vitamin de, Nr. 89 (Sommer 2021) (Vorschau)

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Deutschland aktuell • Lesetexte für Deutsch als Fremdsprache • Nr. 89Sommer 2021

Land der tausend Seen

› Die Mecklenburgische Seenplatte

Impfen, impfen, impfen

› Das Coronavirus besiegen

Der Kubismus

› Malerei der Moderne


Deutschland steckt voller

Möglichkeiten – auch für dich!

Mehr

Informationen

auf study-ingermany.de

Ergreife jetzt die Chance – mit einem Studium

im Land der Ideen.

www.study-in-germany.de/student-stories


Fotos: master1305/de.freepik.com (Jugendliche im See), lookstudio/de.freepik.com (junge Frau am Laptop), de.freepik.com (Krankenschwester), Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG (Porsche Boxster)

Editorial

Schönes Wetter, lange Schulferien

und erholsame Urlaubsreisen –

ohne die Coronapandemie wäre

der Sommer eine besondere Jahreszeit.

Endlich haben die Eisdielen

wieder geöffnet und man kann den

ganzen Tag die warmen Sonnenstrahlen

genießen. Ganz oben auf

der Beliebtheitsskala sommerlicher

Aktivitäten steht der Besuch im

Freibad. An einem heißen Sommertag

gibt es doch nichts Schöneres

als den Sprung ins kühle Nass!

Dass beim Schwimmen nichts passiert,

darauf achten die Bademeister

am Beckenrand. Einer von ihnen

erzählt in dieser Ausgabe von seinem

verantwortungsvollen Beruf.

Wer lieber in natürlichen Gewässern

schwimmt, für den ist die Mecklenburgische

Seenplatte – auch „Land

der tausend Seen“ genannt – das

perfekte Reiseziel. Wir stellen euch

die wunderschöne Urlaubsregion

im Nordosten Deutschlands vor.

Allerdings sind touristische Reisen

wegen der Coronapandemie weiterhin

schwierig. Doch es gibt Hoffnung:

In Deutschland und vielen

anderen Ländern wird mittlerweile

fleißig gegen das Coronavirus

geimpft – zum Beispiel in großen

Impfzentren. Wir haben mit einer

jungen Frau gesprochen, die in

einem solchen Impfzentrum arbeitet.

Was dort ihre Aufgaben sind,

erfahrt ihr im Heft. In den Sommermonaten

finden in ganz Deutschland

normalerweise auch die traditionellen

Abibälle statt. Für die

Abiturienten sind sie das große

Finale einer langen Schulzeit. Viele

junge Deutsche machen nach

Beendigung der Schule ein sogenanntes

Freiwilliges Soziales Jahr

(FSJ) und engagieren sich in dieser

Zeit vorwiegend im sozialen

Bereich. Was es mit diesem Freiwilligendienst

genau auf sich hat,

erklären wir euch in dieser Ausgabe.

Außerdem führen wir in diesem

Heft eine neue Rubrik ein: die deutsche

Umgangssprache. Viel Spaß

beim Lesen und schöne Sommerferien!


Die Redaktion

Inhalt

Neues aus Deutschland 4

Der andere Blick 6

Leserbriefe 7

Landeskunde: Seenplatte 8

Leben: Schwimmen gehen 12

Beruf: Bademeister 13

Tradition: Abiball 14

Leben: Arbeit im Impfzentrum 15

Konsum: Werbung 16

Porträt: Stefanie Giesinger 18

In & Out: Trends aus Österreich 20

Bibliothek: Theaterstücke 21

Geschichte: Sophie Scholl 22

Gesundheit: FSJ 24

Sprache: Redewendungen 26

Sport: Kegelklub 27

Erfinder: Ferdinand Porsche 28

Dialog: Zugfahrt 30

Kunst: Kubismus 31

Psychotest: Aktivitätstyp 34

Rezept: Apfelstrudel 35

Horoskop: Sommerhoroskop 36

Fotoquiz: Sportarten im Sommer 37

Jetzt bewerben!, Impressum 38

vitamin de

für den Deutschunterricht

Alle Texte sind nach den Niveaustufen

des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens

für Sprachen gekennzeichnet:

*

* *

* **

Leichte Texte (A2)

Mittelschwere Texte (B1)

Schwere Texte (B2 – C1)

Diese Texte unterhalb des B2-

Niveaus sind für Lerngruppen zu

empfehlen, die anstreben, das

Deutsche Sprachdiplom zweiter

Stufe (DSD II) zu erwerben.

Diese Texte auf B2/C1-Niveau

sind für Lerngruppen zu empfehlen,

die anstreben, das Deutsche

Sprachdiplom zweiter Stufe

(DSD II) zu erwerben.

Arbeitsblätter und Audios

Unter vitaminde.de gibt es zu

Texten der laufenden Ausgabe

Arbeitsblätter und Hörtexte zum

Lese- und Hörverstehen.

» www.vitaminde.de

Partner von vitamin de:

Seite 12

Leben

» Schwimmen

gehen

Seite 16

Konsum

» Personalisierte

Werbung

Seite 24

Gesundheit

» Freiwilliges

Soziales Jahr

Seite 28

Erfinder

» Ferdinand Porsche

* * *

* *

* **

Goethe-Institut Russland, Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa),

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)

vitamin de 89 3


Neues aus Deutschland

››

Politik, Gesellschaft, Leben

*

Musikfestivals fallen aus

Wegen der Coronapandemie müssen auch in diesem

Sommer die meisten großen Musikfestivals ausfallen.

So werden zum Beispiel die Rockfestivals „Rock am

Ring“, „Southside“ und „Hurricane“ auf 2022 verschoben.

Das berühmte Heavy-Metal-Festival „Wacken Open

Air“ soll hingegen stattfinden (Stand: 19.04.2021).

TKKG-Hörspiel feiert Geburtstag

Die berühmte Hörspielserie

„TKKG“ wird in diesem Jahr 40

Jahre alt. Millionen von Kindern

im deutschsprachigen Raum kennen

die spannenden Detektivgeschichten

von Tim, Karl, Klößchen

und Gaby – der TKKG-Bande. Seit

1981 sind mehr als 200 Folgen

des Krimihörspiels erschienen.

Erfolgreiches Kinderbuch

Im März 2021 erschien der inzwischen 17. Band der

erfolgreichen Kinderbuchreihe „Mein Lotta-Leben“. Die

lustigen Geschichten der deutschen Autorin Alice Pantermüller

sind vor allem für Mädchen zwischen neun

und zwölf Jahren, aber auch für Deutschlerner geeignet.

Börsenboom

Immer mehr Deutsche investieren ihr Geld in Aktien. Vor

allem junge Leute haben den Handel an der Börse für

sich entdeckt. Dank Apps und Onlinebrokern wird das

Ganze immer einfacher. Aber Vorsicht: Der Aktienhandel

ist nicht ohne Risiko. Man kann auch viel Geld verlieren.

Kaffeeland Deutschland

Die Deutschen lieben Kaffee: 166

Liter trinkt jeder Deutsche durchschnittlich

pro Jahr. Besonders beliebt

ist dabei der gute alte Filterkaffee.

Eine Umfrage des Instituts für

Demoskopie Allensbach hat jedoch

ergeben, dass in deutschen Küchen

auch immer mehr Kapselmaschinen

und Vollautomaten stehen.

Mädchen-Zukunftstag

Im April 2021 fand in ganz Deutschland wieder der sogenannte

Girls’Day statt. An diesem Aktionstag sollen

Schülerinnen für naturwissenschaftlich-technische Berufe

begeistert werden. Das Ziel: mehr weibliche Beschäftigte

in typischen „Männerberufen“, zum Beispiel

als Informatikerin.

Weltmeister: Jogi Löw (3. v. r. ) und

seine Mannschaft im Jahr 2014

Fußballnationaltrainer Löw

Bundestrainer erklärt Rücktritt

Joachim „Jogi“ Löw hört auf: Der langjährige Trainer der

deutschen Fußballnationalmannschaft der Männer wird

nach der Europameisterschaft im Sommer dieses Jahres

seine Tätigkeit beenden. Das erklärte der 61-Jährige im

März 2021 auf einer Pressekonferenz. „Ich gehe diesen

Schritt ganz bewusst, voller Stolz und mit großer Dankbarkeit“,

sagte Löw, der seit 2006 Chefcoach ist. Löws größter

Erfolg war der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien

im Jahr 2014. Bei der Europameisterschaft im Sommer

will er noch mal alles geben.

Bundeskanzlerin

Angela

Merkel

Eine Ära geht zu

Ende

Wenn am 26.

September ein

neues deutsches

Parlament (Bundestag)

gewählt

wird, endet auch

die 16-jährige

Regierungszeit

von Angela Merkel.

Sie möchte

aufhören. Seit

dem 22. November 2005 ist sie deutsche Bundeskanzlerin

und war 18 Jahre lang Vorsitzende der Partei Christlich

Demokratische Union Deutschlands (CDU). In ihrer Regierungszeit

gab es eine stetig wachsende Wirtschaft in

Deutschland, abgesehen von der Finanzkrise 2008/2009

und der Coronapandemie 2020/2021. Außenpolitisch

macht sie sich für einen Ausbau der Europäischen Union

(EU) stark. Bei öffentlichen Auftritten ist die „Merkel-Raute“

(eine bestimmte Haltung der Hände) eine typische Geste

der 66-Jährigen.

Fotos: Sony Music Entertainment Germany GmbH (TKKG-Hörspielcover), jannoon028/de.freepik.com (Kaffee), Danilo Borges/wikimedia.org (deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer im Jahr 2014), Armin Linnartz/wikimedia.org (Angela Merkel)

4 vitamin de 89


Auch in Deutschland gibt es viele

schöne Reiseziele für den Sommerurlaub

Fotos: Baranekstuttgart/wikimedia.org (Wasserstofftankstelle), Krauss/Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Junge am Strand), BioNTech SE (Uğur S˛ahin)

Wasserstoffstrategie

Deutschlands

Bester in der Wasserstofftechnologie

werden

Die deutsche Bundesregierung arbeitet

weiter an der Energiewende. Sie

möchte fossile Brennstoffe, wie Öl,

Kohle oder Gas, sowie Atomenergie

durch erneuerbare Energien aus Wind,

Sonne und Wasser ersetzen. Eine

wichtige Rolle spielt dabei auch Wasserstoff.

Aus Wasser lässt sich durch

Elektrolyse Wasserstoff und Sauerstoff

gewinnen. Wasserstoff ist eine flexibel

einsetzbare und leicht transportierbare

Energie. Allerdings ist Wasserstoff

nur dann ökologisch, wenn der

Strom für die Elektrolyse aus erneuerbaren

Energien kommt. Die Regierung

möchte in der Entwicklung und dem

Verkauf moderner Wasserstofftechnologie

weltweit bald ganz vorn sein.

Anerkennung für Impfstoff-

Erfinder

Bundesverdienstkreuz für

BioNTech-Gründer

Die Wissenschaftler Özlem Türeci und Uğur

S˛ahin (Foto) haben den COVID-19-Impfstoff

von BioNTech erfunden. Dafür wurden

die beiden türkischstämmigen Mediziner

mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

„Ihre Entdeckung rettet Menschenleben“,

sagte Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier während der Verleihung

im Berliner Schloss Bellevue. Das

Ehepaar Türeci und S˛ahin hat das Biotechnologieunternehmen

BioNTech im Jahr

2008 in Mainz gegründet.

Reiseziel Deutschland

Wo die Deutschen dieses Jahr Urlaub machen

Der Sommer ist die beliebteste Reisezeit des Jahres. Traditionell reisen viele

Deutsche gern nach Spanien oder Italien. Wegen der Coronapandemie

ist das dieses Jahr nicht so einfach. Wie eine Umfrage zeigt, planen deshalb

mehr als 33 Prozent der Deutschen ihren Sommerurlaub im eigenen

Land – fast zehn Prozent mehr als noch 2020. Spanien, Italien, Griechenland

und die skandinavischen Länder müssen 2021 mit weniger deutschen

Touristen rechnen. Etwa zwölf Prozent der Befragten haben jedoch vor,

in ein Land außerhalb Europas zu reisen. Und 21,6 Prozent wissen noch

nicht, wohin es dieses Jahr gehen soll.

Antworten auf die Frage: In welches Land planen Sie in den kommenden

zwölf Monaten eine Reise?

Deutschland 33,9 Prozent

Spanien 5,8 Prozent

Italien 4,0 Prozent

Skandinavien 3,8 Prozent

Griechenland 2,8 Prozent

Fernreise außerhalb Europas 12,2 Prozent

Wissen noch nicht, wohin 21,6 Prozent

Wilhelm Siemers, Lucas Netter

Quelle: Stiftung für Zukunftsfragen: „Tourismusanalyse 2021“.

Auftritt, -e, der hier: Veranstaltung, Pressekonferenz, Rede im Parlament

ausfallen nicht stattfinden, abgesagt sein

begeistern Freude/Interesse wecken

bewusst hier: nicht gedankenlos, mit gutem Gewissen

Bundesverdienstkreuz, -e, das Orden/Medaille der Bundesrepublik Deutschland

durchschnittlich normal, mittelmäßig, in der Regel

einsetzbar brauchbar, nutzbar

erfinden sich ausdenken, als Erster machen

ergeben hier: zeigen, feststellen

erscheinen publiziert werden

ersetzen auswechseln, erneuern

geeignet sein, für jmdn./etw. (Akk.) passend, brauchbar, richtig sein

Handel, der hier: Kauf und Verkauf von Aktien/Wertpapieren

Impfstoff, -e, der Serum, Vakzine

naturwissenschaftlich Wissenschaften wie Physik, Chemie, Biologie betreffend

rechnen, mit jmdm./etw. (Dat.) erwarten, vermuten, kommen sehen

Regierungszeit, -en, die Zeit, in der jmd. herrscht/das Sagen hat

retten bewahren, schützen

Rücktritt, -e, der seine Position verlassen, abtreten

Stolz, der Gefühl des Erfolgs, Selbstbewusstsein

Verleihung, -en, die hier: Siegerehrung, besondere Feier für die Besten

verschieben auf ein anderes Datum setzen

Vorsitzende, -n, der/die Chef, Leiter, Direktor

Wirtschaft, die Ökonomie; Gesamtheit aller ökonomischen Tätigkeiten

vitamin de 89 5


*

Land der Ruhe

››

Zhaos Leben in Deutschland

In der Rubrik „Der andere Blick“ erzählen junge Menschen aus dem Ausland über ihr Leben in

Deutschland. Zhao Yuxin aus der südchinesischen Provinz Guangdong lebt seit August 2020 in

Deutschland. Der 20-Jährige bereitet sich im Studienkolleg Köthen auf sein Informatikstudium vor.

In vitamin de berichtet er, was ihm an Deutschland und den Deutschen auffällt.

Als ich im Sommer 2020 in

Deutschland ankam, wusste ich

nicht, was mich erwarten würde. Vor allem

fragte ich mich, wie wohl die Deutschen

sein würden? Kühl und distanziert?

Oder doch eher freundlich und

hilfsbereit? Jetzt, nach fast einem Jahr,

habe ich mich gut eingelebt und konnte

auch die Menschen hier besser kennenlernen.

Besonders in alltäglichen

Situationen zeigt sich die besondere

Mentalität der Deutschen.

Was die Deutschen ausmacht

Einmal saß ich zum Entspannen im

Park und sah einigen Kindern beim

Spielen zu. Da fiel eines der Kinder hin

und fing an zu weinen. Ich wollte schon

Studienkolleg Köthen

Das Landesstudienkolleg Sachsen-Anhalt an der Hochschule

Anhalt bereitet jährlich etwa 600 ausländische

Studierende auf ein wissenschaftliches Studium in

Deutschland vor. Es können Kurse mit technisch-mathematisch-naturwissenschaftlicher,

wirtschaftswissenschaftlicher

sowie gesellschaftswissenschaftlicher Ausrichtung

absolviert werden. Auch die Deutsche Sprachprüfung für

den Hochschulzugang (DSH) kann man hier ablegen. Die

meisten Kurse finden am Standort Köthen statt, einige

wenige aber auch im knapp 20 Kilometer entfernten

Dessau-Roßlau.

hingehen, um ihm zu helfen; dann

stand es aber selbst wieder auf und

spielte weiter, als sei nichts gewesen.

In diesem Verhalten erkannte ich einen

Charakterzug der Deutschen: Wenn sie

hinfallen, stehen sie wieder auf – auch

ohne die Hilfe anderer. Oder anders

gesagt: Wenn sie einen Misserfolg haben,

geben sie nicht auf, sondern machen

weiter. Herausforderungen meistern,

um an ihnen zu wachsen – das

macht die Deutschen aus.

Essen verbindet

Wenn man allein in einem fremden

Land lebt, kann man sich manchmal

einsam fühlen. Deshalb ist es wichtig,

Kontakt mit den Einheimischen

zu haben. Die

Menschen in

Deutschland wirken

anfangs zwar

ein wenig distanziert,

aber wenn

man aktiv auf sie

zugeht, zeigen

sie ihre herzliche

Seite und man

Zhao Yuxin

auffallen, jmdm. (Dat.) jmd. bemerkt etw.

aufgeben hier: aufhören/Schluss machen mit etw.

ausmachen hier: charakterisieren

Einheimische, -n, der/die jmd., der schon lange an einem Ort wohnt; Inländer

einleben, sich, in etw. (Akk.) sich wie zu Hause fühlen, heimisch werden, sich akklimatisieren

einsam allein, verlassen, ohne Kontakte

erkennen bemerken, sehen

gesellschaftswissenschaftlich soziologisch, sozialwissenschaftlich

Herausforderung, -en, die schwierige Aufgabe

Hochschulzugang, -“-e, der Erlaubnis, an einer Universität zu studieren

Kloß, -“-e, der Kugel, die aus Teig hergestellt wird

Misserfolg, -e, der kein Glück, Niederlage, Verlust

naturwissenschaftlich Wissenschaften wie Physik, Chemie, Biologie betreffend

ungewohnt anders/unbekannt/unüblich

Verhalten, -, das Benehmen, Auftreten, Manier

vorbereiten, sich, auf etw. (Akk.) hier: üben/lernen für etw.

wachsen, an etw. (Dat.) sich entwickeln, besser werden

wirtschaftswissenschaftlich Analyse der Ökonomie betreffend

kann schnell viele Freunde finden. Am

besten kommt man mit den Deutschen

beim Essen ins Gespräch. Neulich

habe ich zusammen mit meinen deutschen

Nachbarn chinesische Klöße gekocht.

Das war eines der schönsten Erlebnisse,

die ich hier bisher hatte. Gemeinsames

Essen ist eben eine wichtige

Brücke zwischen den Kulturen.

Die Ruhe genießen

Noch etwas ist mir in Deutschland aufgefallen:

die Ruhe. In den riesigen chinesischen

Metropolen ist es unglaublich

laut und stressig, aber hier ist das

Leben auf der Straße ruhig und entspannt.

Anfangs war das ungewohnt

und auch ein bisschen langweilig für

mich, aber mit der Zeit habe ich gelernt,

die Ruhe zu genießen. Die Stadt

Köthen mit ihren 25 000 Einwohnern

ist perfekt, um die Gedanken zu sortieren

und konzentriert zu lernen. So

kann ich all die Herausforderungen

meistern, die hier noch auf mich warten.


Zhao Yuxin

Fotos: Zhao Heji (Zhao Yuxin), SKopp/wikimedia.org (Flagge Chinas), Clker-Free-Vector-Images/pixabay.com (Flagge Deutschlands)

6 vitamin de 89


„Blaues Pferd I“ ist eines der beka ntesten Werke von Franz Marc.

Das Gemälde entstand im Jahr 1911 und wird in der Städtischen

Galerie im Lenbac haus und Kunstbau München ausgeste lt

eutschland in den ersten Jahren

des 20. Jahrhunderts: Die Industrialisierung

schreitet immer weiter voran.

Die Menschen verlassen ihre ländlichen

Gemeinschaften und ziehen in die

Christliche Kunst

sich, die Kluft zwischen Arm und Reich

wächst. In dieser Zeit der Umbrüche

entwickelt sich der Expressionismus als

eine künstlerische Antwort auf die Veränderungen

in der Gese lschaft. Die Expressionisten

wandten sich gegen den

biederen künstlerischen Anspruch des

Köln

Nürnberg

Berlin

München

deutschen Kaise reich. Besonders in

fanden neue realistische Denkweisen

Eingang, die sich als Protest gegen die

bestehende Ordnung und alte Traditionen

niederschlugen.

vitamin de 88 31

Berühmte Darste lung

der Gründung des

deutschen Kaise reichs

am 18. Januar 1871 im

Spiegels al von Versailles

war Bismarck zu verdanken europäischen Nachbarn. Unter preußi-

und fand im königlich-französischen

Schloss von Versai

les bei Pari sta t. Wie kam kam es zum sogenannten Deutschen

es dazu?

Krieg zwischen Preußen und Österreich,

den Preußen gewann. Danach

Die verspätete Nation

war klar: Öste reich würde nicht Teil ei-

Historiker nennen Deutschland die

„verspätete Nation“. Andere europäische

Völker wie die Franzosen, Englän-

frei, die anderen deutschen Länder zu

Preußen und Bismarck war der Weg

der, Russen oder Schweden ha ten führen und zu vereinen. Um die Fürsten

von seiner Idee zu überzeugen,

Bild oben teilweise schon seit Jahrhunderten einen

eigenen Nationalstaat. Das war im brauchte Bismarck einen Anlass. Die-

sagt a les:

Majestätisch deutschsprachigen Raum und in Italien sen lieferte Frankreich: Im Streit um

steht er da, im anders. Die Gebiete in dieser Region die spanische Thronfolge erklärte

Mittelpunkt. Dabei waren fast 1000 Jahre lang Teil des Frankreich am 19. Juli 1870 Preußen

ist er weder König multinationalen Heiligen Römischen den Krieg.

noch Kaiser. Er ist

der Ministerpräsident

von Preußen, an seine Ste le trat eine Vielzahl von Ein halbes Jahr später war Frankreich

Triumph in Versailles

Herrschaftsgebieten: große und mächtige

Länder wie Preußen und Österdeutschen

Verbündeten ha ten den

geschlagen. Preußen und seine süd-

Politiker des preußischen reich sowie kleine und ganz kleine Krie gewonnen. Das war das Ereignis,

Fürstentümer und freie Städte. das Bismarck brauchte, um die anderen

deutschen He rscher von der Idee

mälde stammt von dem Maler Anton Bismarcks Vision

einer nationalen Vereinigung zu überzeugen.

Symbolisch ernannten die

von Werner (1843 – 1915). Es zeigt O to von Bismarck ha te das Ziel, a le

den 18. Januar 1871, die Geburtsstunde

des Deutschen Reichs. Dieser gro-

zu vereinen. Er wo lte ein großes König Wilhelm I. am 18. Januar 1871

kleinen und großen deutschen Länder deutschen Fürsten den preußischen

ße Tag in der deutschen Geschichte

im Spiegelsaal von Versai les zum Kai-

Wappen des

deutschen

Kaiserreichs

ab 1889

24 vitamin de 88

ser über ein deutsches Reich – das

für Frankreich, ein Triumph für Preußen.

Und für Bismarck, der Reichs-

höchste politische Amt im Land. Der

Die andere Seite der Geschichte

Der Triumph war hart erkauft: In den

„Deutschen Einigungskriegen“ gegen

Dänemark (1864), Öste reich (1866)

und Frankreich (1870/71) starben

Hunderttausende Menschen. Außerdem

war ein vereintes Deutschland

Jahrzehnten ha te sich das liberale

Bürgertum für eine Vereinigung eingesetzt.

Es wo lte nicht länger unter der

Willkür der vielen Monarchen leben. Es

wo lte demokratische Reformen und

ein vereintes Deutschland. 1848 ha te

es eine Revolution gegeben, die aber

von den Fürsten niedergeschlagen wurde.

Als es 1871 tatsächlich zur deutschen

Vereinigung kam, wurde diese

Fortschritte gab es erst viel später im

Kaiserreich.

Das katastrophale Ende des Reichs

Von 1871 bis 1918 beherrschten drei

Kaiser das Reich. In dieser Zeit wurde

Deutschland eine wichtige Macht in

Europa und der Welt: wirtschaftlich,

litärisch. Das Reich wurde Kolonialte

dort grausame Kriege. Militarismus

und Nationalismus in Europa führten

1914 zum Ersten Weltkrieg. Nach der

narchistischen Kaise reich ein deutsches

Reich mit einer echten parlamentarischen

Demokratie – die sogenannte

Weimarer Republik. Doch ab

1933 bauten die Nationalsozialisten

Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) und

zum Holocaust führte. 1945 war das

Land besiegt und wurde geteilt: Das

Deutsche Reich war endgültig Geschichte.

Dennis Grabowsky

Der

Eiserne

Kanzler:

O to von

Bismarck

O to von Bismarck

war einer

der wichtigsten

deutschen

Politiker und

Staatsmänner

der Neuzeit. Der

konservative

Aristokrat, Jurist

und Diplomat

wurde 1862

Ministerpräsident

Preußens

abdanken von einem Amt zurücktreten, nicht mehr Kaiser sein

Anla s, -“-e, der Gelegenheit, Grund

Augenhöhe gleichberechtigt; den gleichen Rang haben

aufblühen hier: sich entwickeln/entfalten, aufleben

Demütigung, -en, die Kränkung, Erniedrigung, Diskreditierung

durchsetzen hier: scha fen, realisieren, beschließen

einsetzen, sich, für jmdn./etw. (A k.) sich um etw. bemühen, kämpfen

entlassen hier: jmdn. von seinen beruflichen Pflichten befreien

ernennen bestimmen, berufen

Fürstentum, -“-er, das Gebiet/Te ritorium, in dem ein Aristokrat regiert

grausam schlimm, unmenschlich, furchtbar

He rschaftsgebiet, -e, das Region/Gegend, in der jmd. Autorität/Kontrolle/Einflu s hat

im deutschsprachigen Raum in dem Gebiet, wo hauptsächlich Deutsch gesprochen wird

mächtig wichtig, stark, einflu sreich

majestätisch imposant, feierlich, erhaben

mit harter Hand agieren streng/autoritär/kompromi slos handeln

Niederlage, -n, die Mi serfolg, verlieren, besiegt werden

niederschlagen hier: (erfolgreich) unterdrücken, bekämpfen

prägen hier: wirken auf etw.; beeinflu sen, formen

Versicherung, -en, die Risikoabsicherung, Schutz

lkür, die Laune, Zufa l; hier: Tyra nei, Diktatur

Wirtschaftsmacht, -“-e, die ökonomisch sehr starkes Land

vitamin de 88 25

Deutschland aktuell • Lesetexte für Deutsch D t h als Fremdsprache • Nr. 88 • Frühling

2021

Digitale Medien

› Nützlich oder gefährlich?

Das Kaiserreich

Deutsche Erfinder

› Der erste deutsche Nationalstaat › Robert Bosch und die Zündkerze

Leserbriefe

Nützlich oder gefährlich? – Jugendliche und ihr digitaler Medienkonsum

Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit am Smartphone und vor dem Computer, besonders während

der Coronapandemie. Schnell kann es zur Abhängigkeit vom Internet kommen. Deshalb war das Interview

mit Professor Martin Korte interessant: Beim digitalen Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen

muss man das richtige Maß finden. Ich hingegen kommuniziere lieber persönlich, weil ich so meine zwischenmenschlichen

Beziehungen besser pflegen kann.


Martina Tache, Prešov, Slowakei

Der erste deutsche Nationalstaat – Vor 150 Jahren wurde das deutsche

Kaiserreich gegründet

Da ich im Elsass lebe, habe ich diesen Artikel mit großem Interesse gelesen. Die Region

war immer wieder ein Zankapfel zwischen Frankreich und Deutschland und Anlass für

Kriege. Heute ist das anders. Wir Franzosen legen großen Wert auf gute Beziehungen zu

unseren deutschen Nachbarn. In der Grenzregion arbeiten Deutsche und Franzosen täglich

zusammen. Und seit der Coronapandemie unterstützen wir uns gegenseitig.

Raymonde Muller, Pfaffenheim, Frankreich

Der erste

deutsche Nationalstaat

› Vor 150 Jahren wurde das deutsche Kaiserreich gegründet

Ein Höhepunkt der deutschen Geschichte: Vor 150 Jahren, im Januar 1871, wurde das deutsche

Kaiserreich gegründet. Zum ersten Mal gab es einen deutschen Nationalstaat. Es folgte eine längere

Friedensperiode in Europa. Die Industrialisierung machte das Land zur größten Wirtschaftsmacht des

Kontinents; Kunst und Kultur blühten auf, aber auch Nationalismus und Militarismus, die in den Ersten

Weltkrieg (1914 – 1918) führten.

* **

Geschichte

D as

O to von Bismarck

(1815 – 1898). Ein

Königs Wilhelm I. (1797 –

1888). Das berühmte Ge-

Reichs gewesen. Dieses Reich ging Anfang

des 19. Jahrhunderts zu Ende und

Deutschland auf Augenhöhe mit seinen

scher Führung. Das konnte der Konkurrent

Öste reich nicht akzeptieren. 1866

nes deutschen Reichs werden. Aber für

Fotos: Bismarck-Museum Friedrichsruh/Otto-von-Bismarck-Stiftung/wikimedia.org (Gemälde „Die Proklamierung des deutschen Kaise reiches am 18. Januar 1871“ von Anton von Werner, 1 85), David Liu zo/wikimedia.org (Reichsadler-Wa pen des deutschen Kaise reichs

ab 1 89), ziegelbre ner/wikimedia.org (Karte des deutschen Kaise reichs, 1871-1918), Ma den/wikimedia.org (Reichsfl agge des deutschen Kaise reichs, 1871-1918), wikimedia.org (Fla ge Deutschlands)

Foto: Städtische Galerie im Lenbac haus und Kunstbau München, aus dem Nachlass Franz von Lenbach, Schenkung Lolo von Lenbach 1925 (Gemälde „Otto Fürst Bismarck“ von Franz von Lenbach, 1890)

deutsche Kaise reich. Eine Demütigung

kanzler des neuen Staates wurde – das

deutsche Nationalstaat war Wirklichkeit

geworden. Wenn auch ohne Öste reich.

nicht nur Bismarcks Idee gewesen. Seit

„von oben“ durchgesetzt: von Bismarck

und den Fürsten. Kleine demokratische

wissenschaftlich, kulture l und auch mimacht

im Pazifi k und in Afrika und führ-

deutschen Niederlage dankte der Kaiser

ab und 1919 wurde aus dem mo-

eine faschistische Diktatur auf, die zum

und nach 1871 Kanzler des deutschen Kaise reichs. Er machte vor

a lem für die Reichen und Mächtigen Politik. Aber er führte auch

die a lgemeine Kranken- und Sozialversicherung ein, die auch der

armen Mehrheit der Bevölkerung half. Außen- und innenpolitisch

agierte er mit harter Hand, weshalb er der „Eiserne Kanzler“ genannt

wurde. Er modernisierte und prägte den Staat wie niemand

sonst und wurde auch im Ausland sehr respektiert. Mit kluger Diplomatie

sicherte er den Frieden mit den europäischen Nachbarn.

1890 entließ Kaiser Wilhelm I. (1859 – 1941) Bismarck, der acht

Jahre später starb. Nach seinem Tod wurden in Deutschland sehr

viele Denkmäler für ihn e richtet. Heute betrachtet man sein Wirken

kritischer und di ferenzierter.

Fotos: vitamin de

Fotos: Städtische Galerie im Lenbac haus und Kunstbau München (Gemälde „Blaues Pferd I“ von Franz Marc, 19 1), vitamin de (Karte von Deutschland, Zeitstrahl)

Kunst

Kunst in Deutschland

› Expressionismus

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich vor a lem im deutschsprachigen Raum der Kunststil

des Expressionismus. Der Name dieser Kunstrichtung stammt von dem lateinischen Wort „expressio“,

was auf Deutsch „Ausdruck“ bedeutet. Mit kräftigen Farben und einfachen Formen wo lten die Künstler

dieser Epoche ihre inneren Gefühle unmi telbar ausdrücken.

D

Großstädte, um dort Arbeit zu fi nden.

Die sozialen Unterschiede vergrößern

Epochen und Kunststile in Deutschland

konservativen Bürgertums im damaligen

der bildenden Kunst und in der Literatur

Römische Bildende Kunst

Kunst der Antike Gotik Barock Romantik Jugendstil Kubismus Neue der Gegenwart

Frühgeschichte Romanik Renai sance Klassizismus Impre sionismus Expressionismus Sachlichkeit

15 v.Chr. – 500 1200 – 1550 1600 – 1780 1800 – 1840 1890 – 1910 1906 – 1914 ab 1950

ab 40 000 v. Chr. 950 – 1250 1500 – 1600 1750 – 1840 1860 – 1910 1900 – 1930 1920 – 1933

* **

Kunst in Deutschland – Expressionismus

Expressionistische Bilder finde ich sehr schön. Für den Künstler steht der Ausdruck der eigenen Emotionen

im Mittelpunkt. Da die Formen einfach sind, dominieren die Farben, sodass man daran leicht die

Stimmung des Gemäldes erkennen kann. Jetzt würde ich gern eine Gemäldegalerie in Deutschland besuchen,

um die Bilder von den deutschen Expressionisten mit eigenen Augen zu sehen und vielleicht mit

den Werken des belarussischen Expressionisten Marc Chagall zu vergleichen.

Uljana Tschernikowitsch, Sluzk, Belarus

Euer Feedback zum Heft ist uns wichtig. Leserbriefe schickt bitte

an unseren Redakteur Wilhelm Siemers unter: info@vitaminde.de.


Landeskunde

*

Land der

tausend Seen

››

Die Mecklenburgische

Seenplatte

Weite Wälder, charmante Städte

und viel Wasser prägen die

Landschaft der Mecklenburgischen

Seenplatte. Die beliebte

Urlaubsregion im Nordosten

Deutschlands wird deshalb

auch „Land der tausend Seen“

genannt. vitamin de stellt

das Naturparadies

und seine kulturellen

Besonderheiten vor – und

erklärt, warum sogar Bären

in der Gegend eine Rolle

spielen.

Die Mecklenburgische Seenplatte

liegt im Bundesland Mecklenburg-

Vorpommern, fast an der Grenze zu Polen

und nahe der Ostseeküste. Die flache

Landschaft ist von Wäldern und

mehr als tausend Seen geprägt – ideal

für Wanderer und Wassersportler.

Der größte See der Gegend ist die Müritz,

gefolgt vom Schweriner See und

dem Plauer See. An den Ufern dieser

Gewässer liegen malerische Ortschaften

wie Neubrandenburg, Waren oder

Neustrelitz. Das alles macht die Mecklenburgische

Seenplatte zu einem beliebten

Ziel für Touristen.

Herrliche Natur

Der Müritz-Nationalpark ist besonders

sehenswert. Er liegt östlich des Sees

Müritz und ist einer der größten Nationalparks

Deutschlands. Über hundert

Seen und etwa 400 Moore gibt es hier;

drei Viertel der Landschaft sind von

Wäldern und Wiesen bedeckt. In dem

Park leben viele seltene Tiere, zum Beispiel

Kraniche sowie See- und Fischadler.

An manchen Orten gibt es sogar

Wölfe. Besonders gut lassen sich die

Tiere von den zahlreichen Aussichtstürmen

beobachten. Erkunden kann man

den Nationalpark auf den vielen Wander-

und Fahrradwegen.

Mecklenburgische

Seenplatte

Berlin

Die Stadtkirche

Neustrelitz

Sehenswerte Städte

Wer von den vielen Aktivitäten in der

Natur genug hat, kann sich die charmanten

Städte in der Gegend ansehen,

zum Beispiel die Stadt Waren.

Sie liegt am See Müritz und hat etwa

21 000 Einwohner. In der Altstadt gibt

es viele historische Sehenswürdigkeiten,

zum Beispiel das Schloss Weinberg

oder das Museum Müritzeum.

Einmal im Jahr findet in Waren das

deutschlandweit bekannte Volksfest

„Müritz Sail“ statt, auf dem vieles zum

Thema Segeln und Wassersport zu sehen

ist.

Neustrelitz und der

Schlossgarten

Mitten in der Mecklenburgischen

Seenplatte liegt die Stadt Neustrelitz.

Etwa 20 000 Menschen leben

in der ehemaligen Residenzstadt

des Mecklenburgischen Adels. 1733

als barocke Planstadt gegründet, ist

Neustrelitz ein beliebtes Ausflugsziel.

Besonders sehenswert sind der

Marktplatz mit der Stadtkirche sowie

das frühere Residenzviertel mit vielen

historischen Bauwerken. Früher

gab es hier ein großes Schloss, das

aber im Zweiten Weltkrieg (1939 –

1945) zerstört wurde. Der Schlossgarten

blieb erhalten und wurde von

2011 bis 2019 aufwendig saniert.

Heimat für Bären

Ein besonderes Ausflugsziel ist der Bärenwald

Müritz an der Südspitze des

Plauer Sees. In dem 16 Hektar großen

Schutzgebiet bekommen Bären, die

aus schlechter Zoohaltung befreit wurden,

die Möglichkeit, in einer natürlichen

Umgebung zu leben. An verschiedenen

Stationen können sich die Besucher

des Parks über das Leben der

Tiere informieren. Momentan haben

15 Braunbären im Bärenpark Müritz

ein neues Zuhause gefunden.

Fotos: Markus Kirchgessner/Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Wanderung durch das Biosphärenreservat Schaalsee), Joachim Kohler/wikimedia.org

(Stadtkirche Neustrelitz), vitamin de (Deutschlandkarte), Clker-Free-Vector-Images/pixabay.com (Flagge Deutschlands), Cassubia1238/wikimedia.org (Wappen

des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte)

8 vitamin de 89


In den mehr als tausend Seen der Region

hat das Fischen eine lange Tradition

Bei einer Wanderung mit dem Ranger durch

das Biosphärenreservat Schaalsee lernt

man die örtliche Flora und Fauna kennen

Fotos: Peter Frischmuth/Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte e. V. (Fischer), Frank Gärtner/130754122/123RF (Inselstadt Malchow)

Einmalige Kulturlandschaft

Wer auf der Mecklenburgischen Seenplatte

unterwegs ist, sieht viele

Gutshäuser. Sie wurden früher von

Großgrundbesitzern bewohnt, die

viel Agrarland besaßen. Gemeinsam

mit den Alleen und Parks, die

zu den Gutshäusern gehörten, haben

sie die historische Kulturlandschaft

der Region stark geprägt. Oft werden

sie wegen ihrer imposanten Bauweise

auch als Schlösser bezeichnet.

Zwei bekannte Gutshäuser der

Mecklenburgischen Seenplatte sind

das Schloss Lebbin und das Schloss

Klink. Beide wurden im 19. Jahrhundert

gebaut und sind heute Hotels für

Touristen.

Charakter der Menschen

Natürlich gibt es in der Region nicht

nur Urlauber, sondern auch Einheimische,

die wiederum oft in der Tourismusindustrie

arbeiten. Scherzhaft bezeichnet

man die Menschen der Gegend

auch als „Fischköppe“, weil sie

so kühl und schweigsam sind wie Fische.

Fremden gegenüber sind die Einheimischen

anfangs zurückhaltend;

wenn man sich aber mit ihnen angefreundet

hat, werden sie offener und

gesprächiger.

Inselstadt Malchow und Kloster Malchow

Die Kleinstadt Malchow ist ein touristischer Hauptort der Mecklenburgischen

Seenplatte. Ihre historische Altstadt liegt auf einer Insel im Malchower

See – deshalb wird Malchow auch „Inselstadt“ genannt. In der Stadt

gibt es viele Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel eine etwa 140 Jahre alte

Windmühle, eine Drehbrücke und das Kloster Malchow. Letzteres wurde

im Jahr 1298 gegründet und ist heute ein wichtiges Zeugnis mecklenburgischer

Architektur. Besonders imposant ist der 52 Meter hohe Turm der

Klosterkirche.

Regionale Küche

Am besten kommt man mit den Einheimischen

beim Essen ins Gespräch. Die

Küche der Mecklenburgischen Seenplatte

ist typisch norddeutsch. Das Essen

ist deftig und in den Zutaten spiegelt

sich die Nähe zur Natur wider:

Blick auf die

Inselstadt Malchow

Wildgerichte, Pilze und Fisch stehen

ganz oben auf der Speisekarte. Auch

Kartoffeln – vor Ort „Tüften“ genannt –

und Grünkohl spielen in der lokalen

Küche eine wichtige Rolle. Außerdem

gibt es in der Region viele Brauereien.

vitamin de 89 9


Ranger am Priesterbäker

See im Müritz-Nationalpark

Die Stille der Natur

genießen

Der Müritz-Nationalpark ist einer der

größten Nationalparks Deutschlands.

Er gehört zur Mecklenburgischen Seenplatte,

die viele Möglichkeiten für

Naturbeobachtungen bietet. Im Müritz-Nationalpark

gibt es mehr als hundert

klare und stille Seen mit einer

wunderschönen Aussicht.

Wassergeist in der Müritz

Wo Menschen zusammensitzen und

essen, sind Legenden und Sagen nicht

weit. Das gilt auch für die Mecklenburgische

Seenplatte. Die regionalen Erzählungen

handeln von Zwergen, Wassergeistern

und Hexen. So sollen in

den Mecklenburgischen Seen Wassergeister

wohnen, die von den Menschen

nicht gestört werden wollen. Im

See Müritz soll es sogar einen großen

und wunderschönen Bernstein geben,

der von einem solchen Wassergeist

bewacht wird. Wer den Bernstein finden

und ihn dem Geist wegnehmen

will, muss mit dem Tod rechnen – so

sagt es die Legende. Die Fischer der

Gegend meiden deshalb die Stelle in

der Müritz, wo der Geist zu Hause sein

soll.

Blick auf die Altstadt von

Waren an der Müritz

Großsteingräber und

Feldsteinkirchen

Noch zwei weitere Kulturdenkmäler

lassen sich in der Region finden: Großsteingräber

und Feldsteinkirchen. Bereits

vor 12 000 Jahren wurde die Seenplatte

von Jägern und Fischern besiedelt.

Diese Menschen der Jungsteinzeit

hinterließen Großsteingräber,

weil es in der Gegend viele große Feldsteine

gab. Vom 12. bis 14. Jahrhundert

wurden in der Gegend viele Dörfer

gebaut. Als Baumaterial dienten wieder

die Feldsteine. So sind die im Mittelalter

erbauten Feldsteinkirchen noch

heute in vielen Dörfern der Seenplatte

zu sehen.


Lotta Schneidemesser

Fotos: Markus Tiemann/Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Ranger am See), Dreizung/wikimedia.org (Großsteingrab bei Sparow),

Waren (Müritz) Kur- und Tourismus GmbH (Altstadt von Waren), pocha.de/Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Trachtengruppe in Klockenhagen)

In der gesamten Region werden Traditionen und Brauchtum

gepflegt – hier eine Trachtengruppe in Klockenhagen

Ein Großsteingrab im Wald

nahe des kleines Ortes Sparow

10 vitamin de 89


Foto: Horst-schlaemma/wikimedia.org (Friedländer Tor)

Neubrandenburg

und die

Backsteingotik

Neubrandenburg

ist die drittgrößte

Stadt des Bundeslandes

Mecklenburg-Vorpommern

und liegt am Tollensesee,

einem

der größten Seen

der Mecklenburgischen

Seenplatte.

Die „Stadt der vier

Tore“ ist besonders

für ihre mittelalterliche

Stadtmauer

mit den vier gotischen

Stadttoren

bekannt. Sehenswert

ist zum Beispiel

das Friedländer

Tor. Die Tore

wurden im Architekturstil

der Backsteingotik

gebaut,

der typisch für

Norddeutschland

ist.

Das Friedländer Tor

in Neubrandenburg

Adel, der Aristokratie; Privilegierte im Feudalismus

aufwendig mit viel Arbeit verbunden und teuer

Aussichtsturm, -“-e, der hohes Gebäude, auf dem man die Landschaft von oben gut sieht

bedeckt sein, von etw. (Dat.) bewachsen sein, bestehen aus

Bernstein, -e, der natürlicher Schmuckstein, der im Ostseeraum weitverbreitet ist

besiedeln bewohnen, sich niederlassen, ein Dorf gründen

bezeichnen hier: nennen, benennen

deftig würzig, kalorienreich, herzhaft

Einheimische, -n, der/die jmd., der schon lange an einem Ort wohnt; Inländer

erkunden hier: kennenlernen, sich ansehen

Gegend, -en, die Region, Gebiet

gelten, für jmdn./etw. (Akk.) hier: gültig/wahr sein, stimmen

Großgrundbesitzer, -, der jmd., der sehr viel Land besitzt

Großsteingrab, -“-er, das prähistorischer Ort aus Steinen, wo Tote liegen

handeln, von jmdm./etw. (Dat.) erzählen, darstellen

hinterlassen zurücklassen, dalassen

meiden sich fernhalten, ausweichen, aus dem Weg gehen

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rechnen, mit etw. (Dat.) erwarten, vermuten

scherzhaft nicht ernst gemeint, aus Spaß, humorvoll

Seenplatte, -n, die Region mit vielen Seen

sehenswert sein interessant/informativ sein

Ufer, -, das Rand eines Sees/eines Flusses

Wassergeist, -er, der Dämon/Phantom/Gespenst, das im Wasser lebt

widerspiegeln, sich deutlich/erkennbar/sichtbar werden; sich zeigen

Zeugnis, -se, das hier: Bauwerk, Gebäude

zurückhaltend hier: kühl, distanziert, verschlossen

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Heike Hambloch

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Leben

*

Schwimmen gehen

››

Freizeitspaß und Training

Neben Fahrradfahren und Joggen gehört Schwimmen zu den beliebtesten Sportarten in Deutschland.

Gerade im Sommer, wenn das Wetter schön ist, heißt es für viele: Ab ins Wasser! In vitamin de erzählen

Marina und Haugo, wo sie sich im Sommer gern abkühlen.

Badespaß am See

Sobald im Sommer die Sonne scheint, heißt es für meine

Freunde und mich: Ab an den Kaarster See! Ganz egal,

ob nach Feierabend, um den Arbeitsstress zu vergessen,

oder auch mal einen ganzen Tag am Wochenende. Vor allem

bei hohen Temperaturen ist eine Abkühlung super. Für

den Spaß am See sind wir gut vorbereitet: Wir haben kleine

Lautsprecher für die Musik aus dem Smartphone dabei.

Auch Snacks und kühle Getränke dürfen nicht fehlen. Außerdem

nehmen wir immer einen Fußball, ein Badminton-

Set und ein Frisbee zum Spielen mit. Es ist toll, mit Freunden

im Wasser herumzualbern. Und jeder,

der sich schon mal auf dem Rücken in

einem See treiben ließ, kennt dieses

Glücksgefühl unter freiem Himmel.


Haugo Klimm, 25 Jahre,

Programmierer aus Neuss

Gefahren am Badesee

Worauf man achten muss!

Bei heißem Wetter schnell mal in den

See zu springen, ist klasse. Doch leider

kommt es immer wieder zu lebensgefährlichen

oder gar tödlichen Badeunfällen.

Mit diesen Tipps könnt ihr den

Sprung ins kühle Nass genießen:

• Langsam ins Wasser gehen! Der Körper

sollte sich nach und nach an die

Wassertemperatur gewöhnen, um

den Kreislauf bei großer Hitze nicht

zu stark zu belasten.

• Keinen Alkohol vor dem Baden trinken!

Alkohol macht leichtsinnig und

lässt den Körper schneller auskühlen.

• Nicht in unbekannte Gewässer springen!

Man kann nicht einschätzen,

wie tief und sauber das Wasser ist.

• Immer zu zweit ins Wasser gehen

und nicht zu weit hinausschwimmen.

Im Falle eines Krampfes hat man Hilfe

und kommt schneller ans Ufer zurück.

• Generell nur in Gewässern baden,

die von Rettungsschwimmern beobachtet

und kontrolliert werden, zum

Beispiel von der Deutschen Lebens-

Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Vor dem Sprung ins kühle Nass

sollte man einiges beachten

Wettkampfsport im Schwimmbad

Ich gehe meistens ins Kölner Hallenbad „Agrippa“. Schwimmen

als Leistungssport habe ich erst spät für mich entdeckt.

Und zwar als ich einige Monate vor der Aufnahmeprüfung

für mein Sportstudium mit dem Schwimmtraining begann.

Danach trainierte ich weiter, weil ich an Wettkämpfen

im Schwimmen teilnehmen wollte. Das Tolle am Schwimmen

ist, dass man es in jeder Jahreszeit machen kann, abgesehen

von der Zeit während der Coronapandemie. Das

Schwimmen hält mich fit. Die Bewegungen sind sehr kraftvoll

und auch ästhetisch. Ich genieße das Training im warmen

Wasser. Sobald ich im Wasser bin, ist

alles gut. Der Stress geht weg und ich

sortiere meine Gedanken. Und wenn

ich keine Lust mehr habe, jemandem

zuzuhören, springe ich einfach

ins Wasser und habe meine Ruhe.

Marina Vesper, 23 Jahre,

Sportstudentin aus Köln

abkühlen, sich sich erfrischen; hier: baden/schwimmen gehen

Aufnahmeprüfung, -en, die Examen, das man erfolgreich absolvieren muss, um zu studieren

Badeunfall, -“-e, der Unglück im Wasser, Ertrinken

belasten hier: stören, gefährden

entdecken kennenlernen, finden

Feierabend, -e, der die Arbeit beenden, Arbeitsschluss

fit halten trainieren, um in Form zu bleiben

gewöhnen, sich, an jmdn./etw. (Akk.) mit etw. vertraut werden, sich auf etw. einstellen

Hallenbad, -“-er, das ein Schwimmbad mit Dach

herumalbern fröhlich miteinander spielen

Krampf, -“-e, der ungewollte, schmerzhafte Muskelanspannung

Kreislauf, der hier: Zirkulation des Blutes im Körper

Lautsprecher, -, der Box, aus der Musik kommt

leichtsinnig unvorsichtig

Leistungssport, der professioneller Sport

Nass, das hier: Wasser

Rettungsschwimmer, -, der professioneller Schwimmer, der Erste Hilfe leisten kann

treiben lassen, sich hier: im Wasser liegen

Wettkampf, -“-e, der Turnier, Wettbewerb

Katrin Luft

Fotos: privat (Haugo Klimm und Marina Vesper), Stephanie Albert/pixabay.com (Schwimmer)

12 vitamin de 89


Beruf

Fotos: Stina Walterbach (Patrick Rupprecht), David Mark/pixabay.com (Schwimmer)

Bademeister Patrick

››

Alleskönner am Beckenrand

Wasser ist sein Element. Seit fünf Jahren ist Patrick Rupprecht Bademeister bei den Bäderbetrieben

in Regensburg. „Das ist der beste Job der Welt“, sagt der 20-Jährige. Im Interview erzählt er von

seinem Traumjob.

Patrick

Rupprecht

Patrick, warum

hast du diesen

Beruf gewählt?

Die Liebe zum

Schwimmen

habe ich von meinem

Vater geerbt.

Er arbeitet bei einem

Schwimmverein. Auch

mein älterer Bruder ist Bademeister.

Außerdem schwimme ich seit meiner

Kindheit. Da kam kein anderer Beruf

mehr in Frage.

Was gefällt dir daran am meisten?

Als Bademeister bin ich Rettungsschwimmer,

Techniker, Sanitäter und

Animateur in einer Person. Diese Vielfalt

mag ich. Obwohl ich als Bademeister

viel Verantwortung trage, ist er mein

Traumberuf.

Bademeister achten darauf, dass den

Badegästen beim Schwimmen nichts passiert

Welche Fähigkeiten braucht man für

diesen Beruf?

Man muss gut schwimmen und gut mit

Menschen umgehen können. Während

meiner Aufsicht am Beckenrand muss

ich manchmal Erste Hilfe leisten. Auch

das Prüfen der Wasserqualität und die

Kontrolle der Badtechnik gehören zu

meinen Aufgaben. Da muss ich fit in

Mathematik und Chemie sein. Hilfreich

sind ebenso Eigenschaften wie gute

Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen

und Geduld.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Im Sommer beginne ich um sechs Uhr

morgens. Da müssen zuerst die Parkplätze,

Liegewiesen und Schwimmbecken

geprüft und gereinigt werden. Es

dürfen keine Gegenstände herumliegen,

die den Badegästen gefährlich

Abstand halten Distanz/Zwischenraum haben

Aufsicht, -en, die Kontrolle, Beobachtung

Eigenschaft, -en, die Besonderheit, Merkmal, Charakteristikum

Einfühlungsvermögen, das emotionelles Talent, jmdn. gut zu verstehen; Empathie

erben, von jmdm. (Dat.) hier: genetisch von jmdm. bekommen

erledigen fertig machen, abschließen, beenden

Erste Hilfe leisten schnelle medizinische Hilfe geben

Fachangestellte, -n, der/die Spezialist

Fähigkeit, -en, die Können, Talent

fit sein, in etw. (Dat.) hier: sich auskennen mit etw., etw. gut können/beherrschen

gefährlich riskant, voller Risiken sein

in Frage kommen passend sein

sanierungsbedürftig etw. muss repariert werden, etw. braucht eine Renovierung

umgehen, mit jmdm. (Dat.) zurechtkommen mit jmdm.

Verantwortung, die Verpflichtung, Aufgabe

verschärfen größer/stärker machen

Vielfalt, die große Auswahl, großes Angebot, Buntheit

werden könnten. Wenn alles erledigt

ist, öffnet das Bad um neun Uhr und

ich starte meine Kontrollgänge.

Wie wird man denn Bademeister?

Die Ausbildung zum Fachangestellten

für Bäderbetriebe dauert drei Jahre.

Die duale Ausbildung war für mich

so geregelt: Zwölf Wochen im Jahr hatte

ich Blockunterricht an der Berufsschule.

Die restliche Zeit war ich im

Schwimmbad. In der Berufsschule stehen

unter anderem Bädertechnik, Bäderbetriebslehre,

Medizin und Deutsch

auf dem Stundenplan. In der Ausbildung

habe ich bis zu 1 114 Euro brutto

im Monat verdient. Mein Beruf hat

Zukunft, weil überall Bademeister gesucht

werden.

Wie hat die Coronapandemie deinen

Beruf verändert?

Es sind mehr Aufgaben dazugekommen.

Meine Kollegen und ich müssen

darauf achten, dass die Leute Abstand

halten. Wir müssen das Bad auch

mehrmals täglich desinfizieren. Außerdem

hat der Corona-bedingte Lockdown

ein anderes Problem verschärft:

Kinder können heutzutage nicht mehr

richtig schwimmen. Deshalb ist es für

Eltern und Schulen wichtig, mit den

Kindern zum Schwimmunterricht ins

Schwimmbad zu gehen. Bademeister

sind auch Schwimmlehrer.

Das Interview führte Ekaterina Markeli.

Land der Nichtschwimmer

Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

(DLRG) macht auf das Problem aufmerksam: Schon

vor dem Corona-bedingten Lockdown seien fast 60

Prozent der Zehnjährigen in Deutschland keine sicheren

Schwimmer gewesen. Der Grund dafür sei, dass

es in Deutschland zu wenig Schwimmbäder gebe.

Viele Bäder müssten renoviert werden. Laut DLRG

kostet das rund 4,6 Milliarden Euro. Die meisten

Kommunen, die verantwortlich für die Schwimmbäder

sind, haben dieses Geld nicht. Es sei billiger, sanierungsbedürftige

Schwimmbäder zu schließen.

*

vitamin de 89 13


Tradition

*

Feierlicher Abschluss

››

Die Tradition des Abiballs

Für viele junge Deutsche ist er das große Finale einer langen Schulzeit: der Abiball. In festlicher

Atmosphäre feiern die Abiturienten ihren Schulabschluss – das Abitur. Auch Tristan Hitter kann sich

noch gut an dieses Ereignis erinnern. Im Jahr 2017 machte er sein Abitur am Gymnasium Adolfinum in

Moers. Über seinen Abiball hat der heute 21-Jährige mit vitamin de gesprochen.

Es war schön, noch einmal mit all

meinen Mitschülern gemeinsam zu

feiern“, sagt Tristan. „Manche von ihnen

habe ich danach nie wieder gesehen.“

Seinen Abiball wird Tristan deshalb

wohl noch lange in Erinnerung

behalten. Das große Fest zum Ende der

Schulzeit ist eine feste Tradition unter

deutschen Abiturienten. In eleganter

Kleidung – die Mädchen im Abendkleid

und die Jungs im Anzug – feiern sie das

bestandene Abitur und den Beginn eines

neuen Lebensabschnitts. Danach

beginnen die meisten von ihnen ein

Studium oder eine Ausbildung – und

die Wege der ehemaligen Mitschüler

trennen sich.

Abitur

Das Abitur, auch kurz „Abi“ genannt,

ist der höchste Schulabschluss in

Deutschland. Damit darf man an einer

Universität oder einer gleichgestellten

Hochschule studieren. Um das Abitur

zu bekommen, muss man in der

Regel zwölf oder 13 Jahre zur Schule

gehen und am Ende eine große

Abschlussprüfung bestehen. Normalerweise

macht man das Abitur

an einem Gymnasium oder einer

vergleichbaren Schule. In Deutschland

machen derzeit etwa 50 Prozent

aller Schüler eines Jahrgangs

das Abitur. In Österreich und der

Schweiz bezeichnet man das Abitur

als „Matura“.

Mehr als 1 000 Gäste

Traditionell organisieren die Abiturienten

ihren Abiball selbst und laden ihre

Familienmitglieder, Freunde und auch

die Lehrer ein. „In unserem Jahrgang

gab es 150 Abiturienten“, erzählt Tristan.

„Und jeder von uns hat Verwandte

und Freunde mitgebracht. Da waren

wir schnell bei über 1 000 Gästen.“

Tristans Abiball wurde im VIP-Bereich

eines Fußballstadions in Duisburg veranstaltet.

Oft finden die Abibälle aber

an weniger spektakulären Orten statt,

zum Beispiel in der Aula der Schule

oder in einer großen Sporthalle. Wichtig

bei allen Abibällen ist jedoch, dass

es leckeres Catering, einen professionellen

Fotografen für Erinnerungsfotos

und einen Discjockey für die

Musik gibt. Finanziert wird das

Ganze meist über vorher gesammeltes

Geld und den Verkauf der

Eintrittskarten.

Abiturienten während

ihres Abiballs

Offizieller und inoffizieller Teil

Viele Abibälle bestehen aus zwei Teilen:

einem offiziellen und einem inoffiziellen.

Während des offiziellen

Teils gibt es Reden, Danksagungen

und Glückwünsche, zum Beispiel vom

Schulleiter und dem Schülersprecher.

Danach wird in der Regel das Büfett

eröffnet und gemeinsam gegessen.

Das Rahmenprogramm des inoffiziellen

Teils besteht aus Musik, Tanz

und Showeinlagen. „Bei uns haben

zwei Moderatoren durch den Abend

geführt“, erinnert sich Tristan. „Sie haben

zum Beispiel lustige Anekdoten

aus unserer Schulzeit erzählt.“ Zu späterer

Stunde beginnt dann oft die wilde

Party: Der Discjockey dreht die Musik

lauter, alle Abiturienten stürmen die

Tanzfläche und feiern die ganze Nacht.

„Wir haben bis sechs Uhr morgens getanzt“,

erinnert sich Tristan. „Ein unvergesslicher

Abend.“


Lucas Netter

Ausbildung, -en, die hier: einen Beruf erlernen, z. B. Bäcker oder Buchhalter

bestanden erfolgreich beendet/abgelegt

Catering, das Festessen, Bankett

ehemalig früher, damalig, vormalig

Einlage, -n, die hier: Teil eines Showprogramms (Lied, Witz, Sketch)

Ereignis, -se, das Erlebnis, Event, Geschehen

in Erinnerung behalten etw. nicht vergessen, an etw. immer denken müssen

Jahrgang, -“-e, der hier: Schüler, die in einem bestimmten Jahr die Schule verlassen

Lebensabschnitt, -e, der Lebensperiode, bestimmte Zeit im Leben

Schulabschluss, -“-e, der hier: Ende der Schulzeit

spektakulär sensationell, großartig, phänomenal

veranstalten organisieren, durchführen

Foto: Ulrich Brothagen Fotografie & Design/www.brothagen.com (Abiturienten)

14 vitamin de 89


Fotos: privat (Ekaterina Markeli), Gustavo Fring/pexels.com (Impfszene), U.S. Secretary of Defense, VIRIN: 201214-D-BN624-0871C, Foto von Lisa Ferdinando/flickr.com/wikimedia.org (Impfampulle)

Leben

Beim Impfen helfen

››

Ekaterinas Kampf gegen das Coronavirus

Seit einem halben Jahr wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Im ganzen Land stehen

große Impfzentren, in denen die Menschen die Vakzinen verabreicht bekommen. Zuvor müssen die

Impfstoffe aber vorbereitet werden. Das ist die Aufgabe von Ekaterina Markeli aus Marburg. In

vitamin de berichtet die 32-Jährige von ihrer Tätigkeit im örtlichen Impfzentrum.

Als das Café, in dem ich früher gearbeitet

habe, wegen des Lockdowns

schließen musste, habe ich

nach einer neuen Tätigkeit gesucht.

Da habe ich die Stellenausschreibung

des Marburger Impfzentrums gefunden.

Vorher hatte ich schon die großen Zelte

des Zentrums gesehen und dachte

mir, dass es dort bestimmt einen großen

Bedarf an Arbeitskräften gibt. Also

habe ich mich als Mitarbeiterin für die

Vorbereitung der Impfstoffe beworben –

und schon nach einer Woche die Zusage

bekommen.

Übung macht den Meister

Vor Beginn des Einsatzes bekamen alle

neuen Mitarbeiter eine intensive Schulung.

Uns wurde erklärt, wie die Impfstoffe

funktionieren

und

wie man sie

für die Verabreichung

vorbereiten

muss. Dann

haben wir mit

Testflüssigkeiten

geübt.

Sogar eine

Hausaufgabe

haben wir

bekommen:

Mit einem Set

aus Kanülen

Impfzentrum Marburg

Das Impfzentrum in Marburg befindet

sich auf dem örtlichen Messegelände.

Es ist eines von insgesamt 28

Impfzentren im Bundesland Hessen.

In den 16 Impfkabinen können

sich täglich bis zu 1 200 Menschen

gegen das Coronavirus impfen lassen.

Bei voller Auslastung hat das

Zen trum jeden Tag 15 Stunden

lang geöffnet. So sollen in den

nächsten Monaten mindestens

147 000 Menschen die zwei notwendigen

Impfdosen erhalten.

Ekaterina Markeli im

Impfzentrum Marburg

und Spritzen sollten wir uns zu Hause

auf unsere neue Tätigkeit vorbereiten.

Natürlich muss man dabei viele

Details beachten, aber letztlich ist

das Ganze einfach eine Übungssache –

und Übung macht ja bekanntlich den

Meister.

Die Impfung vorbereiten

Meine Kollegen und ich arbeiten in einem

speziellen Zelt auf dem Gelände

des Impfzentrums. Unsere Aufgabe

ist es, die gelieferten Impfstoffe aus

den kleinen Ampullen in die Spritzen

zu ziehen, die dann für die Impfungen

verwendet werden. Der Impfstoff von

BioNTech und Pfizer muss vorher noch

mit einer Kochsalzlösung verdünnt werden;

bei den Vakzinen von AstraZeneca

und Moderna ist das

nicht notwendig. Pro

Schicht arbeiten wir

immer zu zweit: Einer

zieht die Spritzen mit den Impfstoffen

auf, der andere füllt das Protokoll aus

und notiert Datum und Uhrzeit. Das

ist wichtig, denn in den vorbereiteten

Spritzen sind die Impfstoffe nur wenige

Stunden lang haltbar.

Wichtige Arbeit

Bei der Arbeit muss man sich sehr

konzentrieren. Zum Beispiel dürfen in

den impfbereiten Spritzen keine Luftbläschen

sein. Da wir in einer sterilen

Umgebung arbeiten, dürfen wir keine

persönlichen Gegenstände oder etwas

zu trinken bei uns haben. Deshalb

dauert eine Schicht meist nur zwei bis

drei Stunden. Trotzdem gefällt mir meine

Arbeit sehr. Ich fühle, dass ich ein

Teil von etwas Besonderem bin. Die

Impfung der Bevölkerung ist ein wichtiges

Ziel und jeden Tag helfe ich dabei,

dieses Ziel zu erreichen.


Ekaterina Markeli

Seit Dezember 2020 wird in Deutschland

gegen das Coronavirus geimpft

aufziehen hier: Flüssigkeit in eine Spritze füllen

Auslastung, -en, die hier: Arbeitsumfang, Arbeitskapazität

Bedarf, der, an jmdm./etw. (Dat.) jmdn./etw. brauchen

bewerben, sich Dokumente abgeben, um eine Arbeit zu bekommen

Einsatz, -“-e, der hier: Arbeit, Beschäftigung, Job

Gelände, -, das ein Stück Land, Territorium

haltbar hier: brauchbar, nutzbar, geeignet

impfen hier: gegen Krankheiten immun machen

Impfstoff, -e, der Serum, Vakzine

Kochsalzlösung, -en, die Mischung aus Wasser und Natriumchlorid (Kochsalz)

Schicht, -en, die hier: Arbeitsstunden

Stellenausschreibung, -en, die Information über eine Arbeitsstelle/einen Job

Umgebung, -en, die hier: Arbeitsort, Arbeitsplatz

verabreicht bekommen etw. zum Einnehmen bekommen

verdünnen etw. flüssiger machen

Zusage, -n, die hier: Antwort, dass man eine Arbeit bekommen hat

*

vitamin de 89 15


Konsum

*

Überwachung

oder Hilfe beim Einkauf?

››

Personalisierte Werbung im Internet

Jeder kennt das: Gerade noch hat man sich das neueste Smartphone im Internet angesehen und schon

bekommt man Werbung für weitere Geräte angezeigt. Wie funktioniert diese personalisierte

Onlinewerbung? Welche Vor- und Nachteile hat sie? Zwei Experten geben darüber Auskunft.

Damit Unternehmen personalisierte

Onlinewerbung schalten können,

brauchen sie Informationen darüber,

welche Webseiten und Produkte

sich die Verbraucher ansehen. Die Daten

hierfür werden durch sogenannte

Cookies sowie Browser- und Geräteeinstellungen

gesammelt. Cookies

sind Textdateien, mit

deren Hilfe Webseiten einen

Internetnutzer nach

seinem ersten Besuch

wiedererkennen.

Sie speichern

zwar

keine persönlichen

Daten,

wie Geschlecht

oder Alter,

ermöglichen

es

aber, alle

Onlineaktivitäten

des

Nutzers

über verschiedene

Webseiten

hinweg zu protokollieren.

Mit

den so gesammelten Daten können die

Unternehmen ihre Werbung dem individuellen

Nutzerverhalten anpassen.

Werbeagentur

aus Schwäbisch

Gmünd

Personalisierte Werbung nutzen

„Jedes Unternehmen sollte auf personalisierte

Werbung setzen, um Streuverluste

zu vermeiden“, erklärt Fabian

Aldinger von der Werbeagentur

„Lead Anker“. Streuverluste

entstehen beispielsweise

bei klassischer Werbung in

der Zeitung. Viele Menschen

sehen diese Werbung,

aber nur wenige

interessieren sich wirklich

für das Produkt.

„Das ist Verschwendung

von Werbebudget“,

erklärt

der Experte. Es

gehe darum,

die Zielgruppe

mit der relevanten

Werbung

zu erreichen.

So habe auch der Verbraucher

einen Nutzen davon: Er bekomme immer

die Werbung zu sehen, die zu seinen

Interessen passt.

Tracking als Gefahr

Gerade das Sammeln von Nutzerdaten

durch Cookies, das sogenannte Tracking,

hält Kai-Oliver Kruske von der

Verbraucherzentrale Hessen aber für

ein Problem. „Die Gefahr beim Tracking

ist, dass wir nie genau wissen, welche

Informationen eine Webseite über uns

sammelt – und ob sie diese an andere

Unternehmen weiterverkauft.“ Nach

Ansicht des Verbraucherschützers

wäre personalisierte Werbung in Ordnung,

wenn der Nutzer wirklich mit einem

Klick entscheiden könnte, ob er

getrackt werden möchte und wer seine

Daten bekommt. So will es auch der

Datenschutz in Deutschland. Allerdings

sieht die Praxis der

Internetnutzung

anders aus.

Lead Anker ist eine Werbeagentur

im Bereich des

Onlinemarketings.

Sie hat sich auf Webseitengestaltung,

Suchmaschinenoptimierung,

Social-Media-Marketing

und Imagefilme

spezialisiert.

» www.lead-anker.de

Fabian Aldinger

Fotos: drobotdean/de.freepik.com (Frau am Laptop), privat (Fabian Aldinger), exdez/iStock-502851706 (Illustration mit Smartphone)

16 vitamin de 89


Komplizierte Cookie-Banner

Ein Unternehmen muss eigentlich den

Nutzer seiner Webseite fragen, ob es

dessen Daten speichern darf. Doch

viele Unternehmen erschweren die

Entscheidung des Nutzers durch komplizierte

Cookie-Banner. Wenn man im

Internet surft, öffnen sich diese Cookie-Banner

auf jeder Seite und fragen,

ob man mit den Cookies einverstanden

ist. „Leider sind die Banner oft

so gestaltet, dass wir nur auf ‚akzeptieren‘

oder ‚weitere Einstellungen‘ klicken

können. Und wenn man nicht akzeptiert,

muss man erst lange suchen,

bis man die Einstellung ,kein Tracking‘

findet“, berichtet Kruske. Manche Unternehmen

würden sogar den Zugriff

auf ihre Seite verbieten, wenn man

nicht auf „akzeptieren“ klickt. Außerdem

habe niemand die Zeit, auf jeder

Webseite die jeweiligen Einstellungen

lange und umständlich zu suchen und

zu lesen. Deshalb klicken viele einfach

auf „akzeptieren“ und schon beginne

das Tracking, erklärt der Verbraucherschützer.

Fotos: Verbraucherzentrale Hessen (Kai-Oliver Kruske), Wilhelm Siemers/vitamin de (Google-Anzeige), vitamin de (Illustration des Computerbildschirms)

Wie kann ich das Tracking meiner Daten

verhindern?

Wer ein Smartphone oder große Internetdienste wie Google nutzt,

kann Tracking nicht komplett verhindern. Dennoch gibt es Möglichkeiten,

durch Einstellung des Browsers das Sammeln der Daten zumindest

einzuschränken.

Wer nicht bei jedem Besuch einer Webseite im Cookie-Banner nach der

Option „kein Tracking“ suchen möchte, kann zum Beispiel bei seinem

Google-Konto personalisierte Werbung ausschalten. Das geht so: Melde

dich bei deinem Google-Konto an. Navigiere zu den Einstellungen für Werbung.

Unter „Anzeigenpersonalisierung“ findest du die Aussage „Personalisierte

Werbung ist aktiviert“. Stelle den Schieberegler daneben auf „aus“.

Bestätige die Änderung mit einem Klick auf „Deaktivieren“. Auch nach der

Deaktivierung werden weiter Anzeigen von Google eingeblendet. Sie basieren

jedoch auf dem jeweiligen Webseiteninhalt und sind nicht mehr an

dein individuelles Internetverhalten angepasst. Verbraucherschützer

Kai-Oliver Kruske empfiehlt auch die Nutzung von sogenannten Adblockern.

Diese blockieren das Anzeigen von Werbung. Und wenn

die Unternehmen dem Verbraucher keine Werbung mehr präsentieren

können, verliere Onlinewerbung ihren Sinn, sagt Kruske.

anpassen, jmdm. (Dat.) hier: angleichen, näherbringen

Auskunft geben informieren, erklären

Datenschutz, der Garantie, dass persönliche Informationen nicht von Fremden genutzt werden

einblenden zeigen, auf dem Monitor zu sehen sein

einsetzen, sich, für jmdn./etw. (Akk.) sich um etw. bemühen, unterstützen

Einstellung, -en, die hier: Funktion (des Computers/Browsers)

gestaltet sein aufgebaut/organisiert sein

Selbstbestimmung, die Autarkie, Freiheit, Autonomie, Unabhängigkeit

setzen, auf jmdn./etw. (Akk.) hier: benutzen, arbeiten mit

Streuverlust, -e, der hier: ungenaues Marketing; Reklame, die nicht interessant für jmdn. ist

Verbraucher, -, der jmd., der etw. nutzt/benutzt/braucht; Konsument

vermeiden umgehen, nicht passieren lassen

Verschwendung, -en, die hier: umsonst ausgegebenes Geld

Werbung, die Reklame

wiedererkennen nochmals bemerken/sehen

Zugriff, -e, der die Möglichkeit/Erlaubnis haben, etw. zu nutzen; Zugang

Im Interesse der Unternehmen

Für Kai-Oliver Kruske ist klar, wer einen

Vorteil davon hat: „Personalisierte Werbung

ist hauptsächlich für die großen

Internetkonzerne und jene Unternehmen

interessant, die Werbung schalten.“

Das erkenne man daran, dass

die komplizierten Cookies das Recht

auf digitale Selbstbestimmung bewusst

erschweren. Deshalb wünschen sich

die Verbraucherzentralen in Deutschland

eine einfachere Gestaltung der

Cookie-Banner. Auch Fabian Aldinger,

der Spezialist für Onlinewerbung,

stimmt zu, dass Cookie-Banner in Zukunft

nutzerfreundlicher werden sollten.

Zurzeit muss allerdings der Internetnutzer

selbst Verantwortung übernehmen

und die Einstellungen seiner

Geräte und Browser so konfigurieren,

dass möglichst wenige Daten über sein

Internetverhalten von den

Unternehmen gesammelt

werden können.

Daniela Todorovićová

Kai-Oliver Kruske

Verbraucherzentralen

in

Deutschland

Die deutschen Verbraucherzentralen

sind organisierte

Vereine, die sich für

den Verbraucherschutz einsetzen

und Verbraucher beraten.

Es gibt sie in allen 16 Bundesländern.

Die Dachorganisation

der Verbraucherzentralen in

den Bundesländern ist der Verbraucherzentrale

Bundesverband

e. V. (vzbv).

»»

www.vzbv.de

vitamin de 89 17


Porträt

Stefanie Giesinger ist nicht nur als Model,

sondern auch als Unternehmerin erfolgreich

*

Auf dem

Laufsteg zu Hause

››

Das Model Stefanie Giesinger

Stefanie Giesinger zählt zu den beliebtesten Models Deutschlands. Bekannt wurde sie 2014 als

Gewinnerin von Heidi Klums TV-Castingshow „Germany’s Next Topmodel“. Es folgte eine internationale

Karriere in der glamourösen Welt der Modenschauen und Fotoshootings. Auch in den sozialen Medien

ist die 24-Jährige inzwischen ein Star – und hat zudem als Unternehmerin Erfolg.

Seit meinem Sieg bei ‚Germany’s

Next Topmodel‘ hat sich mein Leben

komplett verändert“, sagt Stefanie

Giesinger. „Plötzlich kannte mich jeder.“

Obwohl sie vor ihrer Teilnahme an der

Stefanie Giesinger bei

der Berlinale 2020

Wie wird man Model?

Als Model zu arbeiten ist für viele junge

Leute ein Traumjob. Doch dafür

muss man hart arbeiten. Neben einer

bestimmten Körpergröße braucht man

auch die „richtige“ Ausstrahlung. Außerdem

sollte man am besten schon in

jungen Jahren mit dem Modeln beginnen

und an Castings teilnehmen. Auch

Disziplin ist wichtig: Die vielen Arbeitstage

sind oft lang; trotzdem muss man

vor der Kamera immer gut gelaunt sein

und lächeln. Gute Englischkenntnisse

sind ebenfalls ein Muss, denn wer international

erfolgreich sein möchte,

sollte sich auf der ganzen Welt verständigen

können.

18 vitamin de 89

Castingshow noch fast keine Erfahrung

mit dem Modeln hatte, konnte sich die

damals erst 17-Jährige gegen mehr als

15 000 Konkurrentinnen durchsetzen.

So wurde aus der Schülerin über Nacht

ein international gefragtes Model. Stefanies

erfolgreiche Karriere auf den

Laufstegen dieser Welt ist dabei alles

andere als selbstverständlich – denn

sie hat eine seltene Krankheit.

Familiäre Wurzeln in Russland

Geboren wurde Stefanie Giesinger

1996 in der Stadt Kaiserslautern im

Bundesland Rheinland-Pfalz. Ihre Eltern

kamen kurz vor ihrer Geburt als

russlanddeutsche Spätaussiedler aus

Sibirien nach Deutschland. Dadurch

wuchs Stefanie auch mit der russischen

Kultur und Sprache auf. Ihre

Kindheit und Jugend waren allerdings

oft nicht einfach. Seit ihrer Geburt leidet

sie nämlich am sogenannten Kartagener-Syndrom,

einer gefährlichen

Krankheit, bei der sich die Organe

im Körper verdrehen. Deshalb musste

Stefanie immer wieder ins Krankenhaus

und wurde mehrfach operiert. Ihren

Optimismus und ihre Lebensfreude

ließ sie sich aber nicht nehmen.

Auf Erfolgskurs

Eigentlich wollte Stefanie Kinderpsychologin

werden, doch dann machte

sie 2014 als Kandidatin bei der populären

TV-Castingshow „Germany’s Next

Topmodel“ mit. Ihre Ausstrahlung und

ihre Modelqualitäten überzeugten nicht

nur die Moderatorin Heidi Klum, sondern

die ganze Jury – und Stefanie gewann

den Wettbewerb. „Ich habe mich

gefühlt wie eine Prinzessin, die gerade

gekrönt wurde“, erzählt sie. Nach ihrem

Sieg sah man das Model auf vielen

Laufstegen international bekannter

Modenschauen, zum Beispiel bei der

Berlin Fashion Week. Sie arbeitete

unter anderem für den Designer Wolfgang

Joop und kooperiert heute mit

Modemarken wie HUGO BOSS, Escada

oder Louis Vuitton. Immer wieder

macht sie auch Fotoshootings für beliebte

Mode- und Lifestylezeitschriften.

Wichtige Influencerin

Einen Großteil ihres Erfolgs verdankt

sie nicht zuletzt auch ihrer Reichweite

in den sozialen Medien. Besonders

auf Instagram hat sich das Model seit

2014 eine große Fangemeinde aufgebaut:

Fast vier Millionen Menschen aus

aller Welt folgen dort ihrem Kanal. Damit

ist Stefanie zu einer wichtigen und

gefragten Influencerin geworden. Sie

postet sehr aktiv und lässt ihre Fans an

ihrem Leben teilhaben. Dabei teilt sie

nicht nur Modelbilder, sondern oft auch

private Schnappschüsse – und zeigt

auch mal ihre körperlichen „Problemzonen“.

Ihre Message an andere Frauen:

„Akzeptiert euch so, wie ihr seid!“

Durch ihre sympathische und natürliche

Art gewinnt sie immer mehr Follower.

Fotos: dm-drogerie markt GmbH + Co. KG (Stefanie Giesinger), Martin Kraft/photo.martinkraft.com/wikimedia.org (Stefanie Giesinger im Infokasten)


Sozial engagiert

Ihre Bekanntheit nutzt Stefanie auch

für soziales Engagement. Ende 2019

reiste sie zum Beispiel ins afrikanische

Malawi, wo sie ein Hilfsprojekt unterstützte.

In den sozialen Netzwerken

veröffentlichte sie Bilder und Videos

von ihrer Reise. Das Model betonte,

sie wolle in Afrika gegen den Hunger

kämpfen. Für diesen Trip bekam sie jedoch

auch viel Kritik. Einige Leute warfen

ihr vor, Stereotype zu verbreiten

und sich nur selbst in den Mittelpunkt

stellen zu wollen. Stefanie nahm sich

diese Kritik zu Herzen, steht aber weiterhin

zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.

Derzeit unterstützt sie zum

Beispiel mehrere Initiativen, die sich

für krebskranke Menschen einsetzen.

Nachhaltige Mode

Neben ihren Jobs in der Modewelt und

ihren Aktivitäten in den sozialen Medien

ist Stefanie auch eine erfolgreiche

Unternehmerin. 2018 brachte sie ihre

eigene Kosmetikmarke mit dem russischen

Namen „MOЙ“ (auf Deutsch:

„mein“) auf den Markt. Und zusammen

mit ihrem Freund, dem Model Marcus

Butler, hat sie letztes Jahr die Modemarke

„nu-in“ gegründet. Besonders

wichtig ist ihr, dass diese Mode sozial

und ökologisch nachhaltig ist. Für die

Marke werden zum Beispiel viele recycelte

Materialien verwendet. Stefanie

Giesinger achtet auch darauf, dass bei

der Produktion keine schädlichen Chemikalien

benutzt werden.


Simone Drews

Art, die hier: Charakter, Persönlichkeit

aufwachsen groß werden, seine Kindheit verbringen

Ausstrahlung, die hier: Charme, Attraktivität, Schönheit

betonen akzentuieren, hervorheben, unterstreichen

durchsetzen, sich hier: gewinnen, siegen

einsetzen, sich, für jmdn./etw. (Akk.) sich um etw. bemühen, unterstützen

Engagement, das hier: Aktivität, Teilnahme, Mitwirkung

Fangemeinde, -n, die Fanklub

Laufsteg, -e, der Podium

nachhaltig ausgeglichen, ausbalanciert, erneuerbar

Reichweite, -n, die hier: Anzahl der Zuschauer/Follower

Schnappschuss, -“-e, der spontan gemachtes Foto

Sieg, -e, der Gewinn, Triumph, Erfolg

Spätaussiedler, -, der Immigrant mit deutschen Wurzeln/Urgroßeltern

überzeugen hier: gut gefallen

Verantwortung, die Verpflichtung, Aufgabe

verdanken, einer Sache (Dat.) zurückzuführen sein, auf etw. basieren

verdrehen, sich durcheinandergeraten, sich verschieben

vorwerfen beschuldigen/kritisieren

Ann-Christin Leßmann

Unterrichtsinteraktion in der Grundschule

Sequenzielle Analysen zur Ko-Konstruktion von Angemessenheit

zwischen Lehrenden und Lernenden

Stauffenburg Linguistik, Bd. 115

2020, 348 Seiten, EUR 49,80

Buch kart.: ISBN 978-3-95809-536-6

E-Book : ISBN 978-3-95809-160-3

Wie geht die Lehrperson mit den Äußerungen von Lernanfängern im Unterrichtsgespräch

um? Wie vermittelt sie, was angemessen oder unangemessen ist? Wie

unterschiedlich profitieren Lernende von den sprachlichen Impulsen und den normsetzenden

Rückmeldungen der Lehrperson?

Die vorliegende Studie rekonstruiert in gesprächsanalytischer Orientierung das sprachliche

Zusammenspiel von Lehrenden und Lernenden in Grundschulklassen. Der Grundgedanke

ist dabei, dass Unterrichtsgespräche nicht nur Gelegenheiten für fachliches

Lernen, sondern auch Erwerbskontexte für (unterrichtsrelevante) sprachliche Fähigkeiten

darstellen.

Im Rahmen der Debatte um den Zusammenhang von sprachlichen Kompetenzen und

Bildungserfolg liefert die Studie eine Mikroanalyse der Verfahren, mit denen Lehrpersonen

die Beiträge der Lernenden akzeptieren, zurückweisen oder weiterbearbeiten.

Sie zeigt so, wie Lehrpersonen festlegen, was sprachlich (un-)angemessen ist.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Frage, welchen Anteil die Lernenden an dieser Ko-

Konstruktion haben. Empfehlungen für die Gestaltung von Unterrichtsgesprächen

schließen sich an die Analysen an.

Stauffenburg Verlag GmbH mit der Edition Julius Groos

Postfach 25 25 D-72015 Tübingen www.stauffenburg.de

vitamin de 89 19


*

Aktuelle Trends

aus Österreich

Was liegt in diesem Sommer in der österreichischen Stadt Salzburg im Trend? Und

welche Dinge sind nicht so super? Die Schriftstellerin Katharina Ferner hat

Antworten auf diese Fragen. Über die neuesten

Trends schreibt sie in der Rubrik „In und Out“.

Luftturnen

Die Schwerelosigkeit spüren und

die Muskeln trainieren, kann man

beim Luftturnen. Mit von der Decke

herabhängenden elastischen

Tüchern und festen Metallringen

werden Turnübungen gemacht.

Was elegant aussieht, ist oft

schwer.

Picknicken

Die Coronapandemie hat die Salzburger

zu Picknickprofis gemacht.

Während sie im Winter bloß eine

Thermoskanne mit Tee dabei hatten,

nehmen sie im Sommer ganze

Picknickkörbe mit. Ein Picknick eignet

sich gut, um Freunde zu treffen,

oder für das erste Date.

Tischtennis

Auf den Spielplätzen der Großstädte,

so auch in Salzburg, sind viele

Tischtennisplatten zu finden. Für

ein Tischtennismatch braucht man

dann noch zwei gute Schläger und

gute Bälle in der Kategorie „drei

Sterne“. Wichtig ist auch, dass

es nicht zu windig ist.

Mode mit Yin und Yang

Die Modedesigner haben für diesen

Sommer zweiteilige Kombinationen

entworfen, vor allem in Schwarz

und Weiß. Diese Mode beruht auf

einem Prinzip in der chinesischen

Philosophie – den beiden Kräften

des Lebens Yin und Yang.

beruhen, auf etw. (Dat.) zurückgehen/basieren auf

Date, -s, das Treffen, Rendezvous

eignen, sich passen, in Frage kommen

entsorgen wegwerfen, wegmachen, loswerden

entwerfen planen, ausarbeiten

erreichbar hier: es ist leicht, dort hinzukommen

herabhängen von oben nach unten installiert sein

im Trend liegen modern/in Mode sein

Mut, der Entschlossenheit, Optimismus

Plaudern, das das Erzählen/Reden/Sprechen

Schläger, -, der hier: Sportgerät zum Spielen von Tennis, Badminton

Schwerelosigkeit, die das Gefühl, ganz leicht zu sein/zu schweben

Selbstverständlichkeit, -en, die das Normale/Übliche

Müll liegen lassen

Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit,

nach einem Picknick

keinen Müll liegen zu lassen. Entweder

den Müll in einen der im Park

stehenden Mülleimer werfen oder,

noch besser, den Müll nach Hause

mitnehmen, um ihn dort zu sortieren

und zu entsorgen.

Busfahren

Für gute Busverbindungen war Salzburg

noch nie bekannt. Die Wartezeiten

sind lange und nicht alle Gegenden

sind gut mit den öffentlichen

Verkehrsmitteln erreichbar.

Deshalb nimmt der Salzburger das

Fahrrad, auch wenn das Wetter

schlecht ist. Er ist dann schneller

am Ziel.

Digitale Kommunikation

Durch die Coronapandemie haben

die Menschen genug von der digitalen

Kommunikation. Sie wollen

wieder reale Menschen treffen, sei

es zum Plaudern, Spielen oder

zum Flirten. Also: Weg vom Handy,

Augen auf und nur Mut, jemanden

anzusprechen!

Verspätete Kinofilme

Fans von James Bond warten

schon seit über einem Jahr auf

den neuen 007-Film. Verspätete

Kinofilme sind nervig und sollten

in der Coronapandemie

besser gleich an Streamingdienste

wie Netflix &

Co verkauft werden. Dann

kann sie jeder sicher zu

Hause sehen.

Katharina Ferner

In und Out

Fotos: cookie_studio/de.freepik.com (Frau beim Luftturnen), gpointstudio/de.freepik.com (Mann beim Picknick), stockking/de.freepik.com (Tischtennis), fashion-landscape.com (Mode mit Yin und Yang), user18526052/de.freepik.com (Müll liegen lassen),

freepik/de.freepik.com (Frau im Bus), karlyukav/de.freepik.com (Frau am Laptop), François Duhamel/Danjaq, LLC/United Artists Corporation/Columbia Pictures Industries, Inc. (Daniel Craig als James Bond im Film „Skyfall“, 2012)

20 vitamin de 89


Bibliothek

Unterhaltsame

Sommerlektüre

››

Aktuelle deutsche Theaterstücke

Sie zählen zu den meistgespielten Autoren des aktuellen

deutschsprachigen Theaters: das Autorenpaar Lutz Hübner

und Sarah Nemitz. Ihr Erfolg beruht auf Themen, die mitten

aus dem Leben gegriffen sind, und rasanten Dialogen, an denen

Schauspieler ihre Freude haben. Die Widersprüche und Zwänge der

modernen Gesellschaft verwandeln sich auf der Bühne in Komödien.

vitamin de stellt zwei ihrer Stücke vor, die nun zusammen mit drei

anderen Stücken in einem Sammelband erschienen sind.

*

Deutsch lesen

Deutsch lernen

Deutsch können

Die Holzfigur Grünhainichener

Engel

www.vitaminde.de

Alles auf einen Klick!

Frau Müller muss weg

Das Stück handelt von einem Elternabend in der Grundschule. Einige Eltern machen

sich Sorgen, dass die Leistungen ihrer Kinder nicht gut genug für den erhofften

Wechsel aufs Gymnasium sind. Sie bitten die Klassenlehrerin zum Gespräch,

um ihr zu sagen, dass sie die Klasse abgeben müsse. Denn in den Augen

der Eltern ist die Lehrerin schuld an den schlechten Noten der Schüler. Im Verlauf

der Diskussion tritt ein, was man am wenigsten gebrauchen kann: Streit untereinander.

Der Arbeitslose und die Karrierefrau, Ostdeutsche und Westdeutsche,

die Alleinerziehende und das zerrüttete Ehepaar – genüsslich lassen die Autoren

Klischees und Ressentiments aufeinanderprallen. Eine amüsante Psychoschlacht

mit überraschendem Ende.

Arbeitsblätter und Hörtexte

aus vitamin de

» für den Deutschunterricht

» kostenlos herunterladen

Dream Team

Die Komödie erzählt von Bruno und Tom, zwei unerschütterlichen Optimisten, die

sich das „Dream Team“ nennen. Eine dicke Freundschaft und der Traum von einer

besseren Zukunft verbindet die beiden 20-Jährigen. In Wirklichkeit sind Bruno

und Tom aber Meister darin, sich ihr Leben schönzureden. Bereits mehrfach straffällig

geworden, stolpern sie von einem Problem ins nächste. Was mit dem Diebstahl

eines iPhones „aus Versehen“ beginnt, endet mit einer ungewollten Geiselnahme.

Doch wie jede gute Komödie hat das Stück auch einen tragischen Kern.

Es zeigt, wie zwei naive junge Außenseiter aus Verzweiflung und Perspektivlosigkeit

auf die schiefe Bahn geraten.


Paul Schwingenschlögl und Edith Winner

Leseproben aus vitamin de

» Landeskunde

» Jugend und Freizeit

» Schule und Studium

» Leben

Foto: Matthias Horn (Sarah Nemitz und Lutz Hübner)

Sarah Nemitz und Lutz Hübner

auf die schiefe Bahn geraten hier: kriminell werden

aufeinanderprallen gegeneinanderstoßen, kollidieren

beruhen, auf etw. (Dat.) zurückgehen/basieren auf

eintreten hier: entstehen, geschehen, beginnen

Geiselnahme, -n, die Entführung, Kidnapping, Menschenraub

greifen, aus etw. (Dat.) etw. (aus dem Leben) nehmen/benutzen

rasant sehr schnell

straffällig werden gegen das Gesetz verstoßen, etw. Illegales tun

unerschütterlich unbeirrt, beharrlich

verwandeln, sich eine andere Form annehmen

zerrüttet hier: unglücklich, gescheitert, ruiniert

Zwang, -“-e, der Einschränkung, Behinderung, Restriktion

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Geschichte

Widerstandskämpfer gegen die

Nationalsozialisten: Hans Scholl, Sophie Scholl

und Christoph Probst (v. l. n. r.) im Jahr 1942

*

Mutige

Widerstandskämpferin

››

Sophie Scholl und die „Weiße Rose“

Sophie Scholl war eine deutsche Studentin, die als Teil der Gruppe „Weiße Rose“ Widerstand gegen die

Nationalsozialisten leistete. Ihren Mut bezahlte sie mit ihrem Leben. Dieses Jahr wäre Sophie Scholl

100 Jahre alt geworden. Bis heute gilt sie als wichtige Symbolfigur im Kampf gegen den

Nationalsozialismus.

Was wir sagten und schrieben,

denken ja so viele. Nur wagen

sie nicht, es auszusprechen.“ Mit diesen

Worten stellte sich die junge Sophie

Scholl am 22. Februar 1943 in

einem Gerichtssaal in München dem

Vorwurf des Hochverrats entgegen. Die

Studentin hatte mit anderen Mitgliedern

der Gruppe Weiße Rose Flugblätter

verteilt, die zum Sturz des nationalsozialistischen

Regimes aufriefen. Dafür

wurden sie, ihr älterer Bruder Hans und

andere Widerstandskämpfer von den

Nationalsozialisten vor Gericht gestellt

und anschließend hingerichtet. Heute

werden Sophie Scholl und die Weiße

Rose für ihren mutigen Einsatz für die

Freiheit verehrt.

Herkunft und Jugend

Sophia Magdalena „Sophie“ Scholl

wurde am 9. Mai 1921 in der kleinen

Stadt Forchtenberg im heutigen Bundesland

Baden-Württemberg geboren.

Gemeinsam mit vier Geschwistern

wuchs sie in einer bürgerlichen Familie

auf, zunächst in Forchtenberg, dann in

Ludwigsburg und später in Ulm. Bei der

Erziehung der Kinder spielten humanistische

und christliche Werte eine wichtige

Rolle und prägten die Weltsicht der

jungen Sophie.

Sophie und die Nationalsozialisten

Trotzdem war Sophie – genauso wie

ihre Geschwister – zunächst fasziniert

von den Nationalsozialisten, als diese

Anfang 1933 an die Macht kamen.

Gegen den Willen ihrer Eltern trat sie

1934 freiwillig dem Bund Deutscher

del (BDM) bei, einer nationalsozialistischen

Jugendorganisation für Mädchen.

Dort war sie sehr engagiert und

wurde sogar Gruppenleiterin. Mit den

Jahren entdeckte Sophie jedoch immer

mehr Widersprüche zwischen dem diktatorischen

System der Nationalsozialisten

und ihrem eigenen liberalen Denken

– und entwickelte so eine ablehnende

Haltung gegenüber dem Regime

unter Adolf Hitler (1889 – 1945).

Sophie und die Weiße Rose

Im Mai 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg

(1939 – 1945), begann Sophie

in München ein Studium der Biologie

und Philosophie. Ihr knapp drei Jahre

älterer Bruder Hans studierte dort bereits

Medizin. Auch er war inzwischen

ein Gegner des Regimes und hatte mit

einigen Freunden eine studentische

Widerstandsgruppe gegen die Nationalsozialisten

gegründet – die Weiße

Rose. Die Gruppe agierte im Geheimen

und verfasste mehrere Flugblätter, die

zum Widerstand gegen die Hitler-Diktatur

aufriefen. Diese Flugblätter wurden

heimlich in verschiedenen deutschen

und österreichischen Städten verteilt

und anonym an Autoren, Professoren

und andere Intellektuelle verschickt.

Obwohl Hans Scholl zunächst dagegen

war, schloss sich auch seine Schwester

Sophie der Weißen Rose an. Mit ihrem

Protest riskierten die Mitglieder der

Gruppe viel, denn wer sich gegen die

Nationalsozialisten stellte, wurde verhaftet

oder sogar getötet.

Foto: Weiße Rose Stiftung e. V. (Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst im Jahr 1942)

22 vitamin de 89


Foto: X Verleih AG (Julia Jentsch als Sophie Scholl und Fabian Hinrichs als Hans Scholl in dem Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ aus dem Jahr 2005)

Filme über Sophie Scholl

Die Lebensgeschichte Sophie Scholls wurde oft in

Büchern beschrieben und auch in vielen Filmen

und Theaterstücken dargestellt. Besonders bekannt

ist der deutsche Film „Sophie Scholl – Die letzten

Tage“ aus dem Jahr 2005, der sogar für einen Oscar

nominiert war. 2013 erschien die filmische Dokumentation

„Sophie Scholl – Die Seele des Widerstands“,

die man sich kostenlos im Internet

ansehen kann.

Diese Szene aus dem Film „Sophie

Scholl – Die letzten Tage“ (2005)

zeigt, wie Sophie Scholl und ihr Bruder

Hans im Jahr 1943 Flugblätter in der

Münchener Universität verteilten

Verhaftung und Hinrichtung

Zwar war die Weiße Rose sehr vorsichtig,

sodass der Gruppe eine Zeit lang

niemand auf die Spur kam; als Sophie

und ihr Bruder Hans jedoch am

18. Februar 1943 die Flugblätter in der

Ludwig-Maximilians-Universität München

verteilten, wurden sie vom Hausmeister

entdeckt

und von der Geheimen

Staatspolizei

(Gestapo)

der Nationalsozialisten

festgenommen.

Auch

ihr Studienkollege

Christoph Probst

wurde verhaftet.

Nur wenige Tage

ablehnende Haltung, die Abneigung, Antipathie, Gegenposition

agieren handeln, tätig sein

Anhänger, -, der hier: Sympathisant, Fan, Freund

Attentat, -e, das Mordversuch, Angriff

auf die Spur kommen herausfinden, entdecken

aufrufen auffordern, bitten, appellieren

Beitrag leisten, einen sich beteiligen, mitmachen

beitreten, etw. (Dat.) hier: bei einer Organisation mitmachen

Einsatz, -“-e, der hier: Engagement, aktives Handeln, Bemühen

engagiert aktiv, tätig

entgegenstellen, sich, jmdm./etw. (Dat.) hier: widersprechen, erwidern, dagegensprechen

fasziniert sein, von jmdm./etw. (Dat.) begeistert/sehr erfreut sein

Flugblatt, -“-er, das ein Stück Papier mit Informationen, Flyer

hinrichten töten, mit dem Tod bestrafen

Hochverrat, der Verbrechen/krimineller Akt gegen den Staat

im Geheimen unbemerkt, unerkannt, anonym

misslingen schiefgehen, nicht funktionieren

prägen beeinflussen, wirken auf etw.

verehren achten, wertschätzen, respektieren

verurteilen bestrafen, eine Strafe auferlegen

wagen riskieren, den Mut haben, sich trauen

Widerspruch, -“-e, der hier: Gegensatz, Diskrepanz, Inkonsequenz

Widerstand leisten gegen etw. kämpfen, sich auflehnen, rebellieren

Zivilcourage, die Mut, sich für humane und demokratische Werte zu engagieren/einzusetzen

später, nach intensiven Verhören, wurden

die drei Widerstandskämpfer vor

Gericht gestellt und zum Tode verurteilt.

Noch am selben Tag, am 22. Februar

1943, wurden sie hingerichtet.

Sophie Scholl wurde nur 21 Jahre alt.

Später wurden noch weitere Mitglieder

der Weißen Rose verhaftet und umgebracht,

darunter Alexander Schmorell

(1917 – 1943) und der Universitätsprofessor

Kurt Huber (1893 – 1943).

Erinnerung und Ehrung

Obwohl die Weiße Rose letztlich zerschlagen

wurde, haben Sophie Scholl

und ihre Freunde einen wichtigen Beitrag

im Widerstand gegen die Nationalsozialisten

geleistet. Bis heute werden

sie für ihren Mut und ihre Zivilcourage

bewundert und verehrt. Sehr

viele Straßen, Plätze und Schulen in

Deutschland sind nach Sophie und

Hans Scholl benannt. Sie gelten als

moralische Vorbilder und zeigen, dass

damals nicht alle Deutschen blinde Anhänger

der Hitler-Diktatur waren.


Max Firgau

Widerstand gegen den

Nationalsozialismus

Neben der Weißen Rose gab es im

nationalsozialistischen Deutschland

auch andere Personen und Gruppen,

die gegen die Hitler-Diktatur

Widerstand leisteten. Besonders

bedeutsam waren hier der bürgerliche

„Kreisauer Kreis“ sowie das

Netzwerk der sogenannten Roten

Kapelle. Vor allem in der Deutschen

Demokratischen Republik

(DDR) wurden die Mitglieder der

Roten Kapelle später verehrt. Widerstand

gab es auch innerhalb

der deutschen Armee: Am 20.

Juli 1944 versuchten der Offizier

Claus Schenk Graf von Stauffenberg

(1907 – 1944) und einige

Mitstreiter Adolf Hitler durch

ein Attentat zu töten, was nur

knapp misslang. Heute gilt Stauffenberg

als Symbolfigur des militärischen

Widerstands gegen den

Nationalsozialismus.

vitamin de 89 23


Gesundheit

*

Freiwilliges Soziales Jahr

››

Wandas Dienst im Krankenhaus

Jugendliche in Deutschland können schon früh Verantwortung übernehmen und nach der Schule ein

sogenanntes Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren. Besonders der Gesundheitsbereich ist für die

„jungen Helfer“ eine große Herausforderung. Auch Wanda Wolff aus Hamburg engagiert

sich für andere Menschen. Seit Anfang September 2020 arbeitet sie im Rahmen ihres

FSJ am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Im Interview mit vitamin de erzählt

die 18-Jährige von ihrem Dienst als Freiwillige.

Wanda, warum

hast du dich

dazu entschlossen,

ein FSJ zu

machen?

Als ich die Schule beendet hatte,

wusste ich noch nicht so richtig, wie es

für mich weitergehen soll. Da hat mir

eine Freundin vorgeschlagen, ein Freiwilliges

Soziales Jahr zu machen. Von

dieser Idee der Berufsorientierung war

ich begeistert. Ich finde, das FSJ ist

eine gute Möglichkeit, das Arbeitsleben

kennenzulernen und

gleichzeitig etwas Gutes

für die Gesellschaft

zu tun.

Wanda Wolff

Welche Aufgaben hast

du im Krankenhaus?

Das ist jeden Tag unterschiedlich.

Generell habe

ich sowohl medizinische

als auch pflegerische

Aufgaben. Zum Beispiel

messe ich bei den Patienten

den Blutdruck und

den Puls, wechsele Verbände

und säubere Wunden.

Den Patienten helfe

ich auch beim Waschen

und Anziehen. Grundsätzlich

unterstütze ich das Personal der

Station bei allen Aufgaben, die erledigt

werden müssen.

Was macht dir bei deiner Arbeit besonders

viel Spaß?

Am besten gefällt mir der direkte Patientenkontakt.

Ich kann mir viel Zeit für

die Patienten auf unserer Station nehmen.

Ich mag es, bei ihnen am Bett zu

sitzen und mich einfach ein bisschen

mit ihnen zu unterhalten. Denn neben

der medizinischen Behandlung ist es

Ein Freiwilliges Soziales Jahr

kann man in vielen sozialen

Einrichtungen machen,

zum Beispiel im Altenheim

oder im Krankenhaus

auch wichtig, zwischenmenschlich auf

die Patienten einzugehen. Die Krankenschwestern

und Pfleger haben nicht

immer die Möglichkeit, sich so intensiv

mit den Patienten zu beschäftigen –

ich schon.

Gibt es auch etwas, das dir schwerfällt?

Obwohl ich jetzt schon einige Monate

im Krankenhaus arbeite, fällt mir der

Schichtdienst noch schwer. Der Frühdienst

beginnt schon um 6.15 Uhr,

ich muss also sehr früh

aufstehen. Auch der

Dienst am Wochenende

ist noch ungewohnt

für mich. Natürlich beschäftigen

mich auch

die Schicksale der Patienten.

Viele von ihnen

haben schwere

Krankheiten, zum Beispiel

Krebs. Am Anfang

habe ich viel über diese

Patienten nachgedacht –

auch nach Feierabend.

Mit der Zeit habe ich

aber gelernt, mich zumindest

im Privatleben davon

zu distanzieren.

Fotos: privat (Wanda Wolff), de.freepik.com (Illustration, Krankenschwester)

24 vitamin de 89


Welche Eigenschaften muss man haben,

um ein FSJ zu machen?

In meiner Tätigkeit ist Empathie sehr wichtig.

Im Krankenhaus arbeitet man mit kranken

Menschen und sollte deshalb mitfühlend und

verständnisvoll sein. Ich selbst war anfangs

sehr schüchtern und auch ein bisschen ängstlich,

weil alles noch neu und ungewohnt war.

Aber man hat täglich mit so vielen Leuten zu

tun, dass man schon nach kurzer Zeit viel offener

wird. Generell sollte man offen sein für

Neues und gern mit Menschen arbeiten.

Welche Erwartungen hattest du vor deinem

FSJ? Und wurden diese erfüllt?

Eigentlich hatte ich gar nicht so viele Erwartungen.

Ich war vorher noch nie längere Zeit in

einem Krankenhaus, daher wusste ich nicht so

richtig, was auf mich zukommt. Aber ich habe

auf jeden Fall gehofft, selbstbewusster zu werden

– was ich auch tatsächlich wurde. Ich

kann nun viel besser mit Menschen umgehen

als früher und habe auch meine Berührungsängste

verloren.

Welche Pläne hast du nach dem FSJ?

Eigentlich wollte ich verreisen und danach eine

Ausbildung oder ein Studium beginnen. Wegen

der Coronapandemie ist dies aber momentan

noch schwierig zu planen. Vielleicht werde ich

deshalb mein FSJ auch um einige Monate verlängern

– mit meiner jetzigen Tätigkeit bin ich

nämlich sehr zufrieden.


Das Interview führte Tim Warnecke.

Freiwilliges Soziales Jahr

Das sogenannte Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist ein Freiwilligendienst

in Deutschland. Es bietet jungen Menschen die Möglichkeit,

sich für eine gewisse Zeit sozial zu engagieren und etwas Gutes für

das Zusammenleben aller Menschen in der Gesellschaft zu tun.

Gleichzeitig lernt man das Arbeitsleben kennen, sammelt praktische

Erfahrungen und kann sich persönlich weiterentwickeln. Die

Freiwilligen – auch FSJler genannt – arbeiten in sozialen Einrichtungen

mit, zum Beispiel in Krankenhäusern, Altenheimen, Kindergärten,

Jugendzentren oder Wohnheimen für Menschen mit Behinderung.

Auch beim Rettungsdienst oder im kulturellen Bereich

kann man ein FSJ absolvieren.

Kein Gehalt, aber Taschengeld

Für ihr freiwilliges Engagement erhalten die FSJler kein Gehalt,

aber ein Taschengeld. Die Höhe des Taschengelds wird individuell

festgelegt und beträgt im Jahr 2021 maximal 426 Euro pro Monat.

Zusätzlich ist es möglich, Unterkunfts- und Essensgeld zu bekommen.

Auch die Beiträge zur Krankenversicherung werden von

der Einsatzstelle bezahlt. Ein FSJ dauert in der Regel 12 Monate,

man kann den Dienst jedoch auch verkürzen oder verlängern.

FSJ für Ausländer

Grundsätzlich können auch Menschen aus dem Ausland in

Deutschland ein FSJ absolvieren. Die Voraussetzungen hierfür sind

unterschiedlich und abhängig vom jeweiligen Herkunftsland. Generell

gilt: FSJ-Bewerber aus dem Ausland sollten mindestens 18

Jahre alt sein und Deutschkenntnisse mindestens auf dem Niveau

B1 haben. Wer aus einem Land außerhalb der Europäischen Union

kommt, braucht außerdem ein Visum. Nähere Informationen

zum FSJ in Deutschland sowie zum Bewerbungsprozess kann man

in einfacher Sprache auch auf der Homepage des Bundesarbeitskreises

FSJ nachlesen.

»»

www.pro-fsj.de

begeistert sein, von etw. (Dat.) sehr erfreut sein; sich über etw. sehr freuen

Behandlung, -en, die hier: Heilung, Therapie

Berührungsangst, -“-e, die Angst/Furcht vor menschlichen Kontakten

Eigenschaft, -en, die Besonderheit, Merkmal, Charakteristikum

eingehen, auf jmdn. (Akk.) hier: reagieren, antworten, sich beschäftigen

Einsatzstelle, -n, die hier: Arbeitsstelle, Arbeitsplatz

engagieren, sich, für jmdn. (Akk.) hier: jmdm. helfen, jmdn. unterstützen

entschließen, sich sich entscheiden/festlegen

Herausforderung, -en, die schwierige Aufgabe

Foto: de.freepik.com (Frau und Mann in Krankenhauskleidung)

Beim FSJ übernehmen junge

Leute früh Verantwortung

mit Behinderung mit (körperlicher und/oder geistiger) Einschränkung/Krankheit

pflegerisch das Helfen von kranken und schwachen Menschen betreffend

Schichtdienst, -e, der Arbeit zu verschiedenen Zeiten, z. B. vormittags, nachmittags, nachts

Schicksal, -e, das hier: dramatisches Ereignis im Leben

schüchtern unsicher, zurückhaltend

schwerfallen schwierig sein, Mühe machen, Probleme bereiten

selbstbewusst sich selbst sehr sicher sein

ungewohnt unüblich

Verantwortung übernehmen sich verpflichtet fühlen; bereit sein, Probleme zu lösen

Verband, -“-e, der hier: Schutz für eine Verletzung, Bandage

Voraussetzung, -en, die Basis, Grundlage, Bedingung

Wunde, -n, die körperliches/gesundheitliches Problem, Verletzung

zukommen, auf jmdn. (Akk.) hier: erwarten, mit etw. rechnen

vitamin de 89 25


Sprache

*

Umgangssprache

››

Deutsche Redewendungen

Ob mit Freunden, in der Familie oder auf der Straße – im Alltag benutzen die Deutschen

häufig Wörter und Ausdrücke, die so nicht im

Lehrbuch stehen. Die sogenannte

Umgangssprache ist für Deutschlerner oft

schwer zu verstehen. vitamin de stellt

deshalb verschiedene Aspekte der

Umgangssprache vor und erklärt ihre

Bedeutung. Los geht es in dieser Ausgabe

mit drei Redewendungen.

Den Braten riechen

Beispiel: Am Sonntagnachmittag spielen Jana und

ihr Vater Markus eine Partie Schach. Markus ist

ein guter Schachspieler; deshalb merkt er schnell,

dass Jana mit ihren Zügen einen direkten Angriff

auf seinen König vorbereitet. Doch Markus kann

das verhindern und seinen König schützen. Lachend

sagt er zu seiner Tochter: „Tja, ich habe den

Braten gerochen. Du musst dir wohl eine andere

Taktik überlegen, wenn du mich besiegen willst!“

Bedeutung: eine Gefahr/Falle rechtzeitig bemerken;

etwas (Schlechtes) vorhersehen/ahnen

Herkunft: Diese Redewendung geht zurück auf

eine Fabel. Darin lädt ein Bauer ein Tier

zum Essen ein. Das Tier freut sich,

doch kurz bevor es das Haus

des Bauern betritt, kann es riechen,

dass dort ein anderes

Tier in der Pfanne gebraten

wird. „Vielleicht hat der Bauer

dasselbe mit mir vor!“,

denkt sich das Tier und

rennt schnell davon.

Dass das Tier rechtzeitig

den Braten – und

damit die Gefahr für

sich selbst – gerochen

hat, hat ihm wohl das Leben

gerettet.

Angriff, -e, der Attacke, Offensive

besiegen gewinnen, Gewinner/Bester sein

beziehen, sich, auf etw. (Akk.) hier: in einem Zusammenhang stehen, verbunden sein

Fabel, -n, die Literatur, in der sich Tiere wie Menschen benehmen

Falle, -n, die hier: Trick, List, gefährliche Situation

haken hier: gekrümmte Finger ineinanderlegen

Herkunft, die Ursprung, Ausgangspunkt, Beginn

Redewendung, -en, die feste Verbindung von Wörtern; Sprichwort, Idiom

retten bewahren, schützen

täuschen lügen, tricksen, manipulieren

trickreich clever, raffiniert

Umgangssprache, -n, die Alltagssprache, Jargon

verhindern blockieren, stoppen

vorhersehen erahnen, kommen sehen

Zug, -“-e, der hier: das Ziehen/Bewegen einer Spielfigur

Nur Bahnhof verstehen

Beispiel: Seit einigen Tagen besucht die

82-jährige Sabine in ihrer Stadt einen

Computerkurs. Heute lernen sie und die

anderen Teilnehmer, wie man eine E-

Mail verschickt. Doch der Lehrer erklärt

das Thema nicht genau genug, findet

Sabine. Deshalb sagt sie zu ihm: „Entschuldigung,

aber ich verstehe nur Bahnhof.

Könnten Sie das Ganze bitte noch mal erklären?“

Bedeutung: etwas nicht verstehen

Herkunft: Diese Redewendung kommt aus der Zeit des

Ersten Weltkriegs (1914 – 1918). Nach den vielen Jahren

des Kämpfens an der Front waren die Soldaten sehr müde

und wollten nur noch nach Hause. Und nach Hause ging

es vom Bahnhof aus, denn damals war der Zug noch das

wichtigste Verkehrsmittel. Der Wunsch nach der Heimreise

war so groß, dass die Soldaten an nichts anderes mehr

denken konnten und bei Gesprächen über andere Themen

nicht mehr aufmerksam zugehört haben. Das einzige, was

sie noch verstanden, war „Bahnhof“ – und die damit verbundene

Rückkehr nach Hause.

Jemanden über den Tisch

ziehen

Beispiel: Vor Kurzem hat sich Jan

einen gebrauchten BMW gekauft.

Obwohl das Auto schon fast 25 Jahre

alt ist, hat er dafür noch

12000 Euro bezahlt. Sein

Freund Felix findet das zu teuer.

Er sagt zu Jan: „12000

Euro?! Für dieses alte Auto?!

Da hat dich der Verkäufer wohl

über den Tisch gezogen!“

Bedeutung: jemanden

betrügen/täuschen

Herkunft: Diese Redewendung

kommt aus

dem Bundesland Bayern und

bezieht sich auf das sogenannte Fingerhakeln.

Bei dieser Sportart sitzen sich zwei Personen

an einem Tisch gegenüber und haken ihre

Zeige- oder Mittelfinger ineinander. Dann versuchen

sie, den Gegner zu sich herüberzuziehen

– also über den Tisch. Wer das zuerst

schafft, hat das Spiel gewonnen. Dabei ist weniger

die Kraft, sondern mehr die richtige Technik

wichtig. Ähnlich ist es bei so manchen Betrügereien:

Auch hier „besiegt“ man jemanden

auf eine trickreiche Art und Weise.

Fotos: Maljuk/iStock-1218464329 (Illustrationen der jungen Leute), appleuzr/iStock-1085356050 (Icon)

26 vitamin de 89

Lucas Netter


Sport

Fotos: privat (Johannes Waller*), standret/de.freepik.com (junge Leute beim Bowlen), OpenClipart-Vectors/pixabay.com (Illustration)

Alle neune

››

Johannes und das Kegeln

Einmal im Monat fährt Johannes Waller* die dreihundert Kilometer von Frankfurt am Main nach Kempen

am Niederrhein, seine Heimatstadt. In der Gaststätte „Poststuben“ warten schon seine Freunde.

Sie wollen mit ihm kegeln. Wie der Sport zu seinem Hobby wurde, erzählte Johannes

in einem Gespräch mit vitamin de.

Ein kurzer Anlauf,

ein Schwung

aus der Hüfte und

schon rollt die Kunststoffkugel

über die

Holzbahn, direkt auf

die neun Kegel zu. Johannes

hat Glück: Die Kugel

wirft alle neun Holzkegel um und seine

Freunde rufen: „Alle neune, Alter, nicht

schlecht!“ Seit 14 Jahren ist das Kegeln

das Hobby von Johannes und seinen

Freunden. Der Präzisionssport hat

am Niederrhein Tradition.

Johannes

kegelt gern

Geselligkeit ist wichtig

In der Region haben viele Gaststätten

eine Kegelbahn für ihre Gäste.

Auch Johannes und seine Freunde gingen

schon als Schüler gern kegeln und

gründeten 2007 einen Kegelklub in

Kempen. „Für uns ist die Geselligkeit

wichtig“, sagt der

31-Jährige. Es gibt auch Kegelklubs,

die in Ligen und

um Meisterschaften spielen,

aber daran haben Johannes

und seine Kegelfreunde kein

Interesse. Sie betreiben

Fachbegriffe beim

Kegeln

Kegeln ist eine der ältesten

Sportarten der Welt. Bereits im

alten Ägypten gab es Vorläufer dieser

Sportart. Beim Kegeln in Deutschland werden

bestimmte Fachbegriffe benutzt:

• Alle neune: Ein Neunerwurf ist, wenn

man mit einem Wurf alle Kegel abräumt.

Dieser besonders gute Wurf wird mit vielen

Punkten belohnt.

• Pudelkönig: Wer an einem Kegelabend

die meisten Pudel wirft, ist „Pudelkönig“

und zahlt eine bestimmte Geldstrafe

in die Kegelkasse.

• Verpasster Einsatz: Wenn ein Spieler

nicht bemerkt, dass er an der Reihe ist,

kann ein Mitspieler eine Kugel vor ihm auf

den Tisch legen. Dafür zahlt die „Schlafmütze“

eine Strafe in die Kegelkasse.

sogenanntes Freizeitkegeln. Sie treffen

sich, um Spaß zu haben.

Vielseitiger Sport

Am Kegeln gefällt Johannes, dass es

Spiele mit unterschiedlichen Regeln

gibt. Spannend findet er das Kegelspiel

„Fußball“. Dabei spielen zwei Mannschaften

gegeneinander. Die Spieler

jeder Mannschaft kegeln nacheinander

jeweils einmal, bis alle Kegel abgeräumt

wurden oder bis einer der

Spieler keinen Kegel trifft. „Man wird

bei dem Spiel richtig ehrgeizig.“ Auch

das „Königskegeln“ gefällt Johannes.

Am Ende jedes Kegelabends spielen

alle Spieler um den Titel des Königs.

In drei Würfen versuchen sie, so viele

Kegel wie möglich abzuräumen. Wer

die meisten Kegel abräumt, wird Kegelkönig.

Kegelausflüge

„Mein Highlight sind die jährlichen Kegelausflüge.

Einer aus dem Klub organisiert

die Fahrten. Dabei ist das Reiseziel

immer eine Überraschung“, erklärt

Johannes. Viele Freizeitkegler unternehmen

solche Ausflüge. Finanziert

werden sie durch kleine Geldstrafen,

zum Beispiel beim Fehlwurf eines Spielers.

Ein solcher Fehlwurf kann der sogenannte

Pudel sein: Die Kugel kommt

von der Bahn ab und landet in der Rinne

an der Seite der Bahn. „Die Spieler

zahlen die Geldstrafen gern, denn

so können wir spannende Ausflüge

organisieren“, erklärt Hobbykegler

Johannes.


Daniela Todorovićová

* ) Der Name wurde von der Redaktion

geändert.

Kegeln und Bowling

sind sich sehr ähnlich

abräumen hier: zu Fall bringen/umstoßen

Anlauf, -“-e, der hier: ein Stück schnell laufen, um danach zu werfen

betreiben hier: ausüben, sich mit etw. beschäftigen, machen

ehrgeizig ambitioniert, viel erreichen wollen

Einsatz, der hier: Spielrunde

Fehlwurf, -“-e, der ein Versuch, der danebengeht; Fehler

Geselligkeit, die hier: sich mit Freunden treffen; Kommunikation

kegeln ein Spiel, ähnlich dem Bowling

Mannschaft, -en, die Team, Gruppe/Kollektiv im Sport

Meisterschaft, -en, die Championat, jährliches Turnier

Präzisionssport, der Sport, bei dem es auf Genauigkeit/Exaktheit ankommt

Rinne, -n, die hier: Vertiefung neben der Kegelbahn

Schwung, -“-e, der hier: spezielle Bewegung mit dem Körper beim Werfen

treffen hier: das Ziel erreichen

umwerfen zu Fall bringen/umstoßen

Vorläufer, -, der Prototyp

Wurf, -“-e, der das Werfen von etw.

*

vitamin de 89 27


Deutsche Erfinder

Die Autos der Firma Porsche sind sportlich

und schnell – hier das Modell 911, entwickelt

von Ferdinand Porsches Enkel „Butzi“

*

Ferdinand Porsche

››

Konstrukteur und Unternehmensgründer

Ein Elektroauto, das erste Hybridauto, der Käfer der Firma Volkswagen (VW) und der Panzer Tiger: Die

Liste der Konstruktionen von Ferdinand Porsche (1875 – 1951) ist lang. Er war auch der

Gründer der Firma Porsche – ein weltweit bekanntes Synonym für erstklassige

Sportwagen. Seine Karriere verlief nicht immer ideal. Doch Porsche bekam in

kritischen Situationen Hilfe von der Familie, der Wirtschaft und der Politik.

Ferdinand Porsche

im Jahr 1940

Stuttgart

1930:

Als der Konstrukteur

im

Dezember seine

Firma Porsche

Gesellschaft

mit beschränkter

Haftung (GmbH) gründete, hatte die

Weltwirtschaftskrise Deutschland fest

im Griff. Niemand hatte mehr Geld, um

sich ein Auto zu kaufen. Selbst große

Unternehmen wie Daimler-Benz konnten

kaum noch Autos verkaufen. Warum

wollte Ferdinand Porsche gerade in

dieser Krisenzeit ein eigenes Unternehmen

gründen?

Unternehmensgründung als

Notlösung

Für Porsche war die Firmengründung

eine Notlösung. Nach seiner technischen

Ausbildung hatte er fast ein Vierteljahrhundert

lang als technischer Direktor

bei großen Automobilherstellern

gearbeitet: von 1906 bis 1923 bei

Austro-Daimler in Wien und danach

bei Daimler-Benz in Stuttgart. Im Januar

1929 verließ Porsche Daimler-Benz

im Streit. Das hatte zwei Gründe: Erstens

ging es Porsche um sein berufliches

Selbstbild. Als kreativer Konstrukteur

wollte er sich nicht nach den ökonomischen

Notwendigkeiten der Serienproduktion

richten. Zweitens hatte

Porsche Schulden bei seinen Arbeitgebern

gemacht. Er hatte Material eingekauft,

ohne dies mit der Chefetage

abzusprechen. Der Streit endete damit,

dass Porsche 30 000 Reichsmark

(heute: knapp 100 000 Euro) an Daimler-Benz

zahlen musste.

Familienunternehmen Porsche

Dass Porsche seine Firmengründung finanziell

überstand, lag an seinem familiären

Netzwerk. Porsche war ein Familienmensch.

Er ließ sich 1923, als seine

Arbeit bei Daimler in Stuttgart begann,

eine große Villa bauen. Dort

lebten drei Generationen zusammen:

Ferdinand Porsche mit Frau Aloisia,

Sohn Ferry mit Frau Dorothea und den

vier Söhnen. Porsches Tochter Louise

hatte den Wiener Rechtsanwalt Anton

Piëch geheiratet. Auch sie – mit drei

Jungen und einem Mädchen – waren

oft in Porsches Villa zu Gast. So besaß

der Porsche-Clan alles, um unternehmerisch

erfolgreich zu sein: Ingenieurswissen

und juristische Kompetenz.

Geld besorgte sich Porsche von privaten

Investoren.

Loyalität der Mitarbeiter

Für die Unternehmensgründung nutzte

Porsche – damals schon Mitte fünfzig –

seine beruflichen Kontakte. Zum Team

der Porsche GmbH gehörten Techniker

und Ingenieure, mit denen Porsche

schon lange zusammenarbeitete.

Auf ihre Loyalität konnte er sich verlassen.

Auch fand Porsche in den ersten

Jahren der Firma einen Investor,

den Geschäftsmann Adolf Rosenberger

(1900 – 1967). Mit nur wenigen Aufträgen

konnte die Firma finanziell gerade

so überleben.

Verzögerter Bau des VW Käfer

Ab 1934 wurde die Firma Porsche erfolgreicher.

Das lag auch am politischen

Wandel in Deutschland: 1933

begann die Herrschaft der Nationalsozialisten

(NS) mit Reichskanzler Adolf

Hitler (1889 – 1945) als Diktator an

der Spitze. Porsche, einer der Lieblingsingenieure

Hitlers, bekam den Auftrag,

einen sogenannten Volkswagen,

später auch VW Käfer genannt, zu konstruieren.

Hitlers Idee war es, dass das

Auto nicht mehr als 1 000 Reichsmark

(heute: 4 000 Euro) kosten sollte. Ab

1938 wurde das Volkswagenwerk in

Fallersleben gebaut. Allerdings wurde

der Käfer mit dem Beginn des Zweiten

Weltkriegs (1939 – 1945) nicht

mehr gebaut. Die Technik, die Porsche

entwickelt hatte, wurde zum Bau von

Militärfahrzeugen (Kübelwagen und

Schwimmwagen) für die deutsche Armee

verwendet.

Fotos: Bundesarchiv, Bild 183-2005-1017-525/wikimedia.org (Dr. Ferdinand Porsche im Jahr 1940), simonbradfield/iStock-498012518 (Modell des Porsche 911)

28 vitamin de 89


Führender Ingenieur der NS-Zeit

Ferdinand Porsche war unter den Nationalsozialisten

zu einem der führenden

Ingenieure der Fahrzeug- und Militärtechnik

aufgestiegen. Er beteiligte sich

an der Entwicklung des Panzers Tiger

und an der „Vergeltungswaffe 1“, einer

selbst fliegenden Bombe, auch V1 genannt.

Porsche wusste, dass in den Fabriken

Zwangsarbeiter eingesetzt wurden.

Er setzte sein technisches Können

für die Kriegspolitik Hitlers ein und verdiente

damit viel Geld. Deshalb ist Porsches

Rolle in der NS-Zeit, besonders

im Zweiten Weltkrieg, negativ zu bewerten.

bis ein französisches Gericht sie 1948

schließlich freisprach. Die Zeit ohne

den Familienpatriarchen nutzte der

Sohn Ferry. Er produzierte den ersten

Sportwagen der Firma Porsche (356

Roadster) und schloss auch die Verträge

mit der Firma VW für die Produktion

des Käfers ab. Ferry Porsche trat so

aus dem Schatten seines Vaters Ferdinand,

der am 30. Januar 1951 starb.


Peter Schneider

Porsches Gefängnisstrafe und der

Aufstieg des Sohns

Kurz vor dem Kriegsende lebte Porsche

mit seiner Familie im österreichischen

Zell am See. Die Pläne für den

VW Käfer waren fertig, aber kein deutsches

Unternehmen wollte das Auto

bauen. Im Dezember 1945 wurde Porsche

vom französischen Industrieminister

eingeladen, den Käfer in Frankreich

zu fertigen. Aber beim Treffen mit

den Franzosen in Baden-Baden wurden

Porsche, Schwiegersohn Anton Piëch

und Sohn Ferry festgenommen. Ihnen

wurde vorgeworfen, im Krieg Franzosen

als Zwangsarbeiter beschäftigt zu

haben. Ferry Porsche wurde nach drei

Monaten entlassen, Ferdinand Porsche

und Anton Piëch verbrachten 22 Monate

in französischen Gefängnissen,

Legendäres Auto: der VW Käfer

Eine Auswahl von Porsches Konstruktionen

• Lohner-Porsche: Hybridauto mit Allradantrieb

• Austro-Daimler Sascha: Sportwagen, den Porsche 1922

konstruierte

• Daimler Sportwagen: Modelle S, SS, SSK von Porsche

• VW Käfer: Prototyp von 1934, gebaut von der Firma NSU Motorenwerke

• Auto-Union-Rennwagen: 1934 von Porsche entwickelt

• Kübelwagen: Militärfahrzeug für die deutsche Armee

• Panzer VI / Tiger I: Porsche war an der Entwicklung des deutschen

Panzers beteiligt. Obwohl seine Konstruktion innovativ war, hatte

der Tiger-Panzer im Zweiten Weltkrieg keine strategische Bedeutung.

Gegenüber den Panzern der Alliierten hatte er zu viele Nachteile.

Der Tiger-Panzer steht exemplarisch für Porsches Verstrickung

mit dem NS-Regime.

Foto: Martin Pettitt/flickr.com/wikimedia.org (VW Käfer)

Porsches Lebenslauf

• am 3. September 1875 im

böhmischen Maffersdorf (Österreich-Ungarn,

heute

Tschechische Republik) geboren

• 1893 – 1899 Ausbildung in

den Elektrizitätswerken Béla

Egger in Wien

• bis 1906 Lohner-Werke in

Wien

• bis 1923 Austro-Daimler in

Wien

• bis 1929 Daimler-Benz in

Stuttgart

• ab 1930 Porsche GmbH in

Stuttgart

• am 30. Januar 1951 in

Stuttgart verstorben

Allradantrieb, der alle Räder eines Fahrzeugs werden durch den Motor bewegt/angetrieben

Auftrag, -“-e, der hier: Bestellung einer Ware/Leistung/Konstruktion

aus dem Schatten treten selbstständig/eigenständig werden, sich emanzipieren von

besitzen haben

einsetzen hier: nutzen, verwenden

Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die spezielle juristische Form einer Firma

(fest) im Griff haben hier: überfallen, überwältigen

Kübelwagen, -, der spezielles Militärfahrzeug, Armeeauto

Netzwerk, -e, das Kontakte (zwischen Menschen)

Notlösung, -en, die keine optimale Entscheidung, Provisorium

Rechtsanwalt, -“-e, der Jurist, Advokat

richten, sich, nach jmdm./etw. (Dat.) beachten, befolgen, sich anpassen

Schulden, die (Pl.) Geld, das man jmdm. zurückzahlen muss; finanzielles Defizit

überstehen aushalten, überwinden

verlassen, sich, auf jmdn./etw. (Akk.) hier: glauben, hoffen

verlaufen hier: sich entwickeln, sich gestalten

Verstrickung, -en, die Beteiligung, Teilnahme

Vertrag abschließen, einen einen Kontrakt/eine schriftliche Abmachung unterschreiben

vorwerfen, jmdm. (Dat.)beschuldigen/kritisieren

Wandel, der Veränderung

Zwangsarbeiter, -, der unfreiwilliger Arbeiter, Sklave

vitamin de 89 29


Dialog

*

Eine Japanerin

in Österreich

››

Kayo und die Zugfahrt

nach Salzburg

Kayo und ihre Mitschüler freuen

sich: Die ganze Klasse macht

vor den Sommerferien einen

Ausflug nach Salzburg. Obwohl

Kayo schon seit über einem

Jahr in Österreich lebt,

war sie noch nie in der

„Mozartstadt“. Während

der Zugfahrt nach Salzburg

sitzt sie gemeinsam mit

ihren Freunden Valerie und

Sebastian in einem Abteil.

Valerie: Na toll, es regnet! Da freut

man sich auf eine gemütliche Zugfahrt

mit Blick auf die wunderschöne

Landschaft und was sehe ich? Regentropfen

am Zugfenster!

Kayo: Ach, Valerie! Wir sitzen doch

erst seit einer Stunde im Zug. Es dauert

noch fast zwei Stunden, bis wir in

Salzburg sind. Sei doch mal ein bisschen

geduldiger!

Sebastian: Genau! Vielleicht ist das

Wetter in Salzburg ja besser.

Valerie: Ist ja gut, ich bin ja schon ruhig.

Keine Sorge, in den nächsten Tagen

werde ich immer gut gelaunt sein.

Kayo: Das hoffen wir alle! Schließlich

fahren wir nicht so oft für eine ganze

Woche auf Klassenfahrt. Dieser Ausflug

ist etwas Besonderes, zumindest

für mich.

Sebastian: Richtig! Habt ihr zwei eigentlich

schon ein Programm für die

Festung Hohensalzburg

Die über 900 Jahre alte Festung Hohensalzburg

ist das Wahrzeichen der Stadt

Salzburg. Sie ist eine der größten Burgen

Europas und liegt auf dem 542 Meter

hohen Festungsberg am Rande der

Salzburger Altstadt. Mit jährlich über einer

Million Besuchern ist sie eine der

beliebtesten Sehenswürdigkeiten Österreichs.

Neben interessanten Informationen

aus der Geschichte des mittelalterlichen

Bauwerks bietet die Festung

einen schönen Panoramablick über

Salzburg und die umliegende Bergwelt.

Das Stadtwappen

Salzburgs

ersten Tage gemacht?

Unser Klassenlehrer hat

Blick auf die Festung Hohensalzburg

euch doch darum gebeten, oder?

Kayo: Natürlich! Heute starten wir mit

einem Stadtrundgang durch Salzburg.

Wir gehen von unserer Jugendherberge

in Richtung Altstadt. Dort schauen

wir uns den Domplatz und die Getreidegasse

an und …

Valerie: … danach gehen wir zur Festung

Hohensalzburg auf dem Festungsberg.

Sebastian: Ich habe gelesen, dass

man mit einer modernen Standseilbahn

zur Festung fahren kann. Darauf

freue ich mich schon!

Kayo: Falsch gedacht! Wir gehen natürlich

zu Fuß!

Sebastian: Wie bitte?!

Valerie: Ja, Sebastian, du bist doch

Sportler. Das schaffst du locker! Erholen

kannst du dich nach unserer Reise.

Kayo: Du wirst am Ende

auch mit einem traumhaften

Blick über die Stadt belohnt. Und

bei gutem Wetter sieht man selbst im

Sommer die schneebedeckten Berggipfel

der Alpen am Horizont.

Sebastian: Du bist ja wieder einmal

bestens informiert, Kayo. Man könnte

glauben, du warst schon mal in

Salzburg. Aber wenn es weiter so regnet,

dann sehen wir wahrscheinlich gar

nichts.

Kayo: Na, dann schau mal aus dem

Fenster! Wie sagt man so schön? Das

Wetter meint es gut mit uns.

Sebastian: Genial! Da hinten sehe ich

schon ein paar Sonnenstrahlen. Und

wenn ich genau hinschaue, erkenne

ich schon die ersten Berggipfel.

Valerie: Das heißt aber auch, dass du

zu Fuß zur Festung gehen wirst – ohne

Seilbahn.

Kayo: Schon wegen euch lohnt sich

die Fahrt nach Salzburg. Ich glaube,

das wird eine lustige Woche.


Barbara Hanko

Abteil, -e, das Kabine mit Sitzplätzen in einem Zugwaggon

Ausflug machen, einen eine Spazierfahrt/Exkursion machen/unternehmen

belohnt werden hier: etw. Schönes zu sehen bekommen

Berggipfel, -, der Spitze/höchster Punkt eines Berges

bitten, um etw. (Akk.) jmdn. fragen, ob er etw. tun würde

es gut mit jmdm. meinen freundlich/lieb/nett sein

Festung, -en, die Kastell, Bastion, Burg

freuen, sich, auf/über etw. (Akk.) etw. gut finden

geduldig hier: auf etw. länger warten können

gut gelaunt sein guter Stimmung sein

Jugendherberge, -n, die ein einfach ausgestattetes Hotel für Jugendliche

Keine Sorge! Keine Angst!

locker schaffen leicht erledigen/machen können

lohnen, sich sich bezahlt machen, Nutzen/Gewinn bringen

mittelalterlich aus der Zeit des Mittelalters (6. bis 15. Jahrhundert)

Fotos: Salzburg Burgen & Schlösser Betriebsführung (Festung Hohensalzburg), Jürgen Krause/wikimedia.org (Wappen der Stadt Salzburg)

Standseilbahn, -en, die eine Bahn/Kabine, die an einem Seil hängt

30 vitamin de 89

Wahrzeichen, -, das Symbol, Erkennungszeichen


Kunst

Fotos: Kunstmuseum Basel (Gemälde „Senecio (Baldgreis)“ von Paul Klee, 1922), vitamin de (Karten von Deutschland und der Schweiz, Zeitstrahl)

Kunst in Deutschland

››

Kubismus

„Senecio“ ist eines der bekanntesten Werke von

Paul Klee. Das Gemälde entstand im Jahr 1922

und wird im Kunstmuseum Basel ausgestellt

Der Kubismus gilt als revolutionäre Neuerung in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Der Name dieser

Kunstrichtung stammt von dem lateinischen Wort „cubus“, was auf Deutsch „Würfel“ bedeutet.

Das Charakteristische: die künstlerische Reduzierung des dargestellten Objekts auf geometrische

Figuren wie Kugeln, Kegel, Würfel oder Pyramiden.

Der Kunststil des Kubismus entstand

in den Jahren 1906 bis 1908 in

Frankreich und ging aus einer Bewegung

der Avantgarde in der Malerei hervor.

Diese Bewegung orientierte sich zu

Beginn des 20. Jahrhunderts stark an

den Ideen des Fortschritts und lehnte

die strengen ästhetischen Normen

der akademischen Kunst radikal ab.

Epochen und Kunststile in Deutschland

So kann der Kubismus als eine Antwort

auf die Malerei des Realismus verstanden

werden. Während der Realismus

danach strebte, die Wirklichkeit sachlich

und objektiv darzustellen, brachen

die Kubisten durch Abstraktion und

Auflösung der traditionellen Perspektive

mit den bisherigen Konventionen –

und schufen so eine neue Sichtweise

Bern

Basel

Halle (Saale)

Frankfurt (Main)

München

Berlin

der Malerei. Damit leitete der Kubismus

die Epoche der klassischen Moderne

in der Kunst ein, zu der auch andere

Strömungen, wie zum Beispiel der

Expressionismus, gehörten. Der Kubismus

war aber am radikalsten und wirkte

auch stark auf die Bildhauerei und

Architektur.

Römische Bildende Kunst

Kunst der Antike Gotik Barock Romantik Jugendstil Kubismus Neue der Gegenwart

Frühgeschichte Romanik Renaissance Klassizismus Impressionismus Expressionismus Sachlichkeit

*

15 v.Chr. – 500 1200 – 1550 1600 – 1780 1800 – 1840 1890 – 1910 1906 – 1914 ab 1950

ab 40 000 v. Chr. 950 – 1250 1500 – 1600 1750 – 1840 1860 – 1910 1900 – 1930 1920 – 1933

Christliche Kunst

vitamin de 89 31


Pionier der kubistischen Malerei

„Alles in der Natur modelliert sich wie

Kugel, Kegel und Zylinder“, sagte einst

der französische Maler Paul Cézanne

(1839 – 1906). „Man muss aufgrund

dieser einfachen Formen malen lernen,

dann wird man alles malen können,

was man malen will.“ Durch diese

künstlerische Sichtweise wurde Cézanne

zum Wegbereiter des Kubismus

in Europa. In seinen Gemälden spielte

er oft mit geometrischen Figuren und

reduzierte die dargestellten Landschaften

und Gegenstände auf Grundformen

wie Kreise, Würfel und Zylinder. Diese

Abstrahierung führte auch zu neuen

Perspektiven, ein Bild zu betrachten.

Flächen und Kugeln: Paul Klees „Rosengarten“

(1920) mit der typisch kubistischen Formreduzierung

der Bildobjekte auf geometrische Figuren

Begründer des Kubismus

Insbesondere der Spanier Pablo Picasso

(1881 – 1973) und der Franzose

Georges Braque (1882 – 1963) beschäftigten

sich intensiv mit den Werken

Cézannes und begründeten so den

Kubismus. Die Grundidee: Der Bildgegenstand

wird in geometrische Einheiten

aus Linien und Flächen zerlegt und

perspektivisch dargestellt. So entsteht

der visuelle Eindruck, das ursprüngliche

Objekt von mehreren Seiten aus zu

sehen. Der Kubismus lässt sich dabei

grundsätzlich in zwei Stile mit unterschiedlichen

Merkmalen unterteilen –

den analytischen und den synthetischen

Kubismus – und sollte deutsche

Künstler Anfang des 20. Jahrhunderts

nachhaltig beeinflussen.

Analytischer Kubismus

Der analytische Kubismus war die erste

Phase dieser Kunstrichtung und dauerte

von 1907 bis 1912. Hierbei wurden

die Bildobjekte in einzelne geometrische

Figuren zerlegt. Eine geschlossene

Form des dargestellten Objekts

existierte somit nicht mehr; das Ergebnis

glich eher dem Blick in einen gesprungenen

Spiegel. Die geometrischen

Figuren wurden dabei gleichzeitig

aus unterschiedlichen Perspektiven

gezeigt. So entfiel der feste Blickwinkel

auf den Bildgegenstand, der seit

der Epoche der Renaissance traditionell

die Malerei bestimmt hatte. Es

entstand vielmehr ein Gefüge aus sich

überschneidenden Flächen und Ebenen,

die

mit nur wenigen

Farben

zusammengehalten

wurden.

Daniel-Henry Kahnweiler

Synthetischer Kubismus

Der synthetische Kubismus war eine

Weiterentwicklung der analytischen

Phase und dauerte nur zwei Jahre an,

von 1912 bis 1914. Im Ansatz unterscheiden

sich beide Stile grundlegend:

Während im analytischen Kubismus

die Zerlegung des Bildobjekts in einzelne

Bestandteile im Zentrum gestanden

hatte, ging es im synthetischen Kubismus

nun um das Zusammenfügen eines

Objekts aus geometrischen Einzelformen.

Die Kubisten verwendeten dabei

auch ganz unterschiedliche, nicht

zusammengehörende Objekte und

machten sie zu Bestandteilen eines

großen Ganzen. Es wurden manchmal

sogar „echte“ Materialien, wie Tapetenstücke

oder Zeitungsschnipsel, auf

die Bilder geklebt. Damit hatte man etwas

Neues erfunden: Collagen. Die

Farben waren leuchtender und bunter

als die des analytischen Kubismus.

Daniel-Henry Kahnweiler (1884 – 1979) war ein deutschfranzösischer

Galerist und Kunsthistoriker. Der gebürtige

Mannheimer sorgte als Ausstellungsmacher für die Verbreitung

des Kubismus als Kunststil in Deutschland. So

stellte er bereits 1907 unter anderem Georges Braque

und 1911 Pablo Picasso sowie weitere wichtige französische

Kubisten aus. Kahnweilers erstes – und heute legendäres

– kunsthistorisches Buch „Der Weg zum Kubismus“

(1920) beeinflusste das Denken über moderne

Kunst in Deutschland sehr stark. Darin beschreibt er den

chronologischen Verlauf des Kubismus aus der Sicht der

Galeriekubisten, die neben den Salonkubisten eine der

beiden großen Richtungen des Kubismus darstellten.

Das Gemälde „Der Dom in Halle“

(1931) von Lyonel Feininger ist

im Kunstmuseum Moritzburg in

Halle an der Saale zu sehen

Fotos: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München (Gemälde „Rosengarten“ von Paul Klee, 1920), Halle (Saale), Informationstafel beim Halleschen Dom, Detail: Lyonel Feininger, das Bild als Teil der Informationstafel zeigt das Gemälde „Dom in Halle“,

Öl auf Leinwand, 1931, Lyonel Feininger, Stiftung Moritzburg, Foto der Infotafel: Andreas Praefcke/wikimedia.org (Die Datei des Bildes wurde von diesem Werk abgeleitet.)

32 vitamin de 89


Fotos: National Gallery of Art (Gemälde „Fantômas“ von Juan Gris, 1915), bpk-Bildagentur/Städel Museum (Gemälde „Dorfteich von Gelmeroda“ von Lyonel Feininger, 1922)

Paul Klee und die Farbenpracht

Zwar hatte die kubistische Kunst ihre

Heimat in Südwesteuropa, wie Frankreich

und Spanien, aber auch im

deutschsprachigen Raum begeisterten

sich Maler für den Stil des Kubismus.

Der wohl bekannteste von ihnen ist

Paul Klee (1879 – 1940), dessen vielseitiges

Werk unter anderem auch dem

Expressionismus, Primitivismus und

Surrealismus zugeordnet werden kann.

Der geborene Schweizer gehört zu den

bedeutendsten Künstlern der klassischen

Moderne. Inspiriert vom Kubismus

suchte Klee nach einem ähnlichen,

aber doch eigenen Zugang zu

Farbe, Linie und Form. Seine farbenprächtigen

Werke zeichnen sich – ganz

im Stil des Kubismus – oft durch einfache

geometrische Formen aus, zu

sehen beispielsweise in seinem berühmten

Gemälde „Senecio“ (1922).

Es entstand in der Zeit, als der Künstler

Lehrer an der renommierten Kunstschule

„Bauhaus“ in Weimar war und

zeigt ein helles, stark abstrahiertes Gesicht

einer menschlichen Gestalt, bestehend

aus Quadrat, Dreieck und

Kreis. Die warmen Farbtöne des Gemäldes

lassen das Gesicht heiter und

freundlich erscheinen.

Das Gemälde „Fantômas“ (1915)

von Juan Gris ist ein Beispiel für den

Stil des synthetischen Kubismus

und gleicht einer Collage

Auflösung, die hier: Ablehnung, Absage

Bestandteil, -e, der Element, Teil einer Einheit

Bildhauerei, die Kunst der Skulpturen und Plastiken

Blickwinkel, -, der Perspektive

durchdringen hier: durchscheinen, durchleuchten

Ebene, -n, die Höhe, Niveau, Level

entfallen hier: abgeschafft werden

Gefüge, -, das Gebilde, Gestalt, Struktur

gesprungen hier: kaputt, zerbrochen

grundlegend fundamental, prinzipiell, völlig

im Ansatz vom Ursprung/von der Idee her

Konvention, -en, die Tradition, Vereinbarung, Formalität

nachhaltig hier: dauerhaft, für längere Zeit

schweben fliegen

Sichtweise, -n, die Position, Meinung, Perspektive

überlagern, sich sich in bestimmten Bereichen überdecken

überschneiden, sich sich gegenseitig überdecken

verhaftet hier: von etw. bestimmt

Zusammenfügen, das das Zusammensetzen; Teile eines Ganzen miteinander verbinden

Lyonel Feininger und das Dorf

im Quadrat

Auch der Deutsch-Amerikaner Lyonel

Feininger (1871 – 1956) war ein wichtiger

Künstler des Kubismus und der

klassischen Moderne in Deutschland.

Berühmt geworden sind zum Beispiel

seine Zeichnungen kleinstädtischer

Idylle sowie seine Bilder von Kirchen

und Dörfern in Mitteldeutschland, wo

er sich zwischen 1906 und 1937 lange

zu Studienzwecken aufhielt. Feiningers

Gemälde „Dorfteich von Gelmeroda“

(1922) etwa zeigt ein abstrahiertes

dörfliches Motiv mit

der typisch kubistischen

Formreduzierung. Dabei ist alles

eine Frage der Distanz: Aus der Ferne

sieht man eine Landschaft mit sich im

Wasser spiegelnden Häusern, von Nahem

nur noch geometrische Strukturen,

die sich überlagern und gegenseitig

durchdringen – ohne sich aber ganz

von der Wirklichkeit zu lösen. Denn

die Gebäude mit Fenstern und Türöffnungen

sind deutlich zu erkennen.

Die Häuser stehen dabei in einem hellen

Licht. Dadurch wirkt alles leicht

und fern der Realität. Manche Flächen

scheinen gar zu schweben. Nach außen

hin werden die Farben hingegen

wieder dunkler. Auch Feiningers Bild

„Der Dom in Halle“ (1931) zeigt deutlich,

dass sein Kubismus zwar abstrakt

war, aber gleichzeitig Natur und Umfeld

verhaftet blieb.

Robert Teschner, Lucas Netter

Lyonel Feiningers Gemälde „Dorfteich

von Gelmeroda“ (1922) wird im Städel

Museum in Frankfurt am Main ausgestellt

Merkmale des Kubismus

• leitete die klassische Moderne ein

• wollte nicht die (scheinbare) Welt

darstellen

• künstlerische Reduzierung der Bildobjekte

auf geometrische Figuren

• gleichzeitige Darstellung unterschiedlicher

Perspektiven des Bildobjekts

• analytischer Kubismus: Zerlegung

des Bildobjekts in einzelne geometrische

Figuren; Verwendung blasser

Farben

• synthetischer Kubismus: Zusammenfügung

des Bildobjekts aus geometrischen

Einzelformen; Verwendung

bunter Farben

vitamin de 89 33


Psychotest

*

Immer in Aktion

››

Welcher Aktivitätstyp bist du?

Endlich ist es Sommer und du hast Sommerferien. Nun hast du Zeit und kannst tun, was dir gefällt.

Bist du jetzt nur noch draußen unterwegs und lässt dich treiben? Oder hast du genaue Pläne für die

Ferien? Vielleicht magst du den Sommer gar nicht und bleibst lieber zu Hause?

Mache unseren Test und finde heraus, welcher Aktivitätstyp du

bist. Wähle die Antworten, die am besten zu dir passen!

Fragen

Was machst du am ersten Tag der

Sommerferien?

A eine lange Fahrradtour

B bis mittags schlafen

C Koffer packen für eine

Städtereise

Liegst du gern in der Sonne?

A Ja, ich will schön braun werden.

B Nein! Achtung, Sonnenbrand!

C Das finde ich eher langweilig.

Was hast du im Sommer immer

dabei?

A eine Flasche Wasser

B Sonnencreme und Sonnenbrille

C mein Navi

Was hast du im Corona-Lockdown

am meisten vermisst?

A Freunde zu treffen

B Kaffee und Kuchen bei Oma

C Museum, Kino und Theater

Welches Motto passt am besten

zu dir?

A Der Weg ist das Ziel!

B Sport ist Mord!

C Gut geplant ist halb gewonnen!

Wo möchtest du am liebsten

leben?

A auf dem Land

B in einem klimatisierten Haus

C in einer Metropole

Morgen ist der heißeste Tag des

Jahres. Wie kühlst du dich ab?

A Ich bade im See.

B mit Klimaanlage oder Ventilator

C Ich gehe ins Museum.

Auswertung

Welchen Buchstaben hast du am

häufigsten angekreuzt?

A, B oder C?

A) Der Outdoor-Typ

Im Sommer findet man dich nie zu

Hause. Aber deine Freunde kennen

deine Lieblingsorte: Du bist am See,

im Freibad, im Park oder auf dem

Fußballplatz. Dann schaust du, was

dir der Tag bringt. Aber vergiss die

Sonnencreme nicht!

B) Der Indoor-Typ

Der Sommer ist dir zu heiß. Du willst

nicht in der Sonne schwitzen. Deshalb

bleibst du zu Hause, liest Romane,

schaust Serien, spielst Videospiele

und isst Eis. Aktiv wirst du erst,

wenn der kühle Abend kommt. Bist

du vielleicht ein Vampir?

C) Der Ausflugs-Typ

Du hast immer ein Ziel. Als neugieriger

Mensch planst du Ausflüge,

bei denen du etwas Neues lernen

kannst. Deine Freunde lieben deine

Kulturtipps. Sie finden es aber schade,

dass deine Tage immer schon

durchgeplant sind.

Wo verbringst du am liebsten

deine Sommerferien?

Dagmar Glück

abkühlen, sich sich erfrischen/vor der Hitze schützen

Ausflug, -“-e, der Spazierfahrt, Exkursion

gewinnen hier: bekommen, was man will

herausfinden erfahren, entdecken

Klimaanlage, -n, die Apparat, der einen Raum kühler/kälter macht

Mord, -e, der einen Menschen töten

Motto, -s, das Devise, Losung, Parole

Navi, -s, das Kurzwort für Navigationssystem/Navigationsgerät

neugierig interessiert, aufmerksam

schade unerfreulich, bedauerlich

schwitzen transpirieren, nass von Schweiß werden, feucht werden

Sonnenbrand, -“-e, der kaputte/verletzte Haut durch zu viel Sonne

treiben lassen, sich hier: ohne Ziel Zeit verbringen

vermissen jmd./etw. fehlt jmdm.; Sehnsucht haben

Foto: marymarkevich/de.freepik.com (Frau und Mann am Meer)

34 vitamin de 89


Rezept

Wiener Apfelstrudel

››

Süße Leckerei mit Geschichte

Was für ein Genuss: Äpfel

in Kombination mit Zucker,

Rosinen und Nüssen! Ein

Apfelstrudel als Nachtisch

oder zum Kaffee ist

einfach lecker. Wie du

das österreichische

Nationalgericht selbst

backen kannst, sagt dir

vitamin de.

Der österreichische Apfelstrudel

ist weltweit bekannt

Fotos: RitaE/pixabay.com (Apfelstrudel), Kunsthistorisches Museum Wien (Gemälde „Kaiserin Maria Theresia (1717 – 1780) im Alter von elf Jahren, Kniestück“ von Andreas Möller, um 1727)

Zutaten für vier Portionen:

• 250 Gramm (g) Mehl

• 140 Milliliter (ml) lauwarmes

Wasser

• 2 Esslöffel (EL) Speiseöl

• 1 Prise Salz

• 1 Kilogramm (kg) Äpfel

• 150 g Zucker

• 2 EL Zitronensaft

• 100 g Semmelbrösel

• 50 g geriebene Walnüsse

• 50 g Butter

• 80 g Rosinen

• etwas Zucker, Zimt und Puderzucker

Zubereitung:

Für den Strudelteig gibst du das Mehl

mit dem Öl und Salz in eine Schüssel.

Danach fügst du das lauwarme Wasser

langsam hinzu und knetest alle Zutaten

zu einem glatten Teig, bis dieser

nicht mehr an den Fingern kleben

bleibt. Nun muss der Teig eine Stunde

lang bei Zimmertemperatur ruhen.

Kaiserin

Maria Theresia

In dieser Zeit kannst du die Füllung

vorbereiten. Dafür werden die Äpfel gewaschen,

geputzt und in kleine Stücke

geschnitten. Gib den Zitronensaft

zu den Apfelstücken, damit diese nicht

braun werden. Nun erhitzt du die Butter

in einer Pfanne und fügst die Semmelbrösel

und die geriebenen Nüsse

dazu. Langsam gibst du auch den Zucker

hinzu und brätst alles goldbraun

an. Zum Schluss kommen noch die

Rosinen in die Pfanne. Nun kannst du

die Masse mit den Apfelstücken vermischen

und mit Zucker und Zimt abschmecken.

Ein internationales Rezept

Der Wiener Apfelstrudel hat eine interessante Geschichte.

Seine Ursprünge liegen nicht in Österreich,

sondern auf der Arabischen

Halbinsel. Über Ägypten, Syrien

und die Türkei gelangte der

Strudelteig ab dem 15. Jahrhundert

nach Mitteleuropa und

so auch nach Wien. 1696 wurde

der Apfelstrudel das erste Mal schriftlich erwähnt.

Die Kaiserin Maria Theresia (1717 – 1780) aß den

Strudel sehr gern und so wurde er zur populärsten

Nachspeise Österreichs. Heute gibt es zahlreiche Varianten

des Strudels: süß gefüllt mit Quark oder Kirschen,

aber auch als herzhaftes Gericht mit Hackfleisch

oder Gemüse. Zum Glück kann man in vielen

Supermärkten fertigen Strudelteig kaufen, dann geht

die Zubereitung noch schneller und einfacher.

Nachdem der Teig eine Stunde lang

geruht hat, rollst du ihn auf einem

sauberen Tuch dünn aus. Er sollte so

dünn wie möglich sein. Dann legst du

ihn auf ein Backpapier und verteilst die

abgekühlte Füllung darauf – am Rand

ungefähr zwei Zentimeter Platz lassen.

Nun werden die Seiten nach innen auf

die Füllung geschlagen und der Strudel

zusammengerollt. Den gefüllten Strudel

legst du mit dem Backpapier auf

ein Ofengitter und streichst noch etwas

Butter darauf. Nun kannst du den Apfelstrudel

bei 175 Grad goldbraun backen.

Das dauert 30 bis 40 Minuten.

Du kannst ihn zum Schluss mit Puderzucker

bestreuen und mit Sahne, Vanillesoße

oder Vanilleeis servieren.


Johanna Nimrich

abschmecken aromatischer/kräftiger machen

bestreuen draufmachen, verteilen

erhitzen etw. heiß machen

erwähnen nennen, über etw. schreiben

Füllung, -en, die Inhalt; das, was in etw. drin ist

gerieben zerkleinert, gehobelt

herzhaft hier: kalorienreich, fettig, würzig

kneten mit den Händen bearbeiten, formen

lauwarm nicht heiß und nicht kalt, mittlere Temperatur

Nachtisch, -e, der Dessert, Süßspeise

Ofengitter, -, das Metallplatte im Backofen

ruhen hier: liegen bleiben, nicht angerührt werden

Semmelbrösel, -, der sehr kleine Stücke von trockenem Brot

Ursprung, -“-e, der Herkunft, Ausgangspunkt

Walnuss, -“-e, die eine große Nuss, die an großen Bäumen wächst

*

vitamin de 89 35


Horoskop

Welches Eis isst

du am liebsten?

Steinbock

21.12. – 19.01.

Du bist Stammgast im Eiscafé, aber

trinkst immer nur Eiskaffee. Das solltest

du in diesem Jahr ändern, weil

das Café neue leckere Eissorten entwickelt

hat. Du wirst einen neuen Favoriten

finden.

*

Sommerhoroskop

››

Dein absolutes Lieblingseis

Es ist wieder warm und du kannst viel Zeit im Freien verbringen.

Auch die Eisdielen sind geöffnet und verkaufen leckeres Eis.

Aber welche Sorte ist dein Lieblingseis in diesem Sommer?

Das verrät dir dein Horoskop.

Zwillinge

22.05. – 21.06.

Im letzten Jahr war dein Leben nicht

einfach. Du warst meist zu Hause. In

diesem Sommer musst du das ändern!

Kauf dir ein leckeres Schokoeis, nimm

bunte Streusel dazu und geh im Park

spazieren.

Krebs

22.06. – 22.07.

Du liebst Kaffee in allen Varianten,

aber möchtest weniger davon trinken.

Eine tolle Alternative ist das Mokkaeis

in deiner Eisdiele. Das könnte in diesem

Sommer deine Lieblingssorte werden!

Löwe

23.07. – 22.08.

Du machst dein Eis selbst. In deinem

Freundeskreis gibt es jemanden, der

dir gut gefällt. Du könntest eine Eisparty

organisieren. Wenn du leckeres Erdbeereis

zubereitest, wird nicht nur das

Eis schmelzen.

Waage

23.09. – 22.10.

Du isst nur Walnusseis. Vielleicht testest

du in diesem Jahr mal etwas Neues?

Entweder etwas Ähnliches, zum

Beispiel Erdnuss, oder etwas ganz anderes,

wie zum Beispiel Zitrone-Basilikum.

Skorpion

23.10. – 22.11.

Am liebsten magst du Vanillesofteis.

Eis in Kugeln findest du nicht so lecker.

Da es aber nicht überall Softeis gibt,

solltest du vielleicht mal Spaghettieis

probieren. Das könnte dir schmecken.

Schütze

23.11. – 20.12.

Du magst große Eisbecher mit Sahne.

Aber auf Dauer sind sie nicht sehr

gesund. Dieses Jahr solltest du statt

Milcheis besser Fruchteis probieren,

zum Beispiel Heidelbeere oder Mango.

Wassermann

20.01. – 18.02.

Du grillst im Sommer lieber und gehst

nur selten Eis essen. Aber in diesem

Jahr ist alles anders. Du lernst jemanden

kennen, der Eis liebt. Und da Liebe

durch den Magen geht, wirst du

zum Eisesser.

Fische

19.02. – 20.03.

Beim Eis magst du es klassisch. Schokolade

und Vanille sind deine Lieblingssorten.

Wahrscheinlich bleibt das

im Sommer auch so, weil es schon in

deinem Leben viele Veränderungen geben

wird.

Widder

21.03. – 20.04.

Auch im Winter isst du oft Eis. Du

kaufst gern große Packungen, wenn

sie im Angebot sind. Im Sommer solltest

du aber das Eiscafé in deiner Straße

unterstützen und das leckere Sorbet

probieren.

Stier

21.04. – 21.05.

Du ernährst dich sehr gesund. Süßigkeiten

isst du nicht und Eis findest du

zu fettig. Mittlerweile ist es aber populär,

Eis diätisch herzustellen. Fruchteis

aus 100 Prozent Frucht darfst du dir

gern gönnen.

ändern anders machen, wechseln

Jungfrau

23.08. – 22.09.

Du liebst exotische Eissorten und probierst

viele. Aber nicht alle Kombinationen

passen zusammen. Du solltest

dich an ähnlichen Farben orientieren.

Deine neuen Favoriten werden orange

oder rot sein.

Evelin Eichler

auf Dauer für längere Zeit

Eisdiele, -n, die Eiscafé; kleines Geschäft, in dem vor allem Eis verkauft wird

entwickeln hier: erfinden, erschaffen

ernähren, sich essen

fettig kalorienhaltig, viele Kalorien haben

gönnen, sich (Dat.) sich leisten/erlauben/genehmigen

Heidelbeere, -n, die kleine dunkelblaue Frucht

im Angebot günstiger als sonst sein, der Preis ist reduziert, mit Rabatt

im Freien draußen, nicht in einem Haus

Magen, -“-, der inneres Organ, in dem das Essen verarbeitet/verdaut wird

schmelzen etw. Festes wird flüssig; tauen

Stammgast, -“-e, der ein Gast, der immer wiederkommt

Streusel, -, der kleine, süße, oft bunte Dekoration aus Zucker

unterstützen helfen

Foto: Alesia Kozik/pexels.com (junge Frau mit Eis)

verraten hier: (ein Geheimnis) erzählen, sagen

Walnuss, -“-e, die eine große Nuss, die an großen Bäumen wächst

36 vitamin de 89


Fotos: Edmund Hochmuth/pixabay.com (Bild 1), Kai Sören/pixelio.de (Bild 2), Taylor Simpson/unsplash.com (Bild 3), Hans Braxmeier/pixabay.com (Bild 4), Pezibear/pixabay.com (Bild 5), Rainer Sturm/pixelio.de (Bild 6)

Rätsel

Fotoquiz

››

Sportarten im Sommer

Die Sonne strahlt und es ist heiß – das kann nur der Sommer sein!

Höchste Zeit, nach draußen zu gehen und mal wieder ein bisschen

Sport zu treiben. Egal, ob zu Hause im Grünen oder im Urlaub am

Meer: Bewegung an der frischen Luft macht Spaß und ist gesund.

Kennst du die folgenden Sportarten, die besonders im Sommer

beliebt sind? Schreibe die richtigen Begriffe in die abgebildeten

Kästchen und schicke das Lösungswort bis zum 31. August 2021

an unsere E-Mail-Adresse quiz@vitaminde.de.

1

5

3


1

3

5

Lösungswort: 1 2 3 4 5 6

Auflösung des Quiz der Frühlingsausgabe 2021

Das richtige Lösungswort war: suchen

Die Gewinner sind:

• Sanja Jambrović Posedi, Čakovec, Kroatien

• Daria Ledova, Kostroma, Russland

Die Gewinner werden per E-Mail von vitamin de benachrichtigt und bekommen

jeweils ein Buch aus der Reihe TKKG Junior.

4

2 –


6

2

4

6

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38 vitamin de 89

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WELT!“ der Organisation „Engagement Global“. Der Wettbewerb

richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

zwischen zehn und 25 Jahren aus Deutschland und

vielen Ländern des globalen Südens. Das eingereichte Lied

muss sich inhaltlich mit Themen globaler Entwicklung beschäftigen.

Einsendeschluss: 16. Juni 2021

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Mit dem Copernicus-Stipendium können Studierende aus

Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien für sechs Monate

in Deutschland leben. Die Stipendiaten studieren ein Semester

in Hamburg und absolvieren anschließend noch ein

Praktikum in einem deutschen Unternehmen. Eine wichtige

Voraussetzung sind gute Deutschkenntnisse mindestens auf

dem Niveau B2.

Bewerbungsfrist: 1. September 2021

»»

www.copernicus-stipendium.de

Für Deutschlehrkräfte

Das Goethe-Institut bietet auch in diesem Jahr wieder zahlreiche

Onlinefortbildungen für Deutschlehrkräfte an. Die kostenpflichtigen

Kurse finden in der gesamten zweiten Jahreshälfte

statt und bieten eine Vielzahl von Themen rund um

den Unterricht zu Deutsch als Fremdsprache, zum Beispiel

Methodik und Didaktik, Mediendidaktik oder Landeskunde.

Anmeldungen: jederzeit

»»

www.goethe.de/de/spr/unt/for/kur/ftb.html

Für Hochschulabsolventen

Junge Hochschulabsolventen aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa,

Frankreich, Israel, Nord- und Südamerika, Zentralasien,

dem arabischen Raum, Südostasien und Neuseeland

haben wieder die Chance auf das Internationale Parlaments-

Stipendium des Deutschen Bundestages (IPS). Dabei verfolgen

die Stipendiaten fünf Monate lang die Abläufe im deutschen

Parlament.

Bewerbungsfrist: je nach Land unterschiedlich, meist

31. Juli 2021

»»

www.bundestag.de/ips_global

Vorschau » vitamin de Nr. 90

Natur und Fossilien

» Das Altmühltal

Selbstoptimierung?

» Fitness-Apps

Impressum

Herausgeber/Verlag:

Verein „vitamin de e. V.“, Berlin (D)

Gegründet von Tillmann Heß

und Robert Teschner.

ISSN: 1818-877X

Chefredaktion: Robert Teschner

Redaktion: Wilhelm Siemers, Lucas Netter

(Institut für Auslands beziehungen)

Grafik: Stefan Zettler

Autoren: Simone Drews, Evelin Eichler,

Katharina Ferner, Max Firgau, Dagmar Glück,

Barbara Hanko, Katrin Luft, Ekaterina Markeli,

Johanna Nimrich, Lotta Schneidemesser,

Peter Schneider, Paul Schwingenschlögl,

Daniela Todorovićová, Tim Warnecke, Edith

Winner, Zhao Yuxin

Fachberatung durch:

Goethe-Institut Moskau,

Institut für Auslandsbeziehungen

Korrektur/Redaktion DaF: Clemens Tragelehn,

Marina Lopatina

Titelfotos: Markus Kirchgessner/Tourismusverband

Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Jugendliche

auf dem Steg), Kunstmuseum Basel

(Gemälde „Senecio (Baldgreis)“ von Paul

Klee, 1922), aprott/iStock-1211454055

(Ampullen mit Impfstoff)

Abonnement:

Weltweit:

(abo-welt@vitaminde.de),

Tel.: +49 (0)157-7287-4308

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Regional-Redaktionen:

China: Natalie Wagner, Goethe-Institut

Peking

Ukraine, Zentralasien: Wilhelm Siemers

Russland: Marina Lopatina

Adresse:

Verlag / Redaktion: Verein vitamin de e. V.,

Danziger Straße 6, D-10435 Berlin

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bezieht folglich die weibliche Form mit ein.

vitamin de erscheint als Print-Ausgabe.

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Anfragen an: Verein „vitamin de e. V.“

(verein@vitaminde.de).

Gerichtsstand: Berlin-Charlottenburg (D)

Symbol der Teilung

» 60 Jahre Mauerbau

Erscheint im September 2021

Fotos: Landkreis Eichstätt/Informationszentrum

Naturpark Altmühltal (Kloster Weltenburg), stories/de.freepik.com

(Illustration zu Fitness-Apps),

Bundesregierung/Wolf (Bau der Berliner Mauer

im Jahr 1961)