SOLiNZ 3/2021

Solidarwerkstatt

SOLiNZ – Solidarisches Linz - das Online-Medium der Kommunalgruppe Linz der Solidarwerkstatt. Wir verstehen uns als Nachbarschaftszeitung in mehrfacher Hinsicht: Unser Schwerpunkt liegt auf Linz und seinen Nachbargemeinden; auch Nachbarschaftsthemen – was tut sich im Grätzel? – wollen wir ein großes Augenmerk schenken; und wir wollen gute Nachbarschaft fördern – im Sinne von Zusammenstehen und gemeinsam Handeln statt sich auseinander dividieren zu lassen. Wir wollen dazu ermutigen, solidarisch für eine soziale und ökologische Stadtentwicklung, für Demokratie und Selbstbestimmung aktiv zu werden. Dabei ist es unser Anspruch, mehr als eine Zeitung zum Lesen sein, indem wir Text, Video und Audio miteinander verknüpfen.
Wir sind von Parteien und Konzernen unabhängig. Aber wir sind abhängig davon, dass Menschen mithelfen, SOLiNZ zu gestalten und zu verbreiten. Wenn auch du dazu Lust hast, schau bei unseren 14-tägigen Kommunalgruppen-Treffen vorbei oder schick uns deine Ideen! Kontakt: office@solidarwerkstatt.at

Volksbefragung Ostautobahn

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Alternative zur Ostautobahn

Die Linzerinnen und Linzer müssen

selbst entscheiden dürfen!

Andere suchen neue, innovative Verkehrslösungen, nur Linz und Oberösterreich bauen immer mehr Autobahnen:

6.100 Unterschriften sind nötig, um eine Linzer Volksbefragung gegen das umstrittene Transitautobahnprojekt der

Linzer Ostautobahn auf der geplanten Trasse abzuwenden. Eine Gruppe engagierter Linzer BürgerInnen stellt sich

dieser Herausforderung – und will so die Lebensqualität und die Natur im Linzer Süden erhalten.

Diese Autobahn ist ein

Großangriff auf den öffentlichen

Verkehr. Denn statt

die Pendlerströme aus dem

unteren Mühlviertel endlich auf

die Bahn zu bringen, werden

Unsummen – ca. eine Milliarde

Euro – in den Ausbau dieser

Megastraße investiert. Die Initiative

Verkehrswende jetzt!, die

diese Volksbefragungsinitiative

unterstützt: „Es ist völlig unverantwortlich

in Zeiten des drohenden

Klimakollapses noch an

den Neubau von Stadtautobahnen

zu denken. Die Alternative

zur Ostautobahn liegt auf der

Hand: Ausbau der Bahn. D.h.

einerseits die Attraktivierung

der Summerauer-Bahn, andererseits

eine neue Eisenbahnstrecke

vom Linzer Hauptbahnhof

nach Gallneukirchen und

Pregarten (sh. Seite 3). Auch ein

Parallelausbau von Straße und

Schiene ist nicht sinnvoll. Das

wäre, als ob man mit der einen

Hand einen Reifen aufpumpt,

um ihm mit der anderen gleich

wieder ein Loch zu stechen.“

Zum Vergleich: Allein die Inbetriebnahme

der Schnellstraße

SOLiNZ - Wir über uns

SOLiNZ - Solidarisches Linz ist das Onlinemedium der Kommunalgruppe

Linz der Solidarwerkstatt. Wir verstehen uns

als Nachbarschaftszeitung in mehrfacher Hinsicht: Unser Schwerpunkt

liegt auf Linz und seinen Nachbargemeinden; auch Nachbarschaftsthemen

– was tut sich im Grätzel? – wollen wir ein großes

Augenmerk schenken; und wir wollen gute Nachbarschaft fördern

– im Sinne von Zusammenstehen und gemeinsam Handeln statt

sich auseinander dividieren zu lassen. Wir wollen dazu ermutigen,

solidarisch für eine soziale und ökologische Stadtentwicklung, für

Demokratie und Selbstbestimmung aktiv zu werden. Dabei ist es

unser Anspruch, mehr als eine Zeitung zum Lesen zu sein, indem

wir Text, Video und Audio miteinander verknüpfen.

Wir sind von Parteien und Konzernen unabhängig. Aber wir sind

abhängig davon, dass Menschen mithelfen, SOLiNZ zu gestalten

und zu verbreiten. Wenn auch du dazu Lust hast, schau bei unseren

14-tägigen Kommunalgruppen-Treffen vorbei oder schick uns

deine Ideen! Kontakt: office@solidarwerkstatt.at

Die Linzer Ostautobahn ist ein sog. TEN-Projekt. TEN steht für „Transeuropäische

Netze“, mit denen die EU dem „freien Warenverkehr“

Transitschneisen bereitstellen will. Schon die S10 durch das untere

Mühlviertel und die Pyhrnautobahn gehören zu diesen TEN-Netzen.

Mit der Ostautobahn, die durch den Linzer Süden verlaufen soll, würde

dieser umweltschädliche LKW-Transit zwischen Ostsee und Adria

weiter beschleunigt.

S10 hat den Autoverkehr aus

dem Unteren Mühlviertel zwischen

2015 und 2019 um mehr

als 25% anwachsen lassen.

„Transeuropäische Netze“

Die Linzer Ostautobahn ist

ein sog. TEN-Projekt. TEN steht

für „Transeuropäische Netze“,

mit denen die EU dem „freien

Warenverkehr“ Transitschneisen

bereitstellen will. Schon die S10

durch das untere Mühlviertel

und die Pyhrnautobahn gehören

zu diesen TEN-Netzen. Mit

der Ostautobahn, die durch

den Linzer Süden verlaufen soll,

würde dieser umweltschädliche

LKW-Transit zwischen Ostsee

und Adria weiter beschleunigt.

Die Solidarwerkstatt ist überzeugt,

dass wir das Gegenteil

davon brauchen: z.B.:

• Flächendeckende

LKW-Maut

nach dem Muster

der Schweiz

• Ausweitung

der Nachtfahrverbote

sowie 28-Tonnenlimit

für LKWs; Stopp

dem Lohn- und Sozialdumping

im Transportgewerbe

• Vermeidung

von unnötigem

Verkehr durch Förderung

regionaler

Wertschöpfungsketten.

Laut Verkehrsexperten

wie Winfried

Wolf sind zwei Drittel

des Transitverkehrs

vermeidbarer

Verkehr. Der nicht

vermeidbare Rest ist-

Schritt für Schritt verpflichtend

von der

Straße auf die Bahn

zu verlagern.

Die Ostautobahn

wäre auch eine Katastrophe

für den

Naturschutz. Die

Autobahn würde

wertvolles Natura 2000-Gebiet

zerstören. „Gesamt würden um

die 90 Hektar wertvoller Wald,

Auenlandschaften, Grünland

und Wohngebiet vernichtet

bzw. stark beeinträchtigt werden.“,

heben die Initiatoren

der Volksbefragung in ihrer

Startpressekonferenz Anfang

Mai hervor.

6.100 Unterschriften sind

nötig, um eine Linzer Volksbefragung

gegen das umstrittene

Transitautobahnprojekt der

Linzer Ostautobahn auf der

geplanten Trasse abzuwenden.

Hier der Kontakt für alle, die diese

Initiative unterstützen wollen:

www.kein-transit-linz.at

www.facebook.com/keintransitlinz

Schnelle Bahn zwischen Linz und Pregarten!

Die Initiative Verkehrswende jetzt! begrüßt, dass nun mit dem Ausbau des Stadtbahn-Systems im Großraum Linz

endlich etwas weitergehen soll. Gleichzeitig fordert die Initiative, dass auf der Achse Pregarten – Gallneukirchen

– Linz eine Schnellbahn errichtet wird, die mit dem Auto von der Zeit her konkurrenzfähig ist. Die derzeitigen Planungen

erfüllen das keineswegs. Am sinnvollsten erscheint daher eine Bahnstrecke durch den Pfenningberg, wo die

S-Bahn die Strecke Pregarten – Linz Hauptbahnhof in 25 statt 40 Minuten bewältigt.

Zum

gegenwärtigen

Zeitpunkt ist von

Fahrzeiten mit der derzeit

geplanten Bahn von Pregarten

bis Linz Eisenbahnbrücke

von rd. 30 - 35 min

bzw. bis Linz Hauptbahnhof

von rd. 40 - 45 min

Rede. Demgegenüber

liegt die schnellstmögliche

Straßenverbindung

von Pregarten zum Hauptbahnhof

Linz bei 20 min,

also bei weniger als der

Hälfte. Der neue Bürgermeister

von Pregarten,

Fritz Robeischl, hat unlängst

davon gesprochen,

Grafik: Die grüne Trasse durch den Pfenningberg ist fast doppelt so schnell.

dass erst bei einer Fahrzeit von

25 bis 30 min das Bahnangebot

angenommen werden würde.

Die von ÖAMTC und der

TU Wien aktuell durchgeführte

Pendler-Umfrage hat das Ergebnis

gebracht, dass das wesentliche

Kriterium für die Verkehrsmittelwahl

eine möglichst kurze

Fahrzeit ist.

muss auch eine spürbare Fahrzeitverkürzung

gegenüber den

Schnellbussen bringen.

Hier ist eine Grafik über die

verschiedenen Fahrzeiten mit

verschiedenen Verkehrsmitteln

auf verschiedenen Wegen angehängt.

Diese liegen zwischen

20 und 45 min. Eine teure, neu

zu errichtende Bahnstrecke sollte

Daher kann man nicht mit einer

normalen Regional-Bahn (-tram)

auffahren, sondern muss es hier

schon ein Sprinter sein, um maßgebende

Anteile des Verkehrs

auf die Bahn verlagern zu können.

Daher muss man schauen,

dass man auf der Strecke auch

längere Abschnitte mit deutlich

höherer Geschwindigkeit schafft.

sich bei der zu erzielenden Am besten ist das umsetzbar,

Fahrzeit am unteren Ende dieser wenn man ca. ab Schweinbach

Skala orientieren.

eine direkte Tunnelverbindung

Kurze Fahrzeiten für

Pendler entscheidend

Ein Verhältnis wie auf der

Strecke Linz - Wien wird bei der

Neubaustrecke hier nicht möglich

sein, wenn man nicht für die

Autofahrer auf der A7 Tempo 60

einführt, aber der Verhältniswert

ÖV/MIV-Fahrzeit sollte in jedem

Fall bei 1,2 - 1,3 liegen, d.h. die

Bahnfahrzeit max. 20 - 30 % länger

als die schnellste Autofahrzeit.

Dann darf die maximale

Fahrzeit Pregarten bis Linz Hbf

maximal 25 min betragen. In

Stauzeiten kommen dann die

ÖV-Fahrgäste schon ähnlich

schnell nach Linz, von gleichen

Tür zu Tür Fahrzeiten kann da sowieso

nicht gesprochen werden.

Diese Fahrzeit wird mit einer

kurvigen Strecke zwischen Gallneukirchen

und Urfahr kaum

zu erzielen sein. Der Mehrwert

einer sehr teuren Bahnstrecke

Es ist das große Problem dieser

Achse, dass man mit der A7

eine übermächtige Konkurrenz

hat, die man noch dazu gerade

mit 200 Mio Euro in Form der

Bypass-Brücken ertüchtigt hat.

bis zur Summerauer Bahn im

Bereich der Steyregger Brücke

schafft, wo dann auf ca. 9 km

Länge Geschwindigkeiten von

100 km/h gefahren werden

können.

25 statt 40 Minuten Fahrzeit

Das Argument, dass man

da an den Leuten vorbeifährt

(da redet man aber

nur von einem kleinen Teil

möglicher Fahrgäste zwischen

Schweinbach und

Auhof), kann man so nicht

stehen lassen. Es muss zuerst

eine offene Variantenuntersuchung

geben, wie

viel höher das Fahrgastpotenzial

bei einer deutlich

schnelleren Strecke liegt.

Von einer wirklich beschleunigten

Strecke könnten ja

nicht nur der Gallneukirchner

Raum, sondern auch die

Bahnpassagiere oberhalb von

Pregarten profitieren. Hier sollten

dann auch Züge von Freistadt

schneller nach Linz verkehren als

sie es auf der kurvigen Strecke

über St. Georgen schaffen.

Die Streckenführung wäre etwas

anders als jetzt angedacht

über Auhof, führt aber die PendlerInnen

schneller dorthin, wo sie

in Linz hinwollen. Auhof ist zwar

ein wichtiger Zielpunkt im Linzer

Verkehr, aber nicht der alles

Entscheidende. Auf der Dammtrasse

in Urfahr könnte auch eine

Express-Straßenbahn fahren

und das Universitätsviertel deutlich

besser anbinden als es jetzt

in der Straßenbahn mit 10 Haltestellen

zwischen Peuerbachstraße

und Uni angebunden ist.

Bzw. sonst auch eine Stichstrecke

der S-Bahn.

Für eine wirkliche Verkehrswende,

die an den Klimazielen

ausgerichtet ist, wird es mehr

brauchen als 2 neue S-Bahn Linien,

damit im Großraum Linz

rd. 250.000 – 300.000 tägliche

Wege mit dem Auto auf umweltfreundliche

Verkehrsmittel

verlagert werden können. Also

rd. 5 - 10 mal so viel wie mit

der jetzt geplanten Stadtbahnlösung!

Lukas Beurle

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