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Lesprobe " Jedes Frühjahr wieder...

Ein kompakter Ratgeber, falls Sie ein Wespen oder Hornissennest im oder am Haus haben. Das gesamte Exemplar gibt es hier: https://deref-gmx.net/mail/client/HmlA71fXNUY/dereferrer/?redirectUrl=https://www.amazon.de/dp/B095L8TXT4/ref=cm_sw_r_em_apa_glt_i_4CVCYSHCTEQ0WPTP6HCX

Ein kompakter Ratgeber, falls Sie ein Wespen oder Hornissennest im oder am Haus haben.
Das gesamte Exemplar gibt es hier:
https://deref-gmx.net/mail/client/HmlA71fXNUY/dereferrer/?redirectUrl=https://www.amazon.de/dp/B095L8TXT4/ref=cm_sw_r_em_apa_glt_i_4CVCYSHCTEQ0WPTP6HCX

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Jedes Frühjahr wieder…

Wespen und Hornissen nisten sich bei uns ein

Hilfe und Tipps zum Thema Wespen- und Hornissenschutz

Autor:

Andreas Schönemann

Zertifizierter Wespen- und Hornissenberater

© 2021 (1. Auflage)

ISBN: 9798503809688

Umschlagfotos: A. Schönemann

Bildquellen: eigenes Bildmaterial

Fremdmaterial - Nachweis im Anhang

Illustrationen: A. Schönemann

Autor:

A.Schönemann

Wespen und Hornissenumsiedler

Vor dem Hummelsholz 4

78056 VS-Schwenningen

Mail: www.wespennotdienstvs.@web.de

Web: www.wespenotdienst-vs.de

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb

der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Autors unzulässig.

Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung,

Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

2


Vorwort

Lieber Leser,

der Winter ist vorüber, die ersten Sonnenstrahlen erwärmen unsere Natur, die

Tage werden langsam immer länger und wir genießen nach den langen und kalten

Wintermonaten das Erwachen des Frühlings in vollen Zügen. Mit dem Frühling

und den wärmeren Temperaturen kommen auch die Wespen und Hornissen

wieder. Aufs Neue fliegen die summenden und brummenden Insekten durch die

Luft. Dabei nisten sie sich häufig an unerwünschten Stellen ein. Wenn das passiert,

sollten Sie die Sache nicht selbst in die Hand nehmen und die Nester entfernen.

Die Gefahr, wenn man den Wespen oder Hornissen an das Nest geht, ist

nicht zu unterschätzen, aber dazu im Inhalt des Buches mehr. Ich möchte Ihnen

mit diesem Buch auf einfache und unkomplizierte Art und Weise Hilfe geben, wie

Sie sich schützen können oder auch wie und wer Nester professionell entfernt.

Im Vorfeld möchte ich Ihnen natürlich das eine oder andere Wissenswerte über

diese für uns oftmals lästigen, aber dennoch äußerst nützlichen Insekten mitteilen.

Literatur darüber gibt es schon zu Genüge, deshalb beschränke ich mich auf

eine einfache Erklärungsweise, ohne Angabe der dazugehörigen lateinischen

Namen der Wespenarten. Meiner Erfahrung nach ist es den meisten Betroffenen

völlig egal, ob es sich um eine Deutsche oder Gemeine Wespe handelt, wenn

sich ein Wespenvolk im Rollladenkasten oder im Geräteschuppen angesiedelt

hat. Während meiner Umsiedlungstätigkeit erkläre ich dann Wissenswertes, was

auch immer sehr interessiert aufgenommen wird, besonders wenn Kinder anwesend

sind. Das ist Biologieunterricht live. Im Vordergrund steht jedoch die Problemlösung

und hier möchte ich ansetzen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

Andreas Schönemann

3


4

Jedes Jahr wieder dasselbe: Wespen nisten sich im Dachboden,

Rollladenkasten, Geräteschuppen, kurz gesagt, immer an den

für uns ungünstigsten Stellen ein.


Inhalt

1. Allgemeines über Wespen … ………………………… Seite 7

2. Vorbeugung …………………………………………… Seite 11

3. Entfernen eines Nestes

3.1 Allgemeines ……………..……………………. Seite 17

3.2 Wer entfernt das Nest ………………………… Seite 23

3.3 Rechtliche Situation …………………………… Seite 27

4. Allergien …………………………………………………. Seite 35

5. Umsiedlung ……………………………………………… Seite 39

6. „Erdwespen“ …………………………………………….. Seite 47

7. Zum Schluss……………………………………………... Seite 49

8. Bildquellennachweis …………………………………… Seite 53

5


6

Nicht nur Bienen, sondern auch Wespen bestäuben Pflanzen. Schon aus

diesem Grund sind sie nützlich für uns


1. Allgemeines über Wespen

Vom Frühsommer bis in den Herbst können Wespen Probleme bereiten. In dieser

Zeit sind sie auf der Suche nach süßer Nahrung. Sie suchen im Garten, im

Schwimmbad, auf dem Balkon, hier stören sie beim Grillen, da entdecken sie die

leckere Torte, dort die erfrischende Limonade, beim Frühstück die Marmelade.

Vor nichts wird halt gemacht. Das ist für uns natürlich lästig, aber versuchen wir

doch einmal, die Sache von einer anderen Seite zu betrachten.

Ordnet man die Wespen ein, gehören sie zu den Hautflüglern. Dazu gehören

auch Bienen und, was viele nicht wissen, Ameisen. Innerhalb dieser Gruppe bezeichnet

man sie als soziale Faltenwespen, denn Bienen, Ameisen, Hornissen

und Wespen haben eines gemeinsam: Sie bilden ein soziales System, sie sind

Staaten bildende Insekten. Innerhalb dieses Staates (oder auch Volkes) herrscht

ein streng strukturiertes System. Alle sind zur Aufzucht des Nachwuchses verdonnert.

Allerdings mit einer genauen Aufgabenteilung. Die Königinnen legen die

Eier und die Weibchen (Arbeiterinnen) ziehen den Nachwuchs auf. Auch in anderen

Bereichen herrscht ein ganz klar geordnetes System. Die einen bauen Waben,

die anderen organisieren Futter. Alle Aufgaben sind durch eine strenge Arbeitsteilung

geregelt. Für uns sind es eigentlich zwei wesentliche Wespenarten,

die immer wieder lästig werden: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe.

Beides sind Wespenarten, die nur eine Saison (ein Jahr) überleben. Vom Frühjahr

an bilden sie ihren Staat, der bis zum Beginn der ersten Nachtfröste im

Herbst gewaltige Dimensionen annehmen kann.

Die Gemeine Wespe nistet in freier Natur, häufig im Boden oder zwischen Steinen.

Allerdings ist sie auch in Rollladenkästen, auf dem Dachboden oder in anderen

dunklen Ecken zu finden. Diese Wespenart baut ihre Waben in horizontalen,

bis zu zehn Etagen hohen Nestern. Umfänge bis nahezu zwei Meter sind im

Spät-herbst nichts Außergewöhnliches. Bis zu 5000 Wespen finden darin ihren

Lebensraum.

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Bild: Die Gemeine Wespe. Für den Laien ist sie von anderen Wespen nicht zu

unterscheiden. Nur in extremer Vergrößerung ist der Unterschied erkennbar:

Das Stirnschild bildet eine Art „ Anker“ ab.

Ähnlich, allerdings in noch etwas größeren Dimensionen, baut die Deutsche

Wespe ihre Nester. Diese Wespenart nistet nicht im Freien. Entweder nistet sie

unter der Erde z. B. in verlassenen Maulwurfgängen oder aber überwiegend über

der Erde in abgedunkelten Dachböden, Rollladenkästen, Zwischendecken oder

dunklen Hohlräumen. Bis zu 7000 Wespen leben in einem Volk zusammen. Die

Nestgröße erreicht bis Ende November nicht selten sogar über zwei Meter.

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Fotografiert von Köf3/wikimedia

Bild: Hier eine Vergrößerung der Deutschen Wespe. Am Stirnschild sind drei

Punkte zu erkennen.

Die beiden beschriebenen Wespenarten kommen bei uns am häufigsten vor,

deshalb habe ich sie hier vorgezogen. Insgesamt gibt es 12 verschiedene Arten.

Für Sie als Laie sind sie kaum zu unterscheiden, aber in ihrer Verhaltens- und

Lebensweise und ihrem Lebenszyklus sind sie völlig unterschiedlich. Generationen

vor uns haben schon mit den Wespen zusammengelebt. Mit Sicherheit gab

es sogar noch weitaus mehr Insekten. Früher gab es weniger Umweltbelastungen

und mehr Freiraum für die Tierchen. Heute bereiten ihnen diese Veränderungen

immer mehr Probleme. Das sind wesentliche Gründe, warum sich immer

mehr Wespen bei uns im Wohnraum einnisten.

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Genauso verhält es sich mit den Hornissen. Obwohl diese Tierchen weitaus größer

sind und man dadurch schneller in Angst und Panik gerät, sind Hornissen bei

Weitem harmloser als ihr Ruf.

Bild: Um einiges größer und dadurch für viele furchterregender – die Hornisse

Die weitverbreitete Aussage, dass ein Hornissenstich gefährlicher sei als ein

Wespenstich, ist völlig falsch. Aufgrund des größeren Stachels schmerzt ein Hornissenstich

natürlich sehr viel mehr, die Giftmenge ist allerdings nicht größer als

bei dem Stich einer Wespe.

Deshalb braucht man aber keine Angst oder Panik zu bekommen. Wespen sind

keine Schädlinge und sie sind auch keine Gefahr für Mensch oder Tier. Bei der

Suche nach süßer Nahrung tragen Wespen Pollen von Pflanze zu Pflanze und

bestäuben sie genau wie Bienen. Da sie auch im Gegensatz zu Bienen eiweißreiche

Nahrung benötigen, halten sie uns zudem tausende von Insekten fern.

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Beobachten Sie ebenfalls Ihren Garten. Die Deutsche und die Gemeine Wespe

bauen ihr Nest oft auch in der Erde. Sie werden deshalb immer wieder als Erdwespen

bezeichnet, was allerdings nicht korrekt ist. Der auftretende rege Flugverkehr

lässt darauf schließen, wo ein neues Wespennest entstehen soll.

Die Kosten für eine Umsiedlung können im späteren Sommer, je nach Nestgröße

und Ansiedlungsort, ziemlich hoch werden. Hier kann man durch Vorbeugung

einiges an Geld sparen.

Alle im einschlägigen Handel oder im Internet angebotenen oft dubiosen Hilfsmittel

kann ich nicht empfehlen, da ich sie selbst nicht getestet habe. Aber nach

Rücksprache mit vielen Betroffenen haben sie in der Regel auch keinen Erfolg

gebracht.

Für uns ist ein Anfangsnest in der Regel ab einer Golfballgröße erkennbar, meistens

hat es die Farbe Grau oder Hellbraun. Auch hier gilt es genau zu beobachten,

es kann sich auch um ein Altnest handeln. Sollte immer nur eine Wespe einund

ausfliegen, könnte es sich um die Königin handeln.

Jetzt brauchen wir ein wenig „ Wespenwissen “......

Die Königin hat in den ersten Wochen richtig zu tun. Sie kümmert sich praktisch um

alles: Material heranholen für den Nestbau, Waben bauen, Eier ablegen und füttern

und noch einiges mehr. Falls Sie sich fragen sollten, wie es biologisch mit dem Befruchten

der Eier vonstattengeht, will ich vereinfacht erklären, dass die befruchteten

Eier schon aus dem Vorjahr sind. Wespenköniginnen können sie über den Winter

mit sich tragen und dann in die Waben einsetzten. Nach einer gewisser Zeit schlüpfen

die ersten Arbeiterinnen und – „salopp gesagt“ - geht es danach richtig los. Die

Königin lässt dann arbeiten und kümmert sich nur noch um das Eierlegen. Die Verdoppelung

und Vervielfachung des Nestes geht nun rasend schnell. Mitte Juni kann

ein Nest schon Fußballgröße erreichen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist eine relativ problemlose

Umsiedlung möglich.

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Dies alles sind vorbeugende Maßnahmen zum Saisonbeginn. Im Sommer, wenn

die Wespen und Hornissen schon wesentlich aktiver sind, gelten dann andere

„Vorsorgemaßnahmen“.

In aller Regel trifft man Wespen jedes Jahr in den Sommermonaten in den gleichen

Situationen an. Besondere Vorsicht ist geboten ist

• in der Nähe von Komposthaufen, Abfall- und Mülltonnen

• auf Wiesen, beim Blumen- oder Kräuterpflücken

• beim Barfußlaufen

• an Bäumen mit Fallobst und bei der Obsternte

• auf Dachböden

• in der Nähe von Rollladenkästen

Die bei uns meist verbreiteten Wespenarten, die Deutsche und die Gemeine

Wespe, benötigen ganz besonders süße, zuckerhaltige Nahrungsmittel, Wurst

und Fleisch sind aber auch sehr beliebt.

…und noch ein wenig Grundwissen….

Für die Aufzucht der Larven benötigen Wespen eiweißreiche Nahrung, weshalb

wir beim Grillen im Garten immer wieder gerne von Wespen aufgesucht

werden. Für sich selbst, ganz besonders auch in den späteren Sommermonaten,

benötigt die Wespe kalorienreiche Nahrung, deshalb werden wir beim

Verzehr von Kuchen, Marmelade und anderen Süßspeisen von ihr heimgesucht.

Honig lockt vermehrt Bienen an.

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Eine Wespe schabt an einem Stück Holz. Mit Ihrem Speichel verarbeitet sie

das Material zu einem Brei für den Bau des Nestes

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3.Entfernen eines Nestes

3.1. Allgemeines

Eigentlich gilt der Grundsatz, wann immer es möglich ist, sollte man sich mit den

Wespen oder Hornissen arrangieren. Das kann in der Regel sogar gut und relativ

gefahrlos geschehen.

Allerdings gibt es natürlich Orte, an denen sich ein Miteinander als schwierig,

wenn nicht sogar unmöglich gestaltet. Letzten Endes gibt es noch den Naturschutz,

der klare Regeln vorgibt. Egal, ob im privaten oder öffentlichen Bereich,

bei Hornissen sind die Gesetze äußerst streng. Selbst ein Umsiedler wie ich oder

ein Schädlingsbekämpfer, darf ohne Genehmigung und vorheriger Begutachtung

eines Sachverständigen des Landratsamtes, ein Hornissennest weder entfernen

noch umsiedeln oder schlimmstenfalls abtöten. Das kann, wenn man dabei ertappt

wird, sehr teuer werden. Das Strafmaß reicht je nach Bundesland bis zu

50.000 Euro. Zugegeben, diese hohe Strafe wurde bis heute noch nicht verhängt,

man sieht aber, welchen Bemessungsspielraum der Gesetzgeber hier eingeräumt

hat.

Etwas anders sieht es bei Wespen aus. Auch hier gibt es klare Regeln. Unterscheiden

sollte man auch hier zwischen privatem Wohnraum und öffentlichen

Gebäuden, Einrichtungen und Flächen. Einige Beispiele für Orte, an denen es

bei einer Beseitigung von Behördenseite so gut wie keine Probleme gibt, sind:

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• Kindergärten

• Schulen

• Spielplätze

• öffentliche Einrichtungen

• medizinische Einrichtungen und Heime


Im privaten Wohnbereich sieht es anders aus. Die genauen Verordnungen dazu

beschreibe ich ausführlich im nächsten Kapitel.

Ausschlaggebend für die Beseitigung ist auch die Jahreszeit. Gegen Ende der

Wespensaison im August/September wird es schwieriger, da die Nestgröße bereits

gewaltig sein kann. Grundsätzlich gilt, gehen Sie bitte nicht allein und ohne

Schutzbekleidung an das Wespennest heran!

Bilder: Selbst wir als Wespenumsiedler gehen nicht ungeschützt an ein Nest. Es

ist wirklich sehr unangenehm, wenn Ihnen innerhalb kürzester Zeit ein Wespenschwarm

entgegenkommt. Ich habe während meiner Ausbildung zum Umsiedler

einen Waldarbeiter kennengelernt, der beim Baumfällen ein Wespennest übersehen

hat. Er zeigte mir Bilder von seinem Gesicht. Ich glaube, ich muss nicht näher

darauf eingehen, es war schon heftig.

Jetzt kommt kein Fehler beim Schreiben dieses Buches, sondern eine ausdrückliche

Wiederholung:

Gehen Sie bitte nicht alleine und ohne Schutzkleidung an

ein Wespennest heran!

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Bis in den November hinein können Wespen und Hornissen aktiv sein. In den

letzten Jahren ist meiner Meinung nach auch der immer wieder viel diskutierte

Klimawandel zu spüren. Zumindest hier in meinem Umfeld beginnt die eigentliche

Wespensaison etwas später und dauert entsprechend auch länger. Ob das allerdings

von allen Wespenberatern und Umsiedlern so wahrgenommen wird, vermag

ich nicht zu beurteilen.

Deutlich mildere und später einsetzende Wintermonate, die sich dann teilweise

bis in den April/Mai hineinziehen, verschieben die Saison.

Ändern an der Situation wird sich wohl nichts, nur dass die Ansiedlungen von

Wespennestern etwas später beginnen wird.

Ein Anfangsnest wird für uns ab einer Größe von ca. 2 - 4 cm erkennbar. Es ist

gut versteckt bzw. geschützt und meist in einer graubraunen bis hellbraunen

Farbe. Möglicherweise kann es sich aber auch um ein Nest vom Vorjahr handeln,

das nicht weitergebaut wurde. Wenn allerdings eine einzelne Wespe ein- und

ausfliegt, wird es sich um die Königin handeln. In dieser Anfangsphase ist eine

Entfernung noch recht unproblematisch. Ab Mitte Juni bis Anfang Juli können

Wespennester die Größe eines Handballes erreichen und können bis dahin ohne

weiteres umgesiedelt werden. Danach wird es problematischer.

Da wir Wespenumsiedler mit sogenannten Umsiedlungskisten arbeiten, sind wir,

was die Nestgröße betrifft, begrenzt. Bei einer Umsiedlung sollte aber immer

möglichst das ganze Wespenvolk mitgenommen werden, einschließlich der Königin.

Je größer nun ein Nest schon ist, desto mehr bedeutet dies den Verlust

eines Teils des Volkes.

Um Ihnen eine Umsiedlung etwas zu verdeutlichen, habe ich den Vorgang mit

ein paar Bildern im Kapitel „Umsiedlung“ dokumentiert.

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Bild (oben): Ein Wespennest im Anfangsstadium

Bild (unten): Im August/September sind es dann schon gewaltigere

Dimensionen

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So beginnt es „ Jedes Frühjahr wieder“…

Eine Wespenkönigin gründet ihren eigenen „Staat“. Nach dem Schlüpfen

der ersten Arbeiterinnen ist sie nur noch für den Nachwuchs zuständig.

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3. Entfernen eines Nestes

3.2 Wer sollte das Nest entfernen

Sollte sich nun ein Wespen- oder Hornissennest bei Ihnen an einer denkbar ungünstigen

Stelle eingenistet haben, wenden Sie sich bitte direkt an Ihr Landratsamt.

In aller Regel befindet sich dort Ihre zuständige Naturschutzbehörde oder

auch die „untere Naturschutzbehörde“ genannt. Diese Mitarbeiter sind dafür zuständig.

Viele dieser Behörden haben eigens ausgebildete Wespen- und Hornissenberater,

welche dann kostenfrei zu Ihnen kommen und Sie beraten. Auch

für eine eventuelle Genehmigung zur Entfernung oder Umsiedlung eines Hornissennestes

sind diese Damen und Herren ausgebildet und weisend.

Allerdings werden die Mitarbeiter nur in seltenen Fällen das Nest entfernen oder

umsiedeln, da sie lediglich eine beratende Tätigkeit haben und auch nicht die

Kapazität an Umsiedlungskisten besitzen.

Nun stellt sich die Frage, wer dann?

Auch hier betone ich nochmals, bitte nicht Sie selbst!

Es gibt nun wieder zwei weitere Möglichkeiten. Diese sind allerdings regional

und je nach Bundesland, Landkreis und Gemeinde nicht überall zu finden. Zum

einen gibt es sogenannte Wespen- und Hornissenumsiedler. Diese sind wiederum

von Landkreis zu Landkreis und in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich

stark vertreten. Zu finden sind sie im Branchenregister oder im Internet

in der Regel unter den Bezeichnungen Wespenumsiedler, Wespen- und Hornissenschutz,

Wespennotdienst oder dergleichen.

Einige arbeiten ehrenamtlich, die meisten allerdings kommerziell. In der Regel

richten sich die Kosten für eine Umsiedlung nach Aufwand wie Sitz des Nestes

und Jahreszeit.

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3. Entfernen eines Nestes

3.3 Rechtliche Situation

Wie in allen vorherigen Kapiteln gilt es auch hier zuerst zu sortieren. Klare Regelungen

findet man:

• im Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) §39

• in der Bundesartenschutzverordnung

Hier wird klar definiert, was erlaubt ist oder in welchen Fällen es Ausnahmeregelungen

gibt.

Dieser kleine Auszug aus dem Naturschutzgesetz ist besonders bei einem Wespennest

zu beachten, denn Wespen stehen unter Naturschutz.

§39 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) verbietet es allgemein, wild

lebende Tiere ohne Grund zu töten. Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig

zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen

oder zu töten.

Anders verhält es sich bei einem Hornissennest. Diese sind besonders geschützt

und fallen somit unter das Bundesartenschutzgesetz. Dieses Gesetz wiederum

schützt bestimmte Tierarten

.

Nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, besonders geschützte

Arten zu töten. So ist es gemäß § 42 des Bundesnaturschutzgesetzes verboten,

wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie

zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, Nist-, Brut-,

Wohn- oder Zufluchtsstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder

zu zerstören. Ein Verstoß gegen diese Schutzbestimmungen kann mit einem

Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden (§ 65 BNatSchG).

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Für uns sind nur die Hautflügler wichtig, denn drunter fallen Hornissen. Es sind

noch weitere Wespen- und Bienenarten definiert, die aber für uns im Haus- und

Wohnbereich in der Regel nicht relevant sind, da diese bei uns sehr selten zu

finden sind oder sich im Wohnumfeld nicht ansiedeln.

Nun würden wir uns streng nach diesen Maßgaben richten, hätten wir ein Problem.

Aber es gibt natürlich, wie überall auch Ausnahmen.

Im Gesetzestext wird ausdrücklich erwähnt „Es ist verboten, wildlebende Tiere

mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen

oder zu töten.“ Was wäre denn ein Grund oder ein vernünftiger Grund?

Immer unter der Voraussetzung, dass es sich um eine geschützte Tierart handelt,

gibt es bei Gefahren zur Schadensvermeidung und auch für Schutzmaßnahmen

Möglichkeiten zum Handeln. Diese wären z.B. wenn

• Personen mit nachweisbaren Allergien betroffen sind

• Babys, Kleinkinder und Kinder betroffen oder in Gefahr sind

• bei Forst- und Gartenarbeiten Gefahr besteht

• Folgeschäden zu erwarten sind

• Bau, Umbau oder auch Renovierungsarbeiten behindert werden oder

Arbeiter gefährdet sind

• Gefahr besteht, dass Lebensmittel kontaminiert werden

• Wespen besonders aggressiv sind

• Gefahr in Kindergärten, Schulen, Senioren- und Pflegeheimen sowie in

Behinderteneinrichtungen besteht

• Wespen oder Hornissen in Wohn-/Schlaf- oder

Aufenthaltsräume eindringen

• Gefahr in medizinischen Einrichtungen besteht

• Gefahr für Mensch und Tier besteht

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Die Liste der Ausnahmeregelungen dient nur als Beispiel, es gibt durchaus noch

weitere Gründe. Ich möchte nur verdeutlichen, welcher Spielraum vorhanden ist.

Eigenmächtiges Handeln ist allerdings nicht zu empfehlen und auch nicht erlaubt.

Wenden Sie sich bitte unbedingt an einen kompetenten Fachmann. Das sind in

der Regel, wie bereits erwähnt, die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde Ihres

Landratsamtes oder Wespenumsiedler, die ebenfalls zertifiziert sind, sachkundige

Entscheidungen zu treffen.

Alleine mit den Gesetzten des Naturschutzes ist es aber nicht getan. Sie regeln

nur den Schutz der Tierart. Das Entfernen von Wespen- oder Hornissennestern

hat in vielen Fällen auch weitere Folgen. Unter Folgen meine ich unter anderem:

• die Kosten für die Entfernung

• eventuelle Folgekosten wie z.B. Nacharbeiten

• das Anbringen von Schutzmaßnahmen

Auch ist klar zu definieren, wem das betroffene Objekt gehört und wer letztendlich

für die entstehenden Kosten aufkommen muss.

Sind Sie Besitzer eines Hauses, alleiniger Inhaber, dann ist die Regelung

am einfachsten. Wenn bei Ihnen ein Wespen- oder Hornissennest im Rollladenkasten,

auf dem Dachboden oder Dachgiebel oder einer anderen bedrohlichen

Stelle angesiedelt ist, rufen Sie die erforderliche Hilfe an. Sie können sich im

Vorfeld über die zu erwartenden Kosten informieren, die Sie selbst zu tragen haben,

nebst anfallenden Nacharbeiten.

Einige Anzeigen im Internet von Schädlingsbekämpfern bieten sogenannte Pauschal-

oder Festpreise an. Ich möchte nicht die gesamte Branche in Verruf bringen,

aber erkundigen Sie sich bitte im Vorfeld genau. In letzter Zeit gibt es leider

auch sehr viele unseriöse und unqualifizierte Anbieter auf dem Markt.

.

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Grundsätzlich gilt aber, die Kosten für das Entfernen der Nester trägt die WEG.

Hierzu gibt es schon Grundsatzurteile zu Genüge, es gibt zwar auch einzelne

Ausnahmen, da sind allerdings die Hintergründe meist anderer Natur.

Voraussetzung ist allerdings auch hier, nicht eigenmächtig zu handeln. Bitte informieren

Sie zuerst Ihre Hausverwaltung. Nur diese ist für die Auftragsvergabe

zuständig. Solide arbeitende Schädlingsbekämpfer oder Umsiedler werden nicht

ohne schriftliche Auftragsvergabe der Verwaltung tätig sein.

Bild: Es gibt allerdings noch etwas zu beachten. Bei der Entfernung eines

Nestes kann es zu Nacharbeiten kommen.

In den wohl allermeisten Fällen gibt es Nacharbeiten, ganz speziell bei Rollladenkästen

oder beim Entfernen von Holzverkleidungen wie an Balkonen oder Terrassenwänden.

Nun kommen wir wieder zu dem oben erwähnten Innen- und Außenbereich.

Der Innenbereich einer Eigentumswohnung kann natürlich vom Eigentümer

voll und ganz nach seinem Ermessen gestaltet werden. Wenn man nun

aber Rollladenkästen öffnen muss, die schon mehrmals überstrichen oder gar

tapeziert wurden, muss anschließend nachgearbeitet werden. Die Übernahme

dieser Kosten sollten Sie bitte mit Ihrer Hausverwaltung oder dem Vermieter im

Vorfeld abklären. Die Erfahrung meiner Tätigkeit in den letzten Jahren hat gezeigt,

dass dies völlig unterschiedlich gehandhabt wird.

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Bild: In einem Rollladenkasten einer Küche hat sich ein Wespenvolk eingenistet.

Durch den Öffnungsschlitz der Gurte kamen eine Menge Wespen in

die Küche. Dies wäre ein klassisches Beispiel für eine klar geregelte Übernahme

der Kosten. Auch über die Dringlichkeit der Entfernung gab es in diesem

Fall keine Diskussion mit dem Vermieter.

Die letzte der allgemein üblichen Varianten wäre:

Sie sind Mieter einer Wohnung oder eines Hauses.

Auch hier gilt wieder der Grundsatz, handeln Sie nicht eigenmächtig.

Mieter einer Wohnung oder eines Hauses müssen umgehend oder so früh wie

möglich ihren Vermieter informieren.

Bei Mietwohnungen innerhalb einer wie vorher schon erwähnten WEG bitte nicht

die Hausverwaltung, sondern Ihren Vermieter kontaktieren und eine Frist setzen.

Die Kosten für die Entfernung eines Nestes trägt in vollem Umfang der Vermieter.

Wie schon beschrieben, kann der Vermieter bei WEGs dann entsprechend

mit der Hausverwaltung abrechnen oder den Auftrag anordnen.

24


4. Allergien

Eine der häufigsten Aussagen, die wir immer wieder hören, wenn wir gerufen

wurden, ist: „Wir sind allergisch.“ oder „Wir sind hoch allergisch.“. Keine Frage,

diese Problematik muss man ernst nehmen, allerdings auch etwas genauer betrachten.

Grundsätzlich gilt, dass wir alle allergisch auf Wespen-, Hornissen- oder andere

Insektenstiche reagieren. Man spricht in den meisten Fällen von einer allergischen

Reaktion. Die Folge ist meist eine einfache Rötung oder eine leichte

Schwellung. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird diese Reaktion Insektenallergie

genannt. Sie tritt überwiegend nach Stichen von Wespen auf, hin und wieder

auch nach Stichen von Hornissen und Hummeln. Es gibt Menschen, die haben

so gut wie überhaupt keine Symptome nach einem Stich, genauso gibt es Menschen,

deren Reaktion auf einen Stich lebensbedrohlich werden kann.

Bei etwa 1- 4 % der Bevölkerung treten überhaupt Symptome auf.

Ein anaphylaktischer Schock mit gar einer Todesfolge tritt zum Glück äußerst

selten auf. Es gibt ungefähr 20 Todesfälle im Jahr in Deutschland.

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Nach einem Stich tritt durch einen kleinen Kanal Gift in unsere Haut. Bei Personen,

die nicht allergisch sind, tritt dann in aller Regel eine brennende Rötung, ggf.

eine Quaddelbildung und auch Erwärmung am oder um den Einstichbereich auf.

Da wir ja eine kleine Menge Gift „eingespritzt“ bekommen haben, ist dies eine

normale Reaktion. Rötungen, Juckreiz, auch Schwellungen vergehen gewöhnlich

25


nach ein paar Tagen. Stiche im Bereich der Augen oder der Atemwege können

natürlich zu schwereren Verläufen führen. Dies ist allerdings nicht als Allergie zu

bezeichnen.

Es gibt kein einheitliches Erscheinungsbild bei Allergien durch Wespen - und Hornissenstichen.

Man unterscheidet in verschiedene Schweregrade.

Grad Bezeichnung Symptome

1 mild starker Juckreiz, Nesselsucht,

Übelkeit, Angst

2 mittelschwer wie Grad 1, zusätzlich Engegefühl, Erbrechen,

Schwellung bis zu sieben Tage,

Schwindel, Durchfall, Bauchkrämpfe

3 schwer wie Grad 1 und 2, zusätzlich Atemnot, Schluckund

Sprachstörung, Benommenheit, Schwäche,

Heiserkeit, starke Angstzustände

4 lebensbedrohlich wie Grad 1-3, zusätzlich Blutdruckabfall,

Bewusstlosigkeit, Kollaps, Blaufärbung der Haut,

ggf. Inkontinenz

Die Insektengiftallergie im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Es ist vielmehr genau

zu unterscheiden, auf welchen Stich und im Einzelfall, auf welches Gift man allergische

Reaktionen zeigt.

Genauer gesagt reagiert unser Immunsystem überempfindlich bei Wespen oder

Bienenstichen durch das eingedrungene Gift.

Grundsätzlich ist bei allen Insektenstichen eine Kühlung mit einem in ein Tuch

eingewickelten Eisbeutel oder einer Kaltkompresse sehr zu empfehlen. Die betroffenen

Körperteile sollten möglichst ruhig gestellt werden, das vermindert den

Schmerz und die Schwellung.

26


Ob nun die bekannten Hausmittel wie z. B. Zwiebel auftragen, essigsaure

Tonerde, Retterspitz oder dergleichen wirken, ist nicht nachgewiesen. Viele Menschen

schwören aber darauf. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass nach dem

Auftragen auf die Einstichstelle im ganz ungünstigen Fall eine Infektion auftreten

kann.

Sehr bedrohlich und die sofortige Alarmierung eines Arztes ist allerdings bei

einem Stich in Mund- oder Rachenraum erforderlich. Durch die Schwellung der

Schleimhäute droht sogar Erstickungsgefahr. Bis der Arzt eintrifft, empfiehlt es

sich, dem Patienten Eiswürfel oder etwas anderes Kühles zum Lutschen zu verabreichen.

Treten nach einem Stich außer den oben genannten Reaktionen schwerwiegendere

Symptome wie Schwindel, starker Juckreiz, auch an nicht betroffenen

Stellen, Krämpfe, Herzrasen, Atemnot oder gar Bewusstlosigkeit auf, liegt tatsächlich

eine Insektengiftallergie vor. Es kommt zwar sehr selten zu solch einem

anaphylaktischen Schock oder schweren Allergiereaktionen, aber hier ist auf jeden

Fall Eile angesagt und zwingend ein Arzt herbeizuholen!

Bild: Beispiel einer mittelschweren Reaktion nach einem Wespenstich

27


5. Umsiedlung

Wann immer es möglich ist, sollte ein Wespen- oder gar ein Hornissennest nicht

abgetötet werden. Wie schon in einem vorhergehenden Kapitel beschrieben,

kann dies auch mit erheblichen Strafen geahndet werden.

Eine durchaus sinnvolle Alternative ist das Umsiedeln des Nestes mit dem gesamten

Wespenstaat. Hier ist im Grunde ein „Umzug“ angedacht, mit dem Ergebnis,

dass ein Wespenvolk an einem anderen geeigneten Standort überleben

kann. Es gibt auch hin und wieder die Möglichkeit, ein Nest zu verlegen. Damit

ist gemeint, den Standort nur innerhalb von maximal 15 Metern zu verlegen.

Wenn sich das in einem Garten oder Grundstück anbietet und der Eigentümer

damit einverstanden ist, wäre es sogar die beste Lösung. Denn so kann das Wespen-

oder Hornissenvolk in seiner ursprünglichen Umgebung verbleiben.

Ganz anders verhält es sich bei einer Umsiedlung. Bei einer Umsiedlung sollte

das Nest wenigstens 5 km vom eigentlichen Standort verlegt werden, da der Orientierungssinn

der Wespen sie immer wieder zum eigentlichen vorherigen Standort

führen würde.

Wichtig bei einer Umsiedlung ist es natürlich, möglichst das gesamte Wespenvolk

einzufangen und somit das Überleben des Volkes sicherzustellen, denn ein

erheblicher Teil der Arbeiterwespen ist ständig unterwegs, um Futter und Baumaterial

einzuholen. (Anm. Dies gilt alles auch für Hornissennester)

Hierzu werden mittels eines Staubsaugers, der an den Einflugbereich des Nestes

gehalten wird, die ein- und ausfliegenden Wespen abgefangen. Dieser Vorgang

kann durchaus eine bis eineinhalb Stunden in Anspruch nehmen. In der Regel

dauert es ungefähr 20 – 30 Minuten, bis eine Wespe nach dem Ausfliegen wieder

in das Nest zurückkehrt, sodass man nach ca. dreimal 20 – 30 Minuten davon

ausgehen kann, einen kompletten Austausch der Arbeiterwespen erreicht zu haben.

Natürlich werden die Wespen nicht direkt in den Staubsauger gesaugt, son-

28


dern es befindet sich eine Auffangkiste zwischen den Schläuchen. Es gibt unterschiedliche

Arten und Möglichkeiten, einen Staubsauger umzubauen. Jeder Umsiedler

hat seine eigene Bauart.

Anmerkung: Da wir mehr auf das Umsiedeln spezialisiert sind und nicht auf das

Fotografieren, ist die Bildqualität nicht immer die beste. Aber dennoch lassen sich

die einzelnen Abläufe in den nachfolgenden Bildern einigermaßen darstellen.

Bild:: der Absaugvorgang. Wie schon beschrieben, gelangen die Wespen nicht in

den Staubsauger, sondern mithilfe einer Abfangvorrichtung in die Umsiedlungskiste,

mit ausziehbarem Zwischenboden. (Bild unten)

29


30


Bild (links):

Auch hier zu sehen: eine im

Vorfeld preislich nicht fest kalkulierbare

Umsiedlungsaktion.

Unter einem Holzdielenboden

einer Terrasse war ein

großes Nest angesiedelt. Das

Entfernen und wieder ordnungsgemäße

Anbringen der

schon älteren Dielen war der

weitaus größere Aufwand als

die eigentliche Umsiedlung.

Da wir Wespenumsiedler und auch Wespenberater des Landratsamtes in aller

Regel aus den unterschiedlichsten Berufen stammen und häufig nur im Nebenerwerb

dieser Tätigkeit nachgehen, da es sich um eine „Saison - Tätigkeit “ handelt,

sollte man sich im Vorfeld absichern. Auf eventuell anfallende Nacharbeiten

sollte immer hingewiesen werden und auch muss erwähnt werden, dass wir keine

ausgebildeten Handwerker sind. Im einen oder anderen Fall ist es durchaus möglich

oder auch angebracht, qualifizierte Handwerker hinzuzuziehen.

Folgeschäden zu vermeiden und auch der Schutz der eigenen Person sowie Personen

im Umfeld, hat immer Vorrang.

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6. Erdwespen

Immer wieder wird auch um Hilfe gebeten, wenn sich „Erdwespen“ im Garten

angesiedelt haben. Die eigentliche Erdwespe gibt es nicht. Es handelt sich immer

um die am Anfang des Buches schon beschriebene Deutsche oder Gemeine

Wespe.

Bild: Ein Wespennest im Garten in einem Mauseloch.

Bei Gartenbesitzern sind Erdwespen gefürchtet. Wenn Sie im Garten aus Versehen

auf ein Nest mit Erdwespen treten, kann es besonders gefährlich werden.

Da sind gleich mehrere Wespenstiche die Folge. Das Nest selbst kann man nicht

sehen. Bemerkt wird es meist über die Einfluglöcher, über diesen fliegen fast

immer mehrere Wespen. Häufig befinden sich die Nester in nicht mehr benutzten

Mäuselöchern oder für die Wespen zugänglichen Wurzelöffnungen an Bäumen.

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Das Nest befindet sich unterirdisch in der Nähe des Einflugloches. Sollten Sie

eine solche Entdeckung in Ihrem Garten gemacht haben, ist es ratsam, als erste

Maßnahme die Umgebung abzusichern. Gerade wenn Kinder im Garten spielen,

ist dies zwingend erforderlich. Sichern Sie am besten großräumig mindestens

drei Meter um das Einflugloch herum, mit irgendwelchen Gegenständen oder mit

Absperrband das Nest ab.

Bild: Großflächige Absperrung des Erdwespennestes ist gerade wenn Kinder im

Umfeld sind, unverzichtbar und ein absolutes Muss!!

Lassen Sie sich bei der Absicherung des Nestes auch lieber von einem Fachmann helfen,

da hierbei Schutzkleidung unbedingt erforderlich ist.

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7. Zum Schluss…

Zusammenfassend nochmals die TOP 6 der wichtigsten Maßnahmen zur

Wespenabwehr:

Wildes Umherschlagen vermeiden. Das macht die Wespen

nervös und angriffslustig! Hektische Bewegungen vermeiden!

Intensiv duftende Parfums, Deos oder Cremes vermeiden.

Der Geruch zieht Wespen an!

Die Tiere bitte nicht wegpusten oder anpusten!!

Das im Atem enthaltene Kohlenmonoxid ist wie ein Alarmsignal!

Sollten Sie im Freien grillen, essen oder Kaffee und Kuchen genießen,

räumen Sie, wenn möglich, gleich nach dem Beenden das Geschirr

weg. Herumstehende Essensreste locken Wespen an!

Getränke wenn möglich mit Strohhalm trinken, oder aber die Gläser abdecken.

Vor dem Trinken unbedingt ins Glas schauen!

Vorsicht, wenn Sie barfuß über Wiesen und Felder laufen !

Um im Vorfeld festzustellen, ob eine ernsthafte Insektenstichallergie bei Ihnen

vorliegt, empfiehlt es sich, einen Allergietest beim Hautarzt zu veranlassen.

Das ist völlig schmerzfrei und benötigt lediglich etwas Zeitaufwand, der sich aber

lohnt. Sollte eine Allergie bei Ihnen festgestellt werden, hilft eine Immuntherapie

oder auch Hyposensibilisierung genannt. Sie wird bei Ihrem Hautarzt in zwei

Schritten durchgeführt. Zuerst erfolgt eine Aufdosierungsphase, die in der Regel

ambulant durchgeführt wird. Danach kommt die sogenannte Erhaltungsphase,

die sich bis zu einem Zeitraum von 3 – 5 Jahren hinziehen kann.

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Kupfermünzen

Wespen mögen den Duft von Kupfer nicht. Reibt man ein paar

Kupfermünzen in den Händen oder legt einige Münzen auf den

Tisch, kann der Duft die Wespen vertreiben.

Dies dürfen Sie gerne testen, die Erfolgsaussichten liegen mit

Sicherheit wohl bei null.

Kaffeepulver

In wohl jedem Haushalt vorhanden. Auf eine kleine Untertasse

verteilen und anzünden, bis es glimmt. Der entstehende Qualm

vertreibt Wespen.

Einfach mal ausprobieren. Den Kaffee trinken und genießen

erscheint mir aber durchaus vernünftiger.

Wasser

Mit einer Sprühflasche die Wespen mit Wasser besprühen.

Die Wespen sind dann irritiert, da Regen bei ihnen nicht

sehr beliebt ist.

Funktioniert wirklich, ist aber nur äußerst vorsichtig anzuwenden.

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Lavendel-, Zitronen-, Nelken- oder Teebaumöl

In Form von ätherischen Ölen.

Kann gut funktionieren. Zitronenduft habe ich selbst immer in

meinem Werkzeugkoffer.

Besonders im Frühjahr kann man die Düfte zur

Vorsorge in den Rollladenkasten sprühen und mehrmals am

besten wöchentlich wiederholen. Das kann die Ansiedlung von

Wespen verhindern.

Es ist immer wieder dieser Spagat zwischen Natur- und Artenschutz einerseits

und der Unbeliebtheit von Wespen und Hornissen andererseits. Mehr und mehr

umbaute Natur wird uns wohl in den nächsten Jahren zu weitaus häufigeren

Problemen mit der Ansiedlung von Wespen- und Hornissennestern in Gebäuden

bescheren. Auch andere Tierarten wie Füchse oder Wildschweine suchen inzwischen

häufiger die Nähe des Menschen auf.

Sich mit den Tieren zu arrangieren ist leicht gesagt, aber nicht immer leicht machbar.

In ländlicheren Gebieten ist es bestimmt einfacher, mit den Insekten zu leben

als in Stadt- oder gar Großstadtgebieten. Auch die durchaus schöne und moderne

Architektur macht es uns Umsiedlern nicht einfacher. Mal sehen, wohin die

Reise geht.

Trotz alledem sollten Sie in naher Zukunft Probleme mit Wespen- oder gar Hornissennestern

in Ihrem unmittelbaren Umfeld haben, hoffe ich, dass Ihnen dieser

Ratgeber ein wenig Hilfe gegeben hat oder geben wird.

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