BKV Report 2020/2021

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Report 2020/2021

Thinktank und

Kompetenzcenter der

Kunststoffindustrie


Die BKV stellt der Industrie für deren

unternehmerische Entscheidungen Daten und

Fakten zu Themen der Ressourceneffizienz und

Kreislaufführung von Kunststoffen zur Verfügung.


UMWELTTHEMEN

Zu Umweltfragen hinsichtlich des Einsatzes und der Verwertung von

Kunststoffen – unabhängig von der jeweiligen Anwendung – bietet

die BKV ihre Expertise an.

DATEN UND FAKTEN

Die BKV verfügt über ein breites Expertennetzwerk, auf das sie

zurückgreifen kann. Die Ergebnisse ihrer Projektarbeit stellt sie allen

Interessierten diskriminierungsfrei zur Verfügung.

SICHTBARE PRODUKTVERANTWORTUNG

Die BKV ist damit sichtbarer Teil der Produktverantwortung der

Kunststoffindustrie. Ihre Gesellschafter sind Unternehmen der

Erzeugung, Verarbeitung und des Kunststoffmaschinenbaus sowie

deren Verbände.


Grusswort

Matthias Stechhan

LyondellBasell, Leiter Vertrieb für Polyolefine in Zentraleuropa

BKV-Beiratsvorsitzender

Die BKV – Thinktank unserer Industrie

Unser Werkstoff hat in Zeiten der Pandemie eine sehr unterschiedliche

Einschätzung erfahren: Die Vorteile von Kunststoffen, wenn es um

Hygiene geht, sind der Gesellschaft deutlich vor Augen geführt worden.

Auch der Schutz der Waren, die vermehrt über den Versandhandel

bestellt wurden, erfuhr sicher eine positive Bewertung. Doch ist damit

die kritische Haltung gegenüber dem Mehr an Kunststoffabfällen, die

aus Sicht des Publikums zu wenig recycelt und scheinbar zu viel ins

Ausland exportiert werden, nicht verschwunden. Die Berichte in den

Medien zu Littering und Abfällen in den Meeren hatten nur Pause, so

allmählich nehmen sie wieder zu. Wir tun gut daran, an den Themen

der Kreislaufführung von Kunststoffen intensiv weiterzuarbeiten. Sie

haben in unserer Industrie erfreulicherweise bereits deutlich an Fahrt

aufgenommen, die zahlreichen Projekte zum chemischen Recycling

sind ein Beispiel. Für diese Themen hat uns die BKV bereits in der

Vergangenheit als unser Thinktank wichtige Impulse gegeben und die

erforderliche Basis an Daten und Fakten geliefert. Und das tut sie auch

weiterhin, wie dieser Report bezeugt. Davon profitieren nicht nur ihre

Gesellschafter, sondern auch die gesamte Kunststoffwertschöpfungskette.


Vorwort

Rainer Mantel

BKV-Geschäftsführer

Miteinander erfolgreich

Obwohl wir uns in unseren Büros in Frankfurt

seit Anfang 2020 gemeinsam nur selten gesehen

haben, ist es uns gelungen, dank der viralen

Kommunikationsmöglichkeiten dennoch im regen

Austausch zu bleiben und unsere Projekte voranzubringen.

Die Kooperation im Team aber auch mit

den Kolleginnen und Kollegen aus Unternehmen

und Verbänden, die uns im Beirat und im Technischen

Ausschuss unterstützen, funktioniert trotz

der widrigen Umstände sehr gut, dafür allen meinen

ausdrücklichen Dank. Wie Sie dem Report entnehmen

können, wurde im Berichtszeitraum wieder so

einiges fertig gestellt oder auf den Weg gebracht.

Beim Thema Marine Litter sind wir mit dem Bericht

zu „Kunststoffen in der Umwelt“ einen großen

Schritt weitergekommen, um über die Kunststoffabfälle,

die in Böden und Gewässern landen,

ein genaueres Bild vermitteln zu können. Bei den

Recyclingverfahren stehen wir kurz davor, ein für

die Weiterentwicklung eines chemischen Recyclingverfahrens

sicher wertvolles Konsortialprojekt zu

starten. Das sind nur zwei Beispiele aus unserer

Projektliste, mit der wir vor allem ein Ziel verfolgen:

Unsere Gesellschafter und alle an den Themen

Interessierte mit Daten und Fakten zu versorgen,

die sie bei ihren Aktivitäten unterstützen, den in den

Kunststoffen gebundenen Kohlenstoff im Kreislauf

zu führen. Das ist nicht nur ökologisch und immer

mehr auch ökonomisch sinnvoll, sondern wird von

weiten Teilen der Gesellschaft von unserer Industrie

auch erwartet. Gemeinsam kommen wir Schritt für

Schritt weiter.


Die Themen der BKV

Die BKV setzt in ihrer Projektarbeit Schwerpunkte

Ressourceneffizienz/Circular Economy: Die Fragen nach

Ressourcenschonung und einer nachhaltigen Verfügbarkeit von

Rohstoffen stehen im Fokus der politischen Debatte. Beim Thema

Ressourcenschonung sind Kunststoffe insbesondere in der Nutzungsphase

das Material der Wahl. Vor allem aber hat die Politik die

Nutzung der Abfälle als erneute Ressourcen im Sinne einer Circular

Economy im Blick. Neben der werkstofflichen Verwertung kommt

neuerdings auch das chemische Recycling in Betracht, um den

Kohlenstoff im Kreislauf zu halten.

Marine Litter: Die BKV entwickelt ihr Modell „Vom Land ins Meer“

für eine faktenorientierte Aufklärung, wie viel und auf welchen

Wegen Kunststoffabfälle ins Meer gelangen, ständig weiter. Neben

mehreren Sonderbetrachtungen ergänzt nun ein Bericht zu

„Kunststoffen in der Umwelt“ das Modell und betrachtet neben

den aquatischen auch die terrestrischen Einträge, also das, was an

Kunststoffabfällen in die Böden eingetragen wird.

Verwertungstechnologien: Die Verwertungsziele der Politik auf

europäischer wie nationaler Ebene sind sehr anspruchsvoll geworden.

Mit den aktuellen Verwertungsmengen werden die in Kürze

zu erfüllenden Quoten nicht zu erreichen sein. Optimierungen und

Weiterentwicklungen wie zum Beispiel auch die derzeit diskutierten

Verfahren des chemischen Recyclings werden benötigt werden.

Die BKV analysiert, bewertet und unterstützt die Entwicklung

solcher Verfahren.

Gesetzlicher Rahmen: Kunststoffstrategie, Aktionsplan für eine

Kreislaufwirtschaft und Green Deal – die europäische Gesetzgebung

befasst sich genauso wie die deutsche verstärkt damit, wie

mit Kunststoffen und insbesondere mit ihren Abfällen umzugehen

ist. Die BKV beobachtet und bewertet bestehende wie geplante

Rechtssetzungen und deren Auswirkungen auf das Marktumfeld.

Marktdaten: Wie viele Kunststoffe in Deutschland produziert,

verarbeitet, verwertet und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt

werden, ist dank der im Zweijahresrhythmus erscheinenden

Studie so transparent wie bei kaum einem anderen Stoffstrom. Am

Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland lässt sich darüber hinaus

ablesen, wie weit wir bei der Kreislaufführung von Kunststoffen

sind. Auch für Europa gibt es ähnliche Betrachtungen, wenn auch

weniger detailliert.

Normung: Die BKV fördert finanziell und unterstützt personell die

Normenarbeit in diversen Gremien zum Bereich „Kunststoffe und

Umwelt“ auf nationaler und europäischer Ebene. Derzeit sind eine

Reihe von Normungsvorhaben in Arbeit. Von daher ist es wichtig, in

den entsprechenden nationalen, europäischen und internationalen

Gremien vertreten zu sein. Allerdings gibt es auch Bereiche, in

denen das Know-how der Kunststoffindustrie noch fehlt. Die BKV

steht über die Gremienarbeit hinaus auch als Serviceplattform zur

Koordinierung aller Aktivitäten zur Verfügung.


Dr. Frank Buckel

Sprecher des Technischen Ausschusses der BKV

Zur Auswahl der Schwerpunkte

Die BKV GmbH ist die Kompetenzplattform innerhalb der deutschen Kunststoffindustrie

für Nachhaltigkeit bei End-of-Life Themen mit dem Ziel, Daten für eine faktenbezogene

Diskussion bereitzustellen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist es

notwendig die Arbeitsschwerpunkte des technischen Ausschusses richtig zu setzen

- zum einen vorausschauend, zum anderen aber auch an aktuellen Entwicklungen

orientiert.

Das Monitoring der gesetzlichen Rahmenbedingungen zeigt nicht erst seit dem europäischen

Green Deal die Notwendigkeit, die Themen Ressourceneffizienz und Circular

Economy gerade auch für unsere Industrie weiter voranzutreiben. Ein wesentliches

Element hierfür ist die Weiterentwicklung von Verwertungstechnologien, um passgenaue

Lösungen bereitstellen zu können für die Vielzahl unterschiedlicher Abfallströme,

die Kunststoffe in unterschiedlichen Mengenverhältnissen enthalten können. Aktuelle

Daten und Fakten zu Kunststoff – wie sie in den Schwerpunkten Marktdaten und Marine

Litter erarbeitet werden – dienen hierbei nicht nur als Basis für Diskussionen,

sondern auch für die Ermittlung praktikabler Lösungsansätze und deren Nachverfolgung

in den kommenden Jahren. Um hier erfolgreich zu sein, muss als Daueraufgabe

und wesentlicher Faktor auch die Vereinheitlichung von Begriffen, Bewertungen und

Vorgehensweisen im Rahmen der Normung berücksichtigt werden.

Dr. Frank Buckel ist Sustainability Advocacy bei der Covestro Deutschland

AG.

Im Technischen Ausschuss (TA) bewerten Experteninnen und Experten

aus dem Gesellschafterkreis Projektvorschläge inklusive des erforderlichen

Budgets. Die Vorschläge kommen sowohl aus der BKV als auch aus dem

Gesellschafterkreis. Außerdem prüft der TA die Ergebnisse und berichtet an

den Beirat.


Marine Litter

Kunststoffe in der Umwelt

Das Modell „Vom Land ins Meer“

wurde erweitert

Das im Auftrag der BKV von Conversio entwickelte Modell „Vom

Land ins Meer – Modell zur Erfassung landbasierter Kunststoffabfälle“

wurde seit der ersten Ausgabe im Jahr 2016 stets

weiterentwickelt und verfeinert und liegt inzwischen in der vierten

Version vor. Sonderbetrachtungen zu einzelnen Themenbereichen

ergänzen das in der Fachwelt mittlerweile gut bekannte Modell.

Im Jahr 2021 erfährt der Ansatz einen entscheidenden weiteren

Entwicklungsschritt: Über die Analyse des Kunststoffeintrags in die

Meere Nordsee, Ostsee und Schwarzes Meer hinaus werden nun

zusätzlich auch die Einträge und vor allem der Verbleib von Kunststoffabfällen

in Böden und Binnengewässern betrachtet. Dazu

kommen die Methoden zum Einsatz, die bereits für die Analyse der

Einträge in die Meere entwickelt wurden.

Die Diskussion in der Fachwelt zum Thema Marine Litter geht

inzwischen von der alleinigen Fokussierung auf Einträge von

Kunststoffen in die Meere weg und fordert den umfassenderen

Blick auf die Einträge und den Verbleib von Kunststoffen in die

Umwelt. Dem trägt der neue Bericht der BKV „Kunststoffe in der

Umwelt“ Rechnung. Ergänzend zum Modell „Vom Land ins Meer“

betrachtet der neue Bericht nun die Einträge und den Verbleib von

Kunststoffen in die terrestrische und in die aquatische Umwelt. Wie

bereits beim Modell „Vom Land ins Meer“ befasst sich der Bericht

„Kunststoffe in der Umwelt“ ausschließlich mit Land-sourced

Litter, also den landbasierten Einträgen. Sea-sourced Litter, also

beispielsweise von der Schifffahrt verursachte Einträge, bleiben

hier außen vor.

Auch wenn die Ergebnisse von „Kunststoffe in der Umwelt“ aufgrund

der teilweise sehr dürftigen Sekundärdatenlage an einigen Stellen

auf Schätzungen und Plausibilitätsbetrachtungen angewiesen sind,

so geben sie erstmals einen Überblick über die jeweiligen Anteile

der in Deutschland pro Jahr in die terrestrische und die aquatische

Umwelt eingetragenen und verbleibenden Kunststoffabfälle. Den

Löwenanteil dabei macht mit großem Abstand der Reifenabrieb aus,

der in vielen Untersuchungen ebenfalls zu Mikrokunststoffen gezählt

wird, obwohl Reifen in amtlichen Definitionen nicht als Kunststoffe

gelten. In unserem Modell werden Reifenabrieb – ebenso wie Farben

und Lacke, Emissionen von Sport- und Spielplätzen sowie Emissionen

von Fahrbahnmarkierungen – daher als „sonstige Mikropolymere“

geführt. Wie sich nach den ersten Berechnungen die Anteile

der in der Umwelt verbleibenden Kunststoffpartikel verteilen, ist der

unten stehenden Tabelle zu entnehmen.

Der Bericht „Kunststoffe in der Umwelt“ schließt mit der Darstellung

des Eintrags und Verbleibs von Kunststoffen in die terrestrische

und aquatische Umwelt eine Lücke, die bislang für einen

Gesamtüberblick von Produktion, Verarbeitung und Verbrauch von

Kunststoffen bis zu deren möglichen Eintrag in die Meere noch zu

füllen war. Dieser Überblick erschließt sich nun mit den sich ergänzenden

und miteinander verzahnten Untersuchungen:

• Studie „Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2019“

• Bericht „Kunststoffe in der Umwelt“

• Modell „Vom Land ins Meer – Modell zur Erfassung landbasierter

Kunststoffabfälle“ mit bislang vier vertiefenden

Sonderbetrachtungen

Verbleib terrestrische Umwelt

Verbleib aquatische Umwelt

Reifenabrieb 80.664 t (81 %) 10.134 t (72 %)

Makrokunststoffe 13.440 t (13 %) 2.873 t (21 %)

Mikrokunststoffe 3.198 t (3 %) 550 t (4 %)

Farben und Lacke 1.087 t (1 %) 245 t (2 %)

Fahrbahnmarkierungen 557 t (1 %) 103 t (1 %)

Emission Sport- und Spielplätze 538 t (<1 %) 63 t (<1 %)


MicBin – Mikroplastik in Binnengewässern

BKV als Partner beim Konsortialprojekt

Das Verbundprojekt „MicBin – Mikroplastik in Binnengewässern“

im Rahmen des BMBF-Forschungsschwerpunkts „Plastik in der

Umwelt – Quellen • Senken • Lösungsansätze“ hat Ende März 2021

seinen vorläufigen Abschluss gefunden. Die BKV war an mehreren

Arbeitspaketen des Projekts beteiligt. Der Ergebnisbericht

zum Arbeitspaket 4.1. „Analyse von Wasserkraftwerken“ zur Frage,

wieviele und welche Kunststoffabfälle sich an Staustufen und

Wasserkraftwerken ansammeln, liegt bereits vor und ist bei der

BKV erhältlich.

Der Forschungsschwerpunkt des deutschen Bundesministeriums

für Bildung und Forschung (BMBF) umfasst insgesamt 18 Verbundprojekte,

die für den Zeitraum von 2017 bis 2021 mit rund 35

Millionen Euro gefördert wurden. Wissenschaftliche Verfahren,

Methoden, Instrumente und Begriffe zur Untersuchung von Kunststoffen

in der Umwelt zu entwickeln und zu etablieren, war das

erklärte Ziel dieses großen Förderprogramms.

Beim MicBin-Projekt ging es darum, erstmalig Einträge von Makround

Mikroplastik für ein größeres Einzugsgebiet eines Binnengewässers

zu bilanzieren. An welchen Stellen Kunststoffe eingetragen

werden und wo sie im aquatischen System verbleiben, sind auch

wesentliche zu klärende Fragen für etwaige Gegenmaßnahmen.

Untersuchungsgebiet war exemplarisch das bayerische Donaugebiet.

Die von den Verbundpartnern gemeinsam angegangene

Aufgabe teilte sich in mehrere Arbeitspakete auf. Eines davon, das

Arbeitspaket 4.1. hat die BKV in Zusammenarbeit mit der Conversio

GmbH und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) in 2020

durchgeführt und abgeschlossen. Gegenstand der Teilstudie waren

Kunststoffabfälle, die sich an Staustufen und Wasserkraftwerken

ansammeln, dort ausgetragen werden und somit nicht in Gewässern

bleiben, nicht in kleinere Teile zerfallen und letztendlich auch

nicht im Meer landen.

Die Aufgabe des Arbeitspakets umfasste neben der Analyse von Art

und Menge der Kunststabfälle auch die Analyse der Praktiken der

Wasserkraftwerksbetreiber, wie sie mit Überläufen an Staustufen

und Wehren und Treibgut in Gewässern umgehen. Die Betreiber

wurden zu diesem Zweck zum Thema „Entnahme von Kunststoffabfällen“

befragt. Die Antworten wurden anschließend ausgewertet

und analysiert. Die Ergebnisse flossen schließlich in die Abschätzung

ein, wie viele Kunststoffe sich in Oberflächengewässern

durch Wehre abreichern. Das Ergebnis des Arbeitspakets basiert

somit zum einen auf empirisch gesicherten Rechengutmengen

an Wasserkraftwerken und zum anderen auf den Angaben von

Betreibern solcher Anlagen zu Abfallmengen und deren Zusammensetzung.

Letztere konnten oftmals nur Schätzungen sein, vor

allem wenn es um die Frage ging, wie hoch der Kunststoffanteil

am zurückgehaltenen Abfall sein könnte. Die daraus resultierende

Bandbreite der Mengenangaben wurde bei der Auswertung durch

die Bildung drei verschiedener Szenarien berücksichtigt. Im Ergebnis

beträgt die Austragungsmenge in dem betreffenden Gebiet

je nach Szenario zwischen 80 und 290 Tonnen. Für die weiteren

Berechnungen im MicBin-Projekt schlagen die Autoren vor, mit

dem mittleren Szenario weiter zu arbeiten und insofern von einer

Austragungsmenge an Makroplastik in Höhe von 174 Tonnen auszugehen.

Ihr Fazit: Mit der Untersuchung konnte gezeigt werden, dass

Wasserkraftwerke und Staustufen einen wesentlichen Beitrag zur

Abreicherung von Kunststoffen in Binnengewässern leisten.

Der Ergebnisbericht zur „Analyse von Wasserkraftwerken

– MicBin-Verbundprojekt, Arbeitspaket 4.1“

steht auf der BKV-Website zum Download bereit


Stoffstrom Kunststoff

Wie Kunststoffe in Deutschland verwertet werden

Entwicklung der Verwertung von 1994 – 2019

7.000 kt

6.000 kt

5.000 kt

4.000 kt

3.000 kt

2.000 kt

1.000 kt

0 kt

1994

1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019

Verwertung Werkstofflich Rohstofflich Energetisch

Alle zwei Jahre lässt die BKV zusammen mit zahlreichen Verbänden

und Organisationen erheben, welche Kunststoffe in welchen

Mengen in Deutschland hergestellt und verarbeitet und wie in

Deutschland verwertet werden. Das „Stoffstrombild Kunststoffe in

Deutschland“ gibt in ungewöhnlich umfassender und transparenter

Form Auskunft über Produktion, Verarbeitung und Verwertung.

Und inzwischen auch, wie viele Rezyklate in Einsatz kommen:

Im Jahr 2019 wurde fast jede sechste Tonne Kunststoff, die in

Deutschland verarbeitet wurde, aus Kunststoffabfall gewonnen

und in neue Produkte verarbeitet.

Von den 14,2 Millionen Tonnen Kunststoffe, die 2019 zur Herstellung

von Kunststofferzeugnissen zum Einsatz kamen, waren 1,9 Millionen

Tonnen Rezyklat. Demnach betrug die Rezyklateinsatzrate 13,4

Prozent – eine wichtige Kennzahl für die Diskussion, wo wir bei der

Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe in Deutschland

stehen. Gegenüber der vorherigen Erhebung im Jahr 2017

stieg diese Rate um 1,1 Prozentpunkte.

Der größte Teil der 1,9 Millionen Tonnen Rezyklate kommt in Bauanwendungen

(43 Prozent), Verpackungen (24 Prozent) und in

Landwirtschaftsprodukten (11 Prozent) zum Einsatz. Nur geringe

Rezyklatanteile finden sich bislang in den Bereichen Elektro/Elektronik

und Fahrzeugbau.

Im Jahr 2019 fielen im privaten sowie im gewerblichen Sektor zusammen

6,3 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an – 5,4 Millionen

Post-Consumer- und 0,9 Millionen Tonnen Post-Industrial-Abfälle.

Rund die Hälfte der Post-Consumer-Abfälle stammen aus privaten

Haushalten, die andere Hälfte aus dem gewerblichen Bereich.

Mit einer Verwertungsrate von mehr als 99 Prozent bleibt die

Kunststoffverwertung auf höchstem Niveau. Von den 6,3 Millionen

Tonnen nahmen 46,6 Prozent einen stofflichen und knapp 53 Prozent

einen energetischen Verwertungsweg. Betrachtet man nur die

Post-Consumer-Abfälle von 5,4 Millionen Tonnen, so wurden davon

38 Prozent werkstofflich, unter einem Prozent rohstofflich und

knapp 61 Prozent energetisch verwertet.

„Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2019“

(Conversio):

Eine kostenfreie Kurzversion mit den Hauptergebnissen

steht auf der Website der BKV zum Download bereit. Die

ausführliche Gesamtstudie mit 114 Seiten, zahlreichen

Grafiken, Tabellen und Erläuterungen kann ebenfalls

über die BKV-Website bestellt werden.

Die Conversio Marketing & Strategy GmbH erstellt das Stoffstrombild

in Auftrag der BKV und 13 weiteren Organisationen und

Verbänden der gesamten Wertschöpfungskette wie PlasticsEurope

Deutschland e.V., der AGPU Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt

e.V., dem BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-,

Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V., dem bvse Bundesverband

Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., der IK Industrievereinigung

Kunststoffverpackungen e.V., dem KRV Kunststoffrohrverband e.V.,

dem VDMA e.V. Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen,

dem GKV Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V.

mit seinen Trägerverbänden, sowie der IG BCE Industriegewerkschaft

Bergbau, Chemie, Energie.


DDr. Thomas Probst

Referent beim bvse-Bundesverband

Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

Maßgeblich für

alle Stakeholder

Der bvse beteiligte sich nun schon seit Jahren an der Erhebung,

deren Ergebnisbericht inzwischen den Titel „Stoffstrombild

Kunststoffe in Deutschland“ trägt. Welche Bedeutung

messen Sie und die Mitglieder Ihres Verbands diesem

Stoffstrombild zu?

Das Stoffstrombild Kunststoffe ist für alle Stakeholder die maßgebende

Darstellung. Hier wird zunächst der Status quo der Kunststoffherstellung,

der Verarbeitung und des Recyclings abgebildet.

Und damit werden aber auch die grundlegenden Informationen

gegeben, die benötigt werden, um das Kunststoffrecycling weiter

zu entwickeln. So werden beispielsweise die Fragen beantwortet:

Welche Kunststoffmengen sind in den Märkten, welche Kunststoffe

werden in der Verarbeitung eingesetzt, und wo gibt es noch

Potenziale?

Der Informationsgehalt der Studie ist sehr hoch. Durch intelligentes

Verknüpfen der Informationen können interessante Markteinsichten

von der Herstellung über die Verarbeitung bis zum Recycling

abgeleitet werden. So lassen sich gerade aus Vergleichen von

Neuware und Rezyklaten Schwerpunkte wie auch Verschiebungen

beim Recycling identifizieren.

Inzwischen gibt das Stoffstrombild auch Auskunft über den

Wiedereinsatz von Rezyklaten in neuen Kunststoffprodukten.

Insgesamt liegt derzeit die Quote bei knapp 14 Prozent.

Wie bewerten Sie diese Kennzahl?

Die Herstellung und Verarbeitung von 1,94 Millionen Tonnen an

Rezyklaten aus 6,28 Millionen Tonnen Abfällen ist zunächst ein

sehr schöner Erfolg des Kunststoffrecyclings. Bei Vergleich der

Rezyklate aus Post-Consumer-Abfällen, 1,02 Millionen Tonnen, mit

denen aus Produktion und Verarbeitung, 0,92 Millionen Tonnen,

werden die bislang ungenutzten Potenziale der Post-Consumer-

Sammlungen deutlich. Oder anders ausgedrückt sind die 1,02

Millionen Tonnen Rezyklate aus Post-Consumer-Abfällen einem

Abfallaufkommen von 5,35 Millionen Tonnen gegenüberzustellen.

Bei den Post-Industrial-Abfällen steht eine Sammelmenge von

0,93 Millionen Tonnen einer Rezyklatausbeute von 0,92 Millionen

Tonnen gegenüber.

Sehen Sie in der über viele Jahre hinweg weiterentwickelten

Studie noch Optimierungspotenzial?

Das Stoffstrombild Kunststoffe ist sowohl in der Kurzfassung

wie auch der Langfassung über die Jahre hinweg optimiert und

weiterentwickelt worden. Diese Studie ist vorbildlich in der Erhebung,

Auswertung und Darstellung der Daten. Zu den Daten wird

eine Interpretation der Ergebnisse geliefert, die immerhin von 15

Vereinigungen der deutschen Kunststoffindustrie erstellt und getragen

wird – das ist einmalig.

Zurzeit wird daran gearbeitet, die Schnittstellen zu anderen Studien

und Erhebungen zu ermöglichen; dies sind beispielsweise Umweltauswirkungen

und rohstoffliche Verwertung. Darüber hinaus wird

der Rezyklatbereich erweitert werden. Und wichtig ist für den bvse

e.V., dass die Bedeutung des Mischkunststoffrecyclings, das Produkte

für den Hochbau und den Tiefbau generiert, deutlich wird.


Recycling-Bilanz 2019

Eine lückenlose Dokumentation zur Verpackungsverwertung

BKV gehört zu den Unterstützern dieser jährlich erscheinenden

Konsortialstudie. Die Untersuchung der GVM Gesellschaft für

Verpackungsmarktforschung ergänzt mit ihrer umfassenden

Darstellung der Verwertung von Verpackungen das Stoffstrombild

unserer Industrie sehr gut. Sie bietet, nach Materialgruppen unterschieden,

ganz wesentliche Informationen, wie die Verwertungsund

Recyclingquoten entsprechend der europäischen Richtlinien

erreicht werden. Und sie stellt eine lückenlos Zeitreihe von 1991 bis

heute dar.

Laut Zahlen der GVM hat das Verpackungsrecycling im Jahr 2019

zwar bei allen Materialien zugelegt, doch der größte Anstieg ist

bei Kunststoffverpackungen zu verzeichnen. Die Recyclingquote

hat hier einen neuen Rekordwert erreicht und erstmalig in der

Geschichte der Bilanz die Quote der energetischen Verwertung

übertroffen: Mit 61,7 Prozent hat die stoffliche Verwertung von

Kunststoffverpackungen aus dem privaten Endverbrauch gegenüber

dem Vorjahr um 12,3 Prozentpunkte zugelegt. Die GVM

führt dies in erster Linie auf die verschärften Anforderungen im

Verpackungsgesetz zurück. Mit dieser deutlichen Zunahme im

Bereich des privaten Endverbrauchs steigt auch die Recyclingquote

der Gesamtmenge an Kunststoffverpackungen, also inklusive der

gewerblichen Verpackungen: Gegenüber 2018 hat sie um 8,1 Prozentpunkte

auf 55,2 Prozent zugelegt.

Der Gesamtverbrauch an Kunststoffverpackungen ist dagegen

leicht rückläufig gewesen – zum ersten Mal seit 1991. Bis 2018

hatte sich der Verpackungsverbrauch nahezu verdoppelt, nun ging

er 2019 gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozentpunkte zurück.

Regulierungen der EU wie auch der deutschen Bundesregierung

werden nach Erwartungen der GVM auch in Zukunft ein weiteres

Wachstum eher ausbremsen.

Verbrauch und Verwertung Kunststoffverpackungen - 2019 (in kt)

Privater Endverbrauch

Gesamtverbrauch

3.500

3.000

3.196,0

3.184,4

2.500

2.000

2.057,7

2.055,1

1.765,0

1.500

1.270,6

1.000

500

0

Gesamtverbrauch

Verwertung

stoffliche

Verwertung

Gesamtverbrauch

Verwertung

stoffliche

Verwertung


Gunda Rachut

Vorstand der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister

Gemeinsam für

mehr Transparenz

Verpackungen sind Ressourcen. Im Sinne einer effizienten Ressourcennutzung

müssen sie sparsam verwendet, recyclinggerecht gestaltet und

wiederverwendet oder recycelt werden. Von diesem Ziel sind noch zu viele

Verpackungen weit entfernt. Viele Rädchen müssen ineinander greifen, um

hier deutliche Schritte nach vorne zu kommen. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister

hat schon viele Trittbrettfahrer identifiziert, denn Recycling

braucht eine gute finanzielle Grundlage. Der Ausbau des Registers in der Novelle

des Verpackungsgesetzes wird hier einen weiteren Schub auslösen. Der

Gesetzgeber kann nur zielgerichtet agieren, wenn er Transparenz über die

Stoffströme hat. Hier greifen ebenfalls die Rädchen ineinander. Die Zentrale

Stelle Verpackungsregister schafft Transparenz mit dem Register und den

Recyclingquoten der Systeme, die BKV mit ihren Studien schafft Transparenz

über den Markt und die erreichten Ziele. Sie macht aber auch deutlich, wo

noch Handlungsbedarf besteht. Dies sind gute Grundlagen, um im Sinne des

Ressourcenschutzes gemeinsam mit den Beteiligten voranzuschreiten.


Mehr Rezyklate braucht das Land

Potenzial für mehr Rezyklateinsatz in Verpackungen

Im Fokus einiger gesetzlicher Regelungen und Initiativen auf nationaler

wie auch auf europäischer Ebene steht die Forderung nach

einem deutlich höheren Einsatz an Rezyklaten bei der Produktion

von Kunststofferzeugnissen. Bis zum Jahr 2025 sollen gemäß der

EU-Kunststoffstrategie zehn Millionen Tonnen Rezyklate pro Jahr

zum Einsatz kommen. Dies hat sich die Circular Plastics Alliance

(CPA) zum Ziel gesetzt.

Doch wie realistisch sind solche Ziele? Dieser Frage ist eine Studie

der BKV zumindest für den Bereich Verpackungen in Deutschland,

der allerdings den größten Teil der Kunststoffverarbeitung

ausmacht, nachgegangen. Die beauftragte GVM Gesellschaft für

Verpackungsmarktforschung hat dazu den Markt für Kunststoffrezyklate

genauer betrachtet und sowohl deren Bereitstellungspotenzial

als auch deren Einsatzpotenzial für Kunststoffverpackungen

errechnet. Im zweiten Schritt wurden Handlungsoptionen

entwickelt, wie eine etwaige Lücke zwischen Nachfrage und

Angebot geschlossen werden könnte. Der Ergebnisbericht erschien

im Jahr 2020.

Zur Studie „Potenzial zur Verwendung von

Recycling-Kunststoffen in der Produktion von

Kunststoffverpackungen“ (GVM) steht auf der BKV-

Website eine Kurzfassung kostenfrei zum Download

zur Verfügung. Die Langfassung kann ebendort bestellt

werden.

Für die Analyse der Potenziale wurden zunächst mit Unterstützung

von Verarbeitern allgemeine Anforderungen an die Qualitäten von

Kunststoffrezyklaten definiert in Ausprägungsstufen, mit welchen

Einschränkungen sie jeweils in Kunststoffverpackungen einsetzbar

sind. Diese waren maßgebend für die anschließende Einteilung der

Rezyklate.

Die Studie kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass es prinzipiell

ein erhebliches Einsatzpotenzial gibt. Nimmt man moderate Einschränkungen

bei den Eigenschaften der Verpackungen in Kauf,

könnten rund 960 Kilotonnen Rezyklat pro Jahr in Verpackungen

eingesetzt werden. Dazu müsste allerdings die derzeit spezifikationsgerecht

hergestellte Menge mehr als vervierfacht werden.

Engpässe für eine Steigerung des Rezyklateinsatzes sehen die

Autoren bei den Themen Bereitstellungspotenzial, Bereitschaft der

Inverkehrbringer, Machbares umzusetzen, sowie in der mangelnden

Übereinstimmung der Rezyklatqualität mit den Anforderungen

der jeweiligen Verpackung. Von der derzeit diskutierten Rezykat-Einsatzquote

raten sie allerdings ab. Rezyklatmengen in der

notwendigen Qualität können derzeit im Markt nicht bereitgestellt

werden.

Zur Divergenz zwischen angebotenen und nachgefragten Qualitäten

hat die BKV auf der Grundlage dieser Studie für das Jahr 2021

eine Folgestudie vorgesehen. Ziel des neuen Projektes ist es, einen

qualitätsgesicherten Prozess zu entwickeln, mit dem eine spezifikationsgerechte

Bereitstellung von Rezyklaten erreicht werden

kann. Die in der vorliegenden Studie herausgearbeiteten Mindestanforderungen

sollen dabei der Maßstab sein.


Dr. Isabell Schmidt

Geschäftsführerin bei

IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.

Die Frage, wie in Kunststoffverpackungen mehr Rezyklate

zum Einsatz kommen könnten, treibt auch Ihren Verband,

die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen, um.

Können Sie dazu aus der BKV-Studie zum Rezyklateinsatz

hilfreiche Erkenntnisse gewinnen?

Absolut. Bereits 2018 haben unsere Mitglieder beschlossen, den

Einsatz von Rezyklaten in der Produktion neuer Kunststoffverpackungen

bis zum Jahr 2025 auf eine Million Tonnen zu erhöhen,

ausgehend von damals 400.000 Tonnen. Die BKV-Studie hat uns

bestätigt, dass dieses Ziel technisch erreichbar ist, wenn ausreichend

Rezyklate am Markt zur Verfügung stehen und moderate

Einschränkungen hinsichtlich der ästhetischen Verpackungseigenschaften

und der Materialeffizienz in Kauf genommen werden. Die

Studie zeigt aber auch die derzeitigen Grenzen des Rezyklateinsatzes:

Je mehr Rezyklat eingesetzt wird, desto größere Qualitätsbeeinträchtigungen

müssen in Kauf genommen werden, wie etwa

eine eingeschränkte Farbgebung oder ein erhöhter Ausschuss in

der Produktion. Knapp die Hälfte des Kunststoffbedarfs ist derzeit

nicht durch Rezyklate ersetzbar, da ansonsten gesetzliche oder

technische Mindestanforderungen nicht mehr erfüllt werden

könnten. Eine wichtige Erkenntnis der BKV-Studie ist zudem, dass

derzeit noch nicht genügend Rezyklate am Markt zur Verfügung

stehen, um das Potenzial von 960 kt auszuschöpfen.

Wie schätzen Sie die Bereitschaft Ihrer Mitgliedsunternehmen

ein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen?

Die Bereitschaft ist riesengroß. Es gibt kaum einen Verpackungshersteller,

der sich derzeit nicht intensiv mit den Möglichkeiten des

Rezyklateinsatzes in seinem Sortiment auseinandersetzt. Viele

testen die Möglichkeiten in gemeinsamen Entwicklungsprojekten

mit dem Kunststoffrecycler und dem Kunden der Verpackung, und

es zeigen sich bereits erste Erfolge: So ist der Rezyklateinsatz in

Verpackungen zwischen 2017 und 2019 um beachtliche 18 Prozent

gestiegen, während der Verbrauch von Kunststoffneuware im

gleichen Zeitraum um zwei Prozent gesunken ist (Conversio 2020).

Wo sehen Sie zentrale Ansatzpunkte, um zu einem deutlichen

Anstieg beim Rezyklateinsatz in Kunststoffverpackungen

zu kommen?

Am wichtigsten ist es, dass die Mengen und Qualitäten im Kunststoffrecycling

gesteigert werden. Deshalb haben das Design-for-

Recycling und die getrennte Sammlung von Verpackungsabfällen

oberste Priorität. Unsere Mitglieder haben sich bereits zum Ziel

gesetzt, die Recyclingfähigkeit von Haushaltsverpackungen von 75

auf 90 Prozent bis zum Jahr 2025 zu steigern. Doch leider finden

auch viele gut recyclingfähige Verpackungen nicht ihren Weg ins

Recycling. Wir brauchen eine gute Verbraucheraufklärung, weil

hierzulande noch etwa ein Viertel der Verpackungsabfälle aus

Haushalten im Restmüll landen. Die derzeit diskutierten Mindestrezyklatquoten

für bestimmte Produkte halten wir allerdings für den

falschen Weg. Sie sind kaum kontrollierbar und bergen immense

Marktrisiken. Wir sehen mehr Potenzial zur Steigerung des Rezyklateinsatzes

in alternativen gesetzlichen Steuerungsinstrumenten,

wozu wir im letzten Jahr gemeinsam mit der AGVU ein Diskussionspapier

veröffentlicht haben. Dabei geht es unter anderem um

monetäre Anreize, kreislauffähige Verpackungen auf den Markt zu

bringen, eine Idee, die bereits im Verpackungsgesetz in Paragraph

21 angelegt ist.


Mehr Recycling

Technologie chemischer Recyclingverfahren wird weiterentwickelt

„Thermal Processes for Feedstock Recycling of

Plastics Waste (KIT/Conversio)”, 2019

Die Studie in englischer Sprache ist unter

www.bkv-gmbh.de zu bestellen.

Eine Kurzfassung ist kostenfrei erhältlich.

Es ist absehbar, dass die werkstofflich recycelte Menge nicht reichen

wird, die in Europa wie in Deutschland steigenden Recyclingquoten

zu erfüllen. Um die Menge zu steigern, werden Lösungen

für Kunststoffabfälle benötigt, die bislang stofflich nicht verwertbar

sind. Mehr Design für Recycling ist der eine Weg, das rohstoffliche

Recycling ein weiterer, der erfolgversprechend erscheint.

Zu chemischen Recyclingverfahren wurden und werden auch von

Unternehmen der Kunststoffindustrie eine Reihe von Projekten

durchgeführt. Die BKV hat gemeinsam mit PlasticsEurope im Jahr

2019 von KIT Karlsruher Institut für Technologie und Conversio

Market & Strategy GmbH den technischen Reifegrad und die ökonomische

Basis diverser chemischer Verfahren zum Recycling von

Kunststoffabfällen untersuchen lassen. Dabei hatte sich die Pyrolyse

als die aussichtsreichste Technologie herauskristallisiert, sowohl

was das technologische als auch das ökonomische Potenzial

betrifft. Allerdings wurde auch noch ein erheblicher Entwicklungsbedarf

deutlich.

Auf Basis solcher Ergebnisse plant die BKV nun im Verbund mit

einer Reihe von Unternehmen und Industrieverbänden die Entwicklung

eines Scale-up-fähigen Anlagenkonzepts zur Pyrolyse

vermischter und verschmutzter Kunststoffabfälle, die bislang nur

einer energetischen Verwertung zugeführt werden können. Der

Ansatz orientiert sich an den Stoffströmen und betrachtet jede

einzelne Prozessstufe: die Beschaffenheit des jeweiligen Abfallstroms,

den Aufwand, die Abfälle entsprechend aufzubereiten, die

Pyrolyse selbst sowie schließlich die erforderliche Modifizierung

des Pyrolyseprodukts, um den Anforderungen potenzieller Abnehmer

gerecht zu werden. Am Ende soll eine marktfähige Lösung

zur stofflichen Verwertung kunststoffreicher Abfälle stehen, die

gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zum Ziel einer CO 2

-neutralen

Chemie im Jahr 2050 sein wird.

An diesem Gemeinschaftsprojekt werden Beteiligte aller Prozessstufen

bis hin zu potenziellen Abnehmern mitarbeiten. Das sind

Unternehmen der chemischen Industrie, der Entsorgungswirtschaft,

des Maschinen- und Anlagenbaus sowie eine Reihe von

Institutionen aus Wissenschaft und Forschung. Die BKV soll gemeinsam

mit der DECHEMA dieses Konsortialprojekt koordinieren.

Mit diesem Konzept haben sich die Beteiligten beim Bundesministerium

für Bildung und Forschung (BMBF) um eine Förderung im

Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens „Ressourceneffiziente

Kreislaufwirtschaft – Kunststoffrecyclingtechnologien

(KuRT)“ beworben. Nach positiver Beurteilung der Projektskizze

durch das BMBF kann das Gemeinschaftsprojekt noch im Laufe

des Jahrs 2021 an den Start gehen.


Dr. Martin Reuter

Forschungs- und Technologiepolitik beim

VCI Verband der Chemischen Industrie

Im Interesse aller

Inzwischen gibt es zahlreiche Pilotanlagen und Projekte zur

Weiterentwicklung chemischer Recyclingverfahren. Für wie

erfolgversprechend halten Sie diesen Verwertungsweg?

Der Verwertungsweg des chemischen Recyclings muss notwendigerweise

insbesondere für die Abfallströme gegangen werden,

die bislang eben nicht anderweitig verwertet werden können. Es

gibt zahlreiche neue Projekte auf dem Gebiet des chemischen

Recyclings. Diese vielversprechenden Entwicklungen sind sehr

vielfältig, sodass wir davon ausgehen dürfen, in der Zukunft zahlreiche

ergänzende Verfahren für ausgewählte Stoffströme und

auch für gemischte Abfälle zur Verfügung zu haben, wo wir einen

besonders großen Bedarf sehen. Wichtig ist, dass alle chemischen

Recyclingverfahren so weit entwickelt werden, dass mit ihnen

robuste und wirtschaftlich tragfähige Verfahren zur Verfügung

stehen. Hier gibt es für die Forschung auf allen Stufen der Entwicklung

weiterhin viel zu tun, aber angesichts des großen Potenzials

lohnt sich dies auf jeden Fall. Ich wünsche mir mehr Unterstützung

durch die Politik auf dem Gebiet der Forschungsförderung und

für die Rahmenbedingungen im Abfallrecht, sodass wir Rückenwind

für die vielfältigen Aktivitäten aus Industrie und Wissenschaft

bekommen. In Deutschland haben wir hier viel technologisches

Know-how, dieses müssen wir aber ausbauen.

Werkstoffliche Recycler sehen teilweise die Entwicklungen

chemischer Verfahren kritisch, weil sie darin eine Konkurrenz

zu ihrem Geschäft befürchten. Wie schätzen Sie diese Befürchtungen

ein?

Diese Befürchtung halte ich für unbegründet. Es besteht eine

große Chance, über chemische Recyclingtechnologien, neue

bisher nicht zugängliche Stoffströme dem Recycling zugänglich

zu machen. Großes Entwicklungspotenzial haben wir gerade in

der Kombination und in der Abstimmung von mechanischen und

chemischen Verfahren. Hier wird sich in der Wertschöpfungskette

der Abfallaufbereitung noch einiges bewegen müssen. Aber

letztlich dürften sich neue Möglichkeiten für das Recycling über

eine Optimierung der Abfallaufbereitung insgesamt ergeben. Wir

müssen hier den Dialog zwischen der Chemieindustrie, der Kunststoffbranche

und dem Abfallrecycling intensivieren, um Missverständnisse

zu vermeiden, denn nur gemeinsam lässt sich eine

effektive und effiziente Recyclingwirtschaft aufbauen. Das ist in

unser aller Interesse.

Welche Bedeutung hat dieses Projekt im Rahmen der VCI-

Mitteilung zu einer CO 2

-freien Chemie 2050?

Eine treibhausgasneutrale Chemie benötigt auch eine nicht fossile

Kohlenstoffquelle. Hierfür bieten sich nicht zuletzt Verfahren an,

die kohlenstoffreiche Abfälle aus Kunststoffprodukten wieder

als Chemierohstoff zur Verfügung stellen. Sie werden wichtige

Beiträge für eine treibhausgasneutrale Kohlenstoffversorgung der

Chemie leisten können. Es geht jetzt darum, die zur Verfügung

stehenden Verfahren bis zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit weiterzuentwickeln

und im Industriemaßstab aufzubauen. Die Unternehmen

der Chemieindustrie engagieren sich hier stark. Es geht auch

darum zu zeigen, dass chemische Recyclingverfahren eine hohe

Energieeffizienz und in der Gesamtbewertung des Lebenszyklus

eine hohe Nachhaltigkeit aufweisen können.


Normung: „Kunststoffe und Umwelt“

Standards für die Kreislaufwirtschaft

Die Anzahl an geplanten und zu überarbeitenden Normen im Bereich

Kunststoffe und Umwelt nimmt auf allen drei Ebenen rasant

zu, auf der nationalen, der europäischen wie auch auf der globalen.

Damit nimmt auch die Mitarbeit der BKV an Normierungsaktivitäten

zu. Gemeinsam mit dem Bundesverband Sekundärrohstoffe

und Entsorgung (bvse) und unterstützt von Vertretern aus Unternehmen

der Kunststoffindustrie setzt die BKV ihr Engagement

weiterhin in diversen Gremien vor allem auf nationaler und europäischer

Ebene für die Kunststoffindustrie in Sachen Normung fort.

Auf europäischer Ebene leitet BKV-Geschäftsführer Rainer Mantel

die Arbeitsgruppe CEN/TC 249/WG 24 „Environmental Aspects“.

Deren Aufgaben betreffen insbesondere strategische Aspekte,

aber auch die Koordinierung aller Standardisierungsaktivitäten im

Bereich Kunststoffe und Umwelt.

Auf deutscher Ebene ist Rainer Mantel Vorsitzender des Ausschusses

DIN NA 054-03-01 AA „Kunststoffe und Umweltaspekte“

des Fachnormenausschusses Kunststoffe (FNK). Dort werden

eine ganze Reihe an Normen erarbeitet wie etwa zur Minimierung

unerwünschter Einträge von Mikro- und Makrokunststoffen in die

Umwelt und der dazu notwendigen Maßnahmen. Auch Normen

zur Probennahme, Probenvorbereitung und Analytik zählen dazu.

Um die Entwicklung von messtechnischen Standards effizienter

zu gestalten, wurde zusätzlich ein neuer Gemeinschaftsausschuss

von FNK und NAW (Normenausschuss Wasserwesen), DIN NA 119-

01-06 GA „Analytik von Kunststoffen und synthetischen Polymeren

in umweltrelevanten Matrizes einschließlich Biota“ gegründet.

Darüber hinaus kümmern sich diese Ausschüsse um die deutsche

Meinungsbildung zu europäischen und internationalen Normungsthemen,

formulieren nationale Stellungnahmen zu den jeweiligen

Entwürfen, machen auch Vorschläge für die europäische und

internationale Normungsarbeit und benennen deutsche Experten

für Arbeitsgruppen der betreffenden Gremien.

Zum Thema Kreislaufwirtschaft stehen derzeit einige grundsätzliche

Standardisierungen an, die sich aus den gesetzlichen Initiativen

der EU zur Kreislaufwirtschaft wie der Circular Plastics Alliance

(CPA) und zum Einsatz von Rezyklaten ergeben.

So arbeitet derzeit CEN/TC 249/WG 24 beispielsweise an einem

umfangreichen Glossar („Vocabulary“) für eine einheitliche Begriffsverwendung

zum Thema „Kunststoffe und Umwelt“. CEN/

TC 249/WG 11 „Plastics Recycling“ befasst sich mit Themen des

Recyclings und hat sich unter anderem vorgenommen, zahlreiche

bestehende Standards im Hinblick auf die Kreislaufwirtschaft zu

optimieren sowie neue Standards zur Unterstützung der Ziele der

CPA zu erarbeiten. Dazu hat sich eine sogenannte SRAHG (Standardisation

Request Adhoc Group) innerhalb CEN und CENELEC

konstituiert, die ein Normungsmandat der Europäischen Union

an CEN und CENELEC vorbereitet, das bis Ende des laufenden

Jahres in Kraft treten soll. Dieses Normungsmandat wird zu einer

Vielzahl von neuen Normierungsprojekten führen, die dem Ziel

dienen sollen, bis zum Jahr 2025 in Europa jährlich zehn Millionen

Tonnen recycelter Kunststoffe bei der Herstellung neuer Produkte

einzusetzen.

Ein weiteres aktuelles Thema der Normung auch auf europäischer

Ebene ist die Frage, wie Mikroplastik in Lebensmitteln

nachzuweisen bzw. zu messen ist. Zur Unterstützung solcher

Normungsaktivitäten auf DIN- und CEN-Ebene hat die BKV ein

Projekt aufgesetzt, das im Rahmen einer Literaturrecherche den

Stand der Technik zur Messung klären und die Entwicklung valider

Messmethoden für die Analyse von Kunststoffen in Lebensmitteln

voranbringen soll.

Nicht überall wie in den beschriebenen Normungsgremien ist das

Know-how der Kunststoffindustrie adäquat vertreten. Vor allem in

den Bereichen Kunststoffe im Automobilbau und Verpackungen

fehlt teilweise die kunststoffspezifische Expertise. In den entsprechenden

Gremien wären weitere personelle Ressourcen sicher

sehr sinnvoll. Für eine effiziente Koordinierung der verzweigten

Aktivitäten kann die BKV als Serviceplattform sorgen.


Mehr Chancen als Risiken

Welchen Stellenwert hat die Normenarbeit für ein Unternehmen wie

Covestro?

Covestro engagiert sich wie viele andere Unternehmen auf vielfältige Weise in

der Normungsarbeit. Dabei geht es häufig um Analytik- und Bewertungsmethoden,

Prüfverfahren und Ähnliches. Zunehmend bezieht sich die Normungsarbeit

auch auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Dabei sind für uns vor

allem die Themen rund um Ökobilanzierung und Kreislaufwirtschaft von

besonderer Bedeutung.

Auch Covestro ist beim Thema Kreislaufwirtschaft sehr engagiert. Sehen

Sie in den sich abzeichnenden Standardisierungen auf europäischer

Ebene mehr Risiken oder mehr Chancen?

Bei Covestro sehen wir die Kreislaufwirtschaft als zentralen Hebel, um Ressourceneffizienz

zu steigern und Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Nur

mit der Kreislaufwirtschaft können wir als Gesellschaft eine Treibhausgasneutralität,

wie im Pariser Abkommen vereinbart, erreichen. Die Standardisierung

ist eine wesentliche Voraussetzung, um über Firmengrenzen hinweg, ja sogar

über eine ganze Wertschöpfungskette hinweg, sinnvoll zusammenzuarbeiten.

Insofern sehen wir hier vor allen Dingen Chancen. Allerdings muss bei der Erstellung

der Normen die entsprechende Fachkunde einfließen. Ist das nicht der

Fall, wird die Norm nicht breit akzeptiert und entfaltet ihre Wirkung nicht.

Dr. Eric W. Bischof

Corporate Sustainability bei

Covestro Deutschland AG

Halten Sie die Kunststoffindustrie in den einschlägigen Gremien auf

nationaler und auf internationaler Ebene zum Thema Kunststoff und

Umwelt ausreichend vertreten oder sehen Sie Defizite?

Die Kunststoffindustrie engagiert sich in der nationalen und internationalen

Normung, indem sie fachliches Know-how in die Gremienarbeit einbringt.

Meine Erfahrung ist, dass in den Gremien mit hohem Engagement an wirklich

tragfähigen und aussagekräftigen Lösungen gearbeitet wird. Natürlich kann

man sich immer ein noch höheres Engagement wünschen. Hier könnte vor

allen Dingen eine noch ausgeprägtere Beteiligung über die gesamte Breite der

Industrie zu noch mehr Akzeptanz führen.


Wichtige Gremien

zum Thema „Kunststoffe und Umwelt“

mit Beteiligung der BKV

DIN-Normenausschuss

Kunststoffe (FNK)

CEN/TC 249

„Plastics“

ISO/TC 61

„Plastics“

NA 054-03-01 AA

CEN/TC 249/WG 24

ISO/TC 61/SC 14

ISO/TC 61/SC 14/WG 1

„Kunststoffe und

Umweltaspekte“

„Environmental aspects”

Secretariat: DIN (Germany)

„Environmental aspects”

Secretariat: DIN (Germany)

„Terminology,

classifications and

general guidance”

Obmann: Rainer Mantel

Convenor: Rainer Mantel

Chairperson:

Dr. Eric W. Bischof, Covestro

NA 054-03-03 AA

CEN/TC 249/WG 11

ISO/TC 61/SC 14/WG 5

ISO/TC 61/SC 14/WG 4

„Recycling von

Kunststoffen in der

Kreislaufwirtschaft”

„Plastics recycling”

Secretariat: DIN (Germany)

„Mechanical and

chemical recycling”

„Characterization of

plastics leaked into the

environment (including

microplastics)”

Convenor Support:

Frank Stammer, GKV

NA 054-03-02 AA

CEN/TC 249/WG 9

ISO/TC 61/SC 14/WG 2

ISO/TC 61/SC 14/WG 3

„Bioabbaubare

Kunststoffe”

„Bio-based and

biodegradable plastics”

„Biodegradability”

„Biobased plastics”


Projektpipeline

BKV-Projekte 2021

Projekt

Gesetzlicher Rahmen

Folgen einer nationalen Besteuerung von Kunststoffverpackungen

für die Kreislaufwirtschaft und den Klimaschutz

Modellvarianten zur Förderung des Rezyklateinsatzes

Marktdaten

Struktur der Abfallwirtschaft

Kunststoffgehalte einzelner E+E-Gerätekategorien

Verwertungstechnologien

BMBF-Kooperationsprojekt Technologieentwicklung chemischer Recyclingverfahren

für kunststoffhaltige Abfälle

Steigerung der Qualität von Rezyklaten aus Post-Consumer-Abfällen

Marine Litter

Modell „Vom Land ins Meer“ – Sonderbetrachtung Pelletverluste

Konsortialprojekt „MicBin“

Normung

Unterstützung der Normenarbeit zu „Kunststoffe und Umwelt“

Nachweis und Messung von Mikroplastik in Lebensmitteln

Ressourceneffizienz /

Circular Economy

Recyclingfähigkeit und Optimierung von Kunststoffverpackungen

Verpacken ohne Kunststoff

Leitung Expertenkreis III der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister

(Mindeststandard 2021)


Kommunikation

Im digitalen Dialog

Die Zielgruppen der BKV Kommunikation finden sich überwiegend

in Fachkreisen, in denen Menschen mit dem Thema Kunststoff

und Umwelt zu tun haben. Sie sind in der Kunststoff- und Kunststoffrecyclingbranche

beschäftigt, sie sitzen an verantwortlichen

Stellen im politischen Vollzug sowohl in nationalen als auch in

europäischen Behörden und sie arbeiten in wissenschaftlichen Einrichtungen.

Auch einige NGOs interessieren sich für unsere Arbeit.

Aus all diesen Kreisen setzen sich auch die Nutzerinnen und Nutzer

unserer Newsletter zusammen.

Newsletter der BKV

Die BKV bietet zwei Newsletter mit aktuellen Informationen an.

Wöchentlich informiert der BKV Newsletter zu Themen der Kunststoffverwertung

und Ressourceneffizienz von Kunststoffen. Der in

der Regel freitagmorgens erscheinende Newsletter fasst in kurzen

Texten die einschlägigen Berichte in den Medien zusammen und

gibt Hinweise auf aktuelle Nachrichten und Entwicklungen.

In der Regel drei Mal im Jahr berichtet der Marine

Litter Newsletter über den Stand der BKV-Projekte

zum Thema Vermüllung der Meere durch

Kunststoffabfälle sowie über einige andere

Projekte, Forschungsergebnisse und -ansätze

außerhalb der BKV-Arbeit. Darüber hinaus gibt

eine Expertin, ein Experte im Rahmen eines Kurzinterviews

persönliche Einschätzungen zu einem

der aktuellen Themen ab. Der Newsletter erscheint

in deutscher und in englischer Sprache. Mehr Information

und Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der BKV-Website.

LinkedIn und Co.

LinkedIn und Twitter nutzt die BKV, um vor allem auf neue

Studienergebnisse hinzuweisen oder um auf einen neuen Marine

Litter Newsletter aufmerksam zu machen.

Veranstaltungen

Ein Symposium oder ein Altkunststofftag, bei dem die BKV regelmäßig

einen Workshop anbietet, fand im Jahr 2020 wegen der

Covid-19-Pandemie nicht statt. Für das Jahr 2021 ist ein virales BKV

Symposium für Anfang Juli geplant. Der Internationale Altkunststofftag

kann aufgrund seines Charakters nur als Präsenzveranstaltung

stattfinden. Veranstalter bvse plant vorbehaltlich der

weiteren Entwicklung, im Oktober oder November den zweitägigen

Kongress in Bad Neuenahr wieder in Kooperation mit der BKV

durchzuführen.

Mehr Informationen und Anmeldung

zu den Newslettern

www.bkv-gmbh.de/bkv-newsletter.html

www.bkv-gmbh.de/marine-litter-news.html


Sven Weihe

Leiter Geschäftsbereich Information

und Kommunikation bei

PlasticsEurope Deutschland e.V.

Kompakt und kurzweilig

Kommunikation in Zeiten der Pandemie ist nicht einfach. Wie

halten Sie als Kommunikator eines Verbands den Kontakt zu

Ihren Zielgruppen?

Wenig überraschend sind digitale Formate das Gebot der Stunde.

Zwar können sie klassische Präsenzveranstaltungen wie Messen,

Tagungen oder Parlamentarische Abende nur bedingt ersetzen,

ermöglichen aber zumindest den kontinuierlichen Austausch mit

den zahlreichen Stakeholdern eines Verbandes. Gerne steuern wir

auch Vorträge, Keynotes und Panelredner zu Online-Fachmessen

bei und informieren so Fachkreise über Branchenthemen. Dazu

kommt die Kommunikation in den sozialen Netzwerken, etwa über

die verbandseigenen Kanäle auf Twitter und LinkedIn oder rund

um den Newsroom.Kunststoffverpackungen, der Gemeinschaftskampagne

mit IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen;

dort werden auch Facebook und Instagram berücksichtigt, und

als reichweitenstarke Plattform erfolgt ein direktes Einbinden bedeutender

Akteure aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auf der

Kampagnenwebseite.

Die BKV erreicht mit dem wöchentlich erscheinenden BKV

Newsletter nun schon seit mehreren Jahren eine treue und

stets leicht zunehmende Leserschaft. Auch der drei Mal im

Jahr erscheinende Marine Litter Newsletter stößt auf Interesse.

Wie schätzen Sie diese Instrumente ein?

Als enger Partner der BKV verfolgt und nutzt PlasticsEurope deren

Kommunikationskanäle intensiv. Dabei sind besonders die Online-

Newsletter zu nennen, die kompakt und kurzweilig über Branchenthemen

informieren und so in diesen schnelllebigen Zeiten als

wichtiger Kompass im Informationsdschungel dienen. Auch liefern

sie immer wieder gute Anknüpfungspunkte und wertvolle Inhalte

für Social Media Aktivitäten von PlasticsEurope.


Organisation

Beirat, Technischer Ausschuss und Dialogkreis Strategie

Beirat der BKV

Der Beirat ist das Kontrollorgan

der BKV. Er überwacht die

Geschäftsführung.

Die Mitglieder

des Beirats

Technischer Ausschuss (TA)

Im Technischen Ausschuss

Vorsitzender:

Matthias Stechhan

(LyondellBasell)

Stellvertretender

Vorsitzender:

Bernhard Borgardt

(Ostedruck)

(TA) sind Experten und

Expertinnen aus dem

Gesellschafterkreis vertreten.

Er bewertet Projektvorschläge

inklusive des erforderlichen

Budgets und prüft Ergebnisse.

Er berichtet an den Beirat.

Sprecher des TA ist Dr. Frank

Buckel (Covestro).

Marc van den

Biggelaar (DOW)

Ludger Braukmann

(Georg Menshen)

Dr. Martin Engelmann

(IK Industrievereinigung

Kunststoffverpackungen)

Michael Freutsmiedl

(Borealis)

Dialogkreis Strategie (DiS)

Im Dialogkreis Strategie (DiS)

sind für die Kunststoffindustrie

wesentlichen Gruppierungen

vertreten. Der DiS berät

die BKV in grundlegenden

Fragen und gibt der

Kunststoffindustrie die

Möglichkeit, relevante

Fragestellungen faktenbasiert

zu diskutieren. Im DiS

bringen Vertreter und

Vertreterinnen aus Behörden,

Unternehmen und wichtigen

Industrieverbänden ihre

spezifischen Blickwinkel zu

kunststoffrelevanten Themen

ein.

Dr. Christian

Haessler (Covestro)

Ständige

Gäste

Dr. Tobias Lührig

(Bischof + Klein)

Roland Strassburger

(Schütz)

Ingemar Bühler

(PlasticsEurope

Deutschland e.V.)

Dr. Klaus Wittstock

(BASF)

Thorsten Kühmann

(Fachverband Kunststoffund

Gummimaschinen im

VDMA)


Geschäftsführung

Rainer Mantel

Geschäftsführer

rainer.mantel@bkv-gmbh.de

Anastasia Karagianni

Assistentin

anastasia.karagianni@bkv-gmbh.de

Ulrich Schlotter

Leiter Projekte

ulrich.schlotter@bkv-gmbh.de

Stephanie Cieplik

Projektmanagerin

stephanie.cieplik@bkv-gmbh.de

Uli Martin

Kommunikationsberater (freie Mitarbeit)

uli.martin@bkv-gmbh.de


Gesellschafter

A. Schulman GmbH

Akzo Nobel GmbH

Amoco Chemical (Europe) S.A.

Arbeitsgemeinschaft Kunststoffe und Folien GbR

Baerlocher GmbH

Basell Polyolefine GmbH

BASF Lampertheim GmbH

BASF Polyurethanes GmbH

BASF SE

Bilcare Research GmbH

Bischof + Klein SE & Co. KG

Borealis Polymere GmbH

Borealis Polyolefine GmbH

Covestro Deutschland AG

Dow Olefinverbund GmbH

Dürrmann GmbH & Co. KG

Eastman Chemical B.V

ETIMEX Primary Packaging GmbH

Evonik Performance Materials GmbH

Gesamtverband kunststoffverarbeitende Industrie e.V.

(GKV)

Greif Germany GmbH

Heuchemer Verpackung GmbH & Co. KG

IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.

Ineos Manufacturing Deutschland GmbH

INOVYN Deutschland GmbH

INOVYN Schkopau GmbH

Mauser-Werke GmbH

MKF-Schimanski-Ergis GmbH

Müller AG Plastics

Nordfolien GmbH

Petainer Lidköping AB

PlasticsEurope Deutschland e.V.

Repsol Chemie Deutschland GmbH

RPC Neutraubling GmbH

RPC Packaging Belgium N.V.

RPC Packaging Holdings (Deutschland) B.V. & Co. KG

RPC Wiko GmbH

SABIC Deutschland GmbH

Schütz GmbH & Co KGaA

Seufert Verpackungen GmbH

SL Packaging GmbH

STRUBL GmbH & Co. KG Kunststoffverpackungen

Total Petrochemicals & Refining SA/NV

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.

(VDMA)

Versalis Deutschland GmbH

Weener Plastik GmbH

Industrieverband Kunststoffbahnen Europe e.V. (IVK)



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