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SPORTaktiv Outdoorguide 2021

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OUTDOOR

G U I D E 2 0 2 1


WEGE ENTSTEHEN,

INDEM WIR SIE GEHEN.

Sie offenbaren uns, was uns bewegt, was

uns treibt, wer wir sind. Wir gehen unseren

Weg nun seit 100 Jahren. In diesen 100

Jahren ist viel geschehen: Unsere Werte

wurden zur Tradition, unsere Hingabe zur Leidenschaft. Wir sind

gespannt, auf welchen Weg uns die nächsten 100 Jahre führen.

WWW.HANWAG.DE


EDITORIAL

KLAUS MOLIDOR

SPORTaktiv-Chefredakteur

klaus.molidor@styria.com

COVERFOTO: Schladming-Dachstein_Peter Burgstaller; Foto: Thomas Polzerw

GEHT EUREN

EIGENEN WEG

Kommt das nur mir so vor oder passiert gerade wirklich was? Liegt es daran,

dass mein Umfeld und ich im Midlife-Crisis-fähigen Alter sind, oder

ist tatsächlich eine Tendenz nach dem „Raus aus allem“ festzustellen. Nach

fundamentalen Veränderungen? Freunde nehmen sich Auszeiten vom

Alltag, packen ihr Auto und sind zwei Monate weg. Andere schnappen

sich den Rucksack, ziehen die Tür hinter sich ins Schloss und gehen 2800

Kilometer, um zu sich zu finden, um Werte zu erkennen. Wie Norbert

Lüftenegger, dessen Geschichte ihr ab Seite 48 lest. Noch weiter ist Jakob

Horvat gegangen, der nach einem ähnlichen radikalen Ausbruch aus der

Komfortzone überhaupt dauerhaft das Land verlassen und sein Leben neu

geordnet hat. Im digitalen Zeitalter ist es doch egal, wo man wohnt.

Solche Geschichten regen zum Nachdenken an. Darüber, ob es das war?

Ob jetzt nur noch der vorgezeichnete Weg wartet, bis das irdische Dasein

ein Ende hat?

Offen gestanden, ich habe keine Antwort auf keine dieser Fragen. Was

ich weiß: Gehen, wandern, bergsteigen, einen Klettersteig gehen (wie den

am Dachstein auf unserem Cover), das tut dem Körper gut, das tut vor

allem aber der Seele gut. Damit ihr fürs Gehen gerüstet seid, von Kopf bis

Fuß, damit ihr euren Weg findet – dafür ist dieser Outdoorguide. Von der

Lederpflege bis zum Philosophischen spannen wir den Bogen, vom Wanderer

der Nation bis zur Tourenplanung in 15 Minuten. Lasst euch dabei

überraschen, wie eine kleine Abzweigung vom Alltäglichen eine neue Perspektive

bringt. Lasst euch vom Zauber der Natur berauschen, wie es immer

mehr Menschen tun und sich zum Beispiel neben einem intensiven

Brotberuf zum Ranger ausbilden lassen (siehe Seite 108). Dieses Magazin

kann euch Wegweiser sein, gehen müsst ihr den Weg selbst. Ob der dann

bis nach Santiago de Compostela führt oder auf den Hausberg. Sicher ist

nur: Es wird euch guttun, es wird euch zufriedener machen. Vielleicht findet

ihr das Abenteuer, das sich Leben nennt. Oder mich auf der Eisenerzer

Reichensteinhütte, wo ich einen Freund besuche – der ausgestiegen ist...

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Vertrieb Österreich

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INHALT

TOP-STORY

8 WALEK WANDERT

... und plaudert über Merkel, Österreich und Little Canada

EMOTION

14 WOHIN GEHT DIE REISE?

Eine Expertenrunde über Veränderungen im Tourismus

18 WO BEGINNT OUTDOOR?

Im Gebirge oder gleich vor der Tür? Eine Annäherung

30 DIE SUCHE NACH DER BERGEINSAMKEIT

Draußen warten jede Menge einsame Wege und stille Gipfel

48 2858 KILOMETER SELBSTFINDUNG

Was Nobert Lüftenegger am Jakobsweg erlebt hat

74 WANDERN OHNE HOHE BERGE

Flüsse und Seen, Hügel und Wälder als Wandergebiete

90 WENN DER SCHAFFNER ...

... zum Abenteuer pfeift: Auch ohne Auto geht‘s auf Tour

100 „DAS ABENTEUER HAT MICH GEFUNDEN“

Eine Anhaltereise über den Atlantik hat Jakob Horvat verändert

108 UMWELTBILDUNG MIT MEHRWERT

Warum sich Banker zum Nationalpark-Ranger ausbilden lassen

116 LEBENSRETTUNG IST EHRENAMT

Über Antrieb und Herausforderung der Retter in den Bergen

8

SERVICE

24 DER PHILOSOPH UND SEIN BERG

Wie Trittsicherheit und Höhenangst zusammenhängen

54 DAS GIPFELBUSSI MUSS WARTEN

Was uns im zweiten Corona-Bergsommer erwartet

64 LUST AUF LEDER

Unerreichter Komfort, guter Halt. Lederschuhe sind wieder in

80 MIT LEICHTEM GEPÄCK

Wie man den perfekten Rucksack findet und einpackt

94 GUT GEPLANT IN 15 MINUTEN

Mitgestoppt: So schnell gelingt eine seriöse Tourenplanung

126 SCHRITT FÜR SCHRITT HÖHER HINAUS

Wie du dich sinnvoll an schwerere Klettersteige herantastest

138 IMPRESSUM

4

122 OOOOM AM BERG

Yoga und Outdoorsport als ideale Symbiose

134 CONTENT CREATOR IN BERGSCHUHEN

Sebastian Scheichl wäre gerne um 5 Uhr in den Dolomiten

Fotos: Thomas Polzer, Nationalparks Austria Thayatal/Stefan Leitner

108

REGIONEN + SOMMERBERGBAHNEN

28 TIROL

46 SALZBURG

63 VORARLBERG

72 OBERÖSTERREICH

78 STEIERMARK

88 NIEDERÖSTERREICH

106 KÄRNTEN


VERGISS NIEMALS DAS

„SURVIVAL ENERGY BAG“!

ANZEIGE/Fotos: Peeroton

Es ist höchste Zeit, dass die Legende vom

Bernhardiner, der in Bergnot Geratenen

mit einem Schnapsfass zu Hilfe eilt, etwas

umgeschrieben wird. Zumindest wenn es nach

Michael Grassl geht, dem Leiter der Bergwacht

Berchtesgaden. Vor zwei Jahren hat er mit seinem

Team dank Peeroton vier Bergsteiger am Hohen

Göll gerettet. „Die vier hatten die Tour unterschätzt.

Beim Abstieg ist ihnen bald nach dem

Gipfel die Kraft ausgegangen und sie haben uns

alarmiert. Als wir sie erreicht haben, waren die

fix und fertig und konnten keinen Schritt mehr

gehen“, so der erfahrene Alpinist: „Wir haben

schon befürchtet, dass wir alle vier in der

Dunkelheit ins Tal tragen müssen!“

Ohne Peeroton wäre es vielleicht auch so

gekommen. Doch Michael Grassl, der selbst

privat Peeroton verwendet, hatte für die in Not

geratenen Bergsteiger einen Power-Cocktail aus

MVD-Mineral-Vitamin-Drink und reichlich

Carbo-Plus-Kohlenhydratpulver gemixt, dazu

noch Peeroton-Gels und Peeroton-Riegel

eingepackt. „Unser Peeroton-Mix hat die vier

Leute in kurzer Zeit wieder fit gemacht. Ich hätte

das nicht geglaubt, wenn ich nicht dabei gewesen

wäre“, staunt Grassl noch heute: „Wie wenn wir

einen Schalter umgelegt hätten, sind die wieder

marschiert.“ Mit Peeroton gestärkt und den Gels

und Riegel als weitere Wegzehrung konnten alle

vier Bergsteiger den Rückweg von drei Stunden

selbständig bewältigen. „Für uns als Bergretter

war das ein Schlüsselerlebnis“, so Michael Grassl.

„Seit damals haben wir schon fünf weitere in

Bergnot geratene Gruppen mit Peeroton

erstversorgt und ähnliche Wirkungen erzielt. Das

ist für jede Bergrettung immens wichtig zu

wissen, dass wir entkräftete Bergsteiger damit

wieder auf die Beine kriegen.“

Die meisten Bergsportler sind heute sehr gut

ausgerüstet. Doch auf die Qualität der Verpflegung

– vor, während und zur Regeneration nach

der Tour – wird noch zu wenig Wert gelegt.

Dabei ist sie ein bedeutender Sicherheitsfaktor.

PEEROTON – Österreichs Nummer 1 in der

Sporternährung – empfiehlt daher allen, die in

der Bergen unterwegs sind, dieses „SURVIVAL

ENERGY BAG“ einzupacken. Sicher ist sicher!

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SPORTaktiv

5


HOCHGEFÜHL IN

DER KÄRNTNER

HIKE WORLD

Jeder Schritt macht den Kopf

freier, jeder Atemzug auf

einem Berggipfel weitet den

Horizont. Das gilt besonders

in der abwechslungsreichen

Hike World der Kärntner

Region Nassfeld-Pressegger

See, Lesachtal, Weissensee,

die sich in den Karnischen

und Gailtaler Alpen sowie

bis in die Julischen Alpen

hinein erstreckt.

Auch auf spektakulären Klettersteigen

geht es hier hoch

hinaus – auf den Rosskofel,

Trogkofel oder Gartnerkofel.

Bei Letzerem findet man den

Däumling-Klettersteig, der

mit zwei Seilbrücken und

der 40 Meter langen Nepalbrücke

(Bild) aufwartet, die

Schwindelfreiheit

und Gleichgewicht gleichermaßen

erfordert.

www.nassfeld.at/

hikeworld

Foto: NLW Tourismus/Herzog

6 SPORTaktiv


SPORTaktiv

7


WALEK

WANDERT

UND SPORTAKTIV GEHT MIT. EINE WANDERUNG

AM SEMMERING MIT Ö3-MANN TOM WALEK

UND GEDANKEN ÜBER ANGELA MERKEL, KIRA

GRÜNBERG, LITTLE CANADA UND DIE SCHÖNHEI-

TEN ÖSTERREICHS. (UND DAMIT DAS LAND SO

BLEIBT, SAMMELT TOM NEBENBEI MÜLL AUF.)

TEXT: CHRISTOPH HEIGL FOTOS: THOMAS POLZER

Tom, braucht deine Radiosendung

schönes Wetter für schöne Gespräche?

Im Konzept ist natürlich Schönwetter

vorgesehen (lacht.) Aber Ralph Hasenhüttl

hatte genau an einem Tag diese drei

Stunden Zeit. Wir sind halt im Regen gewandert

und haben’s witzig gefunden.

Oder mit Babsi Schett in Innsbruck an

der Nordkette entlang – kein Wanderwetter,

aber die Sendung hat super funktioniert.

Oft ist es interessanter und unterhaltsamer,

wenn es nicht so perfekt ist.

Es geht um authentische Unterhaltung,

ich verstelle mich nicht, ich bin auch kein

Aufdeckungsjournalist. Deshalb hab ich

auch kaum Fragen vorbereitet. Wenn ich

zum Tobias Moretti sag, ich starte bei

meinen 24 Fragen auf der Excelliste mit

Frage 1 a, wird er fragen: Was ist mit dir?

Bei mir geht es um gute Laune an einem

Sonntagvormittag in den Ferien. Mit Peter

Schröcksnadel oder Arabella Kiesbauer,

und wenn du im Auto unterwegs zum

Bäcker bist, sollst du eine gute Zeit haben

und den einen oder anderen Gedanken

mitkriegen.

Wie viele Wanderungen gab es bis

jetzt?

Ich zähle das nicht. Wir haben 2015 angefangen,

in der ersten Staffel mit Heinz

Fischer, Ursula Strauss, Marcel Hirscher.

Der erste Wandergast war übrigens Thomas

Muster, der in der Steiermark mit

mir auf den Schöckl gerannt ist. Und

zwar wirklich gerannt. Der wollte einen

Trainingslauf machen.

Wer hatte die Grundidee zur Sendung?

Mit dem Ö3-Chef habe ich damals über

mögliche Projekte gesprochen und gleichzeitig

brauchten wir für Claudia Stöckls

„Frühstück bei mir“ eine Urlaubsvertretung.

Damit die Idee nicht konkurriert,

habe ich „Walek wandert“ vorgeschlagen.

Warum wandern?

Der Wandergedanke war mir wichtig,

weil es für die Hörer erstens etwas anderes

als ein Frühstück sein musste. Und

zweitens habe ich einen Forscher gehört,

der gesagt hat, Menschen sprechen ganz

anders, wenn sie in Bewegung sind und

8 SPORTaktiv


Medienprofi, Sportler, Frischluftfan,

Wohnmobilfahrer und Österreichs

„Radio-Wanderer“: Tom Walek (49)

hat auch selbst viel zu erzählen.

nicht sitzen. Wenn man marschiert, hat

man nicht so viel Zeit sich zu konzentrieren,

was und wie exakt man etwas sagt,

sondern schaut, dass man über keine

Wurzel fällt. Diesen Effekt des lockeren

Dahinplauderns wollten wir haben.

Wie groß ist das Team?

Kein Team. Ich bin immer alleine und

das ist eine Challenge, weil ich viele Dinge

gleichzeitig machen muss. Aber ich

bin überzeugt, dass das Gespräch zu zweit

immer besser und intimer ist und damit

durchschnittlich eine Million Hörer ein

besseres Erlebnis haben.

AB 1000 METER

SEEHÖHE BIST

AUCH MIT HEINZ

FISCHER PER DU.

Wer war der oder die Witzigste?

Berufsbedingt unterhaltsam sind natürlich

Leute wie Monika Gruber oder Robert

Palfrader, der nach 400 Metern

schon nach der ersten Bierpause verlangt

hat. Wobei es bei Palfrader dann auch darum

geht, bei allen seinen Rollen, die er

blendend spielen kann, auch seinen Kern

zu finden, wo er ehrlich zu erzählen beginnt.

Witzig war auch die Skitour mit

Tobias Moretti in Tirol. Nachdem alles

fertig und im Kasten war, realisiert er,

dass keine kurzen Interviewschnipsel daraus

werden, sondern quasi alles auf Sendung

geht. „Bisch du verrückt? Was ich

alles erzählt hab!!! Wahnsinn! Das kannst

nit alles bringen.“ Und wenn Philipp

Hochmair barfuß und mit Zigarre zum

Thermenwanderweg nahe Bad Vöslau

kommt, weißt du auch, dass es unterhaltsam

wird. Dass ich ausgerechnet einen

kleinen Sturz von Benni Raich beim Skitourengehen

auf Video habe, war natürlich

auch ein Highlight.

Wer gibt die Strecke vor?

Ich bitte meine Interviewpartner, eine

Route auszusuchen, am besten eine Lieblingslocation

oder eine Wanderung, zu

der sie einen Bezug haben. Man glaubt

gar nicht, wie gut alle über die Gegend

informiert sind. Und manche wären

überrascht, dass auch Leute aus dem

Showbusiness viel im Wald sind, wandern

und marschieren. Nicht nur Freaks

sind im Wald.

Sind alle gut für Wanderungen ausgerüstet?

Fast alle. Vincent Kriechmay kommt bei

Schnee in der kurzen Hose und sagt: Die

Wanderungen sind ja eh nur Fake, oder?

Sag ich: Nein. Da ist ihm halt a bissl kalt

geworden, bei drei Stunden in seiner kurzen

Hose.

SPORTaktiv

9


Foto: Tom Walek

Rathaus gehen wollte. Armin Wolf, weil

er ein Bewegungsmuffel ist. Didi Mateschitz

wurde gefragt. Antwort: Er geht

mit mir privat gerne, aber ohne Mikro.

Gedanklich

zwischen Südpol

und Semmering

(Richtung Pinkenkogel

übrigens).

„Österreich ist

großartig.“

Was war die längste Tour?

Gerhard Berger war mit mir im Kaisertal

unterwegs, neun Stunden lang, der hat

sich vorbereitet und das voll ernst genommen.

Er wollte gar nicht aufhören.

„Wart, jetzt erzähle ich dir noch, wie das

mit Didi Mateschitz und Red Bull begonnen

hat.“

Bundespräsident Fischer? Schröcksnadel?

Neureuther? Wer hat dich als Persönlichkeit

nachhaltig beeindruckt?

WARUM LIEGT DA

MITTEN IM WALD

EINE DOSE? DAS

MUSS JA NICHT SEIN.

Während des Interviews: Tom Walek bückt

sich nach Zuckerlpapier, hebt eine Dose auf

und trägt sie zum nächsten Mistkübel.

Marcel Hirscher wegen seiner Ehrlichkeit

damals. Besonders beeindruckend war

aber die Wanderung mit Kira Grünberg

mit ihrem Handbike. Wenn man sieht,

wie eine ehemalige Sportlerin, die mit

und von ihrem Körper stark gelebt hat,

mit einer unglaublichen Lockerheit über

Dinge wie die Querschnittlähmung

spricht, denkt man sich schon: Wow.

Wahnsinn. Worüber rege ich mich in

meinen Leben auf? Oder Pater Karl Wallner

vom Stift Heiligenkreuz. Er hat im

Monat 300 Euro zur Verfügung und

braucht nicht mehr. Radl und Computer

bekommt er vom Stift. 300 Euro als erwachsener

Mann, der nicht Student ist!

Er hat den Papstbesuch mitorganisiert,

war nach den Naturkatastrophen auf Haiti,

ein cooler Typ, beeindruckend. Heinz

Fischer natürlich auch, ab 1000 Meter

Höhe bist auch mit ihm per Du.

Bei welcher Persönlichkeit bist du mit

einer Anfrage abgeblitzt?

Attila Doğudan, weil er sich nicht sportlich

genug fühlt und nur eine Runde ums

Wer würde dich noch reizen?

Auf der Liste steht David Alaba, aber das

ist Champions League. Seine Medienauftritte

werden von Medienverträgen seiner

Arbeitgeber geregelt. Da kommst du

kaum hin. Wird jetzt dann wohl noch

schwieriger. Am liebsten habe ich junge

Unternehmer, Sportler und Künstler. Angefragt

ist Sebastian Vettel, weil ich ihn

schon lange kenne und er wirklich Geschichten

erzählt, aber sein Presseteam

winkt immer ab. Nix geworden ist leider

aus Lindsey Vonn, weil sie zu diesen Zeitpunkten

nie in Österreich war. Da wurde

mir angeboten, sie in Paris zu treffen.

Aber wir wandern in Österreich, nicht in

Frankreich, auch klimatechnisch war

Fliegen kein Thema. Bist du verrückt?

Du fliegst nicht zur Lindsey nach Paris?

Schade, aber manchmal muss man auch

einer Lindsey Vonn absagen.

Madonna? Greta Thunberg? Angela

Merkel? Welcher internationale Star

wäre dein Traum?

Angela Merkel! Da ist doch Madonna völlig

uninteressant. Frau Merkel hat viel

mehr zu erzählen. Die Merkel in den Alpen

für eine Wanderung zu kriegen und

zu fragen: Angela, was sagst du zum

Macron, wenn alle Mikros aus sind? Wie

können wir lernen, immer wieder ins Gespräch

zu kommen, auch wenn alles zubetoniert

scheint? Ihre Geschichte, die Tatsache,

dass sie als Frau so lange im Amt

ist, macht sie – und das sage ich auch als

Vater einer Tochter – zu einem Vorbild.

Interessant wäre auch der Dalai Lama,

aber das funktioniert sprachlich nicht.

Warum bin ich da? Was ist meine Bestimmung,

außer mein WLAN und meine

Software-Updates im Griff zu haben?

Wie steht es um den Naturbezug von

Tom Walek? Die Kindheit in Wien-Hütteldorf

war wohl grün …?

Ich bin am Wolfersberg aufgewachsen, etwas

außerhalb von Hütteldorf. In meiner

10 SPORTaktiv


Jugend war das grün, jetzt ist fast alles zugebaut.

Bergerfahrungen habe ich in der

Kindheit nicht gemacht, meine Eltern

sind keine Bergfex’ und keine Survival-Adventure-Typen.

Wie bist du zum Sportler geworden?

Mein Vater war Hobbyläufer und ist Mitte

der 80er beim zweiten Wien-Marathon

mitgelaufen. Damals waren keine Massen

unterwegs und die Leute haben noch gefragt

„Wow, kann ein Mensch das überhaupt

schaffen?“ Meine Mutter hatte

auch keine Freude und hat zum Vater gesagt:

Wenn du wo am Boden liegst, steig

ich auf dich drauf auch noch. Das war für

ihn eine gute Motivation, er kam ins Ziel.

Dabei hatte meine Mutter nur Angst und

Sorgen. Mein Vater hat auch Triathlon

gemacht, durch ihn kam ich zum Laufen,

zum Marathon und später zum Triathlon.

Ich muss aber sagen, zu den meisten Zeiten

war das Verliebtsein und das Fortgehen

fast noch wichtiger (lacht).

Läufst du heute noch viel?

Ja, aber nur zum Spaß, stundenlang Kilometer

runterklopfen war früher. Ich vermisse

sonst all die anderen herrlichen

Sportarten, das Kitesurfen, Mountainbiken

oder die Berge. Mit unseren Kindern

und unserem Wohnmobil zischen wir so

oft es geht raus. Letztens wollten unsere

Kids unbedingt im Zelt schlafen. Jederzeit.

Das leistet einen Beitrag für den

Umgang mit der Natur. Das muss man

praktisch erleben.

Musst du immer reden oder kannst du

auch 3 Stunden schweigend wandern?

Wenn ich allein gehe, rede ich nicht

(lacht). Meine Frau ist auch eher stiller.

Verbrauch deine 3000 Wörter und dann

komm heim, sagt sie oft. Natürlich gehe

ich auch meine ruhigen Routen, aber klar

bin ich ein kommunikativer Typ und

rede gerne.

Du kommst viel herum. Hast du in Österreich

noch weiße Flecken?

In Vorarlberg kenne ich noch zu wenig

schöne Plätze, in Kärnten kenne ich viel,

im Salzkammergut auch. Mein Appell: In

Österreich ist vielen gar nicht bewusst,

wie viel man innerhalb kürzester Zeit erreichen

kann. Hier vom Semmering bist

du in einer Stunde am Neusiedler See, in

der Hauptstadt, in Graz, alles Katzensprünge.

Sag das jemandem aus Wyoming.

Österreich ist großartig. Ich verstehe

zwar Junge, die sagen, Österreich ist a

bissl fad, weil das hab ich mit 23 auch gedacht.

Später im Alter wird man aber

feststellen: Alles gesehen, an Österreich

kommen wenige ran. Neuseeland vielleicht

oder Kanada. Nicht grad ums Eck.

Und wenn ich an den Ottensteiner Stausee

im Waldviertel fahr, ist das auch wie

Little Canada.

TOM WALEK

geboren am 21. Oktober 1971,

aufgewachsen in Wien-Hütteldorf;

Beruf: ORF-Redakteur

(u.a. „Ö3-Mikromann, „Walek wandert“),

nebenbei Vorträge, Moderationen,

Workshops. Bei „Walek

wandert“ spaziert er mit Promis

und Persönlichkeiten und bekommt

sehr persönliche Antworten für

seine zweistündige Radiosendung,

immer sonntags in den Ferien. Walek

liebt Sport: mehrere Marathons

und Ironman-Bewerbe, dazu Ski,

Kitesurfen, Bergsport, MTB;

Familienstand: verheiratet mit

Ex-Triathlon-Staatsmeisterin

Veronika Hauke-Walek,

zwei Kinder (5, 7).

www.tomwalek.at

Wie schaut der Sommer 2021 aus?

Unser Tourismus, der auf Berge und Seen

setzt, wird super gehen, das Thema Camping

auch – was ja mir persönlich und

meinen Kindern voll taugt. Ich brauch

kein 5-Sterne-Plus-Hotel mit selbstgepflückter,

rechtsdrehender Bio-Hagebuttenmarmelade.

Die Kinder wollen raus

und aufs Radl.

Dein privater Sommer?

Noch sind keine Riesenbergtouren geplant,

vielleicht im September ein kleines

Projekt mit ein paar Freunden. Zu meiner

Schande muss ich sagen, ich war noch nie

am Glockner, das wär also ein Ziel, oder

Klassiker wie der Großvenediger.

Ist so was wie das TV-Projekt „Wettlauf

zum Südpol“ im Jahr 2010 noch

einmal denkbar?

Ideen waren immer wieder da, aber die

Kosten sind halt enorm. Damals hatte ich

mit Hermann Maier eine Superzeit und

spaßhalber haben wir gesagt, wir gehen

als Fortsetzung durch die Wüste Gobi. Es

gibt in Österreich echt eine Menge Leute,

die am Mount Everest waren. Es gibt wenige,

die am Südpol waren.

Der Südpol war das härteste Outdoor-Erlebnis?

Du bist der Kälte extrem ausgesetzt und

musst bei einer Jahresdurchschnittstemperatur

von minus 55 Grad Schnee

schmelzen. Probier das mal, das ist ja alles

Pulver. Und der Wind fetzt dir das Zelt

weg. Auch der Hermann sagt heute noch,

gegen die Bedingungen am Südpol ist jeder

Frost bei uns ein Gurkerlcup.

Letzte Frage: „Auf welchen Wochentag

fällt heuer der Aschermittwoch?‘‘ „Wie

viele Frauen dürfen in einem Zwei-

Mann-Zelt schlafen?“ Wie schafft man

es, dass man nicht lachen muss, wenn

man als Ö3-Mikromann die unfassbarsten

Antworten bekommt?

Manchmal muss ich schmunzeln und

kann es kaum glauben, was ich da höre.

Aber das ist erstens Routine und zweitens

ist dir klar: Jetzt kommt gerade die

Butter aufs Brot.

SPORTaktiv

11


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12 SPORTaktiv


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14 SPORTaktiv


ENDLICH!

Öffnungen in Tourismus und Gastronomie

lassen uns wieder vom Reisen

und Urlauben träumen. Die Planungen

sind in vollem Gange – oder schon

abgeschlossen. Aber was haben wir vor? Fast

alle Experten gehen davon aus, dass unser

Verhalten sich durch Corona, Reisebeschränkungen

und neues Umweltbewusstsein verändern

wird. Zumindest kurzfristig. Gibt es

in der Branche echte Learnings aus Corona?

Gibt man sich mit bescheideneren Lösungen

und weniger Superlativen zufrieden? Wie

kann smarter, zurückhaltender Tourismus

ausschauen?

Unsere Recherche-Reise geht los, zusammengestellt

zu einem virtuellen „Reise-Gipfel“

und Live-Talk der Münchener Hansmann-Agentur

unter dem Titel „Transformation

im Tourismus“. Thesen, Konzepte

und Antworten auf nie dagewesene Herausforderungen,

die wir im Folgenden aufschlüsseln

wollen.

OUTDOOR BOOMT

Egal, ob Wandern, Biken, Bergsteigen, Klettern,

Spazieren, Camping – das Draußensein

liegt im Trend. „Outdoor und Natur haben

derzeit die stärkste Nachfrage, das ist absolut

am Nerv der Zeit“, bestätigt der Münchener

Professor für Tourismuswirtschaft Jürgen

Schmude. Wer draußen am Land mitten in

der Natur lebt, findet das nicht ungewöhnlich.

„Man darf aber nicht vergessen, es gibt

Menschen, die waren in ihrem Leben noch

gar nie in einem richtigen Wald“, erzählt

Patrick Schreib vom Schwarzwald-Tourismus.

„Die wundern sich dann, wie sie die

Natur neu entdecken können.“ Eine interessante

Wahrnehmung hat man in der Schweiz

gemacht. „Viele Zweitwohnungen im Grünen

wurden bei uns im letzten Jahr zu Erstwohnungen“,

berichtet Markus Wolf, CEO

der Weisse Arena AG in Laax. Wird das

langfristig so bleiben? „Das wissen wir noch

nicht.“

DER REIZ DES REGIONALEN

Durch die Ausgangsbeschränkungen haben

viele Menschen ihre unmittelbare Umgebung

neu entdeckt und können sich jetzt

gut und vielleicht erstmals vorstellen, auch

im eigenen Bundesland oder gleich hinter

der Grenze im benachbarten Ausland Urlaub

zu machen. „Die Fernmarkt-Kommunikation

haben wir deshalb komplett eingestellt“,

erzählt etwa Sebastian Reddeker, Geschäftsführer

beim Luxemburg-Tourismus. Maximal

zwei bis drei Stunden Autofahrt nehme

der avisierte Urlauber heuer in Kauf. Luxemburg

punkte dabei als „unkomplizierter

Exot“ mitten in Europa, sagt er, im Fokus

stehen „Stadturlauber, die Outdoor und

Gastronomie“ wollen.

STÄDTE IN DER KRISE?

Der Gegenpol Städtetourismus wird es

schwerer haben, vermuten Experten wie Karin

Seiler vom Innsbrucker Tourismus. „Die

Städte werden am längsten brauchen, sich

wieder touristisch zu erfangen.“ 55 % der

Innsbrucker Gäste sind nicht deutschsprachig,

kommen also aus der „Ferne“, das werde

sich erst bis 2023 wieder normalisieren.

Wobei das, glaubt sie, auch schnell gehen

könnte, Stichwort Massenmarkt China-Touristen.

Klassisches Problemfeld in den Städten

ist die zu geringe Verweildauer. Während

man klarerweise den Urlaub am Meer für

mehrere Tage oder gar Wochen plant, haben

Städte wie Innsbruck eine Verweildauer von

nur 1,9 Tagen. „Unser Gast soll länger bleiben“,

spricht es Seiler offen aus. Schon eine

Erhöhung auf statistische 2,5 Tage würde

sich lohnen. Die „Alpinstadt“ Innsbruck ist

eine urbane Destination, wo es sogar Sinn

macht, das Thema Outdoor zu bespielen. In

der Werbung setzt die Stadt aktuell fast nur

Naturbilder ein, kaum Aufnahmen aus der

Innenstadt.

DER TRAUM DER FERNE

Am anderen Ende der Welt, in Tasmanien,

hat man andere Sorgen. „Fernreisen haben

gerade schwere Zeiten und das wird noch

eine Weile so sein“, fürchtet Susanne Stellberg.

Die Deutsche ist Marketing-Managerin

für die Insel südlich von Australien. „25

Foto: Innsbruck Tourismus

„DIE GEFAHREN

DES WINTERS SIND

DIE CHANCEN DES

SOMMERS.“

Markus Wolf, Laax

SPORTaktiv

15


Stunden Anreise können wir nicht

wegdiskutieren“, sagt sie. Genau da

liegt aber der Reiz solcher Destinationen.

„Der Wunsch nach Aufbruch wird

wiederkommen. Die Menschen waren

jetzt lange auf ihre eigenen vier Wände

und die unmittelbare Region um sich

herum fixiert. Deshalb wird man auch

wieder in eine völlig andere Welt aufbrechen

und neue Kulturen erleben

wollen.“ Die Zeit bis dahin bezeichnete

Stellberg als „dreaming phase“, mit der

intakten Natur fernab von Industrie

und Umweltverschmutzung können

exotische Plätze punkten, Tasmanien

etwa mit der laut UN-Bestätigung

„saubersten Luft der Welt“.

TRANSPORT & VERKEHR

Die Anreise muss schon Teil des Urlaubes

und Abenteuers sein. Der öffentliche

Verkehr spielt dabei eine immer

größere Rolle: Als erstes Land der Welt

hat Luxemburg im Vorjahr alle öffentlichen

Verkehrsmittel gratis gemacht.

„Bei uns können also auch Gäste innerhalb

von eineinhalb Stunden kreuz und

quer durch das ganze Land fahren und

so ihre Ausflugsziele und Wanderungen

ansteuern“, erzählt Reddeker. Eine

Idee, die auch die Stadt Innsbruck

verfolgt. Ebenfalls seit 2020 können

Gäste hier ab zwei Übernachtungen

die Öffis kostenlos benutzen.

DIE NACHHALTIGKEIT

„Der Trend zur gelebten Nachhaltigkeit

wird nach Corona massiv weitergehen“,

rechnet Wolf. Im Schweizer

Freestyle-Mekka Laax hat auch Umweltpolitik

Stil, als „Green Style Projekt“

bezeichnet man folgerichtig den

Weg „vom Energieverbraucher zum

Energie-Produzenten“. Allgemein

nimmt man an: Man wird in den

nächsten 10, 20 Jahren bewusster reisen

und weniger fliegen („Flugscham“,

#stayontheground). Ein interessanter

Teilaspekt: Große Luxuskreuzfahrtschiffe

dürften aus der Mode kommen.

Weil Menschen aber gerne am Wasser

und in Booten sind, könnten Reisen

auf kleinen Schiffen ein neuer Trend

werden.

DIE DIGITALISIERUNG

Schöne Websites, Apps und knalliges

Social Media ist gut, aber nicht mehr

gut genug. Digitalisierung im Tourismus

ist längst auf der nächsten Stufe.

Auch um Auswüchse wie „Overtourism“

zu verhindern, wird Lenkung das

große Thema. Echtzeit-Routing am

Handy ermöglicht Nachrichten wie

„Steig doch zwei Stationen früher aus

dem Zug und geh dort noch zwei

Stunden an den Badesee, denn an deinem

geplanten Zielort ist noch zu viel

los.“ Wanderdestinationen berichten

von Konflikten wie New-School-Wanderer

versus Old-School-Wanderer und

planen dank Live-Tracking tagesaktuelle

Tipps bei zu stark frequentierten

Wanderwegen. „Nimm heute lieber

den Wanderweg A1, am A3 sind bis 15

Uhr noch zu viele Menschen.“

„DER OVERTOURISM WIRD

ZURÜCKKOMMEN. NICHT

NUR IN VENEDIG UND BAR-

CELONA, AUCH AM TEGERN-

SEE UND IN HALLSTATT.“

Jürgen Schmude, München

OVERTOURISM

Zu viele Touristen? Zu viele Urlauber?

Hätte man jetzt gerne, aber die Bilder

von Touristenströmen

und Klagen über Overtourism

in Venedig und Co. sind nicht ganz

vergessen. Tourismusforscher Schmude

gibt keine Entwarnung: „Auch der

Overtourism wird zurückkommen.

Nicht nur in Venedig und Barcelona,

auch am Tegernsee und in Hallstatt.“

Nachsatz: „Mich amüsiert oft der Konflikt:

Da sind so viele Touristen! Aber

die Touristen sind immer die anderen.“

TRANSFORMATION

SOMMER/WINTER

In den Alpen verändern viele Wintersportorte

ihr Gesicht und setzen neben

den Zugpferden Schnee und Ski im

Winter vermehrt auf Wandern, Mountainbiken

und Sommer-Wellness. „Vor

15 Jahren stand es bei uns 80:20 für

den Winter“, erzählt der Seefelder Hotelier

Alois Seyrling, „jetzt stehen wir

schon bei 50:50, weil massiv in den

Herbst und vor allem ins Thema Wellness

investiert wurde. Jetzt haben wir

elf Monate Saison.“ Ob er sich ein

Umdrehen in ein 20:80-Szenario pro

Sommer vorstellen kann? „Prinzipiell

denkbar.“

JOB & URLAUB

Homeoffice und Co. lassen ein neues

Arbeiten zu, als Folge auch eine neue

Einteilung in Freizeit und Arbeitszeit.

Die Kombination aus Arbeit („work“)

und Urlaub („vacation“) geistert als

„Workation“ ohnehin schon fünf Jahre

lang herum. Da hat man auch in Innsbruck

Ideen: Wenn man den

Laptop schon mithat,

könnte man aus

dem Zwei-Tages-

Städtetrip oder

dem Seminar

gleich eine ganze

Woche machen

und Ur-

Foto: HPR/Quitter

16 SPORTaktiv


laubszeit mit Arbeitszeit kombinieren.

Voraussetzung natürlich: flexible Einteilung

und digitale Jobs. „So hole ich mir

das Thema Erholung in den Alltag und

kann am ,Arbeitsplatz‘ im Urlaub auch

Themen wie Rooftopbars oder Mountainbiken

mitnehmen“, meint Innsbruck-Touristikerin

Seiler.

PAUSCHALREISEN

Das Rundum-sorglos-Paket namens

Pauschalreise, möglichst günstig und

wenig individuell, liegt eigentlich nicht

im Trend der Zeit, in der Individualisierung

großgeschrieben wird. Aber

auch hier sieht Tourismusprofessor

Schmude Potenzial. „Die Pauschalreise

wurde schon 10-mal tot gesagt und ist

10-mal wieder auferstanden. Auch das

wird wiederkommen. In Deutschland

buchen 40 Prozent Pauschalreisen.“

STAMMGAST VERSUS

HYBRID- TOURIST

Spannend wird die Beobachtung des

„Phänomens Stammgast“. Urlauber, die

über Jahre und Jahrzehnte in den gleichen

Ort fahren, vielleicht immer zur

selben Vermieterin oder ins selbe Hotel,

gibt es noch. „Wir haben einen Stammgastanteil

von 80 Prozent im Haus“,

freut sich Seyrling, Hausherr im Hotel

Klosterbräu und Obmann der Olympiaregion

Seefeld. „In Zukunft sind 80 Prozent

Stammgäste wohl eine Illusion“,

kontert Schmude. Er zeichnet das Bild

des „hybriden Touristen“ an die Wand.

„Dieser Gast macht im einen Jahr eine

Schiffsreise, dann bucht er mal eine

Almhütte und im Jahr darauf macht er

klassischen Strandurlaub.“ Was alle eint:

Gebucht wird aktuell extrem kurzfristig,

oft im Monat des Urlaubsantritts.

DER NEUE URLAUBER

Transformationen könnte es auch beim

Bild des Urlaubers selbst geben. Anonym

als Nummer im Hotelkomplex

untertauchen oder Ferien mit Familienanschluss?

Damit ändern sich auch die

Ansprüche. „Der Gast will gar nicht als

Gast oder Tourist wahrgenommen

werden“, glaubt Ischgls bekannter

Ober-Touristiker Andreas Steibl. „Er

oder sie wollen harmonisch im Urlaubsort

aufgenommen werden.“ Sein Begriff

„einheimischer Gast“ drückt das aus.

Auch Schmude sieht neue Bilder: „Es ist

klar ein demografischer Wandel im

Gange. Es entstehen neue Gruppen, die

weg vom Strandurlaub wollen. In den

Saisonen 2021 und 2022 wird

Österreich mit Angeboten wie etwa in

Tirol profitieren.“

REIZWORT ISCHGL

Corona und die Berichterstattung haben

Spuren hinterlassen, gibt Steibl offen

zu. „Für uns war das wie eine Naturkatastrophe,

ein Tsunami. Das Interesse

der Medien war für die Einheimischen

sehr schmerzhaft, auch weil viele

Vorwürfe und Vorverurteilungen nicht

haltbar waren. Aber wir haben daraus

gelernt.“ Der Blick ist längst nach vorne

gerichtet. „Wir haben den Anspruch,

eine der sichersten Destinationen

der Alpen zu werden. Der nächste

Winter wird noch nicht so stark sein

wie vor Covid, aber es geht aufwärts.“

Tourismusforscher Schmude sieht zwei

Seiten: „Normalerweise vergessen Menschen

bad news sehr schnell, bei Covid

wird das nicht so sein. Aber die Zielgruppe

Ischgl kommt relativ schnell

wieder zurück.“ Das glaubt auch Steibl

selbst: „Wir haben keine Stammgäste,

wir dürfen sie ,Fans‘ nennen. Sie identifizieren

sich mit einer extrem starken

Marke und haben eine hohe Bindung.“

NEUER OPTIMISMUS

Ischgl-Ikone Steibl ist sicher: „Der Tourismus

ist am stärksten betroffen, aber

wir werden wie Phönix aus der Asche

steigen. Das Reisen wird boomen, in

allen Destinationen und Preiskategorien.

Das Reisen ist und bleibt die zweitschönste

Nebensache der Welt.“

FEEDBACK

Schick uns deine

Meinung. Was erwartest

du? Wohin geht

deine Reise?

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WO BEGINNT

OUTDOOR?

IM HOCHGEBIRGE

ODER SCHON VOR DER

EIGENEN TÜR?

EINE SUBJEKTIVE

ANNÄHERUNG.

VON CHRISTOF DOMENIG

Wer die Frage „Wo beginnt

Outdoor“ mittels Google-Suche

startet (versuchen

Sie es gern), bekommt

als Erstes eine ganze Reihe von

Ergebnissen zum Thema Hanfanbau.

Warum? Ich weiß es nicht. Jedenfalls

kann es nicht nur mit der Personalisierung

meiner Suchergebnisse zu tun haben,

bei zwei Kollegen führte der Google-Versuch

auf den gleichen Irrweg.

Wo beginnt Outdoor nun also? Erst

in den Bergen oder schon vor der Wohnungstür?

Kommt darauf an, würde ich

sagen. Outdoor beginnt bei mir jedenfalls,

wie wahrscheinlich bei vielen anderen

auch, in der eigenen Kindheit. Wobei

das mit prägenden Kindheitserlebnissen

nicht anders ist als mit einer

Google-Suche – es kommt zu „personalisierten“

Ergebnissen. Das daraus Abgeleitete

ist also höchst subjektiv. Bei mir

war es in den frühen 1980er-Jahren, was

mich hinsichtlich Outdoor prägte. Man

sagte damals natürlich nicht Outdoor:

Foto: iStock

18 SPORTaktiv


Bei uns daheim hieß es Wandern und es

war für mich wie Urlaub im Kleinen.

Wandern begann mit dem Richten

der Jause und die Jausenpausen irgendwo

an einem Bach unter Bäumen gehören

auch mit zum in meiner Erinnerung

Abgespeicherten. Aber auch die Gerüche

draußen in der Natur: Ein Nadelwald,

der Duft eines Steinpilzes oder auch der

Geruch in einer Berghütte: Das weckt

heute noch nostalgische Gefühle.

Wandern begann für mich damals

aber nicht erst in den Bergen, sondern

für uns Flachländer mit der Anfahrt. 34

PS eines Renault 4 reichten aus, um eine

ganze Familie zu Ausgangspunkten auf

1500 bis 1700 Höhenmeter zu bringen.

Der motorisierte Vortrieb erfolgte an

den steileren Passagen der Straße vermutlich

im Kriechtempo. Zumindest

aus heutiger Perspektive. Aber mit der

Langsamkeit ist es wie mit der Einfachheit:

Beides wird als solches nicht erkannt

und schon gar nicht als Mangel

empfunden, wenn man es nicht anders

kennt. Damals habe ich es jedenfalls

nicht anders gekannt.

Outdoor ist für mich deshalb heute

noch stets mit einer Form von Langsamkeit

und Reduktion verbunden. Im Gegensatz

zu einem getakteten Alltag ist

Zeit beim Outdoor-Erlebnis zur Genüge

vorhanden. Zumindest beim gelungenen

Erlebnis. Wenn Zeitdruck entsteht,

dann allenfalls als Notfallprogramm

(wenn zum Beispiel ein Gewitter naht).

Ähnlich ist es in meinem Empfinden

heute noch mit dem Einfachen: Eine

noch nicht renovierte Hütte, die den

Charme meiner Kindheit versprüht, entlockt

mir ein Lächeln. Und eine selbst

im Familienverband hergerichtete und

unter Bäumen verzehrte Jause kann besser

schmecken, als ein mehrgängiges

Menü auf einer supermodernen Hütte

mit Gipfelblick es könnte.

Natürlich lässt sich keine Seehöhengrenze

benennen, ab der Outdoor beginnt:

In den Bergen herrschen jedoch

Bedingungen, die ein Outdoor-Erlebnis,

so wie ich es verstehe, zumindest begünstigen:

eine dünne Besiedelungsdichte,

wenig Infrastruktur. Und tendenziell

steinige, unebene und, ja, auch mitunter

steile Wege.

Outdoor beginnt für mich jedenfalls

stets mit dem ersten Schritt und benötigt

eine Vielzahl weiterer, geduldig und

beharrlich absolvierter Schritte, um

mich an ein selbst gewähltes Ziel zu

bringen. Um dieses sicher zu erreichen,

braucht es Planung und ein Sicherheitspolster.

Eigenverantwortung ist nötig: In

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OUTDOOR HAT FÜR

MICH MIT DEM

GEFÜHL ZU TUN,

ETWAS AUS EIGENER

LEISTUNG GESCHAFFT

ZU HABEN.

den Bergen bin ich selbst für mein Tun und meine

Sicherheit verantwortlich. Es gibt zum Erreichen

meines Zieles keine Abkürzung. Wenn ich es dann

erreicht habe, erfüllt mich das mit umso größerer

Freude.

Es gibt also keine Abkürzung, aber zum Glück

gibt es „Back-ups“. Wie die Möglichkeit, die Bergrettung

rufen zu können, wenn ich mich verletzen

oder verirren sollte. Eine Schutzhütte, die ich zum

Schutz aufsuchen kann, wenn ich sie brauche, oder

die ich mir zum Ziel aussuche. Oder auch eine

Seilbahn, mit der ich eine Tour abkürzen oder sie

überhaupt erst ermöglichen kann. Zu berücksichtigen

sind jeweils die unterschiedlichen individuellen

Voraussetzungen, die jeder mitbringt. Aber Outdoor

geht für mich jedenfalls über einen reinen Erlebnis-Konsum

hinaus.

Outdoor hat für mich auf jeden Fall auch mit

dem Gefühl zu tun, etwas aus eigener Leistung geschafft

zu haben. Vielleicht auch zum ersten Mal.

Das Setzen von oder Greifen nach ständig höheren

Zielen empfinde ich als kein Muss, aber ich kann

es dennoch nachvollziehen. Auf jeden Fall sollte

auch hier gelten: Ich kann nur Schritt für Schritt

vorgehen, nicht zwei oder hundert auf einmal. Ich

kann nur das anstreben, was in meiner realistischen

Reichweite liegt. Wenn es nicht in Reichweite ist,

muss ich dafür trainieren oder darauf verzichten.

Outdoor beginnt, so finde ich zumindest, auch

beim Respekt voreinander. Nein, früher war nicht

alles besser (ganz und gar nicht): Aber früher, als

man mit dem „Du“-Wort noch sparsamer umgegangen

ist, hat es geheißen, dass man in den Bergen

mit jedem per Du ist. Ich vermute, dass damit

vielleicht ein gewisser Respekt, eine Art von

Gleichsein zum Ausdruck kam, das Teilen eines gemeinsamen

Gefühls in einer nicht ganz einfach zu

erreichenden Ausnahmesituation.

Woran es auch liegt, scheint mir heute in der

Outdoor-Community mit dem Glück der Vielfalt

an Möglichkeiten irgendwo auch das Verständnis

füreinander auf der Strecke geblieben zu sein.

20 SPORTaktiv


Schade, finde ich. Wanderer gegen Mountainbiker,

Mountainbiker gegen E-Mountainbiker, Kletterer

gegen Klettersteiggeher oder alle gegen

„Mount-Everest-Touristen“? Die Reihe ließe sich

lange fortsetzen.

Meinem Gefühl nach entsteht Unverständnis oft

aus der mangelnden Bereitschaft, sich mit der Lebenswelt

und -realität anderer auseinanderzusetzen.

Urteile sind schnell gefällt, ein Posting noch

schneller abgesetzt – doch die von mir so empfundene

Langsamkeit der Bergwelt täte hier vielleicht

ganz gut. Sich mit Meinungen und Empfindungen,

die nicht den eigenen entsprechen, auseinanderzusetzen,

ist vergleichbar mit einer Gipfeltour: Oft

mit Mühe verbunden, aber es sorgt für einen weiteren

Blickwinkel und hinterlässt am Ende des Tages

ein gutes Gefühl.

Outdoor beginnt, und davon bin ich vollends

überzeugt, natürlich auch beim Respekt vor der

Natur. Wer sich gern und oft inmitten von Flora

und Fauna aufhält, entwickelt automatisch eine andere

Beziehung dazu. Einen krabbelnden Käfer

sieht man nur aus der Nähe und beim genauen

Hinschauen. Und wenn man im Jahre 2050 noch

auf Skitouren gehen will (ich bin dann übrigens

75), dann startet man mit der Veränderung am

besten bei sich selbst und wählt zur Anfahrt zur

nächsten Tour vielleicht die Öffis statt dem Auto.

Outdoor beginnt auch bei den richtigen Menschen,

beim Teilen von Erlebnissen. Mit einem

Menschen, der zum Beispiel auch nach vielen Jahren

nicht damit aufhört, dem Banausen beim gemeinsamen

Naturerlebnis Blumen zu zeigen und

zu benennen. Oder mit Kindern, die in einem

Bach vor Freude von Stein zu Stein hüpfen. Bach,

Blumen, Bäume: Alles findet man locker auch in

urbaner Öffi-Reichweite.

Wenn also einige der genannten Bedingungen

erfüllt sind: Dann kann Outdoor tatsächlich

manchmal sogar im Betongrau vor einer städtischen

Wohnungstür beginnen.

FÜR MOMENTE,

DIE BEWEGEN

OUTDOOR BEGINNT

AUCH BEI DEN

RICHTIGEN

MENSCHEN, BEIM

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100 JAHRE

SCHRITT FÜR SCHRITT

„Born in Bavaria – worn around the world“: Der bayerische

Bergschuh- Spezialist Hanwag feiert heuer sein 100-jähriges

Bestehen. Ein Blick auf Highlights der Firmengeschichte.

Als Hanwag 1921 gegründet wurde, war

die Welt zwar eine andere, gute Schuhe

brauchten die Menschen aber damals

auch schon. Und für das nahe München

ansässige Unternehmen galt damals wie heute

der Anspruch, die besten Schuhe herzustellen.

eröffnet der Schuhmachersohn

1921 Hans Wagner seine eigene Schuhmacherei

in der kleinen 1100-Einwohner-Gemeinde

Vierkirchen nahe München. Bald fertigt

er für die Schuhfabrik Reiter in München

auch leichte Bergschuhe in Heimarbeit an.

In den Nachkriegswirren ist die

1945 Schuhfabrik kurz verwaist. Doch

mit dem wirtschaftlichen Aufstieg steigt die

Nachfrage nach hochwertigen Berg- und Ski-

ANZEIGE / Fotos: Hanwag

22 SPORTaktiv


DIE DREI JUBILÄUMS-MODELLE

„ALASKA“, „HANS“ UND „WAGNER“

Ein edler, zeitloser Schuh für Trekking-Abenteuer

ist der „Alaska 100“ (Bild). Zum 25-jährigen

Alaska- sowie 100-jährigen Hanwag-Jubiläum

gibt es den Klassiker als Limited Edition.

Ebenso wie den „Hans 100“: Bei diesem in

Deuschland geschusterten, halbhohen, alltagstauglichen

Schuh kommt hochwertigstes

Terracare-Narbenleder zum Einsatz. Ein

schlichter, zwiegenähter, halbhoher

Stiefel mit hohem Gehkomfort ist

schließlich der „Wagner 100“.

Alle drei Sondermodelle sind in

limitierter Stückzahl mit eingeprägter

Durchnummerierung

und exklusivem Jubiläumslogo

erhältlich.

www.hanwag.de

Durch ihre besonders gute Passform

und höchsten Gehkomfort zeichnen sich

Hanwag-Schuhe aus. Kleines Bild oben:

Der Bunion-Leisten, der mehr Platz fürs

Großzehengrundgelenk schafft. Unteres

Bild: Firmengründer Hans Wagner.

schuhen, die schon seit 1936 zum Programm

gehören. 1952 entsteht der Name Hanwag.

übernimmt Hans’ Neffe Josef

1964 „Sepp“ Wagner die Firmenleitung.

Der Familienbetrieb liefert damals schon

10.000 handgefertigte Skischuhe in die USA.

1970 wird mit dem „Haute Route“ auch der

erste tourentaugliche Skischuh produziert.

bringt Hanwag mithilfe des

1980 Sportkletterpioniers Sepp

Gschwendtner leichte Sportkletterschuhe

(Bild) auf den Markt. Zum idealen

Zeitpunkt: Nur ein Jahr später

werden in Deutschland Routen

im neunten Grad geklettert

– auch von

Gschwendtner.

markiert der Bergschuh Alaska

1996 GTX den Beginn der Partnerschaft

mit Gore. Heute, 25 Jahre später, ist der

Alaska nach wie vor erhältlich und als eines der

Jubiläumsmodelle (siehe Kasten oben) unverändert

voll am Puls der Zeit.

verkauft Sepp Wagner – nach

2004 dem frühen Tod seiner zuvor bereits

als Geschäftsführerin agierenden Tochter

– den Familienbetrieb an das schwedische Unternehmen

Fenix Outdoor AB. Zu seinem

90-jährigen Bestehen im Jahr 2011 stiftet Hanwag

eine Biwakschachtel auf dem Jubiläumsgrat,

der Zugspitze und Alpspitze verbindet.

fertigt Hanwag dank dem einmaligen

„Bunion Leisten“ erstmals

2013

Schuhe, die bei einem weit verbreiteten Schiefstand

der Großzehen (Hallux Valgus) mehr

Platz für das Großzehengrundgelenk bieten.

2021

werden im 100. Jahr des Bestehens

von Hanwag Schuhe in Kroatien,

Ungarn – und auch weiterhin in der nun

hochmodernen Firmenzentrtale in Vierkirchen

– hergestellt. Für viele, viele weitere Schritte ...

SPORTaktiv

23


DER

PHILOSOPH

WAS GENAU IST EIGENTLICH TRITT-

SICHERHEIT UND WIE ERKENNT MAN

SIE? WELCHE ROLLE SPIELT DER KOPF

DABEI UND WARUM GIBT ES EIGENT-

LICH KEINE HÖHENANGST? EINE

GRAT-WANDERUNG DER BEGRIFF-

LICHEN ART MIT BERG-PHILOSOPH

STEPHAN SKROBAR.

STEPHAN

SKROBAR

ist staatlich geprüfter Skilehrer

und Skiführer und

Alpinausbildner beim steirischen

Skilehrerverband.

Gemeinsam mit Peter

Perhab leitet er das „Die

Bergstation Free ride und

Alpin Center“.

UND

SEIN

VON KLAUS MOLIDOR

Wer schon einmal im

Internet nach einer

Wander- oder

Bergtour gesucht hat

(und wer hat das in

Zeiten wie diesen nicht), der ist mit an

Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit

auch schon über den Begriff der

„Trittsicherheit“ gestolpert. Als Voraussetzung

für Touren steht der Begriff in

den Beschreibungen der Portale herum.

Was aber bedeutet Trittsicherheit genau.

Wie ist sie definiert? Wie verbessere ich

sie und vor allem: Woran erkenne ich,

dass ich Trittsicherheit mein Eigen nennen

darf.

Hmmmmm, sagt Stephan Skrobar

dazu erst einmal und blickt aus seinem

Garten Richtung Grimming, der isoliert

zwischen Ennstal und Hinterberger Tal

in der Obersteiermark in den Himmel

ragt. „Trittsicherheit ist die Selbsteinschätzung

und das Wissen, dass ich

BERG

mich in Geländeformen sicher bewegen

kann, ohne die Balance zu verlieren.“ So

weit, so technisch.

Allumfassend erklärt ist die Sache damit

aber nicht. Denn die Trittsicherheit

wird nicht in festgelegten Skalen wie

etwa bei Klettersteigen bewertet. Und

Geländeformen können ja auch unterschiedlich

schwierig sein. Ergo wird es

schon schwer, was die Tauglichkeit der

Fähigkeit Trittsicherheit als Voraussetzung

für eine Tour betrifft. „Denn eine

Geländeform kann schwer sein, die

Konsequenzen der fehlenden Trittsicherheit

aber gering. Oder ein Weg kann

leicht sein, die Folge mangelnder Trittsicherheit

aber ein Sturz über eine steile

Felswand in Hunderte Meter Tiefe.“

Für ein Beispiel springt Skrobar auf.

Sagen wir diese Holzbank, etwa fünfzig

Zentimeter breit, ist unser Weg. In der

Ebene denkst du nicht darüber nach, ob

du es schaffst, fünf Schritte darauf zu gehen,

ohne den Korridor zu verlassen.

Das schaffst’ wahrscheinlich mit geschlossenen

Augen. Wenn der gleiche

Weg aber auf einem Grat ist und links

und rechts geht es Hunderte Meter runter,

schaut die Sache schon anders aus.“

Da kommt die mentale Komponente

Fotos: Scarpa/Mathis Dumas, Stephan Skrobar, Mammut/Thomas Senf

24 SPORTaktiv


SPORTaktiv

25


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dazu, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Und die äußeren Umstände

– auf einem ausgesetzten Grat wäre

das zum Beispiel der Wind. Rein vom

technischen Schwierigkeitsgrad reichen

die Fähigkeiten also leicht aus.

„Da kann es helfen, den Instinkt auszuschalten

und die Sache ganz rational

anzugehen.“ Also sich die Stelle anschauen

und geistig vergleichen mit

dem, was man in der Ebene kann oder

ebendort trainiert hat. Nur ist eben gerade

das so schwer, weil wir in

Stress-Situationen viel eher instinktiv

handeln und nicht rational. Stress beeinflusst

ja auch unsere Konzentration

und damit auch die Leistung. Bei Gefahr

schütten wir Adrenalin aus, sind

für kurze Zeit schneller, stärker, fokussierter

als sonst. Das hat der Spezies

Mensch das Überleben gesichert.

Stress kann aber auch Angst bedeuten

und Angst könnte unsere Leistung

auch negativ beeinflussen. „Die Angst

kommt nach dem Zweifel. Der Zweifel

lässt mich wachsam werden für die

Gefahr. Wenn ich Angst habe, ist das

ein Zeichen, dass ich da nicht weitergehen

sollte“, sagt Skrobar.

Für ihn bringt der nackte Begriff der

Trittsicherheit in einer Tourenbeschreibung

also wenig. „Es müsste der Weg

konkreter beschrieben sein, damit man

auch die Selbsteinschätzung besser

treffen kann. Zum Beispiel könnte da

stehen, dass man an gewissen Stellen

eine Hand zum Abstützen braucht.“

Generell kann man Trittsicherheit aber

üben. „Wenn man mehr Balance haben

will, gibt es zwei Möglichkeiten

das zu erreichen: die Auflagefläche vergrößern

und den Schwerpunkt absenken.

Zum Training kann ich das Gegenteil

machen. Also nicht breitbeinig

gehen, sondern auf einem Bein hüpfen

zum Beispiel.“ Auch kann und sollte

man schwere Geländeformen begehen,

wenn die Konsequenzen aus Fehlern

gering sind. „Auf Spielplätzen kann

man Balance wunderbar üben oder auf

Slacklines. Es geht auch nicht darum

eine ganz schwierige Übung möglichst

oft zu schaffen, sondern es einfach

sieben, acht, neun, zehn Mal zu probieren.

Und am Ende verbesserst du

dich damit.“ Er selbst trainiert mit

Skischuhen auf der Slackline im Garten.

„Aber wenn ich im Winter da

oben am Grimming in einer schwierigen

Stelle stehe, hilft mir das, weil ich

weiß, dass ich ausreichend Balance

habe.“

Eng verbunden mit der Trittsicherheit

ist auch die Höhenangst. Wobei:

Die gibt es eigentlich gar nicht. „Zwei

Ängste sind dem Menschen angeboren“,

sagt Skrobar, der auch Psychologie

studiert hat. „Die Angst vor Lärm

und die Angst vor dem Fallen.“ Letztere

bezeichnen wir gerne als Höhenangst.

„Weil Menschen, die von sich

sagen, dass sie Höhenangst haben, steigen

ohne Bedenken in ein Flugzeug.

Insofern haben sie nicht Angst vor der

Höhe, sondern vorm Runterfallen und

den damit verbundenen Konsequenzen“,

erklärt Skrobar. So weit zur Begrifflichkeit.

Ausgelöst oder verstärkt wird diese

Angst wieder vom fehlenden Vertrauen

in die eigenen Fähigkeiten und/oder

dem fehlenden Vertrauen in Sicherungssysteme,

sprich Seil, Sitzgeschirr

oder die sichernde Person. Wie die

DIE ANGST KOMMT NACH

DEM ZWEIFEL. DER ZWEIFEL

LÄSST MICH WACHSAM WER-

DEN FÜR DIE GEFAHR. WENN

ICH ANGST HABE, IST DAS EIN

ZEICHEN, DASS ICH DA NICHT

WEITERGEHEN SOLLTE.


Photo © Philipp Reiter

FEEDBACK

Schick uns deine

Meinung. Bist du am

Berg trittsicher? Wie

gehst du mit Angst um?

Trittsicherheit lässt sich auch das Vertrauen

in die Systeme im sicheren,

harmlosen Umfeld trainieren. In einem

Kletterpark zum Beispiel. Da

würde man vor allem erfahren, dass

die Sicherungssysteme funktionieren.

„Wenn man einmal gespürt hat, dass

einen das Kletterset und das Seil halten

und man nicht runterfällt, hilft

das.“ Denn für das Sicherungssystem

ist es ja egal, wie viel Luft der Mensch

unterm Hintern hat. „Natürlich reicht

es auch da nicht, so etwas einmal auszuprobieren,

sondern wieder und wieder,

damit die Rille in der Platte des

Autopiloten tiefer wird und die Nadel

nicht mehr bei kleiner Erschütterung

schon heraushüpft“, erklärt Skrobar.

Passiert es auf einer Tour, dass eine

Person Zweifel und Angst hat und sich

über eine gewisse Stelle nicht traut,

hilft Skrobar in der Not. „Geht es steil

bergauf und du hast Angst, gehe ich

zum Beispiel ganz dicht hinter dir, sodass

du mich spürst.“ Für eine weitere

Erklärung bemüht er ein anderes, verwittertes

Holzbankerl. Das ist nur

noch 30 Zentimeter breit „Sagen wir,

das ist ein schmaler Steig. Dann“, sagt

er, stellt sich parallel zum Bankerl und

streckt den rechten Arm aus, „dann

gehe ich ganz knapp hinter dir und

seitlich versetzt und fange dich im

Notfall auf.“ Denn stürzen, das passiert

ja nicht völlig unvorbereitet. „Das

kündigt sich an und dauert eine Sekunde.

Klingt wenig, ist aber lang“,

sagt Skrobar. Mit jahrelanger Erfahrung

merkt er rechtzeitig, wenn es

brenzlig wird.

Auch Fingerspitzengefühl ist gefragt.

„Was ich sicher nicht mache, ist laut

und mit einem Lachen zu sagen: Ah

komm, des is ja gar kein Problem.“ Er

nimmt die Sorgen und Zweifel ernst

und erläutert ruhig die Optionen.

„Außerdem erkennt man, ob jemand

wirklich Angst hat oder nur ein wenig

unsicher ist. Leute, die zum Beispiel

ständig vor sich hersagen ‚Das schaff

ich nicht, das schaff ich nicht‘, sind

meistens einfach unsicher. Wer wirklich

Angst hat, redet nicht mehr viel.“

Und auch hier rät er wieder dazu,

den Instinkt auszuschalten und rational

zu handeln. „Das ist schwer, ich

weiß. Darum muss man gewisse Dinge

eben wieder und wieder und wieder

üben, bis die rationalen Dinge so in

Fleisch und Blut übergehen, dass sie

schon fast wieder funktionieren wie

ein Instinkt.“

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Hintertuxer Gletscher / Hintertux www.hintertuxergletscher.at 0

Hochkössen – Unterberg www.bergbahnen-koessen.at 1

Imster Bergbahnen www.imster-bergbahnen.at 2

Innsbruck – Nordkette www.nordkette.com 3

Innsbruck Igls – Patscherkofel www.patscherkofelbahn.at 2

Ischgl www.ischgl.com 6

Jöchelspitze – Lechtaler Bergbahnen www.lechtaler-bergbahnen.at 1

Kappl / Paznaun-Ischgl www.kappl.com 2

Karwendel-Bergbahn Pertisau Achensee www.karwendel-bergbahn.at 1

Kaunertaler Gletscher / Kaunertal www.kaunertaler-gletscher.at 1

Kitzbühel – Kirchberg www.kitzski.at 7

Kühtai www.kuehtai.info 1

Landeck – Zams – Fliess / Venetregion www.venet.at 1

Maurach am Achensee – Rofanseilbahn www.rofanseilbahn.at 1

Nauders www.nauders.com/de 3

Oberperfuss – Rangger Köpfl www.rangger-koepfl.at 2

Obertilliach / Golzentipp – Lesachtal www.obertilliacher-bergbahnen.com 1

Oetz – Hochoetz www.oetz.com 1

Pitztaler Gletscher – Rifflsee / Pitztal www.pitztaler-gletscher.at 3

Rastkogel – Tux – Vorderlanersbach www.tux.at 2

Schattwald – Zöblen im Tannheimertal www.tannheimer-bergbahnen.at 2

Schwaz-Pill – Kellerjochbahn www.kellerjochbahn.at 1

See / Paznaun-Ischgl www.bergbahn.com 1

Seefeld / Birkenlift & Geigenbühellift www.seefeld.com 3

Serlesbahnen Mieders www.serlesbahnen.com 1

Sillian – Hochpustertal www.hochpustertal-ski.at 2

Skilifte Knittel Elbigenalp www.knitteltirol.at 1

Skizentrum Schlick 2000 – Fulpmes www.schlick2000.at 2

Sölden www.soelden.com 7

St. Anton am Arlberg www.skiarlberg.at 6

St. Jakob im Defereggental / Brunnalm www.stjakob-ski.at 7

St. Johann in Tirol www.skistar.com/stjohann 2

Stubaier Gletscher / Stubaital www.stubaier-gletscher.com 3

Tiroler Zugspitzbahn www.zugspitze.tirol 1

Tux – Finkenberg www.tux.at 2

Vent www.vent.at 1

Wildschönau – Alpbachtal Wildschönau www.wildschoenau.com 3

Wildstättlift Wattenberg www.wildstaettlift.at 1

Zell am Ziller – Zillertal Arena www.zillertalarena.com 4

SPORTaktiv

29


DIE SUCHE

NACH DER

BERG­

EINSAMKEIT

Fotos: iStock

30 SPORTaktiv


Im Skitourengehen spricht man von

„Modetouren“, auf denen sich an

schönen Tagen oft Massen tummeln,

während man nur zwei Gipfel

weiter allein ist. Im Sommer zeigt sich

ein ähnliches Bild: Wer auf beliebten

Wanderungen unterwegs ist oder sich

einen klingenden Namen als Gipfelziel

aussucht, könnte den Eindruck gewinnen,

dass es die sprichwörtliche Bergeinsamkeit

nur noch auf schönen Bildern

zu finden gibt.

Das ist aber nicht so. Matthias Pilz ist

bei den Naturfreunden Österreich für

die Wanderwegeverwaltung zuständig

und er kann auch von ganz und gar

nicht überlaufenen Pfaden berichten.

Ganz im Gegenteil sogar: von Wegen,

die zuwuchern, weil sie so selten begangen

werden. „Oft haben wir Diskussionen,

ob es sich denn noch lohnt, manche

Wegemarkierung überhaupt noch

einmal anzubringen“, erzählt Pilz. „Wobei

die alpinen Vereine versuchen, das

gesamte Wegenetz stets bestens in

Schuss zu halten.“ Man könnte nun

einwenden, dass es in den Bergen eben

nicht überall gleich schön ist und die

VIELE HOTSPOTS IN

DEN BERGEN HABEN

MIT DER SPRICHWÖRT-

LICHEN BERGEINSAM-

KEIT NUR MEHR WENIG

ZU TUN. DOCH WER

SUCHT UND ETWAS

MÜHE NICHT SCHEUT,

FINDET AUCH HEUTE

NOCH JEDE MENGE

EINSAME WEGE UND

STILLE GIPFEL. DER

BESTE WEG SIE ZU

FINDEN HEISST:

„KOMPETENZERWERB“.

VON CHRISTOF DOMENIG

besonders attraktiven Wege und Gipfel

eben entsprechend beliebt sind. Aber

auch das stimmt nur zum Teil. Es gibt

sie, die einsamen Traumplatzerl. Insider,

die solche kennen, werden sich hüten,

sie jedem X-Beliebigen zu verraten.

Aber man kann sie auch suchen, muss

dabei mitunter nur etwas den Blickwinkel

verändern – und bereit sein, etwas

Mehraufwand in Kauf zu nehmen.

Matthias Pilz ist sich auch sicher, dass

viele Bergsportler, vor allem solche mit

wenig Erfahrung, die Stille und den

Abstand von den Mitmenschen dem

„Rummel“ gar nicht vorziehen würden.

„Denn schließlich gibt es nicht nur ein

Sicherheitsgefühl, sondern auch objektiv

ein Sicherheitspolster, dort zu gehen,

wo auch viele andere unterwegs

sind.“

Zumindest beim Wandern gilt das.

Auf Klettersteigen schaut die Lage etwas

anders aus, viel Betrieb erhöht dort

etwa die Steinschlaggefahr. Aber die

Tendenz stimmt schon: Wer Einsamkeit

will, muss sich besser auskennen,

besser planen und orientieren können.

Man muss bereit sein, Eingenverantwortung

zu übernehmen. Doch wer

dazu bereit ist, für den liegt die Bergeinsamkeit

oft näher, als man denkt.

„Anders“ suchen

Es hilft zum Beispiel schon, etwas anders

zu suchen, sagt Pilz. Viele Touren werden

heute im Internet gesucht und gefunden

– und da liegt auch die Chance:

„In Tourenportalen werden Suchergebnisse

nach ‚Attraktivität‘ sortiert. Wie

aber kommt diese Attraktivität zustande?

Als attraktiv wird betrachtet, was oft

konsumiert und oft bewertet wurde.“

Die überwiegende Mehrheit der User

hält sich an die ersten Suchergebnisse,

was diese Touren wiederum für den Algorithmus

noch einmal attraktiver

macht – ein sich selbst verstärkendes

System sozusagen. „Wenn ich also

bewusst eine Tour aussuche, die ein

SPORTaktiv

31


CL POCKET

DIE NATUR

IN DER

TASCHE

Der Kartenausschnitt der „Open Street Map“ zeigt: Es gibt mehr Wege als

nur markierte Wanderwege. Fortgeschrittene können das für sich nutzen.

bisschen weiter hinten gereiht ist und die nicht den

klingenden Namen hat, ist das zwar noch keine Garantie

auf eine einsame Traumtour – aber schon einmal

eine ganz gute Basis“, sagt Pilz.

„Hotspots“ haben meistens auch eine bequeme Erreichbarkeit

gemeinsam: etwa eine Auffahrt mit einer

Seilbahn. Ist die Erreichbarkeit im Gegensatz dazu mit

einer gewissen Mühe verbunden, etwa einem längeren

Anmarsch über eine Forststraße oder in einen Graben

hinein, dann könne man fast sicher sein, allein unterwegs

zu sein. Pilz stellt selbst oft Touren in bekannte

Portale ein und weiß, wie sehr ein längerer Anmarsch

abschreckt – „selbst wenn man schreibt, dass man danach

mit einer wunderschönen Tour belohnt wird“.

Wird eine Tour oder ein Spot auf reichweitenstarken

Instagram-Accounts gepostet, dann kann man davon

ausgehen, dass in den Tagen danach die Frequenz deutlich

höher ist als gewohnt. Auch das hat der Experte oft

beobachtet. Pilz empfiehlt stattdessen alternative Onlineportale,

die kaum beworben werden, aber in der

Community bekannt sind, wie „Hikr.org“. Dort finde

man, anders als in klassischen Tourenportalen, keine fertigen

Tourendaten inklusive GPS-Track, sondern Erlebnisberichte.

Aber dafür mitunter echte Geheimtipps, die

das aufgrund der kleinen Community auch nach dem

Veröffentlichen bleiben. Die Planung der Route muss

man allerdings selbst übernehmen, wenn man die Tour

nachgehen will.

Alles gilt sinngemäß auch für klassische Hochtouren:

„Wenn ich den Normalweg auf den Großglockner oder

Großvenediger wähle, werde ich mit vielen anderen unterwegs

sein. Schon auf alternativen Routen, die noch

dazu etwas schwieriger sind, etwa dem Nordgrat auf

den Großvenediger, werde ich bis zum Gipfel ziemlich

allein sein. Und wenn ich mir einen nicht minder schönen,

bloß etwas niedrigeren Nebengipfel aussuche,

kann ich auch das Gipfel glück allein genießen.“

Das Phänomen, dass sich die Massen auf wenigen

Touren tummeln, und andere Wege, obwohl genauso

schön, fast unbekannt bleiben, gibt es nicht erst seit

Fotos: (c) OSM Contributors (c) OpenTopoMap (c) Lonvia (c) SNOWMAPS, Matthias Pilz

SEE THE UNSEEN


den Suchmaschinen-Algorithmen. Pilz hält sich auch

gern an alte Wanderführer, die man etwa in den Bibliotheken

der Alpinvereine noch findet, die aber auch

zunehmend auf Google Books wieder auftauchten.

Warum diese einen Blick wert sind? „Früher wurden

hauptsächlich Gebietsführer publiziert, in denen alle

Wege einer Region beschrieben wurden. Heute findet

man am Markt hauptsächlich Auswahlführer.“ Und da

fast immer die gleichen Touren, sagt Pilz, weil es sich

kein Tourenführer-Autor leisten konnte, einen „Klassiker“

nicht in die Auswahl aufzunehmen ...

Kompetenz erweitert den Spielraum

Wie vielfältig die Möglichkeiten in der Natur sind,

zeigt auch ein Blick auf die Karte. In der amtlichen

ÖK-Karte sind markierte Wanderwege grün eingezeichnet.

Schwarze Linien sind Forststraßen, punktiert-strichlierte

Linie Traktorwege und gepunktete Linien

sonstige, nicht markierte Fußwege. Alles Wege,

auf denen Zufußgehen erlaubt ist und die in eine Tourenplanung

mit einbezogen werden können. Auch in

„Open Street Maps“, dem kostenlosen digitalen Kartenwerk,

wird die Vielfalt der eingezeichneten Wege

immer größer.

Um sich daraus eine schöne Tour zusammenstellen

zu können, braucht man allerding schon Erfahrung

und den geschulten Blick. Im Gelände muss man sich

auch ohne Markierungen und Tafeln zurechtfinden,

was die Kompetenz eine Karte lesen zu können voraussetzt.

„Man muss außerdem immer mit Unerwartetem

rechnen – dass etwa ein Weg doch nicht mehr begehbar

ist, es eine Forstsperre oder einen Jadgzaun gibt. Entsprechend

mehr Sicherheitsreserven sind einzuplanen“,

erklärt Matthias Pilz.

„Kompetenz erhöht den Spielraum“: Diese simple

Regel gilt auch bei der Suche nach der Bergeinsamkeit.

Die Entwicklung der Kompetenz ist das Um und Auf,

wenn es darum geht, einsame Tourenziele zu finden

und diese auch sicher bewältigen zu können. Das geht

nicht von heute auf morgen und widerspricht irgendwo

auch dem Geist

der Zeit, in der man

gewohnt ist, alles sofort

und mit maximaler

Sicherheit zu

bekommen. Doch

wer den mühsamen

Weg auf sich

nimmt, wird oft mit

MATTHIAS PILZ

ist Bergsportler, Ausbildner der

Naturfreunde Österreich für

Klettern, Hochtouren und Skitouren.

www.naturfreunde.at

den schönsten Tourenerlebnissen

belohnt.

Grafik: Emanuel Tomasini, Fotos: guentheregger.at, Thomas Bause

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ALPIN & URBAN

INNSBRUCK KANN BEIDES

Ein Urlaub, tausend Möglichkeiten

– das bedeutet „alpin-urbanes“ Urlaubserlebnis.

In der Region Innsbruck ergänzen sich Natur und

Kultur, Genuss und Herausforderung, Stadt und

Land zu einem attraktiven Gesamtpaket.

Endlich wieder rauskommen und dem Alltag

entfliehen: sich vom Herzen der Stadt direkt in

die Natur begeben – oder gleich in luftige

Höhen aufsteigen und von der Nordkette auf das

urbane Treiben herabschauen. Einen Zeitsprung

erleben zwischen moderner Architektur und historischen

Bauten, genüsslich schlemmen und shoppen in

kleinen Gassen oder vor großer Bergkulisse: Die

Region Innsbruck bietet unzählige Möglichkeiten zur

Erholung und Entspannung in verschiedenen Höhenlagen.

Ganz wie es sich für eine echte Alpenmetropole

gehört.

In der Region Innsbruck eröffnet sich für die ganze

Familie eine Welt, die voller Aktivität und Freude ist.

Aufregende Entdeckungsreisen führen in Innsbruck

meist von der Stadt direkt in die Natur und bescheren

Klein und Groß gleichermaßen schöne Urlaubserinnerungen.

Auf den familienfreundlichen Wanderwegen,

die durch die eindrucksvolle Naturlandschaft führen

und bei Abenteuerspielplätzen Zeit zum Austoben

bieten, wird die kindliche Wanderlust entfacht. Eine

erfrischende Abkühlung finden große und kleine Entdecker

an den wunderschönen Badeseen der Region.

Ein Ausflug in die Natur gehört bei einem Besuch

in der Region Innsbruck einfach dazu. Gut, dass das

beliebte Bergwanderprogramm mit seinem breiten

Angebot an leichten und anspruchsvolleren Touren

die unterschiedlichsten Ansprüche und Wünsche erfüllt:

für Familien, Genussmenschen, Naturliebhaber

und Gipfelstürmer. Und wer lieber in die Pedale tritt,

der schließt sich den lokalen Bikeguides an: Neu im

Tourenprogramm sind in diesem Sommer erstmals die

geführten E-Biketouren.

Mit der kostenlosen Gästekarte Welcome Card bietet

die Region Innsbruck ab zwei Nächten eine Vielfalt

an Möglichkeiten, um seine Freiheit noch besser

auszuleben. Sämtliche öffentliche Verkehrsmittel und

zahlreiche Ermäßigungen stehen dem Gast zur Verfügung.

Alle Infos: www.innsbruck.info

Fotos: Innsbruck Tourismus

34 SPORTaktiv


SPORTLICH AKTIV

DURCH DEN BERGSOMMER

Du kannst die Seele baumeln lassen, jede Menge

Action erleben und eine atemberaubende Bergkulisse

genießen: im Sommer in St. Anton am Arlberg.

Fotos: TVB St. Anton am Arlberg

Was macht den perfekten Tiroler

Bergsommer aus? Für die einen

sind es die Momente in der

Natur – Höhenluft, sattes Grün und

Panoramablicke. Andere tanken Kraft beim

Sport, steuern ihr (E-)Bike über aussichtsreiche

Wege, lassen sich von ihren Füßen in

Wanderschuhen durch die Landschaft

tragen und holen sich am Gipfel ihren

Adrenalinkick. Manche wiederum fühlen

sich im Urlaub am liebsten wie daheim

oder begeben sich historisch auf Spurensuche,

tauchen ein in Mythen und Legenden

spannender Orte. Wer auf nichts davon

verzichten möchte, verbringt seinen

Bergsommer in St. Anton am Arlberg.

Nicht nur Aktive, auch Familien genießen

einen abwechslungsreichen Sommer in der

Tiroler Region mit den Orten Pettneu,

Schnann, Flirsch und Strengen.

Mit 350 Kilometern Streckennetz ist

St. Anton am Arlberg ein beliebtes Revier

für Zweirad-Fans aller Art. Wer noch nie

auf einem E-Bike saß, startet damit zu

St. Antons schönsten Naturplätzen und

Hütten. Schon Kinder ab 10 Jahren können

sich auf dem E-Bike beweisen. Im Bikeareal

„EldoRADo“ im Verwalltal kommen

MTB-Fans auf Pumptrack, Northshore-

Trail und Co. voll auf ihre Kosten. Das 300

Kilometer weite Wanderwegenetz hingegen

beinhaltet zahlreiche Tourenvarianten mit

urigen Einkehrmöglichkeiten und unvergesslichen

Panoramen. Schwindelfreie

finden ihr Glück beim Klettern oder

Bouldern.

Schon ab einer Übernachtung im Hotel

oder der Pension erhält man die „St. Anton

Sommer-Karte“. Das kostenlose Ticket ist

für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig und

beinhaltet viele Gratis-Leistungen, die

Teilnahme am Wochen- und Kinderprogramm

sowie besondere Konditionen für

viele weitere Aktivitäten. Gegen Gebühr

kann man das Ticket zur Premium-Karte

„upgraden“. Die Karte gilt für die gesamte

Saison von 19. Juni bis 26. September

2021. Info: www.sommerkarte.at

TVB St. Anton

am Arlberg

T. +43 (0) 54 46/22 69

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SPORTaktiv

35


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Energie versprechen die Sport Drops

(75 g) von PEEROTON. Die sportlichen

Fruchtgummis bieten viel Vitamin C für das

Immunsystem sowie Vitamin D3 und den

Vitamin-B- Komplex. Ideal für Unterwegs,

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mit seinem Sun Bucket Hat. Der

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Entspannen, Erholen, Energie tanken und Platz machen für das besondere

Etwas. Urlaubstage bei uns im Hotel Arlen Lodge sind nicht filmreif, sie sind

auch nicht wie aus dem Bilderbuch − sie sind echter. Sie beginnen genau richtig

mit einem erholten Morgen in unseren gemütlichen Betten und einem Ausblick,

der Träumen lässt. Erleben Sie Urlaub pur in der Bergwelt rund um St. Anton.

Wir freuen uns darauf, Sie bei uns begrüßen zu dürfen.

Hotel Arlen Lodge ****

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6580 St. Anton am Arlberg

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der Muskulatur dank der aktivierenden medi-

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Wandersocken haben einen erhöhten Merinoanteil,

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viele Outdoor-Sportarten, Wanderungen und

Bergtouren und sorgt für verlässlichen Schutz

vor Regen und Wind. Dabei hat die Outline

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braucht, und ist deswegen extrem leicht, einfach

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Der neue X Ultra 4 GTX vereint

die Vorteile eines echten Trailrunning-Schuhs

mit Komfort und Sicherheit eines Wanderschuhs.


VON ALLEM

ETWAS MEHR

Wo soll es dieses Jahr denn hingehen? Manchmal gar

nicht so einfach, denn die Erwartungen können oft unterschiedlicher

nicht sein und machen so die Wahl zur Qual.

Größe hat für jeden was parat. Besonders

dann, wenn unterschiedliche Bedürfnisse

befriedigt sein wollen. Die

Kitzbüheler Alpen tun sich leicht mit ihrem

vielfältigen Angebot. Vormittags eine Biketour

oder ein Gipfel in einem der naturnahen

Seitentäler des Brixentals. Nachmittags mit der

Seilbahn auf den Berg, mit den Kindern zu

einer Bergerlebniswelt oder ganz entspannt am

Bergsee den Tag genießen. Abends innovative

Kreationen in einem Top-Restaurant kennenlernen

oder in einem traditionellen Gasthof die

heimischen Schmankerl verkosten. Ein Spaziergang

am idyllischen Schwarzsee oder mit einem

Eis durch das Dorfzentrum schlendern. Das

Flair von Kitzbühel spüren. Ein Urlaub allein

reicht nicht, denn von allem gibt es in den

Kitzbüheler Alpen etwas mehr. Für die Wanderer,

für die Tourenbiker, für die Trail-Community,

für die Familien, für die Kinder, für die

Naturliebhaber, für Ruhesuchende und

Erlebnishungrige ... Und dennoch für jeden

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Mathäus Gartner, David Karg / MTS-Signaturetrail

38 SPORTaktiv


MEHR INFOS

über die Region, Unterkunftsmöglichkeiten

und weitere Angebote

www.kitzbuehel-alpen.com

INFRASTRUKTUR AM BERG

Wanderwege, beschildert

2000 km

Fahradwege

1200 km

davon MTB-Routen

800 km

Bergerlebniswelten 20

MTB-Trails 9

Frühstück-am-Berg-Betriebe 67

Bergseen im Brixental/Kitzbühel 18

zahlreiche Berghütten und Berggasthöfe

genügend Raum, um den eigenen Wünschen

und Vorstellungen von Urlaub nachzugehen.

Das Ganze gespickt mit attraktiven Angeboten.

Mit der Brixental-Gästekarte sind öffentliche

Busse und die Regionalzüge kostenlos

nutzbar. Die Sommer-Card ist der kostengünstige

Zutritt zu allen Seilbahnen der Region inkl.

aller Bergerlebniswelten und vielen anderen

Vorteilen. Die Kitzbüheler Alpen- Trailcard

beinhaltet 8 Bahnen und Lifte, 8 Trails und

2 Bike-Parks.

Der Sommer kommt mit Sicherheit!

Ein hochwertiges wöchentliches Veranstaltungsprogramm

sorgt in den einzelnen Orten für

Abwechslung. Dabei achten wir auf Sicherheit,

Umweltfreundlichkeit und hohe Qualitätsstandards.

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wir dich darüber am Laufenden.

DA SOLLTEST DU DABEI SEIN:

3. Juli 25. KitzAlpBike-MTB-Marathon

mit österreichische

Staatsmeisterschaften

30. Juli Int. MTB-Hillclimb

9. Okt. Kitzalphike-WANDERTAG

SPORTaktiv

39


LEBEN

AM PULS DER

NATUR

LEBEN VON UND MIT DEM, WAS DIE

NATUR HERGIBT: EIN „SUVIVAL-TRAINING“

ERMÖGLICHT OUTDOOR-ERFAHRUNGEN

IN REINSTER FORM. SURVIVAL-CAMPS

WERDEN ABER AUCH FÜR KINDER UND

JUGENDLICHE ANGEBOTEN: EINE MÖG-

LICHKEIT, AUCH DEN NACHWUCHS FÜR

OUTDOOR ZU BEGEISTERN?

VON CHRISTOF DOMENIG

40 SPORTaktiv


Bear Grylls ist so etwas wie der

Survival-TV-Star. Seit gut 15

Jahren macht der nordirische

Ex-Soldat mit diversen actionreichen

Fernseh- und (mittlerweile)

Netflix-Formaten auf sich aufmerksam

und ordentlich Quote. Klar neigen

TV-Formate auch zu Übertreibung und

Überzeichnung: „Niemand würde freiwillig

in einen Sumpf mit Krokodilen

springen“, lacht Manuela Kainer, die in

Niederösterreich Survival-Camps und

-Workshops für alle Altersgruppen anbietet

(„Überleben im Freiraum“). Es

kämen aber immer wieder vor allem jugendliche

Bear-Grylls-Fans zu ihr, die

vom Gezeigten inspiriert sind.

Ganz grundsätzlich gefragt: Was ist

„Survival“ überhaupt? Und wie passt das

in unseren SPORT aktiv-Outdoorguide?

Nun, mit Sport hat es vordergründig

zwar nichts zu tun. Aber „Outdoor“ ist

es eindeutig. „Unter Survival versteht

man Kenntnisse und Fähigkeiten, die

ein vorübergehendes Leben in einer

Notsituation ermöglichen. Ohne oder

mit geringen Hilfsmitteln“, bringt es

Fotos: überleben-im-freiraum.at, Überlebensschule Tirol

Manuela Kainer auf den Punkt. Und

man kann es auch als Basis für Notfälle

in Berg sportarten sehr gut gebrauchen.

„Survival, also über-leben ist aber eigentlich

nicht das korrekte Wort“, findet

Oliver Fabbro von der Überlebensschule

Tirol in Umhausen, „es geht vielmehr

ums Leben mit der Natur und mitten in

der Natur.“

Aber bleiben wir beim Sport: Bergrettungseinsätze

haben nicht selten ein Verirren

als Auslöser. Wer im Survival geschult

ist, kann sich nicht nur besser orientieren,

man weiß sich vor allem in unvorhergesehenen

Situationen zu helfen.

Sich ruhig einmal hinzusetzen und die

Situation und die Möglichkeiten durchzudenken,

empfehlen die Tiroler Survival-Experten.

Stattdessen würden Verirrte

dazu neigen, immer weiter zu gehen,

statt sich ein Lager zu bauen und einfach

finden zu lassen, sagt Fabbro.

Im genannten Beispielfall, die Orientierung

in den Bergen oder einem Wald

verloren zu haben, würde man auch

nach einer Prioritätenliste vorgehen, erklärt

Oliver Fabbro weiter. Das geht

auch (fast) ohne Ausrüstung und Vorräte.

Ist es kalt und bricht Dunkelheit herein?

Man würde sich um ein Feuer kümmern

und eine Notunterkunft bauen

mit dem, was der Wald oder die Natur

hergibt. Kein Wasser mehr? Kein Grund

zur Beunruhigung, drei Tage kann man

ohne zu trinken überleben. Mehr als genug

Zeit, welches zu finden und trinkbar

aufzubereiten. Erst relativ weit hinten

in der Prioritätenliste kommt, sich

auch um Essbares zu kümmern: Je nach

Jahreszeit hält die Natur Beeren, Kräuter,

Samen, Wurzeln oder Nüsse bereit.

Outdoor-Begeisterung wecken

So weit in groben Grundzügen, was

man sich unter einem Survival-Training

vorstellen kann. Hier wollen wir freilich

eine andere Frage in den Mittelpunkt

stellen – denn solche Trainings werden

auch für Kinder und Jugendliche öfters

angeboten. Kann man denn dieses Thema

auch so gestalten, um damit den

Nachwuchs für Outdoor und die Natur

MANUELA

KAINER

aus Maria Anzbach (NÖ) bietet

mit „Überleben im Freiraum“

Workshops, Kurse und Camps

zu den Themen Outdoor/Survival,

Naturverbundenheit, Pflanzenwissen

u. v. m.

www.ueberlebenim-freiraum.at

OLIVER FABBRO

UND KATHRIN

THALLINGER

sind Überlebenstrainer bei der

„Überlebensschule Tirol“ in

Umhausen (T). Neben Kinder-,

Familien- und Erwachsenenkursen

und Camps gehört eine

dreijährige Ausbildung zum

Überlebens trainer zu den Angeboten

der Überlebensschule.

www.ueberlebens

schule-tirol.at

zu begeistern? Das kann man unbedingt,

sagen sowohl die niederösterreichischen

als auch die Tiroler Survival-Expertinnen

und -Experten.

Ab 7, 8 Jahren aufwärts lasse sich die

Thematik altersadäquat aufbereiten. Fürs

Jugendalter sowieso. Natürlich gibt es

für den Nachwuchs gewissermaßen erleichterte

Bedingungen: „Anders als bei

einem Erwachsenenkurs ist bei Kinderkursen

das Camp im Wald schon aufgebaut.

Es gibt auch eine überdachte Feuerstelle“,

erklären Fabbro und seine Kollegin

Kathrin Thallinger. Auch die Ver-

SPORTaktiv

41


FEUER

MACHEN

Laut Überlebensschule Tirol ist

die beschriebene Methode eine

von 23 Möglichkeiten, mit einfachen

Mitteln ein Feuer zu entzünden.

Was benötigt wird, ist

als „Ötzi Feuerset“ um 19 Euro

im Shop der Überlebensschule

zu bestellen: ein Feuerstein, ein

Pyrit-Stein, etwas Juteschnur,

Trama (Gewebe von Pilzen), verkohlte

Lamellen eines Zunderschwamms.

So wird es gemacht:

+ Trama gleichmäßig auf trockenem

Untergrund verteilen;

+ Juteschnur in einzelne Litzen aufdrehen

und ein Zundernest herstellen;

+ Den Feuerstein gegen den Pyrit

schlagen, sodass ein Funke auf das

Trama trifft und zum Glimmen bringt;

+ Glut durch Blasen auf die Kohle

übertragen und zum Glühen bringen;

+ glühende Kohle in die Mitte des Zundernests

legen, auf die Glut blasen,

bis das Zundernest sich entzündet.

Infos und Video auf:

www.ueberlebensschule-tirol.at

pflegung fällt in Kinderkursen

natürlich üppiger aus. „Wir vermitteln,

die Natur als Freund zu sehen,

Geduld wieder zu lernen, auch einmal

durchzuhalten. Wichtig ist bei all

dem: kein Stress, kein Leistungsdruck.“

Ohne Feuerzeug, Zündhölzer und

andere Hilfsmittel ein Feuer zu entfachen:

Dieses „archaische“ Erlebnis

sorgt quer durch alle Altersgruppen

für Euphorie. Auch deshalb, weil es

dafür Geduld braucht und Rückschläge

hinzunehmen sind. Umso

größer ist das empfundene Erfolgserlebnis,

wenn es gelingt.

Es geht auch um den Zusammenhalt,

die Erfahrung, etwas gemeinsam

zu schaffen, was allein nicht möglich

ist. „Kinder lernen voneinander, ich

lasse dafür gerne kleinere mit größeren

zusammenarbeiten“, sagt Manue-

1 RELEASE

2 UNFOLD

YEAR

SERVICE

NO QUESTIONS ASKED

3 READY–GO DER ERSTE UND EINZIGE FALTSTOCK,

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NEBEN DEM

VERMITTELTEN WISSEN

LERNT MAN IN DER

NATUR SICH SELBST

KENNEN.

Fotos: überleben-im-freiraum.at, Überlebensschule Tirol

la Kainer. Die Kids seien oftmals generell für die Natur

begeisterungsfähiger als Erwachsene, findet sie.

„Was wir vermitteln wollen, ist auch, die Natur als

unseren Lebensraum zu begreifen. Wie fühlt es sich

an, barfuß durch einen Wiesenboden zu gehen“, erklärt

auch Kathrin Thallinger. Speziell Dunkelheit

schärft bekanntlich die Sinne: Den Boden zu spüren,

ohne zu sehen, wohin man tritt, oder die Richtung

eines Geräuschs zu erkennen, ohne die Quelle zu sehen,

auch das seien typische Inhalte, die sich spielerisch

gestalten ließen. Eine Nacht im Freien wird von

den meisten als besonders intensives Erlebnis empfunden.

Zwar werden auch eintägige Veranstaltungen

angeboten, richtig eintauchen in die Materie lässt

sich, wenn Übernachtungen inkludiert sind.

Viele Outdoorsportarten wie Klettern bieten

„Mehrwert“ im abgesicherten Rahmen – sie ermöglichen

es etwa, sich selbst und seine Grenzen kennenzulernen

und Risiko kompetent einzuschätzen. Erfahrungen,

die schon im jungen Alter wertvoll sind.

In Survivaltrainings ist das nicht anders. „Das alles ist

automatisch mitverpackt“, sagt Manuela Kainer. In

der Natur lernt man sich selber kennen. Doch das

sollte bei den Kids eher ein Nebeneffekt sein: Je größer

der Spaß, desto größer auch die Bereitschaft, sich

auf ungewhnliche Erfahrungen einzulassen. Und wie

gehen die Kinder und Jugendlichen eigentlich damit

um, für ein paar Tage auf Handy und WLAN zu verzichten?

Die, die sich für das Thema interessieren

und in ein Camp kommen, in der Regel sehr gut, sagen

die Experten. Im Gegensatz dazu falle der Abschied

aus der Natur zurück in die Zivilisation nach

einigen Tagen oft gar nicht mehr leicht.

Von den erwachsenen Survival-Interessierten wird

die Reduktion aufs Wesentliche übrigens oft ganz bewusst

gesucht und als Bereicherung empfunden, erklärt

Überlebenstrainer Oliver Fabbro: „Wenn man

sich mit dem Thema länger beschäftigt, merkt man

erst, was man alles nicht braucht. So wie auch der

Rucksack jedes Mal leichter wird, je öfter man auf

Bergtouren unterwegs ist.“

ANZEIGE / Foto: Vaude

VAUDE ELOPE-JACKET:

MIT RECYCLING AUF

DEM VORMARSCH

VAUDE hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt und

will den Recycling-Anteil im Outdoor-Segment

noch deutlich steigern. Das Elope

Jacket geht mit gutem Beispiel voran.

Der Anteil an VAUDE-Produkten, die mindestens

zur Hälfte aus nachwachsenden, biobasierten

oder recycelten Rohstoffen bestehen, liegt

aktuell bei knapp 33 Prozent. Bis 2024 soll er auf

90 Prozent anwachsen! Die Outdoor-Funktionsjacke

Elope besteht jetzt schon großteils aus

recycelten Materialien und spart damit wertvolle

Ressourcen. Die wind- und wasserdichte Jacke in

2-Lagen-Konstruktion ist somit erste Wahl für

umweltbewusste Wanderer. Der strapazierfähige

Außenstoff besteht zu 100 Prozent aus recyceltem

Polyester, auch für die Futtermaterialien werden

ausschließlich recycelte Rohstoffe verwendet.

Für Vaude-Chefin Antje von Dewitz ist die

Rohstoff-Wiederverwertung eine zentrale Zukunftsstrategie:

„Die Verschmutzung durch

Plastik-Abfälle ist eines der vielen Umweltprobleme

der Gegenwart. Mit dem Einsatz von Recycling-Material

können wir dazu beitragen, dass

wertvolle Rohstoffe wiederverwendet werden und

weniger Emissionen in der Herstellung entstehen.

Das Ziel heißt: weg vom Öl, hin zu nachwachsenden

und nachhaltigen Lösungen.“

ALLE INFOS

www.vaude.com

SPORTaktiv

43


ALLES

AUF EINER KARTE!

DIE TIROLER OUTDOORREGION IMST

SETZT ZEICHEN – MIT DER NEUEN

OUTDOOR COMMUNITY CARD (OCC).

IMST TOURISMUS

T. +43 (0) 54 12/69 10

E-Mail: info@imst.at

www.imst.at

Was ist die „Outdoor Community

Card“ der Region Imst? Zunächst

das passende Angebot für alle

abenteuer- und unternehmungslustigen

Gäste, die gerne Neues ausprobieren.

Die OCC bietet für jeden Urlauber

genau das Richtige: coole Kicks mit dem

Alpine Coaster und Spaß ohne Ende beim

Wakeboarden. Für Abenteurer reinstes Adrenalin

beim Bungee-Jumping, ultimativen

Höhenrausch auf den perfekt gesicherten

Klettersteigen und Action beim Canyoning

durch spektakuläre Schluchten und Rafting

durch wilde Gewässer. Für Naturfreaks

einzigartige Erlebnisse bei der Sonnenaufgangstour

und für Mutige die unvergessliche

Faszination „Gleitschirmfliegen“ – mit

dem Paragleiter-Tandem. Und last but not

least: actiongeladener Radgenuss bei der

(E)-Bike-Almenrunde.

Good to know: Die OCC ist ausschließlich

im Infobüro Imst erhältlich, aber vorab

online buchbar! Außerdem ist die Karte

übertragbar und sicherlich auch eine actionreiche

Geschenkidee für Einheimische

wie für Gäste. Alles zur Outdoor Community

Card findest du unter: www.imst.at/

urlaubserlebnisse/outdoorregion-imst/

outdoor-community-card

Fotos: ©Imst Tourismus_wyhlidal_west

44 SPORTaktiv


EIN ELEMENT DER

L E B E N S S P U R L E C H

Weitere Informationen

unter lechtal.at

lebensspur-lech.com

Bildnachweis: Verein Lechweg/Gerhard Eisenschink

Zur Ruhe kommen, abschalten und neue Kraft

schöpfen – so gestalten sich Alltagsfluchten in

die Auszeitdörfer Gramais, Hinterhornbach,

Pfafflar und Kaisers. Die vier österreichischen

Kleinstgemeinden in den versteckten Seitentälern

des Tiroler Lechtals gelten als Sehnsuchtsorte

für Erholungssuchende und haben sich

über die Jahre ihren ursprünglichen Charakter

bewahrt. Lifte, Pisten und große Hotels sucht

man vergebens, auch infrastrukturell geben

sich Bewohner und Besucher mit dem Nötigsten

zufrieden. Von „toter Hose“ kann dennoch

keine Rede sein: Das beweisen immer mehr

junge Visionäre, die sich ganz bewusst für ein

Leben im Auszeitdorf entscheiden und in den

abgeschiedenen Ortschaften für frischen Wind

sorgen. Zu entdecken gibt es für Urlauber demnach

einiges. www.lechtal.at

Weit wandern und wild kneippen im

Tiroler Lechtal. Inmitten der unberührten

Natur des Außerferns verbergen sich die sogenannten

Auszeitdörfer Gramais, Hinterhornbach,

Pfafflar und Kaisers. Jeweils auf über

1.000 Metern gelegen, sind die österreichischen

Mini-Gemeinden ideale Ausgangspunkte

für sommerliche Wander- oder Biketouren

in die umliegenden nördlichen Kalkalpen.

Wenn der würzige Duft von Bergkräutern in

der Luft liegt, laden ringsherum urige Almen

und Hütten zur Einkehr ein. Auf den Tisch

kommen Schmankerl wie Speck, Knödel und

Käse von den Sennereien aus der Region.

Besonders reizvoll zum „wild kneippen“ sind

die unbekannten Seitenarme des Lechs am

Wegesrand wie der Hornbach in Hinterhornbach,

der Streimbach in Pfafflar sowie der

Kaiserbach in Kaisers. Im Winter lockt die weiße

Landschaft rund um die vier Ortschaften

zur Bewegung im Schnee. Geführte Skitouren,

Husky-Trekking oder Schneeschuhwanderungen

bietet beispielsweise die Bergschule

Lechtal in Gramais an. So finden Urlauber zu

jeder Jahreszeit Ruhe und ihre innere Balance.

Von der Karriereleiter ins Auszeitdorf.

Hubertus (46) und Claudia (38) Lindner betreiben

ihr alpintouristisches Zwei-Mann-

Unternehmen in Gramais, mit derzeit nur 41

Bewohnern Österreichs kleinste Gemeinde.

In ihrem früheren Leben standen sie für das,

was eigentlich typische Städter ausmacht:

jung, dynamisch, ehrgeizig, studiert und erfolgreich

in Marketing und Management tätig.

Irgendwann aber machten Dienstwagen

und Gehalt allein nicht mehr glücklich, beide

hängten ihre beruflichen Karrieren kurzerhand

an den Nagel. Die Entscheidung für ein

entschleunigtes und nachhaltiges Leben im

Auszeitdorf haben sie nie bereut. Mittlerweile

führt Hubertus wanderaffine Urlauber durch

die Lechtaler Bergwelt, während Claudia, mittlerweile

Mutter eines kleinen Sohns, das neue

„Basecamp Hinterstein“ für die Hausgäste

in Schuss hält. Eine ähnliche Biographie hat

auch Christoph Eisnecker vom Landgasthof

Adler in Hinterhornbach zu erzählen – allesamt

junge Visionäre, die in den vier Tiroler

Auszeitdörfern ihr Glück gefunden haben und

dort ihre ganz persönliche Lebensspur hinterlassen

möchten.


ZU GAST IN

SALZBURG

46 SPORTaktiv


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SOMMERSEILBAHNEN IN

SALZBURG

Anzahl Lifte

Foto: Salzburger Land Tourismus/Franz Pritz

Abtenau im Lammertal www.karkogel.com 1

Annaberg – Lungötz – Dachstein West www.annaberg-lungoetz.com 2

Fanningberg – Mariapfarr www.fanningberg.info 1

Filzmoos – Ski amadé www.filzmoos.ski 1

Flachau – Snow Space Salzburg – Ski amadé www.snow-space.com 2

Großeck – Speiereck – Mauterndorf www.grosseck-speiereck.at 5

Hallein Dürrnberg – Zinkenlifte www.duerrnberg.at 1

Hochkönig / Maria Alm – Dienten – Mühlbach www.hochkoenig.at 3

Kitzsteinhorn / Maiskogel – Kaprun www.kitzsteinhorn.at 5

Königsleiten / Wald – Zillertal Arena www.zillertalarena.com 5

Nussbaumer Lifte / Hof bei Salzburg http://skilift-hof.at 2

Panoramabahn Kitzbüheler Alpen – Mittersill www.panoramabahn.at 2

Raurisertal – Hochalmbahnen www.hochalmbahnen.at 1

Rußbach am Paß Gschütt – Dachstein West www.dachstein.at 1

Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn www.saalbach.com 10

Saalfelden – Hinterreit www.hinterreit.at 1

Schmitten – Zell am See www.schmitten.at 4

St. Johann–Alpendorf – Snow Space – Ski amadé www.snow-space.com 1

Wagrain – Snow Space Salzburg – Ski amadé www.snow-space.com 1

Weissee Gletscherwelt www.gletscherwelt-weissee.at 1

Wildkogel-Arena / Neukirchen – Bramberg www.wildkogel-arena.at 4

Zauchensee – Flachauwinkl – Ski amadé www.zauchensee.at 1

Zwölferhorn Seilbahn St. Gilgen http://zwoelferhorn.at 1

SPORTaktiv

47


2858

KILOMETER

SELBSTFINDUNG

Der Weg zu sich selbst führt

von Obertrum nach Santiago

de Compostela. 2858 Kilometer.

Zu Fuß. Zumindest

tut er das für Norbert Lüftenegger.

Der heute 43-Jährige hat den Jakobsweg

gebraucht um nicht nur zu sich

zu finden, sondern zu erkennen, dass

alle Steine, die in seinem Weg lagen, alle

Hürden und Stürze, alle Schmerzen und

Wunden sein mussten, um ihn zu dem

zu machen, der er ist. Und er ist heute:

ein blonder Mann mit warmem, offenem

Blick und offenem Geist, der ganz

offensichtlich mit sich im Reinen ist.

Das war nicht immer so. Nach einer

unbeschwerten Kindheit am Bauernhof

der Eltern, in der natürlich mithelfen

am Programm stand, aber eben auch

Freiheit im Freien, hat er den geradezu

klassischen Weg eingeschlagen. „Wie das

halt so ist. Frau, Kind, Haus mit Garten“,

erzählt Norbert Lüftenegger. Dazu

die Arbeit als Software-Entwickler. Viel

Arbeit. Auch zu Hause noch. „Vor zwei,

drei Uhr früh bin ich selten ins Bett gegangen.“

Als Ausgleich dazu viel Party,

wenig Sport. Eine Zeit lang geht der

Raubbau an Körper und Seele gut.

Dann aber kommen die Probleme.

Scheidung, Stress, keine Zeit für irgendwas.

Freie Fahrt Richtung Burn-out.

Zum Glück schreit der Körper aber

noch rechtzeitig Stopp, bevor er in die

totale Überlastung kracht.

In der Phase, wir schreiben das Jahr

2013, kommt er auf den Jakobsweg.

Oder besser: Der Jakobsweg kommt zu

ihm. „Für die Pension hab ich mir vorgenommen

diesen Pilgerweg zu gehen“,

erzählt Lüftenegger. Auch aus religiösen

Gründen. „Der Glaube hat mir in

schwierigen Phasen des Lebens immer

schon Kraft gegeben. Der Personalchef

in der Firma hat dann gesagt: Warte

nicht auf die Pension, geh jetzt.“ Kurze

Zeit später bindet er sich die alten Laufschuhe,

hängt sich den Rucksack um,

zieht die Tür hinter sich zu und geht los.

Vier Monate unbezahlter Urlaub und

2858 Kilometer liegen vor ihm. „Am

ersten Tag schon war ich ziemlich fertig.“

Da hatten er und eine Freundin

und ein Freund, die ihn anfangs begleitet

haben, noch nicht einmal die Salzburger

Landesgrenzen überschritten.

Fotos: Norbert Lüftenegger/KK

48 SPORTaktiv


PILGERN BEWEGT, PILGERN

VERÄNDERT. WIE AUS EINEM

PARTYTIGER AUF DEM WEG

INS BURN-OUT EIN AUS-

GEGLICHENER EXTREM-

SPORTLER MIT EINER

MISSION GEWORDEN IST.

VON KLAUS MOLIDOR

SPORTaktiv

49


Die erste Woche ändert sich auch

überhaupt nichts. „Dann geht es schleichend

und nach drei Wochen war ich

richtig bei mir“, erinnert er sich. Da hatte

er schon Österreich hinter sich und

die Schweiz. „Der Alpenraum ist einfach

unbeschreiblich schön. Und die vielen

kristallklaren Seen in der Schweiz sind

mir auch lebhaft in Erinnerung.“ Ebenso

wie ein Nobelort. „Wie er heißt, hab

ich vergessen“, sagt Norbert Lüftenegger.

„Ich bin schlecht mit Namen und speichere

auch nicht alles, das nicht ganz

wichtig ist. Aber die Bilder – die hab ich

abgespeichert im Kopf.“ In jenem Dorf

ging er also durch ein Stadttor. Dahinter:

Luxusboutiquen, Ferraris, Lamborghinis,

der totale Glamour-Schock.

„Nach Wochen in der Natur und der

Einsamkeit hat mich das voll überfordert

und mein Freund und ich sind quasi

rückwärts wieder raus aus dem Ort

und weitergegangen.“

Denn er wollte möglichst viel sehen,

erleben und mit Menschen ins Gespräch

kommen. „Sehr viele interessante Leute

hab ich getroffen, mit teils sehr schweren

Schicksalsschlägen. Das ordnet vieles

neu ein, worüber man selbst sonst jammert.“

In Frankreich ist er dann ganz allein

und wandert durch Gegenden, die so

einsam und abgeschieden sind, „dass du

dich fragst, ob das überhaupt noch Europa

ist.“ Planung ist dort wichtig. „Weil

du musst ja essen und trinken auch.“

Der Pilgerführer über den Jakobsweg ist

ihm dabei eine Hilfe. Hier sortiert sich

DA ZIAGT’S MIR

IMMER NOCH DIE

GANSLHAUT AUF,

WENN ICH DAS

SO ERZÄHLE.

20 Tage hindurch jeden Tag einen Ironman absolvieren – das hat der Obertrumer Norbert

Lüftenegger in Weltrekord-Zeit geschafft

sein Leben endgültig neu, ist Norbert

Lüftenegger weit weg von der Zivilisation

und der Alltags-Taktung. „Da hab

ich kurz nicht einmal mehr gewusst,

welcher Monat gerade ist.“

In Spanien dann fast das genaue Gegenteil.

„Dort herrscht am Jakobsweg

ordentlicher Trubel. Das hat mich schon

ein wenig auf die Rückkehr in die Zivilisation

vorbereitet.“ Prägende Erlebnisse

auch hier. „Es gibt da den Cruz de Ferro,

einen Berg, auf den Pilger einen

Stein legen sollen, den sie von zu Hause

mitgebracht haben. Man soll damit

sinnbildlich seine Sorgen ablegen“, erzählt

Nobert Lüftenegger. Erst habe er

gar keinen mitnehmen wollen, auf den

ersten Schritten nach der Haustür dann

aber doch einen eingesteckt. Sehr viel

später am Berg angekommen, schleppt

er sich hoch. „Da war ich richtig fertig

und konnte kaum noch. Als ich den

Stein abgelegt hab, ist aber wirklich was

passiert. Bergab bin ich leichtfüßig und

lachend gesprungen. Das war der wichtigste

Ort auf meinem Jakobsweg.“

Überhaupt weiß er spätestens seit dem

Jakobsweg, dass es mehr gibt, als man

sehen und angreifen kann. Eines Tages

brechen sich nach einem Gewitter mystisch

ein paar Sonnenstrahlen durch die

Wolken Bahn. „Da musste ich ganz intensiv

an meinen Opa denken. Wenig

später sehe ich, dass ich das Handy nicht

abgeschaltet habe, wie ich es meistens

getan habe. Plötzlich läutet es, meine

Schwester ist dran und in dem Moment

wusste ich, dass der Opa gestorben ist.“

Heute noch, acht Jahre später berührt

Norbert die Erinnerung an diese Szene

stark. „Da ziagt’s mir immer noch die

Ganslhaut auf, wenn ich das so erzähle.“

Nach mehr als drei Monaten ist er am

Ziel. Steht in der Kathedrale in Santiago

de Compostela und sieht den Weihrauchkessel

an einer langen Kette hin

und her schwingen. „Das war beeindruckend.“

Zwei Tage später geht er weiter

ans Cabo de Finisterre – übersetzt das

Ende der Welt. „Da hab ich eine unglaubliche

Freiheit gespürt.“

Der Weg hat ihn verändert. Er hat ihn

gelehrt, das Wichtige vom Unwichtigen

zu trennen. „Ich arbeite immer noch in

der gleichen Firma, mache in weniger

Zeit aber gleich viel wie vorher, und hab

für alles Zeit, was mir Spaß macht und

mich erfüllt.“ Das ist zu großen Teilen

der Extremsport. An Triathlons hat er

sich schon vor dem Jakobsweg versucht.

Jetzt wagt er sich an einen Ironman,

zwei Monate später an einen doppelten

Fotos: Katrin Meier

50 SPORTaktiv


HERZHAFT

FAMILIÄR

VOR ALLEM FAMILIEN FÜHLEN

SICH IN ST. JOHANN IN SALZ-

BURG WIE ZUHAUSE.

Foto: TVB St. Johann in Salzburg

INFOS & BUCHUNGEN

TVB ST. JOHANN IN SALZBURG

T. +43 (0) 64 12/60 36

E-Mail: info@JOsalzburg.com

www.JOsalzburg.com

Durch die zentrale Lage nur 60

Kilometer von der Stadt Salzburg

und der Grenze zu Deutschland ist

die idyllische Kleinstadt der perfekte

Ausgangspunkt für Ausflüge im Salzburger

Land. Dazu kommen eine perfekte

Infrastruktur, speziell auf Familien

ein gestellte Betriebe und eine atemberaubende

Naturlandschaft, so weit das Auge

reicht.

Ein tolles Familienziel ist der Geisterberg

auf 1750 m. Wenn die Gipfel schneefrei

sind, erwachen auf dem Gernkogel die

Feuer-, Wasser-, Erd- und Luftgeister. Die

umliegende Bergwelt sowie die Panoramawanderwege

mit über 40 Erlebnisstationen

bringen nicht nur die kleinen Bergwanderer

zum Staunen. Schon vor der Bergfahrt

können sich Kinder beim Abenteuerspielplatz

direkt an der Talstation der Alpendorf-Gondelbahn

„einspielen“.

Ein Erlebnis für alle ist die Liechtensteinklamm

– eine der längsten und

beeindruckensten Schluchten in den

Alpen. Das Rauschen des Wasserfalles,

die moosbewachsenen Steine in sattem

Grün, eine sagenumwobene Atmosphäre

und die Sonnenstrahlen, die im feinen

Wasserstaub Regenbogen entstehen

lassen, machen dieses Naturschauspiel

einzigartig.

Ans Herz gelegt sei Familien zum einen

die „JoKiWo“, die St. Johanner Kinderwoche

von 29. August bis 4. September:

Sie bietet alles, was sich ein kleines

Abenteuerherz wünscht. So nimmt etwa

einer der besten Märchenerzähler des

Landes die Kinder mit auf eine Reise ins

Land der Feen, Geister und Fabelwesen.

Das Highlight der Woche ist die Aufführung

von „Schwanensee“ von der

Philharmonie Salzburg.

Zum anderen seien die „JO Family

Partner“ hervorgehoben: Das sind die

Familienexperten unter den Gastgebern.

Sie wissen genau, was für Familien

wichtig ist und können deren Wünsche

bis ins Detail erfüllen.

SPORTaktiv

51


NICHT ZU SCHAUEN,

WAS HAT DER ANDERE

MEHR ALS ICH, SONDERN

ZU SEHEN UND ZUFRIEDEN

SEIN MIT DEM, WAS

MAN SELBST HAT.

Egal ob Norwegen (großes Bild) oder

am Jakobsweg. Norbert Lüftenegger

liebt die Bewegung.

Ironman, irgendwann ist er bei der

20-fachen Distanz angekommen. 20

Tage lang jeden Tag einen Ironman –

bei diesem „Double Deca“ hält er auch

den Weltrekord, dazu Guiness World

Records auf der Doppel- und Fünffach-Ironman-Distanz.

„Das Schöne daran

ist: Das ist eine große Familie. Man

macht die Bewerbe miteinander und

nicht gegeneinander.“ Die mentale Stärke

für solche Unterfangen hat er sich auf

der Wanderschaft geholt. „80 Prozent

dieser Bewerbe macht der Kopf aus.“

Weil er unterwegs viele Schicksale

kennengelernt hat, will er auch etwas zurückgeben,

veranstaltet Charitys für

schwerkranke Kinder, um ihnen ein paar

schöne Stunden zu ermöglichen. „Von

dieser Lebensfreude und dem Lebensmut

kann man so viel lernen“, sagt Norbert

Lüftenegger. Ergebnisse sind ihm

egal, das Erleben, das eigene Tun, die

Freude an der Bewegung stehen im Vordergrund.

Der lange Pilgerweg hat seinen

Blick geschärft für die kleinen Dinge

im Leben. Auch dafür, sich nicht zu

vergleichen mit anderen. „Nicht zu

schauen, was hat der andere mehr als

ich, sondern zu sehen und zufrieden sein

mit dem, was man selbst hat.“

Norbert Lüftenegger urteilt nicht, er

lässt Meinungen anderer gelten, Diversität.

Die Meinung der anderen über ihn

spielt eine untergeordnete Rolle. Was er

will ist, andere vom Jakobsweg zu begeistern,

sie zu ermuntern ihn auch zu

gehen, sich darauf einzulassen über das

lange Gehen zu sich zu finden. Ziele hat

er natürlich auch noch. Den Marathon

des Sables durch die Sahara. „Das ist seit

vielen Jahren ein großer Traum.“ 2021

wurde er abgesagt, im April 2022 soll

die nächste Auflage über die Bühne gehen.

Mit Norbert Lüftenegger. Denn

warten will er nicht. Im Hier und Jetzt

leben, das ist seine Devise und seine

Grenzen ausloten. „Die Hitze taugt

mir.“ Und wer schon einmal 2858 Kilometer

gegangen ist, den schrecken 200

Wüstenkilometer nur noch bedingt. Seine

Erfahrungen will er künftig auch in

Seminaren weitergeben. Darin wird es

weniger um die extremsportlichen Leistungen

gehen. „Ich möchte Leute dazu

bewegen sich zu bewegen und ihnen

vielleicht auch beim Sport helfen. Und

natürlich will ich sie motivieren den Jakobsweg

zu gehen und sich auf diese Erfahrung

einzulassen.“ Ist ihm auch

schon ziemlich gut gelungen. . .

Fotos: Norbert Lüftenegger/KK

52 SPORTaktiv


VALIS HÖLLE IST

DER HIMMEL AUF ERDEN

ÖSTERREICHS GRÖSSTE

BIKE-REGION

Mehr als 80 km Lines & Trails,

9 Bergbahnen und 7 Berge

rund um Saalbach, Leogang

und Fieberbrunn

www.bike.saalbach.com

WENN TRAILS FRAUENNAMEN TRAGEN,

IST DAS EIN ZEICHEN, DASS DER BIKE-

SPORT ENDLICH WEIBLICHER WIRD. SO

WIE RUND UM SAALBACH UND CO.

Fotos: Mia Knoll, Klemens König

Ein Blick in die strahlenden

Gesichter auf dieser Seite sagt

alles: Das Mountainbiken hat

doch viel mehr zu bieten als männliche

Muskelspiele, Schweiß und

Konkurrenzdenken in Form von

Strava-Koms. Spaß, Sonne und

einfach eine gute Zeit mit Gleichgesinnten

haben zum Beispiel. Gemütlichkeit

und Sportlichkeit schließen

sich keineswegs aus, das wissen alle,

die in Salzburg in Richtung Saalbach,

Leogang und Fieberbrunn unterwegs

sind. Früher Hort schweißtreibender

Urlaube von downhillbikenden

Männerhorden, sind die Trails, Bars

und Sonnenbankerl mittlerweile

bevölkert von sportlichen Damenrunden

jedes Alters. Gravelbike, E-MTB

und Rennradboom tragen das ihre

dazu bei, die Orte bunter und

weiblicher einzufärben.

Doppeltes Glück für die Region,

dass mit Vali Höll Österreichs beste

und schnellste Frau auf dem Downhillbike

eine waschechte Saalbacherin

ist. Kein Wunder, dass sie mit dem

Bike vor ihrer Haustür oben am Spielberghaus

aufgewachsen ist. „Ich wohne

im Bike-Paradies – dort wo andere

Urlaub machen! Cool ist auch, dass

meine Eltern von Anfang an komplett

aufs Biken eingestellt waren.“ (Valentina

Höll) Eine Sektion der Weltmeisterschaftsstrecke

von 2020 im Bikepark

Leogang trägt jetzt ganz ihren

Namen – „Vali’s Hölle“. Ab Sommer

steht diese Passage als eigenständige

Downhill-Line zur Verfügung.

Auch Fieberbrunn hat jetzt einen

„eigenen“ Trail. Der Schweinestberg-Trail

(4 km/leicht) führt von der

Streuböden-Mittelstation über einen

bewaldeten Bergrücken zur Talstation.

Eine breite Linienführung zaubert Bikerinnen

ein Grinsen ins Gesicht. Der

Easy Park Obingleiten lädt zum „Spielen“

am Bike genauso ein wie der

neue Pumptrack.

Zurück in Saalbach: Am Fuße der

Kohlmaisbahn in Saalbach wird zu

Beginn der Bike-Saison ein neuer Learn-to-Ride-Park

eröffnet. Auf vier

„Mini-Lines“– also kleinen Versionen

der Trails – mit Zauberteppich und einem

Rundkurs können Anfänger ihre

ersten Versuche auf gebauten Bikestrecken

machen und ihre Skills verbessern.

Abgerundet wird das Angebot

durch die speziell auf Bikerinnen und

Biker abgestimmten Serviceleistungen

wie Bike-Shops, Verleih, Bikeschulen,

Guiding und Übungsareale. Und klar,

auch beim Après-Bike in relaxter Atmosphäre

kommen Mann und Frau

voll auf ihre Kosten.

SPORTaktiv

53


Covid-19 begleitet uns auch

durch den Bergsommer 2021.

Ob wir wollen oder nicht.

Zwar gibt es erfreuliche Tendenzen

der Entspannung. Die

Durchimpfungsrate steigt. Die Intensivstationen

sind nicht mehr übervoll

mit dramatischen Fällen. Und doch,

von völliger Entwarnung kann keine

Rede sein. Peter Paal – Primar für Anästhesie

und Intensivmedizin in Salzburg,

Notarzt, Bergrettungsarzt, Alpinsportler

und Präsident des Österreichischen Kuratorium

für alpine Sicherheit (ÖKAS)

- analysiert im Gespräch mit SPORTaktiv

den Status quo. Er liefert Tipps und

Empfehlungen, um gut durch den

zweiten virusgeprägten Bergsommer zu

kommen. Und er gibt Hintergrundwissen

weiter, damit wir das Covid-19 auslösende

Virus, das „SARS-CoV-2“

heißt, bestmöglich verstehen.

zumindest bis Frühjahr 2022 für völlig

unrealistisch. Das betrifft uns alle – auch

Geimpfte und Genesene. Es sind die

Mutationen, die trotz Immunisierung

nicht zu unterschätzen sind. Mit jedem

einzelnen Covid-19-Krankheitsfall auf

der Welt steigt das Risiko, dass weitere

gefährlichere – beispielsweise ansteckendere

oder tödlichere – Mutationen entstehen.

Denn in jedem Infizierten bildet

sich das Virus täglich milliardenfach.

Entsprechend ist das Risiko, dass gefährliche

Varianten entstehen, bei denen

etwa Impfungen weniger wirksam sind,

allgegenwärtig. Unser aller Ziel muss

sein, möglichst wenige oder noch besser

keine Infizierten zu haben. Sonst können

weitere größere Covid-19-Wellen

wohl kaum verhindert werden.

Was heißt das für die nächsten Jahre?

International ist die Pandemie noch länger

nicht überstanden. Solange die

Menge der täglichen Neuerkrankungen

auf der Welt extrem hoch ist, sind wir

vom Pandemie-Ende weit entfernt.

Gleichzeitig ist zu erwarten, dass sich

Menschen ähnlich wie mit Grippeviren

auch regelmäßig mit SARS-CoV-2 anstecken

werden.

DAS

GIPFELBUSSI

Ist mit Ende der dritten Covid-19-

Welle für den Bergsport dauerhaft

Entwarnung zu geben?

Leider können wir trotz des Abflachens

der dritten Welle in Österreich keine

Entwarnung geben. Die Vorsichtsmaßnahmen

ganz zu verwerfen, halte ich

MUSS WARTEN

NICHT WILLKOMMEN. UND DOCH PRÄGEND. DER ZWEITE

BERGSOMMER, DOMINIERT VON COVID-19, STEHT VOR DER

TÜR. GRUND GENUG MIT PETER PAAL, INTENSIVMEDIZINER

UND PRÄSIDENT DES ÖSTERREICHISCHEN KURATORIUMS

FÜR ALPINE SICHERHEIT DEN STATUS QUO ZUSAMMEN MIT

DEN WICHTIGSTEN DOS & DON’TS ZU DISKUTIEREN.

VON OLIVER PICHLER

54 SPORTaktiv


PETER

PAAL (47)

Geboren in Bruneck, Südtirol,

Medizinstudium in Innsbruck

& Padua. Primarius für Anästhesie

und Intensivmedizin am

Krankenhaus Barmherzige

Brüder in Salzburg, Notarzt &

Bergrettungsarzt, wissenschaftlicher

Leiter der International

Commission for Mountain

Emergency Medicine (ICAR

MedCom), Vizepräsident der

Österreichischen Gesellschaft

für Alpin- und Höhenmedizin.

Forschungsschwerpunkte u.a.:

alpine Notfallmedizin, Lawine,

Unterkühlung, extreme Bedingungen,

Public Health.

KONTAKT

Österreichisches Kuratorium

für alpine Sicherheit

T. +43 512/36 54 51

peter.paal@alpinesicherheit.at

www.alpinesicherheit.at

Fotos: istock, Peter Paal

SPORTaktiv

55


COVID-19-EMPFEHLUNGEN

von Peter Paal

Die 3-G-Regel (Geimpft? Genesen? Oder Getestet?) ist unbedingt zu

beachten.

Sich impfen zu lassen und dabei zu bedenken, dass optimaler Impfschutz

erst Wochen nach abgeschlossener Impfung gegeben ist, ist

zentral von Bedeutung.

Trotz Impfung ist weiterhin Vorsicht geboten. Denn bei 5 bis 6 Prozent

aller Geimpften sind Reinfektionen möglich: Diese verlaufen

zwar in der Regel für Geimpfte harmlos, aber das Anstecken anderer

ist in einem solchen Fall weiterhin möglich.

Umarmungen am Gipfel, Handshakes u.ä. sind mit Menschen, die

nicht im gleichen Haushalt leben, zu vermeiden.

Kein Kontakt mit Gegenständen von Personen, die nicht im gleichen

Haushalt leben, beispielsweise Handys und Fotoapparate oder Trinken

aus nicht eigenen Flaschen, Bechern, Gläsern, Schnapsstamperln

sowie kein gemeinsames Verwenden von Besteck oder Tellern.

Lässt sich Kontakt mit Dingen, die von anderen Personen berührt

wurden, nicht vermeiden, dann sind die Finger oder besser die ganze

Hand nicht mehr ans Gesicht zu führen und möglichst bald zu desinfizieren

oder mit Seifenwasser gründlich zu waschen.

FFP2-Masken bei Nichtverwendung sinnvoll verwahren: gefaltet einstecken

oder noch besser in einem Plastiksackerl (etwa frischer Gefrierbeutel)

einpacken.

Desinfektionsmittel sollte immer dabei sein. Bei Anwendung beide

Hände komplett damit einreiben. Die maximale Wirkung ist erreicht,

wenn das Mittel eingetrocknet ist.

Hände waschen mit Seife. Seifenwasser zumindest 30 Sekunden in

die Hände einreiben. Erst dann gründlich spülen. Die Einseifdauer ist

nötig, um die Hülle des Virus zu durchbrechen und es so unschädlich

zu machen.

In Hütten auf Abstand, Hygiene und richtiges Verhalten beim Husten

& Niesen achten.

Beim Übernachten in Schutzhütten und allen anderen Quartieren die

dort definierten Verhaltens- und Abstandsvorgaben einhalten. Einzeloder

Zweibettzimmer wählen bzw. Zimmer nur mit Personen aus

dem eigenen Haushalt teilen. Falls man Quartiere mit Haushaltsfremden

teilen muss, sollte auf eine gute Durchlüftung geachtet werden.

Beim Benützen von Seilbahnen sind FFP2-Masken zu tragen und Vorgaben

der Bergbahnen einzuhalten.

Bei Autofahrten sind, wenn man gemeinsam mit Personen im Auto

ist, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, FFP2-Masken zu tragen

und auf eine gute Durchlüftung zu achten.

Was wird in den nächsten Monaten

möglich sein? Was nicht?

Wir können national und wohl auch innerhalb

der EU reisen und in die Berge

gehen. Wenn auch unter Beibehaltung

der Covid-19-Schutzmaßnahmen.

Schon im Vorjahr hat der Alpinsport bei

Einheimischen extrem geboomt. Für

heuer erwarten wir weitere Steigerungen

und noch mehr Menschen, die in die

Berge wollen, auch weil ausländische

Gäste wieder vermehrt nach Österreich

reisen dürfen. Noch nicht ganz klar ist,

wie Bergsport-Kurse etwa der alpinen

Vereine durchführbar sein werden.

Nicht anzuraten ist es derzeit, Alpinismus-Fernreisen

etwa in den Himalaya,

nach Afrika (Kilimandscharo u.ä.) oder

nach Südamerika zu unternehmen, weil

in diesen Regionen Covid-19 noch länger

problematisch bleiben dürfte.

Gibt es für den Bergsport aktuelle

Erkenntnisse, die zusätzlich zu den

bekannten Verhaltensweisen

wichtig sind?

Wir wissen heute, dass FFP2-Masken

ein äußerst wirksamer Schutz vor SARS-

CoV-2 sind. Das Ansteckungsrisiko ist

minimal, solange die Maske über die

Atemorgane Nase und Mund getragen

wird. Gefährlich ist es immer dann,

wenn die Maske bei geringem Abstand

zu anderen – etwa in Hütten – abgenommen

oder nicht korrekt getragen

wird. Denn virushaltige Aerosole, die

sich in der Luft befinden, sind die mit

Abstand häufigste Übertragungsform.

Gleichzeitig reduzieren Masken die

Atemleistung und damit die Leistungsfähigkeit.

Deshalb ist es beim Bergsport

viel besser, sich mit ausreichend Abstand

zu schützen, also zumindest zwei Meter

Abstand zu nicht im gleichen Haushalt

lebenden Personen zu halten, um auf die

Maske verzichten zu können. Wie im

Bergrettungsbereich mit Masken umzugehen

ist, ist Teil neuer Empfehlungen

der Internationalen Kommission für Alpine

Rettung (IKAR).

Welche Verhaltensweisen sind am

Berg wegen Covid-19 zu vermeiden?

Was ist speziell zu bedenken?

56 SPORTaktiv


Das Trinken aus gemeinsamen Gläsern

oder Flaschen ist ein absolutes No-Go.

Auch das Anstoßen mit bereits benützten

Gläsern ist nicht ratsam. Unbedingt

zu vermeiden ist geselliges, gemeinsames

Essen aus einer großen Pfanne oder

Schüssel. Auch das Tauschen bzw. Verleihen

gebrauchter Kleidung sollte unbedingt

vermieden werden. Leider muss

auch weiterhin auf Handshakes, Umarmungen

oder das Busserl nach dem Gipfelsieg

verzichtet werden. Und wenn

man mit Gegenständen, Stahlseil-Versicherungen

oder Klettersteig-Sicherungselementen

in Kontakt kommt, die auch

andere berühren, sollte man, bevor man

sein Gesicht berührt oder etwas isst bzw.

trinkt, die Hände gründlich desinfizieren

oder mit Seife ebenso gründlich waschen.

Besteht wegen der vielfältigen

Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen

die Gefahr, andere alpine Risiken zu

übersehen?

LEIDER MUSS AUCH WEITERHIN

AUF HANDSHAKES, UMARMUNGEN

ODER DAS BUSSERL NACH DEM

GIPFELSIEG VERZICHTET WERDEN.

Trotz Covid-19 sind alle anderen Gefahren

der alpinen Natur nicht geringer zu

schätzen. Bisherige Maßnahmen, um am

Berg sicher unterwegs zu sein, haben

nichts an Bedeutung verloren. Ganz im

Gegenteil. Denn kommen mehr Menschen,

unter ihnen auch mehr alpinistisch

Unerfahrene, in die Berge, so wirkt

sich das negativ auf die Unfallgefahr aus.

Im Sommer 2020 gab es 40 Prozent

mehr Unfälle als im langjährigen Durchschnitt.

Wer eine neue Alpinsportart

ausüben möchte, dem raten wir, einen

entsprechenden Kurs bei einem der alpinen

Vereine oder einem Experten zu besuchen.

Das gilt etwa fürs Klettersteiggehen,

Klettern oder Mountainbiken.

Wie sehen Sie die über den Sommer

hinausreichende Zukunft?

Solange die WHO die am 11.3.2020

ausgerufene Covid-19 Pandemie nicht

offiziell für beendet erklärt, bleibt das

Restrisiko beträchtlich. Voraussichtlich

dürfte uns Covid-19 als chronische Infektionskrankheit

erhalten bleiben, mit

der wir zu leben lernen müssen. Überdies

haben Experten mindestens 20

weitere Erreger ausgemacht, die ein

SARS-CoV-2 ähnliches oder noch größeres

Pandemie-Potenzial haben. Details

dazu erläutert Prof. Frank M.

Snowden sehr informativ in seinem

Buch „Epidemics and Society“.

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NATUR, BERGE UND

JEDE MENGE SPASS

Flachau im Salzburger

Land ist ein Eldorado

für alle, die sich

gerne in schönster

Umgebung bewegen

und dabei so viel wie

möglich erleben

möchten.

Die Berge gehören in Flachau zum

Sommerurlaub wie die modernen Lifte,

die köstliche Almjause und das überwältigend

schöne Panorama. Eingebettet zwischen

dem Dachstein und dem Tauernmassiv bietet

Flachau eine geniale Kombination aus Entspannung,

Bewegung, Naturgenuss und Action.

Die Gipfel in und um Flachau sind zwischen

2000 und 3000 Meter hoch und gehören zu

den schönsten Aussichtsbergen im ganzen

Salzburger Land: So etwa das Wanderparadies

Grießenkar. Hinauf geht es zu Fuß oder –

komfortabler – mit den Bergbahnen. Ob

alleine oder mit Wanderführern, auf bestens

markierten Wegen oder auf unterhaltsamen

Themenlehrpfaden: Die Berge in Flachau sind

ein Outdoor-Paradies! Urige Hütten, funkelnde

Foto: Flachau Tourismus

58 SPORTaktiv


FLACHAU TOURISMUS

A-5542 Flachau

T. +43 (0)64 57/22 14

E-Mail: info@flachau.com

www.flachau.com

Bergseen und erfrischende Quellen

gehören ebenso zu den Wegbegleitern

wie die Kühe und Pferde, die den

Sommer auf der Alm verbringen.

Flachau gilt auch als eine der besten

(E)-Mountainbike-Destinationen im

SalzburgerLand. Neben einem 700

Kilometer langen MTB-Wegenetz und

45 ausgewiesenen Routen werden im

Sommer täglich geführte (E)-Mountainbike-

Touren angeboten. Es gibt ein

Bike- Kompetenzzentrum, mehrere

(E)-Bikeverleihstellen und einen

MTB-Technik-Parcours. Das Mountainbike-Highlight

in der Region ist der

Stoneman TAURISTA, der Mitte Juni

bereits in die vierte Saison startet.

Überhaupt gibt es viel Neues auszuprobieren

in Flachau wie Rafting,

Riverbug, Canyoning, Mountaincart,

Segway-Trips, Mountainskyve oder

Stand-up-Paddling. Sechs Sportschulen

sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

Die Alpen-Achterbahn „Lucky

Flitzer“, zwei Hochseilgärten, zwei

Badeseen und die Erlebnistherme

Amadé bieten zusätzlichen Freizeitspaß.

Ein besonderer Service ist das Sport- &

Aktivzentrum Flachau, in dem das

Urlaubs wunschprogramm individuell

zusammengestellt und gebucht werden

kann.

Ein beliebtes Urlaubsutensil ist die

Flachau-Sommer-Card, die alle Gäste ab

einem Aufenthalt von zwei Nächten von

ihren Gastgebern geschenkt bekommen.

Alle Gäste, die zwei Nächte oder länger

bleiben, kommen damit in den Genuss

einer kostenlosen Berg- und Talfahrt

mit den Bergbahnen Flachau, täglich

geführten Erlebniswanderungen und einem

tollen Familien-Actionprogramm.

Der perfekte Urlaub beginnt schon

mit der perfekten Anreise: Und diese

gestaltet sich bei einem Aufenthalt in

Flachau denkbar einfach. Flachau liegt

rund 70 Kilometer südlich der Stadt

Salzburg und ist über die Tauernautobahn

A10 erreichbar. Flachau verfügt

über zwei eigene Abfahrten aus beiden

Richtungen (Flachau/Flachauwinkl).

Und mit der Aktion „Easy Summer

Storno“ bieten im Sommer 2021 viele

Flachauer Betriebe außerdem kulante

Stornobedingungen an. So können alle

Buchungen, die über flachau.com getätigt

werden, bis 14 Tage vor Anreise

kostenlos storniert oder umgebucht

werden.

SPORTaktiv

59


INFOS

SCHMITTENHÖHE

InfoCenter: T. +43 (0) 65 42/789-211

www.schmitten.at

NATURERLEBNIS

UND WANDERGENUSS

EIN RUCKSACK VOLLER ABENTEUER

UND ATEMBERAUBENDER PANORAMA-

BLICKE ERWARTET WANDERER UND

FAMILIEN AUF DER SCHMITTENHÖHE,

DEM HAUSBERG VON ZELL AM SEE.

Gäste erreichen die Schmittenhöhe

sicher mit den verschiedenen

Sommerbahnen. Oben

angelangt kann der Panoramaberg

auf zahlreichen Wander- und

Erlebniswegen erkundet werden.

Den perfekten Start ermöglicht die

Höhenpromenade mit Aussichtsplattformen,

Thementafeln und

einem Rundumblick auf rund 30

Dreitausender. Der Panorama-Wanderweg

ist auch ein idealer Ausgangspunkt

für alle Trail-Begeisterten.

Die stetig steigende Strecke

erfordert durchaus Kondition, dafür

wartet im Anschluss eine Erfrischung

auf einer der Panorama-

Terrassen der Schmittenhöhe.

Am Sonnkogel dreht sich alles

um frische, heimische und vor

allem essbare Naturerlebnisse – wie

Kräuter, Rüben oder Pilze. So bieten

die Stationen entlang des Wander-

weges „Kraut&Ruam“ Einblicke

in die Wirkung und Heilkräfte der

Wildkräuter. Welch schmackhafte

Köstlichkeiten daraus zubereitet

werden können, lässt sich im Anschluss

beim Besuch im Sonnkogel-

Restaurant herausfinden, ist doch

der Restaurantleiter der Initiator des

Wanderweges und selbst ausgebildeter

Kräuterexperte.

Auf das Thema Genuss wird

auf der Schmittenhöhe generell

Augenmerk gelegt. So finden sich

diesen Sommer jeweils drei Termine

zur beliebten Sonnenaufgangswanderung

mit Bergfrühstück und

zum Rosenfrühstück am Zeller See,

Panorama-Rundfahrt inklusive.

„100 % Fahrspaß mit 0 % Emission

– und das für die ganze Fami-

lie“, lautet das Motto in Österreichs

höchstgelegenem E-Motocross-Park.

Genauso viel Spaß

macht ein Besuch im Offroad-Park

direkt daneben – hier müssen ferngesteuerte

SUVs – „Crawler“ mit

viel Geschick über einen Parcours

manövriert werden. Gleich angrenzend

startet der Erlebniswanderweg

„Schmidolins Feuertaufe“. Dort

erlebt man gemeinsam mit dem

Schmitten-Drachen Schmidolin

zahlreiche Abenteuer. Ein Spaß für

die ganze Familie!

Neben viel Freiraum und einem

bestens durchdachten Sicherheitsund

Hygienekonzept bietet die

Schmitten diesen Sommer vor allem

eines: ein sicheres Gefühl beim

sommerlichen Bergvergnügen!

Fotos: Schmittenhöhebahn AG

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an Hosen entwickelt, um sicherzugehen, dass du die

perfekte Hose für dich findest. Es gibt schließlich

viele verschiedene Aktivitäten und es gibt ebenso

viele verschiedene Witterungsbedingungen. Es gibt

eine ganze Reihe unterschiedlicher Materialien und

noch viel mehr unterschiedliche Körperformen. Was

ist dir wichtiger: die einzigartige Bewegungsfreiheit

unseres G-1000 Air Stretch Materials oder die

ausgezeichnete Strapazierfähigkeit und die wasserabweisenden

Eigenschaften von Eco-Shell? Willst du

eine Hose mit seitlichen Belüftungsreißverschlüssen

oder lieber mit Zip-Off-Beinen, um sie als Shorts

tragen zu können? Zunächst solltest du gut darüber

nachdenken, was du vorhast und wo – es ist die Mühe

wert. Wenn du deine Fjällräven Hose gefunden hast,

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Jahr für Jahr. Wir sehen uns draußen.

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Brandnertal www.vorarlberg-alpenregion.at 5

Damüls www.damuels-mellau.at 3

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Faschina – Fontanella www.seilbahnen-faschina.at 1

Gargellen / Montafon www.traumschnee.at 1

Golm im Montafon www.golm.at 3

Kleinwalsertal – Kanzelwand – Fellhorn www.ok-bergbahnen.com 3

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Mellau – Damüls – Faschina Skischaukel www.mellau-damuels.at 1

Montafoner Kristbergbahn – Silbertal montafon.at/kristberg 1

Pfänderbahn – Bregenz am Bodensee www.pfaenderbahn.at 1

Schilifte Schuttannen www.sv-hohenems.at 2

Seilbahn Bezau www.seilbahn-bezau.at 1

Seilbahnen Sonntag www.sonntagstein.at 1

Silvretta Bielerhöhe im Montafon www.silvretta-bielerhoehe.at 1

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Sonnenkopf – Klostertal www.sonnenkopf.com 1

Walmendingerhorn – Ifen – Heuberg www.ok-bergbahnen.com 4

Warth – Schröcken am Arlberg www.warth-schroecken.at 1

SPORTaktiv

63


Man sieht sie wieder. In Prospekten, in

den Regalen, an den Füßen, auf den Almen

– solide, wuchtige Wander- und

Bergschuhe aus Leder. Einige Jahre haben

die Synthetik-Materialien mit den

wasserdichten Gore-Tex-Membranen den Markt beherrscht.

Die Klimawandel-Diskussion und die Corona-Pandemie

haben den „Zurück zur Natur“-Trend

aber enorm verstärkt. Und darum kommt auch Leder

wieder vermehrt in der Schuh-Industrie zum Einsatz.

Viele große Hersteller haben Modelle im Programm,

bei denen Schaft und Innenfutter aus dem Naturmaterial

gefertigt sind. Ob Asolo und Salewa aus Italien oder

Lowa aus Deutschland. Fast alle haben Leder zumindest

beim Innenfutter wieder entdeckt. „Weil es vom

Komfort her einfach nix Besseres gibt“, sagt Herbert

Buczek, Geschäftsführer beim italienischen Bergschuhhersteller

Asolo. „Leder passt sich an den Fuß des Trägers

an und es sorgt für ein gute Fußklima, weil es atmet.

Die Kuh hat durch die Poren ihrer Haut ja auch

geatmet“, erklärt er die Vorzüge ganz plastisch.

ES ATMET, ES IST KOMFORTABEL, ES

WÄCHST NACH. LEDER IST BEI BERG-

UND WANDERSCHUHEN WIEDER IM

KOMMEN. WAS DAS NATURMATERIAL

AUSZEICHNET, WARUM MAN AUF EIN

WURSTBROT VERZICHTEN SOLL UND WIE

CORONA DIE SCHUHPREISE BEEINFLUSST.

VON KLAUS MOLIDOR

LUST AUF

LEDER

64 SPORTaktiv


Fotos: Getty Images, Salewa

Nach einer langen Tour hat er immer Zustiegsschuhe

mit Leder-Innenfutter im Kofferraum seines Autos.

„Wenn ich dann dicke Füße vom langen Gehen hab,

schlüpf ich ohne Socken in die Lederschuhe und fahr

heim. Das ist pure Erholung für die Füße“, sagt Buczek.

Auch beim ebenfalls italienischen Bergsportausrüster

Salewa aus Bozen merkt man eine verstärkte Nachfrage.

Leder ist dort ja in der DNA der Marke eingeschrieben.

„Salewa steht ja für SAttler- und LEderWAren“, erklärt

Chefdesigner Thomas Moe. Und Alexander Würtinger

von Lowa vergleicht das Leder-Innenfutter mit einem

Socken. „So gut passt es sich an. Vom Tragekomfort ist

es unerreicht.“

Verwendet wird hauptsächlich Rindsleder. Entweder

von der Außenseite oder der Fleischseite. Kommt das

Leder von der Hautseite der Kuh, nennt man es Nubukleder.

„Das ist das teurere Leder, weil es ja Risse

oder Löcher haben kann, wenn die Kuh wo hängen geblieben

ist. Dadurch hat man tendenziell mehr Verschnitt“,

sagt Herbert Buczek. Das Leder von der

Fleischseite, auch Spalt- oder Veloursleder genannt, ist

noch robuster und kommt vor allem im alpinen Bereich

zum Einsatz. Beiden gleich ist, dass sie gegerbt

werden müssen. Das geschieht auch heute noch durch

den Einsatz von Chrom. Das aber nicht mehr hochgif-

SPORTaktiv

65


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tig oder sogar gesundheitsschädlich

ist. „Früher kam oft Chrom VI zum

Einsatz, das war tatsächlich sehr giftig“,

erklärt Buczek. „Das kann sich

heute aber keiner mehr leisten. Mittlerweile

wird fast überall das unbedenkliche

Chrom III eingesetzt.“ Und

ein Gerben ganz ohne Chemie? „Nur

mit Wasser wäre es auch möglich, so

wie man es ganz früher gemacht hat.

Das Leder wird dabei auch ganz wunderbar

weich. Allerdings wird dabei so

unverhältnismäßig viel Wasser eingespült,

dass man sich schon die Frage

stellen muss, was schlechter ist. Das

Chrom oder die vergeudeten Wassermassen“,

sagt Buczek.

„Mit Blick auf ökologische Aspekte

hat sich das Gerben in den vergangenen

Jahren enorm verbessert“, weiß

Salewa-Chefdesigner Thomas Moe.

„Unsere Partner, die das für uns übernehmen,

halten sich in jedem Fall

strikt an die Umweltschutzvorgaben.“

Ob man nun zu einem Leder- oder

Membranschuh greift, hängt immer

auch vom Einsatzzweck ab. „Auf einer

Eintagestour bei schönem Wetter ist

der Lederschuh perfekt. Gehe ich

mehrere Tage und könnte es dabei

Regen geben, hat ein Gore-Tex-Schuh

natürlich Vorteile. Weil bis der Lederschuh

trocken ist, dauert es ewig“,

sagt Buczek. Lederschuhe haben zudem

immer noch ein wenig das

Image, dass sie bockig sind und eingegangen

werden müssen. „Das

stimmt aber nicht mehr“, sagt Buczek.

„Früher, als die Schuhe zwiegenäht

waren, hat das schon gestimmt,

da waren sie anfangs sehr steif.“ Auch

Thomas Moe schlägt in diese Kerbe.

„Dank neuer Verarbeitungsprozesse

auch bei den Gerbereien ist das Eingehen

quasi überflüssig. Lederschuhe

sind mir dem Kauf bereits verlässlich

bequem.“

So oder so sollte man eine große

Tour nicht mit einem komplett neuen

Schuh gehen, sondern ihn erst einmal

auf kleinerer Runde ausprobieren –

ganz egal, aus welchem Material er

gefertigt ist.

Leder ist auch robuster und bekommt

maximal ein paar Kratzer,

wenn man am Felsen reibt oder hängen

bleibt. „Haltbarkeit und Langlebigkeit

sind ein großer Vorteil“, sagt

Thomas Moe von Salewa. „Kunstfasern

reißen da mit der Zeit sicher

schneller auf“, ergänzt Herbert Buczek

von Asolo. Dafür sind Lederschuhe

auch schwerer, was sich bei sehr

langen Touren durchaus bemerkbar

machen kann.

Ein großer Vorteil ist die Stabilität,

wie Alexander Würtinger von Lowa

erklärt. „Gerade beim Bergabgehen

unterstützt der robustere und stabilere

Lederschuh den Fuß sehr, das wird

gerne übersehen. Das kann ein Synthetikschuh

in der Form nicht. Zum

einen ist das ein Sicherheitsmerkmal,

zum anderen kommt man einfach we-


niger ermüdet wieder unten an.“ Sein

Tipp generell: „Den Bergschuh lieber

eine Kategorie höher nehmen. Das

entlastet die Gelenke und vor allem,

wenn man mit Rucksack geht, ist

mehr Stabilität unerlässlich. Gewicht

nicht beim Schuh einsparen, sondern

lieber ein Wurstbrot weniger einpacken

und auf der Hütte jausnen.“

Ganz im Trend der Zeit ist der

Nachhaltigkeitsaspekt. Denn eigentlich

ist Leder ein Abfallprodukt, das

weggeworfen würde, wenn man es

nicht zurichten würde. „Denn die

Kuh stirbt ja nicht für das Leder, sondern

für das Fleisch“, bringt es Buczek

wieder auf den Punkt. „Grundsätzlich

spricht der natürliche Ursprung

des Materials natürlich fürs

Leder“, meint Thomas Moe. „Kritische

Punkte bleiben trotz positiver

Entwicklungen der Gerbungsprozess

sowie generell die Frage nach Art und

Weise der Tierhaltung.“

Daher gibt es sowohl bei Salewa als

auch bei Asolo und Lowa die Nachfrage

nach veganen Schuhen. Die wiederum

kommen kaum ohne Erdöl aus

– da stellt sich dann wiederum die

Frage, was in der Gesamtklimabilanz

jetzt der bessere Weg ist. Salewa

forscht daher seit Jahren an alternativen

Materialien wie Wolle und Hanf.

„Wir gehen davon aus, dass es mittelfristig

eine Vielzahl an Entwicklungen

geben wird, die ölbasierte Materialien

ablösen“, blickt Chefdesigner Moe in

die Zukunft.

Egal ob Leder oder nicht. Der

Bergschuhmarkt boomt. Große

Sportgeschäfte in München verlangen

schon nach Termin-Reservierung für

einen Kauf. Dafür bekommt man

dann auch wirklich eine halbstündige

gute Beratung. Die große Nachfrage

hat ihren Preis. „Die Rohstoffe sind

knapp, es gibt Lieferschwierigkeiten

und wir sind auch mit den Produktionskapazitäten

am Limit“, sagt Buczek.

Der Effekt: 7 Prozent höhere

Kosten, die Asolo in dieser Saison

noch schluckt, „aber dann werden die

Schuhe teurer werden.“ Nur das Leder

könnte wieder billiger werden.

„Der Preis hängt nämlich auch mit

Corona zusammen“, sagt Buczek.

„Durch die globalen Lockdowns war

die Gastronomie lange geschlossen, es

gab weniger Feste und Feiern und dadurch

wurden auch weniger Rinder

geschlachtet. Das bedeutet weniger

Leder und steigende Preise.“

TIPPS ZUR PFLEGE

Thomas Moe von Salewa rät zu Folgendem: „Idealerweise entfernt

man Schnürsenkel und Innensohle, um den Schuh gründlich mit Wasser

reinigen zu können. Anschließend wird auf den feuchten Schuh

eine spezielle Lederpflege aufgetragen. Hier raten wir auf umweltfreundliche

bzw. PFC freie Produkte zu achten. Der Schuh sollte niemals

an der prallen Sonne getrocknet werden, um zu vermeiden,

dass das Leder spröde wird. Ebenfalls darauf achten, dass der Schuh

auch innen gut austrocknet, um Schimmelpilz zu vermeiden. Hierfür

hilft immer noch das altbewährte Zeitungspapier.

Alexander Würtinger von Lowa ergänzt: „Besonders wichtig sind spezielle

Pflegeprodukte. Auch die aber nicht zu dick auftragen, damit die

Poren nicht versiegelt werden. Wichtig ist auch, dass das Leder nicht

trocken wird. Gerade an der Stelle des Großzehengrundgelenks, wo

der Schuh abgebogen wird.“

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Kleine Unfälle und Verletzungen sind

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Sport. In den meisten Fällen handelt es

sich um oberflächliche Wunden wie

Schürf-, Riss-, Kratz- oder Schnittwunden,

bei denen die oberen Hautschichten

lokal geschädigt sind. In der Regel

kommt es dabei nur zu einer leichten

Blutung mit geringfügigen Schmerzen.

Bei offenen Wunden besteht jedoch die

Gefahr einer Wundinfektion. Aus diesem

Grund ist es wichtig, die Wunde

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SPORTaktiv

67


Ein Blick in die Bergsportabteilung

der Sporthändler

zeigt meist eine Riesenauswahl

an Schuhen unterschiedlichster

Formen, Farben

und Höhen. Wodurch unterscheiden

sich die alle jetzt aber und wie

navigiere ich durch die bunte

Vielfalt. Hilfe bieten die Kategorien,

die der deutsche Hersteller

Meindl in den 1970er-Jahren erfunden

hat und die von A bis D

reichen. Welcher Schuh was bietet

und für welches Gelände er geeignet

ist, haben wir uns von Alexandra

Teufel vom Gigasport in

Villach erklären lassen.

?

WELCHER

SCHUH

FÜR WELCHE

TOUR

Fotos: iStock, Alexandra Teufel/KK

68 SPORTaktiv


A

„Das sind leichte Schuhe,

eher noch im Freizeitbereich

mit einer weichen Sohle, die

ein angenehmes Abrollen ermöglicht“,

erklärt Alexandra Teufel. Manche sind

da knöchelhoch geschnitten, vieles

spielt sich auch im Halbschuhbereich

ab. Auch Modelle, die für „Speed-Hiking“

beworben werden, fallen unter

diese Kategorie. Das Profil ist nicht

sehr tief und von vorne bis hinten

gleich. „Wald und Wiese, gute Wege,

Nordic Walking – das sind die Einsatzbereiche

dieser Schuhe“, sagt Teufel.

A/B

Das sind leichte

Wanderschuhe, die

schon über den

Knöchel gehen und mit denen man ein

bisschen steilere Wege gehen kann. Sie

kommen auf leichteren Berg- oder Hügeltouren

zum Einsatz. „Die sind bereits

ein wenig stabiler und torsionsfester“,

sagt Teufel. Die Torsion kann man

überprüfen, wenn man versucht die

Sohle zu verwinden.

B

„Da

sind wir bei den Trekkingschuhen“,

erklärt die Expertin.

Mit ihnen geht es

WANDER-, TREKKING-

ODER BERGSCHUH?

STEIGEISENFEST, WIE-

DERBESOHLBAR, CLIM-

BING-ZONE. WELCHER

SCHUH KANN WAS?

UND WIE FINDE ICH DEN

RICHTIGEN FÜR MEIN

EINSATZGEBIET?

VON KLAUS MOLIDOR

schon auf anspruchsvollere Wanderungen,

auf denen einen schlecht gewartete

Wege oder Steige erwarten. „Alles, wo

nur noch Fußgänger unterwegs sind

und man nicht mehr mit einem Kinderwagen

fahren kann“, sagt Teufel.

Das Profil wird tiefer und kann auch

schon eine „Climbing-Zone“ aufweisen.

Das sind glatte oder nur leicht gerillte,

halbmondförmige Zonen im Zehenbereich.

„Damit baut man auf felsigem

Gelände mehr Grip und damit

Halt auf, weil mehr Gummi auf dem

Fels aufliegt.“ Die Knöchel sind bei

diesen Schuhen schon von außen geschützt,

die Sohlen hochwertiger, der

Schuh stabiler. „In dieser Kategorie gibt

es auch das breiteste Angebot von A bis

B“, sagt Alexandra Teufel. Und feste

Schuhe dieser Kategorie sind bereits

wiederbesohlbar – was sich durchaus

auszahlt, kostet eine neue Sohle doch

im Schnitt nur ein Drittel bis ein Viertel

eines neuen Schuhs.

B/C

Mit diesen schweren

Trekkingschuhen

geht es schon ins anspruchsvolle

Gelände und ins Hochgebirge.

Auch leichte Klettersteige sind

ihr Revier. Viele haben vorne und hinten

eine Climbing-Zone, damit man

auch beim Abstieg sehr guten Halt im

felsigen Gelände hat. Für Geröllfelder

sind sie unbedingt notwendig. Weil die

Sohle schon steif ist, kann man damit

zügig gehen und wackelt nicht herum.

Daher haben diese Schuhe auch schon

einen Geröllschutz am Obermaterial

von der Zehenkappe über die Seiten bis

zur Ferse aufgespritzt oder geklebt, um

das Leder oder Cordura des Schuhs zu

schützen. Und sie sind bedingt steigeisenfest.

Das heißt, es können Steigeisen

verwendet werden, die vorne ein Körbchen

für die Zehenkappe haben und

hinten an der Ferse per Hebel fixiert

werden. „Dafür hat der Schuh an der

Ferse eine Einbuchtung.“

ALEXANDRA

TEUFEL

ist Bergsport-Expertin bei Gigasport

in Villach und leidenschaftliche

Kletterin und Paragleiterin

www.gigasport.at

Leichte Bergschuhe: Vor C gibt es

noch eine Zwischenkategorie. Diese

Schuhe sind für felsorientierte Bergtouren,

haben vorne und hinten eine

Climbing-Zone, der Gummi der Sohle

ist besonders für den Grip am Felsen

optimiert.

C

„Das sind Bergsschuhe und

Schuhe für Großvenediger

und Großglockner“, sagt Alexandra

Teufel. „Also für Touren im

Hochgebirge, auf denen es auch über

Gletscher geht.“ Sie sind schon sehr

verwindungsstabil und haben eine steife

Sohle. Im leichten Gelände, im Wald

und auf der Wiese machen sie keinen

Spaß, dafür sind sie zu bockig. „Aber

im Geröll, auf Schnee und Eis geht es

sich damit super, weil sie stabilen Halt

geben“, erklärt Teufel.

D

Wir sind in der Klasse der Expeditionsstiefel

angekommen.

Diese Schuhe haben meist

schon eine Gamasche über den ganzen

Bereich, sind sehr hoch geschnitten, gehen

fast bis zur Mitte des Unterschenkels.

„Vom Mont Blanc aufwärts“, beschreibt

Alexandra Teufel den Einsatzbereich.

Außerdem sind sie fürs Eisklettern

und für Steilflanken im Eis

geeignet. Diese Schuhe sind komplett

steigeisenfest, also mit Einbuchtung für

Hebelfixierung hinten und vorne.

SPORTaktiv

69


DOLOMITE CRODAROSSA PRO GTX 2.0

• enger Sitz – hohe Präzision und Kontrolle,

für Zustiege und Klettersteige

hervorragend geeignet

• Gore-Tex®-Vision-Futter – Wasserfestigkeit,

Atmungsaktivität, niedrige

Isolierung

• Megagrip-Vibram®-Compound-Sohle

– exzellenter Halt auf nassem und auf

trockenem Untergrund

• Fersenpartie und Zehenbereich aus

Gummi – kein Fersenschlupf sowie

Schutz der Zehen

PREIS (UVP): € 219,95

www.dolomite.it

DYNAFIT SPEED MTN

• Allrounder für schnelle Bergsteiger

• perfekter Grip und Traktion in jedem Gelände

• POMOCA-Sohle für perfekten Halt und Bodenhaftung

• robust, extrem leicht und komfortabel

• bewährte Schnellschnürung

• nur 330 Gramm (Herren) und 300 Gramm (Damen)

• für den Einsatz bei Nässe ist der Bergschuh zusätzlich

mit GORE-TEX®-Membran erhältlich

PREIS (UVP): € 145,–

www.dynafit.com

BERG-

STEIGER

SECHS AKTUELLE TOP

BERGSCHUHE AUF EINEN BLICK.|

LA SPORTIVA ST GTX

• ultraleichter Bergschuh für

technische Exkursionen

• ideal geeignet für Klettersteige,

Trekking, Gletscherüberquerungen

• wasserdichte, atmungsaktive und

ergonomische Passform

•Vibram-Sohle

mit Impact-

Brake-System-Stollen

PREIS (UVP): € 299,–

www.lasportiva.com

SALEWA CONDOR EVO GORE-TEX

• Ganzjahres-Bergsteigerschuh für

Herren

• Obermaterial aus strapazierfähigem

Perwanger-Wildleder

• permanent wasserdichtes und

atmungsaktives GORE-TEX®-

Performance-Comfort- Innenfutter

für optimalen Klimakomfort bei

wechselhaftem Wetter

• bedingt steigeisenfest

PREIS (UVP): € 300,–

www.salewa.com

ASOLO TRAVERSE GV

• für lange Trekking- und anspruchsvolle

Bergtouren

• ist aus wasserabweisendem Velourleder

gefertigt und bietet besten Schutz,

• die Gore Tex Membrane sorgt für Atmungsaktivität

und Wasserdichtigkeit

• die Zwischensohle aus mikroporösem

Einkomponentengummi bietet ein Optimum

an Stabilität, während der PU Keil

im Fersenbereich für optimale Dämpfung

sorgt

PREIS (UVP): € 245,95

www.asolo.com

SALOMON QUEST 4 GTX

• leicht und gut gepolstert, bietet auch

auf langen Touren dauerhaft hohen

Gehkomfort

• Grund: Die 4D-Advanced-Chassis-Technologie

von Salomon unterstützt die optimale

Beugung des Vorfußes für einen

effektiven Schritt und die verbesserte

Außensohle mit neuem Stollendesign

sorgt für sicheren Halt und Grip auf jedem

Untergrund

PREIS (UVP): € 180,–

www.salomon.com

Fotos: Hersteller

70 SPORTaktiv


DACHSTEIN SF-21 GTX

• Obermaterial aus hochwertigem Veloursleder und

abriebfestem Mesh

• wasserdichte und atmungsaktive Gore-Tex Membran

• integriertes Schnürsystem für einzigartigen Halt

• Zehengeröllschutz aus Gummi

• exklusiv mit Suptraction entwickelte Gummisohle „Storsola“

PREIS (UVP): € 169,95

www.dachsteinschuhe.com

ON CLOUDROCK WATERPROOF

• die robuste Membran ist

wind- und wasserdicht

• zwei Mesh-Arten an

Mittel- und Vorderfuß

wirken stabilisierend und

atmungsaktiv

• der gummierte Spritzschutz

ist robust und doch leicht und

flexibel – für den idealen Mix aus

Tempo und Schutz

• Missiongrip und Stollen bieten Halt

• mit dem FlexLock-System schnürst man

den Schuh wie gewohnt oder mit einer

einzigen Ziehbewegung

PREIS (UVP): € 219,95

www.on-running.com

GARMONT VETTA GTX

• Gore-Tex-Extended-

Comfort-Futter

• 1,8-mm-Veloursleder

• Geröllschutzrand und

Anziehschlaufe

• Vibram-Maton®-Zwei -

kom ponenten-Sohle

• Damen- und Herrenvariante

PREIS (UVP): € 189,99

www.garmont.com

HANWAG TATRA LIGHT GTX

• modernes und funktionales Schaftdesign mit

Hanwag-LFX-Technologie

• stabile, dämpfende Hanwag-Integral-Light-

Sohlenkonstruktion

• durch spezielle Profilgestaltung und 3D-

PrismBase-Technologie sehr leicht

• niedrigere Standhöhe verbessert die

Stabilität bei perfekter Dämpfung

• atmungsaktives und dauerhaft

wasserdichtes Gore-Tex-Futter

PREIS (UVP): € 240,–

www.hanwag.com

AB IN DIE

NATUR

SECHS AKTUELLE TOP

WANDERSCHUHE IM ÜBERBLICK..

Fotos: Hersteller

SALEWA ALP TRAINER 2 MID GORE-TEX

• wasserdicht dank Gore-Tex

• verlässlicher Grip und Stabilität auch bei Nässe

• robustes, hochwertiges Veloursleder

• Vibram®-Sohle

• progressiver Wanderschuh mit halbhohem Schaft

PREIS (UVP): € 200,–

www.salewa.com

SCARPA MARMOLADA TREK HD

• Obermaterial aus technischem

Gewebe und wasserabweisendem Leder

• wasserdichte und atmungsaktive

HDry®-Membran

• Sock-Fit-XT-Konstruktion für hohen Komfort

• EVA Einsätze im Fersen- und Vorfußbereich

für maximale Dämpfung

• Vibram®-Laufsohle

PREIS (UVP): € 230,–

www.scarpa.net

SPORTaktiv

71


Foto: Oberösterreich Tourismus/Luchstrail//Max Mathner

72 SPORTaktiv


ZU GAST IN OBER-

ÖSTERREICH

Powered by

SOMMERSEILBAHNEN IN

OBERÖSTERREICH

Anzahl Lifte

Feuerkogel – Ebensee www.feuerkogel.info 1

Freesports Arena Dachstein Krippenstein www.dachstein-salzkammergut.com 3

Gosau – Dachstein West www.dachstein.at 3

Hinterstoder – Höss www.hiwu.at 2

Hochplett – Oberaschau www.skilifte-oberaschau.at 3

Katrin www.katrinseilbahn.com 1

Stoaninger Alm www.stoaninger-alm.at 1

Wurzeralm – Spital am Pyhrn www.hiwu.at 2

Drinnen ist

Wäscheberg,

draußen ist

Bergerlebnis.

Komm raus und

entdecke Oberösterreich.

oberösterreich.at


WANDERN

OHNE HOHE

ÖSTERREICH IST NICHT NUR

„LAND DER BERGE“, SONDERN

AUCH „LAND AM STROME“. ES

IST EIN LAND DER SEEN, HÜGEL

UND WÄLDER, DER NATUR- UND

KULTURLANDSCHAFTEN. AUCH

ABSEITS DER IMPOSANTEN

ALPINEN REGIONEN WANDERT

ES SICH ALSO SCHÖN – UND

NOCH DAZU ENTSPANNTER,

WENN NICHT ALLZU VIELE UND

STEILE HÖHENMETER ZU BE-

WÄLTIGEN SIND. WIR HABEN

VERLOCKENDE VARIANTEN FÜRS

„WANDERN OHNE HOHE BERGE“

GESUCHT UND GEFUNDEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

SÜDSTEIRISCHES WEINLAND STEIERMARK

BERGE

NATIONALPARK THAYATAL NIEDERÖSTERREICH

Der kleinste Nationalpark Österreichs ist ganz groß,

was die Artenvielfalt betrifft: 44 Prozent der heimischen

Pflanzenvielfalt findet man hier, ganz im Norden des

Landes, auf bloß 0,016 Prozent der Fläche – hat der

Dachverband Nationalparks Austria ausgerechnet. Die

idyllische Wald- und Flusslandschaft mit der vielfach

mäandernden Thaya bietet auch sehr seltenen Tierarten

wie der europäischen Wildkatze eine Heimat. Rund um

die Nationalparkgemeinde Hardegg führt der „Hardegger

Rundwanderweg“ – nur einer von etlichen schönen

Wanderwegen direkt im Schutzgebiet. Passionierte

Weitwanderer können auf dem „Thayatalweg 630“

auf 12 Etappen (und natürlich auch Teilstrecken) zum

Nationalpark hinwandern, mit Start am Nebelstein und

Ziel in Retz, Gepäcktransport wird geboten.

www.nationalparksaustria.at

www.waldviertel.at

Die Steiermark hat beides, schroffe

Gipfel wie sanfte Hügel – und beides

verbindet die Weitwanderroute „Vom

Gletscher zum Wein“. Eigentlich sind es

zwei Routen, eine Nord- und eine Südroute

– mehrere Etappen der „Südroute“

führen durch das südsteirische Weinland.

Ohne Höhenmeter geht es durchs

Hügelland jedoch nicht: So überwindet

beispielsweise die Etappe 23 von Leutschach nach Ratsch 700 Höhenmeter auf 16 Kilometern.

Aber die Landschaft ist sanft und die Region (genauso wie Wein und Brettljausen) ein

Hochgenuss. Die erwähnte Etappe deckt sich in Teilen mit der „Glanzer Hoftour“, eine der

beliebtesten Wandertouren im Naturpark Südsteiermark. www.steiermark.com

Fotos: Nationalparks Austria Thayatal und Seewinkel/Stefan Leitner, WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH/Hochhauser

74 SPORTaktiv


DONAUSTEIG OBERÖSTERREICH

Von der Grenzstadt Passau führt der Donausteig entlang

beider Flussufer bis Grein durch äußerst abwechslungsreiche

Kultur- und Naturlandschaften. Weitwanderer und

Genusswanderer sowie wandernde Familien finden hier

auf nicht weniger als 450 Kilometern Gesamtstrecke jede

Menge passende Touren. Von der Hauptroute abzweigend

führen noch einmal fast 50 Rundtouren ins Hinterland,

für ein noch intensiveres Erlebnis. Es besteht also reiche

Auswahl zwischen Etappen mit wenig oder auch ordentlichem

Auf- und Ab-Anteil.

www.oberoesterreich.at, www.donauregion.at

NATIONALPARK NEUSIEDLER SEE-SEEWINKEL BURGENLAND

Schilf, Wiesen und Weiden sowie etwas über ein Viertel

Wasserflächen prägen Österreichs einzigen Steppen-Nationalpark

im flachsten Teil des Landes. Die einzigartige Landschaft

bietet Tausenden Vögeln eine ideale Rast- und Brutstätte. Das

Wegegebot ist daher immer strikt einzuhalten – das versteht

sich aber im Schutzgebiet eigentlich von selbst. Als Ausgangspunkt

für geführte Touren genauso wie individuelle Erkundungen

bietet sich das Nationalpark-Infozentrum in Illmitz

an. Von hier kann man zum Beispiel zum Illmitzer Zicksee

und etlichen weiteren Touren aufbrechen. Das Fernglas und

ein Vogelbestimmungs-Buch (oder eine -App) sind immer

dabei, Hochstände und Aussichtsplattformen laden zu Rast

und Naturbeobachtung ein. www.nationalparks austria.at

www.nationalparkneusiedlersee.at

SPORTaktiv

75


WANDERN

OHNE HOHE

BERGE

WIENERWALD WIEN, NIEDERÖSTERREICH

„SLOW TRAILS“ KÄRNTEN

Entspannte Wege zum Wandern ohne

Stress, bis zehn Kilometer lang und mit

nicht mehr als 300 Höhenmetern: Das

erfüllen die insgesamt 14 Slow Trails in

unterschiedlichen Kärntner Regionen.

Sie führen stets am Wasser entlang, an

den bekannten Kärntner Seen oder an

der Drau, bringen Wanderer zu besonders

schönen Plätzen und erzählen alle

eine Geschichte. Wie zum Beispiel der

Slow Trail durch das Bleistätter Moor

am Ossiacher See (Bild). Die Möglichkeit

zum Baden ist bei vielen der

Kärntner Slow Trails eingebaut.

www.kaernten.at/slowtrails

Direkt von der Bundeshauptstadt weg in eine traumhafte Natur

aufbrechen, das ermöglicht der Wienerwald. Zum Beispiel von

der Endstation der Buslinie 60B weg in den Lainzer Tiergarten,

wo nicht nur mehrstündige Wanderungen, sondern auch ein

Naturschutzgebiet warten. Der „Biosphärenpark Wienerwald“

ist freilich deutlich größer, er erstreckt sich über zwei Bundesländer

von Klosterneuburg im Norden bis Bad Vöslau im

Süden und von Wien bis nach Kaumburg im Triestingtal.

Und er bietet vielfältige Wandermöglichkeiten von familienfreundlichen

Runden bis zu anspruchsvollen Touren, die zum

Großteil mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.

www.wienerwald.info, www.bpww.at

WEINVIERTEL NIEDERÖSTERREICH

Auch wenn Österreichs flächenmäßig größtes Bundesland hier schon vertreten ist: Aber das

Weinviertel mit seinen idyllischen Kellergassen gehört zum Wandergenuss ohne hohe Berge

einfach ebenfalls dazu. Zum Beispiel auf dem „Jakobsweg Weinviertel“ – 153 entschleunigenden

Kilometern durch eine malerische Landschaft und wunderschöne kleine Ortschaften.

Der Start ist in Drasenhofen, das Ziel nach sechs Etappen in Krems erreicht. Zwischen

16 und 30 Kilometer sind die Wegabschnitte lang, aber stets mit moderaten Höhenmetern.

Natürlich finden auch Tageswanderer im nordöstlichen Teil Niederösterreichs alles, was zum

Genusswandern dazugehört. www.weinviertel.at

Fotos: Weinviertel Tourismus/Horvath, Wienerwald Tourismus/www.ishootpeople.at, Slow Trail Bleistaettermoor Ossiacher See Gert_Perauer

76 SPORTaktiv


DER ERSTE

TRAILRUNNING SCHUH MIT

INDIVIDUELLER PASSFORM

TECNICA ORIGIN LD

BLIZZARD-TECNICA.COM

ANGEPASST

IN 15 MINUTEN


ZU GAST IN DER

STEIERMARK

78 SPORTaktiv

Foto: Steiermark Tourismus/pixelmaker.at


Powered by

SOMMERSEILBAHNEN IN DER

STEIERMARK

Anzahl Lifte

Aflenzer Bürgeralm www.aflenzer-buergeralm.at 1

Annerlbauer Lift – Krieglach www.annerlbauer.at 2

Dachstein-Gletscher Schladming Ramsau www.dachsteingletscher.at 0

Eichfeldlift – Turnau www.eichfeldhuette.at 1

Etmißl 1

Hammerbodenlift Großreifling www.landl.at 1

Hauser Kaibling / Schladming – Ski amadé www.hauser-kaibling.at 3

Kreischberg / Murau www.kreischberg.at 2

Lachtal www.lachtal.at 1

Mariazeller Bürgeralpe www.buergeralpe.at 1

Miesenbach – Wiesenhofer www.gasthof-wiesenhofer.at 1

Planai / Schladming – Ski amadé www.planai.at 3

Ramsau / Dachstein – Ski amadé www.ramsau.com 2

Reiteralm / Schladming – Ski amadé www.reiteralm.at 1

Schöckl www.schoeckl.at 1

Sommeralm – Pirstingerkogellift www.sommeralm.at 1

Tauplitz / Bad Mitterndorf – Schneebären www.dietauplitz.com 2

SPORTaktiv

79


DER PERFEKTE RUCKSACK IST

DER, DEN MAN AUF DER TOUR

MÖGLICHST WENIG SPÜRT.

WIE MAN BEIM KAUF DEN

BESTEN RUCKSACK FÜR SICH

FINDET UND WIE MAN DEN

KOMFORT MITTELS RICHTIGER

EINSTELLUNG UND PACK­

TECHNIK OPTIMIERT.

VON CHRISTOF DOMENIG

MIT LEICHTEM

GEPACK

Fotos: Deuter, Gregory

Fotos: Deuter, Gregory

80 SPORTaktiv


Es gibt keinen größeren Spielverderber

auf Bergtouren als einen

reibenden Schuh. Ein Rucksack,

der an den Schultern zieht oder

sonst irgendwie zwickt oder zwackt,

kommt aber nicht weit dahinter. Wer

sich also zunächst beim Rucksackkauf

und in Folge bei der Einstellung von

Gurten und Bändern wie auch beim Beladen

ein paar Gedanken macht, macht

es sich in Summe deutlich leichter.

Gedanken machen sich auch die Hersteller

der Rucksäcke, denen es gelingt,

das an sich gute Produkt Outdoorrucksack

immer noch weiter zu verbessern.

In den letzten Jahren gingen die Innovationen

vor allem in zwei Richtungen, sagen

sowohl Daniel Bürkle für Deuter

wie auch Thomas Miedl für die Marke

Gregory: Zum einen bei den Tragesystemen.

Hier gelingt es immer besser, eine

gute Schwerpunktlage mit guter Belüftung

zu vereinen. Zum Zweiten ist es

das Thema Nachhaltigkeit, wo zuletzt

große Fortschritte erzielt wurden. Wie

überall in der Outdoorbranche ist „grün

und „fair“ auch im Rucksackbereich voll

angekommen. Aber auch optisch unterscheiden

sich aktuelle Rucksäcke von

denen, die noch vor ein paar Jahren angeboten

wurden. „Es geht in Richtung

eines ‚cleanen‘ Looks mit versteckten

nützlichen Features“, sagt Daniel Bürkle.

Doch das sind schon Details, die in

der Prioritätenliste zunächst nicht ganz

oben sind, wenn man sich um den passenden

Rucksack für sich umschaut.

Die erste Frage, die man sich stellen

sollte: Wofür will ich meinen Rucksack

eigentlich nutzen? Damit verbunden ist

die Frage des Tragesystems. Ein „Netzrücken“

mit optimaler Belüftung – oder

ein anliegendes Tragesystem für perfekte

Balance? Diese Grundsatzfrage ist nach

wie vor aktuell – jedoch sind die Antwortmöglichkeiten

um ein paar Facetten

reicher geworden. Weil es mit neuen

Materialien und Technologien immer

besser gelingt, beide an sich widersprechenden

Funktionen zu vereinen.

Ein Netzrücken, der etwas Abstand

zwischen Rücken und Rucksack schafft,

ist grundsätzlich bei einfachen Wegen

nach wie vor die erste Wahl. Je anspruchsvoller

die Sportart, je mehr es in

den Bereich Hochtouren oder Klettern

geht, desto wichtiger ist aber ein körpernaher

Sitz, weil er den Körperschwerpunkt

optimiert. So weit die grobe Unterscheidung.

Die Praxis ist noch etwas

komplexer: So gibt es etwa bei Deuter

aktuell nicht weniger als sechs unterschiedliche

Rückensysteme. Das maximal

belüftete Netzrücken-System nennt

sich dort „Aircomfort“ und ist beim

Wandern nach wie vor das am meisten

nachgefragte, sagt Daniel Bürkle. Die am

Körper anliegende, aber ebenfalls sehr

gut belüftete Alternative nennt sich „Aircontact“.

Für Gregory verweist Thomas

Miedl auf das „Free Float“-Tragesystem:

Es ist dafür konstruiert, die Vorteile von

Netz- und Kontaktrücken zu vereinen,

und ermöglicht zudem besondere Beweglichkeit.

Eine gute Beratung zahlt

sich im Fachhandel hier jedenfalls aus.

Ebenso wichtig wie das Tragesystem ist

es, die korrekte Größe zu erwischen.

„Die Größenwahl soll so exakt wie möglich

sein, ähnlich wie beim Kauf eines

Schuhs“, lautet die Empfehlung von

DEN RUCKSACK RICHTIG PACKEN

So schaffst du die optimale Gewichtsverteilung

(Empfehlungen von Deuter)

+ Der Schwerpunkt des Rucksacks sollte dicht am

Körper und möglichst in Schulterhöhe liegen. So

befindet er sich immer über dem Körperschwerpunkt

und der Rucksack zieht beim Tragen nicht

nach hinten. Bei großen Rucksäcken erreichst du

das so:

+ Schlafsack, Daunenausrüstung und andere leichte

Gegenstände kommen ins Bodenfach.

+ Mittelschwere Sachen wie Kleidung kommen nach

oben außen.

+ Schwere Ausrüstung (wie Zelt, Proviant, dicke

Jacken) nach oben in Schulterhöhe, möglichst nah

an den Rücken.

+ Kleinigkeiten ins Deckelfach packen.

+ Generell auf gleichmäßige Gewichtsverteilung

achten, gerade auch bei den Seitentaschen.

+ Möglichst wenig an der Außenseite des Rucksackes

befestigen.

+ Im leichten Gelände wie Wanderwegen den

Schwerpunkt etwas höher packen, im schwierigen

Gelände (wie Hochtouren, Klettersteige) etwas

tiefer und damit näher dem Körperschwerpunkt

SPORTaktiv

81


DEN RUCKSACK

RICHTIG EINSTELLEN

Deuter empfiehlt, so vorzugehen

1. Der Rucksack soll mit einem realistischen Gewicht

gepackt sein. Alle Riemen lockern, dann

schultern.

2. Hüftgurt schließen. Die Mitte der Hüftflosse soll

auf Höhe des Hüftkamms sein.

3. Anschließend die Schulterträger festziehen.

Nicht zu fest, die Hauptlast wird mit dem Hüftgurt

getragen.

4. Richtig positionieren: Der Schulterträgeransatz

am Rucksack sollte zwischen den Schulterblättern

liegen. So umschließen die Schulterpolster

sauber die Schultern.

5. Brustgurt anpassen und schließen: Der Brustgurt

stabilisiert die Schulterträger. Höhenverstellbare

Brustgurte erst einstellen, wenn die richtige

Schulterlänge gefunden ist.

6. Stabilisierungsriemen anziehen. Die Stabilisierungsriemen

an der Hüfte und die Lageverstellriemen

an den Schultern ermöglichen einen besseren

Kontakt zwischen Rücken und Rucksack

und lassen dich sicherer gehen.

Gregory-Experte Miedl. Der Hersteller

selbst empfiehlt dafür, seine Rückenlänge

zu messen (wie man dabei vorgeht, findet

man auf der Gregory-Webseite).

Rucksäcke werden in unterschiedlichen

Rückenlängen angeboten, manche Tragesysteme

sind auch in der Länge verstellbar.

Träger und Hüftgurte müssen

sich jedenfalls an der dafür vorgesehenen

Stelle befinden, damit sie ihre Funktion

auch voll erfüllen können. Die Möglichkeit,

Rucksäcke mit unterschiedlichen

Längen zu probieren, sowie die Beratung

sprechen auch hier klar für den guten,

stationären Sport- und Outdoorhandel.

„Ein häufiger Fehler ist, den Rucksack

unbeladen zu probieren. Da hat man im

Geschäft das Gefühl, dass er perfekt

passt – aber in der Natur im beladenen

Zustand stellt sich dann heraus, dass der

Sitz doch nicht so gut ist“, weiß Deuter-Experte

Bürkle. Manche Händler haben

eigene Gewichtssäcke für das Probieren

im beladenen Zustand. Sonst:

einfach im Geschäft ein paar Dinge

„ausborgen“.

Einsatzbereich, Tragesystem und passende

Größe: Sind diese Punkte abgeklärt,

ist man seinem idealen Rucksack

schon recht nahe. Optimiert wird die

Passform mit der Einstellung der Gurte

und Träger sowie mit dem richtigen Packen

(siehe Kästen) – und beides macht

mehr aus, als viele glauben. Was beim

Kauf sonst noch zu beachten ist? Das

Packvolumen sollte natürlich stimmen.

Faustregel: 25 bis 35 Liter sollten für

Ganztagestouren Platz haben, für Mehrtagesrucksäcke

sind ab 40 Liter aufwärts

zu empfehlen. Wobei man mit zunehmender

Erfahrung im Outdoorsport

lernt, Überflüssiges wegzulassen. Die

Notfallausrüstung, Erste-Hilfe-Set, Regenschutz,

Biwaksack und Handy zur

Alarmierung sollten aber immer noch

Platz finden.

Wie viel soll man in einen Rucksack

investieren? 140 bis 160 Euro nennt Daniel

Bürkle als Richtwert, 150 Euro

Thomas Miedl – um hochwertige Qualität

zu bekommen, die dann aber auch

über eine lange Zeit Freude bereitet. Um

den Preis bekommt man bei den namhaften

Herstellern heute auch ein gutes

Gewissen dazu: in Form von fairer Produktion

mit Zertifzierungen, wie man

sie auch aus dem Textilbereich kennt

(zum Beispiel „Bluesign“), PFC-Freiheit

oder Reparierbarkeit und Ersatzteilverfügbarkeit

über viele Jahre.

DANIEL BÜRKLE

ist Key-Account-Manager bei Deuter

Austria/Redler Sports GmbH.

www.deuter.com

THOMAS MIEDL

ist Marketing-Manager bei der Uhl

Günter exklusiv sportartikelvertrieb

GmbH, dem Österreich-Vertrieb

von Gregory-Rucksäcken.

eu.gregorypacks.com

82 SPORTaktiv


ORTOVOX TRAVERSE 30

• vielseitiger, funktionaler und bequemer

Bergrucksack für das ganze Jahr

• Tasche mit integriertem Helmnetz

• Hüfttasche u. Trinkflaschenhalterung

• Ski- und Stockbefestigung mit

Kompressionsriemen

• Regenhülle

• Gewicht: 1015 g

PREIS (UVP): € 140,00

www.ortovox.com

Fotos: Hersteller

VERLÄSSLICHE

BEGLEITER

ORTLIEB LIGHT PACK TWO

• der leichteste Rucksack im ORTLIEB-Sortiment

ist Minimalismus pur: ein Tagesrucksack,

der nur 330 g wiegt – und geballte

Funktionalität mitbringt

• puristischer, wasserdichter Rucksack mit

praktischem Rollverschluss

• optimales Gewicht-Volumen-Verhältnis

und mit seinem ungewöhnlich kleinen Packmaß

– er passt in einen 20 cm großen Netzbeutel

(im Zubehör enthalten) – und damit in

jedes Gepäck

PREIS (UVP): € 89,99

www.ortlieb.com

TATONKA SKILL 22 RECCO

• besonders leichter Wanderrucksack

mit RECCO-Notfall-Reflektor

• optimal belüftetes Tragesystem

für einen trockenen Rücken auch

auf anstrengenden Touren

• ergonomisch geformte, gepolsterte

& belüftete Schultergurte, höhenverstellbarer

Brustgurt, gepolsterter

& belüfteter Hüftgurt

• mit Wanderstockhalterung und

Trinksystemvorbereitung

• Gewicht: 780 g

PREIS (UVP): € 120,–

www.tatonka.com

FÜNF AKTUELLE TAGESRUCKSÄCKE

AUF EINEN BLICK.

DEUTER FUTURA 32 IN

TURMERIC-GREENCURRY

• für längere Tages- und Mehrtageswanderungen

mit einfachem Handling und hohem

Tragekomfort

• Regenhülle

• Vorrichtung für Trinkblase

bis drei Liter und

Wanderstockhalterung

• mit dem neuen

Mesh des Aircomfort-

Rückensystems wird für

maximale Belüftung gesorgt

• Gewicht: 1440 g

PREIS (UVP): € 160,–

www.redlersports.at

THULE ALLTRAIL 25L

• einfaches Verstauen von Ausrüstung mit leicht

zugänglicher, obenliegender Öffnung

• einfacher Zugriff auf die Ausrüstung durch seitlichen

Reißverschluss am Hauptfach und vordere

„Shove-it“-Tasche

• atmungsaktive Schultergurte,

Hüftgurt und

Rückenteil für eine

angenehme Temperatur

• Trinkblasenfach mit Trinkschlauchöffnung

und zwei

seitlichen Taschen für Wasserflaschen

(Trinkblase separat

erhältlich)

• Gewicht: 950 g

PREIS (UVP): € 99,95

www.thule.com

SPORTaktiv

83


AUS

PRO

BIERT

OUTDOOR

KLARE SICHT!

Um ehrlich zu sein, bevorzugte ich den Weg zum Gipfelkreuz

bis dato immer ohne Sonnenbrille. Sie rutscht von der Nase,

fällt immer mal wieder zu Boden, man schwitzt und die Brillengläser

laufen an.

Darum bin ich umso überzeugter und auch sehr begeistert

von der JULBO SHIELD (UVP 199,95). Sie ist der absolut perfekte

Begleiter für den Genuss grandioser Berglandschaften.

Aufgrund des rutschfesten Nasenstegs, der übrigens aus einem

sehr weichen und angenehmen Material besteht, und

des Grip-Tech-Bügels sitzt die Brille wie angegossen. Mein

absolutes kleines Highlight ist jedoch der gewölbte Bügel der

Shield – denn die Bügel verhängen sich aufgrund des exklusiven

Soft-Materials nicht in den Haaren! Das ist einfach

traumhaft und spart Nerven. Zudem hat man, wenn man

Stunden später irgendwann am Gipfel angekommen ist, mit

den abnehmbaren Seitenteilen einen weiteren zuverlässigen

Schutz vor der seitlichen Sonneneinstrahlung und kann den

Weitblick und die wunderschönen Farben der Natur einfach

nur genießen, denn die bleiben mit der Shield unverändert

und klar.

EINE BÄRIGE BRILLE, EIN

AUFBLASBARER RUCKSACK

UND EINE MÜCKEN-

SCHUTZ-KLEIDUNG

IM TEST-EINSATZ.

VON LILI RECHLING, THOMAS POLZER

UND CHRISTOPH HEIGL

Fotos: Christopher Kowatschitsch, Diana Zabini, Katja Heigl

84

SPORTaktiv


IT EINGEBAUTER

MIT EINGEBAUTER „MÜCKEN-ABWEHR“

ALLES UNTER EINEM DACH

„Der erste faltbare Rucksack mit einem aufblasbaren Rückenpolster

und gepolsterten Schultergurten und ein zusätzlicher

Kamera-Cube-Rucksackeinsatz für eine DSLR/Systemkamera

mit Objektiv.“ Das verspricht der WANDRD VEER

BLACK 18 (€ 99,95). Da ich sehr gerne reise, wandere und

dabei viel fotografiere, macht mich das Ding neugierig. Und

überrascht mich gleich beim ersten Test auf einer leichten

Wanderung: Tragekomfort, Leichtigkeit (klar bei nur 443 g),

gute Verarbeitung und ein leichtes Zugreifen auf die gut geschützte

Spiegelreflexkamera plus Objektiv sind sehr gut. Inklusive

dem separat erhältlichen Camera-Cube (€ 49,95) trägt

er auch nur 582 Gramm auf. Er verspricht wasserfestes und

atmungsaktives Material, das Feuchtigkeit einfach abperlen

lässt. Die Reißverschlüsse sind abgedichtet, der leichte Regen

auf der Tour kann ihm jedenfalls nichts anhaben. Das

Material an den Schultergurten und am Rücken – mit dem

aufgeblasenen Rückenpolster drin – fühlt sich gut an. Für das

sensationell kleine Packmaß bietet er einige Fächer zum Verstauen:

Hauptfach für Fotoapparat, Zubehör, Gewand, Deckelfach

für persönliche Accessoires, seitliches Fach für

eine Wasserflasche und ein Organizerfach. Auch gutes Feature:

der seitliche Reißverschluss ist dank des verbauten

Clips diebstahlsicher. Der schützende Foto-Cube ist leicht

aufzublasen, die Kamera leicht zu verstauen und auch recht

einfach seitlich am Körper rauszunehmen. Der Brustgurt ist

höhen- und längenverstellbar. Mir persönlich fehlt lediglich

ein Hüftgurt für den perfekten Sitz.

Fazit: Große Pluspunkte sind das kleine Packmaß und das

geringe Gewicht. Damit ist der Vandrd Veer Back ein idealer

Begleiter für Tagesstadttouren, Spaziergänge und kurze

Wanderungen, auf denen man gut geschützt eine Kamera

dabei haben möchte.

Bei Wanderungen im Hochsommer oder lauschigen Abenden

am See kennt man es: fliegende Plagegeister in Form von

Mücken und allerlei Insekten. Weg ist die Gemütlichkeit.

Der deutsche Outdoor-Spezialist VAUDE schafft Abilfe: Ab

Sommer 2021 sind ausgewählte AntiMos-Modelle mit einer

Greenfirst-Mückenabwehr auf pflanzlicher Basis von natürlichem

Geraniol am Markt (z.B. in Rosen, Currykraut, Koriander,

Lavendel, Lorbeer, Thymian, Zitronenmelisse). Die Wirkstoffe

sind biologisch abbaubar und sorgen dafür, dass Mücken & Co.

das Weite suchen. Die Imprägnierung hält für ca. 20 Wäschen

bei 30° C und sollte danach wieder aufgefrischt werden.

Hochsommer am See war heuer leider noch nicht, aber bei

einigen Wanderungen haben wir die MENS FARLEY ZO PANTS

V und das ROSEMOOR LS SHIRT II ausprobiert. Vorweg:

Sowohl mit der Zipp-off-Wanderhose (UVP € 100,–) als auch mit

dem Outdoorhemd (UVP € 75,–) wurden wir nicht von Moskitos

gefressen und waren stets sehr bequem und mit erhöhtem

UV-Schutzfaktor (50+) unterwegs. Der Härtetest in den Abendstunden

von Lignano oder Gelsenkirchen wird noch erfolgen

müssen.

Auch Kinder profitieren von Vaudes Ideen: Die Kids Caprea

Antimos Pants helfen gegen Mücken und haben zudem eng

anliegenden Zecken-Manschetten an den Beinabschlüssen.

Die erste Wahl für den Waldkindergarten!

SPORTaktiv

85


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BERGAUF

VIER AKTUELLE OUTDOOR-

JACKEN UND -HOSEN IM ÜBERBLICK

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JACKET M

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Jacke, perfekt zum Wandern

in warmem Klima

• schnell trocknendes G-1000-Air-

Stretch aus Bio-Baumwolle und

teilweise recyceltem Polyester

• verstellbare Kapuze

PREIS (UVP): € 229,95

FJÄLLRÄVEN ABISKO MIDSUMMER

ZIP OFF TROUSERS

• leichte, gut belüftete und komprimierbare

Zip-off-Hose, perfekt zum

Wandern in warmem Klima

• aus G-1000-Air-Stretch aus

Bio-Baumwolle und teilweise

recyceltem Polyester sowie anschmiegsamen

Stretchmaterial

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• multifunktionale, leichte Trekkingjacke

• wasserdicht durch 20.000 Wassersäule

und verklebte Nähte

• atmungsaktiv und mit Unterarmbelüftung

• ohne Schulternähte für mehr Tragekomfort

• strapazierfähig mit verstärkten Ellbogen

und Schultern

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SCHÖFFEL PANTS SAAREMAA M

• optimale Passform durch vorgeformte Knie

• perfekte Bewegungsfreiheit durch

Bodymapping-Technologie

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PREIS (UVP): € 149,95

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VAUDE ELOPE JACKE M

• wasserdichte Wanderjacke aus

Recycling-Material

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verstaubare Kapuze

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• klein verpackbar in der eigenen

Innentasche

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VAUDE SKARVAN HOSE BIOBASIERT M

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Herren-Trekkinghose

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Tragekomfort

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mit UV-Schutz 50+

• aus biobasiertem Polyamid

(aus 62 % Rizinusöl)

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• minimalistische 2,5-Lagen-Jacke, leicht

und mit Mini-Packmaß

• wind- und wasserdicht sowie atmungsaktiv

dank mTEX-10.000-Membrane

• angeschnittene Kapuze, die sich gut

anpassen lässt

• elastisches Material für perfekte

Passform

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Imprägnierung

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MAIER SPORTS KERID MIX M + W

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mit funktionellem Materialmix

• Einsätze aus besonders abriebfestem

Ripstop-Gewebe

• technischer, besonders komfortabler

Formbund, der schön am Körper

anliegt

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Beintasche

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Fotos: Hersteller

86 SPORTaktiv


Photo by C. Ziegler

Hiking-Version des ikonischsten Trailrunning-Modells: Ultra Raptor.

Griffige Außensohle aus FriXion-Materialmix, Außenmaterial

aus atmungsaktivem und wasserdichtem Gore-Tex®, oberes Comfort-Collar

zum Schutz des Knöchels und Trail Bite Heel für maximale Stabilität.

Ultra Raptor II Mid: for your mountain, for your hike.

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ZU GAST IN

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ÖSTERREICH

88 SPORTaktiv


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NIEDERÖSTERREICH

Anzahl Lifte

Gemeindealpe www.gemeindealpe.at 2

Königsberg – Hollenstein/Ybbs www.koenigsberg.at 1

Lackenhof – Ötscher www.oetscher.at 1

Mönichkirchen – Mariensee www.schischaukel.net 1

Muckenkogel www.sessellift-lilienfeld.at 1

Puchberg am Schneeberg – Wunderwiese www.puchis-welt.at 3

Schilifte Feistritzsattel www.feistritzsattel.at 2

Skilift Bonka www.bonka.at 1

St. Corona am Wechsel – Erlebnisarena www.erlebnisarena.at 1

Zauberberg Semmering – Hirschenkogel www.semmering.com 1

Foto: Niederösterreich Werbung/Robert Herbst

SPORTaktiv

89


WENN DER

SCHAFFNER

EIN HANFFASER-PULLI UND FENCHELTEE SIND

ÖKO. EINE BERGTOUR AUF DEN HÖCHSTEN

ZACKEN DES KARWENDELS ABER AUCH!

ZUM

ABENTEUER

PFEIFT

VON SABRINA HÖFLINGER

Das Karwendel ist ein erhabenes

Gebirge. Schroff,

brüchig und oft abweisend

erstreckt es sich auf einer

Länge von rund 45 Kilometern

an der Grenze zwischen Bayern

und Tirol. In den 1930-er, 40-er

und 50-er Jahren schüttelten die beeindruckend

vertikalen, aber gerne

grausam bröseligen Karwendelwände

reihenweise die besten Kletterer der

Epoche ab und warfen sie erbarmungslos

in die Tiefe. Wer das Klettern

hier gelernt hatte, wurde entweder

ein Großer oder starb früh. Des

Karwendels genialster Schüler war

Achttausender-Doppelerstbesteiger

Hermann Buhl aus Innsbruck. Wie

eine Spinne kraxelte er im steilsten

Karwendel-Kalk. Sein Ende kam aber

leider trotzdem viel zu früh: 1957

stürzte er unter einer brechenden

Wechte im Himalaya zu Tode und

wurde bis heute nicht gefunden.

Fotos: Miriam Meyer

90 SPORTaktiv


Mit der Bahn

auf den Berg?

Starten kann

man von fast

überall. Wien?

Hamburg? Wir

von München

aus.

Heute staut sich Woche für Woche an

den Toren des Karwendels eine Blechlawine.

Immer mehr ausflugswütige Städter

zieht es in diese noch immer wilde,

ungezähmte Urlandschaft.

Wer heute etwas grundlegend verändern

will, muss klein anfangen. Wir

starten einen Versuch und wollen zeigen,

dass „öko sein“ nicht nur etwas für Fencheltee

trinkende Hanffaser-Pulli-Träger

oder die Grünen der 1980er-Jahre ist,

sondern auch dem Bergsteiger eine

grundlegend neue Perspektive bietet.

Mit „Ökostrom und Muskelkraft“ lautet

unsere Devise. In zwei Tagen wollen wir

von München aus mit einem minimalen

ökologischen Fußabdruck den höchsten

Karwendelgipfel, die Birkkarspitze

(2749 m), erreichen. Vor uns liegen

rund 120 Kilometer im Zug, 18 Kilometer

auf dem E-Bike, eine urige Hüttenübernachtung

im Karwendelhaus

(1765 m) und knapp 1000 Höhenmeter

zu Fuß – die einfache Strecke!

Los geht’s! Um Mittag starten wir in

München am geschäftigen Hauptbahnhof,

wo Wanderer mit großem Rucksack

eher wie Exoten wirken. Die Hektik und

der Lärm der Tausenden Metropolisten

und Geschäftsreisenden lässt die Sehnsucht

nach der Ruhe des Karwendels

steigen. Raus aus dem urbanen Beton,

rein in die wilde Natur! Die Deutsche

Bahn bringt uns in knapp zwei Stunden

Fahrtzeit zum Eingang in Österreichs

größten Naturpark nach Scharnitz. Bereits

seit 2018 sind alle Fernreisenden

der Bahn mit 100 Prozent Ökostrom

unterwegs. Als zwischen Eschenlohe und

Garmisch die Bahnschienen kurz parallel

zur Bundesstraße verlaufen und wir

die Blechlawine überholen, können wir

etwas Schadenfreude kaum verbergen,

grinsen aus den breiten Panoramafenstern

und freuen uns über unsere stressfreie

Anreise.

Mit elektronischem Rückenwind

Am Bahnhof Scharnitz angekommen,

schwingen wir uns in die Sättel unserer

vorab reservierten E-Mountainbikes.

SPORTaktiv

91


Am Museum Holzerhütte vorbei zweigt

unser Weg nach circa einem Kilometer

links in das zu Beginn liebliche Karwendeltal

ab. Spätestens jetzt haben wir die

Hektik am Parkplatz vergessen.

Nach zwei Stunden haben wir die 850

Höhenmeter überwunden und kommen

an der traditionellen Berghütte Karwendelhaus

(1765 m) an. Hier werden wir

unser Nachtlager aufschlagen. Die E-

Bikes laben sich an der Steckdose.

Die 1908 erbaute Schutzhütte verfügt

über ein eigenes Wasserkraftwerk, das

die Hütte mit Strom versorgt, und eine

vollbiologische Kläranlage, wie uns Hüttenwirt

Andreas erzählt. Seit 30 Jahren

wird das Karwendelhaus von seiner Familie

geführt, vor 12 Jahren hat er es

selbst von seinem Vater übernommen.

Sowohl der Großvater als auch der

Ur-Großvater waren bereits Hüttenwirte.

Da kann man wohl getrost von einem

„Hüttenwirt-Gen“ sprechen.

Andreas Arbeitstage starten um 6.15

Uhr früh und enden gegen 23.30 Uhr

abends. Weniger Beruf, mehr Berufung

muss das sein. „Über mir gibt’s bloß den

lieben Gott“, witzelt der sympathische

Familienvater und deutet damit an, dass

ein Hüttenwirt auch mal durchgreifen

muss. Doch das sei selten der Fall, die

meisten Gäste respektieren die Regeln

der Hütte. Um 22 Uhr schickt er uns ins

Nachtlager – ein rustikales Matratzenlager

mit muffigen Schweißfüßen und

schnarchenden Gipfelstürmern. Ob

Allein schon das Karwendelhaus wäre die

Reise wert. Aber wir wollen noch höher

hinaus. Der Gipfel ruft!

Hermann Buhl und seine Seilpartner vor

gut 70 Jahren dieses Mikroklima als

Kraftquelle für ihre Erstbesteigungen gesehen

haben? Wir glauben fest daran,

schließen die Augen und träumen uns

an die Fersen der frühen Bergsteigerlegenden.

Per Pedes zum Höhepunkt

Frühmorgens reißt uns der Wecker aus

unseren Träumen. Auf einmal hängen

wir nicht mehr am Hanfseil von Hermann.

Vor uns liegt der profane Weg eines

normalen Wanderers – bei Weitem

nicht senkrecht, Seil und Kletterausrüstung

brauchen wir heute nicht. Wir werden

mit dieser Tour auf die Birkkarspitze

sicher keine Legenden, unser Weg ist

durchwegs markiert, wir wissen, es wird

keine Erstbesteigung. Aber dafür ist die

Geröllfelder und Steige erfordern

Trittsicherheit, dann ist die Birkkarspitze

auf 2749 m erreicht. Voll öko!

Route landschaftlich beeindruckend und

der Weg wird uns bis ganz aufs Dach des

gesamten Karwendels führen. Höher

war auch Hermann in diesem Gebirge

nie! Der Blick aus dem Fenster verrät: Es

ist trocken, der Wetterbericht hatte

recht. Lediglich einige Wolken und Nebelschwaden

ziehen in einer fast schon

mystischen Stimmung durch die schroffen

Felsformationen. Beim Frühstück

treffen wir Bergführer Franz. Der

Ur-Tiroler ist auf dem Karwendelhaus

Stammgast. Seit über 30 Jahren führt er

Gäste durch das Karwendel. Mittlerweile

ist er sogar Ausbilder bei der Alpinpolizei.

Als er von unserer Tour mit Bahnreise,

E-Bike und zu Fuß, was ja noch

vor uns liegt, erfährt, zollt er uns so etwas

wie Respekt – der Öko-Ansatz gefällt

ihm.

Auch Franz hat heute die Birkkarspitze

vor sich. Natürlich kennt er das Karwendel

wie seine Westentasche und

mahnt uns, worauf es ankommt: immer

das Wetter im Blick behalten und sich

nicht selbst überschätzen. Wir sind immerhin

im Hochgebirge und weit weg

von schnellen, helfenden Händen im

Notfall. Diesen Rat nehmen wir ernst,

packen unsere Rucksäcke und bereiten

uns auf die heutige Krönung unseres

Bergabenteuers vor.

92 SPORTaktiv


Zunächst führt uns ein schmaler

Pfad durch eine Stahlverbauung, die

die Hütte im Winter vor Lawinen

schützt. Altschneefelder sind auf dieser

Höhe noch bis in den Juni hinein anzutreffen

und der erste Schnee legt sich

gerne bereits im September auf die

schroffen Felsen nieder. Nach kurzer

Zeit überschreiten wir die Bewuchsgrenze

auf circa 1800 Meter und gelangen

an die ersten Geröllfelder. Die

Steinschlaggefahr ist omnipräsent,

Konzentration und vorsichtiges Treten

sind das Gebot der Stunde. Durch das

Schlauchkar steigen wir über viel loses

Geröll zum Schlauchkarsattel auf. Fast

geschafft. Hier beginnt ein mit Drahtseil

gesicherter Steig, der unbedingt

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit

erfordert. Nach circa zweieinhalb Stunden

stehen wir am Gipfel. Ein tiefes

Gefühl der Zufriedenheit macht sich

in uns breit. Und trotzdem kennen wir

natürlich die alte Bergsteigerweisheit:

„Einen Berg hast du erst dann bezwungen,

wenn du wieder unten bist!“ Die

umliegenden Berggipfel sind wolkenverhangen

und mahnen zum baldigen

Aufbruch. Ein Gewitter hier oben wollen

wir wirklich nicht erleben.

Kurz vor dem Karwendelhaus reißt

dann die Wolkendecke urplötzlich auf.

War es Gottes Belohnung oder Gottes

Geschäftssinn? Wie auch immer, wir

nehmen die Wetterbesserung gerne an

und genießen bei einem ausgiebigen

Mittagessen auf der Terrasse des Karwendelhaus

die ersten Sonnenstrahlen

des Tages.

Sind wir jetzt Öko-Helden?

Wir packen die Rucksäcke und satteln

unsere geladenen E-Bikes. Zeit zum

Heimfahren. Stolz und etwas erschöpft

rollen wir das lange Tal hinunter nach

Scharnitz. Am Bahnhof angekommen

geben wir unsere Leihfahrräder zurück

und setzen uns zufrieden in den Zug

zurück nach München.

Das Dosenbier vom Bahnhofskiosk

schmeckt, unsere verschwitzten Merino-Shirts

dampfen. Es braucht keinen

lauwarmen Fencheltee oder atmungspassive

Hanffaser-Pullis um öko zu

sein – oder für uns schöner gesagt: der

Natur und dem Klima etwas Gutes zu

tun. Für Bergsteiger wie uns reicht ein

kleiner Spurwechsel vom Asphalt auf

die Schiene. So minimieren wir unseren

ökologischen Fußabdruck ohne auf

etwas vom Bergerlebnis verzichten zu

müssen. Im Gegenteil: Das Abenteuer

profitiert – nicht nur von unserem

guten Gewissen.

INFO I

Für diese Tour solltest du in deinen

Rucksack packen: Bergschuhe, wasser-

und winddichte Jacke, Wechselklamotten,

Fahrradhelm, Wanderstöcke,

große Trinkflasche, Sonnencreme,

Schlafsack, Erste-Hilfe-Set

Die Übernachtung kostet:

für Alpenvereinsmitglieder:

13 € im Lager ohne Frühstück

für Nicht-Alpenvereinsmitglieder:

29 € im Lager ohne Frühstück

E-Bike-Vermietung in Scharnitz:

öffentlicher Fahrradverleih am Campingplatz

Karwendelcamp in Scharnitz:

www.radverleih-scharnitz.at

Fahrradverleih auf Anfrage beim Café

an der Länd: www.seefeld.com/

a-cafe-in-der-laendbar

Kosten für E-Mountainbikes:

ca. 40 €/Tag

INFO II

E-Bike&Hike auf die Birkkarspitze

(2749 Meter):

Bike: 850 hm, 18 km, ca. 3 h

Hike: 950 hm, ca. 3 km, ca. 3 h

Beste Zeit: Ende Juli bis Mitte September

(dann, wenn das Schlauchkar

schneefrei ist)

Am besten beim Hüttenwirt des

Karwendelhauses über die aktuellen

Bedingungen am Berg erkundigen:

www.seefeld.com/a-karwendelhaus

+43 720/98 35 54. Im Vorfeld

reservieren!

Sonstige Infos:

Wer den Naturpark Karwendel als

Ganzes mit seinen wildromantischen

Schluchten kennenlernen möchte,

findet alle relevanten Informationen

mit Tourenbeschreibungen, Anreise

und Unterkünften unter

www.seefeld.com

SPORTaktiv

93


GUT GEPLANT

IN 15 MINUTEN

TOURENPLANUNG WIRD

GERNE STIEFMÜTTERLICH

BEHANDELT. DABEI GIBT SIE

DEN WICHTIGEN SICHER-

HEITSVORSPRUNG AUF

DER TOUR. DER AUFWAND

DAFÜR IST DANK DIGITALER

HELFER HEUTE MINIMAL.

VON MATTHIAS PILZ

Bei der Tourenplanung können

wir kritische Gefahrenstellen

erkennen und uns

Strategien zum Umgang damit

im „Trockenen“ überlegen, ohne

schon der Gefahr ausgesetzt zu sein.

Ich möchte hier jedoch das Thema

Tourenplanung einmal nicht theoretisch

oder in Form einer Checkliste

abhandeln, sondern einfach eine Tour

exemplarisch planen. Vielleicht ist ja

auch für dich der eine oder andere

Tipp dabei. Ich verwende zur Planung

das Naturfreunde-Tourenportal

www.tourenportal.at – mit vergleichbaren

Portalen funktioniert es aber genauso.

Top-Tourenplanung, die eine

Tour sicherer, komfortabler, schöner

macht, braucht bloß 15 Minuten!

Vorab habe ich schon einen kurzen

Blick auf die neuesten Posts in den sozialen

Medien geworfen und weiß daher:

Meine Wunschtour ist immer viel

begangen. Der Wetterbericht im Radio

hat sonnige Auflockerungen prophezeit.

Bei mir liegt zudem ganzjährig der

Wanderführer am Couchtisch, ab und

zu studiere ich im Buch und markiere

mir interessante Touren für den Sommer.

Also starten wir:

Foto: Martin Edlinger, Matthias Pilz

94 SPORTaktiv


Tourenplanung erfolgt sinnvollerweise

daheim und nicht erst

am Smartphone am Parkplatz,

wie es viele tun.

00:00:00

Auf Basis von

diversen Informationen,

z. B. einem Posting in

sozialen Medien oder einfach einer

eigenen Idee, wähle ich eine Tour

aus: den Großen Buchstein in der

Steiermark.

00:00:42

Ein kurzer Blick

in den Wanderführer

zeigt die Key-Facts zur Tour:

Etwas mehr als 1600 Höhenmeter

Aufstieg, Schwierigkeitsgrad schwer,

Dauer etwa neun Stunden.

00:01:17

Ein kurzer zusätzlich

Check

des Wetterberichts für morgen in

der Wetter-App meines Vertrauens.

Der Wetterbericht fürs Wochenende

ist prinzipiell zwar gut, samstags

sind nachmittags jedoch kräftige

Wärmegewitter zu erwarten. Der

Sonntag bleibt gewitterfrei und

strahlend sonnig.

00:02:23

Ein weiterer

Check, ob die

Tour eigentlich zu meinem und

dem Niveau meiner Begleiter passt.

Alle sind fit, haben das ganze Frühjahr

trainiert und waren viel unterwegs.

Allerdings sind, wie ich weiß,

die 1650 Höhenmeter für einen Begleiter

an seiner Leistungsgrenze.

00:03:12

Blick auf www.

tourenportal.at:

Mit meinem Pro-Account zeichne

ich auf Basis der ÖK-Karte (im

Tourenportal „Topo“) rasch die

Tour aus dem Wanderbuch ab. Dabei

verwende ich das automatische

Routing („Magnet“) und kann so

die Tour rasch und unkompliziert

erstellen. Auf genaue Details achte

ich noch nicht.

00:05:11

Noch einmal

checke ich meine

Route Abschnitt für Abschnitt

mit drei Karten ab: ÖK (Topo),

Hangneigung und Luftbild. Dabei

starte ich am Parkplatz und stelle

mir aufgrund des Kartenbildes das

Gelände wie in einem 3D-Flug vor.

Ich stelle mir vor, wie das Gelände

und die Situation in der Natur aussehen.

Sehr oft wechsle ich zwischen

den Kartenansichten – so erkenne

ich alle Gefahrenstellen und

überlege mir, wie ich damit umgehen

kann. Kurz unter dem Gipfel

erkenne ich einen steilen, westseitig

gelegenen Abschnitt – hier können

im Frühsommer noch Schneefelder

liegen. Diese Stelle könnte auch mit

zusätzlichem Zeitaufwand oder

Ausrüstungsbedarf verbunden sein

(z.B. Grödel).

Insgesamt erscheint mir die Tour

an unserer Leistungsgrenze. In Anbetracht

des unsicheren Wetterberichts

entschließen wir uns, die

Tour mit einer Hüttenübernachtung

am Buchsteinhaus zu machen

– dieses wird zudem im Buch als

besonders schön empfohlen! Dadurch

ist die Gewittergefahr am

Samstagabend kein Problem und

die körperlichen Anstrengungen

teilen sich auf zwei Tage auf.

00:10:05

Ich speichere die

Tour ab und

übertrage sie auf mein Smartphone,

zusätzlich drucke ich die Tour auf

Papier aus.

00:10:59

Ich rufe auf der

Hütte an, um

unsere Übernachtungsplätze zu reservieren.

Zudem erkundige ich

mich nach dem Schneefeld unter

dem Gipfel. Der Wirt berichtet

MATTHIAS PILZ

ist Bergsportler, Ausbildner der

Naturfreunde Österreich für

Klettern, Hochtouren und Skitouren.

www.naturfreunde.at,

www.tourenportal.at

zwar von einer guten Spur, allerdings

sind Grödel sinnvoll.

00:12:51

Ich informiere

meine Freunde

über die Tour und wir besprechen

das zusätzlich zur normalen Ausrüstung

notwendige Material (Grödel,

Hüttenschlafsack, Erste-Hilfe-Packerl,

Biwaksack) und wir machen

uns eine Fahrgemeinschaft aus.

Selbstverständlich wird diese

Form der Tourenplanung für Einsteiger

oder weniger Geübte in dieser

kurzen Zeit und diesem Detailgrad

nicht möglich sein. Das

Beispiel zeigt aber plakativ, mit wie

wenig Aufwand eine Tourenvorbereitung

in kurzer Zeit und sehr hoher

Qualität gelingen kann. Logischerweise

kann es während der

Tourenplanung auch mir passieren

– und das ist etwas sehr Positives –,

dass eine Tour aus irgendeinem

Grund verworfen und eine Alternativtour

geplant werden muss.

Die hier beschriebene Planung ist

nur der erste Schritt. Während der

Tour beobachte und vergleiche ich

die Verhältnisse in der Natur ständig

mit der Situation (Schneefelder,

Wetter …), die ich mir in der

Planung vorgestellt habe. Diese

Beobachtungen lasse ich in meine

Tourengestaltung einfließen und

passe meine Tour ständig den

Verhältnissen an.

SPORTaktiv

95


1 2

WEXL TRAILS

St. Corona am Wechsel (NÖ)

T. +43 (0) 26 41/210 09

E-Mail: info@wexltrails.at

www.wexltrails.at

3 4

1

ZUERST EINMAL

EINGROOVEN

Bist du erst einmal vor Ort, willst du

sofort rein ins Getümmel und dir deine

Bikepark-Zeit holen. Doch: Man sollte

sie nicht unterschätzen, die erste und

letzte Abfahrt. Sie sind die tückischsten.

Darum: zuerst mal eine gemütliche

Runde auf der einfachsten Strecke

drehen, Sprünge und schwierige

Passagen vorerst auslassen.

Auf den Wexl Trails empfehlen wir dir

den „Bergabradweg“. Der Trail wurde

extra für Einsteiger gebaut und bietet

eine noch einfachere Abfahrt als auf dem

Flowtrail. Perfekt zum Eingrooven.

2

STEP BY STEP

VIER TIPPS FÜR ABWECHSLUNG UND DEN

RICHTIGEN EINSTIEG IM BIKEPARK.

FLOWTRAIL IN ALLER MUNDE

UND UNTER ALLEN RÄDERN

Als Anfänger will man es so einfach wie

möglich haben, man mag sich keine

Sorgen um eventuelle Gefahren oder

Hindernisse machen. Also: ab auf den

Flowtrail. Sicherheit steht hier an

oberster Stelle. Der Trail ist mindestens

zwei Meter breit, Tables können ohne

Probleme überrollt werden und vor

Gaps muss man sich auch nicht

fürchten.Volle Konzentration auf die

richtige Fahrtechnik und weg mit dem

Angstgefühl. Und das Gute an Flowtrails:

sie können nahezu mit allen

Mountainbikes befahren werden.

3

SINGLETRAILS UND

DOWNHILL-LINES

Steigere von leicht nach schwer. Lassen

sich die blauen Trails mit Leichtigkeit,

Flowgefühl und viel Sicherheit befahren,

kann man sich an die nächste Stufe

wagen. Rote Strecken wie der Singletrail

in St. Corona am Wechsel haben schon

ein paar knifflige Stellen eingebaut. Der

erste Run dient zur Besichtigung! Beim

zweiten Run kannst du die Geschwindigkeit

erhöhen.

Auf der Downhillstrecke des Trailcenters

in Niederösterreich warten dann

schon viel mehr anspruchsvolle Stellen

und die Schwierigkeitsskala ist auf

„schwarz“ geklettert. Erst wenn du dir

sicher auf den roten Strecken bist,

wechsle auf die schwarze Strecke. Passiert

das nicht bei deinem ersten Besuch,

dann einfach beim nächsten! Die Saison

geht bis in den November rein.

4 JUMPLINES

Sieht so einfach aus und jeder

macht’s! Aber: Jumplines sind zwar der

große Hype, kommen jedoch nicht

umsonst aus dem „Slopestyle“-Bereich.

Sie sind gebaut für geübte Biker, die

schon viel Erfahrung mit Sprüngen

haben und Airtime lieben. Auch wenn es

noch so cool und easy aussieht, unterschätzt

sie nicht. Es beginnt bereits bei

der richtigen Verhaltensweise auf

Jumplines, denn stehen bleiben inmitten

der Jumpline ist ein absolutes „No-Go“.

Und das kann als Anfänger schon mal

passieren, wenn der kommende Sprung

zu heftig wirkt. Daher bitte unbedingt

zuerst die Sprünge auf Flowtrails und

Singletrails sauber absolvieren und dann

erst auf Jumplines umsteigen.

ANZEIGE / Fotos: Wexl Trails

96 SPORTaktiv


YOUR DYNAFIT RACE OUTFIT


Foto: Niederösterreich Werbung/ Stefan Fuertbauer (www.stefanfuertbauer.com)

GENUSSVOLLES RADELN

IN NIEDERÖSTERREICH

In den Weinbergen

TERREICH-WERBUNG

und Hügeln, an

Flüssen oder entlang

von Kultur-

Logo

denkmälern: Wir

stellen die schönsten

Touren vor.

vorgaben – Stand: Dezember 2020

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rägt.

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Breite

MEHR INFOS:

www.niederoersterreich.at

98 SPORTaktiv

Zwischen saftig grünen Weinreben,

direkt am kühlen Fluss,

herrlich eben auf ehemaligen

Bahntrassen oder entlang von

zahlreichen kulturellen Highlights führen

die Radrouten in Niederösterreich!

Wahre Genussradler schätzen außerdem

die kulinarische Vielfalt am Weg: ob

Haubenlokal, traditionelles Wirtshaus

oder Heurigen – in Niederösterreich

macht man beim Radfahren auch gern

mal Rast.

Donauradweg

Nicht umsonst gilt der Donauradweg als

einer der beliebtesten Radwege Europas.

Rund 260 Kilometer verläuft er in Niederösterreich

und punktet mit abwechslungsreichen

Streckenabschnitten. Besonders

bemerkenswert ist auch die kulturelle

Vielfalt, die Radler am Weg erwartet.

So führt die Radroute zu den

Stiften Melk und Klosterneuburg, zur

Römerstadt Carnuntum und den Kulturhighlights

in Krems wie der Kunsthalle

Krems.

Den Weinviertel DAC erradeln

Köstlich radelt man im Weinviertel!

Auf rund 55 Kilometern führt die

Weinviertel-DAC-Radtour durch die

sanft hügelige Landschaft und dabei an

malerischen Kellergassen vorbei. Ausgangspunkt

ist die Weinstadt Retz, die

mit der Retzer Windmühle und dem

Erlebniskeller schon einige Sehenswür-


Foto: Niederösterreich Werbung/ Martin Matula Foto: Waldviertel Tourismus, Studio Kerschbaum

digkeiten bietet. Tipp: Den Weinviertel

DAC kann man am Weg bei den

Heurigen genießen.

Vom Buckl zum Berg

Wenn es ein wenig sportlicher sein

darf, aber der Genuss nicht auf der

Strecke bleiben soll, dann ist die „Vom

Buckl zum Berg“-Route genau das

Richtige! Hier in der Buckligen Welt

warten einerseits herrliche Aussichtsplätze,

die einen zum Staunen bringen

– und andererseits ausgezeichnete

Spezialitäten bei Wirtshäusern der

„Niederösterreichischen Wirtshauskultur.“

Thayarunde

Eine Route, die auch perfekt für junge

Familien zu befahren ist, aber auch für

Radler aller Altersklassen, ist die

Thayarunde im Waldviertel. Da sie

entlang von ehemaligen Bahntrassen

verläuft, ist sie sehr flach. Der namensgebende

Fluss verschafft Abkühlung

an heißen Sommertagen und ist

zu jeder Jahreszeit ein schöner Anblick!

Kaiser-Klöster-Künstler-Tour

Mit dem Trekking-E-Bike oder dem

E-Mountainbike lässt sich diese neue

Radroute im Wienerwald perfekt befahren.

Unterwegs wird die Geschichte

des Wienerwalds als Sitz für Klöster,

die Verbindung mit der Kaiserfamilie

und Künstlern veranschaulicht. Zahlreiche

Heurigen und radfreundliche

Gastgeber sorgen für Genuss am Weg.

Traisental-Radweg

Zwischen idyllischen Terrassenweingärten

und weiten Feldern verbindet der

Traisental-Radweg Niederösterreichs

Landeshauptstadt St. Pölten mit Mariazell.

Auf der Strecke bieten die St.

Pöltner Seen und der Traisen-Fluss Abkühlung.

Sehenswürdigkeiten am Weg

sind zum Beispiel das Museum Niederösterreich,

das Stift Herzogenburg oder

das Kameltheater Kernhof.


„DAS ABENTEUER

HAT AUCH MICH

JAKOB HORVAT IST PER

ANHALTER VON WIEN

NACH SÜDAMERIKA UND

DANACH UM DIE GAN-

ZE WELT GEREIST. EIN

ABENTEUER, DAS IHM

EINEN NEUEN BLICK AUF

DEN ZUSTAND DER ERDE

UND AUF SICH SELBST

ERÖFFNET HAT UND DAS

SEIN LEBEN VON GRUND

AUF VERÄNDERT HAT.

INTERVIEW: KLAUS MOLIDOR

GEFUNDEN“

Fotos: Jakob Horvat

100 SPORTaktiv


Jakob Horvat hat

auf seiner Weltreise

viel erlebt. Vom Start

am Matzleinsdorfer

Platz, über tierische

Reisegefährten bis zum

Amazonasregenwald

Wo trifft man sich mit

einem Weltenbummler,

der ohne Flugzeug

den Atlantik überquert

hat und ein Jahr

lang um die Welt gereist ist? Sicher nicht

drinnen und sicher nicht virtuell. „Wir

könnten“, schlage ich vor, „uns im Freien

treffen und spazieren beim Reden“.

Ganz coronakonform also. „Gerne“,

schreibt Jakob Horvat flugs zurück. „Allerdings

bin ich gerade in Costa Rica.“

Dort, so stellt sich heraus, lebt der

35-jährige ehemalige ORF-Journalist

seit Februar mit seiner Freundin Andrea.

Statt über die österreichische Innenpolitik

zu berichten, bietet er Coachings an,

Live-Meditationen, Yogastunden und

wöchentliche Podcasrs. Also verabreden

wir uns auf Zoom. Bei ihm ist früher

Morgen, bei uns Nachmittag.

Jakob, was sagt dir der Name Douglas

Adams?

Hmmm. Douglas Adams. Nichts.

Das ist der Autor der Serie „Per Anhalter

durch die Galaxis“ – was irgendwie

deine Reise gut trifft.

Ah, ja klar, die sagt mir schon etwas.

Stimmt aber nicht ganz. Per Anhalter

bin ich 2016/17 nach Amerika gereist.

Danach aber sehr wohl mit ganz herkömmlichen

Reisemitteln.

Was war denn die Initialzündung für

die Tramping-Reise um die Welt?

Kennst du das, wenn eine Glut so dahinschwelt,

und dann wirfst du etwas

hinein, das sehr leicht Feuer fängt. Und

es erzeugt eine Stichflamme? Die Glut

war bei mir, dass ich als ORF-Journalist

für den „Report“ in der Flüchtlingsbewegung

Geschichten gemacht habe. Ein

halbes Jahr bin ich an all die möglichen

Orte gefahren, Flüchtlingslager, an die

Grenzen, Bosnien, Serbien, Ungarn und

hab dort die Fremden, vor denen so viele

Menschen Angst gehabt haben, kennengelernt

auf eine Art und Weise, die

teilweise sehr schmerzhaft war. Ich hab

das nicht so weghalten können von mir,

wie man das als Journalist vielleicht tun

sollte. Mich haben die Geschichten der

Menschen berührt und dadurch hat sich

mein Blickwinkel auf die Fremde verändert.

Gleichzeitig hab ich für das Fernsehen

berichtet über die Angst vor den

fremden Menschen, die da kommen.

Daraus ist ein Konflikt entstanden, mit

dem ich zunächst nicht so viel anfangen

konnte. Aber das war die Glut.

Und der Zunder, der die Stichflamme

ausgelöst hat?

In der Zeit hat mich mein Freund Martin

aus Norwegen gefragt, wie das wäre,

wenn wir alles zurücklassen für einen

bestimmten Zeitraum, um so langsam

wie möglich Richtung Westen zu reisen,

ohne Fliegen den Kontinent zu wechseln

nur mit der Hilfe von fremden Menschen.

Da ist die Glut ein bisschen aufgeflammt.

Vier Wochen später habe ich

beim Geburtstag meines Vaters gesagt:

„Leute, ich glaub, ich werde eine Weltreise

machen und ich glaub auf eine

recht ungewöhnliche Art und Weise.“

Per Anhalter zu reisen ist ja DIE Art und

Weise um mit Menschen in Kontakt zu

kommen. Und die Fremde auf eine ganz

neue Art und Weise kennenzulernen.

Aus eigener, minimaler Autostopp-

Erfahrung: Da braucht man eine

hohe Frustrationstoleranz.

Die entwickelt man. Man lernt, an

Tankstellen und Rastplätzen mit Leuten

ins Gespräch zu kommen und auch,

dass es egal ist, wie schnell man vorankommt.

Die Absurdität des Vorhabens

hat mich vor allem am Anfang immer

wieder überwältigt. Nach Südamerika!

Und dann sind wir die ersten Stunden

nicht einmal aus Wien rausgekommen.

Irgendwann war der Spaß dann aber

wohl weg.

Das erste wirkliche Tief war in Spanien

an einem Kreisverkehr nach Barcelona.

Dort nimmt einen ja schon gar keiner

mit, weil die Spanier sehr reserviert sind.

Nach vier Stunden sind wir frustriert in

ein Restaurant gegangen, haben ein Baguette

gegessen und einen Whisky getrunken.

Plötzlich sagt Martin mit Blick

SPORTaktiv

101


Die Reise hat

Jakob Horvat

so tief mit der

Natur verbunden

wie nie

zuvor.

auf unsere Rucksäcke: Schau, wie gut es

uns geht, dass wir diese Reise machen

können, das größte Abenteuer unseres

Lebens, für das wir ein Jahr Zeit haben.

Da sind uns beiden die Tränen gekommen

und wir hatten ein unglaubliches

Glücksgefühl und gedacht: Das ist es.

Die Frustration zu erleben, einen Weg

heraus zu finden und stärker aus der Situation

rauszugehen. Danach sind wir raus

auf die Straße und glaub es oder nicht: 10

Minuten später hat uns wer mitgenommen.

Dadurch bildet sich ein mentaler

Muskel, der es einem ermöglicht, beim

nächsten Mal noch einen größeren

Schritt hinauszugehen aus der Komfortzone.

Rückblickend gesehen waren das

die einzelnen Schritte, die notwendig waren,

damit ich überhaupt erst so was mache

wie eine Atlantiküberquerung.

Einem Lkw-Fahrer hast du gesagt: „Ich

suche Abenteuer“. Hast du das Abenteuer

gefunden oder hat das Abenteuer

dich gefunden?

Ich glaube, wir haben einander gefunden.

Zunächst hab ich entschieden per

Anhalter von Wien nach Amerika zu reisen

und dann schauen wir weiter. Ich

hatte sonst nichts geplant. Die Suche

nach dem Abenteuer im Außen hat mich

nach und nach auf ein Abenteuer im Innen

geführt. Das war unerwartet und

ungeplant und damit hat das Abenteuer

auch mich gefunden, weil ich gelernt

habe, mich drauf einzulassen. Durch Erfahrungen

wie die Seekrankheit am Atlantik,

die furchtbar war, hab ich zum

ersten Mal in meinem Leben gelernt,

mich einzulassen auf das, was gerade da

ist. Auch wenn es unangenehm und

schmerzhaft ist. Dadurch ist die Reise

erst so verlaufen, wie sie verlaufen ist.

Eine Reise, die auch einen ganz anderen

Menschen aus dir gemacht hat.

Die Tragweite habe ich da noch nicht so

erfahren. Ich hab gewusst, da tut sich

wahnsinnig viel und in einer Regelmäßigkeit,

dass ich es gar nicht integrieren

konnte. Ich hatte viele Tools noch nicht

um diese Erfahrungen zu verarbeiten,

wie die Meditation zum Beispiel. Durch

die Atlantiküberquerung hab ich eine

extrem tiefgründige Verbindung zur Natur

erfahren, so tief wie nie zuvor. Ich

hab mich und mein Leben der Natur

anvertraut im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich hab vom Segeln nix verstanden,

ich hab vom Boot nichts verstanden und

den Kapitän kannte ich auch nicht. Also

wem oder worauf vertraust du, um mit

deinen Ängsten klarzukommen? Und da

war plötzlich so ein Ur-Vertrauen ins

größere Ganze, wie immer man das nennen

möchte. Es war ein total faszinierendes

Gefühl, weil auf einmal war die

Angst weg und die restliche Atlantiküberquerung

war nur noch eine einzige

Faszination. Später dann im Amazonasregenwald

hab ich Antworten bekommen

auf die Frage, wem oder was ich

mich da anvertraut hab.

Und zwar?

Die Antworten sind zu mir gekommen

in Form der Pflanze Ayahuasca, die die

Schamanen im Regenwald seit Jahrtausenden

verwenden zur körperlichen,

geistigen, seelischen Reinigung und auch

um sich zu verbinden mit dem größeren

102 SPORTaktiv


Ganzen, mit der Natur, mit sich selbst.

Eine krasse Erfahrung. Kurz erklärt: Es

war eine Anbindung über das Tiefste in

mir selbst an das Größte im Außen.

Eine kleine Ameise klettert den Baum

hinauf und du fühlst dich mit der Ameise

so unglaublich verbunden. Menschen,

die Tausende Kilometer weit weg sind,

scheinen neben dir zu stehen – energetisch

gesehen und du spürst wie alles mit

allem verbunden ist und alles Negative

fällt ab. Negative Gedanken, Selbstzweifel,

alle diese mentalen Muster, in die

man immer wieder hineinfällt – alles ist

weg. Ich hab mir dann gedacht, wie ich

dieses Potenzial, das da in mir ist, wecken

kann, ohne dass ich Ayahuasca im

Amazonasregenwald trinke. So bin ich

zum Yoga gekommen, zur Meditation,

in ein Zen-Kloster am Ende meiner Reise.

Das waren alles Orte, die ich nie besucht

hätte vor meiner Reise.

Hast du durch diese Reise ein anderes

Gefühl für den Zustand unseres Planeten

bekommen?

Ja. Ich gebe weniger Geld aus, bin Vegetarier

geworden. Das Bewusstsein für

den Zustand der Erde hat sich ziemlich

verändert. Ich war in der Plastikwüste in

Kolumbien, wo wahnsinnig viel Plastik

ist. Wenn du mit den Menschen dort redest,

haben die überhaupt keine Ahnung,

wie schädlich das ist. Die trinken

Salzwasser, weil sie kein sauberes Trinkwasser

haben. So jemandem ist doch

völlig egal, ob Plastik in der Wüste ist

oder nicht. In Borneo war es ähnlich.

Dort ist nur noch weniger als die Hälfte

vom Regenwald übrig. Ich hab zehn

Tage lang danach gesucht und keinen

gefunden. Nur die Menschen dort suchen

Jobs und die finden sie in der Kohle-

und Palmöl-Industrie. Damit können

sie ihre ganze Familie ernähren. Dass sie

dafür ihre Insel und ihren Regenwald

aufopfern, ist ihnen gar nicht bewusst.

Wir in der sogenannten Ersten Welt haben

die Verantwortung, Dinge zu verändern.

Diese Länder schauen auf zu Europa

und den USA. Die machen die

Dinge haargenau gleich wie wir, weil sie

auch in so einer Fülle leben wollen und

dabei machen sie die gleichen Fehler wie

wir. Darum muss man mit gutem Beispiel

voranzugehen und sein eigenes

Wirken in der Welt überdenken. Damit

meine ich nicht nur, was kaufe ich ein,

verwende ich Plastik, fahre ich Auto

oder steige ich in einen Flieger. Das sind

die oberflächlichen Dinge. Es beginnt

mit dem inneren Zustand des Angebundenseins

an die Natur. Jeder, der einmal

auf einem Berggipfel gestanden ist, der

weiß, wie sich das anfühlt, diese Verbindung

zur Natur. Der wird nie auf die

Idee kommen, dort Müll zu hinterlassen.

Ich glaube, es beginnt mit dem inneren

Bewusstseinswandel, der sich

dann idealerweise ausbreitet, und nicht

bei politischen Entscheidungen, dass wir

nur noch Elektroauto fahren und nur so

und so viel Plastik verwenden.

Während der Reise, gab es nie das Gefühl,

ich muss doch wieder zurück?

Je länger diese Reise gedauert hat, desto

mehr hab ich mich schon auf zu Hause

gefreut. Auf einen geregelten Alltag, auf

meinen Job, ich wusste, ich werde wieder

Geld verdienen. Dass ich mich so dermaßen

aufs Leben einlassen konnte, hatte

auch damit zu tun, dass ich wusste, da ist

noch das Sicherheitsnetz zu Hause. Auch

wenn ich Sorge gehabt hab, dass sich das

mit meinem Job nicht mehr so ausgehen

würde. Ich hab ja so gut wie keine Nachrichten

konsumiert in dem Jahr und

schon gar keine aus Österreich. Dann

komm ich heim und die FPÖ war plötzlich

in der Regierung und Herbert Kickl

Innenminister. Und alles, was ich über

die Fremde, über Offenheit und Vertrauen

gelernt hab, hat zu Hause überhaupt

JEDER, DER EINMAL

AUF EINEM BERG-

GIPFEL GESTANDEN

IST, DER WEISS, WIE

SICH DAS ANFÜHLT,

DIESE VERBINDUNG

ZUR NATUR.

WELTNAH

heißt das Buch, das aus

der Weltreise entstanden

ist. Auf Instagram ist Jakob

Horvat unter instagram/

jakob.horvat zu finden. Blog,

Podcast, Coaching unter:

thousandfirststeps.com

www.jakobhorvat.com

keine Gültigkeit gehabt. Das hat mich

extrem überfordert. Nach kurzer Zeit in

der Arbeit war klar, dass sich das nimmer

lang ausgeht. Andere Gesichter, andere

Namen, aber die Themen wie eh und je,

keine Probleme gelöst, als wäre ich nie

weg gewesen. Da ist einerseits ein Teil

von mir zum Leben erwacht, der da nimmer

reinpasst, andererseits muss ich

schauen, wie schaffe ich jetzt diese Veränderung,

die da innerlich in mir stattgefunden

hat in der äußerlichen Welt, ohne

alles vom Zaun zu brechen. Das hat mich

ziemlich herausgefordert.

Was war in Summe schwieriger? Das

Losgehen oder das Heimkommen?

Das Losgehen war schwieriger. Initial.

Weil heimkommen war leicht. Im Flieger

ankommen, von der Familie unter Freudentränen

abgeholt werden. Und es

schneit und du freust dich über jede

Schneeflocke. Beim Losgehen waren da

doch Angst, Zweifel, viele Fragen, was

erwartet mich da. Ein, zwei Monate später

dreht es sich aber. Dann war das

Heimkommen langfristig sehr viel

schwieriger, als das Auf-der-Reise-Bleiben.

Wenn du einmal in den Flow gefunden

hast, dass jeder Tag anders ist,

und dich darauf einlässt, dann passieren

viele Dinge von selbst. Zu Hause war das

dann das genaue Gegenteil und ich hab

mir oft gedacht, dass ich wieder weg will.

Und so ist es letztlich auch gekommen.

SPORTaktiv

103


AUS

PRO

BIERT

OUTDOOR

LADEN IST NEBENSACHE

Als unersättliche Stromfresser waren GPS-Uhren mit Pulsmessung

am Handgelenk verschrien. Das hat sich in den letzten

Jahren massiv gebessert. Ein Highlight bezüglich Akku-Laufzeit

bietet GARMIN mit der neuen ENDURO-Outdoor-Uhr (UVP €

799,99 Edelstahl bzw. € 899,99 Titan). Laden wird zur Nebensache.

Sie läuft und läuft. Bis zu 80 Stunden im GPS-Modus und bis

zu 65 Tage im Smartwatch-Modus. Überdies hat sie eine Solar-Ladelinse.

Soll heißen, bei starker Lichteinstrahlung läuft die

Enduro noch länger. Mit Vorurteil zwei – dem Gewicht – räumt

sie ebenfalls gnadenlos auf. Einen Hauch von nichts statt einem

schweren Klumpen tragen wir mit ihr am Handgelenk: 58 Gramm

beim Titan- bzw. 72 Gramm beim Edelstahl-Modell. Im Test hat

sie weitere mögliche Schwachpunkte pulverisiert. Bezüglich

Genauigkeit bei Puls- und Streckenlängenmessung lautet das

Urteil 2 x supergenau. Das „UltraFit-Nylon-Armband“ mit Klettverschluss

ist Geschmacksache. Natürlich gäbe es auch Silikon-Uhrbänder

in zig Farben (UVP € 49,99). Die Funktionen der

Enduro sind enorm vielfältig. Allerdings muss man sich mit ihren

vielen Features, den zahllosen Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten,

gründlich befassen. Dabei sind eigene Garmin-Apps

mit einzubeziehen und das Zusammenspiel mit dem Smartphone

ratsam. Wer noch immer nach Argumenten sucht, die gegen die

Enduro sprechen, kann einzig den Preis ins Treffen führen.

DIESMAL IM TEST-EINSATZ:

EINE UHR MIT HOCHLEIS-

TUNGSAKKU, EINE HYBRID-

JACKE UND EIN

KLETTERSTEIGSET MIT

GESCHRUMPFTEM

BANDFALLDÄMPFER.

VON OLIVER PICHLER

Fotos: Oliver Pichler

104

SPORTaktiv


GESCHRUMPFTER

BANDFALLDÄMPFER

LEICHTER BEGLEITER IM WIND

Der Morgen ist kalt. Der Wind ungut. „Wechselhaft mit

Schauerneigung“ lautet die Prognose. Wer dennoch

raus will, braucht eine dünne, funktionelle Jacke. Unser

aktueller Favorit der letzten Wochen für schnelle, zeitig

am Morgen gestartete Frühsommer-Bergtouren oder für

Trailrunning-Einheiten bei windig-regnerischen Verhältnissen

ist das neue LÖFFLER HOODED LIGHT HYBRID

JACKET (UVP € 149,99). Das 300 Gramm leichte Teil ist

samt Kapuze wind- und wasserdicht (20.000 mm Wassersäule)

und doch erfreulich atmungsaktiv. Die Ärmel

sind aus elastisch-dünnem Material. Das innenliegende

Netzfutter sorgt für angenehmes Gefühl auf der Haut. Im

Sommer und Herbst ist dieses Hoodie am Berg ideal,

wenn es windig ist, Regen möglich ist und eine Isolationsjacke

zu warm wäre. Testerfahrungen: Das Hoodie

ist nicht primär als Isolation bei längeren Stehzeiten gedacht,

aber perfekt, solang man sportlich in Bewegung

ist. Der elastische Hüftabschluss macht jede Bewegung

mit, dichtet nach unten hin gut ab. Die zwei seitlichen

Zipp-Taschen sind praktisch. Eng, aber auch relativ kurz

geschnitten fällt das Light Hybrid Jacket insgesamt eher

klein aus. Daher ist im Zweifel die größere Größe ratsam.

Das „Päckchen“ zwischen den Armen des Klettersteigsets

und der Schlaufe, mit der Set und Klettergurt verbunden

werden, nennt sich „Bandfalldämpfer“. Die Aufgabe dieses

unhandlichen Teils ist, einen Sturz sicher und möglichst

sanft zu stoppen. Bandfalldämpfer sind ein ganz zentrales

Sicherungs-Element. Ihre Sperrigkeit wurde hingenommen.

Denn es gab keine kleineren Lösungen. Bis jetzt. Denn

EDELRID hat für das Modell CABLE COMFORT 6.0 (UVP €

130,–) einen verglichen mit dem Vorgänger-Modell (Cable

Comfort 5.0) halb so großen, gleich sicheren Bandfalldämpfer

entwickelt. Auch alle anderen Edelrid-Klettersteigsets

werden mit dem neuen, deutlich kompakteren Dämpfer

geliefert. Welch einen Komfort-Gewinn die geschrumpfte

Version des Bandfalldämpfers bringt, zeigt sich beim

Verbinden des Cable Comfort 6.0 mit dem Klettergurt. Der

„Kleine“ lässt sich viel bequemer durch die zu bildende

Verbindungsschlaufe ziehen. Dass in der Folge am Klettersteig

ein nur noch halb so großes „Päckchen“ vor der

Körpermitte hängt, ist ebenfalls erfreulich. Nicht minder

wichtig, weil Hunderte Male je Tour in Verwendung, sind

die großen, leichtgängigen, sehr bequem mit einer Hand

bedienbaren Karabiner. Auch der Wirbel – er verhindert

das Verdrehen der beiden Arme – ist ein wichtiges Ausstattungsmerkmal.

SPORTaktiv

105


ZU GAST IN

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Ankogel – Mallnitz www.ankogel-ski.at 2

Bad Kleinkirchheim www.badkleinkirchheim.com 3

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Gerlitzen Alpe www.gerlitzen.com 2

Goldeck am Millstätter See www.sportberg-goldeck.com 1

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Mölltaler Gletscher www.moelltaler-gletscher.at 3

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Weissensee www.weissensee.com 1

106 SPORTaktiv


Foto: Kärnten Werbung/Franz Gerdl

SPORTaktiv

107


Foto: Stefan Leitner

Den Kindern die Natur

näher zu bringen, ist eine

besonders schöne Aufgabe

der Ranger, hier im

Nationalpark Thayatal.

UMWELT

108 SPORTaktiv


WAS LERNT MAN IN

DER AUSBILDUNG ZUM

NATIONAL PARK-RANGER?

AKTUELL SIND ZWEI NEUE

LEHRGÄNGE AM LAUFEN. WIR

HÖREN UNS UM UND STAUNEN

ÜBER BANKER UND BIOLOGEN,

DIE SICH IN NATURVERMITT-

LUNG WEITERBILDEN UND

EINEN WERTVOLLEN BEITRAG

FÜR UNS ALLE LEISTEN.

VON CHRISTOPH HEIGL

Gletscherforschung, Erste Hilfe

und Vogelkunde. So breit gefächert

sind die Themen, in die

sich angehende Ranger und

Rangerinnen in der Ausbildung vertiefen,

damit sie später in einem der sechs

österreichischen Nationalparks ihr Wissen

wieder weitergeben (siehe Infoboxen).

Insgesamt 40 Personen werden aktuell

im Nationalpark Donau-Auen in

neuen Lehrgängen zum Nationalpark-Ranger

und Naturvermittler ausgebildet.

Das Grundmodul Zertifikatslehrgang

für Naturvermittlung wird voraussichtlich

im August 2021 abgeschlossen

sein, das Aufbaumodul National-

BILDUNG

MIT MEHRWERT

SPORTaktiv

109


NATIONALPARKS

AUSTRIA

Die sechs österreichischen Nationalparks

sind von besonderer Bedeutung. Ihr Erhalt

sorgt für eine Vielfalt der Arten, Pflanzen

und Lebensräume. Diese schützenswerten

Kultur- und Erlebnisräume sind gerade im

letzten Jahr von immer mehr Menschen erkannt

worden.

Sechs Nationalparks in Österreich:

+ Nationalpark Donau-Auen

+ Nationalpark Gesäuse

+ Nationalpark Hohe Tauern

+ Nationalpark Kalkalpen

+ Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel

+ Nationalpark Thayatal

Für Kinder: Alle Nationalparks haben

Angebote für Kinder und Jugendliche wie

Feriencamps, Familienfeste, Workshops,

Touren und „Junior Ranger“.

www.nationalparksaustria.at

NICHTS BERÜHRT

UNS WIE DAS

UNBERÜHRTE.

park-Ranger im März 2022. Ein Großteil

der Inhalte wird bei Exkursionen

im Freiland oder über Online-Seminare

vermittelt.

Was machen Ranger und Rangerinnen

in der Praxis? „Die Aktivitäten

rund um den Amphibienzaun zählen

zu meinen Lieblingsbeschäftigungen“,

erzählt Rangerin Eva Pölz auf www.nationalparksaustria.at.

Sie betreut mit

vielen Freiwilligen (darunter auch

Schülern) die Projekte. Von der Begeisterung

an der Natur berichten viele im

lesenswerten Blog: Ranger Heimo Emmerstorfer

vom Habichtskauz-Monitoring

im Nationalpark Gesäuse, Rangerin

Magdalena Karan (Hohe Tauern)

von der Steingeiß „Leni“ und Simon

Zeiner von der Ausbildung. „Über Hügel

und Gebirgszüge, über deren Entstehung

ich mir bisher nicht viel Gedanken

gemacht habe, konnte uns

Geomorphologe Gerhard Lieb stundenlang

erzählen“, berichtet er. „Da

wurde mir eigentlich erst bewusst, wie

,blind‘ ich manchmal durch unsere

Natur gelaufen bin.“ Auch anderen die

Augen zu öffnen, darum geht es.

„Durch den Nationalpark spazieren

und ein bisschen über Tiere fabulieren

reicht also nicht.“

Fotos: Stefan Leitner

110 SPORTaktiv


Die Ranger-Ausbildung ist seit 2010

durch einen einheitlichen und ein- bis

zweijährigen Lehrgang strukturiert. Die

Zertifikats-Lehrgänge sind eine vom

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft,

Umwelt und Wasserwirtschaft

geregelte Bildungsmaßnahme. Lehrgänge

finden je nach Bedarf in den einzelnen

Nationalparks statt. Ihre Inhalte sind

Umweltbildung mit Mehrwert: Botanik,

Zoologie und Geologie, ökologische Zusammenhänge

und naturschutzfachliche

Grundlagen. Erste Hilfe ist auch ein

wichtiges Thema. Aufbauend auf einem

17-tägigen Grundmodul basiert ein

25-tägiges Modul, das an den einzelnen

Nationalpark angepasst ist. „In den Hohen

Tauern haben wir natürlich andere

Schwerpunkte als am Neusiedler See

oder in den Donau-Auen“, erzählt Sarah

Wendl, die Generalsekretärin der Nationalparks.

Wer kann sich für die Ausbildung bewerben?

Jeder. Vorkenntnisse braucht

man keine – zumindest theoretisch. In

der Praxis sind es Menschen, die erstens

mindestens 18 Jahre alt sein müssen, und

zweitens einiges an Erfahrung und Interesse

haben, vom abgeschlossenen Biologiestudium

bis zur Tierärztin und Bergführerin

ist alles dabei. „Wir haben auch

Banker und Menschen aus anderen Bürojobs,

die einen lohnenden Ausgleich

zum Beruf suchen“, erzählt Wendl. Die

meisten üben ihre Ranger-Tätigkeiten

übrigens nebenberuflich aus. „Und wenn

man anderen die Natur erklären und vermitteln

will, kann es ganz nützlich sein,

einen gewissen Background zu haben, ob

der nun biologisch, historisch, kulturell,

regional oder pädagogisch ist.“ Sportlich

und wetterfest zu sein, ist auch kein

Nachteil. „In den Hohen Tauern geht es

hoch hinauf, in den Donau-Auen

braucht es Armkraft für die Bootstouren

und am Neusiedler See bläst doch hin

und wieder ein kräftiger Wind“, lacht

Wendl. „Das Wichtigste ist aber die Begeisterung

und dass man mit Leidenschaft

bei der Sache ist. Das spüre ich bei

allen unseren Rangern und Rangerinnen

immer wieder.“

DIE RANGER-AUSBILDUNG:

Der Zertifikats-Lehrgang zum Nationalpark-Ranger ist die Grundlage

einer bundesweit einheitlichen Ausbildung. Die Ausbildungstage

werden, soweit möglich, geblockt durchgeführt und können an Wochentagen

aber auch am Wochenende stattfinden. Die Kosten variieren

zwischen 1000 und 1400 Euro.

1. Zertifikats-Lehrgang Grundmodul: Das Grundmodul umfasst

den allgemeinen Ausbildungsteil im Umfang von 17 Tagen (à 8 Lehreinheiten

zu je 60 Minuten). Zu den Inhalten gehören naturschutzfachliche

Grundlagen, Zoologie, Botanik, Geologie, ökologische Zusammenhänge,

naturpädagogische Vermittlungsmethoden, Exkursionsdidaktik,

rechtliche Grundlagen, Wetterkunde und Erste Hilfe.

2. Zertifikats-Lehrgang Aufbaumodul: Das Aufbaumodul umfasst

den spezifischen, auf den Einsatz-Nationalpark zugeschnittenen

Ausbildungsteil im Umfang von 25 Tagen (davon 10 Praxistage im

jeweiligen Schutzgebiet). Das Modul schließt mit mündlicher und

schriftlicher Prüfung ab. Auf die positive Absolvierung folgt die Verleihung

des Zertifikats. Bei Wechsel des Einsatzorts ist das Modul

erneut zu absolvieren.

3. Fortbildungen: Bereits zertifizierte Nationalpark-Rangerinnen

und -Ranger haben den Besuch von mindestens zwei Fortbildungstagen

pro Jahr nachzuweisen, um ihr Zertifikat gültig zu halten.

Mindestens einer der Fortbildungstage muss im eigenen Nationalpark

absolviert werden.

WAS HEISST „RANGER“ EIGENTLICH?

Der Begriff stammt vom englischen Wort „range“ für Weite,

Landschaft, Gebiet, Bereich. Im allgemeinen Sprachgebrauch gelten

Ranger als „Schutzgebietsbetreuer“.

WAS MACHEN NATIONALPARK-RANGER?

Neben der Begleitung von Besuchergruppen und der Vermittlung von

Natur an Gäste und Schulgruppen gehören Gebietsaufsicht, Monitoring,

Kontrolle und Instandhaltung von Infotafeln, Lehrpfaden und

Beobachtungshütten sowie Vortragstätigkeit und Betreuung von Infoständen

zum Aufgabengebiet. In den meisten Fällen sind das nebenberufliche

Tätigkeiten und freie Dienstverhältnisse mit flexiblen Arbeitszeiten.

Nur wenige Rangerinnen und Ranger sind ganzjährig

fest bei einer Nationalparkverwaltung angestellt.

INTERESSE AN DER AUSBILDUNG?

Vorkenntnisse sind nicht notwendig, aber von Vorteil, z.B im biologischen

oder pädagogischen Bereich. Wichtig: kommunikativ, teamfähig,

stressresistent, großes Interesse an der Natur und naturschutzrelevanten

Themen, körperliche Fitness und „witterungsfeste“ Begeisterung

für Tätigkeiten im Freien. Mindestalter für die Ausbildung: 18 Jahre. Das

Interesse ist immer sehr groß, für den aktuellen Kurs gab es mehr als

100 Anmeldungen für 20 Plätze.

SPORTaktiv

111


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Klare Bergluft, Badeseen mit Trinkwasserqualität, abwechslungsreiche

Ausflugsziele und weitläufige Wanderwege

und Klettergärten: Das alles bietet die Region Villach –

Faaker See – Ossiacher See im Herzen Kärntens.

Genusswandern ist angesagt! Mit im

Gepäck: unzählige Glücksmomente

und einzigartige Panoramen. Etwa

beim Aufstieg auf den Mittagskogel, mit Blick

über den türkisblauen Faaker See. Oder auf der

Gerlitzen Alpe, wo der Blick auf den Ossiacher

See fällt. Ein Wanderhighlight ist auch

Kärntens erster Naturpark am Dobratsch, der

eine einzigartige Flora und Fauna beheimatet.

Bei mehrtägigen Touren wie der Kurzvariante

des berühmten Alpe-Adria-Trails, dem Dobratsch-Rundwanderweg

oder bei Etappen des

neuen Panoramawegs Südalpen stehen ebenfalls

tolle Naturschauspiele auf dem Programm.

Genusswandern bedeutete aber auch beschauliches

Erwandern der Urlaubsregion inklusive

kulinarischer Erfahrungen. Etwa beim HÜT-

TENKULT: Zwölf Hütten in drei Ländern,

Fotos: Region Villach – Faaker See – Ossiacher See

114 SPORTaktiv


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E-Mail: office@region-villach.at

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Wandern im Gebiet des Mittagskogels

(großes Bild), Blick von der Gerlitzen auf

den Ossiacher See (oben). Auch Klettersteig-

und Kletterfans kommen auf ihre

Kosten, etwa am Kanzianiberg.

neben Kärnten auch Italien und Slowenien,

laden dazu ein, Spezialitäten aus dem Alpe-Adria-Raum

zu verkosten. Schöne Wanderrouten

rund um die zwölf Hütten runden dieses

Erlebnis ab.

Climb.Villach

Im sonnigen Süden Österreichs lohnt es sich

aber auch, den Fels und die Kletterwände zu

entdecken. Eine tolle Zeit am Fels ist in den

Klettergärten Kanzianiberg, Peterlewand oder

in Arnoldstein garantiert. Für Klettersteig-Begeisterte

sind ebenfalls der Kanzianiberg oder

die Peterlewand am Ossiacher See oder auch

die Rotschitza-Klamm großartige Ziele.

Das bekannteste Kletterparadies der Region

ist der Kanzianiberg: Mit rund 300 Sportkletterrouten

und zahlreichen Klettersteigen in

allen Schwierigkeitsgraden bietet der „Kanzi“

viel Platz und Routen für alle. Der Fels am

„Kanzi“ ist kompakt und gut strukturiert. Hier

findet außerdem das Kletterfestival KING OF

KANZI statt: Vom 23. bis 25. Oktober – mit

Einsteiger- & Profi-Kletterkursen, geführten

Klettersteigtouren bis hin zu Slackline- und

Acro-Yoga-Workshops und Familienwanderungen.

Mehr auf: www.kingofkanzi.at

Ein kleiner, feiner Klettergarten für Anfänger

und Fortgeschrittene ist die Peterlewand bei St.

Urban in Bodensdorf. Dort eröffnen sich den

Kletterern immer wieder malerische Ausblicke

auf den Ossiacher See. Die zahlreichen Klettersteigvarianten

(inkl. Übungsklettersteig) sind

optimal für Anfänger wie für Fortgeschrittene

und sie lassen sich individuell kombinieren.

Und bei Schlechtwetter? Die Kletterhalle in

Villach bietet als größte im Alpe-Adria-Raum

2000 m2 Kletterfläche. 2021 eröffnet auch die

neue Boulderhalle „Volume Bouldern Villach“

die Pforten und lockt zu Bouldergenuss auf

1000 m2 Fläche. Alles zum Klettern in der

Region unter climb.visitvillach.at

Mit der „Erlebnis CARD“ ist ein umfangreiches

Aktivprogramm mit Sport-, Natur- und

Kulturangeboten schon inkludiert, auch die

Sommerbusse der Region lassen sich gratis nutzen.

Die CARD erhalten Gäste kostenlos bei

allen teilnehmenden Gastgeberbetrieben.

SPORTaktiv

115


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EHRENAMTLICH

FEUERWEHR, BERGRETTUNG, LAWINENDIENST, WASSER-

WACHT, FIRST RESPONDER – ALLE DIESE ORGANISATIONEN

RETTEN LEBEN. UND NEHMEN VIEL ZEIT DER FREIWILLIGEN

IN ANSPRUCH. FINANZIELLER AUSGLEICH? FEHLANZEIGE.

ÜBER ANTRIEB UND HERAUSFORDERUNGEN

WARUM IST

LEBENSRETTUNG

EHRENAMTLICHER LEBENSRETTER IN UNSERER

MODERNEN GESELLSCHAFT.

VON SABRINA HÖFLINGER

Fast die Hälfte der in Österreich lebenden

Männer und mehr als 40

Prozent der Frauen sind gemeinnützig

aktiv, das sind in Summe

3,3 Millionen Menschen. Die meisten

Freiwilligen engagieren sich in Sportvereinen,

an zweiter Stelle folgt freiwilliges

Engagement in Kunst und Kultur und

schon an dritter Stelle, mit rund

360.000 Engagierten, folgt die Mitarbeit

im Katastrophen- und Rettungsdienst.

Was bedeutet eigentlich Ehrenamt? In

der „Allgemeinen Encyclopedie der Wissenschaften

und Künste“ von 1838 lässt

sich folgende Definition finden: „Ehrenamt,

verschieden von Ehrenposten und

eine Unterart der Ehrenstellen, bezeichnet

ein solches öffentliches Amt, das entweder

mit keinem oder nur einem geringen

Gehalt, auch, seiner Absicht nach,

nicht mit der Hoffnung auf Erlangung

eines besoldeten Amtes verbunden ist.“

Noch viel früher, in der abendländischen

Tradition, sei es aus der Sicht der

klassischen Antike oder der des Christentums,

gehörte der individuelle Beitrag

zum allgemeinen Wohl unverzichtbar

zu einem sinnerfüllten Leben.

Schon in den Stadtgesellschaften der

griechischen Antike war es Sache jedes

(männlichen) Bürgers, sich für das Gemeinwesen

zu interessieren, für dessen

Wohl zu engagieren und in den Versammlungen

über die Belange der Stadt

zu diskutieren. Wer an solchen Versammlungen

nicht teilnahm und sich

auch den Angelegenheiten des Gemeinwesens

verweigerte, war ein „idiotes“,

also ein Privatmensch: „Wer an den

Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt,

ist kein stiller, sondern ein schlechter

Bürger“, formulierte der Athener Perikles

in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts

vor Christus. Das ist freilich heute

anders, wenngleich eine ehrenamtliche

Tätigkeit noch immer in einer gewissen

Fotos: Franco Breijla

116 SPORTaktiv


Tradition und Anerkennung steht.

„Nachdem das Ehrenamt bei uns in

der Familie schon von den Eltern übertragen

wurde, war es für mich und meine

drei Brüder selbstverständlich, hier

weiterzumachen“, erzählt Werner Fischer,

der seit über 40 Jahren ehrenamtlich

bei der Feuerwehr Altaussee in der

Steiermark engagiert ist und seit 2013

als leitender Abschnittsbrandinspektor

für 670 Feuerwehrfrauen und -männer

im Abschnitt Ausseerland bei zehn Feuerwehren

zuständig ist.

Mit Ehrenamtlichen meint man Personen,

die ein öffentliches Amt für eine

bestimmte Dauer unbezahlt überneh-

RUND 360.000

ÖSTERREICHERiNNEN

ENGAGIEREN SICH

IM KATASTROPHEN-

UND RETTUNGS-

DIENST.

SPORTaktiv

117


Franco Breijla aus Serfaus ist Lawinenkommissar

und Hundeführer. Er ärgert

sich über die „Vollkasko-Mentalität“.

„SONST IST DIE

BERGRETTUNG

GESCHICHTE.“

men. Zum Beispiel für Gemeindeoder

Betriebsräte oder leitende Mitglieder

in Vereinen wie Obmänner und

Obfrauen.

Häufig synonym verwendet wird der

Begriff der Freiwilligen. Damit bezeichnet

man Personen, die außerhalb

ihres Haushaltes unentgeltlich gemeinnützige

Leistungen erbringen – entweder

einmalig, zum Beispiel im Rahmen

eines Projektes, befristet auf einen bestimmten

Zeitraum oder regelmäßig.

Die Mehrzahl der Engagierten ist an

circa 30 Tagen im Jahr im Einsatz und

investiert durchschnittlich rund vier

Stunden pro Woche. Würde man von

einem Mindestlohn von 9,50 Euro pro

Stunde ausgehen, so ergibt das einen

Verdienstwert von über 7 Milliarden

(!) Euro, davon allein in den lebensrettenden

ehrenamtlichen Organisationen

über 766 Mio. Euro. Dabei ist Leben

retten unbezahlbar.

Die Motivation Leben zu retten und

dabei seine Freizeit für eine komplexe

Ausbildung und die oftmals gefährlichen

Einsätze zu opfern, ist vielfältig.

„Ein Familienmitglied hatte selbst einen

tragischen Autounfall und benötigte

Hilfe von anderen. Er bekam damals

schnelle und professionelle Hilfe.

Das war für mich der ausschlaggebende

Punkt, Menschen, die in eine Notlage

geraten, zu helfen“, erklärt Patrik

Marinelli. Der 28-jährige Bergretter

aus Warth am Arlberg ist im Familienbetrieb

tätig und hat die nötige Flexibilität

und das Verständnis der Familie

zu Einsätzen der Bergrettung auszurücken.

Dass das nicht immer selbstverständlich

ist, weiß Werner Fischer und findet

deutliche Worte: „Es wird immer

schwieriger, zu helfen, wenn man will

– hier spreche ich die Arbeitgeber an.

Es sollte doch in allen Bundesländern

möglich sein, dass Unternehmer für in

Einsatz gehende Frauen und Männer

eine Entschädigung bekommen. Hier

wird es unumgänglich sein, das Ehrenamt

auf gesunde Beine zu stellen und

zu fördern, Ausbildungen auch im

dienstlichen Bereich anzuerkennen,

bzw. Ausbildungen, die nicht nur der

Feuerwehr, sondern auch den Betrieben

helfen, zu fördern.“ Fischer

wünscht sich für die Zukunft des Ehrenamtes

mehr Unterstützung vom

Gesetzgeber, damit die Retter helfen

können, ohne im Anschluss Angst um

ihren Arbeitsplatz haben zu müssen.

Sorge um seinen Arbeitsplatz hat

Franco Breijla aus Serfaus im Tiroler

Oberland nicht. Auch er ist selbstständig

tätig und kann sich seine Trainings-

und Einsatzzeiten frei einteilen,

auch wenn sich seine Familie Sorgen

macht, wenn eine Rettung mal länger

dauert. Der Lawinenkommissar und

Hundeführer begründet sein freiwilliges

Engagement mit der Kameradschaft:

„Bei der Hundeausbildung beispielweise

ist man auf seine Kameraden

angewiesen, allein ist es unmöglich,

einen Hund auszubilden. Man

arbeitet gemeinsam am selben Ziel und

freut sich über gemeinsame Erfolge.“

Und weiter: „Es ist nicht immer

Leichtsinn oder Unerfahrenheit, dass

man in Not gerät, manchmal ist man

einfach zur falschen Zeit am falschen

Ort und kommt in eine missliche

Lage. Das kann jederzeit jedem passieren

und da wäre ich froh und dankbar,

wenn es Personen gibt, auf die ich

mich verlassen kann, die sich für mich

einsetzen und mir Hilfe leisten.“

„Vollkasko-Mentalität“

Dabei weist Breijla aber auch darauf

hin, dass das Ehrenamt immer mehr

zur Selbstverständlichkeit wird. Es verbreitet

sich eine Art „Vollkasko-Mentalität“

und wenn Einsätze von der Organisation

in Rechnung gestellt werden,

kommt das böse Erwachen. Oft

werden Rechnungen nicht bezahlt

oder erst nach langwierigen, nervenaufreibenden

Streitereien. Teilweise

bleiben die Organisationen auf den

Kosten auch sitzen.

Zusätzlich wird es immer schwieriger,

Nachwuchs zu finden oder Spenden

zu generieren, um den Betrieb der

Rettungsorganisationen am Laufen zu

halten. Einem Artikel der Tiroler Tageszeitung

war unlängst zu entnehmen,

dass das Ausbildungssystem der

Bergrettung vor dem Kollaps stehe.

Dass die Bergrettung selbstständige

Ausbildner als Dienstnehmer anstellen

müsse, sei finanziell nicht mehr tragbar

und koste fast 200.000 Euro mehr im

Jahr. Man fordert vom Gesetzgeber

eine praktikable Lösung. „Sonst ist die

Bergrettung Geschichte“, heißt es.

Damit das Ehrenamt und die Freiwilligenarbeit

weiterhin bestehen können,

braucht es also viel Unterstützung

– finanziell, personell – und natürlich

eine gewisse Wertschätzung. Die positiven

Erfahrungen und die Freude am

Helfen überwiegen für die Retter.

Doch damit das so bleibt, sind nicht

nur der Staat, sondern auch wir alle

als Gesellschaft gefragt.

118 SPORTaktiv


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120 SPORTaktiv


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SPORTaktiv

121


Die ehemalige Kletter-Weltmeisterin

Martina Cufar Potard,

Bergsteiger David Göttler

oder Steve House: Sie

sind nur drei von unzähligen

bekannten Bergsportlern, die auf Yoga

schwören. Aber auch für uns ganz gewöhnliche

„Bergfreunde“, vom Wanderer

bis zum Freizeitkletterer, gilt: Die

Verbindung Yoga und Outdoorsport ist

absolut stimmig. Egal, ob man sich beim

Yoga Kraft und Beweglichkeit fürs Klettern

holt oder einen kühlen Kopf für

haarige Situationen. Oder ob man den

Naturgenuss beim Wandern mit dem

entspannenden Faktor einer outdoor

verbrachten Yogaeinheit verbindet.

Petra Zink ist Sportwissenschafterin

und Yogalehrerin, ehemalige Leistungssportlern

im Mountainbiken und Autorin

des Buches „Yoga für Kletterer und

Bergsportler“: Für sie lässt sich das verbindende

und ergänzende Element zwischen

Yoga und Outdoorsportarten

gleich auf mehreren Ebenen schlüssig

darstellen. Am augenscheinlichsten ist

zunächst natürlich die körperliche Ebene.

Nur ein simples Beispiel: „Jeder

Bergsport – eigentlich überhaupt jeder

Sport – führt irgendwo zu einer ver-

Fotos: Stefan Köchel

122 SPORTaktiv


OOOOM

AM BERG

YOGA UND OUTDOORSPORT ERGEBEN EINE

IDEALE SYMBIOSE. WARUM DAS SO IST UND WIE

MAN ES NÜTZEN KANN, HABEN WIR UNS VON

DER EXPERTIN PETRA ZINK ERKLÄREN LASSEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

spannten Muskulatur. Und sei es nur

durch das Tragen eines Rucksacks. Yoga

mit seinen öffnenden und mobilisierenden

Elementen ist ein idealer Ausgleich

dafür“, erklärt Zink. Oder: Im Klettern

helfen die mobilisierenden Effekte in

vielen Situationen, wenn es etwa darauf

ankommt, einen Griff zu erreichen. Der

Vorteil von Yoga im Vergleich zu gewöhnlichen

Dehnungs- und Mobilisie-

rungsübungen: Es werden jeweils nicht

einzelne Körperpartien gedehnt, sondern

mit fast jeder Übung immer der gesamte

Körper angesprochen.

Ebene zwei, das Atmen: Yoga ist perfekt

zur Atemschulung. Man denke an

eine knifflige Passage in einem Klettersteig,

in der vor Anspannung der Atem

ganz flach wird. Das passiert unbewusst,

ist aber in der Situation ein Hemmschuh.

„Das Besondere am Atmen ist, dass es

PETRA ZINK

ist Sportwissenschafterin, Yogalehrerin

und ehemalige Leistungssportlerin

(Mountainbike), entwickelt

Konzepte für Tourismus und

Wirtschaft mit Fokus auf Yoga,

Gesundheit und Achtsamkeit.

www.petrazink.com

zwar üblicherweise unbewusst abläuft,

aber auch bewusst gesteuert werden

kann“, sagt Zink. Über den Atem lässt

sich auch das Zusammenspiel im Zentralnervensystem

zwischen dem Sympathikus,

der für Anspannung zuständig

ist, und dem Parasympathikus, der für

Entspannung sorgt, regulieren. In der

Wand eingesetzt, kann bewusstes, tiefes

In-den-Bauch-Atmen uns beruhigen

und die Situation meistern lassen. „Aber

das muss man vorher erlernt haben. Die

Yogamatte ist ein Übungslabor für die

Welt draußen“, formuliert es Zink.

Über das Zusammenspiel zwischen

Sympathikus und Parasympathikus gelangen

wir auch schon zu einer weiteren

Ebene. Beide „Gegenspieler“ im Zentralnervensystem

sollen im Einklang sein.

Für unser inneres Gleichgewicht brauchen

wir sowohl die Anspannung wie

auch die Entspannung im passenden

Verhältnis. Doch in hektischen Zeiten

haben viele das Entspannen verlernt. In

der Natur lassen sich Ruhe und Entspannung

finden – und fürs Yoga gilt das

genauso.

SPORTaktiv

123


3 FÜR

EINFACHE YOGA-ÜBUNGEN

BERG SPORTLER

UJJAYI-ATMUNG

Mit dieser Übungen erlernt man, den Atem bewusst wahrzunehmen

und zu steuern. In fordernden Situationen am Berg

(z. B. knifflige Passagen beim Klettern, am Klettersteig etc.)

kann die Atemtechnik dabei helfen, ruhig zu bleiben.

+ aufrechter Sitz eventuell mit geschlossenen Augen

+ mit offenem Mund ein und ausatmen

+ »haaa« flüstern, als würde man einen Spiegel anhauchen

+ den Mund schließen und weiter mit dem Reibelaut atmen

+ den Atem immer mehr entspannen, sodass man den Ton

nur noch selbst leise hören kann

+ beobachten, wie der Atem an Kraft und Volumen gewinnt

Dauer: 1–3 Minuten üben

LUNGE-TWIST

Die Übung dehnt den Hüftbeuger, mobilisiert die Brustwirbelsäule und gibt

Raum im unteren Rücken – ideal nach einem Tag mit Rucksack am Rücken.

+ Ausgangsposition Vierfüßer (siehe linkes Bild)

+ ein Bein nach vorne führen, das Knie direkt über dem Sprunggelenk

+ das Brustbein zieht nach vorne, der Nacken ist entspannt, die Zehen

sind aufgestellt

+ Blick über die Schulter (siehe rechtes Bild)

+ die äußere Hand fasst den Oberschenkel, Daumen an der Innenseite,

vier Finger an der Außenseite, der Ellbogen liegt am Körper an

+ die zweite Hand umfasst den Fuß, Daumen an der Außenseite,

vier Finger an der Innenseite

+ beide Hände drücken aktiv nach unten

+ Endposition: Vierfüßer

Dauer: 3–5 Atemzüge in jeder Position, dann Seitenwechsel

UMKEHRHALTUNG

Eine regenerative Übung bei müden, gestauten

Beinen, Stress, Übertraining und auch

Beschwerden im unteren Rücken

+ Ausgangsposition Vierfüßer, die Zehen

berühren die Wand – dann zur Seite rollen

und die Beine hochbringen wie im Bild zu

sehen

+ Kopf erhöhen (Polster), der Nacken soll

sich wohlfühlen

+ Schultern liegen frei am Boden

+ Arme in bequemer Position

+ Decke oder Polster stützen den unteren

Rücken

+ Knie können leicht gebeugt sein

+ Beindehnung soll nur leicht spürbar sein,

entsprechend den Abstand

zur Wand wählen

+ Endposition: Seitlage mit

rundem Rücken, „nachspüren“

Dauer: 5 bis 15 Minuten,

so lange es für die Beine

angenehm ist

124 SPORTaktiv


Zink erklärt dazu auch: „Yoga hat zugleich eine

große regenerative Komponente für Bergsportler:

Nach anstrengenden Bergtouren ist es eine hervorragende

Möglichkeit, den Erholungseffekt an Rasttagen

anzukurbeln.“

Schürft man noch etwas tiefer, gelangen wir zu

dem, was sich schwer beschreiben lässt: Yoga ist wie

„Outdoor“ irgendwo auch eine Lebenseinstellung.

„Nach einer Yogaeinheit ist man sich selbst nah, man

fühlt sich ruhig, geerdet und lebendig. Langfristig

lernt man auch, sich nicht so wichtig zu nehmen,

findet eine gewisse Gelassenheit und Dankbarkeit“,

lacht Zink. Das erinnert nicht von ungefähr daran,

was viele auch in der Natur finden: Wenn etwa von

einem Gipfel aus betrachtet so manche Alltagssorgen

plötzlich viel unbedeutender erscheinen. „Ich habe

schon das Gefühl, dass berg- und naturaffine Menschen

auch einen offeneren Geist für Yoga haben“,

resümiert Petra Zink.

Dass Yoga keineswegs nur für geübte Bewegungstalente

ist, zeigen die drei Übungen, die wir mit der

Autorin aus ihrem Buch ausgewählt haben und die

für alle, die gern in den Bergen unterwegs sind, passen.

Viel mehr allgemeine und auch spezielle Übungen

(für Bergsteigen, Bouldern, Sportklettern, Skibergsteigen

usw.) finden sich im Buch.

Auch im Tourismus spielt die Kombination Yoga

und Outdoor eine immer größere Rolle: Von geführten

Yogawanderungen bis hin zu mehrtägigen Events

und Festivals. Diese Angebote sind in der Regel so

gestaltet, dass sie für Einsteiger wie für geübte Yogis

passen. Im Urlaub etwas Neues kennen lernen und

Yoga erstmals zu entdecken – perfekt, wenn man die

Möglichkeit hat. In ihrer Wahlheimat Kärnten hat

Petra Zink einen Yoga-Trail in Velden am Wörthersee

initiiert: „Die Idee war eine Art achtsamer Spaziergang.

An den Stationen findet man jeweils eine körperliche

Übung, eine Atemübung und eine Achtsamkeitsaufgabe.“

Sie bietet selbst auch „Yoga- & Wander-“

und „Yoga & Boulder-Retreats“

an (www.petrazink.com/retreats).

Dass Yoga meist in geschlossenen

Räumen ausgeübt wird, hat übrigens

auch seinen Sinn: Passanten, Krabbeltiere

oder eine Windböe können

schon mal die Konzentration stören.

Andererseits hat das Üben an einem

BUCHTIPP

Yoga für Kletterer

und Bergsportler,

Petra Zink, Rother

Verlag, € 20,90.

www.rother.de

einsamen Traumplatzerl mit Bergoder

Seeblick natürlich seinen besonderen

Reiz.

Also: Die Yogamatte an den

Rucksack hängen und raus ins

Freie – Namaste!

Foto (c) Mark Zahel Rother Wanderführer »Stubai-Wipptal«

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126 SPORTaktiv


SCHRITT

FÜR SCHRITT

HÖHER HINAUS

Fotos: Herbert Raffalt, www.raffalt.com

Man startet im Frühjahr

nicht so, wie man im

Herbst die Saison beendet

hat. Man kann bei

den ersten Touren nicht

davon ausgehen, die maximale Leistung

zu bringen“, bricht Bergführer Christoph

Puggl eine Lanze dafür, es am Klettersteig-Saisonbeginn

systematisch und

schrittweise anzugehen. „Bei Neueinsteigern

raten wir dazu, sich im Rahmen eines

Kurses mit allen Facetten des Klettersteiggehens

inklusive der Ausrüstungshandhabung

vertraut zu machen“,

betont er. „Ein weiterer Vorteil eines

Kurses mit Leihausrüstung liegt darin,

dass man sich ohne vorweg die Ausrüstung

kaufen zu müssen anschauen kann,

ob man zukünftig Klettersteigtouren

machen möchte und mit welcher Ausrüstung

man am besten zurechtkommt“,

weiß Puggl. Anfangs mit einem erfahrenen

Bergführer unterwegs zu sein, hat

auch den Sinn, dass man im Steig Details

erklärt bekommt bzw. sich bei

schwierigen Stellen zeigen lassen kann,

wie man am besten agiert. Und notfalls

ist der Bergprofi in der Lage – wenn

man nicht mehr weiter kann oder einen

die Angst lähmt – durch zusätzliches Sichern

oder Abseilen professionell zu helfen.

SCHRITTWEISES STEI-

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BEZOGEN ODER KONDITI-

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DEN UMGANG MIT HÖHE

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RATSAM. EXPERTENTIPPS

UND TOURENEMPFEH-

LUNGEN FÜRS SYSTEMA-

TISCHE STARTEN IN DIE

KLETTERSTEIG-SAISON.

VON OLIVER PICHLER

Auffrischen und trainieren

„Zu Beginn der Saison ist es wichtig,

sich alle Abläufe, das Timing beim Umhängen,

das bewusste Steigen und Greifen

etc. erneut zu verinnerlichen und das

alles auf leichteren Touren zu trainieren.

Auch sehr wichtig – für Einsteiger genauso

wie für langjährige Klettersteiggeher

– ist es, Erfahrung mit Klettersteigabstiegen

zu sammeln. Es kann passieren,

dass man zum Rückzug gezwungen

ist und einen Klettersteig absteigen

muss“, plädiert der Gailtaler Bergführer

und Klettersteig-Experte Sepp Szöke für

solide Steigerung der Herausforderung.

SPORTaktiv

127


HERBERT

RAFFALT

Fotokünstler mit Schwerpunkt Berg-

& Naturfotografie. Die Fotos dieses

Artikels stammen von ihm. Staatlich

geprüfter Berg- und Skiführer, Haus im

Ennstal.

www.raffalt.com

CHRISTOPH

PUGGL

Sportwissenschafter, staatlich geprüfter

Berg- und Skiführer sowie

Skilehrer, Salzburg. Puggl und das

Freiluftleben-Team bieten zahlreiche

Klettersteig-Einsteigerkurse an.

www.freiluftleben.at

SEPP

SZÖKE

Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer.

Ansprechpartner für Klettersteig-Neueinsteiger

am Nassfeld. Experte für

Klettersteigtouren aus Hermagor im

Gailtal.

sepp.szoeke@gmail.com

„Wir am Nassfeld können vom Felsenlabyrinth

über prächtige mittelschwere

Klettersteige bis zum sehr schweren, viel

Armkraft erfordernden Winkelturm-

Nordwand-Klettersteig Herausforderungen

auf jedem Level bieten“, hat Szöke

viel Erfahrung im geschickten Hinführen

von Klettersteig-Begeisterten, die

auch sehr schwierige Touren sicher bewältigen

wollen.

Mentale Fitness als Faktor

„Sich zu Saisonbeginn körperlich wie

geistig fit für Klettersteige zu machen ist

entscheidend. Gerade die mentale Herausforderung

langer, ausgesetzter Touren

ist nicht zu unterschätzen. Und je länger

der Zustieg ist, desto wichtiger ist die

generelle körperliche Fitness“, weiß Herbert

Raffalt, Alpinfotograf der Extraklasse

und Bergführer aus Haus im Ennstal.

„Am Sattelberg in der Ramsau, am nahen

Stoderzinken und in der Silberkarklamm

gibt es eine große Auswahl verschiedener

Klettersteig-Varianten, um

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www.sportaktiv.com


wenn gewünscht auch mit professioneller

Bergführer-Unterstützung, sein

Können zu perfektionieren“, weiß

Bergprofi Raffalt. „Überdies sollte man

es machen wie die alten, erfahrenen

Bergfexe. Sie haben Teilpassagen

schwieriger Touren vorab besichtigt,

um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Deshalb empfehle ich in der

Dachstein-Südwand zuerst einmal den

auch nicht gerade leichten Anna-Klettersteig

zu gehen. Danach kann man

weiter bis zum Einstieg des Johann-

Klettersteigs, der durch die mächtige

Südwand führt, aufsteigen, um zu sehen,

was einen dort oben erwartet.

Wenn man in der Folge beim Abstieg

vom Anna-Klettersteig die Zustiegsroute

des Johann ab Südwandhütte erkundet,

kann man sich bei einer späteren

Tour via Johann-Klettersteig auf

den Dachstein aufs Wesentliche konzentrieren“,

plädiert Raffalt fürs systematische

Herantasten an große alpinistische

Herausforderungen.

TIPPS ZUR STEIGERUNG

Leicht, kurz, ohne große Höhen/Tiefblicke. Steigen, Greifen, Ein-/Aushängen,

der Einsatz der Rastschlinge u.ä. werden „gelernt“ bzw. wie-

I

der automatisiert und perfektioniert.

Mittelschwer, etwas länger, einzelne schwierigere Stellen, teils

II „hoch“, ausgesetzt und mit Tiefblicken – auch um zu spüren, wie

man damit umgeht und wie es gelingt bei empfundener leichter Überforderung

professionell zu bleiben.

Von der Schwierigkeit ähnlich Schritt II. Aber Klettersteige, die länger

und höher sind und mehr schwierige Passagen aufweisen.

III

Auch im Abstieg warten Herausforderungen (Länge und schwierige

Passagen).

Noch etwas schwieriger als Schritt III, vor allem aber deutlich längere

Wegstrecken (Zustieg, Klettersteig, Abstieg). Meist deutlich

IV

höher gelegen und oft gibt es auch Geh- bzw. leichte Kletterpassagen

ohne Versicherung.

V

Wer nach dem vierten Schritt Lust auf noch schwierigere, ganzheitlich

alpinistischere, längere und als Gesamttour (Zustieg, Zwischenpassagen,

Abstieg) noch herausforderndere Projekte hat, lässt

sich auch auf den fünften Schritt ein.

EDELRID SHELL.DON

• robuster Hartschalenhelm mit

hohem Aufprallschutz

• bequemes, abnehmbares

Vlies-Kopfband, das gewaschen

werden kann und für

perfekten Tragekomfort sorgt

• Belüftung durch 8 Löcher für

ausreichend Ventilation auch

an heißen Tagen

• Stirnlampenclips

• Gewicht: 360 g

PREIS (UVP): € 54,90

www.austrialpin.at

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SCHUTZ

DREI AKTUELLE

TOP KLETTERHELME

IM ÜBERBLICK.

Fotos: Hersteller

SALEWA VAYU 2.0

• leichter Kletterhelm mit Hybridkonstruktion

• sehr robuste Außenschale

• bietet ungehinderte Luftzirkulation,

um den Kopf vor dem Überhitzen

zu schützen

• neues, minimalistisches und intuitives

Verstellsystem mit internem Drehknopf

kann mit einer Hand bedient werden

• Gewicht: 280 g

PREIS (UVP): € 150,–

www.salewa.com

BLACK DIAMOND VAPOR

• Helmschale aus Polykarbonat mit

eingeformtem EPS-Schaumstoff

• geometrisches Open-Air-Design für

beispiellose Luftzirkulation

• Einstellungssystem für einfaches

und genaues Anpassen

• Gewicht von nur 188 Gramm

• Stirnlampenclips

PREIS (UVP): € 140,–

www.blackdiamondequipment.com

SPORTaktiv

129


MÖGLICHKEITEN

ZUM STEIGERN

Von Mödling zur Rax

Schritt I: Mödlinger Klettersteig – in den

Föhrenbergen am Westrand von Mödling

II: Pittentaler Klettersteig – am Türkensturz

südlich von Wiener Neustadt

III: Gebirgsvereins Klettersteig – auf der

Hohen Wand, nahe dem ehemaligen Gasthaus

„Seiser Toni“

IV: Hans-von-Haidsteig – Preinerwand,

Rax

IV: Königschusswand-Klettersteig – Preinerwand,

Rax. Der kürzere, aber schwerere

Bruder des Haidsteigs. Armkraft & sehr

gute Grundkondition sind Voraussetzung.

Gut in Kombination – nach dem Haidsteig

– machbar.

Rund um Villach

I & II: Kanzianiberg (nahe Faaker See) &

Peterlewand (Bodensdorf, Ossiacher See)

– Klettersteigzentren, perfekt für Einsteiger,

ideal für herausfordernde Trainingstouren.

Auch empfehlenswert: Rotschitza

Klamm-Klettersteig beim Faaker See.

III: Mangart – Slowenischer Klettersteig

Nicht sehr schwer, aber große Höhe/Tiefblicke.

Ausgangs-/Endpunkt Slowenische

Mangart-Straße.

IV: Mangart – Italienischer Klettersteig

Schwerer, länger, gewaltige Tiefblicke, längerer

Zu- und Abstieg, wenn man – wunderschön

– als Ausgangs-/Endpunkt die

Laghi di Fusine wählt.

V: Hanza Steig auf den Prisank – lange,

schwere Tour mit Abstieg via Normalweg

oder Fenster-Klettersteig zum Vršič-Pass

Am & ums Nassfeld

Tipps von Sepp Szöke

I: Felsenlabyrinth am Nassfeld &

Norbert- Schluga Klettersteig in Hermagor

II: Winkelturm-Ostgrat-Klettersteig Torre

Clampil – Ausgangspunkt Sonnenalpe

Nassfeld, Abstieg über den leichten

Enrico- Contin-Klettersteig.

III: Däumling-Klettersteig – Tiefblicke &

DETAILS,

INFOS, TOPOS

Informationen, Tourenbeschreibungen

und

Topos zu nahezu allen

genannten Touren:

www.bergsteigen.com

Seilbrücken, Ausgangspunkt Bergstation

Gartnerkofelsesselbahn

IV: Trogkofel ab Rudnigalm – Aufstieg via

Überlacher Klettersteig, Abstieg über den

Crete-Rosse-Klettersteig. Alternativ Aufund

Abstieg via Crete-Rosse-Klettersteig.

V: Winkelturm Nordwand-Klettersteig

Torre Clampil – lang, gewaltige Tiefblicke,

durchgehend schwierig und kraftraubend.

Ausgangspunkt Sonnenalpe Nassfeld. Abstieg

via Winkelturm-Ostgrat-Klettersteig

möglich.

Salzburg & mehr

Tipps von Christoph Puggl

I & II: City-Wall-Klettersteige am Kapuzinerberg

in Salzburg. Leichte ebenso wie

fordernde Varianten. Wegen Vogelbrut

von 1.3. bis 30.6. gesperrt. Alternativ

Zahme-Gams-Klettersteig nahe Weißenbach

zwischen Lofer und Saalfelden.

III & IV: Drachenwand-Klettersteig auf

den Drachenstein – mittelschwer, sportlich

lang, mit Mondsee-Prachtblick. Und darauf

aufbauend – Grünstein-Klettersteig,

in Schönau am Königsee, Bayern – Varianten

von mittelschwer bis schwierig.

V: Watzmann-Überschreitung-Klettersteig

– fordernde, lange Tour (2400 hm)

mit mittelschweren Klettersteigpassagen.

Ähnlich lang, aber bergsteigerisch und

klettersteigmäßig deutlich fordernder ist

der Königsjodler Klettersteig als Teil der

Hochtour auf den Hochkönig.

Ennstal & Dachstein

Tipps von Herbert Raffalt

I & II: Klettersteige am Sattelberg in

Ramsau am Dachstein. Leicht bis mittelschwer.

Und Klettersteig-Park am Stoderzinken.

Leicht bis mittelschwer sowie

ein kurzer, aber sehr schwerer Steig.

III: Silberkarklamm, östlich von Ramsau,

mit drei attraktiven mittelschweren Klettersteigen

– Hias, Rosina und Siega – die

in Kombination bewältigt, perfektes, abwechslungsreiches

Training versprechen.

IV: Anna-Klettersteig, schwer und lang,

im unteren Bereich der Dachstein-Südwand

mit forderndem Zu- und Abstieg.

V: Höhepunkt einer ambitionierten Klettersteigsaison

– Johann-Klettersteig (sehr

schwer, sehr exponiert und sehr lang)

durch die Dachstein-Südwand. Optional

weiter via „Schulter“ (mittelschwer, kein

Gletscher) auf den Dachstein-Gipfel.

Zur Abwechslung: schwerer, nicht sehr

langer, aber extrem imposanter Sky-Walk-

Klettersteig via Dachstein-Seilbahnbergstation

und Hunerscharte.

130 SPORTaktiv


©2021 Polartec, LLC. Polartec® is a registered trademarks of Polartec, LLC. - * Wir sind an der Spitze seit ‘91


DURCH DIE KLAMM

KLETTERN UNMITTEL-

BAR AM WILDBACH – IM

KÄRNTNER LESACHTAL

WURDE DAS MIT

EINER NEUEN FERRATA

MÖGLICH GEMACHT.

VON AXEL JENTZSCH-RABL

Wer im Lesachtal Urlaub

macht, sollte sich diesen

Wasserfall-Klettersteig

nicht entgehen lassen – eigene, weite

Anreise zu dieser Ferrata lohnt

sich aber nicht. Originell ist schon

der Startpunkt bei der sogenannten

Bienentankstelle. Der eigentliche

Klettersteig verläuft entlang des Heilkraft-Wasserfalles,

an den oft nassen

und glitschigen Uferfelsen. Eine kurze

Rinne – mit dem tosenden Wasserfall

im Rücken – ist C, sonst ist der Klettersteig

eher einfacher Natur. Also

ideal für Einsteiger und Familien,

welche die Kombination von wildem

Wasser und schöner Natur lieben.

Landschaftlich beschaulich und bis

auf das rauschende Wasser schön

ruhig, für Einsamkeitsliebhaber ein

echter Genusstipp!

Anreise/Zufahrt

Auf der A2 bis zur Ausfahrt Gailtal

und auf der B111 über Hermagor

und Kötschach-Mauthen bis kurz

nach Klebas. Nun links abbiegen

und durch Obergail ins Obergailer

Tal. Der Schotterstraße bis zur sog.

„Bienentankstelle“ folgen, dort

parken. Mit Öffis: mit der Bahn

nach Oberdrauburg oder Hermagor

und weiter mit dem Bus über

Kötschach-Mauthen bis Liesing im

Lesachtal, Abzweigung Obergail.

Weiter zu Fuß.

Fotos: Andreas Jentzsch-Rabl

132 SPORTaktiv


AXEL

JENTZSCH-RABL

aus Bad Häring (T) kennt als

Verfasser der umfangreichsten

heimischen Klettersteigführer

die meisten Klettersteige in

Österreich und im umliegenden

Ausland. Bei uns stellt er

regel mäßig einen seiner

Favoriten vor.

erdig

A

A/B

plattig

B

A/B

A

C steile

Rinne

C

A

Abstieg auf Forstweg

B/C

A

A/B

B Ecke

A erdig

BUCHTIPP

Klettersteigführer

Österreich neu

7. Auflage mit

Touren-App

www.alpinverlag.at

TOP-KLETTERSTEIG

Heilkraft-Wasserfall-

Klettersteig

Schwierigkeitsgrad: C

210 hm/1¾ Stunden

Talort: Obergail, 1094 m

Berg: Gamskofel, 2122 m

Zustieg

Vom Parkplatz bei der „Bienentankstelle“

auf dem Schotterweg taleinwärts.

Bei einer Abzweigung rechts in

Richtung Wasserfall/Goldcamp. Beim

Goldcamp verlässt man die Schotterstraße

und geht auf dem Weg gerade

weiter, zweigt dann aber links aufwärts

in Richtung Wasserfall ab. Man

kommt zu einer Plattform direkt am

Wasser, dort beginnt der Klettersteig.

Abstieg

Vom Ausstieg hinauf zum Forstweg

und auf dem Schotterweg zurück

zum Ausgangspunkt.

Expos.

NO

A/B

erdig

A

Zustiegsweg

Einstieg

auf Plattform

Bemerkung

Je nach Wind und Gischt kann der

Steig auch ziemlich rutschig sein.

Achtung: Diesen Klettersteig nicht

bei Hochwasser und Gewittergefahr

klettern!

!

Diesen Klettersteig nicht

bei Hochwasser und

Gewittergefahr klettern!

SPORTaktiv

133


CONTENT

CREATOR

IN BERGSCHUHEN

JUNGES MEDIUM, TRADITIONELLE BILDER. WARUM SEBASTIAN

SCHEICHL FÜR INSTAGRAM UND SEINE FOLLOWER GERNE UM 5 UHR

FRÜH IN DEN DOLOMITEN WÄRE UND KEIN INFLUENCER IST, OBWOHL

ER TAUSENDE MENSCHEN MIT SEINEN BERGBILDERN BEEINFLUSST.

VON CHRISTOPH HEIGL

ium-Hiuuuum. Hören Sie es?

Hium-Hiuuuum. Wenn Sie

aus einer Generation stammen,

in der Am dam des für

Kinderfernsehen, Enrico für

Spaß und die Wiener Austria für Spitzenfußball

steht, sind Sie vermutlich

auch mit Hium-Hiuuum im Fernsehen

auf die Bergwelt konditioniert worden.

Mit diesen Synthesizer-Akkorden beginnt

nämlich Chariots of Fire von Vagelis

und damit die Signation für die legendäre

Doku-Serie „Land der Berge“

im ORF. Gut, Enrico wurde kürzlich

80, das ist in etwa auch der aktuelle

Schuldenstand der Wiener Austria (in

Millionen) und mit Vangelis können die

Jungen wohl nichts mehr anfangen.

Heranwachsende von heute werden

zwar auch vom Bildschirm geprägt, aber

nicht von dem des Fernsehers, sondern

dem des Handys oder Tablets. Einen

wichtigen Teil dieser Aufgabe übernehmen

Influencer auf den Social-Media-

Kanälen. Wir wollen schauen: Welches

Bild von #outdoor wird da transportiert?

Einer der aktuell angesagtesten Instagrammer

ist „Zeppaio“, der im bürgerlich

Leben Sebastian Scheichl heißt.

Frisch ist sein Blick auf die Berge, modern

seine Bildsprache, traditionell aber

sein Zugang zur Natur. „Ich war sehr

viel mit den Eltern wandern und auf

den Hausbergen in der Umgebung“, erzählt

der sympathische Salzburger beim

Treffen im Hellbrunner Schlosspark. Als

junger Erwachsener brach er selbst zu

Wanderungen auf, mehrmals pro Woche,

noch ohne Fotos im Fokus. Doch

mit Handybildern und seinem privaten

In Zukunft

will er als

Fotograf arbeiten.Noch

ist Sebastian

Scheichl

(25) Student

mit 200.000

Insta-Fans.

Insta-Account ging es bei fast täglichen

Postings steil nach oben. „Am Anfang

waren es Schnappschüsse und Gipfelselfies,

später habe ich mir was von Idolen

und Vorbildern abgeschaut, aus YouTube-Tutorials

die Technik erlernt und mir

eine bessere Kamera gekauft.“ Im Sommer

vor fünf Jahren schnellte seine Follower-Anzahl

dann schlagartig von

15.000 auf 60.000 hinauf, nachdem er

Bilder von Wanderungen auf den Lofoten

und Island gepostet hatte. Aktuell

liegt der 25-jährige Geografiestudent bei

204.000 Followern und ist damit in Österreich

eine fixe Größe. Das bringt ihm

Projekte ein wie eine Kooperation mit

Samsung, Sixt und dem Salzburgerland

Tourismus. Sein Hobby finanziert sein

Studium mittlerweile „mit einem sehr

netten Taschengeld“, der spätere Berufs-

Fotos: Sebastian Scheichl

134 SPORTaktiv


wunsch Fotograf ist bereits einzementiert.

Und weil er oft gefragt wird: Von

Instagram selbst gibt es kein Geld.

Es gibt viele gute Fotografen in Österreich,

auf Insta bildet „Zeppaio“ mit

Tom Klocker (242.000 Follower) und

Roman Königshofer (198.000) die Spitze.

Als „Instagram-Star“ will sich

Scheichl aber auf keinen Fall bezeichnen,

auch mit „Influencer“ hat er keine

große Freude, zu negativ besetzt scheint

der Begriff. „Ich bin Fotograf und Content

Creator.“ Der Großteil seiner Follower

ist 25 bis 34 Jahre alt, stammt aus

Österreich, Deutschland und den USA,

45 % davon sind weiblich.

Sechs Tage in der Woche wird gepostet,

rund 90 Minuten pro Tag werden

dafür investiert. Nach einer Berg- oder

Skitour sind 300 bis 500 Bilder auf der

Speicherkarte, davon wandern 30 bis 40

ins Archiv. „Früher habe ich auch normale

Fototouren zu Seen, Städten oder

Kircherln gemacht. In den letzten ein,

zwei Jahren hat sich das klar in Richtung

Berg verschoben, weil ich mich abheben

will. Hochalpin einen Sonnenaufgang zu

fotografieren, machen nicht so viele.“

Da muss man mitunter auch um 3 Uhr

früh aufstehen. Selbst ist er übrigens nie

auf seinen Fotos. „Vielleicht einmal im

Jahr. Ich bin sehr perfektionistisch und

gebe ungern jemandem meine Kamera

in die Hand. Für mein perfektes Bild

müssen gar keine Menschen drauf sein.

Ich will Natur ablichten. Menschen

brauche ich nur, um Dynamik zu erzeugen

oder um die Größe der Berge zu zeigen.“

Viel wichtiger sind ihm eben die

Berge. „Mein Lieblingsberg ist hoch,

WAS IST

INSTAGRAM?

Ein werbefinanzierter Onlinedienst

zum Teilen von Fotos (und

Videos), der seit 2012 zum Facebook-Imperium

gehört. Transportiert

werden Bilder, kaum Text,

im Schnitt aber mit 10,7 Hashtags.

Die Reichweite ist enorm:

Für 2021 werden weltweit bereits

1 Milliarde (!) aktive Nutzer

ausgewiesen, 71 % davon sind

unter 35 Jahren. Noch wichtiger:

80 % der User lassen sich von

Instagram im Kaufverhalten beeinflussen.

In Österreich konnte

Instagram seine Nutzer von

1 Million im Jahr 2017 auf mittlerweile

3 Millionen verdreifachen

(Quellen: https://www.oberlo.de/

blog/instagram- statistik,

www.statista.com).

SPORTaktiv

135


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TIPPS VON INSTA­

GRAMMER @ZEPPAIO

SO GELINGEN DEINE

FOTOS BESSER

1Achte aufs Licht. Lichtquelle und Lichteinfall erzeugen

Stimmung. Licht soll nie zu grell sein (z.

B. Mittagssonne), Porträts gelingen bei softem,

schwachem Licht am besten.

2Überlege dir einen Bildaufbau. Der Fokus der

Aufmerksamkeit sollte nicht in der Bildmitte

sein, das wirkt langweilig. Der „goldene Schnitt“ ist

eine klassische Regel, der den Bildaufbau in 1/3 zu

2/3 teilt. Der Fokus sollte also im rechten oder linken

Bilddrittel sein, oben oder unten. Tipp: Rasterfunktion

am Display aktivieren, dann bekommt man

ein gutes Gefühl dafür, welches Drittel gut wirkt.

3Baue Ebenen ein. Du kannst etwas in der ersten

Ebene unscharf in den Vordergrund rücken

(z. B. Blumen oder einen Fels), in der zweiten

Ebene deinen Hauptfokus haben (eine Kapelle, einen

Wanderer) und in der dritten Ebene einen Hintergrund

in Szene setzen (eine Bergkette, die

Skyline einer Stadt).

4Erzeuge Spannung. Bei Landschaften, aber

auch in Städten kann man z. B. mit Spiegelungen

in Bergseen (oder Schaufenstern, Verkehrsspiegeln)

tolle Effekte erzielen.

5Keine Filter verwenden. Filter sind eine tolle

Möglichkeit, Fotos beim Bearbeiten zu verbessern

oder ihnen mehr Dynamik, Tiefe und Schärfe

zu geben. Aber immer erst danach! Bilder noch

ohne Filterfunktionen (und im Idealfall im Rohdatenformat

„Raw“) aufnehmen.

6Farben abdunkeln. Durch die automatischen

Belichtungs- und Fokus-Funktionen (vor allem bei

Handys) werden die Bilder in der Tendenz zu hell.

Der Klassiker: Überprüfe, ob dein Himmel noch natürlich

blau und grau ist oder durch die Automatik

ganz weiß wirkt. Sonst kann man die Farben abdunkeln,

damit es natürlicher und schöner wirkt.

7Quer geht mehr! Landschaften sollte man

idealerweise im Querformat fotografieren, um

die Breite einzufangen. Achtung: Bei Instagram

funktioniert nur Hochformat. Schuld ist einzig und

allein die Darstellung am Handydisplay, das hochformatig

in den Händen gehalten wird.

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen

informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

© Alex - stock.adobe.com, 20210604_DicloAkut ® _I_SportAktiv


schön umringt von hohen Bergen, zackig,

zerklüftet und felsig, die Gipfelregion

vom Schnee frisch angezuckert. Da

denke ich an die Dolomiten.“ Das ideale

Bild? „Klischeehaft ein schöner Sonnenaufgang,

der ein paar Wolken anleuchtet

und mit weichem sanften Licht von

vorn in die Szene kommt.“ 5 Uhr früh

in den Dolomiten also vielleicht.

Kritisiert werden die sozialen Medien

gerne für ihre Über-Inszenierung der

Wirklichkeit. Scheichl grübelt. „Es gibt

schon diese unrealistischen Momente.

Letztens beim Sonnenaufgang in Bayern

hat es uns eingeregnet, aber zwei, drei

Minuten lang war im leichten Regen ein

unfassbarer Regenbogen vor dem dunklen

Himmel. Das muss man erst sacken

lassen.“ Beliebt sind Filter, mit denen

Bilder noch dramatischer und künstlerischer

wirken. Verändert das die Natur?

„Ich benutze Filter sehr gezielt und immer

so, dass es natürlich aussieht und

ich das meiste aus dem Bild raushole.

Wenn Schatten oder Farben nicht so satt

sind. Ich verändere das so, wie die Szene

in meiner Erinnerung ausschaut. So

kann ich Stimmung und Emotion nachbessern.“

Falls es „Störfaktoren“ in der

Natur gibt, wird die Software auch eingesetzt.

„Wenn ein Strommast die Szene

stört oder ein Stein in einer schönen

Wiese herumliegt, verwende ich den

Pinsel, damit es clean aussieht. Aber das

kommt selten vor.“ Wenn das „gute

Bild“ die Bergtour dominiert, komme

das Bergerlebnis wohl zu kurz, hört man

oft. Dazu müsse man die Kamera zu

Hause lassen oder wegpacken. „Ich hab

sie immer mit, aber ich versuche, magische

Momente auch so für mich zu genießen.

Ich kann das gut trennen.“

INSTA UND

TOURISMUS

Auch der heimische Tourismus

setzt in der Werbung auf Instagram.

Das generiert mitunter

amüsante Hashtags wie #seewinkelsafari,

#styrianbackhendl,

#visitbregenzerwald und verschafft

auch der Österreich-Werbung

einen Account (@visitaustria)

mit 462.000 Followern und

den Keywords #feelaustria und

#visitaustria

FEEDBACK

Schick uns deine

Meinung oder dein

Regenbogenbild. Was

ist für dich „Content“?

Auf Instagram sind Menschen wie

Scheichl für die Bilder aus der Bergwelt

zuständig. 89,6 Millionen Beiträge gibt

es weltweit mit #mountains, rund 30

Millionen zu #outdoor und 21,3 Millionen

zu #austria. Im Idealfall werden viele

der Instagram-Generation von Influencern

positiv beeinflusst, vom Display

wegzukommen, sich Wanderschuhe zu

besorgen und sich die Berge einmal unverpixelt

und „in echt“ anzuschauen. So

wie die Enrico-Generation Jahrzehnte

davor. Hium-Hiuuum.


sportaktiv.com

TEAM

PETRA OFNER

Backoffice & Verrechnung

T. 0 316/80 63-25 80

petra.ofner@styria.com

ARNOLD PAULY

Head of Sales

ALFRED BRUNNER

Geschäftsführung

T. 0676 871 970 133

alfred.brunner@styria.com

ELISABETH RECHLING

Assistenz der Geschäftsführung

& Key Account Manager

T. 0664 806 392 586

elisabeth.rechling@styria.com

KLAUS MOLIDOR

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klaus.molidor@styria.com

CHRISTOPH HEIGL

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christoph.heigl@styria.com

CHRISTOF DOMENIG

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christof.domenig@styria.com

THOMAS POLZER

Fotoredakteur

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thomas.polzer@styria.com

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sarah.baier@styria.com

THOMAS PIRKER

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thomas.pirker@styria.com

CHRISTOPH

GERETSCHLAEGER

Layout & Produktion

T. 0699 107 38 720

christoph.geretschlaeger@styria.com

EIGENTÜMER/VERLEGER

TOP TIMES Medien GmbH, 8010 Graz, Gadollaplatz 1

Tel.: 0 316/80 63-25 80

SPORTaktiv ist ein Titel der Styria Media Group.

Offenlegung gem. § 25 MedienG mit der Url:

sportaktiv.com/de/offenlegung

STÄNDIGE MITARBEITER

Markus Geisler, Klaus Höfler, Wolfgang Kühnelt,

Wolfgang Kuhn, Oliver Pichler, Axel Rabenstein,

Stephan Skrobar

HERSTELLER

Leykam Druck GmbH & Co KG, 7201 Neudörfl

Beiträge über Tourismusregionen und Eventankündigungen werden in Kooperation mit der

Tourismuswirtschaft und mit Veranstaltern gegen Druckkostenbeiträge produziert.

ABO-HOTLINE

Styria Marketing Services GmbH & Co KG, „Abo SPORTaktiv“,

Hainburger Straße 33, 1030 Wien

Tel.: 01/51414-800, Fax: 01/51414-810, E-Mail: abo@sportaktiv.com

Das Jahresabonnement (6 Ausgaben) kostet € 19,90.

SPORTaktiv 04/2021 erscheint am 4. August 2021

138 SPORTaktiv


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Stornierung bis

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www.aldiana-salzkammergut.at

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Les Mills

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Aldiana Club Hochkönig

Salzburg, Mühlbach

Halbpension PLUS

• inkl. Getränke zum Abendessen

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Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker. Marken sind Eigentum der GSK Unternehmensgruppe

oder an diese lizenziert. Wirkstoff Diclofenac. Stand: 04 2021. GSK-Gebro Consumer Healthcare GmbH, 6391 Fieberbrunn, Österreich.

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