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Vogtland - Wandermagazin 211

Wandersinfonie Vogtland – Die Wanderregion Vogtland ist wie ein Musikstück, finden unsere Autoren Michael Sänger und Merlin Kiesel. Bei ihrer sinnenreichen Analyse von Harmonie, Akkorden und Klangfarben sind sie auf Grün und Blau, Rostbraun und Schiefergrau gestoßen. Spannend!

Wandersinfonie Vogtland –
Die Wanderregion Vogtland ist wie ein Musikstück, finden unsere Autoren Michael Sänger und Merlin Kiesel. Bei ihrer sinnenreichen Analyse von Harmonie, Akkorden und Klangfarben sind sie auf Grün und Blau, Rostbraun und Schiefergrau gestoßen. Spannend!

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RegioPanorama

Wandersinfonie

Vogtland

www.wandermagazin.de

© Titelfoto: TVV, T. Peisker


REGIOPANORAMA VOGTLAND

2 WANDERMAGAZIN Sommer 2021

WANDERMAGAZIN Sommer 2021


Vogtland

DAS GRÜN BILDET

DIE HARMONIE

IN DER WANDERSINFONIE

Das Vogtland ist grün. Grün ist die Farbe der Harmonie und des

Wachstums. Über 70 vogtländische Orte tragen das „grün“ im Namen.

Vom frühlingshaften Grün zum dunklen Olivgrün mit mediterranem

Anstrich reichen die Grünschattierungen. Wen wundert`s?

Blick auf den Kurort Erlbach im

Naturpark Erzgebirge/Vogtland

© Archiv TVV, T. Peisker

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REGIOPANORAMA VOGTLAND

Vogtland

DAS BLAU BILDET

DIE AKKORDE

IN DER WANDERSINFONIE

Die Lebensadern des Vogtlandes sind blau. Weiße Elster, Triebes,

Weida, Göltzsch und Dutzende Bäche bilden ein indigoblaues

Geflecht. Blau sind auch die Augen des Vogtlandes. Darunter

verwunschene Seen wie der Vogtlandsee und die elf Talsperren.

4 WANDERMAGAZIN Sommer 2021

WANDERMAGAZIN Sommer 2021


Die Weidatalsperre – eines der

blauen Augen des Vogtlands

© Archiv TVV, M. Daßler

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REGIOPANORAMA VOGTLAND

Ein Wunderwerk aus Ziegelsteinen –

die Göltzschtalbrücke

© Archiv TVV, K. Hurtienne

6 WANDERMAGAZIN Sommer 2021

WANDERMAGAZIN Sommer 2021


Vogtland

ROSTBRAUN UND

SCHIEFERGRAU

DIE KULTURFARBEN DER

WANDERSINFONIE

Rostbraun wie die 78 m hohe Göltzschtalbrücke oder

schiefergrau wie ds Dach der Osterburg in Weida –

es sind die Kulturfarben, die klangliche wie farbliche Vielfalt

charakterisieren. Eindrucksvolle Dynamik dort,

eine Prise Melancholie hier.

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REGIOPANORAMA VOGTLAND

VOGTLANDS

WANDERSINFONIE

TEXTE: MERLIN KIESEL &

MICHAEL SÄNGER

Wie ein wohlgeformter Akkord schichten sich die Sinneseindrücke

im Vogtland zu einer außergewöhnlichen

Harmonie. Zwischen den aufreibenden Rhythmen von

Abenteuer und Entdeckung lädt das Vogtland ein, sich

auch den sanften Takten der Entspannung hinzugeben

und den eigenen Wohlfühlpuls zu finden. Hier die weichen

Molltöne des vogtländischen Reliefs, dort die fröhlichen

Durtöne der 1001 munteren Bäche, mal stürzenden

und mal mäandernden Flüsse.

Umrahmt von den Bergen des Thüringischen Schiefergebirges

im Westen, dem vulkanischen Elstergebirge im Süden

und dem majestätischen Erzgebirgskamm im Osten,

breitet sich das Vogtland entlang seiner blauen Lebensader,

der Weißen Elster, aus. Eine Wanderschatzkammer

vom südlichsten Sachsen bis in die weiche Kuppenlandschaft

des westlichen Thüringens. Die besonderen Akzente

in der immer wieder auf- und absteigenden Melodie seiner

ungezählten Täler und Höhen setzen stolze Burgen und

prachtvolle Schlösser. Fußläufig lässt sich das Vogtland

am besten auf einem der vielen Wanderwege erkunden.

Die wiederkehrenden „Motive“ der Vogtlandsinfonie sind

Kathrin Hager

Präsidentin Verband Vogtländischer

Gebirgs- und Wandervereine e.V. (VGWV e.V.)

die vier großen Weitwanderwege. Diese rein vogtländischen

Traumspuren stellen wir auf den Folgeseiten vor. Wir verfolgen

das Opus magnum des Vogtland Panorama Weges®, bestaunen

den Vogtlandtango des Höhensteig Klingenthal und

weiter nördlich der Vogtlandkantate des Talsperrenweges

Zeulenroda. Den Elsterperlenweg® erlebten wir als spritzige

Operette voller Geschichten. Wer nicht die Zeit oder Ambition

für eine Mehrtagestour mitbringt, dem seien die GrünTöne

ans Herz gelegt. 22 Rundwege zwischen 5 km und 25 km Länge

eignen sich für Tagestouren oder Spazierwanderungen.

Sie greifen in lebendiger Form Themen der Geschichte,

Legenden und Traditionen des Vogtlands auf. Ob auf den

Spuren von Drachen oder dem freundlichen Moosmann, den

Wegen zu beeindruckenden Burgen und Ziegelsteinbrücken

oder auf der Suche nach Kartoffeln, Kräutern und der

Kompositionen vogtländischer Kulinarik – die Vogtland-

Wandersinfonie ist reich an Ideen.

Auch abseits der Wandewege bietet das Vogtland interessante

Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Überall lassen sich

die Motive der vogtländischen Geschichte wiederfinden und

so laden fürstliche Gärten und Parks ebenso

zum Flanieren ein wie die malerischen Altstädte,

während an einigen Talsperren, Flüssen und Seen

Windsurfen, Bootstouren und Schwimmen den Ton

angeben. Tusch und Vorhang auf ...

„Wer kann, sollte mit dem Zug zum

Vogtland Panorama Weg® anreisen.

Die romantischste Annäherung ist

die Anfahrt über Gera, dem unteren

Bahnhof von Plauen, Adorf nach Bad

Brambach. Sie ist über 140 Jahre alt,

so tunnelreich und romantisch.“

© Marcus Daßler

8 WANDERMAGAZIN Sommer 2021

WANDERMAGAZIN Sommer 2021

Die Wiege des Vogtlandes, die

Osterburg in Weida

© Stadt Weida, L. Zürnstein


WASSERWEGE &

WASSERKUREN

KLANGSPÄHREN &

MEISTERSTÜCKE

ZIEGELVIADUKTE &

ZAUBERSCHLÖSSER

Soletherme © T.Peisker

Fernblick Arena-Klingenthal

© Archiv TVV, S. Theilig Elstertalbrücke © Archiv TVV, S.Theilig

Der wichtigste Fluss des Vogtlands ist die

Weiße Elster. Ihre Quelle sprudelt bei Aš im

tschechischen Elstergebirge. Nach 12 km

überquert das junge Gewässer rauschend

die Staatsgrenze und fließt nach Norden

an Adorf, Plauen und Greiz vorbei Richtung

Sachsen-Anhalt. Gespeist wird sie

unter anderem durch die Göltzsch, die

östlich der Elster in der Nähe von Hammerbrücke

entspringt, und die Weida, die

ihren Ursprung bei Zeulenroda hat. Die

Weida schließlich versorgt auch zwei der

insgesamt elf vogtländischen Talsperren

mit Wasser. Es sind Urlaubs- und Naherholungsgebiete,

Wander- und Radwanderreviere,

aber auch Heimat für Flora und

Fauna. Die Nähe zum Wasser ist in zweierlei

Hinsicht attraktiv: Wasser inspiriert

die Augen und kühlt die Luft. Nach einem

Wandertag an vogtländischen Gewässern

bieten sich vor allem die Sächsischen

Staatsbäder Bad Elster und Bad Brambach

an, um noch etwas mehr Zeit mit

dem oder im nassen Element zu verbringen.

Die traditionsreichen Kurbäder verfügen

über stark mineralhaltige Quellen,

die den Körper entspannen oder beleben.

Dann heißt es vor dem Thermalsolebecken

Rucksack und Stiefel auszuziehen. Mehr

noch, in der hohen Salzkonzentration der

Sole ist man sogar von der Last des eigenen

Körpers befreit. Ein Schluck aus den

Quellen mit natürlicher Kohlensäure, ein

Bad im radonhaltigen Heilwasser und eine

entspannende Moorpackung. Balsam für

Körper, Geist und Seele.

Wer ins Vogtland reist, sollte die Ohren

spitzen. Direkt an der Grenze zu

Tschechien hat sich in den letzten 400

Jahren der Musikinstrumentenbau als

Handwerkstradition etabliert. Von Geigen,

Bratschen, Cellos und Bässen über

Pauken und Trompeten bis zur Triangel

werden im Vogtland alle Orchesterinstrumente

hergestellt. Etabliert wurde

das Handwerk von protestantischen

Glaubensflüchtlingen aus Tschechien,

die im 17. Jh. die Grenze nach Sachsen

überquerten. Heute kennt jeder Bewohner

des Vogtlands jemanden, der einen

beruflichen Bezug zu Musik hat. Und wer

nicht selber professionell Geigen, Akkordeons,

Klarinetten oder Gitarren fertigt,

lernt oder lehrt an einer der Musikschulen,

spielt zuhause oder in einem der Musikvereine

und Orchester. Entsprechend

spielte die Vogtland Philharmonie 2018

unter Leitung von Generalmusikdirektor

Stefan Fraas nach einer Komposition

von René Möckel ein Soundlogo ein, das

die Region heute klanglich repräsentiert.

Doch nicht nur die Menschen des Vogtlandes

tauchen die Welt in atemberaubende

Klangfarben. Auf Wanderung im

Vogtland hört man die stetige Perkussion

der schäumenden Flüsse und Bäche,

das atmosphärische „Rauschen“ der

Blätter im Wind, das bassähnliche Summen

der Insekten an Seen und Mooren

und den virtuosen und vielstimmigen

Vogelgesang. Alles kommt hier zusammen

zu einem harmonischen Ganzen.

Das Vogtland trägt den Adel schon im

Namen. Vogt (von lateinisch „Advocatus“)

wird hier seit dem 12. Jh. als Titel

benutzt. Die Vögte von Weida, Gera und

Plauen prägten Anfang des 14. Jh. den

Namen der Region. Bis ins 16. Jh. regierten

die Vögte und bauten im Land zwischen

Sachsen, Bayern, Thüringen und

Böhmen mächtige Burgen, edle Rittergüter

und später märchenhafte Renaissanceschlösser.

Allen voran steht die

mächtige Osterburg über Weida, dem

Sitz der Vögte von Weida. Von hier verzweigten

sich die Familienstämme Richtung

Gera, Plauen und Thüringen. Doch

nicht nur Adelssitze setzen im Vogtland

architektonische Glanzpunkte: Hier erstaunen

die beiden größten Ziegelsteinbrücken

der Welt. Göltzschtalbrücke und

Elstertalbrücke sind Eisenbahnviadukte,

die mit ihren Bogenkonstruktionen die

namensgebenden Flüsse überspannen.

Steht man am Fuß der 170-jährigen Bauwerke,

kann man nicht anders, als über

die immensen Ingenieursleistungen zu

staunen. 26 Millionen Ziegel wurden allein

für die Göltzschtalbrücke gebrannt,

an deren Bau über 1.700 Menschen beteiligt

waren. Die Ziegelsteinbauten mit

Längen von 574 m (Göltzschtalbrücke)

und 279 m (Elstertalbrücke) gehören zum

Schienennetz der Bahn. Wesentlich kleiner

und dafür sehr viel älter, aber nicht

minder eindrucksvoll, sind die überdachten

Holzbrücken an der Weißen Elster bei

Wünschendorf und der Weida bei Döhlen.

Bad Elster© Archiv TVV, Ch.Beer

Geigenbau © C. Beer

Residenzstadt Greiz

© Archiv Regionalmanagement

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REGIOPANORAMA VOGTLAND

Panoramablick auf Klingenthal

© Archiv TVV, S. Theilig

Der Höhensteig Rundweg Klingenthal

DER VOGTLAND-TANGO

FEURIG &

MELANCHOLISCH

Was für ein beschwingtes, mal feuriges, mal entspanntes

Wandervergnügen! Das ambitionierte „Hinauf“, das belebende

„Bergab“ – ich fühlte mich an einen Tango Argentino erinnert.

Mal geht es richtig zur Sache, belohnt und entschädigt mit

grenzenlosen Fern- und Tiefblicken, mal versetzte mich die

Melancholie der Wälderlunge in Tagträume. Dann wieder

blickte ich auf die aufsteigenden Wiesenhänge, die Häuser

verstreut, als wären sie aus einer Spielzeugschachtel gepurzelt.

Lust auf richtigen Wanderspaß?

Knapp 50 km lang ist der Klingenthaler

Höhensteig und wird seinem Namen gerecht.

Das unterstreicht schon die 26,64 m

hoch gelegene Aussichtsplattform des

Aussichtsturms wenige Meter vom 936 m

hohen Aschberg entfernt. Panorama

und noch mehr Panorama. Zwischen

den Gipfeln steigt, schlängelt

und turnt der Höhensteig

hinauf und hinunter. Das besondere

Vergnügen dieses

rhythmischen Wanderstücks

liegt darin, dass man die Tour

nach Belieben abbrechen kann.

Absteigen und mit dem Bus zurück

ins Zentrum. Ganz wie man will.

KLINGENDES KLINGENTHAL

Den musikalischen Anfang machte das

dumpfe Kling-Klang der Hammerwerke

in den Tälern von Klingenthal. Mit der

Einwanderung böhmischer Glaubensflüchtlinge

im 17. Jh. begann das Zeitalter

lieblicherer Töne. Es waren Geigenbauerfamilien

wie die von Caspar Hopf

oder Johann Dörfler, die sich am Fuße

des Aschberg niederließen. Man baute

Geigen, Lauten und Gamben und, wie

nicht anders zu vermuten, man musizierte.

Einige der Klingenthaler Organisten

der 1737 erbauten achteckigen, barocken

Rundkirche „Zum Friedefürsten“ waren

zugleich Geigenbaumeister. Was für ein

Erlebnis, wenn man durch das sehenswerte

Musik- und Wintersportmuseum

schlendert. Wer den Meisterbrief erwarb,

musste eine Violine „von schönem Holz

und gutem Firniss“, eine Laute, eine Viola

da gamba und eine Davids-Harfe „ohne

Blick auf Klingenthal

© Touristinformation

Klingenthal, Th. Lenk

Alexander Ziron

Geschäftsführer der

Vogtland Arena

„Wir sind mit Winter-

und Schneewetter

bestens

gesegnet. Während

im Schwarzwald

Warmlufteinbrüche

im Westtrift an

der Tagesordnung

sind, sorgt bei uns

eine Ostströmung

mit kalter Luft aus

Sibirien für perfekte

Ski- und Schneebedingungen.“

© Marcus Daßler

10 WANDERMAGAZIN Sommer 2021


Tina Goldhahn

Geschäftsführerin

Ferienhotel Mühlleithen

(Qualitätsgastgeber

Wanderbares

Deutschland)

„Wir sind Qualitätsgastgeber

im Wortsinn! Wo

könnten wir morgen

hin, könntet ihr uns

eine Brotzeit an den

Wanderweg bringen

oder könnte mich

jemand abholen, ich

habe mich etwas

überschätzt – keine

Sorge wir helfen

und echt vogtländische

Küche gibt`s

obendrein.“

© Tina Goldhahn

Bild unten:

Die Sparkasse

Vogtland Arena

in Klingenthal

© Archiv TVV,

Ch. Beer

Tadel und Flecken“ herstellen. Musik

gab und gibt den Ton an. Im

19. Jh. kamen die Mundharmonika-

und Holzkammfertigung

hinzu. 1852 begann

man mit der Herstellung der

Handharmonika, des späteren

Akkordeons. Weltruhm

verschafft dem Ort heute die

Weltmeister Akkordeon Manufaktur

GmbH. Hier werden Akkordeons

aller Art hergestellt. Wer hätte gedacht,

dass ein Akkordeon aus rund 2.500 Einzelteilen

besteht?

NATURPARK ERZGEBIRGE-VOGTLAND

Der Höhensteig liegt mitten im Naturpark

Erzgebirge-Vogtland und erzählt viele

Geschichten. So etwa die erstaunliche Geschichte

des Wintersports. Kein Wunder,

dass der Höhensteig einen Ausflug zum

30 m hohen, hochmodernen Schanzenturm

der Skisprungschanze unternimmt.

Die Vogtland Arena ist jährlich Austragungsort

internationaler Skisprungwettbewerbe.

Die Historie Klingenthals als

Wintersport-Eldorado begann 1886 mit

dem Oberlehrer Erwin Beck, der hatte sich

ein Paar Skier bauen lassen und avancierte

zum Langlaufpionier. Die Geschichte

des Skispringens reicht bis ins Jahr 1907

zurück, als die Klingenthaler die ersten

Sprungschanzen bauten. Harry Glaß aus

Klingenthal, damals einer der bekanntesten

deutschen Skispringer, gewann 1956

die Bronzemedaille im Skisprung bei den

Olympischen Winterspielen. Wenn das

keine Geschichten sind! Wie wäre es mit

Flößerei? Das Holz wurde in den Floßgräben

gesammelt und mit dem Wasser, das

in Floßteichen wie dem „Unteren Floßteich“

erst angestaut und dann abgelassen

wurde, schwungvoll zu Tal befördert.

Ich grinste über Namen wie Kamerun

oder Pudelmützhäuser und dachte mir

immer wieder, was für ein schönes Stück

Wanderglück!

TOURENTIPP

HÖHENSTEIG KLINGENTHAL

Stadt Klingenthal

Klar, der Name ist Programm. Es geht einmal rund um Klingenthal

und seine Ortsteile Mühlleithen, Brunndöbra, Sachsenberg-Georgenthal

und Zwota. Vorbei an der kühnen Großschanze

der Vogtland-Arena, über den 936 m hohen Aschberg mit sagenhaftem

Panorama vom 32 m hohen Aussichtsturm. 1659 brachten

böhmische Geigenbauer ihre handwerkliche Meisterschaft

ins Tal. Auch heute baut man am Fuße des Aschberges noch Musikinstrumente.

Darunter Akkordeons und Mundharmonikas. In

Verbindung mit der einzigartigen Mittelgebirgslage in den Ausläufern

des Erzgebirgskammes wartet eine wundervolle Rundtour

auf entdeckungsfreudige Wanderfans.

START/ZIEL

Klingenthal Zentrum

AN-/ABREISE

PKW: A9 bis AS Dreieck Bayerisches

Vogtland, weiter über Oelsnitz nach

Klingenthal

Parken: Markt im Zentrum

von Klingenthal

ÖPNV: Vogtlandbahn RB 1 (Zwickau

- Falkenstein - Kraslice) sowie RB5

(Mehltheuer - Plauen - Falkenstein -

Kraslice). Im Stadtverkehr fahren die

Buslinien 20 und 30.

Regionalbus von Bad Elster nach

Klingenthal (Linie 30) und von

Rodewisch nach Klingenthal (Linie

20). Fahrzeiten und -preise:

www.vogtlandbahn.de oder bei

der Tourismus- und Verkehrszentrale

Vogtland: 03744/1 94 49 bzw.

www.vogtlandauskunft.de

KARTE/LITERATUR:

Flyer mit Karte: Höhensteig - Rundweg

Klingenthal, © Lenk&Meinel Klingenthal,

erhältlich in der Tourist-Information

Klingenthal

S

ERLEBNISPROFIL

Aboretum im Forstwinkel

Rathaus und Kirche

„Zum Friedefürsten“

Musik- und Wintersportmuseum

Klingenthal

Aussichtsturm Aschberg,

Aussichtskapsel Vogtland

Arena

Tierpark Klingenthal

wanderbares

deutschland

Zertifiziert durch den Deutschen Wanderverband

Q UALITÄTSWEG

Rundwanderung • Länge: 48 km • Gehzeit: ca. 10 Std. (2 Etappen)

Höhenmeter: pq je 1.359 m • Schwierigkeit:

DER BESONDERE TIPP:

Harmonikamuseum Zwota mit

über 1.000 Instrumenten aus

der Klingenthaler und Zwotaer

Produktion (Akkordeons und

Harmonikas)

INFO:

Touristinformation Klingenthal

Schloßstr. 3, 08248 Klingenthal

www.klingenthal.de

900

800

700

600

500

m

km

10

20

30

40

www.wandermagazin.de

11


REGIOPANORAMA REGIOPANORAMA SPESSART VOGTLAND MAINLAND

Blick auf die Weidatalsperre vom Grobisch

© Archiv TVV, S. Theilig

Jens Löschel

Wander- und

Naturführer an der

Weidatalsperre

„Was mir hier besonders

gut gefällt,

ist der naturnahe

Flussverlauf der

Weida zwischen

Zeulenrodaer Meer

und Weida-Talsperre.

Da gibt es Auwald,

rare Orchideen,

Steinbrech oder

Kuckucks-Lichtnelke

und den markanten

Teufelsberg

mit einer irrsinnig

tollen Aussicht.“

© Marcus Daßler

Unermüdlich befüllt die 57 km lange

Weida das Talsperrenwunder von

Zeulenroda mit kostbarem Nass.

Den Kern des Verbundes bilden

zwei Talsperren, die 4,6 km lange

Weidatalsperre von 1956 und

das ca. 6,5 km lange Zeulenrodaer

Meer von 1975. Drumherum

schmiegt sich der 45 km lange qualitätsgeprüfte

„Talsperrenweg Zeulenroda“

ganz eng an die Gestade. Ein

Wandergedicht.

VOM MEER ZUM TEUFELSBERG

Das Wandervergnügen überzeugt durch

erstaunliche Naturnähe. Sowohl der

Charakter der Wege, oft überwiegend

wurzelübersäte Pfade und Waldwege,

als auch die natürliche Waldkulisse beeindrucken.

Das beginnt schon in der

Nähe der Kesselmühle mit der schönen

Steinbogenbrücke, wo sich die Weida, die

im Hochmittelalter noch „Milde“ hieß, in

der Vorsperre Riedelmühle zum ersten

Male stauen lässt. Es folgt das eigentliche

Zeulenrodaer Meer mit fjordähnlichen,

waldgesäumten Buchten. Hinter

der Staumauer an dem wundervoll gelegenen

Bio-Seehotel und der Seestern

Panorama-Bühne, windet sich die Weida

auf zwei Kilometern im steil eingeschnittenen,

natürlichen Flussbett durch eine

faszinierende Kulisse. Hier beginnt der

einsamere und wildere Teil des Talsperrenweges

Zeulenroda. Der gesamte Be-

Der Talsperrenweg Zeulenroda

DIE VOGTLAND-KANTATE

ES KLAPPERT

DIE MÜHLE ...

„Weichet nur, betrübte Schatten ...“ heißt es in der gleichnamigen

Kantate von Johann Sebastian Bach, dann, so wollte

es der Komponist, lockt die Oboe mit schmelzenden, süßen

Akkorden den glutroten Sonnenball über die Scheidelinie des

von wabernden Nebelfetzen wundervoll gezeichneten Horizonts

und dem in zartestes Rosa gefärbten Himmel darüber.

Ergreifend! Diese wundervolle Kantate im Ohr, verfolgte ich

gerührt das Wunder, das ich sonst nur von Meeresstränden

gewohnt bin: Sonnenaufgang am Zeulenrodaer Meer.

Die Weidatalsperre aus der Vogelperspektive

© Archiv TVV, S. Theilig

12 WANDERMAGAZIN Sommer 2021


TOURENTIPP

TALSPERRENWEG ZEULENRODA

Zeulenroda-Triebes

Rundwanderung • Länge: 45 km • Gehzeit: ca. 14 Std. (Teilstrecken

möglich) • Höhenmeter: pq je 395 m • Schwierigkeit:

reich steht unter Naturschutz. Röhrrichtflächen, Auwald und

Steilhänge mit Laubwald beeindrucken den Wanderer. Wild und

urig zeigt sich die Natur. Steinbrech, Kuckucks-Lichtnelke und

Orchideen begeistern den botanisch interessierten Wanderer.

Der Blick vom 392 m hohen Teufelsberg, den man nach steilem

Anstieg erreicht, ist mit einem Wort: sensationell. Tief unten,

eingepackt im Wäldersaum, glitzert das Wasser der Weidatalsperre.

Wo bin ich hier?

MARITIMES FEELING UND UNGEAHNTE BADEFREUDEN

Weiter geht es schlingenreich mit Blicken auf das glitzernde

Wasser. Der Grobisch bietet wieder einen faszinierenden

Rundumblick. Man schaut auf die kleine Vogelinsel

und träumt sich mit den gefiederten

Freunden der Lüfte in entfernte

Gefilde. Bucht um Bucht folgt, zeigt

Anschlusswege zu den kleinen Dörfern

auf den Höhen. Keine Straße,

kein Alltagsgetöse stört diese Idylle.

Von den Wasserkaskaden der

Weida am Ausgleichsbecken aus

erreicht die Runde über das Dorf Piesigitz

die Vorsperre Pisselsmühle, dann

Britta

Lautenschläger

Wander- und

Naturführerin und

Pensionsbesitzerin

„Ich bewundere die

naturnahe Wegführung

mit Wildblumenrainen,

Wiesen

und tollen Waldpassagen.

Und dann ist

da in Stelzendorf

diese wunderschöne

Patisserie

Bergmann. Ein Café

zum Verlieben. Der

Abstecher lohnt.

Und das Zeulenrodaer

Meer tut ein

Übriges!“

© Marcus Daßler

Talsperre Zeulenroda, Sonnenuntergang

© Archiv TVV, S. Theilig

führt der Weg wieder zum Staudamm

des Zeulenrodaer Meeres. Neun Wanderhütten

säumen den Rundweg um die

Talsperre, dazu laden Strandbäder und

immer wieder lauschige Badeplätze zum

Verweilen ein. Das Eigenartige dieser

Talsperre hängt vermutlich mit der Höhenlage

zusammen. Aus der Horizontalen

betrachtet erscheinen Wasserfläche

und die umrahmenden Wald-, Äcker- und

Siedlungsflächen wie aus einem Guss zu

sein. Wie ein musikalisches Legato oder

ein linearer Pinselstrich. Kein Wunder,

dass die aufregenden Sonnenauf- und

-untergänge ganz zwangsläufig maritimes

Flair erzeugen. Einst klapperten im

Tal der Weida dutzende Mühlräder, an die

an vielen Stellen noch Tafeln erinnern.

Heute empfiehlt sich der Talsperrenverbund

als Wanderspaß für die einen, als

Sonne- und Strandspaß für die anderen.

Wohl dem, der es versteht, beides nach

Kräften zu verknüpfen.

Zwei Talsperren gilt es zu umrunden. Die 4,6 km lange Weidatalsperre

ist die ältere der beiden Talsperren. Die 6 km lange Zeulenrodaer

Talsperre, liebevoll als Zeulenrodaer Meer bezeichnet, kam

erst 1977 dazu. 89 % der Route verlaufen auf naturnahen Wegen.

Man kann die Route in Rundtagestouren aufteilen oder die 45 km in

zwei oder drei Etappen unter die Füße nehmen. Weg und Talsperren

liegen im Tal der 57 km langen Weida. Die steil eingeschnittenen

Buchten wirken wie Fjorde und die kupierte Berglandschaft des

Thüringer Schiefergebirges mit Wäldern, kleinen Orten, tollen Aussichtspunkten

und Bademöglichkeiten bilden die Wanderkulisse.

400

300

wanderbares

deutschland

Zertifiziert durch den Deutschen Wanderverband

Q UALITÄTSWEG

START/ZIEL

Bio-Seehotel Zeulenroda

AN-/ABREISE

PKW: A9 AS Triptis. dann B2 nach

Auma, und L1087 nach Zeulenroda, hier

der Ausschilderung Bio-Seehotel folgen.

Parken: Wanderparkplatz am Bio-

Seehotel Zeulenroda

ÖPNV: Per Bahn bis Zeulenroda,

weiter mit Bus 132 in 8 Minuten

zum Startpunkt am Bio-Seehotel.

Auskünfte zum örtlichen Busverkehr

unter: www.bus-greiz.de oder der

Tourismus- und Verkehrszentrale

Vogtland unter 03744/199449 bzw.

www.vogtlandauskunft.de

KARTE/LITERATUR: Kartenmaterial

und weitere Informationen

beim Tourismusverband Vogtland

200

m km

5

10

15

20

25

S

unter www.vogtland-tourismus.de

oder 03744/188860 sowie in den

Tourist-Informationen entlang des

Weges.

INFO:

Tourismuszentrum

Zeulenrodaer Meer

Bleichenweg 30 (Zeulenrodaer Meer)

07937 Zeulenroda-Triebes

Tel. 036628/98 70 64

tourismus@zeulenroda-triebes.de

ERLEBNISPROFIL

Tiergehege „Rabensleite“

Zeulenroda

Drei Strandbäder und

Bootsverleih

Freie Blicke auf die Talsperren

30

35

40

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13


REGIOPANORAMA VOGTLAND

Blick auf Greiz im Tal der Weißen Elster

© Archiv TVV, S. Theilig

Harry Reinhold

Kreiswegewart am

Elsterperlenweg®

„Toll ist am Elsterperlenweg,

mal von

der fantastischen

Landschaft abgesehen,

dass man

von Bahnhof zu

Bahnhof wandern

kann. Selbst diverse

markierte Abkürzungen

sind durch

Querverbindungen

zwischen linkem

und rechtem Elsterufer

möglich.“

© Marcus Daßler

Namensprägend für den qualitätsgeprüften

Weg ist die Flussperlenfischerei

vergangener Tage. Im Volksmund trägt

die Fürstenresidenz „Greiz – fürstlich

vogtländisch“ den Beinamen „Perle des

Vogtlandes“. Die Faszination der Dreischlösserstadt

im Herzen des Vogtlandes

ist beeindruckend.

VOM CHARAKTER DER FREIEN NATUR

1872 erhielt Rudolph Reinecken den

Auftrag, die Pläne des berühmten deutschen

Gartenarchitekten Carl Eduard

Petzold für einen englischen Landschaftsgarten

an der Stelle des „Baum-,

Küchen- und Lustgartens“ entlang der

Weißen Elster aus dem 17. Jh. in die Tat

umzusetzen. Er legte den Grundstein

für den heute denkmalgeschützten

Fürstlich Greizer Park mit dem zentralen

Parksee und dem Sommerpalais

der Greizer Fürsten. Könnte man sich

einen schöneren Startpunkt für den

zauberhaften „Elsterperlenweg®“ mit

seinen sechs Etappen denken? „Immer

solle der Park den Charakter

der freien Natur tragen“ war das

Credo des fürstlichen Gärtners

und späteren Direktors. Ob er

wohl dabei an das Naturspektakel

der Weißen Elster zwischen

Wünschendorf mit der 1000-jährigen

Veitskirche, der spektakulären

überdachten Holzbrücke und

Greiz gedacht hatte? Ich glaube: Ja!

Der Elsterperlenweg®

EINE PERLENKETTE DER NATUR

DIE VOGTLAND-

OPERETTE

Wie bei einer Perlenkette reiht der 75 km lange Rundwanderweg

glanzvolle Höhepunkte aneinander. Darunter

reihenweise Tief-, Ein- und Überblicke der besonderen

Art, mal in das Tal der Weißen Elster, mal darüber

hinweg. Mal gestaltet er sich als Steig mit alpinem Flair

wie in den Rüßdorfer Alpen, dann als waldreiche Spur,

um anderswo wieder den Beweis eines Panoramaweges

zu liefern. Wahrhaft operettenhaft!

Was für eine spannende Wegeführung. Mal ganz nah

dran am tief in das Thüringische Schiefergebirge eingezwängte

Flussbett, dann wieder mit Abstand über

die Höhen führend. Zwischendurch schäumend, dann

wieder träge mäandernd, hat sich die Flussdame ihr

Bett gegraben. Gerne vernehmlich laut, dann wieder

im leisen Flüsterton. Ein Freigeist der Natur und voller

Charakter.

SPANNUNGSGELADEN UND FLEXIBEL

Herausragend für die individuelle Gestaltung der Route

sind die Bahnanschlüsse in Greiz, Neumühle, Berga

und Wünschendorf. Dazu gibt es strategisch geschickt

angelegte Querspangen. So kann man sich einzelne

Etappen herauspicken und immer wieder auch nach

14 WANDERMAGAZIN Sommer 2021


Lust und Laune abkürzen.

Daher ist auch die Etappenabfolge

nicht wirklich

zwingend und starr. Die

eigentliche Wegedramaturgie

gibt die Weiße Elster vor,

mal ganz nah dran bis ans Ufer

oder steil zur abstürzenden Hangkante

wie am Amselfelsen mit Blick auf

Neumühle. Oder mit anspruchsvollem

Auf und Ab wie zwischen Wünschendorf

und Berga. Höhepunkte, wie das

ehemalige Kloster Mildenfurth im Tal

der Weida, die vor Wünschendorf in

die Weiße Elster mündet, liefern die

kulturellen Perlen des Weges. Dazu

kommen Aussichtsfelsen wie der

Geyerstein, die Teufelskanzel oder die

Bastei als natürliche Schmuckstücke.

Dazwischen gerne mal urige Waldpassagen,

um dann wieder den urbanen

Perlen wie Berga, Neumühle oder dem

herrlichen Dorfanger in Nitschareuth

die Ehre zu geben. Und wer dann vom

Weißen Kreuz über dem Tal der Weißen

Elster den atemberaubenden Blick auf

Greiz genießt, hat eine ganz außergewöhnliche

Wanderroute – mir fiel hier

spontan die Metapher an eine Operette

ein – absolviert. Herausragend!

Almut Kaul

Gastführerin in

Greiz

„Im Park hat jeder

Baum und Strauch

seinen Platz. Dabei

spielen Form,

Farbe und Geruch

des Gehölzes eine

Rolle. Es ist daher

kein Wunder, dass

der Park zu jedem

Zeitpunkt auf den

Besucher eine

andere Wirkung

entfaltet. Man sieht

es einfach und man

kann es riechen.“

© Marcus Daßler

TOURENTIPP

ELSTERPERLENWEG®

Von Greiz über Berga nach Wünschendorf und zurück

Rundwanderung • Länge: 72 km • Gehzeit: ca. 26 Std. (4-6 Etappen)

Höhenmeter: pq je 1.826 m • Schwierigkeit:

Was für ein Wanderspektakel. Die Weiße Elster liefert sich im Abschnitt

zwischen Greiz und Wünschendorf einen atemberaubenden

Kampf mit den Gesteinspaketen des Thüringischen Schiefergebirges.

Links herum und rechts herum umkurvt der insgesamt 257 km

lange Fluss die waldreichen Höhen. Der Elsterperlenweg hat sich

zwischen Wünschendorf und seiner überdachten Holzbrücke und

den Schlössern von Greiz wahrlich das Sahnestück herausgesucht.

Da kuscheln sich schmucke Dörfer an den Fluss, da eilt das

Gewässer durch Engstellen und schlägt träge strömend herrliche

Halbkreismäander. Unterwegs kann man in Berga oder Neumühle

aussteigen und mit der Bahn zurückreisen.

wanderbares

deutschland

Zertifiziert durch den Deutschen Wanderverband

Q UALITÄTSWEG

S

Clodramühle

© Mario Walther

START/ZIEL: 07973 Greiz, Zentrum

AN-/ABREISE

PKW: A72 AS Reichenbach und

die B94 nach Greiz oder A9 AS

Lederhose, die B175 bis Weida, B92

u. L2330 bis Wünschendorf

Parken: In Greiz am Elsterufer; In

Wünschendorf am Bahnhof oder P

Märchenwald

ÖPNV: Nach Wünschendorf oder

Greiz mit der Vogtlandbahn (Gera-Plauen),

die Bahn hält auch in

Berga und Neumühle; Alternativ:

Nach Wünschendorf über Erfurt mit

der RE1 der DB bis Gera, dann RE3

bis Wünschendorf bzw. Greiz. Fahrplanauskunft:

089/5488897-25 oder

www.vogtlandbahn.de. Alternativ

auch www.vogtlandauskunft.de

KARTE/LITERATUR: Flyer mit

Karte sowie weitere Infos beim Tourismusverband

Vogtland (s. Info) so-

400

wie in den Tourist-Informationen

entlang des Weges.

INFO :

Tourismusverband Vogtland e.V.

Göltzschtalstr. 16, 08209 Auerbach/V.

Tel. 03744/1 88 86-54

info@vogtland-tourismus.de

www.vogtland-tourismus.de

Tourist-Information Greiz

Burgplatz 12, 07973 Greiz

Tel. 03661/68 98 15

tourismus@greiz.de, www.greiz.de

ERLEBNISPROFIL

Fürstlich Greizer Park

Veitskirche, Kloster

Mildenfurth, Holzbrücke in

Wünschendorf

Museum Oberes Schloss,

Museum Unteres Schloss,

Sommerpalais Greiz

Blick ins Elstertal bei Berga

© Archiv Regionalmanagement Greiz

300

200

m

km

10

20

30

40

50

60

www.wandermagazin.de

15


REGIOPANORAMA VOGTLAND

Rastmöglichkeiten bietet der Vogtland

Panorama Weg® viele

© VPW Archiv TVV, T.Peisker

Der Vogtland Panorama Weg®

MEISTERSTÜCK DES WANDERNS

VOGTLANDS

OPUS MAGNUM

Schon der Startpunkt an der viergeschossigen Ziegelsteinbrücke

über die Göltzsch ist imposant. Der 225 km lange Weg

reiht Höhepunkte aneinander. Er berührt die Dreischlösserstadt

Greiz, die Stadt der Spitzen Plauen, nimmt Kurs auf die

Kurgrazien im Elstergebirge und stattet dem vogtländischen

Musikwinkel einen Besuch ab. Er quert die Höhepunkte des

Erzgebirgskammes, um dem nördlichen Vogtland mit Rodewisch

und Mylau einen guten Tag zu wünschen. Es ist das

Opus Magnum der vogtländischen Wandersinfonie.

Göltzschtalbrücke – die größte Ziegelsteinbrücke

der Welt © Archiv TVV, S. Theilig

Der Vogtland Panorama

Weg® (VPW) erzählt vogtländische

Geschichten. Eine der

schönen Geschichten erzählt

die Göltzsch, die sich eine wildromantische

Schlucht geschaffen

hat und dann vor den Toren von Greiz

in die Weiße Elster mündet. Ein Abstecher

in die „Perle des Vogtlandes“ mit den fürstlichen

Residenzschlössern ist lohnend. Die

Route selbst nimmt südwärts Kurs auf die

Burgruine Elsterberg, auf welche man einen

tollen Blick vom Aussichtsfelsen Kriebelstein

hat.

FELSBROCKEN UND

SPRUDELNDE QUELLEN

Schäumend zwängt sich die blaue Lebensader

durch das wilde Tal und das

Landschaftsschutzgebiet Steinicht. Dann

gerät schon die zweitgrößte Ziegelsteinbrücke

der Welt, die Elstertalbrücke, ins Visier.

Durch das Nymphental geht es vor die

Tore von Plauen. Ein Abstecher zum Spitzen-

oder Vogtlandmuseum gefällig? Mit

der Straßenbahnlinie 5 steht der Erkundung

der Plauener Altstadt nichts mehr

im Wege. Weiter turnt der VPW durch die

bucklige Landschaft mit schmucken Dörfern

Richtung Oelsnitz. Dabei führt die Route

durch das interessante Burgsteingebiet.

Eindrucksvoll sind die beiden 72 und 74 m

hohen Türme der Stadtkirche Sankt Jakobi

in Oelsnitz. Und wieder wartet der VPW

mit landschaftlichem Kulissenwechsel auf

Andrea

Fritsch-Grimm

Leitende Physiotherapeutin

des

Sächsischen Staatsbad

Bad Elster

„Mooranwendungen

sind wie geschaffen

für müde Füße nach

einem Wandertag.

Dann walkt man die

salzhaltige Eisenmoorpackung

mit

den Füßen durch.

Das entspannt

kolossal. Oder man

entspannt sich im

Thermalbad in der

Klaubersalzsole und

trinkt heilsames

Mineralwasser.“

© Marcus Daßler

16 WANDERMAGAZIN Sommer 2021


TOURENTIPP

VOGTLAND PANORAMA WEG®

Eine große Runde durch das gesamte Vogtland

Rundwanderung • Länge: 225 km • Gehzeit: ca. 69 Std. (12 Etappen)

Höhenmeter: pq je 4.880 m • Schwierigkeit:

Eine Rundtour mit ungeheurem Pfiff. Das Beste aus der Vogtlandsinfonie

gibt es in zwölf zwischen 10 und 28 km langen Etappen zu entdecken.

Ein seltenes Weitwandervergnügen, das auch zum Startort

zurückführt. Fantastische Naturkulissen, Moore, zwei geniale Ziegelsteinviadukte,

die „Vogtländische Schweiz“, verschwiegene Täler,

ehrwürdige Kurbäder, der Gang durch das Burgsteingebiet mit seinen

Mühlen, der Aufstieg auf den Erzgebirgskamm oder die Begegnung

mit dem „Musikwinkel“ sind nur einige Beispiele für den großartigen

Wandergenuss, den dieser Weg bietet. Ein Wandertraum!

wanderbares

deutschland

Zertifiziert durch den Deutschen Wanderverband

Q UALITÄTSWEG

START/ZIEL: Göltzschtalbrücke bei

Mylau/Netzschkau

AN-/ABREISE

PKW: A72 AS Reichenbach, dann

B94 nach Reichenbach und B173

nach Mylau

Parken: An der Göltzschtalbrücke,

Brückenstr. 08491 Netzschkau

ÖPNV: Zug bis Reichenbach, ggfs. auch

bis Netzschkau. Weiterfahrt (Fahrtzeit

5-6 Minuten) mit Buslinie 80 (von

Netzschkau mit der Linie 84) bis Haltestelle

„Abzweig Göltzschtalbrücke“.

Infos unter 03744/19449 oder

www.vogtlandauskunft.de

KARTE/LITERATUR: Informationen

zu Karten und Literatur beim

Tourismusverband Vogtland unter

www.vogtland-tourismus.de oder

unter 03744/188860 sowie in den

Tourist-Informationen am Weg.

DER BESONDERE TIPP: Der VPW

tangiert zwei Straßenbahnhaltestellen

vor Plauen, z. B. für einen Abstecher

in die Stadt (hist. Stadtkern, Spitzenmuseum,

Vogtlandmuseum u.v.m.)

S

ERLEBNISPROFIL

Mineralquellen und

Naturmoorvorkommen in

Bad Elster und Bad Brambach,

Drachenhöhle Syrau

(Tropfsteinhöhle)

Landschaftsschutzgebiet

Steinigt an der Weißen Elster,

Naturschutzgebiet Großer

Weidenteich bei Plauen, Naturpark

Erzgebirge-Vogtland

82 Panorama-Aussichten,

zum Teil Aussichtstürme,

Aussichtsfelsen. Es gibt 38

Einkehrmöglichkeiten und

380 Rastplätze

INFO:

Tourismusverband Vogtland e.V.,

Göltzschtalstr. 16,

08209 Auerbach/V.

Tel. 03744/1 88 86-54

info@vogtland-tourismus.de

www.vogtland-tourismus.de

Stefan Rehms

Geigenbaumeister

„Von kleinauf war

ich von Musikinstrumenten

umgeben. Da war

rasch klar, dass ich

Geigenbauer werde.

Dazu verarbeiten

wir Fichte, Bergahorn

und Ebenholz.

Auf Wunsch

auch einheimische

Hölzer. Vom Holzscheit

zur fertigen

Geige dauert es

etwa drei Monate.“

© Marcus Daßler

Bild unten:

Altes Kurhaus

Bad Elster

© Archiv TVV,

T. Peisker

und zieht südwärts Richtung Elstergebirge.

Das Staatsbad Bad

Elster ist eines der ältesten

Moorheilbäder Deutschlands.

Mit dem heilenden „Elstersäuerling“

begann 1818 der

Kurbetrieb. Nur wenige, aber

herrliche Kilometer weiter südwärts

erreicht der VPW erst das

denkmalgeschützte Ortsensemble

von Raun und dann Bad Brambach mit seinen

Mineralwässern und der Radonquelle.

MUSIK, MUSIK, MUSIK

Von nun an nimmt der VPW Kurs auf den

Musikwinkel mit den Zentren des Musikinstrumentenbaus

Markneukirchen und

Klingenthal. Die Stadt mit dem klingenden

Namen und der hochmodernen Skisprunganlage

kuschelt sich an die Südhänge des

Erzgebirgskammes. Was hier mit dem Geigenbau

vor 400 Jahren begann, findet heute

im Akkordeonbau seine Fortsetzung.

Vom 936 m hohen Aschberg mit Aussichtsturm

gelangt man über Mühlleiten und

Jägersgrün auf den Erzgebirgskamm und

zur Deutschen Raumfahrtausstellung im

kleinen Rautenkranz. Sigmund Jähn, der

erste deutsche Kosmonaut, wurde hier

geboren. Der Traumpfad führt nun wieder

nordwärts über den Kuhberg, stattet dem

Bierdorf Wernesgrün einen Besuch ab und

erreicht im Tal der jungen Göltzsch Rodewisch

mit dem gleichnamigen Renaissanceschlösschen.

Kurz vor dem Endpunkt

der Wanderung erblickt man von Burg

Mylau, auf einem Felssporn über Mylau

gelegen, wieder das Wunderwerk der

Göltzschtalbrücke und den Endpunkt. Was

für eine beschwingte Fußreise voller Musik.

Eine Komposition mit dem „piano“ gurgelnder

Bäche, dem „forte“ wilder Flüsse

und einem vielstimmigen „andante“ des

morgendlichen Vogelorchesters im wogenden

Wald. Herrlich!

1000

800

600

400

200

m km

50

100

150

200

www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA VOGTLAND

Der Sauteich bei Muldenberg

© Archiv TVV, K. Hurtienne

TOURENTIPP

ERZGEBIRGE-VOGTLAND

KAMMWEG

S

Ein wanderbares Zwischenspiel verbindet Erzgebirge und Vogtland:

der Kammweg. Auf den 17 Etappen zwischen Geising im östlichen

Erzgebirge und Blankenstein im westlichsten Thüringischen Vogtland

werden ruhige Töne angeschlagen. Hier gilt es, das entspannende

Zusammenspiel der Natur mit ihren tierischen Bewohnern zu

belauschen. Auch eine eigene Geschichte und Kultur prägt die Regionen

am Weitwanderweg: Es rattert der stetige Takt der sich drehenden

Drechselbänken in den erzgebirgischen Schauwerkstätten

für volkstümliches Kunsthandwerk. Wenn der Weg die Saigerhütte

erreicht, glaubt man den Paukenschlag der schweren Hämmer, die

hier einst Kupfer schmiedeten, noch hallen zu hören. Spektakulär

sind am Kammweg auch die pfeifenden und klingelnden Dampfzüge

der Fichtelbergbahn und der Preßnitztalbahn, auf die der Weg trifft.

In Klingenthal bietet sich ein Besuch der Skisprungschanze der Vogtland

Arena an, auf der Weltcup-Wettkämpfe ausgetragen werden. In

Adorf kreuzt der Weg die Weiße Elster, die Lebensader des Vogtlands.

Im Heimatmuseum, im ehemaligen Stadttor, wird unter anderem die

Geschichte des Perlenfischens in der Elster dargestellt. Wenn die Füße

bei der Ankunft in Blankenstein nach 284 km noch unruhig sind, dann

lassen sich an diesem Wanderknotenpunkt Rennsteig, Frankenweg,

Fränkischer Gebirgsweg oder Saale-Orla-Wanderweg anschließen.

m

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Streckenwanderung • Länge: 285 km; 17 Etappen (je 10 km -

24,5 km) • Gehzeit: ca. 80 Std. (je Etappe ca. 3-8 Std.)

Höhenmeter: p 6.115 m q 6.279 m • Schwierigkeit:

START: Geising im

Osterzgebirge, Bahnhof

ZIEL: Blankenstein/Thüringer

Schiefergebirge, Selbitzplatz (mit

direkter Anbindung u. a. an den

Rennsteig)

AN-/ABREISE

PKW: Bahnhof Geising,

Bahnhofplatz, 01778 Geising

Parken: Parkplätze in Geising

„Am Hüttenteich“ und „Am Skilift“,

Parkplatz Holzhau-Oberdorf

ÖPNV: Bahnhöfe entlang des

Kammweges, Infos unter

www.vms.de und

www.vogtlandauskunft.de

MARKIERUNG

Kammweg-Logo

INFO

www.kammweg.de

ERLEBNISPROFIL

wanderbares

deutschland

Zertifiziert durch den Deutschen Wanderverband

Q UALITÄTSWEG

Über 23 Museen sowie Zeugnisse

des ehem. Bergbaus im

Erzgebirge und Vogtland (u.a.

Bergbau,-/Mineralienmuseum,

Besucherbergwerke)

Geisingberg (824 m),

Kahleberg (905 m),

Schwartenberg (789 m),

Hirtstein: Basaltfächer (890 m),

Bärenstein (898 m),

Fichtelberg (1.215 m),

Auersberg (1.019 m),

Schneckenstein (883 m)

TIPPS ZUR TOURPLANUNG:

Noch mehr Gipfelglück gibt es beim

“Wandern ohne Gepäck” – buchbar

beim jeweiligen Buchungsservice

der beiden Tourismusverbände Erzgebirge

und Vogtland.

Bild links:

Blick auf die Sparkasse

Vogtland

Arena Klingenthal

© Archiv TVV,

Sebastian Theilig

Bild rechts:

Der Topasfels Schneckenstein

bei Klingenthal

© Archiv TVV,

Sebastian Theilig

18 WANDERMAGAZIN Sommer 2021

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