Der Harz_06_21_Online

Harzdruckerei

Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 06_2021

Der

Gartenschläfer

Seite 6

Arbeitsbesuch bei

der HSB

Seite 12

Aus der Arbeit

des Harzklubs

Seite 18

www.harzklub.de


Wichtiger Hinweis!

Erstes

Köhlereimuseum

Deutschlands!

GUT BRAND!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Urlauber,

die aktuelle Viruslage mit der Corona-Epidemie zwingt

viele Veranstalter dazu, Veranstaltungen nur unter Vorbehalt

zu planen. Wir hoffen darauf, dass sich die Situation

weiter bessert. Wenn die eingeleiteten Schutzmaßnahmen

greifen, kann das von Vorteil sein und im günstigen Fall

zu einer baldigen weiteren Entspannung der Lage führen.

Bitte beachten Sie, dass die Situation täglich neu bewertet

wird und informieren Sie sich über Veränderungen. Einige

Einrichtungen haben bereits geöffnet, andere ziehen nach.

Die aktuelle Lage der Erreichbarkeit und Öffnung einzelner

Ausflugsziele und der Gastro nomie wie auch des Veranstaltungsangebots

erfahren Sie am schnellsten im Internet.

Bitte nutzen Sie diese Möglichkeit, bevor Sie irgendwelche

Unternehmungen planen.

Insbesondere seien das umfangreiche Wanderwegenetz

im Harz und die Stempelstellen der Harzer Wandernadel

erwähnt, die sicher eine gute Empfehlung in Zeiten von

nicht erwünschter Zusammenkunft zu vieler Personen sind.

Das Team der Harzdruckerei

Harzdruckerei für den Harz,

stark für die Region.

Max-Planck-Str. 12/14. Telefon 0 39 43 / 54 24 0.

info@harzdruckerei.de. www.harzdruckerei.de.

Köhlerei Köhlerei live erleben

Köhlerei-Museum Tradition & Entwicklungsgeschichte

Köhlerhütte Essen- und Trinken nach Köhlerart

Köhlerladen Harzer Buchenholzkohle & Spezialitäten

Spielplatz Streichelzoo & Aktionen für Kinder

38899 Hasselfelde | Telefon 039459. 72254 | www.harzkoehlerei.de

GRENZLANDMUSEUM BAD SACHSA

Bis Ende 1989 war Deutschland

auch im Harz ein geteiltes Land.

An diese Tragödie erinnert seit

1992 das Grenzlandmuseum in

Bad Sachsa, das 2016 in die

Räumlichkeiten am Kurpark in

unmittelbarer Nachbarschaft zur

Touristinformation eingezogen ist.

Hier kann sich der Besucher mit

den Grenzkontrollsystemen, der

menschenrechtsverletzenden

Sicherung mittels Sprengminen und dem engmaschigen Filtersystem der DDR auseinandersetzen,

das es Grenzverletzern und „Republiksflüchtlingen“ äußerst schwer

machte, das Land zu verlassen. Auch die bundesdeutsche Sicherung der Trennlinie

zwischen beiden Teilen Deutschlands wird umfangreich beleuchtet, u. a. mit historischen

Dokumenten und Artefakten aus der Zeit des Kalten Krieges. Dabei folgt man

dem Slogan: „Bewahren – Erinnern- Mahnen“. Heute, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung

des Landes, erscheinen manche Sachverhalte nicht nur absurd, sondern

können sich ohne die Grenze Aufgewachsene dieses Menetekel kaum vorstellen.

Dem ehemaligen Landkreis Blankenburg, der historisch bis nach Hohegeiß, Zorge,

Walkenried und Braunlage reichte, ist ein gesonderter Bereich gewidmet. Im

Rahmen der Grenzziehung kam es 1945 zum Gebietsaustausch und Begradigungen

des Grenzverlaufs, in dessen Folge die genannten Orte vom alten Kreis

abgetrennt und den Westzonen zugeteilt wurden. Blankenburg und Hasselfelde

wiederum verblieben in der Ostzone/DDR.

Erinnert wird auch an die Tragödie und das Leid, das diese langjährige Grenze, die

immer perfekter in ihrer Sicherung ausgebaut wurde, für die Menschen der Region

zur Folge hatte. Mittels audiovisueller Mittel wird den Besuchern eindrücklich vermittelt,

wie Grenzdurchbrüche behandelt wurden und mit welch rigiden Maßnahmen

die DDR ihre Bevölkerung am Verlassen des Landes hinderte. Dazu gehörte

auch ein als „Sperrzone“ gestaffeltes, vorgelagertes Gebiet, in das nur einreisen

durfte, wer einen speziellen Passierschein hatte. Der Ort Schierke ist ein Musterbeispiel

dafür, wie man in einem attraktiven Gebirgsort nahe dem (für Zivilpersonen

gesperrten) Brocken einen staatlich inszenierten Urlaub verbringen konnte,

der aber trotzdem dem Grenzregime unterworfen war.

TASHA BYNZ ®

Das Museum wird von einem Verein betrieben. Bitte beachten Sie die Öffnungszeiten:

mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

Im Museum gelten die Abstandsregeln, Mund-Nase-Bedeckung und eine Zutrittsbeschränkung

auf maximal 13 Personen gleichzeitig. Es werden keine Gruppenführungen

mehr angeboten.

Preise: Erwachsene 4 €; Ermäßigt: 3,50 € (Schüler, Studenten, Rentner); Kinder

bis 12 Jahre freier Eintritt; Gruppen ab 10 Personen: 3 € p. P.; Schulklassen (inkl.

Lehrkräfte): 30 € gesamt; letzter Eintritt jeweils 45 Minuten vor Schließung.

Grenzlandmuseum Bad Sachsa

Am Kurpark 6 | 37441 Bad Sachsa | Telefon: 0170 3189199

www.grenzlandmuseum-badsachsa.de


EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser unserer Zeitschrift DER HARZ,

Impressum

Herausgeber:

Der Harzklub e.V.

Heimat-, Wander- und

Naturschutzbund

Am Alten Bahnhof 5a

38678 Clausthal-Zellerfeld

Telefon 05323 81758

info@harzklub.de

www.harzklub.de

Redaktion:

Christoph Steingaß

Redaktionskollegium:

David Rügner (Hauptpressewart),

Christine Eggers (stellv. Hauptpressewartin),

Michael Rudolph

(stellv. Hauptpressewart), Marion

Schmidt (Hauptschriftwartin), Klaus

Dumeier (stellv. Präsident).

Beiträge, die nicht ausdrücklich

als Stellungnahme der genannten

Institutionen gekennzeichnet sind,

stellen die persönliche Meinung

des Verfassers dar. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos

übernimmt der Verlag keine Gewähr.

Der auszugsweise oder vollständige

Abdruck von Beiträgen ist nur

mit Genehmigung des Verlages

gestattet.

Redaktions- und Anzeigenschluss:

Jeweils zum 15. des Vormonats.

Verlag und Druck:

(Redaktion, Anzeigen, Vertrieb)

Harzdruckerei GmbH

Max-Planck-Straße 12/14

38855 Wernigerode

Telefon: 03943 5424-0

Telefax: 03943 5424-99

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Abo-Hotline:

Telefon: 03943 5424-0

DER HARZ erscheint Anfang des

Monats. Jahresabonnementpreis:

31,57 € inkl. Versandkosten und

7 % MwSt. Zeitung ist kündbar bis

30. September des laufenden Jahres

für das Folgejahr.

Foto Titelseite:

Gartenschläfer-Profil

(Foto: Sven Buechner)

wir alle befinden uns zurzeit immer noch in einer misslichen

Lage – die Kontakte sind eingeschränkt, man begegnet sich nur

mit „Schnauzenpulli“ und direkte Berührungen finden nicht

statt. Die Arbeit des Harzklubs soll und muss aber dennoch

weitergehen. Da gibt es eine moderne Lösung: Videokonferenz! Daran kann man sich schnell

gewöhnen, es erfordert lediglich ein Grundwissen an Technik und einer gehörigen Portion

Disziplin! Wer etwas beitragen möchte, hebt die virtuelle Hand und wird vom Leiter oder

Moderator der Besprechung „zugeschaltet“! So weit, so gut! Was aber auf der Strecke bleibt,

ist der persönliche Kontakt, die kleinen Randgespräche des unbestritten vorteilhaften „kurzen

Dienstweges“ mit dem Tischnachbarn, die Geborgenheit des einen Konferenzraumes und

vielleicht auch das gemeinsame gemütliche Essen am Ende der Veranstaltung!

Viele Harzklub-Zweigvereine nutzen mittlerweile die online-Dienste für ihre notwendigen

Sitzungen. So auch der Hauptverein! Wir befinden uns in einer Phase, in der wir nach vorn

schauen wollen und müssen! Stillstand bedeutet Rückschritt! Getreu dem Motto: Wer nicht

mit der Zeit geht – geht mit der Zeit! geht es darum, unseren Verein für die Zukunft aufzustellen.

Viele der Videokonferenzen dienen diesem Zweck. Wir scheuen uns auch nicht, die

Meinung erfahrener externer Experten einzuholen und zu schauen, was es für den Harzklub

bedeutet, die eingefahrenen Wege zu verlassen und neue Pfade zu gehen. Etliches haben wir

bereits so weit besprochen, dass wir es auch in Kürze nutzbringend anwenden können. Nur

zwei Beispiele: auf etliche unserer Wegeschilder sollen kleine QR-Code-Aufkleber angebracht

werden, auf denen sich die Wandernden über unsere Arbeit informieren können. Ein weiterer

Beschluss dient der engeren Zusammenarbeit mit der Harzer Wandernadel, die momentan

– wäre sie an der Börse gelistet - durch die Decke geht! Wir wollen den momentanen Wanderboom

gern auch zum Vorteil des Harzklubs nutzen und sind für Unterstützung – einerlei

aus welcher Richtung – offen und dankbar.

Die vorliegende Ausgabe von DER HARZ bietet wieder ein buntes Bild unserer Tätigkeiten,

früher, momentan und auch zukünftig!

Viel Freude bei der Lektüre!

Christoph Steingaß

Redaktion

INHALT

Hausarzt und Pflege in Sachsen-Anhalt besser digital vernetzen 4

Auf Spurensuche - Der Gartenschläfer 6

Neuer Wegewart in Treseburg / Brauchtum im Harz 8

Harzklub Lerbach gestaltet weitere Fotospot-Tafel in den Landesforsten 9

Natur- und Geoparkort Molmerswende / Frühjahrswaldzecke 10

Neue Geopark-Stele im Landkreis Goslar 11

Ländervertreter unterstreichen finanzielles Engagement für die HSB 12

Statt Fichtenwald mehr Bergwiese um Altenau 13

Glück auf oder Moin 14

Stadtwerke Wernigerode engagieren sich aktiv für Natur- und Umweltschutz 15

Die Schurre gilt wieder als offizieller Wanderweg 16

In 50 Tagen durch den Harz 17

Aus der Arbeit des Harzklubs 18

Folgende Partner bieten Vergünstigungen im Harzgebiet an 19

Lüneburger Heide 21

Aus der Arbeit des Hauptvorstandes 22

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AOK SACHSEN-ANHALT

Projekt Comm4Care sucht Hausärzte, Pflegeeinrichtungen und

ambulante Pflegedienste für Pilotphase

Hausarzt und Pflege in

Sachsen-Anhalt besser digital vernetzen

7. Mai 2021 / Magdeburg – Der Austausch

zwischen Ärzten und Pflegeeinrichtungen

ist oftmals sehr umständlich.

Das ist vor allem dann schwierig,

wenn Pflegebedürftige krank werden

und schnell eine Diagnose nötig

ist. Eine digitale Vernetzung könnte

das lösen, dafür fehlen allerdings

einheitliche Standards. Das Projekt

Comm4Care soll das ändern: Arzt und

Pflege sollen mit einer standardisierten

Plattform digital vernetzt werden,

sich so einfacher austauschen und die

Versorgung von Pflegebedürftigen

verbessern. Für das vom Innovationsfonds

der Bundesregierung mit 10

Millionen Euro geförderte Projekt werden

jetzt Teilnehmer aus dem Süden

Sachsen-Anhalts gesucht.

Wird ein pflegebedürftiger Mensch krank,

stellt das Hausarzt und Pflegeeinrichtung

vor Herausforderungen. Der Hausarzt benötigt

für eine Diagnose Vitalwerte wie Blutdruck,

Puls und andere Informationen zum

Gesundheitszustand. Doch Hausbesuche

sind sehr zeitintensiv, und den Pflegebedürftigen

in die Praxis zu bringen ist häufig

nicht möglich.

Die wichtigsten Daten schnell per Computer

aufzeichnen und dem Hausarzt direkt

zusenden? Fehlanzeige. Meist sind noch

Brief, Telefon, Fax und viele Gespräche

zwischen Arzt und Pflegefachkraft nötig,

bis alle Informationen vorliegen.

Das zeigt auch eine Umfrage der Projektpartner

von Comm4Care (übersetzt: Kommunikation

für die Pflege): „Als regionale

Krankenkasse möchten wir in Sachsen-

Anhalt die richtigen Bedingungen schaffen,

um die Gesundheitsversorgung zu

verbessern.

Wir wollten deshalb wissen, wo die Probleme

liegen“, sagt Dr. Silke Nagel, Projektleiterin

bei der AOK Sachsen-Anhalt. „In

einer Befragung bestätigten uns Hausärzte

und Pflegeeinrichtungen: Sie arbeiten mit

verschiedenen Systemen, die nicht kompatibel

sind, was einen schnellen, elektronischen

Austausch umständlich oder

unmöglich macht. So vergeht oft viel Zeit,

was im Extremfall dazu führt, dass Patienten

sicherheitshalber ins Krankenhaus

eingewiesen werden, obwohl das eigentlich

nicht nötig ist.“

Insbesondere im „Pflegeland Sachsen-

Anhalt“ ist das ein Problem. Mit 5.000 Pflegebedürftigen

je 100.000 Einwohner liegt

das Bundesland heute schon 21 Prozent

über dem bundesweiten Durchschnitt – ein

Spitzenwert, Tendenz steigend.

In Minuten das schaffen, was früher

Stunden gedauert hat

Comm4Care soll deshalb die Kommunikation

standardisieren und strukturieren.

Im Zentrum steht eine „TelehealthPlattform“

(THP) – ein digitales Portal, auf dem

sowohl Hausarzt als auch Pflegefachkraft

relevante Daten eintragen und abrufen

können, wie zum Beispiel zur Behandlung

und Medikation.

„Über ein Tablet kommuniziert die Pflegefachkraft

direkt mit dem Hausarzt“, sagt Dr.

Jörg Böhme, Vorstand der Kassenärztlichen

Vereinigung Sachsen-Anhalt, die ebenfalls

Projektpartner ist. „Wenn dieser es für geraten

hält, können mittels Sensoren aus

einem Telemed-Koffer zudem Vitaldaten erfasst

und über die THP übermittelt werden.

Auch eine assistierte Videosprechstunde

mit dem Patienten im Beisein einer Pflegefachkraft

ist möglich. Damit kann man in

wenigen Minuten das schaffen, was bislang

mitunter Stunden dauert.“

Hausärzte und Pflegefachkräfte können

so schnell reagieren und über die weitere

Behandlung entscheiden. Ungeplante und

für Pflegebedürftige meist aufwändige Pra-

xisbesuche sind nicht mehr nötig, was auch

dem Hausarzt wertvolle Zeit spart. Das Besondere:

Weder Hausarzt noch Pflegeeinrichtung

oder Pflegedienst müssen auf ein

neues System umstellen. Die Technik wird

durch den Projektpartner vitaphone GmbH

bereitgestellt und kann ohne großen Aufwand

mit der bereits vorhandenen Technik

genutzt werden.

Unnötige Krankenhausaufenthalte vermeiden

Einen entscheidenden Vorteil bietet Comm-

4Care auch bei Pflegebedürftigen mit chronischen

Erkrankungen wie Herzinsuffizienz

oder Parkinson. Mitunter müssen deren

Vitalwerte über einen längeren Zeitraum

überwacht werden – früher kam dafür nur

ein Krankenhausaufenthalt in Frage.

„Ein Krankenhausaufenthalt ist für unsere

Bewohner mit enormem Stress verbunden,

der sich häufig auch zusätzlich negativ auf

die Gesundheit auswirkt“, sagt Angelika

Mickley, Leiterin des Altenpflegeheims Riebeckpark

in Halle (Saale), das als eines der

ersten an Comm4Care teilnehmen wird.

„Mit Comm4Care können wir im Pflegeheim

ein sogenanntes ‚intensiviertes Monitoring‘

machen und dem Hausarzt regelmäßig

Vitaldaten wie Blutzucker, Gewicht oder

auch die Reaktion des Patienten auf eine

veränderte Medikamentengabe übermitteln.

Sogar ein EKG kann die Pflege im

Auftrag des Hausarztes schreiben. Alles

schnell und direkt via Datenübertragung

statt umständlicher Faxe und ohne Kran-

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06 | 2021


HARZ AKTUELL

kenhausaufenthalt. Eine enorme Erleichterung

für unsere Bewohner und auch für uns.“

Laufzeit von zwei Jahren, Teilnehmer im

Süden Sachsen-Anhalts gesucht

Die Projektpartner AOK Sachsen-Anhalt,

IKK gesund plus, Kassenärztliche Vereinigung

Sachsen-Anhalt, vitaphone GmbH,

aQua-Institut und das Institut für Allgemeinmedizin

an der Medizinischen Fakultät

der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

wollen in einer Pilotphase bis 30. September

2023 erproben, wie Comm4Care die

Versorgung verbessern kann.

Ab sofort suchen sie deshalb Mitstreiter –

Hausärzte, vollstationäre Pflegeeinrichtungen

und ambulante Pflegedienste in Halle

und Dessau-Roßlau sowie den Landkreisen

Wittenberg, Saalekreis, Burgenlandkreis,

Mansfeld-Südharz und Anhalt-Bitterfeld.

„Insgesamt können 8.000 Pflegebedürftige

der AOK Sachsen-Anhalt oder der IKK

gesund plus, 350 Hausärzte und 350 Pflegeeinrichtungen

teilnehmen, die mit uns

die Digitalisierung für die Praxis nutzen

wollen“, so Projektleiterin Nagel.

Mehr Informationen und Anmeldung unter

www.comm4care.de.

Die Versorgungsform in Comm4Care wurde

gemeinsam von den Partnern entwickelt.

Die Technik wird von der vitaphone GmbH

bereitgestellt, ein Unternehmen der vitagroup.

Das Institut für Allgemeinmedizin in

Halle berät das Projektkonsortium. Das

aQua-Institut übernimmt die wissenschaftliche

Evaluation. Comm4Care wird durch

den Innovationsausschuss beim Gemeinsamen

Bundesausschusses gefördert, Förderkennzeichen

ist 01NVF19001.

»Pressekontakt:

AOK Sachsen-Anhalt

Anna-Kristina Mahler

Pressesprecherin

Telefon: 0391 2878-44426

Telefax: 0391 2878-44576

presse@san.aok.de

Kassenärztliche Vereinigung

Sachsen-Anhalt

Abt. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Heike Liensdorf

Doctor-Eisenbart-Ring 2

39120 Magdeburg

Tel. 0391 627-6147

Fax 0391 627-878147

E-Mail: pro@kvsa.de

In Dankbarkeit nimmt der Harzklub e.V. Abschied von

Brigitta Roy-Feiler

NACHRUF

Nach langer schwerer

Krankheit ist unsere

Wanderfreundin Brigitta

Roy-Feiler im Alter von

80 Jahren verstorben. Die

Wanderbewegung und das

Klöppeln waren ihre Herzensangelegenheit.

Brigitta Roy-Feiler ist uns

allen bekannt als eine der

beiden Harzer Wanderhexen.

Gemeinsam mit Gesine-

Maria Haas war sie über

tausende von Kilometern

zu Fuß in ganz Deutschland

unterwegs und Botschafterin

unseres Harzklubs.

Brigitta Roy-Feiler war

Mitglied in den Harzklub-

Zweigvereinen Hildesheim,

Ilsenburg, Altenau und Bremen und in

unterschiedlichen Vorstandsfunktionen

oder als Wanderführerin tätig. Sie war 1990

Gründungsmitglied des Zweigvereins Ilsenburg

und hier 20 Jahre lang als Schatzmeisterin

und Kulturwartin aktiv.

Gleichzeitig engagierte sie sich als Wanderführerin

im Erzgebirgsverein und im

Deutschen Alpenverein. Brigitta hielt engen

Kontakt zu den Harzklub-Zweigvereinen,

aber auch zu vielen Gebietsvereinen des

Deutschen Wanderverbandes. Sie förderte

Beinahe überall dabei, bekannt und beliebt, weit über die Grenzen des Harzes

hinaus: die beiden Harzhexen Brigitta Roy-Feiler (links) und Gesine-Maria

Haas (rechts)

das Zusammengehörigkeitsgefühl, gemeinsame

Aktivitäten und Veranstaltungen.

Kein Deutscher Wandertag war ohne Brigitta

Roy-Feiler denkbar! Sie begleitete die

Wanderwimpelgruppen 1996, 1997 und

2004 und nahm jährlich aktiv am Wanderwettbewerb

teil. Besonderer Höhepunkt

waren auch Eurorando-Wanderungen in

Deutschland, Tschechien und Schweden.

Nach einer kompletten Harzumrundung

(360 km) 1991 entstand das Wanderführer-

Buch Harz-Rand-Weg.

Das alte Handwerk Klöppeln

wurde durch Brigitta

Roy-Feiler neu belebt. Sie

leitete ab 1996 zahlreiche

Klöppelkurse in Hildesheim,

Altenau, Wernigerode und

Ilsenburg. In 24 Jahren haben

weit über 40 KlöpplerInnen

das Kunsthandwerk

erlernt.

Brigitta Roy-Feiler war

Mitglied im Vorstand des

Deutschen und des Sächsisch-Erzgebirgischen

Klöppelverbandes.

Unter ihrer

Leitung entstanden verschiedene

Klöppelausstellungen.

Besonders hervorzuheben

ist die Einrichtung

eines Klöppelmuseums

2010 in St. Andreasberg in

der Grube Samson.

Der Harzklub e.V. ist dankbar für die vielfältig

geleistete ehrenamtliche Arbeit.

Für ihre großen Verdienste erhielt Brigitta

Roy die Silberne Ehrennadel des Deutschen

Wanderverbandes. Vom Harzklub wurde

ihr 2015 das Goldene Abzeichen verliehen.

Dr. Oliver Junk

Präsident

Dr. Michael Ermrich

Ehrenpräsident

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HARZ AKTUELL

Der Gartenschläfer

Eliomys quercinus

(Foto: J. Bohdal)

Auf Spurensuche

Der Gartenschläfer

Wer regelmäßig Vogelnistkästen betreut,

hat vermutlich schon mal einen

Gartenschläfer entdeckt. Man findet

ihn im Sommer in Obstgärten oder

Weinbergen, im Harz oft in Jagdhütten

oder auch im Haus, wo er als nachtaktives

Tier ein kleiner Kobold ist. Bei

uns gerieten einzelne Familienmitglieder

in Verdacht, eine Tafel Schokolade

genascht zu haben, bis wir herausfanden,

dass nachts eine Gartenschläferfamilie

aus der Werkstatt im Keller

durchs Haus stromerte und daran

Gefallen fand.

Der Gartenschläfer gehört zu den Bilchen.

Er ist verwandt mit dem größeren Siebenschläfer

und der kleineren Haselmaus. Etwas

größer als ein Goldhamster ist er mit

seinem grauen Fell z.B. auf dem Stamm

einer Buche perfekt getarnt. Er hat einen

behaarten Schwanz und eine unverkennbare

schwarze „Zorro-Maske“ um die Augen.

Von Ende Oktober bis Ende März hält er

Winterschlaf. Die kleine Schlafmaus kommt

nur in Europa vor, das Hauptverbreitungsgebiet

ist Südwestdeutschland, aber auch

hier bei uns im Mittelgebirge ist er heimisch.

In den letzten 30 Jahren ging die Verbreitung

des Gartenschläfers europaweit um

rund 50 Prozent zurück.

In einigen Gegenden verschwand er von

einem Jahr zum anderen plötzlich vollständig.

Die Ursachen sind bislang un-

Nistkastenkontrolle (Foto: Ch.Eggers)

klar. Deshalb wird er in der Roten Liste als

„stark gefährdet“ geführt. Da er vor allem in

Deutschland vorkommt, sind wir in besonderem

Maß verpflichtet, diese bedrohte Art

zu erforschen und nachhaltig zu schützen.

So entstand 2018 das bundesweite Projekt

„Spurensuche Gartenschläfer“ gefördert

durch das Bundesprogramm Biologische

Vielfalt. In einem Gemeinschaftsprojekt des

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

(BUND), der Justus-Liebig-Universität

Gießen (JLU) und der Senckenberg Gesellschaft

für Naturforschung wollen Wissenschaftler

und Naturschützer die Rückgangsursachen

klären und Schutzmaßnahmen

entwickeln und umsetzen.

Über die Lebensweise des Gartenschläfers

ist noch wenig bekannt.

Wo lebt er? Was frisst er? Wie und wann

pflanzt er sich fort? Wo baut er seine Nester

aus Moos im Sommer? Wo überwintert er?

Um diese Fragen flächendeckend klären zu

können, hat man freiwillige Helfer in das

Projekt einbezogen. Sie beobachten die

Tiere, melden ihre Daten und helfen mit,

einheitliche Methoden in ihrer Umgebung

anzuwenden.

6 06 | 2021


HARZ AKTUELL

Wo halten die Gartenschläfer Winterschlaf?

Sie nutzen Verstecke in Baumhöhlen und

Felsspalten, in Mauern, Gebäuden und Höhlen.

Manchmal nutzen sie Nistkästen, die

wegen der stark schwankenden Temperaturen

aber weniger geeignet sind.

Falls Sie ein Gartenschläfernest gefunden

haben, berühren Sie es bitte nicht und

belassen Sie es wenn möglich an Ort und

Stelle.

Gartenschläfer stehen als stark gefährdete

Tierart unter besonderem Schutz. Jede

Störung des Winterschlafs bedeutet einen

erheblichen Energieaufwand für die Tiere,

deren Reserven dann unter Umständen

nicht mehr bis zum Frühling ausreichen

werden.

Gartenschläfer sind nachtaktive Tiere (Foto: M. Goschke)

So werden spezielle Bilchnistkästen aufgehängt,

um herauszufinden was Gartenschläfer

das Jahr über fressen. In Hahnenklee

werden 25 Nistkästen betreut, die in

einem Abstand von 30 Metern am Rande

eines Buchenwaldes und in einem Fichtenforst

angebracht wurden. Da die Gartenschläfer

bodennah leben, hängen die

Nistkästen gut erreichbar in ca. 1,60 bis

1,80 m Höhe. Das Einschlupfloch befindet

sich auf der Rückwand, an der zum Baum

zugewandten Seite, so dass nur die Bilche

hineingelangen.

Dennoch war es im letzten Jahr einer

Kohlmeise gelungen, in einem Kasten ihr

Nest aus Buchenlaub zu bauen. Im Sommerhalbjahr

werden die Kästen monatlich

einmal kontrolliert. Dazu kann man

seitlich eine Klappe öffnen. Ist der Kasten

bewohnt, werden junge und adulte Tiere

gezählt und Kotproben entnommen, um

sie im Labor auf Speisereste untersuchen

zu lassen. Meistens werden die Nistkästen

gut angenommen.

Um das Vorkommen von Gartenschläfern

zu überprüfen, werden Spurentunnel an

waagerechten Ästen aufgehängt. Im Tunnel

befindet sich ein Brettchen, auf dem ein

weißes Blatt Papier aufgeklebt ist. An den

Enden des Brettchens wird eine Art Tinte

aus Sonnenblumenöl und Aktivkohle gestrichen,

sodass alle Tiere, die durchlaufen,

Spuren auf dem Blatt hinterlassen. Durch

die spezielle Sohlenschwielenstellung an

den Füßen sind die Gartenschläfer gut

von Mäusen und anderen Bilchen zu unterscheiden.

Diese Methode macht sich

auch noch eine andere Eigenschaft des

Gartenschläfers zunutze: Gartenschläfer

sind sehr neugierig, sie erkunden ihre Um-

gebung - der Fachmann spricht von „explorativem

Verhalten. Wenn sie in der Gegend

vorkommen, werden sie auch durch diesen

Tunnel laufen.

Sie können helfen, mehr über das Leben

der Gartenschläfer herauszufinden!

Wer einen Gartenschläfer entdeckt, kann

ein Foto oder eine Tonaufnahme senden an

https://www.meldestelle.gartenschlaefer.

de/start

Ihre Beobachtung wird von Wissenschaftlern

überprüft, verifiziert und dokumentiert.

Auch Totfunde tragen erheblich zur Erkenntnisgewinnung

bei. Zum einen kann

die Todesursache erkannt werden, der

Gesundheitszustand der Tiere wird analysiert

und durch die Genetik bekommen

die Wissenschaftler detaillierte Einblicke in

den Genpool der Populationen. Verwandtschaftsverhältnisse

können bestimmt werden,

die aufzeigen, wie hoch die Durchmischung

der einzelnen Populationen ist

und evtl. auf Verinselungen hinweisen. Die

Vermutung ist, dass Tiere aus dem Südwesten

des Landes sich genetisch sehr von

denen aus dem Harz unterscheiden, da

dort andere Lebensbedingungen, z.B. das

Klima, vorherrschen und sich die Tiere anpassen,

was sich im Verlaufe der Evolution

genetisch verankert.

Um Gartenschläfern zu helfen,ist es demzufolge

nicht sinnvoll, Tiere aus Gegenden

mit hohem Bestand einfach in andere Gegenden

auszuwildern. Sie würden dort

nicht lange überleben. Effektive Schutzmaßnahmen

wären Vernetzungsstrukturen

anzulegen, damit die Tiere auf natürlichem

Weg wieder zueinander finden.

Verläuft durch den Harz eine Verbreitungsgrenze?

Dieses Jahr haben wir unsere Gartenschläfer

noch nicht entdecken können. Vielleicht

liegt es daran, dass wir unsere Schokolade

nun verschlossen in einer Dose aufbewahren.

Oder steckt da doch etwas anderes

dahinter?

Nach den aktuellen Zahlen aus dem Harz

können sich auch hier die Befürchtungen

eines Verschwindens bewahrheiten. Bislang

gibt es vor allem aus dem nördlichen

Harz Fundmeldungen. Es scheint fast, als

liefe durch den Oberharz eine Verbreitungsgrenze.

Christine Eggers

»Für das Projekt „Spurensuche

Gartenschläfer“

sind alle Meldungen

wichtig!

Es besteht die Hoffnung

mit diesem Artikel Naturfreunde

aus dem Süd- und

Ostharz zu erreichen und

Fundmeldungen zu bekommen.

Machen Sie mit!

06 | 2021

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HARZKLUB

Jung und mobil

Neuer Wegewart in Treseburg

Eigentlich ist Anakin Neubarth ein

ganz normaler Jugendlicher. Wie

seine Altersgenossen spielt er gern

am Computer oder „hängt ab“, wie

man es heute nennt, wenn jemand

ausspannt. Aber er fährt auch gern mit

seinem Fahrrad durch die Wälder um

Treseburg. Er kennt hier alle Wege und

findet deren Zustand oft nicht besonders

gut.

Also wandte er sich, gemeinsam mit seinem

Vater, an die Stadt Thale. Dort prüfte

man ausgiebig und entschied, dass auch

ein 15-jähriger ehrenamtlich tätig werden

kann. Bei schwierigen oder gar gefährlichen

Arbeiten unterstützt ihn sein Vater.

Anakin prüft derweil die Beschilderung

und den Zustand der Wanderwege. Über

seine Erkenntnisse fertigt er monatlich

einen Bericht, in dem er auch seine Tätigkeit

darstellt. Für die durchschnittlich so

erbrachten zwölf Stunden pro Monat erhält

er die übliche Aufwandsentschädigung aus

der Stadtkasse. Dem Harzer-Hexen-Stieg

gilt sein besonderes Augenmerk, weniger

frequentierte Wanderwege folgen dann,

wenn noch Zeit bleibt.

Das Experiment, auf welches sich die

Stadt Thale mit der Berufung zum Wegewart

eingelassen hat, rief auch bei Anakins

Freunden großes Interesse hervor. Wenn

der Harzklub in den Schulen anfragen würde,

so ist sich der junge Wegewart sicher,

würden auch andere Schüler, vielleicht zunächst

probeweise, anfallende Arbeiten

übernehmen.

Wer zukünftig von Treseburg in Richtung

Allrode und Altenbrak, bis nach Todtenrode

und zur Rosstrappe wandert, und Anakin

Neubarth begegnet, sollte sehr froh darüber

sein, dass sich auch ein Jugendlicher

aktiv an der Gestaltung, Pflege und

Erhaltung unserer schönen Harzer Heimat

beteiligt.

Die Aufgabe, der sich Anakin beherzt gestellt

hat, wird niemals erledigt sein. Immer

wieder fordern umgestürzte Bäume,

zugewachsene Wege oder verschwundene

Schilder seinen Einsatz!

Der Harzklub ist dankbar für das Engagement

und wünscht Anakin alles Gute und

weiterhin viel Freude bei der Erfüllung seines

selbst gewählten Auftrages: Wegewart

um Treseburg!

CS

Brauchtum im Harz

Johannistag

Dieser Tag wurde in den Oberharzer

Bergstädten seit Jahrhunderten gefeiert.

Vermutlich haben die Bergleute

aus dem Erzgebirge diesen Brauch

von dort mitgebracht. Das ist nicht

wirklich erwiesen, wie auch nicht die

Behauptung, der Johannistag entspräche

der in anderen Gegenden gefeierten

Sommersonnenwende.

Früher wurde in die Kirche gegangen, später

wurden in den Bergstädten unter dem

Johannisbaum in den einzelnen Vierteln

bzw. Straßen gefeiert. Jeder hatte seinen

eigenen Baum, die in den einzelnen Städten

unterschiedlich geschmückt wurden.

Eierketten, Sommerblumen, oben an der

Spitze eine Pfingstrose, so kannte ich das

aus meiner Kindheit. Um den Baum tanzen,

Johannistagslieder singen, Lochkuchen

essen mit Kakao. Abends bei der Veran-

staltung der Erwachsenen gab es Bowle

und Musik vom Akkordeon. Einfach schön.

In den 1970iger Jahren übernahmen dann

die Schulen und Kindergärten die Johannisfeiern.

Die abendlichen Zusammenkünfte der

Erwachsenen fielen dem Fernsehen zum

Opfer. Oder, dass der 24. Juni nun einmal

auch in der Woche stattfand, oder die Touristiker

ihn nicht vermarktet haben. Ich

weiß es nicht, finde es aber schade, dass

diese schöne Veranstaltung langsam vom

Kalender verschwindet. Deshalb habe ich

aus einem alten Buch Lieder herausgesucht

– um mich an die schönen Feiern meiner

Kindheit in Lautenthal zu erinnern, und um

auch einmal darüber nachzudenken, ob

man diesen schönen Brauch nicht wieder

aktivieren sollte.

Inge Hus

8 06 | 2021


HARZKLUB

Harzklub Zweigverein Lerbach gestaltet weitere Fotospot-Tafel in den Landesforsten

Forstamt Riefensbeek lädt auf dem Harzer-

Hexen-Stieg am Eselsplatz zu Fotostopp ein

Wer den Harzer-Hexen-Stieg wandert,

findet am Eselsplatz oberhalb von

Lerbach einen Grund innezuhalten:

Borkenkäferbefall gibt seit neustem

den Blick frei auf umliegende Berghänge,

den Osteröder Stadtwald und

die Sösetalsperre. Bislang war die

Aussicht zur Hanskühnenburg vom

Fichtenwald versperrt.

Initiative des Harzer Tourismusverbandes

Der Wald ruft“

Acht Fotospots im Harz laden seit vergangenem

Jahr Wanderer ein, den Blick für die

dramatischen Waldverluste und Wiederbewaldungen

zu schärfen. So sollen mittelfristig

die Veränderungen der Waldentwicklung

dokumentiert werden. Die Fotospots

in Form von Hinweistafeln wurden durch

Der Vorsitzende des Harzklub-Zweigvereins Lerbach, Frank Koch (links) und sein Bruder

und Wegewart des Zweigvereins, Joachim Koch, gestalteten in liebevoller Handarbeit die

wetterfeste Einfassung des Fotospots am Eselsplatz in der Försterei von Heiner Wendt (Mitte)

die Niedersächsischen Landesforsten, den

Landforstbetrieb Sachsen-Anhalt und den

Nationalpark Harz errichtet und vom Harzer

Tourismusverband finanziert. Jede der Tafeln

ist mit einer Aussparung versehen, die

den Fokus auf einen Landschaftsausschnitt

lenken, in dem die klimabedingten Veränderungen

des Waldes in besonderer Weise

sichtbar werden. Interessierte Besucher

sind aufgefordert, durch die Aussparung

hindurch zu fotografieren und das Foto

auf der Social-Media-Plattform Instagram

unter dem Hashtag #derwaldruft zu posten.

Durch die entstehende „Fotoreihe“ kann

das Pflanzenwachstum und die Naturdynamik

in den nächsten Jahren optisch nachvollzogen

werden, auch für Gäste, die die

Region nicht regelmäßig bereisen.

An diesen Standorten lässt sich der Waldwandel

durch die Fotospots künftig dokumentieren:

Verlobungsurne bei Alexisbad,

Güdel Bank am Wellnerweg zwischen

Altenau und Torfhaus, Jungfernklippe bei

Altenau, Eselsplatz bei Lerbach, Achtermannkuppe,

Bremer Hütte bei Ilsenburg,

WaldWandelWeg bei Torfhaus und Schluftwasserkurve

an der Brockenstraße. Ein

weiterer Fotospot ist auf dem Wurmberg

geplant.

Text u. Fotos: Michael Rudolph

stellvertretender Pressewart

Seit Ende 2020 erleben Wanderer eine

Rundsicht, die der Harzklub-Zweigverein

Lerbach mit einer zusätzlichen Attraktion

aufgewertet hat. Die Brüder Frank und Joachim

Koch installierten eine Fotospot-Tafel,

die ein kreisrundes Loch enthält, durch

das Wanderer die Aussicht fotografieren

sollen. Revierförster Heiner Wendt lies

den Aussichtpunkt oberhalb vom Eselsplatz

herrichten, und die Gebrüder Koch

aus Lerbach bauten um die Infotafel einen

attraktiven Wetterschutz. Das Niedersächsische

Forstamt Riefensbeek bedankte sich

bei den Erbauern und beim Harzklub. Die

Niedersächsischen Landesforsten haben

bereits einige Fotospot-Tafeln an markanten

Stellen aufgestellt. Sie sind Teil einer

harzweiten Kampagne mit dem Titel “Der

Wald ruft“. Initiator ist der Harzer Tourismusverband,

der Besucher des Mittelgebirges

auf die rasanten Veränderungen

aufmerksam machen möchte.

Der Betriebsdezernent vom Forstamt Riefensbeek, Daniel Zimmermann, testet den neuen

Ausblick durch den Fotospot zur Hanskühnenburg.

Im Hintergrund blickt sein Kollege Heiner Wendt über das Revier Lerbach in Richtung

Osteröder Stadtwald

06 | 2021 9


REGIONALVERBAND HARZ

Natur- und Geoparkort

Molmerswende

Ortsteile solcher Städte und Gemeinden,

die wie die Stadt Mansfeld

Mitglied im Regionalverband Harz

(RVH) sind, dürfen sich „Natur- und

Geoparkort“ nennen. Nach und nach

stattet der RVH solche Ortsteile mit

Informationstafeln aus. Das Anbringen

der Tafeln gibt den Einwohnern das

Gefühl, fortan mit ihrem Heimatort

tatsächlich auch Teil des Natur- und

Geoparks zu sein.

So jedenfalls sah es Ortsbürgermeister Dr.

Erwin Moras (Molmerswende), nachdem

Landrätin Dr. Angelika Klein (Mansfeld-Südharz)

die letzte Schraube festgezogen hatte.

Der Aufsteller „gegenüber vom Bäcker“

stand viele Jahre mehr oder weniger ungenutzt,

berichtete eine Einwohnerin. Nun

wartet er auf mit Informationen zur Ortsgeschichte

und zu nahegelegenen Wanderzielen.

Als Averoldeschwende 1136 im Urkundenbuch

des Hochstifts Halberstadt erstmals

erwähnt, hat Molmerswende keine

durchgehende Besiedlungsgeschichte vorzuweisen.

1311 gab ihn der Bischof von

Halberstadt dem Grafen von Falkenstein

zu Lehen. Nach einer asseburgischen Urkunde

lag Mulmerswende Mitte des 15. Jh.

wüst. Erst um 1553 veranlasste Johann von

der Asseburg den Wiederaufbau des Dorfes

in der geschützten Niederung der Wiebeck.

Die Zahl der Feuerstelle (24 im Jahr 1564)

war auch aufgrund von Zuwanderung aus

umliegenden Siedlungen rasch gewachsen.

Letztere, mit Ausnahme von Horbeck, waren

daraufhin gänzlich aufgegeben worden.

Landrätin Dr. Angelika Klein half bei der Montage. (Foto: K. George/RVH)

1747 erblickte Gottfried August Bürger im

Pfarrhaus Molmerswende das Licht der

Welt. Bekannt wurde er u. a. durch die von

ihm verfassten Abenteuer des Freiherrn

von Münchhausen.

Am 22. Mai 1857 vernichtete ein verheerender

Brand 17 Wohnhäuser samt Ställen und

Scheunen. Molmerswende gehörte damals

schon seit gut 40 Jahren zum Mansfelder

Gebirgskreis in der Preußischen Provinz

Sachsen.

Preußen war seit 1947 Geschichte, Molmerswende

ein Dorf im Kreis Hettstedt, da

richteten Bürger des Dorfes gemeinsam mit

Germanisten der Martin-Luther-Universität

Halle-Wittenberg 1966 im Pfarrhaus das

Gottfried-August-Bürger-Museum ein. Die

Eingemeindung von Molmerswende nach

Mansfeld erfolgte im März 2009.

Der Naturpark „Harz/Sachsen-Anhalt

(Mansfelder Land)“ entstand Ende 2012.

Seit 2015 gehört Molmerswende auch zum

UNESCO-Geopark.

Dr. Klaus George

Faunenwandel

Frühjahrswaldzecke

Die Folgen des Klimawandels im Harz

sind unübersehbar. Mit dem Abräumen

abgestorbener Fichten entstehen

riesige Freiflächen, die sich im Sommer

extrem aufheizen. Und plötzlich

sind sie da: Tierarten aus dem Mittelmeerraum.

Zu ihnen gehört auch die Frühjahrswaldzecke

Dermacentor marginatus. In Süddeutschland

ist sie schon länger bekannt.

Die geschlechtsreifen Zecken ertragen

nicht nur extreme Trockenheit, sie sind

auch kältetolerant. Deshalb erscheinen sie

lange vor dem Gemeinen Holzbock bereits

Weibliche Frühjahrswaldzecke.

(Foto: Dr. Klaus George)

10 06 | 2021


REGIONALVERBAND HARZ

kurz nach der Schneeschmelze, sind aber

auch im Spätsommer und Herbst aktiv.

Männchen und Weibchen lassen sich unterscheiden.

Mit Blut vollgesogen können

Weibchen bis zu 15 mm lang werden. Männchen

sind bis zu 5 mm lang.

Befallen werden Wildschwein, Hirsch und

Feldhasen, aber auch Schafe und Hunde.

Letztere sollten deshalb besser nicht im

trockenen Gras oder durch Himbeeren am

Wegrand stöbern. Mit dem Stich der Zecke

kann Hundemalaria (Babiose) übertragen

werden. Diese Erkrankung des Hundes

verläuft meist akut mit hohem Fieber und

endet unbehandelt binnen weniger Tage

tödlich. Menschen gehören in der Regel

nicht zu den Wirten der Frühjahrswaldzecke.

Vorsicht ist dennoch geboten, denn

auch das Q-Fieber, eine grippeähnliche Erkrankung

kann von ihr übertragen werden.

Seit Jahrzehnten im Harz unterwegs, hatte

ich meine erste Begegnung mit der Frühjahrswaldzecke

im Herbst letzten Jahres

am Wurmberg.

In diesem Frühjahr trat die auch als „Schafzecke“

bekannte Art vermehrt im Unterharz

auf. Einmal auf den Neuankömmling

aufmerksam geworden, habe ich die

Frühjahrswaldzecke inzwischen auch am

Nordharzrand auf Trockenrasenflächen

entdeckt. Dr. Klaus George

Die Öffentlichkeitsarbeit des

Regionalverbands Harz wird gefördert

aus Mitteln des Ministeriums für

Umwelt, Landwirtschaft und Energie

des Landes Sachsen-Anhalt.

Achtungszeichen am Straßenrand

Neue Geopark-Stele im

Landkreis Goslar

Wolfshagen im Harz ist Standort der

jüngsten Geopark-Stele im

UNESCO-Geopark Harz . Braunschweiger

Land . Ostfalen. Zu finden ist sie im

Tölletal vor der ehemaligen Volksbank,

heute Ausstellungsraum Wolfshäger

Traditionen.

Die Gewinnung von Diabas am Heimberg

prägte Wolfshagen im Harz über Jahrzehnte.

Während Autofahrer nun durch die Stele

neugierig gemacht werden, können Fußgänger

auf deren rückseitiger Informationstafel

die Geschichte nachvollziehen.

Der 100-jährige Abbau von Diabas und der

4 km lange Premium-Spazierwanderweg

„Spur der Steine“ brachten den Ratsherren

Dr. Siegfried Klingebiel auf die Idee, sich für

eine Geopark-Stele in Wolfshagen stark zu

machen. Er kontaktierte den Regionalverband

Harz, der als Träger des UNESCO-Geoparks

in dessen Südteil die Stele aufstellen

ließ. Ein Standort war schnell gefunden.

Udo Paul, Eigentümer des Grundstücks,

stimmte dem Bau der Stele vor der ehemaligen

Volksbank zu. Nicht einmal vier Monate

vergingen zwischen Beginn der Planung

und der offiziellen Präsentation der Stele.

Nach vorangegangenen Projekten in Langelsheim

im Jahr 2020, wie der Erneuerung

der Informationstafeln im Wandergebiet

Granetalsperre und am Maaßener Gaipel,

freut sich Bürgermeister Ingo Henze nun

über dieses weitere Bekenntnis der Gemeinde

zum UNESCO-Geopark. Gerade

in Zeiten der Corona-Pandemie sei es den

Menschen wichtig, raus gehen zu können

und ihre eigene Heimat zu entdecken. Der

In gebührendem Abstand zur Präsentation versammelt (v. l.): Dr. Siegfried Klingebiel, Udo

Paul, Esther Czymoch und Dr. Klaus George (beide Regionalverband Harz) und Bürgermeister

Ingo Henze (Stadt Langelsheim)

Geopark gebe den Menschen gute Anhaltspunkte

für ihre Erkundungen in der Natur.

So erfahren sie auf der Informationstafel

der Stele vom ehemaligen Steinbruch am

Heimberg und den früheren Verhältnissen

im Steinbruch-Betrieb. Mit bis zu 100 Beschäftigten

war der Rohstoffbetrieb größter

Arbeitgeber in Wolfshagen. Als das Vorkommen

an Diabas schließlich erschöpft war,

wurde der Betrieb 1986 eingestellt.

Diabas war vor ca. 380 Mio. Jahren aus Magmaflüssen

auf dem damaligen Meeresboden

entstanden. Das grünliche Gestein hat

eine sehr hohe Dichte, ist somit frostsicher

und war daher ein beliebter Grundstoff

für den Straßen-, Gleis- und Wasserbau.

Aus dem Wolfshäger Steinbruch ist heute

kein Gestein mehr verfügbar, weshalb der

Diabas in der Gabione der Stele aus dem

nahegelegenen Diabas-Steinbruch am Huneberg

stammt.

„Mit Stele Nr. 4 ist der Regionalverband Harz

dabei, die Empfehlungen der UNESCO bezüglich

einer besseren Sichtbarkeit des

Geoparks, auch im Landkreis Goslar umzusetzen“,

so Geschäftsstellenleiter Dr. Klaus

George. Präsentationstermine in Lutter am

Barenberge und Münchehof mussten Ende

letzten Jahres aus Gründen des Infektionsschutzes

leider abgesagt werden. „Das tut

mir für unsere Partner vor Ort außerordentlich

leid!“, so George weiter. Abschließend

dankte er den Mitgliedern des Niedersächsischen

Landtages, die eine Förderung der

Geoparks auf den Weg gebracht hatten.

Esther Czymoch

06 | 2021

11


HARZER SCHMALSPURBAHNEN

Ländervertreter unterstreichen finanzielles Engagement für die HSB

Arbeitsbesuch bei den

Harzer Schmalspurbahnen in Wernigerode

Zu einem Arbeitsbesuch waren Anfang

Mai Thomas Webel, Minister für

Landesentwicklung und Verkehr des

Landes Sachsen-Anhalt, sowie Staatssekretärin

Susanna Karawanskij vom

Thüringer Ministerium für Infrastruktur

und Landwirtschaft bei der Harzer

Schmalspurbahnen GmbH (HSB) in

Wernigerode zu Gast. Beide Repräsentanten

unterstrichen damit nochmals

das langjährige finanzielle Engagement

der Länder Sachsen-Anhalt und

Thüringen für die HSB, welches zu

Jahresbeginn eine neue vertragliche

Basis erhielt. Neben einem Kurzbesuch

in der alten Fahrzeugwerkstatt

informierten sich beide Ländervertreter

dabei auch über die aktuellen

Baufortschritte bei der Errichtung der

neuen Dampflokwerkstatt.

Trotz der auch weiterhin anhaltenden

Corona-Pandemie wird derzeit in der Fahrzeugwerkstatt

der HSB mit Hochdruck an

der Vorbereitung der Dampflokomotiven

für die baldmöglich angestrebte Wiederaufnahme

des Zugverkehrs gearbeitet.

Hiervon konnten sich die Gäste aus Magdeburg

und Erfurt heute ein persönliches

Bild machen. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister

Thomas Webel würdigte dabei die

Harzer Schmalspurbahnen als ein Stück

lebendiger Geschichte und Publikumsmagnet

über die Landesgrenzen hinaus. „Mit

der finanziellen Unterstützung durch die

Länder sichern wir gemeinsam auf viele

Jahre den Eisenbahnverkehr und die Entwicklung

der HSB, stärken die touristische

Attraktion und zugleich den Nahverkehr

im Harz“, erklärte der Minister. „Die neue

Werkstatt ist ein gutes Beispiel dafür, was

gelingen kann, wenn alle an einem Strang

ziehen“, betonte er.

Staatssekretärin Karawanskij freute sich

angesichts der Pandemielage über die

Fortschritte beim Bau der neuen Dampflokwerkstatt

„Mit rascheren und kostengünstigeren

Wartungen wird der Betrieb

der Bahn nachhaltiger, und durch die neue

„gläserne“ Dampflokwerkstatt wird die historische

Technik für Bahnfans noch besser

erlebbar“, so die Staatssekretärin. „Die HSB

ist ein wichtiger Bestandteil des Tourismus

im Harz und zugleich ein bedeutender Teil

Arbeitsbesuch bei der HSB in Wernigerode (v. l. n. r.): Matthias Wagener (HSB-Geschäftsführer),

Susanna Karawanskij (Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Infrastruktur

und Landwirtschaft), Peter Panitz (Geschäftsführer Nahverkehrsservice Sachsen-

Anhalt GmbH), Thomas Webel (Verkehrsminister Sachsen-Anhalt), Thomas Balcerowski

(Landrat Landkreis Harz), Peter Gaffert (Oberbürgermeister Wernigerode und HSB-

Aufsichtsratsvorsitzender) und Matthias Jendricke (Landrat Landkreis Nordhausen und

stellvertretender HSB-Aufsichtsratsvorsitzender)(Foto HSB/Dirk Bahnsen)

des öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis

Nordhausen. Mit dem gemeinsamen Verkehrsvertrag

sichern wir der geschichtsträchtigen

HSB eine gute Zukunft.“

Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021 hatten

die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen

mit der HSB einen gemeinsamen

„Rahmenvertrag über den Erhalt der Harzer

Schmalspurbahnen GmbH“ sowie darauf

aufbauend Verkehrsverträge jeweils mit einer

Laufzeit bis 2030 bzw. 2034 abgeschlossen.

Darüber hinaus unterzeichneten das

Land Sachsen-Anhalt und die HSB bereits

im vergangenen Jahr eine Vereinbarung

über die Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen.

Auch die neun kommunalen Gesellschafter

der HSB hatten noch im Jahre 2020

ihre jährliche finanzielle Unterstützung

für die Bahn verdoppelt. Beim heutigen

Arbeitsbesuch waren auch Wernigerodes

Oberbürgermeister und HSB-Aufsichtsratsvorsitzender

Peter Gaffert, der Landrat des

Landkreises Harz Thomas Balceroswski

und sein Amtskollege Matthias Jendricke

vom Landkreis Nordhausen anwesend.

Der Zugbetrieb bei den Harzer Schmalspurbahnen

ruht seit dem 2. November des

vergangenen Jahres auf dem Großteil des

Streckennetzes. Auch auf der wirtschaftlich

wichtigen Brockenstrecke fahren seitdem

keine Züge. Fahrplanmäßiger Personenzugverkehr

findet derzeit ausschließlich

mit Triebwagen zwischen Nordhausen

und Ilfeld sowie zwischen Wernigerode

und Schierke statt. Die Wiederaufnahme

des Zugverkehrs und des Dampfbetriebs

auf dem Gesamtnetz der Harzer Schmalspurbahnen

sowie die Beendigung der

für viele Mitarbeiter zum Teil schon seit

mehreren Monaten andauernden Kurzarbeit

sind auch weiterhin abhängig von der

Entwicklung der Pandemielage.

»Möchten Sie mit den Harzer

Schmalspurbahnen demnächst

eine Fahrt unternehmen? Bitte

informieren Sie sich aufgrund

der aktuellen Pandemie unbedingt

vor Ihrem Reiseantritt auf

der Homepage der HSB oder telefonisch

im Kundenservice über

aktuelle Betriebseinstellungen,

Fahrpläne und Sonderfahrten!

12 06 | 2021


NIEDERSÄCHSISCHE LANDESFORSTEN

Statt Fichtenwald mehr Bergwiese um Altenau

Landesforsten vergrößern

Lebensraum für Wildblumen am Mühlenberg

Die Bergwiesen um die Oberharzer

Ortschaft Altenau sollen größer

werden. Dazu musste im Winter eine

Fichtenaufforstung weichen, mit der

die ursprüngliche Bergwiese vor über

65 Jahren bepflanzt worden war.

Ziel der Niedersächsischen Landesforsten

ist es, einen rund 4,5 Hektar

reinen Fichtenwald am Mühlenberg

in eine artenreiche Harzer Bergwiese

umzuwandeln. Damit soll die Landschaft

rund um die historische Bergstadt

langfristig aufgewertet werden.

Die Landesforsten wollen mit dem Naturschutzprojekt

den Artenreichtum an blühenden

Pflanzen erhöhen und dem Insektensterben

entgegenwirken. Dass sich mit

dem Projekt auch der Erholungswert des

Kurortes steigern lässt, hoffen sowohl die

Geschäftsführerin der Kurbetriebsgemeinschaft

“Die Oberharzer“, Bettina Beimel, als

auch Ortsbürgermeister Alexander Ehrenberg.

So verläuft oberhalb der zukünftigen

Bergwiese ein Wanderweg, der von der

neuen Aussicht profitieren wird. Auch die

Reste der historischen Großen Altenauer

Skischanze werden besser sichtbar sein.

Die Idee ist ein Gemeinschaftsprojekt der

Landesforsten mit der Naturschutzbehörde

des Landkreises Goslar. Mit dem Projekt

will das Forstamt Kompensationsmöglichkeiten

für den Verlust von Bergwiesen an

anderen Stellen schaffen. Das Forstamt

Clausthal als größter Flächeneigentümer

hatte die Bäume von März bis April von einer

Spezialfirma fällen lassen. „Die Fichten

sind als Vollbäume mit Hilfe einer Seilkrananlage

ins Tal geschwebt. Alle Nadelbäume

einschließlich Reisig und Kronen müssen

von der Fläche runter, nur einzelne Laub-

und Randbäume am Waldrand sollen als

Landschaftsbäume erhalten bleiben. Auch

Holundersträucher und Ebereschen, die

sich hier natürlich ausgebreitet haben und

Vögeln, Kleinsäugern und anderen Wildtieren

als Rückzugsort dienen, lassen wir

stehen. Sie strukturieren den Lebensraum

zwischen Wald und Wiese und tragen zu

einem abwechslungsreichen Landschaftsbild

bei“, beschreibt Alexander Frese das

besonders bodenschonende Verfahren.

Der Clausthaler Forstwirtschaftsmeister

hatte den Einsatz der Spezialmaschinen

geleitet und die einzelnen Forstarbeiten

koordiniert.

Anschließend wollen Forstleute die baumfreie

Fläche durch fachgerechte Pflege zu

einer Bergwiese entwickeln. Um den Wiesencharakter

langfristig zu erhalten, ist

eine Beweidung mit Rindern oder Schafen

geplant.

Der Landkreis Goslar und die Berg- und

Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld begrüßen

und fördern das Projekt im Landschaftsschutzgebiet.

Revierförster Mathias

Weikert freut sich

über eine neue Attraktion

rund um

Altenau: „Wenn die

erste Kuhherde zum

Almauftrieb auf den

Mühlenberg zieht

oder wieder Schafe

dort oben weiden,

freuen sich nicht

nur die Urlauber im

Oberharz über ein

neu geschaffenes

Insektenparadies.

Auch wir Anwohner

nutzen bestimmt

die Bergwiesen am Mühlenberg für Spaziergänge

durch die duftenden Bärwurz-Wiesen“,

schwärmt der Altenauer Revierförster.

„Ab Sommer 2022 soll nur noch das Läuten

der Kuhglocken ein Markenzeichen vom

Mühlenberg sein“, wünschen sich Mathis

Weikert und sein Kollege Alexander Frese

vom Forstamt Clausthal.

Text: Michael Rudolph

Fotos: Sonnabend, Thiery

Forstleute freuen sich auf artenreiche Bärwurz-Wiesen mit Harzer

Höhenvieh

Bodenschonenden Vollbaumernte mit Seilkrananlage

06 | 2021 13


HARZER TOURISMUSVERBAND

Glück auf oder Moin

Restart-Kampagne

zur Sommersaison 2021

Harzer Tourismusverband

Über ein halbes Jahr lag der Tourismus

in Deutschland – so auch im Harz

und in Ostfriesland – im Lockdown.

Beherbergungsbetriebe, Freizeit- und

Kultureinrichtungen blieben geschlossen,

eine schwere Bewährungsprobe

für alle Unternehmen und Destinationen.

Mitte Mai gab es endlich „Licht

am Horizont“. Erste Öffnungsschritte

traten in Kraft, mit weiteren Lockerungen

in Aussicht. Nach und nach gingen

die Urlaubsregionen an den Start.

Mit diesem Szenario immer vor Augen

konzipierte das HTV-Team schon Wochen

vorher die erste diesjährige Kampagne „…

dann in den Harz“ und bereitete alle dazugehörigen

Kommunikationsmaßnahmen

vor. Ziel war es, einerseits den Harz

beim treuen Stammpublikum wieder in

Erinnerung zu rufen und andererseits die

Destination bei Erstkunden modern, abwechslungsreich

und als Alternative zu

klassischen Küstenregionen zu etablieren.

Im Mittelpunkt der Kampagne stand die

bei vielen Kunden in der Urlaubsplanung

aufkommende Frage „BERGE oder MEER?“.

Witzig und selbstbewusst stellte sich der

Harz als vielseitige Alternative zum Strandurlaub

dar und wartet dabei mit charakteristischen

Stärken auf.

Um die Aufmerksamkeit und Reichweite der

Werbeaussagen insbesondere in den Social-Media-Kanälen

zu erhöhen, kooperierte

der HTV erstmalig mit der Ostfriesland

Tourismus GmbH. Als direkte Konkurrenten

sahen sich die beiden Regionen nicht, da

die Affinität der Kunden zu einem Urlaub

in einer Küstenregion oder einer Mittelgebirgslandschaft

jeweils sehr ausgeprägt ist.

Zum Kampagnenauftakt am 17.5.2021 wurde

ein Trailer erstellt, der abwechselnd Motive

aus dem Harz und aus Ostfriesland

gegenüberstellte. Je nach Vorliebe des

Gastes wurde darin die Empfehlung entweder

für den Harz oder Ostfriesland als

Reiseziel ausgesprochen. Die Kampagne

lief sehr erfolgreich über mehrere Tage auf

den jeweiligen Social-Media-Kanälen der

beiden Organisationen und wurde über

zusätzliche Onlinewerbung verstärkt.

So für den Harz gewonnene Onlinenutzer

wurden auf eine eigens dafür angelegte

Landingpage (www.harzinfo.de/dannindenharz)

geleitet. Hinter den hier präsentierten

zentralen Kampagnenmotiven verbarg

sich je eine Harzer Themenwelt, die

für ein umfangreiches Angebotssegment

stand. Diese sollte nach erfolgreicher Erstansprache

die Motivation für eine Reise in

den Harz erhöhen und im Idealfall zu einer

Buchung führen. Folgende Themenwelten

standen im Fokus:

• Fachwerk statt Reetdach? -

Thema: Städte, Fachwerk, Architektur

• Megazipline statt Kitesurfen? -

Thema: Action/ Outdoor-Erlebnisse

• Waldbad statt Wattenmeer? -

Thema: Wasser und Badespaß

• Hexen-Stieg statt Jakobsweg? -

Thema: Wandern

• Tropfstein statt Hühnergott? -

Thema: Höhlen

• Schlossgarten statt Strandpromenade?

- Thema: Gärten/ Parks

• Kreuzgang statt Seebrücke? -

Thema: Kirchen und Klöster

• Hexenhaus statt Fischerkate? -

Thema: Unterkünfte

• Gebirgswelt statt Inselparadies? -

Thema: Bergwelt/ Felsen /Klippen/

Geologie

• Schloss statt Sandburg? -

Thema: Burgen und Schlösser

• Wasserräder statt Windmühlen? -

Thema: Bergbau

• Höhenvieh statt Heidschnucken? -

Thema: Typisch Harz

Neben den umfangreichen Online-Maßnahmen

wurde die Kampagne für den Harz mittels

weiterer Maßnahmen u.a. in den wichtigen

Quellmärkten Hamburg, Berlin und

Hannover bis in den Juni hinein fortgesetzt.

Dazu gehörten auch die Bespielung großflächiger

Werbeflächen in zentralen Bereichen

sowie die Werbung über das Fahrgast-

Fernsehen in U- und S-Bahnen. Noch im Mai

schloss sich eine Crossmarketing-Aktion

mit dem Onlineversand BERGZEIT, einem

der größten Outdoorhändler Deutschlands,

an. Regelmäßige Newsletter an über 9000

interessierte Stammkunden verstärkten

die Kommunikation und offerierten buchbare

Angebote der HTV-Partner.

In den nächsten Monaten werden sich weitere

Kampagnen anschließen, um nach

der langen Schließzeit an die Erfolge des

letzten Sommers anknüpfen zu können.

»Weitere Informationen unter

www.harzinfo.de/dannindenharz

14 06 | 2021


NATIONALPARK HARZ

Stadtwerke Wernigerode engagieren sich aktiv für Natur- und Umweltschutz

Steffen Meinecke pflanzte junge

Buchen im Nationalpark Harz

Wernigerode. Der Harzer Wald ist in

der Klimakrise – das ist nicht mehr zu

übersehen. Alle Waldgebiete, so auch

der Nationalpark Harz, zeigen das

mehr als deutlich.

In der Kernzone des Nationalparks

Harz führt die Natur selbst Regie und

zeigt uns, welchen Wald sie unter den

heutigen Klimabedingungen eigenständig

wachsen lässt. Doch außerhalb

der Kernzone gilt es, anzupacken

und dem Wald für morgen auf die

Sprünge zu helfen.

Hier werden als Hilfe zur Selbsthilfe der Natur

Rotbuchen, Bergahorne und Mischlaubhölzer

entsprechend der ursprünglichen

Mischwaldgesellschaften gepflanzt. Das

ist ein großer Kraftakt und kostet viel Geld,

geht es doch um weitläufige Waldgebiete.

Die Stadtwerke Wernigerode GmbH hat

die Herausforderung angenommen und

geht mit gutem Beispiel voran. Im Sommer

2020 wurde die neue Aktion „Buchen

für den Nationalpark Harz“ gestartet. „Für

jeden bis zum 31.12.2020 abgeschlossen

Stromvertrag "klick regional" haben

wir versprochen, gemeinsam mit dem

Nationalpark Harz und seinem Förderverein

3 junge Buchen zu pflanzen“, so Steffen

Meinecke, Geschäftsführer der Stadtwerke

Wernigerode.

Für Vertragsabschlüsse in der Naturstromvariante

gab es sogar 5 Buchen. Denn der

Harz ist derzeit in weiten Gebieten von

strukturarmen, schädlings- und sturmanfälligen

Fichtenforsten geprägt. Dies ist

ein Resultat der langen Waldnutzungsgeschichte

in der Folge des Bergbaus und der

Hüttenwerke mit ihrem großen Holzkohleverbrauch.

Mit der Pflanzaktion helfen

die Stadtwerke Wernigerode dabei, den

Nationalpark Harz auf den früheren Buchenflächen

wieder in einen ökologisch

intakten Naturwald zu verwandeln.

„So kamen insgesamt 1.500 junge Bäume für

den Nationalpark Harz und damit den Harzer

Zukunftswald zusammen“, freut sich

Steffen Meinecke gemeinsam mit Sabine

Bauling, der neuen amtierenden Leiterin

des Nationalparks Harz.

Dr. Friedhart Knolle

Steffen Meinecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Wernigerode, setzt ein junges Zukunftsbäumchen

in den Boden des Nationalparks Harz (Foto Stadtwerke Wernigerode)

Und so werden die jungen Buchen bald aussehen: Pflanzung am Beerenstieg im Nationalparkrevier

Hohne, die vor vier Jahren durchgeführt wurde (Foto Nationalpark Harz)

06 | 2021

15


HARZ WANDERN

Nach 11 Jahren Schlafenszeit

Die Schurre gilt wieder als offizieller Wanderweg

Was haben Dornröschen und die Schurre

(Wanderweg im Bodetal) gemeinsam?

Beides sind „Langschläfer“. Die

Erstgenannte, eine Märchenprinzessin

der Brüder Grimm, hat es auf satte

100 Jahre Dauerschlaf gebracht. Die

Zweitgenannte, ein Wanderweg zwischen

Bodetal und Roßtrappe, brachte

es „nur“, aber immerhin, auf 11 Jahre

Schlafenszeit.

Wo war die Freude nach der Aufwachphase

größer? Bei Dornröschen? Man weiß es nicht

genau. Die Brüder Grimm haben dafür keine

statistischen Erfassungen mitgeliefert.

Bei der Schurre sind es mit Sicherheit hunderte

Wanderbegeisterte aus nah und fern.

Seit dem 01.05. diesen Jahres können sie

wieder ihre Kondition an diesem alpinen

Wanderpfad messen. Der Weg, nur 1,4 km

lang, weist 18 Kehren auf und überwindet

dabei 181 Höhenmeter. Und der Weg ist

alt, im wahrsten Sinne des Wortes, steinalt.

Thale wurde im Jahre 1862 an das Eisenbahnnetz

angeschlossen. Schnell erkannten

deren Betreiber, dass man durch den

Anschluss einen touristischen Meilenstein

für Thale gesetzt hatte. Um den nunmehr

per Bahn anreisenden Besuchern das

Bodetal, mit all seinen Naturschönheiten,

näher zu bringen, beauftragte die Preußische

Staatsbahn deren Erschließung. Der

Wanderweg von Thale nach Treseburg,

entlang der Bode, wurde geschaffen. Und

so „ganz nebenbei“ verwandelte sich im

Rahmen dieser Erschließungsmaßnahmen

der alte Jägerpfad, vom Bodetal hinauf zur

Roßtrappe, zur Schurre.

Regelrecht eingegraben in die Blockhalde,

direkt neben dem Felsmassiv der Roßtrappe,

entstand dieser anspruchsvolle, wunderschöne

Wanderweg. Im Zick- Zack, teilweise

auf Pflaster ähnlichem Untergrund,

ist es seit 1864 möglich, vom Bodetal auf

die Roßtrappe und umgekehrt zu gelangen.

Im Mai 2010 dann ein jäher Stopp für die

regulären Wanderaktivitäten. Ein massiver

Felssturz hatte den unteren Teil der Schurre

verschüttet. Logische Folge, Sperrung des

Wanderwegs. Ein schmerzhafter Einschnitt

für alle Wanderfreunde, welche Thale und

das Bodetal mit all seinen Naturreizen besuchen.

Für den Harzklub- Zweigverein Thale wurde

durch den Steinschlag und deren Folgen ein

jahrelanges Engagement für diesen Weg

zunichte gemacht. Hunderte von Arbeitsstunden

erbrachten die Männer der Naturstation

vor der Sperrung, um eine stetige

Begehbarkeit sicher zu stellen.

Wie nun weiter mit der gesperrten Schurre?

Das Land, damals noch Eigentümer der

Flächen entlang der Bode, tat sich schwer.

Der Vorstand des Harzklub-Zweigvereins

Thale nutzte jede sich bietende Gelegenheit,

die Notwendigkeit der Wiederherstellung

in den Focus zu rücken. Anfang 2016 gab

es sogar eine Arbeitsberatung auf Ministerebene

zu diesem Thema. Eine weitere

Studie, welche die Wiederbegehbarkeit der

Schurre dokumentiert, war das bescheidene

Ergebnis der Beratung.

Im Jahr 2018 änderte sich die Liegenschaft

der Flächen unterhalb der Roßtrappe. Die

Stadt Thale wurde Eigentümer und es gab

Licht am Ende des Tunnels.

Der scheidende Bürgermeister von Thale

und jetzige Landrat des LK Harz, Herr

Balcerowski, brachte die Finanzierung auf

den Weg.

Eine Finanzierung in Höhe von 240.000,-

Euro! 100.000,- Euro kommen aus einem

Förderprogramm der EU (Entwicklung des

ländlichen Raumes). Den Rest stemmt die

Stadt Thale.

Startschuss der Sanierung erfolgte im

Herbst 2020. Die Firma Garten und Landschaftsbau

GmbH Horenburg, aus Ditfurt,

übernahm die Arbeiten an der Schurre. Ein

Job nichts für Warmduscher.

16 06 | 2021


HARZ WANDERN

1,4 km Wanderweg in einer Blockhalde

wieder begehbar machen. Respekt ! Kein

Bagger der hier Arbeiten erleichtert. Keine

Planierraupe, welche hier verschüttete

Wegstrecken frei räumt. Alles nur reine Muskelkraft

! Und trotz des diesjährigen schneereichen

Winters, am 01.05.2021 schließt

die Firma Horenburg die Arbeiten an der

Schurre ab. Fertig! Die Stadt Thale konnte

den Weg wieder für seinen ursprünglichen

Zweck freigeben......... das WANDERN !

Corona bedingt eine ruhige Freigabe. „Sektkorken

werden trotzdem knallen“, dann

wenn Covid 19 auf dem Rückzug ist. Diese

Zusage gibt es seitens der Stadt Thale.

11 Jahre Zwangspause für einen Wanderweg.

Das heißt mit der Freigabe musste

auch die Wanderwegbeschilderung auf den

neuesten Stand gebracht werden. Im Zuge

der Optimierung des Wanderwegenetzes im

Harz haben die Schilder ein etwas verändertes

Erscheinungsbild. Hinweise auf die

nächste Stempelstelle der Harzer Wandernadel

und UTM- Daten sind markante Ergänzungen

auf den neuen Wanderwegschildern.

Insgesamt hat die Beschilderungsgruppe

des Harzklub- Zweigverein Thale elf vorhandene

Schilder durch neue ersetzt. Im

Rahmen der Sanierungsarbeiten an der

Schurre waren diverse Sperrungen anderer

Wanderwege rund um das Bodetal notwendig.

Insgesamt 23 Wegetafeln wurden zu

diesem Zweck abgeklebt, mit Hinweisen

einer Umleitung versehen oder gar abgebaut.

Mit Freigabe der Schurre wurden diese

Schilder wieder aktualisiert. Die Kosten für

das Material der Neu- bzw. Umbeschilderung

hat der Hauptverein übernommen.

Mit der Wiederbegehbarkeit der Schurre endet

eine 11 jährige „Leidenszeit“. Wanderer

genießen während der Auf- bzw. Abstiege

traumhafte Blicke ins Bodetal und auf die

umliegenden Felsmassive. Die Gastronomie,

Königsruhe und Berghotel Roßtrappe versorgen

wieder, so es Corona denn zulässt,

erschöpfte und durstige Wanderer, nach

einem Auf- oder Abstieg entlang der beliebten

SCHURRE.

Text u. Fotos: Axel Seiler

In 50 Tagen durch den Harz

Hanna wandert

Es ist nicht gerade alltäglich, was sich

Hanna vorgenommen hat: sie möchte

in 50 Tagen alle 222 Stempelstellen

der Harzer Wandernadel erwandern

und sich damit den begehrten Titel

einer Harzer-Wander-Kaiserin erwerben.

Mit von der Partie ist ihre

Hündin Malouna, die – und das sieht

man ihr an - ebenso gern in der Natur

unterwegs ist wie ihr Frauchen! Die

Gesamtstrecke, um alle 222 Stempelstellen

zu erreichen, beträgt ziemlich

genau 1000 Kilometer. Es bleiben also

pro Tag etwa 20 Kilometer, um dieses

äußerst ambitionierte Ziel in die Tat

umzusetzen. Der Startschuss erfolgte

am 1.Mai.

Hanna Charlotte Busch ist internationale

Projektentwicklerin, Model und Coach. Auf

der Suche nach neuen Herausforderungen

zog es sie viele Jahre immer wieder in die

Ferne. Nun hat sie hier im Harz eine weitere

Challenge gefunden, die sie meistern

möchte. Hanna wird ihre Wanderungen

über social Media teilen und somit allen

Interessierten die Gelegenheit bieten, beinahe

live dabei sein zu können.

Die Harzer Wandernadel wird ebenfalls

Hannas Aktivitäten begleiten und für jeden

zurückgelegten Kilometer einen Euro für

die Wiederaufforstung des geschundenen

Harzer Waldes spenden. Auf ihrem langen

Weg zur Harzer Wanderkaiserin freuen sich

Hanna und Malouna auf online-Begleitung

und über Spenden für die gute Sache „Aufforstung“.

„Wir wollen Menschen für die Natur direkt

vor unserer Haustür begeistern, sie mitreißen

und dazu ermutigen, in die Natur zu

gehen, etwas zu unternehmen. Es muss

nicht immer das andere Ende der Welt sein“,

fasst Hanna ihre Beweggründe zusammen

und sie fügt hinzu: „Gutes Bewegen, das

ist unser Motto und das Beste ist, Jede

und Jeder kann mitmachen. Wir wollen

Menschen wortwörtlich vom Hocker reißen!

Also: Rein in die Wanderschuhe und

los geht´s!“

Hanna betont, dass sie sich sehr dankbar

an den Wegeschildern und Wanderkarten

orientiert, deren Grundlagen der Harzklub

geliefert hat. "Das erleichtert die ganze

Sache erheblich für uns!“

Die Nummern der verschiedenen Stempelstellen

stehen entweder auf den Schildern

oder sind auf kleineren Wegemarken leicht

zu finden. Hanna möchte auch in der Zukunft

gerne darauf aufmerksam machen,

dass dieses Angebot überwiegend von ehrenamtlichen

Mitgliedern des Harzklubs

erstellt worden ist. So profitiert auch der

Harzklub erheblich von Hannas Freude am

Wandern und an der Natur!

06 | 2021

17


HARZKLUB

Aus der Arbeit des Harzklubs

Arbeiten zu Zeiten der Corona-Pandemie

und des Lockdown

Zweigverein Oker: Renovierung der

Schutzhütte „Hallesche Höhe“

Eine wesentliche Aufgabe des Harzklubs

ist die Erhaltung des harzweiten

Wander-Wegenetzes, dessen Beschilderung

und die Instandhaltung der

Schutzhütten.

Am Beispiel der Schutzhütte „Hallesche

Höhe“ im Gebiet des Zweigvereines

Oker werden die Arbeiten unter

Corona-Bedingungen deutlich:

Normalerweise nimmt sich ein Team von

Vereinsmitgliedern einer derart umfangreichen

Arbeit gemeinsam an. Die Aufgaben

werden verteilt und dann packen alle in

einem Tag oder an einem Wochenende gemeinsam

tatkräftig an. Nicht so im Lockdown,

der seit November letzten Jahres

das öffentliche und das Vereinsleben stark

einschränkte und lähmte.

Die Schutzhütte „Hallesche Höhe“ oberhalb

des Ortes Oker am Ortsausgang in

Richtung Harz war renovierungsbedürftig

geworden.

Der Pavillon wurde ursprünglich im Jahr

1901 vom Harzklub-Zweigverein Halle erbaut.

Der Verein galt als wohlhabend, um

1910 hatte er bereits über 1.000 Mitglieder,

von denen viele regelmäßig mit dem Zug

den Harz besuchten. Dieser „Außenverein“

ohne eigenes Betreuungsgebiet unterstützte

Harzer „Innenvereine“ bei deren

Bauvorhaben, besonders im Okertal wurde

man tätig. Schon 1906 wurde die Anlage zur

„Halleschen Höhe“ mit einem schönen Blick

auf den Ort Oker und das Okertal erweitert.

Bis 1950 bestand diese erste Hütte, wurde

dann abgerissen und erst 1993 konnte aus

Erlösen des Stadtteilfestes Oker der heutige

Pavillon errichtet werden. Nach 28 Jahren

kam die Hütte nun in die Jahre – das Dach

war marode und undicht. Da der Zweigverein

Oker gerade zuvor umfangreiche

Erneuerungsarbeiten an der Adlerklippe

geleistet hatte, wurde beschlossen auch

die Dacherneuerung in reiner Eigenleistung

vorzunehmen, so dass es „nur“ die Materialkosten

für Balken, Bretterschalung, 2

Lagen Dachpappe , Firstlatten, Farbe und

„Kleinmaterial“ zu übernehmen galt.

Coronabedingt waren Kontakte mehrerer

Personen nur unter strengen Auflagen

erlaubt.

Glücklicherweise bot sich Otto Unruh an,

diese Arbeiten zu übernehmen. Zusammen

mit seiner Wanderfreundin Lenette Noach

machten sie sich zu zweit ans Werk.

Ende Januar wurde das alte Dach abgerissen.

Wetterbedingt konnte man dann

aber erst am 11.03.21 mit dem Neuaufbau

beginnen, der sich wetterbedingt nochmals

verzögerte. Die Zwischenzeit nutze Lenette

Noach, um die Aussichtsplattform herzurichten

und den Schriftzug in der Steinmauer

zu reinigen und mit neuer Farbe zu

versehen. Am 16.04.21 konnten die Arbeiten

an der Hütte beendet werden. Achtzig

Arbeitsstunden lagen hinter den beiden

engagierten Helfern und Wanderfreunden

des Harzklub-Zweigvereines Oker.

Ehrenamtliche Arbeit verdient Anerkennung

und Unterstützung – leider ist das

nicht immer so.

Am ersten Tag waren die Dachbalken und

Dachbretter erneuert worden, bis nach

4 ½ Stunden der Akku des Schraubers leer

war. Weil man am nächsten Tag weiterarbeiten

wollte, verstaute Otto die Trittleiter

unter dem Dach.

Welche Enttäuschung am nächsten Morgen:

die Trittleiter war geklaut worden! So

musste er die Bretter am Ende des zweiten

Tages mit nach Hause nehmen, weil

zu befürchten war, dass auch sie gestohlen

werden würden. Das bedeutet überflüssige

Mehrarbeit und schlägt auf die Stimmung.

Auch werden an der Halleschen Höhe immer

wieder größere Steine, die den Platz

einfrieden, fortgenommen und sogar den

Hang hinuntergestoßen – eine durchaus

gefährliche Aktion.

Der Pavillon erstrahlt in neuem Glanz

und wartet auf eine gebührende Einweihung.

Der Platz und der Pavillon an der Halleschen

Höhe wurden sorgfältig und liebevoll

von Otto Unruh und Lenette Noach instand

gesetzt. Dafür danken wir den beiden hier

herzlich! Zusammen mit ihnen hoffen wir

darauf, dass an einem schönen gemeinsamen

Wandertag die Einweihung in froher,

großer Runde wird stattfinden können. Und

Otto hat sich für diesen Anlass bereits eine

tolle Überraschung ausgedacht!

Fotos: Otto Unruh

Text: Christine Eggers

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Die Dachbalken werden gerichtet. Hoffentlich

hält der Akku lange durch.

Der Pavillon auf der Halleschen Höhe wurde

renoviert. Hier ist alles klar für die neue

Wandersaison.

18

06 | 2021


HARZ AKTUELL

Folgende Partner bieten Vergünstigungen im Harzgebiet an (Stand 1.Juni 2021)

Folgende Partner bieten Vergünstigungen im Harzgebiet an (Stand 1.Juni 2021)

Partner Gewährter Rabatt

1 Ferienwohnung & Restaurant "Am Kunstteich", Am Kunstteich 1, 06526 Sangerhausen OT Wettelrode

Ab 3 Übernachtungen Rabatt von 10%

Pension "Rosengarten", Parkstraße 7, 06526 Sangerhausen

2 Wandern im Harz GbR, Sieben Linden 25, 38640 Goslar, www.wandern-im-harz.de, info@wandern-im-harz.de Auf alle regulären Angebote 5% Rabatt

3 KräuterPark Altenau, Schultal 11, 38707 Altenau, www. kraeuterpark-altenau.de, info@kraeuterpark-altenau.de 35% bzw. 2,50 € Rabatt auf Eintrittspreis

4 Expert Riedel & Neumann GmbH, Carl-Zeiss-Straße 5, 38644 Goslar

Expert Riedel & Neumann GmbH, Jacobsonstraße 45, 38723 Seesen

Expert Riedel & Neumann GmbH, Lerchenbreite 3, 38889 Blankenburg/Harz

3% Rabatt auf gesamtes Sortiment

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5 Sonnenhotel Wolfshof GmbH & Co.KG, Kreuzallee 22-26, 38685 Langelsheim / Wolfshagen, www.

10% Rabatt auf alle Übernachtungen

www.sonnenhotels.de, info@sonnenhotels.de

6 Schnitzstube, Wunder in Holz Altenau, Hüttenstraße 18, 38707 Altenau,

10% Rabatt auf den Eintrittspreis

www.wunderinholz.de, schnitzstube@wunderinholz.de

7 Café Flora (Café und Restaurant), Herzog-Wilhelm-Str. 99, 38667 Bad Harzburg,

10% Rabatt auf die Gesamtrechnung (nicht mit

www.cafe-flora-harzburg.de, kontakt@cafe-flora-harzburg.de

anderen Rabatt-Angeboten kombinierbar)

8 Brockenbauer Thielecke, Schierker Weg 13, 38875 Tanne, www.brockenbauer.de, info@brockenbauer.de 5% auf Einkauf Hofladen, Hofcafé, Restaurant

Steakhaus, Vortrag mit Wurstverkostung

9 Café Hausbergbaude, Hausberg 8, 06343 Mansfeld, hausbergbaude@web.de 10% Rabatt auf Café, Konditoreispezialitäten,

Mittagstisch

1 Hausschnaps pro Person

10 Plumbohms Aussichtsreich, Gast- und Logierhaus, Herzog-Wilhelm-Straße 97, 38667 Bad Harzburg

www.plumbohms.de, info@plumbohms.de

11 Schiefer-Restaurant, Markt 5, 38640 Goslar, Gastro Urban GmbH,

www.schiefer-erleben.de, info@schiefer-erleben.de

12 Tim's 5 Tageszeiten-Restaurant, Breite Straße 98, Goslar, Gastro Urban GmbH,

www. tims-5tageszeiten.de, info@tims-5tageszeiten.de

10% auf Speisen

10% auf Speisen

13 Café-Konditorei Peters, Herzog-Wilhelm-Str. 106, 38667 Bad Harzburg, www. cafepeters.de, info@cafepeters.de 5% Rabatt

14 Hotel-Restaurant Druidenstein, Hasselfelder Str. 2, 38899 Trautenstein,

www. hoteldruidenstein.de, info@hoteldruidenstein.de

Willkommensgetränk bei Übernachtung, Kaffee

oder Tee oder Nachspeise zum Hauptgericht gratis

15 Okersee-Schifffahrt GmbH, Unter den Birken 6, 38707 Schulenberg, www.okersee, info@okersee.de 10% bzw. 1 Euro Rabatt

16 Bauernverband Nordharz e.V., Jägerstraße 23, 38820 Halberstadt, bvnordharz@lbv-sachsenanhalt.de 2,00 Euro Rabatt pro Person auf den Eintrittspreis

17 Burggasthof Hohnstein, Stieger Straße 27, 99762 Neustadt/Harz,

www.burghohnstein.de info@burghohnstein.de

beim Harzer Landwirtschaftsfest in Reinstedt

10% auf Speisen und Getränke

!

06 | 2021 19


HARZ AKTUELL

Folgende Partner bieten Vergünstigungen im Harzgebiet an (Stand 1.Juni 2021)

Folgende Partner bieten Vergünstigungen im Harzgebiet an (Stand 1.Juni 2021)

19 Sonnenhotels Deutschland GmbH & Co.KG, Breite Straße 98, 38640 Goslar

www. sonnenhotels.de, info@sonnenhotels.de

10% Rabatt auf alle Übernachtungen in Sonnenhotels

deutschlandweit

20 Harzer Erlebnishof Grillenberg GmbH, Hühnerberg 1, 06526 Sangerhausen OT Grillenberg,

4% Rabatt

www.harzererlebnishof.de, hotel@harzererlebnishof.de

21 HARZKIND GmbH i.G., Bahnhofstraße 10, 37520 Osterode am Harz, www.harzkind.de, post@harzkind.de 10% im Online-Shop mit Code: harz-klub-4328

22 Brauhaus Goslar, Marktkirchhof 2, 38640 Goslar, www. brauhaus-goslar.de, info@brauhaus-goslar.de 0,50 € je Biergetränk aus eigener Produktion

23 Fleischerei Kluss, Kornstraße 94, 38640 Goslar, www. fleischereikluss.de, info@fleischereikluss.de 5 % auf jeden Einkauf

24 Blumengeschäft Winkler , Brüggemannstraße 10, 38640 Goslar 10 % auf jeden Einkauf

25 Pizza Plaza, Marstallstraße 1, 38640 Goslar, georg.kasprzyk@gmx.net 10 % auf jeden Einkauf

26 Kosmetikstudio „Die Schönmacherin“, Hoher Weg 15, 38640 Goslar, stephanie-heyndorf@t-online.de 2,00 € je Behandlung

27 Hirschapotheke, Münzstraße 3, 38640 Goslar, www.

hirsch-apotheke-goslar.de, hirsch-apotheke-goslar@t-online.de

5 % auf alle nicht rezeptpflichtige Produkte

28 Eis-Café – Venezia , 38640 Goslar, Schuhhof 1 10 % auf jeden Einkauf

29 Hotel Prinz, Hindenburgring 1, 38667 Bad Harzburg, www.haus-prinz.de, urlaub@haus-prinz.de Lunchpaket und eine kleine Überraschung

30 Wellness-Massagestudio Seelenbaumelei im Plumbohms Echt Harz Hotel, Herzog-Wilhelm-Str. 97, 38667 Bad

Harzburg, www.wellness-harz.com, gudruneckbrett@t-online.de

31 Wandergaststätte „Pizzeria Maaßener Gaipel“, Am Maaßener Gaipel 1 38685 Langelsheim

OT Lautenthal

32 Ferienwohnung „Margarete“, Günter Kratochwill u. Margrit Wagner, Hinterstraße 7, 37444 St. Andreasberg,

www.harz-travel.de Objekt-Nr. 3176

10 % auf jede Anwendung

für Wandergruppen ab 10 Personen 1 Essen und 1

Getränk gratis, bei weniger als 10 Personen 1

Getränk gratis. Inhaber der Mitgliedskarte

bekommen nach dem Essen 1 Schnaps oder 1

Espresso gratis

10% auf den Endpreis der Übernachtungen

33 Harz-Camp Bremer Teich, Frau Melina Mielitz, Bremer Dammteich 3, 06485 Quedlinburg, OT Gernrode 10% Rabatt

34 Freilichtmuseum „Königspfalz Tilleda“, Herr Michael Dapper, Ernst-Thälmann-Str. 4c, 06537 Tilleda 1,00 € Nachlass auf den Eintrittspreis

35 Gasthaus „Zur Sonne“, Friesdorfer Hauptstr. 7, 06343 Mansfeld 10% Rabatt auf Speisen und Getränke

36 Sommerrodelbahn Wippra, Am Wolfstal 1, 06543 Wippra 1 Freifahrt pro Tag

37 Ferienhaus Bremer, Zimmertal 9, 06526 Sangerhausen OT Grillenberg 10% auf den Endpreis der Übernachtungen

Harzklubmitglieder können mit der Mitgliedskarte des Deutschen Wanderverbandes (erhältlich beim zuständigen Harzklub-Zweigverein) die obenstehenden

Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Darüber hinaus bietet der Deutsche Wanderverband (DWV) auf seiner homepage den Mitgliedsverbänden weitere

Vergünstigungen an. Bitte informieren Sie sich auch dort. www.wanderverband.de Partner; die ebenfalls Vergünstigungen anbieten möchten, nehmen bitte

Kontakt mit der Geschäftsstelle des Harzklubs auf. www.harzklub.de Danke!

!

20 06 | 2021


HARZKLUB

Lüneburger Heide

Wandern im Naturschutzgebiet

Ende März Anfang April ist Paarungszeit

der Moorfrösche, In dieser Zeit

und Während des Höhepunktes der

Paarungszeit kann die Haut der Männchen

durch spektrale Reflexionen

bläulich-violett bis intensiv himmelblau

erscheinen.

Um genau das zu beobachten, fahre ich

im Frühjahr in die Heide, Genauer gesagt

nach Pietzmoor. Man muss dieses Vorhaben

etwas spontan angehen, In der letzten

Märzhälfte beobachte ich die Wetterlage,

weitere Infos über den Aktuellen Stand hole

ich mir im Internet. Ich mache das schon

etliche Jahre und ein wenig Routine ist da

schon vorhanden.

Pietzmoor liegt im Naturschutzgebiet Lüneburger

Heide bei Schneverdingen. Geparkt

wird am Parkplatz Pietzmoor Heberer

Straße. Von hier geht man ca. 500 m über

einen typischen Heide Sandweg bis zum

Holzsteg. Über diesen Holzsteg geht man

1,8 km durch eine herrliche Moorlandschaft.

Die Heidelibellen tummeln sich hier auf dem

Steg, Waldeidechsen sonnen sich und wenn

man etwas Glück hat und ein gutes Auge,

dann sieht man sogar die Kreuzottern.

Wir waren sehr früh da und es war noch

ziemlich kalt, null Grad und der Nebel lag

noch über den Mooren. Wenn dann die

Sonne höher steigt, steigen auch die Temperaturen,

und dann kommen auch die

Kreuzottern.

Man sollte hier auf keinen Fall den Steg verlassen

und Hunde unbedingt an der Leine

lassen.

Am Ende des Holzsteges geht es wieder

über einen festen Weg bis ein paar Teiche

kommen. Hier hört man schon die Moorfrosche.

Und dann sieht man sie sehr zahlreich

in den Teichen.

Blaufärbung der Männchen:

Während des Höhepunktes

der Paarungszeit

kann die

Haut der Männchen

durch spektrale

Reflexionen bläulich-violett

bis intensiv

himmelblau

erscheinen – entweder

nur an einigen

Körperpartien wie

um das Trommelfell

und an den Flanken

oder auch an der gesamten

Oberseite

einschließlich der

Extremitäten. Damit

besteht beim Moorfrosch ein saisonaler

Geschlechtsdimorphismus hinsichtlich der

Färbung, wie er bei europäischen Froschlurchen

sonst kaum beobachtet wird. Welche

Faktoren diese Umfärbung und ihre Intensität

verursachen, ist nicht im Einzelnen

geklärt. Umgebungsbedingungen wie die

Region, das einzelne Biotop, die Witterung,

der saisonale Fortschritt (Jahreszeit) oder

auch die Bestandsdichte innerhalb der

Laichgesellschaft scheinen eine Rolle zu

spielen. Bei der Wanderung in das Laichgewässer

sind die Tiere in der Regel noch

braun gefärbt. Erst mit zunehmenden Balzaktivitäten

im Gewässer ist eine sukzessive

stärker werdende Blauverfärbung bei

den Männchen zu erkennen, die individuell

meist nur wenige Tage andauert. Welche

Funktion der Farbwechsel hat, ist ebenfalls

nicht eindeutig bekannt. Es könnte

sich um ein visuelles Signal gegenüber den

Weibchen oder auch gegenüber konkurrierenden

Männchen handeln.

Der weitere Weg führt uns nun durch eine

kleine Heidefläche, Hier steht auch noch

ein Schafstall und der Schäferhof, wo man

noch einkehren könnte.

Foto / Bericht Otto Unruh

Fotos vom 31.03.21

»Weitere Infos über den

Moorfrosch, findet man

unter: https://de.wikipedia.

org/wiki/Moorfrosch

06 | 2021

21


HARZKLUB

Harzklub e.V.

Der Harz (-er Wald)

geht nicht ohne uns

Harzklub hilft!

Hier geht es zur großen Pflanzaktion:

https://harzklub.de/harzklub-hilft/

Aktiv für den Naturschutz

im Harz!

Aus der Arbeit des Hauptvorstandes

Thema Jahreshauptversammlung 2021:

Auch in diesem Jahr stellt uns die Pandemie

vor schwierige Entscheidungen. In der Hoffnung

auf ein Wiedersehen wählten wir den

Termin unserer Jahreshauptversammlung

später als gewohnt.

Doch auch unserer geplanten Freiluft-

Präsenzveranstaltung am 12. Juni 2021 in

Thale mussten wir nun schweren Herzens

eine Absage erteilen. Voller Zuversicht, dass

unsere Mitglieder – wie schon im vergangenen

Jahr – in digitaler Form von ihrem Mitspracherecht

Gebrauch machen, wurden

die „Einladungen“ mit dem Jahresbericht

unseres Präsidenten, dem Protokoll der

Jahreshauptversammlung 2020 sowie mit

allen wichtigen Abstimmungsunterlagen

versendet.

Zur Auswertung treffen sich Mitglieder des

geschäftsführenden Hauptvorstandes am

12. Juni in der Geschäftsstelle in Clausthal-

Zellerfeld.

Thema Windkraftanlagen im Harz:

Der Hauptvorstand des Harzklubs wird zu

diesem Thema seinen Standpunkt formulieren.

Die Stellungnahme des Harzklubs

zum Bau neuer Windkraftanlagen aus dem

Jahre 2011 sollte nun – zehn Jahre später

und in Anbetracht des fortschreitenden

Klimawandels – kritisch überdacht werden.

Unter dem Arbeitstitel „Harzklub: Naturschutz

mit Augenmaß – Menschen und

Zukunft im Blick“ haben unsere Hauptnaturschutzwarte

Michael Thätner und Klaus

Wippermann einen Entwurf erarbeitet, der

auf der jüngsten Vorstandssitzung im Mai

große Zustimmung fand.

Grundtenor: Eine kategorische Ablehnung

von Windkraftanlagen ist nicht mehr haltbar.

Alternativen, wie Wasserkraft und Solarenergie,

sollten wir im Harz aber den

Vorzug geben.

Thema Zukunft des Harzklubs:

Unser Verein ist zwar schon sehr alt, doch

wir Mitglieder präsentieren uns jung und

modern. Mit responsivem Internetauftritt,

der Neugestaltung unserer Zeitschrift, der

Nutzung populärer Social-Media-Plattformen

wie facebook und instagram sind wir

erste, wichtige Schritte gegangen. Weitere

folgen, Ideen sind gefragt.

Eine sehr erfreuliche Entwicklung nimmt

momentan unsere Jugendarbeit. Zusammen

mit den Kinder- und Jugendwarten

entstand eine umfangreiche Sammlung

von Vorschlägen, um die Arbeit aller Zweigvereine

zu stärken, unser Engagement nach

außen zu tragen und noch mehr Menschen

für unsere Sache zu gewinnen.

Marion Schmidt (Hauptschriftwartin)

Vorteile der Mitgliedschaft

im Harzklub e.V.

✔ Vergünstigungen, preiswerte Nutzung

von Wanderheimen z.B. beim Kauf

von Wanderkarten, Übernachtungen in den

Wanderheimen

✔ DWV-Mitgliedskarte (Deutscher

Wanderverband): Vergünstigungen regional

und deutschlandweit bei vielen Partnern

✔ Angebote: Möglichkeit der Teilnahme

an Veranstaltungen des Harzklub e.V., z.B.

Harzer Heimattag, Naturschutztag, Sternwanderung,

Brockenveranstaltungen, den

Veranstaltungen der Zweigvereine und an

den geführten Wanderungen und Ausflügen

des Harzklubs

✔ Lehrgänge und Fachtagungen: Möglichkeit

der Teilnahme an den Lehrgängen,

Fachtagungen und Weiterbildungen (Wanderführer,

Wegebeschilderung, Naturschutz,

Jodeln und Peitschenknallen, Akkord-Zither,

Klöppeln)

✔ Kinder- und Jugendfreizeiten im

Wanderheim Wildemann, Ausflüge:

Teilnahme an den Kinderfreiten mit Aktivitäten

im Wald, zu Bergbau und Naturschutz,

Basteln, Harzer Brauchtum und Lagerfeuer,

Ausflüge zum Weltwald Harz, auf den Brocken,

in Höhlen oder Bergwerke

✔ Versicherungen: günstige Beiträge aufgrund

der hohen Mitgliederzahl im Harzklub-

Gesamtverein (Haftpflicht,-Unfall,- Schutzhütten,-

Musikinstrumente)

✔ Gema-Rahmenvertrag: Durch Mitgliedschaft

im Deutschen Wanderverband

20 % Nachlass der Gema-Gebühren bei Auftritte

und Möglichkeit der Mitgliedschaft im

Landestrachtenverband

✔ Vermarktung und Werbung für die

Heimat- und Brauchtumsgruppen sowie für

Wanderungen und sonstige Veranstaltungen

über die Geschäftsstelle, das Internet,

Rundschreiben und Presseinformationen

✔ Information sämtlicher Zweigvereine

zu den Geschehnissen im Harzklub und im

gesamten Harz z.B. durch Rundschreiben,

Vereinszeitschrift „Der Harz“, Versammlungen,

Internet, Presse

✔ Termine: Weitergabe aus den Zweigvereinen

über Rundschreiben und Veröffentlichungen,

Internet

✔ Austausch der Zweigvereine untereinander

z.B. über Vereinsrecht (Satzungen),

Versicherungen, Betreuungsgebiete usw.

✔ Stiftungen: Inanspruchnahme finanzieller

Zuschüsse entsprechend den Richtlinien

für besondere Projekte der Zweigvereine

✔ Unterstützung der Zweigvereine durch

den Hauptverein bei Problemen, Gründungen,

Veranstaltungen usw.

✔ Beratung durch den Hauptverein über

die Zusammenarbeit mit Forstbetrieben,

Kommunen, anderen Partnern, Pressearbeit,

Datenschutz usw.

✔ Hohe Mitgliederzahl: 12.000 Mitglieder

im gesamten Harzklub können sich viel besser

Gehör verschaffen, als einzeln agierende

„Ortsvereine“

✔ Aktive Mitwirkung in der großen

Harzklub-Familie: Umsetzung gemeinsamer

Aufgaben und Ziele, Pflege des Gemeinschaftssinns

22 06 | 2021


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bei uns

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NEUERSCHEINUNG

Wolfgang Schilling

SCHIERKE

Juwel unterm Brocken

NAPOLAs des Harzes

Sie sollten zur NS-Zeit Eliteschulen für den Führernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausgelesene

Jungmannen erwarben an diesen paramilitärischen Internatsschulen nicht nur das Abitur,

sondern erhielten das Rüstzeug später in Staat, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Stelle

die nationalsozialistische Gesinnung durchzusetzen. An zwei sehr unterschiedlichen Standorten kamen

Schüler im Harz in Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwandelte

man 1934 vom einstigen humanistischen Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung

neuer Gemeinschaftserziehung. Im anhaltischen Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau

einer NAPOLA in Deutschland, der mit seiner gigantomanischen Architektur heute befremdet und einer

Nachnutzung harrt. Abseits von Städten sollten im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafte

Herrenmenschen heranwachsen, die später als „Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos

zu dienen hatten. Auch hier funktionierte das NS-System von Lager, Kolonne und Fahne. Als Vorbilder

dienten Kadettenanstalten, Landschulheime und die englischen Public Schools mit ihrer spartanischen

aber kameradschaftlichen Prägung. Unter der Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausschließlich

Jungen als Führungskräfte heran, die auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüsselpositionen

gelangten, wenn sie nicht vorher im II. Weltkrieg ihr Leben ließen.

Neben diesen beiden Orten werden die nächstgelegenen NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg

beleuchtet und viele Hintergründe zur NS-Herrschaft erhellt.

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NEUERSCHEINUNG NS-Eliteschulen gab es im Harz in

Ballenstedt und Ilfeld. Erstmals befasst sich ein vierköpfiges

Autorenteam umfassend mit diesem lange tabuisierten

Thema. Im

Internat sollten

die Jungs nach

sieben Jahren

Konditionierung

und ideologischer

Schulung

in einer paramilitärisch

geführten

Einrichtung

das Abitur erreichen.

Danach

war ihnen die

Berufswahl freigestellt.

Kriegsbedingt

gingen

viele von ihnen

zur Wehrmacht oder SS.

Napola Verführte Elite im Harz

Napola

Verführte Elite im Harz

Ballenstedt

Ilfeld

Auf 272 Seiten mit 780 Fotos wird ein außergewöhnlich

intensiver Blick in die Strukturen und Propaganda der NS-

Zeit möglich.

Informationen und Bestellung

www.Napolaimharz.de oder ISBN 978-3-935971-94-2


An insgesamt 222 sehenswerten Plätzen

im gesamten Harz stehen die Stempelstellen

der „Harzer Wandernadel“ für Sie

bereit. Sie befinden sich in der Nähe von

romantischen Waldgaststätten, rustikalen

Schutzhütten und einer Vielzahl von interessanten

Aussichtspunkten. Auch Bergwerke,

Burgruinen oder Naturdenkmäler und

natürlich der majestätische Brocken warten

auf Ihren Besuch und halten einen Stempel für den einheimischen Wanderer oder

den Touristen bereit.

Das System der Harzer Wandernadel ist eine Erfolgsgeschichte und eines von

wenigen Projekten, welche harzübergreifend über die Grenzen von Deutschland

hinweg Anerkennung finden.

Für Natur- und Wanderfreunde ist der Harz

für einen Urlaub wie geschaffen. Kaum

eine andere Region kann mit so vielen

interessanten Landschafts- und Kulturformen

aufwarten. Der Harz erstreckt sich

über die drei Bundesländer Niedersachsen,

Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Durch das Stempelheft der Harzer Wandernadel, unser dreiteiliges Kartenset und

die Hinweise auf unserer Webseite werden Sie sanft zu den schönsten und erlebnisreichsten

Stellen im gesamten Harz geleitet.

Es gibt wohl kein Wanderprojekt in Deutschland, welches von ihren Nutzern, egal

ob Einheimischen, Naherholungssuchenden oder Touristen in dieser Form permanent

an andere teilweise wildfremde Menschen weiterempfohlen wird.

Über 6.500 Wanderern ist es bislang

gelungen alle 222 Stempelstellen in Ihren

Wanderpass zu sammeln, ca. 850 km zu

wandern und Harzer Wanderkaiser zu

werden. Gerade Kinder lassen sich von der

Stempeljagd schnell begeistern und begleiten

so Eltern oder Großeltern gern auf

Stempeltouren. Dafür haben wir die Auszeichnung

„Wanderprinz und Wanderprinzessin“ entwickelt, welche man bereits

für 11 gesammelte Stempel bekommt und Ansporn für weitere Wanderungen und

Wandernadeln ist. Durch unser Projekt konnten wir bereits viele Kinder aus der

digitalen Welt in den schönen Harz entführen!

Für die Teilnahme an diesem einmaligen Projekt benötigen

Sie nur einen Wanderpass und diesen erhalten Sie

für eine Schutzgebühr von 3,00 € bei vielen Vertriebspartnern,

z.B. allen Harzer Touristinformationen.

Harzer Wandernadel

Schnappelberg 6 | 38889 Blankenburg | Tel. 03944 9547148

Fotos:

Jürgen Gamping La Viershöhe

Andrea Werner Rabenklippe

Lisa Weber Ferdinandstein

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