Stadt für Macher - Online Magazin 2021

andreas.morgenstern

AUSGABE 2021

www.stadt-fuer-macher.de

Stadt für

Macher

DER CHEMNITZER GRÜNDERGUIDE

S.34

ALLE KONTAKTE

des Chemnitzer

Gründerberaternetzes

BRÜHL

Die neue

Geschäftigkeit

JUMP’N’PLAY

Abheben und

wohlfühlen

RWC

Drahtesel

im Container

VRENDEX

In 3D-Welten

gegen die Krise

PLUS: ÜBER 45 UNTERNEHMENSGRÜNDUNGEN IM PORTRÄT | FAKTEN ZUM WIRTSCHAFTSSTANDORT CHEMNITZ | ÜBERSICHT ÜBER LOKALE

GRÜNDERWETTBEWERBE | VORSTELLUNG LOKALER FINANZIERUNGSPARTNER | GRÜNDER-LEXIKON: DIESE BEGRIFFE SIND WICHTIG


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Das eigene Ding muss

man nicht allein machen.

Von Mittelstand zu Mittelstand.

Der Schritt in die Selbstständigkeit braucht eine gute

Idee, Mut und ein flexibles finanzielles Fundament.

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dann berät. Jetzt Termin mit uns vereinbaren.

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Inhalt

Stadt für

Macher

DER CHEMNITZER GRÜNDERGUIDE

04 Beste Aussichten Fakten zum Wirtschaftsstandort

06 Was wurde aus… 3dvisionlabs?

07 Partner im Gründerberaternetz SAXEED

08 Anders arbeiten Prismade Labs

09 Gründungsunternehmen im Porträt

10 Die Idee macht’s…

11 Partner im Gründerberaternetz CWE GmbH

12 Zum Abheben Jump’n’play

13 Partner im Gründerberaternetz Sparkasse Chemnitz

14 Mobilität im Blut CADA

16 Gründungsunternehmen im Porträt

17 Partner im Gründerberaternetz TUClab

18 Brühl Die neue Geschäftigkeit

20 Drahtesel im Container RWC

21 Partner im Gründerberaternetz IHK Chemnitz

22 In 3D-Welten gegen die Krise Vrendex

24 Gründer & Investoren

25 Die Meta-Unternehmer Gigahertz Ventures

26 Gründungsunternehmen im Porträt

27 Partner im Gründerberaternetz SC-Kapital / TGFS

28 Gründungsunternehmen im Porträt

29 Partner des Gründerberaternetzes Q-Hub Chemnitz

30 Preise und Wettbewerbe

31 Was bringen Gründerwettbewerbe? LiGenium

32 Die Überflieger Staffbase

33 Partner im Gründerberaternetz TCC GmbH

34 Das Gründerberaternetz Chemnitz / Impressum

35 Diese Begriffe sind wichtig Start-up-Glossar

08

14

PRISMADE LABS Anders arbeiten - Karin Weigelt hat

sich dazu entschieden

CADA

Fünf Chemnitzer Start-ups fürs autonome Fahren

A Michael Chlebusch

A Marion Doering / SMGI

A CADA

A Gene Glover

GIGAHERTZ VENTURES Vom Hightech-Gründer zum

25 32

Business Angel

Heft 2021 #1

STAFFBASE Die Überflieger unter den Chemnitzer

Start-ups wachsen unaufhörlich weiter

3


Beste Aussichten

Willkommen in Chemnitz –

Europas Kulturhauptstadt 2025!

Nicht erst die Kür von Chemnitz zur Kulturhauptstadt Europas 2025

hat gezeigt: Hier schlummert Potenzial. Die Stadt bietet mit ihrem

Fokus auf die Innovation traditioneller Industrien wie Maschinenbau,

Automobiltechnik oder Elektroindustrie auf der einen und mit der

breiten Unterstützung für junge Unternehmen in Handel, Kultur- und

Kreativwirtschaft oder Informationstechnik auf der anderen Seite beste

Voraussetzungen, um ein Unternehmen zu gründen und wachsen zu

lassen. Mit der Entwicklung zur Kulturhauptstadt wird sich dieser Trend

noch einmal verstärken – denn das Programm stellt die Macher aus

Chemnitz, Sachsen, Deutschland und Europa in den Mittelpunkt. Auch

die aus der Wirtschaft. Die Nachrichten und Fakten auf dieser Seite

bestätigen dies eindrucksvoll.

FÖRDERUNG FÜR

KLEINE UNTERNEHMEN

Mit etwa 500.000 Euro aus Mitteln

der EU wurden in den vergangenen

fünf Jahren Investitionen kleiner und mittelständischer

Unternehmen im Stadtzentrum

und auf dem Sonnenberg unterstützt. Insgesamt

profitierten etwa 60 Unternehmen von den

Zuschüssen, darunter Einzelhändler und Manufakturen,

aber auch Handwerksbetriebe. Sie

investierten in die Ausstattung von Büros

und Werkstätten und die Schaffung

neuer Arbeitsplätze.

STATISTISCHE

PLUSPUNKTE

1143 gegründet, zählt Chemnitz derzeit

knapp 245.000 Einwohner und ist

Oberzentrum eines Einzugsgebietes mit 1,42

Millionen Einwohnern. Mit 20.366 Euro verfügbarem

Einkommen pro Einwohner und Jahr

belegt Chemnitz den Spitzenplatz in Sachsen –

auch dank 20,5 Prozent Hochqualifizierten unter

allen Beschäftigten. 2020 gab es 1.911 Sonnenstunden,

die durchschnittliche Kaltmiete

beträgt 5,55 Euro und statistisch gesehen

stehen jedem Bewohner 224

Quadratmeter Grünfläche zur

Verfügung.

A Nasser Hashemi

Adobe Stock

4

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Stadt für

Macher

TOP-BETREUUNG

AN DER UNI

Regelmäßig bewertet der „Gründungsradar“

die Aktivitäten deutscher Hochschulen

in Sachen Gründerförderung – und regelmäßig

erzielt die TU Chemnitz dabei herausragende

Resultate: Im Gründungsradar 2020 erreichte die

TU unter den mittelgroßen Hochschulen (5.000 bis

15.000 Studierende) den 9. Platz. Auch die Platzierungen

in einzelnen Kategorien sind bemerkenswert:

So holte die TU deutschlandweit Platz

2 bei den „Gründungsaktivitäten“ und

Platz 3 für aktives Netzwerken bei

der Gründungsförderung.

GELD FÜR NEUES

KREATIVQUARTIER

Die „Stadtwirtschaft“ am Fuße des

Sonnenbergs ist eine der Interventionsflächen

für das Kulturhauptstadt-Jahr 2025:

Auf dem etwa 12.000 Quadratmeter großen

Areal soll ein Cluster der Kultur- und Kreativwirtschaft

entstehen. Ein entsprechendes Entwicklungsszenario

hat der Stadtrat bestätigt

– und für die Belebung der Fläche stellt

der Bund 660.000 Euro Förderung aus

dem Programm „Nationale Projekte

des Städtebaus“ zur

Verfügung.

UNGEBREMSTES

UNTERNEHMERTUM

Fast fünf Gewerbeanmeldungen

täglich verzeichnete die IHK Chemnitz

für die Stadt in den Jahren 2015 bis 2019,

im Durchschnitt 1.743 pro Jahr. Der wesentliche

Anteil davon – 80 Prozent – sind Neugründungen

in Chemnitz, zehn Prozent Zuzüge

aus anderen Regionen. Bei durchschnittlich

200 Unternehmen pro Jahr gelang eine

Weitergabe an neue Unternehmer. Insgesamt

arbeiten über 18.500 Industrie-

und Handwerksunternehmen

in der Stadt.

MILLIONEN

FÜR GRÜNDER

Ein Sitz oder eine Betriebsstätte

in Sachsen – das ist Voraussetzung

für eine Finanzierung durch den Technologiegründerfonds

Sachsen: Der Fonds wurde

2008 mit einem Volumen von 60 Millionen Euro

aufgelegt und 2016 auf mehr als 124 Millionen

Euro aufgestockt. Allein in den vergangenen fünf

Jahren wurde in 17 Unternehmen investiert,

darunter fünf Hochschulausgründungen aus

Chemnitz, fünf aus Mittelsachsen und zwei

aus Zwickau. Dabei wurden 18,01

Millionen Euro Finanzierung

zugesagt.

Heft 2021 #1

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Ein pflegebedürftiger Mensch stürzt in seiner Küche und schafft

es nicht, aus eigener Kraft aufzustehen. Die Kameratechnik in der

Wohnung erkennt den Sturz und meldet ihn an den Pflegedienst des

Gestürzten. Situationen wie diese hatten Mitarbeiter der Professur

für Digital- und Schaltungstechnik der TU Chemnitz ab 2012 während

eines Forschungsprojektes vor Augen. Damals gab es keine Kamera,

die allein einen ganzen Raum abdecken konnte. Mehrere Kameras

im Raum anzubringen erschien den Forschenden aber unpraktisch,

sagte Dr. Michel Findeisen 2018 „Stadt für Macher“. Deshalb machte

sich das Team an die Arbeit, um die Marktlücke zu schließen. 2017

gründeten Dr. Michel Findeisen und Lars Meinel das Unternehmen

3dvisionlabs. Mit Hilfe eines Gründerstipendiums entwickelten sie

den Prototyp und die erste Produktreihe der intelligenten 3D-Kamera

HemiStereo DK1. Sie verfügt über einen 180-Grad-Tiefensensor

und erkennt, wo sich im Raum Personen befinden. Passiert etwas

Ungewöhnliches, wird das von der Kamera „bemerkt“ – damit ist

sie geeignet für Assisted Living, das Pflegebedürftigen ermöglichen

soll, länger im eigenen Zuhause zu wohnen. Dieses erste Produkt,

die Hemistereo DK1, verkauft 3dvisionlabs weiterhin – allerdings vor

allem an Hochschulen und forschende Unternehmen, welche mit den

Applikationen selbst arbeiten und entwickeln. Im Bereich des Assisted

Living wird die Kamera unter dem Namen PatronuSens von einem

Unternehmen vertrieben, mit dem 3dvisionlabs zusammenarbeitet.

Was wurde aus… 3dvisionlabs?

Seit 2017 entwickelt und produziert 3dvisionlabs

hochauflösende 3D-Kameras – und wurde schon in der

ersten „Stadt für Macher“-Edition vorgestellt. Was ist

seitdem im Unternehmen passiert?

A Lars Meinel

A 3dvisionlabs

Als ein weiterer Einsatzbereich für die Kameras hat sich in den vergangenen

Jahren die Industrie herauskristallisiert – und die ist mittlerweile

einer der Hauptabnehmer der Technik. Mit einem Investment

des TGFS Technologiegründerfonds Sachsen im Frühjahr 2019 hatte

das Start-up ein zweites Produkt entwickelt: die 3D-Kamera Hemistereo

NX. Sie ist passiv gekühlt, kompakter und robuster als ihre Vorgängerin,

verfügt über eine noch höhere Auflösung und somit auch

über eine höhere Messgenauigkeit.

Das mache sie besonders geeignet für die Industrie, sagt Lars Meinel.

So können beispielsweise fahrerlose Transportsysteme mit ihrer

Hilfe Hindernisse auf ihrem Weg erkennen. Auch Wege von Produkten

und Menschen durch die Fabrik werden mit der Technik von 3dvisionlabs

nachvollziehbar. So lasse sich etwa feststellen, ob die Mitarbeiter

größere Teile ihrer Arbeitszeit statt mit ihrer eigentlichen Tätigkeit

mit dem Suchen von Material verbringen – man also die Fertigung

optimieren müsste. Für solche Analysen müssen die Geräte noch nicht

einmal Bilder speichern. Stattdessen werden die Daten komplett im

Gerät ausgewertet und nur die relevanten Daten leitet das Gerät weiter

– in anonymisierter Form, arbeits- und datenschutzrechtskonform.

Damit befindet sich 3dvisionlabs, das heute elf Mitarbeiter zählt und

weiterhin im „Start up“-Gebäude des Technologie Centrum Chemnitz

seinen Sitz hat, auf Wachstumskurs.

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Partner im Gründerberaternetz Chemnitz

Stadt für

Macher

A Dr. Susanne Schübel

Gründernetzwerk

SAXEED

Gründergeist entfachen, die Gründungskultur in den beteiligten

Hochschulen verankern, Selbstständigkeit als Alternative zur abhängigen

Beschäftigung aufzeigen und auf dem Weg in die berufliche

Selbstständigkeit unterstützen – SAXEED ist die zentrale Anlaufstelle

für alle gründungsinteressierten Hochschulangehörigen in Chemnitz,

Freiberg, Mittweida und Zwickau. Das Gründernetzwerk wird finanziert

durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), den Freistaat Sachsen,

das BMWi und die vier beteiligten Hochschulen – die Angebote stehen

daher kostenfrei zur Verfügung.

Ansprechpartnerin

Dr. Susanne Schübel

Projektgeschäftsführerin SAXEED

0371 / 531 37689

susanne.schuebel@saxeed.net

Seit 2006 ist das Gründernetzwerk in seiner heutigen Form an den

vier Hochschulstandorten in Südwestsachsen vertreten. Gründungsinteressierte

profitieren von der Erfahrung aus mehr als 1.400 betreuten

Projekten, aus denen bereits über 460 Unternehmen entstanden

sind. Betreute Ausgründungen kommen unter anderem aus den

Bereichen Automobilbau/autonomes Fahren, Leichtbau, Medien

und Ressourceneffizienz. Zu den erfolgreichen Ausgründungen

zählen zum Beispiel BASELABS, Novajet, VRENDEX, Corant, Audory,

CMMC oder LiGenium.

WIR BIETEN

GRÜNDUNGS-

INTERESSIERTEN

individuelle Beratung

durch erfahrene Gründerberater,

Workshops und Vorlesungen

zu gründungsrelevanten Themen

wie bspw. Kapitalakquise,

(Social Media) Marketing,

Projektmanagement, Rechnungswesen

oder Steuerrecht

sowie Workshops zum Ausbau

der Soft Skills,

Exkursionen zu Start-ups und

Acceleratoren mit Erfahrungsberichten

erfolgreicher

Gründungsprojekte.

SAXEED-Ideenwettbewerb

„Schicke Ideen“ zur Evaluierung

der eigenen Idee.

www.schicke-ideen.de

Informations- und Netzwerkveranstaltungen

mit der

Möglichkeit, sich mit anderen

Gründungsinteressierten auszutauschen

und Kontakte zu potenziellen

Unterstützern zu

knüpfen.

Ideen-Camps zur Generierung

und Weiterentwicklung

neuer Ideen.

Konzipieren und Bauen erster

Prototypen mittels moderner

Technik wie additiver Fertigung

und Laserschneiden in der

Rapid-Prototyping Werkstatt –

auch in Verbindung mit Workshops

zur Produktentwicklung,

3D-Druck und 3D-Modellierung

(CAD).

Ideale Gründungsbedingungen

in der SAXEED-Masterclass:

Der 18-monatige Frühphaseninkubator

für Gründungsprojekte

mit EXIST-Förderung

kombiniert einen strukturierten

Coachingfahrplan, intensive

Beratung und Wissensvermittlung

mit gemeinsamen

Büroarbeitsplätzen. In Freiberg

wird hierfür der neu eröffnete

Coworking Space genutzt, in

Chemnitz neue

Coworking-Büros.

SAXEED Verwertungsschool

Mit der Verwertungsschool

lassen sich Verwertungspotenziale

des eigenen Projekts

identifizieren, analysieren und

präsentieren. An den Standorten

Chemnitz, Zwickau und

Freiberg bietet das Gründernetzwerk

SAXEED mit der Verwertungsschool

die passende

Unterstützung an.

WIR BERATEN

Studierende, wissenschaftliche

Mitarbeiter, Professoren

und Alumni der vier südwestsächsischen

Hochschulen sowie

Mitarbeiter der südwestsächsischen

Forschungseinrichtungen

ebenso wie

Gründungsinteressierte, die sich

freiberuflich und nebenberuflich

selbstständig machen wollen.

Ab 2021 können Start-ups auch

nach der Gründung unterstützt

werden. Junge Unternehmer und

Unternehmerinnen sollen somit

weiter vom Know-how und dem

starken SAXEED-Netzwerk profitieren,

indem zum Beispiel Kontakte

zu Unternehmen, Investoren,

Mentoren oder weiteren Experten

gezielt vermittelt werden.

Kontaktdaten s.o.

Heft 2021 #1

7


ANDERS

NOCH IMMER WAGEN WEIT WENIGER FRAUEN ALS MÄNNER DEN

SCHRITT ZUR GRÜNDUNG IHRES EIGENEN UNTERNEHMENS. DIE

BEISPIELE AUF DIESER SEITE ZEIGEN: WER SICH AUF DEN WEG MACHT,

WIRD BELOHNT.

ARBEITEN

Katrin Weigel, Gründerin von Prismade.

A Ernesto Uhlmann

PRISMADE LABS

Dass sie einmal Sachsens

Gründerin des Jahres werden

würde, das hätte

Karin Weigelt sicher nicht

geglaubt, als sie 2016

die Prismade Labs GmbH

gründete. Bis dahin

hatte sie eine mehr oder

minder typische Karriere

hingelegt: Studium an

der TU Chemnitz, weiblich

untypisch im Bereich

Mikrotechnik / Mechatronik

mit Spezialisierung auf Drucktechnologien,

anschließend die

Doktorarbeit. 2010 wechselte sie

in die Industrie, zu einem Chemnitzer

Start-up für gedruckte Elektronik, wo

sie mehrere Jahre die technische Entwicklung

verantwortete. Doch irgendwann kam der Punkt, als

es hier nicht weiterging: Der Umgang mit den amerikanischen

Investoren war herausfordernd, das Klima im Unternehmen manchmal

schwierig: „Zu dem Zeitpunkt habe ich überlegt, das Unternehmen

zu wechseln.“ Einem ihrer Chefs, Jan Thiele, ging es ähnlich

– also packten sie zusammen die Koffer und gründeten ein

neues Unternehmen. Eher mit dem Plan, anders zu arbeiten, als

mit einem fertigen Geschäftsmodell, wie Weigelt rückblickend sagt:

„Deshalb haben wir unsere jahrelangen Erfahrungen kombiniert

und überlegt, welche neuen Technologien und Anwendungen wir

daraus entwickeln können.“

Diese patentierte Technologie

beruht im Wesentlichen

darauf, elektrisch

leitfähige Farbe in geometrischen

Strukturen

auf herkömmliche Trägermaterialien

wie Papier oder

Folie zu drucken – und diese

Strukturen dann per Touchscreen

auf Smartphones auslesen

zu lassen. Das kann zur unsichtbaren

digitalen Markierung von Dingen

genutzt werden, bei denen Authentizität

und Nicht-Kopierbarkeit eine Rolle spielen –

etwa Dokumenten wie Führerscheinen oder Personalausweisen:

„Mit unseren USPs – der sicheren Markierung und dem

Echtheitsnachweis – sind wir bei Edding gelandet.“ Das Unternehmen

mit den berühmten Stiften ist inhabergeführt und ging in

der frühen Phase von Prismade eine Kooperation mit dem Chemnitzer

Unternehmen ein: „Das gab uns die Sicherheit, auf einem

richtigen Weg zu sein – und die Chance, Mitarbeiter einzustellen“,

berichtet Weigelt. Die Zusammenarbeit ist stetig gewachsen,

heute bezeichnet sich Prismade als „FutureLab of edding“: „Trotz

dieser starken Rolle unseres Investors haben wir noch alle unternehmerischen

Freiheitsgrade. Wir entwickeln gemeinsam die Strategie

für die technologischen Aspekte, können aber auf den starken

Vertrieb von Edding setzen“, so die Gründerin. Auf elf Mitarbeiter

ist Prismade gewachsen, die starke Gründerin überzeugte 2019 die

Jury des Sächsischen Gründerinnenpreises. Ein ganz eigenes Erlebnis,

denn: „Dass in unserem Unternehmen ich als Frau der technologische

Kopf bin, sorgt doch regelmäßig für Staunen.“

8

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Stadt für

Macher

Mit den Apps von PiAS begeben sich Kinder auf Lernreisen. A PiAS Education (2)

PIAS EDUCATION

Forschung zur Vor- und Grundschulbildung ist die Grundlage für die Kinder-Lern-App „PiAS Lernreise Reime“. Es ist die erste Anwendung des

Startups PiAS Education um Dr. Sabine Völkel und Mitgründer Maximilian Wende. Die Idee kam Völkel bei ihrer Arbeit als wissenschaftliche

Mitarbeiterin am Lehrstuhl Medienpsychologie an der TU Chemnitz. Seit November 2020 ist PiAS Education ein eigenes Unternehmen. Im Jahr

2021 werden die nächsten Lernreisen – zu Anlauten und Buchstaben – veröffentlicht.

JASHA NATURKOSMETIK

EINZELSTÜCKE

A Jasha Naturkosmetik (2) A Michael Chlebusch (2)

Ein TU-Chemnitz-Abschluss in Chemie, anschließend Berufserfahrung

in einem Kosmetikkonzern, danach die Gründung eines

eigenen Naturkosmetikunternehmens: Hinter der Marke Jasha by

Sharon Janz verbergen sich das Fachwissen und die Liebe zur Natur

von Sharon Janz. Alles, was mit dem Markennamen vertrieben

wird, ist 100-prozentige Naturkosmetik, tierversuchsfrei, vegan

und stammt aus Penig. Die Produktpalette umfasst unter anderem

Pflegecremes und Gesichtsöl-Ampullen, welche nach Hautaltersstufen

entwickelt werden.

Die Tortenmanufaktur Einzelstücke hat sich auf individuelle und

einzigartige Torten und Gebäcke für Hochzeiten und andere Anlässe

spezialisiert. Gründerin Janette Graf ist ausgebildete Automobilkauffrau

und hat ein BWL-Studium absolviert – und machte dann

doch lieber ihr Hobby zum Beruf. Eine offizielle Prüfung später ist

ihr nun auch das Lebensmittelhandwerk gestattet. Als Co-Workerin

gemeinsam mit der Eierlikörz-Manufaktur gestartet, hat Einzelstücke

inzwischen im eigenen Laden auf dem Brühl genügend Raum für

Wunschkreationen und Kursangebote rund um das süße Kunstwerk.

Heft 2021 #1

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Die Idee macht’s...

Nicht hinter jeder Unternehmensgründung muss eine neue Maschine stecken – Innovation verbirgt

sich oft auch in ganz alltäglichen Dingen, wie die Macher auf dieser Seite belegen.

Dein Weg & Wir

A Dein Weg & Wir

Auch wer mit einer Beeinträchtigung lebt, hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und

gesellschaftliche Teilhabe. Der Gesetzgeber fördert dies in Abhängigkeit vom Behinderungsgrad und

dem individuellen Hilfebedarf mit dem „Persönlichen Budget“ – doch wie bei vielen staatlichen Sozialleistungen

braucht es eine Reihe von Behördengängen und Formularen, um es zu bekommen. „Dein Weg

& Wir“ hat sich genau darauf spezialisiert: Beeinträchtigte Menschen aus ganz Sachsen bekommen beim

Chemnitzer Unternehmen kostenlose Unterstützung bei der Beantragung „ihres“ Persönlichen Budgets,

das beispielsweise für die Anstellung von Alltagsassistenten eingesetzt werden kann, „Möchte unser Klient

anschließend nicht selbst zum Arbeitgeber seines Assistenten werden, übernehmen wir diese Rolle“,

erklärt Jakob Roth, einer der beiden Gründer von „Dein Weg & Wir“: Das Unternehmen sucht gemeinsam

mit dem Klienten die passende Person aus – und stellt sie dann im Rahmen des eigenen Assistenzdienstes

an. Solche Assistenzleistungen reichen von leichten Pflegearbeiten über Haushaltstätigkeiten bis hin zur

Schul- oder Urlaubsbegleitung – entsprechend vielfältig ist das gesuchte Personal. Vier Mitarbeiter hat

„Dein Weg & Wir“ im Büroeinsatz, hinzu kommt aktuell ein gutes Dutzend an Assistenten. Das Unternehmen

wächst stetig und Jakob Roth betont: „Für uns als Unternehmen mit sozialem Schwerpunkt steht

nicht der Gewinn, sondern die individuelle Hilfe und die soziale Gerechtigkeit im Vordergrund.“

Audory

A maxrose

Manchmal hätte man das schon gern: Eine fiktive Geschichte einfach so ausgehen lassen, wie es

einem selbst gefällt. Bei „audory“ wird das nun möglich: Hier lassen sich Hörbücher mitgestalten – der

Hörer entscheidet, was als nächstes passiert und wie alles endet. Dabei versteht sich das von Max Rose

gegründete Unternehmen aber nicht nur als Abspielplattform für Konsumenten – schließlich braucht

es auch interaktive Hörbücher, die man anhören kann. So lassen sich bei „audory“ auch ebensolche

produzieren – der Autor legt dabei fest, an welchen Knotenpunkten eine Geschichte sich verzweigt

und also der Hörer künftig eingreifen darf. Der Editor für die Erstellung der Hörbücher ist dabei ebenso

kostenfrei nutzbar wie die App zum Anhören – Geld verdienen „audory“ und seine Autoren, wenn

Hörer zugreifen. Über gut drei Jahre hat „audory“ sein Geschäftsmodell entwickelt, ein EXIST-Gründerstipendium

brachte das junge Unternehmen durch die Corona-Monate, heute kümmert sich eine

Produktionsleiterin als erste Angestellte um neuen Content und pünktlich zum Weihnachtsgeschäft

2020 ging „audory“ mit den ersten interaktiven Geschichten an den Start und erobert die Welt der

Hörbuch-Macher und der Hörbuch-Hörer.

kiwies.com

A kiwies.com

Schule besteht für viele Kinder heute aus mehr als nur täglich sechs Stunden Fachunterricht: Zusätzliche

Kurse im kreativen, sportlichen oder gesellschaftlichen Bereich ergänzen ganztags den Alltag der

Schulkinder und schärfen das Profil von Oberschulen oder Gymnasien. Über die in Chemnitz von Jan Frömberg

gegründete Online-Plattform kiwies.com können Schulen hierfür die passenden Kursleiter finden –

und dabei aus fast 1.000 verschiedenen Kursangeboten auswählen. Das zehnköpfige Team von kiwies.

com prüft die fachliche Eignung der über 1.200 Kursleiter und vermittelt diese weiter – zur Not auch mal

als Vertretungslehrer. Mehr als 350 Schulen in den neuen Bundesländern nutzen bereits die Kompetenz

der Kursleiter, um die eigenen Lehrer zu entlasten. Weil während der Corona-Pandemie Schulen unregelmäßig

regelmäßig geschlossen werden mussten, hatte kiwies.com auch hier passende Antworten parat

– beispielsweise mit Ganztagsangeboten in digitaler Form oder kostenfreien Whatsapp-Gruppen, in denen

Schüler aller Klassenstufen ihre Fragen zu den verschiedensten Fächern stellen konnten. Hinzu kam ein

regelmäßiger YouTube-Livestream, in dem aktueller Unterrichtsstoff vermittelt wurde. Viel Geld ließ sich

damit nicht verdienen – doch immerhin wurde die kiwies-Marke als vertrauenswürdiger Wissensvermittler

gestärkt.

10

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Partner im Gründerberaternetz Chemnitz

Stadt für

Macher

A Ernesto Uhlmann

Chemnitzer

Wirtschaftsförderungsund

Entwicklungs GmbH

Ansprechpartner

Sören Uhle

Geschäftsführer CWE

0371 / 36 60 200 office@cwe-chemnitz.de

www.chemnitz-wirtschaft.de

Chemnitz wird im Jahr 2025 europäische Kulturhauptstadt. Das bedeutet

mehr als eine Ausweitung der Kulturszene – es ist eine große

Chance für die Stadt zu wachsen und auf der europäischen Landkarte

sichtbar zu werden. Für die Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft

mbH (CWE) ist das eine einmalige Gelegenheit,

um sämtliche Standortfaktoren miteinander in Beziehung zu setzen.

Dabei stehen in der Bewerbung die Macher im Fokus – und das passt

perfekt zu Chemnitz. Als Wirtschaftsförderung unterstützt die CWE alle

Unternehmen, die neu nach Chemnitz kommen, sich gründen oder

hier wachsen möchten. Mit dem Portal „Chemnitz zieht an“ finden

sich dann auch die richtigen Teams zusammen. Die Stadt hat Potenzial

und ist der richtige Spielplatz für junge, dynamische und engagierte

Menschen, die einen Platz zum Entfalten suchen.

Und auch wenn es mal etwas kniffliger oder spezieller wird, sucht

die CWE nach Lösungen und unterstützt bei Ansiedlungsfragen, medizinischer

Grundversorgung, bei der Durchführung von Tagungen und

Kongressen sowie im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft. Dabei

spielt die lokale und nationale Vernetzung eine große Rolle. Denn Kulturhauptstadt

wird man nur gemeinsam.

WIR BIETEN

Gewerbeflächenmanagement

für das gesamte Stadtgebiet.

unbürokratische Unterstützung

bei Ansiedlungsentscheidungen

und ihrer Umsetzung.

Finanzierungs- und Fördermittelberatung

bei Ansiedlungsund

Erweiterungsprojekten.

Fachkräfteportal

„Chemnitz zieht an!“.

Marketingnetzwerk „Chemnitz-City“

für die Chemnitzer

Innenstadt.

„KRACH +“ – ein Labor für

Ideen und Vernetzung der

Kultur- und Kreativwirtschaft

im Rahmen des EU-Projektes

InduCCI.

jährliche Verleihung „Chemnitzer

Start-up-Paket“ im Wert

von 6.000 Euro (TCC, Volksbank

Chemnitz und C³).

Unterstützung bei Kongressen,

Veranstaltungen etc. mit touristischen

Begleitprogrammen.

EFRE-Investitionszuschuss für

kleine Unternehmen - Beratung

und Antragsbearbeitung für

Unternehmen und Gründer.

Stadt- und Tourismusmarketing

sowie Vernetzung und

Know-how in internationalen

Projekten.

WIR UNTERSTÜTZEN

die Chemnitzer Wirtschaft und

alle, die künftig dazu gehören

wollen.

Kleine und mittelständische

Unternehmen bei ihren wachstumsorientieren

Aktivitäten.

Gründer der Kultur- und

Kreativbranchen.

Interessengruppen und Verbände

bei ihren Vernetzungsaktivitäten.

den Titel Kulturhauptstadt

Europas 2025.

Hausärzte bei der Niederlassung

in Chemnitz.

Reisende und Pressevertreter

bei ihrem Aufenthalt in Chemnitz

– Unternehmen, Institutionen

und Verbände bei Veranstaltungen

und Kongressen.

Kontaktdaten s.o.

Heft 2021 #1

11


A Koschmiederfilm

Zum Abheben

WÄHREND IHRER ELTERNZEIT KAM SOPHIA SCHMIDT DIE IDEE FÜR DEN INDOORSPIELPLATZ JUMP’N’PLAY.

GUTE BERATUNG HALF IHR, IHRE PLÄNE SCHNELL UMZUSETZEN.

Kleine Knirpse fahren mit Rutschautos durch die Halle

und rutschen ins Bällebad des Kleinkindbereichs. Größere

schießen mit Bällekanonen. Die Eltern sitzen bei Snacks und

Getränken zusammen: Sophia Schmidt nennt ihr Unternehmen

„Familienzentrum“, weil jede Altersklasse hier eine

Beschäftigung findet. Wenn nicht gerade eine Pandemie die

Welt anhält, herrscht im Winterhalbjahr im Indoorspielplatz

Jump’n’play Gewusel wie im Bienenstock. Einzelne Familien,

Kindergeburtstage, Unternehmensfeiern. Alle nutzen gern

den Hauptvorteil: Während die Kinder beschäftigt sind, können

die Erwachsenen sich in Ruhe unterhalten – oder sich

selbst in der Trampolinlandschaft austoben.

Die Idee für das Jump’n’play kam Sophia Schmidt im

April 2017, als sie sich in Elternzeit befand. Damals gab es

in Chemnitz nur einen Indoorspielplatz. Freizeitangebote

für ganz kleine Kinder waren meist an Kurse gebunden. Sie

wollte aber auch spontan vormittags losziehen, wenn ihr

Kind gerade die passende Laune hatte. Deshalb beschloss

sie, ihren eigenen Indoorspielplatz zu eröffnen.

Zehn Jahre lang hatte Sophia Schmidt ein eigenes Café

in Griechenland, danach lernte sie Hotelfachfrau, stieg mithilfe

von Weiterbildungen auf, stand vor ihrer Elternzeit

kurz davor, Hoteldirektorin zu werden. Sie hatte deshalb

eine Vorstellung davon, was eine Unternehmensgründung

bedeutet. Im ersten Schritt setzte sie sich an die Ausstatterrecherche

– die bis heute weitergeht, denn das Jump’n’play

soll immer wieder neue Attraktionen bekommen. Im

zweiten Schritt suchte sich Sophia Schmidt Hilfe. Diese

gestaltete sich vielfältig: Die Industrie- und Handelskammer

(IHK) beriet sie, an wen sie sich für Förderungen

und weitere Beratung wenden könnte, und ermöglichte

Gespräche mit der Bürgschaftsbank Sachsen. Die Bürgschaftsbank

bürgte für ihren Kredit. Von der Sächsischen

Aufbaubank erhielt sie Gründungsberatung und finanzielle

Förderung in Höhe von rund 4.000 Euro. Die Sparkasse

Chemnitz schaute sich unter anderem an, welche

Rolle Familienmitglieder im Start-up spielen könnten, und

gewährte ihr einen Kredit. Bei der schwierigsten Aufgabe

erhielt Sophia Schmidt Unterstützung von einem Leipziger

Unternehmensberater: beim Erstellen eines Businessplans.

Dieser musste überzeugen, denn von ihm war die Entscheidung

der Bürgschaftsbank abhängig.

Im April 2018, ein Jahr nach ihrem Geistesblitz, eröffnete

das Jump’n’play in der Ermafa-Passage. Vor den Einschränkungen

wegen Covid-19 arbeiteten dort 17 Mitarbeiter.

Wenn der Indoorspielplatz wieder dauerhaft

geöffnet ist, möchte Sophia Schmidt zunächst mit ihren verbliebenen

zehn Festangestellten starten, aber schnell genug

Gewinn machen, damit sie auch wieder neue Mitarbeiter

einstellen kann.

12

www.stadt-fuer-macher.de


Partner im Gründerberaternetz Chemnitz

Stadt für

Macher

A Sparkasse

Sparkasse

Chemnitz

Ansprechpartner

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zum Leasing, Factoring und

zur Absicherung von Risiken.

Einen umfassenden Überblick

über unsere Angebote

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Heft 2021 #1

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MOBILITÄT

IM BLUT

A CADA

FÜNF JUNGE CHEMNITZER UNTERNEHMEN

BILDEN EINE ALLIANZ FÜR AUTOMATISIERTES

FAHREN

Von der breiten Öffentlichkeit beinahe unbemerkt, hat sich Chemnitz in den vergangenen Jahren zu einer Hochburg im Bereich des automatisierten

Fahrens entwickelt: Fünf jüngere Unternehmen bearbeiten das Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven – mit viel Knowhow

und einer beachtlichen Zahl an Mitarbeitern. Und genauso beachtlich: Die fünf Unternehmen kämpfen nicht gegen-, sondern pflegen

den kollegialen Umgang miteinander – so sehr, dass sie sich in einem Verein zusammengeschlossen haben: CADA – die Chemnitz Automated

Driving Alliance. Da wird nicht nur der fachliche Austausch rund um künftige Mobilitätskonzepte vorangetrieben, sondern auch das

gemeinsame Marketing für den Technologiestandort Chemnitz.

A Intenta GmbH

A Naventik GmbH

INTENTA GMBH

NAVENTIK GMBH

Kernkompetenz

Gegründet

Mitarbeiter

Keywords

Entwicklung von Softwarekomponenten für

Navigations- und Fahrerassistenzsysteme für

renommierte Automobilhersteller

2011

180

Sensordatenfusion, Bildverarbeitung, Software

und Algorithmen für Fahrerassistenzsysteme

und Navigationssysteme, Serienentwicklung,

Simulation und Testing, Künstliche Intelligenz,

Fahrzeugaufbau

Kernkompetenz

Gegründet

Mitarbeiter

Keywords

Fahrzeuglokalisierung in schwierigen Umgebungen

durch tiefe Integration von Positionsdaten

aus Navigationssatellitensystemen mit

erzeugten Echtzeit-Vertrauensmessungen in

Sensordatenfusionssysteme

2017

20

GNSS Software Empfänger, Fahrzeugpositionierung,

Datenfusion, Automated Driving,

Satellitennavigation

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Stadt für

Macher

Kernkompetenz

Gegründet

Mitarbeiter

Keywords

A FusionSystems GmbH

FUSIONSYSTEMS GMBH

Multisensorielle Datenerfassung, Sensordatenverarbeitung

und Datenfusion mit Schwerpunkt

Bildverarbeitung und Maschinelles Lernen

2005

55

Sensordatenfusion, Umgebungserfassung und

Szeneninterpretation, Lokalisierung und Navigation,

Digitalisierung und Kartierung, Künstliche

Intelligenz, Anforderungsmanagement

und Test

Erkenne die Unterschiede

Eine grundlegende Voraussetzung für die Automatisierung

von Fahrzeugen ist die multisensorielle

360°-Umgebungserfassung und Positionsbestimmung.

Neben der detaillierten Erfassung des

Nah- und Fernbereichs ist die Datenauswertung in

Echtzeit integraler Bestandteil des Automatisierungsprozesses.

Während FusionSystems und INTENTA

vor allem auf die Datenerfassung mittels fahrzeugeigener

Sensorik und der anschließenden Sensordatenverarbeitung

und -fusion spezialisiert sind,

bietet BASELABS eine konfigurierbare Datenfusionsbibliothek

für eingebettete Systeme in sicherheitskritischen

Anwendungen. FDTech beschäftigt sich

hier insbesondere mit der Simulation von Sensoren

und Umfelderfassung als Basis für durchgängige

virtuelle Entwicklung. Für eine hochgenaue und

auch in urbanen Umgebungen jederzeit verfügbare

absolute Positionierung des Fahrzeugs sorgt schließlich

NAVENTIK.

A FDTech GmbH

A Baselabs GmbH

FDTECH GMBH

BASELABS GMBH

Kernkompetenz

Gegründet

Mitarbeiter

Keywords

Entwicklung von Software und Funktionen für

automatisiertes Fahren und deren Einbindung

in die Infrastruktur

2017

100

Automated Driving, Virtual Development,

Function and Algorithms, Simulation, Processes,

Methods and Tools

Kernkompetenz

Gegründet

Mitarbeiter

Keywords

Entwicklung von Algorithmen und Software zur

Fusion von Sensordaten als Kerntechnologie

des automatisierten Fahrens

2012

43

Data Fusion, Sensor Fusion, Automated

Driving, ADAS, software library, BASELABS

Create Embedded

Heft 2021 #1

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Mit Rückenwind

aus der Uni

Innovative Forschung schneller in wachstumsträchtige Unternehmen verwandeln – das ist eines der erklärten Ziele des TUClab:

Gemeinsam mit der Sächsischen Aufbaubank initiiert die Technische Universität Chemnitz alljährlich einen Wettbewerb für (potenzielle)

Gründer. Wer sich fürs TUClab qualifiziert, darf nicht nur mit Mentoring aus den Netzwerken der TU Chemnitz und einem Unternehmenssitz

im TCC rechnen, sondern hat auch die Chance auf eine sechsstellige Anschubfinanzierung in Form von Beteiligungskapital.

Die Unternehmen auf dieser Seite wollen davon profitieren.

Trowis GmbH

Stahlseile sind ein erprobtes Mittel,

wenn es um Einsätze in Kränen, Aufzügen

oder Schachtförderanlagen geht. Das Problem:

Sie bringen in der notwendigen Dicke

zumeist ein erhebliches Eigengewicht mit,

das stets mitbewegt werden muss. Die Trowis

GmbH ersetzt deshalb Stahlseile durch

solche aus Kunststofffasern. Bis zu 6 Millionen

Fasern werden dafür beispielsweise für

ein 16 Millimeter dickes Seil miteinander

versponnen – und bringen dann nur ein

Fünftel von dem auf die Waage, was ein

genauso dickes Stahlseil an Gewicht mitbringen

würde. Zusätzlich wird in die

neuartigen Kunststoffseile eine Sensorik

eingebunden, die den Zustand des Seiles

überwacht – so kann es künftig punktgenau

gewartet oder ausgetauscht werden.

Für seine Entwicklung ist TROWIS frühzeitig

eine strategische Partnerschaft mit einem

Kranhersteller eingegangen – so kann das

Start-up seine Entwicklungen genau auf

den Markt abstimmen.

NOVAJET GmbH

Die Kraft des Wassers nutzen und dabei

Energie sparen: NOVAJET hat sich das zum

Ziel gesetzt und das Wasserstrahlschneiden

auf eine neue Stufe gehoben – mit einem

deutlich dünneren Wasserstrahl, der dabei

aber eine höhere Leistungsfähigkeit

erreicht. Möglich wurde dies durch viele

technische Innovationen, die das so

genannte Suspensionsstrahl-Verfahren aus

der Schwerindustrie erstmals in der industriellen

Teilefertigung nutzbar machen.

Entscheidende Neuerung gegenüber

herkömmlichen Anlagen: Das im Wasserstrahl

eingebettete Abrasivmaterial, scharfkantiger

Granatsand, wird gemeinsam mit

dem Wasser beschleunigt und nicht wie bisher

erst nach der Beschleunigung des Wassers

eingebracht. Das erhöht den Wirkungsgrad

um ein Drittel. Man sehe sich in einer

Nische zwischen Laser- und herkömmlichem

Wasserstrahl, so Geschäftsführer Markus

Dittrich. Dank der Innovation könne

man jetzt Hochleistungswerkstoffe wie

technische Keramiken, Hartmetall oder

gehärteten Stahl mit Wasser bearbeiten.

mecorad GmbH

Wer Stahl unter Wärmeeinwirkung zu

Blechen walzen will, muss enorme Energien

einsetzen: Ein durchschnittliches

Warmwalzwerk verbraucht im Jahr etwa so

viel Energie wie eine 300.000-Einwohner-

Stadt, weiß Dr. Mark Banaszak. Ein guter

Teil der Energie wird dabei regelmäßig verschwendet,

weil die Qualität eines Walzvorgangs

bisher erst dann geprüft werden

kann, wenn er abgeschlossen wurde – die

Folge: nicht wenig Ausschuss, der eingeschmolzen

und neu verarbeitet werden

muss. „Wer die Qualität noch während des

Walzens messen will, muss mit extremen

Bedingungen klarkommen: Hitze von bis

zu 1.200 Grad, jede Menge Staub, Nebel

aus der Kühlung und starke Vibrationen“,

so Banaszak. Die mecorad GmbH kann

dieses Problem lösen – mit einer hochflexiblen

und dabei im Mikrometerbereich

genauen Messmethode, die in Zukunft

dem Walzwerk noch während des Prozesses

Optimierungslösungen aufzeigen soll – mit

integriertem Machine Learning.

A Georg Hahmann / SAXEED A NOVAJET A Frank Reipen

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Partner im Gründerberaternetz Chemnitz

Stadt für

Macher

A Manuel Dudczig

A Mario Steinebach

Der Accelerator

der TU Chemnitz

TUClab

Ansprechpartner

Joseph Heß

Projektgeschäftsführer TUClab

0371 / 531 358-96

tuclab@tu-chemnitz.de

Die Technische Universität Chemnitz verfolgt im Rahmen ihrer

Transferstrategie das Ziel, die Verknüpfung von Wissenschaft und

Forschung mit der Wirtschaft zu verbessern. Hierbei hat sich die TU

Chemnitz insbesondere zum Ziel gesetzt, in ihren Kernkompetenzen

„Ressourceneffiziente Produktion und Leichtbau“, „Intelligente

Materialien und Systeme“ sowie „Mensch und Technik“ innovative

Ausgründungen intensiv zu fördern. Vor diesem Hintergrund

haben die Sächsische Aufbaubank als Förderbank des Freistaates

Sachsen und die TU Chemnitz die Einrichtung eines Accelerators,

des sogenannten „TUClab“, zur gemeinsamen unbürokratischen

Unterstützung und Förderung für Gründerinnen und Gründer

initiiert.

Seit Sommer 2018 werden so junge

innovative Unternehmen gemeinsamen

gefördert: Im Rahmen des jährlich stattfindenden

TUClab-Wettbewerbs können

ausgewählte Unternehmensgründungen

eine Startfinanzierung in Form von Beteiligungskapital

von der Sächsischen

Beteiligungsgesellschaft mbh (SBG) in

Höhe von jeweils maximal 450.000 Euro

erhalten. Hinzu kommen der Zugang zur

Infrastruktur der TU Chemnitz bzw. ausgewählter

Transferpartner sowie die Einbindung

in Transfer- und Mentorennetzwerke

der Universität. Eine Jury beurteilt

die Geschäftskonzepte der Bewerber nach

Kriterien wie Innovationsgehalt, wirtschaftliche

Parameter, strategische Ausrichtung

sowie Nachhaltigkeit/Regionalität. Seine

räumliche Basis hat das TUClab im „Start

up“-Gebäude der Technologie Centrum

Chemnitz GmbH, die den Programmteilnehmern

darüber hinaus Räumlichkeiten

zur Verfügung stellt. Sieben Unternehmen

werden inzwischen im TUClab gefördert:

Mit ihren technischen Innovationen sorgen

sie bei ihren Kunden auch für eine verbesserte

Ökobilanz – für eine nachhaltigere

Wirtschaft.

Weitere Informationen zum Ablauf, zur

Bewerbung und zu den Bewertungskriterien

finden Interessierte unter „Wettbewerb“ auf

der TUClab-Projekthomepage:

www.tu-chemnitz.de/tuclab

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Heft 2021 #1

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Die neue

Geschäftigkeit

„Irgendwie fehlt Chemnitz so etwas wie die Dresdener Neustadt“, konnte man früher oft hören.

Gemeint war: Ein Viertel, wo man einfach mal durchflanieren kann und in jeder Seitengasse Kneipen,

Clubs und Szeneläden findet. Das ist der Brühl – das Quartier rund um den gleichnamigen Boulevard

im Stadtzentrum – auch heute (noch) nicht ganz. Doch eines ist ganz sicher geschafft: In den vergangenen

Jahren ist hier ziemlich viel Neues entstanden. Eine redaktionsinterne Zählung brachte es auf

mindestens 25 Unternehmungen, vom Café bis zur Kommunikationsagentur, von der Galerie bis zum

Versicherungsagenten, die sich frisch angesiedelt haben. Die Seiten hier bieten deshalb allenfalls einen

Vorgeschmack auf das, was sich im „Quartier der Möglichkeiten“ entdecken lässt…

Boho Accessoires (Seit 2019)

A Michael Chlebusch

Das Kleinod steht im Mittelpunkt des Konzepts von Boho Accessoires, einem

Geschäft für Schmuckstücke in Kleinserien. Bei deren Entstehung legt Inhaberin

Jennifer Follmann (Foto) Wert auf Handarbeit, Nachhaltigkeit und individuelles

Design, vermischt Vintage-Stil mit orientalischen, asiatischen, afrikanischen und

lateinamerikanischen Einflüssen.

Der Fleischladen

(seit 2019)

Hinter dem Geschäft steht ein

ganzheitliches Konzept, das viel

mehr als Fleisch im Angebot hat.

Ziel von Eric Heim (Foto) und

Michelle Nötzel ist es, den Weg

ihrer Lebensmittelspezialitäten

von der Entstehung über die

Verarbeitung bis zum Verkauf

zu kennen und mitzugestalten.

Das gilt auch für das Restaurantangebot

des Fleischladens, das

sich saisonal, frisch und handgemacht

präsentiert.

A Michael Chlebusch

karlskopf (seit 2020)

Was macht T-Shirts, Pullover, Socken und Handytaschen

noch besser? Richtig: ein aufgedrucktes (oder im Fall der

Socken eingewebtes) Konterfei von Karl Marx. Den gibt es als

Print beim Label karlskopf mit stets unterschiedlichen Hüten

und Sonnenbrillen. Der Siebdruck kommt im Brühlgeschäft

von Martin König (Foto) per Hand auf eine große Auswahl an

Textilien, die Socken aus sächsischer Produktion.

A Michael Chlebusch

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Stadt für

Macher

Kombinat Lump (seit 2018)

Das Kombinat Lump versteht sich als Knotenpunkt zwischen Produzenten und

Entdeckern junger, frischer Bildwerke. Dahinter steht die Erkenntnis, dass auch

ohne großen Namen große Kunst entstehen kann, wie Nino Micklich (Foto), einer

der Gründer, findet. Dabei bietet das Kombinat Lump neben dem Einzelerwerb

auch ein Abo an, in dem vom Kombinat ausgewählte Kunstdrucke viermal jährlich

in einer Mappe verschickt werden – Neuentdeckung garantiert.

A Michael Chlebusch

A Michael Chlebusch

Direkt vom Feld

(seit 2016, Brühl: 2019)

Zu wissen wo der Pfeffer wächst,

das ist die Grundlage der von Richard

Friedrich gegründeten BIO-Gewürzmanufaktur

Direkt vom Feld. Auf

der Suche nach biologisch, fair und

nachhaltig angebauten Kräutern und

Gewürzen reist das Team um die Welt

und steht in direktem Kontakt zu den

Erzeugern. Daneben bietet der Laden

auch Workshops, in denen Ideen zur

Zubereitung mit den Produkten vermittelt

werden.

A Michael Chlebusch

Giron Adventures

(seit 2019)

Reingehen, um sich draußen wohl zu fühlen,

so funktioniert das beim Outdoorspezialisten

Sven Schöppe (Foto) am Brühl. In

seinem Geschäft Giron Adventures bietet er

alles, was das Weltenbummlerherz für die

große oder kleine Tour in die Natur begehrt:

Von Schuh bis Mütze, von Rucksack bis Gaskocher

– und selbst der vierbeinige Boofebegleiter

findet hier seinen Hundeschlafsack.

Dreamers Coffee and

Wholefood (seit 2019)

Mit dem Café Dreamers erfüllten sich drei Freundinnen am Brühl einen Traum –

und auch den so mancher Gäste, die Wert auf hochwertigen Kaffee und Kuchen und

ein Bistroangebot aus eigener Produktion legen. Das zeigte auch die Unterstützung

in einer Crowdfundingaktion, durch die die Grundausstattung des Cafés in der Gründung

finanziert wurde.

A Steve Conrad

Heft 2021 #1

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Drahtesel

im Container Mit Velobrix bietet die RWC Factory

sichere Abstellplätze für Fahrräder

Durchschnittlich jede halbe Minute –

tags wie nachts, im Sommer ebenso wie im

Winter – wird in Deutschland ein Fahrrad

geklaut. Auf mehr als eine Viertelmillion

summieren sich diese Diebstahldelikte Jahr

für Jahr – und in 90 Prozent der Fälle sehen

die Besitzer ihre Drahtesel nie wieder. Wer

sichere Abstellmöglichkeiten zu bieten hat,

müsste gut im Geschäft sein, schlussfolgerten

Patrick Rabe und Steve Winter, beide mit

Studium des Wirtschaftsingenieurwesens in

Mittweida.

und Pedelecs.

A Janko Mauksch / TCC

A RWC factory

So entwickelten sie Velobrix – den sicheren Unterstellplatz für

Fahrräder und E-Bikes: Ein alter Schiffscontainer wird dabei einer

neuen Bestimmung zugeführt. In den Container werden in zwei

Etagen 16 Boxen für bis zu 24 Fahrräder integriert, die mit Stahltüren

verschlossen werden. Zugang bekommt man über Schlüssel

– meist für Dauermieter – oder über ein integriertes Automatensystem,

das man spontan und bargeldlos nutzen kann. Weil

doppelstöckig geparkt wird, haben Rabe und Winter ein kraftsparendes

hydraulisches Schienensystem entwickelt, um Velobrix

auch für die Nutzer der oberen Boxen ebenso wie für die Fahrer

von schwereren Pedelecs komfortabel zu machen. In jede Box können

zusätzlich auch Ladestationen eingebaut werden – so wird der

Parkplatz gleich zur Stromtankstelle. Alles in einen Container zu

integrieren, sei eine gute Lösung, findet Rabe: Einerseits sind diese

transportabel – wenn ein Standort nicht mehr sinnvoll ist, kann

das mobile Fahrradparkhaus auch woanders aufgestellt werden.

Andererseits lassen sie sich optisch leicht an den jeweils aktuellen

Standort anpassen.

Der erste Velobrix-Container fand schnell einen Platz im sächsischen

Coswig und zog später ans Technologie Centrum Chemnitz

auf der Annaberger Straße, dem Unternehmenssitz von RWC Factory,

der Firma von Rabe und Wilhelm (das C im Unternehmensnamen

kommt dann von den Containern). Inzwischen sind weitere

Standorte in Angriff genommen – am neuen Carlowitz Congresscentrum

Chemnitz findet eines der Fahrradparkhäuser Platz,

Städte in Bayern und Sachsen haben einen Container bestellt.

„Unsere Zielgruppe sind vor allem Kommunen und Landkreise,

aber auch Verkehrsbetriebe oder Wohnungsbau-Gesellschaften.“

Die Verkehrsbetriebe wollen die Rad-Container in vernetzte Mobilitätsketten

integrieren, die Vermieter ihren Wohnungsnutzern

sichere Abstellplätze bieten.

„Die Corona-Krise hat einerseits unser Geschäft im Vertrieb gut

ein Jahr zurückgeworfen, andererseits aber bei vielen öffentlichen

Trägern noch einmal den Fokus verstärkt auf den Fahrradverkehr

gelenkt“, berichtet Patrick Rabe: „Und wir konnten das Jahr nutzen,

konzeptionell einen Schritt weiterzukommen.“ So wurde das

Automatensystem um eine Vorab-Reservierung von Abstellplätzen

und ein E-Ticketsystem erweitert – künftig muss man also nicht

mehr auf gut Glück zum Velobrix-Stellplatz fahren: „Das ist vor

allem für die Einbindung in integrierte Mobilitätssysteme ein wichtiger

Schritt“, ist sich Rabe sicher. Auch der Aufbau einer eigenen

Montageabteilung – bisher werden bestellte Container noch von

Metallbau-Partnern konfektioniert – schritt in den vergangenen

Monaten voran – das erhöht die eigene Wertschöpfung.

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Partner im Gründerberaternetz Chemnitz

Stadt für

Macher

Industrie- und Handelskammer

Chemnitz

A Maria Göbel / IHK

Industrie- und

Handelskammer

Chemnitz (IHK)

Ansprechpartner

Maik Kästner

Referent Technologie und Innovation

0371 / 6900 1231

maik.kaestner@chemnitz.ihk.de

Die IHK Chemnitz ist die regionale Interessenvertretung der Gewerbetreibenden

der Region Südwestsachsen. Die Mitarbeiter der

IHK sind derzeit für über 70.000 zugehörige IHK-Unternehmen

zuständig und kümmern sich um alle unternehmensrelevanten

Themengebiete.

In der frühen Phase sind Start-ups oftmals noch keine Unternehmen.

Sie sind jedoch in Vorbereitung, ein Unternehmen zu gründen,

und können schon da zahlreiche kostenfreie Angebote in Anspruch

nehmen. Die Dienstleistungen umfassen u. a. praxisnahe,

individuelle und fachkundige Beratung.

WIR BIETEN BERATUNG

zu Fragen der Existenzgründung

und -sicherung

sowie zur Unternehmensführung.

zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten.

zu rechtlichen und steuerlichen

Anliegen.

zu betriebswirtschaftlichen

bzw. branchenbezogenen

Problemen.

zu Fragen des betrieblichen

Umweltschutzes, zur Abfallwirtschaft

und zum öffentlichen

Auftragswesen.

zur Unternehmensnachfolge.

zu Vorhaben in Hinblick auf

Innovationen, Patente und

Marken sowie für Technologietransfer

und Forschungskooperation.

zum Export in ausländische

Märkte und zollrechtlichen

Fragestellungen.

Darüber hinaus finden Unternehmen

Geschäftspartner

über die FiS Firmendatenbank

in Sachsen und in Europa über

das Enterprise Europe Network

(EEN). Weiterhin fungiert die

IHK Chemnitz in vielen Förderund

Finanzierungsprogrammen

als fachkundige Stelle und gibt

in diesem Zusammenhang Stellungnahmen

zum Vorhaben ab.

Das umfangreiche und qualifizierte

Leistungsangebot der

IHK Chemnitz kann von allen

zukünftigen und bestehenden

Mitgliedsunternehmen unkompliziert

genutzt werden. Zudem

kann die IHK Chemnitz als

Mitglied des DIHK auf das gesamte

Know-how der Partnerkammern

in Deutschland und

der Auslandshandelskammern

weltweit zurückgreifen.

Die dezentrale Struktur der IHK

ermöglicht auch Betreuung

an den Standorten in Aue, Döbeln,

Mittweida sowie in den

Regionalkammern Freiberg,

Annaberg-Buchholz, Zwickau

und Plauen. Das Service Center

der IHK Chemnitz auf der Straße

der Nationen 25 in Chemnitz

hat montags bis donnerstags

von 08.30 Uhr bis 16.30 Uhr

und freitags von 08.30 Uhr bis

14.00 Uhr geöffnet.

Heft 2021 #1

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21


VRENDEX

A VRENDEX

In 3D-Welten gegen die Krise

VRENDEX PUNKTET MIT ANWENDUNGEN FÜR

VIRTUAL UND AUGMENTED REALITY

Die Corona-Pandemie hat vieles durcheinander gebracht in den vergangenen Monaten:

Wer nicht zur Schließung gezwungen war wie Gastronomie oder Einzelhandel, musste wegen

notwendigen Schutzmaßnahmen oder krankheitsbedingten Ausfällen Störungen im regulären

Arbeitsablauf hinnehmen, globale Lieferketten rissen und viele Veranstaltungen konnten

plötzlich nurmehr digital stattfinden.

Gut also, wenn man schon vorher im virtuellen

Raum unterwegs war. So wie die

VRENDEX GmbH: „Unsere erste digitale

Messe haben wir schon vor vier Jahren

durchgeführt“, erklärt Gründer Manuel Dudczig.

Seitdem hat sich das Team um den

studierten Sozialpädagogen und Maschinenbauer

auf die Nutzung von 3D-Technologien

spezialisiert: Mit Virtual und Augmented

Reality, aber auch mit 360-Grad-Aufnahmetechniken,

3D-Modellierung oder 3D-Druck

erobert das Team virtuelle Welten für ganz

unterschiedliche Anwendungen.

So schafft VRENDEX beispielsweise digitale

Prototypen: Ausgestattet mit VR-Brille

und Gestensensor lassen sich diese Prototypen

von allen Seiten begutachten und auf

ihre Einsatztauglichkeit testen – vor allem

für die Entwicklung technisch anspruchsvoller

Produkte ein großer zeitlicher und finanzieller

Vorteil: Kleine Änderungen können digital

vorgenommen werden, ohne dass ein neuer

realer Prototyp entstehen muss. Ob Fahrrad

oder Transportwagen – VRENDEX hat schon

einiges in Pixel gepackt, was später massentaugliche

Realität wurde.

Doch dabei bleibt das Unternehmen

nicht stehen. Weil während der Pandemie

viele Fachmessen ausfallen mussten, bildete

VRENDEX ganze Maschinen in ihrer

Funktionalität virtuell nach: Was man nicht

vor Ort anschauen kann, kann man nun in

interaktiven Filmen erkunden. Die Messeumgebung

kann VRENDEX dann gleich

auch noch abbilden – in unterschiedlichster

Tiefe: Vom 360-Grad-Portal mit Firmen-

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Stadt für

Macher

präsentationen bis hin zur Darstellung

einzelner Produkte – auch geeignet, um

Produktportfolios auf Unternehmenswebseiten

darzustellen. „Auch wenn wir ein

Jahr lang selbst physisch keine Messen und

Ausstellungen mehr besuchen konnten,

haben wir mehreren hundert Firmen zumindest

digitale Messestände über unterschiedlichste

Messeformate anbieten

können“, so Dudczig.

Aufsehen erregte auch der virtuelle

Seiffener Weihnachtsmarkt im Rahmen

der Kampagne „So geht sächsisch“: Weil

das traditionsreiche Ereignis im erzgebirgischen

Spielzeugmacherdorf nicht real

stattfinden konnte, wurde es im Internet

nachgebildet: „Dank der Weitsicht

der Veranstalter von DREGENO haben wir

bereits im Sommer 2020 den Seiffener

Marktplatz fotografiert – und dann bis zum

Advent eine heimelige Winteratmosphäre

darübergelegt und die Schaubuden der

Markthändler eingebaut.“ 150.000 Besucher

zählte dieses Weihnachtsmarkt-Ersatz-Erlebnis

innerhalb von zwei Monaten,

lockte deutsche Fernsehteams und internationale

Presse an – und fand bald Nachahmer,

etwa mit dem virtuellen „Kieler

Umschlag“: Auch das norddeutsche Familienfest

mit einer Geschichte, die bis ins

Jahr 1431 zurückreicht, wurde von VRENDEX

für die Auflage 2021 virtualisiert.

A 360° Team Oelsnitz,

Bearbeitung: VRENDEX

Bei dieser gelebten Zukunftsfähigkeit

nimmt es wenig Wunder,

dass VRENDEX regelmäßig Preise abräumt:

Fest eingebettet in die Gründerszene in

Chemnitz und Sachsen, reüssierte das Unternehmen

etwa beim Programm KRACH-

Kreativraum Chemnitz, sammelte das Gründerpaket

von TCC, CWE, C³ und Volksbank

ein, holte sich einen Platz in der Klasse des

TUClab und im Volkswagen-Inkubator in der

Gläsernen Manufaktur. „Für VW haben wir

gleich eine virtuelle Lernwelt zum Thema

E-Mobilität am Beispiel des ID.3 entwickelt“,

erzählt Dudczig: „Leider fanden aber alle

unsere Workshops mit Volkswagen auch

nur virtuell statt – da wäre uns als Team der

Direktkontakt zu den VW-Mitarbeitern, aber

auch zu den anderen Teams manchmal lieber

gewesen.“ Aber alles geht halt doch

nicht in so einer Krise.

A 360° Team Oelsnitz, Bearbeitung: VRENDEX

Heft 2021 #1

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Gründer &

Investoren

Mit einer Förderung aus dem bundesweiten

Programm EXIST-Forschungstransfer

hatte sich 2015 ein vierköpfiges Team

aus der TU Chemnitz ausgegründet, um

Temperaturen in sehr hohem Bereich

genau zu messen. Doch die angestrebte

Zielgruppe – etwa Gießereien oder die

Glasindustrie – biss nicht an.

Nicht aus jeder innovativen Idee wird

auch ein erfolgreiches Geschäftsmodell.

Das merkten die Gründer von Corant,

die ihr Unternehmen noch einmal

vollkommen neu erfinden mussten.

A Eric Kemnitz / Corant

Doch da gab es noch eine zweite Idee:

ein Gerät zur Messung der Luftqualität in

geschlossenen Räumen. Dr. Daniel Lehmann

und Mario Körösi wollten damit weitermachen

und fanden mit Alexander Stinka

einen geeigneten Software-Entwickler,

der später auch Mitgesellschafter wurde.

Schon vor der Corona-Pandemie erwies sich

das neue Konzept als tragfähig. Die Corant

GmbH entwickelte air-Q: 14 Messgrößen wie

die CO2-, die Ozon- oder Feinstaubbelastung

der Luft erfasst das Messgerät, setzt sie miteinander

in Beziehung, wertet sie aus und

sagt Bescheid, wenn mal wieder gelüftet

werden müsste.

Als der Prototyp fertiggestellt war, ging

es an die Finanzierung der ersten Kleinserie:

das Team verhandelte mit dem Technologiegründerfonds

Sachsen: „Corant hat

tiefes technologisches Verständnis, erste

unternehmerische Erfahrung und eine

Geschäftsmodellentwicklung auf Basis kombinierter

Hard- und Software mitgebracht“,

erinnert sich Ivo Harzdorf, Geschäftsführer

des TGFS, warum das junge Unternehmen

ein potenzieller Investment-Case war.

Parallel zu diesen Verhandlungen führte

Corant eine Crowdfunding-Kampagne

zur Produktion der ersten kleinen Serienfertigung

durch – 50.000 Euro sollten

dafür eingeworben werden: „Wir wollten

dem TGFS auch die Marktfähigkeit unseres

Produktes beweisen“, so Mario Körösi.

Auch beim TGFS fand man diese Idee gut:

„Kunden werden durch Crowdfunding-Kampagnen

zu Partnern und Mitstreitern für den

Erfolg eines Produktes“, sagt Ivo Harzdorf:

„Sie geben als Pioniere wertvolle Hinweise

für die Weiterentwicklung des Produktes

und üben Nachsicht, wenn die Lieferkette

anfangs stockt sowie Features erst nach und

nach zur Verfügung gestellt werden. Dieser

wertvolle Beitrag erfolgreicher Crowdfundings

sichert dem Unternehmen eine

Entwicklungsroadmap und Impulse für die

Schärfung des Preis- und Geschäftsmodells.“

Mitte 2019 klappte beides – beim Crowdfunding

waren die Kampagnenziele schneller

erreicht als ursprünglich gedacht und

auch der TGFS entschied sich für eine

Beteiligung am Unternehmen. Inzwischen

ist die Corant GmbH einige Schritte weiter.

Mit Ralf Unthan ist Mitte 2020 ein

Erfurter Business Angel bei einer weiteren

Finanzierungsrunde ins Unternehmen eingestiegen,

2021 die Firma Robert Thomas –

das frische Geld soll dabei helfen, den

air-Q-Luftanalysator unter anderem auch

für industrielle Kontexte anwendbar zu

machen.

app-concept.com

Mit einer innovativen App möchte die app-concept.com GmbH

den Bewerbungsprozess für Unternehmen und Bewerber verkürzen

und zugleich vereinfachen. Statt auf lange Bewerbungsschreiben

setzt die App JobsNavi auf Profil-Daten. Bewerber und Unternehmen

finden sich über Matches und lernen sich in Chats kennen.

Um die App künftigen Anwendern bekannt zu machen, konnte das

Unternehmen das Programm „Markteinführung innovativer Produkte“

(MEP-Zuschuss) nutzen.

Die ersten Schritte – dank Förderung

CMMC

Eine Methodik zum Direktgießen besonders fester und verschleißbeständiger

Aluminium-Leichtbau-Werkstoffe entwickelt ein

Forschungsteam an der Professur für Werkstoff- und Oberflächenmechanik

der TU Chemnitz. Ziel ist es, Aluminium-Matrix-Composite

als Halbzeuge für Automobilhersteller oder Gießereibetriebe

bereitzustellen. Dafür ist das Gründerteam nicht nur mit einer

Förderung als EXIST-Forschungstransfer ausgestattet, sondern

schaffte auch den Sprung ins TUClab.

24

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Stadt für

Macher

A Michael Chlebusch

Die Meta-

Unternehmer

Wer einmal ein Unternehmen groß gemacht hat, steht vor der Frage: Verkaufen oder weitermachen? Sven Sieber und

Andreas Werner haben sich für den Exit entschieden – und begleiten die sächsische Gründerszene nun in neuer Rolle.

Auf etwa 70 Mitarbeiter hatten Sven Sieber und Andreas Werner

ihr 2004 mit einem Co-Gründer im Cammann-Hochhaus Chemnitz

entstandenes Unternehmen Agilion wachsen lassen. Das Team wollte

zunächst agile Roboter als funkbasierte Alarmanlagen entwickeln und

fertigen. Schnell wurde klar: Zum Erfolgsmodell würde sich eher eine

Technologie auswachsen, die man für diese Alarmanlagen brauchte –

die Lokalisierung der Roboter. „Wir sind dann umgestiegen, haben

die Echtzeitortung im Industriekontext zu unserem Thema gemacht“,

berichten sie: Genau dies wird benötigt, wenn man Produktionsströme

im Zuge von Industrie 4.0 digital sichtbar machen will. „Was

als Nischenthema begann, wurde irgendwann auch für die Großkonzerne

interessant“, berichtet Sieber: Agilion wurde 2018 ein Teil

von Siemens.

Werner und Sieber gab dies die Gelegenheit, die gewonnene Freiheit

für eine Neugründung zu nutzen: Gemeinsam mit zwei Partnern

entschieden sie sich, in die Rolle von Business Angels zu schlüpfen –

im Rahmen von „Gigahertz Ventures“. „Investor zu werden, das war

schon immer mein Herzenswunsch“, erklärt Andreas Werner, der

ein kaufmännisches Studium absolviert hat: „Man wird quasi Meta-

Unternehmer.“ Denn genau so verstehen die Business Angels ihre

Aufgabe: Junge Gründerteams in strategischen Fragen zu beraten, die

Erfahrungen der eigenen Gründungs- und Wachstumsstory zu transferieren

in künftige Start-ups. Investiertes Geld ist dabei fast nur ein

Add-on.

„Wir wollen die von uns begleiteten Unternehmen in einer frühen

Phase unterstützen, in der sie unternehmerisches Know-how und

einen kritischen Partner benötigen“, erläutert Sieber: „Das Team

schaut üblicherweise auf die Chancen seiner Entwicklungen, der

Investor auf die Risiken. Das müssen Gründer aushalten und reflektieren

können.“ Technologieorientierte Hochschulausgründungen

seien interessante Fälle: „Wir wollen Teams im Business-to-Business-

Geschäft unterstützen. Es kann gern auch ein Produkt zum Anfassen

sein, nicht nur Software. Ein erster Proof of Concept wäre gut“, skizziert

er die Zielgruppe von Gigahertz Ventures. „Als Investoren stehen

wir wieder am Anfang – und da heißt es genauso, die eigene Marktposition

zu definieren und ein Geschäftsmodell zu entwickeln.“

Mit etwa 150 Gründungsideen haben sich die vier Partner von Gigahertz

Ventures in den vergangenen Monaten auseinandergesetzt. In

zwei Fällen haben sie investiert – keine riesige Quote. Doch Gigahertz

Ventures hat für sich selbst einen strukturierten Prozess entwickelt,

wie sie mit Geschäftsideen umgehen. Im ersten Schritt muss das Konzept

mindestens einen der Gigahertz-Partner „entzünden“: Lässt sich

damit die Marktführerschaft in einer Nische erobern – und wie groß

ist diese Nische? Im zweiten Schritt setzt man sich mit dem Gründerteam

auseinander: „Das wichtigste ist: Gibt es unter den Gründern

einen, der in der technologischen Expertise den marktentscheidenden

Unterschied mitbringt? Aber auch, ob das Team als Team erkennbar

ist, ob es offen ist für Feedbacks, ob es risikobereit und leistungswillig

ist, spielt eine Rolle: „Schließlich suchen wir Unternehmer, die bereit

sind, das Angestelltendenken zur Seite zu legen“, so Sieber.

Erst im dritten Schritt geht es dann ums Geld: Kann man sich mit

dem Gründerteam auf eine Unternehmensbewertung einigen? Wie

wägt man dabei die Höhe des Investments und die Summe der übertragenen

Anteile ab? „Uns ebenso wie den Gründern muss bewusst

sein: Im Technologiebereich können wir mit unserem Investment nur

eine kleine finanzielle Brücke sein. Wir müssen also den Unternehmen

Luft lassen für größere Investments in späteren Phasen.“ Genau für

diese Suche nach weiteren geeigneten Partnern bringt Gigahertz Ventures

aber Expertise und Netzwerk mit.

Heft 2021 #1

25


Tradition

neu gedacht

Beim Stichwort „Maschinenbau“

drängt sich in Chemnitz

sofort der Gedanke an die

jahrhundertealte Tradition dieser

Branche in der Stadt auf. Doch

auf Erfahrung sollte sich niemand

ausruhen. Deshalb entwickeln

Start-ups Innovationen, um die

Branche zukunftsfähig zu halten.

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow zu Gast bei ID: Industrial Dynamics. A Volker Tzschucke

C-marx

ID: Industrial Dynamics

ID: Factory Solutions

in.hub

Ob Markierungen, Kennzeichnungen

oder funktionale

Beschichtungen: C-marx schafft

Lösungen für die additive Fertigung.

Mit dem digitalen

Inkjet-Druck werden 2D- und

3D-Oberflächen individuell

bedruckt. Dabei kommt nicht

nur Tinte zum Einsatz, sondern

beispielsweise auch Klebstoff,

Imprägnierungen oder

elektrisch leitfähige Fluide. So

lassen sich Texte, Grafiken,

Codes und Beschichtungen

auf Produkte aufbringen. Für

diese Anwendungen plant, entwickelt

und montiert C-marx

kundenspezifische Anlagen

in bestehende Produktionsstrecken

oder als eigenständige

Maschine – auch als vollumfängliche

Lösung über die

reine Drucktechnik hinaus.

Auch bei kleinen Stückzahlen

ist eine teilweise Automatisierung

der Produktion

effizient, Fachkräftemangel

und Preisdruck durch die

zunehmende Globalisierung

machen sie zudem nötig. Das

zeigt die Erfahrung der Gründer

von ID: Industrial Dynamics.

Sie haben sich deshalb zur

Aufgabe gemacht, kleine und

mittelständische Fertigungsunternehmen

mit modernsten

Technologien wie unter anderem

Robotik, industriellen

Kamerasystemen und Sensorik

zu unterstützen. Damit rüsten

sie bestehende Anlagen auf

und fertigen neue. Das Ziel von

ID: Industrial Dynamics ist es,

auf diese Weise simple, flexible

und effiziente Prozesse zu

schaffen.

Wie kann die Digitalisierung

ein Fertigungsunternehmen

dabei unterstützen, effizienter

zu werden? Und wie

lassen sich Vorbehalte bei den

Mitarbeitern, bedingt zum Beispiel

durch frühere Digitalisierungsversuche,

abbauen?

Ralf Krause, Gründer von ID:

Factory Solutions – Partner

von ID: Industrial Dynamics –

will genau solche Fragen in

Beratungs- und Optimierungsprozessen

mit kleinen und

mittelständischen Unternehmen

beantworten. Die softwarebasierte

Vernetzung bestehender

Prozesse, aber auch Technologien

wie 3D-Druck oder Augmented

Reality sind Instrumente,

um das produzierende

Gewerbe Schritt für Schritt in

die digitale Welt zu führen.

In vielen Unternehmen gibt

es Potenzial für die Optimierung

der Produktion mit Industrie-

4.0-Technik. Doch oft fehlt die

Zeit, sich mit den verschiedenen

Anbietern von Software, Hardware

und Sensorik auseinanderzusetzen.

Die in.hub bündelt

deshalb Wissen, rüstet Alt- und

Bestandsanlagen jedes Alters

und Typs mit plug & playfähigen

Hard- und Softwareprodukten

nach. Die einzelnen

Produktionsbereiche werden

untereinander vernetzt, um

Zustände zu überwachen, mit

deren Hilfe Wartungs-, Produktions-,

und Qualitätsprozesse

analysiert und optimiert werden.

Außerdem unterstützt die

in.hub bei der Auswahl und

Beschaffung geeigneter Sensorik

und Hardware.

26

A C-marx A ID: Industrial Dynamics

A ID: Factory Solutions A in.hub

www.stadt-fuer-macher.de


Partner im Gründerberaternetz Chemnitz

Stadt für

Macher

A TGFS / Stockfoto

SC-Kapital

und der TGFS

Ansprechpartner

Fabian Schaile

Investment Manager

0371 / 9912-01

fabian.schaile@tgfs.de

Die SC-Kapitalbeteiligungsgesellschaft mbH (SC-Kapital) Managementpartner

des TGFS Technologiegründerfonds Sachsen mit

Sitz in Chemnitz ist die regionale Venture-Capital-Gesellschaft

und steht als Finanzierungspartner und Investor für Gründung,

Frühphase, Wachstum und Unternehmensnachfolgen in ganz

Südwestsachsen zur Verfügung.

Der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen stellt technologieorientierten

Gründern Beteiligungskapital für die Seed- und Start-up-

Phase zur Verfügung. Der Fonds wurde 2008 vom Freistaat Sachsen

(u.a. EFRE-Mittel) und sächsischen Finanzinstituten erstmals aufgelegt

und hat seither über 80 Start-ups begleitet. Das gesamte Fondsvolumen

beträgt 147 Millionen Euro. Zielunternehmen des TGFS sind

junge, innovative, technologieorientierte Gründer und Unternehmen,

die ihren Sitz oder eine Betriebsstätte in Sachsen haben.

WIR BIETEN

WIR SUCHEN

die Erfahrung aus über

1200 Beteiligungsanfragen,

80 Start-up-Finanzierungen und

15 erfolgreichen Exits seit 2008.

Eigenkapital Investments

mit einem Volumen von bis

zu 5 Millionen Euro für die

Unternehmensgründung und

erste Entwicklungen für technologieorientierte

Start-up-

Unternehmen mit starkem

Wachstumspotenzial und

vielversprechenden Geschäftsmodellen.

Unterstützung bei betriebswirtschaftlichen

Fragestellungen,

strategischen

Überlegungen oder beim

Unternehmensaufbau sowie

Beratung durch Fachexperten.

Einbindung in ein Netzwerk

aus Unternehmen,

Unternehmern, weiteren

VC-Gesellschaften und

Business Angels.

ein überzeugendes

Management.

eine Technologie mit

Alleinstellungsmerkmalen.

ein vielversprechendes

Geschäftsmodell.

ein starkes Wachstumspotenzial

und eine realistische

Chance, zu einem

Marktführer in der Branche zu

werden.

insbesondere Unternehmer in

den Branchen ITK, Halbleiter-

und Mikrosystemtechnik,

Medizintechnik,

Life Science, Umwelt- und

Energietechnik sowie Neue

Medien (-technologien) mit

Sitz oder Betriebsstätte in

Sachsen.

WIR UNTERSTÜTZEN

Gründerteams

im Hochtechnologiebereich,

die mit der Entwicklung von

innovativen Technologien oder

Dienstleistungen in den Markt

vordringen.

Kontaktdaten s.o.

Heft 2021 #1

27


Junge Hüpfer, erfahrene Hasen

Das Team von Lasercut Hofmann: Geschäftsführer Lutz

Hofmann, Lisa Saupe, Stefan Urlau, Michael Hofmann (v.l.n.r.)

A Lutz Hofmann

Geschäftsführer Dr. Helmut Geilert (r.) und René Schädlich,

Marketing & Sales-Verantwortlicher von CBApply.

A Jens Weber / TCC

UNTERNEHMERGEIST KENNT KEINE ALTERSBESCHRÄNKUNG: OB JUNG AN JAHREN ODER VOLL MIT EINEM RUCKSACK AN BERUFLICHER ERFAHRUNG –

WAS ZÄHLT, IST DIE GESCHÄFTSIDEE, EIN BISSCHEN RISIKOBEREITSCHAFT, DURCHHALTEVERMÖGEN UND FLEISS.

LASERCUT HOFMANN

Eigentlich ist Lasercut Hofmann kein ganz junger Name mehr in

der Chemnitzer Unternehmenslandschaft. Seit 2007 ist die Firma

eingeführt in der Stadt. Dass das Unternehmen trotzdem in diesem

Magazin über Gründer auftaucht, hängt mit einer Besonderheit

zusammen: einer erfolgreichen Unternehmensübergabe. Seit

wenigen Monaten führt nicht mehr der ursprüngliche Namensgeber

Michael Hofmann das Unternehmen, sondern sein Sohn Lutz. Auch

der kennt sich mit Laser-Technik aus, ging er doch seine ersten unternehmerischen

Schritte mit einem Unternehmen für kreative Schriftzüge,

oft per Laser hergestellt. Nun hat er Lasercut Hofmann übernommen

– und will die Familiengeschichte fortschreiben.

Keine Metalle, dafür zahlreiche andere Materialien wie Textilien,

Holz, Kunststoffe oder Papier schneidet und graviert Lasercut Hofmann.

Die Möglichkeiten der beiden Laseranlagen und verschiedenen

Mittel zur Weiterverarbeitung sind vielfältig. Auf einer maximalen Fläche

von 2,20 mal 1,60 Meter ist fast jede Form möglich. So entstehen

sowohl sehr kleine, filigrane Projekte wie beispielsweise Bauteile für

Miniaturmodelle als auch sehr große, einfache wie ein riesiger Schriftzug

für die Theater Chemnitz, mit dem diese den Vorplatz der Oper

verschönerte. Mithilfe eines Kamerasystems werden bereits bedruckte

Objekte konturgenau ausgeschnitten. Schmauch und damit verbundene

unerwünschte Verfärbungen werden bei Lasercut Hofmann

auf ein Minimum reduziert – so entsteht auch weiterhin Qualitätsarbeit.

CBAPPLY

Wer eine neue Fabrik bauen will, braucht viele Experten: ein

Planungsunternehmen, ein Maschinenbauunternehmen, Materialund

Teilezulieferer, Brand- und Arbeitsschutzspezialisten oder Handwerker

für Böden oder Sanitäranlagen. Jeder Beteiligte braucht eine

Übersicht über seine Aufgaben, deren Status und den Zeitplan. All dies

wird in der Regel in jedem beteiligten Unternehmen separat verwaltet.

Künftig jedoch soll immer öfter die Software der CBApply GmbH bei

der Koordination und unternehmensübergreifenden Planung unterstützen,

sagt Dr. Helmut Geilert, Geschäftsführer des Start-ups. Dessen

technische Lösung umfasst alle Informationen und Arbeitsbereiche

für den Bau, stellt sie aber jeweils nur denjenigen Beteiligten zur Verfügung,

die sie auch benötigen. Schließlich gehe es gerade bei Projekten

wie Fabrikbau oft um Geheimhaltung.

Das Flaggschiffprodukt von CBApply, der CBACoordinator, optimiert

Lieferketten von der Ausschreibung der Aufträge über das

Erstellen und Abgleichen der Lieferkette bis zum fertigen Produkt.

Eine Künstliche Intelligenz (KI) hilft dabei, die richtigen Partner zu

finden. Ihre Kriterien sind nicht nur kommerzieller Art: Neben Preis,

Liefertreue oder Qualität lernt die KI auch Nachhaltigkeitskriterien

immer besser kennen. Umweltfreundlichkeit, Energieeffizienz, sparsame

Ressourcennutzung und Fair Trade sind in die Lieferketten

integrierbar, basierend beispielsweise auf Einschätzungen von Nichtregierungsorganisationen.

Bereits die Idee des CBACoordinators fand

das sächsische Umweltministerium so innovativ, dass es CBApply

Ende 2020 mit dem „Zukunftspreis für Energie, Klima, Umwelt in Sachsen“

würdigte. Im April 2021 konnte das Unternehmen ein Investment

des TGFS einwerben.

28

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Stadt für

Macher

Internet für die

zweite Hälfte der

Menschheit

NMS Prime

Manchmal entsteht eine eigenständige Geschäftsidee, wenn man ein

anderes Geschäft innoviert – so wie bei NMS Prime.

A Q-HUB

Geschäftsführer Torsten Schmidt stieg zunächst ins Familiengeschäft

ein, die ERZNET AG mit Sitz in Marienberg. Die agiert dort

und in vielen weiteren Ortschaften als Fernseh- und Internetanbieter.

Torsten Schmidt entwickelte die Netzwerk-Management-

Software für ERZNET weiter. Irgendwann hatte die eine Komplexität

erreicht, das klar wurde: Sie könnte auch ein eigenes Produkt sein,

das man anderen Netzbetreibern anbieten könnte. Seit 2007 trug

sich Schmidt mit dem Gedanken, die ersten Code-Zeilen entwarf er

2015. Einige Jahre später folgte dann die Ausgründung von NMS

Prime mit Sitz in Chemnitz. Ein Team mit zweistelliger Mitarbeiterzahl

entwickelt nun die Software weiter: NMS Prime sorgt dafür, dass

jeder Kunde die passende Bandbreite hat, die Software überwacht

die technische Funktionsfähigkeit der Leitungen zwischen Modem,

Verteilern, Netzknoten und Hauptkabeln – und kann mithilfe Künstlicher

Intelligenz Störungen sogar schon im Vorfeld erkennen und

so die Zuverlässigkeit der Netze erhöhen. Mit dem Produkt wendet

sich NMS Prime vor allem an kleinere und mittelgroße Netzbetreiber,

die einen Missstand beheben wollen, der auch Torsten

Schmidt umtreibt: Bis heute ist etwa die Hälfte der Menschheit –

3,5 Milliarden Menschen – ohne Zugang zum Internet. NMS Prime

verringert die Einstiegshürden für neue Anbieter durch einen Open-

Source-Ansatz und konnte nach wenigen Monaten Geschäftstätigkeit

schon auf 100 Installationen in 25 Ländern der Erde verweisen. Seit

dem Frühjahr 2020 unterstützt die SC-Kapital das Unternehmen bei

seinen Wachstumsbestrebungen.

Q-HUB

Chemnitz

Ansprechpartner

Dr. Mario Geißler

Geschäftsführer Q-HUB

0371 / 256 206-33

mario@q-hub.de

Der Q-HUB unterstützt regionale Unternehmen und Start-ups

bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder und ist Brückenbauer

zwischen Mittelstand und Start-up-Welt.

Dafür verbindet er mit regelmäßigen Veranstaltungen (digital

und Präsenz) die Innovations-Community, gibt Impulse und stellt

neue Methoden vor. Start-ups unterstützt er zudem bei der Identifikation

möglicher Kooperationspartner in der regionalen Wirtschaft

und bei der Suche nach regionalen Business Angels.

In Workshops und mit individuellen Beratungsleistungen werden

Geschäftsführer und Mitarbeiter regionaler Unternehmen

dabei unterstützt, Digitalisierungs- und Innovationsstrategien zu

erarbeiten, bestehende Unternehmensstrategien anzupassen,

nutzerzentrierte Produkte und Services zu entwickeln und aktuelle

Innovationsmethoden in die Tat umzusetzen.

Im Hub bietet der Q-HUB zudem inspirierende Workshop- und

Projekträume sowie Arbeitsplätze für Projektteams etablierter

Unternehmen und Startups, um neue Projekte abseits des Tagesgeschäftes

zu entwickeln.

Mit seiner regionalen Verwurzelung will der Q-HUB zudem einen

Beitrag für die Stadt leisten und ist Initiator der AgeTech-Initiative

Chemnitz. Ziel ist es, im Großraum Chemnitz ein einzigartiges Ökosystem

für Start-ups und Innovatoren rund um die Silver Economy,

einen bedeutenden Wachstumsmarkt der Zukunft, zu erschaffen.

A NMS Prime

Weitere Informationen:

www.q-hub.de | agetech.q-hub.de

Kontaktdaten s.o.

Heft 2021 #1

29


Stadt für

Macher

Tolle Preise zu gewinnen

Ausgeschriebene Preise und Wettbewerbe bieten jungen Unternehmen vor allem drei Chancen: Zum Ersten ist da ein mögliches

Preisgeld, das zur Finanzierung der Startphase beitragen kann. Zum Zweiten winkt mit einem gewonnenen Wettbewerb auch

öffentliche Aufmerksamkeit. Zum Dritten – und darauf sollte man es vor allem ankommen lassen – gibt es fast immer ein neutrales

Feedback auf die eigenen Ideen. Auch in der Region gibt es eine Reihe von Gelegenheiten.

GRÜNDERNETZWERK SAXEED: „Schicke Ideen!“

Der jährliche Wettbewerb wendet sich an Studierende, Mitarbeiter

und Absolventen der südwestsächsischen Hochschulen und sucht

Geschäftsideen, die sich auch noch in einer sehr frühen Phase –

auch vor der Gründung – befinden können. Es winken Preisgelder,

kaltmietfreie Mietflächen und qualifizierte Rückmeldungen.

Die Ausschreibung erfolgt üblicherweise im Herbst, die Preisverleihung

im darauffolgenden Frühjahr.

www.schicke-ideen.de

CWE, TCC, C 3 UND VOLKSBANK CHEMNITZ:

„Start up“-Paket

Mit dem „Start up”-Paket für Unternehmensgründer werden bis zu

zwei Mal jährlich wachstumsträchtige Technologieunternehmen in

Chemnitz ausgezeichnet. Die beteiligten Partner packen ein Preisgeld,

kostenfreie Räumlichkeiten an einem der Standorte der TCC

GmbH und die Beteiligung an einer regionalen Messe ins Paket. Eine

Bewerbung ist ganzjährig über das TCC oder die CWE möglich.

www.cwe-chemnitz.de

TU CHEMNITZ: „TUClab“

Nachhaltiges Wachstum für die Region dank innovativer Ausgründungen

– das ist das Ziel des TUClab-Wettbewerbs. Gesucht

werden Unternehmungen in der unmittelbaren Vorgründungs- oder

Gründungsphase, die sich mit Themen wie „Ressourcenorientierte

Produktion und Leichtbau“, „Intelligente Materialien und Systeme“

sowie „Mensch und Technik“ befassen – nicht nur aus Chemnitz. Die

Ausschreibung erfolgt jährlich über den Sommer, die Aufnahme ins

TUClab im Herbst. Zu gewinnen gibt es intensives Mentoring und bei

Bedarf Beteiligungskapital der Sächsischen Beteiligungsgesellschaft.

www.tu-chemnitz.de/tuclab

FREISTAAT SACHSEN: „futureSAX“

Ein Wettbewerbstriple bietet aktuell futureSAX, die Innovationsplattform

des Freistaates Sachsen: Für junge Unternehmen wird

der Sächsische Gründerpreis ausgeschrieben, bei dem die besten

Geschäftsideen und Gründungskonzepte gesucht werden – 30.000

Euro Preisgeld sind ausgeschrieben. Fortgeschrittene Unternehmen

können sich um den Sächsischen Innovationspreis (50.000 Euro

Preisgeld), Wissenschaftler um den Sächsischen Transferpreis

(30.000 Euro Preisgeld) bewerben. Die Auswahl der Preisträger

erfolgt jeweils in zwei Runden. Wettbewerbsstart ist im Regelfall zu

Jahresbeginn, Preisverleihung im Sommer.

WO CHEMNITZER START-UPS

ERFOLGREICH WAREN (EINE AUSWAHL)

WeConomy-Award

LiGenium (2020)

Breakthrough Award

LiGenium (2020)

Sächsischer Gründerpreis

LiGenium (2020)

Sächsischer Gründerinnenpreis

Prismade (2019)

Sächsischer Nachhaltigkeitspreis

CBApply (2020)

Sächsischer Staatspreis für Design

VRENDEX (2021, Nominierung)

Future Mobility Incubator Volkswagen

VRENDEX (2020) | LiGenium (2019) | NAVENTIK (2019)

SWS-Innovationspreis

in.hub (2020) | 3dvisionlabs (2020)

A futureSAX

30

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Stadt für

Macher

Was bringen

Gründerwettbewerbe?

Mit dem Einsatz von Holzverbundstoffen schafft die 2018 gegründete LiGenium GmbH

Logistiklösungen für die Automobilindustrie. Von vier auf zwölf Mitarbeiter wuchs das

im Technologie Centrum Chemnitz angesiedelte Unternehmen seit seiner Gründung.

Immer wieder überzeugt das Start-up bei Wettbewerben – so gewann LiGenium 2020 den

Sächsischen Gründerpreis und wurde beim Weconomy Award des Handelsblatts unter die

zehn innovativsten Start-ups Deutschlands gewählt.

Ein Grund, bei Geschäftsführer Christoph Alt nachzufragen.

Herr Alt, ein Gewinn beim SAXEED-Ideenwettbewerb

2018, die Aufnahme ins TUClab

der TU Chemnitz und in den Future

Mobility Incubator bei Volkswagen 2019,

2020 weitere Preise – gehört der Sieg bei

Wettbewerben bei LiGenium zum Geschäftsmodell?

Die Liste ließe sich noch fortsetzen, aber

darum geht es nicht in erster Linie. Unser

Erfolg bei Wettbewerben spiegelt eine

erfolgreiche Unternehmensentwicklung.

Wir sind gewachsen, sowohl bei den Mitarbeitern

als auch in den Umsätzen. Wir

haben den Break Even innerhalb von gut

zwei Jahren erreicht, was für ein Technologie-Start-up

nicht selbstverständlich ist. Wir

hatten 2020 einen sechsstelligen Umsatz,

wollen 2021 siebenstellig werden. Wir sind –

neben Volkswagen – im Gespräch mit weiteren

Automobilkonzernen. Die guten Wettbewerbsergebnisse

sind also auch eine Folge

unserer Arbeit.

Müssten Sie denn überhaupt noch Start-up-

Wettbewerbe mitmachen?

Wir schauen sehr genau, an welchen

Wettbewerben wir teilnehmen. Wir fragen:

Welche Organisation steht hinter dem Wettbewerb?

Welchen Mehrwert bietet eine

erfolgreiche Teilnahme? Und was können wir

in ein Wettbewerbsnetzwerk auch mit hineingeben?

Es geht also nicht darum, Preisgelder

mitzunehmen. Die sind ein positiver Nebeneffekt.

Im Regelfall investieren wir sie in

teambildende Maßnahmen, weil es auch

immer das Team ist, das einen Preis gewinnt.

Welchen Mehrwert kann ein erfolgreicher

Wettbewerb bringen?

Das ist ganz unterschiedlich. Manche bringen

eher breit gestreute Aufmerksamkeit in

der regionalen Öffentlichkeit wie etwa futureSAX

oder der Sächsische Gründerpreis.

Andere bringen sehr konkrete Kontakte zu

Mentoren, zu Top-Entscheidern oder auch

Multiplikatoren, wie beispielsweise der VW-

Inkubator oder Weconomy. Daraus können

Projekte mit Wertschöpfung entstehen oder

Lernprozesse auf unserer Seite, weil wir

immer noch Neulinge in der Logistikbranche

sind. Der Gewinn beim TUClab hat uns den

Weg in eine Finanzierung eröffnet, mit

deren Hilfe wir heute größere Projekte vorfinanzieren.

Manchmal ist auch die Aufmerksamkeit,

die wir auf Chemnitz und die hiesige

Gründerszene lenken, ein Mehrwert. Der ist

für uns konkret nicht sofort zu berechnen.

Aber wir glauben, dass sich das auf lange

Sicht auszahlt. Das ist mir als Chemnitzer

auch persönlich ein Anliegen.

Welche Wettbewerbe lassen Sie weg?

Die Frage lautet immer: Womit können

wir die Wettbewerbsjury überzeugen? Haben

wir genug vorzuweisen? Obwohl wir

nachhaltige Logistiklösungen produzieren,

lassen wir derzeit viele Wettbewerbe speziell

im Themenfeld Logistik noch aus, weil wir

denken: Hier brauchen wir noch ein, zwei

Jahre, um im Teilnehmerfeld mitzuhalten.

Sie sprachen auch davon, dass Sie etwas in

den Wettbewerb mit hineingeben. Wie meinen

Sie das?

Man sollte sich vor dem Wettbewerb fragen:

Was erwarte ich von einer Teilnahme?

Diese Erwartungen sollte man dann nach

einer Teilnahme kommunizieren und neu

gewonnene Kontakte auch ansprechen und

pflegen, ähnlich wie bei einer Messe. Ein

Wettbewerb endet also für uns nicht mit der

Preisverleihung – da beginnt die eigentliche

Arbeit erst.

Herr Alt, wir danken für das Gespräch.

A Georg Hahmann / SAXEED

Heft 2021 #1

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Die Überflieger

LAST BUT NOT LEAST: STAFFBASE BEEINDRUCKT REGELMÄSSIG DURCH GUTE NACHRICHTEN

Viel Platz zum Wachsen hat Staffbase seit seinem Umzug in den Wirkbau. A Dirk Hanus / Staffbase

Das Chemnitzer Start-up Staffbase in einem Magazin zu beschreiben, das ein paar Monate

lang ausliegen wird, ist beinahe ein kleines Wagnis: In schneller Abfolge kommen aus dem

2014 gegründeten Unternehmen die guten Nachrichten – was heute geschrieben ist, kann

morgen schon wieder überholt sein...

Die zwei jüngsten Beispiele: Im Februar 2021 vermeldete Staffbase

die Fusion mit dem kanadischen Unternehmen Bananatag.

Zusammen bilde man das weltweit größte Unternehmen für unternehmensinterne

Kommunikationssoftware: Staffbase bringt seine

Werkzeuge zur unternehmensinternen Kommunikation ein, beispielsweise

Mitarbeiter-Apps oder Intranet-Lösungen. Bananatag

ergänzt das Portfolio um E-Mail-Lösungen. Gemeinsam zähle man

450 Mitarbeiter an elf Standorten – neben Chemnitz unter anderem

in Vancouver, London, New York oder Amsterdam.

Schon Ende März dann die nächste Erfolgsnachricht – eine

abgeschlossene Finanzierungsrunde über sage und schreibe 122 Millionen

Euro (145 Millionen US-Dollar): Es ist die vierte Finanzierungsrunde

für Staffbase, als neuer strategischer Partner wird mit General

Atlantic ein weltweit führender Wachstumsinvestor gewonnen. Von

den Bestandsinvestoren beteiligten sich Insight Partners und e.ventures

an der neuen Finanzierung, KIZOO und Capnamic Ventures

bleiben investiert. Man wolle das Geld nutzen, um insbesondere in

Nordamerika noch schneller zu wachsen, so Staffbase-CEO Martin

Böhringer.

Was macht das Unternehmen so sexy? Da ist zunächst die

Geschäftsidee: Was als „einfache“ Mitarbeiter-App begann,

ermöglicht Unternehmen heute eine zeitnahe und wirkungsvolle

Kommunikation mit allen Beschäftigten: von der Erstellung der

Botschaften im Unternehmensdesign über die schnelle und zuverlässige

Veröffentlichung der Nachrichten bis hin zur Wirkungsmessung

von Kommunikationsmaßnahmen: „Effektiveres Onboarding,

höheres Engagement und größere Identifikation der Mitarbeitenden

mit ihrem Arbeitgeber“, verspricht Staffbase. Waren

die Kommunikationslösungen früher vor allem für Außendienstmitarbeiter

interessant, die zu selten am schwarzen Brett neben der Kantine

vorbeikommen, kann in Zeiten von Digitalisierung, Home-Office

und anderweitig verteiltem Arbeiten beinahe jedes Unternehmen

gebrauchen. Entsprechend groß ist der Kundenkreis, der heute über

1.000 Organisationen mit 8 Millionen angeschlossenen Nutzern

umfasst.

Doch da ist auch die gelebte Bodenständigkeit des Unternehmens:

Um ein klares Bekenntnis zu Chemnitz als Standort waren die Staffbase-Gründer

Dr. Martin Böhringer und Dr. Lutz Gerlach – beide

Absolventen und einst wissenschaftliche Mitarbeiter der TU Chemnitz

– nie verlegen. Da mögen Städte wie Dresden oder Leipzig, Köln

oder München winken – sie bekommen gern einen Standort, doch

der Hauptsitz verbleibt in Chemnitz. Eine dreistellige Mitarbeiterzahl

ist hier aktiv – und das Hauptquartier im traditionsreichen Wirkbau,

eine ehemalige Maschinenhalle, wurde schließlich auch erst

Ende 2018 bezogen. Zugleich lebt das Unternehmen schon heute

vor, wohin sich viele Unternehmen in Zukunft erst noch wandeln

wollen: flache Hierarchien, agiles Arbeiten, flexible Teamarbeit

über Ländergrenzen hinweg, Home-Office, wann immer es die Mitarbeiter

wünschen. Das weitere Wachstum ist wohl nicht aufzuhalten –

und dieser Text darf sicher bald überarbeitet werden.

32

www.stadt-fuer-macher.de


Partner im Gründerberaternetz Chemnitz

Stadt für

Macher

A Janko Mauksch / TCC

A Fotograf

Technologie

Centrum

Chemnitz GmbH

Ansprechpartner

Jens Weber

Geschäftsführer TCC

0371 / 5347-701

jens.weber@tcc-chemnitz.de

Jungen Unternehmen eine

Basis – das ist seit 1990 der

Anspruch der kommunalen

Technologie Centrum Chemnitz

GmbH: In der inspirierenden

Umgebung voller gleichgesinnter

Unternehmensgründer

gedeihen Gründungsprojekte

und wachsen Unternehmen

zu erfolgreichen Marktteilnehmern.

Dabei hat sich das Portfolio

des Technologie Centrum

Chemnitz in den vergangenen

Jahren stetig erweitert:

Mit dem Standort TCC – Annaberger

Straße, der flexible

Büroflächen mit Werkstatt-,

Labor-, Lager- und Produktionsräumen

verknüpft, dem „Start

up“-Gründerzentrum in unmittelbarer

Nähe des Campus der

TU Chemnitz und dem Gründerzentrum

in der kreativen Umgebung

des Brühl können

heute junge Unternehmen unterschiedlichster

Bauart ihre

Startrampe in Räumlichkeiten

der Technologie Centrum Chemnitz

GmbH finden – und dabei

zugleich die Vorteile aller Standorte

genießen. Dazu gehören

nicht nur auf die jeweilige

Entwicklungsphase angepasste

Mietverträge, sondern auch

start-up-spezifische Beratung

durch die Mitarbeiter des TCC,

Vernetzung mit erfahrenen

Mentoren und Fachexperten,

die gemeinsame Nutzung von

Beratungs- und Seminarräumen

sowie potenzielle Kunden,

Projektpartner oder Zulieferer

in unmittelbarer Nachbarschaft.

WIR BIETEN

über 14.000 Quadratmeter

Gewerbefläche an drei zielgruppenspezifisch

ausgerichteten Standorten

flexibel mitwachsende

Büroflächen und

Forschungs- und Produktionsflächen

mit allen erforderlichen

Medienanschlüssen

gemeinsame Nutzung von

Meeting-Räumen und

Hörsälen

strategische Beratung durch

erfahrene Gründerbetreuer

ein Netzwerk qualitativ

hochwertiger Mentoren und

Fachexperten bei konkreten

Fragestellungen

Teilnahme an gemeinsamen

Vermarktungsaktivitäten

Messen, PR-Aktivitäten

regelmäßige Netzwerk-Events

Verleihung des „Start-up-

Pakets für Unternehmensgründer“

mit Partnern CWE,

Volksbank Chemnitz und C³

WIR SUCHEN BETREUUNGS-

UND MIETANFRAGEN VON

jungen Unternehmen aus

Industrie und industrienahen

Dienstleistungen

Ausgründungen aus den

Hochschulen der Region

technologieorientierten Startups

mit Wachstumspotenzial

Unternehmen, die einen

Betriebssitz am

Standort Chemnitz

einrichten wollen

Kontaktdaten s.o.

Heft 2021 #1

33


A Ernesto Uhlmann

Gemeinsam

für

Gründer

Das Gründerberaternetz Chemnitz

Während der Gründung und des Unternehmensaufbaus,

aber auch während einer

Unternehmensnachfolge haben Gründer

eine Vielzahl von Herausforderungen zu

bewältigen und mit bürokratischen Hürden

zu kämpfen. Sie erhalten dabei Unterstützung

von verschiedensten öffentlichen,

halböffentlichen und privaten Organisationen

und Einrichtungen. Unterschiedliche

Angebote existieren oft isoliert nebeneinander

– ein erheblicher Mehraufwand

und langes Suchen nach den richtigen Partnern

sind die Folge. Das will das Gründerberaternetz

Chemnitz ändern. Es vereint

die kommunalen und institutionellen

Gründerberater der Stadt Chemnitz. Seit

2002 stimmen die Partner ihr Beratungsangebote

regelmäßig untereinander ab, damit

potenzielle Gründer so schnell wie möglich

den richtigen Ansprechpartner finden.

Daneben gestaltet das Gründerberaternetz

gemeinsame Veranstaltungsformate und

unterstützt mit vielfältigen regionalen und

überregionalen Kontakten.

Die Mitglieder

CHEMNITZER WIRTSCHAFTSFÖRDERUNGS-

UND ENTWICKLUNGS GMBH

Innere Klosterstraße 6-8

09111 Chemnitz

www.cwe-chemnitz.de

GRÜNDERNETZWERK SAXEED

an der TU Chemnitz

Dittestraße 15 (Pegasus-Center)

09126 Chemnitz

www.saxeed.net

HANDWERKSKAMMER CHEMNITZ

Limbacher Straße 195

09116 Chemnitz

www.hwk-chemnitz.de

INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER CHEMNITZ

Straße der Nationen 25

09111 Chemnitz

www.chemnitz.ihk24.de

SC-KAPITALBETEILUNGSGESELLSCHAFT MBH

Bahnhofstraße 51 (Moritzhof)

09111 Chemnitz

www.sc-kapital.de

SPARKASSE CHEMNITZ

Bahnhofstraße 51 (Moritzhof)

09111 Chemnitz

www.spk-chemnitz.de

TECHNOLOGIE CENTRUM CHEMNITZ GMBH

Technologie-Campus 1 („Start up”-Gründerzentrum)

| 09126 Chemnitz

www.tcc-chemnitz.de

TUCLAB DER TU CHEMNITZ

Technologie-Campus 1 („Start up”-Gründerzentrum)

| 09126 Chemnitz

www.tu-chemnitz.de/tuclab

IMPRESSUM

Herausgeber:

Redaktion:

Technologie Centrum Chemnitz GmbH

Technologie-Campus 1 , 09126 Chemnitz

Tel.: 0371 / 5347 - 704

E-Mail: info@tcc-chemnitz.de

In Vertretung des Chemnitzer Gründerberaternetzes

Klang von Blau Agenturgruppe

Zauberberg Medien GmbH

Karl-Liebknecht-Straße 53, 09111 Chemnitz

Tel.: 0371 / 459 068 - 48

E-Mail: presse@zauberberg-medien.de

Volker Tzschucke (verantwortlicher Redakteur)

Michael Chlebusch, Julia Keller, Mitarbeiter der Mitglieder

des Chemnitzer Gründerberaternetzes sowie der

redaktionell berücksichtigten Unternehmen

Satz:

Klang von Blau Agenturgruppe

Klang von Blau GmbH

Hauptstraße 197, 09221 Neukirchen/Erzgebirge

Tel: 0371 / 278 166 - 0

E-Mail: info@klangvonblau.de

Anzeigen: IHK Chemnitz, Franca Hess, Tel: 0371 / 6900 - 1310

Titelfoto:

Brühlboulevard, Fotograf: Steve Conrad

Druck:

Druckerei Willy Gröer GmbH & Co. KG, Chemnitz

Redaktionsschluss: 26. April 2021

Auflage: 3.000

(c) 2021 – Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise,

nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

www.stadt-fuer-macher.de

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So reden die Start-ups

Stadt für

Macher

Ein kleines, nicht ganz vollständiges Glossar, um sich mit Unternehmensgründern zu unterhalten

Accelerator Ein Accelerator bietet Start-ups für

einen begrenzten Zeitraum Unterstützung in der

Unternehmensentwicklung, insbesondere durch

Mentoring, Coaching, Workshops und Netzwerk.

Agio Aufgeld, das ein Investor über den Nennwert

(Stammkapitalanteil) hinaus für erworbene

Unternehmensanteile bezahlt. Das Agio fließt in

die Kapitalrücklage und steht dem Unternehmen

als Eigenkapital zur Verfügung.

Bootstrapping Beim Bootstrapping ist das Ziel,

schnellstmöglich einen positiven Cashflow zu

erzeugen. Diese Unternehmen kommen daher

mit wenig externer Finanzierung aus.

Break Even Point Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen

erstmals operative Gewinne erwirtschaftet

(positiver Cash-Flow).

Burn Rate Mithilfe der Burn Rate wird ermittelt,

wie ein neues Unternehmen sein Risikokapital

zur Finanzierung der Gemeinkosten ausgibt,

bevor aus dem operativen Geschäft ein positiver

Cashflow generiert wird. Die Burn Rate kann in

Zeit als auch in der Höhe angegeben werden.

Business Angel Vermögende Einzelperson,

meist ein erfahrener Unternehmer, der eine Art

Patenschaft für Gründer übernimmt und sie mit

Kapital und vor allem mit Rat unterstützt.

Bridge Finanzierung Finanzierung zur Überbrückung

von Liquiditätsengpässen vor

Abschluss einer Finanzierungsrunde.

Business Plan Unternehmenskonzept bzw.

Geschäftsplan, der klar und prägnant Auskunft

gibt über alle Aspekte einer Unternehmensgründung

bzw. Geschäftsidee. Grundlage zur

Bewertung durch einen dritten Investor.

Cash Flow Der in einem bestimmten Zeitraum

erfolgswirksam erwirtschaftete Netto-

Zahlungsüberschuss. Grobe Herleitungsformel:

Jahresüberschuss nach Steuern gemäß

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zuzüglich

Abschreibungen abzüglich Brutto-Investitionen.

Der Cash Flow ist Indikator für die Innenfinanzierungskraft

eines Unternehmens und

Grundlage für die Unternehmensbewertung.

Crowdfunding Eine Methode zur Kapitalbeschaffung

durch gemeinsame Anstrengungen

von Freunden, Familienmitgliedern, Kunden

und Einzelinvestoren. Dieser Ansatz knüpft

an die kollektiven Bemühungen eines großen

Pools von Einzelpersonen an, hauptsächlich

online über Social-Media- und Crowdfunding-Plattformen,

und nutzt ihre Netzwerke für

eine größere Reichweite und Präsenz.

Crowdinvesting Equity-basiertes Crowdfunding

Due Dilligence Detaillierte Prüfung und

Bewertung relevanter Unternehmensaspekte im

Vorfeld des Vertragsabschlusses. Typisch hierfür

sind die Commercial, Technical, Legal Financal

Due Diligence.

Exit Ausstieg eines Investors aus seiner Unternehmensbeteiligung

durch Veräußerung seines

Anteils. Der Exit-Erlös ist wesentliche Gewinnquelle

für Venture Capital-Investoren.

Lean Start-up Beim Lean Start-up konzentriert

sich alles auf Effizienz. Der Unternehmenseinstieg

und alle damit verbundenen Prozesse sollen

so schlank wie möglich verlaufen.

Letter of Intent (LOI) Schriftliche Absichtserklärung

eines Investors für ein Investment.

Liquidität Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen

zu erfüllen.

Management Buy-In (MBI) Übernahme eines

Unternehmens durch ein externes Management.

Management Buy-Out (MBO) Übernahme

eines Unternehmens durch das vorhandene

Management.

Meilensteine Zwischen Investor und Unternehmen

vereinbarte Zwischenziele entsprechend

der Geschäftsplanung, mit denen zum

Beispiel eine Erfolgskontrolle durchgeführt und

Finanzierungsschritte gesteuert werden.

Minimum Viable Product (MVP) Ein Produkt,

das die Minimalanforderungen erfüllt, um Erstkunden

auf dem Markt zufriedenzustellen. Aus

dem Feedback seitens der Kunden zum Minimum

Viable Product können Start-ups Schlüsse

für die Weiterentwicklung und Verbesserung

ziehen.

Offene Beteiligung Direkte Beteiligung durch

Übernahme von Stammkapitalanteilen bzw. entsprechenden

Unternehmensanteilen.

Pitch Deck Eine Präsentation aus mehreren

Folien, mit denen Start-ups Investoren von

sich überzeugen wollen. In ein Pitch Deck

gehören zahlreiche wesentliche Informationen:

Problem, Produkt, Marktanalyse, Alleinstellungsmerkmal,

Geschäftsmodell, Team,

Traktion und Finanzen.

Pre-Seed Phase Der Zeitraum vor der Gründung

eines Unternehmens. In dieser Phase

formiert sich das Gründungsteam. Gründungsinteressierte

tun sich zusammen bzw. suchen

Mitstreiter, um alle notwendigen Kompetenzen

abzudecken. Das Geschäftsmodell wird entwickelt.

Die Produktskizze wird weiter geführt,

ggf. schon bis zum Prototypen.

Pre-Money Bewertung Wert eines Unternehmens

vor der Einlage eines Investors. Im

Gegensatz: Post-Money Bewertung – Wert

eines Unternehmens inklusive der Einlage eines

Investors (definiert durch Pre-Money-Wert plus

Einlage).

Seed Phase Das Unternehmen wird gegründet,

am Produkt werden weitere Detailanpassungen

idealerweise in Abstimmung mit potenziellen

Auftraggebern vorgenommen. Der Businessplan

wird fortlaufend angepasst, je nach Wachstumsdynamik

müssen Kontakte zu Kapitalgebern für

die nächste Finanzierungsrunde aufgenommen

werden. Mitarbeiter werden eingestellt.

Stille Beteiligung Kapitaleinlage mit in der

Regel fester Laufzeit und einer Verzinsung, die

aus einer fixen und einer erfolgsabhängigen

Komponente besteht.

Term Sheet Eine unverbindliche Absichtserklärung,

die grundsätzliche Bedingungen und

Konditionen für eine Investition festlegt. Infolge

eines Term Sheets folgt meist eine Due Diligence

Prüfung.

Unique Selling Point (USP) Schlagendes Verkaufsargument

bzw. eine spezielle Eigenschaft

eines Produktes oder einer Dienstleistung, die

einen größeren Kundennutzen verspricht als

Wettbewerbsangebote.

Venture Capital (Wagniskapital) Eine Möglichkeit

zur Unternehmensfinanzierung. Bei Venture

Capitalists kann es sich um vermögende Privatpersonen

oder um Gesellschaften handeln.

Wagniskapitalgeber erhalten im Gegenzug für

ihre Investition üblicherweise Unternehmensanteile.

Quellen www.sc-kapital.de/lexikon-faq.html

www.fuer-gruender.de/blog/start-up-abc

www.digitalhub.de/50-fachbegriffe-die-jedergruender-eines-start-ups-kennen-sollte-glossar

Heft 2021 #1

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