt, dass wir Menschen

„Rudeltiere“ sind und Gemeinschaft suchen. Ich

persönlich habe während der Pandemie in erster

Linie den persönlichen Kontakt zu mir nahen

Menschen vermisst und die Möglichkeit, meine

Sorgen und Ängste, aber auch Freude und Glück

mit ihnen zu teilen. Vieles andere, das zuvor wichtig

schien, ist dafür in den Hintergrund gerückt.

Redaktion: red

Fotos: InnZeit/Steffen Leiprecht

www.dahoam-im-inntal.de


28

Medizinbranche im

Fokus der Öffentlichkeit

Der Markt für Arzneimittel und Medizintechnikprodukte ist einer der am strengsten regulierten überhaupt.

Dabei variieren Zulassungsprozesse von Land zu Land, sind laufend im Wandel und bedeuten für Hersteller

meist hohe Anforderungen und bürokratische Hürden. Katrin Rosen, Geschäftsführerin der

RegIntA GmbH, empfindet die durch Corona hinzugewonnene Aufmerksamkeit für die regulatorischen

Prozesse als äußerst wichtig.

werden Produkte weiter überwacht und neue

Daten einer Nutzen-Risiko-Analyse unterzogen

– der AstraZeneca-Impfstoff ist dafür ein gutes

Beispiel. Aufseiten der Behörden zeichnete sich

„Öffentlichkeit hat Medizinmarkt

mehr denn je im Blick.”

„Ziel ist es, die Öffentlichkeit

besser zu informieren.”

In der Pandemie hat die Öffentlichkeit den Medizinmarkt

mehr denn je im Blick: Nie zuvor

war ihr Bewusstsein für die Relevanz von Zulassungsverfahren

für Medikamente, Impfstoffe

und Medizinprodukte derart ausgeprägt, denn

nie zuvor stand die Frage nach der Sicherheit

der zugelassenen Produkte so sehr im Fokus

wie jetzt. Dass die Öffentlichkeit die gängigen

Prozesse dabei auch kritisch hinterfragt, halte

ich für sehr wichtig. Dies hilft, die Regulierung

von Medizinprodukten zu optimieren und diese

für Nutzer noch sicherer zu machen. So hat

Corona ein neues kritisches Bewusstsein für

die Sicherheit von Arzneimitteln und

Medizinprodukten geschaffen.

Um die steigenden Anforderungen

an die Sicherheitsda-

ten zu erfüllen, müssen

Hersteller vor allem für

Hochrisikoprodukte klinische

Prüfungen als Vorausset-

zung für die Registrierung

nachweisen. Auch nach

dem Zulassungsprozess

außerdem schon vor Corona der Trend ab, mehr

Transparenz zu schaffen. Ziel ist es, die Öffentlichkeit

besser über zugelassene Produkte und

Vorkommnisse im Zusammenhang mit dem

Produkt zu informieren. Mit der bevorstehenden

Einführung der europäischen Datenbank

„EUDAMED“ werden diese Pläne umgesetzt.

Damit werden digitale Informationen zu Klinischen

Prüfungen, Sicherheitsmeldungen und

-korrekturmaßnahmen in Zukunft öffentlich

zugänglich sein.

Als Beratungsunternehmen für die Regulatory-

Affairs-Abteilungen der Hersteller haben wir

„Corona hat ein neues

kritisches Bewusstsein für die

Sicherheit von Arzneimitteln

und Medizinprodukten

geschaffen.”

Katrin Rosen, Geschäftsführerin der RegIntA GmbH


W N


SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

29

bei RegIntA seit unserer Gründung 2018 auf

die Digitalisierung von Daten gesetzt. Mit unserer

Online-Datenbank Daedalus® erhalten

Medizinproduktehersteller Zugang zu aktuellen,

länderspezifischen regulatorischen Informationen

rund um die Registrierung von Medizinprodukten.

Corona hat unseren Kurs dabei nur

bestätigt und die Digitalisierung, aber auch

deren Akzeptanz in der Medizintechnikbranche

weiter gestärkt. Doch nicht nur Händler haben

den Vorteil der modernen Medien erkannt. Auch

Behörden stellen nun immer öfter auf digitale

Prozesse um, z. B. bei den Zulassungsverfahren.

Ich bin sicher, dass diese positiven Entwicklungen

auch zukünftig fortdauern werden.

Redaktion: red

Fotos: RegIntA

www.reginta.de


30

„Recycling-Quantensprung!“

50 % rPET-Anteil aus dem Gelben Sack

in Werner & Mertz-Flaschen

Nachhaltigkeit heißt für das innovative, mit Umweltpreisen ausgezeichnete Mainzer Unternehmen

Werner & Mertz gelebte Firmentradition. Nun ist eine Sensation für die Kreislaufwirtschaft sowie ein

Verpackungsleitfaden für die Kosmetikindustrie gelungen. Damit werden wichtige Impulse für einen

Kulturwandel in der Verpackungsindustrie gesetzt.

Gemeinsam mit Kooperationspartner ALPLA ist

Werner & Mertz das „bis dato scheinbar Unmögliche

gelungen“, lässt das Unternehmen im Frühjahr

verlauten. Im Rahmen der Recyclat-Initiative

konnte der Anteil an Recyclat aus dem

Gelben Sack (rPET) bei PET-Flaschen auf 50 %

erhöht werden. Ein „Recycling-Quantensprung!“

für die seit 2012 tätige Initiative,

die sich dafür einsetzt, dass Plastik

aus Endverbrauchersammlungen

(PCR, Post Consumer

Recyclat) erneut hochwertig aufbereitet wird.

Dadurch kann die Wiederverwertung stattfinden

und das Plastik bleibt im Kreislauf. 2014 konnten

so die PET-Flaschen der Marke Frosch auf 100%

PCR umgestellt werden. Die ersten 200.000 Flaschen

mit nun 50 % rPET-Anteil kamen für Frosch

bereits diesen März zum Einsatz. Bis Ende des

Jahres sollen alle PET-Flaschen auf das neue

Format umgestellt sein.

das Plastik bleibt

im Kreislauf

Impulsgeber für die gesamte Branche

„Werner & Mertz ist für uns nicht nur ein langjähriger

und geschätzter Kunde, sondern ein

Impulsgeber für die gesamte Branche“, so Georg

Lässer, Head of Corporate Recycling bei ALPLA

Group. „Wir hoffen, dass dieses Beispiel auch

weitere Unternehmen motiviert, diese hochwertigen

Recyclate einzusetzen. Alle reden von

nachhaltigen Verpackungen, wir beweisen gemeinsam,

dass es klappt.“ Die

neue vollautomatisierte Recycling-Anlage

am Standort

Wolfen besitzt hochwertige

Sortiertechnologien und ermöglicht

eine hohe Qualität des Recyclats. Das

PET-Recycling-Team in Wolfen ist seit Oktober

2020 tätig. In das von ALPLA und FROMM gegründete

Joint Venture wurden mehr als 8 Millionen

Euro investiert.

Gesetzliche Anreize für PCR-Einsatz

„wir beweisen

gemeinsam, dass

es klappt.”

Werner & Mertz ist dabei immer

noch so gut wie alleine bei der

Nutzung von Recyclat aus dem

Gelben Sack. „Die höheren Kosten

von Recyclat im Vergleich zu Neuplastik schrecken

nach wie vor viele Hersteller ab“, erklärt

„Eine enorme

Chance.”


W N


SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

31

Inhaber Reinhard Schneider. „Dieses Problem

hat sich aufgrund der sinkenden Rohölpreise

noch verschärft. Aber wenn die hohen Recyclat-

Qualitäten nicht nachgefragt werden, gibt es

keine Grundlage, in bessere Sortierung und

Aufbereitung zu investieren, so wie es ALPLA

gerade im großen Stil getan hat. Dabei wird

Recycling wirtschaftlicher, je mehr mitmachen.

Eine enorme Chance.“

Werner & Mertz fordert daher, dass gesetzliche

Anreize für den Einsatz von PCR geschaffen

werden. Nur so könne

der Vermüllung

unseres Planeten

wirksam entgegentreten

und ein klimaschonender

Plastikkreislauf erreicht werden.

Des Weiteren setzt sich das Unternehmen für

die Schaffung eines Fonds ein, in den alle Inverkehrbringer

einzahlen müssen und nur diejenigen,

die PCR einsetzen, eine Rückzahlung

erhalten.

der Vermüllung unseres

Planeten wirksam

entgegentreten

Schon seit 2014 bestehen die PET-Flaschen von Werner &

Mertz aus 100 % Post Consumer Recyclat, davon 20 % aus

der Quelle Gelber Sack. Nun wird dieser Anteil auf 50 % erhöht

– das ist einzigartig, nicht nur in der WPR-Branche.

Copyright Grafik: Werner & Mertz

Leitfaden: PCR in Kosmetikverpackungen

Die gerade abgeschlossene gemeinsame Forschungsarbeit

von Beiersdorf, Werner & Mertz

und dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik

und Verpackung zeigt, wie Altplastik

aus dem Gelben Sack auch für die

Herstellung von Kosmetikverpackungen

eingesetzt werden kann. Das

Dokument „How to evaluate postconsumer

polyolefin recyclates in cosmetic

packaging?“ gibt wissenschaftlich fundierte

Antworten auf die wichtigsten Fragestellungen.

Im Sinne eines Open-Innovation-Ansatzes zum

Wohle der Umwelt ist der Leitfaden auf der

Website beider Unternehmen und dem Fraunhofer

Institut kostenfrei zugänglich.

zum Wohle

der Umwelt

Redaktion: red

Seit mehr als 150 Jahren befindet sich die Werner &

Mertz GmbH am Standort Mainz. Mit ihren Marken

Frosch, Erdal und green care Professional ist sie fest

auf dem europäischen Markt etabliert. Das Unternehmen

arbeitet nach den Prinzipien einer umweltschonenden

Wirtschaftsweise und hat zum Ziel, eine

nachhaltige Lebensweise mehrheitsfähig zu machen.

Werner & Mertz fühlt sich langfristigen Initiativen

verpflichtet, die oftmals über die eigenen Marken und

Sortimente hinaus neue Maßstäbe der ökologischen

Machbarkeit setzen. Für seine ganzheitlich-nachhaltige

Unternehmensausrichtung wurde das Unternehmen

vielfach mit Preisen ausgezeichnet. 2019 ist

Inhaber Reinhard Schneider mit dem renommierten

Deutschen Umweltpreis geehrt worden.

www.werner-mertz.de

Der Leitfaden zu PCR in Kosmetikverpackungen findet

sich in englischer Sprache u. a. hier:

initiative-frosch.de/studien


32

Kunst und Wirtschaft

Allianzen bilden – JETZT!

Die freie Kunst braucht heute fraglos die Wirtschaft, aber gilt das auch umgekehrt? Die Chancen für

erfolgreiche Allianzen stehen genau jetzt gut, denn die Kunst schafft das, was ein gesundes Unternehmen

braucht: Kultur und Freigeist. Von Dierk Osterloh.

Raps

In the fields

Seit mehreren Jahren bringt Dierk Osterloh

erfolgreich Kunst in Unternehmen.

Die Kunstwerke können aus dem Bestand

genommen oder speziell im Hinblick auf

die Firmenphilosophie und Zielsetzung

angefertigt werden.

Im attraktiven Atelierkomplex

Villa ARTE

bietet der Künstler individuelle Seminare,

Tagungen, Workshops, Events und

Präsentationen.

K90


W N


SPEZIAL

Kulturwandel nach Corona

33

Aktuell haben Wirtschaft wie Kunst mit enormen

Schwierigkeiten zu kämpfen. Ausbleibende Umsätze

und Verdrängungswettbewerb bewirken

tiefe Einschnitte. Dies führt dazu, dass sich beide

Disziplinen auf sich selbst besinnen, aber auch

nach Allianzen suchen, um gemeinsam aus dem

Tal zu kommen. Offen für Neues und Ungewohntes

zu sein, hilft immer.

Zusammenschlüsse von Unternehmen können

branchenintern erfolgen, spannender sind jedoch

lagerübergreifende Bündnisse.

Produzieren mehrere Firmen gleiche

Produkte, so entscheidet das

Marketing über Erfolg und Umsatz.

Die Frage lautet also: Wie kann ich ein Produkt

so positionieren, dass es sich weit von anderen

abhebt? Hier versuchen Werber Ansätze zu liefern,

doch Kunst kann oft mehr.

Kunst kann oft

viel mehr

Künstler haben eine philosophische Sicht mit

Tiefgang. Aus dieser Position heraus lassen sich

nicht nur andere Visualisierungen finden als der

bunte Standard. Die Krisen lehren uns, nach Konzepten

mit Weitsicht und Tiefgang zu suchen.

Ehrlichkeit und Qualität sind gefragter denn je.

Der Kunde will ernstgenommen und als Persönlichkeit

respektiert werden. Eine Einteilung der

Welt in billige Produzenten

und willige Konsumenten

entspricht

nicht mehr der aktuellen

Situation unserer Gesellschaft. Der Verbraucher

wird immer kritischer und souveräner. Er

hinterfragt Produkte und erwartet Sicherheit und

Qualität. Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde.

Nachhaltigkeit ist das

Gebot der Stunde

Für eine ehrliche und gute Kommunikation nach

außen bedarf es eine solche auch im Inneren

eines Unternehmens. Denn

Kunde*innen sowie Arbeitskräfte

werden sich

ihres Wertes und für was

und wen sie sich entscheiden,

immer bewusster. Nur ein ehrliches und

faires Unternehmen kann authentisch sein und:

„Authentizität sells“.

Kunst als Ausdruck

und Spiegel der

Unternehmenskultur

Kunst als Ausdruck und Spiegel der Unternehmenskultur

vertieft, festigt und fördert das

Macht und Unfug

Out


34

Anliegen. Kunst und Wirtschaft haben hier die

Chance, eine Win-Win-Situation zu schaffen.

Hinzu kommt, dass eine eintönige Büroatmosphäre

einschläfernd und hemmend wirkt. Kunst

kann indessen eine positive Stimmung und kreative

Atmosphäre erzeugen. Ein Arbeitsplatz kann

komplett anders aussehen als das, was wir momentan

vor Augen haben, wenn wir zum Beispiel

an „Büro“ denken. Es ist kein Geheimnis, dass

zufriedene Angestellte effizienter arbeiten können.

Kunst kann unter anderem der Erhöhung des

individuellen Wohlfühl- und Zufriedenheitsfaktors

dienen. Gerade erschaffe

ich beispielsweise für einen

Notar eine spannende Kanzlei.

Er hat festgestellt, dass

Kunst ein wunderbares Mittel ist, um das Unternehmen

positiv nach außen darzustellen und sich

selbst in einen beschwingten positiven Zustand

zu versetzen.

Innen wie außen:

State of the Art

Power of Now

Auch bieten zum Beispiel Ausstellungen in Unternehmen

– wenn wieder machbar – einen Anlass,

Geschäftspartner einzuladen, über die Werke

emotional ins Gespräch zu kommen und sich

so nachhaltig zu verbinden.

Letztendlich geht es darum, über den Tellerrand

hinweg zu sehen und neue Lösungen zu entwickeln,

die von Herzen kommen und einen neuen

gesellschaftlichen Aspekt kennzeichnen, das neue

Miteinander: reflektierend, wertschätzend und

nachhaltig. Innen wie außen: State oft the Art.

Redaktion: Sam

Fotos: Osterloh

Power of light

Über den Autor

Dierk Osterloh wurde in Oldenburg/Niedersachsen geboren und kam über das Studium

der Rechtswissenschaften zur Bildenden Kunst. Er absolvierte eine Ausbildung zum

Mediengestalter in Köln und ein Studium an der Technischen Kunstschule Hamburg.

Bekannt wurde Dierk Osterloh durch die Gestaltung des Ratswappens für den Stadtrat

von Köln. Die Ausfertigungen befinden sich im Ratsaal des Spanischen Baus

und an der Außenfassade des Historischen Rathauses. Lange war Osterloh künstlerisch

in Köln tätig und seine Werke in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. Heute

arbeitet er im Westerwald sowie im Rhein-Main-Gebiet.

Ob kraftvolle, dynamische Ölbilder, Skulpturen oder Fotoarbeiten –

philosophische Aspekte und Tiefgang zeichnen Dierk Osterlohs Kunst aus.

Kontakt, Beratung & Inspiration unter: mail@art-osterloh.de, www.art-osterloh.de


Bach und Big Band in digitaler Form -

Kulturgenuss für zuhause

35

Die Ingelheimer Kultur und Marketing GmbH bringt eine Reihe musikalischer Highlights in die heimischen

Wohnzimmer. Dazu hat die IKuM GmbH professionelle Konzert-Videos in der kING Kultur- und

Kongresshalle produziert. „Wenn die Gäste nicht zu uns in die kING kommen können, dann bringen

wir ihnen die Kultur nach Hause, schließlich haben wir auch einen Kulturauftrag, den wir erfüllen

wollen.“, so Geschäftsführer Matthias Becker.

Kulturelle Identität stärken

Durch die einmalige Akustik ist die kING prädestiniert

für hochwertige Musikprojekte. Dass aber

auch digitale Formate einwandfrei umsetzbar

sind, kommt vor allem in der aktuellen Situation

zum Tragen. „Wir wollen die kulturelle Identität

der kING stärken, und neben der Funktion als

Tagungsort ihr Profil als Konzerthaus schärfen“,

unterstreicht Becker, „und damit mehr Verbindlichkeit

und Qualität für die Gäste erzeugen.“

Live auf dem Youtube-Kanal

Für die Umsetzung der drei verschiedenen Musikprojekte,

hat sich die Ingelheimer Kultur und

Marketing GmbH Unterstützung durch den erfahrenen

Technikpartner Tin Film aus dem Rheingau

geholt. Los geht es mit dem Staatsorchester

aus Mainz unter der Leitung von Hermann

Bäumer, die gemeinsam mit der Ingelheimer

Kantorei J.S. Bachs Osterkantate BWV 66 in der

Choreinstudierung von Thomas Höpp, darbieten.

Die Solisten Linda Sommerhage und Christoph

Wendel runden das Ensemble ab. Das Video wird

ab dem frühen Abend des Ostersonntags auf

dem Youtube-Kanal der kING Kultur- und Kongresshalle

zu sehen sein. In den folgenden Wochen

folgt dann ein Konzertvideo der SWR Big

Band aus Baden-Baden. Die 17 Musiker sind

seit Jahren ein eingespieltes Team. Die Band

wurde bisher vier Mal für den Grammy nominiert.

Mit einer Hommage an Sammy Nestico und der

Präsentation von jungen Solisten bringt die SWR

Big Band die kING zum Swingen. Der musikalische

Bogen endet mit einem Solokonzert des

Pianisten Wilhelm Ohmen, der eine kurzweilige

Reise durch die Werke unterschiedlicher Komponisten

aus der kING unternimmt.

Redaktion: red

Fotos: Michael Bellaire

Über die IKuM:

Die Ikum GmbH vereint unter ihrem Dach vielfältige Aufgaben

aus den Bereichen Kultur, Kongress und Events

sowie Tourismus und Stadtmarketing. Neben der zeitgenössischen

kING Kultur- und Kongresshall bespielt und

vermarktet sie etwa den Historischen Winzerkeller oder

die Freilichtbühne an der Burgkirche, sowie weitere Spielstätten

in Ingelheim mit eignem Kulturprogramm. Zentraler

Anlaufpunkt für Gäste der Stadt ist der Winzerkeller.

IKuM – Ingelheimer Kultur und Marketing GmbH

Fridtjof-Nansen-Platz 5 · 55218 Ingelheim am Rhein

Tel.: 06132 710 009 0 · info@ikum-ingelheim.de

www.king-ingelheim.de

In den Großen Saal der kING kehrt wieder Leben ein.


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36

EXPERTEN FÜR DAS GESAMTE

Das Team der Zahnärzte Flonheim Luka Klimaschewski & Dr. Andreas Pelster

Mit Implantaten feste

Zähne an einem Tag

Das Implantat-Zentrum in Flonheim (izf) wird

mit Luka Klimaschewski und Dr. Andreas Pelster

von zwei profilierten Experten geleitet. Bereits

mehrere tausend Implantate haben die Fachärzte

erfolgreich gesetzt und versorgt. So kann

die Praxis auf 15 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet

der Implantologie zurückblicken, Keramikimplantate

werden seit über 10 Jahren gesetzt. Nur

durch Fortbildung kann das Implantat-Zentrum

seine Patienten nach höchsten Qualitätsstandards

und neuester Technologie behandeln.

„Geprüfte Experten der Implantologie“.

Ergänzt wird die Erfahrung und das Know-how

der Zahnärzte durch aktuelle Technik. Die Praxis

verfügt über das beste 3D-Röntgengerät, das sich

durch die heute höchst mögliche Bildqualität auszeichnet,

wodurch auch kleinste Details zu erkennen

sind.

Eine umfassende und genaue Diagnose unter

Einsatz modernster 3D-Bildgebung, ist der Beginn

einer jeden Beratung. Es folgen möglichst schonende

Verfahren, sowie innovative und nachhaltige

Behandlungsmethoden in der Therapie. Eine

Besonderheit ist das zahntechnische Eigenlabor,

womit eine effiziente und reibungslose Kommunikation

zwischen Zahnarzt und Zahntechnikern

stattfinden kann. Da der Techniker den Patienten

persönlich kennenlernt, erhält der Patient nicht

nur perfekt funktionell passende Zähne, sondern

auch ein Ergebnis, das optimal und individuell auf

sein gesamtes Erscheinungsbild angepasst ist.

Patienten können sich daher sicher sein, dass der

Zahnersatz qualitativ hochwertig gefertigt wird

und schnell verfügbar ist. Auf diese Weise kann

die Praxis eine hochwertige und nachhaltige Vorsorge

und Versorgung ihrer Patienten sicherstellen

– unter einem Dach.

Redaktion: S. H.

Fotos: M. S.

„Im Mittelpunkt steht für uns immer die Patientenzufriedenheit.

Schmerzvermeidung bei Diagnose

und Therapie, nachhaltiger Behandlungserfolg

und optimale zeitliche Abläufe sind uns

ebenso wichtig wie die Rücksicht auf individuelle

Wünsche unserer Patienten“, erklärt Luka

Klimaschewski die Praxisphilosophie. Die Einrichtung

der Praxis ist modern: Jeder Behandlungsstuhl

ist mit digitalem Röntgen und einer

Intraoralkamera ausgestattet. Neben dem 3D-

Röntgenverfahren für eine aussagefähige Diagnostik

wird auch Laser für die schonende

Behandlung der Patienten genutzt. „Zahnmedizinische

Kompetenz, modernste Ausstattung

und optimierte Arbeitsabläufe resultieren schließlich

auch in Kostenvorteilen, die wir vorteilhaft

an unsere Patienten weitergeben“, fasst Dr.

Andreas Pelster zusammen.

Die Vorteile für den Patienten

auf einen Blick:

• Moderne Zahnheilkunde in einem Team

von Spezialisten unter einem Dach

• Bequeme und zinslose Ratenzahlung

für alle Patienten über das „Deutsche

Zahnärztliche Rechenzentrum“ (DZR)

• Die Praxis ist auch samstags geöffnet.

Das garantiert eine flexible Vereinbarung

von Behandlungszeiten.

• Ausreichend kostenlose Parkplätze

stehen zur Verfügung.

• Behandlungen sind auch mit entspannendem

Lachgas angstfrei möglich

• Eigenes zahntechnisches Labor

Zahnarzt

Luka Klimaschewski:

Geprüfter Experte der

Implantologie – DGOI

ICOI Diplomate

Dr. Andreas Pelster:

Geprüfter Experte der

Implantologie – DGOI

ICOI Diplomate

Zahnärztin

Denise Pulsack-Pytel:

Endodontologie, Parodontologie,

Ganzheitliche

Zahnheilkunde, Zahnärztliche

Schlafmedizin

Geprüfte Experten

der Implantologie

Deutsche Gesellschaft

für orale Implantologie

Geprüfte Experten der Implantologie – DGOI

Diplomates


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SPEKTRUM DER ZAHNMEDIZIN

37

Metallfreie

Implantologie

Die beiden Zahnärzte und Implantologen erklären,

was man über ein Implantat wissen sollte:

Was ist ein Implantat?

Ein Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die

dauerhaft mit dem Kiefer verbunden ist. Es dient

als Tragpfeiler für den Zahnersatz, der einzeln

oder als Brücke, fest verbunden oder herausnehmbar

aufgebaut sein kann.

Spüre ich ein Implantat im Alltag?

Im Gegensatz zum früher vorherrschenden

„künstlichen Gebiss“ ist ein Implantat mit keinerlei

Einschränkungen der Lebensqualität verbunden.

Die neuen Zähne fühlen sich an wie

gewachsen und sind ebenso belastbar wie die

natürlichen Zähne.

Aus welchen Materialien werden

Implantate hergestellt?

Ausgehend von den individuellen Gegebenheiten

und den Wünschen des Patienten bieten sich

zwei Materialien an. Titan und ganzheitliche

metallfreie Keramikimplantate.

Welche Vorteile haben metallfreie

Keramikimplantate?

Keramikimplantate bieten eine 100-prozentige

Biokompatibilität. Dies führt zu einer optimalen

Gewebeverträglichkeit mit besserer Zahnfleischanlagerung.

Zusätzlich besteht eine geringere

Plaqueanlagerungsaffinität und damit ein niedrigeres

Risiko für Zahnfleischentzündungen. Bei

Patienten mit sehr zartem Zahnfleisch ergibt

sich zusätzlich eine bessere Ästhetik.

Welche Nachteile haben Keramikimplantate?

Die Einheilung in den Knochen dauert länger.

Keramikimplantate gibt es erst seit einigen Jahren.

Wegen der kurzen Beobachtungsdauer und

kontinuierlichen Verbesserungen des Designs

gibt es nur wenige mehrjährige Studien über die

Erfolgsrate von Keramikimplantaten. Unsere

Erfahrung und die vorliegenden Studien zeigen

aber, dass prinzipiell Zirkonimplantate eine den

langjährig untersuchten Titanimplantaten vergleichbare

sehr gute Überlebensraten haben.

Leider sind Keramikimplantate wesentlich teurer

als Titanimplantate.

Wie kann ich in nur einer Sitzung feste

neue Zähne erhalten?

In vielen Fällen können die gerade gesetzten

Implantate direkt mit einer festen Brücke versorgt

werden. Die früher für die Einheilphase nötige,

herausnehmbare Übergangsprothese entfällt.

Welche Kriterien sollte die Diagnostik für eine

nachhaltig erfolgreiche Implantation erfüllen?

Nur mit dem 3D-Röntgenverfahren ist die Qualität

der Diagnostik zu erreichen, die wiederum

Voraussetzung für die Planung der Implantation

ist. Dieses auch als Digitale Volumen Tomographie

(DVT) bekannte Verfahren liefert auf schonende

Weise eine dreidimensionale Volumendarstellung

des gesamten Kiefer- und

Zahnbereichs, sowie Schnittbilder in allen drei

Ebenen. Dabei ist die Strahlenbelastung um ein

Vielfaches geringer, als bei der konventionellen

Computertomographie. Diese hochauflösenden

Aufnahmen helfen auch dem Patienten, die un-

terschiedlichen Behandlungsmethoden zu verstehen

und sich für die beste Lösung zu entscheiden.

Wie kann ich mich beraten lassen und erfahre

welche Kosten für die festen Zähne entstehen?

Wir bieten spezielle Beratungstermine, auch am

späten Abend und samstags. Hier besprechen

wir nach genauer Diagnostik in einer individuellen

Beratung, welche Lösungen die besten sind.

Für unsere implantologische Beratung entstehen

keinerlei Extrakosten.

Habe ich neben dem Implantologen

andere Behandler?

Nein. Sie haben einen Behandler und Ansprechpartner

von der ersten Beratung, dem Erstellen

des 3D-Bildes ihres Kiefers, dem Setzen der

Implantate bis zum Einsetzen des endgültigen

Zahnersatzes. Von Beginn an ist ein Techniker

unseres Praxislabors beteiligt. Der persönliche

Kontakt und die enge Zusammenarbeit von Behandler,

Patient und Zahntechniker ist ein wesentlicher

Faktor für unsere erfolgreichen Behandlungen.

Gibt es verschiedene Implantationsmethoden?

Ja, hier profitieren unsere Patienten von unserer

langjährigen und breitgefächerten Erfahrung in

allen Implantationstechniken. Aufgrund unserer

Diagnose und der Wünsche unserer Patienten

geben wir unsere Empfehlung. Dann entscheidet

unser Patient.

Zahnärzte Flonheim • Luka Klimaschewski & Dr. Andreas Pelster • Bornheimer Landstraße 8 • 55237 Flonheim

tel: 0 67 34 / 3 68 • fax: 0 67 34 / 9 13 21 15 • info@zahnaerzte-flonheim.de • www.zahnaerzte-flonheim.de


38

„Gehör finden“

Als sie früher ihre Oma umarmte, sagt Saskia Siegler-Koch, habe es immer gepiepst. Das Geräusch,

das die Hörakustikmeisterin meinte, entstammte einer Rückkopplung des Hörgeräts. Und helfen, erzählt

sie weiter, wollte sie ohnehin schon immer. Kaum verwunderlich also, dass sie sich nun um Menschen

mit Hörschwierigkeiten kümmert. Wie drängend die Probleme eben jener sind, können die meisten

nicht nachvollziehen. Kennt man es nicht anders, ist ein funktionstüchtiges Gehör eine Selbstverständlichkeit.

Doch die Alltagsschwierigkeiten und die Folgen daraus sind gravierend. Gut, dass es nunmehr

komfortable Lösungen gibt. Anders, als zu Zeiten von Rückkopplungen, unansehnlichen Ohrmuscheln

und dergleichen mehr.

Mehrwöchige Testzeit

Damit alle therapeutischen Maßnahmen fruchten

können, muss natürlich auch die Hardware funktionieren.

Aufgrund unterschiedlich gelagerter

Probleme einerseits, sowie verschiedener Lebensgewohnheiten

andererseits, ist individuelle Anpassung

unabdingbar. Grundlage der Anpassung

für ein Hörgerät ist zunächst ein aufwändiger

Hörtest. Ton- und Sprachaudiometrie geben dabei

Aufschluss über den Grad der Höreinschränkung.

Ebenso wichtig ist eine Art Anamnese. „Wir

klappern den Alltag des Kunden ab“, beschreibt

es Siegler-Koch. Dabei geht es um Abläufe, Gewohnheiten,

Hobbies, berufliche- und natürlich

gesundheitliche Aspekte. Etwa darum, ob jemand

viel telefoniert, gerne fernsieht, Musik hört oder

gar selbst musiziert. Letzte Unwägbarkeiten werden

dann durch eine mehrwöchige Testzeit beseitigt.

In dieser Zeit nimmt der Kunde mehrere

Geräte mit nach Hause und testet, welches ergonomischer

und klanglich angenehmer sowie

funktionstüchtiger ist.

Tragekomfort und Hörqualität

Einen Eindruck vom technischen Fortschritt der

Geräte kann man sich machen, wenn man sich

die Anpassungsmöglichkeiten an den Alltag des

Kunden ansieht. Was noch vor einigen Jahren

nicht mehr, als ein Klangverstärker war, ist heute

sowas Ähnliches, wie ein Tonstudio. Nur eben

kaum sichtbar. So ist es auf unterschiedlichen

Kanälen per Bluetooth koppelbar mit Fernseher,

PC, Handy oder anderen Gebrauchsgeräten. Individuell

einstellbar sind Lautstärke, Klangfarbe

und vieles mehr.

Ebenso bedeutsam ist die Ergonomie, die anatomische

Anpassung. Neben den Standardgeräten

gibt es so genannte Otoplastiken, individuell

angefertigte Ohrstücke. Die Fertigung dieser

Otoplastiken ist ein aufwändiger Prozess, der dem

Kunden ein besonders hohen Tragekomfort sicherstellt

und natürlich Hörqualität bietet. Hierzu

wird zunächst ein Abdruck von Ohrmuschel

Tinnitus /

Audiotherapie

Linderung von Ohrgeräuschen

und mit Hilfe von Audiotherapie

maximale Zufriedenheit

mit Ihren Hörsystemen

Hörgeräte

Optimierung

Auch wenn Ihre Hörgeräte

nicht von uns sind.

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Probetragen

Probieren Sie Hörgeräte kostenfrei

aus, um herauszufinden,

wie gut Sie mit den Hörgeräten

im Alltag zurecht kommen.


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39

Koch

Hörakustik

Oppenheim

unter den Top 100

und Gehörgang gemacht. Anschließend wird das

Bild als Scan an ein Labor gesandt, in dem das

Ohrstück gefertigt wird. Gleichzeitig sucht der

Kunde sich sein Wunschgerät aus, das schließlich

mit der Otoplastik zusammengefügt wird.

Hörakustikern

Deutschlands!

„Gehör finden“ viele bei Koch-Hörakustik. Ein

Gutteil der Kunden sind Menschen mit Altersschwerhörigkeit.

Doch ebenso darunter sind

Lärmgeschädigte und Menschen mit angeborener

oder vererbter Schwerhörigkeit. Zudem können

Krankheiten zu Schwerhörigkeit führen. Etwa

von Entzündungen, Masern oder Hirnhautentzündungen

sind häufig Kinder betroffen. Doch

auch Gehörknöchelversteifungen ziehen Probleme

beim Hören nach sich. Nicht selten, sagt Saskia

Siegler-Koch, sei ein vertrauensvolles Gespräch

der erste Schritt, die richtigen Maßnahmen zu

ergreifen. Auch das bedeutet, Gehör zu finden.

Redaktion: Koch Hörakustik

Fotos: B.W.

kontakt@koch-hoerakustik.de • www.koch-hoerakustik.de

Koch Hörakustik • Sant-Ambrogio-Ring 13b • 55276 Oppenheim • tel: 0 61 33 / 5 73 54 20

Koch Hörakustik • Ober-Saulheimer-Str. 25 • 55291 Saulheim • tel: 0 67 32 / 9 51 96 81

Koch Hörakustik • Bahnhofstr. 40 • 67547 Worms • tel: 0 62 41 / 8 49 96 60

Saskia Siegler-Koch, Hörakustikmeisterin


40

Vereine und Verbände in

Coronazeiten – ein Ratgeber

Die Corona-Pandemie hält sowohl Unternehmen als auch Vereine und Verbände aktuell in Atem. Wie

können Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen auch bei Kontaktbeschränkungen wegen

Corona durchgeführt werden, fragen sich daher viele Vereinsvorstände aber auch Mitglieder. Antworten

auf die drängendsten Fragen geben Torsten Ewen, Steuerberater und geschäftsführender Gesellschafter

der Firma Dornbach und Rechtsanwalt Peter Henningsen. Ein Ratgeber in Coronazeiten.

1. Was gilt im Jahr 2021 für Vereine

und Verbände?

Im Zuge der fortwährenden Bekämpfung der Pandemie

hat der Gesetzgeber - neben weiteren Maßnahmen

- auch eine Verlängerung der bereits im

März 2020 vorgenommenen Erleichterungen für

Vereine und Verbände beschlossen. Nach der Verordnung

des Bundesjustizministeriums greifen die

Erleichterungen auch für das Jahr 2021. Dies gilt für

sämtliche in der ursprünglichen Verordnung vorgesehenen

Maßnahmen.

2. Können Mitgliederversammlungen trotz der

andauernden Pandemie stattfinden?

Zumindest die Durchführung von P räsenz-Versammlungen

ist aktuell (wieder) nicht möglich. Es gibt allerdings

alternative Durchführungsmöglichkeiten

(hierzu sogleich), die auch bei fehlender Satzungsgrundlage

durch den Verein genutzt werden können.

3. Was ist mit den im Jahr 2021

auslaufenden Amtszeiten von Vorständen?

Nach der Verordnung des Bundesjustizministeriums

gilt auch im Jahr 2021, dass ein Vorstandsmitglied

eines Vereins auch nach Ablauf seiner Amtszeit bis

zu seiner Abberufung oder bis zur Bestellung seines

Nachfolgers im Amt bleibt. Dies bedeutet, dass die

Handlungsfähigkeit des Vereins trotz einer in 2021

ablaufenden Amtszeit des Vorstandes gesichert ist.

4. Führt das nunmehr verlängerte Gesetz zur

zwangsweisen Verlängerung aller Vorstandsämter,

deren Amtszeiten in der nächsten Zeit

auslaufen?

Nein. Dem satzungsmäßig vorgesehenen Organ (i.d.R.

die Mitgliederversammlung) ist es unbenommen, auf

Basis der satzungsmäßigen Vorgaben das jeweilige

Vorstandsmitglied abzuberufen. Zugleich steht es

dem einzelnen Vorstandsmitglied selbstverständlich

auch weiterhin frei, sein Vorstandsamt niederzulegen.

5. Können Mitgliederversammlungen auch weiterhin

online - also virtuell - abgehalten werden?

Durch die Verordnung des Bundesjustizministeriums

wurden die bereits im März 2020 erlassenen Erleichterungen

bis zum Ablauf des Jahres 2021 verlängert.

Es gilt demnach, dass auch 2021 sogenannte virtuelle

Mitgliederversammlungen möglich sind, zu denen

sich Vorstand und Mitglieder (online) zusammenschalten

können. Sichergestellt sein muss allerdings, dass

der Zugriff beziehungsweise die virtuelle Teilnahme

nur teilnahmeberechtigten Personen (in der Regel nur

den Mitgliedern) eröffnet wird. Dies kann beispielsweise

über die Vergabe von individuellen Zugangsdaten

(Passwort) geschehen. Die virtuelle Mitgliederversammlung

ist damit - wie eine Präsenzversammlung

- in der Lage, wichtige Beschlüsse für das Vereinsleben

trotz der Pandemie zu fassen.

6. Was können Vereine tun, die nicht über die

technischen Mittel oder das technische Knowhow

verfügen, um Mitgliederversammlungen im

Internet durchzuführen?

Neben der virtuellen Mitgliederversammlung sind auch

im Jahr 2021 weitere alternative Beschlussfassungsmöglichkeiten

durch den Gesetzgeber eröffnet. Zum

einen ist eine Stimmabgabe durch das einzelne Mitglied

ohne Teilnahme an der Mitgliederversammlung

möglich, sofern diese Stimmabgabe schriftlich und

vor der Durchführung der Mitgliederversammlung

möglich. Zum anderen kann ein Beschluss der Mitglieder

auch im sogenannten Umlaufverfahren (ohne

Abhaltung einer Mitgliederversammlung) getroffen

werden, wenn (1.) alle Mitglieder beteiligt wurden, (2.)

bis zu dem vom Verein gesetzten Termin mindestens

die Hälfte der Mitglieder ihre Stimme in Textform


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abgegeben haben und (3.) der Beschluss mit der erforderlichen

Mehrheit gefasst wurde.

7. Ist die Übertragung des Stimmrechts auf eine

andere Person aufgrund der Angst vor einer

Infektion mit dem COVID-19-Virus möglich?

Das Stimmrecht ist ein höchstpersönliches Recht und

untrennbar mit der Person des Mitglieds verbunden.

Eine Übertragung des Stimmrechts sieht das Gesetz

daher nicht vor. Das eigene Stimmrecht kann jedoch

auf einen Dritten übertragen werden, sofern die Satzung

dies vorsieht. Aufgrund der aktuellen Rechtslage

erscheint die Übertragung des Stimmrechts auf

einen Dritten allerdings nicht erforderlich, da auch

eine Stimmabgabe schriftlich oder in Textform (abhängig

von dem Beschlussverfahren) möglich ist.

8. Kann eine Vorstandssitzung per Telefonkonferenz

oder online - also virtuell -

abgehalten werden?

Im Grundsatz gelten für Vorstandsbeschlüsse dieselben

Regelungen wie für die Mitgliederversammlung.

Regelungen zu Vorstandssitzungen können sich aus

der Satzung ergeben. Fehlt eine solche Regelung, so

kann der Vorstand jeden- falls im Einstimmigkeitsverfahren

für die Durchführung einer virtuellen Vorstandssitzung

ohne Satzungsgrundlage und Einhaltung

der Schriftform stimmen. Das Gesetz mit den

beschriebenen Erleichterungen gilt nach seinem

Wortlaut grundsätzlich nur für Mitgliederversammlungen.

Eine entsprechende Anwendung auch auf

Vorstandssitzungen erscheint sachgerecht, ist allerdings

im Gesetz nicht vorgesehen.

9. Kann man eine Mitgliederversammlung

absagen oder verschieben?

Die Absage einer Mitgliederversammlung ist möglich.

Sofern das „Absageverfahren“ in der Satzung nicht

ausdrücklich geregelt ist, gelten für die Absage die

gleichen Formvorschriften wie für die ursprüngliche

Einberufung. Zuständig ist damit derjenige, der auch

die ursprüngliche Einberufung auf Basis der Satzungsvorgaben

vorgenommen hat. Sofern nicht abweichend

in der Satzung geregelt, muss die Absage schriftlich

erfolgen. Eine besondere Frist ist hierbei nicht zu

beachten. Da jedoch gewährleistet sein muss, dass

alle Mitglieder von der Absage Kenntnis erlangen, darf

die Absage nicht allzu kurzfristig erfolgen.

Die Verschiebung der Mitgliederversammlung hat

formell wie eine Absage der ursprünglichen Mitgliederversammlung

zu erfolgen, wobei zusätzlich zu

der Absage eine (form- und fristgerechte!) Ladung

für einen neuen Termin zur Mitgliederversammlung

erfolgen kann. Die Ladung zu einem neuen Termin

kann allerdings auch gesondert zu einem späteren

Termin erfolgen.

Redaktion: red

Fotos: Dornbach

41

Über die Dornbach GmbH

Torsten Ewen

Steuerberater, geschäftsführender Gesellschafter

Peter Henningsen, Rechtsanwalt

Die Dornbach GmbH ist eine überregional tätige Unternehmensgruppe

in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung,

Rechtsberatung und Unternehmensberatung.

Vor über 65 Jahren als Wirtschaftsprüferpraxis in Koblenz

gegründet, ist das Unternehmen heute mit über 60 Partnern

und mehr als 500 Mitarbeitern an zahlreichen Standorten

in ganz Deutschland aktiv. In interdisziplinärer Zusammenarbeit

geht es dabei um die Themen Wirtschaftsprüfung,

Steuer- und Rechtsberatung, sowie Unternehmensberatung.

Zu den Kunden des Unternehmens gehören Betriebe aus

dem Gesundheitswesen, Freiberufler, Gewerbebetriebe,

Stiftungen, kommunale Einrichtungen, sowie gemeinnützige

Unternehmen und vermögende Privatkunden.


42

Chancen und Risiken auf dem

Weg zur digitalen Nachhaltigkeit

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Torsten Weber

Elektromobile, Fair-Trade-Schokolade, vegane

Speisen oder Kreislaufwirtschaft - die Themen

Wandel in unseren

Verhaltensweisen,

den die Erde

dringend braucht

und Ansätze der Nachhaltigkeit

sind vielfältig und in

unserer Gesellschaft omnipräsent.

Medien, Unternehmen,

aber auch der

private Verbraucher haben

das Thema verstärkt für

sich entdeckt. Das Verhalten der einzelnen

Verbraucher und Unternehmen bedingen Ressourcenknappheit

und den viel diskutierten

Klimawandel. Gleichzeitig sind das Bewusstsein

und vor allem das Handeln des Einzelnen die

Voraussetzung, diese negativen Entwicklungen

aufzuhalten. Dies ist die wichtige Grundlage

für einen Wandel in unseren Verhaltensweisen,

den die Erde dringend braucht. Die Hoffnung,

nachhaltige Verhaltensweisen zu unterstützen,

liegt auch in technologischen Ansätzen, insbe-

sondere im Feld der Digitalisierung.

Digitalisierung als Umweltschützer

oder Brandbeschleuniger?

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender

der Deutschen

Telekom, erklärte im

Jahr 2016 die Digita-

lisierung zum „größten

Umweltschützer

aller Zeiten“.

Und zweifelsohne bietet digitale Technik echte

Chancen, beispielsweise die im Jahr 2015 von

den UN gesetzten 17 Nachhaltigkeitsziele für

2030 schneller zu erreichen. Allerdings

bedarf es einer differenzierten Betrachtungsweise,

denn Digitalisierung

kann sowohl Umweltschützer als auch

Brandbeschleuniger für den Klimawandel und

soziale Missstände sein. Risiken durch den hohen

Energiebedarf und den entstehenden Strukturwandel

dürfen nicht außer Acht gelassen

werden.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung

Accenture kann die Beschleunigung der Digitalisierung

mehr als die Hälfte der bis 2030

nötigen CO2-Einsparungen erzielen und gleichzeitig

die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen

Wirtschaft verbessern. Digitalisierung bietet

also die Chance, Wirtschaftswachstum mit Umwelt-

und Klimaschutz zu verbinden. Die größten

Potenziale dafür liegen in den Bereichen

industrieller Fertigung und Mobilität. (Quelle:

Accenture, Bitkom 2020)

Nachhaltigkeit durch Digitalisierung –

gewusst wie!

Digitalisierung hilft dabei, Ressourcen effizienter

einzusetzen. Dies gilt nicht nur für den

einzelnen Bürger, der Tätigkeiten des täglichen

Bedarfs über sein Smartphone erledigen kann,

sondern auch für Unternehmen, die komplexe

Risiken und

Chancen

Prof. Dr. Torsten Weber


43

Wertschöpfungsketten optimieren und transparenter

gestalten wollen. So etwa durch den

Einsatz von Block-Chains. Auf das Thema Nachhaltigkeit

ausgerichtet,

ermöglichen sie, die Einhaltung

von Umwelt- und

Sozialstandards über den

gesamten Produktionsprozess

nachzuvollziehen. Auch auf der politischvolkswirtschaftlichen

Ebene gilt es, die Digitalisierung

und den damit verbundenen Fortschritt

zu nutzen. Um Lebensmittelknappheit und

Hungerkatastrophen entgegenzuwirken, arbeiten

weltweit Wissenschaftler und Regierungen

daran, Veränderungen von Boden, Klima, Infrastruktur

und Marktfaktoren in digitalbasierte

Modelle zu integrieren.

Optimierung

komplexer

Wertschöpfungsketten

Widersprüche und Lösungsansätze

Die Möglichkeiten, die Digitalisierung im Sinne

der Nachhaltigkeit einzusetzen, sind vielfältig,

und es werden täglich mehr. Dabei können Digitalprodukte

gleichfalls einen satten CO2-

Fußabdruck hinterlassen.

Prognosen weisen darauf

hin, dass der CO2-Ausstoß

durch digitale Anwendungen

bereits 2025 den des

weltweiten Kraftfahrzeugverkehrs

übersteigen

könnte. Digitalisierung ist

eben nicht nur ein wichtiges Instrument für

mehr Klimaschutz. Wir sollten uns vor Augen

führen: Daten liegen nicht in „Clouds“, die klimaneutral

durch die Atmosphäre schweben.

Sie lagern in riesigen Serverfarmen, deren Betrieb

erhebliche Mengen an Strom erfordert,

Strom, der weltweit zu großen Teilen eben noch

nicht aus Erneuerbaren Energien produziert

wird. Wäre das Internet ein Staat, so hätte er

den dritthöchsten Energieverbrauch der Welt.

Daten liegen nicht in

„Clouds“, die

klimaneutral durch

die Atmosphäre

schweben

Rund 8% des Stromverbrauchs entfallen in

Deutschland auf Informations- und Kommunikationstechnologien,

Tendenz steigend. Da

die Digitalisierung also mit einem massiven

Mehrverbrauch an Energie verbunden ist, ergibt

sich hier ein Widerspruch, der aufgelöst werden

muss. Für einen digitalen und nachhaltigen

Ansatz müssen außerdem ressourcenfressende

und nicht nachhaltige Produktionsprozesse,

die Verwendung von Konfliktmineralien sowie

die nicht sachgemäße Entsorgung des sogenannten

E-Wastes überdacht werden.

Mit Corona und „Homeoffice“ kommt ein

weiterer Aspekt hinzu.

Zwar produzieren wir derzeit durch weniger

Fahrten ins Büro und anderen Verkehr auch

weniger CO2, aber: Tagsüber führen wir unzählige

Videokonferenzen und abends nutzen wir

dann oft auch noch Videostreaming, um unsere

Freizeit zu gestalten. Insbesondere dieses

Streaming führt uns

den immensen Stromverbrauch

von digitalen

Dienstleistungen

besonders eindringlich

vor Augen. Riesige Datenmengen fallen für

Filme und Serien auf Plattformen wie Netflix

oder YouTube an, welche heute knapp 60 % und

damit mehr als die Hälfte des globalen Datenvolumens

ausmachen. Um diese Mengen über

die Rechenzentren bereitstellen zu können,

fallen laut Schätzungen von Stromanbietern

pro Jahr bis zu 200 Milliarden kWh Strom an.

Im Vergleich dazu könnte man sämtliche Privathaushalte

in Deutschland, Italien und Polen

zusammen für ein Jahr mit Strom versorgen.

Unsere digitalen Online-Videos produzieren

damit über 300 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr,

rund ein Drittel der Menge, die vom globalen

Flugverkehr verursacht wird. Wer in Zeiten der

Nachhaltige Digitalisierung

gehört regelmäßig

auf den Prüfstand


44

Corona-Krise über die globale Klimafreundlichkeit

von #stayathome nachdenkt, sollte diesen

Aspekt nicht außen vor lassen. Digitale Anwendungen

sind ein unverzichtbares Instrument,

aber sie sind nicht per se klimaneutral. Auch

die ökologische Nachhaltigkeit von Digitalprodukten

gehört somit regelmäßig auf den Prüfstand.

Chancen überwiegen Risiken, Vorteile

überwiegen Nachteile!

Dennoch: Eine effiziente Klimapolitik könnte ein

technologischer Treiber werden und vor allem

einen wichtigen Beitrag für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit

Deutschlands auch im digitalen

Bereich Deutschlands

leisten. Die

ökonomische Dimension

unserer Gesellschaft

könnte durch

die Berücksichtigung

der ökologischen Dimension

gestärkt werden.

Dies gilt auch

umgekehrt. Wir brauchen eine - auf Nachhaltigkeit

ausgerichtete - digitale Gesellschaft.

Allen Zielsetzungen gemein ist, dass sie auf

Technologien beruhen, denn alle positiven Zukunftsvisionen

der Wissenschaft basieren auf

einem Zeitgewinn durch aktuelle Klimaschutz-

Maßnahmen und zukünftigen technologischen

Entwicklungen, um die Klimakrise komplett zu

bewältigen.

Stärkung der ökonomischen

Dimension

durch Berücksichtigung

der ökologischen

Dimension – und

umgekehrt

Digitale Revolution in Richtung

Nachhaltigkeit

Wir sollten die Chancen der Digitalisierung erkennen

und den dadurch angestoßenen gesellschaftlichen

Wandel so gestalten, dass wir

deutlich positive sozial-ökologische Effekte

erzielen. Einige Wissenschaftler und Experten

fordern, dass wir die Megatrends Digitalisierung

und Nachhaltigkeit zu einem übergeordneten

zusammenführen sollen - so, dass sie untrennbar

miteinander verbunden sind. Die Menschheit

startet eigentlich gerade erst in die Digitale

Revolution. Noch bestehen gute Chancen,

das Ganze von Beginn an in die nachhaltigere

Richtung zu lenken.

Auch wir als Verbraucher und mündige Bürger

können unser digitales Nutzerverhalten so gestalten,

dass wir soziale und ökologische Schäden

verringern. Hierbei

Digitalisierung und

Nachhaltigkeit als

übergeordneter

Megatrend

könnte auch eine Incentivierung

zur Förderung nachhaltigen

Verhaltens im digitalen

Raum helfen. Warum

nicht belohnt werden, gerade

am Anfang? Stärkere

staatliche Steueranreize für digital nachhaltigeres

Verhalten könnten dies unterstützen.

Zum Autor:

Redaktion: SK / Sam

Prof. Dr. Torsten Weber ist an der CBS International

Business School mit Passion

in den Themenfeldern Nachhaltigkeits- und

Innovationsmanagement unterwegs. Er ist

zudem Mitgründer sowie wissenschaftlicher

Berater der Initiative „Sports for Future“,

wo man u.a. rund um die Bundesligaclubs

Werder Bremen, TSG Hoffenheim und Bayern

München sowie Einzelsportler wie Fabian

Hambüchen und Boris Herrmann die

verbindende Kraft des Sports nutzt, um

gemeinsam den Herausforderungen der

Klimakrise zu begegnen.

Weber ist häufiger Gast und Redner auf

Konferenzen und Veranstaltungen im Inund

Ausland sowie Diskutant in deutschen

Medien zum Thema Nachhaltigkeit. Im Juli

erscheint sein neuester Buchbeitrag als

Co-Autor zur Prognose einer zukunftsfähigen

Gesellschaft gemeinsam mit der

CDU-Politikerin Caroline Bosbach.


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A WORLD OF OPPORTUNITIES

Erweiterung der Frankfurt International School in Wiesbaden

45

Arts, Creativity and Education - im neuen ACE-Center des FIS-Campus Wiesbaden kann nach eineinhalbjähriger

Planungs- und Bauzeit nun seit Anfang Februar musiziert, gewerkelt, gestaltet, gemalt

und Theater gespielt werden. Der von den Architekturbüros monogruen (Planung) und BELARCHITEK-

TEN (Bauleitung) modern gestaltete Neubau unterstützt eine zukunftsweisende Lernkultur in idealer

Weise. Die Fassade aus Holz und Klinkersteinen verleiht dem Gebäude ein natürliches, zugleich sehr

hochwertiges Erscheinungsbild, die Photovoltaikanlage auf dem begrünten Flachdach unterstreicht

das klimafreundliche Baukonzept.

Gute Bildung braucht gute

Bildungsvoraussetzungen

Bereits der barrierefreie Zugang über das lichtdurchflutete

Atrium, das die drei Stockwerke

miteinander verbindet, schafft eine Atmosphäre,

in der man sich sofort wohlfühlt. Erweiterte Flure,

große flexible Klassenzimmer, LED-Beleuchtung

sowie modernste Medientechnik ermöglichen das

Lernen in Kleingruppen, zu zweit oder im Klassenverband.

Die Räume sind vielfältig nutzbar

– beispielsweise als Atelier, Bühne und Werkstatt.

Die Hauptattraktionen sind das "Black-Box-Studio“,

das große Design-Center für den Kunstunterricht

mit einer angegliederten Werkstatt, die

drei kleinen Musikübungsräume sowie der Dachgarten

für kreatives Gestalten.

Neue Möglichkeiten auch im Hauptgebäude

Die durch das zusätzlich geschaffene Platzangebot

freiwerdenden Räume im Hauptgebäude

wurden umgestaltet, um sie besser an die Erfordernisse

der heutigen Unterrichtsformen und

-konzepte anzupassen. Dabei wurden mehrere

Gebiete, wie die IT, die Bibliothek sowie der Kunstraum

zu einem innovativen Bücherei-Medien-

Center zusammengefasst. In diesem bei den

Kindern sehr beliebten Bereich kann im Studio

mit Green Screen und virtueller Realität experimentiert

werden.

Redaktion: SK

Foto: Frankfurt International School

Visualisierung: Levin Dolgner - www.levindolgner.de

Die Frankfurt International School e.V. (FIS) wurde 1961 von sechs englischsprachigen

Familien in Oberursel gegründet. 1992 kam die Dependance in

Wiesbaden Naurod hinzu. Inzwischen kommen die Schüler*nnen aus mehr

als 60 Nationen. Die FIS bietet ein herausforderndes und dynamisches Bildungsprogramm,

das auf die individuellen Bedürfnisse der Lernenden zugeschnitten

ist. Die Unterrichtssprache ist Englisch, der Abschluss „International

Baccalaureate Diploma“ ermöglicht weltweiten Universitätszugang.

Frankfurt International School e.V. • Wiesbaden Campus • Rudolf-Dietz-Straße 14 • 65207 Wiesbaden

tel: : 0 61 27 / 9 94 00 • www.fis.edu


Wirtschafts

Gesundheit

News

46

Krebstherapien sinnvoll begleiten

– Nebenwirkungen minimieren

Unser Experte:

PD Dr. Ralph Mücke

Privatdozent Dr. med. Ralph Mücke, Facharzt für Strahlentherapie,

ltd. Facharzt der Strahlentherapie RheinMainNahe am

Standort Bad Kreuznach, u. a. Mitglied der AG Prävention und

Integration Onkologie (PRIO) der DKG, Mitglied in der S3-Leitlinienkommission

Lungentumore der DKG, Mitglied in der Zertifizierungskommision

Prostatazentrum der DKG, Träger des

Günther von Pannewitz Preises 2015 anlässlich der 21. Jahrestagung

der Deutschen Gesellschaft Radioonkologie.

WI-News: Als Facharzt für Strahlentherapie sind

Sie in der Schulmedizin zu Hause. Dennoch

haben Sie die Nebenwirkungen von Krebstherapien

im Blick und helfen ihren Patienten gezielt

mit komplementärmedizinischen Maßnahmen.

Was steckt dahinter?

PD Dr. R. Mücke: Viele Patienten, die sich einer

Krebsbehandlung unterziehen müssen, haben

nicht nur mit der Krankheit selbst zu kämpfen.

Auch die Nebenwirkungen setzen ihnen zu und

beeinträchtigen die Lebensqualität zum Teil

ganz beträchtlich. Das reicht von Übelkeit und

Erbrechen über Magen-Darm-Beschwerden bis

hin zu Hautproblemen oder starken Erschöpfungszuständen.

Und genau hier greift die

komplementäre Medizin: Mit diesen Maßnahmen

können Patienten belastende Begleiterscheinungen

besser in den Griff zu bekommen.

Komplementäre Medizin dient also dazu, bestehende

schulmedizinische Behandlungskon-

zepte sinnvoll zu ergänzen. Dabei handelt es

sich ausschließlich um wissenschaftlich belegte

Methoden und Verfahren, die im Rahmen

zahlreicher Studien überprüft wurden.

WI-News: Um es auf den Punkt zu bringen: Sie

sorgen dafür, dass Patienten mit den Nebenwirkungen

einer Krebstherapie nicht auf eigene

Faust nach Linderung suchen müssen?

PD Dr. R. Mücke: Ja, denn es ist wichtig, Krebspatienten

mit den Nebenwirkungen einer schulmedizinischen

Therapie nicht alleine zu lassen.

In ihrer Not greifen sie dann ggf. auf Mittel und

alternative Therapien zurück, die sich im schlimmsten

Fall negativ auf die Krebstherapie auswirken

können. Im Praxisalltag haben wir auch

immer wieder festgestellt, dass Patienten

Schulmedizin und ergänzende Methoden für

unvereinbar halten. Sie haben das Gefühl, sich

für eines von beiden entscheiden zu müssen.


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EXPERTENFORUM

47

Dabei gibt es eine ganze Reihe wissenschaftlich

belegter Verfahren, die die Nebenwirkungen

einer onkologischen Behandlung sehr gut abmildern

können. Ein Hauptansatzpunkt dabei

ist die Ernährung. Denn gerade bei Nebenwirkungen

wie Übelkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall

oder Verstopfung können bestimmte Nahrungsmittel

aber auch spezielle Teesorten Erleichterung

bringen. Sport und Bewegung können sich

nicht nur positiv auf die Psyche auswirken, es

gibt darüber hinaus einen direkten Zusammenhang

zwischen körperlicher Aktivität und der

Anti-Krebs-Wirkung. Ebenfalls sehr sinnvolle

Begleittherapien sind die Psychoonkologie und

die Ergotherapie.

Auch der Einsatz von Mikronährstoffen hat sich

im Praxisalltag bewährt. Selen, Zink und verschiedenen

Vitaminen gilt hier unser besonderes

Augenmerk. Am Beginn einer Behandlung

steht deshalb immer eine ausführliche Labordiagnostik,

um Mangelsituationen aber auch

Überdosierungen zu erkennen.

WI-News: Schulmedizin und ergänzende wissenschaftlich

belegte Verfahren ergeben somit

für Krebspatienten ein umfassendes Therapiekonzept.

Herr Dr. Mücke – wir danken Ihnen

für das Interview.

Redaktion: Christiane Gawlyta

„Das Netzwerk Komplementäre Onkologie

Rheinhessen-Nahe“ informiert über ergänzende

Maßnahmen zur schulmedizinischen

Behandlung von Nebenwirkungen der onkologischen

Therapien. Weitere Informationen

zum Netzwerk und zur Komplementären

Onkologie unter:

www.strahlentherapie-rheinmainnahe.de


48

Unterstützung in Sachen Mobilität

für die Tafel Bad Kreuznach

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Die Pandemie macht auch vor sozialen Bewegungen und gemeinnützigen Organisationen nicht Halt. Die

Arbeit bei Treffpunkt Reling in Bad Kreuznach habe sich deutlich erschwert, sagt Leiterin Daniela Essler.

Der Tagesaufenthalt bleibt bis auf weiteres komplett geschlossen und Duschen sind nur nach Terminvereinbarung

begehbar. Mehr denn je sind solche Einrichtungen nun auf Unterstützung angewiesen.

Unterstützung in Sachen Mobilität kam unlängst von Mercedes-Benz.

Bad Kreuznach – Jede soziale Bewegung braucht

einen Motor - ein nagelneuer Mercedes-Benz

Vito mit Kerstner Frischdienstausbau sorgt künftig

bei der Tafel Bad Kreuznach für mehr Mobilität.

Das Fahrzeug wurde am 25. März 2021 in

Bad Kreuznach im Beisein von Daniela Essler

- Leiterin Treffpunkt Reling – und zwei ehrenamtlichen

Mitarbeitern der Tafel Bad Kreuznach

und der Verkaufsleitung der Mercedes-Benz

Niederlassung Mainz, Transporterverkauf, übergeben.

Bereits seit 1998 unterstützt Mercedes-

Benz als einer der Hauptsponsoren die deutschen

Tafeln. „Wir sind stolz darauf, ein so bedeutsames

Projekt wie die Tafel zu unterstützen und

damit etwas Gutes zu tun.“ sagt Torsten Luckas,

Verkaufsleitung Transporter der Mercedes-Benz

Niederlassung Mainz.

1993 wurde die erste deutsche Tafel in Berlin

gegründet. Das Ziel der Tafeln ist es, eine wichtige

Brücke zwischen Überangebot und Mangel

zu schlagen. Deshalb werden überflüssige und

qualitativ einwandfreie Lebensmittel gesammelt

und an sozial und wirtschaftlich benachteiligte

Menschen verteilt. Um eine einwandfreie Logistik

der Lebensmittel zu gewährleisten, unterstützt

Mercedes-Benz die Tafeln mit zuverlässigen

Fahrzeugen, die eine schnelle und flexible Beförderung

der Waren ermöglichen.

Mit mehr als 1.000 Transporter-Neufahrzeugen

hat die Marke mit dem Stern die Tafeln bislang

unterstützt und dieses mittlerweile über 20 Jahre

währende Engagement zu einer langjährigen

Tradition gemacht. Im Rahmen des Sponsoring-

Programms übernimmt Mercedes-Benz bis zur

Hälfte des Fahrzeuglistenpreises. Der andere

Teil wird hauptsächlich durch lokale Spender und

Sponsoren erbracht.

Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr als 940

gemeinnützige Tafeln, bei denen ca. 60.000 ehrenamtliche

Helfer aktiv sind. Auch Bedürftige

engagieren sich selbst, wodurch ein wichtiges

Stück Lebensmut erhalten bleibt. Zusammen

verteilen die Helfer jährlich viele zehntausend

Tonnen Lebensmittel an rund 1,5 Millionen bedürftige

Menschen in ganz Deutschland, darunter

500.000 Kinder und Jugendliche.

Redaktion: red

Fotos: Reling e.V.

Unterstützen Sie Treffpunkt Reling mit:

• ehrenamtlicher Mitarbeit

• qualitativ einwandfreien Lebensmitteln

• mit Ihrer Mitgliedschaft im Förderverein ·

• Geld oder Sachspenden:

Bankverbindungen:

Trägerverein Treffpunkt Reling e.V.

Sparkasse Rhein-Nahe

IBAN: DE08 5605 0180 0010 0953 47

BIC: MALADE 51 KRE

Förderverein Treffpunkt Reling e.V.

Sparkasse Rhein-Nahe

IBAN: DE73 5605 0180 0010 1160 02

BIC: MALADE 51 KRE

Treffpunkt Reling -

Tagesaufenthalt und Tafel Bad Kreuznach

Leiterin Daniela Essler

Tel. 0671 9208588 · info@treffpunkt-reling.de

www.treffpunkt-reling.de/kontakt


Strahlentherapie kann Leben retten!

Strahlen · Helfen · Heilen

Die Bestrahlung ist bei Krebs eine der wichtigsten Behandlungsoptionen,

neben Operation, Chemo- und Immuntherapie. Mit hochmodernen Geräten

kann die Strahlendosis exakt platziert werden. Gleichzeitig wird das

umliegende Gewebe sehr gut geschont. In den Praxen der Strahlentherapie

RheinMainNahe in Mainz, Rüsselsheim und Bad Kreuznach können

sich Patienten einer ambulanten Strahlentherapie unterziehen und

dadurch während der Behandlung in ihrem häuslichen Umfeld leben. Die

ltd. Fachärzte Dr. Ute Metzmann, Dr. Gabriele Lochhas und PD Dr. Ralph

Mücke arbeiten mit ihren Teams nach dem Grundsatz:

49

Für die Krankheit die Technik – für den Menschen die Menschlichkeit.

Strahlentherapie RheinMainNahe, Praxisinhaber: Dr. med. Ute Metzmann (v. r.),

Dr. med. Gabriele Lochhas (v. l.), PD Dr. med. Ralph Mücke (Mitte)

Nur 1x in Mainz

In der Strahlentherapie RheinMainNahe in

Mainz-Hechtsheim wird zur effektiven Behandlung

von Krebs der neue Beschleuniger

„Halcyon-Linac“ eingesetzt. Dieser ermöglicht

eine sehr präzise und schnelle Bestrahlung bei

gleichzeitig verkürzten Liegezeiten.

Die Strahlentherapie kommt bei nahezu allen Krebserkrankungen zum

Einsatz: Bei Brust-, Prostata-, Darm-, Lungenkrebs, bei Tumoren der Hals-

Nasen-Ohrenregion, bei Hirntumoren, bei Lymphomen und bei aufgetretenen

Metastasen. Zur Behandlung dieser malignen (bösartigen) Erkrankungen

ist die Strahlentherapie eine der wichtigsten Säulen der modernen

Tumortherapie. 60 Prozent aller Krebserkrankungen können heute geheilt

werden - manche ausschließlich durch den Einsatz von Strahlentherapie.

Auch bei benignen (gutartigen) Erkrankungen werden mithilfe der Strahlentherapie

Erfolge verzeichnet. So werden bei chronisch entzündlichen

Reizzuständen mit einer sehr niedrig dosierten Bestrahlung die oft lange

bestehenden und somit chronischen Schmerzen gelindert. Bei diesen Erkrankungen

wird die niedrig dosierte Entzündungsbestrahlung eingesetzt:

Fersensporn, Aktivierte Arthrosen, Schulter-Arm-Syndrom, Schleimbeutelentzündung,

Tennisellenbogen, endokrine Orbitopathie und bei gutartigen

Tumoren. Der positive Effekt tritt mitunter erst einige Wochen nach

Abschluss der Therapie ein. Eine praxisinterne Qualitätsuntersuchung ergab

Erfolgsraten von teils 80 Prozent.

Standort Mainz

August-Horch-Straße 12

55129 Mainz

Tel: 0 61 31 / 6 19 98-0

Standort Rüsselsheim

August-Bebel-Straße 59d

65428 Rüsselsheim

am GPR-Klinikum Rüsselsheim

Tel: 0 61 42 / 7 94 48-0

Standort Bad Kreuznach

Mühlenstraße 39a

55543 Bad Kreuznach

am Krankenhaus St. Marienwörth

Tel: 06 71 / 92 06 58-0

Bildquelle: Strahlentherapie RheinMainNahe,

Urheber: Das Atelier, Gawlyta-PR

Sport- und Bewegungstherapie bei Krebs –

Wirksamkeit belegt

In der Strahlentherapie RheinMainNahe informieren die Fachärzte

auch über die Komplementärmedizin. Hierbei handelt

es sich um wissenschaftlich belegte Maßnahmen, die die Nebenwirkungen

von Krebstherapien nachweislich lindern. Ein

wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang Sport und Bewegung

bei Krebs. Erste beobachtende Studien der Universitätsmedizin

Heidelberg weisen darauf hin, dass körperliches

Training einen Einfluss auf das Überleben und auf eine erneute

Krebserkrankung haben kann. Belegt werden konnte in Studien,

dass sich neben der Lebensqualität auch therapie- und

krankheitsbedingte Nebenwirkungen durch eine systematische

Sport- und Bewegungstherapie positiv beeinflussen

lassen. Im Rahmen einer Studie haben Wissenschaftler der

Deutschen Sporthochschule Köln und der Uniklinik Köln im

Centrum für Integrierte Onkologie CIO Köln/Bonn belegen können,

dass sich angemessene Ausdauerbelastung bei Krebspatienten

positiv auf die körpereigene Tumorabwehr auswirkt.

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www.strahlentherapie-rheinmainnahe.de


Die sichere Entscheidung für Ihre Schönheit –

50

Fort Malakoff Klinik Mainz

Qualität bedeutet Perfektion in allen Bereichen: Sicherheit

im neuen OP-Zentrum, modernste Technik für alle

OP-Verfahren und Hotelkomfort in luxuriösen Patientenzimmern

- dafür steht die Fort Malakoff Klinik. Die erfahrenen

Fachärztinnen und Fachärzte können somit der

steigenden Nachfrage nach qualitativ hochwertigen und

sicheren Eingriffen in der plastisch-ästhetischen Chirurgie

und der nicht operativen ästhetischen Behandlung in

vollem Umfang nachkommen.

Ästhetik für IHN

Gesicht

• Facelift / Fadenlift

• Lidstraffung (Laser) / Brauenlift

• Nasenkorrekturen

• Ohrkorrekturen

Ästhetik für SIE

Gesicht

• Facelift / Fadenlift

• Lidkorrekturen (Laser) / Brauenlift

• Nasenkorrekturen

• Ohrkorrekturen

Brust

• Brustvergrößerung mit Implantaten

• Brustvergrößerung mit Eigenfett

• Bruststraffung

• Brustverkleinerung / Bruststraffung

Haut und Falten

• Botox® und Filler

• Laserbehandlungen:Muttermale,

Besenreiser, Couperose, Pigmente

Körper

• Laser-Fettabsaugung

• Kryotherapie: Fettweg ohne OP

• Fett-weg-Spritze

• Intimchirurgie

• Bauchstraffung / Armstraffung

• Hyperhidrosetherapien: Behandlung

bei übermäßigem Schwitzen

Körper

• Laser-Fettabsaugung

• Kryotherapie: Fettweg ohne OP

• Bauchstraffung

• Hyperhidrosetherapien: Behandlung bei übermäßigem

Schwitzen

Brust

• Laser-Fettabsaugung

• Männerbrustverkleinerung

• Fett-weg-Spritze

Kassenärztliche Therapien

Gesicht

• Operationen bei Hauttumoren

• Nasenkorrekturen

Brust

• Brustverkleinerung bei Frauen

• Brustverkleinerung bei Männern

Körper

• Narbenkorrekturen

• Operation bei Fettschürze

• Absaugung bei Lipödem

Sichere Technik – perfekte Ergebnisse


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Möglichkeiten der

Brustvergrößerung

51

Die Brust hat für viele Frauen eine besondere Bedeutung. Sie steht für Weiblichkeit und Attraktivität. Werden Form,

Größe oder Erschlaffung des Gewebes als störend empfunden, kann dies sehr belastend sein. Dank moderner Methoden

kann der Wunsch nach einer Brustvergrößerung passend zur Patientin umgesetzt werden. Wir sprachen

mit dem Mainzer Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Dr. Martin Kürten über dieses Thema

Wirtschafts-News:

Herr Dr. Kürten, was

bewegt Frauen, die

zu einer Brustvergrößerung

Ihren Rat

suchen?

Dr. M. Kürten: Die

Kunst der Brustvergrößerung

ist weitaus

mehr, als „nur“

kleine Brüste zu vergrößern.

Viele Frauen

kommen zu uns,

weil sie sich nach

dem Abstillen wieder

vollere und straffe

Brüste wünschen.

Auch wieder gleich

große Brüste zu haben, ist häufig Anlass der Beratung. Meine

Aufgabe ist es, das jeweils angestrebte Idealbild ästhetisch

und medizinisch perfekt umzusetzen.

Wirtschafts-News: Seit Jahrzehnten wird die Brustvergrößerung

mit Silikonimplantaten durchgeführt. Wie gehen Sie vor?

Dr. M. Kürten: Die Implantatkissen können an verschiedenen

Stellen positioniert werden. Bei der subglandulären Positionierung

wird das Brustimplantat unter die Brustdrüse und

oberhalb des Brustmuskels gelegt. Eine Alternative ist die Positionierung

des Implantates unter dem Brustmuskel, die sogenannte

submuskuläre Brustvergrößerung. Möglich ist es

auch, die Brustimplantate über den Brustwarzenhof einzubringen.

Die Vor- und Nachteile der Zugänge sollten vom Operateur

ausführlich erklärt werden.

Wirtschafts-News: Welche Implantate kommen in Ihrer Klinik

zum Einsatz?

Dr. M. Kürten: Wir verwenden ausschließlich geprüfte hochwertige

Implantate der Hersteller Motiva®, POLYTECH Health

& Aesthetics und Mentor®. Billigimplantate setzen wir aus Sicherheitsgründen

nicht ein. Zudem nehmen wir uns für jeden

Eingriff ausreichend Zeit und arbeiten dadurch äußerst präzise.

Denn zu einem sehr guten Ergebnis zählt auch, dass die

Narben kaum sichtbar sind.

Wirtschafts-News: Sie führen an Ihrer Klinik auch Brustvergrößerungen

mit Eigenfett durch.

Dr. M. Kürten: Dieses sichere Verfahren wird seit Jahren erfolgreich

an unserer Klinik eingesetzt. Damit bieten wir eine Alternative

zu Implantaten. Bei dieser Methode (Liposuktion) wird

an leicht zugänglichen Bereichen, z.B. an Bauch und Hüften,

Eigenfett abgesaugt und anschließend in den Brustmuskel

und das Fettgewebe der Brust transplantiert. Der positive Nebeneffekt

ist, dass gleichzeitig lästige Fettpolster reduziert

werden.

Redaktion: Wirtschafts-News

Fotos: FMK

Brustvergrößerung –

Vorher-Nachher-Bilder

Wer sich für ein Beratungsgespräch

zur Brustvergrößerung mit Implantaten

in der Fort Malakoff Klinik entscheidet,

profitiert von der 3D Kamera-Technik.

Mit diesen Aufnahmen

ist es möglich, die Brust mit virtuellen

Brustimplantaten am Computer zu

vergrößern. Bereits im ersten Beratungsgespräch

zur Brustvergrößerung

stehen damit Vorher-Nachher

Bilder zur Verfügung.

FORT MALAKOFF KLINIK

Private Fachklinik für plastische Chirurgie

Fort Malakoff Klinik Mainz • Rheinstraße 4K

D-55116 Mainz • Tel. +49 (0) 61 31-14 67 67

anmeldung@malakoff-klinik.de

www.malakoff-klinik.de


52

Fett-weg-Spritze

mit Injektions-Lipolyse

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Viele kennen es: nachdem man zahllose Diäten überstanden hat

und durchaus Erfolge verzeichnen konnte, kommen die Fettpölsterchen

doch wieder zurück, mitunter gar schlimmer, als vorher.

Fast jeder, der die Entbehrungen einer Diät auf sich genommen

hat, kennt und fürchtet ihn: den Jo-Jo-Effekt. Verständlich, wenn

sich nach jahrelanger Diät-Karriere Hoffnungslosigkeit einstellt.

Abhilfe bietet in solchen Fällen die Injektions-Lipolyse, besser

bekannt als Fett-Weg-Spritze.

Eine Lösung hierfür und damit mehr Zufriedenheit

bietet Frau Dr. med. Bockelmann vom Venen- und

Lymphzentrum in Mainz. Hier wird seit Jahren die

Injektions-Lipolyse mit Erfolg durchgeführt. Frau

Dr. med. Bockelmann ist zertifiziertes Mitglied im

Netzwerk-Lipolyse, einem internationalen Zusammenschluss

von hierfür ausgebildeten Ärzten verschiedener

Fachrichtungen. Die hohe Ausbildungs- und

Fortbildungsqualität dieser Ärzte im Netzwerk- Lipolyse

sichert den Patienten eine hohe Therapiequalität.

| Weg mit dem Fett? Nur mit einer Spritze?

Eine faszinierende Idee. Diese Idee ist allerdings bereits

seit 2003 durch mehrere hunderttausend Anwendungen

zur alltäglichen Therapierealität geworden,

die auch interessierte und betroffene Patientinnen

und Patienten im Venen- und Lymphzentrum Mainz

bei Frau. Dr. med. Bockelmann für sich nutzen können.

| Wie funktioniert die Fett-Weg-Spritze?

Bei dieser Injektions-Lipolyse wird ein erprobtes und

bekanntes Lecithin in hochgereinigter Form direkt

in die unerwünschten Fettregionen des Körpers

injiziert. Das aus der Sojabohne gewonnene Naturpräparat

wird in gleicher Zusammensetzung im eigenen

Körper produziert und beeinflusst hier den

aktiven Fettstoffwechsel höchst positiv, indem die

Fettzellen aufgespalten, abgebaut und vom Körper

ausgeschieden werden. Die Hautareale der behandelten

Zonen ziehen sich, bedingt durch deren Elastizität,

wieder zusammen und bilden eine glatte und

homogene Oberfläche.

| Injektions-Lipolyse – kein neues Wundermittel

zur Gewichtsreduzierung!

Es ist stets zu beachten, dass sich die behandelten

Körperkonturen in meist langsamen Schritten verändern.

Stark übergewichtige Patienten können mit

der Fett-Weg-Spritze nicht behandelt werden. Bei

diesen Patientinnen und Patienten ist in jedem Fall

zwingend fachärztlich abzuklären, ob es sich um

Adipositas, Lipödem, Lymphödem oder um ein Lipo-

Lymphödem handelt, bevor hier eventuell bei kleineren

Regionen, wie z.B. Doppelkinn, Ellbogen oder

Knieregion die Injektions-Lipolyse angewendet werden

kann. Eine moderate und individuelle praktikable

Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten

sind hier in jedem Fall angeraten und stellen

einen wesentlichen und entscheidenden Beratungsbestandteil

der Lipolyse-Injetions-Therapie dar.

Die Behandlungsdauer und -intensität ist überschaubar.

In der Regel sind zwei bis vier Behandlungen

im Abstand von ca. vier bis sechs Wochen

erforderlich, um die Therapie erfolgreich abzuschließen.

Und die Ergebnisse sprechen eine deutliche

Sprache. Weit über 85% der Patientinnen und Patienten

sind nach zwei bis drei Behandlungen mit dem

Ergebnis mehr als zufrieden. Interessierte vereinbaren

einfach einen Termin mit Frau Dr. med. Bockelmann

im Venen- und Lymphzentrum Mainz zu

einer persönlichen und individuellen Beratung.

Gemeinsam mit Ihr werden die persönlichen Rahmenbedingungen

für diese erprobte und erfolgreiche

Fett-Weg-Therapie abgeklärt und die entsprechende

Behandlungsabfolge besprochen und

festgelegt.

Behandelbare Körperregionen:

Reiterhosen, Oberschenkel innen und außen, unteres Gesäß / Übergang

zum Oberschenkel, Hüften, Bauch, Knie, Fettwulste an den Schulternund

Ellenbogen, Oberarme und Doppelkinn.

Telefon-Sprechzeiten: Tel.: 0 61 31 - 22 13 11

Montag und Dienstag:

Mittwoch, Donnerstag, Freitag:

Redaktion: A.W.

11:00 - 18:00 Uhr

08:00 - 13:00 Uhr

Venen- und Lymphzentrum Mainz • Dr. med. Britta Bockelmann • Bonifaziusplatz 7/Ecke Boppstraße • 55118 Mainz

tel: 0 61 31 / 22 13 11 • fax: 0 61 31 / 23 73 53 • venenzentrum.drbockelmann@yahoo.de • www.venen-lymphzentrum-mainz.de


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Sicherer Hafen

53

„Whatever it takes“, ist ein Ausspruch des damaligen

Präsidenten der Europäischen Zentralbank,

Mario Draghi, von vor mehr als zehn Jahren.

Die Auswirkungen jener Sentenz sind bis

heute deutlich sichtbar, denn die Niedrigzinspolitik

machte Immobilien endgültig zum sicheren

Hafen für Investitionen. Dass es hier vor allen

Dingen um einen positiven Nebeneffekt geht,

betont Stephan Hefner, Inhaber von Hefner Immobilien

in Mainz: „Die meisten unserer Kunden

suchen etwas zum Wohnen“.

Hefner weiß, wovon er spricht. Den Immobilienmarkt

im Rhein-Main-Gebiet kennt er seit

über zwei Jahrzehnten. Nachdem er einige Jahre

bei dem renommierten Maklerunternehmen

Eschner & Partner arbeite, gründete er sein

eigenes Unternehmen im Jahr 1999, zunächst

in Mainz-Hechtsheim, woher er gleichfalls kommt.

Nach einer weiteren Station in Mainz-Weisenau,

siedelte er schließlich um in repräsentative

Räumlichkeiten mit über 300 Quadratmetern in

der Haifa-Allee, wo sich der Standort seit September

2020 befindet.

den mit rund 50 Banken und Großinvestoren

zur Immobilienfinanzierung“, erklärt er. Ebenfalls

unter den Netzwerkpartnern sind zwei namhafte

Bauträger. Nur so, sagt Hefner, seien sie

in der Lage, ihren Kunden vom Erstgespräch bis

zur Schlüsselübergabe beratend zur Seite zu

stehen.

Das Leistungsportfolio des Immobilienbüros ist

vollumfänglich: „Wir unterstützen unsere Kunden

bei der Suche nach Eigentumswohnungen,

Grundstücken, Mehr- oder Einfamilienhäusern

sowie Gewerbeimmobilien“, so Hefner. „Und durch

unsere Kooperationen mit Bauträgern können

wir auch Neubauvorhaben gut begleiten“, komplettiert

der Immobilienfachmann. Als Mitglied

des Verbands BVFI ist Hefner Immobilien auch

branchenintern gut vernetzt und unterliegt entsprechenden

Standards. Im Hinblick auf die

allgemeine Pandemie-Situation blickt Hefner

positiv in die Zukunft und sagt: „Wir suchen

derzeit zwei weitere Mitarbeiter für unseren

Vertrieb, weitere Büros im Rhein-

Main-Gebiet sind geplant“.

„Wichtig für unsere Kunden ist, Überblick über

die gesamte Branche zu haben“, sagt der Immobilien-Fachmann

Hefner. Damit meint er nicht

nur das Immobilienangebot, sondern auch alle

beteiligten Netzwerkpartner. „Wir sind verbun-

Hefner Immobilien • Stephan Hefner • Haifa-Allee 20 • 55128 Mainz • Tel.: 0 61 31 / 339 00 00

kontakt@hefnerimmobilien.de • www.hefnerimmobilien.de


54

Vom Vordach bis zur

Holzrahmenbauaufstockung

Die Zimmerei Degreif blickt auf eine langjährige Erfahrung zurück – der Familienbetrieb aus dem

rheinhessischen Stadecken-Elsheim existiert bereits seit 1908. Tradition alleine reiche allerdings nicht

mehr aus, sagt Thorsten Degreif.

„Wer sich heutzutage in unserer Branche behaupten

will, muss sich weiterbilden, flexibel

sein und die aktuellen Entwicklungen immer

im Auge behalten“, so der Inhaber des Traditionsunternehmens.

Mit seiner Vita kann er

diese Aussage untermauern: Er ist Zimmerermeister,

zertifizierter Gebäude-Energieberater

und Betriebswirt in einer Person. Gemeinsam

mit seinen Mitarbeitern, die ihrerseits ebenfalls

regelmäßig Fortbildungsmaßnahmen absolvieren,

bietet Thorsten Degreif eine facettenreiche

Angebotspalette auch jenseits des klassischen

Dachstuhls.

Der Name Degreif steht dabei immer für

vorbildliche Handwerksqualität

• Neueinbau von Dachflächenfenstern oder

Erneuern der Bestandsfenster mit energiesparenden

Verglasungen, Sonnenschutz oder

Innenausbau

• Erstellung von Gauben inklusive Schiefer-,

Spengler- und Dachdeckerarbeiten komplett

inklusive Fenstern, Innenausbau mit allen

Tapezier- und Dämmarbeiten

• Vordächer, Carports, Wintergärten inklusive

diverser Eindeckungen

• Neugestaltung von Fassaden in Holz, Schiefer

oder Putz

• Umdeckungen von Bestandsdächern mit Verbesserungen

des Wärme- und Schallschutzes

• Erweiterungen von Balkonen oder Terrassen

z.B. mit WPC oder beliebigen Holzbelägen

• Aufstockungen bzw. Anbauten in Holzrahmenbauweise

oder Brettsperrholz mit Brettstapeldecken

• Erweiterungen von Hallen mit Leimbindern

oder Nagelplattenkonstruktionen

Auch Planungsaufgaben nehmen zu

Thorsten Degreif ist stolz auf das in ihn und

seine Mannschaft gesetzte Vertrauen. Er freut

sich, dass inzwischen viele Auftraggeber bereits

in der Planungsphase auf ihn zukommen, beispielsweise

wenn bei einer Aufstockung gleichzeitig

die Raumaufteilung des bestehenden

Gebäudes geändert werden soll, so wie bei

einem derzeit in Arbeit befindlichen Projekt:

Nach Erörterung der verschiedenen Ausfüh-


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55

rungsvarianten hat sich der Auftraggeber für

eine freitragende Nagelplattenbinderkonstruktion

entschieden. Durch die Abtragung aller

Lasten rein über die Außenwände konnte damit

im Inneren des Gebäudes eine besonders großzügig

gestaltete Architektur verwirklicht werden.

Nachhaltigkeit und ökologische Aspekte

gewinnen an Bedeutung

Bereits seit 2008 führt die Zimmerei Degreif

auch das Qualitätszeichen „Fachbetrieb für

Dämmtechnik“. Seit dieser Zeit gehören auch

nachhaltige CO2-Sanierungen zum erweiterten

Leistungsspektrum. Oftmals fallen diese Arbeiten

nicht nur im Dachbereich an, sie erstrecken

sich ebenso auf die Gebäudefassaden. Bei

den Auftraggebern gewinnt dabei die baubiologische

und ökologische Unbedenklichkeit der

verwendeten Baustoffe eine zunehmende Bedeutung.

O-Ton Thorsten Degreif: „Ich möchte

mit meinen Kindern ja auch nicht in einem

Joghurtbecher leben“. Er rät seinen Kunden

daher, für die Wärme- und Schalldämmung

anstelle einer Styropor-Verkleidung besser ökologische,

atmungsaktive Materialien wie Hanf,

Holzfaser oder Isofloc als Gefachdämmung zu

verwenden. Der Aufbau der Fassade selbst

könne dann mit Holzweichfaserplatten als

Putzträger oder durch eine Holzverkleidung

erfolgen. Alternativ seien dafür selbstverständlich

auch andere Materialien wie Schiefer oder

Faserzement-Paneele in Holzoptik und freier

Farbgestaltung einsetzbar.

Redaktion: S. K.

Fotos: Zimmerei Degreif

Zimmerei Degreif • Thorsten Degreif • Kreuznacher Straße 21 • 55271 Stadecken-Elsheim • Tel.: 0 61 36 / 28 23

info@zimmerei-degreif.de • www.zimmerei-degreif.de


56

Gemeinsam stark an der Spitze

Wie Unternehmer-Paare in belastenden Situationen wachsen

Schritt 1:

Auszeit nehmen

und Ressourcen entdecken

Schritt 2: Selbstführung erforschen

und Gestaltungskraft erhöhen

Schritt 3:

Schritt 4:

Schritt 5:

Mut fassen und

Entscheidungen treffen

Experimente wagen und

Lösungen finden

Wachstum erleben und

Zukunft angehen

Im ersten Teil ging es darum, wie wichtig

es ist, in belastenden Situationen erst einmal

wieder Kraft zu schöpfen. Mit einem

frischen Zugang zu den eigenen inneren

Ressourcen ist es einfacher und wirkungsvoller,

sich den äußeren Herausforderungen

zu stellen. Danach ist es leichter, die Regie

zu übernehmen und zu gestalten.

Innerlich Klarheit gewinnen

In der Krise ist es normal, dass Durcheinander

herrscht: im Unternehmen, in der Beziehung,

in den eigenen Gedanken und Gefühlen. Es ist

schwerer, Entscheidungen zu treffen und zielgerichtet

zu handeln. Über Jahre eingespielte

Abläufe funktionieren nicht mehr, die Zukunft

ist ungewiss. Menschen sind verunsichert, Angst

macht sich breit.

Umso wichtiger ist es für Unternehmenslenker

in dieser Situation, sich selbst zu kennen und

zu verstehen. Dadurch kann man auf diesem

Gebiet mehr Sicherheit gewinnen, das stärkt

persönlich und strahlt auch auf die eigene Gestaltungskraft

und das Führungsvermögen ab.

Mitarbeiter spüren, der Chef und die Chefin sind

klarer in ihrer Haltung und zielgerichteter in

ihrer Kommunikation. Das hilft ihnen Zutrauen

zu haben, dass die Firma gut durch die Krise

kommt.

Für innere Ambivalenzen Lösungen finden

Typischerweise gibt es in der Krise Ambivalenzen,

Dilemmas, Zwickmühlen. Man könnte

meinen, sie liegen in der Situation. Im Grunde

spielen sie sich aber im eigenen Denken und

Fühlen ab: Eine innere Stimme meint, es müsse

so gemacht werden, eine andere ist vom

Gegenteil überzeugt. Und vielleicht melden sich

auch noch eine dritte und eine vierte zu Wort,

die noch eine andere Meinung haben. Diese

innere Uneinigkeit kann viel Kraft rauben und

sogar lähmen. Selbst wenn man eine Entscheidung

trifft, kann man weiter hin- und hergerissen

sein, ob es die richtige war.

Über die Autorin:

Karin Dölla-Höhfeld begleitet gemeinsam mit ihrem Mann Günther

Höhfeld Unternehmer-Paare in belastenden Situationen.

Sie unterstützen Doppelspitzen individuell mit einem strukturierten

Programm bei Schicksalsschlägen und persönlichen Krisen,

damit Kontrollerleben, Handlungsfähigkeit und Wohlbefinden

wiederhergestellt werden.

www.hoehfelds-hof.de • Höhfelds Hof • 55278 Dolgesheim


Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Artikel nur die männliche Form

verwendet. Selbstverständlich sind immer Frauen wie Männer gemeint.

57

Hier sind drei Aspekte hilfreich:

• Achtsam sein: Je mehr es Ihnen gelingt, nicht

in Grübeleien zu verfallen oder ganz im Problem

zu versinken, desto eher sind Sie handlungsfähig.

Dafür ist es hilfreich zu üben, ganz in

dem zu sein, was gerade ist - ohne dass Sie

darüber nachdenken oder gleich Lösungen suchen.

Das kann dann später kommen.

• Die eigenen Bedürfnisse ernst nehmen: Wenn

es Ihnen gut geht, können Sie auch gut für andere

und für Ihr Unternehmen da sein. Legen

Sie jeden Tag Wert darauf, dass Sie gut für sich

sorgen. Das gilt für Ihren Körper, für Ihre Seele

und für Ihre Beziehungen. Sie selbst und die

anderen Menschen um Sie herum werden es

Ihnen danken.

• Den „liebevollen Beobachter“ in sich aktivieren:

Ihr inneres Erleben zu entschärfen gelingt

Ihnen, wenn Sie mit einer guten Portion Distanz

darauf blicken. Treten Sie sozusagen innerlich

zwei, drei Schritte zurück oder schauen Sie aus

der Hubschrauber-Perspektive auf Ihre unterschiedlichen

Stimmen oder Seiten. Schon durch

diese andere Sicht wird Ihre innere Gespanntheit,

Ihre Zerrissenheit an Vehemenz verlieren,

und Sie können sich mehr entspannen.

Praxis-Tipp 1:

Trainieren Sie jeden Tag den „liebevollen Beobachter“

in sich - auf entspannte Weise.

Ein wunderbarer Anfang ist der „Gang der liebenden

Aufmerksamkeit“: Nehmen Sie sich zehn

bis 20 Minuten Zeit, um ins Grüne zu gehen.

Suchen Sie sich einen Sinneskanal aus, mit dem

Sie auf dem Hinweg und einen anderen, mit

dem Sie auf dem Rückweg wahrnehmen wollen,

was ist. Vielleicht wollen Sie erst auf das achten,

was Sie sehen, und dann, was Sie hören.

Oder erst, was Sie beim Gehen auf der Haut

und an Ihren Füßen fühlen, und dann, was Sie

riechen.

Fokussieren Sie jeweils auf nur einen Sinneseindruck

- ohne zu bewerten oder nachzudenken.

Wenn Gedanken kommen, lassen Sie sie

einfach weiterziehen wie Wolken am Himmel.

Und kehren Sie wieder sanft mit Ihrer Aufmerksamkeit

zum Sehen oder Hören zurück. Wenn

Sie das möglichst jeden Tag machen, werden

Sie sich mit der Zeit mehr und mehr aus dem

Verstricktsein mit Ihren Problemen lösen können.

Praxis-Tipp 2:

Erzählen Sie Ihrem Partner von Ihren inneren

Zwickmühlen. Und hören Sie ihm zu.

Das Teilen der inneren Herausforderungen ist

sinnvoll, um selbst entlastet zu werden. Und

es stärkt die Beziehung. Das Erzählen hilft,

etwas loswerden zu können, das Zuhören schenkt

dem anderen Freiraum, ein Gefühl des Wertes

und das Erleben von Akzeptanz.

Ein Tipp: Rahmen Sie das Gespräch positiv, damit

Sie beide nicht in einer „Problem-Trance“

versinken. Tauschen Sie also am Anfang kurz

eine Sache aus, die in den letzten Tagen gelungen

ist. Und beenden Sie das Gespräch mit

etwas, das Sie als angenehm erlebt haben. Oder

mit etwas Schönem, das noch bevorsteht.

Praxis-Tipp 3:

Finden Sie erst mehr innere Ruhe. Und kommunizieren

Sie dann Ihre Lösungen ins Unternehmen.

Wenn Sie nervös, niedergeschlagen oder ängstlich

sind, nehmen das Ihre Mitarbeiter wahr.

Selbst wenn Sie es überspielen wollen - Menschen

spüren Ihre innere Anspannung über die

körperlichen Signale, die Sie unbewusst aussenden.

Deshalb ist es sinnvoll, erst einmal

selbst zur Ruhe zu kommen. Das ist oft einfacher

gesagt als getan. Doch es lohnt sich, sich

selbst dazu einzuladen und alles dafür Hilfreiche

zu tun.

Was brauchen Sie dazu: eine Stunde am Tag

Zeit für sich, in der keiner etwas von Ihnen will?

Oder ein Wochenende ohne Aufgaben? Eine

längere Auszeit in der Natur? Allein oder mit

Ihrem Partner? Hören und spüren Sie in sich

hinein. Nehmen Sie dieses Bedürfnis ernst und

setzen Sie um, was möglich ist. Und genießen

Sie die Zeit, die nur Ihnen gehört. Ganz achtsam.

Dann können Sie mit Frische, Elan und Überzeugungskraft

vor Ihre Mitarbeiter treten. Und

diese werden sich leichter mit Ihnen zusammen

auf den Weg machen - raus aus der Krise, hin

zu neuen Möglichkeiten.

Text: Karin Dölla-Höhfeld


58

AUFGEGABELT:

Wunderbares Lesefutter

Dr. med. Mirriam Prieß

Zeit für einen Spurwechsel (2018)

Die Kraft des Dialogs (2021)

Unsere Redakteurin Sam entdeckt für

Sie interessante Bücher von Autor:innen

aus der Region. Wunderbares Lesefutter

– gewöhnlich aufgegabelt in Rheinland-

Pfalz und Hessen – kommt dieses Mal

etwas weiter her.

„Wir kommen nur dann aus der Krise, wenn

wir uns der Substanz zuwenden, das ist:

dem eigenen Wesen, dem Echten in uns und

um uns herum“, erläutert die Psychologin

Dr. Mirriam Prieß im Interview mit der Wirtschafts-News*.

Genau hier setzen auch die

beiden vorgestellten Werke an: beim „Sichselbst-Sein“,

authentisch sein, das eigene

Wesen verstehen und leben. Nur wer gut

mit sich umgehe und im Dialog sei, könne

gut mit anderen und seiner Umgebung umgehen.

„Erst dann ist es möglich, mit dem

Außen in einen guten Dialog zu treten und

gesunde Beziehungen zu führen“, so die

Ärztin und Beraterin.

Das in 2018 erschienene Werk Zeit für einen

Spurwechsel erläutert anhand vieler Praxisbeispiele

verständlich, warum es schwerfällt,

aus eingefahrenen Verhaltensmustern

und Umständen herauszufinden. Dabei

geht es „nicht um Anklage, nicht um Schuld

und auch nicht um Aufgabe, sondern um die

Chance auf echte Veränderung“. Prieß zeigt

auf, an welchen Stellen angesetzt werden

muss, um sich aus unbewussten Prägungen

und unstimmigen Handeln befreien zu

können.

Fehlende Augenhöhe, mangelnder Respekt

oder Interesselosigkeit, kein Mitgefühl oder

die Unfähigkeit, ein Gleichgewicht zwischen

Nehmen und Geben zu leben – das alles seien

Zeichen dafür, dass wir den Zugang zu

uns selbst verloren haben, erklärt die Autorin

im Gespräch zu ihren Büchern. „Stattdessen

beuten wir aus: uns selbst, unsere

Mitmenschen, die Natur.“ Das Buch ist eine

zeitgemäße, wichtige Einladung, die eigene

Geschichte anzuschauen, anzunehmen, daran

zu wachsen und ein Leben zu führen,

das einem wirklich entspricht.

In ihrer aktuellen Publikation Die Kraft des

Dialogs beschreibt Dr. Mirriam Prieß das

Dialogprinzip, mit dem sie seit Jahren Einzelpersonen

und Unternehmen erfolgreich

aus der Erschöpfung führt. Im Fokus steht

das, was Gesund-Sein ausmacht. Gleichfalls

ist es eine Anleitung, wie dort Sicherheit gewonnen

werden kann, wo emotional Unsicherheit

herrscht. Kompakt wird dargestellt,

was eine gesunde Beziehung genau bedeutet

und schnell wird klar, dass Dialog viel

mehr ist als rein verbale Kommunikation. Es

ist weit tiefgehender, eine Lebenshaltung,

die unserer krisengeschüttelten Zeit den

Wandel in das Gesunde ermöglichen kann.

Beide Werke sind eine Tür zu einem Weg,

der zu nachhaltigen Beziehungen und Möglichkeiten

führt – im Innen wie im Außen.

Eine klare Leseempfehlung auch für Influencer

und Entscheider.

Das Interview mit Dr. Mirriam Prieß und weitere Informationen zu ihrer Arbeit finden Sie im vorliegenden

Magazin auf Seite 58.


„Als Objekt benutzt zu werden, ist eine der

zentralen Ursachen für Verletzungen und

Kränkungen im menschlichen Miteinander.“

59

„Beziehung ist ein aktiver Gestaltungsprozess

von allen Beteiligten in jedem Moment.“

„Der Dialog ist die Entscheidung zur

eigenen Mündigkeit und die Bereitschaft

zur Selbstverantwortung.“

NEUERSCHEINUNG

„Wie wäre es vielmehr, grundsätzlich dafür zu sorgen, dass gesunde

Menschen in verantwortungsvollen Positionen eingesetzt

werden – wäre es nicht das, was Leadership ausmacht?“

„Obwohl es sich jeder von uns wünscht, authentisch

zu sein, scheint es für die meisten von uns

viel selbstverständlicher, dies nicht zu sein.“

„Wenn wir ein Leben führen wollen, das

uns entspricht, dann können wir das

nur, wenn wir wissen, wer wir sind.“

„Selbstwert entsteht durch wertvolles Handeln

– uns selbst und der Umwelt gegenüber.“

„Symptome von Erschöpfung und Depression sind nichts anderes als

der Ausdruck davon, dass das eigene Wesen unterdrückt ist.“

www.penguinrandomhouse.de


60

Eine Hilfe für Senioren

und deren Angehörige

Die Website e des Pflegenetzes Bad Kreuznach ist online

Zwar fühlt sich Elisabeth H. in ihrer Bewegung inzwischen etwas eingeschränkt, aber Tochter Marianne

hilft ihr beim Einkaufen und verbringt viel Zeit mit ihrer leicht dementen Mutter. Trotz ihrer

89 Jahre lebt die Seniorin daher noch in ihren eigenen vier Wänden. Dann passiert es. Die alte Dame

stürzt im Badezimmer. Ein dumpfer Knall alarmiert die Nachbarin. Elisabeth H. ist auf den nassen

Fliesen vor der Dusche ausgerutscht. Feuerwehr und Rettungsdienst rücken an. Die Rentnerin kommt

ins Krankenhaus. Diagnose: Oberschenkelhalsbruch. Von heute auf morgen ist Elisabeth H. auf

Pflege angewiesen.

Tochter Marianne fühlt sich überfordert. Ein

Berg von Fragen tut sich vor der kaufmännischen

Angestellten auf. Was nun? Wie geht es

mit der Mutter weiter? Wer pflegt sie? Wo findet

die Pflege statt? Und: Wer trägt die Kosten?

„Dies ist kein Einzelfall“, erklärt Annerut Marx

vom Pflegestützpunkt Bad Kreuznach. Da Angehörige

in einer solchen Situation oft nicht

mehr weiterwissen, hat die engagierte Sozialarbeiterin

gemeinsam mit der Gemeindereferentin

und Seelsorgerin Bärbel Dörr und Udo

Foerster, Gesellschafter „mein SANiHAUS “, die

Internet-Plattform www.pflegenetzbad-kreuznach.de

ins Leben gerufen.

Das Besondere: Die Website holt

die Angehörigen in ihrer indi-

viduellen Pflegesituation ab

und beantwortet viele Fragen

zu Hilfsangeboten und Pflegeleistungen.

Anschlussversorgung

nach einem Krankenhausaufenthalt,

ambulante Pflege, sta-

tionäre Pflege, Palliativ-

Versorgung sind die Themenschwerpunkte. „Es

geht aber auch um die pflegenden Angehörigen,

die oft körperlich und seelisch überlastet sind

und für sich selbst Hilfe brauchen“, betont die

Seelsorgerin Bärbel Dörr.

„Von Anfang an haben wir auf eine hoch flexible

digitale Lösung gesetzt – selbstverständlich

mit responsivem Webdesign“, erklärt Udo Foerster.

Denn inzwischen benutzen rund 86 Prozent

aller Deutschen ein Smartphone, so eine Studie

der VuMA (Arbeitsgemeinschaft Verbrauchsund

Medienanalyse) aus dem Jahr 2020. „Mit

dem Smartphone kann man jederzeit wichtige

Informationen über Pflege- und Beratungsangebote

in der Region erhalten“, so der Medienund

Marketingexperte.

Weiteres Herzstück der Website ist ein Pflegeverzeichnis

mit aktuellen Kontaktdaten von

Pflegediensten, ambulant betreuten Wohngemeinschaften,

Einrichtungen für betreutes

Wohnen, Service-Wohnen, Alten- und Pflegeheimen,

Hospizdiensten sowie Palliativstützpunkten.

Unterstützung von Anfang an: Die Oberbürgermeisterin der Stadt Bad Kreuznach

Dr. Heike Kaster-Meurer begleitet das ambitionierte Projekt von der Ideenfindung bis heute.


61

Überfordert - Wenn eine Pflegesituation in der Familie plötzlich eintritt, stehen viele Angehörige vor einem scheinbar

unüberwindlichen Berg an Fragen.

Unter dem Menüpunkt „Hilfreiches“ findet man

zahlreiche Tipps und Kontaktadressen - beispielsweise

zu Sanitätshäusern, Anbietern

haushaltsnaher Dienstleistungen, Haus-Notruf-

Angeboten, Vordrucke von Vollmachten und

Informationen zur Demenzberatung.

Dr. Heike Kaster-Meurer, Oberbürgermeisterin

der Stadt Bad Kreuznach, unterstützte das innovative

Projekt von Anfang an. „Ein solche

Seite ist dringend nötig, denn die Situation, dass

ein Angehöriger Pflege benötigt, kann von jetzt

auf gleich eintreten“, weiß die Medizinerin.

Text: Udo Foerster

Fotos: Stadt Bad Kreuznach,

denis_vermenko - AdobeStock_240401907

Unterstützt wurde der Aufbau der Website

von den regionalen Unternehmen „mein

SANiHAUS“ sowie „Bachmann Media“. Für

die Übernahme der Kosten für die Pflege

und Weiterentwicklung des wertvollen

Informations-Angebots konnte Frau Dr.

Heike Kaster-Meurer, Oberbürgermeisterin

der Stadt Bad Kreuznach, die GEWOBAU

GmbH, die Stadtwerke Bad Kreuznach sowie

die Sparkasse Rhein-Nahe gewinnen.

Ausgangspunkt der Initiative war der Arbeitskreis

Öffentlichkeitsarbeit des 2018

ins Leben gerufenen Pflegenetzes Bad

Kreuznach.

Kontakt:

Pflegestützpunkt Bad Kreuznach

Frau Annerut Marx

Wilhelmstr. 84 · 55543 Bad Kreuznach

Telefon: 0671 920473-12

annerut.marx@pflegestuetzpunkte-rlp.de

www.pflegenetz-bad-kreuznach.de


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Herausgeber: Reprion Media

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Redaktion:

Angela Wilbert (A. W.)

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Fotografie:

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Titelbild Mainz: Ramin Durani

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Gastautoren:

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Professor Dr. Torsten Weber

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