architektur FACHMAGAZIN Ausgabe 4 2021

architekturonline.com

Schulen, Bibliotheken, Theater, Konzerthallen, Kulturzentren usw. sind Einrichtungen, die der jeweiligen Bevölkerung einen hohen gesellschaftlichen und sozialen Wert bieten sollen. Entsprechend vielfältig sind die Aufgaben an die Architektur, diesen Funktionen den entsprechenden baulichen Rahmen zu bieten.

FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

04

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Mai/Juni 2021

Bildung

& Kultur

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3

Editorial

Bildung und Kultur

Schulen, Bibliotheken, Theater, Konzerthallen, Kulturzentren usw. sind Einrichtungen,

die der jeweiligen Bevölkerung einen hohen gesellschaftlichen und sozialen

Wert bieten sollen. Entsprechend vielfältig sind die Aufgaben an die Architektur,

diesen Funktionen den entsprechenden baulichen Rahmen zu bieten.

Wie einige der folgenden Projektberichte

zeigen, bilden oft geschichtsträchtige Bestandsbauten

und herausfordernde Bauplätze

die Ausgangsbasis für derartige Interventionen.

Wie etwa bei der neuen Kulturhalle im deutschen

Berching, wo ein bestehendes Hotelgebäude

rückgebaut wurde. Bei diesem

Projekt interpretierten die Architekten die

traditionellen Merkmale der historischen

Scheunen neu und schufen einen modernen

Ort der Kultur.

Die Basis für eine Mediathek im französischen

Pélissanne bildete ein heruntergekommenes

Haus aus dem 17. Jahrhundert.

Saniert und erweitert bereichert diese Einrichtung

samt der zugehörigen 4.000 m 2

Parkanlage nun das historische Ortszentrum

mit den charakteristischen Steinbauten

mit Terrakotta-Dachziegeln, hölzernen

Fensterläden und den schmalen

gepflasterte Gassen. Ein weiteres Beispiel

ist das „Théâtre Legendre“: Der historische

Jugendstilbau wurde saniert, um einen

neuen Trakt erweitert und empfängt

nun mit einem einzigartigen Raumerlebnis.

Die Entwicklungen im Bereich Bildung repräsentiert

in dieser Ausgabe die neue Kindertagesstätte

Malvína Prag: Dort gestaltete ein

Team rund um einen Architekten und eine

bildende Künstlerin die Innenräume ganz fokussiert

auf die Bedürfnisse der kleinen Nutzer.

Ein weiterer Bericht in dieser Kategorie

beschäftigt sich mit Holz als Material im modernen

Schulbau – einer Bildungsarchitektur

für den ökologischen Fußabdruck.

In der Rubrik „Retail“ zeigen wir u.a. die

Zhongshuge Buchhandlung in Peking mit

ihrem surrealen Ladendesign. Die Planer

entwickelten einen Innenraum, den traditionelle

und moderne Elemente der chinesischen

Architektur durchziehen. Der

Themenbereich „Licht“ beschäftigt sich

mit dem Lichtkonzept des sanierten und

erweiterten Musischen Gymnasiums Salzburg

und unter „EDV“ zeigen wir auf, dass

elektronisch unterstütztes Lernen mithilfe

multimedialer Kommunikationsmittel und

Publikationsmedien immer wichtiger wird.

Ergänzt wird der praktisch nutzbare Informationsgehalt

dieser Ausgabe durch eine

Vielzahl an weiteren Berichten und natürlich

auch die zielgruppengerechte Präsentation

von innovativen Produkten.

Walter Laser


architektur FACHMAGAZIN

4

Inhalt

Editorial 03

Architekturszene 06

Moderne Schularchitektur

Holz als Material der Moderne

Magazin 11

Arbeitswelten 24

Bau & Recht 32

Tiny Houses im risikobehafteten

Graubereich

Kultur statt Kaserne 34

Le Grand Palais / Cahors, Frankreich /

Antonio Virga Architecte

Kultur vor den Vorhang 40

Théâtre Legendre / Évreux, Frankreich /

Opus 5 Architectes

Kultur unterm Satteldach 46

Die Kulturhalle Berching /

Berching, Deutschland /

Kühnlein Architektur

Alt und Neu um eine Platane 52

Pierre Bottero Mediathek /

Pélissanne, Frankreich /

Dominique Coulon & Associés

Eine anspruchsvolle Klientin 58

Kindertagesstätte Malvína /

Prag, Tschechische Republik /

No Architects

RETAILarchitektur 64

Licht 70

Produkt News 72

edv 94

E-Learning: Wissen aus dem Web

40

46

58

34

52

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich

CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at)

REDAKTION DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Alexandra Ullmann, Dolores Stuttner, DI Marian Behaneck, Alexander Magyar, Mag. Theresa Stachowitz, Mag. Matthias Nödl

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 94,- / Ausland: € 115,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 64,- / Ausland: € 91,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 14,- / Ausland € 18,-

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Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.


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6

Architekturszene

Groupe Scolaire à Strega

© Stéphane Aboudaram | WE ARE CONTENT(S)

Moderne Schularchitektur

Holz als Material der Moderne

Architekten stellen sich bei Schul- und Bildungsbauten immer öfter die Frage: Unter

welchen bautechnischen und gestalterischen Voraussetzungen ist ein Gebäude

„schülergerecht“? Nicht nur die Form und Farbgebung, sondern gleichermaßen

die Materialien spielen hier eine wichtige Rolle.

Text: Dolores Stuttner

Es stehen bei Schulgebäuden nämlich

längst nicht mehr die Funktionalität mitsamt

praktischen Aspekten im Vordergrund.

Eine Bildungseinrichtung muss auch

einladend und sympathisch wirken – denn

nur so kann sie kreative Prozesse anregen

und das gemeinschaftliche Lernen fördern.

Und dafür eignen sich bestimmte Baustoffe

besonders gut. Holz ist diesbezüglich auf

dem Vormarsch. Denn das Material wird

generell als warm und einladend wahrgenommen.

Das ökologische Baumaterial

erlebt heute vor allem auch wegen seiner

Vielschichtigkeit eine Wiedergeburt. Immer

mehr Architekten setzen dieses zur

Gestaltung des Mobiliars, der Wände und

Fassaden sowie bei Treppengeländern ein.

Es ist daher wenig verwunderlich, dass der

Baustoff mittlerweile in modernen Schulen

immer öfter anzutreffen ist.

Bildungsarchitektur für den

ökologischen Fußabdruck

Die Bauweise mit Holz ist keinesfalls eine

neue Erfindung. Ganz im Gegenteil: Holzarchitektur

hat eine lange Tradition – vor allem

beim Realisieren von Privatbauten war

das erneuerbare Material noch in der ersten

Hälfte des 20. Jahrhunderts eine häufige

Wahl. Zur damaligen Zeit stand es für Tradition,

wobei es insbesondere den ländlichen

Raum dominierte.

In der modernen Architektur trat Holz jedoch

stark in den Hintergrund – so wurde

dieses als zu wenig stabil und haltbar abgestempelt.

Aus Städten wurde es aufgrund

seiner Brennbarkeit nahezu ganz verbannt

– es wich dort vor allem massiven Baustoffen

wie Beton, Stahl und Glas. Seit den

1990er-Jahren ist die Holzarchitektur allerdings

wieder stark im Kommen. Immer mehr

Planer und Bauherren erkennen die Vorteile

des Materials. Dies gilt ebenso für die Bildungsarchitektur.

Mittlerweile ist bekannt, dass die erwähnten

Vorurteile gegen Holz unbegründet

oder – aufgrund moderner Technologien

– nicht mehr aktuell sind. Vielmehr bringt

der Baustoff zahlreiche wünschenswerte

Eigenschaften mit sich. So ist es tragfähig,

leicht, gewährleistet ein gutes Raumklima

und lässt eine warme Architektursprache

zu. Für Schulen, die von einem einladenden,

freundlichen Design profitieren, stellt Holz

also eine gute Wahl dar.

Nicht zuletzt ist das Material ökologisch.

Dieser Aspekt erweist sich vor allem für

die Baubranche als bedeutend – denn in

so gut wie keiner anderen Sparte werden

so viele Ressourcen verbraucht. Auch beim

Umbau von Gebäuden oder beim Abriss

entstehen große Mengen an Abfall. Mit einem

erneuerbaren Baustoff wie Holz ist

es möglich, der negativen Energiebilanz in

jenem Sektor gegenzusteuern. Das Material

bindet Kohlendioxid, wobei bei dessen

Verarbeitung weniger fossile Brennstoffe

verbraucht werden.

u


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Architekturszene

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8

Architekturszene

Groupe Scolaire à Strega

© Stéphane Aboudaram | WE ARE CONTENT(S)

Ein nachhaltiger Baustoff

macht Schule

Geht es um Vielseitigkeit, hat Holz im Vergleich

zu anderen Baustoffen die Nase vorne

– dabei ist die Wandelbarkeit des Materials

einer seiner wohl größten Vorteile für

die Baubranche. So harmoniert es mit etlichen

Baustoffen und fügt sich harmonisch

in das Ortsbild ein. Diesen Aspekt machte

sich das Team von Amelia Tavella Architectes

mit dem 2018 realisierten Projekt Groupe

Scolaire à Strega zunutze. Holz ist bei

diesem Schulbau im Dorf Sainte-Marie-Sicche

das prominente Baumaterial, wobei es

hier für Harmonie und den Einklang mit der

Umwelt steht. Und stimmig wirkt das Gebäude

allemal. Auf einem Feld, von Bäumen

umringt, stellt es mit seiner hellen, hölzernen

Fassade eine Ode an die Natur dar. Das

leicht abfallende, geradlinige und trotzdem

intime Design strahlt Wärme aus und richtet

sich an die Bedürfnisse der Kinder. Die

Innenräume sind weitläufig und über ein

Gemeinschaftsareal miteinander verbunden.

Durch ihre offene Gestaltung lassen

sie eine vielseitige Nutzung zu – damit sind

ideale Voraussetzungen für eine kreative

Lernumgebung gegeben.

The New Evjen School in Orkanger in Norwegen,

ist ein weiteres Beispiel für die

Wandel- und Anpassungsfähigkeit von

Holz. Das 2018 realisierte Projekt von Pir II

überzeugt durch eine simple und trotzdem

verspielte Architektur. Mit ebendieser Kombination

glänzt bereits die Fassade des Bildungsbaus.

Die Fichtenverkleidung setzt

sich aus bunten und naturbelassenen Elementen

zusammen. Je nach Betrachtungswinkel,

kommen andere Farbtöne zum Vorschein.

Die Architekten erzeugten so mit

simplen Mitteln Vielschichtigkeit.

Doch nicht nur die Farbwahl der Außengestaltung

verleiht dem Gebäude seine

Einzigartigkeit. Bemerkenswert ist auch

sein Innenleben – so besteht die tragende

Konstruktion vollständig aus Holz. Den Planern

von Pir II war es nämlich ein Anliegen,

den ökologischen Fußabdruck beim Realisieren

der Schule so gering wie möglich zu

halten. Bereits beim Bau erwies sich diese

Entscheidung als vorteilhaft. Denn die Bauarbeiter

begrüßten nach anfänglichem Zögern

die Tatsache, dass sie mit nur einem

Material arbeiten mussten. Holz kann in der

Architektur also nicht nur als Designelement

dienen, sondern auch eine tragende

Rolle einnehmen.

u

The New Evjen School

© Gerhardsen Karlsen

The New Evjen School

© Gerhardsen Karlsen


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9

Magazin

Photo: © DERFRITZ

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10

Architekturszene

Akademeia High School

© Juliusz Sokolowscy

Ein traditionelles Material der Zukunft

Bauwerke aus Holz stehen heute für Innovation

und Vielseitigkeit. Deutlich macht

dies die 2017 errichtete Akademeia High

School in Warschau, Polen. Das Schulgebäude

wurde von der Medusagroup im Hinblick

auf die Bedürfnisse der Schüler entworfen.

Besondere Aufmerksamkeit legte

das Team des Architekturbüros auf die Gestaltung

des Schulhofes. Dieser fungiert als

Treffpunkt sowie Unterrichtsort zugleich,

womit sich dort kreative Schulstunden im

Freien abhalten lassen. Herzstück und Begrenzung

des Hofs ist die Tribüne mit ihren

Holzbänken. Letztere laden einerseits zum

Verweilen ein und sind andererseits ein Ort

des Fokussierens.

In den Innenräumen findet sich eine Mischung

aus puristischem Beton und rot- bis

hellbraunen Holzelementen. In Kombination

mit einer minimalistischen Gestaltung und

klaren Linien sind ideale Bedingungen für

Konzentration und zwischenmenschlichen

Austausch geschaffen. Wandzeichnungen

und buntes Mobiliar lockern die Einrichtung

auf und sorgen für eine einladende, schülergerechte

Atmosphäre. Das Ergebnis kann

sich auf jeden Fall sehen lassen. Denn die

Akademeia High School ist eine angesehene

Ausbildungsstätte, welche die Schüler auf

das Studium in einer anerkannten Universität

wie Oxford oder Stanford vorbereiten soll.

The „Simone Veil‘s“ Group of Schools

© Eugeni Pons

Materialien und Farben können nicht nur

die Konzentrationsfähigkeit fördern, sondern

auch zum Spielen anregen. Beim Projekt

The „Simone Veil‘s“ Group of Schools

wählten Dominique Coulon & Associés in

puncto Holz einen besonders kreativen

Ansatz. Die 2015 erbaute Schule mit ihrem

naturnahen und trotzdem modernen Aussehen,

ist ein strukturierendes Element in

der ökologisch-basierten Siedlung in Colombes,

Frankreich. Dabei hebt sich das Gebäude

durch seine einzigartige, farbenfrohe

Gestaltung von der umliegenden Bebauung

ab, ohne penetrant zu wirken – Orange und

Pink sind sowohl im Außen- als auch im

Innenbereich die dominierenden Farben.

Naturbelassenes Holz und graue Betonelemente

erden den Bau und schaffen einen

ruhigen Ausgleich zur Farbenpracht. Ihren

Einfallsreichtum brachten die Architekten

beim Entwurf der Fassade und beim Gestalten

der Zimmerdecken gekonnt zum Ausdruck.

Letztere sind in unterschiedlichen

Höhen gehalten, mit verspielten Lichtelementen

und vereinzelt sogar mit unbearbeiteten

Holzplanken versehen.

Das sogenannte „fröhliche Chaos“ soll Kinder

nicht nur zum Lernen, sondern auch

zum Toben anspornen. Die Architekten

wollen mit ihrem Schulgebäude den Spagat

zwischen Produktivität und Freizeit schaffen

– ein Vorhaben, das ihnen durchaus gelungen

ist.

Holz ist in der Architektur also zweifelsohne

auf dem Vormarsch. Während das Material

bisher in Städten selten anzutreffen war,

erlebt es heute auch bei öffentlichen Bauten

seine Renaissance. Neue Schulgebäude

weisen immer häufiger Elemente aus dem

erneuerbaren Baustoff auf. Denn Holz erweist

sich dort als vielseitig und wandelbar.

Die vorgestellten Beispiele verdeutlichen,

wie das Material auch die Gestaltung kreativer

Lernlandschaften fördern kann. •


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11

Magazin

© Baumit

© Norbert Tukaj

Life Challenge 2021

Baumit kürte die besten Fassaden Europas: 36

Finalisten aus 26 Baumit Ländern standen beim

Online-Finale in der Endauswahl. Die Architekten-Jury

wählte das Projekt MO Museum in

Vilnius zum Life Challenge 2021 Award Sieger.

Österreich war heuer mit fünf Nominierungen wieder

besonders stark vertreten und hatte allen Grund

zum Jubeln: Die „Secession“ siegte in der Kategorie

„Historische Renovierung“. „Die Secession in Wien ist

eine Ikone der Kunst, Architektur und der Revolution,

eine Hommage an den Jugendstil und heute eines

der wichtigsten Baudenkmäler der Welt. Die professionelle

Bewahrung und Restaurierung eines solchen architektonischen

Erbes ist sicherlich eine wichtige Leistung

von Architekten und Bauunternehmen. Die respektvolle

und erfolgreiche Renovierung dieses architektonischen Juwels

gibt der Wiener Secession ihre unbestrittene Schönheit

zurück,“ beurteilte die Jury die herausragende Teamarbeit

von Architekt Adolf Krischanitz ZT GmbH mit der

Verarbeiterfirma NOVOTNY Baugesellschaft m.b.H.

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12

Magazin

Lernen in

der Landschaft

Neue Arten des Lernens benötigen andere Räume. Die Architekten Marx / Ladurner

gestalteten ein Grundschulgebäude in der Südtiroler Gemeinde Eyrs, das selbstständiges

Lernen unterstützt und klassenübergreifenden Austausch ermöglicht.

Fotos: Samuel Holzner

Das neue Schulgebäude ist ein besonderes Aushängeschild

des Dorfes. Es steht der jüngsten Generation

zur Verfügung, die hier lernt – und zwar am besten

fürs Leben. Diesbezüglich befindet sich heute die gesamte

Bildungslandschaft im Umbruch. Die Art und

Weise, wie Kinder bestmöglich und gerne lernen, wie

ihr Interesse geweckt und gefördert werden kann,

wird überdacht. Bildung findet nicht mehr nach der

alten Schule – à la Frontalunterricht – statt, sondern

folgt einem vielfältigeren pädagogischen Konzept,

das auf informelles Lernen, Selbstständigkeit, Austausch

untereinander und spielerische Aktivitäten

setzt. Auch bei der Grundschule in Eyrs ist das das

zugrunde liegende Konzept.

Der ehemalige Schulbau, der sich an derselben Stelle

befunden hat, ist zu klein geworden. Die Gemeinde

entschied sich dazu, ihn durch einen Neubau zu ersetzen.

Nach dem Wettbewerbsgewinn wurde 2018

mit dem Bau der neuen Grundschule begonnen. Sie

bildet heute zusammen mit dem benachbarten Kindergarten

einen Mini-Bildungscampus. Die Hanglage

wird dabei genutzt, um beide Einrichtungen miteinander

zu verbinden. Die Turnhalle der Grundschule

schmiegt sich an den Hang an. Ein Fensterband

verläuft an der Fassade der hangabgewandten Seite,

sodass keine Belichtung mittels Oberlichter notwendig

ist. Stattdessen ergibt sich dadurch die Möglichkeit,

die große Dachfläche zu bespielen. Sie ist das

Bindeglied zum Kindergarten, der noch etwas weiter

hangaufwärts liegt. Als begehbarer Dachgarten mit

Spielplatz dient die Dachfläche der Turnhalle den

Kindergartenkindern zum Spielen und Toben.


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13

Magazin

Um die Aussicht auf die herrliche Berglandschaft für

den Kindergarten nicht zu verstellen, ist das eigentliche

Schulgebäude längsgerichtet und gegen den

Hang gedreht. Ein kleiner Vorplatz und Einschnitt

ins Gebäude markieren den Eingang zur Schule. An

dieser Stelle verläuft das Fensterband der Sporthalle,

das erlaubt, in ihr Inneres zu blicken. Eine Sitzbank

lädt dazu ein sich niederzulassen und den Sporttreibenden

zuzusehen und sie anzufeuern.

Einblicke und Ausblicke sind ein zentrales Motiv des

Schulgebäudes. Die beiden Geschosse der Schule

besitzen südseitig ähnliche Fensterbänder, die ebenso

durch vertikale Holzelemente strukturiert sind.

Sie machen klar, dass der zweigeschossige Schulbau

und die Turnhalle zusammengehören und verbinden

sie zu einem Gebäude. Auch die Materialkombination

aus Sichtbeton und Holz eint beides miteinander.

Diese setzt sich dann im Inneren der Schule fort.

Drinnen sticht vor allem die Großzügigkeit und das

unterschiedliche Angebot an Lernplätzen für die Kinder

hervor. Reine Erschließungsflächen gibt es nicht.

Jeder Weg zu den Klassenräumen schließt gleichzeitig

auch andere Aufgaben in sich ein. Die fünf

Klassenräume – einer im Erdgeschoss, vier im Obergeschoss

– bilden ein aufgelockertes Gefüge. Sie

sind nicht streng aneinander gereiht, eher erweitert

sich zwischen ihnen die Wegfläche immer wieder zu

größeren Aufenthaltsbereichen. Jeder Klassenraum

besitzt einen direkten Zugang zu einem dieser Bereiche.

Sie können nicht nur für Pausen genutzt werden,

sondern auch als Erweiterung des Klassenraumes.

Durch dieses Raumangebot kann Schule anders

stattfinden. Hier treten auch Kinder aus verschiedenen

Klassen miteinander in Kontakt und tauschen

sich aus. Ihnen wird dafür eine zwanglose Umgebung

geboten, ebenso können sie sich hier zurückziehen,

um selbstständig zu arbeiten. Die informellen Aufenthaltsbereiche

sind zwar nur ein kleiner räumlicher

Eingriff, können aber viele Möglichkeiten für eine

Unterrichtsgestaltung nach anderen pädagogischen

Gesichtspunkten bieten. Einen wichtigen Beitrag

zum Lernen leistet auch der Ausblick. Die Landschaft

ist in allen Räumen präsent und unterstützt

das Schaffen einer ausgeglichenen Lernatmosphäre.


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14

Magazin

Theatralisch

interpretiert

Das David Brownlow Theatre ist Teil eines Schulcampus im Süden Englands. Für diesen

ließen sich Jonathan Tuckey Design von der Architekturgeschichte inspirieren

und interpretieren daraus bekannte Motive im Kontext des Theaters neu.

Fotos: Jim Stephenson, Nick Dearden

Mit viel Liebe zum Material und Detail gestalten Jonathan

Tuckey Design ihre Projekte. Eine bewährte

Methode ist das Schöpfen von Inspiration aus der

Vergangenheit, auf die die Architekten immer wieder

zurückgreifen. Für das David Brownlow Theatre

bedienten sie sich an italienischen Renaissance-Bauten

und bezogen sich beispielsweise auf die Kirche

San Lorenzo des Architekten Filippo Brunelleschi in

Florenz und die Art, wie sie an ihre Platzsituation anschließt.

Auch der Florentiner Palazzo Rucellai von

Architekt Leon Battista Alberti diente mit seiner Fassadengliederung

und Sichtbarmachung der Eingänge

als Vorbild. Die Motive, die hier zum Tragen kommen,

stammen aus Italien und wurden in einem anderen

geografischen und zeitlichen Kontext gesetzt.


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15

Magazin

Das David Brownlow Theatre befindet sich auf einem

bestehenden Schulcampus in der Umgebung der

Kleinstadt Newbury. Er fügt sich in eine vorhandene

Platzsituation ein und komplettiert sie gewissermaßen,

indem er die letzte verbleibende Lücke schließt.

Gleichzeitig verleiht er ihr durch sein solides Auftreten

und seine Präsenz ein neues Haupt. Es besitzt

dieselbe Standhaftigkeit wie die massiven Fassaden

der italienischen Renaissance-Kirchenbauten auf

ihren zugehörigen Plätzen. Interpretiert werden diese

durch die hölzerne Konstruktion, die dem Theater

vorgelagert ist. Sie markiert den Zugang in den

kleinen Eingangsbereich, über den man seitwärts in

den Hauptraum mit Bühne und Publikumsbereich

gelangt. Hier kommen wieder Holzelemente zum

Einsatz, die an den Wänden verteilt sind und ihren

Teil zur Raumakustik beitragen. Sie spiegeln die

Fassadenstruktur der Außenhülle nach innen wider.

Die rötliche Färbung bleibt aber der Außenhülle

vorbehalten und wird nicht nach innen übertragen.

Als Fassadenmaterial kamen zementgebundene

Spanplatten zum Einsatz, deren Rotton auf die Ziegelmauerwerksfassaden

der bestehenden Gebäude

abgestimmt ist.

Als freistehendes Gebäude ist das Theater rundherum

mit demselben Material verkleidet, so auch seine

Hinterseite. Dort befindet sich einerseits der direkte

Zugang zur Bühne, andererseits dient die Fassade

hier auch als Hintergrund für ein kleines Amphitheater.

Die ruhige Hinterseite wird so auch benutzt und

belebt, bevor der Schulcampus schließlich in den

umgebenden Wald ausläuft.


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16

Magazin

Heilsame Holzhülle

Medizinerinnen und Mediziner zieht es heute vermehrt in urbane Zentren und der

ländliche Raum sowie auch die umgebenden Bereiche von Großstädten sind von

Ärztemangel geprägt. Dabei sollte ärztliche Versorgung für alle möglichst wohnortnah

zu erreichen sein. Sie ist einer der essenziellen Bestandteile einer funktionierenden

sozialen Infrastruktur.

Fotos: François-Xavier DA CUNHA LEAL


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17

Magazin

In der französischen Gemeinde Taverny, die im Großraum

der französischen Hauptstadt Paris gelegen

ist, war diese Versorgung bis vor kurzem nicht ausreichend

vorhanden. Hier hatten sich trotz der mehr

als 26.000 Einwohner nur wenige Arztpraxen angesiedelt

und zur Sicherstellung der medizinischen

Primärversorgung bestand Handlungsbedarf. 2016

wurde deshalb beschlossen, ein neues Gesundheitszentrum

entstehen zu lassen, das unter Federführung

der Maaj Architects realisiert wurde.

Entstanden ist die neue Gesundheitseinrichtung auf

einem Grundstück an der Schwelle zu einem der großen

Wohngebiete der Gemeinde, in dem sich unzählige

Einfamilienhäuser dicht aneinanderreihen. Die

andere, östliche Seite des Grundstücks ist begrenzt

durch eine Autobahn. Durch diese Nachbarschaft

trafen die Architekten einige grundlegende Entscheidungen

bezüglich der Bebauung: Das Gebäude

wendet sich von der Autobahn ab und nutzt diese

unattraktive Stelle für Parkmöglichkeiten für Autos.

Der Eingang ins Gesundheitszentrum befindet sich

in einer ruhigen Seitengasse, die der Hauptstraße

zugewandt ist. An dieser befindet sich in unmittelbarer

Nähe eine Haltestelle einer lokalen Buslinie.

Den attraktiven Außenraum ließ das französische

Landschaftsarchitekturbüro Praxys entstehen. Es

gestaltet die Grünflächen, die rund um das Gebäude

verlaufen und für alle zugänglich sind, ebenso wie

das Band von Bäumen, das das Grundstück einfasst.

Das zweigeschossige Gesundheitszentrum reagiert

mit seiner Höhe und Dachform auf die umgebenden

Einfamilienhäuser mit ihren Sattel- und Walmdächern.

Mit seinen pyramidenförmigen Dächern wirkt

es so, als ob vier von den Einfamilienhäusern zusammengeschlossen

sind. Dadurch gliedert es sich gut in

seine Umgebung ein, fast so als hätte es sich schon

immer hier befunden. So konsequent, wie sich das

Gesundheitszentrum auf seine Umgebung bezieht,

ist auch der Grundriss ausformuliert. Er basiert auf

einem Quadrat, dessen Zentrum ausgehöhlt ist. An

seinen vier Ecken sind wiederum Quadrate positioniert,

die mit den prägenden Dachformen akzentuiert

sind. Sie bewirken einen Innenhof in der Figuration

eines Kreuzes mit vier gleich langen Armen. u


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18

Magazin

So unaufgeregt das Gesundheitszentrum von außen

auch erscheinen mag, desto überraschender ist sein

Eindruck von innen mit dem begrünten Innenhof im

Zentrum. Äußerlich scheint es sehr zurückhaltend

und gibt wenig Einblick. Es ist nur eine spärliche Anzahl

an Öffnungen vorhanden, die größte von ihnen

markiert den Eingang ins Gebäude. Im Inneren wird

dann ein vollkommen anderes Bild vermittelt. Der Innenhof

ist das Herzstück des Gesundheitszentrums.

Durch ihn gelangt jede Menge Tageslicht hinein, er

ist beinahe vollkommen transparent. Innen und Außen

gehen so fließend ineinander über.

Besondere Aufmerksamkeit erzielt dabei der Garten

des Innenhofes. Nachdem die Patientinnen und

Patienten an der Rezeption am Eingang in Empfang

genommen wurden, wandert der Blick unwillkürlich

in den Garten des Hofes. Mit dessen Hilfe können

sie sich schon beim Betreten einen Überblick über

das gesamte Gebäude verschaffen und sich leichter

orientieren. An den zentralen Hof angepasst, sind

alle Bereiche angeordnet, die es in einer Arztpraxis

benötigt. Die insgesamt 17 Behandlungszimmer der

Ärztinnen und Ärzte sind allesamt entlang der Fassade

in Richtung Straße angeordnet. Sie können über

einen Gang erreicht werden, der den Innenhof wie ein

Ring umschließt. Die vier Reststücke zwischen Gang

und Innenhof werden von den Wartebereichen für die

Patientinnen und Patienten gefüllt. Im Erdgeschoss

besitzen diese einen direkten Zugang zum Garten

im Hof. Diese klare Abfolge der Räume, im Erd- und

Obergeschoss mit identer Struktur, erleichtert den

Patienten die Orientierung.

Die Herausforderung für die Architekten bestand

bei diesem Projekt vor allem darin, ein Gesundheitszentrum

für mehrere Ärztinnen und Ärzte verschiedener

Fachrichtungen und zwei Krankenpfleger zu

schaffen, das allen idente Arbeitsbedingungen und

ausreichend Platz bietet. Eine weitere Grundlage der

Planung war, dass der Architektur bekanntlich auch

heilende Wirkung zugeschrieben wird. Der Begriff

„Healing Architecture“ beschreibt diese und bringt

sie in Zusammenhang mit natürlichen Materialien,

Tageslicht und Natur. Dadurch werden positive Effekte

hervorgerufen, etwa wird Stress reduziert und

so der Heilungsprozess beschleunigt.


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19

Magazin

Beim Gesundheitszentrum in Taverny handelt es

sich zwar um einen Ort, an dem sich die Patientinnen

und Patienten nur kurzzeitig aufhalten, dennoch sind

wichtige Aspekte davon umgesetzt. Das Gesundheitszentrum

ist ein Holzbau, der in Rahmenbauweise

ausgeführt wurde. Holz ist das prägende Material

der Außenhülle zur Straße und zum Innenhof hin,

sowie auch im Gebäudeinneren. Die Innenräume sind

sanft mit Tageslicht durchflutet, das über Öffnungen

in den Außenwänden und auch durch Oberlichter in

den vier pyramidenförmigen Dächern ins Innere gelangt.

Die hellen Oberflächen reflektieren das Licht

zusätzlich. Sie sind sehr zurückhaltend und stellen

das satte Grün des Innenhofs in den Vordergrund.

Das Wissen um Gesundheit und Krankheit, Behandlung

und Medizin ist eng mit Kultur verknüpft.

Ebenso, wie wir die Räume dafür gestalten. Es sieht

danach aus, dass hier ein Umdenken einsetzt, was

die Gestaltung sowie auch die Organisation betrifft.

Neben Krankenhäusern und Arztpraxen entstehen

vermehrt Gesundheitszentren, die mehrere Professionen

miteinander bündeln und eine kleinteilige Versorgung

ermöglichen. Mit dem Gesundheitszentrum

in Taverny gestalteten die Maaj Architects dafür ein

gelungenes Beispiel.


architektur FACHMAGAZIN

20

Magazin

Entspannt Abwarten

Direkter Kundenkontakt erscheint im Jahr 2021 von gestern. Die Wiener Stadtwerke

setzen trotz immer weiter voranschreitender Digitalisierung auf einen persönlichen

Umgang. In ihrem neu gestalteten Servicetreff finden die Schnittstellen zwischen

Kunden und Dienstleister für gleich fünf städtische Unternehmen Platz. Das Wiener

Architekturbüro Smartvoll schaffte die dafür passenden Rahmenbedingungen.

Fotos: Dimitar Gamizov

Bei Kundenbereichen von großen Dienstleistungsunternehmen

denkt man sofort an eines: Warten. Und

zwar in einem oftmals unangenehmen Wartezimmer,

das einen immer daran erinnert, hier auf Abruf bereit

zu stehen. Mit einer Wartezeit kann man auch im

neuen Servicetreff rechnen, auf sie wird hier aber gestalterisch

reagiert.

Die Gesamtfläche von etwa 1.000 m² wurde durch

die verschiedenen Tätigkeiten strukturiert, die

hier unterzubringen waren. Vorgegeben waren

nur sechs tragende Stützen, ansonsten herrsch-

te vollkommene Gestaltungsfreiheit. Die Architekten

schufen mehrere „Inseln“, die den verschiedenen

Funktionen zugeordnet sind, und dazwischen

die notwendigen Wegflächen. Diese unterscheiden

sich farblich von den Aufenthalts- und Funktionsbereichen

und sind dadurch auch definiert.

Der Innenraum kommt ohne massive Wandelemente

aus. Stattdessen kommen textile Raumtrenner in

Form von schweren Vorhängen zum Einsatz. Sie leisten

einen wichtigen Beitrag zur lockeren Atmosphäre.


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21

Magazin

Die zentrale „Insel“ nimmt den Wartebereich auf und

ist beinahe komplett mit den Vorhängen umhüllt. An

nur drei Stellen kann man in das Innere gelangen

und dadurch auch nur punktuell von innen nach außen

blicken. Der Wartebereich scheint dadurch wie

ein grüner Kokon. An den vier reichlich bestückten

Pflanztrögen schmiegen sich Sitzbereiche an, die

dazu einladen sich niederzulassen und es sich bequem

zu machen. Durchblicke sind aus diesem geschützten

Bereich zwar möglich, jedoch kein komplettes

Überblicken des restlichen Innenraumes. Nur

so kann eine entspannte Atmosphäre entstehen, die

Ruhe vermittelt und zum Verweilen einlädt. Als Alternative

zum großen Wartebereich wird noch ein

kleinerer privaterer angeboten. Mit seinen hohen Tischen

und Hockern liegt er etwas abseits. Ergänzend

zur ungezwungenen Atmosphäre in den Wartebereichen

schließt ein Cafe mit Shop an.

u


architektur FACHMAGAZIN

22

Magazin

Die bedeutsamste Zone ist aber nicht der Wartebereich,

sondern die Besprechungstische, an denen der

unmittelbare Kundenkontakt stattfindet. Zwischen

diesen und den Wartezonen liegt ein kleiner Vorplatz,

der als Verteiler funktioniert. Je nach Anliegen

der Kunden gibt es solche, die schnell oder weniger

schnell bearbeitet werden können. Dementsprechend

sind unterschiedliche Arten an Möblierung

vorhanden. Für schnell Erledigtes gibt es Stehpulte.

Für Gespräche, die mehr Zeit in Anspruch nehmen,

sind Sitzplätze vorhanden. Für Anliegen, die diskreter

sind und länger dauern, stehen in der hintersten

Zone Besprechungskojen zur Verfügung. Dort

kommen die bereits bekannten Stoffvorhänge zum

Einsatz und schaffen Privatheit für die einzelnen Besprechungstische.

Ein durchgehendes Farbkonzept aus zartem Rosa

und Grün, kräftigem Rot und gedämpften Grautönen

schafft ein stimmiges Gesamtbild. Die haptischen

Oberflächenstrukturen und Pflanzen unterstützen

das gemütliche Ambiente zusätzlich, ebenso wie die

mit der Ausstattung abgestimmte Lichtregie.

Ganz unbürokratisch wird im Service-Treff der Wiener

Stadtwerke der persönliche Kontakt gesucht und

gefunden. Die gestalterischen Grenzen zwischen

Wohnzimmer und Wartebereich, Büro und Lounge

verschwimmen. Überhaupt wirkt hier alles ziemlich

entspannt. Die ausgetüftelte Gestaltung von Smartvoll

trägt im Wesentlichen dazu bei, dass die Zeit hier

wie im Flug vergeht.


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23

„„Auf Schönheit

von innen muss

man bauen.“

(Cristina M., Möbeldesigner)

Magazin

Rovere Newport (4073)

Fundermax blickt tief ins Innere und

weiß, was das Einrichtungsherz begehrt.

Darum halten nun die neuesten edlen

Trend-Dekore und Oberflächen Einzug

in das aktuelle Portfolio und hoffentlich

bald in Ihr Zuhause, Büro oder andere Innenräume.

Von außen sieht schon alles ganz gut aus.

Aber was ist mit dem Inneren? Das haben

wir uns von Fundermax auch gefragt und

Looks, die vielfach „outside“ zu finden sind,

für Interior Insider kreiert. Das Ergebnis: die

neuesten Trend-Dekore und Oberflächen für

2021/22.

Allen voran der Dauerbrenner Beton-Optik.

Lange Zeit in Küchen zu Hause, findet

er mittlerweile Anwendung im gesamten

Innenraumbereich. Begünstigt wird diese

Tendenz durch unsere besonders elegante

Version „Gypsum“, die sich optimal mit edlen

oder kontrastreichen Hölzern kombinieren

lässt.

Auch ein Comeback ist zu feiern: Der Terrazzo-Look

mit seinen unendlich vielen Gestaltungsmöglichkeiten

und Varianten von kühl

(Rolling Stones) bis warm (Sorano) ist wieder

gefragt.

(Noce Pavia) oder beruhigende Unifarben

(Eucalipto) aus unserem Sortiment.

Diese aktuellen Trendbewegungen sind

spürbar, wie auch die einzigartigen Oberflächen

von Fundermax. Sie unterstreichen

die Dekore durch verschiedenste Strukturen

und lassen sie so naturgetreu wirken. Maserungen

(Immago), raue Haptik (Grafica),

Relief (Struktura), Rillen (Texta) oder eine

zarte Struktur (Natura) – schön finden wir

sie allesamt.

Was wir aber am Ende jeden Auftrags immer

noch am schönsten finden, ist das zufriedene

Lächeln unserer Kunden, sobald sie das

Ergebnis sehen. Wir freuen uns auf Ihres.

Außer Frage steht, dass Holz von Natur aus

gut aussieht. Der beste Beweis dafür sind die

rustikale Eichen-Optik für mehr Kontraste,

edles Walnuss-Dekor mit Perlmutteffekt

www.fundermax.at


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24

Arbeitswelten

Leben und

Arbeiten

Die Architekten von Metaform verwandelten eine vernachlässigte Luxemburger

Ausstellungshalle in Steinsel, die ursprünglich als Lagerhaus gebaut wurde, zu

einem lichtdurchfluteten und kollaborativen Büroraum. So entstand auf 1.950 m 2 der

neue Hauptsitz des auf IT-Lösungen spezialisierten Unternehmens DSL.

Fotos: Steve Troes Fotodesign


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25

Arbeitswelten

we

ove

ivefor

light

Das Konzept der Architekten zielte darauf ab, das

Lagerhaus an die Bedürfnisse des Auftraggebers

anzupassen, dabei aber viele der Schlüsselmerkmale

des ursprünglichen Gebäudes beizubehalten. Das

Hauptaugenmerk lag darauf, mehr Tageslicht hereinzulassen

und einen effizienten, sauberen und hellen

Arbeitsbereich zu schaffen, in dem Menschen und

Kommunikation im Mittelpunkt stehen.

Betritt man das Gebäude, wird man von einem großzügigen,

sich über zwei Ebenen erstreckenden,

Empfangsbereich begrüßt, der sich in ein zentrales

Atrium erweitert. Durch große Erkerfenster und die

in das Stahldach eingelassenen Oberlichter dient es

zudem als Lichthof für die angrenzenden Büro- und

Besprechungsräume, die durch großformatige Fensterfronten

mit diesem verbunden sind. Eine überdimensionale

Treppe aus Eichenholz dient nicht nur

der Erschließung des Obergeschosses, sondern ist

zugleich auch Treffpunkt sowie halbprivater Arbeitsund

Sozialbereich.

Die Architekten entschieden sich für eine reduzierte

Materialpalette mit reinweißen Wänden sowie dunkelgrauen

Stahlträgern und Decken. Das wohnliche

Eichenparkett, und die Möblierung stehen im Gegensatz

zu den ursprünglichen Eigenschaften des

Lagers und schaffen eine „heimelige“ Atmosphäre.

Das soll in Verbindung mit vielen großen Pflanzen ein

beruhigendes Arbeitsumfeld schaffen.

Wir lieben das Licht in all seinen Facetten.

Insbesondere dann, wenn sich formal ansprechendes

Design mit innovativer Lichttechnik

verbindet. Gemeinsam mit erfahrenen Designern

entwickelt Molto Luce Licht in seiner schönsten

Form und setzt damit stimmungsvolle Akzente

in der modernen Architektur. Unsere Lösungen

und planerischen Inputs bringen in jedem Projekt

ein Mehr an Atmosphäre, Stil und Komfort.

Fotos: Foto Stöbich | Leibez Interieur Design

Licht im Objekt // Wir bringen die perfekte Lichtstimmung

ins Office, in den Shop, das Hotel, das Restaurant oder

den privaten Wohnraum.

Wels / Wien / Graz / Innsbruck

München / Köln / Hamburg

Brescia / Lenzburg

www.moltoluce.com


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26

Arbeitswelten

Flexible neue Arbeitswelt

Nachdem die Volksbanken Ebingen und Tailfingen fusionierten, war eine neue

räumliche Lösung erforderlich. Die neuen Büros der Volksbank Albstadt eG sollten

non-territorial organisiert, offen, hell und großzügig sein. Interstuhl wurde mit der

detaillierten Ausgestaltung beauftragt und zusammen mit dem Beleuchtungsexperten

Waldmann entstand eine offene Bürolandschaft mit harmonischen Einrichtungsund

Lichtlösungen.

Die Kombination aus großflächigen Fensterfronten,

direkt-indirekt strahlenden Leuchten sowie einem

vornehmlich warmen Farbkonzept sorgen für einen

angenehmen Gesamteindruck. Zwischen den flexiblen

Arbeitsbereichen befinden sich einzelne geschlossene

Räume, die für Besprechungen, kreative Meetings

oder als Rückzugsorte genutzt werden. Der Open

Space ist durch Teeküchen und offene Kommunikationsbereiche,

mit Stehtischen, Sitzgruppen und einer

Schaukel, aufgelockert.

Interstuhl Büromöbel GmbH & Co. KG

T +43 (0)1 61 64 113

oesterreich@interstuhl.com

www.interstuhl.at

Ausgestattet sind diese Bereiche mit HUB, dem vielseitigen

modularen System zur individuellen und

kreativen Büroraumgestaltung. Aus Elementen wie

Sofas, Sesseln, Wänden, Beistelltischen und einer

Schaukel sind damit beeindruckende Raumszenarien

entstanden. Die Arbeitsplätze wurden zudem mit

dem Drehstuhl PURE ausgestattet: Seine intelligente

Smart-Spring-Technologie sorgt dafür, dass sich PURE

ohne Zutun perfekt auf jeden Besitzer einstellt.


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27

architekturszene

Agiles Arbeiten

Bei der Einrichtung von Büros wendet

sich die Aufmerksamkeit zunehmend

Konzepten und weniger dem Einzelprodukt

zu. Mit dieser ganzheitlichen

Denkweise gelingt es deutlich besser,

flexible, agile und anwendungsorientierte

Arbeitsumgebungen zu realisieren: von

vielseitigen Workshopbereichen für den

kreativen Austausch über ergonomische

Arbeitsplätze für konzentriertes Arbeiten

bis hin zum persönlichen Homeoffice.

Das von Sedus im Oktober 2020 vorgestellte

und aus 15 Einzelmöbeln

bestehende Systemprogramm se:lab

unterstützt die Umsetzung solcher Arbeitsumgebungen.

Die Produkte des

neuen Möbelsystems fordern geradezu

auf, mit ihnen zu interagieren: Sie fördern

die Aspekte von Abwechslung und

möglichst viel Bewegung, um aus starren

Formaten und Ritualen auszubrechen.

Das passt zur Promotion moderner

Arbeitsweisen, die von Kommunikation,

Austausch und Interaktion leben und interdisziplinäre

Teams zu gemeinsamen

Höchstleistungen führen können. Das

umfasst auch die Nutzungsmöglichkeiten

in multifunktionalen Räumen, bei

spontanen Arbeitstreffen oder im Homeoffice.

Die neue Produktfamilie, bestehend

aus allen notwendigen Möbeltypologien,

folgt dabei einer schlichten

und unkonventionellen Formsprache.

Durch die vielfältigen Handlungsoptionen,

die se:lab anbietet, wurde das System

mit dem begehrten „AGR Gütesiegel“

in der Produktkategorie „Konzepte“ als

„Konzept für agiles Arbeiten“ ausgezeichnet.

Die Non-Profit-Organisation Aktion

Gesunder Rücken e.V. (AGR) zeichnet seit

über 20 Jahren Produkte mit ihrem Gütesiegel

aus, die über vorbildliche ergonomische

Attribute verfügen.

Sedus Stoll GmbH

T +43 (0)1 982 94 17 12

sedus.at@sedus.com

www.sedus.com

MEHR LICHT,

MEHR RAUM,

MEHR RUHE

Mit dem Trennwandsystem

Variflex gestalten Sie Räume

schnell und kom for tabel

genau nach Bedarf. Die Kombination

mit Glas-Elementen

ermöglicht eine Raumteilung

mit maximaler Transparenz und

gleichzeitigem Schallschutz.

T +43 732 600451

office@dorma-hueppe.at

www.dorma-hueppe.at


architektur FACHMAGAZIN

28

Arbeitswelten

Individuelle Arbeitswelten

Mit dem Angebotsbereich Büromöbel & Arbeitswelten bietet Selmer Büroeinrichtungen

für erfolgreiche Teams und unterstützt mit seinen Fachberatern sowohl

Unternehmen als auch Architekten bei der fachmännischen Büroplanung.

Rund um die Eckpunkte Lichtdesign, Akustik &

Raumfaktoren, Stauraumlösungen und Ergonomie am

Bildschirmarbeitsplatz entstehen so Einrichtungskonzepte,

die produktives Arbeiten in individueller

Atmosphäre ermöglichen.

Die große Angebotsbreite an innovativen Büromöbeln,

die auch an das Corporate Design angepasst

werden können, ermöglicht dabei die Ausgestaltung

von maßgeschneiderten, modernen Bürowelten. Die

Selmer-Produktpalette reicht von Drehstühlen und

höhenverstellbaren Schreibtischen für ergonomisches

Arbeiten über Stauraum-Möbel bis zu Trennwandsystemen

sowie Raum-in-Raum-Lösungen.

team – flexible Präsentationsboards

Die Präsentationsboards team können mit unterschiedlichen

Medien (Bildschirm, Whiteboard, etc.)

versehen werden. Auf sanft gleitenden Rollen schafft

team Flächen für Kreativität in vielen Formaten und

Designs.

hero plus – luftige Ergonomie für Meetings

Die neue Variante hero plus von Roland Schmidt Design

sorgt mit luftiger Netzbespannung für perfekte

Körperanpassung und Klimaregulation auch bei langen

Meetings. Geradlinig und zeitlos fügt sich hero

plus in jedes Büro- und Konferenz-Setting nahtlos ein.

crona up – für agile Arbeitsplätze

crona up bietet sich für agiles Arbeiten in unterschiedlichen

Settings an. Mit Rollen und flexibler

Höhenverstellung gelingt der Einsatz in unterschiedlichen

Arbeitsbereichen bei gleichzeitig

höchster Ergonomie.

Selmer GmbH

T +43 (0)6216 20210

info@selmer.at

www.selmer.at


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29

Arbeitswelten

Virtuose Verwandlungslösung

Für das Arbeiten zuhause hat Girsberger die funktional und ästhetisch

überzeugende Möbelfamilie „La Punt“ entwickelt. Auf platzsparende

Weise werden Anforderungen erfüllt, die ein professionelles

Arbeiten am Bildschirm erfordert.

Im Kern handelt es sich um eine brückenartige Massivholzkonsole,

die über eine klappbare Arbeitsfläche verfügt. Aufgeklappt wird

„La Punt“ ein vollwertiger Arbeitsplatz, zugeklappt ist es ein Sideboard,

das aufgrund seiner geringen Tiefe von nur 40 cm wenig

Platz beansprucht.

Nach dem Ausklappen des Tablars entsteht ein großer Arbeitsbereich

mit zwei Ebenen und 80 cm Tiefe – genug für einen vollwertigen

Bildschirmarbeitsplatz. Zudem kann die Massivholzkonsole

im unteren Bereich über ein Ablagetablar verfügen, wodurch viel

Stauraum für Ordner, Unterlagen oder auch einen Drucker entsteht,

welcher bei abgeklappter Arbeitsfläche vollständig verborgen ist.

Die Arbeitskonsolen verfügen im hinteren Bereich über Ausgleichsgewichte,

damit auch bei aufgeklappter Arbeitsfläche hinreichende

Standsicherheit gewährleistet ist. Ausführungen sind in Eiche oder

Nussbaum erhältlich – bei Breiten von 120 oder 160 cm. Eine Elektrifizierung

ist dank einer klappbaren Kabelwanne für Steckerleiste,

Kabel und Trafos möglich. Stauraumelemente gibt es als Sideboards

in Höhe von 58 cm und als Highboards in Höhe von 84 cm in den

Breiten 60 und 120 cm.

Girsberger GmbH

Classic Depot Wien

Stachegasse 18, Objekt 4, Top 7, 1120 Wien

T +43 1 799 97 97

mail_wien@girsberger.com

Plug

Enjoy

&

Kann ein System eigentlich ganz viele sein?

Sollte »individuell verstellbar« nicht fürs

ganze Büro gelten? Geht »customized«

auch in Serie? Und brauchen Gedanken

einen Sicherheitsabstand? Finden wir es

gemeinsam heraus: interstuhl.com/hub

HUB


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30

Arbeitswelten

Flexible Raumteilung

und gesunde Luft

Mit flexiblen Trennwandsystemen für Tagungsräume, Kongresszentren, Banken,

Messen etc. bietet Dorma Hüppe intelligente Lösungen für ein effizientes Raummanagement.

Nach dem Trennwandsystem Variflex 100 hat nun auch das System Variflex

Akustik die AgBB Emissionsprüfung mit hervorragendem Ergebnis bestanden.

Der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung

von Bauprodukten (kurz AgBB) hat ein System von

Prüfkriterien erarbeitet und daraus ein Bewertungsschema

für VOC-Emissionen aus innenraumrelevanten

Bauprodukten mit dem Ziel entwickelt, für eine

einheitliche und nachvollziehbare gesundheitliche

Bewertung von Bauprodukten zu sorgen. VOC‘s beschreiben

dampf- und gasförmige Stoffe organischen

Ursprungs in der Luft, die Kopfschmerzen, Reizungen

der Schleimhäute bzw. Atemwege, Müdigkeit,

Leistungsminderung oder sogar Schlafstörungen

verursachen können. Sie sind relevant für die Innenraumluftqualität,

die auch von Gebäudezertifizierungssystemen

wie der DGNB, LEED oder BREEAM

abgefragt wird.

Die AgBB-geprüften Raumtrennsysteme von DORMA

Hüppe spielen also eine wichtige Rolle, wenn es um

die Gewährleistung der Innenraumluftqualität geht.

DORMA Hüppe

Austria GmbH

T +43 (0)732 600-451

office@dorma-hueppe.at

www.dorma-hueppe.at


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31

Licht

Trendiges Lichtdesign

Die Leuchten-Marke LOUM verspricht mit ihrem trendigen Lichtdesign Freude,

Abwechslung und vielfältige Einsatzmöglichkeiten – ob im hippen Hotel und

Restau rant, in den angesagten Clubs der Stadt, oder auch als stilvolles Element im

privaten Wohnraum.

Ein Beispiel dafür ist die extravagante Pendelleuchte

„PILLE“: Die vom Designer Klaus Nolting entworfene

Leuchte besteht aus einem mundgeblasenen Glaskörper

aus zwei farblich, harmonisch aufeinander

abgestimmten Teilen. Verbindendes Element ist ein

horizontal platzierter Ring, aus dem die Glaskörper

entspringen und der gleichzeitig die LEDs trägt. Zusätzlich

integriert er die Stromzufuhr und führt die

Wärme der LEDs ab. Der LED-Treiber ist im Deckenbaldachin

verbaut.

Das Licht der Pendelleuchte ist als Up-/Downlight

konzipiert, wobei farbige Gläser stimmungsvolle Effekte

mit sich bringen und zusätzliche Gestaltungsoptionen

bieten. Der direkte Lichtanteil der Leuchte

trifft die Umgebung blendfrei, was für die Menschen,

die sich dort aufhalten, sehr angenehm ist. Dies wird

durch eine zweite, kleinere Pille aus satiniertem Glas

erreicht, die im Zentrum der Leuchte schwebt. Das

Licht der eigentlichen Lichtquelle, den zwei horizontal

auf dem Ring platzierten LEDs, wird dadurch sanft

gestreut bzw. das Akzentglas der oberen Hälfte besonders

gleichmäßig ausgeleuchtet.

Erhältlich ist PILLE in mehreren edlen Glaskombinationen

und zusätzlich zur Pendelleuchte auch als

Tisch- und Stehleuchte verfügbar.

Molto Luce GmbH

T +43 (0)7242 698-0

office@moltoluce.com

www.moltoluce.com

www.loum-light.com


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32

Bau & Recht

Tiny Houses

im risikobehafteten

Graubereich

Flexibilität wird in einer sich stetig wandelnden Welt immer wichtiger. Durch

steigende Miet- und Immobilienpreise gilt dies insbesondere auch beim Thema

Wohnen. Im Jahr 2020 lag die durchschnittliche Wohnfläche pro Wohnung in

Österreich bei 99,9 m 2 (1) . EUR 8,27 (2) betrug die Miete inklusive Betriebskosten pro

Quadratmeter im Durchschnitt. Immer mehr Menschen wollen diesen Trend der

stetigen Vergrößerung und der sich laufend erhöhenden Mietpreise nicht mehr

mittragen. In sogenannten Tiny Houses sehen sie eine Alternative.

Text: Mag. Theresa Stachowitz und Mag. Matthias Nödl

Ob als Hauptwohnsitz oder Wochenendhaus,

weniger Raum bedeutet für viele Menschen

eine größere (finanzielle) Freiheit.

Die gegenwärtige Tendenz zu Tiny Houses

(zu Deutsch „sehr kleine/winzige Häuser“)

geht auf ein Tiny House Movement zurück,

das sich vor ca. 15 Jahren in den USA entwickelt

hat. In letzter Zeit werden die winzigen

Häuser auch in Europa immer beliebter.

Tiny Houses sind am Markt mittlerweile in

den unterschiedlichsten Größen und Preisklassen

erhältlich. Die Minihäuser können

auch als mobile Variante erworben werden

– gleich einem Wohnwagen ist so die örtliche

Veränderung problemlos möglich. Zwar

gibt es keine einheitliche Definition, unter

welchen Umständen ein Tiny House als

solches gilt, als Richtwert kann jedoch eine

Nutzflächengröße zwischen 15 und 45 m 2

herangezogen werden.

Bedeutet dieses Wohnkonzept für Interessenten

die Freiheit, das Eigenheim einfach

„mitzunehmen“, birgt es auf rechtlicher

Ebene bei näherer Betrachtung diverse Tücken.

Angefangen mit der Rechtsfrage, ob

ein Tiny House überhaupt als Gebäude zu

qualifizieren ist, ergeben sich sowohl aus

dem Blickwinkel des Privatrechts als auch

nach Maßgabe des öffentlichen (Bau-)

Rechts Problemstellungen, die im Folgenden

beleuchtet werden.

Um eine rechtliche Einordnung der Tiny

Houses treffen zu können, lohnt sich zunächst

ein Blick auf den Begriff und das

Wesen eines Gebäudes. Terminologisch

stammt der Begriff „Häuser und andere

Gebäude“ aus der Urmasse des ABGB. Ein

Gebäude (Bauwerk) ist nach der Rechtsprechung

alles, was auf Grund gebaut und

mit diesem fest verbunden, somit „grundfest

errichtet“ ist. Für die Beurteilung der

Frage, ob ein Bauwerk vorliegt, kommt es

auch auf die nach der Verkehrsauffassung

zu beurteilende Qualifizierung als Bauwerk

an. So fallen zum Beispiel Fertigteilhäuser,

Fertigteilschwimmbecken etc, auch wenn

sie ohne wesentliche Beeinträchtigung ihrer

Substanz abgetragen und an anderer

Stelle wieder errichtet werden können, unter

den Begriff des Gebäudes, weil sie in der

Absicht errichtet werden, sie stets auf der

Liegenschaft zu belassen.

Bei Tiny Houses muss somit unterschieden

werden, ob sie mit dem Erdboden verbunden

oder mobil sind. Erstere sind wohl als

Gebäude zu qualifizieren. Bei mobilen Tiny

Houses ist weiter zu differenzieren, je nachdem

ob das Tiny House in der Absicht errichtet

wird, es stets auf der Liegenschaft

zu belassen, oder nicht. Im Hinblick auf den

Wunsch nach Flexibilität und insbesondere

der Möglichkeit, das Eigenheim bei einem

Umzug einfach „einzupacken und mitzunehmen“,

wird eine derartige Belassungsabsicht

meist nicht vorliegen.

Zu beachten ist auch, dass das österreichische

Liegenschaftsrecht vom römisch-rechtlichen

Grundsatz „superficies

solo cedit“ beherrscht ist. Demnach folgt

das Eigentum am Gebäude dem Eigentum

am Grundstück, weil das Gebäude grundsätzlich

als unselbständiger Bestandteil

des Grundstücks zu werten ist. Entscheidend

dafür, ob ein Bauwerk durch seine Errichtung

zum unselbständigen Bestandteil

des Grundes und damit Eigentum des Liegenschaftseigentümers

wird, ist die Belassungsabsicht

des Erbauers spätestens im

Zeitpunkt des Baubeginns.

(1) Statistik Austria, durchschnittliche Wohnfläche pro Wohnung in m 2 , abgerufen unter:

https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/wohnen/wohnsituation/081235.html

(2) Statistik Austria, durchschnittliche Miete inkl Betriebskosten pro m 2 in Euro, abgerufen unter:

https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/wohnen/wohnkosten/index.html


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| BA12-22G |

Magazin

Im Zusammenhang mit dem oben erwähnten

Grundsatz bildet das Superädifikat eine

Besonderheit. Werden Gebäude mit Zustimmung

des Grundeigentümers auf fremdem

Grund in der Absicht errichtet, dass sie nicht

stets darauf bleiben sollen, liegt ein Superädifikat

(Überbau) vor. Das ist ein rechtlich

selbständiges Bauwerk, das als bewegliche

Sache angesehen wird. Über die Frage, anhand

welcher Kriterien die mangelnde Belassungsabsicht

zu beurteilen ist, besteht

Uneinigkeit. Die Rechtsprechung stellt zum

Teil etwa auf das äußere Erscheinungsbild

des Bauwerks, auf das Vorliegen eines befristeten

Grundnutzungsverhältnisses oder

auf andere tatsächliche Begleitumstände ab.

Baulichkeiten wie Würstelbuden, Baracken

oder Markthütten sind Beispiele für ein

Superädifikat. Allerdings ist nach der Judikatur

auch für die genannten Beispiele

eine feste Verbindung mit dem Grund, auf

dem das Superädifikat errichtet wurde, Voraussetzung

der Anerkennung als Bauwerk.

Mobilen Tiny Houses auf Rädern fehlt nach

dieser Judikatur die Bauwerkseigenschaft.

Auch liegt bei mobilen Tiny Houses – ähnlich

wie bei Wohnwägen – die Zweckbestimmung

wohl gerade darin, sie an einen

anderen Ort bewegen zu können. Folglich

ist mobilen Tiny Houses wohl eher keine

Bauwerkseigenschaft zuzuerkennen.

Auch die Frage, wo das Projekt der Errichtung

eines Tiny House verwirklicht werden

kann, sollte vorab überprüft werden. Hierbei

sind die in den einzelnen Bundesländern

unterschiedlichen bau- und raumordnungsrechtlichen

Bestimmungen zu beachten.

Von der Widmung der für die Errichtung

potenziell in Frage kommenden Fläche

bis hin zu diversen Vorschriften, etwa betreffend

die Raumhöhe, Dämmwerte oder

Brandschutz, ergeben sich auch hier diverse

Tücken. Generell ist davon auszugehen,

dass die umfangreichen bau- und raumordnungsrechtlichen

Vorgaben für viele Tiny

Houses nur schwer erfüllbar sind.

Angesichts des Trends zu Tiny Houses

wäre daher eine Novellierung des Wohnund

Baurechts wünschenswert, die den

aktuellen Anforderungen des Marktes an

zeitlich und örtlich flexibles, kompaktes

Wohnen Rechnung trägt. Der derzeitige legistische

Graubereich birgt für Interessenten

solcher Wohnkonzepte ein rechtliches

und wirtschaftliches Risiko und wird den

Anforderungen unserer Zeit an modernes

Wohnen nicht mehr gerecht.

Licht unlimited:

TwinCAT 3 Lighting Solution

für DALI-2

www.beckhoff.com/lighting-solution

Mit TwinCAT 3 Lighting Solution stellt Beckhoff eine über

Excel konfigurierbare Lichtlösung vor, die vom Engineering bis

zur Wartung auf die Vereinfachung aller Arbeitsschritte setzt.

Alle typischen Lichtregelungen sind integriert, die Anzahl der

DALI-Linien ist unbegrenzt. TwinCAT 3 Lighting Solution ist voll

HTML- und webfähig, dezentral skalierbar sowie direkt über

Panel bedienbar. Schnelle Funktionsänderungen, Adressierungen

und Erweiterungen sind direkt im Betrieb möglich, ebenso wie

von DALI-Linien unabhängige Gruppierungen. Auch tagesverlaufsbezogene

Human-Centric-Lighting-Konzepte können

umgesetzt werden.


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34

Bildung & Kultur

Kultur statt

Kaserne

Le Grand Palais / Cahors, Frankreich / Antonio Virga Architecte

Text: Edina Obermoser Fotos: Luc Boegly

Alt und Neu, Ziegel und Metall, Historie und Moderne

– im „Le Grand Palais“, einem neuen Kulturbau im

historischen Zentrum von Cahors, treffen viele Gegensätze

aufeinander. Das Architekturbüro Antonio Virga

verwandelte den ungenutzten Raum auf einem ehemaligen

Militärgelände in einen öffentlichen Treffpunkt

mit Kino und Museum. Sie entwickelten einen Bau, der

sich inmitten der französischen Stadt behutsam in die

Umgebung einfügt und sich gleichzeitig von ihr abhebt.


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35

Antonio Virga Architecte

Das Areal in der nördlichen Altstadt von Cahors in

Frankreich ist gezeichnet von seiner bewegten Geschichte.

Ein Kongress- und ein Sportzentrum sowie

eine Polizeistation ordnen sich rund um den

Place Bessières, eine große Freifläche an. Während

die angrenzenden Komplexe noch an die vormalige

Nutzung als Kloster und später als Kaserne erinnern,

stand der Platz im Zentrum des Ensembles seit Jahren

leer. Das Gebäude, das sich hier einst befand, fiel

1943 einem Feuer zum Opfer. Was übrig blieb, war

ein undefinierter Zwischenraum, der lediglich als

Parkplatz diente. In Kooperation mit der Société Cadurcienne

d’Exploitation Cinématographique plante

die Stadt schließlich, den Platz zu revitalisieren. Der

Ort sollte zu einem urbanen, fußgängerfreundlichen

Treffpunkt werden und dabei den geschichtsträchtigen

Bestand miteinbeziehen.

Architekt Antonio Virga und sein Team orientierten

sich für den Entwurf nicht nur am Maßstab der

übrig gebliebenen, monolithischen Militärgebäude,

sondern auch an deren strenger Ordnung. Anstatt

diese einfach nachzubauen, entschieden sie sich für

einen dualen Ansatz, der sämtlichen Anforderungen

gerecht wurde. Das Ergebnis war ein von einfachen

Formen und starken Geometrien geprägter Kulturbau.

Dieser sorgt in Kombination mit traditionellen

Materialien und großzügigen Außenflächen für eine

harmonische Ergänzung des Areals.

u


architektur FACHMAGAZIN

36

Bildung & Kultur

Der Kino- und Museumsbau setzt sich aus zwei nach

außen hermetisch abgeschlossenen Gebäuderiegeln

zusammen. Während der größere, dem öffentlichen

Platz zugewandte Trakt zur Gänze aus Ziegel

gefertigt ist, umhüllt den zweiten Teil eine goldene

Fassade aus pulverbeschichtetem Aluminiumblech.

Als Unterkonstruktion dient ein Stahlbetonbau. Die

beigen Klinker des Ziegelteils spiegeln die Farbgebung

der historischen Steinbauten Cahors wider und

übersetzen die historische Bauweise der Umgebung

in eine zeitgemäße Architektursprache. Durch ihr flaches,

kleinteiliges Format verleihen die Ziegelsteine

dem Grand Palais trotz seiner Größe eine gewisse

Leichtigkeit. Neben den Seitenflächen setzt sich das

Material auch auf dem Dach fort.

Die goldene Hülle des

zweiten Trakts kontrastiert

mit den zurückhaltenden,

beigen Ziegeln

und sorgt für einen

modernen Touch. Durch

Perforierung erhält sie

eine spannende, grafische

Optik.


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Antonio Virga Architecte

Fensteröffnungen gibt es in den beiden Gebäudehüllen

keine. Stattdessen entschieden sich die

Architekten für einen Wechsel zwischen Baumasse

und Transparenz. Inspiriert von Maschrabiyya,

luftigen Gitterkonstruktionen islamischer Bauten,

erscheinen die Fassaden des Ziegeltraktes innerhalb

einiger rechteckiger Abschnitte porös. Dieser

Effekt entsteht durch Hohlräume zwischen den

einzelnen Steinen. Auch die Wände des zweiten

Trakts überraschen mit spannender Durchsichtigkeit.

Die durchlöcherten Metallpaneele überziehen

feine Punktewolken. Unterschiedlich große Ausnehmungen

zeichnen ein rautenförmiges Muster

auf die Ansichten und das Dach. Durch die perforierten

Flächen gelangt dosiert Tageslicht ins

Innere des Kulturbaus. Die verschiedenen Ausnehmungen

sorgen für ein abwechslungsreiches

Lichtspiel in den Räumen. Bei Nacht werden die

beiden Volumen zum diffusen Leuchtmittel und

ziehen sämtliche Blicke auf sich. Dadurch gelang

es den Planern, das Kino zu einem neuen Wahrzeichen

der Stadt zu machen.

Eine runde, grün bepflanzte Pergola wird zum

kommunikativen Herzstück des großen Vorplatzes.

Hier können Alt und Jung nebeneinander

entspannen und spielen. Die Haupterschließung

des Grand Palais erfolgt von der neu gestalteten

Außenfläche aus. Im Erdgeschoss springt

der Baukörper leicht zurück und spannt einen

geschützten Eingangsbereich auf. In auffälliges

Gold gekleidet, lädt er Besucher in den Kino- und

Museumsbau ein. Das Raumprogramm erstreckt

sich im Inneren über drei Stockwerke. Ein zweigeschossiges

Foyer mit anschließendem Café fasst

die unterschiedlichen Nutzungen zusammen und

führt weiter in die übrigen Niveaus. Sieben Kinosäle

in verschiedenen Größen verteilen sich mit

ihren insgesamt 1.501 Sitzplätzen im ganzen Gebäude.

Den Abschluss bildet das städtische Widerstandsmuseum

in der obersten Etage. Dieses

kann getrennt von den Räumlichkeiten des Kinos

betreten werden. Der Zugang erfolgt über ein separates

Treppenhaus, welches an der Querseite

des Metallvolumens positioniert ist.

u


architektur FACHMAGAZIN

38

Bildung & Kultur

Im Inneren dominieren

helle, weiße Oberflächen.

Sie werden von vereinzelten

Holz- und Goldakzenten

ergänzt und schaffen

in Kombination mit dezentem

Designestrich ein

freundliches Ambiente.

Das Design der Innenräume ist schlicht, mit einigen

kräftigen Akzenten. Goldene Details in Form von

Fensterrahmen und Geländern greifen die farbliche

Gestaltung der Fassade wieder auf. Dazu kombinierten

die Architekten weiße Oberflächen und Holzelemente.

Die Zugänge zu den Kinosälen markiert ein

kräftiges Blau. Derselbe Farbton bestimmt auch das

Innere aller Vorstellungsräume. Ein einheitliches grafisches

Konzept rundet den Kulturbau stimmig ab. Als

Leitsystem unterstützt es die interne Organisation

und die Orientierung der Besucher. An der Fassade

macht es mit plakativen, vergoldeten Lettern bereits

von weitem auf den „Le Grand Palais“ aufmerksam.

Das Projekt schafft mit seinem dezenten und doch

kraftvollen Material- und Farbmix den Spagat zwischen

Historie und Moderne. Wo einst Autos dominierten,

spazieren heute Fußgänger und beleben den

urbanen Raum. Der ungenutzte Platz wurde dank der

Revitalisierung zu einem sozialen Anlaufpunkt und

Ort der Kultur inmitten der Stadt, an dem Alt und

Jung zusammenkommen. Mit dem „Le Grand Palais“

zeigten Antonio Virga und sein Team auf eindrucksvolle

Art und Weise, wie aus traditioneller Bauweise

mit raffinierter Planung ein zeitgemäßer Neubau werden

kann. Der Kino- und Museumsbau fügt sich mit

seiner klassischen Ästhetik als urbanes Bindeglied in

die Bebauung ein und fungiert als Vorbild für zukünftige

städtebauliche Konzepte.


MUSEE DE LA RESISTANCE

MUSEE DE LA RESISTANCE

Plan R+1

1/200

Plan R+1

1/200

www.architektur-online.com

39

Antonio Virga Architecte

+18.00

+18.00

musée

+13.80

+18.00

musée

+13.80

+18.00

musée

+13.80

r1

+7.40

musée

+13.80

r1

+7.40

r1

+7.40

RdC

+0.00

r1

+7.40

RdC

+0.00

Ansicht Nord

RdC

+0.00

0 1 5 m

façade nord

Ansicht West

RdC

0 1 5 m

+0.00

façade ouest

0 1 5 m

façade nord

0 1 5 m

façade ouest

+18.00

+18.00

musée

+13.80

+18.00

musée

+13.80

+18.00

musée

+13.80

r1

+7.40

musée

+13.80

r1

+7.40

r1

+7.40

RdC

+0.00

r1

+7.40

RdC

+0.00

0 1 5 m

façade sud

RdC

+0.00

RdC

0 1 5 +0.00 m

façade est

Ansicht Süd

0 1 5 m

façade sud

Ansicht Ost

0 1 5 m

façade est

+18.00

musée

+13.80

r1

+7.40

RdC

+0.00

Schnitt Ost-West

0 1 5 m

coupe ouest-est

EG

0

1 5 m

rdc bas

+18.00

musée

+13.80

r1

+7.40

RdC

+0.00

Schnitt Nord-Süd

0 1 5 m

coupe nord-sud

OG

0 1 5 m

r1 bas

Le Grand Palais

Cahors, Frankreich

Bauherr:

Planung:

Landschaftsarchitektur:

Statik:

Akustik:

Lichtplanung:

Grafikdesign:

Stadt Cahors & Société Cadurcienne d’Exploitation Cinématographique

Antonio Virga Architecte

Grue

Projex

Diagobat

PhA

Stefania Corrado

Grundstücksfläche: 3.653 m 2

Bebaute Fläche: 1.640 m 2

Planungsbeginn: 02/2017

Bauzeit:

18 Monate

Fertigstellung: 12/2019

Kosten:

6,4 Mio.€ (+2,2 Mio.€ Außenflächen)

www.antoniovirgaarchitecte.com

„Unser Büro arbeitet konsequent

auf eine zeitlose, zeitgenössische

Architektur hin; eine

Ästhetik, die sowohl für unsere

heutige Zeit relevant als auch

fest in der Geschichte verwurzelt

ist.“

Antonio Virga


architektur FACHMAGAZIN

40

Bildung & Kultur

Kultur vor

den Vorhang

Théâtre Legendre / Évreux, Frankreich / Opus 5 Architectes

Text: Edina Obermoser Fotos: Luc Boegly


www.architektur-online.com

41

Opus 5 Architectes

Mit dem Théâtre Legendre

modernisierte das

Büro Opus 5 das historische

Theater in Évreux,

westlich von Paris. Die

französischen Architekten

sanierten den historischen

Jugendstilbau und

ergänzten ihn um einen

neuen Trakt. Ein zentrales

Foyer wird zum konstruktiven

Bindeglied des

revitalisierten Kulturbaus:

Es eint Alt und Neu, empfängt

Besucher mit einem

fast surrealen Raumerlebnis

und macht neugierig

auf jede Menge Kultur.

Vor der Renovierung war vom einstigen prachtvollen

Glanz des Theaters der Stadt Évreux in der Normandie

wenig übriggeblieben. Das geschichtsträchtige

Bauwerk im Beaux-Art-Stil wurde 1903 von Léon Legendre

entworfen und gehört seit 2002 zur Liste der

Kulturgüter Frankreichs. Leider bereiteten nicht nur

das Mauerwerk selbst, sondern auch das Innendekor

den Besitzern zusehends Kopfzerbrechen. 2006

musste das Gebäude aufgrund von Sicherheitsproblemen

geschlossen werden und konnte kein Publikum

mehr empfangen. Seitdem verfiel es immer mehr

und vor allem die Südfassade befand sich in einem

desolaten Zustand.

Im Zuge einer Sanierung beschloss man, das Theater

konstruktiv und technologisch auf den neuesten

Stand zu bringen und zu erweitern. Um modernen

Standards gerecht zu werden und die notwendige

Technik unterzubringen, benötigte man mehr Raum.

Opus 5 Architectes vereinten die behutsame Restaurierung

der Originalansichten des einst prächtigen

Hauses mit einem Anbau und konnten mit ihrem vielseitigen

Entwurf die Wettbewerbsjury überzeugen. u


architektur FACHMAGAZIN

42

Bildung & Kultur

Das Hauptaugenmerk lag auf der bestmöglichen

Erhaltung der historischen Substanz des Theaters.

Sämtliche Stein- und Ziegelansichten des Gebäudes

wurden aufwendig wiederhergestellt. An der Ostfassade

vergrößert ein neues Volumen im Bereich der

Bühne den Theatersaal. Von außen sieht es so aus,

als wäre der Körper in den Bestand hineingeschoben

worden. Innen bietet er ausreichend Platz für modernes

technisches Equipment. Ein schmaler Neubau

mit rechteckigem Grundriss fungiert als zusätzliche

Erweiterung. Er dockt in südlicher Richtung über einen

luftigen Glaskörper an die einst fast vollständig

verfallene Fassade an. Seine nach außen orientierten

Wände sind in eine glatte, beige Betonhülle gekleidet.

Sie wirkt wie ein fließender, schwerer Vorhang, der

die Nutzung im Inneren nach draußen repräsentiert.

An der rückwärtigen Seite legt sich die sandfarbene

Hülle auch vor das neue Volumen im Bühnenraum.

Auf diese Weise fasst sie die beiden Gebäudetrakte

zu einer optischen Einheit zusammen.

An der Rückseite legt sich die vorhangartige

Fassade auch vor den Bestand. Hinter ihr

versteckt sich der neue, vergrößerte Theaterraum

mit Platz für zeitgemäße Bühnentechnik

und -installationen.

Zum Herzstück des Projekts wird das verglaste Volumen

zwischen Bestand und Anbau. Fast erscheint es

so, als hätte es die beiden Baukörper auseinandergeschoben.

Es dient als zentrales Foyer und erschließt

die einzelnen Etagen des neuen Trakts. Die Ansicht

des Neubaus ist zum Zwischenraum hin komplett

verspiegelt. Wie ein überdimensionaler Spiegel reflektieren

die Metallplatten die Rot- und Beigetöne

der Bestandsfassade. Die unterschiedlichen Materialien

sowie Licht und Schatten überlagern sich je nach

Blickwinkel und Tageszeit immer wieder neu. Sie sorgen

dafür, dass Realität und Fiktion in dem Glaskörper

fließend ineinander überzugehen scheinen. Die

einzelnen Komponenten erzeugen einen surrealen

Effekt, der die Besucher auf die Vorstellungen im

Theater vorbereitet.

Große Durchbrüche in der Ansicht des Hauptgebäudes

öffnen das Theater zu dem verglasten Erschließungsraum

hin. Mitten im Foyer befinden sich drei

übereinanderliegende Brücken. Sie verbinden die

einzelnen Geschosse des Anbaus mit dem Bestandsgebäude.

Seitlich, lediglich mit zarten Maschendrahtgittern

gesichert und mit einem Bodenbelag in

freundlichem Gelb versehen, unterstützen die Stege

den luftigen Charakter des Entrees. Eine Kunstinstallation

rundet den lichtdurchfluteten Eingangsbereich

stimmig ab. Sie erweckt mit dreieckigen Elementen

den Eindruck, als würde sie im Raum schweben. u


www.architektur-online.com

43

Opus 5 Architectes


architektur FACHMAGAZIN

44

Bildung & Kultur

Die historischen Innenräume des Theatergebäudes

wurden so gut wie möglich erhalten. Sämtliche

Funktionen und die Zugänge zu den einzelnen Logen

ordnen sich hier rund um den mittig positionierten

Bühnenraum an. Während die Wand- und Deckengestaltung

des Empfangs restauriert werden konnten,

musste man das heruntergekommene Dekor in den

restlichen Räumen austauschen und ersetzen. Vereinzelte

charakteristische Elemente wie Handläufe

ergänzten die Planer mit Oberflächen in schlichtem

Dunkelgrau und Gelb. Der große, repräsentative Vorstellungssaal

erstrahlt wieder in voller Pracht und lädt

Besucher mit seiner kräftigen Farbpalette in royalem

Rot, Gold und Blau zu unvergesslichen Darbietungen

ein. Im neuen Trakt sind die versorgenden bzw. administrativen

Bereiche des Theaters untergebracht. Sie

umfassen neben Umkleiden und Greenrooms, Probe-

und Büroräume. Die Keller beider Trakte werden

als Kostümfundus und Requisitenlager genutzt und

komplettieren das Raumprogramm des Kulturbaus.

Dem Team von Opus 5 Architectes gelang es, dem

ikonischen Bauwerk achtsam neues Leben einzuhauchen

und es an die heutige Zeit anzupassen. Mit dem

Bestand konnten sie ein Stück kulturelles Erbe der

französischen Stadt erhalten und dieses respektvoll

an die heutige Zeit anpassen. Die unterschiedlichen

Räume und der Wechsel zwischen Transparenz und

Geschlossenheit machen das neue Ensemble selbst

zur Inszenierung und stellen den perfekten Rahmen

für Theater und mehr dar. Nach jahrelangem

Stillstand wird das Théâtre Legendre wieder zum

besonderen Anlaufpunkt in Évreux. Trotz des geschlossenen

Vorhangs, der sich von außen vor den

neuen Trakt legt, heißt es im Inneren des Kulturbaus

zukünftig wieder „Vorhang auf und Bühne frei!“. •

Im Inneren des historischen Gebäudetrakts erwartet

Theaterbesucher eine Mischung aus Prunk und

Schlichtheit. Kräftige Farben und Goldelemente

schaffen ein repräsentatives Ambiente.


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45

Opus 5 Architectes

OG 3

EG

Théâtre Legendre

Évreux, Frankreich

Bauherr:

Planung:

Projektmanager:

Statik:

Akustik:

Stadt Évreux

Opus 5 Architectes

Pierre Tisserand

Batiserf

Impedance

Bebaute Fläche: 2.500 m 2

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit: 01/2016 – 09/2019

Fertigstellung: 2019

Kosten:

8 Mio.€

www.opus5.fr/

„Unser Büro arbeitet am Erhalt historischer Architektur. Wir

wollen ihr neues Leben einhauchen. Um das zu erreichen,

denken wir „Architektur“ fernab eigennütziger Konflikte zwischen

„Alt und Modern“. Mit unseren Projekten ergänzen wir

geschützte Gebäude um aktuelle Programme und hauchen ihnen

so neues Leben ein. Wir erforschen gezielt den Ausdruck

öffentlicher Gebäude unter visuellen Gesichtspunkten, um sie

für ihre Nutzer zu besonderen Orten zu machen, die zugleich

einladend und attraktiv sind.“

Opus 5 Architectes


architektur FACHMAGAZIN

46

Bildung & Kultur

Kultur unterm

Satteldach

Die Kulturhalle Berching / Berching, Deutschland / Kühnlein Architektur

Text: Linda Pezzei Fotos: Erich Spahn


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47

Kühnlein Architektur

Durch den Rückbau eines bestehenden

Hotelgebäudes konnte der so entstandene

wertvolle innerstädtische Bereich im oberpfälzischen

Berching für den Bau einer neuen

Kulturhalle genutzt werden. Die Planer des

ortsansässigen Büros Kühnlein Architektur

interpretierten die traditionellen Merkmale

der historischen Scheunen neu und schufen

einen modernen Ort der Kultur unter einem

ästhetisch ansprechenden Satteldach.

Berching ist eine bayerische Stadt im Landkreis Neumarkt

in der Oberpfalz, die sich selbst als „Kleinod

des Mittelalters“ bezeichnet. Tatsächlich ist der

9.000-Seelen-Ort – auch dank seiner Lage am

Main-Donau-Kanal – ein beliebtes Ausflugsziel für

Touristen. Mit der neuen Kulturhalle „Christoph Willibald

Gluck” lohnt sich ein Besuch nun auch für Architekturinteressierte

moderner Bauten.

Als es darum ging, für die Kulturfabrik Berching einen

Standort für den Ersatzneubau zu finden, griff die

Stadt bei einer innerstädtischen Fläche mit leerstehender

Gebäudesubstanz zu. Ein Glücksgriff. Denn

dank des Rückbaus der dort bestehenden Hotelgebäude

aus den 1980er Jahren, konnte der wertvolle

innerstädtische Bereich an der Sulz nun neu geordnet

werden. Die ortsansässigen Architekten des Büros

Kühnlein nahmen sich dieser Aufgabe an.

Das neue Gebäude dient als öffentlicher Kulturraum

und Treffpunkt, in dem Theater, Konzerte, Empfänge

und andere kulturelle Anlässe stattfinden können.

Auch für Tagungen, Produktpräsentationen

und Ausstellungen lassen sich die Räumlichkeiten

von externer Seite mieten. Zwischen der Halle, dem

mittelalterlichen Spitalsgebäude und dem Biergarten

des Hotels Post, entstand zugleich ein belebter Vorplatz,

der sich im Zuge der Neugestaltung des tieferliegenden

Sulzufers mittlerweile zu einem äußerst

attraktiven Außenraum für Bürger und Besucher entwickelt

hat. So strahlt der Neubau der Kulturhalle als

zentrales städtebauliches Element auf die gesamte

Umgebung aus – und lädt seine Besucher mit seinem

großzügigen Vordach als eine Geste des Willkommens

zum Nähertreten ein.

u


architektur FACHMAGAZIN

48

Bildung & Kultur

Bei der architektonischen Umsetzung orientierten

sich die Gestalter an den traditionellen Merkmalen

der historischen Scheunen der Region. Das markant

ausgebildete, ziegelgedeckte Satteldach fügt sich

aber nicht nur harmonisch in die bestehenden Strukturen

ein, es ermöglicht auch ein überraschendes

Gefühl von Großzügigkeit im Inneren. Bei der Materialwahl

setzte man – wo möglich – auf naturbelassene

Hölzer. Das Bauholz stammt folgerichtig ausschließlich

aus dem eigenen städtischen Wald. Für

Dach- und Giebelflächen wurde Fichte als Konstruktionsholz

gewählt, bei der auffallenden Fassadenverkleidung

des Giebels entschieden sich die Planer für

die Schwarzkiefer, die in Gitterform angebracht wurde

– wiederum eine Reminiszenz an die alten Bauernhöfe

vor Ort. Die Hölzer wurden mit einem traditionellen,

giftfreien Quark-Kaseinanstrich behandelt.

Unter dem großzügigen Satteldach befinden sich

ein 260 m 2 großer Saal, dazu ein 80 m 2 umfassendes

Foyer sowie 60 m 2 Bühnenfläche plus ergänzende

Nebenräume. Bei Reihenbestuhlung bietet der Saal

Platz für 260 Personen. Der im Naturton belassene

technisch nutzbar gemachte Holzboden harmoniert

hervorragend mit den weiß getünchten Holzelementen

von Dach und Tragwerk. Die Struktur der

im Fischgrät-Stil gehaltenen Schalung verleiht dem

Raum trotz seiner Schlichtheit das gewisse Etwas.

Aufgrund eigens eingeplanter unterschiedlicher Fugenanteile

dient sie zudem der Raumakustik und

reguliert die Nachhallzeit. Gleichzeitig unterstützt

sie die Aussteifung der Dach- und Wandflächen.

Die Technik scheint dabei nahezu zu verschwinden,

obwohl die Lüftungsrohre und Kabeltrassen nicht

eigens eingefärbt wurden. Die gesamte Innenarchitektur

wurde bewusst reduziert, einfach und mithilfe

günstiger Materialien gestaltet. Ein Highlight: die

dimmbaren Kronleuchter mit Industrie-Leuchtröhren,

die von Kühnlein eigens für das Projekt entworfen

wurden.

Die Dachkonstruktion

bietet nicht nur ein tolles

Raumerlebnis und ein

ästhetisch ansprechendes

Detail, die Struktur dient

nebenbei auch der akustischen

Dämpfung.


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49

Kühnlein Architektur

Der flankierende Nebentrakt mit Flachdach schließt

zurückhaltend an das Hauptgebäude an und schafft

eine gelungene Verbindung zum benachbarten Bestandsgebäude.

Aus Brandschutzgründen musste

dieser Gebäudeteil in Beton ausgeführt werden. Die

Flächen in Sichtbeton und die Deckenverkleidungen

aus farblich abgestimmten Holzwolleleichtbauplatten

bilden einen markanten Kontrast zur restlichen,

eher verspielt wirkenden Holzoptik. Die Gestaltung

der Sanitärräume mit deren cool anmutenden Edelstahlobjekten,

schlanken Spiegeln sowie einfachen

Leuchtmitteln wirkt in Kombination auf eine lässige

Art karg und nüchtern und weckt dabei Assoziationen

an einen Club in London oder Berlin. Dadurch

entsteht aber keinesfalls ein Bruch, vielmehr unterstützt

diese Form der Reduktion noch den atmosphärischen

Gesamteindruck des Ensembles an sich.


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50

Bildung & Kultur

Das direkte Nebeneinander

von warmen Holzoberflächen

und cooler

Betonoptik verleiht der

Kulturhalle ein besonderes

Flair und einen eigenständigen

Charakter.

Der Nebentrakt umfasst nicht nur die Nebenräume

wie Sanitäranlagen, Catering-Küche und Lagerräume,

er bildet als schützendes Vordach, getragen von

zwei schlanken Stützen, auch die Klammer zwischen

Bestand und neuem Saal. Das Vordach lässt die Satteldachkonstruktion

optisch zurücktreten, sodass

der Giebel einer hölzernen Pyramide gleich über dem

verglasten Foyerbereich zu schweben scheint. Die

Nur-Glas-Fassade bringt mit ihren schmalen Profilen

– in ihrer Lage abgestimmt auf das Säulenraster

– zum einen viel Tageslicht ins Innere und senkt zum

anderen das Gefühl der Schwellenangst deutlich herab.

Die in Holz gehaltene Eingangstüre wiederum

markiert ganz klar, wo der Zugang zu finden ist. Das

Resultat: eine sympathische Geste der Öffnung zum

Außenraum hin.

Die Kulturhalle Berching zeigt, wie moderne Architektur

städtebaulich positiv und belebend ausstrahlen

kann, ohne dabei wie ein Fremdkörper in einem

gewachsenen Gefüge zu wirken. Gleichzeitig stellt

die Lösung von Kühnlein Architektur ein gelungenes

Landmark dar, ein identitätsstiftendes Kulturgebäude

für alle, das sich nicht anbiedert, sondern Vorhandenes

und gelebte Traditionen neu interpretiert und auf

charmante Weise in die Zukunft transportiert. Dass

dabei sogar Großstadtgefühle aufkommen können,

mag nur derjenige zu erkennen, der selbst schon einmal

dort war. So oder so kann sich Berching glücklich

schätzen, einen so warmen und einladenden Ort in ihrer

Dorfmitte geschenkt bekommen zu haben. •

Betritt der Besucher schließlich die Kulturhalle, gelangt

er über das Foyer rechterhand an der Garderobe

vorbei in den luftigen Saal, der gleich beim Betreten

den Blick auf die stirnseitig positionierte Bühne

freigibt. Diese ist mit einer Hubplattform mit dem

Niveau des Saals und Kellers verbunden, der sich in

seiner Ausdehnung nur unter dem hinteren Bühnenbereich

befindet und Platz für Technik- und Lagerflächen

bietet. Zum Wasser hin öffnet sich der Saal

mit einer Glasfassade, die sowohl durch Lamellen als

auch Vorhänge abgedunkelt werden kann.


Nebenraum

Flur 1

Technikraum 1

VERANSTALTUNGSSAAL

KÜNSTLERGARDEROBE FLUR 3

TECHNIK

TECHNIK

Lagerraum

FLUR

Technikraum 2

Wand / F 90-A

Hubpodium

LAGERRAUM

FLUR 1

WC

FLUR 3

FLUR

Flur 3

TECHNIK

Lagerraum

R-004

KEIN AUFENTHALTSRAUM!

Flur 3

WC KÜNSTLER

Flur 4

Nebenraum Künstlergarderobe

Flur 2

Umkleide

WC Künstler

Flur 4

Nebenraum Künstlergarderobe

Flur 2

Umkleide

WC Künstler

BÜHNE

LAGERRAUM

Bühne

Vorraum

Bühne

Vorraum

HUBPODIUM

Veranstaltungsraum

Veranstaltungsraum

Putzraum

Putzraum

WC Damen

WC Damen

Vorraum WC Damen

Vorraum WC Damen

WC Herren

WC Herren

Vorraum WC Herren

Vorraum WC Herren

beh. WC

Vorraum

beh. WC

Vorraum

Gaderobe

Flur 1

Gaderobe

Flur 1

Küche

Küche

Foyer

Foyer

Vorraum

Vorraum

Leergutlager/ Lagerfläche Küche

Leergutlager/ Lagerfläche Küche

www.architektur-online.com

KÜHNLEIN

Architektur

51

Kühnlein Architektur

KÜHNLEIN

Architektur

KÜHNLEIN

Architektur

ER KULTURHALLE IN BERCHING |

QUERSCHNITT VERANSTALTUNGSSAAL l 1:100

NGF: 57,16 m 2 VERANSTALTUNGSSAAL FOYER

NEUBAU EINER KULTURHALLE IN BERCHING |

GSPublisherVersion 0.20.100.99

LÄNGSSCHNITT VERANSTALTUNGSSAAL l 1:100

KÜHNLEIN

Architektur

KÜHNLEIN

Architektur KÜHNLEIN

Architektur

EINER KULTURHALLE IN BERCHING |

.100.99

QUERSCHNITT BACKSTAGE l 1:100

Stb.-Fertigteil mit Siebdruckoberfläche

NEUBAU EINER KULTURHALLE IN BERCHING |

GSPublisherVersion 0.20.100.99

GRUNDRISS UG l 1:100

NEUBAU EINER KULTURHALLE IN BERCHING |

GSPublisherVersion 0.20.100.99

NEUBAU EINER KULTURHALLE IN BERCHING |

GSPublisherVersion 0.20.100.99

GRUNDRISS EG l 1:100

GRUNDRISS EG l 1:100

Kulturhalle Berching

Berching, Deutschland

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Stadt Berching

Kühnlein Architektur

Ute Fladerer

Dr. Gollwitzer - Dr. Linse Ingenieure

Grundstücksfläche: 1.500 m 2

Bebaute Fläche: 763 m 2

Nutzfläche: 800 m 2

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit:

2 Jahre

Fertigstellung: 10/2020

Baukosten: 2.7 Mio. €

www.kuehnlein-architektur.de

“Hier ist es der Stadt Berching gelungen, den

historischen Ortskern mit dem Neubau der

Kulturhalle zu beleben und aufzuwerten. Trotz

der stattlichen Kubatur fügt sich der Neubau

in die Altstadt und positioniert sich mit zeitgenössischen

Architekturdetails.”

Michael Kühnlein jun.

© Kühnlein Architektur


architektur FACHMAGAZIN

52

Bildung & Kultur

Alt und Neu

um eine Platane

Pierre Bottero Mediathek / Dominique Coulon & Associés

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Eugeni Pons

Pélissanne ist eine kleine französische Gemeinde in

der Provence, die durch ihren historischen Ortskern

ausgezeichnet ist. Wie erwartet findet man dort die

charakteristischen Steinbauten mit Terrakotta-Dachziegeln,

schmale gepflasterte Gassen und hölzerne

Fensterläden. Viele der historischen Stadthäuser

sind gut erhalten und gepflegt. Andere sind leider

auch etwas verkümmert, wie es auch das Stadthaus

Maureau aus dem 17. Jahrhundert war. Nach dessen

Erwerb durch die Gemeinde wurde der Beschluss gefasst,

es zu sanieren und einer öffentlichen Nutzung

zuzuführen. Da eine 4.000 m² große Parkanlage zu

diesem Haus gehört, sollte auch dieser Freiraum im

Zuge der Sanierung gestaltet und für die Öffentlichkeit

zugänglich gemacht werden.

Als neue Nutzung des Stadthauses kristallisierte sich

eine Mediathek heraus, wofür der etwa 600 m² große

Bestandsbau aber zu klein war. So wurde Architekt

Dominique Coulon nicht nur mit seiner Sanierung

und Umgestaltung betraut, sondern auch mit einem

daran anknüpfenden Erweiterungsbau. Der Vertikalität

des dreigeschossigen Bestandsbaus wurde ein

Zubau als horizontales Element gegenübergestellt,

wobei die klar strukturierte bestehende Lochfassade

dabei auf die Flächigkeit und stark hervortretende

Materialität des Neubaus trifft. Im Inneren sind

die beiden Teile im Erdgeschoss und auch im ersten

Obergeschoss miteinander verbunden. Sie grenzen

hier nicht hart aneinander, eher gehen sie an dieser

Stelle durch einen gemeinsamen Verbindungstrakt

feinfühlig ineinander über. Im Erdgeschoss ist an dieser

Schnittstelle der Empfang und im Obergeschoss

ein gemütlicher Lesebereich untergebracht. u

Zum typisch provinzialen

Ortsbild der Gemeinde

Pélissanne gesellt sich

heute auch ein Bauwerk

von Dominique Coulon

& Associés. Mit einem

Bestandsbau geht es eine

Symbiose ein und wird

zu einer Mediathek. Das

historische Ortszentrum

wird dadurch um eine

Facette reicher.


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53

Dominique Coulon & Associés


architektur FACHMAGAZIN

54

Bildung & Kultur

Der Erweiterungsbau der

Mediathek schmiegt sich

um eine altehrwürdige

Platane. Das Gebäude und

der es umgebende Park

beziehen sich so stark

aufeinander. Dazu tragen

auch die intensiven Blickverbindungen

bei.

Die kontrastierenden Charaktere von Alt und Neu

ergänzen sich ausgezeichnet und scheinen gerade

deshalb eine Symbiose miteinander einzugehen. Wie

schon an den beiden Fassaden ablesbar, sind die

Räume im Bestandsbau kleinteilig strukturiert. Die

ursprüngliche Aufteilung ist weitgehend beibehalten

und an die Bedürfnisse der Mediathek angepasst

worden. Einzig der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss

sticht hierbei hervor. Dort wurde ein deutlicher

Eingriff an der Struktur vorgenommen, um eine

gewisse Größe und eine teilweise doppelgeschossige

Höhe zu ermöglichen. Im Erdgeschoss des Bestandsbaus

sind generell die gemeinschaftlichen Bereiche

untergebracht, etwa ein Raum für Workshops und ein

Lesebereich für Tageszeitungen. Im Geschoss darüber

befinden sich dann Räume der Mediathek zum

Aufbewahren und Lesen. Das oberste Geschoss ist

schließlich nur noch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

der Mediathek vorbehalten, die dort ihren Arbeitsplatz

haben. Nach oben hin werden die Bereiche

also immer privater und kleinteiliger.

Anders sieht es im Zubau aus. Die Räume hier sind

sehr großzügig und tragen klar Dominique Coulons architektonische

Handschrift. Seine beiden Ebenen sind

nicht unterteilt, sondern bestehen aus zusammenhängenden

Bereichen. Diese sind durch einen Luftraum

bei der Treppe auch vertikal miteinander verbunden.

Er modelliert so das Raumvolumen und verleiht ihm

dadurch Großzügigkeit. Diese wird auch durch die gelenkten

Ausblicke in die Parklandschaft hervorgehoben.

Die großen Glasflächen rahmen die Aussicht auf

den Park wie ein Landschaftspanorama und stellen so

eine atmosphärische Bindung zu ihm her.


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55

Dominique Coulon & Associés

Die Parklandschaft trägt im Wesentlichen dazu bei,

dass Alt und Neu einen stimmigen Zusammenschluss

finden. Im Unterschied zum Erweiterungsbau gibt es

im Bestandsbau nur punktuelle Ausblicke in den Park

durch vergleichsweise kleine Fenster. Stattdessen gibt

es hier die Möglichkeit vom Park aus direkt in die Mediathek

zu gelangen. Straßenseitig gibt es von einer

der schmalen Gassen zwar auch einen Eingang, dieser

ist aber sehr unscheinbar. Er lässt nicht erahnen,

was sich hinter der Fassade befindet. Einzig ein Schild

weist auf die Mediathek hin. Ein vollkommen anderes

Bild eröffnet sich dann vom Park aus. Dort ist die Mediathek

sehr präsent und vermag es dem Park sein außermittiges

Zentrum zu verleihen.

u


architektur FACHMAGAZIN

56

Bildung & Kultur

Ein öffentlicher Durchgang

führt durch einen

entkernten Bestandsbau

und verbindet den Park

der Mediathek mit dem

Rathausplatz. Sie wird so

im Stadtgefüge von Pélissanne

eingebettet.

Für den Erweiterungsbau ist die Parklandschaft

formgebend. Er schmiegt sich um eine alte Platane,

die sich unmittelbar vor dem Bestandsbau befindet.

Sie ist jetzt ein Bestandteil des parkseitigen Vorplatzes,

ebenso wie die gekrümmte Außenhülle des

Zubaus. An dieser Stelle reflektiert auf der Oberfläche

des Sonnenschutzglases die mächtige Baumkrone

und auch die Lochfassade des Bestandsbaus

mit ihren Fensterläden in sattem Grün. Aufgegriffen

wird dieser Farbton sowohl für die Möblierung im

Innenraum als auch für die Bänke im Park. Das verbindende

Kolorit wird ergänzt durch einen sanften

Beige-Farbton. Er findet sich am glatten Putz des

Bestandsgebäudes und auch der strukturierte Beton

der Neubau-Fassade ist in dieser Farbe gehalten. Das

farbliche Pendant im Park findet sich im sandigen

Boden. Mit ihren farblichen Akzenten und Oberflächenstrukturen

erzeugen die verwendeten Materialien

eine spezielle Komposition, die das Erscheinungsbild

der Mediathek maßgeblich prägt.

Die Mediathek ist ein weiterer hinzugekommener

Baustein im Ort. Die zugehörige Parkanlage ist eine

der wenigen im kleinteiligen und dichten Stadtgefüge.

Der Park liegt mittig in einem von Häusern

umschlossenen Block, der an zwei Stellen die Möglichkeit

gibt, ins Grüne zu gelangen. Durch seine Öffnung

wird er Bestandteil einer Fußgängerachse, die

sich durch den Ort zieht. Diese wird dann nochmals

mithilfe eines überdachten Fußgängerdurchganges

verlängert, der auch zum Projekt gehört. Er verbindet

den Park mit dem benachbarten Rathausplatz.

Geschaffen wurde er, indem ein Bestandsbau bis auf

seine Tragstruktur reduziert wurde. Auch die Fenster

und Türen sind entfernt worden, sowie auch das

Dach. Dieses ist mit Glasbausteinen ersetzt und erhellt

und markiert die Fußgängerpassage.

Wie selbstverständlich stärkt in Pelissanne nun die

Mediathek den historischen Ortskern und dient als

sozialer Treffpunkt. Mit dem öffentlich zugänglichen

Park wird ebenso eine stadträumliche Beziehung

hergestellt. Dominique Coulon & Associés zeigen,

wie man mit abgestimmten Feinheiten und auch Kontrasten

ein harmonisches Gesamtbild erzeugen und

so einen Bogen zwischen Alt, Neu und Landschaft

spannen kann.


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57

Dominique Coulon & Associés

OG 2

MEDIATHEQUE MUNICIPALE

MEDIATHEQUE MUNICIPALE

OG 1

EG

Pierre Bottero Mediathek, Park und Passage

Pélissanne, Frankreich

Bauherr:

Architekt:

Mitarbeiter:

Statik:

Stadt Pélissanne

Dominique Coulon & Associés

Dominique Coulon, Jean Scherer, Gautier, Duthoit,

David Romero-Uzeda, Javier Gigosos, Diego Bastos-Romero,

Olivier Poulat, Margot Machin, Thomas Bukenmeyer,

Florent Revel, Théo Petit, Yannick Signani

Batiserf Ingénieurie

Bebaute Fläche: 982 m² (Bestandsgebäude 615 m² + Erweiterungsbau 367 m²)

Planungsbeginn: 2015

Bauzeit: 2 Jahre

Fertigstellung: 2020

Baukosten: 3,3 Mio. € exkl. MwSt.

www.coulon-architecte.fr

„The complexity of reality interests me. As

an architect you are confronted with multiple

situations, political, geographical, climatical

and many other situations like economics. For

me this is a dynamic element of the project.

I discoverd this dynamic element during my

philosophy classes. What I find interesting in

philosophy, is to finally stripen away the complexity.

What interests me in my work now is

to play with this complexity. It is dynamic in

the project.“

Dominique Coulon

© David Romero-Uzeda


architektur FACHMAGAZIN

58

Bildung & Kultur


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59

No Architects

Eine

anspruchsvolle

Klientin

Kindertagesstätte Malvína / Prag, Tschechische Republik / No Architects

Text: Linda Pezzei Fotos: Studio Flusser

Die neue Kindertagesstätte im Prager Stadtteil Karlín

verdankt ihre Erscheinung und Gestaltungsform

einer außergewöhnlich hartnäckigen und extrem anspruchsvollen

Klientin: Malvína. Performance-Künstlerin,

Verehrerin der abstrakten Kunst, Gourmet und

Prinzessin auf der Erbse in einem, kann die Kleine

- kaum ein Jahr alt - in einem Moment strahlend lachen,

um dann in ein herzzerreißendes Schluchzen

auszubrechen. Keine leichte Aufgabe also für das

Team der ortsansässigen No Architects.

Der eindeutig einfachere Teil des Briefings bestand

in dem Umbau und der Neugestaltung der bestehenden

Kindertagesstätte für 15 Kinder. Der schwerere

Part hingegen lag in der Herausforderung, allen Ansprüchen

Malvínas gerecht zu werden. Deren kompromisslose

Forderung: Viel Platz zum Toben, Raum

sich kreativ zu entfalten, ein Ort zum gemeinsamen

Spielen, dazu Spaß beim Essen und ein ruhiges Plätzchen

zum Schlafen. Das sei ja wohl das Mindeste dafür,

dass sie Mama und Papa so großherzig ihrer Arbeit

nachgehen ließe - sogar ohne dabei zu murren.

Zumindest meistens.

u

Die neue Kindertagesstätte

Malvína im

tschechischen Prag

stammt aus der Feder des

ortsansässigen Studios

No Architects. Mit der

Gestaltung der Innenräume

ist dem Team rund um

einen Architekten und

eine bildende Künstlerin

eine individuelle Lösung

geglückt, die sich ganz

auf die Bedürfnisse der

Kleinen konzentriert,

ohne dabei die der Eltern

und Betreuerinnen aus

den Augen zu verlieren.

Fazit: Man möchte am

liebsten selbst noch einmal

Kind sein.


architektur FACHMAGAZIN

60

Bildung & Kultur

Die Küche wurde offen in den Raum integriert,

sodass sich die Kinder sowohl

selbst bedienen, als auch mitten im

Koch-Geschehen dabei sein können.

Zuerst war Malvína skeptisch, aber letztlich doch

äußerst zufrieden mit dem Ergebnis der Planungen

des Kreativteams von No Architects. Basierend auf

der Zusammenarbeit eines Architekten und einer

bildenden Künstlerin, hatten die Gestalter alle nötigen

Werkzeuge zur Hand, um ein so anspruchsvolles

Projekt ganz individuell umsetzen zu können. Ihr

Interesse daran, die einzigartigen Geschichten ihrer

Kunden mittels sensibler Detaillösungen auch mal

unkonventionell in gebaute Umwelt zu verwandeln,

kommt gerade bei der Gestaltung dieser Kita stark

zum Ausdruck.

Entstanden ist ein extrem verspielter, aber auch

maximal stressbefreiter Raum. Und das gilt für alle

Beteiligten - von den Kindern über die Eltern bis hin

zu den Betreuerinnen. Dafür haben sich die Architekten

einiges einfallen lassen. Anstelle einer undurchdringlichen

Wand finden die Kinder und ihre Eltern

großzügige Fenster auf der Schwelle der schweren

Trennung vor. Ein letztes Winken der Mama oder ein

Blick in die friedlich schlafenden Gesichter der Kleinen

im Ruheraum und jeder kann beruhigt sein. Und

weil Papa eh immer Rückenschmerzen hat, gibt es

im Umkleideraum praktische Stufen, auf die sich die

Kinder zum Anziehen stellen können. Die Raumfolgen

wurden zudem so praktisch konzipiert, dass die

Betreuerinnen immer in der Nähe sein und für jedes

Kind so viel Zeit wie möglich aufwenden können.


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61

No Architects

Da offene Wohn- und Kochbereiche zurzeit ein

Must-have sind, finden die Kinder auch in ihrem zweiten

Zuhause eine große Kochinsel mit vielen Extras

vor. Besonderes Highlight und daheim ein No-Go:

Die Kinder dürfen direkt auf dem Tresen sitzen und

essen. Hier sind sie beim Kochgeschehen live dabei

und zugleich immer unter der Kontrolle der Erzieherinnen.

Wenn beim Spielen der kleine Hunger kommt,

können sich die Kinder selbständig an einer niedrigen

Theke mit gesunden Snacks versorgen. Wer

mag, darf gerne auch allein auf die - man geht mit der

Zeit - Unisex-Toilette gehen. Durch ein Fenster in der

Türe bleiben die Betreuerinnen jederzeit zum Greifen

nah und können bei Bedarf zur Hilfe eilen.

Da die Kinder unterschiedlich groß und alt sind, aber

trotzdem alle zusammen spielen, malen und basteln

möchten, werden Tische und Stühle in drei verschiedenen

Maßen angeboten. So bleibt man immer auf

Augenhöhe. Das gesamte Interieur ist kindgerecht

als abenteuerliche Spielumgebung gestaltet. Es gibt

ein rotes Felsennest, das nur für mutige Kletteraffen

zu erreichen ist, wagemutige Forscher wiederum

tauchen furchtlos in die blaue Höhle hinab. Außerdem

sind viele kleine Spielzeuge im ganzen Raum

versteckt, die der Entwicklung der motorischen Fähigkeiten

dienen und zum eigenständigen Denken

anregen sollen.

u


architektur FACHMAGAZIN

62

Bildung & Kultur

Der notwendige Stauraum wurde in allen Räumen

in Form von eigens entworfenen Möbeleinbauten

strukturell integriert, sodass der Raum an sich

jeweils großzügig und aufgeräumt erscheint.

Die Gestaltung des zweistöckigen Bauwerks konzentriert

sich ganz auf den Innenraum. Die fein abgestimmte

Farbwelt erleichtert die Orientierung, beeinflusst

die Stimmung positiv und bringt im wahrsten

Sinne des Wortes Farbe in das Leben der Nutzer. Die

weißen Wand- und Deckenflächen stehen in ruhigem

Kontrast hierzu. Die hochwertigen und widerstandsfähigen

Materialien wie MDF und Corian ermöglichen

ein einprägsames, haptisches Erlebnis ohne Schuldgefühle.

Dazu zählen auch die Einbaumöbel aus hellem

Birkenholz, welche die natürliche Komponente

repräsentieren und den Räumen eine Wohlfühlatmosphäre

verleihen. Und weil Kinder nun einmal viel am

Boden liegen und toben, sind auch die Decken ganz

individuell mittels Aussparungen, Lichtelementen

und Materialwechseln gestaltet. Ein Erlebnis aus jeder

Perspektive.

Gerade gab es Mittagessen – auf dem Tresen – und

Malvína mag es nicht gelingen, ein herzhaftes Gähnen

zu unterdrücken. Eigentlich sollte es ein Geheimnis

bleiben, aber die Kleine ist in ihrer neuen

Kita wirklich glücklich. Es ist zwar nicht ihr richtiges

Zuhause, aber doch ein Zweites. Und das hat eine

ganze Menge zu bieten. “Mein Einsatz hat sich gelohnt“,

denkt Malvína zufrieden und dreht sich in dem

gemütlichen Bettchen im Ruheraum für eine verdiente

Pause vom Abenteuer Leben auf die Seite. Nach

all der Aufregung tut ein bisschen Schlaf gut. Aber

nicht zu lange, denn die nächste Expedition mit den

Freunden wartet schon draußen im Garten … •

Ein Großteil der Böden wiederum ist mit weichen

Matten ausgestattet oder terrassiert ausgeführt. So

ergeben sich verschiedene Raumeindrücke und ein

großes Experimentierfeld für die eigenen motorischen

Fähigkeiten. Es gibt aber auch Orte zum Verstecken

oder eine Rutsche. Obwohl jedes Fleckchen

Raum genutzt wurde, wirken die Räume hell, leicht

und offen. Das liegt daran, dass fast alle Wände mit

praktischen, eigens designten, bunten Möbeln versehen

sind, die viel Stauraum für Bastelsachen, Turnund

Spielzeug bieten. Anstelle von Griffen sind die

Türen mit liebevoll gestalteten Eingriffslöchern und

Ausfräsungen in verschiedenen Formen versehen.


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No Architects

Grundriss

Bestand

Kindertagesstätte Malvína

Prag, Tschechische Republik

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Grundstücksfläche: 500 m 2

Bebaute Fläche: 130 m 2

Bruttogeschossfläche: 120 m 2

Planungsbeginn: 2020

Fertigstellung: 2021

www.noarchitects.cz

MALVÍNA art kindergarten

No Architects

Projektleiter: Jakub Filip Novák, Daniela Baráčková

Team: Barbora Jelínek, Kristýna Plischková

© Vojtěch Veškrna

“Unser Leitspruch und Planungsgrundsatz

für alle unsere Kitas und Kindergärten lautet

folgendermaßen: Die Welt gehört nicht

den gehorsamen Kindern. Die Welt gehört

denen, die sie gut genug kennen, um sie verändern

zu können. Mit der Kindertagesstätte

Malvína haben wir eine Erlebniswelt geschaffen,

die unsere kleinen Engel mit vielen

spielerischen Herausforderungen erwartet.”

No Architects


architektur FACHMAGAZIN

64

RETAILarchitektur


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65

RETAILarchitektur

Eye Candy

für die Kids

Als Eye Candy – oder Augenschmaus – kann man den neuen Brillenladen

ROOKIES im Herzen von München bezeichnen. Stephanie Thatenhorst, die

Spezialistin für innenarchitektonische Raumkonzepte, hat mit dem kleinen

Brillenladen für Kinder einen extrem reizvollen Raum geschaffen. Dieser soll

aber nicht nur die Kleinen auf der Suche nach der passenden Seehilfe oder

Sonnenbrille begeistern.

Text: Linda Pezzei Fotos: Günther Egger

Großformatige dreieckige Fliesen, ein blauer Teppich,

stoffbezogene gelbe Säulen, farbig gemusterte

Tierstoffe und skulptural geformte Neonleuchten -

im ROOKIES werden Kinderträume wahr. Eindeutiges

Highlight des Ensembles: der rot karierte Brillenautomat,

an dem die Kinder ihre neuen Brillen abholen

können. Vielleicht verläuft die Brillenbeschaffung

für den Nachwuchs auch deswegen um einiges entspannter

als anderswo.

Besonders schön an dem Konzept von Stephanie

Thatenhorst ist die Tatsache, dass das Design zwar

kindgerecht ist, die Gestaltung aber dennoch ohne

typisch kindliche Motive auskommt. Die großformatigen

Muster und die expressive Farbauswahl verstärken

vielmehr den stark grafischen Ansatz der

Münchner Innenarchitektin. Entstanden ist eine kleine

Parallelwelt, die sowohl Kinder als auch Eltern für

sich einzunehmen weiß.

Im Mittelpunkt des Ladens steht das Einkaufserlebnis

der Kinder. Der Brillenkauf soll Spaß machen und

“cool” sein. Die kleine, aber feine Auswahl der hochwertigen

Modelle wird übersichtlich auf roséfarbenen

stoffbezogenen Ablageboards präsentiert und

in Szene gesetzt. Dazwischen verstärken zahllose,

unterschiedlich geformte Spiegel noch die Präsenz

der graphischen Muster. Schon beim Vorbeigehen

wird der Blick durch die großflächigen Schaufenster

unweigerlich ins Innere gezogen. Zu laut, bunt und

wild das Interieur, um es übersehen zu können.

Man könnte sagen, beim Betreten des ROOKIES öffnet

sich die Tür in eine neue, eigene Welt. Schon der

blaue, weiche Teppichboden signalisiert: Dieser Shop

ist anders! Der wilde, aber harmonische Farbmix

verschmilzt in Kombination mit der stark graphisch

geprägten Wandgestaltung zu einem Raum ähnlich

einer begehbaren Skulptur. Verstärkt wird dieser Eindruck

noch durch die speziell angefertigten, gebogenen

Neonleuchten.

Die Kinderaugen werden nur dann noch größer,

wenn die Kleinen - aufgeregt vor dem Brillenautomat

auf- und abhopsend -, auf ihre neue Brille warten.

Dieses besondere Übergabeerlebnis macht die vermeintlich

“nervige Seehilfe” zu einem besonderen,

persönlichen Begleiter im Alltag. Es gilt wie für uns

Erwachsene auch: das Auge kauft mit und das Einkaufserlebnis

prägt unsere Wertschätzung für die

erstandenen Produkte.


architektur FACHMAGAZIN

66

RETAILarchitektur

Magische

Bücherwelt

Das chinesische Büro X+Living, rund um den Architekten Li Xiang, ist

bekannt für seine surrealen Innenraumdesigns. Auch die 1.100 m 2 große

Zhongshuge Buchhandlung in den Lafayette Galerien in Peking fügt sich in

die Reihe der wundersamen Stores ein. Runde Durchgänge wecken Assoziationen

an die sogenannten „Mondtore“ klassischer chinesischer Gärten und

leiten Kunden fließend ins Innere des Ladens.

Fotos: Wu Qingshan

Die Buchhandlung setzt sich aus unterschiedlichen

Bereichen zusammen, die Besucher neugierig machen

und zum Entdecken anregen sollen. Sämtliche Wände

des Hauptraums bestehen aus hohen Bücherregalen.

Sie werden an manchen Stellen von kreisförmigen

Öffnungen unterbrochen. Fast scheint es, als hätte

sich ein Bücherwurm durch die Wände gefressen. Die

Tore bestehen aus mehreren Schichten, die sich leicht

versetzt aneinanderlegen und mit integrierten Lichtbändern

für eine dramatische Tiefe sorgen. In gebogenem

Holz gekleidet, führen die einzelnen Lagen als

Stufen weiter auf die nächste Ebene oder werden zu

bequemen Sitzgelegenheiten. Die einzelnen Durchbrüche

ergeben spannende Blickbeziehungen quer

durch den Bookstore. Glänzende, dunkle Böden und

verspiegelte Decken lassen den Raum mystisch und

endlos wirken und die Grenzen zwischen Unten und

Oben fließend ineinander übergehen.

u


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67

RETAILarchitektur


architektur FACHMAGAZIN

68

RETAILarchitektur


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Auch die übrigen Bereiche der Buchhandlung sind geprägt

von Büchern und Spiegeldecken, die den Räumen

zusätzliche Größe und Höhe verleihen. In dem

Café des Stores ergänzen organisch geformte Tische

die geradlinigen, von Büchern gesäumten Regalwände

und führen das weiche Design des Eingangsbereichs

fort. Ihre Anordnung ist inspiriert von einem

berühmten, chinesischen Kunstwerk. Geschwungene

Sitzbänke legen sich an die Zwischenwand zum

angrenzenden Lesesaal. Dieser fungiert als Ort des

ungestörten Lernens und Lesens. Entlang eines zentralen

Gangs reihen sich einzelne, schräg positionierte

Bücherregale aneinander. Während sie an einer Seite

Stauraum bieten, wird die andere Front von schmalen

Holzsprossen strukturiert und flächig beleuchtet zur

diffusen Lichtquelle.

Den nächsten Abschnitt bildet ein heller Bambuswald.

Mit einem weißen Boden ausgestattet und von zarten,

vertikalen Stäben durchzogen, leitet er Besucher

weiter in eine anschließende Ruhezone. Geschwungene

Holztische verteilen sich punktuell im Raum und

bieten Präsentationsflächen für Bücher. Ein Leseraum

für Kinder komplettiert den magischen Bookstore.

Sein Design erinnert mit Einbauten und verspielten

Formen in kräftigen, bunten Farben an einen Zeichentrickfilm,

der die Vorstellungskraft der kleinen Nutzer

anregen soll. Der Laden ermöglicht eine Auszeit vom

Alltag, in dem man – versunken in ein gutes Buch –

in eine traumhafte Fantasiewelt entfliehen kann. Die

Planer entwickelten einen Innenraum, den traditionelle

und moderne Elemente der chinesischen Architektur

durchziehen. Es gelang ihnen, mit der Buchhandlung

einen Ort zu kreieren, in dem Zeit und Raum zu

verschwimmen scheinen und die Sinne der Kunden

auf vielen Ebenen angeregt werden.


| BA12-20G |

RETAILarchitektur

Einfach konfigurierbar:

TwinCAT 3 Lighting

Solution für DALI-2

www.beckhoff.com/lighting-solution

Mit TwinCAT 3 Lighting Solution stellt Beckhoff eine Lichtlösung

vor, die vom Engineering bis zur Wartung auf die Vereinfachung

aller Arbeitsschritte setzt. Alle typischen Lichtregelungen sind integriert,

die Anzahl der DALI-Linien ist unbegrenzt. TwinCAT 3 Lighting

Solution ist auch für Betreiber leicht über Excel konfigurierbar und

zugleich voll HTML- und webfähig, dezentral skalierbar sowie direkt

über Panel bedienbar. Schnelle Funktionsänderungen, Adressierungen

und Erweiterungen sind direkt im Betrieb möglich, ebenso wie

von DALI-Linien unabhängige Gruppierungen.

Direkt vom Panel aus bedienbar: TwinCAT 3

Lighting Solution vereinfacht die Umsetzung

individueller Lichtlösungen.


architektur FACHMAGAZIN

70

Licht

Kreativschule

in neuem Licht

Die von One Room Architekten geplante Sanierung und Erweiterung des Musischen

Gymnasiums Salzburg schafft Platz und unterstützt die kreative Ausbildung

durch Funktion und innovative Technik. Für eine angenehme Lern- und

Arbeitsatmosphäre sorgt eine moderne Lichtgestaltung – mehr Raum und Licht

für Konzentration und Kreation.

Text: Alexander Magyar Fotos: LICHT ART / Christoph Bergmann

Das Bestandsgebäude aus den 1980er

Jahren erhielt eine Aufstockung, die sich

schwebend über dem Altbau erhebt und

eine Fläche von rund 1900 m 2 bietet. Ein

flexibles Raumkonzept ermöglicht verschiedenste

Nutzungen, ob als Proberaum,

für Musikveranstaltungen oder als großzügiger

Tanzsaal.

Das Konzept der Lichtplanung für dieses

Projekt orientierte sich dabei an drei Vorgaben:

Erstens dem kreativen Inhalt des Unterrichtsfaches

und den Räumen mit einer entsprechenden

Lichtwirkung und Gestaltung

gerecht zu werden. Zweitens einen energietechnisch

hohen Anspruch hinsichtlich geringem

CO 2 -Fußabdruck und Energiekosten

einzuhalten und drittens optimierte Wartungsqualität

durch wenige Leuchtentypen

und hohe Lebensdauern zu erreichen.

Die Umsetzung erfolgte hinsichtlich der verschiedenen

Nutzungen und Räume immer

mit dem Hintergrund, die Vorgaben vollinhaltlich

einzuhalten. Für den großzügig angelegten

Tanzsaal wurden zur generellen

Grundbeleuchtung auf einem Tragsystem

gehängte LED-Bühnenscheinwerfer verwendet.

Über eine DMX-Steuerung lassen

sich die Strahler sowohl in der Farbe wie

auch im Fokus verändern und erzeugen damit

ein realistisches Bühnenerlebnis.

In den Musik- und Proberäumen sowie in

den Lernklassen wurde der Fokus der Lichtplanung

auf eine hohe Konzentration und

die damit verbundene Qualität der Sehleistung

gelegt. Hier wurde mit 4000K eine

kühlere Farbtemperatur gewählt, mit einem

Lichtniveau leicht über den von der Norm

geforderten 500 lx. Großer Wert wurde auf


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71

Licht

eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung und

eine Blendbegrenzung unter dem von der

Norm vorgegebenen Wert UGR 19 gelegt.

Da von den Schülern im Rahmen der Projektarbeiten

viele kunstvolle Werke produziert

und präsentiert werden, wurde auch dieser

Bereich in das Lichtkonzept integriert. Die

ständig wechselnden Ausstellungen in den

Gängen und Foyers wurden mit LED-Aufbaustrahlern

mit einem großen Schwenkbe-

reich und einem hohen Farbwiedergabeindex

von CRI97 bestückt, um die Kunstwerke

und Farben zum Leuchten zu bringen.

Umgesetzt wurde das Lichtkonzept mit nur

einem Leuchtensystem (Drop Field 2x2 und

3x3 der Firma LICHT ART / Artluce) mit

speziell für LED entwickelten Microreflektoren.

Damit wird brillantes Licht bei einem

Wirkungsgrad der Leuchten von bis zu 96 %

ermöglicht. In Kombination mit hocheffizienten

Mid-Power LED mit 150 lm/W ergeben

sich damit Einsparungen bei den Energiekosten

von mehr als 63% im Vergleich

zu den bisherigen Leuchten. Besonders

vorteilhaft wirkte sich die Leuchtenauswahl

auch auf die Erfüllung der eingangs

erwähnten Vorgaben aus, die allesamt mit

nur einem Leuchtensystem und in allen Bereichen

durchgängig möglich waren.

Innovative und hochflexible Aluminiumprofilsysteme

mit unendlichen Möglichkeiten.

Sie haben schon etwas ganz spezielles im Kopf? Wir freuen uns

mehr über ihr Vorhaben zu erfahren und stehen Ihnen gerne

beratend zur Seite. Sprechen Sie uns an!

Dome

Besuchen Sie uns in

Halle 3,1 Stand E71

FLAKE ist eine trapezförmige, zierliche direkt-/indirektstrahlende Büroleuchte. Die Formsprache des Leuchtengehäuse

verbindet sich nicht direkt mit der rechtwinkligen Prismenwanne. Der dadurch entstehende Lichtraum verleiht FLAKE eine

FORM FOLGT ARCHITEKTUR - LICHT FOLGT FORM

schwebende Leichtigkeit. Auch als HUMAN CENTRIC LIGHTING / TUNEABLE-WHITE - Ausführung erhältlich.

RIDI Leuchten GmbH, Industriepark Nord, Rudolf-Hausner-Gasse 16, 1220 Wien

Tel.: 01/73 44 210, Fax: 01/73 44 210 5; E-Mail: office@ridi.at, www.ridi.at


architektur FACHMAGAZIN

72

Produkt News

Zeitlos und exclusiv

Das Strandhotel Zoomers im niederländischen Küstenort Castricum liegt direkt

neben dem weitläufigen Dünenreservat Nordhollands. Stilvoll eingerichtete

Zimmer und Suiten bieten eine einmalige Aussicht auf die Dünenlandschaft und

das Meer und die gesamte Inneneinrichtung spiegelt die umgebende Natur wider.

Warme Sand- und Holztöne variieren harmonisch von Beige über Braun bis hin zu

Anthrazit. Zeitloses Design und natürliche Materialien schaffen ein wohnliches,

beruhigendes Ambiente.

Fotos: Strandhotel Zoomers

Die Bäder der Zimmer und Suiten bieten eine offene

und warme Atmosphäre. Mit einem Farbkonzept in

dunklen Tönen vermitteln sie ein behagliches Gefühl

und laden zum Entspannen ein. Gleichzeitig zeichnen

sie sich durch ein exklusives Interieur aus. Hier

setzten die Inneneinrichter auf KEUCO Armaturen in

Schwarzchrom: Die extravaganten Oberflächen verströmen

einen Hauch von Luxus und unterstreichen

den wohnlichen Look des Boutique-Hotels.

Am Waschtisch stellen die IXMO Wandauslaufarmaturen

einen edlen Kontrast zu den weißen Waschtischschalen

dar und das Duscherlebnis wird mit

IXMO Armaturen komplettiert. Die Armaturen in

zurückhaltendem Design vereinen dank innovativer

KEUCO-Technik mehrere Funktionen auf kleinstem

Raum. Die Gäste können zwischen großer Kopf- oder

Stabhandbrause mittels 2-Wege Ab- und Umstellventil

wählen. In dem gleichen Armaturenelement sind

Brausehalter und Schlauchanschluss enthalten und

über das Thermostat lässt sich die individuelle Wohlfühltemperatur

exakt einstellen.

An der freistehenden Wanne fiel die Wahl auf den EDI-

TION 400 Wannenmischer mit Stabhandbrause ebenfalls

in Schwarzchrom. Und auch in der Kitchenette

setzt sich das Design fort: Passend zu den anthrazitfarbenen

Fliesen fügt sich die KEUCO EDITION

400 Armatur in Schwarzchrom harmonisch in das

Gesamtkonzept ein.

KEUCO GmbH

T +43 (0)662 45 40 56-0

office@keuco.at

www.keuco.com


www.architektur-online.com

Rohrinnovation

für Nahwärmenetze

Mit einer neuen Rohrgeneration vereint Uponor

zwei der am meisten nachgefragten Eigenschaften

auf dem Markt für vorgedämmte Rohrleitungssysteme:

eine hervorragende Dämmleistung und eine

hohe Flexibilität. Möglich macht das der einzigartige

hybride Aufbau der Rohre mit innovativen Vakuum-Isolations-Paneelen

(VIP). Der Lambda-Wert der

VIPDämmschicht liegt bei nur 0,004 W/mK und ist

damit der niedrigste auf dem Markt für flexible, vorgedämmte

Rohre. Die einzigartige hybride Bauweise

der Rohre verringert zudem den Außendurchmesser

um bis zu 30 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen

vorgedämmten Rohren mit Weichschaum.

Erhältlich sind Ecoflex Thermo VIP für Nahwärmenetze

und Ecoflex Aqua VIP für die Warmwasserversorgung

ab sofort in ganz Europa.

73

Produkt News

Uponor Vertriebs GmbH

T +43 (0)2236 23003-0

info.at@uponor.com

www.uponor.at

Dank des innovativen Dämmstoffs verbindet das neue vorgedämmte Rohr Uponor

Ecoflex VIP für Nahwärmenetze eine hervorragende Dämmleistung mit hoher Flexibilität,

kleinem Durchmesser und nachhaltigem Design.

www.trox.at

Die perfekte Komposition aus Architektur und Technik

Lüftungs- und Brandschutzsysteme mit dem Know-How des Technologieführers


architektur FACHMAGAZIN

74

Produkt News

© DELABIE

Design-Armaturen

Mit den Armaturen aus der BINOPTIC-Reihe schlägt DELABIE eine Brücke

zwischen Design, Architektur und Funktionalität: Die Armaturenreihe BLACK

BINOPTIC erhielt die Auszeichnung „Red Dot“ des renommierten Red Dot Award:

Product Design 2021.

BINOPTIC steht dabei für eine Synthese aus ästhetischer

Vielfalt und Funktionen, die speziell an den

öffentlich-gewerblichen Bereich angepasst sind. Die

Konzeption aus 100 % Messing und Chromschwarz

ist nicht nur widerstandsfähig gegenüber intensiver

Nutzung, auch in den Bereichen Wasserverbrauch

und Hygiene punktet die Produktreihe, die für jede

Gegebenheit eine passende Armatur bietet.

Im öffentlich-gewerblichen Bereich kommt der Wasserersparnis

eine besonders wichtige Rolle zu: Die

Durchflussmenge von 3 l/min und das automatische

Schließen der BINOPTIC ermöglichen eine Wasserersparnis

von bis zu 90 % im Vergleich zu herkömmlichen

Armaturen. Die Durchflussmenge kann zudem

an die jeweilige Nutzung angepasst und auf 1,5 bis 6 l/

min eingestellt werden.

Die berührungslose Funktionsweise unterbindet die

Keimübertragung über die Hände und die automatische

Hygienespülung verhindert das Bakterienwachstum

in der Armatur. Hierfür wird automatisch

alle 24 Stunden nach der letzten Nutzung die Rohrleitung

gespült und das in der Armatur enthaltene

Wasser erneuert.

Ergänzt werden diese Produkteigenschaften durch

verkalkungsarme Lösungen (Strahlregler, Mechanismen)

und Schutzfilter, durch die sich die Wartungshäufigkeit

minimiert. Standardisierte Ersatzteile ermöglichen

einen schnellen und einfachen Austausch

und die Elektronik-Box unterstützt die Wartung durch

eine Diagnose-LED.

Zahlreiche öffentlich-gewerbliche Sanitärräume haben

diese Technologiebündel, die das Schöne mit

dem Nützlichen und zehn Jahre Garantie verbinden,

bereits im Einsatz: Etwa der internationale Flughafen

Abu Dhabi, der Incity Tower in Lyon, der Gemeindeverband

Métropole Européenne de Lille, das neue

Kulturzentrum Tai Kwun in Hongkong oder der Majunga-Turm

in La Défense.

DELABIE GmbH

T +49 (0)231 496634-0

info@delabie.de

www.delabie.de


www.architektur-online.com

75

Produkt News

Zeisparend und

komfortabel.

Markus

Stummerer

Selbstständiger

Fliesenleger,

Göttlesbrunn-

Arbesthal

Vor und hinter der Wand

Als Komplettbadanbieter bringt LAUFEN

mit LIS, dem ‚Laufen Installationssystem‘,

nun ein umfassendes Programm an

Vorwandelementen auf den Markt. Entwickelt

wurde das System von Laufen

gemeinsam mit dem deutschen Partnerunternehmen

Sanit. Das Traditionsunternehmen

Sanit Sanitärtechnik, ein Unternehmen

der internationalen Aliaxis

Gruppe, fertigt die Laufen Traggestelle

mit integrierten Spülkästen ausschließlich

in Deutschland wodurch eine hohe

Qualität garantiert werden kann.

Das Laufen Installation System eignet

sich für nahezu jede Bausituation im Trocken-,

Nass- und Massivbau und für die

Vor- und Hinterwandinstallation. Die Vorteile

des selbsttragenden Stahlrahmens

liegen dabei auf der Hand: Zum einen erhält

der Badplaner mehr Freiheit bei der

Gestaltung des Badezimmers. Zum anderen

macht die industrielle Vorfertigung

beim Qualitätshersteller die Bauzeiten

und Baukosten besser planbar – und gibt

Sicherheit bei der Gewährleistung sowie

bei der Einhaltung der einschlägigen Normen

(EN14055 Klasse 1 und 2).

LIS umfasst Lösungen für Waschtische,

Bidets und Urinale des Badspezialisten

sowie für wandhängende und bodenstehende

WCs. Auch die innovativen

Dusch-WCs Cleanet Riva und Cleanet Navia

können damit mühelos eingebunden

werden. Alle Vorwandelemente für die

WCs verfügen über eine wassersparende

Zweimengen-Spülung, die dazu passenden

mechanischen Drückerplatten sind

in verschiedenen Oberflächen erhältlich.

Darüber hinaus können zwei berührungslose,

sensorgesteuerte Glas-Drückerplatten

kombiniert werden.

Zum Lieferumfang aller Vorwandelemente

gehört auch ein Bauschutz-Set, das

die Anschlüsse bis zur Endmontage der

Badobjekte vor versehentlichen Beschädigungen

im weiteren Bauverlauf schützt,

Schallschutz-Sets sind ebenfalls erhältlich.

LAUFEN Austria AG

T +43 (0)2746 6060-0

office@at.laufen.com

www.laufen.co.at

Beim Dichten macht mir keiner

was vor. Der gebrauchsfertige

Dichtbandkleber DBK 80, der mir

den einzig wahren Verarbeitungskomfort

bei der Abdichtung bringt.

Zeitsparend gerollt oder gespachtelt

kann die Verbundabdichtung nach

nur 15 Minuten Trocknungszeit aufgebracht

werden.

Und das Wichtigste dabei: Das hält.

Murexin. Das hält.


architektur FACHMAGAZIN

76

Produkt News

Die sichere Lösung

Wenn Menschen in geschlossenen Räumen atmen oder sprechen, sammeln sich

winzige Flüssigkeitspartikel, sogenannte Aerosole, in der Luft und verteilen sich

in kurzer Zeit überall im Raum. Diese Aerosole können Viren transportieren und

das macht sie zu einem der Hauptüberträger für COVID-19.

Gerade in Klassenzimmern können sich

so virenbelastete Aerosole über mehrere

Stunden in der Raumluft verbreiten. Lüften

könnte diese Aerosole zwar effektiv

abführen, das Fensterlüften sorgt aufgrund

baulicher und thermischer Bedingungen

aber nur in den wenigsten Fällen für den

nötigen Luftaustausch. Der Einbau einer

Frischluftanlage, die die Luft kontinuierlich

austauscht, wäre die optimale Lösung - die

jedoch meist mit umfangreichen und zeitintensiven

Baumaßnahmen sowie hohen Kosten

verbunden ist. Viele Schulen benötigen

jedoch eine schnelle und kostengünstige

Lösung – gerade jetzt, wo das Thema Präsenzunterricht

im Focus der Lockerungsdiskussionen

steht.

Eine einfache und vor allem sichere Alternative

bietet der Raumluftprofi TROX mit

seinem Luftreiniger: Das Gerät wird einfach

aufgebaut und eingeschaltet. Es filtert zuverlässig

99,95% aller Viren aus der Raumluft

– leise und ganz ohne Zugluft. Und das

dank seiner hohen Luftwechselrate selbst

in großen Räumen. Dabei wird nicht nur

das Risiko einer Coronainfektion gemindert:

Der Luftreiniger filtert auch alle anderen

Viren und Bakterien aus der Raumluft

und senkt so das Risiko, sich mit Erkältung,

Grippe oder einer anderen Infektionskrankheit

anzustecken.

Auch die Wiener Sängerknaben als auch

die St. Florianer und die Wiltener Sängerknaben

in Innsbruck setzen, neben regelmäßigen

Tests und speziellen Hygienekonzepten,

auf Corona-Sicherheit durch die

mobilen Luftreiniger von TROX.

TROX Luftreiniger in einem Klassenraum der Volksschule Deutsch-Wagram

© TROX

TROX Austria GmbH

T +43 (0)1 25043-0

trox-at@troxgroup.com

www.trox.at

www.trox-luftreiniger.at

Zwei St. Florianer Sängerknaben und Chorleiter Markus Stumpner bei der Probe

© St. Florianer Sängerknaben / Wolfgang Gruber


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77

Produkt News

Einfach. Flexibel. Zukunftssicher

REHAU bietet mit NEA SMART 2.0 eine flexible

Lösung für die Regelung von Flächenheizungen,

die den unterschiedlichsten

Anforderungen gerecht wird. Mit der Einzelraumregelung

lässt sich die Regelungstechnik

vom Einfamilienhaus bis hin zum

Gebäude mit 60 Räume einfach, schnell

und sicher erfolgreich meistern. Erhältlich

ist NEA SMART 2.0 als Funk- und Bus-Lösung.

Hierbei vereint die Basis als zentrale

Regeleinheit beide Technologien in einem

Gerät, ohne dass dabei zusätzliche Komponenten

erforderlich sind. Somit können

Funk- und Bus-Komponenten als Mischinstallation

betrieben werden. Neben der reinen

Raumtemperaturregelung ist auch die

Steuerung von Vorlauftemperaturen und

die Einbindung von Entfeuchtungseinheiten

möglich. Mit dem neuen KNX Gateway

lässt sich NEA SMART 2.0 nun auch problemlos

in ein KNX Smart Home einbetten.

Mit der intuitiv bedienbaren NEA SMART

2.0 App kann der Gebäudenutzer dann

nicht nur Einstellungen an der Flächenheizung

vornehmen, die App bietet die Möglichkeit

des Energiemonitorings und informiert

über den aktuellen Anlagenzustand.

Wahlweise lässt sich damit auch dem zuständigen

Fachbetrieb die Möglichkeit der

Fernwartung einräumen.

Rehau GmbH

T +43 (0)2236 24 684-0

verw.soe@rehau.com

www.rehau.com

Uponor

S-Press PLUS

Für den

Einsatz unter

härtesten

Bedingungen

ROBUST: Für den Einsatz unter härtesten

Bedingungen

SICHER: Sorgt für perfekte Pressergebnisse

EINFACH: Planungs- und montage frundlich

SMART: Jederzeit technische Informationen

über QR-Code abrufen

Erfahren Sie mehr auf uponor.at/s-press-plus


architektur FACHMAGAZIN

78

Produkt News

Für den Basketballnachwuchs

Auf dem lange brachliegenden 18.000 m 2 großen Gelände des ehemaligen Ulmer

Donaubads entwarf das Architekturbüro Scherr+Klimke AG einen Campus für den

Basketball-Breiten- und Spitzensport.

Gegliedert ist das Bauvolumen in vier Gebäudeteile

– Büro, Gastronomie, Fitness und Training –, die über

ein zentrales Foyer erschlossen werden. Den Komplex

mit 14.000 m² Bruttogeschossfläche zeichnen

attraktive Bodenflächen für unterschiedliche Anforderungen

aus. Ob fugenlose PU-Beschichtung, Fliesen,

textile und Designbeläge auf 5.000 m 2 schnell

trocknender Spachtelmasse und feuchteresistentem

Estrich – die Großbaustelle musste schnell und zuverlässig

funktionieren.

„Ein einheitlich durchgängiger Belag soll die verschiedenen

Bereiche verbinden“, so Architekt Ostermann,

der dafür eine PU-Beschichtung von Arturo

wählte. Sie ist robust und bietet vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten.

Beispielsweise lassen sich Logos

und Schriftzüge im Bodendesign integrieren.

Herzstück des Campus sind drei Trainingshallen:

„Wir wollten flexible Flächen, die variabel bespielbar

sind. Die Beläge müssen höchsten Anforderungen an

Funktionalität genügen, gestalterisch ansprechend

und trendbewusst sein“, erklärt Ostermann.

Im Büro- und im Fitnessbereich bilden belastbare

Hohlraumböden mit Revisionsöffnungen den idealen

Untergrund für textile Beläge und strapazierfähige

Vinyl-Designböden von PROJECT FLOORS. Die

1.219 mm langen Planken mit einer Nutzschicht von

0,55 mm wurden im wilden Verband verlegt. Sie sind

robust, leicht zu reinigen, für Allergiker geeignet, außerdem

schonend für die Gelenke und fußwarm.

Eyecatcher im Foyer ist die Arturo PU-Beschichtung

in der Clubfarbe Orange. Vor dem Sportlereingang

markiert sie die knapp 24 m 2 große Sponsorenwand

‚Wall of Fan’, auf der sich 699 Spender im imposanten

Schriftzug ‚WE ARE ONE’ namentlich verewigt haben.

PROJECT FLOORS GmbH

T +49 (0)2233 9687-0

info@project-floors.com

www.project-floors.com


www.architektur-online.com

79

Produkt News

Die Schule als Wohlfühlort

Wer in einer angenehmen Atmosphäre lernt, ist kreativer

und leistungsfähiger. Diese Überlegungen standen

beim Neubau der Grundschule Werlte im niedersächsischen

Emsland für das mit der Umsetzung

beauftragte Architekturbüro Hambrock Bauplanung

GmbH im Vordergrund.

Neben einem durchdachten Design- und Farbkonzept

setzten die Architekten aufgrund der guten

Erfahrungen aus zahlreichen vorangegangenen

Projekten auf nora Kautschukböden, die durch ihre

Langlebigkeit und den kostengünstigen Unterhalt

im Hinblick auf die Lebenszykluskosten punkten:

Die Beläge sind nicht nur äußerst widerstandsfähig

und pflegeleicht, sondern auch CO 2 -neutral, was den

Bauherrn auch mit einem Zertifikat bescheinigt wurde.

Unvermeidbare Treibhausgasemissionen werden

durch Emissionsminderungszertifikate kompensiert.

Durch ihre Dauerelastizität vermindern die Kautschuk-Beläge

zudem die Gehgeräusche und tragen

so zu einer angenehm ruhigen Lernumgebung bei.

Erhältlich sind die verwendeten nora Kautschukböden

in 38 Farben. Durch diese Vielfalt gelang es den

Planern, die noraplan sentica Böden ideal in ihr Farbkonzept

zu integrieren. Das Treppenhaus, die Klassenräume

und Verkehrsflächen erhielten die Beläge in

dezentem Grau und Beige, während die Böden in den

Jahrgangsfluren in Akzentfarben ausgeführt wurden.

Insgesamt wurde der Belag auf mehr als 3.500 m 2 in

acht unterschiedlichen Farbtönen verlegt.

In der neuen Grundschule Werlte fühlen sich Schüler

und Lehrkräfte kurz nach dem Einzug rundum wohl.

Vom „Ernst des Lebens“ kann hier keine Rede sein.

nora flooring

systems GesmbH

+43 (0)7242 74 001-0

www.nora.com

CITYbig A19, die attraktive Behältergarage

für 240 l Hausmülltonnen

Wahlweise mit verschiedenen

Dachlösungen und Aschereinsätzen

lieferbar.

Stets verfügbar dank moderner

Lagerlogistik

Stausberg Stadtmöbel GmbH 4531 Kematen a. d. Krems Telefon +43 (0)7258 / 5711 stausberg.at


architektur FACHMAGAZIN

80

Produkt News

Streckmetall als Deckenhighlight

Das IST Austria (Institute of Science and Technology Austria) erweitert sukzessive

den Campus in Klosterneuburg. In den zuletzt fertig gestellten Gebäuden sorgt

eine Streckmetalldecke von Fural für perfekte Raumakustik und Optik. Sie wurde

diagonal über das gesamte Geschoss montiert und bildet somit eine optische

Einheit über die verschiedenen Räume hinweg.

Die dafür verwendete Unterkonstruktion ist dabei

wesentlich einfacher und montagefreundlicher zu

verbauen als andere Varianten. Durch die längsseitige

Fuge sind Beleuchtung und Lüftungsauslässe

ideal integrierbar. Zudem sind die einzelnen Deckenplatten

werkzeuglos zu reversieren, was Flexibilität

schafft. Die Maschengröße der Streckmetalldecke

wurde so gewählt, dass die Decke einen großen

freien Querschnitt hat. Dadurch kann auf eine zweite

Brandmelder-Ebene verzichtet werden und die

Brandmelder befinden sich lediglich im Deckenhohlraum.

Um die Schallabsorption zu erhöhen, wurde in

jede vierte Deckenplatte eine schwarze Akustikmatte

eingelegt.

Streckmetalldecken werden häufig aufgrund ihrer

hohen Flexibilität gewählt. Sie bieten ein hohes

Maß an Gestaltungsfreiheit für Architekten: Maschengröße

und freier Querschnitt, Farbe, Vlieseinsatz,

Verarbeitung bzw. Ausführung (Kassettentyp

und Deckenart – geschlossen oder als Segel). Eine

Streckmetalldecke kann ideal auf die jeweiligen

Raum anforderungen angepasst werden. Zudem vereint

sie verschiedene Funktionen, wie das Design

und die akustische Wirksamkeit.

Fural Systeme in Metall GmbH

T +43 (0)7612 74 851-0

fural@fural.at

www.fural.com


www.architektur-online.com

81

Produkt News

Harlequin Liberty und Studio an der

Palucca Hochschule für Tanz Dresden

Tanzboden – eine Besonderheit

unter den Sportböden

Der Tanz hat sich mit vielfältigen Stilen als Teil der immer umfangreicher

werdenden Fitness Moves etabliert. Neben klassischen

Tanzstudios entstehen neue multifunktionale Studios, die

diesen Trends geeignete räumliche Voraussetzungen bieten.

Wichtigste Voraussetzung bei diesen Projekten ist der Boden,

der gelenkschonendes und bewegungsunterstützendes Training

ermöglichen muss. Deshalb sollte bei der Auswahl eines

geeigneten Bodens darauf geachtet werden, dass er diesen

Anforderungen entspricht und nicht nur ein Sportboden installiert

wird. Tanzböden setzen sich aus einem speziell für Tanz

entwickelten Schwingboden und einem passenden Oberbelag

zusammen. Der Unterschied zu einem Sportboden besteht darin,

dass im Tanz weniger Federung im Schuhwerk üblich ist als

bei Ballsportarten. Daraus resultiert, dass das Schwingverhalten

des Tanzbodens ausgeprägter sein muss. Ein gutes Beispiel

hierfür ist der auf Elastomer-Pads gelagerte Liberty-Schwingboden

von Harlequin Floors, der abfedernd nach Sprüngen

wirkt und gleichzeitig Energie in den Körper zurückführt.

Die Oberfläche eines Tanzbodens kann aus Parkett oder einem

Tanzteppich aus PVC bestehen. Letztere werden immer

beliebter, da sie in verschiedenen Ausführungen erhältlich

sind, die auf die Anforderungen unterschiedlicher Tanzstile

ausgelegt sind. Ein Belag für Ballett zum Beispiel benötigt

wesentlich mehr „Grip“ als ein Belag für Hip-Hop. Mittlerweile

gibt es bereits Tanzbeläge mit antimikrobiellen Eigenschaften,

wie z.B. Cascade von Harlequin Floors, die eine Ausbreitung

von Keimen verhindern.

Harlequin Floors

T+49 (0) 30 340 441 600

anfrage@harlequinfloors.com

www.harlequinfloors.de

Klassische Eleganz im modernen Ladenbau.

Mit Designboden Verkaufswelten schaffen.

www.project-floors.com

Elf Studios der Hochschule sind mit Harlequin

Liberty und Studio ausgestattet.

+


architektur FACHMAGAZIN

82

Produkt News

© cetus Baudevelopment u. Michael Baumgartner KiTO

Hoch hinaus

Das HoHo Wien ist das derzeit größte Holz-Hybrid-Hochhaus der Welt. Investor

Günter Kerbler und Baumeisterin Caroline Palfy hatten die Idee zu einem „Holzturm“,

der gemeinsam mit den Architekten von RLP Rüdiger Lainer + Partner als

HoHo Wien realisiert wurde. Aufgebaut als Hybrid aus Holz- und Betonfertigelementen

beherbergt das 24-stöckige Gebäude heute auf 19.500 m 2 Mietfläche

einen Mix aus verschiedenen Nutzungen.

Auch im Innenausbau ist bei diesem Leuchtturmprojekt

Holz der dominierende Werkstoff. Es wurde bewusst

auf Tapeten und sogar Lackierungen verzichtet

– die Räume sollen nach Fichtenholz bzw. nach

Wald riechen. Insgesamt beträgt der Holzanteil im

HoHo Wien 75 Prozent.

Mit seinen Systemprodukten und Ausbauleistungen

war der Trockenbau-Spezialist Lindner bereits im

Grundausbau mit diversen Wand- und Deckenbekleidungen

beteiligt. Individuelle Gestaltungswünsche,

wie unterschiedliche Bodenbeläge in den Büroflächen,

im Hotel sowie im Fitnessbereich, wurden im

Rahmen des Mieterausbaus ausgeführt. Im gesamten

Gebäudekomplex entschied man sich für das Cradle

to Cradle® geprüfte Hohlbodensystem FLOOR and

more®, im Fitnessbereich in der Variante „Power“ mit

spezieller Plattenrezeptur und verstärkten Hohlbodenstützen.

Die nahezu emissionsfreien Bodenplatten

aus Calciumsulfat (Gips), einem nicht brennbaren

Material, verfügen zusätzlich über beste bauphysikalische

Eigenschaften. Zusätzlich wurden im HoHo

weitere Prüfungen in Bezug auf Schallschutz bei

Hohlböden auf Holzdecken durchgeführt und die

Akustik zusätzlich optimiert.

Die gewählten Lindner Produkte sind so Teil des

strengen Nachhaltigkeitskonzepts dieses Projektes.

Das Holzhochhaus hat beim international anerkannten

Bewertungssystem für umweltfreundliche Gebäude,

LEED, bei Fertigstellung Gold erreicht. Das

ÖGNB-Fertigstellungszertifikat kann sich ebenfalls

sehen lassen: Die Österreichische Gesellschaft für

Nachhaltiges Bauen weist dem HoHo Wien 924 von

1000 Punkten zu.

Lindner GmbH

T +43 2252 86160-0

austria@lindner-group.com

www.lindner-group.com


www.architektur-online.com

83

Produkt News

Holz und Hanf

für den Kindergarten

Die Kinderbetreuungsstätte am Hauderweg in Linz-Ebelsberg

präsentiert sich als gelungene Kombination aus einem sanierten

Bestandsgebäude und einem harmonischen Erweiterungsbau.

Errichtet wurde der Neubau Großteils in Massivholzbauweise,

für die Fassade kam ein diffusionsoffenes, ökologisches

Dämmsystem mit Hanfdämmplatten von Capatect zum Einsatz.

Wichtige Vorteile der Hanffassade sind, neben den ökologischen

Vorzügen, der ausgezeichnete Schallschutz und die

Flexibilität des Materials, das die Bildung von Spannungsrissen

in der Fassade weitgehend verhindert.

Die wasserabweisende Hülle wurde mit dem mineralischen

Capatect-Schlämmputz gemeinsam mit der Primasil Fassadenfarbe

mit Silikonharz (ebenfalls Capatect) erstellt. Der

Putz wurde maschinell aufgebracht und mit einer Bürste

strukturiert. In einem kleinen Teilbereich (Einschnitt) wurde

eine sehr glatte Oberfläche mit dem SH Modellierputz ausgeführt.

Insgesamt wurden so 1000 m² Fassaden-Fläche bearbeitet,

wobei man sich bei der Farbgebung der Außenwände

vom rotbraunen Ziegeldach des Bestandsgebäudes inspirieren

ließ. Der Farbton Magma, ein erdiges, sattes Rotbraun

sorgt für die spezielle Außenwirkung des gesamten Komplexes

und bildet einen harmonischen Kontrast zum Gartengrün

der Umgebung.

Capatect Baustoffindustrie GmbH.

T +43(0)7262/560-0

info@capatect.at

www.hanfdaemmung.at

© Markus Kaiser, Graz

grenzen

los

planen.

Individuelle Steine nach Ihren Ideen.

PARTNER FÜR OBJEKTGESTALTER

Mit dem umfassenden Standardsortiment und individuellen

Sonderproduktionen bei Farben und Formaten eröffnen Friedl

Steinwerke neue Möglichkeiten in der Gestaltung von Plätzen und

Wegen. Wir stehen für Beratung und Bemusterung gerne bereit:

anfrage@steinwerke.at

www.steinwerke.at

redu

NOx

Ludwig-Zatzka-Park in Wien –

mit Luftschadstoff-abbauenden Pflastersteinen gestaltet


architektur FACHMAGAZIN

84

Produkt News

Versickerungsflächen

individuell gestalten

Um mehr Möglichkeiten für die Herstellung attraktiver Versickerungsflächen zu

eröffnen, erweitert der burgenländische Pflastersteinhersteller Friedl Steinwerke

sein Angebot an Sickersteinen. Die neuen Rasenfugen- und Längsrasenfugensteine

erlauben eine Kombination mit herkömmlichen Friedl Pflastersteinen, wodurch

unzählige Verlegemuster realisierbar werden.

Diese neuen Sickersteine sind – wie auch die herkömmlichen

Pflastersteine – mit der Verschiebesicherung

VG4 ausgestattet. Durch diesen Verschiebeschutz

erhalten die einzelnen Steine einen festen

Sitz, die Fugen bleiben dadurch auch bei höheren

Beanspruchungen und über einen langen Zeitraum

gleichmäßig und formschön.

Neu im Programm von Friedl Steinwerke ist mit Öko

Plus VG4 ein Drainfugenstein, dessen 13 mm breite

Fugen mit Splitt befüllt werden. Der Rasenfugenstein

Cupro Verde VG4 erzeugt 30 mm breite Fugen,

die auch mit Pflanzsubstrat befüllt werden können.

Mit Linea Verde VG4 ist ein Längsrasenfugenstein

erhältlich, bei dem nur an einer Steinlängsseite Abstandhalter

für eine 30 mm große begrünbare Fuge

angebracht sind.

Die Steine sind in rechteckigem und quadratischem

Format verfügbar. Neben der Pkw-befahrbaren Variante

mit 8 cm Steindicke gibt es diese Steine auch

für Lkw-befahrbare Flächen. Bei der Farbwahl haben

Architekten und Planer alle Freiheiten: Die Sickersteine

können in einer Farbe aus der Friedl Farbpalette

umgesetzt werden, die Realisierung eines individuellen

Farbwunsches ist ebenso möglich. Alle neuen Sickersteine

sind mit den Pflastersteinen und -platten

der Linea VG4-Serie, der Classic Pflaster VG4-Serie

sowie diversen Kombipflastern kombinierbar.

Friedl Steinwerke GmbH

T +43 (0)2618 3208-0

weppersdorf@steinwerke.at

www.steinwerke.at


www.architektur-online.com

85

Die Freiheit,

wirklich

gestalten

zu können.

Produkt News

Lockere Sitzordnung

Schon mit den beiden Erfolgsmodellen DESSAU und INLINA

hat der traditionelle Stadtmöbelhersteller STAUSBERG vielen

öffentlichen Plätzen und Anlagen zu einem neuen, dem

heutigen Lifestyle entsprechenden Look verholfen. Mit der

neuen modularen Bankserie CONNECT können Städteplaner

und Nutzer nun entscheiden, ob sitzen, sich bequem zurücklehnen

oder sogar liegen dem individuellen Ruhebedürfnis

am besten gerecht wird. Das Produktprogramm bietet neben

unterschiedlich großen Bänken mit und ohne Lehne auch Hocker

zum Sitzen oder Füße hochlegen sowie einzelne Stühle.

Dadurch werden auch kleinste Sitzgruppen möglich, wo der

Platz knapp ist. Gleichzeitig lassen sich die flexibel kombinierbaren

Elemente locker über größere Flächen wie z. B.

Spiel- und Grillplätze verteilen, ohne willkürlich zu wirken.

Zu dieser formalen Leichtigkeit trägt auch das eigentliche

Design der neuen CONNECT Serie bei. Die Bänke sind

schlanker, die Breiten variabler und Stühle und Loungebänke

werden von oben bis unten von Flachstahlelementen

gehalten. Der Stahl muss dabei nicht immer anthrazitgrau

(bzw. DB703) sein, sondern kann individuell farbbeschichtet

werden. Aktuell vorgestellt werden u. a. CONNECT Möbel

mit grünen oder sandfarbenen Stahlwangen. Sitz- und Lehnflächen

bestehen aus den ebenso beliebten wie langlebigen

Holzrosten aus schmalen FSC®-Hartholzlatten. So macht

CONNECT seinem Namen alle Ehre: Stilistisch und formal

wird es Jung und Alt verbinden und dabei die Brücke in eine

nachhaltige Zukunft schlagen.

Stausberg Stadtmöbel GmbH

T +43 (0)7258 5711

info@stausberg.at

www.stausberg.at

Fassadenlösungen von

Sto setzen Maßstäbe bei

Systemsicherheit und

Individualität.

Fassaden individuell gestalten

und effektiv dämmen.

Über Proportionen und Formgebung, Materialien, Oberflächen

und Farben können Sie die Wertigkeit und Ausstrahlung

erzeugen, die Sie sich für Ihr Gebäude wünschen. Sie wählen

eines unserer ausdrucksstarken Materialien – wie Klinker,

Stein, Glas, Putz, plastische Fassadenelemente – oder eine

Kombination aus mehreren. Wir stellen die passende Systemlösung

auf Basis einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade

oder eines Wärmedämm -Verbundsystems zur Verfügung –

technisch sicher und erprobt.

Mehr Informationen unter www.zukunft-fassade.at

KTM MotoHall, Mattighofen, A | Architekt: X-Architekten, Linz, Hofbauer Liebmann Architekten ZT GmbH., Wels | Produkte: StoSignature Exterior | Foto: Christian Schellander


architektur FACHMAGAZIN

86

Produkt News

RC2-Zertifizierung

für sämtliche Ausführungen

Glas-Faltwände mit gerader Elementanzahl – beispielsweise vier, sechs oder acht

Glaselemente – sind im Hinblick auf eine gute Einbruchhemmung bautechnisch eine

besondere Herausforderung, wodurch diese Systeme bisher lediglich mit „erhöhter

Sicherheit“ ausgewiesen wurden.

Als derzeit einziger Anbieter verfügt Solarlux nun

für seine gesamte Glas-Faltwand-Familie (Highline,

Ecoline, Woodline und Combiline) auch bei paarigen

Ausführungen über eine Zertifizierung nach RC2 und

erfüllt die Anforderungen an eine hohe Einbruchhemmung

nach DIN EN 1627.

Demnach sind Bauvarianten sowohl nach links oder

rechts als auch nach links und rechts möglich. Beispielsweise

können zwei Glaselemente links oder

sechs rechts gebaut werden – eine andere denkbare

Konstellation wären zwei Elemente links und vier

rechts. Alle Varianten können zudem innen oder außen

öffnend umgesetzt werden.

Mit dieser erweiterten RC2-Zertifizierung bietet Solarlux

ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal,

denn die unzähligen Konfigurationsvarianten der

Glas-Faltwandsysteme – ob mit gerader oder ungerader

Elementanzahl – können nach RC2 Standards

ausgeführt werden.

SOLARLUX AUSTRIA GmbH

T +43 (0)512 209 023

info@solarlux.at

www.solarlux.com


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87

Produkt News

Neue Ära der

Fassadendämmung

Saint-Gobain WEBER TERRANOVA hat mit „webertherm freestyle

GW“ ein völlig neuartiges Fassadensystem entwickelt:

Der Glaswolle-Kern des innovativen Wärmedämm-Verbundsystems

(WDVS) kommt vom Dämmstoffspezialisten ISOVER

und besteht aus 80 % Recyclingglas. Ausgestattet mit einer

extrem niedrigen Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,034 W spielt

das innovative System in der Top-Liga der Mineralwolle-Dämmungen

und vereint noch weitere Vorteile wie beispielsweise

A2 geprüfter Brandschutz, perfekter Schallschutz, federleichtes

Gewicht u. v. m.

Mit einem Gewicht von nicht einmal 7,5 kg bei 20 cm Dämmdicke

ist die Produktinnovation leicht im Gewicht aber trotzdem

sehr druckfest und formstabil. Im Vergleich zu herkömmlichen

Steinwolle-Systemen bedeutet das eine Gewichtsreduktion

von bis zu 10 Tonnen (!) pro 1.000 Quadratmeter Fassadenfläche

und mit dem optimierten Plattenformat von 60 mal 100 cm

kann in gleicher Zeit pro Platte 20 Prozent mehr Dämmfläche

erzielt werden.

Der Glaswolle-Kern von webertherm freestyle GW bringt zudem

erhebliche Vorteile beim Schall- und Brandschutz. Die

einzigartige Faserstruktur der Wärmedämmplatte absorbiert

besonders effektiv störende Schallfrequenzen.

Das neue WDVS-System ist als A2, s1 –d0 (nicht brennbar)

geprüft und kann daher in allen Gebäudeklassen uneingeschränkt

eingesetzt werden.

Saint-Gobain Weber Terranova Österreich

T +43 (0)1 66 150

marketing@weber-terranova.at

www.weber-terranova.at

FUNKTIONSFÄHIGE

DACHABDICH-

TUNGEN:

SCHNELL, SICHER,

FACHGERECHT.

Unsere Abdichtungssysteme aus Flüssigkunststoff

bieten nachhaltige Lösungen.

Sie haben ein geringes Flächengewicht, haften auf fast allen

Untergründen und sind auf Wurzel- und Rhizomfestigkeit

zertifiziert (FLL-Verfahren und DIN EN 13948). Selbst

komplizierte Details und Geometrien werden nahtlos

abgedichtet. Durch Einhaltung der anerkannten Regeln der

Technik bilden wir die beste Abdichtungsgrundlage für ein

dauerhaft sicheres Gründach. Projekte realisieren wir dabei

immer im erfolgreichen Zusammenspiel aus Planern, geschulten

Verarbeitungsbetrieben und unseren hochwertigen Produkten.

Das heißt für uns: Gemeinsam gelöst.


architektur FACHMAGAZIN

88

Produkt News

Fotos: sto/Christian Schellander

Bauen für Bildung, Wissen und Zukunft

Beim Bau von Bildungseinrichtungen braucht es Wissen, Kompetenz und Planungssicherheit.

Dabei geht es vor allem um Nachhaltigkeit und gesundheitliche

Aspekte wie Emissionsfreiheit, um Funktionalität, Ästhetik und angenehme Raumakustik,

aber auch um Kosten-Nutzen-Abwägungen, Planungssicherheit und die

Einhaltung strenger rechtlicher Rahmenbedingungen

Der Fassaden- und Baustoff-Pionier Sto bündelt

Kompetenzen aus unterschiedlichen Bereichen und

bietet Lösungen für den Bau von Bildungseinrichtungen

aus einer Hand – von der Fassade bis zum Innenraum,

von Hörsaal, Gruppensaal und Klassenzimmer

bis zur Kantine. Für die Fassaden wird ein buntes

Kaleidoskop an Fassadengestaltungen angeboten,

die hochfunktional und nachhaltig sind: Ob klassisches

Wärmedämm-Verbundsystem, vorgehängte,

hinterlüftete Fassaden oder intelligente Fassadenbeschichtungen

nach bionischen Wirkprinzipien, die

gegen Algen- und Pilzbefall schützen – alles kommt

aus einer Hand und garantiert Planungssicherheit

und perfekte Funktionalität.

Die Schadstoff- und emissionsarmen Innenraumprodukte

und ausgeklügelte Akustiklösungen des

Herstellers tragen zu einem angenehmen Lernklima

bei. An Innenraumfarben steht ein breites Portfolio

an besonders robusten und leicht zu reinigenden

Farben zur Verfügung, die frei von Lösemitteln und

Weichmachern sind. Fugenlose Akustikdecken und

Decken- bzw. Wandsegel für den nachträglichen

Einbau absorbieren den Schall und sorgen für gute

Sprachverständlichkeit.

Bildungsgebäude bestehen aber auch aus Einfahrtsbereichen,

Tiefgaragen und Treppenhäusern, deren

Oberflächen besonders beansprucht werden. Auch

hier bietet Sto ein breites Programm an Beschichtungssystemen

an, die Rissbildungen vorbeugen,

den Schub- und Abrieblasten von Kraftfahrzeugen

standhalten und die sich problemlos chemisch reinigen

lassen. Die große Farbtonvielfalt der Beschichtungssysteme

ist ein weiteres Plus – so lassen sich

Besucherströme farblich lenken.

Sto Ges.m.b.H.

T +43 (0)4242 33133-0

info.at@sto.com

www.sto.at


www.architektur-online.com

89

Systeme in Metall

Produkt News

fural.com

WIR SIND

STRECKMETALLDECKEN

fural.com

© Heike Skamper

Lebendiges Farbspiel

aus Pflasterklinkern

Mit der Neugestaltung von gleich drei zentralen Orten richtet

Köln-Chorweiler den Charakter des Stadtgefüges neu

aus: Sitztreppen, Outdoor-Gym und Kletterwand, der „Tisch

der Nationen“, künstlerische Skulpturen und ein begehbarer

Springbrunnen – diese Mischung macht aus den drei Stadträumen

Liverpooler Platz, Pariser Platz und Lyoner Platz eine

multifunktionale, urbane Einheit.

Ganz bewusst haben sich die Bauherren und das interdisziplinäre

Planungsteam arge chorweiler neben der besonderen

Stadtmöblierung auch für gestaltprägende Bodenbeläge

entschieden. Während der größere Liverpooler Platz um den

Wochenmarkt herum eine Befestigung aus farbigem Asphalt

bekommen hat, wurden auf dem Pariser Platz – als zentralem

Stadtplatz an der Kirche – repräsentative Pflasterklinker in

gebundener und ungebundener Bauweise verlegt.

Abgeleitet aus dem angrenzenden Kirchenensemble und dem

Bezirksrathaus, die ebenfalls mit Klinkern gestaltet sind, spiegelt

der hochwertige Bodenbelag deren Farbwelt, ohne monochrom

zu wirken.

Zum Einsatz kamen durchgefärbte GIMA-Pflasterklinker mit

Verlegehilfen im Format 320 x 52 x 115 Millimeter. Auf dem

2.500 Quadratmeter großen Platz wurden sie hochkant im

Reihenverband mit Drittelversatz verlegt und halten auch der

Belastung durch Wartungsfahrzeuge, Müllabfuhr und Straßenreinigung

problemlos stand.

GIMA Girnghuber GmbH

T +49 (0)8732 24-0

info@gima-ziegel.de

www.gima-ziegel.de


architektur FACHMAGAZIN

90

Produkt News

Das neue Türkenwirt-Gebäude

Neue Ideen und Konzepte in der Planung und Bauausführung sollen den Gebäudesektor

bis zum Jahr 2030 energieneutral machen. Um dieses hohe Ziel zu erreichen

ist es nicht nur erforderlich den Energieverbrauch deutlich zu senken, sondern

Gebäude zu entwerfen, die mit natürlichen Ressourcen sparsam umgehen,

alle verfügbaren Energieträger vor Ort nutzen und in höchstem Maße sparsam in

der Errichtung und im Betrieb sind.

Wie all diese Anforderungen an zeitgemäßes

Bauen unter einen Hut zu bringen sind,

wurde am Beispiel des bereits mehrfach

ausgezeichneten TÜWI der Universität für

Bodenkultur in Wien vom Wiener Planungsteam

Baumschlager Hutter Partners unter

Beweis gestellt.

Das Besondere an diesem Gebäude ist

nicht nur die überzeugende energetische

Performance, sondern auch der effiziente

Einsatz der unterschiedlichen, zum großen

Teil klimaneutralen, Baustoffe: ein Stahlbetonskelett

als statisch optimiertes Traggerüst,

eine Holzelementfassade als Hülle und

vorgesetzte Holzlamellen als Sicht- und

Sonnenschutz. Die Elementfassade wurde

komplett im Werk der Strobl Bau/Holzbau

GmbH gefertigt und vor Ort nur noch montiert.

Der erforderliche Brandschutz von EI

60 wird durch die Bekleidung des gesamten

Holzbaus mit einer Hybridkonstruktion aus

Rigidur Gipsfaserplatten und Riduro Holzbauplatten

gewährleistet. Dabei übernimmt

die Gipsfaserplatte auch die aussteifende

Funktion für den Holzrahmenbau. Die extreme

Oberflächenhärte und Stoßfestigkeit

der eingesetzten Gipsbauplatten sichert

dabei im Innenraum ein langfristig hochwertiges

Erscheinungsbild. Das verlängert

nicht nur die Sanierungsintervalle, sondern

senkt auch die laufenden Kosten. Zudem

bringt die hohe Dichte der Gipsbauplatten

wertvolle Speichermasse ins Gebäude und

der hohe Gipsanteil in den Innenwänden

trägt zu einem gesunden Raumklima für die

Nutzer/innen bei.

Saint-Gobain RIGIPS Austria GesmbH

T +43 (0)3622 505-0

rigips.austria@saint-gobain.com

www.rigips.at


www.architektur-online.com

91

Produkt News

© Peikko

© Peikko

In 9 Monaten fertiggestellt

Die Eröffnung der neuesten St. George‘s School in München spiegelt den Erfolg

des Konzepts und den Bedarf an hochwertiger fremdsprachiger Bildung wider. Aus

der ersten 1985 eröffneten kleinen britischen Grundschule hat sich eine englischsprachige

internationale Ganztagsschule mit Internat für Schüler aller Jahrgänge

entwickelt, wo insgesamt 570 Schüler von 90 Lehrkräften unterrichtet werden.

Errichtet wurde das Projekt, ein viergeschossiges

Gebäude mit einem offenen

Innenhof und verschiedenen Dachterrassen

und Tiefgarage, auf einem ehemaligen

Industriegelände. Da sich auf diesem

geschützte Flächen befinden, verzögerte

sich die Erteilung der Baugenehmigung,

die erst unmittelbar vor Baubeginn im

Jänner 2017 erteilt wurde. Die Vorgabe,

die Schule trotzdem bis zum Beginn des

Schuljahres im September fertig zu stellen,

bedeutete eine große Herausforderung für

alle Projektbeteiligten.

Aufgrund der verfügbaren kurzen Bauzeit

wurde das Gebäude in Fertigteilbauweise

geplant. Die ausführende Baufirma entschied

sich bei den Stützen für die bewährten

Peikko Schraubanschlüsse aus Ankerbolzen

und Stützenschuhen und bei den

Unterzügen für den Peikko DELTABEAM®,

da sie diese Produkte schon bei anderen

Projekten erfolgreich eingesetzt hatte. Ein

entscheidender Vorzug dieses Systems ist

die Möglichkeit, die Stützen unmittelbar

nach dem Montieren im Bauzustand belasten

zu können. Somit konnten auch die

DELTABEAM® Verbundträger direkt im Anschluss

montiert werden.

Durch den Einsatz von Spannbeton-Fertigdecken

konnte auf eine Abstützung der

Decken verzichtet werden und durch die

unterzugsfreie Ausführung war eine problemlose

Leitungsführung unter der abgehängten

Decke möglich.

Zahlreiche weitere Standard- und Sonderlösungen

von Peikko unterstützen die Einhaltung

des engen Zeitkorsetts.

Peikko Austria GmbH

T +43 5523 521 210

austria@peikko.com

www.peikko.at

© St. George’s Britisch International School

© St. George’s Britisch International School


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Nachhaltige Pionierarbeit

Mit dem Mercator One ist in Duisburg Deutschlands erstes Gebäude mit einer

Fassade aus dem recycelten End-of-Life Aluminium Hydro CIRCAL entstanden.

Das zwischen Fußgängerzone und Hauptbahnhof

gelegene Büro- und Geschäftsgebäude fällt durch

seine fächerartig zurückschwenkende Fassade mit

ihren unterschiedlich großen, etagenweisen Vorsprüngen

an allen Gebäudeseiten direkt ins Auge.

Durch die anthrazitfarbene Fassadenbekleidung tritt

das Gebäude trotz seiner Prägnanz zurückhaltend

auf. Die großzügigen Glasflächen verleihen ihm zudem

Transparenz und Leichtigkeit. Bei Planung und

Realisierung der Fassade setzten der Bauherr und

die Architekten von Hadi Teherani Architects insbesondere

auf Nachhaltigkeit. Zum Einsatz kamen daher

WICONA Systeme mit Hydro CIRCAL 75R – eine

nachhaltige Aluminiumlegierung mit einem marktweit

einzigartigen End-of-Life-Recyclinganteil (EoL)

von mindestens 75 %.

Aufgrund der architektonischen und konstruktiven

Anforderungen an die Fassade erwies sich das bewährte

Pfosten-Riegel-System WICTEC 60 als idea-

le Lösung. Im Bereich des Kopfbaus ließen sich die

etagenweisen Staffelungen bzw. Vorsprünge durch

einen Flankenversatz der Pfostenprofile – seitlich

parallel mit der Betonlaibung – realisieren. Die starken

Verformungen von bis zu 50 Millimetern auf die

gesamte Gebäudebreite, betrachtet werden dabei

anteilig in den Profilen aufgenommen. Zudem wurde

die Fassade großflächig mit absturzhemmender

Verglasung und einer filigranen Profilbreite von 60

Millimeter umgesetzt.

2020 ist das Mercator One fertiggestellt worden und

inzwischen mit dem BDA-Preis NRW rechter Niederrhein

ausgezeichnet worden.

Hydro Building Systems Austria GmbH

T +43 (0)6212 20000

info@wicona.at

www.wicona.at


www.architektur-online.com

93

Produkt News

DELTABEAM ®

VERBESSERT DIE

CO 2

-BILANZ IHRES

GEBÄUDES

Ein Extra an Verschleißfestigkeit

Um Besuchern und Bewohnern gleichermaßen

ausreichend Stellplätze für ihre

Pkw zu bieten, ist jüngst am Königsfeld

in Schwaz auf der Fläche eines Parkplatzes

ein Parkhaus mit rund 300 Stellplätzen

entstanden. Der Betreiber des neuen

öffentlichen Parkhauses forderte vom

eingesetzten Oberflächenschutzsystem,

dass es neben einer dauerhaften Dichtheit

und Verschleißfestigkeit über sehr

gute dynamische Rissüberbrückungseigenschaften,

insbesondere an den Übergängen

der verschiedenen Ebenen, verfügt.

Mit einem Triflex-Produkt auf Basis

von Polymethylmethacrylat (PMMA)

wurde eine Lösung gefunden, die diesen

Ansprüchen an die Verschleißfestigkeit

und die Rissüberbrückung von bis zu 0,3

mm gerecht wird.

Eine Spezialarmierung sorgt bei der

Parkdeckbeschichtung Triflex ProDeck

dafür, dass auch an stark beanspruchten

Stellen, wie den Übergängen zwischen

den einzelnen Ebenen, mechanische Belastungen

abgefangen und Abnutzungserscheinungen

minimiert werden. Dafür

bürgt das System mit einem Prüfzeugnis

der OS-Klasse 11b.

Alles in allem betraf der Neubau in

Schwaz eine Gesamtfläche von rund

7.500 m² auf neun Ebenen, zuzüglich

1.600 m Anschlüsse. Diese setzten sich

aus sämtlichen Detailabdichtungen wie

Rinnenausbildungen, alle umlaufenden

Hochzügen und den Übergängen an

den verschiedenen Ebenen zusammen.

Zunächst erfolgte eine gründliche Vorbehandlung

des Untergrunds durch

Kugelstrahlen und Diamantschleifen. Im

Anschluss daran wurden die Haftzugwerte

sowie die Restfeuchte ermittelt.

Nach einer positiven Abnahme konnten

mit den Abdichtungsarbeiten begonnen

werden, zuerst an den Anschlüssen

mit dem eigens dafür entwickelten,

vliesarmierten Produkt Triflex ProDetail.

Anschließend wurden die Flächen mit

Triflex Cryl Primer 287 grundiert und

die Spezialarmierung Triflex ProMesh

aufgelegt und angepasst. Dann folgte

eine weitere Lage der Grundierung. Als

nächster Schritt stand die Beschichtung

mit Triflex ProDeck an, die mit Quarzsand

(0,7 bis 1,2 mm) abgestreut wurde.

Nachdem die Verlaufsschicht vollständig

ausgehärtet war, konnte der Überschuss

der Quarzsandeinstreuung abgesaugt

werden. Im letzten Arbeitsgang wurden

Details und Fläche mit Triflex Cryl Finish

209 im Farbton 7030 kopfversiegelt.

Triflex GesmbH

T+43 (0)7667 21505

info@triflex.at

www.triflex.at

Eine unabhängige Studie hat

gezeigt: Bei Verwendung von

DELTABEAM ® wird der CO 2

Ausstoß eines Gebäudes* über

die gesamte Nutzungsdauer um

5% reduziert!

*) untersucht an einem typischen

englischen Schulgebäude

Erfahren Sie mehr über

Bauen mit DELTABEAM ® auf

www.peikko.at


architektur FACHMAGAZIN

94

edv

E-Learning:

Wissen aus dem Web

Die berufliche Qualifizierung wird in einer zunehmend komplexen Arbeitswelt

immer wichtiger. Neue Lernmethoden versprechen schnellere

Lernerfolge. Welche Angebote gibt es im Baubereich?

Text: Marian Behaneck

Das elektronisch unterstützte Lernen mithilfe

multimedialer Kommunikationsmittel

und Publikationsmedien wird immer

wichtiger – nicht nur in Pandemiezeiten.

E-Learning-Angebote lassen sich besser

in Büroabläufe integrieren, weil sie ein

punktgenaues, individuell zugeschnittenes,

zeit- und ortsunabhängiges, multimediales

Lernen ermöglichen. Insbesondere kleine

Unternehmen scheuen aber die damit verbundenen

Kosten und die meisten haben

gar keine Zeit und erst recht kein Budget

für die interne Mitarbeiter-Weiterbildung.

Häufig werden Unternehmen erst aktiv,

wenn äußere Umstände sie dazu zwingen

– etwa der aktuelle Fachkräftemangel. Hinzu

kommt, dass sich insbesondere bei der

jüngeren Generation das Lernverhalten

kontinuierlich verändert. Auch deshalb wird

die Wissensvermittlung über Lehrbücher

immer häufiger durch digitale und multimediale

Medien ergänzt.

Vorteile digitaler Lernkonzepte

Digitale Lernmethoden bieten die Möglichkeit,

das Lernen und den Wissenserwerb

flexibler, effektiver und attraktiver zu gestalten.

Dabei können sowohl auf das Unternehmen

zugeschnittene Lernszenarien

realisiert als auch individuelle Bedürfnisse

und Vorkenntnisse der Lernenden berücksichtigt

werden. Abstrakte Inhalte und komplexe

Zusammenhänge können multimedial

oder mithilfe von Simulationen anschaulich

gemacht werden. Lernkontrollen und Wiederholungen

können individuell auf die

Teilnehmer zugeschnitten werden. Zu den

weiteren Vorteilen des E-Learning gehört

Flexibilität: Der Lernstoff kann räumlich und

zeitlich unabhängig vermittelt, der Beruf

kann mit der Aus- und Fortbildung besser

in Einklang gebracht werden, was dem berufsbegleitenden

Lernen entgegenkommt.

IT-gestützte Lernangebote werden immer wichtiger – nicht nur in Pandemiezeiten.

© TÜV Rheinland

Unternehmen, die ihre eigenen digitalen

Lernmaterialien erstellen wollen, können

dies mithilfe spezieller Softwarewerkzeuge

(sogenannte Autorensysteme) auch ohne

Programmierkenntnisse realisieren. Damit

lassen sich einfache digitale Lernmaterialien

für PCs, Smartphones oder Tablets

auch selbst produzieren. Datenbankgestützte

Autorensysteme können darüber

hinaus auf im Unternehmen vorhandene

multimediale Inhalte zugreifen und daraus

unterschiedliche E-Learning-Angebote zusammenstellen.

Erweitert werden die Möglichkeiten

digitaler Lerntechnologien durch

das Internet, mobile Netze und Endgeräte.

Ein wichtiger Baustein des E-Learning ist

das zeit-, orts- und plattformunabhängige

webbasierte Lernen (Web Based Training,

WBT). Dabei werden Lerneinheiten online

abgerufen, was viele Kommunikations- und

Interaktionsmöglichkeiten bietet und den

Zugriff auf nahezu unerschöpfliche und

stets aktuelle Daten ermöglicht. So können

auch E-Mails, News, Blogs, Wikis oder Diskussionsforen

eingebunden oder ergänzende

Informationen, Audio- oder Videodaten

aus beliebigen Quellen abgerufen werden.

Neue Entwicklungen und Trends

Digitale Lernkonzepte erhalten durch neue

pädagogische Ansätze, praktische Erfahrungen

aus der Arbeitswelt und IT-Entwicklungen

neue Impulse. Dabei geht beispielsweise

ein Trend in Richtung kleinerer

Qualifizierungseinheiten, die leichter auch

auf mobilen Endgeräten konsumiert und in

den Arbeitsalltag integriert werden können,

sodass kürzere Ausfallzeiten entstehen.

Das kostet weniger Zeit und beeinträchtigt

Unternehmensabläufe weniger. Auch Unterhaltungskomponenten,

die in Form von

„Infotainment“-Inhalten mehr Lernspaß ver-


www.architektur-online.com

95

edv

© Die Handwerksschule

© VeetingRooms

Smarte Displays unterstützen die multimediale Wissensvermittlung

ebenso wie Webmeeting-Tools mit Funktionen zum

Austausch von Dokumenten Notizen oder Skizzen.

mitteln und die Motivation steigern sollen,

werden zunehmend eingebunden. Zu den

weiteren Trends gehören die Verwendung

von VR-Brillen (Virtual Reality), mit denen

virtuelle Realitäten erzeugt und beispielsweise

bestimmte Situationen simuliert werden

können oder von AR-Displays (Augmented

Reality), mit deren Hilfe dem Lernenden

zusätzlich zur realen Umgebung digitale

Informationen eingeblendet werden. Eine

weitere Entwicklung geht in Richtung digitaler

Assistenzsysteme, die dem Nutzer zu

einem bestimmten Arbeitsschritt Informationen

und Handlungsanweisungen zur Verfügung

stellen. Dabei werden über Sensoren

gewonnene Daten genutzt, um jeweils zur

Situation passende Informationen bereitzustellen,

sodass der Nutzer kontextbezogen

und interaktiv durch komplexe Arbeitsabfolgen

begleitet werden kann. Die Vorteile des

herkömmlichen Wissenserwerbs mit den

Vorteilen des E-Learning versucht das sogenannte

Blended Learning miteinander zu

verknüpfen. Dieses integrierte Lernen setzt

sich zusammen aus digitalen und analogen

Lernmodulen und schließt auch praktische

Übungen mit ein.

u

das Organisations- und Führungstool

der Architekten und Ingenieure

untermStrich® X3 –

wir.wissen.warum.

„untermStrich ist eine perfekte Lösung für Zeiterfassung und Auswertung,

Abrechnung und Projektmanagement. Vor allem Zeiterfassung muss nebenher funktionieren -

einfach, logisch und schnell!“

Zitat von DI Carlo Chiavistrelli

untermStrich® software GmbH,

Mittergasse 11 - 15, 8600 Bruck/Mur

Tel. +43 3862 58106

DI Carlo CHIAVISTRELLI GmbH

HANEL Ingenieure

untermstrich.com


architektur FACHMAGAZIN

96

edv

Beispiele aus dem Baubereich

Das bauspezifische Angebot ist inzwischen

groß. Neben zahlreichen Schulungs-Dienstleistern

offerieren auch Verbände für ihre

Mitglieder oder Fachverlage für ihre Leser

ein breites Angebot an zielgruppenorientierten

Schulungen. Auch Bauprodukthersteller

haben die Möglichkeiten und Marketingpotenziale

des E-Learnings erkannt

und bieten zeitgemäße Lernmethoden in

Form von interaktiven Wissenstests oder

Lernvideos an. Die folgenden Angebote

zeigen beispielhaft die Bandbreite der Themen

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Viele Hersteller aus dem Baubereich haben die Chancen und Möglichkeiten des E-Learnings

erkannt und offerieren entsprechende Schulungsangebote. © Grundfos

Welche E-Learning-Angebote gibt es?

Einen beachtlichen Schub hat die Nachfrage

nach digitalen Bildungsangeboten

aufgrund aktueller Kontakt-, Reise- und

Veranstaltungsbeschränkungen erhalten.

Anstelle von Präsenzseminaren werden

Online-Schulungsangebote wie Webinare,

Schulungsvideos oder Podcasts angeboten.

Die aktuelle Nachfrage ist groß, denn viele

Unternehmen nutzen die Zeit, ihre Mitarbeiter

beispielsweise auf die Planungsmethode

BIM vorzubereiten. Die Vorteile liegen

auf der Hand: Reisezeiten und Kosten

entfallen, Mitarbeiter investieren ihre Zeit

punktgenau und stehen dadurch länger für

das Tagesgeschäft zur Verfügung. Zu den

Teilnahme-Voraussetzungen gehören ein

internetfähiger Rechner, eine ausreichend

schnelle und stabile Internetverbindung (ab

6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s)), eine Kopfhörer-Mikrofon-Kombination,

eine Webi-

In über 100 Lehrfilmen vermittelt das kostenlose

Online-Portal #baukofüralle der TU

Dresden Grundlagen der Baukonstruktion.

Von der Gründung, über die Wand, Decke

und Treppe, bis zum Dach werden Fügungen,

Formen, Materialien, Gestaltung und

Konstruktionen, Grundsätze der Statik und

weitere Details vermittelt (www.vimeo.com/

showcase/6350055).

Das Informationszentrum Beton (IZB) bietet

mit der Webakademie Architekten, Ingenieuren

und Bauausführenden eine digitale

Wissensvermittlung rund um den Baustoff

Beton. Zusätzlich wurde der Campus-Bereich

integriert, mit dem Studierende digitale

Vorlesungen abrufen können (www.

beton-webakademie.de).

Mit der Wissensplattform bimpedia.eu

betreibt die österreichische Plandata ein

Schulungs-Portal für BIM-Einsteiger und

Anwender. Über 1.500 Anleitungen und Video-Tutorials

zu Modelliergrundlagen, Auswertungsmethoden,

Modellprüfungen oder

der modellbasierten Kommunikation vereinfachen

den Einstieg und die Arbeit mit

BIM (www.bimpedia.eu).

Für jedes Gewerk und jede BIM-Fachdisziplin

speziell angepasste Inhalte versprechen

die „BIM Ready“-Schulungen von Mensch

und Maschine. Die Ausbildungsinhalte orinar-Software

und entsprechende Login-Daten

für die Kursanmeldung. Dank vielfältiger

Angebote können sich Lernwillige damit

bequem und sicher am eigenen PC, Smartphone

oder Tablet weiterbilden. Die meisten

Online-Schulungen dauern zwischen 45

und 90 Minuten und sind entweder als digitale

Schulungsvideos ausgelegt oder finden

in Form von Live-Webinaren statt. Letztere

haben den Vorteil, dass die Referenten auf

die Teilnehmer eingehen und individuelle

Fragen über Text-Chats oder im Anschluss

direkt beantworten können. Das Angebot

von Schulungs-Dienstleistern ist in der Regel

kostenpflichtig und wird mit 50 bis 150

Euro und mehr für ein einstündiges Seminar

berechnet. Bauprodukthersteller oder Softwareanbieter

offerieren Online-Lernangebote

meist kostenlos. Bei Live-Schulungen

ist die Teilnehmerzahl begrenzt, weshalb

eine Anmeldung erforderlich ist.


www.architektur-online.com

97

edv

entieren sich an openBIM-Grundsätzen der

buildingSMART sowie an den jeweiligen

Verantwortungsbereichen und Gewerken

(www.mum.de).

www.e-baulehre.at ist eine permanent

wachsende, kostenlose und digitale Lernplattform,

die das Ziel hat, die Bau-Lehre

zu ergänzen, zu unterstützen und den

Präsenz unterricht zu vertiefen. Offeriert

werden Online-Trainings, Lehrvideos und

Wissens checks für die Bereiche Hochbau,

Betonbau und Tiefbau.

Graphisoft vereinfacht mit einem Startkurs

die Einarbeitung in Archicad. Dabei wird

in der BIM/CAD-Software ein Trainingsfenster

mit Schritt-für-Schritt Anleitungen

geöffnet. Das Help Center enthält ein Online-Handbuch

und die Experience-Plattform

Graphisoft X bietet Fachvorträge und

Online-Beratungen (www.graphisoft.com/

at/archicad/vorteile/mit-archicad-starten,

https://x.graphisoft.de).

Die Grundfos Ecademy deckt ein breites

Spektrum von Grundlagen der Pumpentechnik

über einzelne Produkte bis hin zu speziellen

Einsatzbereichen ab. Zu den Themen zählen

Pumpen, Hebeanlagen, der hydraulische

Abgleich, digitale Werkzeuge und Praxisthemen

wie Abwasser in der Gebäudetechnik

(www.grundfos.com/at/learn/ecademy).

Fazit: Digital ergänzt analog

E-Learning ist ein zeitgemäßes Lernangebot,

das dem Lernenden mehr Freiräume in

Bezug auf Zeit, Ort und Lerntempo gibt und

sich besser in betriebliche Abläufe integrieren

lässt. Die Kombination verschiedener

Methoden und Medien bietet die Chance,

Lernprozesse zu optimieren und Spaß am

Lernen zu vermitteln. Dadurch kann insbesondere

die junge, Smartphone- und Internet-affine

Generation besser erreicht und

für das Lernen motiviert werden. Traditionelle

Bildungsformen werden IT-gestützte

Lernmethoden aber nicht ersetzen können,

Augmented Reality-Systeme blenden zusätzlich zur realen Umgebung digitale Informationen

ein und ermöglichen so eine kontextbezogene, interaktive Anleitung – etwa bei der Instandhaltung

technischer Anlagen. © Thyssenkrupp

Weitere Infos

www.akading-online.de

www.checkpoint-elearning.de

www.elearning-journal.com

www.tuv-akademie.at

www.tuv.com/elearning

www.vdi-wissensforum.de

www.wifi.at

www.wikipedia.at

weil digitales Lernen noch Schwächen hat.

So stimmt einmal die Quantität, ein anderes

Mal die Qualität nicht – sowohl die Inhalte

als auch das didaktische Konzept betreffend.

Außerdem liegt nicht jedem das isolierte

Lernen am Bildschirm. Die Reduzierung

sozialer Kontakte zwischen Lehrenden

und Lernenden sowie fehlende Möglichkeiten

für spontane Interaktionen erschweren

den Erfahrungsaustausch und die Erfolgskontrolle.

Das erworbene Wissen kann nicht

immer durch praktische Übungen verfestigt

werden und das digitale Lernen setzt mehr

Selbstdisziplin und Eigenmotivation voraus.

Deshalb setzen, soweit möglich, immer mehr

Anbieter auf das Blended Learning. •

Lernangebote für Bauplaner

E-Learning-Infos

Fachblatt für E-Learning

TÜV Austria Akademie

TÜV E-Learning-Portal

VDI-Wissensforum

Online-Bildungsangebot

Suche: E-Learning etc.

Glossar

E-Learning: Der Begriff „E-Learning“ (electronic learning) steht für das elektronisch

unterstützte oder digitale Lernen unter Verwendung multimedialer Kommunikationsmittel

und Publikationsmedien.

WBT: (Web-Based-Training) steht für den Einsatz webbasierender Lerntechnologien

und Dienste als Weiterentwicklung des Computer-Based-Training (CBT).

Blended-Learning: Werden konventionelle Lernformen mit den Vorteilen des E-Learnings

verknüpft, spricht man von Blended Learning (integriertem Lernen).


www.architektur-online.com

Das digitale Headquarter

Im Homeoffice leisten Teams rund 20 Prozent weniger

als am regulären Arbeitsplatz! Das kommt Unternehmen

teuer zu stehen. Mit sieben einfachen Tricks

der Managementprofis von untermStrich lässt sich

dieser Verlust an Produktivität verhindern und die

Heimarbeitsplätze der MitarbeiterInnen ganz einfach

zum Global Office mit Erfolgsgarantie machen.

98

edv

Checkliste für maximale

Produktivität im Global Office:

Schnellstmögliche Verbindung: Dafür sorgen, dass

wirklich jeder im Team eine gute Internetverbindung

hat. Auch die richtige Hardware muss verfügbar sein.

Die arbeitsrechtlichen Regelungen für das Arbeiten

von Zuhause überprüfen. Damit geht jedes Land anders

um.

Das Headset: Eine kleine Investition mit großer Wirkung.

Die Hände bleiben beim gemeinsamen Gespräch

frei, die Kommunikation funktioniert so perfekt.

Digitaler Büroterminkalender: Wann ist welche

Deadline, Sitzung oder einfach nur der Geburtstag

eines Teammitgliedes? Hiermit wird Struktur in jede

Woche gebracht.

Digitale Teamsitzungen: Gemeinsame digitale Sitzungen

sorgen nicht nur für einen Überblick über alle

Projekte, sie wirken auch motivierend.

Korrekte Stundenerfassung: Auf eine exakte Stundenaufzeichnung

achten. Immerhin ist der Stundensatz,

der an die Auftraggeber verrechnet wird, das

Fundament des wirtschaftlichen Erfolgs.

Uneingeschränkter Zugang zum Dokumentenmanagement:

Das Global Office funktioniert erst dann

einwandfrei, wenn jedes Teammitglied binnen Sekunden

alle Informationen zur Hand hat. Wichtig ist hier

die richtige Software. Egal wann und egal von wo auf

der Welt – mit dem richtigen System hat man sein

Büro jederzeit dabei.

untermStrich

software GmbH

T +43 (0)3862 58106-0

office@untermstrich.com

www.untermstrich.com

Perfekt kombiniert

digiplan hat die digitale Mengenermittlung revolutioniert!

Per Stift, Maus oder Kamera können Ausmaße

einfach und zuverlässig aus gedruckten Plänen,

PDFs oder (sogar verzerrten) Fotos erfasst werden.

Damit lassen sich Längen, Flächen und Kubaturen

einfach und schnell ermitteln und den Abrechnungspositionen

zuordnen.

ABK8 verfügt über eine Schnittstelle zu digiplan, um

die damit erfassten Ausmaße in die ABK-Bauabrechnung

überzuleiten und dort weiterzuverarbeiten. Die

rasche und zuverlässige Mengenermittlung bietet Anwendern

eine flexible Erfassung, transparente Nachvollziehbarkeit

und Sicherheit bei der Bauabrechnung.

Über diese Schnittstelle können Abrechnungspositionen

auch direkt aus der ABK-Software übernommen

werden: So kann beispielsweise ein Vertrags-LV nach

ÖNORM A 2063 einfach und rasch in digiplan eingelesen

werden und alle darin erhaltenen Positionen sind für

die rasche Ausmaßermittlung verfügbar.

Nach erfolgtem Import in die ABK-Bauabrechnung umfasst

das Ausmaßblatt alle in digiplan erfassten Positionen

samt Ausmaßermittlung sowie ein kleines Importprotokoll.

Jede in digiplan vorgenommene Messung wird als eigene

Ansatzzeile zur Position übernommen, wodurch diese

nachvollziehbar und einfach überprüfbar ist.

Der komplette AMBL-Aufbau ist ÖNORM-gerecht und ermöglicht

eine Ausgabe als Rechnungsdatenträger.

ib-data GmbH

T +43 (0)1 492 5570-0

abkinfo@abk.at

www.abk.at

digiplan GmbH

T +43 5 9797

office@digi-plan.at

www.digi-plan.at


99

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