LVR-Kulturbericht 2008 - Landschaftsverband Rheinland

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LVR-Kulturbericht 2008 - Landschaftsverband Rheinland

LVR-Dezernat Kultur und Umwelt

LVR-Kulturbericht 2008

LVR-Kulturbericht

Kultur im Rheinland, Kultur in Europa

Kultur im Rheinland, Kultur in Europa

2008


02

Inhalt

IMPRESSUM

HERAUSgEBER

Landschaftsverband Rheinland

LVR-Dezernat Kultur und Umwelt

Ottoplatz 2, 50679 Köln-Deutz

Tel 0221 809-3786, Fax 0221 809-1901

Mail: kultur@lvr.de

www.kultur.lvr.de

VERANTwORTLIcH

Milena Karabaic

LVR-Dezernentin Kultur und Umwelt

REDAKTION

christine Ferreau M.A.

LVR-Fachbereich Kultur

gESTALTUNg

Dagmar Jerichow, www.part-stuttgart.de

DRUcK

Mediakonzept widdig, Köln

Vorwort 04

Aufgaben und Budget 06

Besuchszahlen LVR-Museen 2008 07

Netzwerk Kulturelles Erbe Rheinland 08

Netzwerk Umwelt 10

EU-Kultur 12

Preise und Ehrungen 14

Kulturkommunikation 16

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz 20

LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland 24

LVR-LandesMuseum Bonn 28

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland 32

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum 36

LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte 40

LVR-Industriemuseum mit sechs Schauplätzen 44

LVR-Freilichtmuseum Kommern 50

LVR-Freilichtmuseum Lindlar 53

LVR-Archäologischer Park Xanten / LVR-Römermuseum 56

Max Ernst Museum Brühl des LVR 60

LVR-Zentrum für Medien und Bildung 62

Kulturlandschaftspflege 65

TITELFOTO

LVR-RömerMuseum im LVR-Archäologischen Park

Xanten (Axel Thünker, DgPh)

BILDNAcHwEIS

LVR-FB Kommunikation: S. 3-4, S. 6 links, S. 7,

S. 12-15, S. 17 unten, S. 19 rechts, S. 34 Mitte, S. 36,

S. 37 unten, S. 38 links, S. 39, S. 42 Mitte, S. 42 rechts,

S. 43 rechts, S. 52, S. 57 Mitte, S. 60, S. 67 links

LVR-FB Kultur: S. 18 rechts; S. 42 links

LVR-FB Umwelt: S. 10-11, S. 65-66, S. 67 Mitte, rechts

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege: S. 17 Mitte,

S. 32-33, S. 34 links, S. 34 rechts, S. 35 links, S. 35 rechts

LVR-Amt für Denkmalpflege: S. 24-27

LVR-Archäologischer Park Xanten: S. 18 links

LVR-Freilichtmuseum Kommern: S. 50

LVR-Freilichtmuseum Lindlar: S. 6 links, S. 53-55

LVR-Industriemuseum: S. 44-48

LVR-Institut für Landeskunde und

Regionalgeschichte: S. 41 unten, S. 43 links

LVR-LandesMuseum Bonn: S. 19 links,

S. 30 rechts, S. 31, S. 35 Mitte

LVR-Zentrum für Medien und Bildung:

S. 16, S. 40, S. 41 Mitte, S. 63 Mitte, S. 64

RVDL: S. 20-23

Verena galias: S. 62

Historisches Museum der Pfalz Speyer:

S. 28, S. 30 links

Thomas Kost: S. 6 Mitte

Dominik Schmitz: S. 63 unten

Stadtarchiv Rees: S. 38 rechts

Axel Thünker, DgPh: S. 56, S. 57 unten

Verein für geschichte e.V. Pulheim:

S. 37 Mitte, S. 58-59

Vogelsang IP: S. 8, S. 9 rechts

Zinkhütter Hof: S. 9 links

© 2009

LVR-Dezernat Kultur und Umwelt

Alle Angaben ohne gewähr


Dr. Jürgen wilhelm (links),

Harry K. Voigtsberger (rechts)

Verlässlicher Kulturpartner:

Der LVR im Rheinland und in Europa

Kompetenter und verlässlicher Partner für die Region:

Das ist der Landschaftsverband Rheinland (LVR).

Mit seinen sechs Museen sowie fünf Beratungsund

Forschungseinrichtungen erfasst, erforscht,

bewahrt und vermittelt der LVR das kul turelle Erbe

im Rheinland, der lebendigen und geschichtsträchtigen

Kulturregion im Herzen von Europa.

Rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im LVR-

Dezernat Kultur und Umwelt machen das weit gefächerte

Leistungsangebot der Museen und Kulturdienste

des LVR getreu seinem Motto „Qualität für

Menschen“ einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Dazu gehören Erforschen und Bewahren des mate -

riellen sowie immateriellen kulturellen Erbes ebenso

wie das aktive, Zielgruppen orientierte und pro-

fessionelle Vermitteln dieser Ergebnisse und Themen.

Der LVR ist nicht nur Träger eigener Kultureinrichtungen,

er ist zudem verlässlicher und aktiver Förderer

der kommunalen Kulturarbeit im Rheinland. Als

Stiftungs- und Kooperationspartner sichert der LVR

mit derzeit 24 Stiftungsbeteiligungen den Erhalt und

den Betrieb zahlreicher bedeutender Denkmäler

und Museen im Rheinland. So ist der LVR Mitglied

im Stiftungsrat der Stiftung Zollverein in Essen und

beteiligt sich mit rund zwei Millionen € jährlich an

den Betriebskosten des neuen Ruhrmuseums auf

Zollverein, das 2009 in der ehemaligen Kohlenwäsche

des weltkulturerbes eröffnet wird.

Um seine fachlichen Kompetenzen gezielt zur Verfügung

zu stellen, regionale Aktivitäten zu bündeln

und diese besser zu vermarkten, setzt der LVR

seine Aktivitäten verstärkt unter den Aspekt der

Netzwerksbildung. Ein Beispiel aus 2008 ist der am

8. Mai zwischen dem LVR und der Stadt Stolberg

vereinbarte Vertrag zur Förderung des Museums

Zinkhütter Hof.

Durch seine regionale Kulturförderung und der 1997

gegründeten LVR-eigenen Sozial- und Kulturstiftung

unterstützt der LVR jährlich verschiedenste Projekte

der Bereiche Museum, Theater, Literatur, Musik,

Tanz oder kulturelle Bildung. 2008 wurden rund

5,7 Millionen € bereitgestellt, um die Kultur im

Rheinland in der Fläche zu fördern.

Als Anerkennung der Aktivitäten und der Kompetenz

des LVR werten wir eine Initiative des Landes

Nordrhein-westfalen und der Stiftung Kunstfonds

gemeinsam mit dem LVR: Am 3. Dezember 2008

übergab NRw-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers

einen Zuwendungsbescheid in Höhe von

1,14 Millionen € an den LVR. Mit den Mitteln sollen

Nachlass-Archiv und künftiges Schaumagazin der

Stiftung Kunstfonds im LVR-Kulturzentrum Abtei

Brauweiler eingerichtet werden. Der LVR als Eigentümer

des geländes wird dafür einen denkmalgeschützten

gutshof umbauen.

Die Strahlkraft der kulturellen Aktivitäten des LVR

wies auch 2008 über das Rheinland weit hinaus: Die

regelmäßigen und langfristigen Kooperationen z.B.

mit den Nachbarn Niederlande und Belgien mündeten

2008 in einer Ausstellung der Deutschprachigen

gemeinschaft Belgiens im LVR-Landeshaus.

Der bereits 2007 im Rahmen der beeindruckenden

Ausstellung „Riss durch Leben – Erinnerungen

ukrainischer Zwangsarbeiterinnen im Rheinland

begonnene Austausch mit der Ukraine wurde auch

in 2008 fortgesetzt. So trägt der LVR stetig dazu bei,

den Kulturaustausch in Europa zu befördern und

gegenseitiges Interesse für europäische Kultur(en)

zu wecken.

Dr. Jürgen wilhelm

Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland

Harry K. Voigtsberger

Direktor des Landschaftsverbandes Rheinland

03


04

Vorwort

Xanten, die alte Stadt am Niederrhein, stand im Mittelpunkt

des rheinischen Kulturjahrs 2008, denn das

neue LVR-RömerMuseum im LVR-Archäologischen

Park Xanten übertraf alle Erwartungen: Bereits

vor der offiziellen Eröffnung am 15. August wurde

das Museum mit dem Label „Best architects 09“

preisgekrönt, am Eröffnungswochenende standen

tausende Menschen Schlange, um das spektakuläre

gebäude mit seiner großartigen Ausstellung zu

entdecken. Ende Januar 2009 konnte LVR-Direktor

Harry K. Voigtsberger den einhunderttausendsten

Besucher im LVR-RömerMuseum begrüßen und

sich über das Urteil des Jubiläumsgastes freuen:

„Besser geht’s nicht“.

Seit Mai gehört mit der neuen Ausstellung in der

St. Antony-Hütte am Schauplatz Oberhausen des

LVR-Industriemuseums ein weiteres Juwel zu den

LVR-Museen. Die erste Eisenhütte im Ruhrgebiet

war nicht nur geburtsstätte der Ruhrindustrie, sondern

auch der späteren weltkonzerne gute Hoffnungshütte

und MAN. Rechtzeitig zum Kulturhauptstadtjahr

Ruhr.2010 soll das Museum ergänzt werden

um einen industriearchäologischen Park mit den

Überresten von Schmelzöfen und gießanlagen.

Xanten und Oberhausen sind im Jahr 2008 zwei

gelungene Beispiele dafür, welche unverzichtbare

Rolle der LVR mit seinen Kulturdienststellen für die

Mitgliedsstädte und -kreise im Rheinland spielt.

LVR-Archäologischer Park und LVR-RömerMuseum

tragen entscheidend dazu bei, dass Stadt und

Region Xanten als touristische Destination immer

beliebter werden und dass Kultur somit ein nicht

zu unterschätzender wirtschaftsfaktor ist. Die Stadt

Oberhausen verfügt mit der St. Antony-Hütte des

LVR über eine kulturelle Bereicherung und Attraktion

nicht nur für 2010, sondern weit über dieses

Kulturevent hinaus.

Prof. Dieter Patt, Horst Pankatz, Milena Karabaic (v.l.n.r.)

Nicht nur die Neueröffnungen, auch die zahlreichen

Sonderausstellungen der LVR-Museen sorgten

dafür, dass 2008 über 1,1 Millionen Menschen die

LVR-Museen besuchten, zwölf Prozent mehr als im

Vorjahr. Quasi als Dankeschön für die Museumsgäste

führte der LVR Ende 2008 unter dem Motto „ein

Jahr Kulturvergnügen“ die LVR-Museumskarte ein:

Zu einem sehr niedrigen Preis können Einzelbesucher

wie Familien künftig ein Jahr lang die sechs

LVR-Museen besuchen.

gemeinsam arbeiten Politik und Verwaltung daran,

die Qualität der Kulturangebote im LVR weiter zu

verbessern. Kulturelle Bildung und Nachhaltigkeit

stehen dabei im Zentrum. Als erfreuliches Beispiel

zu nennen ist die vom LVR wesentlich mitgetragene

Initiative „Bildungspartner NRw – Museum und

Schule“ des Ministeriums für Schule und weiterbildung

in Nordrhein-westfalen: Nachhaltige Kooperationen

zwischen Schulen und Museen sollen den

außerschulischen Lernort Museum nachhaltig etablieren.

Jungen Menschen eine optimale Aus bildung

zukommen zu lassen, dazu dient ein am 27.8.2008

unterzeichneter Kooperationsvertrag zur verbesserten

Ausbildung junger Restauratorinnen und Restauratoren:

Das LVR-Amt für Denkmalpflege und die

Fachhochschule Köln organisieren gemeinsam die

möglichst praxisnahe Ausbildung junger Fachleute

zur Sicherung des kulturellen Erbes im Rheinland.

Zum Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft

Rheinland gehört für den LVR auch, Verantwortung

für die Umwelt zu übernehmen: 2008 erhielt

das LVR-Freilichtmuseum Lindlar das Zertifikat für

innovativ-ökologische und traditionell-museale

Zielsetzungen und belegte den zweiten Platz beim

Agrarkulturerbepreis 2008. Besonders die Verbindung

einer innovativ-ökologischen und traditionell-musealen

Zielsetzung und das besondere


Umweltbildungsprogramm des Museums konnten

die Jury überzeugen. Eine wichtige Rolle in Sachen

Umweltbildung spielt das LVR-Netzwerk Umwelt:

Seit November 2007 besteht eine Kooperation des

LVR mit den 17 Biologischen Stationen im Rheinland

zur gemeinsamen Entwicklung von Konzepten und

Angeboten für Barrierefreiheit und Umweltbildung,

Kulturlandschaftspflege, Natur- und Artenschutz.

Verantwortung für die Umwelt, Verantwortung für

die geschichte: Im November 2008 eröffnete der

LVR die gedenkstätte Brauweiler: Die gedenkstätte

dokumentiert mit einer Ausstellung die geschehnisse

der Jahre 1933 bis 1945 in der ehemaligen

Arbeitsanstalt Brauweiler. Diese war dem Provinzialverband

der Rheinprovinz als Vorgänger des

LVR zugeordnet. Zwei im Kellergeschoss erhaltene

Arrestzellen erinnern an die Zeit der Arbeitsanstalt.

Der Rückblick auf 2008 sei mit einem Ausblick

verbunden: Der LVR wird mit seinen Aktivitäten

dazu beitragen, dass das Kulturhauptstadtjahr

RUHR.2010 zu einem unvergleichlichen Ereignis

werden wird. Mit der industriearchäologischen

grabung auf der St. Antony-Hütte verfügt das LVR-

Industriemuseum über ein touristisches Highlight,

das 2010 vollständig zugänglich gemacht werden

wird. Durch die neue „Eisenstraße“ werden mit der

St. Antony-Hütte, dem Museum Eisenheim, dem

Peter-Behrens-Bau und dem Museum der Schwerindustrie

die industriekulturellen Attraktionen des

LVR in Oberhausen miteinander verbunden. Das

internationale Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt

„Feuerländer“ im Peter-Behrens-Bau präsentiert

Industriemalerei im Vergleich der Regionen. Das

LVR-Amt für Denkmalpflege bereitet gemeinsam

mit seinem LwL-Pendant das Projekt „Fremde

Impulse – Baudenkmäler als Zeugnis von Migration

und Austausch“ vor.

Das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte

widmet sich der Erfassung der

Essener Alltagssprache. „Innovation“ ist der Titel

eines Verbundprojektes des LVR-Industriemuseums,

das weit über die Region strahlen wird, da alle

sechs Schauplätze von Oberhausen bis Euskirchen

beteiligt sind. Und erstmalig wird der Tag der Begegnung,

Deutschlands größtes Fest für Menschen

mit und ohne Behinderungen, unter dem Motto

„Integration durch Kultur“ nicht in Xanten, sondern

in Essen stattfinden.

Freuen Sie sich mit uns auf ein ganz besonderes

Kulturjahr 2010!

Prof. Dieter Patt

Vorsitzender des LVR-Kulturausschusses

Horst Pankatz

Vorsitzender des LVR-Umweltausschusses

Milena Karabaic

LVR-Dezernentin Kultur und Umwelt

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06

Aufgaben und Budget

Das Rheinland ist eine ebenso lebendige wie

geschichtsträchtige Kulturregion. Mitten im Herzen

Europas ist das Rheinland reich an kulturellen

Spuren und Zeugnissen der letzten Jahrtausende.

Vielfältig und abwechslungsreich ist daher die

kulturelle Arbeit des Landschaftsverbandes Rheinland

(LVR): Als Kommunalverband und Partner der

14 kreisfreien Städte und 13 Kreise im Rheinland hat

der LVR das Ziel, diese kulturelle Vielfalt zu erfassen

und zu erforschen, zu bewahren und zu pflegen.

Dazu unterhält der LVR sechs Museen, die rheinische

Denkmal- und Bodendenkmalpflege sowie

Beratungs- und Forschungseinrichtungen.

Die sechs Museen des LVR zeigen das ganze Spektrum

von geschichte, Kunst und Kultur im Rheinland:

Der Neandertaler, ältester und prominentester

Rheinländer und Europäer, hat seine letzte

Ruhestätte im LVR-LandesMuseum Bonn gefunden.

LVR-Archäologischer Park und LVR-RömerMuseum

in Xanten führen zu den römischen wurzeln im

Rheinland. Das LVR-Freilichtmuseum Lindlar und das

LVR-Freilichtmuseum Kommern widmen sich dem

ländlichen Alltag, der Volkskunde und der Ökologie.

Das LVR-Industriemuseum macht als dezentrales

Museum an sechs Schauplätzen Industrie- und

Sozialgeschichte in ehemaligen Fabriken anschaulich.

Das Max Ernst Museum Brühl des LVR zeigt

das außerordentliche Kunstschaffen des aus Brühl

gebürtigen weltkünstlers Max Ernst.

Alle Museen des LVR bieten regelmäßige wechselausstellungen

und zielgruppengerechte Programme

für Bildung und Freizeit. Die Museen des

LVR sind barrierefrei und machen für Menschen mit

Behinderungen besondere Angebote.

Neben seinen sechs Museen dokumentiert der LVR

mit der gedenkstätte Brauweiler auf dem gelände

der ehemaligen Abtei die geschichte der damaligen

Arbeitsanstalt Brauweiler 1933 bis 1945. In der

ehemaligen Synagoge Titz-Rödingen wird im September

2009 eine Dauerausstellung zur geschichte

des rheinischen Landjudentums eröffnet.

Die Beratungs- und Forschungseinrichtungen

des LVR stehen als Service allen Bürgerinnen und

Bürgern sowie Kultureinrichtungen im Rheinland

zur Verfügung. LVR-Amt für Denkmalpflege und

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

sichern und bewahren bauliche wie archäologische

Zeugnisse rheinischer geschichte und Kultur.

Das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte

untersucht aktuelle und historische

Entwicklungen in der Region. Das LVR-Archivberatungs-

und Fortbildungszentrum betreut und sichert

rheinisches Archivgut und bildet Restaurateure

und Restaurateurinnen aus. Das gemeinsam mit

der Landeshauptstadt Düsseldorf getragene LVR-

Zentrum für Medien und Bildung setzt medien- und

bildungspolitische Schwerpunkte.

Die im Fachbereich Umwelt angesiedelte LVR-

Kulturlandschaftspflege widmet sich mit vielfältigen

Aktivitäten wie beispielsweise der Rekonstruktion

des Jakobspilger-wegenetzes dem Erhalt, der Pflege

und der Entwicklung der historisch geprägten

Kulturlandschaften im Rheinland.

Neben diesen eigenen Einrichtungen ist der

Landschaftsverband über seine Regionale Kulturförderung

und die Sozial- und Kulturstiftung des

LVR zuverlässiger Partner für die kommunale

Kulturarbeit.

In 2008 waren rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

im LVR-Dezernat Kultur und Umwelt tätig.

Rund 60 Mio. € ordentliche Aufwendungen (ca.

2 % vom LVR-gesamthaushalt) wurden 2008 für die

Kulturarbeit des LVR ausgegeben, hinzu kamen

3,5 Millionen € Landesmittel für die Regionale

Kulturförderung des LVR sowie 2,2 Millionen € aus

Mitteln der LVR-eigenen Sozial- und Kulturstiftung.


Annähernd 1,1 Millionen Menschen besuchten 2008

die LVR-Museen, das sind zwölf Prozent mehr als im

Vorjahr.

Besuchermagnete waren das im August 2008 neu

eröffnete LVR-RömerMuseum und die römischen

wochenenden im LVR-Archäologischen Park

Xanten. Insgesamt verzeichnete der LVR-Archäologische

Park in 2008 einen Besucheranstieg auf über

418.000 Menschen.

Mit einem Plus von über 7.600 Besucherinnen und

Besuchern blickt das LVR-Industriemuseum auf ein

erfolgreiches Jahr zurück. Annähernd 185.000 gäste

interessierten sich für die Industrie- und Sozialgeschichte

an den sechs Schauplätzen des Museums.

Beigetragen zum Zuwachs hat mit rund 6.000

In teressierten vor allem die im Mai 2008 eröffnete

Dauerausstellung in der 250 Jahre alten St. Antony-

Hütte in Oberhausen, der ältesten Eisenhütte im

Ruhrgebiet. Für einen Besucherzustrom am Schauplatz

Oberhausen sorgte auch die ExtraSchicht,

die lange Nacht der Industriekultur im Ruhrgebiet.

Die Besuchszahlen an den anderen Schauplätzen

des LVR-Industriemuseums: Schauplatz Bergisch

gladbach: rund 28.220 gäste, Schauplatz Engelskirchen:

rund 19.850 gäste, Schauplatz Euskirchen:

rund 25.630 gäste, Schauplatz Ratingen: rund 30.200

gäste, Schauplatz Solingen: rund 27.650 gäste.

Das LVR-Freilichtmuseum Lindlar verzeichnete 2008

erstmalig eine sechsstellige Besucherzahl. Insgesamt

100.117 Menschen kamen, rund 20.000 mehr

als im Vorjahr. Auf großes Besucherinteresse trafen

traditionelle großveranstaltungen wie Dampf- und

Treckerfest oder Bauernmarkt sowie das erweiterte

Angebot bei den wechselausstellungen.

Besuchszahlen LVR-Museen 2008

Mit knapp 203.000 gästen begrüßte das LVR-Freilichtmuseum

Kommern einige Besucherinnen und

Besucher mehr als im Jahre 2007. Vor allem das

große Jubiläumsfest zum 50. Museumsgeburtstag

im August, der „Tag nach der Ernte“ oder auch der

stimmungsvolle „Advent im Museum“ sorgten für

guten Zuspruch beim Publikum.

Mit 118.000 gästen erzielte das LVR-LandesMuseum

Bonn einen Zuwachs von fast 20 Prozent gegenüber

dem Vorjahr. Die Ausstellung „Die Langobarden

– Das Ende der Völkerwanderungszeit“

zog mit herausragenden Exponaten und reichem

Rahmenprogramm rund 40.000 Menschen an.

Das Max Ernst Museum Brühl des LVR besuchten im

Jahr 2008 über 57.000 gäste. Allein die Ausstellung

„Tomi Ungerer – Ohne wind wüssten die wolken

nicht wohin“ sahen im Dezember 2008 bereits über

3.000 Menschen.

Besuchszahlen LVR-Museen 2008

LVR-Freilichtmuseum Kommern 202.612

LVR-Archäologischer Park /

LVR-RömerMuseum Xanten 418.511

LVR-Freilichtmuseum Lindlar 100.117

LVR-LandesMuseum Bonn

LVR-Industriemuseum

117.701

mit sechs Schauplätzen 184.900

Max Ernst Museum Brühl des LVR 57.439

Summe 1.081.280

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Netzwerk Kulturelles Erbe Rheinland

Im Jahr 2008 wurde die Umwandlung des Kultur-

amtes im LVR-Dezernat Kultur und Umwelt zum

LVR-Fachbereich Kultur mit dem Ziel der Schaffung

adäquater und effizienter Verwaltungs- und

Förderstrukturen als Voraussetzung für eine

zeitgemäße regionale Kulturförderung realisiert.

Museumsberatung und -förderung des ehemaligen

Rheinischen Archiv- und Museumsamtes wurden

dem neu gebildeten Fachbereich zugeordnet, um

die verschiedenen Förderlinien im Rahmen der

regionalen Kulturförderung zu synchronisieren.

Schließlich liegt ein Hauptschwerpunkt der Tätigkeit

des LVR-Fachbereichs Kultur in der Bewahrung

des kulturellen Erbes im Rheinland gemäß § 5 der

Landschaftsverbandsordnung.

NETzwERK KUNST- UND KULTURgESchIchTE

/ NETzwERK INDUSTRIEgESchIchTE

UND INDUSTRIEKULTUR

Um der Vielgestaltigkeit des kulturellen Lebens im

Rheinland angemessen Rechnung zu tragen und

die kulturelle Vielfalt der Region zu stärken und

weiter zu profilieren, hat der LVR seit 2006 seine kulturpolitischen

Aktivitäten verstärkt unter den Begriff

der Netzwerke gestellt. Dabei geht es zum einen

um den gezielten Einsatz von Ressourcen und um

Synergieeffekte, zum anderen kann der LVR seine

kulturelle Kompetenz für die Region deutlich machen.

Sowohl das kunst- und kulturgeschichtliche

als auch das industriekulturelle Netzwerk ermöglichen

verlässliche Strukturen der Zusammenarbeit,

die für die jeweiligen Partner, aber auch für den LVR

von gewinn sind.

Neben dem Museum Zinkhütter Hof in Stolberg

und dem Ruhrmuseum auf Zeche Zollverein in

Essen konnte 2008 die „vogelsang ip ggmbH“,

die Träger- und Betreibergesellschaft des Forums

Vogelsang als Informations-, Ausstellungs- und

Bildungszentrum, in das Netzwerk aufgenommen

werden.

REgIONALE KULTURFöRDERUNg

Die regionale Kulturförderung unterstützt und fördert

zahlreiche Kulturprojekte im Rheinland. Allein


www.kultur.lvr.de

im Jahr 2008 konnten 3,5 Millionen Euro Landesmittel

aus der Regionalen Kulturförderung für die

unterschiedlichsten Projekte zur Verfügung gestellt

werden. Beispielhaft seien genannt:

• Nordrheinisches Klosterbuch

• Forschungsprojekt „unangepasste Jugendliche

im Nationalsozialismus“

• „Die Sonne umarmen“ - 1.000 Jahre deutschsprachige

Lyrik von Frauen

• Erhaltungssanierung der historischen Korfmacher-

Orgel in Breinig Stolberg

• Festival Alte Musik Knechtsteden

• Erfassung und Erschliessung der Sammlung aus

der geschichte der Fa. Ruhrchemie

• Graphikführer NRW (Kooperationsinitiative der

graphischen Sammlungen NRw)

• Wiedererrichtung Baudenkmal Schiffssteganlage

wuppermündung

• Ausstellung und Begleitdokumentation zur Kulturgeschichte

des Kinos in Solingen

Als Stiftungspartner ist der LVR zudem verlässlicher

und aktiver Förderer der kommunalen Kulturarbeit

im Rheinland. Im Jahr 2008 sicherte der LVR mit 24

Stiftungsbeteiligungen Erhalt und Betrieb von zahlreichen

bedeutenden Denkmälern und Museen im

Rheinland.

MUSEUMSBERATUNg UND MUSEUMS-

FöRDERUNg

Die Museumsberatung und –förderung nehmen

im Rahmen der Regionalen Kulturförderung des

werkzeuge für die Nadelproduktion,

Museum Zinkhütter Hof

Blick über das Forum der ehemaligen

Ordensburg Vogelsang

LVR einen hohen Stellenwert ein. Etwa 400 Museen

bilden neben den Archiven das kulturelle und materielle

gedächtnis des Rheinlandes. Beratung und

Förderung für die rheinischen Museen sind dabei

die tragenden Säulen des Dienstleistungsangebotes

des LVR-Fachbereichs Kultur. Die Serviceleistungen

umfassen alle Bereiche musealen Handelns

und der Museologie – von der Museumskonzeption

bis zur Sammlungsdokumentation, mit allem

Aspekten des Sammelns, Bewahrens, Forschens

und Vermittelns, aber auch des Museumsmanagements.

Zudem werden übergreifende Tätigkeiten

der Vernetzung und der Kommunikation wahrgenommen,

z.B. in der Koordination des Internationalen

Museumstages und in der Kooperation mit

dem Verband Rheinischer Museen.

Im Rahmen der Museumsförderung konnten im

Jahr 2008 rund 240.000 Euro zur Verfügung gestellt

werden. Hinzukamen weitere 250.000 Euro aus den

Museumsfördermitteln der Sozial- und Kulturstiftung

des LVR. Dadurch wurden u. a. gefördert:

• Erweiterung der Altamerika Sammlung der Universität

Bonn

• Neupräsentation der Abteilung Geschichte der

Rheinschifffahrt im Rheinmuseum Emmerich

• Umsetzung der neuen Ausstellungskonzeption im

Naturzentrum Eifel, Nettersheim

• Neukonzeption der Abteilung Schillkasematten im

Städtischen Museum wesel

• Förderung der Einrichtung eines Werkraumes für

Kinder und Jugendliche im KERAMION

• EIFELschätze, Verbundprojekt der Eifelmuseen

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10

Netzwerk Umwelt

Seit November 2007 besteht die Kooperation des

LVR mit den 17 Biologischen Stationen im Rheinland.

Durch die Zusammenarbeit im gemeinsamen

Netzwerk werden die individuellen Profile der

einzelnen Stationen gestärkt, andererseits bietet

es eine langfristige Plattform für eine erfolgreiche

gemeinsame regionale und überregionale Zusammenarbeit

für die rheinischen Kulturlandschaften.

Die Entwicklung von Konzepten und Angeboten

aus den Themenfeldern Barrierefreiheit und Umweltbildung,

Kulturlandschaftspflege, Natur- und Artenschutz

steht im Vordergrund der Netzwerktätigkeiten.

Der LVR stellte den Biologischen Stationen

im Jahr 2008 insgesamt eine Mio. € zur Verfügung.

So konnten zahlreiche Projekte im ganzen Rheinland

umgesetzt werden. Angebote und Aktionen

sind hierbei im Sinne der Barrierefreiheit auf ein

möglichst breites Publikum ausgerichtet.

Seit 2008 repräsentiert ein gemeinsames Logo die

Kooperation nach außen. weiterhin können auf der

Internetpräsenz des LVR-Netzwerks Umwelt unter

www.biostationen-rheinland.lvr.de allgemeine

Informationen, Projektstände, aktuelle Veranstaltun-

gen und Presseartikel eingesehen werden. Die bisherige

Zusammenarbeit von LVR und Biologischen

Stationen wird mit großem öffentlichen Interesse

verfolgt. Die erfreuliche Entwicklung des Netzwerks

lässt sich auch an der Vielzahl und Vielfalt von Presseartikeln

ablesen, die Ende 2008 in einem umfangreichen

Pressespiegel dokumentiert wurden.

Die Betreuung des Netzwerkes Umwelt erfolgt

innerhalb des LVR-Fachbereichs Umwelt im Sachgebiet

Kulturlandschaftspflege. Neben der Koordination

des Förderprogramms dient das Sachgebiet

als Ansprechpartner für die 17 Biologischen Stationen

im Rheinland. Es führt die Pflege der Internetpräsentation

durch, koordiniert und organisiert

gemeinsame Treffen sowie die Erarbeitung von

Angeboten z.B. für die Öffentlichkeitsarbeit.

Im Jahr 2008 konnten insgesamt 31 Projekte

finanziert bzw. teilfinanziert werden:

• Außerschulisches Lernen in der Kulturlandschaft

am Beispiel der Streuobstwiesen

• Pilotprojekt „RegioSaatGut“ – Gewinnung von

Regiosaatgut für bunte, artenreiche wiesen, Äcker

und Ruderalflächen im Rheinland


www.biostationen-rheinland.lvr.de

• Kulturlandschaft erhalten, Hochstamm-Obstbäume

pflegen und neu pflanzen

• Wassererlebniszentrum Wahrsmannshof

• Aussichts- und Beobachtungsturm Rindernsche Kolke

• Aufbau eines Ehrenamtlichen-Managements unter

besonderer Berücksichtigung von Angeboten für

Menschen mit Behinderungen

• Heidebeweidungsverbund im Sinne einer Allmendenutzung

in der wankumer Heide

• Wiederansiedlung der Rohrdommel

• Der Apfelsaft fließt nicht weit vom Stamm – Optimierte

Regionalvermarktung von Streuobstprodukten

• Natur entwickeln – Natur erleben auf der Bergischen

Heideterrasse

• Hohlwege im Rhein-Kreis-Neuss – Bewertung und Pflege,

Entwicklung und umweltpädagogische Nutzung

• Wiesenknopfwiesen, Knotenameisen und Ameisenbläulinge

in der niederrheinischen Kulturlandschaft

• Förderung der Regionalvermarktung im Bergischen Land

• Naturpädagogik im nördlichen Oberbergischen Kreis

• Ehemalige Weinberge und Streuobstwiesen im Siegtal

• Entwicklung eines Gartenführers für den historischen

Nutzgarten auf Haus Bürgel

Schafsprogramm auf der NABU-

Naturschutzstation Haus wildenrath

Landschaftsexkursion mit Kindern:

Beobachtung von wassertieren

• Entwicklung von Unterrichts- und Arbeitsmaterial

für Schulklassen und gruppen zu Haus Bürgel

• Naturerlebnis und Umweltbildung – barrierefrei!

Mit den Biologischen Stationen im Rheinland

• Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes

„Fort Blücher“

• Naturerlebnis für blinde Menschen

• Umwelt- und Naturschutzprojekt für Kinder und

Jugendliche mit Migrationshintergrund

• In aller Munde – Kulturlebensraum Streuobstwiese

• Lokale Obstsorten im Rheinland

vom Aussterben bedroht

• Vernetzung der Biostationen zur Ausweitung des

Regiosaatgut-Projektes im Rheinland

• Bibermanagement im Einzugsgebiet der Rur

• Niederrhein vom Feinsten!

Das Kendel- und Donkenland

• Der neue Weg –

Schutz des Kulturlandschaftsraumes Obstwiese

• Ergänzung ökologischer Trittsteine zu einem

Ensemble (Netzwerk) in Swisttal-Vershoven

• Familiengarten

• Naturerlebnis an Europas Rheinradweg

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EU-Kultur

Das LVR-Dezernat Kultur und Umwelt pflegt seit

langem intensive Kontakte zu europäischen Kultureinrichtungen.

Dazu gehören zahlreiche Partnerschaften

und Kooperationen auch auf der grundlage

von formalen Rahmenvereinbarungen.

Im August war die Deutschsprachige gemeinschaft

Belgiens (Dg) zu gast beim LVR. “Unbekanntes

Belgien“ lautete der Titel einer Ausstellung im LVR-

Landeshaus, die den Besucherinnen und Besuchern

die kleinste der drei gemeinschaften Belgiens näher

brachte. Der LVR hat seit langem gute Kontakte

zum Nachbarn. Im Bereich Kultur unterstützen und

beraten die LVR-Einrichtungen die Dg in Sachen

Denkmalpflege, Bestandserhaltung oder Museumsförderung.

2008 hat das LVR-Zentrum für Medien

und Bildung in enger Kooperation mit dem Eu regionalen

Medienzentrum Aachen allen 70 Schulen

der Deutschsprachigen gemeinschaft das komplette

Angebot aus EDMOND zur Verfügung gestellt.

Damit können Lehrerinnen und Lehrer der Dg nun

kurzfristig und unkompliziert online auf über 1.000

Bildungsmedien zugreifen, diese direkt in Schule

oder Klassenzimmer abrufen und für den Unterricht

nutzen. „EDMOND“, die „Elektronische Distribution

von Bildungsmedien on Demand“ wurde vom LVR-

Zentrum für Medien und Bildung entwickelt.

In 2008 konnten zahlreiche binationale Ausstellungsprojekte

realisiert werden. Das LVR-Freilichtmuseum

Kommern zeigte gemeinsam mit dem

Limburgs Museum der provincie Nederlands die

Ausstellung „… und raus bist Du! Hexen und Ausgegrenzte“.

Das LVR-Industriemuseum präsentierte

„Solingen – Zentrum der Schneidwarenindustrie“

als wanderausstellung vom 6.3. bis zum 18.5.2008

im französischen Partnermuseum, dem Ecomusée

le creusot-Montceau, und vom 20.11.2008 bis zum

30.3.2009 im Museu de la ciència i de la Tècnica

de catalunya, dem katalanischen Partnermuseum.

Mitte Dezember eröffnete im Foyer des LVR-Landeshauses

die Ausstellung „Das Treffen mit und in

colonia“. Elf polnische Künstlerinnen und Künstler

warfen überraschende Blicke auf die Domstadt und

spielten mit Kölner Sujets, mit Themen und Mythen

aus Vergangenheit und gegenwart.


www.kultur.lvr.de

Besonders bewegend war die Eröffnung der LVR-

Ausstellung „Riss durchs Leben“ im November 2008

in Kiew. Die Ausstellung dokumentiert das Schicksal

ehemaliger ukrainischer Zwangsarbeiterinnen

während des Zweiten weltkriegs im Rheinland und

wurde von Kateryna Yushenko, der Ehefrau des

ukrainischen Präsidenten, eröffnet. Sie übernahm

die Schirmherrschaft für die Ausstellung,

die 2009 durch verschiedene

Regionen der Ukraine wandern wird.

Frau Yushenko ist Vorsitzende der

Stiftung Ukraine 3000, die sich der

weiterentwicklung von wohlstand

und Demokratie in der Ukraine

widmet. LVR und Stiftung Ukraine 3000

unterzeichneten in Kiew anlässlich der Ausstellungseröffnung

ein Memorandum zur Fortsetzung der

Zusammenarbeit.

Der LVR ist nicht nur selbst aktiv in Sachen europäischer

Kulturarbeit, er ehrt auch jedes Jahr Menschen

für ihr besonderes grenzüberschreitendes

Engagement. 2008 erhielten der Belgier Alfred

Bertha, der Niederländer wilhelmus P. H. Lenders

Kateryna Yushenko,

Dr. Jürgen wilhelm (Mitte) und LVR-

Direktor Harry K. Voigtsberger (2.v.l.)

beschließen mit Vertretern der Stadt Kiew

und der Stiftung Ukraine 3000 weitere

Kooperationen.

Dr. Jürgen wilhelm (links), Alfred Bertha

(Mitte) und wilhelmus P. H. Lenders

bei der Rheinlandtalerverleihung für

grenzüberschreitendes Engagement

und der Katalane Eusebi casanelles den Rheinlandtaler.

Alfred Bertha wurde für seine Erforschung der

belgisch-deutschen geschichte im grenzgebiet

ausgezeichnet. 1966 war er Mitbegründer des

ge-schichtsvereins „Vereinigung für Heimatkunde,

geschichte und Kultur im göhltal“. Der Niederländer

wilhelmus P. H. Lenders ist Direktor des „Natio-

Belgische Spezialitäten im LVR-

Landeshaus anlässlich der Ausstellung

„Unbekanntes Belgien“

der Deutschsprachigen gemeinschaft

Belgiens im August 2008

nalen Befreiungmuseums 1944-1945“ in groesbeek

und setzt sich seit vielen Jahren für die deutsch-nieder-ländische

Verständigung ein. Eusebi casanelles

ist Direktor des LVR-Partnermuseums Museu de la

ciència i de la Tècnica de catalunya und ein renommierter

Museumsfachmann, dessen Ideen für

eine grenzüberschreitende Netzwerksbildung die

europäische Industriekultur wesentlich vorangebracht

haben.

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Preise und Ehrungen

Der Landschaftsverband Rheinland zeichnet seit

1976 Persönlichkeiten, die sich in besonderer weise

um die kulturelle Entwicklung des Rheinlandes verdient

gemacht haben, mit dem Rheinlandtaler aus.

Junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und

-wissenschaftler fördert der LVR aktiv mit zwei jährlich

verliehenen Preisen, dem Paul-clemen-Preis

des LVR für eine hervorragende kunsthistorische

Dissertation zu einem rheinischen Thema und dem

Albert-Steeger-Preis des LVR für wesentliche Beiträge

zur Erforschung und Entwicklung der rheinischen

Landes- und Volkskunde. Beide Preise sind mit

jeweils 10.000 € dotiert, gefördert durch die Sozialund

Kulturstiftung des LVR.

Außerdem vergibt die Stiftung zur Förderung der

Archäologie im rheinischen Braunkohlerevier – ein

Zusammenschluss des Landes Nordrhein-westfalen,

der RwE Power Ag und des Landschaftsverbandes

Rheinland – den mit 5.000 € dotierten

Archäologie-Preis.

In 2008 erhielt den Paul-clemen-Preis des LVR

Dr. Regina Urbanek, die mit ihrer Bonner Dissertation

„Die goldene Kammer von St. Ursula in Köln.

Studien zu gestalt und Ausstattung vom Mittelalter

bis zur Vollendung im Barock“ eine herausragende

Untersuchung zur rheinischen Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte

mit einer genauen Bestanderfassung

sämtlicher Reliquienbüsten, der technologischen

und analytischen Befunderhebung sowie

ihrer wissenschaftlichen Auswertung vorgelegt hat.

Der Albert-Steeger-Preis des LVR ging in 2008 an

zwei Nachwuchswissenschaftler: an den Archivar

Dr. Martin Schlemmer und an den Volkskundler und

Historiker Dr. Bastian Fleermann. Der in Koblenz

gebürtige 33-jährige Martin Schlemmer erhielt die

Auszeichnung für seine Arbeit „Los von Berlin. Die

Rheinbestrebungen nach dem Ersten weltkrieg.“

Bastian Fleermann, 1978 in Ratingen geboren,

wurde für seine Arbeit über „Marginalisierung und

Emanzipation. Jüdische Alltagskultur im Herzogtum

Berg 1779-1847“ ausgezeichnet.


www.kultur.lvr.de

DEN RhEINLANDTALER ERhIELTEN IN 2008:

Prof. Hermann-Josef Baum, Rhein-Erft-Kreis

Prof. Dr. günter Bergerhoff, Bonn

Alfred Bertha, Belgien

Rudolf Bölkow, Rhein-Sieg-Kreis

Reinhold Braun, Leverkusen

Hans Joachim de Bruyn-Ouboter, wuppertal

Eusebi casanelles, Spanien

Ulla-Luise centonze, Rhein-Erft-Kreis

Hanna Eggerath, Mettmann

Franz gerd gehnen, Duisburg

Franz gommans, Kleve

Erich Hermans, Köln

Bernd Hubert, Rhein-Kreis Neuss

Prof. Heinz Kalenborn, Düsseldorf

Roswitha Köhlert, Oberbergischer Kreis

wolfgang Krebs, Kleve

wilhelmus Peter Hubertus Lenders, Niederlande

Marie-Luise Mettlach, Rheinisch-Bergischer Kreis

Dr. Jürgen wilhelm (re.), Vorsitzender der

Landschaftsversammlung Rheinland, überreichte den

Albert-Steeger-Preis an Dr. Martin Schlemmer (li.)

und Dr. Bastian Fleermann (Mitte).

Eusebi casanelles (2.v.l.) erhält im LVR-

Industriemuseum Oberhausen den Rheinlandtaler.

wolfgang Motte, Oberbergischer Kreis

Prof. Dr. wilhelm Schepping, Rhein-Kreis Neuss

Annemarie Scherer, Oberbergischer Kreis

Hans Schöttler, Mettmann

Dieter Schröder, Euskirchen

Ulrich Siewers, Solingen

Uwe Stracke, Leverkusen

Horst Tamm, Viersen

Hannemarie Valder, Köln

Verein Klosterkirche e.V., Hermann Hardt, wolfgang

Moritz, Remscheid

Jürgen wentscher, Rhein-Sieg-Kreis

Eheleute Maren und Horst westermann, Essen

Rainer widmann, wuppertal

Josef wißkirchen, Rhein-Erft-Kreis

Hedwig wittmann, Krefeld

Hans Zelle, wesel

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Kulturkommunikation

Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit im LVR-Dezernat

Kultur und Umwelt ist es, die Vielfalt der LVR-Kultureinrichtungen

und die zahlreichen Veranstaltungen

und Aktivitäten der verschiedenen Häuser noch

bekannter zu machen. Dazu gehört natürlich immer,

den LVR als Träger bedeutender Museen und Kultureinrichtungen

im Rheinland weiter zu etablieren.

Mit der in 2008 LVR-weit eingeführten Strategie,

künftig alle zum Landschaftsverband Rheinland

gehörenden Häuser untrennbar mit der Dachmarke

LVR“ zu verknüpfen, wurde ein wichtiger Schritt

auf diesem weg getan.

Basis einer erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit ist

die kontinuierliche und gezielte Medien- und Pressearbeit.

Neben der regelmäßigen Information der

Lokal- und Regionalmedien, aber natürlich auch

der überregionalen wie der Fachpresse gelingt

es in Zusammenarbeit mit dem LVR-Fachbereich

Kommunikation zunehmend, für besondere Veranstaltungen

nachhaltige Medienkooperationen

einzugehen: Die Kölnische Rundschau unterstützte

die Archäologietour Nordeifel 2008 des LVR-Amtes

für Bodendenkmalpflege im Rheinland als Medienpartner:

Einzelne Stationen der Tour wurden im Vor-

feld regelmäßig in den verschiedenen Regionalteilen

vorgestellt, das gesamtprojekt im überregionalen

Teil präsentiert und eine große Nachberichterstattung

resümierte die Veranstaltung.

Starke Medienpartner machen attraktiv für weitere

Kooperationen: Ebenfalls für die Archäologietour

2008 konnte die Regionalverkehr Köln gmbH (RVK)

als Partner der Veranstaltung gewonnen werden:

Die RVK sorgte nicht nur für den reibungslosen

Bustransport der zahlreichen Teilnehmerinnen und

Teilnehmer, sondern bewarb die Veranstaltung

durch Plakate und Flyer in den RVK-Bussen und

Niederlassungen. Zudem wurde die Veranstaltung

auf den Internetseiten des Verkehrsverbundes

Rhein-Sieg angekündigt und erreichte somit einen

riesigen Adressatenkreis.

Neben einer guten Pressearbeit sprechen gezielte

werbemaßnahmen die Öffentlichkeit an. Das LVR-

LandesMuseum Bonn entwickelte für die große

Sonderausstellung „Die Langobarden. Das Ende

der Völkerwanderung“, die vom 23. August 2008

bis 11. Januar 2009 gezeigt wurde, ein dezidiertes

Marketingkonzept. grundlage der Marketingentscheidungen

waren bei vorherigen Projekten ge-


www.kultur.lvr.de

wonnene Erkenntnisse: Eine während der Ausstellung

„Krieg und Frieden“ im LVR-LandesMuseum

durchgeführte Evaluation ergab zum einen, dass

der großteil der gäste aus der Region Köln/Bonn

stammte und zum anderen,

dass neben Empfehlungen

durch Freunde und

Bekannte ein großer Teil

des Publikums durch die

Bewerbung mit Plakaten

auf die Ausstellung aufmerksam

wurde und sich so

zum Besuch entschloss. Um

diese Entwicklung weiter zu

stärken und eine dauerhafte

Besucherbindung in der

Region zu erreichen, wurde

der Schwerpunkt der Marketingmaßnahmen für

„Die Langobarden“ zunächst im regionalen Bereich

gesetzt.

wirRheinländer Eröffnung in Berlin:

Der Historiker und Kabarettist Martin Stankowski,

Dr. Josef Mangold, Leiter des LVR-Freilichtmuseums Kommern,

Rainer Pause alias Fritz Litzmann als „Bürgermeister von Rhenania“,

Frau Dr. Doris gau und Dr. Jürgen wilhelm, Vorsitzender der

Landschaftsversammlung Rheinland (von links nach rechts)

Die Ausstellung wurde in zwei Intervallen mit Plakaten,

city-Lights, Mega-Lights und einem Big Banner

in den Innenstädten und den Hauptbahnhöfen von

Bonn und Köln beworben, ergänzend dazu hingen

Die Präsidentin des Landtags

NRw Regina van Dinther (rechts),

der Vorsitzende der Landschaftsversammlung

Rheinland

Dr. Jürgen wilhelm (Mitte) und

die LVR-Kulturdezernentin Milena

Karabaic bei der Eröffnung der

Ausstellung Fundort Rheinland.

Plakate in DB-Bahnhöfen entlang der Rheinschiene.

Flankiert wurde die Plakatierung durch besondere

Anzeigen in der regionalen Presse. große

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Frisch, einladend, neu: Die Kampagne für das LVR-RömerMuseum

im LVR-Archäologischen Park Xanten.

Aufmerksamkeit erzielte eine Promotion-Tour

mit einem im Design der Ausstellung gestalteten

werbefahrzeug auf Stadtfesten und ähnlichen

Veranstaltungen. Um das Besucherpotential weiter

zu erschließen wurden Anzeigen in der überregionalen

Presse geschaltet. Im Rahmen der Teilnahme

des LVR-LandesMuseums an der Internationalen

Tourismus Börse Berlin konnte eine Kooperation

mit ITS Reisen, TUI-Städtereisen, Ameropa sowie

Die Bahn-Klassenfahrten eingegangen werden mit

dem Ergebnis, dass zur Ausstellung in den jeweiligen

Katalogen Pauschalreisen angeboten wurden.

grundlage guter werbung ist immer ein überzeugendes

Design. Durch die Zusammenarbeit mit

professionellen gestalterbüros und Agenturen

gelingt es den LVR-Museen und Kultureinrichtungen

zunehmend, mit unverwechselbaren Auftritten

in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Das gilt nicht

nur für große Sonderausstellungen wie „nacht.

aktiv“ des LVR-Industriemuseums oder die Langobarden-Ausstellung

des LVR-LandesMuseums,

sondern auch für die Museen und Dauerausstellungen

selbst. Der LVR-Archäologische Park Xanten

nahm die Neueröffnung des LVR-RömerMuseums

2008 zum Anlass, sein komplettes Erscheinungsbild

zu modernisieren. Auch vermeintlich kleine Maßnahmen

sind wichtige Schritte auf dem weg zu

einer verbesserten Kulturkommunikation: Das LVR-

Industriemuseum begann 2008 in Zusammenarbeit

mit dem LVR-Zentrum für Medien und Bildung neue

Bilderserien von den Museumsschauplätzen unter

dem Motto „Museum ist interessant und macht

Spaß“ zu erstellen.

Das LVR-Industriemuseum gemeinsam mit dem

LwL-Industriemuseum beim NRw-Tag in wuppertal

Diese Botschaft vermittelt auch der 2008 gegründete

Marketingverbund „Erlebnismuseen im

Rheinland“. Insgesamt 18 große und kleine Museen

im Rheinland, die gezielt Angebote für Familien,

Kinder und Schulen machen, haben sich zusammengeschlossen,

um im Verbund auf sich aufmerksam

zu machen und zu werben: Ein gemeinsamer

Flyer und ein Internetauftritt stellen die Angebote

aller beteiligten Museen vor, Infobroschüren oder

Aufkleber liegen in den Museumsshops aus. Hinzu

kommen gemeinsame Anzeigen und Beilagen in

Familienzeitschriften, der Vertrieb der Infomedien

über besucherstarke Partner wie der Köln-Düsseldorfer

Deutsche Rheinschiffahrt Ag, zielgruppenorientierte

Mailings z.B. an Lehrer und vieles mehr.

Alle sechs LVR-Museen sind Partner des rheinlandweiten

Verbundes.

Neue wege in der Besucheransprache gingen

in 2008 einige LVR-Kultureinrichtungen und machten

quasi außer Haus auf sich aufmerksam. Das

Freilichtmuseum Kommern war mit Szenen seiner

Ausstellung „wirRheinländer“ in der Vertretung

des Landes NRw beim Bund in Berlin zu sehen. 150

gäste kamen zu der Ausstellungseröffnung, um sich

Momentaufnahmen aus der 200-jährigen geschichte

des Rheinlandes zum Auftakt der neuen Reihe

„Zoom NRw“ in der Landesvertretung anzuschauen.

Von Oktober bis November 2008 ließ sich in

der wandelhalle des NRw-Landtags in Düsseldorf

der „Fundort Rheinland“ entdecken. Die Ausstellung

präsentierte zum einen das Rheinland als

eine der archäologisch fund- wie facettenreichsten

Regionen Europas, zum anderen aber auch die


www.rheinischeMuseen.lvr.de

„Die Langobarden“: Plakatmotiv

archäologische Fachkompetenz des LVR mit dem

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege und dem LVR-

LandesMuseum Bonn. Zum NRw-Tag vom 29.-31.

August in wuppertal präsentierte sich der LVR mit

dem neuen LVR-RömerMuseum, der Langobarden-

Ausstellung des LVR-LandesMuseums Bonn und

dem LVR-Industriemuseum.

In Sachen Internet ist das LVR-Dezernat Kultur und

Umwelt bestrebt, seine Angebote für die Nutzerinnen

und Nutzer ständig zu

verbessern. Neben einer

selbstverständlichen Tagesaktualität

bieten einige Museen

und Kulturdienststellen inzwischen

elektronische Newsletter

mit Hinweisen zu Ausstellungen

und Veranstaltungen

an. Das LVR-Industriemuseum

hat die akustische Führung

zur neuen Ausstellung in der St. Antony-Hütte am

Schauplatz Oberhausen zum download ins Netz

gestellt: ein besonderer Service, der Lust auf den

Museumsbesuch macht. Und gemeinsam mit dem

LVR-Fachbereich Kommunikation entwickelt das

LVR-Dezernat für Kultur und Umwelt einen komfor-

Archäologietour 2008

tablen online Veranstaltungskalender, mit dem ab

Mitte 2009 alle Veranstaltungen LVR-weit im Internet

zu recherchieren sind.

Noch rechtzeitig zum weihnachtsfest erschien Ende

2008 die neue LVR-Museumskarte: Für 19 € (Einzelkarte)

beziehungsweise 29 € (Familienkarte) können

groß und Klein ein Jahr lang ab Kaufdatum die

sechs LVR-Museen besuchen.

Die neue LVR-

Museumskarte

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Rheinischer Verein für Denkmalpflege

und Landschaftsschutz

Das Jahr 2008 begann für die Mitglieder des

Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und

Landschaftsschutz sowie für geladene gäste aus

Politik, Verwaltung und Kultur traditionell mit dem

Neujahrsempfang am 12. Januar 2008. Als Festredner

konnte Raimar Molitor von der Regionale

2010-Agentur gewonnen werden, der zum Thema

„Kulturlandschaft im regionalen Netzwerk – Zukunft

gemeinsam gestalten“ referierte.

Die Jahrestagung fand mit über 250 Teilnehmenden

am 28. und 29. Juni 2008 im Kloster Heisterbach

in Königswinter statt. Den Festvortrag „Denkmalschutz

und Denkmalpflege in Nordrhein-westfalen“

hielt Oliver wittke, Minister für Bauen und Verkehr

des Landes Nordrhein-westfalen, der mehrfach

betonte, wie wichtig ehrenamtliches Engagement

im Bereich der Denkmalpflege zum Schutz unserer

Landschaft ist.

2008 wurden die Sanierungsarbeiten an der ver-

einseigenen mittelalterlichen Burgruine Stahlberg

in Bacharach-Steeg mit großzügiger Unterstützung

der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des

Landes Rheinland-Pfalz fortgeführt. Bei der parallel

zur Mauersanierung durchgeführten Bauforschung

konnte die Apsis der Burgkapelle mit Resten des

gemauerten Blockaltars freigelegt werden. Die

aktuellen Forschungen bestätigten die Ergebnisse

der letzten Jahre und untermauern den Stellenwert

der Ruine als einzige nicht überbaute frühmittelalterliche

Burg am Mittelrhein. Auf der ebenfalls

vereinseigenen Burg Stahleck in Bacharach, die

heute als Jugendherberge genutzt wird, wurde

die Tagungsdokumentation „Zukunft des Oberen

Mittelrheintals. Modellprojekt für die UNEScO-

Kulturlandschaften“ der Presse und der örtlichen

Politik vorgestellt.

Auch 2008 vertraten zahlreiche Mitglieder den Rheinischen

Verein in diversen gremien und Fachgruppen

und verfassten zahlreiche und umfangreiche

Stellungnahmen zu Denkmal-, Landschafts- und

Naturschutz. Zudem intensivierte der Verein seine

Kontakte zur Deutschsprachigen gemeinschaft Belgiens.

Ein Arbeitsschwerpunkt der geschäftsstelle


www.rheinischer-verein.de

war in Zusammenarbeit mit den Kulturdienststellen

des LVR sowie Vertretern von Universitäten und anderen

Einrichtungen die Begleitung der Aktivitäten

zum geplanten Nationalpark Siebengebirge, aufbauend

auf einer umfangreichen Stellungnahme.

Zur fundierten Beurteilung des vorgelegten wegekonzeptes

war es dabei

beispielsweise notwendig,

alle wege im Siebengebirge

abzugehen.

2008 hat der Rheinische

Verein seine Mitglieder zu

insgesamt 109 Veranstaltungen

eingeladen. wieder gab

es viel Neues zu entdecken. So beschäftigte sich

der Regionalverband Euregio Aachen beispielsweise

intensiv mit der Aachener Soers, die vor

allem durch Reitturniere bekannt geworden ist.

Dabei ist die Soers auch ein landschaftlich besonders

wertvoller Bereich. Der Bonner Ortsverband

widmete sich den romanischen Kirchen, nicht nur,

aber auch, in Köln und besichtigte den ehemaligen

NRw-Minister Oliver wittke (2.v.l.) besucht den

Stand des Rheinischen Vereins auf dem Familienfest

der NRw-Stiftung in Dortmund.

Regierungsbunker in Ahrweiler. Der Kreisverband

cochem-Zell informierte über nachhaltige waldwirtschaft,

der Kreisverband Daun lud zu einem

Vortrag über die rechtlichen grundlagen des Naturdenkmal-

und Landschaftsschutzes in Rheinland-

Pfalz ein und entdeckte Bauernhäuser der Südeifel.

Der Kölner Ortsverband

hat sich für den Erhalt und

die Restaurierung des

Rheinprofils in der Freiluga

eingesetzt.

Der Regionalverband Düsseldorf – Mettmann

– Neuss griff der Kulturhauptstadt 2010 vor und besucht

bereits 2008 Essen – aber auch die Zumthor-

Kapelle und die „Ordensburg“ Vogelsang. Der

Kölner Ortsverband widmete sich Kölns jüdischer

geschichte und veranstaltete eine Fahrradtour von

Ehrenfeld über Elsdorf nach Horrem auf den Spuren

der Kölner Energiegeschichte.

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Auf Entdeckung rund um die Stahlberg in Bacharach-Steeg Baugeschichtliche Veranstaltung auf der Burg Stahleck

Der Regionalverband Mainz sah den Mittelrhein

einmal anders und der Regionalverband Rhein

– Mosel – Lahn besichtigte die Kunstschätze der

waldeifel und setzte seine Reihe weinkundlicher

Vorträge fort. Der Ortsverband Trier lud seine Mitglieder

zu Vorträgen über den Sarg des heiligen

Paulinus von Trier und Balduin von Luxemburg ein

und der wuppertaler Ortsverband bemühte sich

weiter intensiv um den Erhalt der wuppertaler

Schwebebahn.

Die ausgebuchten Exkursionen führten in die

Nordeifel, in das Ahr- und Siegtal, in das Siebengebirge

und auf die mittelalterliche Krönungsstraße

der Deutschen Könige.

Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz

ist ein Zusammenschluss bürgerschaftlicher

Kreise zum Schutz der Denkmäler und der

Kulturlandschaft des Rheinlandes. Sein Vereinsgebiet

umfasst den Raum der früheren preußischen

Rheinprovinz. Heute gehören dem Rheinischen

Verein fast 4.800 Mitglieder an.

Der LVR fördert den Rheinischen Verein institutionell

und durch zahlreiche gemeinsame Projekte. Der

Verein berät mit seinen ehrenamtlich agierenden

Mitgliedern Bürger, Institutionen und Fachämter.

Er begutachtet, informiert und macht aufmerksam,

wenn etwa politische Entscheidungen oder

städteplanerische Entwicklungen unsere Kultur

oder unsere Umwelt gefährden. Dahinter steht der

gedanke, dass die Pflege und Entwicklung der

Kulturlandschaft die Voraussetzung für ein intaktes

gesellschaftliches Leben ist. Es geht aber auch

darum, für die Menschen im Rheinland sichtbare

Zeugnisse des Lebens und wirkens ihrer Vorfahren

zu erhalten. Unterstützen Sie den Verein bei dieser

lohnenden Aufgabe – werden auch Sie Mitglied im

Rheinischen Verein!

gRöSSERE VERANSTALTUNgEN

• Rechtliche Grundlagen des Naturdenkmal- und

Landschaftsschutzes in Rheinland-Pfalz (Kreisverband

Daun)

• 100jähriges Jubiläum des Kölner Ortsverbandes

mit dem Kolloquium „Preußische Forts in Köln und

im Rheinland

• „Tag der Kölner Forts“, organisiert durch den Kölner

Ortsverband in Zusammenarbeit mit anderen

Kölner Festungsvereinen

• Beteiligung am „Tag des offenen Denkmals“ mit

zahlreichen Führungen

VERANSTALTUNgEN

Der Rheinische Verein hat seine Mitglieder und

Freunde zu insgesamt 109 Veranstaltungen

eingeladen, darunter 33 Exkursionen, 34 Führungen,

22 Vorträge, 8 Denkmaltreffs, 12 Termine zum Denkmal

des Monats

KOLLOqUIEN UND TAgUNgEN

• Jahrestagung des Rheinischen Vereins am 28. und

29. Juni 2008 in Königswinter, Kloster Heisterbach

• Multiplikatorenschulung für die Vermittlung von

Naturschutzthemen in Friedhofs- und Parkanlagen,

Bad Honnef (in Kooperation mit dem Bund Heimat

und Umwelt)

• Tagung „Denkmal und Kunst“, Viehmarktthermen

Trier (in Kooperation mit der generaldirektion

Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz)

• Burgenbau am Mittelrhein –

Baugeschichtliche Exkursion und workshop zu

den Burgen Stahlberg und Stahleck in Bacharach

(in Kooperation mit der generaldirektion

Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz)

• Tagung „Tatort Altbau“, Koblenz Ehrenbreitstein

(in Kooperation mit der generaldirektion Kulturelles

Erbe Rheinland-Pfalz)


www.rheinischer-verein.de

gruppenbild der Vorsitzenden der Verbände in Kloster Heisterbach

PUBLIKATIONEN

• Rheinische Heimatpflege (4 Ausgaben im Jahr):

Schwerpunkt: Moderner Kirchenbau

Rheinlandkalender 2009

• Rheinische Kunststätten (Neuss am Rhein; Abtei

Marienstatt; Sponheim; Kloster Heisterbach; Apollinariskirche

Remagen; Burg Liebenstein; Tomburg in

Rheinbach; St. Nikolaus in Düsseldorf-Himmelgeist;

St. Johannes Baptist in Nideggen; Ensemble Beethovenhaus

in Bonn; Krefeld-Linn; wallfahrtskirche

Marienheide (Nachdruck); groß St. Martin in Köln

(Nachdruck); Alter Judenfriedhof zu worms (Nachdruck);

St. Kunibert zu Köln (Nachdruck); Üxheim

– Kloster Niedrhe (Nachdruck)

• Zukunft des oberen Mittelrheintals. Modellprojekt

für die UNEScO-Kulturlandschaften?, Koblenzer

geographisches Kolloquium (Koblenz 2008)

• Ora et Labora. Quellen und Elemente der Nachhaltigkeit

zisterziensischen Lebens (Neuauflage)

gUTAchTEN

• Die Geschäftsstelle sowie Mitglieder des RVDL

erstellten zahlreiche gutachten, darunter zahlreiche

Stellungnahmen als „Träger öffentlicher Belange“.

PROjEKTE

• Sanierung der Burgruine Stahlberg in Bacharach-

Steeg

• Klosterlandschaft Heisterbach, Rhein-Sieg-Kreis,

Forschungen zur Entstehung und Entwicklung

des Zisterzienserklosters Heisterbach und seine

gestalterische Auswirkung auf die umgebende

Landschaft im Rahmen der Regionale 2010

• KuLaDig NW, Einspeisung der im Projekt „Klosterlandschaft

Heisterbach“ gewonnenen Daten in die

Datenbank KuLaDig Nw

• Eiszeitliche Fundstellen in Nordrhein-Westfalen,

Kooperationsprojekt des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege

im Rheinland, des Landschaftsverbandes

westfalen-Lippe und des Rheinischen

Vereins

• „Johann Wilhelm Schirmer. Vom Rheinland in die

welt“, Kooperationsprojekt für 2010 mit sieben

Museen im Rheinland

Rheinischer Verein für Denkmal-

pflege und Landschaftsschutz

Ottoplatz 2, 50679 Köln

Tel 0221 809-2805, Fax 0221 809-2141

www.rheinischer-verein.de

Mail: rheinischer-verein@lvr.de

geschäftsführung: Dr. Heike gregarek

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LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland

„Lobbyisten“ für rund 100.000 Denkmäler im Rheinland

sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des

LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland. Dabei

handelt es sich bei dem reichen baukulturellen

Erbe keineswegs um eine statische Zahl, sondern

um eine sich kontinuierlich fortschreibende. Eines

der jüngsten Beispiele dafür ist das Aachener Klinikum:

das der High-Tech-Epoche angehörende

gebäude ist seit 2008 eingetragenes Baudenkmal.

Schließlich das Kohlekraftwerk Frimmersdorf –

von der Presse kürzlich „größte Dreckschleuder

Europas“ genannt – ein Baudenkmal von morgen!

Keiner Lobbyarbeit bedurften zwei rund 500 Jahre

alte Kruzifixe. Sie trafen 2008 in den Restaurierungswerkstätten

des LVR-Amtes für Denkmalpflege

im Rheinland in der ehemaligen Abtei Brauweiler

aufeinander und offenbarten hier eine künstlerische

Sensation: die nur rund 80 cm große Skulptur aus

Rommerskirchen und der über 2 m große corpus

aus Bliesheim stammen mit ziemlicher Sicherheit

beide von dem spätmittel alterlichen Kölner Bildschnitzer

Meister Tilman.

Die verblüffende Ähnlichkeit der Bildwerke trat bei

den Untersuchungen zutage. Beide Holzskulpturen

sind von einem mehrere Millimeter starken Farbschichtenpaket

überlagert, die das Oberflächenrelief

der Skulpturen und damit ihre herausragende

Qualität derzeit noch weitgehend verbergen.

Der kleinere der beiden „Brüder“ befindet sich seit

längerem in den werkstätten des LVR-Amtes für

Denkmalpflege im Rheinland. Als ausgezeichnetes

Lehrstück wurden Untersuchungen und konservatorische

Arbeitsschritte bisher ausnahmslos durch

Praktikantinnen der Restaurierung des LVR-Amtes

für Denkmalpflege im Rheinland geleistet. Eines

von zahlreichen Beispielen dafür, dass den Restaurierungswerkstätten

die Aus- und weiterbildung

von Restauratorinnen und Restauratoren seit je ein

wesentliches Anliegen ist!

So stand das Amt 1986 Pate bei der gründung

des Instituts für Restaurierungs- und Konservierungs -

wissenschaft (cIcS) der Fachhochschule Köln,

mit dem erstmals Diplom-Studiengänge für das


www.denkmalpflege.lvr.de

Res taurierungswesen eingeführt wurden. 2008 stell-

ten cIcS und Landschaftsverband diese bewährte

Partnerschaft auf eine feste vertragliche grundlage:

Sie schlossen einen Kooperationsvertrag mit dem

Ziel, die Ausbildung junger Restauratorinnen und

Restauratoren möglichst praxisnah zu gestalten und

so den Erhalt des kulturellen Erbes im Rheinland zu

sichern. Beteiligt sind alle Kulturdienststellen und

Museen des LVR unter Koordination des LVR-Amtes

für Denkmalpflege. Als eine der ersten Aktivitäten

trafen sich die beim LVR tätigen Restauratorinnen

und Restauratoren zu einer gemeinsamen Tagung

im Bonner Landesmuseum. Zukünftig soll dieser

unmittelbare fachliche Austausch zwei Mal im Jahr

stattfinden.

Die ausgewiesene Fachkompetenz der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des LVR-Amtes für Denkmalpflege

fließt auch in ein weiteres Kooperationsprojekt

mit der FH Köln: das an der Fakultät für Architektur

beheimatete Institut für Baugeschichte und

Denkmalpflege und die Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege

des LVR-Amtes richten seit 2005

halbjährlich die „Kölner gespräche“ als Fachtagungen

zu konkreten Problemen des Denkmalschutzes

aus. welche Lösungen gibt es für die Erhaltung

der großen Eisen- und Stahlkonstruktionen in der

Montanindustrie? wie kann man Architekturteile aus

win-win-Partnerschaft:

Prof. Dr. Joachim Metzner, Direktor der FH Köln

und LVR-Dezernentin Milena Karabaic unterzeichnen

den Vertrag für eine bessere Ausbildung für

angehende Restauratorinnen und Restauratoren.

Kunststoff erhalten? Die unter Architektinnen und

Architekten, Denkmaleigentümerinnen und -eigentümern

sowie Vertreterinnen und Vertretern der

Denkmalbehörden viel beachteten Fortbildungen

griffen im vergangenen Jahr die Schwerpunktthemen

Industriedenkmalpflege sowie Restaurierungskonzepte

in der Denkmalpflege auf.

Auch eine vorbildliche, denkmalgerechte Sanierung

wurde 2008 wieder mit dem Rheinischen

Denkmalpreis ausgezeichnet: Marcus wrede erhielt

den renommierten Preis als Eigentümer des Hauses

Vogelsang in Krefeld. Mit dem 1949 errichteten

zweigeschossigen Bau knüpfte der als Schöpfer

des Schauspielhauses bekannte Düsseldorfer

Architekt Bernhard Pfau in klarer und kompromissloser

weise an die Architektur-Avantgarde der

Vorkriegszeit an. Um den Preis, mit dem der private

Einsatz für Baudenkmäler prämiert wird, bewarben

sich dieses Mal 32 Denkmalfreunde aus dem gesamten

Rheinland. „wir Denkmalpfleger versuchen,

einer Vielzahl bedeutender historischer Zeugnisse

im Rheinland eine Zukunft zu geben“, so Landeskonservator

Professor Dr. Udo Mainzer als Mitglied

des Auswahlkomitees zu dem breiten Spektrum an

Bewerbungen, das von gutshöfen und wohnhäusern

über Friedhöfe, Sozial- und Kultureinrichtungen

bis hin zu technischen Bauten reichte.

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26

Tag des offenen Denkmals im LVR-Amt für Denkmalpflege

in der besonderen Atmosphäre der ehemaligen Abtei Brauweiler

VERANSTALTUNgEN

• Tag des offenen Denkmals, Besuchertag im LVR-

Amt für Denkmalpflege und in der Abtei Brauweiler

(Kooperation mit dem Verein für geschichte e.V.

Pulheim), „Vergangenheit aufgedeckt: was tun

Bauforscher“, 14.9., rund 2.000 Besucherinnen und

Besucher

TAgUNgEN / FORTBILDUNgEN

• 6. Kölner gespräch zu Architektur und Denkmalpflege,

„Industriedenkmalpflege: Aktuelle Fragen

der Erhaltung und Nutzung“, 28.4., 152 Teilnehmende

• 7. Kölner gespräch zu Architektur und Denkmalpflege,

„Restaurierungskonzepte für die Denkmalpflege“,

17.11., 162 Teilnehmende

• Informations- und Fortbildungsveranstaltung der

Reihe „Historische gärten und Parks in privater

Hand“ zum Thema „Bohnapfel, Hauswurz, Ewiger

Kohl – neue Rezepte für alte Nutzgärten“, 22.11.,

75 Teilnehmende

PUBLIKATIONEN / BUchPRäSENTATIONEN

• Die ehemalige Ordensburg Vogelsang.

Arbeitsheft der rheinischen Denkmalpflege 41, von

Ruth Schmitz-Ehmke, ergänzt von Monika Herzog,

3. veränderte und erweiterte Auflage, wernersche

Verlagsgesellschaft, worms 2008, 166 S.

• Braunkohlenbergbau im Rheinland. Die Bauund

Kunstdenkmäler von Nordrhein-westfalen:

I. Rheinland, von walter Buschmann, Norbert

gilson, Barbara Rinn, wernersche Verlagsgesellschaft,

worms 2008, 754 S.

• Denkmal Kulturlandschaft. Stadt Hennef:

Unteres Siegtal. Arbeitsheft der rheinischen

Denkmalpflege 71, wernersche Verlagsgesellschaft,

Die Zeitschrift Denkmalpflege

im Rheinland in neuem gewand

Restaurierungsarbeiten

am Kruzifix

worms 2008, 144 S.

• Denkmalpflege im Rheinland.

Zeitschrift des LVR-Amtes für Denkmalpflege im

Rheinland (4 Ausgaben im Jahr)

Alle Publikationen wurden der Öffentlichkeit unter

Beteiligung der Autorinnen und Autoren vor Ort

vorgestellt und fanden ein ausgiebiges Echo in der

regionalen sowie der Fachpresse. Die Vorstellung

des Braunkohleninventars erfolgte auf einer

Pressefahrt mit der „Klüttenbahn“ vom Niehler

Hafen, über die Brikettfabrik Fortuna bis zum

Schaufelradbagger im garzweiler Tagebau.

PREISE

• Rheinischer Denkmalpreis: Ausgezeichnet wurde

Marcus wrede für die behutsame Sanierung von

Haus Vogelsang in Krefeld.

• Paul-clemen-Preis: Den vom Landschaftsverband

Rheinland im gedenken an den ersten rheinischen

Provinzialkonservator verliehenen Preis erhielt in

diesem Jahr Regina Urbanek für ihre Dissertation

mit dem Titel „Die goldene Kammer von St. Ursula

in Köln. Studien zu gestalt und Ausstattung vom

Mittelalter bis zur Vollendung im Barock“.

PROjEKTE

• Einführung der Datenbank BODEON – BOdendenkmalpflege

/ DEnkmalpflege ONline: Erstes

Etappenziel „K-System“ erreicht: Mit dem neuen

gemeinsamen IT-Anwendungssystem für die LVR-

Ämter für Denkmalpflege und Bodendenkmalpflege

im Rheinland sollen zukünftig die spezifischen

Aufgaben der Fachverwaltungen, Dokumentationsstellen

und Dienstleister in der Region Rheinland

unterstützt und ausgebaut werden, indem alle

Informationen als wertvoller Teil des kulturellen


www.denkmalpflege.lvr.de

Information und Familienunterhaltung

am Tag des offenen Denkmals

gedächtnisses des Rheinlandes in einem gemeinsamen

Datenbestand zusammengeführt und erschlossen

werden. Seit November 2008 ist ein Teil

des vorliegenden gesamtkonzeptes von BODEON,

eine Kern-Version (K-System), programmiert und

befindet sich in einer intensiven Testphase. Bis

voraussichtlich Anfang 2010 ist mit einer komplexen

Denkmalpflege-Datenbank zu rechnen, die von

beiden Fachämtern in allen Arbeitsfeldern bespeichert

werden kann, um langfristig auch für andere

Denkmalbehörden nutzbar zu sein. Darüber hinaus

ist für die wissenschaft wie für die interessierte

Öffentlichkeit an die Bereitstellung ausgewählter

Datenfelder gedacht.

BERATUNgEN UND FAchLIchE UNTERSTüTzUNg

• Beratung und Unterstützung der Unteren Denkmalbehörden

bei Unterschutzstellungen sowie der

Unteren und Oberen Denkmalbehörden in weiteren

denkmalrechtlichen Fragen

• Fachliche Vor-Ort-Beratung von Denkmaleigentümerinnen

und -eigentümern, Architektinnen und

Architekten sowie Denkmalbehörden bei allen

Konservierungs-, Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen

an und in Denkmälern, darunter rund

Rheinischer Denkmalpreis: Ausgezeichnet wurde Marcus wrede

für die behutsame Sanierung von Haus Vogelsang in Krefeld.

11.000 Beratungen bei Einzelbaumaßnahmen

• Fachliche Beratung beim Denkmalförderprogramm

des Landes NRw

• Baugeschichtliche Untersuchungen

ERSTELLEN VON gUTAchTEN

• Eine Vielzahl von gutachten wurden erstellt,

darunter rund 2.200 Stellungnahmen als Träger

öffentlicher Belange.

SERVIcE FüR FORSchENDE

• Bereitstellung der Fachbibliothek, des Fotoarchivs

und des Planarchivs für bau- und kunstgeschichtliche

Forschungen Dritter

LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland

Ehrenfriedstraße 19, 50259 Pulheim

Tel 02234 9854-500, Fax 02234 8284-2950

Mail: info.denkmalpflege@lvr.de

www.denkmalpflege.lvr.de

Leitung: Landeskonservator

Prof. Dr. Udo Mainzer

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28

LVR-LandesMuseum Bonn

Das LVR-LandesMuseum Bonn ist der Archäologie,

der Kultur und der Kunst im Rheinland gewidmet.

Es ist als einziges kulturgeschichtliches Museum im

Rheinland aufgrund seiner Sammlung in der Lage,

die geschichtliche Entwicklung dieses Raumes von

den Anfängen bis zur gegenwart mit unterschiedlichen

Schwerpunktsetzungen darzustellen. Eng

verbunden mit dem LVR-LandesMuseum ist das

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege: Das Museum

fungiert als Archiv für die Bodenfunde des Rheinlandes

im Bereich von Nordrhein-westfalen.

In der Tradition seiner erfolgreichen archäologischen

Ausstellungen zeigte das LVR-Landes-

Museum Bonn 2008 die Ausstellung „Der Barbarenschatz.

geraubt und im Rhein versunken“.

Mithilfe ungewöhnlicher Inszenierungen wurde

der Fund von Neupotz, der größte römerzeitliche

Metallhort Europas, präsentiert. Die in Kooperation

mit dem Historischen Museum der Pfalz erarbeitete

Ausstellung mit Stationen in Deutschland,

Luxemburg und Frankreich wurde in Bonn durch

archäologische Highlights der Römerzeit aus dem

Rhein-Mosel-gebiet ergänzt, insbesondere durch

die Funde aus dem Kastell Niederbieber.

Die Reihe der Kinder-Mitmachausstellungen setzte

sich mit der Ausstellung „12 sind Kult – oder warum

heißt der Sonntag Sonntag“ unter der Schirmherrschaft

der Bundesministerin für Bildung und Forschung,

Dr. Annette Schavan, fort. Die Ausstellung

machte sinnlich erlebbar, welche Spuren die Zahlen

1-12 kulturgeschichtlich in unserem Alltag hinterlassen

haben. Dabei boten Flächen, Körper und

Muster vielfältige Möglichkeiten für Spiel, Aktion,

Forschung und Experiment; ein Angebot, das fast

15.000 Kinder wahrnahmen.

Mit der Ausstellung „Die Langobarden. Das Ende

der Völkerwanderung“ bot das LVR-LandesMuseum

Bonn seit Jahrzehnten die erste große Zusammenschau

zu diesem bedeutenden Volk der Völkerwanderungszeit.

Dank neuer Funde konnte die

geschichte der Langobarden von der Niederelbe

über Niederösterreich und Ungarn bis nach Italien

nachgezeichnet werden. Zahlreiche Exponate wurden

in Bonn erstmals präsentiert, so insbesondere

die Funde aus dem langobardischen gräberfeld


www.landesmuseum-bonn.lvr.de

von Szólád in Ungarn, das von 2003-2007 durch die

Ungarische Akademie der wissenschaft und die

Römisch-germanische Kommission des Deutschen

Archäologischen Instituts ausgegraben wurde.

Das LVR-LandesMuseum Bonn besitzt eine der

bedeutendsten deutschen Foto-Sammlungen und

beherbergt unter anderem als Dauerleihgabe der

gesellschaft Photo Archiv den Nachlass von Liselotte

Strelow, der wichtigsten deutschen Fotografin

der Nachkriegszeit. Anlässlich des 100. geburtstags

von Liselotte Strelow präsentierte das LVR-Landes-

Museum 2008 eine gemeinsam mit der gesellschaft

Photo Archiv erarbeitete große Retrospektive, die

weiter im Historischen Museum Frankfurt, der Kunsthalle

Erfurt und in Berlin gezeigt wird.

Im Bereich der zeitgenössischen Kunst erinnerte

das LVR-LandesMuseum neben vier Ausstellungen

der Reihe „Szene Rheinland“ an die rheinische

Künstlerpersönlichkeit Hubert Berke. Im Rahmen

der Biennale Bonn wurden Arbeiten von Ara güler,

dem bedeutendsten Fotografen der Türkei präsentiert.

während des UN-gipfels zur Biodiversität

zeig te das LVR-Landesmuseum Bonn die Ausstellung

„Kultivierte Erde“ des Schweizer Fotografen

Oliver Lassere. Im Zusammenarbeit mit dem LVR-

Amt für Bodendenkmalpflege bot die Ausstellung

„Fundort Rheinland“ im NRw-Landtag Düsseldorf

einen Einblick in die gemeinsame Arbeit des LVR-

Amtes für Bodendenkmalpflege und des LVR-LandesMuseums

Bonn.

Unter den Forschungsprojekten 2008 ist vor allem

der spektakuläre Nachweis eines römischen Kleb–

stoffs am Xantener Silberhelm zu nennen, der für

internationale Resonanz sorgte. weiterhin sind die

Konservierung, Restaurierung und naturwissenschaftliche

Untersuchung von drei grabkomplexen

aus der Mongolei zu erwähnen. wichtige Vorhaben

waren zudem das bereits im 18. Jahr laufende

Forschungsprojekt „Neandertaler“ mit neuen Erkenntnissen

zur überwiegenden Fleischernährung

dieser Menschen, die Restaurierungsprojekte des

fränkischen gräberfeldes von Lich-Steinstrass oder

die Bergung eines frühmittelalterlichen Stein platten-

grabes mit vollständiger waffenausstattung eines

fränkischen Kriegers.

wEchSELAUSSTELLUNgEN

• Krieg und Frieden. Kelten – Römer – Germanen,

21.6.2007-6.1.2008, unter der Schirmherrschaft von

Bundespräsident Horst Köhler

• Yun Lee: PRIVATE/PUBLIC, 13.12.2007-2.2.2008,

in Kooperation mit dem Rheinischen Kunstpreis

des Rhein-Sieg-Kreises

• Mic Enneper: TERMINAL I – IV 2002 – 2005,

18.10.2007-10.2.2008

• Archäologie im Rheinland 2006. Einblicke in das

römische Bonn – die Ausgrabungen im Bonner

vicus, 31.10.2007-17.2.2008, in Kooperation mit dem

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege

• Hinter der silbernen Maske – Spektakuläre

römische Funde im LVR-LandesMuseum Bonn,

5.12.2007-2.3.2008, in Kooperation mit dem Museum

Het Valkhof, Nijmegen (Katalog)

• Achim Zeman: sehfest, 17.1.-23.3.2008

• Der Barbarenschatz. Geraubt und im Rhein

versunken, 8.2.-4.5.2008, in Kooperation mit dem

Historischen Museum der Pfalz Speyer, dem Römischen

Museum der städtischen Kunstsammlungen

Augsburg, dem Musée National d’Histoire et d’Art

Luxembourg und dem Europäischen Kulturpark

Bliesbruck-Reinheim

• Bernd Lieven: Gärten und Räume, 10.4.-1.6.2008

• Olivier Lasserre: Kultivierte Erde, 24.4.-8.6.2008, in

Kooperation mit der Landwirtschaftskammer NRw

und der Bundesstadt Bonn im Rahmenprogramm

der 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens

über die biologische Vielfalt

• Das Auge des Jahrhunderts. Ara Gülers Türkei,

5.-22.6.2008, im Rahmen der Biennale Bonn:

Bosporus 2008, in Kooperation mit dem

LVR-LandesMuseum Bonn

• Hubert Berke 1908 – 1979, 29.5.-6.7.2008, in Kooperation

mit Kunst aus Nordrhein-westfalen Aachen-Kornelimünster,

dem LwL-Landesmuseum für Kunst und

Kulturgeschichte Münster, dem Deutschen glasmalerei-Museum

Linnich, dem Städtischen Museum

gelsenkirchen und der Sparkasse gelsenkirchen

• 12 sind Kult oder Warum heißt der Sonntag

Sonntag?, 13.3.-10.8.2008, in Kooperation mit der

Kinder-Akademie Fulda, der MAUS OLEUM Ausstellungsgesellschaft

Köln und dem westdeutschen

Rundfunk Köln

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30

Unterwasseraufnahme der nachgestellten

Fundsituation am Originalfundort in Neupotz

• Rosa M Hessling: HIGH FREQENCY, 19.6.-24.8.2008

• Alfred Pohl – Retrospektive, 18.9.-2.11.2008, in Ko-

operation mit der Kunstsammlung der Universität

göttingen

• Liselotte Strelow – Retrospektive zum 100. Geburtstag,

11.9.2008-4.1.2009, in Kooperation mit der

gesellschaft Photoarchiv e.V.

• Die Langobarden. Das Ende der Völkerwanderung,

22.8.2008-11.1.2009

• Ingrid Roschek: Vorrat und Weltkammer (2) –

Das Ursula-Projekt, 22.10.2008-25.1.2009

• Frauke Wilken Schläfer. skulptur, installation,

zeichnung, 20.11.2008-11.1.2009

• Präsentation der Ausstellung Fundort Rheinland in

Kooperation mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege

im Landtag in Düsseldorf, 22.10.-7.12.2008

gRöSSERE VERANSTALTUNgEN

• Medienpreisverleihung Deutsche Bischofskonferenz

• Klassik-Lounge, 3 Konzerte

• Jazz am Rhein, 10 Konzerte

• Zeitsprünge, 4 Konzerte

• Die Lange Nacht der Bärte. Die Langobarden am

Bart gepackt.

• Spanisches Schulfilmfestival Cinescuela

• Internationale Stummfilmtage,

24. Bonner Sommerkino

KOLLOqUIEN UND TAgUNgEN

• Internationale Tagung „Kulturwandel in Mitteleuropa.

Langobarden – Awaren – Slawen“ in

Kooperation mit der Vor- und Frühgeschichtlichen

Archäologie der Universität Bonn zur Vorbereitung

der Ausstellung „Die Langobarden. Das Ende der

Völkerwanderung“ vom 25. bis 28. Februar 2008.

Tagungsband erschienen zur Ausstellungseröffnung

in der Reihe „Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte“

der Römisch-germanischen Kommission des

Deutschen Archäologischen Instituts, Frankfurt a. M.

PUBLIKATIONEN

• Bonner Jahrbücher 206

gemälderestaurierung im

LVR-LandesMuseum Bonn

Forschungsprojekt „Neandertaler“

• Iris Wessel und Christine Wohlfarth, Archäologische

Forschungen auf der Rheinbacher Lößplatte. Ein

Projekt zur Prospektion in einem geographischen

Kleinraum, Rheinische Ausgrabungen Band 62

• Ausstellungskatalog Krieg und Frieden.

Kelten – Römer – germanen

• Ausstellungskatalog PRIVATE/PUBLIC

• Ausstellungskatalog Hinter der silbernen Maske

• Ausstellungskatalog sehfest

• Ausstellungskatalog Gärten und Bäume

• Ausstellungskatalog Hubert Berke 1908–1979

• Ausstellungskatalog Liselotte Strelow

Retrospektive zum 100. geburtstag

• Ausstellungskatalog Die Langobarden.

Das Ende der Völkerwanderung

• Ausstellungskatalog Vorrat und Weltkammer (2) –

Das Ursula Projekt

• Ausstellungskatalog Schläfer.

skulptur, installation, zeichnung

NEUERwERBUNgEN/ANKäUFE SAMMLUNg

• Berliner Prunkvase

• Konvolut H.A. Schult

• Sammlung Holz: Bedeutende jungsteinzeitliche

Fundplätze aus dem Umfeld von Mönchengladbach-wickrath

• Sammlung Krause: Herausragender mittelsteinzeitlicher

Fundplatz bei Overath

• Sammlung Langfeld: Z.T. einzigartige römische

Funde aus dem Rheinland

RESTAURIERUNgEN (hIghLIghTS)

• Restaurierung zahlreicher Objekte für die Ausstellung

„Langobarden“

• Restaurierung zahlreicher Dauerleihgaben und

Her stellung diverser Kopien römischer grab- und

weihesteine für das LVR-RömerMuseum Xanten

• Restaurierungsprojekt des fränkischen Gräberfeldes

von Lich-Steinstrass mit Präsentation und Zwischenbericht

(finanziert durch die Stiftung zur Förderung

der Archäologie in der rheinischen Braunkohle)

• Restaurierungsprojekt des fränkischen Gräberfeldes

von Inden-Aldorf (finanziert duch die Stiftung


www.landesmuseum-bonn.lvr.de

Restaurierung eines römischen

Bodenmosaiks aus dem Bonner Legionslager

zur Förderung der Archäologie in der rheinischen

Braunkohle)

• Restaurierungsprojekt des frühmittelalterlichen

gräberfeldes in Rommerskirchen-Eckum (in Zusammenarbeit

mit der Universität Bonn, finanziert mit

Mitteln der Denkmalförderung)

• Notkonservierung zahlreicher organischer Bodenfunde

aus den grabungsaktivitäten 2008 in Aachen

und wesseling-Eichholz

• Bergung eines frühmittelalterlichen Steinplattengrabes

mit kompletter waffenausstattung eines

Franken

• Bergung und Konservierung dreier mittelalterlicher

Baumbrunnen aus Krefeld-Kempen

• Bergung eins bandkeramischen Geröllpflasters

aus wesseling

• Restaurierung sowie technische und naturwissenschaftliche

Untersuchung eines Schwertes aus dem

Rhein bei Bonn, 13. Jh.

• Restaurierung und Neumontage eines römischen

Bodenmosaiks mit Kriegs- und Bauschäden aus

dem Bonner Legionslager

• Fertigstellung der technologischen Untersuchung

der „Pietà Roettgen“, um 1360

• Restaurierung und Rückführung in die Dauerausstellung

eines gemäldes von Jacques de claeuw,

Vanitas-Stilleben, 3. Viertel 17. Jh., Öl/Lw

MUSEUMSPäDAgOgIK

• Mitmach-Ausstellung für Familien „12 sind Kult

oder warum heißt der Sonntag Sonntag?“, ein

Projekt im Rahmen des „Jahrs der Mathematik“

• Mitmachbereiche für Kinder und Familien zu den

Arbeiten von Ingrid Roschek im LVR-LandesMuseum Bonn

im Rahmen der Reihe „Szene Rheinland

Ausstellungen „Der Barbarenschatz“ und „Die Langobarden

– Das Ende der Völkerwanderung“

• 18 unterschiedliche Themenführungsangebote

zur Dauerausstellung sowie spezielle Führungsangebote

zu Sonderausstellungen für Erwachsenengruppen

und Schulklassen

• 3 ein- und zweiwöchige Ferienprogramme „Ferien

im Museum“ sowie wochenend-workshops

des Förderkreises Jugend im Museum e. V.

• ganzjährig offene Workshops für Kinder, Jugendliche

und Familien an Samstagen und Sonntagen

• Sonderworkshops für Schulklassen im Rahmen

des Projektes „Von den Kulturtechniken zur Kunst“

• 15 Kindergeburtstagsprogramme

• Museumskoffer 35x verliehen

• Modellprojekt „Museumscurriculum“ zur engeren

Kooperation von Museum und Schulen in Zusammenarbeit

mit dem Kunstmuseum Bonn, dem

Schulamt der Stadt Bonn und zunächst 7 Bonner

grundschulen

• Museumszeitschrift JULE – Junge Leute im Museum

• Beteiligung am mehrmonatigen städtischen

Kunstprojekt „KinderKunstKinder“

• 10 Kindermatinéen mit 2.093 Kindern und ihren

Familien

LVR-LandesMuseum Bonn

colmantstraße 14 - 18, 53115 Bonn

Tel 0228 2070-0, Fax 0228 2070-299

Mail: landesmuseum-bonn@lvr.de

www.landesmuseum-bonn.lvr.de

Leitung: Dr. gabriele Uelsberg

31


32

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

nimmt auf grundlage des Denkmalschutzgesetzes

des Landes Nordrhein-westfalen gesetzliche

Belange der archäologischen und paläontologischen

Denkmalpflege und des Bodendenkmalschutzes

im Rheinland wahr.

Als regionaler Dienstleister und unabhängiges

Fachamt, aber auch als Forschungseinrichtung ist

es Aufgabe des Amtes, die Zeugnisse tierischen

und pflanzlichen Lebens aus erdgeschichtlicher

Zeit und das reiche archäologische Kulturerbe

des Rheinlandes zu schützen und zu pflegen, zu

erfassen und zu erforschen, zu dokumentieren und

zu bewahren und der Öffentlichkeit bekannt und

zugänglich zu machen. Beratend und unterstützend

steht das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im

Rheinland Unteren und Oberen Denkmalbehörden,

den Kommunen und Bürgern in allen Fragen der

Bodendenkmalpflege und des Bodendenkmalschutzes

zur Seite und ist als Träger öffentlicher

Belange „Anwalt“ der Bodendenkmäler.

Es war ein archäologischer Jahresauftakt nach Maß,

als gleich am ersten Arbeitstag 2008 ein bronzezeit-

licher Hortfund im Tagebau Inden zutage trat. Der

Sensationsfund mit Beil, Ring- und Spiralschmuck

sowie einer glasperle datiert um 1.000 v. chr. und

ist der erste Hort dieser Zeitstellung im Braunkohlentagebau.

Nicht weniger spektakulär waren die gut erhaltenen

Befunde und Funde des spätaltsteinzeitlichen

Siedlungsplatzes von wesseling-Eichholz, der in Kooperation

mit der Universität Köln ergraben wurde.

Umherziehende Jäger und Sammler der sogenannten

Federmesser-gruppen fertigten hier zwischen

10.966 und 10.700 v. chr. ihre Steinwerkzeuge und

Jagdwaffen, aber auch bislang singuläre, geometrisch

geformte Kunstobjekte aus Blätterkohlen. Die

Auswertung lässt neue Erkenntnisse zur Lebensund

Siedlungsweise der Federmesser-gruppen in

Mitteleuropa erwarten.

Von weltweiter Bedeutung ist ein paläontologischer

Fund, den eine vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege

im Rheinland gemeinsam mit

dem geologischen Dienst NRw durchgeführte

Untersuchung in wuppertal-Uellendahl erbrachte.

Die 360 Millionen alten Funde von carpoideen


www.bodendenkmalpflege.lvr.de

(Stylophoren), einer ausgestorbenen gruppe von

Stachelhäutern (Echinodermen), schließen eine

Überlieferungslücke von fast 70 Millionen Jahren –

ein „missing link“, auf das die wissenschaft lange

gewartet hat.

Kooperation und Netzwerkbildung beschränken

sich nicht nur auf grabungsaktivitäten, sondern

kommen auch in zahlreichen Projekten des Amtes

zum Tragen. genannt seien drei Projekte zur

wissenschaftlichen Erfassung und touristischen

Erschließung von Bodendenkmälern:

• Archäologische Landschaft Nordeifel: In enger

Zusammenarbeit mit inzwischen 13 Kommunen der

Eifel sowie Vereinen erfolgte die Bewertung und

Auswahl von bislang 24 repräsentativen Bodendenkmälern,

für die nun ein Maßnahmenkatalog für

die öffentliche Präsentation vorliegt. Das Projekt ist

2008 in das europäische Förderprogramm LEADER

aufgenommen worden.

• Erlebnisraum Römerstraße: Das gemeinsam mit

EuRegionale 2008, der Regionale 2010 und 19 An lie -

gergemeinden durchgeführte Projekt umfasst die

archäologische Untersuchung und touristische Inwert-Setzung

von Abschnitten der Römerstraße von

Köln nach Rimburg (sog. Via Belgica), von Köln nach

Trier (sog. Agrippa-Straße) und der Limesstraße.

• Eiszeitliche Fundstellen in NRW: In Kooperation

mit dem Landschaftsverband westfalen-Lippe und

dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und

Landschaftsschutz wurden 22 Fundstellen aus der

Zeit der Neandertaler landesweit ausgeschildert,

um diese für die Öffentlichkeit angemessen zu

erschließen.

Mit Möglichkeiten der In-wert-Setzung beschäftigte

sich auch das internationale Symposium „Römervilla

Blankenheim – wege zur Konservierung und Präsentation

eines römischen Landgutes“. Inwieweit

Freilegung der Agrippa-Straße (Römerstraße)

eine öffentliche Erschließung dieses bedeutenden

Bodendenkmals umzusetzen sein wird, muss die

Zukunft weisen.

Neben genannten Aktivitäten, deren Ziel es ist, das

reiche kulturelle Erbe des Rheinlandes zu erfassen,

zu erforschen, zu schützen und für die Öffentlichkeit

zu erschließen, fanden 2008 zahlreiche Veranstaltungen

statt, die auf reges Interesse stießen. Tagungen

und Vortragsreihen, wie die Reihe „Nach der

Schlacht“, Tage der offenen Tür und Archäologie,

außerschulische Lernprogramme, ein internationales

archäologisches workcamp für Jugendliche, die

zweite erfolgreiche Archäologietour Nordeifel und

die Ausstellung „Fundort Rheinland“ vermittelten

Archäologie auf breiter Basis.

Nicht zuletzt konnte 2008 auch BODEON – BOdendenkmalpflege

/ DEnkmalpflege ONline mit der

Entwicklung des Kernsystems einen guten Schritt

vorangebracht werden. Das webgestützte und

gIS-basierte Anwendungssystem soll nicht nur

Verzahnung und Datenaustausch zwischen den

denkmalpflegerischen und archäologischen Einrichtungen

des LVR-Kulturdezernats optimieren,

sondern soll – im Sinne zeitgemäßer Dienstleistung

– auch externen Partnern den Zugriff auf Daten

ermöglichen.

AUSSTELLUNgEN

• Fundort Rheinland, Landtag des Landes Nordrhein-westfalen

in Düsseldorf, 22.10.-7.11.2008

• Erlebnisraum Römerstraßen – die Wanderausstellung

aus Infotafeln wurde in Rimburg, Zülpich,

Blankenheim und Köln gezeigt.

• Fund des Monats: Allmonatlich präsentieren das

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

und das LVR-LandesMuseum Bonn einen interessanten

Neufund im Foyer des Museums.

33


34

Teilnehmerinnen des internationalen

workcamps für Jugendliche in Titz

gRöSSERE VERANSTALTUNgEN

LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger lud ein

zur Archäologie-Tour 2008.

94 Veranstaltungen mit mehreren Tausend Teilnehmenden,

darunter:

• Tag der offenen Tür, Außenstelle Nideggen, „Der

Mensch und das Feuer“ mit rund 1.500 Besuchern,

15.6.2008

• Auftaktveranstaltung „Erlebnisraum Römerstraße“

in Rimburg mit „Spectaculum Romanum“ mit über

50.000 Besuchern, 16./17.8.2008 (Mitveranstalter)

• 15. Tag der Archäologie, Außenstelle Titz in Zusammenarbeit

mit der Stiftung zur Förderung der

Archäologie im Rheinischen Braunkohlenrevier mit

über 1.500 Besuchern, 23.8.2008

• Tag des Offenen Denkmals, u. a. Grabungen in Jüchen-Otzenrath,

in Oberhausen (St. Antony-Hütte),

Führungen an der Motte Knöpp in Euskirchen-Billig,

am westwall und in Zusammenarbeit mit den

Ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen

des Amtes an der wasserburg in Erkrath-Unterfeldhaus,

insgesamt rund 3.200 Besucher, 15.9.2008

• Archäologietour Nordeifel 2008 mit rund 2.000

Besuchern, 5.10.2008

TAgUNgEN

• Jahrestagung „Archäologie im Rheinland

Ausgrabungen, Forschungen und Funde 2007“,

350 Teilnehmende, 11./12.2.2008

• 3. Graefenthaler Gespräch „Forschungsstand und

Desiderate zum Thema Bauforschung und Archäologie

in Klöstern“, in Kloster graefenthal goch,

40 Teilnehmende, 29.8.2008 (Mitveranstalter)

• Tagung Denkmaeler3.de „Industriearchäologie

und aktuelle Dokumentationsverfahren in der

Archäologie“ in der Zeche Zollverein mit 110 Teilnehmenden,

5.-7.11.2008 (Mitveranstalter)

• Tagung „Archäologische Forschungen im Rheinland

– Ergebnisse universitärer Abschlussarbeiten

2007“ in grevenbroich, 62 Teilnehmende, 10.11.2008

• Internationales Symposium „Römervilla Blankenheim

– wege zur Konservierung und Präsentation

eines römischen Landgutes“ in Blankenheim mit

53 Teilnehmenden, 24.-26.11.2008

Profil der Römerstraße (Agrippa-Straße)

bei Blankenheim

PUBLIKATIONEN

5 Publikationen eigenständig oder in Zusammenarbeit

mit anderen Einrichtungen, darunter:

• Archäologie im Rheinland 2007 (Stuttgart 2008)

• Bonner Jahrbücher 206, 2006 (Bonn 2008)

• Erlebnisraum Römerstraße Via Belgica. Materialien

zur Bodendenkmalpflege im Rheinland 18/2

(Aachen 2008)

• Zukunftsprojekt Westwall. Materialien zur Bodendenkmalpflege

im Rheinland 20 (weilerswist 2008)

• I. Wessel und Chr. Wohlfarth, Archäologische

Forschungen auf der Rheinbacher Lößplatte.

Rheinische Ausgrabungen 62 (Mainz 2008)

AUSgRABUNgEN

Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

führte im Jahr 2008 398 Ausgrabungen und

Untersuchungen und 567 Betreuungen von Drittmaßnahmen

durch. Auswahl:

• Elsdorf-Etzweiler, Rhein-Erftkreis: jungsteinzeitliche

Siedlung mit gräberfeld, dem erst vierten dieser

Zeitstellung im Rheinland.

• Inden, Kreis Düren: befestigter Herrenhof und

Hortfund um 1000 v. chr.

• Niederzier, Alt Lich-Steinstraß, Kreis Düren:

Siedlung aus der mittleren Eisenzeit mit zahlreichen

Hausbefunden.

• Sonsbeck – Xanten, Kreis Wesel: Freilegung von

Resten eines Aquädukts der römischen wasserleitung

mit Fundamenten aus römischem gussbeton;

das Mauerwerk fiel in nachrömischer Zeit dem

Steinraub zum Opfer.

• Weeze-Vorselaer, Kreis Kleve: ländliche Siedlung

in einheimischer eisenzeitlicher Tradition aus der

Mitte 1. bis ca. Mitte 3. Jahrhundert im Hinterland

der römischen colonia Ulpia Traiana.

• Bonn: Ausgrabung eines Streifenhauses in der

römischen Lagervorstadt mit Hypokausten- und

Kanalheizung.

• Langenfeld-Reusrath, Kreis Mettmann: Ausgrabung

einer kleinen romanischen Kirche mit Baumsargbestattung

des Stifters, erbaut um 1100.


www.bodendenkmalpflege.lvr.de

Funde des Monats (v.l.n.r.): Mittelalterliche Limoger Schnalle mit Kriegerdarstellung aus Sonsbeck,

Römische Fußlampe aus Frechen-Königsdorf, Römische gemme mit Pegasusdarstellung aus Mönchengladbach-Mülfort

• Wülfrath-Rodenhaus, Kreis Mettmann: Freilegung

eines hochmittelalterlichen Bergwerkschachtes und

Vermessung eines Stollens des 19. Jahrhunderts mit

mittelalterlichem Vorgänger.

• Jüchen, Kreis Neuss: Kirchengrabung in Otzenrath

und Freilegung eines neuzeitlichen Ringofens.

• Oberhausen-Osterfeld: Untersuchungen in der

1758 gegründeten Eisenhütte St. Antony, bei denen

Fundamente eines großen Hochofens aus den

frühen 1850er Jahren unter den Baulichkeiten des

jüngeren Kessel-, Maschinen- und gebläseraums

erfasst wurden.

• Wesel: Freilegung von massivem Mauerwerk

einer Defensivkaserne des in den 1950er Jahren

gesprengten und abgetragenen Fort Blücher.

ANTRägE AUF UNTERSchUTzSTELLUNg

• Für 52 Bodendenkmäler wurden Anträge auf

Unterschutzstellung bei den Unteren Denkmalbehörden

eingereicht.

gUTAchTEN

• Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erstellten

3.000 gutachten, darunter zahlreiche Stellungnahmen

als „Träger öffentlicher Belange“.

PROjEKTE UND KOOPERATIONEN

• BODEON

• Archäologische Landschaft Nordeifel

• Bestandserhebung Niedergermanischer Limes

• Rhein-Limes-Projekt

• Erlebnisraum Römerstraße

• Klosterlandschaft Heisterbach, Rhein-Sieg-Kreis

Forschungen zum Zisterzienserkloster Heisterbach

und seiner Umgebung in Kooperation mit der

Regionale 2010.

• KennenLernenUmwelt

Außerschulisches Lernprogramm mit Schwerpunkt

Archäologie und geschichte der Region auf gut

Eichthal, Sitz der Außenstelle Overath, in Zusammenarbeit

mit der Regionale 2010.

LVR-Amt für Bodendenkmal -

pflege im Rheinland

Endenicher Straße 133, 53115 Bonn

Tel 0228 9834-0, Fax 0228 9834-119

Mail: bodendenkmalpflege@lvr.de

www.bodendenkmalpflege.lvr.de

Leitung: Prof. Dr. Jürgen Kunow

Außenstelle Nideggen

Zehnthofstraße 45, 52385 Nideggen

Tel 02425 9039-0, Fax 02425 9039-0

Leiterin: Petra Tutlies M.A.

Außenstelle Overath

gut Eichthal, 51491 Overath

Tel 02206 9030-0, Fax 02206 9030-22

Leiter: Dr. Michael gechter

Außenstelle Titz

Ehrenstraße 14, 52445 Titz-Höllen

Tel 02463 9917-0, Fax 02463 9917-160

Leiter: Dr. Udo geilenbrügge

Außenstelle Xanten

Augustusring 3, 46509 Xanten

Tel 02801 77629-0, Fax 02801 77629-33

Leiterin: Dr. Julia Obladen-Kauder

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36

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum

Kontinuität und Neuakzentuierung prägten die

Arbeit des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums

im Jahr 2008. Kontinuierlich und in hohem

Maße nachgefragt wurden die Beratungsangebote

des Zentrums. Die Referentinnen und Referenten

der Archivberatung unterstützten die rheinischen

Archive durch fachliche Beratung, praktische

Hilfen wie auch durch finanzielle Förderungen. Die

Unterstützung bezog sich dabei auf das gesamte

Spektrum archivischer Arbeit.

Bei den Neuakzentuierungen ist der Ausbau des

Fortbildungsangebots besonders hervorzuheben.

Klassische Fortbildungen wie z.B. zur Schriftkunde,

genealogie oder Einführung in die Archivarbeit

wurden nachgefragt, darüber hinaus aber vor

allem auch Angebote, die das Internet und seine

Nutzung für Archivzwecke sowie den Umgang

mit digitalen Daten (Speicherung, Archivierung)

betrafen.

Der Ausbau der Abtei Brauweiler zum LVR-Kultur-

zentrum ist weiterer Schwerpunkt der Neuak-

zen tuierung. Ziel ist es, durch Ausstellungen und

Führungen die Abtei Brauweiler kontinuierlich für

Besucherinnen und Besucher zu öffnen. Regelmäßige

Führungen durch die Abtei stießen auf reges

Interesse. Auch die Möglichkeit zur Anmietung von

Räumen in der Abtei Brauweiler fand großen Anklang.

Neben verschiedenen temporären Ausstellungen

wie z.B. der Ausstellung „gruß aus Brauweiler“

mit historischen Ansichtskarten besuchten zahlreiche

Interessierte die permanente Ausstellung zur

Holographie. Darüber hinaus konnte als weiterer

Höhepunkt die gedenkstätte Brauweiler eröffnet

werden. Die neue Dauerausstellung dokumentiert

die geschichte der ehemaligen Arbeitsanstalt in

der Zeit des Nationalsozialismus.

Entscheidende weichen für den Ausbau des LVR-

Kulturzentrums Abtei Brauweiler wurden durch den

Zuwendungsbescheid des Landes NRw in Höhe

von 1,4 Mio. € an den LVR gestellt. Den Scheck

überreichte der Ministerpräsident des Landes

NRw, Dr. Jürgen Rüttgers, an LVR-Direktor Harry K.

Voigtsberger am 3.12.2008 in Brauweiler. Die Mittel


www.afz.lvr.de

dienen zur Herrichtung des gutshofs, um dort Depotflächen

für die Bestände der Stiftung Kunstfonds

zu schaffen, und zur Durchführung eines Architektenwettbewerbs

zum Neubau eines geplanten

Schaumagazins.

Bemerkenswert ist auch

die Entwicklung im

Bereich Internet. Die Zahl

der Zugriffe auf die Seite

des LVR-ArchivberatungsundFortbildungszentrums

mit einer durchschnittlichen

Verweildauer

von etwa 5 Minuten lag

2008 bei 14.098. Dies

ist ein klarer Hinweis

darauf, dass das Internet eine hohe Bedeutung als

Kommunikations- und Informationsplattform besitzt.

Das LVR-Archivberatungs- und Fort bildungszentrum

nutzt diese Entwicklung und verschickt regelmäßig

Newsletter mit aktuellen In formationen bzw. stellt

News auf der Homepage ein.

Blick in den Prälaturhof der Abtei Brauweiler

wEchSELAUSSTELLUNgEN

• Fremdenverkehrswerbung im Rheinland, Ausstellung

im Archiv des LVR, Eröffnung am 2.3.2008

• Riss durchs Leben – Erinnerungen ukrainischer

Zwangsarbeiterinnen im Rheinland, wanderaus-

stellung (Ersteröffnung 5.11.2007 im Landeshaus des

LVR, zweisprachiger Katalog, zweisprachige cD,

deutschsprachige und ukrainische Ausstellungstafeln),

weitere Stationen 2008: wuppertal, Katholisches

Stadthaus; Viersen, Stadthaus; Düsseldorf,

VHS-Forum

Ansichtskarte aus

der Ausstellung

„gruß aus Brauweiler!“

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38

Dr. Jürgen Rüttgers überreicht Harry K. Voigtsberger

den Zuwendungsbescheid für die Stiftung Kunstfonds.

• Gemeinsam ganz normal, Wanderausstellung

(Ersteröffnung auf dem evangelischen Kirchentag

in Köln 2007), weitere Stationen 2008: Düsseldorf,

Evangelische Landeskirche; Mülheim-Ruhr, Fliednerwerkstätten

sowie Fliedner-Stiftung; Sonsbeck, Ev.

Kirche

• Gruß aus Brauweiler! Die Abtei als Arbeitsanstalt

– Ansichtskarten zwischen Kaiserreich und Zweitem

weltkrieg – Sonderausstellung in der Abtei

Brauweiler in Zusammenarbeit mit dem Verein für

geschichte e.V., Pulheim, 16.5.-15.6.2008

gRöSSERE VERANSTALTUNgEN

• Rheinischer Archivtag, 5./6.6. in Rees

• Internationales Archivsymposion, 29./30.5. in

Luxemburg

• Symposion „Archiv und Migration“, 7./8.5. in Köln

• Eröffnung der Gedenkstätte Brauweiler, 9.11.

VERANSTALTUNgEN IM LVR-KULTURzENTRUM

ABTEI BRAUwEILER

• Theateraufführungen der ehemaligen Kloster-

spieler im wirtschaftshof, 6., 7., 13., 15., 20., 21.6.

• classic nights 2008, Organisation zusammen

mit dem Freundeskreis Abtei Brauweiler e.V.,

15., 16., 23.8.

• 20. Kunsttage des Rhein-Erft-Kreises im Prälaturund

wirtschaftshof der Abtei, 6./7.9.

• Tag des offenen Denkmals, 12.9.

• Nikolausmarkt der Brauweiler Fachgeschäfte auf

dem Abteigelände, 6./7.12.

KOLLOqUIEN UND TAgUNgEN

• Benelim-Convent, 21.5. in Eupen

Archivtag 2008 in Rees

• Mai-Tagung, museums and the internet, 26./27.5.

in Hannover

• Nestor-Tagung – Archivierung digitaler Unterlagen,

21.11. in Köln

• Studientag im DHI Paris, Adelsarchiv-Projekt

„Aufbruch in die Moderne“, 4., 5.4.

FORTBILDUNg/SEMINARE

• Das Fortbildungszentrum führte 18 Veranstaltungen

mit 746 Teilnehmenden durch. Hauptzielgruppe

waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

aus rheinischen Archiven und Museen. Bei zwei

Veranstaltungen (Mai-Tagung und Nestor-Tagung)

waren Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet

eingeladen.

PUBLIKATIONEN

• Inventare nichtstaatlicher Archive 45 = Die Urkunden

des gräflich v. Loëschen Archivs von Schloss

wissen. Regesten. Band IV: 1574-1798. Bearbeitet v.

Dieter Kastner. Habelt Verlag, Bonn 2008

• Inventare nichtstaatlicher Archive 46 = Die ältesten

handgezeichneten Kartenwerke des gemeindearchivs

Schermbeck. Bearbeitet von Hanns Peter

Neuheuser. Habelt Verlag, Bonn 2008

• Hartmut John, Bernd Günter (Hg.): Das Museum

als Marke. Branding als strategisches Managementinstrument

für Museen. Publikationen der Abteilung

Museumsberatung Nr. 22. transcript Verlag,

Bielefeld 2008

• Hartmut John, Anja Dauschek (Hg.): Museen neu

denken. Perspektiven der Kulturvermittlung und

Zielgruppenarbeit. Publikationen der Abteilung

Museumsberatung Nr. 26. transcript Verlag, Bielefeld

2008


www.afz.lvr.de

Blick in die gedenkstätte Brauweiler, Zelle in der gedenkstätte Brauweiler

BUchPRäSENTATIONEN

• Abschlusspräsentation des vierbändigen Urkun-

denbuchs zu Schloss wissen, 12.12.

PREISE

• Archiv und Jugend: Beim Wettbewerb des

Landes NRw in Kooperation mit den Landschafts-

verbänden Rheinland und westfalen-Lippe „Blick

zurück nach vorn – Archive und Jugend“ wurden

sieben rheinische Archiveinrichtungen mit Preisgeldern

in Höhe von insgesamt 53.600 € prämiert.

BESONDERE PROjEKTE

• Schadenskataster der Archivberatung zur Erfassung

der Schäden in den rheinischen Kommunalarchiven,

wird in 2009 fortgesetzt

• Projektabschluss zur Dokumentation der Arbeitsmigration

im deutsch-belgischen grenzraum – Kooperationsprojekt

mit dem Staatsarchiv Eupen

RESTAURIERUNg UND KONSERVIERUNg

• Abgeschlossene Auftragsrestaurierungen:

213 Objekte (30 Aufträge) für 20 Kunden aus dem

nichtstaatlichen Bereich

• Zahlreiche Beratungen und Gutachten

• Landesinitiative Substanzerhalt: 1.454.576 Mio.

Blatt versäuerte Archivalien im Technischen Zentrum

für Bestandserhaltung und den Unterzentren Köln,

Duisburg, Siegburg und Neuss

BERATUNgSLEISTUNgEN

• Die Referentinnen und Referenten erbrachten für

185 Kunden insgesamt 2.865 Beratungsleistungen,

die von einfachen Auskünften bis zu mehrtägigen

Unterstützungen in rheinischen Archiven reichten.

Außerdem waren sie intensiv in die Durchführung

der Fortbildungsveranstaltungen eingebunden.

LVR-Archivberatungs- und

Fortbildungszentrum

Ehrenfriedstraße 19, 50259 Pulheim

Tel 02234 9854-0, Fax 02234 9854-285

Mail: afz@lvr.de

www.afz.lvr.de

Leitung: Dr. Arie Nabrings

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40

LVR-Institut für Landeskunde und

Regionalgeschichte

Das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte

ist kompetenter Ansprechpartner in

Sachen Rheinland: was macht das Rheinland aus?

welche Besonderheiten bestimmen die rheinische

Identität? wie hat sich das Rheinland historisch

entwickelt und kulturell verändert? welche Traditionen

und Bräuche gibt es? was kennzeichnet die

Lebensart und Mentalität der Rheinländerinnen und

Rheinländer? Diesen Fragen gingen die einzelnen

Abteilungen des Instituts auch im Jahr 2008 nach.

Die Abteilung Stadt- und Landesgeschichte stellte

die XVII. Lieferung des Rheinischen Städteatlas

vor. Mit der Präsentation in Oberhausen ging die

Eröffnung einer wanderausstellung zum Rheinischen

Städteatlas einher. Die Ausstellung läuft über

zwei Jahre und ist, abgestimmt auf den regionalund

stadtgeschichtlichen Kontext, in zahlreichen

Regionen des Rheinlands zu sehen. Die historische

Migrationsforschung war ein weiterer Schwerpunkt

der Abteilung Stadtgeschichte. Das in der Reihe

„Stadt und gesellschaft. Studien zum Rheinischen

Städteatlas“ erschienene Buch von Astrid Künzel

„Fremde in Köln. Integration und Ausgrenzung zwischen

1750 und 1814“ wurde im Rahmen der Jahrestagung

zum Rheinischen Städteatlas vorgestellt.

Die zentralen Aufgaben der Abteilung Sprache

(Dokumentation, Forschung und Beratung) er -

strecken sich auf die unterschiedlichsten gegenstandsbereiche:

Dialekte, Regiolekte, Alltagssprache,

Soziolinguistik, Sonder- und Fachsprachen,

Sprachgeschichte, Namenkunde, Lexikographie,

Etymologie. Aus diesem weit gefächerten Themenund

Aufgabenspektrum bilden sich in jedem Jahr

immer wieder einzelne thematische Schwerpunkte

heraus. Auf der Basis umfangreicher Fragebogenaktionen

und zahlreicher Erfahrungsberichte rheinländischer

Sprecherinnen und Sprecher erschien

2008 das Buch „Meine Oma spricht noch Platt“ von

georg cornelissen: die erste Sozialgeschichte

des Dialektsprechens. Mit der zweiten Publikation

der Abteilung Sprache in 2008, „Alles Kokolores?

wörter und wortgeschichten aus dem Rheinland“,

stellte Autor Peter Honnen das erste etymologische

wörterbuch zur gesprochenen Alltagssprache

im Rheinland vor.


www.rheinische-landeskunde.lvr.de

Die Abteilung Volkskunde konnte mit der bereits

2006 erschienenen Publikation „Rheinische Bräuche

durch das Jahr“ in 2008 wieder zahlreiche Bräuche

wie Karneval oder Barbarafest vorstellen und hohe

Medienpräsenz erzielen. Zudem wurden drei neue

Filmdokumentationen rea lisiert und der Öffentlichkeit

vorgestellt. Mit „wenn

die Tränen fließen“ über

eine türkische Hochzeit

im Rheinland wurde die

Reihe Migration, Interkulturalität

und Integration

fortgesetzt.

weitere Filmprojekte

waren „Dat Tüppelche op

däm i – Der Heimatverein

Düsseldorfer weiter e.V. 1978“ und „Langeweile is

da nich – Mikrokosmos Kleingarten“. Für den 2007

produzierten Film „Blau brennt gelb – Tonbergbau

im Rheinland“ wurde der LVR mit dem IMA-Europe

Recognition Award 2008 der Industrial Minerals

Viele Kleingärten des Ruhrgebiets

sind mit der geschichte des Bergbaus und

der Industrialisierung eng verbunden.

Buchvorstellung „Alles Kokolores?“

Association Europe ausgezeichnet. In Zusammenarbeit

mit dem LVR-Freilichtmuseum Kommern

und dem Landwirtschaftsverlag westfalen-Lippe

konnte die Buchpublikation „Bäuerinnen-Bilder“ mit

Fotografien von wolfgang Schiffer realisiert und im

Oktober 2008 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Integration fängt in den Köpfen an und findet im

Alltag statt. Das ist, auf eine kurze Formel gebracht,

das wichtigste Ergebnis der Untersuchung „Nippes

pur! Zusammenleben und Integration auf Rheinisch“,

die die Abteilung Regionalkommunikation

grundriss von Eschweiler

nach der Urkarte von 1820 –

die Abteilung Stadt- und Landesgeschichte

stellte im Jahr

2008 die XVII. Lieferung des

Rheinischen Städteatlas vor

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Sigrun Heinen vom LVR-Amt für Denkmalpflege

erläutert Restaurierungsmaßnahmen

in Titz-Rödingen.

Amtseinführung von Dr. Eckhard Bolenz

2008 als Buchpublikation veröffentlichte. Am Beispiel

des Kölner Stadtteils Nippes beschreibt die

Autorin gabriele Dafft, wie die Menschen im „Veedel“

das Zusammenleben unter den Bedingungen

der Zuwanderung meistern. Begleitend fand in

Bonn die Tagung „Regionale Identität ermitteln und

vermitteln“ statt.

Die Fachstelle für Regional- und Heimatgeschichte

des LVR-Instituts für Landeskunde koordiniert regionalhistorische

Forschungsprojekte wie das landeskundliche

großprojekt „geschichtlicher Atlas der

Rheinlande“, das 2008 nach fast dreißigjähriger

Laufzeit erfolgreich abgeschlossen wurde. Insgesamt

erschienen 120 Kartenblätter und 80 Beihefte

zu den unterschiedlichsten Themen der rheinischen

geschichte. In der Fachstelle angesiedelt ist das

Projekt Ehemalige Synagoge Titz-Rödingen: Hier

entsteht ein Kulturhaus mit einer Ausstellung zum

rheinischen Landjudentum. Am „Europäischen Tag

der jüdischen Kultur“ wurde am 7.9.2008 das frisch

sanierte, denkmalgeschützte gebäudeensemble

der Öffentlichkeit vorgestellt. An Publikationen

erschien der von Kerstin Theis und Dr. Jürgen

wilhelm herausgegebene Sammelband „Frankreich

am Rhein. Die Spuren der ‚Franzosenzeit’ im

westen Deutschlands“ und die zusammen mit dem

Stadtarchiv Düsseldorf veranstaltete Tagung der

Fachstelle beschäftigte sich mit dem Thema „Barocke

Herrschaft am Rhein um 1700 – Kurfürst Johann

wilhelm II. und seine Zeit“.

Seit dem 1.1.2008 ist Dr. Eckhard Bolenz neuer Leiter

des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte

in Bonn. Er trat die Nachfolge von

Dr. Fritz Langensiepen an, der 2007 nach 22 Jahren

in den Ruhestand ging. Dr. Bolenz war vor seinem

Präsentierten als Herausgeber

die neue Veröffentlichung des LVR:

Kerstin Theis und Dr. Jürgen wilhelm.

wechsel nach Bonn kommissarischer Leiter des

LVR-Industriemuseums und Leiter des Schauplatzes

Ratingen.

AUSSTELLUNgEN

• Die Wanderausstellung zum Rheinischen Städteatlas

wurde in Oberhausen (Rathaus), Osterfeld

(Sparkasse), Ratingen (Rathaus) und Eschweiler

(Rathaus) gezeigt.

PUBLIKATIONEN

• Vier Mappen der XVII. Lieferung des Rheinischen

Städteatlas (jeweils mit Atlasvorstellung und einer

Ausstellungseröffnung):

Nr. 89 Ratingen (Bearb. Elfi Pracht-Jörns);

Nr. 90 Eschweiler (Bearb. wolfgang Löhr);

Nr. 91 Osterfeld (Bearb. Helmut Rönz);

Nr. 92 walsum (Bearb. Michael A. Kanther)

• Georg Cornelissen: Meine Oma spricht noch

Platt. wo bleibt der Dialekt im Rheinland? Köln 2008

• Gabriele Dafft: Nippes pur! Zusammenleben und

Integration auf Rheinisch. Köln 2008

• Peter Honnen: Alles Kokolores? Wörter und Wortgeschichten

aus dem Rheinland. Köln 2008

• Astrid Küntzel: Fremde in Köln. Integration und

Ausgrenzung zwischen 1750 und 1814 (Stadt und

gesellschaft. Studien zum Rheinischen Städteatlas,

Bd. 4), Köln/weimar/wien 2008

• Wolfgang Schiffer: Bäuerinnen-Bilder. Fotografien

aus 50 Jahren Land- und Hauswirtschaft. Hg. von

Josef Mangold und gisbert Strotdrees. Münster

2008

• Kerstin Theis /Jürgen Wilhelm (Hg.): Frankreich am

Rhein. Die Spuren der „Franzosenzeit“ im westen

Deutschlands. Köln 2008


www.rheinische-landeskunde.lvr.de

Der Hennaabend ist ein wichtiges Element einer traditionellen türkischen Hochzeit. Neuer Rheinischer Brauch? Liebesschlösser

auf der Hohenzollernbrücke in Köln

KOLLOqUIEN UND TAgUNgEN

• Kolloquium „Qualitative Regionalforschung. Regionale

Identität ermitteln und vermitteln“ in Bonn,

11./12.3.

• Fachtagung „Rheinische Kindergärten als Brauchträger“

(zusammen mit dem LVR-Freilichtmuseum

Lindlar), 27.5.

• Arbeitstreffen zur Historischen Kartographie in

Köln, 20.11.

• Tagung des Rheinischen Städteatlas: „Stadt und

Migration 1400-1800“ in Köln, 1.12.

• Fachtagung „Barocke Herrschaft am Rhein um

1700 – Kurfürst Johann wilhelm II. und seine Zeit“,

4./5.9.

FILMPRäSENTATIONEN

• „Dat Tüppelche op däm i“ – Der Heimatverein

Düsseldorfer weiter e.V. 1978

• „Wenn die Tränen fließen“ – Eine türkische Hochzeit

im Rheinland

• „Langeweile is da nich“ – Mikrokosmos Kleingarten

BERATUNgS- UND FöRDERUNgSLEISTUNgEN

• Betreuung von rund 130 Heimat- und Geschichtsvereinen

• Beantwortung von landeskundlichen und

regional historischen Anfragen

• Druckkostenzuschuss für 120 landeskundliche und

regionalhistorische Publikationen

LVR-Institut für Landeskunde

und Regionalgeschichte

Endenicher Straße 133 , 53115 Bonn

Tel 0228 9834-0, Fax 0228 9834-119

Mail: info.rheinische-landeskunde@lvr.de

www.rheinische-landeskunde.lvr.de

Leitung: Dr. Eckhard Bolenz

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LVR-Industriemuseum mit sechs Schauplätzen

Mit seinen sechs Schauplätzen in ehemaligen Fabriken

ist das LVR-Industriemuseum das Museum für

die Industrie- und Sozialgeschichte des Rheinlands.

glanzpunkt des Veranstaltungsjahres 2008 bildete

am 22. Mai die feierliche Eröffnung der St. Antony-

Hütte als neues und eindrucksvoll gestaltetes

Museum in Oberhausen-Osterfeld anlässlich des

250-jährigen Jubiläums der „wiege der Ruhrindustrie“.

Die neue Dauerausstellung im ehemaligen

Direktorenhaus der Antony-Hütte zeigt die spannende

geschichte von der ältesten Eisenhütte bis

hin zum berühmten weltkonzern. Zeitgleich erinnerte

die MAN Ag mit der Eröffnung ihrer Sonderausstellung

„250 Jahre MAN. Von der Eisenhütte zum

Engineering-Konzern“ im LVR-Industriemuseum an

der Hansastraße in Oberhausen an ihre 250-jährige

Firmengeschichte.

Auch die weitere besuchergerechte Erschließung

der industriearchäologischen Ausgrabungsstätte

St. Antony schreitet mit großen Schritten voran. Der

LVR und die Stadt Oberhausen haben gemeinsam

einen Architektenwettbewerb für die gestaltung

eines Schutzdaches für die industriearchäologische

Fundstätte ausgelobt. Im Februar 2008 wurden

die gewinner – die in Essen und Berlin ansässigen

Architekten Frank Ahlbrecht und Hermann Scheidt

– der Öffentlichkeit vorgestellt. Ihr prämierter Vorschlag

zeigt eine futuristisch anmutende Überdachung,

die an eine umgekehrte Schale erinnert. Die

Realisierung des Entwurfs wird bis 2010 erfolgen.

Das Ensemble St. Antony, bestehend aus der

begehbaren Ausgrabungsstätte und dem neuen

Museum St. Antony-Hütte, wird im Kulturhauptstadtjahr

2010 als eine wichtige touristische Attraktion

Oberhausens in Erscheinung treten.

Mehr als ein Behältnis – so hieß es ab September

in der erfolgreichen Sonderausstellung „Packen –

wühlen – Tragen. Die Tasche – Vom Transportmittel

zum Fetischobjekt“, mit der sich das LVR-Industriemuseum

in Ratingen der Kulturgeschichte der

Tasche widmete. Die Ausstellung, die in Kooperation

mit dem Museumsschauplatz in Engelskirchen

konzipiert wurde, wird ab März 2009 auch dort zu

sehen sein.


www.industriemuseum.lvr.de

Unter dem Motto „Holzwege – Heißes Eisen“

kooperierten das LVR-Industriemuseum in Engelskirchen

und das LVR-Freilichtmuseum Lindlar ab

September 2008 erstmalig in einer gemeinsamen

Ausstellung. Im Rahmen dieses gemeinschaftsprojektes

warf das Museumsteam

in Engelskirchen mit

der Präsentation „Heißes

Eisen“ am historischen

Oelchenshammer einen

Blick auf die geschichte

von Eisen und Stahl im

Oberbergischen Kreis. Das

LVR-Freilichtmuseum Lindlar

hingegen beleuchtete

das Thema Holz und zeigte spannende Aspekte

der Holznutzung bis hin zu den sprichwörtlichen

„Holzwegen“.

Das LVR-Industriemuseum in Euskirchen-Kuchenheim

wartet seit April 2008 neben der Tuchfabrik

Müller und dem Museumsgästehaus Mottenburg

Anlässlich des 250-jährigen Jubiläums wurde

im ehemaligen Direktorenhaus der St. Antony-Hütte die

Dauerausstellung „wiege der Ruhrindustrie“ eröffnet.

mit einem zusätzlichen attraktiven Angebot für Radtouristen

auf. Denn es liegt ideal an den Radrouten

„Erftradweg“ und der wasserburgen-Route. Passend

zur beginnenden Radsaison wurde eine Fahrradstation

am Museum eröffnet, an der insgesamt

Detailgetreue

Restaurierung:

Ornament am

Fensterrahmen

eines der Fenster

der St. Antony-Hütte.

30 hochwertige Räder für Erwachsene und 35 Räder

für Jugendliche zur Ausleihe zur Verfügung stehen.

Seine Kompetenz in Sachen Museumspädagogik

stellte das LVR-Industriemuseum mit der Fachtagung

„Bildungspartner NRw – Museum und Schule“

im September in Oberhausen unter Beweis.

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Heißes Eisen: Ein Verbundprojekt des LVR-Industriemuseums

Engelskirchen mit dem LVR-Freilichtmuseum Lindlar

Über 80 Fachleute der nordrhein-westfälischen

Lehrerfortbildung diskutierten mit Vertreterinnen

und Vertretern zahlreicher Museen, um chancen

und Möglichkeiten nachhaltiger Kooperationen

zwischen Schulen und Museen auszuloten. Träger

der Initiative „Bildungspartner NRw – Museum und

Schule“ sind die Landschaftsverbände Rheinland

und westfalen-Lippe, die Medienberatung NRw sowie

das Ministerium für Schule und weiterbildung.

wEchSELAUSSTELLUNgEN

• Theater der Dinge, Zentrales Museumsdepot

Peter Behrens-Bau Oberhausen, bis Ende Mai 2008

• Veränderung ist Frauensache! Spuren der

Frauenbewegung in Oberhausen, Ausstellung der

geschichtswerkstatt Oberhausen e. V. mit Unterstützung

von „Frauen helfen Frauen Oberhausen e.V.“,

Schauplatz Oberhausen, bis 6.1.2008

• Verzaubertes Eisen – Puppenkunst, Schauplatz

Oberhausen, bis 13.1.2008

• Verbundprojekt nacht.aktiv: Schauplatz Bergisch

gladbach: Nichts zu sehen …, 15.9.2007-13.7.2008;

Schauplatz Engelskirchen: Lichterzauber, Nachtgestalten,

20.9.2007-22.6.2008; Schauplatz Solingen:

Im Dunkel der Stadt, 13.10.2007-28.9.2008; Schauplatz

Ratingen: große Robe, kleines Schwarzes,

27.10.2007-29.6.2008; Schauplatz Euskirchen: Schlafenszeit!,

28.10.2007-27.7.2008; Schauplatz Oberhausen:

Der Tag ist nicht genug, 10.11.2007-29.6.2008

• 250 Jahre MAN – von der Eisenhütte zum

Engineering-Konzern, Schauplatz Oberhausen,

22.5.-2.11.2008

• Kölner Dom, Ritterburgen und Titanic – die ganze

welt aus Karton, Schauplatz Bergisch gladbach,

14.9.2008-26.4.2009

• Heißes Eisen, Ausstellung am Oelchenshammer,

Schauplatz Engelskirchen im Rahmen des Koope-

Kompetent in Sachen Museumspädagogik: Das LVR-Industriemuseum

rationsprojektes Holzwege mit dem LVR-Freilichtmuseum

Lindlar, 13.9.-26.10.2008 und 5.4.-31.10.2009

• Packen – Wühlen – Tragen: Die Tasche – Vom

Transportmittel zum Fetischobjekt, Schauplatz

Ratingen, 20.9.2008-22.2.2009

• Im Zauber der Nacht – Abendkleider aus zwei

Jahrhunderten, Schauplatz Euskirchen, 27.9.2008-

26.7.2009

• Ankommen – Zuwanderung ins Oberbergische

nach 1945, wanderausstellung des Oberbergischen

Kreises, Kultur- und Museumsamt, Schauplatz

Engelskirchen, 2.10.-23.10.2008

gRöSSERE VERANSTALTUNgEN

ScHAUPLATZ OBERHAUSEN

• Extraschicht, Das LVR-Industriemuseum ist eine

von vier Drehscheiben in der langen Nacht im

Ruhrgebiet, 21.6.

• Altenberger Sommervergnügen, Familienfest

mit großem Kinderprogramm auf dem Altenberggelände,

10.8.

• SchlaflOs 1. Oberhausener Kulturnacht, 16.8.

• Eisenmarkt, 14.9.

• Große Geburtstagsfeier: 250 Jahre St. Antony-

Hütte,18.10.

ScHAUPLATZ RATINgEN

• Picknick im Park, 6.7.

• Lange Museumsnacht, 22.8.

• Cromforder Taschenbörse – 21 x Taschen, 26.10.

• Weihnachtsmarkt in Cromford, 6./7.12.

ScHAUPLATZ SOLINgEN

• Museumsfest zum Internationalen Museumstag, 18.5.

• Sommernachtstraum, Fest rund um die kürzeste

Nacht des Jahres, 21.6.

• MesserGabelScherenMarkt, 25./26.10.

• Familientag – Mitmachaktionen für Groß und Klein

in der gesenkschmiede Hendrichs, 16.11.


www.industriemuseum.lvr.de

Taschenausstellung im LVR-Industriemuseum Ratingen „Packen – wühlen – Tragen, Die Tasche – Vom Transportmittel zum Fetischobjekt“.

ScHAUPLATZ BERgIScH gLADBAcH

• Aktionstag mit blinden Schülerinnen und

Schülern für Schulklassen. Kooperation mit der

Louis-Braille-Schule, Rheinische Förderschule –

Förderschwerpunkt Sehen, Düren, 27.2. und 2.3.

• Trödel- und PapierMarkt an der Alten Dombach

Sonntag, 17.8.

ScHAUPLATZ ENgELSKIRcHEN

• Lange nacht.aktive Museumsnacht, 17.5.

• Fest der Elemente, 28.6.

• Lange Nacht der Schmiedefeuer,

in Zusammenarbeit mit dem LVR-Freilichtmuseum

Lindlar und dem Industriemuseum Freudenthaler

Sensenhammer, 8.8.

• Engelskirchener Transport- und Oldtimerfest, 21.9.

• Ihr Kinderlein kommet! Weihnachtsmarkt mit

christkind der Deutschen Post, 6./7.12.

ScHAUPLATZ EUSKIRcHEN

• Rheinischer Wollmarkt, 7.6.

• 10 Jahre Verein der Freunde & Förderer des

LVR-Industriemuseums, Jubiläumsveranstaltung mit

Rückblick, chorgesang, Jazz und Blues, 14.8.

KOLLOqUIEN UND TAgUNgEN

• Fachtagung „Bildungspartner NRW – Museum

und Schule“, Schauplatz Oberhausen, Kooperationsveranstaltung

der Landschaftsverbände Rheinland

und westfalen-Lippe, Medienberatung NRw

und Ministerium für Schule und weiterbildung

PUBLIKATIONEN

LVR-Industriemuseum (Hg.): Solingen – Zentrum

der Schneidwarenindustrie, Begleitdokumentation

zur wanderausstellung

LVR-Industriemuseum (Hg.): St. Antony – Die

wiege der Ruhrindustrie, Begleitbuch zur Dauerausstellung

in der St. Antony-Hütte, Oberhausen

LVR-Industriemuseum (Hg.): Wald – Vom Gewerbedorf

zum Industriestandort, wanderwege zur

Industriegeschichte Band 7, Publikation des Schauplatzes

Solingen

LVR-Industriemuseum (Hg.): Packen – Wühlen

– Tragen, Die Tasche – Vom Transportmittel zum

Fetischobjekt, Begleitbroschüre zur Ausstellung in

den Schauplätzen Ratingen und Engelskirchen

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48

wechselausstellung 250 Jahre MAN –

von der Eisenhütte zum Engineering-Konzern

BESONDERE PROjEKTE

• Architektenwettbewerb des LVR und der Stadt

Oberhausen für die gestaltung einer Bedachung

für die industriearchäologische Ausgrabungsstätte

St. Antony in Oberhausen-Ostefeld, gewinner:

Frank Ahlbrecht und Hermann Scheidt, Essen/Berlin

EU-/INTERNATIONALE PROjEKTE

• Wanderausstellung „Solingen – Zentrum der

Schneidwarenindustrie“. Kooperation mit dem LVR-

Industriemuseum und europäischen Partnermuseen

sowie dem Schneidwaren-Museum in Thiers, März

bis Ende Mai 2008 im Écomusée creusot-Montceau;

November 2008 bis Ende März 2009 im „Museu de

la ciència i de la Tècnica de catalunya“; Mai bis

Oktober 2009 im Schneidwaren-Museum „Maison

de la coutellerie“

• Ausstellung Raymond Rochette – Industriemalerei

aus Burgund, Kooperation mit dem französischem

Partnermuseum, Écomuseé creusot-Montceau,

5.4. bis 18.5., LVR-Industriemuseum Schauplatz

Oberhausen

• Early Birthplaces. Ausstellung in der St. Antony-

Hütte zu den Besonderheiten sowie gemeinsamkeiten

der frühen Stätten der europäischen

Eisenindustrie, 22.5.2008-25.10.2009, St. Antony-Hütte,

Schauplatz Oberhausen

• HABITA ET LABORA – Industriebauten aus Katalonien,

in Kooperation mit dem katalanischen

Partnermuseum, Museu de la ciéncia i de la Tècnica

de catalunya, LVR-Industriemuseum Schauplatz

Oberhausen, 26.10.2008-4.1.2009

• From the Ruhr Valley to the Steel City, Westmoreland

Museum of American Art, Industriebilder aus

der Sammlung des LVR-Industriemuseums,

Pittsburgh, USA, 7.9.-28.12.

NEUERwERBUNgEN /

ANKäUFE SAMMLUNg UND BIBLIOThEK

• Vier historische Damenkleider aus der 2. Hälfte

Fachtagung „Bildungspartner NRw – Museum und Schule“,

Schauplatz Oberhausen

des 19. Jahrhunderts, mitfinanziert durch die Sparkassen-Kulturstiftung

Rheinland und die Fördervereine

Euskirchen und Ratingen des LVR-Industriemuseums

• Wäscheschrank, Lütticher Arbeit, Eiche, beschnitzt,

aus der Zeit um 1775

• Sechs Fotografien der Fotografin Claudia Fährenkemper

zum Thema Fördergeräte im Braunkohlentagebau,

entstanden in den Jahren 1988 bis 1991

• Ölgemälde „Kalle Päng (oder der neue Fußball)“

von wilhelm Nengelken, 1930

• Feinblechwalze der „Fried. Krupp“ aus Essen,

August 1859

• Modell einer stehenden Dampfmaschine, um 1900

• 3-bändige Ausgabe von Adam Smith „An Inquiry

Into The Nature and causes of the wealth of Nations“,

glasgow 1805

RESTAURIERUNg UND KONSERVIERUNg

• Es wurden mehrere hundert industrie- und alltagsgeschichtliche

Objekte gereinigt und restauriert,

u. a. eine Rangier-Lokomotive mit luftgekühltem

28-PS-Dieselmotor, Klöckner-Humboldt-Deutz Ag,

Baujahr 1951

DOKUMENTATION / FOTOgRAFIE

• 18.500 neu erfasste Datenbankeinträge

• 35.300 bearbeitete Datenbankeinträge

MUSEUMSPäDAgOgIK

ScHAUPLATZ OBERHAUSEN

• Standardführung, 5 Themenführungen,

Museumsrallye und „Meisterprojekt“

• Neu im Programm 2008:

Führungen in der St. Antony-Hütte

• 594 Buchungen mit rund 12.000 Teilnehmenden

ScHAUPLATZ RATINgEN

• Standardführung Dauerausstellung,

9 Themenführungen Dauerausstellung


www.industriemuseum.lvr.de

• Standardführung durch die Sonderausstellung

• 11 museumspädagogische Angebote

• Besonderheit: „Blue-hour-Führungen“

• Neu im Programm: zwei weitere Kindergeburtstage

und Architekturführung durch das Herrenhaus

• 545 Buchungen mit 11.900 Teilnehmenden

ScHAUPLATZ SOLINgEN

• 10 Themenführungen und 20 museumspädagogische

Angebote

• Neu im Programm 2008:

Schmiedetag für Schülerinnen und Schüler;

Familientag für Bewohner des LVR-Heims

• 563 Buchungen mit 12.264 Teilnehmenden

ScHAUPLATZ BERgIScH gLADBAcH

• Überblicksführung, 8 Themenführungen,

17 museumspädagogische Angebote

• Neu im Programm 2008:

Aktionstage mit SchülerInnen der LVR-Förderschule

Düren, Louis-Braille-Schule, Förderschwerpunkt

Sehen im Rahmen der Sonderaustellung „nacht.

aktiv – Nichts zu sehen“

• 677 Buchungen mit 13.597 Teilnehmenden

ScHAUPLATZ ENgELSKIRcHEN

• Überblicksführung, 3 Themenführungen sowie

13 feste und 14 variable museumspädagogische

Angebote

• Neu im Programm 2008: Entdecker-Rundgang

„was wasser alles kann“ für Vorschulkinder

• 250 Buchungen mit 5.500 Teilnehmenden

ScHAUPLATZ EUSKIRcHEN

• 6 Themenführungen, 14 museumspädagogische

Projekte als Standardprogramm sowie 8 Angebote

als Ferienprogramme

• Neu im Programm 2008: „Im Zauber der Nacht“

– Abendführung durch die Sonderausstellung mit

Sektempfang; „Su woor dat beim Müller“ –

Auf rheinisch Platt durch die Tuchfabrik Müller

• 739 Buchungen mit 16.321 Teilnehmenden;

13 Schulklassen mit 247 Teilnehmenden im

Museumsgästehaus Mottenburg

LVR-Industriemuseum

Zentrale

Hansastraße 18, 46049 Oberhausen

Tel 0208 8579-0, Fax 0208 8579-101

Mail: industriemuseum@lvr.de

www.industriemuseum.lvr.de

Leitung: Dr. Markus Krause

(Kommissarischer Direktor)

Schauplatz Oberhausen – Zinkfabrik Altenberg

Hansastraße 20, 46049 Oberhausen

Tel 0208 8579-0, Fax 0208 8579-202

Mail: industriemuseum-oberhausen@lvr.de

Leitung: Dr. Thomas Schleper

Schauplatz Ratingen – Textilfabrik cromford

cromforder Allee 24, 40878 Ratingen

Tel 02102 86449-0, Fax 02102 86449-220

Mail: industriemuseum-ratingen@lvr.de

Leitung: claudia gottfried

Schauplatz Solingen – gesenkschmiede Hendrichs

Merscheider Straße 289-297, 42699 Solingen

Tel 0212 232410, Fax 0212 320429

Mail: industriemuseum-solingen@lvr.de

Leitung: Dr. Jochem Putsch

Schauplatz Bergisch gladbach -

Papiermühle Alte Dombach

Alte Dombach/Kürtener Straße, 51465 Bergisch gladbach

Tel 02202 93668-0, Fax 02202 93668-21

Mail: industriemuseum-bergischgladbach@lvr.de

Leitung: Dr. Sabine Schachtner

Schauplatz Engelskirchen –

Baumwollspinnerei Ermen & Engels

Engels-Platz 2, 51766 Engelskirchen

Tel 02263 9285-0, Fax 02263 9285-119

Mail: industriemuseum-engelskirchen@lvr.de

Leitung: Dr. Markus Krause

Schauplatz Euskirchen - Tuchfabrik Müller

carl-Koenen-Straße 25b, 53881 Euskirchen

Tel 02251 148-00, Fax 02251 148-821

Mail: industriemuseum-euskirchen@lvr.de

Leitung: Detlef Stender

49


50

LVR-Freilichtmuseum Kommern

Das LVR-Freilichtmuseum Kommern feierte 2008

seinen 50. geburtstag. Am 28. März 1958 hatte die

Landschaftsversammlung den Beschluss gefasst,

das Rheinische Freilichtmuseum auf dem Kahlenbusch

in Kommern zu errichten. Mit seinen 65 historischen

Häusern auf 95 Hektar Fläche ist es heute

das zweitgrößte Freilichtmuseum in Deutschland.

Es präsentiert die Lebensverhältnisse der Menschen

im Rheinland, ihren Arbeitsalltag und ihre

Freizeit, aber auch die Umwelt mit Äckern, gärten

und Obstwiesen, zeigt historische Anbauformen

und Viehwirtschaft. Die historische waldwirtschaft

wird vom waldpädagogikZentrum Eifel des Landesbetriebes

wald und Holz NRw in enger Zusammenarbeit

mit dem Museum betreut. Mit Projektangeboten

für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

sowie vielfältigen Veranstaltungen vermittelt es

anschaulich, wie der wald genutzt wurde und wie

sich die waldwirtschaft bis heute verändert hat.

Mitten in die traditionelle Auftaktveranstaltung zur

Hauptsaison, dem Jahrmarkt anno dazumal, fiel der

geburtstag des Freilichtmuseums. Am Nachmittag

des 28. März läuteten daher, aufgespielt auf cDs,

an allen Fahrgeschäften die Kirchenglocken aus

Kommern – so wie sie vor genau 50 Jahren die

geburtsstunde des Freilichtmuseums freudig begrüßt

hatten. Das Jahrmarktpublikum stimmte in die

kleine geburtstagsfeier mit dem Klingeln hunderter

verteilter glöckchen ein.

Im August fand das zweitägige Jubiläumsfest

mit wirtschaftswunder-Revue, Rock‘n‘Roll-Party,

Ausstellungen, Oldtimer-Treff, Hula-Hoop-Kursen

und kulinarischen Angeboten zum Jahr 1958 statt.

Die Ausstellung „Menschen machen Museum“

präsentierte dazu Fotografien aus dem Jahr 1958.

weit über 100 Fotografien aus privaten Alben waren

nach einem Aufruf der Medien eingegangen:

Schnappschüsse und Profifotografien, Fotos von

Verwandten und Freunden, vom ersten Auto oder

Roller, von Festen, Einschulung, Reisen und Ausflügen

und vielem mehr. Zusammen gaben sie einen

Einblick in das Jahr 1958. Das Fest sprengte alle

Erwartungen, weit mehr als 10.000 Besucherinnen

und Besucher feierten mit.


www.kommern.lvr.de

Mit einer Matinée im Pingsdorfer Tanzsaal wurde

am selben wochenende auch in offiziellem Kreis

das Jubiläum begangen: In einer Talkrunde mit

vielen Zeitzeugen wurden 50 Jahre Kommerner

Museumsgeschichte lebendig. Ehemalige Museums

mitarbeiter der „ersten Stunde“ trugen mit

Berichten und Anekdoten zu einem spannenden

Rückblick bei, unter ihnen auch die beiden ehemaligen

Museumsdirektoren Dr. Adelhard Zippelius

und Dr. Dieter Pesch.

Am 24. Juni erhielt das Museum Besuch aus Düsseldorf:

NRw-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers

besuchte Rhenania, die rheinischste aller Kleinstädte,

und damit die Ausstellung „wirRheinländer“. Er

würdigte die Arbeit des Museums und besonders

die kontinuierliche weiterentwicklung des Konzeptes

und der Angebote. Rüttgers traf dabei auf seinen

„Doppelgänger“: als Maurer in der Szene des

wiederaufbaus nach dem Krieg belebt er nun das

Leben in Rhenania. Dass die Ausstellung „wirRheinländer“

auch zwei Jahre nach Eröffnung nichts von

ihrer Faszination verloren hat, zeigte die Tatsache,

dass Rüttgers bei seinem Besuch den 500.000sten

Besucher begrüßen konnte.

2008 wurde schließlich auch ein lang ersehnter

wunsch des Museums und vieler Besucher wahr:

Das LVR-Freilichtmuseum Kommern hat nun eine

eigene Buslinie! Seit 1. Juni fährt an allen Samstagen,

Sonn- und Feiertagen in der Saison der Museumsbus

Linie 894 vom Bahnhof Mechernich zum

Freilichtmuseum und zurück. An der Realisierung

der Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr

hat sich der LVR finanziell beteiligt.

Der Freilichtbereich des Museums stand 2008 ganz

im Zeichen der Substanzerhaltung der historischen

Bauten. wie an den Originalstandorten sind die

gebäude auch im Museum der witterung und damit

dem natürlichen Verfall ausgesetzt. Die gebäude

bedürfen daher mittlerweile einer verstärkten

Bauunterhaltung und Restaurierung. Daher wurde

eine intensive und systematische Untersuchung der

gebäudezustände durchgeführt und gezielte Bekämpfungsmaßnahmen

ergriffen.

2008 präsentierte das LVR-Freilichtmuseum Kommern

zwei Sonderausstellungen. In der Ausstellung

„Von der Volksschule zum Schulzentrum – Schule

in der Nachkriegszeit“ konnten die Besucher die

Entwicklung des rheinischen Schulwesens über vier

Jahrzehnte erleben. wegen des anhaltend großen

Besucherinteresses wurde sie bis zum 19. April 2009

verlängert. In Kooperation mit dem Limburgs

Museum in Venlo in den Niederlanden wurde vom

21. Juni bis zum 31. Dezember 2009 die Ausstellung

„… und raus bist Du! – Hexen und Ausgegrenzte.“

gezeigt. Sie zeigte die Hexenverfolgung in Limburg

und im Rheinland in der Frühen Neuzeit, beleuchtete

aber auch das heutige Bild der Hexen in den

Medien, die mit Harry Potter eine große Popularität

erlangt haben. Der Schwerpunkt der Ausstellung

lag auf der museumspädagogischen Aufbereitung

des Themas Ausgrenzung von Menschen und

Mobbing in heutiger Zeit.

Ein weiterer Jahreshöhepunkt war der „Besuch“

der Ausstellung „wirRheinländer“ in Berlin. Vom

24. September bis 5. Oktober waren einige Szenen

in der Vertretung des Landes Nordrhein-westfalen

beim Bund in Berlin zu sehen. Sie zeigten einen

Ausschnitt aus der Dauerausstellung des Kommerner

Museums zur geschichte des Rheinlandes von

der Franzosen- bis in die Nachkriegszeit.

Einen wichtigen Erfolg konnte das Museum in der

Zusammenarbeit mit Schulen erreichen. Am 22.

April vereinbarte es eine Bildungspartnerschaft mit

zwei Kölner gymnasien für das Projekt „Schüler

wohnen im Museum“. Ziel dieser Bildungspartnerschaft

ist es, das Lernprojekt „Schüler wohnen

im Museum“ im Schulprofil zu verankern und es in

Schule und Museum weiterzuentwickeln.

51


52

Ein Prosit auf den Doppelgänger: NRw-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers

bei der Begrüßung des 500.000sten Besuchers in der Ausstellung „wirRheinländer“

DAUERAUSSTELLUNgEN

• WirRheinländer

• Schöne Neue Welt – Rheinländer erobern Amerika

wEchSELAUSSTELLUNgEN

• Mode für den Alltag. Kleidung von 1820 bis heute,

bis 30.3.2008

• Sauschwer und federleicht. Maße und Gewichte

im Rheinland, bis 30.3.2008

• Von der Volksschule bis zum Schulzentrum.

Schule seit der Nachkriegszeit, 27.4.2008-19.4.2009

• Magisches Holz. Fotografien von Maria Than,

3.6.-31.10.2008

• … und raus bist Du! – Hexen und Ausgegrenzte.

In Kooperation mit dem Limburgs Museum Venlo,

22.6.-31.12.2008

• Menschen machen Museum – Fotografien aus

dem Jahr 1958 aus privaten Alben, 16.9.-31.12.2008

• WirRheinländer in der NRW-Vertretung in Berlin,

23.9.-16.10.2008

gRöSSERE VERANSTALTUNgEN

60 Veranstaltungen, darunter

• Jahrmarkt anno dazumal, 22.-30.3.

• Holzeinschlag wie vor 100 Jahren, 5./6.4.

• Die Preußen kommen! Alltag um 1814 im Bergischen

Land. Reenactment-Darstellungen, 22.-25.5.

• Eröffnung des „Waldhauses“ als Infopunkt des

Nationalparks Eifel, 3.6.

• 1958 – Das große Jubiläumsfest.

50 Jahre Rheinisches Freilichtmuseum, 16./17.8.

• Kaltblütertage „Nach der Ernte“, 20./21.9.

• Martinszug wie früher auf dem Dorf, 2.11.

• Advent im Museum, 29./30.11.

BESONDERE NEUERwERBUNgEN /

ANKäUFE SAMMLUNg UND BIBLIOThEK

• 700 neue Objekte, davon ein Großteil

Schenkungen

www.kommern.lvr.de

RESTAURIERUNg UND KONSERVIERUNg

• In der Restaurierungswerkstatt wurden

161 Objekte restauriert / konserviert.

• Umfassende Aufnahme des Schädlingsbefalls an

Bauten und beweglichen Objekten im Freilichtbereich:

Untersuchung von 3 historischen Hofanlagen

mit gesamt 18 historischen gebäuden und weiteren

Einzelgebäuden, Bestandsaufnahme mit Schadensanalyse,

Schädlingsbefallanalyse und Bauzustandsbeschreibung,

Erstellung von Monitoringflächen zur

Feststellung aktiver Holzschädlinge, Erstellung eines

Maßnahmenkatalogs für den weiteren Erhalt der

historischen gebäude

• Schädlingsbekämpfung mittels Heißluftverfahren

an der Zehntscheune aus Sechtem

• Behebung bauphysikalischer Mängel, Eindecken

zahlreicher Dächer der historischen Häuser mit Stroh,

Erneuerung mehrerer schadhafter Firste und gauben

MUSEUMSPäDAgOgIK

• Führungen: 905

• Projekte: 480

• Walderlebnis-Projekte des Waldpädagogik-

Zentums Eifel: 210

• Waldspielgruppe des WaldpädagogikZentrums

Eifel: 95

• Kindergeburtstage: 25

• Schulpartnerschaften: 2

• Ausleihe des Museumskoffers: 67

LVR-Freilichtmuseum Kommern

Auf dem Kahlenbusch

53894 Mechernich-Kommern

Tel 02443 9980-0, Fax 02443 9980-133

Mail: kommern@lvr.de

www.kommern.lvr.de

Leitung: Dr. Josef Mangold


Im LVR-Freilichtmuseum Lindlar, im Herzen des

Bergischen Landes und etwa 30 Kilometer östlich

von Köln, kann man hautnah miterleben, wie die

Menschen früher auf dem Land lebten. Das 25 Hektar

große Museumsgelände wird größtenteils nach

historischem Vorbild mit Pferd und Pflug bewirtschaftet

und beherbergt sehr selten gewordene

heimische Tierrassen und Pflanzenarten. Die Museumsgebäude

sind detailgetreu, zum Teil mit ihrer

vollständigen Ausstattung

in das Museum versetzt

worden – selbst der Ruß in

der Schmiede ist original.

Die Handwerker des

Museums führen alte

Arbeitstechniken vor. Im

Museum gibt es jede

Menge Mitmach-Aktionen,

gruppenführungen und Seminare zu vielen Themen.

Selbstverständlich kommen auch die kleinen

Museumsbesucher nicht zu kurz: Museumsrallye,

Abenteuerspielplatz und viele Tiere bieten Spaß

und Spiel für die Kinder.

LVR-Freilichtmuseum Lindlar

Das Freilichtmuseum hat in den letzten Jahren sein

Angebot konsequent ausgebaut und die Besucherzahlen

sind kontinuierlich gestiegen. Insbesondere

wurden weitere Ausstellungsbereiche geschaffen,

die einen Museumsbesuch auch bei schlechtem

wetter attraktiv machen.

So wurde 2008 der Themenweg und die Dauerausstellung

„Mensch und Umwelt“ eröffnet.

Mit der Ausstellung „Alles im Eimer“ kam mit rund

Neue Schauspielführungen

im LVR-

Freilichtmuseum

Lindlar

150 Quadratmetern erstmals der neue Ausstellungsraum

in Hof Peters zum Einsatz.

Neben der Präsentation zahlreicher historischer Eimer

wurden der Herstellungsprozess und die vielfältigen

Nutzungsmöglichkeiten von Eimern in Haus

53


54

Seilerei

Ausstellung Holzwege Tierkinder im Museum Hochseilgarten

und Hof, Baustelle und Sandkasten dokumentiert.

Die Ausstellung wurde begleitet von der Künstlerin

christiane Tyrell, die im Museumsgelände drei

faszinierende Installationen geschaffen hat. Das gesamtkunstwerk,

bei dem über tausend Eimer zum

Einsatz kommen, trug den Titel: „Obstwiese – Eimer

– Abendrot“. Die Installation „Abendrot“ erhielt

in der Öffentlichkeit eine große Resonanz. Immer

wieder wurden neue Interpretationsvorschläge

kommuniziert. Die Künstlerin entschloss sich daraufhin,

ihre Installation in „Mysterium“ umzubenennen.

Im neu geschaffenen Bereich „walderlebnis“ hat

das LVR-Freilichtmuseum Lindlar in Kooperation

mit der Abenteuerwerkstatt Lindlar einen Hochseilgarten

eröffnet. Im wald des Museumsgeländes

befindet sich der Abenteuerparcours mit 20 Stationen.

Hier kann man bis zu zwei Stunden im wald

verbringen, ohne den Boden ein einziges Mal zu

berühren. Die Stationen in den Bäumen bestehen

aus hölzernen Plattformen auf denen bis zu vier

Personen Platz finden können. Die Plattformen sind

mit Seilen oder Brücken in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

verbunden.

Die ausgebildeten Hochseilgarten-Trainer der

Abenteuerwerkstatt Lindlar bieten für gruppen

Fortbildungs- und Teamentwicklungsseminare im

Hochseilgarten an. An fünf Hochseilstationen können

sich die Teams gemeinsam weiterentwickeln.

Die Kletternden werden durch das „Bodenpersonal“

ihres Teams oder ihrer Schulklasse gesichert.

Darüber hinaus können die „Kleinen“ (6 bis ca. 12

Jahre) ihre geschicklichkeit und ihren Mut an den

zwölf Stationen des Kinderparcours erproben.

Die Parcours können als gruppenaktionen (z.B. zu

geburtstagen oder Betriebsausflügen) gebucht

werden.

großen Zuspruch gab es 2008 wieder bei den zahlreichen

Veranstaltungen. Beim großen Dampf- und

Treckerfest „Volldampf voraus!“ tummelten sich

über 14.000 Besucherinnen und Besucher im gelände

und bestaunten die zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

Mehrere große, schnaubende Dampftraktoren,

eine Dampfwalze, ein Dampfautomobil, ein

Dampfmotorrad und kleine auf Hochglanz polierte

fahrbare Modelle ließen im Museumsgelände

Dampf ab. Premiere feierte an diesem wochenende

die neue Lokomobile des Freilichtmuseums.

Die 1922 gebaute Maschine konnte am Sägegatter

so richtig losdampfen.

Bei der Veranstaltung „Nacht der Schmiedefeuer“

und dem Ausstellungsprojekt „Holzwege“

wurde die Kooperation mit dem LVR-Industriemuseum

Schauplatz Engelskirchen – auch mit

entsprechender Verbundwerbung – fortgesetzt.

ERöFFNUNgEN

• Themenweg und Ausstellung „Mensch und

Umwelt“

• Themenweg Walderlebnis

• neuer Ausstellungsbereich in Hof Peters mit rund

150 m² Ausstellungsfläche

• Hochseilgarten in Kooperation mit der Abenteuer-

werkstatt Lindlar

wEchSELAUSSTELLUNgEN

• 100 Jahre staatlicher Naturschutz, Wander-

ausstellung der Stiftung Naturschutzgeschichte,

12.2.-30.3.2008

• Alles im Eimer, In Zusammenarbeit mit der Firma

Jokey Plastik wipperfürth gmbH, 25.4-10.8.2008

• Holzwege, In Kooperation mit der Deutschsprachigen

gemeinschaft Belgiens, dem Landesbetrieb

wald und Holz NRw und dem LVR-Industriemuseum

Schauplatz Engelskirchen, 13.9.2008-19.4.2009


www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de

Kunstinstallation „Obstwiese – Eimer – Abendrot“.

gRöSSERE VERANSTALTUNgEN

• Tierkinderfest, 11.5.

• Gartenmarkt „Jrön un Jedön“, 24./25.5.

• Kinder- und Familienfest im Grünen, 15.6.

• Volldampf voraus!, 12./13.7.

• Bauernmarkt, 30./31.8.

• Festival der Sinne, 14.9.

• Obstwiesentag, 5.10.

• Advent im Museum, 14.12.

KOLLOqUIEN UND TAgUNgEN

• Fachtagung „Kindergärten als Brauchträger“ in

Zusammenarbeit mit dem LVR-Institut für Landeskunde

und Regionalgeschichte Bonn, 27.5.

PUBLIKATIONEN

• Freilichtblick 18, Hg. vom Verein der Freunde und

Förderer des Bergischen Freilichtmuseums e. V.

PREISE UND AUSzEIchNUNgEN

• EMAS-Zertifikat (Eco Management and Audit

Scheme), verliehen von der IHK für umweltfreundliches

und nachhaltiges wirtschaften im täglichen

Betrieb.

• Zweiter Platz beim Agrarkulturerbepreis 2008 der

gesellschaft für Agrargeschichte e.V., Frankfurt am

Main.

Neues Highlight im Museum: die 1922 gebaute Lokomobile.

RESTAURIERUNg UND KONSERVIERUNg

• Restaurierung und Inbetriebnahme der historischen

Lokomobile, Baujahr 1922

MUSEUMSPäDAgOgIK

• 132 Führungen

• 418 museumspädagogische Aktionen

• 55 Aktionen im Rahmen der Ferienprogramme

• 73 ökologische Seminare

• Schulpartnerschaften mit der Hauptschule Lindlar,

der waldorfschule gummersbach

• ca. 22 Gruppen bei Schüler wohnen im Museum

(SwIM)

• Konzeption der Schauspielführung „Leben um

1800“

LVR-Freilichtmuseum Lindlar

Schloss Heiligenhoven, 51789 Lindlar

Tel 0266 9010-0 Fax 02266 9010-200

Mail: freilichtmuseum-lindlar@lvr.de

www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de

Leitung: Michael Kamp

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LVR-Archäologischer Park Xanten /

LVR-RömerMuseum

Der LVR-Archäologische Park Xanten (APX) ist

Deutschlands größtes und bestbesuchtes archäologisches

Freilichtmuseum. Auf dem gelände der

einzigen nicht überbauten römischen großstadt

nördlich der Alpen werden die Überreste der

colonia Ulpia Traiana, wie die Menschen ihre stolze

Metropole einst nannten, geschützt, erforscht und

anschaulich präsentiert.

Im weitläufigen grün des LVR-Archäologischen

Parks vermitteln originalgetreue Nachbauten einen

lebendigen Eindruck vom Alltag in der römischen

Stadt. Die wissenschaftlichen Rekonstruktionen

des Hafentempels, des Amphitheaters und der

Stadtmauer, aber auch von wohnhäusern und originalgetreu

beheizbaren Baderäumen entstanden

nach jahrelangen Ausgrabungen im Maßstab 1:1 am

originalen Standort. In Form und Material entsprechen

die begehbaren Modelle ihren römischen

Vorbildern und machen so die wirkung der antiken

Architektur anschaulicher begreiflich als jedes

Buch. Zusätzlich entstehen nach und nach Themenpavillons,

in denen verschiedene Mosaiksteine des

römischen Lebens erläutert werden.

Der Höhepunkt des Jahres 2008 im LVR-Archäologischen

Park Xanten war zweifellos die Eröffnung des

neuen LVR-RömerMuseums im August. Der spektakuläre

Museumsbau aus Stahl und glas erhebt sich

über den originalen Fundamenten der monumentalen

Halle, die einst den Zugang zum römischen

Stadtbad schuf. In größe und gestalt entspricht

das Museum ebenso dem antiken Vorbild wie

der angrenzende Schutzbau über den Badesälen.

Das Museum und der Schutzbau bilden somit ein

einzigartiges Ensemble, das die Dimensionen und

das Aussehen der großen römischen Thermenanlage

für die Besucherinnen und Besucher erlebbar

macht. Auch im Inneren des Museums werden die

eindrucksvollen Dimensionen der antiken Architektur

erfahrbar. Die Ausstellung führt auf einem barrierefreien

Rundgang mit mehr als 2.500 Exponaten

und vielen Mitmachangeboten von der Zeit cäsars

bis zur Frankenzeit durch die ereignisreiche römische

geschichte Xantens.

Der durch das Architekturbüro gatermann + Schos-

Beeindruckende Ausstellungsarchitektur

sig realisierte Neubau wurde im Juli bereits vor der

und ein Museumserlebnis mit allen Sinnen:

Eröffnung mit Das der neue Auszeichnung LVR-RömerMuseum „best architects 09“


www.apx.lvr.de

prämiert. Das gebäude wird umweltfreundlich mit

Energie aus Erdwärme gekühlt und beheizt.

Das neue LVR-RömerMuseum erwies sich von

Beginn an als Publikumsmagnet. Alleine am Eröffnungswochenende

kamen mehr als 20.000 gäste,

um das neue Haus und die neue Ausstellung bei

einem großen Familienfest

kennenzulernen.

Dieser enorme Publikumszuspruch

setzte

sich bis Jahresende mit

beinahe 100.000 Besucherinnen

und Besuchern

fort und drückt

sich auch in einem

starken Anstieg der

gebuchten Führungen

aus. Das alte Regionalmuseum

in der Xantener Innenstadt ist seit Ende

Juli endgültig geschlossen.

Das neue LVR-RömerMuseum ist das Herzstück

umfangreicher Maßnahmen, mit denen der Land-

Beeindruckende Ausstellungsarchitektur

und ein Museumserlebnis mit allen Sinnen:

Das neue LVR-RömerMuseum

schaftsverband Rheinland den LVR-Archäologischen

Park Xanten kontinuierlich weiter ausbaut.

Ein weiterer Meilenstein, der 2008 auf den weg

gebracht wurde, war die Abbindung der alten Bundesstraße,

die das gelände der römischen Stadt

durchschnitten hatte. Mit der Eröffnung der neu

gebauten Straßentrasse östlich des Parks konnte im

gruppenbild mit Lüttinger Knaben:

LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger,

Dr. Jürgen wilhelm, Vorsitzender

der Landschaftsversammlung,

LVR-Dezernentin Milena Karabaic,

NRw-Minister für Bauen und Verkehr

Oliver wittke und Dr. Martin Müller,

Leiter des LVR-APX

Dezember die Voraussetzung für die Erweiterung

des Parks auf die westliche Hälfte der römischen

Stadt geschaffen werden. Auch die bereits bestehenden

Flächen erhalten weitere Attraktionen. An

erster Stelle steht hier die Rekonstruktion von drei

57


58

Mitmachaktionen und römische Spezialitäten an den römischen wochenenden im LVR-Archäologischen Park Xanten

Römische Schuhmacher-werkstatt

im LVR-Archäologischen

Park Xanten

römischen wohnhäusern in historischer Lehmbau-

weise gegenüber der römischen Herberge. In

ihnen soll künftig die wohn- und Arbeitswelt der

einfachen Bevölkerung gezeigt werden. Nachdem

bereits 2007 das erste Haus im Rohbau errichtet

worden war, konnte 2008 auch der Bau des zweiten

und des dritten Hauses begonnen werden. Darin

werden neben wohnräumen auch werkstätten

eingerichtet, in denen Handwerker dem Publikum

ab 2010 vorführen werden, wie ein großteil der

römischen Bevölkerung seinen Lebensunterhalt

verdiente.

Neben diesen Neuerungen sorgten zahlreiche

Veranstaltungen für regen Publikumszuspruch. Am

31. Mai fand der elfte „Tag der Begegnung“ im

LVR-Archäologischen Park Xanten statt. Mehr als

28.000 Besucherinnen und Besucher feierten unter

der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela

Merkel bei einem umfangreichen Festprogramm

an den Ständen von über 210 ausstellenden Verbänden

und Institutionen. Bei den von Mai bis

September regelmäßig stattfindenden „Römischen

wochenenden“ zählt seit 2008 neben dem

Schuhmacher und der Knochenschnitzerin auch

eine römische Kräuterexpertin zum regelmäßigen

Angebot. An ihrem Stand bieten Blumengebinde,

gewürzkränze, Obst und gemüse sinnliche

Einblicke in die antike gartenkunst und zugleich

duftende, wohlschmeckende Eindrücke von der

gewürzvielfalt der römischen Küche. Ein weiterer

neuer Programmpunkt ist das Training der gladiatoren

in der Arena. Und bei den traditionellen

Xantener Sommerfestspielen im Amphitheater des

LVR-Archäologischen Parks gab sich 2008 weltstar

Montserrat caballé die Ehre.

wEchSELAUSSTELLUNgEN

• keine (Neueröffnung des LVR RömerMuseums im

August)

gRöSSERE VERANSTALTUNgEN

• Tag der Begegnung mit 28.000 Besucherinnen und

Besuchern, 31.5.

• Eröffnung des LVR-RömerMuseums im Archäologischen

Park Xanten. großes Familienfest mit über

20.000 Besucherinnen und Besuchern, 16./17.8.

KOLLOqUIEN UND TAgUNgEN

• Terra Sigillata in den germanischen Provinzen.

Internationales Kolloquium im LVR-RömerMuseum,

13./14.11.

BESONDERE PROjEKTE

• Fortführung der Rekonstruktion von insgesamt drei

römischen wohnhäusern. Besonderheit: Experimentelle

Rekonstruktion der römischen Lehmbautechniken.

Förderung durch das Land Nordrhein-westfalen

• Eröffnung des neuen großen wasserspielplatzes

mit Elementen römischer wasserbautechnik, ab Juni


www.apx.lvr.de

Rasenpflege vor dem Hafentempel Besucherandrang im neuen LVR-RömerMuseum

• Kräuterstand am garten der römischen Herberge

an allen wochenenden von Mai bis September

(„Römische wochenenden“), Vorführungen antiker

Handwerkstechniken und Mitmachaktionen, ab Mai

• Neues audiovisuelles Führungssystem auf Minicomputern

(PDA) in den großen Thermen mit

Filmen für Erwachsene und Kinder in vier Sprachen

• Neue Homepage www.apx.lvr.de mit umfangreichen

Informationen in Deutsch, Niederländisch und

Englisch

• Veröffentlichung der ersten gesamtdarstellung

der römischen geschichte Xantens: „colonia Ulpia

Traiana. Xanten und sein Umland in römischer Zeit“

(644 Seiten, Verlag Philipp von Zabern)

• 20. Internationale Archäologische Sommerakademie

Xanten: Lehrgrabung für 30 Studierende

aus dem In- und Ausland mit umfangreichem

Programm angebot. Finanzierung der halbjährigen

Stelle der wissenschaftlichen Leitung durch die LVR-

Kultur- und Sozialstiftung, 13.7.-13.9.

• Abschluss des Interreg IIIa-Projektes „wie römisch

bist Du?“ der Euregio Rhein waal zusammen mit

den niederländischen Partnermuseen Het Valkhof

(Nimwegen) und Museumpark Orientalis (Heilig

Landstichtig bei Nimwegen)

• Einsatz der „Victoria“, Nachbau eines römischen

Kriegsschiffes, auf der Xantener Nordsee im Freizeitzentrum

Xanten. Kostenlose Ruderfahrten für

das Publikum, 8.-10.8.

LVR-Archäologischer Park Xanten/

LVR-RömerMuseum

Trajanstraße 4, 46509 Xanten

Tel 02801 712-0, Fax 02801 712-149

Mail: apx@lvr.de

www.apx.lvr.de

Leitung: Dr. Martin Müller

59


60

Max Ernst Museum Brühl des LVR

Seit dem 1. Juli 2007 gehört das Max Ernst Museum

Brühl des LVR, das sich als weltweit erstes und einziges

Museum dem 70 Schaffensjahre umfassenden

Œuvre des Dadaisten und Surrealisten Max Ernst

(1891-1976) widmet, zur Familie der LVR-Museen.

Zu den Beständen des Museums gehören umfangreiche

Dauerleihgaben der Kreissparkasse Köln:

Über 60 Plastiken stammen aus der persönlichen

Sammlung des Künstlers. Ein weiterer Höhepunkt

sind die 36 „D-paintings“, geburtstags- und Liebesgeschenke

von Max Ernst an seine Frau, die Künstlerin

Dorothea Tanning.

Neben Bildern aus der Frühzeit, vormals im Besitz

der Stadt Brühl, verfügt das Max Ernst Museum

Brühl des LVR über die ehemalige Sammlung

Schneppenheim, die nahezu das gesamte graphische

werk von Max Ernst umfasst. weiterhin

zeichnet ein einmaliges Konvolut von über 700

photographischen Dokumenten das Leben des

Jahrhundertkünstlers nach.

Um die Auseinandersetzung mit den Arbeiten von

Max Ernst immer wieder neu und spannend zu

gestalten, ergänzt das Max Ernst Museum Brühl

des LVR halbjährlich seine Dauerausstellung durch

wechselnde Leihgaben aus internationalen Sammlungen.

Zudem werden in wechselausstellungen

Künstlerinnen und Künstler von der Vergangenheit

bis zur gegenwart im Spannungsfeld zum werk

von Max Ernst gezeigt.

Bis März 2008 war „Neo Rauch – para“ zu sehen.

Brühl war die einzige Sta tion dieser großen Ausstellung

nach dem Metropolitan Museum of Art

in New York. Von Mai bis September wurden mit

„Une semaine de bonté“ die Originalcollagen

des berühmten Bilder-Romans von Max Ernst

gezeigt. Erstmals konnten alle Blätter, die der umfangreichsten

und berühmtesten Bildgeschichte

des Surrealismus zugrunde liegen, nach mehr als

70 Jahren vollständig der Öffentlichkeit präsentiert

werden. Die in Kooperation mit der Albertina in

wien entstandene Ausstellung gewährte somit den

äußerst seltenen Blick auf eines der Schlüsselwerke

des Surrealismus. Im Anschluss war die Ausstellung

in der Hamburger Kunsthalle zu sehen. 2009 folgen

dann die Fundación MAPFRE in Madrid und das

Musée d’Orsay in Paris.


www.maxernstmuseum.lvr.de

Zum Jahresende wartete das Max Ernst Museum

Brühl des LVR mit einer weiteren besonderen

Ausstellung auf: „Ohne wind wüssten die wolken

nicht wohin“ lautete der Titel einer Ausstellung

mit Arbeiten von Tomi Ungerer. Der 1931 in Straßburg

geborene Ungerer zählt zu den international

bekanntesten Zeichnern und grafikern unserer

Zeit. Die Ausstellung erlaubte einen Einblick in

die Ideenvielfalt und Bandbreite des Schaffens

des Künstlers. Die rund 150 ausgestellten werke

widmeten sich großen Themen wie dem Kampf

der geschlechter, der Erotik, der Politik oder dem

Tod. Die Ausstellung im Max Ernst Museum Brühl

des LVR entstand in Kooperation mit dem Musée

Tomi Ungerer, centre international de l’Illustration,

in Straßburg. Diese Zusammenarbeit zwischen den

beiden noch jungen monographischen Museen

beförderte und vertiefte den deutsch-französischen

Kulturaustausch.

Das Max Ernst Museum Brühl des LVR legt wert

auf regelmäßige und intensive Kooperationen mit

Künstlern, Sammlern und anderen Häusern. Neben

den bereits genannten Beispielen in 2008 präsentierte

das Museum mit der Ausstellung „Jean

Tinguely. Spielerische Mechanik bei Jeannot und

Dadamax“ eine enge Zusammenarbeit mit dem

Museum Tinguely in Basel. Dank der Kooperation

mit der südfranzösischen Stiftung „Fondation des

Treilles“, die von Anne gruner Schlumberger gegründet

wurde, konnte das Max Ernst Museum

Brühl des LVR zehn bedeutende werke von Max

Ernst in der Schau „geheimnisvolle Landschaften“

präsentieren. Mit der größten Max Ernst-Sammlung

in den USA, The Menil collection, Houston, Texas,

wurde ein Leihgaben-Austausch vereinbart. Im

Oktober 2008 gingen Leihgaben des Max Ernst Museums

Brühl des LVR nach Houston. Im Januar 2009

erhält das Max Ernst Museum Brühl des LVR vier

Leihgaben der Menil collection, die im Rahmen der

Schausammlung im wechsel zu sehen sein werden.

wEchSELAUSTELLUNgEN

• In Augenhöhe: Jean Tinguely. Spielerische Me cha -

nik bei Jeannot und Dadamax, 28.8.2007- 30.3.2008

• Neo Rauch – para, 28.10.2007-30.3.2008

• Schausammlung im wechsel (IV),

30.10.2007-6.4.2008

• Schausammlung im wechsel (V), 8.4.-26.10.2008

• Max Ernst – Une semaine de bonté.

Die Originalcollagen, 9.5.-7.9.2008

• geheimnisvolle Landschaften. werke von Max

Ernst aus der Fondation des Treilles. Im Rahmen der

Schausammlung im wechsel, 7.10.2008-25.1.2009

• Schausammlung im wechsel (VI), 28.10.2008-3.5.2009

• Tomi Ungerer – Ohne wind wüssten die wolken

nicht wohin, 2.12.2008-8.3.2009

AUSSTELLUNgEN AUSSERhALB DES MUSEUMS

• Max Ernst »Einladung zur Reise«. Landschaften im

grafischen werk, 17.2.-16.3.2008, Ausstellung in der

Kreissparkasse gevelsberg

VERANSTALTUNgEN

• Neo Rauch im gespräch mit werner Spies, 24.2.

• Bilder ohne Texte – Texte ohne Bilder. Durs grünbein

im gespräch mit werner Spies, 25.5.

PUBLIKATIONEN

• Max Ernst – Une semaine de bonté. Die Originalcollagen.

Katalog zur gleichnamigen Ausstellung,

Albertina, wien, Max Ernst Museum Brühl des LVR,

Hamburger Kunsthalle, Köln 2008

• Tomi Ungerer – Ohne wind wüssten die wolken

nicht wohin. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung,

Max Ernst Museum Brühl des LVR, in Zusammenarbeit

mit Musée Tomi Ungerer – centre international

de l’Illustration, Musées de la Ville de Strasbourg,

Köln 2008

• Max Ernst »Einladung zur Reise«. Landschaften im

grafischen werk, Begleitbroschüre zur gleichnamigen

Ausstellung, Stadtsparkasse gevelsberg, 2008

MUSEUMSPäDAgOgIK

• 750 Führungen mit 10.978 Teilnehmenden

• 192 workshops mit 2.447 Teilnehmenden

Max Ernst Museum Brühl des LVR

comesstraße 42 / Max-Ernst-Allee 1

D-50321 Brühl

Tel 02232 5793-116, Fax 02232 5793-130

Mail: mem.sekretariat@lvr.de

www.maxernstmuseum.lvr.de

Leitung: Dr. Achim Sommer

61


62

LVR-zentrum für Medien und Bildung

Das LVR-Zentrum für Medien und Bildung, getragen

durch den Landschaftsverband Rheinland und die

Landeshauptstadt Düsseldorf, ist öffentlicher Dienstleister

für den Bereich der Medien in Bildung und

Kultur. Zu den medienspezifischen Dienstleistungen

gehören Angebote zur Fortbildung im Bereich

Medienbildung, die Produktion von Medien sowie

die Archivierung von Foto und Film. Ergänzt wird

dieses Aufgabenspektrum um die gemeinsame

Medienberatung NRw mit dem Land NRw in enger

Kooperation mit dem Landschaftsverband westfalen-Lippe

und im Auftrag des Landes NRw durch

das Landeszentrum Schulmanagement NRw.

Zwei Beispiele für 2008 mögen das breite Spektrum

des LVR-Zentrums für Medien und Bildung illustrieren:

Für seine Filmproduktion „Norbert von Xanten“

wurde dem LVR-Zentrum im Jahre 2008 gleich zweimal

ein bedeutender Medienpreis verliehen: Seit

1995 verleiht die wissenschaftliche Fachgesellschaft

für Multimedia, Bildungstechnologie und Mediendidaktik

„gesellschaft für Pädagogik und Information

e.V.“ jedes Jahr das renommierte comenius

EduMedia Siegel für herausragende exemplarische

Bildungsmedien auf Basis der Informations- und

Kommunikationstechnologie. Dieser Award hat sich

inzwischen zu einem der wichtigsten Multimediapreise

in Deutschland entwickelt.

Die DVD wurde als pädagogisch, inhaltlich und

gestalterisch herausragendes Bildungsmedium

ausgezeichnet.

Neben dem comenius EduMedia Siegel erhielt die

DVD „Norbert von Xanten“ auch mit dem Erasmus

EuroMedia Siegel einen der bedeutendsten europäischen

Medienpreise. Aus ca. 300 Einreichungen

wurden 50 Medienprodukte aus 16 Ländern durch

eine internationale Jury für die Endausscheidung

prämiert. Die European Society for Education and

communication, kurz ESEc, vergibt diesen Preis

jährlich für herausragende Medienproduktionen

und -programme, die sich mit Europas gesellschaft,

Kultur und Politik auseinandersetzen und sich in

diesem thematischen Kontext als Bildungsbeitrag

zum europäischen Identitäts- und wertediskurs

verstehen.


www.medien-und-bildung.lvr.de

Norbert war Stiftsherr von St. Viktor in Xanten,

wanderprediger, gründer des Prämonstratenserordens,

Erzbischof von Magdeburg, bedeutender

Kirchenreformer des 11./12. Jahrhunderts, Heiliger.

Mit seinem Reformwillen geriet er oftmals in Konflikt

mit anderen Interessen. Der Film „Norbert von

Xanten“ zeigt jene Menschen und Orte, an denen

das Leben Norberts noch heute nachwirkt. Er bietet

Einblick in den weltweiten Orden der Prämonstra

tenser und in religiös bestimmtes Leben. In

inszenierten Aufnahmen macht er die Zeit des 12.

Jahrhunderts und den Lebensweg

Norberts anschaulich.

Jährliches Highlight im Veranstaltungskalender

der Stadt

Düsseldorf ist das gemeinsam

vom LVR-Zentrum für Medien

und Bildung, dem städtischen

Jugendamt und dem Filmmuseum

Landeshauptstadt Düsseldorf veranstaltete

jährliche KinderKinoFest

„KiKiFe“. Rund 14.500 kleine und

große Besucherinnen und Besucher kamen vom

20. bis 26. November 2008 und tauchten in internationale

und preisgekrönte Filmwelten ein. In sieben

Kinos wurde kleinen und großen Filmfreunden ein

ausgewähltes Filmprogramm aus Filmklassikern,

ausgewählten internationalen Filmen und aktuellen

Filmhits präsentiert: Mit dabei waren 2008 insgesamt

24 Spielfilme, ein Kurzfilm-Programm sowie

als besonderes Highlight ein Eigenproduktionen-

Programm von Kindern in Düsseldorf: Auf großer

Begeisterung beim KinderKinoFest in Düsseldorf.

KiKiFe-Reporter unterwegs

Leinwand und vor begeistertem Publikum wurden

in der Blackbox Kurzfilme von Kindern und Jugendlichen

gezeigt, die in Düsseldorf im Rahmen von

außerschulischen und schulischen Projekten und

Aktionen entstanden sind. Dazu gab es Sondervorführungen

in Kultur- und Freizeiteinrichtungen,

begleitet von Rahmenaktionen.

Die Bedeutung des KinderKinoFestes für die kulturelle

Bildung in der Schule zeigte der große Zulauf

von Schulklassen in die Vormittagsvorstellungen.

Neben dem Filmprogramm ist es zudem vor allem

Preiswürdig: Die DVD

„Norbert von Xanten“

wurde mit dem

comenius EduMedia

Siegel und mit dem

Erasmus EuroMedia

Siegel ausgezeichnet.

das Mitmachprogramm, das dem KinderKinoFest

Düsseldorf das unverwechselbare Profil gibt. In

enger Kooperation mit dem Jugendamt und dem

Filmmuseum Düsseldorf konnten über 40 Mitmachaktionen/Events

für über 3.000 Kinder und Jugendliche

als medienpädagogisches Begleitprogramm

organisiert werden, welches die Möglichkeit bot,

hinter die Kulissen von Film und Kino zu schauen

und durch eigenes Tun komplexen Mediensachverhalten

spielerisch auf den grund zu gehen.

63


www.medien-und-bildung.lvr.de

64

Eröffnung der wanderausstellung „Riss durchs Leben“

in den Räumen der VHS Düsseldorf

wEchSELAUSSTELLUNgEN

• Fotoausstellung „Riss durchs Leben“ –

Erinnerungen ukrainischer Zwangsarbeiterinnen im

Rheinland, Düsseldorf, VHS-Forum, 10.9.-14.10.2008

gRöSSERE VERANSTALTUNgEN

• Kongress „Lernen individuell gestalten“, Köln, 31.5.

• KinderKinoFest Düsseldorf 2008, 20.-26.11.

KOLLOqUIEN UND TAgUNgEN

• NRw-Forum kommunale Medienzentren 2008,

Herne, 27.8.-29.8.

• NRw Praxistag „Auf Nummer sicher im Netz“,

Düsseldorf, 24.9.

• Fachtagung Bildungspartner NRw – Museum und

Schule, LVR-Industriemuseum Oberhausen, 17.9.

PUBLIKATIONEN

• Fachmagazin „medienbrief“

(zwei Ausgaben in 2008)

• Publikationen der Medienberatung:

Räume – Medien – Unterricht;

Fachliche Lernmittelkonzepte, Beratungshilfe

für Fachkonferenzen und Kompetenzteams;

Lernmittelkonzept Deutsch, Beratungshilfe für

Fachkonferenzen und Kompetenzteams;

wartung und Pflege von IT-Ausstattungen in Schulen;

Lern-IT

MEDIENPRODUKTIONEN

• DVD „wenn die Tränen fließen – Türkische Tradition

im Rheinland

• DVD „Kleingartenvereine“

• Internet-Auftritte: Biologische Stationen,

Naturparke Rheinland, KinderKinoFest – KiKiFe

PREISE

• comenius EduMedia Siegel für die DVD-Produktion

„Norbert von Xanten“

• Erasmus EuroMedia Siegel für die DVD-Produktion

„Norbert von Xanten“

• LfM-Bürgermedienpreis 2008: Anerkennungspreis

für den Beitrag „ Schlossturm“ von Feige on Air

(Radiowerkstatt Tatort Medien)

BESONDERE PROjEKTE

• „Tatfunk“ – ein Projekt der Eberhard von Kuenheim

Stiftung und der BMw group in Kooperation

mit dem LVR-Zentrum für Medien und Bildung,

bei dem Schülerinnen und Schüler im Laufe eines

Schuljahres eine eigene Radiosendung innerhalb

eines regulären Oberstufenkurses produzieren. Seit

dem Schuljahr 2007/2008 wird in NRw das Projekt

Tatfunk vom LVR-Zentrum für Medien und Bildung

koordiniert und organisiert.

BERATUNgSLEISTUNgEN MEDIEN-

BERATUNg NRw

• 25 Fortbildungen für MedienberaterInnen und

ModeratorInnen in den Kompetenzteams, für

Lehrkräfte und für Bildungspartner NRw mit

insge samt 2.646 Teilnehmern

LVR-zentrum für Medien und Bildung

Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf

Tel 0211 89-98101, Fax 0211 89-29264

Mail: info.medien-und-bildung@lvr.de

www.medien-und-bildung.lvr.de

Leitung: Michael Thessel


„Kulturlandschaft“ ist das Ergebnis des Einflusses

des Menschen auf den Naturraum, die im Laufe

der Zeit ständig verändert wurde und wird. Der

LVR-Fachbereich Umwelt verbindet in seinen kulturlandschaftlichen

Aufgabenfeldern Aspekte des

Natur- und Landschaftsschutzes mit den besonderen

Potentialen der Rheinischen Kulturlandschaften.

Er trägt damit zu einer nachhaltigen In-wert-Setzung

des kulturellen Erbes bei und fördert das Bewusstsein

für kommunale und regionale Identität. Dies

reicht beispielsweise vom Aufbau des Netzwerkes

Umwelt mit den Biologischen Stationen im Rheinland

über eine landschaftsbildorientierte ökologisch

wirksame Pflanzgutförderung, die gärten und

Parks im Rheinland und die wege der Jakobspilger

bis zu den kulturlandschaftlichen Beiträgen zur

Re gional- und Landesplanung. Bearbeitet wird

das digitale Informationssystem zu den Kulturlandschaften

in NRw KuLaDigNw. Den rheinischen Naturparken

bietet der Fachbereich eine gemeinsame

Plattform.

Auch 2008 bot der LVR-Fachbereich Umwelt eine

Kulturlandschaftspflege

vielseitige Palette von Aktivitäten für die Menschen

im Rheinland. Dabei gewinnt die barrierefreie und

selbstständige Nutzung von Kultur- und Naturangeboten

im LVR-Dezernat für Kultur und Umwelt

immer mehr an Bedeutung. Moderiert durch

den LVR-Fachbereich Umwelt wurden Mindest-,

Komfort- und wunschstandards zur Förderung

der Barrierefreiheit in den LVR-Kultureinrichtungen

festgelegt und in einem konkreten Maßnahmenkatalog

zur kurz- oder mittelfristigen Umsetzung

abgestimmt. Für interessierte Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter wurden Fortbildungsveranstaltungen

zu den Themen „Barrierefreie Servicequalität“

und „Leichte Sprache“ durchgeführt. Auch bei der

Zusammenarbeit mit den Rheinischen Naturparken,

den biologischen Stationen sowie bei der

Beschreibung der wege der Jakobspilger sind die

Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen im

Focus.

Der Arbeitskreis Rheinische Naturparke konnte in

2008 das Projekt „Komfortwege“ weiter entwickeln.

Ziel ist es, in den Naturparken einfache und kom-

65


66

Frühlingsspaziergang im LVR-Freilichtmuseum Lindlar,

eine Veranstaltung des LVR-Umweltzentrums Heiligenhoven

fortable wege anzubieten, die ein weitestgehend

barrierefreies Naturerlebnis für alle ermöglichen.

Darüber hinaus veranstaltete der Arbeitskreis im

Oktober einen workshop zum Thema „Rheinische

Naturparke: Perspektiven 2020“. Vertreter der rheinischen

Naturparke, regionaler Marketingorganisationen

und weiterer touristisch relevanter Institutionen

gingen der Frage nach, wie die Kooperation

zwischen LVR, Naturparken und Tourismusorganisationen

verbessert werden kann.

Der Umweltbildung in der Region verpflichtet ist

das LVR-Umweltzentrum Heiligenhoven: Hier bietet

der LVR seit einigen Jahren für das Bergische Land

eine Plattform für Veranstaltungen, Diskussionen

und Exkursionen zu umweltrelevanten Themen.

Jährlich 10 bis 14 Veranstaltungen greifen aktuelle

Umweltfragen mit dem Ziel der inhaltlichen

und organisatorischen Vernetzung von Kreisen,

Kommunen, Vereinen und Verbänden auf. Schwerpunktthema

2008 war „Dorfentwicklung zwischen

Tradition und Moderne“. Mit rund 350 Teilnehmenden

konnte ein Tagungsprogramm durchgeführt

werden, das mit seiner Themenstellung von Regionalentwicklung

und dem Erhalt spezifischer dörflicher

Strukturen bis hin zur barrierefreien gestaltung

von Veranstaltungsangeboten reichte. Seit 2008

werden verstärkt dezentrale Veranstaltungen in den

gemeinden und Städten des Bergischen Landes

angeboten, um weitere Institutionen zum Mitmachen

zu werben.

Einen aktiven und attraktiven Beitrag zur Kulturlandschaftspflege

leistete das LVR-Projekt „Kostenlose

Bereitstellung von Pflanzgut zur Erhaltung und

wiederherstellung historisch begründeter Landschaftsbilder“.

Zahlreiche Antragstellerinnen und

Antragsteller aus den rheinischen Städten und

Kreisen konnten darin unterstützt werden, ihre Heimat

durch die Anpflanzung historischer Obstsorten

Barrierefreies Kultur- und Naturerlebnis

in den Rheinischen Naturparken

sowie heimischer gehölze ökologisch und optisch

unter kulturhistorischen gesichtspunkten aufzuwerten.

Insgesamt wurden rund 1.300 Obstbäume

(z.B. Boskoop, gellerts Butterbirne, Hauszwetsche,

große Schwarze Knorpelkirsche), 5.400 gehölze

(u. a. Rotbuche, Holunder, weißdorn) und 3.500

Pflanzpfähle ausgeliefert. Für das Projekt wurde

2008 auf Beschluss des LVR-Umweltausschusses

eine Fördersumme von 40.000 € bereitgestellt,

doppelt so viel wie im Jahr zuvor.

Das Europäische gartennetzwerk EgHN (European

garden Heritage Network, www.eghn.eu) betreibt

Kulturlandschaftspflege anderer Art: Mehr als 250

Anlagen in cheshire, Surrey und Somerset in England,

in den Pays de la Loire in Frankreich, in der

niederländischen Provinz Limburg, in Belgien sowie

im gebiet der Landschaftsverbände Rheinland und

westfalen-Lippe sind im gartennetzwerk zusammengeschlossen,

im Rheinland beispielsweise die

Schlossparks Benrath und Brühl, die Historischen

gartenanlagen in Kleve und der Park von Schloss

Drachenburg, aber auch der erste von Bürgern

initiierte Park auf dem Lousberg in Aachen, die grünzüge

in Köln oder der private garten des ersten

deutschen Bundeskanzlers, Konrad Adenauer.

Ihnen allen ist gemein, Teil einer Baukultur zu sein,

die in der gartentradition das historische Erbe

deutlich macht und es bewahrt. So leisten gärten

und Parks einen großen Beitrag zur Identifikation

der Menschen mit ihrer Region. Das Europäische

gartennetzwerk gibt diesem Anliegen Form und

Struktur, durch den internationalen Austausch werden

Standards gesetzt und gesichert. Allen Partnern

ist daran gelegen, den wert des kulturellen

Erbes deutlich zu machen, Hinweise auf gemeinsamkeiten

in der geschichte zu geben und Maßnahmen

für eine auf die Zukunft gerichtete Vermittlung

im europäischen Kontext zu geben.


www.kultur.lvr.de

Aufnahme des Konrad-Adenauer-gartens

in das Europäische gartennetzwerk.

Das Referenzprojekt KulturLandschaftDigital Nordrhein-westfalen

(www.kuladignw.de), ein gemeinschaftsprodukt

des LVR und des Landschaftsverbandes

westfalen-Lippe wurde im Jahr 2008

sukzessive mit Daten gefüllt. Im Rahmen eines Projektes

mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

wurde die Kulturlandschaft in drei Stadtbezirken

im gebiet der Europäischen Kulturhauptstadt 2010

aufgenommen.

Die dabei erfassten Daten werden im weiteren

Verlauf durch wissenschaftliche Recherchen aufbereitet

und sollen bis 2011 in einer zweiten Phase

hinsichtlich der Inwertsetzung im Bildungs- und

Ausbildungsbereich untersucht werden. Neu in das

System beider Landschaftsverbände aufgenommen

wurden die in einem gutachten zur Landesentwicklungsplanung

ausgewiesenen Kulturlandschaften

in Nordrhein-westfalen.

gRöSSERE VERANSTALTUNgEN

• Regionalvermarktung in der gastronomie,

Lindlar, Schloss Heiligenhoven mit 53 Teilnehmenden,

9.6.

• Naturnaher garten, Leverkusen,

Naturgut Ophoven mit 40 Teilnehmenden, 19.8.

• Kurzumtriebsplantagen, Engelskirchen,

Stift Ehreshoven mit 85 Teilnehmenden, 28.8.

• Dorfentwicklung zwischen Tradition & Moderne

(Regionale 2010), Lindlar, Schloss Heiligenhoven mit

57 Teilnehmenden, 28.10.

LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger zeichnet den

Lousberg Park in Aachen mit der EgHN Plakette aus.

TAgUNgEN

• Fachtagung „Landschaft und gesundheit“ in

Bensberg mit 107 Teilnehmenden, 13./14.11.

• Perspektivenwerkstatt „Bausteine für den Klimaschutz“

in Köln mit 85 Teilnehmenden, 20.11.

PUBLIKATIONEN

Landschaftsverband Rheinland (Hg.): Demographie

und Kulturlandschaft. Beiträge zur Landesentwicklung,

Band 61, Köln 2008

Landschaftsverband Rheinland (Hg.): Mobilitätsmanagement.

Dokumentation einer Perspektivenwerkstatt,

Köln 2008

Landschaftsverband Rheinland (Hg.): Untersuchung

der groß- und Kleinschmetterlinge (Macround

Microlepidoptera) im Bergischen Freilichtmuseum

Lindlar, Arbeitsstudie 36, Köln 2008

Landschaftsverband Rheinland (Hg.): wandern

über Berg und Tal. Zwischen dem Rheinischen Industriemuseum

Schauplatz Engelskirchen und dem

Bergischen Freilichtmuseum Lindlar, Köln 2008

Dekorativ und nützlich:

Kapuzinerkresse

LVR-Dezernat Kultur und Umwelt

LVR-Fachbereich Umwelt

Ottoplatz 2, 50679 Köln

Tel 0221 809-3789, Fax 0221 809-2461

Mail: adolf.attermeyer@lvr.de

Leitung: Adolf Attermeyer

67


LVR-Dezernat Kultur und Umwelt

LVR-Fachbereich Kultur, Ottoplatz 2, 50679 Köln

Tel 0221 809-7685, Fax 0221 809-3373

www.kultur.lvr.de

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