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SPORTaktiv Outdoorguide 2021

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OUTDOOR<br />

G U I D E 2 0 2 1


WEGE ENTSTEHEN,<br />

INDEM WIR SIE GEHEN.<br />

Sie offenbaren uns, was uns bewegt, was<br />

uns treibt, wer wir sind. Wir gehen unseren<br />

Weg nun seit 100 Jahren. In diesen 100<br />

Jahren ist viel geschehen: Unsere Werte<br />

wurden zur Tradition, unsere Hingabe zur Leidenschaft. Wir sind<br />

gespannt, auf welchen Weg uns die nächsten 100 Jahre führen.<br />

WWW.HANWAG.DE


EDITORIAL<br />

KLAUS MOLIDOR<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Chefredakteur<br />

klaus.molidor@styria.com<br />

COVERFOTO: Schladming-Dachstein_Peter Burgstaller; Foto: Thomas Polzerw<br />

GEHT EUREN<br />

EIGENEN WEG<br />

Kommt das nur mir so vor oder passiert gerade wirklich was? Liegt es daran,<br />

dass mein Umfeld und ich im Midlife-Crisis-fähigen Alter sind, oder<br />

ist tatsächlich eine Tendenz nach dem „Raus aus allem“ festzustellen. Nach<br />

fundamentalen Veränderungen? Freunde nehmen sich Auszeiten vom<br />

Alltag, packen ihr Auto und sind zwei Monate weg. Andere schnappen<br />

sich den Rucksack, ziehen die Tür hinter sich ins Schloss und gehen 2800<br />

Kilometer, um zu sich zu finden, um Werte zu erkennen. Wie Norbert<br />

Lüftenegger, dessen Geschichte ihr ab Seite 48 lest. Noch weiter ist Jakob<br />

Horvat gegangen, der nach einem ähnlichen radikalen Ausbruch aus der<br />

Komfortzone überhaupt dauerhaft das Land verlassen und sein Leben neu<br />

geordnet hat. Im digitalen Zeitalter ist es doch egal, wo man wohnt.<br />

Solche Geschichten regen zum Nachdenken an. Darüber, ob es das war?<br />

Ob jetzt nur noch der vorgezeichnete Weg wartet, bis das irdische Dasein<br />

ein Ende hat?<br />

Offen gestanden, ich habe keine Antwort auf keine dieser Fragen. Was<br />

ich weiß: Gehen, wandern, bergsteigen, einen Klettersteig gehen (wie den<br />

am Dachstein auf unserem Cover), das tut dem Körper gut, das tut vor<br />

allem aber der Seele gut. Damit ihr fürs Gehen gerüstet seid, von Kopf bis<br />

Fuß, damit ihr euren Weg findet – dafür ist dieser <strong>Outdoorguide</strong>. Von der<br />

Lederpflege bis zum Philosophischen spannen wir den Bogen, vom Wanderer<br />

der Nation bis zur Tourenplanung in 15 Minuten. Lasst euch dabei<br />

überraschen, wie eine kleine Abzweigung vom Alltäglichen eine neue Perspektive<br />

bringt. Lasst euch vom Zauber der Natur berauschen, wie es immer<br />

mehr Menschen tun und sich zum Beispiel neben einem intensiven<br />

Brotberuf zum Ranger ausbilden lassen (siehe Seite 108). Dieses Magazin<br />

kann euch Wegweiser sein, gehen müsst ihr den Weg selbst. Ob der dann<br />

bis nach Santiago de Compostela führt oder auf den Hausberg. Sicher ist<br />

nur: Es wird euch guttun, es wird euch zufriedener machen. Vielleicht findet<br />

ihr das Abenteuer, das sich Leben nennt. Oder mich auf der Eisenerzer<br />

Reichensteinhütte, wo ich einen Freund besuche – der ausgestiegen ist...<br />

STABILE<br />

GELENKE<br />

DURCH MEDI KOMPRESSION<br />

THANK US LATER<br />

HEARTBEAT<br />

COMPRESSION<br />

SOCKS<br />

HIKING MERINO<br />

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MID CUT SOCKS<br />

Vertrieb Österreich<br />

Deeluxe Sportartikel Handels GmbH<br />

Europastraße 8 / I . A-6322 Kirchbichl<br />

T + 43 (0) 5332 930 81<br />

e-mail: info@deeluxe.com<br />

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INHALT<br />

TOP-STORY<br />

8 WALEK WANDERT<br />

... und plaudert über Merkel, Österreich und Little Canada<br />

EMOTION<br />

14 WOHIN GEHT DIE REISE?<br />

Eine Expertenrunde über Veränderungen im Tourismus<br />

18 WO BEGINNT OUTDOOR?<br />

Im Gebirge oder gleich vor der Tür? Eine Annäherung<br />

30 DIE SUCHE NACH DER BERGEINSAMKEIT<br />

Draußen warten jede Menge einsame Wege und stille Gipfel<br />

48 2858 KILOMETER SELBSTFINDUNG<br />

Was Nobert Lüftenegger am Jakobsweg erlebt hat<br />

74 WANDERN OHNE HOHE BERGE<br />

Flüsse und Seen, Hügel und Wälder als Wandergebiete<br />

90 WENN DER SCHAFFNER ...<br />

... zum Abenteuer pfeift: Auch ohne Auto geht‘s auf Tour<br />

100 „DAS ABENTEUER HAT MICH GEFUNDEN“<br />

Eine Anhaltereise über den Atlantik hat Jakob Horvat verändert<br />

108 UMWELTBILDUNG MIT MEHRWERT<br />

Warum sich Banker zum Nationalpark-Ranger ausbilden lassen<br />

116 LEBENSRETTUNG IST EHRENAMT<br />

Über Antrieb und Herausforderung der Retter in den Bergen<br />

8<br />

SERVICE<br />

24 DER PHILOSOPH UND SEIN BERG<br />

Wie Trittsicherheit und Höhenangst zusammenhängen<br />

54 DAS GIPFELBUSSI MUSS WARTEN<br />

Was uns im zweiten Corona-Bergsommer erwartet<br />

64 LUST AUF LEDER<br />

Unerreichter Komfort, guter Halt. Lederschuhe sind wieder in<br />

80 MIT LEICHTEM GEPÄCK<br />

Wie man den perfekten Rucksack findet und einpackt<br />

94 GUT GEPLANT IN 15 MINUTEN<br />

Mitgestoppt: So schnell gelingt eine seriöse Tourenplanung<br />

126 SCHRITT FÜR SCHRITT HÖHER HINAUS<br />

Wie du dich sinnvoll an schwerere Klettersteige herantastest<br />

138 IMPRESSUM<br />

4<br />

122 OOOOM AM BERG<br />

Yoga und Outdoorsport als ideale Symbiose<br />

134 CONTENT CREATOR IN BERGSCHUHEN<br />

Sebastian Scheichl wäre gerne um 5 Uhr in den Dolomiten<br />

Fotos: Thomas Polzer, Nationalparks Austria Thayatal/Stefan Leitner<br />

108<br />

REGIONEN + SOMMERBERGBAHNEN<br />

28 TIROL<br />

46 SALZBURG<br />

63 VORARLBERG<br />

72 OBERÖSTERREICH<br />

78 STEIERMARK<br />

88 NIEDERÖSTERREICH<br />

106 KÄRNTEN


VERGISS NIEMALS DAS<br />

„SURVIVAL ENERGY BAG“!<br />

ANZEIGE/Fotos: Peeroton<br />

Es ist höchste Zeit, dass die Legende vom<br />

Bernhardiner, der in Bergnot Geratenen<br />

mit einem Schnapsfass zu Hilfe eilt, etwas<br />

umgeschrieben wird. Zumindest wenn es nach<br />

Michael Grassl geht, dem Leiter der Bergwacht<br />

Berchtesgaden. Vor zwei Jahren hat er mit seinem<br />

Team dank Peeroton vier Bergsteiger am Hohen<br />

Göll gerettet. „Die vier hatten die Tour unterschätzt.<br />

Beim Abstieg ist ihnen bald nach dem<br />

Gipfel die Kraft ausgegangen und sie haben uns<br />

alarmiert. Als wir sie erreicht haben, waren die<br />

fix und fertig und konnten keinen Schritt mehr<br />

gehen“, so der erfahrene Alpinist: „Wir haben<br />

schon befürchtet, dass wir alle vier in der<br />

Dunkelheit ins Tal tragen müssen!“<br />

Ohne Peeroton wäre es vielleicht auch so<br />

gekommen. Doch Michael Grassl, der selbst<br />

privat Peeroton verwendet, hatte für die in Not<br />

geratenen Bergsteiger einen Power-Cocktail aus<br />

MVD-Mineral-Vitamin-Drink und reichlich<br />

Carbo-Plus-Kohlenhydratpulver gemixt, dazu<br />

noch Peeroton-Gels und Peeroton-Riegel<br />

eingepackt. „Unser Peeroton-Mix hat die vier<br />

Leute in kurzer Zeit wieder fit gemacht. Ich hätte<br />

das nicht geglaubt, wenn ich nicht dabei gewesen<br />

wäre“, staunt Grassl noch heute: „Wie wenn wir<br />

einen Schalter umgelegt hätten, sind die wieder<br />

marschiert.“ Mit Peeroton gestärkt und den Gels<br />

und Riegel als weitere Wegzehrung konnten alle<br />

vier Bergsteiger den Rückweg von drei Stunden<br />

selbständig bewältigen. „Für uns als Bergretter<br />

war das ein Schlüsselerlebnis“, so Michael Grassl.<br />

„Seit damals haben wir schon fünf weitere in<br />

Bergnot geratene Gruppen mit Peeroton<br />

erstversorgt und ähnliche Wirkungen erzielt. Das<br />

ist für jede Bergrettung immens wichtig zu<br />

wissen, dass wir entkräftete Bergsteiger damit<br />

wieder auf die Beine kriegen.“<br />

Die meisten Bergsportler sind heute sehr gut<br />

ausgerüstet. Doch auf die Qualität der Verpflegung<br />

– vor, während und zur Regeneration nach<br />

der Tour – wird noch zu wenig Wert gelegt.<br />

Dabei ist sie ein bedeutender Sicherheitsfaktor.<br />

PEEROTON – Österreichs Nummer 1 in der<br />

Sporternährung – empfiehlt daher allen, die in<br />

der Bergen unterwegs sind, dieses „SURVIVAL<br />

ENERGY BAG“ einzupacken. Sicher ist sicher!<br />

Peeroton ISO-ACTIVE-<br />

SPORTDRINK STICK<br />

Peeroton HYDROGEL<br />

mit BCAA<br />

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INFOS:<br />

www.peeroton.com<br />

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MAGNESIUM STICK<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

5


HOCHGEFÜHL IN<br />

DER KÄRNTNER<br />

HIKE WORLD<br />

Jeder Schritt macht den Kopf<br />

freier, jeder Atemzug auf<br />

einem Berggipfel weitet den<br />

Horizont. Das gilt besonders<br />

in der abwechslungsreichen<br />

Hike World der Kärntner<br />

Region Nassfeld-Pressegger<br />

See, Lesachtal, Weissensee,<br />

die sich in den Karnischen<br />

und Gailtaler Alpen sowie<br />

bis in die Julischen Alpen<br />

hinein erstreckt.<br />

Auch auf spektakulären Klettersteigen<br />

geht es hier hoch<br />

hinaus – auf den Rosskofel,<br />

Trogkofel oder Gartnerkofel.<br />

Bei Letzerem findet man den<br />

Däumling-Klettersteig, der<br />

mit zwei Seilbrücken und<br />

der 40 Meter langen Nepalbrücke<br />

(Bild) aufwartet, die<br />

Schwindelfreiheit<br />

und Gleichgewicht gleichermaßen<br />

erfordert.<br />

www.nassfeld.at/<br />

hikeworld<br />

Foto: NLW Tourismus/Herzog<br />

6 <strong>SPORTaktiv</strong>


<strong>SPORTaktiv</strong><br />

7


WALEK<br />

WANDERT<br />

UND SPORTAKTIV GEHT MIT. EINE WANDERUNG<br />

AM SEMMERING MIT Ö3-MANN TOM WALEK<br />

UND GEDANKEN ÜBER ANGELA MERKEL, KIRA<br />

GRÜNBERG, LITTLE CANADA UND DIE SCHÖNHEI-<br />

TEN ÖSTERREICHS. (UND DAMIT DAS LAND SO<br />

BLEIBT, SAMMELT TOM NEBENBEI MÜLL AUF.)<br />

TEXT: CHRISTOPH HEIGL FOTOS: THOMAS POLZER<br />

Tom, braucht deine Radiosendung<br />

schönes Wetter für schöne Gespräche?<br />

Im Konzept ist natürlich Schönwetter<br />

vorgesehen (lacht.) Aber Ralph Hasenhüttl<br />

hatte genau an einem Tag diese drei<br />

Stunden Zeit. Wir sind halt im Regen gewandert<br />

und haben’s witzig gefunden.<br />

Oder mit Babsi Schett in Innsbruck an<br />

der Nordkette entlang – kein Wanderwetter,<br />

aber die Sendung hat super funktioniert.<br />

Oft ist es interessanter und unterhaltsamer,<br />

wenn es nicht so perfekt ist.<br />

Es geht um authentische Unterhaltung,<br />

ich verstelle mich nicht, ich bin auch kein<br />

Aufdeckungsjournalist. Deshalb hab ich<br />

auch kaum Fragen vorbereitet. Wenn ich<br />

zum Tobias Moretti sag, ich starte bei<br />

meinen 24 Fragen auf der Excelliste mit<br />

Frage 1 a, wird er fragen: Was ist mit dir?<br />

Bei mir geht es um gute Laune an einem<br />

Sonntagvormittag in den Ferien. Mit Peter<br />

Schröcksnadel oder Arabella Kiesbauer,<br />

und wenn du im Auto unterwegs zum<br />

Bäcker bist, sollst du eine gute Zeit haben<br />

und den einen oder anderen Gedanken<br />

mitkriegen.<br />

Wie viele Wanderungen gab es bis<br />

jetzt?<br />

Ich zähle das nicht. Wir haben 2015 angefangen,<br />

in der ersten Staffel mit Heinz<br />

Fischer, Ursula Strauss, Marcel Hirscher.<br />

Der erste Wandergast war übrigens Thomas<br />

Muster, der in der Steiermark mit<br />

mir auf den Schöckl gerannt ist. Und<br />

zwar wirklich gerannt. Der wollte einen<br />

Trainingslauf machen.<br />

Wer hatte die Grundidee zur Sendung?<br />

Mit dem Ö3-Chef habe ich damals über<br />

mögliche Projekte gesprochen und gleichzeitig<br />

brauchten wir für Claudia Stöckls<br />

„Frühstück bei mir“ eine Urlaubsvertretung.<br />

Damit die Idee nicht konkurriert,<br />

habe ich „Walek wandert“ vorgeschlagen.<br />

Warum wandern?<br />

Der Wandergedanke war mir wichtig,<br />

weil es für die Hörer erstens etwas anderes<br />

als ein Frühstück sein musste. Und<br />

zweitens habe ich einen Forscher gehört,<br />

der gesagt hat, Menschen sprechen ganz<br />

anders, wenn sie in Bewegung sind und<br />

8 <strong>SPORTaktiv</strong>


Medienprofi, Sportler, Frischluftfan,<br />

Wohnmobilfahrer und Österreichs<br />

„Radio-Wanderer“: Tom Walek (49)<br />

hat auch selbst viel zu erzählen.<br />

nicht sitzen. Wenn man marschiert, hat<br />

man nicht so viel Zeit sich zu konzentrieren,<br />

was und wie exakt man etwas sagt,<br />

sondern schaut, dass man über keine<br />

Wurzel fällt. Diesen Effekt des lockeren<br />

Dahinplauderns wollten wir haben.<br />

Wie groß ist das Team?<br />

Kein Team. Ich bin immer alleine und<br />

das ist eine Challenge, weil ich viele Dinge<br />

gleichzeitig machen muss. Aber ich<br />

bin überzeugt, dass das Gespräch zu zweit<br />

immer besser und intimer ist und damit<br />

durchschnittlich eine Million Hörer ein<br />

besseres Erlebnis haben.<br />

AB 1000 METER<br />

SEEHÖHE BIST<br />

AUCH MIT HEINZ<br />

FISCHER PER DU.<br />

Wer war der oder die Witzigste?<br />

Berufsbedingt unterhaltsam sind natürlich<br />

Leute wie Monika Gruber oder Robert<br />

Palfrader, der nach 400 Metern<br />

schon nach der ersten Bierpause verlangt<br />

hat. Wobei es bei Palfrader dann auch darum<br />

geht, bei allen seinen Rollen, die er<br />

blendend spielen kann, auch seinen Kern<br />

zu finden, wo er ehrlich zu erzählen beginnt.<br />

Witzig war auch die Skitour mit<br />

Tobias Moretti in Tirol. Nachdem alles<br />

fertig und im Kasten war, realisiert er,<br />

dass keine kurzen Interviewschnipsel daraus<br />

werden, sondern quasi alles auf Sendung<br />

geht. „Bisch du verrückt? Was ich<br />

alles erzählt hab!!! Wahnsinn! Das kannst<br />

nit alles bringen.“ Und wenn Philipp<br />

Hochmair barfuß und mit Zigarre zum<br />

Thermenwanderweg nahe Bad Vöslau<br />

kommt, weißt du auch, dass es unterhaltsam<br />

wird. Dass ich ausgerechnet einen<br />

kleinen Sturz von Benni Raich beim Skitourengehen<br />

auf Video habe, war natürlich<br />

auch ein Highlight.<br />

Wer gibt die Strecke vor?<br />

Ich bitte meine Interviewpartner, eine<br />

Route auszusuchen, am besten eine Lieblingslocation<br />

oder eine Wanderung, zu<br />

der sie einen Bezug haben. Man glaubt<br />

gar nicht, wie gut alle über die Gegend<br />

informiert sind. Und manche wären<br />

überrascht, dass auch Leute aus dem<br />

Showbusiness viel im Wald sind, wandern<br />

und marschieren. Nicht nur Freaks<br />

sind im Wald.<br />

Sind alle gut für Wanderungen ausgerüstet?<br />

Fast alle. Vincent Kriechmay kommt bei<br />

Schnee in der kurzen Hose und sagt: Die<br />

Wanderungen sind ja eh nur Fake, oder?<br />

Sag ich: Nein. Da ist ihm halt a bissl kalt<br />

geworden, bei drei Stunden in seiner kurzen<br />

Hose.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

9


Foto: Tom Walek<br />

Rathaus gehen wollte. Armin Wolf, weil<br />

er ein Bewegungsmuffel ist. Didi Mateschitz<br />

wurde gefragt. Antwort: Er geht<br />

mit mir privat gerne, aber ohne Mikro.<br />

Gedanklich<br />

zwischen Südpol<br />

und Semmering<br />

(Richtung Pinkenkogel<br />

übrigens).<br />

„Österreich ist<br />

großartig.“<br />

Was war die längste Tour?<br />

Gerhard Berger war mit mir im Kaisertal<br />

unterwegs, neun Stunden lang, der hat<br />

sich vorbereitet und das voll ernst genommen.<br />

Er wollte gar nicht aufhören.<br />

„Wart, jetzt erzähle ich dir noch, wie das<br />

mit Didi Mateschitz und Red Bull begonnen<br />

hat.“<br />

Bundespräsident Fischer? Schröcksnadel?<br />

Neureuther? Wer hat dich als Persönlichkeit<br />

nachhaltig beeindruckt?<br />

WARUM LIEGT DA<br />

MITTEN IM WALD<br />

EINE DOSE? DAS<br />

MUSS JA NICHT SEIN.<br />

Während des Interviews: Tom Walek bückt<br />

sich nach Zuckerlpapier, hebt eine Dose auf<br />

und trägt sie zum nächsten Mistkübel.<br />

Marcel Hirscher wegen seiner Ehrlichkeit<br />

damals. Besonders beeindruckend war<br />

aber die Wanderung mit Kira Grünberg<br />

mit ihrem Handbike. Wenn man sieht,<br />

wie eine ehemalige Sportlerin, die mit<br />

und von ihrem Körper stark gelebt hat,<br />

mit einer unglaublichen Lockerheit über<br />

Dinge wie die Querschnittlähmung<br />

spricht, denkt man sich schon: Wow.<br />

Wahnsinn. Worüber rege ich mich in<br />

meinen Leben auf? Oder Pater Karl Wallner<br />

vom Stift Heiligenkreuz. Er hat im<br />

Monat 300 Euro zur Verfügung und<br />

braucht nicht mehr. Radl und Computer<br />

bekommt er vom Stift. 300 Euro als erwachsener<br />

Mann, der nicht Student ist!<br />

Er hat den Papstbesuch mitorganisiert,<br />

war nach den Naturkatastrophen auf Haiti,<br />

ein cooler Typ, beeindruckend. Heinz<br />

Fischer natürlich auch, ab 1000 Meter<br />

Höhe bist auch mit ihm per Du.<br />

Bei welcher Persönlichkeit bist du mit<br />

einer Anfrage abgeblitzt?<br />

Attila Doğudan, weil er sich nicht sportlich<br />

genug fühlt und nur eine Runde ums<br />

Wer würde dich noch reizen?<br />

Auf der Liste steht David Alaba, aber das<br />

ist Champions League. Seine Medienauftritte<br />

werden von Medienverträgen seiner<br />

Arbeitgeber geregelt. Da kommst du<br />

kaum hin. Wird jetzt dann wohl noch<br />

schwieriger. Am liebsten habe ich junge<br />

Unternehmer, Sportler und Künstler. Angefragt<br />

ist Sebastian Vettel, weil ich ihn<br />

schon lange kenne und er wirklich Geschichten<br />

erzählt, aber sein Presseteam<br />

winkt immer ab. Nix geworden ist leider<br />

aus Lindsey Vonn, weil sie zu diesen Zeitpunkten<br />

nie in Österreich war. Da wurde<br />

mir angeboten, sie in Paris zu treffen.<br />

Aber wir wandern in Österreich, nicht in<br />

Frankreich, auch klimatechnisch war<br />

Fliegen kein Thema. Bist du verrückt?<br />

Du fliegst nicht zur Lindsey nach Paris?<br />

Schade, aber manchmal muss man auch<br />

einer Lindsey Vonn absagen.<br />

Madonna? Greta Thunberg? Angela<br />

Merkel? Welcher internationale Star<br />

wäre dein Traum?<br />

Angela Merkel! Da ist doch Madonna völlig<br />

uninteressant. Frau Merkel hat viel<br />

mehr zu erzählen. Die Merkel in den Alpen<br />

für eine Wanderung zu kriegen und<br />

zu fragen: Angela, was sagst du zum<br />

Macron, wenn alle Mikros aus sind? Wie<br />

können wir lernen, immer wieder ins Gespräch<br />

zu kommen, auch wenn alles zubetoniert<br />

scheint? Ihre Geschichte, die Tatsache,<br />

dass sie als Frau so lange im Amt<br />

ist, macht sie – und das sage ich auch als<br />

Vater einer Tochter – zu einem Vorbild.<br />

Interessant wäre auch der Dalai Lama,<br />

aber das funktioniert sprachlich nicht.<br />

Warum bin ich da? Was ist meine Bestimmung,<br />

außer mein WLAN und meine<br />

Software-Updates im Griff zu haben?<br />

Wie steht es um den Naturbezug von<br />

Tom Walek? Die Kindheit in Wien-Hütteldorf<br />

war wohl grün …?<br />

Ich bin am Wolfersberg aufgewachsen, etwas<br />

außerhalb von Hütteldorf. In meiner<br />

10 <strong>SPORTaktiv</strong>


Jugend war das grün, jetzt ist fast alles zugebaut.<br />

Bergerfahrungen habe ich in der<br />

Kindheit nicht gemacht, meine Eltern<br />

sind keine Bergfex’ und keine Survival-Adventure-Typen.<br />

Wie bist du zum Sportler geworden?<br />

Mein Vater war Hobbyläufer und ist Mitte<br />

der 80er beim zweiten Wien-Marathon<br />

mitgelaufen. Damals waren keine Massen<br />

unterwegs und die Leute haben noch gefragt<br />

„Wow, kann ein Mensch das überhaupt<br />

schaffen?“ Meine Mutter hatte<br />

auch keine Freude und hat zum Vater gesagt:<br />

Wenn du wo am Boden liegst, steig<br />

ich auf dich drauf auch noch. Das war für<br />

ihn eine gute Motivation, er kam ins Ziel.<br />

Dabei hatte meine Mutter nur Angst und<br />

Sorgen. Mein Vater hat auch Triathlon<br />

gemacht, durch ihn kam ich zum Laufen,<br />

zum Marathon und später zum Triathlon.<br />

Ich muss aber sagen, zu den meisten Zeiten<br />

war das Verliebtsein und das Fortgehen<br />

fast noch wichtiger (lacht).<br />

Läufst du heute noch viel?<br />

Ja, aber nur zum Spaß, stundenlang Kilometer<br />

runterklopfen war früher. Ich vermisse<br />

sonst all die anderen herrlichen<br />

Sportarten, das Kitesurfen, Mountainbiken<br />

oder die Berge. Mit unseren Kindern<br />

und unserem Wohnmobil zischen wir so<br />

oft es geht raus. Letztens wollten unsere<br />

Kids unbedingt im Zelt schlafen. Jederzeit.<br />

Das leistet einen Beitrag für den<br />

Umgang mit der Natur. Das muss man<br />

praktisch erleben.<br />

Musst du immer reden oder kannst du<br />

auch 3 Stunden schweigend wandern?<br />

Wenn ich allein gehe, rede ich nicht<br />

(lacht). Meine Frau ist auch eher stiller.<br />

Verbrauch deine 3000 Wörter und dann<br />

komm heim, sagt sie oft. Natürlich gehe<br />

ich auch meine ruhigen Routen, aber klar<br />

bin ich ein kommunikativer Typ und<br />

rede gerne.<br />

Du kommst viel herum. Hast du in Österreich<br />

noch weiße Flecken?<br />

In Vorarlberg kenne ich noch zu wenig<br />

schöne Plätze, in Kärnten kenne ich viel,<br />

im Salzkammergut auch. Mein Appell: In<br />

Österreich ist vielen gar nicht bewusst,<br />

wie viel man innerhalb kürzester Zeit erreichen<br />

kann. Hier vom Semmering bist<br />

du in einer Stunde am Neusiedler See, in<br />

der Hauptstadt, in Graz, alles Katzensprünge.<br />

Sag das jemandem aus Wyoming.<br />

Österreich ist großartig. Ich verstehe<br />

zwar Junge, die sagen, Österreich ist a<br />

bissl fad, weil das hab ich mit 23 auch gedacht.<br />

Später im Alter wird man aber<br />

feststellen: Alles gesehen, an Österreich<br />

kommen wenige ran. Neuseeland vielleicht<br />

oder Kanada. Nicht grad ums Eck.<br />

Und wenn ich an den Ottensteiner Stausee<br />

im Waldviertel fahr, ist das auch wie<br />

Little Canada.<br />

TOM WALEK<br />

geboren am 21. Oktober 1971,<br />

aufgewachsen in Wien-Hütteldorf;<br />

Beruf: ORF-Redakteur<br />

(u.a. „Ö3-Mikromann, „Walek wandert“),<br />

nebenbei Vorträge, Moderationen,<br />

Workshops. Bei „Walek<br />

wandert“ spaziert er mit Promis<br />

und Persönlichkeiten und bekommt<br />

sehr persönliche Antworten für<br />

seine zweistündige Radiosendung,<br />

immer sonntags in den Ferien. Walek<br />

liebt Sport: mehrere Marathons<br />

und Ironman-Bewerbe, dazu Ski,<br />

Kitesurfen, Bergsport, MTB;<br />

Familienstand: verheiratet mit<br />

Ex-Triathlon-Staatsmeisterin<br />

Veronika Hauke-Walek,<br />

zwei Kinder (5, 7).<br />

www.tomwalek.at<br />

Wie schaut der Sommer <strong>2021</strong> aus?<br />

Unser Tourismus, der auf Berge und Seen<br />

setzt, wird super gehen, das Thema Camping<br />

auch – was ja mir persönlich und<br />

meinen Kindern voll taugt. Ich brauch<br />

kein 5-Sterne-Plus-Hotel mit selbstgepflückter,<br />

rechtsdrehender Bio-Hagebuttenmarmelade.<br />

Die Kinder wollen raus<br />

und aufs Radl.<br />

Dein privater Sommer?<br />

Noch sind keine Riesenbergtouren geplant,<br />

vielleicht im September ein kleines<br />

Projekt mit ein paar Freunden. Zu meiner<br />

Schande muss ich sagen, ich war noch nie<br />

am Glockner, das wär also ein Ziel, oder<br />

Klassiker wie der Großvenediger.<br />

Ist so was wie das TV-Projekt „Wettlauf<br />

zum Südpol“ im Jahr 2010 noch<br />

einmal denkbar?<br />

Ideen waren immer wieder da, aber die<br />

Kosten sind halt enorm. Damals hatte ich<br />

mit Hermann Maier eine Superzeit und<br />

spaßhalber haben wir gesagt, wir gehen<br />

als Fortsetzung durch die Wüste Gobi. Es<br />

gibt in Österreich echt eine Menge Leute,<br />

die am Mount Everest waren. Es gibt wenige,<br />

die am Südpol waren.<br />

Der Südpol war das härteste Outdoor-Erlebnis?<br />

Du bist der Kälte extrem ausgesetzt und<br />

musst bei einer Jahresdurchschnittstemperatur<br />

von minus 55 Grad Schnee<br />

schmelzen. Probier das mal, das ist ja alles<br />

Pulver. Und der Wind fetzt dir das Zelt<br />

weg. Auch der Hermann sagt heute noch,<br />

gegen die Bedingungen am Südpol ist jeder<br />

Frost bei uns ein Gurkerlcup.<br />

Letzte Frage: „Auf welchen Wochentag<br />

fällt heuer der Aschermittwoch?‘‘ „Wie<br />

viele Frauen dürfen in einem Zwei-<br />

Mann-Zelt schlafen?“ Wie schafft man<br />

es, dass man nicht lachen muss, wenn<br />

man als Ö3-Mikromann die unfassbarsten<br />

Antworten bekommt?<br />

Manchmal muss ich schmunzeln und<br />

kann es kaum glauben, was ich da höre.<br />

Aber das ist erstens Routine und zweitens<br />

ist dir klar: Jetzt kommt gerade die<br />

Butter aufs Brot.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

11


DER STOCK, DER SICH<br />

SELBST ENTFALTET<br />

SCH(L)AF WOLL<br />

Schlafen auf höchstem<br />

Niveau verspricht der<br />

GRÜEZI BAG Biopod<br />

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Daune und Wolle sorgt<br />

für ein trockenes Klima<br />

und der Komfortschnitt<br />

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Packmaß.<br />

www.gz-bag.de<br />

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Carbon FXP Team. Bloß den Klettbandgurt<br />

lösen – einfacher und schneller<br />

geht es nicht. Durch das Carbon-<br />

Ultralight-Rohr wiegt der dreiteilige<br />

und zusammengefaltete 41 cm kleine<br />

Stock leichte 188 g.<br />

www.komperdell.com<br />

OUT<br />

DOOR<br />

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12 <strong>SPORTaktiv</strong>


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GEHT DIE<br />

REISE?<br />

STADT ODER LAND? FERN ODER NAH? GÜNSTIG<br />

ODER TEUER? WIE SICH UNSER REISEVERHALTEN<br />

VERÄNDERN KÖNNTE. EINE EXPERTENRUNDE ZUM<br />

THEMA TRANSFORMATION IM TOURISMUS.<br />

PROTOKOLL: CHRISTOPH HEIGL<br />

14 <strong>SPORTaktiv</strong>


ENDLICH!<br />

Öffnungen in Tourismus und Gastronomie<br />

lassen uns wieder vom Reisen<br />

und Urlauben träumen. Die Planungen<br />

sind in vollem Gange – oder schon<br />

abgeschlossen. Aber was haben wir vor? Fast<br />

alle Experten gehen davon aus, dass unser<br />

Verhalten sich durch Corona, Reisebeschränkungen<br />

und neues Umweltbewusstsein verändern<br />

wird. Zumindest kurzfristig. Gibt es<br />

in der Branche echte Learnings aus Corona?<br />

Gibt man sich mit bescheideneren Lösungen<br />

und weniger Superlativen zufrieden? Wie<br />

kann smarter, zurückhaltender Tourismus<br />

ausschauen?<br />

Unsere Recherche-Reise geht los, zusammengestellt<br />

zu einem virtuellen „Reise-Gipfel“<br />

und Live-Talk der Münchener Hansmann-Agentur<br />

unter dem Titel „Transformation<br />

im Tourismus“. Thesen, Konzepte<br />

und Antworten auf nie dagewesene Herausforderungen,<br />

die wir im Folgenden aufschlüsseln<br />

wollen.<br />

OUTDOOR BOOMT<br />

Egal, ob Wandern, Biken, Bergsteigen, Klettern,<br />

Spazieren, Camping – das Draußensein<br />

liegt im Trend. „Outdoor und Natur haben<br />

derzeit die stärkste Nachfrage, das ist absolut<br />

am Nerv der Zeit“, bestätigt der Münchener<br />

Professor für Tourismuswirtschaft Jürgen<br />

Schmude. Wer draußen am Land mitten in<br />

der Natur lebt, findet das nicht ungewöhnlich.<br />

„Man darf aber nicht vergessen, es gibt<br />

Menschen, die waren in ihrem Leben noch<br />

gar nie in einem richtigen Wald“, erzählt<br />

Patrick Schreib vom Schwarzwald-Tourismus.<br />

„Die wundern sich dann, wie sie die<br />

Natur neu entdecken können.“ Eine interessante<br />

Wahrnehmung hat man in der Schweiz<br />

gemacht. „Viele Zweitwohnungen im Grünen<br />

wurden bei uns im letzten Jahr zu Erstwohnungen“,<br />

berichtet Markus Wolf, CEO<br />

der Weisse Arena AG in Laax. Wird das<br />

langfristig so bleiben? „Das wissen wir noch<br />

nicht.“<br />

DER REIZ DES REGIONALEN<br />

Durch die Ausgangsbeschränkungen haben<br />

viele Menschen ihre unmittelbare Umgebung<br />

neu entdeckt und können sich jetzt<br />

gut und vielleicht erstmals vorstellen, auch<br />

im eigenen Bundesland oder gleich hinter<br />

der Grenze im benachbarten Ausland Urlaub<br />

zu machen. „Die Fernmarkt-Kommunikation<br />

haben wir deshalb komplett eingestellt“,<br />

erzählt etwa Sebastian Reddeker, Geschäftsführer<br />

beim Luxemburg-Tourismus. Maximal<br />

zwei bis drei Stunden Autofahrt nehme<br />

der avisierte Urlauber heuer in Kauf. Luxemburg<br />

punkte dabei als „unkomplizierter<br />

Exot“ mitten in Europa, sagt er, im Fokus<br />

stehen „Stadturlauber, die Outdoor und<br />

Gastronomie“ wollen.<br />

STÄDTE IN DER KRISE?<br />

Der Gegenpol Städtetourismus wird es<br />

schwerer haben, vermuten Experten wie Karin<br />

Seiler vom Innsbrucker Tourismus. „Die<br />

Städte werden am längsten brauchen, sich<br />

wieder touristisch zu erfangen.“ 55 % der<br />

Innsbrucker Gäste sind nicht deutschsprachig,<br />

kommen also aus der „Ferne“, das werde<br />

sich erst bis 2023 wieder normalisieren.<br />

Wobei das, glaubt sie, auch schnell gehen<br />

könnte, Stichwort Massenmarkt China-Touristen.<br />

Klassisches Problemfeld in den Städten<br />

ist die zu geringe Verweildauer. Während<br />

man klarerweise den Urlaub am Meer für<br />

mehrere Tage oder gar Wochen plant, haben<br />

Städte wie Innsbruck eine Verweildauer von<br />

nur 1,9 Tagen. „Unser Gast soll länger bleiben“,<br />

spricht es Seiler offen aus. Schon eine<br />

Erhöhung auf statistische 2,5 Tage würde<br />

sich lohnen. Die „Alpinstadt“ Innsbruck ist<br />

eine urbane Destination, wo es sogar Sinn<br />

macht, das Thema Outdoor zu bespielen. In<br />

der Werbung setzt die Stadt aktuell fast nur<br />

Naturbilder ein, kaum Aufnahmen aus der<br />

Innenstadt.<br />

DER TRAUM DER FERNE<br />

Am anderen Ende der Welt, in Tasmanien,<br />

hat man andere Sorgen. „Fernreisen haben<br />

gerade schwere Zeiten und das wird noch<br />

eine Weile so sein“, fürchtet Susanne Stellberg.<br />

Die Deutsche ist Marketing-Managerin<br />

für die Insel südlich von Australien. „25<br />

Foto: Innsbruck Tourismus<br />

„DIE GEFAHREN<br />

DES WINTERS SIND<br />

DIE CHANCEN DES<br />

SOMMERS.“<br />

Markus Wolf, Laax<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

15


Stunden Anreise können wir nicht<br />

wegdiskutieren“, sagt sie. Genau da<br />

liegt aber der Reiz solcher Destinationen.<br />

„Der Wunsch nach Aufbruch wird<br />

wiederkommen. Die Menschen waren<br />

jetzt lange auf ihre eigenen vier Wände<br />

und die unmittelbare Region um sich<br />

herum fixiert. Deshalb wird man auch<br />

wieder in eine völlig andere Welt aufbrechen<br />

und neue Kulturen erleben<br />

wollen.“ Die Zeit bis dahin bezeichnete<br />

Stellberg als „dreaming phase“, mit der<br />

intakten Natur fernab von Industrie<br />

und Umweltverschmutzung können<br />

exotische Plätze punkten, Tasmanien<br />

etwa mit der laut UN-Bestätigung<br />

„saubersten Luft der Welt“.<br />

TRANSPORT & VERKEHR<br />

Die Anreise muss schon Teil des Urlaubes<br />

und Abenteuers sein. Der öffentliche<br />

Verkehr spielt dabei eine immer<br />

größere Rolle: Als erstes Land der Welt<br />

hat Luxemburg im Vorjahr alle öffentlichen<br />

Verkehrsmittel gratis gemacht.<br />

„Bei uns können also auch Gäste innerhalb<br />

von eineinhalb Stunden kreuz und<br />

quer durch das ganze Land fahren und<br />

so ihre Ausflugsziele und Wanderungen<br />

ansteuern“, erzählt Reddeker. Eine<br />

Idee, die auch die Stadt Innsbruck<br />

verfolgt. Ebenfalls seit 2020 können<br />

Gäste hier ab zwei Übernachtungen<br />

die Öffis kostenlos benutzen.<br />

DIE NACHHALTIGKEIT<br />

„Der Trend zur gelebten Nachhaltigkeit<br />

wird nach Corona massiv weitergehen“,<br />

rechnet Wolf. Im Schweizer<br />

Freestyle-Mekka Laax hat auch Umweltpolitik<br />

Stil, als „Green Style Projekt“<br />

bezeichnet man folgerichtig den<br />

Weg „vom Energieverbraucher zum<br />

Energie-Produzenten“. Allgemein<br />

nimmt man an: Man wird in den<br />

nächsten 10, 20 Jahren bewusster reisen<br />

und weniger fliegen („Flugscham“,<br />

#stayontheground). Ein interessanter<br />

Teilaspekt: Große Luxuskreuzfahrtschiffe<br />

dürften aus der Mode kommen.<br />

Weil Menschen aber gerne am Wasser<br />

und in Booten sind, könnten Reisen<br />

auf kleinen Schiffen ein neuer Trend<br />

werden.<br />

DIE DIGITALISIERUNG<br />

Schöne Websites, Apps und knalliges<br />

Social Media ist gut, aber nicht mehr<br />

gut genug. Digitalisierung im Tourismus<br />

ist längst auf der nächsten Stufe.<br />

Auch um Auswüchse wie „Overtourism“<br />

zu verhindern, wird Lenkung das<br />

große Thema. Echtzeit-Routing am<br />

Handy ermöglicht Nachrichten wie<br />

„Steig doch zwei Stationen früher aus<br />

dem Zug und geh dort noch zwei<br />

Stunden an den Badesee, denn an deinem<br />

geplanten Zielort ist noch zu viel<br />

los.“ Wanderdestinationen berichten<br />

von Konflikten wie New-School-Wanderer<br />

versus Old-School-Wanderer und<br />

planen dank Live-Tracking tagesaktuelle<br />

Tipps bei zu stark frequentierten<br />

Wanderwegen. „Nimm heute lieber<br />

den Wanderweg A1, am A3 sind bis 15<br />

Uhr noch zu viele Menschen.“<br />

„DER OVERTOURISM WIRD<br />

ZURÜCKKOMMEN. NICHT<br />

NUR IN VENEDIG UND BAR-<br />

CELONA, AUCH AM TEGERN-<br />

SEE UND IN HALLSTATT.“<br />

Jürgen Schmude, München<br />

OVERTOURISM<br />

Zu viele Touristen? Zu viele Urlauber?<br />

Hätte man jetzt gerne, aber die Bilder<br />

von Touristenströmen<br />

und Klagen über Overtourism<br />

in Venedig und Co. sind nicht ganz<br />

vergessen. Tourismusforscher Schmude<br />

gibt keine Entwarnung: „Auch der<br />

Overtourism wird zurückkommen.<br />

Nicht nur in Venedig und Barcelona,<br />

auch am Tegernsee und in Hallstatt.“<br />

Nachsatz: „Mich amüsiert oft der Konflikt:<br />

Da sind so viele Touristen! Aber<br />

die Touristen sind immer die anderen.“<br />

TRANSFORMATION<br />

SOMMER/WINTER<br />

In den Alpen verändern viele Wintersportorte<br />

ihr Gesicht und setzen neben<br />

den Zugpferden Schnee und Ski im<br />

Winter vermehrt auf Wandern, Mountainbiken<br />

und Sommer-Wellness. „Vor<br />

15 Jahren stand es bei uns 80:20 für<br />

den Winter“, erzählt der Seefelder Hotelier<br />

Alois Seyrling, „jetzt stehen wir<br />

schon bei 50:50, weil massiv in den<br />

Herbst und vor allem ins Thema Wellness<br />

investiert wurde. Jetzt haben wir<br />

elf Monate Saison.“ Ob er sich ein<br />

Umdrehen in ein 20:80-Szenario pro<br />

Sommer vorstellen kann? „Prinzipiell<br />

denkbar.“<br />

JOB & URLAUB<br />

Homeoffice und Co. lassen ein neues<br />

Arbeiten zu, als Folge auch eine neue<br />

Einteilung in Freizeit und Arbeitszeit.<br />

Die Kombination aus Arbeit („work“)<br />

und Urlaub („vacation“) geistert als<br />

„Workation“ ohnehin schon fünf Jahre<br />

lang herum. Da hat man auch in Innsbruck<br />

Ideen: Wenn man den<br />

Laptop schon mithat,<br />

könnte man aus<br />

dem Zwei-Tages-<br />

Städtetrip oder<br />

dem Seminar<br />

gleich eine ganze<br />

Woche machen<br />

und Ur-<br />

Foto: HPR/Quitter<br />

16 <strong>SPORTaktiv</strong>


laubszeit mit Arbeitszeit kombinieren.<br />

Voraussetzung natürlich: flexible Einteilung<br />

und digitale Jobs. „So hole ich mir<br />

das Thema Erholung in den Alltag und<br />

kann am ,Arbeitsplatz‘ im Urlaub auch<br />

Themen wie Rooftopbars oder Mountainbiken<br />

mitnehmen“, meint Innsbruck-Touristikerin<br />

Seiler.<br />

PAUSCHALREISEN<br />

Das Rundum-sorglos-Paket namens<br />

Pauschalreise, möglichst günstig und<br />

wenig individuell, liegt eigentlich nicht<br />

im Trend der Zeit, in der Individualisierung<br />

großgeschrieben wird. Aber<br />

auch hier sieht Tourismusprofessor<br />

Schmude Potenzial. „Die Pauschalreise<br />

wurde schon 10-mal tot gesagt und ist<br />

10-mal wieder auferstanden. Auch das<br />

wird wiederkommen. In Deutschland<br />

buchen 40 Prozent Pauschalreisen.“<br />

STAMMGAST VERSUS<br />

HYBRID- TOURIST<br />

Spannend wird die Beobachtung des<br />

„Phänomens Stammgast“. Urlauber, die<br />

über Jahre und Jahrzehnte in den gleichen<br />

Ort fahren, vielleicht immer zur<br />

selben Vermieterin oder ins selbe Hotel,<br />

gibt es noch. „Wir haben einen Stammgastanteil<br />

von 80 Prozent im Haus“,<br />

freut sich Seyrling, Hausherr im Hotel<br />

Klosterbräu und Obmann der Olympiaregion<br />

Seefeld. „In Zukunft sind 80 Prozent<br />

Stammgäste wohl eine Illusion“,<br />

kontert Schmude. Er zeichnet das Bild<br />

des „hybriden Touristen“ an die Wand.<br />

„Dieser Gast macht im einen Jahr eine<br />

Schiffsreise, dann bucht er mal eine<br />

Almhütte und im Jahr darauf macht er<br />

klassischen Strandurlaub.“ Was alle eint:<br />

Gebucht wird aktuell extrem kurzfristig,<br />

oft im Monat des Urlaubsantritts.<br />

DER NEUE URLAUBER<br />

Transformationen könnte es auch beim<br />

Bild des Urlaubers selbst geben. Anonym<br />

als Nummer im Hotelkomplex<br />

untertauchen oder Ferien mit Familienanschluss?<br />

Damit ändern sich auch die<br />

Ansprüche. „Der Gast will gar nicht als<br />

Gast oder Tourist wahrgenommen<br />

werden“, glaubt Ischgls bekannter<br />

Ober-Touristiker Andreas Steibl. „Er<br />

oder sie wollen harmonisch im Urlaubsort<br />

aufgenommen werden.“ Sein Begriff<br />

„einheimischer Gast“ drückt das aus.<br />

Auch Schmude sieht neue Bilder: „Es ist<br />

klar ein demografischer Wandel im<br />

Gange. Es entstehen neue Gruppen, die<br />

weg vom Strandurlaub wollen. In den<br />

Saisonen <strong>2021</strong> und 2022 wird<br />

Österreich mit Angeboten wie etwa in<br />

Tirol profitieren.“<br />

REIZWORT ISCHGL<br />

Corona und die Berichterstattung haben<br />

Spuren hinterlassen, gibt Steibl offen<br />

zu. „Für uns war das wie eine Naturkatastrophe,<br />

ein Tsunami. Das Interesse<br />

der Medien war für die Einheimischen<br />

sehr schmerzhaft, auch weil viele<br />

Vorwürfe und Vorverurteilungen nicht<br />

haltbar waren. Aber wir haben daraus<br />

gelernt.“ Der Blick ist längst nach vorne<br />

gerichtet. „Wir haben den Anspruch,<br />

eine der sichersten Destinationen<br />

der Alpen zu werden. Der nächste<br />

Winter wird noch nicht so stark sein<br />

wie vor Covid, aber es geht aufwärts.“<br />

Tourismusforscher Schmude sieht zwei<br />

Seiten: „Normalerweise vergessen Menschen<br />

bad news sehr schnell, bei Covid<br />

wird das nicht so sein. Aber die Zielgruppe<br />

Ischgl kommt relativ schnell<br />

wieder zurück.“ Das glaubt auch Steibl<br />

selbst: „Wir haben keine Stammgäste,<br />

wir dürfen sie ,Fans‘ nennen. Sie identifizieren<br />

sich mit einer extrem starken<br />

Marke und haben eine hohe Bindung.“<br />

NEUER OPTIMISMUS<br />

Ischgl-Ikone Steibl ist sicher: „Der Tourismus<br />

ist am stärksten betroffen, aber<br />

wir werden wie Phönix aus der Asche<br />

steigen. Das Reisen wird boomen, in<br />

allen Destinationen und Preiskategorien.<br />

Das Reisen ist und bleibt die zweitschönste<br />

Nebensache der Welt.“<br />

FEEDBACK<br />

Schick uns deine<br />

Meinung. Was erwartest<br />

du? Wohin geht<br />

deine Reise?<br />

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WO BEGINNT<br />

OUTDOOR?<br />

IM HOCHGEBIRGE<br />

ODER SCHON VOR DER<br />

EIGENEN TÜR?<br />

EINE SUBJEKTIVE<br />

ANNÄHERUNG.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

Wer die Frage „Wo beginnt<br />

Outdoor“ mittels Google-Suche<br />

startet (versuchen<br />

Sie es gern), bekommt<br />

als Erstes eine ganze Reihe von<br />

Ergebnissen zum Thema Hanfanbau.<br />

Warum? Ich weiß es nicht. Jedenfalls<br />

kann es nicht nur mit der Personalisierung<br />

meiner Suchergebnisse zu tun haben,<br />

bei zwei Kollegen führte der Google-Versuch<br />

auf den gleichen Irrweg.<br />

Wo beginnt Outdoor nun also? Erst<br />

in den Bergen oder schon vor der Wohnungstür?<br />

Kommt darauf an, würde ich<br />

sagen. Outdoor beginnt bei mir jedenfalls,<br />

wie wahrscheinlich bei vielen anderen<br />

auch, in der eigenen Kindheit. Wobei<br />

das mit prägenden Kindheitserlebnissen<br />

nicht anders ist als mit einer<br />

Google-Suche – es kommt zu „personalisierten“<br />

Ergebnissen. Das daraus Abgeleitete<br />

ist also höchst subjektiv. Bei mir<br />

war es in den frühen 1980er-Jahren, was<br />

mich hinsichtlich Outdoor prägte. Man<br />

sagte damals natürlich nicht Outdoor:<br />

Foto: iStock<br />

18 <strong>SPORTaktiv</strong>


Bei uns daheim hieß es Wandern und es<br />

war für mich wie Urlaub im Kleinen.<br />

Wandern begann mit dem Richten<br />

der Jause und die Jausenpausen irgendwo<br />

an einem Bach unter Bäumen gehören<br />

auch mit zum in meiner Erinnerung<br />

Abgespeicherten. Aber auch die Gerüche<br />

draußen in der Natur: Ein Nadelwald,<br />

der Duft eines Steinpilzes oder auch der<br />

Geruch in einer Berghütte: Das weckt<br />

heute noch nostalgische Gefühle.<br />

Wandern begann für mich damals<br />

aber nicht erst in den Bergen, sondern<br />

für uns Flachländer mit der Anfahrt. 34<br />

PS eines Renault 4 reichten aus, um eine<br />

ganze Familie zu Ausgangspunkten auf<br />

1500 bis 1700 Höhenmeter zu bringen.<br />

Der motorisierte Vortrieb erfolgte an<br />

den steileren Passagen der Straße vermutlich<br />

im Kriechtempo. Zumindest<br />

aus heutiger Perspektive. Aber mit der<br />

Langsamkeit ist es wie mit der Einfachheit:<br />

Beides wird als solches nicht erkannt<br />

und schon gar nicht als Mangel<br />

empfunden, wenn man es nicht anders<br />

kennt. Damals habe ich es jedenfalls<br />

nicht anders gekannt.<br />

Outdoor ist für mich deshalb heute<br />

noch stets mit einer Form von Langsamkeit<br />

und Reduktion verbunden. Im Gegensatz<br />

zu einem getakteten Alltag ist<br />

Zeit beim Outdoor-Erlebnis zur Genüge<br />

vorhanden. Zumindest beim gelungenen<br />

Erlebnis. Wenn Zeitdruck entsteht,<br />

dann allenfalls als Notfallprogramm<br />

(wenn zum Beispiel ein Gewitter naht).<br />

Ähnlich ist es in meinem Empfinden<br />

heute noch mit dem Einfachen: Eine<br />

noch nicht renovierte Hütte, die den<br />

Charme meiner Kindheit versprüht, entlockt<br />

mir ein Lächeln. Und eine selbst<br />

im Familienverband hergerichtete und<br />

unter Bäumen verzehrte Jause kann besser<br />

schmecken, als ein mehrgängiges<br />

Menü auf einer supermodernen Hütte<br />

mit Gipfelblick es könnte.<br />

Natürlich lässt sich keine Seehöhengrenze<br />

benennen, ab der Outdoor beginnt:<br />

In den Bergen herrschen jedoch<br />

Bedingungen, die ein Outdoor-Erlebnis,<br />

so wie ich es verstehe, zumindest begünstigen:<br />

eine dünne Besiedelungsdichte,<br />

wenig Infrastruktur. Und tendenziell<br />

steinige, unebene und, ja, auch mitunter<br />

steile Wege.<br />

Outdoor beginnt für mich jedenfalls<br />

stets mit dem ersten Schritt und benötigt<br />

eine Vielzahl weiterer, geduldig und<br />

beharrlich absolvierter Schritte, um<br />

mich an ein selbst gewähltes Ziel zu<br />

bringen. Um dieses sicher zu erreichen,<br />

braucht es Planung und ein Sicherheitspolster.<br />

Eigenverantwortung ist nötig: In<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

19


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im 194 km² großen Gemeindegebiet<br />

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OUTDOOR HAT FÜR<br />

MICH MIT DEM<br />

GEFÜHL ZU TUN,<br />

ETWAS AUS EIGENER<br />

LEISTUNG GESCHAFFT<br />

ZU HABEN.<br />

den Bergen bin ich selbst für mein Tun und meine<br />

Sicherheit verantwortlich. Es gibt zum Erreichen<br />

meines Zieles keine Abkürzung. Wenn ich es dann<br />

erreicht habe, erfüllt mich das mit umso größerer<br />

Freude.<br />

Es gibt also keine Abkürzung, aber zum Glück<br />

gibt es „Back-ups“. Wie die Möglichkeit, die Bergrettung<br />

rufen zu können, wenn ich mich verletzen<br />

oder verirren sollte. Eine Schutzhütte, die ich zum<br />

Schutz aufsuchen kann, wenn ich sie brauche, oder<br />

die ich mir zum Ziel aussuche. Oder auch eine<br />

Seilbahn, mit der ich eine Tour abkürzen oder sie<br />

überhaupt erst ermöglichen kann. Zu berücksichtigen<br />

sind jeweils die unterschiedlichen individuellen<br />

Voraussetzungen, die jeder mitbringt. Aber Outdoor<br />

geht für mich jedenfalls über einen reinen Erlebnis-Konsum<br />

hinaus.<br />

Outdoor hat für mich auf jeden Fall auch mit<br />

dem Gefühl zu tun, etwas aus eigener Leistung geschafft<br />

zu haben. Vielleicht auch zum ersten Mal.<br />

Das Setzen von oder Greifen nach ständig höheren<br />

Zielen empfinde ich als kein Muss, aber ich kann<br />

es dennoch nachvollziehen. Auf jeden Fall sollte<br />

auch hier gelten: Ich kann nur Schritt für Schritt<br />

vorgehen, nicht zwei oder hundert auf einmal. Ich<br />

kann nur das anstreben, was in meiner realistischen<br />

Reichweite liegt. Wenn es nicht in Reichweite ist,<br />

muss ich dafür trainieren oder darauf verzichten.<br />

Outdoor beginnt, so finde ich zumindest, auch<br />

beim Respekt voreinander. Nein, früher war nicht<br />

alles besser (ganz und gar nicht): Aber früher, als<br />

man mit dem „Du“-Wort noch sparsamer umgegangen<br />

ist, hat es geheißen, dass man in den Bergen<br />

mit jedem per Du ist. Ich vermute, dass damit<br />

vielleicht ein gewisser Respekt, eine Art von<br />

Gleichsein zum Ausdruck kam, das Teilen eines gemeinsamen<br />

Gefühls in einer nicht ganz einfach zu<br />

erreichenden Ausnahmesituation.<br />

Woran es auch liegt, scheint mir heute in der<br />

Outdoor-Community mit dem Glück der Vielfalt<br />

an Möglichkeiten irgendwo auch das Verständnis<br />

füreinander auf der Strecke geblieben zu sein.<br />

20 <strong>SPORTaktiv</strong>


Schade, finde ich. Wanderer gegen Mountainbiker,<br />

Mountainbiker gegen E-Mountainbiker, Kletterer<br />

gegen Klettersteiggeher oder alle gegen<br />

„Mount-Everest-Touristen“? Die Reihe ließe sich<br />

lange fortsetzen.<br />

Meinem Gefühl nach entsteht Unverständnis oft<br />

aus der mangelnden Bereitschaft, sich mit der Lebenswelt<br />

und -realität anderer auseinanderzusetzen.<br />

Urteile sind schnell gefällt, ein Posting noch<br />

schneller abgesetzt – doch die von mir so empfundene<br />

Langsamkeit der Bergwelt täte hier vielleicht<br />

ganz gut. Sich mit Meinungen und Empfindungen,<br />

die nicht den eigenen entsprechen, auseinanderzusetzen,<br />

ist vergleichbar mit einer Gipfeltour: Oft<br />

mit Mühe verbunden, aber es sorgt für einen weiteren<br />

Blickwinkel und hinterlässt am Ende des Tages<br />

ein gutes Gefühl.<br />

Outdoor beginnt, und davon bin ich vollends<br />

überzeugt, natürlich auch beim Respekt vor der<br />

Natur. Wer sich gern und oft inmitten von Flora<br />

und Fauna aufhält, entwickelt automatisch eine andere<br />

Beziehung dazu. Einen krabbelnden Käfer<br />

sieht man nur aus der Nähe und beim genauen<br />

Hinschauen. Und wenn man im Jahre 2050 noch<br />

auf Skitouren gehen will (ich bin dann übrigens<br />

75), dann startet man mit der Veränderung am<br />

besten bei sich selbst und wählt zur Anfahrt zur<br />

nächsten Tour vielleicht die Öffis statt dem Auto.<br />

Outdoor beginnt auch bei den richtigen Menschen,<br />

beim Teilen von Erlebnissen. Mit einem<br />

Menschen, der zum Beispiel auch nach vielen Jahren<br />

nicht damit aufhört, dem Banausen beim gemeinsamen<br />

Naturerlebnis Blumen zu zeigen und<br />

zu benennen. Oder mit Kindern, die in einem<br />

Bach vor Freude von Stein zu Stein hüpfen. Bach,<br />

Blumen, Bäume: Alles findet man locker auch in<br />

urbaner Öffi-Reichweite.<br />

Wenn also einige der genannten Bedingungen<br />

erfüllt sind: Dann kann Outdoor tatsächlich<br />

manchmal sogar im Betongrau vor einer städtischen<br />

Wohnungstür beginnen.<br />

FÜR MOMENTE,<br />

DIE BEWEGEN<br />

OUTDOOR BEGINNT<br />

AUCH BEI DEN<br />

RICHTIGEN<br />

MENSCHEN, BEIM<br />

TEILEN VON<br />

ERLEBNISSEN.<br />

www.maier-sports.com


100 JAHRE<br />

SCHRITT FÜR SCHRITT<br />

„Born in Bavaria – worn around the world“: Der bayerische<br />

Bergschuh- Spezialist Hanwag feiert heuer sein 100-jähriges<br />

Bestehen. Ein Blick auf Highlights der Firmengeschichte.<br />

Als Hanwag 1921 gegründet wurde, war<br />

die Welt zwar eine andere, gute Schuhe<br />

brauchten die Menschen aber damals<br />

auch schon. Und für das nahe München<br />

ansässige Unternehmen galt damals wie heute<br />

der Anspruch, die besten Schuhe herzustellen.<br />

eröffnet der Schuhmachersohn<br />

1921 Hans Wagner seine eigene Schuhmacherei<br />

in der kleinen 1100-Einwohner-Gemeinde<br />

Vierkirchen nahe München. Bald fertigt<br />

er für die Schuhfabrik Reiter in München<br />

auch leichte Bergschuhe in Heimarbeit an.<br />

In den Nachkriegswirren ist die<br />

1945 Schuhfabrik kurz verwaist. Doch<br />

mit dem wirtschaftlichen Aufstieg steigt die<br />

Nachfrage nach hochwertigen Berg- und Ski-<br />

ANZEIGE / Fotos: Hanwag<br />

22 <strong>SPORTaktiv</strong>


DIE DREI JUBILÄUMS-MODELLE<br />

„ALASKA“, „HANS“ UND „WAGNER“<br />

Ein edler, zeitloser Schuh für Trekking-Abenteuer<br />

ist der „Alaska 100“ (Bild). Zum 25-jährigen<br />

Alaska- sowie 100-jährigen Hanwag-Jubiläum<br />

gibt es den Klassiker als Limited Edition.<br />

Ebenso wie den „Hans 100“: Bei diesem in<br />

Deuschland geschusterten, halbhohen, alltagstauglichen<br />

Schuh kommt hochwertigstes<br />

Terracare-Narbenleder zum Einsatz. Ein<br />

schlichter, zwiegenähter, halbhoher<br />

Stiefel mit hohem Gehkomfort ist<br />

schließlich der „Wagner 100“.<br />

Alle drei Sondermodelle sind in<br />

limitierter Stückzahl mit eingeprägter<br />

Durchnummerierung<br />

und exklusivem Jubiläumslogo<br />

erhältlich.<br />

www.hanwag.de<br />

Durch ihre besonders gute Passform<br />

und höchsten Gehkomfort zeichnen sich<br />

Hanwag-Schuhe aus. Kleines Bild oben:<br />

Der Bunion-Leisten, der mehr Platz fürs<br />

Großzehengrundgelenk schafft. Unteres<br />

Bild: Firmengründer Hans Wagner.<br />

schuhen, die schon seit 1936 zum Programm<br />

gehören. 1952 entsteht der Name Hanwag.<br />

übernimmt Hans’ Neffe Josef<br />

1964 „Sepp“ Wagner die Firmenleitung.<br />

Der Familienbetrieb liefert damals schon<br />

10.000 handgefertigte Skischuhe in die USA.<br />

1970 wird mit dem „Haute Route“ auch der<br />

erste tourentaugliche Skischuh produziert.<br />

bringt Hanwag mithilfe des<br />

1980 Sportkletterpioniers Sepp<br />

Gschwendtner leichte Sportkletterschuhe<br />

(Bild) auf den Markt. Zum idealen<br />

Zeitpunkt: Nur ein Jahr später<br />

werden in Deutschland Routen<br />

im neunten Grad geklettert<br />

– auch von<br />

Gschwendtner.<br />

markiert der Bergschuh Alaska<br />

1996 GTX den Beginn der Partnerschaft<br />

mit Gore. Heute, 25 Jahre später, ist der<br />

Alaska nach wie vor erhältlich und als eines der<br />

Jubiläumsmodelle (siehe Kasten oben) unverändert<br />

voll am Puls der Zeit.<br />

verkauft Sepp Wagner – nach<br />

2004 dem frühen Tod seiner zuvor bereits<br />

als Geschäftsführerin agierenden Tochter<br />

– den Familienbetrieb an das schwedische Unternehmen<br />

Fenix Outdoor AB. Zu seinem<br />

90-jährigen Bestehen im Jahr 2011 stiftet Hanwag<br />

eine Biwakschachtel auf dem Jubiläumsgrat,<br />

der Zugspitze und Alpspitze verbindet.<br />

fertigt Hanwag dank dem einmaligen<br />

„Bunion Leisten“ erstmals<br />

2013<br />

Schuhe, die bei einem weit verbreiteten Schiefstand<br />

der Großzehen (Hallux Valgus) mehr<br />

Platz für das Großzehengrundgelenk bieten.<br />

<strong>2021</strong><br />

werden im 100. Jahr des Bestehens<br />

von Hanwag Schuhe in Kroatien,<br />

Ungarn – und auch weiterhin in der nun<br />

hochmodernen Firmenzentrtale in Vierkirchen<br />

– hergestellt. Für viele, viele weitere Schritte ...<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

23


DER<br />

PHILOSOPH<br />

WAS GENAU IST EIGENTLICH TRITT-<br />

SICHERHEIT UND WIE ERKENNT MAN<br />

SIE? WELCHE ROLLE SPIELT DER KOPF<br />

DABEI UND WARUM GIBT ES EIGENT-<br />

LICH KEINE HÖHENANGST? EINE<br />

GRAT-WANDERUNG DER BEGRIFF-<br />

LICHEN ART MIT BERG-PHILOSOPH<br />

STEPHAN SKROBAR.<br />

STEPHAN<br />

SKROBAR<br />

ist staatlich geprüfter Skilehrer<br />

und Skiführer und<br />

Alpinausbildner beim steirischen<br />

Skilehrerverband.<br />

Gemeinsam mit Peter<br />

Perhab leitet er das „Die<br />

Bergstation Free ride und<br />

Alpin Center“.<br />

UND<br />

SEIN<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

Wer schon einmal im<br />

Internet nach einer<br />

Wander- oder<br />

Bergtour gesucht hat<br />

(und wer hat das in<br />

Zeiten wie diesen nicht), der ist mit an<br />

Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit<br />

auch schon über den Begriff der<br />

„Trittsicherheit“ gestolpert. Als Voraussetzung<br />

für Touren steht der Begriff in<br />

den Beschreibungen der Portale herum.<br />

Was aber bedeutet Trittsicherheit genau.<br />

Wie ist sie definiert? Wie verbessere ich<br />

sie und vor allem: Woran erkenne ich,<br />

dass ich Trittsicherheit mein Eigen nennen<br />

darf.<br />

Hmmmmm, sagt Stephan Skrobar<br />

dazu erst einmal und blickt aus seinem<br />

Garten Richtung Grimming, der isoliert<br />

zwischen Ennstal und Hinterberger Tal<br />

in der Obersteiermark in den Himmel<br />

ragt. „Trittsicherheit ist die Selbsteinschätzung<br />

und das Wissen, dass ich<br />

BERG<br />

mich in Geländeformen sicher bewegen<br />

kann, ohne die Balance zu verlieren.“ So<br />

weit, so technisch.<br />

Allumfassend erklärt ist die Sache damit<br />

aber nicht. Denn die Trittsicherheit<br />

wird nicht in festgelegten Skalen wie<br />

etwa bei Klettersteigen bewertet. Und<br />

Geländeformen können ja auch unterschiedlich<br />

schwierig sein. Ergo wird es<br />

schon schwer, was die Tauglichkeit der<br />

Fähigkeit Trittsicherheit als Voraussetzung<br />

für eine Tour betrifft. „Denn eine<br />

Geländeform kann schwer sein, die<br />

Konsequenzen der fehlenden Trittsicherheit<br />

aber gering. Oder ein Weg kann<br />

leicht sein, die Folge mangelnder Trittsicherheit<br />

aber ein Sturz über eine steile<br />

Felswand in Hunderte Meter Tiefe.“<br />

Für ein Beispiel springt Skrobar auf.<br />

Sagen wir diese Holzbank, etwa fünfzig<br />

Zentimeter breit, ist unser Weg. In der<br />

Ebene denkst du nicht darüber nach, ob<br />

du es schaffst, fünf Schritte darauf zu gehen,<br />

ohne den Korridor zu verlassen.<br />

Das schaffst’ wahrscheinlich mit geschlossenen<br />

Augen. Wenn der gleiche<br />

Weg aber auf einem Grat ist und links<br />

und rechts geht es Hunderte Meter runter,<br />

schaut die Sache schon anders aus.“<br />

Da kommt die mentale Komponente<br />

Fotos: Scarpa/Mathis Dumas, Stephan Skrobar, Mammut/Thomas Senf<br />

24 <strong>SPORTaktiv</strong>


<strong>SPORTaktiv</strong><br />

25


ECHTE RUCKSÄCKE.<br />

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Egal von welcher Seite sich das Wetter zeigt,<br />

wir wollen Ausrüstung, mit der wir bei allen<br />

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dazu, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.<br />

Und die äußeren Umstände<br />

– auf einem ausgesetzten Grat wäre<br />

das zum Beispiel der Wind. Rein vom<br />

technischen Schwierigkeitsgrad reichen<br />

die Fähigkeiten also leicht aus.<br />

„Da kann es helfen, den Instinkt auszuschalten<br />

und die Sache ganz rational<br />

anzugehen.“ Also sich die Stelle anschauen<br />

und geistig vergleichen mit<br />

dem, was man in der Ebene kann oder<br />

ebendort trainiert hat. Nur ist eben gerade<br />

das so schwer, weil wir in<br />

Stress-Situationen viel eher instinktiv<br />

handeln und nicht rational. Stress beeinflusst<br />

ja auch unsere Konzentration<br />

und damit auch die Leistung. Bei Gefahr<br />

schütten wir Adrenalin aus, sind<br />

für kurze Zeit schneller, stärker, fokussierter<br />

als sonst. Das hat der Spezies<br />

Mensch das Überleben gesichert.<br />

Stress kann aber auch Angst bedeuten<br />

und Angst könnte unsere Leistung<br />

auch negativ beeinflussen. „Die Angst<br />

kommt nach dem Zweifel. Der Zweifel<br />

lässt mich wachsam werden für die<br />

Gefahr. Wenn ich Angst habe, ist das<br />

ein Zeichen, dass ich da nicht weitergehen<br />

sollte“, sagt Skrobar.<br />

Für ihn bringt der nackte Begriff der<br />

Trittsicherheit in einer Tourenbeschreibung<br />

also wenig. „Es müsste der Weg<br />

konkreter beschrieben sein, damit man<br />

auch die Selbsteinschätzung besser<br />

treffen kann. Zum Beispiel könnte da<br />

stehen, dass man an gewissen Stellen<br />

eine Hand zum Abstützen braucht.“<br />

Generell kann man Trittsicherheit aber<br />

üben. „Wenn man mehr Balance haben<br />

will, gibt es zwei Möglichkeiten<br />

das zu erreichen: die Auflagefläche vergrößern<br />

und den Schwerpunkt absenken.<br />

Zum Training kann ich das Gegenteil<br />

machen. Also nicht breitbeinig<br />

gehen, sondern auf einem Bein hüpfen<br />

zum Beispiel.“ Auch kann und sollte<br />

man schwere Geländeformen begehen,<br />

wenn die Konsequenzen aus Fehlern<br />

gering sind. „Auf Spielplätzen kann<br />

man Balance wunderbar üben oder auf<br />

Slacklines. Es geht auch nicht darum<br />

eine ganz schwierige Übung möglichst<br />

oft zu schaffen, sondern es einfach<br />

sieben, acht, neun, zehn Mal zu probieren.<br />

Und am Ende verbesserst du<br />

dich damit.“ Er selbst trainiert mit<br />

Skischuhen auf der Slackline im Garten.<br />

„Aber wenn ich im Winter da<br />

oben am Grimming in einer schwierigen<br />

Stelle stehe, hilft mir das, weil ich<br />

weiß, dass ich ausreichend Balance<br />

habe.“<br />

Eng verbunden mit der Trittsicherheit<br />

ist auch die Höhenangst. Wobei:<br />

Die gibt es eigentlich gar nicht. „Zwei<br />

Ängste sind dem Menschen angeboren“,<br />

sagt Skrobar, der auch Psychologie<br />

studiert hat. „Die Angst vor Lärm<br />

und die Angst vor dem Fallen.“ Letztere<br />

bezeichnen wir gerne als Höhenangst.<br />

„Weil Menschen, die von sich<br />

sagen, dass sie Höhenangst haben, steigen<br />

ohne Bedenken in ein Flugzeug.<br />

Insofern haben sie nicht Angst vor der<br />

Höhe, sondern vorm Runterfallen und<br />

den damit verbundenen Konsequenzen“,<br />

erklärt Skrobar. So weit zur Begrifflichkeit.<br />

Ausgelöst oder verstärkt wird diese<br />

Angst wieder vom fehlenden Vertrauen<br />

in die eigenen Fähigkeiten und/oder<br />

dem fehlenden Vertrauen in Sicherungssysteme,<br />

sprich Seil, Sitzgeschirr<br />

oder die sichernde Person. Wie die<br />

DIE ANGST KOMMT NACH<br />

DEM ZWEIFEL. DER ZWEIFEL<br />

LÄSST MICH WACHSAM WER-<br />

DEN FÜR DIE GEFAHR. WENN<br />

ICH ANGST HABE, IST DAS EIN<br />

ZEICHEN, DASS ICH DA NICHT<br />

WEITERGEHEN SOLLTE.


Photo © Philipp Reiter<br />

FEEDBACK<br />

Schick uns deine<br />

Meinung. Bist du am<br />

Berg trittsicher? Wie<br />

gehst du mit Angst um?<br />

Trittsicherheit lässt sich auch das Vertrauen<br />

in die Systeme im sicheren,<br />

harmlosen Umfeld trainieren. In einem<br />

Kletterpark zum Beispiel. Da<br />

würde man vor allem erfahren, dass<br />

die Sicherungssysteme funktionieren.<br />

„Wenn man einmal gespürt hat, dass<br />

einen das Kletterset und das Seil halten<br />

und man nicht runterfällt, hilft<br />

das.“ Denn für das Sicherungssystem<br />

ist es ja egal, wie viel Luft der Mensch<br />

unterm Hintern hat. „Natürlich reicht<br />

es auch da nicht, so etwas einmal auszuprobieren,<br />

sondern wieder und wieder,<br />

damit die Rille in der Platte des<br />

Autopiloten tiefer wird und die Nadel<br />

nicht mehr bei kleiner Erschütterung<br />

schon heraushüpft“, erklärt Skrobar.<br />

Passiert es auf einer Tour, dass eine<br />

Person Zweifel und Angst hat und sich<br />

über eine gewisse Stelle nicht traut,<br />

hilft Skrobar in der Not. „Geht es steil<br />

bergauf und du hast Angst, gehe ich<br />

zum Beispiel ganz dicht hinter dir, sodass<br />

du mich spürst.“ Für eine weitere<br />

Erklärung bemüht er ein anderes, verwittertes<br />

Holzbankerl. Das ist nur<br />

noch 30 Zentimeter breit „Sagen wir,<br />

das ist ein schmaler Steig. Dann“, sagt<br />

er, stellt sich parallel zum Bankerl und<br />

streckt den rechten Arm aus, „dann<br />

gehe ich ganz knapp hinter dir und<br />

seitlich versetzt und fange dich im<br />

Notfall auf.“ Denn stürzen, das passiert<br />

ja nicht völlig unvorbereitet. „Das<br />

kündigt sich an und dauert eine Sekunde.<br />

Klingt wenig, ist aber lang“,<br />

sagt Skrobar. Mit jahrelanger Erfahrung<br />

merkt er rechtzeitig, wenn es<br />

brenzlig wird.<br />

Auch Fingerspitzengefühl ist gefragt.<br />

„Was ich sicher nicht mache, ist laut<br />

und mit einem Lachen zu sagen: Ah<br />

komm, des is ja gar kein Problem.“ Er<br />

nimmt die Sorgen und Zweifel ernst<br />

und erläutert ruhig die Optionen.<br />

„Außerdem erkennt man, ob jemand<br />

wirklich Angst hat oder nur ein wenig<br />

unsicher ist. Leute, die zum Beispiel<br />

ständig vor sich hersagen ‚Das schaff<br />

ich nicht, das schaff ich nicht‘, sind<br />

meistens einfach unsicher. Wer wirklich<br />

Angst hat, redet nicht mehr viel.“<br />

Und auch hier rät er wieder dazu,<br />

den Instinkt auszuschalten und rational<br />

zu handeln. „Das ist schwer, ich<br />

weiß. Darum muss man gewisse Dinge<br />

eben wieder und wieder und wieder<br />

üben, bis die rationalen Dinge so in<br />

Fleisch und Blut übergehen, dass sie<br />

schon fast wieder funktionieren wie<br />

ein Instinkt.“<br />

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Axamer Lizum www.axamer-lizum.at 2<br />

Bergbahn Pillersee Buchensteinwand www.bergbahn-pillersee.com 1<br />

Bergeralm – Steinach am Brenner www.bergeralm.net 2<br />

Eggalm – Tux – Lanersbach www.tux.at 1<br />

Ehrwalder Almbahn / Ehrwald www.zugspitze.tirol 1<br />

Fendels – Ried – Prutz www.kaunertaler-gletscher.at 2<br />

Fieberbrunn – Saalbach Hinterglemm Leogang www.fieberbrunn.com 2<br />

Fügen – Spieljoch www.spieljochbahn.at 2<br />

Füssener Jöchle – Grän www.lifte-graen.com 5<br />

Galtür / Paznaun-Ischgl www.silvapark.at 1<br />

Gerlosstein / Hainzenberg – Zillertal Arena www.zillertalarena.com 1<br />

Glungezer www.glungezerbahn.at 1<br />

Hintertuxer Gletscher / Hintertux www.hintertuxergletscher.at 0<br />

Hochkössen – Unterberg www.bergbahnen-koessen.at 1<br />

Imster Bergbahnen www.imster-bergbahnen.at 2<br />

Innsbruck – Nordkette www.nordkette.com 3<br />

Innsbruck Igls – Patscherkofel www.patscherkofelbahn.at 2<br />

Ischgl www.ischgl.com 6<br />

Jöchelspitze – Lechtaler Bergbahnen www.lechtaler-bergbahnen.at 1<br />

Kappl / Paznaun-Ischgl www.kappl.com 2<br />

Karwendel-Bergbahn Pertisau Achensee www.karwendel-bergbahn.at 1<br />

Kaunertaler Gletscher / Kaunertal www.kaunertaler-gletscher.at 1<br />

Kitzbühel – Kirchberg www.kitzski.at 7<br />

Kühtai www.kuehtai.info 1<br />

Landeck – Zams – Fliess / Venetregion www.venet.at 1<br />

Maurach am Achensee – Rofanseilbahn www.rofanseilbahn.at 1<br />

Nauders www.nauders.com/de 3<br />

Oberperfuss – Rangger Köpfl www.rangger-koepfl.at 2<br />

Obertilliach / Golzentipp – Lesachtal www.obertilliacher-bergbahnen.com 1<br />

Oetz – Hochoetz www.oetz.com 1<br />

Pitztaler Gletscher – Rifflsee / Pitztal www.pitztaler-gletscher.at 3<br />

Rastkogel – Tux – Vorderlanersbach www.tux.at 2<br />

Schattwald – Zöblen im Tannheimertal www.tannheimer-bergbahnen.at 2<br />

Schwaz-Pill – Kellerjochbahn www.kellerjochbahn.at 1<br />

See / Paznaun-Ischgl www.bergbahn.com 1<br />

Seefeld / Birkenlift & Geigenbühellift www.seefeld.com 3<br />

Serlesbahnen Mieders www.serlesbahnen.com 1<br />

Sillian – Hochpustertal www.hochpustertal-ski.at 2<br />

Skilifte Knittel Elbigenalp www.knitteltirol.at 1<br />

Skizentrum Schlick 2000 – Fulpmes www.schlick2000.at 2<br />

Sölden www.soelden.com 7<br />

St. Anton am Arlberg www.skiarlberg.at 6<br />

St. Jakob im Defereggental / Brunnalm www.stjakob-ski.at 7<br />

St. Johann in Tirol www.skistar.com/stjohann 2<br />

Stubaier Gletscher / Stubaital www.stubaier-gletscher.com 3<br />

Tiroler Zugspitzbahn www.zugspitze.tirol 1<br />

Tux – Finkenberg www.tux.at 2<br />

Vent www.vent.at 1<br />

Wildschönau – Alpbachtal Wildschönau www.wildschoenau.com 3<br />

Wildstättlift Wattenberg www.wildstaettlift.at 1<br />

Zell am Ziller – Zillertal Arena www.zillertalarena.com 4<br />

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29


DIE SUCHE<br />

NACH DER<br />

BERG­<br />

EINSAMKEIT<br />

Fotos: iStock<br />

30 <strong>SPORTaktiv</strong>


Im Skitourengehen spricht man von<br />

„Modetouren“, auf denen sich an<br />

schönen Tagen oft Massen tummeln,<br />

während man nur zwei Gipfel<br />

weiter allein ist. Im Sommer zeigt sich<br />

ein ähnliches Bild: Wer auf beliebten<br />

Wanderungen unterwegs ist oder sich<br />

einen klingenden Namen als Gipfelziel<br />

aussucht, könnte den Eindruck gewinnen,<br />

dass es die sprichwörtliche Bergeinsamkeit<br />

nur noch auf schönen Bildern<br />

zu finden gibt.<br />

Das ist aber nicht so. Matthias Pilz ist<br />

bei den Naturfreunden Österreich für<br />

die Wanderwegeverwaltung zuständig<br />

und er kann auch von ganz und gar<br />

nicht überlaufenen Pfaden berichten.<br />

Ganz im Gegenteil sogar: von Wegen,<br />

die zuwuchern, weil sie so selten begangen<br />

werden. „Oft haben wir Diskussionen,<br />

ob es sich denn noch lohnt, manche<br />

Wegemarkierung überhaupt noch<br />

einmal anzubringen“, erzählt Pilz. „Wobei<br />

die alpinen Vereine versuchen, das<br />

gesamte Wegenetz stets bestens in<br />

Schuss zu halten.“ Man könnte nun<br />

einwenden, dass es in den Bergen eben<br />

nicht überall gleich schön ist und die<br />

VIELE HOTSPOTS IN<br />

DEN BERGEN HABEN<br />

MIT DER SPRICHWÖRT-<br />

LICHEN BERGEINSAM-<br />

KEIT NUR MEHR WENIG<br />

ZU TUN. DOCH WER<br />

SUCHT UND ETWAS<br />

MÜHE NICHT SCHEUT,<br />

FINDET AUCH HEUTE<br />

NOCH JEDE MENGE<br />

EINSAME WEGE UND<br />

STILLE GIPFEL. DER<br />

BESTE WEG SIE ZU<br />

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„KOMPETENZERWERB“.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

besonders attraktiven Wege und Gipfel<br />

eben entsprechend beliebt sind. Aber<br />

auch das stimmt nur zum Teil. Es gibt<br />

sie, die einsamen Traumplatzerl. Insider,<br />

die solche kennen, werden sich hüten,<br />

sie jedem X-Beliebigen zu verraten.<br />

Aber man kann sie auch suchen, muss<br />

dabei mitunter nur etwas den Blickwinkel<br />

verändern – und bereit sein, etwas<br />

Mehraufwand in Kauf zu nehmen.<br />

Matthias Pilz ist sich auch sicher, dass<br />

viele Bergsportler, vor allem solche mit<br />

wenig Erfahrung, die Stille und den<br />

Abstand von den Mitmenschen dem<br />

„Rummel“ gar nicht vorziehen würden.<br />

„Denn schließlich gibt es nicht nur ein<br />

Sicherheitsgefühl, sondern auch objektiv<br />

ein Sicherheitspolster, dort zu gehen,<br />

wo auch viele andere unterwegs<br />

sind.“<br />

Zumindest beim Wandern gilt das.<br />

Auf Klettersteigen schaut die Lage etwas<br />

anders aus, viel Betrieb erhöht dort<br />

etwa die Steinschlaggefahr. Aber die<br />

Tendenz stimmt schon: Wer Einsamkeit<br />

will, muss sich besser auskennen,<br />

besser planen und orientieren können.<br />

Man muss bereit sein, Eingenverantwortung<br />

zu übernehmen. Doch wer<br />

dazu bereit ist, für den liegt die Bergeinsamkeit<br />

oft näher, als man denkt.<br />

„Anders“ suchen<br />

Es hilft zum Beispiel schon, etwas anders<br />

zu suchen, sagt Pilz. Viele Touren werden<br />

heute im Internet gesucht und gefunden<br />

– und da liegt auch die Chance:<br />

„In Tourenportalen werden Suchergebnisse<br />

nach ‚Attraktivität‘ sortiert. Wie<br />

aber kommt diese Attraktivität zustande?<br />

Als attraktiv wird betrachtet, was oft<br />

konsumiert und oft bewertet wurde.“<br />

Die überwiegende Mehrheit der User<br />

hält sich an die ersten Suchergebnisse,<br />

was diese Touren wiederum für den Algorithmus<br />

noch einmal attraktiver<br />

macht – ein sich selbst verstärkendes<br />

System sozusagen. „Wenn ich also<br />

bewusst eine Tour aussuche, die ein<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

31


CL POCKET<br />

DIE NATUR<br />

IN DER<br />

TASCHE<br />

Der Kartenausschnitt der „Open Street Map“ zeigt: Es gibt mehr Wege als<br />

nur markierte Wanderwege. Fortgeschrittene können das für sich nutzen.<br />

bisschen weiter hinten gereiht ist und die nicht den<br />

klingenden Namen hat, ist das zwar noch keine Garantie<br />

auf eine einsame Traumtour – aber schon einmal<br />

eine ganz gute Basis“, sagt Pilz.<br />

„Hotspots“ haben meistens auch eine bequeme Erreichbarkeit<br />

gemeinsam: etwa eine Auffahrt mit einer<br />

Seilbahn. Ist die Erreichbarkeit im Gegensatz dazu mit<br />

einer gewissen Mühe verbunden, etwa einem längeren<br />

Anmarsch über eine Forststraße oder in einen Graben<br />

hinein, dann könne man fast sicher sein, allein unterwegs<br />

zu sein. Pilz stellt selbst oft Touren in bekannte<br />

Portale ein und weiß, wie sehr ein längerer Anmarsch<br />

abschreckt – „selbst wenn man schreibt, dass man danach<br />

mit einer wunderschönen Tour belohnt wird“.<br />

Wird eine Tour oder ein Spot auf reichweitenstarken<br />

Instagram-Accounts gepostet, dann kann man davon<br />

ausgehen, dass in den Tagen danach die Frequenz deutlich<br />

höher ist als gewohnt. Auch das hat der Experte oft<br />

beobachtet. Pilz empfiehlt stattdessen alternative Onlineportale,<br />

die kaum beworben werden, aber in der<br />

Community bekannt sind, wie „Hikr.org“. Dort finde<br />

man, anders als in klassischen Tourenportalen, keine fertigen<br />

Tourendaten inklusive GPS-Track, sondern Erlebnisberichte.<br />

Aber dafür mitunter echte Geheimtipps, die<br />

das aufgrund der kleinen Community auch nach dem<br />

Veröffentlichen bleiben. Die Planung der Route muss<br />

man allerdings selbst übernehmen, wenn man die Tour<br />

nachgehen will.<br />

Alles gilt sinngemäß auch für klassische Hochtouren:<br />

„Wenn ich den Normalweg auf den Großglockner oder<br />

Großvenediger wähle, werde ich mit vielen anderen unterwegs<br />

sein. Schon auf alternativen Routen, die noch<br />

dazu etwas schwieriger sind, etwa dem Nordgrat auf<br />

den Großvenediger, werde ich bis zum Gipfel ziemlich<br />

allein sein. Und wenn ich mir einen nicht minder schönen,<br />

bloß etwas niedrigeren Nebengipfel aussuche,<br />

kann ich auch das Gipfel glück allein genießen.“<br />

Das Phänomen, dass sich die Massen auf wenigen<br />

Touren tummeln, und andere Wege, obwohl genauso<br />

schön, fast unbekannt bleiben, gibt es nicht erst seit<br />

Fotos: (c) OSM Contributors (c) OpenTopoMap (c) Lonvia (c) SNOWMAPS, Matthias Pilz<br />

SEE THE UNSEEN


den Suchmaschinen-Algorithmen. Pilz hält sich auch<br />

gern an alte Wanderführer, die man etwa in den Bibliotheken<br />

der Alpinvereine noch findet, die aber auch<br />

zunehmend auf Google Books wieder auftauchten.<br />

Warum diese einen Blick wert sind? „Früher wurden<br />

hauptsächlich Gebietsführer publiziert, in denen alle<br />

Wege einer Region beschrieben wurden. Heute findet<br />

man am Markt hauptsächlich Auswahlführer.“ Und da<br />

fast immer die gleichen Touren, sagt Pilz, weil es sich<br />

kein Tourenführer-Autor leisten konnte, einen „Klassiker“<br />

nicht in die Auswahl aufzunehmen ...<br />

Kompetenz erweitert den Spielraum<br />

Wie vielfältig die Möglichkeiten in der Natur sind,<br />

zeigt auch ein Blick auf die Karte. In der amtlichen<br />

ÖK-Karte sind markierte Wanderwege grün eingezeichnet.<br />

Schwarze Linien sind Forststraßen, punktiert-strichlierte<br />

Linie Traktorwege und gepunktete Linien<br />

sonstige, nicht markierte Fußwege. Alles Wege,<br />

auf denen Zufußgehen erlaubt ist und die in eine Tourenplanung<br />

mit einbezogen werden können. Auch in<br />

„Open Street Maps“, dem kostenlosen digitalen Kartenwerk,<br />

wird die Vielfalt der eingezeichneten Wege<br />

immer größer.<br />

Um sich daraus eine schöne Tour zusammenstellen<br />

zu können, braucht man allerding schon Erfahrung<br />

und den geschulten Blick. Im Gelände muss man sich<br />

auch ohne Markierungen und Tafeln zurechtfinden,<br />

was die Kompetenz eine Karte lesen zu können voraussetzt.<br />

„Man muss außerdem immer mit Unerwartetem<br />

rechnen – dass etwa ein Weg doch nicht mehr begehbar<br />

ist, es eine Forstsperre oder einen Jadgzaun gibt. Entsprechend<br />

mehr Sicherheitsreserven sind einzuplanen“,<br />

erklärt Matthias Pilz.<br />

„Kompetenz erhöht den Spielraum“: Diese simple<br />

Regel gilt auch bei der Suche nach der Bergeinsamkeit.<br />

Die Entwicklung der Kompetenz ist das Um und Auf,<br />

wenn es darum geht, einsame Tourenziele zu finden<br />

und diese auch sicher bewältigen zu können. Das geht<br />

nicht von heute auf morgen und widerspricht irgendwo<br />

auch dem Geist<br />

der Zeit, in der man<br />

gewohnt ist, alles sofort<br />

und mit maximaler<br />

Sicherheit zu<br />

bekommen. Doch<br />

wer den mühsamen<br />

Weg auf sich<br />

nimmt, wird oft mit<br />

MATTHIAS PILZ<br />

ist Bergsportler, Ausbildner der<br />

Naturfreunde Österreich für<br />

Klettern, Hochtouren und Skitouren.<br />

www.naturfreunde.at<br />

den schönsten Tourenerlebnissen<br />

belohnt.<br />

Grafik: Emanuel Tomasini, Fotos: guentheregger.at, Thomas Bause<br />

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trifft raue, alpine Wildnis spektakulärer auf urbanen<br />

Raum. Nirgendwo sind atemberaubende<br />

360° Ausblicke so leicht erlebbar.<br />

Gratis Parken inklusive.<br />

TICKETS.NORDKETTE.COM<br />

Top of Innsbruck – 2.334 m<br />

Erleben Sie die faszinierende Bergwelt<br />

des größten Naturparks Österreichs!<br />

Gipfelerlebnis und Alpenzoo<br />

Mit dem Top of Innsbruck PLUS-Ticket<br />

aufs Hafelekar und in den Alpenzoo.<br />

Nordkette Perspektivenweg<br />

Harmonische Elemente schaffen eine<br />

neue Perspektive auf die Landschaft.<br />

Gratis Parken<br />

Stressfrei in der City- und Congressgarage<br />

parken (8 – 18 Uhr).<br />

*Gültig für TOP OF INNSBRUCK Ticket.


ALPIN & URBAN<br />

INNSBRUCK KANN BEIDES<br />

Ein Urlaub, tausend Möglichkeiten<br />

– das bedeutet „alpin-urbanes“ Urlaubserlebnis.<br />

In der Region Innsbruck ergänzen sich Natur und<br />

Kultur, Genuss und Herausforderung, Stadt und<br />

Land zu einem attraktiven Gesamtpaket.<br />

Endlich wieder rauskommen und dem Alltag<br />

entfliehen: sich vom Herzen der Stadt direkt in<br />

die Natur begeben – oder gleich in luftige<br />

Höhen aufsteigen und von der Nordkette auf das<br />

urbane Treiben herabschauen. Einen Zeitsprung<br />

erleben zwischen moderner Architektur und historischen<br />

Bauten, genüsslich schlemmen und shoppen in<br />

kleinen Gassen oder vor großer Bergkulisse: Die<br />

Region Innsbruck bietet unzählige Möglichkeiten zur<br />

Erholung und Entspannung in verschiedenen Höhenlagen.<br />

Ganz wie es sich für eine echte Alpenmetropole<br />

gehört.<br />

In der Region Innsbruck eröffnet sich für die ganze<br />

Familie eine Welt, die voller Aktivität und Freude ist.<br />

Aufregende Entdeckungsreisen führen in Innsbruck<br />

meist von der Stadt direkt in die Natur und bescheren<br />

Klein und Groß gleichermaßen schöne Urlaubserinnerungen.<br />

Auf den familienfreundlichen Wanderwegen,<br />

die durch die eindrucksvolle Naturlandschaft führen<br />

und bei Abenteuerspielplätzen Zeit zum Austoben<br />

bieten, wird die kindliche Wanderlust entfacht. Eine<br />

erfrischende Abkühlung finden große und kleine Entdecker<br />

an den wunderschönen Badeseen der Region.<br />

Ein Ausflug in die Natur gehört bei einem Besuch<br />

in der Region Innsbruck einfach dazu. Gut, dass das<br />

beliebte Bergwanderprogramm mit seinem breiten<br />

Angebot an leichten und anspruchsvolleren Touren<br />

die unterschiedlichsten Ansprüche und Wünsche erfüllt:<br />

für Familien, Genussmenschen, Naturliebhaber<br />

und Gipfelstürmer. Und wer lieber in die Pedale tritt,<br />

der schließt sich den lokalen Bikeguides an: Neu im<br />

Tourenprogramm sind in diesem Sommer erstmals die<br />

geführten E-Biketouren.<br />

Mit der kostenlosen Gästekarte Welcome Card bietet<br />

die Region Innsbruck ab zwei Nächten eine Vielfalt<br />

an Möglichkeiten, um seine Freiheit noch besser<br />

auszuleben. Sämtliche öffentliche Verkehrsmittel und<br />

zahlreiche Ermäßigungen stehen dem Gast zur Verfügung.<br />

Alle Infos: www.innsbruck.info<br />

Fotos: Innsbruck Tourismus<br />

34 <strong>SPORTaktiv</strong>


SPORTLICH AKTIV<br />

DURCH DEN BERGSOMMER<br />

Du kannst die Seele baumeln lassen, jede Menge<br />

Action erleben und eine atemberaubende Bergkulisse<br />

genießen: im Sommer in St. Anton am Arlberg.<br />

Fotos: TVB St. Anton am Arlberg<br />

Was macht den perfekten Tiroler<br />

Bergsommer aus? Für die einen<br />

sind es die Momente in der<br />

Natur – Höhenluft, sattes Grün und<br />

Panoramablicke. Andere tanken Kraft beim<br />

Sport, steuern ihr (E-)Bike über aussichtsreiche<br />

Wege, lassen sich von ihren Füßen in<br />

Wanderschuhen durch die Landschaft<br />

tragen und holen sich am Gipfel ihren<br />

Adrenalinkick. Manche wiederum fühlen<br />

sich im Urlaub am liebsten wie daheim<br />

oder begeben sich historisch auf Spurensuche,<br />

tauchen ein in Mythen und Legenden<br />

spannender Orte. Wer auf nichts davon<br />

verzichten möchte, verbringt seinen<br />

Bergsommer in St. Anton am Arlberg.<br />

Nicht nur Aktive, auch Familien genießen<br />

einen abwechslungsreichen Sommer in der<br />

Tiroler Region mit den Orten Pettneu,<br />

Schnann, Flirsch und Strengen.<br />

Mit 350 Kilometern Streckennetz ist<br />

St. Anton am Arlberg ein beliebtes Revier<br />

für Zweirad-Fans aller Art. Wer noch nie<br />

auf einem E-Bike saß, startet damit zu<br />

St. Antons schönsten Naturplätzen und<br />

Hütten. Schon Kinder ab 10 Jahren können<br />

sich auf dem E-Bike beweisen. Im Bikeareal<br />

„EldoRADo“ im Verwalltal kommen<br />

MTB-Fans auf Pumptrack, Northshore-<br />

Trail und Co. voll auf ihre Kosten. Das 300<br />

Kilometer weite Wanderwegenetz hingegen<br />

beinhaltet zahlreiche Tourenvarianten mit<br />

urigen Einkehrmöglichkeiten und unvergesslichen<br />

Panoramen. Schwindelfreie<br />

finden ihr Glück beim Klettern oder<br />

Bouldern.<br />

Schon ab einer Übernachtung im Hotel<br />

oder der Pension erhält man die „St. Anton<br />

Sommer-Karte“. Das kostenlose Ticket ist<br />

für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig und<br />

beinhaltet viele Gratis-Leistungen, die<br />

Teilnahme am Wochen- und Kinderprogramm<br />

sowie besondere Konditionen für<br />

viele weitere Aktivitäten. Gegen Gebühr<br />

kann man das Ticket zur Premium-Karte<br />

„upgraden“. Die Karte gilt für die gesamte<br />

Saison von 19. Juni bis 26. September<br />

<strong>2021</strong>. Info: www.sommerkarte.at<br />

TVB St. Anton<br />

am Arlberg<br />

T. +43 (0) 54 46/22 69<br />

info@stantonamarlberg.com<br />

www.stantonamarlberg.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

35


HÖCHSTER KOMFORT<br />

UND SCHUTZ<br />

ENERGIE ZUM KAUEN<br />

Magnesium zum Kauen und schnelle<br />

Energie versprechen die Sport Drops<br />

(75 g) von PEEROTON. Die sportlichen<br />

Fruchtgummis bieten viel Vitamin C für das<br />

Immunsystem sowie Vitamin D3 und den<br />

Vitamin-B- Komplex. Ideal für Unterwegs,<br />

beim Sport, im Auto, im Büro und zu<br />

Hause. Geschmack? Cola & Zitronen!<br />

www.peeroton.com<br />

Klettersteighandschuhe von CHIBA<br />

werden mit über 168 Jahren Erfahrung<br />

in der Konstruktion ergonomischer<br />

Handschuhe hergestellt. Das Modell<br />

VIA VERRATA ABSOLUT passt deshalb<br />

besonders gut, ist extrem robust und<br />

bietet besten Schutz.<br />

www.chiba.de<br />

DER SOMMER-HUT<br />

FÜR AKTIVSPORTLER<br />

Ein 90er-Revival feiert BUFF ®<br />

mit seinem Sun Bucket Hat. Der<br />

sommerliche Hut im Kultdesign<br />

vereint Lifestyle und Performance:<br />

perfekter Sonnenschutz mit<br />

UPF50, komfortabler Sitz dank<br />

verstellbarer und elastischer Kordel<br />

sowie ideale Belüftung durch<br />

Ventilationslöcher.<br />

www.buff.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

HOT DEALS<br />

für Ihren Urlaub<br />

unter:<br />

www.arlenlodge.at<br />

Das Hotel in St. Anton am Arlberg.<br />

Entspannen, Erholen, Energie tanken und Platz machen für das besondere<br />

Etwas. Urlaubstage bei uns im Hotel Arlen Lodge sind nicht filmreif, sie sind<br />

auch nicht wie aus dem Bilderbuch − sie sind echter. Sie beginnen genau richtig<br />

mit einem erholten Morgen in unseren gemütlichen Betten und einem Ausblick,<br />

der Träumen lässt. Erleben Sie Urlaub pur in der Bergwelt rund um St. Anton.<br />

Wir freuen uns darauf, Sie bei uns begrüßen zu dürfen.<br />

Hotel Arlen Lodge ****<br />

Nassereinerstraße 49<br />

6580 St. Anton am Arlberg<br />

+43 5446 42566<br />

hotel@arlenlodge.at | www.arlenlodge.at


IDEALE SOCKEN FÜR<br />

DEINE WANDERUNGEN<br />

Exzellenter Komfort und optimale Versorgung<br />

der Muskulatur dank der aktivierenden medi-<br />

Kompression: Das verspricht CEP bei den Hiking<br />

Light Marino Compression Socks. Die leichten<br />

Wandersocken haben einen erhöhten Merinoanteil,<br />

verhindern die Bildung von Blasen und wirken<br />

temperaturausgleichend. www.cepsports.at<br />

OUT<br />

DOOR<br />

NEWS<br />

OUTDOOR-ALLROUNDER<br />

Die Outline Jacket ist die ideale Jacke für<br />

viele Outdoor-Sportarten, Wanderungen und<br />

Bergtouren und sorgt für verlässlichen Schutz<br />

vor Regen und Wind. Dabei hat die Outline<br />

Jacket nur die Funktionen, die man wirklich<br />

braucht, und ist deswegen extrem leicht, einfach<br />

zu komprimieren und gut zu verstauen.<br />

www.salomon.com<br />

ANY PATH.<br />

YOUR WAY.<br />

X ULTRA 4 GTX<br />

Der neue X Ultra 4 GTX vereint<br />

die Vorteile eines echten Trailrunning-Schuhs<br />

mit Komfort und Sicherheit eines Wanderschuhs.


VON ALLEM<br />

ETWAS MEHR<br />

Wo soll es dieses Jahr denn hingehen? Manchmal gar<br />

nicht so einfach, denn die Erwartungen können oft unterschiedlicher<br />

nicht sein und machen so die Wahl zur Qual.<br />

Größe hat für jeden was parat. Besonders<br />

dann, wenn unterschiedliche Bedürfnisse<br />

befriedigt sein wollen. Die<br />

Kitzbüheler Alpen tun sich leicht mit ihrem<br />

vielfältigen Angebot. Vormittags eine Biketour<br />

oder ein Gipfel in einem der naturnahen<br />

Seitentäler des Brixentals. Nachmittags mit der<br />

Seilbahn auf den Berg, mit den Kindern zu<br />

einer Bergerlebniswelt oder ganz entspannt am<br />

Bergsee den Tag genießen. Abends innovative<br />

Kreationen in einem Top-Restaurant kennenlernen<br />

oder in einem traditionellen Gasthof die<br />

heimischen Schmankerl verkosten. Ein Spaziergang<br />

am idyllischen Schwarzsee oder mit einem<br />

Eis durch das Dorfzentrum schlendern. Das<br />

Flair von Kitzbühel spüren. Ein Urlaub allein<br />

reicht nicht, denn von allem gibt es in den<br />

Kitzbüheler Alpen etwas mehr. Für die Wanderer,<br />

für die Tourenbiker, für die Trail-Community,<br />

für die Familien, für die Kinder, für die<br />

Naturliebhaber, für Ruhesuchende und<br />

Erlebnishungrige ... Und dennoch für jeden<br />

ANZEIGE / Fotos: Tourismusverband Kitzbüheler Alpen, Erwin Haiden,<br />

Mathäus Gartner, David Karg / MTS-Signaturetrail<br />

38 <strong>SPORTaktiv</strong>


MEHR INFOS<br />

über die Region, Unterkunftsmöglichkeiten<br />

und weitere Angebote<br />

www.kitzbuehel-alpen.com<br />

INFRASTRUKTUR AM BERG<br />

Wanderwege, beschildert<br />

2000 km<br />

Fahradwege<br />

1200 km<br />

davon MTB-Routen<br />

800 km<br />

Bergerlebniswelten 20<br />

MTB-Trails 9<br />

Frühstück-am-Berg-Betriebe 67<br />

Bergseen im Brixental/Kitzbühel 18<br />

zahlreiche Berghütten und Berggasthöfe<br />

genügend Raum, um den eigenen Wünschen<br />

und Vorstellungen von Urlaub nachzugehen.<br />

Das Ganze gespickt mit attraktiven Angeboten.<br />

Mit der Brixental-Gästekarte sind öffentliche<br />

Busse und die Regionalzüge kostenlos<br />

nutzbar. Die Sommer-Card ist der kostengünstige<br />

Zutritt zu allen Seilbahnen der Region inkl.<br />

aller Bergerlebniswelten und vielen anderen<br />

Vorteilen. Die Kitzbüheler Alpen- Trailcard<br />

beinhaltet 8 Bahnen und Lifte, 8 Trails und<br />

2 Bike-Parks.<br />

Der Sommer kommt mit Sicherheit!<br />

Ein hochwertiges wöchentliches Veranstaltungsprogramm<br />

sorgt in den einzelnen Orten für<br />

Abwechslung. Dabei achten wir auf Sicherheit,<br />

Umweltfreundlichkeit und hohe Qualitätsstandards.<br />

Auf www.kitzbuehel-alpen.com halten<br />

wir dich darüber am Laufenden.<br />

DA SOLLTEST DU DABEI SEIN:<br />

3. Juli 25. KitzAlpBike-MTB-Marathon<br />

mit österreichische<br />

Staatsmeisterschaften<br />

30. Juli Int. MTB-Hillclimb<br />

9. Okt. Kitzalphike-WANDERTAG<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

39


LEBEN<br />

AM PULS DER<br />

NATUR<br />

LEBEN VON UND MIT DEM, WAS DIE<br />

NATUR HERGIBT: EIN „SUVIVAL-TRAINING“<br />

ERMÖGLICHT OUTDOOR-ERFAHRUNGEN<br />

IN REINSTER FORM. SURVIVAL-CAMPS<br />

WERDEN ABER AUCH FÜR KINDER UND<br />

JUGENDLICHE ANGEBOTEN: EINE MÖG-<br />

LICHKEIT, AUCH DEN NACHWUCHS FÜR<br />

OUTDOOR ZU BEGEISTERN?<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

40 <strong>SPORTaktiv</strong>


Bear Grylls ist so etwas wie der<br />

Survival-TV-Star. Seit gut 15<br />

Jahren macht der nordirische<br />

Ex-Soldat mit diversen actionreichen<br />

Fernseh- und (mittlerweile)<br />

Netflix-Formaten auf sich aufmerksam<br />

und ordentlich Quote. Klar neigen<br />

TV-Formate auch zu Übertreibung und<br />

Überzeichnung: „Niemand würde freiwillig<br />

in einen Sumpf mit Krokodilen<br />

springen“, lacht Manuela Kainer, die in<br />

Niederösterreich Survival-Camps und<br />

-Workshops für alle Altersgruppen anbietet<br />

(„Überleben im Freiraum“). Es<br />

kämen aber immer wieder vor allem jugendliche<br />

Bear-Grylls-Fans zu ihr, die<br />

vom Gezeigten inspiriert sind.<br />

Ganz grundsätzlich gefragt: Was ist<br />

„Survival“ überhaupt? Und wie passt das<br />

in unseren SPORT aktiv-<strong>Outdoorguide</strong>?<br />

Nun, mit Sport hat es vordergründig<br />

zwar nichts zu tun. Aber „Outdoor“ ist<br />

es eindeutig. „Unter Survival versteht<br />

man Kenntnisse und Fähigkeiten, die<br />

ein vorübergehendes Leben in einer<br />

Notsituation ermöglichen. Ohne oder<br />

mit geringen Hilfsmitteln“, bringt es<br />

Fotos: überleben-im-freiraum.at, Überlebensschule Tirol<br />

Manuela Kainer auf den Punkt. Und<br />

man kann es auch als Basis für Notfälle<br />

in Berg sportarten sehr gut gebrauchen.<br />

„Survival, also über-leben ist aber eigentlich<br />

nicht das korrekte Wort“, findet<br />

Oliver Fabbro von der Überlebensschule<br />

Tirol in Umhausen, „es geht vielmehr<br />

ums Leben mit der Natur und mitten in<br />

der Natur.“<br />

Aber bleiben wir beim Sport: Bergrettungseinsätze<br />

haben nicht selten ein Verirren<br />

als Auslöser. Wer im Survival geschult<br />

ist, kann sich nicht nur besser orientieren,<br />

man weiß sich vor allem in unvorhergesehenen<br />

Situationen zu helfen.<br />

Sich ruhig einmal hinzusetzen und die<br />

Situation und die Möglichkeiten durchzudenken,<br />

empfehlen die Tiroler Survival-Experten.<br />

Stattdessen würden Verirrte<br />

dazu neigen, immer weiter zu gehen,<br />

statt sich ein Lager zu bauen und einfach<br />

finden zu lassen, sagt Fabbro.<br />

Im genannten Beispielfall, die Orientierung<br />

in den Bergen oder einem Wald<br />

verloren zu haben, würde man auch<br />

nach einer Prioritätenliste vorgehen, erklärt<br />

Oliver Fabbro weiter. Das geht<br />

auch (fast) ohne Ausrüstung und Vorräte.<br />

Ist es kalt und bricht Dunkelheit herein?<br />

Man würde sich um ein Feuer kümmern<br />

und eine Notunterkunft bauen<br />

mit dem, was der Wald oder die Natur<br />

hergibt. Kein Wasser mehr? Kein Grund<br />

zur Beunruhigung, drei Tage kann man<br />

ohne zu trinken überleben. Mehr als genug<br />

Zeit, welches zu finden und trinkbar<br />

aufzubereiten. Erst relativ weit hinten<br />

in der Prioritätenliste kommt, sich<br />

auch um Essbares zu kümmern: Je nach<br />

Jahreszeit hält die Natur Beeren, Kräuter,<br />

Samen, Wurzeln oder Nüsse bereit.<br />

Outdoor-Begeisterung wecken<br />

So weit in groben Grundzügen, was<br />

man sich unter einem Survival-Training<br />

vorstellen kann. Hier wollen wir freilich<br />

eine andere Frage in den Mittelpunkt<br />

stellen – denn solche Trainings werden<br />

auch für Kinder und Jugendliche öfters<br />

angeboten. Kann man denn dieses Thema<br />

auch so gestalten, um damit den<br />

Nachwuchs für Outdoor und die Natur<br />

MANUELA<br />

KAINER<br />

aus Maria Anzbach (NÖ) bietet<br />

mit „Überleben im Freiraum“<br />

Workshops, Kurse und Camps<br />

zu den Themen Outdoor/Survival,<br />

Naturverbundenheit, Pflanzenwissen<br />

u. v. m.<br />

www.ueberlebenim-freiraum.at<br />

OLIVER FABBRO<br />

UND KATHRIN<br />

THALLINGER<br />

sind Überlebenstrainer bei der<br />

„Überlebensschule Tirol“ in<br />

Umhausen (T). Neben Kinder-,<br />

Familien- und Erwachsenenkursen<br />

und Camps gehört eine<br />

dreijährige Ausbildung zum<br />

Überlebens trainer zu den Angeboten<br />

der Überlebensschule.<br />

www.ueberlebens<br />

schule-tirol.at<br />

zu begeistern? Das kann man unbedingt,<br />

sagen sowohl die niederösterreichischen<br />

als auch die Tiroler Survival-Expertinnen<br />

und -Experten.<br />

Ab 7, 8 Jahren aufwärts lasse sich die<br />

Thematik altersadäquat aufbereiten. Fürs<br />

Jugendalter sowieso. Natürlich gibt es<br />

für den Nachwuchs gewissermaßen erleichterte<br />

Bedingungen: „Anders als bei<br />

einem Erwachsenenkurs ist bei Kinderkursen<br />

das Camp im Wald schon aufgebaut.<br />

Es gibt auch eine überdachte Feuerstelle“,<br />

erklären Fabbro und seine Kollegin<br />

Kathrin Thallinger. Auch die Ver-<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

41


FEUER<br />

MACHEN<br />

Laut Überlebensschule Tirol ist<br />

die beschriebene Methode eine<br />

von 23 Möglichkeiten, mit einfachen<br />

Mitteln ein Feuer zu entzünden.<br />

Was benötigt wird, ist<br />

als „Ötzi Feuerset“ um 19 Euro<br />

im Shop der Überlebensschule<br />

zu bestellen: ein Feuerstein, ein<br />

Pyrit-Stein, etwas Juteschnur,<br />

Trama (Gewebe von Pilzen), verkohlte<br />

Lamellen eines Zunderschwamms.<br />

So wird es gemacht:<br />

+ Trama gleichmäßig auf trockenem<br />

Untergrund verteilen;<br />

+ Juteschnur in einzelne Litzen aufdrehen<br />

und ein Zundernest herstellen;<br />

+ Den Feuerstein gegen den Pyrit<br />

schlagen, sodass ein Funke auf das<br />

Trama trifft und zum Glimmen bringt;<br />

+ Glut durch Blasen auf die Kohle<br />

übertragen und zum Glühen bringen;<br />

+ glühende Kohle in die Mitte des Zundernests<br />

legen, auf die Glut blasen,<br />

bis das Zundernest sich entzündet.<br />

Infos und Video auf:<br />

www.ueberlebensschule-tirol.at<br />

pflegung fällt in Kinderkursen<br />

natürlich üppiger aus. „Wir vermitteln,<br />

die Natur als Freund zu sehen,<br />

Geduld wieder zu lernen, auch einmal<br />

durchzuhalten. Wichtig ist bei all<br />

dem: kein Stress, kein Leistungsdruck.“<br />

Ohne Feuerzeug, Zündhölzer und<br />

andere Hilfsmittel ein Feuer zu entfachen:<br />

Dieses „archaische“ Erlebnis<br />

sorgt quer durch alle Altersgruppen<br />

für Euphorie. Auch deshalb, weil es<br />

dafür Geduld braucht und Rückschläge<br />

hinzunehmen sind. Umso<br />

größer ist das empfundene Erfolgserlebnis,<br />

wenn es gelingt.<br />

Es geht auch um den Zusammenhalt,<br />

die Erfahrung, etwas gemeinsam<br />

zu schaffen, was allein nicht möglich<br />

ist. „Kinder lernen voneinander, ich<br />

lasse dafür gerne kleinere mit größeren<br />

zusammenarbeiten“, sagt Manue-<br />

1 RELEASE<br />

2 UNFOLD<br />

YEAR<br />

SERVICE<br />

NO QUESTIONS ASKED<br />

3 READY–GO DER ERSTE UND EINZIGE FALTSTOCK,<br />

DER SICH VON SELBST ENTFALTET<br />

Unsere neuen FXP Faltstöcke sind um bis zu 30% leichter, bieten eine absolut sichere<br />

und solide Verbindung der einzelnen Segmente und der Stock entfaltet sich dabei auch<br />

noch komplett von selbst. Einfach genial!<br />

Mehr Informationen zu unseren neuen Stöcken finden Sie auf<br />

www.komperdell.com


NEBEN DEM<br />

VERMITTELTEN WISSEN<br />

LERNT MAN IN DER<br />

NATUR SICH SELBST<br />

KENNEN.<br />

Fotos: überleben-im-freiraum.at, Überlebensschule Tirol<br />

la Kainer. Die Kids seien oftmals generell für die Natur<br />

begeisterungsfähiger als Erwachsene, findet sie.<br />

„Was wir vermitteln wollen, ist auch, die Natur als<br />

unseren Lebensraum zu begreifen. Wie fühlt es sich<br />

an, barfuß durch einen Wiesenboden zu gehen“, erklärt<br />

auch Kathrin Thallinger. Speziell Dunkelheit<br />

schärft bekanntlich die Sinne: Den Boden zu spüren,<br />

ohne zu sehen, wohin man tritt, oder die Richtung<br />

eines Geräuschs zu erkennen, ohne die Quelle zu sehen,<br />

auch das seien typische Inhalte, die sich spielerisch<br />

gestalten ließen. Eine Nacht im Freien wird von<br />

den meisten als besonders intensives Erlebnis empfunden.<br />

Zwar werden auch eintägige Veranstaltungen<br />

angeboten, richtig eintauchen in die Materie lässt<br />

sich, wenn Übernachtungen inkludiert sind.<br />

Viele Outdoorsportarten wie Klettern bieten<br />

„Mehrwert“ im abgesicherten Rahmen – sie ermöglichen<br />

es etwa, sich selbst und seine Grenzen kennenzulernen<br />

und Risiko kompetent einzuschätzen. Erfahrungen,<br />

die schon im jungen Alter wertvoll sind.<br />

In Survivaltrainings ist das nicht anders. „Das alles ist<br />

automatisch mitverpackt“, sagt Manuela Kainer. In<br />

der Natur lernt man sich selber kennen. Doch das<br />

sollte bei den Kids eher ein Nebeneffekt sein: Je größer<br />

der Spaß, desto größer auch die Bereitschaft, sich<br />

auf ungewhnliche Erfahrungen einzulassen. Und wie<br />

gehen die Kinder und Jugendlichen eigentlich damit<br />

um, für ein paar Tage auf Handy und WLAN zu verzichten?<br />

Die, die sich für das Thema interessieren<br />

und in ein Camp kommen, in der Regel sehr gut, sagen<br />

die Experten. Im Gegensatz dazu falle der Abschied<br />

aus der Natur zurück in die Zivilisation nach<br />

einigen Tagen oft gar nicht mehr leicht.<br />

Von den erwachsenen Survival-Interessierten wird<br />

die Reduktion aufs Wesentliche übrigens oft ganz bewusst<br />

gesucht und als Bereicherung empfunden, erklärt<br />

Überlebenstrainer Oliver Fabbro: „Wenn man<br />

sich mit dem Thema länger beschäftigt, merkt man<br />

erst, was man alles nicht braucht. So wie auch der<br />

Rucksack jedes Mal leichter wird, je öfter man auf<br />

Bergtouren unterwegs ist.“<br />

ANZEIGE / Foto: Vaude<br />

VAUDE ELOPE-JACKET:<br />

MIT RECYCLING AUF<br />

DEM VORMARSCH<br />

VAUDE hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt und<br />

will den Recycling-Anteil im Outdoor-Segment<br />

noch deutlich steigern. Das Elope<br />

Jacket geht mit gutem Beispiel voran.<br />

Der Anteil an VAUDE-Produkten, die mindestens<br />

zur Hälfte aus nachwachsenden, biobasierten<br />

oder recycelten Rohstoffen bestehen, liegt<br />

aktuell bei knapp 33 Prozent. Bis 2024 soll er auf<br />

90 Prozent anwachsen! Die Outdoor-Funktionsjacke<br />

Elope besteht jetzt schon großteils aus<br />

recycelten Materialien und spart damit wertvolle<br />

Ressourcen. Die wind- und wasserdichte Jacke in<br />

2-Lagen-Konstruktion ist somit erste Wahl für<br />

umweltbewusste Wanderer. Der strapazierfähige<br />

Außenstoff besteht zu 100 Prozent aus recyceltem<br />

Polyester, auch für die Futtermaterialien werden<br />

ausschließlich recycelte Rohstoffe verwendet.<br />

Für Vaude-Chefin Antje von Dewitz ist die<br />

Rohstoff-Wiederverwertung eine zentrale Zukunftsstrategie:<br />

„Die Verschmutzung durch<br />

Plastik-Abfälle ist eines der vielen Umweltprobleme<br />

der Gegenwart. Mit dem Einsatz von Recycling-Material<br />

können wir dazu beitragen, dass<br />

wertvolle Rohstoffe wiederverwendet werden und<br />

weniger Emissionen in der Herstellung entstehen.<br />

Das Ziel heißt: weg vom Öl, hin zu nachwachsenden<br />

und nachhaltigen Lösungen.“<br />

ALLE INFOS<br />

www.vaude.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

43


ALLES<br />

AUF EINER KARTE!<br />

DIE TIROLER OUTDOORREGION IMST<br />

SETZT ZEICHEN – MIT DER NEUEN<br />

OUTDOOR COMMUNITY CARD (OCC).<br />

IMST TOURISMUS<br />

T. +43 (0) 54 12/69 10<br />

E-Mail: info@imst.at<br />

www.imst.at<br />

Was ist die „Outdoor Community<br />

Card“ der Region Imst? Zunächst<br />

das passende Angebot für alle<br />

abenteuer- und unternehmungslustigen<br />

Gäste, die gerne Neues ausprobieren.<br />

Die OCC bietet für jeden Urlauber<br />

genau das Richtige: coole Kicks mit dem<br />

Alpine Coaster und Spaß ohne Ende beim<br />

Wakeboarden. Für Abenteurer reinstes Adrenalin<br />

beim Bungee-Jumping, ultimativen<br />

Höhenrausch auf den perfekt gesicherten<br />

Klettersteigen und Action beim Canyoning<br />

durch spektakuläre Schluchten und Rafting<br />

durch wilde Gewässer. Für Naturfreaks<br />

einzigartige Erlebnisse bei der Sonnenaufgangstour<br />

und für Mutige die unvergessliche<br />

Faszination „Gleitschirmfliegen“ – mit<br />

dem Paragleiter-Tandem. Und last but not<br />

least: actiongeladener Radgenuss bei der<br />

(E)-Bike-Almenrunde.<br />

Good to know: Die OCC ist ausschließlich<br />

im Infobüro Imst erhältlich, aber vorab<br />

online buchbar! Außerdem ist die Karte<br />

übertragbar und sicherlich auch eine actionreiche<br />

Geschenkidee für Einheimische<br />

wie für Gäste. Alles zur Outdoor Community<br />

Card findest du unter: www.imst.at/<br />

urlaubserlebnisse/outdoorregion-imst/<br />

outdoor-community-card<br />

Fotos: ©Imst Tourismus_wyhlidal_west<br />

44 <strong>SPORTaktiv</strong>


EIN ELEMENT DER<br />

L E B E N S S P U R L E C H<br />

Weitere Informationen<br />

unter lechtal.at<br />

lebensspur-lech.com<br />

Bildnachweis: Verein Lechweg/Gerhard Eisenschink<br />

Zur Ruhe kommen, abschalten und neue Kraft<br />

schöpfen – so gestalten sich Alltagsfluchten in<br />

die Auszeitdörfer Gramais, Hinterhornbach,<br />

Pfafflar und Kaisers. Die vier österreichischen<br />

Kleinstgemeinden in den versteckten Seitentälern<br />

des Tiroler Lechtals gelten als Sehnsuchtsorte<br />

für Erholungssuchende und haben sich<br />

über die Jahre ihren ursprünglichen Charakter<br />

bewahrt. Lifte, Pisten und große Hotels sucht<br />

man vergebens, auch infrastrukturell geben<br />

sich Bewohner und Besucher mit dem Nötigsten<br />

zufrieden. Von „toter Hose“ kann dennoch<br />

keine Rede sein: Das beweisen immer mehr<br />

junge Visionäre, die sich ganz bewusst für ein<br />

Leben im Auszeitdorf entscheiden und in den<br />

abgeschiedenen Ortschaften für frischen Wind<br />

sorgen. Zu entdecken gibt es für Urlauber demnach<br />

einiges. www.lechtal.at<br />

Weit wandern und wild kneippen im<br />

Tiroler Lechtal. Inmitten der unberührten<br />

Natur des Außerferns verbergen sich die sogenannten<br />

Auszeitdörfer Gramais, Hinterhornbach,<br />

Pfafflar und Kaisers. Jeweils auf über<br />

1.000 Metern gelegen, sind die österreichischen<br />

Mini-Gemeinden ideale Ausgangspunkte<br />

für sommerliche Wander- oder Biketouren<br />

in die umliegenden nördlichen Kalkalpen.<br />

Wenn der würzige Duft von Bergkräutern in<br />

der Luft liegt, laden ringsherum urige Almen<br />

und Hütten zur Einkehr ein. Auf den Tisch<br />

kommen Schmankerl wie Speck, Knödel und<br />

Käse von den Sennereien aus der Region.<br />

Besonders reizvoll zum „wild kneippen“ sind<br />

die unbekannten Seitenarme des Lechs am<br />

Wegesrand wie der Hornbach in Hinterhornbach,<br />

der Streimbach in Pfafflar sowie der<br />

Kaiserbach in Kaisers. Im Winter lockt die weiße<br />

Landschaft rund um die vier Ortschaften<br />

zur Bewegung im Schnee. Geführte Skitouren,<br />

Husky-Trekking oder Schneeschuhwanderungen<br />

bietet beispielsweise die Bergschule<br />

Lechtal in Gramais an. So finden Urlauber zu<br />

jeder Jahreszeit Ruhe und ihre innere Balance.<br />

Von der Karriereleiter ins Auszeitdorf.<br />

Hubertus (46) und Claudia (38) Lindner betreiben<br />

ihr alpintouristisches Zwei-Mann-<br />

Unternehmen in Gramais, mit derzeit nur 41<br />

Bewohnern Österreichs kleinste Gemeinde.<br />

In ihrem früheren Leben standen sie für das,<br />

was eigentlich typische Städter ausmacht:<br />

jung, dynamisch, ehrgeizig, studiert und erfolgreich<br />

in Marketing und Management tätig.<br />

Irgendwann aber machten Dienstwagen<br />

und Gehalt allein nicht mehr glücklich, beide<br />

hängten ihre beruflichen Karrieren kurzerhand<br />

an den Nagel. Die Entscheidung für ein<br />

entschleunigtes und nachhaltiges Leben im<br />

Auszeitdorf haben sie nie bereut. Mittlerweile<br />

führt Hubertus wanderaffine Urlauber durch<br />

die Lechtaler Bergwelt, während Claudia, mittlerweile<br />

Mutter eines kleinen Sohns, das neue<br />

„Basecamp Hinterstein“ für die Hausgäste<br />

in Schuss hält. Eine ähnliche Biographie hat<br />

auch Christoph Eisnecker vom Landgasthof<br />

Adler in Hinterhornbach zu erzählen – allesamt<br />

junge Visionäre, die in den vier Tiroler<br />

Auszeitdörfern ihr Glück gefunden haben und<br />

dort ihre ganz persönliche Lebensspur hinterlassen<br />

möchten.


ZU GAST IN<br />

SALZBURG<br />

46 <strong>SPORTaktiv</strong>


Powered by<br />

SOMMERSEILBAHNEN IN<br />

SALZBURG<br />

Anzahl Lifte<br />

Foto: Salzburger Land Tourismus/Franz Pritz<br />

Abtenau im Lammertal www.karkogel.com 1<br />

Annaberg – Lungötz – Dachstein West www.annaberg-lungoetz.com 2<br />

Fanningberg – Mariapfarr www.fanningberg.info 1<br />

Filzmoos – Ski amadé www.filzmoos.ski 1<br />

Flachau – Snow Space Salzburg – Ski amadé www.snow-space.com 2<br />

Großeck – Speiereck – Mauterndorf www.grosseck-speiereck.at 5<br />

Hallein Dürrnberg – Zinkenlifte www.duerrnberg.at 1<br />

Hochkönig / Maria Alm – Dienten – Mühlbach www.hochkoenig.at 3<br />

Kitzsteinhorn / Maiskogel – Kaprun www.kitzsteinhorn.at 5<br />

Königsleiten / Wald – Zillertal Arena www.zillertalarena.com 5<br />

Nussbaumer Lifte / Hof bei Salzburg http://skilift-hof.at 2<br />

Panoramabahn Kitzbüheler Alpen – Mittersill www.panoramabahn.at 2<br />

Raurisertal – Hochalmbahnen www.hochalmbahnen.at 1<br />

Rußbach am Paß Gschütt – Dachstein West www.dachstein.at 1<br />

Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn www.saalbach.com 10<br />

Saalfelden – Hinterreit www.hinterreit.at 1<br />

Schmitten – Zell am See www.schmitten.at 4<br />

St. Johann–Alpendorf – Snow Space – Ski amadé www.snow-space.com 1<br />

Wagrain – Snow Space Salzburg – Ski amadé www.snow-space.com 1<br />

Weissee Gletscherwelt www.gletscherwelt-weissee.at 1<br />

Wildkogel-Arena / Neukirchen – Bramberg www.wildkogel-arena.at 4<br />

Zauchensee – Flachauwinkl – Ski amadé www.zauchensee.at 1<br />

Zwölferhorn Seilbahn St. Gilgen http://zwoelferhorn.at 1<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

47


2858<br />

KILOMETER<br />

SELBSTFINDUNG<br />

Der Weg zu sich selbst führt<br />

von Obertrum nach Santiago<br />

de Compostela. 2858 Kilometer.<br />

Zu Fuß. Zumindest<br />

tut er das für Norbert Lüftenegger.<br />

Der heute 43-Jährige hat den Jakobsweg<br />

gebraucht um nicht nur zu sich<br />

zu finden, sondern zu erkennen, dass<br />

alle Steine, die in seinem Weg lagen, alle<br />

Hürden und Stürze, alle Schmerzen und<br />

Wunden sein mussten, um ihn zu dem<br />

zu machen, der er ist. Und er ist heute:<br />

ein blonder Mann mit warmem, offenem<br />

Blick und offenem Geist, der ganz<br />

offensichtlich mit sich im Reinen ist.<br />

Das war nicht immer so. Nach einer<br />

unbeschwerten Kindheit am Bauernhof<br />

der Eltern, in der natürlich mithelfen<br />

am Programm stand, aber eben auch<br />

Freiheit im Freien, hat er den geradezu<br />

klassischen Weg eingeschlagen. „Wie das<br />

halt so ist. Frau, Kind, Haus mit Garten“,<br />

erzählt Norbert Lüftenegger. Dazu<br />

die Arbeit als Software-Entwickler. Viel<br />

Arbeit. Auch zu Hause noch. „Vor zwei,<br />

drei Uhr früh bin ich selten ins Bett gegangen.“<br />

Als Ausgleich dazu viel Party,<br />

wenig Sport. Eine Zeit lang geht der<br />

Raubbau an Körper und Seele gut.<br />

Dann aber kommen die Probleme.<br />

Scheidung, Stress, keine Zeit für irgendwas.<br />

Freie Fahrt Richtung Burn-out.<br />

Zum Glück schreit der Körper aber<br />

noch rechtzeitig Stopp, bevor er in die<br />

totale Überlastung kracht.<br />

In der Phase, wir schreiben das Jahr<br />

2013, kommt er auf den Jakobsweg.<br />

Oder besser: Der Jakobsweg kommt zu<br />

ihm. „Für die Pension hab ich mir vorgenommen<br />

diesen Pilgerweg zu gehen“,<br />

erzählt Lüftenegger. Auch aus religiösen<br />

Gründen. „Der Glaube hat mir in<br />

schwierigen Phasen des Lebens immer<br />

schon Kraft gegeben. Der Personalchef<br />

in der Firma hat dann gesagt: Warte<br />

nicht auf die Pension, geh jetzt.“ Kurze<br />

Zeit später bindet er sich die alten Laufschuhe,<br />

hängt sich den Rucksack um,<br />

zieht die Tür hinter sich zu und geht los.<br />

Vier Monate unbezahlter Urlaub und<br />

2858 Kilometer liegen vor ihm. „Am<br />

ersten Tag schon war ich ziemlich fertig.“<br />

Da hatten er und eine Freundin<br />

und ein Freund, die ihn anfangs begleitet<br />

haben, noch nicht einmal die Salzburger<br />

Landesgrenzen überschritten.<br />

Fotos: Norbert Lüftenegger/KK<br />

48 <strong>SPORTaktiv</strong>


PILGERN BEWEGT, PILGERN<br />

VERÄNDERT. WIE AUS EINEM<br />

PARTYTIGER AUF DEM WEG<br />

INS BURN-OUT EIN AUS-<br />

GEGLICHENER EXTREM-<br />

SPORTLER MIT EINER<br />

MISSION GEWORDEN IST.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

49


Die erste Woche ändert sich auch<br />

überhaupt nichts. „Dann geht es schleichend<br />

und nach drei Wochen war ich<br />

richtig bei mir“, erinnert er sich. Da hatte<br />

er schon Österreich hinter sich und<br />

die Schweiz. „Der Alpenraum ist einfach<br />

unbeschreiblich schön. Und die vielen<br />

kristallklaren Seen in der Schweiz sind<br />

mir auch lebhaft in Erinnerung.“ Ebenso<br />

wie ein Nobelort. „Wie er heißt, hab<br />

ich vergessen“, sagt Norbert Lüftenegger.<br />

„Ich bin schlecht mit Namen und speichere<br />

auch nicht alles, das nicht ganz<br />

wichtig ist. Aber die Bilder – die hab ich<br />

abgespeichert im Kopf.“ In jenem Dorf<br />

ging er also durch ein Stadttor. Dahinter:<br />

Luxusboutiquen, Ferraris, Lamborghinis,<br />

der totale Glamour-Schock.<br />

„Nach Wochen in der Natur und der<br />

Einsamkeit hat mich das voll überfordert<br />

und mein Freund und ich sind quasi<br />

rückwärts wieder raus aus dem Ort<br />

und weitergegangen.“<br />

Denn er wollte möglichst viel sehen,<br />

erleben und mit Menschen ins Gespräch<br />

kommen. „Sehr viele interessante Leute<br />

hab ich getroffen, mit teils sehr schweren<br />

Schicksalsschlägen. Das ordnet vieles<br />

neu ein, worüber man selbst sonst jammert.“<br />

In Frankreich ist er dann ganz allein<br />

und wandert durch Gegenden, die so<br />

einsam und abgeschieden sind, „dass du<br />

dich fragst, ob das überhaupt noch Europa<br />

ist.“ Planung ist dort wichtig. „Weil<br />

du musst ja essen und trinken auch.“<br />

Der Pilgerführer über den Jakobsweg ist<br />

ihm dabei eine Hilfe. Hier sortiert sich<br />

DA ZIAGT’S MIR<br />

IMMER NOCH DIE<br />

GANSLHAUT AUF,<br />

WENN ICH DAS<br />

SO ERZÄHLE.<br />

20 Tage hindurch jeden Tag einen Ironman absolvieren – das hat der Obertrumer Norbert<br />

Lüftenegger in Weltrekord-Zeit geschafft<br />

sein Leben endgültig neu, ist Norbert<br />

Lüftenegger weit weg von der Zivilisation<br />

und der Alltags-Taktung. „Da hab<br />

ich kurz nicht einmal mehr gewusst,<br />

welcher Monat gerade ist.“<br />

In Spanien dann fast das genaue Gegenteil.<br />

„Dort herrscht am Jakobsweg<br />

ordentlicher Trubel. Das hat mich schon<br />

ein wenig auf die Rückkehr in die Zivilisation<br />

vorbereitet.“ Prägende Erlebnisse<br />

auch hier. „Es gibt da den Cruz de Ferro,<br />

einen Berg, auf den Pilger einen<br />

Stein legen sollen, den sie von zu Hause<br />

mitgebracht haben. Man soll damit<br />

sinnbildlich seine Sorgen ablegen“, erzählt<br />

Nobert Lüftenegger. Erst habe er<br />

gar keinen mitnehmen wollen, auf den<br />

ersten Schritten nach der Haustür dann<br />

aber doch einen eingesteckt. Sehr viel<br />

später am Berg angekommen, schleppt<br />

er sich hoch. „Da war ich richtig fertig<br />

und konnte kaum noch. Als ich den<br />

Stein abgelegt hab, ist aber wirklich was<br />

passiert. Bergab bin ich leichtfüßig und<br />

lachend gesprungen. Das war der wichtigste<br />

Ort auf meinem Jakobsweg.“<br />

Überhaupt weiß er spätestens seit dem<br />

Jakobsweg, dass es mehr gibt, als man<br />

sehen und angreifen kann. Eines Tages<br />

brechen sich nach einem Gewitter mystisch<br />

ein paar Sonnenstrahlen durch die<br />

Wolken Bahn. „Da musste ich ganz intensiv<br />

an meinen Opa denken. Wenig<br />

später sehe ich, dass ich das Handy nicht<br />

abgeschaltet habe, wie ich es meistens<br />

getan habe. Plötzlich läutet es, meine<br />

Schwester ist dran und in dem Moment<br />

wusste ich, dass der Opa gestorben ist.“<br />

Heute noch, acht Jahre später berührt<br />

Norbert die Erinnerung an diese Szene<br />

stark. „Da ziagt’s mir immer noch die<br />

Ganslhaut auf, wenn ich das so erzähle.“<br />

Nach mehr als drei Monaten ist er am<br />

Ziel. Steht in der Kathedrale in Santiago<br />

de Compostela und sieht den Weihrauchkessel<br />

an einer langen Kette hin<br />

und her schwingen. „Das war beeindruckend.“<br />

Zwei Tage später geht er weiter<br />

ans Cabo de Finisterre – übersetzt das<br />

Ende der Welt. „Da hab ich eine unglaubliche<br />

Freiheit gespürt.“<br />

Der Weg hat ihn verändert. Er hat ihn<br />

gelehrt, das Wichtige vom Unwichtigen<br />

zu trennen. „Ich arbeite immer noch in<br />

der gleichen Firma, mache in weniger<br />

Zeit aber gleich viel wie vorher, und hab<br />

für alles Zeit, was mir Spaß macht und<br />

mich erfüllt.“ Das ist zu großen Teilen<br />

der Extremsport. An Triathlons hat er<br />

sich schon vor dem Jakobsweg versucht.<br />

Jetzt wagt er sich an einen Ironman,<br />

zwei Monate später an einen doppelten<br />

Fotos: Katrin Meier<br />

50 <strong>SPORTaktiv</strong>


HERZHAFT<br />

FAMILIÄR<br />

VOR ALLEM FAMILIEN FÜHLEN<br />

SICH IN ST. JOHANN IN SALZ-<br />

BURG WIE ZUHAUSE.<br />

Foto: TVB St. Johann in Salzburg<br />

INFOS & BUCHUNGEN<br />

TVB ST. JOHANN IN SALZBURG<br />

T. +43 (0) 64 12/60 36<br />

E-Mail: info@JOsalzburg.com<br />

www.JOsalzburg.com<br />

Durch die zentrale Lage nur 60<br />

Kilometer von der Stadt Salzburg<br />

und der Grenze zu Deutschland ist<br />

die idyllische Kleinstadt der perfekte<br />

Ausgangspunkt für Ausflüge im Salzburger<br />

Land. Dazu kommen eine perfekte<br />

Infrastruktur, speziell auf Familien<br />

ein gestellte Betriebe und eine atemberaubende<br />

Naturlandschaft, so weit das Auge<br />

reicht.<br />

Ein tolles Familienziel ist der Geisterberg<br />

auf 1750 m. Wenn die Gipfel schneefrei<br />

sind, erwachen auf dem Gernkogel die<br />

Feuer-, Wasser-, Erd- und Luftgeister. Die<br />

umliegende Bergwelt sowie die Panoramawanderwege<br />

mit über 40 Erlebnisstationen<br />

bringen nicht nur die kleinen Bergwanderer<br />

zum Staunen. Schon vor der Bergfahrt<br />

können sich Kinder beim Abenteuerspielplatz<br />

direkt an der Talstation der Alpendorf-Gondelbahn<br />

„einspielen“.<br />

Ein Erlebnis für alle ist die Liechtensteinklamm<br />

– eine der längsten und<br />

beeindruckensten Schluchten in den<br />

Alpen. Das Rauschen des Wasserfalles,<br />

die moosbewachsenen Steine in sattem<br />

Grün, eine sagenumwobene Atmosphäre<br />

und die Sonnenstrahlen, die im feinen<br />

Wasserstaub Regenbogen entstehen<br />

lassen, machen dieses Naturschauspiel<br />

einzigartig.<br />

Ans Herz gelegt sei Familien zum einen<br />

die „JoKiWo“, die St. Johanner Kinderwoche<br />

von 29. August bis 4. September:<br />

Sie bietet alles, was sich ein kleines<br />

Abenteuerherz wünscht. So nimmt etwa<br />

einer der besten Märchenerzähler des<br />

Landes die Kinder mit auf eine Reise ins<br />

Land der Feen, Geister und Fabelwesen.<br />

Das Highlight der Woche ist die Aufführung<br />

von „Schwanensee“ von der<br />

Philharmonie Salzburg.<br />

Zum anderen seien die „JO Family<br />

Partner“ hervorgehoben: Das sind die<br />

Familienexperten unter den Gastgebern.<br />

Sie wissen genau, was für Familien<br />

wichtig ist und können deren Wünsche<br />

bis ins Detail erfüllen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

51


NICHT ZU SCHAUEN,<br />

WAS HAT DER ANDERE<br />

MEHR ALS ICH, SONDERN<br />

ZU SEHEN UND ZUFRIEDEN<br />

SEIN MIT DEM, WAS<br />

MAN SELBST HAT.<br />

Egal ob Norwegen (großes Bild) oder<br />

am Jakobsweg. Norbert Lüftenegger<br />

liebt die Bewegung.<br />

Ironman, irgendwann ist er bei der<br />

20-fachen Distanz angekommen. 20<br />

Tage lang jeden Tag einen Ironman –<br />

bei diesem „Double Deca“ hält er auch<br />

den Weltrekord, dazu Guiness World<br />

Records auf der Doppel- und Fünffach-Ironman-Distanz.<br />

„Das Schöne daran<br />

ist: Das ist eine große Familie. Man<br />

macht die Bewerbe miteinander und<br />

nicht gegeneinander.“ Die mentale Stärke<br />

für solche Unterfangen hat er sich auf<br />

der Wanderschaft geholt. „80 Prozent<br />

dieser Bewerbe macht der Kopf aus.“<br />

Weil er unterwegs viele Schicksale<br />

kennengelernt hat, will er auch etwas zurückgeben,<br />

veranstaltet Charitys für<br />

schwerkranke Kinder, um ihnen ein paar<br />

schöne Stunden zu ermöglichen. „Von<br />

dieser Lebensfreude und dem Lebensmut<br />

kann man so viel lernen“, sagt Norbert<br />

Lüftenegger. Ergebnisse sind ihm<br />

egal, das Erleben, das eigene Tun, die<br />

Freude an der Bewegung stehen im Vordergrund.<br />

Der lange Pilgerweg hat seinen<br />

Blick geschärft für die kleinen Dinge<br />

im Leben. Auch dafür, sich nicht zu<br />

vergleichen mit anderen. „Nicht zu<br />

schauen, was hat der andere mehr als<br />

ich, sondern zu sehen und zufrieden sein<br />

mit dem, was man selbst hat.“<br />

Norbert Lüftenegger urteilt nicht, er<br />

lässt Meinungen anderer gelten, Diversität.<br />

Die Meinung der anderen über ihn<br />

spielt eine untergeordnete Rolle. Was er<br />

will ist, andere vom Jakobsweg zu begeistern,<br />

sie zu ermuntern ihn auch zu<br />

gehen, sich darauf einzulassen über das<br />

lange Gehen zu sich zu finden. Ziele hat<br />

er natürlich auch noch. Den Marathon<br />

des Sables durch die Sahara. „Das ist seit<br />

vielen Jahren ein großer Traum.“ <strong>2021</strong><br />

wurde er abgesagt, im April 2022 soll<br />

die nächste Auflage über die Bühne gehen.<br />

Mit Norbert Lüftenegger. Denn<br />

warten will er nicht. Im Hier und Jetzt<br />

leben, das ist seine Devise und seine<br />

Grenzen ausloten. „Die Hitze taugt<br />

mir.“ Und wer schon einmal 2858 Kilometer<br />

gegangen ist, den schrecken 200<br />

Wüstenkilometer nur noch bedingt. Seine<br />

Erfahrungen will er künftig auch in<br />

Seminaren weitergeben. Darin wird es<br />

weniger um die extremsportlichen Leistungen<br />

gehen. „Ich möchte Leute dazu<br />

bewegen sich zu bewegen und ihnen<br />

vielleicht auch beim Sport helfen. Und<br />

natürlich will ich sie motivieren den Jakobsweg<br />

zu gehen und sich auf diese Erfahrung<br />

einzulassen.“ Ist ihm auch<br />

schon ziemlich gut gelungen. . .<br />

Fotos: Norbert Lüftenegger/KK<br />

52 <strong>SPORTaktiv</strong>


VALIS HÖLLE IST<br />

DER HIMMEL AUF ERDEN<br />

ÖSTERREICHS GRÖSSTE<br />

BIKE-REGION<br />

Mehr als 80 km Lines & Trails,<br />

9 Bergbahnen und 7 Berge<br />

rund um Saalbach, Leogang<br />

und Fieberbrunn<br />

www.bike.saalbach.com<br />

WENN TRAILS FRAUENNAMEN TRAGEN,<br />

IST DAS EIN ZEICHEN, DASS DER BIKE-<br />

SPORT ENDLICH WEIBLICHER WIRD. SO<br />

WIE RUND UM SAALBACH UND CO.<br />

Fotos: Mia Knoll, Klemens König<br />

Ein Blick in die strahlenden<br />

Gesichter auf dieser Seite sagt<br />

alles: Das Mountainbiken hat<br />

doch viel mehr zu bieten als männliche<br />

Muskelspiele, Schweiß und<br />

Konkurrenzdenken in Form von<br />

Strava-Koms. Spaß, Sonne und<br />

einfach eine gute Zeit mit Gleichgesinnten<br />

haben zum Beispiel. Gemütlichkeit<br />

und Sportlichkeit schließen<br />

sich keineswegs aus, das wissen alle,<br />

die in Salzburg in Richtung Saalbach,<br />

Leogang und Fieberbrunn unterwegs<br />

sind. Früher Hort schweißtreibender<br />

Urlaube von downhillbikenden<br />

Männerhorden, sind die Trails, Bars<br />

und Sonnenbankerl mittlerweile<br />

bevölkert von sportlichen Damenrunden<br />

jedes Alters. Gravelbike, E-MTB<br />

und Rennradboom tragen das ihre<br />

dazu bei, die Orte bunter und<br />

weiblicher einzufärben.<br />

Doppeltes Glück für die Region,<br />

dass mit Vali Höll Österreichs beste<br />

und schnellste Frau auf dem Downhillbike<br />

eine waschechte Saalbacherin<br />

ist. Kein Wunder, dass sie mit dem<br />

Bike vor ihrer Haustür oben am Spielberghaus<br />

aufgewachsen ist. „Ich wohne<br />

im Bike-Paradies – dort wo andere<br />

Urlaub machen! Cool ist auch, dass<br />

meine Eltern von Anfang an komplett<br />

aufs Biken eingestellt waren.“ (Valentina<br />

Höll) Eine Sektion der Weltmeisterschaftsstrecke<br />

von 2020 im Bikepark<br />

Leogang trägt jetzt ganz ihren<br />

Namen – „Vali’s Hölle“. Ab Sommer<br />

steht diese Passage als eigenständige<br />

Downhill-Line zur Verfügung.<br />

Auch Fieberbrunn hat jetzt einen<br />

„eigenen“ Trail. Der Schweinestberg-Trail<br />

(4 km/leicht) führt von der<br />

Streuböden-Mittelstation über einen<br />

bewaldeten Bergrücken zur Talstation.<br />

Eine breite Linienführung zaubert Bikerinnen<br />

ein Grinsen ins Gesicht. Der<br />

Easy Park Obingleiten lädt zum „Spielen“<br />

am Bike genauso ein wie der<br />

neue Pumptrack.<br />

Zurück in Saalbach: Am Fuße der<br />

Kohlmaisbahn in Saalbach wird zu<br />

Beginn der Bike-Saison ein neuer Learn-to-Ride-Park<br />

eröffnet. Auf vier<br />

„Mini-Lines“– also kleinen Versionen<br />

der Trails – mit Zauberteppich und einem<br />

Rundkurs können Anfänger ihre<br />

ersten Versuche auf gebauten Bikestrecken<br />

machen und ihre Skills verbessern.<br />

Abgerundet wird das Angebot<br />

durch die speziell auf Bikerinnen und<br />

Biker abgestimmten Serviceleistungen<br />

wie Bike-Shops, Verleih, Bikeschulen,<br />

Guiding und Übungsareale. Und klar,<br />

auch beim Après-Bike in relaxter Atmosphäre<br />

kommen Mann und Frau<br />

voll auf ihre Kosten.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

53


Covid-19 begleitet uns auch<br />

durch den Bergsommer <strong>2021</strong>.<br />

Ob wir wollen oder nicht.<br />

Zwar gibt es erfreuliche Tendenzen<br />

der Entspannung. Die<br />

Durchimpfungsrate steigt. Die Intensivstationen<br />

sind nicht mehr übervoll<br />

mit dramatischen Fällen. Und doch,<br />

von völliger Entwarnung kann keine<br />

Rede sein. Peter Paal – Primar für Anästhesie<br />

und Intensivmedizin in Salzburg,<br />

Notarzt, Bergrettungsarzt, Alpinsportler<br />

und Präsident des Österreichischen Kuratorium<br />

für alpine Sicherheit (ÖKAS)<br />

- analysiert im Gespräch mit <strong>SPORTaktiv</strong><br />

den Status quo. Er liefert Tipps und<br />

Empfehlungen, um gut durch den<br />

zweiten virusgeprägten Bergsommer zu<br />

kommen. Und er gibt Hintergrundwissen<br />

weiter, damit wir das Covid-19 auslösende<br />

Virus, das „SARS-CoV-2“<br />

heißt, bestmöglich verstehen.<br />

zumindest bis Frühjahr 2022 für völlig<br />

unrealistisch. Das betrifft uns alle – auch<br />

Geimpfte und Genesene. Es sind die<br />

Mutationen, die trotz Immunisierung<br />

nicht zu unterschätzen sind. Mit jedem<br />

einzelnen Covid-19-Krankheitsfall auf<br />

der Welt steigt das Risiko, dass weitere<br />

gefährlichere – beispielsweise ansteckendere<br />

oder tödlichere – Mutationen entstehen.<br />

Denn in jedem Infizierten bildet<br />

sich das Virus täglich milliardenfach.<br />

Entsprechend ist das Risiko, dass gefährliche<br />

Varianten entstehen, bei denen<br />

etwa Impfungen weniger wirksam sind,<br />

allgegenwärtig. Unser aller Ziel muss<br />

sein, möglichst wenige oder noch besser<br />

keine Infizierten zu haben. Sonst können<br />

weitere größere Covid-19-Wellen<br />

wohl kaum verhindert werden.<br />

Was heißt das für die nächsten Jahre?<br />

International ist die Pandemie noch länger<br />

nicht überstanden. Solange die<br />

Menge der täglichen Neuerkrankungen<br />

auf der Welt extrem hoch ist, sind wir<br />

vom Pandemie-Ende weit entfernt.<br />

Gleichzeitig ist zu erwarten, dass sich<br />

Menschen ähnlich wie mit Grippeviren<br />

auch regelmäßig mit SARS-CoV-2 anstecken<br />

werden.<br />

DAS<br />

GIPFELBUSSI<br />

Ist mit Ende der dritten Covid-19-<br />

Welle für den Bergsport dauerhaft<br />

Entwarnung zu geben?<br />

Leider können wir trotz des Abflachens<br />

der dritten Welle in Österreich keine<br />

Entwarnung geben. Die Vorsichtsmaßnahmen<br />

ganz zu verwerfen, halte ich<br />

MUSS WARTEN<br />

NICHT WILLKOMMEN. UND DOCH PRÄGEND. DER ZWEITE<br />

BERGSOMMER, DOMINIERT VON COVID-19, STEHT VOR DER<br />

TÜR. GRUND GENUG MIT PETER PAAL, INTENSIVMEDIZINER<br />

UND PRÄSIDENT DES ÖSTERREICHISCHEN KURATORIUMS<br />

FÜR ALPINE SICHERHEIT DEN STATUS QUO ZUSAMMEN MIT<br />

DEN WICHTIGSTEN DOS & DON’TS ZU DISKUTIEREN.<br />

VON OLIVER PICHLER<br />

54 <strong>SPORTaktiv</strong>


PETER<br />

PAAL (47)<br />

Geboren in Bruneck, Südtirol,<br />

Medizinstudium in Innsbruck<br />

& Padua. Primarius für Anästhesie<br />

und Intensivmedizin am<br />

Krankenhaus Barmherzige<br />

Brüder in Salzburg, Notarzt &<br />

Bergrettungsarzt, wissenschaftlicher<br />

Leiter der International<br />

Commission for Mountain<br />

Emergency Medicine (ICAR<br />

MedCom), Vizepräsident der<br />

Österreichischen Gesellschaft<br />

für Alpin- und Höhenmedizin.<br />

Forschungsschwerpunkte u.a.:<br />

alpine Notfallmedizin, Lawine,<br />

Unterkühlung, extreme Bedingungen,<br />

Public Health.<br />

KONTAKT<br />

Österreichisches Kuratorium<br />

für alpine Sicherheit<br />

T. +43 512/36 54 51<br />

peter.paal@alpinesicherheit.at<br />

www.alpinesicherheit.at<br />

Fotos: istock, Peter Paal<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

55


COVID-19-EMPFEHLUNGEN<br />

von Peter Paal<br />

Die 3-G-Regel (Geimpft? Genesen? Oder Getestet?) ist unbedingt zu<br />

beachten.<br />

Sich impfen zu lassen und dabei zu bedenken, dass optimaler Impfschutz<br />

erst Wochen nach abgeschlossener Impfung gegeben ist, ist<br />

zentral von Bedeutung.<br />

Trotz Impfung ist weiterhin Vorsicht geboten. Denn bei 5 bis 6 Prozent<br />

aller Geimpften sind Reinfektionen möglich: Diese verlaufen<br />

zwar in der Regel für Geimpfte harmlos, aber das Anstecken anderer<br />

ist in einem solchen Fall weiterhin möglich.<br />

Umarmungen am Gipfel, Handshakes u.ä. sind mit Menschen, die<br />

nicht im gleichen Haushalt leben, zu vermeiden.<br />

Kein Kontakt mit Gegenständen von Personen, die nicht im gleichen<br />

Haushalt leben, beispielsweise Handys und Fotoapparate oder Trinken<br />

aus nicht eigenen Flaschen, Bechern, Gläsern, Schnapsstamperln<br />

sowie kein gemeinsames Verwenden von Besteck oder Tellern.<br />

Lässt sich Kontakt mit Dingen, die von anderen Personen berührt<br />

wurden, nicht vermeiden, dann sind die Finger oder besser die ganze<br />

Hand nicht mehr ans Gesicht zu führen und möglichst bald zu desinfizieren<br />

oder mit Seifenwasser gründlich zu waschen.<br />

FFP2-Masken bei Nichtverwendung sinnvoll verwahren: gefaltet einstecken<br />

oder noch besser in einem Plastiksackerl (etwa frischer Gefrierbeutel)<br />

einpacken.<br />

Desinfektionsmittel sollte immer dabei sein. Bei Anwendung beide<br />

Hände komplett damit einreiben. Die maximale Wirkung ist erreicht,<br />

wenn das Mittel eingetrocknet ist.<br />

Hände waschen mit Seife. Seifenwasser zumindest 30 Sekunden in<br />

die Hände einreiben. Erst dann gründlich spülen. Die Einseifdauer ist<br />

nötig, um die Hülle des Virus zu durchbrechen und es so unschädlich<br />

zu machen.<br />

In Hütten auf Abstand, Hygiene und richtiges Verhalten beim Husten<br />

& Niesen achten.<br />

Beim Übernachten in Schutzhütten und allen anderen Quartieren die<br />

dort definierten Verhaltens- und Abstandsvorgaben einhalten. Einzeloder<br />

Zweibettzimmer wählen bzw. Zimmer nur mit Personen aus<br />

dem eigenen Haushalt teilen. Falls man Quartiere mit Haushaltsfremden<br />

teilen muss, sollte auf eine gute Durchlüftung geachtet werden.<br />

Beim Benützen von Seilbahnen sind FFP2-Masken zu tragen und Vorgaben<br />

der Bergbahnen einzuhalten.<br />

Bei Autofahrten sind, wenn man gemeinsam mit Personen im Auto<br />

ist, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, FFP2-Masken zu tragen<br />

und auf eine gute Durchlüftung zu achten.<br />

Was wird in den nächsten Monaten<br />

möglich sein? Was nicht?<br />

Wir können national und wohl auch innerhalb<br />

der EU reisen und in die Berge<br />

gehen. Wenn auch unter Beibehaltung<br />

der Covid-19-Schutzmaßnahmen.<br />

Schon im Vorjahr hat der Alpinsport bei<br />

Einheimischen extrem geboomt. Für<br />

heuer erwarten wir weitere Steigerungen<br />

und noch mehr Menschen, die in die<br />

Berge wollen, auch weil ausländische<br />

Gäste wieder vermehrt nach Österreich<br />

reisen dürfen. Noch nicht ganz klar ist,<br />

wie Bergsport-Kurse etwa der alpinen<br />

Vereine durchführbar sein werden.<br />

Nicht anzuraten ist es derzeit, Alpinismus-Fernreisen<br />

etwa in den Himalaya,<br />

nach Afrika (Kilimandscharo u.ä.) oder<br />

nach Südamerika zu unternehmen, weil<br />

in diesen Regionen Covid-19 noch länger<br />

problematisch bleiben dürfte.<br />

Gibt es für den Bergsport aktuelle<br />

Erkenntnisse, die zusätzlich zu den<br />

bekannten Verhaltensweisen<br />

wichtig sind?<br />

Wir wissen heute, dass FFP2-Masken<br />

ein äußerst wirksamer Schutz vor SARS-<br />

CoV-2 sind. Das Ansteckungsrisiko ist<br />

minimal, solange die Maske über die<br />

Atemorgane Nase und Mund getragen<br />

wird. Gefährlich ist es immer dann,<br />

wenn die Maske bei geringem Abstand<br />

zu anderen – etwa in Hütten – abgenommen<br />

oder nicht korrekt getragen<br />

wird. Denn virushaltige Aerosole, die<br />

sich in der Luft befinden, sind die mit<br />

Abstand häufigste Übertragungsform.<br />

Gleichzeitig reduzieren Masken die<br />

Atemleistung und damit die Leistungsfähigkeit.<br />

Deshalb ist es beim Bergsport<br />

viel besser, sich mit ausreichend Abstand<br />

zu schützen, also zumindest zwei Meter<br />

Abstand zu nicht im gleichen Haushalt<br />

lebenden Personen zu halten, um auf die<br />

Maske verzichten zu können. Wie im<br />

Bergrettungsbereich mit Masken umzugehen<br />

ist, ist Teil neuer Empfehlungen<br />

der Internationalen Kommission für Alpine<br />

Rettung (IKAR).<br />

Welche Verhaltensweisen sind am<br />

Berg wegen Covid-19 zu vermeiden?<br />

Was ist speziell zu bedenken?<br />

56 <strong>SPORTaktiv</strong>


Das Trinken aus gemeinsamen Gläsern<br />

oder Flaschen ist ein absolutes No-Go.<br />

Auch das Anstoßen mit bereits benützten<br />

Gläsern ist nicht ratsam. Unbedingt<br />

zu vermeiden ist geselliges, gemeinsames<br />

Essen aus einer großen Pfanne oder<br />

Schüssel. Auch das Tauschen bzw. Verleihen<br />

gebrauchter Kleidung sollte unbedingt<br />

vermieden werden. Leider muss<br />

auch weiterhin auf Handshakes, Umarmungen<br />

oder das Busserl nach dem Gipfelsieg<br />

verzichtet werden. Und wenn<br />

man mit Gegenständen, Stahlseil-Versicherungen<br />

oder Klettersteig-Sicherungselementen<br />

in Kontakt kommt, die auch<br />

andere berühren, sollte man, bevor man<br />

sein Gesicht berührt oder etwas isst bzw.<br />

trinkt, die Hände gründlich desinfizieren<br />

oder mit Seife ebenso gründlich waschen.<br />

Besteht wegen der vielfältigen<br />

Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen<br />

die Gefahr, andere alpine Risiken zu<br />

übersehen?<br />

LEIDER MUSS AUCH WEITERHIN<br />

AUF HANDSHAKES, UMARMUNGEN<br />

ODER DAS BUSSERL NACH DEM<br />

GIPFELSIEG VERZICHTET WERDEN.<br />

Trotz Covid-19 sind alle anderen Gefahren<br />

der alpinen Natur nicht geringer zu<br />

schätzen. Bisherige Maßnahmen, um am<br />

Berg sicher unterwegs zu sein, haben<br />

nichts an Bedeutung verloren. Ganz im<br />

Gegenteil. Denn kommen mehr Menschen,<br />

unter ihnen auch mehr alpinistisch<br />

Unerfahrene, in die Berge, so wirkt<br />

sich das negativ auf die Unfallgefahr aus.<br />

Im Sommer 2020 gab es 40 Prozent<br />

mehr Unfälle als im langjährigen Durchschnitt.<br />

Wer eine neue Alpinsportart<br />

ausüben möchte, dem raten wir, einen<br />

entsprechenden Kurs bei einem der alpinen<br />

Vereine oder einem Experten zu besuchen.<br />

Das gilt etwa fürs Klettersteiggehen,<br />

Klettern oder Mountainbiken.<br />

Wie sehen Sie die über den Sommer<br />

hinausreichende Zukunft?<br />

Solange die WHO die am 11.3.2020<br />

ausgerufene Covid-19 Pandemie nicht<br />

offiziell für beendet erklärt, bleibt das<br />

Restrisiko beträchtlich. Voraussichtlich<br />

dürfte uns Covid-19 als chronische Infektionskrankheit<br />

erhalten bleiben, mit<br />

der wir zu leben lernen müssen. Überdies<br />

haben Experten mindestens 20<br />

weitere Erreger ausgemacht, die ein<br />

SARS-CoV-2 ähnliches oder noch größeres<br />

Pandemie-Potenzial haben. Details<br />

dazu erläutert Prof. Frank M.<br />

Snowden sehr informativ in seinem<br />

Buch „Epidemics and Society“.<br />

DAS ZWÖLFERHAUS<br />

IN SAALBACH<br />

INMITTEN DER<br />

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Zügen | vegetarische & vegane Gerichte<br />

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Dampfbad, Ruheraum, Tauchbecken, etc.<br />

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Nachmittag, 5-gängiges Abendmenü<br />

- Alle bike’n soul-Vorteile: Bremsen-Check, tägliches Sportwäscheservice,<br />

Reparatur-Werkzeug, Bike Info-Corner, Touren-Tipps, u. v. m.<br />

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Zwölferkogelweg 137 | 5754 Hinterglemm, Österreich<br />

Tel. +43 (0)6541 6317 | info@daszwoelferhaus.at<br />

www.daszwoelferhaus.at


NATUR, BERGE UND<br />

JEDE MENGE SPASS<br />

Flachau im Salzburger<br />

Land ist ein Eldorado<br />

für alle, die sich<br />

gerne in schönster<br />

Umgebung bewegen<br />

und dabei so viel wie<br />

möglich erleben<br />

möchten.<br />

Die Berge gehören in Flachau zum<br />

Sommerurlaub wie die modernen Lifte,<br />

die köstliche Almjause und das überwältigend<br />

schöne Panorama. Eingebettet zwischen<br />

dem Dachstein und dem Tauernmassiv bietet<br />

Flachau eine geniale Kombination aus Entspannung,<br />

Bewegung, Naturgenuss und Action.<br />

Die Gipfel in und um Flachau sind zwischen<br />

2000 und 3000 Meter hoch und gehören zu<br />

den schönsten Aussichtsbergen im ganzen<br />

Salzburger Land: So etwa das Wanderparadies<br />

Grießenkar. Hinauf geht es zu Fuß oder –<br />

komfortabler – mit den Bergbahnen. Ob<br />

alleine oder mit Wanderführern, auf bestens<br />

markierten Wegen oder auf unterhaltsamen<br />

Themenlehrpfaden: Die Berge in Flachau sind<br />

ein Outdoor-Paradies! Urige Hütten, funkelnde<br />

Foto: Flachau Tourismus<br />

58 <strong>SPORTaktiv</strong>


FLACHAU TOURISMUS<br />

A-5542 Flachau<br />

T. +43 (0)64 57/22 14<br />

E-Mail: info@flachau.com<br />

www.flachau.com<br />

Bergseen und erfrischende Quellen<br />

gehören ebenso zu den Wegbegleitern<br />

wie die Kühe und Pferde, die den<br />

Sommer auf der Alm verbringen.<br />

Flachau gilt auch als eine der besten<br />

(E)-Mountainbike-Destinationen im<br />

SalzburgerLand. Neben einem 700<br />

Kilometer langen MTB-Wegenetz und<br />

45 ausgewiesenen Routen werden im<br />

Sommer täglich geführte (E)-Mountainbike-<br />

Touren angeboten. Es gibt ein<br />

Bike- Kompetenzzentrum, mehrere<br />

(E)-Bikeverleihstellen und einen<br />

MTB-Technik-Parcours. Das Mountainbike-Highlight<br />

in der Region ist der<br />

Stoneman TAURISTA, der Mitte Juni<br />

bereits in die vierte Saison startet.<br />

Überhaupt gibt es viel Neues auszuprobieren<br />

in Flachau wie Rafting,<br />

Riverbug, Canyoning, Mountaincart,<br />

Segway-Trips, Mountainskyve oder<br />

Stand-up-Paddling. Sechs Sportschulen<br />

sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt.<br />

Die Alpen-Achterbahn „Lucky<br />

Flitzer“, zwei Hochseilgärten, zwei<br />

Badeseen und die Erlebnistherme<br />

Amadé bieten zusätzlichen Freizeitspaß.<br />

Ein besonderer Service ist das Sport- &<br />

Aktivzentrum Flachau, in dem das<br />

Urlaubs wunschprogramm individuell<br />

zusammengestellt und gebucht werden<br />

kann.<br />

Ein beliebtes Urlaubsutensil ist die<br />

Flachau-Sommer-Card, die alle Gäste ab<br />

einem Aufenthalt von zwei Nächten von<br />

ihren Gastgebern geschenkt bekommen.<br />

Alle Gäste, die zwei Nächte oder länger<br />

bleiben, kommen damit in den Genuss<br />

einer kostenlosen Berg- und Talfahrt<br />

mit den Bergbahnen Flachau, täglich<br />

geführten Erlebniswanderungen und einem<br />

tollen Familien-Actionprogramm.<br />

Der perfekte Urlaub beginnt schon<br />

mit der perfekten Anreise: Und diese<br />

gestaltet sich bei einem Aufenthalt in<br />

Flachau denkbar einfach. Flachau liegt<br />

rund 70 Kilometer südlich der Stadt<br />

Salzburg und ist über die Tauernautobahn<br />

A10 erreichbar. Flachau verfügt<br />

über zwei eigene Abfahrten aus beiden<br />

Richtungen (Flachau/Flachauwinkl).<br />

Und mit der Aktion „Easy Summer<br />

Storno“ bieten im Sommer <strong>2021</strong> viele<br />

Flachauer Betriebe außerdem kulante<br />

Stornobedingungen an. So können alle<br />

Buchungen, die über flachau.com getätigt<br />

werden, bis 14 Tage vor Anreise<br />

kostenlos storniert oder umgebucht<br />

werden.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

59


INFOS<br />

SCHMITTENHÖHE<br />

InfoCenter: T. +43 (0) 65 42/789-211<br />

www.schmitten.at<br />

NATURERLEBNIS<br />

UND WANDERGENUSS<br />

EIN RUCKSACK VOLLER ABENTEUER<br />

UND ATEMBERAUBENDER PANORAMA-<br />

BLICKE ERWARTET WANDERER UND<br />

FAMILIEN AUF DER SCHMITTENHÖHE,<br />

DEM HAUSBERG VON ZELL AM SEE.<br />

Gäste erreichen die Schmittenhöhe<br />

sicher mit den verschiedenen<br />

Sommerbahnen. Oben<br />

angelangt kann der Panoramaberg<br />

auf zahlreichen Wander- und<br />

Erlebniswegen erkundet werden.<br />

Den perfekten Start ermöglicht die<br />

Höhenpromenade mit Aussichtsplattformen,<br />

Thementafeln und<br />

einem Rundumblick auf rund 30<br />

Dreitausender. Der Panorama-Wanderweg<br />

ist auch ein idealer Ausgangspunkt<br />

für alle Trail-Begeisterten.<br />

Die stetig steigende Strecke<br />

erfordert durchaus Kondition, dafür<br />

wartet im Anschluss eine Erfrischung<br />

auf einer der Panorama-<br />

Terrassen der Schmittenhöhe.<br />

Am Sonnkogel dreht sich alles<br />

um frische, heimische und vor<br />

allem essbare Naturerlebnisse – wie<br />

Kräuter, Rüben oder Pilze. So bieten<br />

die Stationen entlang des Wander-<br />

weges „Kraut&Ruam“ Einblicke<br />

in die Wirkung und Heilkräfte der<br />

Wildkräuter. Welch schmackhafte<br />

Köstlichkeiten daraus zubereitet<br />

werden können, lässt sich im Anschluss<br />

beim Besuch im Sonnkogel-<br />

Restaurant herausfinden, ist doch<br />

der Restaurantleiter der Initiator des<br />

Wanderweges und selbst ausgebildeter<br />

Kräuterexperte.<br />

Auf das Thema Genuss wird<br />

auf der Schmittenhöhe generell<br />

Augenmerk gelegt. So finden sich<br />

diesen Sommer jeweils drei Termine<br />

zur beliebten Sonnenaufgangswanderung<br />

mit Bergfrühstück und<br />

zum Rosenfrühstück am Zeller See,<br />

Panorama-Rundfahrt inklusive.<br />

„100 % Fahrspaß mit 0 % Emission<br />

– und das für die ganze Fami-<br />

lie“, lautet das Motto in Österreichs<br />

höchstgelegenem E-Motocross-Park.<br />

Genauso viel Spaß<br />

macht ein Besuch im Offroad-Park<br />

direkt daneben – hier müssen ferngesteuerte<br />

SUVs – „Crawler“ mit<br />

viel Geschick über einen Parcours<br />

manövriert werden. Gleich angrenzend<br />

startet der Erlebniswanderweg<br />

„Schmidolins Feuertaufe“. Dort<br />

erlebt man gemeinsam mit dem<br />

Schmitten-Drachen Schmidolin<br />

zahlreiche Abenteuer. Ein Spaß für<br />

die ganze Familie!<br />

Neben viel Freiraum und einem<br />

bestens durchdachten Sicherheitsund<br />

Hygienekonzept bietet die<br />

Schmitten diesen Sommer vor allem<br />

eines: ein sicheres Gefühl beim<br />

sommerlichen Bergvergnügen!<br />

Fotos: Schmittenhöhebahn AG<br />

60 <strong>SPORTaktiv</strong>


LEUKOTAPE ® K<br />

FÜR HOBBY- UND<br />

PROFISPORTLER<br />

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TRAGEDAUER<br />

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Ob im Leistungssport oder Alltag, Leukotape ® K macht das aktive<br />

Leben wieder bunt und es bleibt die volle Beweglichkeit erhalten.<br />

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EINE HOSE FÜRS LEBEN<br />

Finde bei uns die Richtige<br />

Eine Naht an der falschen Stelle oder unnachgiebiges<br />

Material, das deine Bewegungsfreiheit einschränkt,<br />

kann dir deine Abenteuerlust im Handumdrehen<br />

nehmen. Wir bei Fjällräven haben eine große Auswahl<br />

an Hosen entwickelt, um sicherzugehen, dass du die<br />

perfekte Hose für dich findest. Es gibt schließlich<br />

viele verschiedene Aktivitäten und es gibt ebenso<br />

viele verschiedene Witterungsbedingungen. Es gibt<br />

eine ganze Reihe unterschiedlicher Materialien und<br />

noch viel mehr unterschiedliche Körperformen. Was<br />

ist dir wichtiger: die einzigartige Bewegungsfreiheit<br />

unseres G-1000 Air Stretch Materials oder die<br />

ausgezeichnete Strapazierfähigkeit und die wasserabweisenden<br />

Eigenschaften von Eco-Shell? Willst du<br />

eine Hose mit seitlichen Belüftungsreißverschlüssen<br />

oder lieber mit Zip-Off-Beinen, um sie als Shorts<br />

tragen zu können? Zunächst solltest du gut darüber<br />

nachdenken, was du vorhast und wo – es ist die Mühe<br />

wert. Wenn du deine Fjällräven Hose gefunden hast,<br />

wird sie dich zuverlässig begleiten, egal wo es hingeht.<br />

Jahr für Jahr. Wir sehen uns draußen.<br />

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Foto: Voralberg Tourismus/Alpenregion Bludenz Tourimus/Alex Kaiser<br />

Andelsbuch Bergbahnen www.bergbahnen-andelsbuch.at 2<br />

Brandnertal www.vorarlberg-alpenregion.at 5<br />

Damüls www.damuels-mellau.at 3<br />

Diedamskopf – Schoppernau www.diedamskopf.at 2<br />

Dorflift Sulzberg www.dorflift.com 1<br />

Faschina – Fontanella www.seilbahnen-faschina.at 1<br />

Gargellen / Montafon www.traumschnee.at 1<br />

Golm im Montafon www.golm.at 3<br />

Kleinwalsertal – Kanzelwand – Fellhorn www.ok-bergbahnen.com 3<br />

Lech Zürs am Arlberg www.lechzuers.com 4<br />

Mellau – Damüls – Faschina Skischaukel www.mellau-damuels.at 1<br />

Montafoner Kristbergbahn – Silbertal montafon.at/kristberg 1<br />

Pfänderbahn – Bregenz am Bodensee www.pfaenderbahn.at 1<br />

Schilifte Schuttannen www.sv-hohenems.at 2<br />

Seilbahn Bezau www.seilbahn-bezau.at 1<br />

Seilbahnen Sonntag www.sonntagstein.at 1<br />

Silvretta Bielerhöhe im Montafon www.silvretta-bielerhoehe.at 1<br />

Silvretta Montafon www.silvretta-montafon.at 6<br />

Sonnenkopf – Klostertal www.sonnenkopf.com 1<br />

Walmendingerhorn – Ifen – Heuberg www.ok-bergbahnen.com 4<br />

Warth – Schröcken am Arlberg www.warth-schroecken.at 1<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

63


Man sieht sie wieder. In Prospekten, in<br />

den Regalen, an den Füßen, auf den Almen<br />

– solide, wuchtige Wander- und<br />

Bergschuhe aus Leder. Einige Jahre haben<br />

die Synthetik-Materialien mit den<br />

wasserdichten Gore-Tex-Membranen den Markt beherrscht.<br />

Die Klimawandel-Diskussion und die Corona-Pandemie<br />

haben den „Zurück zur Natur“-Trend<br />

aber enorm verstärkt. Und darum kommt auch Leder<br />

wieder vermehrt in der Schuh-Industrie zum Einsatz.<br />

Viele große Hersteller haben Modelle im Programm,<br />

bei denen Schaft und Innenfutter aus dem Naturmaterial<br />

gefertigt sind. Ob Asolo und Salewa aus Italien oder<br />

Lowa aus Deutschland. Fast alle haben Leder zumindest<br />

beim Innenfutter wieder entdeckt. „Weil es vom<br />

Komfort her einfach nix Besseres gibt“, sagt Herbert<br />

Buczek, Geschäftsführer beim italienischen Bergschuhhersteller<br />

Asolo. „Leder passt sich an den Fuß des Trägers<br />

an und es sorgt für ein gute Fußklima, weil es atmet.<br />

Die Kuh hat durch die Poren ihrer Haut ja auch<br />

geatmet“, erklärt er die Vorzüge ganz plastisch.<br />

ES ATMET, ES IST KOMFORTABEL, ES<br />

WÄCHST NACH. LEDER IST BEI BERG-<br />

UND WANDERSCHUHEN WIEDER IM<br />

KOMMEN. WAS DAS NATURMATERIAL<br />

AUSZEICHNET, WARUM MAN AUF EIN<br />

WURSTBROT VERZICHTEN SOLL UND WIE<br />

CORONA DIE SCHUHPREISE BEEINFLUSST.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

LUST AUF<br />

LEDER<br />

64 <strong>SPORTaktiv</strong>


Fotos: Getty Images, Salewa<br />

Nach einer langen Tour hat er immer Zustiegsschuhe<br />

mit Leder-Innenfutter im Kofferraum seines Autos.<br />

„Wenn ich dann dicke Füße vom langen Gehen hab,<br />

schlüpf ich ohne Socken in die Lederschuhe und fahr<br />

heim. Das ist pure Erholung für die Füße“, sagt Buczek.<br />

Auch beim ebenfalls italienischen Bergsportausrüster<br />

Salewa aus Bozen merkt man eine verstärkte Nachfrage.<br />

Leder ist dort ja in der DNA der Marke eingeschrieben.<br />

„Salewa steht ja für SAttler- und LEderWAren“, erklärt<br />

Chefdesigner Thomas Moe. Und Alexander Würtinger<br />

von Lowa vergleicht das Leder-Innenfutter mit einem<br />

Socken. „So gut passt es sich an. Vom Tragekomfort ist<br />

es unerreicht.“<br />

Verwendet wird hauptsächlich Rindsleder. Entweder<br />

von der Außenseite oder der Fleischseite. Kommt das<br />

Leder von der Hautseite der Kuh, nennt man es Nubukleder.<br />

„Das ist das teurere Leder, weil es ja Risse<br />

oder Löcher haben kann, wenn die Kuh wo hängen geblieben<br />

ist. Dadurch hat man tendenziell mehr Verschnitt“,<br />

sagt Herbert Buczek. Das Leder von der<br />

Fleischseite, auch Spalt- oder Veloursleder genannt, ist<br />

noch robuster und kommt vor allem im alpinen Bereich<br />

zum Einsatz. Beiden gleich ist, dass sie gegerbt<br />

werden müssen. Das geschieht auch heute noch durch<br />

den Einsatz von Chrom. Das aber nicht mehr hochgif-<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

65


NATURAL IS<br />

A CHOICE<br />

Salewas Mountain Trainer<br />

2 Leather setzt außen auf<br />

Nubukleder und auf ein<br />

vollnarbiges Lederfutter.<br />

Devold® entwickelt hochwertige<br />

Outdoorbekleidung aus feinster<br />

Merinowolle – ohne Kompromisse.<br />

Entworfen und getestet in<br />

Norwegen, gefertigt in Europa.<br />

Das Original. Seit 1853 von<br />

norwegischen Pionieren getragen.<br />

www.devold.de<br />

tig oder sogar gesundheitsschädlich<br />

ist. „Früher kam oft Chrom VI zum<br />

Einsatz, das war tatsächlich sehr giftig“,<br />

erklärt Buczek. „Das kann sich<br />

heute aber keiner mehr leisten. Mittlerweile<br />

wird fast überall das unbedenkliche<br />

Chrom III eingesetzt.“ Und<br />

ein Gerben ganz ohne Chemie? „Nur<br />

mit Wasser wäre es auch möglich, so<br />

wie man es ganz früher gemacht hat.<br />

Das Leder wird dabei auch ganz wunderbar<br />

weich. Allerdings wird dabei so<br />

unverhältnismäßig viel Wasser eingespült,<br />

dass man sich schon die Frage<br />

stellen muss, was schlechter ist. Das<br />

Chrom oder die vergeudeten Wassermassen“,<br />

sagt Buczek.<br />

„Mit Blick auf ökologische Aspekte<br />

hat sich das Gerben in den vergangenen<br />

Jahren enorm verbessert“, weiß<br />

Salewa-Chefdesigner Thomas Moe.<br />

„Unsere Partner, die das für uns übernehmen,<br />

halten sich in jedem Fall<br />

strikt an die Umweltschutzvorgaben.“<br />

Ob man nun zu einem Leder- oder<br />

Membranschuh greift, hängt immer<br />

auch vom Einsatzzweck ab. „Auf einer<br />

Eintagestour bei schönem Wetter ist<br />

der Lederschuh perfekt. Gehe ich<br />

mehrere Tage und könnte es dabei<br />

Regen geben, hat ein Gore-Tex-Schuh<br />

natürlich Vorteile. Weil bis der Lederschuh<br />

trocken ist, dauert es ewig“,<br />

sagt Buczek. Lederschuhe haben zudem<br />

immer noch ein wenig das<br />

Image, dass sie bockig sind und eingegangen<br />

werden müssen. „Das<br />

stimmt aber nicht mehr“, sagt Buczek.<br />

„Früher, als die Schuhe zwiegenäht<br />

waren, hat das schon gestimmt,<br />

da waren sie anfangs sehr steif.“ Auch<br />

Thomas Moe schlägt in diese Kerbe.<br />

„Dank neuer Verarbeitungsprozesse<br />

auch bei den Gerbereien ist das Eingehen<br />

quasi überflüssig. Lederschuhe<br />

sind mir dem Kauf bereits verlässlich<br />

bequem.“<br />

So oder so sollte man eine große<br />

Tour nicht mit einem komplett neuen<br />

Schuh gehen, sondern ihn erst einmal<br />

auf kleinerer Runde ausprobieren –<br />

ganz egal, aus welchem Material er<br />

gefertigt ist.<br />

Leder ist auch robuster und bekommt<br />

maximal ein paar Kratzer,<br />

wenn man am Felsen reibt oder hängen<br />

bleibt. „Haltbarkeit und Langlebigkeit<br />

sind ein großer Vorteil“, sagt<br />

Thomas Moe von Salewa. „Kunstfasern<br />

reißen da mit der Zeit sicher<br />

schneller auf“, ergänzt Herbert Buczek<br />

von Asolo. Dafür sind Lederschuhe<br />

auch schwerer, was sich bei sehr<br />

langen Touren durchaus bemerkbar<br />

machen kann.<br />

Ein großer Vorteil ist die Stabilität,<br />

wie Alexander Würtinger von Lowa<br />

erklärt. „Gerade beim Bergabgehen<br />

unterstützt der robustere und stabilere<br />

Lederschuh den Fuß sehr, das wird<br />

gerne übersehen. Das kann ein Synthetikschuh<br />

in der Form nicht. Zum<br />

einen ist das ein Sicherheitsmerkmal,<br />

zum anderen kommt man einfach we-


niger ermüdet wieder unten an.“ Sein<br />

Tipp generell: „Den Bergschuh lieber<br />

eine Kategorie höher nehmen. Das<br />

entlastet die Gelenke und vor allem,<br />

wenn man mit Rucksack geht, ist<br />

mehr Stabilität unerlässlich. Gewicht<br />

nicht beim Schuh einsparen, sondern<br />

lieber ein Wurstbrot weniger einpacken<br />

und auf der Hütte jausnen.“<br />

Ganz im Trend der Zeit ist der<br />

Nachhaltigkeitsaspekt. Denn eigentlich<br />

ist Leder ein Abfallprodukt, das<br />

weggeworfen würde, wenn man es<br />

nicht zurichten würde. „Denn die<br />

Kuh stirbt ja nicht für das Leder, sondern<br />

für das Fleisch“, bringt es Buczek<br />

wieder auf den Punkt. „Grundsätzlich<br />

spricht der natürliche Ursprung<br />

des Materials natürlich fürs<br />

Leder“, meint Thomas Moe. „Kritische<br />

Punkte bleiben trotz positiver<br />

Entwicklungen der Gerbungsprozess<br />

sowie generell die Frage nach Art und<br />

Weise der Tierhaltung.“<br />

Daher gibt es sowohl bei Salewa als<br />

auch bei Asolo und Lowa die Nachfrage<br />

nach veganen Schuhen. Die wiederum<br />

kommen kaum ohne Erdöl aus<br />

– da stellt sich dann wiederum die<br />

Frage, was in der Gesamtklimabilanz<br />

jetzt der bessere Weg ist. Salewa<br />

forscht daher seit Jahren an alternativen<br />

Materialien wie Wolle und Hanf.<br />

„Wir gehen davon aus, dass es mittelfristig<br />

eine Vielzahl an Entwicklungen<br />

geben wird, die ölbasierte Materialien<br />

ablösen“, blickt Chefdesigner Moe in<br />

die Zukunft.<br />

Egal ob Leder oder nicht. Der<br />

Bergschuhmarkt boomt. Große<br />

Sportgeschäfte in München verlangen<br />

schon nach Termin-Reservierung für<br />

einen Kauf. Dafür bekommt man<br />

dann auch wirklich eine halbstündige<br />

gute Beratung. Die große Nachfrage<br />

hat ihren Preis. „Die Rohstoffe sind<br />

knapp, es gibt Lieferschwierigkeiten<br />

und wir sind auch mit den Produktionskapazitäten<br />

am Limit“, sagt Buczek.<br />

Der Effekt: 7 Prozent höhere<br />

Kosten, die Asolo in dieser Saison<br />

noch schluckt, „aber dann werden die<br />

Schuhe teurer werden.“ Nur das Leder<br />

könnte wieder billiger werden.<br />

„Der Preis hängt nämlich auch mit<br />

Corona zusammen“, sagt Buczek.<br />

„Durch die globalen Lockdowns war<br />

die Gastronomie lange geschlossen, es<br />

gab weniger Feste und Feiern und dadurch<br />

wurden auch weniger Rinder<br />

geschlachtet. Das bedeutet weniger<br />

Leder und steigende Preise.“<br />

TIPPS ZUR PFLEGE<br />

Thomas Moe von Salewa rät zu Folgendem: „Idealerweise entfernt<br />

man Schnürsenkel und Innensohle, um den Schuh gründlich mit Wasser<br />

reinigen zu können. Anschließend wird auf den feuchten Schuh<br />

eine spezielle Lederpflege aufgetragen. Hier raten wir auf umweltfreundliche<br />

bzw. PFC freie Produkte zu achten. Der Schuh sollte niemals<br />

an der prallen Sonne getrocknet werden, um zu vermeiden,<br />

dass das Leder spröde wird. Ebenfalls darauf achten, dass der Schuh<br />

auch innen gut austrocknet, um Schimmelpilz zu vermeiden. Hierfür<br />

hilft immer noch das altbewährte Zeitungspapier.<br />

Alexander Würtinger von Lowa ergänzt: „Besonders wichtig sind spezielle<br />

Pflegeprodukte. Auch die aber nicht zu dick auftragen, damit die<br />

Poren nicht versiegelt werden. Wichtig ist auch, dass das Leder nicht<br />

trocken wird. Gerade an der Stelle des Großzehengrundgelenks, wo<br />

der Schuh abgebogen wird.“<br />

KLEINE<br />

VERLETZUNGEN<br />

GUT VERSORGT<br />

Bepanthen ® Plus desinfiziert<br />

und heilt – und<br />

beugt so Infektionen vor.<br />

Kleine Unfälle und Verletzungen sind<br />

schnell passiert, vor allem auch beim<br />

Sport. In den meisten Fällen handelt es<br />

sich um oberflächliche Wunden wie<br />

Schürf-, Riss-, Kratz- oder Schnittwunden,<br />

bei denen die oberen Hautschichten<br />

lokal geschädigt sind. In der Regel<br />

kommt es dabei nur zu einer leichten<br />

Blutung mit geringfügigen Schmerzen.<br />

Bei offenen Wunden besteht jedoch die<br />

Gefahr einer Wundinfektion. Aus diesem<br />

Grund ist es wichtig, die Wunde<br />

zu desinfizieren, um Infektionen vorzubeugen.<br />

Bepanthen®-Plus-Creme vereint den<br />

desinfizierenden Wirkstoff Chlorhexidin<br />

mit dem wundheilungsfördernden<br />

Dexpanthenol. Dank des dualen Wirkprinzips<br />

eignet sich Bepanthen®-Plus-<br />

Creme zur Behandlung von oberflächlichen<br />

Wunden aller Art, bei denen das<br />

Risiko einer Infektion<br />

besteht.<br />

Bepanthen® Plus ist<br />

auch als handlicher<br />

Spray erhältlich –<br />

ideal zur Erstversorgung<br />

und für<br />

unterwegs.<br />

MEHR INFOS<br />

www.bepanthen.at<br />

Über Wirkung und mögliche<br />

unerwünschte Wirkungen informieren<br />

Gebrauchsinformation,<br />

Arzt oder Apotheker.<br />

L.AT.MKT.07.2020.10212<br />

ANZEIGE / Fotos: Bepanthen<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

67


Ein Blick in die Bergsportabteilung<br />

der Sporthändler<br />

zeigt meist eine Riesenauswahl<br />

an Schuhen unterschiedlichster<br />

Formen, Farben<br />

und Höhen. Wodurch unterscheiden<br />

sich die alle jetzt aber und wie<br />

navigiere ich durch die bunte<br />

Vielfalt. Hilfe bieten die Kategorien,<br />

die der deutsche Hersteller<br />

Meindl in den 1970er-Jahren erfunden<br />

hat und die von A bis D<br />

reichen. Welcher Schuh was bietet<br />

und für welches Gelände er geeignet<br />

ist, haben wir uns von Alexandra<br />

Teufel vom Gigasport in<br />

Villach erklären lassen.<br />

?<br />

WELCHER<br />

SCHUH<br />

FÜR WELCHE<br />

TOUR<br />

Fotos: iStock, Alexandra Teufel/KK<br />

68 <strong>SPORTaktiv</strong>


A<br />

„Das sind leichte Schuhe,<br />

eher noch im Freizeitbereich<br />

mit einer weichen Sohle, die<br />

ein angenehmes Abrollen ermöglicht“,<br />

erklärt Alexandra Teufel. Manche sind<br />

da knöchelhoch geschnitten, vieles<br />

spielt sich auch im Halbschuhbereich<br />

ab. Auch Modelle, die für „Speed-Hiking“<br />

beworben werden, fallen unter<br />

diese Kategorie. Das Profil ist nicht<br />

sehr tief und von vorne bis hinten<br />

gleich. „Wald und Wiese, gute Wege,<br />

Nordic Walking – das sind die Einsatzbereiche<br />

dieser Schuhe“, sagt Teufel.<br />

A/B<br />

Das sind leichte<br />

Wanderschuhe, die<br />

schon über den<br />

Knöchel gehen und mit denen man ein<br />

bisschen steilere Wege gehen kann. Sie<br />

kommen auf leichteren Berg- oder Hügeltouren<br />

zum Einsatz. „Die sind bereits<br />

ein wenig stabiler und torsionsfester“,<br />

sagt Teufel. Die Torsion kann man<br />

überprüfen, wenn man versucht die<br />

Sohle zu verwinden.<br />

B<br />

„Da<br />

sind wir bei den Trekkingschuhen“,<br />

erklärt die Expertin.<br />

Mit ihnen geht es<br />

WANDER-, TREKKING-<br />

ODER BERGSCHUH?<br />

STEIGEISENFEST, WIE-<br />

DERBESOHLBAR, CLIM-<br />

BING-ZONE. WELCHER<br />

SCHUH KANN WAS?<br />

UND WIE FINDE ICH DEN<br />

RICHTIGEN FÜR MEIN<br />

EINSATZGEBIET?<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

schon auf anspruchsvollere Wanderungen,<br />

auf denen einen schlecht gewartete<br />

Wege oder Steige erwarten. „Alles, wo<br />

nur noch Fußgänger unterwegs sind<br />

und man nicht mehr mit einem Kinderwagen<br />

fahren kann“, sagt Teufel.<br />

Das Profil wird tiefer und kann auch<br />

schon eine „Climbing-Zone“ aufweisen.<br />

Das sind glatte oder nur leicht gerillte,<br />

halbmondförmige Zonen im Zehenbereich.<br />

„Damit baut man auf felsigem<br />

Gelände mehr Grip und damit<br />

Halt auf, weil mehr Gummi auf dem<br />

Fels aufliegt.“ Die Knöchel sind bei<br />

diesen Schuhen schon von außen geschützt,<br />

die Sohlen hochwertiger, der<br />

Schuh stabiler. „In dieser Kategorie gibt<br />

es auch das breiteste Angebot von A bis<br />

B“, sagt Alexandra Teufel. Und feste<br />

Schuhe dieser Kategorie sind bereits<br />

wiederbesohlbar – was sich durchaus<br />

auszahlt, kostet eine neue Sohle doch<br />

im Schnitt nur ein Drittel bis ein Viertel<br />

eines neuen Schuhs.<br />

B/C<br />

Mit diesen schweren<br />

Trekkingschuhen<br />

geht es schon ins anspruchsvolle<br />

Gelände und ins Hochgebirge.<br />

Auch leichte Klettersteige sind<br />

ihr Revier. Viele haben vorne und hinten<br />

eine Climbing-Zone, damit man<br />

auch beim Abstieg sehr guten Halt im<br />

felsigen Gelände hat. Für Geröllfelder<br />

sind sie unbedingt notwendig. Weil die<br />

Sohle schon steif ist, kann man damit<br />

zügig gehen und wackelt nicht herum.<br />

Daher haben diese Schuhe auch schon<br />

einen Geröllschutz am Obermaterial<br />

von der Zehenkappe über die Seiten bis<br />

zur Ferse aufgespritzt oder geklebt, um<br />

das Leder oder Cordura des Schuhs zu<br />

schützen. Und sie sind bedingt steigeisenfest.<br />

Das heißt, es können Steigeisen<br />

verwendet werden, die vorne ein Körbchen<br />

für die Zehenkappe haben und<br />

hinten an der Ferse per Hebel fixiert<br />

werden. „Dafür hat der Schuh an der<br />

Ferse eine Einbuchtung.“<br />

ALEXANDRA<br />

TEUFEL<br />

ist Bergsport-Expertin bei Gigasport<br />

in Villach und leidenschaftliche<br />

Kletterin und Paragleiterin<br />

www.gigasport.at<br />

Leichte Bergschuhe: Vor C gibt es<br />

noch eine Zwischenkategorie. Diese<br />

Schuhe sind für felsorientierte Bergtouren,<br />

haben vorne und hinten eine<br />

Climbing-Zone, der Gummi der Sohle<br />

ist besonders für den Grip am Felsen<br />

optimiert.<br />

C<br />

„Das sind Bergsschuhe und<br />

Schuhe für Großvenediger<br />

und Großglockner“, sagt Alexandra<br />

Teufel. „Also für Touren im<br />

Hochgebirge, auf denen es auch über<br />

Gletscher geht.“ Sie sind schon sehr<br />

verwindungsstabil und haben eine steife<br />

Sohle. Im leichten Gelände, im Wald<br />

und auf der Wiese machen sie keinen<br />

Spaß, dafür sind sie zu bockig. „Aber<br />

im Geröll, auf Schnee und Eis geht es<br />

sich damit super, weil sie stabilen Halt<br />

geben“, erklärt Teufel.<br />

D<br />

Wir sind in der Klasse der Expeditionsstiefel<br />

angekommen.<br />

Diese Schuhe haben meist<br />

schon eine Gamasche über den ganzen<br />

Bereich, sind sehr hoch geschnitten, gehen<br />

fast bis zur Mitte des Unterschenkels.<br />

„Vom Mont Blanc aufwärts“, beschreibt<br />

Alexandra Teufel den Einsatzbereich.<br />

Außerdem sind sie fürs Eisklettern<br />

und für Steilflanken im Eis<br />

geeignet. Diese Schuhe sind komplett<br />

steigeisenfest, also mit Einbuchtung für<br />

Hebelfixierung hinten und vorne.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

69


DOLOMITE CRODAROSSA PRO GTX 2.0<br />

• enger Sitz – hohe Präzision und Kontrolle,<br />

für Zustiege und Klettersteige<br />

hervorragend geeignet<br />

• Gore-Tex®-Vision-Futter – Wasserfestigkeit,<br />

Atmungsaktivität, niedrige<br />

Isolierung<br />

• Megagrip-Vibram®-Compound-Sohle<br />

– exzellenter Halt auf nassem und auf<br />

trockenem Untergrund<br />

• Fersenpartie und Zehenbereich aus<br />

Gummi – kein Fersenschlupf sowie<br />

Schutz der Zehen<br />

PREIS (UVP): € 219,95<br />

www.dolomite.it<br />

DYNAFIT SPEED MTN<br />

• Allrounder für schnelle Bergsteiger<br />

• perfekter Grip und Traktion in jedem Gelände<br />

• POMOCA-Sohle für perfekten Halt und Bodenhaftung<br />

• robust, extrem leicht und komfortabel<br />

• bewährte Schnellschnürung<br />

• nur 330 Gramm (Herren) und 300 Gramm (Damen)<br />

• für den Einsatz bei Nässe ist der Bergschuh zusätzlich<br />

mit GORE-TEX®-Membran erhältlich<br />

PREIS (UVP): € 145,–<br />

www.dynafit.com<br />

BERG-<br />

STEIGER<br />

SECHS AKTUELLE TOP<br />

BERGSCHUHE AUF EINEN BLICK.|<br />

LA SPORTIVA ST GTX<br />

• ultraleichter Bergschuh für<br />

technische Exkursionen<br />

• ideal geeignet für Klettersteige,<br />

Trekking, Gletscherüberquerungen<br />

• wasserdichte, atmungsaktive und<br />

ergonomische Passform<br />

•Vibram-Sohle <br />

mit Impact-<br />

Brake-System-Stollen<br />

PREIS (UVP): € 299,–<br />

www.lasportiva.com<br />

SALEWA CONDOR EVO GORE-TEX<br />

• Ganzjahres-Bergsteigerschuh für<br />

Herren<br />

• Obermaterial aus strapazierfähigem<br />

Perwanger-Wildleder<br />

• permanent wasserdichtes und<br />

atmungsaktives GORE-TEX®-<br />

Performance-Comfort- Innenfutter<br />

für optimalen Klimakomfort bei<br />

wechselhaftem Wetter<br />

• bedingt steigeisenfest<br />

PREIS (UVP): € 300,–<br />

www.salewa.com<br />

ASOLO TRAVERSE GV<br />

• für lange Trekking- und anspruchsvolle<br />

Bergtouren<br />

• ist aus wasserabweisendem Velourleder<br />

gefertigt und bietet besten Schutz,<br />

• die Gore Tex Membrane sorgt für Atmungsaktivität<br />

und Wasserdichtigkeit<br />

• die Zwischensohle aus mikroporösem<br />

Einkomponentengummi bietet ein Optimum<br />

an Stabilität, während der PU Keil<br />

im Fersenbereich für optimale Dämpfung<br />

sorgt<br />

PREIS (UVP): € 245,95<br />

www.asolo.com<br />

SALOMON QUEST 4 GTX<br />

• leicht und gut gepolstert, bietet auch<br />

auf langen Touren dauerhaft hohen<br />

Gehkomfort<br />

• Grund: Die 4D-Advanced-Chassis-Technologie<br />

von Salomon unterstützt die optimale<br />

Beugung des Vorfußes für einen<br />

effektiven Schritt und die verbesserte<br />

Außensohle mit neuem Stollendesign<br />

sorgt für sicheren Halt und Grip auf jedem<br />

Untergrund<br />

PREIS (UVP): € 180,–<br />

www.salomon.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

70 <strong>SPORTaktiv</strong>


DACHSTEIN SF-21 GTX<br />

• Obermaterial aus hochwertigem Veloursleder und<br />

abriebfestem Mesh<br />

• wasserdichte und atmungsaktive Gore-Tex Membran<br />

• integriertes Schnürsystem für einzigartigen Halt<br />

• Zehengeröllschutz aus Gummi<br />

• exklusiv mit Suptraction entwickelte Gummisohle „Storsola“<br />

PREIS (UVP): € 169,95<br />

www.dachsteinschuhe.com<br />

ON CLOUDROCK WATERPROOF<br />

• die robuste Membran ist<br />

wind- und wasserdicht<br />

• zwei Mesh-Arten an<br />

Mittel- und Vorderfuß<br />

wirken stabilisierend und<br />

atmungsaktiv<br />

• der gummierte Spritzschutz<br />

ist robust und doch leicht und<br />

flexibel – für den idealen Mix aus<br />

Tempo und Schutz<br />

• Missiongrip und Stollen bieten Halt<br />

• mit dem FlexLock-System schnürst man<br />

den Schuh wie gewohnt oder mit einer<br />

einzigen Ziehbewegung<br />

PREIS (UVP): € 219,95<br />

www.on-running.com<br />

GARMONT VETTA GTX<br />

• Gore-Tex-Extended-<br />

Comfort-Futter<br />

• 1,8-mm-Veloursleder<br />

• Geröllschutzrand und<br />

Anziehschlaufe<br />

• Vibram-Maton®-Zwei -<br />

kom ponenten-Sohle<br />

• Damen- und Herrenvariante<br />

PREIS (UVP): € 189,99<br />

www.garmont.com<br />

HANWAG TATRA LIGHT GTX<br />

• modernes und funktionales Schaftdesign mit<br />

Hanwag-LFX-Technologie<br />

• stabile, dämpfende Hanwag-Integral-Light-<br />

Sohlenkonstruktion<br />

• durch spezielle Profilgestaltung und 3D-<br />

PrismBase-Technologie sehr leicht<br />

• niedrigere Standhöhe verbessert die<br />

Stabilität bei perfekter Dämpfung<br />

• atmungsaktives und dauerhaft<br />

wasserdichtes Gore-Tex-Futter<br />

PREIS (UVP): € 240,–<br />

www.hanwag.com<br />

AB IN DIE<br />

NATUR<br />

SECHS AKTUELLE TOP<br />

WANDERSCHUHE IM ÜBERBLICK..<br />

Fotos: Hersteller<br />

SALEWA ALP TRAINER 2 MID GORE-TEX<br />

• wasserdicht dank Gore-Tex<br />

• verlässlicher Grip und Stabilität auch bei Nässe<br />

• robustes, hochwertiges Veloursleder<br />

• Vibram®-Sohle<br />

• progressiver Wanderschuh mit halbhohem Schaft<br />

PREIS (UVP): € 200,–<br />

www.salewa.com<br />

SCARPA MARMOLADA TREK HD<br />

• Obermaterial aus technischem<br />

Gewebe und wasserabweisendem Leder<br />

• wasserdichte und atmungsaktive<br />

HDry®-Membran<br />

• Sock-Fit-XT-Konstruktion für hohen Komfort<br />

• EVA Einsätze im Fersen- und Vorfußbereich<br />

für maximale Dämpfung<br />

• Vibram®-Laufsohle<br />

PREIS (UVP): € 230,–<br />

www.scarpa.net<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

71


Foto: Oberösterreich Tourismus/Luchstrail//Max Mathner<br />

72 <strong>SPORTaktiv</strong>


ZU GAST IN OBER-<br />

ÖSTERREICH<br />

Powered by<br />

SOMMERSEILBAHNEN IN<br />

OBERÖSTERREICH<br />

Anzahl Lifte<br />

Feuerkogel – Ebensee www.feuerkogel.info 1<br />

Freesports Arena Dachstein Krippenstein www.dachstein-salzkammergut.com 3<br />

Gosau – Dachstein West www.dachstein.at 3<br />

Hinterstoder – Höss www.hiwu.at 2<br />

Hochplett – Oberaschau www.skilifte-oberaschau.at 3<br />

Katrin www.katrinseilbahn.com 1<br />

Stoaninger Alm www.stoaninger-alm.at 1<br />

Wurzeralm – Spital am Pyhrn www.hiwu.at 2<br />

Drinnen ist<br />

Wäscheberg,<br />

draußen ist<br />

Bergerlebnis.<br />

Komm raus und<br />

entdecke Oberösterreich.<br />

oberösterreich.at


WANDERN<br />

OHNE HOHE<br />

ÖSTERREICH IST NICHT NUR<br />

„LAND DER BERGE“, SONDERN<br />

AUCH „LAND AM STROME“. ES<br />

IST EIN LAND DER SEEN, HÜGEL<br />

UND WÄLDER, DER NATUR- UND<br />

KULTURLANDSCHAFTEN. AUCH<br />

ABSEITS DER IMPOSANTEN<br />

ALPINEN REGIONEN WANDERT<br />

ES SICH ALSO SCHÖN – UND<br />

NOCH DAZU ENTSPANNTER,<br />

WENN NICHT ALLZU VIELE UND<br />

STEILE HÖHENMETER ZU BE-<br />

WÄLTIGEN SIND. WIR HABEN<br />

VERLOCKENDE VARIANTEN FÜRS<br />

„WANDERN OHNE HOHE BERGE“<br />

GESUCHT UND GEFUNDEN.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

SÜDSTEIRISCHES WEINLAND STEIERMARK<br />

BERGE<br />

NATIONALPARK THAYATAL NIEDERÖSTERREICH<br />

Der kleinste Nationalpark Österreichs ist ganz groß,<br />

was die Artenvielfalt betrifft: 44 Prozent der heimischen<br />

Pflanzenvielfalt findet man hier, ganz im Norden des<br />

Landes, auf bloß 0,016 Prozent der Fläche – hat der<br />

Dachverband Nationalparks Austria ausgerechnet. Die<br />

idyllische Wald- und Flusslandschaft mit der vielfach<br />

mäandernden Thaya bietet auch sehr seltenen Tierarten<br />

wie der europäischen Wildkatze eine Heimat. Rund um<br />

die Nationalparkgemeinde Hardegg führt der „Hardegger<br />

Rundwanderweg“ – nur einer von etlichen schönen<br />

Wanderwegen direkt im Schutzgebiet. Passionierte<br />

Weitwanderer können auf dem „Thayatalweg 630“<br />

auf 12 Etappen (und natürlich auch Teilstrecken) zum<br />

Nationalpark hinwandern, mit Start am Nebelstein und<br />

Ziel in Retz, Gepäcktransport wird geboten.<br />

www.nationalparksaustria.at<br />

www.waldviertel.at<br />

Die Steiermark hat beides, schroffe<br />

Gipfel wie sanfte Hügel – und beides<br />

verbindet die Weitwanderroute „Vom<br />

Gletscher zum Wein“. Eigentlich sind es<br />

zwei Routen, eine Nord- und eine Südroute<br />

– mehrere Etappen der „Südroute“<br />

führen durch das südsteirische Weinland.<br />

Ohne Höhenmeter geht es durchs<br />

Hügelland jedoch nicht: So überwindet<br />

beispielsweise die Etappe 23 von Leutschach nach Ratsch 700 Höhenmeter auf 16 Kilometern.<br />

Aber die Landschaft ist sanft und die Region (genauso wie Wein und Brettljausen) ein<br />

Hochgenuss. Die erwähnte Etappe deckt sich in Teilen mit der „Glanzer Hoftour“, eine der<br />

beliebtesten Wandertouren im Naturpark Südsteiermark. www.steiermark.com<br />

Fotos: Nationalparks Austria Thayatal und Seewinkel/Stefan Leitner, WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH/Hochhauser<br />

74 <strong>SPORTaktiv</strong>


DONAUSTEIG OBERÖSTERREICH<br />

Von der Grenzstadt Passau führt der Donausteig entlang<br />

beider Flussufer bis Grein durch äußerst abwechslungsreiche<br />

Kultur- und Naturlandschaften. Weitwanderer und<br />

Genusswanderer sowie wandernde Familien finden hier<br />

auf nicht weniger als 450 Kilometern Gesamtstrecke jede<br />

Menge passende Touren. Von der Hauptroute abzweigend<br />

führen noch einmal fast 50 Rundtouren ins Hinterland,<br />

für ein noch intensiveres Erlebnis. Es besteht also reiche<br />

Auswahl zwischen Etappen mit wenig oder auch ordentlichem<br />

Auf- und Ab-Anteil.<br />

www.oberoesterreich.at, www.donauregion.at<br />

NATIONALPARK NEUSIEDLER SEE-SEEWINKEL BURGENLAND<br />

Schilf, Wiesen und Weiden sowie etwas über ein Viertel<br />

Wasserflächen prägen Österreichs einzigen Steppen-Nationalpark<br />

im flachsten Teil des Landes. Die einzigartige Landschaft<br />

bietet Tausenden Vögeln eine ideale Rast- und Brutstätte. Das<br />

Wegegebot ist daher immer strikt einzuhalten – das versteht<br />

sich aber im Schutzgebiet eigentlich von selbst. Als Ausgangspunkt<br />

für geführte Touren genauso wie individuelle Erkundungen<br />

bietet sich das Nationalpark-Infozentrum in Illmitz<br />

an. Von hier kann man zum Beispiel zum Illmitzer Zicksee<br />

und etlichen weiteren Touren aufbrechen. Das Fernglas und<br />

ein Vogelbestimmungs-Buch (oder eine -App) sind immer<br />

dabei, Hochstände und Aussichtsplattformen laden zu Rast<br />

und Naturbeobachtung ein. www.nationalparks austria.at<br />

www.nationalparkneusiedlersee.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

75


WANDERN<br />

OHNE HOHE<br />

BERGE<br />

WIENERWALD WIEN, NIEDERÖSTERREICH<br />

„SLOW TRAILS“ KÄRNTEN<br />

Entspannte Wege zum Wandern ohne<br />

Stress, bis zehn Kilometer lang und mit<br />

nicht mehr als 300 Höhenmetern: Das<br />

erfüllen die insgesamt 14 Slow Trails in<br />

unterschiedlichen Kärntner Regionen.<br />

Sie führen stets am Wasser entlang, an<br />

den bekannten Kärntner Seen oder an<br />

der Drau, bringen Wanderer zu besonders<br />

schönen Plätzen und erzählen alle<br />

eine Geschichte. Wie zum Beispiel der<br />

Slow Trail durch das Bleistätter Moor<br />

am Ossiacher See (Bild). Die Möglichkeit<br />

zum Baden ist bei vielen der<br />

Kärntner Slow Trails eingebaut.<br />

www.kaernten.at/slowtrails<br />

Direkt von der Bundeshauptstadt weg in eine traumhafte Natur<br />

aufbrechen, das ermöglicht der Wienerwald. Zum Beispiel von<br />

der Endstation der Buslinie 60B weg in den Lainzer Tiergarten,<br />

wo nicht nur mehrstündige Wanderungen, sondern auch ein<br />

Naturschutzgebiet warten. Der „Biosphärenpark Wienerwald“<br />

ist freilich deutlich größer, er erstreckt sich über zwei Bundesländer<br />

von Klosterneuburg im Norden bis Bad Vöslau im<br />

Süden und von Wien bis nach Kaumburg im Triestingtal.<br />

Und er bietet vielfältige Wandermöglichkeiten von familienfreundlichen<br />

Runden bis zu anspruchsvollen Touren, die zum<br />

Großteil mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.<br />

www.wienerwald.info, www.bpww.at<br />

WEINVIERTEL NIEDERÖSTERREICH<br />

Auch wenn Österreichs flächenmäßig größtes Bundesland hier schon vertreten ist: Aber das<br />

Weinviertel mit seinen idyllischen Kellergassen gehört zum Wandergenuss ohne hohe Berge<br />

einfach ebenfalls dazu. Zum Beispiel auf dem „Jakobsweg Weinviertel“ – 153 entschleunigenden<br />

Kilometern durch eine malerische Landschaft und wunderschöne kleine Ortschaften.<br />

Der Start ist in Drasenhofen, das Ziel nach sechs Etappen in Krems erreicht. Zwischen<br />

16 und 30 Kilometer sind die Wegabschnitte lang, aber stets mit moderaten Höhenmetern.<br />

Natürlich finden auch Tageswanderer im nordöstlichen Teil Niederösterreichs alles, was zum<br />

Genusswandern dazugehört. www.weinviertel.at<br />

Fotos: Weinviertel Tourismus/Horvath, Wienerwald Tourismus/www.ishootpeople.at, Slow Trail Bleistaettermoor Ossiacher See Gert_Perauer<br />

76 <strong>SPORTaktiv</strong>


DER ERSTE<br />

TRAILRUNNING SCHUH MIT<br />

INDIVIDUELLER PASSFORM<br />

TECNICA ORIGIN LD<br />

BLIZZARD-TECNICA.COM<br />

ANGEPASST<br />

IN 15 MINUTEN


ZU GAST IN DER<br />

STEIERMARK<br />

78 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

Foto: Steiermark Tourismus/pixelmaker.at


Powered by<br />

SOMMERSEILBAHNEN IN DER<br />

STEIERMARK<br />

Anzahl Lifte<br />

Aflenzer Bürgeralm www.aflenzer-buergeralm.at 1<br />

Annerlbauer Lift – Krieglach www.annerlbauer.at 2<br />

Dachstein-Gletscher Schladming Ramsau www.dachsteingletscher.at 0<br />

Eichfeldlift – Turnau www.eichfeldhuette.at 1<br />

Etmißl 1<br />

Hammerbodenlift Großreifling www.landl.at 1<br />

Hauser Kaibling / Schladming – Ski amadé www.hauser-kaibling.at 3<br />

Kreischberg / Murau www.kreischberg.at 2<br />

Lachtal www.lachtal.at 1<br />

Mariazeller Bürgeralpe www.buergeralpe.at 1<br />

Miesenbach – Wiesenhofer www.gasthof-wiesenhofer.at 1<br />

Planai / Schladming – Ski amadé www.planai.at 3<br />

Ramsau / Dachstein – Ski amadé www.ramsau.com 2<br />

Reiteralm / Schladming – Ski amadé www.reiteralm.at 1<br />

Schöckl www.schoeckl.at 1<br />

Sommeralm – Pirstingerkogellift www.sommeralm.at 1<br />

Tauplitz / Bad Mitterndorf – Schneebären www.dietauplitz.com 2<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

79


DER PERFEKTE RUCKSACK IST<br />

DER, DEN MAN AUF DER TOUR<br />

MÖGLICHST WENIG SPÜRT.<br />

WIE MAN BEIM KAUF DEN<br />

BESTEN RUCKSACK FÜR SICH<br />

FINDET UND WIE MAN DEN<br />

KOMFORT MITTELS RICHTIGER<br />

EINSTELLUNG UND PACK­<br />

TECHNIK OPTIMIERT.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

MIT LEICHTEM<br />

GEPACK<br />

Fotos: Deuter, Gregory<br />

Fotos: Deuter, Gregory<br />

80 <strong>SPORTaktiv</strong>


Es gibt keinen größeren Spielverderber<br />

auf Bergtouren als einen<br />

reibenden Schuh. Ein Rucksack,<br />

der an den Schultern zieht oder<br />

sonst irgendwie zwickt oder zwackt,<br />

kommt aber nicht weit dahinter. Wer<br />

sich also zunächst beim Rucksackkauf<br />

und in Folge bei der Einstellung von<br />

Gurten und Bändern wie auch beim Beladen<br />

ein paar Gedanken macht, macht<br />

es sich in Summe deutlich leichter.<br />

Gedanken machen sich auch die Hersteller<br />

der Rucksäcke, denen es gelingt,<br />

das an sich gute Produkt Outdoorrucksack<br />

immer noch weiter zu verbessern.<br />

In den letzten Jahren gingen die Innovationen<br />

vor allem in zwei Richtungen, sagen<br />

sowohl Daniel Bürkle für Deuter<br />

wie auch Thomas Miedl für die Marke<br />

Gregory: Zum einen bei den Tragesystemen.<br />

Hier gelingt es immer besser, eine<br />

gute Schwerpunktlage mit guter Belüftung<br />

zu vereinen. Zum Zweiten ist es<br />

das Thema Nachhaltigkeit, wo zuletzt<br />

große Fortschritte erzielt wurden. Wie<br />

überall in der Outdoorbranche ist „grün<br />

und „fair“ auch im Rucksackbereich voll<br />

angekommen. Aber auch optisch unterscheiden<br />

sich aktuelle Rucksäcke von<br />

denen, die noch vor ein paar Jahren angeboten<br />

wurden. „Es geht in Richtung<br />

eines ‚cleanen‘ Looks mit versteckten<br />

nützlichen Features“, sagt Daniel Bürkle.<br />

Doch das sind schon Details, die in<br />

der Prioritätenliste zunächst nicht ganz<br />

oben sind, wenn man sich um den passenden<br />

Rucksack für sich umschaut.<br />

Die erste Frage, die man sich stellen<br />

sollte: Wofür will ich meinen Rucksack<br />

eigentlich nutzen? Damit verbunden ist<br />

die Frage des Tragesystems. Ein „Netzrücken“<br />

mit optimaler Belüftung – oder<br />

ein anliegendes Tragesystem für perfekte<br />

Balance? Diese Grundsatzfrage ist nach<br />

wie vor aktuell – jedoch sind die Antwortmöglichkeiten<br />

um ein paar Facetten<br />

reicher geworden. Weil es mit neuen<br />

Materialien und Technologien immer<br />

besser gelingt, beide an sich widersprechenden<br />

Funktionen zu vereinen.<br />

Ein Netzrücken, der etwas Abstand<br />

zwischen Rücken und Rucksack schafft,<br />

ist grundsätzlich bei einfachen Wegen<br />

nach wie vor die erste Wahl. Je anspruchsvoller<br />

die Sportart, je mehr es in<br />

den Bereich Hochtouren oder Klettern<br />

geht, desto wichtiger ist aber ein körpernaher<br />

Sitz, weil er den Körperschwerpunkt<br />

optimiert. So weit die grobe Unterscheidung.<br />

Die Praxis ist noch etwas<br />

komplexer: So gibt es etwa bei Deuter<br />

aktuell nicht weniger als sechs unterschiedliche<br />

Rückensysteme. Das maximal<br />

belüftete Netzrücken-System nennt<br />

sich dort „Aircomfort“ und ist beim<br />

Wandern nach wie vor das am meisten<br />

nachgefragte, sagt Daniel Bürkle. Die am<br />

Körper anliegende, aber ebenfalls sehr<br />

gut belüftete Alternative nennt sich „Aircontact“.<br />

Für Gregory verweist Thomas<br />

Miedl auf das „Free Float“-Tragesystem:<br />

Es ist dafür konstruiert, die Vorteile von<br />

Netz- und Kontaktrücken zu vereinen,<br />

und ermöglicht zudem besondere Beweglichkeit.<br />

Eine gute Beratung zahlt<br />

sich im Fachhandel hier jedenfalls aus.<br />

Ebenso wichtig wie das Tragesystem ist<br />

es, die korrekte Größe zu erwischen.<br />

„Die Größenwahl soll so exakt wie möglich<br />

sein, ähnlich wie beim Kauf eines<br />

Schuhs“, lautet die Empfehlung von<br />

DEN RUCKSACK RICHTIG PACKEN<br />

So schaffst du die optimale Gewichtsverteilung<br />

(Empfehlungen von Deuter)<br />

+ Der Schwerpunkt des Rucksacks sollte dicht am<br />

Körper und möglichst in Schulterhöhe liegen. So<br />

befindet er sich immer über dem Körperschwerpunkt<br />

und der Rucksack zieht beim Tragen nicht<br />

nach hinten. Bei großen Rucksäcken erreichst du<br />

das so:<br />

+ Schlafsack, Daunenausrüstung und andere leichte<br />

Gegenstände kommen ins Bodenfach.<br />

+ Mittelschwere Sachen wie Kleidung kommen nach<br />

oben außen.<br />

+ Schwere Ausrüstung (wie Zelt, Proviant, dicke<br />

Jacken) nach oben in Schulterhöhe, möglichst nah<br />

an den Rücken.<br />

+ Kleinigkeiten ins Deckelfach packen.<br />

+ Generell auf gleichmäßige Gewichtsverteilung<br />

achten, gerade auch bei den Seitentaschen.<br />

+ Möglichst wenig an der Außenseite des Rucksackes<br />

befestigen.<br />

+ Im leichten Gelände wie Wanderwegen den<br />

Schwerpunkt etwas höher packen, im schwierigen<br />

Gelände (wie Hochtouren, Klettersteige) etwas<br />

tiefer und damit näher dem Körperschwerpunkt<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

81


DEN RUCKSACK<br />

RICHTIG EINSTELLEN<br />

Deuter empfiehlt, so vorzugehen<br />

1. Der Rucksack soll mit einem realistischen Gewicht<br />

gepackt sein. Alle Riemen lockern, dann<br />

schultern.<br />

2. Hüftgurt schließen. Die Mitte der Hüftflosse soll<br />

auf Höhe des Hüftkamms sein.<br />

3. Anschließend die Schulterträger festziehen.<br />

Nicht zu fest, die Hauptlast wird mit dem Hüftgurt<br />

getragen.<br />

4. Richtig positionieren: Der Schulterträgeransatz<br />

am Rucksack sollte zwischen den Schulterblättern<br />

liegen. So umschließen die Schulterpolster<br />

sauber die Schultern.<br />

5. Brustgurt anpassen und schließen: Der Brustgurt<br />

stabilisiert die Schulterträger. Höhenverstellbare<br />

Brustgurte erst einstellen, wenn die richtige<br />

Schulterlänge gefunden ist.<br />

6. Stabilisierungsriemen anziehen. Die Stabilisierungsriemen<br />

an der Hüfte und die Lageverstellriemen<br />

an den Schultern ermöglichen einen besseren<br />

Kontakt zwischen Rücken und Rucksack<br />

und lassen dich sicherer gehen.<br />

Gregory-Experte Miedl. Der Hersteller<br />

selbst empfiehlt dafür, seine Rückenlänge<br />

zu messen (wie man dabei vorgeht, findet<br />

man auf der Gregory-Webseite).<br />

Rucksäcke werden in unterschiedlichen<br />

Rückenlängen angeboten, manche Tragesysteme<br />

sind auch in der Länge verstellbar.<br />

Träger und Hüftgurte müssen<br />

sich jedenfalls an der dafür vorgesehenen<br />

Stelle befinden, damit sie ihre Funktion<br />

auch voll erfüllen können. Die Möglichkeit,<br />

Rucksäcke mit unterschiedlichen<br />

Längen zu probieren, sowie die Beratung<br />

sprechen auch hier klar für den guten,<br />

stationären Sport- und Outdoorhandel.<br />

„Ein häufiger Fehler ist, den Rucksack<br />

unbeladen zu probieren. Da hat man im<br />

Geschäft das Gefühl, dass er perfekt<br />

passt – aber in der Natur im beladenen<br />

Zustand stellt sich dann heraus, dass der<br />

Sitz doch nicht so gut ist“, weiß Deuter-Experte<br />

Bürkle. Manche Händler haben<br />

eigene Gewichtssäcke für das Probieren<br />

im beladenen Zustand. Sonst:<br />

einfach im Geschäft ein paar Dinge<br />

„ausborgen“.<br />

Einsatzbereich, Tragesystem und passende<br />

Größe: Sind diese Punkte abgeklärt,<br />

ist man seinem idealen Rucksack<br />

schon recht nahe. Optimiert wird die<br />

Passform mit der Einstellung der Gurte<br />

und Träger sowie mit dem richtigen Packen<br />

(siehe Kästen) – und beides macht<br />

mehr aus, als viele glauben. Was beim<br />

Kauf sonst noch zu beachten ist? Das<br />

Packvolumen sollte natürlich stimmen.<br />

Faustregel: 25 bis 35 Liter sollten für<br />

Ganztagestouren Platz haben, für Mehrtagesrucksäcke<br />

sind ab 40 Liter aufwärts<br />

zu empfehlen. Wobei man mit zunehmender<br />

Erfahrung im Outdoorsport<br />

lernt, Überflüssiges wegzulassen. Die<br />

Notfallausrüstung, Erste-Hilfe-Set, Regenschutz,<br />

Biwaksack und Handy zur<br />

Alarmierung sollten aber immer noch<br />

Platz finden.<br />

Wie viel soll man in einen Rucksack<br />

investieren? 140 bis 160 Euro nennt Daniel<br />

Bürkle als Richtwert, 150 Euro<br />

Thomas Miedl – um hochwertige Qualität<br />

zu bekommen, die dann aber auch<br />

über eine lange Zeit Freude bereitet. Um<br />

den Preis bekommt man bei den namhaften<br />

Herstellern heute auch ein gutes<br />

Gewissen dazu: in Form von fairer Produktion<br />

mit Zertifzierungen, wie man<br />

sie auch aus dem Textilbereich kennt<br />

(zum Beispiel „Bluesign“), PFC-Freiheit<br />

oder Reparierbarkeit und Ersatzteilverfügbarkeit<br />

über viele Jahre.<br />

DANIEL BÜRKLE<br />

ist Key-Account-Manager bei Deuter<br />

Austria/Redler Sports GmbH.<br />

www.deuter.com<br />

THOMAS MIEDL<br />

ist Marketing-Manager bei der Uhl<br />

Günter exklusiv sportartikelvertrieb<br />

GmbH, dem Österreich-Vertrieb<br />

von Gregory-Rucksäcken.<br />

eu.gregorypacks.com<br />

82 <strong>SPORTaktiv</strong>


ORTOVOX TRAVERSE 30<br />

• vielseitiger, funktionaler und bequemer<br />

Bergrucksack für das ganze Jahr<br />

• Tasche mit integriertem Helmnetz<br />

• Hüfttasche u. Trinkflaschenhalterung<br />

• Ski- und Stockbefestigung mit<br />

Kompressionsriemen<br />

• Regenhülle<br />

• Gewicht: 1015 g<br />

PREIS (UVP): € 140,00<br />

www.ortovox.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

VERLÄSSLICHE<br />

BEGLEITER<br />

ORTLIEB LIGHT PACK TWO<br />

• der leichteste Rucksack im ORTLIEB-Sortiment<br />

ist Minimalismus pur: ein Tagesrucksack,<br />

der nur 330 g wiegt – und geballte<br />

Funktionalität mitbringt<br />

• puristischer, wasserdichter Rucksack mit<br />

praktischem Rollverschluss<br />

• optimales Gewicht-Volumen-Verhältnis<br />

und mit seinem ungewöhnlich kleinen Packmaß<br />

– er passt in einen 20 cm großen Netzbeutel<br />

(im Zubehör enthalten) – und damit in<br />

jedes Gepäck<br />

PREIS (UVP): € 89,99<br />

www.ortlieb.com<br />

TATONKA SKILL 22 RECCO<br />

• besonders leichter Wanderrucksack<br />

mit RECCO-Notfall-Reflektor<br />

• optimal belüftetes Tragesystem<br />

für einen trockenen Rücken auch<br />

auf anstrengenden Touren<br />

• ergonomisch geformte, gepolsterte<br />

& belüftete Schultergurte, höhenverstellbarer<br />

Brustgurt, gepolsterter<br />

& belüfteter Hüftgurt<br />

• mit Wanderstockhalterung und<br />

Trinksystemvorbereitung<br />

• Gewicht: 780 g<br />

PREIS (UVP): € 120,–<br />

www.tatonka.com<br />

FÜNF AKTUELLE TAGESRUCKSÄCKE<br />

AUF EINEN BLICK.<br />

DEUTER FUTURA 32 IN<br />

TURMERIC-GREENCURRY<br />

• für längere Tages- und Mehrtageswanderungen<br />

mit einfachem Handling und hohem<br />

Tragekomfort<br />

• Regenhülle<br />

• Vorrichtung für Trinkblase<br />

bis drei Liter und<br />

Wanderstockhalterung<br />

• mit dem neuen<br />

Mesh des Aircomfort-<br />

Rückensystems wird für<br />

maximale Belüftung gesorgt<br />

• Gewicht: 1440 g<br />

PREIS (UVP): € 160,–<br />

www.redlersports.at<br />

THULE ALLTRAIL 25L<br />

• einfaches Verstauen von Ausrüstung mit leicht<br />

zugänglicher, obenliegender Öffnung<br />

• einfacher Zugriff auf die Ausrüstung durch seitlichen<br />

Reißverschluss am Hauptfach und vordere<br />

„Shove-it“-Tasche<br />

• atmungsaktive Schultergurte,<br />

Hüftgurt und<br />

Rückenteil für eine<br />

angenehme Temperatur<br />

• Trinkblasenfach mit Trinkschlauchöffnung<br />

und zwei<br />

seitlichen Taschen für Wasserflaschen<br />

(Trinkblase separat<br />

erhältlich)<br />

• Gewicht: 950 g<br />

PREIS (UVP): € 99,95<br />

www.thule.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

83


AUS<br />

PRO<br />

BIERT<br />

OUTDOOR<br />

KLARE SICHT!<br />

Um ehrlich zu sein, bevorzugte ich den Weg zum Gipfelkreuz<br />

bis dato immer ohne Sonnenbrille. Sie rutscht von der Nase,<br />

fällt immer mal wieder zu Boden, man schwitzt und die Brillengläser<br />

laufen an.<br />

Darum bin ich umso überzeugter und auch sehr begeistert<br />

von der JULBO SHIELD (UVP 199,95). Sie ist der absolut perfekte<br />

Begleiter für den Genuss grandioser Berglandschaften.<br />

Aufgrund des rutschfesten Nasenstegs, der übrigens aus einem<br />

sehr weichen und angenehmen Material besteht, und<br />

des Grip-Tech-Bügels sitzt die Brille wie angegossen. Mein<br />

absolutes kleines Highlight ist jedoch der gewölbte Bügel der<br />

Shield – denn die Bügel verhängen sich aufgrund des exklusiven<br />

Soft-Materials nicht in den Haaren! Das ist einfach<br />

traumhaft und spart Nerven. Zudem hat man, wenn man<br />

Stunden später irgendwann am Gipfel angekommen ist, mit<br />

den abnehmbaren Seitenteilen einen weiteren zuverlässigen<br />

Schutz vor der seitlichen Sonneneinstrahlung und kann den<br />

Weitblick und die wunderschönen Farben der Natur einfach<br />

nur genießen, denn die bleiben mit der Shield unverändert<br />

und klar.<br />

EINE BÄRIGE BRILLE, EIN<br />

AUFBLASBARER RUCKSACK<br />

UND EINE MÜCKEN-<br />

SCHUTZ-KLEIDUNG<br />

IM TEST-EINSATZ.<br />

VON LILI RECHLING, THOMAS POLZER<br />

UND CHRISTOPH HEIGL<br />

Fotos: Christopher Kowatschitsch, Diana Zabini, Katja Heigl<br />

84<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>


IT EINGEBAUTER<br />

MIT EINGEBAUTER „MÜCKEN-ABWEHR“<br />

ALLES UNTER EINEM DACH<br />

„Der erste faltbare Rucksack mit einem aufblasbaren Rückenpolster<br />

und gepolsterten Schultergurten und ein zusätzlicher<br />

Kamera-Cube-Rucksackeinsatz für eine DSLR/Systemkamera<br />

mit Objektiv.“ Das verspricht der WANDRD VEER<br />

BLACK 18 (€ 99,95). Da ich sehr gerne reise, wandere und<br />

dabei viel fotografiere, macht mich das Ding neugierig. Und<br />

überrascht mich gleich beim ersten Test auf einer leichten<br />

Wanderung: Tragekomfort, Leichtigkeit (klar bei nur 443 g),<br />

gute Verarbeitung und ein leichtes Zugreifen auf die gut geschützte<br />

Spiegelreflexkamera plus Objektiv sind sehr gut. Inklusive<br />

dem separat erhältlichen Camera-Cube (€ 49,95) trägt<br />

er auch nur 582 Gramm auf. Er verspricht wasserfestes und<br />

atmungsaktives Material, das Feuchtigkeit einfach abperlen<br />

lässt. Die Reißverschlüsse sind abgedichtet, der leichte Regen<br />

auf der Tour kann ihm jedenfalls nichts anhaben. Das<br />

Material an den Schultergurten und am Rücken – mit dem<br />

aufgeblasenen Rückenpolster drin – fühlt sich gut an. Für das<br />

sensationell kleine Packmaß bietet er einige Fächer zum Verstauen:<br />

Hauptfach für Fotoapparat, Zubehör, Gewand, Deckelfach<br />

für persönliche Accessoires, seitliches Fach für<br />

eine Wasserflasche und ein Organizerfach. Auch gutes Feature:<br />

der seitliche Reißverschluss ist dank des verbauten<br />

Clips diebstahlsicher. Der schützende Foto-Cube ist leicht<br />

aufzublasen, die Kamera leicht zu verstauen und auch recht<br />

einfach seitlich am Körper rauszunehmen. Der Brustgurt ist<br />

höhen- und längenverstellbar. Mir persönlich fehlt lediglich<br />

ein Hüftgurt für den perfekten Sitz.<br />

Fazit: Große Pluspunkte sind das kleine Packmaß und das<br />

geringe Gewicht. Damit ist der Vandrd Veer Back ein idealer<br />

Begleiter für Tagesstadttouren, Spaziergänge und kurze<br />

Wanderungen, auf denen man gut geschützt eine Kamera<br />

dabei haben möchte.<br />

Bei Wanderungen im Hochsommer oder lauschigen Abenden<br />

am See kennt man es: fliegende Plagegeister in Form von<br />

Mücken und allerlei Insekten. Weg ist die Gemütlichkeit.<br />

Der deutsche Outdoor-Spezialist VAUDE schafft Abilfe: Ab<br />

Sommer <strong>2021</strong> sind ausgewählte AntiMos-Modelle mit einer<br />

Greenfirst-Mückenabwehr auf pflanzlicher Basis von natürlichem<br />

Geraniol am Markt (z.B. in Rosen, Currykraut, Koriander,<br />

Lavendel, Lorbeer, Thymian, Zitronenmelisse). Die Wirkstoffe<br />

sind biologisch abbaubar und sorgen dafür, dass Mücken & Co.<br />

das Weite suchen. Die Imprägnierung hält für ca. 20 Wäschen<br />

bei 30° C und sollte danach wieder aufgefrischt werden.<br />

Hochsommer am See war heuer leider noch nicht, aber bei<br />

einigen Wanderungen haben wir die MENS FARLEY ZO PANTS<br />

V und das ROSEMOOR LS SHIRT II ausprobiert. Vorweg:<br />

Sowohl mit der Zipp-off-Wanderhose (UVP € 100,–) als auch mit<br />

dem Outdoorhemd (UVP € 75,–) wurden wir nicht von Moskitos<br />

gefressen und waren stets sehr bequem und mit erhöhtem<br />

UV-Schutzfaktor (50+) unterwegs. Der Härtetest in den Abendstunden<br />

von Lignano oder Gelsenkirchen wird noch erfolgen<br />

müssen.<br />

Auch Kinder profitieren von Vaudes Ideen: Die Kids Caprea<br />

Antimos Pants helfen gegen Mücken und haben zudem eng<br />

anliegenden Zecken-Manschetten an den Beinabschlüssen.<br />

Die erste Wahl für den Waldkindergarten!<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

85


STYLE<br />

BERGAUF<br />

VIER AKTUELLE OUTDOOR-<br />

JACKEN UND -HOSEN IM ÜBERBLICK<br />

FJÄLLRÄVEN ABISKO MIDSUMMER<br />

JACKET M<br />

• leichte, gut belüftete und verstaubare<br />

Jacke, perfekt zum Wandern<br />

in warmem Klima<br />

• schnell trocknendes G-1000-Air-<br />

Stretch aus Bio-Baumwolle und<br />

teilweise recyceltem Polyester<br />

• verstellbare Kapuze<br />

PREIS (UVP): € 229,95<br />

FJÄLLRÄVEN ABISKO MIDSUMMER<br />

ZIP OFF TROUSERS<br />

• leichte, gut belüftete und komprimierbare<br />

Zip-off-Hose, perfekt zum<br />

Wandern in warmem Klima<br />

• aus G-1000-Air-Stretch aus<br />

Bio-Baumwolle und teilweise<br />

recyceltem Polyester sowie anschmiegsamen<br />

Stretchmaterial<br />

PREIS (UVP): € 189,95<br />

www.fjallraven.com<br />

SCHÖFFEL 2,5L JACKET TRIIGI M<br />

• multifunktionale, leichte Trekkingjacke<br />

• wasserdicht durch 20.000 Wassersäule<br />

und verklebte Nähte<br />

• atmungsaktiv und mit Unterarmbelüftung<br />

• ohne Schulternähte für mehr Tragekomfort<br />

• strapazierfähig mit verstärkten Ellbogen<br />

und Schultern<br />

PREIS (UVP): € 245,95<br />

SCHÖFFEL PANTS SAAREMAA M<br />

• optimale Passform durch vorgeformte Knie<br />

• perfekte Bewegungsfreiheit durch<br />

Bodymapping-Technologie<br />

• robuster, wasserabweisender Materialmix<br />

PREIS (UVP): € 149,95<br />

www.schoeffel.com<br />

VAUDE ELOPE JACKE M<br />

• wasserdichte Wanderjacke aus<br />

Recycling-Material<br />

• angeschnittene, im Kragen<br />

verstaubare Kapuze<br />

• Unterarmventilation mit Reißverschluss<br />

• klein verpackbar in der eigenen<br />

Innentasche<br />

• umweltfreundliche, PFC-freie<br />

Imprägnierung<br />

PREIS (UVP): € 200,–<br />

MAIER SPORTS TIND ECO M + W<br />

VAUDE SKARVAN HOSE BIOBASIERT M<br />

• hochelastische, strapazierfähige<br />

Herren-Trekkinghose<br />

• hohe Bewegungsfreiheit, bester<br />

Tragekomfort<br />

• pflegeleicht und schnell trocknend,<br />

mit UV-Schutz 50+<br />

• aus biobasiertem Polyamid<br />

(aus 62 % Rizinusöl)<br />

• zahlreiche Taschen<br />

PREIS (UVP): € 160,–<br />

www.vaude.com<br />

• minimalistische 2,5-Lagen-Jacke, leicht<br />

und mit Mini-Packmaß<br />

• wind- und wasserdicht sowie atmungsaktiv<br />

dank mTEX-10.000-Membrane<br />

• angeschnittene Kapuze, die sich gut<br />

anpassen lässt<br />

• elastisches Material für perfekte<br />

Passform<br />

• umweltfreundliche, PFC-freie<br />

Imprägnierung<br />

PREIS (UVP): ab € 179,95<br />

MAIER SPORTS KERID MIX M + W<br />

• robuste, hochelastische Trekkinghose<br />

mit funktionellem Materialmix<br />

• Einsätze aus besonders abriebfestem<br />

Ripstop-Gewebe<br />

• technischer, besonders komfortabler<br />

Formbund, der schön am Körper<br />

anliegt<br />

• verstellbarer Beinsaum und zusätzliche<br />

Beintasche<br />

PREIS (UVP): ab € 139,95<br />

www.maier-sports.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

86 <strong>SPORTaktiv</strong>


Photo by C. Ziegler<br />

Hiking-Version des ikonischsten Trailrunning-Modells: Ultra Raptor.<br />

Griffige Außensohle aus FriXion-Materialmix, Außenmaterial<br />

aus atmungsaktivem und wasserdichtem Gore-Tex®, oberes Comfort-Collar<br />

zum Schutz des Knöchels und Trail Bite Heel für maximale Stabilität.<br />

Ultra Raptor II Mid: for your mountain, for your hike.<br />

SHOP NOW ON WWW.LASPORTIVA.COM


ZU GAST IN<br />

NIEDER-<br />

ÖSTERREICH<br />

88 <strong>SPORTaktiv</strong>


Powered by<br />

SOMMERSEILBAHNEN IN<br />

NIEDERÖSTERREICH<br />

Anzahl Lifte<br />

Gemeindealpe www.gemeindealpe.at 2<br />

Königsberg – Hollenstein/Ybbs www.koenigsberg.at 1<br />

Lackenhof – Ötscher www.oetscher.at 1<br />

Mönichkirchen – Mariensee www.schischaukel.net 1<br />

Muckenkogel www.sessellift-lilienfeld.at 1<br />

Puchberg am Schneeberg – Wunderwiese www.puchis-welt.at 3<br />

Schilifte Feistritzsattel www.feistritzsattel.at 2<br />

Skilift Bonka www.bonka.at 1<br />

St. Corona am Wechsel – Erlebnisarena www.erlebnisarena.at 1<br />

Zauberberg Semmering – Hirschenkogel www.semmering.com 1<br />

Foto: Niederösterreich Werbung/Robert Herbst<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

89


WENN DER<br />

SCHAFFNER<br />

EIN HANFFASER-PULLI UND FENCHELTEE SIND<br />

ÖKO. EINE BERGTOUR AUF DEN HÖCHSTEN<br />

ZACKEN DES KARWENDELS ABER AUCH!<br />

ZUM<br />

ABENTEUER<br />

PFEIFT<br />

VON SABRINA HÖFLINGER<br />

Das Karwendel ist ein erhabenes<br />

Gebirge. Schroff,<br />

brüchig und oft abweisend<br />

erstreckt es sich auf einer<br />

Länge von rund 45 Kilometern<br />

an der Grenze zwischen Bayern<br />

und Tirol. In den 1930-er, 40-er<br />

und 50-er Jahren schüttelten die beeindruckend<br />

vertikalen, aber gerne<br />

grausam bröseligen Karwendelwände<br />

reihenweise die besten Kletterer der<br />

Epoche ab und warfen sie erbarmungslos<br />

in die Tiefe. Wer das Klettern<br />

hier gelernt hatte, wurde entweder<br />

ein Großer oder starb früh. Des<br />

Karwendels genialster Schüler war<br />

Achttausender-Doppelerstbesteiger<br />

Hermann Buhl aus Innsbruck. Wie<br />

eine Spinne kraxelte er im steilsten<br />

Karwendel-Kalk. Sein Ende kam aber<br />

leider trotzdem viel zu früh: 1957<br />

stürzte er unter einer brechenden<br />

Wechte im Himalaya zu Tode und<br />

wurde bis heute nicht gefunden.<br />

Fotos: Miriam Meyer<br />

90 <strong>SPORTaktiv</strong>


Mit der Bahn<br />

auf den Berg?<br />

Starten kann<br />

man von fast<br />

überall. Wien?<br />

Hamburg? Wir<br />

von München<br />

aus.<br />

Heute staut sich Woche für Woche an<br />

den Toren des Karwendels eine Blechlawine.<br />

Immer mehr ausflugswütige Städter<br />

zieht es in diese noch immer wilde,<br />

ungezähmte Urlandschaft.<br />

Wer heute etwas grundlegend verändern<br />

will, muss klein anfangen. Wir<br />

starten einen Versuch und wollen zeigen,<br />

dass „öko sein“ nicht nur etwas für Fencheltee<br />

trinkende Hanffaser-Pulli-Träger<br />

oder die Grünen der 1980er-Jahre ist,<br />

sondern auch dem Bergsteiger eine<br />

grundlegend neue Perspektive bietet.<br />

Mit „Ökostrom und Muskelkraft“ lautet<br />

unsere Devise. In zwei Tagen wollen wir<br />

von München aus mit einem minimalen<br />

ökologischen Fußabdruck den höchsten<br />

Karwendelgipfel, die Birkkarspitze<br />

(2749 m), erreichen. Vor uns liegen<br />

rund 120 Kilometer im Zug, 18 Kilometer<br />

auf dem E-Bike, eine urige Hüttenübernachtung<br />

im Karwendelhaus<br />

(1765 m) und knapp 1000 Höhenmeter<br />

zu Fuß – die einfache Strecke!<br />

Los geht’s! Um Mittag starten wir in<br />

München am geschäftigen Hauptbahnhof,<br />

wo Wanderer mit großem Rucksack<br />

eher wie Exoten wirken. Die Hektik und<br />

der Lärm der Tausenden Metropolisten<br />

und Geschäftsreisenden lässt die Sehnsucht<br />

nach der Ruhe des Karwendels<br />

steigen. Raus aus dem urbanen Beton,<br />

rein in die wilde Natur! Die Deutsche<br />

Bahn bringt uns in knapp zwei Stunden<br />

Fahrtzeit zum Eingang in Österreichs<br />

größten Naturpark nach Scharnitz. Bereits<br />

seit 2018 sind alle Fernreisenden<br />

der Bahn mit 100 Prozent Ökostrom<br />

unterwegs. Als zwischen Eschenlohe und<br />

Garmisch die Bahnschienen kurz parallel<br />

zur Bundesstraße verlaufen und wir<br />

die Blechlawine überholen, können wir<br />

etwas Schadenfreude kaum verbergen,<br />

grinsen aus den breiten Panoramafenstern<br />

und freuen uns über unsere stressfreie<br />

Anreise.<br />

Mit elektronischem Rückenwind<br />

Am Bahnhof Scharnitz angekommen,<br />

schwingen wir uns in die Sättel unserer<br />

vorab reservierten E-Mountainbikes.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

91


Am Museum Holzerhütte vorbei zweigt<br />

unser Weg nach circa einem Kilometer<br />

links in das zu Beginn liebliche Karwendeltal<br />

ab. Spätestens jetzt haben wir die<br />

Hektik am Parkplatz vergessen.<br />

Nach zwei Stunden haben wir die 850<br />

Höhenmeter überwunden und kommen<br />

an der traditionellen Berghütte Karwendelhaus<br />

(1765 m) an. Hier werden wir<br />

unser Nachtlager aufschlagen. Die E-<br />

Bikes laben sich an der Steckdose.<br />

Die 1908 erbaute Schutzhütte verfügt<br />

über ein eigenes Wasserkraftwerk, das<br />

die Hütte mit Strom versorgt, und eine<br />

vollbiologische Kläranlage, wie uns Hüttenwirt<br />

Andreas erzählt. Seit 30 Jahren<br />

wird das Karwendelhaus von seiner Familie<br />

geführt, vor 12 Jahren hat er es<br />

selbst von seinem Vater übernommen.<br />

Sowohl der Großvater als auch der<br />

Ur-Großvater waren bereits Hüttenwirte.<br />

Da kann man wohl getrost von einem<br />

„Hüttenwirt-Gen“ sprechen.<br />

Andreas Arbeitstage starten um 6.15<br />

Uhr früh und enden gegen 23.30 Uhr<br />

abends. Weniger Beruf, mehr Berufung<br />

muss das sein. „Über mir gibt’s bloß den<br />

lieben Gott“, witzelt der sympathische<br />

Familienvater und deutet damit an, dass<br />

ein Hüttenwirt auch mal durchgreifen<br />

muss. Doch das sei selten der Fall, die<br />

meisten Gäste respektieren die Regeln<br />

der Hütte. Um 22 Uhr schickt er uns ins<br />

Nachtlager – ein rustikales Matratzenlager<br />

mit muffigen Schweißfüßen und<br />

schnarchenden Gipfelstürmern. Ob<br />

Allein schon das Karwendelhaus wäre die<br />

Reise wert. Aber wir wollen noch höher<br />

hinaus. Der Gipfel ruft!<br />

Hermann Buhl und seine Seilpartner vor<br />

gut 70 Jahren dieses Mikroklima als<br />

Kraftquelle für ihre Erstbesteigungen gesehen<br />

haben? Wir glauben fest daran,<br />

schließen die Augen und träumen uns<br />

an die Fersen der frühen Bergsteigerlegenden.<br />

Per Pedes zum Höhepunkt<br />

Frühmorgens reißt uns der Wecker aus<br />

unseren Träumen. Auf einmal hängen<br />

wir nicht mehr am Hanfseil von Hermann.<br />

Vor uns liegt der profane Weg eines<br />

normalen Wanderers – bei Weitem<br />

nicht senkrecht, Seil und Kletterausrüstung<br />

brauchen wir heute nicht. Wir werden<br />

mit dieser Tour auf die Birkkarspitze<br />

sicher keine Legenden, unser Weg ist<br />

durchwegs markiert, wir wissen, es wird<br />

keine Erstbesteigung. Aber dafür ist die<br />

Geröllfelder und Steige erfordern<br />

Trittsicherheit, dann ist die Birkkarspitze<br />

auf 2749 m erreicht. Voll öko!<br />

Route landschaftlich beeindruckend und<br />

der Weg wird uns bis ganz aufs Dach des<br />

gesamten Karwendels führen. Höher<br />

war auch Hermann in diesem Gebirge<br />

nie! Der Blick aus dem Fenster verrät: Es<br />

ist trocken, der Wetterbericht hatte<br />

recht. Lediglich einige Wolken und Nebelschwaden<br />

ziehen in einer fast schon<br />

mystischen Stimmung durch die schroffen<br />

Felsformationen. Beim Frühstück<br />

treffen wir Bergführer Franz. Der<br />

Ur-Tiroler ist auf dem Karwendelhaus<br />

Stammgast. Seit über 30 Jahren führt er<br />

Gäste durch das Karwendel. Mittlerweile<br />

ist er sogar Ausbilder bei der Alpinpolizei.<br />

Als er von unserer Tour mit Bahnreise,<br />

E-Bike und zu Fuß, was ja noch<br />

vor uns liegt, erfährt, zollt er uns so etwas<br />

wie Respekt – der Öko-Ansatz gefällt<br />

ihm.<br />

Auch Franz hat heute die Birkkarspitze<br />

vor sich. Natürlich kennt er das Karwendel<br />

wie seine Westentasche und<br />

mahnt uns, worauf es ankommt: immer<br />

das Wetter im Blick behalten und sich<br />

nicht selbst überschätzen. Wir sind immerhin<br />

im Hochgebirge und weit weg<br />

von schnellen, helfenden Händen im<br />

Notfall. Diesen Rat nehmen wir ernst,<br />

packen unsere Rucksäcke und bereiten<br />

uns auf die heutige Krönung unseres<br />

Bergabenteuers vor.<br />

92 <strong>SPORTaktiv</strong>


Zunächst führt uns ein schmaler<br />

Pfad durch eine Stahlverbauung, die<br />

die Hütte im Winter vor Lawinen<br />

schützt. Altschneefelder sind auf dieser<br />

Höhe noch bis in den Juni hinein anzutreffen<br />

und der erste Schnee legt sich<br />

gerne bereits im September auf die<br />

schroffen Felsen nieder. Nach kurzer<br />

Zeit überschreiten wir die Bewuchsgrenze<br />

auf circa 1800 Meter und gelangen<br />

an die ersten Geröllfelder. Die<br />

Steinschlaggefahr ist omnipräsent,<br />

Konzentration und vorsichtiges Treten<br />

sind das Gebot der Stunde. Durch das<br />

Schlauchkar steigen wir über viel loses<br />

Geröll zum Schlauchkarsattel auf. Fast<br />

geschafft. Hier beginnt ein mit Drahtseil<br />

gesicherter Steig, der unbedingt<br />

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit<br />

erfordert. Nach circa zweieinhalb Stunden<br />

stehen wir am Gipfel. Ein tiefes<br />

Gefühl der Zufriedenheit macht sich<br />

in uns breit. Und trotzdem kennen wir<br />

natürlich die alte Bergsteigerweisheit:<br />

„Einen Berg hast du erst dann bezwungen,<br />

wenn du wieder unten bist!“ Die<br />

umliegenden Berggipfel sind wolkenverhangen<br />

und mahnen zum baldigen<br />

Aufbruch. Ein Gewitter hier oben wollen<br />

wir wirklich nicht erleben.<br />

Kurz vor dem Karwendelhaus reißt<br />

dann die Wolkendecke urplötzlich auf.<br />

War es Gottes Belohnung oder Gottes<br />

Geschäftssinn? Wie auch immer, wir<br />

nehmen die Wetterbesserung gerne an<br />

und genießen bei einem ausgiebigen<br />

Mittagessen auf der Terrasse des Karwendelhaus<br />

die ersten Sonnenstrahlen<br />

des Tages.<br />

Sind wir jetzt Öko-Helden?<br />

Wir packen die Rucksäcke und satteln<br />

unsere geladenen E-Bikes. Zeit zum<br />

Heimfahren. Stolz und etwas erschöpft<br />

rollen wir das lange Tal hinunter nach<br />

Scharnitz. Am Bahnhof angekommen<br />

geben wir unsere Leihfahrräder zurück<br />

und setzen uns zufrieden in den Zug<br />

zurück nach München.<br />

Das Dosenbier vom Bahnhofskiosk<br />

schmeckt, unsere verschwitzten Merino-Shirts<br />

dampfen. Es braucht keinen<br />

lauwarmen Fencheltee oder atmungspassive<br />

Hanffaser-Pullis um öko zu<br />

sein – oder für uns schöner gesagt: der<br />

Natur und dem Klima etwas Gutes zu<br />

tun. Für Bergsteiger wie uns reicht ein<br />

kleiner Spurwechsel vom Asphalt auf<br />

die Schiene. So minimieren wir unseren<br />

ökologischen Fußabdruck ohne auf<br />

etwas vom Bergerlebnis verzichten zu<br />

müssen. Im Gegenteil: Das Abenteuer<br />

profitiert – nicht nur von unserem<br />

guten Gewissen.<br />

INFO I<br />

Für diese Tour solltest du in deinen<br />

Rucksack packen: Bergschuhe, wasser-<br />

und winddichte Jacke, Wechselklamotten,<br />

Fahrradhelm, Wanderstöcke,<br />

große Trinkflasche, Sonnencreme,<br />

Schlafsack, Erste-Hilfe-Set<br />

Die Übernachtung kostet:<br />

für Alpenvereinsmitglieder:<br />

13 € im Lager ohne Frühstück<br />

für Nicht-Alpenvereinsmitglieder:<br />

29 € im Lager ohne Frühstück<br />

E-Bike-Vermietung in Scharnitz:<br />

öffentlicher Fahrradverleih am Campingplatz<br />

Karwendelcamp in Scharnitz:<br />

www.radverleih-scharnitz.at<br />

Fahrradverleih auf Anfrage beim Café<br />

an der Länd: www.seefeld.com/<br />

a-cafe-in-der-laendbar<br />

Kosten für E-Mountainbikes:<br />

ca. 40 €/Tag<br />

INFO II<br />

E-Bike&Hike auf die Birkkarspitze<br />

(2749 Meter):<br />

Bike: 850 hm, 18 km, ca. 3 h<br />

Hike: 950 hm, ca. 3 km, ca. 3 h<br />

Beste Zeit: Ende Juli bis Mitte September<br />

(dann, wenn das Schlauchkar<br />

schneefrei ist)<br />

Am besten beim Hüttenwirt des<br />

Karwendelhauses über die aktuellen<br />

Bedingungen am Berg erkundigen:<br />

www.seefeld.com/a-karwendelhaus<br />

+43 720/98 35 54. Im Vorfeld<br />

reservieren!<br />

Sonstige Infos:<br />

Wer den Naturpark Karwendel als<br />

Ganzes mit seinen wildromantischen<br />

Schluchten kennenlernen möchte,<br />

findet alle relevanten Informationen<br />

mit Tourenbeschreibungen, Anreise<br />

und Unterkünften unter<br />

www.seefeld.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

93


GUT GEPLANT<br />

IN 15 MINUTEN<br />

TOURENPLANUNG WIRD<br />

GERNE STIEFMÜTTERLICH<br />

BEHANDELT. DABEI GIBT SIE<br />

DEN WICHTIGEN SICHER-<br />

HEITSVORSPRUNG AUF<br />

DER TOUR. DER AUFWAND<br />

DAFÜR IST DANK DIGITALER<br />

HELFER HEUTE MINIMAL.<br />

VON MATTHIAS PILZ<br />

Bei der Tourenplanung können<br />

wir kritische Gefahrenstellen<br />

erkennen und uns<br />

Strategien zum Umgang damit<br />

im „Trockenen“ überlegen, ohne<br />

schon der Gefahr ausgesetzt zu sein.<br />

Ich möchte hier jedoch das Thema<br />

Tourenplanung einmal nicht theoretisch<br />

oder in Form einer Checkliste<br />

abhandeln, sondern einfach eine Tour<br />

exemplarisch planen. Vielleicht ist ja<br />

auch für dich der eine oder andere<br />

Tipp dabei. Ich verwende zur Planung<br />

das Naturfreunde-Tourenportal<br />

www.tourenportal.at – mit vergleichbaren<br />

Portalen funktioniert es aber genauso.<br />

Top-Tourenplanung, die eine<br />

Tour sicherer, komfortabler, schöner<br />

macht, braucht bloß 15 Minuten!<br />

Vorab habe ich schon einen kurzen<br />

Blick auf die neuesten Posts in den sozialen<br />

Medien geworfen und weiß daher:<br />

Meine Wunschtour ist immer viel<br />

begangen. Der Wetterbericht im Radio<br />

hat sonnige Auflockerungen prophezeit.<br />

Bei mir liegt zudem ganzjährig der<br />

Wanderführer am Couchtisch, ab und<br />

zu studiere ich im Buch und markiere<br />

mir interessante Touren für den Sommer.<br />

Also starten wir:<br />

Foto: Martin Edlinger, Matthias Pilz<br />

94 <strong>SPORTaktiv</strong>


Tourenplanung erfolgt sinnvollerweise<br />

daheim und nicht erst<br />

am Smartphone am Parkplatz,<br />

wie es viele tun.<br />

00:00:00<br />

Auf Basis von<br />

diversen Informationen,<br />

z. B. einem Posting in<br />

sozialen Medien oder einfach einer<br />

eigenen Idee, wähle ich eine Tour<br />

aus: den Großen Buchstein in der<br />

Steiermark.<br />

00:00:42<br />

Ein kurzer Blick<br />

in den Wanderführer<br />

zeigt die Key-Facts zur Tour:<br />

Etwas mehr als 1600 Höhenmeter<br />

Aufstieg, Schwierigkeitsgrad schwer,<br />

Dauer etwa neun Stunden.<br />

00:01:17<br />

Ein kurzer zusätzlich<br />

Check<br />

des Wetterberichts für morgen in<br />

der Wetter-App meines Vertrauens.<br />

Der Wetterbericht fürs Wochenende<br />

ist prinzipiell zwar gut, samstags<br />

sind nachmittags jedoch kräftige<br />

Wärmegewitter zu erwarten. Der<br />

Sonntag bleibt gewitterfrei und<br />

strahlend sonnig.<br />

00:02:23<br />

Ein weiterer<br />

Check, ob die<br />

Tour eigentlich zu meinem und<br />

dem Niveau meiner Begleiter passt.<br />

Alle sind fit, haben das ganze Frühjahr<br />

trainiert und waren viel unterwegs.<br />

Allerdings sind, wie ich weiß,<br />

die 1650 Höhenmeter für einen Begleiter<br />

an seiner Leistungsgrenze.<br />

00:03:12<br />

Blick auf www.<br />

tourenportal.at:<br />

Mit meinem Pro-Account zeichne<br />

ich auf Basis der ÖK-Karte (im<br />

Tourenportal „Topo“) rasch die<br />

Tour aus dem Wanderbuch ab. Dabei<br />

verwende ich das automatische<br />

Routing („Magnet“) und kann so<br />

die Tour rasch und unkompliziert<br />

erstellen. Auf genaue Details achte<br />

ich noch nicht.<br />

00:05:11<br />

Noch einmal<br />

checke ich meine<br />

Route Abschnitt für Abschnitt<br />

mit drei Karten ab: ÖK (Topo),<br />

Hangneigung und Luftbild. Dabei<br />

starte ich am Parkplatz und stelle<br />

mir aufgrund des Kartenbildes das<br />

Gelände wie in einem 3D-Flug vor.<br />

Ich stelle mir vor, wie das Gelände<br />

und die Situation in der Natur aussehen.<br />

Sehr oft wechsle ich zwischen<br />

den Kartenansichten – so erkenne<br />

ich alle Gefahrenstellen und<br />

überlege mir, wie ich damit umgehen<br />

kann. Kurz unter dem Gipfel<br />

erkenne ich einen steilen, westseitig<br />

gelegenen Abschnitt – hier können<br />

im Frühsommer noch Schneefelder<br />

liegen. Diese Stelle könnte auch mit<br />

zusätzlichem Zeitaufwand oder<br />

Ausrüstungsbedarf verbunden sein<br />

(z.B. Grödel).<br />

Insgesamt erscheint mir die Tour<br />

an unserer Leistungsgrenze. In Anbetracht<br />

des unsicheren Wetterberichts<br />

entschließen wir uns, die<br />

Tour mit einer Hüttenübernachtung<br />

am Buchsteinhaus zu machen<br />

– dieses wird zudem im Buch als<br />

besonders schön empfohlen! Dadurch<br />

ist die Gewittergefahr am<br />

Samstagabend kein Problem und<br />

die körperlichen Anstrengungen<br />

teilen sich auf zwei Tage auf.<br />

00:10:05<br />

Ich speichere die<br />

Tour ab und<br />

übertrage sie auf mein Smartphone,<br />

zusätzlich drucke ich die Tour auf<br />

Papier aus.<br />

00:10:59<br />

Ich rufe auf der<br />

Hütte an, um<br />

unsere Übernachtungsplätze zu reservieren.<br />

Zudem erkundige ich<br />

mich nach dem Schneefeld unter<br />

dem Gipfel. Der Wirt berichtet<br />

MATTHIAS PILZ<br />

ist Bergsportler, Ausbildner der<br />

Naturfreunde Österreich für<br />

Klettern, Hochtouren und Skitouren.<br />

www.naturfreunde.at,<br />

www.tourenportal.at<br />

zwar von einer guten Spur, allerdings<br />

sind Grödel sinnvoll.<br />

00:12:51<br />

Ich informiere<br />

meine Freunde<br />

über die Tour und wir besprechen<br />

das zusätzlich zur normalen Ausrüstung<br />

notwendige Material (Grödel,<br />

Hüttenschlafsack, Erste-Hilfe-Packerl,<br />

Biwaksack) und wir machen<br />

uns eine Fahrgemeinschaft aus.<br />

Selbstverständlich wird diese<br />

Form der Tourenplanung für Einsteiger<br />

oder weniger Geübte in dieser<br />

kurzen Zeit und diesem Detailgrad<br />

nicht möglich sein. Das<br />

Beispiel zeigt aber plakativ, mit wie<br />

wenig Aufwand eine Tourenvorbereitung<br />

in kurzer Zeit und sehr hoher<br />

Qualität gelingen kann. Logischerweise<br />

kann es während der<br />

Tourenplanung auch mir passieren<br />

– und das ist etwas sehr Positives –,<br />

dass eine Tour aus irgendeinem<br />

Grund verworfen und eine Alternativtour<br />

geplant werden muss.<br />

Die hier beschriebene Planung ist<br />

nur der erste Schritt. Während der<br />

Tour beobachte und vergleiche ich<br />

die Verhältnisse in der Natur ständig<br />

mit der Situation (Schneefelder,<br />

Wetter …), die ich mir in der<br />

Planung vorgestellt habe. Diese<br />

Beobachtungen lasse ich in meine<br />

Tourengestaltung einfließen und<br />

passe meine Tour ständig den<br />

Verhältnissen an.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

95


1 2<br />

WEXL TRAILS<br />

St. Corona am Wechsel (NÖ)<br />

T. +43 (0) 26 41/210 09<br />

E-Mail: info@wexltrails.at<br />

www.wexltrails.at<br />

3 4<br />

1<br />

ZUERST EINMAL<br />

EINGROOVEN<br />

Bist du erst einmal vor Ort, willst du<br />

sofort rein ins Getümmel und dir deine<br />

Bikepark-Zeit holen. Doch: Man sollte<br />

sie nicht unterschätzen, die erste und<br />

letzte Abfahrt. Sie sind die tückischsten.<br />

Darum: zuerst mal eine gemütliche<br />

Runde auf der einfachsten Strecke<br />

drehen, Sprünge und schwierige<br />

Passagen vorerst auslassen.<br />

Auf den Wexl Trails empfehlen wir dir<br />

den „Bergabradweg“. Der Trail wurde<br />

extra für Einsteiger gebaut und bietet<br />

eine noch einfachere Abfahrt als auf dem<br />

Flowtrail. Perfekt zum Eingrooven.<br />

2<br />

STEP BY STEP<br />

VIER TIPPS FÜR ABWECHSLUNG UND DEN<br />

RICHTIGEN EINSTIEG IM BIKEPARK.<br />

FLOWTRAIL IN ALLER MUNDE<br />

UND UNTER ALLEN RÄDERN<br />

Als Anfänger will man es so einfach wie<br />

möglich haben, man mag sich keine<br />

Sorgen um eventuelle Gefahren oder<br />

Hindernisse machen. Also: ab auf den<br />

Flowtrail. Sicherheit steht hier an<br />

oberster Stelle. Der Trail ist mindestens<br />

zwei Meter breit, Tables können ohne<br />

Probleme überrollt werden und vor<br />

Gaps muss man sich auch nicht<br />

fürchten.Volle Konzentration auf die<br />

richtige Fahrtechnik und weg mit dem<br />

Angstgefühl. Und das Gute an Flowtrails:<br />

sie können nahezu mit allen<br />

Mountainbikes befahren werden.<br />

3<br />

SINGLETRAILS UND<br />

DOWNHILL-LINES<br />

Steigere von leicht nach schwer. Lassen<br />

sich die blauen Trails mit Leichtigkeit,<br />

Flowgefühl und viel Sicherheit befahren,<br />

kann man sich an die nächste Stufe<br />

wagen. Rote Strecken wie der Singletrail<br />

in St. Corona am Wechsel haben schon<br />

ein paar knifflige Stellen eingebaut. Der<br />

erste Run dient zur Besichtigung! Beim<br />

zweiten Run kannst du die Geschwindigkeit<br />

erhöhen.<br />

Auf der Downhillstrecke des Trailcenters<br />

in Niederösterreich warten dann<br />

schon viel mehr anspruchsvolle Stellen<br />

und die Schwierigkeitsskala ist auf<br />

„schwarz“ geklettert. Erst wenn du dir<br />

sicher auf den roten Strecken bist,<br />

wechsle auf die schwarze Strecke. Passiert<br />

das nicht bei deinem ersten Besuch,<br />

dann einfach beim nächsten! Die Saison<br />

geht bis in den November rein.<br />

4 JUMPLINES<br />

Sieht so einfach aus und jeder<br />

macht’s! Aber: Jumplines sind zwar der<br />

große Hype, kommen jedoch nicht<br />

umsonst aus dem „Slopestyle“-Bereich.<br />

Sie sind gebaut für geübte Biker, die<br />

schon viel Erfahrung mit Sprüngen<br />

haben und Airtime lieben. Auch wenn es<br />

noch so cool und easy aussieht, unterschätzt<br />

sie nicht. Es beginnt bereits bei<br />

der richtigen Verhaltensweise auf<br />

Jumplines, denn stehen bleiben inmitten<br />

der Jumpline ist ein absolutes „No-Go“.<br />

Und das kann als Anfänger schon mal<br />

passieren, wenn der kommende Sprung<br />

zu heftig wirkt. Daher bitte unbedingt<br />

zuerst die Sprünge auf Flowtrails und<br />

Singletrails sauber absolvieren und dann<br />

erst auf Jumplines umsteigen.<br />

ANZEIGE / Fotos: Wexl Trails<br />

96 <strong>SPORTaktiv</strong>


YOUR DYNAFIT RACE OUTFIT


Foto: Niederösterreich Werbung/ Stefan Fuertbauer (www.stefanfuertbauer.com)<br />

GENUSSVOLLES RADELN<br />

IN NIEDERÖSTERREICH<br />

In den Weinbergen<br />

TERREICH-WERBUNG<br />

und Hügeln, an<br />

Flüssen oder entlang<br />

von Kultur-<br />

Logo<br />

denkmälern: Wir<br />

stellen die schönsten<br />

Touren vor.<br />

vorgaben – Stand: Dezember 2020<br />

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Breite<br />

MEHR INFOS:<br />

www.niederoersterreich.at<br />

98 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

Zwischen saftig grünen Weinreben,<br />

direkt am kühlen Fluss,<br />

herrlich eben auf ehemaligen<br />

Bahntrassen oder entlang von<br />

zahlreichen kulturellen Highlights führen<br />

die Radrouten in Niederösterreich!<br />

Wahre Genussradler schätzen außerdem<br />

die kulinarische Vielfalt am Weg: ob<br />

Haubenlokal, traditionelles Wirtshaus<br />

oder Heurigen – in Niederösterreich<br />

macht man beim Radfahren auch gern<br />

mal Rast.<br />

Donauradweg<br />

Nicht umsonst gilt der Donauradweg als<br />

einer der beliebtesten Radwege Europas.<br />

Rund 260 Kilometer verläuft er in Niederösterreich<br />

und punktet mit abwechslungsreichen<br />

Streckenabschnitten. Besonders<br />

bemerkenswert ist auch die kulturelle<br />

Vielfalt, die Radler am Weg erwartet.<br />

So führt die Radroute zu den<br />

Stiften Melk und Klosterneuburg, zur<br />

Römerstadt Carnuntum und den Kulturhighlights<br />

in Krems wie der Kunsthalle<br />

Krems.<br />

Den Weinviertel DAC erradeln<br />

Köstlich radelt man im Weinviertel!<br />

Auf rund 55 Kilometern führt die<br />

Weinviertel-DAC-Radtour durch die<br />

sanft hügelige Landschaft und dabei an<br />

malerischen Kellergassen vorbei. Ausgangspunkt<br />

ist die Weinstadt Retz, die<br />

mit der Retzer Windmühle und dem<br />

Erlebniskeller schon einige Sehenswür-


Foto: Niederösterreich Werbung/ Martin Matula Foto: Waldviertel Tourismus, Studio Kerschbaum<br />

digkeiten bietet. Tipp: Den Weinviertel<br />

DAC kann man am Weg bei den<br />

Heurigen genießen.<br />

Vom Buckl zum Berg<br />

Wenn es ein wenig sportlicher sein<br />

darf, aber der Genuss nicht auf der<br />

Strecke bleiben soll, dann ist die „Vom<br />

Buckl zum Berg“-Route genau das<br />

Richtige! Hier in der Buckligen Welt<br />

warten einerseits herrliche Aussichtsplätze,<br />

die einen zum Staunen bringen<br />

– und andererseits ausgezeichnete<br />

Spezialitäten bei Wirtshäusern der<br />

„Niederösterreichischen Wirtshauskultur.“<br />

Thayarunde<br />

Eine Route, die auch perfekt für junge<br />

Familien zu befahren ist, aber auch für<br />

Radler aller Altersklassen, ist die<br />

Thayarunde im Waldviertel. Da sie<br />

entlang von ehemaligen Bahntrassen<br />

verläuft, ist sie sehr flach. Der namensgebende<br />

Fluss verschafft Abkühlung<br />

an heißen Sommertagen und ist<br />

zu jeder Jahreszeit ein schöner Anblick!<br />

Kaiser-Klöster-Künstler-Tour<br />

Mit dem Trekking-E-Bike oder dem<br />

E-Mountainbike lässt sich diese neue<br />

Radroute im Wienerwald perfekt befahren.<br />

Unterwegs wird die Geschichte<br />

des Wienerwalds als Sitz für Klöster,<br />

die Verbindung mit der Kaiserfamilie<br />

und Künstlern veranschaulicht. Zahlreiche<br />

Heurigen und radfreundliche<br />

Gastgeber sorgen für Genuss am Weg.<br />

Traisental-Radweg<br />

Zwischen idyllischen Terrassenweingärten<br />

und weiten Feldern verbindet der<br />

Traisental-Radweg Niederösterreichs<br />

Landeshauptstadt St. Pölten mit Mariazell.<br />

Auf der Strecke bieten die St.<br />

Pöltner Seen und der Traisen-Fluss Abkühlung.<br />

Sehenswürdigkeiten am Weg<br />

sind zum Beispiel das Museum Niederösterreich,<br />

das Stift Herzogenburg oder<br />

das Kameltheater Kernhof.


„DAS ABENTEUER<br />

HAT AUCH MICH<br />

JAKOB HORVAT IST PER<br />

ANHALTER VON WIEN<br />

NACH SÜDAMERIKA UND<br />

DANACH UM DIE GAN-<br />

ZE WELT GEREIST. EIN<br />

ABENTEUER, DAS IHM<br />

EINEN NEUEN BLICK AUF<br />

DEN ZUSTAND DER ERDE<br />

UND AUF SICH SELBST<br />

ERÖFFNET HAT UND DAS<br />

SEIN LEBEN VON GRUND<br />

AUF VERÄNDERT HAT.<br />

INTERVIEW: KLAUS MOLIDOR<br />

GEFUNDEN“<br />

Fotos: Jakob Horvat<br />

100 <strong>SPORTaktiv</strong>


Jakob Horvat hat<br />

auf seiner Weltreise<br />

viel erlebt. Vom Start<br />

am Matzleinsdorfer<br />

Platz, über tierische<br />

Reisegefährten bis zum<br />

Amazonasregenwald<br />

Wo trifft man sich mit<br />

einem Weltenbummler,<br />

der ohne Flugzeug<br />

den Atlantik überquert<br />

hat und ein Jahr<br />

lang um die Welt gereist ist? Sicher nicht<br />

drinnen und sicher nicht virtuell. „Wir<br />

könnten“, schlage ich vor, „uns im Freien<br />

treffen und spazieren beim Reden“.<br />

Ganz coronakonform also. „Gerne“,<br />

schreibt Jakob Horvat flugs zurück. „Allerdings<br />

bin ich gerade in Costa Rica.“<br />

Dort, so stellt sich heraus, lebt der<br />

35-jährige ehemalige ORF-Journalist<br />

seit Februar mit seiner Freundin Andrea.<br />

Statt über die österreichische Innenpolitik<br />

zu berichten, bietet er Coachings an,<br />

Live-Meditationen, Yogastunden und<br />

wöchentliche Podcasrs. Also verabreden<br />

wir uns auf Zoom. Bei ihm ist früher<br />

Morgen, bei uns Nachmittag.<br />

Jakob, was sagt dir der Name Douglas<br />

Adams?<br />

Hmmm. Douglas Adams. Nichts.<br />

Das ist der Autor der Serie „Per Anhalter<br />

durch die Galaxis“ – was irgendwie<br />

deine Reise gut trifft.<br />

Ah, ja klar, die sagt mir schon etwas.<br />

Stimmt aber nicht ganz. Per Anhalter<br />

bin ich 2016/17 nach Amerika gereist.<br />

Danach aber sehr wohl mit ganz herkömmlichen<br />

Reisemitteln.<br />

Was war denn die Initialzündung für<br />

die Tramping-Reise um die Welt?<br />

Kennst du das, wenn eine Glut so dahinschwelt,<br />

und dann wirfst du etwas<br />

hinein, das sehr leicht Feuer fängt. Und<br />

es erzeugt eine Stichflamme? Die Glut<br />

war bei mir, dass ich als ORF-Journalist<br />

für den „Report“ in der Flüchtlingsbewegung<br />

Geschichten gemacht habe. Ein<br />

halbes Jahr bin ich an all die möglichen<br />

Orte gefahren, Flüchtlingslager, an die<br />

Grenzen, Bosnien, Serbien, Ungarn und<br />

hab dort die Fremden, vor denen so viele<br />

Menschen Angst gehabt haben, kennengelernt<br />

auf eine Art und Weise, die<br />

teilweise sehr schmerzhaft war. Ich hab<br />

das nicht so weghalten können von mir,<br />

wie man das als Journalist vielleicht tun<br />

sollte. Mich haben die Geschichten der<br />

Menschen berührt und dadurch hat sich<br />

mein Blickwinkel auf die Fremde verändert.<br />

Gleichzeitig hab ich für das Fernsehen<br />

berichtet über die Angst vor den<br />

fremden Menschen, die da kommen.<br />

Daraus ist ein Konflikt entstanden, mit<br />

dem ich zunächst nicht so viel anfangen<br />

konnte. Aber das war die Glut.<br />

Und der Zunder, der die Stichflamme<br />

ausgelöst hat?<br />

In der Zeit hat mich mein Freund Martin<br />

aus Norwegen gefragt, wie das wäre,<br />

wenn wir alles zurücklassen für einen<br />

bestimmten Zeitraum, um so langsam<br />

wie möglich Richtung Westen zu reisen,<br />

ohne Fliegen den Kontinent zu wechseln<br />

nur mit der Hilfe von fremden Menschen.<br />

Da ist die Glut ein bisschen aufgeflammt.<br />

Vier Wochen später habe ich<br />

beim Geburtstag meines Vaters gesagt:<br />

„Leute, ich glaub, ich werde eine Weltreise<br />

machen und ich glaub auf eine<br />

recht ungewöhnliche Art und Weise.“<br />

Per Anhalter zu reisen ist ja DIE Art und<br />

Weise um mit Menschen in Kontakt zu<br />

kommen. Und die Fremde auf eine ganz<br />

neue Art und Weise kennenzulernen.<br />

Aus eigener, minimaler Autostopp-<br />

Erfahrung: Da braucht man eine<br />

hohe Frustrationstoleranz.<br />

Die entwickelt man. Man lernt, an<br />

Tankstellen und Rastplätzen mit Leuten<br />

ins Gespräch zu kommen und auch,<br />

dass es egal ist, wie schnell man vorankommt.<br />

Die Absurdität des Vorhabens<br />

hat mich vor allem am Anfang immer<br />

wieder überwältigt. Nach Südamerika!<br />

Und dann sind wir die ersten Stunden<br />

nicht einmal aus Wien rausgekommen.<br />

Irgendwann war der Spaß dann aber<br />

wohl weg.<br />

Das erste wirkliche Tief war in Spanien<br />

an einem Kreisverkehr nach Barcelona.<br />

Dort nimmt einen ja schon gar keiner<br />

mit, weil die Spanier sehr reserviert sind.<br />

Nach vier Stunden sind wir frustriert in<br />

ein Restaurant gegangen, haben ein Baguette<br />

gegessen und einen Whisky getrunken.<br />

Plötzlich sagt Martin mit Blick<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

101


Die Reise hat<br />

Jakob Horvat<br />

so tief mit der<br />

Natur verbunden<br />

wie nie<br />

zuvor.<br />

auf unsere Rucksäcke: Schau, wie gut es<br />

uns geht, dass wir diese Reise machen<br />

können, das größte Abenteuer unseres<br />

Lebens, für das wir ein Jahr Zeit haben.<br />

Da sind uns beiden die Tränen gekommen<br />

und wir hatten ein unglaubliches<br />

Glücksgefühl und gedacht: Das ist es.<br />

Die Frustration zu erleben, einen Weg<br />

heraus zu finden und stärker aus der Situation<br />

rauszugehen. Danach sind wir raus<br />

auf die Straße und glaub es oder nicht: 10<br />

Minuten später hat uns wer mitgenommen.<br />

Dadurch bildet sich ein mentaler<br />

Muskel, der es einem ermöglicht, beim<br />

nächsten Mal noch einen größeren<br />

Schritt hinauszugehen aus der Komfortzone.<br />

Rückblickend gesehen waren das<br />

die einzelnen Schritte, die notwendig waren,<br />

damit ich überhaupt erst so was mache<br />

wie eine Atlantiküberquerung.<br />

Einem Lkw-Fahrer hast du gesagt: „Ich<br />

suche Abenteuer“. Hast du das Abenteuer<br />

gefunden oder hat das Abenteuer<br />

dich gefunden?<br />

Ich glaube, wir haben einander gefunden.<br />

Zunächst hab ich entschieden per<br />

Anhalter von Wien nach Amerika zu reisen<br />

und dann schauen wir weiter. Ich<br />

hatte sonst nichts geplant. Die Suche<br />

nach dem Abenteuer im Außen hat mich<br />

nach und nach auf ein Abenteuer im Innen<br />

geführt. Das war unerwartet und<br />

ungeplant und damit hat das Abenteuer<br />

auch mich gefunden, weil ich gelernt<br />

habe, mich drauf einzulassen. Durch Erfahrungen<br />

wie die Seekrankheit am Atlantik,<br />

die furchtbar war, hab ich zum<br />

ersten Mal in meinem Leben gelernt,<br />

mich einzulassen auf das, was gerade da<br />

ist. Auch wenn es unangenehm und<br />

schmerzhaft ist. Dadurch ist die Reise<br />

erst so verlaufen, wie sie verlaufen ist.<br />

Eine Reise, die auch einen ganz anderen<br />

Menschen aus dir gemacht hat.<br />

Die Tragweite habe ich da noch nicht so<br />

erfahren. Ich hab gewusst, da tut sich<br />

wahnsinnig viel und in einer Regelmäßigkeit,<br />

dass ich es gar nicht integrieren<br />

konnte. Ich hatte viele Tools noch nicht<br />

um diese Erfahrungen zu verarbeiten,<br />

wie die Meditation zum Beispiel. Durch<br />

die Atlantiküberquerung hab ich eine<br />

extrem tiefgründige Verbindung zur Natur<br />

erfahren, so tief wie nie zuvor. Ich<br />

hab mich und mein Leben der Natur<br />

anvertraut im wahrsten Sinne des Wortes.<br />

Ich hab vom Segeln nix verstanden,<br />

ich hab vom Boot nichts verstanden und<br />

den Kapitän kannte ich auch nicht. Also<br />

wem oder worauf vertraust du, um mit<br />

deinen Ängsten klarzukommen? Und da<br />

war plötzlich so ein Ur-Vertrauen ins<br />

größere Ganze, wie immer man das nennen<br />

möchte. Es war ein total faszinierendes<br />

Gefühl, weil auf einmal war die<br />

Angst weg und die restliche Atlantiküberquerung<br />

war nur noch eine einzige<br />

Faszination. Später dann im Amazonasregenwald<br />

hab ich Antworten bekommen<br />

auf die Frage, wem oder was ich<br />

mich da anvertraut hab.<br />

Und zwar?<br />

Die Antworten sind zu mir gekommen<br />

in Form der Pflanze Ayahuasca, die die<br />

Schamanen im Regenwald seit Jahrtausenden<br />

verwenden zur körperlichen,<br />

geistigen, seelischen Reinigung und auch<br />

um sich zu verbinden mit dem größeren<br />

102 <strong>SPORTaktiv</strong>


Ganzen, mit der Natur, mit sich selbst.<br />

Eine krasse Erfahrung. Kurz erklärt: Es<br />

war eine Anbindung über das Tiefste in<br />

mir selbst an das Größte im Außen.<br />

Eine kleine Ameise klettert den Baum<br />

hinauf und du fühlst dich mit der Ameise<br />

so unglaublich verbunden. Menschen,<br />

die Tausende Kilometer weit weg sind,<br />

scheinen neben dir zu stehen – energetisch<br />

gesehen und du spürst wie alles mit<br />

allem verbunden ist und alles Negative<br />

fällt ab. Negative Gedanken, Selbstzweifel,<br />

alle diese mentalen Muster, in die<br />

man immer wieder hineinfällt – alles ist<br />

weg. Ich hab mir dann gedacht, wie ich<br />

dieses Potenzial, das da in mir ist, wecken<br />

kann, ohne dass ich Ayahuasca im<br />

Amazonasregenwald trinke. So bin ich<br />

zum Yoga gekommen, zur Meditation,<br />

in ein Zen-Kloster am Ende meiner Reise.<br />

Das waren alles Orte, die ich nie besucht<br />

hätte vor meiner Reise.<br />

Hast du durch diese Reise ein anderes<br />

Gefühl für den Zustand unseres Planeten<br />

bekommen?<br />

Ja. Ich gebe weniger Geld aus, bin Vegetarier<br />

geworden. Das Bewusstsein für<br />

den Zustand der Erde hat sich ziemlich<br />

verändert. Ich war in der Plastikwüste in<br />

Kolumbien, wo wahnsinnig viel Plastik<br />

ist. Wenn du mit den Menschen dort redest,<br />

haben die überhaupt keine Ahnung,<br />

wie schädlich das ist. Die trinken<br />

Salzwasser, weil sie kein sauberes Trinkwasser<br />

haben. So jemandem ist doch<br />

völlig egal, ob Plastik in der Wüste ist<br />

oder nicht. In Borneo war es ähnlich.<br />

Dort ist nur noch weniger als die Hälfte<br />

vom Regenwald übrig. Ich hab zehn<br />

Tage lang danach gesucht und keinen<br />

gefunden. Nur die Menschen dort suchen<br />

Jobs und die finden sie in der Kohle-<br />

und Palmöl-Industrie. Damit können<br />

sie ihre ganze Familie ernähren. Dass sie<br />

dafür ihre Insel und ihren Regenwald<br />

aufopfern, ist ihnen gar nicht bewusst.<br />

Wir in der sogenannten Ersten Welt haben<br />

die Verantwortung, Dinge zu verändern.<br />

Diese Länder schauen auf zu Europa<br />

und den USA. Die machen die<br />

Dinge haargenau gleich wie wir, weil sie<br />

auch in so einer Fülle leben wollen und<br />

dabei machen sie die gleichen Fehler wie<br />

wir. Darum muss man mit gutem Beispiel<br />

voranzugehen und sein eigenes<br />

Wirken in der Welt überdenken. Damit<br />

meine ich nicht nur, was kaufe ich ein,<br />

verwende ich Plastik, fahre ich Auto<br />

oder steige ich in einen Flieger. Das sind<br />

die oberflächlichen Dinge. Es beginnt<br />

mit dem inneren Zustand des Angebundenseins<br />

an die Natur. Jeder, der einmal<br />

auf einem Berggipfel gestanden ist, der<br />

weiß, wie sich das anfühlt, diese Verbindung<br />

zur Natur. Der wird nie auf die<br />

Idee kommen, dort Müll zu hinterlassen.<br />

Ich glaube, es beginnt mit dem inneren<br />

Bewusstseinswandel, der sich<br />

dann idealerweise ausbreitet, und nicht<br />

bei politischen Entscheidungen, dass wir<br />

nur noch Elektroauto fahren und nur so<br />

und so viel Plastik verwenden.<br />

Während der Reise, gab es nie das Gefühl,<br />

ich muss doch wieder zurück?<br />

Je länger diese Reise gedauert hat, desto<br />

mehr hab ich mich schon auf zu Hause<br />

gefreut. Auf einen geregelten Alltag, auf<br />

meinen Job, ich wusste, ich werde wieder<br />

Geld verdienen. Dass ich mich so dermaßen<br />

aufs Leben einlassen konnte, hatte<br />

auch damit zu tun, dass ich wusste, da ist<br />

noch das Sicherheitsnetz zu Hause. Auch<br />

wenn ich Sorge gehabt hab, dass sich das<br />

mit meinem Job nicht mehr so ausgehen<br />

würde. Ich hab ja so gut wie keine Nachrichten<br />

konsumiert in dem Jahr und<br />

schon gar keine aus Österreich. Dann<br />

komm ich heim und die FPÖ war plötzlich<br />

in der Regierung und Herbert Kickl<br />

Innenminister. Und alles, was ich über<br />

die Fremde, über Offenheit und Vertrauen<br />

gelernt hab, hat zu Hause überhaupt<br />

JEDER, DER EINMAL<br />

AUF EINEM BERG-<br />

GIPFEL GESTANDEN<br />

IST, DER WEISS, WIE<br />

SICH DAS ANFÜHLT,<br />

DIESE VERBINDUNG<br />

ZUR NATUR.<br />

WELTNAH<br />

heißt das Buch, das aus<br />

der Weltreise entstanden<br />

ist. Auf Instagram ist Jakob<br />

Horvat unter instagram/<br />

jakob.horvat zu finden. Blog,<br />

Podcast, Coaching unter:<br />

thousandfirststeps.com<br />

www.jakobhorvat.com<br />

keine Gültigkeit gehabt. Das hat mich<br />

extrem überfordert. Nach kurzer Zeit in<br />

der Arbeit war klar, dass sich das nimmer<br />

lang ausgeht. Andere Gesichter, andere<br />

Namen, aber die Themen wie eh und je,<br />

keine Probleme gelöst, als wäre ich nie<br />

weg gewesen. Da ist einerseits ein Teil<br />

von mir zum Leben erwacht, der da nimmer<br />

reinpasst, andererseits muss ich<br />

schauen, wie schaffe ich jetzt diese Veränderung,<br />

die da innerlich in mir stattgefunden<br />

hat in der äußerlichen Welt, ohne<br />

alles vom Zaun zu brechen. Das hat mich<br />

ziemlich herausgefordert.<br />

Was war in Summe schwieriger? Das<br />

Losgehen oder das Heimkommen?<br />

Das Losgehen war schwieriger. Initial.<br />

Weil heimkommen war leicht. Im Flieger<br />

ankommen, von der Familie unter Freudentränen<br />

abgeholt werden. Und es<br />

schneit und du freust dich über jede<br />

Schneeflocke. Beim Losgehen waren da<br />

doch Angst, Zweifel, viele Fragen, was<br />

erwartet mich da. Ein, zwei Monate später<br />

dreht es sich aber. Dann war das<br />

Heimkommen langfristig sehr viel<br />

schwieriger, als das Auf-der-Reise-Bleiben.<br />

Wenn du einmal in den Flow gefunden<br />

hast, dass jeder Tag anders ist,<br />

und dich darauf einlässt, dann passieren<br />

viele Dinge von selbst. Zu Hause war das<br />

dann das genaue Gegenteil und ich hab<br />

mir oft gedacht, dass ich wieder weg will.<br />

Und so ist es letztlich auch gekommen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

103


AUS<br />

PRO<br />

BIERT<br />

OUTDOOR<br />

LADEN IST NEBENSACHE<br />

Als unersättliche Stromfresser waren GPS-Uhren mit Pulsmessung<br />

am Handgelenk verschrien. Das hat sich in den letzten<br />

Jahren massiv gebessert. Ein Highlight bezüglich Akku-Laufzeit<br />

bietet GARMIN mit der neuen ENDURO-Outdoor-Uhr (UVP €<br />

799,99 Edelstahl bzw. € 899,99 Titan). Laden wird zur Nebensache.<br />

Sie läuft und läuft. Bis zu 80 Stunden im GPS-Modus und bis<br />

zu 65 Tage im Smartwatch-Modus. Überdies hat sie eine Solar-Ladelinse.<br />

Soll heißen, bei starker Lichteinstrahlung läuft die<br />

Enduro noch länger. Mit Vorurteil zwei – dem Gewicht – räumt<br />

sie ebenfalls gnadenlos auf. Einen Hauch von nichts statt einem<br />

schweren Klumpen tragen wir mit ihr am Handgelenk: 58 Gramm<br />

beim Titan- bzw. 72 Gramm beim Edelstahl-Modell. Im Test hat<br />

sie weitere mögliche Schwachpunkte pulverisiert. Bezüglich<br />

Genauigkeit bei Puls- und Streckenlängenmessung lautet das<br />

Urteil 2 x supergenau. Das „UltraFit-Nylon-Armband“ mit Klettverschluss<br />

ist Geschmacksache. Natürlich gäbe es auch Silikon-Uhrbänder<br />

in zig Farben (UVP € 49,99). Die Funktionen der<br />

Enduro sind enorm vielfältig. Allerdings muss man sich mit ihren<br />

vielen Features, den zahllosen Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten,<br />

gründlich befassen. Dabei sind eigene Garmin-Apps<br />

mit einzubeziehen und das Zusammenspiel mit dem Smartphone<br />

ratsam. Wer noch immer nach Argumenten sucht, die gegen die<br />

Enduro sprechen, kann einzig den Preis ins Treffen führen.<br />

DIESMAL IM TEST-EINSATZ:<br />

EINE UHR MIT HOCHLEIS-<br />

TUNGSAKKU, EINE HYBRID-<br />

JACKE UND EIN<br />

KLETTERSTEIGSET MIT<br />

GESCHRUMPFTEM<br />

BANDFALLDÄMPFER.<br />

VON OLIVER PICHLER<br />

Fotos: Oliver Pichler<br />

104<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>


GESCHRUMPFTER<br />

BANDFALLDÄMPFER<br />

LEICHTER BEGLEITER IM WIND<br />

Der Morgen ist kalt. Der Wind ungut. „Wechselhaft mit<br />

Schauerneigung“ lautet die Prognose. Wer dennoch<br />

raus will, braucht eine dünne, funktionelle Jacke. Unser<br />

aktueller Favorit der letzten Wochen für schnelle, zeitig<br />

am Morgen gestartete Frühsommer-Bergtouren oder für<br />

Trailrunning-Einheiten bei windig-regnerischen Verhältnissen<br />

ist das neue LÖFFLER HOODED LIGHT HYBRID<br />

JACKET (UVP € 149,99). Das 300 Gramm leichte Teil ist<br />

samt Kapuze wind- und wasserdicht (20.000 mm Wassersäule)<br />

und doch erfreulich atmungsaktiv. Die Ärmel<br />

sind aus elastisch-dünnem Material. Das innenliegende<br />

Netzfutter sorgt für angenehmes Gefühl auf der Haut. Im<br />

Sommer und Herbst ist dieses Hoodie am Berg ideal,<br />

wenn es windig ist, Regen möglich ist und eine Isolationsjacke<br />

zu warm wäre. Testerfahrungen: Das Hoodie<br />

ist nicht primär als Isolation bei längeren Stehzeiten gedacht,<br />

aber perfekt, solang man sportlich in Bewegung<br />

ist. Der elastische Hüftabschluss macht jede Bewegung<br />

mit, dichtet nach unten hin gut ab. Die zwei seitlichen<br />

Zipp-Taschen sind praktisch. Eng, aber auch relativ kurz<br />

geschnitten fällt das Light Hybrid Jacket insgesamt eher<br />

klein aus. Daher ist im Zweifel die größere Größe ratsam.<br />

Das „Päckchen“ zwischen den Armen des Klettersteigsets<br />

und der Schlaufe, mit der Set und Klettergurt verbunden<br />

werden, nennt sich „Bandfalldämpfer“. Die Aufgabe dieses<br />

unhandlichen Teils ist, einen Sturz sicher und möglichst<br />

sanft zu stoppen. Bandfalldämpfer sind ein ganz zentrales<br />

Sicherungs-Element. Ihre Sperrigkeit wurde hingenommen.<br />

Denn es gab keine kleineren Lösungen. Bis jetzt. Denn<br />

EDELRID hat für das Modell CABLE COMFORT 6.0 (UVP €<br />

130,–) einen verglichen mit dem Vorgänger-Modell (Cable<br />

Comfort 5.0) halb so großen, gleich sicheren Bandfalldämpfer<br />

entwickelt. Auch alle anderen Edelrid-Klettersteigsets<br />

werden mit dem neuen, deutlich kompakteren Dämpfer<br />

geliefert. Welch einen Komfort-Gewinn die geschrumpfte<br />

Version des Bandfalldämpfers bringt, zeigt sich beim<br />

Verbinden des Cable Comfort 6.0 mit dem Klettergurt. Der<br />

„Kleine“ lässt sich viel bequemer durch die zu bildende<br />

Verbindungsschlaufe ziehen. Dass in der Folge am Klettersteig<br />

ein nur noch halb so großes „Päckchen“ vor der<br />

Körpermitte hängt, ist ebenfalls erfreulich. Nicht minder<br />

wichtig, weil Hunderte Male je Tour in Verwendung, sind<br />

die großen, leichtgängigen, sehr bequem mit einer Hand<br />

bedienbaren Karabiner. Auch der Wirbel – er verhindert<br />

das Verdrehen der beiden Arme – ist ein wichtiges Ausstattungsmerkmal.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

105


ZU GAST IN<br />

KÄRNTEN<br />

Powered by<br />

SOMMERSEILBAHNEN IN<br />

KÄRNTEN<br />

Anzahl Lifte<br />

Ankogel – Mallnitz www.ankogel-ski.at 2<br />

Bad Kleinkirchheim www.badkleinkirchheim.com 3<br />

Flattnitz 1<br />

Gerlitzen Alpe www.gerlitzen.com 2<br />

Goldeck am Millstätter See www.sportberg-goldeck.com 1<br />

Innerkrems www.innerkrems.at 1<br />

Katschberg www.katschi.at 1<br />

Klippitztörl www.klippitz.at 1<br />

Mölltaler Gletscher www.moelltaler-gletscher.at 3<br />

Nassfeld www.nassfeld.at 3<br />

Petzen – Feistritz ob Bleiburg www.petzen.net 1<br />

Weissensee www.weissensee.com 1<br />

106 <strong>SPORTaktiv</strong>


Foto: Kärnten Werbung/Franz Gerdl<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

107


Foto: Stefan Leitner<br />

Den Kindern die Natur<br />

näher zu bringen, ist eine<br />

besonders schöne Aufgabe<br />

der Ranger, hier im<br />

Nationalpark Thayatal.<br />

UMWELT<br />

108 <strong>SPORTaktiv</strong>


WAS LERNT MAN IN<br />

DER AUSBILDUNG ZUM<br />

NATIONAL PARK-RANGER?<br />

AKTUELL SIND ZWEI NEUE<br />

LEHRGÄNGE AM LAUFEN. WIR<br />

HÖREN UNS UM UND STAUNEN<br />

ÜBER BANKER UND BIOLOGEN,<br />

DIE SICH IN NATURVERMITT-<br />

LUNG WEITERBILDEN UND<br />

EINEN WERTVOLLEN BEITRAG<br />

FÜR UNS ALLE LEISTEN.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

Gletscherforschung, Erste Hilfe<br />

und Vogelkunde. So breit gefächert<br />

sind die Themen, in die<br />

sich angehende Ranger und<br />

Rangerinnen in der Ausbildung vertiefen,<br />

damit sie später in einem der sechs<br />

österreichischen Nationalparks ihr Wissen<br />

wieder weitergeben (siehe Infoboxen).<br />

Insgesamt 40 Personen werden aktuell<br />

im Nationalpark Donau-Auen in<br />

neuen Lehrgängen zum Nationalpark-Ranger<br />

und Naturvermittler ausgebildet.<br />

Das Grundmodul Zertifikatslehrgang<br />

für Naturvermittlung wird voraussichtlich<br />

im August <strong>2021</strong> abgeschlossen<br />

sein, das Aufbaumodul National-<br />

BILDUNG<br />

MIT MEHRWERT<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

109


NATIONALPARKS<br />

AUSTRIA<br />

Die sechs österreichischen Nationalparks<br />

sind von besonderer Bedeutung. Ihr Erhalt<br />

sorgt für eine Vielfalt der Arten, Pflanzen<br />

und Lebensräume. Diese schützenswerten<br />

Kultur- und Erlebnisräume sind gerade im<br />

letzten Jahr von immer mehr Menschen erkannt<br />

worden.<br />

Sechs Nationalparks in Österreich:<br />

+ Nationalpark Donau-Auen<br />

+ Nationalpark Gesäuse<br />

+ Nationalpark Hohe Tauern<br />

+ Nationalpark Kalkalpen<br />

+ Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel<br />

+ Nationalpark Thayatal<br />

Für Kinder: Alle Nationalparks haben<br />

Angebote für Kinder und Jugendliche wie<br />

Feriencamps, Familienfeste, Workshops,<br />

Touren und „Junior Ranger“.<br />

www.nationalparksaustria.at<br />

NICHTS BERÜHRT<br />

UNS WIE DAS<br />

UNBERÜHRTE.<br />

park-Ranger im März 2022. Ein Großteil<br />

der Inhalte wird bei Exkursionen<br />

im Freiland oder über Online-Seminare<br />

vermittelt.<br />

Was machen Ranger und Rangerinnen<br />

in der Praxis? „Die Aktivitäten<br />

rund um den Amphibienzaun zählen<br />

zu meinen Lieblingsbeschäftigungen“,<br />

erzählt Rangerin Eva Pölz auf www.nationalparksaustria.at.<br />

Sie betreut mit<br />

vielen Freiwilligen (darunter auch<br />

Schülern) die Projekte. Von der Begeisterung<br />

an der Natur berichten viele im<br />

lesenswerten Blog: Ranger Heimo Emmerstorfer<br />

vom Habichtskauz-Monitoring<br />

im Nationalpark Gesäuse, Rangerin<br />

Magdalena Karan (Hohe Tauern)<br />

von der Steingeiß „Leni“ und Simon<br />

Zeiner von der Ausbildung. „Über Hügel<br />

und Gebirgszüge, über deren Entstehung<br />

ich mir bisher nicht viel Gedanken<br />

gemacht habe, konnte uns<br />

Geomorphologe Gerhard Lieb stundenlang<br />

erzählen“, berichtet er. „Da<br />

wurde mir eigentlich erst bewusst, wie<br />

,blind‘ ich manchmal durch unsere<br />

Natur gelaufen bin.“ Auch anderen die<br />

Augen zu öffnen, darum geht es.<br />

„Durch den Nationalpark spazieren<br />

und ein bisschen über Tiere fabulieren<br />

reicht also nicht.“<br />

Fotos: Stefan Leitner<br />

110 <strong>SPORTaktiv</strong>


Die Ranger-Ausbildung ist seit 2010<br />

durch einen einheitlichen und ein- bis<br />

zweijährigen Lehrgang strukturiert. Die<br />

Zertifikats-Lehrgänge sind eine vom<br />

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft,<br />

Umwelt und Wasserwirtschaft<br />

geregelte Bildungsmaßnahme. Lehrgänge<br />

finden je nach Bedarf in den einzelnen<br />

Nationalparks statt. Ihre Inhalte sind<br />

Umweltbildung mit Mehrwert: Botanik,<br />

Zoologie und Geologie, ökologische Zusammenhänge<br />

und naturschutzfachliche<br />

Grundlagen. Erste Hilfe ist auch ein<br />

wichtiges Thema. Aufbauend auf einem<br />

17-tägigen Grundmodul basiert ein<br />

25-tägiges Modul, das an den einzelnen<br />

Nationalpark angepasst ist. „In den Hohen<br />

Tauern haben wir natürlich andere<br />

Schwerpunkte als am Neusiedler See<br />

oder in den Donau-Auen“, erzählt Sarah<br />

Wendl, die Generalsekretärin der Nationalparks.<br />

Wer kann sich für die Ausbildung bewerben?<br />

Jeder. Vorkenntnisse braucht<br />

man keine – zumindest theoretisch. In<br />

der Praxis sind es Menschen, die erstens<br />

mindestens 18 Jahre alt sein müssen, und<br />

zweitens einiges an Erfahrung und Interesse<br />

haben, vom abgeschlossenen Biologiestudium<br />

bis zur Tierärztin und Bergführerin<br />

ist alles dabei. „Wir haben auch<br />

Banker und Menschen aus anderen Bürojobs,<br />

die einen lohnenden Ausgleich<br />

zum Beruf suchen“, erzählt Wendl. Die<br />

meisten üben ihre Ranger-Tätigkeiten<br />

übrigens nebenberuflich aus. „Und wenn<br />

man anderen die Natur erklären und vermitteln<br />

will, kann es ganz nützlich sein,<br />

einen gewissen Background zu haben, ob<br />

der nun biologisch, historisch, kulturell,<br />

regional oder pädagogisch ist.“ Sportlich<br />

und wetterfest zu sein, ist auch kein<br />

Nachteil. „In den Hohen Tauern geht es<br />

hoch hinauf, in den Donau-Auen<br />

braucht es Armkraft für die Bootstouren<br />

und am Neusiedler See bläst doch hin<br />

und wieder ein kräftiger Wind“, lacht<br />

Wendl. „Das Wichtigste ist aber die Begeisterung<br />

und dass man mit Leidenschaft<br />

bei der Sache ist. Das spüre ich bei<br />

allen unseren Rangern und Rangerinnen<br />

immer wieder.“<br />

DIE RANGER-AUSBILDUNG:<br />

Der Zertifikats-Lehrgang zum Nationalpark-Ranger ist die Grundlage<br />

einer bundesweit einheitlichen Ausbildung. Die Ausbildungstage<br />

werden, soweit möglich, geblockt durchgeführt und können an Wochentagen<br />

aber auch am Wochenende stattfinden. Die Kosten variieren<br />

zwischen 1000 und 1400 Euro.<br />

1. Zertifikats-Lehrgang Grundmodul: Das Grundmodul umfasst<br />

den allgemeinen Ausbildungsteil im Umfang von 17 Tagen (à 8 Lehreinheiten<br />

zu je 60 Minuten). Zu den Inhalten gehören naturschutzfachliche<br />

Grundlagen, Zoologie, Botanik, Geologie, ökologische Zusammenhänge,<br />

naturpädagogische Vermittlungsmethoden, Exkursionsdidaktik,<br />

rechtliche Grundlagen, Wetterkunde und Erste Hilfe.<br />

2. Zertifikats-Lehrgang Aufbaumodul: Das Aufbaumodul umfasst<br />

den spezifischen, auf den Einsatz-Nationalpark zugeschnittenen<br />

Ausbildungsteil im Umfang von 25 Tagen (davon 10 Praxistage im<br />

jeweiligen Schutzgebiet). Das Modul schließt mit mündlicher und<br />

schriftlicher Prüfung ab. Auf die positive Absolvierung folgt die Verleihung<br />

des Zertifikats. Bei Wechsel des Einsatzorts ist das Modul<br />

erneut zu absolvieren.<br />

3. Fortbildungen: Bereits zertifizierte Nationalpark-Rangerinnen<br />

und -Ranger haben den Besuch von mindestens zwei Fortbildungstagen<br />

pro Jahr nachzuweisen, um ihr Zertifikat gültig zu halten.<br />

Mindestens einer der Fortbildungstage muss im eigenen Nationalpark<br />

absolviert werden.<br />

WAS HEISST „RANGER“ EIGENTLICH?<br />

Der Begriff stammt vom englischen Wort „range“ für Weite,<br />

Landschaft, Gebiet, Bereich. Im allgemeinen Sprachgebrauch gelten<br />

Ranger als „Schutzgebietsbetreuer“.<br />

WAS MACHEN NATIONALPARK-RANGER?<br />

Neben der Begleitung von Besuchergruppen und der Vermittlung von<br />

Natur an Gäste und Schulgruppen gehören Gebietsaufsicht, Monitoring,<br />

Kontrolle und Instandhaltung von Infotafeln, Lehrpfaden und<br />

Beobachtungshütten sowie Vortragstätigkeit und Betreuung von Infoständen<br />

zum Aufgabengebiet. In den meisten Fällen sind das nebenberufliche<br />

Tätigkeiten und freie Dienstverhältnisse mit flexiblen Arbeitszeiten.<br />

Nur wenige Rangerinnen und Ranger sind ganzjährig<br />

fest bei einer Nationalparkverwaltung angestellt.<br />

INTERESSE AN DER AUSBILDUNG?<br />

Vorkenntnisse sind nicht notwendig, aber von Vorteil, z.B im biologischen<br />

oder pädagogischen Bereich. Wichtig: kommunikativ, teamfähig,<br />

stressresistent, großes Interesse an der Natur und naturschutzrelevanten<br />

Themen, körperliche Fitness und „witterungsfeste“ Begeisterung<br />

für Tätigkeiten im Freien. Mindestalter für die Ausbildung: 18 Jahre. Das<br />

Interesse ist immer sehr groß, für den aktuellen Kurs gab es mehr als<br />

100 Anmeldungen für 20 Plätze.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

111


WANDER<br />

SCHÖN<br />

... MIT DEN NEUEN OUTDOOR-HEMDEN, DIE<br />

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Trekking-Shirt aus optimal<br />

belüftetem Stretchmaterial<br />

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Tagen angenehm kühl<br />

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das Feuchtigkeit<br />

ableitet und gleichzeitig<br />

die Luft zirkulieren lässt –<br />

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Fotos: Hersteller<br />

112 <strong>SPORTaktiv</strong>


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UND WANDERPFADE<br />

Klare Bergluft, Badeseen mit Trinkwasserqualität, abwechslungsreiche<br />

Ausflugsziele und weitläufige Wanderwege<br />

und Klettergärten: Das alles bietet die Region Villach –<br />

Faaker See – Ossiacher See im Herzen Kärntens.<br />

Genusswandern ist angesagt! Mit im<br />

Gepäck: unzählige Glücksmomente<br />

und einzigartige Panoramen. Etwa<br />

beim Aufstieg auf den Mittagskogel, mit Blick<br />

über den türkisblauen Faaker See. Oder auf der<br />

Gerlitzen Alpe, wo der Blick auf den Ossiacher<br />

See fällt. Ein Wanderhighlight ist auch<br />

Kärntens erster Naturpark am Dobratsch, der<br />

eine einzigartige Flora und Fauna beheimatet.<br />

Bei mehrtägigen Touren wie der Kurzvariante<br />

des berühmten Alpe-Adria-Trails, dem Dobratsch-Rundwanderweg<br />

oder bei Etappen des<br />

neuen Panoramawegs Südalpen stehen ebenfalls<br />

tolle Naturschauspiele auf dem Programm.<br />

Genusswandern bedeutete aber auch beschauliches<br />

Erwandern der Urlaubsregion inklusive<br />

kulinarischer Erfahrungen. Etwa beim HÜT-<br />

TENKULT: Zwölf Hütten in drei Ländern,<br />

Fotos: Region Villach – Faaker See – Ossiacher See<br />

114 <strong>SPORTaktiv</strong>


REGION VILLACH –<br />

FAAKER SEE –<br />

OSSIACHER SEE<br />

T. +43 (0) 42 42/42 0 00<br />

E-Mail: office@region-villach.at<br />

www.visitvillach.at<br />

Wandern im Gebiet des Mittagskogels<br />

(großes Bild), Blick von der Gerlitzen auf<br />

den Ossiacher See (oben). Auch Klettersteig-<br />

und Kletterfans kommen auf ihre<br />

Kosten, etwa am Kanzianiberg.<br />

neben Kärnten auch Italien und Slowenien,<br />

laden dazu ein, Spezialitäten aus dem Alpe-Adria-Raum<br />

zu verkosten. Schöne Wanderrouten<br />

rund um die zwölf Hütten runden dieses<br />

Erlebnis ab.<br />

Climb.Villach<br />

Im sonnigen Süden Österreichs lohnt es sich<br />

aber auch, den Fels und die Kletterwände zu<br />

entdecken. Eine tolle Zeit am Fels ist in den<br />

Klettergärten Kanzianiberg, Peterlewand oder<br />

in Arnoldstein garantiert. Für Klettersteig-Begeisterte<br />

sind ebenfalls der Kanzianiberg oder<br />

die Peterlewand am Ossiacher See oder auch<br />

die Rotschitza-Klamm großartige Ziele.<br />

Das bekannteste Kletterparadies der Region<br />

ist der Kanzianiberg: Mit rund 300 Sportkletterrouten<br />

und zahlreichen Klettersteigen in<br />

allen Schwierigkeitsgraden bietet der „Kanzi“<br />

viel Platz und Routen für alle. Der Fels am<br />

„Kanzi“ ist kompakt und gut strukturiert. Hier<br />

findet außerdem das Kletterfestival KING OF<br />

KANZI statt: Vom 23. bis 25. Oktober – mit<br />

Einsteiger- & Profi-Kletterkursen, geführten<br />

Klettersteigtouren bis hin zu Slackline- und<br />

Acro-Yoga-Workshops und Familienwanderungen.<br />

Mehr auf: www.kingofkanzi.at<br />

Ein kleiner, feiner Klettergarten für Anfänger<br />

und Fortgeschrittene ist die Peterlewand bei St.<br />

Urban in Bodensdorf. Dort eröffnen sich den<br />

Kletterern immer wieder malerische Ausblicke<br />

auf den Ossiacher See. Die zahlreichen Klettersteigvarianten<br />

(inkl. Übungsklettersteig) sind<br />

optimal für Anfänger wie für Fortgeschrittene<br />

und sie lassen sich individuell kombinieren.<br />

Und bei Schlechtwetter? Die Kletterhalle in<br />

Villach bietet als größte im Alpe-Adria-Raum<br />

2000 m2 Kletterfläche. <strong>2021</strong> eröffnet auch die<br />

neue Boulderhalle „Volume Bouldern Villach“<br />

die Pforten und lockt zu Bouldergenuss auf<br />

1000 m2 Fläche. Alles zum Klettern in der<br />

Region unter climb.visitvillach.at<br />

Mit der „Erlebnis CARD“ ist ein umfangreiches<br />

Aktivprogramm mit Sport-, Natur- und<br />

Kulturangeboten schon inkludiert, auch die<br />

Sommerbusse der Region lassen sich gratis nutzen.<br />

Die CARD erhalten Gäste kostenlos bei<br />

allen teilnehmenden Gastgeberbetrieben.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

115


?<br />

EHRENAMTLICH<br />

FEUERWEHR, BERGRETTUNG, LAWINENDIENST, WASSER-<br />

WACHT, FIRST RESPONDER – ALLE DIESE ORGANISATIONEN<br />

RETTEN LEBEN. UND NEHMEN VIEL ZEIT DER FREIWILLIGEN<br />

IN ANSPRUCH. FINANZIELLER AUSGLEICH? FEHLANZEIGE.<br />

ÜBER ANTRIEB UND HERAUSFORDERUNGEN<br />

WARUM IST<br />

LEBENSRETTUNG<br />

EHRENAMTLICHER LEBENSRETTER IN UNSERER<br />

MODERNEN GESELLSCHAFT.<br />

VON SABRINA HÖFLINGER<br />

Fast die Hälfte der in Österreich lebenden<br />

Männer und mehr als 40<br />

Prozent der Frauen sind gemeinnützig<br />

aktiv, das sind in Summe<br />

3,3 Millionen Menschen. Die meisten<br />

Freiwilligen engagieren sich in Sportvereinen,<br />

an zweiter Stelle folgt freiwilliges<br />

Engagement in Kunst und Kultur und<br />

schon an dritter Stelle, mit rund<br />

360.000 Engagierten, folgt die Mitarbeit<br />

im Katastrophen- und Rettungsdienst.<br />

Was bedeutet eigentlich Ehrenamt? In<br />

der „Allgemeinen Encyclopedie der Wissenschaften<br />

und Künste“ von 1838 lässt<br />

sich folgende Definition finden: „Ehrenamt,<br />

verschieden von Ehrenposten und<br />

eine Unterart der Ehrenstellen, bezeichnet<br />

ein solches öffentliches Amt, das entweder<br />

mit keinem oder nur einem geringen<br />

Gehalt, auch, seiner Absicht nach,<br />

nicht mit der Hoffnung auf Erlangung<br />

eines besoldeten Amtes verbunden ist.“<br />

Noch viel früher, in der abendländischen<br />

Tradition, sei es aus der Sicht der<br />

klassischen Antike oder der des Christentums,<br />

gehörte der individuelle Beitrag<br />

zum allgemeinen Wohl unverzichtbar<br />

zu einem sinnerfüllten Leben.<br />

Schon in den Stadtgesellschaften der<br />

griechischen Antike war es Sache jedes<br />

(männlichen) Bürgers, sich für das Gemeinwesen<br />

zu interessieren, für dessen<br />

Wohl zu engagieren und in den Versammlungen<br />

über die Belange der Stadt<br />

zu diskutieren. Wer an solchen Versammlungen<br />

nicht teilnahm und sich<br />

auch den Angelegenheiten des Gemeinwesens<br />

verweigerte, war ein „idiotes“,<br />

also ein Privatmensch: „Wer an den<br />

Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt,<br />

ist kein stiller, sondern ein schlechter<br />

Bürger“, formulierte der Athener Perikles<br />

in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts<br />

vor Christus. Das ist freilich heute<br />

anders, wenngleich eine ehrenamtliche<br />

Tätigkeit noch immer in einer gewissen<br />

Fotos: Franco Breijla<br />

116 <strong>SPORTaktiv</strong>


Tradition und Anerkennung steht.<br />

„Nachdem das Ehrenamt bei uns in<br />

der Familie schon von den Eltern übertragen<br />

wurde, war es für mich und meine<br />

drei Brüder selbstverständlich, hier<br />

weiterzumachen“, erzählt Werner Fischer,<br />

der seit über 40 Jahren ehrenamtlich<br />

bei der Feuerwehr Altaussee in der<br />

Steiermark engagiert ist und seit 2013<br />

als leitender Abschnittsbrandinspektor<br />

für 670 Feuerwehrfrauen und -männer<br />

im Abschnitt Ausseerland bei zehn Feuerwehren<br />

zuständig ist.<br />

Mit Ehrenamtlichen meint man Personen,<br />

die ein öffentliches Amt für eine<br />

bestimmte Dauer unbezahlt überneh-<br />

RUND 360.000<br />

ÖSTERREICHERiNNEN<br />

ENGAGIEREN SICH<br />

IM KATASTROPHEN-<br />

UND RETTUNGS-<br />

DIENST.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

117


Franco Breijla aus Serfaus ist Lawinenkommissar<br />

und Hundeführer. Er ärgert<br />

sich über die „Vollkasko-Mentalität“.<br />

„SONST IST DIE<br />

BERGRETTUNG<br />

GESCHICHTE.“<br />

men. Zum Beispiel für Gemeindeoder<br />

Betriebsräte oder leitende Mitglieder<br />

in Vereinen wie Obmänner und<br />

Obfrauen.<br />

Häufig synonym verwendet wird der<br />

Begriff der Freiwilligen. Damit bezeichnet<br />

man Personen, die außerhalb<br />

ihres Haushaltes unentgeltlich gemeinnützige<br />

Leistungen erbringen – entweder<br />

einmalig, zum Beispiel im Rahmen<br />

eines Projektes, befristet auf einen bestimmten<br />

Zeitraum oder regelmäßig.<br />

Die Mehrzahl der Engagierten ist an<br />

circa 30 Tagen im Jahr im Einsatz und<br />

investiert durchschnittlich rund vier<br />

Stunden pro Woche. Würde man von<br />

einem Mindestlohn von 9,50 Euro pro<br />

Stunde ausgehen, so ergibt das einen<br />

Verdienstwert von über 7 Milliarden<br />

(!) Euro, davon allein in den lebensrettenden<br />

ehrenamtlichen Organisationen<br />

über 766 Mio. Euro. Dabei ist Leben<br />

retten unbezahlbar.<br />

Die Motivation Leben zu retten und<br />

dabei seine Freizeit für eine komplexe<br />

Ausbildung und die oftmals gefährlichen<br />

Einsätze zu opfern, ist vielfältig.<br />

„Ein Familienmitglied hatte selbst einen<br />

tragischen Autounfall und benötigte<br />

Hilfe von anderen. Er bekam damals<br />

schnelle und professionelle Hilfe.<br />

Das war für mich der ausschlaggebende<br />

Punkt, Menschen, die in eine Notlage<br />

geraten, zu helfen“, erklärt Patrik<br />

Marinelli. Der 28-jährige Bergretter<br />

aus Warth am Arlberg ist im Familienbetrieb<br />

tätig und hat die nötige Flexibilität<br />

und das Verständnis der Familie<br />

zu Einsätzen der Bergrettung auszurücken.<br />

Dass das nicht immer selbstverständlich<br />

ist, weiß Werner Fischer und findet<br />

deutliche Worte: „Es wird immer<br />

schwieriger, zu helfen, wenn man will<br />

– hier spreche ich die Arbeitgeber an.<br />

Es sollte doch in allen Bundesländern<br />

möglich sein, dass Unternehmer für in<br />

Einsatz gehende Frauen und Männer<br />

eine Entschädigung bekommen. Hier<br />

wird es unumgänglich sein, das Ehrenamt<br />

auf gesunde Beine zu stellen und<br />

zu fördern, Ausbildungen auch im<br />

dienstlichen Bereich anzuerkennen,<br />

bzw. Ausbildungen, die nicht nur der<br />

Feuerwehr, sondern auch den Betrieben<br />

helfen, zu fördern.“ Fischer<br />

wünscht sich für die Zukunft des Ehrenamtes<br />

mehr Unterstützung vom<br />

Gesetzgeber, damit die Retter helfen<br />

können, ohne im Anschluss Angst um<br />

ihren Arbeitsplatz haben zu müssen.<br />

Sorge um seinen Arbeitsplatz hat<br />

Franco Breijla aus Serfaus im Tiroler<br />

Oberland nicht. Auch er ist selbstständig<br />

tätig und kann sich seine Trainings-<br />

und Einsatzzeiten frei einteilen,<br />

auch wenn sich seine Familie Sorgen<br />

macht, wenn eine Rettung mal länger<br />

dauert. Der Lawinenkommissar und<br />

Hundeführer begründet sein freiwilliges<br />

Engagement mit der Kameradschaft:<br />

„Bei der Hundeausbildung beispielweise<br />

ist man auf seine Kameraden<br />

angewiesen, allein ist es unmöglich,<br />

einen Hund auszubilden. Man<br />

arbeitet gemeinsam am selben Ziel und<br />

freut sich über gemeinsame Erfolge.“<br />

Und weiter: „Es ist nicht immer<br />

Leichtsinn oder Unerfahrenheit, dass<br />

man in Not gerät, manchmal ist man<br />

einfach zur falschen Zeit am falschen<br />

Ort und kommt in eine missliche<br />

Lage. Das kann jederzeit jedem passieren<br />

und da wäre ich froh und dankbar,<br />

wenn es Personen gibt, auf die ich<br />

mich verlassen kann, die sich für mich<br />

einsetzen und mir Hilfe leisten.“<br />

„Vollkasko-Mentalität“<br />

Dabei weist Breijla aber auch darauf<br />

hin, dass das Ehrenamt immer mehr<br />

zur Selbstverständlichkeit wird. Es verbreitet<br />

sich eine Art „Vollkasko-Mentalität“<br />

und wenn Einsätze von der Organisation<br />

in Rechnung gestellt werden,<br />

kommt das böse Erwachen. Oft<br />

werden Rechnungen nicht bezahlt<br />

oder erst nach langwierigen, nervenaufreibenden<br />

Streitereien. Teilweise<br />

bleiben die Organisationen auf den<br />

Kosten auch sitzen.<br />

Zusätzlich wird es immer schwieriger,<br />

Nachwuchs zu finden oder Spenden<br />

zu generieren, um den Betrieb der<br />

Rettungsorganisationen am Laufen zu<br />

halten. Einem Artikel der Tiroler Tageszeitung<br />

war unlängst zu entnehmen,<br />

dass das Ausbildungssystem der<br />

Bergrettung vor dem Kollaps stehe.<br />

Dass die Bergrettung selbstständige<br />

Ausbildner als Dienstnehmer anstellen<br />

müsse, sei finanziell nicht mehr tragbar<br />

und koste fast 200.000 Euro mehr im<br />

Jahr. Man fordert vom Gesetzgeber<br />

eine praktikable Lösung. „Sonst ist die<br />

Bergrettung Geschichte“, heißt es.<br />

Damit das Ehrenamt und die Freiwilligenarbeit<br />

weiterhin bestehen können,<br />

braucht es also viel Unterstützung<br />

– finanziell, personell – und natürlich<br />

eine gewisse Wertschätzung. Die positiven<br />

Erfahrungen und die Freude am<br />

Helfen überwiegen für die Retter.<br />

Doch damit das so bleibt, sind nicht<br />

nur der Staat, sondern auch wir alle<br />

als Gesellschaft gefragt.<br />

118 <strong>SPORTaktiv</strong>


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Merino, 22 % Tencel, 8 % Nylon, 5 %<br />

Lycra<br />

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am Rücken verhindert, dass<br />

man unter dem Rucksack zu<br />

sehr schwitzt<br />

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Regenwaldes<br />

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Schultern für mehr Komfort<br />

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120 <strong>SPORTaktiv</strong>


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<strong>SPORTaktiv</strong><br />

121


Die ehemalige Kletter-Weltmeisterin<br />

Martina Cufar Potard,<br />

Bergsteiger David Göttler<br />

oder Steve House: Sie<br />

sind nur drei von unzähligen<br />

bekannten Bergsportlern, die auf Yoga<br />

schwören. Aber auch für uns ganz gewöhnliche<br />

„Bergfreunde“, vom Wanderer<br />

bis zum Freizeitkletterer, gilt: Die<br />

Verbindung Yoga und Outdoorsport ist<br />

absolut stimmig. Egal, ob man sich beim<br />

Yoga Kraft und Beweglichkeit fürs Klettern<br />

holt oder einen kühlen Kopf für<br />

haarige Situationen. Oder ob man den<br />

Naturgenuss beim Wandern mit dem<br />

entspannenden Faktor einer outdoor<br />

verbrachten Yogaeinheit verbindet.<br />

Petra Zink ist Sportwissenschafterin<br />

und Yogalehrerin, ehemalige Leistungssportlern<br />

im Mountainbiken und Autorin<br />

des Buches „Yoga für Kletterer und<br />

Bergsportler“: Für sie lässt sich das verbindende<br />

und ergänzende Element zwischen<br />

Yoga und Outdoorsportarten<br />

gleich auf mehreren Ebenen schlüssig<br />

darstellen. Am augenscheinlichsten ist<br />

zunächst natürlich die körperliche Ebene.<br />

Nur ein simples Beispiel: „Jeder<br />

Bergsport – eigentlich überhaupt jeder<br />

Sport – führt irgendwo zu einer ver-<br />

Fotos: Stefan Köchel<br />

122 <strong>SPORTaktiv</strong>


OOOOM<br />

AM BERG<br />

YOGA UND OUTDOORSPORT ERGEBEN EINE<br />

IDEALE SYMBIOSE. WARUM DAS SO IST UND WIE<br />

MAN ES NÜTZEN KANN, HABEN WIR UNS VON<br />

DER EXPERTIN PETRA ZINK ERKLÄREN LASSEN.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

spannten Muskulatur. Und sei es nur<br />

durch das Tragen eines Rucksacks. Yoga<br />

mit seinen öffnenden und mobilisierenden<br />

Elementen ist ein idealer Ausgleich<br />

dafür“, erklärt Zink. Oder: Im Klettern<br />

helfen die mobilisierenden Effekte in<br />

vielen Situationen, wenn es etwa darauf<br />

ankommt, einen Griff zu erreichen. Der<br />

Vorteil von Yoga im Vergleich zu gewöhnlichen<br />

Dehnungs- und Mobilisie-<br />

rungsübungen: Es werden jeweils nicht<br />

einzelne Körperpartien gedehnt, sondern<br />

mit fast jeder Übung immer der gesamte<br />

Körper angesprochen.<br />

Ebene zwei, das Atmen: Yoga ist perfekt<br />

zur Atemschulung. Man denke an<br />

eine knifflige Passage in einem Klettersteig,<br />

in der vor Anspannung der Atem<br />

ganz flach wird. Das passiert unbewusst,<br />

ist aber in der Situation ein Hemmschuh.<br />

„Das Besondere am Atmen ist, dass es<br />

PETRA ZINK<br />

ist Sportwissenschafterin, Yogalehrerin<br />

und ehemalige Leistungssportlerin<br />

(Mountainbike), entwickelt<br />

Konzepte für Tourismus und<br />

Wirtschaft mit Fokus auf Yoga,<br />

Gesundheit und Achtsamkeit.<br />

www.petrazink.com<br />

zwar üblicherweise unbewusst abläuft,<br />

aber auch bewusst gesteuert werden<br />

kann“, sagt Zink. Über den Atem lässt<br />

sich auch das Zusammenspiel im Zentralnervensystem<br />

zwischen dem Sympathikus,<br />

der für Anspannung zuständig<br />

ist, und dem Parasympathikus, der für<br />

Entspannung sorgt, regulieren. In der<br />

Wand eingesetzt, kann bewusstes, tiefes<br />

In-den-Bauch-Atmen uns beruhigen<br />

und die Situation meistern lassen. „Aber<br />

das muss man vorher erlernt haben. Die<br />

Yogamatte ist ein Übungslabor für die<br />

Welt draußen“, formuliert es Zink.<br />

Über das Zusammenspiel zwischen<br />

Sympathikus und Parasympathikus gelangen<br />

wir auch schon zu einer weiteren<br />

Ebene. Beide „Gegenspieler“ im Zentralnervensystem<br />

sollen im Einklang sein.<br />

Für unser inneres Gleichgewicht brauchen<br />

wir sowohl die Anspannung wie<br />

auch die Entspannung im passenden<br />

Verhältnis. Doch in hektischen Zeiten<br />

haben viele das Entspannen verlernt. In<br />

der Natur lassen sich Ruhe und Entspannung<br />

finden – und fürs Yoga gilt das<br />

genauso.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

123


3 FÜR<br />

EINFACHE YOGA-ÜBUNGEN<br />

BERG SPORTLER<br />

UJJAYI-ATMUNG<br />

Mit dieser Übungen erlernt man, den Atem bewusst wahrzunehmen<br />

und zu steuern. In fordernden Situationen am Berg<br />

(z. B. knifflige Passagen beim Klettern, am Klettersteig etc.)<br />

kann die Atemtechnik dabei helfen, ruhig zu bleiben.<br />

+ aufrechter Sitz eventuell mit geschlossenen Augen<br />

+ mit offenem Mund ein und ausatmen<br />

+ »haaa« flüstern, als würde man einen Spiegel anhauchen<br />

+ den Mund schließen und weiter mit dem Reibelaut atmen<br />

+ den Atem immer mehr entspannen, sodass man den Ton<br />

nur noch selbst leise hören kann<br />

+ beobachten, wie der Atem an Kraft und Volumen gewinnt<br />

Dauer: 1–3 Minuten üben<br />

LUNGE-TWIST<br />

Die Übung dehnt den Hüftbeuger, mobilisiert die Brustwirbelsäule und gibt<br />

Raum im unteren Rücken – ideal nach einem Tag mit Rucksack am Rücken.<br />

+ Ausgangsposition Vierfüßer (siehe linkes Bild)<br />

+ ein Bein nach vorne führen, das Knie direkt über dem Sprunggelenk<br />

+ das Brustbein zieht nach vorne, der Nacken ist entspannt, die Zehen<br />

sind aufgestellt<br />

+ Blick über die Schulter (siehe rechtes Bild)<br />

+ die äußere Hand fasst den Oberschenkel, Daumen an der Innenseite,<br />

vier Finger an der Außenseite, der Ellbogen liegt am Körper an<br />

+ die zweite Hand umfasst den Fuß, Daumen an der Außenseite,<br />

vier Finger an der Innenseite<br />

+ beide Hände drücken aktiv nach unten<br />

+ Endposition: Vierfüßer<br />

Dauer: 3–5 Atemzüge in jeder Position, dann Seitenwechsel<br />

UMKEHRHALTUNG<br />

Eine regenerative Übung bei müden, gestauten<br />

Beinen, Stress, Übertraining und auch<br />

Beschwerden im unteren Rücken<br />

+ Ausgangsposition Vierfüßer, die Zehen<br />

berühren die Wand – dann zur Seite rollen<br />

und die Beine hochbringen wie im Bild zu<br />

sehen<br />

+ Kopf erhöhen (Polster), der Nacken soll<br />

sich wohlfühlen<br />

+ Schultern liegen frei am Boden<br />

+ Arme in bequemer Position<br />

+ Decke oder Polster stützen den unteren<br />

Rücken<br />

+ Knie können leicht gebeugt sein<br />

+ Beindehnung soll nur leicht spürbar sein,<br />

entsprechend den Abstand<br />

zur Wand wählen<br />

+ Endposition: Seitlage mit<br />

rundem Rücken, „nachspüren“<br />

Dauer: 5 bis 15 Minuten,<br />

so lange es für die Beine<br />

angenehm ist<br />

124 <strong>SPORTaktiv</strong>


Zink erklärt dazu auch: „Yoga hat zugleich eine<br />

große regenerative Komponente für Bergsportler:<br />

Nach anstrengenden Bergtouren ist es eine hervorragende<br />

Möglichkeit, den Erholungseffekt an Rasttagen<br />

anzukurbeln.“<br />

Schürft man noch etwas tiefer, gelangen wir zu<br />

dem, was sich schwer beschreiben lässt: Yoga ist wie<br />

„Outdoor“ irgendwo auch eine Lebenseinstellung.<br />

„Nach einer Yogaeinheit ist man sich selbst nah, man<br />

fühlt sich ruhig, geerdet und lebendig. Langfristig<br />

lernt man auch, sich nicht so wichtig zu nehmen,<br />

findet eine gewisse Gelassenheit und Dankbarkeit“,<br />

lacht Zink. Das erinnert nicht von ungefähr daran,<br />

was viele auch in der Natur finden: Wenn etwa von<br />

einem Gipfel aus betrachtet so manche Alltagssorgen<br />

plötzlich viel unbedeutender erscheinen. „Ich habe<br />

schon das Gefühl, dass berg- und naturaffine Menschen<br />

auch einen offeneren Geist für Yoga haben“,<br />

resümiert Petra Zink.<br />

Dass Yoga keineswegs nur für geübte Bewegungstalente<br />

ist, zeigen die drei Übungen, die wir mit der<br />

Autorin aus ihrem Buch ausgewählt haben und die<br />

für alle, die gern in den Bergen unterwegs sind, passen.<br />

Viel mehr allgemeine und auch spezielle Übungen<br />

(für Bergsteigen, Bouldern, Sportklettern, Skibergsteigen<br />

usw.) finden sich im Buch.<br />

Auch im Tourismus spielt die Kombination Yoga<br />

und Outdoor eine immer größere Rolle: Von geführten<br />

Yogawanderungen bis hin zu mehrtägigen Events<br />

und Festivals. Diese Angebote sind in der Regel so<br />

gestaltet, dass sie für Einsteiger wie für geübte Yogis<br />

passen. Im Urlaub etwas Neues kennen lernen und<br />

Yoga erstmals zu entdecken – perfekt, wenn man die<br />

Möglichkeit hat. In ihrer Wahlheimat Kärnten hat<br />

Petra Zink einen Yoga-Trail in Velden am Wörthersee<br />

initiiert: „Die Idee war eine Art achtsamer Spaziergang.<br />

An den Stationen findet man jeweils eine körperliche<br />

Übung, eine Atemübung und eine Achtsamkeitsaufgabe.“<br />

Sie bietet selbst auch „Yoga- & Wander-“<br />

und „Yoga & Boulder-Retreats“<br />

an (www.petrazink.com/retreats).<br />

Dass Yoga meist in geschlossenen<br />

Räumen ausgeübt wird, hat übrigens<br />

auch seinen Sinn: Passanten, Krabbeltiere<br />

oder eine Windböe können<br />

schon mal die Konzentration stören.<br />

Andererseits hat das Üben an einem<br />

BUCHTIPP<br />

Yoga für Kletterer<br />

und Bergsportler,<br />

Petra Zink, Rother<br />

Verlag, € 20,90.<br />

www.rother.de<br />

einsamen Traumplatzerl mit Bergoder<br />

Seeblick natürlich seinen besonderen<br />

Reiz.<br />

Also: Die Yogamatte an den<br />

Rucksack hängen und raus ins<br />

Freie – Namaste!<br />

Foto (c) Mark Zahel Rother Wanderführer »Stubai-Wipptal«<br />

NEUE ZIELE<br />

ERKUNDEN<br />

Mit den Rother Wanderführern neue Ziele entdecken!<br />

Aktuell und zuverlässig zeigen sie die schönsten Touren<br />

– vom Klassiker bis zum Geheimtipp, von Kennern ausgewählt<br />

und mit allen Infos exakt beschrieben.<br />

Mit Höhenprofilen, Zeitangaben, Kartenausschnitten<br />

und GPS-Tracks zum Download.<br />

rother.de


126 <strong>SPORTaktiv</strong>


SCHRITT<br />

FÜR SCHRITT<br />

HÖHER HINAUS<br />

Fotos: Herbert Raffalt, www.raffalt.com<br />

Man startet im Frühjahr<br />

nicht so, wie man im<br />

Herbst die Saison beendet<br />

hat. Man kann bei<br />

den ersten Touren nicht<br />

davon ausgehen, die maximale Leistung<br />

zu bringen“, bricht Bergführer Christoph<br />

Puggl eine Lanze dafür, es am Klettersteig-Saisonbeginn<br />

systematisch und<br />

schrittweise anzugehen. „Bei Neueinsteigern<br />

raten wir dazu, sich im Rahmen eines<br />

Kurses mit allen Facetten des Klettersteiggehens<br />

inklusive der Ausrüstungshandhabung<br />

vertraut zu machen“,<br />

betont er. „Ein weiterer Vorteil eines<br />

Kurses mit Leihausrüstung liegt darin,<br />

dass man sich ohne vorweg die Ausrüstung<br />

kaufen zu müssen anschauen kann,<br />

ob man zukünftig Klettersteigtouren<br />

machen möchte und mit welcher Ausrüstung<br />

man am besten zurechtkommt“,<br />

weiß Puggl. Anfangs mit einem erfahrenen<br />

Bergführer unterwegs zu sein, hat<br />

auch den Sinn, dass man im Steig Details<br />

erklärt bekommt bzw. sich bei<br />

schwierigen Stellen zeigen lassen kann,<br />

wie man am besten agiert. Und notfalls<br />

ist der Bergprofi in der Lage – wenn<br />

man nicht mehr weiter kann oder einen<br />

die Angst lähmt – durch zusätzliches Sichern<br />

oder Abseilen professionell zu helfen.<br />

SCHRITTWEISES STEI-<br />

GERN IST DIE BASIS FÜR<br />

VIELE LÄSSIGE KLETTER-<br />

STEIGTOUREN. EGAL, OB<br />

KLETTERTECHNISCH, UM-<br />

HÄNGTAKTISCH, KRAFT-<br />

BEZOGEN ODER KONDITI-<br />

ONELL, ABER AUCH WAS<br />

DEN UMGANG MIT HÖHE<br />

BETRIFFT, IST STUFEN-<br />

WEISES HERANTASTEN<br />

RATSAM. EXPERTENTIPPS<br />

UND TOURENEMPFEH-<br />

LUNGEN FÜRS SYSTEMA-<br />

TISCHE STARTEN IN DIE<br />

KLETTERSTEIG-SAISON.<br />

VON OLIVER PICHLER<br />

Auffrischen und trainieren<br />

„Zu Beginn der Saison ist es wichtig,<br />

sich alle Abläufe, das Timing beim Umhängen,<br />

das bewusste Steigen und Greifen<br />

etc. erneut zu verinnerlichen und das<br />

alles auf leichteren Touren zu trainieren.<br />

Auch sehr wichtig – für Einsteiger genauso<br />

wie für langjährige Klettersteiggeher<br />

– ist es, Erfahrung mit Klettersteigabstiegen<br />

zu sammeln. Es kann passieren,<br />

dass man zum Rückzug gezwungen<br />

ist und einen Klettersteig absteigen<br />

muss“, plädiert der Gailtaler Bergführer<br />

und Klettersteig-Experte Sepp Szöke für<br />

solide Steigerung der Herausforderung.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

127


HERBERT<br />

RAFFALT<br />

Fotokünstler mit Schwerpunkt Berg-<br />

& Naturfotografie. Die Fotos dieses<br />

Artikels stammen von ihm. Staatlich<br />

geprüfter Berg- und Skiführer, Haus im<br />

Ennstal.<br />

www.raffalt.com<br />

CHRISTOPH<br />

PUGGL<br />

Sportwissenschafter, staatlich geprüfter<br />

Berg- und Skiführer sowie<br />

Skilehrer, Salzburg. Puggl und das<br />

Freiluftleben-Team bieten zahlreiche<br />

Klettersteig-Einsteigerkurse an.<br />

www.freiluftleben.at<br />

SEPP<br />

SZÖKE<br />

Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer.<br />

Ansprechpartner für Klettersteig-Neueinsteiger<br />

am Nassfeld. Experte für<br />

Klettersteigtouren aus Hermagor im<br />

Gailtal.<br />

sepp.szoeke@gmail.com<br />

„Wir am Nassfeld können vom Felsenlabyrinth<br />

über prächtige mittelschwere<br />

Klettersteige bis zum sehr schweren, viel<br />

Armkraft erfordernden Winkelturm-<br />

Nordwand-Klettersteig Herausforderungen<br />

auf jedem Level bieten“, hat Szöke<br />

viel Erfahrung im geschickten Hinführen<br />

von Klettersteig-Begeisterten, die<br />

auch sehr schwierige Touren sicher bewältigen<br />

wollen.<br />

Mentale Fitness als Faktor<br />

„Sich zu Saisonbeginn körperlich wie<br />

geistig fit für Klettersteige zu machen ist<br />

entscheidend. Gerade die mentale Herausforderung<br />

langer, ausgesetzter Touren<br />

ist nicht zu unterschätzen. Und je länger<br />

der Zustieg ist, desto wichtiger ist die<br />

generelle körperliche Fitness“, weiß Herbert<br />

Raffalt, Alpinfotograf der Extraklasse<br />

und Bergführer aus Haus im Ennstal.<br />

„Am Sattelberg in der Ramsau, am nahen<br />

Stoderzinken und in der Silberkarklamm<br />

gibt es eine große Auswahl verschiedener<br />

Klettersteig-Varianten, um<br />

BLEIB<br />

FIT.<br />

ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN<br />

Erhältlich bei Gigasport, Hervis, XXL Sports, ausgewählten freien Sporthändlern,<br />

den Top100 Radshops, in gut sortierten Trafiken sowie im Abo. Jahresabo mit 6<br />

Ausgaben pro Jahr um € 19,90. Abobestellung: 01-51414-800, abo@sportaktiv.com.<br />

www.sportaktiv.com


wenn gewünscht auch mit professioneller<br />

Bergführer-Unterstützung, sein<br />

Können zu perfektionieren“, weiß<br />

Bergprofi Raffalt. „Überdies sollte man<br />

es machen wie die alten, erfahrenen<br />

Bergfexe. Sie haben Teilpassagen<br />

schwieriger Touren vorab besichtigt,<br />

um keine bösen Überraschungen zu erleben.<br />

Deshalb empfehle ich in der<br />

Dachstein-Südwand zuerst einmal den<br />

auch nicht gerade leichten Anna-Klettersteig<br />

zu gehen. Danach kann man<br />

weiter bis zum Einstieg des Johann-<br />

Klettersteigs, der durch die mächtige<br />

Südwand führt, aufsteigen, um zu sehen,<br />

was einen dort oben erwartet.<br />

Wenn man in der Folge beim Abstieg<br />

vom Anna-Klettersteig die Zustiegsroute<br />

des Johann ab Südwandhütte erkundet,<br />

kann man sich bei einer späteren<br />

Tour via Johann-Klettersteig auf<br />

den Dachstein aufs Wesentliche konzentrieren“,<br />

plädiert Raffalt fürs systematische<br />

Herantasten an große alpinistische<br />

Herausforderungen.<br />

TIPPS ZUR STEIGERUNG<br />

Leicht, kurz, ohne große Höhen/Tiefblicke. Steigen, Greifen, Ein-/Aushängen,<br />

der Einsatz der Rastschlinge u.ä. werden „gelernt“ bzw. wie-<br />

I<br />

der automatisiert und perfektioniert.<br />

Mittelschwer, etwas länger, einzelne schwierigere Stellen, teils<br />

II „hoch“, ausgesetzt und mit Tiefblicken – auch um zu spüren, wie<br />

man damit umgeht und wie es gelingt bei empfundener leichter Überforderung<br />

professionell zu bleiben.<br />

Von der Schwierigkeit ähnlich Schritt II. Aber Klettersteige, die länger<br />

und höher sind und mehr schwierige Passagen aufweisen.<br />

III<br />

Auch im Abstieg warten Herausforderungen (Länge und schwierige<br />

Passagen).<br />

Noch etwas schwieriger als Schritt III, vor allem aber deutlich längere<br />

Wegstrecken (Zustieg, Klettersteig, Abstieg). Meist deutlich<br />

IV<br />

höher gelegen und oft gibt es auch Geh- bzw. leichte Kletterpassagen<br />

ohne Versicherung.<br />

V<br />

Wer nach dem vierten Schritt Lust auf noch schwierigere, ganzheitlich<br />

alpinistischere, längere und als Gesamttour (Zustieg, Zwischenpassagen,<br />

Abstieg) noch herausforderndere Projekte hat, lässt<br />

sich auch auf den fünften Schritt ein.<br />

EDELRID SHELL.DON<br />

• robuster Hartschalenhelm mit<br />

hohem Aufprallschutz<br />

• bequemes, abnehmbares<br />

Vlies-Kopfband, das gewaschen<br />

werden kann und für<br />

perfekten Tragekomfort sorgt<br />

• Belüftung durch 8 Löcher für<br />

ausreichend Ventilation auch<br />

an heißen Tagen<br />

• Stirnlampenclips<br />

• Gewicht: 360 g<br />

PREIS (UVP): € 54,90<br />

www.austrialpin.at<br />

KOPF<br />

SCHUTZ<br />

DREI AKTUELLE<br />

TOP KLETTERHELME<br />

IM ÜBERBLICK.<br />

Fotos: Hersteller<br />

SALEWA VAYU 2.0<br />

• leichter Kletterhelm mit Hybridkonstruktion<br />

• sehr robuste Außenschale<br />

• bietet ungehinderte Luftzirkulation,<br />

um den Kopf vor dem Überhitzen<br />

zu schützen<br />

• neues, minimalistisches und intuitives<br />

Verstellsystem mit internem Drehknopf<br />

kann mit einer Hand bedient werden<br />

• Gewicht: 280 g<br />

PREIS (UVP): € 150,–<br />

www.salewa.com<br />

BLACK DIAMOND VAPOR<br />

• Helmschale aus Polykarbonat mit<br />

eingeformtem EPS-Schaumstoff<br />

• geometrisches Open-Air-Design für<br />

beispiellose Luftzirkulation<br />

• Einstellungssystem für einfaches<br />

und genaues Anpassen<br />

• Gewicht von nur 188 Gramm<br />

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PREIS (UVP): € 140,–<br />

www.blackdiamondequipment.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

129


MÖGLICHKEITEN<br />

ZUM STEIGERN<br />

Von Mödling zur Rax<br />

Schritt I: Mödlinger Klettersteig – in den<br />

Föhrenbergen am Westrand von Mödling<br />

II: Pittentaler Klettersteig – am Türkensturz<br />

südlich von Wiener Neustadt<br />

III: Gebirgsvereins Klettersteig – auf der<br />

Hohen Wand, nahe dem ehemaligen Gasthaus<br />

„Seiser Toni“<br />

IV: Hans-von-Haidsteig – Preinerwand,<br />

Rax<br />

IV: Königschusswand-Klettersteig – Preinerwand,<br />

Rax. Der kürzere, aber schwerere<br />

Bruder des Haidsteigs. Armkraft & sehr<br />

gute Grundkondition sind Voraussetzung.<br />

Gut in Kombination – nach dem Haidsteig<br />

– machbar.<br />

Rund um Villach<br />

I & II: Kanzianiberg (nahe Faaker See) &<br />

Peterlewand (Bodensdorf, Ossiacher See)<br />

– Klettersteigzentren, perfekt für Einsteiger,<br />

ideal für herausfordernde Trainingstouren.<br />

Auch empfehlenswert: Rotschitza<br />

Klamm-Klettersteig beim Faaker See.<br />

III: Mangart – Slowenischer Klettersteig<br />

Nicht sehr schwer, aber große Höhe/Tiefblicke.<br />

Ausgangs-/Endpunkt Slowenische<br />

Mangart-Straße.<br />

IV: Mangart – Italienischer Klettersteig<br />

Schwerer, länger, gewaltige Tiefblicke, längerer<br />

Zu- und Abstieg, wenn man – wunderschön<br />

– als Ausgangs-/Endpunkt die<br />

Laghi di Fusine wählt.<br />

V: Hanza Steig auf den Prisank – lange,<br />

schwere Tour mit Abstieg via Normalweg<br />

oder Fenster-Klettersteig zum Vršič-Pass<br />

Am & ums Nassfeld<br />

Tipps von Sepp Szöke<br />

I: Felsenlabyrinth am Nassfeld &<br />

Norbert- Schluga Klettersteig in Hermagor<br />

II: Winkelturm-Ostgrat-Klettersteig Torre<br />

Clampil – Ausgangspunkt Sonnenalpe<br />

Nassfeld, Abstieg über den leichten<br />

Enrico- Contin-Klettersteig.<br />

III: Däumling-Klettersteig – Tiefblicke &<br />

DETAILS,<br />

INFOS, TOPOS<br />

Informationen, Tourenbeschreibungen<br />

und<br />

Topos zu nahezu allen<br />

genannten Touren:<br />

www.bergsteigen.com<br />

Seilbrücken, Ausgangspunkt Bergstation<br />

Gartnerkofelsesselbahn<br />

IV: Trogkofel ab Rudnigalm – Aufstieg via<br />

Überlacher Klettersteig, Abstieg über den<br />

Crete-Rosse-Klettersteig. Alternativ Aufund<br />

Abstieg via Crete-Rosse-Klettersteig.<br />

V: Winkelturm Nordwand-Klettersteig<br />

Torre Clampil – lang, gewaltige Tiefblicke,<br />

durchgehend schwierig und kraftraubend.<br />

Ausgangspunkt Sonnenalpe Nassfeld. Abstieg<br />

via Winkelturm-Ostgrat-Klettersteig<br />

möglich.<br />

Salzburg & mehr<br />

Tipps von Christoph Puggl<br />

I & II: City-Wall-Klettersteige am Kapuzinerberg<br />

in Salzburg. Leichte ebenso wie<br />

fordernde Varianten. Wegen Vogelbrut<br />

von 1.3. bis 30.6. gesperrt. Alternativ<br />

Zahme-Gams-Klettersteig nahe Weißenbach<br />

zwischen Lofer und Saalfelden.<br />

III & IV: Drachenwand-Klettersteig auf<br />

den Drachenstein – mittelschwer, sportlich<br />

lang, mit Mondsee-Prachtblick. Und darauf<br />

aufbauend – Grünstein-Klettersteig,<br />

in Schönau am Königsee, Bayern – Varianten<br />

von mittelschwer bis schwierig.<br />

V: Watzmann-Überschreitung-Klettersteig<br />

– fordernde, lange Tour (2400 hm)<br />

mit mittelschweren Klettersteigpassagen.<br />

Ähnlich lang, aber bergsteigerisch und<br />

klettersteigmäßig deutlich fordernder ist<br />

der Königsjodler Klettersteig als Teil der<br />

Hochtour auf den Hochkönig.<br />

Ennstal & Dachstein<br />

Tipps von Herbert Raffalt<br />

I & II: Klettersteige am Sattelberg in<br />

Ramsau am Dachstein. Leicht bis mittelschwer.<br />

Und Klettersteig-Park am Stoderzinken.<br />

Leicht bis mittelschwer sowie<br />

ein kurzer, aber sehr schwerer Steig.<br />

III: Silberkarklamm, östlich von Ramsau,<br />

mit drei attraktiven mittelschweren Klettersteigen<br />

– Hias, Rosina und Siega – die<br />

in Kombination bewältigt, perfektes, abwechslungsreiches<br />

Training versprechen.<br />

IV: Anna-Klettersteig, schwer und lang,<br />

im unteren Bereich der Dachstein-Südwand<br />

mit forderndem Zu- und Abstieg.<br />

V: Höhepunkt einer ambitionierten Klettersteigsaison<br />

– Johann-Klettersteig (sehr<br />

schwer, sehr exponiert und sehr lang)<br />

durch die Dachstein-Südwand. Optional<br />

weiter via „Schulter“ (mittelschwer, kein<br />

Gletscher) auf den Dachstein-Gipfel.<br />

Zur Abwechslung: schwerer, nicht sehr<br />

langer, aber extrem imposanter Sky-Walk-<br />

Klettersteig via Dachstein-Seilbahnbergstation<br />

und Hunerscharte.<br />

130 <strong>SPORTaktiv</strong>


©<strong>2021</strong> Polartec, LLC. Polartec® is a registered trademarks of Polartec, LLC. - * Wir sind an der Spitze seit ‘91


DURCH DIE KLAMM<br />

KLETTERN UNMITTEL-<br />

BAR AM WILDBACH – IM<br />

KÄRNTNER LESACHTAL<br />

WURDE DAS MIT<br />

EINER NEUEN FERRATA<br />

MÖGLICH GEMACHT.<br />

VON AXEL JENTZSCH-RABL<br />

Wer im Lesachtal Urlaub<br />

macht, sollte sich diesen<br />

Wasserfall-Klettersteig<br />

nicht entgehen lassen – eigene, weite<br />

Anreise zu dieser Ferrata lohnt<br />

sich aber nicht. Originell ist schon<br />

der Startpunkt bei der sogenannten<br />

Bienentankstelle. Der eigentliche<br />

Klettersteig verläuft entlang des Heilkraft-Wasserfalles,<br />

an den oft nassen<br />

und glitschigen Uferfelsen. Eine kurze<br />

Rinne – mit dem tosenden Wasserfall<br />

im Rücken – ist C, sonst ist der Klettersteig<br />

eher einfacher Natur. Also<br />

ideal für Einsteiger und Familien,<br />

welche die Kombination von wildem<br />

Wasser und schöner Natur lieben.<br />

Landschaftlich beschaulich und bis<br />

auf das rauschende Wasser schön<br />

ruhig, für Einsamkeitsliebhaber ein<br />

echter Genusstipp!<br />

Anreise/Zufahrt<br />

Auf der A2 bis zur Ausfahrt Gailtal<br />

und auf der B111 über Hermagor<br />

und Kötschach-Mauthen bis kurz<br />

nach Klebas. Nun links abbiegen<br />

und durch Obergail ins Obergailer<br />

Tal. Der Schotterstraße bis zur sog.<br />

„Bienentankstelle“ folgen, dort<br />

parken. Mit Öffis: mit der Bahn<br />

nach Oberdrauburg oder Hermagor<br />

und weiter mit dem Bus über<br />

Kötschach-Mauthen bis Liesing im<br />

Lesachtal, Abzweigung Obergail.<br />

Weiter zu Fuß.<br />

Fotos: Andreas Jentzsch-Rabl<br />

132 <strong>SPORTaktiv</strong>


AXEL<br />

JENTZSCH-RABL<br />

aus Bad Häring (T) kennt als<br />

Verfasser der umfangreichsten<br />

heimischen Klettersteigführer<br />

die meisten Klettersteige in<br />

Österreich und im umliegenden<br />

Ausland. Bei uns stellt er<br />

regel mäßig einen seiner<br />

Favoriten vor.<br />

erdig<br />

A<br />

A/B<br />

plattig<br />

B<br />

A/B<br />

A<br />

C steile<br />

Rinne<br />

C<br />

A<br />

Abstieg auf Forstweg<br />

B/C<br />

A<br />

A/B<br />

B Ecke<br />

A erdig<br />

BUCHTIPP<br />

Klettersteigführer<br />

Österreich neu<br />

7. Auflage mit<br />

Touren-App<br />

www.alpinverlag.at<br />

TOP-KLETTERSTEIG<br />

Heilkraft-Wasserfall-<br />

Klettersteig<br />

Schwierigkeitsgrad: C<br />

210 hm/1¾ Stunden<br />

Talort: Obergail, 1094 m<br />

Berg: Gamskofel, 2122 m<br />

Zustieg<br />

Vom Parkplatz bei der „Bienentankstelle“<br />

auf dem Schotterweg taleinwärts.<br />

Bei einer Abzweigung rechts in<br />

Richtung Wasserfall/Goldcamp. Beim<br />

Goldcamp verlässt man die Schotterstraße<br />

und geht auf dem Weg gerade<br />

weiter, zweigt dann aber links aufwärts<br />

in Richtung Wasserfall ab. Man<br />

kommt zu einer Plattform direkt am<br />

Wasser, dort beginnt der Klettersteig.<br />

Abstieg<br />

Vom Ausstieg hinauf zum Forstweg<br />

und auf dem Schotterweg zurück<br />

zum Ausgangspunkt.<br />

Expos.<br />

NO<br />

A/B<br />

erdig<br />

A<br />

Zustiegsweg<br />

Einstieg<br />

auf Plattform<br />

Bemerkung<br />

Je nach Wind und Gischt kann der<br />

Steig auch ziemlich rutschig sein.<br />

Achtung: Diesen Klettersteig nicht<br />

bei Hochwasser und Gewittergefahr<br />

klettern!<br />

!<br />

Diesen Klettersteig nicht<br />

bei Hochwasser und<br />

Gewittergefahr klettern!<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

133


CONTENT<br />

CREATOR<br />

IN BERGSCHUHEN<br />

JUNGES MEDIUM, TRADITIONELLE BILDER. WARUM SEBASTIAN<br />

SCHEICHL FÜR INSTAGRAM UND SEINE FOLLOWER GERNE UM 5 UHR<br />

FRÜH IN DEN DOLOMITEN WÄRE UND KEIN INFLUENCER IST, OBWOHL<br />

ER TAUSENDE MENSCHEN MIT SEINEN BERGBILDERN BEEINFLUSST.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

ium-Hiuuuum. Hören Sie es?<br />

Hium-Hiuuuum. Wenn Sie<br />

aus einer Generation stammen,<br />

in der Am dam des für<br />

Kinderfernsehen, Enrico für<br />

Spaß und die Wiener Austria für Spitzenfußball<br />

steht, sind Sie vermutlich<br />

auch mit Hium-Hiuuum im Fernsehen<br />

auf die Bergwelt konditioniert worden.<br />

Mit diesen Synthesizer-Akkorden beginnt<br />

nämlich Chariots of Fire von Vagelis<br />

und damit die Signation für die legendäre<br />

Doku-Serie „Land der Berge“<br />

im ORF. Gut, Enrico wurde kürzlich<br />

80, das ist in etwa auch der aktuelle<br />

Schuldenstand der Wiener Austria (in<br />

Millionen) und mit Vangelis können die<br />

Jungen wohl nichts mehr anfangen.<br />

Heranwachsende von heute werden<br />

zwar auch vom Bildschirm geprägt, aber<br />

nicht von dem des Fernsehers, sondern<br />

dem des Handys oder Tablets. Einen<br />

wichtigen Teil dieser Aufgabe übernehmen<br />

Influencer auf den Social-Media-<br />

Kanälen. Wir wollen schauen: Welches<br />

Bild von #outdoor wird da transportiert?<br />

Einer der aktuell angesagtesten Instagrammer<br />

ist „Zeppaio“, der im bürgerlich<br />

Leben Sebastian Scheichl heißt.<br />

Frisch ist sein Blick auf die Berge, modern<br />

seine Bildsprache, traditionell aber<br />

sein Zugang zur Natur. „Ich war sehr<br />

viel mit den Eltern wandern und auf<br />

den Hausbergen in der Umgebung“, erzählt<br />

der sympathische Salzburger beim<br />

Treffen im Hellbrunner Schlosspark. Als<br />

junger Erwachsener brach er selbst zu<br />

Wanderungen auf, mehrmals pro Woche,<br />

noch ohne Fotos im Fokus. Doch<br />

mit Handybildern und seinem privaten<br />

In Zukunft<br />

will er als<br />

Fotograf arbeiten.Noch<br />

ist Sebastian<br />

Scheichl<br />

(25) Student<br />

mit 200.000<br />

Insta-Fans.<br />

Insta-Account ging es bei fast täglichen<br />

Postings steil nach oben. „Am Anfang<br />

waren es Schnappschüsse und Gipfelselfies,<br />

später habe ich mir was von Idolen<br />

und Vorbildern abgeschaut, aus YouTube-Tutorials<br />

die Technik erlernt und mir<br />

eine bessere Kamera gekauft.“ Im Sommer<br />

vor fünf Jahren schnellte seine Follower-Anzahl<br />

dann schlagartig von<br />

15.000 auf 60.000 hinauf, nachdem er<br />

Bilder von Wanderungen auf den Lofoten<br />

und Island gepostet hatte. Aktuell<br />

liegt der 25-jährige Geografiestudent bei<br />

204.000 Followern und ist damit in Österreich<br />

eine fixe Größe. Das bringt ihm<br />

Projekte ein wie eine Kooperation mit<br />

Samsung, Sixt und dem Salzburgerland<br />

Tourismus. Sein Hobby finanziert sein<br />

Studium mittlerweile „mit einem sehr<br />

netten Taschengeld“, der spätere Berufs-<br />

Fotos: Sebastian Scheichl<br />

134 <strong>SPORTaktiv</strong>


wunsch Fotograf ist bereits einzementiert.<br />

Und weil er oft gefragt wird: Von<br />

Instagram selbst gibt es kein Geld.<br />

Es gibt viele gute Fotografen in Österreich,<br />

auf Insta bildet „Zeppaio“ mit<br />

Tom Klocker (242.000 Follower) und<br />

Roman Königshofer (198.000) die Spitze.<br />

Als „Instagram-Star“ will sich<br />

Scheichl aber auf keinen Fall bezeichnen,<br />

auch mit „Influencer“ hat er keine<br />

große Freude, zu negativ besetzt scheint<br />

der Begriff. „Ich bin Fotograf und Content<br />

Creator.“ Der Großteil seiner Follower<br />

ist 25 bis 34 Jahre alt, stammt aus<br />

Österreich, Deutschland und den USA,<br />

45 % davon sind weiblich.<br />

Sechs Tage in der Woche wird gepostet,<br />

rund 90 Minuten pro Tag werden<br />

dafür investiert. Nach einer Berg- oder<br />

Skitour sind 300 bis 500 Bilder auf der<br />

Speicherkarte, davon wandern 30 bis 40<br />

ins Archiv. „Früher habe ich auch normale<br />

Fototouren zu Seen, Städten oder<br />

Kircherln gemacht. In den letzten ein,<br />

zwei Jahren hat sich das klar in Richtung<br />

Berg verschoben, weil ich mich abheben<br />

will. Hochalpin einen Sonnenaufgang zu<br />

fotografieren, machen nicht so viele.“<br />

Da muss man mitunter auch um 3 Uhr<br />

früh aufstehen. Selbst ist er übrigens nie<br />

auf seinen Fotos. „Vielleicht einmal im<br />

Jahr. Ich bin sehr perfektionistisch und<br />

gebe ungern jemandem meine Kamera<br />

in die Hand. Für mein perfektes Bild<br />

müssen gar keine Menschen drauf sein.<br />

Ich will Natur ablichten. Menschen<br />

brauche ich nur, um Dynamik zu erzeugen<br />

oder um die Größe der Berge zu zeigen.“<br />

Viel wichtiger sind ihm eben die<br />

Berge. „Mein Lieblingsberg ist hoch,<br />

WAS IST<br />

INSTAGRAM?<br />

Ein werbefinanzierter Onlinedienst<br />

zum Teilen von Fotos (und<br />

Videos), der seit 2012 zum Facebook-Imperium<br />

gehört. Transportiert<br />

werden Bilder, kaum Text,<br />

im Schnitt aber mit 10,7 Hashtags.<br />

Die Reichweite ist enorm:<br />

Für <strong>2021</strong> werden weltweit bereits<br />

1 Milliarde (!) aktive Nutzer<br />

ausgewiesen, 71 % davon sind<br />

unter 35 Jahren. Noch wichtiger:<br />

80 % der User lassen sich von<br />

Instagram im Kaufverhalten beeinflussen.<br />

In Österreich konnte<br />

Instagram seine Nutzer von<br />

1 Million im Jahr 2017 auf mittlerweile<br />

3 Millionen verdreifachen<br />

(Quellen: https://www.oberlo.de/<br />

blog/instagram- statistik,<br />

www.statista.com).<br />

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TIPPS VON INSTA­<br />

GRAMMER @ZEPPAIO<br />

SO GELINGEN DEINE<br />

FOTOS BESSER<br />

1Achte aufs Licht. Lichtquelle und Lichteinfall erzeugen<br />

Stimmung. Licht soll nie zu grell sein (z.<br />

B. Mittagssonne), Porträts gelingen bei softem,<br />

schwachem Licht am besten.<br />

2Überlege dir einen Bildaufbau. Der Fokus der<br />

Aufmerksamkeit sollte nicht in der Bildmitte<br />

sein, das wirkt langweilig. Der „goldene Schnitt“ ist<br />

eine klassische Regel, der den Bildaufbau in 1/3 zu<br />

2/3 teilt. Der Fokus sollte also im rechten oder linken<br />

Bilddrittel sein, oben oder unten. Tipp: Rasterfunktion<br />

am Display aktivieren, dann bekommt man<br />

ein gutes Gefühl dafür, welches Drittel gut wirkt.<br />

3Baue Ebenen ein. Du kannst etwas in der ersten<br />

Ebene unscharf in den Vordergrund rücken<br />

(z. B. Blumen oder einen Fels), in der zweiten<br />

Ebene deinen Hauptfokus haben (eine Kapelle, einen<br />

Wanderer) und in der dritten Ebene einen Hintergrund<br />

in Szene setzen (eine Bergkette, die<br />

Skyline einer Stadt).<br />

4Erzeuge Spannung. Bei Landschaften, aber<br />

auch in Städten kann man z. B. mit Spiegelungen<br />

in Bergseen (oder Schaufenstern, Verkehrsspiegeln)<br />

tolle Effekte erzielen.<br />

5Keine Filter verwenden. Filter sind eine tolle<br />

Möglichkeit, Fotos beim Bearbeiten zu verbessern<br />

oder ihnen mehr Dynamik, Tiefe und Schärfe<br />

zu geben. Aber immer erst danach! Bilder noch<br />

ohne Filterfunktionen (und im Idealfall im Rohdatenformat<br />

„Raw“) aufnehmen.<br />

6Farben abdunkeln. Durch die automatischen<br />

Belichtungs- und Fokus-Funktionen (vor allem bei<br />

Handys) werden die Bilder in der Tendenz zu hell.<br />

Der Klassiker: Überprüfe, ob dein Himmel noch natürlich<br />

blau und grau ist oder durch die Automatik<br />

ganz weiß wirkt. Sonst kann man die Farben abdunkeln,<br />

damit es natürlicher und schöner wirkt.<br />

7Quer geht mehr! Landschaften sollte man<br />

idealerweise im Querformat fotografieren, um<br />

die Breite einzufangen. Achtung: Bei Instagram<br />

funktioniert nur Hochformat. Schuld ist einzig und<br />

allein die Darstellung am Handydisplay, das hochformatig<br />

in den Händen gehalten wird.<br />

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen<br />

informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.<br />

© Alex - stock.adobe.com, <strong>2021</strong>0604_DicloAkut ® _I_SportAktiv


schön umringt von hohen Bergen, zackig,<br />

zerklüftet und felsig, die Gipfelregion<br />

vom Schnee frisch angezuckert. Da<br />

denke ich an die Dolomiten.“ Das ideale<br />

Bild? „Klischeehaft ein schöner Sonnenaufgang,<br />

der ein paar Wolken anleuchtet<br />

und mit weichem sanften Licht von<br />

vorn in die Szene kommt.“ 5 Uhr früh<br />

in den Dolomiten also vielleicht.<br />

Kritisiert werden die sozialen Medien<br />

gerne für ihre Über-Inszenierung der<br />

Wirklichkeit. Scheichl grübelt. „Es gibt<br />

schon diese unrealistischen Momente.<br />

Letztens beim Sonnenaufgang in Bayern<br />

hat es uns eingeregnet, aber zwei, drei<br />

Minuten lang war im leichten Regen ein<br />

unfassbarer Regenbogen vor dem dunklen<br />

Himmel. Das muss man erst sacken<br />

lassen.“ Beliebt sind Filter, mit denen<br />

Bilder noch dramatischer und künstlerischer<br />

wirken. Verändert das die Natur?<br />

„Ich benutze Filter sehr gezielt und immer<br />

so, dass es natürlich aussieht und<br />

ich das meiste aus dem Bild raushole.<br />

Wenn Schatten oder Farben nicht so satt<br />

sind. Ich verändere das so, wie die Szene<br />

in meiner Erinnerung ausschaut. So<br />

kann ich Stimmung und Emotion nachbessern.“<br />

Falls es „Störfaktoren“ in der<br />

Natur gibt, wird die Software auch eingesetzt.<br />

„Wenn ein Strommast die Szene<br />

stört oder ein Stein in einer schönen<br />

Wiese herumliegt, verwende ich den<br />

Pinsel, damit es clean aussieht. Aber das<br />

kommt selten vor.“ Wenn das „gute<br />

Bild“ die Bergtour dominiert, komme<br />

das Bergerlebnis wohl zu kurz, hört man<br />

oft. Dazu müsse man die Kamera zu<br />

Hause lassen oder wegpacken. „Ich hab<br />

sie immer mit, aber ich versuche, magische<br />

Momente auch so für mich zu genießen.<br />

Ich kann das gut trennen.“<br />

INSTA UND<br />

TOURISMUS<br />

Auch der heimische Tourismus<br />

setzt in der Werbung auf Instagram.<br />

Das generiert mitunter<br />

amüsante Hashtags wie #seewinkelsafari,<br />

#styrianbackhendl,<br />

#visitbregenzerwald und verschafft<br />

auch der Österreich-Werbung<br />

einen Account (@visitaustria)<br />

mit 462.000 Followern und<br />

den Keywords #feelaustria und<br />

#visitaustria<br />

FEEDBACK<br />

Schick uns deine<br />

Meinung oder dein<br />

Regenbogenbild. Was<br />

ist für dich „Content“?<br />

Auf Instagram sind Menschen wie<br />

Scheichl für die Bilder aus der Bergwelt<br />

zuständig. 89,6 Millionen Beiträge gibt<br />

es weltweit mit #mountains, rund 30<br />

Millionen zu #outdoor und 21,3 Millionen<br />

zu #austria. Im Idealfall werden viele<br />

der Instagram-Generation von Influencern<br />

positiv beeinflusst, vom Display<br />

wegzukommen, sich Wanderschuhe zu<br />

besorgen und sich die Berge einmal unverpixelt<br />

und „in echt“ anzuschauen. So<br />

wie die Enrico-Generation Jahrzehnte<br />

davor. Hium-Hiuuum.


sportaktiv.com<br />

TEAM<br />

PETRA OFNER<br />

Backoffice & Verrechnung<br />

T. 0 316/80 63-25 80<br />

petra.ofner@styria.com<br />

ARNOLD PAULY<br />

Head of Sales<br />

ALFRED BRUNNER<br />

Geschäftsführung<br />

T. 0676 871 970 133<br />

alfred.brunner@styria.com<br />

ELISABETH RECHLING<br />

Assistenz der Geschäftsführung<br />

& Key Account Manager<br />

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KLAUS MOLIDOR<br />

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CHRISTOPH HEIGL<br />

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CHRISTOF DOMENIG<br />

Redakteur<br />

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christof.domenig@styria.com<br />

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Fotoredakteur<br />

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thomas.polzer@styria.com<br />

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Onlineredakteurin<br />

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CHRISTOPH<br />

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Layout & Produktion<br />

T. 0699 107 38 720<br />

christoph.geretschlaeger@styria.com<br />

EIGENTÜMER/VERLEGER<br />

TOP TIMES Medien GmbH, 8010 Graz, Gadollaplatz 1<br />

Tel.: 0 316/80 63-25 80<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> ist ein Titel der Styria Media Group.<br />

Offenlegung gem. § 25 MedienG mit der Url:<br />

sportaktiv.com/de/offenlegung<br />

STÄNDIGE MITARBEITER<br />

Markus Geisler, Klaus Höfler, Wolfgang Kühnelt,<br />

Wolfgang Kuhn, Oliver Pichler, Axel Rabenstein,<br />

Stephan Skrobar<br />

HERSTELLER<br />

Leykam Druck GmbH & Co KG, 7201 Neudörfl<br />

Beiträge über Tourismusregionen und Eventankündigungen werden in Kooperation mit der<br />

Tourismuswirtschaft und mit Veranstaltern gegen Druckkostenbeiträge produziert.<br />

ABO-HOTLINE<br />

Styria Marketing Services GmbH & Co KG, „Abo <strong>SPORTaktiv</strong>“,<br />

Hainburger Straße 33, 1030 Wien<br />

Tel.: 01/51414-800, Fax: 01/51414-810, E-Mail: abo@sportaktiv.com<br />

Das Jahresabonnement (6 Ausgaben) kostet € 19,90.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> 04/<strong>2021</strong> erscheint am 4. August <strong>2021</strong><br />

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www.aldiana-salzkammergut.at<br />

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Yoga<br />

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Salzburg, Mühlbach<br />

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