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Ostalb

Ratgeber GESUNDHEIT

Familie & Kind

Fit für die Schule

Neue Einschulungsuntersuchung in Baden-Württemberg

Unsere Kinder sind unsere Zukunft. Wir alle sind gemeinsam

gefordert, die Bedingungen für das Lernen, für die

Entwicklung und für das gesamte Kinderleben so optimal

wie möglich zu gestalten. Von dieser Idee beseelt, will die

Landespolitik Baden-Württemberg als Kinderland positionieren.

Mit der neuen Form der Vorschul-Untersuchung

wird im Ostalbkreis im Januar 2009 begonnen.

Das Kinderland Baden-Württemberg

will die Vorschul-Untersuchungen

optimieren, es will

Kinder bereits in einem jüngeren

Alter als bisher fördern. Deshalb

wird erstmals für den Einschulungs-Jahrgang

2010 die Untersuchungen

durch den Geschäftsbereich

Gesundheit ein ganzes

Jahr früher begonnen, also im

vorletzten bzw. mittleren Kindergartenjahr.

Die bisherigen Vorschul-Untersuchungen

wurden bisher in der

ersten Hälfte des Jahres bis zu

den großen Ferien, nach denen

die Schule für die ABC-Schützen

beginnt, von einem Team aus

Arzt/Ärztin und Kinderkrankenschwestern

durchgeführt. Besondere

Aufmerksamkeit wird dabei

auf die Fähigkeiten des künftigen

Schulkindes gerichtet, die für ein

erfolgreiches Schulkind besonders

wichtig sind: Sehen, Hören,

Motorik und Sprache. Sehen und

Hören wird mit modernen, kindgerechten

Apparaten getestet, bei

der Motorik wird die Grobmotorik

zum Bewegen und die Feinmotorik

zum Schreiben geprüft,

ergänzt durch das Abmalen von

verschiedenen vorgegebenen

Formen: Im Ostalbkreis werden

seit einigen Jahren alle Kinder

mit dem Breuer-Weuffen-Test

getestet, der sehr gute Aussagen

zur kindlichen Entwicklung und

eventuellen Defiziten möglich

macht. Zweck der Untersuchung

ist, medizinische Befunde zu

erheben und den Förderbedarf

festzustellen, die Förderung

muss unmittelbar erfolgen. Und

hier setzt die Überlegung zur

neuen Vorschul-Untersuchung

an, da es sinnvoll ist, die Zeit der

möglichen Förderung zu vergrößern.

Wie soll die Umsetzung der

neuen Vorschul-Untersuchungen

aussehen?

Die neue Vorschul-Untersuchung

wird in zwei Schritten

mit jeweils zwei Komponenten

durchgeführt. Die erste Untersuchung,

die durch die Krankenschwestern

im nächsten Kindergartenjahr

durchgeführt wird,

besteht aus Elementen, die auch

bisher in die Untersuchungen

einbezogen wurden. Bei der Untersuchung

durch die Krankenschwestern

wird wie bisher das

Impfbuch und das Vorsorgeheft

angeschaut, zusätzlich werden

die Eltern gebeten, einen Elternfragebogen

zur medizinischen

Vorgeschichte des Kindes auszufüllen.

Die Erzieherinnen des Kindergartens

beschreiben das Kind

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in einem Erzieherinnenfragebogen.

Dies ist eine der großen

Neuerungen, die es ermöglicht,

die Erfahrungen der Erzieherinnen

in die Gesamtbeurteilung

einzubinden.

Wenn diese Untersuchung ein

altersgerechtes Ergebnis ergibt

und kein Förderbedarf festgestellt,

findet keine weitere Untersuchung

statt. Die Auffälligen

Befunde dagegen werden mit

der Ärztin/dem Arzt des Gesundheitamtes

besprochen und

die betroffenen Kinder zu einer

ärztlichen Untersuchung eingeladen.

Dabei besprechen die

Eltern mit dem Arzt bei der ärztlichen

Untersuchung die Fördermöglichkeit,

die je nach den

gegebenen Umständen zu Hause,

im Kindergarten oder durch

spezielle Frühförderstellen oder

beim Kinderarzt erfolgen soll.

In den Testläufen im ersten Jahr

wurde übrigens etwa ein Drittel

der Kinder zu dieser ärztlichen

Untersuchung eingeladen.

Diese frühe Diagnostik und Beratung

der Eltern ist die Vorraussetzung

für die jetzt beginnende

Förderung, die in vielen Fällen

durch häusliche Förderung oder

durch spielerische Förderung

im Kindergarten erfolgen kann.

Falls dies nicht ausreichend ist,

wird an die Frühförderung oder

an den Kinder- und Jugendarzt

verwiesen. Ebenfalls neu im

Verfahren ist eine strukturierte

Kommunikation zwischen Kindergarten

und Schule. In einem

sog. „Runden Tisch“ mit Eltern,

Erziehern, Schule und dem Geschäftsbereich

Gesundheit vom

Landratsamt soll die Förderung

des Kindes besprochen werden.

Ein zweiter Schritt der Vorschul-

Untersuchung soll wenige Monate

vor der Einschulung bei

den Kindern erfolgen, die beim

ersten Mal auffällig waren und

zusätzlich die Kinder, die in diesem

Zeitraum aufgrund der Beobachtungen

von Kooperations-

Lehrern oder Erzieherinnen

aufgefallen sind.

Dr. Klaus Walter

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Foto: News-Reporter.NET

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