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Westerwald – Wandermagazin 211

Schatztruhe Westerwald – Willkommen bei den Basaltköppen. Der Natur, den Höhen und Traditionen des Westerwalds ist Autor Merlin Kiesel nachgegangen und fand dabei jede Menge Wanderbares.

Schatztruhe Westerwald –
Willkommen bei den Basaltköppen. Der Natur, den Höhen und Traditionen des Westerwalds ist Autor Merlin Kiesel nachgegangen und fand dabei jede Menge Wanderbares.

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RegioPanorama

Schatztruhe

Westerwald

www.wandermagazin.de

© Titelfoto: Dominik Ketz


REGIOPANORAMA I SCHATZTRUHE WESTERWALD

2 WANDERMAGAZIN Sommer 2021


Wäller Natur

WO WILDNIS WÄCHST

Die Wäller Natur ist geprägt von ihrer Geologie. Aus dichten

Wäldern ragen immer wieder Basaltformationen und entlang von

Bächen und Seen bildete sich das größte Tonvorkommen Europas.

An den Hängen des Westerwalds wachsen saftige Wiesen,

die Heimat für eine Vielzahl tierischer Bewohner sind.

© Touristik-Verband Wiedtal e. V., A. Pacek

www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA I SCHATZTRUHE WESTERWALD

4 WANDERMAGAZIN Sommer 2021


Wäller Höhen

WO DER WIND WEHT

Über die Wäller Höhen pfeift der Wind und trotzdem ragen

die Kuppen des Westerwalds stolz in den Himmel. Vor über

2.000.000 Jahren kollidierten hier zwei Urkontinente.

Der Schiefer konnte dem Druck nicht standhalten, brach auf

und formte die Vulkanlandschaft.

© Dominik Ketz

www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA I SCHATZTRUHE WESTERWALD

Wäller Geschichten

WO TRADITION LEBT

Der Westerwald hat eine lange Historie und viele Traditionen.

In der Antike zogen sich die Palisaden des Limes durch das

Mittelgebirge. Burgen und Klöster des Mittelalters finden sich

zwischen den grünen Hügeln. Der historische Bergbau und die

Töpferei als Traditionshandwerk prägen die Region noch heute.

6 WANDERMAGAZIN Sommer 2021

6


© Dominik Ketz

www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA I SCHATZTRUHE WESTERWALD

WILLKOMMEN BEI DEN

BASALTKÖPPEN

DER WESTERWALD GEHÖRT ZUM

RHEINISCHEN SCHIEFERGEBIRGE,

BEGRENZT DURCH DEN RHEIN IM

WESTEN, DIE SIEG IM NORDEN, DIE DILL

IM OSTEN UND DIE LAHN IM SÜDEN.

In dieser geografischen Rahmung finden Wanderer ein

sanftes Mittelgebirge mit weiten Ausblicken, faszinierenden

Kulturlandschaften und unberührter Natur, das sich

nicht besser erkunden lässt als zu Fuß. Verbunden werden

die Natur- und Kulturhighlights des Westerwalds

durch ein gut ausgebautes Wegenetz. Allen voran steht der

WesterwaldSteig. Der 235 km lange Weitwanderweg, einer

der Top Trails of Germany, führt auf 16 Etappen von Ost

nach West über die Wäller Höhen. Vom Startpunkt in Herborn

im hessischen Westerwald schlängelt sich der Weg

durch die wundervolle Landschaft nach Bad Hönningen am

Rhein. Unterwegs geht es entlang der grünen Hügel und

sprudelnden Bäche zu beeindruckenden Klöstern und faszinierenden

Fachwerkstädtchen. Wem ein Drittel der deutschen

Ost-West-Achse ambitioniert erscheint, kann einzelne

Etappen als WesterwaldSteig-Erlebnisschleifen gehen.

Diese verlaufen als 10 bis 18 km lange Rundwege immer

ein Stück auf einer Etappe des WesterwaldSteigs und dann

über alternative Routen wieder zum Startpunkt zurück.

Die zehn Wäller Touren bieten weitere Einblicke in die Welt

des Westerwalds. Die zertifizierten Rundwege führen auf

9 bis 21 km manchmal gemütlich, manchmal abenteuerlich

zu besonderen Ausblicken, verwunschenen Tälern

und historischen Festungen. Wer es kürzer mag oder mit

ungeduldigen Familienmitgliedern unterwegs ist, begibt

sich auf die Kleinen Wäller. Die 2,5 bis 8 km kurzen Spazierwanderwege

bringen z. B. kulturgeschichtliche, geologische

oder ökologische Themen näher.

Für zusätzliche Motivation auf den Wegen des Westerwalds

sorgt die digitale Wandernadel. Alle Wege sind in

der App SummitLynx zu finden. Mit ihr können Wandernde

absolvierte Routen in ihrem persönlichen Tourenbuch festhalten

und Abzeichen für ihre digitalen „Stempel“ erhalten

oder mit der ganzen Welt teilen, welche Wäller Höhen sie

gerade erklommen haben.

TIPP:

Eine Wanderung im Westerwald ist leicht zu planen.

Neben der kostenlosen Übersichtskarte zu Rad- und

Wanderwegen, gibt es auch ausführliche Broschüren

zum WesterwaldSteig und zu den Wäller Touren. Die

Wanderkarte aus dem Kompass Verlag bietet eine

detaillierte Ansicht des Geländes und erlaubt es,

auch mal den ein oder anderen Pfad individuell zu

gestalten. Wer sich lieber digital orientiert, findet alle

Wege im Tourenplaner Rheinland-Pfalz mit Track-

Dateien zum Herunterladen auf mobile Endgeräte.

www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de

8 WANDERMAGAZIN Sommer 2021

8

Die Altstadt von Hachenburg

© Alle Bilder: Dominik Ketz


WÄLLER

NATUR

WÄLLER

HÖHEN

WÄLLER

GESCHICHTEN

Westerwälder Seenplatte

Bertenauer Kopf

Traditionelles Töpferhandwerk

Basalt und Ton prägen die Wäller Natur

und Ökologie. An den Hängen aus

Vulkangestein haben sich weitläufige

Laub-, Nadel- und Mischwälder gebildet.

Allen voran sind es Buchen, die

besonders gut auf dem Vulkangestein

wachsen. Die Wälder sind Heimat vieler

Vögel, Insekten und Säugetiere.

Unter anderem wohnt hier auch die

sehr scheue Europäische Wildkatze.

Währenddessen sind an den vielen

Flüssen und an den Seen der Westerwälder

Seenplatte komplexe Biotope

zu finden. Zugvögel rasten hier

neben den heimischen Wasservögeln

und die Ufer bieten seltenen Pflanzen

eine feuchte Heimat. An den in ehemaligen

Tongruben entstandenen

Tümpeln fühlen sich Libellen, Frösche

und Molche wohl, während die

steilen Basaltklippen der einstigen

Steinbrüche Nistplätze für Wildbienen

sind und Echsen dazu einladen,

hier die Sonne zu genießen. Derweil

sind einige Schächte, die Bergleute

auf der Suche nach Erz einst in die

Wäller Höhen schlugen, mittlerweile

Quartiere für Fledermauskolonien.

Die Hügel des Westerwalds sind das Ergebnis

geologischer Prozesse, die sich

hier vor Jahrmillionen abspielten. Als

Mitteleuropa noch von einem Urmeer

bedeckt war, lagerten sich an dessen

Boden Sedimente ab. Unterseevulkane

spien erzhaltigen Schlamm auf den

Meeresgrund, der später den Bergbau

im Westerwald motivieren sollte.

Dann kollidierten genau hier zwei der

Urkontinente, die Ablagerungen schoben

sich gegeneinander, verhärteten

und wurden zu Schieferschichten. Der

Westerwald wurde zum Gebirge und

seit diesem Zeitpunkt nicht mehr vom

Meer eingeholt. Die Schollenbildung der

Landmassen drückte und zerrte in den

folgenden Jahrmillionen immer wieder

am Gestein. Aus den so entstandenen

Rissen trat Magma aus, wurde kalt und

hart und bildete die so prägnanten Basaltstrukturen.

Die Grundsilhouette der

Wäller Höhen war geschaffen. Für den

Feinschliff sorgten über die Jahrtausende

Witterung, die Verläufe der Bäche

und Flüsse und zuletzt immer wieder

der Mensch, bis die Landschaft ihren

heutigen Charakter erreichte.

Die Wäller Basaltköppe, wie sich die

Westerwälder ein wenig ironisch selbst

nennen, können auf eine bewegte Geschichte

zurückblicken. Lange bevor

die ersten Römer ihre Sandalen auf

den Boden des Westerwalds setzten,

gab es hier Siedlungen, in denen Töpferei

und Bergbau belegt sind. Damals,

vermutlich nur für den Eigenbedarf betrieben,

entwickelten sich hieraus zwei

der wichtigsten regionalen Wirtschaftszweige

und Traditionen. Als das römische

Reich sich dann bis in die Wäller

Höhen erstreckte, beschloss das Imperium,

seine Position durch den Bau

einer Grenzmauer mit Verteidigungsanlagen

gegen germanische Stämme

zu stärken den Limes. Noch heute

lassen sich Spuren der Befestigung

in Gräben, rekonstruierten Palisaden

und Türmen nachvollziehen. Im Mittelalter

entstanden im Westerwald kleine

Fürstentümer und Grafschaften, von

denen noch Schlösser, Burgen und Ruinen

zeugen. Mit der Christianisierung

entstanden auch Klöster, Kirchen und

Wallfahrtsorte, um die sich Sagen und

Legenden ranken. (mk)

Kloster Marienstatt

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REGIOPANORAMA I SCHATZTRUHE SCHWÄBISCHE WESTERWALD

ALB

LEGENDEN

& MYTHEN

in der Naturregion Sieg

Der Graben der

einstigen Festung

Motte Broichhausen

© Jennifer Siebert

Im Norden des Westerwalds, bis hinein nach Nordrhein Westfalen, entführen

die Erlebniswege Sieg in die mitunter mythischen Facetten der Wäller

Geschichte. Neben dem Bergbau und alten Handelsrouten gibt es hier auch

Legenden von Hexen und Heiligen zu entdecken.

ERFRISCHENDE QUELLEN

Auf etwa 12 km führt der Erzquellweg bei Mudersbach

zu wichtigen Aspekten der lokalen

Kulturgeschichte: vom historischen Erzabbau,

wertvollem Quellwasser, das seit 1885 Hauptzutat

für das lokale Bier ist, bis zu den Zeugnissen

der Holzwirtschaft an den Siegtalhängen. Durch

den dichten Wald am Giebelberg lädt bald die erste

Quelle am Rabenstollen ein, das kalte Wasser

aus den dicken Felsschichten zu probieren. Weiter

zieht sich der Weg entlang alter Hohlwege, die die

einstige Bewirtschaftung des Giebelwalds durch

Köhler, Bergleute und Forstwirtschaft erkennbar

machen. Am Rastplatz „Im Erzberg“ informieren

Hinweistafeln über die Eisengewinnung in der

vorrömischen La-Tène-Zeit. Auf dem Pfad durch

den Wald finden sich immer wieder Vertiefungen,

die auf die mittelalterlichen Bergbaubemühungen

verweisen, bevor der Weg wieder zurück zum

Ausgangspunkt führt.

AUF DEM WEG IN DIE VERGANGENHEIT

6,3 km in die Vergangenheit führt der Zeit-Reise-Weg um Kircheib. Die Route

beginnt an der 900 Jahre alten Pfeilerbasilika. Von hier geht es über

Wiesen und vorbei an einem Basaltkegel, bis es gilt, die Cölnische Hohe

Heer- und Handelsstraße zu queren. Die Straße verbindet die Domstadt

am Rhein seit dem 9. Jh. mit Frankfurt am Main; heute als Bundesstraße

B8 ausgebaut. Kurz geht es durch den Ort, bis der Pfad in ein kleines

Bild oben:

Auf der Spur von

Wäller Sagen

© Jennifer

Siebert

Rochus Kapelle

am Hexenweg

© Felix Knopp

10 WANDERMAGAZIN Sommer 2021


Bild oben:

Das Kloster

Marienthal

© Daniel Neisser

Waldstück führt. Hier lassen sich anhand

von Wällen und dem inneren Burggraben die

Grundzüge der mittelalterlichen Hügelburg

Motte Broichhausen erkennen. Von hier geht

es entlang saftiger Feuchtwiesen wieder zurück

zur Basilika.

WÄLLER WALLFAHRT

Marienthal lässt schon im Namen einen

sakralen Bezug vermuten. Auf dem 2,9 km

langen Klosterdorfweg rund um das Örtchen

lernen Wandernde die Geschichte des

Dorfes als Wallfahrtstätte kennen. Einst soll

ein Hirte auf einer der Wiesen im Tal ein

Gnadenbild der Gottesmutter geschnitzt haben.

An der Stelle, an der er es platzierte,

entstand 1460 eine Kapelle. Um der wachsenden

Zahl an Pilgern gerecht zu werden,

wurde eine Wallfahrtskirche errichtet, bevor

die Anlage im 17. Jh. zum Franziskanerkloster

ausgebaut wurde. Der Weg um das Dorf

führt entlang des Kreuzwegs auf dem Kal-

varienberg durch den Kurwald. Begleitet vom quirlig plätschernden

Marienthaler Bach führen schmale Pfade ins

Löhnbachtal und wieder zurück zum Klostergelände.

DUNKLER ZAUBER

In ein dunkles Kapitel der Wäller Geschichte führt der knapp

8 km lange Hexenweg bei Friesenhagen. Entlang des Rundwegs

wird die Geschichte der Hexenverfolgung in der Region

veranschaulicht. Im 16. und 17. Jh. war das Wildenburger

Land eine Hochburg für Hexenprozesse. Zwölf Prozent

der Bevölkerung standen hier wohl der Hexerei bezichtigt

vor Gericht. Viele wurden verurteilt. Der Weg führt durch

die idyllischen Wälder der Region und entlang gluckernder

Bäche über den Blumenberg mit der Roten Kapelle. Hier

sollen einst die Urteile vollzogen worden sein. Weiter geht

es im Abstieg nach Friesenhagen mit seinen gut erhaltenen

Fachwerkhäusern. Durch den Ort führt der Weg dann zum

Wasserschloss Crottorf der Fürstenfamilie Hatzfeldt und

zurück zum Ausgangspunkt. (mk)

INFO: WWW.NATURREGION-SIEG.DE

Aussicht über

die Wäller

Höhen auf dem

Hexenweg

© Jennifer

Siebert

www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA I SCHATZTRUHE WESTERWALD

DIE PERLE

des Westerwaldes

Zwischen Köln und Frankfurt bilden die drei

Naturerholungsgebiete Kroppacher Schweiz, die

Westerwälder Seenplatte und das obere Wiedtal den

idyllischen Hachenburger Westerwald. Im Zentrum liegt die

historische Stadt Hachenburg mit dem barocken Schloss.

Bild oben:

Der historische

Markt von

Hachenburg

Alle Bilder

© Dominik Ketz

LÖWENSTADT HACHENBURG

DER HACHENBURGER

WESTERWALD ZU FUSS

Das Angebot der Wandertouren durch die

Wäller Natur im Hachenburger Westerwald

ist groß. Eine Wanderung durch die abwechslungsreiche

Mittelgebirgslandschaft

in Rheinland-Pfalz ist sowohl mit Erlebnis

als auch mit Abenteuer verbunden und

verspricht die Entdeckung unberührter

Naturschönheit. Von einem gemütlichen

Spaziergang bis hin zu anspruchsvollen

Wanderpfaden die zahlreichen Rund- und

Streckenwege sind für unterschiedlichste

Wanderbedürfnisse ausgelegt.

Hachenburg ist ein kulturelles Zentrum im Westerwald.

Die malerische Altstadt mit den gut erhaltenen

Fachwerkhäusern wirkt wie aus einer anderen Zeit.

Kulturveranstaltungen wie die traditionelle Kirmes

und der historische Weihnachtsmarkt füllen sie ganzjährig

mit Leben. Dabei begegnen die Hachenburger

Wäller Gästen mit Herzlichkeit und Gastfreundschaft.

Neben der kulturellen Vielfalt durchzieht die Löwenstadt,

deren Wappentier als Statue immer wieder

prominent im Stadtbild auftaucht, eine bewegte Geschichte.

Entdecker finden allerlei Anhaltspunkte,

um die Historie Hachenburgs nachzuerleben und zu

erkunden. Eine Stadtführung lohnt sich ebenso wie

eine gemeinsame Erkundung im Rahmen von Gruppenangeboten

im Hachenburger Westerwald. (mk)

INFO: WWW.HACHENBURGER-WESTERWALD.DE

Bild rechts:

Wanderpause an

der Westerwälder

Seenplatte

Auf dem Naturpfad Weltende geht es auf

schmalen Pfaden durch die Kroppacher

Schweiz. Entlang der Nister gibt es dabei

urwüchsige Natur und wunderbare Ausblicke

zu genießen. Weniger abenteuerlich,

aber dafür umso entschleunigender, führt

der Sieben-Weiher-Wanderweg entlang der

Westerwälder Seenplatte. Eindrucksvolle

Gewässer, dichte Wälder und Aussichtspunkte

mit endlosen Weiten machen den

Hachenburger Westerwald zu einem beliebten

Wanderziel.

12 WANDERMAGAZIN Sommer 2021


TOURENTIPP

WASSER-ERLEBNISPFAD

Fachwerkhäuser in

Hachenburg

Rundwanderung • Gesamtlänge: 11,4 km • Gehzeit: ca. 3 Std.

Höhenmeter: pq je 214 m • Schwierigkeit:

Startpunkt des Wegs ist die Westerwald-Brauerei in Hachenburg. Von

hier aus geht es in den Hachenburger Wald. Vorbei an der Rothbach-Grotte

folgt der Weg dem Rothbach bis zum Brauwasser-Quellbereich der

Brauerei und von dort weiter Richtung Gehlert. Schautafeln informieren

über das ausgewiesene Wasserschutzgebiet mit zahlreichen Quellen und

Tiefbrunnen rund um Gehlert. Nach dem Anstieg auf den Gräbersberg

(513 m) lässt sich die Fernsicht von der höchsten Erhebung des Hachenburger

Westerwaldesngenießen. Die Alpenroder Hütte bietet Gelegenheit

zur Rast, um dann frisch gestärkt dem Wasser-Erlebnispfad weiter

zur ehemaligen Kaolingrube Böhmsfund am Dickenhahn zu folgen. Idyllisch

liegt der türkis schimmernde Weiher inmitten einer von Birken umstandenen

Waldlandschaft. Entlang der Alten Poststraße geht es dann

auf den Rückweg nach Hachenburg.

START/ZIEL

Hachenburger Erlebnis-Brauerei, Am

Hopfengarten 1, 57627 Hachenburg

AN-/ABREISE

Aus Richtung Köln/Frankfurt:

A3 bis AS Dierdorf, dann L258 & B413

Aus Richtung Siegen: B62 und L288 bis

Hachenburg

Aus Richtung Gießen/Wetzlar:

A45 bis AS Herborn, dann B255 & B414

Aus Richtung Trier/Koblenz: A1, A 48 & A3 bis

Ausfahrt Mogendorf, dann L307, L305 & B413

PKW: Hachenburger Erlebnis-Brauerei, Am

Hopfengarten 1, 57627 Hachenburg

Parken: kostenfreier Parkplatz am Startpunkt

ÖPNV: Hessische Landesbahn bis Bahnhof

Hachenburg, Fußweg ca. 15 Minuten

zum Startpunkt

MARKIERUNG siehe Logo

TIPP

Ausreichend Zeit für den Besuch in

der Hachenburger Erlebnis-Brauerei

einplanen.

ERLEBNISPROFIL

Sehenswürdigkeiten auf dem Weg

Hachenburger Erlebnis-Brauerei

Besondere Aussichtspunkte

Kaolingrube Böhmsfund und

Aussichtsturm Gräbersberg

INFO

Tourist-Information

Hachenburger Westerwald

Perlengasse 2, 56727 Hachenburg

Tel. 02662/95 83 39

info@hachenburger-westerwald.de

www.hachenburger-westerwald.de

An der ehemaligen

Tongrube bei Alpenrod

Tierisch entspannt bei

Hachenburg

S

m

500

450

400

350

300

km

2

4

6

8

10

www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA I SCHATZTRUHE WESTERWALD

WANDERN

am Vulkangestein

BAD MARIENBERG

Zwischen den Basalthügeln des Westerwalds

liegt das Kneipp-Heilbad Bad Marienberg. Um

den Ort gibt es jede Menge Wandermöglichkeiten

in die Welt des Vulkangesteins.

Bild oben:

Die Steile Basaltwand

in der

Bacher Lay

Der Große

Wolfstein

nördlich von Bad

Marienberg

© Fotos: Tourist-

Info Bad Marienberg,

Dominik Ketz

Wandernde können sich die Entspannung

in den Kneipp-Anlagen auf den

Wanderungen rund um Bad Marienberg

„verdienen“. Auf dem Wanderweg Kleiner

Wäller „Wolfsteine“ geht es in den

Wald nordwestlich des Stadtkerns zu

zwei kolossalen Basaltformationen. Vor

25 Millionen Jahren entstanden Großer

und Kleiner Wolfstein. Um die riesigen

Felsen ranken sich Wäller

Sagen und Legenden. Weiter

führ der Weg in den pittoresken

malerischen Stadtkern.

Wer hier den Füßen

schon Abwechslung bieten

möchte, kann dies auf dem

Barfußweg im Park der Sinne

tun. In Richtung Westen

geht es weiter zum Basaltpark.

Rund um den See in der Mitte des

ehemaligen Basaltsteinbruchs empfiehlt

sich ein Gang über den Lehrpfad.

Informationstafeln geben hier Auskunft

über das vulkanische Gestein und dessen

Abbau im Westerwald.

Noch mehr Basalt gibt es in der Bacher

Lay. In dem Geotop, das hier um einen

weiteren ehemaligen Basaltsteinbruch

Basaltpark bei Bad Marienberg

eingerichtet wurde, gibt es aber auch jede Menge Wäller Natur

zu entdecken. Ein ca. 8 km langer Rundwanderweg führt

von Bad Marienberg aus in das Naturschutzgebiet. Direkt zu

Beginn der Wanderung lohnt sich ein Abstecher zur Marienquelle

am Stadtrand. Angeblich soll deren Wasser heilende

Wirkung für Körper und Geist haben. Entlang der Schwarzen

Nister führt der Weg ins Grüne, und plötzlich breitet sich

vor den Wandernden eine massive Felswand aus. Die breite

Klippe aus Basalt entstand durch den industriellen Abbau

des Gesteins. Der Rückweg führt entlang von Feldern und

Wiesen wieder nach Bad Marienberg.

Eine längere Runde auf den Spuren der Vulkane ist die Feuerschleife

auf 17,5 km ab Bad Marienberg. Aus dem Ort heraus

führt der Weg entlang des Basaltparks zu den Wolfsteinen.

Von hier geht es weiter Richtung Unnau entlang des Europäischen

Fernwanderwegs E1, von dem sich die Schleife auf

dem Weg ins Nistertal wieder trennt. Weiter geht es zum Eisenbahn-Viadukt

von 1911, das sich hier über das Tal spannt.

Kurz hinter Langenbach trennt sich die Schwarze Nister von

der Nister und führt durch ein beeindruckend wildes Tal, bevor

der Weg wieder in Bad Marienberg schließt. (mk)

INFO: WWW.BADMARIENBERG.DE

14 WANDERMAGAZIN Sommer 2021


TOURENTIPP

HÜGEL, SEEN UND EINE SCHLUCHT

Idylle am Secker Weiher

© Fotos: Dominik Ketz

Rundwanderung • Gesamtlänge: 15,6 km • Gehzeit: ca. 5 Std.

Höhenmeter: p 237 m q 252 m • Schwierigkeit:

Der Hohe Westerwald stellt sich dem Besucher als sanfte Hochfläche

mit kleinen Wäldchen und Wiesen in einer für Mittelgebirge recht rauen

Höhenlage dar. Der Weg führt zum sagenumwobenen Seitenstein

eine Basaltformation, die etwa 20 m aus der Erde ragt, und weiter

am Großen und Kleinen Secker Weiher vorbei zum Hofgut Dapprich

und in das Naturschutzgebiet Holzbachschlucht eines der ältesten

Westerwälder Naturschutzgebiete. Schon 1929 stellten preußische

Behörden die Schlucht unter Schutz. Hier bietet sich ein Bild wie gemalt:

Ahorn, Eschen und Ulmen biegen sich über kristallklares Wasser,

das gurgelnd über mächtige Steine fällt. Jahrtausende hat der

Holzbach an diesem Idyll gearbeitet, sich Schritt für Schritt durch den

Basalt gebohrt und einen der imposantesten Bachdurchbrüche des

Westerwaldes geschaffen. Auf kleinen Pfaden führt der Weg durch

das Örtchen Seck wieder zurück zum Startpunkt.

START/ZIEL

Tourist-Information „Hoher Westerwald

AN-/ABREISE

B54 oder B255 bis Rennerod, dort auf der

Hauptstraße bis Ortsmitte, Abzweig zur

Westernoher Straße

PKW: Tourist-Information „Hoher Westerwald“,

Westernoher Str. 7a, 56477 Rennerod

Parken: direkt am Startpunkt

ÖPNV: von Montabaur mit Bus 480 nach

Rennerod (Busbf), von Westerburg Bus 116

nach Rennerod (Busbf), www.vrminfo.de,

www.bahn.de

MARKIERUNG

WesterwaldSteig, R29, R24, R21

(schwarze Schilder mit gelber Schrift)

TIPP

Am Großen Secker Weiher befindet sich

ein Campingplatz mit Gaststätte. Am

Hofgut Dapprich Einkehrmöglichkeit

im Hofcafé

ERLEBNISPROFIL

Sagenumwobener Seitenstein

Naturschutzgebiet Holzbachschlucht

mit Buchenhallenwälder,

skurrile Totholzformationen und

zahlreiche Wildkräuter

INFO

Tourist-Information

„Hoher Westerwald

Westernoher Str. 7a, 56477 Rennerod

Tel. 02664/9 93 90 93

touristinfo@rennerod.rpl.de

www.hoher-westerwald-info.de

Weite im Westerwald

Wanderbrücke über die

Holzbachschlucht

m

S

500

450

400

350

300

km

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www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA I SCHATZTRUHE WESTERWALD

AUFATMEN

im WällerLand

In der Kuppenlandschaft des WällerLands rund

um Westerburg und Wallmerod warten keine

steilen Bergtouren, aber die Landschaft ist auch

nicht so flach, dass den Füßen langweilig wird.

Der Oberwesterwald bietet dabei immer wieder

Eindrücke der Wäller Natur Wiesen, Wälder,

Wasser und Einblicke in die Wäller Geschichte.

Die Basaltfelsen

des Hochsteins

Bild oben:

Blühende Wiesen

am Wiesensee

© Alle Fotos:

WällerLand

Touristik

DER STÖFFEL-PARK

Im Stöffel-Park können Besucher

in die Geschichte der

Industrie um den Wäller

Basalt eintauchen. Das 140

Hektar große Gelände des

ehemaligen Basaltsteinbruchs

kann beim Spaziergang

in der geologisch und

historisch faszinierenden Industriekulisse

und der umliegenden

Natur erkundet werden.

Erläuterungen liefert der Stöffel-Podcast

mit thematischen Episoden zum

Abspielen auf dem eigenen Smartphone.

Dabei lernt man Interessantes über die

100 Jahre Basaltabbau, uralte Fossilien

und die Alte Schmiede. So kommen Fans

von Industriegeschichte, Geologie und Naturgeschichte

gleichermaßen auf ihre Kosten.

Vom Park aus startet der Weg „Rund

um den Stöffel“ der VG Westerburg. Der

10 km lange Rundweg führt über die Wäller

Höhen zum 17 m hohen Stöffelturm

mit einem besonderen Ausblick in den

Stöffel-Park und auch vorbei an Rotenhain

und seiner „Alten Burg“.

AN WÄLLER WASSERN

Der Wiesensee, keine fünf Kilometer nördlich von Westerburg,

bietet gleich mehrere Wanderwege zum Erkunden.

Auf dem Kleinen Wäller „Wiesensee“, einem der kurzen

Spazierwege im Westerwald, kann man den in den 1970er

Jahren angelegten See auf 6,5 km entlang seiner Ufer

erkunden. Länger wird es auf dem 2-Seen-Weg, der auf

11 km entlang des Wiesensees und des Großen und Kleinen

Weihers bei Seck führt. Wem das noch zu kurz ist, schlägt

am Kleinen Weiher den „Grünen Steig“ ein und bringt damit

bis zum Ziel wieder am Wiesensee knapp 20 km hinter sich.

Die „Höhner 8“ kombiniert zwei Rundwege, die einzeln oder

direkt aneinander angeschlossen in der Form einer großen

Acht von Höhn aus gegangen werden können. Die südliche

„Seerunde“ der beiden ca. 10 km langen Routen führt vom

Ortszentrum zum Wiesensee, die nördliche „Hochsteinrunde“

zum namensgebenden Felsen. Die Basaltformation war

einst eine keltische Opferstelle und wurde später von Germanen

als Thing-Stätte genutzt. (mk)

INFO: WWW.WAELLERLAND.DE

Pause am Wiesensee

16 WANDERMAGAZIN Sommer 2021


AUFSTEIGEN

UND RUNTERKOMMEN

IM WIEDTAL

Mitten im Naturpark Rhein-Westerwald liegt

das Wiedtal. Hier schlängelt sich die Wied durch

eine romantische Senke, an deren Hängen

sich faszinierende Biotope neben historischen

Klöstern und ehrwürdigen Burganlagen finden.

So gibt es zu Fuß ganz viel Wäller Natur und

Wäller Geschichte zu entdecken.

Das Tal der Wied bietet zahlreiche Wander-Highlights. Auf

vielen Qualitäts- und Premiumwegen gilt es die Wäller Natur

und Wäller Höhen per pedes zu erleben. Die drei Wäller

Touren „Bärenkopp“, „Klosterweg“ und „Iserbachschleife“

sind ideal für Halbtages- oder Tagesausflüge. Die drei Zwergenwege

rund um Rengsdorf mit 2 bis 4 km Länge bringen

jungen Wandernden Spaß. Unter den Titeln „Wasserspaß und

Wildgehege“, „Fledermaus im Laubachtal“ und „Apfelweg am

Kräutergarten“ gibt es jede Menge über Wäller Natur und Geschichte

zu lernen. Dazu gibt es Quizbögen zum Download,

die Besonderheiten am Weg spielerisch näher bringen. Seit

diesem Jahr gibt es noch drei weitere Kleine Wäller. Die Spazierwanderwege

erlauben es auf kurzen Strecken das Wiedtal

Idyllische Landschaften am Fluss

besser kennenzulernen. Ruhe kann in

einem der zwei eindrucksvollen Klöster

entlang der Wied gefunden werden.

Die historischen Anlagen laden

ein, Alltagsstress hinter sich

zu lassen und zu sich zu kommen.

Zum tief durchatmen

eignen sich auch die staatlich

anerkannten Luftkurorte,

allen voran der Heilklimatische

Kurort Rengsdorf.

Auf Wäller Höhen geht es mit

der Wäller Tour „Bärenkopp“. Der

Rundweg führt auf 11 km ausgehend

von Waldbreitbach zur Spitze des 329

m hohen Bärenkopps und zurück. Der

Weg führt in einen Westerwald-typischen

Buchenwald. Hier befindet sich

der jüdische Friedhof aus dem 19. Jh.,

der heute unter Denkmalschutz steht.

Weiter geht es bergauf bis zum Weißen

Kreuz, das einen Ausblick über den Ort

im Flusstal bietet. Über die Kuppe des

namensgebenden Bärenkopp führt der

Weg entlang des Luh Kappelchen zum

Klostergarten der Waldbreitbacher

Franziskanerinnen, der besonders im

Frühjahr und Sommer zum Verweilen

einlädt. Wieder in Waldbreitbach angekommen,

lohnt es, die alte Mühle am

Flusslauf zu besuchen. Mit ihrer Hilfe

wurde einst Öl aus Leinsamen, Raps,

Bucheckern und Mohn gewonnen. (mk)

INFO: WWW.WIEDTAL.DE

Die Wied

ganz nah

Bild oben:

Ausblick auf

Roßbach an der

Wied

© Alle Fotos:

Touristik Verband

Wiedtal,

Andreas Pacek

www.wandermagazin.de

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REGIOPANORAMA I SCHATZTRUHE WESTERWALD

ROM, STEINE, SCHERBEN

im Kannenbäckerland

Im Süden des Westerwalds nahe Koblenz befindet

sich das Kannenbäckerland mit den Gemeinden

Höhr-Grenzhausen und Ransbach-Baumbach. Die

Region hat sehr alte Traditionen und eine Geschichte,

die noch älter ist als der römische Limesbau. Die

Tradition, die das Kannenbäckerland international

bekannt gemacht hat, ist die Keramikproduktion.

Schon im Namen findet sich die Tätigkeit der Handwerker,

die hier einst Kannen und andere Gefäße

buken. Kein Wunder, denn in der Region findet sich

das größte Tonvorkommen Europas.

Die Caaner Schweiz bei Nauort

© Mantomedia

Die jährliche Töpfermeisterschaft

in Höhr-Grenzhausen

© KTS

Bild oben:

Das Keramikmuseum

Westerwald

in Höhr-Grenzhausen

© Matthias Brand

TON GIBT DEN TON AN

Das Gewerbe mit Ton ist im Kannenbäckerland

seit dem 15 Jh.

schriftlich belegt. Im 17 Jh.

boomte dann der Verkauf des

klassischen blau-grauen Westerwälder

Steinzeugs entlang

des Rheins. Noch heute ist die

Keramikindustrie im unteren Westerwald

aktiv. Von traditionellem Töpferhandwerk

über Nutzkeramik bis hin zu

keramischen Kunstobjekten finden sich

Zweige der Arbeit mit dem „weißen Gold“

im Kannenbäckerland. Neben diversen

Veranstaltungen und Töpfermärkten

über das Jahr, lohnt sich ein Besuch des

Keramikmuseums Westerwald, um einen

ausführlichen Einblick in Kultur und

Geschichte der Keramik zu erlangen.

Limesturm bei Hillscheid

© Förderkreis Limes

Wer die Landschaft kennenlernen möchte,

in der sich diese Industrie entwickelte,

begibt sich auf einen der zahlreichen Wanderwege in der

Region. Auf den Spazierwanderwegen, die in einer kostenfrei

auf der Website herunterladbaren Broschüre en détail vorgestellt

werden, kann man sich auf die Spuren der Römer begeben,

erfährt noch mehr über die Keramikinfrastrukturen, oder

man taucht ein in die unberührte Natur des unteren Westerwalds.

Immer wieder geht es durch die dichten Wälder zu weiten

Panoramen von den Wäller Höhen und zu interessanten

Zeugnissen der Wäller Geschichte. Die Nähe zum Rhein und zu

Koblenz mit dem Deutschen Eck am Zusammenfluss von Rhein

und Mosel ermöglichen vom Kannenbäckerland aus noch mehr

spannende Ausflugsziele und Wanderungen. (mk)

INFO: WWW.KANNENBAECKERLAND.DE

18 WANDERMAGAZIN Sommer 2021


TOURENTIPP

GEOROUTE „VOM TEUFELSBERG ZUR CAANER SCHWEIZ“

Rundwanderung • Gesamtlänge: 13,1 km, ca. 3 Std.

Höhenmeter: pq je 346 m • Schwierigkeit:

m

300

250

200

150

100

km

2

4

6

8

10

12

S

Vom Parkplatz nahe der Kirche in Nauort

führt die Georute am Ortsrand an der Grube

Rainstück vorbei, wo der so wichtige Ton abgebaut

wurde. Dann geht es weiter in den

dichten Wald. Stetig bergab trifft der Weg bald

auf einen kleinen Waldsee. Dahinter geht es

auf einem Trampelpfad scharf nach links und

bergan auf den Pfahlberg. Nach Süden hin

führt die Georoute ins Brexbachtal. Markante

Felsen prägen das Tal und bieten Einblicke in

die Geologie des Westerwalds. Am Aussichtspunkt

auf dem Teufelsberg erläutert eine Informationsstele

die Geologie und die Rohstoffe

der Region.

INFO

Kannenbäckerland-Touristik-Service

Lindenstr. 13, 56203 Höhr-Grenzhausen

Tel. 02624/1 94 33, hg@kannenbaeckerland.de

www.kannenbaeckerland.de

START/ZIEL: Sportplatz, 56237 Nauort

AN-/ABREISE

PKW: A3 AS Ransbach-Baumbach, Richtung

Stadtmitte Ransbach-Baumbach. Wegweisungen

nach Nauort

Parken: Kostenfrei am Startpunkt

ÖPNV: Von Koblenz Hbf mit Bus 319 nach

Weiherplatz, Nauort

MARKIERUNG: Grünes Logo Georoute

ERLEBNISPROFIL

Teufelsberg mit Blick ins Brexbachtal

Felsenklippen der Caaner Schweiz,

Pfahlberg-Vulkan

TOURENTIPP

AUF DEN SPUREN DER RÖMER AM HILLSCHEIDER LIMESPFAD

S

Rundwanderung • Gesamtlänge: 8,2 km, 2 Std.

Höhenmeter: pq je 220 m • Schwierigkeit:

m

400

350

300

km

1

2

3

4

5

6

7

8

Vom Wachturm WP 1/68 führt der Limespfad

schon nach gut 600 m zum ursprünglichen

Limesverlauf. Der Pfad folgt den originalen

Befestigungsgräben bis zum Hinweisschild

zu Turm WP 1/70, der leider nicht mehr zu

sehen ist. Dann ist das Kleinkastell erreicht.

Hier kann man an den rekonstruierten Mauern

die Größe der Befestigungsanlage nachvollziehen.

Entlang des Waldrands führt der

Weg zurück zum Limesturm.

INFO

Kannenbäckerland-Touristik-Service

Lindenstr. 13, 56203 Höhr-Grenzhausen

Tel. 02624/1 94 33, hg@kannenbaeckerland.de

www.kannenbaeckerland.de

START/ZIEL: Limesturm Hillscheid,

56204 Hillscheid

AN-/ABREISE

PKW: Limesturm Hillscheid, 56204 Hillscheid

Parken: Kostenfrei am Startpunkt

ÖPNV: Von Koblenz RB27 nach Vallendar,

Bus 465 nach Hillscheid. Von Höhr-Grenzhausen

Bus 465 nach Hillscheid

MARKIERUNG: Limesturm

TIPPS ZUR TOURPLANUNG

Ausreichend Zeit zur Besichtigung des

Limesturms einplanen und fürs gemütliche

Verweilen im „Römischen Nutzgarten“

(Hortus Rusticus).

TOURENTIPP

WÄLLER TOUR BREXBACHSCHLUCHTWEG - GRENZAU

m

Rundwanderung • Gesamtlänge: 16,4 km, 5 Std.

Höhenmeter: pq je 277 m • Schwierigkeit:

350

300

250

200

150

100

km

2

4

6

8

10

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14

16

INFO

Kannenbäckerland-Touristik-Service

Lindenstr. 13, 56203 Höhr-Grenzhausen

Tel. 02624/1 94 33, hg@kannenbaeckerland.de

www.kannenbaeckerland.de

S

Von Grenzau aus hinauf zur Burg Grenzau und

auf Waldpfaden bis zu den Felsen am Kaiserstuhl.

Dann schlängelt sich der Weg hinunter

ins Brexbachtal. Auf einem Forstweg verläuft

er zur Talaue zurück. Entlang des Bachs geht

es um den Bergsporn herum, dann über die

Gleise ins Nebental. Mit einigen Schlenkern ist

AN-/ABREISE

PKW: Brexbachstr. 11-17, 56203

Höhr-Grenzhausen (Wanderparkplatz)

Parken: Kostenfrei am Startpunkt

ÖPNV: Ab Haltestelle Ransbach Kirche Bus

461 bzw. 462 nach Höhr-Grenzhausen (Haltestelle

Schulzentrum), dann Linie 319 (Haltestelle

Bahnhof Grenzau/Kammerforst).

Ab Haltestelle Bahnhof Grenzau/Kammerforst

Bus 319 nach Höhr-Grenzhausen (Haltestelle

Polizei), dann Linie 462 bzw. 485

Richtung Ransbach.

der Teufelsberg mit Aussicht über das Brexbachtal

erobert. Hinterm Ortsrand von Alsbach

führt ein Pfad durch eine tief eingeschnittene

Schlucht ins Masselbachtal. Es folgt ein

traumhafter Aufstieg, bevor der „Kammerforster

Steig“ K116 zurück zum Bahnhof Grenzau

leitet.

START/ZIEL: Ortmitte Grenzau

MARKIERUNG: Wäller Touren „W“

auf grün-weißem Grund

ERLEBNISPROFIL

Historische Eisenbahnviadukte

über den Brexbach

Ausblick vom Teufelsberg über das

Brexbachtal

www.wandermagazin.de

19


REGIOPANORAMA I SCHATZTRUHE WESTERWALD

MYTHEN, TON

und Holz-Skulpturen

Den Körper in Schwung bringen, die Seele baumeln

lassen und den Geist mit neuen Eindrücken

füttern … Wer sich das gönnen möchte, sollte sich

auf den Weg machen genauer gesagt auf die Themenwege

im südlichen Westerwald. Drei Wandertouren

eröffnen Einblicke in ganz unterschiedliche

Welten, die sich zu einem spannenden Gesamtbild

der Region fügen.

Basalt in der

Grube Esther

Bild oben:

Der Sarggeist

von Zingelsloch

© Alle Fotos:

Verbandsgemeinde

Montabaur

Steinreich ist der Westerwald im

wahrsten Sinne des Wortes,

aber seine Schätze wollen

ausgegraben werden. Neben

dem Basalt ist das der Ton,

dem ein Themenweg gewidmet

ist. Er umfasst zwei

Rundtouren von jeweils zwölf

Kilometern. Die erste führt um

Ruppach-Goldhausen, die zweite

berührt Boden, Moschheim und

Niederahr. Pro Strecke sollten jeweils

3,5 Stunden eingeplant werden. Es könnte

aber auch durchaus länger dauern, denn die

Gefahr besteht, bei den riesigen Tongruben

staunend zu verweilen. Auch die zahlreichen

Infotafeln, die über die Entstehung des Tons,

dessen Abbau und Weiterverarbeitung in die

berühmte Westerwälder Salzglasurkeramik

und über die harte Arbeit in den Schächten

informieren, benötigen einige Zeit, um gelesen

zu werden.

Der Hirtenhannes und ein schwarzer Sarg

am Zingelsjoch: Bei den Montabäurer Mären

wird es auch mal gruselig. Aber keine

Bange. Der Themenweg im sagenhaften Westerwald 22

Kilometer zwischen Montabaur und Nentershausen lässt

sich gefahrlos beschreiten, auch wenn das Murkelmännchen

ganz schön garstig sein kann. Infotafeln und Sagenfiguren

aus Holz erzählen an ausgewählten Schauplätzen

kurzweilig von edlen Junkern und kühnen Schatzgräbern.

Auf den Höhen des malerischen Gelbachtals mit Blick

auf Schloss Montabaur erstreckt sich der Skulpturenweg,

der einem einzigartigen Projekt zu verdanken ist.

Auf Initiative der Künstlerin Simone Carole Levy, die im

Westerwald lebt, trafen sich zwischen 2009 und 2014

internationale Holzbildhauer zu vier Symposien. Heute

säumen 42 Skulpturen den 9,5 bzw. 6,5 Kilometer langen

Wanderpfad, geschnitzt aus dem Holz des heimischen

Waldes. Sie dürfen bewundert, angefasst und zur Rast in

Be-Sitz genommen werden.

INFO: WWW.SUEDLICHER-WESTERWALD.DE

Kunstpause am Skulpturenweg

20 WANDERMAGAZIN Sommer 2021

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