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Gästemagazin Going Sommer und Winter

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GOING

Magazin

25

365

Tage im Herzen von Going

www.wilderkaiser.info


32

35 JAHRE

HANDWERKS­

KUNSTMARKT

GOING

The Goinger

handicraft market:

35 years of tradition

and craftsmanship.

116

UNSERE

VERANSTAL­

TUNGEN

IM WINTER

Our winter events

24

SOMMER IN

GOING: EVENTS,

TOUREN UND

GEHEIMTIPPS

ZU SCHÖNEN

PLÄTZEN

Summer in Going: events, tours,

and insider tips for beautiful places



GOING

stärkt!

126

REIN INS

SCHNEE-

VERGNÜGEN

Into the snow fun

50

STRATEGIE 2028

Inhalt

IMPRESSUM

Herausgeber: Tourismusverband Wilder Kaiser

Bilder: Felbert-Reiter, Carmen Huter, Stefan Leitner, Martin Lifka, Roland Defrancesco,

Manuel Bialucha, Sebastian Hasenauer, C. Boettcher, Marcel Laemmerhirt, Frank Stolle,

Jessica Kassener, TVB Wilder Kaiser, Claudia Ziegler, Mathäus Gartner, BB Wilder Kaiser,

Emanuel Adensam, Jan Hetfleisch, Christian Mey, Martin Raffeiner, Marie Jose Sombeek

Die Bilder wurden von den jeweiligen Inserenten und Musikgruppen zur Verfügung gestellt.

Texte: Tourismusverband Wilder Kaiser, Katie Tropper, Lena Sponring

6 Herzlich Willkommen

8 Going Facts

10 Willkommen in Going

12 Dein Urlaubsort

16 Die Goinger Ursaat

20 Die Lebenshilfe Tirol

22 Das Kräuter 1×1

24 Sommer

26 Gästeprogramm

28 Sommerabende

30 Goinglive

32 Handwerkskunstmarkt

40 Abenteuerland

46 Die Retter in der Bergnot

50 Strategie 2028

52 Goinger Badesee

56 Moor & more Erlebniswelt

58 SoKo Moor & more

62 Auf des Kaisers Spuren

68 Die Wegewarte des

Wilden Kaisers

74 Naturschutzhof

78 Brauchtum &

Geschichte

80 Marktplatz Wilder Kaiser

84 Der Traum vom

großen Glück

88 Die Pfarrkirche zum

Heiligen Kreuz in Going

93 Mosbeernocken Rezept

94 Mystische Refugien

100 A Gewand für die Ewigkeit

104 Stammgäste

106 Der „Sheriff“ des

Wilden Kaisers

110 Sage: Das Venedigermandl

vom Goldtropf

114 Winter

116 Gästeprogramm

118 Die Rauhnächte

122 Goinglive

126 Rein ins Schneevergnügen

134 Unterwegs im

Winterwanderland

138 Goings Lonesome Rider

140 Der Goinger Eislaufplatz

142 Von starken Männern

und sanften Gestaltern

Grafische Gestaltung: himmel. Studio für Design und Kommunikation Scheffau/Innsbruck

Druck: RB Druck GmbH

Änderungen, Druck- und Satzfehler vorbehalten. © 03.2025

365 Tage Going am Wilden Kaiser 5



AUFTAKT

»JEDER TAG IST EINE CHANCE,

DAS ZU TUN, WAS DU MÖCHTEST.«

6 GOING MAGAZIN 25

365 Tage Going am Wilden Kaiser 7



GOINGFACTS

Hättest du das gedacht: Interessante Zahlen, Daten und

Fakten aus unserem Ort und der Region Wilder Kaiser.

19

Staffeln von der

beliebten Fernsehserie

„Der Bergdoktor“ wurden

seit Serienbeginn 2008 in

der Region WilderKaiser

gedreht. — 19 seasons of

the popular TV series “The

Moutnain Doctor” have

been filmed in the Wilder

Kaiser region since the

series began in 2008.

8

Kapellen befinden sich

im Gemeindegebiet von

Going am Wilden Kaiser.

— 8 chapels are situated at

the municipality of Going

at the Wilder Kaiser.

40 KM

präparierte Loipen gibt es in Going und

über 100 km präparierte Loipen in den vier

Kaiser Orten Going, Scheffau, Ellmau und

Söll. — 40 km of groomed cross country

tracks are availabe in Going and over

100 km of tracks in the four Kaiser towns

of Going, Ellmau, Scheffau and Söll

14

GOINGlive Kaiserabende finden im

Sommer auf der Freiluftbühne am Kirchplatz

in Going statt. — 14 GOING live Kaiser

evenings are taking place at the oudoor stage

at the church square of Going

46,3 KM

Winterwanderwege liegen eingebettet in

Going vor dem majestätisch herabblickenden

Gebirgsmassiv Wilden Kaiser. —

46,3 km of winter hiking trails are nestled

in Going in front of the majestically descending

Wilder Kaiser mountain range.

ÜBER

60

Ausflugsziele sind in und um

die Region Wilder Kaiser zu

finden, davon auch zahlreiche

barrierefreie Wanderwege und

Ausflugsziele. — More than 60

excursion destinations can be

found in and around the Wilder

Kaiser Region, including numerous

barrier-free hiking trails

and excursion destinations.

8 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 9



GOING AM WILDEN KAISER

WILLKOMMEN

IN GOING

Going, der Ruhepol

der Region Wilder Kaiser!

Going, der Ruhepol am Wilden Kaiser.

Going am Wilden Kaiser

ist ein malerisches Dorf

in Tirol, das für seine

natürliche Schönheit, seine Ruhe

und seine entspannte Atmosphäre

bekannt ist. Das Dorf liegt am Fuße

des imposanten Wilden Kaisers, ein

markanter Gebirgszug, der zu den

schönsten und beeindruckendsten

in den österreichischen Alpen zählt.

Der Ort ist ein beliebtes Ziel für

Naturliebhaber, Wanderer und Erholungssuchende,

die die unberührte

Landschaft und die Ruhe

der Region schätzen. Das Dorf bietet

Sommer wie Winter eine Vielzahl

von Aktivitäten in der Natur,

von gemütlichen Spaziergängen bis

hin zu anspruchsvollen Bergtouren,

schöne Pisten und traumhafte Winterwanderwege

und Loipen.

Darüber hinaus ist Going für

seine traditionelle Tiroler Architektur

und seine authentische Atmosphäre

bekannt. Besucher können

die malerischen Bauernhäuser,

die liebevoll gepflegten Gärten und

die herzliche Gastfreundschaft der

Einheimischen erleben.

Insgesamt ist Going ein Ort, an dem

man dem Alltag entfliehen, die Natur

in vollen Zügen genießen und

neue Energie tanken kann. Es ist ein

wahrer Ruhepol inmitten der atemberaubenden

Berglandschaft Tirols.

»DAS DORF

LIEGT AM FUSSE

DES IMPOSAN­

TEN WILDEN

KAISERS, EIN

MARKANTER

GEBIRGSZUG,

DER ZU DEN

SCHÖNSTEN

UND BEEINDRU­

CKENDSTEN IN

DEN ÖSTERREI­

CHISCHEN

ALPEN ZÄHLT.«

*

Welcome in Going. The haven of

peace in the Wilder Kaiser region!

— Going at the Wilden Kaiser

is a picturesque village in Tyrol

known for its natural beauty, tranquillity

and relaxed atmosphere. The

village lies at the foot of the imposing

Wilder Kaiser Mountain, a striking

mountain range that is one of

the most beautiful and impressive

in the Austrian Alps.

Going is a popular destination

for nature lovers, hikers and those

seeking relaxation who appreciate

the unspoiled landscape and tranquillity

of the region. The village

offers a variety of outdoor activities

in both summer and winter,

from leisurely walks to challenging

mountain tours, beautiful slopes

and fantastic winter hiking and

cross-country trails.

The village is also known for

its traditional Tyrolean architecture

and authentic atmosphere. All

in all, Going is a place where you

can escape from everyday life, enjoy

nature to the full and recharge

your batteries. It is a true haven of

peace amidst of Tyrol’s breathtaking

mountain landscape.

10 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 11



GOING UND SEINE WERTE

ICH STELLE

MICH VOR

Going ist mehr als ein Dorf in den Bergen.

Es ist das Urlaubsziel vieler Gäste, die

hier die schönsten Tage im Jahr verbringen.

Du hast den Weg zu mir

gefunden, wie wunderbar.

Ich fühle mich geehrt

und wenn ich ein Mensch wär,

dann würde ich dir jetzt zur Begrüßung

die Hand reichen. Aber das bin

ich nicht, sondern ich bin der Ort, an

dem du deinen Urlaub verbringst.

Das macht mich stolz und erhaben,

so wie der Wilde Kaiser es ist

– er gehört einfach zu mir. Seine

schroffen Felsen und seine unsagbare

Kraft begeistern einen jeden.

Und ich rate dir, besuche ihn. Am

besten machst du dich an einem

Sommermorgen auf zum Bergsteigergrab.

Dort oben scheint die

Freiheit schier grenzenlos zu sein

und du kannst mich und das ganze

Tal genüsslich bestaunen.

Der Sommer …

Vielleicht ist aber auch der Schleierwasserfall

etwas für dich. Hier

wachsen viele über sich hinaus, denn

in dieser Gegend sind Profikletterer

am Werk. Aber auch wenn du

die Wand nicht selbst erklimmst, so

ist es beeindruckend. Über sechzig

Meter fällt ein Gebirgsbach als feiner

Schleier in die Tiefe. Gib Acht,

denn wenn ein Lüftchen weht, dann

kann es für dich schon einmal spritzig

nass werden.

Wenn wir schon beim Wasser

sind, da gibt es noch viel mehr davon.

Keine Sorge, es geht nicht um

Regentropfen. Viel mehr um meinen

Badesee, gespeist mit frischem

Wasser aus glasklaren Gebirgsbächen.

Das muss auch der Grund dafür

sein, das sich der Kaiser so klar

darin spiegelt. Hier geht es schon

mal richtig abenteuerlich zur Sache

und das darf es auch. Ein großes Piratenschiff

mit tollen Spielstationen,

die Wellenrutsche und der spritzige

Spielbereich sorgen für Kinderlachen.

Welches Kind kann dem schon

widerstehen? Für die Großen, da

hab ich auch noch etwas. Nämlich

eine Liegewiese die so groß ist, dass

man immer einen ruhigen Platz fin-

Klettern am

Schleierwasserfall

Sonnenaufgang am

Bergsteigergrab

det – ich verspreche es dir! Wenn du

gerne mein atemberaubendes Spiegelbild

im Wasser sehen möchtest,

besuche doch den Astbergsee – du

wirst es nicht bereuen.

Bitte sei aufmerksam und achte

auf mich. Ein Teil von mir ist ganz

besonders schützenswert. Mein

Schatz ist ein Moor, mitten im Natur-

und Ramsar Schutzgebiet. Wir

nennen es auch unseren Tiroler Urwald,

weil hier die Natur noch in

Ordnung ist. Verschiedene Touren

führen umher, auch ein Erlebnisweg

für Kinder. Weil Naturschutz

von klein auf gelernt werden soll.

Unsere Moorführer*innen nehmen

dich gerne auf ihre geführte

Tour mit.

Mach dich aber auch auf zum

Kirchplatz. Hier sind Tradition und

mein Ursprung daheim. Die anmutige

Kirche wacht über ihn und gibt

ein Gefühl der wohligen Sicherheit.

Ein jeder ist willkommen, der Gast

trifft hier auf den Einheimischen –

und auf den Bergdoktor. Man kann

es ihm nicht verübeln, einen schöneren

Dorfplatz wird man wohl

kaum finden.

Zwei meiner liebsten Begleiter

sind Brauchtum und Musik. Beim

Handwerkskunstmarkt ist beides so

lebendig und echt. Aber auch beim

Sommerabend GOING live haben

Musiker aus allen Richtungen eine

Bühne. Besuche mich, es wird dir

gefallen!

Im Winter …

Besonders meine kleinsten Besucher

liegen mir sehr am Herzen.

Eigens dafür gibt es einen Eislaufplatz

ganz am Waldesrand gelegen.

Eine kleine Blockhütte dient zum

Aufwärmen und die Erwachsenen

sind bei einer lustigen Eisstockpartie

bestens beschäftigt.

Wenn du einen Platz zum Staunen

und Kaisergipfel bewundern

suchst, dann empfehle ich dir das

Hollenauer Kreuz. Egal ob zu Fuß

oder mit den Skiern, der Weg lohnt

12 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 13



GOING UND SEINE WERTE

sich. Seit ich mich erinnern kann,

steht dort oben schon eine alte Bank.

Dort angekommen liegt dir dann

nämlich nicht nur der Wilde Kaiser

zu Füßen, sondern der ganze Talboden

von St. Johann bis nach Söll.

Auch wenn ich im Grunde

gerne die Ruhe und die Tradition

mag, so gehört zum Urlaub in Going

eine lustige Rodelpartie einfach

dazu. Mit der Astbergbahn hoch

hinaus und dann schnurstracks die

4,5 Kilometer ins Tal gebraust. Keine

Sorge, wenn der Tag dafür zu kurz

sein mag. Die Astbergrodelbahn hat

auch am Abend geöffnet.

Vor allem rate ich dir, dass du

deinen Freiraum findest. Ein jeder

Mensch braucht seinen Platz,

drum nimm das Angebot an und

finde auch du deinen. Ich gebe dir

gern ein Stück von mir, um zur Ruhe

zu kommen und Kraft zu tanken.

Entspann dich, wo auch immer du

möchtest.

»DAS GEFÜHL

DER FREUND­

SCHAFT UND

DEM DAZU­

GEHÖREN, DAS

GEBEN DIR

DIE GOINGER

SELBST.«

Mein Herzstück sind aber die Bewohner

von Going. Denn ich kann

dir die Landschaft und wunderbare

Plätze bieten. Das Gefühl der

Freundschaft und dem Dazugehören,

das geben dir die Goinger

selbst. Schätze ihre Ehrlichkeit und

Verbundenheit. Sie wissen nämlich

was verwurzelt sein und Heimat

bedeuten.

Ich wünsche mir, dass du all das

erleben darfst und deinen Bergmoment

findest. Es geht in Going

nicht um höher, schneller und

weiter, sondern nur um dich, deine

Ruhe und deine Kraft. Und jetzt

mach dich auf und erkunde mich!

Dein Urlaub. Deine Erlebnisse.

Dein Going.

*

What I can offer you. Going is so

much more than just a village in the

mountains. It is a holiday destination

for many visitors who spend the best

days of the year here. — How wonderful

that you’ve found your way to

me. I’m honoured and, if I were human,

I would welcome you here by

extending a hand to shake yours. But

I’m not. I’m the place you’re spending

your holiday.

This makes me proud and even a

little grand – much like the Wilder

Kaiser. After all, it’s part of me. Its

craggy cliffs and ineffable force inspire

everyone who claps eyes on

it. And I highly recommend a visit.

Perhaps you’d like to see the

Schleier Waterfall. Many people

surpass themselves here – you’ll

find a lot of professional climbers

in this area. Even if you’re not

one for climbing the cliffs yourself,

it’s still an impressive experience.

A mountain waterfall forms a watery

veil that tumbles more than 60

metres into its depths. Take care – all

it takes is one good breeze to turn

your airy mountain adventure into

a bubbly one.

Please enjoy me with care and

attention. Part of me is particularly

worthy of protection. The treasure

I hold is my moor, at the heart of

the nature reserve. We call it our

Tyrolean jungle because, here, nature

is still intact. There are a number

of different tours through this

area, and there’s even an adventure

trail for kids.

Let me tell you, you’re sure to

find space for yourself. Every one of

us needs their space. Take the opportunity

presented here to find your

own. I’m happy to lend you a piece

of myself to find a bit of peace and

regain your strength. Relax, wherever

you want. If you’re looking

for a place where you can marvel

in wonder at the peaks of the

Kaiser Mountains, I would recommend

Hollenauer Kreuz. Whether

you travel by foot or on skis, the

journey is worth it. There has been

an old bench up there for as long

as I can remember. Once you get

there, you’ll not only have the Wilder

Kaiser range at your feet, you’ll also

be treated to a view of an expansive

valley plain extending from

St. Johann to Söll.

Even though I actually prefer

peace and quiet and tradition, no

holiday in Going would be complete

without a fun-filled toboggan

ride. Take the Astberg chairlift

up the mountain and then race

down the 4.5 kilometre runs into

the valley. And not to worry if the

day simply isn’t long enough. The

Astberg toboggan run is also open

in the evening.

But my heart is truly the inhabitants

of Going. I can only offer you

scenery and lovely places. But the

feeling of friendship and belonging

you get here comes from the

people of Going themselves. Treasure

their honesty and loyalty. They

know what being rooted and what

home means.

I hope you’re able to get the most

out of your experience here and that

you find your own mountain moment.

It’s not about higher, faster

and further in Going. It’s just about

you, your peace and quiet as well as

your strength. So, get to it and come

discover me!

Your holiday. Your adventures.

Your Going.

Sonnenuntergangsstimmung im Winter am Wilden Kaiser

14 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 15



GOINGER URSAAT

DIE URKRÄFTE

DER NATUR

Auf der Sonnenseite von Going, am Fuße

des Wilden Kaisers, heißt es, sind die Urkräfte

der Natur besonders stark.

Do heroben is’ scho a gonz

a besonderes Platzerl“,

sagt er, der Biobauer

Franz Wallner und auch, dass das

mit der Urkraft schon seine Bedeutung

hat. Eigentlich ist es ja ganz

einfach: Mit der Entstehung unserer

Erde wurde plötzlich jede Menge

Energie frei – Urkraft, wenn man so

will. Und die, die dauert bis heute an.

„In jeder Pflanze, in jedem Grashalm

und in jedem Tier, überall is’ die Urkraft

drin. Und des spürt man auch“,

ist der Franz überzeugt. Schon als

Kind hatte er die Fähigkeit, besondere

Plätze zu spüren, auf denen gebaut

oder gesät werden sollte. Auch

mit dem Wasser kennt er sich aus

und hat seine hofeigene Quelle biologisch

aktiviert. Laut dürfte man

das allerdings nicht sagen, da würde

man gleich als Spinner abgestempelt.

Aber irgendeinen Grund muss

es wohl haben, dass rund um den

600 Jahre alten Bio-Hof alles bestens

blüht und gedeiht. Der Franz

war schon immer etwas anders als

die anderen. Vielleicht auch wegen

der Umstände. Bereits mit 18 musste

er nach einem tragischen Unglück

den Hof seines Vaters übernehmen.

Seitdem ist viel Zeit vergangen. Zeit,

BESUCH

BEI BIOBAUER

FRANZ:

Jeden Freitag

von 10–12 Uhr

die Franz genützt hat, seinen konventionellen

Bauernhof in einen

Bio-Hof mit Rinderzucht, Milchund

Waldwirtschaft sowie Ackerbau

zu verwandeln. À la Selbstversorger,

wenn man so will, denn

am Blaikenhof werden unter anderem

auch Erdäpfel, Getreide und

Kräuter angebaut. So war es kein

Zufall, dass vor einigen Jahren das

Projekt Goinger Ursaat an diesem

Ort entstand.

In Zusammenarbeit mit dem

Tourismus verband Going und der

Kräuterexpertin Cornelia Miedler

wurden sieben Samen aus dem

Bestand der Bio Austria Saatgut

und der Arche Noah ausgewählt.

„Die waren ganz schön knausrig,

da hab’ i grade mal 500 Gramm bekommen“,

lacht Franz. Beides sind

Vereinigungen, die sich dem Erhalt

rarer Gemüse-, Obst- und Getreidesorten

verschrieben haben und

diese wie einen Schatz bewahren.

»ALLES IST

MIT ALLEM

VERBUNDEN. DIE

GOINGER UR­

KRAFT IST

EIN TEIL DES

GANZEN.

GEWACHSEN

AUS DER KRAFT

DER NATUR.«

FRANZ

WALLNER

Franz und seine Frau Luise haben

diesem Schatz wieder Leben eingehaucht

und bauen auf Kleinstfeldern

– jedes nur so groß wie ein

mittelgroßes Zimmer – Phacelia,

Ringelblume, Mais, Sonnenblume,

Schwarzhafer, Gerste und Schlangenknoblauch

an. Die Wahl fiel dabei

nicht zufällig auf die zum Teil

exotisch klingenden Sorten. Jede hat

ihre eigene, ganz besondere Wirkung

– ob als Tee, Heilblume, Getreide

oder Bienenweide.

Im Zeichen

des Mondes

In mühevoller Handarbeit wird

gejätet und geerntet. „Hier muss

man auf den richtigen Zeitpunkt

schauen. Die Samen dürfen nicht

zu reif sein, sonst fallen sie gleich

aus der Blüte. Jede Pflanze hat ihre

eigene Zeit. Die erste Ernte beginnt

bereits zur Egascht, zur ersten Mahd

im Juli. Der Mond spielt auch eine

große Rolle und natürlich das Wetter.“

Luise Wallner ist die perfekte

Ergänzung zu ihrem Mann. Auch

die Pädagogin beschäftigt sich mit

dem weiten Feld der Urkraft. „Früher

habe ich alles genau ausgependelt.

Heute spüre ich einfach, welches

Getreide wo angebaut werden

soll.“ Die Wallners betreiben Fruchtfolge-Wirtschaft.

Das bedeutet, dass

jedes Jahr eine andere Sorte am Feld

angebaut wird. Diese Methode steht

ganz im Gegensatz zur Monokultur

und sorgt für ideale Wachstumsbedingungen

und Bodenfruchtbarkeit.

Ein Stück Urkraft

geht auf Reisen

Die Idee hinter der Goinger Ursaat

war es, ein Stück Urkraft in

die Welt zu schicken. Die Samen

werden geerntet, getrocknet und in

der Lebenshilfe in Oberndorf liebevoll

verpackt – bereit, um Kraft

und Energie zu verbreiten. Denn

das Besondere an diesen Samen

ist, dass sie sich vermehren. Eine

seltene Angelegenheit in der heutigen

Zeit. Säht man sie, entsteht

Gartenschätze

die Frucht, die abgeerntet wird, um

die Samen im nächsten Jahr erneut

gedeihen zu lassen. Ein Weitergeben

der Energie, der Kraft der Natur.

Aus Liebe zur Heimat, ein Stück

Going für die Welt.

TIPP Holt euch die

Goinger Ursaat kostenlos

in der Tourismus

Info Going. Alle Goinger

Gäste können sich in der

Tourismus Info Going ein

Glas Ursaat kostenlos

abholen und zuhause

ein klein bisschen Going

einpflanzen.

*

From the primal forces of nature.

On the sunny side of Going, at the foot

of the Wilder Kaiser, the primal forces

of nature are particularly strong. —

And they even take up travelling on

occasion, packaged as small gifts.

“Up there is a really special place”,

says organic farmer Franz Wallner,

adding how important these primal

forces are. It’s actually quite simple.

16 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 17



GOINGER URSAAT

Die Goinger Ursaat –

ein Stück Urkraft zum

Hinaustragen in die Welt

Biobauer Franz Wallner mit seiner Frau Luise

When the Earth was created, a great

deal of energy was released – what

we might call primal energy. And

this energy remains to this day.

“These primal forces are in every

plant, every blade of grass and every

animal everywhere. And you can feel

it”, says Franz confidently. Even as a

child he had the ability to recognise,

even feel, that certain places were

special and should be built upon or

sown. His powers extend to water

as well, and his farm has its own biologically

activated water source.

This is something that is best left

unsaid – unless you want people

to think you’re a little crazy. But

there must be a reason for the success

of this 600-year-old organic

farm. It’s thriving.

As part of a collaboration between

the Going tourism office

and herbal expert Cornelia Miedler,

seven seeds were selected

from the Bio Austria and Noah’s

Ark seed vaults. Both of these are

organisations dedicated to conserving

rare vegetables, fruits and

grains and guarding them like treasure.

Franz and his wife, Luise, have

breathed life back into this treasure

trove and are sowing lacy scorpionweed,

calendula, corn, sunflowers,

black oats, native wheat and Chesnok

Red garlic in small fields.

»EVERYTHING

IS CONNECTED.

THE PRIMAL

FORCES IN

GOING ARE

PART OF A BIG­

GER WHOLE.

GROWN FROM

THE POWER

OF NATURE.«

FRANZ

WALLNER

It is weeded and harvested with laborious

manual labour. “You have

to look out for the right time. The

seeds should not be too ripe, otherwise

they’ll immediately fall from

the flower.” The Wallners use crop

rotation on their farm. This means

that a different variety is grown on

each field every year. This method

stands in contrast to monoculture

methods, and provides ideal growing

conditions and soil fertility.

The idea behind the Going native

seed project was to send a bit of primal

energy out into the world. The

seeds are harvested, dried and lovingly

packed at the Lebenshilfe centre

in Oberndorf – ready to spread

power and energy. What’s so special

about these seeds is that they multiply

– something that’s exceedingly

rare these days. For the love of home,

a piece of Going for the world.

Tip Get the Goinger

Ursaat free of charge

at the tourist office in

Going. All guests from

Going can get a free a

glass of Ursaat free of

charge and plant a little

bit of Wilder Kaiser at

home.

18 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 19



GOINGER URSAAT

DIE LEBENSHILFE TIROL

Menschen mit Behinderungen, die am

Wilden Kaiser wertvolle Aufgaben erledigen.

Die Lebenshilfe Tirol ist

eine beherzte Wegbegleiterin

von Menschen

mit Behinderungen bei einem barrierefreien,

selbst bestimmten und

erfüllten Leben. Dabei spielen Kooperationen

vor Ort in den Gemeinden

eine wesentliche Rolle, neben

neuen Tätigkeitsfeldern auch Begegnungen

für alle im Alltagsleben

möglich und erlebbar zu machen.

Wenn uns das Team der Lebenshilfe

aus Oberndorf in der Tourismus

Info in Going besucht, dann

geht nicht nur die Tür weit auf.

Nein, es ist vor allem das Herz,

welches dann mit viel Freundlichkeit

und guter Laune regelrecht

überschüttet wird. „Wir holen die

Goinger Ursaat. Wir haben nämlich

keine mehr“, wird uns dabei berichtet.

Und schon schnappt sich jeder

einen Sack der unsortierten Saat

und lädt ihn in den Bus der Lebenshilfe.

Die Kolleg*innen in Oberndorf

warten schon auf die Lieferung,

um dann richtig Hand anzulegen.

In einem Projekt für den Tourismusverband

sortieren Menschen

mit Behinderungen das wertvolle

Saatgut und füllen es in Reagenzgläser,

die als originelle Geschenke

an Gäste weitergegeben werden.

Wir im TVB haben bereits beim

Probe-Sortieren aufgegeben und

sind deshalb über diese Unterstützung

froh. Für Menschen mit Behinderungen

stärken Aufträge wie

diese zudem das Selbstwertgefühl,

etwas für die Gemeinschaft leisten

und sich beteiligen zu können.

Fertig abgefüllt wird dann alles wieder

zu uns nach Going gebracht und

freudig angekündigt: „Nachschub

ist da. Damit ihr wieder was verschenken

könnt!“ Und mit dem

Nachschub an Saatgut wird auch

ganz selbstverständlich eine kräftige

Portion Fröhlichkeit und Heiterkeit

mitgeliefert. Nicht nur bei

diesem Projekt ist die Lebenshilfe

mit ihrem Team ein wichtiger Partner

für uns. Zum Beispiel die Erlebniswelt

des Moor&more wird

von Menschen mit Behinderungen

sauber gehalten und die Spielstationen

werden betreut und getestet.

Aber das ist wiederum eine andere

Geschichte …

*

Lebenshilfe Tirol. People with

special needs who carry out special

work in the Wilder Kaiser region. —

Lebenshilfe Tirol, a Tyrol-based

lifestyle support organisation, is

a steadfast companion to people

with disabilities, helping them lead

fulfilling, self-determined lives

without barriers.

When Franz comes to visit us at

the tourism office with his friends

from Oberndorf, it’s not just the

doors that are opened wide. It’s

rather our hearts that are positively

overcome with the friendliness

and good spirits they bring along

with them. “Some Going Ursaat

seeds, please – we’re all out”, they tell

us. And then each of them grabs a

bag of unsorted seeds, loading them

onto the Lebenshilfe bus. Their

colleagues are already waiting for

them in Oberndorf. Here they literally

lend a hand, separating out the

seeds and packaging them up. All

Josef has to say is, “Wonderful! Wonderful!”

Once everything has been

packaged, it’s brought back to us

here in Going. “The refills are here.

Now you can give some more away!”

»ZEIT, DIE WIR UNS

NEHMEN, IST DIE ZEIT, DIE

UNS ETWAS GIBT.«

20 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 21



KRÄUTER 1×1

Gewachsen aus der Kraft der Natur.

Die sieben Ursaaten im Detail.

Mais: DAS URALTE HAUPTNAHRUNGSMITTEL,

EIN WICHTIGER BASENTEE — Im Grunde

genommen wird der Mais heutzutage vor allem

als Futterpflanze genutzt. Allerdings bietet das

schmackhafte Getreide Mais auch als Heilpflanze

für den Menschen mit seinen zahlreichen Nährstoffen

und Vitaminen viele positive gesundheitliche

Wirkungen.

Schlangenknoblauch: EINE ALTE

GEMÜSEPFLANZE — Der auch als Rockenbolle

bekannte Schlangenknoblauch begeistert durch

seine außergewöhnliche Wuchsform. Die Brutknolle

wächst oberirdisch an einem geringelten

Blütenstengel. Das Aroma von Knoblauch ist in

der Küche sehr gefragt, denn er bereichert den

Geschmack vieler Gerichte. Im Garten angebaut

macht er sogar optisch, mit seinem in sich

schlängelnden Blütenstängel und den zahlreichen

kleinen Brutzwiebeln, eine gute Figur.

Phacelia: EINE KOSTBARE

BIENENWEIDE UND TEEBLUME —

Gartenliebhaber kennen die pflegeleichte

Phacelia auch unter dem Namen

Büschelschön, Büchelblume, Bienenweide

oder Bienenfreund. Die bläuliche

Blume ist so beliebt, weil sie in einem

Garten viele Funktionen übernehmen

kann.Die Phacelia ist eine echte

Allzweckwaffe unter den Gartenblumen.

Die vielseitige Pflanze versorgt Bienen

und Insekten mit ihrem süßen Nektar.

Sie eignet sich als vitalisierender

Gründünger und unterdrückt Unkraut.

Gerste: EIN GETREIDE,

DAS DEM WEIZEN ODER REIS

ÄHNELT — Die reifen Ähren stehen

waagrecht oder neigen sich

nach unten. Sie ist eine wertvolle

Nahrungsquelle, die wichtige

Nährstoffe wie Niacin, Phosphor

und Zink enthält. Der Geschmack

der Gerste ist fein und nussig,

was sie sowohl für herzhafte,

als auch süße Gerichte geeignet

macht. Außerdem fördert Gerste

den Stoffwechsel und unterstützt

die Regulierung des Blutzucker

und Cholesterinspiegels.

Sonnenblume: EINE ÖLSAAT UND

NAHRUNGSMITTEL MIT TEEBLÜTE —

Die Sonnenblume, die zur Familie der Korbblütler

gehört, ist eine recht anspruchslose Pflanze.

Als Heilpflanze ist die Sonnenblume weniger

bekannt. Für die Gesundheit sind hauptsächlich

die Kerne und das daraus gewonnene Öl von

Bedeutung.

Ringelblume: EINE ESSBARE

BLÜTE UND HEILBLUME IN DER

MEDIZIN — Die Ringelblume ist eine

der ältesten Gartenpflanzen. Sie sorgt

für Farbe im Blumenbeet und hat auch

als Heilpflanze eine lange Tradition.

Ringelblumen sind sehr gute Heilpflanzen

und eine Salbe aus den geernteten

Blüten kann wahre Wunder wirken.

Schwarzhafer: EIN URALTES GETREIDE UND EINE

TEEPFLANZE — Schwarzhafer unterscheidet sich nicht nur

wegen der dunklen Körner vom herkömmlichen Gelbhafer,

sondern auch durch seinen süßeren Geschmack. Auch stellt

diese alte Getreidesorte keine hohen Ansprüche an den Boden,

weist eine vergleichsweise hohen Toleranz gegenüber Trockenheit

auf und gedeiht somit auch auf sandigen Böden.

22 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 23



AUFTAKT

SOM

MER

Sonne & Wandern — Tipps für

Veranstaltungen, die schönsten

Touren und Plätze. All das und

noch vieles mehr.

Summer, Sun & Hiking — Tips for events,

the most beautiful tours and places to visit.

All that and much more.

24 GOING MAGAZIN 25

365 Tage Going am Wilden Kaiser 25



GOINGkalendarium

Unsere wöchentlichen Veranstaltungen im Sommer 2025.

Going gemeinsam erkunden – lerne Deinen Urlaubsort kennen.

Our weekly events in summer 2025. Explore Going together –

get to know your vacation destination.

DIE AKTUELLEN INFOS ZU ALLEN

VERANSTALTUNGEN FINDEST

DU UNTER FOLGENDEM LINK:

Scan me!

MONTAG

DIENSTAG

Familie

Sommerliche

Fackelwanderung

02.06./09.06./16.06.

& 07.07.–25.08.2025

TORCHLIGHT HIKE

Im Schein der Fackel spaziert

ihr gemeinsam mit Carina

durch das Dörfchen Going

und genießen den besonderen

abendlichen Flair.

Treffpunkt: Tourismus Info Going

Uhrzeit: 20–22 Uhr

Anmeldung: bis Sonntag 17 Uhr

kostenlos – nur mit gültiger

GästeCard

Familie

Lipizzaner

Gestütsführung

DIENSTAG, 9.00–9:30 UHR

& SAMSTAG 18:15–18:45 UHR

LIPIZZANER STUD FARM

TOUR AT STANGLWIRT

Bei einer exklusiven Führung

durch die Stallungen der Stanglwirt

Reitschule und deren

privaten Lipizzanergestüts

tauchen Sie ein in die edle Welt

der Barockpferderasse.

Treffpunkt: Reitstall Stanglwirt

Anmeldung: bis zum Vortag 17 Uhr

Familie

Wiesenaction mit

Gisela Gänseblümchen

08.07.–26.08.2025

ACTION WITH GISELA

Ob Fangalex oder Blumenraten,

bei lustigen Wiesenspielen und

Action im Grünen ist der Sommerspaß

garantiert. Wer versteckt

sich in der blühenden Sommerwiese?

Und welche spannenden

Aufgaben gibt es zu lösen? Macht

euch gemeinsam auf den Weg und

ihr werdet des Rätsels Lösung

entdecken – auf der Blumenwiese

von Gisela Gänseblümchen in

Going.

Treffpunkt: Tourismus Info Going

Uhrzeit: 10–16 Uhr

Verpflegung ist selber mitzubringen

Anmeldung: bis Montag 17 Uhr

Genuss

Genussvolle

Momente –

Ein kulinarischer

Spaziergang

GANZJÄHRIG

CULINARY HIKE

Bei diesem „Genussspaziergang“

zwischen Going und Ellmau

erzählt Tourismusmanagerin

Tanja allerlei Wissenswertes

über regionale Kreisläufe und

heimische Produkte. Natürlich

werden die lokalen Spezialitäten

auch verkostet.

Treffpunkt: 10 Uhr bei der Tourismus

Info Going, oder: 10:30 Uhr beim

Bauernladen Wilder Käser in Ellmau

Anmeldung: bis 17 Uhr am Vortag

Freitag Mittwoch

wandern

Wanderung am

Morgen – mit Bergfrühstück

11.06.–27.08.2025

GUIDED HIKING TOUR –

“BREAKFAST ON THE

MOUNTAIN”

Nach der Sonnenaufgangswanderung

durch taunasses Gras,

wartet auf der Blattlalm beim

Astbergsee schon ein Frühstück

auf die ersten Wanderer.

Treffpunkt: Tourismus Info Going

Uhrzeit: 7:30–13:30 Uhr

Anmeldung: bis Dienstag 12 Uhr

Brauchtum

Besuch bei Biobauer

Franz – auf den

Spuren der Goinger

Ursaat

16.05.–12.09.2025

VISIT BIO-FARMER FRANZ

ON HIS FARM

Auf den Feldern rund um den

urigen Hof von Biobauer Franz

hat die Goinger Ursaat ihren

Ursprung. Franz erklärt alles über

die Urkraft der Pflanzen, deren

Anbau und Heilkräfte. Als Dank

erhält jeder Gast seine eigene

„Goinger Ursaat“ zum mitnehmen

und selbst anpflanzen.

Treffpunkt: Biobauer Franz Wallner

(Blaikenweg 33, Going), 10–12 Uhr

nur mit gültiger GästeCard

Anmeldung: bis Vortag 17 Uhr

Familie

Ein Vormittag am

Naturschutzhof

Artenreich*

28.05.–01.10.2025

A MORNING AT THE CONSER­

VATION FARM ARTENREICH

Entdecke die Vielfalt am Naturschutzhof.

Das Produkt des

Bauernhofs ist die Artenvielfalt.

Diese reicht von bunten Blumen

über heimische Hecken bis zu

Schmetterlingen und Fledermäusen.

Der Naturschutzhof

hat das Ziel Lebensräume zu

erhalten und neu zu schaffen.

Uhrzeit: 10:20–ca. 11:30 Uhr

Anmeldung: bis Vortag 15 Uhr

Familie

Sommerkonzert der

Bundesmusikkapelle

Going

13.06.–19.09.2025

AUSGENOMMEN 20.06.

CONCERT OF THE

BRASS BAND GOING

Die Goinger Bundesmusikkapelle

präsentiert ein bunt

gemischtes Programm für

alle Musikliebhaber.

Treffpunkt: Kirchplatz Going

kostenlos; keine Anmeldung

erforderlich

Familie

Bau von

Wildbienenhäusern

NACH JEDER FÜHRUNG

AM NATURSCHUTZHOF

CONSTRUCTION

OF WILD BEE HOUSES

Kinder können in diesem spannenden

Workshop kreativ werden

und gleichzeitig etwas für die

Natur tun! Gemeinsam bauen

wir Wildbienenhäuser, die

den kleinen Bestäubern einen

sicheren Unterschlupf bieten.

Ein tolles Erlebnis für kleine

Handwerker und Naturliebhaber!

Dauer: ca. 30–40 Minuten

Materialkosten: € 12

*IM ANSCHLUSS

AN DIE HOFFÜH­

RUNG GIBT ES NOCH

OPTIONAL EINEN

WORKSHOP FÜR

KINDER:

26 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 27



WAS SOLL ICH HEUTE TUN?

ELLMAUER SOMMERNACHT

jeden Dienstag, 27. Mai – 2. September

Ellmau

HÖHEPUNKTE

AM ABEND

Musik, Tradition und Unterhaltung findet man

reichlich am Wilden Kaiser. Die Sommerabende

sind auf alle Fälle einen Besuch wert.

Going live

Termine und weitere Informationen ab Seite 30 | Dates and further information from page 30

going

SCHEFFAUER DORFABEND

jeden Donnerstag, 3. Juli – 11. September

In Ellmau geht’s jeden Dienstagabend lustig zu, wenn verschiedene

Live Gruppen ab 18 Uhr im autofreien Ortszentrum für Unterhaltung

sorgen. Die Bummelzone mit lockerer Marktatmosphäre und die zahlreichen

Verpflegungsstände laden in der lauen Sommernacht am

Wilden Kaiser zum Flanieren und Verweilen ein.

Ellmau’s Summer Night

Every tuesday in summer starting at 6pm the entire village center

in Ellmau turns into a car-free strolling area. Shopping until 9pm,

Tyrolean specialities and other delicacies, traditional handicrafts as

well as attractions for the little ones promise an atmospheric evening.

Locals and visitors enjoy the relaxed market atmosphere with live

music and the convivial gathering at the Wilder Kaiser.

Scheffau

Direkt unterhalb der Kirche mitten im Dorfkern mit traumhaftem Blick

auf den Wilden Kaiser treffen sich Einheimische und Gäste am Donnerstag

zum wöchentlichen Dorfabend und Platzkonzert der Bundesmusikkapelle.

Ab 19 Uhr werden an den Standl’n Getränke & lokale Spezialitäten

angeboten und ab 19:30 beginnt das musikalische Programm.

Scheffau Village Evening

Directly below the church in the middle of the village centre, locals and

guests meet on Thursdays for the weekly village square concert of the

Bundesmusikkapelle brass band with a fantastic backdrop of the Wilder

Kaiser mountain range. From 7 pm, drinks and local specialities are

offered at the food stalls, the musical programme begins at 8 pm.

Richtig spannend wird’s, wenn in Going der Kirchplatz

zur Freiluftbühne für ganz besondere Künstler

wird. So findet in den Wochen ohne Handwerkskunstmarkt

immer donnerstags GOING live – ein sommerlicher

Kaiserabend statt. Live am Kirchplatz, und somit

den Wilden Kaiser stets im Blick, sorgen Musiker

aus nah und fern für Ihr ganz besonderes Abendprogramm.

Falls dem Wettergott ein Wetterumbruch einmal

lieber ist, informieren wir auf unserer Facebook

Seite Goinger Kaiserin. Eintritt frei.

The “Emperor evening” in summer — Every Thursday

in summer, in the weeks with no handicraft market,

the emperor evening takes place. Artists and musicians

from near and far travel to Going to display their

talents in front of the Wilder Kaiser. If the weather

god prefers a change in the weather for once we will

inform you on our Facebook page Goinger Kaiserin.

Admission free!

SÖLLER FREITAG

jeden Freitag, 6. Juni – 5. September

Söll

Wenn der Sommer in Söll im Zeichen von gemütlichem Beisammensein,

Live-Musik und Kulinarik steht: Der Söller Freitag lädt wöchentlich

unter dem Motto „Summer Chill“ zum Genießen ein. Ab 18:30 Uhr

öffnen die teilnehmenden Gastgeber*innen im Dorfzentrum die Türen

für Sie und zaubern besondere Gerichte und Getränke. Live-Musik

begleitet Sie stimmungsvoll durch den Abend.

Söller Friday

A summer in Söll, under the sign of the cozy get-together stands, live music

and culinary delights: the Söller Friday invites weekly under the the

slogan “Summer Chill” to enjoy. From 7 pm the local gastronomy in the

village center open their doors for you with special dishes and drinks.

Live music will accompany you through the evening.

28 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 29



GOINGlive

Kaiserabende im Sommer. Auf der Freiluftbühne am Kirchplatz

und somit den Wilden Kaiser immer im Blick, sorgen Künstlerinnen

und Künstler aus nah und fern für das besondere Abendprogramm.

— Live music in summer. On the open-air stage at

the Kirchplatz and thus always in view of the Wilder Kaiser, artists

from near and far provide a special evening program.

SINGENDER

PATER MANUEL

10.07.2025, 20 UHR

Pater Sandesh Manuel ist

ein singender Priester. Seine

Lieder führen in die Tiefe und

berühren. — Father Sandesh

Manuel is a singing priest. His

songs are profound and touching.

DIE SCHNEIDIG’N

24.07.2025, 20 UHR

Ein buntes Repertoire aus

verschiedenen Genres und

mehrstimmigem Gesang.

A colorful repertoire of different

genres and polyphonic singing.

Rodscha und Tom

07.08.2025, 19:30 UHR

Die neue Tanz- und Musikshow

mit den tierischen

Freunden Affe und Rastazebra.

The new dance and music show

with the animal friends monkey

and zebra.

EABOCH MUSI

22.05.2025, 20 UHR

Von fidelen Inntalern über

Ebbser Kaiserklang bis hin

zu Eigenkompositionen.

Die Eaboch Musig bietet ein

abwechslungsreiches Programm.

— From cheerful Inntalers

to Ebbser Kaiserklang and

original compositions. The Eaboch

Musi offers a varied program.

INSANITY SAUCE

30.05.2025 (FREITAG),

20 UHR

Das Repertoire von Insanity

Sauce umfasst Rock und Pop

und zudem zahlreiche eigene

Songs. — Insanity Sauce’s repertoire

includes rock and pop as

well as numerous original songs.

HIGH SOUTH

05.06.2025, 20 UHR

Die Mischung aus Folk, Blues,

Country und Southern Rock,

kombiniert mit dreistimmigem

Gesang weckt starke

Emotionen bei den Zuhörern.

The mixture of folk, blues, country

and southern rock, combined

with three-part vocals arouses

strong emotions in the listeners.

EARCATCHER

14.08.2025, 20 UHR

Zeitlose Klassiker der Musikgeschichte,

begleitet von virtuosem

Saiten- und Tastenspiel.

Timeless classics of music

history, accompanied by virtuoso

string and keyboard playing.

TAKE TWO

28.08.2025, 20 UHR

Mit einer Mischung aus Pop,

Rock, Schlager und Oldies

lässt TAKE TWO keine Musikwünsche

offen. — With a mixture

of pop, rock, hits and oldies,

TAKE TWO leaves nothing to

be desired.

Xandi & Guy

20.06.2025 (FREITAG),

20 UHR

Gefühlvoller Gesang, handgemachte

Musik und mitreißende

Melodien für einen

unvergesslichen Abend!

Soulful vocals, hand made music,

and captivating melodies for an

unforgettable evening!

AKUSTIK ON THE ROCKS

26.06.2025, 20 UHR

Das Powertrio spielt Rockklassiker

im akkustischen

Gewand, hat aber auch ein

paar sorgfältig ausgewählte

Überraschungen im Repertoire.

— The power trio plays

rock classics in an acoustic guise,

but also has a few carefully

selected surprises in its repertoire.

THE WESTERN

COUNTRY BAND

03.07.2025, 20 UHR

Gespielt werden Originale

und die größten Country

Hits aller Zeiten! — Originals

and the greatest country hits

of all time will be played!

I’MPRESSED

11.09.2025, 19:30 UHR

I’mpressed ist die 5-köpfige

Rock & Pop-Partyband aus

Alpbach. — I’mpressed is the

5-piece rock & pop party band

from Alpbach.

PLUSVIERDREI

18.09.2025, 19:30 UHR

Die Austropop-Coverband

bringt Klassiker und moderne

Hits mit frischer Interpretation

und Humor auf die Bühne.

The Austropop cover band brings

classics and modern hits to the

stage with fresh interpretation

and humor.

UNTERLAND 4

25.09.2025, 19:30 UHR

Unterland 4 steht für musikalische

Vielfalt: vom Oberkrainer

bis zum Rock. — Unterland 4

represents musical diversity:

from Oberkrainer to Rock.

30 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 31



HANDWERKSKUNSTMARKT

DER HAND­

WERKSKUNST ­

MARKT IN GOING

Seit 35 Jahren zeigt dieser nun jeden Sommer, wie in Going

das Handwerk zur Kunst wird. Ein Markt an dem sich

Tradition, Kultur und Handwerk stimmig vereinen. An fünf

Freitagabenden erwachen auf dem malerischen Kirchplatz

fast vergessene Fertigkeiten zu neuem Leben.

Handwerk

Wenn die Handwerker am Goinger

Dorfplatz ihren Platz einnehmen,

dann wird das alte Brauchtum wieder

zum Leben erweckt. Hier steht

nämlich nicht der Verkauf im Vordergrund,

sondern die Weitergabe

des Handwerks. Bei diesem Markt

haben Sie die Möglichkeit, dem Sebastian

wie er an einem Korb flechtet

oder den Wallner-Brüdern, die

das jahrhundertealte Drechselrad

wieder in Schwung bringen, über

die Schulter zu schauen. Außerdem

gibt es immer wieder die Möglichkeit,

sogar selbst Hand anzulegen.

Musik

Beständig hört man melodische

Gesänge und alte Tiroler Volksmusik.

Einen Verstärker wird man

jedoch vergeblich suchen, denn auch

hier ist man seinen Wurzeln treu geblieben

und nur die sanften Töne

von Harfe, Weisenbläser, Hackbrett

oder der Ziehharmonika sind zu

hören. Dazu treten Trachtentanzgruppen

und Schuhplattler auf und

zeigen die althergebrachten Tänze,

ganz wie in früheren Zeiten.

Kulinarik

Der Genuss, der darf natürlich nicht

fehlen. Sie werden mit heimischen

Köstlichkeiten verwöhnt. Gekocht

wird natürlich mit regionalen Produkten

und nach alten Familienrezepten

direkt vor den Augen der

Besucher.

Und dann um 20 Uhr, mit Einbruch

der Dämmerung, zieht die

Bundesmusikkapelle Going am

Kirchplatz ein und gibt ein musikalisch

anspruchsvolles Programm

von traditionellen und modernen

Stücken zum Besten.

Info Der Handwerkskunstmarkt

findet an

folgenden Terminen jeweils

von 17–21 Uhr statt:

13. Juni, 18. Juli, 1. &

22. August, 5. September;

35-Jahre-Jubiläums-

Handwerkskunstmarkt

am 3. Oktober, 13–18 Uhr

*

Handicraftmarket Going.

A market which combines tradition,

culture and crafts.

Crafts — Once the craftsmen take

their place on the village square of

Going, the old customs are brought

back to life for five Friday evenings

in the summer.

In this market the sale of the

product is not the most important

thing – it’s the preservation of the

handicraft. Because here you have

the unique possibility to watch

while Sebastian is braiding a basket.

Sometimes you also have the

chance to help out.

Music — No matter where you are

at the market, melodic chants and

traditional Tyrolean folk music will

follow you everywhere. However,

you will not see an amplifier anywhere

because we are true to our

roots and only the melody of the

harp, dulcimer or accordion can be

heard. Also enjoy the performance

of the national costume group.

Culinary — The indulgence can’t

be missed. You will be spoiled with

local delicacies. The chefs certainly

only cook with regional products

and the dishes are based on old family

recipes.

And at 8 pm before it starts to

dawn, the brass band of Going arrives

at the church square and will

entertain you with their traditional

and modern music programme.

Entry is free and the handicraf

market is held rain or shine.

Info The handicraft

market is held between

5 pm and 9 pm on

the following dates:

13 June, 18 July, 1 &

22 August, 5 September;

35th anniversary

handicraft market

on 3 October, 1–6 pm

Der Eintritt ist frei. Die Handwerkskunstmärkte

finden bei

jeder Witterung statt.

Gestickte Ver zierungen machen den Ranzen zu etwas ganz Besonderem.

32 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 33



HANDWERKSKUNSTMARKT

35 JAHRE HAND-

WERKS KUNST­

MARKT GOING

Seit 1987 ist der Handwerkskunstmarkt ein

fester Bestandteil der Region und begeistert mit

seiner Vielfalt an traditionellem Kunsthandwerk,

regionalen Gaumenfreuden und musikalischer

Unterhaltung Besucher*innen aus nah und fern.

Es braucht große Träume

und Visionen, um derartiges

auf die Beine zu

stellen. Toni Pirchl, damals Vorsitzender

des Tourismusverbands

Going, hatte beides. Mit der Umsetzung

seiner Idee betraute er

Josef Adelsberger. Im Interview geben

beide spannende Einblicke in

die Anfangszeit und erinnern sich

an Herausforderungen und besondere

Momente zum Jubiläum des

Goinger Handwerkskunstmarkts.

Wie kam es zu der

Idee, in Going einen

Handwerkskunstmarkt

zu veranstalten?

Toni Pirchl: Ich war 1987 Vorsitzender

des Tourismusverbands

Going und suchte stetig nach Inspirationen

für Veranstaltungen,

für die wir Gäste und Einheimische

begeistern könnten. Fündig wurde

ich schließlich während eines

Spanienurlaubs, bei dem ich mallorquinische

Handwerkskunst auf

einem Markt in Valldemossa bewundern

konnte. Ich war sofort

begeistert und wollte etwas Derartiges

auch in Going auf die Beine

stellen.

Also ging es mit der

Idee im Gepäck zurück

aus dem Urlaub?

Toni Pirchl: Genau. Zurück daheim

in Going gab es nicht nur

Zustimmung, sondern auch viele

zweifelnde Stimmen, ob ein Handwerkskunstmarkt

realisierbar wäre

und Anklang finden würde. Aber

ich war fest entschlossen und habe

sofort Josef mit der Organisation

und den Vorbereitungen beauftragt.

Josef, du warst damals

erst Anfang 20. Wie

sind deine Erinnerungen

an diese Zeit?

Ein Ranzen mit

persönlicher Note.

Josef Adelsberger: Noch bevor ich

genau wusste, was da auf mich zukommt,

war ich eigentlich schon

mittendrin. Toni erzählte mir im

März von seiner Idee und bereits

im Sommer sollte der Handwerkskunstmarkt

stattfinden. Wenig Zeit

also. Ich habe mich umgehend auf

die Suche nach passenden Handwerken

begeben und Treffen mit

den Bäuer*innen organisiert,

schließlich wollten wir unseren

Besucher*innen auch kulinarisch

etwas bieten und Einblicke in unsere

Esskultur geben.

War es leicht, geeignete

Aussteller*innen und

Handwerke zu finden?

Josef Adelsberger: Das Interesse

war da, allerdings hatten einige

Hemmungen, ihre Kunstart zu zeigen.

Hier galt es von meiner Seite

aus zu überzeugen und auch zu unterstützen.

Ich habe in dieser Zeit

viel über den Umgang mit unterschiedlichsten

Menschen gelernt.

Das hat mich auch für mein weiteres

Leben sehr geprägt.

Ob Glockenstuhlbau, die Herstellung

von Rechenzähnen oder

Korbflechten – langsam stellten

wir ein buntes Angebot zusammen.

Schlussendlich waren beim

ersten Handwerkskunstmarkt 50

Aussteller*innen vertreten. Uns war

von Anfang an wichtig, die Wertigkeit

des Handwerks und die Tradition

zu vermitteln. Diesen Ansatz

haben Gäste und Einheimische

honoriert und genau das machte

uns erfolgreich.

Wie war er denn dann,

der erste Handwerkskunstmarkt

im August 1987?

Josef Adelsberger: Ein paar schlaflose

Nächte hatte ich in den Wochen

vorher schon hinter mir. Die

Aufregung war groß. Am Tag selbst

war ich erstmal erleichtert, dass es

auch der Wettergott gut mit uns

meinte und der Aufbau gut funktioniert

hatte. Dann ging es auch

schon los: Jede*r Besucher*in bekam

nach der Bezahlung von 20

Schilling ein Holzscheit, welche von

den Goinger Schützen verteilt wurden.

Ich wollte bewusst keine klassischen

Eintrittstickets, sondern den

Besucher*innen etwas Wertiges geben,

das auch sofort für Gesprächsstoff

sorgte.

34 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 35



HANDWERKSKUNSTMARKT

Was hatte es

damit auf sich?

Josef Adelsberger: Die Holzscheite

wurden später aufgeschichtet und

damit ein großes Feuer entfacht.

Wir haben die Besucher*innen also

interaktiv eingebunden und teilnehmen

lassen. 2000 Stück hatten

wir vorbereitet. Schon um 19 Uhr

waren diese aufgebraucht, doch

der Besucherstrom riss nicht ab.

Ein voller Erfolg!

Toni Pirchl: Auch ich erinnere

mich noch gut an den Veranstaltungstag.

Ich kam nach einem Termin

zurück nach Going und konnte

meinen Augen kaum glauben. Mit

dieser Anzahl an geparkten Autos,

The Goinger handicraft market:

35 years of tradition and craftsmanship.

Since 1987, the Goinger

handicraft market has been an integral

part of the region. This event offers

a variety of traditional arts and

crafts, regional delicacies and musidie

vom Stangl bis hin zur Blattlbrücke

reichte, hatte ich nicht gerechnet.

Natürlich bin ich sofort

eine Runde über den Handwerkskunstmarkt

geschlendert, habe mir

ein Bild gemacht und mich umgehört,

wie er denn so ankommt. Da

wusste ich, wir haben es geschafft!

Was macht den Handwerkskunstmarkt

eurer Meinung

nach so besonders?

Drechseln –

ein Handwerk

mit Tradition.

cal entertainment, attracting visitors

from near and far. — Toni Pirchl,

at the time chairman of the Going

tourism association, had the vision

and dream of establishing such a

market. Together with Josef Adelsberger,

who was commissioned with

the organization, they put this idea

into practice.

During a vacation in Spain,

Pirchl was inspired by the Mallorcan

craftsmanship in Valldemossa and

wanted to create something similar

in Going. On his return, he was

met with both approval and doubts.

Nevertheless, he pushed through

his idea and commissioned Adelsberger,

who was only in his early 20s

at the time, with the preparations.

Despite the short preparation time,

Adelsberger managed to find suitable

craftsmen and organize meetings

with the farmers’ wives to offer

visitors culinary insights.

At the first craft market in August

1987, 50 exhibitors were represented.

The event was a success right

from the start. A special moment of

the first market was the distribution

of logs to the visitors, which were

later piled up and lit into a large

fire. This interactive involvement

of the visitors contributed to the

special atmosphere of the market.

The success of the handicraft maranstaltung

gemeinsam auf die Beine

zu stellen und auch in den Folgejahren

zu sehen, wie die Entwicklung

voranschreitet – das ist schon

etwas, worauf ich noch heute stolz

bin.

Toni Pirchl: Die Idee und das Konzept

haben überzeugt. Noch dazu

haben wir mit dem Goinger Marktplatz

den perfekten Veranstaltungsort,

der dem Ganzen ein besonderes

und authentisches Ambiente verleiht.

In den darauffolgenden Jahren

haben viele Gemeinden versucht,

unseren Handwerkskunstmarkt zu

kopieren. Da wir unser Hauptaugenmerk

aber wirklich auf die Regionalität

gelegt haben, konnten wir

uns immer abheben.

35 Jahr-Jubiläum: Habt

ihr – als politischer Vater

und als Organisator des

Handwerkskunstmarkts

– Wünsche, was dessen

Zukunft angeht?

Toni Pirchl: Dass er sich seine

Authentizität möglichst bewahrt,

Tradition und Handwerk im Mittelpunkt

stehen und möglichst unverfälscht

weitergetragen werden.

Josef Adelsberger: Ich würde mir

wünschen, dass es gelingt, auch jüngere

Generationen für die Handwerke

und deren Wertigkeit zu begeistern.

Sowohl bei den Gästen als

auch bei Einheimischen. Und, dass

die Veranstaltung allen Beteiligten

weiterhin so viel Freude macht, wie

uns damals!

Info Der Goinger

Handwerkskunstmarkt

findet mittlerweile an

fünf Freitagen von Juni

bis September statt.

Durchschnittlich 60

Aussteller und Handwerker

zeigen dabei

ihre Kunstfertigkeiten

und Traditionen. Auch

Feinschmecker kommen

auf ihre Kosten und

können aus einer Reihe

an regionalen Schmankerln

auswählen. Für

die perfekte Stimmung

sorgen unterschiedliche

Musikgruppen und

junge Tänzer*innen und

Schuhplattler*innen.

2025 feiert der beliebte

Handwerkskunstmarkt

sein 35-Jahre-Jubiläum.

*

Josef Adelsberger: Die Idee war

einfach so genial: diese Symbiose

aus Handwerk, traditionellen

Schmankerln und geschichtlichem

Hintergrund in Kombination

mit der Zusammenarbeit mit

Bauern und Landjugend. Diese Ver-

Spinnen mit

dem Spinnrad.

ket was based on the ingenious idea

of combining handicrafts, traditional

delicacies and historical

background. Cooperation with

farmers and rural youth was an important

aspect of this. The Goinger

market square also provided the

perfect venue, giving the whole

event an authentic ambience.

Today, the Goinger handicraft

market takes place on five Fridays

from June to September. An average

of 60 exhibitors presents their

crafts and traditions. Visitors can

enjoy regional delicacies and experience

various music groups as

well as young dancers and “Schuhplattler”.

On the 35th anniversary of

the market, Pirchl and Adelsberger

look back proudly on the development

and success of the event.

For the future, both hope that the

craft market will retain its authenticity,

and that tradition and craftsmanship

will continue to take center

stage. They hope that younger generations

can also be inspired by the

value of craftsmanship. They want

everyone involved to continue to

enjoy the event.

Over the years, the Goinger

handicraft market has developed

into an important cultural event

in the region that delights visitors

and locals alike.

36 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 37



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Seit über 400 Jahren steht der Traditions-Gasthof

Stanglwirt für Tiroler

Gastlichkeit und mehrfach ausgezeichnete

Kulinarik. Knarrende

Treppen, raues Altholz und die gemütliche

Atmosphäre schaffen ein

unverwechselbares Ambiente, das

Gäste immer wieder fasziniert. Die

Gastgeberfamilie Hauser sorgt mit

Herz und Hingabe dafür, dass Traditionen

lebendig bleiben und besondere

Momente gefeiert werden.

Ein sommerliches Highlight ist

das Frühschoppen, das jeden ersten

Sonntag im Monat von Mai bis

September unter dem Kastanienbaum

auf der Gasthof-Terrasse statt-

findet. In geselliger Runde genießen

Gäste zünftige Musik und urige

Wirtshauskultur – ein echtes Stück

Tiroler Lebensfreude.

Ein Höhepunkt des Jahres ist das

Sängertreffen, bei dem die besten

Sänger und Musikanten des Alpenraums

zusammenkommen. Dieses

besondere Event, das bereits zum

137. Mal am 15. November 2025 stattfindet,

ist eine Herzensangelegenheit

der Familie Hauser und verbindet

Volksmusik, Tradition und

Lebensfreude.

In der Adventszeit lockt der beliebte,

urig-romantische Christkindlmarkt

mit Glühweinduft,

stimmungsvoller Musik und traditionellem

Handwerk – ein besinnlicher

Jahresausklang für Groß

und Klein.

Ob kulinarisch, musikalisch

oder gesellig – dieses Traditionshaus

vereint gelebte Bräuche und

herzliche Gastfreundschaft. Erleben

Sie unvergessliche Momente,

daheim beim Stanglwirt.

BIO-HOTEL

Stanglwirt

Kaiserweg 1

6353 Going am Wilden Kaiser

T: +43 5358 2000,

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38 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 39



FÜR DIE GANZE FAMILIE

REIT’ MIT MIR INS

ABENTEUERLAND

Hoch oben, erwarten einen nicht nur ein fesselndes

Naturkino-Panorama, sondern auch 22 Shetlandponys.

LEHRPFAD AM

ASTBERGSEE

Unscheinbar sieht sie aus,

die Talstation der Astbergbahn,

die sich mitten

im Wohngebiet in Going harmonisch

in die grüne Wiese einfügt.

Fast, als habe sie immer schon dort

gestanden. Bereits in den frühen

Morgenstunden, wenn der Wilde

Kaiser von der gegenüberliegenden

Seite herüberblinzelt, lässt sich ein

atemberaubendes, fast kitschiges

Alpenpanorama erahnen.

Zwischen Himmel

und Erde

Nicht ohne Grund wurde an diesem

besonderen Fleckchen Erde

eine Sesselbahn errichtet. Denn

wer sich einmal gefragt hat, wie es

sich anfühlen mag fliegen zu können,

der kommt dem Gefühl auf der

Astbergbahn sehr nahe. Gemütlich

schaukelt man über Wiesen und Felder,

Bäche und Baumwipfel, die zum

Greifen nahe scheinen. Immer eine

leichte Brise duftender Bergluft in

der Nase. 1.500 m ist sie lang, die

1961 errichtete und 2020 generalüberholte

4er-Sesselbahn auf den

Astberg. Sie überwindet in 10 Minuten

mühelos die 470 m Höhendifferenz.

Eine Zeit, in der sie ihre

Mitfahrer in eine andere Welt entführt,

entschleunigt und beruhigt.

Eine Reise fast wie in die Vergangenheit,

in der Augenblicke zu Erlebnissen

werden und Urlaub genau

das ist, was er sein sollte: erholsam

und das Gefühl, mit der Natur eins

zu sein. Im Rücken liegt das Massiv

des Wilden Kaisers, fast als wollt’ es

seine Besucher bis nach oben begleiten

und seine Pracht auf jedem

Höhenmeter erneut demonstrieren.

Starkino in

der Natur

Sie gelten als Plätze der Inspiration,

der Heilung – voll von Mystik

und Geheimnissen. Seit Jahrtausenden

ziehen sie die Menschen

in ihren Bann. Es heißt, die Berge

Die Ponys

genießen ebenfalls

den Sommer und

die Streicheleinheiten

auf der Pony Alm.

der Alpen strahlen eine ganz besondere

Energie aus. Hier heroben

am Kamm des Astberges zeigt

das Massiv des Wilden Kaisers endgültig

stolz seine wahre Größe. Ob

im geheimnisvollen Morgennebel

oder im glamourös, goldglänzenden

Abendlicht, hier wird die

Natur zum Kinoerlebnis und der

Wilde Kaiser zum Hauptdarsteller.

Am besten lässt sich das Schauspiel

von einer der gemütlichen Holzliegen

auf den Plateaus unterhalb des

Astbergsees bewundern. Apropos

bewundern, wer seinen ganz persönlichen

Urlaubsstreifen drehen

möchte, der ist hier genau richtig.

Denn das Kaiserkino ist einer der

zahlreichen Instagram Spots der

Region. Also Film ab!

Die Naturkräfte

der Berge

Auf der gegenüberliegenden Seite

des Wilden Kaisers, in südlicher

Richtung eröffnet sich das Panorama

der Kitzbüheler Alpen mit dem

markanten Kitzbüheler Horn. Die

Grasberge sind es, die diese Landschaft

prägen und ganz im Kontrast

zu den steilen und felsigen Hängen

des Wilden Kaisers stehen. Von

Weitem grüßt Österreichs höchster

Berg, der Großglockner inmitten

der Hohen Tauern. Der Astbergsee

gibt die Schönheit der Berge wieder

und wird deshalb nicht ohne

Grund des „Kaisers Spiegel“ genannt.

Er bildet die Grenze zwischen

den zwei Welten, zwischen

steilen Felsen und sanften Hügeln.

Ein besonderer Energieplatz mit

360° Rundumblick.

Hü und Hott

Unweit der Astbergbahn Bergstation

haben die Ponys den besten

Ausblick. Die Shetlandponys

genießen hier gemeinsam mit

ihren Fohlen die Sommerfrische

auf der Alm. Sobald die Wiesen auf

der Pony Alm ihre feinsten Gräser

und Kräuter wachsen lassen, gibt

es für die Frischluftpferde aber

kein Halt mehr. Hier auf 1.250 Metern

fühlen sie sich wohl, ob auf

ihrer Koppel oder in den gemütlichen

Holzunterständen. Somit ist

für Mensch und Tier eine weitere

einzigartige Erlebniswelt geschaffen

worden. Denn nicht nur die

Ponys, sondern auch die restlichen

tierischen Bewohner der Alm, wie

Schafe und Ziegen genießen die

zahlreichen Streicheleinheiten

der kleinen Besucher. Kinder lernen

hier spielerisch den Umgang

mit Umwelt, Natur und Tier. Zu-

40 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 41



FÜR DIE GANZE FAMILIE

traulich schnuppern die Shettys mal

hier und mal dort. Fertig gesattelt

geht es ab auf den Rücken der Pferde

entlang der gut befestigten Trabwege.

Während die Eltern die Ponys

den Fußweg entlangführen, lassen

die kleinen Pferdefreunde die Beine

baumeln. Hinter der nächsten Kurve

bietet der Fotopoint mit überdimensionalem

Hufeisen und Ausblick

auf die Bergwelt eine gute Gelegenheit,

die Kamera auszupacken.

Die gutmütigen Ponys halten still,

die kleinen Reiter strahlen stolz. Am

Ende des Trails nehmen die Mitarbeiter

der Pony Alm die vierbeinigen

Freunde wieder in Empfang.

Zum Abschied gibt es noch ein paar

Streicheleinheiten und eine ordentliche

Portion Bergheu.

Frühstück

am Berg

Auch zweibeinige Besucher können

beim sonntäglichen Bergfrühstück

auf der Blattlalm mit frischer Kuhmilch

und hausgemachten Produkten

aus der eigenen Landwirtschaft

Naturkraft tanken. Es ist erstaunlich,

wie anders so ein Frühstück

fernab von jeglicher Hektik inmit-

ten der wunderschönen Bergwelt

schmeckt. Neben dem Frühstück

bietet Familie Oberleitner auch viele

andere kulinarische Schmankerln.

Ein Geheimtipp ist die täglich frische

Buttermilch von den Kühen

der umliegenden Almen.

Mit leichten

Schritten den

Horizont entlang

Gestärkt geht es weiter rund um

den Astberg. Die leichte, auch für

Familien bestens geeignete Wanderung,

führt gut beschildert durch ein

kleines Waldstück, später über eine

Forststraße, vorbei an sanften Bergwiesen

direkt zum jezz AlmResort

oder zum Treichlhof. Von hier aus

hat man einen großartigen Blick auf

die westliche Seite des Wilden Kaisers

und das nahe Inntal. Über einen

Wald- und Wiesenweg führt der

Weg zurück zum Ausgangspunkt.

Wer mag, kann die 470 Höhenmeter

Richtung Tal zu Fuß erledigen.

Oder man gönnt sich die Talfahrt

mit der Astbergbahn. Dann

kann dem Wilden Kaiser noch einmal

Tribut gezollt werden. Dieses

Mal von Angesicht zu Angesicht mit

der südlichen Flanke des majestätischen

Massivs zu Tal schwebend in

der abendlichen Sonne. Ein Ausflug

der einem einmal mehr die Großartigkeit

der Natur gezeigt und die

Stärke in einem selbst genährt hat.

„Adieu, lieber Astberg, wir sehen

uns bestimmt wieder!“

*

Ride with me into a land of

adventure! — It’s not just a captivating,

panoramic natural cinema

that awaits those venturing high

above Going am Wilden Kaiser.

Since 2019, there are also 22 Shetland

ponies! These small, shaggy-coated

horses are the pride of the Pony Alm:

the seventh of SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental’s

themed parks.

Up here on the Astberg ridge,

the Wilder Kaiser massif proudly

reveals its true scale. This is a place

of inspiration and healing, full of

mysticism and secrets, which has

held people in its thrall for thousands

of years.

Between heaven and earth —

Whether in the mysterious morning

mist or the glamorous, golden light of

evening, here nature becomes a cinematic

experience with the Wilder

Kaiser in the leading role. The top

spot to admire the spectacle is from

one of the comfy wooden loungers

on the plateau below Astberg’s lake.

Admiring the scenery, while anyone

who wants to film their own holiday

feature has come to the right place,

because the “Kaiserkino” cinema is

one of the region’s most Instagrammable

locations. So get shooting!

22 Shetland ponies are waiting

for you at the mountain station

— Not far from the Astberg mountain

railway station, the ponies have

the best view. The Shetlands and

their foals enjoy their summer

holidays on the mountain pasture.

They feel at home up here at 1,250

metres, whether in their paddock

or in their cosy wooden shelters.

With the Pony Alm, SkiWelt Wilder

Kaiser-Brixental has added another

unique themed park on the mountain.

Here, children have fun learning

how to interact with the environment,

nature and animals. The

ponies snuffle around confidently.

Once saddled up, the ponies carry

youngsters along the well-surfaced

pony trails. While parents lead the

ponies, little pony pals get to swing

their legs. Around the next bend,

the photo point with its gigantic

horseshoe and view of the mountain

landscape provides a great opportunity

to get cameras out. The

good-natured ponies stand still, and

little riders beam proudly. When the

Pony Alm staff collect the four-legged

friends at the end of the trail

there is time for some hugs and a

Spiel und Spaß auf

der Pony Alm – Zwei

kleine Abenteurer toben

fröhlich am Astberg

hearty portion of mountain hay to

say goodbye.

With light steps along the hiking

trail — An easy, well-signposted

hike that’s also perfect for families

leads through a small patch of

woodland and then along a forest

track past gentle mountain meadows

directly to the jezz AlmResort

or Treichlhof. From here, visitors

can enjoy an amazing view of the

western side of the Wilder Kaiser

and the nearby Inn Valley. The path

then passes through forest and

meadows back to the start.

The 470-metre descent towards

the valley can be tackled on foot. Or

simply take the Astberg mountain

railway for another chance to pay

tribute to the Wilder Kaiser – this

time face to face with the southern

flank of the majestic massif as

you glide down into the valley in

the evening sun. The ticket can be

bought only at the valley station. It’s

a trip that once again highlights the

magnificence of nature and nourishes

your inner strength. “Farewell,

dear Astberg – we’ll definitely return!”

Bergbahn GOING

ASTBERGBAHN

Marchstraße 53

6353 Going am Wilden Kaiser

05358/2442

info@astberg.at

www.ellmau-going.at

42 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 43



SOMMER

»DIE BESTEN DINGE IM

LEBEN SIND NICHT DIE, DIE MAN

FÜR GELD BEKOMMT.«

44 GOING MAGAZIN 25

365 Tage Going am Wilden Kaiser 45



DAS ALPINE EHRENAMT

DIE RETTER

IN DER BERGNOT

Die Bergrettung St. Johann: Die Region Wilder Kaiser

ist ein Schlaraffenland für Natur- und Bergbegeisterte,

Sommer wie Winter. Der Grundton, der dabei zu

jeder Zeit mitschwingt? Der Berg ist größer und stärker

als der Mensch. Immer.

In den Bergen Tirols kann man

sich – unter Vorbehalt der

Alpin-Ethik – frei bewegen.

„Für mich privat ist das alpine

Gelände der letzte Ort, der absolute

Freiheit garantiert“, sagt

Markus Prantl, Ortsstellenleiter

der Bergrettung St. Johann, ehrfürchtig.

Sollte man sich beim Genuss

der Freiheit in eine kritische

Situation begeben, kann man darauf

vertrauen, dass einem geholfen

wird. Das ist Markus Prantl, seinem

Team und der gesamten Bergrettung

Tirol zu verdanken.

Profession

mit Passion

Die Bergrettung St. Johann wuchs

im Jahr 1947 aus dem Alpenverein

heraus und bestand primär aus

Bergführern. „Sie haben sich einfach

dazu berufen gefühlt“, erzählt

Markus Prantl. Heute findet man

einen professionellen Verein vor,

der 24/7 abrufbereit ist.

In Tirol gibt es 91 Ortsstellen mit

rund 4.600 Mitgliedern, die größtenteils

ehrenamtlich agieren. Unter

dem 63-köpfigen Team der Ortsstelle

St. Johann befinden sich sechs

Bergführer, sechs Ärzte und zwei

Hundeführer, die mit ihren Hunden

pro Jahr jeweils 500 Ausbildungsstunden

für Lawineneinsätze investieren.

Das gesamte Team nimmt

jährlich bis zu 40 Schulungen wahr

– dafür wird unentgeltlich eigene

Freizeit aufgewendet. Die Entlohnung

erfolgt auf andere Weise, so

Markus Prantl: „Unser Antrieb ist

eine unglaublich ehrliche und tiefgründige

Dankbarkeit, die uns entgegengebracht

wird. Man weiß, wie

schnell es passieren kann, dass man

sich in einer misslichen Lage wiederfindet.

Der Dank für unseren geleisteten

Einsatz ist sehr viel wert.“

Schritt für Schritt ans Ziel.

Am Wilden Kaiser

„dahoam“

„Wir setzen unsere Standards

selbst“, so Markus Prantl. Nämlich

nach den Anforderungen des eigenen

Gebiets, das Flexibilität verlangt.

Das Haupteinsatzgebiet der

Bergrettung St. Johann umfasst den

Wilden Kaiser und die Grasberge

der Kitzbüheler Alpen und erstreckt

sich über vier Gemeinden: Going,

Kirchdorf, Oberndorf und St. Johann

– wobei jedoch weniger die

Gemeindegrenzen als vielmehr die

Zugänglichkeit zum Unfallort ausschlaggebend

ist. „Bei Schönwetter

macht vieles der Hubschrauber,

nur bei Dunkelheit und Schlechtwetter

wird es schwieriger“, erzählt

der Ortsstellenleiter.

Für diese und andere Fälle ist die

Bergrettung St. Johann einzigartig

ausgestattet. Sie verfügt neben modernster

Canyoning- und Kletter-

Ausrüstung über zwei Einsatzfahrzeuge

und zwei der drei in Tirol

verfügbaren Dampfsonden, die bei

besonders schneereichen Lawinenunfällen

eingesetzt werden. Die private

Ausrüstung obliegt jeder und

jedem selbst und beinhaltet persönliche

Gegenstände wie Bekleidung,

Helm, Klettergurt, LVS und

Ski-Equipment.

Mit vollem

Einsatz

Im Schnitt sind es ca. 50 Einsätze pro

Jahr, die in einem zeitlich begrenzten

Rahmen stattfinden. Zwischen

Mai und September ist „Hochsaison“

mit etwa einem Einsatz an jedem

dritten Tag. Im Jahr 2024 waren

es 15 % mehr Einsätze als im Vorjahr

– ein Trend, der sich abzeichnet.

Vom Eingang des Notrufs bis

zum Start des Einsatzes vergehen

zur wenige Minuten – bis die Bergrettung

am Einsatzort ist, dauert es

meist länger. Die Einsatzorte sind

häufig sehr abgelegen, was die Bergungen

erschwert. An jedem Einsatz

sind eine Einsatzleitung, die sogenannte

Bergemannschaft und das

medizinische Team beteiligt. Die

Größe des Einsatzteams wird da-

46 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 47



DAS ALPINE EHRENAMT

Grenzenlose Weite!

bei maßgeblich durch die Art des

Einsatzes und die Verfügbarkeit der

freiwilligen Mitglieder bestimmt.

Ein essenzieller Bestandteil eines

Einsatzes ist die Einsatznachbesprechung.

Vor allem dann, wenn

mehrere Organisationen an einer

Bergung beteiligt waren. Erlebtes

wird direkt nachbesprochen.

Es geht dabei auch um die mentale

Verarbeitung, manchmal benötigt

es psychologische Nachbetreuung

mit einem geschulten „Peer

Team“. „Es hat sich bei uns so etabliert,

dass wir miteinander sprechen

und nichts runterschlucken.

Wir möchten nicht hart sein, sondern

einen offenen und ehrlichen

Umgang pflegen“, so Markus Prantl.

Er erinnert sich auch an seinen ersten

Einsatz: „Leider konnten wir die

Person nur noch tot bergen. Mein

damaliger Einsatzleiter hat mich am

selben Abend noch angerufen und

gefragt, wie es mir geht. Er hat mir

ein offenes Ohr angeboten. Das hat

in mir ein schönes und wichtiges

Gefühl der Geborgenheit ausgelöst.

Das habe ich mir auch als Mantra

für meine Leute mitgenommen.“

»WIR MÖCHTEN

NICHT HART

SEIN, SONDERN

EINEN OFFENEN

UND EHRLICHEN

UMGANG

PFLEGEN«

Quartalsmäßig findet auch ein übergreifendes

Meeting der Bergrettung

Tirol statt, wo ein Austausch über

erprobte Methoden stattfindet und

über schwierige Einsätze gesprochen

wird – und was man hätte besser

machen können.

Aus-Bildung

„Die Bergrettung Tirol bildet niemanden

zum Alpinisten aus, das

muss die Person schon sein“, erklärt

Markus Prantl den Einstieg

in die Bergrettung. Zudem müssen

Resilienz und Teamfähigkeit als Eigenschaften

mitgebracht werden.

Interessierte melden sich bei der

Ortsstelle und füllen einen Bericht

über absolvierte Kletter-, Ski- und

Hochtouren aus, der im Anschluss

intern in Bezug auf Erfahrungen

und Leistung besprochen wird.

Wird beschlossen, dass eine Person

als Mitglied geeignet ist, wird

sie ein Jahr lang in Anwartschaft

aufgenommen und zur bedingten

Mithilfe bei Einsätzen herangezogen.

In diesem ersten Jahr gilt es

Prüfungen und Kurse zu absolvieren,

erst dann dürfen Sommer- und

Winterkurse, die sich über mehrere

intensive Tage erstrecken, angetreten

werden. Im Schnitt dauert es

2,5 Jahre bis zur abgeschlossenen

Ausbildung.

Rettung schafft

Verbindung

Auch über Ländergrenzen hinaus

bleiben Freiwilligkeit und Hilfsbereitschaft

bestehen. Es werden

nachhaltige Verbindungen geschaffen,

erinnert sich Markus an einen

privaten Urlaub im Iran mit spontanem

Rettungseinsatz: „Wir haben

eine Frau über einen Notausstieg

aus einem Canyon gerettet. Mehr als

24 Stunden hat sie dort verbracht –

inklusive gescheitertem Hubschraubereinsatz.

Wir sind bis heute mit

der Familie in Kontakt.“

Denn laut Markus gibt es keinen

Fleck, von dem eine in alpine

Notlage geratene Person nicht weggebracht

werden kann. „Wir haben

das Können und die passende Ausrüstung.

Und solange es sich mit

dem Risiko – auch für einen selbst

– vereinbaren lässt, sind wir da.“

Die Devise lautet Eigenschutz vor

Fremdschutz, auch wenn ein unkalkulierbares

Restrisiko bleibt.

Daher der Appell an die Eigenverantwortung:

Auch wenn Hilfe bereitsteht,

die Prävention aus eigener

Hand bleibt.

Info Europäische

Notrufnummer: 112

Bergrettung: 140

*

The Alpine Rescue Service: Your

Local Mountain Rescue Team

in St. Johann. “The alpine terrain

is the last place that guarantees freedom”,

says Markus Prantl, head of the

St. Johann Alpine Rescue Team. However,

he also knows: “It happens easily

to find yourself in a critical situation.”

Trusting that someone is there

to help is only guaranteed because

of him, his team, and the Tyrolean

Alpine Rescue Service.

Passionate Professionals —

Tyrol counts 91 local teams in total

with about 4.600 voluntary members,

from which 63 are active 24/7

in St. Johann. The local team includes

six mountain guides, six doctors

and two dog-guides, for whom

trainings are especially important.

That is why the team invests their

unpaid spare time to participate in

up to 40 training events per year.

Compensation takes on a different

form, explains Markus Prantl: “The

open and honest gratitude people

and patients share with us is what

keeps us going!”

At home — “We define our own

standards”, says Markus Prantl,

“which are based on the needs of

the terrain.” The main area of their

rescue missions includes the region

of The Wilder Kaiser, parts of the

Kitzbüheler Alps and the four towns

of Going, Kirchdorf, Oberndorf, and

St. Johann – whereas their area is

much more about the accessibility

of the terrain. When it is clear

sky, the helicopter is there to support,

however, when it gets dark

or weather turns bad, the team has

unique equipment and knowledge

available.

Total Commitment — The team

is active in about 50 rescue missions

per year that happen mostly

between May and September. In

2024, the team has served in 15 %

more operations than the year before.

Only a few minutes pass between

an emergency call and the

start of a mission, however, until

the team reaches the place of emergency,

it mostly takes a lot of time

due to the remoteness of the terrain.

The debriefing is an essential

part of each rescue mission – especially

in case multiple teams were

active. “We want to foster open and

honest communication and not

Die Weite und

Schönheit der Berge auf

sich wirken lassen.

hold back”, says Markus Prantl. He

also remembers his very first mission:

“Unfortunately, my first mission

was one of fatal ending. My

teammate called me the same day

to ask about how I feel. He offered

me to talk about what happened and

to process what I saw. This led to

a feeling of safety, which is what

I took with me for my team today.”

A plea for sanity — There is no

place Markus Prantl and his team

cannot reach to rescue a person in

need: “We have the know-how and

the right equipment. As long as we

can mitigate the risks, we are there

to support.” However, prevention

needs

Info European

Emergency Number: 112

Alpine Rescue Service: 140

48 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 49



Alle vier Jahre schärft der

Tourismusverband Wilder

Kaiser seinen Fokus

und adaptiert seine strategische

Ausrichtung. So können wir bestmöglich

auf veränderte Rahmenbedingungen

und Ansprüche von Gästen,

Mitgliedern und Partner*innen

reagieren. Ausgehende von unserer

Positionierung haben wir uns für

2028 elf Ziele in drei Wirkungsbereichen

(ökologisch, ökonomisch

und gesellschaftlich) vorgenommen,

an denen wir in den nächsten

Jahren arbeiten möchten.

Ökologischer

Wirkungsbereich

Mit unserem Angebot der Grünen

Anreise fördern wir die Anreise mit

der Bahn. So können unsere Gäste

umweltfreundlich an den Wilden

Kaiser reisen und in den vier Kaiserorten

unsere vielen kostenlosen

Mobilitätsangebote nutzen.

Die Elektrifizierung unserer Skiund

Wanderbusse, neue Kursführungen

und attraktive Bushaltestellen

sind ebenfalls in den nächsten

vier Jahren geplant. Mithilfe unserer

regionalen Mobilitätsangebote

und -maßnahmen ist es unser Ziel,

den CO2-Fußabdruck unserer Urlaubsgäste

deutlich zu verringern.

Ökonomischer

Wirkungsbereich

Mit attraktiven Angeboten und

zielgerichtetem Marketing möchten

wir die Nachfrage in Saisonzeiten

mit geringerer Auslastung verlagern.

Mit zusätzlichen Angeboten

und weiteren Investitionen in die

Infrastruktur reagieren wir auf die

Chancen und Risiken der klimatischen

Veränderungen.

Mit den neuen Angeboten

JÄNNERplus und MÄRZplus

starten wir bereits 2025 durch.

JÄNNERplus

Das JÄNNERplus beinhaltet ein exklusives

und großteils kostenloses

Programm, das keine Wünsche offenlässt.

Ob Schneeschuhwanderung,

Lamatrekking, ein Rodelabend

oder Skiguiding in der SkiWelt

Wilder Kaiser Brixental (inklusive

Geheimtipps der Profis) – das vielseitige

JÄNNERplus-Angebot bietet

eine große Auswahl an Aktivitäten,

auf und abseits der Pisten.

MÄRZplus

Während unsere schneesicheren

Pisten noch zum Skifahren einladen,

beginnt es am Fuße des Wilden

Kaisers bereits nach Frühling

zu duften. Der März verbindet das

Beste aus beiden Jahreszeiten und

ermöglicht dadurch einen Urlaub,

der wohl vielseitiger nicht sein kann.

Das abwechslungsreiche MÄRZplus

Programm bietet Erlebnisse für die

ganze Familie, sportliche Herausforderungen,

Event-Highlights und

Kaiserliche Genusskultur.

Gesellschaftlicher

Wirkungsbereich

Was wäre die Region Wilder Kaiser

ohne die Menschen, die tagtäglich

zu deren Charakter und Attraktivität

beitragen? Als Tourismusverband

liegt es uns am Herzen, junge

Menschen für unterschiedlichste

Berufe im Tourismusbereich zu begeistern

und die Bindung der Mitarbeitenden

zur Region zu pflegen

und stärken. Als Mitglied des Vereins

„Kaiserschaft“ arbeiten wir daran,

das Arbeiten im Tourismus fair,

wertschätzend und vor allem attraktiv

zu gestalten.

Als Tourismusverband wollen wir

sicherstellen, dass der Tourismus

weiterhin die treibende Kraft für

die Entwicklung des Lebens- und

Erlebnisraums Wilder Kaiser sein

kann und auch als solche wahrgenommen

wird. Daher fördern wir

Regionalität, Kultur und Traditionen,

um die Identität der Region zu

erhalten und zu entwickeln. Auch

bei den Einheimischen gilt es das regionale

Tourismusbewusstsein zu

vermitteln, und aufzuzeigen, dass

ein funktionierender Tourismus die

Basis ist, um positiv zur Lebensqualität

am Wilden Kaiser beitragen zu

können. Dies gelingt nur durch ein

vertrauensvolles Miteinander und

intensive Kooperationen mit den

Gemeinden – unseren wichtigsten

Lebensraumpartnern – und den

Bergbahnen – unseren wichtigsten

Infrastrukturpartnern. Dabei ist uns

als Tourismusverband wichtig, dass

der Respekt für die lokale Identität

und den Lebensraum weiterhin die

Grundlage unseres Wirkens bildet.

INFO Mehr zu unseren

neuen Angeboten unter

www.wilderkaiser.info

Scan me!

jännerplus

Scan me!

märzplus

www.wilderkaiser.info 365 Tage Going am Wilden Kaiser 51



FÜR DIE GANZE FAMILIE

GOINGER

BADESEE

Badespaß mit Panoramablick.

Zwischen grünen Wiesen am Fuße

des Wilden Kaisers befindet sich ein

wahres Naturjuwel – Der Goinger

Badesee. Der mit frischem Quellwasser

gespeiste See ist ein Ort

der Begegnung und sein weitläufiges

Areal hat viel zu bieten. Groß

und Klein kommen hier voll auf

ihre Kosten.

Für Kinder ist der Wasserspielplatz

mit Piratenschiff und Klettergerüst

das absolute Highlight. Doch

die hundert Meter lange Breitwellenrutsche,

die direkt ins Kaiserwasser

und den Nichtschwimmerbereich

führt, steht dem in nichts

nach. Sportler können sich nicht nur

im Wasser austoben. Die größte Beachvolleyballanlage

Westösterreichs

mit 4 turnierfähigen Plätzen lädt

zum spannenden Match ein. Genießer

finden auf der 50.000 m² großen

Liegewiese das ideale Plätzchen

zum Entspannen oder stärken sich

am Seebuffet.

Am Goinger Badesee, wo Erholung

auf Unterhaltung trifft, ist Badespaß

für jedermann garantiert!

*

Bathing Lake Going – a gem of

nature with a spectacular view.

— Whether you enjoy sunbathing

or you want some family or quiet

time – everyone is in search of refreshment

in summer. Situated in

the midst of green meadows, with

the Wilder Kaiser just nearby and

fed from fresh spring water, the

bathing lake Going with its wide

area has lots to offer.

The water playground with the

pirate ship and a jungle gym is an

absolute highlight for the kids. Definitely

worth mentioning as well is

the 100 m long open air slide, which

leads directly into the non-swimmers

area. Athletes can run riot either

in the water or on the largest

beach volleyball facility in West Austria.

The 50.000 m² big lawn for sunbathing

invites you to relax after

you have had a bite to eat at the buffet.

The bathing lake Going, where

recreation meets entertainment and

fun is guaranteed.

Preise 2025

PRICE LIST

Erwachsene • ADULTS

Ohne GästeCard

without guestcard

Mit GästeCard

with guestcard

Kinder • CHILDREN

Ohne GästeCard

without guestcard

Mit GästeCard

with guestcard

Tageskarte — day ticket € 7,00 € 6,50 € 3,50 € 3,00

Nachmittagskarte (ab 14 Uhr) — afternoon ticket € 4,50 € 2,50

Abendkarte (ab 17 Uhr) — evening ticket € 3,00 € 1,50

10er Block — pack of 10 € 50,00 € 25,00

Saisonkarte — ticket for the whole season € 75,00 € 33,00

Familiensaisonkarte — family season ticket € 155,00

Rein ins kühle Nass –

am Goinger Badesee!

52 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 53



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@kaiserbad_ellmau

»WUNDER BEGINNEN DANN,

WENN WIR UNSEREN TRÄUMEN

MEHR ENERGIE GEBEN

ALS UNSEREN ÄNGSTEN.«

54 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 55



GOINGER MOOR & MORE

MOOR & MORE

Eine Erlebniswelt inmitten versteckter

Bergmoore. Mit Rocky und Törfchen auf

Entdeckungstour in der Natur.

Einst lag in den Alpen eine

kilometerhohe Eisdecke.

Erst als sich gegen Ende

der letzten Eiszeit, vor ca. 10.000

Jahren, die Erde wieder allmählich

erwärmte, schmolzen Schnee

und Eis. Zurück blieben Seen, Teiche

und Tümpel. Heute finden wir

an diesen Stellen unsere Moore –

eine bizarre, faszinierende und geheimnisvolle

Landschaft.

Die Moor & more

Erlebniswelt am

Wilden Kaiser

In der Moor & more Erlebniswelt

am Wilden Kaiser tauchen die Besucher

in eine wahre Zauberwelt

ein, die viele Geheimnisse birgt.

Törfchen, die kleine Elfe, die mit

ihren Eltern im Moor zwischen

Going und St. Johann lebt, hat gerade

Langeweile und geht mit ihrem

Freund Rocky, Oma Grusela und

Opa Schneggi auf Entdeckungsreise

im Sumpfgebiet. Dabei lernen alle

so einiges über die Pflanzen- und

Tierwelt.

Die verschiedenen Spiel-, und

Rätselstationen klären auf kindgerechte

Weise über die Entstehung

der Moore auf, und warum diese so

wichtig für Natur und Umwelt sind.

Dabei bieten zwei Rätselwanderungen

für alle Altersstufen viel Abwechslung.

Die Wege auf der Törfchen

Runde zwischen Rummlerhof

und Römerhof sind breit und einfach

angelegt. Auf dem Rocky Weg

in Going wird es etwas steiler und

steiniger, aber alle 15 Minuten erreicht

man mühelos einen Rastplatz.

Hier kann man sich auch die selbst

mitgebrachte Jause schmecken lassen.

Und danach geht es weiter zum

Libellenflug, Kaiserpendel, 3 verkehrte

Bäume und Spinnennetz.

Unterwegs

mit unseren

Moorexperten

Wer nicht alleine auf Entdeckungsreise

gehen möchte, lässt sich am

besten von einer unserer Naturpädagoginnen

begleiten. Sie sind

Expertinnen für das Goinger Hüttlmoos

und nehmen sich auf private

Reservierungen viel Zeit, um Natur

und Tiere des Moores zu erklären.

Ausgerüstet mit selbstgebasteltem

Casher, Lupe und Döschen geht es

mit der gesamten Familie auf eine

spannende Tour durchs Moor. Beim

Verkosten der Heidelbeeren und

Plantschen im Bach wird das „Gespür

für die Natur“ neu entdeckt.

Geschützte

Landschaft

Dass sich die Natur rund um die

Moorlandschaft in Going wieder so

rasch erholen konnte, ist der schonenden

Renaturierung zu verdanken.

Auch hier zu Lande wurden bis

in die späten 70er die vermeintlich

unnützen „sauren Wiesen“ entwässert

und daraus brauchbare Wälder

und Felder gemacht. Ebenso war

Torf, da kostengünstig, ein beliebtes

Heizmaterial für die alpine Bevölkerung.

Der wahren Bedeutung

der Moore wurde man sich erst in

den letzten Jahren bewusst und so

stellte man 2012 das Goinger Hüttlmoor

unter Naturschutz. Seitdem

gilt einmal mehr: Natur erleben –

Natur genießen. Unverfälscht und

echt am Fuße des Wilden Kaisers,

dort wo die Eiszeit die Natur geformt

hat, wie sie heute ist.

Tipp Alle Moorforscher,

die auf dem Rocky oder

Törfchen-Weg alle Rätselfelder

auflösen, bekommen

in der Tourismus

Info Going eine kleine

Überraschung.

*

Spielerisch über das Moor lernen

In a land before our time — The

Alps were once covered in a layer

of ice that stretched to a full kilometer

in height, holding the Kaiser

Mountains in its clutches. It was

only towards the end of the last ice

age around 10,000 years ago that the

Earth gradually warmed up again,

and the snow and ice slowly began to

melt, revealing what had been hidden

beneath all those years: lakes,

ponds and pools – areas which today

make up our moors. This is a

landscape that’s equally as bizarre

as it is fascinating, shrouded in

legend and mystery. At the Wilder

Kaiser Moor & more adventure

park, visitors will delve into a truly

magical world that holds surprises

for even the most experienced naturalists.

Hidden marshy pools, newly

discovered insects and even the

moor’s former inhabitants, fairies

and elves, who found refuge in

these swampy meadows, occasionally

peek out from behind the cotton

grass. This includes Törfchen, the

little elf who lives with her parents

on the moor between Going and St.

Johann. Plagued by boredom, she

spontaneously sets out on a journey

with her friend Rocky, her granny

Grusela and grandpa Schneggi to

discover the marsh. They all learn

new things about the flora and fauna

along the way. The stations playfully

wend their way through the Wilder

Kaiser’s landscape and use a childfriendly

approach to explain the origin

of the moors and why they are

so important to nature and the environment.

The two mystery hikes

are ideal excursions that let visitors

keep cool right in the valley on hot

days. There are rest stops located

around every 15 minutes, where you

can sit and enjoy any snacks you

have brought along.

56 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 57



GOINGER MOOR & MORE

SOKO

MOOR & MORE

Törfchen und Rocky sind die guten Elfen der

Moor & more Erlebniswelt in Going am Wilden Kaiser.

Wer hier allerdings die tatsächliche Arbeit erledigt,

sieht man oft erst auf den zweiten Blick.

Wahre

Naturtalente

Eifrig wird geschaufelt, der Laubrechen

geschwungen, da und dort eine

Schraube zurück an ihren Platz gedreht.

Wenn das Gartenteam der Lebenshilfe

aus St. Johann unterwegs

ist, dann wird fleißig gearbeitet und

alle sind mit vollem Einsatz und voller

Freude bei der Sache. Alle ein

bis zwei Wochen schaut die Crew

in den Südhängen des Wilden Kaisers

in „ihrem“ Moor & more nach

dem Rechten. „Für uns ist jeder Einsatz

in der Erlebniswelt ein absolutes

Highlight“, weiß Assistent Franz

Lanthaler. „Das sind genau die Aufträge,

die wir suchen, weil wir hier

wertvolle Arbeit leisten und etwas

für das Gemeinwohl und die Natur

tun können.“

Leidenschaft

und Können

Bereits seit 2013 ist das Lebenshilfe-Team

fixer Bestandteil der

Erlebniswelt und führt visuelle Routeninspektionen

und kleinere Reparaturen

selbstständig durch. Laut

Arbeitsprotokoll gehören auch das

Einstreuen von Hackschnitzel auf

den Wanderwegen und die allgemeine

Kontrolle der Sauberkeit zu

den regelmäßigen Aufgaben. „Wir

sind ein eingespieltes Team, jeder

kennt seine Handgriffe und weiß

was wann und wo zu tun ist“, so der

Lebenshilfe Mitarbeiter. Größere

Arbeiten werden an den zuständigen

Bauhof weitergeleitet.

„Normale“ Arbeiter

Gelb-Orange leuchten die Sicherheitswesten

aus dem Dickicht.

Regelmäßig bleiben auch Wanderer

stehen und erkundigen sich

interessiert nach dem Tun der

Mitarbeiter*innen. „So entstehen

immer wieder schöne Gespräche“,

zeigt sich Franz Lanthaler begeistert.

Es seien die Anerkennung und

Wertschätzung die das Team noch

zusätzlich motiviere und ein erster

Schritt in Richtung Normalität –

für beide Seiten. Berührungsängste

gäbe es hier keine.

»WIR SIND EIN

EINGESPIELTES

TEAM, JEDER

KENNT SEINE

HANDGRIFFE

UND WEISS WAS

WANN UND WO

ZU TUN IST.«

Auch die Tätigkeiten am Wilden

Kaiser gingen weit über die frühere

Arbeit in einer Werkstätte hinaus.

„Wir wollen als Lebenshilfe dort arbeiten,

wo wir gebraucht werden.

Hier sind wir ‚normale‘ Arbeiter und

gehören einfach dazu.“ Dies symbolisieren

nicht nur die gelb-orangen

Westen, sondern auch das „Einsatzfahrzeug“

mit Rundumleuchte.

Mit diesem seien sie auch in anderen

Regionen unterwegs – selbstverständlich

zum handelsüblichen

Stundensatz.

Die Gruppe hat den ersten Teilabschnitt

des Weges fertig mit Hackgut

bestreut. Nun sitzen sie gemütlich

auf einem Bankerl. Genießen

die Ruhe des Waldes, die frische

Luft, die warmen Sonnenstrahlen

und ihre Jause. Alle sind sich einig

– ein herrlicher Tag, so ein Arbeitstag

im Moor & more in Going am

Wilden Kaiser!

Die Lebenshilfe

Tirol

Menschen mit Behinderungen, die

am Wilden Kaiser wertvolle Aufgaben

erledigen.

Die Lebenshilfe Tirol ist eine beherzte

Wegbegleiterin von Menschen

mit Behinderungen bei einem

barrierefreien, selbst bestimmten

und erfüllten Leben. Dabei spielen

Kooperationen vor Ort in den Gemeinden

eine wesentliche Rolle, neben

neuen Tätigkeitsfeldern auch

Begegnungen für alle im Alltagsleben

möglich und erlebbar zu

machen. Wenn uns das Team der

Lebens hilfe aus Oberndorf in der

Tourismus Info Going besucht,

dann geht nicht nur die Tür weit auf.

Nein, es ist vor allem das Herz, welches

dann mit viel Freundlichkeit

und guter Laune regelrecht überschüttet

wird. Die Lebenshilfe unterstützt

die Tourismus Info Going

nicht nur im Bereich Moor &

more – nein, auch in einem Projekt

für den Tourismusverband sortieren

die fleißigen Arbeiter der Lebenshilfe

das wertvolle Saatgut und

füllen es in Reagenzgläser, die als

originelle Geschenke an die Gäste

weitergegeben werden.

Wo es Arbeit gibt,

wird angepackt

*

The Moor & more task force.

Törfchen and Rocky are the good elves

at the Moor & more adventure world

in Going am Wilden Kaiser. But it’s

often only at second glance that you see

who’s doing the actual work. — When

the gardening team from the St.

Johann’s Lebenshilfe disability support

organisation are in action, they

throw themselves into their work

with enthusiasm. “Every session at

the park is a real highlight”, says assistant

Franz Lanthaler. The Lebenshilfe

team have been regulars

at Moor & more since 2013, independently

carrying out visual inspections

of the paths and minor

repairs. Hikers also often stop and

enquire with interest about the

work they’re doing. It’s the acceptance

and appreciation that boosts

the team’s motivation and is a first

step towards normality – for both

sides. “As part of Lebenshilfe, we

want to work where we’re needed.

We’re ‘normal’ workers here, and we

simply belong.” The group has finished

spreading wood chips over the

first section of the path. Now they

sit comfortably on a bench, enjoying

the peace and quiet of the forest,

the fresh air, the warm rays of

sunshine and their snack. Everyone

agrees – it’s a wonderful day to be

working at Moor & more in Going

am Wilden Kaiser!

58 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 59



AUSFLUGSZIELE

REIN IN DIE

GONDEL – RAUF

IN DIE URZEIT!

Noch mehr Dino-tastische

Attraktionen!

Der Triassic Park lockt mit besonderen Attraktionen

für Saurier-Fans jeden Alters: Das Augmented Reality

Rätsel bringt für die etwas älteren Kinder neues Leben

in die Millionen Jahre alten Urzeit-Bewohner, direkt

durch die eigene Handy-Kamera. Für die Kleineren

bieten die „Triassic Wasserspiele“ mit dem spannenden

Wasserlauf und einem komplett neuen Spielplatz

viele Gelegenheiten zum Abkühlen, Plantschen und

Spielen. Darüber hinaus erkunden junge und junggebliebene

Dino-Detektive den Triassic Trail, graben am

Triassic Beach nach Fossilien oder bestaunen das Panorama

von der 70m hohen Aussichtsplattform. Sollte

sich das Bergwetter einmal nicht von seiner Sonnenseite

zeigen, öffnet das Triassic Center und die Tropfsteinhöhle

bei jeder Witterung allen Urzeit-Forschern

die Türen. Die neue Panorama Muschel aus Lärchenholz

bietet einen barrierefreien Ruhebereich mit spektakulärem

Ausblick auf die Umgebung und sorgt für

ein unvergessliches, erholsames Natur-Kino-Erlebnis.

ÖFFNUNGSZEITEN

Ende Mai bis Anfang Oktober

täglich durchgehend von 9:00 bis 16.45 Uhr

Rollstuhl- und kinderwagentauglich

Der Eintritt in den Park ist frei.

FAMILIENSKIGEBIET

STEINPLATTE &

TRIASSICPARK

Skivergnügen, Winterspaß und

Erholung für Groß und Klein

Im Drei-Länder-Eck zwischen Tirol, Salzburg und

Bayern gelegen, ist es besonders leicht und bequem

zu erreichen. Für Familien und Kinder bietet die Steinplatte-Winklmoosalm

eine bunte Vielfalt an Attraktionen:

Die Funline mit lustigen Dino-Elementen sorgt

für strahlende Gesichter, während das Triassic Kinderland

am Hausberg in Waidring speziell auf kleine

Skizwerge zugeschnitten ist. Der 1,5 Kilometer lange

Snowpark Steinplatte mit seinen drei Sektionen garantiert

Action und Freestyle-Spaß für alle Könnerstufen.

Die breiten und perfekt präparierten Pisten in

allen Schwierigkeitsgraden sorgen für ein traumhaftes

alpines Ski- und Snowboarderlebnis, welches definitiv

in Erinnerung bleibt, während abseits urige Hütten

zum Genießen und Verweilen einladen.

Doch auch für Nichtskifahrer gibt es viel zu entdecken:

Der Winterwanderweg auf der Steinplatte führt

zur beeindruckenden Aussichtsplattform und einer

geheimnisvollen Tropfsteinhöhle. Kinder werden bei

der Triassic Kinderbetreuung liebevoll umsorgt und

können sich auf spannende Events freuen.

ÖFFNUNGSZEITEN

Anfang Dezember bis Anfang April

täglich von 8:30 bis 16:30 Uhr

ALPINOLINO & ALPINORAMA

ALPINORAMA - Raufkommen zum Runterkommen

Eine Rundwanderung durch die Natur und zu sich selbst begeistert mit Kraftplätzen,

Erholung und ganz viel Aussicht. Entdecken Sie herrliche Ruheplatzerl sowie den

Kreuzjöchlsee, um die Seele baumeln zu lassen, die Stille

zu hören, ganz bewusst das majestätische Panorama

zu genießen und völlig im Hier und Jetzt zu sein.

ALPINOLINO - Spannende Entdeckungsreise

Schlau Füchse, flinke Wiesel und echte Forschergeister

gehen auf eine spannende Entdeckungsreise. Über

Himmelsteig, Adlerhorst, Holzwurmweg und mit der

längsten Kugelbahn Tirols dem „SPOGGOLINO“

warten viele tierische Rätsel & jede Menge Spaß.

Alpinolino Kinderspieltage

Jeden Montag vom 07.07. bis 01.09.2025

Öffnungszeiten:

24.05.-26.10.2025 täglich 08:30-17:00 Uhr

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60 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 61



WANDERN

AUF DES

KAISERS SPUREN

Hoch erhobenen Hauptes grüßt seine Majestät

von ferne. Die Schönheit des Wilden Kaiser erlebt

man am besten zu Fuße – ganz früh am Morgen

bei Kaiserwetter.

Es ist 6 Uhr 30 und müde

reiben wir uns den letzten

Schlaf aus den Augen. Um

dem ehrwürdigen Kaiser standesgemäß

gegenüber zu treten, sollte man

früh aufstehen. So sieht das zumindest

unser Bergführer Sepp. Er ist

hier am Wilden Kaiser aufgewachsen

und ein echter Bergfex. Heute

wagen wir uns gemeinsam mit ihm

hinauf. Mit im Gepäck sind Klettersteigset,

festes Schuhwerk und

jede Menge Proviant. Nach kurzem

Check der Ausrüstung und einem

etwas längerem, prüfenden Blick

auf unsere Fitness zeigt uns Sepp

die geplante Route für heute. Unser

erstes Ziel – das Bergsteigergrab

des Wieser Much. „Ungefähr zwei

Stunden sind es bis zum Baumgartenköpfl,

das packt ihr zwei ganz locker,

da bin ich mir sicher“, meint

der Experte. Die Höhenlinien in

der Wanderkarte verraten, dass

wir vom Parkplatz Tannbichl bis auf

den Brennenden Palven knapp 715

Höhenmeter überwinden müssen.

Und da bin ich mir bei Sepps Fitnesseinschätzung

für mich nicht mehr

ganz so sicher mit „locker packen“.

»IN DEN

FRÜHEN ANFÄN­

GEN DES BERG­

STEIGERTOURIS­

MUS WAREN ES

FLASCHEN MIT

NACHRICHTEN

UND SPÄTER

VISITENKARTEN

AUS ALUMINI­

UM, DIE DEN

NÄCHSTEN

GIPFELSTÜRMER

ÜBER DEN

VORGÄNGER

INFORMIEREN

SOLLTEN.«

Vorerst führt ein bequemer Forstweg

relativ flach durch den Wald.

Gemütlich plaudern wir über dies

und das, über Sepps Anfänge bei der

Bergrettung und seine skurrilsten

Einsätze. Als der Weg steiler wird

und in einen Pfad mündet, verstummen

unsere Kommentare.

Knapp über der Baumgrenze eröffnet

sich zum ersten Mal das Panorama

des Wilden Kaisers. Elegant

grüßt uns seine Majestät von

links und stellt im frühmorgendlichen

Licht seine markanten Felswände

zur Schau. Ein Anblick, der

uns diesmal nicht vor Anstrengung,

sondern vor lauter Schönheit den

Atem raubt. Vorbei geht es an einigen

privaten Hütten die hier in

der zauberhaften Landschaft wie

harmonisch eingegossen wirken.

Als wir das Bergsteigergrab erreichen

ist es früher Vormittag und die

Sonne erweist dem Wieser Much

gerade seine letzte Ehre. Mit richtigem

Namen hieß der Much eigentlich

Michael und war seines

Zeichens Schuldirektor aus Kitzbühel.

Er erwies sich als unentwegter

Bergsteiger und Kaiseridealist,

erschloss Wege und stellte auf verschiedensten

Gipfeln Gipfeldosen

mit Büchern auf. In den frühen Anfängen

des Bergsteigertourismus

waren es Flaschen mit Nachrichten

und später Visitenkarten aus Aluminium,

die den nächsten Gipfelstürmer

über den Vorgänger informieren

sollten. Bis zu seinem Tod war

der Much ein treuer Kaiserfreund

und so senkten ihn seine Kameraden

auf eigenen Wunsch nach seinem

Ableben am 27. Oktober 1952

in das Grab am Baumgartenköpfl.

Nur wenige Höhenmeter oberhalb

liegt die Wilderer Kanzel, die

ihren Namen nicht von ungefähr

trägt. Und obwohl es ein kleiner

Umweg ist, wollen wir uns das Versteck

unterhalb des Kleinen Törls

näher ansehen. Sofort fällt auf, von

hier aus hat man einen besonders

guten Blick auf die umliegenden

Felsen und wahrscheinlich auch

auf die nicht ganz abschusswilligen

Gämsen.

„Haltet die Berge

sauber! Lasst keine

Abfälle zurück!“

Unser weiterer Weg führt unterhalb

der Berggipfel relativ eben entlang

des Much-Wieser-Steiges bis

zum Jubiläumssteig – einem Klettersteig

mit traumhafter Felskulisse.

Während Sepp uns mental auf die

nächsten Höhenmeter vorbereitet,

packen wir den mitgebrachten

Proviant aus. „Haltet die Berge

Das Bergsteigergrab.

sauber! Lasst keine Abfälle zurück!“

Früher stand dieses Schild an jeder

Ecke und wies den Wanderer darauf

hin seinen Müll wieder zurück

mit ins Tal zu nehmen. Selbst bei

modernster Technik – eine Müllabfuhr

von den Gipfeln des Wilden

Kaisers macht wohl wenig Sinn

und soviel Respekt vor der Natur

sollte wohl jeder Bergfreund mitbringen.

Mittlerweile hat Sepp unser

Klettersteigset vorbereitet und

zeigt uns wie wir sicher verschnürt

die nächsten Passagen antreten dürfen.

„Karabiner einhängen, bei den

Anschlussstellen nach und nach umhängen,

nie beide Karabiner gleichzeitig

aus dem Seil aushängen“, klar

und deutlich haben wir Sepps Anweisungen

verstanden und versuchen

diese nun so gut als möglich

umzusetzen. Schlotter – links geht

es ziemlich steil bergab und obwohl

wir eigentlich Klettersteigerprobt

sind, gehört es doch nicht zu unserer

täglichen Routine. Da und dort rieseln

immer wieder kleinere Steinchen

in die Tiefe. Zum Glück sind

wir mit unseren Helmen gut geschützt.

Sepp bewegt sich wie eine

Gämse, leichtfüßig durch den Felsen,

über Leitern und Vorsprünge.

Und nach anfänglich zitternden

Knien können auch wir bald das

unglaubliche Panorama genießen.

Bis zu den, auch im Hochsommer

noch mit Schnee bedeckten, Hohen

Tauern reicht unser Blick und auch

62 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 63



WANDERN

den bereits gemeisterten Weg bis

hier her kann man gut erkennen.

Beim Ausstieg, kurz vor der

Gruttenhütte, kommt leichte Ruhelosigkeit

beim ansonsten so ruhigen

Bergführer auf. „Ich glaub, da

drüben gibt es einen Bergrettungseinsatz,

da schau i mal schnell hin

ob ich helfen kann.“ Wir sind froh

um die Rast und warten im weichen

Almgras bis Sepp kurze Zeit

später wieder zurückkommt. „Alles

in Ordnung. Die Rettung ist bereits

abgeschlossen!“ Wir sind auch

froh dass nicht mehr passiert ist.

Denn die Gefahren am Wilden Kaiser

werden oft unterbewertet und

nicht selten muss die Bergrettung

verirrte Wanderer und überschätzte

Bergsteiger aus den Felsen bergen.

Bei uns ist für heute auch Schluss

mit Kraxeln, wir wandern auf normalem

Wege durch das Klamml

zur Gaudeamushütte und hinunter

ins Tal. Zehn Stunden sind

wir unterwegs gewesen. Zehn unglaublich

faszinierende Stunden

auf du und du mit seiner Majestät.

Ich werfe einen wehmütigen Blick

hinauf auf die Gipfel des Wilden

Kaisers und denke mir „… aber

wo, i fohr’ no net z’haus, i bleib’ am

Montog a no do!“

Sepp, unser Bergführer.

Tipp Die Kaiserkrone

und der Adlerweg,

zwei herausragende

Weitwanderwege mit

unterschiedlichen Routen

führen durch die Bergwelt

des Wilden Kaisers.

So erspart man sich

die täglichen Zu- und

Abstiege.

In the footsteps of the Kaiser.

With its head held high, the majestic

ridge beckons from afar. A natural

gem and a mountain where destinies

unfold – precisely what makes

it such a popular hiking destination.

The beauty of the Wilder Kaiser mountain

range is best experienced on foot,

very early in the morning and with

glorious weather. — You need to get

up early to stand face-to-face with

the venerable Kaiser. At least that’s

what our guide, Sepp, thinks. Today,

we’ve accepted the challenge

to venture up the mountain with

him. We’ve got our via ferrata kit,

sturdy footwear and plenty of provisions

packed.

To begin with, the path wends its

way comfortably through the forest

at a relatively low incline. Just above

the tree line, we are treated to our

first panoramic view of the Wilder

Kaiser. The trail leads past a few private

cabins that blend in perfectly

with the enchanting landscape. It’s

late morning when we reach the site

of the mountaineer’s grave, and the

sun is shining brightly, seeming to

honour the final resting place of

Much Wieser. Much’s real name was

actually Michael, and he worked as

a school teacher in Kitzbühel. He

proved to be a stalwart mountain

climber and Kaiser visionary, forging

paths and building cairns on various

peaks with caches of books.

Much remained a true friend of the

Kaiser all his life. When he died on

27 October 1952, he was buried at his

request by his friends in the grave

on the Baumgartenköpfl peak.

We continue on our route on

a relatively flat stretch below the

mountain peaks along the Much-

Wieser-Steig to Jubiläumssteig –

a via ferrata with a breathtaking

craggy backdrop. Every now and

then, small stones tumble down

into the depths. Luckily, we are

well protected with our helmets

on. Our view extends to the High

Tauern range, which is covered in

snow, even in summer, and we have

a good view of the route we have

taken thus far.

That’s it for climbing today.

From here, we simply hike along

the normal paths to the Gaudeamus

Hut through the Klamml gully and

down into the valley. We’ve been

trekking for ten hours. Ten incredibly

thrilling hours up close and personal

with His Majesty.

Tip The Kaiserkrone and

Adlerweg paths, two outstanding

long-distance

hiking trails following

different routes, lead

through the mountains

of the Wilder Kaiser. That

saves you climbing up

and down each day.

Beim Anlegen

der Ausrüstung.

Die neu

errichtete

Gruttenhütte.

64 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 65



SOMMERLANDSCHAFT

»ALLE TRÄUME KÖNNEN WAHR

WERDEN, WENN WIR DEN MUT HABEN,

IHNEN ZU FOLGEN.«

66 GOING MAGAZIN 25

365 Tage Going am Wilden Kaiser 67



GEMEINSAM UNTERWEGS

DIE WEGEWARTE

DES WILDEN KAISERS

Wer sorgt eigentlich dafür, dass am Wilden Kaiser hunderte

Kilometer mehrfach ausgezeichnete Wanderwege

mit der dazugehörigen Beschilderung und Markierung

zur Verfügung stehen? Es sind des „Kaisers Wegewarte“,

deren Arbeit gar nicht genug wertgeschätzt werden kann.

Ein Portrait über die „Berg-Helden“ im Hintergrund …

Wenn man sich mit diesen

vier Herren zu einer

kleinen Tour am

Wilden Kaiser verabredet, begibt

man sich nicht nur mit 286 Jahren

geballter Erfahrung, sondern auch

mit ebenso vielen Jahren geballtem

Charme auf den Weg. Und damit

wären wir schon beim Grund, warum

wir mit Bascht Niedermühlbichler

und drei seiner Kollegen, die

der 75-Jährige gerne als „junge Rentner“

bezeichnet, unterwegs waren.

Sie sind allesamt Wegewarte am

Wilden Kaiser und das heißt: Ihnen

und ihren Kollegen haben wir es

zu verdanken, dass uns nicht nur

rund 350 Kilometer hervorragend

gepflegte, sondern vor allem auch

sichere Wanderwege und Steige am

und rund um den Wilden Kaiser zur

Verfügung stehen. Und das machen

sie extrem gut: Nicht umsonst ist

die Region Wilder Kaiser die einzige

Österreichs, die gleich mit drei

Gütesiegeln ausgezeichnet ist. Dem

Tiroler Bergwege-Gütesiegel, dem

Österreichischen Wandergütesigel

und dem Europäischen Wandergütesiegel.

»WIR KOMMEN

JA AUCH

VIEL HERUM,

ABER SO

TOLL WIE DIE

WEGE BEI UNS

BEINAND’ SIND,

DAS SIEHT

MAN SONST

NIRGENDS.«

Der Qualität ihrer Arbeit sind sich

Franz Embacher (83) aus Söll, Herbert

Heuberger (62) aus St. Johann,

Alois Höflinger (66) aus Scheffau

und Bascht Niedermühlbichler (75)

aus Going durchaus bewusst: „Wir

kommen ja auch viel herum, aber

so toll wie die Wege bei uns beinand’

sind, das sieht man sonst nirgends“,

sagt Lois aus Scheffau. Dabei

hört man schon heraus, dass sie

ihre „Arbeit“ nie los lässt, auch nicht,

wenn sie „außer Dienst“ unterwegs

sind. „Wir gehen privat unsere Wege

und schauen, was zu tun ist“, erklärt

Herbert. Kleinere Werkzeuge haben

sie sowieso immer dabei um

einfache Arbeiten sofort erledigen

zu können, größere Vorhaben werden

vorher mit Bascht und den anderen

abgesprochen, damit alle wissen

was bereits erledigt wurde und

was noch offen ist.

Vom „Ostoanan“

bis zur Stahlseil-

Montage

Die Tätigkeiten, die ihnen dabei ins

Auge stechen, reichen vom „Ostoanan“

(Steine, die sich in Bewegung

setzen und gefährlich werden können,

wegräumen) über das Erneuern

und Montieren von Seilversiche-

rungen, das Pflegen und Befestigen

von Wegen, Bäume und Sträucher

schneiden bis hin zu Arbeiten

mit Hubschrauber-Unterstützung

und schwerem Gerät. Und natürlich

ganz zentral: die Montage und Wartung

der gelben Schilder, die uns allen

am Berg den Weg weisen. Und

das sind am Wilden Kaiser viele –

rund 1.000 gelbe Richtungsschilder

und dazu noch 582 weiße Standorttafeln,

die Auskunft darüber geben,

wo man sich gerade befindet. Ob

die Wanderer und Bergsteigerinnen

überhaupt wissen, wem sie es zu

verdanken haben, dass Wege sicher

und Gipfel erreichbar sind? „Die, die

uns begegnen wissen es schon, die

anderen nicht“, sagen die vier Herren.

Wenn die Leute ihre Arbeit allerdings

live mitbekommen, wäre

die Überraschung und Begeisterung

enorm – auch wenn „sie leider nie

einen Schnaps dabei haben“, wie der

83-jährige Franz mit einem lausbübischen

Lächeln scherzt.

Das brauchts aber gar nicht unbedingt,

wie folgendes Erlebnis von

Unterwegs

mit unseren

Wegewarten!

Bascht zeigt: „Einmal, als wir gerade

beim Arbeiten waren, kamen Wanderer

vorbei und haben gefragt, was

wir da tun. Als wir es ihnen erklärt

haben, sagten sie: ‚So, packts zam,

wir gehen jetzt runter zur Gaudeamushütte!‘

Dort haben sie dann jedem

von uns ein Bier und eine Jause

gezahlt!“ Das ist natürlich nicht die

Regel, aber eine nette Anekdote (und

guter Verhaltens-Tipp für alle, die

die rüstigen Herren auch einmal bei

der Arbeit antreffen!)

„Passen auf

und helfen

zusammen.“

Die objektiven Gefahren am Berg

– und dazu gehört natürlich auch

Steinschlag – zu beachten und

einzuschätzen, hat aber ohnehin

oberste Priorität bei ihrer Arbeit.

Eine spezielle Ausbildung haben sie

nicht, auch wenn vom Alpenverein

Kurse angeboten würden – „aber

jeder Weg hat andere Bedürfnisse,

wir kennen unseren Berg einfach

68 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 69



GEMEINSAM UNTERWEGS

sehr gut und wissen, was wir machen

und was nicht.“ Wenn etwa ein

Baum nicht selbst geschnitten werden

kann, weil es zu gefährlich ist,

holen sie einen Profi, der das übernehmen

kann. „Wir haben kaum mit

Verletzungen zu tun, weil wir gut

aufpassen, zusammen helfen und

uns gegenseitig sichern, wenn nötig.“

Und ihre Jahrzehnte lange Erfahrung

sowohl als Bergsteiger, als

auch als Handwerker, kann ihnen

auch keiner nehmen.

Tipp Weitere Informationen

und Details zur Fortsetzung

der Geschichte

Rund um die Wegewarte

am Wilden Kaiser

findet ihr über diesen

QR-Code! Viel Spaß

beim Lesen!

Scan me!

They are all trail wardens on the

Wilder Kaiser, which means that we

have them and their colleagues to

thank for the fact that we not only

have around 350 kilometres of excellently

maintained, but above all

safe hiking trails and paths on and

around the Wilder Kaiser. And they

do this extremely well: it is not for

nothing that the Wilder Kaiser region

is the only one in Austria to

have been awarded three seals of

approval. The Tyrolean Mountain

Trail Seal of Quality, the Austrian

Hiking Seal of Quality and the

European Hiking Seal of Quality.

Franz Embacher (83) from

Söll, Herbert Heuberger (62) from

St. Johann, Alois Höflinger (66) from

Scheffau and Bascht Niedermühlbichler

(75) from Going are well

aware of the quality of their work:

“We get around a lot, but you don’t

see anywhere else as great as the

paths here”, says Lois from Scheffau.

You can tell that they never let

go of their “work”, even when they

are travelling “off duty”. “We go our

separate ways and see what needs

to be done”, explains Herbert. They

always have small tools with them

anyway so that they can complete

simple jobs straight away, while

larger projects are discussed with

Bascht and the others beforehand

so that everyone knows what has

already been done and what is still

outstanding.

From “Ostoanan” to steel cable

installation — The activities that

catch their eye range from “ostoanan”

(clearing away stones that move and

can become dangerous) to renewing

and installing rope safety devices,

maintaining and fixing paths, cutting

trees and bushes and working

with helicopter support and heavy

equipment. And, of course, the installation

and maintenance of the

yellow signs that show us the way

on the mountain. And there are a

Die vielfältige Arbeit

eines Wegewart.

*

The trail wardens of the Wilder

Kaiser. Who actually ensures that

hundreds of kilometres of multiaward-winning

hiking trails with the

corresponding signposting and markings

are available on the Wilder Kaiser?

They are the “Kaiser’s trail wardens”,

whose work cannot be appreciated

enough. A portrait of the “mountain

heroes” in the background … — When

you make an appointment with

these four gentlemen for a short

tour on the Wilder Kaiser, you are

not only setting off with 286 years

of concentrated experience, but also

with just as many years of concentrated

charm. And that brings us

to the reason why we were out and

about with Bascht Niedermühlbichler

and three of his colleagues,

whom the 75-year-old likes to call

“young pensioners”.

Perfekte

Beschilderung!

lot of them on the Wilder Kaiser –

around 1,000 yellow direction signs

and 582 white location boards that

provide information about where

you are.

»WE GET

AROUND A

LOT, BUT YOU

DON’T SEE

ANYWHERE

ELSE AS GREAT

AS THE

PATHS HERE«

Do hikers and mountaineers even

know who they have to thank for the

fact that paths are safe and summits

are accessible? “Those who meet us

already know, the others don’t”, say

the four men. However, if people

were to witness their work live, the

surprise and enthusiasm would be

enormous – even if “unfortunately

they never have a schnapps with

them”, as 83-year-old Franz jokes

with a mischievous smile.

But you don’t necessarily need

to, as the following experience by

Bascht shows: “Once, when we were

working, hikers came by and asked

what we were doing. When we explained

it to them, they said: ‘So,

pack it up, we’re going down to the

Gaudeamushütte now!’ There they

paid for a beer and a snack for each

of us!” That’s not the rule, of course,

but it’s a nice anecdote (and a good

behavioural tip for anyone who encounters

these sprightly gentlemen

at work!)

“Watch out and help together” —

Paying attention to and assessing the

objective dangers on the mountain

– including rockfall, of course – is a

top priority in their work anyway.

They don’t have any special training,

even though the Alpine Club offers

courses – “but every route has

different requirements, we simply

know our mountain very well and

know what we can and can’t do.”

For example, if they can’t cut a tree

themselves because it’s too dangerous,

they call in a professional to

do it. “We hardly ever have to deal

with injuries because we take good

care, help each other and secure each

other if necessary.” And no one can

take away their decades of experience,

both as mountaineers and as

craftsmen.

Many thanks to our path maintainers

for their valuable work and

dedication! Your efforts make a significant

contribution to ensuring

that our paths are safe and well

maintained. We appreciate your

commitment and are very grateful

to you!

70 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 71



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72 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 73



ALLES FÜR DIE BIODIVERSITÄT

NATURSCHUTZHOF

ARTENREICH

Maria und Harald leben seit 11 Jahren auf einem alten

Bauernhof in Going. Das Konzept dahinter ist in der Region

Wilder Kaiser einzigartig und auf jeden Fall einen Besuch

wert. Denn hier steht alles ganz im Zeichen der Artenvielfalt.

Wie aus dem Bedürfnis, eine artenreiche Wiese zu

schaffen, ein ganzer Naturschutzhof wurde, erzählt Maria

im Interview.

Zu einer Landwirtschaft

gehören Tiere, so die

gängige Vorstellung davon,

was ein Bauernhof ist. Auch

am Hof von Maria und Harald gibt

es Tiere – aber eben nicht so, wie

wir das kennen. Denn auch wenn

alles auf ihrem Hof darauf ausgelegt

ist, Tieren einen Lebensraum

zu bieten, geht es dabei nicht etwa

um Kuh und Co, sondern vorrangig

um Vögel und Insekten. Hasen,

Hühner, Schafe und Katzen gibt es

zwar auch, für sie ist der Artenreich

Hof quasi eine „Seniorenresidenz“,

denn neben dem Fokus auf Artenvielfalt

und Naturschutz, ist es auch

ein „Lebenshof“. Seien es die Hühner,

die nicht mehr genug Eier für

eine konventionelle Haltung legen

oder eben die süßen Schwarznasenschafe,

die auch schon ein paar Jahre

auf dem Fell haben – sie alle haben

den Weg auf den Hof in Going gefunden

und leben dort ein wunderbares

Leben. Anlässlich der „ersten

Mahd“, die am Naturschutzhof in

Going rund um den 20. Juli und damit

sehr spät stattfindet, haben wir

Maria am Hof besucht und sie zu

Beweg- und Hintergründen des Naturschutzhofes

befragt.

Wer das ausgezeichnete Projekt

gerne mit eigenen Augen sehen

möchte, hat im Rahmen des Aktivprogramm

immer mittwochs die

Möglichkeit dazu!

Was genau ist ein „Naturschutzhof“

und wie seid

ihr auf die Idee gekommen,

genau das zu machen?

Maria: Ein Naturschutzhof ist ein

Hof, der den Fokus darauf legt, die

Biodiversität zu fördern. Also die

Natur zu schützen, Lebensräume zu

bewahren aber auch Neue zu schaffen

– für eine möglichst hohe Artenvielfalt.

Wir bringen natürlich

keine neuen Arten ein, aber mit den

verschiedenen Maßnahmen, die wir

hier setzen, siedeln sich ganz automatisch

wieder viele Tiere an. Das

war keine fertige Idee a la „Jetzt

schaffen wir einen Naturschutzhof“.

Das war viel mehr ein Prozess.

Wie ist dieser

Prozess verlaufen?

Maria: Wir sind vor 11 Jahren hierher

gekommen und haben eine sehr

stark genutzte Wiese vorgefunden.

Es ist ausschließlich Hahnenfuß und

Löwenzahn gewachsen. Da hatten

wir das starke Bedürfnis, eine artenreiche

Wiese zu schaffen – für

die Tiere, aber auch für uns. Und

plötzlich waren wieder viel mehr

Insekten da. Dann kamen immer

mehr Vögel, inzwischen haben wir

sogar Bodenbrüter. Also haben wir

uns überlegt, was wir denen anbieten

können und haben die Hecke gesetzt.

Danach haben wir einen Naturteich

für die Frösche angelegt.

Für die vielen Eidechsen haben wir

74 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 75



ALLES FÜR DIE BIODIVERSITÄT

eine Trockensteinmauer gemacht

und so ist das Projekt Jahr für Jahr

mit jedem Tier, das dazu gekommen

ist, gewachsen. Und heute ist es ein

ganzer Naturschutzhof.

Wie schaut ein

klassischer Arbeitstag

bei euch am Hof aus?

Maria: Unsere Arbeitsteilung

schaut so aus, dass mein Mann Harald

so um 5.30 Uhr aufsteht und sich

um die Tiere kümmert. Das heißt, er

lässt die Hühner raus, mistet bei den

Schafen aus und füttert die Tiere.

Wenn es sehr heiß und trocken ist,

gießen wir auch manchmal in der

Früh, ansonsten mulchen wir nur.

Unter Tags sind wir beide im Büro,

am Abend stehen die gleichen Arbeiten

noch mal an – dazu kommen

noch die tägliche „Schneckenrunde“

bei den Gemüsebeeten und

andere kleinere Arbeiten. Das ist jeden

Tag ca. eine Stunde, wenn wir

neue Projekte umsetzen, dann natürlich

viel mehr.

Bei euch wird die Wiese

spät gemäht, wieso ist eine

späte Mahd so wichtig

für euch?

Maria: Dadurch, dass wir den Fokus

auf Blühwiesen, Insekten und

die Artenvielfalt legen, macht dieser

sehr späte Zeitpunkt für unseren

Hof total Sinn. Man sieht erst,

was eigentlich alles auf der Wiese

wächst, wenn man sie lang genug

stehen lässt. Etwa die Blaublütler,

die sieht man in gewöhnlichen Wiesen

nicht, weil die vorher gemäht

werden. Grundsätzlich gibt es zwei

Gründe, warum wir so spät mähen.

Erstens, wir haben hier in Zusammenarbeit

mit der Tiroler Umweltanwaltschaft

vor zehn Jahren

eine Blühwiese angelegt. Das heißt

wir haben mit verschiedenen Methoden

Saatgut eingebracht, vor

allem heimische Wiesenkräuter,

die für unsere Spezialistinnen, die

Wildbienen relevant sind. Damit

die Blüten aussamen können und

eben jedes Jahr wiederkommen,

müssen wir so lange warten.

Der Naturschutzhof

am Wilden Kaiser.

Der zweite Grund ist, dass wir den

Fokus neben Insekten auch auf Vögel

legen. Für sie haben wir mehr als

1.000 Wildhecken rund um den Hof

gepflanzt, da inzwischen sogar Bodenbrüter

bei uns beheimatet sind.

Wir haben Goldammern, Neuntöter,

Stiglize und viele mehr. Die Vogelbabies

werden für gewöhnlich

zwischen 15. und 20. Juli flügge, insofern

mähen wir auch deshalb so

spät, damit die nicht zu Schaden

kommen. Das zweite mal mähen

wir dann im Herbst.

Tipp Wer sich Tipps –

ob für den Balkon, einen

kleinen Garten oder eine

große Landwirtschaft –

aus erster Hand holen

will, ist am Naturschutzhof

Artenreich in Going

herzlich willkommen. Ihr

könnt bei der wöchentlichen

Führung im Rahmen

des Aktivprogramms

immer mittwochs teilnehmen.

Anmeldungen

entweder online oder in

einer Tourismus Info der

Region Wilder Kaiser.

Artenreich nature conservation

farm. Maria and Harald have been

living on an old farm in Going for 11

years. The concept behind it is unique in

the Wilder Kaiser region and definitely

worth a visit. Because everything here is

all about biodiversity. In this interview,

Maria explains how the need to create

a species-rich meadow turned into

an entire nature conservation farm. —

Farming involves animals, according

to the common perception of

what a farm is. Maria and Harald’s

farm also has animals – but not as

we know it. Even though everything

on their farm is designed to provide

a habitat for animals, it’s not about

cows and other “farm animals”, but

primarily about birds and insects.

Although there are also rabbits,

chickens, sheep and cats, the Artenreich

farm is more or less a “retirement

home” for them, because

in addition to the focus on biodiversity

and nature conservation, it is

also a “living farm”. Whether it’s the

chickens that no longer lay enough

eggs for conventional farming or the

cute, black-nosed sheep that have already

had a few years on their coat

– they have all found their way to

the farm in Going and live a wonderful

life there. On the occasion of

the “first mowing”, which takes place

at the nature conservation farm in

Going around July 20th and therefore

very late, we visited Maria at

the farm and asked her about the

motives and background of the nature

conservation farm.

If you would like to see the excellent

project with your own eyes,

you can do so every Wednesday as

part of the activity program!

What exactly is a “nature

conservation farm” and

how did you come up with

the idea of doing just that?

Maria: A nature conservation farm

is a farm that focuses on promoting

biodiversity. In other words, protecting

nature, preserving habitats

but also creating new ones – to maximize

biodiversity. Of course, we

don’t introduce any new species,

but with the various measures we

take here, many animals automatically

settle here again. It wasn’t a

ready-made idea along the lines of

“Now we’re creating a nature conservation

farm”. It was much more

of a process.

How did this process go?

Maria: We came here 11 years ago

and found a very heavily used

meadow. Only buttercups and

dandelions had grown. We felt a

strong need to create a species-rich

meadow – for the animals, but also

for us. And suddenly there were a

lot more insects again. Then more

and more birds arrived, and we

now even have ground nesting

birds. So we thought about what

we could offer them and planted

the hedge. Then we created a natural

pond for the frogs. We made

a dry stone wall for the many lizards

and so the project has grown

year on year with every animal that

has been added. And today it is

a whole nature conservation farm.

Tip If you want to get

first-hand tips – whether

for your balcony, a small

garden or a large farm

– you are very welcome

at the Artenreich nature

conservation farm in

Going. You can take part

in the weekly guided tour

as part of the activity

program every Wednesday.

Register either

online or at a tourist

information office in the

Wilder Kaiser region.

76 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 77



AUFTAKT

BRAUCHTUM

& GESCHICHTE

Im Wandel der Zeit den

Mut zur Tradition zu haben.

Das ist eine unserer Stärken.

Custom & History — Embracing tradition in

times of change. That is one of our strengths.

78 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 79



REGIONAL

MARKTPLATZ

WILDER KAISER

Regionale Kreisläufe am Wilden Kaiser

naler Kreisläufe wollen wir die heimischen

Produzent*innen unterstützen

und einen weiteren Schritt

in Richtung nachhaltigen Tourismus

gehen.

Was ist der

Wilder Kaiser

Marktplatz?

In einem ersten Schritt wurden die

regionalen Anbieter*innen mit ihren

Erzeugnissen vor den Vorhang

geholt. Oft weiß man zwar, was der

direkte Nachbar herstellt – dass die

Bäuerin zwei Orte weiter nicht nur

guten Speck, sondern auch feine

Filzpatschen hat, schon weniger.

Daher war klar: Basis des Projekts

ist ein Verzeichnis der erzeugenden

und verkaufenden Betriebe.

Tipp Hier kann man

sich online informieren:

Scan me!

Die Plattform ist nicht abgeschlossen

und weiterhin offen für alle

regionalen Erzeuger*innen bzw.

Anbieter*innen, die sich und ihre

Produkte dort präsentieren wollen.

„Flüssiges Gold“

Honig beim Söllnhof

Hoch thronend auf 835 Metern mit

Blick auf den Wilden Kaiser und das

Kitzbüheler Horn befindet sich der

Söllnhof. Bereits 1416 wurde dieser

erstmalig urkundlich erwähnt, seit

1889 befindet er sich in Besitz der

Familie Recheis. Mit dieser hielten

auch die Bienen Einzug auf dem

Bauernhof. Mittlerweile ist es Toni

Recheis, der sich dort um die fleißigen

Insekten kümmert, die Honig

produzieren – flüssiges Gold eben.

Zwischen 50 und 80 Bienenvölker

hegt und pflegt er pro Jahr, wobei

ein einzelnes Volk aus 40.000 bis

50.000 Tieren besteht. Mit Bienen

ist er groß geworden. Schon seine

Urgroßmutter hat mit den fleißigen

Insekten gearbeitet und ihr umfangreiches

Wissen wurde von Generation

zu Generation weitergegeben.

„Die Tiere haben mich schon immer

fasziniert und die Arbeit mit ihnen

hat etwas sehr Beruhigendes und erdet

mich“, erklärt der passionierte

Imker. Die Wichtigkeit der Bienen

ist nicht zu unterschätzen. Ca. 80

Prozent der heimischen Kultur- und

Wildpflanzen werden durch Honigbienen

bestäubt. Ihr Stellenwert für

unser Ökosystem ist unbezahlbar.

„Ich beschäftige mich seit etwa 15

Jahren sehr intensiv mit der Imkerei

und muss sagen, dass mich die Tiere

mit ihrem Sozialverhalten und ihrer

Organisation noch immer begeistern

und erstaunen“, ergänzt

Toni Recheis.

Bio Wald-, Blüten-, Frühlings-,

Almblüten-, Hochgebirgs-, Almrosen-

und Cremehonig findet man

im reichen Sortiment des Söllnhofs.

Hier wird wirklich jede*r fündig:

Ob intensiver Geschmack oder

doch lieber mild – mit Tonis fachmännischer

Beratung findet jede*r

den passenden Honig. Der Hausherr

selbst bevorzugt Hochgebirgsoder

Almrosenhonig, zwei Sorten,

die auch bei Gästen viel Anklang finden.

Auch Bio-Blütenpollen kann

Die vier Kaiser-Orte Ellmau,

Going, Scheffau

und Söll sind Heimat

vieler regionaler Produzent*innen.

Das Angebot ist dabei besonders

vielfältig und reicht von Fleisch

in BIO-Qualität bis hin zu Edelbränden,

diversen Lebensmitteln,

Handwerks-Erzeugnissen und noch

vieles mehr. Die Produkte aus der

Region überzeugen mit einer schonenden

Herstellung, ausgezeichneter

Qualität und individuellen

Geschmack.

Wo, wann und vor allem bei wem

kann ich diese qualitativ hochwertigen

Produkte aus der Region kaufen?

Darüber gibt die Plattform „Marktplatz

Wilder Kaiser“ Auskunft.

„Regional“ liegt im Trend, das

steht außer Frage. Während so

manche*r erst durch Corona, Lockdown

und eingeschränkten Zugang

zum Handel das „Hofladl“ ums Eck

so richtig zu schätzen gelernt hat,

wissen wir in die Region Wilder Kaiser

schon lange, was wir an unseren

zahlreichen und unterschiedlichen

Produzent*innen haben. Mit

den Initiativen zur Förderung regioman

beim Söllnhof erwerben. Reich

an Vitaminen, Eiweiß und Mineralien

lassen sich diese ideal in Müsli

oder Joghurt mischen und sind ein

Quell der Gesundheit.

Doch nicht nur Bienen tummeln

sich am Söllnhof. Seit 2016 findet

man auch Krainer Steinschafe

auf dem Goinger Bauernhof. Neben

Honig kann man daher auch

Bio Milchlammfleisch am Hof erwerben.

Von Schnitzel über Kotelett

bis hin zu Braten oder auch als

Mischpaket ist das Lammfleisch

erhältlich. Wer sich vom Angebot

des Söllnhofs überzeugen möchte,

der schaut am besten nach telefonischer

Voranmeldung einfach vorbei!

Toni Recheis und seine Familie

freuen sich!

*

Marketplace Wilder Kaiser —

The four villages of Ellmau, Going,

Scheffau and Söll are home to

many regional producers. The offer

is very divers and ranges from

meat in BIO quality to noble brandies,

various foodstuffs, handicraft

products and much more. The products

from the region convince with

a gentle production, excellent quality

and individual taste.

Where, when and above all with

whom can I buy these high-quality

products from the region? The platform

“Marketplace Wilder Kaiser”

provides information about this.

What is the Wilder Kaiser Marketplace?

— In a first step, the regional

suppliers and their products

are brought in front the curtain. You

often you know what your immediate

neighbour produces – but not

so much that the farmer’s wife two

towns away not only offers good

bacon, but also fine felt slippers. It

was therefore clear that the project

would be based on a directory of

producing and selling farms.

In the portrait: The Söllnhof —

The Söllnhof is located high up at

835 meters with a view of the Wilder

Kaiser and the Kitzbüheler Horn.

It was first mentioned in a document

in 1416 and has been owned

by the Recheis family since 1889.

80 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 81



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With them, bees also found their

way onto the farm. It is now Toni

Recheis who looks after the industrious

insects that produce honey

– the so-called liquid gold.

He looks after between 50 and

80 bee colonies a year, with a single

colony consisting of 40,000 to

50,000 animals. He grew up with

bees. Even his great-grandmother

worked with the industrious insects

and her extensive knowledge

was passed down from generation

to generation. “The animals have

always fascinated me and working

with them is very calming and

grounding”, explains the passionate

beekeeper. The importance of

bees should not be underestimated.

Around 80 percent of domestic cultivated

and wild plants are pollinated

by honeybees. Their importance

for our ecosystem is priceless.

“I have been intensively involved

in beekeeping for around 15 years,

and I have to say that I am still fascinated

and amazed by the animals

and their social behavior and organization”,

adds Toni Recheis.

Organic forest, blossom, spring,

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rose and creamed honey can be

found in the Söllnhof’s rich assortment.

There really is something for

everyone here: whether you prefer

an intense taste or a mild one – with

Toni’s expert advice, everyone will

find the right honey. The host himself

prefers high mountain or alpine

rose honey, two varieties that are

also very popular with guests. Organic

pollen can also be purchased

at Söllnhof. Rich in vitamins, protein

and minerals, they are ideal for

mixing into muesli or yoghurt and

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82 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 83



GESCHICHTE

DER TRAUM VOM

GROSSEN GLÜCK

Von tiefen Stollen, Goldgräberstimmung, harter Arbeit

und einem Selbstmord, der so gar nie hätte sein müssen.

Es waren einmal drei Bauern,

die auf dem Rückweg

vom Kirchweihfest ihren

Rausch ausschliefen und im Traum

einen großen Schatz zu ihren Füßen

sahen. Als sie erwachten, scharrten

sie den Boden auf und fanden Kupfer

und Silber. Ob die Sage wirklich

stimmt, sehen Historiker eher skeptisch.

Dass aber „das bedeutendste

und wertvollste Erzvorkommen des

ganzen Bezirkes und einer der größten

und großartigsten Bergbaue der

Alpenländer“ einst in Going war, ist

sich zumindest Georg Mutschlechner

im Stadtbuch von Kitzbühel sicher.

Überlieferungen aus dem Jahr

1539 zufolge wurde unter dem heutigen

Astberg so einiges an Silber

und Kupfer gefunden. Rasch kam

– nicht nur im Bezirk, sondern weit

über die Landesgrenzen hinaus –

Goldgräberstimmung auf. Vor allem

aus der nahen Bergwerkstadt

Schwaz stammten die Knappen, aber

auch aus Bayern zog es die Bergleute

in das kleine Dorf.

Stollen bis

zum Meer

Die Abbaurechte wurden damals

vom Landesfürsten an Unternehmerfamilien

bzw. -zusammenschlüsse

vergeben. Kostenlos war

diese Ehre natürlich nicht und

so mussten sich die sogenannten

„Gewerken“ mittels ertragsabhängiger

Abgaben beim obersten Herrn

revanchieren. Alles in allem muss

es wohl doch ein sehr lukratives

Geschäft gewesen sein, denn auch

die Fugger und der Herzog von Bayern

waren unter den schürfenden

Genossenschaften. Das Abbaugebiet

am Röhrerbichl im nahen Oberndorf

spielte ebenso eine wichtige

Rolle wie der oberhalb der Reither

Ache liegende Fuggerbau, das sogenannte

Abendgebirge. Dieses bestand

aus Schächten, die zum Teil

bis in 890-Meter-Tiefe und somit

unter Meeresniveau reichten. 1540

zählten sie zu den tiefsten in ganz

Europa.

Wasser und

Selbstmord

Der Stollenbau war wegen des flachen

Geländes nicht möglich und so

musste mit Bergbarten, auf Knien,

teils im eiskalten Gebirgswasser in

steilen Schächten nach Fahlerz gegraben

werden. Um das Grundwasser

heben zu können und das Arbeiten

überhaupt möglich zu machen,

baute man Wasserhebe maschinen.

Diese benötigten für den Betrieb

jedoch Oberflächenwasser, welches

aus Seen oder über Rinnen

zugeführt wurde. Als die Grabungen

immer tiefer wurden, brauchte

es noch mehr Wasser. Ein gewisser

Herr Gabl setzte sich für einen

neuen, 1.055 Meter langen Zufluss

von der Weißache in Ellmau zum

St. Georgschacht in Going ein. Als

der Durchfluss nicht auf Anhieb

klappen wollte, nahm sich Gabl

das Leben. Er bedachte dabei nicht,

dass das Wasser einige Zeit benötigt,

um seinen neuen Weg zu finden.

Wenige Monate später wurde der

„Gabl graben“ in Betrieb genommen.

Die Verseuchung

des Glaubens

Die heutigen Reste

des Gablgrabens.

Zur Blütezeit arbeiten mehr als

1.500 Mann in den Schächten auf

der Südseite von Going. Dies stellte

Arbeitgeber, die heimische Bevölkerung

und selbst die katholische Kirche

vor neue Herausforderungen.

In der Prama, einem Ortsteil von

Going, entstanden einfache Knappensiedlungen,

in denen die Bergleute

teils unter widrigsten Umständen

auf engstem Wohnraum, mit

schlechter Hygiene und einfachster

Nahrung hausten. An sie erinnern

heute nur mehr fünf Knappenhäuser,

eines davon das Haus Gattern.

Die katholischen Oberhäupter waren

nicht sehr erfreut, als sich mit

dem Zuzug aus dem Ausland auch

der Protestantismus und die Sekte

der Wieder täufer verbreiteten. In

der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts

wurde mit aller Kraft von Kirche

und Landesfürsten gegen die

„Verseuchung des Glaubens“ vorgegangen.

Aufstände und Rebellionen

blieben nicht aus und führten

letztlich zu einem wesentlichen

Rückgang der Erträge und Einnahmen

aus dem Bergwesen.

Von Glanzzeiten

und Untergang

Geschwächt aus der Mitte und mit

allmählich schwindenden Ressourcen

der Natur zeichnete sich um

1700 bald das Ende der Bergbauzeit

ab. Die Fugger bauten als alleinig

übriggebliebene „Gewerke“ in

den darauffolgenden Jahren noch

Salz und letzte Reste von Kupfer

und Silber ab. Doch die Hochzeit

konnte nie wieder erreicht werden.

Als die Verluste im 18. Jahrhundert

fast alljährlich anstiegen,

wurde der Betrieb am 24. Dezember

1774 von Maria Theresia eingestellt

und die Abbaurechte auf die ehemaligen

Bergknappen übertragen.

Seit jener Zeit gab es immer wieder

Untersuchungen auf Resterze,

das letzte Mal 1970 durch die südafrikanische

Union Corporation.

Aber auch sie musste bald feststellen,

dass die Glanzzeiten mit jährlich

12.000 kg Kupfer und 70.000 kg

Silber längst der Vergangenheit

angehören. Heute erinnern nur

mehr wenige Überreste des Gablgrabens,

vereinzelte Knappenhäu-

84 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 85



GESCHICHTE

ser und ein im Jahr 2003 errichteter

Gedenkbrunnen an die ehemalige

Goldgräberzeit von Going. Wer sich

aber auf den Spuren der Bergleute

begeben möchte, der findet den

einen oder anderen verlassenen

Weg und geheimnisvollen Stollen

etwas versteckt beschrieben in der

Dorfchronik.

*

The dream of great happiness.

— There once were three farmers

sleeping off their drunkenness on

the way home from the church festival

who dreamt they saw a great

treasure at their feet. When they

awoke, they shuffled around on the

ground and found copper and silver.

Of course, historians are sceptical

of whether this legend rings true.

But one thing is certain – “the most

significant and valuable mineral deposits

of silver and copper in the entire

district and one of the largest

Der Knappenbrunnen

in der

Prama.

and most magnificent mines of all

the alpine countries” was once in

Going, in 1539. This quickly brought

about a gold rush, not only in the

district but far beyond the country’s

borders as well. The mining

area here was comprised of shafts,

some of which going down 890 metres,

extending below sea level. By

1540, they were among the deepest

in Europe.

The flat terrain meant tunnel

construction was impossible, steep

fahlerz shafts had to be dug out using

mining axes by miners working

on their knees, sometimes in icy

mountain water. They built water

lifting machines to lift the ground

water to make the job possible in

the first place. A certain Mr Gabl

campaigned for a new 1,055-metre-long

tributary to be built from

the Weissache in Ellmau to the

St. George’s shaft in Going. When

the water failed to flow straight

away, Gabl took his own life. What

he failed to consider was that water

takes time to find its new route.

“Gabl’s Grave” was put into operation

just a few months later.

In its heyday, more than 1,500

men worked in the shafts on the

southern side of Going. This posed

new challenges for employers, the

local population and even the Catholic

Church. Miners’ settlements

cropped up in Prama, a district of

Going, where miners sometimes

lived under arduous conditions in

confined living spaces, with poor

hygiene and only basic food. Catholic

leaders were not pleased when

arrivals from abroad saw the spread

of Protestantism and the Anabaptist

sect. The full might of the church

and local sovereigns was brought to

bear against the “contamination of

the faith” in the second half of the

16th century. Insurrections and rebellions

were inevitable and eventually

led to a substantial decline in

income and revenue from mining.

Weakened from the centre and

faced with gradually diminishing

natural resources, the turn of the

18th century was characterised as

the beginning of the end of the mining

period. As losses increased almost

annually during the 18th century,

operations were finally halted

on 24 December 1774 by Maria Theresa

and the mining rights were

transferred to the former miners.

Today what remains are only a few

remnants of Gabl’s Grave, a smattering

of miners’ settlements and

a memorial fountain honouring

Going’s erstwhile gold rush, which

was erected in 2003. Yet anyone

looking to follow in the footsteps

of the miners themselves can find

some abandoned route or other or

one of the mysterious tunnels hidden

away in the village chronicle.

1970 wurde zum letzten Mal nach Erz gesucht – erfolglos.

86 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 87



250 JAHRE PFARRKIRCHE

DIE PFARRKIRCHE

ZUM HEILIGEN KREUZ

IN GOING

Der Kirchturm einer jeden Tiroler Gemeinde prägt

das Ortsbild wie kaum ein anderes Gebäude. Was fehlen

würde, wenn es die Kirche in Going nicht gäbe? Der

Mittelpunkt des Dorfes, der Kirchplatz als Ort der

Zusammenkunft und ein Anker für den christlichen

Glauben. Dieses Jahr feiert die Kirche ihr 250-jähriges

Bestehen. Mindestens.

Die Geburtsstunde

der Kirche

Die Pfarrkirche in ihrer heutigen

Form wurde zwischen 1772 und 1775

erbaut und am 20. Oktober 1777 vom

Chiemseer Bischof geweiht. Am Bau

beteiligt waren geschickte Handwerker

und Künstler aus der Region

– im Archiv namentlich erwähnt

werden der Baumeister, der

Bauleiter, der Freskomaler, der Stuckateur

und Bildhauer, der Schmied,

der Schlosser und der Maurermeister,

der den Fußboden aus Marmor

ausführte.

»DIE ALLER-

ERSTE UR­

KUNDLICHE

ERWÄHNUNG

DER DORFKIR­

CHE FAND […]

SCHON IM

JAHR 1398

S TAT T. «

Neben diesen Informationen gibt

es in den Chroniken der Goinger

Pfarrkirche nicht viel zu finden:

einige Rechnungen und Beschreibungen

der Pfarrer, Einträge im Kirchenbuch

zu Geburten, Todestagen

und Hochzeiten und den Hinweis

darauf, dass die Diözese wohl einst

gegen die Goinger Bauern prozessierte.

Die allererste urkundliche Erwähnung

der Dorfkirche fand jedoch

schon im Jahr 1398 statt. Am 11.

November dieses Jahres wurde die

Bedingung formuliert, dass mit der

Weihe der Kirche in Going finanzielle

Zuwendungen erfolgen sollten.

Diese Urkundenausstellung gilt

als Beweis, dass bereits Ende des 14.

Jahrhunderts eine Kirche in Going

erbaut wurde oder ein Bau bereits

in Planung war.

Zu klein – oder zu unmodern –

wurde die gotische Kirche im Laufe

der Zeit. So wurde in den Jahren

1723 und 1724 eine Barockisierung

vorgenommen. Die Schubkräfte des

neuen Stichkappengewölbes wurden

dabei jedoch falsch berechnet,

was bereits nach kurzer Zeit zu erheblichen

Bauschäden führte und

zu einem Neubau Ende des 18. Jahrhunderts

drängte. Die Kirche wurde

über die Jahre hinweg laufend erweitert

und im Jahre 1957 aufwendig

restauriert – in den beiden Seitenwänden

wurden prunkvolle Beichtstühle

eingelassen.

Die Weitergabe

von Wissen

Noch heute ist die Bildsprache in

Form von Symbolen, Deckenmalereien

und Dekorationen ausschlaggebend

für die Wirkung

einer Kirche. Früher diente die visuelle

Ausgestaltung einer Kirche

neben dessen Verschönerung vielmehr

der Wissensweitergabe: Wie

wollte man sonst die Inhalte der Bibel

weitergeben? Wenige konnten

lesen und schreiben. Die Symbole

und Zeichnungen in den Kirchen

waren und sind das Trägermedium,

um biblische Geschichten und zum

Teil längst vergessene Legenden zu

übertragen.

Die barocke

Symbolik

Schon an der Fassade der Kirche

lässt sich erkennen, dass die Pfarrkirche

zum Heiligen Kreuz ein Beispiel

der barocken Gestaltung und

der dazugehörigen Symbolsprache

ist. Fünf Nischen lassen sich am

Haupteingang erkennen, so auch

eine fünfblättrige Rose als Schnitzerei

an der rechten Flügeltür. Die

Zahl Fünf steht in der christlichen

Symbolik für die Passion Christi

und die fünf Wunden Christis.

Zählt man die Eingangstür zu den

Nischen, so ergibt sich die Zahl

Sechs, die sich auch in der sechsblättrigen

Rose auf der linken Flügeltür

wiederfindet. Sechs Tage dauerte

die Schöpfung der Erde. Auch

vier Blätter lassen sich bei genauem

Hinsehen finden – Vier steht für die

vier Evangelisten, die vier Weltreligionen,

die vier Elemente. Die Zahl

Drei, die Dreieinigkeit der Tugenden

Glaube, Liebe und Hoffnung,

findet sich auch an vielen Stellen

wieder. So zieht sich die barocke

Symbolik über die Frontfassade in

den Innenraum und durch die gesamte

Pfarrkirche.

In voller Pracht

Direkt über dem Haupteingang

weist das Heilige Kreuz auf das Patrozinium

der Kirche hin. Umgeben

wird es von den Aposteln Petrus und

Paulus, die wohl im 19. Jahrhundert

ergänzt wurden. Im Innenraum, als

Fresko in den Gewölbezwickeln, ist

der Hl. Laurentius als zweiter Patron

der Kirche zu sehen – mit ihm

noch der Hl. Martin, abgebildet wie

er mit Schwert seinen Mantel teilt,

der Drachentöter Hl. Georg und der

Hl. Sebastian. Dem Hl. Georg wurde

zudem eine lebensgroße Statue auf

dem linken Portal des Hochaltars

gewidmet. Die meiste Aufmerksamkeit

wird jedoch dem aufwendig

gestalteten, in sich geschlossenen

Kuppelfresko geschenkt. Über

dem Hauptraum und dem Kuppelkranz

sind die vier Szenen der

Kreuzeslegende aneinandergereiht

dargestellt. Die einzelnen Darstellungen

werden weder durch Stuckbänder

noch Rahmen voneinander

getrennt – lediglich deren Inhalt,

der ikonografische Gehalt, trennt

die Szenen thematisch voneinander.

Zentral findet sich die Kreuzigung

Christi, im Uhrzeigersinn folgt die

Rückführung des Heiligen Kreuzes

nach der Plünderung Jerusalems, die

alttestamentarische Szene von Moses

und der ehernen Schlange und

zuletzt die Kreuzauffindung, die

Prüfung des wahren Kreuzes und

das Auferstehungswunder.

88 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 89



250 JAHRE PFARRKIRCHE

Bei einem Besuch der Kirche fallen

auch die bunten Fenster auf, durch

die sich das Sonnenlicht ganz raffiniert

bricht. Die Fenster wurden

zwischen den Jahren 1936 und

1944 von einheimischen Familien

gespendet.

Alleinig durch die Schönheit der

Kirche wird dessen Wert hochgehalten.

Früher, wie heute, ist sie eine

beliebte Kirche für Hochzeiten –

sie wirkt luftig, nicht schwer, man

fühlt sich in ihr wohl. Dieses Wohlgefühl

ist hauptsächlich den Künstlern,

die an der Ausstattung der Kirche

beteiligt waren, zu verdanken.

*

250 Years: The Parish Church

of Going. The tower of a church is

what shapes the townscape like no

Das Ostergrab

other building. What would be missing,

if the local church would not exist?

The center of the town, the place

where people connect, the anchor for

Christian faith. This year, the parish

church of Going celebrates its 250th

birthday. At least.

The Hour of Birth — The church

in its today’s form was built between

1772 and 1775 and consecrated on

October 20th in 1777. Besides this information

and the names of the people

who participated in its construction,

not a lot can be found in its

chronicles. Some receipts, information

about births, deaths, and marriages,

as well as alleged court proceedings

between the diocese and

local farmers.

However, the church – or at least

the intention for its construction

– was very first mentioned in 1398.

The church became too small – or

too out of date – this is why in 1723

and 1724 the church was converted

to Baroque style. Soon some structural

damages emerged, which led

to a complete reconstruction at the

end of the 18th century. The church

has ever since been enhanced regularly

and restored in 1957 – two

confessionals were added.

The Transfer of Knowledge

Through Symbols — Until today,

symbols, ceiling frescos, and decoration

are key instruments to transfer

knowledge, stories and legends.

How else would people have been

able to share biblical stories with

people unable to read or write? On

the outside of the church one can

already see the Baroque style and

the church’s patrocinium: the Holy

Crucifix. Further symbols share a

lot of Christian knowledge, such as

a Rose with five petals – symbolizing

the stigmata – and six niches on

the front of the church – symbolizing

the six days of creation. Just like

on the outside, the inside carries a

lot of knowledge in form of decoration

and symbols. Statues and frescos

tell the stories of saints and the

Holy Crucifix: from the crucifixion

of Christ, to the bringing back of the

crucifix after it was stolen from Jerusalem,

to the story of Moses and

the brazen snake, and a story about

a resurrection. On a sunny day, the

inside of the church is finley illuminated

through colourful windows

that were donated by local families

between 1936 and 1944.

The beauty of the church is

what draws people inside to celebrate

weddings and special days.

Its airy ambient is what makes one

feel comfortable – thanks to all the

artists that were responsible for the

visual appeal of the church – still

visible today.

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MOOSBEER­

NOCKEN

Rezept von Luise Wallner

aus Going, Bäuerin

Zutaten

250 g frische Moosbeeren • 1 EL Zucker

250 ml Milch • 100 g Mehl • Eine Prise Salz

2 EL Butter • 4 EL Staubzucker zum Bestreuen

1 Zitrone (in Scheiben geschnitten)

• In einer großen Schüssel das Mehl mit dem

Zucker und einer Prise Salz vermengen. Nach

und nach die Milch hinzufügen und alles mit

einem Schneebesen zu einem glatten Teig rühren,

bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind.

Die frischen Moosbeeren vorsichtig unter den

Teig heben, damit sie nicht zerdrückt werden

und ihren fruchtigen Geschmack bewahren.

• In einer großen Pfanne die Butter bei mittlerer

Hitze schmelzen, bis sie leicht schäumt. Mit einem

Löffel kleine Portionen des Teiges in die heiße

Pfanne geben und sanft flach drücken, sodass

kleine, runde Nockerl entstehen. Die Nockerln

auf jeder Seite goldbraun anbraten, dabei darauf

achten, dass sie gleichmäßig durchgebraten

sind und eine knusprige Kruste bekommen.

• Die fertigen Nockerln aus der Pfanne nehmen

und auf einem Teller anrichten. Mit einer großzügigen

Prise Staubzucker bestreuen.

Tipp: Für ein erfrischendes Finish und

um blaue Zähne von den Moosbeeren

vorzubeugen, eine Scheibe Zitrone

zum Gericht servieren.

Ingredients

250 g fresh Tyrolean bilberries • 1 tbsp sugar

250 ml milk • 100 g flour • A pinch of salt

2 tbsp butter • 4 tbsp icing sugar for sprinkling

1 lemon (cut into slices)

• In a large bowl, mix the flour with the sugar

and a pinch of salt. Gradually add the milk and

mix everything with a whisk to form a smooth

batter until there are no more lumps. Carefully

fold the fresh cranberries into the batter so

that they are not crushed and retain their fruity

flavour.

• Melt the butter in a large pan over a medium

heat until it foams slightly. Using a spoon,

scoop small portions of the batter into the hot

pan and gently press flat to form small, round

dumplings. Fry the dumplings until golden

brown on each side, making sure they are evenly

cooked and have a crispy crust.

• Remove the finished dumplings from the

pan and arrange on a plate. Sprinkle with

a generous pinch of icing sugar.

Tip: For a refreshing finish and to

prevent blue teeth from the cranberries,

serve a slice of lemon with the dish.

365 Tage Going am Wilden Kaiser 93



GOINGER KRAFTPLÄTZE

MYSTISCHE

REFUGIEN

Die Kraftplätze in Going am Wilden Kaiser

In den Tiefen der Natur und in

den verborgenen Ecken unserer

Welt gibt es Orte, die

mehr sind als einfach nur geografische

Koordinaten. Sie tragen eine

Energie in sich, die über das Materielle

hinausgeht und eine Verbindung

zu etwas Größerem herstellt.

Wir bezeichnen sie als „Kraftplätze“

– geheimnisvolle Orte, die Geschichten

erzählen, wenn man bereit

ist, ihnen zuzuhören. Lass uns

gemeinsam auf eine faszinierende

Reise durch die Geschichten und

Legenden der Kraftorte in Going

am Wilden Kaiser gehen.

Die Sonne taucht die historischen

Mauern der Kirche in Going

in ein warmes, goldenes Licht, als

wir den Kirchplatz betreten. Die

barocke Architektur der Kirche

verleiht dem Ort eine faszinierende

Aura. Gekonnt schafft das

sakrale Bauwerk den Spagat zwischen

Prunk und Eleganz. Es wirkt

ruhmreich und prachtvoll zugleich,

nicht jedoch einschüchternd. Hier,

umgeben von alten Steinen, wird

die Verbindung zwischen Himmel

und Erde spürbar. So manch über-

raschend Skurriles und Verblüffendes

findet man im Inneren. Trotz alledem

ist es ein Ort der Stille und

des Gebets, aber auch ein Ort, an

dem die Geschichte der Gemeinschaft

eingraviert ist. Die Kirche in

Going ist nicht nur eine religiöse

Stätte; sie ist ein Zeuge vergangener

Zeiten und ein Kraftort für all jene,

die nach innerer Einkehr suchen.

Vom Kirchplatz führt uns unsere

Reise zum Badesee in Going.

Dieser idyllische Ort bietet nicht

nur Erfrischung an warmen Tagen,

sondern birgt auch eine ganz eigene

Energie. Die sanften Ufer des

Sees laden zum Verweilen ein, während

das glasklare Wasser die umliegende

Berglandschaft widerspiegelt.

Viele glauben, dass die ruhige

Atmosphäre des Badesee Goings

nicht nur den Körper erfrischt, sondern

auch die Seele nährt. Einige

erzählen von spirituellen Erlebnissen

und erneuernder Kraft, die sie

am Ufer dieses Sees erfahren haben.

Der Badesee Going wird so zu

einem Ort der ganzheitlichen Erholung,

an dem Körper, Geist und

Seele in Einklang kommen.

Unsere Reise setzt sich fort zum

Schleier Wasserfall, einer natürlichen

Pracht am Fuße des Wilden

Kaisers. Das Wasser stürzt in

schwindelerregender Höhe über

die Felsen, bildet einen feinen Nebel

und erzeugt so den namensgebenden

„Schleier“. Der Klang des

Wassers, das auf die Steine prallt, ist

wie eine Melodie der Natur, die die

Sinne berührt. Der Schleier Wasserfall

ist nicht nur ein visuelles Spektakel,

sondern auch ein Ort der Erfrischung

und Kraft. Umgeben von

der kühlen Gischt des Wasserfalls,

kann man hier die natürlichen Energien

in ihrer reinsten Form erleben.

Einige Erhebung weiter führt

uns unser Pfad zum Bergsteigergrab,

einem stillen Ort der Erinnerung

an den „Wieser Much“ der

hier seine letzte Ruhestätte fand. Bis

zu seinem Tod war der Much ein

treuer Kaiserfreund, der einst nach

»VIELE, DIE DEN

BESCHWERLI­

CHEN WEG AUF

SICH NEHMEN,

BERICHTEN VON

EINER TIEFEN

INNEREN RUHE

UND DEM GE­

FÜHL, DEM HIM­

MEL EIN STÜCK

NÄHER ZU

SEIN.«

den höchsten Gipfeln des Wilden

Kaisers strebte. So senkten ihn seine

Kameraden auf eigenen Wunsch

nach seinem Ableben im Jahr 1952

in das Grab am Baumgartenköpfl.

Das Grabmal erinnert daran, dass

die Berge nicht nur eine majestätische

Kulisse sind, sondern auch

Herausforderungen und Opfer mit

sich bringen. Hier, zwischen Himmel

und Erde, wird die Verbundenheit

der Bergsteiger mit den Kräften

der Natur greifbar.

Nun geleitet uns unser Weg auf

die andere Seite des Tales, zum

Die Goinger

Pfarrkirche – nicht

nur für unsere Erna

ein Kraftplatz.

Hollenauer Kreuz, das hoch oben,

gegenüber des Wilden Kaisers

thront. Der Aufstieg zu diesem markanten

Kreuz ist nicht nur körperlich

herausfordernd, sondern auch

eine spirituelle Pilgerreise. Das

Kreuz ist mehr als nur ein religiöses

Symbol; es ist ein Ort der Einkehr

und Reflexion. Von hier oben

aus erstreckt sich der Blick über das

gesamte Gebirge. Viele, die den beschwerlichen

Weg auf sich nehmen,

berichten von einer tiefen inneren

Ruhe und dem Gefühl, dem Himmel

ein Stück näher zu sein.

Der Weg lenkt uns jetzt zum Astberg,

einem weiteren beeindruckenden

Fleckchen Erde. Erreichen kann

man ihn mit der Seilbahn oder zu

Fuß. Der Astberg ist nicht nur ein

Aussichtspunkt; er ist ein Ort der

Erhebung und des Perspektivenwechsels

– nicht nur zwischen den

zwei Gebirgen, dem „Wilden Kaiser“

und den „Kitzbüheler Alpen“.

Hier oben, hoch über den Alltagssorgen,

wird der Geist befreit.

Die Freiheit der Berge, die Weite

des Himmels – all das vermittelt ein

Gefühl der Leichtigkeit und Unbeschwertheit.

94 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 95



GOINGER KRAFTPLÄTZE

Unsere Reise durch die Geschichten

der Kraftorte in Going am Wilden

Kaiser führt uns schließlich wieder

hinunter ins Tal zum „Moor and

More“, einem einzigartigen Naturschutzgebiet

am Rande der majestätischen

Bergkette. Das Moor ist

nicht nur ein Ort der Ruhe, sondern

auch ein Platz der Heilung. Die Luft

hat eine beruhigende Wirkung auf

Körper und Geist. Die Menschen

kommen hierher, um die Erdverbundenheit

zu spüren und sich von

den heilenden Kräften der Natur

durchdringen zu lassen. So wird

das Moor zu einem Rückzugsort,

an dem die Sinne geschärft und die

Verbindung zu den natürlichen Elementen

vertieft wird.

Auf unserer Reise durch die Geschichten

des Wilden Kaisers erkennen

wir, dass die Natur nicht nur

eine Kulisse ist, sondern ein lebendiger

Akteur in den Geschichten unseres

Lebens. Diese Kraftorte dienen

als Portale zu einer tieferen Verbindung

mit der Natur und schenken

uns die Möglichkeit, unsere eigene

innere Reise anzutreten. Der Wilde

Kaiser wird so zu einem Buch der

Natur, dessen Seiten mit den Geschichten

und Legenden derjenigen

gefüllt sind, die sich auf die Reise zu

seinen Kraftorten begeben.

*

Mystical hideaways. The places of

power in Going am Wilden Kaiser —

In the depths of nature and in the

hidden corners of our world, there

are places that are more than just

geographical coordinates. They

carry an energy that goes beyond

the material. We call them “places

of power”. Let’s go on a fascinating

journey together through the

stories and legends of the places of

power in Going am Wilden Kaiser.

The sun touches the historic

walls of the church in Going in a

warm, golden light as we enter the

church square. The baroque architecture

of the church lends the place

a fascinating aura. The sacred building

skillfully manages the balancing

act between pomp and elegance.

Many a surprisingly bizarre and astonishing

thing can be found inside.

Despite all this, it is a place of silence

and prayer, but also a place

where the history of the community

is engraved.

From the church square, our

journey takes us to the bathing lake

in Going. This idyllic place not only

offers refreshment on warm days,

but also has an energy all of its own.

Many believe that the tranquil atmosphere

of the Going bathing

lake not only refreshes the body,

but also nourishes the soul. Some

tell of spiritual experiences and renewing

power that they have experienced

on the shores of this lake.

The bathing lake becomes a place

of holistic relaxation, where body,

mind and soul come into harmony.

Our journey continues to the

Schleier waterfall, a natural wonder

at the foot of the Wilder Kaiser.

The water cascades over the rocks

at a dizzying height, forming a fine

mist and creating the eponymous

“veil”. Surrounded by the cool spray

of the waterfall, you can experience

natural energy in its purest form.

A few elevations further on, our

path leads us to the mountaineer’s

grave, a quiet place of remembrance

for the “Wieser Much” who found

his final resting place here. Until his

death, Much was a loyal friend of

the Kaiser who once strove for the

highest peaks of the Wilder Kaiser.

After his death in 1952, his comrades

lowered him into the grave on the

Baumgartenköpfl at his own request.

Here, between heaven and

earth, the connection between the

mountaineers and the force of nature

becomes tangible.

Now our path leads us to the

other side of the valley, to the Hollenau

Cross, which is enthroned

high above, opposite the Wilder

Kaiser. The ascent to this striking

cross is not only physically challenging,

but also a spiritual pilgrimage.

From up here, the view extends over

the entire mountain range. Many

who take on the arduous path report

a deep inner peace and the feeling

of being a little closer to heaven.

The path now leads us to the

Astberg, another impressive piece

of earth. The Astberg is not just a

vantage point; it is a place of elevation

and a change of perspective.

Up here, high above the worries

of everyday life, the spirit is liberated.

The freedom of the mountains,

the vastness of the sky – all

this conveys a feeling of lightness

and light-heartedness.

Our journey through the stories

of the places of power in Going am

Wilden Kaiser finally leads us back

down into the valley to the Moor

and more, a unique nature reserve

on the edge of the majestic mountain

range. People come here to feel

their connection to the earth and to

be pervaded by the healing powers

of nature. In this way, the moor becomes

a retreat where the senses are

heightened and the connection to

the natural elements is deepened.

On our journey through the stories

of the Wilder Kaiser, we realize

that nature is not just a backdrop,

but a living actor in the stories of our

lives. These places of power serve

as portals to a deeper connection

with nature and give us the opportunity

to embark on our own inner

journey. The Wilder Kaiser thus becomes

a book of nature whose pages

are filled with the stories and legends

of those who embark on the

journey to its places of power.

Wild & kraftvoll

96 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 97



GESCHICHTEN

»ACHTE AUF DEINE GEDANKEN,

DENN SIE SIND DER ANFANG

DER TATEN.«

98 GOING MAGAZIN 24

365 Tage Going am Wilden Kaiser 99



TRADITION

A GEWAND

FÜR DIE EWIGKEIT

Nur zu ganz bestimmten kirchlichen Festtagen wird es

aus den heimischen Kästen und Schränken hervorgeholt –

das Kasettl. Goings Ortsbäuerin Maria-Luise Mayr ist

eine von den Röcklgwandträgerinnen und weiß, was es

braucht fürs fesche Gewand und den Auftritt darin.

Schnurlhut

Ich hab’ mein Kasettl von der

Schwiegermutter bekommen

und die wiederum von ihrer

Großmutter“, erzählt die Flugberg-

Bäuerin. So ein Röcklgwand ist in

der Herstellung eine aufwendige Sache

und somit weder einfach noch

alltäglich. Daher werden die meisten

Kasettl-Trachten von Generation

zu Generation, meist bei der

Hochzeit, weitergegeben. „Meines

war zu kurz“, sagt Maria-Luise.

Aber was nicht passt, wird passend

gemacht. Und so wird häufig

da und dort der aus dicker Schurwolle

bestehende Rock – maximal

bis zur Knöchellänge verlängert,

Abnäher und Knöpfe versetzt und

die Ärmel angepasst.

Neben dem Rock ist es primär

das Oberteil, welches dem Kasettel

seinen Namen gibt, besonders. Es ist

aus schwarzem Samt oder Schurwolle

gefertigt und mit prachtvollen

Seidenstickereien und Blumenmustern

einfarbig bestickt und mit

Perlen und Borten verziert, die Ärmel

gesmokt und eng anliegend, mit

kleinen Samt-Knöpfen. Darunter

steckt kunstvoll drapiert, statt einer

Bluse, ein Tuch. Das je nach

Anlass die Farbe wechselt. Bei der

Hochzeit unbedingt in Weiß und

bei Begräbnissen in Schwarz. Die

gleichlange Schürze besteht aus Seidenbrokat.

Auch sie trägt traditionell

Blumenmuster, welches nach

Geschmack von Blau über Rot bis

Rosa, bei Hochzeiten in Weiß und

Beerdigungen in Schwarz ausfällt.

Die Schürzenbändern werden, wie

auch beim „normalen“ Dirndl bei

verheirateten Frauen rechts und bei

ledigen links gebunden.

Was bei keiner verheirateten Kasettelträgerin

fehlen darf, ist der

zylinderförmige Hut. Er besteht

aus Seidenfilz mit zwei goldenen

Quasten und ist entweder mit echter

Goldstickerei oder Goldborte

verziert. Die im Nacken gebundenen

Samtbänder sollten die Ohren

und die restlichen Haare bedecken

und geben so dem Hut den perfekten

Sitz. Als Accessoires bedarf es

eine Kropf-kette mit prachtvoller

Schließe, eine Brosche für das Tuch,

Ohrringe bzw. eine Haarspange für

die zusammengebundenen Haare.

Manche Damen tragen auch eine

Kette mit oder ohne Uhr, die ins

Kasettel gesteckt wird.

»ES GEHÖRT

ZU UNSERER

REGION UND

UNTER DIE

LEUTE,

DENN ZUM

VERSTAUBEN

IST ES

ZU SCHADE.«

Neben einem Beutel und einem

dazu passenden schwarzen eleganten

Kasettelschirm, dürfen ein paar

schwarze Lederschuhe mit niedrigem

Blockabsatz und schwarze

Strümpfe nicht fehlen. In der kalten

Jahreszeit kommt noch eine Blüschjacke

oder, wer hat, der bekannten

Doppelschal zum Einsatz. Ganz

wichtig sei aber eine rote oder rosarote

Blume im Ausschnitt, mit etwas

stacheligem Grün dazu – beispielsweise

Asparaguts.

Bei alldem braucht es dann schon

einen Mann oder eine Röcklgwandkollegin,

die anpackt und einem

hilft, die zahlreichen Haken und

Häkchen im Kasettel ordnungsgemäß

zuschließen und die Accessoires

fingerfertig anzubringen,

denn die sollten auf alle Fälle akkurat

sitzen.

Seit mehr als 150 Jahren wird die

traditionelle Kasettel-Tracht im Unterland

und Umgebung getragen.

Und obwohl man bis zu € 3.000,–

für ein neues Kasettel und für ein

komplettes Outfit sogar bis zu

100 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 101



TRADITION

Kassettlfrauen

€ 10.000,– hinlegen muss, ist das

Gewand angesagt wie schon lange

nicht mehr. „Es gehört zu unserer

Region und unter die Leute, denn

zum Verstauben ist es zu schade.

Also Damen, auf die Kästen und rein

ins Röcklgwand!“ appelliert Maria-

Luise. Denn dass das Kasettel nur

für Bäuerinnen und deren Töchter

bestimmt sei, sei schon längst verjährt,

so die Goinger Ortsbäuerin.

*

A garment for eternity. Only on

very special church holidays is it

brought out of the boxes and cupboards

at home – the Kasettl. Maria-Luise

Mayr, a local farmer in Going, is one

of those who wears a skirt and knows

what it takes to put on a stylish garment

and make an entrance in it. —

“I got my Kasettl from my mother-in-law,

who in turn got it from

her grandmother”, says Maria Luise.

Such a “Röcklgwand” (as we call

it in Austria) is an elaborate thing

in the production and thus neither

simple nor every day. That’s why

most Kasettl costumes are passed

down from generation to generation,

usually at the wedding. And so,

the skirt, which is made of thick virgin

wool, is often lengthened here

and there – at most to ankle length,

darts and buttons are moved and

the sleeves are adjusted.

Besides the skirt, it is primarily the

» IT BELONGS

TO OUR

REGION AND

AMONG THE

PEOPLE,

BECAUSE TO

GATHER DUST

IT IS TOO

BAD.«

top that gives the Kasettel its name,

especially. It is made of black velvet

or virgin wool and embroidered

with magnificent silk embroidery

and floral patterns in one color and

decorated with beads and braids, the

sleeves smocked and tight-fitting,

with small velvet buttons. Underneath

is artfully draped, instead of a

blouse, a shawl. The apron is made

of silk brocade. She also traditionally

wears floral patterns, which, according

to taste, ranges from blue

to red to pink, white for weddings

and black for funerals.

What should not be missing from

any married wearer is the cylindrical

hat. It is made of silk felt with

two golden tassels and is decorated

with either real gold embroidery or

gold braid.

Accessories include a choker

necklace with a magnificent clasp,

a brooch for the scarf, earrings or

a barrette for the tied hair. Some

ladies also wear a necklace with or

without a watch, which is put into

the choker. Very important, however,

is a red or pink flower in the

neckline with some spiky greenery.

For more than 150 years, the traditional

Kasettel costume has been

worn in the Tiroler region Unterland.

And although you have to pay

up to € 3,000 for a new Kasettel and

even up to € 10,000 for a complete

outfit, the garment is more popular

than it has been for a long time. “It

belongs to our region and among

the people, because to gather dust

it is too bad.”

102 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 103



STAMMGÄSTE

Familie Hüttner

40 Jahre im Stadlhof

IN TIROL WIRD

GASTFREUND-

SCHAFT GELEBT

Mit der Zeit entwickeln sich besondere Bindungen.

Unsere Stammgäste erzählen uns von ihren Abenteuern,

von Familienfeiern und von den kleinen Momenten,

die ihren Aufenthalt unvergesslich machen. Diese

Geschichten – sei es von einem Bergwanderung, einem

romantischen Abend oder einer geselligen Runde –

sind die Seele unserer Gastfreundschaft.

Vor 40 Jahren kam eine

junge Gruppe aus Nürnberg

zu uns auf den

Stadlhof und erlebte unvergessliche

Tage beim Skifahren in Going

und Ellmau. Die Familie Hüttner

war ebenfalls Teil dieser fröhlichen

Truppe und entwickelte sich schnell

zu unseren treuen Stammgästen.

Im Sommer genossen sie die malerischen

Wanderungen, während

sie im Winter die Pisten unsicher

machten. Klaus wagte sich sogar bis

zur majestätischen Ellmauer Halt

und erkundete viele weitere beeindruckende

Touren.

Im Winter hatten sie stets die

Saisonkarte, denn sie besuchten

uns fünf bis sechs Mal in der kalten

Jahreszeit. Auch der Sommerurlaub

war für sie etwas ganz Besonderes:

Wandern, Bergsteigen und

die geselligen Grillabende vor unserem

Haus schufen unvergessliche

Erinnerungen.

Schließlich fiel der Entschluss, dass

die Familie Hüttner in Going den

Bund fürs Leben schließen sollte.

Gesagt, getan! Wir, Hermann und

Grete, hatten die Ehre, als Trauzeugen

dabei zu sein. So wurden

aus Gästen liebe, gute Freunde. Seit

nunmehr 40 Jahren kommen sie regelmäßig

nach Going, meist zu uns

auf den Stadlhof. Sie sagen, hier am

Wilden Kaiser sei ihre zweite Heimat.

Klaus und Petra wir freuen uns

auf viele weitere gemeinsame Jahre!

*

Tyrolean hospitality. Forty years

ago, a youthful group from Nuremberg

arrived at the Stadlhof and experienced

unforgettable days skiing in

Going. — Among this group was the

Hüttner family, who quickly became

our loyal regular guests. In summer,

they relished the picturesque hikes,

while in winter, they enjoyed the

slopes. Klaus even ventured as far as

the majestic Ellmauer Halt, exploring

many other impressive tours.

Every winter, they had season tickets,

as they visited five to six times

during the winter season. The summer

vacation was something very

special for them: hiking, mountain

climbing, and the sociable barbecue

evenings in front of our house created

unforgettable memories. Ultimately,

the Hüttner family decided

to get married in Going. The host

family, Hermann and Grete, had the

honor of being witnesses. This is

how guests became good friends.

For 40 years now, they have been

coming regularly to Going, mostly

to the Stadlhof. They say that the

Wilder Kaiser feels like their second

home.

104 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 105



UMWELT

DER „SHERIFF“

DES WILDEN KAISERS

Im Auftrag

#wirzusammen

Auch wenn die Weste von Flurwächter Gerhard Wurnig

eigentlich nicht weiß, sondern neongelb ist, setzt er sich

für eine saubere Umwelt und ein respektvolles Miteinander

in der Kaiser-Region ein. Wir haben den sympathischen

Kufsteiner einen Vormittag lang begleitet und ihm bei

seiner Arbeit über die Schultern geschaut ...

Beruf als Berufung

Während Gerhard Wurnig früher

in der (Personen-)Pflege tätig war,

pflegt er nun die wunderschöne

Natur und ein respektvolles Miteinander

hier in der Region Wilder

Kaiser. Denn Gerhard Wurnig

ist das, was man hierzulande auch

als „Flurwächter“ bezeichnet. Oder

anders gesagt: Er ist sowas wie der

„Sheriff“ des Wilden Kaisers.

„Bewaffnet“ mit Holzzange,

Hundekotsackerln, Mülltüten und

jeder Menge guter Absichten, dreht

er fast täglich seine Runden in den

vier Kaiser-Gemeinden Ellmau,

Scheffau, Söll und Going. Stets mit

dem Ziel, die Natur sauberer, die

Wander- und Spazierwege sicherer,

und die Campingverbote oder

Parksünden kleiner, zu halten.

Heißt also, er kontrolliert im

Auftrag der Gemeinden und Tourismusverbände

die allgemein gültige

Leinenpflicht, die richtige Hundekot-Entsorgung,

die Einhaltung der

in ganz Tirol geltenden Wild-Campingverbote

oder auch die Entrichtung

von Parkgebühren bzw. das

korrekte Abstellen der Fahrzeuge.

Und weil das alles noch nicht genug

ist, sammelt Gerhard auf seinen

Routen auch herumliegenden

Müll auf und entsorgt diesen.

Be-reden statt

be-strafen

Wer nun Angst hat, von Gerhard irgendwann

einmal „in flagranti erwischt“

zu werden, kann so gleich

auch wieder beruhigt werden. Denn,

statt mit saftigen Strafen, versucht

es der Flurwächter erstmals mit

freundlichen Hinweisen. „Drüber

reden bringt oft mehr, als drüberzufahren“

meint er und betont: „Mehr

als 90 % der ‚Überführten‘ sind sehr

einsichtig und kooperieren. Ein paar

schwarze Schafe gibt es leider immer

wieder, aber dann versuche ich

sie eben noch einmal aufzuklären

und noch einmal ...“

Gerade die Einhaltung der Leinenpflicht

ist dem Flurwächter ein

großes und auch sehr persönliches

Anliegen. „Da kann nämlich leider

echt viel passieren und auch wenn

sicherlich niemand in böser Absicht

handelt, ist hier wirklich oft

Gefahr in Verzug. Denn nicht nur,

dass manche Menschen einfach

panische Angst vor freilaufenden

Hunden haben, auch Kollisionen

mit Radfahrern, Wanderern oder

auch mit anderen Tieren sind nie

ganz auszuschließen. Und das müssen

noch nicht einmal Kühe, Schafe,

Enten oder Hühner sein, auch das

Wild ist bei uns in der Region oftmals

relativ ‚weit unten‘ unterwegs,

und da ist es eben wirklich gefährlich,

die Hunde frei laufen zu lassen.

Von den Verunreinigungen der

Wiesen und Felder jetzt mal ganz

abgesehen“, erklärt uns Gerhard.

Mehr „Freund

und Helfer“ als

„Geldeintreiber“

Auf unserer gemeinsamen Tour mit

dem Flurwächter – die uns an diesem

Vormittag durch Going führt

– merken wir schnell, dass Gerhard

viel mehr der „gute“ als der „böse

Bulle“ ist. Denn neben einem einzigen

notwendigen Hinweis auf die

hiesige Leinenpflicht, hat Gerhard

in diesen zwei Stunden vor allem

eines gemacht: Uns begeistert von

seiner Arbeit erzählt und den herumliegenden

Müll eingesammelt –

von Hundekot bis Baby-Windeln,

denn eine saubere und intakte Umwelt

ist für den Kufsteiner das Allerwichtigste.

„Schließlich leben wir in

einer der schönsten Regionen und

dafür mach’ ich mir gern’ die Hände

schmutzig“, meint er augenzwinkernd

und erzählt weiter, „wenn

sich jemand nach meinen Hinweisen

immer noch nicht an die Vorschriften

hält, melde ich dies zumeist

an die Gemeinden weiter, die

dann die nächsten Schritte einleiten.

Falsch- oder Freiparker kann

ich schon mal mit einem Strafzettel

versehen; wenn es aber zum Beispiel

um die Behinderung der Zufahrt

für Rettungskräfte oder ähnliches

» SCHLIESSLICH

LEBEN WIR

IN EINER DER

SCHÖNSTEN

REGIONEN UND

DAFÜR MACH’

ICH MIR GERN’

DIE HÄNDE

SCHMUTZIG.«

geht, dann informiere auch ich die

Polizei, die hier natürlich nochmals

ganz andere Befugnisse hat,

als ich. Aber da geht’s ja dann auch

um Menschenleben!“

Immer „on

tour & duty“

Besonders schön findet Gerhard,

dass Menschen ihn mittlerweile

immer öfter auch einfach nur nach

dem Weg fragen. „Ich glaubʼ, es gibt

hier nicht mehr viele Wege, die ich

noch nicht abgegangen bin“, erzählt

er uns stolz. „Da kommen schon so

um 12 bis 16 km pro Tag zusammen.

Und manchmal bin auch mit dem

E-Bike unterwegs, das mir der Tourismusverband

zur Verfügung stellt,

da geht natürlich alles noch ein bisschen

schneller“, so der Flurwächter.

Übrigens: Alle, die jetzt hoffen,

Gerhard auch mal „live“ anzutreffen,

müssen wir an dieser Stelle leider

vertrösten, denn fixe Routen oder

Arbeitszeiten gibt es für den Flurwächter

nicht. „Vor mir ist man

eben nie ganz sicher; weder am frühen

Morgen, noch am Abend oder

am Wochenende“, lacht er und er-

106 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 107



UMWELT

gänzt, „ich freu mich aber über jeden,

der mir über den Weg läuft.“

*

The “Sheriff” of the Wild Kaiser:

Gerahrd Wurnig — Even though

Gerhard Wurnig’s vest is actually

not white but neon yellow, he

is committed to a clean environment

and respectful coexistence in

the Kaiser region. We accompanied

the likeable man from Kufstein for

a morning and looked over his

shoulders at his work ...

Profession as a vocation — While

Gerhard Wurnig used to work in

(personal) care, he now cares for

beautiful nature and respectful togetherness

here in the Wilder Kaiser

region. For Gerhard Wurnig is

what is also known in this country

as a “corridor guardian”. Or in

other words: he is something like

the “Sheriff” of the Wilder Kaiser.

“Armed” with wooden tongs, dog

excrement bags, garbage bags and

lots of good intentions, he makes his

rounds almost daily in the four Kaiser

communities of Ellmau, Scheffau,

Söll and Going. Always with

the goal of keeping nature cleaner,

hiking and walking trails safer, and

camping bans or park sins smaller.

This means that, on behalf of the

municipalities and tourism associations,

he monitors the generally

applicable leash requirement, the

correct disposal of dog excrement,

compliance with the game camping

bans that apply throughout Tyrol,

or even the payment of parking

fees or the correct parking of

vehicles. And because all this is not

yet enough, Gerhard collects on its

routes also lying around garbage on

and disposes this.

Talking instead of punishing —

Who has now fear to be caught by

Gerhard sometime once “in flagranti”,

can be calmed down in such

a way also again immediately. Because,

instead of with juicy punishments,

the hall guard tries it for the

first time with friendly references.

“Talking about it often brings more

than driving over it”, he says and

emphasizes, “more than 90 % of the

ʻconvictedʼ are very reasonable and

cooperate. A few black sheep there

are unfortunately always again, but

then I try to enlighten them just

again and again ...”

Especially the compliance with

the leash requirement is a great and

also very personal concern of the

hall guard: “Unfortunately, a lot

can happen and even if certainly

no one acts with malicious intent,

there is often danger ahead. Because

not only that some humans have

simply panic fear of free-running

dogs, also collisions with cyclists,

hikers or also with other animals

are never completely to be excluded.

And this does not even have to be

cows, sheep, ducks or chickens,

also the game is often relatively

‘far down’ in our region, and there

it is just really dangerous to let the

dogs run free. From the contamination

of the meadows and fields

now times completely apart”, explains

Gerhard.

»AFTER ALL, WE

LIVE IN ONE

OF THE MOST

BEAUTIFUL RE­

GIONS AND I

LIKE TO GET MY

HANDS DIRTY

FOR THAT.«

More “friend and helper” than

“bill collector” — On our common

tour with Gerhard – which leads us

this morning by Going – we notice

fast that he is much more the

“good” than the “bad cop”. Because

apart from a single necessary reference

to the local leash requirement,

Gerhard has done one thing above

all in these two hours: enthusiastically

telling us about his work and

collected the garbage lying around

– from dog excrement to baby diapers,

because a clean and intact environment

is the most important

thing for the man from Kufstein.

“After all, we live in one of the most

beautiful regions and I like to get my

hands dirty for that”, he says with

a wink and continues, “if someone

still doesnʼt comply with the regulations

after Iʼve pointed them out,

I usually report this to the municipalities,

which then take the next

steps. I can sometimes issue a ticket

for parking the wrong way or for

parking in the open, but if itʼs a matter

of obstructing access for emergency

services or something similar,

then I also inform the police, who

of course have completely different

powers than I do. But then itʼs also

a matter of human life!”

Always “on tour & duty” — Gerhard

is particularly pleased that people

are now increasingly asking him

for directions. “I don’t think there

are many paths here that I haven’t

walked yet”, he tells us proudly.

“That adds up to about 12 to 16 km

a day. And sometimes Iʼm also on

the road with the e-bike, which the

tourist board provides me with, so of

course everything goes a bit faster”,

says the field warden.

By the way, all those who are now

hoping to meet Gerhard “live”, we

must unfortunately put off at this

point: there are no fixed routes or

working hours for the field warden.

“Youʼre never completely safe from

me, neither in the early morning,

nor in the evening or at the weekend”,

he laughs and adds, “but Iʼm

happy about everyone who crosses

my path.”

108 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 109



SAGEN VOM WILDEN KAISER

DAS VENEDIGER­

MANDL VOM

GOLDTROPF

Damals, als das Wünschen noch geholfen hat und

den Menschen so manches Zaubermittel geschenkt

wurde, damals, als viele in der Natur wie in einem

Buch lesen konnten und einige Auserwählte

mächtige, magische Sprüche wussten, da lebte in

Going am Wilden Kaiser ein armer Bauernbursch,

der rechtschaffen und fleißig war, aber keinen

Kreuzer in der Tasche hatte.

Als jüngstes und zehntes

Kind vom Hüttlinger

schlug sich der Karli so

recht und schlecht mit Gelegenheitsarbeiten

durch und verbrachte

jede freie Minute in seinem geliebten

Koasagebirge. Durchs Hüttlmoos

oberhalb von seinem elterlichen

Hof gelangte er schnell hinauf

zur Niederen Regalm und weiter

durch steil ansteigendes Gelände

zum Schleierwasserfall. Dort schritt

Karli durch den dünnen Wasservorhang,

der von der leicht überhängenden

Wand herabperlte und setzte

sich in den Raum dahinter an den

kühlen Felsen.

Die drei seltsamen

Gestalten

So kam es, dass er hinter der Wasserwand

verborgen drei seltsame Gestalten

vor dem Schleierfall Rast einlegen

sah. Die drei Männer waren,

von kleinem Wuchs mit dunklem,

wirrem Kopfhaar. Sie sahen südländisch

aus mit ihren sonnengebräunten

Gesichtern und sprachen

ein unverständliches Kauderwelsch.

Gern hätte sich der Karli zu ihnen

gesetzt, aber er traute sich nicht und

so folgte er ihnen leise und unbemerkt,

als die drei Gesellen ihren

Weg fortsetzten.

Sie kraxelten vom Wasserfall hinauf

bis sie zur Granderalm gelangten.

Auf dem Rücken trug jeder einen

großen Sack und eine Keilhaue.

„Aha, Stoasuacher sand die Mander“,

dachte der Karli bei sich, als er

ihnen vorsichtig nachschlich.

Als wäre ihnen der Weg schon vertraut

marschierten die drei Fremden

weiter, bis sie zum Ursprung

des Schleierfalls kamen. Dort legten

die Wanderer ihr Gepäck ab. Karli

beobachtete, wie die Gruppe allerhand

Gerätschaften auspackte. Kein

Zweifel, es waren die Kaisererze,

auf die sie es abgesehen hatten. Mit

ihrem Werkzeug machten sich die

Drei nun wieder auf den Weg und

Karli wurde Zeuge, wie die Wünschelrute

der Männer plötzlich an

einer Stelle im Felsen heftig ausschlug.

Da strich einer von ihnen

mit einem großen Schlüssel über die

Wand und Karli konnte es aus dem

Stein aufblitzen sehen. Dort setzten

die Erzsucher nun ihre Hauen

und Hämmerchen an und schlugen

eine Gesteinsader frei.

Karli hatte fürs Erste genug gesehen.

Tief in seinen Gedanken stieg

er hinunter ins Tal und überlegte,

wie er es anstellen sollte, um auch an

die Schätze des Berges zu gelangen.

Geschichten von

der fernen Stadt

Bei seinem nächsten Besuch auf

der Lichtung über der Granderalm

machte er sich gar keine Mühe, unbemerkt

zu bleiben, im Gegenteil,

er schlenderte schnurstracks auf

die überraschten Fremden zu, die

zuerst den Karli und dann den toten

Hasen anstarrten, den er an den

Läufen hielt.

„Griaß enk mitanand“, sagte

Karli laut und deutlich in die Runde,

„kun oana von enk deitsch?“ „Sí, un

pocco, a bissl wenig“, gab einer der

drei Mander zurück. „I hob enk an

Braten mitbracht“, sagte er und hielt

den zugereisten Bergbewohnern das

tote Tier hin.

Die griffen schnell danach und

stellten sie sich dem Karli vor. „Gianluca,

Pietro und Salvatore, wir kommen

über den Berg von Venetia.“

Im Gold der Abendsonne nahm

Karli inmitten der Männer Platz

Sagen und Mythen

vom Wilden Kaiser.

und ließ sich von ihnen funkelnde

Geschichten erzählen von der fernen

Stadt am Meer, wo die besten

Goldschmiede, feinsten Edelsteinschleifer

und begabtesten Glasbläser

am Werk waren. Für die Herstellung

brauchten die Künstler

Edelsteine. Um diese edlen Steine

zu beschaffen, zogen Steinschürfer

wie sie durch ihre heimatlichen Dolomiten,

aber auch weiter über die

Hohen Tauern ins Salzburger und

Tiroler Land. Im Vorjahr waren

sie, von den Einheimischen unbemerkt,

auch erstmals ins Kaisergebirge

eingestiegen und hatten hier

droben diesen Kraftplatz entdeckt.

„A Kroftplotz?“, rief der Karli verwundert

und kratzte sich ungläubig

am Schädel. „Sí, sí!“, beeilte sich

Salvatore zu erklären, „schau, diese

Goldbrunnen ist wie ein Tor in Berg

hinein. Musst du haben Schlüssel

zum Aufmachen.“

„Komm morgen zu Plenilunio,

zu volle Mond, dann Berg zeigt dir

sein Geheimnis“

110 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 111



SAGEN VOM WILDEN KAISER

Der Zauberstein

Am folgenden Abend kletterte Karli

rechtzeitig vor Sonnenuntergang eilig

den steilen Weg hinauf. Diesmal

erwarteten ihn die Steinsucher bereits.

Als sich die Sonne im Westen

senkte und ihre funkelnden Strahlen

auf den kleinen Quellwasserfall

trafen, gab Salvatore dem staunenden

Karli einen klaren, gezackten

Bergkristall in die Hand. „Ist Geschenk

für dich, Zauberstein, zum

in Berg schauen“, erklärte er dem

verdutzten Karli. „Jetzt du sagen

eine Spruch, dann Kristallo hört

und hilft suchen.“

Das orange leuchtende Licht

hüllte die Männer verheißungsvoll

ein, da drehte sich Karli um,

hielt den Bergkristall auf den Wasserstrahl

gerichtet, der wie flüssiges

Gold schimmerte, und sagte mit

lauter Stimme:

„Goldtropf, Goldtropf

rinnst aus dem Stein,

führst mi hinein

geschwind, geschwind,

wo i deine Schätze find!“

Als der Vollmond sich über ihren

Köpfen über die Maukspitze schob,

brach die kleine Truppe auf. Bald

erreichten sie eine felsige Stelle, wo

Pietros Wünschelrute ausschlug. Gianluca

strich mit einem großen goldenen

Schlüssel über die Wand. Augenblicklich

zeichneten sich darauf

feine Adern, die im Mondlicht hell

funkelten. Dann machten sich die

drei Schürfer ans Werk, um die Erze

herauszuschlagen. Karli gingen fast

die Augen über und als er selbst, seinen

Kristall über den Felsen streifte,

konnte er, wie durch ein Fenster in

den Stein hineinschauen und sah,

wo die Quarzadern verliefen.

In dieser Nacht lernte der junge

Goinger von den Venetianern nicht

nur das Handwerk des Steinschürfens,

sondern er erhielt als einziger

Einheimischer am Wilden Kaiser

mit dem Kristall einen Zauberschlüssel

ins Innere des großen

Berges.

Der „Stoana Karl“

Seit dieser Nacht verschrieb sich

Karli mit Haut und Haar dem Steinsuchen,

das ihm bald gutes Geld

einbrachte und unter den Dörflern,

Bewunderung und Respekt

verschaffte. Freilich wusste keiner

von dem einzigartigen Werkzeug,

das dem Stoana Karl, wie er nun

anerkennend genannt wurde, den

Weg zu den Bodenschätzen wies.

Seine Freunde aus Venedig waren

im Herbst so heimlich wieder

nach Süden verschwunden, wie

sie gekommen waren und kehrten

auch nicht mehr ans Kaisergebirge

zurück. Karl aber verbrachte

noch viele Sonnenuntergänge allein

beim Goldtropf, wenn er von

seinen Streifzügen zurückkehrte.

Als er schließlich hochbetagt

das Ende seiner Tage nahen spürte,

stieg er ein letztes Mal langsam hinauf,

vorbei am Schleierfall zu dessen

Quelle, wo er sich im Licht der

Abendsonne im Gras niederließ und

den Bergkristall zu den Gipfeln des

Wilden Kaisers emporhielt.

„Goldtropf, Goldtropf

rinnst aus dem Stein,

lass mi hinein und für

immer drinnen sein!“

Dann streckte er sich aus, legte sich

den Stein auf die Brust und schloss

seine Augen. Karl kehrte nicht mehr

ins Tal zurück und als man ihn auch

nach langer Suche weder im Dorf

noch am Berg fand, hieß es, der Stoana

sei wohl bei seinem letzten Ausflug

abgestürzt.

Doch tatsächlich hatte sich der

Karl in einen Berggeist verwandelt,

in ein kleines, graues „Venedigermandl“,

dass die Schätze im Inneren

seines geliebten „Koasas“ hütet

und beschützt. Und wenn man

es genau bedenkt, waren vielleicht

auch Gianluca, Pietro und Salvatore

solche Venedigermandl und guten

Geister, die sich dem armen Karli

gezeigt haben und zu seinem Glück

verhalfen.

Hört liebe Leut’

die Moral von der

Geschicht:

Gold und Silber, Edelstein |

machen reich und funkeln

fein. | Doch ein gutes Herz

wiegt mehr, | schenkt allen

Freude und leuchtet sehr!

The Little Venetian from the

Gold Drop — Once upon a time,

when wishes still helped and magic

remedies were given to people, a

poor farmer’s boy called Karli lived

in Going am Wilden Kaiser. The

youngest of ten children, he eked

out a living with odd jobs and spent

every spare minute in the mountains.

One day, Karli discovered

three strange figures behind the

Schleier Waterfall. They were small,

had dark, tangled hair and spoke an

incomprehensible language. He secretly

followed them to the Granderalm,

where they put down their

luggage and searched for ore.

The three men, who came from

Veneto, discovered a vein of ore in

the rock. Karli, fascinated by what

they were doing, thought about how

he could also get hold of the mountain’s

treasures. At the next meeting,

he introduced himself to the men,

brought them a hare and heard stories

from the distant city of Venice.

Der Schleierwasserfall

rieselt vor den überhängenden

Felswänden herunter.

This city was known for its goldsmiths,

gem cutters and glass blowers

who needed precious stones. The

men were looking for these stones in

the Dolomites and had now reached

the Kaiser Mountains.

One evening at full moon, they

gave Karli a rock crystal and told

him that it was a magic stone for

looking into the mountain. With

the crystal in his hand and a magic

spell on his lips, Karli led the men to

a rocky spot where Pietro’s divining

rod struck out. Gianluca stroked

the wall with a large golden key and

fine veins were visible in the moonlight.

The men began to extract the

ores and Karli learned the craft of

stone digging. With the magic crystal,

he could look into the stone as

if through a window and see the

quartz veins.

Karli soon became known as

“Stoana Karl” and earned good

money by digging for stones. His

Venetian friends disappeared again,

and Karli was left alone. He spent

many evenings at the gold drip and

thought about his experiences.

When he grew old and felt his end

approaching, he returned to the gold

drip one last time. He lay down in

the light of the evening sun, held

the rock crystal up to the peaks of

the Wilder Kaiser and cast his last

spell. Karli turned into a mountain

spirit, a small, gray “Venedigermandl”,

who guards the treasures

inside the mountain.

The moral

of the story:

Gold and silver, precious

stones make you rich and

sparkle finely. But a good

heart weighs more, gives joy

to all and shines brightly!

112 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 113



GESCHICHTE

WIN-

TER

Es warten perfekte Pisten,

Rodelgaudi und Wanderfreuden

– und vielleicht

sogar das ein oder andere

Schneespektakel.

Winter in Going — Perfect slopes, tobogganing

fun and beautiful hikes await. And maybe even

a snowstorm or two.

114 GOING MAGAZIN 25

365 Tage Going am Wilden Kaiser 115



GOINGkalendarium

Unsere wöchentlichen Veranstaltungen im Winter 2025/26.

Going gemeinsam erkunden – lernen Sie Ihren Urlaubsort kennen.

Our weekly events in winter 2025/26. Going explore together –

get to know your vacation destination.

DIE AKTUELLEN INFOS ZU ALLEN

VERANSTALTUNGEN FINDEST

DU UNTER FOLGENDEM LINK:

Scan me!

MONTAG

Pferdeschlittenfahrt

15.12.2025–06.04.2026

HORSE-DRAWN

CARRIAGE RIDE

Mit 2 PS durch Going – prächtige

Gespanne mit schnaubenden

Rössern. Erkunde das verschneite

Dorf und genieße die romantische

Atmosphäre.

Treffpunkt: Tourismus Info Going

Uhrzeit: 15 – 16 Uhr

Anmeldung erforderlich

Mittwoch

Abendliche Schneeschuhwanderung

07.01.–18.03.2026

EVENING SNOWSHOE HIKE

Genieße eine geführte Schneeschuhwanderung

in die unberührte

Kaiserlandschaft, mit

unserem ausgebildeten Wanderführer

Hans Widmoser. Die

zauberhafte Stimmung auf den

idyllischen Waldwegen machen

diesen Abend zu einem besonderen

Urlaubserlebnis.

Treffpunkt: Tourismus Info Going

Uhrzeit: 20–22 Uhr

Anmeldung erforderlich

Donnerstag

Schnapsverkostung

im Wagnerhof

18.12.2025–26.03.2026

SCHNAPSTASTING AT

THE WAGNERHOF

Schnapsbrenner Hermann erklärt

alles Rund um die Herstellung

vom Edelbrand. Was braucht es

dazu und wie sind die einzelnen

Schritte? Natürlich kommt die

Verkostung nicht zu kurz, denn

man/frau soll sich ja selbst

überzeugen!

Treffpunkt: Brennerhäusl (Söllnweg 7)

Anmeldung erforderlich

Freitag

Winterliche

Fackelwanderung

in Going

02.01.–20.03.2026

TORCHLIGHT HIKE

Zusammen mit Wanderführerin

Carina wird die verschneite

Winterlandschaft in Going im

Schein der Fackel erkundet. Ein

besonderes Erlebnis für die ganze

Familie, welches noch lange in

Erinnerung bleiben wird.

Treffpunkt: Tourismus Info Going;

19–21 Uhr; Anmeldung erforderlich;

kostenlos – nur mit gültiger

GästeCard

DIENSTAG

Lipizzaner

Gestütsführung

JEDEN DIENSTAG

VON 9–9:30 UHR

SOWIE SAMSTAG

VON 18:15–18:45 UHR

LIPIZZANER STUD FARM

TOUR AT STANGLWIRT

Entdecke die Welt der edlen

Barockpferderasse bei einer

exklusiven Führung durch die

Stallungen der Reitschule und

das Lipizzanergestüt.

Treffpunkt: Reitstall Stanglwirt

Anmeldung erforderlich

Schneeschuhwanderung

„Schwendterdörfl“

30.12.2025–24.03.2026

SNOWSHOEING

“SCHWENDTERDÖRFL”

Eine ideale Einstiegstour zum

Schneeschuhwandern. Wanderführer

Hans begleitet durch die

tiefverschneite Winterlandschaft

am Fuße des Wilden Kaisers

rund um das Schwendterdörfl.

Treffpunkt: Tourismus Info Going

Uhrzeit: 13–15 Uhr

Anmeldung erforderlich

Genussvolle

Momente –

Ein kulinarischer

Spaziergang

GANZJÄHRIG DIENSTAGS

CULINARY HIKE

Bei diesem „Genussspaziergang“

zwischen Going und Ellmau

erzählt Tourismusmanagerin

Tanja allerlei Wissenswertes

über regionale Kreisläufe und

heimische Produkte. Natürlich

werden die lokalen Spezialitäten

auch verkostet.

Treffpunkt: 10:00 Uhr bei der Tourismus

Info Going, oder: 10:30 Uhr beim

Bauernladen Wilder Käser in Ellmau

Anmeldung: bis 17:00 Uhr am Vortag

wöchentlich

Eisstockschießen

am Eislaufplatz

JE NACH WETTERLAGE

VON DEZEMBER 2025 BIS

MÄRZ 2026

CURLING AT THE ICE

SKATING RINK

Sei bei einer spannenden

Eisstockschießpartie dabei!

Egal ob Profi oder Anfänger –

einem lustigen Abend mit vielen

anderen Urlauben steht nichts

mehr im Weg.

Treffpunkt: Eislaufplatz Going

Uhrzeit: 20 – 22 Uhr

Anmeldung erforderlich

116 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 117



ALTE TRADITIONEN NEU ERLEBEN

DIE RAUH NÄCHTE

Über Jahrhunderte hinweg sind die Traditionen

der Rauhnächte lebendig geblieben. Heute, wie

früher, verbinden sie spirituelle, gesellschaftliche

und kulturelle Aspekte und laden dazu ein,

innezuhalten und Altes loszulassen. Über regionale

Unterschiede hinweg bleibt eine Botschaft bestehen:

Die Rauhnächte sind eine besondere Zeit der

Besinnung, der Reinigung und des Neuanfangs.

Zwischen

den Jahren

Die Rauhnächte, auch „Raunächte“

oder „Rauchnächte“, werden als

Schwellen- und Übergangszeit gesehen.

In dieser Zeit sei laut alten

Übertragungen die Grenze zwischen

unserer irdischen Welt und

der der Ahnen, Geister und Verstorbenen

besonders dünn. Diese

Annahme und damit verbundene

Traditionen wurzeln in einer Zeit,

in der Germanen und Kelten nach

dem Mondkalender lebten: ein Monat

hatte 29,5 Tage, ein Mondjahr

354 Tage. Zum Sonnenjahr mit 365

Tagen ergibt sich dabei eine Differenz

von elf Tagen und zwölf Nächten.

Genau diese zwölf Nächte sind

es, die zwischen Weihnachten und

dem Tag der Heiligen Drei Könige

als Rauhnächte begangen werden.

In Tirol finden diese traditionell

zwischen dem 24. Dezember

und dem 5. Januar statt. In manchen

Kulturen starten diese Tage

bereits mit der Wintersonnwende

am 21. Dezember. Die längste und

dunkelste Nacht des Jahres war es,

die früher als Wendepunkt gefeiert

wurde – ein Ausblick auf längere,

mildere Tage.

Der mystische

Ursprung

Der Begriff „Rauhnacht“ hat eine

ungeklärte Herkunft. Möglich

Ursprünge liegen in den Wörtern

„rauh“ (wild) und „Rauch“ oder im

Mittelhochdeutschen „rûch“, was

haarig und pelzig bedeutet und sich

auf Dämonen und teuflische Gestalten

bezieht, die sich zu dieser Zeit

umhertreiben sollen. Im Volksglauben

werden die Rauhnächte stark

mit der Legende der „Wilden Jagd“

verbunden – ein Geisterheer angeführt

durch die Göttin Percht soll

zwischen Weihnachten und dem

Dreikönigstag über den Himmel

preschen. Mit verschiedensten Traditionen

und Gaben zu dieser Zeit

soll Schutz bewahrt und die Göttin

milde gestimmt werden.

Alte Traditionen

Die Rauhnächte sind mit Bräuchen,

Bauernregeln und Geistesaustreibungen

verbunden. Auch mit Dingen,

die man während dieser Tage

unterlassen sollte – gewaschene Wäsche

aufhängen, zum Beispiel, darin

könnten sich nämlich Geister verfangen.

Die Nächte gelten als eine

besonders mystische und kraftvolle

Zeit der Reflexion, der Orakel und

der Manifestation durch Wünsche.

»AUCH WENN

DIESE BRÄU­

CHE UND DEREN

HINTERGRÜN­

DE HÄUFIG ALS

„ABERGLAUBE”

ABGETAN WER­

DEN, IST DIE

ZEIT DER RAU­

HNÄCHTE EIN

MYSTISCHER

ÜBERGANG, DER

TIEF IN DER HIE­

SIGEN TRADI­

TION VERWUR­

ZELT IST. «

Es existieren nur wenige schriftliche

Hinterlassenschaften von Ritualen,

die die Zeit nach der längsten

Nacht des Jahres beschreiben – Traditionen

wurden in Familien zelebriert,

verinnerlicht und mündlich

weitergegeben. Durch die enge Verbindung

zu den christlichen Feiertagen

rund um Weihnachten, ergeben

sich drei besondere Rauhnächte: der

Heilige Abend, die Silvesternacht

und die Nacht auf den Dreikönigstag.

Traditionell werden in diesen

Nächten Haus und Stall mit Rauch

gereinigt – das „Rachn“ findet statt.

Dafür werden ausgewählte Kräuter

zum Verglimmen gebracht und

bei einem Rundgang so das gemsamte

Haus „ausgeräuchert“, um

Böses aus anderen Welten zu vertreiben.

Die Kräuter, die dabei zum

Einsatz kommen, sind von Haus zu

Haus und Hof zu Hof unterschiedlich:

Von Weihrauch über Spitzwegerich

bis hin zu Johanniskraut wird

den Räucherwerken unterschiedliche

Kraft zugesprochen.

Die Vorausschau

Die Zeit der Rauhnächte gilt auch

als besondere Zeit für Orakel und

Vorausschau, in der verschiedene

Bräuche Hinweise auf die Zukunft

geben sollen. So waren es früher das

Deuten von Ofengeräuschen oder

das Werfen von Schuhen, die einen

Anhaltspunkt gaben. Auch die Annahme,

dass Tiere in dieser Nacht

sprechen können, trug früher zur

mystischen Atmosphäre bei. Heute

finden wir zum Beispiel noch das

Wachs- oder Bleigießen in der Silvesternacht

als Überbleibsel früherer

Zeiten. Auch neuer Beliebtheit

erfreut sich das Formulieren

von 13 Wünschen, die man am ersten

Tag auf gefaltenten Zetteln festhält.

Traditionell wird in jeder Rauhnacht

ein Zettel – ohne ihn zu lesen

– verbrannt. Um die Erfüllung dieses

Wunsches kümmert sich eine

höhere Macht. Den 13. Wunsch,

der am Ende übrig belibt, gilt es

im neuen Jahr selbst zu erfüllen.

Auch wenn diese Bräuche und

deren Hintergründe häufig als

„Aberglaube“ abgetan werden, ist

die Zeit der Rauhnächte ein mystischer

Übergang, der tief in der

hiesigen Tradition verwurzelt ist.

Die Nächte laden dazu ein, innezuhalten,

Vergangenes zu reflektieren

und mit Ritualen wie dem Räuchern

für Reinigung und Ordnung

zu sorgen, oder sich durch Orakel

auf Neues vorzubereiten. Diese Zeit

schafft eine besondere Verbindung

118 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 119



ALTE TRADITIONEN NEU ERLEBEN

von Mensch zu Natur, alten Bräuchen

und spirtiuellen Dimensionen

des Lebens und ist eine Erinnerung

daran, wie bedeutsam es ist, achtsam

durch Zeiten des Wandels zu gehen.

Dabei Raum für Besinnung, Schutz

und Neuanfang zu schaffen, gilt als

Essenz der Rauhnächte.

INFO Die Rauhnächte

finden in Tirol zwischen

dem 24. Dezember und

dem 5. Januar statt. Sie

gelten als traditionelle

Zeit der Besinnung, des

Innehaltens und des

Neuanfangs, die mit

Bräuchen zelebriert wird.

Die wichtigsten Tage:

• In manchen Regionen

die Nacht der Wintersonnwende

• Der Heilige Abend

• Die Silvesternacht

• Die Nacht auf den

Dreikönigstag

*

The Tyrolean “Rauhnächte”. Old

traditions, new celebrations — For

centuries the traditions connected

to the “Rauhnächte” have

been kept alive, where “Rauh” most

likely stands for “Rauch”, the German

word for smoke, and “Nächte”

stands for nights. It is said that during

these times the barriers between

our world and the otherworld are

especially thin. Today, just like in

earlier days, these special nights

combine spiritual, social, and cultural

aspects. They are an invitation

to look within, to stop and reflect,

and to let go of the old. Even

though the traditions vary from region

to region, one central message

is true for all: the “Rauhnächte” are

a special time for cleansing and new

beginnings.

In between the old and new — The

origin of those special nights, just

like their naming, has not yet been

resolved. However, the nights are

seen as an in-between-time, based

on a time where the Teutons and

the Celts lived by the lunar calendar,

where one month counted 29.5

days, and a year counted 354 days.

In comparison to the solar calendar

with 365 days per year, there

is a difference of eleven days and

twelve nights. These twelve nights

between Christmas and Epiphany

are considered the “Rauhnächte”. In

Tyrol, those are celebrated between

the 24th of December and the 5th

of January – in other regions the

Winter Solstice marks their start.

Mystic Traditions — The nights

are mystical and powerful times of

reflection, prophesies and manifestation

and are filled with special

rites, folk sayings and also things

one must not do. Traditions have

ever since been celebrated within

families and transported verbally –

only a few written transcriptions exist.

Through the close connection to

Christian holidays, there are three

special nights: Christmas Eve, New

Year’s Eve, and Epiphany. These are

the days, where houses and connected

stables are cleansed by burning

incense and other herbs. The act

of cleansing with smoke is said to

disperse the bad and unwanted energies.

Another traditional rite is to

consult oracles such as the sounds

of the fireplace to get insights into

what the future might bring. Today,

most often special wishes – 13 in total

– are written down on folded

pieces of paper. Every night of the

“Rauhnächte”, one piece of paper is

being burnt without taking a look.

The fulfilling of the wish is said to

be taken care of by higher forces.

The remaining 13th wish should be

taken care of by oneself.

120 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 121



GOINGlive

Kaiserabende im Winter.

Was gibt es schöneres als ein Konzert mit toller Musik

und guter Stimmung unter freiem Himmel? Aber

gibt es das nicht nur im Sommer? In Going lassen wir

uns auch von winterlichen Temperaturen und glasklarer

Winterluft nicht davon abhalten, den Kirchplatz

in eine Freiluftbühne zu verwandeln! Genießen

Sie an fünf Abenden Ohrenschmaus vom Feinsten in

unterschiedlichen Musikrichtungen und lassen sich

dabei von einem guten Glühwein wärmen. Nach einer

herrlich anstrengenden Winterwanderung oder

einem Skitag sorgt GOING live für einen unterhaltsamen

Ausklang. Gönnen Sie den Ohren eine Kur an

verschiedenen Rhythmen, Melodien und Takten.

GOING live — What could be better than an openair

concert with great music and a great atmosphere?

But isn’t that just something for the summertime? In

Going, we don’t let wintry temperatures and crisp winter

air stop us from transforming the church square into

an open-air stage! Enjoy five evenings of the finest ear

candy in different music styles, and let a good mulled

wine warm you up. After a wonderfully strenuous winter

hike or a skiing day, GOING live provides an entertaining

finale. The ears a cure at different rhythms,

melodies and beats.

ROAD CHICKS

05.03.2026, 19:30 UHR

Echte und authentische Country Musik mit der

als mittlerweile erfolgreichsten „New-Country“

Band in Tirol. Ausgezeichnet als „Best Newcomer

& New Country“ garantieren die „Road Chicks“

ein stimmliches und musikalisches Feuerwerk vor

der Kulisse des Wilden Kaiser. ― Genuine and

authentic country music with what is now the most

successful “new country” band in Tyrol. Awarded

“Best Newcomer & New Country”, the “Road Chicks”

guarantee vocal and musical fireworks against the

backdrop of the Wilder Kaiser.

MOES ELEVEN

15.01.2026, 19:30 UHR

Die vier versierten Tiroler Musiker haben sich

das Motto „weniger Klassiker, mehr klasse Songs“

auf die Fahnen geschrieben. Die Musik kommt

dabei nicht vom Band, sondern zu 100 Prozent von

der Band. Mit ihrem breit gefächerten Repertoire

wollen die Burschen den Begriff „Coverband“

entstauben und neu definieren. ― The four accomplished

Tyrolean musicians have adopted the motto “less

classics, more great songs”. The music does not come

from a tape, but 100 percent from the band. With their

wide-ranging the boys want to dust off the term

“cover band” and redefine it.

DIE TOTEN LEDERHOSEN

12.03.2026, 19:30 UHR

Eine Band, wie es keine Zweite gibt. Sie kreuzen

jegliche Musik-Stilistiken – Rock, Pop, Country

und Volksmusik – mit ihrem Markenzeichen, der

„Zugin“ (steirische Harmonika). Selber nennen sie

diese Art von Musik den Alpenrock. Um es genauer

auszudrücken – Volksmusik wird rockiger und

Rockmusik bleibt rockig. ― A band like there is no

other. They cross all music styles – rock, pop, country

and folk music – with their trademark, the „Zugin“

(styrian harmonica). They call this kind of music

the alpine rock. To put it more precisely – folk music

becomes more rocky and rock music stays rocky.

WILDKOGEL BUAM

19.02.2026, 19:30 UHR

Die Wildkogel Buam aus Salzburg – zwei Burschen

aus dem Pinzgau, bei denen sich die Musik in das

Herz gebrannt hat. Beste Stimmung & super Laune

ist das Motto bei jeder Veranstaltung. Das Markenzeichen

der zwei Burschen aus dem Pinzgau sind

die Steirische Harmonika und die Trompete.

The Wildkogel Buam from Salzburg – two guys

from the Pinzgau region who have music burned into

their hearts. The best atmosphere and a great mood

is the motto at every event. The trademark of the two

lads from Pinzgau is the Styrian harmonica and

the trumpet.

RAT BAT BLUE

19.03.2026, 19:30 UHR

Die sechs köpfige Coverband begeistert ihre

Zuhörer mit einer geballten Ladung fetziger Hits.

Nicht nur Rock-Pop steht auf ihrem Programm,

sondern auch die topaktuellsten Chartbreaker der

Hitparade. Mit dieser Mischung an Musikrichtungen

wird der Goinger Kirchplatz von der Band

in Partystimmung versetzt. ― The six-piece cover

band delights its listeners with a concentrated load of

racy hits. Not only rock-pop is on their program, but

also the most up-to-date chart breakers of the hit parade.

With this mixture of music styles, the band puts

the Goinger Kirchplatz in a party mood.

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WINTER

»MANCHMAL ZEIGT SICH

DER WEG ERST, WENN MAN

ANFÄNGT IHN ZU GEHEN.«

124 GOING MAGAZIN 25

365 Tage Going am Wilden Kaiser 125



OUTDOOR

REIN INS SCHNEE­

VERGNÜGEN

Sechs Tipps für viel Spaß abseits der Pisten.

Es gibt 1000 Dinge, die man

in seinem Leben einmal

erlebt haben sollte. Sechs

davon aus der Region rund um den

Wilden Kaiser stellen wir vor. Denn

abseits der Pisten wird in Going

auch so einiges geboten.

1. Eisstockschießen

– Ein eiskaltes

Vergnügen.

Der beliebte Gesellschaftssport

an der frischen Luft. Das eiskalte

Vergnügen ist ein fester Bestandteil

der ländlichen Region und erfreut

sich höchster Beliebtheit. Konzentration,

Gefühl und Zielvermögen

braucht’s, um möglichst nahe an die

Daube, oder auch „Hasei“ genannt,

zu kommen. Einen Anlass brauchen

die allerwenigsten zum Eisstockschießen

– denn geschossen werden

kann nach Lust und Laune und

natürlich je nach Eislage. Diese hat

der Goinger Eismeister aber von

Weihnachten bis Mitte März bestens

im Griff.

Tipp Probieren Sie

eine spannende Partie

Eisstockschießen auf den

zwei Eisstockbahnen.

Einmal wöchentlich findet

ein lustiger Abend in

netter Gesellschaft beim

Eisstockschießen statt.

Termine online ersichtlich;

Anmeldung unter

www.wilderkaiser.info

2. Rodeln –

Kufenreich durch

den Schnee

Mit einem „Bockerl“ unterm Hintern

lässt sich herrlich die Gegend

erkunden. Auf der sportlich präparierten

und gut gesicherten Rodelstrecke

am Astberg ist ein tolles

Vergnügen garantiert! Ein eigener

Mitarbeiter der Bergbahn Going

kümmert sich um die 4,5 km lange

Strecke. Das Tiroler Gütesiegel für

Naturrodelbahnen zeugt zudem von

der perfekten Qualität. Neben einer

besonderen Maschine braucht

es vor allen Dingen Zeit und Geduld

bis die Rodelbahn kufensicher

ist. Dafür bringt die Astbergbahn

täglich bequem ihre Besucher zum

Start auf 1.267 Metern. Die Rodel

sollte man sich allerdings schon davor,

beispielsweise bei Going Sport

im Tal, besorgt haben. Auch einer

abendlichen Partie steht nichts im

Wege. Bestens beleuchtet kann man

sich ordentlich in die Kurven legen.

Nur aufgepasst, dass man vor lauter

Adrenalin und Freuden-Juchitzer

nicht die falsche Abzweigung

nimmt. Dann landet man nämlich

in Ellmau. Und ein guter Tipp noch

zum Schluss: Wird einem das Bockerl

zu schnell, dann gibt’s nur eins:

mit beiden Füßen kräftig bremsen

und die Rodel vorne fest anheben.

Tipp Die Astbergbahn

ist tagsüber täglich

in Betrieb. Zu bestimmten

Zeiten ist die Bahn

auch abends für eine

Rodelpartie geöffnet

(Beleuchtet bis 24:00

Uhr). Weitere Informationen

entnehmen Sie

bitte der Website

www.wilderkaiser.info

oder scannen Sie den

QR-Code:

Scan me!

3. Eislaufen –

Auf des Eismeisters

Bahn

Wenn das Wetter es zulässt, schreitet

der Eismeister bereits im November

zur Tat und verwandelt eine gewöhnliche

Schotterfläche in einen

perfekten Natureislaufplatz. Zuerst

muss jede Menge Schnee planiert

werden, um danach mit dem Auftragen

des Wassers beginnen zu

können. Schicht um Schicht bildet

sich eine feine Eisdecke. Erst

wenn diese ca. 10 cm dick ist, kann

darauf Schlittschuh gefahren werden.

Das kann schon mal bis zu

3 Wochen dauern.

Dazwischen wird das Eis regelmäßig

abgezogen um Klümpchen

und Kratzer zu vermeiden. Sobald

die Fläche perfekt vereist ist, können

zu beschwingter Musik leichtfüßige

Schwünge gezogen werden. Dafür

lagern in der gemütlichen, warmen

Hütte direkt neben dem Platz bestens

gepflegte Schlittschuhe und

Helme in verschiedenen Größen.

Hier kann man auch verschnaufen,

sich aufwärmen und einen heißen

Kaffee, Kinderpunsch oder Glühwein

zu sich nehmen.

Nach einem ereignisreichen Tag

auf dem Eis startet für den Wächter

des Eis erneut eine Nacht, in der

er als Eismeister wiederum eine

Schicht gefrorenes Wasser auf seinen

Platz zaubert.

Tipp Je nach Wetterlage

ist der Natur-Eislaufplatz

von Ende Dezember

bis März tagsüber, an

manchen Tagen auch

Abends, geöffnet. Die

genauen Öffnungszeiten

finden Sie unter

www.wilderkaiser.info

oder über den QR-Code:

Scan me!

4. Schneeschuhwandern

Auf leisen Sohlen

durch die Natur

Bereits vor Ötzis Zeiten wurden

Schneeschuhe im alpinen Gelände

benützt. Damals noch um auf die

Jagd zu gehen. Heutzutage wird der

Schneeschuh eher als Sport gerät angesehen

und seit Mitte der 1990er

Jahre ist das Schneeschuhwandern

zur Trendsportart geworden. Das

Praktische daran: Es braucht nahezu

keine Vorkenntnisse, um in

den großen „Latschen“ laufen zu

können, und der Sport kann bei

jeder Schneedicke und Schneeart

betrieben werden.

126 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 127



OUTDOOR

Die Bewegung an der frischen

Luft tut gut und das meditative

Stapfen durch den Schnee lässt

ganz schnell alle Anspannung verschwinden.

Auch abends ist Schneeschuhwandern

möglich. Beim Anblick

des Vollmondes, der den

Wilden Kaiser noch mächtiger erscheinen

lässt, ist auch das letzte

bisschen Alltagsstress vergessen.

Selbst der Atem stockt einem

beim Anblick solcher Schönheit.

Ein unvergessliches Erlebnis, das

einmal im Monat gemeinsam mit

einem ausgebildeten Wanderführer

in Going erlebt werden kann.

Tipp Vollmondschneeschuhwanderung:

Samstag, 03.01.2026

Sonntag, 01.02.2026

Dienstag, 03.03.2026

jeweils von 20–22 Uhr.

Anmeldung bis 12 Uhr

desselben Tages in der

Tourismus Info Going.

Genaue Preise und

Informationen unter

www.wilderkaiser.info

5. Pferdekutschen

fahren – Mit 2 PS

durch den Winter

Wer es lieber ganz gemütlich hat,

lässt sich mit einer sogenannten

Droschke durch die verschneite

Winterlandschaft kutschieren.

Der Inbegriff eines romantischen

Winterurlaubs. Besonders schön

ist dieses Erlebnis in der Abenddämmerung,

wenn man dick eingepackt

unter warmen Fell decken

in einer Kutsche zum Klang von

Pferde hufen und leisem Glockengeläut

fährt. So mancher Heiratsantrag

wurde auf diese Weise bereits

gemacht – und man kann davon

ausgehen, stets mit Erfolg.

Tipp Dieses besondere

Erlebnis kann direkt in

einer Tourismus Info der

Region gebucht werden.

Die Kutschenfahrten

finden einmal pro Woche

nachmittags statt. Die

genauen Tage und

Abfahrtszeit finden Sie

auf Seite 116 beim Going

Kalendarium oder unter

www.wilderkaiser.info.

6. Langlaufen – Auf

zwei Bretteln durch

den Winterwald

Ob Anfänger oder Könner, Klassisch

oder Skating – in Going warten

über 40 Kilometer darauf, befahren

zu werden. Andi, der Goinger

Loipenfahrer, und seine Kollegen

spuren von Going bis Söll fast rund

um die Uhr, um sowohl Gästen als

auch Einheimischen bestmögliche

Streckenverhältnisse bieten zu können.

Dabei ziehen sie ihre Runden

über die sanft hügelige Landschaft

am Fuße des Kaisergebirges. Wer

jetzt noch nicht überzeugt ist, der

sollte es einfach probieren. Rein in

die warmen Wintersachen und ab

auf die Loipe –gerne auch bei Flutlicht

in Scheffau, das geht nämlich

auch.

Tipp Langlaufausrüstung

gibt’s bei Going Sport

oder bei der Skischule

Schwaiger.

*

Winter with a twist. Of the on

thousand things you should experience

in your life, we’d like to present

you with five from the Wilder Kaiser

region. After all, Going is much more

than just ski slopes!

1. Bavarian curling — This icy cold

activity has been an integral part of

this rural region for more than 100

years and enjoys great popularity.

There are nearly as many rules and

variants on the game as there are

stocks. Bavarian curling is perfect

for any occasion, as the fancy takes

you and, of course, depending on

the state of the ice. However, the

ice is best between Christmas time

and mid-March in the capable hands

of Going’s master ice technician.

After enjoying a nice drink to warm

your bones in the cosy hut, you’ll

soon hit the target, known as the

“Hasei” or “Daube”.

Tip Experience Bavarian

curling at the skating

rink in Going. You can

find the exact dates

online. Registration

required under

www.wilderkaiser.info

2. Tobogganing — One of the

best ways to explore the area is to

take a ride on a “Bockerl”, a threewheeled

miniature scooter. On the

well groomed and well secured toboggan

run on the Astberg – great

fun is guaranteed! A dedicated employee

of the chair lift of Going takes

care of the 4.5 km long route. And

there’s nothing to stand in the way of

an evening outing either. The welllit

curves are easily manoeuvred.

Just be careful that the excitement

of your adrenaline rush doesn’t lead

you down a wrong turn – you’ll end

up in Ellmau.

Tip The Astberg chair

lift operates daily during

the day. On certain

evenings the track is

also open for a great

tobogganing fun at night

(Lighting daily until

midnight). Find further

information under

www.wilderkaiser.info

Rodelspaß am

Astebrg in Going –

für Groß und Klein!

3. Ice skating – Rinkside with

the ice master — The Goinger

zamboni operator gets to work as

early as the weather allows it, transforming

an ordinary gravel surface

into a perfect, natural ice rink. First,

a lot of snow has to be added and

levelled before he can start applying

water. Layer by layer, this forms a fine

covering of ice. When everything

is perfect, the rink opens for ice

skaters to come and show off their

moves to the lively music. The cosy,

warm hut right next to the rink

houses well-maintained skates and

helmets in various sizes for just this

purpose. The hut is also a nice place

to take a breather, warm up and enjoy

a cup of coffee, children’s punch

or mulled wine.

Tip Depending on the

weather, the natural ice

rink is open from end of

December until March

during the day, on some

days also in the evening.

You can find the exact

opening times under

www.wilderkaiser.info

4. Snowshoeing — Getting out in

the fresh air is good for you, and

trudging meditatively through the

snow will soon have a relaxing

effect. The only sound is the soft

crunch of the snow under your feet.

Snowshoeing is also possible in

the evening. You’ll forget the last

tendrils of stress that cling to you

at the sight of the full moon, which

makes the Wilder Kaiser seem even

more mighty. Such a sight is sure

to take your breath away. An unforgettable

experience that can be

enjoyed once a month with one of

the region’s trained guides.

Tip Full moon snowshoe

hike: 8 – 10 pm on

03.01.2026, 01.02.2026,

03.03.2026. Prices and

further information under

www.wilderkaiser.info

5. Horse-drawn carriage rides

— Those who prefer things downright

cosy will enjoy a carriage ride

through the snow-covered fairytale

landscape. It’s the epitome of a romantic

winter holiday and a particularly

lovely experience at dusk,

nestled under warm fur blankets,

enjoying the sound of horses’ hooves

and soft bells ringing over the fields.

Many a question has already been

popped this way – and it’s safe to

assume the answer is always “yes”.

Tip This special experience

can be booked

directly at any tourist

office of the region Wilder

Kaiser. The carriage rides

take place once a week in

the afternoon. The exact

days and departure times

can be found on page 112

or at www.wilderkaiser.info

128 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 129



6b

270 KM PISTENSPASS

82 BAHNEN & LIFTE

80 URIGE HÜTTEN

www.skiwelt.at

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BLAIKEN

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W

130 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 131



WINTER

»DIE STERNE SIND STUMME

GEFÄHRTEN, DIE UNS DURCH

DIE NACHT DES LEBENS LEITEN.«

132 GOING MAGAZIN 25

365 Tage Going am Wilden Kaiser 133



SCHNEESCHUHWANDERN

UNTERWEGS

IM WINTER

WANDERLAND

(Schneeschuh-)Wandern für jedermann.

Die verschneiten Traumlandschaften

von Going

kennt der Bergwanderführer

Hans Widmoser wie seine

Westentasche. Was für ein Glück,

dass er sein Wissen teilt und uns auf

seinen Schneeschuhwanderungen

die schönsten Ecken am Fuße des

Wilden Kaisers zeigt und Tipps für

Wanderungen auf eigene Faust gibt.

Wer beim Wintersport nur ans

Skifahren denkt, dem sei verraten:

Auch abseits der Pisten ist einiges

geboten. Der Winter in der Region

Wilder Kaiser hat viele faszinierende

Facetten. So hat sich Schneeschuhwandern

in Tirol längst zur

äußerst beliebten, alternativen Wintersportart

entwickelt. Was früher

eine Notwendigkeit in schneereichen

und unwegsamen Gebieten

war, um voranzukommen, dient

heute in erster Linie der Erholung.

Beim beschaulichen Schneeschuhwandern

werden fernab von

präparierten Hängen Eindrücke gesammelt,

die unten im Tal verborgen

bleiben: glitzernde Schneefelder,

der märchenhafte Winterwald

oder ein scheues Wildtier, das im

nächsten Augenblick zwischen den

Bäumen verschwindet. Ganz weit

weg vom hektischen Alltag und mittendrin

im wildromantischen Naturidyll

kommt auch jede noch so

gestresste Seele zur Ruhe.

Meditativer

Winterzauber

„Das leise, ruhige Stapfen durch den

Pulverschnee abseits des Trubels,

das ist es, was die Magie beim Winterwandern

ausmacht“, sagt Wanderführer

Hans Widmoser. „Am

schönsten ist es, wenn noch keiner

vor dir da war und du durch

die unberührte, glitzernde Winterlandschaft

gehst.“

Die Liebe zu Natur und Ruhe

brachte ihn schon vor langer Zeit

zum Wandern. Vor vielen Jahren

hat Hans sein Hobby dann zum

(Neben-)Beruf gemacht. Der Ellmauer

liebt es, fernab der Skipisten,

einfach eins mit der Natur zu werden

und die Stille und Einsamkeit

zu genießen. Das Einatmen der frischen,

klaren Winterluft tut einfach

gut und beim achtsamen Wandern

entlang eingeschneiter Berghänge

stellt sich schnell Entspannung ein.

Und dann sind da die ganz besonderen

Momente: „Vor einigen

Jahren habe ich mit einer Wandergruppe

ein Rudel Gämsen gesehen.

Das war ein echtes Highlight!“,

schwärmt Hans heute noch.

Eine einzigartige Stimmung bieten

auch Wanderungen bei Vollmond.

Wenn der Schnee unter den Schuhen

knirscht, die Sterne am abendlichen

Himmel glitzern und der

Wilde Kaiser im Mondlicht erscheint,

dann verschlägt es einem

schon mal den Atem. Darum betont

der Guide: „Jede Tageszeit hat etwas

zu bieten. Ich sage meinen Gästen

immer: Wandert nicht nur bei

Sonnenschein, auch die Morgenstunden

und die Abenddämmerung

haben ihren Reiz.“ Besonders beeindruckend

sind auch Wanderungen

auf Höhenrundwegen: Nach der

gemütlichen Liftfahrt, einfach die

Schneeschuhe anschnallen und das

weite Bergpanorama und die Wintersonnenstrahlen

von ganz oben

genießen.

Mit dem Profi

wandern

Die vier Kaiser-Orte Ellmau, Going,

Scheffau und Söll lassen sich im

Winter auf einem weit verzweigten

Netz an Winterwanderrouten ausgiebig

erkunden. Auch wenn es besonders

reizvoll erscheint, alleine

durch Tirols verschneite Wälder

und Wiesen zu streifen, macht es

Sinn, gemeinsam mit einem Wanderführer

die Winterlandschaften

zu entdecken. Denn er kann sich

bei eingeschneiten Routen orientieren

und kann einschätzen welche

Wege lawinensicher sind und

führt an geheime, einsame Plätze,

die die schönsten Blickwinkel auf

Schneeschuhwanderer

unter

dem Vollmond

die wildromantische Natur bieten.

In Going begleitet Hans Gäste

und Einheimische im Rahmen eines

wöchentlichen Programms, zum

Beispiel rundum das Schwendterdörfl,

oder bei einer Abendschneeschuhwanderung

entlang von

Goings Waldwegen. Egal ob lieber

gemütlich oder flotter, der Guide

passt dabei die Intensität der Wanderung

immer den Wünschen der

Gruppe an und macht auch mal

Pause mit Glühwein oder einem

Schnapserl. Das Gesellige gefällt

Hans besonders an seinem Job als

Wanderführer: „Ich liebe es, den

Menschen einen schönen Tag zu bereiten,

sie zum Lachen zu bringen

und ihnen meine Heimat zu zeigen.“

Schneeschuhwandern

kann jeder

Wer am Wochenprogramm nicht

teilnehmen kann oder sich lieber

ganz individuell auf den Weg durch

die winterliche Idylle macht, für den

hat Hans einige Tipps parat.

Das Gute am Winterwandern

ist, es braucht keine Vorkenntnisse

und es wird wenig Ausrüstung benötigt.

Die Schneeschuhe und Wanderstöcke

kann man sich gegen eine

geringe Gebühr in örtlichen Sport-

134 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 135



SCHNEESCHUHWANDERN

Hiking with a pro — Exploring the

wintry landscapes with an experienced

guide makes sense. Guides

can better orientate themselves on

snow-covered hiking routes, determine

which paths are safe from avalanches

and lead you to wild and

romantic secluded places.

In Going, Hans offers visitors

and locals a weekly schedule of

guided snowshoe hikes, includgeschäften

ausleihen. Die historischen

Schneeschuhe, die optisch an

Tennisschläger erinnern, sind längst

von modernen, schlankeren Modellen

abgelöst worden. Sie verteilen

das Körpergewicht ebenso gut und

ermöglichen das Wandern durch

unberührte Winterlandschaften.

Auch wenn es in gemächlichem

Tempo dahin geht: „Beim Winterwandern

wird einem schneller

warm als gedacht“, erklärt Hans.

Darum ist es empfehlenswert anstatt

der dicken Skijacke und Hose

lieber mehrere atmungsaktive Kleidungsschichten

übereinander sowie

eine wasserabweisende Hose

anzuziehen. Die Schneeschuhe

werden am besten an gut imprägniertem

Schuhwerk befestigt. Bei

Nachtwanderungen sollte man die

Stirnlampe nicht vergessen.

Wie bei jeder Wanderung ist es auch

hier wichtig, die Zeit richtig einzukalkulieren

und die Ausdauer

sowie die eigene Leistungsfähigkeit

richtig einzuschätzen. Anfänger

sollten, laut Hans, mit einer

der schönen, kürzeren Touren in

der Region beginnen. Dabei sollten

immer Natur und Tiere respektiert

und Wild nicht aufgescheucht

werden, so Hans.

Egal ob alleine oder gemeinsam

mit einem Bergwanderführer – eines

ist gewiss: Wenn der Schnee unter

den Schuhen knirscht und sich

die eingeschneiten Bergspitzen des

Wilden Kaisers wie zum Angreifen

nahe präsentieren, das ist ein ganz

besonderes Erlebnis!

Winterliche Pfarrkiche

von Going

vor schneebedeckter

Landschaft

Schneeschuhwanderung

durch

den frischen

Pulverschnee

Tipp Hans empfiehlt:

Auch bei kurzen

Winterwanderungen

sollte immer etwas zum

Trinken sowie eine

Winterwanderkarte mit

dabei sein. Auch die

Wetter-und Schneeverhältnisse

sind vorher zu

prüfen, so dass man

sicher unterwegs ist.

Winterwanderwege mit

Tourenbeschreibung

unter:

Scan me!

Tipp Interesse an einer

geführten Schneeschuhwanderung

mit Bergwanderführer

Hans? Eine

Anmeldung zu seinen

Touren ist online oder

in einer Tourismus Info

der Region möglich. Der

Spaß kommt keinesfalls

zu kurz! Mehr unter

www.wilderkaiser.info

*

Walking in a winter wonderland

— Hillwalking guide Hans

Widmoser knows the dreamy,

snow-covered landscapes of Going

like the back of his hand. Lucky for

us, he is happy to share his knowledge

of the area on his guided snowshoe

hikes, showing us the most

beautiful spots to be found at the

foot of the Wilder Kaiser mountain

range and offering tips for hikes of

our own.

Snowshoeing has long been an

extremely popular alternative winter

sport in Tyrol. Far away from the

pristinely groomed ski slopes, hikers

enjoy experiences that otherwise

remain hidden down in the valley:

glittering fields of snow, fairytale

Romantisch

verschneites

Örtchen Going

wintry forests and rarely seen wild

animals. At the heart of this natural

idyll, even the most stressed among

us will find peace.

Meditative winter charm — “Quietly

trudging through the powdery

snow far away from the everyday

hustle and bustle is what makes

winter hiking so magical”, says

hiking- and snowshoe guide Hans

Widmoser. His love of nature and

the tranquillity it offers led him to

hiking a long time ago. But Hans

also enjoys the more sociable aspects

of his job as a guide, including

the uniquely Austrian Hüttengaudi

culture of visiting mountain huts.

In his own words, “I love making

sure, people have a nice day, making

them laugh and showing them

the place I call home.”

ing routes around the charming

little village of Schwendterdörfl

and evening snowshoe hikes along

Going’s forest paths.

Snowshoeing is for everyone

— Hans has a few tips for those

who are unable to join him on his

scheduled weekly snowshoe hikes

or would prefer to make their own

way through the idyllic winter landscape.

The good thing about winter

hiking is that you don’t need any

previous knowledge and very little

equipment is required. Snowshoes

and hiking poles can be rented from

sports shops for a small fee.

“Winter hiking warms you up

more quickly than you’d think”,

explains Hans. That’s why he recommends

wearing several breathable

layers of clothing and a pair of

waterproof trousers. Well-waterproofed

footwear is best for attaching

snowshoes to. If you’re venturing

off on a night-time hike, don’t

forget your head torch. It’s also important

to calculate your timings

correctly and make a realistic assessment

of your own capabilities. Hans

says beginners should start with one

of the region’s shorter hikes.

Whether you opt to head out on

your own or with a guide, one thing

is certain: the snow crunching under

your feet and the feeling that the

snow-covered peaks of the Wilder

Kaiser mountains are close enough

to touch make for a very special experience

indeed.

Tip Hans recommends

always taking along

something to drink and

carrying a winter hiking

map with you, even on

short winter hikes. You

should also always check

the weather forecast and

snow conditions before

setting out in order to

stay safe outdoors.

Winter hiking trails with

tour descriptions at:

Scan me!

Tip Interested in a

guided snowshoe hike

with mountain guide

Hans? You can register

for his tours online or

in one of the tourismus

offices of the region.

More information:

www.wilderkaiser.info

136 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 137



LANGLAUFEN AM FUSSE DES WILDEN KAISERS

GOINGS

LONESOME RIDER

Bei den Hubers gehört das Pistenraupe fahren schon fast

zur Familientradition. Was Opa Johann in 28 Einsatzjahren

bereits im kleinen Finger hatte, musste sich Enkel Andi erst

langsam aneignen. Heute ist er selbst stolzer Spuren-Shaper

der 40 Langlaufkilometer in Going am Wilden Kaiser.

Altes Wissen –

neue Technik

Um 6:00 Uhr morgens heißt es Tagwache

für den gelernten Zimmerer.

Und obwohl es draußen noch stock-

len, schwingt er sich auf seine 210

PS Maschine und los geht’s. Sein

neues „Spitzen-Gerät“, wie es der

Loipenprofi liebevoll betitelt, unterscheidet

sogar zwischen den verschiedenen

Schneearten. Dies sei

wichtig und eine Wissenschaft für

sich. Naturschnee könne mal trocken

und pulvrig oder mal nass und

klebrig sein bzw. sämtliche Stufen

dazwischen annehmen. Was Opa

Johann bei seiner alten Maschine

noch aus dem Bauchgefühl heraus

entscheiden musste, schafft Andi

heute mit technischem Können,

Feinadjustierung und Fingerspitzengefühl.

Unabhängig von Wetterlage

und Schneebeschaffenheit

zieht er so stets die perfekte Spur in

die Landschaft. Bei schönem, sonnigem

Winterwetter dreht Andi

abends seine Runden. So kann der

angetaute Schnee wieder bestmöglich

zusammenfrieren.

Spurensuche

ohne GPS

Bis alle Loipen gespurt und die parallel

dazu verlaufenden Wanderwege

präpariert sind, vergehen acht

bis neun Stunden. So lange cruist

Andi Huber als „Lonesome Rider“

durch die verschneiten Landstriche

Goings. Wo genau er seine Kreise

ziehen muss, das habe er vom Opa

gelernt. Bereits Mitte November

werden in den Wiesen die Routen

mit langen Holzpfählen abgesteckt,

sowie Beschilderungen und

Hinweistafeln angebracht. Ist der

erste Schnee gefallen, weisen Andi

die Pfosten seinen Weg, ganz ohne

Navi und GPS.

Dabei müssen stets die Anbindungen

an die benachbarten Loipennetze

im Auge behalten werden.

So etwa nach Ellmau. Mit Patrick,

dem Loipenfahrer aus der Nachbargemeinde,

steht Andi regelmäßig im

Kontakt. Und obwohl die Art der

Präparierung je nach Gelände variiert,

so verbindet die beiden der einheitlich

hohe Qualitätsanspruch an

die Spur. Darum sei an dieser Stelle

eine Bitte angebracht, die beschilderten

Winterwanderwege einzuhalten

und die gespurten Loipen den

Langläufern zu überlassen.

Draußen

zu Hause

Die frische Luft, der Fahrspaß und

die Liebe zur Technik, sind es,

die Andi täglich begeistern. Das

Schönste an seiner Arbeit aber sei

der Austausch und das Miteinander

mit seinen „bärigen“ Kollegen. Und

so ziehen die Loipenfahrer Andi, Patrick

aus Ellmau, Matthias aus Söll

und Hansi aus Scheffau tagtäglich

und unermüdlich ihre Spuren in den

Schnee. Bis die Sonne Eiskristalle

in Schmelzwasser verwandelt und

sich der nahende Frühling wieder

die Landschaft zurückerobert.

Tipp Die über 100 gespurten

Loipenkilometer

der Region Wilder Kaiser

lassen das Herz jedes

Langlaufbegeisterten

höherschlagen. Dabei ist

für jeden Geschmack

etwas dabei: ob Klassisch

oder Skating, simple

Einsteigerrunden oder

herausfordernde Naturerlebnisrouten.

*

Going’s lonesome rider. For the

Hubers, driving the snowcat is almost a

family tradition. It took grandson Andi

a long time just to scrape the surface

of the knowledge his grandpa, Johann,

had built up over 28 years of service.

Today, it’s Andi who proudly shapes

the 40 kilometres of cross-country ski

Loipenfahrer Andi

mit seinem Opa.

dunkle Nacht ist, geht der erste Blick

aus dem Fenster. Prüfend ob und

wie viel Schnee über Nacht zusammengekommen

ist. Bei 15 bis 20 cm

gibt es für Andi dann kein Halten

mehr. Ist der letzte Schnee gefaltrails

in Going am Wilden Kaiser.

— With 15 to 20 cm of fresh snow,

there’s no stopping him. Once the

last snowflake has fallen, Andi jumps

aboard his 210 hp machine and gets

started. His new “top model”, as he

lovingly calls it, can even tell the

difference between various types

of snow. What grandpa Johann on

his old machine had to decide based

on gut instinct, Andi achieves today

with technical skill, fine-tuning

and intuition.

It takes eight or nine hours to

set all the ski tracks and prepare the

hiking trails that run alongside. His

grandfather taught him where to

lay the routes. As early as mid-November,

they’re marked out in the

meadows with tall wooden poles,

and signs and information boards

are put up. Once the first snows have

fallen, Andi is guided by the posts,

with no need for a sat nav or GPS.

It’s the fresh air, the fun of driving

the machine and his love of the

technology that motivate Andi every

day – until the sun melts the ice crystals

and the approaching spring reconquers

the landscape.

Tip The over 100

kilometres of prepared

trails in the Wilder Kaiser

region are enough to

make the heart of every

cross-country skiing

fan skip a beat. There’s

something for everyone

here – whether it’s classic

skiing or skating.

138 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 139



FÜR DIE GANZE FAMILIE

DER GOINGER

EISLAUFPLATZ

Eislaufen für Klein und Groß, von gemächlich bis

sportlich. Während die Kleinsten mit Eispinguinen

das Eislaufen üben, die Größeren ihre Runden drehen

oder ein lustiges Eishockeyspiel eröffnen, können

die Erwachsenen bei einem Becher Glühwein ihren

Winterurlaub genießen.

Heuer wird’s aft a guate

Bohn“, sagt der Eismeister

und seine Augen

strahlen dabei mit der eisigen

Fläche um die Wette. An einem fast

unscheinbaren Platz direkt in Going

wird alljährlich, sofern es die Temperaturen

zulassen, aus einer gewöhnlichen

Schotterfläche ein perfekter

Natureislaufplatz. War Petrus

dem Eismeister hold, haben die kalten

Temperaturen das Wasser ordentlich

anziehen lassen und eine

Eisfläche ist entstanden.

Aber noch mal auf Anfang: Am

Anfang ist die Schotter fläche und

dann „muas i zuerst an Schnee aufbringen

und planieren, danach die

Banden aufstell’n und erst zum

Schluss konn i mit’n Aufspritzen

beginnen.“ Sobald das Wetter es

zulässt schreitet der Goinger Eismeister

zur Tat und verwandelt

den Schnee in eine ebene Fläche.

In warmen Wintern oft gar keine

so leichte Sache. Sind die Schneefläche

geschafft und die Banden

aufgestellt, kann mit dem Auftragen

des Wassers begonnen werden.

Schicht um Schicht bildet sich

dann eine feine Eisdecke. Erst wenn

diese ca. 10 cm dick ist, kann darauf

Schlittschuh gefahren werden.

Das dauert dann schon mal an die

3 Wochen. „Dazwischen is’ wichtig,

dass ma immer wieder as Eis

oziag“. Was früher mit einem Eisenschieber

mühselig per Hand vom

Eis gekratzt werden musste, erledigt

heute eine kleine Maschine.

Zuerst wird gekehrt, dann abgezogen.

Und dann folgt das Wasser.

„Wasser marsch!“ Mit einem Feuerwehrschlauch

wird vom hinteren

Ende der Bahn „aufgegossen“.

Mit bloßen Händen versteht sich

– so ein Eismeister ist nun mal abgehärtet.

Wer ihm diesen Namen

ursprünglich verlieh, weiß heute

keiner mehr, aber, dass er ein Meister

seines Fachs ist, das sieht man.

In der gemütlichen, warmen

Hütte direkt neben dem Platz lagern

bestens gepflegte Schlittschuhe

und Helme in verschiedenen

Größen. Hier kann man auch

verschnaufen, sich aufwärmen und

einen heißen Kaffee, Kinderpunsch

oder Glühwein zu sich nehmen. Der

könnte beispielsweise hilfreich fürs

Eisstock-schießen sein. Denn auf

der Bahn direkt nebenan braucht’s

Ziel vermögen um möglichst nah an

das „Hasei“, die Daube, zu kommen.

Und wenn dann noch der Kollege

vom anderen Ende der Bahn herüberschreit

„Der hot!“ weiß man:

Es passt – gewonnen! Die Kinder

haben ihrerseits ihre Schwünge

zu beschwingter Musik in das Eis

ge zogen und abermals geht ein ereignisreicher

Tag am Goinger Eisplatz

zu Ende. Für den Wächter des

Goinger Eislaufplatzes startet

erneut eine Nacht, in der er als

Eismeister wiederum eine Schicht

gefrorenes Wasser auf seinen Platz

zaubert.

Eislaufplatz

Going

Dorfstraße 43,

6353 Going am

Wilden Kaiser

Scan me!

Eislaufen –

ein Spaß für die

ganze Familie

Öffnungszeiten:

Je nach Wetterlage ist

der Natur-Eislaufplatz

von Ende Dezember

bis März geöffnet.

Die genauen Öffnungszeiten

finden Sie unter

www.wilderkaiser.info

oder über den QR Code.

*

Going’s Master of the Ice. A loyal

man and his flair for ice. — Every

year, an ordinary gravel surface in

Going, is transformed into a natural

ice rink, if the temperatures

allow it. The rink starts off as a simple

gravel surface and then “I first

have to apply and flatten the snow,

then set up the sides – only then

can I start spraying.” The ice master

gets to work as early as the weather

allows it, turning the snow into a

level surface, which is often no easy

task when the winters are warm.

Once the bed of snow is finished

and the sides have been set up, he

can start adding the water. Layer

by layer, this then forms a fine covering

of ice. The rink can only be

skated on once the ice is around

10 cm thick. This takes around three

weeks.

The cosy, warm hut right next

to the rink houses well-maintained

skates and helmets in various sizes.

The hut is also a nice place to take

a breather, warm up and enjoy a

hot cup of coffee, children’s punch

or mulled wine. The latter may be

beneficial for curling, for example,

since the stretch of ice alongside

demands some accuracy. Another

eventful day at the Going

ice rink draws to a close. And the

guardian of the ice, the master ice

technician begins another night

conjuring up a layer of frozen water

on his rink.

Going

skating rink

Dorfstraße 43,

6353 Going am

Wilden Kaiser

Opening hours:

The natural ice rink

is open from end of

December to middle

of March, depending

on the weather. You

can find the exact

opening times at

www.wilderkaiser.info

or via the QR Code.

Scan me!

140 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 141



DER ASTBERG – DIE PERLE DER SKIWELT

VON STARKEN

MÄNNERN

UND SANFTEN

GESTALTERN

Die Pistenprofis vom Astberg.

Nachts auf Goings Skipisten

wenn im Tal unten

die letzten Skischuhe

ihre Bindungen verlassen machen

sich die Profis der SkiWelt Wilder

Kaiser – Brixental ans Werk. Ein

Blick hinter die Pistenkulissen lässt

erahnen, wie viel Arbeit im „Perfekten

Weiß“ steckt.

Die Legende dass die Sprache

der Eskimos wesentlich mehr Begriffe

für Schnee parat hätte als sie

in den Alpen bekannt sind, wurde

bereits vor einigen Jahren widerlegt.

Tatsächlich gibt es auch hier

zu Lande rund zwanzig Ausdrücke

für das kühle Nass. Es wird unter

anderem über Harsch, Firn, Sulz,

Locker-, Neu-, Wild- und Pappschnee

gefachsimpelt. Die, die sie

alle kennen sind Alois Horngacher

und Norbert Pletzer, Betriebsleiter

der Bergbahn Going und ihres

Zeichens Schneeexperten. Gemeinsam

mit ihrem Team sind sie für

die perfekten Pistenverhältnisse im

Gebiet rund um Going zuständig.

„Ihr“ Berg ist der Astberg, der dem

Wilden Kaiser gegenüberliegt. Mit

seinen 1.250 Metern ist er der Hausberg

der Goinger und zugleich ein

wahrer Skigebiets-Geheimtipp.

Nicht nur für sein atemberaubendes

Panorama auf den Wilden

Kaiser und die umliegenden

Berge der Kitzbüheler Alpen ist

das kleinste Skigebiet der SkiWelt

Wilder Kaiser – Brixental bekannt.

Während viele Hänge der Skiregion

nach Westen oder Süden hin ausgerichtet

sind, liegen Goings Pisten

im Norden. Sonnenschäden und

apere Stellen gibt es hier während

der Saison nahezu nie. Wo andere

Orte ihre Gäste bereits mittels Bahn

zu Tale manövrieren müssen, zieht

man in Going noch bis Ende März

seine Spuren in den weißen Teppich.

Die Pisten sind vorwiegend

blau und rot und perfekt für das Genussskilaufen

geeignet – dafür sorgen

Norbert, Alois und Co.

Die Blattlalm

– direkt am

Astberg.

Goings „Schneiber“

Der Zufall war es, der in den 1940er

Jahren in Kanada das Grundprinzip

der heutigen Schneekanone

entdecken ließ. Seither wurde viel

geforscht und entwickelt, die Methode

ist jedoch stets dieselbe geblieben:

Wassertropfen werden bei

–2,5 Grad bis –3 Grad Celsius durch

einen Windkanal gesprüht. Hier in

der Region stammt das verwendete

Wasser aus Speicherseen, wie dem

Astbergsee auf 1.200 Metern, der

über den Sommer gut mit Regenwasser

gefüllt worden ist. Die Güte

des kühlen Nass ist so hoch, dass es

sogar Trinkwasserqualität aufweist.

Ob Propellerkanone oder

Schneelanze, dies hängt ganz vom

Einsatzgebiet ab. In der SkiWelt

Wilder Kaiser – Brixental kümmern

sich darum die „Schneiber“. Ausgebildete

Fachmänner, die genau

wissen wann und wo beschneit werden

soll. Trotz technischen Messinstrumenten

am Gerät ist Fingerspitzengefühl

und Know-How

wichtig, denn jede noch so kleine

Temperaturschwankung und Änderung

der Windrichtung hat Einfluss

auf die Schneequalität. Deshalb wird

hier in der Region auch im Zweischichtbetrieb

gearbeitet um nichts

dem Zufall zu überlassen.

3 × 500 PS

im Einsatz

Ist der Schnee erst mal da, ob echt

oder technisch erzeugt, beginnt allabendlich

der Tanz der Pistenraupen.

Der beim Blick in die Fakten erstaunlich

leichtfüßig erscheint. Bis

zu 13 Tonnen wiegt der rote Pisten-

Ferrari und Michael, einer der Pistenraupenfahrer,

steuert ihn galant

über Hang und Hügel. Im November

muss zuerst „angeschoben“ werden

und eine Grundpräparierung erfolgen,

das garantiert dann winterliche

Bedingungen bis in den Frühling.

Es beginnt zu dämmern. Das Skigebiet

hat vor einer halben Stunde

geschlossen und die letzten Skifahrer

machen sich auf Richtung

Tal. Bevor präpariert werden kann,

muss noch mal die Piste nach eventuell

gestürzten Abfahrern abgesucht

werden. Ist dann wirklich keiner

mehr zu sehen, heißt es: „Bahn

frei!“ Von der Ferne sieht das Schauspiel

aus, als wollten kleine Roboter

142 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 143



DER ASTBERG – DIE PERLE DER SKIWELT

den Berg fegen. In Wahrheit muss

zuerst einmal der ganze abgefahrene

Schnee von unten wieder nach

oben. Wo früher nur jahrelange Erfahrung

half, assistiert nun Hightech.

Seit kurzem sind alle Pistengeräte

mit GPS ausgestattet, das die

exakte Schneehöhe auf der Piste und

die gefahrene Route des Pistenbullys

vermisst. Die Arbeit bleibt trotzdem

nicht aus. Bis alle Pisten zusammengeschoben,

angebracht und gefinisht

sind ist es Mitternacht. Fällt in der

Nacht Schnee, beginnt das Prozedere

bis in das Morgengrauen erneut

von vorn.

Sicherheit ist

oberstes Gebot

„Kann man mit diesem Gerät eigentlich

abstürzen?“, ist wohl die häufigste

Frage, die einem Pistenkreateur

gestellt wird. „Klar, wenn man

nicht aufpasst!“ Ein dickes Stahlseil

und einbetonierte Haken am

Rand der Piste geben Sicherheit und

schützen genau vor eben diesem.

Eingehängt geht es bergabwärts

und die Nasenspitze wandert verdächtig

nahe an die Windschutzscheibe.

Zum Glück halten die Sicherheitsgurte

Nase und Frontglas

voneinander fern. Unten angekommen

wird einmal kehrt gemacht und

es geht wieder nach oben. An steilen

Hängen hilft die angebrachte

Winde dabei. Das erklärt auch,

warum Tourengeher auf den Pisten

nicht geduldet werden. Blitzschnell

kann das zuvor nicht sichtbare

Drahtseil nach oben schnellen

und lebens gefährliche Verletzungen

hervor rufen. Darum, im Sinne

der eigenen Gesundheit: Skitourenerlebnis

im Skigebiet nur auf ausdrücklich

ausgeschilderten Strecken

und zu genehmigten Zeiten.

Vor Sonnenaufgang, und lange

bevor die ersten Autos der Skifahrer

den Parkplatz erreichen, sind die

Liftbediensteten bereits auf den Beinen

und nehmen Stellung im Skigebiet.

Meditativ klingt das leise

Surren der Bergbahn während die

„Präparierer“ ihre roten Pistengeräte

ordentlich in Reih und Glied

geparkt haben, und gemeinsam mit

den „Schneibern“ noch einmal „aufe

schau’n auf’n Berg“. Abermals liegt

eine arbeitsame Nacht hinter ihnen,

eine Nacht in der sie wie so oft das

„Perfekte Weiß“ gezaubert haben.

Langsam schiebt sich der morgendliche

Schatten über dem Wilden

Kaiser talwärts und die ersten

Sonnenstrahlen lassen das majestätische

Massiv in goldenem Licht

erscheinen. Ein neuer Skitag beginnt

und für die Pistenprofis aus

Going ein paar Stunden Ruhe vor

der nächsten Nacht.

*

A tale of strong men gently

shaping the slopes. The piste pros

of Astberg. — It’s night-time on the

ski slopes of Going, and the last

ski boots have left their bindings

in the valley below. This is when

the pros at Wilder Kaiser-Bixental

get to work. A look behind the

scenes gives an idea of how much

work is involved keeping the slopes

perfectly white.

They talk shop about snow crust,

névé, “Sulz”, loose, new, wild and

sticky snow. Alois Horngacher

and Norbert Pletzer, managers of

the Going mountain railway and

its resident snow experts, are the

ones who know everything there is

to know. Together with their team,

they are responsible for maintaining

perfect conditions on the slopes in

the area surrounding Going. “Their”

mountain is Astberg, which lies opposite

the Wilder Kaiser. At 1,250 m,

it is Going’s landmark mountain

as well as a beloved secret spot

for skiing. The smallest ski area in

Wilder Kaiser-Brixental is known

for more than just its breathtaking

panoramic views over the Wilder

Kaiser and the surrounding mountains

of the Kitzbühel Alps. While

many of the region’s slopes face

west or south, Going’s face north.

Sun damage or snow-free patches

Perfekte Erreichbarkeit

– bei jedem Wetter.

almost never occur here during the

season. While other places must use

trains to get their guests to the valleys,

Going’s carpet of white snow

remains until late March. The slopes

are predominantly blue and red, and

Norbert, Alois and their team make

sure they are the perfect place for

recreational skiing.

Going’s “Schneiber” — The choice

between a propeller cannon and a

snow gun depends entirely on where

they are to be used. At Wilder Kaiser-Brixental,

this job falls to the

“Schneiber”. These are trained specialists

who know exactly when and

where snow should be made. Even

though the equipment is fitted with

technical measuring tools, intuition

and expertise are important since

every little temperature fluctuation

and change in wind direction affects

snow quality. That’s why work on

the slopes in this region is done on

a two-shift basis, so nothing is left

to chance.

3 × 500 HP at play — Once the snow

has arrived, be it through natural

snowfall or snowmaking, the dance

of the snowcat vehicles begins every

evening. A look at the specifications

makes it seem astonishingly lightfooted.

The red piste Ferrari weighs

up to 13 tonnes, and Michael, one of

the snowcat drivers, boldly steers

it over the slopes and hills. The sun

begins to set. The ski resort closed

half an hour ago and the last skiers

are making their way to the valley.

Before the team can begin their

work of preparing the snow, a final

search of the area must be undertaken

for any skiers who may have

fallen. Once there really is no one

left out on the slopes, it’s time to get

a move on! While this job once relied

on years of experience, it’s now supported

by high-tech equipment. All

piste equipment has recently been

fitted with GPS that measures the

exact snow depth on the slopes and

the route taken by the PistenBully

snow groomer. But there’s still no

shortage of work to be done. It takes

until midnight for all of the slopes

to be pushed together, arranged and

finished. If it snows during the night,

the procedure will begin again and

last until daybreak.

Before dawn, and long before the

first skiers arrive at the car park,

the lift operators are already up and

getting to their posts at the resort.

The mountain railway has a meditative

effect, whirring quietly on

while the “groomers” carefully park

their red piste equipment. Together,

the “Schneiber” take one last look at

the mountain. Another busy night

is behind them – a night in which,

as often is the case, they have conjured

up perfectly white slopes. The

morning shadows slowly make their

way over the Wilder Kaiser toward

the valley, and the first rays of sun

cast the majestic mountain in golden

light. A new day of skiing dawns,

and Going’s piste pros retire for a

few hours of rest before the next

night begins.

144 GOING MAGAZIN 25 365 Tage Going am Wilden Kaiser 145



AUSKLANG

»REISEN IST DIE

SEHNSUCHT NACH

DEM LEBEN.«

146 GOING MAGAZIN 25

365 Tage Going am Wilden Kaiser 147



Wien (380 km)

Salzburg (80 km)

Wilder Kaiser

Innsbruck (80 km)

München (120 km)

DE

CZ

AT

SK

Wien (380 km) CH

Salzburg (80 km)

Wilder Kaiser

Innsbruck (80 km)

München (120 km)

DE

IT

SL

CZ

AT

HU

CR

SK

CH

IT

SL

HU

CR

München

Kufstein

A12

Wörgl Söll

Innsbruck

München

Kufstein

Scheffau Going

Ellmau

SkiWelt

Kitzbühel

Salzburg

St. Johann in Tirol

Fieberbrunn

Lienz

Salzburg

Tourismusverband

Wilder Kaiser

6352 Ellmau · Dorf 35

Tirol · Austria

T: +43 (0) 50509

office@wilderkaiser.info

www.wilderkaiser.info

Wörgl

Innsbruck

A12

Söll

Scheffau Going

Ellmau

SkiWelt

Kitzbühel

St. Johann in Tirol

Fieberbrunn

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