07.05.2021 Aufrufe

Spuren in der Stadt

Bereits im Jahr 2020 präsentierte die Stadtgemeinde Feldbach die Ausstellung „Spuren in der Stadt“ am Hauptplatz Feldbach. Die 28 Zeichen wurden jetzt von StADir. Dr. Michael Mehsner auf 50 erweitert und in einem Bildband, ergänzt durch eine Zeitleiste zur Geschichte der Stadt, zusammengefasst. Im öffentlichen Raum von Feldbach finden sich eine ganze Reihe von Bauwerken, Wandgestaltungen, Reliefs, Statuen, Szenarien, Kunstwerken und ähnlichen markanten Dingen. Sie alle erzählen besondere Geschichten, unsere Geschichte(n). Zu manchen von ihnen haben die Feldbacher besondere Beziehungen entwickelt. Gemeinsam ist diesen Zeichen, dass sie im Lauf der Zeit selbstverständlich geworden sind, alltäglich, ein wenig in Vergessenheit geraten. Manchen sind sie eventuell völlig verborgen geblieben. Dieser Bildband beabsichtigt, sie zu dokumentieren, sie wieder präsent zu machen und in Erinnerung zu rufen, um auf ihre Bedeutung hinzuweisen.

Bereits im Jahr 2020 präsentierte die Stadtgemeinde Feldbach die Ausstellung „Spuren in der Stadt“ am Hauptplatz Feldbach. Die 28 Zeichen wurden jetzt von StADir. Dr. Michael Mehsner auf 50 erweitert und in einem Bildband, ergänzt durch eine Zeitleiste zur Geschichte der Stadt, zusammengefasst.
Im öffentlichen Raum von Feldbach finden sich eine ganze Reihe von Bauwerken, Wandgestaltungen, Reliefs, Statuen, Szenarien, Kunstwerken und ähnlichen markanten Dingen. Sie alle erzählen besondere Geschichten, unsere Geschichte(n). Zu manchen von ihnen haben die Feldbacher besondere Beziehungen entwickelt. Gemeinsam ist diesen Zeichen, dass sie im Lauf der Zeit selbstverständlich geworden sind, alltäglich, ein wenig in Vergessenheit geraten. Manchen sind sie eventuell völlig verborgen geblieben. Dieser Bildband beabsichtigt, sie zu dokumentieren, sie wieder präsent zu machen und in Erinnerung zu rufen, um auf ihre Bedeutung hinzuweisen.

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Respekt vor dem Geschaffenen,

Weiterentwicklung mit Verantwortung

Die räumliche Ausstattung und Gestaltung von Städten, Orten und

Plätzen hat sich über die Jahrhunderte sehr stark verändert. Unsere

Eingriffe in die Landschaft, in Straßen, Gassen und Häuser, hinterlassen

Spuren, die bestehen bleiben.

In den von unserem Kulturreferenten Dr. Michael Mehsner gut

ausgewählten 50 Spuren in der Stadt Feldbach tauchen wir tief in

deren Entwicklung ein. Sie zeigen uns bereits Geschaffenes, das es zu

erhalten gilt, auf. Gleichzeitig weisen sie uns darauf hin, dass es unser

tägliches Tun ist, das diese Spuren hinterlässt.

Mit hohem Respekt vor dem Geschaffenen sollten wir, mit viel

Verantwortungsgefühl in der Weiterentwicklung, dieser unserer Stadt

neue Spuren hinzufügen.

Bgm. Ing. Josef Ober

Zeichen unserer Identität

Wir alle kennen sie, oder haben schon von ihnen gehört. Vielleicht

vor langer Zeit in der Schule, vielleicht aus der Stadtchronik oder

aus Erzählungen. Immer wieder kommen wir an ihnen vorbei, an

manchen täglich, an manchen eher selten. An diesen Zeichen, die

im Lauf der Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte entstanden sind,

und welche die alte und jüngere Historie und die Identität unserer

Stadt ausmachen.

Im öffentlichen Raum von Feldbach finden sich eine ganze Reihe

von Bauwerken, Wandgestaltungen, Reliefs, Statuen, Szenarien,

Kunstwerken und ähnlichen markanten Dingen. Sie alle erzählen

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esondere Geschichten, unsere Geschichte(n). Zu manchen von ihnen

haben die Feldbacherinnen und Feldbacher besondere Beziehungen

entwickelt. Gemeinsam ist diesen Zeichen, dass sie im Lauf der Zeit selbstverständlich

geworden sind, alltäglich, ein wenig in Vergessenheit geraten.

Manchen sind sie eventuell völlig verborgen geblieben sind. Dieser Bildband

beabsichtigt, sie zu dokumentieren, wieder präsent zu machen und

in Erinnerung zu rufen, um auf ihre Bedeutung hinzuweisen.

Im Zeitraum August bis November 2020 war auf dem Feldbacher Hauptplatz

die Ausstellung „Spuren in der Stadt“ zu sehen. Den dort gezeigten

28 Zeichen fügt dieser Bildband einige weitere hinzu, sodass sich hier

nunmehr stattliche 50 Stück – ergänzt durch eine Zeitleiste zur Geschichte

der Stadt – wiederfinden. Sie bieten einen guten Abriss, ohne Anspruch

auf Vollständigkeit. Sicherlich werden Sie noch mehr entdecken oder kennen,

nehmen Sie diese bitte gerne in Ihr höchstpersönliches Feldbach auf.

Somit ergeht die herzliche Einladung, durch dieses Buch und damit durch

die Stadt zu flanieren, sich wieder einmal, oder gar erstmalig, auf die

Suche nach diesen höchst sehens- und erlebenswerten „Spuren in der

Stadt“ zu begeben, und ein wenig tiefer in deren Bedeutung und damit

in das Wesen von Feldbach einzutauchen. Die meisten Zeichen sind vom

öffentlichen Raum aus wahrnehmbar, einige wenige bedürfen einer

Zugangserlaubnis durch die Eigentümer.

Für die bewusst kurz gehaltenen Texte habe ich zum Teil auf vorhandene

Daten zurückgegriffen. Hierfür gilt mein Dank HR Dr. Rudolf Grasmug,

Johann Prassl, Prof. Hans Schleich, Dr. Wolfgang J. Pietsch und allen

anderen, welche die Geschichte der Stadt Feldbach erforscht haben.

Die ausgewählten Zeichen sind auf unbestimmte Zeit zu betrachten.

Man kann von einer gewissen Dauerhaftigkeit ihres Bestehens ausgehen,

ungeachtet dessen wird die Zukunft Veränderungen mit sich bringen.

So manche früher, so manche vielleicht schon morgen.

Dr. Michael Mehsner

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Ein Blick in die Geschichte

der Stadt Feldbach

UR- UND FRÜHGESCHICHTE, ALTERTUM

Feldbach entsteht am rechten Raabufer am Kreuzungspunkt von Nord-Süd- und West-

Ost-Wegverbindungen. Erste Funde stammen aus dem Neolithikum, weiters sind frühgeschichtliche

Siedlungen am Saazkogel und am Steinberg sowie Grabhügel aus der

Hallstattzeit am Auersberg belegt. Nach der keltischen Besiedelung entstehen 15 v. Chr.

die römischen Provinzen Noricum und Pannonien. Es bestehen römische Gutshöfe in

Pertlstein und Saaz sowie eine dichtere Besiedlung.

MITTELALTER UND NEUZEIT

Nach der ausklingenden Völkerwanderung erfolgt im 7. Jahrhundert eine slawische Besiedelung,

es entsteht das Fürstentum Karantanien. Im 8. Jahrhundert ist das Gebiet Teil

des Fränkischen Reiches. Vom 9. bis zum 11. Jahrhundert gibt es Einfälle der Ungarn und

eine Zugehörigkeit zum ungarischen Herrschaftsbereich.

1044: Das Gebiet östlich der Mur wird endgültig Teil des Römisch-Deutschen

Reiches, im Jahr 1056 geht die Mark an der Mur an die Traungauer.

1125: Die Besiedelung der Ost- und Südoststeiermark setzt im großen Stil

ein (ausgehend von den Markgrafen Leopold I., Ottokar III. und Ottokar

IV., ausgeführt durch Marschall Herwig der Böhme, Schwerpunkt

1172-1189).

1180: Es entsteht das Herzogtum Steiermark der Traungauer.

1184: urkundliche Erwähnung von Mühldorf

1188: urkundliche Erwähnung von Feldbach als „Velwinbach“, abgeleitet von

dem dominant vorhandenen Weidenbewuchs

1192: Aufgrund der Georgenberger Handfeste von 1186 fällt die Steiermark

an das Herzogtum Österreich der Babenberger.

1265: erste gesicherte Erwähnung Feldbachs als landesfürstlicher Markt

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ab 1265: weitere urkundliche Erwähnungen: 1265 Weißenbach, 1294 Paurach,

1318 Auersbach und Rohrbach, 1322 Raabau, 1385 Gossendorf, 1401

Gniebing, 1438 Leitersdorf

1275: urkundliche Erwähnung von Schloss Hainfeld

1282: Die Habsburger werden Landesfürsten.

1284: urkundliche Erwähnung von Schloss Kornberg

1310: Feldbach erhält landesfürstliche Stadtrechte.

1362: Zuerkennung der hohen Gerichtsbarkeit und umfassender Handelsrechte

an Feldbach

15. Jahrhundert: Aufstellung des Feldbacher Wahrzeichens „Steinerner Metzen“, der

von einem regen Gewerbsleben zeugt (frühes Mustermaß)

1469: Zerstörungen durch den Söldnerführer Andreas Baumkircher im Zuge

eines Aufstandes steirischer Adeliger gegen den Kaiser („Baumkircher-

Fehde“), als dessen Folge die Errichtung des Tabors als Schutzburg der

Feldbacher beginnt (Verstärkungen und Ausbesserungen bis

Anfang des 18. Jahrhunderts)

1475 bis 1500: Neuerrichtung der Pfarrkirche im gotischen Stil, das Langhaus an der

Nordseite ist bis heute erhalten

spätes 15. Jahrhundert bis frühes 18. Jahrhundert:

Einfälle von Türken, Kuruzzen und Heiducken (Überfall 1605), dazu

Belastung durch eigene Truppenverbände

1620 bis 1630: Errichtung der Marktbefestigung mit Basteien, Wällen und Toren:

Ungar-Tor / Radkersburger Tor (Ungarstraße, abgetragen 1861),

Riegersburger Tor (Busbahnhof, abgetragen 1845), Grazer Tor

1620: Errichtung des Kieslinger-Hauses am Torplatz

1642 bis 1647: Errichtung des Franziskaner-Klosters mit Kirche in der Grazer Straße

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17. Jahrhundert: Beginn des gewerbsmäßigen Abbaus am Steinberg

1673 bis 1675: größter steirischer „Hexenprozess“ am Landgericht Feldbach gegen

rund 100 Personen, darunter die „Blumenhexe“ Katharina Paldauf,

einige Angeklagte werden im Tabor verwahrt

1717: Errichtung der Feldbacher Mariensäule (Neuerrichtung 1949)

1747: Die Familie Harpf übernimmt den bis 2004 bestehenden Handwerksbetrieb

in der Bürgergasse 6. Der letzte, auch musisch und philosophisch

interessierte Betreiber Martin Harpf wurde als „letzter Ackerbürger

von Feldbach“ bezeichnet, da er auch eine Landwirtschaft

führte.

1805 / 1809: französische Besatzung; Andreas Hofer scheitert im Tiroler Freiheitskampf,

Napoleon erobert u.a. auch Graz, wo er die Festung am

Schlossberg schleifen lässt, Uhrturm und Glockenturm können durch

Zahlungen gerettet werden. Erzherzog Johann wendet sich der Steiermark

zu und fördert nachhaltig Wissenschaft, Technisierung und

Modernisierung.

1818: Mathias Thaller gründet am Hauptplatz eine Bäckerei und ein Kaufhaus.

Das Unternehmen erweitert sich laufend und besteht heute als

innerstädtisches Einkaufszentrum „Thaller Center“.

1820: Das Feldbacher Rathaus übersiedelt an den Standort am Hauptplatz 13.

1832/33: Errichtung der Kreuzwegstationen auf dem Kalvarienberg bei der

St. Anna-Kapelle

1835: Der berühmte Orientalist Freiherr Joseph von Hammer-Purgstall

(1774-1856) erbt das Schloss Hainfeld.

1848: Bürgerlich-demokratische Kräfte und Arbeiter revoltieren gegen die

staatlich-kaiserliche Machtausübung. Der Reichstag verabschiedet

u.a. die sog. „Bauernbefreiung“. Verfassungsentwürfe treten nie in

Kraft, die Revolution wird in Österreich letztlich gewaltsam niedergeschlagen.

Franz Joseph I. wird Kaiser von Österreich.

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1849: Einrichtung des politischen Bezirkes Feldbach

1850: Entstehen der politischen Gemeinden mit einem erstmals gewählten

Gemeinderat und Bürgermeister

1850: Der Stadtchor Feldbach entsteht als Männergesangverein.

Die Erweiterung um den Frauenchor erfolgt 1950, die Umbenennung

im Jahr 2015.

1867: Der Turn- und Sportverein Feldbach (TUS) gründet sich und entwickelt

sich zum größten Sportverein der Stadt.

1869: Die Freiwillige Feuerwehr Feldbach gründet sich. Weitere Wehren

entstehen in Leitersdorf (1892), Mühldorf (1899), Gniebing-

Weißenbach (1910), Auersbach (1924), Raabau (1925),

Edersgraben (1929) und Gossendorf (1929).

DER AUFSCHWUNG

Die neuen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strömungen machen

auch vor dem Kaiserreich Österreich-Ungarn nicht Halt und erreichen Feldbach. Symbolhaft

für die damit verbundene Dynamik und Modernisierung ist der Anschluss an die

Ungarische Westbahn.

1873: Eröffnung des Bahnhofs Feldbach an der Ungarischen Westbahn, worauf

ein allgemeiner Aufschwung der Stadt und die Errichtung vieler

öffentlicher Gebäude folgt (Bahnstationen gab es auch in Gniebing

und in Paurach)

1884: Stadterhebung durch Kaiser Franz Joseph I., die Urkunde mit dem

neuen Stadtwappen wird erst im Jahr 1909 ausgefertigt

1885: Mit dem Bezirksgericht ist das erste öffentliche Gebäude in der Ringstraße

fertiggestellt. Es folgen die Bezirkshauptmannschaft, das

Notar-Haus, das Gefangenenhaus, die Kaiser-Franz-Josef-Volksschule

(1900) und das Steueramt (1901).

1889: Anlegung des ersten Städtischen Bades durch einen Aufstau des

Oedterbaches in der Oswaldigasse

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1890 bis 1892: Errichtung der Villa Hold am Kirchenplatz

1898 bis 1900: Neubau der Pfarrkirche

1899: Durch den Abbruch eines Hauses am Hauptplatz beginnt die Anlegung

der Bismarckstraße.

1899: Die Firma Krobath nimmt als Landmaschinenhersteller ihren Betrieb

in der Franz-Josef-Straße auf. Spätere Unternehmenszweige sind

Installation und Gebäudetechnik.

1900: Bau des Schulgebäudes in der Ringstraße

1909: Mit der Ausfolgung der Urkunde zur Stadterhebung von 1884 erhält

Feldbach auch ein Stadtwappen.

1909: Bei der Lugitsch-Mühle in Gniebing entsteht ein kleines E-Werk zur

lokalen Stromversorgung. Eine erhebliche Erweiterung des Stromnetzes

erfolgt in den 1960er Jahren.

1911: Das Feldbacher Landeskrankenhaus nimmt als „Siechenhaus“ seinen

Betrieb auf.

1911: Feldbach erhält eine elektrische Straßenbeleuchtung, die Elektrifizierung

geht voran.

1914 bis 1918: Mit der durch die Ermordung des Thronfolgers Franz Ferdinand in

Sarajevo ausgelösten Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an

Serbien am 28. Juli 1914 beginnt der Erste Weltkrieg. In Feldbach /

Mühldorf besteht eines der größten Kriegsgefangenenlager der

Monarchie mit bis zu 50.000 Personen, durch die Militärbauleitung

werden zahlreiche Bauvorhaben wie Hochwasserschutz,

Aufbahrungshalle Mühldorf oder Neubau der Franz-Josef-Brücke

umgesetzt.

IN DER REPUBLIK ÖSTERREICH

Die aus den Trümmern des Habsburgerreiches entstandene Republik Österreich ist mit

durchwegs schwierigen Umständen konfrontiert: wirtschaftliche Not und scheinbar

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unüberwindliche Gegensätze zwischen den politischen Lagern. Dies mündet 1934 in den

autoritären Ständestaat, 1938 in den Anschluss an das nationalsozialistische Deutsche

Reich und 1939-1945 in den Zweiten Weltkrieg.

1919: Der Sportverein Feldbach wird gegründet, der erste Fußballplatz

entsteht in Kornberg.

1928: Die Städtische Musikschule entsteht.

1931: Fertigstellung der Lokal-Bahnlinie nach Bad Gleichenberg

1934: In der Gnaser-Straße entsteht das Freibad.

1938-1945: Mit dem deutschen Angriff auf Polen beginnt der Zweite Weltkrieg.

Bis zur deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 kostet er über

60 Millionen Menschen das Leben. In den letzten Kriegstagen kommt

es in Feldbach zu großen Schäden durch Kampfhandlungen: 53 zerstörte

und 100 beschädigt Gebäude im Stadtbereich, dazu die Sprengung

des Kirchturmes; es folgt eine kurze russische und anschließend

die britische Besatzung.

DAS FELDBACH DER GEGENWART

Seit den 1950er Jahren gibt es eine ununterbrochene Bautätigkeit, die im Stadtbereich

bald zu einer Verdoppelung des Häuserbestandes führt. Die Stadtgemeinde sorgt für

den kontinuierlichen Aufbau der Infrastruktur im Bereich Ver- und Entsorgung, Straßenbau,

die Erweiterung von Pflichtschulen und der Musikschule, die Errichtung von Kindergärten

oder der großzügigen Freizeitanlage. Mit der Ansiedlung und Erweiterung von

Betrieben sowie von Behörden und Einrichtungen entwickelt sich Feldbach zu einem

zentralen Ort der Südoststeiermark. Abgesehen vom städtischen Bereich setzt in den

früheren eigenständigen Gemeinden und heutigen Ortsverwaltungsteilen von Feldbach

eine nachhaltige Entwicklung ein, welche die Errichtung von Gemeindehäusern,

Dorfhäusern, Feuerwehren, Freizeit- und Sportanlagen und anderes mit sich bringt.

1948: Beginn des Trassabbaus in Gossendorf (bis 2003)

1949: Dr. Josef Zach erfindet die weltbekannte Marke „Soletti“. Seine

Backwarenfabrik in der Bismarckstraße produziert ab 1935 bis 2017

den ebenso berühmten „Feldbacher Zwieback“. 1985 erwirbt die

Firma Kelly den Betrieb.

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1950: Nach Anfängen im Gewerbehaus (Hauptplatz 30) gründet August

Pfister das Feldbacher Kino in der Bürgergasse, von 1973 bis 2019

besteht es in der Vogelsanggasse.

1950-1952: Bau der Bezirkshauptmannschaft

1952: Gründung des Museums im Tabor, das laufend erweitert wird und

heute als „kleines Universalmuseum“ die Geschichte der Stadt und der

Region in vielerlei Hinsicht abbildet

1952: Die Getränkeerzeugung König produziert in der Bürgergasse 56

neben Markenlimonaden wie Frucade oder Almdudler auch die

Kracherl-Eigenmarke „Königsperle“.

1953: Die Ledererzeugung „Merino“ nimmt in der Hoferbräustraße auf dem

Gelände der ehemaligen „Hoferbräu“ (1930-1937) ihren Betrieb auf.

1982 folgt dort die Lederfabrik Schmidt, die seit 2000 als Boxmark

World Leather tätig ist.

1955: Mit dem Staatsvertrag, der Neutralität und dem Abzug der Alliierten

erhält Österreich seine volle Souveränität zurück. Der Wiederaufbau

ist in weiten Bereichen abgeschlossen, es beginnt die Zeit des

„Wirtschaftswunders“.

1956: In Folge des Volksaufstandes in Ungarn erreichen zahlreiche

Flüchtlinge auch Feldbach.

1959: Anlegung des „Fischbrunnens“ am Kirchenplatz

1959: Gründung der Landesberufsschule Feldbach

1960: Die Stadtgemeinde übernimmt das bis dahin privat geführte

Wasserwerk.

1960: Bezug der Kaserne Feldbach (Namensgebung 1967 nach Hauptmann

August von der Groeben)

1962: Errichtung des Europa-Denkmals in der Bismarckstraße (heute

„Max-Wratschgo-Europaplatz“)

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1963: Errichtung einer mechanischen Kläranlage

1964: Bau des neuen Kirchturms (Bemalung 1988)

1964: Bau der evangelischen Christus-Kirche

1965: Eröffnung eines Schiliftes auf dem Kellerberg

1967: Schließung der Städtischen Ziegelei und damit

der seit dem Mittelalter betriebenen Ziegelherstellung

(Aufdruck „G.F.“ – Gemeinde Feldbach)

1968: Fusion der Gemeinden Gniebing und Weißenbach zur Gemeinde

Gniebing-Weißenbach sowie der Gemeinden Mühldorf und Oedt

zur Gemeinde Mühldorf bei Feldbach

1971: erste Weihnachtsbeleuchtung in Feldbach

1971: Gründung der Feldbacher Sommerspiele

1971: Einführung der Feldbacher Gemeindezeitung

1973: Mit der Verlängerung der Schillerstraße entsteht eine

West-Ost-Durchzugsstraße.

1975: Hans Mucha gründet die Raabtaler Bildpost.

1976: Das Hallen- und Freibad wird eröffnet und erweitert die schon bestehende

Tennisanlage und das Stadion zum Freizeitzentrum Feldbach.

Später folgen Mehrzweck- und Sporthallen, die Tennishalle, die Kunsteisbahn

und der Multisportplatz.

1977: Die Stadtgemeinde Feldbach erwirbt von der damaligen Nachbargemeinde

Gniebing-Weißenbach das rund 51 ha große Gebiet zwischen

der Brückenkopfgasse und dem heutigen Hochwasser-Schutzdamm.

1978: Für die Abhaltung der „Leitungsschau“ wird im Freizeitzentrum eine

erste Mehrzweckhalle errichtet. 1980 besuchen 35.000 Menschen die

„Feldbacher Messe“.

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1978: Fertigstellung der Dr.-Friedrich-Niederl-Siedlung mit 133 Wohnungen

1979: Der bekannte Strumpf- und Strickwarenerzeuger Wolford eröffnet mit

100 Beschäftigten einen Betrieb in der Franz-Seiner-Gasse.

1980: Zur Versorgung der Wohnhausanlage Gartenstadt nimmt die

Feldbacher Fernwärme in der Mühlgasse ihren Betrieb auf.

1980: Eröffnung des Bundesschulzentrums

1980: Nahe Pertlstein landet ein sogenannter „Rübenbomber“ mit

21 rumänischen Flüchtlingen.

1982: Fertigstellung des Hochwasserschutzes an der Raab mit Dammanlage

und Raab-See westlich des Freizeitzentrums (Folgeprojekt 2012)

1983: Auf Höhe der Bürgergasse wird für Fußgänger und Radfahrer die

Rudolf-Schelch-Brücke errichtet. An dieser Stelle befand sich früher

die einzige Straßenbrücke über die Raab.

1987: In Raabau nimmt der Abwasserverband Feldbach-Mittleres Raabtal

eine moderne Kläranlage in Betrieb.

1988: Inbetriebnahme der Umfahrung Feldbach (Riegersburger Kreuzung

bis Knoten Ost)

1988: Aus Anlass des Jubiläums „800 Jahre Feldbach“ wird am Hauptplatz die

Raab-Statue errichtet (Nachbildung einer Figur vor der Albertina).

1988: Mit der bunten Bemalung des Kirchturms (Entwurf Gustav Troger)

erhält Feldbach ein modernes Wahrzeichen.

1989: Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs öffnet sich die nur 30 Kilometer

entfernte Grenze zu Ungarn und damit nach Osteuropa.

1991: Mit der Eröffnung des Möbelhauses Kika beginnt die Entwicklung des

„Einkaufszentrum Mühldorf“ beim Verkehrsknoten Feldbach-Ost.

1991: Begründung der Städtepartnerschaft mit Siklos (UNG)

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1993: Bürgerinitiative gegen die Errichtung einer Abfallverbrennungsanlage

1994: Beginn der Sanierung der ehemaligen städtischen Mülldeponie und

nunmehrigen Altlast am Alois-Gerstl-Weg (Dauer bis 2001, als der

Seniorenpark neu angelegt wird)

1995: Beitritt Österreichs zur Europäischen Union, wobei die vorangehende

Volksabstimmung in Feldbach ein „Ja“ mit 71 % erbrachte

1996: Umbau des Freibades

1998: Der „Maria-Lassnig-Steg“ wird beim Sigmund-Freud-Platz errichtet.

1998: In Wetzelsdorf und Edelsbach gestalten 12 regionale Künstler einen

Kreuzweg.

1999: Das Ärztezentrum am Sigmund-Freud-Platz nimmt seinen Betrieb auf.

1999: Gründung der Kunsthalle Feldbach

1999: Gründung des Steirischen Vulkanlandes

2001: Errichtung der Sternwarte Auersbach

2001-2004: Neugestaltung des Feldbacher Hauptplatzes

2004: Die Freiwillige Feuerwehr Feldbach übersiedelt in das Einsatzzentrum

in der Gleichenberger Straße.

2004: Gründung der Vulkanschule Auersbach

2006: Das Komm-Zentrum Leitersdorf ist fertiggestellt.

2007: Errichtung des Veranstaltungszentrums „Zentrum“ in der Ringstraße

2007: Die S-Bahn verbindet Feldbach im Stundentakt mit der Landeshauptstadt

Graz. Der Ausbau der B68 zur Verbesserung der Anbindung an

die A2 bleibt über Jahre offen.

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2008: Mit der sogenannten „Querspange Gnas“ wird der westliche Teil der

Stadtumfahrung fertiggestellt (Riegersburger Kreuzung bis Paldauer

Kreuzung).

2008: Die ehemalige Gemeindesparkasse (gegründet 1862) und nunmehrige

Südoststeirische Sparkasse AG wird an die Steiermärkische Bank und

Sparkassen AG verkauft.

2008: Ausrichtung des ersten steirischen Kulturfestivals Regionale 08 unter

dem Titel „Diwan” („Landesausstellung neu“)

2008: Begründung der Städtepartnerschaft mit Adelsdorf (D)

2009: Feldbach feiert das Jubiläum 125 Jahre Stadterhebung. An dieses

erinnert die Stele „Sensible Kraft“ des Künstlers Ludwig Haas auf dem

Hauptplatz. Im Rahmen der Ausstellung „Unser Feldbach“ erzählen

150 Feldbacherinnen und Feldbacher die Geschichte der Stadt.

2010: Das Ärztezentrum am Torplatz geht in Betrieb.

2011/12: Gestaltung der Flusslandschaft an der Raab zwischen der Rudolfsbrücke

und der Franz-Josef-Brücke als Abschluss eines weiteren

Hochwasserschutz-Projektes

2012: Auflösung des Franziskaner-Klosters und Säkularisierung der Kirche

2013: Fusion der Bezirke Feldbach und Radkersburg zum neuen Bezirk

Südoststeiermark, Feldbach bleibt Bezirkshauptstadt

2014: Errichtung der Viktor-Klein-Brücke auf Höhe des Freizeitzentrums

DIE „NEUE“ STADT FELDBACH

Nachdem das Land Steiermark einen großen Reformprozess zur Zusammenlegung von

Gemeinden eingeleitet hat, kommt es 2015 zur Fusionierung der Gemeinden Auersbach,

Stadtgemeinde Feldbach, Gniebing-Weißenbach, Gossendorf, Leitersdorf im Raabtal,

Mühldorf bei Feldbach und Raabau zur „neuen“ Stadtgemeinde Feldbach mit einer

Fläche von 67 km² und über 13.000 Einwohnern. Die früheren Gemeinden werden Ortsverwaltungsteile.

Die Stadtgemeinde beschäftigt 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

17


Es entstehen zahlreiche neue Aufgabenbereiche, womit man den Anforderungen an

eine Gemeinde des 21. Jahrhunderts Rechnung trägt.

2016: Feldbach erhält ein neues Stadtwappen

2016: Die erstmals veranstalteten Festivals „A Hard Year’s Spring – Musik

zur Zeit“ und „Nebel reißen – Festival für Theater, Literatur & mehr“

komplettieren das Kulturprogramm.

2016: Das Vulkanland und das Thermenland Steiermark fusionieren zur

größten ganzjährigen Tourismusregion.

2016: Beginn des Breitbandausbaues in weiten Teilen des Stadtgebietes

(bis 2018)

2016: Eröffnung des Bewegungsparks in der Pfarrgasse

2017: Die „Neue Stadt Feldbach“ positioniert sich als Wirtschaftsstadt, Einkaufsstadt,

Gesundheitsstadt, Bildungsstadt, Kulturstadt, weiters als

kinder-, jugend- und familienfreundlich und bietet ein „Miteinander in

Vielfalt“. Zahlreiche neue Betätigungsfelder entstehen. Handlungsmaxime

sind: modern verwalten, sicher und zukunftsfähig gestalten.

2017: Mit der Inbetriebnahme der neuen Intensivstation erfolgt die jüngste

Erweiterung des Landeskrankenhauses Feldbach.

2018: Die städtische Kompostieranlage in Raabau wird eröffnet.

2018: Mit 11 E-Ladestationen unterstützt die Stadtgemeinde die

aufkommende Elektromobilität, insgesamt stehen in Feldbach

25 Standorte zur Verfügung.

2018: Begründung der Städtepartnerschaft mit Zywiec (POL)

2019: Mit dem Siegerprojekt aus dem Architektenwettbewerb geht das

Großprojekt „Schule der Zukunft“ in die Umsetzungsphase.

2019: An der Höheren Lehranstalt für Wirtschaftliche Berufe – HLW entsteht

der Zweig „Lebensmittelentwicklung und Management“, es gibt eine

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Kooperation mit dem neuen regionalen Cluster für Lebensmitteltechnologie.

2019: Die Zufahrtsstraßen zum Stadtzentrum werden mit Baumalleen

bepflanzt.

2020: Zur Sicherstellung der Wasserversorgung erfolgen beim Hauptbrunnen

Mühldorf und beim Sportplatzbrunnen neue Bohrungen; die

Wasserversorgung Vulkanland (vormals „Grenzland-Südost“) feiert ihr

40-jähriges Bestehen.

2020: Errichtung eines Erinnerungszeichens am Bahnhof Feldbach, wo am

25. März 1945 durch einen Luftangriff und ein anschließendes Massaker

am Steinberg 27 jüdische Zwangsarbeiter ums Leben gekommen

sind

2020: Feldbach erhält eine AHS-Unterstufe, die in einer Klasse aufsteigend

in den nächsten 4 Jahren geführt wird.

2020: Die Übersiedlung des Städtischen Bauhofs und des Städtischen

Wasserwerks an den neuen, modernen Standort in der Europastraße

steht vor dem Abschluss. Das Rathaus soll bis 2022 in der Villa Hold

eingerichtet werden, die Musikschule der Stadt Feldbach soll den

Standort Hauptplatz 13 erhalten.

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Inhaltsverzeichnis

1 Altes Duschhaus 26

JOHANNA-DOHNAL-WEG, AN DER CLEMENT-WEHR

2 Kassenhäuschen beim Stadion 28

GRAZER STRASSE 31

3 Spray-Bild „Fisch“ von Nychos 30

DR.-BRUNO-KREISKY-ALLEE („SEUFZERALLEE“), BEIM RAAB-PEGEL,

GEGENÜBER DEM HAUS BRÜCKENKOPFGASSE 6

4 Sgraffito „Wiederaufbau“ von Stefan Maitz d.Ä. 32

DR.-BRUNO-KREISKY-ALLEE („SEUFZERALLEE“),

BEIM HAUS CONRAD-VON-HÖTZENDORF-PLATZ 2

5 Flusslandschaft an der Raab 34

RUDOLFSBRÜCKE BIS FRANZ-JOSEF-BRÜCKE

6 Jüdisches Denkmal 36

BAHNHOF, BEIM GLEIS-ZUGANG

7 Statue des Hl. Nepomuk 38

AN DER FRANZ-JOSEF-BRÜCKE

8 Die Kastanien-Allee 40

ENTLANG DER FRANZ-JOSEF-STRASSE

9 Der Kirchturm 42

AM TABORPLATZ

10 Grabstein Wolfgang und Amalia Zwickl 44

BEIM EINGANG ZUR GEDÄCHTNISKIRCHE, TABORPLATZ

11 „Pieta“ von Alois Payer 46

IN DER STADTPFARRKIRCHE

12 Statue des Hl. Leonhard 48

STADTPFARRKIRCHE, AN DER OSTSEITIGEN GIEBELWAND

20


13 Relief von Richard Kriesche 50

BUSBAHNHOF, BERTHA-VON-SUTTNER-PLATZ

14 Der Fisch-Brunnen 52

AM KIRCHENPLATZ

15 Initialen „J.H.” / Josefine Hold 54

VILLA HOLD, KIRCHENPLATZ 4

16 Die Raab-Statue 56

AM KIRCHENPLATZ

17 Wandbild „Hl. Leonhard“ 58

PFARRHOF, PFARRGASSE 3

18 Stele „Sensible Kraft“ von Ludwig Haas 60

AM HAUPTPLATZ, BEIM HAUS HAUPTPLATZ 1

19 Das „Gortan-Schwammerl“ 62

AM HAUPTPLATZ, BEIM HAUS HAUPTPLATZ 9

20 Relief Franz Seiner 64

HAUPTPLATZ 11

21 Altes Stadtwappen 66

RATHAUS, HAUPTPLATZ 13

22 Der Steinerne Metzen 68

VOR DEM RATHAUS, HAUPTPLATZ 13

23 Die Mariensäule 70

AM HAUPTPLATZ

24 Flussbrunnen und alter Marktbrunnen 72

AM HAUPTPLATZ

25 August-Lafer-Weg 74

TORPLATZ BIS RINGSTRASSE

26 Wandbild von Hubert Tuttner 76

GRAZER STRASSE 7

21


27 Der Stein am Ende des Parks 78

STADTPARK, ECKE GRAZER STRASSE / KLOSTERGASSE

28 Das Jahn-Denkmal 80

STADTPARK / „JAHN-PARK“

29 Kiosk in der Ringstraße 82

RINGSTRASSE 20

30 Inschriften beim alten Schulgebäude 84

MITTELSCHULE / SPORTMITTELSCHULE, RINGSTRASSE 19-23,

EINGANGSBEREICH

31 Europa-Gedenkstein 86

AM MAX-WRATSCHGO-EUROPAPLATZ

32 Der Feuerwehr-Turm 88

BEIM ZENTRUM, RINGSTRASSE 9

33 Ensemble von Alexander Silveri 90

BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFT SÜDOSTSTEIERMARK,

BISMARCKSTRASSE 11-13

34 Feldbacher Zwieback und Soletti 92

BISMARCKSTRASSE / ECKE SCHILLERSTRASSE

35 Dr.-Josef-Zach-Platz 94

AN DER SCHILLERSTRASSE, BEIM HAUS SCHILLERSTRASSE 9

36 Das Schillerhaus 96

SCHILLERSTRASSE 28

37 Erste Kreuzwegstation am Kalvarienberg 98

KALVARIENBERG, UNTERWEISSENBACH

38 Sgraffito „Menschen“ von Stefan Maitz d.Ä. 100

SENIORENWOHNHAUS I DER STADTGEMEINDE,

SCHILLERSTRASSE 25 A

39 Steinskulptur im Seniorenpark 102

ALOIS-GERSTL-WEG / MARBURGERWEG

22


40 Das Ungartor 104

UNTERWEISSENBACH 1

41 Die Bürgermeister-Gedächtnisstätte 106

AM STADTFRIEDHOF

42 Die Bastei-Säule 108

UNGARSTRASSE, VOR DEM HAUS UNGARSTRASSE 9

43 Relief Joseph von Hammer-Purgstall 110

UNGARSTRASSE 1, ECKE HAMMER-PURGSTALL-GASSE

44 Der Rauchfangkehrer 112

GLEICHENBERGER STRASSE 12

45 Fassadengestaltung Erzherzog Johann 114

LANDESBERUFSSCHULE, FELDGASSE 3

46 Einschusslöcher 116

WEIDENWEG, GEGENÜBER DEM HAUS FRANZ-SEINER-GASSE 2

47 Historische Brücken 118

EUROPASTRASSE / WEIDENWEG

48 Sgraffito „Der Baumeister“ 120

GLEICHENBERGER STRASSE 60

49 Inschrift über dem Schloss-Portal 122

SCHLOSS HAINFELD

50 Die Pyramide 124

SCHLOSS HAINFELD, ALLEE RICHTUNG STEINBERG

23


24

Lugitschstraße

Grazer Straße

Dr. Bruno-Kreisky-Allee

Flusslandschaft

Franz-Josef-Straße

Erzherzog-Johann-Str.

Tabor-Platz

Kirchenplatz

Pfarrgasse

Hauptplatz

Bürgergasse

Ringstraße

Bismarckstraße

Torplatz

Klostergasse

Ottokar-Kernstock-Straße

Ringstraße

RAAB

Schillerstraße

Marburger-Weg

Oedter Straße

Stadtfriedhof

Stadtpark

Johanna-Dohnal-Weg

Alois-Gerstl-Weg

Stadion

1

2

3

4

5

6

7

8

9

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12

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16

13

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19

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29 31 32

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41

30


Oswaldigasse

Bahnhofstraße

Europastraße

47

Ungarstraße

Bindergasse

43

Vogelsanggasse

Feldgasse

Hammer-Purgstall-Gasse

42

44

45

Gleichenberger Straße

Mühldorfer Straße

Franz-Seiner-Gasse

46

Weidenweg

48

49

50

Färbergasse

Mühldorfer

Friedhof

25


1

Altes Duschhaus

JOHANNA-DOHNAL-WEG, AN DER

CLEMENT-WEHR

Im Jahr 1890 eröffnete in der Oswaldigasse das

erste Städtische Bad in Feldbach.

An der Raab gab es zur Zeit des 1. Weltkrieges

oberhalb der Ertler-Mühle in Raabau ein

Militärschwimmbad des Kriegsgefangenenlagers

(1914-1918). Im Staubereich oberhalb der

Clement-Wehr bestand ab 1927 das TUS-Turnerfreibad.

Im Jahr 1936 ging das neue Städtische

Freibad in der Gnaser Straße in Betrieb.

1976 übersiedelte dieses an den heutigen Standort

in der Karl-Deutschmann-Straße / Thallerstraße,

wo gleichzeitig das Hallenbad eröffnet wurde.

1995 erfolgte ein großzügiger Um- und Ausbau.

Im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen in

den Jahren 2011/12 und der Verlegung der Gnaser

Straße in Richtung Raab-Ufer wurde das dort

erhalten gebliebene Duschhaus des alten

Bades saniert und an der Raab oberhalb der

Clement-Wehr als Aussichts- und Verweilpunkt

neu aufgestellt.

26


27


2

Kassenhäuschen beim

Stadion

GRAZER STRASSE 31

Das Feldbacher Stadion wurde am 26.10.1972 mit

einem großen Festakt eröffnet.

Der Bau ist eng mit der Geschichte des SV Feldbach

verbunden. Dieser wurde 1919 von ehemaligen

Lageroffizieren und den Feldbacher Brüderpaaren

Westermayer und Sgiavarello gegründet. Der erste

Sportplatz befand sich in Kornberg nördlich der

heutigen Dr.-Friedrich-Niederl-Siedlung. Nach einer

Zwischenstation auf der Jahn-Wiese (ab 1932, heute

Krobath-Gelände in der Franz-Josef-Straße) erhielt

der Verein im Jahr 1936 von der Stadtgemeinde den

heutigen Platz zur Verfügung gestellt. 1956 wurde

das erste Sporthaus errichtet, zahlreiche weitere

Zu- und Ausbauten folgten, unter anderem 1997

mit der überdachten Tribüne.

Als Symbol für die lange Geschichte des Stadions

und des Sportvereins kann das Kassenhäuschen

beim Eingang Grazer Straße angesehen werden.

Hier konnte man für gute oder schlechte Spiele

seinen Obolus leisten, oder sich in seltenen

Ausnahmefällen mit einem Lächeln an einem

nachsichtigen Kassier vorbeischwindeln.

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3

Spray-Bild „Fisch“ von Nychos

DR.-BRUNO-KREISKY-ALLEE („SEUFZERALLEE“), BEIM RAAB-PEGEL,

GEGENÜBER DEM HAUS BRÜCKENKOPFGASSE 6

Das Hochwasserschutzprojekt 2011/12

brachte nicht nur größtmögliche Sicherheit

für die Stadt.

Wie bei großen Bauvorhaben üblich, konnte

ein kleiner Teil des dafür vorgesehenen Budgets

für eine künstlerische Ausgestaltung

verwendet werden. So entstand im Jahr 2013

am Objekt Brückenkopfgasse 6 raabseitig ein

Bild des Künstlers Nychos. Der gut 20 Meter

lange Fisch ist im Stil der Urban Art-, Spraybzw.

Graffiti-Kunst ausgeführt. Der im Jahr

1982 geborene Steirer Nychos ist in diesem

Segment weltweit tätig, seine Arbeiten finden

sich in New York, San Francisco, Singapur,

Sao Paulo und in Wien. Dort gibt es mit Rabbit

Eye Movement auch einen Shop mit Galerie,

Agentur und Künstlervermittlung.

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31


4

Sgraffito „Wiederaufbau“

von Stefan Maitz d.Ä.

DR.-BRUNO-KREISKY-ALLEE („SEUFZERALLEE“), BEIM

HAUS CONRAD-VON-HÖTZENDORF-PLATZ 2

An der Nordwestseite des Hauses Conrad-von-

Hötzendorf-Platz 2 findet sich eine bemerkenswerte

Fassadengestaltung zum Thema „Wiederaufbau“.

Diese stammt aus dem Jahr 1957 und damit aus einer

Zeit, wo es bereits weitgehend gelungen war, die

Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges zu beseitigen

und das Land wieder aufzubauen. Österreich war, etwa

durch den Marschall-Plan, diverse Verstaatlichungen

sowie wirtschaftliche Innovationen, Teil des sogenannten

„Wirtschaftswunders“. Moderne Zeiten brachen an.

Die Gestaltung des Sgraffito stammt von Stefan Maitz

dem Älteren (1921-2017). Der Künstler ist in Höflach

geboren und absolvierte die Kunstgewerbeschule in

Graz. Seine erste größere Arbeit war die Innengestaltung

der Dorfkapelle in Schiefer in Fresko-Malerei.

Bekannt wurde er mit Sgraffito-Arbeiten und der

Neugestaltung von Bildstöcken und Kapellen.

Er wurde mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für

Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.

32


33


5

Flusslandschaft an der Raab

RUDOLFSBRÜCKE BIS FRANZ-JOSEF-BRÜCKE

In den Jahren 1981/82 wurden umfassende

Maßnahmen im Interesse des Hochwasserschutzes

umgesetzt.

Es entstanden diverse Dämme an der Raab,

der Raabtal-Querdamm und der sogenannte

Raab-See. 2011/12 erfolgte durch ein weiteres

Projekt die Nachrüstung im Hinblick auf die

geänderten wasserbautechnischen Erkenntnisse

und Vorgaben.

Gleichzeitig mit den Schutzmaßnahmen ging

man daran, die Raab wieder als „begehbaren

Fluss“ und somit als Naherholungsraum erlebbar

zu machen. Zwischen der Rudolfsbrücke

und der Franz-Josef-Brücke entstand so nach

dem Grundentwurf von Klaus Loenhart vom

Institut für Landschaftsgestaltung der Technischen

Universität Graz die „Flusslandschaft an

der Raab“. Die Ausführung erfolgte durch die

Baubezirksleitung Feldbach unter maßgeblicher

Beteiligung von OBR DI Adolf Haluschan.

Es entstanden Wege zur Wasseroberfläche, die

an zwei Stellen über sogenannte Buhnen (Betonstege,

die vom Wasser unterspült werden)

mit einem mutigen Schritt überquert werden

können. Neu angelegt wurden außerdem eine

Raab-Insel und die Aussichts- und Veranstaltungsplattform

am Sigmund-Freud-Platz.

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6

Jüdisches Denkmal

BAHNHOF, BEIM GLEIS-ZUGANG

Im Jahr 2020 wurde vor dem Feldbacher

Bahnhof ein Denkmal für ein schicksalhaftes

Ereignis errichtet, das sich dort am 25. März

1945 zutrug.

Die dort angebrachte Tafel trägt folgende

Aufschrift: „Zum Gedenken an Leiden und Tod

von 27 jüdischen Zwangsarbeitern aus Ungarn,

die am 25. März 1945 am Bahnhof Feldbach

durch einen Luftangriff auf einen Zug und ein

Massaker am Steinberg in Mühldorf ums

Leben gekommen sind.“

Die Idee stammte vom Südoststeirischen

Verein für Heimatkunde, die Detailausarbeitung

und die Ausführung erfolgte durch die

Stadtgemeinde. Arch. DI Heimo Math konzipierte

den „aus dem Gleichgewicht geratenen“

Basaltstein, Andreas Stern gestaltete als

Bepflanzung Gräser und eine „Wolke aus

Magnolien“.

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7

Statue des Hl. Nepomuk

AN DER FRANZ-JOSEF-BRÜCKE

Die Statue des Johannes von Nepomuk stammt

aus der ehemaligen Kirche der Heiligen-Geist-

Bruderschaft beim Grazer Tor.

Zu dieser gehörte auch das Bürgerspital, das sich an

der Ecke Grazer Straße / Ottokar-Kernstock-Straße

befand. Anlässlich der Renovierung der Kirche im

Jahr 1734 dürfte die Statue entstanden sein. Nach

Aufhebung der Bruderschaft im Jahr 1783 kam sie

als „Brückenheiliger“ zur alten Raabbrücke bei der

Brückenkopfgasse, wo sich heute die Rudolfsbrücke

befindet. Im Jahr 1971 erfolgte die Aufstellung am

heutigen Standort am südlichen Ende der Franz-

Josef-Brücke.

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8

Die Kastanien-Allee

ENTLANG DER FRANZ-JOSEF-STRASSE

Am 1. Mai 1873 ging mit der Eröffnung der Ungarischen Westbahn, die über 250 km von

Györ nach Graz führte, auch der Bahnhof Feldbach in Betrieb.

Die Bahnanbindung leitete einen wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt ein. Um den Bahnhof

direkt an das Stadtzentrum anzubinden, beschloss die Stadt die Errichtung der Franz-Josef-

Straße und der Franz-Josef-Brücke. Beide wurden ebenfalls Ende 1873 eröffnet. Die Errichtung

der prächtigen Kastanien-Allee war damals ein großes Anliegen der Stadt. Diese ist bis heute

maßgeblich für den besonderen Charakter der historischen Achse zwischen Bahnhof und

Rathaus am Hauptplatz verantwortlich. Weiters gilt sie als beispielhaft für die damals schon

angestrebte, immer wichtiger werdende Begrünung von Verkehrsanlagen.

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41


9

Der Kirchturm

AM TABORPLATZ

Die Pfarrkirche zum Heiligen Leonhard wurde

1898 bis 1900 nach Plänen von Arch. Johann

Pascher unter Verwendung von Renaissanceformen

als Ausbau zur alten Pfarrkirche (1188

urkundlich erwähnt) errichtet.

Der am 8. Mai 1945 gesprengte Turm wurde im

Jahr 1964 durch den heutigen Kirchturm aus Beton

(Entwurf Eberhard Jäger) ersetzt. Gebaut wurde

der Turm in 26 Tagen im sogenannten „Gleitschalsystem“,

wobei ununterbrochen Tag und Nacht gearbeitet

werden musste. Aufgrund dieser damals

neuen Technik gibt es keine Fugen, die Oberfläche

ist vollkommen glatt. Die Turmuhr war damals die

größte in Österreich.

Im Jahr 1988 erfolgte die charakteristische bunte

Bemalung nach dem Entwurf des Künstlers Gustav

Troger. Diese stand unter dem Motto „Viele Farben

– ein Turm / viele Menschen – eine Pfarre“, sie

wurde unter großer Beteiligung der Feldbacher

Bevölkerung durchgeführt. Der neue Kirchturm

etablierte sich dadurch als weiteres Wahrzeichen

der Stadt Feldbach.

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10

Grabstein Wolfgang

und Amalia Zwickl

BEIM EINGANG ZUR GEDÄCHTNISKIRCHE,

TABORPLATZ

Im Bereich der Stadtpfarrkirche und des Tabors

sind einige Grabsteine vorhanden.

Der imposanteste ist wohl jener von Wolfgang und

Amalia Zwickl, in deren Besitz sich zu Lebzeiten

das Schloss Hainfeld befand. Der Grabstein

befindet sich beim Eingang zur Gedächtniskirche,

auf dem verbliebenen Mauerwerk des früheren,

zum Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengten

Glockenturmes.

Wolfgang Zwickl war der Großvater von Georg

Bartholomäus Zwickl. Dessen verwitwete Mutter

heiratete Jakob Freiherr von Khießl, Georg

Bartholomäus wurde von ihm adoptiert. Er erfüllte

schließlich den Willen seines Vaters und errichtete

in den Jahren 1642 bis 1652 das Franziskanerkloster

in Feldbach. Dieses bestand mit Unterbrechungen

bis zum Jahr 2012.

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11

„Pieta“ von Alois Payer

IN DER STADTPFARRKIRCHE

Der Bildhauer Alois Payer wurde am 07.05.1878

im Haus Hauptplatz 16 in Feldbach geboren.

Von 1904 bis zu seinem Tod im Jahr 1960 lebte

er im Schweizer Wallfahrtsort Einsiedeln, wo er

eine Werkstadt für sakrale Kunst führte und unter

anderem Kreuzwegstationen schuf. Neben zahlreichen

Werken in verschiedenen Kirchen der

Schweiz gilt das Relief vom Heiligen Martin an der

St. Martins-Kirche in Zürich-Fluntern als eine seiner

schönsten Schöpfungen. Die in der Stadtpfarrkirche

befindliche „Pieta“ schenkte der Künstler

seiner Heimatstadt Feldbach.

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12

Statue des Hl. Leonhard

STADTPFARRKIRCHE, AN DER OSTSEITIGEN

GIEBELWAND

Im Zuge der Renovierung und Färbelung der

Stadtpfarrkirche in den Jahren 2020/21 wurde

eine Statue des Kirchenpatrons Heiliger

Leonhard in einer Giebelnische am höchsten

Punkt oberhalb des ostseitigen Haupteinganges

angebracht.

Die Nische war vermutlich seit dem Jahr 1943 leer,

als eine Statue verschwand.

Der Entwurf für die neue Statue stammt von der

Feldbacher Künstlerin Roswitha Dautermann. Er

zeichnet sich durch eine zeitgemäße, eigenständige

Formensprache aus. Die Umsetzung erfolgte

gemeinsam mit dem Steinmetz Johann Paar. Der

Kalkstein für die Statue stammt aus dem burgenländischen

St. Margarethen. Der Rohling wog

2,2 Tonnen, die fertige Figur hat ein Gewicht von

rund 500 kg.

Gleich oberhalb des Kirchenportals finden sich

ein Relief mit einer Darstellung des Christus als

guter Hirte sowie Statuen des Hl. Petrus und des

Hl. Paulus.

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13

Relief von Richard Kriesche

BUSBAHNHOF, BERTHA-VON-SUTTNER-PLATZ

An der nordöstlichen Ecke des 2019 renovierten Feldbacher

Busbahnhofs am Bertha-von-Suttner-Platz befindet sich eine

Relief-Plastik von Richard Kriesche.

Diese ist rechteckig und besteht aus 9 x 15 Würfeln, die unterschiedlich

weit aus der Fläche herausragen und so ein räumliches Raster

schaffen. An derselben Stelle bestand von 1624 bis 1845 das zur

Stadtbefestigung gehörende Riegersburger Tor.

Richard Kriesche (Jahrgang 1940) zählt zu den einflussreichsten

Künstlern Österreichs, sein Schwerpunkt liegt im Bereich Medienkunst.

Er hat an hunderten Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen,

seine Arbeiten sind weltweit zu finden. In Feldbach gibt

es zwei weitere Werke von Richard Kriesche: „365 Tage“ (1992) am

LKH Feldbach mit 2 groß- und 365 kleinformatigen Fotografien, die

paarweise den Himmel über Feldbach und den Blick von Satelliten

aus zeigen, sowie ein Mosaik als Wandgestaltung in einer Klasse der

Volksschule I.

50


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14

Der Fisch-Brunnen

AM KIRCHENPLATZ

Im Jahr 1959 entstand im Zuge einer

Neugestaltung des Kirchenplatzes der

sogenannte „Fisch-Brunnen“.

Die Anfertigung erfolgte durch den Betrieb des

Feldbacher Steinmetzes und späteren Bürgermeisters

KR Alois Harmtodt. Die Gestaltung der

Skulptur des Fisches lag maßgeblich in den Händen

der Mitarbeiter Maxentius Wolf und Janisch.

Von Beginn an erfreute sich der Fisch-Brunnen

außerordentlicher Beliebtheit. Tausendfach wurde

er als Fotomotiv verwendet, und so gibt es Bilder

von unzähligen Feldbacherinnen und Feldbachern,

die in jungen Jahren auf eben diesem Fisch sitzen.

Der Fisch-Brunnen gilt aufgrund seiner klassischen,

für die Zeit seiner Entstehung repräsentativen

baulichen Ausführung in Verbindung mit

seiner Popularität als modernes Baudenkmal der

Stadt Feldbach.

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15

Initialen „J.H.“ / Josefine Hold

VILLA HOLD, KIRCHENPLATZ 4

Die vermögende Brauerei- und Hotelbesitzerin Josefine Hold (1852-1927)

errichtete nach einem Plan des Grazer Architekten August Gunold in den

Jahren 1890 bis 1892 an der heutigen Adresse Kirchenplatz 4 ein stattliches

Wohnhaus, die „Villa Hold“.

Josefine Hold wurde als „Gräfin vom Raabtal“ bezeichnet, sie förderte unter

anderem das Feldbacher Kulturleben und beteiligte sich im Bezirk als Hobby-

Archäologin durch die Erforschung zahlreicher römerzeitlicher Hügelgräber,

weiters als Heimatforscherin in Bad Gleichenberg.

Im Jahr 1920 erwarb die Sparkasse das Gebäude und übersiedelte gemeinsam

mit dem Postamt dorthin. 1973 erfolgte die Unterbringung der Musikschule

und des Standesamtes. Die Villa Hold kam 1993 in den Besitz der Stadtgemeinde,

die in den Jahren 1998/99 die Fassade und das Dach aufwendig

sanierte.

Die Villa Hold überragte bei ihrer Errichtung für kurze Zeit die alte Stadtpfarrkirche.

Mit deren Ausbau in den Jahren 1898 bis 1900 wurde die „korrekte

Rang- bzw. Höhenordnung“ wieder hergestellt. Bei genauer Betrachtung der

Fassade finden sich noch heute oberhalb des Haupteinganges in einer Rosette

die Initialen „J.H.“ der Erbauerin.

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16

Die Raab-Statue

AM KIRCHENPLATZ

Die Raab-Statue wurde anlässlich des Jubiläums

„800 Jahre Stadt Feldbach“ im Jahr 1988 auf

Anregung von HS-Dir. OSR Dr. Walter Pietsch

auf dem Kirchenplatz aufgestellt.

Bei dieser Statue handelt es sich um eine Kopie,

das Original steht vor der Albertina in Wien. Beim

dortigen Albrechts- bzw. Danubius-Brunnen

finden sich weitere Figuren: Vindobona, Danubius,

Save, Theiß, Mur, Salzach, March, Enns und Traun.

Architekt dieses Brunnens war Moritz von Löhr,

die Allegorien aus weißem Carrara-Marmor

stammen vom Bildhauer Johann Meixner. Die

Feldbacher Kopie ist aus Kunstmarmor, sie wurde

vom Bildhauer Ludwig Wöss aus Göllersdorf bei

Wien gefertigt.

Die Statue verfügt über interessante Attribute. Der

Turm und der Falke verweisen auf die ungarische

Stadt Györ („Raab“). 1598 soll der kaiserliche

General Adolf von Schwarzenberg deren Festung

mit Hilfe eines Vogelfluges aus osmanischen Händen

zurückerobert haben. Das Paddel bezieht sich

auf die Schiffbarkeit des Flusses. Dem Bildhauer

stand offensichtlich der ungarische Teil des Flusses

vor Augen.

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17

Wandbild „Hl. Leonhard“

PFARRHOF, PFARRGASSE 3

Beim Pfarrhof, auf dem Nordgiebel des

sogenannten Mesnerhauses, befindet sich ein

großes Wandbild.

Dieses zeigt den Schutzpatron der Pfarre, den

Heiligen Leonhard. Die Darstellung erfolgt hier

ohne die sonst typische, zerbrochene Kette, die

seinen Einsatz für Gefangene symbolisiert. Diese

Kette wurde vielfach als „Viehkette“ verstanden,

und sie machte ihn damit zum Schutzheiligen des

Viehs. Die gebirgige Landschaft im Hintergrund

der Malerei verweist auf die französische Heimat

des Heiligen, wo der Jakobsweg vorbeiführte.

Das Bild entstand im Jahr 1985 in der Zeit von

Monsignore Johann Leopold, es trägt die Signatur

„Knechtl“. Abgsehen davon, dass eines der

dargestellten Tiere vom Künstler überarbeitet

werden musste, ist darüber nichts weiteres

bekannt.

Der Pfarrhof selbst geht auf das beginnende

17. Jahrhundert zurück, er wurde seither öfters neu

gebaut und umgestaltet.

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59


18

Stele „Sensible Kraft“

von Ludwig Haas

AM HAUPTPLATZ, BEIM HAUS

HAUPTPLATZ 1

Im Jahr 2009 fand aus Anlass des Jubiläums

„125 Jahre Stadt Feldbach“ ganzjährig ein

Veranstaltungsprogramm statt.

Im Monat August wurde auf der Grünfläche zwischen

den Häusern Hauptplatz Nr. 31 (Sparkasse)

und Nr. 1 ein neues „Zeichen“ für die Stadt errichtet,

welches an das Jubiläumsjahr erinnern sollte.

Bei diesem handelt es sich um die Bronze-Skulptur

„Sensible Kraft“ des Feldbacher Edelstahl-

Bildhauers Ludwig Haas. Der Aufstellungsort

befindet sich im historischen Umfeld von Villa

Hold, Stadtpfarrkirche, Gewerbehaus und Tabor

und liegt am Schnittpunkt der alten Feldbacher

Stadtviertel Ledergasse, Badergasse und Platzer,

nahe dem früher offen verlaufenden Oedterbach

(Feldbach). Zur Einweihung kam Bischof Dr. Egon

Kapellari nach Feldbach.

Ludwig Haas wurde im Jahr 1947 in Feldbach

geboren und ist hier aufgewachsen. Er erlernte

bei der Firma Puntigam das Schlosserhandwerk.

Seit 1983 lebt und arbeitet er als Bildhauer im südburgenländischen

St. Martin an der Raab. Anfang

1990 lenkte er seinen Fokus auf die Bearbeitung

von Eisen und Stahl. Mit seiner Adaption des

damals unüblichen Hohlmeißel-Verfahrens gelang

ihm eine methodische Weichenstellung in der

bildenden Kunst.

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61


19

Das „Gortan-

Schwammerl“

AM HAUPTPLATZ, BEIM HAUS

HAUPTPLATZ 9

Das sogenannte „Gortan-Schwammerl“

kann heute leider nur noch anhand von Fotos

entdeckt werden.

Dieses ovale, in seiner Ausführung einzigartige

Bauwerk bildete die Überdachung der kleinen

Tankstelle der Firma Gortan nach der Abzweigung

der Bürgergasse in Richtung Hauptplatz. Im Jahr

1953 errichtet, kann das Dach als typisch für seine

Zeit angesehen werden (vergleiche etwa auch die

„Nierentische“).

Die Tankstelle wurde im Jahr 1991 aufgelassen.

Die Stadtgemeinde bemühte sich um die

Erhaltung des außergewöhnlichen Daches als

Zeitdokument oder für eine zukünftige Nutzung

als Veranstaltungsort. Da sich einer der Steher

allerdings als schadhaft erwies, musste der

Abbruch erfolgen.

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20

Relief Franz Seiner

HAUPTPLATZ 11

Am Haus Hauptplatz 11 befindet sich eine vom

steirischen Bildhauer Wilhelm Gösser geschaffene

Bildtafel mit der Aufschrift: „Afrikaforscher

u. Burenkämpfer, Franz Seiner 1874-1929“.

Ein Relief zeigt das Antlitz des Genannten. Diese

exotische Verbindung von Feldbach in die weite Welt

durch Franz Seiner ist heute nur wenigen bekannt.

Ein Buch der Historikerin Helga Kostka aus 2007

beleuchtet diese Bezüge. Als Redakteur und

politisch nicht immer zuverlässiger Agitator

verschlug es den Abenteurer Franz Seiner mehrmals

ins südliche Afrika, wo er für die deutschen

Kolonialbehörden als Kämpfer, aber auch als

Kartograph tätig war. Im Ersten Weltkrieg zeichnete

er sich durch die Organisation der ersten Volkszählung

im von den österreichisch-ungarischen

Truppen besetzten Albanien aus.

Sein manchmal fragwürdiges, aber jedenfalls abenteuerliches

Leben dokumentierte der schillernde

Sohn der Stadt in zahlreichen Publikationen.

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21

Altes Stadtwappen

RATHAUS, HAUPTPLATZ 13

Über dem Eingang zum Rathaus der Stadtgemeinde

Feldbach am Hauptplatz 13 findet sich

eine Darstellung des alten Stadtwappens.

Die Verleihung geht auf den Kaiserbesuch im Jahr

1883 zurück. Man bereitete Franz-Josef I. anlässlich

seiner Ankunft am Bahnhof einen festlichen

Empfang und richtet an ihn die Bitte, er möge doch

Feldbach anlässlich des Aufschwunges „durch den

Bahnbau und die Nähe zu Bad Gleichenberg“ zur

Stadt erheben. Die positive Erledigung traf am

14.01.1884 telegrafisch ein. Die auszustellende

Urkunde samt dem offiziellen Wappen ließ einige

Zeit auf sich warten: Sie trägt das Datum

„1. Februar 1909“.

Die dort festgehaltene Wappenbeschreibung lautet

wie folgt: „In einem ovalen silbernen Schilde hält

ein nach vorwärts gewendeter Engel mit silbernen

Flügeln ein bis zum Fußrande des Hauptschildes

herabreichendes blaues Schildchen an beiden

Oberecken vor sich. Dieses Schildchen zeigt in

einem den Schildesfuß ausfüllenden Gewässer

einen nach rechts schwimmenden silbernen Fisch,

dessen Rücken über die Wasserfläche empor ragt.

Den Hauptschild umgibt eine ornamentale bronzefarbene

Randeinfassung, auf deren Hauptrande

eine silberfarbene Mauerkrone mit fünf sichtbaren

Zinnen ruht.“

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22

Der Steinerne Metzen

VOR DEM RATHAUS, HAUPTPLATZ 13

Der Steinerne Metzen stammt aus dem

15. Jahrhundert.

Er wurde aus Basalttuff gemeißelt. Der auf einem

achteckigen Sockel stehende Kelch diente als frühes

Mustermaß („Feldbacher Maß“), das vermutlich

im gesamten Landgerichtsbezirk verwendet

wurde. Nach diesem Hohlmaß mussten die umliegenden

Siedlungen ihre beweglichen, vornehmlich

hölzernen Gefäße (Schaffel) auf deren Inhalt abstimmen.

Der Metzen fasst 55 Liter, bis zum oberen

Loch 26 Liter. Der oberste Außendurchmesser

beträgt 75 cm, der innere 61 cm, die Tiefe 26 cm.

In seinem Roman „Die Gallerin“ erklärte Joseph

von Hammer-Purgstall, die Bürger von Feldbach

hätten das Vorrecht gehabt, in diesem Maß das

ihnen verkaufte Getreide zu messen, wobei das,

was beim Loch herausrann, „ihnen zum Vorteil“

gewesen sei. Ende des 17. Jahrhunderts begannen

staatliche Bestrebungen, die regional völlig unterschiedlichen

Maße zu vereinheitlichen.

Im Zuge der Hauptplatz-Neugestaltung 2001 bis

2004 wurde der Steinerne Metzen restauriert

und von der Hauptplatzmitte an seinen heutigen

Standort vor dem Feldbacher Rathaus versetzt. Er

gilt als das herausragende Wahrzeichen der Stadt.

Derart wurde er im Jahr 2016 in das neu gestaltete

Feldbacher Stadtwappen aufgenommen.

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23

Die Mariensäule

AM HAUPTPLATZ

Die im südlichen Bereich des Feldbacher

Hauptplatzes gelegene Mariensäule wurde in

die großzügige Neugestaltung desselben in den

Jahren 2001 bis 2004 einbezogen.

Da damals ein Kompromiss zwischen den Verkehrs-

und Gestaltungsflächen gefunden werden

musste, „wanderte“ die Säule ein Stück in Richtung

Osten.

Die Mariensäule befindet sich bereits seit dem

Jahr 1717 auf dem Feldbacher Hauptplatz. In fast

allen großen Städten und Märkten der Steiermark

wurden derartige Säulen aus Dankbarkeit

für überstandene Seuchen („Pestsäulen“) oder

Kriegsgefahr errichtet. Während des Ersten Weltkrieges

wurde der Bereich um die Mariensäule von

der Militärbauleitung des Kriegsgefangenenlagers

neu gestaltet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die

Säule zerstört, im Jahr 1949 erfolgte die Wiedererrichtung

mit einem Kapitell und einer Figur des

Bildhauers Hans Mauracher.

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Flussbrunnen und alter

Marktbrunnen

AM HAUPTPLATZ

Anlässlich der Neugestaltung des Feldbacher

Hauptplatzes in den Jahren 2001 bis 2004

entstand eine großzügige Brunnenlandschaft.

Der parallel zur Hauptfahrbahn angelegte Bachlauf

wurde, wie das nordseitige Auslaufbecken,

mit Kieselsteinen ausgelegt und mit heimischen

Pflanzen gestaltet. Er symbolisiert das Fließen des

Raabflusses. Im Zuge der Bauarbeiten wurde ein

alter Marktbrunnen wiederentdeckt und gestalterisch

in das Konzept einbezogen.

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August-Lafer-Weg

TORPLATZ BIS RINGSTRASSE

Der kleine, idyllisch gelegene Weg vom Torplatz

zur Ringstraße erhielt seinen Namen nach dem

Feldbacher Maler und Gastwirt August Lafer

(1893-1960).

Die Familie bewirtschaftete seit 1878 das Gasthaus

am Grazer Tor. August Lafer besuchte nach der

Volksschule das Gymnasium in Graz, ein Kunststudium

in München blieb ihm verwehrt. Das

Zeichnen und Malen war von Kindheit an seine

Leidenschaft. Der Nachwelt hinterließ er ein

umfassendes, vielfältiges Gesamtwerk. Bei zahlreichen

Ausstellungen hat er viele Bewunderer

für seine Kunst gefunden. Indem er überdies jahrzehntelang

als Wirt den Gasthof beim Grazer Tor

betrieb, erwarb er sich den Ruf eines „Feldbacher

Originales“. Anlässlich seines 10. Todestages fand

im Dezember 1970 eine Gedächtnisausstellung

im Gewerbehaus statt, und der Gemeinderat

beschloss, die „Schulgasse“ in „August-Lafer-Weg“

umzubenennen.

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Wandbild von Hubert Tuttner

GRAZER STRASSE 7

Am Haus Grazer Straße 7 befindet sich oberhalb des

Einganges ein höchst eindrucksvolles Wandbild.

Es beinhaltet die Darstellung einer, den Betrachter des

Bildes zufrieden anblickenden, Frau mit einer Schlange

am Arm, dazu zwei sorglos spielende Kinder. Vielleicht

ein Hinweis darauf, dass die Versuchung im Moment

der Zufriedenheit am größten sein könnte? Oder ganz

einfach auf einen bekannten Feldbacher Arzt, der das

Haus früher bewohnte?

Das Bild trägt die Signatur „Tuttner 1957“. Der bildende

Künstler Hubert Tuttner (1920 bis 2007) war Maler,

Grafiker und Bildhauer. Er absolvierte die Akademie der

bildenden Künste. Wesentliche Aspekte seines Schaffens

sind Religiosität und das Einbinden von Betrachtungen

und Zusammenhängen in seine Arbeiten, sowie

die Darstellung des Schönen. Vielen Schülerinnen und

Schülern des Gymnasiums in Gleisdorf ist er als Lehrer

in Erinnerung geblieben.

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Der Stein am Ende

des Parks

STADTPARK, ECKE GRAZER STRASSE /

KLOSTERGASSE

Beginnend beim „Europa-Park“, dem heutigen

„Max-Wratschgo-Europaplatz“, erstreckt sich,

mit einer Unterbrechung und ein paar „Einbauten“,

entlang der Ringstraße der Stadtpark in

Richtung Westen.

An seinem äußersten Ende, an der Ecke Grazer

Straße / Klostergasse, findet sich ein unscheinbarer

Stein. Keine Auf- oder Inschrift erzählt von

seiner Herkunft. Manche meinen, dort habe sich

möglicherweise früher ein Denkmal für Josef II.

befunden, vielleicht markiert er dort einen alten

Brunnen. Oder handelt es sich gar um den Grabstein

eines sterbenden Bogenschützen, der seinen

allerletzten Pfeil aus einer der Kammern des

nahen Klosters dorthin verschoss?

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Das Jahn-Denkmal

STADTPARK / „JAHN-PARK“

Im mittleren Teil des Stadtparks befindet sich

das Jahn-Denkmal.

Es wurde dort vom deutschen Turnverein Feldbach

am 11.08.1928 zum 100. Geburtstag des

„Turnvaters“ Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852)

errichtet. An dieser Stelle befand sich früher ein

Friedhof. Der wegen des Denkmals auch als „Jahn-

Park“ bezeichnete Teil des Stadtparks wurde im

Jahr 2014 mit einer erklärenden Tafel im Hinblick

auf seinen Namensgeber ausgestattet: „Deutscher

Pädagoge, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung

und Initiator der Turnbewegung.

Umstritten wegen seiner deutschnationalen und

antisemitischen Positionen.“

Die Stadt hat sich vor einigen Jahren dafür ausgesprochen,

historisch bedenkliche Orts- und

Straßenbezeichnungen zu belassen und mit entsprechender

Information zu versehen. Bemerkenswert

ist, dass der Feldbacher Künstler Karl Karner

im Jahr 2018, also lange vor den weltweiten Denkmal-Stürzen

des Sommers 2020, aktionistisch die

Relevanz von derartigen Gedenksymbolen hinterfragt

hat. Gerade beim Jahn-Denkmal wird die geänderte

Bedeutung und Wahrnehmung durch die

Betrachter im Laufe der Zeit besonders spürbar.

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Kiosk in der Ringstraße

RINGSTRASSE 20

Die Stadtgemeinde hat im Jahr 1970 eine

Fläche gegenüber dem alten Schulgebäude

für die Errichtung eines Verkaufskiosks zur

Verfügung gestellt.

Seit damals wurden von dort aus tausende

Schülerinnen und Schüler mit Jause und Schulmaterialien

versorgt. So manchen ist dieser Ort

in besonderer Erinnerung geblieben, wo man,

zum Beispiel, anstelle von ein paar Groschen

Wechselgeld, das eine oder andere Mal ein

schmackhaftes Stollwerk erhielt.

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Inschriften beim alten

Schulgebäude

MITTELSCHULE / SPORTMITTELSCHULE,

RINGSTRASSE 19-23, EINGANGSBEREICH

Das älteste Schulgebäude in der Ringstraße

wurde im Jahr 1900 als Kaiser-Franz-Joseph-

Volksschule errichtet.

Es zählt zu den prägenden Gebäuden jener Zeit,

als sich die Ringstraße zu einer neuen, zentralen

Straße entwickelte (Bezirksgericht, ehemalige

Bezirkshauptmannschaft, Schule, ehemaliges

Amtshaus mit Gendarmerie und Finanzamt,

ehemaliges Rüsthaus).

Wohl schon aus dieser Zeit stammen sechs Wandfresken

im linken Eingangsbereich der Schule.

Zitiert werden dort berühmte Dichter und Denker

wie Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von

Goethe, Franz Grillparzer, Friedrich Rückert,

Walther von der Vogelweide oder der sagenumwobene

Freidank. Die Fresken verschwanden

im Lauf der Zeit, wurden aber im Zuge einer

Sanierung originalgetreu wieder hergestellt.

Unter den ihrer Entstehungszeit zuzuordnenden

Themen (u.a. „Lob Österreichs“) findet sich der

an die Schülerinnen und Schüler gerichtete Apell:

„Lernet, strebet, schaffet, schützet!“.

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Europa-Gedenkstein

AM MAX-WRATSCHGO-EUROPAPLATZ

Im Oktober 1959 wurde in Feldbach eine erste

österreichische „Europawahl“ mit einem

eindrucksvollen Ergebnis abgehalten.

Mit dem offiziellen Stimmzettel konnte man für

oder gegen die „Vereinigung Europas durch eine

europäische verfassungsgebende Versammlung“

abstimmen. Das Ergebnis brachte 1.698 Stimmen

für „ja“, 44 Stimmen für „nein“, 4 ungültige, dies

bei 72,9 % Wahlbeteiligung. Zur Erinnerung daran

stiftete der Feldbacher Steinmetzmeister und

spätere Bürgermeister KR Alois Harmtodt im Jahr

1962 den Europa-Gedenkstein mit der Aufschrift

„Europa durch sein Volk“.

Im Jahr 1972 wurde die Stadt Feldbach mit der

Ehrenfahne des Europarates ausgezeichnet, was

auf das akribische Wirken des Europa-Pioniers

und -Aktivisten Dir. Max Wratschgo zurückzuführen

ist. Im Jahr 2017 wurde der kleine Park,

in dem der Gedenkstein errichtet wurde (früher

„Sperl-Park“ oder „Europa-Park“), vom Gemeinderat

offiziell als „Max-Wratschgo-Europaplatz“

benannt. Damit würdigte die Stadt dessen große,

lebenslange Bemühungen um ein vereintes und

friedliches Europa.

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Der Feuerwehr-Turm

BEIM ZENTRUM, RINGSTRASSE 9

Im Jahr 2008 nahm das von der Stadtgemeinde errichtete

Veranstaltungszentrum in der Ringstraße seinen Betrieb auf.

Mitten in der Stadt gelegen, setzt der moderne Bau neben seiner Funktion

einen wichtigen städtebaulichen Akzent. Zum besonderen Erscheinungsbild

des „Zentrums“ trägt auch der ihm zur Seite stehende, nunmehr mit

einer Aussichtsplattform versehene Betonturm bei. Dieser ehemalige

Schlauchturm erinnert daran, dass die Freiwillige Feuerwehr der Stadt

Feldbach hier von 1909 bis 2004 beheimatet gewesen ist.

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Ensemble von

Alexander Silveri

BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFT SÜDOST-

STEIERMARK, BISMARCKSTRASSE 11-13

Die Bezirkshauptmannschaft wurde in den

Jahren 1950 bis 1952 in der Bismarckstraße

errichtet.

Die künstlerische Abrundung des Bauwerks

erfolgte durch ein Ensemble des Grazer Bildhauers

Alexander Silveri (1910-1986). Dieses besteht aus

drei Reliefs oberhalb des Einganges: Das linke stellt

das Schicksal des Grenzlandes dar, wo es immer

wieder galt, Tod, Krieg und Pest zu überwinden;

das mittlere widmet sich der Landwirtschaft, ein

Paar unter sprießenden Bäumen hält das Staatswappen;

das rechte zeigt, dass nach dem Begraben

der Toten Neues im Entstehen ist. Vor dem Eingang

befindet sich die Skulptur „Knieende Landfrau mit

Hahn, Geflügel und Bienenkorb“. Auf letzterem

stellte Silveri auch einen Totenkopfschwärmer dar,

da dieser als einziges Tier in Bienenstöcke eindringen

und Honig fressen kann. Beeindruckend sind

acht Negativ-Reliefs am Laubengang des Sitzungssaales,

welche diverse Zünfte abbilden, sowie die

an die Decke gemalten Sternzeichen. Oberhalb

des Durchganges finden sich Steingüsse mit Interpretationen

des Feldbacher Stadtwappens und des

Steinernen Metzens.

Alexander Silveri erhielt für sein Schaffen verschiedene

Auszeichnungen, darunter das Goldene

Ehrenzeichen des Landes Steiermark.

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Feldbacher Zwieback

und Soletti

BISMARCKSTRASSE / ECKE

SCHILLERSTRASSE

An der Kreuzung Bismarckstraße/

Schillerstraße gründeten im Jahr 1901

die Brüder Josef und Ludwig Zach die

„1. Österreichische Dampfbäckerei“, die

anfänglich Brot und Feingebäck erzeugte.

Schon bald kamen Biscuits und Diät-Zwieback

dazu, aus letzterem wurde der später

bekannte „Feldbacher Zwieback“. Mit der

Gründung der „Feldbacher Backwarenfabrik

Dr. Josef Zach KG“ im Jahr 1949 begann endgültig

die Erfolgsgeschichte des Unternehmens.

Dr. Josef Zach erfand die heute in der

ganzen Welt bekannten „Soletti“, da er den

Aufwand, Teignudeln zu Brezeln zu schlingen,

vermeiden und deshalb Salzstangerln erzeugen

wollte. Von 1967 bis 1972 entstand

unweit von hier, südlich der Schillerstraße auf

dem Gelände der ehemaligen Städtischen

Ziegelei, der neue, nunmehr zur Firma Kelly

gehörende Betriebsstandort.

Noch heute liegt über der bewegten, viel befahrenen

Ecke Bismarckstraße / Schillerstraße

immer wieder der Duft von frischer Backware,

was – als „immaterielles Denkmal“ – an diese

genialen Geschäftsideen erinnert.

Die Maschine für die erste Produktionsstraße

wurde von der Feldbacher Firma Krobath

entwickelt, welche bis weit in das 20. Jahrhundert

hinein eine führende Herstellerin von

Landmaschinen war.

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Dr.-Josef-Zach-Platz

AN DER SCHILLERSTRASSE, BEIM HAUS

SCHILLERSTRASSE 9

Im Herbst 2020 wurde ein zeitgenössisches

Denkmal für die weltweit berühmten Produkte

Soletti und Feldbacher Zwieback, die aus

Feldbach stammen und den Namen der Stadt

weithin bekannt gemacht haben, errichtet.

Situiert wurde dieses an der Schillerstraße,

zwischen dem alten Sitz der Feldbacher Backwarenfabrik

und dem neuen der Firma Kelly. Der

Aufstellungsort wurde vom Gemeinderat zu Ehren

des Soletti-Erfinders als „Dr.-Josef-Zach-Platz“

benannt.

Die spektakuläre, mehrteilige Skulptur des

Feldbacher Künstlers Karl Karner zeigt sich als

charmante Verbeugung vor den dahinterstehenden

großen Namen. Er fügt den Soletti-Stangerln

färbige Salzkristalle hinzu, die für die positive

Stimmung beim Knabbern stehen, während der

als Tisch gestaltete Zwieback zum Verweilen und

geselligen Beisammensein einlädt.

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Das Schillerhaus

SCHILLERSTRASSE 28

An der Adresse Schillerstraße 28 befand sich in den 1930er Jahren ein schmuckes,

ebenerdiges Häuschen mit einem eigenwilligen Dachausbau.

Dieses beherbergte das „Cafe Schiller“. An der damals längst nicht asphaltierten Straße,

die erst viel später (1973) in Richtung Unterweißenbach durchgängig wurde, sorgte eine

große Laube für schattiges Verweilen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, nur das Kellergeschoss und

das Erdgeschossmauerwerk blieben erhalten. Der Wiederaufbau im Jahr 1951 war zunächst

für Einraumwohnungen und eine Badeanlage vorgesehen. Die Bezirkshauptmannschaft

erteilte im selben Jahr die Bewilligung für eine Fremdenpension. Ein Lokal wurde

bis ins Jahr 1971 betrieben. Seit 1978 ist die Stadtgemeinde Mieterin des Hauses, wo verschiedene

Einrichtungen, darunter die „Du & Ich Lernbetreuung“, untergebracht waren.

Die Aufschriften und die große Sonnenuhr gehen auf den Wiederaufbau durch DI Wilhelm

Pössnicker zurück.

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Erste Kreuzwegstation

am Kalvarienberg

KALVARIENBERG, UNTERWEISSENBACH

Im Jahr 1832 erwarb die Pfarrgemeinde Feldbach die

auf dem heutigen Kalvarienberg gelegene

Fläche zur Anlegung von Kreuzwegstationen.

Bereits vorhanden war die Ende des 18. Jahrhunderts

von privater Hand errichtete St. Anna-Kapelle. Die

bauliche Fertigstellung erfolgte 1833. Es gab einige

Renovierungen, unter anderem nach Beschädigungen

im Zweiten Weltkrieg. 1985 wurden die von Alois

Riegler bemalten Blechtafeln bei den Kreuzwegstationen

durch Bronze-Reliefs, ausgeführt von

Arch. DI Richard Meier, ersetzt. Eine Besonderheit

weist die erste Station „Jesus wird zum Tode verurteilt“

auf: Die Gesichtszüge der Figur des Pilatus, der sich

gerade die Hände wäscht, besitzt große Ähnlichkeit mit

dem damaligen Bürgermeister und späteren Ehrenbürger

der Stadt Feldbach KR Alois Harmtodt.

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Sgraffito „Menschen“ von

Stefan Maitz d.Ä.

SENIORENWOHNHAUS I DER STADT-

GEMEINDE, SCHILLERSTRASSE 25 A

Am Marburger Weg, am nördlichen Rand der

damals gerade stillgelegten städtischen

Mülldeponie, entstand im Jahr 1977 das

Seniorenwohnhaus I der Stadtgemeinde.

Nur drei Jahre später wurde ein zweites Haus mit

Pflegestation errichtet, das später aufgestockt

wurde.

An der nördlichen Giebelfront des Hauses I

findet sich ein sehr großes, höchst eindrucksvolles

Sgraffito. Es zeigt Menschen beim gemütlichen,

friedlichen Beisammensein, und steht wohl für

die Wohngemeinschaft, der das Haus in seiner

ursprünglichen Verwendung gewidmet wurde.

Geschaffen hat das Sgraffito Stefan Maitz

der Ältere (1921-2017), dessen meisterliche Fähigkeiten

für einige weitere Abbildungen in Feldbach

in Anspruch genommen wurden.

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Steinskulptur im Seniorenpark

ALOIS-GERSTL-WEG / MARBURGERWEG

Der „Seniorenpark“ zwischen Marburger Weg und Alois-Gerstl-Weg

ist heute eine schön gestaltete Grünlandschaft.

Noch bis 1967 befand sich hier eine Lehmgrube, die zur benachbarten

Städtischen Ziegelei gehörte. Bis ins Jahr 1974 wurde die Grube zur

Entsorgung von Müll verwendet, anschließend entstand mit Hilfe von

örtlichen Vereinen ein Park. Von 1996 bis 2001 erfolgte die Sanierung

der darunter befindlichen Mülldeponie, ehe der Park komplett neu

angelegt wurde. Die aus diesem Anlass aufgestellte Steinskulptur

symbolisiert den im Untergrund verpressten früheren Müll.

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Das Ungartor

UNTERWEISSENBACH 1

Im Jahr 1621 entstand als erster Teil der

Marktbefestigung am Übergang der heutigen

Ungarstraße zur Bürgergasse (damals

Badergasse) das „Radkersburger Tor“ oder

„Ungartor“.

Die Ostseite der Stadt wurde damals als am

gefährdetsten empfunden. Die Abtragung

des Tores erfolgte im Jahr 1861. Das Portal

wurde im heutigen Landgasthaus Kleinmaier

in Unterweißenbach 1 eingemauert.

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Die Bürgermeister-

Gedächtnisstätte

AM STADTFRIEDHOF

Auf dem Feldbacher Stadtfriedhof gibt es eine

Gedächtnisstätte für verstorbene Feldbacher

Bürgermeister, die sich in der Zeit nach dem

Revolutionsjahr 1848 und des davon ausgehenden

Verfassungsentwurfes im Jahr 1862 in den

Dienst der Bevölkerung gestellt haben.

Eingraviert sind dort die Namen dieser Bürgermeister

und die Zeiten der Ausübung ihres Amtes.

Anlass für die Einrichtung dieser Gedächtnisstätte

war das Auslaufen des Grabrechtes für den ehemaligen

Feldbacher Bürgermeister Dr. Wilhelm

Senekowitsch (1822-1899). Die Stadtgemeinde

sah es als Verpflichtung an, das Andenken an diese

verdiente Persönlichkeit zu bewahren. Gleichzeitig

sollte ein Ort entstehen, an dem die Stadt ihren

Respekt und Dank für ihre Bürgermeister zum

Ausdruck bringt.

Die Bürgermeister-Gedächtnisstätte findet sich

nach dem Eingang zum Stadtfriedhof im rechten

Teil, geradeaus in etwa 50 Metern Entfernung entlang

der östlichen Gräberfront. Erwähnt sind dort

die ehemaligen Bürgermeister Johann Tengler,

Karl Andreas Schnetz, Dr. Wilhelm Senekowitsch,

Alois Gerstl, Eduard Thaler, Karl Schaar, Dr. Joseph

König, Anton Schaar, Dr. Viktor Notar, Johann

Krois, Rudolf Schelch, Dr. Helmut König, KR Alois

Harmtodt und Karl Deutschmann. Nach fast allen

gibt es in Feldbach auch Benennungen von

Straßen und Wegen.

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Die Bastei-Säule

UNGARSTRASSE, VOR DEM HAUS

UNGARSTRASSE 9

In der Ungarstraße, beim ehemaligen Gastgarten des Café Meran, findet

sich die Bastei-Säule „Kopjafa“.

Diese wurde im Jahr 1990 vom ungarischen Volkskundeschnitzer Janos Freund

während der Feldbacher Messe geschaffen und der Stadt übergeben. Sie steht

für die vom Freundschaftsverein Bastei getragene Beziehung des südungarischen

Bezirkes Baranja zur Steiermark. Aus dieser entstand 1991 die Partnerschaft

der Städte Feldbach und Siklos.

Die Gestaltung der Säule geht auf die sogenannten „Kopjafas“ zurück. Es handelt

sich bei diesen um Gedenk- oder Grabsymbole, die vom Volk der Szekeler,

ansässig in Siebenbürgen, verwendet wurden. Diese waren Grenzsoldaten des

ungarischen Königs, die Säulenform leitet sich von ihren Speeren ab.

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Relief Joseph von

Hammer-Purgstall

UNGARSTRASSE 1, ECKE HAMMER-

PURGSTALL-GASSE

Am Beginn der Hammer-Purgstall-Gasse

(Benennung im Jahr 1936) befindet sich auf der

Fassade des Hauses Ungarstraße 1 ein Relief-

Bild des Freiherrn Joseph von Hammer-Purgstall

(1774-1856).

Der Sohn eines kaiserlichen Beamten aus Graz

trat mit 14 Jahren in die orientalische Akademie

in Wien ein, wo er sich akribisch engagierte. Nach

Stationen als Dolmetscher und Legationssekretär

in Konstantinopel und als Generalkonsul in Jassy

fungierte er als Hofdolmetscher in Wien.

Der Diplomat, Forscher, Übersetzer und erster

Präsident der Österreichischen Akademie der

Wissenschaften gilt als geistiger Brückenbauer

und als Erschließer des Orients. Von einem ungeheuren

Schaffensdrang und Wissensdurst getrieben,

brachte er es auf rund 800 Veröffentlichungen.

Unter anderem übersetzte er den „Diwan“

von Hafis, was Goethe zu seinem „West-östlichen

Diwan” anregte. Weiters verfasste er eine heute

noch erhältliche 10-bändige „Geschichte des

Osmanischen Reiches“. Im Jahr 1835 erbte er von

der letzten Gräfin Purgstall das Schloss Hainfeld

und nahm den Namen Hammer-Purgstall an. In

das Schloss, wo er viele Sommer lebte, brachte er

eine besondere orientalische Note ein.

Das Relief des Freiherrn Joseph von Hammer-

Purgstall wurde anlässlich seines 100. Todestages

am 23.11.1956 von Cleo Hammer-Purgstall geschaffen

und erinnert an seine außerordentliche

Persönlichkeit.

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Der Rauchfangkehrer

GLEICHENBERGER STRASSE 12

Auf einem Zaun an der Kreuzung Gleichenberger

Straße / Färbergasse findet sich die

Darstellung eines Rauchfangkehrers.

Dieses Symbol geht auf die Rauchfangkehrer-Dynastie

Brandl zurück, die seit dem

Jahr 1869 einen Betrieb in Feldbach führt,

seit 1891 ist sie in der Gleichenberger Straße

ansässig. Mit Ing. Karl (IV.) Brandl ist heute

bereits die fünfte Generation tätig, mit Sohn

Florian wächst ein Nachfolger für die Zukunft

heran.

Die Figur wurde dort anlässlich einer verkehrstechnisch

bedingten Abschrägung der

Zaunecke angebracht. Es handelt sich um

einen Metallguss, der von der Kunstgießerei

Loderer ausgeführt wurde. Dieser ersetzte

eine ältere Darstellung auf der Fassade des

Hauses. Dargestellt wird auf dem Zaun eine

Figur mit schnellem Schritt. Dies lässt auf die

umfangreichen Aufgaben des Rauchfangkehrers

schließen, die sich im Lauf der Zeit

wesentlich verändert haben.

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Fassadengestaltung

Erzherzog Johann

LANDESBERUFSSCHULE, FELDGASSE 3

Am Gebäude der Landesberufsschule Feldbach

entlang der Feldgasse befindet sich an der

Südseite ein eindrucksvolles Mosaik mit einer

Darstellung des Erzherzog Johann sowie

einiger ursprünglich an der Schule gelehrter

Berufszweige.

Das Gebäude wurde im Jahr 1959 errichtet, als sich

der Todestag des großen Förderers der Steiermark

zum 100. Mal jährte. Erzherzog Johann gründete

1811 mit seiner umfangreichen Sammlung zu

Natur, Gewerbe, Landwirtschaft und Industrie

das Joanneum. Aus diesem gingen die Technische

Universität, das Landesmuseum, das Landesarchiv

und die Landesbibliothek hervor. Sein Engagement

im Bergbau mündete in die Gründung der

Montanuniversität Leoben. Erzherzog Johann

genießt in der Steiermark bis heute große Popularität,

sein Wirken hat viel zur Identität des Landes

beigetragen.

Die Landesberufsschule Feldbach legt heute den

Schwerpunkt der Ausbildung auf die kaufmännischen

Berufe. Tausende Schüler kamen seit ihrer

Gründung zur Absolvierung ihrer Turnusse nach

Feldbach, wo sie vielfach in den Schulinternaten

wohnten. Legendär ist der Schulbesuch von

großen österreichischen Skifahrern in den 1970er

Jahren, unter anderem von Hansi Hinterseer oder

Annemarie Moser-Pröll.

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Einschusslöcher

WEIDENWEG, GEGENÜBER DEM HAUS

FRANZ-SEINER-GASSE 2

Das ehemalige Städtische Wasserwerk in der

Franz-Seiner-Gasse 2 (daran anschließend die

sogenannte „Wolford-Halle“, heute Startup

Center) wurde zur Zeit des großen Kriegsgefangenenlagers

in Feldbach / Mühldorf (1914-1918)

von der Militärbauleitung errichtet.

Im historischen Teil war bis Ende 2020 der weltbekannte

Textilhersteller Wolford mit einem Verkaufsgeschäft

untergebracht, viele Jahre lang gab

es hier auch eine Produktion. Das Gebäude geriet

beim russischen Vorstoß gegen Ende des Zweiten

Weltkrieges im April / Mai 1945 in die Kampflinie

und erhielt diverse Einschüsse im Putz. Diese

wurden vor einiger Zeit saniert und fast zur Gänze

beseitigt. Als Mahnmal blieben einige von ihnen

an der Ostseite zum Bahndamm hin hinter einer

Plexiglasscheibe erhalten.

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Historische Brücken

EUROPASTRASSE / WEIDENWEG

In Feldbach und Mühldorf befand sich zur Zeit

des Ersten Weltkrieges (1914-1918) eines der

größten Kriegsgefangenenlager der Monarchie.

Dieses wurde durch eine Lagerbahn erschlossen,

außerdem über eine Feldbahn, die nach Westen

über den Hauptplatz bis nach Unterweißenbach

führte, nach Osten bis auf den Steinberg. Die

Anbindung an die Ungarische Westbahn erfolgte

über eine Brücke über die Raab. Diese ist bis heute

erhalten, ebenso die Brücke beim Abzweiger zum

damaligen Sägewerk am Weidenweg (heute Firma

Sopro) und jene über die Europastraße. Der Lagerbahnhof

in der Peter-Rosegger-Straße ist heute für

die Landesbahn nach Bad Gleichenberg in Verwendung.

Die Remise und der Feldbahnhof des Lagers

befanden sich in der heutigen Franz-Seiner-Gasse.

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Sgraffito „Der Baumeister“

GLEICHENBERGER STRASSE 60

In der Gleichenberger Straße 60 befindet sich

das frühere Wohn- und Bürohaus von

Stadtbaumeister Karl Puchleitner (1923-2019).

Das Sgraffito entstand im Jahr 1963 zur Zeit der

Errichtung des Gebäudes. Es zeigt einen Zirkel, ein

Dreieck, ein Stück Ziegelmauer, den Grund und

Boden, alles zusammen fachkundig in kunstvolle

Verbindung gebracht. Derart verweist es noch heute

auf die Fähigkeiten von Stadtbaumeister Karl

Puchleitner und auf sein umfassendes Lebenswerk.

1954 gründete er sein eigenes Bauunternehmen. Dieses

bildete bis heute weit über 200 Lehrlinge aus. Die

zahlreichen von ihm errichteten Häuser und Objekte

in der Stadt und in der Region dokumentieren sein

großes handwerkliches Können und prägen maßgeblich

das heutige Straßen-, Orts- und Landschaftsbild.

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Inschrift über dem Schloss-Portal

SCHLOSS HAINFELD

Die erste urkundliche Erwähnung des Schlosses

Hainfeld geht auf das Jahr 1275 zurück.

Sein heutiges Aussehen erhielt es im 16. Jahrhundert.

Im Jahr 1835 erbte es der namhafte

Orientalist Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall.

Dieser ließ im Schloss, im Park und entlang eines

Spazierweges auf den Steinberg zahlreiche Tafeln

mit Zitaten aus der westlichen und östlichen Weltliteratur

oder Widmungen anbringen. Bis heute

erhalten ist die in Arabisch gehaltene Inschrift über

dem Schloss-Portal: „Gott schütze deinen Ruf, der

gut, das größte deiner Güter – geh sicher ein in

seiner Hut, er ist der beste Hüter.“

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Die Pyramide

SCHLOSS HAINFELD, ALLEE RICHTUNG

STEINBERG

Am Fuß des Steinberges, zwischen dem

Waldrand und der Lindenallee südlich von

Schloss Hainfeld, befindet sich eine mit

Moos bewachsene, etwa einen Meter hohe

Pyramide.

Deren Standort bezeichnet den Ursprung einer

Quelle. Errichten ließ sie der berühmte Orientalist

und erster Präsident der Akademie der

Wissenschaften Freiherr Joseph von Hammer-

Purgstall. Dieser kam 1835 durch Erbschaft in

den Besitz des Schlosses. Zahlreiche Schrifttafeln

zeugen von seiner großen Leidenschaft

für die westliche und östliche Kultur und

Literatur. Auf der Pyramide brachte er einen

Vers aus dem Koran und ein Zitat des griechischen

Dichters Pindar an: „Wasser aber ist das

Beste, des Horaz. O Quelle Bandusia!“

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Impressum

Spuren in der Stadt. Zeichen im öffentlichen

Raum von Feldbach“ ist der um zusätzliche

Stationen und eine Zeitleiste erweiterte

Bildband zu einer Ausstellung am Feldbacher

Hauptplatz (August bis November 2020).

Eine Produktion der Stadtgemeinde Feldbach

Konzept, Gesamtgestaltung und Texte:

Dr. Michael Mehsner

Fotos: Stadtgemeinde Feldbach

Gestaltung Ausstellungsplakate und Folder:

Florian Puchas

Gestaltung Bildband: Daniel Krainer

Druckvorstufe, Druck: Druckhaus Scharmer GmbH,

Europastraße 42, 8330 Feldbach, www.scharmer.at

Auflage 2021

Eigentümer und Herausgeber:

Stadtgemeinde Feldbach. Alle Rechte vorbehalten.

Kein Teil dieses Werkes darf in irgendeiner Form

(durch Kopie, Fotografie, Mikrofilm oder ein anderes

Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung der

Stadtgemeinde Feldbach reproduziert oder durch

Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet,

vervielfältigt oder verbreitet werden.

© Stadtgemeinde Feldbach, Hauptplatz 13,

8330 Feldbach, Telefon: 03152/2202-0,

E-Mail: stadtgemeinde@feldbach.gv.at,

Web: www.feldbach.at

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ZEICHEN IM ÖFFENTLICHEN

RAUM VON FELDBACH

Der Bildband „Spuren in der Stadt

dokumentiert eine Auswahl von besonderen

Zeichen im öffentlichen Raum von Feldbach.

Ungeachtet ihres Alters, ihrer Größe oder

ihrer Wahrnehmbarkeit erzählen sie die

Geschichte unserer Stadt.

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