NeueSzene 2021-06 E-Paper

neue.szene56307

30. 31. JAHRGANG

01/21 06/21

KOSTENLOS

Niemals aufgeben!

GASWERKgelände, hygienekonzept und leidenschaft

„Ja, wir ziehen es durch!“*

eisbrecher barock KNORKATOR ROGERS BETONTOD

turbobier SONDASCHULE ZSK VERSENGOLD Und mehr!



INTRO

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Juni 2021

04 Word Up!

06 Liebling Augsburg mit Jazz-Sängerin Stefanie Schlesinger

08 5 Fragen mit „Eisbrecher“ Alex Wesselsky

10 Trends im Juni

11 Tag & Nacht

Politik

20 Das gemischte Doppel – Im politischen Gespräch mit der Grünen

FraktionsDoppelspitze

gemischtes Doppel - Interview mit den Augsburger Grünen S.20

Zoom

24 Zurück in die Zukunft – mit Jürgen „NT” Endres

28 Augsburger PopUp-Events - Bewegte Kultur und Lebensfreude

29 Theaterzeit im Juni – Der Kunstrasen im martini-Park

34 Der Weltenbummler – Zu Besuch bei DJ Daniel Bortz

36 SJR Augsburg – Die Stimme der Jugend wird 75

39 Das Modular-Festle – Auf dem Gaswerksgelände

40 Gästeblog – Von Operndirektor Daniel Herzog

Sport

42 FC Augsburg – 10 Jahre Bundesliga: Ein Rückblick mit Andreas Rettig

44 FC Augsburg – Ein Ausblick mit Talente-Manager Christoph Janker

Theaterzeit im Juni S.29

Specials

46 Green Living – Nachhaltigkeit und Regionales

50 Outdoor – Radeln und Wandern

53 Karriere

Musik

56 Gerilltes - Neue CDs im Juni

58 Das Allerletzte – mit Dichter und Soundartist Martyn Schmidt

Das Modular-Festle S.39

Special - Outdoor S.50

NEUE SZENE AUGSBURG

Bertha-von-Suttner-Str. 2

86156 Augsburg

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sianos@neue-szene.de

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Herrmann (mh), Lina Frijus-Plessen

(lina), Moritz Winkler (mw)

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REDAKTIONSSCHLUSS

Fr., den 18.06.2021, 16.00 Uhr

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geben nicht notwendigerweise die

Meinung der Redaktion wieder. Jeglicher

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brückendeckung

Augsburg blüht auf!

Das waren schon ereignisreiche Wochen

im Wonnemonat Mai in der schönsten Stadt

der Welt. Während wir Augsburger in den

Inzidenzstatistiken verglichen mit den meisten

anderen Kommunen fast den ganzen Monat

eher unangenehm aufgefallen sind, ging es

zuletzt endlich auch bei uns unter die magische

100 und damit in eine Richtung, die viele

Hoffnungen nährt.

Ebenfalls erst im Schlussspurt hat sich der

FCA für seine elfte Bundesliga-Saison in Folge

qualifizieren können. Dieses letzte Heimspiel

gegen den SV Werder Bremen mit der frühen

roten Karte für Ruben Vargas wird den Fans

noch lange in Erinnerung bleiben. Das gilt

leider auch für die meisten Teile der abgelaufenen

Spielzeit, in der es aus der Distanz leider

überwiegend gähnende Langeweile zu verfolgen

gab. Die Rückkehr von Trainer Markus

Weinzierl drei Spieltage vor Schluss hat dann

aber eine echte Euphorie in der Stadt auslösen

können, die sicher ein wichtiges Puzzleteil für

diesen späten Klassenerhalt war.

Word Up

Bei den Impfzahlen dagegen liegen wir

dank einer richtig guten Organisation im

Bundesvergleich nicht erst seit kurzem, sondern

eigentlich von Anfang an schon ziemlich gut.

Bald können sich alle Impfwilligen dann auch

Impflinge nennen und alle Vorteile einer kompletten

Impfung genießen.

Wir freuen uns auf den Augsburger Stadtsommer

in der Innenstadt, auf ein Modular

Festle, den Sommer am Kiez 2021 oder die

Veranstaltungen unter dem Hashtag #augsburgbewegt,

die u.a. auf dem Gaswerksgelände

stattfinden werden. An der Messe wird es mit

einem Monat Verspätung das Strandkorb Open

Air geben, für die Cineasten das Kino Open

Air in Gersthofen, das die Stadt zusammen

mit dem Liliom Kino auf die Beine stellt. In

Gersthofen bringt die Stadthalle ebenfalls ein

Open Air an den Start.

Und wir werden endlich wieder in den Cafés

und Restaurants sitzen können, zumindest in

den Außenbereichen.

Wir wünschen Euch einen wunderbaren

Juni, es ist wirklich allerhöchste Zeit!

Markus Krapf

Redaktionsleiter

Foto: Walter Sianos


weltuntergang

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liebling augsburg

Liebling Augsburg

Stefanie Schlesinger

Jazz-Sängerin und Songwriterin

Lieblings-Ort:

Unser Tonstudio in A-Oberhausen.

Lieblings-Stadtteil:

Ich lebe seit 10 Jahren in A-Oberhausen und habe diesen

Stadtteil lieben gelernt. Für mich der großstädtischste

Stadtteil von Augsburg und das mag ich sehr.

Lieblings-Restaurant:

Das „Il Gladiatore“ - Ich hoffe sehr, dass wir im Sommer

wieder viele schöne Abende in dem idyllischen Garten

dort verbringen können.

Lieblings-Beschäftigung:

Natürlich gehört Singen und Klavier spielen dazu, außerdem

schaue ich gerne gute Filme oder höre - vor allem

zur Hausarbeit - Hörspiele & Podcasts.

Lieblings-Event:

Live-Übertragungen der Metropolitan Opera New York

im Cinemaxx.

Lieblings-Künstler:

Ich bin tatsächlich ein großer Fan der Musik meines

Mannes Wolfgang Lackerschmid und dankbar, seine

Kompositionen zum Klingen bringen zu können.

Lieblings-Fotomotiv:

Bühne und Band kurz vor unseren Auftritten.

Lieblings-Augsburger:

Unser Sohn Ferdinand, der im Gegensatz zu seinen

Eltern hier geboren ist.

Lieblings-Getränk:

Stilles Wasser und guter Rotwein.

Lieblings-Geruch:

Nordseeluft.

Foto:Christian Hartmann

Lieblings-Geräusch:

Wenn es ganz still ist und man aus der Ferne die Geräusche

von fahrenden Zügen hören kann.


liebling augsburg I NTRO

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3. JUNI 11. JULI 2021

KULTURBÜHNE, BIERGARTEN

& KOSTENFREIE SPORTANGEBOTE

#augsburgbewegt

gaswerk-sommer.de


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liebling augsburg

Fünf Fragen

an Alex Wesselsky

Fernsehmoderator und Frontman von Eisbrecher

Alex Wesselsky wurde im November 1968 in Augsburg geboren. Längst hat der TV-Moderator, der einer breiten

Öffentlichkeit durch das Auto-Format „Der Checker“ bekannt wurde, auch sein Hobby Musik zum Beruf gemacht. Seine

Band „Eisbrecher“ gehört zu den erfolgreichsten Formationen der Neuen Deutschen Härte. Die Freude ist groß, denn am

18.07. wird Alex das Eis im Rahmen des Sommer am Kiez-Festivals 2021 hier in seiner Geburtsstadt

auf dem Gaswerksgelände brechen.

Von Markus Krapf

01.

Du hast vor einigen Jahren in einem Interview gesagt, dass du

mit der Musik verheiratet bist. Hat sich seither etwas an deinem

Beziehungsstatus geändert?

Nein! Die Ehe hält nun schon seit 36 Jahren ... Das spricht für nie erkaltende

Leidenschaft und unerschütterliches Vertrauen ... durch dick und

dünn, in guten wie in schlechten Zeiten.

02.

Gesundheit und soziale Bindungen sind dir wichtiger als die

Karriere. Wie pflegst du deine Freundschaften in diesen Zeiten

der Kontaktbeschränkungen?

So wie meine Freunde und ich es für richtig halten.

03.

Am 18.07. kommst du mit deiner Band Eisbrecher zum Sommer

am Kiez-Festival am Gaswerksgelände in Augsburg.

Normalerweise spielt ihr eigentlich längst auf noch größeren Bühnen,

wie kam der Kontakt zur Augsburger Gastrolegende „Bob“

zustande?

Bob und meinereiner kennen uns seit uralten Megaherz-Zeiten. Er

wollte schon lange etwas mit Eisbrecher machen, weil er eben ein Macher

ist. Einer der letzten seiner Art, ein Mann, der für die Jugend, für die

Szene, für seine Heimatstadt und für die Kultur brennt (und natürlich für

Billard, Bowling und gutes Essen). Als ich beim Rock am Kiez 2019 mit

ihm zusammensaß ... erst Backstage, dann noch beim Band-Marathon im

Bombig ... kam ich nicht mehr aus ... ich musste ihm eine Show am Kiez

zusagen.

04.

Du wurdest 1968 in Augsburg geboren, bist dann aber mit

deiner Familie schnell in Richtung Fürstenfeldbruck umgezogen.

Was verbindet dich heute noch mit deiner Geburtsstadt?

Die Begeisterung für Geschichte, Brecht, Stadtmärkte, Flussläufe und

Altstadt-Flair. Zudem denke ich an unser seit Jahren etabliertes „Eisbrecher-

Adventsingen“ im Spectrum und ... last but not least ... meine buckelige

Augsburger Verwandtschaft.

05.

Als „Der Checker“ hast du in einem der ersten angesagten

„Auto-Formate“ bei DMAX den Leuten geile Kutschen

besorgt. Heute gibt es viele solcher Sendungen, welche davon ziehst

du dir am liebsten rein und welches Auto fährst du privat?

Ich sehe selten fern und kann insofern nicht gut mitreden, was angesagte

TV-Formate angeht. Ich hatte eine lehr- und ereignisreiche Zeit bei

DMAX, Kabel 1 und Sport 1. Aber all das hat an meiner Grundeinstellung

nichts geändert: Lieber mal ein Buch lesen oder ein Tag am Lech, als vor der

Glotze zu veröden. Welche Autos ich privat fahre? Ich fahre Auto ... gern und

oft ... aber alles, was ich mit dem Fahrrad erledigen kann, erledige ich mit

dem Fahrrad. Es ist ein Cube Bike! PS: Das Checker-Cab restaurieren mein

Kumpel Heinz und ich seit 2015. Gut Ding will Weile haben!


liebling augsburg I NTRO

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10 TRENDS

DER SZENE-TRENDSCOUT

DIE NEUESTEN TRENDS IM JUNI

von Harald Sianos

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1. OLD SCHOOL MEETS NEW SCHOOL: Schick wie ein All Star, aber viel bequemer. Der Kultfaktor,

den PANTONE in der Designszene genießt, schwappt immer mehr in die Mode rüber.

CARIUMA steht für nachhaltige und stylische Sneaker. In puncto Umweltverträglichkeit setzt

die Marke auf eine 360°-Strategie: Jeder Schuh wird aus natürlichen Rohstoffen – darunter Bio-

Canvas und umweltschonend gewonnenem Gummi – handgefertigt. Die Verpackungen bestehen

zu 100% aus recycelten Materialien und der Versand ist klimaneutral. Moderner

Damensneaker mit Korkfußbett gesehen auf www.farfetch.de | 2.GREEN BASHING: Egal welcher

Partei oder politischer Gesinnung man sich nahe fühlt: Das aktuell stattfindende Bashing

der Grünen wird immer ekelhafter. Hier ein Besipiel aus den sozialen Medien: Die Rede im

Bundestag des AFD-Politikers Thomas Ehrhorn in dritter Person, bei der er so tut, als wäre er

ein Grüner, wird in Ausschnitten und mit falschen Überschriften im Netz so geteilt, als würden

die Grünen selbst genüßlich in Bezug auf Autofahrer davon sprechen: „Wir können mit

euch alles machen, wir kriegen euch alle“ oder „wenn ihr nicht freiwillig ablasst vom Autofahren,

dann werden wir euch zeigen, wo der grüne Hammer hängt“. Das wird dann ungeprüft

verflucht und geteilt, teilweise mit geradezu irrwitzigen Kombinationen, bei denen der

Wutbürger glaubt, es handle sich tatsächlich um einen Grünen. Pfui Deibel! Gesehen auf You-

Tube. | 3. LÄSSIGES BIKE: Back to the Future. Das Bonanza E-Bike LIL’BUDDY von Ruff Cycles,

designed von Paul Jr. (bekannt aus der Chopper-Schmiede OCC), hat wirklich was Lässiges.

Nichts für die lange Strecke, aber zum Cruisen durch die City der optimale Buddy. Gesehen

beim RADLMARKT REIM in Bobingen, www.radlmarkt-reim.de | 4. SINGLE MALT: Komposition

aus italienischen Amarone-Rotweinfässern und Bourbon-Fässern aus den USA ist hier

Programm. Das Gerstenmalz stammt aus den schottischen Highlands und ist ganz im Sinne

von Bud Spencer kräftig und rauchig. Gesehen bei KAUFMANNS in Bobingen.

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Sie haben den neuesten Trend und glauben, Sie gehören auf diese Seite? Dann schreiben Sie uns an sianos@designbuero7.com


tag & nacht

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Bild: Ruth Plössel

Live-Kultur auf der Sommerbühne im Annahof

Nach bestandener Feuertaufe im ersten Corona-Sommer lockt der Annahof auch in diesem Jahr mit Musik und malerischem Ambiente. Vom

16.06. bis 03.07. wird der Platz zwischen Fugger- und Annastraße durch eine temporäre Innenstadtbühne erneut zum Anziehungspunkt für

Publikum aus der Region. Das Kulturamt koordiniert das im Netzwerk mit der

lokalen Kulturszene kuratierte Musikprogramm. Als Teil von #augsburgbewegt

verspricht dieses zweieinhalb Wochen lang Freiluftkonzerte zwischen Jazz, Klassik,

Tango und Pop. Zum Auftakt der zweiten Sommerbühnen-Saison lädt das

Trio „Meetings“ um Stephanie Knauer (Klavier), Walter Bittner (Percussion) und

Stephan Holstein (Klarinette, Saxophon) zum musikalischen Zusammentreffen.

An Tag 2 übernimmt das „Duo Elin-Sakas“, bestehend aus Saxophonist Christian

Elin und Friederike Heumann an der Viola da Gamba. Zum Start ins erste

Sommerbühnen-Wochenende interpretieren Sabine Lutzenberger und Ernst

Horn am Freitagabend mit ihrer Band „Helium Vola“ mittelalterliche Lyrik in

einem modernen, elektronischen Klangumfeld. Tickets für die Veranstaltungen

im Rahmen des Augsburger Stadtsommers sind ab 04.06. (nur) im Vorverkauf

über sommerbühne-annahof.de erhältlich.

16.06. bis 18.07. Höhmann Haus

Pressure - Eine Soundinstallation von

Markus Mehr

Die Neue Galerie im Höhmannhaus präsentiert exklusiv den in Augsburg

lebenden Musiker und Klangkünstler Markus Mehr mit seiner raumbezogenen

Klanginstallation Pressure. Nach zahlreichen Alben, Konzerten und musikalischen

Performances tritt er erstmals in einer eigens von ihm entwickelten

Museumspräsentation in Erscheinung. Pressure ist ein begehbarer Klangkörper,

der rundum mit dem Galerieraum und den Konditionen seiner Architektur

interagiert. Dabei berücksichtigt Mehr nicht nur die planvollen, ästhetischkonstruktiven

Elemente von Architektur als human gestalteter, gebauter Welt,

sondern reflektiert ebenso Aspekte menschlicher Destruktion und Naturzerstörung,

für die sie stehen kann.

Besonders hat der Künstler dabei die weltweite Zementproduktion im Blick,

die mit jährlich 4,2 Milliarden Tonnen ein inzwischen kaum fassbares Volumen

erreicht hat: Selbst bei optimaler Prozessführung ergibt sich ein Ausstoß von

mindestens 2,8 Tonnen CO2, also 6 % des weltweiten jährlichen CO2-Ausstoßes

– mehr als durch Luft- und Schifffahrt zusammen. Sand, eine der wichtigsten

Komponenten zur Herstellung von Beton, wird knapp. Enormer Wasser- und

Energieverbrauch verschlimmert die Bilanz des „grauen Goldes“. Und schon

vor seiner Formwerdung verursacht der Baustoff durch die vorausgehenden

Erdbewegungen Landfraß und/oder Bodenversiegelung, also Schäden an der

Natur von bedrohlichem Ausmaß. Der unersättliche Wachstumsduktus unserer

Gesellschaft verschlingt Flächen und Ressourcen, parallel steigern urbane Räume

ihre Zuzugsraten in rasantem Tempo und verschieben ihre Ränder ohne

Rücksicht auf Verluste, häufig ohne jede Form von Anmut oder Ästhetik.

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tag & nacht

Junges Theater Augsburg lädt

zum plastikfreien Audiowalk ein

„Superhero oder Dogganandl?“ lädt ein zu einem Spaziergang durch die Altstadt,

auf eine Spurensuche nach plastikfreiem Spielmaterial. Ein Mitmachheft

und eine Hörgeschichte begleiten die Kinder auf ihrem Weg. Die Hörgeschichte

dreht sich um Luka und seine Großeltern, Marianne und Reinhold. Lukas

Spielzeug, ein „Superhero“ aus

Plastik, ist kaputt und lässt sich

nicht mehr reparieren. Statt ein

neues Plastikspielzeug zu kaufen,

machen sich die drei auf in die

Augsburger Altstadt, um Material

für einen selbst gebastelten Superhero

an verschiedenen Stationen

– traditionellen Handwerksbetrieben

und Läden – einzusammeln.

Die Großeltern erzählen dabei aus

ihrer Kindheit, von ihren Spielzeugen

und Spielen: Damals wurde ein Superhero noch Dogganandl genannt! Der

Audiowalk ist geeignet für alle Mitmacher*innen ab 8 Jahren und besonders

empfohlen für die Jahrgangsstufen 3 bis 5.

Wie funktioniert der Audiowalk?

Im Mitmachheft, das zum Preis von 4,00 Euro beim JTA und in der Tourist-

Information der Regio Augsburg auf dem Rathausplatz erhältlich ist, finden

die Kinder einen Stadtplan, der sie zu allen Stationen der Hörgeschichte führt

und spielerische Elemente zum Selbermachen bereithält. Damit jedes Kind

gleichermaßen Freude am Audiowalk hat, empfiehlt es sich auch, für jedes

Kind ein eigenes Mitmachheft zu erwerben. Während der pandemiebedingten

Schließung der Tourist-Information am Augsburger Rathausplatz kann das

Mitmachheft online gegen Rechnung bestellt werden. Für den Audiowalk

wird ein Smartphone oder ein Tablet mit Kopfhörer benötigt, alle weiteren

Informationen zum Aufrufen des Audiowalks finden Mitmacher*innen im

Mitmachheft.

11.06. Gaswerk GroSSe Bühne

Klexs Theater mit Augsburg

München Schauspiel -

Ein Sommernachtstraum

Titania, die Elfenkönigin, verliebt in einen Esel, umringt von Elfen,

Trollen, Kobolden und was da sonst noch so alles rumkreucht. In

Shakespeares Zauberwelt ist vieles möglich. Man schaut natürlich auf

die Liebesverwicklungen seines legendären Sommernachtstraumes, auf

Puc, den Dschinn der ersten Stunde, der belustigt durch den Elfenwald

strolcht. Und ebenfalls auf das, was Oberons Volk, die ganze Elfenschar,

jetzt, Jahrhunderte später, zu sagen hat: Sie zelebrieren ein Zauberorakel,

transportiert mit berittener und geflügelter Post, eine Hommage an

die wahre Liebe zu uns Menschen und die Hingabe an die Natur, ihres

Reiches im Elfenwald.

Wie auch immer, es wird ein großes Hochzeitsfest gegeben mit dieser

bezaubernden, geheimnisvollen Elfenschar als gern gesehene Gäste.

Fantastische Bilder des Shakespeare’schen Kosmos zeigen einen ungewöhnlichen,

spannenden und inspirierenden Theaterabend. Beginn: ab

19.00 Uhr. Regie, Zauberorakel u. Liedtexte: Gabriele Beier, Komposition:

Fabian Klebig, Eric Zwang Eriksson, Schauspiel: Julia Weiermann, Reneé

Schoefer, Martina Sedelmeier, Gabriele Beier, Bewegung: Christine

u. Pius Schwegler, Live Musik: Fabian Klebig, Eric Zwang Eriksson,

Bettina Behm

Friedberger Autor Achim Kaul

veröffentlich neuen Augsburg-Krimi

Die größte Demo, die Augsburg je gesehen hat, wälzt sich durch die Annastraße. Jemand schießt aus dem Hinterhalt

in die Menschenmenge - mit tödlichen Folgen. Erlebt Augsburg etwa einen Terroranschlag, einen Amoklauf oder

handelt es sich um einen gezielten Mord?

So beginnt das neue Buch „Mord aus gutem Hause“ des Friedberger Autoren Achim Kaul. Es ist der dritte Band

mit dem Ermittler-Duo Zweifel und Zick und spielt in Augsburg. Der Krimi ist vor wenigen Wochen erschienen

und auch als E-Book erhältlich. Der Spiegel-Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf hat darin einen Gastauftritt. Schon

die beiden Vorläufer „Mord aus heiterem Himmel“ (2019 erschienen) und „Mord aus kühlem Grund“ (2020

erschienen) bekamen eine sehr gute Resonanz

Weitere Infos bekommt ihr unter www.achim-kaul.de


tag & nacht

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Verlosungen Juni 2021

Endlich wieder der Klick zum Glück: Von 01. bis 08. Juni hat unsere virtuelle Losbude auf www.neue-szene.de geöffnet.

Telefonnummer nicht vergessen! Viel Glück!

3x2 Tickets für

„The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ im Isarforum in München

„The Mystery of Banksy – A Genius Mind“, die brandneue Ausstellung zu Ehren der

Kunst-Ikone in München wird wegen der enormen Nachfrage bis zum 04. Juli verlängert!

Gezeigt werden mehr als 100 Werke des gefeierten Street-Art-Superstars: Graffitis, Fotografien,

Skulpturen, Videoinstallationen und Drucke auf verschiedenen Materialien wie

Leinwand, Stoff, Aluminium, Forex und Plexiglas wurden eigens für diese Sonderschau

reproduziert und zusammengetragen. Abgerundet wird das Ganze durch eine spannende

Videodokumentation, die die wichtigsten Stationen einer bespiellosen Karriere beleuchtet.

Die Tickets können unter www.mystery-banksy.com erworben werden und sind auch an

allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

3x2 Karten für Knorkator am 30.07. bei SAK

Bereits zum 5. Mal findet im Juli und August der Sommer an Kiez statt. Mit einem weinenden

und einem lachenden Auge verlegt Veranstalter Stefan „Bob“ Meitinger mit seinem

Team das SAK 2021 vom Helmut-Haller-Platz ans Gaswerksgelände: „Wir alle haben den

Helmut-Haller-Platz mehr als lieb gewonnen und er wird auch das SAK-Stammgelände

bleiben, doch schwierige Zeiten erfordern eben innovative Lösungen.“

Die Neue Szene präsentiert am 30.07. das Konzert von Knorkator, „Deutschlands meiste Band

der Welt“, und verlost hierfür 3x2 Tickets.

3 Mega-Grillpakete von der Ustersbacher

Brauerei

Da hat die Ustersbacher Brauerei mal wieder richtig abgesahnt!

Gleich 10 Goldmedaillen gabs bei den diesjährigen Qualitätstests

der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) für die traditionsreiche

Brauerei, darunter auch die Bierspezialitäten, die von den

Ustersbacher Braumeistern für die Abtei Oberschönenfeld gebraut

werden. Auch die klassischen Frucht-Limonaden „Wita“ und

„flumi“ der Ustersbacher Brauerei wurden mit Gold ausgezeichnet

– ebenso das beliebte Mineralwasser mit dem Schmetterling

„Witaquelle“. Um diesen großen Erfolg bei den DLG-Bier-Tests 2021

auch gebührend feiern können, verlost die Ustersbacher Brauerei

3 Super-Grill-Pakete mit allem Drum und Dran - vom Feuerkorb

über Grillkohle und

Anzünder bis zum

Sonnenschirm - und

dazu natürlich goldprämiertes

Ustersbacher.

Dazu gibts

Grillgutscheine von

der Landmetzgerei

Dichtl in Gessertshausen.

Online-

Info-

Sessions

WEITERBILDUNGSBERATUNG PER WEBINAR

• Geprüfte/r Wirtschaftsfachwirt/-in

Mittwoch, 30. Juni 2021 | 18:00 Uhr | www-Info-Nr. 9726

• Geprüfte/r Handelsfachwirt/-in

Donnerstag, 1. Juli 2021 | 18:00 Uhr | www-Info-Nr. 9818

• Geprüfte/r Betriebswirt/-in

Montag, 5. Juli 2021 | 18:00 Uhr | www-Info-Nr. 9826

• Geprüfte/r Fachwirt/-in im Gesundheits- und Sozialwesen

Dienstag, 6. Juli 2021 | 12:00 Uhr | www-Info-Nr. 8738

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SCHNELL

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• Geprüfte/r Fachwirt/-in für Büro- und Projektorganisation

Dienstag, 6. Juli 2021 | 13:30 Uhr | www-Info-Nr. 8900

www.ihk-akademie-schwaben.de


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tag & nacht

05.06. Abraxas Theater

Fabio Esposito präsentiert:

Silkes Talentstübchen

Silke Stoll hat für ihr Talentstübchen Künstler aus aller Herren

Länder eingeladen. Es scheint, als steckten sie zumindest nachts

alle unter einer Decke. Was genau das bedeutet und was der Tausendsassa

Fabio Esposito damit zu tun hat, erfahrt ihr nur, wenn ihr

live oder per Stream dabei seid. Auf jeden Fall wird das Programm

sehr bunt und vielseitig. Von Zauberei

über Artistik mit einem Umweg zum

stärksten Mann aus dem Schwarzwald

bis hin zum poetischen Liedermacher

ist alles am Start. Mit Detlef Winterberg

als Regisseur ist ein Lachkrampf

garantiert! Beginn ist um 20.00 Uhr.

diese Veranstaltung wird auch als

Livestream durchgeführt und findet

auf jeden Fall statt!

Mit Unterstützung des Kulturamts der

Stadt Augsburg.

25.06. Local Natives Festival

Konzertabend auf der Gaswerk-Sommerbühne

Die sinkenden Inzidenzzahlen machen es möglich,

die Festivalsaison kann beginnen. Die Local Natives-

Bühne bietet jungen Künstlerinnen und Künstlern

aus Augsburg eine Plattform für Live-Konzerte im

Open Air Format. Aufgrund der aktuellen Lage mit

Corona entstand die Idee, möglichst viele aktive

Musiker aus der Augsburger Kulturszene auf ihrem

Werdegang zu unterstützen. Mit dabei sind an diesem

Abend: Matze Semmler, Laikka, Brennenstuhl, Art

in Crime, Klangphonics. Der Einlass ist um 17.00,

Beginn ist 18.00 Uhr.

Farhad Jooyenda Sidiqi

Crowdfunding für das

neue Album „Nafas“

Seit neun Jahren lebt Farhad Jooyenda Sidiqi

in Augsburg. Der afghanische Musiker

musste aus seiner Heimat fliehen und sein

Lebensweg führte ihn nach Deutschland. Als

Künstler befindet er sich auf einer ähnlich

weiten Reise. Auf vielfältige Weise verbindet

er das musikalische Erbe von Orient

und Okzident. Verschiedene Sprachen und

Musikstile verknüpft er zu mitreißenden

Klangerfahrungen: Spirituelle Meditation,

orientalische Melancholie und tanzbarer

Rock mit kosmopolitischen Einflüssen - alles

ist möglich. Die Themen jedoch weisen

einen klaren Weg: das respektvolle Miteinander

und eine friedvolle Zukunft in einer vielfältigen

Gesellschaft. Seit einigen Jahren ist

Farhad in der Augsburger Musikszene aktiv

und arbeitet derzeit mit 20 Musiker*innen

an seinem neuen Album „Nafas“, das über

Crowfunding finanziert werden soll. Wer

Farhad unterstützen will, kann das hier tun:

www.startnext.com/farhadjooyenda

Verein einsmehr erreichte Platz 1 bei Wettbewerb von Bayern2!

Der Verein einsmehr – Initiative Down-Syndrom Augsburg und Umgebung e.

V. erreichte beim Wettbewerb „Gutes Beispiel“ des Radiosenders Bayern2 den

ersten Platz. Über die Platzierung der fünf Finalisten konnten die Hörerinnen

und Hörer von Bayern2 entscheiden. Mit dem ersten Preis ist eine Spende in

Höhe von 4.000 Euro verbunden. Die Vorsitzende des Vereins, Karin Lange,

dankte allen für die (digitale) Unterstützung: „Es war sehr berührend zu sehen,

wer alles für uns gestimmt und Werbung gemacht hat. Wir bekamen Rückmeldungen

bis von den Malediven von Leuten, die davon erfuhren und uns

mitgeteilt haben, dass sie für uns gestimmt haben. Toll, dass es dann sogar für

den ersten Platz gereicht hat.“ Der Preis ist aber auch Anlass für den Verein, sich

bei den Vielen zu danken, die dem Projekt so viel Rückenwind gaben. Karin

Lange: „Wir sind vielleicht ein Beispiel dafür, dass es sich lohnt, auch als kleine

Gruppe ein großes Projekt zu beginnen. Wir konnten das aber nur schaffen,

weil uns der Bezirk Schwaben, die Stadt Augsburg, die Aktion Mensch, die

Sternstunden des BR und viele andere von Anfang an vorbildlich unterstützt

haben und wir von vielen Seiten oft unerwartete kleine und große Spenden

bekamen. Nur so konnte unser Projekt auch gelingen. Deshalb geben wir die

Anerkennung gerne an die weiter, die uns geholfen haben, das Hotel einsmehr

Wirklichkeit werden zu lassen.“

Mit dem Preis „Gutes Beispiel“ zeichnet Bayern2 Aktivitäten im Freistaat aus,

die sich auf vorbildliche Weise für eine bessere Gesellschaft engagieren. Für

den Wettbewerb im Jahr 2021 haben sich um die 400 Projekte beworben. In

der Jury waren unter anderem Ulrich Maly, der frühere Oberbürgermeister von

Nürnberg und Sara Nuru (Sozialunternehmerin und Model).


tag & nacht

15

C O O L

F U C K

Neues Konzept und höheres

Preisgeld: Bezirk schreibt

Kunstpreis 2021 aus

San Antonio Kid

Neues Album

Baby, es gibt Spaghetti-Western! Kurz vor Ladenschluss erreichte uns noch

diese Meldung: San Antonio Kid aus Augsburg veröffentlichen am 25. Juni

ihr neues Album „Greetings from San Antonio Kid“ bei den Off-Label-

Records von Johnny Hanke. Bereits Ende Mai erschien die Vorab-Single

„Shakedown“, das Video dazu flimmert bereits auf Youtube! Surfgitarre reitet

auf Psychfolkwelle! Pünktlich zum Release wird es auch ein Konzert geben.

Und zwar am 03.07. auf dem Gaswerksgelände. Mehr über San Antonio Kid

dann in unserer Juli-Ausgabe. Stay tuned!

15.000 statt bislang 5.000 Euro – der Bezirk Schwaben erhöht das Preisgeld

für seinen alle zwei Jahre vergebenen Kunstpreis. Die Auszeichnung

richtet sich in diesem Jahr an junge Kunstschaffende unter 35 Jahren. Das

prämierte Werk wird zudem im Herbst 2022 in der Schwäbischen Galerie

des Museums Oberschönenfeld ausgestellt. „Mit dem hochdotierten

Kunstpreis wollen wir ein Signal an junge Künstlerinnen und Künstler

senden, die wie viele andere angesichts von Corona vor Herausforderungen

stehen“, sagt Bezirkstagspräsident Martin Sailer. „Jetzt ist es wichtiger

denn je, dass der Bezirk eine seiner Kernaufgaben erfüllt: Kunst und

Kultur zu fördern und erlebbar zu machen.“ Um dieser Aufgabe gerecht

zu werden, ändert der Bezirk ein wichtiges Kriterium für die Bewerbung:

Potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten müssen nicht mehr

zwingend einen persönlichen Bezug zu Bayerisch-Schwaben vorweisen,

beispielsweise als Geburtsort, Arbeits- oder Lebensmittelpunkt. Bewerben

können sich nun auch Kunstschaffende, die lediglich in ihrem Werk die

Arbeitsbereiche des Bezirks in Gesellschaft und Kultur thematisch aufgreifen

oder sich auf Landschaften Bayerisch-Schwabens beziehen. Die

Wahl des künstlerischen Mediums ist Bewerberinnen und Bewerbern

bewusst offengehalten: ob Malerei, Grafik, Bildhauerei, Objekt-, Fotooder

Videokunst – alle Techniken sind zugelassen. Bewerbungsschluss

für den Kunstpreis 2021 ist der 15. August, weitere Informationen bietet

die Website des Bezirks unter www.bezirk-schwaben.de

NÄCHSTER HALT: BIERGARTEN!

OHNE GEWEHR

ABHÄNGIG VON

INZIDENZ, WETTER

UND DEM

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AUGSBURG

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Besucht uns vorab für aktuele Informationen!

; )


16

tag & nacht

SCHÖN,

DICH

WIEDER-

Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys

Tutte le cose nuove

Der Sommer ist da und pünktlich zum Start der Badesaison veröffentlichen

Roy Bianco und seine Freischwimmer mit „Amor sul mare“ eine authentische

Liebes-Nummer wie auf den guten „Kuschel“-Samplern der 90er Jahre,

ein Schmachtfetzen irgendwo zwischen Nek, Eros Ramazzotti und Natalia

Imbruglia. Für uns jetzt schon der Sommerhit des Jahres! Dazu platzt ihr

Merch-Shop aus allen Nähten: Neu im Sortiment sind absolute Must-Haves

wie Badelatschen, Strandtücher und Sommer Caps. Ab 09. November werden

sich unsere Italo-Popper dann auf eine zweiwöchige Tour zwischen Linz und

Rostock begeben, die im April 2022 mit weiteren 17 Shows fortgesetzt wird.

Wie man hört, wurde im jährlichen Frühjahrsputz auch gleich die Plattenfirma

entstaubt. Statt Sony Music wird jetzt der Pop-Gigant Universal ihre „Melodien

für Millionen“ in die weite Welt transportieren. Forza Ragazzi!

ZUSEHEN.

AUGSBURG-CITY.DE

Auto Frey

Mazda & Peugeot

Zum siebten Mal in Folge darf sich Auto Frey über die

Auszeichnung als einer der besten Autohändler Deutschlands

freuen, die jedes Jahr von der Automobil-Zeitschrift

Auto Bild vergeben wird. Über vier Jahrzehnte gibt es

den Familienbetrieb in Gersthofen bereits und mit seinen

beiden Filialen in Lechhausen und Untermeitingen

vertritt das Autohaus die Marke Mazda im gesamten

Großraum Augsburg. Seit über 40 Jahren ist Auto Frey

der Mazda-Vertragshändler für die Region ind bietet alle

Service-, Ersatzteil-, Zubehör- und Werkstattleistungen für

Mazda an. Vor zehn Jahren wurde das Angebot mit dem

Peugeot-Autohaus am Gersthofer Hauptsitz sogar noch

erweitert. Insgesamt 40 Mitarbeiter stehen Ihnen in den

Frey-Autohäusern für Angebote, Serviceleistungen und

Probefahrten zur Verfügung. www.auto-frey.com


tag & nacht

17

34

18.06. GaswerkSommer

Doublefeature -

„digitale brechtnacht“ wird real

Die „digitale brechtnacht“ präsentiert einen tollen Open-Air-Abend im Gaswerk:

Charlotte Brandi und Tanasgol Sabbagh & Band werden nach ihren

digitalen Performances vom Brechtfestival nun im Rahmen des Gaswerk

Sommers auch live nach Augsburg zurückkehren. Kuratiert wird dieses

Konzert von Girisha Fernando.

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Lust zu tanzen?

Charlotte Brandi

Mit eingängigen Melodien und tiefgründigen Texten riss Charlotte Brandi

das Publikum beim digitalen Brechtfestival zu virtuellen Begeisterungsstürmen

hin. Von Gänsehautgefühl am heimischen Bildschirm war die Rede,

vom Aushalten widersprüchlicher Gefühle, von Hoffnung aber auch von

Widerständigkeit. Brandis eigentliches Kunststück besteht darin, nachdenklich

machende Texte über Selbstliebe, verpasste Chancen, das Gefühl,

Dazugehören-Zu-Wollen oder die Angst vor gesellschaftlichem Stillstand in

zauberhaft süße Sounds zu verpacken, so dass so mancher oder so manche

beim Mitsingen gedanklich ins Straucheln gerät. Nun kehrt die charismatische

Singersongwriterin, auch bekannt von ihrer Zeit mit dem Indie-Duo

„Me And My Drummer“, zu einer ausgiebigen Live-Session auf die analoge

Bühne zurück.

Tanasgol Sabbagh & Band

Die New York Times feierte Tanasgol Sabbaghs Beitrag zum diesjährigen

digitalen Brechtfestival als „dramatically captivating”. Nun kann man sich

endlich wieder live von der fesselnden Poesie der Spoken Word Künstlerin

überzeugen. Tanasgol Sabbagh performt in Interaktion mit jazzig-groovenden

Klängen aus analogen Synths, Bass und Drums, darunter auch den

eigens für das Brechtfestival 2021 geschrieben Text „In wenigen Tagen“.

Jede Woche 14 verschiedene

live online Kurse

5er-Karte ab 25 Euro

drop-in & dance!

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DowntownDanceStudio

Kapuzinergasse 24, 86150 Augsburg, Tel 0821 / 508 80 40


18

tag & nacht

#augsburgbewegt auf dem Gaswerksommer

Teil des diesjährigen Augsburger Stadtsommers ist der „Gaswerksommer“ in

Oberhausen, der ab Juni stattfinden und mit einzelnen Aktivierungsmaßnahmen

Gastronomie, Kultur und Sport verbinden soll.

Unter der Kampagne #augsburgbewegt bietet die Stadt Augsburg gemeinsam

mit dem Stadtjugendring, Augsburg Marketing und den Stadtwerken Augsburg

(swa) vom 03.06. bis 11.07. für die Augsburger Kulturschaffenden und Besucherinnen

und Besucher jeweils von Freitag bis Sonntag ein buntes Programm

an Konzerten, Screenings und DJ-Sets, Poetry-Slams oder auch Lesungen an.

Kultur- und Sportreferent Jürgen K. Enninger: „Ziel ist es, nach der langen

Corona-bedingten Pause den Augsburgerinnen und Augsburgern die Sportund

Kulturvielfalt ins Gedächtnis zu rufen, diese wieder zu mobilisieren, aber

vor allem gemeinsam in Bewegung zu kommen“.

Neben der Kulturbühne für Konzerte und Veranstaltungen gibt es die Aktivwiese

mit kostenfreien Sport- und Kulturangeboten zum Spielen, für Kurse und

abendliche Unterhaltung. Ergänzend zum Kultur- und Sportprogramm bietet

der Gaswerksommer auch ein gastronomisches Angebot vor Ort.

Die Kulturbühne wird von Tobias Emminger, Das Ofenhaus am Gaswerk,

betreut. Auf der Aktivwiese rundet der Biergarten mit einem Imbisstand,

betrieben von The Balkan Kitchen, den Gaswerksommer perfekt ab und lädt

zum entspannten Genießen inmitten des historischen Industrie-Ensembles ein.

Sowohl das Ofenhaus am Gaswerk als auch The Balkan Kitchen bieten Getränke

sowie neben Fleischgerichten auch Veggie- und Veganfood an

Alle geplanten Veranstaltungen stehen selbstverständlich unter dem Vorbehalt

des Infektionsschutzes und der Bundenotbremse. Wenn die Inzidenz in

Augsburg 5 Tage hintereinander unter 100 ist, können ab dem darauffolgenden

7. Tag Veranstaltungen stattfinden.

Haltet euch an die Hygieneregeln und bald können wir mit #augsburgbewegt

wieder gemeinsam Kultur & Sport genießen.

Öffnungszeiten:

Kulturbühne:

(teilweise Donnerstag)

Freitag, Samstag, Sonntag:

15.00 bis 23.00 Uhr (freitags bis 01.00 Uhr)

nur während der Veranstaltungen

Aktivwiese: (kostenlos)

Freitag, Samstag und Sonntag 15.00 bis 22.00 Uhr

Neu gewählter Kulturbeirat steht fest -

Das neuen Gremium nimmt Arbeit in der zweiten Junihälfte auf

Das gewählte Gremium des Kulturbeirats ist durch den Kulturausschuss

bestätigt und steht somit fest. Neben dem bisherigen Vorsitzenden Korbinian

Grabmeier (Choreoloop e.V., theter ensemble) sowie den ebenfalls für drei

weitere Jahre bestätigten Mitgliedern Alexander Ratschinskij (Freier Veranstalter,

Pinealis Productions) und Susi Weber (Grandhotel Cosmopolis), vertreten

zukünftig Burak Küçük (Freier Veranstalter) und Lisa Seifert, Sängerin der Band

John Garner, die Interessen der Freien Szene im Kulturbeirat. Das zehnköpfige

Gremium komplettieren fünf stimmberechtigte institutionelle Mitglieder: Den

Stadtjugendring vertritt Jutta Holzapfel, die Museumslandschaft ist durch Dr.

Karl Borromäus Murr, den Leiter des Staatlichen Textil- und Industriemuseums

Augsburg vertreten, für das Staatstheater Augsburg zieht erneut Intendant André

Bücker ein, den Runden Tisch der Religionen vertritt abermals Josef Strzegowski

und Universität (Prof. Martin Kaufhold) und Hochschule (Prof. Carolin Jörg)

teilen sich auch zukünftig eine gemeinsame Stimme im Kulturbeirat.


tag & Anzeige nacht

19

NEULAND SOFTWARE

zeigt, wie Klimaschutz funktioniert

Die NEULAND Software GmbH wurde 1997 gegründet und ist spezialisiert auf die Entwicklung neuer, technisch

anspruchsvoller Software für Online- und Offline-Plattformen. Dass sich das Augsburger Unternehmen auch in

Fragen der Ökologie sehr nachhaltig aufgestellt hat, sieht man auf den ersten Blick. Der neue Firmensitz befindet

sich in einem Passiv-Holzhaus, das fast komplett aus natürlichen Rohstoffen gebaut ist. Dort hat uns Georg

Menhard, einer der beiden Firmengründer, zum Frühstück eingeladen. Von Markus Krapf

G eorg, euer Unternehmen gibt es seit 1997. Wie war das denn damals? So wie

man sich das bei einem IT-Startup vorstellt, mit Garage, Nerds und so?

Bei uns war es eher das Pfadfinderzelt als die Garage. Mein Geschäftspartner

Thomas Lippert und ich haben uns nämlich bei den Pfadfindern kennengelernt

und waren damals tatsächlich richtige C64- und Amiga-Nerds. Irgendwann

haben wir festgestellt, dass es günstiger ist, die Hardware als Händler mit Gewerbeschein

einzukaufen. Zuerst haben wir nur an Freunde verkauft und Thomas

hat als Programmierer erste Aufträge an Land gezogen. So hat sich das Ganze

entwickelt, heute haben wir 20 Mitarbeiter in unserem Team.

sind im oberen Stockwerk direkt unter den Solaranlagen, mit denen wir unsere

Energie erzeugen und haben die anderen Räumlichkeiten an sieben weitere

Augsburger Unternehmen vermietet. Auf dem Parkplatz vor dem Haus gibt es

übrigens auch zwei Ladestationen für E-Autos.

Warum habt ihr euch im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen eurer

Branche dafür entschieden, nicht im Ausland programmieren zu lassen?

Nur so können wir innovativ, flexibel, unkompliziert, lösungsorientiert und

schnell sein – und das wissen unsere Kunden zu schätzen.

Habt ihr eine hohe Mitarbeiterfluktuation?

Im Gegenteil: Die meisten Mitarbeiter arbeiten schon sehr lange bei uns. Wir

sind außerdem immer auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Aktuell stellen

wir Auszubildende für Fachinformatik und Programmierer ein. Fast alle unserer

bisherigen Azubis haben wir auch übernommen. Als Programmierer nehmen

wir übrigens gerne auch Quereinsteiger, denn mit diesen haben wir viele gute

Erfahrungen gesammelt.

Das neu gebaute Firmengebäude ist wohl eine der ungewöhnlichsten

Gewerbeimmobilien in Augsburg.

Das ist richtig, darauf haben wir großen Wert gelegt. Das Passivhaus ist theoretisch

zu 99 Prozent recycle- und kompostierbar, denn es ist fast komplett

aus natürlichen Rohstoffen gebaut: Neben regionalem, unbehandeltem Holz

kommt Zellulose als Dämmstoff zum Einsatz. Dieser Baustoff schützt perfekt

im Winter vor Kälte und im Sommer vor Wärme. Der Heizwärmebedarf ist

damit im Vergleich zu klassischen Gebäuden fünf bis sechs Mal niedriger. Wir

Was sind eure wichtigsten Geschäftsfelder?

Wir entwickeln Individualsoftware für Industrie und B2B. Unsere Kunden sind

überregional wie auch aus der Region, mit einigen davon arbeiten wir schon

viele Jahre zusammen wie zum Beispiel mit der Deutschen Telekom, Microsoft

oder Zeiss. Aktuell sind wir übrigens auch Teil eines Förderprojekts, bei dem

es um die Entwicklung eines sozialen Roboters geht. Ziel ist es, die Interaktion

zwischen Mensch und Roboter zu verbessern, indem der Roboter zum Beispiel

ein Gesicht bekommt, das auf Emotionen reagiert und auch selbst welche zeigen

kann. Wir arbeiten hier mit den Unis in Augsburg und Bielefeld zusammen.


20

Zoom

Das

gemischte

Doppel

Im politischen Gespräch mit Verena von Mutius-Bartholy

und Peter Rauscher von den Augsburger Grünen

Der Vertragsschluss zur Koalition zwischen Bündnis 90 / Die Grünen und CSU jährte sich

am 29. April zum ersten Mal. Beide Fraktionen blicken auf ein Jahr zurück, das vor allem

durch die Corona-Pandemie geprägt war. Wie die Bilanz des Juniorpartners ausfällt, haben

wir im Interview mit den beiden Grünen-Fraktionsvorsitzenden Verena von Mutius-Bartholy

und Peter Rauscher in unserem politischen Gespräch im Rathaus erfahren.

Interview und Fotos: Markus Krapf


Zoom

21

Wir sitzen gerade zur Mittagszeit zum politischen

Gespräch im Augsburger Rathaus. Was

macht ihr beiden denn im Hauptberuf, dass

ihr an einem Mittwoch mittags Zeit für mich

habt?

Rauscher: Im Hauptberuf bin ich Notfallsanitäter,

habe aber für die Stadtratstätigkeit auf

50 Prozent reduziert. Mein Dienst findet im

Schichtbetrieb, viel an Wochenenden und in

der Nacht statt, so habe ich dann auch an einem

Mittwochmittag Zeit für ein Interview mit der

Neuen Szene.

Ich bringe deinen Namen aber immer auch in

Verbindung mit Bienen und Honig.

Rauscher: Ich habe auch eine BIO-zertifizierte,

kleine Imkerei mit sechs Standorten hier

in Augsburg. Das mache ich aber sozusagen als

Hobby im Nebenerwerb, der Schwerpunkt liegt

mehr auf Kursen und dem Umweltbildungssektor.

Was machst du beruflich, Verena?

Von Mutius-Bartholy: Ich bin Juristin und

arbeite bei der Landeshauptstadt München im

Referat für Stadtplanung und Bauordnung. Mein

Hauptjob ist also auch bei einer Kommune

und hat so auch einen Bezug zu der Arbeit im

Augsburger Stadtrat, man kann hier immer einiges

übertragen. Auch ich habe meine Stunden durch

den Fraktionsvorsitz bei den Augsburger Grünen

weiter reduziert und arbeite aktuell 32 Stunden

in der Woche mit einer flexiblen und freien

Zeiteinteilung. Das ist auch wichtig, denn wir

beide sind sicher mindestens 20 bis 30 Stunden

pro Woche mit Arbeit für den Stadtrat beschäftigt.

Am Mittwochnachmittag habe ich im Hauptjob

immer frei und so passt das sehr gut heute mit

unserem Gespräch.

Verena ist trotz ihrer noch jungen Jahre schon

seit 2008 Mitglied des Augsburger Stadtrats, sie

war damals erst 20 Jahre alt. Peter, du wurdest

letztes Jahr neu in die Bürgervertretung

gewählt, in wie weit kannst du von der Erfahrung

deiner Kollegin profitieren?

Rauscher: Ich bin im politischen Betrieb

auch nicht ganz neu, denn ich war vorher bereits

fünf Jahre Parteivorsitzender der Augsburger

Grünen. Dennoch ist dieser Schatz an Erfahrung,

über den Verena verfügt, natürlich wertvoll, weil

sie den Betrieb in der Kommunalpolitik schon so

lange kennt. Sie weiß sehr genau, wie die Weichenstellungen

in den letzten zwei Legislaturperioden

waren und hilft mir damit unheimlich weiter.

Ohne Verena an meiner Seite wäre ich heute, also

nach einem Jahr im Stadtrat, sicher nicht so weit.

Wir sind also ein gutes Team.

Die Konstellation, alleine mit der CSU die

Stadtregierung zu bilden, ist aber auch für

dich neu, Verena. Wie fällt deine Bilanz nach

dem ersten Jahr im zwischenmenschlichen

Bereich aus?

Von Mutius-Bartholy: Im Vergleich zur vorherigen

Periode ist die Zusammenarbeit deutlich

weniger von dem Motto: „Du wischst mir eins aus,

ich wische dir eins aus“ geprägt, sondern viel mehr

von einer kommunikativen Zusammenarbeit.

Der Austausch ist viel offener geworden, als das

in der Dreierkonstellation mit der SPD der Fall

war. Insofern findet in den Koalitionsausschüssen

ein guter zwischenmenschlicher Umgang statt, in

dem es inhaltlich natürlich trotzdem auch hart zur

Sache geht. Dies passiert aber ohne persönliche

Angriffe und darüber bin ich sehr froh, denn das

habe ich in der Vergangenheit auch schon ganz

anders erlebt. Auch in der Zusammenarbeit mit

der CSU übrigens, für einige ihrer Vertreter habe

ich als sehr junge, selbstbewusste Frau mit meinen

vielen kritischen Fragen gerade zu Beginn meiner

Stadtratstätigkeit 2008 sicherlich sehr bestimmt

meine Ziele verfolgt.

Hat das vielleicht auch damit zu tun, dass

gerade Eva Weber und Martina Wild diese

professionelle Zusammenarbeit sozusagen

vorleben?

Von Mutius-Bartholy: Natürlich. Die beiden

haben von Beginn an einen gemeinsamen Stil

dieser Regierungskoalition im Umgang miteinander

festgelegt und daran orientieren sich bisher

alle gut. Inhaltliche Auseinandersetzungen führen

beide Fraktionen offen und fair. Gerade wegen der

großen Unterschiede zwischen den Fraktionen ist

ein professionelles Miteinander sehr wichtig.

Peter, ist dein erstes Jahr im Stadtrat ungefähr

so verlaufen, wie du es im Vorfeld erwartet hattest?

Oder gab es auch ein paar Überraschungen

im positiven wie im negativen Sinne?

Rauscher: Wie der Auftakt aufgrund von

Corona abgelaufen ist, habe ich natürlich nicht

in diesem Ausmaß erwartet. Ich bin in der Politik,

um in den Dialog mit den Menschen zu kommen

und die Dinge zu verbessern. Das wichtigste

Instrument ist der persönliche Austausch und die

Kommunikation „von Angesicht zu Angesicht“

mit den Bürgerinnen und Bürgern und das fehlt

mir im Moment einfach sehr. Natürlich haben

digitale Meetings manchmal auch Vorteile, gerade

was den zeitlichen Aspekt betrifft, aber viele Dinge

leben einfach von den Treffen vor Ort, wenn man

sich live begegnet und sich von Angesicht zu

Angesicht gegenübersitzt.

Was hat dir bisher echte Freude bereitet?

Rauscher: Es war mir ein großes Anliegen,

eine Regenbogenflagge auf dem Rathausplatz

zu platzieren und das haben wir im letzten Jahr

bereits nach den ersten zwei Monaten umsetzen

können. Das ist vielleicht eine Kleinigkeit, für

mich und meine Community ist das aber eine

große Sache, die für eine liberale Haltung innerhalb

des Augsburger Stadtrats spricht.

Ihr habt im Mai eine erste politische Bilanz

veröffentlicht. Darin heißt es, dass viele Ziele

des schwarz-grünen Zukunftsplans für Augsburg

trotz Corona bereits umgesetzt oder auf

den Weg gebracht werden. Was sind die wichtigsten

dieser bereits umgesetzten Ziele?

Rauscher: Ich beginne mit der Klimathematik

und dem CO2-Restbudget von 9,7 Millionen

Tonnen. Diese Beschlussfassung ist sehr ambitioniert

und gibt uns einen Handlungsrahmen

vor, durch den wir im Bereich des kommunalen

Klimaschutzes ein ganz neues Tempo aufnehmen

können. Nach diesen sechs Jahren werden wir

deutliche Schritte nach vorne gegangen sein.

Bemerkenswert ist auch, dass jeder Privatkunde

der Stadtwerke zukünftig automatisch Ökostrom

geliefert bekommt, ohne dass sich dadurch die

Kosten erhöhen. Und auch die Wasserversorgung

wird in absehbarer Zeit klimaneutral sein. Es

sind also ganz viele Dinge, die von und mit dieser

schwarz-grünen Stadtregierung bereits umgesetzt

worden sind und damit können wir uns schon

sehen lassen. Übrigens möchte ich hier gleich

darauf Hinweisen, dass nächstes Jahr die die

Kanu-WM 2022 in Augsburg stattfindet, die besonders

unter dem Nachhaltigkeitsfokus betrachtet

und umgesetzt wird. Dass wird ein tolles Fest für

ganz Augsburg.

Von Mutius-Bartholy: Auch wichtig ist der

Energiestandard im Bereich des nachhaltigen

Bauens. Das wollten wir Grüne schon seit vielen

Jahren, haben 2018 einen Antrag gestellt und

konnten das jetzt umsetzen. Wir haben auch die

Konzeptvergaben bei Bauverfahren verändern

können. Auf dem Sheridan-Gelände zum Beispiel

werden Baugrundstücke nicht mehr nur nach

dem höchsten Angebot vergeben, sondern gute,

nachhaltige Konzepte und Ideen spielen eine

Rolle. Die Auswirkungen davon werden langfristig

sehr wichtig sein, besonders wenn man diese

Vorgehensweise auch auf andere Baugebiete in der

Stadt ausdehnen wird.

Auch in den Bereichen Radwege, Staatstheater

und Bildung geht es voran?

Von Mutius-Bartholy: Wir haben immer

wieder verschiedene Pop-up-Radwege beschlossen,

wie in der Hermann- oder Frölichstraße.

Das ist aber erst der Anfang. Denn eine umweltfreundliche

Mobilität ist zentral, um unser CO2-

Ziel erreichen zu können. Für mich persönlich

als Kulturpolitikerin ist es ein starkes Zeichen,

dass wir die Sanierung des Staatstheaters weiter

vorangetrieben haben. Das gilt natürlich auch

für die Bildungsthemen mit den Schulsanierungen

von FOS/BOS/RWS und dem Neubau der

Johann-Strauß-Grundschule. Und wir arbeiten

intensiv an dem Thema einer offenen Stadtgesell-


22

Zoom

als mutlos, ohne Power und Inspiration. Wie

reagiert ihr darauf?

Von Mutius-Bartholy: Wenn die Opposition

uns vorwirft, dass wir keine Inspiration hätten,

dann frage ich mich schon, warum sie aktuell alles

beantragt, was bereits in unserem Zukunftsplan

steht. Man holt sich also die Inspiration direkt

von uns, wie zum Beispiel die autofreie Maxstraße

oder den Autoverkehr aus der Innenstadt. Wir

haben ein sehr engagiertes Programm und die

Opposition selber scheint eher traurig darüber zu

sein, dass aus ihren Reihen inhaltlich so gar nichts

Fundiertes kommt. Das ist keine gute Oppositionspolitik,

das haben wir Grüne früher in der

Rolle der Opposition anders und besser gemacht.

Rauscher: Natürlich muss eine Opposition

Rauscher: „Dazu wäre eine inhaltlich fundierte

Vorbereitung seitens der Opposition auf die

Sitzungen nötig.“

schaft, der wir mehr Raum geben wollen. Peter

hat die Regenbogenfahne auf dem Rathausplatz

angesprochen, das geht weiter mit der

Ausgestaltung eines offenen Pausenhofs, einer

städtischen Antidiskriminierungssstelle oder mit

der Ausbreitung von Präventionskonzepten statt

einer Law-and-Order-Politik. Das ist eine Vielzahl

kleinerer Maßnahmen, die zusammen eine große

Wirkung haben werden.

Ihr arbeitet auch an einer anderen Weichenstellung

in der städtischen Personalpolitik.

Rauscher: Wir öffnen die Stadtverwaltung

und schreiben wichtige Schlüsselpositionen wie

Referats- oder Dienststellenleitungen öffentlich

aus. Die Stadt Augsburg soll eine moderne und

familienfreundliche Arbeitgeber*innenmarke

werden, die auch ökologische Aspekte hervorhebt.

Deswegen haben wir beispielweise den Zuschuss

für das Jobticket verdoppelt, sodass städtische

Mitarbeiter*innen praktisch ein 365-Euro-

Ticket im ÖPNV zur Verfügung haben. An alle

Leser*innen der Neuen Szene, die auf Job-Suche

sind: Die Stadt hat viele interessante Jobangebote

– bei Interesse bitte bewerben!

Ihr habt zusammen mit der CSU die Priorisierung

der im Zukunftsplan festgehaltenen

Ideen erarbeitet. Welche davon liegen vor

allem im Fokus der Augsburger Grünen?

Von Mutius-Bartholy: Wichtig wird zukünftig

eine andere Bürger*innenbeteiligung sein. Wir

haben im Zukunftsplan ein Büro für Beteiligung

vorgesehen, durch das die Bürger*innen

unterstützt werden sollen, aktiv an der Politik

teilzunehmen. Gerade in diesen Zeiten einer

weitverbreiteten Politikverdrossenheit ist es

wichtig, die vielen verschiedenen Formen einer

Bürger*innenbeteiligung unter einem Dach zu

organisieren. Ziel ist es, durch dieses Büro mit

Hilfe eines Methodenkoffers möglichst viele Menschen

zum Mitmachen zu bewegen und sie dabei

dann auch zu unterstützen.

Rauscher: Außerdem wird es im Bereich

Naturschutz im Kontext der Klimawandelanpassung

noch wichtiger, unsere Stadtbäume zu

erhalten und sie so fit zu machen, dass sie der

Klimaveränderung standhalten können. Darüber

hinaus werden wir nächstes Jahr das Umweltbildungszentrum

eröffnen und weiterhin wird

die Mobilität im Fokus stehen. Dazu gehören

Fahrrad-, Fußverkehr und der ÖPNV, aber auch

eine andere Nutzung des öffentlichen Raums.

Dafür haben wir viele Punkte im Zukunftsplan

verankert, die wir angehen, bei denen aber noch

sehr viel Arbeit nötig sein wird.

Peter, du hast in eurer Bilanz aber auch von

teils großen inhaltlichen Differenzen mit

der CSU gesprochen. Geht das ein bisschen

konkreter?

Rauscher: Wir haben inhaltliche Differenzen,

die im Ziel oft nicht einmal wirklich so groß

waren, im Rahmen unseres Zukunftsplans diskutiert

und uns auf eine gemeinsame Linie geeinigt.

Die größten Differenzen lagen tatsächlich nicht

im Inhalt, sondern eher beim Tempo und beim

Weg der Umsetzung.

Die Opposition sieht das erste Jahr dieser Periode

absolut kritisch, spricht von keinem guten

Jahr für Augsburg und bezeichnet eure Politik

Dinge kritisch beleuchten, aber wir haben tatsächlich

ein anderes Verständnis von Oppositionspolitik.

Viel zielführender wären alternative und auch

umsetzbare Vorschläge oder Lösungen zu bestehenden

Themen, statt dieses einfachen Abschreibens

unserer Anträge. Aber dazu wäre dann eben

auch eine inhaltlich fundierte Vorbereitung seitens

der Opposition auf die Sitzungen nötig.

Auch Reiner Erben, der Augsburger Umweltreferent

aus euren Reihen, steht im Kreuzfeuer

der Kritik.

Rauscher: Reiner Erben besetzt zwei absolute

Schlüsselthemen: Beim Klimaschutz hat er es

federführend zu verantworten, dass wir zum

einen das CO2-Restbudget von 9,7 Millionen

Tonnen beschlossen haben und zum anderen

eine funktionierende Klimaschutzabteilung und

dass Beteiligungsformate wie ein Klimabeirat

und regelmäßige Klimakonferenzen eingerichtet

wurden. Wir hatten kürzlich einen eigenen

Sonderstadtrat, der sich ausschließlich mit dem

Klimaschutz beschäftigte. Das zweite Schlüsselthema

ist die Gesundheitspolitik in einer Zeit, in

der nirgendwo irgendjemand auf die Pandemie

vorbereitet war. Da steht man natürlich als zuständiger

Referent immer im Rampenlicht und muss

schnelle Lösungen finden. Das Gesundheitsamt

hat durch Abordnungen aus anderen Dienststellen

etwa viel mehr Mitarbeitende als noch vor

Corona, zugleich musste eine Struktur geschaffen

werden, um die Pandemie möglichst effektiv

zu bekämpfen. Wenn man einen bayernweiten

Vergleich zieht, sieht man, dass überall ähnliche

Probleme bestanden. Die ganze Situation war für

alle neu und Reiner Erben leistet eine gute Arbeit.


Zoom

23

Eva Weber hat sich in unserem Interview von

letztem Monat die schwarz-grüne Regierungskonstellation

sogar für die ganze Republik

nach der Bundestagswahl im September

gewünscht. Teilt ihr diese Euphorie?

Rauscher: Ich wünsche mir starke Grüne und

Mehrheiten für die Umsetzung unseres Programms.

Vor der Kommunalwahl war für uns auch

nicht klar, mit wem wir am besten unsere Ziele

umsetzen können. Wir haben unsere Themen,

sondieren und wo wir die größten Schnittmengen

in der Umsetzung dieser Themen sehen, dort

werden wir dann eine Koalition eingehen. Wir

sind sehr eigenständig und im Vorfeld nicht an

irgendeinen Partner gebunden.

Von Mutius-Bartholy: Dem ist nichts hinzuzufügen.

Es geht in erster Linie um Inhalte. Hier

in Augsburg funktioniert schwarz-grün gut, aber

das hängt eben auch immer an den handelnden

Personen. Ich glaube, die Grünen können auf

Bundesebene mit vielen, aber am Ende geht es

eben auch hier um die Inhalte. Ach ja, auch wenn

Eva Weber von schwarz-grün träumt, es könnte ja

auch grün-schwarz werden.

Damit sind wir auf der Bundesebene. Die Grünen

haben sich bei zwei gleich gut geeigneten

Kandidat*innen für Annalena Baerbock, also

für die Frau, entschieden. Aus Gründen der

Quote?

Von Mutius-Bartholy: Ich glaube nicht,

dass man sich aus Quotengründen für die Frau

entschieden hat. Man hat sich im Team darauf

geeinigt, dass man mit Annalena als Spitzenkandidatin

in den Wahlkampf ziehen wird und ich

glaube auch, dass das die richtige Entscheidung ist.

Rauscher: Bei den Grünen tritt man gerne

im Team auf, so wie das ja auch bei Verena und

mir hier in Augsburg der Fall ist. Aber der*die

Bundeskanzler*in kann eben nur eine Person sein.

Annalena Baerbock ist inhaltlich super fundiert,

deswegen ist sie auch meine ganz persönliche

Kandidatin des Herzens. Natürlich sind wir eine

feministische Partei, aber bei dieser Personalie hat

ihr Frausein meiner Meinung nach keine Rolle

gespielt, sie ist einfach gut. Annalena Baerbock ist

absolut qualifiziert, das Amt der Bundeskanzlerin

auszufüllen.

Aktuell nehmen zu verurteilende Hassattacken

und Lügenkampagnen gegen die Grünen und

ihre Kanzlerkandidatin im Netz immer mehr

zu. Warum haben offensichtlich so viele Menschen

in unserem Land Angst vor einer grünen

Bundesregierung?

Von Mutius-Bartholy: Viele Menschen

haben Angst vor Veränderung, obwohl sicher auch

das Bedürfnis nach Veränderung nach so langen

Jahren der GroKo, in denen viele Probleme nicht

angegriffen wurden, groß ist. Aber wir werden

nicht nur wegen dieser Angst vor Veränderung

attackiert, sondern auch weil wir sehr oft deutliche

Positionen beziehen und genau sagen, was wir

wollen, auch wenn es nicht überall populär ist.

Rauscher: Die Grünen haben sich in den letzten

Jahren so entwickelt, dass sie inhaltlich fundierte

Antworten auf alle gesellschaftlichen Probleme

finden, auch abseits unserer Kernthemen. Es

werden große Themen angegangen, für die man

Lösungen braucht und mittlerweile ist es so, dass

wir für unsere zentralen Inhalte wie Klimaschutz,

Ökologie und Gleichberechtigung auch breite

gesellschaftliche Mehrheiten haben. Dies sieht

auch die politische Konkurrenz und wenn man

nicht mit Inhalten punkten kann, dann muss

man sich eben anderer Mittel bedienen. Zuletzt

wurden Annalena Baerbock beispielsweise

Von Mutius-Bartholy: „Wir Grüne werden

attackiert, weil wir sehr oft deutliche Positionen

beziehen und genau sagen, was wir wollen.“

Aussagen angedichtet, die sie niemals getätigt

hat. Stichwort: Die Grünen wollen Deutschland

abschaffen. Weil im Netz so etwas oft nicht auf den

Wahrheitsgehalt überprüft wird, entsteht ein Bild

von den Grünen, das überhaupt nicht der Realität

entspricht. Daraus resultiert dann ein persönlicher

Hass gegen Grüne, den die Politiker*innen am

Ende abbekommen.

Was kann eure Augsburger Fraktion dazu

beitragen, dass unser Land vielleicht ab dem

Herbst erstmals von einer grünen Kanzlerin

regiert wird?

Von Mutius-Bartholy: Wir müssen das tun,

was die Menschen von Politiker*innen erwarten.

Es gilt, die Dinge umzusetzen, die wir angekündigt

haben - im Dialog mit den Menschen. Wenn

die Bürger*innen das Gefühl haben, dass wir hier

in Augsburg einen guten Job machen, dann wird

sich das auch auf die Bundestagswahl auswirken.

Verlässlichkeit, Wagemut und Vertrauen sind

Eigenschaften, die mir, und ich denke auch vielen

Wähler*innen, in der Politik extrem wichtig sind.

Das versuchen wir hier in Augsburg vorzuleben.

Rauscher: Wir sind eine große Partei mit

über 100.000 Mitgliedern und alle arbeiten

gemeinsam an unserer grünen Sache, das Leben

für die Menschen ein Stück besser zu machen,

jeder auf seiner Ebene. Wenn wir hier in Augsburg

gute Arbeit leisten, dann ist das unser Beitrag dazu,

dass grüne Politik das Vertrauen der Menschen

verdient. (max)


24

Zoom

The Master of

Ceremony

N

Eine Reise in die Vergangenheit mit

Jürgen „NT“ Endres

Jürgen „NT“ Endres ist seit den 90er Jahren wohl der renommierteste DJ,

Partyveranstalter und Booker der Stadt. Vor zwei Jahren verabschiedete sich der

47-Jährige nach fast drei Jahrzehnten vom Rock & Roll-Business und nahm eine

Stelle als Büroangestellter beim Konzertbüro Augsburg an. Am 01. Juli 2021 kehrt

„NT“ wieder zu seinen Roots in der Kantine zurück. Von Walter Sianos

Foto: Walter Sianos


Zoom

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„NT“, wo fangen wir denn bei dir an? Kannst du dich noch an deinen

ersten Einsatz am Plattenpult erinnern?

Sehr genau sogar, das war am 07. Januar 1993 in der Rockfabrik. Ich

hatte damals vom Auflegen keine Ahnung und dann stand ich plötzlich im

größten Club der Stadt mit drei Freunden auf der DJ-Kanzel. Ein Spurt von

Null auf Hundert.

Mit vollen Hosen?

Rappelvoll sogar (lacht). Am ersten Abend waren 500 Leute da, aber

die Woche drauf waren es nur noch 120 und sieben Tage später ebenso. Ich

dachte schon, das war´s ...

Was lief schief?

Das Motto war „Crossover, Indie & Wave”, aber ich komme ja aus der

düsteren Ecke und habe fast nur Wave & Gothic-Zeugs aufgelegt. Ich habe

aber schnell dazugelernt, die Düstermucke auf den Mittwoch gelegt und

Donnerstag das Hauptaugenmerk auf Crossover, Grunge, Skate-Punk und

Hip-Hop gelegt. Dann dauerte es nicht lange und die Rofa platzte donnerstags

mit bis zu 2.000 Leuten aus allen Nähten.

Die Achtziger und Neunziger Jahre waren aber auch absolute Ausgeh-

Jahrzehnte.

Das kann man sich heute ja gar nicht mehr vorstellen, damals war es

normal, dass man bis zu drei Mal die Woche ausging. Gerade der Donnerstag

war in Augsburg der Wahnsinn, Rockfabrik voll, Yum-Club voll, Ostwerk

voll und in der Maxstrasse ging es auch noch ab. Und dienstags habe ich

regelmäßig in der Mahagoni-Bar bei den Studentenpartys aufgelegt. Da

waren 1.000 Leute im Durchlauf pro Abend keine Seltenheit.

Warum hat sich das Ausgehverhalten so verändert?

Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Es gab damals kaum Handys,

keine sozialen Netzwerke, kein Netflix, das heißt, wenn man Leute treffen

wollte, musste man ausgehen. Dann kam das Rauchverbot, Studiengebühren

wurden eingeführt und das sorgte schon für einen ziemlichen Cut.

Wenn du das Clubleben der 90er mit dem heute vergleichst, dann …?

Dann würde ich sagen, dass heute eher der Mainstream regiert. In den

90ern gab es Nischenveranstaltungen, die Stadt lebte von einer bunten

Vielfalt und Jugendbewegungen, es gab Punks, Rockabillies, eine Hardcoreund

Indie-Szene oder Waver. Der Tocotronic-Slogan „Ich will Teil einer

Jugendbewegung sein“ gilt heute nur noch für Techno oder HipHop. Und

dann ist auch auffällig, dass es bei weitem nicht mehr so eine große und florierende

Bandszene in der Stadt gibt. Da muss ich dir ja nichts erzählen, was

bei „Band des Jahres“ in den Neunzigern und Nullerjahren so los war. Die

Kantine war viele Jahre Partner der Neuen Szene und wir haben uns auch

aus diesem Fundus bedient, wenn es um Support-Acts ging.

Ab wann konntest du von der Musik leben?

Ab Mitte der Neunziger habe ich bis zu sechs Mal die Woche aufgelegt,

ich hatte meine regelmäßigen Veranstaltungen in Augsburg, aber auch in der

Rofa Ludwigsburg oder in Garmisch und anderen Städten. Trotzdem habe

ich meinen Job im Plattenladen damals nicht aufgegeben. Ich bin da zwar

etwas kürzer getreten, ganz aufhört habe ich im Verkauf dann aber erst 2002.

„Ab Mitte der Neunziger habe

ich bis zu sechs Mal die Woche

aufgelegt.“

Deine ersten Schritte in der Welt des Rock & Roll hast du aber nicht in

Clubs, sondern im Plattenladen gemacht.

Stimmt, ich habe im Promarkt Gersthofen als Aushilfs-Verkäufer begonnen

und mich zum Chef der Tonträger-Abteilung im MediaMarkt in Göggingen

hochgearbeitet. Der Job hat mir immer Spaß gemacht, weil ich quasi

direkt an der Quelle war. Dort habe ich mir mein Basiswissen angeeignet.

Wie wird man als DJ-Jungfrau zum Rofa-Resident?

Rofa-Chef Andreas Leotta ist mal mit einem Einkaufszettel zu mir in

den Plattenladen gekommen und hat mir von seiner Idee für eine neue

Partyreihe erzählt. Von manchen CDs habe ich ihm abgeraten, im Gegenzug

dafür andere Tonträger empfohlen. Das hat ihn anscheinend so beeindruckt,

dass er mir ein paar Tage später diesen Job anbot. Es wurde es eine fast zehnjährige

Erfolgsgeschichte.

Wie zieht man das körperlich durch?

Wenn man jung ist, dann geht das, außerdem war ich nie auf Alk oder

Drugs.

Du hast in einem Interview die Augsburger DJ-Legende Rudi Schäble

als deinen DJ-Daddy erwähnt. War er so etwas wie dein Mentor?

Eigentlich war ich immer nur Gast bei ihm, wenn er aufgelegt hat. Er

war eine schillernde Persönlichkeit und man kam ja nur schwer an ihn ran.

Aber ich habe ihn immer genervt und wollte wissen, was er gerade gespielt

hat. Und ich war oft bei ihm bei Musik Durner, er war ja ein wandelndes

Musiklexikon.

2002 begann ein neues Kapitel für dich. Booker in der Kantine!

Den Job habe ich quasi von dir übernommen …

Von mir?

Ja, du bist 2002 für ein paar Shows in der Kantine eingesprungen und

hast unter anderem Die Sterne gebucht, erst danach habe ich das Steuer

übernommen. Und da lief es genauso wie in meiner Anfangszeit als DJ, ich

hatte eigentlich keine Ahnung von diesem Business und bin wieder einmal

ins eiskalte Wasser gesprungen. Mein erster Job war eine Nightliner-Tour mit

der schwedischen Formation Eskobar und es war eine echte Herausforderung,

die ganze Produktion vor Ort zu stemmen.


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„Ich gebe den Leuten das,

was sie wollen!“

Was waren deine größten Erfolge, was die schlimmsten Flops?

An einem Flop war ich nur indirekt beteiligt. 1996 gastierten Placebo

als Support von Mustard Seeds in der Rofa vor 16 zahlenden Zuschauern.

Super waren die Konzerte mit Everlast, Nada Surf, Danko Jones oder mit

den Beatsteaks. Erfüllend in diesem Job ist es, wenn man unbekannte Bands

bucht und sie Jahre später durch die Decke gehen, wie etwa Casper oder

Kraftklub. Das größte Problem für einen Augsburger Booker ist und bleibt

aber die Nähe zu München, weil viele Künstler gar kein Interesse haben, hier

aufzutreten. Und wenn, dann nur bei der C-Tour, also wenn es in die Provinz

geht.

Dein drittes Standbein: Die Veranstaltung von Partys.

Das begann mit Titti Twister in den 90ern im Ostwerk. Das war auch

ein Riesenerfolg, genau wie Lovepop, was eigentlich als queere Indie-Party

begann und heute eine queere Popveranstaltung ist. Wobei diese Idee von

einem Kumpel aus Hamburg stammt.

Ist Flexibilität deine Stärke?

Ja, das würde ich schon sagen. Ich war als DJ immer universell einsetzbar,

egal ob Gothic, Charts, Metal oder Rockabilly. Und mein Credo war

es immer, die Gäste zum Tanzen zu bringen, mir ging es nie darum, ihnen

etwas aufzudrängen. Ganz im Gegenteil, ich sehe mich als Entertainer und

gebe den Leuten das, was sie wollen!

Du hattest sogar einen Bekleidungssponsor.

Ich habe bei vielen Snowboard-Veranstaltungen aufgelegt, unter anderem

auch für MTV und so ist der Kontakt mit der Firma US 40 zustande

gekommen. Zu dieser Zeit bin ich auch fast alle zwei Wochen nach Hamburg

geflogen und habe in allen großen Clubs, wie in der Großen Freiheit

oder im Grünspan gespielt. Es ist ein geiles Gefühl, wenn man als Augsburger

Junge mitten in St. Pauli auflegt und 2.000 Leute auf deinen Sound

abtanzen.

Wenn man so lange in der Eventbranche agiert und quasi im Nachtleben

unterwegs ist, wann gab es die ersten Verschleißerscheinungen?

Je älter man wird, desto mehr Regeneration braucht man. Ab 40 merkt

man das und außerdem hat mein Partner schon auch mal mehr Zeit

eingefordert. Vor zwei Jahren war ich dann kurz vor einem Burnout und es

kam die Phase, in der ich mich nach geregelten Arbeitszeiten gesehnt habe.

Das war auch der Grund, warum ich der Kantine den Rücken gekehrt hatte.

Kurz darauf kam dann auch schon das Angebot vom Konzertbüro Augsburg.

Nach drei Monaten Pause habe ich dort angefangen und unter anderem das

Ticketing unterstützt. Aber dann kam Corona, der Killer der Unterhaltungsbranche

und irgendwann ist mir dieses Rock & Roll-Dings doch abgegangen,

was ich eigentlich nicht für möglich gehalten hätte.

Ist das der Grund für dein Comeback in der Kantine?

Ich denke schon, obwohl das mit dem Comeback auch ein bisschen

dem Zufall geschuldet ist. Anfang des Jahres habe ich mit Kantine-Chef

Sebastian Karner telefoniert, da ging es eigentlich um ganz andere Dinge. In

einem Nebensatz habe ich zum Spaß „Dann hol mich halt zurück” gesagt.

Seine Antwort: „Mit dem Gedanken habe ich auch schon gespielt.“

So ist zusammengekommen, was zusammengehört.

Ist wohl so.

Dein Dienst in der Kantine beginnt am 01.07.2021. Wie schätzt du die

Konzertlage ein?

Auch wenn mein offizieller Dienst erst dann beginnt, bin ich eigentlich

schon mittendrin. Im Moment bin ich dabei, die verschobenen Termine

zu koordinieren. Was die Konzerte in der Zukunft betrifft, bin ich selber

gespannt, wie sich das entwickelt. Die Leute stehen im Moment unter

Entzugserscheinungen und ich denke schon, dass die Lust auf Konzerte erst

einmal groß sein dürfte. Aber die Branche ist auch schon länger im Wandel,

die Bands, die wirklich Leute ziehen, verspüren gar keine große Lust mehr,

ausgedehnt zu touren, die konzentrieren sich mehr auf Festivals und Open

Airs, denn da kann man noch Geld verdienen.

Was steht denn derzeit auf deinem Wunschzettel ganz oben?

Irgendwann vielleicht nach Australien oder Kalifornien auswandern.

Und vorher würde ich noch gerne die Neo-Klassik-Band „Dead Can Dance”

auf die Augsburger Freilichtbühne holen. (ws)


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AUGSBURG

ROCKT!

87,9 UKW

Radio an!


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Augsburger PopUp-Events

„Bewegte Kultur und Lebensfreude“

Y

asar Dogan und Flonny Kluge stehen

in den Startlöchern für ein mobiles

Kulturprojekt, das im Juni und Anfang

Juli in Augsburgs Innenstadt und den

Stadtteilen über die Bühne gehen soll. Musikauftritte

und Performances werden von maximal

drei Künstlern (Solo, Duo oder Trio) auf öffentlichen

oder privaten Grundstücken für jeweils

45 Minuten präsentiert. „Wir wollen in diesen

nach wie vor schwierigen Zeiten den Menschen

weiterhin Lebensfreude und Kulturgenuss

ermöglichen“, so die beiden Initiatoren.

Schon „Kultur im Projektraum“ war ein

voller Erfolg

Schon seit Dezember 2020 waren Yasar und

Flonny als Programmgestalter der Initiative

„Kultur im Projektraum“ im Auftrag des Quartiersmanagement

Rechts der Wertach aktiv und

ermöglichten lokalen Künstlern und Kulturschaffenden

aus Augsburg und dem Landkreis

Auftritte. In Form von Livestreams zur jeweiligen

Performance wurde immer von Donnerstag

bis Samstag direkt aus dem Projektraum an der

Wertachstraße ausgestrahlt. Am Ende standen

hier beachtliche 70 Streams mit an die 35.000

Klicks zu Buche.

Jetzt geht‘s hinaus ins Freie

„Wir hatten so viele positive Erfahrungen

und Begegnungen mit unseren Gästen und

virtuellen Zuschauern, dass wir dies einfach

weiterführen wollten“, so Flonny Kluge. Ein

Partner wurde schnell gefunden, zusammen mit

dem Kültür Verein Augsburg e.V. werden die

Bands oder Einzelkünstler via Transporter an die

geplanten Auftrittsorte gefahren, das Set schnell

und unkompliziert aufgebaut und los geht’s.

„Wir planen 15 Auftrittstage, jeweils mit

einer Band oder einem Künstler, die dann an

ihrem Tag circa dreimal für je eine Dreiviertelstunde

an verschiedenen Plätzen der Stadt für

die Vorbeikommenden auftreten.“

Wichtig ist den beiden Machern aber in

jedem Fall, dass stets alle AHA-Regeln eingehalten

werden und der Inzidenzwert stabil ist

und den jeweils geltenden Regeln entspricht.

„Da wir die jeweiligen konkreten Orte nicht

kommunizieren, nur den Stadtteil, den Tag des

Auftritts und den oder die Künstler, werden

wir aufpoppen und so bleibt es für alle eine

hoffentlich kurzweilige Überraschung“, so Yasar

Dogan. Auch das Kulturamt der Stadt Augsburg

ist übrigens mit im Boot und unterstützt dieses

interessante Projekt.

Weitere Infos zu den Augsburger PopUp-

Events - „Bewegte Kultur und Lebensfreude“ sind

auf https://kueltuertageaugsburg.wordpress.com/,

auf Facebook bei Kültürtage und dort auch als

Veranstaltungen zu finden. (mbk)


Staatstheater Augsburg

Theaterzeit

Ausgabe 06 – 2021

»Cyrano

de Bergerac«

Kunstrasen im martini-Park

17.06. Premiere


Maria Trum

Staatstheater Augsburg

Kunstrasen im martini-Park

Der Kunstrasen ist zurück! Das Staatstheater Augsburg zeigt vom 17.06. bis 25.07. ein

vielfältiges Open-Air-Programm im martini-Park. Mit einem breit gefächerten Angebot aus

Schauspiel, klassischer Musik, Opernmelodien, Club-Nächten und Kinderprogramm startet

das Staatstheater Mitte Juni in die Open-Air-Saison. Am 17.06. feiert die romantische Komödie

»Cyrano de Bergerac« ihre Premiere. Anders als im letzten Jahr steht damit auch eine

Schauspiel-Produktion mit aufwändigem Bühnenbild auf dem Programm.

Entscheide dich!

Ein nicht ganz ironiefreies

Frage- und Antwortspiel

mit Ricardo Fernando,

Ballettdirektor und

Chefchoreograf

1. Tanzen oder Gehen?

Tanzen! Immer und jederzeit.

2. Salsa oder Polka?

Salsa.

3. Zuckerhut oder Rathausplatz?

Ich mag beides.

4. Mozart oder Jagger?

Beide. Ich liebe Kontraste.

5. Was bist Du im Urlaub? Wasserratte

oder Bergziege?

Wasserratte.

6. Spitzenschuhe oder Barfuß?

Sneaker.

7. Brasilianische Feijoada oder

Spätzle?

Feijoada!

8. Film oder Buch?

Gerade sehr viel Netflix, aber mit

mehr Zeit auch gern ein Buch.

Wir haben Maria Trump, verantwortlich für

Künstlerische Produktionsleitung & Audience

Development, getroffen. Sie verschafft uns einen

Überblick darüber, was uns im Rahmen des

Kunstrasens im martini-Park erwarten wird.

Maria, was wird es neben dem »Cyrano de

Bergerac« alles auf dem Kunstrasen geben?

Zunächst ist es wunderbar, den »Cyrano de

Bergerac« unter freiem Himmel im martini-Park sehen

zu können. Diese romantisch schöne und spritzige

Komödie unter der Regie von David Ortmann passt

perfekt in das Setting des martini-Parks. Liebe, aber

auch abenteuerliche Fechtszenen, werden miteinander

vereint, das ist genau der richtige Start für uns alle,

wenn es jetzt endlich wieder los geht. Für dieses barocke

Schauspiel des französischen Dichters Edmond Rostand

wurde ein tolles Bühnenbild geschaffen, innerhalb

dessen bis zum 25.07. auch das abwechslungsreiche

Programm aus den anderen Sparten zur Aufführung

gebracht werden wird.

Wie das »Serenadenkonzert« mit den Augsburger

Philharmonikern?

Genau, das beliebte »Serenadenkonzert« der

Augsburger Philharmoniker unter der Leitung von

Domonkos Héja kehrt auf den Kunstrasen zurück. Es

beginnt immer sonntags um 20.30 Uhr als klassische,

abendliche Freiluftmusik mit Streicherserenaden

von Elgar und Dvořák sowie Mozarts »Eine kleine

Nachtmusik« (20.06. bis 25.07.) und wird die

Besucher*innen sozusagen in den Sonnenuntergang

hinein begleiten.

Neu hinzu kommen die »Sommerklänge«,

das sind After-Work-Konzerte mit Solist*innen des

Opernensembles am 01.07., 08.07. & 22.07.

Wird auch das Team der Theaterpädagogik eine

Rolle an der frischen Luft spielen?

Ja, die Theaterpädagogik präsentiert ihre bei

Schulklassen beliebten Ballett-, Tanz- und Konzertkoffer

endlich auch dem großen Publikum, nämlich am 26.06.

& 11.07. Darüber hinaus bietet das Theaterpädagogik-

Team am 26.06. mit der Kinderbuch-Lesung »Conrad

Chamäleon« ein Nachmittags-Programm für die ganze

Familie mit dem Schauspieler Gerald Fiedler.

»Sunset Clubbing« war der absolute Liebling der

vergangenen Spielzeit. Kehrt auch dieses Format

zurück?

Natürlich wird das aus dem letzten Sommer bereits

bekannte After-Work Format »Sunset Clubbing« mit

vielen lokalen DJ*anes auf den Kunstrasen im martini-

Park zurückkehren. Die Planungen sind in vollem

Gange, das »Sunset Clubbing« wird immer donnerstags

an insgesamt vier Terminen stattfinden (24.06., 01.07.,

08.07. & 22.07.). Beginn ist jeweils um 20.00 Uhr.

Welche DJ*anes werden für uns im Bühnenbild des

Cyrano auflegen?

Wir haben zwei feste Bestätigungen von Laura

Dabrøwski und LE HEAT mit Bey Efendi. Auch die

beiden anderen Termine sind in Kürze klar, es werden

immer Künstlerinnen und Künstler aus Augsburg circa

90-minütige Sets spielen.

Das vollständige Programm der Open-Air-Bühne

im martini-Park ist seit dem 19.05. unter www.

staatstheater-augsburg.de/kunstrasen einsehbar. Karten

für alle Vorstellungen auf dem Kunstrasen sind beim

Besucherservice des Staatstheater Augsburg erhältlich,

vorerst telefonisch (0821 324 4900, Mo bis Fr, 09 bis

17.30 Uhr / Sa, 10 bis 17 Uhr), per E-Mail (tickets@

staatstheater-augsburg.de) oder online unter www.

staatstheater-augsburg.de. Der Besucherservice am

Rathausplatz ist derzeit noch geschlossen.

Alle Vorstellungen finden, angepasst an die jeweils

aktuellen Maßgaben, in eingeschränkter Sitzplatzanzahl

und situationsgerechtem Abstands- und Hygienekonzept

statt.


Staatstheater Augsburg

Katja Sieder

p im Interview

Staatstheater Augsburg auch Teil

des Gaswerksommer-Open-Air

06.06. »Auf den Trümmern das Morgen«

Aus der Reihe »Auf den Trümmern das Morgen« ist das Staatstheater

Augsburg mit einem weiteren Format zu Gast beim Open-Air im Gaswerk,

nämlich mit einer Stummfilmnacht mit Live-Musik. In dieser Ausgabe

wird Fritz Langs »Der müde Tod« live vertont werden.

27.06. »brechtbühne un/plugged«

Von Singer-Songwriter*in und Indie bis Soul, Jazz und Worldmusic

– außergewöhnliche Künstler*innen der regionalen Popkultur treffen auf

Musiker*innen der Augsburger Philharmoniker. Gemeinsam präsentieren

sie Songs unterschiedlichster Couleur. Semi-unplugged mit überwiegend

akustischen Instrumenten.

Bei der Open Air Version des beliebten Formats sind die

Musiker*innen der Augsburger Philharmoniker zusammen mit Nico

Tenzo, Mr. Feat & Hathi mit Hip-Hop-Jazz sowie Lienne & Band mit

Urban-Pop zu erleben.

Lienne

Karten für die Vorstellungen im Rahmen des Gaswerk Open-Air sind online

unter www. gaswerk-sommer.de erhältlich.

Hinter den Kulissen

Besucherkommunikation und Vorderhaus

Die Mitarbeiter*innen von Besucherkommunikation und Vorderhaus sind die ersten, die uns begrüßen, wenn wir eine der

Spielstätten des Staatstheater Augsburg betreten. Der Begriff Vorderhaus beschreibt im Theaterkontext während der Vorstellung

alle Bereiche vor der Bühne, also beispielsweise das Foyer und den Zuschauersaal. Das Vorderhaus-Personal kontrolliert

Eintrittskarten, kümmert sich um die Garderobe und steht den Theaterbesucher*innen mit Rat und Tat zur Verfügung. Das

Team ist bunt gemischt, von Rentner*innen bis zu Studierenden wirken hier ganz unterschiedliche Menschen mit. Doch wie

sieht ihr Arbeitsalltag aus, wenn die Theater Pandemie-bedingt geschlossen bleiben müssen und keine Vorstellungen vor Publikum

stattfinden können? Stefanie Adolf, die zusammen mit Victor Schiering in der Vorderhaus-Leitung tätig ist, erklärt uns:

»Da der Probenbetrieb unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes intern weiterläuft, werden die Theatermitarbeiter*innen

regelmäßig auf Corona getestet.« Stefanie und ihr Team kümmern sich dabei unterstützend um administrative Aufgaben und

überwachen die Durchführung der Schnelltests.

Die Vorfreude auf den geplanten Open Air-Theaterbetrieb im Sommer ist groß, erzählt sie uns, auch wenn es dann aufgrund der

Hygienekonzepte vor allem am Einlass viele Auflagen zu beachten gibt. »Wir warten sehnsüchtig darauf, wieder vor Ort arbeiten

zu können, den Kundenkontakt zu genießen und endlich wieder dieses besondere Theatergefühl zu spüren.«


Staatstheater Augsburg

Juni

2021

staatstheater-augsburg.de

2 Mi 19:30 Buchclub: Anna Karenina

von Lew Nikolajewitsch

Tolstoi

6 So 20:30 Auf den Trümmern das

Morgen

Stummfilmnacht mit Live-Musik

9 Mi 19:39 Buchclub: Anna Karenina

von Lew Nikolajewitsch

Tolstoi

16 Mi 19:30 Buchclub: Anna Karenina

von Lew Nikolajewitsch

Tolstoi

17 Do 20:00 W – Eine Stadt sucht ihre

Wohnung.

Folge 5

Dig

GW

Dig

Dig

Dig

twitch.tv

20:30 Cyrano de Bergerac Kura

18 Fr 20:00 W – Eine Stadt sucht ihre

Wohnung.

Folge 5

Dig

twitch.tv

19 Sa 20:30 Chicago FLB

20:30 Cyrano de Bergerac Kura

20 So 20:30 Serenadenkonzert Kura

23 Mi 19:30 Buchclub: Anna Karenina

von Lew Nikolajewitsch

Tolstoi

24 Do 20:00 Sunset Clubbing Kura

Dig

20:30 Oper unterm Sternenhimmel FLB

25 Fr 20:30 Chicago FLB

20:30 Cyrano de Bergerac Kura

26 Sa 10:00 Konzertkoffer: Streicher Kura

11:30 Ballettkoffer Kura

13:00 Tierische Geschichten:

Conrad Chamäleon

Kura

20:30 Chicago FLB

20:30 Cyrano de Bergerac Kura

27 So 20:00 brechtbühne un/plugged GW

29 Di 20:30 Chicago FLB

30 Mi 19:30 Buchclub: Anna Karenina

von Lew Nikolajewitsch

Tolstoi

Dig

20:30 Chicago FLB

Änderungen vorbehalten.

Sparten:

Musiktheater

Schauspiel

Ballett

Konzert

Theorie & Praxis

Digitaltheater

Spielorte:

Kura Kunstrasen

FLB Freilichtbühne am Roten Tor

GW Gaswerk Open Air

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Zoom

DER WELTENBUMMLER

Interview mit dem Augsburger DJ und Produzenten

Daniel Bortz

70.000 Follower auf Facebook und 2,5 Millionen Klicks auf Spotify! Daniel Bortz ist als DJ seit Jahren auf

der ganzen Welt unterwegs. Zwischen Tokio, New York und Sydney tanzen Partypeople auf seine

House-Beats. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie stehen aber seine Turntables still.

Walter Sianos traf ihn zum Interview.

Foto: W. Sianos


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D

aniel, du bist in der Hauptstadt geboren. Da liegt die erste

Frage auf der Hand, wie hat es dich als Berliner Junge nach

Augsburg verschlagen?

Ich war fünf Jahre alt, als wir nach Bayern gezogen sind. Ich bin in

Freising aufgewachsen und mit 14 ging es weiter Richtung Aichach. Mit 18

wollte ich unbedingt in einer größeren Stadt leben und so kam Augsburg

ins Spiel, wo ich eine Ausbildung als Friseur begonnen habe.

In einem Interview hast du mal gesagt: “Ich habe die ganze Welt gesehen,

aber in Augsburg bin ich hängen geblieben”.

Das stimmt. Was ich an Augsburg sehr schätze, man hat alles direkt vor

seiner Haustüre, egal ob urbanes Leben oder Natur. Zudem sind die Wege

kurz und vor allem liebe ich diesen familiären Spirit und die Unaufgeregtheit,

die diese Stadt vermittelt. Und die Augsburger sind sehr open minded,

mehr als sie denken! Vielleicht zieht es mich eines Tages mal in eine andere

Ecke der Welt, aber derzeit fühle ich mich hier zuhause.

Was waren denn deine ersten Schritte als DJ?

Los ging´s mit 14 in Freising, dann folgte München, später u.a. in der

Roten Sonne. In Augsburg waren meine ersten Stationen das Blue Sky am

Predigerberg, die “Lässig Lounge” im Kerosin und der Liquid Club. Ein echter

Stepp war 2006 meine Veranstaltungsreihe “Forza Electronica” im Schwarzen

Schaf, die heute noch im City Club existiert.

Ich habe dein “Städtetrip-Interview” im Faze Magazin gelesen. Es

kommt sympathisch rüber und dokumentiert, dass du nicht nur in

sondern auch mit der Stadt lebst.

Ja total, Augsburg ist mein Anker, ich war jahrelang an den Wochenenden

unterwegs. Da habe ich es dann immer sehr genossen, hier unter der

Woche in Cafes, Bars und Restaurants zu sitzen. Augsburg hat mich in den

ganzen Jahren sehr inspiriert und hier konnte ich meine Selbständigkeit als

DJ aufbauen. Ich weiß nicht, ob das in einer Großstadt auch so geklappt

hätte. Man sagt ja, “was in Augsburg funktioniert, funktioniert auch auf der

ganzen Welt” (lacht).

Was in Augsburg funktioniert,

funktioniert auch auf der ganzen Welt.

Du hast 70.000 Follower auf Facebook, dein Track “The Misery” wurde

über 2,5 Mio. Mal bei Spotify angeklickt. Das hat schon eine Aussagekraft.

Fakt ist, es gibt in Augsburg keinen DJ, der weltweit so viel unterwegs

war wie du. Wie schafft man es, dass man rund um den Globus

gebucht wird?

Ich produziere schon seit Jahren eigene Tracks und konnte damit einige

Clubhits landen, die auf allen relevanten Festivals gespielt wurden. Dadurch

poppt dein Name in der Szene auf und es hat nicht lange gedauert, bis ich

bei der renommierten Booking Agentur Four Artists gelandet bin. 2009 hatte

ich meine erste Show in Barcelona und dann folgte ein Ding nach dem anderen.

2011 ging es dann so richtig los und 2013 hatte ich schon 130 Bookings

auf der ganzen Welt. Inzwischen war ich so ziemlich in ganz Europa

unterwegs, mehrmals in den USA und Südamerika, in Afrika, Australien, in

Japan, Singapur oder auch in China.

Was ist das für ein Leben, wenn man jahrelang um den Globus jettet

und wie ein Nomade lebt?

Es ist schön, aufregend, aber auch extrem. Es ist ein komischer Mix, denn

einerseits genießt man eine große Aufmerksamkeit, steht sehr im Mittelpunkt,

isst in den besten Restaurants, wohnt in den besten Hotels, performt

vor Tausenden von Menschen und wird überall super behandelt. Man muss

zwischendurch aber schon auch aufpassen, dass man nicht abhebt. Andererseits

ist es ein einsames Leben, denn man reist alleine von Stadt zu Stadt.

Doch irgendwann ist jede Party zu Ende und dann sitzt man alleine im

Hotel, bevor man am nächsten Tag weiterzieht.

Wenn man jahrelang aus dem Koffer lebt, leidet da nicht das soziale Leben?

Voll! Man lebt, verglichen mit seinen Freunden und Bekannten, antizyklisch,

man verpasst Hochzeiten oder Geburtstage. Während ich unter der

Woche in Augsburg quasi Freizeit hatte, mussten die anderen arbeiten. Aber

ich bin ein echter Workoholic und wenn man mal im Flow ist, kann man

nicht so einfach auf Stopp drücken. Aber generell bin ich ein Mensch, der

schnell Anschluss findet und es sind auch Freundschaften auf der ganzen

Welt entstanden, die heute noch bestehen.

Man erlebt auf Reisen sicher auch die skurrilsten Dinge.

Ich habe immer wieder völlig fremde Menschen getroffen, bei denen

ich das Gefühl hatte, sie schon ein Leben lang zu kennen. Das sind Situationen,

wo man sich denkt: “Hey, genau den Typen kenne ich in Augsburg

auch.” Man muss sich gar nicht erklären, es matched sofort untereinander.

Das hat mir immer ein gutes Lebensgefühl gegeben und macht die Welt irgendwie

auch sehr klein.

Wie unterschiedlich tickt das Partyvolk auf dem Globus?

Klar, es gibt viele kulturelle Unterschiede. Sehr musikalisch und begeisterungsfähig

sind die Südamerikaner, elektronische Musik hat da einen sehr

großen Stellenwert und wenn ich beispielsweise in Brasilien auflege, kommen

zwischen 4.000 und 8.000 Leute. In Japan muss man als DJ schon ein

Big Player sein. Sehr schwer ist es auch in China, weil es da keine sozialen

Netzwerke gibt und man dadurch schwer an die Leute rankommt. Die Griechen

wollen bei den Sets etwas mehr zum Mitsingen haben, die New Yorker

haben es gerne technoid, dunkel, hart …

Das heißt aber auch, dass du als DJ sehr flexibel agieren musst.

Ich bin generell jemand, der sich viel im Vorfeld informiert und so wenig

wie möglich dem Zufall überlässt. Ich muss wissen, wie die Leute ticken,

was sie mögen, welche DJs ankommen. Ich habe da schon einen hohen Anspruch.

Es muss abgehen, denn ich habe keinen Bock, dass das Publikum

nach einer Show unzufrieden nach Hause geht. Ich habe in meinen Anfangsjahren

freitags immer im Pow Wow vor Kaffeepublikum aufgelegt, da lernt

man, das Publikum zu lesen, man bekommt ein Gefühl, was ankommt und

was nicht. Und ich habe keine Scheuklappen, ich mag viele Musikrichtungen

und bin da sehr offen, ich lege schon gerne neben House auch mal HipHop

oder auch 80s-Zeug auf.

Natürlich hat auch dich die Pandemie ausgebremst. Wie sehr vermisst

du Clubs und deine Reisen? Oder hast du die Zeit auch genossen und

mal die Seele baumeln lassen?

2019 habe ich viel Zeit mit Produktion verbracht, ich habe eigene Stücke

gemacht, aber auch mit anderen Künstlern wie dem Augsburger Hip Hopper

Errdeka gearbeitet. Das war der Matchplan. Danach wollte ich wieder

ausgiebig touren, kurz vor Corona war ich noch in Indien auf Tour. Aber

seitdem ist natürlich Funkstille. Ich habe mich lange damit schwer getan

und hatte eine Zeit lang gar keine Inspiration oder Motivation mehr. Ich

brauche eben soziale Kontakte, um zu funktionieren. Ich hoffe, dass dieser

Spuk bald zu Ende ist und kann es gar nicht erwarten, endlich wieder unterwegs

zu sein und meinen Job machen zu dürfen. Aber am allermeisten

freue ich mich auf ein exzessives Heimspiel bei “Forza Electronica” im City

Club, wo am Ende alle mit einem fetten Grinsen im Gesicht dastehen. (ws)


36

Zoom

Interview mit Jonas Riegel und Helmut Jesske zum 75. Jubiläum

des Stadtjugendring Augsburg

Die Stimme der

75!

Jugend wird


Zoom

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Seit seiner Gründung 1946 setzt sich der Stadtjugendring (SJR) für die Interessen von Kindern und

Jugendlichen in Augsburg ein und ist heute nicht mehr aus der Stadtgesellschaft wegzudenken.

Mit politischen Kampagnen wie Rathausboss 2020 oder Veranstaltungen wie dem Modular

und X-Large hat der SJR das Lebensgefühl junger Menschen in Augsburg nachhaltig geprägt.

Wir sprachen mit Geschäftsführer Helmut Jesske und dem Vorsitzenden Jonas Riegel über den

Stellenwert junger Menschen in der Stadtpolitik, wie Jugendarbeit in Corona-Zeiten funktioniert

und an welche Erlebnisse mit dem SJR sie besonders gerne zurückdenken. Wir freuen uns auf die

geplanten Jubiläumsaktionen und sagen schon mal: Prost, auf die nächsten 75 Jahre!

Von Lina Frijus-Plessen

Jonas Riegel - Foto: Andreas Keilholz

EErst mal kurz zu den Basics: Wofür steht der

Stadtjugendring aus eurer Sicht, welchen

Auftrag erfüllt er für Augsburg?

Jonas: Der SJR ist ein Pain in the Ass für

alle, die denken, dass die Welt nur den älteren

Menschen gehört. Wir setzen uns dafür ein, dass

sich die Welt frisch und jugendgerecht gestaltet

und vertreten die Jugendverbände und jungen

Menschen in Augsburg. Wir sind gegenüber der

Stadtpolitik und allen Kooperationspartnern in

unserem Netzwerk ein Ansprechpartner für die

Belange der Jugend. Weil wir sehr nah mit jungen

Menschen zusammen agieren, wissen wir einfach,

wie es ihnen geht und welche Bedürfnisse sie

haben.

Helmut: Wir betreiben siebzehn Einrichtungen

für Jugendarbeit im Stadtgebiet, wie Jugendhäuser

und Jugendzentren. Darüber hinaus gibt es

Mitarbeiter*innen, die als Streetworker unterwegs

sind oder sich um die pädagogische Betreuung in

offenen Ganztagsschulen kümmern. Außerdem

stellen wir immer wieder Projekte in unterschiedlichen

Bereichen wie Sport, Musik, Politik und

Jugendkultur auf die Beine.

Modular 2019 - Foto: Andreas Keilholz

Welche Themen liegen euch dabei persönlich

besonders am Herzen?

Helmut: Mir ist es ganz besonders wichtig,

dass die Interessen von Kindern und Jugendlichen

in der Stadtgesellschaft gehört und dann auch

tatsächlich berücksichtigt werden. Eine zweite

Sache, die mir sehr am Herzen liegt und die ich

jetzt auch schon lange begleite, ist der Bereich

Jugendkultur mit solchen Großprojekten wie

dem Modular, Pop-City, X-Large.

Jonas: Ich finde es vor allen Dingen wichtig,

dass junge Menschen das Gefühl haben,

dass sie ihre Zukunft selbst gestalten können

und sie dafür in der Politik gehört werden.

Politiker*innen dürfen nicht immer nur die

Bedürfnisse ihrer Generation in den Vordergrund

rücken, sondern müssen hinreichend in die

Zukunft schauen und darauf achten, was eigentlich

notwendig ist, um den jungen Menschen und

zukünftigen Generationen eine lebenswerte Welt

zu hinterlassen.

Ihr seid beide natürlich zu jung, um die

Anfänge selbst miterlebt zu haben, aber wenn

ihr heute auf die 75 Jahre Geschichte des SJR

zurückblickt, wie hat er sich seitdem verändert?

Jonas: Wir haben für unsere Jubiläumszeitschrift

letztens mit einem ehemaligen SJR-

Vorsitzenden gesprochen. Der hat uns berichtet,

dass es damals in den 70er Jahren vor allem um

den Aufbau von Jugendhäusern und -zentren

ging, aber auch darum, eine gewisse Widerständigkeit

gegenüber der Politik und den politischen

Geschehnissen in der Stadt aufrechtzuerhalten.

Dieses Engagement halten wir heute nach wie

vor hoch, auch wenn sich die Welt außenherum

natürlich stark verändert hat. Gerade von diesem

Wandel und der Offenheit für Veränderungen lebt

der SJR aber auch.

Helmut: Genauso ist es. Unsere Einrichtungen

und Angebote müssen immer so gestaltet

sein, dass Jugendliche tatsächlich Bock haben,

zu kommen. Deshalb müssen wir uns ständig

anpassen und den Finger am Puls der Zeit haben,

um zu erkennen, was junge Menschen gerade

wollen. Vor 75 Jahren waren die gesellschaftlichen

Rahmenbedingungen natürlich noch ganz andere

als heute. Damals stand der SJR erst mal vor der

Aufgabe, Aufbauarbeit zu leisten und dafür zu

sorgen, dass man etwas zu essen und ein Dach

über dem Kopf hatte. Was allerdings seit den

Anfängen gleichgeblieben ist, ist die kritische

Solidarität, in der der SJR zu dieser Stadt steht.

Egal, wer im Laufe der Jahre im Stadtrat saß, der

SJR war immer auch eine unbequeme Stimme

der jungen Menschen und ist das bis heute.

Welche Projekte oder Erfahrungen zählen

denn für euch zu den ganz besonderen Highlights

der letzten Jahre?

Jonas: Für mich war das Modular Festival

immer ein riesiges Highlight. In der feiernden

Menge zu stehen und zu sehen, wie alle Rädchen

ineinandergreifen, die Ehrenamtlichen

Spaß haben und der ganze SJR dort vertreten ist.

Eigentlich hatte ich mich total darauf gefreut,

so ein Modular als Vorsitzender durchzuführen,

Helmut Jesske - Foto: Andreas Keilholz


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Zoom

Der SJR ist ein Pain in the Ass für

alle, die denken, dass die Welt nur den

älteren Menschen gehört.

Juze „Nr. 1“ in der Ulmerstraße 155 Kriegshaber (Archiv Sjr)

aber dann hat uns die Pandemie einen Strich

durch die Rechnung gemacht. Doch es gibt auch

andere Höhepunkte, die im täglichen Geschehen

stattfinden, zum Beispiel die Atmosphäre, wenn

man in ein Jugendhaus reinkommt, oder auch

das Beisammensein in der Vollversammlung sind

immer wieder tolle Erlebnisse.

Helmut: Der SJR hat schon immer versucht,

mit innovativen Projekten die Stadtgesellschaft

voranzutreiben. Mit dem X-Large haben wir zum

ersten Mal in Augsburg eine jugendkulturelle Veranstaltung

dieser gigantischen Größenordnung

auf die Beine gestellt. Beim X-Large 2001 mit

400.000 Besucher*innen an drei Tagen dabei zu

sein, war schon ein ziemlicher Flash. Mein größtes

persönliches Highlight ist dagegen eher unspektakulär.

Es war die Aussage eines ehemaligen

Besuchers unseres Jugendzentrums Villa, früher

K15, der mir erzählte, dass seine Zeit im Juze sein

Leben ganz wesentlich geprägt hat. Das hat mich

sehr berührt, denn genau deswegen mache ich

diese Arbeit.

Nicht nur die Jugendkultur ist eines eurer

Steckenpferde, der SJR bemüht sich auch

darum, die politische Teilhabe von Jugendlichen

zu fördern. Warum ist es euch wichtig,

junge Menschen in Augsburg für die Politik

zu begeistern?

Helmut: Weil Politik das Leben aller Menschen

beeinflusst und wenn sich junge Menschen

daran nicht beteiligen, wird einfach über ihre

Köpfe hinweg entschieden. Demokratie wird

einem nicht geschenkt, die muss man sich immer

wieder neu erarbeiten und deshalb wollen wir

eben auch Jugendlichen ermöglichen, daran

teilzuhaben und Politik selbst zu erleben.

Jonas: Kommunalpolitik bietet jungen

Menschen auch echte Gestaltungsmöglichkeiten

vor der eigenen Haustür. Wir haben uns in

meiner Jugendzeit zum Beispiel gemeinsam

dafür eingesetzt, dass in Haunstetten ein kleiner

Skatepark gebaut wird. Politisches Engagement

gibt Jugendlichen auch die Möglichkeit, mit

Vorurteilen gegenüber der Jugend aufzuräumen.

Die allermeisten jungen Menschen sind eben

nicht politikverdrossen. Ganz im Gegenteil, sie

wollen sich involvieren, sie sind Expert*innen für

ihre eigenen Lebensräume und wollen auch so

verstanden und einbezogen werden.

X-Large (Archiv Sjr)

Corona trifft in der Hinsicht sicherlich auch

eure Pläne und Projekte hart. Wie sieht

eigentlich Jugendarbeit in Pandemie-Zeiten

aus?

Helmut: Wir haben von Anfang an sehr

schnell auf digitale Angebote gesetzt und

unter anderem unser digitales Jugendzentrum

AUX-INN aufgebaut. Auf der Plattform können

Jugendliche an vielen Online-Veranstaltungen

teilnehmen und sich zumindest virtuell treffen.

Allerdings ersetzen diese Angebote natürlich

keine persönlichen Treffen und gemeinsamen

Aktionen. Einzelberatungen sind noch persönlich

unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen möglich,

aber alles darüber hinaus geht gerade nicht.

Es ist auch für den SJR eine schwierige Zeit und

wir hoffen alle sehr, dass wir bald wieder langsam

aufmachen können.

Trotzdem hat der SJR dieses Jahr allen Grund

zum Feiern! Habt ihr bestimmte Aktionen

zum Jubiläum geplant?

Jonas: Es wird im Sommer einen bunten Blumenstrauß

an dezentralen Jugendveranstaltungen

in den einzelnen Stadtteilen geben. Außerdem

sind eine große Ausstellung in der City Galerie

und ein Festakt geplant. Unsere Verbände und

Mitgliedsorganisationen werden im Rahmen

eines Modular-Festles sichtbar, das wir im Juli auf

dem Gaswerk-Areal veranstalten, mit Musik, Open

Stage, Aktivwiese und vielem mehr.

Welche Angebote für Jugendliche fehlen aus

eurer Sicht in Augsburg noch unbedingt?

Welche Baustellen wollt ihr in den nächsten

Jahren in Angriff nehmen?

Jonas: Es muss vor allem ein Commitment

vonseiten der Politik her, mehr in die Jugend zu

investieren. Wir setzen uns weiterhin stark für die

Umsetzung eines Partizipationskonzepts ein, um

jungen Menschen die Beteiligung an der Kommunalpolitik

zu ermöglichen und vereinfachen.

Eine Idee dafür wäre der Aufbau einer Online-

Plattform, die Jugendlichen die Möglichkeit

gibt, an bestimmten politischen Entscheidungen

teilzuhaben. Wir werden uns auch weiterhin für

eine Verjüngung des Wahlalters auf sechzehn

beziehungsweise vierzehn Jahre einsetzen.

Helmut: Wir werden die nächsten Jahre nach

Corona eine ganze Menge nachholen müssen.

Eine Uraltforderung des SJR ist es, in jedem

Stadtteil einen Jugendtreff oder ein Jugendzentrum

zu haben. Es muss der Politik klar sein,

dass die Umsetzung solcher Pläne nicht umsonst

ist, da muss einfach mehr Geld in die Hand

genommen werden. Aber die Perspektive ist ja

eine schöne, denn man investiert damit in die

zukünftigen Generationen, die irgendwann mal als

Entscheidungsträger*innen das Leben in die Hand

nehmen. Wir haben auf jeden Fall noch eine ganze

Menge Baustellen und die Stadtpolitik sollte noch

viel stärker auf die Bedürfnisse und Wünsche von

Kindern und Jugendlichen eingehen. (lina)


Zoom

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Foto: Kakkmaddafakka Haranghy

Endlich wieder

Modular!

Modular Festle vom 09. bis 11. Juli auf dem Gaswerkgelände

ines haben wir im Verlauf des letzten Jahres mittlerweile alle gelernt: Diese Pandemie

gibt nicht so schnell auf. Doch obwohl es noch eine ganze Weile dauern

E

wird, dem Coronavirus endgültig den Garaus zu machen, flackert so langsam ein

Licht am Ende des Tunnels auf. Die Hoffnung ist groß, dass wir in den kommenden

Monaten unter den gegebenen Umständen einen tollen Augsburger

Kultursommer genießen können.

Foto: Martin Mühlbauer

Im Juni 2020 fiel unser geliebtes Modular Festival Corona komplett zum Opfer. Doch diesen

Sommer kommt wieder Bewegung in Augsburgs Kulturszene und das Modular kann in einer

angepassten, Pandemie-gerechten Version stattfinden! Im Rahmen des Augsburger Stadtsommers

unter dem Motto #augsburgbewegt entsteht auf dem Gaswerk-Areal ein jugendgerechter

Ort für Kultur, Sport und Spaß. Der Stadtjugendring Augsburg, seine Partner*innen und Volunteers

sind motiviert, das Festival auch in einem besonderen Jahr wie diesem zu einem unvergesslichen

Ereignis zu machen. Freut euch vom 09. bis 11. Juli 2021 auf ein vielseitiges Programm:

Auf der großen Kulturbühne gibt‘s Live-Musik aus verschiedensten Genres, z.B. elektronisches

Clubprogramm, Hip Hop und noch vieles mehr.

Auf der Aktivwiese stellen sich Augsburger Jugendverbände vor und veranstalten ein buntes

Mitmach-Angebot mit Workshops und Co.

Ihr könnt außerdem Podiumsdiskussionen zu verschiedenen aktuellen Themen lauschen, auf

der Open Stage zeigen, was ihr drauf habt, oder euch am Kletterturm und Modular Kids Spiele-

Parcours austoben.

Im Rahmen des Infektionsschutzes muss die Besucher*innenanzahl auf voraussichtlich 250-500

Personen pro Tag begrenzt werden. Der Einlass erfolgt nur mit vorher erworbenem Ticket und

aktuellem negativen Corona-Testergebnis beziehungsweise vollständigem Impfnachweis. Auf

dem Gaswerk-Areal gelten zudem die gängigen Hygieneregeln (Abstandsgebot, Maskenpflicht,

Sitzplatzzuweisung etc.). Der Ticket-Vorverkauf startet in Kürze unter www.modular-festival.

de. Für mehr Infos und aktuelle Updates behaltet auch die Social Media-Kanäle des Modular

Festivals im Auge!

Foto: Lisa Seifert


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Zoom

Summertime - LIVE Theater

Ein positiver Ausblick und ein Rückblick

Von Daniel Herzog, Operndirektor am Staatstheater Augsburg und

Stellvertreter des Staatsintendanten in künstlerischen Fragen


Zoom

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Gästeblog

NNach vielen Theaterstationen in fast 30 Jahren,

angefangen in meiner Geburtsstadt Kassel

über Dortmund, Darmstadt, Kiel, Trier und

Kaiserslautern bis nach Augsburg ist mir immer

bewusster geworden, für wen wir Theater

machen: Immer für die Menschen einer Stadt

und Region. Ich wohne mit meiner Frau seit

August 2017 in Augsburg im wunderschönen

Kriegshaber, direkt an der Schnittgrenze zu

Stadtbergen und Neusäß. Hier habe ich gelernt,

wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Unsere ersten drei Jahre am Theater (eigentlich

vier mit der Vorbereitung) waren geprägt

von einer Mischung aus Aufbruchstimmung

und Improvisation. Das, was Theatermacher

auszeichnet, ist, sich neu zu erfinden, Bekanntes

neu zu erzählen und neu zu interpretieren.

Es galt, die neuen künstlerischen Standorte in

der Stadt (zuerst im martini-Park, später im

Ofenhaus) auch für das Publikum zu entdecken

und gewohnte „alte Wege“ neu zu gehen. Das ist,

wie ich finde, sehr gut gelungen. Die Augsburgerinnen

und Augsburger waren von Anfang an

sehr aufgeschlossen und neugierig und haben

gemeinsam mit uns die neuen Theaterbühnen

zum „Leben“ erweckt. Denn eines ist klar, Theater

lebt vom Austausch mit seinem Publikum.

Genau diese Einmaligkeit macht LIVE-Theater

aus! Kein Abend ist wie der andere, jede Vorstellung

ist ein Unikat, weil sie von Menschen

für Menschen gespielt, gesungen, gesprochen

oder getanzt wird. Dieses gemeinschaftliche

Miteinander-„Erleben“ ist einmalig und löst

sowohl bei den Künstler*innen als auch beim

Publikum etwas aus. Das macht uns allen als

Menschen deutlich, warum eine Gesellschaft

KUNST UND KULTUR benötigt.

In dieser Zeit wurde das Stadttheater

zum Staatstheater. Ein wichtiges Zeichen und

Bekenntnis für den Kulturstandort Augsburg

und auch für die bereits laufenden, notwendigen

und überfälligen Sanierungsarbeiten. Es ist

aber auch Motivation für alle Mitarbeitenden

am Theater auf dem „langen Weg“ der nächsten

Jahre bis zur Rückkehr.

Dann kam der März 2020: Von heute auf

morgen ein STOP. Die Corona-Pandemie

hatte Deutschland erreicht und auch wir im

Theater sind wie viele andere Branchen in den

1. Lockdown gegangen, soweit das möglich war.

Homeoffice für Künstler*innen lässt sich nicht

so leicht umsetzen und musste erstmal gelernt

werden. Auch für mich waren Zoom und Teams

zunächst völlig fremd, da ich immer kommunikativ

und am liebsten im direkten Austausch

mit den Menschen bin. So war zuerst das

Handy mein zentrales Mittel, um Kontakt mit

Kolleg*innen, meinem Sängerensemble, aber

auch den Gastkünstler*innen zu halten. Die Fragen

waren damals: Wie geht die laufende Saison

weiter? Wie bleiben wir mit unserem Publikum

in Kontakt? Was können wir als Theater für die

Augsburgerinnen und Augsburger in dieser für

uns alle ungewohnten und bedrohlichen Situation

tun? Die Bilder und Nachrichten aus vielen

anderen Ländern haben mächtig Eindruck

hinterlassen. Angst und Unsicherheit, bei jedem

sicher unterschiedlich in ihrer Ausprägung.

Relativ schnell ist es dem Theater gelungen,

in den ersten 2,5 Monaten mit unterschiedlichen

künstlerischen Formaten etwas für die

Menschen in Augsburg gegen die Einsamkeit

und Isolation zu machen. Unser Sängerensemble

hat z.B. bei der WÜNSCH DIR WAS-

AKTION mitgemacht, wo sich Menschen für

Menschen, die ihnen etwas bedeuten, ein Lied,

ein Gedicht, eine Lieblings-Opernarie, aber

auch einen Geburtstagswunsch „bestellen“

konnten. Die Sänger*innen haben sich dann zu

Hause selbst mit der Handykamera beim Singen

aufgenommen und teilweise selbst begleitet. Mit

einem persönlichen Grußwort wurden diese

„Clips“ dann per Mail an die zu „Überraschenden“

verschickt. Eine großartige Aktion, weil

gerade das auch zeigt, wie wichtig der Austausch

für uns alle miteinander ist. Es gab ganz viele

großartige Antworten, wie sehr sich die Menschen

gefreut haben. Nicht nur aus Augsburg.

„WENN NICHT

AM ROTEN TOR,

WO DANN!“

Wie geht es weiter? Sicherheits- und

Hygienekonzepte wurden in die künstlerischen

Arbeitsprozesse miteinbezogen. Es war uns in

der Theaterleitung schon früh klar, dass diese

Pandemie nicht so schnell vorbei sein würde.

Was also mit dem Sommer tun und vor allem

mit der bereits fix geplanten neuen Saison?

Der Spielplan wurde um- und neu zusammengestellt.

Ziel war u.a. Open Air: Wenn nicht

draußen, wo dann! Aber es ging auch um mehr,

ein Zeichen zu setzen für die Augsburgerinnen

und Augsburger: „Es geht doch weiter“,

aber auch für den Erhalt von KUNST UND

KULTUR. Für die vielen, vielen Menschen in

der Kulturbranche, die von heute auf morgen

ein „Berufsverbot“ erhielten und die komplett

durch sämtliche Hilfsprogramme des Staates

gefallen sind. Das gilt eilweise bis heute! Die

Politik sprach nur von der Wirtschaft und wie

man bestimmte Branchen und „Großunternehmen“

mit staatlichen Hilfen unterstützt.

KUNST UND KULTUR wurden monatelang

auf keiner der unzähligen Pressekonferenzen

erwähnt. Das war und ist nicht schön. Bis heute!

Schuld ist sicher die Einteilung in systemrelevante

und weniger relevante Berufe. Es ist mir

klar, was damit gemeint war, aber es vermittelt

ein Gefühl: Nämlich weniger wert und weniger

wichtig in einer Gesellschafft zu sein. Für mich

ist jeder Mensch in einer Gesellschaft relevant.

Jeder leistet einen Beitrag durch sein Tun.

Nach über 14 Monaten und mitten im 3.

Lockdown hat diese Pandemie etwas mit uns als

Gesellschaft gemacht: Für ganz viele Menschen

ist sie nicht nur eine ökonomische Katastrophe,

sondern auch eine existenzielle. Es gibt eine

große Spaltung in der Gesellschaft, was die

Meinung über die Pandemiebekämpfung und

Maßnahmen der Politik betrifft! Inzwischen

geht es für KUNST UND KULTUR um mehr,

als nur darum, ein Zeichen zu setzen. Ich frage

mich, warum seit letztem November selektiv

schon wieder, oder immer noch, nur WIR und

nicht auch andere Berufsbranchen ihren Beitrag

zur Senkung der Zahlen leisten mussten. Wieso

hat man nicht zwei oder drei Wochen alles

geschlossen?

Positiv für uns alle: Es gibt einen Impfstoff!

Man stelle sich vor, was wäre, wenn wir noch

Jahre auf den Impfstoff hätten warten müssen.

Positiv für die Augsburgerinnen und Augsburger:

Freuen wir uns gemeinsam auf den

Augsburger Sommer und das Open Air-Programm

des Staatstheater Augsburg. Wie bereits

im letzten Sommer haben wir wieder für jeden

Geschmack etwas zu bieten. Highlight ist sicher

das Musical CHICAGO am Roten Tor, eines der

erfolgreichsten Broadway-Musicals überhaupt.

Augsburg darf sich freuen, die Rechte dafür

bekommen zu haben. Erst seit 2017 darf das

Stück in Deutschland und Österreich überhaupt

wieder neu interpretiert werden. In Augsburg

wird erst die siebte Version gezeigt. Auch bei der

Besetzung der Sängerinnen und Sänger wollen

wir wieder Musical in Augsburg auf höchstmöglichem

Niveau mit einem internationalen

Top-Cast in den Hauptrollen präsentieren.

Selbstverständlich gemeinsam mit dem eigenen

Hausensemble aus Sänger*innen, Chor, Ballett

und Philharmonischem Orchester. Die Proben

für dieses „Show-Musical“ haben Anfang Mai

begonnen, der Vorverkauf läuft seit dem 12.

April. Wie im letzten Sommer werden wir für

unser Publikum natürlich wieder ein Sicherheitskonzept

nach den Vorgaben und gemeinsam

mit den Behörden der Stadt erstellen.

Jetzt freue ich mich wie jeder wieder auf

LIVE-Theater mit Publikum!


42

SPORT

10 Jahre Bundesliga

ANDREAS RETTIG blickt zurück

Er war Manager beim SC Freiburg, dem 1. FC Köln, beim FC St. Pauli sowie Geschäftsführer der DFL. 2006 wechselte

Andreas Rettig als Manager vom Rhein an den Lech und mit ihm kamen die Erfolge.

Das DFB Pokal-Halbfinale 2010 und der Aufstieg in die Bundesliga im gleichen Jahr waren die Highlights seiner

2.291-tägigen Amtszeit beim FCA. Wir trafen ihn auf einem Zwischenstopp in Augsburg.

Interview und Foto: Walter Sianos


SPORT 43

Andreas, viele kennen dich als Manager

und Funktionär, nicht aber als filigranen

Mittelfeldspieler. Im Januar 1985

hast du beim Spiel SW Essen gegen

den Wuppertaler SV mit deiner Vorarbeit

Klaus-Dieter Nuyken das Tor des Monats mit

dem Außenrist serviert.

Essener Uhlenkrug, knietiefer Boden, der Ball

war noch aus echtem Leder. Ich setze mich auf der

linken Seite – damals schon meine bevorzugte

Richtung – durch und flanke mit dem Außenrist

in die Mitte des Strafraums. Der Torwart wehrt ab

und mein Wuppertaler Kollege Nuyken versenkt

das Ding waagrecht. Aber viel schöner als das Tor

ist die Tatsache, dass wir – der dritte im Bunde ist

Andreas Haremski - uns in den letzten zehn Jahren

immer einmal im Jahr zu einem Spiel treffen

und anschließend bei Bier und Skat den Abend

verbringen.

Der Zufall wollte es, dass du in Augsburg

weilst, weil du bei Blickpunkt Sport zu Gast

gewesen bist. Du bist ein äußerst begehrter Interviewpartner

und häufig in den Medien präsent.

Eines muss ich vorausschicken, Geld verdiene

ich damit nicht. Ich bin ein Überzeugungstäter

und gerade in einer Zeit, in der vieles stromlinienförmig

und glattgebügelt ist, kann es nicht

schaden, wenn sich jemand zu Themen äußert,

die uns Fußballfans bewegen.

Ich kann mir vorstellen, dass man sich in der

Branche nicht ausschließlich Freunde macht,

wenn man so deutlich Stellung bezieht wie

du.

Ich habe mir in dreißig Jahren das Privileg

”erarbeitet”, nicht mehr mit den Wölfen heulen zu

müssen. Ich hatte als Folge daraus natürlich auch

schon einige kontroverse Gespräche und mir ist

sehr bewusst, dass man sich nicht nur Freunde

macht, wenn man die Dinge beim Namen nennt.

Aber wenn sich jemand deswegen auf den Schlips

getreten fühlt, dann ist das eben so.

Du bist 2006 vom 1. FC Köln nach Augsburg

gewechselt. Der Effzeh ist ein spezieller Club,

im Prinzip das krasse Gegenteil vom beschaulichen

FCA. War der Andreas Rettig, der damals

zum FCA gekommen ist, ein anderer, als

der, der aus Augsburg weggegangen ist?

Man nimmt aus jeder Station etwas mit. Eigentlich

bin ich in Freiburg sozialisiert worden

und es stimmt, Köln ist ein heißes Pflaster. Die

sechs Jahre in Augsburg waren für mich eine Weiterentwicklung.

Es war eine tolle und erfolgreiche

Zeit, weil wir Großes geschaffen haben. ”Lebenslanges

Lernen”, das war einer der Leitsprüche des

damaligen Präsidenten Walther Seinsch und den

habe ich auch immer beherzigt.

Kannst du dich noch an deinen ersten Arbeitstag

in der FCA-Geschäftsstelle erinnern?

(Lacht) Und ob! Ich wusste zuerst gar nicht,

dass das die Geschäftsstelle war und alles war

schon etwas gewöhnungsbedürftig. Im Untergeschoss

in der Donauwörther Straße war damals

die FCA-Gaststätte und so passierte es immer wieder

mal, dass plötzlich Gäste in meinem Büro

standen: ”Oh, falsche Tür, ist das nicht die Toilette

…? Aber wenn ich schon mal hier bin … ”. Das

hatte auch seinen Charme und ich verbinde nahezu

nur positive Erinnerungen an Augsburg. Bis

auf das letzte Heimspiel 2008 gegen Carl Zeiss

Jena, als es um den Abstieg in die 3. Liga ging. Das

hat unheimlich viel Nerven gekostet.

Du warst Manager beim SC Freiburg, dem 1.

FC Köln, beim FCA und dem FC St. Pauli. Mit

2.291 Diensttagen hattest du deine längste

Amtszeit hier in Augsburg. Das hättest du zu

Beginn wohl auch nicht gedacht?

Augsburg ist viel schöner

als Berlin!

Nein, das muss ich ehrlich gestehen, das hätte

ich nie für möglich gehalten. Die Stadt hat mir

zwar immer sehr gefallen, aber die Mentalität der

Menschen hier ist schon gewöhnungsbedürftig.

Ich weiß nicht, ob ich den Augsburger auch nach

sechs Jahren richtig verstanden habe (lacht). Aber

es herrschte definitiv ein richtig guter Geist im

Team und rund um den Club. Ich habe auch

immer noch einen sehr guten Kontakt mit den

Leuten von damals, wie etwa Michael Ströll, Felix

Jäckle, Markus Krapf und vielen anderen.

Höhepunkt war natürlich der Aufstieg 2010 in

die Bundesliga. Kannst du uns den Moment

schildern, als Stephan Hain vier Minuten vor

Spielende den Ball über die Linie gedrückt

hat.

Klar kann ich das, aber es ging ja schon vorher

los. Wir waren natürlich mit dem Parallelspiel Osnabrück

gegen Bochum verbunden. Je nach Spielkonstellation

hätte uns auch schon ein Unentschieden

den Aufstieg bescheren können. Der

VfL Bochum lag eine Viertelstunde vor Schluss

zurück, bei uns stand es 1:1, damit wären wir

durch gewesen. Was also tun, das Unentschieden

sichern oder auf Sieg spielen? Darüber habe ich

auf der Bank mit Jos Luhukay diskutiert, wir

haben uns für die zweite Variante entschieden

und damit die richtige Entscheidung getroffen.

Bochum hat nämlich in der Nachspielzeit tatsächlich

noch gewonnen. Aber mein Spurt von der

Trainerbank zur Spielertraube ist mir auch heute

noch nachhaltig in Erinnerung.

War das der emotionalste Moment in deiner

Augsburger Zeit?

Zwei weitere Dinge sind bei mir hängen geblieben.

Einmal war das die Ehrenrunde im Stadion

nach der verpassten Relegation gegen den 1.

FC Nürnberg. Denn genau da haben wir uns bereits

auf die folgende Saison eingeschworen und

beschlossen, dass jetzt der Aufstiegskampf in die

neue Spielzeit startet. Der zweite Moment war der

Fangesang der FCA-Kurve nach dem verlorenen

Pokalhalbfinale in Bremen: ”Augsburg ist viel

schönes als Berlin”. Da hatte ich pure Gänsehaut.

Du warst über vier Jahre beim FC St. Pauli

tätig. Hinter dem Verein steckt schon mehr, als

bloß eine coole Marketingstrategie. Was genau

sollte man sich vom Kiez-Club abschauen?

Mich hat es sehr fasziniert, mit welcher Konsequenz

man auf St. Pauli für das Eintreten und

das Umsetzen von Werten steht. Es gibt nur sehr

wenig Vereine, bei denen das in dieser Ausprägung

zu Tage tritt. Man kann sicherlich darüber

diskutieren, ob es hier oder da zu politisch wird,

aber die Grund-DNA dieses Vereins für Werte

und Haltung ist großartig und nachahmenswert.

Am 01.06. trittst du deinen neuen Job an. Du

wirst Geschäftsführer beim Drittligisten Viktoria

Köln. Was hat dich zu diesem Schritt bewogen?

Da ist zunächst einmal der Standort, meine

Frau und ich wollten nicht mehr umziehen. Außerdem

möchte ich im letzten Drittel meines beruflichen

Wirkens keine Kompromisse mehr

eingehen. Ich will mich mit Menschen umgeben,

mit denen ich vertrauensvoll und mit Freude zusammenarbeite.

Und dieses Gefühl habe ich hier.

Zudem geht es mir um die Perspektive des Klubs,

für den ich ja selbst in den 1980-er Jahren gespielt

habe. Außerdem finde ich hier den Gestaltungsfreiraum

vor, den ich mir wünsche. (ws)


44

SPORT

DER TALENTE-MANAGER

Interview mit CHRISTOPH JANKER

Im Winter 2015 kam Christoph Janker als Spieler zum FC Augsburg und erlebte mit der Europa League-Saison die bisher erfolgreichste

Zeit der Clubgeschichte. Der Innenverteidiger blieb dem FCA weitere dreieinhalb Jahre treu, ehe er seine Karriere im Sommer 2019 beendete.

Der Kontakt nach Augsburg brach jedoch nie ab und ein halbes Jahr später übernahm er das neugeschaffene Amt des

Talente-Managers. Welche Tätigkeitsbereiche dieser Job umfasst und wie man den Sprung aus der Jugend zu den Profis schafft,

verriet uns der 36-Jährige im Interview.

Von Moritz Winkler

hristoph, vor rund zwei Jahren

hast du deine Profikarriere

hier in Augsburg beendet, eine

lange Ruhepause gab es danach

jedoch nicht. Bereits im

Februar 2020 hast du das Amt

des Talente-Managers beim FCA übernommen.

Wie kam es denn dazu?

Naja, kurz nach meinem Karriereende habe

ich mir natürlich schon ein paar Monate Zeit gelassen

und mir Gedanken gemacht, wie es für

mich in Zukunft weitergehen soll. Es hat sich

dann aber recht schnell herauskristallisiert, dass

ich wieder in den Profifußball zurück möchte. Der

Draht zur Geschäftsführung des FCA ist in dieser

Zeit nie ganz abgerissen und als der Verein dann

darüber nachgedacht hat, diese neue Stelle zu

schaffen, war für mich sofort klar, dass ich das unbedingt

machen will.

Was kann sich denn der Fan unter diesem Job

vorstellen, was sind deine Aufgabenbereiche?

Im Grunde genommen sind es zwei große Bereiche,

für die ich zuständig bin. Zum einen ist das

die Betreuung der Leihspieler, die wir als Verein

an andere Clubs abgegeben haben. Ich kümmere

mich darum, die passenden Leihvereine zu finden

und stehe mit den verliehenen Spielern im ständigen

Kontakt. Besonders wichtig ist uns dabei,

dass die Spieler bei ihren neuen Vereinen ausreichend

Spielzeit erhalten, damit sie den nächsten

Schritt machen können. Der zweite große Aufga-


SPORT 45

Als der Verein dann darüber nachgedacht hat,

diese Stelle zu schaffen, war mir sofort klar,

dass ich das unbedingt machen will!

benkomplex bezieht sich auf unser Nachwuchsleistungszentrum.

Es geht darum, die Spieler aus

den Leistungsmannschaften U17, U19 und U23

aus dem Effeff zu kennen und darauf zu schauen,

wer vielleicht den Sprung zu den Profis schaffen

könnte.

In den letzten Jahren hat sich gerade auch

durch den Bau des Nachwuchsleistungszentrums

in Sachen Jugendarbeit beim FCA einiges

getan. Wie professionell ist denn

inzwischen die fußballerische Ausbildung in

Augsburg im Vergleich zu anderen Bundesligastandorten?

Wir sind definitiv auf einem guten Weg und

machen stetig kleine Fortschritte. Sicherlich

kommt jetzt mit der Fertigstellung des Internats

noch der letzte große Baustein hinzu, aber auch

bei der qualitativen und inhaltlichen Ausbildung

der Jungs sind wir auf einem sehr guten Weg.

Angenommen du und dein Team haben ein

vielversprechendes Talent mit Potential für

den Profifußball ausgemacht. Was sind die

Schritte, diesen Spieler Stück für Stück an die

erste Mannschaft heranzuführen?

Natürlich kommt es zuerst darauf an, wie alt

der Spieler ist. Ich halte nichts davon, wenn jemand,

der erst 15 oder 16 Jahre alt ist, sich mit den

Profis messen soll. Es geht dann eher darum, im

Austausch mit den jeweiligen Trainern die Stärken

und Schwächen der Spieler zu erkennen und an

den Dingen zu arbeiten, die vielleicht noch für

den letzten Schritt für den Profifußball fehlen. Das

ist ein permanenter Prozess, bei dem auch die persönlichen

Belange der Jungs nicht zu kurz kommen

dürfen. Deswegen befinden wir uns auch im

ständigen Austausch mit dem Spieler selbst, aber

auch mit seiner Familie und seinen Beratern.

Dennoch klappt der Sprung zu den Profis leider

für viele Talente nicht auf Anhieb. Entweder,

weil Verletzungen ihre Entwicklung

ausbremsen oder sie einfach nicht genug Spielzeit

bekommen.

Der Übergangsbereich ist im Grunde genommen

die schwierigste Phase. Einerseits natürlich

sportlich, anderseits auch für die Psyche des Spielers.

Im Gegensatz zu einem klassischen Spielertransfer,

wo man meist sehr genau weiß, was ein

Spieler mitbringt, ist es bei einem jungen Talent

deutlich schwieriger, sein komplettes Potential

vorherzusehen. Gerade deswegen ist der ständige

Austausch mit den Jungs so wichtig, damit sie die

Überzeugung haben, es hier in Augsburg auch

wirklich schaffen zu können.

Wie wichtig sind denn dann Leihen, um die

Entwicklung von jungen Spielern anzukurbeln.

Ich denke da zum Beispiel an Felix Götze,

der nach seiner schweren Verletzung aktuell

beim 1. FC Kaiserslautern wieder zu alter

Form zurückfindet.

Felix, aber auch Maurice Malone oder Kevin

Danso sind gute Positivbeispiele, woran man die

Wichtigkeit solcher Leihen sieht. Im Endeffekt

kann man den letzten Schritt zum Profifußballer

nur machen, wenn man regelmäßig auf dem Platz

steht. Ab einem bestimmten Zeitpunkt ist das

Training einfach kein adäquater Ersatz mehr für

Spielminuten. Nur in den allerwenigsten Fällen

schaffen die Spieler diesen Schritt bei ihren Heimatvereinen.

Daher sind Leihen in die unteren

Profiligen oder auch ins Ausland überhaupt kein

Rückschritt, sondern können einen erst recht nach

vorne bringen. Und zwar nicht nur in Sachen Einsatzzeiten,

sondern auch in der Selbständigkeit

und Eigenverantwortung. Schließlich müssen die

Spieler dann ihren Alltag in einem völlig neuen

Umfeld selbst managen.

Gleichzeitig besteht natürlich auch immer die

Gefahr, dass der Traum vom Profifußball am

Ende doch platzen könnte. Wird auch das in

den letzten Jahren in der Jugendarbeit mehr

in den Fokus gerückt, um den Talenten auch

außerhalb des Profisports eine Perspektive zu

bieten?

Definitiv. Ich gönne es natürlich jedem, der

den Sprung in den Profibereich schafft. Aber man

braucht im Leben immer einen Plan B, schließlich

kann die eigene Karriere beispielsweise auch

durch eine schwere Verletzung sehr schnell beendet

sein. Daher gilt bei uns die Prämisse, dass jeder

Spieler seinen höchstmöglichen Schulabschluss

machen soll und dahingehend wird er vom Verein

auch unterstützt. Aber auch danach führen wir

mit den Spielern Orientierungsgespräche und

loten Möglichkeiten aus, sich auch neben dem

Fußball weiter fortzubilden, beispielsweise durch

den Besuch einer beruflichen Oberschule oder ein

Fernstudium.

Wie sehr hat denn die aktuelle Coronasituation

eure Arbeit erschwert?

Natürlich war es nicht einfach, aber wir haben

daraus das Bestmögliche gemacht. Es wäre nicht

angemessen, sich darüber zu beschweren, schließlich

leiden viele gesellschaftliche Bereiche durch

die Pandemie viel stärker als der Profifußball. Deswegen

bin ich dankbar, dass wir überhaupt im

NLZ weitertrainieren konnten, auch wenn kein

Regelspielbetrieb stattfinden konnte.

Du selbst hast dich vor einem Jahr in einem Interview

für eine stärkere regionale Jugendförderung

ausgesprochen und dabei auch eine

Verschärfung der Local-Player Regelung als

Antwort auf die immer höher werdenden

Transfersummen ins Spiel gebracht. Wie

könnte so etwas denn aussehen?

Natürlich können wir als Verein so eine Veränderung

nicht selbst einführen. Das müsste vom

Verband oder der Liga festgesetzt werden, damit

alle Proficlubs dieselben Voraussetzungen haben.

Wir als FC Augsburg möchten jedoch den Fußball

in der Region fördern und jungen Spielern durch

unser NLZ die Möglichkeit geben, an die Tür zur

Bundesliga zu klopfen. Daher finde ich die Idee

spannend, die jetzige Local-Player-Regelung ein

Stück weit aufzuwerten. Wie das dann im Detail

umgesetzt wird, ob über Einsätze, Spielminuten

oder andere Konzepte, da bin ich ehrlich gesagt

recht offen.


46

green living

green living

Nachhaltigkeit und Regionales

Das „Klima-Urteil“ des Bundesverfassungsgerichts vom März 2021 wird

heiß diskutiert und schlägt einige Wellen. Das Klimaschutzgesetz wurde

für teilweise verfassungswidrig erklärt, weil darin die Reduktionsziele

für Treibhausgase nicht über das Jahr 2030 hinaus konkretisiert werden

und somit die Erfüllung des Staatziels „Schutz der Lebensgrundlagen“

für zukünftige Generationen unverhältnismäßig schwer werden könnte.

Gesetze dürfen nicht einfach ungedeckte Schecks auf die Zukunft ausstellen

und dabei zukünftige Generationen über Gebühr belasten.

Wenn heute junge Menschen wegen der kaum nachhaltigen Klimapolitik

der Bundesregierung für ihre Zukunft demonstrieren, dann hat das

offenbar eine Signalwirkung für alle Generationen.

Das Thema Klimaschutz, das monatelang im Schatten der Pandemie

sein Dasein fristete, ist plötzlich zurück auf der obersten politischen

Agenda. Klimaschutz wird ein zentrales und bundesweites Wahlkampfthema.

Das gilt auch für Augsburg, denn im Mai hatte hier die Sondersitzung

des Augsburger Stadtrats zum Thema Klimaschutz stattgefunden. Die

Berichte und Beschlussvorlagen umfassten ein breites Themenspektrum

von der Förderung nachhaltiger Lebensstile durch Bildung für

nachhaltige Entwicklung über die Aktivitäten der Stadtwerke Augsburg

bis hin zum Augsburger Energiestandard, der mehr Energieeffizienz

beim Bauen und Sanieren etablieren soll. Bereits im Februar hatte

der Stadtrat ein CO2-Restbudget von 9,7 Millionen Tonnen festgelegt.

Damit ist er einer Empfehlung des Augsburger Klimabeirats gefolgt,

der diesen Wert für Augsburg ermittelt hat – ausgehend vom Anteil der

Augsburger*innen an der Weltbevölkerung und dem globalen Restbudget,

das nicht überschritten werden darf, um die Pariser Klimaziele

noch einhalten zu können.

Wir richten unseren Blick auf regionale Unternehmen und Einrichtungen,

die sich ihrerseits aus Überzeugung nicht nur Klimaschutz, sondern

auch Nachhaltigkeit längst auf ihre Fahnen schreiben. (max)


green living

47

Sommerzeit ist Grillzeit

brauerei ustersbach

10 Goldmedaillen für die traditionsreiche Brauerei aus dem

Augsburger Land

Wer den Kontakt mit Alu vermeiden möchte, für den gibt es einige Alternativen,

wie beispielsweise Grillschalen aus Edelstahl oder Emaille. Weitere

Möglichkeiten bieten natürlich auch Pfannen und kleine Wokschalen.

Das Fleisch braucht hier zwar länger, bis es gar ist, dafür können die

Schalen aber wiederverwendet werden. Natürliche Varianten kommen aus

der Natur: Schafskäse, Haloumi, Fleisch oder Grillgemüse können auch

in Rhabarber-, Kohl-, Mangold- oder Weinblätter eingewickelt werden.

Eine weitere Alternative bietet ausgehöhltes Gemüse zum Füllen, wie etwa

Paprika, Zucchini oder Tomaten. Kartoffeln, Fisch oder Fleisch lassen sich

des Weiteren hervorragend in Backpapier einwickeln, Grillgemüse kann

ganz einfach auf Holzspieße aufgesteckt werden.

Wer jetzt in die Grillsaison starten möchte, der kann das perfekt mit einem goldprämierten

Ustersbacher, denn die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG)

hat erneut alle Ustersbacher Bierspezialitäten mit DLG-Gold ausgezeichnet.

900 Biere und Biermischgetränke waren im Test. Die Experten im Testzentrum

beurteilen alle relevanten Qualitätskriterien, wie etwa Reinheit des Geschmacks,

Aroma und Schaumhaltbarkeit. Besonders gute Produkte erhalten Prämierungen

in Gold, Silber oder Bronze.

Hier konnte die Ustersbacher Brauerei 2021 wieder voll punkten und erhielt

gleich 10x DLG-Gold für ihre Biere. Auch für die klassischen flumi- und Wita-

Limonaden made in Ustersbach gab es Gold, wie auch für „Witaquelle“, das Mineralwasser

mit dem Schmetterling.

Unternehmerin Stephanie Schmid: „Mein Dank geht an unser gesamtes Team.

Leider können wir unseren Erfolg schon zum zweiten Mal nicht gemeinsam feiern.

Hoffen wir, dass uns das bald wieder möglich sein wird, Zeit wird‘s!“

Da auch in diesem Jahr kein Gruppenbild möglich war, gibt es an dieser Stelle ein

Multipic unseres Brauteams.

KLIMASCHONEND

HERGESTELLT ...

DIE

HELLE

FREUDE !

WOW !

... UND

GOLDPRÄMIERT.

10 Goldmedaillen für

Ustersbacher bei

den DLG-Tests 2021.

Das gefällt uns!


48

green living

biobäckerei schubert

Mit Ethik zum Erfolg

Gemeinwohl-Ökonomie ist eine Idee, wie man die bestehende

Wirtschaftsordnung transformieren könnte, um

ein neues Wirtschaftssystem, das auf Gemeinwohlfördernden

Werten aufbaut, zu etablieren. Das schafft eine

Basis für eine ethische Marktwirtschaft, deren Ziel nicht

die Vermehrung von Geldkapital ist, sondern ein gutes

Leben für alle. Menschenwürde, Menschenrechte und ne eigenen Erkenntnisse und richtete einen runden Tisch

ökologische Verantwortung sollten als Gemeinwohlwerte

in der Wirtschaft selbstverständlich werden.

auf Augenhöhe sind dabei das A und O. Entscheidungen

mit seinen Lieferanten ein. Faire Geschäftsbeziehungen

Aus diesem Grund haben sich acht Unternehmen aus werden nun gemeinsam getroffen und Preise unabhängig

der Region zusammengeschlossen und eine Peergroup vom Markt verhandelt. Dieser garantierte Preis schafft für

unter dem Dach der Gemeinwohl-Ökonomie gegründet.

Nach über SCHU_Kuerbiskerne_64x190mm.pdf einem Jahr innerhalb dieser Gruppe 1 zog 12.10.20 selbst 13:24 Versorgungssicherheit.

die Bauern Planungssicherheit und für den Bio Bäcker

Frank Schubert von der Biobäckerei Schubert daraus sei-

Schubert verfolgt eine besondere Philosophie: „Es ist

mir wichtig, dass mein Unternehmen auch etwas für

das Gemeinwohl leistet. Dies beginnt bei einem fairen

Umgang mit Lieferanten und reiche bis zur Integration

von Mitarbeitern in verschiedene Arbeitsprozesse. Immer

öfter fragen die Menschen, was leistet das Unternehmen

für die Gesellschaft, wie geht es mit seinen Mitarbeitern

um, woher bezieht es seine Rohstoffe.“ Dieser Wandel

DE-Öko-006

Gemeinsam regional

stützt Schuberts Unternehmensphilosophie und schafft

die Grundlage, sich diese auch leisten zu können. Denn

klar ist bei aller Euphorie auch, dass der Verzicht auf mehr

Gewinn auch Folgen hat: „Weil unser Gewinn sicher begrenzter

ist als bei anderen, müssen wir auch manchmal

zurückstecken. Wir haben ein kleineres Werbebudget als

Mitbewerber und können bei unseren Filialen auch nicht

jeden Mietpreis bezahlen.“

Lebensfreude.

Gutes Essen.

Weisenhorn

genießen.

Unsere Grillspezialitäten

Vom „Wohlfühlschwein“:

Schweinesteak verschieden gewürzt

Gyrosspieße & Fackelspieße

Filetspieße, Ital. Spieße &

Pflaumenspieße

Schweizer Grillwurst mit Wammerl

Spare Ribes

Steaktaschen verschied. Füllungen

Dry Aged Tomahawk-Steak

Dry Aged Ochsen-T-bone-Steak

Dry Aged Ochsenkotelett

Cevapcici fertig gewürzt

Lammkotelett & Lammsteaks

Lammspieß mit Bohnen

Putenspieße „Hawaii“ mariniert

Hähnchensteaks versch. Füllungen

Hähnchenspieße

Entenspieß mit Zwiebel

Bei größeren Mengen bitte 1 Tag

vorbestellen

Landmetzgerei Weisenhorn

Marktplatz 10, 86447 Aindling

Tel. 08237-9608-0

Bestellen Sie einfach unter:

www.landmetzgerei-weisenhorn.de

Hier finden Sie alle unsere Produkte

Unsere Kürbiskerne

haben’s nicht mehr

so weit zu uns.

Denn sie kommen jetzt aus

dem Aichacher Land von einer

neu gegründeten Bioland-

Anbaugemeinschaft.

Keine Selbstverständlichkeit, denn

der sensible Kürbis wächst nicht überall

so gerne. Dass die Kerne auch noch ganz

besonders aromatisch und knackig

sind, freut uns umso mehr.

Dafür sind sie

jetzt teurer ...

Qualität und Regionalität sind

für uns der Kern der Sache. Unser

Kürbiskern Vollkornbrot kostet dadurch

etwas mehr und auch wir verzichten auf

einen Teil unseres Gewinns. Doch so

fördern wir gemeinsam den Aufbau

lokaler Wertschöpfungsketten für

unsere Bauern und den Erhalt einer

gesunden, artenreichen Kulturlandschaft

rund um Augsburg.

Lohnt sich doch, oder?

landmetzgerei weisenhorn

Genuss mit gutem Gewissen

Artgerechte Tierhaltung, kurze Transportwege und eigene Schlachtung

Als traditionsreicher Handwerksbetrieb fühlen wir uns seit Jahrzehnten einer

nachhaltigen Erzeugung von hochwertigen Lebensmitteln verpflichtet. Wir

arbeiten mit Landwirten aus der Umgebung zusammen,

die ihre Tiere mit Sorgfalt und Respekt

halten. Unsere „Wohlfühlschweine“ wachsen im

Außenklimastall auf, unsere Rinder (Färsen) beziehen

wir ausschließlich von Bauern aus der Umgebung

und unser Freiland-Geflügel erhalten wir

vom Demeter Hof Finkenzeller. Dazu kommt die

besondere Verarbeitung - wir schlachten nämlich

immer noch selbst.

Keines der Schlachttiere befindet sich länger als 15

Minuten auf dem Transportweg. Wir tragen selbst

die Verantwortung für die Produktion und können

somit sicherstellen, dass so wenig wie möglich

Zusatzstoffe verwendet werden. Den unverwechselbaren,

guten und frischen Geschmack unserer Wurstspezialitäten stellen wir

durch die Verarbeitung von Warmfleisch sicher.

Außerdem verzichten wir bewusst auf Fleisch vom Ausland, denn wir sind der

Meinung, unser heimisches Fleisch ist mindestens genauso gut.

Neben unseren Geschäften in Aindling und Gersthofen gibt es verschiedene Abholfilialen

im Augsburger Umkreis. Sie können bequem online bestellen und Ihr

Frischepaket in einer von 5 Filialen in Augsburg-Hochzoll, Friedberg, Steppach,

Langweid am Lech, Aichach abholen oder bequem nach Hause liefern lassen.


Erdbeer-Saison

Mit „Strawberry fields forever“ huldigten schon die Beatles den

Erdbeeren. Von Mai bis Juli gibt es deutsche Erdbeeren. Sie

schmecken meist am besten, weil sie frisch gepflückt keine langen

Transportwege zurücklegen müssen. Und oft sind sie auch

weniger schadstoffbelastet.

ölmühle hartmann

Wir lassen unsere Heimat blühen

green living

Ölbringende Pflanzen sind Blühpflanzen: Somit sorgen wir durch den

Anbau der Ölsaaten für unsere Speiseöle in der Region für Blütenmeere

der besonderen Art. Ob Sonnenblumenfelder, Rapsfelder oder Lein:

Wir unterstützen mit unserer Landwirtschaft die Aktion „Rettet die

Bienen“ – und zwar sowohl Honigbienen als auch Wildbienen. Darüber

hinaus kooperieren wir mit heimischen Imkern und unterstützen

damit die Gewinnung regionaler Honigsorten.

Ölmühle Hartmann GbR, Lindenfeldweg 12, 86420 Biburg, Tel.

0821/483144, www.oelmuehle-hartmann.de

49

ludwig asam

Erdbeer-Saisonstart ca. 10. Juni

Ludwig Asam bewirtschaftet seinen Hof seit 2010 nach den EU-Bio Richtlinien

und ist seit 2020 wieder Naturland zertifiziert. Alle Produkte stammen vom eigenen

Betrieb und die Tiere vom Asamhof werden ausschließlich mit pflanzlichen

Futtermitteln von den eigenen Feldern gefüttert. Unabhängige, regelmäßige Kontrollen

garantieren das. Betriebsleiter Asam steht jederzeit kompetent bei allen

Fragen zur Verfügung.

Neben Rind- und Lammfleisch auf Vorbestellung gibt es während der Saison

auch Bio-Erdbeeren zur Selbsternte oder praktisch zum Mitnehmen in der 500

Gramm Schale. Seit diesem Jahr gibt es auch Bio-Heidelbeeren ab Ende Juni, eine

Selbsternte ist bei diesen allerdings nicht möglich.

Erdbeeren haben auf dem Asamhof schon eine lange Tradition

Vor ca. 18 Jahren baute Vater Asam das letzte Mal konventionelle Erdbeeren an.

Nachdem Sohn Ludwig sich die Landkarte der Bio-Erdbeeranbauern ansah,

merkte er, dass die Leute in der Kissinger Umgebung mindestens 20km zum

nächsten Bio-Erdbeerfeld fahren müssen. Also versuchte er es mit seinen eigenen

Bio-Erdbeeren. Es gibt viele verschiedene Sorten Erdbeeren, frühe wie späte, damit

man möglichst lange in den Genuss von Bio-Erdbeeren kommt.

Für das Bio-Erdbeerfeld an der Oberländer Straße, an dem es dieses Jahr wieder

eine Ernte geben wird, werden noch Mitarbeiter gesucht.

Ludwig Asam, Hauptstr. 2, 86438 Kissing, Tel.: 08233/5676, www.asam-bio.de

Erdbeeren

SAISON

START

geöffnet:

täglich 8-20h

Bio - Erdbeeren zum Selberpfücken

oder in der Schale

Kalkofenstraße · 86438 Kissing

fon: 08233.5675 · www.asam-bio.de


50

Radeln & Wandern

”Bewegung,

Bewegung, Bewegung ...”

O

h mein Gott! Sicher ist es vielen von euch bei einem Besuch

auf der Waage so ähnlich ergangen wie mir. In den letzten 14

Monaten war das Ziel meiner ziemlich kurzen Spaziergänge

meist nur der Kühlschrank oder die Schublade mit den Süßigkeiten

direkt daneben. Körperliche Ertüchtigung fand praktisch keine mehr

statt und die Speckringe um den Bauch wurden größer und größer.

Das ist auch den Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion nicht verborgen

geblieben und so haben wir vor ein paar Wochen beschlossen,

dass sich daran grundlegend etwas ändern muss. Während Anzeigenleiterin

Birgit jeden Tag mit Redaktionshund Anjoko durch die Wälder

rund um Aichach streift, kommt Chefredakteur Walter fast täglich mit

Fahrrad ins Büro. Die beiden waren also eher für gute Tipps zuständig.

Neben mir war auch Mitherausgeber Danny mehr beim Futtern als beim

Sport aktiv, wir mussten also handeln. Friss die Hälfte, lautet also jetzt

unsere Devise und natürlich Bewegung, Bewegung, Bewegung!

Weil ich kein Fahrrad besitze, kam es mir nicht ungelegen, dass sich

einige meiner Freunde in den letzten Monaten ziemlich regelmäßig zu

recht ambitionierten Spaziergängen trafen. Die Wälder um Leitershofen,

Stadtbergen und Wellenburg wurden unsicher gemacht oder auch

die Strecken an Lech und Wertach. Zu Beginn liefen wir immer so um

die 10 Kilometer. Mittlerweile liegt der Rekord aber bereits bei knapp

28 Kilometern. Mit dem Start im Sheridan Park ging es über Stadtbergen,

Kriegshaber und Oberhausen bis zum Müllberg in Gersthofen.

Den haben wir natürlich erklommen, denn dort gibt es eine wunderbare

Aussicht auf Augsburg. Solche Wanderungen haben wir City-Walks

getauft und es ist wirklich bemerkenswert, wie viele interessante Orte

es in Augsburg gibt. An denen kommt man mit dem Auto entweder gar

nicht vorbei oder man beachtet sie einfach nicht. Besonders spektakulär

sind auch die vielen alten Augsburger Industrieareale rund um die

Rockfabrik, den Martinipark oder auch das Dierig-Gelände. Dort wird

aus dem City-Walk dann eben der sogenannte Industrial-Walk.

Macht euch also auf den Weg, egal ob zu Fuß oder mit dem Rad. Garantiert

sind euch viele neue Eindrücke und Erinnerungen an alte Zeiten.

Auch der Blick auf die Waage wird es euch danken! (max)


RadEln & Wandern

51

Landkreis Aichach-Friedberg radelt

vom 12.06. bis 02.07. für ein gutes Klima

Der Landkreis Aichach-Friedberg, Aichach, Mering, Dasing und

Steindorf nehmen vom 12.06. bis 02.07. an der Aktion STADT-

RADELN des Klima-Bündnis teil. In diesem Zeitraum können

alle, die im Landkreis oder einer der teilnehmenden Kommunen

wohnen, arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule

besuchen, teilnehmen. In diesen 21 Tagen sollen gemeinsam

möglichst viele Radkilometer gesammelt werden, egal ob

beruflich oder privat – Hauptsache CO2-frei! Anmelden können

sich Interessierte schon jetzt unter www.stadtradeln.de/landkreisaichach-friedberg.

Wer sich registriert, kann einem schon bereits

bestehenden Team beitreten oder ein neues Team gründen. Die

Person, die ein neues Team gründet, ist automatisch Team-

Captain. Jeder Kilometer, der während der Aktionszeit mit dem

Fahrrad zurückgelegt wird, kann online unter www.stadtradeln.

de/landkreis-aichach-friedberg oder direkt über die STADTRA-

DELN-App erfasst werden. Infos und den Link als Download

finden Sie auf www.stadtradeln.de/app. Auch ohne Internet kann

man mitmachen. Dazu einfach den Kilometer-Erfassungsbogen

beim Landratsamt anfordern, ausfüllen und zeitnah abgeben,

damit die gefahrenen Kilometer manuell eingetragen werden

können. Kilometerstände können nach Aktionsende noch sieben

Tage lang (bis 09.07.) nachgetragen werden.

Ansprechpartner beim Landkreis ist Ulrike Schmid, radverkehr@

lra-aic-fdb.de, Tel. 08251 924419.

Alle Informationen zum STADTRADELN gibt es auch unter

www.stadtradeln.de/spielregeln.

Im Gehege an der Königsbrunner Heide lebt eine Przewalskipferd-Hengstgruppe aus dem

Europäischen Erhaltungszuchtprogramm.

Wald, Wasser und Weide rund um die

Königsbrunner Heide

Wald, Wasser und Weide – diese drei “W” stehen für die wichtigsten

Lebensräume, die die Landschaft in und um Augsburg

geprägt haben. Der Wald war der Holzlieferant bis in die frühe

Neuzeit. Das Bach- und Kanalnetz war die Grundlage für die

Entwicklung der Stadt und ist seit 2019 Teil des Welterbes der

UNESCO.

Das dritte “W” – die Weide – ist der Ursprung so gut wie aller

Offenlandlebensräume inklusive der lichten Kiefernwälder in

und um Augsburg.

Rund um die Königsbrunner Heide findet sich von all dem etwas

– die kristallklaren Quelltöpfe des Ölbachs, ein Gehege mit

Przewalskipferden, urwüchsiger Kiefernwald und im Sommer

mit etwas Glück eine Schafherde. Die Königsbrunner Heide

selbst ist nicht nur wegen der Blüte der Sumpfgladiole eines

der absoluten Highlights im Naturschutzgebiet Stadtwald

Augsburg. Die gut markierten Wege laden zum Naturbeobachten

ein und zahlreiche Informationstafeln erklären die Besonderheiten

des Gebiets.

Foto: LPV Stadt Augsburg e.V.

Natur in Augsburg

… pfl egen, schützen und entwickeln

© LPVA

Wir lieben Landschaft!

www.lpv-augsburg.de


52

Radeln & Wandern

Ausflugsziel: Die Fuggerei in Augsburg

Foto: NABU/CEWE/Marekt Mierzejewski

Tag der offenen Tür bei den

Augsburger Domsingknaben

NABU_Insektentrainer_90x120mm.indd 1

7/22/2020 1:31:48 PM

Am Sonntag, den 13. Juni 2021 von 10.30 – 15.30 Uhr öffnen die

Augsburger Domsingknaben ihre Türen mit sicherem Anti-

Corona-Konzept für Besucher. Wer sich für das Singen interessiert,

ist eingeladen, bei dem renommierten Knabenchor einen

Blick hinter die Kulissen zu werfen, den jungen Sängern bei der

Stimmbildung zu lauschen und dabei, wie sie eine Kostprobe

aus der “Zauberflöte” zum Besten geben. Eltern mit Kindern ab

vier Jahren schnuppern im halbstündlichen Rhythmus in die

musikalische Früherziehung hinein. Zusätzlich kann man beim

Instrumentalunterricht zuschauen und das Instrument der Wahl

ausprobieren. Und es gibt Gelegenheit, die Räumlichkeiten im

Haus St. Ambrosius zu erkunden, in dem neben der musikalischen

Ausbildung auch eine Nachmittagsbetreuung geboten

ist. Wer nach diesem exklusiven Einblick selbst ein Augsburger

Domsingknabe werden will, hat die Chance, sich für das kommende

Chorjahr anzumelden. Weitere Infos unter 0821-510088

und unter www.augsburger-domsingknaben.de. Ein junges,

dynamisches Team freut sich auf neue Stimmen, Gesichter und

Talente.


Karriere

53

IHK

So klappt es mit dem Ausbildungsplatz

Wegen der Corona-Krise haben es Schülerinnen und Schüler derzeit alles andere als leicht, sich beruflich

zu orientieren. Welcher Job ist der richtige? Wer bietet Ausbildungsplätze? Und wie funktioniert das

Bewerben?

Dr. Christian Fischer, Leiter des Fachbereichs

Ausbildung bei der IHK Schwaben.

Bildquelle: IHK Schwaben

Hier sind die wichtigsten Tipps des Ausbildungsexperten:

„Die Chance, einen Ausbildungsplatz

zu bekommen, waren selten so gut

wie derzeit“, sagt Dr. Christian Fischer,

Leiter des Fachbereichs Ausbildung

bei der IHK Schwaben. „Den Betrieben

fehlten schlichtweg Bewerber“,

so Fischer. Das soll sich ändern. Wie

junge Leute trotz Corona den Weg

in die Ausbildung und zum Traumjob

finden? „Wichtig ist, dass sich

die jungen Leute rechtzeitig um die

Stellensuche kümmern.“

Freie Stellen suchen in der IHK-Lehrstellenbörse

Wo gibt es offene Ausbildungsplätze? In der IHK-Lehrstellenbörse finden

Schulabgänger Tausende Jobangebote in ganz Deutschland. Sie lassen sich nach

Berufsgruppe, Beruf und Region selektieren. Bewerber können auch selbst ein

Gesuch aufgeben. Informationen gibt es unter ihk-lehrstellenboerse.de.

Mögliche Arbeitgeber in der Region recherchieren

Traumberuf gefunden? Jetzt fehlt nur noch der passende Arbeitgeber. Der

Firmenguide ist eine ideale Informationsquelle. Hier findet Jobsuchende alle

Ausbildungsbetriebe in der Region mit ihren jeweiligen Berufen, dualen Studienangeboten

und Praktika. Zu finden unter schwaben.ihk.de, Nr. 552588.

Informieren, informieren, informieren

Wie bereitet man sich auf ein Vorstellungsgespräch vor? Welche Möglichkeiten

bietet ein duales Studium? Die IHK Schwaben informiert in zahlreichen

Webinaren Eltern und Schüler. Infos rund um die Ausbildung gibt es auch im

„Lehre macht Karriere“-Magazin. Mit einem ersten Überblick über verschiedene

Berufsbilder bis zur konkreten Anleitung für ein perfektes Bewerbungsschreiben.

Die Online-Version des Magazins gibt es unter schwaben.ihk.de, Nr.

234280. Infos gibt es auch auf Jobbörsen und Berufsinfotagen, die in diesem

Jahr digital stattfinden. Einen Überblick über aktuelle Termine gibt es unter

schwaben.ihk.de, Nr. 214249.

Fragen, fragen, fragen

Wie sieht die perfekte Bewerbung aus? Wo erhalten Bewerber Tipps? Wer seine

Fragen in einem persönlichen Gespräch klären möchte, findet bei der IHK

Schwaben die richtigen Ansprechpartner:

Team der Berufsorientierung

Telefon 08213162-100

E-Mail an berufsorientierung@schwaben.ihk.de

Weitere Informationen unter lehre-macht-karriere.de

Finde deinen Ausbildungsplatz

©LIGHTFIELD STUDIOS - stock.adobe.com

Die IHK-Lehrstellenbörse bietet dir Tausende von Ausbildungschancen

und wertvolle Infos rund um Berufswahl oder

Bewerbung. Suche in deiner Region oder bundesweit nach

deinem Wunschberuf und dem passenden Ausbildungsbetrieb.

Lege dein persönliches Profil an, um dich automatisch über

Ausbildungsplätze informieren zu lassen.

ihk-lehrstellenboerse.de


54

Karriere

Alle weiteren Infos gibt

es auf der brandneuen

Website unter https://

www.ihk-akademieschwaben.de/

IHK Akademie Schwaben – Wir gratulieren zum Goldenen Geburtstag!

Jubiläums-Straßenbahn rollt durch Augsburg

Foto: Bernd Jaufmann

D

ie Neue Szene ist stolz, der IHK Akademie

Schwaben zum 50., also zu einem

„goldenen“ Geburtstag gratulieren dürfen. Seit

50 Jahren trägt unser Partner einen erheblichen

Anteil zur Fachkräftesicherung in Bayerisch-

Schwaben bei. Der Gründungsgedanke

1971 für das Bildungszentrum Schwaben ist

wichtiger denn je: Denn damals wie heute geht

es um Fachkräftesicherung.

50 Jahre und 700.000 Teilnehmer später ist das

Ziel identisch. Die IHK Akademie Schwaben

ist ein wichtiger Player bei allen Aktivitäten

der IHK Schwaben zur Fachkräftesicherung.

Und wie die Straßenbahn Leute von A nach B

bringt, so werden auch die Teilnehmer der IHK

Schwaben Akademie auf ihrem Karriereweg

mit beruflicher Bildung unterstützt. Die

„Goldene Jubiläumsstraßenbahn“ transportiert

die Wertebotschaft unseres Partners sichtbar

im Großraum Augsburg. Die IHK Akademie

Schwaben ist PRO BILDUNG. Und dies

signalisiert auch die wunderschöne Tram:

Ein ganzes Jahr lang in „Gold“.

Die Zukunft im Griff mit einer Ausbildung bei LEW

D

as Steuer selbst in die Hand nehmen – das können Auszubildende

bei LEW in doppelter Hinsicht. Denn die Arbeitgeberin bezahlt

ihnen den Autoführerschein. Und mit einem Ausbildungsbeginn 2022

bei LEW ist auch der richtige Weg in eine berufliche Karriere eingeschlagen.

LEW gehört mit sieben Ausbildungsberufen und rund 80 Auszubildenden

zu den großen Ausbildungsbetrieben in der Region. Für das

Ausbildungsjahr 2022 besetzt das Unternehmen rund 25 Ausbildungsplätze

in Augsburg und Memmingen.

„Unsere Ausbildung ist anerkannt und gut! Das spiegeln uns auch

unsere Auszubildenden. Die allermeisten von ihnen bleiben nach

ihrer Ausbildung bei LEW. Darauf sind wir wirklich stolz!“, sagt LEW-

Ausbildungsleiterin Margit Schenkirsch.

2022 bietet LEW Ausbildungen in folgenden

Berufen an:

Hanna Drotleff

Kauffrau für Dialogmarketing,

1. Ausbildungsjahr

Ich schätze das Miteinander bei

LEW. Gibt es Schwierigkeiten wird

man liebevoll unterstützt, sodass

man sich immer weiterentwickelt.

• Elektroniker*in für Betriebstechnik

• Elektroanlagenmonteur*in

• Fachinformatiker*in für Anwendungsentwicklung

• Fachinformatiker*in für Systemintegration

• Industriekaufmann*frau

• Kaufmann*frau Dialogmarketing

Neugierig geworden? Du kannst dich ab

• Koch*Köchin

Mitte Juli 2021 für deinen Ausbildungsplatz

2022 bewerben.

Informier‘ dich unter:

karriere.lew.de/ausbildung

Mir gefällt sehr gut, dass

man hier die Chance hat als

vollwertige*r Mitarbeiter*in

an Projekten mitzuwirken.

Silvan Rassat

Fachinformatiker für

Systemintegration, 2. Ausbildungsjahr

Ich mag es bei der LEW zu arbeiten und

zu lernen, weil wir viele Abteilungen

kennenlernen. Wir Azubis werden oft bei

Events oder Projekten miteinbezogen.

Sarah Angerer

Industriekauffrau,

2. Ausbildungsjahr


Karriere

55

swa Talents gesucht

Auf der Suche nach dem perfekten

Start ins Berufsleben? Den gibt es bei

den Stadtwerken Augsburg.

D

ie SchülerInnen hatten es nicht leicht: Zwischen Homeschooling und

Pandemie auch noch die Zukunft planen ist eine echte Herausforderung.

Zumal in vielen Betrieben Unsicherheit herrscht, ob und wie es nach Corona

weitergeht.

„Bei den swa bilden wir trotz Corona wie in den letzten Jahren auch weiter

aus“, sagt Yuhanin Özdemir, Personalreferent Ausbildung. Rund 35 Jugendliche

starten jedes Jahr ihre Karriere bei den swa. Dabei gibt es drei verschiedene

Fachrichtungen, in denen die swa Talents ihren Traumberuf finden

können: Wer Lust auf Technik hat, kann beispielsweise als AnlagenmechanikerIn

dafür sorgen, dass das Rohrnetz der swa für Erdgas, Trinkwasser und

Fernwärme einwandfrei funktioniert. Wer gerne im Büro arbeitet, kann als

Industriekaufmann oder -frau Karriere machen. Und wer schon immer mal

mit 50 Tonnen durch die Stadt fahren wollte, kann als Fachkraft im Fahrbetrieb

die AugsburgerInnen sicher von A nach B bringen.

Und wenn die Noten coronabedingt nicht so gut sind wie erhofft? „Auf jeden

Fall bewerben“, ermutigt Yuhanin Özdemir. „Bei den swa zählen der Mensch

und die Persönlichkeit mehr als eine 1 in Mathe. Wir erfahren lieber im persönlichen

Gespräch, was in den BewerberInnen steckt.“

DIGITALER POP-UP-STORE

IN DER AUGSBURGER INNENSTADT:

·360°- Rundgang

·kostenloses Mittagsprogramm:

Yoga, Gehirnjogging,

Fortbildungen, Konzerte

·Themensamstage

und Specials

SAMSTAG, 26.06.2021, 10:00 Uhr

Digitaler Thementag –

Wie kommt medizinische

Forschung zum Patienten?

www.uni-a.de/to/zwischenzeit

Unsere Jobs – dein Talent

AUSBILDUNG

• Anlagenmechaniker (m/w/d)

• Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

• Fachkraft im Fahrbetrieb (m/w/d)

• Industriekaufleute (m/w/d)

• Industriemechaniker (m/w/d)

DUALES STUDIUM

• Betriebswirtschaft – Industrie

• Wirtschaftsinformatik

• Maschinenbau – Verfahrenstechnik

• Elektrotechnik – Energie- und Umwelttechnik

Starte dein

Next Level:

Ausbildung als

ANLAGEN-

MECHANIKER*IN

(m/w/d)

Infos unter

swa-talents.de


56

Gerilltes

Vilnes

Back to the Start

(Lekrofon)

„Back To The Start“ ist ein kurzes

Album, das aber umso prägnanter

ein großes Talent präsentiert: Der

Norweger Vilnes hält sich mit seiner

erstaunlichen Stimme an keine vorgeschriebenen

Formeln und hinterlässt

individuelle Signaturen auf interessant

komponierten Liedern. Schon der erste

Track, eine rohe und mutige Pianound

Vocalballade, bleibt im Ohr und

es wird sofort klar, dass Vilnes‘ große

Stärke seine wandelbare Stimme ist.

Seine Einflüsse sind in der langen

Geschichte der Pop-, Rock- und Soulmusik

zu finden, was zugleich eine

enorme Abwechslung innerhalb dieser

nur sechs Tracks bedeutet. By the way,

eine lässige Verspieltheit erinnert hier

ziemlich an Jamie Cullum. (max)

HHHHII

Japanese Breakfast

Jubilee

(Dead Oceans)

Hier tropfen die 80s aber dick von

der Decke. Knallbuntes Albumcover,

Khaki-Früchte baumeln an dünnen Fäden,

wer ist das junge Fräulein auf Seite

1, Björks Tochter? Mit „Jubilee“ veröffentlicht

die US-Koreanerin Michelle

Zauner bereits ihr drittes Album, das

ordentlich Goldstaub aufwirbelt. Ihr

extrovertierter Singer/Songwriter-Art-

Pop thront in der Juni-Ausgabe des

Musikexpress als „Album des Monats“

und die Jubilee-Arien wollen gar nicht

enden: „Was soll dieses Jahr noch kommen?“

Na, ich hoffe doch schon noch

ein bisschen was, denn ehrlich gesagt

kann ich diese ganz große Euphorie

nicht teilen, auch wenn „Jubilee“

stellenweise ziemlich cool durch den

Vintage-Filter blubbert. (ws)

HHHHII

Matt Sweeney & Bonnie

Prince Billy

Superwolves

(Domino Records)

2005 veröffentlichten Bonnie Prince

Billy und sein Buddy Matt Sweeney

ein gemeinsames Album mit dem Titel

„Superwolf“. 15 Jahre später folgt jetzt

die Fortsetzung einer wunderbaren

Kollaboration der beiden Singer/Songwriter,

bei der es keinen Rudelführer

zu geben scheint. Über einen Zeitraum

von fünf Jahren entstanden 14 Tracks,

die dann in nur zwei Tagen im Studio

eingespielt wurden. Herausgekommen

ist ein unglaublich atmosphärisches Album

mit Songs, die sich zwischen Blues,

Folk, Country und rockigen Riffs ihren

Weg bahnen. Dabei switchen Billy und

Sweeney gerne mal zwischen kratzigen

Balladen und krachigen psychedelischen

Passagen. Tolles Album! (ws)

HHHHHI

Kristoffer Bolander

Album „3“

(Welfare Records)

Die Musiklandschaft hat sich verändert,

es gibt aber immer wieder mal Künstler,

die ein besonderes und bleibendes

Gefühl entfachen. Kristoffer Bolander

hat genau das mit seinem Soloalbum

„3“ geschafft. Vielleicht ist es das subtile,

treibende Gitarrenpicking, vielleicht

der Schimmer von Einsamkeit und

ein Hauch von Unheimlichkeit, der

Bolanders sanfte, nach Leonard Cohen

oder Tim Buckley klingende Stimme

begleitet. Treibende Drums erinnern

an a-ha und setzen einen Kontrapunkt

zu den eingängigen Melodien des

schwedischen Singer-Songwriters.

Ursprünglichste Gitarrenmelodien im

Stile von The Cure werden mit sanften

Synthesizer-Pads und Basslinien verwoben.

Einfach schön! (max)

HHHHHI

album des monats

Lieblings Musik

Moby

Reprise

(Deutsche Grammophon)

W

ie kommt es eigentlich, dass man Richard Melville Hall aus New York nur als „Moby“ kennt? Abgeleitet

wurde sein Künstlername tatsächlich von Moby Dick, dem Roman, mit dem sein Ur-Ur-Großonkel

Herman Melville Literaturgeschichte geschrieben hat. In den musikalischen Geschichtsbüchern hat

sich längst auch der Ur-Ur-Neffe verewigt, schließlich hat Mobys einzigartiger Sound um die Jahrtausendwende

mit dem Album „Play“ einer ganzen Generation die Türen zur Elektronik geöffnet.

Auf seiner neuen Platte vertieft sich der Sänger, DJ und Musikproduzent in ganz persönliche Höhepunkte seines

Schaffens und interpretiert sie völlig neu. Einige seiner bekanntesten Rave-Klassiker und Hymnen hat Moby für

Orchester und akustische Instrumente arrangiert und gemeinsam mit dem Budapest Art Orchestra eingespielt.

Manche der Neufassungen sind sparsamer, andere schöpfen das fulminante Potenzial eines Orchesters voll aus.

Drei Jahrzehnte nach Mobys Karrierestart ist „Reprise“ weniger eine Greatest-Hits-Platte als vielmehr ein Nachdenken

darüber, wie sich Kunst im Lauf der Zeit an unterschiedliche Settings und Zusammenhänge anpassen kann.

„Es mag selbstverständlich klingen, doch für mich liegt der Sinn von Musik im Vermitteln von Emotionen“, so

der Meister selbst. „Und ich sehne mich nach der Einfachheit und Verletzlichkeit, die man mit akustischer oder

klassischer Musik erreichen kann.“ Well done, Moby! (max)

Nick Kamen

Move Until We Fly

(Atlantic)

„Nick Kamen ist tot, doch

‚I promise my self‘ wird

für immer leben. Auch

wenn die Staubschicht auf

diesem Album schon 31

Jahre hoch war.

R.I.P. , Nick!“ (max)

Otzeki

Now is a Long Time

(Akira Records)

„Vor ein paar Jahren hab ich

mich auf dem Puls Festival

in das Brit-Duo schockverliebt

und bekomm auch bei

ihrer neusten Platte wieder

ziemlich Herzklopfen.“

(lina)

Matt Sweeney/

Bonnie Prince

Billy

Superwolves

(Domino Records)

„Reduzierte Klänge

und eine endlose Weite.

Das schönste Singer/

Songwriter-Album seit

langem!“ (ws)

Kevin Morby

Harlem River

(Woodsist)

„Das erste Mal war vor

ca. 8 Jahren, jetzt wieder

entdeckt. Lieder voller

trauriger und poetischer

Lyrik, eine Reminiszenz an

die vergangenen Tage von

Greenwich/SoHo.“ (dan)


gerilltes

57

Pom Pom Squad

Death of a Cheerleader

(City Slang)

Die junge Band aus Brooklyn macht mit

einem überaus vielversprechenden Erstling

Meldung. Pom Pom Squad klingen

wie eine moderne Version von Hole

und fallen damit ziemlich genau in

mein Beuteschema. Grunge, Queerness,

Riot Girl-Attitüde, Neunziger Jahre-

MTV-Ästhetik, Highschool-Traumata

und die gesellschaftlichen Fuck-Ups

der letzten Jahre sind die Inspirationszutaten

einer ambivalenten und doch

eigenartig harmonischen Platte. Zwischen

Kratzbürstigkeit, Verletzlichkeit

und radikaler Selbstakzeptanz wird

mal wild in die Saiten gehauen, dann

wieder fast balladenhaft verträumte

Hymnen angestimmt. Eine unerwartet

spritzige Dynamik, die wahnsinnig

Laune macht! (lina)

HHHHHI

Eloise

Somewhere In-Between

(Awal Recordings)

Wie kann es eigentlich angehen, dass

manche Menschen in ihren frühen

Zwanzigern schon so viel geschafft

haben, dass es eigentlich für drei

Leben reicht? Mit zarten 21 Jahren

hat Eloise bereits in erfolgreichen

Arthouse-Streifen mitgespielt, war mit

Damon Albarn im Studio und tourte

im Vorprogramm von Sam Smith. Mit

ihrem Debütalbum klettert sie jetzt

locker-flockig die nächste Sprosse der

Karriereleiter herauf. Ihr Sound ist eine

entspannte Melange aus Soul, R’n’B und

Pop mit leichten Jazz-Anklängen und

jugendlichem Gefühlsüberschwang.

Nichts allzu Tiefsinniges, aber schmeichelt

sich einfach wunderschön durchs

Ohr. Ein zauberhafter Frühsommer-

Soundtrack. (lina)

HHHHII

Poté

A Tenuous Tale Of Her

(Outlier)

Monsieur Poté hatte ich bis vor kurzem

noch gar nicht auf dem Radar, bevor ich

zufällig in den unendlichen Weiten des

YouTube-Livemusik-Kosmos auf ihn gestoßen

bin. Der im Karibik-Inselparadies

St. Lucia geborene, mittlerweile in

Paris lebende Musiker und Producer

zeigt sich mit dieser Platte bereit, die

Bühnen der Welt zu erobern. Poté

jongliert gekonnt mit den wunderbarsten

Gegensätzen, verbindet den

rhythmisch-feurigen Groove seiner

karibischen Wurzeln mit der kühlen

Sleekness der elektronischen Clubszene

und einem zarten, doch eindringlichen

Songwriting-Talent. Tanzbar und trotzdem

kontemplativ atmosphärisch, so

einen Soundspagat muss man auch erst

mal hinkriegen! (lina)

HHHHHI

Morcheeba

Blackest Blue

(Fly Agaric/Indigo)

Morcheeba … Gibt´s die etwa immer

noch oder tatsächlich wieder? Okay, das

Duo feiert sein 25-jähriges Bandjubiläum.

„The Sea“ war Ende der Neunziger

eine wunderbare Radionummer, „Big

Calm“ ein schönes Album und irgendwie

verbinde ich die britische Trip-Hop-

Truppe immer mit einem Urlaub am

griechischen Strand. Positive Vibes also,

doch leider platzen die wie Seifenblasen,

wenn ich mir das neue und immerhin

schon zehnte Album „Blackest Blue“

reinziehe. Da kann Sängerin Skye Edwards

noch so lasziv ins Mikro hauchen.

So viel Mittelmaß, Langeweile und

uninspiriertes Geblubbere muss man

auch erst einmal hinbekommen und

ertragen. Sorry, aber damit kann ich ü-

ber-haupt nichts anfangen. (ws)

HHIIII

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G


58

das

Allerletzte

MARTYN

SCHMIDT

Dichter, Soundartist,

Label-Betreiber,

a3kultur-Redakteur

01. Start oder Ziel?

Ich bleibe lieber zuhause, da habe ich beides. Mein

Lebensziel schon immer: irgendwann mal nie wieder

die eigene Wohnung verlassen zu müssen. Im

Prinzip bin ich seit über 50 Jahren auf Corona und

Lockdown innerlich vorbereitet. I'm in it! Hm, aber

ich liebe Zugfahren.

02. My Bloody Valentine oder My Bloody Valentine?

My Bloody Valentine. Die Band, nicht der Horrorfilm.

Absolut wegweisende Combo, „Loveless“ – in

meiner Musiksozialisation eine richtungsweisende

Platte.

03. Hochfeld oder Bismarckviertel?

Hochfeld! Ich wohne direkt an der die beiden Kieze

trennenden Bahnlinie und lege Wert auf die Feststellung,

dass ich im Hochfeld, und nicht Bismarckviertel,

wohne. Bismarckviertel und Hochfeld, das

ist wie Süßkartoffel-Pommes und normale Pommes.

Ich bin normale Pommes.

04. Lyrik oder Prosa?

Das ist leicht: Lyrik. In Augsburg: schwyrig.

05. FC Augsburg oder FC Heidenheim?

FC Heidenheim. Ich komme ja aus der Nähe, von

der dort benachbarten Ostalb. Eigentlich also sogar:

VfR Aalen.

06. Was hilft eher? Gebete oder Alkohol?

Ein Zwischending? Heiliger Geist? Was ich mal für

eine gute Idee halten würde: Raucher-Gottesdienste.

Rauchen in der Kirche, dazu zu den Predigtworten

des natürlich ebenfalls rauchenden

Pfarrers nachdenklich mit dem Kopf nicken. So

eine Art existenzialistische Krisensitzung mit Kippe.

Das wäre ein Setting, das bestimmt mehr und auch

andere Menschen anziehen würde. Arbeitstitel:

Glaube ohne Filter. Zwischen Tabak und Tabernakel.

Fände ich gut. Dabei rauche ich ja gar nicht.

Und im Ernst: ich bin religiös.

07. Hund oder Katz´?

Katze! Gegen einen Hund ist aber auch nichts einzuwenden.

Ich habe zwei blinde Katzen, Jaromir und

Myrja. Sie haben die Wohnung auswendig gelernt, nur

manchmal rennen sie bei Eile gegen einen Türpfosten.

Jaromir macht übrigens Sprechübungen, manchmal

sagt er „Kowärk“ oder so ähnlich.

08. Audio oder Video?

Audio. Hören ist cooler als Sehen. Weil: Hören kann

man nicht steuern oder filtern, das Ohr selektiert nicht.

Hören sieht mehr als Sehen. Die Kombi Musikvideos

wiederum finde ich aber klasse.

09. Brust oder Keule?

Brust. Schon als Kind mochte ich das nicht, beim Brathähnchen

die Knochen abnagen.

10. Deine Beerdigung: Welcher Song? „The Mercy

Seat“ von Nick Cave oder „Finger im Po, Mexiko“ von

Micki Krause?

Nick Cave natürlich! Dann aber bitte „Jubilee Street“.

„I'm transforming, I'm vibrating.“ (ws)

www.martynschmidt.de


Statt Halle im Grünen

Wenn wir drinnen nicht können, dann gehen wir eben raus

2021

Gelände der

Naturfreunde

Gersthofen

23.07.

FR

20:00

24.07.

SA

20:00

25.07.

S0

11:00

25.07.

SO

20:00

Django 3000

Support: Adrian Winkler

John Garner

Support: Lemony Rug

Andi & die Affenbande

Rockmusik für Kinder

Claudia Koreck

Support: Art In Crime

06.08.

FR

15:00

07.08.

SA

11:00

07.08.

SA

15:00

08.08.

SO

11:00

08.08.

SO

15:00

Theater Eukitea

Warum ein Drachenschwanz noch keinen Sommer macht

Puppentheater

Kasperl und der Kristall des Märchenkönigs

Theater Die Prinzenbude

Midas hat Eselsohren

Theater Mär

Eins, zwei, drei, Tier

Theater Pagany

Pina Aquamarina

Luftsprung

& La Favola

2021

Stadtpark

Gersthofen

Gefördert durch die Beauftragte der

Bundesregierung für Kultur und Medien

TICKETS:

www.stadthalle-gersthofen.de


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