Secrets of Success 2020

julejacobsen159

AUSGABE 2 D 8 € AT 8 € CH 8 CHF

AUTHENTISCH. PERSÖNLICH. ERFOLGREICH.

SECRETS OF

SUCCESS

WAS MACHT MENSCHEN UND

UNTERNEHMEN ERFOLGREICH?

ERFOLGSSTORYS VON

Nils Glagau, Sebastian Fitzek, Ina Remmers, Joey Kelly,

Hans Sigl, Farina Opoku sowie dem frisch gekürten

Nobelpreisträger Prof. Dr. Reinhard Genzel und vielen mehr.

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Home of Success


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SECRETS OF SUCCESS VORWORT

WARUM

„SECRETS

OF SUCCESS“

GERADE JETZT WICHTIG IST

Vor fast genau einem Jahr haben wir die erste Ausgabe des Erfolgsmagazins

„Secrets of Success“ herausgegeben und versprochen, in diesem Jahr eine

weitere Ausgabe zu veröffentlichen. In der Zwischenzeit haben wir Sie auf

der gleichnamigen Website (www.secrets-of-success.de) mit vielen weiteren Erfolgsgeschichten

unterhalten.

© Baganz

Keine Frage: Damals haben wir uns alle das Jahr 2020 komplett anders vorgestellt.

Aber gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, dass Erfolg immer seinen Weg findet und

so freuen wir uns sehr, Ihnen mit Stolz hier die zweite Ausgabe von „Secrets of Success“

präsentieren zu können.

Sören Bauer – Inhaber und Geschäfts -

Doch herausfordernde Zeiten erfordern besondere Maßnahmen, sodass sich für diese führer der Sören Bauer Events GmbH

Ausgabe ganz neue Inhalte und Rubriken ergeben haben.

Viele Unternehmer*innen, Führungskräfte sowie Macher*innen zeigen uns, dass man zu jeder Zeit Erfolg haben kann. Und

wenn nicht jetzt, wann dann sollten diese Geschichten erzählt werden, um neben den viel zu oft negativen Nachrichten auch

zu hören, dass Unwägbarkeiten zum Erfolg führen können.

Neben den vielen erfolgreichen „Machern“ stellen wir Ihnen

in dieser Ausgabe auch zukünftige Top-Erfolgspersönlichkeiten

vor, die noch am Anfang ihres jetzt schon sehr erfolgreichen

Weges stehen oder ein schweres Erbe ihrer Familie

antreten.

Ich glaube, dass Menschen mit Mut und Entschlossenheit

sowie der Fähigkeit, flexibel und lösungsorientiert denken,

aber auch handeln zu können, nicht nur die Zukunft gehört,

sondern auch unser aller Zukunft prägen werden.

»

GERADE IN SCHWIERIGEN ZEITEN

FINDET ERFOLG SEINEN WEG.

«

So mussten in diesem besonderen Jahr viele Unternehmen von ihren eigentlichen Geschäftsfeldern abweichen, um beispielsweise

andere Produkte, wie Desinfektionsmittel oder Mund-Nasen-Masken herzustellen. Die Entscheider haben spontan mit

viel Mut und Kreativität umgedacht, um zu überleben und dabei der Gesellschaft unter die Arme zu greifen. Für mich sind das

wahre „Macher“, die die Wirtschaft weiter am Laufen halten und nicht zögern, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen

– das sind Persönlichkeiten, die sich besonders hervorgetan haben.

Aus diesem Grund, sei jetzt schon verraten, werden wir uns in der nächsten Ausgabe 2022 verstärkt diesem Thema und den

wahren „Machern“ widmen. Sollten Sie Beispiele oder Vorschläge für „Macher“ haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht,

doch jetzt wünsche ich Ihnen erstmal viel Vergnügen mit dem aktuellen Magazin.

Ihr

P. S.: Wenn Sie mit den Personen aus dieser Ausgabe persönlich in Kontakt treten möchten oder verfolgen möchten,

was andere Erfolgsmenschen machen, werden Sie Mitglied in unserem Face-Club.com -Home of Success.

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Home of Success

Suchst du auch den Schlüssel zu mehr Erfolg?

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SECRETS OF SUCCESS INHALT

UNTERNEHMER * INNEN

Jumana Al-Sibai ............................................ 153

Stefan Athmann ............................................ 121

Dr. Silvia Bentzinger ....................................... 139

Philipp Bongartz & Thiemo Dürbaum ...................... 49

Hermann Bühlbecker ....................................... 16

Josef Brunner .............................................. 100

Gisbert Brunner / Lang & Heyne .......................... 148

Carlsberg Deutschland .................................... 124

Martin Fichter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158

Julien Figur .................................................. 72

Michael Manfred Fischer .................................. 149

Bernhard Fragner ........................................... 41

Nils Glagau .................................................. 52

Mark Gregg ................................................ 126

Walter Gunz ............................................... 162

Christiane Haasis & Angela Nelissen ....................... 115

Hartmut Hahn ............................................. 108

Michael Hoffmann ......................................... 128

Oliver Holy ................................................. 135

Thomas Hoppe ............................................. 26

Dr. Dejan Hušman.......................................... 143

Oliver Kaltner ............................................... 61

Mathias Kemme ............................................ 77

Jonathan Kurfess ........................................... 78

Jörg Ludwig ................................................. 110

Andreas Lüning & Kai Figge ............................... 102

Dr. Carsten Mahrenholz .................................... 62

Jean-Remy von Matt ....................................... 118

Lukas Mielke ............................................... 146

Philipp J. Müller ............................................ 122

Ernst Prost / Liqui Moly .................................... 22

Katherina Reiche ............................................ 80

Ina Remmers ............................................... 160

Angelika Schindler-Obenhaus .............................. 50

Susanna Schneeberger ..................................... 24

Max Schwarz .............................................. 165

Prof. Dr. Christoph Straub .................................. 86

Kristina Tröger / CeU ....................................... 55

Christian Wegner .......................................... 136

MEDIZIN & FORSCHUNG

Prof. Dr. Reinhard Genzel ................................... 96

Dr. Alexander König ........................................ 84

Daniela Laubinger .......................................... 112

Prof. Dr. Mark Obermann ................................... 74

Carsten Öztan .............................................. 10

Dr. Bruce Reith .............................................. 66

Dr. Ulrich Ruppe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88

Prof. Dr. Jens Weidner ...................................... 58

KUNST

Alexander Höller ............................................ 98

Dennis Klapschus ........................................... 57

KOLUMNE

Erfolgsrezepte der OZMO-Ärzte .......................... 156

Respekt! – Tim Niedernolte ................................ 95

Rezepte für einen erfolgreichen Start in den Tag . . . . . . . . . 114

FILM & FERNSEHEN

Daniel Aminati ............................................... 13

Henning Baum .............................................. 83

Uwe Boll .................................................... 68

Florian Gallenberger ........................................ 28

Prof. Susanne Porsche ....................................... 71

Stefan Ruzowitzky . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45

Hans Sigl .................................................... 46

Helmut Zierl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90

MEDIEN

Sebastian Fitzek ............................................. 8

Jolina Marie Ledl ........................................... 154

Romina Meier .............................................. 155

Laura Noltemeyer ......................................... 133

Farina Opoku ............................................... 38

Falco Punch ................................................. 131

ENTERTAINMENT

Gerhard Delling ............................................. 33

Julia Fischer ................................................ 145

Glasperlenspiel ............................................ 150

Nicole Jäger ................................................. 15

Joey Kelly ................................................... 20

Eva Lind ..................................................... 92

Nadja Michael .............................................. 30

SPORT

Dennis Diekmeier ........................................... 116

Pierre Littbarski ............................................ 140

Alina Reh .................................................... 42

Anna Schaffelhuber ........................................ 64

NEXT GENERATION

Tradition verpflichtet ....................................... 34

GRÜNE UNTERNEHMEN

Die Zukunft ist grün ....................................... 104

Vorwort ...................................................... 3

Impressum ................................................. 166

Partner und Anzeigen ....................................... 6

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SECRETS OF SUCCESS INHALT

ANZEIGEN

ERFOLGREICHER UNTERNEHMEN

Wir bedanken uns bei unseren Partnern.

Acorado Sports ............................................ 166

Arriba ....................................................... 43

Aston Martin ................................................ 32

Baume & Mercier .......................................... 144

Bonago .................................................... 129

CineMotion ................................................. 82

Constantin Fim ............................................. 76

Cunard ..................................................... 167

DMAX ....................................................... 60

Don Pedro Entertainment ................................... 12

FaceClub ..................................................... 4

G DATA ..................................................... 54

Golf Lounge ............................................... 164

Hanse Merkur ............................................... 85

IPG Stadtbau GmbH ....................................... 120

Kay Gundlack Schuhe ..................................... 157

Kölln Flocken .............................................. 132

Lambertz .................................................... 44

Lang & Heyne ................................................ 17

Lieken ....................................................... 94

Liqui Moly .................................................... 18

Media Group ................................................ 51

Medion ......................................................79

MeinGuterRuf.net . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152

Michael Zechbauer ......................................... 29

Mikado ..................................................... 134

Natural Weight Loss Company ............................ 138

ndF .......................................................... 48

Otto Group ................................................. 70

OZMO ...................................................... 127

Parmigiani ................................................... 40

Playboy ..................................................... 69

Procomcure Biotech .........................................27

Pukka ........................................................ 2

RTL2 ......................................................... 56

Staatl. Fachingen .......................................... 142

Techniker Krankenkasse .................................... 99

Telepool ................................................... 130

Wibo-Werk .................................................. 7

Wind Sportswear .......................................... 147

Wunschgutschein ......................................... 168

ZDF .......................................................... 14

Zentrum für Strahlentherapie .............................. 81

© privat

ERFOLG IST, WENN MAN DAS TUT,

WAS MAN MIT FREUDE MACHT

Warum Kulturschaffende zu unser aller Erfolg beitragen: Jürgen Hunke ist ein

ehrlicher und engagierter Mann. Seit 52 Jahren ist er selbstständig als Unternehmer,

Buchautor und Galerist – und er ist Inhaber der Hamburger Kammerspiele.

Hunke: „Es war

mehr als ein Zufall,

dass ich im

Jahre 1993 gefragt wurde, ob ich einem der

schönsten Privattheater Deutschlands, den

Hamburger Kammerspielen, organisatorisch

bzw. finanziell privat helfen könnte.“

Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt

nie Kontakt mit den organisatorischen und

kaufmännischen Gepflogenheiten eines

Theaters. Doch Jürgen Hunke sagt:

„Kultur ist für unser Land mit

unserer Vergangenheit, aber

auch für die Zukunft ein wichtiger

Baustein für unsere Gesellschaft.

Gerade bei Theatern und der Literatur ist

es wichtig, Hintergründe zu erklären. Die

Vielfältigkeit der Kultur trägt dazu bei.“

Nach einigen Gesprächen mit der damaligen

Kultursenatorin ließ Jürgen Hunke sich

überzeugen, durch einige Privatdarlehen

die Insolvenz des Theaters abzuwenden.

Nach kurzer Zeit gab es für den erfolgreichen

Unternehmer nur zwei Möglichkeiten:

das Theater selbst zu übernehmen

oder das gegebene Geld abzuschreiben.

Jürgen Hunke, der schon immer ungewöhnliche

Dinge in seinem Leben gemacht hat,

entschied sich für den ersten Weg. Er sagt:

„Der richtige Zeitpunkt entscheidet darüber,

ob man Erfolg hat oder nicht!“. Trotz

der schwierigen finanziellen Situation

eines Privattheaters engagiert sich Jürgen

Hunke seit über 20 Jahren in den Hamburger

Kammerspielen mit viel Freude. Gerade

jetzt zur Corona-Pandemie können wir erleben,

wie schwer es die Künstler, Schauspieler

und auch die Theater haben. Nach

dem mehrmaligen Scheitern von ehemaligen

Inhabern hat er all seine Erfahrungen

aus seinem Leben in andere Bereiche

übernommen und den Versuch gewagt. Er

hat die Herausforderung angenommen,

das Haus funktionsfähig zu halten. Er sagt:

„Rückblickend gesehen darf ich feststellen,

dass es ein guter Schritt war, das Theater zu

übernehmen.“ Denn:

„Man sollte sein Leben mit Disziplin

und Verantwortung führen

und immer wieder neue Herausforderungen

annehmen.“ VB

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SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

„WHO THE

FUCK

IS FITZEK?“

© Gene Clover

Es ist heute kaum vorstellbar, dass ein

Sebastian Fitzek seinen Debütroman

bei 18 Verlagen einreicht und 15 Absagen

erhält. Fitzek – der Erfolgsautor für

Psycho thriller, der seit 2006 einen Bestseller

nach dem anderen schreibt. Die

Gate keeper von damals fassen sich vermutlich

immer noch an den Kopf ob der

Erfolgsgeschichte Fitzeks: ein Bestseller

nach dem anderen, Buchpreise en masse

und schließlich die Verfilmung einiger

Bücher. Fitzeks Erfolg ist das Ergebnis

einer einfachen Prämisse: Er tut, was

ihm Spaß macht.

Denkt man an Psychothriller, fällt einem sofort

der Bestellerautor Sebastian Fitzek ein.

SEBASTIAN FITZEK

– BESTSELLERAUTOR –

8


SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

Was war für Sie bei Ihrer Berufswahl

ausschlaggebend?

Ich hab schon immer gern gelesen

und mich dabei oft gefragt, ob ich auch

so eine Geschichte erzählen und schreiben

könnte.

Dann hab ich es einfach gemacht.

Die Verlage waren eher abweisend, was

Ihren Debütroman betraf. Was war der

Wendepunkt?

Der Tag, als Droemer Knaur mein erstes

Manuskript angenommen hat und ich ein

Jahr später das Buch in den Händen hielt.

Wer hat Sie auf diesem Weg am meisten

unterstützt?

Ich habe unglaubliches Glück, ich habe viele

Unterstützer. Angefangen mit meinen

Eltern, die wirklich alles mitgemacht haben,

was ich mir so ausgedacht habe.

Meine Mutter ist „schuld“ daran,

dass ich Autor geworden bin.

Sie hat immer alles von mir gelesen und

wenn ich total verzweifelt war über den

Müll, den ich fabriziert hatte, und aufgeben

wollte, sagte sie, das ist toll, ich will weiterlesen,

bitte schreib weiter. Heute muss

ich mich bei so vielen Menschen für ihre

Unterstützung bedanken, das sehen Sie ja

auch an meinen Danksagungen.

Der Weg zum Erfolg ist manchmal auch

steinig und mühsam. Was würden Sie

jungen Menschen raten, die Erfolg haben

möchte?

Einstein sagte einmal: „Jeder ist ein Genie.

Aber wenn du einen Fisch danach

beurteilst, ob er auf einen

Baum klettern kann, wird er sein

ganzes Leben lang glauben, dass

er dumm sei.“

Und ich füge hinzu: Lasst euch umgekehrt

nicht davon abhalten, auf einen Baum zu

klettern, nur weil andere euch für einen

Fisch halten. Hört nicht auf diejenigen, die

euch sagen, etwas würde nicht gehen.

Seid Fische, die auf Bäume klettern.

Sie haben heute Ihren Weg

gefunden und schreiben

einen Bestseller nach dem

anderen. Wo finden Sie die

Inspiration und Kraft für

Ihre Werke?

Von meinem Büro aus gucke

ich in einen sehr schönen

Garten. Aber ich bin

nicht der Autor im stillen

Kämmerlein, ich brauche

Menschen um mich herum,

daher arbeite ich in einer

Bürogemeinschaft. Meine

Ideen stammen eigentlich

immer aus der Realität.

Wie jetzt auch zu meinem

aktuellen Buch: Eine Leserin

erzählte mir, dass

sie für das Heimwegtelefon

arbeitet, was ich nicht

kannte. Also habe ich es

recherchiert und es nimmt

eine zentrale Rolle im

Thriller ein.

© Marcus Höhn

Gab es denn einen materiellen Wunsch,

der Sie am Anfang bis zum ersten großen

Erfolg begleitet hat?

Das einzig Materielle, was ich mir gewünscht

habe, war, mein eigenes Buch in

den Händen halten zu können. Darüber

hinaus waren und sind Statussymbole und

Ähnliches nie für mich ausschlaggebend.

Es ist natürlich schön, dass ich von meinem

Traumberuf leben und meine Rechnungen

bezahlen kann. Das ist nicht selbstverständlich.

Wie vereinbaren Sie Ihren Arbeitseifer mit

dem Privatleben?

Tja, da fragen Sie mal meine Familie und

Freunde. Es geht. Aber wenn ich beispielsweise

in der Endphase eines Buches bin, bin

ich nicht so sozialkompatibel. Da muss man

mich schon dreimal ansprechen, bevor ich

reagiere. Oder ich muss spontan eine Feier

absagen, weil ich dringend weiterschreiben

will, wenn mir noch etwas einfällt. Das wissen

meine Freunde und Bekannte aber auch

und nehmen es mir nicht krumm.

Gibt es eine Anekdote aus Ihrer Karriere,

auf die Sie gerne zurückblicken?

Mein erstes Buch, Die Therapie, war ein

überraschender Erfolg. So, dass viele

staunten, weil mich ja keiner kannte. Und

Sebastian Fitzek mit der limitierten Ausgabe

seines Psychothrillers „Der Heimweg“.

ein englischer Verleger, der sich wunderte,

warum in Deutschland plötzlich nicht mehr

Harry Potter auf Patz 1 rangiert, sondern

„Die Therapie“, schrieb anderen eine Mail

mit dem Betreff: „Who the fuck ist Fitzek“

Das landete im Netz und wurde ein Running

Gag unter meinen Fans.

Aus heutiger Sicht doch ein unglaubliches

Kompliment, das Ihren Erfolg unterstreicht.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis

für uns zusammenfassen?

Ich habe nie auf die berühmten Schwellenhüter

gehört, sondern hab immer das gemacht,

wovon ich überzeugt bin.

Und ich habe auch immer auf

Kritiker gehört, die mich weiterbringen

wollten.

Außerdem weiß ich ziemlich genau, was

ich kann, aber auch, was nicht.

Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?

Ich möchte so lange wie möglich schreiben

können und hoffe natürlich, dass mir meine

Leserinnen und Leser treu bleiben. Ich

kann nicht anders. Ich werde immer schreiben,

auch wenn es niemand lesen wollen

würde. RK

9


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

„SIE WERDEN

DOCH WOHL NICHT …“

Seit zehn Jahren wächst Carsten Öztans Zahnklinik Ost unaufhörlich. Der Berliner weiß

genau, welche Charakterzüge Unternehmer brauchen, um Widrigkeiten zu meistern und

langfristig erfolgreich zu sein.

„S

ie werden doch wohl nicht in

die Türkenklinik gehen?“ Mit

perfiden Aussagen wie dieser

machte manch Berliner Zahnarzt vor

rund zehn Jahren bei seinen Patienten

gegen Carsten Öztan mobil. Der hatte

zusammen mit seinem Bruder Jürgen

gerade die Zahnklinik Ost gegründet –

ein Dorn im Auge mancher Berufskollegen.

„Mit Migrationshintergrund muss

man immer ein Stück besser sein

als andere.

Vor zehn Jahren hat Carsten Öztan seine Zahnklinik Ost in Berlin gegründet.

Seitdem wächst das Unternehmen ununterbrochen.

Es gelten andere Maßstäbe. Eigentlich bin

ich immer Deutscher, aber wenn jemandem

etwas missfällt, dann bin ich sofort der

Fotos: © Nicole Schnittfincke

Unbeschwerte Familienmomente genießt der 44-Jährige besonders,

schließlich frisst das Unternehmertum viel Zeit und Energie.

10


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

Ob klein oder groß: Carsten Öztans Patienten schätzen

das familiäre Miteinander in der Zahnklinik Ost.

Türke“, sagt Ötzan. Sonderlich gestört haben

ihn solche Schmähungen, so schlimm

und aus der Zeit gefallen sie auch waren,

nie. Ganz im Gegenteil: Für ihn waren sie

Ansporn, noch mehr dafür zu tun, mit seinem

jungen Unternehmen noch schneller

zu wachsen. „Wenn das Umfeld nicht versucht

hätte, mir solche Steine in den Weg

zu legen, könnte es gut sein, dass ich es bei

einer Klinik belassen hätte.“ Hat er aber

nicht. Mittlerweile sind es drei Kliniken,

aufgeteilt unter den beiden Brüdern.

Als Unternehmer müsse man eben psychisch

stabil, belastbar und mutig sein, um

auch Widrigkeiten zu überstehen, ist sich

Öztan sicher. Gerade in den Jahren nach

der Klinikgründung, als Öztan das rasante

Wachstum seines jungen Unternehmens

finanziell nicht immer kompensieren

konnte, waren diese Charaktereigenschaften

gefragt. Am wichtigsten dabei: Ruhe

bewahren. „Ich glaube, das hat man einfach

oder man hat es nicht. Wenn ein Banker

einem vorrechnet, dass Hunderttausende

Euro fehlen, ist es natürlich schwer, ruhig

zu bleiben.

familiär zugeht. „Da ist

viel mehr Vertrauensbasis

als in anderen Firmen.

Die Personen, die

seit der Firmengründung

dabei

sind, sind mittlerweile

auch alle

in Führungspositionen.

Die stehen

mir alle sehr nahe.

Deshalb spreche ich auch immer

von wir.“

Dieses Wir und die Verantwortung für die

Belegschaft treiben den Berliner, der seine

Stärken vor allem im Zwischenmenschlichen

verortet, täglich an.

Carsten Öztans Tage sind lang. „So richtig

abschalten kann ich nie. Ich arbeite eigentlich

immer, wenn ich wach bin“, sagt er

lachend. Seine Freundin könne ein Lied

davon singen. „Auch wenn man heute mit

Smartphones viel flexibler ist und schneller

reagieren kann als früher, zur Ruhe kommt

man damit natürlich viel schwieriger. Wenn

dann wieder mal die wöchentliche Bildschirmzeit

aufploppt, erschrecke ich oft.“

Etwas Ausgleich findet Öztan in seinen

Hobbys, für die er sich bewusst Zeit freischaufelt.

Seit einem Marketingkniff im Rahmen der

dritten Zahnklinik-Ost-Eröffnung – Öztan

stieg damals für einen Box-Showkampf gegen

Arthur Abraham in den Ring – boxt der

Berliner mit Leidenschaft. Bis zu fünf Mal

pro Woche, meist frühmorgens um 5 Uhr.

Daneben fotografiert er, spielt Golf und ist

gerne in der Natur unterwegs – mit dem

Boot oder der Angelrute.

Im Gegensatz zum Berufsleben

ist er in seiner Freizeit nicht sonderlich

erfolgsorientiert.

„Beim Angeln geht es mir gar nicht darum,

etwas zu fangen. Darin bin ich auch wirklich

miserabel. Es geht mir vielmehr darum,

ein paar Stunden alleine dazusitzen, ohne

dass mich jemand anspricht.“

Luxus bedeutet für Öztan innere Zufriedenheit,

ein sorgenfreies Leben und, keine

getroffene Entscheidung zu bereuen, auch

wenn man im Nachhinein weiß, wie man

es hätte besser machen können. „Diese Erfahrungen

gehören dazu und prägen einen

am Ende positiv“, ist er sich sicher. Viel

wichtiger sei es für Unternehmer, durch

ein Alleinstellungsmerkmal einen Wettbewerbsvorteil

gegenüber der Konkurrenz zu

haben. Öztans zahnärztliches Spezialgebiet

ist das Setzen von Implantaten. Auch

das – die Freiheit, sich im Berufsalltag voll

auf seine Stärken und Vorlieben konzentrieren

zu können – bezeichnet er als Luxus.

„Das gleicht dann auch den ganzen Stress

gut aus.

Ich habe alles, was mich glücklich

macht.“ JoR

Aber meine Lebenseinstellung

ist: Am Ende wird sowieso alles

gut.

Das ist schwer zu erklären, aber extrem

hilfreich“, sagt der 44-Jährige.

Wenn Öztan von zurückliegenden Herausforderungen,

vor allem aber von Meilensteinen

und Erfolgen der Zahnklinik Ost

spricht, dann immer im Plural. Zum einen,

weil er das Unternehmen lange zusammen

mit seinem Bruder Jürgen führte, zum anderen,

weil es in den Kliniken trotz jährlichem

Wachstum von rund 20 Prozent sehr

Ob als Kapitän oder an der Angelrute: Am

Wasser findet Carsten Öztan Ruhepausen.

Fotos: © Nicole Schnittfincke

11


KÜNSTLER-, SPORT-, MUSIKMANAGMENT UND BERATUNG


SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

„ICH WAR IMMER EIN

KÄMPFER

Sein Leben glich einer

Achterbahnfahrt: Die

Kindheit verbrachte Daniel

Aminati im Erziehungsheim,

dann stieg er kometenhaft

zum Popstar auf und landete

letztlich unsanft in einem

Schuldenberg.

Der TV-Moderator ist aber

für jeden Moment seiner

Geschichte dankbar, besonders

für die schlechten.

Denn die haben ihn geformt.

Daniel Aminati hat eine klare

Lebensphilosophie:

„Ein guter Tag ist, wenn Du

mehr gelacht als Dir Gedanken

über Probleme gemacht hast.

Es gibt für fast alles eine Lösung. Ich möchte

mich mehr in der Freude befinden als im

Pessimismus“, sagt er. Es ist also nicht nur

Fassade, dass der heute 47-Jährige wie ein

Sunnyboy wirkt, der auf ruhiger See zum

Erfolg gesegelt ist – obwohl er mehr als

einem Sturm trotzen musste. Der TV-Star

verrät:

„Mein Leben wurde extrem von

Niederlagen geprägt.

Das fing schon in der Kindheit an. Ich habe

keinen Schulabschluss und bin ab meinem

zehnten Lebensjahr in insgesamt drei Erziehungsheimen

groß geworden – mein

Weg war sehr, sehr steinig. Aber wegen des

Lebens, das ich hinter mir habe, bin ich

jetzt auch der, der ich bin.

DANIEL AMINATI

– MODERATOR –

Ich war immer ein Kämpfer

und kein Opfer.

Du lernst laufen nur durchs Hinfallen.

Ich glaube, dass jeder Stolperstein

Motivation sein kann,

zu wachsen.“ Wie damals, als er

als Mitglied von „Bed & Breakfast“,

der ersten deutschen Boyband,

das Popstarklischee lebte

und so einen finanziellen Scherbenhaufen

produzierte. „Das

wieder in Ordnung zu bringen

und zu verstehen, was für mich

ein zufriedenes Leben bedeutet,

hat Jahre gedauert, war aber auch

unfassbar lehrreich für mich. Ich

bin zwar durch meine Arbeit

noch immer eine Person der Öffentlichkeit,

aber in erster Linie

achte ich jetzt darauf, Mensch zu

sein. Das Wichtigste ist:

Don’t believe the hype“

Das nächste Ziel des Moderators,

der seit 14 Jahren das

Gesicht von Pro7 ist und mit

seinem Fitnessprogramm „Mach

Dich krass“ Menschen beim Abnehmen

unterstützt? „Ich bringe im Frühjahr ein

Buch über mein Leben heraus, es ist eine

Mischung aus Biografie und Motivationslektüre.

Dazu wird es im Herbst eine Livetour

mit Musik geben“, verrät der Allrounder,

der außerdem plant, einen Film über

die Lebensgeschichte des Schwergewichtsboxers

Charly Graf zu produzieren – und

darin selbst die Hauptrolle zu spielen. Es

Trotz vieler Niederlagen hat er es zum Erfolg

geschafft: Moderator Daniel Aminati.

wird das erste Mal seit 15 Jahren sein, dass

er als Schauspieler vor der Kamera steht.

Und auch privat strebt Aminati eine neue

Rolle an: Er ist vor einiger Zeit mit seiner

Freundin ins Berliner Umland gezogen und

würde gern bald Papa werden. JR

© Andreas Thümmler

13


Wir arbeiten nach

einem natürlichen

Prinzip: Gegenwind

aushalten.

Unabhängiger Journalismus im ZDF


SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

„LOCKER DURCH

DIE HOSE ATMEN“

Hätte man vor zehn Jahren Nicole Jäger ihr heutiges Selbst präsentiert, hätte sie vermutlich

gelacht. Sehr laut gelacht. Jägers Erfolgsgeschichte liest sich wie ein modernes

Märchen. 340 Kilo brachte sie seinerzeit auf die Waage. Dann packt sie es an. Sie verliert

Gewicht, wird Erfolgsautorin und schließlich eine bekannte Stand-up-Comedian. Eine

unwirkliche Geschichte, die vor allem mit harter Arbeit und viel Disziplin verbunden ist.

Ihren heutigen Beruf hat sich Nicole

Jäger, Jahrgang 1982, nicht ausgesucht.

„Ich bin hineingestolpert.“ Gekommen

ist das so:

Jäger wiegt 340 Kilo und will abnehmen

– ohne Magenband. Ihren Fortschritt und

ihre Gedankenwelt teilt Jäger in einem

Blog. Es interessiert. So sehr, dass ein Verlag

auf Jäger aufmerksam wird und ihr

ein Buch anbietet. Die Geburtsstunde von

„Die Fettlöserin“ – ein Bestseller. Da sind

wir wieder – beim Hineinstolpern. „Ich

schrieb ein Buch, das Ding ging durch die

Decke. Ich wollte auf Lesereise, da hieß es

dann aber aus dem Management: ‚Das ist

stinklangweilig, niemand will eine Fette

lesen sehen, du musst das performen.‘ Also

performte ich es.“

Der Rest ist Geschichte. Ihre Performance

kommt an. Das war 2016. Inzwischen tourt

Nicole Jäger mit ihrem dritten Bühnenprogramm

durch die Republik. Ihr größtes

Highlight spielte sich allerdings abseits der

Bühne ab – auf einer roten Bank. „Ich war

mal so stark übergewichtig, dass ich nicht

mehr laufen konnte. Ich habe dann über

einen langen Zeitraum hinweg mächtig viel

Zeit, Tränen und Schweiß investiert, um

irgendwie wieder klarzukommen. Der Tag,

an dem ich aufstand und das erste Mal wieder

das Haus verließ, von der Haustür bis

zur roten Bank. Eine Bank, die in 100 m

Entfernung vom Haus stand. Ich schaffte es

aus eigener Kraft und

hatte das Gefühl, dass, wenn ich

mich aus dieser Scheiße herausgekämpft

habe, ich es überallhin

schaffe.

Das wird auf ewig mein größtes Highlight

und mein größter Stolz sein.“

Dieses Beispiel fasst für Nicole Jäger auch

ganz gut zusammen, worin sie ihr Erfolgsgeheimnis

sieht: Es sei Talent in Verbindung

mit sehr viel Arbeit und ein bisschen

Glück. Dazu jede Menge Beharrlichkeit und

das Vermögen, Schmerzen einzustecken

und auszuhalten.

„Erfolg hat und ist also kein

Geheimnis.“

Kurz und knackig zusammengefasst gilt für

Nicole Jäger: „Immer schön locker durch

die Hose atmen“. Für sie ist fast alles machbar

und beinahe jedes Problem lösbar.

„Erfolg bedarf viel weniger Glück, als man

glaubt, dafür aber so viel Arbeit, dass es

beinahe lächerlich ist.“ Abgenommen hat

Nicole Jäger übrigens schon 170 Kilo. RK

Wollte etwas ändern: Stand-up Comedian Nicole Jäger

© Reinaldo Coddou M. © Archiv Nicole Jäger

15

Ihr Buch „Die Fettlöserin“ wurde zum Bestseller.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

DER SÜSSE

GESCHMACK DES

ERFOLGS

Aachener Printen sind seit über 330 Jahren

das Geschäft der Firma Lambertz, sie machte

das Weihnachtsgebäck berühmt und war

Hoflieferant der Könige von Preußen,

Belgien und der Niederlande. Doch dann

ging es bergab. Mit nur 28 Jahren übernahm

der Spross der Familie, Hermann

Bühlbecker, das Ruder, um das Vermächtnis

seiner Vorfahren zu retten.

© Gabo

HERMANN BÜHLBECKER

– UNTERNEHMER –

Prof. Hermann Bühlbecker – der Lambertz Geschäftsführer

sponsort lieber Events statt TV-Werbung.

Die Zeiten hatten sich geändert, ein

Unternehmen, das nur von einem

einzigen Saisonartikel lebt, den

es nur an den Fachhandel verkauft, hatte

schlechte Chancen zu überleben. Viele

Konkurrenten von Lambertz hielten trotzdem

an dieser Strategie fest. Heute gibt es

sie nicht mehr. Die Firma von Hermann

Bühlbecker dagegen floriert. Er hat die Zeichen

erkannt, den Lebensmittelhandel für

sich gewonnen und Produkte, die nichts

mit Weihnachten zu tun haben, entwickelt.

Aus dem kleinen Betrieb mit 100 Mitarbeitern

in der Hochsaison ist ein Konzern mit

acht Fabriken und 4000 Beschäftigten geworden.

Lambertz ist als Gruppe seit dem

Jahr 2000 Marktführer im Saisongebäck

in Deutschland und der größte Lebkuchenfabrikant

weltweit. Das nächste Ziel

von Hermann Bühlbecker: den Anteil der

saisonunabhängigen Produkte noch zu

erhöhen – der Trend geht weiter Richtung

gesundem Genuss – und internationaler

zu werden. Derzeit werden nur 25 Prozent

des Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet,

aus Sicht des Unternehmers

sind aber „sicher 40 Prozent möglich.“

Bereits jetzt produziert Lambertz in zwei

Fabriken in Polen und beliefert von dort

Osteuropa. In Amerika hat das Unternehmen

ebenfalls eine Gesellschaft, zu den

Kunden gehört unter anderem der Lebensmittelriese

Walmart. Aber:

„Man muss immer wieder alles

ändern, damit es so bleibt, wie

es ist“,

sagt Hermann Bühlbecker, der dafür bekannt

ist, regelmäßig mit Stars auf Veranstaltungen

abgelichtet zu werden. Grund

dafür ist aber nicht sein Ego, sondern

eine Marketingstrategie. Der Lambertz-

Chef ent schied sich früh, statt Fernsehwerbung

zu schalten, lieber Events zu sponsern

und dort seine Waren zu präsentieren. Netter

Nebeneffekt ist, dass er so einen sozialen

Beitrag leisten kann, in dem er Anlässe

mit einem tieferen Sinn wählt – wie die

glamouröse Gala der amfAR, der größten

Gesellschaft im Kampf gegen Aids. Über

dieses Engagement hat der Geschäftsmann,

der übrigens von Zeit zu Zeit in der Tennisnationalmannschaft

seiner Altersklasse

spielt, außerdem heute ein großes Netzwerk

– von der Königin von Jordanien bis

hin zu Bill Gates. Bill Clinton hat ihm sogar

einen Preis überreicht:

„Turning ideas into action“

Und sie alle lieben seine Printen und

Kekse. JR

16


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Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen!

Ihr Ernst Prost

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SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

DER CHEF IM HAUSE

KELLY

Joey Kelly

ist Geschäftsmann,

Extremsportler, Musiker und

Speaker. Er kann eigentlich

alles – außer faul sein.

Fotos © Thomas Stachelhaus

Ein Abenteurer durch und durch.

Stillstand ist für Joey Kelly die

Höchststrafe. Er braucht den Reiz

der Herausforderung, ob beruflich

oder sportlich.

„Obwohl ich schon mehr geschafft

habe, als ich mir je erträumt

hätte, bin ich noch nicht

satt“,

sagt der 48-Jährige. Sein Weg hat ihn aus

dem Schatten der Familie in eine eigene

Karriere geführt – heute ist er Geschäftsmann

und Sportler: „Nur, wer kämpft,

schafft es.

Ich habe kein Talent, aber ich

habe Disziplin“,

erklärt er seinen Erfolg. Kein Talent? „Ich

habe nie etwas gefunden, das ich schnell

lerne. Ich musste immer mehr tun als andere,

ich musste intensiver meine Instrumente

üben und muss länger am Schreibtisch

sitzen, muss mehr kämpfen. Ich behaupte,

mein einziges Talent ist Ausdauer. Aber

man kann sich immer steigern,

man darf nur nicht aufgeben.“

Zweifel kennt er trotzdem: „Es gab immer

wieder Momente in Wettkämpfen, in denen

ich dachte, dass ich es nicht ins Ziel schaffe,

ich bin aber immer angekommen – und

es hat mich jedes Mal stärker gemacht.“

Ein Fan von Extremsport ist er aber nicht:

„Sehr riskante Sachen reizen mich nicht.

Meine Intention ist es, möglichst lange zu

leben.“ Am gefährlichsten fand er nicht,

im Wok einen Berg herunterzurasen oder

Er sammelt Medaillen in

Extremsportarten.

durch die Wüste zu joggen, seine Warnleuchten

gingen an, als er für eine Show

Pokern lernte: „Ich bin ins Bett gegangen

und habe ans Pokern gedacht und nach

dem Aufstehen dachte ich sofort wieder daran.

Ich habe den Pott heimgeholt, 50.000

Euro gewonnen und wusste, dass ich dieses

Spiel nie wieder anfassen darf. Es gibt genügend

Menschen, die Haus und Hof verspielt

haben.“

Manchmal ist es eben auch eine

Herausforderung, etwas nicht

zu tun.

Joey Kellys sportliches Vorbild ist Luc Van

Lierde: „Er ist ein ehemaliger belgischer

Triathlet, der als Quereinsteiger die Welt-

20


SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

Fotos: © Thomas Stachelhaus

Joey Kelly ist ein disziplinierter

Sportler. Er nahm u. a. an acht

Ironman in 12 Monaten teil.

Im kommenden Jahr möchte Joey Kelly eine weitere Bulli-Challenge antreten –

dieses Mal soll es von Alaska nach Patagonien gehen.

spitze überrollte. Ich habe meinen Sohn

nach ihm benannt.“ Und der ist heute

ebenfalls auf dem Weg zum Sportmaniac.

„Ich bin sehr stolz auf ihn, er ist unfassbar

ehrgeizig“, sagt der begeisterte Papa, der

ihn gern auf seine Abenteuer mitnimmt.

Nächstes Jahr möchte er als Challenge mit

seinen beiden Ältesten in einem alten VW-

Bus von Alaska nach Patagonien fahren –

ohne Geld. Und: „Mit meiner Tochter und

einem meiner Söhne mache ich außerdem

Musik als Familie. Er spielt Klavier, sie

singt. Das macht unfassbar viel Spaß.“ Ob

das Ergebnis aber je als Album erscheint,

steht nicht fest. „Ich halte meine Kinder

aus der Öffentlichkeit raus, bis sie volljährig

sind. Meine Tochter ist erst 14 Jahre alt.

Ich will, dass sie selbst entscheiden kann,

ob sie das will“, erklärt der Musiker, dessen

Weg vorbestimmt war. Sein Nachwuchs soll

machen können, wofür er brennt: „Mein

17-jähriger Sohn will Astronaut werden.

Ich unterstütze das.“ Joey selbst war kein

einfacher Jugendlicher: „Mir fehlte manchmal

der Respekt. Damals hat man mir gewünscht,

dass ich Kinder wie mich kriege.

Aber ich muss sagen, noch geht’s. Meine

sind, Gott sei dank, anders als meine Geschwister

und ich. Wir waren alle sehr…

robust und rau.“

Heute ist die Kelly Family eine Marke mit

„Familienbetrieb“, der Kel-Life GmbH,

deren Geschäftsführer Joey Kelly ist. Seit

2019 ist er auch Chef der Familien-GBR

und damit endgültig für alle beruflichen

Belange der Kellys verantwortlich – von der

Buchhaltung bis zur Verwaltung der Produktpalette,

bestehend aus CDs, Singles,

Filmen und Merchandiseartikeln. Bequem

ist dieser Job aber nicht: „Emotionen und

Business lassen sich nicht immer trennen.

Das heißt, wenn mal jemand ein persönliches

Problem mit mir hat, wird nicht kooperiert.

Das ist aber viel besser geworden,

seit wir nicht mehr alle zusammen auf

einem Hausboot wohnen“, erzählt der Familien-CEO.

Trotz mancher Querelen sei

es aber keine Option, einen externen Geschäftsführer

zu holen: „Das Wichtigste ist

volle Kontrolle und Freiheit.“

Neben der Leitung der Kelly-Betriebe hat

der erfolgreiche Geschäftsmann auch eine

eigene Firma, die nichts mit Musik zu

tun hat. „Ich hatte nie die Ambition, eine

Solokarriere zu starten. Ich finde es anstrengend,

als Musiker allein auf der Bühne

zu stehen und glaube auch nicht, dass die

Qualität meiner Stimme gut genug dafür

ist. Außerdem will ich nichts machen, bei

dem der Geschmack anderer bestimmt, ob

ich Erfolg habe. In meiner Firma geht es

um die Person Joey Kelly, die für Abenteuer

und Sport steht“, erklärt der Actionfan. Er

hält unter anderem europaweit für Firmen

Vorträge und schließt Kooperationen ab.

Außerdem betreibt er einen Hof, auf dem er

Events ausrichtet – mit der Unterstützung

seiner älteren Kinder, die schon jetzt lernen

sollen, was Verantwortung heißt. Weitere

Baustellen will er nicht aufmachen:

„Ich brenne fürs Business,

aber ich bin schon so völlig überlastet“, bekennt

er lachend. Luxus ist für ihn „Terrasse,

Sonnenuntergang, eine Kleinigkeit zu

essen, Familie, happy sein, nicht in Angst

zu leben …“ Sich diesen Zustand bewahren

zu können, das ist für Joey Kelly der wahre

Erfolg. JR

21


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMEN

LAUFT

WIE GESCHMIERT

Autos und Deutschland gehören zusammen wie Brot und Butter. Das Ulmer

Unternehmen Liqui Moly sorgt dafür, dass die schicken Kisten auch perfekt schnurren.

Liqui Moly beschäftigt weltweit rund 950 Mitarbeiter.

Fotos: © Liqui Moly GmbH

4.000

Produkte –

so groß ist

das Sortiment

des Automotiv-Chemieherstellers. Es gibt

nahezu alles, von Motorölen über Autopflege

bis hin zu Klebe- und Dichtstoffen.

In Deutschland ist Liqui Moly unangefochtener

Marktführer bei Additiven

und wird seit zehn Jahren regelmäßig

zur beliebtesten Ölmarke gewählt. Aber

was ist das Erfolgsgeheimnis der Firma,

die zu den Sponsoren der Formel 1 gehört

und in 150 Länder exportiert?

Geschäftsführer Ernst Prost bezeichnet seine Mitarbeiter als Mitunternehmer.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMEN

„Unser Erfolgsfaktor ist ganz klar

jeder einzelne Mensch der Liqui-

Moly-Familie.

Sie geben tagtäglich ihr Bestes. Und es sind

althergebrachte Tugenden, die immer noch

Gültigkeit besitzen, obwohl andere, scheinbar

hippere Moden kursieren. Aber

Fleiß, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit,

Respekt, Anstand, Zuverlässigkeit

und Berechenbarkeit kommen

nicht aus der Mode,

zumindest nicht bei uns“, sagt Geschäftsführer

Ernst Prost (63). Das mache sein

Unternehmen, das weltweit knapp 1.000

Mitarbeiter beschäftigt, zu einem begehrten

Geschäftspartner – und Arbeitgeber.

Während andere Unternehmen in schwierigen

Zeiten die Kosten senken und Personal

reduzieren, macht Prost genau das Gegenteil:

„Ich bin der Überzeugung, dass Entlassungen

kein probates Mittel bei Krisen

sind. Wenn Probleme da sind, benötigt man

noch mehr Menschen, um die Probleme zu

lösen, also stellen wir ein.“ Seine Angestellten

nennt er „Mitunternehmer“ – weil jeder

einen unverzichtbaren Beitrag zum Erfolg

leistet. „Ich handle aus einer tiefen inneren

Überzeugung. Liqui Moly ist mein Baby und

meine Mitunternehmer kümmern sich mit

mir darum, dass es wächst und gedeiht. Das

bedeutet für mich, in guten Zeiten haben

alle Anteil am Erfolg und jeder bekommt

etwas von der ‚fetten Beute‘ ab. Und wenn

die See rauer wird, betrachte ich es als

meine Pflicht, dafür zu sorgen, dass keiner

über Bord geht. Die Menschen der Liqui-

Moly-Familie haben mich reich gemacht.

Es wäre schäbig, jemanden zu

entlassen oder in Kurzarbeit zu

schicken und der Allgemeinheit

die Lohnkosten aufs Auge zu

drücken.

Das kommt für mich nicht infrage“, sagt

der gebürtige Altöttinger, der 1990 bei

Liqui Moly als Leiter Marketing und Vertrieb

begann. Als Signal an sein Team verzichtete

der Geschäftsführer deshalb in der

Coronakrise auf sein Gehalt.

Keine Frage, Prost ist anders als andere

Chefs: „Führung verstehe ich so, dass ich

meinen Mitunternehmen ihren Verantwortungsbereich

gebe, den sie frei gestalten

können, und sie ihren Talenten entsprechend

einsetze und fördere. Freiräume zu

geben, ist enorm wichtig, damit die Menschen

Freude an ihrem Tun haben. Dazu

muss man auch Vertrauen in die Menschen

haben. Das geht nicht immer gut, aber in

der Summe lohnt es sich, nicht permanent

zu kontrollieren.“ Auch, wenn der CEO

großzügig Boni verteilt – als das Unternehmen

2017 einen Umsatzrekord einfuhr, erhielt

jeder Mitarbeiter 11.000 Euro Prämie –

sagt er trotzdem:

„Was helfen Sonderzahlungen,

wenn man nicht gerne zur Arbeit

geht?

Das Betriebsklima ist das

A und O. Das fängt beim

Grüßen an. Wir helfen

uns gegenseitig, ziehen an

einem Strang und nicht in

entgegensetze Richtungen.“

Gerade im Bereich Automotive

trägt ein Unternehmen

aber nicht nur

die Verantwortung für das

Personal, sondern auch

für die Umwelt. „An unseren

Standorten tragen wir

dem Rechnung, indem wir

alle gesetzlichen Standards

erfüllen, wenn nicht übererfüllen.

Dafür haben wir in den vergangenen Jahren

mehrere Millionen Euro investiert. Außerdem

sorgen wir mit unseren Additiven,

Zusätze für Kraftstoff- und Ölkreislauf,

auch für eine bessere Leistungsausbeute

und wir reduzieren damit den Kraftstoffverbrauch

bei den Fahrzeugen unserer

Kunden“, sagt Prost. Was der Trend zu

Elektroautos für Liqui Moly bedeutet?

„Grundsätzlich bereitet die Elektromobilität

den Boden für ein Umdenken. Die Frage

ist doch: Wollen wir nur die eine oder andere

Antriebsart oder ist eine aufeinander

abgestimmte Mischung nicht die bessere

Lösung? Weltweit ist kein schnelles Ende

des Diesel- und Benzinmotors zu erwarten.

Und unsere Produkte werden auch benötigt,

wenn es keinen Verbrenner mehr gibt.

Selbstverständlich ist dann für das Motoröl

Feierabend. Aber wenn irgendwann in der

fernen Zukunft alle Fahrzeuge der Welt

elektrisch fahren sollten, na ja, vielleicht

wird Liqui Moly dann für die besten Fahrzeugpflegeprodukte

‚Made in Germany‘

stehen“, erklärt der Unternehmer voller Tatendrang.

Der große Vorteil von Liqui Moly

aus seiner Sicht: Als Mittelständler ist das

1957 gegründete Unternehmen, das 2019

einen Umsatz von 569 Millionen Euro erwirtschaftete,

„wendig wie ein Schnellboot.

Unsere Konkurrenten in der Ölbranche,

darunter einige der größten Konzerne der

Welt, wirken neben uns wie schwerfällige

Tanker.“ Entscheidungen können bei Liqui

Moly so zügig getroffen, der Kurs kurzfristig

geändert werden. Das Ziel ist klar: Ernst

Prost will auf der Siegerstraße bleiben und

sich auch die nächste Poleposition sichern.

Zusammen mit einem zufriedenen Team.

JR

Ob Motor- oder Wintersport, Handball oder Basketball;

Liqui Moly ist bei vielen Topveranstaltungen und -vereinen

Sponsor.

Fotos: © Liqui Moly GmbH

23


„STILLSTAND IST

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

NICHTS

MICH!

FÜR “

Sie hat ein ganz normales Privatleben, ist

dreifache Mutter – und ja, es ist möglich:

Gleichzeitig ist Susanna Schneeberger

auch im Vorstand der SKF, einem schwedischen

Konzern mit 44.400 Mitarbeitern,

15 Technologiezentren und 103 Produktionsstandorten,

der fast vierzig globale

Industriesegmente beliefert – und außerdem

hat sie mehrere Posten in Aufsichtsräten

inne. Die sympathische Karrierefrau

ist das perfekte Beispiel, dass man beides

haben kann. Und eigentlich sollte das aus

Susanna Schneebergers Sicht heute auch

gar nichts Besonderes mehr sein …

© Victor Brott

SUSANNA SCHNEEBERGER

– VORSTAND DER SKF –

Die Mischung machts: Ihr Führungsstil

ist offen und teamorientiert – aber sie

kann auch ohne Probleme harte Entscheidungen

treffen.

24


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

Wer ist Ihr Vorbild?

Mir fallen drei besonders bewundernswerte

Frauen ein. Da

sind zunächst Christine Lagarde und Angela

Merkel – die beide mehr Einfluss und

Macht haben als viele jemals für möglich

gehalten haben. Und die beeindruckende

Ruth Bader Ginsburg, die sowohl auf persönlicher

als auch auf gesellschaftlicher

Ebene, entgegen aller Erwartungen, mit

Selbstvertrauen, Intelligenz, Integrität und

Klasse Unglaubliches erreicht hat.

Was war ausschlaggebend für Ihre Berufswahl?

Ich wollte immer international arbeiten

und hatte bereits in meiner Kindheit den

starken Wunsch, Verantwortung zu übernehmen,

Entscheidungen zu beeinflussen

und Sachen voranzutreiben.

Du kannst doppelt so viel schaffen,

wie du denkst, hat mein

Vater mir als Motivation mit auf

den Weg gegeben.

Und das bin ich dann auch angegangen; zunächst

mit zwei Masterabschlüssen, in International

Business und European Affairs.

Darauf folgten schnell erste internationale

Stationen in den USA, Großbritannien,

Frankreich, Schweden und Deutschland.

Was treibt Sie an?

Ich liebe es, Neues zu lernen, mich weiter

zu entwickeln und mich von interessanten

und kompetenten Menschen inspirieren zu

lassen. Ich schätze die Dynamik, die entsteht,

wenn Menschen aus verschiedenen

Branchen mit unterschiedlichen Perspektiven,

Erfahrungen und Hintergründen zusammenfinden.

Stillstand ist nichts für mich!

Wie hart ist es, als Frau in einer Männerdomäne

zu bestehen?

Ich bin es inzwischen gewohnt, da ich mich

bereits im Alter von 13 Jahren politisch engagiert

habe und immer wieder in männlich

geprägten Umgebungen tätig war. Man

muss ein gesundes Maß an Selbstvertrauen

haben, da man als Frau auffällt und sich

häufiger beweisen muss. In vielen Situationen

herrscht nämlich, oft unbewusst, Skepsis

und Konkurrenzdenken. Da es heute ein

viel größeres Bewusstsein für Vielfaltsthemen

gibt, äußert sich dies in vielen Fällen

subtiler als früher. Auch, wenn es letztlich

immer um Herausforderungen geht, und

die sind, egal ob Mann oder Frau, die gleichen.

Wie setzt man sich als Frau durch beziehungsweise

wie erarbeitet man sich

Respekt?

Mit Professionalität, Ausdauer, Ergebnissen

und Führungsstärke. Ich habe das

Glück gehabt, dass ich oft von Menschen

umgeben war, die an mich und meine Fähigkeiten

geglaubt haben und mir Chancen

gegeben haben, mich zu beweisen.

Glücklicherweise habe ich eine explizite

Diskriminierung nie erlebt, „Mansplaining“

und unbewusste Vorurteile, die dazu

geführt haben, dass ich anders behandelt

wurde, jedoch sehr wohl.

Werden Sie oft unterschätzt?

Manchmal wird meine eher offene und zumeist

freundliche und teamorientierte Art,

zumindest in Deutschland, als „lasche Führung“

interpretiert. Wenn es dann zur Sache

kommt, merken die Leute aber ziemlich

schnell, dass ich bei Entscheidungen auch

hart sein kann, eine hohe Erwartungshaltung

habe und vollen Einsatz verlange. Für

mich ist Freundlichkeit und eine Arbeitsweise

auf Augenhöhe kein Gegensatz zu

Ergebnisorientierung und Führungsstärke,

eher umgekehrt.

Haben Sie Ihre Optik eher den Männern

angeglichen oder spielen Sie mit Ihrer

Weiblichkeit?

Am Anfang meiner Karriere habe ich meistens

dunkle Hosenanzüge und diskrete Blusen

getragen. Die letzten 15 Jahre habe ich

aber auf Farben gesetzt, Röcke oder Kleider

getragen, da das einfach besser zu meiner

Persönlichkeit passt.

Hinter jedem starken Mann steht eine starke

Frau. Gilt das umgekehrt auch?

Ich glaube an starke Partnerschaften und

denke, dass hinter einer starken Frau vielleicht

ein noch stärkerer Mann steht als andersrum.

Denn die Situation entspricht ja

nicht unbedingt der Norm; ein Mann muss

mit einer starken Frau umgehen können –

das kann er in der Regel nur, wenn er mit

sich im Reinen ist.

Warum sitzen auch heute eigentlich noch

immer deutlich mehr Männer in Führungspositionen

als Frauen?

Das ist strukturell, kulturell und gesellschaftlich

bedingt, ansonsten gibt es keine

25

Susanna Schneeberger ist im Vorstand der

SKF – einem Konzern mit 44.400 Mitarbeitern.

vernünftige Logik. Es ist für uns alle wichtig,

gerade diese Aspekte in der Gesellschaft

zu verändern. Was Frauen individuell machen

können, ist, solche Arbeitsplätze zu

wählen, die Vielfältigkeit und Inklusion

leben und wenn sie Familie haben wollen,

den richtigen Partner zu finden, der die

Verantwortung teilt.

Außerdem denke ich, sollten

sich Frauen besser gegenseitig

unterstützen.

Ich bin selbst Teil von GenCEO, einem

exklusiven Netzwerk aus erfahrenen und

erfolgreichen Frauen, die sich gegenseitig

karrieremäßig austauschen und unterstützen.

JR

Susanna Schneeberger findet, Frauen sollten

sich gegenseitig mehr unterstützen. Deshalb

engagiert sie sich bei GenCEO – einem Netzwerk

für erfolgreiche Frauen.

Fotos: © Christoph Kreutzenbeck


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

DER ERSTE

GRÜNDER

Thomas Hoppe gründet 2012 sein Start-up „Schülerkarriere“, das Absolventen und

Firmen vernetzen soll. Dem damals 21-Jährigen wird als Erstem der Investitionszuschuss

für Wagniskapital der Bundesregierung bewilligt, sein junges Unternehmen avanciert

zum Vorzeigeobjekt. Immerhin: Die Idee hielt, was sie versprach. „Schülerkarriere“ ist

mittlerweile profitabel und greift auf ein riesiges Netzwerk aus rund 4.500 Schulen mit

mehr als 3,5 Millionen Schülern zurück. Thomas Hoppe ist heute selbst nebenbei Investor

– und Dozent an der Fachhochschule des Mittelstands in Hannover.

Wie fanden Ihre Eltern die Idee,

ein Start-up zu gründen, statt

irgendwo anzuheuern?

Sie haben es erst als Hobby abgetan und

nicht gedacht, dass man davon wirklich

leben kann. Nachdem die ersten größeren

Kunden wie Siemens kamen und wir einige

Zeit überlebt hatten, waren sie stolz auf

mich und unterstützen mich seitdem tatkräftig.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?

Informiere dich genau über die

Mitgründer und die Investoren.

Lasse dir Versprechungen

schriftlich geben – der ehrliche

Kaufmann ist anscheinend eine

aussterbende Art.

Zudem würde ich mir raten, den Spagat

zwischen Arbeit und Privatem besser zu

managen. Die Zeit verfliegt doch sehr

schnell.

Wollten Sie an irgendeinem Punkt aufgeben?

Wir haben leider mehrfach auf falsches

Personal gesetzt. Das hat die Firma zwei-,

dreimal an den finanziellen Abgrund

gebracht.

© Schülerkarriere

© Thomas Hoppe

Es gab eine Zeit, in der ich mir

selbst über Monate kein Gehalt

zahlen konnte und zusätzlich Geld

in die Firma einlegen musste,

um die Miete und die Gehälter der Angestellten

zu bezahlen. Da habe ich schon etwas

gezweifelt. Rückblickend war diese Zeit

aber eine wichtige Erfahrung, die mir hilft,

erfolgreiche Momente umso mehr wert zu

schätzen.

Welche Sehnsüchte haben Sie?

Im Grunde bin ich derzeit sehr glücklich,

aber als Nächstes sind das Gründen einer

eigenen Familie und das spießige Sesshaftwerden

mit Haus und Kindern geplant.

Wobei es nicht ganz einfach ist,

eine verständnisvolle Partnerin

zu finden.

Für mich ist die Arbeit keine Arbeit, sondern

mehr ein Hobby, an das ich auch im

Urlaub mal Gedanken verlieren kann. Eine

kleine Sehnsucht wäre es auch, mal eine

Zeit lang nach Skandinavien zu gehen.

Was ist ein Must-have in Ihrem Beruf?

Generell sollte man als Gründer Durchhaltevermögen,

eine gewisse Risikobereitschaft,

Selbstbewusstsein, Zielstrebigkeit,

Spaß an der Arbeit und die Eigenschaft,

sich hundertprozentig für eine Sache einsetzen

zu können, mitbringen. JR

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SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

„ERFOLG IST DIE BESTE

BEGRÜNDUNG “

Florian Gallenberger drehte als erster Deutscher einen großen Spielfilm mit indischen

Schauspielern in Kalkutta, blieb hartnäckig, als es ewig dauerte, um in China die Drehgenehmigung

für sein später gefeiertes Drama „John Rabe“ zu bekommen, und nahm

sich über vier Jahre Zeit, das Vertrauen einer abgeschotteten Sekte zu gewinnen, um mit

„Colonia Dignidad“ wieder ein Meisterwerk abzuliefern. Seine glänzende Regiekarriere

hat der Oscarpreisträger vor allem seiner größten Stärke zu verdanken: seinem Durchhaltevermögen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Erfolg ist ein zweischneidiges Schwert.

Leider sind Filme teuer – und um das Geld für einen Film zu bekommen,

ist die beste Begründung Erfolg. Innerlich muss man aber

loslassen, damit er sich einstellt.

© Mathias Bothor

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas

ändern?

2001, nach dem ich den Oscar gewonnen hatte, saß ich mit den

größten Produzenten in Los Angeles zusammen und alle wollten

wissen, was ich als Nächstes vorhabe. Das hat mich ein bisschen

überfordert. Ich war fast froh, sagen zu können, dass ich jetzt

erst mal nach Indien gehe, um dort zu drehen. Ich bereue es absolut

nicht, „Schatten der Zeit“ gemacht zu haben, für die Karriere war

das aber vielleicht die falsche Antwort. Manchmal denke ich auch,

ich hätte zumindest später mal ein Jahr nach Los Angeles gehen

sollen, aber dafür lief es zu gut in Deutschland. Vielleicht sticht

mich ja irgendwann der Hafer und ich gehe doch noch rüber …

Gab es je Rückschläge?

Mein erster Studentenfilm war in dem Maße, wie er es sein konnte,

erfolgreich.

Danach dachte ich, mir könnte nichts passieren

und habe einen zweiten gemacht, der in jeder Richtung problematisch

war. Ich habe das Budget total überzogen und musste mich

mit 20.000 Mark verschulden. Und der Film war nicht mal gut. Ich

habe eineinhalb Jahre lang verzweifelt daran rumgeschnitten und

bin vor dem Ergebnis nach Los Angeles geflohen. Dort hätte ich die

Assistenz bei einem Film machen sollen, der aber nicht losging. Da

habe ich in meiner Verzweiflung ein Fax an Bernd Eichingers Office

in Los Angeles geschickt. Er hat sich Zeit genommen und mich wieder

aufgebaut. In München schaute Bernd sich später auch meinen

missratenen Film an. Nachdem er ihn einmal gesehen hatte, diktierte

er mir, wie ich ihn schneiden muss. Das war so ein atemberaubendes

Erlebnis von Verständnis für Film – bis dato hatte ich keine

Ahnung, wie viel man können kann. Bernd hat mir wahnsinnig viel

geholfen und mir die Lust zurückgegeben, Filme zu machen. JR

Florian Gallenberger – der Oscarpreisträger kann schon

jetzt auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken.

28


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SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

„FEHLENDES BEWUSSTSEIN

FÜR GEFAHREN IST OFT

EIN TURBO

FUR ERFOLG“

NADJA MICHAEL

– OPERNSÄNGERIN –

© www.nadja-michael.com

Sie verkörperte an der Mailänder

Scala Strauss’ Salome

und Verdis Lady Macbeth

an der Metropolitan Opera

in New York: Die Opernkarriere

von Nadja Michael

ist ein Siegesmarsch über

die bekanntesten Bühnen

dieser Welt. Dabei war ursprünglich

eine ganz andere

berufliche Zukunft für sie

vorgesehen …

Mutig und voller Tatendrang: Als sie eine neue Perspektive

brauchte, wechselte sie von Mezzosopran zu Sopran.


SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

Was raten Sie jungen Menschen,

die gern in Ihre Fußstapfen treten

möchten?

Die internationale Kunstwelt

kann beides sein: ein vermintes

Feld oder die große Freiheit.

Der alles entscheidende Punkt ist, ob man

die unbedingte Notwendigkeit für Musik

als Beruf fühlt. Wer für sich andere Wege

auch nur vorstellbar findet, sollte unbedingt

von einer Karriere als Sänger Abstand

nehmen. Wer aber ohne jedes Nachdenken

jede Minute des Tages an sich arbeitet, wird

seinen Platz im Künstlerkosmos finden.

Hatten Sie je Existenzängste?

Seltsamerweise nicht. Vielleicht war das

im ersten Jahrzehnt meiner Karriere so,

weil ich nie auf die Gagen geschaut habe.

Dass ich für meine Auftritte bezahlt wurde,

war sozusagen ein glücklicher Nebeneffekt.

Diese Einstellung änderte sich, als meine

Kinder zur Welt kamen und ich damit

für zwei weitere Leben die Verantwortung

übernahm. Das hat mir definitiv ein wenig

meiner Leichtigkeit genommen. Aber ich

würde meine Entscheidung, Mutter zu werden,

um nichts in der Welt ändern wollen.

Sie wären beinahe Leistungsschwimmerin

geworden. Haben Sie je darüber nachgedacht,

wie Ihr Leben gelaufen wäre, wenn

Sie diesen Weg weitergegangen wären?

Sie wirkt zierlich – doch Nadja Michael

hat eine große Stimme

Ehrlich gesagt ist das

einfach zu lange her.

Ich selbst habe die Entscheidung,

den Sport

aufzugeben, nicht getroffen,

sondern meine

Eltern. Es war abzusehen,

dass bald das in

der DDR übliche Doping

starten würde. Das

wollten sie mir ersparen.

Meine Bedingung

war der Wechsel auf die

Musikspezialschule. Als

das klappte, war ich zufrieden.

Was war die größte Schwierigkeit auf Ihrem

Weg zum Erfolg?

Meine Stimme war besonders für den

europäischen Geschmack etwas aus der

Zeit gefallen. Der Klassikmarkt tendiert

zu leichten, lyrischen Stimmen – meine

ist groß, dramatisch und individuell ausufernd,

wie man es nach dem Krieg bis

Ende der 70er-Jahre liebte. Sie passt also

weder zu meiner Körperlichkeit noch zum

aktuellen Geschmack. Ich sage immer, ich

habe aber trotzdem Karriere gemacht. Zu

meiner natürlichen Arbeitswut haben sich

einige große Unterstützer und die Liebe des

Publikums gesellt, besonders in Italien und

den USA. Mein Aufbaustudium in den USA

hat mir im wahrsten Sinne des Wortes eine

Welt eröffnet und ich habe meine Karriere –

das ist eine große Ausnahme als deutsche

Sängerin – vorwiegend in Italien begonnen.

Dort weiß man außergewöhnliche Stimme

mehr zu würdigen als die akademische Herangehensweise.

Sie haben mitten in Ihrer Karriere von

Mezzosopran zu Sopran gewechselt: Ist so

ein Schritt nicht gefährlich?

Ja, klar. Wenn man ein Weltklassegolfer

ist und dann zum Weltklassetennisspieler

werden möchte, ist das mit Risiko verbunden.

Ich brauchte jedoch neue Perspektiven,

denn alle spannenden Mezzo-Partien

hatte ich bereits gesungen. Durch die Geburt

meines ersten Kindes hat sich zudem

meine Stimme noch vergrößert und im

Umfang erweitert. Es war riskant, aber

manchmal ist fehlendes Bewusstsein

für die drohenden

Gefahren ein sehr guter Schutz.

Haben Sie eine lustige oder traurige Anekdote

aus Ihrer Karriere?

Ein einschneidendes, sehr trauriges Ereignis

war der Tod des berühmten Dirigenten

31

Fotos: © www.nadja-michael.com

Nadja Michael in der Rolle der Salome

im London Royal Opera House.

Giuseppe Sinopoli, der während einer Vorstellung

in der Deutschen Oper Berlin vor

meinen und aller Augen zusammenbrach

und verstarb. Meine große Tochter war drei

Wochen zuvor geboren worden. Es war meine

allererste Vorstellung nach der Geburt.

Ich stillte sie vorher in der Garderobe als

Maestro Sinopoli hereinkam, um mir Glück

zu wünschen. Er streichelte ihr über den

Kopf und sagte, dieses neue Leben sei unser

Talisman für diesen Abend ...

Hinter jedem starken Mann steht eine

starke Frau, heißt es. Stimmt das bei Ihnen

auch umgekehrt?

Leider nein. Bei den vielen Anforderungen

an mich als internationale Künstlerin und

Mutter habe ich das nicht wirklich hinbekommen.

Ich muss für mich alleine stehen.

Auch beruflich. In meiner Welt der subventionierten

Kultur herrscht nach wie

vor eine recht strenge Hierarchie. Selbst

wenn es zunehmend Dirigentinnen und

Regisseurinnen gibt, haben es Frauen nicht

ganz einfach – und ein internationales

Sängerleben ist sehr Familien- und Partnerunfreundlich.

Womit belohnen Sie sich nach einem anstrengenden

Tag?

Auweh. Das ist leider gar nicht politisch

korrekt: Ich liebe es, im Grünen zu sitzen

und eine Zigarette zu rauchen. Inzwischen

sind es E-Zigaretten, in der Hoffnung, dass

es zumindest nicht ganz so ungesund ist.

Wovon träumen Sie?

Ich habe immer von einem weiteren Baby

geträumt. Mutter zu sein, ist unglaublich

erfüllend. Aber bin ich jemand, der nicht

nur träumt, sondern auch umsetzt und so

mache ich mich gerade als Start-up-Unternehmerin

auf zu neuen Ufern. Ich bin sehr

aufgeregt. Mehr kann ich aber noch nicht

verraten. JR



SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

„BUNDESLIGA STATT

BUNDESKANZLER“

Kompetent, locker und professionell:

Moderator Gerhard Delling

© Georg Wendt

Für Millionen von Fernsehzuschauern, vor

allem für Sport- und insbesondere für Fußballfans,

ist Gerhard Delling seit Jahrzehnten

ein vertrautes Gesicht. Ob Olympische Spiele

oder Bundesliga sowie gelegentlich auch

Talkshows oder Nachrichtensendungen: Mit

seinem kompetent-professionellen, aber stets

auch lockeren Moderationsstil ist der gebürtige

Rendsburger längst eine Marke geworden.

Sogar eine hochdekorierte: Als kongenialer

Partner von Günter Netzer analysierte Delling

dreizehn Jahre lang die Spiele der deutschen

Fußballnationalmannschaft – und weil die

Wortgefechte des ungleichen Duos oft unterhaltsamer

waren als das Geschehen auf dem

Rasen, gab es den Grimme-Preis dafür.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Das Gelingen einer Aufgabe, die

ich mir selbst gestellt habe oder

die sich von außen ergeben hat.

Was wollten Sie als Kind werden? Und warum?

Bundeskanzler, weil ich dachte,

der sorgt für die richtigen Entscheidungen

im Land.

Die tatsächliche Berufswahl lautete dann

Journalist – was war dafür ausschlaggebend?

Der Inhalt der Arbeit, das Interesse und der

Spaß daran – und die Überzeugung, dass es

eine Bedeutung hat.

Gab es einen materiellen Wunsch, der Sie

am Anfang bis zum ersten Erfolg begleitet

hat?

Ich wollte immer ein eigenes Dach über

dem Kopf haben, mit einem kleinen Garten,

in den ich nach Belieben hinausge-

hen konnte. Erstmals erfüllt habe ich mir

diesen Wunsch mit Anfang dreißig mit

einem kleinen Reihenhaus bei Baden-

Baden.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?

Wenn ja, wie haben Sie die überwunden?

Rückschläge gab es immer mal wieder. Aber

ich habe versucht, es danach besser zu machen

oder eben einen anderen Weg einzuschlagen.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten

unterstützt? Hatten Sie einen Mentor?

In Rudi Michel und Armin Hauffe hatte ich

zwei hervorragende Ausbilder und Freunde.

Auch in Werner Zimmer hatte ich einen

verlässlichen Freund, der das Geschäft

schon lange gemacht hatte.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns

zusammenfassen?

Es gibt kein Geheimnis, und es gibt ja auch

nicht nur Erfolg. Ich glaube aber an Werte

wie Verlässlichkeit, Fleiß.

33

Ich verstelle mich nicht

und arbeite aus Überzeugung – und bin

zum Glück gesund.

Sind Sie eigentlich bei einer Liveübertragung

manchmal noch nervös?

Fast immer! Wenn nicht, dann ist der eigene

Anspruch zu gering.

Zum Schluss eine Frage zu Ihren eigenen

sportlichen Ambitionen: Was war hier der

höchste Erfolg, den Sie je erreicht haben?

Das war Platz fünf bei dem „Deutschen Altherren-Supercup“

im Fußball. RW

© Offenblende Toni Kretschmer

Gerhard Delling bei dem

Wirtschaftsgipfel „EuroMinds“ 2020


SECRETS OF SUCCESS NEXT GENERATION

TRADITI

Die Unternehmen, die ihre Vorfahren gegründet haben, kennt in Deutschland fast jedes

Kind. Annette Roeckl, Dr. Verena Buchinger-Kähler, Marc Fielmann, Benjamin Otto und

Raoul Roßmann haben aber auch selbst bereits einen erheblichen Beitrag dazu geleistet,

dass das erst mal so bleibt. Sie sind fünf der bekanntesten Vertreter der neuen Generation,

die die großen Familienunternehmen unseres Landes in die Zukunft führen werden. Wir

stellen sie vor – und nehmen ihren Erfolg als Beweis, dass unternehmerisches Geschick

irgendwo in den Genen verankert sein muss. Genauso wie Mut. Denn den braucht es nicht

nur, um eine Firma zu gründen, sondern vielleicht sogar noch dringender, um sich der

Verantwortung eines großen Namens und einer noch größeren Unternehmens geschichte

zu stellen.

© Roeckl

„MAN MUSS EINEN

KLAREN KOPF

BEWAHREN“

ANNETTE ROECKL ist Spross der

gleichnamigen Handschuhdynastie,

die schon Kaiserin Sissi als Kundin

hatte. Von Beginn an, also seit 1839,

genossen die Lederwaren von Roeckl

den Ruf von Qualität und Luxus. 2003

übernahm die sechste Generation das

Ruder und beschäftigt heute 220 Mitarbeiter

– darunter Handschuhmacher,

die deutschlandweit in keinem anderen

Handwerksbetrieb ausgebildet werden.

Die heute 53-jährige Nachfolgerin in

der Geschäftsführung sorgte durch

den Ausbau des Unternehmens zur

Accessoiremarke für frischen Wind. Neu

ins Sortiment brachte Annette Roeckl

Seidentücher und eine handgenähten

Taschenkollektion. Das verwendete Leder

bei Roeckl stammt übrigens ausschließlich

von freilebenden Tieren, die primär der

Ernährung dienen ...

Annette Roeckl ist Spross der Roeckl-Dynastie.

34


ON

VERPFLICHTET

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Erfolgreiches Weiterentwickeln

des Bestehenden, die Zeichen

der Zeit zu erkennen und sie in die entsprechenden

Zukunftsstrategien umzusetzen.

Für mich ist es wichtig, ein solides, innovatives,

agiles Familienunternehmen an die

nächste Generation übergeben zu können

und Handwerk auch in Zeiten der Digitalisierung

zu zelebrieren.

Wollten Sie ursprünglich überhaupt ins

Unternehmen einsteigen oder haben Sie

sich eher eines Tages der geerbten Verantwortung

gebeugt?

Ich hatte verschiedene Überlegungen. Meine

Leidenschaft fürs Unternehmen wurde

mit der Zeit und der Tatsache, dass ich

meine Mutter nach einem Unfall vertreten

habe, immer größer. So bin ich Stück für

Stück ins Unternehmen hineingewachsen.

Aus dem Hineinschnuppern wurde Überzeugung.

Die intensivere Beschäftigung

mit der Firmen- und Familientradition sowie

unseren Herzstücken, dem Handschuh

und der Lederverarbeitung, haben mir klar

gemacht, dass diese Tradition in die Zukunft

geführt werden muss – und dass ich

das gerne möchte.

Sie gelten als große Retterin des Unternehmens

Als Retterin würde ich mich selbst nicht bezeichnen.

Wie in jeder Generation vor mir,

gab es auch in meiner Zeit als Geschäftsführerin

substanzielle Krisen. Ich musste

mich den Gegebenheiten der Zeit anpassen

und neue Impulse setzen. In einem Familienunternehmen

wie Roeckl ist man sich

bewusst darüber, dass Krisen zum Leben

und zur Entwicklung gehören, und es entscheidend

ist, diese mit Mut und einem klaren

Kopf zu bewältigen.

Was war als Kind oder Jugendliche Ihr

Traumberuf?

Ich wollte Schwimmlehrerin

werden oder in

Südamerika mit Straßenkindern

arbeiten.

© Ruben Hollinger/Roeckl

Mussten Sie härter

arbeiten, um sich zu

beweisen, weil Sie die

Tochter des Chefs waren?

Ich musste mich generell

als Frau und als

Unternehmerin beweisen.

Entscheidend war sie frischen Wind in das Traditionshaus Roeckl.

Mit Seidentüchern und einer Taschenkollektion brachte

für mich das Vertrauen

meines Vaters in mich und mein Vertrauen

in die starke Zukunft von Roeckl.

Stöhnen Sie manchmal unter der Verantwortung?

Natürlich gibt es Tage, an denen ich mir

einfache Lösungen wünsche und auch

Tage, an denen ich keine Antworten habe.

Ich habe gelernt, Entscheidungen fundiert

und langfristig zu treffen und mir dafür die

erforderliche Zeit zu nehmen.

Was sind Ihre Stärken?

Mut, Durchhaltevermögen, Potenzial in

Menschen zu erkennen und sich dafür einzusetzen

sowie Empathie.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Weg zum

Erfolg?

Auf jedem Weg gibt es Rückschläge, Fehlentscheidungen

und Misserfolge. Krisen

gehören zum Leben wie das Amen in der

Kirche. Entscheidend ist, wieder aufzustehen

und mit Mut und einem klaren Ziel vor

Augen weiterzugehen.

Was sind die größten Schwierigkeiten, die

man in Ihrer Branche meistern muss?

Die Pandemie wirkt wie ein Brandbeschleuniger

für die Krise, in der die Mode

seit einigen Jahren steckt: Immer schneller

werdende Kollektionszyklen, zu viel Ware

im Markt, zu frühe Rabattierungen, die

Globalisierung und Digitalisierung. Auch

die Strukturkrise des Einzelhandels ist

eine große Herausforderung, bei der in den

letzten 15 Jahren durch immer neue Einkaufszentren

immer mehr Verkaufsfläche

außerhalb der Innenstädte entstand und es

gleichzeitig eine rasante Mietentwicklung

in Innenstädten gab, die dazu führt, dass

zahlreiche kleinere Geschäfte aufgeben

müssen.

Wo haben Sie noch gerne Erfolg – außerhalb

des Unternehmens?

In meinem Garten. Wenn die Samen aufgehen,

wenn ich sehe, wie die Ernte reift – das

ist meine andere Leidenschaft.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten,

würden Sie etwas anders machen?

Ich würde die Digitalisierung früher vorantreiben.

Was ist Ihre beste – eigentlich negative –

Eigenschaft, die aber superhilfreich ist?

Ab und zu kann ich sehr ungeduldig sein.

Und manchmal bin ich sehr detailverliebt.

JR

35


SECRETS OF SUCCESS NEXT GENERATION

© Patrick Ludolph/BUCHINGER Klinik

Die bekannte BUCHINGER Klinik wird von ihr

geleitet: Dr. Verena Buchinger-Kähler.

„MEINE ERSTEN PATIENTEN

WAREN STOFFTIERE“

Stress kennt DR. VERENA BUCHINGER-

KÄHLER nur als Momentaufnahme.

Schließlich sitzt sie als Chefin der

erfolgreichen BUCHINGER Klinik in Bad

Pyrmont an der Quelle zu ganzheitlichem

Wohlbefinden. Das berühmte Konzept

des Heilfastens, dem sich auch die vierte

Generation der Arztfamilie verschrieben

hat, basiert auf Nahrungsverzicht,

Ernährungsberatung, psychologischer

Betreuung, Bewegung und geistigem

Innehalten. Mit der Investition von 25 Millionen

Euro in einen kompletten Neubau

der Klinik wagt die 35-Jährige nun einen

großen Schritt Richtung Zukunft.

Warum sind Sie ins Familienunternehmen

eingestiegen?

Aus Passion und Überzeugung – ich freue

mich, dass ich die Tradition weiterführen

darf und kann. Mein Mann und ich haben

uns aus vollem Herzen und mit viel Vorbe-

reitung dafür entschieden. Es wurde nicht

vorausgesetzt, aber ich bin in der Klinik

groß geworden und behandelte bereits

als Kind meine ersten Patienten, meine

Stofftiere, deren Symptome ich in Patientenakten

dokumentierte, so wie ich es bei

meinem Vater sah. Als Teenager begann ich

dann in der Küche, später im Housekeeping

und als Stationshilfe zu arbeiten. Ich sah

und fühlte, dass das, was wir da leisteten,

etwas Besonderes war.

Gab es bei manchen unternehmerischen

Fragen einen Generationskonflikt?

Ich glaube, wir haben die Übergabe sehr

gut gelöst. Meine Eltern haben für sich entschieden,

den Übergang wie beim Fasten zu

gestalten – durch Loslassen. Ich kann stolz

darauf sein, wie meine Eltern das gemacht

haben und es trotzdem geschafft haben, ihr

Wissen und ihre Erfahrung zu tradieren.

Wie vereinbaren Sie Klinikleitung und Familie?

Das ist bei uns sehr eng verwoben. Mein

Mann verantwortet den Zahlenpart der

Unternehmensführung. Wir ergänzen uns

perfekt in der Leitung der Klinik und sind

auch als Eltern ein echtes Team. Durch die

räumliche Nähe, wir wohnen quasi in der

Klinik, gelingen manche Absprachen sicher

einfacher als bei anderen. Mein Mann holt

unseren Junior aus der Kita ab, wenn ich

Patiententermine habe. Das läuft. Nun ist

Nummer Zwei im Anmarsch, gucken wir

mal, worauf wir uns dann neu einstellen

müssen.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?

Der Antrieb zum „Weiter“ liegt in unserer

Familie. Wir haben eine erfolgreiche Klinik

übernommen, in der wir zudem ein großes

Potenzial für das nächste Jahrhundert sehen.

Der Trend zu mehr Achtsamkeit und

persönlicher Entwicklung spielt uns natürlich

ins Konzept. Dazu kommt, dass die

Mysterien des Fastens zunehmend aufgeklärt

werden und die Wirksamkeit unserer

Methode nachweisbar ist. JR

36


SECRETS OF SUCCESS NEXT GENERATION

BENJAMIN OTTO,

GESTALTENDER GESELLSCHAFTER DER OTTO GROUP

© Otto-Pressebild

Schon mit 14 Jahren wurde Benjamin Otto bewusst, dass er eines Tages eine wichtige Rolle

im legendären Versandhauskonzern seiner Familie, den sein Großvater 1949 gründete, spielen

wird. Heute ist der 45-Jährige „gestaltender Gesellschafter der Otto Group“ und kümmert

sich um die strategische Ausrichtung. Eine extrem wichtige Aufgabe im digitalen Zeitalter,

in dem die Konkurrenten Amazon und Alibaba heißen. Außerdem hat Benjamin Otto

mit seiner Frau Janina Lin die Holistic Foundation gegründet. „Gerade weil die Welt immer

schneller und komplexer wird, lohnt sich das Innehalten und die Betrachtung aller Zusammenhänge

aus einer holistischen Perspektive“, heißt es auf der Homepage der Stiftung. In

Hamburg soll nun bald ein Bildungscampus „für lebenslanges Lernen, Wohlbefinden und

Arbeit“ entstehen.

Benjamin Otto kümmert sich um die strategische

Ausrichtung des Versandhauskonzernes Otto.

RAOUL ROSSMANN,

GESCHÄFTSFÜHRER EINKAUF UND VERTRIEB, DIRK ROSSMANN GMBH

Über 4.100 Filialen und rund 56.200 Mitarbeiter: Dirk Roßmann hat ein wahres Drogerieimperium

aufgebaut, das er noch heute leitet. Auch seine Frau Alice gehört zur

Geschäftsführung. Doch Sohn Raoul steht bereits in den Startlöchern. Der 35-Jährige

arbeitet seit seinem Abitur im Familienunternehmen mit, nach seinem BWL-Studium

vor zehn Jahren übernahm er erste Führungsaufgaben. Mittlerweile ist Raoul Roßmann

komplett für Einkauf und Marketing verantwortlich und gilt als gesicherter Nachfolger

seines Vaters. Dass er sich bereits mit innovativen Ideen für den Chefposten bewährt,

ist offensichtlich: Gerade testet das Unternehmen in fünf Rossmann-Filialen Nachfüllstationen

für Wasch- und Spülmittel, um den Kunden eine gute Möglichkeit zu bieten,

Plastik einzusparen.

© Dirk Roßmann GmbH

Raoul Roßmann arbeitet bereits seit zehn Jahren im Familienunternehmen

mit und überzeugt dabei mit innovativen Ideen.

MARC FIELMANN,

VORSTANDSVORSITZENDER DER FIELMANN AG

© Frank Siemers

Jede zweite Brille, die in Deutschland verkauft wird, ist von Fielmann. Ganz schön viel Verantwortung

für einen gerade mal 31-Jährigen. Aber der Sohn des Firmengründers Günther

Fielmann, Marc, hat die Zahlen – und die Zukunft – des Optikerkonzerns, der 2019 einen

Umsatz von rund 1,76 Milliarden machte, fest im Griff. Schon 2012 stieg er ins Familienunternehmen

ein und übernahm seitdem immer mehr Aufgaben. Da der Vater fünfzig Jahre

älter ist als der Juniorchef, war eine frühe Ablösung als Vorstandsvorsitzender abzusehen.

Das nächste unternehmerische Ziel ist die Eroberung des Brilleninternethandels. Warum

erst jetzt? Marc Fielmann wollte online nicht aktiv werden, bevor er garantieren kann, dass

die Qualität – auch bei der Bestimmung der benötigten Dioptrien – der aus seinen Filialen

gleicht.

Mit gerade einmal 31 Jahren ist Marc Fielmann

Vorstandsvorsitzender bei der Fielmann AG.

37


SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

„NIEMAND

MUSS

SUPER SKINNY SEIN!“

Mode und Make-up waren immer ihre Leidenschaft. Eigentlich war das Ziel von Farina

Opoku nach dem Abschluss ihres Studiums in Journalismus und Unternehmenskommunikation,

einen Job als Beauty-Redakteurin bei einem Hochglanzmagazin zu ergattern.

Stattdessen schreiben die Journalisten heute aber über sie und ihre Looks.

FARINA OPOKU

– AKA NOVALANALOVE –

Angefangen hat alles, als die heute

so erfolgreiche Influencerin in

einem Klamottenladen jobbte, um

sich die Uni zu finanzieren. Damals postete

sie online erste Outfits. Heute folgen ihrem

Account Novalanalove 1,2 Millionen Fans,

Farina ist damit eine der erfolgreichsten

Vertreterinnen ihrer Branche. Eines ihrer

wichtigsten Themen: Body Positivity. Das

macht sie zum Vorbild für viele junge Mädchen.

Die Kölnerin hat mittlerweile sogar

ein eigenes Fashion Label gegründet – weil

sie nie die perfekten Sachen in den Shops

gefunden hat, um ihre tolle, aber eben etwas

weiblichere Figur perfekt in Szene zu

setzen. Der Name ihres Lifestyleblogs setzt

sich übrigens so zusammen: Nova steht für

Neuanfang, Lana für ihr Idol Lana del Rey –

und Love ist einfach das Wichtigste für

Farina. Es gibt aber auch noch einen zweiten,

nicht ganz so bekannten Account: Auf

„neverfailedsogood“ zeigt die 29-Jährige

ganz uneitel misslungene Fotos, um klar

zu machen, dass auch bei ihr nicht immer

alles auf Anhieb klappt – und sie auch nicht

durchgehend perfekt aussieht. Warum sie

das macht? Farina will sich dem Sog der

Social-Media-Plastikwelt nicht ergeben.

Für sie gilt: Natürlichkeit siegt.

Mit Themen wie Body Positivity ist Farina Opoku Vorbild für viele Frauen.

38


Was würdest Du Mädchen raten,

die in Deine Fußstapfen treten

möchten?

Dass sie niemals von den falschen

Gründen angetrieben werden.

Der Spaß und die Kreativität

sollten die Motivation sein, wieso

sie ihr Leben online teilen möchten

und nicht der Erfolg oder

das Geld. Auch mein Job bringt

Nachteile mit sich, nur sehen die

viele auf den ersten Blick nicht.

Wie sieht ein „normaler“ Tag bei

Dir aus – und wie viele Stunden

am Tag arbeitest Du davon an Deinem

Content?

Bei mir gibt es keinen Alltag.

Mein Tagesablauf hängt ganz von

meinen Partnern, den jeweiligen

Kampagnen, Shootings und Events

ab. Aber auch abseits davon arbeite

ich eigentlich 24/7, da ich versuche, so

viel wie möglich in Interaktion mit meiner

Community zu sein. Ich beantworte

mehrere Stunden am Tag Nachrichten.

In welchen Situationen wird Dir bewusst,

wie anders Dein Leben im Vergleich zu früher

ist?

Heute kann ich genau das machen, was ich

immer wollte, ohne dass mich jemand einschränkt.

Ich darf meiner Kreativität freien

Lauf lassen und genau das

war immer mein Ziel.

Und genau das ist für mich auch das, was

Erfolg bedeutet.

Hattest Du je eine absurde, komische oder

auch beängstigende Situation mit einem

Fan?

Ich liebe es, Follower auf der Straße zu

treffen, denn so bekomme ich zu der

„Zahl“ auch Gesichter und das freut mich

immer sehr. Vor allem, wenn ich merke,

wie lange mich manche online schon begleiten.

In meiner alten Wohnung in der

Innenstadt hat allerdings einmal jemand

durchs Fenster von unten meine Füße

gefilmt und das Video nachher ins Netz

gestellt. Das war echt etwas creepy ...

Auf ihrem Instagramaccount „Novalanalove“

folgen der Kölnerin 1,2 Millionen Fans.

Wie gehst Du mit Hass und Beschimpfungen

im Internet um?

Den ignoriere ich weitestgehend und

versuche, mich mehr auf die vielen positiven

Feedbacks zu konzentrieren.

Wie fühlt es sich für Dich an, als die Vorzeige-Curvy-Frau

gehandelt zu werden?

Ich liebe es, dass ich vielen anderen Mut

mache, indem ich immer wieder versuche,

zu zeigen, dass niemand super skinny sein

muss. Ich finde es jedoch fast ein bisschen

schade, dass mein Körper und ich immer

auf diese eine gewisse Art betitelt werden.

Ich finde, es sollte

viel normaler sein,

einen weiblichen

Körper zu haben –

ohne dass man diesen

explizit als etwas „be -

sonderes“ hervorheben

muss.

Was sind Deine wichtigsten

Werte?

Loyalität, Vertrauen und

bedingungslose Liebe.

Wie wird man erfolgreich

in den sozialen

Medien? Verrate doch ein paar

Tricks …

... bleibe Dir selbst einfach immer

treu. Mach bloß nichts, nur

weil es gerade Trend ist. Und lass

Dich von einem kleinen Shitstorm

nicht aus der Ruhe bringen!

Brauchst Du einen Gegenpol zu

Social Media? Was erdet Dich?

Definitiv mein Hund Oreo! Ich liebe

es, täglich mit ihm in den Park

zu gehen und einfach die Natur zu

genießen – und zwar ohne Handy.

Du hältst Dein Privatleben seit einigen

Monaten privat – was hat

Dich zu diesem Schritt bewogen?

Ich habe einfach gemerkt, dass es

auch schön ist, eine bestimmte

Sache nur für sich selbst zu haben

– ohne, dass jeder dazu seine

Meinung abgibt. Aus diesem Grund versuche

ich, meine Beziehung jetzt weitestgehend

privat zu halten, aber ohne etwas

aktiv zu verschweigen oder zu verstecken.

Du hast Dein Journalismusstudium für die

Influencerkarriere abgebrochen. Wo siehst

Du Dich in zehn Jahren beruflich – und

auch privat?

Beruflich lasse ich es auf mich zukommen,

aber ich hoffe, dass ich dann immer noch

genau das machen kann, was ich liebe. Aber

vor allem sehe ich mich glücklich mit einer

kleinen Familie und vielen Tieren. JR

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Erfolg bedeutet für die 29-Jährige vor allem, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen.


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SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

VOM SPASS, UNMÖGLICHES

MÖGLICH

ZU MACHEN.

© GlobeAir AG

Bernhard Fragner gründete sein Unternehmen GlobeAir im Jahr 2007 –

mittlerweile fliegt die Airline über 984 Flughäfen in Europa an.

Spaß. Das ist der Antrieb von Bernhard Fragner, der aus dem Nichts sein Luftfahrtunternehmen

GlobeAir hochgezogen hat. Heute steuert der 48-Jährige mit der weltgrößten

Flotte an „Cessna Citation Mustang“- Jets 984 Flughäfen in Europa an.

Was wollten Sie als Kind werden?

Pilot oder Arzt. Jetzt bin ich

wieder auf diesem Pfad. Das war

nicht geplant. Bei mir hat mein Vater bestimmt,

was ich für eine Ausbildung mache.

Er lag nicht falsch, aber es wäre trotzdem

nicht mein Wunsch gewesen, Industrieanlagenbau

zu studieren. Ich dachte, ich

schaffe das nie, aber es ist mir gelungen.

Daraus habe ich gelernt, dass man auch

Dinge erreichen kann, die aussichtslos

scheinen.

Wie startet man ein Unternehmen wie

GlobeAir?

Ich lernte den Vorteil des Fliegens zu schätzen,

als ich viel in Osteuropa gearbeitet

hatte. Allerdings hatte ich dort mit den

Überbleibseln des Kommunismus und einer

frustrierten Generation zu kämpfen. Ich

musste da raus – und dann ist mir die Idee

gekommen, dass vielleicht nicht nur ich

den Bedarf mit dem Fliegen habe. Aber mir

haben alle gesagt, ich kann kein Luftfahrtunternehmen

gründen. Das sei unmöglich.

Da habe ich mich an ein Erlebnis

an der Uni erinnert, als ich selbst

dachte, etwas sei unmöglich und

dann war es doch möglich.

Da war der Reiz so groß, dass ich es unbedingt

versuchen wollte.

Aber braucht man nicht unfassbar viel

Startkapital?

Ich war entspannt, weil ich wusste, dass

man das findet. Unser Anfangsinvestment

waren zwölf Millionen Euro, von denen

zehn in Flugzeuge geflossen sind. Der Rest

war Working Capital. Es war klar, dass wir in

der Anfangsphase richtig Geld verbrennen,

aber wir mussten vom Fleck wegkommen.

Sie haben einen Pilotenschein. Fliegen Sie

als Chef auch noch selbst?

Gelegentlich. Die Piloten sind ein Großteil

unserer Mannschaft. Wenn man selbst

fliegt, hat man eine höhere Akzeptanz.

Aber der eigentliche Grund ist, dass es mir

noch immer extrem viel Spaß macht.

Wie wichtig ist die Unterstützung Ihrer

Frau?

Wir hatten gerade Nachwuchs bekommen,

als ich die kranke Idee hatte, den gut entlohnten

Job hinzuhauen. Ich war damals

davon überzeugt und bin es heute noch:

So lange ich meinen Kopf und meine zwei

Hände habe, werde ich es schaffen, meine

Familie zu ernähren. Das habe ich meiner

Frau damals versprochen. Seitdem steht

sie hinter mir. Manchmal komme ich nur

für zwei Stunden zum Koffertauschen nach

Hause. Sie beschwert sich dann nicht, sondern

hat den neuen Koffer schon gepackt,

damit wir die zwei Stunden anders verbringen

können. JR

41


SECRETS OF SUCCESS SPORT

„ICH WILL WISSEN,

WIE SCHNELL ICH

SEIN KANN“

Ihren ersten Laufwettbewerb absolvierte Alina Reh schon

als Fünfjährige, mit 17 wurde die Langstreckenläuferin zum

ersten Mal Deutsche Meisterin. Ihre Stärken sind Ausdauer

und ein ständiger Bewegungsdrang. Für das nächste große

Ziel, die Olympischen Spielen in Tokio, trainiert die 23-Jährige

12- bis 14-mal die Woche.

Fotos: © Alina Reh/privat

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Wenn man etwas erreicht hat, auf

das man lange und akribisch mit

viel Disziplin hingearbeitet hat. Das Ergebnis

gibt Zufriedenheit und Glücksgefühle.

Dann ergibt alles Sinn, was man

tut.

Was wollten Sie als Kind werden?

Verkäuferin im Supermarkt meiner Mutter.

Ich habe schon während meiner Grund-

schulzeit dort geholfen. Die Arbeit hat mir

immer Freude gemacht und ich unterstütze

auch heute meine Mutter in meiner Freizeit.

Haben Sie manchmal das Gefühl, etwas zu

verpassen – bei Ihnen heißt es ja, gesunde

Ernährung und Training statt Partynächte

und Katerfrühstück …

Nee, Partys waren zum Glück noch nie

meins. Im Gegenteil. Ich gehe früh schlafen

und stehe gerne früh auf – ich bin eher ein

Morgenmensch.

Zum strukturierten Training gehört

auch die Regeneration,

die mir nicht immer so einfach fällt. Ich

würde gerne neben dem Laufen öfter Wandern

und Rennradfahren gehen, aber dies

passt leider selten in meinen Plan.

Was würden Sie einem jungen Menschen

raten, der Profisportler werden möchte?

Zum Profisport kann ich nur raten, wenn

man absolute Leidenschaft mitbringt. Man

muss zielstrebig sein und seine Scheuklappen

aufsetzten, was oftmals sehr egoistisch

ist. Ambitionierter Hobbysport in einer

Mannschaft oder mit Freunden ist auch

richtig schön und liegt manchen besser als

die Profikarriere. Sich gegen das Profiwerden

zu entscheiden, obwohl man viel Talent

mitbringt, zeigt auch Stärke!

Für Ihren Traum, an den Olympischen

Spielen in Tokio teilzunehmen, trainiert

sie hart.

Wie gehen Sie mit Druck um? Sie gelten

immerhin als eine der größten deutschen

Laufhoffnungen …

Mal so, mal so. In der Jugend hat mich das

nicht so sehr tangiert, aber jetzt suche ich

doch nach Wegen, wie ich mit meinen eigenen

Erwartungen und denen von außen

umgehen kann.

Wie kommt man damit klar, wenn man in

einem entscheidenden Moment gepatzt

hat?

Ich brauche immer ein paar Tage, bis ich

die Dinge aufarbeiten, analysieren und die

richtigen Schlüsse daraus ziehen kann. Ich

denke, dass man mit steigender Lebenserfahrung

lernt, besser damit umzugehen.

Was treibt Sie an?

Ich möchte wissen, wie schnell ich laufen

kann, wenn ich versuche, alles zu optimieren.

Am Ende will ich mir selbst nicht

vorwerfen müssen, nicht alles versucht zu

haben. JR

Sie ist die neue Hoffnung im

Laufsport: Alina Reh.

42


Aus Spaß und

Entspannung

wird ARRIBA!

Sonnen, schwimmen, spielen, toben.

Und für Eltern gibt es in der Saunalandschaft

natürlich vielfältige Möglichkeiten

zu entspannen.

Machen Sie einen Tag Sommerurlaub bei uns.

Sie erreichen uns bequem per Bus und Bahn.

Oder direkt über die A7. Wir freuen uns auf Sie!

www.arriba-erlebnisbad.de

5 RUTSCHEN, 6 SAUNEN, 14 BECKEN. EIN ERLEBNIS.


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SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

ZWISCHEN ZÄHIGKEIT UND

FLEXIBILITÄT

Stefan Ruzowitzky hat ein Tattoo auf seiner Wade. Nicht irgendeins, sondern ein Motiv

des Plakats seines ersten Films „Tempo“ von 1996. Er wusste, dass dieser Karriereschritt

ihn ohnehin sein ganzes Leben lang begleiten würde und da hat er sich ihn kurzerhand

auf dem Körper verewigen lassen.

Der wohl wichtigste Schritt in seiner

Karriere kam dann 2008, als er mit

„Die Fälscher“ einen Oscar in der

Kategorie „Bester nichtenglischsprachiger

Film“ erhielt. „Das war natürlich sehr

emotional. Und ich war froh, dass er auch

genau zu der Zeit kam. Denn es gab bei mir

bereits davor Erfolge, aber auch Misserfolge

in meiner Karriere und so wusste ich den

Oscar auch richtig einzuschätzen“, ordnet

Ruzowitzky diese Auszeichnung ein.

Stefan Ruzowitzky hat Spaß an seiner Arbeit.

Spaß und die Chance,

Sachen stets neu zu entdecken

und zu gestalten, ist auch das,

was ihn immer wieder antreibt.

„Ich bin glücklich, wenn ich am Set sitze

und neue Welten erschaffen kann. Ich

sehe mich eher als Geschichtenerzähler.

Dazu gehört alles am Set. Jeder Schauspieler,

jede Requisite, jedes Kostüm erzählt in

meinem Film seine Geschichte“, antwortet

der 58-Jährige auf seine Stärken angesprochen.

Geschichtenerzähler und Regisseur war

Ruzowitzky bereits in der Schule. „In der

4. Klasse gab es bei uns in der Grundschule

immer ein Theaterstück, auf das ich mich

das ganze Schuljahr gefreut hatte. In meinem

Jahrgang sollte es dann plötzlich ausfallen,

was mir gar nicht gefiel und deshalb

habe ich das Theaterstück dann kurzerhand

selbst organisiert. Für mich war immer klar,

dass ich Regisseur werden möchte.

STEFAN RUZOWITZKY

Wollte sich nie auf ein Genre festlegen

lassen: Oscarpreisträger und

Regisseur Stefan Ruzowitzky.

folgreichste deutsche Kinofilm. In seiner

Arbeit erfindet er sich immer wieder neu.

„Ich nehme für mich in Anspruch, mich

selbst auszuprobieren. Horror, Kinderfilme,

Drama. Ich wollte nie auf ein Genre festgelegt

werden. Dabei fällt man natürlich

auch mal auf die Nase. Es ist manchmal wie

eine erotische Beziehung zwischen Publikum

und Filmemacher. Nach den ersten

Erfolgserlebnissen hatte ich gedacht, alle

– OSCARPREISTRÄGER –

© Josef Fischnaller

lieben mich. Doch wenn dem Publikum die

Geschichte nicht gefällt, dann würdigt es

auch nicht die schönen Momente, die jeder

Film hat. Doch das muss man akzeptieren.

Den Fehler suchen und daraus lernen. Aber

man darf sich nicht runterziehen lassen.

Genau wie in einer Liebesbeziehung. Wenn

es vorbei ist, dann kann man traurig sein,

aber irgendwann muss man sagen

‘Ok, so ist es und weiter geht

es‘.“

Das ist auch sein Erfolgsgeheimnis: Die

richtige Balance zwischen Zähigkeit und

Flexibilität finden. Doch das Wichtigste für

ihn ist, dass man das macht, was man liebt.

„Erfolg muss mit Sinn, Herz und Liebe zu

tun haben und nicht mit Äußerlichkeiten.

Geld und materielle Dinge sind keine gute

Motivationen für den Erfolg.“ Wenn man

sich die Erfolge von Stefan Ruzowitzky anschaut,

erkennt man schnell, mit wie viel

Spaß und Liebe die Arbeit gemacht wurde.

DU

Und heute weiß ich, dass es eine

große Gnade ist, wenn man das

findet, was man unbedingt machen

möchte“, erzählt er.

Seit nunmehr 24 Jahren führt Stefan Ruzowitzky

sehr erfolgreich Regie. „Anatomie“

aus dem Jahre 2000 ist sein kommerziell

größter Erfolg und war 2000 auch der er-

45

Stefan Ruzowitzky (Mitte) beim Sat.1 Director‘s Cut

© Marko Greitschus


SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

„KEINE RÜCKSCHLÄGE, SONDERN

INTERESSANTE

ERFAHRUNGEN“

Er zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Schauspielern in Deutschlands: Hans Sigl.

Dass sich darin die deutschen und die Fans aus seinem österreichischen Heimatland einig

sind, lässt sich an zahlreichen Preisen ablesen.

HANS SIGL

– SCHAUSPIELER –

© fotowunder

Schauspieler Hans Sigl – viele kennen ihn als den „Bergdoktor“.

46


SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

Bereits dreimal wurde der spätestens

seit seiner Verkörperung des

Martin Gruber in „Der Bergdoktor“

bekannte 51-Jährige mit dem österreichischen

Fernseh- und Filmpreis „Romy“ als

beliebtester männlicher Seriendarsteller

ausgezeichnet. In Deutschland bekam er

2015 und 2017 den Publikums- und Medienpreis

„Goldene Henne“ verliehen.

Diese Auszeichnungen zählen für Hans

Sigl „neben vielen wundervollen Theaterpremieren

und Filmen“ zu den Highlights

seiner Karriere. „Ich freue mich

über jeden der Publikumspreise“, sagt

Sigl. Noch etwas darüber stehe aber die

Freude über die „Goldene Kamera“ 2019,

„weil wir sie für das gesamte Team gewonnen

haben“. Serien wie „Der Bergdoktor“,

in deren Remake Sigl seit 2008 die Hauptrolle

des Martin Gruber spielt, seien ein Paradebeispiel

für die hervorragende Arbeit

aller Beteiligten. Der gebürtige Steirer bezeichnet

sich selbst als Teamplayer.

„Loyalität ist eine wundervolle

Sache, die ich für unverzichtbar

halte,

und Durchhaltevermögen ist auch nicht

gerade hinderlich. Und trotz aller Anspannung,

die mein Beruf bietet, sind Humor

und Leidenschaft, Empathie und Geradlinigkeit

sehr wichtig“, meint Sigl.

Sein eigenes Erfolgsgeheimnis sei letztendlich

keines:

„Harte Arbeit und dabei sich

selbst treu bleiben.“

Gleichzeitig müsse man darauf vertrauen,

dass sich Wünsche auch erfüllen. Hans

Sigl nennt den „Bergdoc“ seine wichtigste

Rolle, „denn er begleitet mich am längsten

und die Zeit mit ihm war am prägend sten“.

Doch seine lange Bildschirmkarriere begann

bereits 1994 mit dem österreichischen

Spielfilm „Ich gelobe“. Es folgten

verschiedenste Serien und Filmrollen.

Einem noch größeren Publikum wurde er

durch die in der ORF-ZDF-Coproduktion

„SOKO Kitzbühel“ bekannt. Dort verkörperte

er zwischen 2001 und 2006 den Major

Andreas Blitz.

werden, dann Polizist und am Ende Lehrer.

Dazwischen aber Anwalt und dann

Therapeut. Ich habe auch einige Semester

Anglistik und Psychologie studiert, bevor

ich ans Theater gekommen bin“, erinnert

sich Sigl. Die Schauspielerei war tatsächlich

Liebe auf den ersten Blick. Als er das

erste Mal auf der Probebühne hinter den

Kulissen des Theaters stand, spürte er die

Magie der „Bretter, die die Welt bedeuten“.

„Da wusste ich, ich bin angekommen“,

lächelt Sigl glücklich. Nach bestandener

Ausbildung im Tiroler Landestheater Innsbruck

sei es deshalb auch sein sehnlichster

Wunsch gewesen, von diesem Beruf leben

zu können.

Trotz allem ging es auch für Sigl nicht

immer nur bergauf. „Klar waren manche

Theaterabende nicht die prickelndsten und

manch ein Film nicht der geglückteste, aber

ich habe das nie als Rückschlag definiert“,

verrät der in Bayern lebende Schauspieler.

Dies seien vielmehr „interessante Erfahrungen“

gewesen, die er machen durfte.

Aufgrund dieser Herangehensweise

gibt es für Sigl auch keine

Probleme, sondern „Situationen“

im Leben, mit denen man

umgehen müsse.

Eine dieser besonderen Situationen war

für Sigl seine Berufswahl. „Die Entscheidung,

das Studium abzubrechen und ans

Theater zu gehen, war für mich völliges

Neuland. Ich kannte niemanden, der das

vorher gemacht hatte und insofern war das

keine Schwierigkeit, sondern die ultimative

Herausforderung.“ Rückblickend würde er

seinem jüngeren Ich deswegen heute raten:

„Denk immer daran, woher du kommst

und sei mutig in Deinen Visionen. Und lies

Hamlet – da steht alles drin!“

Aber nicht nur, das Schicksal in die eigene

Hand zu nehmen, sei entscheidend für den

Erfolg. „Mein erstes Solokabarett habe ich

in Innsbruck gespielt. Da habe ich einen

wunderbaren Mann, den Regisseur, Autor

und Schauspieler Silvester Berger kennengelernt,

der mich jahrzehntelang als

Freund und Berater begleitet hat.“ Von den

positiven Erfahrungen mit seinem Mentor

inspiriert, gibt Sigl mittlerweile selbst

Workshops. Zeit wird in einem so ausgefüllten

Leben jedoch manchmal zu einem

Luxusgut: „Wenn man sie derart verbringen

kann, dass man wirklich das tun kann, was

man möchte und was unter Umständen total

verzichtbar ist – wie zum Beispiel Golfspielen

–, dann ist das Luxus.“ Zu dieser

Unabhängigkeit gehöre auch ein entspannter

Theaterbesuch – und damit schließt

sich für Hans Sigl der Kreis. RT

© fotowunder

Dabei sah es lange nicht nach einer Schauspielkarriere

aus. „Da ich auf dem Land

aufgewachsen bin, wollte ich erst Bauer

Der gebürtige Österreicher lebt mit seiner Frau am Ammersee.

47


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...wir sehen uns!


UNTERNEHMER

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

UND FREUNDE

IN EINEM

Mit Enomatic, dem größten Anbieter für Weinausschanksysteme, beliefern die Jungunternehmer

Philipp Bongartz und Thiemo Dürbaum zahlreiche Hotels und Sternerestaurants.

Seit 2019 vermarkten sie zudem die Weinmarke „The Splash“, ein vom Starwinzer Nik Weis

kreierter Riesling von der Mosel. Im Doppelinterview geben die langjährigen Freunde Einblicke

in ihre Genuss- und Erfolgswelt.

Die Entscheidung war goldrichtig

und hat der Freundschaft

keinerlei Abbruch getan.

Gab es denn auch Rückschläge und

Schwierigkeiten? Und wie haben Sie diese

überwunden?

Philipp Bongartz: Eine Sache hat sich als

deutlich schwieriger erwiesen, als anfangs

gedacht: Chef in einem Unternehmen sein.

Es sind nie alle der gleichen Meinung –

auch wir zwei nicht.

© Hellen Pass

Herr Bongartz, Herr Dürbaum, heute

sind Sie Weinexperten – welchen

Berufswunsch hatten Sie als Kinder?

Thiemo Dürbaum: Als Kind wollte ich Fußball-,

Skate- oder Golfprofi werden, später

dann in die Fußstapfen meines Vaters

treten und selbständiger Unternehmer

werden.

Erfolgreich zu sein, war für mich

schon immer ein erstrebenswertes

Ziel.

Philipp Bongartz: Ich wollte Rennfahrer

werden. Heute hoffe ich, dass ich das vielleicht

eines Tages als Hobby machen kann.

mich schon immer fasziniert.

Gibt es Momente, die Ihnen

in Ihrer Karriere als

besonders im Gedächtnis

geblieben sind?

Thiemo Dürbaum: Sicherlich

gehören dazu

unsere ersten Erfahrungen

als selbstständige

Unternehmer mit allen

Aufs und Abs. Und natürlich

unsere Zusammenarbeit

an sich. Wir sind

bereits seit vielen Jahren befreundet.

© „The Splash“

Um wirklich etwas durchsetzen

zu können, muss man die

Menschen abholen und sie

von der Idee überzeugen.

Gab es einen materiellen Wunsch,

der Sie schon immer begleitet hat?

Und haben Sie Ihn sich mittlerweile

erfüllt?

Philipp Bongartz: Eigentlich nicht,

aber jetzt, wo ich darüber nachdenke:

vielleicht ein Segelboot, um das

Mittelmeer zu erkunden. Das ist für

mich pures Lebensgefühl und Freiheit.

Daran arbeite ich allerdings

noch …

Wie wichtig ist Ihnen als erfolgreiche

Unternehmer soziales Engagement?

Philipp Bongartz: Wir spenden auch

einen Teil der Einnahmen von „The

Splash“ an „Viva con Agua“, eine

Stiftung, die sich für den sicheren

Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt.

Und wie kam es schließlich zu Ihrem Einstieg

ins Weingeschäft?

Philipp Bongartz: Hochwertige Weine und

die Vielseitigkeit der Weinbranche haben

Hat Ihre Zusammenarbeit Ihre Freundschaft

verändert?

Thiemo Dürbaum: Ja. Aber heute kann ich

sagen:

Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?

Thiemo Dürbaum: KPO – Keep plotting on!

JoR

49


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

„MAN DARF SICH

VON NICHTS UND

NIEMANDEM AUFHALTEN LASSEN!“

Disziplin, Innovation, Stabilität, Erdung – und Penetranz,

das sind die Eigenschaften, mit denen Angelika Schindler-

Obenhaus die Karriereleiter stetig nach oben gestiegen

ist. Die 58-Jährige ist kürzlich Mitglied des Vorstand der

Gerry Weber International AG geworden und ist nun als

Chief Operating Officer für einen großen Teil der Bereiche

des Unternehmens verantwortlich: Design, Produktion,

Beschaffung, Marketing und Corporate Communications.

Fotos: © GERRY WEBER

Angelika Schindler-Obenhaus ist

Chief Operating Officer bei der

GERRY WEBER International AG.

„W

enn man von etwas wirklich

überzeugt ist, darf man sich

von nichts und niemandem

aufhalten lassen“ – das ist der Rat der erfolgreichen

Geschäftsfrau an junge, weibliche

Talente, die in ihre Fußstapfen treten

möchten. So hat sie es auch selbst gehalten.

Obwohl sie von männlichen Vorgesetzten

eigentlich immer gefördert wurde, gab es

auch bei Angelika Schindler-Obenhaus

Momente, in denen sie sich als Eindringling

in eine Männerdomäne fühlte. Zum

Beispiel, als sie nach ihrer Berufung in den

Vorstand der KATAG AG – nach eigenen

Angaben Europas größter Fashion-Dienstleister

– als „Quotenfrau“ betitelt wurde.

Oder viele Jahre zuvor, bei ihrer Prüfung

zur Handelsassistentin als erste Frau im

„Herren ausstatter“: „Ich bekam vom damaligen

Spartenleiter zu hören, dass Frauen

ja normalerweise eher in die Küche und

ins Bett gehören“, erinnert sich Angelika

Schindler-Obenhaus. Gebremst hat sie

dieser Moment der Diskriminierung aber

nicht, zu groß war ihr Antrieb – die Leidenschaft

für Menschen und Fashion. Heute

sei die Situation deutlich besser als zu

Beginn ihrer Karriere: „Frauen bieten sich

heute viel mehr Möglichkeiten, wenn sie

es wollen.“ Auch, weil sie gelernt hätten,

besser zu netzwerken. Nur, dass weibliche

Führungskräfte – im Gegensatz zu den

männlichen Kollegen – noch immer gefragt

werden, wie sie es denn schafften, Familie

und Beruf unter einen Hut zu bringen, das

ärgert die Karrierefrau.

Erfolg ist für Angelika Schindler-

Obernhaus, wenn sie eine Vision

umsetzen kann.

Als Vorgesetzte ist ihr besonders wichtig,

„Strukturen zu schaffen, in denen Mitarbeiter

sich motivieren können, das Beste

zu geben, selbstverantwortlich Entscheidungen

treffen können und diese auch zu

verantworten. Und ich habe immer ein

offenes Ohr für Herausforderungen.“ Das

Sie musste sich im Laufe ihrer Karriere

einiges anhören – doch das hat sie nie

von etwas abgehalten.

größte Vorbild der begeisterten Hobbygärtnerin

ist übrigens ihre Großmutter:

„Sie war bis zu Ihrem Lebensende – sie

wurde 100 Jahre alt – immer neugierig auf

das Leben. Sie konnte sich für junge Menschen

und Innovationen begeistern und

blieb dadurch selbst kraft- und geistvoll.“

JR

50


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SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

MIT BISS

ZUM ERFOLG

Lebenswege von erfolgreichen Menschen sind selten

schnurgerade. Es gibt Kurven, Abzweigungen und manchmal

auch Sackgassen. Nils Glagau studierte Ethnologie in

Bonn und verbrachte verschiedene Forschungsaufenthalte

in Mittelamerika und Tibet. Zu Hause gab es das Familienunternehmen

Orthomol – ein Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln.

Nach dem frühen Tod des Vaters steigt

er 2009 wie selbstverständlich ins Unternehmen ein und

übernimmt Verantwortung für 400 Mitarbeiter. Heute peilt

Orthomol über 100 Mio. Euro Jahresumsatz an. Zudem ist

Glagau gefragter Start-up-Investor und „Löwe“ bei der

VOX-Show „Die Höhle der Löwen“.

NILS GLAGAU

– GRÜNDER ORTHOMOL –

Die plötzlich Unternehmensübernahme

war für Nils Glagau ein

markanter Wendepunkt in seiner

Karriere. „Nach dem Tod meines Vaters

waren da auf einmal über 400 Mitarbeiter,

das Unternehmen und die Verantwortung

für die Zukunft vieler Familien. In diese

Aufgabe musste ich hineinwachsen. Aber

mithilfe hoch identifizierter und fachkompetenter

Orthomoler fiel dies nicht schwer.

Und so lernte ich alle Abteilungen und Abläufe

sehr schnell kennen.“

Orthomol mit Sitz in Langenfeld, NRW, ist

auf Nahrungsergänzungsmittel mit Mikronährstoffkombinationen

spezialisiert. Das

Geschäftsmodell war für Glagau zum Zeitpunkt

der Übernahme kein böhmisches

Dorf. Er schnupperte noch zu Lebzeiten

seines Vaters ins Familienbusiness, verfolgte

aber zunächst andere berufliche Pläne.

Erfahrungen, die ihm heute helfen:

„Nach dem Studium und verschiedenen

Auslandsaufenthalten

habe ich in Bonn eine Bar,

einen Kulturtreffpunkt, ins Leben

gerufen, um meine Leidenschaft

für Mexiko ins Rheinland

52


Viele kennen ihn aus der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“:

Orthomol Gründer Nils Glagau.

© Orthomol GmbH

zu bringen. Dort habe ich viel

gelernt

– über Unternehmertum, Mitarbeiterführung,

das Selbstständigsein, die Fokussierung

auf Kunden und die Interaktion mit

ihnen.“

Ein Unternehmen zu führen, geht nicht

ohne familiäre Unterstützung oder einen

Mentor. Für Glagau ist es die Familie, die

ihn nicht nur unterstützt, sondern auch

viel Verständnis aufbringt, „vor allem,

wenn ich doch länger im Büro bleibe oder

viele Termine wahrnehmen muss.“ Jederzeit

verlassen kann sich Nils Glagau auch

auf sein Team bei Orthomol. „Zudem habe

ich externe Partner an meiner Seite als

starkes Netzwerk, auf das ich bei spezifischen

Fragen zugehen kann“, sagt er.

Die Familie ist für Glagau ein

wichtiger Fixpunkt.

Natürlich steht diese manchmal hinten an,

aber ohne Auszeiten mit der Familie und

Freunden geht es eben auch nicht. „Hier

kann ich für den Unternehmeralltag Energie

schöpfen.“ Ein wichtiger Ausgleich, den

Nils Glagau auch gerne in der Natur verbringt

– „dort finde ich Ruhe und Raum für

neue Gedanken“. In der Natur wäre er vermutlich

auch gelandet, wenn er heute nicht

an der Spitze von Orthomol stehen würde.

„Vielleicht wäre ich ein Archäologe

in Mexiko.“

Der Ethnologe hat sich schon früh für fremde

Kulturen interessiert und wollte in die

Welten eintauchen, die sie bieten. Gekommen

ist es anders, und Glagau ist es heute

ein besonderes Anliegen, mit Orthomol die

Menschen dabei zu unterstützen, gesund

zu leben und zu bleiben. „Aktuell zeigt

sich einmal mehr, wie wichtig die Gesundheit

für uns alle ist. Das ist für mich eine

große Motivation, diesen Weg weiterzuverfolgen.“

Seit zehn Jahren ist er als Unternehmer

nun schon äußerst erfolgreich. Sein Unternehmen

wächst Jahr für Jahr sehr gesund,

was ihm und seinen Mitarbeitern Zukunftssicherheit

gibt. „Mir ist es wichtig, langfristig

erfolgreiche Marken aufzubauen. Meine

Stärken sind Marketing und Vertrieb – und,

die richtige Vision für ein Produkt zu entwickeln.

Sei es für mein Unternehmen

Orthomol oder gemeinsam mit Gründern,

mit denen ich zusammenarbeiten darf.“

Es läuft – könnte man neudeutsch

sagen. Aber nicht ohne

Rückschläge.

Es gab schon Produkteinführungen, die im

Markt nicht so angenommen wurden, wie

gedacht. Glagau sieht es gelassen: „Ich bin

überzeugt, dass sich jeder Unternehmer

im Laufe der Zeit immer wieder hinterfragen

und seine Entscheidungen überprüfen

sollte. Aus diesen Überlegungen kann man

wichtige Learnings für sich und sein Handeln

ziehen.“

Nils Glagaus Erfolgsgeheimnis ist einfach:

Mit Biss den eigenen Weg gehen. „Außerdem

denke ich, dass der Glaube an sich

selbst sehr wichtig ist.“ Darum möchte

er mit Orthomol in Zukunft national wie

international weiter erfolgreich wachsen.

„Und vielleicht, dass der HSV mit uns als

neuem Hauptsponsor in die Erste Bundesliga

kommt“, sagt Nils Glagau mit einem

Augenzwinkern. RK

53


Anhang oder Angriff?

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54


ES GIBT

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

ERFOLGE, DIE

SPRECHEN FÜR SICH

Im Jahr 2015 gründete Kristina Tröger den Club europäischer Unternehmerinnen e. V., dessen Netzwerk innerhalb kürzester Zeit auf über

700 Unternehmerinnen und Frauen in oberen Führungspositionen anwuchs. Austausch auf Augenhöhe prägt das hochwertige Clubkonzept,

eine unverkrampftes Miteinander, eine hochkarätige Vernetzung, auch mit Männern, die zudem bei den meisten Veranstaltungen

als Gäste willkommen sind.

Mittlerweile gilt der CeU als eines der „wichtigsten Power-Netzwerke für Frauen“ (BUNTE) bzw. als „hochkarätiges Unternehmerinnen-Netzwerk“,

das „Königinnen des Unternehmertums“ (Frau im Spiegel) in einem „der bundesweit renommiertesten Frauennetzwerke“

(Hamburger Abendblatt) vereint. Dazu passt, dass der Club in einer so einschneidenden Krise wie der Coronapandemie schnell einen Weg

gefunden hat, proaktiv mit der Situation zu verfahren und gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Noch im März 2020 startete der Club

die Kampagne „CeUs für CeUs“.

Die Mitglieder wurden dazu aufgerufen,

bevorzugt Produkte und Dienstleistungen

von Mitgliedern einzukaufen und

mit Rat und Tat zu unterstützen, wo nötig.

Es wurde eine Präsidentinnen-Sprechstunde

eingeführt, die allen Mitgliedern

für akute Fragestellungen offensteht. Und

darüber hinaus startete der Club in den

sozialen Netzwerken wie Instagram und

Facebook die Initiative „Inside CeU’s“.

Dort wurde gezeigt, wie CeU-Mitglieder

den neuen Alltag im Corona-Zeitalter erleben

und damit umgehen. Die Resonanz

auf diese Initiativen war überaus positiv!

Sie stärkten den Gemeinschaftsgeist und

unterstützten mental und praktisch.

CeU-Präsidentin Kristina Tröger mit Schauspieler

Francis Fulton Smith (li.) und Focus Chefkorrespondent

Daniel Goffart (re.) beim EuroMinds

Wirtschaftsgipfel

Sabrina Staubitz, TV-Moderatorin, Siggi Spiegelburg,

Spiegelburg Couture, Babette Albrecht,

ALDI Nord und CeU-Präsidentin Kristina Tröger

Fotos © Ulrich Tröger

Julia Becker, Verlegerin Funke Medien und

Kristina Tröger.

Und natürlich ging CeU auch mit voller

Kraft seine Digitalisierung an. Die erste

von vielen virtuellen Veranstaltungen

fand bereits im April 2020 statt. Diese sind

mittlerweile fester Bestandteil des Clubprogramms.

Zudem wurden neue digitale

Formate entwickelt, wie beispielsweise

CeU Headlines, in deren Rahmen führende

Köpfe zu Themen sprechen, die brandaktuell

in den Medien diskutiert werden. Mit

diesem innovativen Veranstaltungsformat,

das CeU in dieser Form und Tagesaktualität

mit klassischen analogen Veranstaltungen

niemals hätte anbieten können, ist es gelungen,

die Vorteile der virtuellen Plattformen

optimal zu nutzen, und in dieser

schwierigen Situation einen Mehrwert zu

generieren.

Das Beispiel des CeU zeigt, wie wichtig es

gerade in Krisen ist, sich schnell auf die

neue Situation einzustellen und die sich ergebenden

Chancen mit innovativen Ansätzen

zu nutzen: idealerweise als Teil einer

CeU-Mitglied Dagmar Wöhrl, der Erste Bürgermeister

der Freien und Hansestadt Hamburg

Dr. Peter Tschentscher und Kristina Tröger

großen und starken Gemeinschaft wie dem

Netzwerk des Clubs. Das ist die beste Basis,

um am Ende gestärkt aus einer solchen

Krise hervorzugehen.

Mehr Informationen erhalten Sie unter

www.ceu-hamburg.eu

55



SECRETS OF SUCCESS KUNST

DER KÜNSTLER

DER STARS

Vom Maurerlehrling zum Architekturstudenten. Vom Architekten zum angesagtesten Pop-

Art-Künstler Deutschlands, dessen Werke für fünfstellige Beträge über den Tresen gehen:

Dennis Klapschus hat eine Karriere im Turbomodus hingelegt. Heute ist er zufrieden, aber

noch lange nicht satt.

Multimillionär Robert Geiss,

TV-Gigant Dieter Bohlen und

Fußballnationalspieler Jonathan

Tah haben etwas gemeinsam: Sie

alle haben einen knalligen Klapschus. Ein

Klapschus? Das ist ein collagenartiges

Sprayart-Kunstwerk des Essener Künstlers

Dennis Klapschus. Und es sind bei Weitem

nicht die einzigen Promis, die auf seine extravaganten

Pop-Art-Werke schwören.

Obwohl Klapschus als Kind einer Handwerkerfamilie

schon früh den Traum hatte,

später einmal reich zu sein und seine finanzielle

Freiheit heute schätzt, ist Geld

nicht sein Hauptansporn.

„Ich denke, bei jeder Berufswahl

sollte der Spaß im Vordergrund

stehen“,

sagt der 35-Jährige, der mittlerweile auch

Porsches, Bentleys oder Birkin Bags als

Leinwand nutzt und die bunten Comicfiguren,

die seine Werke zieren, in Miami

ausstellt. Viel Herzblut und Ehrgeiz haben

ihn dorthin gebracht. Vor allem mutig

müsse man sein, um Erfolg zu haben, sagt

Klapschus. Und man müsse immer an sich

glauben, egal was andere sagen: „Ich bin an

viele falsche Leute geraten, die einen kleinhalten

wollen – leider auch aus dem direkten

Umfeld.

‚Nein, das schaffst du eh nicht‘

haben sie gesagt …“

Dass es Klapschus dennoch geschafft hat,

verdankt er nicht nur seinem Talent. „Ohne

meine Frau wäre das alles nicht möglich gewesen.

Meine Frau, meine Kinder und ich,

wir sind ein Team und das ist unsere große

Stärke“, sagt der zweifache Familienvater.

Klapschus vermarktet seine Werke abseits

der traditionellen Kunstwege in Eigen -

regie – unter anderem und vor allem auch

bei Instagram – unter dem Label „dekLart“.

Auch wenn sich Klapschus als „wunschlos

glücklich“ bezeichnet und trotz all des Erfolgs,

den er sich in nicht einmal vier Jahren

erarbeitet hat, ist sein Ehrgeiz ungebrochen.

Für den Grund seiner Motivation

findet er ehrliche Worte:

„Ich denke, nicht die Gier nach

mehr Erfolg treibt uns an, sondern

die Angst, dass der Erfolg

aufhört“, sagt er.

Weiterhin so authentisch und stets am Boden

zu bleiben, ist Klapschus besonders

wichtig. „Natürlich gibt es noch das ein

oder andere Ziel für die Zukunft, aber je

erfolgreicher man ist, desto einfacher wird

es, diese neuen Ziele zu erreichen“, gibt er

ehrlich zu. JoR

DENNIS KLAPSCHUS

– KÜNSTLER –

Knallig und extravagant: Pop-Art-Künstler Dennis Klapschus in seinem Office.

Fotos: © privat

Unter dem Label „dekLart“ verkauft er seine Werke

auch bei Instagram.


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

KARRIEREKICK

GEFANGNIS

Wer Karriere machen möchte, muss Biss haben. Das sagt Prof. Dr. Jens Weidner, Autor des

Bestsellers „Die Peperoni-Strategie. So setzen Sie Ihre natürliche Aggressivität konstruktiv

ein.“ Mit Aggressionen kennt Weidner sich aus. Er arbeitete intensiv mit inhaftierten

Gangschlägern in Philadelphia und behandelte zehn Jahre lang Kriminelle für die deutsche

Justiz. In dieser Zeit entwickelte er das bekannte Anti-Aggressivitäts-Training (AAT®) für

Gewalttäter. Heute verhilft er Führungskräften zu mehr Biss und lehrt Kriminologie und

Sozialisationstheorie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

PROF. DR. JENS WEIDNER

– AUTOR & SPEAKER –

Fotos: © Prof. Dr. Jens Weidner

Sein Rat an junge Menschen: Werde Experte auf deinem Gebiet!

58


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

Sein berufliches Leben lang beschäftigt

sich Jens Weidner mit Aggressionen.

Und zugegeben: Mit dieser

Emotion assoziiert man vor allem Negatives,

böse Jungs und Schlägertypen. Wer

ihm allerdings gegenübersitzt, lernt einen

sympathischen, humorvollen Gesprächspartner

kennen. So verwundert es auch

nicht, wenn er gesteht:

„Als Kind wollte ich Pfadfinder

werden und bin es auch geworden,

um jeden Tag eine gute Tat

zu vollbringen.“

Er sagt aber auch: „Heute habe ich diese

gute Seite in mir durch einen Lieblingssatz

ergänzt, der potenziellen beruflichen Gegenspielern

gewidmet ist: one evil action a

day keeps the psychiatrist away.

Heute bin ich zu 80 % Gutmensch

und zu 20 % Mephisto,

ein Persönlichkeitsprofil, das für

erfolgreiche Menschen extrem

empfehlenswert ist,

weil es Fairness, Seriosität und partielle

Härte gut zusammenbringt.“

Seine Berufswahl war zufällig. Lange wusste

er nicht, was er studieren könnte. Als er

einen Professor kennenlernte, entschied er

sich für dessen Fachgebiet und schrieb sich

für ein Studium der Sozialarbeitswissenschaften

mit dem Schwerpunkt Kriminologie

an der Leuphana Universität in Lüneburg

ein. „Kein karrieretaugliches Studium

dachte ich, aber wahnsinnig interessant.“

Das Studium begeisterte ihn. Für ihn eine

wichtige Voraussetzung für Erfolg: „Ich

rate jungen Menschen: Schau Dich um,

entdecke Deine Leidenschaft, entdecke, für

was Du brennst. Und wenn Du das weißt,

dann gib richtig Gas,

werde Experte auf Deinem Gebiet!“

Seine Karriere startete Jens

Weidner im Gefängnis. Genauer

gesagt, in einem privaten

Gefängnis in Philadelphia, das

Gewalttäter aus New York und

Washington therapiert. Während

seines Auslandssemesters sollte

er über die Arbeit mit aggressiven

Gangschlägern einen 30-seitigen

Praxisbericht schreiben. Er

lieferte einen 180 Seiten starken

Bericht ab und begeisterte damit

seine Professoren, die ihm sogleich

eine Promotion anboten.

Jens Weidner hatte in den USA

ein Modell ausgearbeitet, wie

man aggressive Gewalttäter in

Deutschland behandeln könnte.

Ein Gefängnisdirektor bot ihm

an, das Modell in einem deutschen

Gefängnis auszuprobieren

– mit großem Erfolg. Das Modell

fand so viele Nachahmer, dass

es nicht verwundert, dass Jens

Weidner nicht nur seinen Doktor machte,

sondern zum Professor berufen wurde und

ein Institut für „Konfrontative Pädagogik

& Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Trainings“

gründete, in dem Aggressionstherapeuten

zertifiziert werden. Für ihn wichtige

Stufen auf seiner Karriereleiter.

Aber sind Aggressionen per se etwas

Schlechtes? „Nein“, sagt Jens Weidner. Man

kann die Emotion auch positiv nutzen. Wie,

das hat er in seinem Buch „Die Peperoni-Strategie“

beschrieben und damit einen

Nerv getroffen – weltweit. 33 Wochen lang

hat sich das Buch auf Platz 1 im Bestsellerranking

der Financial Times gehalten.

„Für mich öffnete sich damit eine neue

und spannende Managementwelt, die eine

schöne Ergänzung zu meinen Gewalttätern

war.

Manager sind einfach viel netter.

Die bedanken sich für ein

kritisches Feedback und überweisen

vierstellig.

Gewalttäter bedanken sich nicht, sondern

wollen einen schlagen, wenn man ihnen

widerspricht. Und das Honorar für diesen

gefährlicheren Job hat auch deutlich Luft

nach oben.“

Verhilft Führungskräften zu mehr Biss:

Prof. Dr. Jens Weidner

Spürt er auch in sich diese positive Aggression?

„Ja, denn natürlich gab es auch in

meinem Leben Rückschläge, auch berufliche

und menschliche Enttäuschungen,

die aber in mir keine Depression auslösten,

sondern eher eine Art aggressiven Willen

zum Sieg befeuerten.“ Denn seine Strategie

sei in so einem Fall:

„Wenn ich eine 51%ige Gewinnchance

sehe, investiere ich eine

Menge, so einen Rückschlag

wieder auszugleichen.“

Was ihm zudem hilft: „Ich habe einen langen

Atem und große Einsteckerqualitäten,

die es mir erlauben, trotz Gegenwind mein

Ding durchzuziehen. Ich bin fleißig, sehr

durchsetzungsstark und ziemlich gut vernetzt,

was mir hilft, schwierige Situationen

gut zu überstehen. Und, das sollte man als

Karrierevorteil nicht unterschätzen: Ich

bin meistens gut gelaunt und optimistisch.

Ich bin einer, der die Chancen sieht und ergreift.“

Mit dieser Einstellung sei er klar im

Vorteil gegenüber anderen,

denn bei gleicher fachlicher

Qualifikation wird fast immer

der positiv Denkende bevorzugt.

Auch das kann Jens Weidner wissenschaftlich

belegen, nachzulesen in seinem Buch

„Optimismus: Warum manche weiter kommen

als andere“. CR

59


KEIN FAKE, SONDERN

EHRLICHES FERNSEHEN.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

„NICHT ZU FRÜH AUF

TITEL UND GELD

Oliver Kaltner hat so ziemlich alles schon gesehen:

Er war Manager bei Nike, Electronic Arts, Sony und

Microsoft, Vorstand bei Premiere, CEO des Luxuskameraherstellers

Leica und ist nun Europachef

beim aufstrebenden Start-up Room. Im Interview

lüftet er sein Erfolgs geheimnis.

SCHIELEN“

© privat

OLIVER KALTNER

– UNTERNEHMER –

Herr Kaltner, was wollten Sie als

Kind später einmal werden?

Ich habe schon als kleiner Bub mit

dem Kicken angefangen und immer meinen

Idolen Rummenigge und Breitner nachgeeifert.

Damit waren Feuerwehrmann und

Schornsteinfeger raus aus der Berufswahl.

Profifußballer sind Sie heute nicht. Was war

bei Ihrer Berufswahl ausschlaggebend?

In meiner Gymnasialzeit habe

ich mit allerlei Dingen Handel

betrieben:

seltene Bravo-Starschnitte, ungewöhnliche

Modelle aus der Schlumpf-Sammlung oder

CDs. Alles ließ sich gut verpackt mit ordentlichen

Gewinnen verkaufen. Es musste

also etwas mit Marketing und Sales sein.

Schließlich sind Sie bei diversen internationalen

Topfirmen gelandet. Wie schafft

man das?

Der beste Weg zum Erfolg ist ein Mix aus

Talent, Lernbereitschaft, Motivation, Leidenschaft,

Wissen in Tiefe und Breite sowie

eine ordentliche Prise Glück.

Man sollte nicht zu früh auf Titel

und Geld schielen,

denn wer wirklich gut ist, wird seinen

Marktpreis früh genug gestalten.

Was war Ihr persönliches

Highlight in Ihrer Karriere?

Meine Zeit bei Leica. Eine

solche Traditionsmarke in

einem stark rückläufigen

Kameramarkt mit enormer

Unterstützung des weltweiten

Leica-Teams zu digitalisieren

und zu Rekordumsätzen

und Rekordträgern zu

führen, ist von nachhaltiger

Relevanz für mich.

Wo sehen Sie Ihre Stärken,

die für Ihren Erfolg maßgeblich

sind?

Die Fähigkeit, Talente zu identifizieren und

diese in ihrer Entwicklung kraftvoll und

konsequent zu unterstützen. Darüber hinaus

habe ich mir in vielen Branchen breites

und tiefes Know-how und Managementskills

angeeignet und habe dabei immer

präzise Formulierungen von Zielparametern

vorgenommen.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?

Meine Neugier und Lernbegeisterung. Mich

immer wieder in neuen Branchen und Umgebungen

einzubringen und auch zu beweisen,

gibt mir viel Energie.

Entwickelte seinen Geschäftssinn schon früh:

Oliver Kaltner, Europachef des Start-ups Room.

Ich widme mich Themen, die

mich inspirieren, die mich motivieren

und mich positiv beschäftigen.

Mein wirklicher Erfolg liegt darin, dass ich

mir den Freiraum erarbeitet habe, heute

noch mehr den Dingen so nachzugehen,

wie ich es mir vorstelle. Ich konnte Fremdbestimmung

in Eigensteuerung wandeln.

JoR

61


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

„GEHT NICHT“ – GEHT BEI IHM

GAR NICHT

Dr. Carsten Mahrenholz hat mit seinem Start-up COLDPLASMATECH chronischen Wunden

den Kampf angesagt. Der vielfach ausgezeichnete Gründer ist getrieben vom Ehrgeiz, zu

beweisen, dass nichts unmöglich ist.

Was genau macht Ihre Firma?

Am einfachsten kann ich das mit

Raumschiff Enterprise erklären:

Da gibt es den Dermal Regenerator –

ein Handgerät, dass mit blau leuchtenden

Strahlen Wunden verschließt. Im Prinzip

haben wir genau so etwas entwickelt. Das

blaue Leuchten ist in Wirklichkeit allerdings

lila und die Technologie dahinter

heißt kaltes Plasma. Es handelt sich hierbei

um ein aus sich selbst heraus leuchtendes

Gas, das im Gegensatz zu den in der Natur

vorkommenden, heißen Plasmen kalt erzeugt

wird. Wenn es mit Zellen in Kontakt

kommt, werden biochemische Prozesse

in Gang gesetzt. Bei behandelten Wunden

wird das umliegende Gewebe besser durchblutet,

das Immunsystem wird angeregt

und die Zellen fangen an, sich zu bewegen.

Man löst also Wundheilungsprozesse aus.

Das funktioniert sogar bei chronischen

Wunden.

Es gibt ein weiteres, großes Problem in

Krankenhäusern: multiresistente Keime –

und sogar hier liefern wir die Lösung. Bakterien

und Pilze, die mit kaltem Plasma

in Berührung kommen, sterben ab. Unser

Unternehmen hat diese Technologie natürlich

nicht erfunden, aber wir haben – in

Form von Wundauflagen – einen Applikator

dafür gebaut. Das war der Schritt, den

dieses tolle Verfahren gebraucht hat, um

vielen Patienten zu helfen. Unsere Wund-

© Kim Pottkämpfer

Beim „sTARTUp Day“ in Estland stellte Gründer Dr. Carsten Mahrenholz

die Technologie von COLPLASMATECH vor.


Fotos: © Kim Pottkämpfer

Er möchte einer der Pioniere einer neuen Richtung

der Medizin sein, der Plasmamedizin.

Kaltes Plasma – wirksam gegen chronische Wunden

auflage kann das kalte Plasma großflächig

erzeugen – in nur zwei Minuten Therapie.

Für den Behandler ist die Anwendung einfach,

er muss eigentlich nur noch auf einen

Knopf drücken.

Wie ist die Aufteilung bei Ihnen und Ihrem

Mitgründer Tobias Güra – gesellt sich bei

Ihnen Gleich und Gleich gern oder ziehen

sich eher Ihre Gegensätze an?

Ich bin froh, dass ich jemanden gefunden

habe, der mich ergänzt. Ich bin der extrovertierte

Stratege, der unkonventionell ist

und Sachen komplett neu denkt. Aber diese

Eigenschaften sind auch die Grundlagen

für meine Schwächen, die wiederum die

Stärken von Tobias sind. Er ist viel besser

im Mirkomanagement und hat das Auge für

einzelne Prozesse. Gemeinsam trauen uns

die Mitarbeiter und Partner zu, dass wir die

ganz großen Räder drehen.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Sobald ich weiß, dass ich ein Ziel erreichen

werde, ist es für mich nur noch ein Meilenstein

zum nächsten, größeren Ziel. Ich

erlaube mir relativ selten Erfolgsgefühle.

Aber vielleicht blicke ich ja irgendwann

zurück und kann sagen, dass ich etwas

zum Positiven verändern konnte. Bei aller

Ernsthaftigkeit und Erfolgsdiskussion ist

mir wichtig, das Spielerische zu erhalten.

Neben meinem Schreibtisch steht zum Beispiel

die Millennium Falcon aus Lego, die

ich in Telefonkonferenzen weiterbaue.

Hatten Sie je Existenzängste?

Für mich sind Situationen, in denen andere

schlottern würden, eher interessante Herausforderungen.

Ich habe Spaß daran, Krisen

zu lösen. Es gab mal eine Situation, die

war bezeichnend: Eine meiner Freundinnen

leidet unter unglaublicher Flugangst.

Als wir zusammen Langstrecke geflogen

sind, hatte ich sie panisch erwartet, aber sie

saß völlig entspannt neben mir – sie sagte

mir, der Gedanke beruhige sie, dass ich aufstehen

und den Flieger landen würde, sollten

beide Piloten ausfallen. Wahrscheinlich

hat sie recht damit, das klingt nach mir.

Hat man Ihnen je eine gewisse Hybris unterstellt?

Nein, ich erhebe mich ja nicht über andere.

Aber ich habe durchaus eine Aufgabe, bei

der Selbstbewusstsein und Sicherheit gefordert

sind. Ich bin überzeugt von mir und

den Entscheidungen, die ich treffe – das

muss ich auch sein. Mein Beruf bringt ständig

Situationen mit sich, in denen ich im

übertragenen Sinne vor dunklen Räumen

stehe, ohne zu wissen, was mich darin erwartet.

Von mir wird aber verlangt, dass ich

mich dort auskenne und mir sicher bin, wie

es darin aussieht, wenn ich das Licht anschalte

– bisher hat das auch funktioniert,

deswegen folgen mir Leute in diesen Situationen.

Haben Sie eine Freundin oder Kinder?

Ich habe verschiedene Beziehungsformen

gelebt und bin jetzt bei einer beeindruckenden

Frau an meiner Seite angekommen, die

mich auf allen Ebenen ergänzt. Manchmal

als Unterstützerin, manchmal als Gegenpart.

Aktuell habe ich noch keine Kinder,

aber ich freue mich schon jetzt darauf, meinem

Nachwuchs die Welt zu zeigen.

Warum lohnt es sich, in Ihr Start-up zu investieren?

Wir werden als Pionier einer neuen Richtung

der Medizin gesehen – der Plasmamedizin.

COLDPLASMATECH hat viele

Stärken und entwickelt sich. Wir sind sehr

gut darin, uns anzupassen, aber auch darin,

neue Wege zu gehen. Wir haben viele

schwierige Situationen erlebt, fallen aber

nicht um, egal was passiert. Es ist wichtig

für Investoren, das zu sehen.

Was bedeutet für Sie Luxus?

Dass ich die vollkommene Freiheit habe,

alles, was moralisch und juristisch vertretbar

ist, auszuleben. Man muss dann nur bereit

sein, die volle Verantwortung für sein

Handeln zu tragen, und gerne neue Türen

öffnen. JR

63


SECRETS OF SUCCESS SPORT

MIT EHRGEIZ UND STRUKTUR

ZUM ERFOLG

Sieben Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen,

elf WM-Titel, sechs Gesamtweltcup- und 67 Einzelweltcupsiege.

Anna Schaffelhuber ist die große Ausnahmeathletin

im deutschen Parasport. Und neben

diesen ganzen sportlichen Erfolgen, den vielen Medaillen

und Auszeichnungen hat die 27-Jährige ihr

Studium der Mathematik und Wirtschaft auf Lehramt

abgeschlossen. „Natürlich bin ich stolz auf meine Siege,

aber am wichtigsten ist es mir, dass ich mit dem

Weg, den ich gegangen bin, zufrieden bin. Ich habe

es auf meine Art gemacht und bin mir treu geblieben.

Das ist für mich der größte Erfolg.“

© Harry Zdera

© Andreas Panzenberger / panzenberger.com

Paralympics-Star Schaffelhuber „Der Berg war mein Büro“.

64


© Schlickenrieder

Sie liebt das Abenteuer und die Geschwindigkeit.

Anna wurde mit einer Querschnittlähmung

geboren. Mit fünf Jahren

saß sie erstmals auf einem Monoski.

„Ich musste tatsächlich erst einmal

überredet werden, um mit dem Sport anzufangen.

Dann habe ich gemerkt, dass ich

im Vergleich zu den anderen gar nicht mal

so langsam bin“, sagt Anna lachend. Der

Ehrgeiz war geweckt. Mit 14 Jahren wurde

sie in den Rennkader des Deutschen Paralympischen

Skiteams geholt. Immer wieder

angetrieben von ihrem Ehrgeiz.

„Das ist meine größte Stärke,

aber auch meine größte Schwäche.“

Dazu braucht sie eine gewisse Struktur in

ihrem Leben. Sie muss abhaken können,

um zu sehen, dass sie auf dem richtigen

Weg ist. „Natürlich braucht man ein großes

Ziel. Aber wichtig ist es, dieses auf viele

kleine Ziele herunterzubrechen, die überschaubar

und realistisch sind.“

Anna hat viele Sachen ausprobiert und so

auch ihre Grenzen erkannt. Sie arbeitet

nach dem Ausschlussverfahren:

Erst mal ausprobieren, wenn es

klappt, dann weiter.

Wenn nicht, dann abhaken. Angesprochen

auf Niederlagen und Rückschläge sagt sie

sofort:

„Ich weiß, dass ich während

meiner Karriere viel mehr aus

Rückschlägen als aus den Erfolgen

gelernt habe.“

Wie kurz vor ihren ersten Olympischen

Spielen in Vancouver 2010. „Meine Behinderung

hatte sich von heute auf morgen

verschlechtert. Mein Monoski hat nicht

mehr genau gepasst, alles musste verändert

werden und ich musste die Technik wieder

neu lernen. Aber vor allem musste ich lernen,

das zu akzeptieren und mir neue, kleine

Ziele zu setzen.“

Trotz dieses „Neuanfangs“ holte die damals

erst 17-Jährige in Vancouver ihre erste

Olympiamedaille: Bronze im Super-G. Ihr

starker Wille und die große Portion Ehrgeiz

brachten sie immer weiter nach vorne. „Ich

habe es mir manchmal aber auch selbst

schwer gemacht“, sagt sie. „Bei den Weltmeisterschaften

2013 habe ich nicht das

gewonnen, was ich hätte gewinnen können.

Ich holte zwar Gold im Slalom, aber

nur Silber und Bronze im Riesenslalom

und der Kombination. Ich war wahnsinnig

enttäuscht. Gar nicht so sehr wegen des Ergebnisses,

sondern weil ich wusste, dass ich

einfach nicht alles gegeben hatte.“ Anna

druckte sich daraufhin die Fotos der Siegerehrungen

beider „vermasselter“ Fahrten

aus und hängte sie an die Tür. Jedes Mal,

wenn sie sie sah, wurde sie an ihre „Niederlage“

erinnert. „Das zeigte Wirkung. Von da

an stand ich ganz anders am Start. Ich habe

mich nicht mehr selbst ausgebremst.

Wenn Du etwas erreichen willst,

dann musst Du alles geben.

Man kann sich nicht einfach zurücklehnen

und nur auf Erfolg hoffen.“ Ein paar Wochen

später bei den Olympischen Spielen

in Sotschi gab die damals 21-Jährige alles

und krönte sich zur Königin des paralympischen

Wintersports, indem sie in allen

Rennen Gold gewann. Das war ihr absoluter

Durchbruch. Sie wurde zur Identifikationsfigur

im Parasport. „Das war eine

ganz neue Situation für mich. Plötzlich

Vorbild zu sein. Aber es ist schön, wenn

man damit etwas bewirken kann.“ Trotz

ihrer außergewöhnlichen Erfolge ist Anna

Schaffelhuber sehr geerdet. Ihre Medaillen

hat sie in einer großen Kiste verstaut.

„Ich werde wohl ein paar in unserem neuen

Haus aufhängen. Zum Beispiel die Goldmedaille

aus Pyeongchang 2018. Die war

mir sehr wichtig. Nach den Erfolgen in Sotschi

hatte ich mich gefragt: Was kann jetzt

noch kommen? Ich hatte mich selbst sehr

unter Druck gesetzt. Außerdem wollte ich

meiner Familie noch einmal Grund zum

Jubeln geben.“ Über all die Jahre mit Training,

Wettkämpfen, Studium und anderen

Verpflichtungen ist die Familie ihre Kraftquelle

gewesen. „Bei den Großereignissen

war es mir wichtig, dass sie dabei war. Sie

hat mir bei der angespannten Atmosphäre

vor Ort immer ein Gefühl von Zuhause gegeben.

Außerdem tat es gut, wenn ein paar

Leute im Ziel waren, denen es egal war, als

wievielte ich ankam.“ Angekommen ist sie

bis zum Schluss immer sehr schnell. Um

so überraschender für ihre Fans und die

Sportwelt war ihr Rücktritt Ende 2019. „Es

war einfach Zeit, sich auf etwas Neues zu

konzentrieren. Ich möchte nun erst einmal

im normalen Leben ankommen.“ Als Lehrerin.

Aber vielleicht auch irgendwann als

TV-Expertin. Zudem hat sie im vergangenen

Jahr das Projekt „Grenzenlos Camps“

ins Leben gerufen, ein Sportcamp für behinderte

und nichtbehinderte Kinder. „Ich

konnte dort verwirklichen, was mir als Kind

selbst gefehlt hat. Früher gab es keine Inklusion.

Doch es ist wichtig, dass die Kinder

zusammen ihre Grenzen erkennen, ihren

Spaß haben und verschiedene Sportarten

ausprobieren“, sagt sie. Anna Schaffelhuber

ist ihrer Linie immer treu geblieben.

Der Erfolg beginnt bei ihr stets mit dem

Weg aus Ehrgeiz und Struktur und mit kleinen

Zielen zum Abhaken. DU

© Andreas Panzenberger / panzenberger.com

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Anna Schaffelhuber holte bei den Paralympics 2014

in Sotschi die erste Goldmedaille.


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

DIE GELEGENHEIT

BEIM SCHOPFE PACKEN

© Hojabr Riahi

Seine Partys in München sind legendär. Nicht

nur, weil Dr. Bruce Reith jedes Jahr seinen 38.

Geburtstag feiert, sondern weil bei ihm die

Schönen, Reichen und Intellektuellen feiern.

„Wer exzessiv arbeitet, darf auch exzessiv

feiern“, sagt der Gastgeber in einem Interview

mit Frank Elstner. Der Schönheitsdoc ist

beruflich tatsächlich immer auf Achse. Schließlich

hat er einige Beauty-Kliniken aufgebaut,

in denen er regelmäßig Menschen zu mehr

Schönheit verhilft. Vor allem wegen seiner Fingerfertigkeiten

bei Schönheitseingriffen und

Haartransplantationen ist Bruce Reith gefragt.

Aber nicht nur die Promis lieben ihn dafür,

auch die Fachwelt setzt auf seine Expertise.

Weiß, wie Frauen und Männer noch schöner

werden: Schönheitschirurg Dr. Bruce Reith.

Bruce Reith ist wahnsinnig erfolgreich.

Ob am Bodensee, in Düsseldorf,

München oder Berlin: Der

Schönheitschirurg hat einige namhafte Kliniken

mitaufgebaut oder ist daran beteiligt.

Mit Promis, den Reichen und Schönen ist

er per Du. Nicht nur mit deutschen VIPs,

sondern auch mit Hollywoodstars. Klar,

dass er den Erfolg auch in vollen Zügen genießt.

Aber mit gutem Recht, wie er sagt:

„Ich habe mir alles hart erarbeitet, habe

nichts dem Zufall überlassen. Denn: Nichts

kommt über Nacht. Man muss Chancen erkennen

und nutzen.“

© Markus Schröpfer

Wenn Bruce Reith zur Party lädt, sind sie dabei:

Oliver Pocher, die Models Yusra, Lara, Chiara und Sabine Fischer.

66


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

© privat

Privates Dinner mit Starbesetzung (v. r.): Bruce Reith mit seinem

besten Freund, den Hollywoodproduzenten Andreas Klein, Arnold

Schwarzenegger und Ralf Möller im Stanglwirt in Kitzbühel.

© Schneider Press

Die Gelegenheit beim Schopfe packen,

heißt es. Dabei sah es anfangs nicht danach

aus, dass Bruce Reith mal Spezialist

für Haartransplantation, Fettabsaugung

und minimalinvasive Behandlungen werden

könnte. Was allerdings früh deutlich

wurde: Er ist sehr intelligent. Im Bundeswettbewerb

Mathematik gewann er den

zweiten Preis. Mit 19 Jahren machte er an

der Börse mit Devisenspekulationen seine

erste Million. Aber Bruce Reith ist nicht nur

ein Meister der Analyse, sondern hat auch

ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden.

Deshalb fühlt er sich in Gegenwart von Investmentbankern

und Spekulanten nicht

wohl, wie er sagt. Er schwenkt auf Medizin

um, verdient nebenbei „auf ehrliche Art

und Weise“ Geld mit typischen Studentenjobs.

Aus seiner Studienzeit bleiben ihm

zwei Uniabschlüsse, einer in Medizin und

einer in Public Health, und die Erkenntnis:

Man sollte den Blick auf Wertschöpfung

richten, nicht auf

Geldschöpfung.

Als Arzt zieht es ihn zur Ästhetischen Chirurgie.

So ausgeprägt wie seine Intelligenz

ist auch sein Sinn für Ästhetik. Er hat den

gewissen Blick dafür. „Ich liebe alles, was

schön ist. Vor allem Frauen“, sagt Bruce

Reith und lächelt. Seine Freundinnen sind

in der Tat immer bildhübsch. Er gibt aber

auch zu: „Ich hätte mit dieser Vorliebe aber

genauso gut Kunsthändler werden können.“

Zum Glück für seine vielen Patienten

ist er aber bei der Chirurgie geblieben, hat

bei dem Besten der Besten gelernt und alle

Hebel in Bewegung gesetzt,

um überhaupt bei

ihm arbeiten zu dürfen.

„Er ist der Mozart

der Chirurgie“,

sagt Bruce Reith über seinen Lehrmeister

Ivo Pitanguy. Zweieinhalb Jahre war Bruce

Reith bei ihm in Rio de Janeiro und hat weit

mehr gelernt als chirurgische Techniken.

Das Fellowship habe ihn verändert. Die

Menschen in Brasilien seien zwar arm, aber

nicht unglücklich. „Ich habe gelernt, dass

man kein Geld braucht, um glücklich zu

sein. Auch das Aussehen ist nicht wichtig,

sondern das Gefühl in dir. Das macht dich

glücklich.“ Seitdem definiert Bruce Reith

Erfolg für sich neu: „Erfolg macht nicht

glücklich. Wenn man aber glücklich ist, ist

man auch erfolgreich.“

Zum Erfolg gehört auch Scheitern, ist Bruce

Reith überzeugt.

„Man muss auch mal eine

Schlacht verlieren, um den Krieg

zu gewinnen. Fehler sind nicht

das Problem.

Sie nicht zu korrigieren, das ist das Problem.“

Bestes Beispiel sei seine Arbeit

zum PhD (Doctor of Philosophy) in Public

Health gewesen, deren Anforderungen

im Vergleich zur normalen Dissertation er

unterschätzte. Wider Erwarten sei sie förmlich

„in der Luft zerrissen worden“. Er ließ

sich aber nicht entmutigen, überabeitete

alles und legte schließlich eine beachtliche

Waren lange Zeit ein Traumpaar: Bruce Reith und Indira Weis,

die ehemalige Sängerin der Band Bro’Sis. Beide sind nach der

Trennung Freunde geblieben.

Arbeit vor. „Aus Fehlern lernt man“, sagt

Bruce Reith und ist dankbar für diese Erfahrung.

Denn in der Fachwelt wird er heute

für seine akribische und fundierte Arbeit

geschätzt. Jedes Jahr nimmt er an zehn,

zwölf Kongressen teil, wird oft als Referent

eingeladen. Den intellektuellen Austausch

mit Kollegen liebt er. Eigentlich kann man

sagen: Alles, was Bruce Reith macht, macht

er „mit Liebe, Lust und Leidenschaft“. Auch

die Arbeit.

„Ich liebe es, mich manisch auf

Dinge zu versteifen, die mich interessieren.“

Wenn er operiert, konzentriert sich Bruce

Reith „zu 100 Prozent“, verdrängt alles andere

aus seinem Kopf. Vor sieben Jahren,

2013, war das seine Rettung, wie er heute

im Rückblick auf einen seiner schlimmsten

Tage im Leben sagt. Er wollte gerade von

einem Kongress in den USA nach Deutschland

zurückfliegen, als ein Amokläufer am

Flughafen von Los Angeles um sich schoss.

Bruce Reith wurde bei der Schießerei am

Bein verletzt. Um den Amoklauf zu verarbeiten,

stürzte er sich in die Arbeit, operierte

viel. Dabei ging er noch an Krücken.

„Aber die Arbeit war die beste Therapie für

mich.“ CR

67


SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

„INTEGER

BLEIBEN“

Er gilt als König des Trash – Uwe Boll ist Filmregisseur,

Produzent und Drehbuchautor.

Von einigen Kritikern ist er als „schlechtester Regisseur

aller Zeiten“ verrufen. Über seine Filme gibt es Verrisse

en masse und die Goldene Himbeere hat er auch schon

bekommen. Aber eben auch den Preis für den besten internationalen

Film auf dem New York International Independent

Film & Video Festival. Uwe Boll (Jahrgang 1965)

polarisiert. Auch, weil er unbequem und systemkritisch

ist. Allen Unkenrufen zum Trotz ist Boll ein sehr erfolgreicher

Filmemacher von bisher 32 Filmen und vor allem

ein findiger Geschäftsmann, wenn es um die Finanzierung

und Vermarktung von Filmen geht. Boll ist ein Dickkopf

und Macher, der sich nicht unterkriegen lässt und gerne

dicke Bretter bohrt.

Herr Boll, Sie haben nicht immer den

einfachsten Weg in Ihrer Karriere

gewählt und scharen eine Traube

an Kritikern hinter sich. Was würden Sie

Ihrem jüngeren Ich raten?

Ich war zu ungeduldig und zu undiplomatisch.

Man kann seine Ziele auch erreichen,

ohne so viel verbrannte Erde zu hinterlassen

wie ich. Trotzdem muss man eben auch

in der Lage sein, Widerstände zu

umgehen und gegebenenfalls

zu brechen.

Sind Sie auf viele Widerstände gestoßen?

Hunderte! Aber man muss seinen Weg gehen,

integer bleiben und seine Ziele nicht

aus den Augen verlieren. Und guter Rotwein

hilft …

Was würden Sie als Ihre wichtigsten Karriereschritte

bezeichnen?

Dass ich selber in der Finanzbranche Fuß

gefasst habe, um unabhängig von der Filmförderung

international Filme machen zu

können. Außerdem habe ich ab 2000 internationale

Spielfilme in Englisch für den

Weltmarkt gedreht. Das war ein extrem

wichtiger Schritt, ohne den meine Karriere

extrem kurz geworden wäre. Nach meinem

letzten deutschen Film (Das erste Semester,

1996) brauchte ich vier Jahre für diesen

Schritt.

Sie können heute auf 32 Filme zurückblicken

und haben sich 2018 offiziell zurückgezogen.

Treibt Sie beruflich noch etwas

an?

Ich habe jetzt drei Jahre keinen Film gedreht

und es Zeit, wieder loszulegen. Es

gibt einige Geschichten, die ich gerne erzählen

will. Deutschland im Winter, ein

Politthriller, wird mein nächster Film werden,

der erzählt was passiert, wenn die

Rechten Deutschland wieder regieren.

Sie nehmen also doch wieder im Regiestuhl

Platz. Hatten Sie eigentlich einen

Mentor, der Ihnen gerade am Anfang geholfen

hat?

Einen Mentor oder Unterstützer hatte ich

nie.

Ich hätte gerne einen Bernd-

Eichinger-Typen gehabt, der

mich unterstützt

bzw. produziert hätte. Nur kam nie einer

und da musste ich es dann nach dem Motto

„Raben fliegen im Schwarm,

Adler fliegen allein!“ machen.

Was wären Sie eigentlich geworden, wenn

Sie kein Filmemacher wären?

Bundeskanzler, weil Deutschland Resultate

braucht. RK

Fotos: © Lichtwerker.ruhr

68


EINE ERFOLGSSTORY

seit 1972


70


SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

„ICH GEBE EINFACH

NICHT AUF“

Prof. Susanne Porsche ist als Film- und Fernsehunternehmerin

seit über zwanzig Jahren eine feste und erfolgreiche

Größe im Mediengeschäft.

Film- und Fernsehunternehmerin

Susanne Porsche ist Trägerin des

Bundesverdienstkreuzes.

Mit einem klaren Ziel vor Augen

machte sie sich bereits mit 27

Jahren selbstständig. „Mein Vater

war mein großes Vorbild. Auch er war

selbstständig und von ihm wusste ich, dass

man als Selbstständige dann selbst und

ständig arbeitet. Auch am Wochenende.

So habe ich es von Beginn an gemacht. In

den ersten Jahren wollte und konnte ich

keinen Urlaub nehmen“, weiß sie aus ihren

Anfängen zu berichten. Susanne Porsche

gründete mehrere Produktionsfirmen, wie

1990 die MPS mediaproductions oder 2007

die summerset GmbH. 2010 übernahm sie

die Neue Münchner Fernsehproduktion.

Dabei hatte sie ursprünglich Ärztin werden

und in die Krebsforschung gehen wollen.

Das Medizinstudium begann sie zwar, doch

schon bald entdeckte sie ihre Faszination

für die Medienlandschaft. Nach einem Vorsprechen

wurde sie als Moderatorin engagiert.

„Ich muss sagen,

dass viele glückliche Umstände

meinen Weg geprägt haben,

wobei sehr schnell für mich feststand, dass

ich Produzentin werden möchte.“ Bis dahin

folgten allerdings noch viele Schritte. Sie

arbeitete als Regieassistentin, Regisseurin

und Redakteurin.

„Ich habe alles gemacht und immer

Learning by Doing.

Ich weiß aber, dass ich damals einfach

immer im richtigen Moment am richtigen

Platz war.“

Doch allein das perfekte Timing hat aus

Susanne Porsche nicht die Erfolgsfrau gemacht,

die sie heute ist. Angesprochen auf

ihre Stärken kommt die prompte Antwort:

„Ich gebe einfach nicht auf! Außerdem bin

ich mutig, habe Humor und ich bin ziemlich

fleißig, auch wenn das früher nicht

sehr angesagt war.“

Seit 1980 ist die heute 68-Jährige als selbstständige

Produzentin aktiv. Seit einigen

Jahren investiert Susanne Porsche auch in

Start-up-Unternehmen. „Das ist für mich

eine Berufung. Ich investiere Geld und

möchte, dass es auch fließt. Gleichzeitig

treibt mich das aber auch beruflich an.

Wenn ich den jungen Menschen mein Wissen

vermitteln kann, dann ist das auch ein

Erfolg.“

Ein Thema, dem sich Susanne Porsche

schon sehr lange widmet, ist die Position

der Frauen in Unternehmen. Seit 1990 ist

sie Vorstandsmitglied der Europäischen

Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft.

„Ich sehe in so vielen Unternehmen

noch immer, dass Frauen, die noch keine

Kinder haben, schwerer eingestellt werden

als ein Mann. Gerade als Frau sollte man

sich überlegen, was man für einen Weg einschlagen

möchte. Ich kann aber nur jeder

Frau raten, Kinder zu bekommen. Auch,

wenn sie Karriere machen möchten. Am

besten sehr früh, wenn man den richtigen

Mann dazu hat. Es ist

das Schönste auf der

Welt. Zudem können

Frauen sehr gut beides

unter einen Hut bringen.

Ich habe übrigens noch keine

Frau getroffen, die den Wickeltisch

mit dem Schreibtisch verwechselt

hat.“

Susanne Porsche hat selbst zwei Söhne.

Wobei sie ihre damalige Situation gut einordnen

kann: „Als ich mit vierzig Jahren

mein erstes Kind bekommen habe, war

meine Karriere schon auf dem Höhepunkt.

So konnte ich mir alles gut einrichten. Meine

Kinder standen immer an erster Stelle,

erst danach kam die Arbeit. Es kommt nicht

auf die Quantität, sondern auf die Qualität

der Zeit an, die man mit seinen Kindern

verbringt.“

Susanne Porsche ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.

2002 wurde ihr vom

österreichischen Bundesministerium für

Bildung, Wissenschaft und Kultur für ihr

kulturelles Engagement und ihr Wirken als

Produzentin der Professorentitel verliehen.

Doch woraus schöpft diese vielschichtige

und erfolgreiche Frau ihre Kraft? „Aus der

Liebe zum Leben und zu den Menschen. Ich

bin neugierig und ein rundweg positiver

Mensch.“ Susanne Porsche weiß,

der Weg Richtung Erfolg geht

nur, wenn man ein Ziel vor Augen

hat.

Man muss wissen, dass der gerade Weg

nicht immer der richtige ist und dass man

manchmal in eine Sackgasse läuft, um dann

wieder umzukehren und die nächste Weggabelung

zu nehmen. Und dass bei allem

Fleiß und Mut immer auch ein Quäntchen

Glück dazugehört. DU

Susanne Porsche am Set von „Der Alte“. Von links: Thimo Meitner (Lenny Wandmann), Stephanie Stumph (Annabell

Lorenz), Ludwig Blochberger (Tom Kupfer), Produzentin Susanne Porsche, Jan-Gregor Kremp (Richard Voss) und

Regisseur Michael Kreindl.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

EINFACH

LOSFAHREN

Mit „Hanse Mondial“ einfach losfahren mit wenig Aufwand – das verspricht Firmengründer

Julien Figur seinen Kunden. Zusammen mit seinem Bruder Chris und zwei Freunden,

Emmanuel Stover und Tobias Warnecke, lenkt er die Full-Service-Mobilitätsagentur

für europaweite Buslogistik sicher und souverän. Auch in schwierigen Zeiten bleibt

der 33-Jährige ruhig am Firmensteuer: Obwohl die gesamte Branche wegen Corona in

Schieflage geriet, steht die Ampel für die Hamburger Agentur weiterhin auf Erfolgskurs.

JULIEN FIGUR

– GRÜNDER –

© Jochen Brunkhorst

Fotos: © Liqui Moly GmbH

Die Coronakrise hat viele in Bedrängnis gebracht. Um die Politik auf

die Notsituation der Busbranche aufmerksam zu machen, hat Julien

Figur im Mai 2020 eine Busdemo in Hamburg organisiert. Hier sieht

man Julien Figur beim Einweisen von Reisebussen. Es waren 150 Busse

bei der Demo in Hamburg dabei.

© Constantijn Gubbels

Wer in den Bus statt ins Auto steigt, um von A nach B zu kommen, hilft der

Umwelt. Eine nachhaltigere Reisealternative gibt es laut Julien Figur nicht.

72


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

Das Coronavirus hat den Alltag aller

drastisch verändert, sogar ganze

Wirtschaftszweige in die Knie gezwungen.

Die Reisebranche wurde durch

das Virus an die Wand gefahren. Eine

schwierige Zeit auch für Julien Figur. Er

nutzte die Zeit, ins Team zu investieren,

Prozesse und Strukturen aufzusetzen. Auch

sein Netzwerk baute er aus. Denn statt eine

eigene Busflotte aufzubauen, setzt „Hanse

Mondial“ auf ein bundesweites Netzwerk

aus über 1.000 Bus- und Reiseunternehmen,

deren Reisebusse und Limousinen er

im Auftrag seiner Kunden mietet und einsetzt.

Egal, ob jemand komplexe Touren

und Routen, regelmäßige

Transfers und Shuttlefahrten

oder einfache Transfers

von A nach B braucht,

egal, ob es sich um fünfzig

Personen oder 50.000 handelt

– Julien Figur und sein

Team kümmern sich darum,

dass am gewünschten

Tag alle pünktlich, sicher

und bequem ihr Ziel erreichen.

Und auch noch nachhaltig.

Gerade das ist Julien

Figur wichtig. Denn das

Coronavirus zwinge uns

zum Umdenken, sagt er.

„Wir müssen nachhaltiger

leben und

unsere Einstellungen

überdenken.“

Unser aller Ziel müsse sein,

der nächsten Generation

die Erde wohlbehalten zu

übergeben. „Aber dafür müssen wir uns

und unser gesellschaftliches Verhalten tatsächlich

ändern.“

Mobilität, Reisen und Umweltschutz, passt

das überhaupt zusammen? Für den 33-Jährigen

keine Frage: Wer statt ins Auto in den

Reisebus steigt, um von A nach B zu kommen,

ist klimaschonend unterwegs, belastet

die Erde im Vergleich zum Pkw mit nur

einem Viertel an CO 2-Ausstoß pro Kilometer.

Deshalb will Julien Figur noch viel mehr

Menschen dazu bewegen, auf den Reisebus

umzusteigen. Im Gespräch mit ihm wird

deutlich, wie sehr ihn das Thema Nachhaltigkeit

umtreibt. Während des Lockdowns

hat er den Podcast „Mobilität der Zukunft“

gestartet. In dem Podcast diskutieren Experten,

Meinungsführer und Unternehmer

darüber, wie sich Mobilität im Hinblick auf

Digitalisierung und Umweltschutz verändern

wird. Mit dabei waren bereits Interviewgäste

wie z. B. Nachhaltigkeitsaktivist

Marc Buckley, Zukunftsforscher Dr. Stefan

Carsten und CDU-Politiker Dr. Christoph

Ploß. „Die Zukunft sieht in meinen Augen

so aus, dass der Mobilitätsmix im urbanen

und ländlichen Raum digital und on demand

über das Smartphone buchbar sein

wird. Die Buslogistik der Zukunft ist autonom“,

ist Julien Figur überzeugt. Und genau

diese Vision treibt ihn an.

Inspiriert hat ihn sein früherer Chef, ein

Julien Figur im Interview mit Hamburg 1 auf

dem Jungfernstieg im Rahmen der Busdemo.

Visionär. „Von ihm habe ich unglaublich

viel gelernt“, sagt Julien Figur. In die Firma

kam er eher zufällig. Nach Abitur und

Wehrdienst studierte er berufsbegleitend

BWL und heuerte bei einem Unternehmen

an, dass Busse vermietet. Für ihn goldrichtig,

wie sich herausstellte. Er konnte viele

Erfahrungen sammeln und eigenverantwortlich

arbeiten.

„Allerdings habe ich schon in

der 8. Klasse immer gesagt, ich

will später mein eigener Chef

werden“,

erinnert sich Julien Figur. Im USA-Urlaub

kam er zur Ruhe, dachte viel nach. Am

Sandstrand von Florida trifft er eine Entscheidung:

„Ich mache mich selbstständig.“

Er wollte nicht wie sein Vater in einem

„Konzerndschungel gefangen die Karriereleiter

hochklettern“. Sein Vater habe zwar

in den Augen vieler Menschen Erfolg gehabt,

aber „er war nie wirklich frei“. Aber

gerade das ist für Julien Figur die Definition

von Erfolg: Freiheit, zum Beispiel die Freiheit,

eigene Ideen und Visionen umzusetzen.

Er sagt:

„Erfolg messe ich nicht an der

Größe eines Hauses,

an der Anzahl

schneller Autos

oder anhand des

Bankkontos.“

Wieder zurück in Deutschland

schrieb er einen

Businessplan und setzte

sich ein Datum. Ein halbes

Jahr später war „Hanse

Mondial“ gegründet – mit

dem Ziel, den Kunden die

Busvermietung so einfach

wie möglich zu machen.

Ein Auftrag, um alles andere

kümmert sich die

Agentur. Oder wie auf

der Webseite versprochen

wird: „Einfach losfahren

mit wenig Aufwand“. Das

passt auch zu Julien Figurs

Erfolgsmodell, „einfach

machen“. „Nicht zu

lange überlegen, nicht zu

viel über mögliche Probleme nachdenken.

© Constantijn Gubbels

Eine Idee kann man auch totplanen

und irgendwann ist der Zug

abgefahren.“

Angst, mit einer Idee zu scheitern, hat er

nicht. „Aus Fehlern kann man lernen. In

der Rückschau gibt es keine Rückschläge.

Es sind vielmehr Chancen, um nicht zu

sagen, Sprungschanzen für etwas Neues.“

Er hofft, dass auch Corona in der Rückschau

eine Sprungschanze sein wird und

viele umdenken lässt, was den eigenen Lebensstil

angeht. „Die Krise kann auch eine

Chance sein. Nutzen wir sie.“ CR

73


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

IN ETAPPEN

ZUM ERFOLG

Dass Professor Dr. Mark Obermann heute Ärztlicher Direktor der Asklepios Kliniken Schildautal

in Seesen und Direktor des dazugehörigen Zentrums für Neurologie ist, verdankt

er neben seiner Qualifikation und seinem Fleiß auch einer Entscheidung, die er schon vor

Jahren traf.

PROF. DR. MARK OBERMANN

– ÄRZTLICHER DIREKTOR –

Fotos: © Obermann

Auch beim Thema Corona ist das Wissen des

Neurologen gefragt.

74


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

Professor Dr. Mark Obermanns Blick ist

stets nach vorne gerichtet.

Fotos: © Obermann

Von hier aus leitet der 44-Jährige die Geschicke der

Asklepios Kliniken Schildautal in Seesen.

Allein Professor Dr. Mark Obermanns

Curriculum Vitae ist länger

als so manche Bewerbung. Das

Kapitel Studium endet mit einer Professur

an der Universität Duisburg-Essen, das

der beruflichen Laufbahn schließt unter

anderem mit dem Titel des Ärztlichen Direktors

der Asklepios Kliniken Schildautal

in Seesen. Und auf den folgenden Seiten

tummeln sich schier unzählige Zusatzbezeichnungen,

Stipendien, Preise, Kooperationen

oder veröffentlichte Studien. Sein

Tag scheint 48 Stunden zu haben.

Angesichts dieses Pensums und der Fülle

an erbrachten Leistungen verwundert es

nicht, dass es Mark Obermann schwerfällt,

ein Karrierehighlight auszumachen. „Da

gab es viele“, sagt er und überlegt kurz.

„Ich kann mich noch daran erinnern,

wie ich in meinem damals

noch sehr kleinen Wohnzimmer

einen Freudentanz aufgeführt

habe, als meine erste

Forschungsarbeit in einem sehr

angesehenen Journal publiziert

wurde.“

Erfolgserlebnisse wie dieses, aber auch das

Wohl seiner Patienten und wissenschaftliche

Neugier sind Mark Obermanns Antrieb.

„Ich gehe sehr offen auf neue Sachen zu“,

erklärt er. Dazu gehöre auch, Verbesserungsvorschläge

und Kritik anzunehmen

und sie schließlich auch umzusetzen.

„Ich bin sehr direkt und ehrlich

im Umgang.

Das hat manchmal auch Nachteile, aber

viel öfter hat mich das nach vorne gebracht“,

erklärt er.

Dass Mark Obermann heute da steht, wo er

steht, verdankt er auch einer persönlichen

Schlüsselentscheidung: Nach seinem Studium

in Köln schlug er ein Angebot in der

Domstadt aus, um am Universitäts klinikum

Essen als Assistenzarzt anzuheuern. Dort

bekam er später die Gelegenheit, als Oberarzt

das Schwindelzentrum Essen aufzubauen.

„So ging dann die Karriere weiter.

Wenn ich mich damals anders entschieden

hätte, wäre es auch anders gelaufen“, sagt

er rückblickend.

Beruflichen Erfolg sieht der 44-Jährige als

Etappenarbeit. Man müsse sich immer realistische

Ziele setzen und diese schrittweise

verfolgen. „So hat man zwischendurch

Erfolgserlebnisse.

Manchmal ergeben sich über

solche Zwischenschritte auch

neue Möglichkeiten – oder die

Ziele ändern sich sogar.“

Über kleine und große Rückschläge dürfe

man dabei nicht zu lange sinnieren, ist er

sich sicher. Dementsprechend lautet Mark

Obermanns Erfolgsdreisatz auch: „Durchhaltevermögen,

Frustrationstoleranz und

soziale Kompetenz.“ JoR

75


AB 17. DEZEMBER IM KINO

NILAM

FAROOQ

CHRISTOPH MARIA

HERBST

CONTRA

NACH DER VORNAME

DER NEUE FILM VON SÖNKE WORTMANN

AB 23. DEZEMBER IM KINO


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

„KINO MACHEN IST

KEIN BERUF, SONDERN

LEIDENSCHAFT“

Magische Kinomomente gehören für Kinobetreiber Mathias Kemme zum täglichen Geschäft.

Als Inhaber und Geschäftsführer der K-motion-Häuser bringt er spannende Blockbuster

und feine Arthousefilme auf die Leinwände an 15 Standorten und zaubert Filmfans

ein Lächeln ins Gesicht. Ein Job, der glücklich macht!

Mit dem Disney-Klassiker

„Das Dschungelbuch“

fing alles

an. Zusammen mit seinen Eltern

und seinem Bruder tauchte

Mathias Kemme 1967 zum

ersten Mal in die wunderbare

Welt des Filmes ein und verliebte

sich sofort in die einzigartige

Magie des Kinos. Begeistert

vom Popocornduft und dem

Flimmern auf der Leinwand

wurde mit diesem Erlebnis der

Grundstein für seinen Traumberuf

gelegt.

Für den heute 56-jährigen Geschäftsführer

hat die Faszination

Film nichts von seinem

Glanz verloren. Ein Grund, warum

Mathias Kemme zusammen

mit seinem Geschäftspartner

Christof Gläser und einem achtköpfigen

Team auf innovative

Ideen an seinen Kinostandorten

setzt. „Der Glaube ans Kino gibt

uns in jedem Bereich Antrieb.

Sei es bei der Vermarktung unserer

Häuser oder der fortlaufenden Suche

nach geeigneten Bauprojekten und Grundstücken

für neue Standorte.

Kino zu leben, beinhaltet mehr

als nur das Genießen von großartigen

Filmen.“

Der Weg zum Erfolg führte Mathias Kemme

über verschiedene Stationen, die jedoch

immer mit dem Thema Kino verbunden

waren. Ob im Immobilienmanagement für

eine Multiplexkette oder als Förderer von

vielversprechenden Filmprojekten: Kino

spielt im Leben des gebürtigen Westafrika-

Inhaber und Geschäftsführer der K-motion-Häuser

Mathias Kemme mit Geschäftspartner Christof Gläser.

ners eine wichtige Rolle.

„Kino machen ist kein Beruf, sondern

Leidenschaft“, sagt Kemme, der 2006

die laufenden Geschäfte der

K-motion-Kinobetriebe federführend

übernahm. „Man lässt

sich auf jeden Film ein und

möchte die Freude am Film mit

den Kinogästen teilen. Egal, ob

es sich um millionenschwere

Produktionen wie James Bond

oder deutlich kleinere Projekte

aus dem europäischen Raum

handelt. Das Geheimnis liegt in

der Art, Filme zu betrachten und

jedes Projekt mit gleicher Sorgfalt

auszuwerten. Diese Herangehensweise

federt auch Rückschläge und

nachhaltige Umbrüche in der Branche

ab.“

Trotz des Zuwachses an Streamingdiensten

und den veränderten

Sehgewohnheiten der Filmliebhaber

hat sich Kemme vom Wandel

der Industrie nicht verunsichern

lassen. „Es braucht finanzstarke

Partner, die an das Kino glauben

und sich auf Veränderungen einlassen.

Daraus entwickeln sich

neue Alleinstellungsmerkmale, die

auf Technikupgrades oder Investitionen

in neue Gebäude beruhen.

Alles, um auf dem neuesten Stand

zu bleiben und Gäste für das Kino

weiterhin zu begeistern.“, sagt

Kemme. „K-motion lässt sich auf

diesen Wandel ein und testet sich

an verschiedenen Gästekonzepten

aus. Einige gelingen, andere nicht.

Den Stillstand zu wählen,

wäre jedoch der deutlich

größere Fehler.“

Eine mutige Erfolgsformel, wie sie kein

Drehbuchautor besser formulieren könnte.

77

Neueste Technik für ein immer aufregendes

Kinoerlebnis – an 15 Standorten.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

REVOLUTION

DER MARKT-

FORSCHUNG

Jonathan Kurfess ist einer von „30 unter 30“,

die unsere Zukunft gestalten. Das sagt das

Forbes-Magazin. Keine Frage: Der 30-jährige

Hamburger hat das Potenzial dazu, die

Marktforschung zu revolutionieren. Er kann

Unternehmen in wenigen Stunden sagen, wie

ihre Zielgruppen ticken. Vorbei die Zeiten, in

denen man drei Monate auf ein Ergebnis warten

musste. Mit seiner Plattform „Appinio“

erreicht er sogar Zielgruppen, die für klassische

Marktforschung kaum noch erreichbar

sind: zum Beispiel Millennials.

Er revolutioniert mit seiner Plattform „Appinio“ die

Markt forschung: Jonathan Kurfess.

Fotos: © Karsten Eichhorn

Teambesprechung (v. l.): Jonathan Kurfess

mit Kai Granaß (CTO) und Max Honig (COO),

die mit ihm das Unternehmen führen.

Wer etwas verkaufen möchte,

muss wissen, wie seine Zielgruppe

tickt. „Leider ist Marktforschung

nicht nur extrem wichtig, sondern

auch unverhältnismäßig aufwendig

und teuer“, sagt Jonathan Kurfess und

denkt dabei an seine Zeit bei einem großen

Konsumgüterhersteller. Während er BWL

studierte, arbeitete er berufsbegleitend im

Marketing. Und hier dauerte es oft Monate,

bis ein Marktforschungsinstitut Ergebnisse

lieferte, auf deren Basis Entscheidungen

getroffen werden. „Ein sehr langsames

und träges System“, fand er. Mit 22 Jahren

kam er auf die Idee, eine digitale Plattform

zu entwickeln, die Marktforschung automatisiert

und digitalisiert und somit auch

schneller und günstiger ist.

Doch für seine Idee interessierte sich niemand

in der Firma. Nach seinem Bachelorabschluss

kündigt er, meldet sich arbeitslos.

„Das war ein krasser Schritt für

mich.“

Ein Jahr gibt er sich Zeit. Mit einem Freund,

dem jetzigem CTO, entwickelt er die Plattform

in einer kleinen Abstellkammer in

Hamburg. Anfangs wird er noch von Marketingprofis

belächelt, wenn er die Plattform

auf Events vorstellt. Heute, sechs Jahre später,

hat er über 700 Firmen in seiner Kundendatei.

„Die Hälfte der DAX-Konzerne

nutzen Appinio“, freut sich Jonathan Kurfess

über seinen Erfolg.

Seine Motivation, die ihn jeden Tag antreibt:

„Ich will die Marktforschung demokratisieren.“

Er versteht sich auch als

Unternehmer mit sozialer Verantwortung,

unterstützt Projekte, legt viel Wert auf

Nachhaltigkeit. „Diese Freiheit habe ich“,

sagt er. Denn er hat das Unternehmen aufgebaut

„ohne am Tropf von Investoren zu

hängen“. Darauf ist er stolz. Damit will er

jungen Gründern, die gerade am Anfang

stehen, Mut machen.

„Mein Rat: Glaub an dich. Das ist

die Basis für Erfolg.

Selbstzweifel hemmen dich nur. Versuche

außerdem so lange es geht, deine unternehmerische

Unabhängigkeit zu bewahren.“

CR

78


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SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

GEWISS KEIN

„SAMT-

PFÖTCHEN“

Früher stellvertretende Bundestagsfraktionsvorsitzende

der CDU/CSU, Staatssekretärin in

zwei Ministerien und Hauptgeschäftsführerin

beim Verband kommunaler Unternehmen,

nun Vorstandsvorsitzende der Westenergie

AG und Vorsitzende im Nationalen Wasserstoffrat:

Seit mehr als zwei Jahrzehnten

mischt Powerfrau Katherina Reiche Männerdomänen

auf. Dabei ist sie stets Familienmensch

geblieben – und genau das ist Teil

ihres Erfolgsrezept.

© Westenergie AG

Hat schon einen beeindruckenden Weg hinter sich:

Westenergie AG Vorstandsmitglied Katherina Reiche.

Dass Katherina Reiche heute in der Position

ist, die Zukunft aktiv mitzugestalten, er-

Ohne das iPhone geht bei Katherina

Reiche nichts. Denn jemand, der

die Geschicke des größten deutschen

Verteilnetzbetreibers mit mehr als

15 Standorten leitet und sich dazu in verschiedenen

Räten der Bundesregierung engagiert,

ist viel unterwegs. „Ich verbringe

viel Zeit im Auto. Ohne mein iPhone kann

ich nicht arbeiten. Ich kommuniziere viel

über SMS und WhatsApp. Übrigens nicht

nur beruflich, sondern

ich organisiere auch unsere Familie

via Smartphone“,

verrät Reiche. Doch die dreifache Mutter

organisiert die Familie nicht nur, sie lebt

die Familie. Im heimischen Brandenburg

macht der Tausendsassa seinen Kopf frei

für neue Ideen und tankt Energie.

Stichwort Energie: Die begleitet Reiche

schon seit Jahrzehnten: Erst während ihres

Studiums der Chemie, dann in ihren politischen

Betätigungsfeldern und jetzt als

Vorstandsvorsitzende bei der Westenergie

AG sowieso.

„Wer nicht für ein Thema brennt,

kann schwerlich Erfolg haben“,

sagt sie. Umso mehr erfüllt es die 47-Jährige

mit Stolz, dass sie in ihrer Funktion nun

einen Beitrag zum Klimaschutz und zur

Energiewende leisten kann. Dieses soziale

Gewissen, gepaart mit dem Gespür für aktuelle

Entwicklungen, ist Reiches Antrieb,

Erfolgsrezept und Ziel zugleich. Denn:

„Erfolg geht immer einher mit Verantwortung.“

klärt sie mit drei Charaktereigenschaften:

„Leidenschaft, Disziplin und Engagement.“

Trotzdem ist es alles andere als selbstverständlich,

dass sie heute da steht, wo sie

steht. „Ich habe mein ganzes Arbeitsleben

in einer von Männern dominierten Welt

verbracht. Das gilt sowohl für die Politik als

auch die Energiebranche.

Diese Welt erfordert von uns

Frauen ein besonderes Maß an

Engagement und Durchhaltevermögen.“

Daher ist es ihr ein besonderes Anliegen,

andere Frauen zu ermutigen, nicht auf

„Samtpfötchen durch die Welt zu schleichen“,

sondern sich mit Härte, Ehrgeiz,

Konsequenz und Rückgrat ihren Weg zu

bahnen. „Das dürfen ruhig auch weibliche

und nicht nur männliche Eigenschaften

sein.“ JoR

80


Am Rande des Schwarzwalds ...

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Erkenntnis:

"Nur wenn ganz klar ist, wo genau

die Tumorzellen sitzen, kann eine

Operation, aber vor allem eine

hochmoderne Strahlentherapie,

zielgenau die Erkrankung angreifen."

PD Dr. Christian Weißenberger

hat erkannt, dass nur eine enge

Verzahnung von High-Tech-

Diagnostik mit hochwirksamer

Krebstherapie für die Patienten die

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und Brustkrebs, aber auch bei Erkrankungen

Freiburg verfolgt das Konzept,

des zentralen Nerven-

systems hat die viel höhere Auflösung

höchste medizinische Kompetenz,

High-Tech-Medizin und menschli-

dieses MRTs eine immense che Zuwendung für Patientinnen

Bedeutung. Für den Patienten und Patienten zu vereinen.

wichtige Weichteilbefunde sind

Die Einrichtung partizipiert bei

hier häufig sehr klein.

zertifizierten Tumorzentren. Hier

Ein PET/CT-Gerät zielt auf den erarbeiten Krebsexperten aus unterschiedlichen

Stoffwechsel der Zellen ab: Tumorgewebe,

Disziplinen indivi-

aber auch entzündetes duelle Therapieempfehlungen.

Gewebe, lässt sich mit der injizierten

radioaktiven Substanz sehr

genau identifizieren. Das hochmoderne

Gerät in Freiburg kommt

dabei mit geringsten Strahlendosen

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SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

„DAS IMAGE VOM

TRAUMMANN

SCHLEIFT SICH IM ALLTAG SCHNELL AB“

Durchtrainiert, schelmisches Grinsen und ein Timbre in der Stimme, das Millionen Frauen

die Knie weich werden lässt: Henning Baum gilt als der Prototyp des kantigen Traummanns.

Stark macht den „letzten Bullen“ aber nicht nur sein tägliches Training, sondern vor allem

sein Glaube an Gott.

© Ian Siepmann

geht nicht. Man muss zum

Beispiel aufpassen, dass man

die Zeit nicht am Handy verdaddelt.

Ich neige leider dazu, Zeit

auf Instagram zu vertrödeln

… Ist ja auch hochinteressant.

Deshalb habe

ich mir selbst eine 15-Minuten-Sperre

am Tag für

Instragam eingestellt. Nach

dieser Zeit erscheint eine

Sanduhr und ich kann nicht

mehr drauf.

Viele kennen ihn als „der letzte Bulle“: Schauspieler Henning Baum.

Wie wichtig ist der Faktor Glück,

um Erfolg zu haben?

Glück hat auf Dauer nur der

Tüchtige. Ein Beispiel: Ich hatte nach

meinem Schauspielstudium ein Anfängerengagement

am Theater. Das erste Stück

lief gut, aber beim Zweiten habe ich gemerkt,

dass ich nicht genug gefordert werde.

Da habe ich das Theater wieder verlassen

– ohne etwas in der Hinterhand. Ich

hatte nur Selbstvertrauen und Gottvertrauen,

dass das schon den richtigen Verlauf

nehmen wird.

Vermutlich ist einer der Schlüssel

zum Erfolg und zum erfüllten

Dasein, bereit zu sein, sicheres

Terrain zu verlassen.

Sie sind mehrfacher Vater – wie finden

Sie die Balance zwischen Absicherung der

Familie und Risikobereitschaft?

Wenn man Familie hat, geht man keine

sinnlosen Risiken ein. Aber wenn ich auf

mein Berufsleben von 23 Jahren zurückblicke,

hatte ich immer wieder Kipppunkte:

Ob es eine Festanstellung im Ensemble

war oder Serien, die erfolgreich liefen – ich

habe dort trotz des sicheren Einkommens

einfach keine weitere Entwicklung gesehen.

Da würden einem viele Leute einen

Vogel zeigen. Aber ich habe das Gottvertrauen,

dass mir der richtige Weg gewiesen

werden wird. Materieller Wohlstand ist

zwar sehr angenehm, aber das allein macht

Erfolg nicht aus.

Müssen Sie diszipliniert sein?

Ja, sehr. Das ist aber nicht so schlimm, ich

habe mich daran gewöhnt. Ich brauche

Struktur. Es ist ja nicht so, als würde ich

von selbst fit, wach, stark und talentiert

bleiben. Ich kann mich also nicht die ganze

Zeit gehen lassen. Zeit zu verschwenden,

Das heißt, Sie schalten

potenzielle Versuchungen

schon im Vorfeld aus … ?

Ich würde wahrscheinlich

sehr gut funktionieren,

wenn ich beim Militär

wäre und einen ganz

strukturierten Tagesablauf hätte. Es

würde mir die Sache leichter machen. So

muss ich den inneren Feldwebel bei mir

selbst installieren.

Für viele Frauen sehen Sie DER Traummann.

Wie fühlt sich das an?

Das freut mich, wenn Sie das sagen. Ich bin

ja nicht frei von Eitelkeit.

Aber ich bin ein ganz normaler

Typ, der Unzulänglichkeiten hat.

Ich bin auch nicht immer charmant. Ich

muss, wie die meisten Menschen auch,

daran arbeiten, dass ich mich freundlich

benehme, statt mich einer unausgeschlafenen,

cholerischen Neigung hinzugeben. So

ein schönes Image schleift sich im Alltag

doch ziemlich schnell ab, besonders, wenn

man eine Familie hat. Das ist ein gutes Mittel

gegen Höhenflug. JR

83


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

ER MACHT

PFLEGE(N)

LEICHTER

Unsere Gesellschaft wird immer älter – das macht Pflege zu einem zentralen Zukunftsthema.

Dr. Alexander König will mit den Assistenzsystemen seines Start-ups Reactive Robotics

das Leben der Patienten und auch der Pflegenden erleichtern. Der 41-jährige Gründer hat in

Amerika studiert und war als Postdoktorand an der Harvard Medical School tätig. Da ist es

logisch, dass sein nächstes Ziel ist, auch den US-Markt zu überzeugen.

© Reactive Robotics GmbH

Bei einer Präsentation von technologischen

Highlights im Bereich Künstliche

Intelligenz an der Munich School

of Robotics and Machine Intelligence

(MSRM) der Technischen Universität

München stellte Dr. Alexander König

(CEO von Reactive Robotics) sein

System VEMO der Bundeskanzerlin

Dr. Angela Merkel und dem Bayrischen

Ministerpräsidenten Markus Söder vor.

Wie genau funktionieren Ihre

Assistenzroboter?

Wir wollen Pflegekräfte und

Therapeutinnen in Ihrer Arbeit unterstützen.

Dafür haben wir eine Art Exoskelett –

eine äußere Stützstruktur – erfunden, die

robotisch-assistierte Frühmobilisierung er -

möglicht. Die Patienten können in einem

speziell entwickelten, vertikalisierbaren

Intensivbett eine Gangtherapie machen,

ohne das Bett verlassen zu müssen. Studien

zeigen, dass sich die Liegezeit und das Risiko

von Sekundärkomplikationen dadurch

verringert. Bisher wäre diese Therapie aber

bei Schwerbetroffenen manuell nur mit hohem

Personalaufwand und hoher körperlicher

Belastung für die Pflegekraft möglich

gewesen. Durch unser System kann sie jetzt

durch nur eine Person und ohne großen

Kraftaufwand umgesetzt werden.

Was sind die größten Schwierigkeiten in

Ihrer Branche?

Bis man ein Produkt in der Realität ausprobieren

kann, können Jahre vergehen. Wir

haben fast fünf Jahre gearbeitet, bevor wir

den ersten Patienten therapieren konnten.

Das Medizinproduktegesetz erlaubt Tests

mit einem unfertigen, nicht zertifizierten

Produkt nur in extrem begrenzten Umfang,

also entwickeln die meisten Firmen zu

Ende und stellen sich dann erst dem Markt

und der Realität.

Bis dahin muss man durchhalten.

Warum lohnt es sich, in Reactive Robotics

zu investieren?

Robotik wird in Zeiten einer alternden Gesellschaft

einer der fundamentalsten Treiber

von Veränderung sein und wir sind die

Ersten, die Robotik für Intensivstationen

entwickeln. Wenn Technologie und Intelligenz

richtig eingesetzt werden – also

entsprechend unserer Wertevorstellungen

für Menschlichkeit, Ethik und Datenschutz

– können wir langfristig Arbeitsplätze sichern

und einen wertstiftenden Beitrag für

die Gesellschaft leisten.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem

Privatleben?

Indem ich mir klare Regeln gesetzt habe,

wann der Computer ausbleibt, wann Urlaub

ist und wann gearbeitet wird. Eine ganz tolle

Funktion an meinem Telefon ist die, die

Arbeits-E-Mails mit einem einzigen Klick

komplett vom Handy entfernt. Das hat die

Qualität meiner Freizeit ver-x-facht. JR

84


Individuelle

Prävention

Digitale Services

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HanseMerkur unterstützt seit Jahren zukunftsweisende

Technologien und bietet im Bereich E-Health

innovative Gesundheitsdienstleistungen an, wie z. B.

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Beratung durch Online-Ärzte und eine Therapie-App

zur Behandlung von Tinnitus. Modernste, digitale Behandlungsmethoden

für unsere Versicherten zeigen:

Hand in Hand ist HanseMerkur.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

„STÄRKE IST KEINE

ONE-MAN-

SHOW“

PROF. DR. CHRISTOPH STRAUB

– VORSTANDSVORSITZENDER DER BARMER –

Stillstand ist für ihn ein No-Go: Vorstandsvorsitzender der Barmer Krankenkasse Prof. Dr. Straub.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

Erst Arzt, dann Wissenschaftler, schließlich Topmanager: Prof. Dr. Christoph Straub hat

sich stets weiterentwickelt und leitet heute als Vorstandsvorsitzender die Geschicke der

Barmer Krankenkasse. Stillstand ist für ihn im wahrsten Sinne des Wortes ein No-Go.

Dass Professor Dr. Christoph Straub

irgendwann den Arztkittel überstreifen

würde, stand früh fest. Als

Kind einer Arztfamilie hat er von klein auf

erlebt, wie erfüllend es sein kann, Menschen

in schwierigen und mitunter lebensbedrohlichen

Situationen zu helfen. Diesen

Kindheitstraum hat er sich längst erfüllt.

Den Kittel hat er allerdings an den Nagel

gehängt.

Heute trägt Christoph Straub Anzug, wenn

er zur Arbeit fährt. Für die Gesundheit der

Menschen kämpft er als Vorstandsvorsitzender

der Barmer Krankenkasse aber nach

wie vor. Den Wechsel von der klinischen

Medizin erst in die Gesundheitssystemforschung

und schließlich ins „reale“ Gesundheitswesen

bezeichnet er als einschneidenden

Schritt. „Das hat meine Laufbahn

geprägt“, sagt der 59-Jährige, überlegt kurz

und schiebt nach: „Sonst wäre ich wohl

Arzt am Bodensee.“

Nach Vorstandsstationen bei der Techniker

Krankenkasse und der Röhn-Klinikum AG

wechselte er 2011 zur Barmer – ein Meilenstein

in seiner Karriere. Mit dem Wechsel

ging die Herausforderung einher, das

Unternehmen zu einer leistungsfähigen

und nachhaltig agierenden Organisation

zu entwickeln. Um das zu erreichen, hat er

„eine in der Geschichte der Krankenkasse

nicht dagewesene Umstrukturierung“ angestoßen,

wie er erklärt. Dafür alle Stakeholder

ins Boot zu holen, war eine Mammutaufgabe.

Geschafft hat er es dennoch.

„Ich denke, eine meiner Stärken ist es, als

Vorstandsvorsitzender starke Männer und

Frauen um mich herum zu sammeln, um

mit ihnen in einem konstruktiv-kritischen

Austausch die besten Lösungen für die

Kunden und das Unternehmen zu finden.

Stärke ist keine One-Man-Show,

Stärke basiert auf Teams und auf

Vielfalt“,

sagt Straub.

Ein Miteinander im Unternehmen ist

Christoph Straub besonders wichtig. Erfolg

sei schließlich immer das Ergebnis

einer offenen, konstruktiv-kritischen Diskussion

von vielen, ist er sich sicher. Eine

Führungskraft müsse deshalb vor allem das

Potenzial seiner Mitarbeiter erkennen und

abrufen können. Und:

„Er muss die Größe haben, eigene

Entscheidungen zu hinterfragen

und sie mitunter auch zu

revidieren.“

Sein Team leitet Straub als fokussierter

und offener, aber auch kritischer und fordernder

Chef. „Wer diese Eigenschaften zu

schätzen weiß, damit umgehen kann und

stressresistent ist, trifft auf einen Chef, der

seinen Mitarbeitern viele Möglichkeiten

bietet, sich zu entwickeln“, erklärt er.

Christoph Straub ist ein sehr neugieriger

und wissbegieriger Mensch. Sich selbst und

sein Unternehmen weiterzuentwickeln,

treibt ihn täglich an. Geistiger Stillstand

dagegen ist für ihn ein No-Go. Straub steht

auch im Privaten niemals still. Seine große

Leidenschaft ist das Laufen. Fast ein

Dutzend Marathons hat er schon ins Ziel

gebracht. „Für den Ausgleich zum Job benötige

ich nicht viel. Ein gutes Paar Laufschuhe

und anständige Sportkleidung

reichen schon“, verrät er, räumt allerdings

ein, in all den Jahren nie wirklich eine ausgewogene

Work-Life-Balance gefunden zu

haben. „Das ist meine Achillesferse. Stets

ist das Handy an und Wochenenden lassen

sich leider auch sehr gut mit Arbeit überbrücken.

Aber ich versuche bereits, das zu

ändern.“

Materielle Dinge sind Christoph Schraub

nicht sonderlich wichtig.

Sein größter Luxus ist Zeit.

Könnte Christoph Straub die Zeit zurückdrehen,

würde er alles noch einmal genauso

machen. Wobei, eine Sache gibt es da

dann doch, und wieder spielt die Zeit eine

Rolle: „Ich würde mir mehr Zeit nehmen

für mehr Erfahrung in den einzelnen beruflichen

Stationen.“ Erfahrungen in inhaltlichen

Zielen sieht er als Schlüssel zum beruflichen

Erfolg.

Jungen Menschen rät er deshalb,

nicht nach Positionen und

Einkommen zu streben, sondern

für die Ziele zu brennen.

Darüber hinaus dürfe man Problemen nie

ausweichen und sich von Rückschlägen

nicht unterkriegen lassen. Man müsse

sie nutzen, um sich zu hinterfragen, neu

auszurichten und andere Wege zu gehen.

Denn: „In jedem Rückschlag steckt auch

eine Chance.“ JoR

87


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

BLOCKADEN

UBERWINDEN

Durch unsere Arterien, Venen und Kapillaren fließt unser Lebenselixier, das Blut. Ohne dieses

Netzwerk geht nichts in unserem Körper. Das merkt man spätestens, wenn es an einer

Stelle zu einem Engpass oder Verschluss kommt. Wie gut, dass es Experten wie Dr. Ulrich

Ruppe gibt. Seine Praxen liegen im Berliner Ärztezentrum „Helle Mitte“ sowie im „Gesundheitszentrum

am Potsdamer Platz“. Der renommierte Gefäßchirurg hat schon vielen Patienten

das Leben gerettet, indem er Blockaden in Blutgefäßen beseitigt hat. Auch auf seinem

Weg zum Traumberuf musste er Barrieren überwinden.

DR. ULRICH RUPPE

– CHIRURG –

© Sabine Brauer

Seit 25 Jahren ist Ulrich Ruppe niedergelassener

Gefäßchirurg mit eigenen

Praxen. Er behandelt vor allem

Krampfaderpatienten aus Berlin – und

durch seine russischen, polnischen und

englischen Sprachkenntnisse Männer und

Frauen aus der ganzen Welt. Er ist zweifelsohne

erfolgreich. Die Patienten vertrauen

ihm. Aber wie definiert er Erfolg?

An der Zahl seiner Patienten? Den über

10.000 durchgeführten Venenoperationen?

„Viele setzen Erfolg leider mit Geld gleich.

Schade“, sagt er.

Erfolgreich sei in seinen Augen

derjenige, der mit dem, was

er tut, für sich „und die Welt“

Gutes tut.

Zufrieden kann Ulrich Ruppe auf jeden Fall

mit seinem Leben sein. Nicht nur, weil er

täglich Menschen hilft, sondern auch, weil

er sein privates Glück gefunden hat. Er ist

mit der ebenso erfolgreichen Unternehmerin

und Influencerin Dana Huschert liiert,

88

Beim Moskauer Winterball ist Familie Ruppe stets willkommen

– und schafft es dadurch sogar auf die Titelseite

der russischen Bazaar.


Fotos: © privat

Kälte macht ihm nichts aus. Ganz im Gegenteil: Im Winter geht es für

Dr. Ulrich Ruppe auf die Piste, sofern es sein Terminkalender zulässt.

Das Bild zeigt ihn zusammen mit seiner Tochter Emily Elisabeth.

mit der er die zwölfjährige Tochter Emily

Elisabeth hat.

Ulrich Ruppe wusste bereits mit elf, dass

er explizit „Chirurg“ werden will, wie seine

Helden in der US-Serie M.A.S.H., die in

jeder Folge mit dem Skalpell in der Hand

Leben retteten.

Auf dem Weg zum Traumberuf

gab es viele Hürden zu überwinden,

an denen andere mutlos

aufgegeben hätten.

Nicht aber Ulrich Ruppe. Sein „unabdingbarer

Wille“ hat ihm geholfen, alle Blockaden

zu überwinden.

Eine wichtige Lektion in Sachen „Durchhaltevermögen“

hat er in Leningrad (heute

St. Petersburg) gelernt. Dort studierte der

gebürtige Ostberliner in den 80er-Jahren

sechs Jahre Medizin, erlebte Gorbatschows

„Perestroika“ vor Ort. „2 1/2 Stunden Anstehen

für Butter bei minus 28 Grad, die

dann unmittelbar vor dir ausverkauft ist –

das prägt“, lacht er heute. Aber er

lernt: Mit Hartnäckigkeit und einem

guten Netzwerk kommt man

doch noch an Butter – oder an seinen

Traumjob.

Der junge Medizinstudent, der

stets unter den Jahrgangsbesten

war, erstrebte die Ausbildung

als Chirurg an der renommierten

Berliner Charité. Doch die Staatsfunktionäre

hatten andere Pläne: Er sollte

Mikrobiologe werden. Statt nachzugeben,

schaltete Ulrich Ruppe auf stur, verweigerte

die verlangte Unterschrift unter dem

Arbeitsvorvertrag. Stattdessen ging er zum

chirurgischen Oberarzt der Charité und bat

um ein Praktikum. Drei Ferienwochen in

der Neurochirurgie: „Viel Stress und Spaß,

vor allem die Bestätigung, dass ich in der

Chirurgie richtig bin.“ Der heute 57-Jährige

erregte in dieser kurzen Zeit die erhoffte

Aufmerksamkeit von Chefarzt Prof. Helmut

Wolff – der Topchirurg der DDR, der sogar

Staatschef Erich Honecker operierte. Ulrich

Ruppe überzeugte Wolff von sich. Die Zustimmung

der Verwaltung zur Ausbildung

war dann nur noch Formsache.

Noch zweimal auf dem Weg zum Facharzt

für Chirurgie, dann Gefäßchirurgie, stand

Ulrich Ruppe am Scheideweg, erst, weil der

neue westdeutsche Chef nach der Wende

sehen wollte, wie er scheitert. Ulrich Ruppe

suchte und fand mithilfe seines gefäßchir-

Dr. Ulrich Ruppe ist ein großer Fan der Formel 1.

Seit zehn Jahren lebt er selbst an der Côte d’Azur.

urgischen Mentors Prof. Klaus Bürger einen

Ausweg. Andere hätten in dieser Situation

vermutlich aufgegeben. Danach wollten die

Zulassungsbürokraten die Niederlassung

verhindern („kein Bedarf“). Er konnte die

Herrschaften davon überzeugen, dass fünf

niedergelassene Gefäßchirurgen für Berlin

nicht zu viel sind.

Der „Rote Faden“ durch sein Leben entspricht

dem Credo von W. Churchill:

„Never give up. Never. Never.

Never.“

Nicht unterkriegen lassen, von nichts und

niemandem! CR

89


SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

„EINE KLARE

ZIELSETZUNG

HABEN“

HELMUT ZIERL

– SCHAUSPIELER –

Helmut Zierl ist als erfolgreicher

Schauspieler aus dem

deutschen Fernsehen nicht

wegzudenken. Er flimmert

seit über dreißig Jahren

über die Mattscheibe und

spielt in einer großen Produktion

nach der nächsten

mit. In über hundert Filmen

und Serien ist Zierl seit 1982

zu sehen gewesen – und ein

Ende ist noch lange nicht in

Sicht.

© Markus Scholz

Helmut Zierl und seine Freundin Sabrina Böcker auf dem

FaceClub Event auf Gut Basthorst.

90


SECRETS OF SUCCESS FILM & FERNSEHEN

Herr Zierl, Sie sind schon hunderte

Male in fremde Charaktere geschlüpft

– an welcher Rolle sind Sie

am meisten gewachsen?

Diese Rolle liegt gar nicht lange zurück. Ich

habe 160-mal den Willy Loman in Arthur

Millers „Tod eines Handlungsreisenden“

gespielt. Ein erfolgloser Vater, der seinen

beiden Söhnen großen Erfolg vorgaukelt

und an dieser Lebenslüge zerbricht. Ein

menschliches Schicksal, das auch im realen

Leben oft vorkommt.

Ich wachse immer wieder daran,

mich in menschliche Tragödien

hineinzuversetzen.

Das gilt natürlich auch für positiv besetzte

Rollen.

Wollten Sie schon immer Schauspieler

werden, um in fremde Rollen schlüpfen zu

können?

Nein, als Kind haben mich im Religionsunterricht

immer die Geschichten interessiert.

Ich war auch gerne Konfirmand. Außerdem

hatte ich schon immer den Wunsch, anderen

zu helfen. Als Jugendlicher wäre ich

gerne Pastor oder Sozialarbeiter geworden.

Warum dann doch Schauspieler?

Das war Zufall. Ein Freund motivierte mich,

auf eine Schauspielschule zu gehen. Ich

war damals 17 Jahre alt. Dort begriff ich

schnell meine kreativen Möglichkeiten und

die Vielfalt des Berufes. Unterschiedliche

Charaktere zu prägen, ist für mich bis heute

eine große Herausforderung.

Apropos Herausforderung, gab es Rückschläge

auf Ihrem Karriereweg?

Die einzigen Rückschläge, an die ich mich

erinnere, waren Begegnungen mit Regisseuren,

die ich im Nachhinein als Sadisten

bezeichnen würde. Nur durch viel Selbstbewusstsein

und den Glauben an mich selbst

konnte ich solche Tiefen überwinden.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für

Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Ich spiele meine Rollen sehr authentisch

und ich habe von Anfang an gespürt, dass

ich als Sympathieträger vom Publikum angenommen

wurde.

Was sehen Sie rückblickend als Ihre wichtigsten

Karriereschritte?

Der erste Karriereschritt war von der

Schauspielschule ins feste Engagement

nach Hannover. Von da an kam der große

Karrieresprung ans Hamburger Thalia

Theater, und anschließend im Fernsehbusiness

bis heute Fuß gefasst zu haben,

war der dritte Karriereschritt.

War das der Wendepunkt Ihrer Karriere?

Der Entschluss, mich vom Theater abzuwenden,

kostete mich viel Überwindung,

weil ich damit eine sichere Einnahmequelle

aufgab. Ich habe mich dann anfänglich

durchs Synchronisieren über Wasser gehalten.

In meinem Beruf sind Begegnungen

oder Beziehungen sehr wichtig.

Die „richtigen Leute“ kennenzulernen,

war am Anfang sehr

schwierig.

Welchen Tipp würden Sie heute Ihrem jüngeren

Ich mit auf den Weg geben?

Meinem jüngeren Ich würde ich raten, den

Anspruch zu verfolgen, seine Träume zu

verwirklichen. Und jedem Berufseinsteiger

kann ich nur empfehlen, an sich zu glauben

und eine klare Zielsetzung für sich zu

haben.

Gab es jemanden, der Sie auf Ihrem Weg

unterstützt hat?

Ganz am Anfang haben meine Eltern mich

sehr unterstützt. Mein Vater verdiente als

Polizeibeamter nicht viel Geld. Trotzdem

hat er mir die teure Schauspielschule finanziert.

Ohne die Hilfe meiner Eltern wäre

ich gleich am Anfang gescheitert.

An welchen Orten tanken Sie Kraft für

neue Projekte und Rollen?

Früher habe ich auf Reisen meine Energie

geholt. Heute komme ich am besten zu

Hause in Lütjensee und in meinem Domizil

in Südfrankreich zur Ruhe. Dort schöpfe ich

Kraft.

Das Reisen ist Ihre Leidenschaft. Gibt es

ein berufliches Reiseziel, dass Ihnen in Erinnerung

geblieben ist?

Weil ich ein Leben lang unter entsetzlichem

Fernweh litt, war 1984 die Hauptrolle

in dem Sechsteiler „Flug in die Hölle“, der

sechs Monate lang in Australien gedreht

wurde, ein absolutes Highlight.

Lassen Sie uns doch noch an einer lustigen

Anekdote aus Ihrem Berufsleben teilhaben.

Es gibt so viele Anekdoten. Lustig war zum

Beispiel, dass ich in der Serie „Ein Mann

steht seine Frau“ in die Rolle einer Frau

schlüpfen musste. Während einer Drehpause

hatte ich das dringende Bedürfnis,

zur Toilette zu gehen, befand mich allerdings

in voller Frauenmontur. Wie selbstverständlich

wurde ich daraufhin in einem

Schnellrestaurant zur Damentoilette geschickt.

Überrascht stellte ich fest, dass

dort an den Wänden genauso ferkelige Sachen

stehen wie in den Männerklos.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?

Die Neugier auf immer wieder

neue Rollen treibt mich an.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie

sich für die Zukunft?

Um ehrlich zu sein, ich befinde mich mittlerweile

in einem Alter, in dem ich es ruhiger

angehen lassen möchte. Es wäre wunderbar,

noch die eine oder andere schöne

Rolle zu spielen, oder vielleicht ein weiteres

Buch zu schreiben. Ich habe den nötigen

Ehrgeiz, aber es muss nicht auf Krampf

sein. RK

91


SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

„IMMER

110 PROZENT

GEBEN“

EVA LIND

– SÄNGERIN –

Eine kristallklare Stimme

und eine sympathische Ausstrahlung:

Eva Lind zählt zu

den bekanntesten klassischen

Sängerinnen unserer

Zeit. Die gebürtige Innsbruckerin

stand von Mailand

bis New York auf allen großen

Bühnen der Welt. Auch

aus dem TV ist ihr Gesicht

nicht mehr wegzudenken.

© Jens van Zoest

Im zarten Alter von drei Jahren wusste

Eva Lind schon, was sie später einmal

werden will: Opernsängerin. Gemeinsam

mit ihren Eltern sah sie damals

die Übertragung der Oper „Carmen“ im

TV. Da war es um sie geschehen. Ein paar

Jahre später – vier an der Zahl – bekam

die kleine Eva von ihrer Großmutter eine

Langspielplatte mit der Gesamtaufnahme

der berühmten „Zauberflöte“ geschenkt.

„Wenn niemand zu Hause war, habe ich alle

Partien mitgesungen, vom Sarastro bis zur

Königin der Nacht“, verrät sie. Dass sie mit

19 Jahren – ihr Gesangsstudium am Tiroler

Landeskonservatorium hatte sie da bereits

abgeschlossen – ihr Debüt an der Wiener

Staatsoper in ebendieser Rolle als „Königin

der Nacht“ feiern durfte, bezeichnet Eva

Lind als „Traum“, der in Erfüllung ging. Es

war der Start in eine steile Karriere.

Seither ist Eva Lind aus der Klassikszene

nicht mehr wegzudenken. In den renommiertesten

Opernhäusern der Welt stand

sie schon auf der Bühne: In Paris, London,

Sie ist aus der Klassikszene nicht mehr wegzudenken: Opernsängerin Eva Lind.


© Manfred Weisz

© Jens van Zoest

Seit 2015 fördert Eva Lind junge Talente in ihrer

internationalen Musikakademie in Tirol.

New York, Berlin, München, Stuttgart, Zürich,

Mailand, Madrid, Buenos Aires, Tokyo

oder Shanghai bezauberte sie das anspruchsvolle

Publikum in den Paraderollen

der Operngeschichte. Dazu moderierte sie

in mittlerweile knapp zwei Jahrzehnten

schier unzählige TV-Formate im österreichischen

und deutschen Fernsehen.

Doch wie erreicht man all das? Eva Linds

ganz persönliche Erfolgsformel hat mehrere

Komponenten:

„Die Stimme wurde mir geschenkt.

Dann sind aber natürlich

auch Fleiß und Ausdauer

ungeheuer wichtig

sowie, auf dem Boden zu bleiben und sich

realistisch einschätzen zu können“, sagt

sie. Besonders wichtig sei allerdings, unbeirrt

den Weg einzuschlagen, von dem

man selbst überzeugt sei, erklärt sie weiter

und fasst ihr Erfolgsrezept schließlich mit

einem Zitat von Philosoph Augustinus Aurelius

zusammen:

„In dir muss brennen, was du in

anderen entzünden willst.“

Diese Begeisterung für klassische Musik

war für Eva Lind seit Kindheitstagen Antrieb

– und ist es bis heute

geblieben. Für ihre Karriere

musste die 54-Jährige viel investieren.

„Auch wenn man

abends strahlend auf der Bühne steht, ist

Operngesang körperliche Schwerstarbeit

und man muss viele Entbehrungen in Kauf

nehmen: stundenlanges Üben, keine Discobesuche

als Teenager, vor dem Auftritt keine

Schokolade“, verrät sie und lacht. Rückblickend

würde sie vielleicht etwas weniger

Zeit ins Proben investieren und das Leben

mehr genießen,

denn Zeit für die wichtigen

Dinge im Leben ist für Eva Lind

ein Luxus.

Auf der anderen Seite: Zu den wichtigsten

Dingen in Eva Linds Leben zählt eben die

Musik. „Wenn man Musik liebt, dann verschwimmen

die Grenzen zwischen Hobby

und Beruf“, sagt sie.

Neue Inspiration schöpft Eva Lind in ihrem

Garten. Den habe sie gerade in letzter Zeit

als Refugium neu entdeckt, verrät sie. „Die

körperliche Arbeit, zum Beispiel beim Rasenmähen,

Heckenschneiden oder Kartoffelernten

macht mir riesigen Spaß, erdet

mich und gibt mir neue Kraft.“ Daneben

reist sie gerne. Die Welt – vor allem aber

Afrika – mit all ihren Facetten zu entdecken,

ist Eva Linds große Leidenschaft

neben der Musik. „Wenn ich könnte, würde

ich mich permanent auf Weltreise befinden.

Aber dann steht auch schon wieder die

Apfelernte im Garten an“, scherzt sie.

Auf ihrem Weg in die Opernspitze konnte

sich Eva Lind immer auf ihre Eltern verlassen.

Dafür, dass die sie schon früh an

die Musik herangeführt haben und ihr das

Studium sowie Privatstunden bei renommierten

Lehrern ermöglichten, ist sie sehr

dankbar. Um der Musik und dem heutigen

Nachwuchs etwas zurückzugeben, hat sie

2015 eine internationale Musikakademie in

Tirol gegründet. Hier können junge Talente

Meisterkurse für Gesang und klassische

Instrumente belegen. „Diese Arbeit macht

mir unglaublich viel Freude und es ist einfach

schön, die eigene Erfahrung weitergeben

zu können“, sagt sie. Jungen Menschen

rät sie, immer fest an sich zu glauben, die

eigenen Stärken herauszuarbeiten und einen

unerschütterlichen Willen zum Erfolg

an den Tag zu legen – egal ob in der Musik

oder anderswo. Das Wichtigste dabei: „immer

110 Prozent geben.“! JoR

93


BACK MICH BROTE

AMÉLIE, ANTON, MAX & ROSI,

UNSERE NEUEN DAHEIM-BROTE!

BACK MICH!

PRAKTISCH KLEIN: DIE NEUEN AUFBACK-

94

BROTE VON LIEKEN: 2 KLASSIKER, 2 SÜSSE.


SECRETS OF SUCCESS KOLUMNE

RESPEKT! DIE KRAFT,

DIE ALLES VERÄNDERT

Respekt und Erfolg sind eng miteinander verknüpft. Wenn Respekt im

Vordergrund steht, betrachten wir die Menschen, denen wir begegnen,

mit anderen Augen. Wir nehmen ihre individuellen Stärken und ihre

Bedeutung für das große Ganze in den Blick. Dadurch entsteht ein

anderes Miteinander. Unserem Gegenüber zu zeigen: Du wirst gesehen,

du bist wichtig; gut, dass du da bist – das verändert alles! Denn jeder

sehnt sich nach Anerkennung und Beachtung, egal, welche Aufgabe

er oder sie hat. Spürbare Wertschätzung und ein sorgsamer Umgang

miteinander führen dazu, dass Menschen sich wohl fühlen. Und das

setzt ungeahnte Kräfte frei. So entsteht gemeinsamer Erfolg. Gerade in

Krisenzeiten ist Respekt ein entscheidender (Erfolgs-) Faktor.

Zehn Impulse

1

2

3

4

5

Respekt fängt immer bei mir selbst an. Wenn ich mich nicht

einmal selbst mit all meinen Bedürfnissen respektiere und

auch das, was ich (nicht) habe, (nicht) kann und (nicht) bin –

wie sollen meine Respektressourcen dann für die Menschen

in meinem Umfeld reichen?

Wenn ich respektvoll leben will, darf es mir nicht egal sein,

was den anderen bewegt und was um mich herum passiert.

Respekt sieht den Menschen so, wie er ist.

Respekt heißt, andere Meinungen – sofern sie nicht menschenverachtend

sind – wahrzunehmen und stehen lassen

zu können. Die eigene Sichtweise ist weder die einzig existierende

noch muss sie die einzig wahre sein.

Respekt erfordert Mut! Es gilt, aufzustehen und zu sagen,

was dran ist. Und es gilt, liebevolle Zeichen zu setzen.

6

7

8

9

10

Respekt wird sichtbar, indem wir einem anderen Menschen

etwas Gutes tun. Einfach so. Mitten im Alltag. Weil sie oder

er es verdient hat. Es sind die Kleinigkeiten, die den Unterschied

machen.

Respektvoll leben heißt, dankbar zu sein. Nicht immer, nicht

für alles und jeden – aber viel öfter und bewusster, als wir es

meistens tun.

Respekt bedeutet: Vertrauen schenken und an jemanden

glauben; manchmal sogar stellvertretend für denjenigen

selbst.

Achtsam reden, unseren Mitmenschen zugewandt sein, hinhören

und mitfühlen – das sorgt für frische Luft in unserer

Gesellschaft und hilft, den Gestank von Respektlosigkeit zu

bekämpfen.

Respekt hat immer Luft nach oben. Entscheidend ist, was Sie

selbst daraus machen …

© Julia Baumgart photography

Tim Niedernolte ist TV-Moderator beim

ZDF („hallo deutschland“), Buchautor

und Keynotespeaker.

BUCHTIPP:

Tim Niedernolte, Respekt!

Die Kraft, die alles verändert – auch mich selbst

ISBN 978-3-96340-132-9

95


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

EINE LEBENSREISE

AN DIE GRENZE DES

UNIVERSUMS

PROF. DR. REINHARD GENZEL

– NOBELPREISTRÄGER –

Prof. Dr. Reinhard Genzel hat die

moderne experimentelle Astrophysik

entscheidend mitgeprägt.

Für seine Beobachtungen des

Schwarzen Lochs im Zentrum der

Milchstraße erhielt er – gemeinsam

mit Roger Penrose aus Großbritannien

und Andrea Ghez aus

den USA – 2020 den Nobelpreis

für Physik.

© Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik, Garching

Ein gewöhnlicher Arbeitstag in Pandemiezeiten:

Professor Dr. Reinhard

Genzel befindet sich mit zwanzig

Kollegen des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische

Physik in einem virtuellen

Arbeitsraum. Das Telefon klingelt, der Professor

nimmt ab und hört die Worte: „This

is Stockholm“. Für einen kurzen Moment

habe er gedacht, er würde halluzinieren,

erinnert sich Genzel an jenen Tag im Oktober

2020. „Das mutete fast schon komisch

an. Diese verrückten Zeiten und dann auch

noch der Nobelpreis.“ Gewöhnliche Arbeitstage

gibt es für Genzel auch Wochen

nach diesem Anruf kaum noch. Glückwünsche

und Interviewanfragen aus aller Welt

prasseln auf ihn ein, tausend Mails wollen

beantwortet werden.

Damit hat Prof. Dr. Reinhard Genzel nicht gerechnet: Gemeinsam

mit Roger Penrose und Andrea Ghez hat er für seine Forschung zu

Schwarzen Löchern den Nobelpreis für Physik 2020 erhalten.

96


© MPE/Jan Greune

Unter den zahlreichen Gratulanten waren auch Bundesforschungsministerin

Anja Karliczek (rechts im Bild) und Bayerns Wissenschaftsminister

Bernd Sibler.

© Max-Planck-Institut für

Extraterrestrische Physik, Garching

Auch wenn Genzel in seinem langen Forscherleben

unzählige Preise erhalten hat

und nun auch noch die höchste Auszeichnung

für einen Wissenschaftler überhaupt –

man glaubt ihm sofort, dass sich Erfolg für

ihn nicht in Preisen bemisst.

Vielmehr ist es der Erkenntnisgewinn,

der wissenschaftliche

Fortschritt, um den es ihm geht.

Ausgeprägten Forscherdrang hatte Genzel

schon von klein auf. Zuerst war es die Archäologie,

die es ihm angetan hatte. Noch

mehr faszinierten ihn jedoch die physikalischen

Experimente, die ihm sein Vater,

Physiker und Direktor des Max-Planck-Instituts

für Festkörperforschung, zeigte.

„Ich wollte Forscher werden. Und es sollte

die Physik sein. Die erbliche Vorbelastung

schlug also durch.“

Nach seinem Studium im neu gegründeten

Max-Planck-Institut für Radioastronomie

in Bonn legte Genzel eine steile

wissenschaftliche Karriere hin, die Ende

der 1970er-Jahre in den USA ihre Anfänge

nahm. „Die USA war damals für mich das

Traumland schlechthin. Ich war ein Nachkriegsdeutscher,

vom Gefühl geprägt, kein

Deutscher sein zu wollen.“ So ging es für

Genzel und seine Frau – er hatte in den

Bonner Jahren die angehende Ärztin Orsolya

Boroviczeny geheiratet – in das Land

der Verheißung. Dort, genauer gesagt bei

Nobelpreisträger Charles Hard Townes an

der Universität in Berkeley, fand er in den

Schwarzen Löchern sein wissenschaftliches

Lebensthema. In den Jahrzehnten darauf

sollte ihm in mehreren Forschungsphasen

der Beweis gelingen, dass sich im Zentrum

der Milchstraße ein Schwarzes Loch befindet.

Bereits Einstein hatte ein solches vermutet,

Genzels Forschung lieferte nun

den Beweis dafür.

Entscheidende Messungen dafür seien am

Paranal-Observatorium der Europäischen

Südsternwarte in Chile gelungen, sagt

Genzel, der zu diesem Zeitpunkt bereits

Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische

Physik in Garching war. „Die

großen Sprünge kamen immer dann zustande,

wenn es uns gelang, neue, bessere

Instrumente und Teleskope zu bauen. Es

gibt aber keinen bestimmten Durchbruch,

vielmehr erhärtete sich durch unsere Forschung

allmählich die Evidenz, dass wir

es bei unserem Beobachtungsobjekt mit

einem massereichen Schwarzen Loch von

etwa vier Millionen Sonnenmassen zu tun

haben.“

Doch wie bleibt man so lange an einem

Thema dran? Unabdingbar dafür seien

die Ressourcen, sagt Genzel. „Ohne die

Max-Planck-Gesellschaft wäre meine Forschung

so nicht möglich. Aber auch die

europäische Zusammenarbeit ist ganz entscheidend.

Erfolg in der Forschung ist heute

nur im Team zu erzielen.“

Im Laufe von dreißig Jahren haben in

Genzels Team unter anderem sechzig Dok-

toranden und dreißig Postdocs gearbeitet.

„Und man muss natürlich für ein Thema

brennen, um über eine so lange Strecke

an einer Forschungsfrage dranzubleiben

und auch dann weiterzumachen, wenn es

mal schwierig wird“, meint Genzel. Möglicherweise

hat er die dafür nötigen Charaktereigenschaften

einer prägenden Kindheitserfahrung

zu verdanken: Genzel war

als Jugendlicher nicht nur von der Physik

besessen, sondern auch ein talentierter

Leichtathlet und mit 16 der beste deutsche

Speerwerfer in seiner Altersklasse.

„Die Erfahrung als Sportler hat

mir vielleicht die Härte gegeben,

die man auch als Forscher

braucht.“

Hart im Nehmen ist der 68-Jährige auch

heute noch. Seit drei Jahren ist sein Knie

kaputt, die nötige Operation schiebt er

aller dings hinaus. „So sehr ich meine bayerischen

Berge auch liebe und das Wandern

dort vermisse, möchte ich doch meine letzten

Berufsjahre in der Forschung und nicht

in der Reha verbringen.“ Gerade arbeitet

sein Team an der Kamera für ein Teleskop

mit 40 Metern Durchmesser – eine neue

Dimension im Vergleich zu den bisherigen

8-Meter-Teleskopen am Observatorium.

Gelingt das Vorhaben, ist ein neuerlicher

Quantensprung für Beobachtungen im All

zu erwarten. Diesen möchte der Wissenschaftler

gerne noch erleben. „Wenn nicht,

dann sterbe ich im Sattel.“ StB

97


SECRETS OF SUCCESS KUNST

DER NEUE ROCKSTAR DER

KUNSTSZENE

Bunte Tattoos zieren seinen

Körper und sogar sein

Gesicht, die Kippe im Mund

ist ein häufiges Accessoire

zu seinen schrillen Klamotten:

Alexander Höller sieht

aus wie ein Enfant terrible –

hat aber die Manieren eines

Traumschwiegersohns.

Dieser Mix ließ ihn schon

mit Anfang 20 zum Shootingstar

der Kunstbranche

aufsteigen. Längst zeigt

er auf der Art Miami und

Arnold Schwarzenegger hat

seine Kunst an der Wand.

Seinen Stil beschreibt der

24-Jährige als abstrakten

Expressionismus, den er mit

hochwertigsten Farben aus

Frankreich auf reines belgisches

Leinen bringt. Manchmal

dauert es Jahre, bis die

Bilder fertig sind und zum

Teil für mehrere zehntausend

Euro an Kunstliebhaber

gehen.

Sein Diplom an der staatlichen

Akademie der bildenden

Künste in München hat

Alexander aber trotzdem

kürzlich gemacht.

Wolltest Du schon immer Künstler

werden?

Als ich anfing, mich ernsthaft

mit Kunst zu beschäftigen, habe ich gar

nicht darüber nachgedacht, dass ich mein

Leben komplett der Kunst widmen werde.

Und dann habe ich mit 17 Jahren

die Schule abgebrochen, um

Vollzeitkünstler zu sein.

Als Kind wollte ich aber eigentlich Fußballtorhüter

werden. Mein großes Idol war Oliver

Kahn. Jedes Jahr war ich der Erste, der im

Sportgeschäft unserer Kleinstadt sein neues

Trikot gekauft hat. Es macht mich stolz, dass

Oliver nun eines meiner Bilder besitzt.

Was sind Deine Stärken?

Konzentration, Disziplin, unangenehme

Situationen aussitzen können.

Und was treibt Dich beruflich dazu, ans

Limit zu gehen?

Mein großes Ziel. Ich möchte noch zu Lebzeiten

eine Einzelausstellung im Museum

of Modern Art in New York haben.

Was war für Dich bisher der größte Wow-

Moment Deiner Karriere?

Als ich Ende 2018 realisiert habe, dass ich

127 Bilder in 12 Monaten verkauft habe.

Das war echt krass.

Sein Stil? Abstrakter Expressionismus.

© Phil Semelink

Künstler sind angeblich charakterlich

schwierige Typen – stimmt das bei Dir

auch?

Ja, ich denke, das trifft zu. Ich war schon

immer ein Einzelgängertyp und habe mich

nie in irgendeinem System wohlgefühlt.

Du liebst Tattoos und schrille Klamotten.

Hilft Dein Ruf als Paradiesvogel der Karriere?

Ich sehe mich nicht als Paradiesvogel,

aber zwischendurch habe ich Bock, aus der

Masse rauszustechen. Ich glaube, dass sowohl

die Kunstexperten, die sich täglich

mit Kunst auseinander setzen, als auch

Menschen, die sich selten damit beschäftigen,

sehen und spüren, dass ich auf einem

absolut hohen Niveau male und Skulpturen

erschaffe. Ich bin eben anders. Viele sagen

mir, dass ich „der Rockstar“ der neuen,

jungen Kunstszene sei. JR

© Sabine Brauer Photos

98

Alexander Höllers Kindheitsidol Oliver Kahn kaufte eines seiner Werke.


Weniger stressen

lassen.

Das Seminar Work-Life-Balancing

hilft, Lebens- und Arbeitsbereiche neu

auszubalancieren.

Wir wissen weiter. Die Techniker

dietechniker.de


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

„SCHEITERN IST

KEINE OPTION“

© Josef Brunner privat

JOSEF BRUNNER

– UNTERNEHMER –

Mit 16 Jahren gründete Josef Brunner sein erstes Unternehmen.

3.000 Mark haben Josef Brunners Eltern in ihren Sohn

investiert – er wollte einen Computer zum Programmieren

haben. Das Geld war knapp, aber der Junior

wurde unterstützt. Daraufhin beendete Brunner die

Schule und gründete mit 16 Jahren sein erstes Unternehmen.

Über zwanzig Jahre später hat Brunner zig

Unternehmen gegründet und gewinnbringend weiterverkauft.

Das Investment seiner Eltern war gut angelegt.

Doch was treibt einen 16-Jährigen dazu, schon so

früh zu gründen?

„M

ein Antrieb war der Schmerz.

Meine Eltern waren selbstständige

Bäcker und wurden damals

von Backshops und Supermärkten wegdisrupiert.

Daraus ist ein Schmerz entstanden,

meine Eltern scheitern zu sehen“, sagt

Brunner. Das war sein Antrieb, zu starten.

Die Armut und der Schmerz sind tatsächlich

etwas, das sich gerade Tech-Unternehmer

teilen, wenn es ums Starten geht. „Das

Ganze positiv kanalisiert, gibt einem die

Energie, immer noch einen Schritt weiterzugehen

und härter zu arbeiten“, erklärt

Brunner.

100


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

Fotos: © privat

Besonders im Winter, wenn sich die Natur gewaltig zeigt,

spürt Brunner große Demut in der Natur.

Josef Brunner hatte schon sehr früh die

Passion zum Programmieren entwickelt.

Darum waren seine ersten beiden Unternehmen

wohl auch auf IT-Sicherheit spezialisiert.

„Das war damals ein Markt, den

es noch gar nicht gab. Dementsprechend

hatte ich keine Konkurrenz, konnte mich

austoben und mein Hobby monetarisieren.“

Das war eine sehr glückliche Fügung

für den Jungunternehmer, weil das Timing

einfach passte. „Ich hatte wahnsinnig viel

Glück.“

Mit 16 Jahren startete Brunner als Unternehmer.

Dafür hat er seine Schullaufbahn

frühzeitig beendet.

„Mit 18 konnte ich meinen Eltern

ein Haus kaufen.

Das ist für mich immer noch das schönste,

weil sie da heute noch drin wohnen und ich

ihnen die 3.000 Mark verzinst zurückgeben

konnte.“ Den Eltern ein Zuhause zu geben –

nachdem sie ziemlich hart getroffen wurden.

Josef Brunner schwimmt auf der Erfolgswelle.

Oberflächlich betrachtet. „Rückschläge

gibt es jeden Tag“, sagt Brunner –

und moniert zugleich, dass oft eine überromantisierte

Start-up-Welt konstruiert

werde. „Das ist total irreführend bei der

Betrachtung der neuen Unternehmergeneration.“

Für ihn sei es schön, dass sich

viele junge Leute für die Selbstständigkeit

entscheiden würden, aber nachdem medial

immer nur das Positive am Unternehmertum

ausgebreitet werde, hätten seiner Meinung

nach viele keine Vorstellung, worauf

sie sich tatsächlich einlassen.

Darum ist Josef Brunner

auch als Mentor aktiv und begleitet Menschen

in die Selbstständigkeit. „Es gibt diesen

‚Make it or break it‘-Moment im Unternehmertum.

Da muss man entscheiden, ob

das Ziel es einem wert ist, eine Bibliothek

an Narben am Rücken zu sammeln.“ Brunner

spricht von Rückschlägen, die einen

verändern – auch charakterlich. Aber Rückschläge

formen eben auch den Unternehmer.

„Ich finde die gut, weil dadurch viel

Energie freigesetzt wird.

Aber man muss schon so ehrlich

sein, dass nicht alles Sonnenschein

ist.“

Wenn die Sonne bei Brunner gerade nicht

scheint, geht er in die Berge zum Krafttanken.

Der Unternehmer wandert gerne, egal

zu welcher Jahreszeit und nach Möglichkeit

jedes Wochenende. „Je weniger Menschen

unterwegs sind, desto besser.“ In den Bergen,

bei langen Touren, findet er Inspiration

und Erdung zugleich. „Wenn ich im

Winter irgendwo in den Bergen bin, dann

merke ich, dass die Welt da draußen sehr,

sehr hart ist. Das rückt die Sachen wieder in

die richtige Perspektive.“

Apropos Perspektive – die Weitsicht hat

Brunner manchmal gefehlt. Darum hat er

sich gerne an die Hand nehmen lassen.

„Ich hatte drei wichtige Mentoren,

die mich letztendlich dahin

geführt haben, wo ich heute bin.

Als Mentor hilft Josef Brunner jungen

Unternehmern bei der Gründung.

Sonst hätte es vielleicht auch ganz anders

ausgehen können.“ Tom Noonan habe ihm

den Schubs gegeben, sich mehr Marketingund

Vertriebs-Know-how anzueignen, und

ihm gezeigt, wie wichtig Firmenkultur und

ein Wertesystem sind. John Chambers habe

seinen Fokus auf Markttransformationen

gelegt. Wenn man vorhersehen könne, wie

sich Märkte verändern, werde man als Erster

Lösungen anbieten können, ohne dass

man den Markt entwickeln muss. Und von

Henry Kravis gab es Hilfestellung bei Investments

und der Aufstellung des Familyoffice.

„Wenn ich die drei nicht gehabt

hätte, hätte ich heute ein anderes Leben.

Mit dem Mentoring, das ich heute mache,

versuche ich, etwas zurückzugeben und

positiven Einfluss auf die Leute zu haben.“

Dieses proaktive Geben und Unterstützen

ist eine Eigenschaft, die Brunner bei deutschen

Unternehmern oft vermisst.

Neben Glück, Timing und Talent ist Brunners

Erfolgsgeheimnis, dass er keinen Plan

B hat.

„Scheitern darf nie eine Option

sein.

Wenn man das ausblendet und immer wieder

weitergeht, geht dem Markt irgendwann

die Luft aus.“ Diese Ausdauer sei

Teil seiner unternehmerischen Seele. „Als

Unternehmer wird es irgendwann immer

hart, aber da trennt sich auch die Spreu

vom Weizen.“ RK

101


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMEN

35 JAHRE IT-SICHERHEIT

MADE IN

BOCHUM

© G DATA

Kai Figge (l.) und Andreas Lüning (r.) entwickelten vor 35 Jahren die erste kommerzielle

Antivirensoftware der Welt – sie teilen sich heute den Vorstand von G DATA.

In einer Gartenlaube haben Andreas Lüning und

Kai Figge vor 35 Jahren die erste kommerzielle Antivirensoftware

der Welt entwickelt und das Unternehmen

G DATA auf die Beine gestellt. Durch ständige

Anpassung an eine sich rasant verändernde Branche

spielen die beiden Freunde im Bereich der Cyber

Security heute ganz vorne mit.

Alles begann mit einer 3,5-Zoll-Diskette

und zwei Viren, die Andreas

Lüning darauf fand. 1987 war das.

Kurzerhand schrieb der damalige Student

einen Code, um die Viren zu beseitigen und

erzählte seinem späteren Geschäftspartner

Kai Figge davon. Der wiederum erkannte

das Potenzial von Lünings Werk. Fortan

trafen sich die beiden in einer Bochumer

Gartenlaube, um gemeinsam an einem Programm

zu tüfteln. Kurz darauf der große

Hit: Das AntiVirenKit,

das erste kommerzielle Antivirenprogramm

der Welt,

102


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMEN

war geboren. Seitdem schreibt das Duo aus

dem Ruhrgebiet mit G DATA seine Erfolgsgeschichte

unaufhörlich fort, wenngleich

das nicht immer einfach war. Heute ist

G DATA Teil eines kompetenten Hotspots

von IT-Sicherheitsfirmen am Standort

Bochum.

„Uns stand das Wasser schon ein

paar Mal bis zum Hals“, sagt Andreas

Lüning. „Da muss man die

Ruhe bewahren.“

Der Grund für manche Unwägbarkeit lag in

der rasanten Entwicklung der IT-Branche.

Der Erfolgszug von PC und Internet, von

iPhone und Co, Lüning und Figge haben alles

hautnah miterlebt und sich immer wieder

anpassen müssen: In den 1990er-Jahren

machten sie viel in Software. Mitte der

2000er beerdigten sie ihre langjährigen

Erfolgsschlager PowerRoute, der sich seit

der Massentauglichkeit von GPS-Navis

überholt hatte, PowerInfo, Logox und Da-

ViDeo. Dann konzentrierten sie sich wieder

voll und ganz auf Cyber Security. Und seit

2015 bieten sie neben Antivirensoftware

auch IT-Security-Dienstleistungen an. Aus

der Gründung von 1987 ist mittlerweile

G DATA CyberDefense geworden, eine Aktiengesellschaft

mit 500 Mitarbeitern, über

den ganzen Globus verteilten Niederlassungen

und jährlichen Umsätzen im mittleren

zweistelligen Millionenbereich. Den

Vorstand teilen sich Figge und Lüning nach

wie vor.

Mit dem Begriff Karriere kann Andreas Lüning

trotzdem wenig anfangen. „Wann wird

man denn erwachsen?“, fragt er lachend.

„Mit 19 haben wir Programme an Leute verkauft,

die diese unbedingt haben wollten.

Irgendwann kamen Mitarbeiter dazu, irgendwann

ist es eine GmbH geworden und

irgendwann eine Aktiengesellschaft. Aber

ich bin ja immer noch der Alte“, sagt er. Der

Gedanke, dass ihn neue Mitarbeiter vielleicht

nur als alten Mann kennen, der im

obersten Stock sitzt und irgendwas mit C –

also CEO, CTO oder CFO – vor dem Namen

trägt, lasse ihn erschrecken.

Kai Figge bezeichnet die zurückliegenden

35 Jahre als dynamischen Prozess. Dennoch

hat sich vieles verändert.

„Die Welt ist gerade im IT-Bereich

viel schneller und komplexer

geworden,

genau wie die Vertriebs- und Marketingorganisation“,

sagt Figge.

„Und auch die Mitarbeiterführung

funktioniert heute nicht

mehr so wie vor dreißig Jahren“,

ergänzt sein Geschäftspartner Lüning. Ab

einer gewissen Größe komme man nicht

mehr umher, Verantwortung abzugeben

und müsse das Unternehmen so aufstellen,

dass es sich auch selbst organisieren

könne. „Als Führungskraft muss man heute

viel zuhören und intensiv auf die Menschen

eingehen, um zu erkennen, wie sie untereinander

agieren und kommunizieren“, sagt

Lüning. Da wiederum hakt Figge ein. Man

müsse sich die Dinge, die unbewusst laufen,

bewusst machen und reflektieren, ist

er sich sicher.

Die beiden G DATA-Vorstände ergänzen

sich perfekt. Das ist wohl auch ein Grund

für den jahrzehntelangen Erfolg des gemeinsamen

Projekts. Andreas Lüning ist

der technisch orientiertere und verantwortet

deshalb primär diesen Bereich, dazu das

Marketing. Kai Figge kümmert sich um die

Finanzen, das Personal, den Vertrieb und

die Organisation. Gemeinsam haben sie

aus ihrem Gartenlaubenprojekt eines der

führenden Unternehmen für Sicherheitstechnologien

gemacht. Heute ist G DATA

der einzige Hersteller von B2B-Sicherheitslösungen,

der aus Deutschland kommt

und ausschließlich in Deutschland eigene

Forschung und Entwicklung betreibt. In

Bochum entstehen, auch dank des einzigartigen

Netzwerkes vor Ort, moderne

Sicherheitslösungen, die auf künstlicher

Intelligenz und Graphentechnologie basieren.

Da die G DATA-Geschichte seit jeher auch

eine Geschichte der Anpassung an einen

sich rasant entwickelnden Markt ist, lässt

sich die Zukunft schwer voraussagen.

„Es ist schwierig, im IT-Bereich

weiter als drei bis fünf Jahre

nach vorne zu blicken.

Das ist Glaskugellesen“, sagt Lüning. Bei

einem ist sich Kai Figge aber sicher:

„Wir sind in der Vergangenheit

auf viele Züge aufgesprungen,

die durch Innovationen dann relativ

schnell wieder abgefahren

waren.

Deshalb haben wir uns irgendwann dazu

entschieden, uns wieder voll auf Cyber

Security zu fokussieren. Das Thema bleibt

uns auf Lebenszeit und darüber hinaus

erhalten.“ JoR

Futuristisch: Die Empfangshalle des G DATA Campus.

Fotos © G DATA

G DATA CyberDefense hat mittlerweile über 500

Mitarbeiter – mit mehreren Niederlassungen über

den Globus verteilt.

103


SECRETS OF SUCCESS GRÜNE UNTERNEHMEN

DIE ZUKUNFT IST

GRÜN

Die Welt ist im Wandel. Nachhaltigkeit und grüner

Lifestyle sind die neuen Schlagworte unserer

Gesellschaft. Wir stellen drei Firmen vor, die im

Großen – wie im Kleinen – einen wertvollen Beitrag

leisten, um den Planeten zu retten.

SCHLUSS MIT

PLASTIK!

© Grünkunft

Im bayerischen Rott hat das Start-up

GRÜNKUNFT den Heiligen Gral gefunden.

Der Betrieb mit 17 Mitarbeitern

produziert Ersatzverpackungen aus landwirtschaftlichen

Abfällen. Das berühmteste

Produkt ist der Nachhälter – ein

Beutel, der den klassischen Nusspralinenoder

Pastatüten zum Verwechseln ähnlich

sieht – nur dass er aus einer biologisch

abbaubaren Folie ist. In nur zwei Jahren

ist das Unternehmen von einem Concept

Store, der umweltfreundlich verpackte

Biolebensmittel verkaufte, zum großen

Hoffnungsträger für das Gewissen umweltbewusster

Konsumenten gewachsen.

Aktuell ist Grünkunft auf der Suche nach

einer noch größeren Produktions- und

Lagerfläche – das ist dann der dritte

Standort. Christoph Kleber (38), der

das Unternehmen mit seiner Frau Edna

(34) 2017 gründete, bedient allerdings

keines der üblichen Ökoklischees. Er ist

ein Weltverbesserer mit wirtschaftlichem

Background, der Architektur und BWL

studiert hat und zuletzt in der Handelsnetzwerkentwicklung

eines Automobilkonzerns

tätig war.

Die beiden Gründer von GRÜNKUNFT: Edna und Christoph Kleber.

104


SECRETS OF SUCCESS GRÜNE UNTERNEHMEN

Wo steht Grünkunft gerade?

Grünkunft ist die Pionierin plastikfreier

Verpackung. Aktuell

bringen wir zusätzlich zum Nachhälter

viele weitere alternative Verpackungslösungen,

allesamt hergestellt aus landwirtschaftlichen

Abfällen, auf den europäischen

Markt. Branchenübergreifend

unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre

Produkte von Plastikverpackungen zu befreien.

Wir kooperieren in der Automobil-,

Kosmetik- und Textilindustrie bereits mit

mehreren internationalen Konzernen und

wollen deren Portfolio gemeinsam in eine

wegweisende, plastikfreie Zukunft lenken.

Wir entwickeln uns vom plastikfreien Food

Supplier gerade zum Systemdienstleister

und Großhändler für nachhaltige Verpackungslösungen,

nicht nur für Lebensmittel,

sondern für alle Bereiche, in denen

Plastik ersetzt werden kann.

Wie konnten Sie überhaupt etwas entwickeln,

bei dem die großen Konzerne bis

heute scheinbar nicht weiterkommen?

Das ist eine berechtigte Frage, die ich Ihnen

nicht beantworten kann. Letztendlich waren

die technischen Hürden ja überwindbar,

wie wir erfolgreich bewiesen haben.

Der Anfang war allerdings hart.

Da wir noch relativ jung waren,

haben wir tatsächlich einen Totalverlust

riskiert. Gestört hat

uns das nie,

wir waren uns unserer Sache sicher und

besessen von dem Gedanken, unsere Idee

voranzutreiben.

Hat Sie jemand für verrückt erklärt?

Viele sogar! Wir hatten mit den unterschiedlichsten

Reaktionen gerechnet, die

Bandbreite war jedoch noch viel größer

als erwartet. Interessanterweise sind die

Menschen, die uns früher belächelt haben,

genau die, die heute damit angeben, uns zu

kennen.

Wie sieht es mit dem wirtschaftlichen Erfolg

bei Grünkunft aus?

Wir haben uns in den ersten rund drei Jahren

sehr gut behauptet. 2019 konnten wir

mehr als 100 Prozent Umsatzwachstum

verzeichnen, für kommendes Jahr rechnen

wir mit einem Vielfachen davon.

Ist es schwierig, die richtigen Investoren

zu finden?

Nein, praktisch wöchentlich klopfen welche

an unsere Tür. Es muss vor allem auf

persönlicher Ebene stimmen und die Person

oder Institution zu unserer Vision

passen. Wer nur wirtschaftliche Interessen

verfolgt, ist bei uns falsch.

Wo sehen Sie die Stärken Ihres Start-ups?

Fokus ist alles. Wir haben uns von Anfang

an auf eine Problemstellung konzentriert

und dafür einzigartige Lösungen entwickelt.

Einige Unternehmer glauben, möglichst

viele verschiedene Leistungen oder

Produkte anbieten zu müssen, aber das

Gegenteil ist meistens richtig.

Man muss nicht alles können –

im Gegenteil: Um Erfolg zu

haben, reicht es, wenn du eine

einzige Sache richtig gut kannst.

Haben die Menschen heute ein stärkeres

ökologischen Bewusstsein – im Vergleich

zu vor ein paar Jahren?

Definitiv. Bei der Eröffnung unseres Concept

Stores in Wasserburg Anfang 2018 war

bei vielen die Problematik mit dem Plastik

noch nicht im Bewusstsein verankert. Ereignisse

und Bewegungen wie Fridays for

Future haben dazu beigetragen, dass die

Situation jetzt eine ganz andere ist.

Heute ist es in vielen Erdteilen

schon verpönt, Plastiktüten zu

benutzen.

Was muss sich noch ändern, damit wir die

Umwelt wirklich retten?

Es gibt sehr vieles, was noch getan werden

muss. Verpackung und Abfallvermeidung

ist eine sehr wichtige Facette davon, jedoch

nicht die einzige. Individual- und globaler

Warenverkehr gehören zu den Bereichen

mit dem größten Einsparpotenzial bei

Energieverbrauch und Emissionen. Es gibt

bereits zahlreiche vielversprechende Innovationen

für eine grüne Wende.

Jetzt liegt es an uns, diese Chancen

zu nutzen.

Gerade jetzt, während der Coronakrise,

müssen wir die Chance nutzen, unser Handeln

im Sinne einer enkeltauglichen Zukunft

neu auszurichten.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Sich selbst immer wieder zu

übertreffen, das ist wahrer

Erfolg. JR

© Grünkunft

Umweltfreundlich verpackt – der „Nachhälter“ ist aus einer biologisch abbaubaren Folie hergestellt.

105


SECRETS OF SUCCESS GRÜNE UNTERNEHMEN

© Studibuch GmbH

Mit Büchern die Umwelt schonen

NACHHALTIGES

WISSEN

Bücher gehören nicht auf den Müll. Deshalb

hat Lutz Gaissmaier mit einem Freund

„STUDIBUCH“, eine An- und Verkaufsplattform

für Fachbücher, gegründet. Sie

wollen Wissen nachhaltig und günstig weitergeben.

Über 130.000 Personen nutzen

das Angebot schon – Tendenz steigend.

„STUDIBUCH“-Gründer Lutz Gaissmaier

© Studibuch GmbH

Welches Ziel verfolgen Sie?

Wir wollen dazu beizutragen, den Verbrauch

wertvoller Ressourcen zu reduzieren,

um dadurch die Umwelt zu schonen.

Wir treiben unser Wachstum unter Beachtung

ökologischer, ökonomischer und sozialer

Aspekte voran.

Der Markt ist unendlich groß

und eine jährliche Verdopplung

unserer Zahlen ist möglich.

Wo sehen Sie die Stärken Ihres Start-ups?

Um den zielgerichteten Ankauf von Fachliteratur

zu gewährleisten, verwenden wir

einen spezifischen Preisalgorithmus. Dieser

ermöglicht es uns, Angebotsmärkte

und Preise frühzeitig zu erkennen und in

Sekunden Preise für den Ankauf zu berechnen.

So können wir für den Kunden und für

Studibuch einen attraktiven Preis erzielen.

Dies noch mit dem Verkauf zu verknüpfen,

ist etwas Einmaliges in Deutschland.

Wie grün ist Ihr Büroalltag?

Wir haben uns als klimaneutrales Unternehmen

zertifizieren lassen. Unsere Daten

speichern wir zum Beispiel bei Windcloud,

einem Rechenzentrumsbetrieb, der seinen

Strom aus erneuerbarer Energie gewinnt.

106


SECRETS OF SUCCESS GRÜNE UNTERNEHMEN

FRISCHE LUFT

FÜR ALLE!

Über fünfzig Projekte in ganz Europa hat

GREEN CITY SOLUTIONS schon umgesetzt.

Das Start-up will die Luftverschmutzung

in Städten stoppen – zum Beispiel mit

riesigen Mooswänden, die CO 2, Stickoxide

und Feinstaub aufnehmen. CEO Peter Sänger

(29) hofft, so mit seinen Mitgründern

die Lebensqualität der Städter zu verbessern.

Wie ist die Idee entstanden?

Während unserer Reisen nach Asien oder

auch Südeuropa stellten wir fest, dass Luftverschmutzung

oft ein massives Problem

ist. Diese Erfahrung hat uns dazu bewegt,

eine ökologische Lösung zu entwickeln.

Welches Ziel verfolgen Sie?

Unsere Vision ist eindeutig –

Fotos: © Green City Solutions

wir wollen frische Luft für jeden

überall zugänglich machen.

Mit der Kombination aus Biologie und

Technik bauen wir Produkte für gesündere

Lebensbedingungen in Städten. Wir möchten

aber zugleich ökologische und ökonomische

Nachhaltigkeit schaffen. Ökologie

hat nur dann einen weitreichenden Effekt,

wenn der ökonomisch funktionierende Unterbau

dafür gelegt ist.

Warum lohnt es sich, in Ihr Start-up zu investieren?

Unsere Produkte treffen den Zeitgeist. Die

Zukunftsaussichten auf dem Gebiet der

Umweltdienstleistungen sind gut: Kommunen

und Unternehmen achten vermehrt auf

Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit,

weil die Endkonsumenten das zunehmend

verlangen. JR

© Chris Ketze

Wände aus Moos sollen die Luftverschmutzung stoppen.


DER

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

KRISEN-

MEISTERER

Computer waren immer schon die Leidenschaft

von Hartmut Hahn. Vor vier Jahren

gründete er deshalb Userlane – eine Firma,

die dafür sorgen will, dass wirklich jeder

seine Software auch anwenden kann.

Heute hat der 39-Jährige bereits siebzig

Mitarbeiter, Tendenz drastisch steigend.

Dass bei einem so jungen und schnell

wachsenden Unternehmen nicht immer

alles läuft wie ursprünglich geplant, stresst

ihn nicht – der Unternehmer ist Stress gewöhnt.

Sein Abitur machte der gebürtige Niederbayer

2001 zur Dotcomkrise, zur Finanzkrise

2007 war er fertig mit dem Studium und suchte

einen Job — und pünktlich zur Coronakrise ist

er nun dabei, mit Userlane international zu

expandieren.

HARTMUT HAHN

– GRÜNDER –

© Userlane GmbH

Hatte schon immer einen Faible für Digitales:

Userlane Gründer Hartmut Hahn.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

Wie sind Sie auf die Idee zu Userlane

gekommen?

Ich war schon als Kind begeistert

von allem, was digital war, und habe –

unter Bedenken meiner Eltern –

einen Großteil meiner Freizeit

vor dem Bildschirm verbracht.

Mit dieser Begeisterung für Digitales bin

ich dann auch ins Berufsleben gestartet

und war zunehmend enttäuscht davon,

wie frustrierend die Arbeit mit komplexer

Software sein kann. Die Anzahl der Anwendungen,

mit denen man sich auskennen

muss, steigt ständig, alles verändert

sich laufend und die Bedienbarkeit lässt

meistens zu wünschen übrig. Im Großen

und Ganzen schien es mir, dass meine Kollegen

und mich vieles eher behindert hat,

statt uns produktiver zu machen. Die Idee

von Userlane ist aus diesem Problem heraus

entstanden – wir wollten das Arbeiten

mit Technologie einfacher, effektiver und

motivierender machen, indem wir jedem

Menschen bei jeder Software genau die Hilfe

geben, die er gerade braucht.

Wie startet man ein Unternehmen wie

Ihres?

Ein Unternehmen zu starten, ist

theoretisch einfach: Ein Problem

finden und lösen,

für das die Menschen bereit sind, Geld zu

bezahlen. Für mich ist aber eine andere Sache

entscheidend: Wie begeistert bin ich

von dem Problem, das ich lösen möchte?

Die Antwort macht den Unterschied, ob

ich nach Rückschlägen aufgebe oder nach

Lösungen suche –

und im Endeffekt ist Erfolg dann

nur eine Frage der Zeit und ob

man lange genug durchhält, bis

es klappt.

Wie viel Mut braucht es, heute ein Unternehmen

zu gründen?

Für mich fühlt es sich riskanter an, nicht

zu gründen und Jahre meines Lebens in

einem Unternehmen an etwas zu arbeiten,

mit dem ich mich nicht identifiziere und

dessen Sinn ich nicht teile. Wenn man sich

bewusst macht, dass alles in der eigenen

Verantwortung liegt, gibt einem das sehr

viel Freiheit – es gibt keine Ausreden, etwas

nicht zu ändern, wenn es einem nicht passt.

Ist Userlane einer der Gewinner der Corona

krise?

Nein. Auch wenn wir als digitales Unternehmen

in den letzten Monaten stärker an

Umsatz und Mitarbeitern zugelegt haben,

spüren wir die impliziten Kosten der Krise.

Emotional, weil ich spüre, dass

die anfängliche Homeoffice-

Eu phorie nachlässt und unseren

Mitarbeitern der soziale Austausch

fehlt,

und strukturell, weil wir einiges – wie die

Eröffnung eines Office in den USA – verschieben

mussten.

Sie haben gerade in einer Finanzierungsrunde

zehn Millionen eingesammelt. Wie

investieren Sie die?

Die Basis von Userlane sind die Menschen,

die mit uns arbeiten. Daher investieren wir

in erster Linie in neue Mitarbeiter – einerseits,

um unser Produkt weiterzuentwickeln,

und andererseits, um neue Märkte zu

erschließen.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem

Privatleben?

Ehrlich gesagt gibt es da kaum eine Trennung.

Das bedeutet aber nicht, dass ich 16

Stunden am Tag arbeite. Um in so einem

schnellen Umfeld mit vielen Herausforderungen

erfolgreich zu sein, ist es wichtig,

eine gesunde Basis zu haben. Für mich ist

das einerseits Sport – ich konnte mich nie

zum Laufen und Radfahren motivieren,

habe aber meine Begeisterung fürs Rudern

entdeckt. Andererseits brauche ich

Menschen in meinen Leben, mit denen ich

meine Gedanken und Gefühle offen teilen

kann.

Ich denke, mit welchen Menschen

man seine Zeit verbringt,

hat großen Einfluss auf die eigene

emotionale Stabilität.

Ich versuche daher lieber, mehr Zeit mit

den Menschen zu verbringen, die mir wichtig

sind, als es jedem recht zu machen und

von einem Event zum nächsten zu springen.

Was sind die größten Schwierigkeiten, die

man in Ihrer Branche meistern muss?

Menschen machen gerne Dinge, die sie

kennen, und stehen Veränderungen zweifelnd

gegenüber. Unsere Mission ist es,

unsere Kunden davon zu überzeugen, dass

nicht alles, was vor zehn oder zwanzig Jahren

gut funktioniert hat – wie Präsenzschulungen

für SAP oder hundertseitige Handbücher

– aktuell noch passend ist.

Was ist Ihre beruflich hilfreichste – eigentlich

negative – Eigenschaft?

Ich sage deutlich, wenn ich etwas gut finde

oder nicht. Gleichzeitig erwarte ich auch

klares Feedback, wenn jemand der Meinung

ist, dass meine Entscheidung nicht optimal

ist – egal ob das von einer Führungskraft

oder von einem Praktikanten kommt. Das

ist definitiv nicht immer angenehm, führt

aber dazu, dass wir am Ende ein besseres

Ergebnis haben, als wenn immer die Person,

die am höchsten in der Hierarchie

steht, ihre Ideen umsetzt. JR

109


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

DER CHEF,

DER DAS

LEERGUT

SORTIERT

Vor zwanzig Jahren, als Jörg Ludwig noch die Schulbank drückte, entwickelte er einen

Schulserver, räumte damit bei „Jugend forscht“ ab und stellte anschließend das Unternehmen

IServ auf die Beine, das seither kontinuierlich wächst. Corona ließ dieses Wachstum

explodieren.

Herr Ludwig, wie haben Sie Ihre

Leidenschaft fürs Programmieren

entdeckt?

Technik hat mich schon immer fasziniert.

Als ich in der dritten Klasse war, habe ich

einen alten Heimcomputer von meinem

Opa geschenkt bekommen, angefangen zu

programmieren und mich dazu entschieden,

dass ich Informatiker werden will.

© Alexandra Siering

Jörg Ludwigs Mitarbeiter bekommen viel Freiraum geschenkt,

aber auch Eigenverantwortung übertragen.

Woher weiß ein Drittklässler, wie man programmiert?

Ich habe mir ein Buch aus der Bücherei geholt

und mich da reingefuchst. Ich hatte

außerdem das Glück, dass meine Mutter Informatik

studiert hat. Die hat mir ein paar

Tipps gegeben. Heute geht man ins Internet

und findet Anleitungen. Damals war

das schwieriger. Zusammen mit ein paar

Kumpels habe ich versucht, Spiele zu programmieren.

Aber das war natürlich superrudimentär

im Vergleich zu 3D-Spielen von

heute.

Programmieren Sie heute immer noch

selbst?

In den ersten zehn Jahren von IServ war

110


Seit 20 Jahren treiben Jörg Ludwig und sein IServ-Team

die Digitalisierung an deutschen Schulen voran.

ich alleine für das Programmieren verantwortlich,

nebenbei aber auch für Vertrieb,

Marketing, Support und Schulungen. Jetzt

geht es um Organisation, Personal und

Strategie.

Meine tägliche Arbeit hat sich

langsam vom eigenen Handeln

hin zum Management verschoben.

Vermissen Sie es, selbst Hand anzulegen?

Tatsächlich schon. Das Schöne am Programmieren

ist, dass ich am Ende des

Tages ein Ergebnis sehe. Jetzt schicke ich

zehn E-Mails raus und bekomme vielleicht

zwei Wochen später eine Rückmeldung.

Ich führe unheimlich viele Gespräche, bei

denen man nie genau weiß, was sich daraus

entwickelt. Ich stelle mich dieser Herausforderung

auch gern, aber am Ende des

Tages mit einem konkreten Ergebnis nach

Hause zu gehen, fehlt mir schon. Aber: Ich

sortiere in der Firma gerne das Leergut ein.

Da kann ich in Ruhe mal zehn Minuten Flaschen

sortieren und sehe hinterher ein Ergebnis.

Das ist immer ganz nett.

Was macht in Ihren Augen ein gelungenes

Management aus – wie leiten Sie Ihr Team?

Ich versuche, die Mitarbeiter für meine Ziele

zu gewinnen und lasse sie selbst die richtigen

Lösungen finden. Ich gebe lediglich

meine Vision vor, bei

der Umsetzung lasse

ich den Programmierern

freie Hand.

Man kann nicht alles

selbst machen. Muss

man auch gar nicht.

Andere Leute

können andere

Dinge auch wesentlich

besser

als ich.

Ich versuche, meinen

Mitarbeitern viel

Wertschätzung zu

zeigen und Verantwortung zu übermitteln.

Man muss den Leuten dann aber auch zugestehen,

dass mal Sachen schiefgehen. Ich

habe den Vorteil, dass mein Team superengagiert

ist und sich sehr viel Mühe gibt.

Da klappen Sachen dann eben auch.

Das klingt, als wäre IServ ein ziemlich eingeschworener

Haufen, oder?

Ja. Wir frühstücken jeden Morgen zusammen

und treffen uns auch außerhalb der

Arbeitszeiten zu Spieleabenden. Ich würde

mal ganz platt sagen:

Ich stelle die Leute in der Regel

nach Sympathie ein, weniger

nach fachlicher Qualifikation.

Natürlich muss am Ende beides zusammenspielen,

aber ein klarer Lebenslauf ist

für mich nicht entscheidend. Ich will Leute,

die für das Thema brennen und Bock darauf

haben. Ob sie im Studium die besten Noten

hatten, spielt für mich keine Rolle.

Wie haben Sie den großen Durchbruch

von IServ seit den coronabedingten Schulschließungen

erlebt?

Corona hat uns, so wie alle anderen auch,

komplett überrannt, uns gleichzeitig aber

zu dem Durchbruch verholfen, auf den wir

zwanzig Jahre lang hingearbeitet hatten.

Als die Schulschließungen verkündet wurden,

haben wir uns dazu entschieden, unsere

Dienstleistung bis zu den Sommerferien

kostenlos für alle Schulen anzubieten. Wir

kennen ja das Problem in den Schulen: Die

bürokratischen Strukturen sind langsam.

Bis Mittel bewilligt sind, dauert es Monate.

Deswegen haben wir das auf unsere Rechnung

gemacht, damit die Schulen sofort

starten können. Das wurde unglaublich gut

angenommen und wir haben täglich zig

E-Mails von begeisterten Kunden bekommen.

Die Sommerferien sind mittlerweile lange

vorbei. Wie viele Schulen nutzen IServ

seitdem?

Ja, das Ganze ist Ende September ausgelaufen.

Bis dahin mussten die Schulen entscheiden,

ob sie IServ weiter nutzen wollen.

Wir müssen ja unsere Kosten decken.

Es haben jetzt schon zwei Drittel von den

1.700 Schulen, die wir seit Corona dazubekommen

haben, einen Vertrag unterschrieben.

Und mit dem letzten Drittel sind wir

in Gesprächen. Statt vorher 2.500 Schulen

setzen jetzt über 4.000 Schulen auf IServ.

Wie kompensieren Sie dieses immense

Wachstum und was sind Ihre Pläne für die

Zukunft?

Der Schub, den die Digitalisierung erfahren

hat, wird bleiben. Da bin ich überzeugt.

Das Thema war lange überfällig und jetzt

hat auch der Letzte

gemerkt, dass man

daran nicht vorbeikommt.

Wir haben in

den letzten Monaten

schon knapp dreißig

neue Leute eingestellt,

um das aktuell

anstehende Wachstum

gut zu bewältigen

und dabei die

hohe Zufriedenheit

der Mitarbeiter und

Kunden zu erhalten.

JoR

Fotos: © Alexandra Siering

Langjährige Freunde und Geschäftspartner:

2009 stieg Benjamin Heindl (re.) bei IServ ein.


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

ZUR RICHTIGEN ZEIT AM

RICHTIGEN

ORT

Daniela Laubinger hilft mit ihrer Natural Weight Loss Company Promis und Topmanager*innen

in Hamburg beim Abnehmen. Als sie ihr Konzept vor rund zehn Jahren

entwickelte, sorgte es schnell auch in London und Abu Dhabi für Aufsehen.

Daniela Laubinger

Gründerin der

Natural Weight Loss

Company

© Jürgen Frank

Frische und gesunde Lebensmittel sind die entscheidenden Zutaten

in Daniela Laubingers Erfolgsrezept – privat wie beruflich.

112


SECRETS OF SUCCESS MEDIZIN & FORSCHUNG

Medizinstudium bei der

Bundeswehr, nebenbei

Gebietsleitung in einer

Werbeagentur, dann ein Schlenker

zu L’Oréal und schließlich die eigene

Firma: Daniela Laubinger bezeichnet

ihren beruflichen Weg als „durchaus

ungewöhnlich“. Anders machen

würde sie trotzdem nichts. Warum

auch, schließlich ist sie seit mittlerweile

zehn Jahren genau da, wo sie

immer hinwollte.

„Meine eigene Firma zu haben,

war schon immer mein

größter Wunsch.

Selbstständig arbeiten zu können, ist

ein großes Geschenk. Und meine Arbeit

macht mir sehr, sehr viel Spaß“,

sagt sie.

In ihrer Karriere hätte sich einiges

gefügt, sagt die 47-Jährige. Auch

wenn Daniela Laubinger gerne von

Fügung oder Glück spricht, sind das

sicherlich nicht die Hauptgründe für ihren

Erfolg: Ihr fundiertes Wissen aus dem

Medizinstudium, ein einmaliges Konzept,

Leidenschaft für ihr Vorhaben, Selbstvertrauen

und Freude am Netzwerken ließen

schon in den ersten Monaten ihrer Selbstständigkeit

opulente Angebote aus Abu

Dhabi und London ins Haus flattern.

Aber der Reihe nach. Die erste Fügung:

Auf die Idee, sich mit ihrer Natural

Weight Loss Company als

Ernährungsberaterin selbstständig

zu machen, kam Daniela Laubinger

nur, weil sie für ihre eigene

Hochzeit abnehmen wollte,

in sechs Wochen elf Kilo verlor und damit

einer Dame auf einer Gartenparty doch

recht imponierte. Und weil diese Dame zu

der Zeit als Beraterin für eine Schönheitsklinik

in Abu Dhabi tätig war, wurde man

in den Vereinigten Arabischen Emiraten

schnell auf Daniela Laubinger aufmerksam

und lud sie ein.

Da sie nicht als Privatperson, sondern als

Unternehmerin nach Asien reisen wollte,

gründete sie im Schnellverfahren eine Firma,

schrieb Tag und Nacht an einer Präsentation

und saß ein paar Tage später damit

im Flugzeug. „Man hat mich im Emirates

Palace untergebracht und von Termin zu

Termin chauffiert. Dann nahm das Ganze

sehr viel Fahrt und gipfelte beim dortigen

Daniela Laubinger hat schon so manchem

Promi dabei geholfen, in Form

zu kommen.

Gesundheitsminister“, erzählt sie. Nach

reichlich Überlegungszeit lehnte Daniela

Laubinger das Angebot, mit ihrem Programm

in sieben Emiraten zu starten, aber

ab. „Ich habe mich auf mein Bauchgefühl

verlassen. Ich muss nicht alles um jeden

Preis machen. Zwei Wochen im Monat dort

vor Ort zu sein, kam für mich einfach nicht

infrage.“ Mutig zu sein und auf getroffene

Entscheidungen zu vertrauen, hat Daniela

Laubinger seitdem unaufhörlich nach

vorne gebracht. In ihrer Hamburger Praxis

geben sich seit Jahren Topmanager*innen

und Promis die Klinke in die Hand.

Auf dem Flug nach Abu Dhabi die zweite

Fügung: Während Daniela Laubinger ihrer

Präsentation den letzten Feinschliff verpasste,

bot ihr ein Sitznachbar an, sich das

Ganze als Native Speaker nochmal anzuschauen.

Wie die Dame auf dem Gartenfest

war er begeistert von Daniela Laubingers

Konzept. Später stellte sich heraus, dass

er einer der Top Ten plastischen Chirurgen

Großbritanniens ist. Auch er bot ihr an, als

Ernährungsberaterin in seiner Londoner

Praxis zu arbeiten. „Er meinte, das wäre genau

das Richtige für seine Patienten. Er gab

mir einen Schlüssel für seine Praxis und

hat mir die Hand geschüttelt.“ Drei Jahre

lang arbeiteten die beiden dann erfolgreich

zusammen, bis der gebürtige Amerikaner

seine Londoner Praxis aufgab, um wieder

in die Heimat zurückzukehren. Das Angebot,

die Praxis im Anschluss komplett zu

übernehmen, lehnte Daniela Laubinger aus

113

Fotos: © Jürgen Frank

zeitlichen und familiären Gründen

ab.

Ehemann Henning und der gemeinsame

Sohn Leo sind Daniela Laubingers

Rückhalt und Ausgleich zum

stressigen Berufsalltag. Sie liebt es,

ihrem Sohn auf Reisen die Welt zu

zeigen. Daneben helfen ihr Spaziergänge

beim Abschalten. Um Privatleben

und ein wachsendes Unternehmen

unter einen Hut zu bekommen,

brauche es außerdem einen guten

Blick für die richtigen Mitarbeiter, ist

sich Daniela Laubinger sicher. „Bis

vor ein paar Jahren habe ich noch alles

selbst gemacht.

Aber als Inhaber sollte man

natürlich mehr am Unternehmen

als im Unternehmen

arbeiten. Dennoch: Für

mich ist der Mix aus beidem

entscheidend, denn

das eine begünstigt das andere.“

Die Inspiration, die Daniela Laubinger aus

den ausführlichen Gesprächen mit ihren

Klienten gewinnt, treibt sie täglich weiter

voran und hilft ihr, neue Konzepte zu

entwickeln. Ein Beispiel dafür ist ihre InfusionBar:

Seit einem Jahr stärkt die Medizinerin

auch über Infusionen den Stoffwechsel,

das Immunsystem oder auch den

Vitaminhaushalt ihrer Klienten. Wichtig

bei solchen Vorhaben sei, nicht auf die

„Ja, aber-Redner“, wie Daniela Laubinger

ständige Schwarzseher nennt, zu hören.

„Mittlerweile prallt das an mir ab. Ich habe

mich oft infrage gestellt und dieses Hadern

hat unnötig Kraft gekostet. Ich kann jedem

Gründer nur empfehlen, auf das eigene

Konzept zu vertrauen – wenn es gut ist und

andere den Mehrwert brauchen können –

und nicht auf andere zu hören.“ JoR

Für Beratungsgespräche nimmt sich

die Ernährungsexpertin grundsätzlich

ausreichend Zeit.


SECRETS OF SUCCESS KOLUMNE

EIN ERFOLGREICHER

START

START IN DEN TAG

Müsli oder Porridge mit Früchten und Nüssen sind das ideale

Frühstück für alle, die genussvoll in den Tag starten möchten.

Außerdem ist er ein guter Eisenlieferant.

Damit pflanzliches Eisen vom Körper besser

aufgenommen wird, braucht es Vitamin C.

Gerade deshalb ist Hafer in Verbindung

mit Obst oder Saft perfekt fürs Frühstück.

Wenn man dann noch Nüsse hinzufügt,

die ebenfalls reich an Eisen und noch dazu

Zink sind, ist der Körper bestens für den

Tag gerüstet.

Allerlei-Porridge

Autor: Peter Kölln, Fotograf: Foto Seiffe/Arvid Knoll

R

aus aus dem Bett, rein in einen Tag

voller Termine? Kann man machen,

ist aber nicht unbedingt sinnvoll.

Viele erfolgreiche Menschen schwören darauf,

die „Quality Time“ am Morgen ganz

bewusst für sich zu nutzen. Dazu kann beispielsweise

eine kleine Yogaeinheit oder

eine kurze Meditation gehören.

Auf jeden Fall sollte man sich

aber Zeit für ein gemütliches

Frühstück nehmen.

Wer sich ausgewogen ernährt, lebt gesünder

und ist damit auch leistungsfähiger. Ein vitamin-

und ballaststoffreiches Frühstück ist

die beste Grundlage für einen erfolgreichen

Start in den Tag. Hafer ist proteinreich und

enthält viele Ballaststoffe und Vitamine.

Jeden Tag Müsli – klingt eintönig? Auf

www.koelln.de/rezepte/muesli findet man

jede Menge Inspiration, wie man die Vollkornflocken

kreativ und abwechslungsreich

zubereitet. Ob als klassisches Birchermüsli

mit kernigen Flocken, Äpfeln, Haferdrink,

Bananen und Nüssen, knuspriges Granola

oder Frühstückspizza –

hier gibt es Rezeptideen für alle

Geschmäcker!

Wenn das nicht reicht, wie wäre es dann mit

Porridge oder Overnight Oats? Früher galt

Porridge – oder hierzulande Haferbrei –

als Mahlzeit der einfachen Leute. Heute ist

es zum richtigen Trendfood geworden, das

aus der modernen, abwechslungsreichen

Küche nicht mehr wegzudenken ist. Dabei

Autor: Peter Kölln, Fotograf: Westermann Studios

Birchermüsli

Autor: Peter Kölln, Fotograf: Foto Seiffe/Arvid Knoll

ist Porridge denkbar leicht zuzubereiten.

Für das Grundrezept braucht es vier gehäufte

Esslöffel Blütenzarte Köllnflocken,

250 ml Kölln Haferdrink (alternativ Wasser)

und eine Prise Salz. Alle Zutaten kocht man

zusammen kurz auf und lässt sie drei bis

vier Minuten zugedeckt stehen. Beim Topping

sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Ein wenig Süße bekommt das Gericht

durch die Zugabe von Honig oder Zimt und

Zucker, auch Heidelbeeren und Walnüsse

passen hervorragend dazu. Alternativ kann

man einen gewürfelten

Apfel und Apfelmus

unterheben oder vier

bis fünf klein geschnittene

Backpflaumen

dazugeben. Noch mehr

Rezeptideen gibt es auf

www.koelln.de/rezepte/

porridge-co.

Übrigens: Im Jahr 2017

wurde Hafer durch die

Universität Würzburg

zur Arzneipflanze des

Jahres gekürt. CO

Frühstückspizza


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

JOBSHARING

IM CHEFSESSEL

Christiane Haasis und Angela Nelissen – kurz: CHAN – betreiben Jobsharing auf höchster

Ebene und haben so die perfekte Balance zwischen ihren persönlichen, beruflichen und

sozialen Lebensbereichen gefunden. Die beiden sind Chefinnen der Eis- und Teesparte von

Unilever. Gearbeitet wird jeweils zu 60 Prozent. Und das nicht, weil sie es müssen, sondern

weil sich CHAN schon vor über zehn Jahren für Jobsharing entschieden und es gemeinsam

perfektioniert haben. In der Praxis läuft das so: Die Wochentage sind aufgeteilt, Montag bis

Mittwoch ist Christiane Haasis im Büro, Mittwoch bis Freitag Angela Nelissen. Corona hat

das ein bisschen durcheinandergewirbelt – aber Flexibilität und Agilität sind für die beiden

Tagesgeschäft.

Als Haasis und Nelissen das Jobsharing

für sich starten wollten,

mussten die beiden Frauen ihren

Chef erst davon überzeugen. Jobsharing in

Führungspositionen ist ein eher ungewöhnliches

Modell. Die beiden durchliefen eine

klassische Unilever-Karriere, als sie bei der

Marke Dove erstmals zusammentrafen, Nelissen

als Markenverantwortliche und Haasis

als Operative Chefin für West- & Osteuropa.

„Wir waren oft gemeinsam unterwegs, um

unsere Pläne von Polen bis Portugal mit

den jeweiligen Länderteams umzusetzen.

Nach weiteren Stationen im Marketing

kreuzten sich dann unsere Wege wieder vor

etwa zehn Jahren. Gemeinsam entwickelten

wir das Jobsharingmodell für und mit

Unilever und führen gemeinsam sehr erfolgreich

eine große Business Unit als Vice

President für DACH“, erklärt Haasis.

Die Beförderung zum Vice President Refreshment

stellt für CHAN auch das

bisherige Highlight ihrer Karriere

dar. Auf der einen Seite sei die Aufgabe

und operative Führung dieser

Business Unit mit so einem großen

Team sehr herausfordernd gewesen.

„Auf der anderen Seite war das ein

klares Zeichen pro Jobsharing und

zwar intern wie auch extern. Damit

hat das Thema Jobsharing nochmal

richtig Fahrt aufgenommen“, sagen

Haasis und Nelissen. Viele Firmen,

u. a. Xing und Microsoft, hätten die

beiden daraufhin gebeten, als Keynote

Speaker von ihren Erfahrungen

zu berichten und das Thema

einer breiteren Gruppe von Topmanagern,

Topmanagerinnen und

Firmen vorzustellen.

„Wir lieben Teamarbeit“,

sagt Haasis – für sie eine wichtige

Eigenschaft, um erfolgreich zu

sein. „Zusammen mit ganz unterschiedlichen

Individuen eine Vision

Angela Nelissen und Christiane Haasis

lieben Teamarbeit und machen Job-

Sharing in der Führungsebene. 115

© Unilever

zu entwickeln und diese dann gemeinsam

umzusetzen, das ist unsere Stärke.“ Talent

Diversity ist dabei mehr als ein Buzzword

für die beiden Frauen. Haasis und Nelissen

meinen damit, dass

eine Gruppe mit unterschiedlichen

Talenten und Fähigkeiten

fast immer ein besseres Ergebnis

liefern wird als eine Gruppe

von Experten.

Um so eine Gruppe auszuwählen, zu fördern

und zu führen, bedarf es aber viel

Fingerspitzengefühl und Know-how – ohne

große Hierarchien und mit klarem Prozess.

„Unser Chef sagte mal: CHAN führt mit

Charme & Clarity.

Wir glauben an Gentle Leadership, was aber

keinesfalls bedeutet, dass man Fehler und

Verbesserungspotenziale nicht offen anspricht.

Aber das sind auch immer Chancen,

etwas Neues zu lernen.“

Wer nun glaubt, CHAN schwimmt permanent

auf der Erfolgswelle, der irrt. Im

Jobsharingmodell der beiden gibt es auch

Rückschläge. Hier setzt CHAN auf eine

aktive Fehlerkultur im Sinne von Try, Measure,

Learn. „Auch Jobsharing war ja nicht

immer nur ein Erfolgsmodell – da ist schon

mal ein Kollege karrieretechnisch an einem

vorbeigezogen. Aber zurück zur ersten Frage:

Was ist Erfolg? Am Ende hilft es nichts,

wenn man die steilste Karriere gemacht

hat, aber unglücklich ist“, sagt Nelissen.

RK


SECRETS OF SUCCESS SPORT

„ICH HABE MICH NIE

KLEINKRIEGEN LASSEN.“

Man merkt sofort:

Dennis Diekmeier ist ein

positiver Mensch. Er lacht

viel, ist ein Familienmensch,

steht im Guinness-Buch der

Rekorde, hat einen Kultstatus

inne und ist trotzdem

kein bisschen abgehoben.

Deshalb definiert er Erfolg

auch etwas anders.

DENNIS DIEKMEIER

– FUSSBALLSPIELER –

„A

us fußballersicher Sicht ist Erfolg

natürlich ein Sieg. Doch es sind

auch die vermeintlich kleinen Dinge,

die ich als Erfolg werte. Vor Kurzem

habe ich mit meiner Tochter Mathe geübt.

Als sie mit einer guten Note nach Hause

kam, war es nicht nur für sie ein Erfolg.

Auch für mich.

Denn entscheidend war, mit ihr

gemeinsam daran gearbeitet zu

haben,“

sagt der vierfache Vater. Diekmeier wollte

schon als Kind Fußballprofi werden. Sein

Talent wurde schnell erkannt und er hat

Ob Fußballkarriere, Youtube oder Instagram:

seine Frau Dana ist immer an seiner Seite.

hart an seinem Traum gearbeitet. Dazu

kam noch die „Faszination Stadion“. Jedes

Mal, wenn er mit seinem Vater im Stadion

war – vorzugsweise beim HSV – gab ihm

das den Rest. „Das hat mich immer wieder

umgehauen. Diese Stimmung, die vielen

Menschen. Ich hatte nur noch Fußball und

den Wunsch, Profi zu werden, im Kopf. Was

natürlich meine Lehrer zu der Zeit nicht

© privat

so toll fanden“, erinnert sich Diekmeier

lachend.

Mit seinem gesunden Ehrgeiz und starken

Willen ging es für ihn Schritt für Schritt

Richtung Erfolg. Mit 14 Jahren wechselte

er in die Jugendabteilung von Werder

Bremen, ein paar Jahre später spielte er

bereits in der 2. Mannschaft. 2008 dann

der EM-Titel mit der deutschen U19-Natio-

116


SECRETS OF SUCCESS SPORT

nalmannschaft. „Das war mein wichtigster

Karriereschritt. Nicht nur der Turniersieg.

Ich wurde auch mit der Fritz-Walter-Medaille

in Gold ausgezeichnet. Das war der

Startschuss.“ Diekmeier wechselte zum

1. FC Nürnberg, ehe er 2010 beim HSV

unterschrieb. Dort blieb er bis 2018 und

erlangte bei den Hamburgern Kultstatus.

Nicht etwa, weil er sein Team von Sieg zu

Sieg schoss. Im Gegenteil. In seiner Position

als Rechtsverteidiger konnte sich seine

Mannschaft auf ihn verlassen.

Allerdings schaffte es Diekmeier

in elf Jahren als Profi und 293

Spielen nicht, auch nur ein einziges

Tor zu schießen.

Nicht eins! Doch die Fans liebten ihn. So

wurde er eine Art Kultfigur in Hamburg.

„Mr. Torlos“ kann darüber lachen. „An

sich war es eine lustige Geschichte. Auch

wenn das Toreschießen natürlich dazu gehört.

Jetzt stehe ich zumindest im Guinness-Buch

der Rekorde. Das kann mir so

schnell keiner nehmen“, erzählt Diekmeier.

Das mit der Torlosigkeit hat sich mittlerweile

erledigt. Diekmeier, der seit 2019

beim SV Sandhausen unter Vertrag steht,

schoss am 26.05.2020 sein erstes Tor überhaupt.

Am letzten Spieltag der Saison gelang

ihm dann auch noch sein zweiter Treffer

– ausgerechnet gegen den HSV. Dennis

Diekmeier ist zufrieden und glücklich. Er

kann sich aber auch an andere Zeiten erinnern.

Als 2018 sein Vertrag in Hamburg

auslief, verließ er den Verein, ohne etwas

Neues zu haben. „Das war eine krasse Zeit

und ein harter Rückschlag für mich.

Ich war ein halbes Jahr arbeitslos.

Natürlich ist das für niemanden schön,

aber als Fußballprofi kannst Du schnell

weg sein. Doch ich wollte nicht aufgeben.

So war ich schon immer, ich habe mich nie

kleinkriegen lassen. Ich bin einfach ein

positiver Mensch und davon überzeugt,

dass man mit einer positiven Grundeinstellung

mehr erreichen kann.“ Die Kraft,

um immer wieder aufzustehen und positiv

zu bleiben, gibt ihm seine Familie. „Zu

Hause bei der Familie kann ich abschalten

und einfach nur Papa sein. Ich will dann

nicht über Fußball reden. Auch wenn das

mit einem Sohn, der absoluter Fußballfan

ist, etwas schwer ist. Zudem sind meine

Frau und ich ein großartiges Team. Denn

wir haben erkannt, dass man zusammenarbeiten

und zusammenhalten muss, wenn

man etwas erreichen will.“ Mit seiner Frau

Dana betreibt Diekmeier auch einen You-

Tube Channel. Der Name – klar – Team

Diekmeier! Überhaupt ist Diekmeier in den

sozialen Netzwerken sehr aktiv. Er sieht

das relativ entspannt. „Man muss natürlich

abwägen, was man zeigt. Aber für uns war

klar, dass wir die Fans an unserem Leben

teilhaben lassen. Wir möchten zeigen, dass

wir ganz normale Dinge machen.“ Würde

er etwas anders machen, wenn er die Zeit

zurückdrehen könnte? „Na ja, rückblickend

ist man oft schlauer.

Aber ich schaue nicht negativ

zurück, sondern lieber positiv

nach vorne.

Für mich war es übrigens auch ein Erfolg,

als unsere Familie wieder zusammen war.

Als ich in Sandhausen unterschrieben

hatte, blieb meine Familie erst einmal in

Hamburg. Das war schrecklich. Immer nur

für 1–2 Tage bei ihnen zu sein und dann

wieder den Trennungsschmerz spüren

zu müssen. Erst, als feststand, dass ich in

Sandhausen bleibe und ich meinen Vertrag

verlängert hatte, kam meine Frau mit den

Kindern nach. So eine Zeit zu überstehen

und dann wieder zusammen zu sein – auch

das ist Erfolg!“ In einem Gespräch mit Dennis

Diekmeier lernt man eins ganz schnell:

Es ist die positive Grundeinstellung, die

zum Erfolg führt. Dazu eine gute Mischung

aus eigenem Ansporn, Ehrgeiz und einer

Portion Selbstbewusstsein. Der 30-Jährige

weiß, dass der Erfolg viele Gesichter hat.

„Man muss an seinem Traum festhalten,

doch manchmal sollte man auch etwas Abstand

gewinnen und neue Kraft schöpfen.

Denn nicht nur das Erreichen des Ziels ist

der Erfolg, sondern allein schon der Weg

dahin.“ Die kleinen Dinge, die man oft vergisst.

DU

Fotos: © privat

Seit 2019 spielt er als

Verteidiger beim SV Sandhausen.

Dennis Diekmeier ist ein echter Familienmensch. Mit seiner Frau hat

er vier gemeinsame Kinder: Delani, Dion, Dalina und Divia.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

ERFOLG IST EINE

NASSE SEIFE.

JEAN-REMY VON MATT

– UNTERNEHMER –

© Yves Borgwardt

Für den berühmtesten Werber Jean-Remy von Matt ist Erfolg

die nasse Seife auf dem Boden deiner Dusche.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

Diesen Werber kennt ganz Deutschland: Jean-Remy von Matt, 68. Werbeslogans wie „Bild

dir deine Meinung“, „Geiz ist Geil“ und „Wer hat`s erfunden? Ricola“ sind nur einige der

bekannten Kampagnen, die in seiner Agentur Jung von Matt entworfen worden. Die Agentur

gründete der in Belgien geborene Schweizer 1991 gemeinsam mit Holger Jung. Zahlreiche

Auszeichnungen wie „Independent Agency of the Year“ bei Cannes Lions folgten.

Herr von Matt, was wollten Sie als

Kind werden?

Ich wollte Bauer werden, meinte

mit dem Begriff aber etwas anderes – nämlich

jemanden, der baut. Also Architekt. Architekten

bauen für Generationen. Darum

beneide ich sie. Während die Halbwertzeit

unserer Konzepte und Ideen immer kürzer

wird. Jedes Tattoostudio schafft heute

nachhaltigere Ergebnisse.

Hatten Sie ein Vorbild?

Neben den vielen sehr beeindruckenden

Menschen, für die und mit denen ich in

meinen 45 Jahren an der Werbefront arbeiten

durfte, ist es immer noch meine radikal

lösungsorientierte Mutter. Ein Cousin beschrieb

sie sehr treffend mit dem Satz: Bei

Edith war nichts kompliziert.

Was war für Sie ausschlaggebend bei Ihrer

Berufswahl?

In den 60er-Jahren wurde Werbung durch

einige herausragende Persönlichkeiten revolutioniert,

die die ersten wirklich kreativen

Kampagnen schufen. Das hat mich als

Jugendlicher fasziniert, das wollte ich auch.

Fällt Ihnen eine Kampagne ein, die Sie besonders

fasziniert hat?

Meine Marienerscheinung war die Kampagne,

mit der Herausforderer Avis in den 60er-

Jahren den Marktführer Hertz angriff. Sie

faszinierte mich so sehr, dass ich jeden Text

bis zum letzten Wort auswendig konnte.

Was ist bislang das persönliche Highlight

Ihrer Karriere?

Das für mich wertvollste waren die ganzen

Begegnungen mit herausragenden Persönlichkeiten

aus Wirtschaft, Kultur, Sport,

Politik - bis hin zum Handshake mit dem

Papst.

Seit 36 Jahren arbeite ich unter anderem

mit Erich Sixt zusammen und profitiere

vom Scharfsinn und Bauchgefühl dieses

großen Unternehmers. Als er mir vor einem

Jahr das Du anbot, war das für mich mehr

wert als jede Auszeichnung.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?

Die Kreativindustrie ist voller Unwägbarkeiten,

sodass einem jeden Tag kleinere

und jedes Jahr größere Rückschläge sicher

sind. Dass man aus jedem von ihnen lernen

etwas kann, macht sie leichter erträglich.

Hinschmeißen war jedenfalls für mich nie

eine Option. Erst recht nicht, seit ich als

Mitinhaber einer Agentur Verantwortung

für Partner, Kolleginnen und Kollegen trage.

Was bedeutet Erfolg für Sie?

Erfolg ist die nasse Seife auf dem Boden

deiner Dusche. Du musst dich krumm

machen, um sie zu erreichen. Und schon

rutscht sie dir aus der Hand und ist wieder

etwas weiter weg.

Was, glauben Sie, ist die wichtigste Eigenschaft

die erfolgreiche Menschen heute

brauchen?

Erfolg hat nach wie vor sehr viel mit der

Begeisterungsfähigkeit für ein Thema zu

tun hat. Der Rest ist dann Talent und Fleiß.

Nachhaltiger Erfolg war früher einfacher.

Heute, in der Agilität des digitalen Lebens,

ist es wiederum einfacher, einen kurzfristigen

Erfolg zu landen und dafür den berühmten

15-Minuten-Ruhm zu geniessen.

Was macht für Sie eine gute Führungskraft

aus?

Am wichtigsten ist, ein Vorbild zu sein,

auch was Einsatz angeht. Als wir anfingen,

hatten wir vor allem ein Ziel - das beste

Produkt herstellen.

Doch da wir weder intelligenter

noch kreativer waren als unsere

Wettbewerber, half nur eins:

früher im Büro und später zufrieden

sein als alle anderen.

Welche Sehnsüchte haben Sie?

Neben den üblichen Sehnsüchten wünsche

ich mir mehr Dialog zwischen Menschen,

Parteien und Mächten, und dass Meinungsvielfalt

als etwas Bereicherndes erlebt wird.

Ich bin überzeugt, dass Mangel an Dialogbereitschaft

die Wurzel von vielem Übel ist,

auch von gesellschaftlicher Spaltung. Dabei

ist ein Dialog unkompliziert, oft genügt

ein Hallo, um ihn in Gang zu bringen.

Haben Sie eine lustige Anekdote aus Ihrem

Erfolgsleben?

Es gab ein Erlebnis, das mir bei Niederlagen

bis heute Trost spendet: ein mit 14 zu 0

Toren verlorenes Fußballspiel bei den F-Junioren.

Das Demütigende war aber nicht

das Resultat, sondern die Tatsache, dass wir

die erste Halbzeit mit nacktem Oberkörper

spielen mussten, weil der Trainer die Trikots

in der Straßenbahn vergessen hatte.

Daran denke ich bei jeder Niederlage und

freue mich, dass ich diesmal wenigstens

vollständig bekleidet war.

Was ist ein Must-have in Ihrem Beruf?

Gerade in der Kreativindustrie, wo Meinungen

die Tatsachen bestimmen, weil vieles

zunächst nicht objektivierbar ist, ist Selbstkritik

und Kritikfähigkeit ein Must-have -

aber gleichzeitig auch ein seltenes Gut.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten,

würden Sie etwas anders machen?

Das einzige, was mich an meinem Beruf

stört, ist die kurze Lebensdauer unserer

kreativen Erzeugnisse. Werbung ist heute

kurzatmiger und vergänglicher denn je.

Dann doch lieber Schlagertexter, denn als

solcher kann man Zeilen für die Ewigkeit

schreiben wie etwa „Marmor, Stein und

Eisen bricht …“ oder „1000-mal berührt …“.

Was ist heute Ihr Antrieb, jeden Tag weiter

zu machen?

Björn Borg hat auf diese Frage mal geantwortet:

Die unbändige Lust der Zuschauer,

mich endlich verlieren zu sehen. Dem habe

ich nichts hinzuzufügen.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns

zusammenfassen?

Mach, was Du wie keiner kannst. Dann

kann Dir keiner was.

Welche Ziele in puncto Erfolg setzen Sie

sich für die Zukunft?

Was unsere gemeinsame Firma Jung von

Matt angeht, wünsche ich mir, dass sie

ihren Weg nach vorne konsequent verfolgt

und weiterhin kreative Akzente setzt. Und

was nur mich betrifft: Italienisch können,

Saxophon können und einen einstelligen

Körperfettwert behalten. JRvM

119



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

DER MENSCH

KOMMT ZUERST“

Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, ist eine wichtige Eigenschaft erfolgreicher

Menschen. Stefan Athmann ist so jemand, der vor Verantwortung nicht zurückschreckt,

sondern davon gepusht und motiviert wird. Darum leitet er auch gleich zwei Spitzenhotels

in Berlin – das Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann und das Bristol Berlin. Athmann kennt

die Hotellerie aus dem Effeff. Er hat als Hotelfachmann angefangen und sich an die Spitze

hochgearbeitet.

STEFAN ATHMANN

– HOTELDIREKTOR –

© Stefan Athmann

Leitet gleich zwei Spitzenhotels:

Stefan Athmann.

Sie sind General Manager

zweier Luxushotels. Was würden

Sie jungen Menschen raten,

die genauso erfolgreich werden

wollen?

Ein gutes Netzwerk ist, denke

ich, für ein erfolgreiches

Berufsleben entscheidend,

damit kann man gar nicht früh genug

anfangen. Weiterbildung wird künftig

noch viel gefragter sein als früher.

Auch, der Intuition zu folgen und auf

sein Bauchgefühl zu hören, finde ich

gerade in unserer heutigen Zeit sehr

wichtig. Wenn man wie ich nach 25

Jahren im Job sagen kann, „Ich liebe,

was ich tue“, hat man mehr Glück als

viele andere ...

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Bei mir kommt der Mensch zuerst,

danach der Umsatz und das Materielle.

Damit bin ich immer gut gefahren

und meine Familie und Mitarbeiter

haben mir immer den Rücken freigehalten.

Das macht mich menschlich

und empathisch. Bei mir steht die Tür

immer offen und das meine ich so.

121

Apropos Familie. Welchen Stellenwert

nimmt die Familie ein, um erfolgreich

sein zu können?

Ich habe eine tolle Frau, die mich im

Beruf sehr unterstützt und mich machen

lässt, dazu drei Jungs, die mir

den Ausgleich geben. Gemeinsame

Unternehmungen, Sport und ungestörte

Abende mit der Familie – die

Zeit muss man sich einfach nehmen.

Und beruflich – welche Ihrer Stärken

sind maßgeblich für den Erfolg verantwortlich?

Ich bin sehr organisiert, kommunikativ,

offen und spontan. Das, was ich

tue, mache ich mit Leidenschaft. Ich

übertrage Verantwortung und gebe

Freiräume,

probiere z. B. auch mal Vorschläge

meiner Mitarbeiter

aus, selbst wenn ich nicht zu

100 % davon überzeugt bin.

Zuverlässigkeit ist für mich wichtig

und auch, für meine Mitarbeiter da zu

sein und zuzuhören. Dabei verfolge

ich aber dennoch meine klare Vision

zum Erfolg. Der Mensch an sich steht

für mich bei allem Business immer im

Vordergrund. RK


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

TUE, WAS DU LIEBST ODER

LIEBE WAS DU TUST.

Trotz des Ratschlages seines Vaters gegen eine Selbstständigkeit wurde Philipp J. Müller

mit nur 23 Jahren Unternehmer und gründete seine erste Investmentgesellschaft. Er machte

sein Hobby – das er bereits mit 16 Jahren ausübte – an der Börse anzulegen, zum Beruf.

Und das noch im Jahr 1999 während der schweren Börsenkrise. Damit wurde er zum Multimillionär

und gründete mehrere Firmen in derselben Branche. Im Alter von 33 verkaufte er

alles und wurde Privatier.

2015 gründete er seine Finanzakademie,

die „PJM Investment

Akademie“, um hier er ein

Ausbildungsprogramm für

das eigenverantwortliche und

erfolgreiche Anlegen an der

Börse anzubieten.

© Christian Hesselmann

PHILIPP J. MÜLLER

– UNTERNEHMER –

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Dass ich etwas Positives in die

Welt schicke, aus dem etwas Gutes,

was die Partnerschaft oder Beruf oder

das soziale Umfeld betrifft und natürlich

kann das auch Geld sein, resultiert. Erfolg

ist:

Eine Idee zu haben, sich ein Ziel

zu setzen, einen Plan zu machen

und ihn umzusetzen und daraus

etwas Großes entstehen zu lassen.

Auch monetär.

Was wollten Sie als Kind werden?

Ich wollte in der Bank arbeiten. Andere

hatten Autos, ich habe gerne mit Geld ge-

Sein Credo „Nur mit der richtigen inneren Haltung kann man

nachhaltig erfolgreich am Finanzmarkt agieren, seine Ziele erreichen

und sein eigener Finanzberater werden.“

spielt. Als Kind dachte ich, wenn ich etwas

brauche, dann gehe ich zur Bank, bekomme

Geld und kann dann das Benötigte kaufen.

Es hat mich fasziniert, dass man Menschen

helfen kann, wenn man ihnen Geld gibt.

Und das wollte ich auch. Helfen.

Wer ist Ihr größtes Vorbild und warum?

Nelson Mandela. 30 Jahre Gefängnis haben

ihn nicht gebrochen. Inhaftiert zu sein, hat

ihn als Mensch nicht zerstört. Er zeigte

eine unheimliche Willensstärke und Lebensfreude.

Wenn wir alle nur im Ansatz

ein bisschen davon ins eigene Leben integrieren

könnten, wäre die Welt ein besserer

Ort.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten

Karriereschritte?

Das klingt erstmal nicht danach, aber ein

sehr wichtiger war der Abbruch meines Jurastudiums,

im 6. Semester. Ich hatte alle

122


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

Vorprüfungen fertig und habe dann durch

zwei Praktika gemerkt, dass ich diesen Beruf

nicht ausüben möchte. Für mich hatte

es viel mit Streit zu tun. Das passte nicht

zu meinem Charakter. Danach war ich drei

Monate lang als Quereinsteiger bei einer

Bank beschäftigt. Das war nicht so romantisch,

wie ich es als Kind gespielt hatte.

Außerdem habe ich ich dort gemerkt, dass

ich nicht als Angestellter arbeiten möchte.

Ich war 23 Jahre alt und beschloss, dass ich

selbstständig sein will. Und ich habe mein

Hobby, die Börse, zum Beruf gemacht.

Gab es einen materiellen Wunsch, der Sie

am Anfang bis zum ersten Erfolg begleitet

hat?

Das war für mich ein Porsche 911er, damals

der Inbegriff des Erfolges. Als ich ihn

mir dann leisten konnte, habe ich ihn aber

noch eine ganze Weile nicht gekauft. Vielleicht

hatte ich unterbewusst Angst, dass es

mich nicht so zufrieden stellen würde, ihn

tatsächlich zu besitzen, wie ich es mir erträumt

hatte. Genauso kam es dann auch.

Ich kaufte ihn mit 30 und habe ihn nur acht

Monate behalten. Es hat mich aber nicht

enttäuscht, dass sich nicht das erfüllte,

was ich dachte, sondern im Gegenteil: Ich

war glücklich zu merken, dass ich, um mich

erfolgreich zu fühlen, kein Statussymbol

brauchte.

Die Zufriedenheit kam aus meinem

Inneren und nicht aus

einem Sportwagen.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für

Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Ich beschäftige mich nie mit der Frage, ‚ob‘

etwas funktionieren kann, sondern immer

damit ‚wie‘ etwas funktionieren kann. Mich

reizen Herausforderungen, wenn es um

etwas geht, an das ich glaube. Ich bin sehr

zielstrebig, strategisch und diszipliniert.

Das ist in meinem Berufsleben wichtig. Auf

der anderen Seite messe ich mich nicht nur

am beruflichen, sondern auch an unserem

Familienleben.

Wer nur verbissen arbeitet und

sein Privatleben völlig vernachlässigt,

der verpasst das Leben.

Durch ein erfülltes Familienleben bin ich

ausgeglichen, was wiederum meiner Arbeit

zu Gute kommt.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg

und wie haben Sie die überwunden?

Ja, natürlich, das kann man aber gar nicht

an einer Sache festmachen. Im Berufsleben,

genau wie im Privaten, gibt es immer wieder

Momente und Situationen, die man als

problematisch oder als Rückschlag empfindet.

Dann ist es wichtig, sich wieder aufzurappeln

und weiterzumachen. Erst am

Ende kann man beurteilen, ob etwas gut

oder schlecht gelaufen ist, wenn sich ein

Gesamtbild ergibt. Eine Erfolgsgeschichte

sieht hinterher natürlich immer super aus,

aber das heißt nicht, dass sie nur aus Erfolgen

besteht - wie bei einem Mosaik.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?

Und was raten Sie einem (jungen) Menschen,

der Erfolg haben möchte?

Tue, was du liebst oder liebe, was du tust.

Verbringe deine Zeit mit Dingen, die dir

gefallen, die dich weiterbringen und mit

denen du etwas Gutes tun kannst. Schäme

Dich nicht, damit dein Geld zu verdienen,

auch wenn andere dich belächeln. Wenn du

davon überzeugt und gewillt bist, hart zu

arbeiten, dann stehen deine Chancen sehr

gut, dass es klappt. Kurz:

Schaffe Dir ein Geschäftsmodell,

das dich in deinem ganzen Leben

erfüllt, nicht nur beruflich.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg am meisten

unterstützt und welche Unterstützung war

für Sie am wichtigsten?

Meine Eltern. Meine Mutter hatte immer

ein offenes Ohr für alles, was mich beschäftigt

hat. Mein Vater war sehr kritisch,

hat aber immer die richtigen Fragen gestellt

und sich auch überzeugen lassen.

Außerdem hat er mir schon früh gezeigt,

wie wichtig es ist, sich weiterzubilden und

weiterzuentwickeln. Und dass dafür die

Schule allein nicht reicht. Er hat mich zu

Workshops und in Seminare geschickt, um

mein Potenzial zu erkennen. Im Berufsleben

hatte ich einen Mentor, Sönke, von

dem ich viel Inhaltliches gelernt habe. Und

wie wichtig es ist, für etwas zu brennen und

sich 100 Prozent dafür einzusetzen.

Was treibt Sie beruflich weiter voran?

Das sind die Erfolge meiner Mitarbeiter

und der Menschen, die wir ausbilden. Das

Feedback, das ich bekomme, wie sich das

Leben unserer Teilnehmer bereichert. Dazu

kommt mein Wunsch, anderen etwas zu geben,

in Form von Know-how, Zeit und Geld.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns

zusammenfassen?

Man muss sein ‚Warum‘ kennen. Das Motiv,

das einen antreibt, und die Werte, die

dahinter stehen. Das steigert maßgeblich

die Motivation, auch dranzubleiben, wenn

es mal nicht so gut läuft. Dann ist man auf

dem besten Weg, mit dem, was man liebt,

sein Geld zu verdienen.

Was macht in Ihren Augen eine gute Führungskraft

aus?

Eine Führungskraft muss glaubwürdig sein.

Sie muss den Mitarbeitern Verantwortungsbewusstsein,

Disziplin und Glauben in das

Projekt, oder das Unternehmen vorleben

und nicht nur so tun. Außerdem sollte eine

Führungskraft Verantwortung übertragen

können, Vertrauen schenken, um die Mitarbeiter

besser werden zu lassen, nicht, um

sie besser zu machen. Druck bringt nicht

viel, sondern Räume zu schaffen, in denen

sie sich dass sie sich selbst entwickeln können.

Zum Beispiel durch Coaching Angebote,

Seminare etc.

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement

bzw. meinen Sie, erfolgreiche Menschen

sollten sich sozial engagieren und wenn ja,

wie bzw. in welchem Umfang?

Soziales Engagement beginnt für mich

nicht, wenn man bereits erfolgreich und

wohlhabend ist. Jede und jeder kann innerhalb

der eigenen Möglichkeiten helfen. Ob

man den Nachbarn die Einkäufe trägt, oder

in Coronazeiten nachfragt, ob man etwas

mitbringen kann. Oder ob man an einem

Verein im Jahr eine kleine Summe spendet,

oder andere mit dem eigenen Know-how

unterstützt. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten,

Gutes zu tun. Und ich finde, wer

mehr Geld zur Verfügung hat, sollte auch

eine Verpflichtung spüren, in einem größeren

finanziellen Rahmen zu spenden. Außerdem

ist es für einen selbst ein gutes Gefühl,

mit anzupacken. In Deutschland gibt

es viele Menschen, die sich ehrenamtlich

engagieren, das finde ich großartig. VB

© Christian Hesselmann

123


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMEN

HOLSTEN: DIE HAMBURGER

TRADITIONSBRAUEREI

BRICHT IN EINE NEUE ÄRA AUF

Nach 140 Jahren in Hamburg-Altona geht Carlsberg Deutschland mit dem neuen und

hochmodernen Brauereistandort in Hamburg-Hausbruch einen wegweisenden Schritt in

die Zukunft. Und auch der Markenauftritt des Traditionsbiers bekommt einen neuen Anstrich.

Fotos: © Holsten-Brauerei/Carlsberg Deutschland

Modernste Anlagen in der Holsten Braustätte im Hamburger Süden.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMEN

Fotos: © Holsten-Brauerei/Carlsberg Deutschland

Die Holsten Braustätte in Hamburg-Hausbruch.

Dabei steht der ikonische Holsten-Ritter

als zentrales Element des Designrelaunches

im Vordergrund. Mit Liebe zum Detail

illustriert und deutlich vergrößert wird er

zum authentischen Abbild des Wahrzeichens

der historischen Brauerei in Hamburg-Altona.

Als prominentes Symbol

prägt er markant die neuen Flaschenetiketten

und das Corporate Design. Der fein

gestaltete Schriftzug unterstreicht die Mo-

Seit 1879 ist die Holsten-Brauerei in

Hamburg-Altona zu Hause und braut

dort ihr bundesweit beliebtes Bier.

Am 4. November 2019 – zwei Jahre nach

dem ersten Spatenstich – nimmt das Unternehmen

seine neue Braustätte in Hamburg-Hausbruch

in Betrieb.

Mit dem Neubau passt sich Holsten an die

veränderten Gegebenheiten der Brauindustrie

an: Kürzere Wege, modernste Anlagen,

eine bessere Infrastruktur sowie keine Restriktionen

hinsichtlich nächtlicher Arbeit

sind nur einige Pluspunkte des Umzugs. „In

den vergangenen Jahren hat sich gezeigt,

dass der Standort Altona nicht mehr zeitgemäß

für die industrielle Bierproduktion

ist. Daher haben wir in enger Zusammenarbeit

mit der Stadt nach einer geeigneten

Alternative gesucht. Mit der innovativen

Brauerei im Hamburger Süden kann Holsten

deutlich flexibler auf sich wechselnde

Bedingungen reagieren und von den zahlreichen

Vorteilen des neuen Areals profitieren“,

erläutert Sebastian Holtz den logischen

Schritt.

Die neue Brauereistätte ermöglicht

die Produktion von rund

einer Million Hektolitern Bier im

Jahr.

Täglich werden ca. eine Million Flaschen

und 3.000 Fässer norddeutsche Braukunst

abgefüllt. Pro Stunde schaffen die

beiden Abfüllanlagen 60.000 Flaschen beziehungsweise

180 Fässer. Bis zu 100 Lkw

steuern die neue Holsten-Brauerei in Hamburg-Hausbruch

täglich an. Anders als am

bisherigen Standort in Altona wird das

innerstädtische Verkehrsaufkommen dadurch

aber nicht beeinträchtigt.

NEUES DESIGN FÜR DEN

HOLSTEN-RITTER

Neben dem neuen Standort wird auch das

Holsten Bier modernisiert und bekommt

einen neuen Auftritt mit einem gelungenen

Zusammenspiel aus Tradition und Vision.

Der Ursprung der Marke mit ihrer

über 140-jährigen Geschichte

war ein wichtiger Impuls für

das mutige Design, das sich nun

deutlich frischer und dynamischer

präsentiert.

dernisierung ebenso wie die zeitgemäßen

Markenfarben.

Der neue Holsten-Ritter ist nicht mehr länger

nur das reine Markensymbol, sondern

erhält eine bedeutende Aussagekraft und

wird zum Ausdruck der tiefen Verbundenheit

zwischen Marke und lokaler Kultur.

Sein fest nach vorne gerichteter Blick und

der stolze Ritt voran stehen für den visionären

Charakter der Holsten-Brauerei, die

mit ihrem neuen, modernen Standort die

Weichen für die Zukunft in der Hansestadt

gestellt hat. Eine Fahne, die Stolz und Pioniergeist

symbolisiert, ersetzt das traditionelle

Schwert, welches als Symbol für

Schutz und Verteidigung heute nicht mehr

zeitgemäß erscheint. Das Logo erstrahlt in

neuen Farben, wobei das moderne Kupfergrün

markant heraussticht. In Anlehnung

an den Ritter auf dem historischen Sudhaus

in Altona designt, stellt es sowohl

die Verbindung zur Brauerei, aber auch zu

Hamburg dar – wo kupfergrüne Dächer das

Stadtbild prägen. Durch starke Farbkontraste

findet eine ausgeprägte Sortendifferenzierung

statt. Das neu gestaltete Schild

mit rot-weißem Holsten- „H“ ziert prominent

den Flaschenhals.

Nach zweijähriger Vorbereitung wird das

neue Erscheinungsbild seit September

deutschlandweit im Handel eingeführt. Die

Umstellung von Gastronomie- und Eventmaterialien

startete zeitgleich. Im Zuge des

Relaunches erhalten im Herbst neben der

Website auch die Social-Media-Kanäle einen

neuen Markenauftritt. Dies dient auch

als Vorbereitung für eine neue Kampagne,

die aktuell ausgearbeitet und im nächsten

Jahr vorgestellt wird. CZH

125

Die Entwicklung des Holsten-Logos.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

ERFOLGREICH

DURCH DIE KRISE

MARK GREGG

– UNTERNEHMER –

Viele Unternehmen standen kurz vor

der Insolvenz. Wie hat BONAGO

es denn geschafft, trotz der Krise

keinen Einbruch zu erleiden?

Das Erfolgsrezept war, dass wir uns auf

neue Wege und neue Möglichkeiten eingelassen

haben. Das war für uns möglich,

da unser Geschäftsmodell dies hergibt. Andere

hatten da deutlich größere Schwierigkeiten.

Wir haben unser klassisches Portfolio,

bestehend aus Mitarbeiterbenefits

und Kundenincentives während der Krise

durch Coronatests erweitert. Wir sind Experten

für Mitarbeiterbelohnung und dazu

gehört auch ein gutes Health Management

System.

Coronatests können sehr hilfreich

sein, um den Mitarbeitern

die Angst und die Unsicherheit

zu nehmen.

Bei meinem Team hat es funktioniert.

© BONAGO

Mark Gregg ist Geschäftsführer der

BONAGO Incentive Marketing Group GmbH.

STEUERN

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Coronatests

für Unternehmen anzubieten?

Das war tatsächlich reiner Zufall. Aber wie

man so schön sagt: Das Glück ist mit den

Tüchtigen.

Im ersten Schritt haben wir Tests für unsere

Mitarbeiter eingekauft, da wir auch einen

Fall im Unternehmen hatten. Das hat so

gut funktioniert, dass wir das auch anderen

Unternehmen zur Verfügung stellen wollten.

Das Ziel ist, den Mitarbeitern in diesen

unruhigen Zeiten ein bisschen Sicherheit

zu bieten.

Was würden Sie anderen Unternehmen

empfehlen, damit ein zweiter (regionaler)

Lockdown abgewendet werden kann?

Wenn Verdachtsfälle auftreten, sollten

Unternehmen auch Testmöglichkeiten bereitstellen.

Durch Tests im Unternehmen

können Mitarbeiter effizient

und ohne Zeitverlust auf das

Virus getestet werden.

Die Zahlen steigen in den kalten Monaten

an und Unternehmen müssen sich und ihre

Mitarbeiter schützen. Auch bei BONAGO

gab es einen Coronafall und wir waren froh,

dass wir Testmöglichkeiten zur Verfügung

hatten. Wir konnten direkt alle Mitarbeiter

testen und zum Glück waren die anderen

Tests negativ.

Wir haben uns ausgiebig mit dem Thema

Tests beschäftigt und bei einem akuten Fall

eines Mitarbeiters, der noch nicht am Arbeitsplatz

war, können Unternehmen einen

PCR-Einzeltest durchführen. Für den Fall,

dass dieser Mitarbeiter schon im Unternehmen

war, kann die ganze Abteilung oder

das ganze Unternehmen über die Pooling-

Methode einfach und kostengünstig (unter

20 € pro Mitarbeiter) getestet werden.

Was erwarten Sie für das nächste Jahr?

Wir werden auch 2021 noch mit Corona zu

kämpfen haben. Neue Techniken, neue Regeln

für flexible Arbeitsplätze, Zuwendungen,

neue Ideen für die Mitarbeitergesundheit

und die Work-Life-Balance sind stark

gefragt! FD

Mark Gregg gemeinsam mit seiner Frau bei Movie meets Media in Berlin 2020.

© Agentur Baganz

126


Fachärzte für Orthopädie, Unfallchirurgie sowie Neurochirurgie:

v.l.n.r. Dr. med. Frank Meinhard Balensiefen, Prof. Dr. med. habil. Peter Diehl,

Dr. med. Samer Ismail, Priv.-Doz. Dr. med. habil. Johannes Schauwecker

FACHÄRZTE FÜR

IHRE GESUNDHEIT

Im Orthopädiezentrum München Ost

betreuen seit 10 Jahren erfahrene,

hochqualifizierte orthopädische/unfallchirurgische

Fachärzte sowie Wirbelsäulen-

Spezialisten ihre Patienten

fachübergreifend unter einem Dach.

»Fachlicher

Austausch und

stetes Streben nach

exzellenten Lösungen

sind uns wichtig.«

Prof. Dr. med. habil. Peter Diehl

Durch die fachübergreifende Zusammenarbeit können

die Ärzte eine umfassende Diagnose, Behandlung und

Betreuung nach modernsten medizinischen Standards

gewährleisten. Der Patient erhält eine First-Class-Behandlung von

der Diagnostik bis hin zur Therapie inkl. Operation, falls nötig.

Das OZMO bietet das gesamte Spektrum der konservativen und

operativen Orthopädie von der Vorbereitung bis zur Nachsorge.

Das OZMO-Expertenteam besteht aus Fachärzten für Orthopädie,

Unfallchirurgie, Neurochirurgie, Sportmedizin sowie Physikalische

und Rehabilitative Medizin.

Dr. med. Frank Meinhard Balensiefen ist Verbandsarzt des DOSB

(Deutscher Olympischer Sportbund) und ist bei orthopädischen

Erkrankungen und Verletzungen von Kindern und Jugendlichen

kompetenter Ansprechpartner.

Prof. Dr. med. habil. Peter Diehl hat sich auf die Schulter- und

Kniegelenkchirurgie spezialisiert. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit

sind minimalinvasive Eingriffe sowie regenerative Knorpeltherapie.

Er legt ein besonderes Augenmerk auf die körpereigene Heilung

durch Zelltherapie/Orthobiologie.

Dr. med. Samer Ismail ist Spinaler Neurochirurg mit Expertise

für minimalinvasive Therapien an der Wirbelsäule, die mit Hilfe

von Nadel-, Injektions- und Punktionstechniken mit hoher Präzision

durchgeführt werden können und so sogenannte offene Operationsverfahren

vermeiden.

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Johannes Schauwecker ist Spezialist

für innovative arthroskopische Therapieverfahren und minimalinvasiven

Gelenkersatz an Hüft- und Kniegelenk. Darüber

hinaus ist er zertifizierter Hauptoperateur für Gelenkersatzoperationen

an Hüft- und Kniegelenk. Besonders wichtig sind ihm dabei

immer die ganzheitliche Behandlung seiner Patienten und das

Ausschöpfen von nichtoperativen Therapiemöglichkeiten.

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Termin-Hotline: 089 / 45 45 45 14

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SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

WILLE SCHLÄGT

TALENT

Michael Hoffmann startete

bereits mit 27 Jahren seine

Managerlaufbahn. Doch

ein Job war dem gebürtigen

Bremer nie genug – so

wurde er Vorstandsvorsitzender

beim Bremer Luftfahrtcluster,

Repräsentant

der amerikanischen Stadt

Savannah und Vorstandsmitglied

des Branchenverbandes

Bremen Digital

Media. 2016 gründete er die

Acorado Sports GmbH und

baute diese in kürzester

Zeit zu einer interdisziplinären

Sportagentur aus. Seit

2018 ist er zudem Mitglied

der Geschäftsleitung bei

einem weltweit führenden

Aktienunternehmen mit

über 45.000 Mitarbeitern.

Das ist aber noch lange

nicht das Ende seines

Weges. Für Secrets of

Success haben wir mit

ihm über seine Erfolgs geschichte

gesprochen.

Fragt man Michael Hoffmann nach

seinem Verständnis von Erfolg, ist

seine Antwort klar: „Die Anerkennung,

für die ich Leistung erbracht habe.“

Er wusste schon früh, dass er erfolgreich

sein möchte. Als sein Großvater plötzlich

starb, merkte er, wie gerne er ihm gezeigt

hätte, was er alles erreichen kann.

„Für mich war die Wertschätzung

durch meinen Großvater

sehr wichtig.

Mir ist damals klar geworden, dass man

nicht so viel Zeit hat. Man muss Gas geben,

damit zumindest die eigenen Eltern

den Erfolg miterleben“, so Hoffmann. Das

tat er dann auch. Mit 17 Jahren wurde er

bereits Vorsitzender der Jugendvertretung

bei Airbus und sprach im Arbeitskampf

vor tausenden Menschen im TV. Dort traf

er auf den damaligen Ministerpräsidenten

Gerhard Schröder, der ihn mit seiner Begeisterungsfähigkeit

und seinem Willen

inspirierte. Der junge Hoffmann nahm sich

diese Zielstrebigkeit zu Herzen und startete

als Unternehmer mit dem Bremer Startup

CeBeNetwork durch. „Wir haben es

damals von einem kleinen Entwicklungslieferanten

von Airbus unter die Top 3 der

deutschen Zulieferer geschafft“, erklärt er.

Innerhalb von vier Jahren stieg die Mitarbeiterzahl

von 15 auf über 450 an. Genauso

erfolgreich ging es für Hoffmann weiter:

„Einer der wichtigsten Schritte war definitiv

die Aufgabe als Vorstandsvorsitzender

für das Luft- und Raumfahrtcluster in Bremen.

Ich war damals 28 Jahre alt, und hatte es mit

über hundert verschiedenen Geschäftsführern

von mittelständischen Unternehmen

bis zu Konzernen wie Daimler und Airbus

zu tun.“ Warum ihm diese verantwortungsvolle

Aufgabe schon in so jungen Jahren

zuteilwurde? „Der Wille schlägt das Talent.

Michael Hoffmann ist im Niedersächsischen Oldenburg aufgewachsen

und absolvierte ein Masterstudium in Leadership &

Organisationsentwicklung an der Universität Bremen. Hier ist er zu

sehen mit seinen Klienten Etienne und Stefan Effenberg.

© Acorado Sports GmbH

Ich musste feststellen, dass man nicht in

allen Bereichen talentiert sein kann,

aber mit dem notwendigen Willen

und Einsatz kann man alles

erreichen“,

so Hoffmann. Mit diesem Lebensmotto

startete er in eine völlig neue Branche,

die Sportindustrie. „Es bereitet mir große

Freude, u. a. die Handballnationalspieler

Holger Glandorf, Patrick Wiencek oder

Hendrik Pekeler bei ihrer aktuellen Karriere

zu begleiten, oder Fußballstars wie

Andreas Herzog, Stefan Effenberg und

Willy Sagnol. Bei uns geht es nicht nur um

die klassische Beratung, sondern auch um

die zweite Laufbahn nach der sportlichen

Karriere“, so Hoffmann. Zukünftig möchte

er insbesondere in diesem Bereich weitere

Klienten beraten. „Die Sportwelt wird sich

dramatisch verändern und wir wollen Perspektiven

für unsere Sportler aufzeigen“,

sagt der Entrepreneur. JR

128


Mitarbeiterbindung | Mitarbeitermotivation | Kundenbindung | Absatzsteigerung | Mitarbeitergesundheit

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Stand-Alone-Lösungen

Über 40 Bausteine im Portal,

z. B. Mobilität & Technik

Reisevorteile

Erholungsbeihilfe

Anerkennungsplattform

Wertschätzung und

Belohnung

ermöglichen

Transparente und

übergreifende

Kommunikation

Unternehmenskultur

und Werte fördern

SOCIAL

RECOGNITION

HR-BENEFITS

CONSUMER

PROMOTIONS

CORONA-TESTS FÜR

UNTERNEHMEN

SACHBEZUGS-

GUTSCHEINE

Incentives für Kunden

Verkaufsförderung

Kundengewinnung

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44 € und 60 €

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Persönliche Anlässe

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81541 München

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SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

„ICH KANN MEHR ALS NUR

IN DIE KAMERA LÄCHELN“

Er ist gelernter Tischler und einer der erfolgreichsten

Deutschen auf TikTok: Falco Punch

hat weit über neun Millionen Follower,

Tendenz steigend. Seinen richtigen Namen

hält der 25-Jährige Schleswig-Holsteiner

geheim, so viel Privatsphäre will er sich bewahren.

Dafür ist bekannt, dass er mit Werbedeals

allein 2019 eine sechsstellige Summe

machte. Und einen Plattendeal mit Universal

Music hat Falco auch. Trotz seines Erfolgs fing

das Multitalent kürzlich eine Ausbildung zum

Mediengestalter an. Die hat er – wie er selbst

sagt „leider“ – schon wieder hingeschmissen,

um sich bei TikTok noch stärker reinhängen zu

können. Es läuft einfach zu gut …

Falco Punch – der gelernte Tischler

erreicht bei Tiktok Millionen von Klicks

© tiktok.com/@falcopunch

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Ich spiele meine Stärken aus und

probiere viele Dinge aus. Dabei

verstelle ich mich nicht, bleibe immer am

Boden und versuche immer, meine Reichweite

richtig einzusetzen. Außerdem bin

ich einer der wenigen, der fast alles selbst

macht. Ich gebe das Lenkrad nie ganz ab.

Wie diszipliniert bist Du?

Mal mehr, mal weniger. Als ich meine

Ausbildung mit einer 40-Stunden-Woche

gemacht habe, habe ich gemerkt, wie diszipliniert

ich wirklich bin. Ich habe es tatsächlich

geschafft, auch noch Content fürs

Internet zu liefern. Leider hatte die Woche

nur sieben Tage - das ging auf Dauer nicht.

Welche Deiner Beiträge haben den größten

Erfolg?

Es gibt viele Videos, die bis zu 70 Millionen

Aufrufe haben. In meinen Augen ist mein

Lovestory-Video auf TikTok mit meiner

Freundin das erfolgreichste. Es ist wirklich

sehr gut bei den Leuten angekommen.

Hast Du Tipps, wie man in den sozialen

Netzwerken erfolgreich wird?

Man sollte authentisch sein und die eigenen

Stärken perfektionieren. Mach neue

Dinge, nicht das, was jeder macht – und

wenn doch, mach sie zumindest anders.

Wo siehst Du Dich in zehn Jahren?

Ich hoffe, dass ich noch mit meiner Freundin

zusammen bin und wir keine finanziellen

Sorgen haben. Ich träume von einem

Eigenheim, das mir und meiner zukünftigen

Familie gehört. Außerdem möchte

ich weiterhin das machen, was ich zurzeit

Fotos: © Andre Buchmann (Bitstream)

Das Erfolgscredo des jungen Multitalents:

Sich nicht verstellen.

mache und wünsche mir, mit meiner Musik

durchstarten zu können.

Wie reagierst Du auf Kritik, dass Influencer

kein Beruf sei oder dass Du Dich nur mit

Oberflächlichem beschäftigst?

Wenn jemand so was sagt, hat er sehr wenig

Ahnung von dem, was ich genau mache.

Abgesehen davon, dass ich mir meine

ganze Bandbreite an Wissen und Techniken

selbst angeeignet habe, bin ich natürlich

ein Mensch, der auch mal oberflächlich

denkt – das tun wir, glaub ich, alle. Das, was

ich mache, ist aber nicht einfach nur in die

Kamera lächeln. JR

Auf der Plattform TikTok hat Falco Punch

bei vielen Videos bis zu 70 Millionen Aufrufe.

131


kölln.de

#köllnliebe

Die Kölln Hafer-Mühle

in Elmshorn

e

Unsere Geschichte beginnt vor 200 Jahren:

Ein tüchtiger junger Mann namens Peter Kölln errichtete

am Elmshorner Hafen eine Hafermühle,

um die ansässigen Seefahrer mit Proviant zu versorgen.

Ein Familienunternehmen sind wir noch heute und

noch immer produziert unsere Mühle Vielerlei aus Hafer.

e

Entdecke leckere Ideen aus der Hafer-Mühle!

Aus Hafer, von Herzen.


SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

„PROBLEME SOLLTE MAN ALS

HERAUSFORDERUNGEN

SEHEN.“

Lifestyle, Kreativität und Nahbarkeit – für diesen Mix lieben ihre rund 250.000 Follower

Laura Noltemeyer. Ihren „Designdschungel“ hat die Hamburgerin mittlerweile zur internationalen

Marke ausgebaut und eine eigene Social-Media-Marketingagentur gegründet. Das

neuste Baby der 32-Jährigen ist die Kosmetikmarke „Bayage Beauty“, deren Produkte alle

vegan und frei von Parabenen, Silikon, Mikroplastik und Mineralöl sind.

sich gelohnt, dass ich nicht auf die Meinung

anderer gehört habe, und meine Eltern

sagen das auch.

Was ist Dein Erfolgsgeheimnis?

Ich versuche, keine Probleme zu

sehen, wo keine sind.

Und wenn ich etwas mache, bin ich bereit,

alles dafür zu geben und bin mir für nichts

zu schade.

Welche Opfer musst Du denn bringen?

Extrem viele, das sieht man auf Social Media

nur nicht. Ich kann nicht einfach mal so

mit Freunden bis fünf Uhr morgens feiern

oder mich entspannt unter der Woche auf

einen Wein treffen, sondern muss viel auslassen,

um meine Karriere so professionell

zu betreiben, dass es meinem Anspruch an

mich selbst genügt.

immer das Gefühl, ich muss irgendwie beweisen,

dass ich arbeite. Aber ich habe mir

ein dickes Fell zugelegt. Man muss darauf

vertrauen, dass es gut ist, was man macht

und es einen Sinn hat. Damit fahre ich gut.

Was ist bei Dir der Sinn?

Ich bin auf Social Media, um Leute zu inspirieren

und um Aufmerksamkeit zu schaffen

für Themen, die viel mehr Aufklärung

brauchen. Neben meinen Social-Media-

Plattformen und der Website habe ich noch

zwei weitere Unternehmen und natürlich

wunderbare Angestellte, für die ich verantwortlich

bin. 2016 habe ich mit meinem

Verlobten ein Herzensprojekt gestartet und

den gemeinnützigen Verein Juamii e. V. gegründet,

mit dem wir den Bildungssektor

fördern und Schulen in den Armutsvierteln

von Kenia unterstützen. Für all das kann

ich auch meine Reichweite immer gut einsetzen.

JR

Bei Instagram begeistert sie ihre Follower

unter dem Namen „Designdschungel“

mit tollen Looks.

Wie haben Deine Eltern auf Deine

Karriere reagiert?

Ich habe einen Master in Architektur,

deshalb war das alles nicht so einfach

für sie. Meine Eltern hatten sich mit

dem Gedanken angefreundet, dass ich Architektin

werde. Ich habe mir dann erst mal

ein Jahr gegeben und in einer minikleinen

Wohnung ohne große Fixkosten gewohnt,

um auszuprobieren, ob ich mit meinem

Konzept erfolgreich werden könnte – ohne

dabei Schulden anzuhäufen. Jetzt, fast sieben

Jahre später, würde ich sagen, es hat

Kann man heute überhaupt noch erfolgreich

einen Social-Media-Account starten –

und wenn wie?

Über die Jahre ist es etwas schwieriger geworden,

aber davon würde ich mich nicht

abhalten lassen. Das absolut Wichtigste

ist, authentisch zu sein. Man wird leichter

gefunden, wenn man Nischen-Hashtags

nimmt statt zum Beispiel den Hashtag

„happy“ , den es schon Millionen Mal gab.

Am Anfang sollte man unbedingt jeden

Tag etwas posten und der Community viel

Mehrwert bieten, sonst springen die Leute

wieder ab.

Und man muss Durchhaltevermögen

beweisen.

Wie reagierst Du auf Kritik, wie zum Beispiel

Influencer sei kein richtiger Beruf?

Das habe ich oft gehört und ich hatte früher

133

Die Kosmetikmarke von Laura Noltemeyer

trägt den Namen „Bayage Beauty“.



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

WAS NICHT PASST,

WIRD PASSEND GEMACHT!

„Wenn es einem gut geht, soll es anderen auch gut gehen“. Nach dieser Philosophie führt

Oliver Holy auch ClassiCon. Oliver Holy ist Geschäftsführer und Alleininhaber der Münchener

ClassiCon GmbH, mit der er klassische und zeitgenössische Designmöbel fertigt. Der älteste

Entwurf in der Kollektion stammt aus dem Jahr 1908. Der 47-Jährige stammt aus einer Familie

von Modeunternehmern; sein Vater und sein Onkel haben gemeinsam dem Metzinger Bekleidungshersteller

Hugo Boss zu Weltruhm verholfen. Nach seinem Jurastudium an der LMU in

München beginnt er 1999 ein Traineeprogramm bei ClassiCon. Nachdem er sämtliche Firmenbereiche

kennengelernt hat, wird Holy im Jahr 2001 Geschäftsführer und wenig später Alleininhaber.

© Henning Bock für ClassiCon

Wie definieren Sie Erfolg?

Erfolg lässt sich für mich nicht

nur am Umsatz und am Gewinn

messen, sondern setzt sich aus verschiedenen

Faktoren zusammen:

Erfolg ist, auf das richtige Produkt

oder den richtigen Designer

zu setzen,

Handwerker und Zulieferer fair zu behandeln

und am Ende des Tages trotz allen

kommerziellen Drucks noch mit sich selbst

im Reinen zu sein.

Sie sind der Urenkel von Hugo Ferdinand

Boss, dem Gründer der weltbekannten

Modemarke Hugo Boss. Statt für Fashion

haben Sie sich für zeitgenössisches Möbeldesign

entschieden. Warum keine Bekleidung?

Ich liebe Mode über alles, habe mich aber

von klein auf mehr für Möbel, Design und

Architektur interessiert. Ich habe mir

schon als kleiner Junge überlegt, wie ich

mein Kinderzimmer effektiver gestalten

könnte; besonders im Hinblick auf meine

Bedürfnisse als Rollstuhlfahrer. Dieser Gestaltungsdrang

ist mit den Jahren immer

stärker geworden.

Sie sitzen seit Ihrem 8. Lebensjahr im Rollstuhl.

Inwieweit hat Sie dies während Ihrer

beruflichen Karriere geprägt?

Ich kann gewisse Dinge viel schneller als

andere akzeptieren und mich schneller

auf neue Herausforderungen einstellen.

Ich habe schon früh gelernt, nach Lösungen

zu suchen und nicht aufzugeben. Man

muss mit den Mitteln arbeiten, die einem

zur Verfügung stehen und sollte versuchen,

seine Zeit bestmöglich zu nutzen. Sicher

habe ich durch den Rollstuhl eine andere

Sicht auf die Welt und bin möglicherweise

viel erkundungsfreudiger, als ich es vielleicht

ohne ihn wäre.

Was würden Sie noch als Ihre persönlichen

Stärken ansehen?

Gegenfrage:

Was ist wichtiger:

sich seiner Stärken

oder seiner

Schwächen bewusst

zu sein?

Meine Stärke ist sicherlich,

dass ich gut mit

Menschen umgehen

kann und mit offenen

Augen durch die Welt

gehe. Außerdem kann

ich meinem Bauchgefühl

zu einhundert

Prozent vertrauen, oftmals

auch gegen den

Rat aller anderen. Wenn ich von einer Sache

überzeugt bin, führe ich sie zum Erfolg.

Was treibt Sie an?

Das Leben. Es hat sicher mit einem gewissen

Entdeckerdrang zu tun, neue Talente

erfolgreich zu machen. Ich gönne mir den

Luxus, nicht nur auf Zahlen zu schauen,

sondern möchte mich in und mit meinem

Unternehmen verwirklichen. Und natürlich

findet mein Leben auch abseits der Firma

statt.

Apropos Luxus: Wie definieren Sie den Begriff?

Luxus ist, niemanden um etwas

bitten zu müssen, sondern mein

eigener Herr sein zu können.

Wenn ich auf einen dreiwöchigen Roadtrip

durch die USA gehen möchte, dann muss

ich niemanden um Erlaubnis fragen. Luxus

ist für mich Freiheit, Unabhängigkeit und

die Möglichkeit, mich zu verwirklichen.

Außerdem ist Luxus natürlich, eine gesunde

Familie und gute Freunde zu haben.

Wo finden Sie Ruhe abseits Ihrer Arbeit?

Ich versuche von Zeit zu Zeit, mich rauszuziehen.

Ich habe ein uraltes Handy vom britischen

Industrialdesigner Jasper Morrison

aus dem Jahr 2004. Man kann nur telefonieren

und SMS verschicken, sonst nichts. Der

Akku hält genau zehn Tage. Damit ziehe

ich mich in spießige, alte Hotels zurück,

in denen mich nichts an modernes Design

oder meinen beruflichen Alltag erinnert.

Ich versuche bewusst, moderne Designhotels

zu meiden. In Berlin bevorzuge ich das

Regent Hotel am Gendarmenmarkt. Dort

hat sich seit Anfang der 90er-Jahre nichts

verändert. TC

Oliver Holy fertigt und vertreibt mit ClassiCon GmbH

hochwertige Designmöbel.

135


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

ARBEITSPLATZ

SEIN

WÄLDER

BRANDENBURGS

SIND DIE WÄLDER

Christian Wegner wollte Lehrer

werden. Daraus ist nichts geworden.

Stattdessen hat er „momox“ gegründet,

eine An- und Verkaufsbörse

für gebrauchte Bücher. Mittlerweile

hat der 41-Jährige die Anteile an

seinem Unternehmen, das auf 1.500

Mitarbeiter und 250 Millionen Euro

Umsatz gewachsen war, extrem erfolgreich

verkauft und ist an etwas –

noch geheimen – Neuen dran.

CHRISTIAN WEGNER

– GRÜNDER –

Fotos: © privat

Glück im Unglück – bei einem Unfall blieb

Christian Wegner nahezu unversehrt – sein

Mercedes AMG C63 allerdings nicht.

136


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

Wie startet man ein Unternehmen

wie Ihres?

Ich brauche eine Vision, um etwas

zu starten. Eine Vision ist für mich ein

Film, den man immer und immer wieder

im Kopf abspult und der starke Emotionen

in einem weckt. Ich sage bewusst „Film“,

weil das nicht so esoterisch besetzt ist wie

„Traum“.

Worum gehts in Ihrem persönlichen Film?

In meiner Vision dreht sich alles um die

Verwertung nicht mehr benötigter Dinge.

Ich will dazu beitragen, dass so viele Dinge

wie möglich, die derzeit irgendwo verstauben,

wieder in den Warenkreislauf gelangen.

Ich will erreichen, dass eines Tages

genauso viele Sachen gebraucht wie neu

gekauft werden und dass möglichst viele

Menschen vom Handel damit leben können.

Das treibt mich an. Die Angebote, die

es gibt, sprechen noch immer nicht genug

Menschen an. Das will ich ändern. Ein bisschen

ist mir das mit „momox“ bereits gelungen.

Aber es gibt natürlich nicht nur

Bücher, die irgendwo nutzlos rumliegen.

Die meiste Arbeit liegt daher noch vor mir.

Sicher gibt es spannendere und größere

Filme. Aber das ist eben meiner.

Wie schwer fiel Ihnen der Abschied von

Ihrem Baby „momox“?

Schwerer als ich dachte, leichter als man im

Allgemeinen denken würde.

Warum haben Sie sich dazu entschieden?

Es war notwendig, weil ich gemerkt habe,

dass ich mich in einer Sackgasse befinde.

Ich konnte mich nicht mehr verwirklichen,

meine Ideen waren nicht mehr gefragt.

Aber es war eine tolle Zeit für mich und ich

habe unendlich viel gelernt.

Hatten Sie Angst vor dem „Danach“?

Nein, das „Danach“ war mein nächstes Zwischenziel.

Sie gründen gerade eine neue Firma, können

Sie schon ein bisschen was verraten?

Erst einmal noch nicht. Wenn ich etwas

mache, das nicht funktioniert, lerne ich,

dass es so nicht geht und dass ich es anders

probieren muss, was dann wiederum

ein Schritt nach vorn ist. Aber natürlich ist

mir sowas peinlich und unangenehm, weil

es stigmatisierend ist. Deshalb lege ich erst

einmal los und posaune es nicht rum.

Gerade wenn man schon einmal

Früchte geerntet hat wie ich,

ist die Erwartung, dass man ein

kleiner Zauberer ist, bei dem immer

alles klappt.

Das ist natürlich Quatsch. Aber ich spiele

das Spiel mit und versuche, alles was nicht

klappt, zu verbergen.

Alles hat angefangen, weil Sie dringend

ein bisschen Geld brauchten und sie online

Bücher weiterverkauften. Heute haben Sie

reichlich Polster. Wie ist Ihr Verhältnis zu

Luxus und Vermögen?

Wenn man kein Geld hat, dann

will man unbedingt welches

haben.

Ist man dann reich, stellt man fest, dass

sich nicht wirklich viel ändert. Wenn man

sich alles leisten kann, wird es wieder

langweilig. Plötzlich fängt man dann an,

secondhand zu shoppen und einen Kleinwagen

zu kaufen. Am Ende kommt dann

irgendwie jeder, der viel Geld hat, zu dem

Schluss, dass Geld aber schon auch gut ist

und dass es wichtig ist als Brennstoff für

Dinge, die man noch vorhat.

Ein Unternehmen kann oft

schneller mit Geld wachsen als

ohne.

Was war Ihre erste große Anschaffung, die

Sie sich gegönnt haben?

Ein gebrauchter Mercedes AMG C63. Das

Auto hat sechs Monate gehalten, bevor

ich es mit 120 km/h gegen die Leitplanke

gesetzt habe. Ich hatte einen Schutzengel.

Das Auto hatte keinen.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Weg zum

Erfolg?

Linearität gibt es nicht. Ständig klappen

Dinge nicht. Ständig geht was schief.

Ständig gibt es Probleme, die

man lösen muss.

Das ist Tagesgeschäft. Das gehört dazu.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf mit dem

Privatleben?

Früher hatte ich 16-Stunden-Arbeitstage

und war regelmäßig am oder im Burn-out.

Ich habe unendlich viel Zeit damit verbracht,

selbst zu programmieren und selbst

viele, viele Dinge zu machen. Jetzt kann ich

andere dafür bezahlen. Ich bin runter auf

zwei bis drei Stunden pro Tag. Meine Arbeit

besteht nun hauptsächlich aus Denken. Ich

gehe einmal pro Woche in Brandenburg

© privat

Früher stand er kurz vor dem Burn-out –

heute teilt er sich seine Zeit anders

ein. Seine neu gewonnene Freizeit genießt

er unter anderem mit seiner Partnerin Nadja

und ihren zwei gemeinsamen Kindern.

zwischen 25 und 40 Kilometer wandern.

Was man da an Denk-Output produzieren

kann, ist großartig. Das reicht für eine ganze

Woche.

Hinter jedem starken Mann steht eine

starke Frau, die für den Erfolg mitverantwortlich

ist, heißt es. Stimmt das bei Ihnen

auch?

Ich würde eher „neben“ statt „hinter“

sagen. Und schade, dass sie hier nicht

schreiben kann, weil sie nicht gefragt wurde

– weil ich der Typ bin, der im Impressum

steht. Aber die Gesellschaft ändert sich.

Wir lernen alle noch viel. Ich auch.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten,

würden Sie etwas anders machen?

Natürlich nicht. Das kennt man ja. Man

reist zurück, ändert was Kleines und plötzlich

ist die ganze Zukunft kaputt und die

Saurier sind wieder da. Ich würde alles so

lassen, aus Angst, dass bei einer Änderung

von etwas Doofem auch eine Menge Gutes

nicht mehr da wäre. JR

137



SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

RAUS AUS DER

FRAUENFALLE:

BLOSS NICHT DER

PERFEKTION NACHRENNEN!

2300 Mitarbeiter, 10 Millionen produzierte Teile jährlich

und rund 180 Millionen Euro Umsatz: Dr. Silvia Bentzinger

ist CEO der berühmten Hemden- und Blusenmarke

Seidensticker. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

zählt innerhalb der Unternehmensgruppe zu den wichtigsten

Themen – rund 75 Prozent der Belegschaft sind weiblich.

Fotos: © Seidensticker

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Sich selbst treu bleiben. Viele

Frauen scheitern daran, weil sie

der Illusion von Perfektion nachrennen:

Perfekte Geschäftsfrau, perfektes Aussehen,

perfekte Mutter, die jeden Kuchen

selbst backt, perfekte Gastgeberin, perfekte

Ehefrau.

Letztlich kommt es darauf an,

loszulassen und seinen eigenen

Weg zu finden.

Gab es Rückschläge auf Ihrem Karriereweg?

Covid-19 ist die größte Herausforderung

meiner Karriere. Ich erinnere mich aber

auch daran, dass es nicht leicht war, nach

der Geburt meiner beiden Kinder beruflich

wieder Fuß zu fassen, auch wenn meine

Kinder natürlich nicht als Rückschläge zu

bezeichnen sind! Es ist zunächst ein kräftezehrender

Spagat, morgens am Verhandlungstisch

zu sitzen und später am Wickeltisch

oder am Fußballplatz zu stehen.

Zwei völlig verschiedene Welten, zwischen

denen man pendeln muss. Es braucht etwas

Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Was raten Sie einer jungen Frau, die in Ihre

Fußstapfen treten möchte?

Ich werde oft von Frauen am Ende der Elternzeit

gefragt: „Kann ich das überhaupt?“

Ja, natürlich. Ich versuche, ihnen Mut zu

machen. Wichtig ist: Wer von allen geliebt

werden will, ist als Führungskraft nicht geeignet.

Daneben zählt: Gegenseitige Unterstützung

ist oft der Schlüssel zum Erfolg.

Deshalb rate ich allen Frauen, sich ein gutes

Netzwerk aufzubauen – privat und beruflich.

Wie besteht man als Frau in

einer Männerdomäne?

Ich kann nur raten, nicht

lockerzulassen und immer

wieder gute Ideen einzubringen.

Auch, wenn man

manchmal zurückstehen

und abwarten muss. Sich für

Situationen, die zum Beispiel

die Kinder betreffen,

zu rechtfertigen oder gar zu

Dr. Silvia Bentzinger ist die Geschäftsführerin

der Marke Seidensticker.

entschuldigen, halte ich für völlig falsch.

Hat sich in Sachen Gleichberechtigung seit

Beginn Ihrer Karriere etwas verändert?

Ich finde schon, dass sich viel getan hat.

Stichwort: Frauenquote. Zudem gibt es immer

mehr Frauen in höheren Positionen. Es

findet ein Umdenken statt. Aber es ist noch

nicht in jedem Kopf angekommen und vieles

wird sich vermutlich auch nicht ändern.

In diesem Zusammenhang schätze ich die

Werte unseres Unternehmens sehr. Gleichberechtigung

und Chancengleichheit sind

für Seidensticker nicht nur hohle Worte,

sondern gelebte Selbstverständlichkeit. JR

Für den Erfolg rät sie, sich ein

gutes Netzwerk aufzubauen.

139


SECRETS OF SUCCESS SPORT

„FRÜHER HÄTTE

SOGAR MESSI

SCHLECHTE KARTEN GEHABT“

Pierre Littbarski war einer der ersten ausländischen Profifußballer

in der japanischen J-League. Ursprünglich wollte

Littbarski nur sechs Monate bleiben. Am Ende war er insgesamt

acht Jahre im Land des Lächelns, das zu seiner zweiten

Heimat wurde.

PIERRE LITTBARSKI

– EHEMALIGER FUSSBALLSPIELER –

In Japan konnte er viele Erfolge feiern –

sowohl als Spieler als auch als Trainer.

Der private Erfolg ist seine Ehefrau,

die er dort kennengelernt hat. „Wenn man

bedenkt, dass ich zuerst gar nicht dorthin

wollte“, erzählt Littbarski, „Ich kannte

weder das Land noch die Sprache, wusste

nicht, wie die Leute sind. Aber ein ehemaliger

Mitspieler von mir, der beim Aufbau

der neugegründeten J-League mithalf, bequatschte

mich regelrecht und meinte, dass

ich dort genau hinpassen würde. Für mich

war eigentlich klar, dass ich meinen Koffer

© VfL Wolfsburg

Nach acht Jahren in Japan, kam Littbarski 2010 nach

Deutschland zurück – zum Vfl Wolfsburg.


Er setzt sich gerne für den guten Zweck ein.

Pierre Littbarski kann auf eine lange

Karriere im Profifußball zurückblicken.

Heute ist er Markenbotschafter beim

Vfl Wolfsburg.

für sechs Monate packen, das Geld mitnehmen

und dann wieder nach Hause fahren

würde.“ Doch dann kam alles anders.

Das Land hat ihn verändert, wie er selbst

sagt. Er fand dort eine neue Heimat und

Menschen, die ihn sofort begeisterten.

„Wie die Menschen dort leben und denken,

das ist genau meine Herangehensweise. Sie

zeigen Respekt, sie können zuhören, sie

sind hilfsbereit. Wenn sie von Dingen überzeugt

sind, dann versuchen sie, sie auch

sofort umzusetzen.“ So ist Littbarski auch

stets seine Ziele angegangen.

Heute kann er auf wirklich viele Erfolge in

seinem Leben zurückblicken. Nicht zuletzt

auf den WM-Titel, den er mit der deutschen

Nationalmannschaft 1990 gewann.

Für ihn waren aber nicht nur die Siege, die

am Ende standen, ein Erfolg. „Es ist die Herangehensweise,

die mir in dem Moment

wichtig ist. Wenn dann am Ende der Erfolg

steht, das Ziel, das ich mir gesetzt hatte,

dann bin ich zufrieden. Für mich bedeutet

der Weg schon Erfolg.“ Fast hätte er den

Weg dorthin gar nicht erst starten können.

Dabei war sein Leben schon mit fünf Jahren

entschieden, wie der heute 60-Jährige

lachend erzählt.

„Ich wollte immer Fußballer

werden. Schule habe ich nur

nebenher gemacht.

Aber ich war zu klein. Ich kann mich noch

an eine Situation erinnern, als ich bei einer

Auswahl einmal beobachtet wurde. Nachher

sagte der Konditionstrainer: ‚Ey, der is

viel zu kleen. Gib dem erst mal ne Butterschnitte,

damit der en bisschen wächst.‘ Zu

der Zeit hätte sogar Messi schlechte Karten

gehabt, denn damals zählte eher Masse

als Klasse. Mit 18 habe ich gedacht, dass

der Zug abgefahren wäre. Notgedrungen

musste ich in die Fußstapfen meines Vaters

treten und begann eine Lehre als Finanzbeamter.

Es war eher aus der Verzweiflung

heraus“,

meint Littbarski. Der Zufall wollte es dann

so, dass der junge Littbarksi bei den Deutschen

A-Jugendmeisterschaften groß aufspielte.

Auf dem Weg ins Finale schmissen

sie den FC aus dem Wettbewerb und Littbarski

fiel dem Manager des 1. FC Köln auf.

Der rief den damaligen Cheftrainer Hennes

Weisweiler an und nach kurzer Zeit verpflichteten

die Kölner den jungen

Littbarski. „Ich kam als gefühlte Nr.

26 in der Rangliste dahin. Aber es

war meine einzige Chance.“ Und er

biss sich mit seiner Art dort durch.

Er war nie mit sich zufrieden. Hat

nicht aufgehört, an sich zu arbeiten,

und dann war da noch seine Spielweise,

mit der er schnell die Kölner

Fans und Medien begeisterte. „Mir

wurde nachgesagt, ich spiele wie die

Südamerikaner. Ich habe mit wahnsinnig

viel Leidenschaft gespielt.

Fotos: © VfL Wolfsburg

Manchmal hatte ich mich

in den ersten siebzig Minuten

so verausgabt, dass ich

die letzten zwanzig Minuten

nicht mehr konnte. Aber ich

habe nie aufgegeben.“

Nicht nur sein „südamerikanischer“ Einsatz

auf dem Rasen hat die Fans damals

überzeugt. Littbarski hatte Humor, den er

auch immer wieder dort einsetzte, wo er

die Leute nicht nur zum Lachen brachte,

sondern auch half, Brücken zu bauen. „Ich

habe oft im Training Späße gemacht, wenn

ich merkte, dass die Jungs gar keine Lust

hatten, zu laufen, und unser Konditionstrainer

sich den Mund fusselig geredet hat.

Dadurch ist es mir gelungen, sie dazu zu

bringen, mitzumachen und alles zu geben.

Humor ist ein wichtiger Transporteur

für Kommentare, Informationen

und Anleitungen.

Er löst auch Barrieren auf. Wenn man mit

Humor an manche Dinge herangeht, dann

ist das die Basis, auf der sich andere Sachen

einfacher vermitteln lassen“, meint

Littbarski und ergänzt: „Heutzutage fehlen

uns manchmal diese People Skills – wir haben

zwar super Konzepte, aber wir kommen

nicht mehr an die Leute ran. Es ist wichtig,

sich mit den Menschen, mit denen man zu

tun hat, zu beschäftigen. Dann kann man

besser auf sie eingehen und der Erfolg

kommt dann oft von allein.“ Es war nicht

alles von Erfolg gekrönt, was Littbarski gemacht

hat. Zum Beispiel, als er 1986 die

Kölner verließ und zu Racing Paris wechselte,

um nach nur einem Jahr wieder zurückzukehren

„Paris passte einfach nicht

zu mir. Ich fand nicht zu meiner sportlichen

Form. Aber ich habe in dem einen

Jahr gelernt, dass auch negative Erfahrungen

einen weiterbringen können. Ich ziehe

mich dann nicht zurück, sondern sagte mir:

Jetzt erst recht.

Man sollte die Erfahrung mitnehmen

und es beim nächsten

Mal besser machen.

Aus den Dingen lernen und dann wieder

nach vorne schauen.“ So ist Pierre Littbarski

dann auch seine Zeit in Japan angegangen.

Acht Jahre. Dazu Trainerstationen

in Australien, im Iran und in der Schweiz.

Bis er dann wieder in Deutschland landete.

2010 startete er als Co-Trainer beim VfL

Wolfsburg. Seit 2018 ist er dort als Markenbotschafter

tätig. „An sich bin ich froh, dass

wir nun schon so lange in Deutschland sind.

Hier konnten meine Familie und ich wieder

etwas zur Ruhe kommen. Meine Familie hat

alle Umzüge mitgemacht. Ich habe ihr viel

abverlangt. Aber sie hat mir auch immer die

Kraft gegeben, die ich gebraucht habe, um

dem Job gerecht zu werden.“

Die Familie ist in Deutschland sesshaft geworden.

Seine Söhne gehen in Wolfsburg

zur Schule bzw. machen eine Ausbildung.

„Die Leute hier sind sehr nett. Ich habe einen

tollen Job. Damals, als ich mit Fußball

aufgehört habe, dachte ich, dass ich noch

mit siebzig irgendwo an der Seitenlinie

als Trainer stehen würde. Aber wer weiß,

könnte ja noch sein, wenn ich wieder ein

Angebot aus Japan bekommen sollte“, fügt

er lachend hinzu. Er vermisst Japan. Ein

Land, in dem die Menschen Respekt zeigen,

hilfsbereit sind und zuhören können. „Ich

kann nur jedem raten, diesen Weg einzuschlagen.

So eine Einstellung gepaart mit

der ständigen Bereitschaft, alles zu geben

und sich nicht aufzugeben, ist schon vor

dem eigentlichen Ziel ein Erfolg.“ DU

141


Natürlich

besser leben.

Mit dem natürlich hohen Hydrogencarbonat-Gehalt von 1.846 mg/l

und einer einzigartigen Mineralisation. Fein perlend und angenehm

im Geschmack wird Staatl. Fachingen seit jeher von Menschen

getrunken, die auf ihre Säure-Basen-Balance achten.

Beste Voraussetzungen für unbeschwerte Lebenslust.

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SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

STAMMZELLEN

FÜR ALLE!

Noch ist denovoMATRIX eine kleine Firma mit fünf Mitarbeitern, aber Geschäftsführer

Dr. Dejan Hušman hat große Pläne: Der 31-Jährige will mit seinem Start-up dabei helfen,

Stamm zellen im großen Stil zu züchten. Damit könnte sein Unternehmen sehr viele Leben

retten.

DR. DEJAN HUŠMAN

– UNTERNEHMER –

© Oliver Killig

Was genau – für Laien erklärt –

machen Sie bei denovoMATRIX?

Wir haben eine Technologie

entwickelt, mit der sich Stammzellen viel

leichter züchten lassen. Therapien, die

mittels dieser Zellen beispielsweise Blut-,

Haut- oder Augenkrankheiten heilen, sind

ein Trend in der Medizin. Sie ersetzen

immer häufiger klassische Medikamente.

Wissenschaftler arbeiten auch daran, Organe

aus Stammzellen zu drucken. Allerdings

war es bisher schwierig, sie massenhaft in

hoher Qualität zu züchten. Das Problem

konnten wir lösen: Wir haben eine chemische

Beschichtung für Laborbehältnisse

entwickelt, die die Bedingungen nachbildet,

in denen die Zellen im Körper wachsen.

Gab es Rückschläge?

Ja – als wir neue Teammitglieder

an Bord geholt haben. An den

Punkt zu kommen, dass wir zusammen

gut funktionieren, hat

uns Monate gekostet – viel länger

als gedacht.

Dejan Hušman hat mit seinem Start-up denovoMATRIX Großes vor.

Es dauert, bis man lernt, seine Aufgaben im

Start-up selbst zu definieren, da potenziell

viele Wege zum Ziel führen.

Werden Sie ab und zu von Existenzsorgen

geplagt?

Unser Glück ist, dass wir denovoMATRIX

in Deutschland gegründet haben und nicht

in einem Land, in dem Investoren nichts

davon halten, wenn sich die Gründer ein

angemessenes Gehalt zahlen. Trotzdem

mussten wir durch die Coronakrise den

Gürtel enger schnallen und Opfer bringen,

die unser Team und die Familien der Gründer

mittragen mussten. Es ist toll, wie sehr

uns alle unterstützen.

Ich würde behaupten, wenn es

zu Hause nicht passt, kann man

nicht erfolgreich sein.

Egal, was man beruflich macht.

Sie sind gerade Papa geworden: Wie vereinbaren

Sie Beruf und Privatleben?

Jaja, die Work-Life-Balance … Ich muss

zugeben, dass ich sehr auf meine Arbeit

fokussiert bin. Meine Freundin versteht das

zwar, aber ich will bewusst versuchen, jetzt

auch der Familie mehr Raum zu geben.

Warum lohnt es sich, in denovoMATRIX zu

investieren?

Wir haben uns in einer Marktnische positioniert,

die bisher unbeachtet geblieben

ist – dabei ist sie entscheidend für die Zukunft

der Stammzellentherapie. Aus unserer

Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, wann

der Sektor vollkommen erforscht sein

wird. Dann schlägt unsere Stunde: Wir bei

denovoMATRIX haben den Markt verstanden

und haben die richtigen Kontakte,

deshalb glauben wir an unseren Erfolg. JR

143


Hauseigenes Automatikwerk, 40 mm-Stahlgehäuse

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SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

LEIDENSCHAFT

IST ALLES!

JULIA FISCHER

– VIOLINISTIN –

Violinistin Julia Fischer gilt als

eines der größten musikalischen

Talente unserer Zeit.

Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.

aus der Arbeit mit Studenten oder mit den

kleinen Mitgliedern der von ihr gegründeten

Kindersinfoniker und aus Konzerten –

von denen sie im Jahr etwa 50 mit rund 30

verschiedenen Programmen gibt. Leidenschaft

und Besessenheit treiben sie jeden

Tag zu neuen Höchstleistungen und neuen

Erfolgen an. Mit der

Musik Schluss zu machen,

das wäre völlig

undenkbar für Julia

Fischer – ein Ende

der internationalen

Bühnenkarriere allerdings

nicht: „Ich

spiele sehr gerne in

München und hier in

meiner Umgebung.

Auf das interkonti-

Schon als Kind wusste sie, dass Musik

ihr Leben bestimmen würde. Auch

wenn Julia Fischer sich heute nicht

mehr ganz sicher ist, ob sie früher nicht

vielleicht doch auch mal gejammert hat,

wenn sie Geige üben musste. Aber das Gefühl,

etwas verpasst zu haben, seien es nun

Verabredungen zum Spielen oder später

heiße Partys, hat sie rückblickend nicht.

Ihr Erfolgsgeheimnis? „Vermutlich, dass

ich nie nach Erfolg strebte“, antwortet die

heute 37-Jährige. Dabei spielte sie bereits

mit 20 Jahren in der legendären Carnegie

Hall in New York, mit 23 Jahren wurde sie

die jüngste Professorin Deutschlands und

ihre Aufnahme von Bachs Konzerten

ist das meistverkaufte

klassische Debüt in der iTunes-

Geschichte.

Heute veröffentlicht sie neue Werke allerdings

nur noch auf ihrer eigenen Plattform,

dem „JF Club“ – oder auf Vinyl wie die Sonaten

von Eugène Ysaÿe, die Anfang 2021

erscheinen. Vinyl ist für sie einfach „ein

zukunftsweisenderes Medium als die CD.“

Trotzdem hat die Violinistin noch einen

ganzen Stapel davon zu Hause – die sie

aber so gut wie nie hört, das ist ihr zu passiv:

„In der Regel mache ich Musik selbst.“

Sofort gute Laune macht Julia Fischer übrigens

der Donauwalzer von Johann Strauss.

Inspiration zieht die Trägerin

des Bundesverdienstkreuzes am

Bande aus Gesprächen mit Kollegen,

nentale Reisen kann ich gut verzichten.“

Seit die Ausnahmegeigerin Kinder hat, verändert

sich das Leben sowieso täglich, Beruf

und Privatleben verlangen ständiges

Abwägen, Zeit mit der Familie ist Luxus.

Sollte Julia Fischer sich eines Tages tatsächlich

dazu entscheiden, nur noch rund

um ihr bayerisches Zuhause zu arbeiten,

wird ihr eines auf jeden Fall nicht fehlen

– der Starrummel. „Ich brauche keine

Chauffeure und es ist mir peinlich, wenn

man denkt, ich könne mir den Kaffee nicht

selbst holen“, verrät sie. Nach einem anstrengenden

Tag reichen ihr Toffifee als

Belohnung völlig, es muss definitiv kein

Champagner sein. JR

© Uwe Arens © Uwe Arens

145

Spielte bereits mit 20 Jahren in der legendären

Carnegie Hall in New York: Violinistin Julia Fischer.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

EIN HÖHEN-

FLUG MUSS NICHTS

SCHLECHTES SEIN

© privat

2010 galt Lukas Mielke als

Deutschlands jüngster Unternehmer.

In der elften Klasse

gründete er seine erste Firma,

vertrieb Kosmetik und

Nahrungsergänzungsmittel.

Mit 18 Jahren hatte er vierzig

Mitarbeiter und den Traum

von einer Weltumsegelung.

Heute – mit 29 Jahren – hat

der Berliner sein Unternehmen

längst gewinnbringend

verkauft und unterstützt als

Investor Start-ups mit seinem

Wissen.

Sie waren extrem jung, als Sie Ihre

erste Million verdienten. Hatten Sie

irgendwann einen Höhenflug?

Ja, aber ein Höhenflug, der nicht mit Arroganz

einhergeht, kann auch zu irrsinnigen

und abwegigen Gedankengängen führen,

die wiederum in revolutionären Geschäftsideen

münden.

Was war Ihre erste große Anschaffung?

Zu Schulzeiten wollte ich immer ein

BMW-Cabrio haben. Das habe ich mir gekauft

und schnell zu Schrott gefahren.

Heute zählt für mich mehr die Möglichkeit,

etwas kaufen zu können, wann immer ich

möchte.

Wo liegt unternehmerisch Ihr Ziel?

An etwas Großem teilzuhaben, das für die

Gesellschaft von Nutzen ist.

Deshalb investiere ich in innovative

Start-ups. Neben der

finanziellen Beteiligung gibt

mir das die Möglichkeit, an

vielen verschiedenen Visionen

mitzuarbeiten. Das ist eine unglaublich

erfüllende Tätigkeit.

Mussten Sie Rückschläge einstecken?

Es gab Zeiten, da führte auch

das hundertste Kundengespräch

nicht zum Abschluss,

der beste Mitarbeiter hatte die

Firma verlassen und der Kontostand

wurde immer niedriger.

Einmal hätte mich ein falsch

kalkuliertes Geschäftsmodell

LUKAS MIELKE

– UNTERNEHMER –

fast meine Existenz gekostet. Aber auf jeden

Rückschlag folgt irgendwann Erfolg.

Hinter jedem starken Mann steht eine starke

Frau, heißt es. Stimmt das bei Ihnen?

Absolut!

Erst als ich meine Frau kennenlernte,

wurde meine Arbeit

nachhaltig erfolgreich.

Es ist aber wichtig, dass man dieselben

Erwartungen ans Leben hat. Eine Beziehung

kann sonst sehr kraftraubend sein.

Mir ist deshalb ein Investment in Gründer

ohne Verpflichtungen viel lieber als das

in einen jungen Vater. Familie gibt bis zu

einem bestimmten Punkt Motivation, aber

dann muss man sich häufig entscheiden,

wer Priorität hat, die Familie oder das Business

– und wer entscheidet sich schon gern

gegen die Familie?

Sie wollten mit dreißig für fünf Jahre die

Welt umsegeln. Steht der Plan noch?

Ob es mit dreißig etwas wird, hängt von

zwei Faktoren ab. Ich muss meine Frau

noch überzeugen und dann muss sich das

mit der Familienplanung vereinbaren lassen.

Daher wird es vielleicht etwas später

losgehen oder mit Pausen.

Luxus ist, heute dies und morgen

etwas anderes machen zu

können. JR

Lukas Mielke gründete bereits als

Elftklässler sein erstes Unternehmen.

146


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SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMEN

ERFOLGREICH MIT TRADIERTER HOHER

UHRMACHERKUNST,

DIE HEUTE SELTEN GEWORDEN IST.

Gisbert Brunner über den Erfolg der Uhrenmanufaktur Lang & Heyne.

Fotos: © Lang & Heyne

liefert nur eigens entwickelte Kaliber auf

höchstem Niveau. Uhrwerke mit einer

Wertschöpfung von 90 Prozent im eigenen

Haus, die in kleinen Ateliers und familiärer

Atmosphäre nach allen Regeln überlieferter

Handwerkskunst entstehen. Umfangen

von Gehäusen, welche dem Anspruch an

das konventionell tickende Innenleben,

mit und ohne unterschiedlichste Komplikationen,

keinen Deut nachsteht. Am Handgelenk

betrachtet vermitteln die Uhren die

Erkenntnis, dass das Ganze weitaus mehr

ist als die Summe seiner Teile.

Die Kreationen sollen überlieferten handwerklichen

Kriterien genügen. Seit der

Gründung 2001 bis heute musste man diese

überlieferten Werte nicht preisgeben.

Darunter zählen das Gewand aus angeriebenem

Silber und das aus hartem Roségold

gefertigte Räderwerk, ganz so wie in

den alten Taschenuhren von damals. Bei

der Feinbearbeitung und Assemblage dul-

det die kleine aber feine Manufaktur keine

Kompromisse. Die Politur der Stahlteile erfolgt

nach guter alter Sitte. Durch die Verwendung

von Zinnplatten entsteht der berühmte

schwarz wirkende Hochglanz. Bei

der Teileform geht es einzig und allein um

die Ästhetik und nicht um die Ökonomie

bei deren Finissage. Aus diesen Gründen

verbringen die Handwerker in den kleinen

Ateliers oft Tage damit, bis alle Komponenten

die gewünschte Perfektion erhalten

haben. Erst dann kann sich ein Uhrmacher

an die Montage machen. Bis zum ersten

Ticktack bleiben alle Schritte einer Person

vorbehalten.

Lang & Heyne beweist damit nicht nur ein

außergewöhnlich hohes handwerkliches

Geschick, sondern auch Flexibilität. Diese

erlaubt es, weitere Sonderwünsche wie zum

Beispiel spezielle Gravuren nach Rücksprache

mit großer Freude zu erfüllen. GB

Gisbert Brunner ist Uhrenjournalist seit 1981

und Autor von rund dreißig Uhrenbüchern.

Seine Beiträge zeichnen sich durch profundes

Wissen und ein echtes technisches Verständnis

aus, die online u. a. auf Uhrenkosmos zu

finden sind.

Ausgewiesenen Kennern sind die

Armbanduhren von Lang & Heyne

selbstverständlich ein Begriff.

Allerdings bleiben diese Zeitmesser mit

feinen Manufakturkalibern bei vielen ein

ewiger Wunschtraum. Vorzügliches ist bekanntlich

rar.

Die Uhren von Lang & Heyne sind ausgesprochen

selten. Per annum entstehen in

Dresden weniger als hundert Exemplare.

Hier heißt es geduldig zu warten, bis der

bestellte Zeitmesser endlich eintrifft. Was

sie für ihr gutes Geld erwarten dürfen, wissen

die Kunden sehr genau. Lang & Heyne

Mechanik-Voyeure haben ihre helle Freude am gegenwärtigen Bestseller

Caliber VIII. Bei ihm finden Tradition und avantgardistische

Gestaltungselemente zu perfekter Synthese.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

RADIKAL

NEU DENKEN!

„Mein Verständnis von Erfolg hat sich gewandelt“, sagt Michael Manfred Fischer, Gründer

und CEO des internationalen Solarbauspezialisten SMP Montage. „Durch Corona leben wir

plötzlich in einer Welt, in der die alten Muster nicht mehr greifen. Qualität, Planbarkeit,

Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Zusammenarbeit – das alles sind Erfolgsmarker, Eckpfeiler

der deutschen Industrie, die wir radikal neu denken müssen, wenn wir sie nicht aufgeben

wollen. Und zwar jetzt, sofort.“

Einen der wichtigsten Impulse für den

Umgang mit einer Zeit im Umbruch

erhielt der Unternehmer durch

seinen Mentor, Finanzierslegende Jochen

James Fischer:

„Um weiter intelligent zu wachsen,

musst du jeden Tag dreimal

um die Ecke denken, so, wie vor

dir noch keiner gedacht hat.“

Mit Wachstum kennt Michael Manfred

Fischer sich aus: Kein anderer Wirtschaftszweig

wächst weltweit so rasant wie der

Renewables-Sektor, und kaum ein anderes

deutsches Unternehmen hat die internationale

Solarwirtschaft so stark geprägt

wie SMP Montage. Ein von SMP mitentwickeltes

Verfahren zur maximalen Grundflächenausnutzung

beim Bau von Solarparks

wurde früh zum branchenweiten Industriestandard.

2017 nahm die Financial Times

SMP Montage als eines der wachstumsstärksten

europäischen Unternehmen in

die Liste der „FT 1.000“ auf. Der „FOCUS“

zog nach und wählte SMP unter seine 500

deutschen Wachstumschampions.

Fischer hat Solarkraftwerke jeder

Art geplant und umgesetzt –

viele davon neu und ungewöhnlich, einige

spektakulär, seit zwei Jahren immer häufiger

auf der selbst entwickelten und in

Deutschland produzierten Stahlkonstruktion.

Die energetische Sanierung der längsten

Skisporthalle der Welt gehört ebenso dazu

wie die größte Einzeldach-PV-Anlage der

Niederlande und der zweitgrößte Solarpark

Großbritanniens. Und eines der ersten –

und größten! – europäischen Solarprojekte

ohne staatliche Förderung, in Portugal.

„Staatliche Förderung ist fast überall on

the way out“, sagt der Hamburger, „auch

hier gehen wir jetzt andere Wege, investieren

anders, denken neu.“

Seit Ostern und noch bis Weihnachten baut

Fischer in Brandenburg als Ausführungspartner

der EnBW AG Deutschlands größten

Solarpark – 187 MW, 209 Hektar und in

Zeiten von Corona eine Herausforderung,

die wohl die meisten anderen in die Knie

zwingen würde. Michael Manfred Fischer

bleibt hanseatisch gelassen. „Der Park wird

jedes Jahr 129.000 Tonnen CO 2 einsparen.

Allein dafür hat es sich gelohnt.“ NH

© privat

Der Unternehmer und sein Ingenieursteam

auf der Großbaustelle des zukünftigen

Solarparks Weesow.

Michael Manfred Fischer

und Klimaschutzexperte

Prof. Volker Quaschning

auf der SMP Montage Grid

Conference 2019.

© privat

149


SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

„ES TUT UNS GUT, AUCH SACHEN

ALLEINE

ZU MACHEN”

Vier Alben, acht goldene und drei Platinschallplatten, dazu mehr als 150 Millionen Audiound

Videostreams: Glasperlenspiel ist eine der bekanntesten Elektro-Pop-Bands Deutschlands.

Privat sind Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg übrigens sogar noch länger als

beruflich ein Paar – nämlich schon zwölf Jahre, ein Musikduo sind sie erst seit 2010. Trotz

des Erfolgs ist es der Sängerin wichtig, sich nicht komplett im „Wir“ zu verlieren. Deshalb

findet sie es ganz gut, auch mal ein Interview allein zu geben …

GLASPERLENSPIEL

– MUSIKER –

© Universal Music

Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg sind nicht nur ein

musikalisches Paar – sondern seit 12 Jahren auch privat.

150

Der bekannte Song „Geiles Leben“ (2015)

ist nach wie vor ein Ohrwurm.

© Markus Haner


SECRETS OF SUCCESS ENTERTAINMENT

Wann hast Du gedacht:

Jetzt haben wir es wirklich

geschafft?

Es gab ein paar Schlüsselmomente,

in denen ich den Tränen sehr nahe

war. Beispielsweise als wir das erste

Mal, nach dem der Song „Geiles Leben“

rauskam, auf der Bühne standen

und wirklich alle Menschen mitgesungen

haben.

Was ist Euer Erfolgsgeheimnis?

Bis jetzt, dass wir so gut wie

immer das gemacht haben,

worauf wir Bock hatten.

Wie sehr trifft Dich Kritik? Gerade

Musikkritiker und Fans können ja

sehr hart sein …

Ich versuche, das immer von mir

fernzuhalten und nicht zu viele

Kommentare zu lesen. Ich bin ein

Fan konstruktiver Kritik, aber mit

gemeinen Dingen komm ich meist

nicht so gut klar. Ich bin da oft sensibel

und die Worte bleiben leider eine Zeitlang

– wenn auch nur unterbewusst – im Kopf

gespeichert.

Hattet Ihr je Existenzängste?

Es lief natürlich nicht immer super.

Wir wissen, wie es ist, mit wenig

Geld in Berlin zu leben

und sich dort etwas aufzubauen. Wir haben

immer versucht, das, was wir verdient haben,

wieder in unsere Musik zu investieren.

Wie lief Euer erster Liveauftritt als Duo?

Eigentlich war es ganz furchtbar. An diesem

Abend lief wirklich alles schief: Ich

war erkältet und technische Probleme gab

es auch.

Wir haben nicht überzeugt.

Es konnte also nur besser werden ...

Habt Ihr je ans Aufhören gedacht?

Ans Aufhören nicht, aber ich habe an

eine Pause gedacht … Ich glaube, dass es

manchmal ganz guttut, sich auch in anderen

Dingen auszuprobieren und vielleicht

mal Abstand zu dem, was wir seit zehn Jahren

machen, zu gewinnen, um dann wieder

frisch zu starten. Durch Corona wurde uns

die Entscheidung ein kleines bisschen abgenommen

und wir haben gemerkt, wie es

ist, die Bühne über einen längeren Zeitraum

zu vermissen …

Das Duo Glasperlenspiel ist für seinen

Elektro-Pop bekannt.

Was macht Euch aus – beruflich und auch

als Paar?

Wir ergänzen uns gut, weil wir sehr unterschiedlich

sind. Auf der einen Seite gibt

es aus diesem Grund immer wieder Streitpunkte,

auf der anderen Seite ist es toll,

dass Daniel eher der technische Part ist,

unsere Produktionen macht und rational

denkt. Ich bin eher der gefühlsbetonte,

träumerische Part. Was uns verbindet, ist

die Musik und die Kreativität.

Hast Du eine Anekdote aus Eurer Karriere

für uns?

Bei unserem Signing-Dinner 2010 mit dem

Chef unserer Plattenfirma wurde ich direkt

in die Musikbranche katapultiert. An diesem

Abend entstand eine Diskussion über

mein Aussehen und die Art, wie ich wirken

soll. Fragen wie: “Bist du eher das sexy

Babe oder die Unschuld vom Lande?

Was zeichnet dich aus? Warum

sollte man sich für dich interessieren?”

irritierten mich schon ein bisschen. Ach so,

ein neuer Haarschnitt wurde mir auch ans

Herz gelegt. Meine ersten Gedanken dazu

waren: Ich bin 19, komme vom Bodensee,

ich bin so, wie ich bin, und das wird auch

der Chef der Plattenfirma nicht ändern. Am

nächsten Tag hab ich den Text zu unserem

Song „Ich bin Ich“ geschrieben und

mir vorgenommen, immer nur das zu

machen, womit ich mich identifizieren

kann.

Ihr seid seit zwölf Jahren ein Paar:

Was ist Euer Glücksrezept?

Ich denke, dass es wichtig

ist, viel zu reden, aber auch

mal über Macken des anderen

hinwegsehen zu können.

Ist es eher ein Fluch oder ein Segen,

als Paar gemeinsam zu arbeiten?

Sowohl als auch. Wir machen das

jetzt schon ziemlich lange und für

uns ist das total normal. Allerdings

muss man sagen, dass jeder von uns

auch allein Sachen macht – zum Beispiel

Produktionen außerhalb von

Glasperlenspiel oder eigene Musik,

Daniel sogar ganz frisch mit seinem

DJ-Projekt. Ich denke, dass es uns

beiden guttut, dass wir unser gemeinsames

Baby haben, aber gleichzeitig auch jeder etwas

nur für sich macht.

© Universal Music

Was denkst Du: Streitet Ihr mehr oder weniger

als andere Paare, weil Ihr notgedrungen

vieles gemeinsam entscheiden müsst?

Das ist schwer zu sagen. Wenn wir streiten,

geht es ganz oft überhaupt nicht um unseren

gemeinsamen Job.

Wer ist der Friedlichere von Euch beiden?

Daniel möchte immer alles sofort ausdiskutieren,

also würde ich sagen, dass er das ist.

Ich hingegen bin mehr die Beleidigte, die

ein bisschen Zeit zum Schmollen braucht

und sich erst nach ein paar Stunden entschuldigen

kann …

Womit belohnt Ihr Euch nach einem

anstrengenden Tag?

Mit gutem Essen. Wir sind beide totale

Foodies und lieben es, gut essen zu gehen

oder zu kochen.

Wovon träumst Du?

Von einer Weltreise

und davon, ein eigenes Café zu eröffnen.

Wo siehst Du Dich privat in zehn Jahren?

Ich sehe mich mit einer eigenen Familie

und trotzdem noch immer als selbstbestimmte

Frau, die sich weiterhin selbst verwirklicht.

JR

151


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SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

„ICH WERDE GERNE MAL MIT

MEINER SEKRETARIN

VERWECHSELT“

Ihr Vorbild ist ihr Vater, der aus Syrien nach Deutschland kam und sich trotz unbekannter

Sprache durchgekämpfte – und erfolgreicher Arzt wurde. Vielleicht hat Jumana Al-Sibai ihren

Ehrgeiz von ihm. Seit 2013 klettert sie bei der Robert Bosch GmbH die Karriereleiter hinauf.

Heute ist sie „Executive Vice President“ im Geschäftsbereich „Chassis Systems Control“.

© Robert Bosch

© BDI

Gab es Rückschläge auf Ihrem

Karrie reweg?

Es lief immer recht gradlinig für

mich. Was es gab, waren Situationen, die

mich zum Nachdenken gebracht haben.

Als ich die Stelle als Vertriebsleiterin übernahm,

haben mich einige Kollegen und

Kolleginnen gefragt, ob ich mir das wirklich

zutraue – anstatt mir zu gratulieren. Auch

nach der Geburt meiner Kinder bekam ich

seltsame Sprüche zu hören wie „Eine Mutter

gehört doch zu ihren Kindern“. Inzwischen

habe ich mir ein dickeres Fell zugelegt!

Was treibt Sie an?

Die größte Energie ziehe ich aus meinem

herausragenden Team, meinem Spaß an der

Arbeit und dem Gefühl, etwas verändern zu

können. Viel gibt mir auch die Tatsache,

dass meine Familie stolz auf mich ist –

allen voran meine Kinder!

Was raten Sie jungen Frauen, die in Ihre

Fußstapfen treten möchten?

Ich coache eine Reihe von Frauen, ihnen

gebe ich drei Dinge mit.

Erstens: Mach Deinen Job so gut

wie möglich – so, dass Du selbst

mit Deiner Leistung zufrieden

bist.

Zweitens: Denk nicht zu viel

über die nächsten Schritte nach,

sondern konzentriere Dich auf

Punkt eins.

Drittens: Sei Du selbst, verstell

Dich nicht, bleib authentisch –

denn nur so wirst Du ernst genommen.

Versuch vor allem

nicht, ein besserer Mann zu sein.

Erleben Sie je Diskriminierung?

Ich werde gerne mal mit meiner Sekretärin

verwechselt. Einmal wollte mich auch

jemand bei einem Kundenbesuch losschicken,

um den Beamer zu reparieren. Bewusste

Diskriminierung habe ich aber noch

nicht erlebt.

Jumana Al-Sibai legte seit 2003 eine

steile Karriere bei der Robert Bosch

GmbH hin – heute ist sie Executive

Vice President.

Hat sich in Sachen Gleichberechtigung

seit dem Beginn Ihrer Karriere etwas verändert?

Das würde ich gerne noch entschiedener

mit „ja“ beantworten. Immerhin ist es inzwischen

normal, dass auch Vorstände

Kinder haben und pünktlich gehen müssen,

wenn es ein Schulfest gibt! Aber die

Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für

engagierte Männer wie Frauen eine Herausforderung.

Für mich braucht es klare

Regeln, um die Sphären zu trennen. Dazu

gehört, dass ich zu einer festen Zeit nach

Hause komme, dass Dienstreisen ein gewisses

Maß nicht überschreiten und es klar

definierte Gründe gibt, warum ich während

der Familienzeit den Laptop aufmache. So

gelingt es mir, Balance zu halten. JR

153


SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

MIT

EMPATHIE

NACH VORNE PRESCHEN

Jolina Marie Ledl weiß mit ihren 17 Jahren schon genau, warum sie bei ihren 322.000

Instagram-Followern so gut ankommt. Die Influencerin, bekannt durch ihre Teilnahme an

der ZDF/KiKA-Serie „Die Mädchen-WG“ im Jahre 2016, fasziniert

mit ihrer fröhlichen, positiven und nahbaren Art.

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Für mich bedeutet Erfolg, etwas

im eigenen Leben gefunden

zu haben, mit dem man einen Mehrwert

schaffen kann. Bei mir ist das beruflich

meine Präsenz in den Sozialen Medien,

weil ich hier

Positivität verbreiten und wichtige

Werte wie Respekt, Toleranz,

Mitgefühl und auch Selbstwertgefühl

vermitteln kann.

Auch die Möglichkeit, für meine Community

eine Ansprechpartnerin in vielen

Lebensbereichen zu sein, schafft meiner

Meinung nach einen gewissen Mehrwert

und macht mich glücklich.

Was waren für Sie bisher die wichtigsten

Karriereschritte? Und wieso?

Mein wichtigster Karriereschritt war die

Teilnahme an der „Mädchen-WG“, einem

Format auf ZDF/KiKA im Jahr 2016. Danach

sind meine Followerzahlen auf Instagram

nach oben gegangen und ich musste mir

erst einmal darüber klar werden, ob ich

diesen Weg „Social Media“ überhaupt einschlagen

möchte oder nicht. Ob ich so viel

Öffentlichkeit in meinem Leben überhaupt

will oder nicht. Zu der Zeit war ich noch

sehr unerfahren was Instagram und Co angeht,

aber trotzdem habe ich mir gedacht,

dass ich diese Chance nutzen sollte und

habe angefangen, regelmäßiger Bilder und

Stories hochzuladen. Und so hat sich meine

Reichweite auf Social Media nach und nach

aufgebaut.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die auch für

Ihren Erfolg maßgeblich sind?

Meine Stärken liegen darin, dass ich ein

offener, positiver und emphatischer

Mensch bin. Meine Community kann sich

gut mit mir identifizieren, weil ich ja in erster

Linie eine Schülerin, ein Teenager bin

wie sie, und auch die gleichen Alltagsprobleme

und Fragen an das Leben habe.

Ich bin für die anderen sehr nahbar.

Außerdem bin ich extrem zielstrebig, ich

habe einen hohen Anspruch an mich und

mein Tun. Meine größte Stärke ist, dass

ich sehr an mich glaube und mich traue,

sämtliche Möglichkeiten, die mir das Leben

bietet, zu nutzen, ich bin überhaupt nicht

ängstlich und scheue mich auch nicht davor,

mal auf die Nase zu fallen.

Können Sie Ihr Erfolgsgeheimnis für uns

zusammenfassen?

Ich denke, Erfolg zu haben, hat viel mit

Selbstbewusstsein, dem Mut, Dinge auszuprobieren,

und Authentizität zu tun,

vor allem in meinem Beruf als Influencer.

Fotos: © VERY US a division of WVG Medien GmbH

Der größte Karriereschritt der Münchnerin:

Die Teilnahme bei der ZDF/KiKA-

Serie „Die Mädchen-WG“.

Jeden Tag verfolgen meine Follower meine

Stories und Posts, und wenn man eine

Reichweite aufbauen möchte, ist es wichtig,

diese auch aktiv zu pflegen, mit den

Menschen in Kontakt zu bleiben, und etwas

zurückzugeben.

Der Austausch mit der Community

ist das A und O als Influencer!

Außerdem ist es wichtig, sich selbst treu

zu bleiben und seine Authentizität nicht

zu verlieren. Auf meinen Social-Media-

Kanälen findet man nicht viel Werbung und

wenn, dann nur für Dinge, hinter denen

ich zu hundert Prozent stehe! Ich verbiege

mich nicht und bleibe immer ich – ich

denke, das macht meinen Erfolg aus.

Will ihrer Community wichtige

Werte vermitteln: Jolina Marie Ledl.

154


SECRETS OF SUCCESS MEDIEN

WENN DAS HOBBY ZUM

BERUF WIRD.

Auf ihrem Instagram-Account „donnaromina“ folgen der 26-jährigen

Romina Meier 350.000 Fans. Neben lässigen Outfit- und Lifestylebildern

überzeugt die Duisburgerin vor allem auch mit ihrem Humor.

Was war für Sie ausschlaggebend

bei Ihrer Berufswahl?

Ich habe nach meinem Abitur

eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement

gemacht. Bewusst habe ich mich

für diese Ausbildungsstelle entschieden,

da diese breit gefächert ist und nach Abschluss

viele Weiterbildungsmöglichkeiten

bietet. Man ist nicht allzu sehr spezialisert

wie bspw. bei einer Ausbildung zur Friseurin.

Perfekt für die Leute, die in frühen Jahren

noch nicht so wirklich wissen, was sie

einmal werden möchten. In der Zeit war ich

aber schon sehr aktiv auf Social Media und

habe da schon die ein oder andere Kooperation

abgewickelt.

Dass ich mit meinem Hobby

irgendwann mal Geld verdienen

könnte, hätte ich im Traum nicht

gedacht.

Was waren für Sie bisher Ihre wichtigsten

Karriereschritte? Und warum?

Mein wichtigster Karriereschritt war, als

ich mich für die Selbstständigkeit entschieden

hatte. Ich hatte immer große Zukunftsangst

und wusste nicht, wohin all

das führen wird. Daher habe ich mich auch

erst dann dafür entschieden, nachdem ich

meine Ausbildung erfolgreich absolviert

hatte. Man kann schließlich nicht zwei Hasen

hinterherlaufen – sonst gehen beide

rennen.

Gab es einen materiellen Wunsch, der Sie

am Anfang bis zum ersten (großen) Erfolg

begleitet hat?

Mein größter Traum damals war die Speedy

30 (oder auch 35) von Louis Vuitton. Von

meinem ersten verdienten Gehalt und ein

bisschen Zuschuss von Mama habe ich mir

meinen Traum relativ schnell erfüllt.

Bei Instagram findet man sie

unter dem Namen „donnaromina“.

Was raten Sie einem jungen Menschen,

der Erfolg haben möchte?

Lebe deine Träume.

Hab nicht allzu viel Angst vor

der Zukunft, gerade dann, wenn

du noch jung bist.

Ich hatte auch große Zukunftsängste und

wollte den Schritt in die Selbstständigkeit

nicht wagen. Heute bin ich froh, dass ich all

meinen Mut zusammen genommen habe.

Was bedeutet für Sie Luxus?

Der größte Luxus für mich ist Zeit. Zeit mit

meinem Freund, meiner Familie und meinen

Freunden.

Was glauben Sie ist die wichtigste Eigenschaft,

die erfolgreiche Menschen heute

brauchen?

Leidenschaft.

Fotos: © Instagram.com/donnaromina

Sie hat geschafft, wovon viele träumen

und hat ihr Hobby zum Beruf

gemacht: Romina Meier.

Machst du etwas aus Leidenschaft, dann

brennst du für etwas von Herzen.

Hinter jedem starken Mann steht eine starke

Frau, sagt der Volksmund. Stimmen Sie

dem zu bzw. gilt das umgekehrt auch bei

Frauen?

Dem stimme ich nicht zu. Meine Mutter

hat mich allein groß gezogen und ich

würde behaupten, das hat sie auch gut hinbekommen

– ohne Mann an Ihrer Seite.

Ich war auch lange Zeit Single und habe

all das ohne männliche Unterstützung erreichen

können. Aber mittlerweile steht

tatsächlich ein starker Mann hinter mir –

mein Freund.

155


SECRETS OF SUCCESS KOLUMNE

OZMO-ÄRZTE BEANTWORTEN:

WIE LAUTET

IHR ERFOLGS-

REZEPT?

PRIV.-DOZ. DR. MED.

JOHANNES SCHAUWECKER

© Christina Koch

„Um den eigenen und heute üblichen Qualitätsansprüchen in der Medizin gerecht zu werden,

muss man zielstrebig und ausdauernd einen langen Ausbildungsweg gehen und täglich

Spitzenleistung bringen, sollte dabei aber immer authentisch und menschlich bleiben.

Mein Erfolg in einem hoch kompetitiven Umfeld hängt aber auch von der Qualität und

Motivation meines gesamten Teams ab. Den geeigneten Ausgleich zu meiner intensiven

beruflichen Beanspruchung finde ich im Bergsport, der mit Konzentration, Perfektion,

Ehrgeiz und Teamfähigkeit ähnliche Anforderungen an mich stellt.“

© Julian Benedikt

© Sören Bauer Events

PROF. DR. MED. PETER DIEHL

„Erfolg erreicht man nur durch Zielstrebigkeit. Trotz Zielstrebigkeit

ist entscheidend, dass man flexibel bleibt – und dabei sein Ziel immer

im Blick behält. Entscheidungen zu treffen, ist etwas, zu dem

ich junge Leute auf ihrem Weg zum Erfolg ermutigen möchte.

Man sollte versuchen, das große Ziel im Auge zu behalten, aber den

Weg dahin flexibel zu gestalten und die Chancen, die sich einem

bieten, zu nutzen. Denn manchmal ist ein zeitlicher Umweg auch

eine Abkürzung. Bei aller Zielstrebigkeit sollte man jedoch niemals

vergessen, jeden Tag dankbar zu sein: Beim Aufstieg auf den Kilimandscharo

ist mir bewusst geworden, wie klein die meisten Alltagsprobleme

doch eigentlich sind.“

DR. MED.

SAMER ISMAIL

„Das Streben nach Exzellenz.“

DR. MED. F.

MEINHARD BALENSIEFEN

„Im Kern geht es darum, eigene Visionen stets mit Ausdauer

und Konsequenz zu realisieren! Jeden Tag eine Neue Sache dazu

lernen und gemachte Fehler nie zweimal machen!

Bei allen therapeutischen und diagnostischen Überlegungen,

die Vorgehensweise, die man für sich selbst auch als beste Maßnahme

ansieht, empfehlen! Kein falscher Stolz, auch andere

Meinungen in eigene Entscheidungen einfließen zu lassen!“

156

© Torsten Fricke


49


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

RAUS AUS DER

KOMFORT-

ZONE

Martin Fichter hat einen großen Teil seiner beruflichen Erfolgsgeschichte im Ausland

verbracht und sich damit einen Traum erfüllt. Fast zwei Jahrzehnte war er in den USA und

China tätig – bis er 2017 als Chief Operating Officer bei EGYM zurück in seine deutsche

Heimat kam. Im Sportunternehmen – das Soft- und Hardwareprodukte für den Fitnessmarkt

entwickelt, baut und vertreibt – kann Fichter endlich seine Managementskills mit

seiner Sportleidenschaft verbinden, die er vor allem beim Rennradfahren ausübt.

MARTIN FICHTER

– UNTERNEHMER –

© HTC America Inc.

Verbindet seine Managementskills mit seiner

Sportleidenschaft bei EGYM: Martin Fichter.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

Herr Fichter, was wollten Sie als

Kind werden?

Was wollte ich werden? Anders als

meine Eltern. Beides tolle Leute, aber ständig

im Stress und in Angst um die Zukunft.

Ich wusste nicht wie, aber es musste doch

anders gehen.

Was war dann letztendlich bei Ihrer Berufswahl

ausschlaggebend?

Meine Frage war: Wo werde ich gebraucht

und wo kann ich einen Unterschied machen?

Und, wo können Sie einen Unterschied

machen – bzw. was waren

dafür Ihre wichtigsten Karriereschritte?

Aus dem Engineering ins General

Management – mein erster Schritt

aus der Komfortzone ins Unbekannte.

Ergebnis:

Harte Arbeit und Common

Sense passen immer.

Und dann leben und arbeiten in den

USA und in China. Ich habe viel über

mich selbst und meine kulturellen

Annahmen gelernt.

Sie sind viel rumgekommen. Was

ist bislang das persönliche Highlight

Ihrer Karriere?

Bei Flextronics habe ich mit einem

kleinen Team von Spezialisten das

günstigste Mobiltelefon der Welt

entwickelt und gebaut. Hier rede ich

nicht über die Smartphones, die wir

alle in den Taschen haben, sondern

über das Telefon, mit dem Bauern

in Bangladesch Verkaufspreise auf

verschiedenen Märkten vergleichen

und entscheiden, wo sie ihre Waren

verkaufen. Wir haben einige Paradigmen

gesprengt und 30 Millionen

Geräte verkauft.

Viele Menschen erfüllen sich in erfolgreichen

Zeiten irgendwann einen materiellen

Wunsch. Was war es bei Ihnen?

Als Radfahrer wollte ich immer schon ein

Profirennrad haben. HTC sponserte ein

Tour de France-Team mit Mark Cavendish

und Tony Martin. Ich konnte bei der Tour

de France und der Tour of California mit

den Profis trainieren und auf einer Etappe

vorwegfahren. Und ich konnte mir mein

Traumrad bauen.

Gab es einen Mentor auf Ihrem Weg zum

Erfolg?

Zwei meiner Ex-Chefs sind noch heute

meine Mentoren, von denen ich noch immer

lerne. Inzwischen darf ich beobachten,

wie sich ein Ex-Topmanager im Retirement

zurechtfindet.

Wir müssen immer daran denken,

welche Fähigkeiten wir als

nächstes brauchen werden und

uns entsprechend vorbereiten.

Der Unternehmer findet Inspiration auf

langen Radfahrten.

Was sind Ihre persönlichen Definitionen

von Luxus und Glück?

Luxus: Zeit für mich alleine. Glück: Da halte

ich es mit Thomas Jefferson: I’m a great

believer in luck, and I find the harder I

work, the more I have of it.

Hinter jedem starken Mann steht eine

starke Frau, sagt der Volksmund. Stimmt’s?

Es hilft, einen starken Partner zu haben.

Meine Frau und ich sind mit unserer

© Marathon-Photos

Arbeitsteilung gemeinsam erfolgreich.

Wichtig ist dabei, explizit über uns zu diskutieren

und zu wissen, wie wir alle Herausforderungen

gemeinsam meistern.

Schlecht ist, wenn man in einer Beziehung

mit Annahmen darüber lebt, was der andere

will.

Können Sie Ihren Beruf mit dem Privatleben

vereinbaren?

Nicht gut genug. Ich halte wenig von

Work-Life-Balance –

ich suche nach Work-

Life-Harmony.

Ich führe ein Leben, da muss alles

zusammenpassen, hineinpassen.

Ohne Arbeit, Familie, Sport wäre ich

nicht komplett.

Sport spielt eine wichtige Rolle in

Ihrem Leben.

Genau, ich finde zum Beispiel Inspiration

auf langen Radfahrten.

Dazu gibt es ja auch ein sportliches

Ziel für die Zukunft.

Mit dem Fahrrad die USA von Osten

nach Westen durchfahren.

Und beruflich, was steht noch auf

Ihrer Agenda beziehungsweise was

treibt Sie weiter an?

EGYM zum IPO führen. Mein Antrieb

ist Neugier und Spaß daran,

mit engagierten Menschen zu arbeiten.

Was würden Sie mit Ihrem heutigen

Erfahrungsschatz Ihrem jüngeren

Ich raten?

Geduld – gib deinen Fehlern genug

Zeit, um dich einzuholen, damit du

aus ihnen lernen kannst.

Erfolg ist ein sehr subjektiver Begriff.

Was bedeutet er für Sie?

Ergebnisse erreichen, die wirklich und

nachhaltig einen Unterschied machen –

das ist Erfolg.

Und zum Schluss noch Ihr persönliches

Must-have in Ihrem Beruf?

Exzellente Selbstorganisation. RK

159


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

INA VON

NEBENAN

© nebenan.de/Maximilian Gödecke

„Gute Nachbarn sind ein Schatz“, heißt ein Sprichwort in Ungarn. Dem kann Ina Remmers

nur zustimmen. Seit fünf Jahren arbeitet sie daran, dass dies auch immer mehr Menschen

in Deutschland bewusst wird. Die 37-Jährige ist Mitbegründerin der Plattform nebenan.de,

auf der 1,7 Millionen Nachbarn registriert und aktiv sind. Ihre Karriere begann sie in

Kreativ- und Designagenturen und war viele Jahre als selbständige Markenberaterin und

Kommunikationsstrategin tätig.

INA REMMERS

– GRÜNDERIN –

Ina Remmers war viele Jahre selbständige

Markenberaterin und Kommunikationsstrategin.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMERIN

Soziale Netzwerke finden wir mithilfe unserer Smartphones

viele, aber bei der digitalen Plattform nebenan.de bleibt es nicht

bei virtuellen Begegnungen. Man trifft sich im realen Leben.

Aufgewachsen ist Ina Remmers in

der Schwäbischen Alb. Landleben

und Idylle pur sozusagen. Jeder

kennt jeden, man hilft sich, wo man kann.

Als Kind träumte sie davon, eines Tages

Polizistin zu sein und für Gerechtigkeit

zu sorgen. Mit dem Abi in der Tasche entscheidet

sie sich aber für die Kreativbranche,

startet ihr Berufsleben in einer Agentur

und baut sich in Berlin ein neues Leben

auf, einer Stadt, in der zwar Millionen von

Menschen leben, das aber häufig anonym

Tür an Tür. „Ich kenne Nachbarschaft sozusagen

in allen Facetten“, sagt sie. Nach

ein paar Jahren wagt sie den Schritt in die

Selbstständigkeit. „Es war meine Chance,

etwas selbst zu gestalten“, sagt sie. Die

neue Freiheit genießt sie.

Aber sie merkt auch:

„Die beste Leistung liefere ich

ab, wenn ich das Gefühl habe,

ich kann mit meiner Arbeit etwas

Gutes tun.“

Aber passt Kommerz und Soziales überhaupt

zusammen? Die Antwort liefern ihr

eines Tages Christian Vollmann und Till

Behnke, die von einer Plattform träumen,

die Nachbarn zusammenbringt. „Die Entscheidung,

ob ich mitmache, fiel in einer

Sekunde. Ich habe mir die Idee angehört

und sofort gewusst: Ja, das macht Sinn.

Das will ich machen.“ Gemeinsam gründen

sie 2015 die Plattform. Die Idee kommt

an. Nicht nur in den Großstädten, sondern

auch in kleineren Städten und sogar auf

dem Land.

Mit 1,7 Millionen Nutzern ist nebenan.de

Deutschlands größtes

soziale Netzwerk für Nachbarn.

Hier lernen sich täglich Menschen übers

Internet kennen, die Tür an Tür wohnen

und sich gegenseitig helfen wollen. Laut einer

Erhebung erbringen die Nachbarn, die

über die Plattform nebenan.de in Kontakt

kommen, eine gesellschaftliche Leistung

in Höhe von fünf Millionen Euro. Geld, das

sich Institutionen, Einrichtungen oder der

Staat „einsparen“.

Für Ina Remmers zählt aber der menschliche

Aspekt mehr. Wie die Rückmeldungen

von Usern zeigen, können ältere Menschen

durch die Hilfe ihrer Nachbarn länger alleine

zu Hause wohnen bleiben, sind weniger

einsam. Junge Familien hingegen haben

jemanden, der sie bei der Kinderbetreuung

unterstützt oder ihnen den Anfang in einer

neuen Stadt erleichtert. Beispiele wie diese

gibt es viele. Und genau diese Beispiele machen

Ina Remmers glücklich, weil sie weiß,

sie kann mit ihrer Arbeit etwas Gutes tun.

Der Unternehmenszweck ist nämlich nicht,

möglichst hohe Gewinne einzufahren, sondern

die Gesellschaft zu unterstützen. „Unternehmertum

hat auch viel mit sozialer

Verantwortung zu tun. Darauf sollten wir

uns wieder besinnen.“ Genau das treibt sie

an, motiviert sie. Auch wenn es für die junge

Mutter einer einjährigen Tochter nicht

immer leicht ist, Familienleben und Beruf

unter einen Hut zu bekommen. Aber die

37-Jährige hat Ziele, die sie noch erreichen

will. „Unsere Schublade ist voll mit Ideen,

die wir umsetzen wollen.“ Aber Schritt für

Schritt. „Nicht alles lässt sich eben gleich

realisieren.“

Ein großer Meilenstein ihrer Karriere war

der 5. Geburtstag der digitalen Plattform

nebenan.de: „Wenn wir uns fünf Jahre

halten konnten, müssen wir vieles richtig

gemacht haben“, freut sie sich. Auch, dass

sie vor wenigen Monaten bei den German

Startup Awards als „Beste Gründerin“ ausgezeichnet

wurde und das Medienunternehmen

Hubert Burda Media als Investor

161

eingestiegen ist, bedeutet ihr viel. „Es zeigt,

dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird.“

Mit Burda im Rücken erfährt nebenan.de

eine große Unterstützung, keine Frage.

Aber auf welche Unterstützung konnte Ina

Remmers auf dem Weg dahin bauen? Hatte

sie Mentoren? Die 37-Jährige muss nicht

lange überlegen. „Drei starke Frauen, von

denen ich unglaublich viel lernen und auf

die ich bauen konnte: Meine Mutter, meine

Schwester und meine ehemalige Vorgesetzte.“

Der Austausch mit Mentoren sei

wichtig, gerade in der Gründerphase.

„Ich würde das jedem raten, der mit dem

Gedanken spielt, etwas Neues zu wagen:

Mit vertrauten Personen, die es gut mit

einem meinen, die Idee mal durchspielen,

sich austauschen.“ Davon habe sie sehr

profitiert. Es habe sie darin bestärkt, das

Abenteuer zu wagen. Und wenn sie nun

Mentorin wäre, was würde sie raten?

„Habe den Mut, es auszuprobieren.

Setzte dir kleine Ziele.

Daran kannst du sehen, ob deine Idee Potenzial

hat oder nicht.“ CR

Fotos: © nebenan.de

„Unternehmertum hat auch viel mit sozialer

Verantwortung zu tun“, sagt Ina Remmers.

Mit nebenan.de lebt sie genau das vor.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

„DER KOPF ALLEIN

KENNT KEINEN WERT “

Er hat aus dem Nichts ein

Imperium erschaffen – weil

er seine Ideale leben wollte.

Media-Markt-Gründer Walter

Gunz ist im Kern seines

Wesens vor allem Philosoph

und Menschenfreund. Dass

er außerdem ein Händchen

fürs Geschäft hat, machte

den heute 74-Jährigen zur

Unternehmerlegende. Doch

für seine Karriere musste er

auch große Opfer bringen.

Wie startet man ein Unternehmen wie

Media Markt?

Jeder Handlung geht eine

Vision voraus.

Ich war vorher bei Karstadt. Da war man

eher eine Nummer. Deshalb hatte ich die

WALTER GUNZ

– GRÜNDER –

Vision, mit Menschen zusammen etwas

zu erschaffen, bei dem jeder Einzelne mit

Freude, ohne dass man viel regulieren

muss, Verantwortung übernimmt. So eine

Vision wird dann das Ziel. Man muss sich

immer drei Fragen stellen: Kann ich? Darf

ich? Soll ich? Kann ich – habe ich die Leute,

habe ich das Geld und verstehe ich fachlich

Was bedeutet für Sie Erfolg?

Erfolg ist das Glück, dass

aus dem rechten Handeln

etwas Dauerhaftes

erfolgt,

das einen Wert hat. Und Erfolg ist für mich

auch, wenn sich bei einem wie mir, der

nicht aus einer reichen Familie kommt und

der sein letztes Geld für seinen ersten Media

Markt zusammengekratzt hat, materieller

Erfolg einstellt. Weil er gemeinsam mit

anderen Menschen über viele Jahre richtig

gehandelt hat.

Was war Ihr letztes großes Erfolgserlebnis?

Dass mich mein junger Hund, dieses sensible,

feine, sehr zurückhaltende Wesen,

so bedingungslos als Leader liebend anerkannt

hat. Das ist nicht selbstverständlich.

Marrakesch ist neben Rottach-Egern am

Tegernsee die Wahlheimat von Walter Gunz.


SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

etwas davon? Darf ich – ist das ethisch zu

verantworten, ist das anständig? Und dann

kommt die Frage, die sich die wenigsten

stellen: Soll ich – will ich das wirklich, ist

das für mich vorgesehen? Nur was man gerne

tut, wird gut.

Kann man Erfolg steuern?

Man kann ihn nicht planen oder machen,

aber wenn man die drei Fragen mit Ja beantwortet

hat und man an sich und die

Idee glaubt, stimmen die Voraussetzungen.

Jesus hat gesagt „es geschieht dir, wie du

geglaubt hast“, er sagte nicht „wie du verdient

hast“. Aber selbst, wenn das alles zutrifft,

ist der Erfolg kein Automat. Ich hatte

genügend Misserfolge, auch bei Dingen, an

die ich geglaubt habe.

Bakki, ein Sloughi Windhund, ist sein treuer Gefährte.

Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie es

ganz nach oben geschafft haben?

Vielleicht nach zehn Jahren. Als wir die

Metro-Kaufhof-Gruppe reingeholt haben –

was eigentlich die erste Fehlentscheidung

war. Wir dachten, das könnte eine

Win-Win-Situation werden, weil wir wussten,

dass wir ins Ausland müssen, wenn wir

weiter wachsen wollen. Die Kultur im Konzern

war aber eine ganz andere als unsere.

Wie schlimm fühlt es sich an, wenn die

eigene Vision den Bach runtergeht?

Den Bach ist sie erst runtergegangen, nachdem

wir drei Gründer nicht mehr da waren.

Dann sind die „grauen Männer“

aus „Momo“ gekommen,

Menschen, die ihrem

Ego verhaftet sind und kontrollieren

wollen.

Diesen Prozess konnten wir, als wir noch

präsent waren, verhindern. Die großen

wirtschaftlichen Erfolge, die es bis zu

unserem Ausscheiden gab – und wohlgemerkt

nicht mehr danach – haben uns den

Rücken gestärkt. Nach unserem Weggang

ist das Unternehmen energetisch, geistig,

inhaltlich und wirtschaftlich abgeschmiert

zu einem Unternehmen wie jedes andere.

Wenn einem Dinge entgleiten, die man in

Liebe abgegeben hat, ist das schlimm.

Wie haben Sie unternehmerische Entscheidungen

getroffen?

Bei wichtigen Entscheidungen habe ich

Spaziergänge gemacht – oft auch mit anderen.

Dann sind wir um die Zentrale rumgelaufen

und ich habe mir erklären lassen,

warum wir zum Beispiel eine Million in ein

neues Computerprogramm investieren

sollten. Entscheidungen

sind immer eine Mischung

aus Ratio und Empathie. Der

Bauch hat nicht immer recht,

aber der Kopf allein kennt keinen

Wert.

Glauben Sie an Glück?

Glück ist für mich nicht interessant.

Glück ist nicht befriedigend.

Glücklich zu sein, ist etwas anderes.

Wenn mein Hund wieder

gesund wird und an mir hochspringen

kann, bin ich der glücklichste

Mensch auf der Welt.

Haben Sie noch ein unternehmerisches

Ziel, das Sie erreichen wollen?

Nein. Ich lerne jetzt, andere Menschen

glücklich zu machen,

ich will etwas Gutes hinterlassen.

Das ist für mich wichtig.

Sie haben keine Kinder. War das eine bewusste

Entscheidung oder hat Ihnen durch

die Karriere die Zeit gefehlt?

Eigentlich ist es ein bisschen ungewollt so

gekommen. Ich war mit dem Unternehmen

verheiratet. Bei einer – nicht übertrieben

– 80-Stunden-Woche von Montag bis

Sonntag, in der ich mir am Samstag irgendwelche

Autobahnkreuze in Budapest angesehen

habe, um mich dann am Sonntag

mit einem Stadtrat in Wien zu treffen und

am Montag mit einem Lieferanten in Paris,

blieb einfach keine Zeit übrig. Freilich wäre

eine Familie schöner gewesen, aber

ich stehe dem Modewort

Work-Life-Balance sehr kritisch

gegenüber.

Wenn man etwas liebt, wie ich diese Arbeit

geliebt habe, dann ist es gar kein Arbeiten.

Ich habe wie ein Besessener, im positiven

Sinne, gewirkt. Ich sage das jetzt mal eiskalt:

Das Unternehmen wäre nicht das

geworden, was es war, wenn ich eine ausgewogene

Work-Life-Balance gelebt hätte.

Man kann nicht alles haben. JR

Walter Gunz gründete 1979 mit zwei Partnern

den Elektronikmarkt „Media Markt“.

163



ÜBER DEN

SECRETS OF SUCCESS UNTERNEHMER

WOLKEN

SCHWEBEN

Wer hätte gedacht, dass große Fluglinien plötzlich ums Überleben kämpfen? Max Schwarz

aus Paderborn will trotzdem Pilot werden. Er kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen.

Der 21-Jährige lässt sich von der Weltuntergangsstimmung in der Branche nicht beirren

und hat mit der Ausbildung zum Berufspiloten begonnen. In etwa einem Jahr hat er die

Lizenz in der Tasche. Dann will er sich selbstständig machen – und Manager*innen, Geschäftsleute,

VIPs und viele weitere erfolgreiche Menschen an ihren Wunschort fliegen.

Der Hangar II bei Paderborn ist bekannt für

seine Legenden der Luftfahrt. Dort kann

man auch eine Pilatus P3-05 „Brazil Lady”

bestaunen. Max Schwarz darf sie sogar

regelmäßig fliegen.

© privat

Der Traum vom Fliegen ist so alt wie

die Menschheit selbst. Die Welt von

oben sehen, mühelos durch den

Himmel gleiten und die unendliche Freiheit

genießen. Aber durch Corona fühlen

sich viele Menschen nicht mehr wohl in

den großen Fliegern, meiden sie. Stattdessen

steigen die Nachfragen für Privatflüge.

Auch Max Schwarz wurde schon mehrmals

gefragt, ob er nicht so einen Privatflug

übernehmen könnte. „Das darf ich nur mit

einer Berufspilotenlizenz, deshalb jetzt die

weitere Ausbildung“, sagt der 21-Jährige.

„Ich glaube, dass die Nachfrage nach Privatflügen

weiterhin steigen wird.

Wer vor Corona Business oder

First Class geflogen ist, bevorzugt

jetzt den Privatjet.“

ger an. Mit 21 Jahren kann er bereits 400

Flugstunden vorweisen. Für sein Alter

ungewöhnlich viele, andererseits ist Max

Schwarz in eine Familie hineingeboren,

die seit drei Generationen die Flugleidenschaft

gepackt hat und immer wieder Piloten

hervorbringt. Die Leidenschaft ist auch

auf Max Schwarz übergesprungen. Mit acht

Jahren, platziert auf drei Sitzkissen in Opas

Flugzeug, durfte er zum ersten Mal das

Steuer im Flugzeug halten.

Seine fliegerische Ausbildung

begann er mit 13 Jahren.

Er begann mit Segelflug, später kam Motorflug

und die Kunstflugberechtigung für Segel-

und Motorflugzeuge dazu. Inzwischen

fördert ein Paderborner Oldtimerclub dieses

junge Talent und vertraut ihm die alten

historischen Flugzeuge für Rundflüge und

Vorführungen an.

Umso erstaunlicher, dass er nach dem Abitur

ernsthaft darüber nachgedacht hatte,

Wirtschaftsingenieurswesen zu studieren.

„Was Bodenständiges eben“, sagt er. Dabei

fühlt er sich in der Luft am wohlsten. Zum

Glück hat er es sich doch noch überlegt und

sich für den Berufspilotenschein entschieden.

„Erfolg hat für mich gar nicht so viel

mit Geld zu tun. Vielmehr hat es damit zu

tun, ob ich glücklich bin.

In der Luft bin

ich glücklich“,

sagt er. Schließlich

kam er zu dem Entschluss:

Warum etwas

studieren, was vielleicht

nie so glücklich

machen kann wie

fliegen? Außerdem

könne er sich keinen

Beruf vorstellen, wo

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© privat

Wer mit Max Schwarz fliegt, vertraut sich

einem jungen, aber sehr talentierten Flieer

sich so frei fühlen könnte. Über den Wolken

ist die Freiheit ja bekanntlich grenzenlos

– und der Blick auf die unendliche Weite

ist laut Max Schwarz einfach unbeschreiblich

schön.

Dass sein Traum vom selbstständigen Berufspiloten

auch platzen könnte, daran

denkt er nicht. „Nein. Ich zieh das jetzt

durch und ich bin mir sicher, dass das auch

klappt und der richtige Weg für mich ist.

Denn Fliegen ist genau mein Ding. Das ist

das, was ich unbedingt machen möchte. Dafür

kämpfe ich auch, tue alles, um beruflich

in die Luft zu kommen“, sagt Max Schwarz.

Wer Erfolg haben möchte, sollte „dranbleiben

und das Ziel nicht aus den Augen lassen“.

Mögliche Rückschläge schrecken ihn

nicht ab. „Was beim Fliegen sehr wichtig

ist: Ruhig und gelassen bleiben. Bloß nicht

nervös werden.“ Das sei auch seine Devise

für den beruflichen Weg nach oben.

Wenn man Max Schwarz so zuhört, erkennt

man, wie sehr er das Fliegen liebt. Auch seine

Zukunft hat er schon klar im Blick. „Der

erste große Meilenstein wäre natürlich der

erste eigene Learjet“, sagt er. Aber bis dahin

hat er sich viele kleine Zwischenziele

gesetzt. „Eins nach dem anderen“, sagt er.

Man merkt, er hat alles gut durchdacht.

Deshalb kann man sagen: Diesen jungen

Mann sollte man auf jedem Fall auf dem

Radarschirm haben. CR

Max Schwarz hebt auch gerne mit der Stearman von Quax ab.


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