contact Büromagazin #32

wiesner.hager
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Wir erleben eine Zeit der Neustrukturierung unserer Arbeitswelt. So ist beispielsweise Home-Office in vielen Unternehmen die aktuelle Realität geworden. Aus diesem Thema leitet sich unsere Titelstory ab: Ortsunabhängiges Arbeiten als Konzept der Zukunft. Was es dafür alles braucht und warum der Küchenstuhl kein geeigneter Ersatz für einen ergonomischen Bürostuhl ist, das erfahren Sie ab Seite 12. Für das Neue Arbeiten wird es keine pauschale Lösung geben. Vielmehr können wir eine Kombination aus Remote-Arbeit und Präsenz im Büro erwarten. Umso wichtiger ist es daher, inspirierende Interaktions-Zonen zu schaffen „um Reibungsflächen auszuloten und den Magnetismus des Miteinanders zu forcieren“, wie es etwa Luuk Strijbosch, Community Manager von WeWork China, formuliert. Mehr zu diesem außergewöhnlichen Coworking Hub, eingebettet in die Hallen einer ehemaligen Opiumfabrik, lesen Sie auf Seite 18. Ein spannender Kontrast zu den Working-Spaces in der pulsierenden Metropole Shanghai ist der Ansatz des TGW Activity Garden. Auf 9000 Quadratmetern wurde ein grüner Outdoorbereich geschaffen, in dem Mitarbeiter arbeiten und sich gleichermaßen regenerieren können. Genau der richtige Ort, um ein paar ausgewählte Erinnerungen aus 100 Jahren Wiesner-Hager zu lesen, die wir in unserem Jubiläumsartikel ab Seite 24 zusammengestellt haben.

Ausgabe 32

Home-Office Huber

Satellitenbüro

Andersen

Home-Office

Holzwarth

Remote Space

Schneider

Home-Office

Hutter-Zeiler

Satellitenbüro

Thompson

Home-Office

Demirci

Home-Office

Gertmaier

Home-Office

Weinzierl

Coworking WG

Thompson/Becker

Home-Office

Pawlovski

Home-Office

Sauter

Naht das Ende

des klassischen Büros?

Home-Office Dudek

Satellitenbüro

Hartmann

Remote Space

Beck

Coworking WG

Lewis / Green

Home-Office

Hennemann

Coworking WG

Blum und Scholz

Home-Office Mitter

Remote Space

Lebedew

New-Work-Arbeitswelt (er)leben.

Das Büro im Grünen:

TGW Activity Garden.


Vom Schreibtisch

in die Cloud.

© raumpixel.at

Wir erleben eine Zeit der Neustrukturierung unserer Arbeitswelt. So ist

beispielsweise Home-Office in vielen Unternehmen die aktuelle Realität

geworden. Aus diesem Thema leitet sich unsere Titelstory ab: Ortsunabhängiges

Arbeiten als Konzept der Zukunft. Immer mehr Unternehmen

sammeln die Ergebnisse aus den Pandemie-Erfahrungen. Darum gehen wir

auf den nächsten Seiten umfassender auf diese weltweite Entwicklung ein.

Was es dafür alles braucht und warum der Küchenstuhl kein geeigneter

Ersatz für einen ergonomischen Bürostuhl ist, das erfahren Sie ab Seite 12.

Für das Neue Arbeiten wird es keine pauschale Lösung geben. Vielmehr

können wir eine Kombination aus Remote-Arbeit und Präsenz im Büro

erwarten. Umso wichtiger ist es daher, inspirierende Interaktions-Zonen

zu schaffen „um Reibungsflächen auszuloten und den Magnetismus des

Miteinanders zu forcieren“, wie es etwa Luuk Strijbosch, Community

Manager von WeWork China, formuliert. Mehr zu diesem außergewöhnlichen

Coworking Hub, eingebettet in die Hallen einer ehemaligen

Opiumfabrik, lesen Sie auf Seite 18.

Ein spannender Kontrast zu den Working-Spaces in der pulsierenden

Metropole Shanghai ist der Ansatz des TGW Activity Garden. Auf

9000 Quadratmetern wurde ein grüner Outdoorbereich geschaffen, in

dem Mitarbeiter arbeiten und sich gleichermaßen regenerieren können.

Genau der richtige Ort, um ein paar ausgewählte Erinnerungen aus

100 Jahren Wiesner-Hager zu lesen, die wir in unserem Jubiläumsartikel

ab Seite 24 zusammengestellt haben.

Ob als Druckwerk oder E-Paper, auch das neue contact bietet Ihnen

wieder spannende Antworten und inspirierende Einblicke in die

aktuellen Entwicklungen der New-Work-Welt. Wir wünschen Ihnen

ein vergnügliches Lesen!

Laura und Markus Wiesner


Naht das Ende des klassischen Büros? 04

bluebird.space: New-Work-Arbeitswelt (er)leben 08

Nützliches für den Home-Office-Alltag 11

Ergonomisch arbeiten auch im Home-Office 12

Referenzstory AHT: Kommunikative Bürolandschaft mit persönlichem Touch 14

Office of the year 17

Büros aus aller Welt: WeWork Shanghai 18

What’s on your desk, Anna Heringer? 21

Das Büro im Grünen: TGW Activity Garden.. 22

100 Jahre Wiesner-Hager Möbel 24

Showroom 26

Herausgeber: Wiesner-Hager Möbel GmbH, Linzer Straße 22, A-4950 Altheim, T +43/(0)7723/460-0, altheim@wiesner-hager.com, www.wiesner-hager.com,

thinknewwork.com; Konzept / Redaktion: Wiesner-Hager, Mintmind Communication GmbH; Layout: Mintmind Communication GmbH, mintmind.at;

Gastautor: Wojciech Czaja; Satz- & Druckfehler vorbehalten; 05/2021.

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Office Concepts

Vom Schreibtisch in die Cloud.

Naht das Ende des

klassischen Büros?

Arbeiten wo und wann man will, oder doch lieber fester Schreibtisch im Büro? Bei diesem Thema spalten sich

die Meinungen. Fest steht, dass wir uns gerade in einem rasanten digitalen Veränderungsprozess befinden.

Remote-Arbeit etabliert sich immer mehr und bringt zahlreiche Freiheiten mit sich, während das klassische

Büro mit sozialen und produktiven Vorteilen punktet. Die Lösung liegt, wie so oft, in der goldenen Mitte.

Die wachsende Bedeutung der

Remote-Arbeit.

Es ist kurz vor sieben. Der Wecker klingelt. So wie jeden

Tag. Wie mechanisch werden die Zähne geputzt,

es wird gefrühstückt und ins Auto gestiegen.

Alles ist zur Routine geworden. Der Weg

zur Arbeit, aber auch der Arbeitstag selbst.

Same time – same station. Wenig Abwechslung,

wenig Veränderung.

Eine Situation, welche bis heute für viele

Arbeitnehmer nicht ungewöhnlich ist. Der tägliche

Weg ins klassische Büro hat sich über Jahre hinweg

etabliert. Erst seit kurzer Zeit, besonders vorangetrieben

durch die Corona-Krise, werden die gewohnten

Strukturen immer mehr aufgebrochen. Remote-Arbeit

heißt das Stichwort. Dabei handelt es sich um ortsunabhängiges

und flexibles Arbeiten, welches keine oder

nur sehr wenig Firmenpräsenz erfordert. Home-Office,

mobiles und hybrides Arbeiten sind plötzlich für

viele zur neuen Realität geworden. Manche glauben

an einen kurzfristigen Trend, andere sehen es als zukunftsträchtige

Wirklichkeit. Dass wir uns mitten in

einem Change-Prozess

befinden – getrieben

durch die fortschreitende Digitalisierung – ist

unumstritten. In welchem Ausmaß, ist von Branche

zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen

verschieden. Gerade das Home-Office

war in der Krise ein weit verbreitetes Instrument,

um Social Distancing gewährleisten zu

können. So kommt immer wieder die Diskussion

um eine langfristige Verlagerung der

Arbeit ins Heimbüro auf. Befürworter sehen

den Arbeitsalltag in den eigenen vier Wänden. Der

Besuch im Büro soll nur noch zu besonderen Zwecken

wie wichtigen Meetings stattfinden. Ein Einwand,

welcher in diesem Fall vorgebracht wird, ist die fehlende

soziale Interaktion. Viele haben es in den Wochen

und Monaten des Lockdowns bemerkt: Es fehlt der

Kontakt zu Kollegen. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang

auch der eingeschränkte Gedanken- und

Ideenaustausch, welcher besonders durch die physische

Collaboration beflügelt wird, denn Kreativität

und Innovation brauchen soziale Reibung.

Remote-Arbeit ist nicht gleich Home-Office.

Werden wir nach der Krise also doch wieder täglich

ins Büro pilgern? Nein, sagen Befürworter von hybridem

und mobilem Arbeiten. Viele von ihnen sehen

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den Arbeitsalltag

weder im

Home-Office

noch im klassischen

Büro.

Sie wollen selbst entscheiden, wann und vor allem wo

sie arbeiten. Gerade die Generation Z drängt immer

mehr in Richtung freies und ortsunabhängiges Arbeiten.

Im Trend liegt beispielsweise, das Büro in einer

Urlaubsdestination aufzuschlagen. Workation nennt

sich dieses neue Modell. Es wird dort gearbeitet, wo

andere Urlaub machen. In unseren Breitengraden stehen

zum Beispiel Destinationen wie Dubai, Kapstadt,

Mallorca oder Griechenland ganz oben auf der Liste beliebter

Workation-Ziele, vor allem wegen der verhältnismäßig

geringen Zeitverschiebung. Für ein erholsames

Workation-Erlebnis muss man jedoch nicht zwingend

in die Ferne schweifen.

Schon der nahegelegene See

oder ein Aufenthalt in den

Bergen sorgt für Tapetenwechsel

im Arbeitsalltag.

Das Workation-Modell

ist besonders für digitale

Nomaden eine attraktive

Lösung, die jedoch viel Planung und Disziplin erfordert.

Sonne, Strand und Meer locken vom Schreibtisch

weg. Auch die Kosten für Unterkunft und Work Space

sind, gerade auf Dauer, nicht zu unterschätzen. Wählt

man fernere Destinationen wie zum Beispiel Bali, das

derzeit wohl populärste Workation-Ziel, könnte auch

die bereits genannte Zeitverschiebung zum echten

Problem werden.

Der wichtigste Grund, warum viele Arbeitnehmer

für Remote-Arbeit plädieren, sind die oft langen und

staureichen Fahrten ins Büro. Wer trotzdem Kollegen

treffen will und einen ruhigen Ort zum Arbeiten

sucht, findet die Lösung in sogenannten Satellitenbüros

oder Coworking Spaces. Dabei handelt es sich

um voll ausgestattete Offices, die als Ergänzung zur

Zentrale eines Unternehmens dienen. Sie

liegen außerhalb der städtischen Hotspots,

wodurch die Fahrt durch Stadtverkehr

und Co. vermieden werden kann. Weiterer

Vorteil: Die

Arbeitsausstattung

wie gutes Internet

oder ergonomische

Bürostühle ist, ähnlich wie im

Headquarter, vorhanden.

Die neue Interpretation des Büros.

Bei all den verlockenden Vorteilen der Remote-Arbeit

ist eines klar: Gute Collaboration ist besonders

essenziell für den Unternehmenserfolg. Gerade

im kreativen Bereich, wo es um Ideenfindung und

Innovation geht, kommt der Zusammenarbeit eine besondere

Bedeutung zu – und damit auch dem Büro als

Ort der Begegnung. Neue Raumtypen sorgen dafür,

dass Arbeiten auch abseits des klassischen Schreibtisches

ermöglicht wird. Offene, aber kleinstrukturierte

Coworking Units sind für Team- und Projektarbeit,

sowie die kreative Ideenentwicklung bestens geeignet.

Die gestalterischen Umsetzungsmöglichkeiten sind

dabei unglaublich vielfältig: Kreativräume, Bibliotheken,

Working Cafés, Kommunikationsinseln,

Teambüros, Lobbys oder Activity-Gärten sind nur

einige Raumbeispiele, die Zusammenarbeit

fördern. Auch externe

Projektteilnehmer und Freelancer

können hier eingebunden werden.

Einen Gegenpol dazu bilden Silent

Spaces als Rückzugsräume für

konzentriertes Arbeiten. Klassische

Kommunikationsräume werden

für Hybrid-Meetings upgedatet.

Dadurch können virtuelle Gesprächspartner mittels

moderner Conferencing-Technik in Besprechungen

eingebunden werden. Durch diese neuen Raumtypologien

wird auch das sogenannte Activity-Based

Working möglich. Das

Bestreben dabei ist, je nach

Arbeitsaufgabe ein unterstützendes

Ambiente durch

verschiedene Raumformen

und ansprechendes Interior

zu schaffen.

Für die Konzeption des Büros wird es auch in Zukunft

keine pauschalen Lösungen geben. Es ist immer eine

Frage der Unternehmenskultur, der Workflows und

der Unternehmensziele, ob und wie neue Arbeitsmodelle

eingesetzt werden. Zu guter Letzt

ist es auch eine Frage der persönlichen

Einstellung. Denn für den einen sind

das getimte Weckerläuten und die

tägliche Fahrt zur Arbeit eine liebgewonnene

Routine, die dem eigenen

Leben Struktur und Ordnung verleiht,

während andere sich nichts Schlimmeres

vorstellen können als das tägliche Abspulen des

immer gleichen Alltages.

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Office Concepts

Ein Thema –

Remote-Arbeit

Michael Friedrich:

Als ich vor einem Jahr bei GitLab angefangen habe,

da war Remote Work noch etwas für Exoten. Ich

hatte mich schon vor der Pandemie für diese Arbeitsweise

entschieden und es als persönliches Abenteuer

angesehen: Ich will international arbeiten, um so die

Welt neu zu entdecken. Als gebürtiger Linzer lebe

ich seit einigen Jahren in der Region Nürnberg, liebe

es naturnah zu wohnen und trotzdem mit der Welt

vernetzt zu sein. Und genau das bietet mir meine

Arbeit. Ich bin Developer Evangelist bei GitLab, einer

Plattform für Softwareentwickler und helfe unserer

Community, GitLab einzusetzen und zeige, wie es in

andere Technologien integriert werden kann. Daraus

erstelle ich Blogposts, Workshops und Vorträge für

internationale Events. Mein Arbeitgeber hat keinen

festen Firmensitz, beschäftigt weltweit rund 1300 Mitarbeiter

in 66 Ländern und hat Remote Work zu seiner

DNA gemacht. Auf diese geballte Erfahrung war ich

sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht.

Um wirklich produktiv zu sein, ist es für mich wichtig,

Privates und Arbeiten auch räumlich klar zu trennen.

In meinem Arbeitszimmer habe ich mir eine

Wohlfühlatmosphäre geschaffen: Höhenverstellbarer

Schreibtisch, ergonomischer

Stuhl, gute Beleuchtung und eine

hochwertige technische Ausstattung,

zu der unter anderem eine Webcam

und ein großer Monitor gehören.

Der Vorteil im Home-Office ist

ja, dass man sich nach Lust und

Laune mit persönlichen Dingen

umgeben kann. Bei mir ist es aktuell

ein Star-Wars-Bausatz von Lego, der bei

Videokonferenzen auch im Hintergrund

zu sehen ist.

Was ich an meiner Tätigkeit sehr

schätze, ist das asynchrone Arbeiten.

Da meine internationalen Kollegen in

unterschiedlichen Zeitzonen leben,

Michael Friedrich ist

Developer Evangelist bei GitLab

und arbeitet ausschließlich

aus dem Home-Office.

Nie zuvor war die Diskussion um neue Arbeitsweisen

bis hin zur völligen Abkehr vom klassischen

Büro größer als in der momentanen

Situation. Grund genug, zwei verschiedene Meinungen

und Erfahrungen zu diesem Thema ein-

nutzen wir Tools, mit denen gemeinsames Arbeiten

trotz der Zeitdifferenz sehr effizient ist. Wir dokumentieren

alles – jeden Gedanken, jedes Meeting,

jeden Beschluss. Dadurch wird die Kommunikation

insgesamt sachlicher. Niemand ist verpflichtet, an

endlos langen Videokonferenzen teilzunehmen – alles

wird schriftlich vorbereitet, das Meeting aufgezeichnet.

Ich kann selbst entscheiden, ob ich daran teilnehmen

möchte, mir das später oder gar nicht anschaue. Kurzum:

Ich bin mein eigener Manager.

Über Privates tausche ich mich mit Kollegen über

sogenannte Coffee Chats aus. Außerdem

werden uns regelmäßig freie Friends &

Family Days gewährt, denn man weiß

um die Gefahren, wenn sich die

Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben

auflösen. Neulich habe ich

über #do-not-be-strangers, einem

Bot, der Kollegen per Zufall verbindet,

Carlos kennengelernt. Wenn die

Pandemie vorbei ist, möchte ich ihn

unbedingt in Mexico City besuchen.

Natürlich fehlen mir die echten sozialen

Kontakte, die echten Events mit

Softwareentwicklern und Kollegen.

Ich freue mich sehr auf mehr analoge

Begegnungen, das Remote-Arbeiten

an sich aber wird für mich erstmal

das Richtige bleiben.

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zwei Meinungen:

oder Büropräsenz?

zufangen. Michael Friedrich arbeitet seit einem

Jahr all-remote beim Software-Unternehmen

GitLab. Ihm gegenüber steht Prof. Dr. Carsten

Baumgarth, Universitätsprofessor für Marketing

an der School of Economics and Law in Berlin.

Carsten Baumgarth:

Die (sozialen) Medien, LinkedIn-Posts und Clubhouse-Diskussionen

überschlagen sich spätestens seit

der Corona-Krise mit dem Loblied auf das Home-Office

– Autonomes Arbeiten, weniger Stress,

höhere Produktivität – nur ein paar

Argumente, die immer wieder ins Feld

geführt werden (aber kaum empirisch

belegt sind).

Kann sein, muss aber nicht!

Nach rund acht Wochen im vollständigen

Home-Office im März

und April 2020 war ich persönlich

im Mai froh, dass ich als Wissenschaftler

auch meine Büroräumlichkeiten

in der Hochschule wieder mit Auflagen

nutzen durfte. Dort habe ich

meine Ruhe, ein immer aufgebautes

und funktionierendes kleines Studio

für Zoom-Meetings mit gutem Licht,

Ton und Kamera, meine Bibliothek,

mein kleines Forschungslabor (B*lab

mit Eye Tracking, Robotic etc.),

meine Kunst an den Wänden. Ja, ich

könnte meine Lehr-, Verwaltungsund

teilweise meine Forschungstätigkeit

auch vollständig im Home-Office

erledigen. Aber ich will es nicht. Der

Prof. Baumgarth ist Professor

für Markenführung

an der HWR Berlin

(www.cbaumgarth.net) und seit

der Pandemie auch Betreiber des

Instagram-Wissenschaftskanals

„Brückenbau Marke –

Wissenschaft trifft Praxis“

(www.instagram.com/

prof.baumgarth/).

halbstündige Spaziergang zum Büro stellt sicher, dass

ich mich jeden Tag auch bei geschlossenen Fitnessstudios

und Lockdown wenigstens etwas bewege. Die

vertraute, für mich perfekt ausgestattete und inspirierende

Büro- und B*Lab-Umgebung fördert meine

Produktivität, und die räumliche Trennung zwischen

Zuhause und Büro erlaubt mir wenigstens etwas,

Arbeit und Freizeit zu trennen, wobei ich als Wissenschaftler

eigentlich immer (gedanklich) arbeite, dies

aber selten als Arbeit oder Last empfinde.

Ja, ich habe auch schon vor dem Lockdown nicht nur

im Büro gearbeitet, sondern im Café, im Park, bei

Unternehmen, in Hotels, Zuhause, im Zug etc. Ja, ich

bin in der sehr privilegierten Lage, dass ich fast

immer selbst entscheiden kann, wann, wo

und was ich arbeite. Daher suche ich

mir immer die Orte und Kontexte,

die sich für mich am besten anfühlen,

und das ist sehr oft mein Büro

in der Hochschule. Das wird auch

nach der Pandemiephase so sein.

Das Einzige, das ich mir überhaupt

nicht vorstellen kann und will, ist

ein vollständiges „Home-Office“

für mein Team, meine KollegInnen

und meine Studierenden. Wie einsam,

wenig inspirierend, langweilig und

frustrierend wäre ein „Arbeitsleben“

ohne echten und menschlichen

Austausch.

Ich hoffe, dass wir die Pandemie

bald überstanden haben, die Frage

nach Büro vs. Home-Office nicht so

dogmatisch diskutieren und wir viel

flexibler und selbstbestimmter entscheiden

können, wo wir arbeiten

wollen. Aber bitte immer auch mit

einem großen Anteil Face-to-Face!

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Innenarchitektur

bluebird.space:

New-Work-

Arbeitswelt

(er)leben.

New Work ist ja eigentlich ein abstrakter

Begriff – außer man erweckt ihn zum

Leben: Genau das hat Wiesner-Hager im

neuen Salzburger Vertriebs-Büro gemeinsam

mit der Beratungsfirma PINUS.TEAM

getan.

© raumpixel.at

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© raumpixel.at

Schon zu Beginn der Überlegungen war klar, dass

es sich um keinen klassischen Schauraum handelt,

sondern dass ein gänzlich neues „Shared Office“-

Konzept entwickelt werden sollte. Dieses passt perfekt

zum Standort am Gelände der Panzerhalle Salzburg –

einem Hotspot der Salzburger Kreativszene – ebenso

wie zur Unternehmens-Positionierung, in der Kreativität

und Konzeptorientierung eine zentrale Rolle

spielen. Die innenarchitektonische Umsetzung erfolgte

durch Roomware Consulting. Das Büro wurde als

Shared Office konzipiert, in dem sich mehrere Firmen

partnerschaftlich gemeinsame Büro- und Kommunikationsflächen

teilen. Ein intelligentes Zonierungskonzept

sorgt dafür, dass die Arbeitsplätze der Firmen

klar zugeordnet sind und die Privatsphäre gewahrt

bleibt. Der Standort bekam sogar einen eigenen

Namen: Mit „bluebird.space“ sollen die Bedeutung als

Ort des Netzwerkens und Coworkings und eine völlig

neue New-Work-Philosophie symbolisiert werden.

Zukunftsmodell Shared Office.

Ursprünglich als Coworking-Konzept für Freelancer

und Start-ups gedacht, bedienen sich nun auch immer

mehr etablierte Unternehmen gemeinschaftlich nutzbarer

Büroflächen. Auch ohne unmittelbare Zusammenarbeit

der beteiligten Unternehmen entsteht hier

eine Community, von der die Menschen und Firmen

in mehrfacher Hinsicht profitieren. Temporäre

Projektteams finden im Shared Office Rückzugsorte

zur Kollaboration und zu gegenseitigem Gedankenaustausch.

So werden die Kommunikationsräume

auch im bluebird.space externen Firmen für Meetings

und Workshops angeboten. „Zukünftig noch größere

Bedeutung haben die gelebte Zusammenarbeit und

die Selbstbestimmung in der Organisation, die für die

Arbeitgeberattraktivität entscheidend sein werden“,

betont Helene Stainer von PINUS.TEAM.

Damit das Zusammenleben dieser vielen unterschiedlichen

Organisationen auch reibungslos funktioniert,

ist es wichtig, ein Committment zu schaffen. Themen

wie ein respektvoller Umgang untereinander oder

Richtlinien wie das Einhalten der Clean Desk Policy

sind auch im bluebird.space schriftlich festgelegt

worden. Zudem gibt es sogenannte Community

Manager. Sie berücksichtigen die Interessen aller im

Haus, koordinieren die interne Kommunikation sowie

die Buchung von Besprechungsräumen und bilden

letztlich das Bindeglied zwischen allen Arbeitenden

im bluebird.space.

Gestalterischer Spielraum.

Industrial Style oder Wohnzimmer, Lounge oder Working

Café, kreative Landschaft oder urbaner Marktplatz

– Shared Offices bieten einen großen gestalterischen

Spielraum. „Je nach Aufgabe und Situation

eignen sich Coworking Spaces ideal zur Schaffung

abwechslungsreicher Arbeitsumgebungen. Diese

können für unterstützendes Ambiente sorgen. Genau

dieses Konzept wurde im Salzburger bluebird.space

umgesetzt“, erklärt Magdalena Baum, Projektmanagerin

bei Roomware Consulting. Die Empfangszone ist

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Innenarchitektur

© raumpixel.at

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Mit dem bluebird.space

gehen wir einen völlig

neuen Weg in der

Konzeption von Büros.

als Working Café mit großer Küche und Bartischen

als Platz für informelle Kommunikation, Vernetzung

und Beziehungspflege organisiert. Mobile Mitarbeiter

erhalten im Working Café sofort ein Gefühl der

Zugehörigkeit. Sitzgruppen aus Polster- und Loungemöbeln

mit Blick zur Terrasse laden zur Regeneration

und kreativen Inspiration ein.

Die Projekt- und Konferenzräume gewährleisten

ungestörte Besprechungen und Teamarbeit. Alle

Glasflächen sind mit Sichtschutz foliert. Videoconferencing-Tools

und große Bildschirme ermöglichen die

nahtlose Integration virtueller Teilnehmer in Hybrid-

Meetings. Akustisch wirksame Vorhänge und Decken

sorgen für eine angenehme Umgebung für Gespräche

in ruhiger Atmosphäre.

Wer sich zur stillen und fokussierten Arbeit zurückziehen

möchte, dem stehen sogenannte Fokus- und

Kreativräume zur Verfügung. Stehtische fördern hier

die Bewegung und Interaktion und bieten einen ergonomischen

Ausgleich zur statisch sitzenden Arbeitsweise.

Workshops, kreative Meetings und Trainings

lassen sich in großzügigen Kollaborationsräumen

abhalten. Auch hier fördern Möbel in Stehhöhe die

fließende und fast unbewusste Bewegung. Die Einrichtung

spielt mit Farben und Materialien, welche

Kreativität und Ideen beflügeln, aber auch kritisches

Denken unterstützen. Hilfestellungen zum Sammeln

von Gedanken und Vorschlägen bieten zahlreiche

© raumpixel.at

Visualisierungselemente, wie Whiteboards,

Flipcharts oder Pinnwände.

Abschalten lässt sich am besten auf der Terrasse

und in den Erholungsräumen. Hier können

Mitarbeiter zur Ruhe kommen und ihre Gedanken

neu sortieren. Loungemöbel führen

automatisch zu einer entspannten Körperhaltung.

Der private Rückzugsort während

des Arbeitstages kann auch zum digitalen

Informationsaustausch genutzt werden.

Großzügige und moderne Raumnutzung.

Das Büro verfolgt ein großzügiges Einzelplatzkonzept.

Die Fläche von etwa 600 Quadratmetern wird

auf maximal 30 Beschäftigte aufgeteilt. Es gibt kein

Open Office, sondern lediglich Open Units, also

Team Spaces für vier bis acht Mitarbeiter. Besonderes

Augenmerk wurde auf eine gute Raumakustik, die

effiziente und flexible Raumnutzung, sowie modernste

Technologie gelegt.

Helene Stainer resümiert abschließend: „Das Projekt

wurde 2020 unter außergewöhnlichen Umfeldbedingungen

umgesetzt. Die Erschwernisse haben aber die

erfolgreiche Teamarbeit nie gefährdet und das viel

gelobte Ergebnis ist für die Mitarbeiter und Kunden

noch attraktiver geworden als im ursprünglichen Plan

konzipiert.“

Auch Markus Wiesner, Geschäftsführer von Wiesner-

Hager, zeigt sich mit dem Endergebnis zufrieden:

„Mit dem bluebird.space gehen wir einen völlig neuen

Weg in der Konzeption von Büros. Insofern eignet

sich dieses Projekt sehr gut als Role-Model für zukünftige

Büroraumplanung.“

Sie sind interessiert am bluebird.space und

wollen die New-Work-Arbeitsumgebung

genauer kennen lernen? Dann kontaktieren

Sie uns unter salzburg@wiesner-hager.com.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Trendwatching

Nützliches für den

Home-Office-Alltag.

Slack.

Persönlich. Effizient. Online.

Im Home-Office ist es eher schwierig, sich

schnell und persönlich mit den Kollegen abzustimmen.

Der Teammessenger Slack macht die

Zusammenarbeit auch online so einfach und

persönlich wie möglich. Innerhalb eines Slack-

Workspaces können Team-Mitglieder in jeder

Variante kommunizieren, Nachrichten senden,

Dateien teilen oder Audio- und Video-Anrufe

tätigen. Slack kann zudem mit zahlreichen weiteren

Apps, wie etwa Twitter, verbunden werden

und ist in verschiedenen Versionen für kleinere

bis sehr große Unternehmen verfügbar.

© Slack

Sony SRSXB12.

The Sound of Office.

© Sony

Perfekte Klangqualität für die Music Library oder

Videokonferenzen: Das bietet der kompakte,

leistungsstarke und kabellose Lautsprecher Sony

SRSXB12. Mit EXTRA BASS sorgt er für einen

satten, kraftvollen Sound – und das dank hoher

Akkupower bis zu 16 Stunden lang. Zudem ist er

wasserfest und staubdicht – ideale Voraussetzungen

also, um den Videocall auch mal an den Strand zu

verlegen.

Philips Senseo Milk Twister.

Pause mit Genuss.

Die gute Kaffeepause darf auch im Home-Office nicht fehlen. Mit dem SENSEO®

Milchaufschäumer machen Sie diese wertvollen Minuten zu einem echten Genussmoment.

Er sorgt für erstaunlich samtigen Schaum und bietet Ihnen die Freiheit,

eine Vielzahl verschiedener heißer und kalter Kaffeespezialitäten schnell und

unkompliziert zuzubereiten.

© Philips

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Office Life

Ciao Küchenstuhl!

Ergonomisch arbeiten

auch im Home-Office.

Am Küchentisch, auf der Couch oder sogar

im Bett? Wo haben Sie Ihr Home-Office

aufgeschlagen? Es sich kurzfristig mit dem

Notebook am Sofa bequem zu machen ist

kein Problem. Für die längerfristige Übersiedelung

ins Heimbüro sollte jedoch auf

ein ergonomisches Arbeitsumfeld geachtet

werden.

Die Ergonomie des Sitzens.

Statisches Sitzen kann auf Dauer zu ernsthaften

gesundheitlichen Schäden führen. Im schlimmsten

Fall droht sogar ein Bandscheibenvorfall, denn der

menschliche Körper ist ursprünglich für die Bewegung

konzipiert. Wie der Mangel an körperlicher

Aktivität Schäden im Bewegungsapparat verursacht,

ist einfach erklärt: Die Wirbelsäule besteht aus knöchernen

Wirbelkörpern und den knorpeligen Bandscheiben

(mit weichem, gallertartigem Innenkern),

die zwischen den Wirbelkörpern liegen. Die Bandscheiben

dienen als Puffer, beziehungsweise Polster,

für den Druckausgleich. Durch Be- und Entlasten

der Wirbelsäule erfolgt die Nährstoffversorgung

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Bleiben Sie in Bewegung.

Schon kleine Positionswechsel

halten Ihre

Bandscheiben fit.

der Bandscheiben. Das geschieht beispielsweise beim

Gehen, Ändern der Sitzhaltung, Aufstehen oder

Hinlegen. Nährflüssigkeit wird durch diese Mikrobewegungen

in die Bandscheiben gepumpt. Fehlende

physische Aktivität und statisches Dauersitzen führen

zu einer Unterversorgung der Bandscheiben. Dadurch

geht deren Elastizität verloren, sie werden rissig, die

Gallertmasse kann austreten und schließlich den Bandscheibenvorfall

verursachen.

Volle Rückendeckung auch im Home-Office.

In erster Linie ist es daher wichtig, vom Küchenstuhl

auf einen passenden Bürostuhl zu wechseln, der dynamisches,

freifederndes Sitzen ermöglicht. Dieser muss

höhenverstellbar sein und eine gute Rückenunterstützung

bieten. Der passende Schreibtisch sollte eine

ausreichend große Arbeitsfläche haben. Auch hier

ist eine integrierte Höhenverstellung von Vorteil.

Im Folgenden finden Sie eine Checkliste für die

richtige Einstellung Ihres Bürostuhles:

Raumanforderungen an das Heimbüro.

Im besten Fall wird das Heimbüro in einem eigenständigen

Raum angesiedelt. Dieser sollte bei einer Mindestgröße

von acht Quadratmetern eine Raumhöhe

von 2,5 Meter aufweisen. Ein Fenster sorgt für ausreichend

Frischluft und Tageslicht. Der Arbeitsplatz ist

parallel zum Fenster zu arrangieren, sodass das Licht

seitlich einfallen kann, was wiederum Blendungen und

Reflexionen vermeidet. Zusätzlich schaffen Vorhänge

und Jalousien die nötige Abdunklung. Reicht das

Tageslicht nicht mehr aus, braucht es im unmittelbaren

Arbeitsumfeld Kunstlicht mit einer Beleuchtungsstärke

von circa 300 Lux. Wer noch am Laptop

arbeitet, tut gut daran, sich zusätzlich einen größeren

Bildschirm zu beschaffen. Förderlich ist außerdem die

Verwendung einer externen Tastatur und Maus.

Trotz aller Bemühungen, Arbeitsplätze so ergonomisch

wie möglich einzurichten, sind die Ursache

für Erkrankungen des Bewegungsapparates nicht nur

ungeeignete Bürostühle oder falsches Sitzen, sondern

das Dauersitzen generell – kombiniert mit statischem

Arbeitsverhalten und intensiver Bildschirmarbeit. Der

Schlüssel für mehr Gesundheit im Büro findet

sich daher im Zusammenspiel von menschlichem

Bewegungsverhalten, einem Raum

mit Wohlfühlatmosphäre und dem ergonomischen

Arbeitsplatz.

Armlehnenhöhe so wählen,

dass die Unterarme

entspannt aufliegen.

Anlehndruck für dynamisches,

freifederndes Sitzen ausgewogen zum

Körpergewicht einstellen.

Bei richtiger Sitzhöhe bilden

Ober- und Unterschenkel einen

rechten Winkel.

Stuhlfläche vollständig

„besitzen“. Der Rücken liegt

vollflächig an der Lehne an.

Zur Vermeidung von Blutstau

in den Beinen eine Handbreite

Abstand zwischen Kniekehle

und Sitzvorderkante einhalten.

Rückenlehnenhöhe so einstellen,

dass der untere Lendenwirbelbereich

gestützt wird.

Beide Fußsohlen sollten

fest am Boden stehen.

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Referenzstory

AHT: Kommunikative

Bürolandschaft mit

persönlichem Touch.

Modern und individuell präsentiert

sich die neue Arbeitswelt des Kühlsystem-Spezialisten

AHT. Das Unternehmen

hat sich auf die Herstellung

von steckfertigen Kühl- und Tiefkühlsystemen

für Handel und Industrie

spezialisiert.

© Metcon

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Das 1908 erbaute Hauptgebäude

der Firma AHT

erzählt bereits eine lange

Geschichte. Über die Jahre

sind immer mehr ernstzunehmende

Gebäudeschäden

entstanden, welche eine

komplette Renovierung

unumgänglich machten.

Im Dezember 2019 haben

schließlich die Umbauarbeiten

begonnen. Ein Jahr später bezogen schon die

ersten Abteilungen ihr neues Arbeitsumfeld. Die Bauplanung

führte Metlitcka Consulting durch, während

die Firma Essl Design das Corporate Interieur Design

übernahm. Wiesner-Hager wurde mit dem gesamten

Möblierungskonzept betraut.

Liebe zum Detail.

Eine offene und kommunikative Bürolandschaft war

für AHT ein wichtiges Ziel des Umbauprojektes.

Das neue Hauptgebäude zeichnet sich in erster Linie

durch ein modernes Erscheinungsbild aus. Es verbindet

die sozialen und produktiven Aspekte der Zusammenarbeit

auf ideale Weise und bindet zukünftige

Anforderungen wie zum Beispiel Hybrides Arbeiten

nahtlos ein. Auch Trends wie Desksharing oder individuelle

Besprechungsmöglichkeiten waren essenzielle

Vorgaben, welche in das Bürokonzept integriert wurden.

Mit viel Liebe zum Detail wurden die einzelnen

Bereiche individualisiert. Sprüche an den Wänden,

die farblich abgestimmte Fußbodengestaltung, sowie

Einzelanfertigungen, wie Beleuchtungskörper in Eiswürfelform,

verleihen den Räumlichkeiten Charakter

und Persönlichkeit.

Ergonomie als Must-have.

Von Beginn an stand fest, dass für AHT die ergonomische

Funktionalität der Arbeitsplätze einen sehr

hohen Stellenwert hat. Elektrisch höhenverstellbare

Arbeitstische fördern unterschiedliche Positionen

und ergonomisch ausgereifte Bürostühle ermöglichen

dynamisches Sitzen. In jedem Open Office wurde eine

Soft-Zone für Besprechungen mit Lounge-Feeling eingerichtet.

Außerdem gibt es in allen Büros einen zentralen

Abfallsammler und kleine Technikinseln, welche

die bewusste Bewegung fördern sollen. So wurde der

gemeinsame Drucker pro Geschoß gezielt in der Nähe

einer Regenerationsfläche platziert. Zudem setzte man

auf den Einsatz von Pflanzen

und natürlicher Beleuchtung

in Form von Tageslichtlampen,

sowie dimmbarer Stehleuchten

am Arbeitsplatz.

Raumzonen für Neues

Arbeiten.

Ein stimmiges, frisches Farbkonzept,

teilweise auch angelehnt

an das Corporate Design,

zieht sich durch das gesamte

Bürogebäude und schafft einheitliches,

aber gleichzeitig

auch abwechslungsreiches Flair.

Schon der Eingangsbereich lädt

mit Bartischen und -Stühlen

© Metcon

© Metcon

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Referenzstory

© Metcon

im Stil eines Working Cafés zu kurzen Besprechungen

und informellen Zusammenkünften ein. Von dort

geht es direkt in die Küche. Hier trifft Design auf

Funktionalität. Hochbänke dienen als Sitzgelegenheit,

sind aber auch mit integriertem Abfallsammler ausgestattet.

Dieses System findet sich in allen Regenerationsbereichen

wieder.

Je nach Bedarf und Situation stehen vier verschiedene

Konferenz- und Besprechungsräume, benannt nach

AHT-Produkten, zur Wahl. Diese verfügen über

moderne technische Ausstattung und unterstützen

so neue Arbeitsmethoden wie Hybrid-Meetings

oder Webinare. Die Büros sind in Open-Space-Form

organisiert. In den Raum integriert ist ein Schrankund

Schließfachsystem, welches sich speziell für

Coworking, Desksharing und temporäres Arbeiten in

offenen Büroräumen eignet. Moderne Trennelemente,

die gleichzeitig als Schallschutz dienen, sorgen für

die nötige Abschirmung. Loungebereiche zwischen

den Arbeitsplätzen laden zu kurzen Besprechungen

ein und schaffen Ausgleichszonen zur klassischen

Schreibtischarbeit. Große Pflanzentröge unterstützen

die optische Zonierung der Arbeitsbereiche und fügen

sich ins farbliche Gesamtkonzept ein.

„A new way will open new doors.“ – Diesem Schriftzug

aus dem AHT Office können wir uns nur anschließen.

Mit dem neuen und persönlich gestalteten

Hauptgebäude sind frische Ideen und neue Möglichkeiten

garantiert.

© Metcon

Projektdaten

Bürofläche: ca. 1.000 m²

Planung Bau:

Metlitcka Consulting

Corporate Interieur Design: Essl Design

Möblierungskonzept: Wiesner-Hager

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Auszeichnung

Office of the year:

Zweimal Gold für

Wiesner-Hager-Projekte.

Auch 2020 hat der Immobilien-Dienstleister CBRE wieder den Award „Office of the year“ für die

schönsten Büros des Landes verliehen. Dabei haben Wiesner-Hager-Projekte gleich in zwei Kategorien

den ersten Preis erhalten.

gesamte Möblierung von Wiesner-Hager bereitgestellt.

Die innenarchitektonische Umsetzung

erfolgte durch Roomware Consulting. Den hohen

Anspruch, den ACP TEKAEF an die Gestaltung

des neuen Standortes stellte, erkennt man bereits

beim Betreten des Gebäudes. Harte und weiche

Materialien wurden aufeinander abgestimmt und

schaffen eine angenehme Leichtigkeit und eine

Wohlfühlatmosphäre. Sichtbeton und harte, abwischbare

Oberflächen wechseln sich mit weichen

Textilien und warmen Holztönen ab. Die bewusst

eingesetzten naturbezogenen Farben und organischen

Formen ziehen sich als Stil durch alle Räume.

© Lorin Canaj

Wiesner-Hager gratuliert ACP TEKAEF und

Schönstil zur Auszeichnung als Office of the year!

Unterteilt in sechs Sparten, wurden von CBRE die

kreativsten und schönsten Büros gekürt. Mit dabei waren

erstmalig auch Home-Offices.

Das Innenarchitektur-Unternehmen Schönstil aus

Wien gewann in der Kategorie „Jungunternehmen“. Im

Arbeitsraum setzte man auf den ergonomischen Doppelarbeitsplatz

etio von Wiesner-Hager. Das ansprechende

Interior Design des Büros ist von Yvonne Meindl-Cavar

(Schönstil).

ACP TEKAEF, Spezialist für Print- und Digitalisierungslösungen

aus Oberösterreich, punktete in der Kategorie

„Mittelunternehmen“. Bei diesem Projekt wurde die

© raumpixel

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Büros aus aller Welt

Ein Rausch

wie damals.

© Linehouse / Jonathan Leijonhufvud

In einer ehemaligen Opiumfabrik in Shanghai

wird heute bunt und fröhlich gearbeitet.

Der New Yorker Coworking-Anbieter WeWork

hat hier in Kooperation mit dem chinesischen

Designbüro Linehouse einen retro-tropischorientalischen

Reigen geschaffen, der einen

irgendwie umhaut.

Seit der Qing-Dynastie spielt Opium eine große Rolle

in der chinesischen Kultur. Im 19. und beginnenden

20. Jahrhundert, als der Opiumhandel mit Europa

seinen Höhepunkt erreichte, entstanden in ganz China

zahlreiche Opiumfabriken, vor allem in den Hafenstädten

Hongkong und Shanghai. Eine davon steht bis

heute im Stadtteil Jing’An im Norden der Shanghaier

Innenstadt, ein schöner Backsteinbau mit prächtigem

industriellem Charme. Doch statt der psychischen

Freude, die der Saft aus der Mohnkapsel einst bescherte,

geben sich die hier arbeitenden Menschen heute vor

allem dem Farbenrausch hin. Denn: Seit einigen Jahren

wird die ehemalige Opiumfabrik als Coworking-Space

des weltweit agierenden Anbieters WeWork genutzt.

„Ich kann mich noch genau an den allerersten Eindruck

erinnern“, sagt Luuk Strijbosch, Community-

Director von WeWork China, der den US-amerikanischen

Coworking-Ableger im Land der Mitte leitet

und koordiniert. „Ich war gerade erst nach Shanghai

gekommen, es hat geregnet in Strömen an diesem Tag,

doch als ich das Gebäude betreten habe, konnte ich

sofort eine unglaublich starke Energie spüren.“ Heute,

nach rigorosen, aber zugleich behutsamen Umbauund

Sanierungsmaßnahmen, erstrahlt die einstige

Fabrikanlage als quirliger, lebendiger Hub mit bunten

Menschen – 1.300 Mitglieder an der Zahl – und

noch viel bunteren architektonischen Eingriffen. Sein

Lieblingsort, so Strijbosch, man kann es ihm nicht verübeln,

ist das Atrium mit der grünen Stahltreppe, die

sich wie eine fröhliche Skulptur nach oben schraubt.

Zu verdanken ist dies dem chinesischen Design- und

Architekturbüro Linehouse. Das 2012 gegründete

Unternehmen ist auf Büros und Objektarchitektur

spezialisiert und bemüht sich in seinen Konzepten, traditionelle

chinesische Einflüsse mit einer frischen, aber

eleganten Sprache zu kombinieren. „Und ich glaube“,

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© Linehouse / Jonathan Leijonhufvud

© Linehouse / Jonathan Leijonhufvud

sagt Briar Hickling, eine der beiden Geschäftsführerinnen

von Linehouse, „das Resultat ist nicht nur frech

in kultureller Hinsicht, sondern vermittelt auch eine

unglaubliche Freude, Wärme und Geborgenheit. Wo

sonst findet man schicke Fauteuils im Vintage-Look

neben Holz, Stahl, Messing, wilden Tapeten, verrückten

Fliesenmustern und traditioneller chinesischer

Keramik? Wir wollten ein glückliches Wohnzimmer

bauen. Und ich glaube, das ist uns auch gelungen.“

Herzstück der revitalisierten WeWork-Fabrik ist der

ehemalige Innenhof, der nun mit Glas gedeckt, um

einen flankierenden Stahlbau erweitert und zu einem

großen, heterogenen Atrium ausgebaut wurde. „Wir

wollten diesen Raum so richtig zelebrieren“, meint

Hickling. Die Zutaten dieses üppigen, retro-tropischorientalischen

Reigens sind eine schlichte, elegante

Bar, Mid-Century-Möbel wie aus Omamas Wohnzimmer,

wild gemusterte Stoffe, bunt zusammengewürfelte

Materialien, scheinbar schwebende Kugellampen,

diverse Gummibaumpflanzen und jede Menge

efeugrüner Farbe.

Am Boden und im Brüstungsbereich kam bunt gestreifter

Terrazzo mit unterschiedlichen Farb- und

Zuschlagstoffen zum Einsatz. Der Boden wurde

massiv gegossen, die vertikale Brüstung wurde in

einzelnen Fertigteilen auf die Baustelle geliefert und

anschließend mineralisch verklebt, geschliffen und

geölt. „Dieser Teil war materiell und logistisch sehr

aufwändig“, sagt die Designerin. „Und auch finanziell

ist Terrazzo in diesen Mengen und Fertigungsmethoden

nicht gerade ein Schnäppchen. Aber wenn man

sich den alten massiven Steinsockel dieses Gebäudes

anschaut, dann merkt man sofort, wie Alt und Neu

einen wunderschönen Dialog miteinander eingehen.

In gewisser Weise, so scheint es mir, waren wir es dem

Bauwerk schuldig, dieses Element aufzugreifen und

mit einem modernen Baustoff neu zu interpretieren.“

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Büros aus aller Welt

Ergänzt wird der kühle Terrazzoboden von optisch

warmen und haptisch absorbierenden Materialien

wie etwa Holz, Textil und gebürstetem Messing. Die

Möbel sind eine wilde Mischung von Brands aus allen

Kontinenten – von Tiwu über Muuto bis Why Not.

In den Korridoren entdeckt man Kunst von zeitgenössischen

Künstlerinnen und Künstlern. Und in

den Toiletten und Konferenzräumen stößt man alle

paar Meter auf immer wieder neue, immer verrücktere

Tapeten und Fliesenprodukte, die Briar Hickling

mit ihrer Partnerin Alex Mok selbst entworfen hat.

„Wohn- und Arbeitsgenuss“, sagen die beiden, „ist für

uns etwas Holistisches, Ganzheitliches. Und wenn

man den Auftrag ernst nimmt, dann reicht die Entwurfsarbeit

bis zur allerletzten Fliesenfuge.“

WeWork betreibt rund 800 Coworking-Spaces in

mehr als hundert Städten weltweit – darunter auch

in exotischen Business-Destinationen wie etwa Haifa,

Suzhou oder Monterrey. Die 5.500 Quadratmeter große

Fabrik in Jing’An zählt mit Sicherheit zu den räumlich

kräftigsten und atmosphärisch geilsten Coworking-Landschaften,

die der New Yorker Hub-Anbieter

jemals kreiert hat. „In den letzten zehn Jahren hat sich

das Arbeiten massiv verändert“, sagt Luuk Strijbosch.

„Mehr noch als ums konzentrierte Arbeiten geht es

heute darum, dass Menschen aus unterschiedlichen

Branchen und Büros miteinander interagieren und

Reibungsflächen für Kooperation ausloten. Hier, an

diesem Ort haben wir ein richtiges Schwerkraft-Zentrum

geschaffen, wo man sich diesem Magnetismus des

Miteinander kaum noch entziehen kann.“ Ein Rausch

wie damals, nur halt anders.

Wojciech Czaja

© Linehouse / Jonathan Leijonhufvud

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What’s on your desk?

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What’s on your desk,

Anna Heringer?

© Anna Heringer

Sie ist Aga-Khan-Preisträgerin und zählt zu den außergewöhnlichsten Architektinnen

der Gegenwart. Ihre liebsten Baumaterialien sind Erde, Lehm, Stroh, Holz

und Bambus. Und wenn sie nicht gerade auf irgendeiner Baustelle in Vorarlberg

oder Bangladesch im Matsch steht und mit animalischen Büffeln oder elektrischen

Rüttelgeräten die Fundamentierung vorbereitet, dann ist sie aller Voraussicht

nach in ihrem Atelier an der bayrisch-salzburgischen Grenze in Laufen

anzutreffen.

„Ich liebe diesen Raum“, sagt Heringer und deutet auf das alte Gewölbe und die

dicken Pfeiler aus Konglomeratgestein. „Das Haus wurde im 15. Jahrhundert

errichtet und diente bereits als Gasthaus, Lazarett und Textilgeschäft. Und nun ist

es ein Architekturbüro.“ Im Erdgeschoß sitzt sie mit ihren beiden Mitarbeiterinnen,

ein weiterer Arbeitsplatz wird als Coworking-Space vermietet, im Geschoß

darüber befindet sich ihre Wohnung. „Und genau vis-à-vis ist das Finanzamt, was

ziemlich praktisch ist, wenn ich für einen Antrag oder für eines meiner vielen Projekte

im Ausland wieder einmal eine Bestätigung brauche, dass ich eh brav bin.“

Mit neuen Sachen hat sie’s nicht so. Und mit schicken Büromöbeln schon gar

nicht. „Zu clean, zu eckig, zu synthetisch“, sagt sie. „Und um ganz ehrlich zu sein:

Perfektion stresst mich. Ich brauch’s alt und patiniert. Und bis auf eine einzige

Lampe ist alles geschenkt, getauscht und in manchen Fällen sogar auf der Straße

gefunden. Ich lebe das vor, wofür ich mich beruflich einsetze: Upcycling, Kreislaufwirtschaft

und Einsparung von materiellen und energetischen Ressourcen.“

Wojciech Czaja

© Gerald von Foris

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Die alte Holzkiste stammt aus unserem

Kindergarten in Zimbabwe.

Ein Tisch aus unserem alten Trödelladen.

Obendrauf liegen bunte Seidenmuster aus

Bangladesch.

Meine Schreibtisch-Platte ist nix anderes

als eine Holzplatte, die ich mit Lehmkasein

beschichtet habe. Ein übriggebliebenes

Materialmuster aus Traunstein.

Der alte Sessel stammt aus meiner

Familie.

Meine Eltern bringen mir immer Kräuter und

Blumenstöcke vorbei. Das hier sind Schlüsselblumen.

Ja, ich arbeite auf einem Apfel. Aber der Apfel

ist mit einer Birne überklebt. Aus Prinzip!

Die klassische Architektenlampe! Ich liebe sie!

Das Regal hat vor Jahren einmal der Kirchenpfarrer

raugeschmissen. Da sind noch diverse

alte Etiketten drauf: Ordinariat, Kirchensteuer,

Fakultäten, Lizenzen und Personalia kleri.

Ordnung? Es ist eher eine Mischung aus Chaos

und intuitivem Wissen, wo was sein könnte.

Auf dem Regal liegt allerhand Zeug herum:

Tonmodelle, alte Geodreiecke und Figuren

aus Rajasthan.

Das sind Entwürfe für ein Öko-Tourismusdorf

aus Stampflehm in Andalusien, ein Co-Projekt

mit Martin Rauch.

Japanische Schriftzeichen auf Bambuspapier,

ein echt wunderschönes Geschenk vom

chinesischen Architekten Wang Shu.

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Office Life

Das Büro im Grünen:

TGW Activity Garden.

Welche positiven Eigenschaften die Natur auf Arbeit und

Gesundheit hat, wurde schon von manchen Unternehmen

erkannt. Aus diesem Grund hat der Intralogistik-Spezialist

TGW einen neuen Trend aufgegriffen: den Activity Garden.

Es handelt sich dabei um Outdoor-Bereiche, in denen Mitarbeiter

arbeiten, sich regenerieren und unterhalten können.

© TGW

Gerade in den Frühlings- und Sommermonaten wandert

der Blick oft sehnsuchtsvoll vom Schreibtisch nach

draußen. Hier einfügen: Im Büro gibt es nur einen Trost:

Nach Feierabend vielleicht noch ein paar Sonnenstrahlen

zu erhaschen. Doch was wäre, wenn man den

Arbeitsplatz einfach nach draußen verlegen könnte?

Möglich ist das im sogenannten Activity Garden.

Dabei handelt es sich um einen neuen Trend, bei dem

eigene Outdoor-Bereiche für Mitarbeiter geschaffen

werden. Von schattigen Arbeitsplätzen, über Grillplätze

für Feierabend und Wochenende, bis hin zu verschiedenen

Sportoptionen – im Activity Garden sollen

Arbeitnehmer einen Ausgleich zur Büroarbeit finden.

Sport, Freizeit und Arbeit.

Der Intralogistik-Spezialist TGW hat das Konzept

„Activity Garden“ bereits in die Tat umgesetzt. Auf

9000 Quadratmetern wurde exklusiv für Mitarbeiter

und deren Familien ein weitläufiger Außenbereich geschaffen.

Für das Training von Koordination, Balance

und Ausdauer steht ein Motorikpark zur Verfügung.

Bei verschiedenen Stationen wie Kletterstrecken oder

einer Stehseilschaukel lassen sich so Kraft, Beweglichkeit

und Schnelligkeit trainieren. „Unsere internationalen

Projekte können wir nur mit motivierten

Mitarbeitern erfolgreich realisieren. Daher möchten

wir ein Umfeld schaffen, in dem sich unsere Mitarbeiter

wohlfühlen und ihr Potential voll entfalten

22 contact


© TGW

© TGW

können“, so Harald Schröpf, CEO der

TGW Logistics Group. Für weitere

sportliche Aktivitäten stehen außerdem

noch eine Laufstrecke, ein Sportplatz,

sowie Pavillons für Yoga und Fitness zur

Verfügung.

Wer bei passendem Wetter ins Freie

möchte, kann auf einen der Outdoor-

Arbeitsplätze ausweichen oder Meetings

nach draußen verlegen. Frische

Luft lässt sich auch mit sogenannten

„Walk and Talk“-Meetings schnappen.

Wer Gespräche statt im Konferenzraum

draußen bei einer Runde durch den

Activity Garden führt, kann das Wetter

genießen und tut gleichzeitig etwas

für seine Gesundheit, schließlich sind

zahlreiche Krankheiten die direkte Folge mangelnder

Bewegung. Zudem wird bei „Walk and Talk“-Meetings

die Gehirnleistung aktiviert, was wiederum

neue Ideen beflügelt. Zwischendurch einfach ein paar

Schritte durch die Natur zu spazieren macht außerdem

den Kopf frei und fördert die Konzentration.

„Viele unserer 2.000 oberösterreichischen Mitarbeiter

nutzen den Activity Garden für Sport und Fitness,

zum Ausgleich in der Mittagspause oder für Outdoor-

Meetings“, ergänzt Schröpf.

Besonders gut eignen sich Außenanlagen für die informelle

Kommunikation und die gemeinsame Pausengestaltung.

Die Möglichkeit, sich draußen aufzuhalten,

motiviert zu Spaziergängen oder einem Mittagessen

auf der Bank im Schatten. Eigene Grillplätze bieten die

Option, nach dem Arbeitstag gemeinsam Zeit zu verbringen.

Für die Mitarbeiter von TGW steht das Areal

auch am Wochenende offen. Wer will, kann gemeinsam

mit der Familie den Activity Garden nutzen.

Alternativen für einen grünen Alltag.

Wer noch keinen Activity Garden zur Verfügung hat

und trotzdem von Natur und Sonne profitieren will,

kann auch im Büro für ein bisschen Outdoor-Feeling

sorgen. Oft bringen schon die Pflanzen auf der Fensterbank

das nötige Grün in den Raum. Regelmäßiges

Lüften verbannt die stickige Luft und kurbelt die

Konzentration an. Außerdem motiviert der Blick nach

draußen. Mittagspausen können für einen Spaziergang,

oder zum Essen unter freiem Himmel, genutzt werden.

Gute Nachrichten also für alle Tagträumer: Es muss

nicht zwingend bis zum Feierabend im dunklen Büroraum

ausgeharrt werden. Sonne tanken und produktives

Arbeiten lassen sich perfekt verbinden.

© TGW

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Jubiläum

100 Jahre

Wiesner-Hager Möbel.

Was Wiesner-Hager mit Indien zu tun hat, wie Frauen den Betrieb durch den Zweiten

Weltkrieg brachten und warum Wiesner-Hager im Theater eine Hauptrolle ergattern

konnte, sind nur ein paar ausgewählte Erinnerungen der nun bereits 100-jährigen

Unternehmensgeschichte. Nehmen Sie Platz!

Vom Zimmereibetrieb zur Möbeltischlerei.

Das Unternehmen Wiesner-Hager wurde bereits im

Jahr 1849 von Josef Wiesner als Zimmereibetrieb

gegründet. 1921 übernahmen dann Rudolf Wiesner

und Sebastian Hager den väterlichen Betrieb. Im Zuge

eines Umbaus wurde eine Möbeltischlerei errichtet

und somit ein zweiter Unternehmenszweig geschaffen.

Warum es dazu kam sich auch auf Möbelfertigung zu

spezialisieren ist nicht gänzlich bekannt. Strategischer

Weitblick, spontane Idee oder einfacher Zufall? Erst

eine später getätigte Aussage von Theresia Wiesner

bringt Einblick in die damalige Entscheidung: „Die

schon bestehende Bautischlerei, die sich während des

Ersten Weltkrieges hauptsächlich mit der Herstellung

von Baracken beschäftigte, brauchte Aufträge. So war

es naheliegend, eine Möbeltischlerei anzugliedern.“

Zu Beginn der Möbelfertigung konzentrierte man sich

auf einfache Klappstühle

für Kinos und Gartenmöbel.

Mitte der 1920er-

Jahre wurden die ersten

Exportpläne geschmiedet. Bald schon konnte man sich

über einen großen Auftrag aus England freuen. Von

1928 bis 1930 landeten über eine englische Handelsfirma

144.000 Wiesner-Hager Gartenmöbel unter

anderem als sogenannte Deckchairs auf Passagierschiffen

und in verschiedenen englischen Kolonien,

allen voran Indien.

Die Grundier- und Polierabteilung, 1938

Die Weltkriegsjahre als Belastungsprobe.

Wie für viele Betriebe waren auch für Wiesner-Hager

die Weltkriegsjahre zwischen 1939 und 1945

ein Kampf ums Überleben, mit dem auch zahlreiche

menschliche Tragödien einhergingen. Von 104 zum

Kriegsdienst eingezogenen Mitarbeitern kehrten 35

nicht wieder zurück. Dabei profitierte Wiesner-Hager

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Wiesner-Hager

Gartenmöbel und Deckchairs


Das neue Festspielhaus Salzburg, 1967

Das kleine Österreich hat große Marken,

die seinen Ruf in die ganze Welt hinaustragen.

In der Kultur sind das die Salzburger

Festspiele. Für Möbel ist das Wiesner-Hager.

Als Clemens Holzmeister 1957 das Große

Festspielhaus plante, wandte er sich an

Wiesner-Hager und ließ dort eine spezielle

Bestuhlung anfertigen. Diese hat sich bis heute

bestens bewährt. Die Salzburger Festspiele –

die wir selbst 2020 das 100-Jahr-Jubiläum

gefeiert haben – gratulieren der Firma

Wiesner-Hager zum 100er.

Helga Rabl-Stadler,

Präsidentin der Salzburger Festspiele

zu Beginn noch als Heereszulieferer. Auch Wiesner-

Hager wurde Mitglied des europäischen Bugholzkartells,

das von Berlin Aufträge für die Wehrmacht platzierte.

Es wurden sogar größere Investitionen getätigt.

Neben Stühlen und Hockern mussten Liegestühle für

Feldlazarette, sowie Schlittenboote als Transportmittel

für Kriegsmaterial und Verwundete produziert werden.

Daher waren es in diesen Jahren vor allem die Frauen,

die den Betrieb aufrechterhielten. So konnte man sich

in den Kriegsjahren lange Zeit über Wasser halten. Mit

Fortdauer des Krieges führten Personal- und Materialengpässe

für einige Monate zur völligen Silllegung des

Unternehmens. Erst mit Beginn des Jahres 1946 wurde

die Produktion wieder aufgenommen.

Vorhang auf! Jetzt geht’s ins Theater.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich Wiesner-

Hager rasch erholen. Es herrschte eine von Nachfrage

getriebene Aufbruchsstimmung. In den 1950er-Jahren

begann die Zeit der großen kulturellen Prestigeprojekte:

Viele renommierte Kulturstätten, wie die Wiener

Staatsoper, das Burgtheater oder etwas später auch

das Linzer Brucknerhaus, wurden mit Stühlen von

Wiesner-Hager ausgestattet. Eine langjährige Verbundenheit

bestand auch mit dem Salzburger Festspielhaus.

Bereits 1935 ist der große Saal des von Professor

Clemens Holzmeister gebauten Festspielhauses mit

1.200 Stühlen bestückt worden. Das hohe Qualitätslevel

und die langjährige Objekteinrichtungskompetenz

sorgten dafür, dass auch das neue Festspielhaus Ende der

1950er-Jahre mit Wiesner-Hager verwirklicht wurde.

Noch heute sitzt man im Salzburger Festspielhaus auf

den Originalstühlen aus dem Jahr 1960.

Hinwendung zu Möbeldesign und Architektur.

Seit den 1960er Jahren gewannen Design und Produktgestaltung

eine immer größere Bedeutung, weshalb sich

eine neue Verbundenheit zur Architektur

manifestierte. Franz Schuster war einer

der namhaften Architekten, die mit

Wiesner-Hager eine mehrjährige Zusammenarbeit

verband. So entwarf Schuster

Holzstuhlprogramme, die noch heute in

manchen Antiquitätenläden hoch gehandelt

werden. Schuster brachte

seine große Erfahrung auf dem

Gebiet des Möbeldesigns ein.

Sein Credo war, preisgünstige,

aber dennoch ästhetisch ansprechende

Möbel auf den Markt

zu bringen. Wiesner-Hager war

der ideale Partner dafür. Kaum

ein anderes Unternehmen

verstand es in dieser Zeit so

gut, Möbel durch industrielle

Modell 341,

Entwurf: Franz Schuster

Fertigung in großen Stückzahlen und konstanter Qualität

herzustellen und ihnen trotzdem eine gestalterische

Seele einzuhauchen.

© Dorotheum Wien, Auktionskatalog 03.06.2020

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Showroom

Vorhang auf für zwei

Allround-Talente.

Dürfen wir vorstellen: Die zwei Wiesner-Hager Neuzugänge, Kufenstuhl batch und Konferenzstuhl

delv, entpuppen sich als echte Allround-Talente. Während batch Komfort und Funktionalität vereint,

überzeugt delv mit intelligenter Mechanik und Vielseitigkeit.

batch: Weiche Schale, harter Kern.

Der Kufenstuhl batch verbindet einen minimalistischen Gestaltungsansatz

mit technologischer Raffinesse: Die grafische Zwei-Komponenten-Schale

verfügt über einen harten Kern und eine weiche äußere Hülle. Dadurch bietet

batch trotz seiner Flächigkeit einen ausgezeichneten Sitzkomfort – man

spürt die üblichen Druckstellen an den Kanten nicht. Die dichte Stapelbarkeit

von bis zu 30 Stühlen auf nur 2 Meter Höhe ist die Voraussetzung für

eine platzsparende Lagerung. Die Reihenverbindung erfolgt über ein in die

Gestellgleiter integriertes Verkettungselement. batch lässt sich gemischt –

mit und ohne Armlehnen – verketten und stapeln.

Der „high density“-Stapelstuhl ist bestens für den Einsatz in Großräumen

und Mehrzweckbereichen wie Kongress, Tagung oder Seminar geeignet.

Optional sind werkzeuglos montierbare Sitz- und Reihennummern erhältlich.

Obwohl die Kunststoffschale aus zwei unterschiedlichen Komponenten

besteht, ist das Erscheinungsbild homogen. Ihre kantige Gestaltung in

Verbindung mit dem grafischen Kufengestell aus 12 mm Rundstahl erinnert

an einfache Strichzeichnungen als Ausgangspunkt für Minimalismus und

Reduktion. Eine attraktive Auswahl an Schalen- und Gestellfarben sowie

zwei Polstervarianten erzeugen ein breites Spektrum an individuellen

Anmutungen.

Design: Andreas Krob

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delv: Der smarte Konferenzstuhl.

Das innovative Ergonomiekonzept des Konferenz-Drehstuhls delv

verbindet dynamische Sitzphilosophie mit zukunftsweisender Kinetik:

Die neuartige Twist- Balance-Mechanik ersetzt klassische Mechanikkonzepte

und erhöht die ergonomische Wirksamkeit. Sie punktet mit

360°-Beweglichkeit von Sitz und Rücken. Dabei werden die Mikrobewegungen

der Wirbelsäule gefördert und die Nährstoffversorgung der

Bandscheiben wird angeregt. delv passt sich seinen Nutzern an – dank

der automatischen Gewichtserkennung. Dies ist insbesondere bei

Konferenzen und Desksharing von Vorteil, wenn mehrere Personen

den smarten Konferenzstuhl nutzen. Die Kombination aus hochwertigen

Materialien, ergonomischer Innovation und zeitgemäßem Design

macht delv zur idealen Besetzung in repräsentativen Büros.

delv fördert das dynamische Sitzen – ohne zusätzliche Bedienelemente.

Die Twist- Balance-Mechanik vereint die Vorteile einer Synchronmechanik

und verzichtet dabei auf die Komplexität klassischer

Mechaniken.

Sie ermöglicht eine automatische Gewichtserkennung mit wenigen,

flexiblen Bauteilen, indem sie die kinetischen Kräfte der Materialien

wirken lässt. Eine vorgespannte Feder aus hochfestem Polymer-Kunststoff

reagiert beim Hinsetzen: Je mehr Gewicht auf die Feder wirkt,

desto größer wird ihr Widerstand. Damit reguliert sie automatisch

den Anlehndruck der Rückenlehne und ein intuitives Sitz gefühl entsteht.

Eine Feinjustierung ist nicht notwendig, da die Vorspannung

der Feder so ausgelegt ist, dass sie für ein breites Nutzerspektrum von

50 bis 120 Kilo sehr gut ausbalanciert ist.

Design: Andreas Krob

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Rethink your Office.

Sieben Szenarien für die

Büroraumplanung nach Corona.

Auf dem Weg zur Normalität in der Arbeitswelt gilt es nicht nur (kurzfristige) gesundheitspolitische

Hürden zu überwinden, sondern auch nachhaltige Entwicklungen in der Bürokonzeption neu zu denken.

Denn während wir derzeit vor allem mit Maßnahmen zum Physical Distancing im Büro beschäftigt sind,

stehen den Unternehmen auch nach Corona langfristig viele Veränderungen ins Haus. Sieben Szenarien

für die Büro-Arbeitswelt sind dabei von besonderer Bedeutung.

Hier geht’s zum

Download unseres

ausführlichen

Whitepapers.

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