Partnerschaft stärken / Strengthening partnership

Afrika.Verein

Die Zukunft der deutschen Afrikapolitik / The future of Germany’s Africa policy

DAS MAGAZIN DES AFRIKA-VEREIN DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT

THE MAGAZINE OF THE GERMAN-AFRICAN BUSINESS ASSOCIATION 2/2021

PARTNERSCHAFT

STÄRKEN

Die Zukunft der

deutschen Afrikapolitik

STRENGTHENING

PARTNERSHIP

The future of Germany’s

Africa policy


Spot on.

Service Quality ‘Made in Germany’.

Specialists for the transport of containers to and from Africa.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ EDITORIAL ∙

3

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Afrika wird sie vermissen. So lässt ich

das bevorstehende Ende der Kanzlerschaft

von Angela Merkel aus unserer

Perspektive bilanzieren. Neben dem ehemaligen

Bundespräsidenten Horst Köhler

hat sich kein deutscher Politiker bzw. keine

deutsche Politikerin in den vergangenen

20 Jahren so intensiv und nachhaltig der

Zusammenarbeit mit dem afrikanischen

Kontinent und der Modernisierung des

Afrikabildes hierzulande verschrieben. Ihr

langjähriges Engagement hat das Ansehen

Deutschlands in Afrika entscheidend geprägt

und unsere Beziehungen zu vielen

afrikanischen Ländern auf eine ganz neue

Ebene gebracht. Viele Initiativen der G7/G8

und der G20 tragen ihre Handschrift.

Mit der vorliegenden Ausgabe wollen wir

eine afrikapolitische Bilanz ziehen und

einen Ausblick wagen. Vor der nächsten

Bun desregierung liegt eine Richtungsentscheidung,

denn Afrika befindet sich im

Wan del, der sich nach Überwindung der

aktuellen Krise noch beschleunigen wird.

Die Bedeutung des Kon tinents wird weiterwachsen.

Deutschland und Europa müssen

sich dort mehr enga gieren. Die gemeinsamen

Herausfor derungen lassen sich nur

lösen, wenn pri vates Kapital und Unternehmergeist

stär ker mobilisiert werden.

Gemeinsam mit unseren Mitgliedern und

unserem Netzwerk, werden wir in den

nächs ten Monaten darauf hinarbeiten, dass

die nächste Bundesregierung eine Afrikapolitik

entwirft, die sehr viel ambition ierter

und vor allem konkreter ist, als es aus den

aktuell vorliegenden Par teipro grammen

herauszulesen ist. Die Bei träge in dieser

Ausgabe zeigen, dass viele Un ternehmer

und Politiker die Notwendigkeit einer

ehrgei zigeren Afrikapolitik längst erkannt

haben. Afrika gehört mit seinen wirtschaftlichen

Chancen ganz oben auf die Agenda

der nächsten Bundesre gierung.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Dear Readers!

Africa will miss her. This is how I sum

up the approaching end of Angela

Merkel’s chancellorship from our perspective.

Aside from former German President

Horst Köhler, no other German politician

has dedicated themselves so intensively

and consistently to cooperation with the

African continent and to modernising the

image of Africa in Germany over the past

20 years. Her long-standing commitment

has had a decisive impact on Germany’s

reputation in Africa, and has taken our

relations with many African countries to a

whole new level. Several initiatives of the

G7/G8 and the G20 bear her signature.

In this issue, we take stock of Germany’s

Africa policy and venture an outlook. The

next German government will have to decide

on which course to pursue, as Africa

is undergoing a transformation that will

accelerate once the current crisis has been

overcome. The continent will continue to

grow in importance, and Germany and

Europe need to step up their involvement.

The common challenges can only be overcome

with greater mobilisation of private

capital and entrepreneurial spirit.

In the coming months, we will work with our

members to ensure that the next German

government drafts an Africa policy that is

much more ambitious and, above all, more

concrete than is evident in the current party

platforms. The articles in this issue show

that many entrepreneurs and politicians

have long recognised the need for such

a highly ambitious Africa policy. Africa,

with its economic opportunities, should

be placed at the top of the agenda of the

next German government.

I hope you enjoy reading this

issue of our magazine!

Christoph Kannengießer

Hauptgeschäftsführer / CEO

_2/2021


4 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙

INHALT

10

Partner bleiben

Die Bedeutung der deutschen

Afrikapolitik

Subsaharische Bauten

Architekturführer

48

Editorial...................................................... 3

Impressum ................................................. 4

Afrika in Zahlen .......................................... 6

Schwerpunkt: Die Zukunft der

deutschen Afrikapolitik

Afrika neu begegnen .................................. 8

Grußwort von Bundespräsident a.D.

Prof. Dr. Horst Köhler

Partner bleiben........................................... 10

Die Bedeutung der deutschen Afrikapolitik

Auf weiterhin gute Zusammenarbeit!......... 20

Fünf afrikanische Länder, mit denen

Deutschland in besonderem Maße kooperiert

Das Ende einer Ära?................................... 26

Afrikanische Botschafter über das

Ausscheiden von Bundeskanzlerin Merkel

Neue Wege?................................................ 30

Stimmen der Wirtschaft

Impressum

Mehr Licht als Schatten.............................. 34

Kommentar von Christoph Kannengießer

Ländliche Entwicklung

durch Wertschöpfungsketten..................... 36

German Agribusiness Alliance

Hintergrund

Gesundheit für alle ..................................... 38

Gastbeitrag mTOMADY

Senegal – Regionale

Stromversorgung aus Wasserkraft ............ 42

Gastbeitrag ANDRITZ Hydro

Afrika-Vertrieb outsourcen ........................ 44

Gastbeitrag Africa Technology Partners

„Solarkraft ist die Antwort“ ....................... 46

Tysilio-CEO Xavier Juin im Gespräch

mit dem Afrika-Verein

Panorama

Subsaharische Bauten ............................... 48

Architekturführer

Lesenswert................................................. 52

Aktuelle Buchtipps

Afrika-Verein

Presseschau............................................... 54

Der Afrika-Verein in den Medien

„Die Stärkung der deutsch-afrikanischen

Beziehungen sollte mehr Aufmerksamkeit

bekommen“................................................ 56

Im Gespräch mit dem Afrika-Verein

Positionen, Personalien und

Mitgliedsunternehmen ............................... 60

Agenda ....................................................... 66

Der Terminkalender für Messen,

Veranstaltungen und digitale Angebote

Außenansicht ............................................. 68

Interview mit Nana Akufo-Addo, Präsident

der Republik Ghana

– Afrika Wirtschaft

DAS MAGAZIN DES AFRIKA-VEREIN

DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT

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Herausgeber · V.i.S.d.P.:

Christoph Kannengießer

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Gestaltung und Layout: Leonard Hertel

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Übersetzung: James Bray

Lektorat: Nana Gerritzen & James Bray

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Christian Ancker, Sophia Baumert,

Jennifer Bencivenga, Johannes Buschmeier, Daniel

El-Noshokaty, Anna Feest, Nana Gerritzen,

Christoph Kannengießer, Prof. Dr. Horst Köhler,

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Diese muss nicht mit der Auffassung der

Redaktion übereinstimmen.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙

5

TABLE OF CONTENTS

9

ENCOUNTERING AFRICA ANEW

A word of welcome from former

German President Prof. Dr Horst Köhler

SPECIAL GUEST INTERVIEW

Interview with Nana Akufo-Addo, President

of the Republic of Ghana 70

Editorial...................................................... 3

Publication details...................................... 5

Africa in figures.......................................... 7

Featured Topic: The future of

Germany’s Africa policy

Encountering Africa anew .......................... 9

A word of welcome from former German

President Prof. Dr Horst Köhler

An ongoing partnership ............................... 15

The future of Germany’s Africa policy

Looking forward to continued

successful cooperation ............................... 23

Five African countries that have benefited

from increased cooperation with Germany

The end of an era?...................................... 28

African ambassadors on the end

of the Merkel era

New paths?................................................. 32

Voices from industry

More light than shadow ...................................... 35

Commentary by Christoph Kannengießer

Rural development through

value chains ............................................... 37

German Agribusiness Alliance

Background articles

Healthcare for all........................................ 40

Guest article mTOMADY

Senegal – regional electricity

supply from hydropower............................. 43

Guest article ANDRITZ Hydro

Sales outsourcing in Africa ........................ 45

Guest article Africa Technology Partners

“Solar solutions are the answer”................ 47

Interview with Tysilio CEO Xavier Juin

Arts & Culture

Sub-Saharan structures............................. 50

Architectural guide

Recommended reading............................... 52

Current book tips

German-African Business Association

In the press ................................................ 55

The German-African Business

Association in the media

“The strengthening of

German-African economic relations

should be granted more attention” ............... 58

In conversation with the German-African

Business Association

German-African Business Association

news, members & more.............................. 60

Up and coming............................................ 66

Agenda for fairs, events, and digital meetings

Special guest interview.............................. 70

Interview with Nana Akufo-Addo, President

of the Republic of Ghana

Publication details

– Afrika Wirtschaft

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_2/2021


6 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ AFRIKA IN ZAHLEN ∙

Impfstoff

_Die Weltgesundheitsorganisation WHO

hat die schleppend anlaufende Versorgung

Afrikas mit Impfstoffen gegen COVID-19 kritisiert.

Weniger als zwei Prozent aller welt -

weit ausgelieferten Impfdosen seien bis

Anfang April auf dem afrikanischen Kon -

tinent verimpft worden, sagte die WHO-

Regionaldirektorin Matshidiso Moeti. Afrika

stellt mehr als 17 Prozent der Weltbevölkerung.

Mehr als eine Milliarde Afrikaner

stünden bei der globalen Impfkampagne

noch im Abseits, betonte Moeti.

Corona-Pandemie

Bis Ende des Jahres will das globale Impfstoffprogramm

COVAX mit rund 600 Millionen

Impfstoff-Dosen mindestens 20

Prozent der afrikanischen Bevölkerung

gegen Corona impfen. Um 60 Prozent der

Menschen auf dem gesamten Kontinent

zu impfen, was der Mindestanforderung

für Herdenimmunität entspricht, würden

laut dem Fachjournal Nature etwa 1,5 Milliarden

Impfstoffdosen benötigt. Ghana

und Côte d‘Ivoire waren im Februar die

ersten Länder, die COVID-19-Impfungen

im Rahmen der globalen COVAX-Initiative

erhielten.

Quellen: Nature, Reuters, WHO.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ AFRICA IN FIGURES ∙

7

of global

vaccines

Coronavirus

pandemic

_The World Health Organization (WHO)

has criticised the slow start to the roll out

of COVID-19 vaccines in Africa. According

to Matshidiso Moeti, WHO Regional

Director for Africa, Africa accounts for

less than two percent of the vaccines

administered globally so far, despite the

continent hosting more than 17 percent

of the world’s population. “More than a

billion Africans remain on the margins

of this historic march to overcome the

pandemic,” stressed Moeti.

By the end of the year, the global vaccine

initiative COVAX aims to vaccinate

at least 20 percent of Africa’s population

against the coronavirus using around 600

million doses of vaccine. According to the

scientific journal Nature, to vaccinate 60

percent of the people across the continent

(the minimum required for herd immunity)

would require around 1.5 billion doses of

vaccine. In February, Ghana and Côte

d’Ivoire became the first countries to recei

ve COVID-19 vaccines as part of the

COVAX initiative.

© Getty Images

Sources: Nature, Reuters, WHO.

_2/2021


8 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

Afrika

neu

begegnen

Grußwort von Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Horst Köhler

Die politische Aufmerksamkeit für Afrika

wächst. Achtmal bereiste die Bundeskanzlerin

den Kontinent in den letzten fünf Jahren. Ein

halbes Dutzend Bundesministerien hat Afrika-Strategien

– so viele, dass ich in Afrika

darüber bisweilen Verwirrung feststelle. Allerdings

wird Afrikapolitik – nicht nur in Deutschland

– noch immer häufig in einem Atemzug

mit „Fluchtursachenbekämpfung“ genannt.

Und noch immer erscheint Afrika als Objekt

unserer wohlwollenden Fürsorge. Das ist ein

viel zu enger Blick. Europa muss Afrika neu

begegnen: mit einer Haltung, die diesem

Kontinent Respekt erweist und ihn endlich

als eigenständiges politisches Subjekt versteht;

mit eigenen Visionen und eigener Verantwortung,

mit eigenem Handlungswillen

und eigenen Handlungsoptionen.

Wissen wir hierzulande genug über afrikanische

Realitäten, über die politischen Institutionen,

Vorhaben, Diskussionen, über

die kulturellen Selbstfindungsprozesse, die

derzeit im Gang sind? Nehmen wir unsere

europäische Verantwortung ausreichend

wahr, die der afrikanischen Verantwortung für

eine gute Zukunft des Kontinents gegenübersteht

– zum Beispiel bei der Unterstützung für

die Schaffung von Arbeitsplätzen in Afrika?

Wo bleiben eigentlich die langfristigen Investitionsstrategien

der deutschen und europäischen

Wirtschaft in Afrika?

Aktuell entfallen nicht einmal ein Prozent der

weltweiten ausländischen Direktinvestitionen

deutscher Unternehmen auf Afrika. Gerade

unsere großen Unternehmen sind dort vergleichsweise

wenig präsent. Nun empfehle

ich keinem, aus Idealismus in Afrika zu investieren.

Aber ich bin überzeugt, der „Exportweltmeister

Deutschland“ sollte sich angesichts

der geopolitischen Verwerfungen

besser früher als zu spät die Frage stellen,

wo neue Zukunftsmärkte entstehen. Mit der

Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone

AfCFTA entfaltet sich das Potenzial eines

Binnenmarktes mit weit über einer Milliarde

Menschen vor der europäischen Haustür. In

Afrika nur verkaufen zu wollen, reicht jedenfalls

nicht aus. Es ist auch keine Strategie,

darauf zu warten, bis dort alle Investitionsbedingungen

ideal sind und die kaufkräftigen

Mittelschichten groß genug. Aus der deutschen

Wirtschaftsgeschichte wissen wir,

dass sich Unternehmen im Ausland häufig

in Clustern organisieren. Mittlere und kleinere

Unternehmen folgen dabei den Großen. In Afrika

ist eine solche Führungsrolle großer deutscher

Unternehmen noch nicht erkennbar.

Afrika und Europa sind durch Geschichte

und Geographie in einer Schicksalsgemeinschaft

verbunden. Europa muss deshalb jetzt

auch der erste Anwalt dafür sein, dass Afrikanern

voller und zeitgerechter Zugang zu CO-

VID-19-Impfstoffen ermöglicht wird. Es liegt

in Europas ureigenem Interesse, dass Afrika

die sozialen und ökonomischen Folgen der

Pandemie überwinden und zu einem neuen

Wachstumspol der Weltwirtschaft werden

kann. Und schließlich gehört zum nötigen

Kulturwandel in Europas Afrikapolitik auch

eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem

kolonialen Erbe. Die jüngst von Deutschland

angekündigte Rückgabe von Benin-Bronzen

ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Unsere beiden Kontinente können gemeinsam

neue Wege finden in den großen

Suchprozessen unserer Zeit – ob in Fragen

einer gerechteren Gestaltung der Globalisierung,

einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsweise

oder bei der Nutzung der Chancen

der digitalen Revolutionen. Dann könnte

die afrikanisch-europäische Partnerschaft

auch ein Leuchtturm für die Weltpolitik im

21. Jahrhundert sein.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

9

Encountering

Africa anew

A word of welcome from former German President Prof. Dr Horst Köhler

© Felix Brüggemann

Africa is garnering increasing political attention.

The German Chancellor has visited

the continent eight times in the last five years.

Half a dozen federal ministries have Africa

strategies – so many that I sometimes find

confusion about them in Africa. However,

Africa policy – not only in Germany – is still

mentioned in the same breath as “fighting

the causes of forced migration”. And Africa

is still framed as the recipient of our benevolent

care. This is far too narrow a view. Europe

must encounter Africa anew: with an attitude

that shows respect for this continent and that

finally recognises it as an independent political

subject; with its own visions and its own

responsibility, with its own will to act, and its

own options for action.

Do we in Germany know enough about African

realities, about the political institutions,

projects, discussions, about the cultural

self-discovery processes that are currently

underway? In addition to the African responsibility

for ensuring a good future for the continent,

are we sufficiently aware of our own

European responsibility in this respect – for

example, in supporting the creation of jobs

in Africa? Where, in fact, are the long-term investment

strategies of German and European

industry in Africa?

Currently, Africa accounts for less than one

percent of foreign direct investment by German

companies. Our large companies, in particular,

have comparatively little presence on

the continent. I would not recommend investing

in Africa out of idealism. However, in view

of the current geopolitical upheavals, I am

convinced that Germany, as a leading global

exporter, should ask itself sooner rather than

too late where the new markets of the future are

to be found. With the African Continental Free

Trade Area (AfCFTA), the potential of a single

market with well over a billion people is unfolding

on Europe’s doorstep. In any case, simply

wanting to sell in Africa is not enough. Nor is it

a strategy to wait until all investment conditions

are ideal and middle-class purchasing power

is large enough. We know from German economic

history that companies abroad often organise

themselves into clusters. Medium-sized

and smaller companies follow the big ones. In

Africa, this leading role of large German companies

is not yet apparent.

access to COVID-19 vaccines. It is in Europe’s

vital interest that Africa can overcome

the social and economic consequences of

the pandemic and become a new growth

pole for the global economy. And finally, the

necessary cultural change in Europe’s Africa

policy also includes a genuine effort to

come to terms with the European colonial

legacy. The restitution of the Benin Bronzes

recently announced by Germany is a step in

the right direction.

Together, our two continents can find new

paths in addressing the great questions of our

time – whether it be with respect to a fairer

shaping of globalisation, an environmentally

sustainable way of doing business, or in taking

advantage of the opportunities of the digital

revolution. Then, African-European partnership

could also be a beacon for global

politics in the 21st century.

History and geography bind Africa and

Europe to a common destiny. As such, Europe

must now also be the primary advocate

for ensuring that Africans have full and timely

_2/2021


10 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

DEUTSCHE AFRIKA-POLITIK

Der AV-Vorsitzende Stefan Liebing und Heinz-Walter Große

begrüßen Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo beim G20 Investment Summit.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

11

Partner

bleiben

Privatinvestitionen ankurbeln, Wohlstand und

Arbeitsplätze schaffen – das waren die Ziele der

deutschen Afrika-Politik unter Bundeskanzlerin

Merkel. Was konnte erreicht werden und warum

sollten Merkels politische Nachfolger Afrika

nicht aus den Augen verlieren?

© Kathrine Uldbæk Nielsen

_2/2021


12

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

Nana Gerritzen

Am Sonntag, den 26. September wird der 20. Deutsche

Bundestag gewählt. Neben der Kanzlerin hat auch Gerd

Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung, seinen Abschied aus der Politik angekündigt.

Während sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen

lässt, wie die Wahl ausgeht und ob Armin Laschet, Annalena

Baerbock oder Olaf Scholz das Rennen um die Kanzlerschaft

für sich entscheiden kann, lässt sich zweifelsohne sagen, dass

der Ausgang der Wahl erheblichen Einfluss auf das Leben

der Menschen in Deutschland und Europa aber auch auf dem

afrikanischen Kontinent haben wird. Nie zuvor hat Afrika in

der deutschen Bundespolitik eine derart prominente Rolle

eingenommen, wie in der seit nunmehr 16 Jahren andauernden

Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Nach Jahrzehnten, in denen sich die deutsch-afrikanischen

Beziehungen weitgehend auf klassische Entwicklungshilfe beschränkt

hatten, galt Afrika nicht länger als Krisen-, sondern als

Chancenkontinent mit dessen Akteuren man auf Augenhöhe

kooperieren wolle. Besonders in der sich nun dem Ende zuneigenden

letzten Legislaturperiode hat die Bundesregierung

Afrika immer wieder zum Schwerpunktthema gemacht.

2017 wurde auf dem G20-Gipfel in Hamburg

der Compact with Africa (CwA) beschlossen, um

private Investitionen in reformorientierten afrikanischen

Ländern durch Verbesserungen der Makro-,

Finanzierungsrahmen- und Geschäftsbedingungen

zu fördern. Im selben Jahr ging der vom Bundesministerium

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und

Entwicklung (BMZ) initiierte Marshallplan mit Afrika an den Start.

2019 folgte der vom Afrika-Verein vorgeschlagene Entwicklungsinvestitionsfonds

mit AfricaConnect und AfricaGrow, das

Wirtschaftsnetzwerk Afrika und die Sonderinitiative Ausbildung

und Beschäftigung. 2018 und 2019 hat die Regierung auf den

vom Afrika-Verein ausgerichteten G20-Investitionsgipfeln für

gleichberechtigte Partnerschaften mit und verstärkte Investitionen

in afrikanische Länder geworben. „Wir wollen hier heute

gemeinsam ein deutliches Signal setzen, nämlich dass uns an

einer guten und gewinnbringenden Nachbarschaft zwischen

Afrika und Europa gelegen ist“, sagte die Bundeskanzlerin im

Oktober 2018 vor Unternehmern und afrikanischen Staatschefs

auf dem ersten G20 Investment Summit in Berlin.

Die EU

ist Afrikas

größter Handelspartner.

Seit der sogenannten Flüchtlingskrise von 2015 scheint die

Bundesregierung mit Blick auf Afrika zwei Herausforderungen

auf einmal angehen zu wollen: Auf der einen Seite sollen die

Lebensbedingungen vor Ort verbessert, Wohlstand und Arbeitsplätze

geschaffen und Armut – auch im Rahmen der Fluchtursachenbekämpfung

– verringert werden. Auf der anderen Seite will

man deutschen Unternehmen bessere Rahmenbedingungen

für Investitionen in afrikanischen Ländern ermöglichen und neben

den geostrategischen Aufsteigern China, Russland, Indien,

der Türkei und den Golf-Staaten nicht in der völligen Bedeutungslosigkeit

verschwinden. Bislang mit begrenztem Erfolg:

Während die EU selbst nach dem Brexit mit 31 Prozent der Ex -

porte und 29 Prozent der Importe Afrikas größter Handels partner

bleibt, sind Direktinvestitionen (FDI), insbesondere von

deutschen Unternehmen, bisher vergleichsweise gering. Der

Bestand der deutschen Investitionen in Afrika erhöhte sich im

Vorkrisenjahr 2019 zwar um fünf Prozent auf 12,1 Milliarden Euro.

Das entspricht aber nur knapp einem Prozent aller deutschen

Direktinvestitionen im Ausland. Zum Vergleich: China investiert

etwa viermal so viel und auch Frankreichs Investitionen in Afrika

haben sich zwischen 2000 und 2017 verzehnfacht.

DIE ZUKUNFT DER DEUTSCHEN AFRIKA-POLITIK

Die Pandemie verschärft die Situation weiter: Zwischen Januar

und Juli letzten Jahres sind die deutschen Importe aus Afrika

laut Statistischem Bundesamt auf rund 10,4 Milliarden Euro gesunken

– das sind knapp 3,6 Milliarden weniger als im Vorjahreszeitraum.

Und auch die Exporte sind gesunken: Sie lagen

in den ersten sieben Monaten 2020 bei knapp 11,6 Milliarden

Euro - rund 2,6 Milliarden unter dem Vergleichswert aus dem

Vorjahr. Das entspricht Rückgängen von 26 und

18 Prozent. Auch die deutschen Netto-Direktinvestitionen

in Subsahara-Afrika gingen zurück. Sie

lagen nach Angaben der Bundesbank von Januar

bis September 2020 bei 698 Millionen Euro und

damit rund 171 Millionen niedriger als im gleichen

Zeitraum 2019. Und aus einer Studie der Jacobs

University Bremen, für die 100 deutsche Unternehmen,

die in Afrika aktiv sind, befragt worden waren, ging hervor,

dass 75 Prozent ihre Aktivitäten 2020 hätten ausbauen wollen.

Pandemiebedingt konnten nur 13 Prozent an diesen Plänen

festhalten. Die deutsche Wirtschaft habe aber nicht mit Afrika

abgeschlossen, sondern sei in einer Wartestellung, sagt Tilo

Halaszovich, Wirtschaftsprofessor an der Jacobs University.

Um nach Ende der Pandemie möglichst viele Unternehmen

schnell wieder nach Afrika zu bringen, wünsche er sich kleinteilige,

schnelle Unterstützungsmaßnahmen mit relativ geringen

Hürden auf administrativer Seite. „Die Nachfrage wird da sein",

so der Wirtschaftsforscher.

Eine grundsätzliche Neuausrichtung des deutschen Afrika-Verständnisses

und der Afrika-Politik erhofft sich indes

Robert Kappel, Professor für Wirtschaftswissenschaften und

Afrika-Experte. „Afrika ist trotz erhöhter politischer Aufmerksamkeit

insgesamt gesehen wirtschaftlich noch unwichtiger geworden,

als es ohnehin schon war“ schreibt er in seinem im

vergangenen Jahr erschienenen Papier Die Neujustierung der

deutschen Afrikapolitik. Ein Umsteuern sei angeraten, um

nicht noch weiter zurückzufallen und noch mehr Einfluss auf

dem afrikanischen Kontinent zu verlieren. Die von deutschen

Ministerien vorgelegten Konzepte seien bislang in sich zu widersprüchlich,

um die deutsche Afrikakooperation neu zu justieren.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

13

den Abbau von Inflation und

Haushaltsdefiziten. Nach dem

Pandemiejahr, in dem Afrika

ganz oben auf der politischen

Agenda hätte stehen sollen –

so sollte im Frühjahr 2020 eigentlich

die neue Afrika-Strategie

auf dem EU-AU-Gipfel beschlossen

werden – droht die

deutsche Afrika-Politik auch

im laufenden Jahr von Pandemiebewältigung

und innenpolitischen

Wahlkampfthemen

von der Agenda verdrängt zu

werden.

© Getty Images

Chefsache: Bundeskanzlerin Merkel und afrikanische Staatsschefs

beim zweiten G20 Investment Summit in Berlin.

„Würde Deutschland die Zeichen der Zeit erkennen und realisieren,

dass afrikanische Länder nicht mehr im post-kolonialem

Schlepptau agieren wollen, würde Deutschland realisieren, dass

die Länder des Kontinents ihren eigenen Entwicklungsweg

gehen, würde Deutschland die Dynamiken auf dem Kontinent

antizipieren (Urbanisierung, Entwicklung der Mittelschichten,

besser ausgebildete Arbeitskräfte, dynamische Start-ups, stärkere

afrikanische Integration), dann könnte Deutschland sich

sowohl von post-kolonialen Denkstrukturen, von chinesischem

Dominanzbestrebungen und vom imperialen Druck der IFIs

[Internationale Finanzinstitutionen, Anm. d. Red.]

emanzipieren und einen neuen Weg der Kooperation

beschreiten“, schreibt Kappel. Europa und

Deutschland sollten anerkennen, „dass Afrika

nicht auf Goodwill, Samaritertum, Paternalismus

und asymmetrische Handelsbeziehungen setzt,

sondern auf endogene Entwicklung.“

IM WAHLKAMPF SPIELT AFRIKA KEINE ROLLE

Unklar ist, wie es mit den von der noch amtierenden Regierung

angestoßenen Programmen und der deutschen Afrikapolitik mittel-

und langfristig weitergehen wird. „Die Dinge, die angestoßen

wurden, das veränderte Denken, die stärkere Ausrichtung auf

wirtschaftliche Entwicklung, auf Privatinvestitionen, auf Infrastrukturausbau

– das darf und das wird nicht nur an der Bundeskanzlerin

oder an Entwicklungsminister Müller hängen“, sagt

Günter Nooke, der seit 2010 Persönlicher Afrikabeauftragter der

von Angela Merkel ist. Fakt ist, dass viele der Initiativen auf einen

längeren Zeitraum als eine Legislaturperiode ausgelegt sind.

Gerade der CwA setzt auf Reformen in den afrikanischen Partnerländern,

die nicht in wenigen Jahren vollständig umgesetzt

werden können, wie etwa die Bekämpfung von Korruption und

Nur 1% aller im

Ausland getätigten

deutschen Direktinvestitionen

fließen

nach Afrika.

Auch was von der politischen

Haltung der Nachfolgeregierung

zu erwarten wäre, ist

noch völlig unklar. Die Wahlprogramme

von CDU/CSU und AfD standen zum Zeitpunkt

unseres Redaktionsschlusses (Ende Mai) noch aus, in den

Programmentwürfen von Bündnis 90/Die Grünen und Die

Linke bleibt Afrika völlig unerwähnt. Die SPD erwähnt den

Nachbarkontinent in einem Satz: „Die Partnerschaft zwischen

Europa und Afrika wollen wir politisch und wirtschaftlich deutlich

ausbauen und auf ein neues Level der Zusammenarbeit

heben.“ Die FDP ist die einzige Partei, die dem afrikanischen

Kontinent in ihrem Programmentwurf von Mitte April einen

ganzen Absatz einräumt, in dem sie unter anderem eine mit

den europäischen Mitgliedsstaaten abgestimmte

Afrikapolitik fordert.

Dies könnte man als Kritik an dem von Entwicklungsminister

Müller und Arbeitsminister Heil initiierten

und umstrittenen nationalen Lieferkettengesetz

lesen, das noch vor der Wahl vom Bundestag

verabschiedet werden soll. Das Gesetz soll zur

Einhaltung von Menschenrechten in internationalen

Lieferketten beitragen, wird jedoch von großen Teilen der

Wirtschaft als falscher Ansatz und nationaler Alleingang abgelehnt.

„Den von der Bundesregierung vorgestellten Kompromiss

für ein nationales Lieferkettengesetz lehnen wir weiter entschieden

ab“, sagt der AV-Vorsitzende Stefan Liebing. Das Gesetz

trage in seiner derzeitigen Verfassung nicht zur Stärkung von

Menschenrechten und der Einhaltung von Umweltsstandards

bei und werde deutsche Unternehmen eher von Investitionen

auf dem afrikanischen Kontinent abhalten. Wirtschaftlich und

politisch zum Teil fra gile Märkte und Staaten würden mit dem

Gesetz Investoren aus Ländern überlassen werden, die sich

um Menschenrechte und Umweltschutz wenig scheren. „Das

Lieferkettengesetz wird, wenn es so umgesetzt wird, unsere

Unternehmen im internationalen Wettbewerb benachteiligen

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14

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

© Getty Images

und damit auch deren Engagement in afrikanischen Ländern

gefährden", so Liebing.

AFRIKA WÄCHST

Das Interesse der deutschen Wirtschaft an Afrika dürfte derweil

aller Voraussicht nach anhalten. Viele afrikanische Länder

verzeichneten in den vergangenen zehn bis 15 Jahren ein überdurchschnittlich

hohes Wirtschaftswachstum und steigende

Pro-Kopf-Einkommen. Das Durchschnittsalter der aktuell rund

1,3 Milliarden Afrikaner liegt bei 19 Jahren. Die wirtschaftlichen

Auswirkungen der Corona-Pandemie werden sich weltweit und

auch in Afrika noch lange bemerkbar machen, doch es gibt

vorsichtigen Anlass zu Optimismus. So rechnet eine im April

veröffentlichte Studie des Centre for Business and Technology in

Africa der Hochschule Flensburg mit einer schnellen

Erholung in vielen afrikanischen Ländern.

„Wesentliche Treiber des BIP-Rückgangs waren

eingebrochene Rohstoffpreise und der ausgebliebene

Tourismus. Während die Rohstoffpreise

schon wieder deutlich gestiegen sind, kann man

wohl davon ausgehen, dass nach dem Ende der

Pandemie auch der Tourismusumsatz schnell

zurückkehren wird“, sagt Kay Pfaffenberger, der

Direktor des Zentrums. „Wir gehen daher davon aus, dass

spätestens im kommenden Jahr das Vorkrisenniveau wieder

erreicht sein wird.“

Für die Zeit nach der Erholung erwarten die Autoren der

Studie ein weit steileres Wachstum als vor der Krise. „Die Jahre

2018 und 2019 waren Rekordjahre deutscher Investitionen in

Afrika. Zusätzlich zu diesem generellen Trend hin zu Afrika

sehen wir zwei weitere wichtige Entwicklungen, die für den

Kontinent positiv sein könnten“, erläutert Professorin Nelly Oelze,

Co-Autorin des Papiers. Einerseits hätten viele Unternehmen

während der Krise erkannt, dass die einseitige Konzentration

auf Lieferketten in Fernost riskant sei. Derzeit ziehe die deutsche

AfCFTA könnte

das Einkommen

Afrikas um 450 Milliarden

US-Dollar

steigern.

Wirtschaft Konsequenzen aus diesen Erfahrungen und plane

eine Diversifizierung. Gerade für arbeitsintensive einfachere

Produktionsprozesse biete Afrika mit seiner geografischen

Nähe zu Europa und vergleichsweise geringen Lohnkosten eine

Alternative. Ein zweiter Faktor, der in den kommenden Jahren

wesentlich zu Wachstum und Entwicklung in Afrika beitragen

dürfte, ist nach Ansicht der Experten grüner Wasserstoff. Die

Bundesregierung habe erkannt, dass eine vollständige Umstellung

auf erneuerbare Energie nur möglich sei, wenn grüne

Energie importiert werden könne. Dafür biete sich an, in Afrika

mithilfe von Solarenergie produzierten grünen Wasserstoff nach

Europa zu transportieren. „Ich bin mir sicher, dass in Afrika ein

ganz neuer Wirtschaftszweig entstehen wird“, sagt Stefan

Liebing, AV-Vorsitzender und Honorarprofessor am Centre for

Business and Technology in Africa. „Künftig werden wir nicht

mehr an die Ölländer des Nahen Ostens überwei

sen, sondern unsere Energie auch in Afrika

einkaufen.“

Eine ähnlich positive Entwicklung prognostizieren

Experten der Weltbank im aktuellen Africa’s Pulse,

einem halbjährlich erscheinenden Bericht. Dem

Papier nach wird für das laufende Jahr in Subsahara-Afrika

ein durchschnittliches Wachstum von 2,3

bis 3,4 Prozent erwartet. 2022 soll das reale BIP-Wachstum in

der Region den Erwartungen nach bei 3,1 Prozent liegen. Dabei

werden die Treiber der wirtschaftlichen Erholung voraussichtlich

von Land zu Land variieren. Weniger rohstoffabhängige Länder

wie Côte d‘Ivoire und Kenia sowie vom Bergbau abhängige

Volkswirtschaften wie Botswana und Guinea dürften den Erwartungen

zufolge 2021 ein robustes Wachstum verzeichnen

– angetrieben von einem Aufschwung des privaten Konsums

und steigender Investitionen. „Viele Länder Afrikas haben

im vergangenen Jahr enorme Investitionen getätigt, um ihre

Volkswirtschaften über Wasser zu halten und das Leben und

die Lebensgrundlagen ihrer Bevölkerungen zu schützen“, sagte

der Chefökonom der Weltbank für die Region Afrika, Albert G.

Zeufack, Ende März. „Ehrgeizige Reformen, die

die Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützen, ein

faires Wachstum stärken, die Schwachen schützen

und zur ökologischen Nachhaltigkeit beitragen,

werden der Schlüssel zu den Bemühungen sein,

die zu einer stärkeren Erholung auf dem gesamten

afrikanischen Kontinent führen.“

Der Mitarbeiter eines Solarkraftwerks in Südafrika.

Schon bald könnte grüner Wasserstoff aus Afrika

die deutsche Energiewende vorantreiben.

Für weiteren Auftrieb dürfte die im Januar in

Kraft getretene panafrikanische Freihandelszone

AfCFTA sorgen. Sie macht den afrikanischen Kontinent

zur größten Freihandelszone der Welt und

soll die wirtschaftliche Integration afrikanischer

Länder in regionale und internationale Wertschöpfungsketten

fördern. Nach Schätzung der Weltbank

könnte die Freihandelszone das Einkommen des

Kontinents bis 2035 um 450 Milliarden US-Dollar

(385 Milliarden Euro) steigern, die Exporte inner halb

des Kontinents um 81 Prozent erhöhen und rund

30 Millionen Menschen aus der Armut befreien.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

15

GERMANY’S AFRICA POLICY

An ongoing

partnership

Boosting private investment and creating

prosperity and jobs – these were the goals of

Germany’s Africa policy under Chancellor Angela

Merkel. What could be achieved, and why should

Merkel’s successors not lose sight of Africa?

© Kathrine Uldbæk Nielsen

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

Nana Gerritzen

On Sunday 26 September, the 20th German Bundestag

will be elected. In addition to the Chancellor, German

Fede ral Minister of Economic Cooperation and Development

Gerd Müller has also announced his departure from

politics. At this stage, it is impossible to predict the results of

the election and whether Armin Laschet, Annalena Baerbock or

Olaf Scholz will be able to win the race for the chancellorship.

Nevertheless, one can state with certainty that the outcome of

the election will have a significant impact on the lives of people

in Germany and Europe, as well as on the African continent.

Never before had Africa played such a prominent role in German

federal politics as it has during Chancellor Angela Merkel’s

16-year term in office.

31 percent of exports and 29 percent of imports,

foreign direct investment has been comparatively

low, especially by German companies. Although

German investments in Africa increased by five

percent to 12.1 billion euros in pre-crisis 2019, this

still corresponded to only around one percent of

all German foreign direct investment. By comparison,

China invests about four times as much,

and France’s investments in Africa also increased

tenfold between 2000 and 2017.

THE FUTURE OF GERMANY’S

AFRICA POLICY

After decades in which German-African relations had largely

been limited to traditional development aid, Africa is no longer

seen as a continent of crisis, but rather as a continent of opportunity

to be treated as a partner on equal footing. Particularly in

the current legislative period, now drawing to a close, the German

government has made Africa a priority. In 2017, the Compact

with Africa (CwA) was adopted at the G20 Summit in Hamburg to

promote private investment in reform-oriented African countries

through improvements to the macro, financing, and

business conditions. In the same year, the German

Federal Ministry for Economic Cooperation and

Development (Bundesministerium für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ) launched

the Marshall Plan with Africa. This was followed in

2019 by the Development Investment Fund proposed

by the German-African Business Association,

along with its associated programmes AfricaConnect, Africa-

Grow, the Africa Business Network, and the Special Initiative

on Training and Job Creation (Sonderinitiative Ausbildung und

Beschäftigung). In 2018 and 2019, the German government

promoted partnerships with and investment in African countries

at the G20 Investment Summits hosted by the German-African

Business Association. “Together, we want to send a clear signal

today; we are interested in a good and profitable relationship

between Africa and Europe,” the Chancellor told business leaders

and African heads of state at the G20 Investment Summit in

Berlin in October 2018.

Since the refugee crisis of 2015, the German government

seemingly wants to tackle two Africa-related challenges at once:

living conditions on the ground are to be improved, prosperity

and jobs created, and poverty reduced – also with the aim of

combatting the causes of refugee flows. At the same time, the

plan is to provide German companies with better conditions

for investing in African countries, so that they don’t fade into

complete irrelevance alongside the rising geostrategic influence

of China, Russia, India, Turkey, and the Gulf states. Thus

far, this has met with limited success: while the EU remains

Africa’s largest trading partner even after Brexit, accounting for

The EU

is Africa’s

largest trading

partner.

The pandemic is further exacerbating the situation:

according to the German Federal Statistical

Office, between January and July last year,

German imports from Africa fell to around 10.4

billion euros – almost 3.6 billion euros less than

for the same period in the previous year (a 26

percent decline). Exports have also fallen – they

were just under 11.6 billion euros in the first seven

months of 2020, around 2.6 billion

euros less than the previous year’s

figures (a drop of 18 percent). German

net direct investments in sub-Saharan

Africa have also declined. According

to Germany’s central bank, they stood

at 698 million euros from January to

September 2020, around 171 million

euros lower on a year-on-year basis. A study by

Jacobs University Bremen that surveyed 100 German

companies active in Africa showed that 75

percent of them had planned to expand their activities in 2020.

However, due to the pandemic, only 13 percent were able to

do so. Nevertheless, German industry is not done with Africa,

rather it is in a holding pattern, says Tilo Halaszovich, Professor

of Global Markets and Firms at Jacobs University. In order to

bring as many companies as possible back to Africa soon after

the pandemic ends, he would like to see “small-scale, rapid

support measures with low administrative hurdles,” remarking

that there is definitely demand for these.

Robert Kappel, Professor of Economics and Africa expert,

hopes for a fundamental readjustment of Germany’s conception

of Africa and its Africa policy. “Despite increased political

attention, Africa has, on the whole, become even less important

economically than it already was,” he wrote in his paper Die Neujustierung

der deutschen Afrikapolitik, published last year. A

readjustment is advisable in order not to fall even further behind

and lose even more influence on the African continent. However,

he believes the concepts presented by German ministries have

so far been too inconsistent to readjust German cooperation with

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

17

German Chancellor Angela Merkel

and African heads of state attend the

G20 Investment Summit.

Africa. “If Germany were to recognise the signs of the times and

realise that African countries no longer want to be towed along

by the legacy of post-colonialism, if Germany were to realise

that the countries of the continent are following their own development

path, if Germany were to anticipate the dynamics on

the continent (urbanisation, development of the middle classes,

better educated workforce, dynamic start-ups, stronger African

integration), then Germany could free itself both from post-colonial

thought structures, from Chinese efforts to dominate, and

from the imperial pressure of the international financial institutions

and embark on a new path of cooperation,” writes Kappel. Europe

and Germany should recognise “that Africa does not rely

on goodwill, good Samaritanism, paternalism, or asymmetrical

trade relations, but on endogenous development.”

AFRICA FEATURES LITTLE IN THE GERMAN

FEDERAL ELECTION CAMPAIGN

medium and long term. “The things that have been initiated, the

change in thinking, the stronger focus on economic development,

on private investment, on infrastructure development –

these should not and will not be up to the Chancellor or Development

Minister Müller alone,” says Günter Nooke, who has

been the Personal Representative of the German Chancellor

for Africa since 2010. The fact is that many of the initiatives are

designed for a longer period than one legislative term. The CwA

in particular focuses on reforms in African partner countries

that cannot be fully implemented in just a few years, such as

fighting corruption and reducing inflation and budget deficits.

After the year of the pandemic, in which Africa should have

been at the top of the political agenda (the new Africa strategy

was supposed to be adopted at the EU-AU Summit in spring

2020), Germany’s Africa policy is in danger of being pushed

off the agenda again this year by pandemic management and

domestic election issues.

© Getty Images

It is unclear how the programmes initiated by the current German

government or Germany’s Africa policy will continue over the

The policy platform of the next government is also unclear. At

the time of writing (end of May 2021), the election programmes

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

© Getty Images

Employee of a solar power plant in

South Africa - green hydrogen from African

countries could advance the transition

to renewable energy.

of the CDU/CSU and AfD had yet to be published, and the draft

programmes of Alliance 90/The Greens and The Left make no

mention whatsoever of Africa. The SPD mentions Europe’s neighbouring

continent in just one sentence: “We want to significantly

expand the partnership between Europe and Africa politically

and economically, and raise it to a new level of cooperation.”

The FDP is the only party to devote an entire paragraph to the

African continent in its draft programme from mid-April, in which

it calls for, among other things, an Africa policy coordinated with

the European Union member states.

This could be interpreted as a criticism of the controversial

national supply chain law initiated by Minister of Economic

Cooperation and Development Gerd Müller and

Minister of Labour and Social Affairs Hubertus Heil,

which is to be passed by the Bundestag before

the election. The law is intended to help ensure

compliance with human rights in international

supply chains, but has been criticised by large

parts of the business community for being the

wrong approach, as well as for its unilateralism.

“We continue to strongly oppose the compromise presented

by the German government for a national supply chain law,”

says German-African Business Association Chairman Stefan

Liebing. He maintains that, in its current version, the law does

not contribute to strengthening human rights and compliance

with environmental standards, and is more likely to discourage

German companies from investing on the African continent,

leaving economically and politically fragile African states to

investors from countries that care little about human rights and

environmental protection. “The supply chain law, if implemented

as is, will put our companies at a competitive disadvantage

internationally and thus also jeopardise their involvement in

African countries,” says Liebing.

Only one

percent of all German

foreign direct

investment goes

to Africa.

AFRICA IS GROWING

German industry is likely to continue to be interested in Africa.

Many African countries have recorded above-average economic

growth and rising per capita incomes over the past ten to 15

years. The average age of Africa’s current population of 1.3 billion

is 19. The economic impact of the coronavirus pandemic will

be felt around the world and in Africa for a long time to come,

but there are some grounds for optimism. For example, a study

published in April by the Centre for Business and Technology

in Africa at Flensburg University of Applied Sciences predicts a

rapid recovery in many African countries. “The main drivers of

the GDP decline were collapsed commodity prices and the lack

of tourism. While commodity prices have already

risen significantly again, we can probably assume

that tourism sales will also return quickly once

the pandemic is over,” said Kay Pfaffenberger,

Director of the centre. “We therefore assume that

the pre-crisis level will be reached again by next

year at the latest.”

The study’s authors expect growth to be far steeper in the

post-recovery period than before the crisis. “The years 2018

and 2019 were record years for German investment in Africa.

In addition to this general trend toward Africa, we see two other

important developments that could be positive for the continent,”

explained Professor Nelly Oelze, co-author of the paper. During

the crisis, many companies realised that the one-sided focus

on supply chains in Asia was risky, and German industry is

now drawing conclusions from this experience and is planning

to diversify. Africa offers an alternative with its geographical

proximity to Europe and its low labour costs, particularly for

labour-intensive, simpler production processes. A second factor

that the authors believe will contribute significantly to growth

and development in Africa in the coming years is green hydrogen.

The German government has recognised that a complete

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

19

switch to renewable energy is only possible if green energy can

be imported. An effective way of doing this is to convert solar

power in Africa into hydrogen and transport it to Europe. “I am

sure that a whole new industry will emerge in Africa,” says Stefan

Liebing, Chairman of the German-African Business Association

and Honorary Professor at the Centre for Business and Technology

in Africa. “In the future, we will no longer purchase from

the oil countries of the Middle East, but will also

buy our energy in Africa.”

Experts at the World Bank forecast a similarly

positive development in the current issue of

Africa’s Pulse, a semi-annual analysis published

by the organisation. According to the analysis,

average growth of 2.3 to 3.4 percent is expected in

sub-Saharan Africa for the current year. In 2022,

real GDP growth in the region is predicted to reach 3.1 percent.

Here, the drivers of economic recovery are expected to vary from

country to country. Countries that are less dependent on com -

modities, such as Côte d‘Ivoire and Kenya, as well as mining-dependent

countries like Botswana and Guinea, are forecast to

experience robust growth in 2021 – driven by an upturn in private

consumption and rising investment. “African countries have

made tremendous investments over the last year to keep their

The AfCFTA

could boost Africa’s

income by USD

450 billion.

economies afloat and protect the lives and livelihoods of their

people,” said Albert G. Zeufack, World Bank Chief Economist

for Africa, in late March. “Ambitious reforms that support job

creation, strengthen equitable growth, protect the vulnerable and

contribute to environmental sustainability will be key to bolstering

those efforts going forward toward a stronger recovery across

the African continent.”

The African Continental Free Trade Area (Af-

CFTA), which came into force in January, is

likely to provide an additional boost. It makes the

African continent the world’s largest free trade

area and is intended to promote the economic

integration of African countries into regional

and international value chains. The World Bank

estimates that, by 2035, the free trade area

could boost the continent’s income by USD 450 billion (EUR

385 billion), increase exports within the continent by 81 percent,

and lift some 30 million people out of poverty.

Gemeinsam für Wachstum

und Jobs in Afrika

Viele afrikanische Märkte bieten attraktive Wachstumschancen –

doch manchmal ist qualifiziertes Personal rar oder es fehlt eine

wichtige Zufahrtsstraße. Wir unter stützen Sie dabei, Investitionshemmnisse

zu überwinden!

Um in Afrika erfolgreich zu investieren, müssen

oft gewisse Herausforderungen gemeistert

werden: Vielleicht bedarf es zunächst der

besseren Verkehrsanbindung eines Industriegebietes

oder Fachkräfte müssen praxisnah

aus- und weitergebildet werden. Hier kommt

die Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung,

die unter der Marke Invest for Jobs

agiert, ins Spiel: Wir investieren, wenn Sie

auch inves tieren – vorausgesetzt, Ihr Projekt

schafft Jobs vor Ort und kommt auch der

Allgemein heit zugute. Nachdem der individuelle

Bedarf Ihres Unternehmens ermittelt ist,

stellen wir gemeinsam mit Ihnen ein leistungsstarkes

Maßnahmenpaket zusammen, um die

identifizierten Investitionshindernisse gezielt

zu überwinden. So eröffnen wir Wege für Investitionen

und schaffen Wachstumschancen

für Ihr Unternehmen in unseren afrikanischen

Partnerländern – Ägypten (in Vorbereitung),

Äthiopien, Côte d’Ivoire, Ghana, Marokko,

Ruanda, Senegal und Tunesien.

Nutzen Sie Ihre Wachstumschance!

Erfahren Sie mehr unter:

www.invest-for-jobs.com

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20 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

DEUTSCHE AFRIKA-POLITIK

Auf weiterhin gute

Zusammenarbeit!

Nana Gerritzen

© Kathrine Uldbæk Nielsen

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

21

Die gleichberechtigte Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern hat

in den vergangenen Jahren im politischen Berlin stetig an Bedeutung

gewonnen. Verstärktes Engagement – auch der Privatwirtschaft – auf dem

afrikanischen Kontinent war ein erklärtes Ziel der Kabinette Merkel. Mit

Bun deskanzlerin Angela Merkel scheidet im September eine bedeutende

Architektin der deutschen Afrika-Politk aus. Zeitgleich verlässt auch Gerd

Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung,

die deutsche Politik. Wie sich das auf die künftige Zusammenarbeit mit

unserem Nachbarkontinent auswirkt, wird sich noch zeigen. Wir stellen

Ihnen fünf Länder vor, die sich in den vergangenen Jahren über

verstärkte Kooperationen mit Deutschland

gefreut haben.

ANGOLA

Schon vier Jahre vor Beginn der Corona-

Pan demie befand sich Angola in der Rezession.

Der Einbruch der Rohölpreise zu Beginn

der Krise im Frühjahr vergangenen Jahres

hat das stark vom Erdölexport abhängige

Land schwer getroffen. Die ehemalige portugie

sische Kolonie ist einer der größten Erdölpro

duzenten Afrikas, rund ein Drittel des

BIP wird durch die Erdölindustrie erbracht.

2020 ist die Wirtschaftsleistung abermals

zurückgegangen. Trotz leichter Erholung

des Ölpreises wird das laufende Jahr nach

Expertenmei nungen nicht den erhofften Aufschwung

bringen. Dieser wird erst für 2022

erwartet und soll von der weiteren Erholung

der Ölpreise und wachsenden Aktivitäten in

anderen Wirtschaftssektoren getragen sein.

Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung anderer

Sektoren bemüht sich die angolanische

Regierung aktuell, Reformen umzusetzen und

den Umbau der angolanischen Wirtschaft

voranzutreiben. Viele Voraussetzungen für

eine diversifizierte Wirtschaft wie eine leistungsfähige

Infrastruktur und effiziente Verwaltungsinstitutionen

müssen jedoch erst

geschaffen werden.

Bereits 2011 haben Deutschland und Angola

im Zuge eines Staatsbesuchs von Bundeskanzlerin

Angela Merkel eine umfassendere

Partnerschaft vereinbart. Mit einem

Besuch in der Hauptstadt Luanda beendete

Merkel im Februar vergangenen Jah-

res auch ihre letzte Afrika-Reise bevor die

Co rona-Pandemie das Reisen unmöglich

machte. Bei einem Treffen mit dem angolanischen

Präsidenten João Lourenço unterzeichneten

beide Länder ein Abkommen, das

den Ausbau des Luftverkehrs in dem südwestafrikanischen

Land beinhaltet, auch im

Bereich Bildung soll die Zusammenarbeit

ausgebaut werden. Lourenço betonte, seine

Regierung wolle die Beziehungen in den

Bereichen Wirtschaft, Energie und Verkehr

intensivieren. Man habe großes Interesse an

Ausbildungsprogrammen für Führungskräfte

im Agrar-, Berufsbildungs- und Gesundheitsbereich.

Zudem wolle man die Kooperation im

Finanzsektor ausbauen. Derzeit sind nur etwa

25 deutsche Unternehmen in Angola aktiv.

CÔTE D’IVOIRE

Côte d’Ivoire zählt weiterhin zu den Wirtschaftsmotoren

Westafrikas, die Wirtschaft

des westafrikanischen Landes hat die Auswirkungen

der Corona-Pandemie bisher vergleichsweise

gut verkraftet. Der Internationale

Währungsfonds geht für 2020 von einem

leichten BIP-Plus von 2,3 Prozent aus. Für das

laufende Jahr erwartet der IWF ein Wachstum

von sechs Prozent und übersteigt damit sogar

die Schätzungen der ivorischen Regierung,

die ein Wirtschaftswachstum von 5,8 Prozent

prognostiziert. Die Regierung unter Präsident

Alassane Ouattara, der im vergangenen

Herbst im Amt bestätigt wurde, setzt seit

Jahren darauf, die Rahmenbedingungen für

Investitionen zu verbessern. Mit Erfolg: Zwischen

2014 und 2019 erzielte das Land jährliche

Wachstumsraten zwischen sieben und

zehn Prozent – und gehörte damit zu den am

schnellsten wachsenden Volkswirtschaften

auf dem afrikanischen Kontinent. Neben den

traditionellen Einkommensquellen wie dem

Export von Kakao (Weltmarktführer), Palmöl

und Kautschuk kommen bereits seit 2005

Erlöse aus der Öl- und Gasförderung hinzu.

Während Landwirtschaft und Minen im ganzen

Land verteilt sind, findet die übrige Wirtschaft

nahezu ausschließlich in der 5-Millionen-Einwohner-Metropole

Abidjan statt.

Im Rahmen des Compact with Africa schloss

Deutschland 2017 eine Reformpartner schaft

mit Côte d’Ivoire. Ziel der Initiative ist es, reformorientierte

Regierungen in ihren Bemühungen

zu unterstützen, makroökonomische

und politische Reformen durchzuführen, die

zu verstärkten privaten Investitionen, nachhaltiger

wirtschaftlicher Entwicklung und zur

Schaffung von Arbeitsplätzen führen. Inhaltlich

konzentriert sich die Partnerschaft mit CIV

auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Weitere Schwerpunkte sind der Ausbau

des Agrarsektors, die Einkommenssteigerung

für kleinbäuerliche Betriebe und der Erhalt

der Biodiversität. Darüber hinaus unterstützt

Deutschland die Reformbemühungen der

Côte d'Ivoire im Bereich der guten Regierungsführung

(„Good governance“).

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22 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

MAROKKO

Was Corona-Impfkampagnen angeht,

steht Marokko mit deutlichem Abstand an

der Spitze des afrikanischen Kontinents.

Bis Mitte Mai wurden 9,9 Millionen Impfdosen

verimpft, 12 Prozent der 36,5 Millionen

Einwohner waren bereits vollständig geimpft.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie

auf Marokko sind jedoch gravierend.

Der von der Regierung ausgerufene Gesundheitsnotstand

wurde zuletzt immer wieder

verlängert. Die schon zuvor strapazierte soziale

Gesamtsituation wird durch Corona weiter

verschärft. Bereits vor der Pandemie galt

die hohe Arbeitslosenrate, besonders unter

jungen Marokkanern, als große Herausforderung.

Für das laufende Jahr prognosti zieren

Experten ein Wirtschaftswachstum zwischen

vier und 5,5 Prozent und bewerten die nähere

Zukunft mit Blick auf Außenhandel und

Investitionen als verhalten positiv. Ein Teil des

Optimismus speist sich aus dem Klima: Nach

einem aufgrund von Dürreperioden eher

ma geren Vorjahr soll der Agrarsektor 2021

wieder anziehen. Außerdem besteht Zuversicht,

dass das nordafrikanische Land künftig

noch stärker als Nearshoring-Standort in

Erscheinung treten könnte, wovon unter anderem

der Automobilsektor profitieren dürfte.

Zudem hat das Industrieministerium im

vergangenen Jahr begonnen, die marokkanische

Eigenfertigung zu fördern.

Marokko war das erste Partnerland der Initiative

Compact with Africa. Die Regierung unter

König Mohammed VI. strebt eine Modernisierung

des Landes und die Diversifizierung

der Wirtschaft an und unternimmt einiges, um

Investoren anzuziehen. Das Land hat große

Ambitionen, seine Infrastruktur auszubauen.

Investitionsanreize und steuerliche Vorteile

haben in den vergangenen Jahren zu verstärkten

Direktinvestitionen in der Kfz-Industrie,

der Luftfahrt und bei Callcentern geführt.

Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien

entwickelt sich sehr dynamisch. Zudem ist

Marokko Teil der Nationalen Wasserstoffstrategie

Deutschlands. In diesem Rahmen soll

künftig über internationale Partnerschaften

auch der deutsche Energiebedarf mit in

Marokko produziertem grünem Wasserstoff

gedeckt werden.

NIGERIA

Corona-Krise und fallende Ölpreise haben

Nigerias ohnehin angeschlagene Wirtschaft

hart getroffen. Nach IWF-Schätzungen ist

das Bruttoinlandsprodukt des bevölkerungsreichsten

Landes auf dem Kontinent im

vergangenen Jahr um 4,3 Prozent geschrumpft.

Für das laufende Jahr rechnen die Experten

mit einer leichten Erholung und einem

BIP-Wachstum von 1,5 Prozent. Für die beiden

kommenden Jahre wird ein Wirtschaftswachstum

von über drei Prozent erwartet.

Besonders hart getroffen wurden neben dem

Öl- und Gassektor (Nigeria ist Afrikas größter

Rohöl-Produzent – Erdöl und Erdgas machen

rund 95 Prozent der Exporterlöse und fast 40

Prozent der Staatseinnahmen aus) das verarbeitende

Gewerbe und die Logistik. Profitieren

von der Krise konnten dagegen der IT-Sektor,

Landwirtschaft und Nahrungsmittelsektor,

die Chemie- und Pharmabranche und der

Finanzsektor. Schwer abzuschätzen sind die

Auswirkungen der Krise auf den informellen

Sektor, in dem nach Schätzungen der International

Labour Organization 2018 rund 80 Prozent

der Nigerianer beschäftigt waren. Nach

Expertenschätzungen sind rund vier Millionen

Menschen im Land durch die Auswirkungen

der Pandemie in die Armut gerutscht. Ein Wirtschaftswachstum

von 1,5 oder auch drei Prozent

sei zu wenig, um die Lebensverhältnisse

in dem 200-Millionen-Einwohner-Land nachhaltig

zu verbessern, so Experten.

Nigeria ist Deutschlands zweitwichtigster

Handelspartner in Subsahara-Afrika. Die

Regierung unter Präsident Muhammadu

Buhari kündigte 2015 an, die Wirtschaft des

westafrikanischen Landes diversifizieren zu

wollen – doch bisher ist es größtenteils bei

den Ankündigungen geblieben. Kritiker sagen,

dass sich kaum etwas ändern wird, so

lange die politischen und wirtschaftlichen

Eli ten vom Ölexport profitieren. Ein Schwerpunkt

der Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

ist die Zusammenarbeit im Energiebereich.

Im Zentrum stehen dabei der Ausbau

der Stromproduktion in Nigeria, die verstärkte

Nutzung erneuerbarer Energien und

eine verbesserte Energieeffizienz. Schwerpunkte

der Entwicklungszusammenarbeit

sind die nachhaltige Wirtschaftsförderung

mit besonderem Fokus auf kleine und mittlere

Unternehmen sowie der Bereich Berufsbildung

und der Finanzsektor.

TUNESIEN

Nach einem Einbruch von 8,6 Prozent im

vergangenen Jahr könnte das Bruttoinlandsprodukt

Tunesiens im laufenden Jahr ersten

Prognosen der Weltbank zufolge um 4,2 Prozent

wachsen – doch Tunesiens Wirtschaft

wird noch einige Jahre brauchen, um das Vor -

pandemie-Niveau zu erreichen. Zu Beginn

der Corona-Krise lag ein Großteil des tunesischen

Wirtschaftslebens brach – mit Ausnahme

der Nahrungsmittel-, Medizin- und

Phar maindustrie, dem Bankwesen und eini -

gen öffentlichen Versorgungsunternehmen.

Auch die stark exportorientierten Industriezweige

Tunesiens sahen sich einer eingebrochenen

Nachfrage gegenüber und hatten

deutliche Produktionsrückgänge zu verzeichnen.

Und auch der Tourismus ist deutlich

eingebrochen: Nachdem 2019 fast 9,5 Millionen

Touristen das nordafrikanische Land

bereist hatten, waren es im vergangenen

Jahr nur rund zwei Millionen. Die Einnahmen

sanken von 2,4 Milliarden auf 750 Millionen

Euro. Auch im laufenden Jahr dürfte der Tou -

rismussektor unter den anhaltenden Beschränkungen

leiden.

Tunesien verfügt über eine moderne Wirtschaftsstruktur

und gut ausgebaute In frastruktur.

Auch der hohe Industrialisierungsgrad,

die zahlreichen qualifizierten Arbeitskräfte

und die geographische Nähe zu

Europa zählen zu den Standortvorteilen.

Deutschland ist nach Frankreich und Italien

der drittgrößte Handels partner und ausländische

Investor im Land. 2019 waren rund

260 deutsche Unternehmen in Tunesien

aktiv – mit einem gemeinsamen Investitionsvolumen

von rund 350 Millionen Euro

und rund 60.000 geschaffenen Arbeitsplätzen.

Seit 2011 unterstützt Deutschland den

politischen und wirtschaftlichen Wandel in

Tunesien, 2017 wurde im Rahmen des CwA

eine Reformpartnerschaft unterzeichnet, die

die Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche

Investitionen weiter verbessern soll. Um

Privatinvestitionen zu mobilisieren, hat die

tunesische Regierung seither einige Reformen

umgesetzt. Kooperationsschwerpunkte

der Entwicklungszusammenarbeit sind unter

anderem die nachhaltige Entwicklung der

Wirtschaft, Ausbildung, Ressourcenschutz

und Beschäftigungsförderung.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

23

GERMANY’S AFRICA POLICY

Looking forward to

continued successful

cooperation

Nana Gerritzen

© Kathrine Uldbæk Nielsen

_2/2021


24 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

Cooperation with African countries on an equal footing has steadily

gained importance among policymakers in Berlin in recent years. Increased

involvement on the African continent – including by the private sector – was

a declared objective of Merkel’s cabinets. With the departure of Chancellor

Merkel, an important architect of Germany’s Africa policy is leaving office in

September. Gerd Müller, German Federal Minister of Economic Cooperation

and Development, will also be leaving German politics at this time. The effect

this will have on future cooperation with our neighbouring continent remains

to be seen. In this section, we present five countries that have benefited

from increased cooperation with Germany in recent years.

ANGOLA

Angola had already entered recession

four years before the coronavirus pandemic

hit. The collapse in crude oil prices at the

be ginning of the crisis had a major impact

on the country, which is heavily dependent

on oil exports. The former Portuguese colony

is one of Africa’s largest oil producers, with

around one-third of GDP coming from the

petroleum industry. In 2020, economic output

fell once again. Despite a slight recovery in oil

prices, experts believe that the current year

will not bring the hoped-for upturn. This is not

anticipated until 2022, and is expected to be

driven by the further recovery of oil prices

and growing activity in other sectors of the

economy. After decades of neglecting these

other sectors, the Angolan government is currently

trying to implement reforms and drive

forward the restructuring of the economy.

How ever, many prerequisites for a diversified

economy, such as efficient infrastructure and

effective administrative institutions, must first

be established.

In 2011, Germany and Angola agreed on a

broader partnership during a state visit by

Chancellor Angela Merkel. Merkel also concluded

her last trip to Africa (before coronavirus

restrictions made travelling impossible)

with a visit to the capital Luanda in February

last year. At a meeting with Angolan President

João Lourenço, the two countries signed an

agreement that includes the expansion of air

traffic in the southwest African country, and

cooperation is also to be expanded in the

field of education. Lourenço stressed that

his government wants to intensify relations in

the fields of the economy, energy, and transportation,

stating that there is a great deal

of interest in training programmes for managers

in the agricultural, vocational training,

and health sectors, as well as in expanding

cooperation in the financial sector. Currently,

there are only around 25 German companies

active in Angola.

CÔTE D’IVOIRE

Côte d’Ivoire continues to be one of the

economic engines of West Africa, and the

country’s economy has so far coped comparatively

well with the effects of the coronavirus

pandemic. The International Monetary Fund

(IMF) forecasts a slight GDP increase of 2.3

percent for 2020. For the current year, the IMF

expects growth of six percent, which exceeds

even the government’s estimates of 5.8 percent.

The government of President Alassane

Ouattara, re-elected to office last autumn, has

been focusing on improving the conditions

for investment for years. This has achieved

success – between 2014 and 2019, the country

attained annual growth rates of between

seven and ten percent, making it one of

the fastest-growing economies on the Afri-

can continent. In addition to traditional sour -

ces of income such as the export of cocoa

(where it is the world market leader), palm oil

and rubber, revenues from oil and gas production

have been coming in since 2005. Agri -

culture and mining are spread throughout

the country, but all other economic activity

takes place almost exclusively in Abidjan, a

metropolis with a population of five million.

As part of the Compact with Africa, Germany

concluded a reform partnership with Côte

d’Ivoire in 2017. The aim of the initiative is to

support reform-oriented governments in their

efforts to implement the macroeconomic and

political reforms that will lead to increased

pri vate investment, sustainable economic development,

and job creation. In terms of content,

the partnership with Côte d’Ivoire fo -

cuses on renewable energy and energy

efficiency. Other priorities include expanding

the agricultural sector, increasing income

for smallholder farms, and preserving biodiversity.

In addition, Germany supports Côte

d’Ivoire’s reform efforts in the area of good

governance.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

25

NIGERIA

TUNISIA

MOROCCO

Morocco leads the African continent by a

clear margin in its coronavirus vaccination

cam paign. By mid-May, 9.9 million doses had

been administered, and 12 percent of the popu

lation of 36.5 million had already been fully

vaccinated. However, the economic impact of

the pandemic on Morocco has been severe.

The health emergency declared by the government

has been repeatedly extended. The

overall social situation, which was already

strained, has been further exacerbated by the

coronavirus crisis. Even before the pandemic,

the high unemployment rate, particularly

among young Moroccans, was considered a

major challenge. Experts forecast economic

growth of between four and 5.5 percent for

the current year, and have a cautiously optimistic

near-term outlook with regard to foreign

trade and investment. Part of this optimism

is driven by the climate – after a rather lean

previous year due to drought, the agricultural

sector is expected to pick up again in 2021.

There is also confidence that the North African

country could emerge even more strongly

as a nearshoring location in the future, which

should benefit sectors such as the automotive

industry. In addition, the Moroccan Ministry

of Industry began promoting domestic manufacturing

last year.

Morocco was the first partner country of the

Compact with Africa initiative. The government

of King Mohammed VI is striving to

modernise the country and diversify its economy,

and is doing a lot to attract investors. The

country has ambitious plans to develop its

infrastructure. Investment incentives and tax

advantages have led to increased direct investment

in the automotive industry, aviation,

and call centres in recent years. The expansion

of renewable energies is also developing

very dynamically, and Morocco is part of Germany’s

National Hydrogen Strategy. Within

this framework, international partnerships

will contribute to meeting Germany’s future

energy needs with green hydrogen produced

in Morocco.

The coronavirus crisis and falling oil prices

have hit Nigeria’s struggling economy hard.

According to IMF estimates, the gross domestic

product of the continent’s most populous

country shrank by 4.3 percent last year.

For the current year, experts are forecasting

a slight recovery and GDP growth of 1.5

percent, and economic growth of over three

percent is expected for the next two years.

The manufacturing and logistics sectors were

particularly badly impacted, along with the

important oil and gas sector (Nigeria is Africa’s

largest crude oil producer – oil and

natural gas account for around 95 percent

of export earnings and almost 40 percent

of government revenues). In contrast, the IT

sector, the agriculture and food sector, the

chemical and pharmaceutical industries, and

the financial sector have all done well in the

crisis. It is difficult to assess the impact of the

crisis on the informal sector, which employed

around 80 percent of Nigerians in 2018 according

to estimates by the International

Labour Organization. Experts estimate that

around four million Nigerians have fallen into

poverty as a result of the pandemic’s impact,

and believe that economic growth of 1.5 or

even three percent is too little to sustainably

improve living conditions in the country of

200 million people.

Nigeria is Germany’s second-most important

trading partner in sub-Saharan Africa. In

2015, the government of President Muhammadu

Buhari announced that it wanted to

di versify the West African country’s economy

– but so far little action has been taken.

Critics say little will change as long as the

political and economic elites profit from oil

exports. One focus of economic relations

with Germany is cooperation in the energy

sector, concentrating on expanding electricity

production in Nigeria, increasing the use

of renewable energies, and improving en er gy

efficiency. Development cooperation focuses

on sustainable econom ic development, with

a particular emphasis on small and medium-sized

enterprises, as well as on vocational

train ing and the financial sector.

After an 8.6 percent slump last year, Tunisia’s

gross domestic product could grow by

4.2 percent this year according to initial World

Bank forecasts – but Tunisia’s economy will

need several more years to reach pre-pandemic

levels. At the start of the coronavirus

crisis, much of Tunisia’s economy lay idle –

with the exception of the food, medical, and

pharmaceutical industries, banking, and

some public utilities. Tunisia’s heavily exportoriented

industry also faced falling demand

and experienced significant declines in production.

Tourism collapsed as well – nearly

9.5 million tourists visited the North African

country in 2019, but only two million came

last year. Revenues in the industry fell from 2.4

billion to 750 million euros, and the ongoing

restrictions are expected to impact the current

year as well.

Tunisia has a modern economic structure

and well-developed infrastructure. The high

degree of industrialisation, the numerous qualified

workers, and the geographical proximity

to Europe are also among the advantages of

the location. Germany is its third-largest trading

partner and foreign investor, after France

and Italy. In 2019, around 260 German companies

were active in Tunisia – with a combined

investment volume of around 350 million euros

and creating about 60,000 jobs. Germany has

been supporting political and economic exchange

with Tunisia since 2011, and, in 2017,

a reform partnership was concluded as part

of the CwA to further improve the conditions

for private sector investment. The Tunisian go -

vernment has since implemented a number

of reforms to mobilise private investment.

Priorities in development cooperation include

sustainable economic development, training,

resource conservation, and job creation.

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26 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

BOTSCHAFTER-STATEMENTS

Das Ende einer Ära?

Privatinvestitionen fördern, Infrastruktur ausbauen, Arbeitsplätze

und Wohlstand schaffen: Das waren die erklärten Ziele der deutschen

Afrika-Politik unter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im September

endet die Ära Merkel. Wo hat die Afrika-Politik Ihrer Ansicht nach

in den vergangenen Jahren richtig gelegen und was erhoffen

Sie sich von der politischen Nachfolge?

Gina Ama Blay

Botschafterin der Republik Ghana

Stone Sizani

Botschafter der Republik Südafrika

„Die Bundesregierung hat ihr Engagement in Afrika in den

letzten Jahren durch eine Reihe von politischen Initiativen verstärkt.

Besonders hervorzuheben sind der Compact with Africa (CwA)

und der Marshallplan mit Afrika, die Partnerländer, darunter auch

Ghana, durch Reformpartnerschaften unterstützt haben. Diese Reformpartnerschaften

fördern, wenn sie umgesetzt werden, die makroökonomische

Stabilität, die wirtschaftliche Entwicklung und die

Schuldentragfähigkeit und schaffen damit verbesserte Investitionsbedingungen,

um Investitionen des Privatsektors anzuziehen.

In den vergangenen vier Jahren, in denen ich als Botschafterin

tätig war, haben Ghana und Deutschland im Rahmen des CwA

einige Erfolge erzielt. Um Beispiele zu nennen: VW hat in Ghana

ein Fahrzeugmontagewerk errichtet, das im Juli 2020 seinen Betrieb

aufgenommen hat. fairafric, ein deutsches Unternehmen

mit Sitz in München, hat eine Bio-Schokoladenproduktion in

Ghana gegründet, die Schokolade „Made in Ghana“ für den

Export in den deutschen Markt produziert. Im Bereich der Infrastruktur

wurde eine Absichtserklärung zwischen der Siemens AG

und GRIDCo Ghana unterzeichnet, um die Kapazität und Stabili -

tät des ghanaischen Stromnetzes zu verbessern.

Es besteht also kein Zweifel, dass die deutsch-ghanaischen Beziehungen

unter der hervorragenden Führung von Bundeskanzlerin

Angela Merkel fruchtbare Ergebnisse hervorgebracht haben.

Dennoch gibt es Potenzial für so viel mehr. Der Wohlstand Europas

ist untrennbar mit dem seines Nachbarn Afrika verbunden,

und so freut sich mein geliebtes Land Ghana, wie auch andere

afrikanische Länder, auf eine kontinuierliche Zusammenarbeit

und herzliche Beziehungen mit den politischen Nachfolgern von

Bundeskanzlerin Merkel. Ich hoffe, dass beide Seiten die Errungenschaften

von Merkels Regierung vertiefen werden und die

bestehende starke und fruchtbare Freundschaft zwischen unseren

Ländern in den kommenden Jahren zum wechselseitigen Nutzen

weiter wachsen wird.“

„Unter deutscher Präsidentschaft hat die G20 im Jahr 2017

die Initiative Compact with Africa gestartet, die private Investitionen

anregen und Arbeitsplätze auf dem gesamten afrikanischen

Kontinent schaffen soll. Außerdem hat die Bundesregierung einen

Entwicklungsinvestitionsfonds in Höhe von einer Milliarde

Euro aufgelegt, um mehr deutsche KMU bei ihren Geschäften in

Afrika zu unterstützen. Im Rahmen des Marshallplans mit Afrika

hat das BMZ seit 2016 seine Unterstützung für Reformpartner

auf dem afrikanischen Kontinent intensiviert. Die Einführung der

von der Bundesregierung initiierten Projekte AfricaConnect und

AfricaGrow – mit dem Ziel, 400 Millionen Euro in afrikanische

Risikokapital- und Private-Equity-Fonds zur Förderung kleiner und

mittlerer Unternehmen zu investieren – bestätigt das strategische

Engagement Deutschlands in Afrika.

Die Umsetzung der Afrikanischen Freihandelszone AfCFTA am 1.

Januar dieses Jahres, die einen riesigen Markt mit einer Milliarde

Menschen und einem kombinierten BIP von einer Billion US-Dollar

mit sich bringt, macht Afrika zweifellos zu einem noch attraktiveren

Investitionsziel für Deutschland. Wie der Rest der Welt ist

auch der afrikanische Kontinent von negativen Auswirkungen der

COVID-19-Pandemie betroffen. Deshalb sollte die Partnerschaft

Deutschlands mit Afrika weiter gestärkt werden.

Es ist richtig, den eingeschlagenen Weg des Handels und der

Investitionen in Afrika fortzusetzen. Daher appelliere ich an die

nächste Regierung, den von Kanzlerin Merkel so tapfer eingeschlagenen

Kurs der Beziehungen Deutschlands zu Afrika

beizubehalten.

Um ein südafrikanisches Sprichwort zu zitieren: Ein brüllender Löwe

wird niemanden töten. Das bedeutet, dass Worte allein nicht zum

Erfolg führen – wir müssen den Worten Taten folgen lassen.“

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

27

Khaled Galal Abdelhamid

Botschafter der Arabischen Republik Ägypten

Aden Mohamed Dileita

Botschafter der Republik Dschibuti und

Dean der afrikanischen Botschafter in Deutschland

„Es gibt eine lange Geschichte der Interaktion und tiefen

Freundschaft zwischen den Völkern von Ägypten und Deutschland.

In den letzten Jahren haben die bilateralen Beziehungen

besonders an Dynamik gewonnen; die Beziehungen erreichten

einen Höhepunkt der Kooperation und Koordination. Der politische

Austausch, die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, die

Entwicklungszusammenarbeit, die kulturellen Beziehungen sowie

die allgemeine und berufliche Bildung sind einige der Bereiche,

die die Vertiefung der Beziehungen widerspiegeln. Innerhalb

von drei Monaten nach meiner Ankunft in Berlin im Oktober 2019

hat Präsident Al-Sisi Deutschland zweimal besucht und sich mit

Bundeskanzlerin Merkel getroffen.

Eine starke ägyptisch-deutsche Partnerschaft ist nicht nur für

beide Länder wichtig, sondern auch für den Nahen Osten, Afrika

und Europa. Beide Länder sind wichtige Säulen bei den

Bemühungen um Frieden, Stabilität und Sicherheit in ihren jeweiligen

Regionen und der Welt. Ägypten und Deutschland teilen

eine gemeinsame Vision für ein stabiles und entwickeltes Afrika.

Ägypten ist ein aktives Mitglied im G20 Compact with Africa zur

Förderung von Investitionen in Afrika. Beide Länder unterstützen

aktiv die Länder der Sahelzone im Kampf gegen Terrorismus und

Extremismus.

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und Partnerschaft

zwischen Ägypten und Deutschland in den kommenden Jahren.

Es gibt grenzenlose Möglichkeiten, auf kulturellem, technologischem

und ökologischem Gebiet zum Wohle beider Völker etwas

zu erreichen. Als Botschafter in Deutschland werde ich keine Mühe

scheuen, um sicherzustellen, dass die Beziehungen noch enger

werden und ihr volles Potenzial entfalten. Ich bin zuversichtlich,

dass das Beste noch vor uns liegt.“

"Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich auf beeindruckende

Weise für die Entwicklung Afrikas engagiert. Wir konnten beobachten,

dass ihre Regierung in den letzten Jahren eine Reihe

wichtiger Initiativen anstieß, um die wirtschaftliche Entwicklung auf

dem afrikanischen Kontinent voranzutreiben. So versuchte sie,

die Zusammenarbeit zwischen Afrika und Deutschland zu stärken

und zu verbessern. Die wichtigste Initiative war sicherlich

die G20-Afrika-Partnerschaft, die während der deutschen G20-

Präsidentschaft ins Leben gerufen wurde. Das Compact with

Africa-Programm war ein direktes Ergebnis dieser Initiative und

hatte erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung in

einer Reihe afrikanischer Länder.

Auch der von der Regierung angestoßene Marshallplan mit Afrika

und andere Investitionspartnerschaften waren wertvolle Beiträge.

Die Tatsache, dass Bundeskanzlerin Merkel regelmäßig

afrikanische Staatschefs zu internationalen Gesprächsrunden wie

zum G7-Treffen und den G20-Treffen einlud, zeigt, mit welchem

Engagement sie sich für den Dialog und die Zusammenarbeit

zwischen gleichberechtigten Partnern in Deutschland und in afrikanischen

Ländern einsetzt. Sie war diejenige, die Afrika auf den

G7-Konferenzen auf die Agenda setzte und sich für verstärkte

Investitionen auf dem afrikanischen Kontinent stark machte. Als

Ergebnis der Initiativen ihrer Regierung sehen wir eine Zunahme

bei der Schaffung von Arbeitsplätzen in den CwA-Ländern."

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28 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

AMBASSADORS’ STATEMENTS

The end of an era?

Promoting private investment, expanding infrastructure, creating jobs,

and generating prosperity: these were the German government’s stated

goals in matters concerning Africa under Chancellor Angela Merkel.

The Merkel era ends in September. In your opinion, where has Germany’s

Africa policy got it right in recent years, and what do you hope for

from the successors to the current government?

Gina Ama Blay

Ambassador of the

Republic of Ghana to Germany

Stone Sizani

Ambassador of the

Republic of South Africa to Germany

“In recent years, the Federal Government of Germany has increased

its engagement in Africa through a number of policy initiatives.

Notable among these are the Compact with Africa (CwA)

and the Marshall Plan with Africa, which have supported partnering

countries, including Ghana, through reform partnerships. These

reform partnerships, when implemented, promote macroeconomic

stability, economic development, and debt sustainability, thereby

creating improved investment conditions to attract private sector

investment.

Over the past four years that I have served here as Ambassador,

Ghana and Germany have achieved some success stories under

the CwA. To highlight a few, VW set up a vehicular assembly plant

in Ghana, which commenced full operations in July 2020. Also,

fairafric, a German company situated in Munich, has established

an organic chocolate production company in Ghana, producing

made-in-Ghana chocolate for export to the German market. In

terms of infrastructure, a Memorandum of Understanding signed

between Siemens AG and GRIDCo Ghana is aimed at improving

Ghana’s electricity grid capacity and stability.

There is, therefore, no doubt that Ghanaian-German relations have

yielded fruitful outcomes under the stellar leadership of Chancellor

Angela Merkel. That notwithstanding, there is potential for so much

more. Europe’s prosperity is inseparably connected with that of

neighbouring Africa. Accordingly, my beloved country Ghana and

other countries on the continent look forward to ongoing cooperation

and cordial relations with the political successors of Chancellor

Merkel. I hope that both sides will consolidate the gains of Merkel’s

administration and that the existing strong and fruitful friendship

between the two countries continues to grow and expand in the

years ahead for the mutual benefit of our peoples.”

“Under Germany’s European presidency in 2017, the G20

launched the Compact with Africa initiative, aimed at stimulating

private investments and creating jobs all over the African continent.

The German government also launched a development investment

fund of one billion euros to support more German SMEs in doing

business in Africa. In the framework of the Marshall Plan with

Africa, the German Ministry for Economic Cooperation and Development

(BMZ) has intensified its support for reform partners

on the African continent since 2016. The introduction of the AfricaConnect

and AfricaGrow projects initiated by the German

government – with an objective of investing EUR 400 million in

African venture capital and private equity funds to promote small

and medium-sized enterprises - confirms Germany’s strategic

engagement with Africa.

The momentous milestone of the implementation of the African

Con tinental Free Trade Area on 1 January 2021, which brings

about a huge market of a billion people and a combined GDP of

one trillion U.S. dollars, undoubtedly makes Africa an even more

attractive investment destination for Germany. Needless to say,

the COVID-19 pandemic is having a negative impact globally,

in cluding on Africa. Therefore Germany’s partnership with Africa

should continue to be strengthened.

Continuing the trajectory of trade and investments in Africa remains

the right thing to do. I therefore call on the next administration to

stay the course regarding Germany’s relationship with Africa, set so

valiantly by Chancellor Merkel. To quote a South African proverb:

‘A roaring lion will kill no one,’ meaning words alone won’t result

in success - we have to match them with action.”

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

29

Khaled Galal Abdelhamid

Ambassador of the Arab

Republic of Egypt to Germany

Aden Mohamed Dileita

Ambassador of the Republic of Djibouti to Germany

and Dean of the African Ambassadors in Germany

“There’s a long history of interaction and deep friendship between

the peoples of Egypt and Germany. In recent years, bilateral

relations gained particular momentum; relations have reached

a pinnacle of cooperation and coordination. Political exchange,

economic and trade ties, development cooperation, cultural ties,

as well as educational and vocational training are some of the

areas that reflect the deepening of relations. Within three months

of my arrival in Berlin in October 2019, President el-Sisi visited

Germany twice to meet with Chancellor Merkel.

A strong Egyptian–German partnership is essential not only for

both countries, but also for the Middle East, Africa, and Europe.

Both countries are key pillars in the efforts to achieve peace, stability,

and security in their respective regions and the world. Egypt

and Germany share a common vision of a stable and developed

Africa. Egypt is an active member in Germany's G20 Compact

with Africa to promote investments in Africa. Both countries are

actively supporting the Sahel region countries in the fight against

terrorism and extremism.

I look forward to continued cooperation and partnership between

Egypt and Germany in the coming years. There are limitless

possibilities for achievement in the cultural, technological, and

environmental fields for the benefit of both peoples. As Ambassador

to Germany, I will spare no effort to ensure that relations

grow even closer and reach their full potential. I am confident that

the best is yet to come.”

“Chancellor Angela Merkel displayed impressive commitment

to the development of Africa. In recent years, we could observe

that her government started a number of important initiatives in

support of a push in economic development processes for the

African continent. With these initiatives, she tried to reinforce and

enhance the cooperation between Africa and Germany. The most

important was certainly the G20 Africa Partnership, which was

launched during the German Presidency of the G20. The G20

Compact with Africa was the direct result of this initiative, and had

a significant impact on the economic development of a number

of our countries.

The Marshall Plan with Africa and other investment partnerships

initiated by her government were also certainly valuable contributions.

The fact that Chancellor Merkel regularly invited African

heads of state to international forums, such as the G7 and G20

meetings, proves her commitment to dialogue and cooperation

between equal partners from the African continent. Above all,

she was the leader who put Africa on the table during the G7

conferences, where she strongly advocated for an increase in

investments in Africa. As a result of the initiatives of her government,

we see an increase in job creation in the countries that are

part of the Compact with Africa.”

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30 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

STIMMEN DER WIRTSCHAFT

Neue Wege?

Von Marshallplan bis Compact with Africa: Unter Angela Merkel hat sich die

Bundes regierung in den vergangenen Jahren immer wieder um die Förderung

privaten Engagements auf dem afrikanischen Kontinent be müht. Wo lag die

deutsche Afrika-Politik aus Unternehmersicht in den vergangenen Jahren richtig,

was hätte möglicherweise besser laufen können und welche Schwerpunkte

erhoffen in Afrika aktive Unternehmer von der politischen Nachfolge?

Dr. Robert Cisek, Chairman und Managing Director

der Volkswagen Group South Africa

Timon Herzog,

CEO von GRIPS Energy

„Den Fokus in den vergangenen Jahren auf nachhaltiges

Wirt schaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu

legen, war die richtige Entscheidung in der deutschen Afrikapolitik.

Das ist ein gemeinsames Ziel, denn auch wir von Volkswagen

wollen nachhaltige Mobilität auf dem afrikanischen Kontinent

durch lokale Industrialisierung fördern.

Der zuverlässige, effiziente und nachhaltige Transport von Gütern

bleibt eine große Herausforderung. Deutschland und die EU

könnten die Entwicklung von Handelslogistik und Infrastruktur

aktiver als bisher unterstützen. Dies würde die Produktionskosten

senken und die Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen

ermöglichen.

Es ist wichtig, weiterhin die Chancen zu sehen, die Afrika als nä ch s-

ter großer Wachstumsmarkt zu bieten hat. Ein großer Schwerpunkt

sollte auf der im Januar in Kraft getretenen Freihandelszone AfCFTA

liegen, da sie einen realisierbaren Markt für die Industrialisierung

Afrikas schaffen wird. Deutschland und die EU haben viel Erfahrung

in der regionalen Wirtschaftsintegration, sie sollten die Umsetzung

der afrikanischen Freihandelszone unterstützen.“

„Wir freuen uns sehr, dass die Bundesregierung mit Initiativen

wie AfricaConnect verstärkt privates Engagement auf dem

afrikanischen Kontinent fördert. Es gibt auch insbesondere vom

BMWi einige sehr begrüßenswerte und richtige Initiativen. Insbesondere

aus entwicklungspolitischer Sicht würden wir uns aber

noch mehr Fokus auf Innovation wünschen.

Denn in den letzten Jahren hat eine neue Epoche der Zusammenarbeit

begonnen: Jenseits von Großunternehmen und Regierungsorganisationen

setzen innovative Unternehmer*innen

und KMUs aus Afrika und Europa neue Ideen, Technologien

und Projekte gemeinsam um. Hier entstehen überproportional

oft genau die Innovationen, die wir so dringend brauchen, um

sowohl die Klimakrise einzudämmen als auch die nachhaltige

Entwicklung in Afrika zu unterstützen.

Bislang fehlen jedoch Instrumente, um dieses enorme Potenzial

zu aktivieren. Die meisten Programme sind für junge, kleine,

mittelständische deutsche Unternehmen schwer zugänglich.

Zudem werden oft strengere Kriterien angelegt als in der regulären

Projektfinanzierung üblich. Oft stehen Großunternehmen –

und -projekte im Fokus, während wesentliche Aufgaben und

Risiken für entwicklungspolitisch relevante, innovative Projekte

oder Technologien privaten Investoren überlassen werden.

Neben einer Öffnung der bestehenden Programme für KMUs

und Start-ups, würden eine Modernisierung der Finanzierung

und Förderung – etwa direkte Kooperation mit Impact Investoren,

oder echtes Risikokapital für afrikanisch-deutsche Start-Ups

sehr helfen, neue, agile Lösungen schneller umzusetzen.“

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

31

Stefan Tavares Bollow, Geschäftsführer

der GAUFF GmbH & Co. Engineering KG

Stefan Wentzel,

CEO von Josef Seibel Africa Ltd.

„Als Unternehmen mit jahrzehntelanger Erfahrung in Afrika

sieht GAUFF Engineering unseren riesigen Nachbarkontinent

als Zukunftsmarkt und wichtigen Investitionsstandort. Gut ist die

Erkenntnis der Bundesregierung, dass Afrika nur mit privatwirtschaftlichem

Engagement weiterkommen wird. Gefragt ist das

Engagement unserer Firmen und der Firmen aus Afrika.

Richtig ist, dass der von der Bundesregierung initiierte Compact

with Africa reformwillige Staaten fördert. Auch für unser Unternehmen

hat der CwA die Voraussetzungen für neue Vertragsabschlüsse

geschaffen. Wünschen würde ich mir aber, dass bei

der Auswahl künftiger Partnerländer deren Wirtschaftspotenzial

und ihre Bedeutung für die deutsche Wirtschaft stärker berücksichtigt

werden. Das gilt etwa für das ölreiche Angola, das einen

konsequenten Reformkurs betreibt, eine traditionell enge Bindung

zu Deutschland unterhält und deutschen Unternehmen große

Aufträge bei der Entwicklung des Landes gibt.

Gut finde ich, dass privatwirtschaftliches Engagement mit EZ-

Mitteln ergänzt werden kann. So können wir privatwirtschaftliche

Kompetenz und Erfahrung mit der Kompetenz und Erfahrung der

EZ und der unserer afrikanischen Partner bündeln. Das erzeugt

Hebelwirkung. Wünschenswert wäre, dass diese Möglichkeiten

noch viel stärker ausgebaut und genutzt werden.

Dankbar bin ich für die Euler Hermes Kreditversicherungen. Ohne

sie würden wir gegen ausländische Konkurrenten häufig nicht

bestehen können. Wünschen würde ich mir, dass die Bedingungen

weiter verbessert werden. So könnte der Bankenselbstbehalt

generell gesenkt werden. Bei entwicklungsrelevanten Projekten

könnten die Versicherungsgebühren zumindest teilweise aus

EZ-Mitteln übernommen werden.

Ein riesiges Plus: Wenn Wirtschaftsvertreter den Bundespräsidenten,

die Bundeskanzlerin, den Außenminister oder Fachminister

bei Reisen nach Afrika begleiten dürfen. Ein Manko: Die nicht

weniger wichtige Wahrnehmung hochrangiger Gäste aus Afrika

hat Verbesserungspotenzial.“

„Seit 1970 halte ich mich in Afrika auf und habe daher einen

längerfristigen Blick auf den Kontinent. Klare Gesetze, faire Steuern,

eine besonnene Währungspolitik und ein Staat, der seine

Bürger und Grenzen schützt, sich ansonsten aber weitgehend

heraushält, sind Grundvoraussetzungen für Wohlstand. Richtig

macht es die Politik, wenn sie Afrika dabei unterstützt, diese

Vor aussetzungen zu schaffen und falsch, wenn sie es nicht tut,

oder die Entwicklung behindert.

Wer mit Afrika befasst ist, kennt die Anekdoten über die meist

gescheiterten Versuche, deutsche Regeln, Grundsätze und Werte

in Afrika um- und durchzusetzen. Dabei sind diese Dinge das

Resultat einer Politik, die in Deutschland vor ca. 300 Jahren

begonnen wurde.

Das Lieferkettengesetz ist exemplarisch für eine Politik, die sich

als weltgültig begreift und dadurch die Menschen und Regierungen

anderer Länder als inkompetent, unmoralisch und unmündig

erklärt. Man stelle sich einmal vor, Kenia erließe ein Gesetz mit

dem Ziel, irgendwelche – aus kenianischer Sicht – unerträglichen

Zustände in Deutschland zu beenden.

Ich plädiere für Geduld mit Afrika. Der Kontinent verfügt über

enorme Ressourcen, darunter eine junge Bevölkerung, die völlig

anders motiviert ist als die Europas, wo inzwischen ernsthaft

erwogen wird, mehr oder weniger freiwillig auf das zu verzichten,

wofür der durchschnittliche Afrikaner mehr als eine Extra-Meile

zu gehen bereit ist: ein eigenes Dach über dem Kopf, einen

Kühlschrank, ein Motorrad oder ein Auto, und vielleicht mal 14

Tage Urlaub im Ausland. Es wäre eine Aufgabe der deutschen

Afrika-Politik, dieses Potenzial zu fördern, damit Afrika sich weiter

und rasant entwickelt, man muss es nur lassen.

Es ist aber nicht anzunehmen, dass es in der deutschen Afrika-

Politik einen Paradigmenwechsel geben wird.“

_2/2021


32 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

VOICES FROM INDUSTRY

New paths?

From the Marshall Plan with Africa to the Compact with Africa – under

Angela Merkel, the German federal government has made repeated attempts

to promote private sector involvement on the African continent in recent years.

From an entrepreneur’s point of view, where has Germany got its Africa poli cy

right in recent years, what could have been done better, and what are the

hopes for the priorities that Merkel’s successor will set for Africa?

Dr Robert Cisek, Chairman and Managing Director

at Volkswagen Group South Africa

Timon Herzog,

CEO of GRIPS Energy

“The focus on sustainable economic growth and job creation

has been the right choice in Germany’s Africa policy. This is a

shared objective with Volkswagen as we aim to foster sustainable

mobility across Africa through local industrialisation.

The reliable, efficient, and sustainable transportation of goods

remains a big challenge. Germany and the EU in general could

be more active in supporting the development of trade logistics

and infrastructure. This would reduce the cost of manufacturing

and allow for more job creation.

It is important to continue seeing the opportunities that Africa has to

offer as the next growth frontier. A big focus should be the African

Continental Free Trade Area, as it will create a viable market for

industrialisation. Germany and the EU have a lot of experience in

economic regional integration and should support the institutionalisation

of the African Continental Free Trade Area.”

“We are very pleased that the German federal government is

increasingly promoting private-sector involvement on the African

continent with initiatives like AfricaConnect. There are also some

very welcome and fitting initiatives from the BMWi in particular. We

would, however, like to see an even greater focus on innovation,

especially from a development policy perspective.

In recent years, a new era of cooperation has begun – in addition

to large corporations and government organisations, innovative

entrepreneurs from Africa and Europe are jointly implementing

new ideas, technologies, and projects. They make an outsize

contribution to the very innovations that we so urgently need to

both contain the climate crisis and support sustainable development

in Africa.

So far, however, there has been a lack of instruments to unlock

this enormous potential. Most programmes are difficult to access

for young SMEs from Germany, and the criteria applied are often

stricter than what is usual in regular project financing. The focus

is often on large companies and projects, while essential tasks

and risks for developmentally relevant, innovative projects or

technologies are left to private investors.

In addition to opening up existing programmes to start-ups,

modernising financing and support – such as direct cooperation

with impact investors, or real venture capital for African-German

start-ups – would greatly help implement new, agile solutions

faster.”

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

33

Stefan Tavares Bollow, Managing Director

at GAUFF GmbH & Co. Engineering KG

Stefan Wentzel,

CEO of Josef Seibel Africa Ltd.

“As a company with decades of experience in Africa, GAUFF

Engineering sees our huge neighbouring continent as a future

market and important investment location. It is good that the

German government recognises that Africa will only progress with

private-sector involvement. The commitment of our companies

and companies from Africa is in demand.

It is to be welcomed that the Compact with Africa initiated by the

German federal government promotes countries willing to reform.

For our company too, the CwA has created the conditions for

concluding new contracts. However, in the selection of future

partner countries, I would like to see greater consideration given

to their economic potential and their importance for the German

economy. This applies, for example, to oil-rich Angola, which is

pursuing a consistent course of reform, maintains close ties to

Germany, and gives German companies major contracts to help

develop the country.

I think it’s good that private-sector involvement can be supplemented

with development cooperation funds. In this way, we can

bundle private-sector expertise and experience with the expertise

and experience of development cooperation and our African

partners. This creates leverage. It would be desirable for these opportunities

to be expanded and used to a much greater extent.

I am grateful for the Euler Hermes credit insurance. Without it,

we would often not be able to hold our own against foreign competitors.

I would like to see the conditions improved further. For

example, the bank deductible could be lowered in general. In the

case of development-related projects, the insurance fees could be

covered, at least in part, by development cooperation funds.

A major positive: when business representatives are allowed

to accompany the President of Germany, the Chancellor of

Germany, the Minister of Foreign Affairs, or other ministers on

their trips to Africa. A negative: the no less important appreciation

of high-ranking guests from Africa has potential for improvement.”

“I have been in Africa since 1970, so I take a longer-term view

of the continent. The basic prerequisites for prosperity include

clear laws, fair taxes, prudent monetary policy, and a state that

protects its citizens and borders but otherwise largely stays out

of the way.

Policymakers are on the right path when they support Africa in

establishing these conditions and on the wrong path when they

fail to do so or hinder the development of the same.

Anyone involved with Africa has heard the anecdotes about the

largely failed attempts to implement and impose German rules,

principles, and values in Africa. Mind you, these things are the

result of policies started in Germany about 300 years ago.

The supply chain law is exemplary of a kind of policy-making

that regards itself as universally applicable, and thus implies that

the people and governments of other countries are incompetent,

immoral, or immature. Just imagine if Kenya enacted a law with the

aim of putting an end to – from Kenya’s point of view – intolerable

conditions in Germany.

I call for patience with Africa. The continent possesses enormous

resources, including a young population with completely different

motivations to that of Europe, where serious consideration is now

being given to more or less voluntarily giving up what the average

African is prepared to go more than an extra mile for – a roof over

their head, perhaps even their own, a refrigerator, a motorcycle or

a car, and perhaps a 14-day vacation abroad. It would be a task

of Germany’s Africa policy to promote this potential so that Africa

can develop further and rapidly; one just has to let it happen.

Nevertheless, it is seems unlikely that there will be a paradigm

shift in Germany’s Africa policy.”

_2/2021


34

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

KOMMENTAR

Mehr Licht als Schatten

Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Afrika-Verein

© Fabian Hammerl

Schon seit längerer Zeit ist klar, dass die am 22. November

2005 begonnene Kanzlerschaft von Angela Merkel in

diesem Jahr endet. Bis dahin werden wir noch sehr viele

Berichte sehen und lesen, die sich mit ihrer Kanzlerschaft befassen.

Als Tenor können wir erwarten, dass sie vieles erreicht,

einiges versäumt, manchen Sieg gefeiert und einige Niederlagen

erlitten hat. Ihre Kanzlerschaft war von einer Abfolge von Herausforderungen

geprägt, die gleichsam „von außen“ über das Land

und seine Regierung gekommen sind: Finanzen, Banken, Euro,

Flüchtlinge, Corona. Sie geht diese Herausforderungen mit

großer Beharrlichkeit und Pragmatismus an, und alles in allem

kommt Deutschland dabei gut weg.

Was wir sicherlich weniger sehen werden sind Berichte

über ein besonderes Detail ihrer Kanzlerschaft, welches für uns

aber von großem Interesse gewesen ist. Kein deutscher Regierungschef

hat sich stärker, konstruktiver, nachhaltiger

für unseren Nachbarkontinent eingesetzt,

als es Angela Merkel getan hat. Daran gibt es

wohl keinen Zweifel. Sie hat das aus der Überzeugung

gemacht, dass es in Afrika mehr Chancen

als Risiken gibt. Sie hat nicht nur verstanden,

dass noch sehr viel zu tun ist, sondern auch auf

nationaler, europäischer und globaler Ebene

Initiativen gestartet, die ohne sie nie zu Stande

gekommen wären. Die Debatte darüber, ob diese

Initiativen die von der Bundeskanzlerin erhoffte

Wirkung bereits entfaltet haben oder jemals vollends

entfalten werden, bleibt Historikern überlassen. Im Kern ist

festzuhalten, dass sie Afrika im deutschen und europäischen

Verständnis sehr viel präsenter gemacht hat.

Natürlich hat Deutschland mit seinem stärkeren Fokus auf

Afrika in den vergangenen 16 Jahren auch Ziele verfolgt, die

aus einer eher innenpolitischen Motivation heraus entstanden

sind. Der stetige Zustrom von Flüchtlingen über das Mittelmeer

nach Europa spielt hier eine entscheidende Rolle. Wer aber die

Bundeskanzlerin auf eine ihrer vielen Reisen nach Afrika begleiten

oder im Dialog mit afrikanischen Politikern beobachten

konnte, hat schnell gemerkt, dass ihr über die Jahre das Thema

Afrika und vor allem die Menschen dort wirklich ans Herz gewachsen

sind. Und, dass sie der Wirtschaft zunehmend eine

zentrale Rolle in der Afrikapolitik beigemessen hat.

Deutlich wurde dies während der deutschen G20-Präsidentschaft,

der davorliegenden G7-Präsidentschaft und dem von ihr

maßgeblich vorangetriebenen Compact with Africa (CwA). Diese

während der deutschen G20-Präsidentschaft gestartete Initiative

wird in Afrika und Europa stärker mit Angela Merkel assoziiert

als mit den G20. Deutschland ist auch lange nach seiner G20-

Präsidentschaft in der Afrikapolitik der Industrieländer noch

immer ein Schrittmacher. Die richtige und wichtige Zielsetzung

der Initiative ist es, mehr Investitionen nach Afrika zu bringen.

Dafür wurden in Deutschland zum Beispiel Kreditprogramme

für den Mittelstand aufgelegt. Endlich wurden die Bedingungen

für Hermes-Bürgschaften verbessert und Investitionsgarantien

erleichtert. Mit den G20 Investment Summits hat sie eine Art

deut schen Afrika-Gipfel geschaffen, bei dem Investitionen

und Investitionsbedingungen eine zentrale Rolle spielen. Die

Bundeskanzlerin hat verstanden, dass Investitionen und dadurch

ausgelöstes Wirtschaftswachstum die einzige nachhaltige

Möglichkeit sind, den Menschen vor Ort eine positive

Zu kunfts perspektive zu bieten. Entwicklungshilfe allein kann

das nicht.

Im Gegenzug ist vorgesehen, dass sich die teilnehmenden

derzeit zwölf afrikanischen Länder dazu verpflichten,

ihre politischen Rahmenbedingungen

transparenter zu gestalten. Abgeschlossen ist

die ser Prozess längst noch nicht. Dennoch: Das

zarte Pflänzchen der Direktinvestitionen hat bereits

einige neue Blüten in Form wachsender

und stärker diversifizierter Engagements deutscher

Firmen hervorgebracht. Die Initiative ist

auf jeden Fall ein großer Sprung in die richtige

Richtung für die deutsche Afrikapolitik, wenn

sie auch sicher noch der Adjustierung etwa bei

den teilnehmenden Ländern aus Afrika oder den

Förder- und Finanzierungsinstrumenten in Deutschland und

Europa bedarf.

Angela Merkel hat gerade in den letzten Jahren ihre Rolle

auch darin gesehen, Afrika aus der „Alleinzuständigkeit“ des

Entwicklungsministeriums herauszuholen und einen ressortübergreifenden

und ganzheitlichen Politikansatz vorangetrieben.

Die Ressorts haben das mal mit mehr und mal mit weniger Begeisterung

aufgegriffen. Der Stellenwert, den Afrika einnimmt,

ist zweifellos in vielen Ministerien gewachsen. Immer noch wird

aber beispielsweise Entwicklung zu wenig mit Außenwirtschaft

und Außenwirtschaft zu wenig mit dem afrikanischen Kontinent

verbunden. Zu stark ist die Reisediplomatie nach Afrika immer

noch das ganz überwiegende Terrain des Entwicklungsministers.

Insgesamt bleibt die deutsche Afrikapolitik, trotz der unbestreitbar

großen Verdienste der scheidenden Kanzlerin, immer noch stark

von Vorsicht und von kleinen Schritten, statt vom notwendigen beherzten

und ambitionierten Wurf geprägt. Sie spiegelt damit den

Politikstil von Angela Merkel ein Stück weit wider. Das lässt jeder

Nachfolgerin und jedem Nachfolger im Amt genügend Raum für

neue, mutige und kraftvolle Initiativen in der Zusammenarbeit mit

unseren Nachbarn auf dem Chancenkontinent Afrika.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

35

COMMENTARY

More light than shadow

Christoph Kannengießer, CEO of the German-African Business Association

It has been clear for some time that Angela Merkel’s chancellorship,

which began on 22 November 2005, will end this

year. Till then, we will see and read a great deal of reports on

her chancellorship. We can expect the tenor of these to be that

she has had a lot of successes, some failures, celebrated many

victories, and suffered some defeats. Her chancellorship has

been marked by a succession of challenges that have come,

as it were, “from outside” upon the country and its government:

finance, banks, the euro, refugees, and the coronavirus. She has

tackled these challenges with great tenacity and pragmatism,

and, all things considered, Germany has done well.

What we will certainly see less of are reports about a particular

detail of her chancellorship, but one that has been of

great interest to us. No German head of government has made

a stronger, more constructive, more lasting commitment to our

neighbouring continent than Angela Merkel. Of this, there can

be no doubt. She has done so out of the conviction that there

are more opportunities than risks in Africa. Not only has she

understood that there is still a great deal to be done, but she

has also launched initiatives at the national, European, and

international levels that would never had existed without her.

The debate about whether these initiatives have already had

the impact the Chancellor hoped for, or will ever realise their

full potential, will be left to historians. Ultimately, it is certain that

she has made Africa much more present in the consciousness

of Germany and Europe.

Of course, Germany’s increased focus on Africa over the

past 16 years has had domestic political motivations. The steady

influx of refugees across the Mediterranean to Europe is central

among these. However, anyone who has been able to accompany

the German Chancellor on one of her many trips to Africa

or observe her in dialogue with African politicians has quickly

realised that, over the years, she has grown to genuinely care

about Africa and, above all, the people there – and that she has

increasingly given business a central role in Africa policy.

Summits, she has created a kind of German Africa summit, where

investments and investment conditions play a central role. The

Chancellor has understood that investment and the economic

growth it spurs are the only sustainable way to provide the

people in Africa positive prospects for the future. This cannot

be achieved by development cooperation alone.

In return, the twelve participating African countries are

expected to commit themselves to making their political frameworks

more transparent. This process is far from complete.

Nevertheless, the tender shoots of direct investment have already

produced some new blossoms in the form of growing and more

diversified commitments by German companies. In any case,

the initiative is a major leap in the right direction for Germany’s

Africa policy, even if there are still adjustments to be made, for

example, in terms of the participating countries from Africa or the

funding and financing instruments in Germany and Europe.

Particularly in recent years, Angela Merkel has also seen her

role as shifting Africa from being the sole responsibility of the

German Federal Ministry of Economic Cooperation and Development

to promoting a cross-departmental and holistic policy

approach. The ministries have taken this up, sometimes with a

great deal of enthusiasm, sometimes with somewhat less. The

importance attached to Africa has undoubtedly grown in many

ministries. However, development is still insufficiently linked to

foreign trade, and foreign trade is still insufficiently linked to the

African continent. Travel diplomacy to Africa is still to too great

an extent the remit of the Minister for Economic Cooperation

and Development. Overall, despite the undeniably impressive

accomplishments of the outgoing chancellor, Germany’s Africa

policy is still strongly characterised by caution and small steps,

rather than the necessary courageous and ambitious strides.

To a certain extent, this reflects Angela Merkel’s political style.

This leaves enough room for her successor to take new, bold,

and powerful initiatives in cooperation with our neighbours in

Africa, the continent of opportunity.

This became clear during Germany’s G20 Presidency, the G7

Presidency that preceded it, and the Compact with Africa (CwA),

which she played a key role in driving forward. This initiative,

launched during Germany’s G20 Presidency, is more strongly

associated with Angela Merkel in Africa and Europe than it is

with the G20. Long after its G20 Presidency, Germany is still a

trailblazer in the Africa policies of industrialised countries. The

proper and important objective of the initiative is to bring more

investment to Africa. To this end, Germany has taken measures

such as launching financing programmes for SMEs. And, at last,

the conditions for Hermes guarantees have been improved, facilitating

access to investment guarantees. With the G20 Investment

_2/2021


36

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

Ländliche Entwicklung durch

Wertschöpfungsketten

Mangoernte in Ghana. © AFC

Sophia Baumert, Johannes Buschmeier & Nina Thurn,

Agriculture & Finance Consultants GmbH

Landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten

werden von der deutschen Entwick

lungszusammenarbeit zunehmend

unterstützt. Dies spiegelt sich in der strategischen

Ausrichtung des BMZ wieder, die

die Förderung von Wertschöpfungsketten

in den Mittelpunkt vieler landwirtschaftlicher

Entwicklungsprojekte stellt. Dieser marktorientierte

Ansatz kann Möglichkeiten zur Einkommenssteigerung

schaffen, indem alle

Stufen der Wertschöpfungskette von der

Inputversorgung über die Produktion und

Verarbeitung bis hin zum Handel berücksichtigt

werden.

Agriculture & Finance Consultants (AFC)

hat über 40 Jahre Erfahrung in der landwirtschaftlichen

Wertschöpfungskettenentwicklung

und wendet diesen Ansatz in vielen vom

BMZ finanzierten Projekten an. Der Ansatz

ist auf die Überwindung von Engpässen und

Schaffung neuer Wertschöpfungsmöglichkeiten

ausgerichtet und beinhaltet auch die

Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen

Betrieben und Investoren entlang der gesamten

Kette. Die Zusammenarbeit mit dem

Privatsektor spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Investitionen in lokale Verarbeitungs- und

Ver packungseinheiten führen nicht nur zur

Schaf fung von Arbeitsplätzen, sondern

auch zu einer erhöhten lokalen Nachfrage

nach Produkten von Kleinbauern, was ihnen

wiederum die Möglichkeit gibt, sich in höherwertigen

Märkten zu engagieren. Hier spielt

die AFC in Zusammenarbeit mit lokalen Beratungsdiensten

eine wichtige Rolle, Entwicklungsziele

für den ländlichen Raum mit

denen von Privatinvestoren in Einklang zu

bringen. Nur so können nachhaltige Wertschöpfungsketten

entwickelt werden, von

denen alle Akteure profitieren.

Ein Beispiel für die Schaffung von Wertschöpfung

innerhalb eines Projektlandes

ist die Förderung von Verarbeitungsaktivitäten

in der Tomaten-Wertschöpfungskette

in Nigeria. Ein saisonales Überangebot von

Tomaten in Verbindung mit einer hohen Verschwendung

aufgrund mangelhafter Produktion

und Nacherntebehandlung stellt hier das

Hauptproblem dar. Darüber hinaus importiert

Nigeria in erheblichem Umfang verarbeitete

Tomaten. Durch fehlendes Knowhow über

gute Produktions- und Nacherntepraktiken

haben die Kleinbauern Schwierigkeiten, die

von den Verarbeitern geforderte Produktqualität

und -menge zu erreichen. AFC (kofinanziert

von GIZ & EU) initiiert Partnerschaften

mit Akteuren des Privatsektors, um tragfähige

Lösungen für die Integration von kleinbäuerlichen

Tomatenproduzenten in die Wertschöpfungskette

zu erarbeiten, die auch

dem Interesse der Verarbeiter an einer zuverlässigen

Versorgung mit qualitativ hochwertigen

Produkten dienen.

Eine weitere Möglichkeit der Wertschöpfung

durch Export bietet die ghanaische Mangoindustrie.

Diese trägt maßgeblich zur Schaffung

von Arbeitsplätzen auf der Produktionsund

Verarbeitungsebene bei und sorgt für

internationalen Handel durch Exporte in die

EU. AFC (finanziert durch GIZ) unterstützt

den Mango Round Table – eine Initiative, die

Vertreter von Landwirten, Verarbeitern, Zulieferern,

Dienstleistern, Finanzinstitutionen

und politischen Entscheidungsträgern zusammenbringt,

um das Exportpotenzial ghanaischer

Mangos zu fördern.

Viele weitere Projekte mit AFC-Beteiligung

zeugen davon, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit

Akteure in den Wertschöpfungsketten

dabei unterstützt, Eintrittsbarrieren

in lukrative Märkte zu überwinden.

Durch die Bereitstellung von Schulungen, die

Verbesserung des Zugangs zu Finanzmitteln

und die Einführung von Zertifizierungsstandards

wird Wertschöpfung möglich.

Der Einsatz von IKT-Lösungen unterstützt

zudem den Informationsfluss entlang der

Wertschöpfungsketten, der notwendig ist,

um ein förderliches Umfeld für die ländliche

Entwicklung zu gestalten. Ein besseres

Umfeld für nachhaltige Investitionen durch

privatwirtschaftliche Akteure ermutigt auch

lokale und internationale Banken, einen Teil

der Investitionen zu finanzieren.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙ 37

Rural development

through value chains

Sophia Baumert, Johannes Buschmeier & Nina Thurn,

Agriculture & Finance Consultants GmbH

Agricultural value chains have been

increasingly supported by German development

cooperation. This is reflected

in the strategic orientation of the BMZ, putting

the promotion of value chains at the core

of many agricultural development projects. It

is seen as a holistic market-driven approach,

which can create opportunities to increase

incomes by working throughout every step

of the value chain, from input supply, to production,

processing, and commerce.

Agriculture & Finance Consultants (AFC)

has over 40 years’ experience working on agricultural

value chain development and is applying

the approach in many BMZ-financed

projects. Value chain development is directed

to wards key levers for solving bottlenecks

and creating new value-addition opportunities.

This often involves engaging with leading

farmers and investors throughout the value

chain. Cooperation with the private sector

plays a key role. Investments in local processing

and packaging units lead to direct job

creation, but also increased local demand for

produce from smallholders, creating an opportunity

for them to engage in higher-value

markets. This is where AFC, in cooperation

with local extension services, plays a clear

role in bridging the gap between rural development

objectives and private sector investments

in order to develop sustainable value

chains benefitting all value chain actors.

One example for creating value-addition

opportunities inside a project country is support

with the development of processing activities

in the tomato value chain in Nigeria.

The problem lies in seasonal gluts in fresh

tomato production and high wastage linked to

poor production and post-harvest handling.

Nigeria also imports significant quantities of

processed tomatoes. In the absence of appropriate

knowledge about good production

and post-harvest handling practices, small -

holders have difficulties in attaining the product

quality and quantity that the processors

demand. AFC (co-financed by the GIZ & the

EU) has initiated partnerships with private

sec tor actors to work on viable solutions for

the integration of smallholder tomato producers

into the value chain while serving the

interest of the processor in having a reliable

supply of high-quality products.

Another opportunity for value addition is

the Ghanaian mango industry, which pro vides

an example for value creation through ex -

ports. The mango industry significantly contributes

to employment creation at the produc

tion and processing levels, and generates

considerable foreign exchange through

exports to the EU. AFC (financed by the GIZ)

has been supporting the Mango Round Table

- a stakeholder-led initiative that brings

together farmer representatives, processors,

input dealers, service providers, financial

institutions, and policymakers to foster the export

potential of Ghanaian mangos.

Tomatoes growing in Nigeria. © AFC

Many other projects in which AFC is involved

show that the German development cooperation

is supporting actors in value chains

in overcoming entry barriers to lucrative

markets. By providing training, improving

access to finance, and introducing certification

standards, value creation is possible.

The application of ICT solutions further supports

information flow along value chains,

which is necessary to shape a conducive

environment for rural development. A better

environment for sustainable investments by

private sector actors also encourages local

and international banks to finance part of the

investments.

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38

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ HINTERGRUND ∙

INNOVATIONEN & DIGITALES

Gesundheit für alle

Anna Feest und Jennifer Bencivenga, mTOMADY

Die Mitarbeiterin eines Gesundheitszentrums in Antananarivo,

Madagaskar nutzt mTOMADY, um einen Erstattungsantrag für

Gesundheitsdienstleistungen einzureichen. © mTOMADY

Als Nadia eine Notoperation benötigte,

hätten die Kosten sie und ihre

Familie, die im ländlichen Madagaskar

lebt, leicht in den finanziellen Ruin trei -

ben können. Beschränkungen, die die Ausbreitung

von COVID-19 bekämpfen sollten,

hinderten ihren Mann am Arbeiten. Selbst

das Essen auf den Tisch zu bringen, war

eine schwer zu stemmende Aufgabe geworden.

Dennoch suchte sie ohne zu zögern eine

Notfall-Ambulanz auf – in der Gewiss heit,

dass ihre SIM-Karte sie vor unvorhersehbaren

Arztrechnungen schützen würde.

Beinahe hätte Nadia zwischen ihrer Gesundheit

und dem finanziellen Ruin ihrer

Familie wählen müssen – eine ungeheuerliche

Zwangslage, in der sich täglich viel

zu viele Menschen befinden. Auf dem afrikanischen

Kontinent leben 43 Prozent der

Bevölkerung unterhalb der internationalen

Armutsgrenze und die meisten Menschen

müssen ihre Gesundheitsversorgung aus

eigener Tasche zahlen. Die Folgen sind verheerend

– die WHO schätzt, dass jährlich

35 Millionen Menschen von immensen Gesundheitsausgaben

betroffen sind; viele

wei tere lassen sich aus Geldmangel erst

gar nicht behandeln. Eine globale Initiative

zur Sicherstellung einer universellen

Gesundheitsversorgung bis 2030 – die sowohl

den Schutz vor finanziellen Risiken

als auch den Zugang zu Gesundheitsleistungen

für alle umfasst – verspricht, diese

Situation in Afrika und weltweit anzugehen.

Die einstimmige Verpflichtung der Vereinten

Nationen sowie eine Reihe internationaler

Vereinbarungen und Erklärungen erkennen

an, dass eine allgemeine und universelle

Ge sundheitsversorgung (Universal health

coverage, kurz UHC) entscheidend für die

Verwirklichung der UN-Ziele für nachhaltige

Entwicklung ist, vor allem für das erste (keine

Armut) und das dritte (gesundes Leben

und Wohlbefinden). Die tatsächliche Umsetzung

einer allgemeinen Gesundheitsversorgung

in Afrika war schon vor Corona eines

der ehrgeizigsten Ziele des Jahrzehnts und

ist im vergangenen Jahr noch komplizierter

geworden. Die verheerenden gesundheitlichen

und wirtschaftlichen Folgen von

COVID-19 verleihen den Forderungen eine

noch nie dagewesene Dringlichkeit und

bringen gleichzeitig eine enorme Belastung

für die ohnehin unterfinanzierten Sozial- und

Gesundheitsdienste auf dem ganzen Kontinent

mit sich.

Auch wenn auf dem Weg zu einer allgemeinen

Gesundheitsversorgung zweifelsohne

noch unzählige Hindernisse liegen,

bieten mobile Kommunikations- und Zahlungstechnologien

vielversprechende Möglichkeiten,

diese Hindernisse zu überwinden.

Nach Angaben der Weltbank hat sich

die Zahl der Mobilfunkanschlüsse im subsaharischen

Afrika von 2009 bis 2019 mehr

als verdoppelt und erreicht damit auch Menschen,

die bisher strukturell aus geschlos sen

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ HINTERGRUND ∙

39

waren. mTOMADY, eine digitale Gesundheitsplattform,

die erstmals 2019 in Mada -

gaskar eingeführt wurde, baut auf dieser

digitalen Revolution auf, um finanzielle

Barrieren für die Gesundheitsversorgung

abzubauen und die allgemeine Gesundheitsversorgung

in der gesamten Region

voranzubringen.

mTOMADY, so lautet auch der Name des

in Deutschland und Madagaskar ansässigen

Sozialunternehmens, das das gleichnamige

Projekt entwickelt hat. Entstanden ist

es durch die Anpassung bestehender Technologien

an lokale Bedürfnisse. Das „m“

steht für mobil, „Tomady“ ist das madagassische

Wort für Wohlbefinden. Ursprünglich

wurde mTOMADY als mobiles Gesundheitssparbuch

für Schwangere und junge Mütter

konzipiert, das über ein einfaches Handy

bzw. über die SIM-Karte zugänglich ist. Mit

einer mobile wallet können die Nutzerinnen

digital Geld sparen, Beiträge von Familie

und Freunden empfangen und Gutscheine

für subventionierte Medikamente und

Gesundheitsdienstleistungen erhalten.

Teilnehmende Gesundheitsdienstleister

bieten Vorsorgeuntersuchungen während

der Schwangerschaft und medizinische Versorgung

während der Geburt an. „Mütter,

die mTOMADY zur Finanzierung ihrer ersten

Schwangerschaft genutzt haben, nutzen die

Anwendung auch für ihre zweite Schwangerschaft“,

sagt mTOMADY-Projektkoordinatorin

Dr. Zava Rampanjato. „Deshalb wissen

wir, dass unser Projekt ein Erfolg ist.“

Nach dem Erfolg der mobilen Geldbörse

für werdende Mütter wandte sich das

mTOMADY-Team den strukturellen Herausforderungen

der Gesundheitsfinanzierung

zu – mit besonderem Fokus auf der Digitalisierung

der Gesundheitsversorgung. Die

Ansätze einzelner afrikanischer Länder,

eine allgemeine Gesundheitsversorgung sicherzustellen,

variieren, aber Single-Payer-,

Multi-Payer- und Co-Payment-Systeme stehen

vor Herausforderungen, die oft dieselbe

Ursache haben: ineffiziente, fragmentierte

und oft papierbasierte Systeme. Die Notwendigkeit

der persönlichen Registrierung

und Barzahlung der Leistungen erschwert

es besonders Patienten in abgelegenen Gebieten,

Versicherungen abzuschließen und

beizubehalten. Jährliche Pauschalbeiträge

stellen ein zusätzliches Hindernis dar, da

der fehlende Zugang zu Banken es den

Haushalten erschwert, Ersparnisse für ihre

Gesundheit zurückzulegen. Manuelle Abrechnungsprozesse

sind teuer, betrugsanfällig

und können zu langen Verzögerungen

bei der Rückerstattung für die ohnehin

schon unterversorgten Gesundheitsdienstleister

führen. Das mTOMADY-Team arbeitet

eng mit Experten und Interessenvertretern

in Madagaskar zusammen, um diese Probleme

anzugehen und hat eine Lösung

entwickelt, die die Gesundheitsversorgung

zugänglicher und erschwinglicher macht

und Ineffizienzen und Betrug im gesamten

Gesundheitssystem reduziert.

Das Ergebnis ist eine Multi-Payer-Platt -

form, die Zahlungen, Daten und Kommunikation

im gesamten Gesundheitssystem

in Echtzeit darstellt. Die mobile

Technologie ermöglicht es Patienten,

Geld für ihre Gesund heit zurückzulegen,

sich für Versicherungs programme zu

registrieren und von teilnehmenden Ge

sundheitsdienstleistern behandeln zu lassen.

Ansprüche werden digital eingereicht,

verarbeitet, auf Betrug gescannt und mit

digitalem Geld erstattet. Darüber hinaus können

Anbieter von Krankenversich erungen

die Registrierung aktiv fördern. So können

sie z.B. über automatisierte, leistungsabhängige

Prämien für jeden neuen Ver sicherten

Anreize für das Gesundheitspersonal in den

Gemeinden schaffen, die Registrierung zu

unterstützen.

Die Software, auf der mTOMADY läuft,

ist mit verschiedenen Systemen kompatibel

und anpassungsfähig, was bedeutet,

dass sie unkompliziert an die jeweiligen

Bedürfnisse angepasst werden kann. In

Madagaskar, wo eine Kombination aus öffentlicher

Finanzierung und privaten oder

gemeindebasierten Versorgungssystemen

die allgemeine Gesundheitsversorgung sicherstellen

soll, arbeitet mTOMADY direkt

mit mehreren lokalen Krankenversicherungen

zusammen, um die Abdeckung in ländlichen

Gebieten zu verbessern. Auch staatlich

finanzierte Versicherungsprogramme sind

ein wesentlicher Bestandteil der allgemeinen

Gesundheitsversorgung. In diesem Jahr

soll eine Erhebung im ghanaischen Kumasi

die Auswirkungen des von mTOMADY

betriebenen, mobilfunkbasierten Gesundheitssparbuches

auf die Mitgliederzahlen

der nationalen Krankenversicherung des

Landes messen.

mTOMADY wird von der Überzeugung

an getrieben, dass Innovation der Dreh- und

Angelpunkt der Bemühungen für eine allgemeine

Gesundheitsversorgung in Afrika ist.

„Innovative Lösungen erfordern mehr als

Spitzentechnologie. Vor allem in Afrika

müssen neue Tools vorhandene und lokale

Ressourcen einbeziehen und etwaige

Einschränkungen bedenken“, erklärt die in

Madagaskar geborene mTOMADY-Mitbegründerin

und Geschäftsführerin Elsa

Rajemison. „Viele mTOMADY-Nutzer, die

kein eigenes Handy besitzen, fertigen

Schlüsselanhänger oder Halsketten an,

um ihre SIM-Karte immer bei sich zu haben.

Das ist ein großartiges Zeichen dafür,

dass mTOMADY entwickelt wurde, um für

© mTOMADY

alle zu funktionieren, insbesondere für die

Schwächsten, die nur allzu oft von den

Vorteilen der digitalen Entwicklung ausgeschlossen

sind.“

_2/2021


40 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ BACKGROUND ARTICLES ∙

INNOVATION AND DIGITAL TECHNOLOGY

Healthcare for all

Anna Feest and Jennifer Bencivenga, mTOMADY

The mTOMADY platform can be accessed via

a simple mobile phone, and uses the existing

mobile money infrastructure. © mTOMADY

When Nadia needed emergency

surgery, the costs could have

easily pushed her and her family

living in rural Madagascar into financial ruin.

Restrictions intended to combat the spread

of COVID-19 prevented her husband from

working. Ever since, even putting food on

the table had become a fraught task. Still,

she sought emergency care without hesitation,

assured that the SIM card she carried

would protect her family against unpredictable

medical bills.

Nadia almost had to choose between

her health and financial ruin for her family -

an egregious predicament faced by far

too many people every day. In Africa, 43

percent of the population still live below

the international poverty line, and most

patients are forced to pay out-of-pocket

for healthcare. The results are disastrous -

the World Health Organization estimates

35 million individuals face ruinous healthcare

payments annually; many more simply

avoid care altogether. A global initiative to

achieve universal health coverage (UHC)

by 2030 - which includes protection from

financial risk as well as access to health

services for all - promises to address this

crisis in Africa and around the world. The

unanimous United Nations (UN) commitment,

along with an array of international

agreements and declarations, recognises

that UHC is critical for realising the UN Sustainable

Development Goals, most importantly

the first - no poverty - and the third –

good health and well-being. However, actually

achieving UHC in Africa, already one

of the decade's most ambitious targets, has

become vastly more complicated over the

past year. COVID-19’s devastating health

and economic consequences have added

unprecedented urgency to calls for UHC,

but they have also put tremendous strain on

already under-resourced social and health

services across the continent.

Though the road to UHC undoubtedly

faces a myriad of obstacles, mobile communications

and payment technologies

offer promising ways to overcome them. According

to World Bank data, mobile phone

subscription rates more than doubled in

sub-Saharan Africa from 2009 to 2019,

reaching people who, until now, have remained

structurally excluded. mTOMADY, a

digital solution first launched in Madagascar

in 2019, builds on this digital revolution to

reduce financial barriers to healthcare and

advance UHC across the region.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ BACKGROUND ARTICLES ∙

41

mTOMADY, which is also the name of the

Ger many- and Madagascar-based social

enterprise that developed it, was created by

adapting existing technologies to Malagasy

priorities. ‘m’ stands for mobile and ‘tomady’

means well-being in Malagasy, and ‘mobile

well-being’ sums up the project nicely. Initially,

it was designed as a mobile wallet

for pregnant women and young mothers,

accessible using a simple mobile phone or

even just a SIM card. With the mobile wallet,

users can digitally save money, accept

fees pose an additional obstacle, as a lack

of access to formal banking makes it difficult

for households to save for health.

Manual claims management processes are

expensive, prone to fraud, and can cause

long reimbursement delays for already under-resourced

healthcare providers. The

mTOMADY team works closely with experts

in human-centred design and stakeholders

in Madagascar to address these issues with

a solution that makes health coverage more

accessible and affordable, and reduces

are submitted digitally, processed and

scanned for fraud using pattern-recognition

technology, and reimbursed quickly with

mobile money. Moreover, health coverage

providers can actively boost enrolment with

easily customisable no- and low-cost behavioural

nudges. For example, they can

incentivise community health workers to

support enrolment with an automated performance-based

micropayment for each

new beneficiary.

The software mTOMADY runs on is interoperable

and adaptable, which means

it can be easily modified to context-specific

needs, and aligns with various national

healthcare financing strategies. In Madagascar,

where the approach to UHC combines

public funding with private or community-based

coverage schemes, mTOMADY

works directly with several health insurance

providers to extend their coverage in rural

areas. State-funded coverage programmes

are also an integral part of the UHC puzzle,

and this year, a trial taking place in the

Ghanaian city of Kumasi will measure the

impact of an mTOMADY-powered mobile

phone-based health savings wallet on

membership rates of the country's National

Health Insurance Scheme.

contributions from friends and family, and

receive digital vouchers for subsidised

drugs and services. Participating healthcare

providers perform check-ups and medical

care during delivery. Dr Zava Rampanjato,

the project coordinator in Antananarivo,

says “we know it has been a success, because

mothers who used mTOMADY to fund

their first pregnancy two years ago are using

it again for the second.”

Following the success of the mobile

wallet - a demonstration of mTOMADY’s

potential as a tool for financial inclusion in

healthcare - the team turned its attention to

structural healthcare financing challenges,

with a focus on digitising health coverage.

National approaches to UHC vary, but single-payer,

multi-payer, and co-payment systems

alike face similar challenges that stem

from the same source: inefficient, fragmented,

and often paper-based systems. In-person

enrolment and cash premium payments

make it difficult for beneficiaries to obtain

and maintain coverage, especially in remote

areas. Plans with annual lumpsum

inefficiencies and fraud across the health

system.

The result is a multi-payer platform that

enables payments, data, and communications

to flow across the health system in

real-time. The mobile technology helps beneficiaries

save money for health, enrol in

coverage programmes, and seek care with

participating healthcare providers. Claims

mTOMADY is driven by the belief that

innovation lies at the crux of the UHC endeavour

in Africa. Elsa

Rajemison, the Madagascan-born

co-founder

and CEO of mTOMADY

explains, “Truly innovative

solutions require more than

cutting-edge technology.

Especially in Africa, new

tools need to incorporate

existing resources and

local assets, as well as respond

to real constraints,”

adding, “Many non-phone

owning mTOMADY users

make keychains or necklaces

to keep their SIM

card with them at all times.

This is a great illustration of how mTOMADY

was built to work for everyone, especially

the most vulnerable, who are all too often

excluded from the benefits of digital

development.”

Photos: © mTOMADY

_2/2021


42 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ HINTERGRUND ∙

Senegal – Regionale

Stromversorgung aus

Wasserkraft

Mario Ledic, ANDRITZ Hydro GmbH

Mehr als 600 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika haben keinen Zugang

zu Elektrizität. Investitionen in erneuerbare und bezahlbare Energie wie Wasserkraft

sind der Schlüssel für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. ANDRITZ

Hydro ist seit mehr als hundert Jahren auf dem Kontinent aktiv und hat im Dezember

2020 einen Auftrag für die Lieferung von elektromecha nischer Ausrüstung

für das neue Wasserkraftwerk Sambangalou erhalten.

Die wirtschaftlichen Folgen der globalen

Corona-Pandemie in Afrika sind

enorm. Der weltweite Rückgang bei

Han del und Investitionen hat den Aufschwung

der letzten Jahre stark ausgebremst. Dennoch

stimmen aktuelle Pro gnosen wie die

des Internationalen Währungsfonds (IWF)

zuversichtlich, dass einzelne Länder Subsahara-Afrikas

bereits im Jahr 2021 mit einem

Wachstum gestärkt aus der Krise hervorgehen

werden – dazu gehört auch Senegal.

Die senegalesische Regierung unter Präsident

Macky Sall hat mit dem nationalen Wirtschafts-

und Sozialprogramm Plan Senegal

Emergent (PSE) und den damit verbundenen

Reformen die Rahmenbedingungen für Investitionen

deutlich verbessert und kontinuierliche

Wachstumsraten in den letzten Jahren

ermöglicht. Bis zum Jahr 2035 soll das

Land den Status einer Emerging Economy

erreichen.

Im Energiesektor kommt vor allem der

Stromerzeugung im Rahmen des PSE eine

Schlüsselrolle zu. Mit staatlichen und privaten

Investitionen soll der Bau neuer Kraftwerke ermöglicht

werden, um die bis zum Jahr 2025

geplante vollständige Elek trifizierung des

Landes zu erreichen. Schon heute haben

mehr als 65 Prozent der Einwohner Senegals

Zugang zu Elektrizität. Ein Nachholbedarf

besteht primär in den ländlicheren Regionen

mit einer Anschlussrate von unter 45 Prozent.

Ziel ist es, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung

durch den Zugang zu Elektrizität zu

unterstützen. Dafür setzt Senegal neben der

Nutzung von Erdgasreserven künftig vor allem

auf die Nutzung vorhandener Potenziale

aus erneuerbaren Energien. Neben Solarkraft

und Wind soll Wasserkraft eine entscheidende

Rolle im Energie-Mix spielen.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung

von neuen Kraftwerken ist der neue Sambangalou-Wasserkraftdamm

am Fluss Gambia,

einer der Hauptströme Westafrikas. Das

in der Region Kedougou an der Grenze zu

Guinea geplante Kraftwerk soll nach der

Fertigstellung ein regionales Vorzeigeprojekt

sein. Den Auftrag zur Lieferung der elektromechanischen

Ausrüstung für das Projekt hat

ANDRITZ Hydro im Dezember letzten Jah res

in einem Konsortium mit VINCI Construction

erhalten. Das Einzugsgebiet des Flusses

Gambia umfasst mehr als 77.000 Quadratkilometer

und umfasst neben Senegal die Länder

Guinea, Guinea-Bissau und Gambia. Um die

Ressourcen des Flusses zu nutzen haben die

vier Länder in den 1980er Jahren die länderübergreifende

Organisation pour la Mise en

Valeur du Fleuve Gambia (OMVG) gegründet.

Die OMVG wird auch der künftige Eigentümer

des Wasserkraftwerks Sambangalou mit einer

geplanten Leistung von 128 MW sein. Für die

Stromverteilung in die beteiligten Länder werden

bereits eine Hochspannungsleitung mit

mehr als 1.650 Kilometern Länge und mehrere

Umspannwerke gebaut.

Neben erneuerbarer, sauberer und kosteneffizienter

Energie und der Schaffung eines

regionalen Strommarktes in Westafrika dient

das Projekt auch der Regulierung des Wasserstandes

des Flusses Gambia und der für

die Grenzregion wichtigen Bewässerung von

landwirtschaftlichen Flächen in Senegal und

Guinea. Darüber hinaus ist auch eine Trinkwasserversorgung

der Region vorgesehen.

Die Arbeiten für das Projekt Sambangalou be -

ginnen Mitte 2021 und sollen etwa 48 Monate

dauern.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ BACKGROUND ARTICLES ∙

43

Senegal – regional

electricity supply from

hydropower

© ANDRITZ Hydro GmbH

Mario Ledic, ANDRITZ Hydro GmbH

In sub-Saharan Africa, more than 600 million people have no access to

electricity. Investments in renewable and affordable energies such as hydro -

power are key to sustainable economic development. ANDRITZ Hydro has been

present on the continent for more than 100 years, and in December 2020

received an order to supply the electromechanical equipment for the new

Sambangalou Hydroelectric Power Station.

T

he economic consequences of the

global coronavirus pandemic in

Africa are enormous. The global decline

in trade and investment has severely

slowed down the upswing of recent years.

Nevertheless, current forecasts such as those

of the International Monetary Fund (IMF)

boost confidence that individual countries in

sub-Saharan Africa, including Senegal, will

emerge stronger from the crisis, with growth

expected as early as 2021.

Under President Macky Sall, the Senegalese

government has significantly improved

the framework conditions for investment with

the national economic and social programme

Plan Senegal Emergent (PSE) and other related

reforms, which have enabled continuous

growth rates in recent years. The country is

expected to achieve the status of an emerging

economy by 2035.

In the energy sector, power generation in

particular plays a key role within the framework

of the PSE. State and private investments

are to enable the construction of new

power plants to achieve the complete electrification

of the country by 2025. More than

65 percent of Senegal's inhabitants have

access to electricity today. There is a backlog

in demand primarily in the more rural regions,

which have a connection rate below 45 percent.

The objec tive is to support economic

and social de velopment through access to

electricity. To achieve this, Senegal is focusing

on harnessing the existing potential of

renewable energies, in addition to its natural

gas reserves. Along with solar and wind,

hydropower will play a decisive role in the energy

mix. One example of the successful implementation

of new power plants is the new

Sambangalou Hydroelectric Power Station

on the Gambia River, one of the main rivers

in West Africa. Once completed, the power

station in the Kedougou region on the border

with Guinea will be a regional flagship project

in West Africa. In mid-December last year, as

part of a consortium with VINCI Construction,

ANDRITZ Hydro was awarded a contract

to supply the electromechanical equipment

for the project. The catchment area of the

Gambia River covers over 77,000 square kilometres

and, in addition to Senegal, includes

the countries of Guinea, Guinea-Bissau, and

Gambia. In order to take advantage of the

river’s resources, the four countries founded

the transnational Gambia River Development

Organization (Organisation pour la Mise en

Valeur du Fleuve Gambie, OMVG) in the

early 1980s.

The OMVG is also the future owner of

the hydropower plant, which has a planned

ca pacity of 128 MW. A 1,650 kilometre-long

high-voltage power line with numerous substations

is already being built for the distribution

of electricity to the participating countries.

In addition to renewable, clean, and

cost-efficient energy, as well as the creation

of a regional electricity market in West Africa,

the multipurpose project will also assist in

regulating the flow of the Gambia River during

dry and wet seasons, and so help the ir rigation

of agricultural land in Senegal, Gambia,

and Guinea. Fur ther more, drinking water

supply for the re gion is also planned. Work on

the project will start in the middle of this year,

and will take around 48 months.

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44

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ HINTERGRUND ∙

MARKTEINTRITT IN AFRIKA

Afrika-Vertrieb outsourcen

Christian Ancker,

Africa Technology Partners

Seit die Reisemöglichkeiten zwischen

Deutschland und Afrika pandemiebe -

dingt eingeschränkt sind, ist das Geschäftsvolumen

von Africa Technology Partners

aus Hamburg deutlich gewachsen. Unser

Unternehmen bietet „Niederlassungen

on demand“ an. Damit ist es mittel ständischen

Unternehmern möglich, ihren Vertrieb

in afrikanischen Märkten outzusour cen.

In neun afrikanischen Hauptstädten verfügt

Africa Technology Partners über Standorte

mit Büroräumen, Vertriebspersonal,

Werkstät ten und Technikern, Lagerflächen

und lokalen Kontakten. Das lokale Knowhow,

das norddeutsche Handelshäuser teilweise

über mehr als hundert Jahre aufgebaut

haben, wird damit erstmals der gesamten

deutschen Exportwirtschaft, die derzeit nicht

oder nur eingeschränkt ihre Zielmärkte in

Afrika besuchen kann, angeboten.

Immer mehr Kunden in Afrika erwarten

von ihren Lieferanten lokale Präsenz und kurze

Reaktionszeiten. Das ist gerade zu Beginn

eines Markteintritts häufig wirtschaftlich nicht

leistbar. Africa Technology Partners will einen

Beitrag dazu leisten, die Eintrittsbarrieren zu

senken und Mittelständlern so den Zugang

zu den Märkten erleichtern. Es wird zunächst

einmal auf kleinere afrikanische Märkte wie

Sambia, Uganda oder Tansania gesetzt,

aber auch in großen und wichtigen Märkten

wie Nigeria oder Kenia sind die Serviceangebote

verfügbar.

Für viele Unternehmer ist vor allem der

Markt eintritt in Afrika schwierig. Häufig sind

die Märkte noch nicht so groß, dass sie gleich

von Beginn an eine eigene Niederlassung

rechtfertigen. Hinzu kommt der große Aufwand

für administrative Anforderungen, die

eigene Niederlassungen mit Personal mit sich

bringen würden. Africa Technology Partners

bietet gegen eine fixe und planbare monatliche

Gebühr an, den technischen Vertrieb

vor Ort aufzubauen. Nach entsprechender

Einweisung und Schulung ist die Vertriebsorganisation

innerhalb weniger Wochen

einsatzbereit. Für erste Projekte kann der

Kunde auf Monteure und technisches Servicepersonal

zurückgreifen, wenn es etwa

um die Installation von neuen Geräten geht,

die Abwicklung von Import und Logistik oder

die Ausführung von Serviceleistungen beim

Kunden. Nach deutschen Standards ausgebildete

lokale Mitarbeiter, die sich auf dem

Gebiet des Maschinen- und Anlagenbaus

sowie bei technischen Gütern gut auskennen,

übernehmen anschließend Service und

Wartung. Zudem ist es möglich, gängige Ersatz-

und Verbrauchsteile in eigenen Lagern

vor Ort vorzuhalten.

Africa Technology Partners bietet gegen eine fixe Gebühr an,

den technischen Vertrieb vor Ort aufzubauen.

Africa Technology Partners hat die Geschäftsidee

schon Monate vor der Corona-

Pandemie entwickelt und an den Markt gebracht.

Ausgangspunkt der Überlegungen

war, dass das Geschäftsmodell traditioneller

Handelshäuser in vielen Fällen unter Druck

gekommen ist. Nun hat die Krise für unerwartet

großes Wachstum gesorgt. Das Unternehmen

ist froh, vielen Firmen helfen zu

können, die im vergangenen Jahr kaum Kunden

besuchen konnten. Und da zu erwarten

ist, dass Reiserestriktionen nach Afrika noch

eine ganze Weile andauern werden, ist Africa

Technology Partners offen, seine Dienste

auch weiteren Kunden anzubieten.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ BACKGROUND ARTICLES ∙

45

MARKET ENTRY IN AFRICA

Sales outsourcing in Africa

Christian Ancker, Africa Technology Partners

T

he business volume of Hamburgbased

Africa Technology Partners

has grown significantly since the restriction

of travel between Germany and Africa

due to the pandemic. Our company offers

“branches on demand”, making it possible

for SMEs to outsource their sales in African

markets. In nine capital cities, Africa Technology

Partners has locations with office space,

sales staff, workshops and technicians, storage

areas, and local contacts. This allows the

local expertise that northern German trading

houses have accumulated, in some cases

over more than a hundred years, to be offered

for the first time to the entire German export

industry, which is currently unable to visit its

target markets in Africa, or can only do so to

a limited extent.

For many entrepreneurs, market entry in

Afri ca is particularly difficult. Often, the markets

are not yet large enough to justify a

company having its own branch office right

from the start. In addition, there is a large

amount of administrative work involved in

establishing a staffed branch office. Africa

Technology Partners offers to set up technical

sales on site for a fixed and predictable

monthly fee. After instruction and training,

the sales organisation is ready to begin operations

within a few weeks. For initial projects,

customers can call on fitters and tech-

ners developed the business idea months before

the coronavirus pandemic and brought

it to market: The concept was developed in

response to the pressure that the business

model of traditional trading houses had come

under. Now, the crisis has brought unexpected

growth, and the company is happy to be

able to help many companies that had difficulty

visiting customers last year. Since travel

restrictions to Africa are expected to continue

for quite some time, Africa Technology Partners

is open to offering its services to more

customers.

More and more customers in Africa expect

their suppliers to have a local presence and

rapid response times. However, this is often

not economically feasible, especially in the

initial phases of market entry. Africa Technology

Partners aims to contribute to lowering

the barriers to entry and facilitating access

to markets for SMEs. The initial focus is on

smaller African markets such as Zambia,

Uganda, and Tanzania, but services are also

available in large and important markets like

Nigeria and Kenya.

In nine capital cities,

Africa Technology

Partners has locations

with office space,

sales staff, workshops

and technicians,

storage areas, and

local contacts.

nical service personnel for tasks such as installing

new equipment, handling imports

and logistics, or performing services at the

customer’s business premises. Local staff

trained according to German standards and

well versed in the fields of mechanical and

plant engineering then take over service and

maintenance. In addition, it is possible to

keep common spare and consumable parts in

on-site warehouses. Africa Technology Par t -

Photos: © Christian Ancker

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46

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ HINTERGRUND ∙

ERNEUERBARE ENERGIEN

„Solarkraft ist die Antwort“

Xavier Juin, CEO und Co-Founder von Tysilio im Gespräch mit dem Afrika-Verein

Unternehmen verschafft sie einen

Wettbewerbsvorteil.

Worin liegen die Vorteile der

Solarenergie für Ihre Kunden?

Können Sie uns konkretere Beispiele aus

verschiedenen Projekten geben, damit

wir uns ein besseres Bild von der Nutzung

Ihrer Lösungen und der Vielfalt Ihrer

Kunden machen können?

Seit fünf Jahren beteiligt sich Tysilio

an der wirtschaftlichen und sozialen

Entwicklung Westafrikas, indem es

seine Kunden mit nachhaltiger und

wettbewerbsfähiger Energie versorgt.

Als Experte für Photovoltaik-Eigenverbrauch

im mittleren Leistungsbereich

setzt Tysilio verschiedene Solar-

Projekte in Afrika um.

Mit Ihrem Angebot für Solarlösungen

konzentrieren Sie sich vor allem auf Märkte

im westlichen Afrika. Warum?

Wenn man den Energiebedarf, die Verdoppelung

der Bevölkerung bis 2030 und

das Wirtschaftswachstum berücksichtigt, ist

Westafrika ein Gebiet mit enormem Entwicklungspotenzial.

Die derzeit verfügbaren Energiequellen

(fossile Brennstoffe und öffentliches

Stromnetz) sind teuer, unzuverlässig

und nicht umweltfreundlich. Solarkraft ist die

Antwort auf diese drei Herausforderungen.

Die Sprachbarriere in einigen Ländern Westafrikas

mag für Mitbewerber ein Problem dar ­

stellen, unserem französischsprachigen

Tysilio stellt sicher, dass Solar en er ­

gie als Energielösung mit mehreren

positiven Auswirkungen für seine

Kun den und alle beteiligten Akteure

fungiert. Selbstredend sind die positive

Auswirkung der Solar energie

auf die Umwelt eine wichtige Ergänz

ung für jeden Aktionsplan zur

Unternehmensverantwortung. Dieser

positive Einfluss geht einher

mit wirtschaftlichen Einsparungen,

die Energie wird also erschwinglicher.

Darüber hinaus kann Solar ­

energie die Energiequalität und

-versorgung verbessern. Auch die

Auswirkungen auf die Arbeitsmarktsituation

in unseren Zielmärkten und die wirtschaftliche

Entwicklung sollte nicht uner ­

wä hnt bleiben. Tysilio garantiert, dass wir unser

Wissen und den Nutzen mit unseren lokalen

Partnern teilen.

Wie erfüllen Sie die Bedürfnisse

Ihrer Kunden?

Um sicherzustellen, dass unser Angebot

als Lösung mit mehreren positiven Auswirkungen

dient, hören wir auf die Bedürfnisse

unserer Kunden, passen bewährte bestehende

Ausrüstung an und setzen die Lösung

mit unseren lokalen Partnern um. Tysilio ist in

der Lage, Solaranlagen für jede Art von Infrastrukturen

(Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft,

Wohngebiete), unabhängig von der

verfügbaren Fläche (Dächer, Grundstü cke,

Parkplätze, Wasserreservoirs) und der vorhandenen

Energieversorgung (Netz anschluss,

Dieselgeneratoren usw.) zu implementieren.

Tysilio entwirft, finanziert und

installiert die passende Lösung, bei Bedarf

einschließlich der Batterien.

Wir haben eine große Bandbreite an Kunden,

von internationalen Friedensmissionen in

Somalia, Mali oder Niger über Entwicklungshilfeprogramme

(landwirtschaftliche Kooperative

im Senegal, GIZ, verschiedene

Gesund heitseinrichtungen) bis hin zu immer

mehr privaten Unternehmen (Supermarkt in

Bamako, landwirtschaftliche Betriebe in Senegal

oder Mali). Tysilio verfügt über die Flexibilität

und das Fachwissen, um die Bedürfnisse

von internationalen Institutionen in

Kriegs gebieten ebenso zu erfüllen wie die

von Privatunternehmen in allen anderen

Bereichen.

Was sind die größten Herausforderungen

bei der Umsetzung von Projekten in

Westafrika?

Oft zögern unsere afrikanischen Kunden,

in Solaranlagen zu investieren, weil es nicht zu

ihrem Kerngeschäft gehört. Als Antwort darauf

bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit,

unsere Lösungen zu mieten. Die zweite

Herausforderung besteht darin, ein ho hes

Qua li tätsniveau aufrechtzuerhalten, denn in

der Vergangenheit wurden viele Solaran lagen

mit minderwertigen Komponenten installiert

und entsprachen nicht den interna tionalen

Normen. Tysilio besteht darauf, die

interna tionalen Standards mit modernster

Ausrüstung zu erfüllen. Deshalb arbeiten

wir Hand in Hand mit lokalen Partnern und

or ga nisieren mit ihnen einen ständigen

Wissenstransfer.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ BACKGROUND ARTICLES ∙

47

Army base in

Niger running on a

smart combination

of solar and diesel

energy.

Photos © Tysilio

RENEWABLE ENERGIES

“Solar solutions are the answer”

Interview with Xavier Juin, CEO and Co-Founder of Tysilio

Tysilio has been participating in the

economic and social development of

West Africa by providing its customers

with sustainable and competitive

energy for five years now. As an expert

in medium-power self-consumption

photovoltaic energy, Tysilio develops

various projects in the solar

industry in Africa.

Why did you choose to focus on the West

African markets for your solar solutions?

West Africa is an area with great potential

for development, considering its existing

energy needs, the doubling of its population

by 2030, and that its economic growth is

amongst the highest in the world. The currently

available sources of energy (fossil fuels

and public grid) are expensive, unreliable,

and not environment friendly – solar is the

answer to these three challenges. Language

barriers in Western Africa may be an issue for

some, but it gives French-speaking Tysilio a

competitive advantage.

What are the benefits of solar energy

for your customers?

Tysilio ensures that solar energy acts as

a positive, multi-impact energy solution for

its customers and all their stakeholders. Of

course, solar energy’s positive environmental

impact is an important addition to any corporate

responsibility action plan. But this

positive impact comes with economic savings

that increase energy affordability. Solar

energy may also improve energy quality and

supply. The final positive impact regards local

employment and economic development,

as Tysilio guarantees that benefits and knowledge

are shared with local partners who

install and maintain the equipment under

Tysilio’s management.

How do you meet the needs of

your customers?

To ensure that solar serves as a multi-impact

solution, we listen to our customers’

needs, adapt existing proven equipment, and

deploy the solution with our local partners.

Tysilio is able to implement solar for any type

of infrastructure (industrial, commercial, agricultural,

or residential), whatever the available

space (roofs, land, parking, water reservoirs,

etc.) and whatever the existing energy supply

(grid connected, diesel generators, etc.).

Tysilio will design, finance, and install the

appro priate solution, including batteries if

necessary.

Can you give us more specific examples

from different projects so that we can get a

better idea of the use of your solutions

and the diversity of your clients?

We have a large range of customers ranging

from, originally, peace-keeping operations

(base camps in Somalia, Mali, and

Niger), to development support programmes

(an agricultural cooperative in Senegal, GIZ,

several healthcare institutions, etc.), and more

and more private companies (a supermarket

in Bamako, agricultural businesses in Senegal

and Mali, etc.). Tysilio has the flexibility

and expertise to meet the needs of international

institutions in war zones as well as

those of privately owned companies in any

other areas.

What are your main challenges

in developing projects in West Africa?

Our African customers are often hesitant

to invest in solar because it is not core to their

business. In response, we offer our customers

the option of renting our solutions. The

second challenge is maintaining a high level

of quality - historically, many solar plants were

installed with poor quality products and do

not comply with international norms. Tysilio

insists in fulfilling international standards with

state-of-the-art equipment. Accordingly, we

work hand in hand with local partners and

ensure constant knowledge transfer.

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48

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ PANORAMA ∙

SUBSAHARISCHE

Nana Gerritzen

Architekturführer

© istock-Murmakowa

Das 2017 eröffnete Zeitz

Museum of Contemporary Art

Africa im südafrikanischen

Kapstadt ist in einem alten

Getreidesilo aus dem Jahr

1921 untergebracht.

Rundbogenarchitektur: Das frühere Bankgebäude in Bissau, der Hauptstadt

Guinea-Bissaus, wurde von einer lokalen Architektin gebaut, die in der

damaligen Sowjetunion studiert hatte. Heute steht das Gebäude leer.

Opened in 2017, the

Zeitz Museum of

Contemporary Art

Africa in Cape Town,

South Africa, is

housed in an old

grain silo dating

back to 1921.

© Adil Dalbai

Arched architecture: the former bank building in Bissau, the capital

of Guinea-Bissau, was built by a local architect who had studied in what

was then the Soviet Union. Today, the building stands empty.

Was haben Wetterextreme mit traditionellen

afrikanischen Bauweisen zu

tun? Welche baulichen Spuren haben

die einstigen Kolonialherren hinterlassen?

Welche Rolle spielt Chinas Vormachtstellung

im heutigen Bild afrikanischer

Metropolen? Und wie weit entfernt

sind moderne afrikanische Bauten von

der Lehm- oder Strohhütte, die in der

Annahme vieler Europäer auch heute

noch das Grundmotiv afrikanischer Architektur

darstellt? Diesen und vielen

anderen Fragen haben sich die Herausgeber

Philipp Meuser und Adil Dalbai,

beide Architekten, gemeinsam mit

mehr als 350 afrikanischen und europäischen

Autoren gestellt. Das Ergebnis

ihrer Arbeit ist selbst ein Monument

geworden: Auf fast 3.500 Seiten und in

sieben Bänden werden die 850 bedeutendsten

und markantesten Bauwerke

der 49 Länder Subsahara-Afrikas vorgestellt.

Für jedes Land erläutert ein loka

ler Experte die jeweilige Bau- und

Kulturgeschichte. Das englischsprachige

Buchprojekt bündelt die Vielfalt afrikanischer

Bauweisen und zeichnet ein

facettenreiches Bild des heutigen Afrika.

Ein umfassender Ein leitungsband zur

Geschichte und Theorie afrikanischer

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ PANORAMA ∙

49

BAUTEN

Das Musée des civilisations

noires wurde 2018 in der senegalesischen

Hauptstadt Dakar eröffnet.

Das Gebäude ist traditionellen senegalesischen

Rundhütten nachempfunden

und wurde vom Beijing Institute of

Architecture entworfen.

© Adil Dalbai

The Museum of Black Civilisations (Musée des civilisations noires) opened in 2018 in the

Senegalese capital of Dakar. The building is modelled on traditional Senegalese round

huts and was designed by the Beijing Institute of Architecture.

© Adil Dalbai

© Adil Dalbai

Ein modernistisches

Wohnhaus in Bissau,

der Hauptstadt

Guinea-Bissaus.

A modern apartment building in Bissau, the capital of Guinea Bissau.

Architektur ergänzt das nötige Hintergrundwissen.

Der Architectural Guide

Sub-Saharan Africa schließt eine Lücke

unter den Architekturführern und dürfte

für lange Zeit das Nachschlage werk für

Architektur in Subsahara-Afri ka sein.

Philipp Meuser & Adil Dalbai (Hrsg.):

Architectural Guide Sub-Saharan

Africa DOM publishers / 3.412 Seiten

über 5.000 Abbildungen / Sieben Bände

im Schuber Softcover 148,- €

_2/2021


50

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ ARTS & CULTURE ∙

Architectural guide

SUB-SAHARAN

Nana Gerritzen

Djibouti’s cathedral

was consecrated in 1964.

The plans for the monolithic

building were developed

by Joseph Müller, an

architect from

Alsace.

Photo: © Philipp Meuser

Die Kathedrale von

Dschibuti wurde 1964

eingeweiht. Die Pläne

des monolithischen Baus

entwickelte Joseph Müller,

ein Architekt aus dem

Elsass.

Marketplace instead of mall:

the Lideta Mercato shopping centre

in Addis Ababa, Ethiopia, was

designed by the Spanish architect

Xavier Vilalta. The centre takes

up the design of traditional local

open-air markets. Light falls

through the openings, but the

heat stays outside.

© Gonzalo Guajardo

Marktplatz statt Mall: Das vom spa nischen Architekten Xavier Vilalta entworfene Einkaufszentrum

Lideta Mercato im äthiopischen Addis Abeba folgt dem Ansatz traditioneller lokaler Märkte

unter freiem Himmel. Durch die Öffnungen fällt Licht, doch die Hitze bleibt draußen.

What is the link between weather extremes

and traditional African building

styles? What architectural traces

have been left by the former colonial

powers? What role does China’s dominant

position play in the landscape of

contemporary African metropolises?

And how remote are African buildings

from the mud and straw huts that many

Europeans still assume to be the basic

motif of African architecture? These

and many other questions are looked

at by editors Philipp Meuser and Adil

Dalbai, both architects, together with

more than 350 African and European

authors. The result of their work has

itself become a monument: on almost

3,500 pages and in seven volumes, the

850 most significant and striking buildings

of the 49 countries of sub-Saharan

Africa are presented. For each country,

a local expert explains the respective

building and cultural history. The English-language

book project brings together

the diversity of African building

styles and paints a multifaceted picture

of contemporary Africa. A comprehensive

introductory volume on the history

and theory of African architecture

provides the necessary background

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ ARTS & CULTURE ∙ 51

STRUCTURES

To mark the 20th

anniversary of the Rwandan

genocide, the Kigali

Genocide Memorial

Amphi theatre, designed by

John McAslan + Partners,

was inaugurated in 2014.

With 1,200 seats, the amphitheatre

is used by visitors

for commemo rative events,

works hops, theatre

performances, and film

screenings.

© Adil Dalbai

Anlässlich des 20. Gedenktages

an den Völker mord von

Ruanda wurde 2014 das von

John McAslan + Partners

entworfene Amphi theater

des Kigali Genocide Memorials

eingeweiht. Auf 1.200

Plätzen können Besucher hier

an Gedenk veranstaltungen,

Workshops, Theaterund

Filmauf führungen

teilnehmen.

With its 2,500 seats, the Maison du Peuple is the largest event venue in Ougadougou,

Burkina Faso’s capital. The building, which is based on local construction styles,

was built in 1965 and hosts sports, cultural, and recreational events.

© Philipp Meuser

Das Maison du Peuple ist

mit seinen 2.500 Plätzen der

größte Veranstaltungsort in

Ougadougou, Burkina Faso.

Das an lokale Bauweisen

angelehnte Gebäude wurde

1965 errichtet und beherbergt

Sport-, Kultur- und

Freizeitveranstaltungen.

knowledge. The Sub-Saharan Africa

Architectural Guide fills a gap among

architectural guides and is likely to be the

reference work for architecture in sub-Saharan

Africa for a long time to come.

Philipp Meuser & Adil Dalbai (Eds.):

Sub-Saharan Africa Architectural

Guide / DOM publishers / 3,412 pages

over 5,000 pictures / seven volumes

in a slipcase / softcover € 148.00

_2/2021


52

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ LESENSWERT ∙ RECOMMENDED READING ∙

1 Africa since Decolonization

Home to more than 1.2 billion people

living in 54 recognised countries and

speaking around 3,000 languages, Africa

is a diverse and complex continent

made up of countries that differ in regard

to their colonial history, political system,

socio-economic development, economic

polices, and experience with crises

and conflicts. Organised thematically to include chapters on

decolonisation and its legacies, external influences, economics,

political systems, inter-African relations, crises, conflicts

and conflict management, and Africa's external relations, the

author strikes a fine balance between the use of contextual

information, analysis, case studies, and examples with theoretical

debates on development, politics, and global policy. It

counters histories which offer reductive explanations of complex

issues, and offers new insights into the role African actors have

played in influencing international affairs beyond the continent.

MARTIN WELZ: AFRICA SINCE DECOLONIZATION –

THE HISTORY AND POLITICS OF A DIVERSE CONTINENT

CAMBRIDGE UNIVERSITY PRESS / 388 PAGES

SOFTCOVER € 24.99 / E-BOOK € 13.50

2 Kontinent der Zukunft

Der afrikanische Kontinent hat nicht nur

mit Konflikten, Hungersnöten und Armut

zu kämpfen, sondern auch mit den

Folgen des Klimawandels. Zugleich

ist Afrika aber auch ein Kontinent der

Chancen und der Zukunft. Die Beitragenden

dieses Bandes fragen daher:

Was können und sollten wir tun, damit

sich auf unserem Nachbarkontinent ein nachhaltiger und

gerechter Frieden etablieren kann? Im Zentrum dieser Überlegungen

stehen dabei die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable

Development Goals), denen eine Kompassfunktion zugeschrieben

werden kann, die aber auch selbst diskussionswürdig

sind.

EBERHARD MARTIN PAUSCH (HRSG.): KONTINENT DER

ZUKUNFT – FRIEDE FÜR AFRIKA, NACHHALTIG UND GERECHT

TRANSCRIPT VERLAG / 152 SEITEN / TASCHENBUCH 25,- €

E-BOOK (PDF) OPEN ACCESS

3 Afrika wird armregiert

(Neuausgabe)

17 Jahre war der deutsche Diplomat

Volker Seitz auf Posten in Afrika, zuletzt

als Botschafter in Kamerun. Er hat die Er -

gebnisse der Entwicklungspolitik sehr

genau vor Ort beobachten können und

in einer im März veröffentlichten aktualisierten

und erweiterten Ausgabe dargestellt.

Volker Seitz plädiert für eine radikale Veränderung der

Politik. Er rät dazu, auf bombastische Konferenzen, Workshops

und Tagungen zu verzichten und stattdessen auf die Gedanken

der Afrikaner und Afrikanerinnen zu hören, die wissen,

was für ihre Länder gut ist: Das Business der Barmherzigkeit

müsse gestoppt werden, den Herrschaftscliquen die Kontrolle

über den Geldfluss entzogen werden.

VOLKER SEITZ: AFRIKA WIRD ARMREGIERT

ODER WIE MAN AFRIKA WIRKLICH HELFEN KANN

DTV / 304 SEITEN / KLAPPENBROSCHUR 16,90 €

EBOOK 10,99 €

4 The Moral Economy of

Elections in Africa

Elections have long been seen as a way

to foster democracy, development, and

security in Africa, with many hoping that

the secret ballot would transform countries.

Adopting a new approach that focu

ses on the moral economy of elections,

the authors show how elections are

shaped by competing visions of what it means to be a good

leader, bureaucrat, or citizen. Using a mixed-methods study

of elections in Ghana, Kenya, and Uganda, they explore moral

claims made by officials, politicians, civil society, international

observers, and voters themselves. This radical new lens reveals

that elections are the site of intense moral contestation,

which helps to explain why there is such vigorous participation

in processes that often seem flawed. Demonstrating the

impact of these debates on six decades of electoral practice,

they explain why the behaviour of those involved so frequently

transgresses national law and international norms.

CHEESEMAN, LYNCH & WILLIS: THE MORAL ECONOMY

OF ELECTIONS IN AFRICA – DEMOCRACY, VOTING AND VIRTUE

CAMBRIDGE UNIVERSITY PRESS

376 PAGES / SOFTCOVER € 31.21 / E-BOOK € 17.23

_2/2021


VeriGO ® TrueSeal

Trusted vaccination certificates

during COVID-19

The introduction of a COVID-19 vaccination

certificate is an essential step in the return to

normal life. In order to enable fast

implementation, existing international

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54

∙ AFRIKA-VEREIN ∙ PRESSESCHAU ∙

ENTWICKLUNG

UND ZUSAMMENARBEIT

29.04.2021 – In dem Gastbeitrag „Ein Meilenstein für Afrikas Handel“ zeigt

AV-Hauptgeschäftsführer Christoph Kannengießer das Potenzial der binnenafrikanischen

Freihandelszone AfCFTA auf:

„Langfristig soll nicht nur der innerafrikanische Handel, sondern

auch der Handel mit anderen Kontinenten von der Freihandelszone

profitieren. Sie soll beispielsweise Investitionen und Handel

mit Partnern aus der EU erleichtern. Zudem soll sie nachhaltiges

Wirtschaftswachstum und regionale Integration auf dem heute

stark fragmentierten afrikanischen Kontinent fördern. Richtig

umgesetzt, kann sie das Wirtschaftswachstum Afrikas ankurbeln

und nachhaltige Arbeitsplätze für Millionen von Menschen

schaffen. Damit kann die AfCFTA zur Verringerung der Armut

beitragen, da sie die strukturellen wirtschaftlichen Gründe von

Entwicklungsrückständen angeht.“

2.03.2021 – In dem Beitrag „Bundesregierung treibt Lieferkettengesetz voran“

wird AV-Hauptgeschäftsführer Kannengießer zitiert:

Auch der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft ist unzufrieden:

„Das Gesetz folgt einem eher paternalistischen Ansatz, dass wir

Europäer den Afrikanern zeigen, wie es richtig geht“, sagte Hauptgeschäftsführer

Christoph Kannengießer. Es sei fraglich, ob das

zu dem von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) propagierten

„Partnerschaft auf Augenhöhe“ passe.

16.02.2021 – In dem Beitrag „Verwobene Schicksale“ über die Zukunft der Beziehungen

zwischen Afrika und der EU wird der Afrika-Verein erwähnt:

Ähnlich argumentiert auch der „Afrika-Verein der Deutschen

Wirtschaft“, in dem rund 550 Firmen organsiert sind. „Sicherheit

und Entwicklung hängen unmittelbar mit den ökonomischen

Perspektiven unseres Nachbarkontinents zusammen“, so die

Organisation. „Wir setzen uns dafür ein, diese in engem Schulterschluss

mit der Wirtschaft weiter zu verbessern.“ Das gelte

gerade in der Pandemie, die Jahrzehnte positiver wirtschaftlicher

Entwicklung vieler afrikanischer Staaten und auch die positiven

Entwicklungen der deutsch-afrikanischen Wirtschaftsbeziehungen

gefährde.

13.02.2021 – In dem Artikel „Regierung einig über Lieferkettengesetz“ kritisiert der

AV-Vorsitzende Stefan Liebing das geplante Lieferkettengesetz der Bundesregierung scharf:

Der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft lehnte den Kompromiss

ab. „Heute ist kein guter Tag für die Entwicklung des

afrikanischen Kontinents“, sagte der Vereinsvorsitzende Stefan

Liebing. Zwar habe man die Pläne der Minister Müller und Heil

entschärft, aber die Ergebnisse benachteiligen die deutschen

Unternehmen im Wettbewerb. Das Gesetz werde so nicht zur

Stärkung von Menschenrechten und zur Einhaltung von Umweltstandards

beitragen. „Es wird deutsche Unternehmen eher

von Investitionen auf dem afrikanischen Kontinent abhalten“,

warnte Liebing.

30.01.2021 – In dem gemeinsamen Gastbeitrag „Mehr Mut, deutscher Mittelstand!“ werben der

AV-Vorsitzende Liebing und Prinz Asfa-Wossen Asserate für mehr wirtschaftliches Engagement in Afrika:

„Gleich mehrere große Herausforderungen hat die Corona-Krise

für den deutschen Mittelstand gebracht. Neben einem Einbruch

der inländischen Wirtschaftsleistung kämpfen viele Unternehmen

mit zurückgehender Nachfrage aus dem Ausland. Außerdem hat

die Krise gezeigt, dass es ratsam ist Wertschöpfungsketten und

Lieferquellen zu diversifizieren, anstatt sich für viele Vorprodukte

und Rohstoffe ausschließlich auf China zu verlassen. Wer Lösungen

für diese Probleme sucht, kann sie in Afrika finden.“

29.01.2021 – In der Meldung „Afrika Verein fordert Impfstoffe und kritisiert Lieferkettengesetz“

wird der AV-Vorsitzende Liebing zitiert:

Angesichts der Corona-Restriktionen in Afrika und damit einhergehender

Produktionseinbußen fordert die deutsche Wirtschaft eine

zügige Versorgung des Kontinents mit Impfstoffen. „Auch für die

in Afrika tätigen deutschen Firmen ist es von existenzieller Bedeutung,

dass Verhandlung, Aufbau und Montage von Anlagen und

Produktion wieder aufgenommen werden können“, betonte der

Vorsitzende des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Stefan

Liebing. In einer Erklärung erneuerte der Verein am Freitag seine

Kritik am geplanten Lieferkettengesetz für die Einhaltung sozialer

und ökologischer Mindeststandards, das zu Verunsicherung führe.

_2/2021


∙ AFRIKA-VEREIN ∙ IN THE PRESS ∙

55

29 April 2021 – In the guest article “Ein Meilenstein für Afrikas Handel” (“A milestone for Africa’s trade”),

German-African Business Association CEO Christoph Kannengießer highlights the potential of the African Continental

Free Trade Area (AfCFTA):

“In the long term, not only intra-African trade, but also trade with

other continents should benefit from the free trade area. For

example, it should facilitate investment and trade with partners

from the EU. It should also promote sustainable economic growth

and regional integration on today’s highly fragmented African

continent. Properly implemented, it can boost Africa’s economic

growth and create sustainable jobs for millions of people. In

doing so, the AfCFTA can help reduce poverty by addressing the

structural economic causes of underdevelopment.”

2 March 2021 – Christoph Kannengießer is quoted in the article “Bundes regierung treibt Lieferkettengesetz voran”

(“German federal government pushes ahead with supply chain law”):

The German-African Business Association is also unhappy: “The

law takes a rather paternalistic approach, where we Europeans

show the Africans how to do things properly,” said CEO Christoph

Kannengießer. He thinks that it is questionable whether this is

compatible with the “partnership on equal footing” touted by

German Federal Minister of Economic Cooperation and Development

Gerd Müller (CSU).

16 February 2021 – The German-African Business Association is mentioned in the article “Verwobene Schicksale”

(“Interwoven destinies”):

The German-African Business Association, which has around

550 member companies, pursues a similar line of argument.

“Security and development are directly linked to the economic

prospects of our neighbouring continent,” says the organisation.

“We are committed to further improving these in close cooperation

with the business community.” The association feels that

this is especially relevant during the pandemic, which threatens

decades of positive economic development in many African

countries, as well as the positive developments in German-

African economic relations.

13 February 2021 – In the article “Regierung einig über Lieferkettengesetz” (“Government united on supply chain law”),

German-African Business Association Stefan Liebing criticises the German federal government’s planned supply chain law:

The German-African Business Association rejected the compromise.

“Today is not a good day for the development of the

African continent,” said the association’s chairman, Stefan Liebing.

Although the plans of Ministers Müller and Heil have been

curtailed, Liebing believes that the results put German companies

at a competitive disadvantage. He added that the law will

not contribute to strengthening human rights and compliance

with environmental standards. “If anything, it will discourage

German companies from investing on the African continent,”

warned Liebing.

30 January 2021 – In the joint guest article “Mehr Mut, deutscher Mittelstand!” (“More courage, German SMEs!”),

Stefan Liebing and Prince Asfa-Wossen Asserate call for increased economic involvement in Africa:

“The coronavirus crisis has given rise to several major challenges

at once for German SMEs. In addition to a slump in domestic

economic output, many companies are struggling with declining

demand from abroad. Moreover, the crisis has shown that

it is advisable to diversify value chains and suppliers instead of

relying exclusively on China for many intermediate products and

raw materials. Those seeking solutions to these problems can

find them in Africa.”

29 January 2021 – Stefan Liebing is quoted in the article “Afrika Verein fordert Impfstoffe und kritisiert Lieferkettengesetz”

(“German-African Business Association calls for vaccines and criticises supply chain law”):

In view of the coronavirus restrictions in Africa and the resulting

production losses, German industry is calling for the prompt supply

of vaccines to the continent. “It is also of existential importance

for German companies operating in Africa that the negotiation,

construction, and assembly of plants and production can be resumed,”

stressed the Chairman of the German-African Business

Association, Stefan Liebing. In a statement on Friday, the association

renewed its criticism of the planned supply chain law for

compliance with minimum social and environmental standards,

saying that it would give rise to business uncertainty.

_2/2021


56 ∙ IM GESPRÄCH MIT DEM AFRIKA-VEREIN ∙

„Die Stärkung der deutsch-afrikanischen

Wirtschaftsbeziehungen sollte noch

mehr Aufmerksamkeit bekommen“

Lisa Steinbacher arbeitet seit dreieinhalb Jahren beim Afrika-Verein und ist dort für

den Bereich Politik & Kommunikation zuständig. Im Interview mit der erzählt sie

von ihrer Arbeit, politischen Erfolgen des AV und berichtet, warum die

kommenden Monate spannend werden.

Frau Steinbacher, wie erklären Sie Ihrem

privaten Umfeld, was Sie beruflich beim Afrika-

Verein machen? Was sind Ihre Aufgaben im

Bereich Politik & Kommunikation?

Meistens beginne ich damit, kurz zu erklären,

dass der AV ein Außenwirtschaftsverband ist,

dessen Mitglieder entweder schon wirtschaftlich

auf dem afrikanischen Kontinent aktiv sind

oder in Zukunft aktiv werden wollen. Dann erzähle

ich, was unsere Aufgaben und Ziele sind –

zum Beispiel den Dialog mit politischen Akteuren

suchen, zu wichtigen afrikapolitischen Fragen

Stellung beziehen oder die Anliegen unserer

Mitglieder gegenüber der Politik vertreten – und

wie ich als Referentin für Politik & Kommunikation

daran mitarbeite, dass wir diese Aufgaben und

Ziele erfolgreich umsetzen und erreichen. Meine

Arbeit ist sehr vielseitig und meine Aufgaben

reichen vom Verfassen von Positionspapieren

über politisches Monitoring bis hin zur Konzeption

und Organisation unseres politischen Veranstaltungsformats

„Africa Insight!“, bei dem wir

uns mit aktuellen afrikapolitischen Themen mit

Wirtschaftsbezug beschäftigen und das sich an

Entscheiderinnen und Entscheider sowie Akteure

aus der Berliner Szene der Ministerien und

des Parlaments sowie an Unternehmen richtet.

Darüber hinaus betreue ich unsere Social-Media-Kanäle,

mit denen wir in den letzten Jahren

immer mehr Menschen erreichen konnten. Bei

Twitter und LinkedIn berichte ich über unsere

Arbeit, aber auch über interessante Projekte

unserer Mitglieder in afrikanischen Ländern.

Im September finden Bundestagswahlen statt.

Was bedeutet das für Ihre Arbeit und welche

Themen müssen aus Sicht des Afrika-Vereins

auf die afrikapolitische Agenda der nächsten

Legislaturperiode?

Die bevorstehenden Bundestagswahlen bedeuten

für den AV, dass wir uns die Wahlprogramme

der Parteien genau anschauen und analysieren

werden. Was planen die Parteien beim

Thema Afrikapolitik, welcher Stellenwert wird

der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit unserem

Nachbarkontinent beigemessen und inwiefern

decken oder unterscheiden sich die Positionen

von unseren? Wir sprechen wie bisher

mit unseren Mitgliedsunternehmen über deren

Anliegen und Themen und platzieren diese z.B.

im Rahmen eines Positionspapiers oder im Rahmen

unserer Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen.

Darüber hinaus führen wir weiterhin

(digitale) Gespräche mit politischen Entscheidungsträgerinnen

und Entscheidungsträgern

über die Forderungen der deutschen Wirtschaft

in Afrika.

Mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin und Gerd

Müller als Entwicklungsminister verabschieden

sich zum Ende dieser Legislaturperiode zwei

Akteure mit besonderem Fokus auf den afrikanischen

Kontinent aus der Regierung. Es wird

also interessant, wer auf diese Positionen folgt.

Wünschenswert wäre aus unserer Sicht, wenn

beide Ämter Afrika in Zukunft genauso hoch

auf die politische Agenda setzen wie ihre Vorgängerin

bzw. ihr Vorgänger.

Wichtig ist, dass in der nächsten Legislaturper

iode die Stärkung der deutsch-afrikanischen

Wirt schaftsbeziehungen noch mehr Aufmerk­

_2/2021


∙ IM GESPRÄCH MIT DEM AFRIKA-VEREIN ∙

57

samkeit bekommt. In den letzten Jahren haben

sich der Außenhandel und die Investitionen

durch aus positiv entwickelt. Aufgrund der Pandemie

stehen jetzt aber viele afrikanische Staaten

vor wirtschaftlichen Herausforderungen und

auch der Außenhandel zwischen Deutschland

und Afrika sowie Investitionen und Projekte sind

ins Stocken geraten. Um die aktuellen Herausforderungen

zu überwinden und an die positive

Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen anzuknüpfen,

sollte die künftige Bundesregierung

sich weiterhin mit dem Thema Finanzierung auseinandersetzen

und zum Beispiel unser Dauerthema

Ausweitung der Exportkreditgarantien

auf mehr afrikanische Länder und Senkung des

Selbstbehalts auf den Normalsatz berücksichtigen.

Wir haben zudem Vorschläge für neue Garan

tieinstrumente für Unternehmen im Bereich

der Erneuerbaren Energien oder zum Thema

Wasserstoff gemacht, die dazu beitragen können,

die Energieversorgung in afrikanischen

Ländern zu verbessern und klimafreundlich zu

gestalten. Darüber hinaus gehören aus unserer

Sicht auch Themen wie eine verstärkte politische

Flankierung der deutschen Wirtschaft in Afrika

sowie eine stärkere politische Wahrnehmung des

afrikanischen Kontinents in Deutschland auf die

politische Agenda.

Wie hat sich die politische Aufmerksamkeit

auf Afrika in den letzten Jahren verändert und

was waren die größten politischen Erfolge

des Afrika-Vereins der letzten Zeit?

Die Aufmerksamkeit auf eine engere Zusammenarbeit

mit Afrika ist merkbar gestiegen. Unter anderem

auch durch die sogenannte „Flüchtlingskrise“.

Im Zuge dessen wurden die Forderungen

und die Positionen des AV – nämlich wie mehr

deutsche Unternehmen in afrikanischen Ländern

aktiv werden und so Beschäftigungsmöglichkeiten

vor Ort schaffen – verstärkt wahrgenommen.

Zu unseren politischen Erfolgen der letzten Jahre

gehören auf jeden Fall die beiden Compact with

Africa-Investorenkonferenzen unter der Schirmherrschaft

der Bundeskanzlerin und unter der

Beteiligung zahlreicher Staats- und Regierungschefs

aus den CwA-Ländern. Der AV hat die

Konferenzen 2018 und 2019 in Zusammenarbeit

mit der Bundesregierung und weiteren Partnern

organisiert.

Außerdem hat der AV eine Reihe von positiven

Veränderungen für Unternehmen mit Interesse

an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit

Afrika vorangetrieben. Dazu gehören neben

der Verbesserung von Finanzierungsinstrumenten,

die Ausweitung der Exportkreditversicherung

auf mehr afrikanische Länder und Verbesserungen

bei den staatlichen Investitionsgarantien,

z.B. im Bereich Erneuerbare Energien. Auch der

Ent wicklungsinvestitionsfonds – dazu gehören

zum Beispiel die Programme AfricaConnect

und AfricaGrow – entspricht einem Vorschlag des

AV. Insgesamt ist das Afrika-Bild bei vielen

Ak teuren aus Politik und Wirtschaft

schon differenzierter

und realistischer geworden.

Das macht Mut und motiviert.

Schließlich hat der AV seine

Rol le als erster Ansprechpar t ­

ner für Politik und Unterneh men

rund um die deutsch-afri k a n i ­

schen Wirtschafts beziehungen in den letzten

Jah ren gefes tigt und ausgebaut. Angesichts

der vielen neu en Player, die die deutsch-afrikanischen

Wirtschafts beziehungen fördern wollen,

sehe ich das als Erfolg an.

Auf welche Aufgaben freuen Sie sich

in der nächsten Zeit?

Ich freue mich sehr darauf, dass es hoffentlich

bald wieder möglich ist, mich persönlich mit

unseren Mitgliedern, neuen Interessenten, Partnern

in Deutschland und Afrika sowie mit meinen

Kolleginnen und Kollegen auszutauschen,

Veranstaltungen zu konzipieren, neue Ideen

und Formate zu entwickeln und darauf, durch

meine Arbeit die deutsche Afrikapolitik ein Stück

weit mitzugestalten. Darüber hinaus werden die

nächsten Monate mit Blick auf die Bundestagswahlen

bestimmt sehr spannend.

Was schätzen Sie am Afrika-Verein?

Während meines Studiums habe ich bereits

ein Praktikum beim AV absolviert und dabei

einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche

und Themen erhalten. Das Arbeiten an

der Schnittstelle von Wirtschaft und Politik hat

mich sofort begeistert. So vielseitig und facettenreich

wie der afrikanische Kontinent ist auch

meine tägliche Arbeit beim Afrika-Verein. Auch

nach dreieinhalb Jahren lerne ich immer noch

viel Neues, lerne neue Unternehmen aus verschiedenen

Wirtschaftszweigen und politische

Akteure kennen.

Lisa Steinbacher wurde 1989 in Kiel geboren

und hat in Hannover und Hamburg Politikwissenschaften

studiert. Seit 2017 arbeitet sie als

Referentin für Politik & Kommunikation beim

Afrika-Verein. Zuvor hat sie neben Ihrem Studium

bereits in den Bereichen Hafenwirtschaft

und Außenwirtschaft gearbeitet.

_2/2021


58 ∙ IN CONVERSATION WITH THE GERMAN-AFRICAN BUSINESS ASSOCIATION ∙

“The strengthening of German-African

economic relations should be granted

even more attention”

Lisa Steinbacher has been working at the German-African Business Association for

three and a half years and is responsible for the Politics & Communication Department. In

an interview with the , she discusses her work, the German-African Business Association’s

political successes, and reports on why the coming months will be exciting.

Ms Steinbacher, how do you explain to people

outside of work what you do at the German-

African Business Association? What are your

tasks in the Politics & Communication

Department?

I usually start by briefly explaining that the German-African

Business Association is a foreign

trade association whose members are either

already in business on the African continent or

want to do business there in future. I then tell

them about our tasks and goals – for example,

seeking dialogue with political actors, taking a

position on important Africa policy issues, and

representing the concerns of our members to

politicians – and how I, in my role in the Policy

& Communications Department, help to ensure

that we successfully implement and achieve

these tasks and goals. My work is very diverse,

and my tasks range from writing position papers,

to political monitoring, to designing and organising

our political event forum, Africa Insight!,

where we address current industry-related Africa

policy issues. The forum is aimed at decision

makers and stakeholders from the ministries

and parliament in Berlin, as well as companies.

I also manage our social media channels, which

have enabled us to reach more and more people

in recent years. On Twitter and LinkedIn, I report

on our work, but also on interesting projects of

our members in African countries.

The German federal elections will be held

this September. What does this mean for your

work, and what issues does the German-

African Business Association believe need

to be on the Africa policy agenda for the

next legislative period?

The upcoming German federal elections mean

that we will be taking a close look at and analysing

the election platforms of the parties. What

are the parties planning in terms of Africa policy,

what importance is attached to economic cooperation

with our neighbouring continent, and

to what extent do their positions coincide or differ

from ours? As usual, we will be talking to our

member companies about their concerns and

issues, and present these, for example, in position

papers or as part of our public relations work

and events. In addition, we will continue to hold

(digital) discussions with policymakers about

the demands of German industry in Africa.

With the departure from office of Angela Merkel

as Chancellor and Gerd Müller as Federal Minister

of Economic Cooperation and Development,

two politicians with a particular focus on the African

continent will be saying their farewells at

the end of this legislative period. It will be interesting

to see who succeeds them. In our view,

it would be desirable if they both put Africa as

high on the future policy agenda as their predecessors

did.

It is important that the strengthening of German-

African economic relations is granted even more

attention in the next legislative period. In recent

years, foreign trade and investment have developed

very positively. However, due to the pandemic,

many African countries are now facing

economic challenges, and foreign trade between

Germany and Africa has stalled, as have

investments and projects. To overcome the current

challenges and build on the positive development

of economic relations, the future German

government should continue to address the issue

of financing and consider, for example, our

ongoing theme of extending export credit guarantees

to more African countries and lowering

_2/2021


∙ IN CONVERSATION WITH THE GERMAN-AFRICAN BUSINESS ASSOCIATION ∙

59

the deductible to the standard rate. We have

also made proposals for new guarantee instruments

for companies in the field of renewable

energies, and specifically with respect to hydrogen,

which can help improve energy supply in

African countries and make it climate friendly.

Furthermore, we believe that topics such as increased

political support for German industry

in Africa and greater political awareness of the

African continent in Germany also belong on the

policy agenda.

How has the political focus on Africa changed

in recent years, and what major political

successes can the German-African Business

Association lay claim to recently?

Focus on closer cooperation with Africa has increased

notably. Among other things, this is

also due to the refugee crisis. In the course of

this, the demands and positions of the German-

African Business Association – namely how more

German companies can become active in African

countries and so create local jobs – have

been increasingly noticed.

Our political successes in recent years definitely

include both Compact with Africa investor conferences,

under the patronage of the German

Chancellor and with the participation of numerous

heads of state and government from CwA

countries. The German-African Business Association

organised the 2018 and 2019 conferences

in cooperation with the German government

and other partners.

The German-African Business Association has

also driven a number of positive changes for companies

interested in economic cooperation with

Africa. These include improvements to financing

instruments, the expansion of export credit

insurance to more African countries, and improvements

to government investment guarantees,

such as in the renewable energy sector. The

Development Investment Fund – which includes

the AfricaConnect and AfricaGrow programmes

– was also called for by the German-African

Business Association. Overall, Africa’s image

has already become more differentiated and realistic

among many stakeholders from government

and industry. This is both encouraging and

motivating.

Finally, in recent years, the German-African Business

Association has expanded and consolidated

its role as the first point of contact for

politicians and companies on

all aspects of German-African

economic rela tions. In view of

the many new pla yers who

want to promote German-African

economic relations, I view

this as a success.

What work are you most

looking forward to?

I am very much looking forward to the fact that

it may soon be possible to meet personally with

our members, new interested parties, partners

in Germany and Africa, as well as with my colleagues,

so that we can design events, develop

new ideas and formats, and help shape Germany’s

Africa policy to a certain extent through our

work. Furthermore, the coming months will certainly

be very exciting because of the upcoming

German federal elections.

What do you like about working at the

German-African Business Association?

I completed an internship at the German-African

Business Association during my studies,

and so gained insight into the various work areas

and topics of the association. Working at

the interface of business and politics immediately

interested me. My day-to-day work at the

German-African Business Association is as diverse

and multifaceted as the African continent.

Even after three and a half years, I’m still learning

a lot of new things and getting to know new

companies from different sectors of the economy

and political actors.

Lisa Steinbacher was born in Kiel in 1989,

and studied political science in Hanover

and Hamburg. She has been working in the

Politics & Communication Department at the

German-African Business Association since

2017. Previously, she worked in the fields of

port management and foreign trade

alongside her studies.

_2/2021


60

∙ AFRIKA-VEREIN ∙ NEWS ∙

© Getty Images / Afrika-Verein

Online Event: German-African Business Association at the BMWi

Außen wirtschaftstage – Impact of Due Diligence in the Supply Chains Act

Anfang März hat die Bundesregierung

einen Entwurf für ein Gesetz über die

unternehmerischen Sorgfaltspflichten in

Lieferketten vorgelegt, mit dem sie Unternehmen

künftig verpflichten will, menschenrechtliche

Standards weltweit in

ihren Produktionsstätten einzuhalten. Der

Gesetzentwurf wird momentan im Bundestag

beraten und soll ab 2023 für Unternehmen

ab 3.000 Beschäftigten und ab 2024

für Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten

gelten. Bei Verstoß gegen das Gesetz drohen

Bußgelder und andere Sanktionen.

Im Rahmen der BMWi-Außenwirtschaftstage

haben der Afrika-Verein, der Lateinamerika

Verein und der Ostasiatische

Verein eine Diskussionsveranstaltung

über die Auswirkungen des geplanten

Sorgfaltspflichtengesetz ausgerichtet.

Drei Botschafter aus den Partnerländern

Bangladesch, Kenia und Kolumbien sowie

drei Vertreter deutscher Unternehmen aus

verschiedenen Branchen, die in afrika-

nischen, asiatischen und lateinamerikanischen

Partnerländern aktiv sind, eine Ver -

treterin des Bundesministeriums für Wirtschaft

und Energie sowie eine Wissenschaftlerin

der Stiftung Wissenschaft und

Politik haben aus verschiedenen Blickwinkeln

über die Konsequenzen des Gesetzes

für die wirtschaftlichen Beziehungen mit

den Partnerländern und die Herausforderungen

für Unternehmen diskutiert.

At the beginning of March, the German federal

government presented a draft law on

corporate due diligence in supply chains,

with which it intends to oblige companies

to comply with human rights standards at

their production sites worldwide. The draft

law is currently being debated in the Bundestag,

and is to apply to companies with

3,000 or more employees from 2023 and to

companies with 1,000 or more employees

from 2024. Breaches of the law could result

in fines and other sanctions.

As part of the BMWi Foreign Trade Days

(Außenwirtschaftstage), the German-African

Business Association, the Business

Association for Latin America, and the

German Asia-Pacific Business Association

hosted an online event on the impact

of the planned law. Three ambassadors

from the partner countries of Bangladesh,

Kenya, and Columbia, as well as three representatives

of German companies from

various industries active in African, Asian

and Latin American partner countries, and

a representative from the German Institute

for International and Security Affairs represented

a variety of perspectives in discussing

the consequences of the law for

economic relations with partner countries

and the challenges for companies.

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∙ AFRIKA-VEREIN ∙ NEWS ∙

61

© Getty Images / Afrika-Verein

Online Event: German-African Business Association at the

BMWi Außenwirtschaftstage – Diversifying Value and Supply

Chains to Africa – the Case of Automotive

Der afrikanische Kontinent gilt dank einer

wachsenden Mittelschicht als letzter

großer Wachstumsmarkt für Mobilitätslösungen.

Deutsche Autohersteller

und Zulieferer sind bereits im Norden

und in Südafrika aktiv – und haben ihre

Produktion sogar umgestellt, um den

Anfor derungen des Gesundheitswesens

in Zeiten der Pandemie gerecht zu werden.

Sowohl diese Flexibilität als auch die

aktuelle Debatte über das Nearshoring

von Liefer- und Wertschöpfungsketten

zeigen: Mehr afrikanische Märkte müssen

in globalen Wertschöpfungsketten

eine wichtigere Rolle spielen. Im Rahmen

der diesjährigen Außenwirtschaftstage des

Bundesministeriums für Wirtschaft und

Energie hatte der Afrika-Verein das Vergnügen,

die Veranstaltung „Diversifizierung

der Wertschöpfungs- und Lieferketten nach

Afrika – Der Fall der Automobilindustrie“

auszurichten.

Thanks to its growing middle class, the

African continent is regarded as the last

major growth market for mobility solutions.

German carmakers and suppliers

are already active in north Africa and South

Africa – and have even transformed their

production to meet healthcare demands

during the pandemic. This flexibility and the

current debate on nearshoring of supply

and value chains show that African markets

need to play an increasingly prominent role

in global value chains. As part of this year’s

Foreign Trade Days (Außenwirtschaftstage)

organised by the German Federal Ministry

for Economic Affairs and Energy, the German-African

Business Association had the

pleasure of hosting the event “Diversifying

Value and Supply Chains to Africa – the

Case of Automotive”.

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62 ∙ AFRIKA-VEREIN ∙ NEWS ∙

© Getty Images / Afrika-Verein

Webinar: Zambia – Market Development, General Conditions,

and Business Opportunities in the Education and Training Sector

Allgemeine Informationen zur Aus- und

Weiterbildungsbranche Sambias erhielten

interessierte Unternehmen bei

dem von der Afrika-Verein Veranstaltungs-GmbH

in Kooperation mit der

Zambia Association of Chambers of

Commerce & Industry und dem Sambisch-Deutschen

Agrartrainings- und

Wissenszentrum (AKTZ) sowie den

Fachpartnern iMove – Training Made in

Germany und Don Bosco Mondo e.V.

im Auftrag des Bundesministeriums für

Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführten

Webinar. Die Veranstaltung

bot deutschen Unternehmen, speziell

KMUs notwendige Informationen für den

Markteinstieg, darüber hinaus gab es die

Möglichkeit, sich mit bereits vor Ort ansässigen

Unternehmen auszutauschen. Abgeschlossen

wurde das Programm durch

einen Fachvortrag zu möglichen Förderund

Finanzierungsmöglichkeiten.

On behalf of the German Federal Ministry

for Economic Affairs and Energy (BMWi),

general information on the education and

training sector in Zambia was provided to

interested companies at a webinar hosted

by Afrika-Verein Veranstaltungs-GmbH in

cooperation with the Zambia Association

of Chambers of Commerce & Industry and

the Zambian-German Agricultural Knowledge

and Training Centre (AKTC), as well

as the specialist partners iMove – Training

Made in Germany and Don Bosco Mondo

e.V. The event offered German companies

(particularly SMEs) key information

on entering the market and also gave them

the opportunity to meet with companies

that are already based in the country. The

programme was rounded off by a specialist

presentation on potential funding and

financing options.

Online Event: Africa Insight!

Future of Development Cooperation with Africa

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit

mit Afrika steht immer wieder im Fokus

von Debatten und wird kritisch hinterfragt.

Viele Stimmen meinen, das aktuelle

Modell sei veraltet und die Zusammenarbeit

finde nicht auf Augenhöhe statt.

Wie sieht die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit

mit Afrika aus? Welche

Rolle spielt die deutsche Wirtschaft? Und

wie können Entwicklungszusammenarbeit

und Außenwirtschaftsförderung innovativ

verzahnt werden? Gemeinsam mit den

Bundestagsabgeordneten Dr. Christoph

Hoffmann, entwicklungspolitischer Sprecher

der FDP-Fraktion, und Ottmar von

Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung der

Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion, und den

Teilnehmenden haben wir diese Fragen

diskutiert und uns ausgetauscht.

German development cooperation with Africa

is frequently the subject of debate and

scrutiny. Many believe that the current model

is outdated, and that cooperation does not

take place on an equal footing. What does

the future hold for development cooperation

with Africa? What role does German

industry play? And how can development

cooperation and foreign trade promotion be

innovatively interlinked? We discussed and

exchanged views on these issues together

with Dr Christoph Hoffmann (Development

Policy Spokesperson of the FDP parliamentary

group) and Ottmar von Holtz, (Chairman

of the Committee on Economic Cooperation

and Development of the Alliance 90/The

Greens parliamentary group).

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∙ AFRIKA-VEREIN ∙ NEWS ∙

63

© Getty Images / Afrika-Verein

Webinar: Food Processing Technology and Logistics in West Africa

Die westafrikanischen Märkte für Lebensmittelverarbeitungstechnik

und

-logistik bieten deutschen Unternehmen

großes Potenzial. Durch das kontinuierliche

Bevölkerungswachstum und

eine aufstrebende urbane Mittelschicht

steigt die Nahrungsmittelnachfrage nach

hochwertigen, verarbeiteten Produkten

stetig. Zudem sind hochwertige Verpackungstechnologien

sowie professionelle

Lager-, Kühl- und Logistiksysteme häufig

unbekannt. Im Auftrag des Bundesministeriums

für Wirtschaft und Energie,

lud die Afrika-Verein Veranstaltungs-GmbH

gemeinsam mit der Delegation der

Deutschen Wirtschaft in Nigeria, der

Delegation der Deutschen Wirtschaft in

Ghana und enviacon international zum Webinar.

Die Veranstaltung ist Bestandteil des

Wirtschaftsnetzwerks Afrika und wurde im

Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms

für KMU durchgeführt.

The West African markets for food processing

technology and logistics offer great

potential for German companies. Due

to continuous population growth and an

emerging urban middle class, demand for

high-quality, processed foodstuffs is rising

steadily. In addition, high-quality packaging

technologies and professional storage,

cooling, and logistics systems are often

absent from these markets. On behalf of

the German Federal Ministry for Economic

Affairs and Energy, a webinar on these

topics was hosted by Afrika-Verein Veranstaltungs-GmbH

together with the Delegation

of German Industry and Commerce in

Nigeria, the Delegation of German Industry

and Commerce in Ghana, and enviacon

international. The event is part of the Africa

Business Network, and was held within the

framework of the BMWi Market Development

Programme for SMEs.

AV Guests:

Phumelele Stone Sizani (South African

Ambassador to Germany), Hanene Tajouri

Ep Bessassi, (Ambassador of Tunisia

to Germany), Annelize van der Merwe

(South African Department of Trade and

Industry), Gerlind Heckmann (Deputy

Director, Foreign Trade Promotion, German

Federal Ministry for Economic Affairs

and Energy), Neville Matjie (CEO, Trade &

Investment KwaZulu-Natal), Dave Coffey

(CEO, Association for the Advancement of

Automotive Manufacturers), Almut Rößner

(Executive Member of the Board, German

Asia-Pacific Business Association), Orlando

Baquero (CEO, Business Association for

Latin America), Hildegard Bentele (Member

of the European Parliament), Dr Christoph

Hoffmann (Member of the Bundestag), Ottmar

von Holtz (Member of the Bundestag),

Joe Chialo (Executive Vice President, Universal

Music Group).

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64

∙ AFRIKA-VEREIN ∙ MITGLIEDER ∙

A | A. Sievers GmbH • AAA Global Services Ltd • ABB AG • Arab Banking Corporation • SA Access Microfinance Holding

AG • Adolf Lupp GmbH + Co. KG • Aerodata AG • Africa Advisors GmbH • Africa GreenTec AG • African Water Limited

• AfriKairos GmbH • Afro AI • Afruibana • AGCO International GmbH • Agro-Pro Management Limited • AHK debelux

Deutsch-Belgisch-Luxemburgische Handelskammer • AHK Marokko • AHK Südafrika • AHK Tunesien Deutsch-Tunesische

Industrie- und Handelskammer • Airbus Defence and Space GmbH • AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft mbH • Alexander &

Partner Rechtsanwälte • alga Nutzfahrzeug + Baumaschinen GmbH + Co. KG • Allianz SE • AmaliTech gGmbH • Amandus

Kahl GmbH & Co. KG • Amatheon Agri Holding N. V. • AME International GmbH • AME Trade Ltd • Amereller Rechtsanwälte

PmbB • Ammer Partners GmbH • AMOVA GmbH • Andreas Stihl AG & Co. KG • Andritz Hydro GmbH • Andritz Ritz GmbH

• APK Worldwide Courier GmbH • Arab Banking Corporation SA • ARISU GmbH • Arkon Shipping & Projects GmbH & Co

KG • ARRI Lighting • Asafo & Co. • Ascend Strategic Communications (Pty) Ltd • ASW Bundesverband – Allianz für Sicherheit

in der Wirtschaft e.V. • AT Africa Technology GmbH • authentic.network/Industry 365 UG | B | B. Braun Melsungen AG

• Babalakin & Co. • BACB British Arab Commercial Bank • Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungs gesellschaft •

BASF SE • BASF South Africa (Pty) Ltd • BAUER Ak tiengesellschaft • BAUER Maschinen GmbH • BAUER Spezialtiefbau

GmbH • BAYER AG • Bayer AG CropScience Division • Bayer AG KP - Regionale Koordinierung • Bayern LB • BayWa Aktiengesellschaft

• Beiersdorf AG • BELCO SARL • Berghof Foundation Operations GmbH • Bertelsmann SE & Co. KGaA •

Berwin Leighton Paisner LLP • betteries AMPS GmbH • Big Dutchman International GmbH • BioTropic GmbH • BMW AG •

BOCS Bremen Overseas Chartering and Shipping GmbH • Boehringer Ingelheim GmbH • Bold Real Estate GmbH • Bolloré

Logistics Germany GmbH • BOMAG GmbH • Bönnemann (Ferrostaal Consultant) • BORCO INTERNATIONAL GMBH •

BOERAL LIGHT GmbH • Bostex Trading GmbH • BlackIvy Group • BPL Berry Palmer & Lyle Limited • Brewtech GmbH •

Brückner Maschinenbau GmbH & Co. KG • Brussels Airlines N.V. • Buchler GmbH • Bundesdruckerei GmbH • Burda International

Holding GmbH • Bureau Veritas Industry Services GmbH | C | C. Woermann GmbH & Co. KG • Caisley International

GmbH • Caixa Geral de Depositos • CAPITALENT MEDICAL GmbH • cbb software GmbH • Celler Brunnenbau GmbH •

CETM International Trade GmbH • CLAAS Global Sales GmbH • CleanPower Generation GmbH • Clifford Chance • CMS

Hasche Sigle Partnerschaft von Rechtsanwälten und Steuerberatern mbB • Commerzbank AG • Conjuncta GmbH • Control

Risks GmbH • COREX Vertriebs GmbH | D | DAKO Worldwide Transport GmbH • DAL Deutsche Afrika-Linien GmbH & Co.

KG • DAL Schiffahrts-Agentur mbH & Co. KG • Danjir Associates • Das Labor. • DATABUND - Verband der mittelständischen

IT-Dienstleister und Softwarehersteller für den öffentlichen Sektor e.V. • Daun & Cie Aktiengesellschaft • DB Engineering &

Consulting GmbH • DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH • Demag Cranes & Components

GmbH • DENK PHARMA GmbH & Co. KG • DENSO GmbH • Dentons Europe LLP • DERMALOG Identification Systems

GmbH • Destilla GmbH • DEULA-Nienburg GmbH • Deutsche Bank AG • Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V.

• Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH • Deutsche Infrastructure S.A. • Deutsche Lufthansa

AG • Deutsche Welle • Development Finance International, Inc • DIAG Industries GmbH • Dii Desert Energy • DLA

Piper UK LLP - Germany •DMT GmbH & Co. KG • Don Limón GmbH • Doppelmayr Seilbahnen GmbH • Dr. Georg Bouché,

Honorarkonsul der Republik Gambia • Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co. KG • Drägerwerk AG & Co. KGaA • DS AVOCATS

• DSD NOELL GmbH • Duisburg Solar GmbH • DURAG Sales & Service GmbH & Co. KG • DZ Bank AG | E | Ed. Züblin AG

• ees-group GmbH • EKO Management • Elementar Analysensysteme GmbH • EMPIC GmbH • EMS Log GmbH • ENERCON

GmbH • Enerox GmbH • Engie Mobisol GmbH • Engineering Dobersek GmbH • epp GmbH • ERC Additiv GmbH • Ernst &

Young GmbH • ETS Gouet • ETS Mohamed El Moctar • Euler Hermes Aktiengesellschaft • EVAGOR GmbH • Evonik Industries

AG • EVUM Motors GmbH • exficon GmbH export finance consulting | F | F. Undütsch GmbH • FAUN Expotec GmbH

• feps gmbh • Feralco Deutschland GmbH • Festo Didactic SE • FICHTNER Water & Transportation GmbH • Finanzen Verlag

GmbH • Firmengruppe Witte • fischerwerke GmbH & Co. KG • Fr. Lürssen Werft GmbH & Co. KG • FRACHT FWO AG •

Fraport AG • Fredk. Möller Söhne GmbH • FREQUENTIS AG • Fresenius Medical Care SE & Co. KGaA • Friedrich-Ebert-Stiftung

| G | G. Koepcke & Co. GmbH • G.F.H. Im- und Export GmbH / North European STAR Equipment GmbH • GAUFF GmbH

& Co. Engineering KG • GCP German Cathodic Protection GmbH • Gebr. Heinemann SE & Co. KG • Geisseler Law • Gemini

Green GmbH & Co. KG • Geohaus GBR • German Seed Alliance GmbH • GFA Consulting Group GmbH • Gienger München

KG • Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH • Gleiss Lutz Rechtsanwälte • Global Helicopter Service GmbH •

goodscare GmbH • GOPA - Gesellschaft für Organisation, Planung und Ausbildung mbH • green enesys group GmbH •

GreenTec Capital GmbH • Grimaldi Germany GmbH • Grimme Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG • Grips Energy GmbH

• Brulli Energia GmbH • GWE pumpenboese GmbH | H | Hain Lifescience GmbH • Haldor Topsoe Germany GmbH • Handelskammer

Bremen - IHK für Bremen und Bremerhaven • Handelskammer Hamburg • Hanns-Seidel-Stiftung • Hansa

Luftbild AG • Hanse Merkur Reiseversicherung AG • Hansa Meyer Global Transport GmbH & Co. KG • Hapag-Lloyd Aktiengesellschaft

• Hartmann & Cie Rechtsanwälte Partnergesellschaft mbB • Havelländische Eisenbahn AG • Health Focus

GmbH • HELOG Academy • Henkel AG & Co. KGaA • Hensoldt Holding GmbH • Herbert Smith Freehills Germany LLP •

Hermann Sewerin GmbH • Herrenknecht AG • Hochschule Anhalt • Hochschule Flensburg • Hospital Engineering GmbH •

H.P. Gauff Ingenieure GmbH & Co. KG • HPC Hamburg Port Consulting GmbH • H&R GmbH & Co. KGaA • HSH Soft- und

Hardware Vertriebs GmbH • HT Group GmbH • Hugo Tempelman Stiftung • Hulla & Co Human Dynamics KG • HUMAN

Gesellschaft für Biochemica und Diagnostica mbH • Hüpeden & Co. (GmbH & Co.) KG • HYDAC International GmbH | I |

IABG Industrieanlagen-Betriebs gesellschaft mbH • Ib Vogt GmbH • IBC Solar AG • ibes AG • ICC Germany e.V. • IFC - International

Finance Corporation • ifo-Institut für Wirtschaftsforschung • IGIP - Ingenieur-Gesellschaft für Internationale Planungs-

Die unterstrichenen Mitglieder sind dem Afrika-Verein seit der letzten Ausgabe beigetreten.

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∙ AFRIKA-VEREIN ∙ MEMBERS ∙

65

aufgaben mbH • ILF Beratende Ingenieure GmbH • ILV - Fern erkundung GmbH • IMAG GmbH • Imperial Logistics Group

(Pty) Ltd • Indmont Sp. z o.o. Sp. Komandytowa • Industrie- und Handels kammer Hanau-Geln hausen-Schlüchtern • Industrie-

und Handelskammer Potsdam • Ingenieurkammer Baden-Württemberg • Inros Lackner SE • Intergest South Africa (Pty)

Ltd. • Intertek Caleb Brett Germany GmbH • INZAG Germany GmbH • IPSEN Logistics GmbH • ITO Frankfurt Hans Gerzymisch

GmbH • ITS International Training & Support GmbH | J | Jacob Lawren Ltd. • Jakob Müller AG • JENOPTIK Robot

GmbH • Jens Warneke Export GmbH • Joh. Achelis & Söhne GmbH • Johann Düro GmbH & Co. KG • Johann Heinrich von

Thünen-Institut • Johnson&Johnson • Jones & Wagener • Jos. Hansen & Soehne GmbH • Josef Seibel Africa Ltd • Joseph

Vögele AG • Josera GmbH & Co. KG • Julius Berger International GmbH | K | KAB - Kuckenburg Bureth Boineau et Associes

• Karl Kolb GmbH & Co. KG Scientific Technical Supplies • Kaschke Components GmbH • Kedas GmbH • Keller Holding

GmbH • KfW Bankengruppe • KHB GmbH • Knauf Gips KG • Knuth Werkzeugmaschinen GmbH • Kochendörfer & F.EE

Hydropower GmbH • Koenig & Bauer Sheetfed AG & Co. KG • KOMPTECH GmbH • Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. • Körting

Hannover AG • Kowry Energy GmbH • KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft • KPRN network GmbH • Krahn Chemie

GmbH • Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG • Kühne+Nagel (AG & Co.) KG • Kuraray Europe GmbH • Kurprinz Capital

SARL-S, ZNL Frankfurt | L | Landqart AG • LANXESS Deutschland GmbH • LD Didactic AG & Co. KG • LEVANTE,

Engineering and Consulting • Liebherr-Export AG • LPL Projects + Logistics GmbH • Lucas-Nülle GmbH • Ludwig Pfeiffer

Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG • Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG • Lufthansa Consulting GmbH • Lufthansa Technik

AG | M | MACE FOODS Europe UG • MACS Maritime Carrier Shipping GmbH + Co. • Maleki corporate Group GmbH • MAN

Energy Solutions SE • Mann+Hummel GmbH • Manuyoo GmbH • Mares Shipping GmbH • MARLINK SAS • MAURER SE •

McDermott Will & Emery • Media Consulta International Holding AG • Mefire Import - Export • Merck KGaA • Mercy Ships

Deutschland e.V. • Merkur Bank KGaA • Messe Düsseldorf GmbH • Messe Frankfurt GmbH • Messe München GmbH •

Metalcorp Industries & Trade B.V. • Meyer & Meyer Holding SE & Co. KG • MOSOLF SE & Co. KG • MTU Friedrichshafen

GmbH • Mühlbauer ID Services GmbH • MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG | N | Neumann Gruppe GmbH • ngvoice

GmbH • Dirk Niebel • Nigerianisch-Deutsche Energiepartnerschaft • Nordex SE • Nordland Holding Europe GmbH •

NVL News GmbH | O | O & J Energy Ltd. • ODDO BHF Aktiengesellschaft • Olaniwun Ajayi LP • Osteuropaverein der deutschen

Wirtschaft e.V. • Otto Kessler GmbH & Co.KG | P | PCIP Petronia City Industrial Platform • Pepperl+Fuchs (Pty) Ltd •

Peppermint Holding GmbH • Peter Cremer GmbH • Petkus Technologie GmbH • PFISTERER Holding AG • Pinsent Masons

Africa LLp • PK Trading and Consulting GmbH • PKS Kommunikations- und Strategieberatung GmbH • POLYPHARMA

Technologies & Sciences GmbH • Pöttinger Landtechnik GmbH • PRAKLA Bohrtechnik GmbH • PricewaterhouseCoopers

GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft • ProBioGen AG • Prosper Africa • PTS - Professional Training Solutions GmbH | Q |

QG Konstruktion GmbH • QRSKIN GmbH • Queisser Pharma GmbH & Co. KG | R | ralf blankenbach gmbh bauunternehmung

• Ramboll Deutschland GmbH • rb Consult für Afrika • Rehau VZ AG • RENAC-Renewables Academy AG • Rendeavour •

Renewable Energy for Africa GmbH & Co. KG • Result Group GmbH • RIELA Karl-Heinz Knoop e. K. • Robert Bosch (Pty)

Limited • Robert Bosch GmbH • ROGGE Holding GmbH • Rohde & Schwarz International GmbH • Röhlig Deutschland

GmbH & Co. KG • Roland Berger Pvt. Ltd. • RWE Supply & Trading GmbH | S | SAACKE GmbH & Co. KG • SAL Heavy Lift

GmbH • SANAVITA Pharmaceuticals GmbH • SAP SE • Schaeffler • Technologies AG & Co. KG • Schüler Alleyne

Fumagalli Rechtsanwälte • Seba Dynatronic Mess- und Ortungstechnik GmbH • Sellhorn Ingenieurgesellschaft mbH • SEON

GmbH • SES Senior Experten Service • SGS Germany GmbH • Sick AG • Siemens (Pty) Ltd South Africa • Siemens AG •

Siemens Energy • Siemens Healthineers • ŠKODA AUTO • SMS group GmbH • Société Générale S.A. • SCS Group • SOEX

Textil-Vermarktungsgeselllschaft m.b.H. • South African Airways • Spacial Solutions GmbH • Soventix GmbH • Sparkassenstiftung

für internationale Kooperation e.V. • Standard Advisory London Limited • STEAG Energy Services GmbH •

Stiftung manager ohnegrenzen GmbH • Stoof International Holding GmbH • STRABAG International GmbH • Südwestmetall -

Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V. • SUNfarming GmbH • Sunpower Africa Development

Ltd • Suntrace GmbH • Sustainable Finance Risk Consulting GmbH • Swiss Re Corporate Solutions • GmbH • Sysmex

Europe GmbH | T | Tauber-Solar Holding GmbH • Technofood Requardt GmbH • Theegarten-Pactec GmbH & Co Kg • TFE

ENERGY • Tescon Sicherheitssysteme AG • Te So Ten Elsen GmbH & Co. KG • THALES Wirtschaftsrecht • THB Transportund

Handelsberatungsges. mbH • The European House - Ambrosetti • The Xsabo Group • Thode + Scobel GmbH & Co. •

ThyssenKrupp AG • ThyssenKrupp Mannex GmbH • thyssenkrupp Materials Trading GmbH • thyssenKrupp Plastics GmbH

• thyssenkrupp Raw Materials • Tractebel Engineering GmbH • TRANSGERMA Riedl & Kientopf GmbH • Trustworth-e •

Turkish Airlines Inc. • TUTWA Germany • TÜV International GmbH • Tysilio Development SAS | U | U. I. Lapp GmbH • Uhlmann

Pac-Systeme GmbH & Co. KG • Umdasch Group Ventures GmbH • UNIATLANTICO Shipping GmbH & Co. KG • UniCredit

Bank AG • Universal Business Center | V | VAMED Engineering Deutschland GmbH • VAOS Limited • VDMA e.V. • Verband

der Vereine Creditreform e.V. • Veridos GmbH • via AG • Vieira de Almeida e Associados, Sociedade de Advogados, SP RL

• voestalpine Böhler Welding Germany Vertriebs GmbH • Voith Hydro Holding GmbH & Co. KG • Volkswagen AG • von

Cramm & Co. (GmbH & Co.) KG • vonRoll hydro (deutschland) gmbh & co. kg • VULKAN Africa (Pty) Ltd | W | W.A. Fritze

GmbH & Co. KG • Walter Ritter GmbH & Co. KG • Wärtsilä Deutschland GmbH • Webber Wentzel Attorneys • Weigert

Campesino Research GmbH • White & Case LLP • Wendit GmbH • Western Union International Bank GmbH • Wiechers &

Helm GmbH & Co. KG • Wilhelm Reuss GmbH & Co. KG Lebensmittelwerk • WILO SE • Windmöller & Hölscher KG •

Wintershall Dea GmbH • Wolf Trading GmbH • Worlée Natur-Produkte GmbH • WUEKRO GmbH | X | XPERTIM GmbH

| Y | YYConnect Farms Ltd. | Z | ZST Security Service Consulting and Technology GmbH

The underlined members have joined us since the last issue of the magazine.

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66 ∙ AFRIKA-VEREIN ∙ AGENDA ∙

Veranstalt ungen / Events 2021

27 th September – 1 st October 2021

Business Mission to Senegal “Dakar

Innovation Mission” in cooperation with

Prosper Africa & ECOTEC

Senegal · Dakar

Contact: Tara Méité

Phone: +49 30 20 60 719-53

Email: meite@afrikaverein.d

September 2021

Presentation study “Promising

sectors in Ethiopia: Automotive,

Healthcare & Renewable Energy”

Contact: Asmau Nitardy

Phone: +49 30 20 60 719-43

Email: nitardy@afrikaverein.de

Contact: Melanie Eckhard

Phone: +49 30 20 60 719-66

Email: eckhard@afrikaverein.de

26 th – 29 th June 2021

The Big 5

International Building and Construction Fair

Egypt · Cairo

Contact: Katarina Kunert

Phone: +49 30 20 60 719-33

Email: kunert@afrikaverein.de

27 th – 30 th June 2021

Business Mission

Regional World Health Summit

Uganda · Kampala

Contact: Asmau Nitardy

Phone: +49 30 20 60 719-43

Email: nitardy@afrikaverein.de

29 th June – 1 st July 2021

2 nd African Construction Expo & Totally

Concrete by Big 5

South Africa · Johannesburg (hybrid event)

Contact: Wiebke Polomka

Phone: +49 30 20 60 719-48

Email: polomka@afrikaverein.de

26 th August – 1 st September 2021

FACIM – Maputo’s International Trade Fair

Mozambique · Maputo (hybrid event)

Contact: Khadi Camara

Phone: +49 30 20 60 719-56

Email: camara@afrikaverein.de

8 th September 2021

Expert Circle Automotive

Sidelines of the IAA Mobility

Germany · Munich

Contact: Melanie Eckhard

Phone: +49 30 20 60 719-66

Email: eckhard@afrikaverein.de

27 th October 2021

8 th German-African Healthcare Forum

Sidelines of the World Health Summit

in cooperation with the German Healthcare

Alliance (GHA)

Contact: Asmau Nitardy

Phone: +49 30 20 60 719-43

Email: nitardy@afrikaverein.de

November 2021

German-Nigerian Business Forum in

Lagos in cooperation with AHK Nigeria

Contact: Khadi Camara

Phone: +49 30 20 60 719-56

Email: camara@afrikaverein.de

Mehr Informationen zu den

einzelnen Veranstaltungen sowie eine

Übersicht mit sämtlichen aktuellen

Terminen finden Sie auf der

Internetseite des Afrika-Vereins unter

www.afrikaverein.de

You can find more information on the

individual trade fairs and events, as well

as an overview of all current and upcoming

activities, on the website of the German-

African Business Association, at

www.afrikaverein.de.

_2/2021


Preise für Mitglieder-Porträt (online)

und Online-Mitgliederverzeichnis

Informartionen und Preise im Überblick:

2021

Paid Content „Mitglieder-Porträt“

Sie haben die Möglichkeit, ein Mitglieder-Porträt (Text und Bilder) auf unserer

Website www.afrikaverein.de für den Zeitraum von einem Monat zu buchen. Der Teaser-Text

erscheint auf der Startseite der Website und verweist dann auf eine Seite, welche das

eigentliche Mitglieder-Porträt enthält. Der Gesamtpreis beträgt 1.000 € (zzgl. MwSt.).

Mitgliederverzeichnis

Sie haben die Möglichkeit mit einer kurzen Unternehmens-Beschreibung,

Ihrem Firmenlogo, sowie einemAnsprechpartner in unserem Online-Verzeichnis

genannt zu werden. Kostenpunkt: Jährlich 200 € (zzgl. MwSt.).

Weitere Informationen zu unseren Anzeigen-Angeboten finden Sie online unter

www.afrikaverein.de/journal/magazin. Hier können Sie unsere vollständigen Mediadaten

einsehen und herunterladen. Bei Fragen wenden Sie sich direkt an uns. Ihr Ansprechpartner:

Daniel El-Noshokaty | el-noshokaty@afrikaverein.de | +49 30 20 60 719-77


68 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ AUSSENANSICHT ∙

INTERVIEW

„Der Weg, den wir eingeschlagen

haben, gilt der Handels- und

Investitionskooperation“

Nana Akufo-Addo, Präsident der Republik Ghana,

im Gespräch mit dem Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft

Herr Akufo-Addo, seit 2017 sind Sie Präsident Ghanas,

im Dezember wurden Sie im Amt bestätigt. Angela Merkel

wird die politische Bühne nach 16 Jahren im Kanzleramt

verlassen. Ein Schritt, den Sie nachvollziehen können?

Angela Merkel ist nach einhelliger Meinung eine herausragende

europäische Staatschefin ihrer Generation. Ihre starke

Persönlichkeit und ihr vorbildlicher, pragmatischer Führungsstil

haben zweifelsohne dazu beigetragen, eine florierende deutsche

Wirtschaft aufzubauen und transformative Reformen und Maßnahmen

in den Bereichen Energie, Migration und Klimawandel

mit positiven Ergebnissen umzusetzen. In ihrer Amtszeit konnten

Afrika und ganz besonders Ghana einen verstärkten Fokus auf

deutsch-afrikanische Partnerschaften beobachten. Sie wurde

viermal in Folge gewählt, was für ihren Erfolg und ihre Leistungen

im Amt spricht. Daher kann ich ihre Entscheidung verstehen, die

politische Bühne nach 16 anstrengenden Jahren im Kanzleramt

verlassen zu wollen. Ich denke, sie tut dies, weil sie anderen die

Chance geben will, die Verantwortung für ein starkes Deutschland

zu übernehmen. Wir wünschen ihr alles Gute - und wir in Ghana

werden sie sehr vermissen.

Ghana und Deutschland verbindet eine langjährige

Partnerschaft, Ghana ist Mitglied der Initiative Compact

with Africa (CwA) und hat eine Reformpartnerschaft mit

Deutschland unterzeichnet. Was erhoffen Sie sich von

Merkels politi scher Nachfolge?

Ghanas Mitgliedschaft im CwA hat sich als sehr positiv und

fruchtbar erwiesen. Sie hat zu verstärkten privatwirtschaftlichen

Partnerschaften zwischen Deutschland und Ghana geführt. So

hat etwa der deutsche Automobilriese Volkswagen ein Fahrzeugmontagewerk

in Ghana gebaut; und fairafric, ein deutsch-ghanaisches

Unternehmen, produziert in Ghana Schokolade.

Ich kann nur hoffen, dass diese bedeutenden Fortschritte, die

im Rahmen unserer Partnerschaft erzielt wurden, unter Merkels

politischen Nachfolgern fortgesetzt werden. Der Weg, den wir

eingeschlagen haben, gilt der Kooperation in den Bereichen

Handel und Investitionen und nicht der Entwicklungshilfe. Dieser

Weg sollte auch von ihren Nachfolgern fortgesetzt werden.

Sie haben mal erklärt, Ghana zum wirtschaftsfreundlichsten

Land Afrikas machen zu wollen. Wie stehen, auch angesichts

der Corona-Krise, die Chancen, diesen ehrgeizigen

Plan umzusetzen?

In meiner ersten Amtszeit habe ich daran gearbeitet, die

Grundlagen der ghanaischen Wirtschaft zu korrigieren, die alle

in die falsche Richtung wiesen. Wir haben im Laufe der Zeit Maßnahmen

ergriffen, die notwendig waren, um die Kosten für Unternehmen

zu senken, das Geschäftsumfeld zu verbessern und

die ghanaische Wirtschaft nicht nur zu einer der unternehmensfreundlichsten

Volkswirtschaften Afrikas, sondern auch zu einer

der zwischen 2017 und 2020 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften

der Welt zu machen.

COVID-19 hat viele Länder auf der ganzen Welt in eine Rezession

gestürzt. Ghanas Wirtschaft war eine der ganz wenigen, die

noch ein positives BIP-Wachstum verzeichnen konnte, nämlich

1,9 Prozent im Jahr 2020 – wenn auch deutlich reduziert von den

durchschnittlichen Werten von sieben Prozent pro Jahr, an die

wir uns von 2017 bis 2020 gewöhnt hatten.

Trotz der Verwüstungen durch die Pandemie arbeiten wir

daran, die Wirtschaft in diesem Jahr deutlich schneller wachsen

zu lassen, unser Ziel ist ein BIP-Wachstum von fünf Prozent.

Noch leiden wir unter den Auswirkungen von COVID-19, aber ich

bin zuversichtlich, dass wir uns durch die Fortschritte des Impfprogramms

schnell erholen und daran arbeiten können, unser

Land auf den Pfad des Fortschritts und des Wohlstands zurückzubringen.

Unser Land ist nach wie vor sehr attraktiv für Investoren.

Die jüngste Entscheidung von Twitter, seinen afrikanischen

Hauptsitz in Ghana anzusiedeln – nur ein Jahr, nachdem Google

sein erstes Zentrum für künstliche Intelligenz in Afrika in Ghana

gegründet hat, beweisen dies einmal mehr.

_2/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ AUSSENANSICHT ∙

69

Präsident

Akufo-Addo beim

ersten G20 Invest ment

Summit im Oktober

2018 in Berlin.

© Fabian Hammerl

Apropos Corona: Ende Februar hat Ghana als weltweit

erstes Land Impfstoff über das internationale COVAX-Programm

erhalten. Sie wurden Anfang März gegen COVID-19

geimpft. Wie geht es Ghana während der Pandemie?

Genau, am 24. Februar sicherte sich die ghanaische Regierung

die erste Charge Impfstoffdosen aus der COVAX-Initiative.

Die Impfkampagne läuft derzeit und bis zum 20. April wurden

bereits fast eine Million Menschen in Ghana geimpft. Das Ziel ist

es, bis zum Ende des Jahres zwanzig Millionen Ghanaer (von

einer Bevölkerung von dreißig Millionen) zu impfen. Die Regierung

arbeitet hart daran, dieses Ziel zu erreichen. Wir arbeiten

darauf hin, mehr Impfdosen zu erhalten und auch durch die

strikte Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen die Möglichkeit

zu erlangen, unser Land wieder zu öffnen und unser Leben und

unsere Lebensgrundlagen wieder zu normalisieren.

Wir in Ghana haben entgegen der Befürchtungen, die viele

über die Auswirkungen der Pandemie in Afrika hatten, eine relativ

günstige Situation erlebt. Die Zahl der aktiven Fälle in Ghana ist

rückläufig und lag am 16. April bei rund 1.350 Fällen. Wir haben

772 Todesfälle zu verzeichnen. Das ultimative Ziel sind null aktive

Fälle und wir werden so lange daran arbeiten, bis wir dieses Ziel

erreicht haben.

Am 1. Januar ist die AfCFTA in Kraft getreten, das

AfCFTA-Sekretariat wurde bereits im vergangenen Jahr

in der ghanaischen Hauptstadt Accra eröffnet. Was erhoffen

Sie sich von der panafrikanischen Freihandelszone?

Die AfCFTA wird alle 54 Länder, die insgesamt 1,2 Milliarden

Menschen umfassen, zu einem einzigen Markt verbinden. Es ist

die größte Freihandelszone der Welt außerhalb der Welthandelsorganisation

(WTO) selbst. Bis 2050 wird sie schätzungsweise

2,5 Milliarden Menschen umfassen und mehr als ein Viertel der

erwerbstätigen Weltbevölkerung beherbergen.

Stellen Sie sich die Investitions- und Geschäftsmöglichkeiten

vor, die die Infrastruktur bietet, die erforderlich sein wird, um

diese Märkte effektiver miteinander zu verbinden. Stellen Sie

sich die Geschäftsmöglichkeiten vor, die dieser riesige Markt

Produktions- und Dienstleistungsunternehmen aus europäischen

Ländern bieten würde, die Produktionsstätten in Afrika gründen

könnten, um die afrikanischen Märkte zu bedienen. Mit dem beschleunigten

Wachstum, das sich aus all dem ergeben würde,

könnten die Marktchancen für Exporteure aus Deutschland und

europäischen Ländern wirklich großartig sein.

Ghana setzt sich voll für die Umsetzung der AfCFTA ein. In

dem kollektiven Wunsch nach gemeinsamem Wohlstand verbunden,

sind wir zuversichtlich, dass die AfCFTA erfolgreich sein wird

und einen neuen Impuls und eine neue Dynamik für das schnelle

Wachstum der afrikanischen Volkswirtschaften erzeugt und den

Integrationsprozess in Afrika vertieft.

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70 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SPECIAL GUEST INTERVIEW ∙

INTERVIEW

“Trade and investment

cooperation is the path

we are charting”

Interview with Nana Akufo-Addo, President of the Republic of Ghana

President Akufo-Addo, you have been President of Ghana

since 2017, and were re-elected last December. Angela

Merkel will leave the political stage after 16 years in the

Chancellery. Is this a step that you can understand?

By common consent, Angela Merkel has been the outstanding

European statesperson of her generation. Her strong

personality and exemplary, pragmatic style of leadership have

undoubtedly contributed to building a buoyant German economy,

and implementing transformational reforms and policies

in energy, migration, and climate change with positive

outcomes. Under her tenure, Africa, and particularly Ghana,

have witnessed an enhanced focus on a German-African partnership

for development. Her mandate was renewed on four

consecutive occasions, which is indicative of her track record

and achievements in office. I can understand her decision to

want to leave the political stage after 16 arduous years in the

Chancellery. I think she is doing so because she wants to give

an opportunity to others to continue with the responsibility of

building a strong Germany. We wish her well, and we in Ghana

will miss her dearly.

Ghana and Germany are linked by a long-standing partnership.

Ghana is a member of the Compact with Africa initiative

and has signed a reform partnership with Germany. What do

you hope for from Merkel's political successors?

Ghana’s membership of the German Compact with Africa

(CwA) initiative has been very positive and fruitful. It has resulted

in private-sector driven partnerships between the two

countries, for example, with an automobile giant, Volkswagen,

setting up a vehicle assembly plant in Ghana, and fairafric, a

German-Ghanaian company, also establishing a chocolate

production company in Ghana.

I can only hope that these significant strides chalked up

under the partnership will continue under her political successors.

Trade and investment cooperation, rather than aid, is the

path we are charting, and this is what should continue under

her successors.

You have declared that you want to make Ghana the

most business-friendly country in Africa. What are the

chances of implementing this ambitious plan, also

in view of the coronavirus crisis?

I spent my first term in office working to correct the fundamentals

of the economy, which were all pointing in the wrong

direction. We have, over the period, put in place the measures

needed to reduce the cost of doing business and improve the

business environment, and have made the Ghanaian economy

not only one of the most business-friendly economies in Africa,

but also one of the fastest growing economies in the world

between 2017 and 2020.

COVID-19 has ensured that many countries around the

world are in recession. However, Ghana’s economy was one of

the very few that still managed to record positive GDP growth

– 1.9 percent in 2020 – though this was significantly reduced

from the average levels of seven percent per annum that we had

become accustomed to from 2017 to 2020.

In spite of the ravages of the pandemic, we are working to

grow the economy at a much faster rate this year, our target

being a five percent GDP growth rate. We are reeling from the

effects of COVID-19, but I am confident that, with the progress

of the vaccination programme, we will recover quickly, and work

towards putting our nation back onto the path of progress and

prosperity. Our nation remains very attractive to investors, and

the recent decision of Twitter to base its African headquarters

in Ghana, a year after Google established its first artificial intelligence

centre in Africa in Ghana, bears testament to this fact.

Speaking of the coronavirus, at the end of February, Ghana

became the first country in the world to receive vaccines

through the international COVAX programme. You received

your COVID-19 vaccination at the beginning of March.

How is Ghana doing during the pandemic?

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SPECIAL GUEST INTERVIEW ∙

71

President

Akufo-Addo with

Stefan Liebing and

Christoph Kannen gießer

at the first G20

Investment Summit.

© Fabian Hammerl

On 24 February, the government of Ghana secured the first

batch of vaccine doses from the COVAX Facility. The vaccination

campaign is currently ongoing, and nearly a million people had

been vaccinated as at Tuesday 20 April. The target is to vaccinate

twenty million Ghanaians out of a population of thirty million by

the end of the year, and the government is working hard towards

realising this. We are working on receiving more vaccine doses,

and, together with strict compliance with the safety protocols,

this will allow us to open up our country again and embark on

the quest to restore normalcy to our lives and livelihoods.

We in Ghana have experienced a relatively favourable situation,

despite the fears many had about the impact of the

pandemic in Africa. Our active cases in Ghana are declining,

and, as at Friday 16 April, stood at some 1,350 cases, and we

have recorded some 772 deaths. The ultimate goal is zero active

cases, and we will work until we achieve it.

The African Continental Free Trade Area (AfCFTA)

came into force on 1 January, and the AfCFTA Secretariat

was already opened last year in Accra. What do you

hope for from the AfCFTA?

Imagine the investment and business opportunities offered

by the infrastructure required to link these markets more effectively.

And imagine the business opportunities that this huge

market would offer for manufacturing and services firms from

European countries that could establish production facilities

in Africa to serve African markets. And with the accelerated

growth that would result from all these, the market opportunities

for exporters from Germany and European countries could be

truly amazing!

Ghana is fully committed to the implementation of the AfCF-

TA. With the collective desire for shared prosperity, we are confident

that the AfCFTA will succeed and generate new impetus

and dynamism for the rapid growth of Africa’s economies, as

well as deepen the process of integration in Africa.

The AfCFTA will link all 54 markets, covering 1.2 billion

people, into a single market. It is the world’s largest free trade

area outside of the World Trade Organization (WTO) itself. By

2050, it will cover an estimated 2.5 billion people, and have over

a quarter of the world’s working age population.

_2/2021


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AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ VORSCHAU ∙ PREVIEW ∙

Vorschau auf Heft 3 /2021

Schwerpunkt: Nordafrika

Die Bevölkerung Nordafrikas ist jung und wächst. Mit seinen aktuell 250 Millionen

Einwohnern (2050 sollen es 380 Millionen sein), einer teilweise sehr

gut ausgebauten Infrastruktur und drei der fünf größten Volkwirtschaften des

Kontinents gehört Nordafrika zu den wirtschaftlich bedeutendsten Regionen

Afrikas. Nach einem Jahrzehnt politischer und wirtschaftlicher Reformen in

vielen nordafrikanischen Ländern setzen die Regierungen vielerorts ehrgeizige

Wirtschaftspläne um. Viele Länder in der Region wollen sich verstärkt als Produktionsstandort

und Energielieferant für das benachbarte Europa profilieren.

In Folge der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Überdenken bisheriger

Lieferketten, dürfte die Region weiter an Bedeutung gewinnen. Welche

Marktchancen und Potenziale ergeben sich für deutsche Unternehmen? Darum

geht es in der nächsten , die im Herbst 2021 erscheint.

Sind Sie an einer Anzeige oder einem Gastbeitrag interessiert?

Dann melden Sie sich bitte schnellstmöglich bei uns.

Ihr Ansprechpartner:

Daniel El-Noshokaty

Tel.: +49 30 20 60 719-77

E-Mail: el-noshokaty@afrikaverein.de

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Magazin!

Preview of Issue 3 /2021

Featured Topic: North Africa

North Africa’s population is young and growing. With 250 million people that

currently call the region home (forecast to reach 380 million by 2050), in frastructure

that is very well developed in places, and three of Africa’s five largest

economies, North Africa is one of the continent’s most important economic regions.

After a decade of political and economic reforms in many North African

countries, governments are implementing ambitious economic plans across a

number of areas. Various countries in the region want to increasingly position

themselves as production locations and energy suppliers for neighbouring

Europe. As a result of the coronavirus pandemic and the associated rethinking

of existing supply chains, the region is likely to become even more important.

What are the market opportunities and prospects for German companies?

Find out in the next , which will be published in the autumn of 2021.

Are you interested in advertising with us or contributing

a guest article? If so, please contact us.

Unsere Mediadaten

finden Sie in der aktuellen Ausgabe

und auf unserer Website:

www.afrikaverein.de/journal/

magazin

Your contact at the German-African Business Association:

Daniel El-Noshokaty

Phone: +49 30 20 60 719-77

Email: el-noshokaty@afrikaverein.de

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or non-insurance products. © Swiss Re 2021. All rights reserved.


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