Griaß di´Winter: Zeit zum Träumen

rta.design

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* Guten Tag Allgäu

Griaß di’ *

Allgäu

LAND | LEUTE | BERGE

EXTRA

Räucherkurse

mit Profis

zu gewinnen!

Winter 2019/20

UNSERE

Nr. 2 | 5,90 €

Österreich 6,60 € | Schweiz 8,30 Sfr

Italien 6,60 € | BeNeLux 6,90 €

Huimat-

TIPPS

Hier fühlt man sich

frei und stark!

Wander-Zeit

Rund um den Imberg

locken viele Abenteuer

Rodel-Zeit

Wo es die schönsten

Abfahrten der Region gibt

Zeit zum

Träumen

Genuss-Zeit

Süßes und Leckeres

für die kalten Tage

Gefühlvoll

Mundartgedichte

Gewagt

Im Iglu-Dorf

Gesund

Faszientraining


5G READY.

Pilot’s Watch Chronograph TOP GUN.

Ref. 3891: Sie müssen ja nicht gerade auf einem

Flugzeugträger arbeiten. Aber vielleicht verlassen

Sie sich trotzdem gern auf eine Uhr, die speziell für

die extremen Bedingungen im Jet-Cockpit entwickelt

wurde. Bedingungen, denen auch die Piloten

im Strike Fighter Tactics Instructor Program der

US Navy täglich ausgesetzt sind. Für unseren neuen

TOP GUN Chronographen setzen wir zum ersten

Mal ein Manufakturwerk aus der Kaliberfamilie

69000 ein. Das Gehäuse ist aus Zirkonoxid-Keramik

gefertigt, einem der härtesten Stoffe auf der

Erde. Während Ihr Mobiltelefon seine 5G-Tauglichkeit

erst noch beweisen muss, ist zumindest Ihr

Handgelenk mit dieser Uhr auch für höhere g-

Kräfte schon bestens gerüstet.

Mechanisches Chronographenwerk · Automatischer

Aufzug · IWC Manufakturkaliber 69380 · Gangreserve

46 Stunden · Datums- und Wochentagsanzeige

· Stoppfunktion Stunde, Minute und

Sekunde · Weicheisen-Innengehäuse zur Magnetfeldabschirmung

· Bei Druckabfall sicherer

Glassitz · Bodengravur des TOP GUN-Logos ·

Wasserdicht 6 bar · Durchmesser 44,5 mm

2 | Griaß di’ Allgäu


EDITORIAL

Schätze,

Charme&

Zauber

Jede Region hat eine eigene Handschrift, verfügt

über speziellen Charme und Zauber und vor allem:

Jede Region besitzt Schätze, die man so nirgendwo

anders findet. Diese Kostbarkeiten lassen sich

auch in Worte kleiden. Wer kann das besser als

eine Mundartdichterin? Wir haben Stefanie Dentler

in Oberstdorf besucht und wollten wissen, was

für sie an ihrer Heimat einzigartig ist. Es war ein

tiefsinniges Gespräch – und sie antwortete unter anderem

mit einem Gedicht (Auszug aus „Ohn‘ a Woart“):

Was man im Allgäu noch alles sehen und erleben

kann? Den gewagten Ski-Ritt durch abenteuerliche

Rinnen (S. 36), professionelles Loben geschmückter

Christbäume (S. 122) oder einen

Kässpatzenabend auf uriger Alp (S. 44).

Sportlich wird’s beim Flug durch die Lüfte

(S. 148), kulinarisch bei heißen Winterschleckereien

(S. 74) und gesund bei einer

Faszien-Massage (S. 50). Viel Spaß mit

dem neuen Griaß di‘ Allgäu wünscht

„Ohn‘ a Woart,

versünke i Gedonke,

an am schiene Oart

m’Heargott donke

Lüeg i d’Widde,

kasch hoache Gipfel seache,

im Dal a kleine Hidde

und d’Adlar i dr Heache.“

Stefanie Dentler

(... der sich erneut aufs Skispringen in Oberstdorf freut )

Zum Auszug des Gedichts oben: Man kann auch ohne Worte und gedankenversunken an

einem schönen Ort dem Hergott danken – und dabei in die Weite und hohe Gipfel sehen,

eine kleine Hütte im Tal und in den Lüften einen Adler.

Lust auf Abenteuer? Dann

können wir eine Nacht

im Iglu-Dorf (wärmstens)

empfehlen. Unsere Autorin

Carina Jungchen-Wenzlick

ließ sich überreden. Na ja,

sie hat schon kuschligere

Abende verbracht. Aber sie

beteuert: „Ein einmaliges

Erlebnis.“ (Seite 56).

Schnee kann auf Menschen

eine faszinierende Wirkung

ausüben – und anspornen

zu sportlichen Leistungen.

Weshalb die Eiskristalle

uns in den Bann ziehen

können? Michael Munkler

hat sich auf die Suche

nach Antworten gemacht

(Seite 86).

Titelfoto: Gabriel Kolb, oberhalb des Seealpsees mit Blick in Richtung Höfats (siehe auch Seite 82).

Weitere Fotos: Matthias Becker, Oberstaufen Tourismus & AdobeStock/sonyakamoz

Griaß di’ Allgäu | 3


32

16

56

44

148

Allgäu aktiv

Allgäu tut gut

Allgäu genießen

~ 16 ~

Worauf Kinder abfahren

Rund um den Imberg gibt‘s

spannende Erlebnisse.

~ 24 ~

Ein Traum wird wahr ...

... beim Langlauf im Tannheimer

Tal. Große Verlosungsaktion.

~ 28 ~

Unterwegs auf zwei Kufen

Gemütlich bis rasant – Allgäuer

Rodelstrecken bieten vieles.

~ 32 ~

Mei Huimat

Nicoles Tipp: Aufstieg

zur Schwarzwasserhütte.

~ 36 ~

Reiz der Rinnen

Wer beim Skifahren das

Abenteuer sucht, wird hier fündig.

4 | Griaß di’ Allgäu

Koch

für einen Abend

zu gewinnen!

~ 44 ~

Kulinarische Kostbarkeiten

Auf der Höfle Alp bei Kranzegg sind

Käse-Spezialitäten der Renner.

~ 50 ~

Berührung mit Folgen

Zu Besuch bei einer Rolferin, die

Faszien elastischer macht.

~ 56 ~

Welt der Gegensätze

In einem Iglu-Dorf kann’s dem

Gast kalt und heiß zugleich werden.

Griaß di´ online

www.griassdi-allgaeu.de

www.facebook.com/

griassdi.allgaeu.magazin

~ 70 ~

Die Genuss-Macher

Meckatzer Brauerei machte sich auf die

Suche nach besonders kreativen Köpfen.

~ 74 ~

Winter Schleckereien

Wenn’s draußen kalt ist, braucht

der Mensch was Süßes.

~ 78 ~

Super gesund

Regionale Produkte: Wie wär‘ s mit einer

Rote-Bete-Meerrettich-Suppe?

Videos

auf unserer

Webseite & auf

Facebook


28

110

94

134

92

140

Allgäu entdecken

~ 86 ~

Vom Himmel hoch

Schnee fasziniert viele Menschen.

Weshalb? Hier gibt’s Antworten.

~ 92 ~

Gelebtes Brauchtum

Andre Reichart ist ein Tüftler

und baut Schalenggen-Schlitten.

~ 100 ~

Auf dem Holzerweg

In Altstädten weicht ein Gebäude mit

bewegter Vergangenheit einem neuen.

Allgäu heimatlich

~ 110 ~

Schtille Gedonke

Nachdenklichkeit und Tiefgang: Besuch

bei Mundartautorin Stefanie Dentler.

~ 114 ~

Heiliger Nikolaus

Franz Horn schlüpft seit vielen

Jahren in eine andere Rolle.

~ 122 ~

Schnäpschen aufs Lob

In Memmingen lassen sie

Adventstradition hochleben.

Allgäu sportlich

~ 134 ~

Singende Hunde

Im Husky-Camp gibt es ein

Konzert der besonderen Art.

~ 140 ~

Sport, Heimat, Kaffee

Die Ski-Profis Holzmann haben

ihre Haustüre für uns geöffnet.

~ 148 ~

Vom Winde bewegt

Mit einem Rekordhalter

hinauf in den Himmel.

~ Titel ~

Zeit zum

Träumen

Allgäu Standards

~ 8 ~ 10. Ausgabe Das sind wir – und was wir mögen

~ 80 ~ Essen Fernsehkoch Christian Henze empfiehlt

~ 96 ~ Basteln So bleiben die Finger im Winter schön warm

Kolumne Nicola Förg - in vollen Zügen ~ 145 ~

Allgäu-Karte und Gewinnspiel ~ 158 ~

Impressum und Vorschau ~ 162 ~

Griaß di’ Allgäu | 5


6 | Griaß di’ Allgäu


Allgäu

Foto: Christian Greither

Wussten Sie, dass … sich hinter dem Wolkenmeer, das den Säuling umhüllt, der zweithöchste

Gipfel der Tannheimer Berge türmt? Mit 2238 Metern scheint sich die rundliche Kellenspitze der

Sonne entgegenzuneigen. Die Gehrenspitze zu ihrer Linken wirkt ebenso hoch – ein Trugbild, misst

sie doch 75 Meter weniger. Vor all der gebauschten Watte liegt die Gamswiese des Säulings, auf

der sich unser Fotograf für die Aufnahme positioniert hat. Wer sich aber zu sehr von Landschaft

und Stimmung in den Bann ziehen lässt, dem wird nicht auffallen, welch tierischer Besucher sich

auf das Bild gestohlen hat, solange unser Fotograf nach der optimalen Kamera-Einstellung suchte.

Eine Gams, vom Hunger getrieben, hat am Ende des Schneefelds Gras freigescharrt und frisst.

Griaß di’ Allgäu | 7


10.

zur

Ausgabe

verraten wir,

weshalb wir uns

im Allgäu so

wohl fühlen ...

Markus Brehm

» Geschäftsführung «

Das Allgäu ist in meinen

Augen lebenswert, weil

Menschen, Landschaft, Natur

und Wirtschaft eine einmalige

Verbindung bilden.

Was ich am liebsten

mache im Winter? Ich liebe es,

das Allgäu zu genießen.

Reiner Elsinger

» Verlagsleitung «

Das Allgäu ist in meinen

Augen lebenswert, weil es für

mich Natur und Erlebnis pur ist.

Was ich am liebsten

mache im Winter? Ich liebe es,

mit meiner Lebensgefährtin durch

verschneite Landschaften zu wandern.

Wir gestehen: Während der

Produktion hat uns ein besonderes

Gefühl befallen – immerhin ist

dies die 10. Ausgabe des

Magazins Griaß di‘ Allgäu, ein

kleines Jubiläum. 2015 fiel der

Startschuss, und man weiß ja nie,

wie eine neue Zeitschrift beim

Leser ankommt. Deshalb freuen

wir uns wie Schneekönige,

dass so viele von Ihnen im

Zeitschriftenregal zu unserem

Magazin greifen. Ganz herzlichen

Dank sagen wir, versprechen,

dass wir weiterhin viel Herzblut

investieren – und verraten Ihnen,

weshalb wir das Allgäu ins Herz

geschlossen haben.

Marina Trölitzsch

» Koordination «

Das Allgäu ist in meinen

Augen lebenswert, weil man hier

alles findet, was man zu einem erfüllten,

glücklichen Leben braucht.

Was ich am liebsten

mache im Winter? Ich liebe es,

an verschneiten Wintertagen ein heißes

Bad zu nehmen und es der Natur

gleich zu tun: Zur Ruhe kommen, den

Körper wärmen, Kräfte sparen und gut

zu sich selbst sein.

Christoph Fackler

» Anzeigenverkauf «

Das Allgäu ist in meinen Augen

lebenswert, weil es bei uns die

besten Brauereien und Käsereien gibt.

Was ich am liebsten mache im

Winter? Skifahren sowie Rodeln mit

den Kindern.

Lisa Scherm

» Grafik & Layout «

Das Allgäu ist in meinen Augen

lebenswert, weil unsere Berge für

mich ein Stück vom Glück sind.

Was ich am liebsten mache

im Winter? Zur Weihnachtszeit Omas

Plätzchen naschen.

8 | Griaß di’ Allgäu


Michelle Aus dem Bruch

» Redaktion «

Das Allgäu ist in meinen

Augen lebenswert, weil

es so vielfältig ist. Mit den Menschen,

der Natur und der Mischung aus Stadt

und Land hat die Region viele Facetten.

Was ich am liebsten

mache im Winter? Ich liebe es,

es mir auf dem Sofa gemütlich zu

machen und dabei zuzusehen, wie der

Schnee vom Himmel rieselt und

langsam die Landschaft einzuckert.

Julia Wölfle

» Vertrieb «

Das Allgäu ist in meinen Augen

lebenswert, weil es unzählige

Möglichkeiten bietet, ein lebenswertes

Leben zu gestalten.

Was ich am liebsten

mache im Winter? Ich liebe es,

mit den Ski bei Sonnenschein über

frische Pisten zu kurven.

Wolfgang Tamm

» Bildtechnik «

Das Allgäu ist in meinen

Augen lebenswert, weil es hier

genügend Freizeitangebote an der

frischen Luft gibt. Man kann dem

Alltagsstress entfliehen, Energie tanken

und die Natur entdecken und erleben.

Was ich am liebsten

mache im Winter? Skifahren

im Pulverschnee, Möglichkeiten gibt

es im Allgäu genügend.

Nicole Uhlemair

» Grafik & Layout «

Das Allgäu ist in meinen

Augen lebenswert, weil‘s

die beschde Leit, die schinschde Bearg

und allad an Fleack zum zfriede sei git.

Was ich am liebsten

mache im Winter? Schneaschuehlaufe,

allad die wiesse Bearg

und de blaue Himl im Blick.

Carina Hösle

» Grafik & Layout «

Das Allgäu ist in meinen Augen

lebenswert, weil sich die Natur hier

von einer gar wundervollen Seite zeigt:

ganz egal ob knallgelbe Löwenzahnwiesen,

duftend hügelige Heu felder,

rosabunte Sonnenaufgänge oder eine

schneeglitzernde Märchenwelt.

Was ich am liebsten mache

im Winter? Ich liebe es, mich nach

einem sonnig kalten Schneespaziergang

mit wollig warmen Socken unter die

Decke zu kuscheln, einen Tee zu schlürfen

und süße Plätzchen zu backen.

Peter Schiess

» Bildtechnik «

Das Allgäu ist in meinen

Augen lebenswert, weil

es sich hier stressfreier und entspannter

leben lässt als in der Großstadt.

Was ich am liebsten

mache im Winter? In den 80er

und 90er Jahren war ich erfolgreich im

Freestyle-Acroski. Heute genieße ich es,

wenn‘s stürmt und schneit und ich

in meiner wohlig warmen Wohnung

entspannen kann.

Griaß di’ Allgäu | 9


Allgäuer

Allgäuer

» so

schwätzt

ma do «

Allgäuerisch

von A bis Z

HINWEIS:

Der Dialekt im

Allgäu unterscheidet

sich oft von

Ort zu Ort.

Dialekt

Dialekt

muxmeisleschdill

» mucksmäuschenstill «

Quelle: Allgäuerisch von A bis Z von Sepp Zwerch; Grafiken: AdobeStock / Dennis Cox

joomere

» jammern «

Schnauzl

» Schnurrbart « Buggl

» Rücken, aber

auch Hügel «

hoorig

» behaart, aber auch

schwierig und gefährlich «

Gfredd

» Unannehmlichkeiten,

Schwierigkeiten «

Weedag

» Schmerz «

marode

» unpässlich, leicht krank «

fätze

» sausen, rasen, rennen «

maule

» murren, widersprechen

schimpfen «

i bi

bluednarred

Fihdle

» Gesäß «

» ich bin

sehr zornig «

nagged

» nackt «

gosche

» murren,

schimpfen «

Weibsbild

» Frau «

Katzeboole

» Kater «

10 | Griaß di’ Allgäu


Gschbuusi

» Liebschaft, ein

Mädchen mit dem

man „geht“ «

a gschlambeds

Verhältnis

» ein Verhältnis zwischen

Mann und Frau ohne

Trauschein «

raabutze

» jemand tüchtig ausschimpfen,

aber auch verputzen (Hausbau) oder

abputzen (sauber machen) «

Kärle

» Kerl, je nach Tonfall

anerkennend oder

abwertend «

pfurre

» fauchen «

Dächdlmächdl

» Techtelmechtel, Liebelei «

grandle

» mürrisch herumnörgeln «

gruebe

» ruhen «

lagg

» faul, langsam, matt,

nicht frisch «

naflagge

» hinlegen «

Grodd

» Kröte «

meichdele

» unangenehm riechen «

Wampe

» dicker Bauch «

Zibflkabb

» Zipfelmütze «

Heemed

» Hemd «

Malefitz

» ein elendiger Schlingel «

Lausbua

» Schlingel «

Saubua

» schlimmer

Lausbua «

gwamped

» dickbäuchig «

Butzele

» neugeborenes Kind «

bihsele

» pinkeln «

Griaß di’ Allgäu | 11


KURZ & GUT

Am seidenen

Faden

Shows

& Führungen

Foto: Stefan Michaelis

Eine Zeit des Verfalls läutete das

Jahr 1898 für das Glasmacherdorf

Schmidsfelden ein. Über 100 Jahre

später befeuert ein Mann

namens Stefan Michaelis den

Ofen in der Glashütte wieder

und formt seither von Hand

Gläser und Kugeln. Außerdem

gibt er Glasmachershows

und Führungen.

www.schmidsfelden.net

In der Lindauer Marionettenoper

ist keines der Stücke postmodern

überarbeitet. Jede Bewegung der Puppen

stimmt mit der Musik überein. Eine hohe

Kunst, die man live erlebt haben sollte.

www.marionettenoper.de

Foto: Matthias Becker

Grafiken: stock.adobe.com - berdsigns (Marionette), natality (Vasen)

GENUSS · FRISCHE · HERZLICHKEIT

Schloßbezirk 2 · 88484 Gutenzell · Tel. +49 (0) 73 52 / 92 33 - 0

info@klosterhof-gutenzell.de · www.klosterhof-gutenzell.de

Wohlfühlen

und Genießen

Seit über

40 Jahren

12 | Griaß di’ Allgäu


SCHWEINEBERG

DIE SENNEREI

Ofterschwang

Hier in einer der letzten traditionellen Sennereien, die es im

Allgäu heute noch gibt, werden nach überlieferten Verfahren

die hochwertigen Rohstoffe für die Heumilch-Spezialitäten

von Herz-Käse gewonnen. Zudem können Käseliebhaber

direkt im Käselädele einkaufen und Käsereiführungen mit

Käseprobe finden jeden Dienstag um 10.30 Uhr statt.

NEU:

Mit dem neuen Käse-Automaten gibt’s

Käse rund um die Uhr.

Schweineberg 18 · 87527 Ofterschwang

Telefon: 083 21 – 33 63

ALLGÄUER

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Ein herzhaftes Stück Heimat.

• durch natürliche Reifung laktosefrei

• in Naturrinde gereift

• aus Heumilch g.t.S.


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Albert Herz GmbH · Landstraße 45 · 87452 Kimratshofen/Oberallgäu · Tel. +49 (0) 8373 –987 964 · www.herz-kaese.de

Griaß di’ Allgäu | 13


14 | Griaß di’ Allgäu


Allgäu aktiv

Foto: Ralf Lienert

Wussten Sie, dass … das Nebelhorn Teil der Daumengruppe in den Allgäuer Alpen ist? Und dass

sich der Berg für Skitouren eignet? Ein Tourengeher ist auf der pr äparierten Piste unterwegs und

seinem Ziel, dem 2225 Meter hohen Gipfel, schon ganz nah. Grund genug für ein freudiges Lächeln.

Grund genug aber auch, dass er die kleine Hütte, deren Rückseite bereits bis zum Dach im

Schnee steckt, nicht zu bemerken scheint. Auch nicht die Kinder, die vor der Hütte auf der Schneekante

sitzen und die Beine herabh ängen lassen. Stattdessen rammt der Freizeitsportler die Stöcke

in die gerippte Piste und schiebt sich Skilänge um Skilänge nach links dem Gipfel entgegen.

Griaß di’ Allgäu | 15


ALLGÄU AKTIV | Spaß am Imberg

16 | Griaß di’ Allgäu


Krumb

Ulm

Senden

Kammel

Illertissen

Günz

ABSEITS AUSGETRETENER PFADE

Biberach

Worauf

abfahren

Kinder

Leutkirch

Iller

Memmingen

Ravensburg

Kempten

Vor allem Familien machen gerne Urlaub im Allgäu.

Weshalb? Weil es Berge wie den Imberg gibt –

für Kinder ein Winterparadies. Rodeln,

Schneeschuhwandern, Tierspuren suchen, Skifahren,

Kutschentour: Der Freizeitspaß scheint grenzenlos. Bodensee

TEXT & FOTOS Christian Schreiber

Lindau

Bregenz

Wangen

Scheidegg

Isny

Oberstaufen

Imberg

Iller

Immenstadt

Sonthofe

Dornbirn

Oberstdorf

Als Vater erlebt man es selten, dass die Sprösslinge voller

Elan zu Fuß den Berg stürmen. Aber sie nehmen

den Winterwanderweg, der sich in Serpentinen auf

den Imberg schlängelt, gerne in Kauf. Denn oben

wartet aus ihrer Sicht eine Art Wundermaschine. Auf dem Plateau,

das nach einer knapp einstündigen Wanderung erreicht ist,

steht nämlich ein Schlepplift nur für Schlittenfahrer. Dort erklärt

die ältere Tochter: „Ab hier laufen wir keinen Meter mehr.“

Zuerst muss man aber Trockenübungen machen, denn es

braucht ein wenig Geschick, den Bügel am Schlitten zu befestigen.

Wer es schafft, zuckelt gemütlich sitzend nach oben. Die

Abfahrt auf dem extra von Pistenraupen gespurten Hang ist dafür

umso rasanter. Sie ist hammerschnell. Grundlagen der Rodel-

Bremstechnik sollten auf jeden Fall vorhanden sein: weit hinten

sitzen und im Falle von Über-Geschwindigkeit mit den Händen

Riezlern

vorne die Hörner in die Höhe ziehen. Dann fräsen sich die Schlittenenden

in den Schnee und verlangsamen die Fahrt. Bei Doppelsitzern

ist das nicht ganz einfach, denn man muss seine Töchter

Warth

mit in die Höhe stemmen.

Feldkirch

So stellt sich mit der Zeit aus Erwachsenen-Sicht die Frage, ob

es unterm Strich nicht doch kraftsparender ist, einen flacheren

Rodelhang x-mal hoch zu laufen. Eine Vorstellung, mit der sich

die Kinder hier natürlich überhaupt nicht anfreunden können. In

ihren Augen gibt es zu diesem Rodelvergnügen nur eine Alternative:

die Schlittenpiste ins Tal. Das sind nicht nur 20 Sekunden

Geschwindigkeits-Rausch, sondern fünf Minuten Fahrvergnügen.

Auch ist viel mehr technisches Geschick nötig, denn irgendwie

muss der Rodler das Kufengefährt durch Kurven und Schikanen

lenken. Das wiederum hat oft lustige Verrenkungen zufolge.

Griaß di’ Allgäu | 17


18 | Griaß di’ Allgäu


Spaß am Imberg | ALLGÄU AKTIV

Bei dieser Tour haben auch die Kinder Spaß, und

sogar bergauf zu laufen, macht ihnen nichts aus.

Väter umklammern mit einem Arm ihr Kind, während sie

mit der Hand des anderen Arms hinter dem Schlitten wild den

Schneeboden durchpflügt, um Richtungsänderungen herbeizuführen.

Weniger anstrengend ist definitiv die Beintechnik,

bei der man je nach Kurve abwechselnd die Füße in den Boden

stemmt. Wenn dann schon die Talstation zu sehen und man der

Meinung ist, alle Schwierigkeiten gemeistert zu haben, kommt

ein hartes Finale.

In Skifahrersprache würde man sagen, die Piste wechselt urplötzlich

von blau auf schwarz. Es ist so steil, dass nur die Aufsteh-Bremstechnik

hilft, bei der man den Schlitten so weit vom

Boden hochzieht, dass schon fast die Knie durchgedrückt sind.

Von den Kindern ist dabei wenig Hilfe zu erwarten, sie sind

vollauf mit Kreischen beschäftigt.

Unten angekommen, blicken die Töchter auf den

Serpentinen-Aufstiegsweg, den sie am Vormittag

gemeistert haben. „Ich darf daran erinnern,

dass ich heute keinen Meter mehr laufe“, erklärt

die Älteste erneut. Sie lässt sich auf einen Deal ein.

Wir nutzen die Imberg-Gondelbahn, die auch

Aktivitäten am Imberg

SCHLITTEN-LEIHEN Sport Hauber, Talstation Imbergbahn,

6 Euro / Tag (Schneeschuhe: 10 Euro) www.sport-hauber.de

RODELTICKET Tagesskipass für 37 Euro (Erwachsene), 29 Euro

(Jugendliche), 19 Euro (Kinder). Kostenlos mit der Gästekarte

„Oberstaufen plus“, die es in rund 300 Hotels und Unterkünften

zur Buchung gratis dazu gibt. Sie ist gleichzeitig Skipass und

bietet viele weitere Vergünstigungen oder Gratis-Aktivitäten.

RODEL-NACHT jeden Samstag von 18 bis 21 Uhr mit Flutlicht,

Abendticket: 18 Euro (Erwachsene), 15 Euro (Jugendliche),

12 Euro (Kinder)

PFERDESCHLITTENFAHRT als Paket buchbar, Schneeschuhwandern,

Pferdeschlitten, Rodeln und Hüttengaudi

www.bergwelt-oberstaufen.de

Griaß di’ Allgäu | 19


ALLGÄU AKTIV | Spaß am Imberg

20 | Griaß di’ Allgäu


Spaß am Imberg | ALLGÄU AKTIV

Sie hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: Christine Mühler, die zudem Skikurse für die Kleinen gibt und genau weiß, wie man Kinder auch fürs

Schneehschuhwandern begeistert. Oder ihnen erklärt, wie man anhand von Spuren erkennt, welches Tier an diesem Ort unterwegs gewesen ist.

Foto (Tierspuren): imago, Grafiken: AdobeStock / Maljuk

Schlittenfahrer mitnimmt, und verfeinern oben in weiteren

Abfahrten unsere Rodeltechnik. Danach ist sie aber gewillt, ihr

Mantra im Tiefschnee zu vergraben, denn die Vereinbarung lautet,

dass wir am Nachmittag Schneeschuhe ausleihen und zum

Gipfelsturm ansetzen.

Gipfelstürmerin an unserer Seite ist Christine Mühler, die es

zu ihrem Beruf gemacht hat, am Berg auf- und abzuwandern. Sie

gibt auch Nachwuchs-Skikurse und weiß, wie man (er)lahmende

Kinder, die nur noch an Schlittenfahren denken, auch beim

Schneeschuh-Gehen in die Spur kriegt.

Ausgetretene Pfade erklärt sie zur No-go-Area. „Wir gehen

dahin, wo noch keiner war.“ Zumindest kein Mensch. Denn auch

im dichtesten Wald sind wir nicht die ersten, die durch den hohen

Schnee stapfen. In einem kurzen Einführungskurs in Sachen

Tierspuren lernen die Kinder die Big Five der Allgäuer Winterwelt

kennen: Reh, Hirsch, Dachs, Hase und Fuchs. Nanu, der

Hase ist im Kreis gehoppelt. Man kann sicher sein, dass ihn nicht

der Hafer gestochen hat. Der Grund für das ungewohnte Bild,

das sich an den Spuren im Schnee ablesen lässt: Der Fuchs war

ihm dicht auf den Fersen.

Wie die Sache wohl ausging? Christine bleibt stumm. Die Kinder

fragen nicht weiter nach. Schweigeminute für den Hasen. Mit

der Zeit entwickelt sich ein Spiel: Die Kinder schwärmen nach

links und rechts, oben und unten aus und rufen immer wieder:

„Was ist das?“ Christine eilt dann hin, klärt, welches Tier

Griaß di’ Allgäu | 21


ALLGÄU AKTIV | Spaß am Imberg

Gerade der Wald übt auf Kinder eine faszinierende Wirkung aus. Da lauern fast an jeder Stelle Abenteuer.

durch den Schnee gestapft ist, und liefert meist eine beeindruckende

Interpretation: Hase auf der Flucht, Reh beim Brombeer-Blätter-Knabbern,

Fuchs beim Tiefschnee-Tauchen. Der listige

Räuber kann Mäuse unter dem Schnee hören. Dann springt

er hoch in die Luft, macht einen Köpfer und packt zu.

Bei so vielen Heldengeschichten wollen die Kinder nicht als

Mimosen dastehen und spuren tapfer durch den Schnee, bis endlich

der Imberg-Gipfel erreicht ist. Zumindest das Kreuz, denn

der höchste Punkt ist so zugewuchert, dass wohl nur ein kleines

Häschen zu ihm durchdringen kann. Und überhaupt – von Gipfel

darf man in den Augen von Christine ohnehin nicht sprechen.

„Oigentlich ischs blos a Buckl. So saget mir im Allgai zu de kloinere

Berg.“

Beim Abstieg legen die Kinder den Turbogang ein. Erstens

purzelt es sich wahrlich wunderbar durch den tiefen Schnee.

Zweitens freuen sie sich auf die finale Talabfahrt.

Schneeschuhe runter, rauf auf den

Schlitten. Obwohl alles schnell geht, sticht

den Kindern das Hinweisschild „Heute

Nachtrodeln“ ins Auge. „Wann machen

wir das?“, fragt die Kleine. Beim nächsten

Mal. Denn für die Kutschentour zur Hütte,

die Stirnlampen-Schneeschuhwanderung und

zum Skifahren hat die Zeit auch nicht gereicht. Heute war’s zu

viel (Im-)Berg für eine Familie.

In und um Oberstaufen

WASSERSPASS Wer sich draußen bewegt, braucht auch wärmende

Entspannung – im Freizeitbad Aquaria. Für Eltern bieten

sich Gesundheits-Solebecken und Warmwasserbereiche an. Für

Kinder gibt’s die 100-Meter-Rutsche, Sprungtürme oder Wildwasserkreisel.

www.aquaria.de

MINIWELT FÜR GROSS UND KLEIN Mehr als 200 kleine Züge

mit 2 500 Waggons tuckern über knapp 2,5 Kilometer Gleise.

Zur Anlage gehören rund 600 Gebäude, 5 000 Figuren und

26 000 Bäume. Nachgebaut wurde zum Beispiel der Streckenabschnitt

Koblenz-Bingen, den die UNESCO zum Weltkulturerbe

erklärt hat. www.miniwelt-oberstaufen.de

SCHLITTSCHUHLAUFEN Der Eisplatz im Staufenpark ist der

Hotspot im Winter. Dort kann man Runden drehen, Eishockey

spielen, Eisstockschießen und die Aussicht genießen.

www.oberstaufen.de

HEIMATMUSEUM Dort waren früher die „Strumpfwirker“ tätig.

Heute ist das Haus Museum und Gastwirtschaft zugleich.

www.beimstrumpfer.de

22 | Griaß di’ Allgäu


Höchste Allgäuer Genusskultur ...

... entsteht mit Hingabe, Sorgfalt, Handwerk und Muße.

Und aus diesen vier Zutaten brauen wir nicht einfach ein

Bier, sondern ein Meckatzer: Ein Bier wie seine Heimat.

Von uns. Für Genießer.

Ihr

www.meckatzer.de

Griaß di’ Allgäu | 23


ALLGÄU AKTIV | Ski-Langlauf

RAUS IN

Voll

DIE NATUR

im Trend

Immer mehr Menschen steuern im Winter Langlauf-Loipen an.

Nicht nur Mediziner haben dafür eine Erklärung:

Dieser Freizeitsport ist gesund, gelenkschonend, kostengünstig

und für alle Altersgruppen geeignet. Im Tannheimer Tal

gibt’s beste Bedingungen. Start am Schwarzen Adler.

24 | Griaß di’ Allgäu


Schongau

avensburg

Kempten

Marktoberdorf

Ski-Langlauf | ALLGÄU AKTIV

odensee

kirch

Lindau

Bregenz

Dornbirn

Wangen

Isny

TEXT Freddy Schissler | FOTOS

Marco Felgenhauer & Manfred Felder

Scheidegg

Nesselwang

Er hat schon was von Wunderland,

dieser Oberstaufen Vormittag hier Immenstadt im Tannheimer

Tal. Die Sonne scheint, der

Sonthofen Tannheim

Himmel ist blau, das Frühstück im

Schwarzen Adler in Tannheim wird uns die

nötige Kraft geben. Sport ist angesagt an diesem

Tag mitten unter der Woche, Langlauf klassisch.

Oberstdorf

Das Hotelpersonal ist behilflich gewesen beim Ausleihen

der Langlauflatten, inklusive Stöcke und Schuhe. Mütze

und Handschuhe haben wir

Riezlern

selbst mitgebracht, und auch beim

Durchhalten, also beim Ausspielen der für diesen Tag notwendigen

Kondition sind wir auf uns allein gestellt. Aber da befällt

uns keineswegs ein mulmiges Gefühl. Denn die Loipen, die nur

einen Schneeballwurf entfernt Warth der Hoteltüre beginnen, verlaufen

zunächst kerzengerade.

Es ist ja oft so auf dieser Welt, dass Traditionelles eine Art

Renaissance erlebt. So ist es auch beim Langlauf. Gewiss, jene,

die in Tannheim die Talstation der Neunerköpfle-Gondelbahn

ansteuern, sind nicht wenige. Und doch überqueren an diesem

Tag ebenso viele Menschen die Straße und stehen dann schon

neben der Loipe. Keine Frage: Skilanglauf liegt voll im Trend.

Weshalb? Weil dieser Freizeitsport als athletisch und gesund gilt.

Vielleicht am ehesten zu vergleichen mit Nordic Walking im

Sommer. Auch dann greifen zahlreiche Frauen wie Männer zu

beiden Stöcken.

Immerhin, beim Langlauf ist fast der gesamte Körper gefordert.

Das heißt, dass zahlreiche Muskeln gleichmäßig beansprucht

werden. Was uns an diesem Vormittag ebenfalls bewusst wird:

Man muss keine Unsummen für eine entsprechende Ausrüstung

auf den Kassentisch legen.

Iller

Lech

Tannheim Haldensee

Vilsalpsee

Füssen

Forggensee

Lechbruck

Ach ja, und wer behauptet, Langlauf im klassischen

Stil sei langweilig und eine Sportart für

eher behäbige Menschen, der wird an diesem

Vormittag eines Besseren belehrt. Gewiss, es

Reutte

sind auch Langläufer von Tannheim Richtung

Zöblen und entgegengesetzt in Richtung Haldensee

unterwegs, denen es eindeutig um Spaß und nur

um die Bewegung an der frischen Luft geht.

Ehrwald

Dass es aber auch Steigerungen gibt, beweisen einige andere,

die in den bestens präparierten Spuren unterwegs sind. Oder,

Nassenreith

Unser ImstTourenvorschlag

RUND-LOIPE GAICHTPASS (leichter Schwierigkeitsgrad)

START ist im Ortskern von Tannheim. Dann geht’s östlich in der

Loipe über Wiesen mit Blick auf die Rote Flüh und den Gimpel.

Am Südufer des Haldensees folgt man der Spur am Waldrand

nach Nesselwängle. Unterhalb der Tannheimer Gruppe und Krinnenspitze

wird eine weite Schleife über die äußersten Wiesen des

Tales gelaufen.

Die RÜCKKEHR nach Tannheim erfolgt über flache Wiesen von

Nesselwängle. Nach einer leichten Abfahrt ist man am Ostufer

des Haldensees. Als Höhepunkt der Tour gilt die Überquerung

des zugefrorenen Haldensees. Dann geht’s weiter nach Grän

und anschließend über breite Wiesen nach Tannheim zurück.

Länge: 18,9 km, Zeit: 4 Stunden, Höhenunterschied: 54 m

Griaß di’ Allgäu | 25


ALLGÄU AKTIV | Ski-Langlauf

Menschen

glücklich

machen

als weitere Steigerung: in der Skating-Technik. Wir gestehen,

dass wir ein bisschen neidisch zu diesen Loipen-Kollegen hinüberschielen.

Denn wer die freie Technik beherrscht, hinterlässt

wirklich einen sportlichen, einen dynamischen Eindruck.

Übrigens, nach einer längeren Unterhaltung

mit einem Orthopäden, wissen wir nun:

Es gibt im Winter kaum eine gesündere Sportart als Langlauf.

Weshalb? Die Antworten „unseres“ Arztes:

• Durch den Einsatz der Stöcke werden viele Muskeln

des Körpers gleichmäßig beansprucht.

• Die gleichmäßige Bewegung der Beine und

Hände schont Gelenke und die Wirbelsäule.

• Langlauf stärkt Herz, Kreislauf, Venen und

die Fettverbrennung.

• Das Verletzungsrisiko beim Langlauf ist gering

(sofern die Loipen einigermaßen eben verlaufen wie

an vielen Stellen im Tannheimer Tal) – vor allem

im Vergleich zum alpinen Skisport.

• Der Sport in der Loipe ist für alle Altersgruppen geeignet.

Das Tannheimer Tal gilt als eine Art Langlaufparadies. Bereits

im Jahr 2008 zeichnete der „ADAC Ski Guide“ die Region als

eines der zehn Top-Skigebiete im Bereich Nordic/Langlauf aus.

Und auch das Land Tirol verpasste dieser Region ein Loipengütesiegel.

Das Loipennetz ist gewaltig und erstreckt sich über 140

Kilometer. Ebenfalls bemerkenswert: Es gibt nur einen Höhenunterschied

von maximal 100 Metern.

26 | Griaß di’ Allgäu

Manchmal braucht man Glück im Leben.

Sepp Schiffer, Chef des Schwarzen Adlers

in Tannheim, war schon seit langem zusammen

mit seiner Frau Ellen auf der Suche

nach einem neuen Küchenchef, als er an diesem Abend

in einem Restaurant in Oy-Mittelberg einkehrte. Er kam

mit dem Besitzer ins Gespräch und konfrontierte ihn mit

der Frage: „Sag mal, kennst du einen Koch, der eine neue

Arbeitsstelle sucht?“ Sepp Schiffer erwartete nicht wirklich

eine positive Antwort – und vernahm doch diesen

Satz: „Ja kenn ich. Da hinten am Tisch sitzt er.“

Danach ging‘s ruckzuck. Der Adler-Chef steuerte besagten

Tisch an – und nach ein paar Minuten gab’s einen

Handschlag zwischen ihm und Richard Huth. Der

Schwarze Adler Tannheim hatte ab sofort einen neuen

Chefkoch. Mitte Januar 2019 war das, und will man von

Richard Huth wissen, wie die erste Bilanz ausfällt, sieht

man einen nach oben gestreckten Daumen. „Ich fühle

mich rundum wohl“, sagt er und meint damit sowohl

zu gewinnen:

Koch für Zuhause

Das gibt’s nicht alle Tage: Unser Magazin bietet

mit dem Schwarzen Adler ein spezielles Gewinnspiel.

Sie können Richard Huth gewinnen – für

einen Abend bei Ihnen zu Hause in der Küche.

Sie einigen sich mit ihm im Vorfeld auf ein mehrgängiges

Menü, und der Meisterkoch wird mit

gefüllten Taschen und Körben bei Ihnen


Ski-Langlauf | ALLGÄU AKTIV

Foto (Bürgermeisterstück): stock.adobe.com, HL-PHOTODESIGN.EU; Grafik: stock.adobe.com, Good Studio

Richard Huth ist Koch

aus Leidenschaft und liebt die

Herausforderung an seinem Beruf.

Sein Lieblingsessen ist ein

Bürgermeisterstück.

seinen Arbeitsplatz, als auch die Gegend, in der wohnt.

Das ist das Allgäu, und weil der gebürtige Franke ein

ausgesprochener Bergfreund ist, war die Begegnung mit

Sepp Schiffer auch für ihn ein Glücksfall.

Huth arbeitete zuvor als Küchenchef in Würzburg –

mit Leidenschaft, wie er betont. Überhaupt hat der Beruf

Koch für ihn sehr viel mit Leidenschaft zu tun. Seit

43 Jahren schwingt er den Kochlöffel und will, so drückt

er es selbst aus, „Menschen glücklich machen“.

Ob es ihm nach all den Jahren nicht ein bisschen langweilig

wird in der Küche? Ob sich irgendwann so etwas

wie triste Routine einstellt? Ein vehementes Kopfschütteln

ist die Antwort und dieser Hinweis: „Ich bringe jeden

Tag neue Produkte auf den Tisch. Kein Tag gleicht

dem anderen.“ Und auch die Reaktionen der Gäste sind

nicht immer gleich – wobei ihm die sehr wichtig sind.

„Und natürlich“, gesteht der Sohn eines Gastwirts,

„wenn es Lob gibt, ist das einfach zusätzlicher Ansporn

für die nächsten Stunden und Tage.“

auftauchen und Ihre Küche in Beschlag

nehmen. Das Tolle daran:

Sie können auch Gäste einladen.

Richard Huth kocht an diesem

Abend für eine Gesellschaft mit

maximal sechs Personen.

Bürgermeisterstück

Für 4-6 Personen

DIE ZUTATEN:

· 1,5 bis 2 Kilogramm Rindfleisch

· Barbecuesoße

· Öl

· je 1 Esslöffel Rosmarin, Majoran, Thymian,

Vanille, Paprikapulver und Knoblauchpulver

· Salz, Pfeffer (geschrotet)

· etwas Wasser oder Bier

ZUBEREITUNG:

Aus den Gewürzen eine Mischung herstellen, dann Fleisch einschneiden.

Am besten vorsichtig in die Fettschicht eine Rautenform

einschneiden (mit einem scharfen Messer). Aber Achtung:

Nicht bis zum Fleisch durchschneiden.

Zunächst die Seite mit dem Fettdeckel marinieren. Dann die

Rückseite leicht einölen und ebenfalls mit der Gewürzmischung

das Fleisch ganzflächig einmassieren.

Im Grill eine Tropfschale unter den Gitterrost legen, darüber das

Fleisch legen, ein wenig Wasser oder Bier in die Tropfschale einfüllen.

Das schafft im Grill ein feuchtes Raumklima und die Flüssigkeit

aus der Tropfschale lässt sich auch für eine aromatische

Sauce verwenden.

Einsendeschluss: 1. März 2020

Schicken sie

eine Mail an redaktion@griassdi-allgaeu.de oder eine Postkarte an

Griaß di‘ Allgäu, Erlebnismagazin, Stichwort: Küchenchef, 87430

Kempten und beantworten Sie folgende Frage: Wie heißt das

Chef-Ehepaar des Schwarzen Adlers in Tannheim?

Das Fleisch bei 60 bis 65°C etwa 12 Stunden im Backofen garen.

Am Schluss ca. 20 Minuten bei Grillfunktion oder starker Oberhitze

überkrusten.

Griaß di’ Allgäu | 27


ALLGÄU AKTIV | Rodelspaß

UNTERWEGS AUF ZWEI KUFEN

Von gemütlich

bis rasant

28 | Griaß di’ Allgäu


Rodelspaß | ALLGÄU AKTIV

Sanfte Hügel, Adrenalin, fantastische

Ausblicke und Hüttenzauber:

Wer in den Allgäuer Alpen auf dem

Rodel Platz nimmt, kann einiges erleben.

Wir verraten, wo die Schlittenfahrten

besonders viel Spaß machen.

TEXT Ingrid Rösner | FOTOS Marc Oeder

Von leicht bis wild: Im Allgäu ist für jeden Freund

des Rodel-Vergnügens etwas dabei. Denn die Landschaft

ist so abwechslungsreich, dass Familien, aber

auch sportliche Abenteurer den perfekten Rodelberg

für sich finden. Die ganz Kleinen rutschen am besten auf einem

der flachen Hügel hinunter. Die findet man in vielen Allgäuer

Orten – zum Beispiel am Skizentrum in Pfronten-Steinach, wo

die Kinder unbekümmert in den Schnee fallen können. Ansonsten

fahren Kindergarten- und Grundschulkinder wohl besser bei

den Eltern vorne auf dem Schlitten mit.

Viele Strecken sind gespurt, manche sogar beschneit und abends

beleuchtet. Und sie sind bequem mit den Bergbahnen erreichbar

oder können mit einer Winterwanderung und Einkehr in einer

bewirtschafteten Alpe verbunden werden. Wer keinen Schlitten

hat, kann sich an den vielen Ausleihstationen einen mieten.

Shuttlebusse bringen den Gast oft an den Ausgangspunkt zurück.

Hier nun ein paar Tipps – von leicht bis sportlich.

Der Weg zur Buchel Alpe in Unterjoch ist nicht zu steil, weshalb

für kleinere Kinder die 45 Minuten vom Parkplatz Obergschwend

bis zur Hütte kein Problem darstellen. Zum einen lockt

dort selbst gemachter Kuchen in warmer Stube. Zum anderen

gibt’s eine gemütliche Abfahrt, die vom Transportschlitten der

Hütte gebahnt wird. Im Gebiet Alpsee-Grünten bei Immenstadt

führt vom Steigbach ein Weg zur Mittelstation des Hausbergs,

dem Mittag (eine Stunde zu Fuß oder mit der Mittagbahn). Danach

geht es mit toller Aussicht auf Allgäuer und österreichische

Gipfel 4,7 Kilometer zum Ausgangspunkt zurück.

Im Tannheimer Tal lohnt sich der Aufstieg zum Adlerhorst

oberhalb von Haller bei Nesselwängle. Dort sind zwar keine

Greifvögel zu sehen, dafür hat man eine fantastische Aussicht in

die Berge. Am besten vor 14 Uhr aufsteigen, denn erst da-

Griaß di’ Allgäu | 29


ALLGÄU AKTIV | Rodelspaß

Beste Rodelbedingungen gibt‘s am Ofterschwanger Horn. Ausleihen kann man die Schlitten an der Bergstation.

nach darf man auf dem gut präparierten Weg – mit ein paar

engen Kurven – runterfahren. Schlitten kann man an der Hütte

ausleihen.

Für Ambitioniertere und Familien mit größeren Kindern bietet

sich die längste Naturrodelbahn im Allgäu an. Sie führt vom

Breitenberg ins Achtal bei Pfronten. Mit der Breitenbergbahn

und dem Hochalplift geht es auf 1677 Meter hinauf. Der Rodler

kann dort starten oder weitere 20 Minuten bis zum Gipfel

und zur Ostlerhütte laufen. Der Aufstieg lohnt sich, denn der

Blick über Allgäuer und Tiroler Berge sowie das Voralpenland

ist beeindruckend. Danach geht es sieben Kilometer auf einem

Forstweg hinab. Ein Shuttlebus fährt zur Talstation der Breitenbergbahn.

Eine einmalige Aussicht auf den Hochgrat ist bei

der Abfahrt vom Imberghaus im Oberstaufener Ortsteil Steibis

inklusive. Hinauf geht es in einer Stunde zu Fuß oder mit der

Imbergbahn. Die Auffahrt ist vor allen Dingen dann zu empfehlen,

wenn viel Rodelverkehr ist. Denn der Fußweg führt an der

gleichen Strecke hinauf.

Wer auf schneebedeckte Kurven steht, wird zwischen Oberjoch

und Bad Hindelang fündig. Vom Startpunkt, der Hirschalpe,

schlängelt sich ein kurvenreicher Weg ins Tal. Am Fuße des

Nebelhorns in Reichenbach bei Oberstdorf verläuft eine Rodelstrecke

mit tollem Blick ins Illertal und auf die umliegenden

Berggipfel. Zu Fuß geht es zum urigen Berggasthof Gaisalpe hinauf.

Die Wirtsleute räumen dort den Weg frei, verleihen Rodel

und kochen zudem fantastische Knödel.

Für Unerschrockene haben wir auch einen Tipp parat. Steile

Gipfel versprechen rasante Abfahrten. Für solche Strecken benötigt

man Übung und Respekt, wie am Imberger Horn bei Bad

Hindelang. Das ist ein Paradies für Abenteurer. Denn hier gibt es

drei präparierte Naturbahnen mit unterschiedlichem Anspruch,

auch familiengeeignete. Alle Bahnen sind nur fürs Rodeln reserviert.

Man muss daher nicht mit Gegenverkehr rechnen. Bei der

Auffahrt mit der Hornbahn und auch bei der Abfahrt reicht die

Sicht bis ins Ostrachtal. Die gelbe Strecke der jeweils bis zu 3,5

Kilometer langen Rodelrouten verläuft nahe der Gondelbahn.

Die hat‘s in sich – denn es geht rasant direkt zur Talstation zurück.

Wie gesagt: Das ist etwas für Unerschrockene.

www.allgaeuwinter.de

30 | Griaß di’ Allgäu


Töpfer ist...

Mit Herz und Verstand

bei der Sache

Hebammen-Tipp Nr. 28

Babyhaut ist 5-mal dünner als die von

Erwachsenen. Daher ist sie empfindlicher

und durchlässiger. Eine sanfte Pflege ohne

künstliche Duft- und Konservierungsstoffe

ist genau die richtige Wahl.

www.toepfer-babywelt.de

Griaß di’ Allgäu | 31


32 | Griaß di’ Allgäu


MEI

HUIMAT

Wander-Tipp von Nicole

ZUR

SCHWARZ-

WASSER-

HÜTTE

Azurblauer Himmel und nur leichte Wolkenschleier

an einem milden Wintertag:

Eine gute Voraussetzung für eine beeindruckende

Tour, die am Parkplatz der

Ifenbahn (Tagesticket 3 Euro) in Hirschegg

beginnt und ins traumhafte Schwarzwassertal

führt. An der Auenhütte an der Talstation

der Ifenbahn legen wir los und gehen

links am Lift vorbei – der Anfang des

gut ausgeschilderten Winterwanderwegs

Richtung Schwarz wasserhütte.

Noch befinden sich unsere Schneeschuhe

am Rucksack, da die Strecke bestens

präpariert ist. Im Sommer ist der Weg

übrigens bestens mit Kinderbuggy zu bewältigen.

Gleich zu Beginn passieren wir

den Herzsee 2 , den Beschneiungsteich der

Ifenbahn.

Griaß di’ Allgäu | 33


8

2

3

Der erste Abschnitt führt uns durch

das wildromantische Naturschutzgebiet

Rüche. Der Weg, den wir nehmen, verläuft

mitten durch riesige Felsbrocken. Sie

sind übrigens die Überbleibsel eines vor

Jahrhunderten niedergegangenen Felssturzes.

3

Am links gelegenen Bildstöckle haben

wir nach einer zunächst gemütlichen

Wanderphase die ersten Höhenmeter erreicht.

Das Bildstöckle erinnert an das

schwere Lawinenunglück von 1952, als

am Hohen Ifen eine gewaltige Lawine ins

Tal raste und drei Hütten im Bereich der

Melköde verschüttete. Schon Tage zuvor

hatten Schneestürme das Leben im Allgäu

und Kleinwalsertal lahmgelegt. 20 Menschen

verloren damals ihr Leben.

Weiter geht es über die weitläufige Ebene

Richtung Alpe Melköde (1 347 Meter),

4 auf die seit dem Jahre 1648 ausschließlich

Milchkühe aufgetrieben werden und

deren Milch man zu Käse verarbeitet. An

der Alpe Melköde stürzt der Schwarzwasserbach

tosend über einen felsigen Abhang.

Rechterhand bestaunt der Wanderer

die gewaltigen Felsmassive des Hohen Ifen

(2 229 Meter), 5 dessen Wände zu den Seiten

so steil abfallen, dass sich dort kaum

Schnee ansammeln kann. Ein traumhafter

Ausblick.

Nun schnallen wir unsere Schneeschuhe

an, da wir an einem warmen Tag unterwegs

sind und der Schnee schon recht

„muasig“ (weich) ist. Wir wollen ja nicht

zwei Schritte nach vorn und einen zurück

34 | Griaß di’ Allgäu


cheidegg

Iller

Nesselwang

Füssen

Forggensee

Oberstaufen

Immenstadt

z

Sonthofen

Tannheim

Reutte

n

Oberstdorf

Riezlern

Ehrwald

Auenhütte

Warth

Lech

4

Imst

5

Nassenreith

KURZINFO:

Höhenmeter: ca. 415 m

Kilometer: ca. 10 km

Laufzeit: 3 Stunden gesamt

SKITOURENZIELE UND

SCHNEESCHUHWANDERUNGEN

AB DER SCHWARZWASSERHÜTTE

Berlingerköpfle (1 994 m),

Diedamskopf (2 090 m),

Falzerkopf (1 968 m),

Grünhorn (2 034 m),

Hählekopf (2 058 m),

Hoher Ifen (2 229 m),

Steinmandel (1 981 m)

machen. Es geht nun einen ziemlich steilen

Hang hinauf zu einem wunderschönen

Plateau. 8

Endlich ist das Ziel in Sicht (zumindest

die Fahne der Schutzhütte sehen wir). Von

nun an führen nur noch einige Kehren

nach oben – was soll ich sagen: Die Aussicht

ist schon jetzt überwältigend.

Die Schwarzwasserhütte (1 651 Meter)

6 bietet Schlafplätze in Mehrbettzimmern

(40) oder Matratzenlagern (30) an.

Wir stärken uns mit einem leckeren Kaiserschmarrn,

bevor wir die gleiche Runde

zurück ins Tal laufen. Der in meinen

Augen wunderschöne Rundumblick

7 vom Hohen Ifen bis zum Grünhorn

gibt mir wieder einmal das Wahnsinnsgefühl

von Huimat.

6

7

Griaß di’ Allgäu | 35


ALLGÄU AKTIV | Anspruchsvolle Skitouren

Reiz

der

Rinnen

Nichts gegen Genusstouren.

Entspannt über nette Hänge ins Tal

wedeln, das hat schon was.

Aber wenn die Bedingungen passen,

bieten steile Hänge und Rinnen

versierten Skitourengehern ein

besonderes Erlebnis. Nervenkitzel

gibt’s gratis dazu.

TEXT & FOTOS Robert A. Schmid

36 | Griaß di’ Allgäu


Anspruchsvolle Skitouren | ALLGÄU AKTIV

Griaß di’ Allgäu | 37


ALLGÄU AKTIV | Anspruchsvolle Skitouren

Steigeisen und Pickel sollte man beim Abenteuer in der

Elferrinne nicht vergessen. Links lächelt der Autor dieser Geschichte.

Früh am Morgen. Autofahrt ins Abenteuer. Die Berge

vor Augen, die Tour im Kopf und Rammstein im Ohr:

Links 2, 3, 4. Gitarrenriffs gegen aufkeimende Selbstzweifel.

Thaneller. Eine gewaltige Pyramide bei Heiterwang

im Außerfern. Schon der Normalweg durch das steile Kar

ist eine knackige Skitour. Doch unser Ziel ist die Nordrinne, ein

Highlight für Steilwand-Aspiranten.

Wer die Route einmal gesehen hat, wird sie so schnell nicht

vergessen. Sie führt spektakulär in Falllinie vom Gipfel durch die

Nordwand. Aus der Ferne ist es kaum zu glauben, dass die Direttissima

mit Skiern befahren wird.

Das Spektakel rückt näher

Nach 1300 Höhenmetern Aufstieg zum Gipfel des Thanellers

rückt das Spektakel näher. Erste verstohlene Blicke in den

Schlund der Rinne. Anspannung. Stille. Jetzt gilt es. Stefan, unser

Bester, fährt vor, Miriam gleich hinterher. Die Einfahrt ist

so steil und eng, dass man zunächst mit den Skiern nur seitlich

abrutscht. Der Hangneigungsmesser am Skistock zeigt 57 Grad

an. Stürzen ist hier nicht angesagt.

Sobald sich der Trichter etwas öffnet, setzen wir die ersten

kurzen Schwünge. Fast aus dem Stand müssen wir in dem engen

Steilgelände um die Kurven mehr springen als schwingen.

Das geht mächtig in die Beine. Die Muskeln brennen. In den

kurzen Erholungspausen genießen wir gigantische Tiefblicke,

eingerahmt von Felswänden. Die Engstellen mit Blankeis, die in

manchen Wintern mühsam abzuklettern sind, bleiben uns erspart

– der guten Schneelage sei Dank.

Keine Ahnung, wie lange wir schon durch die Nordrinne fahren.

Das Zeitgefühl weicht dem Rausch der Tiefe. Dann auf

Steile Skitouren (Teil 1)

PONTEN, 2041 METER, OSTRINNE Von der Lift-Talstation in

Schattwald (Tannheimer Tal) über das Stuibenkar über den Normalweg

auf den Ponten. Zu Fuß am Gipfelkreuz vorbei (vorher

kommt noch eine andere, steilere Rinne, in die meist abgeseilt

wird). Der Einstieg in die Rinne kann bei hartem Schnee etwas

unangenehm sein. Über das Pontenkar und die Skipiste geht es

bequem zum Ausgangspunkt zurück. Eine schöne Runde (rund

1000 Höhenmeter) mit Rinne.

FERNPASSRINNE Nach dem Fernpass (1212 Meter) parken.

Kurz hinab zum Bach und dann durch die Rinne bis auf 2100

Meter. Gipfelsammler haben die Wahl zwischen dem etwas

weiteren Tagweidkopf (2407 m) und dem Mittleren Kreuzkopf

(2320 m). Die ostseitige Exposition erfordert meist einen sehr

frühen Aufbruch.

38 | Griaß di’ Allgäu


Anspruchsvolle Skitouren | ALLGÄU AKTIV

Der Skifahrer sollte früh aufbrechen, wenn er

die Tour in der Fernpassrinne in Angriff nimmt.

Griaß di’ Allgäu | 39


ALLGÄU AKTIV | Anspruchsvolle Skitouren

Steile Skitouren (Teil 2)

THANELLER, 2341 METER, NORDRINNE Am Karlift bei Heiterwang

(Außerfern) parken und über das Nordkar und das Rintljoch

auf dem Normalweg zum Gipfel (1300 Höhenmeter). Ein paar

Meter nördlich vom Gipfel links die Einfahrt in die Rinne. Dort

immer links halten. Eine gründliche Tourenplanung und am

besten noch eine aktuelle Einschätzung von Kennern vor Ort sind

unerlässlich. Zur Sicherheit Steigeisen und Pickel mitnehmen.

ELFERKOPF, 2350 METER, ELFERRINNE Von Schwendle

(Kleinwalsertal) auf dem Normalweg durchs Wildental zum

Wintergipfel des Elferkopfes (rund 1200 Höhenmeter). Zwischen

dem Haupt- und dem Wintergipfel steigt man über eine sehr

enge und steile Rinne nach Norden ab. Steigeisen und Pickel

nicht vergessen! Bei schwierigen Verhältnissen muss abgeseilt

werden. Infos zu den aktuellen Bedingungen einholen!

ACHTUNG Insbesondere bei der Thaneller-Nordrinne und bei der

Elferrinne handelt es sich um sehr ernste alpine Skitouren, die

man nur bei allerbesten Verhältnissen in Erwägung ziehen sollte.

Sie führen durch extrem steiles, absturzgefährdetes Gelände.

Bei hartem oder gar eisigem Untergrund könnte ein Sturz fatale

Folgen haben.

Eine schöne Runde (rund 1000 Höhenmeter)

mit Rinne erwartet die Skifahrer am Ponten.

40 | Griaß di’ Allgäu


Anspruchsvolle Skitouren | ALLGÄU AKTIV

einmal vor uns schier endlose Weite. Geschafft! Nach dem

Ende der Rinne wedeln wir beschwingt zur Aufstiegsroute ins

Kar und über die Skipiste ins Tal. Beglückte Blicke zurück. Sind

wir da wirklich abgefahren? Freude pur. Miriam, erst den zweiten

Winter auf Skitour, ist stolz auf ihren Parforceritt.

Die Region bietet „Süchtigen“ viele Ziele

Wer einmal den Reiz der Rinnen entdeckt hat, kehrt immer wieder

zurück. Sie entfalten eine Sogwirkung. Umso besser, dass das

Allgäu mit seinen Ausläufern „Süchtigen“ viele Ziele bietet. Da

gibt es äußerst knackige wie die Trettachrinne von der Mädelegabel,

aber auch viele genussvolle zum Reinschmecken.

Dazu zählt die Fernpassrinne, die den meisten Autofahrern sofort

ins Auge sticht. Vom Fernpass wirkt sie so abweisend und

steil, doch im Aufstieg entpuppt sie sich überraschend zahm. Bei

guten Verhältnissen geht es mit Kickkehren zügig durch den maximal

38° steilen Hang zum Sattel. Um 7 Uhr sind wir gestartet,

und doch zu spät dran. Die Sonne setzt dem Osthang (und uns)

zu. Die Folge: ein überaus schweißtreibender Aufstieg durch den

schweren Schnee und eine erhöhte Lawinengefahr.

Auch der Ponten und der Bschießer im Tannheimer Tal warten

mit Rinnen auf, die für sichere Skifahrer und versierte Tourengeher

ein Erlebnis sind. Nach dem üblichen Aufstieg durchs

Stuiben-Kar, eine der beliebtesten Skitouren weit und breit, geht

es mit Ski am Rucksack etwas ausgesetzt zum Gipfelkreuz des

Ponten und noch ein Stück weiter, bis sich rechts eine Rinne auftut.

Ein Gedicht über 200 Höhenmetern.

Rinnen-Hopping, Teil 4: Von ganz anderem Kaliber ist die Elferrinne

bei Mittelberg im Kleinwalsertal. So steil haben Thomas

und ich den Einstieg beim Elferkopf nicht erwartet. Hilft nichts.

Die ersten knapp 100 Höhenmeter klettern wir voll konzentriert

mit Eisgeräten und Steigeisen ab. Eine kleine Mutprobe. Ängstliche

seilen ab.

Als sich die trichterförmige Rinne etwas öffnet und abflacht,

stapfen wir eine ebene Fläche und legen die Ski an. Der Hangneigungsmesser

zeigt immer noch stolze 54° an. Eine falsche Bewegung

und die Ski oder wir machen den Abgang. Thomas findet in

der steilen Rinne sofort seinen Rhythmus, wedelt elegant Zöpfe.

Dann die Krönung: vor uns ein prächtiger, ideal geneigter Pulverhang.

Die Steilabfahrt endet im Genuss.

Wie gesagt: Nichts gegen eine Genusstour, aber...

In mehr als 200 Jahren vom kleinen Bauerngasthof zum erfolgreichen

Familienhotel: Tradition verpflichtet und ist nur bei intakten

Gastgeberfamilien über Generationen möglich. Und genau

so sind wir: familiär, ungezwungen und bodenständig. „Grüeß

Gott derhuim“ heißt es bei den Allgäuern und mit dem Duzen

ist man bei uns auch schnell vertraut. Wohlfühlen sollt ihr euch –

das liegt uns ganz besonders am Herzen. Die „Krone“ und unsere

Region Allgäu haben unglaublich viel zu bieten: ob sportlich,

kulturell oder zum Relaxen. Das könnt ihr in nur

einem Urlaub gar nicht

umfänglich nutzen.

Wir freuen

uns auf Euch!

Eure Familien Probst,

Gehring und Kozjak

Sorgschrofenstr. 2

87541 Bad Hindelang/Unterjoch

www.bibi.de

· Ganzjährig familiengerechte Spezialwochen

· Eigene Reitschule mit 24 Pferden und 4 Reitlehrern

· Panorama Erlebnisbad mit drei Planschbecken

und einem Whirlpool, beheizter Aussenpool

· Beauty- und Wellnessoase mit umfangreichen

Anwendungen für Erwachsene und Kinder

· Kleinkindbetreuung bis 50 Std./Woche,

Kinderbetreuung 70 Std./Woche und

Teenebetreuung 25 Std./Woche

· Drei Indoor Spielräume mit insgesamt 680 qm

· Wald- und Abendteuer Spielplatz, Funcourt und

großes Trampolinzelt

· Hoteleigene Ski-, Snowboard- und Kinderskischule

(mit gratis Skipass mit der BadHindealngPlusCard)

Griaß di’ Allgäu | 41


Allgäu tut gut

Wussten Sie, dass … der mehrfach ausgezeichnete Jazz-Musiker Matthias Schriefl in Maria Rain

im Oberallgäu aufgewachsen ist? Die Region macht vielleicht besonders musikalisch, denn

von klein auf hatte er Musik im Blut. Bereits im Alter von drei Jahren trötete Schriefl ständig in eine

halbe, kaputte Trompete. Was mit der anderen Hälfte passiert ist? Die ist einem Auto zum Opfer

gefallen. Für die ersten Versuche hat es wohl dennoch gereicht. Ab seinem siebten Lebensjahr hat

er dann gelernt, richtig zu spielen. Damals nahm er neben dem Trompetenunterricht auch noch

Klavierstunden. Denn wie heißt es so schön: Früh übt sich...

Foto: Matthias Becker

42 | Griaß di’ Allgäu


Griaß di’ Allgäu | 43


Iller

Memmingen

Bad Wörishofen

ALLGÄU TUT GUT | Hüttenabend

Kaufbeuren

Leutkirch

Schongau

Marktoberdorf

Kempten

Wangen

Isny

Lechbruck

Scheidegg

Iller

Nesselwang

Füssen

Forggensee

Oberstaufen

Immenstadt Rettenberg

regenz

Sonthofen

Tannheim

Reutte

rnbirn

Oberstdorf

Ehrwald

Riezlern

GANZ SCHÖN URIG

Warth

Kulinarische

Kreativität

Lech

Imst

Nassenreith

Die Höfle Alp oberhalb von

Kranzegg punktet mit

Käse-Spezialitäten und einer

Konditormeisterin.

Weshalb es einmal im Monat bei

diversen Schmankerln und

Live-Musik besonders zünftig

zugeht und die Kuchen wahre

Kunstwerke sind.

TEXT Freddy Schissler | FOTOS Martina Diemand

44 | Griaß di’ Allgäu


Hüttenabend | ALLGÄU TUT GUT

Griaß di’ Allgäu | 45


ALLGÄU TUT GUT | Hüttenabend

Nicht nur in der Küche ein eingespieltes

Team: Verena und Robert

Jörg. Eine Spezialität: Knödel in allen

Variationen. Gemütlich ist‘s in der

Ferienwohnung unterm Dach.

Kurzum: eine Alpe mit Herz.

Es gibt Dinge im Allgäu, da hört der Spaß auf. Zum

Beispiel bei Kässpatzen, die schlecht zubereitet sind.

Da kann der Allgäuer (vermutlich nicht nur der) grantig

werden, wenn er seine Leibspeise in mäßiger ualität

auf den Tisch bekommt, schlecht gelaunt und angriffslustig.

Mit dieser Spezies Gast haben es Verena und Robert Jörg noch

nicht zu tun gehabt. Sie bewirtschaften seit vielen Jahren die

Höfle Alp oberhalb von Kranzegg, und regelmäßig kommen

in dieser urigen Hütte Kässpatzen auf den Tisch, in

aller Regel von der Chefin selbst zubereitet.

Na ja, eine gebürtige Allgäuerin ist Verena Jörg nicht,

sondern aus der Gegend bei Biberach. Da könnte es ja zumindest

sein, dass sie das Kässpatzen-Zubereiten nicht

unbedingt im Blut hat. Ist es aber nicht, und so beteuert

ihr Mann in jenem Dialekt, der wiederum ihm in

die Wiege gelegt wurde: „Dia macht di beschte Kässchpatze.“

Immerhin gehört Robert Jörg zu jenen

Allgäuern, die es mitunter mit diesem Spruch halten:

„It g‘schumpfe isch globet gnua.“ Da zählt seine

Aussage doppelt.

Die Höfle Alp ist seit jeher in Familienbesitz, vor knapp 20

Jahren hat Robert Jörg hier oben auf 1200 Metern Höhe, eineinhalb

Stunden Fußmarsch vom Gipfel des Grünten entfernt,

angefangen und vor zehn Jahren die Alpe auch touristisch ausgebaut.

Gäste können in einer Wohnung und in zwei separaten

Zimmern übernachten, inklusive Frühstück und Abendessen.

Ach ja, und dann hat er auch seine Frau kennengelernt, die regelmäßig

im Allgäu Urlaub machte, und mit ihr eine ausgezeichnete

Köchin und Konditormeisterin an Land

gezogen.

„Man muss sich auf einer Alp immer wieder überlegen,

was man neu anbieten kann“, sagt der Hausherr.

Was er damit meint: Die Konkurrenz ist groß und

schläft nicht, und wenn man den Gästen kulinarisch

Besonderes auf den Tisch stellt, dann spricht sich so

etwas schnell herum. So wie das reichhaltige Knödel-Angebot

auf der Höfle Alp – zubereitet wahlweise

mit Speck, Käse, Spinat, Brezen, Semmeln

oder Kartoffeln. All das gibt’s beim Käseabend am

ersten Freitag im Monat, inklusive zünftiger Live-

46 | Griaß di’ Allgäu


Hüttenabend | ALLGÄU TUT GUT

Musik. Auch das hat sich herumgesprochen und so kann sich

Robert Jörg über Reservierungen im Vorfeld nicht beschweren.

Nicht selten geht die Gaudi dort oben auf 1200 Metern bis weit

nach Mitternacht.

Nun ist es ja so, dass viele Hüttenwirte erzählen, dass bei

ihnen dies und jenes besonders gut schmeckt. Wir wollen das

nicht einfach ungeprüft übernehmen und laden uns deshalb zu

einem Kässpatzen-Abend ein. Das Team unseres Magazins hat

sich tagsüber mit dem Essen zurückgehalten und macht sich

hungrig auf den Weg zur Höfle Alp. Von Kranzegg aus läuft

man zu Fuß eine Dreiviertelstunde, aber auch mit dem Auto ist

sie auf einer Mautstraße erreichbar. Wir sind, wie gesagt, sehr

hungrig, und doch wird es am Ende so sein, dass wir die gusseiserne

Pfanne nicht vollständig leeren können. Und bitte: nicht

wegen des Geschmacks der Spatzen. Ganz im Gegenteil, sie sind

perfekt, sie sind ein Traum. Eher macht uns die Menge zu schaffen

– das Gastgeber-Paar hat es zu gut mit uns gemeint.

Ob wir danach noch einen Kuchen wollen, zur Abrundung

der Mahlzeit, will die Chefin wissen? Wir würden ja gern. Immerhin

haben wir gehört, dass Verena, die Konditormeisterin,

wahre Wunderwerke aus dem Hut – oder besser: aus dem Backofen

– zaubert. „Da kann ich meiner Kreativität vollen Lauf lassen“,

sagt sie, schmunzelt und erklärt: „Wenn bei uns eine Geburtstagsfeier

oder Hochzeit stattfindet, unterhalte ich mich im

Vorfeld mit den Leuten. Denn ich will genau wissen, wie ich

welchen Kuchen backen muss. Der sollte auch optisch perfekt

passen zum Anlass.“ Dem Zufall etwas überlassen hat Verena

Jörg, die längst das Allgäu ihre Heimat nennt, in der Küche

noch nie. Dafür ist ihr die Koch- und Backkunst zu wichtig. Na

ja, und natürlich ihre Gäste – wie an diesem Abend vom Magazin

Griaß di‘ Allgäu.

Höfle Alp am Grünten

GEÖFFNET Donnerstag bis Sonntag sowie Feiertag jeweils von

11 bis 18 Uhr (außer: November und April geschlossen). Weihnachts-

und Faschingsferien durchgehend geöffnet.

SPEZIALITÄTEN Täglich Kuchen und Torten von der Konditormeisterin;

Samstag Knödeltag in allen Varianten; von Juni bis

September gibt es am ersten Freitag im Monat Käseabende.

ALPGENUSS Die Höfle Alp ist Mitglied im Verein „Allgäuer Alpgenuss“,

einem Zusammenschluss von mehr als 40 bewirtschafteten

Alpen im Allgäu. Die Mitgliedsbetriebe verpflichten sich,

regionale Produkte und heimische Lebensmittel zu verwenden.

ÜBERNACHTEN Wohnungseinheit mit 3 Mehrbettzimmern und

einem Matratzenlager sowie Doppelzimmer mit Dusche/WC.

Ferienwohnung in Kranzegg.

www.hoefle-alp.de

Griaß di’ Allgäu | 47

www.schaber.com


ALLGÄU TUT GUT | Milchprodukte

48 | Griaß di’ Allgäu


Milchprodukte | ALLGÄU TUT GUT

Echt

Allgäu

Viele Verbraucher achten beim Kauf auf regionale Produkte.

Die sollten vor allem gesund und nachhaltig sein. Um das zu

gewährleisten, gibt es die Marke Allgäu. Sie stärkt auch

bäuerliche Strukturen und kleine Familienbetriebe.

TEXT Ingrid Rösner | FOTO Lisa Gräsel

Hohe Berge, saftige Weiden, sanfte Kühe – dieses

Trio formt ohne Zweifel das Bild des Allgäus, einer

gewachsenen Kulturlandschaft. Aufgrund der

vielschichtigen Geologie gedeihen hier verschiedenste

Kräuter und damit bestes Futter für die Kühe. Sie liefern

hochwertige Milch, die zu vielen weiteren Produkten verarbeitet

wird. Wer schon einmal Käse, Butter, uark und Joghurt aus der

Region probiert hat, schmeckt den Unterschied.

Regionalität ist für viele Verbraucher ein echtes Kaufargument.

Sie wollen wissen, woher die Produkte im Kühlregal

kommen und verbinden mit regionalen Lebensmitteln vor allem

eine deutlich höhere ualität. Genau dafür steht das Zeichen,

das mittlerweile auf vielen Millionen Verpackungen zu finden

ist: das blaue uadrat mit dem Allgäu-Logo. Es ist das Zeichen

der Marke Allgäu. Im Vergleich zu zahlreichen anderen Marken

weist es aber nicht nur auf die regionale Herkunft des Produktes

hin. Es ist vielmehr ein ualitätszeichen.

Will ein Unternehmen Markenpartner werden und mit dem

Logo seine Produkte kennzeichnen, verpflichtet es sich, nachhaltig

zu wirtschaften, Ressourcen zu schonen und gesunde Produkte

anzubieten. Die Kriterien für Branchen wie Outdoor-Betriebe,

Dienstleister oder eben Lebensmittel sind klar definiert, so

auch für Milch- oder Milch verarbeitende Betriebe. Alle Milchprodukte

dieser Region mit dem blauen Markenzeichen werden

aus 100 Prozent bester Allgäuer Milch hergestellt. Kühe dürfen

kein gentechnisch verändertes Futter bekommen, außerdem sorgen

die Landwirte für eine artgerechte Tierhaltung.

Ebenso wird regelmäßig der Omega-3-Wert in der Milch gemessen,

denn dieser muss einen festgelegten Mindestgehalt haben.

Studien zufolge ist der Wert in der Milch besonders hoch,

wenn Kühe viel Grünfutter bekommen oder auf einer Weide

grasen dürfen. Omega-3-Fettsäuren wiederum sind in mehrfach

ungesättigten Fettsäuren enthalten.

Sie wirken sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus, sind

entzündungshemmend, senken den Blutdruck und beeinflussen

den Fettstoffwechsel positiv. Die mit der Marke Allgäu ausgezeichnete

Milch ist ein gesundes und ehrliches Produkt aus einer

wertvollen Region.

Regionale Werte fördern

Ziel der Marke Allgäu ist es auch, bäuerliche Strukturen und

kleine Familienbetriebe zu unterstützen, die hier fest verwurzelt

sind. Denn diese stärken mit ihren handwerklichen Produkten

die Region und prägen das typische Allgäuer Landschaftsbild. Es

geht darum, regionale Strukturen zu erhalten und zu fördern sowie

die Wertschöpfung im Allgäu zu halten.

Viele Markenbotschafter sehen die Marke Allgäu als Auszeichnung

an, mit der ihr sorgsames Wirtschaften wertgeschätzt wird.

Das blaue uadrat bietet somit eine schnelle Orientierung für alle,

die sich als Verbraucher für besonders hochwertige Produkte

aus der Region entscheiden.

www.extranet.allgaeu.de/marke

Griaß di’ Allgäu | 49


ALLGÄU TUT GUT | Faszienmassage

Foto: imago

50 | Griaß di’ Allgäu


Marktoberdorf

Kempten

Wangen

Isny

Lechbruck

Scheidegg

Iller

Nesselwang

Füssen

Forggensee

egenz

Oberstaufen

Immenstadt

Sonthofen

Tannheim

Reutte

KÖRPERGEFÜHL

nbirn

Oberstdorf

Berührung

Ehrwald

Riezlern

Nassenreith

Warth

Lech

mit Folgen

Imst

Sabine Merdian hat ihre Berufung

gefunden – als Rolferin.

Sie versucht, Faszien elastischer zu

machen und damit Schmerzen bei

Verspannungen zu lindern.

Immer mehr Menschen suchen nach

einem stressigen Tag alternative

Methoden zur Gesunderhaltung.

TEXT Freddy Schissler | FOTOS Alexander Keck

Der Termin unseres Interviews scheint nicht schlecht

gewählt. Denn ich bin schon besser aufgestanden

als an diesem Morgen, die Verspannungen im Nackenbereich

waren auch mal weniger intensiv, und

die leichten Kopfschmerzen sind quasi das Tüpfelchen auf dem i

eines Tages, den man gemeinhin als mittelmäßig bis mäßig bezeichnet.

Verabredet bin ich mit Sabine Merdian, einer Rolferin

aus Sonthofen. Ich gestehe, dass ich zunächst tief ins Internet eingetaucht

bin, um mich schlau zu machen darüber, was eine zertifizierte

Rolferin, Yoga-Lehrerin oder Fascial-Fitness-Trainerin

genau mit dem Besucher anstellt. All diese Titel darf die 52-jährige

Allgäuerin auf Grund entsprechender Ausbildungen tragen.

Wer den Begriff Rolfing googelt, stößt auf folgende Bot-

Griaß di’ Allgäu | 51


ALLGÄU TUT GUT | Faszienmassage

schaften – Rolfing hilft und unterstützt…

• die Aufrichtung des Körpers und gesunde Körperhaltung

• eine freiere Atmung und mehr Beweglichkeit

• bei schmerzhaften Verspannungen und Fehlhaltungen

• die Entlastung der Wirbelsäule und der Gelenke

• eine feinere Wahrnehmung des eigenen Körpers

• bei mangelndem Selbstvertrauen

Wir leben in einer Zeit, in der das tägliche Arbeitstempo und

die Anforderungen am Arbeitsplatz zunehmen. Ebenso verhält

es sich mit den Wehwehchen im Körper – bis hin zum Burnout.

Weshalb jene Angebote boomen, die schmerzhafte Auswirkungen

von Stresssituationen lindern sollen. Zum Beispiel Yogaabende,

zum Beispiel igong-Übungen, zum Beispiel Faszienmassage

oder eben Rolfing. Gesunderhaltung ist angesagt, ebenso wie

die Bereitschaft, immer höhere Leistungen zu erbringen.

Negativ fürs Bindegewebe

Sabine Merdian nimmt sich Zeit bei ihren Behandlungen, die jeweils 75

Minuten dauern. Und sie packt kräftig zu – mit ihren Händen, die sie

nicht selten zur Faust bildet. Damit versucht sie, Verhärtungen und Verklebungen

zu lösen.

Ein Widerspruch? Sabine Merdian meint nein, denn einerseits

lässt sich ja die Situation am Arbeitsplatz oft nicht ändern. Die

Entscheidung allerdings, nach Feierabend etwas für die Gesunderhaltung

zu tun, kann jeder für sich treffen. Das tun längst immer

mehr Menschen. Stress, ist Merdian überzeugt, wirke sich

negativ auf das Bindegewebe aus, auf die Faszien (Weichteil-

Komponenten des Bindegewebes), die sich im Körper wie ein

Spannungsnetzwerk befinden. Diese Faszien elastisch zu halten,

ist eine jener Aufgaben, denen sich Sabine Merdian stellt.

Kann Rolfing Wunder bewirken? Sind wir hier in Sonthofen

in einem Behandlungszimmer gelandet, wo die Allgemeinmedizin

regelrecht in den Schatten gestellt wird? Im Wunderland?

Eher nicht, denn unsere Gesprächspartnerin vermittelt den

Eindruck einer Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht

und realistisch denken kann. Wie eine Traumtänzerin wirkt sie

nicht auf uns.

Sie versucht, mit einer Geschichte zu erklären, wo sie beispielsweise

helfen kann. Es ist noch nicht lange her, als ein

62-Jähriger mit Schmerzen im Schulterbereich ihre Rolfing-

Praxis aufsuchte. Was ihn auch deshalb massiv einschränkte,

weil er ein leidenschaftlicher Nordic Walker war. Zehn Sitzungen

schlug ihm Sabine Merdian vor, und sie beobachtete bereits

bei der ersten Begegnung genau seinen Bewegungsablauf.

„Oft sind Fehlhaltungen die Ursache für Schmerzen“, sagt

sie, und die Schmerzen können an ganz anderen Stellen auftreten,

als sie in den ersten Sitzungen im Visier hat. So behandelte

sie ihn mit ihren Fingern, Armen und dem Ellbogen auch irgendwann

im Bauchbereich. Der 62-Jähriger ließ sich auf die

Behandlungsmethode der Sonthofenerin ein, verließ laut Merdian

nach zehn Terminen schmerzfrei die Praxis und meldete

sich drei Wochen danach bestens gelaunt mit folgender Nachricht

bei ihr: „Ich habe den zweiten Platz bei den Deutschen

Meisterschaften im Nordic Walking belegt.“

Natürlich sei das eine tolle Bestätigung ihres Einsatzes, sagt

Sabine Merdian, und so etwas bestärkt sie bei jener Entscheidung,

einst den richtigen beruflichen Weg eingeschlagen zu haben.

Sie arbeitete vor Jahren als Industriekauffrau und danach

52 | Griaß di’ Allgäu


Faszienmassage | ALLGÄU TUT GUT

als Dolmetscherin. „Nun habe ich meine Berufung gefunden.“

Diesen Satz sagt sie mit Überzeugung und meint damit einerseits

ihre Tätigkeit als Yoga-Lehrerin, ebenso wie jene als Rolferin.

Die Rolfing-Methode funktioniert, kurz und knapp erklärt, in

etwa so: Bei langsamer Massage der Faszien wird aus dem Gewebe

Flüssigkeit herausgepresst. Dadurch kann neue Flüssigkeit

aus dem Blutplasma der kleinen Kapillaren ins Gewebe aufgenommen

werden. Das zunächst verfilzte Gewebe wird wieder

elastischer. „Es können sich Verklebungen in den Faszien bilden“,

erklärt die Sonthofenerin, „beispielsweise verursacht durch eine

ständig gebeugte Haltung am Computer.“ Ihre Aufgabe ist es,

diese Verhärtungen zu lösen. Was freilich ebenso wichtig sei:

„Ich übe mit meinen Klienten neue und gesündere Bewegungsmuster

ein. Sie müssen ein stärkeres Bewusstsein für den eigenen

Körper entwickeln.“ Es fallen auch Worte wie Achtsamkeit oder

Wohlfühlen (in der eigenen Haut).

Einverstanden, ich ziehe mein Hemd aus und nehme Platz auf

der Liege. Sabine Merdians Hände legen sich auf meine Schultern,

gleiten darunter, später erreichen sie die Taille, ehe sie an

den Füßen landen. Dort halten sich ihre Finger eine ganze Weile

auf, streichen, drücken, kneten, massieren. Ich kann mich nicht

erinnern, ihr von Problemen an Zehen oder an den Fußballen erzählt

zu haben. Und wieder fallen auf Nachfrage Begriffe wie

ganzheitlicher Ansatz oder strukturelle Behandlung. Was nichts

anderes bedeutet, als dass in diesem Moment Schmerzen gelindert

werden können, die woanders auftreten als im Fußbereich.

Vermutlich ist unsere Behandlung zu kurz, als dass ich wie neu

geboren von der Liege springe. Gut getan haben Sabine Merdians

Massageeinheiten gleichwohl. Eine Behandlung dauert 75 Minuten.

Die Zeit habe ich an diesem Arbeitstag nicht. Aber die nehmen

sich immer mehr Menschen, um dem zunehmenden Tempo

unserer Gesellschaft entgegenzuwirken.

(Rolfing und Rolfer sind registrierte Marken und werden

deshalb mit den Symbolen R und TM gekennzeichnet).

Vor über 20 Jahren begann die Erfolgsgeschichte von

Basoni. Unsere langjährige Erfahrung, unser freundliches

Team und die Leidenschaft zum Kaffee zeichnen uns aus.

Überzeugen Sie sich selbst und kommen Sie in den puren

Genuss, in unserer Manufaktur in Waltenhofen, bei

Schulungen oder bei einem Besuch in einer der Basoni

Partnerbars in Kempten, Marktoberdorf oder Füssen.

Wir freuen uns auf Sie!

In unserem Fachgeschäft in

Waltenhofen finden Sie das nötige

„Handwerkszeug“ für Ihre perfekte

Kaffee-Zubereitung:

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Barista-Kurs

Rolfing

• Siebträgermaschinen

• Barista-Zubehör

• Kaffeebohnen

Fachgeschäft & Schulungen

BEHANDLUNG Lösen von Verhärtungen und Verklebungen

in den Faszien, dem Bindegewebe des Körpers. Somit sollen

Struktur (Körperbau) und Funktion (Bewegung) verbessert und

die Spannungen im Körper abgebaut werden. Der Wunsch ist

mehr Beweglichkeit.

ÄNDERUNGEN Ersetzen ungesunder Bewegungsmuster durch

positive Bewegungsabläufe. Neues Bewusstsein für den eigenen

Körper. Verborgene Lebendigkeit entdecken. Achtsamkeit.

ZIEL Erleichterte Atmung, mehr Energie, gesteigertes

Wohlbefinden, größere Gelassenheit in hektischen Zeiten.

C a ff èbars

Griaß di’ Allgäu | 53

Basoni • Ottostraße 4 • 87448 Waltenhofen

www.basoni-kaffee.de


DIE BESTE THERAPIE

GEGEN SCHLECHTES WETTER.

DERABT

Von der Rennstrecke auf die Straße.

Verbrauchswerte nach WLTP in l/100 km:

niedrig 14,2, mittel 9,8, hoch 8,1, extra hoch 8,6, kombiniert 9,5; CO2-Emissionen kombiniert: 214 g/km.

54 | Griaß di’ Allgäu


Grafiken: stock.adobe.com - Olga M; Fotos: Wilfried Betz (Leorthea), Freddy Schissler (Gewinner)

Glück ist...

... wenn der

Verstand tanzt,

das Herz atmet

& die Augen lieben.

Geradezu ins Schwärmen gerieten zwei treue Leser unseres

Magazins während ihres Allgäu-Urlaubs in den Alpzitt-Chalets

in Burgberg. Leorthea hat sich auf der Wandertour prompt

diesen Kranz gefl ochten, ihr Freund Wilfried auf den Fotoauslöser

gedrückt – und die beiden haben uns mit diesen Zeilen

überrascht: „Glück ist, wenn der Verstand tanzt,

wenn das Herz atmet und die Augen lieben.“

Herzlich Willkommen

im „Hotel Hochpaßhaus am Iseler“ in Oberjoch/Allgäu

auf 1200 m. Unser Hotel liegt direkt auf der Skipiste,

nur 3 Minuten bis zur neuen 8-er Schwanden-Sesselbahn und

ist 150m von der Skischule Iseler (Skischulgelände) enernt.

Das Hochpasshaus ist idealer Ausgangspunkt für das gesamte

Skigebiet Oberjoch.

Starten Sie Ihren Urlaubstag direkt vor dem Hotel mit

einem atemberaubenden Blick in die Allgäuer Bergwelt.

In Oberjoch bewegen Sie sich in Lugütegrad I: hausstaubmilbenfrei

und schimmelpilzsporenarm. Unser Hotel verfügt

über ein großes Restaurant mit Panorama-Sonnenterrasse.

Hier werden Sie mit regionalen Spezialitäten verwöhnt.

Für Entspannung sorgt unser Hallenbad und unsere Sauna.

Es erwarten Sie große, neu renovierte Doppelzimmer

Panorama mit Bad/Dusche, WC, Leihbademantel, Flachbild-TV,

Safe, Sitzecke, W-LAN und Balkon zur Skipiste.

Wir freuen uns über einen Anruf oder eine Email!

Mit sonnigen Grüßen aus Oberjoch/Allgäu 1.200 m

Manuela Kroll mit Team

Blick hinter die

Kulissen

Beeindruckt vom Festspielhaus in Füssen und dem dortigen

Ludwig-Musical zeigten sich die Gewinner unserer

Meet-and-greet-Verlosungsaktion: Das Ehepaar Rösle durfte

zudem vor der Vorstellung einen Blick hinter die Kulissen des

Musicals werfen und traf Dr.-Gudden-Darsteller Alexander

Kerbst (Mitte) zum kleinen Plausch.

Skigaudi in

Oberjoch

05.01. bis 31.01.2020/

08.03. bis 10.04.2020

3 Tage Ü/F € 315

3 Tage Ü/HP € 375

p.P. im DZ Panorama

inkl. Skipass +

Gästekarte

Weihnachts-

Special

21. bis 26.12.2019

5 Tage Ü/HP € 590

p.P. im DZ inkl.

Skipass + Gästekarte

Schnuppertage

im Frühling/

Sommer

Mai / Juni / Juli 2020

3 Tage Ü/F € 225

5 Tage Ü/F € 365

p. P. im DZ inkl.

Gästekarte Bad

Hindelang PLUS

Iselerstraße 8 · 87541 Oberjoch

Griaß di’ Allgäu | 55

Tel. +49 (0) 83 24 / 93 37 60 · Fax +49 (0) 83 24 / 93 37 650

info@hochpasshaus.de · www.hochpasshaus.de


ALLGÄU TUT GUT | Eine Nacht im Iglu

Unterirdische

Kunstwerke

Welt der

Gegensätze

Foto: Ralf Lienert

56 | Griaß di’ Allgäu


Eine Nacht im Iglu | ALLGÄU TUT GUT

In eine eigene Welt ist unsere

Autorin zusammen mit ihrem

Mann eingetaucht – eine

Welt unter einem

Schneeberg.

Lust auf Grenz erfahrungen?

Dann bietet sich die Übernachtung

im Iglu-Dorf an. Im Allgäu

gibt es so viele davon wie in

kaum einer anderen Region.

Der Gast schläft auf einem

Eisklotz, über ihm türmt sich

meterhoch der Schnee.

Aber keine Angst:

Unsere Autorin hat die

Nacht überlebt.

TEXT & FOTOS Carina Jungchen-Wenzlick

Griaß di’ Allgäu | 57


ALLGÄU TUT GUT | Eine Nacht im Iglu

2962 ...

Meter über dem Meeresspiegel, fast viereinhalb

Meter Schnee, minus 15 Grad Außentemperatur:

Gebannt stehe ich am Gipfel der Zugspitze und

schaue zu, wie sich die Sonne langsam hinter die

Gipfel schiebt. Sie tut das in den unglaublichsten Farben. Einmal

legt sie alles in einen goldenen Schleier, der in orange und dann

rot übergeht, im nächsten Augenblick ziehen schwarze Schatten

über die Berge und der Himmel färbt sich lila und dunkelblau.

Dann ist Ruhe.

Es ist ein komisches Gefühl, zu so später Stunde noch auf dem

höchsten Gipfel Deutschlands zu stehen und zu wissen, dass die

letzte Bergbahn schon vor ein paar Stunden ins Tal gefahren ist.

„Nun muss ich oben bleiben“, schießt es mir durch den Kopf.

Aber das wollte ich ja auch. Ich bin gekommen, um ein Abenteuer

zu erleben. Ich möchte eine Nacht im Iglu-Dorf verbringen

und den Winter im wahrsten Sinne des Wortes hautnah erleben.

Die kleine Iglu-Gemeinde, die für diesen Tag eine Übernachtung

gebucht hat, trifft sich am späten Nachmittag im Gipfelrestaurant.

Guides geben uns die ersten Informationen, bevor es ins

eisige Dorf geht. Doch wo ist es? Ein Iglu-Dorf, da stellt man

sich ein paar rund geformte Blockhütten aus Eis vor, in die man

kriecht und eingemummelt in einen dicken Schlafsack übernachtet

– eben wie bei den Eskimos. Damals.

Aber heute ist das anders. Wer sich ein klassisches Iglu-Dorf

vorstellt, kann lange suchen. Die modernen Iglus könnte man als

unterirdische Eisstadt bezeichnen. Sie sind nichts anderes als Höhlen

und Gänge, die in einem überdimensionalen Schneehaufen

versteckt sind.

Riesige Luftkissen

Wie ein Iglu-Dorf entsteht? Zuerst werden Luftkissen aufgeblasen:

ein großes und etwa 15 kleinere Kissen, die durch Luftröhren

verbunden sind. Auf diese Luftballons wird Schnee gefräst,

meterhoch. Man lässt den Schnee verdichten und ein paar Nächte

durchfrieren, die Luft entweichen und zieht anschließend die

Luftmatten heraus. Schon hat man ziemlich stabile Hohlräume,

die jedes Jahr unter einem anderen Motto von Bildhauern und

Eiskünstlern feingeschliffen werden. Es entstehen wahre Meisterwerke.

Zweieinhalb Monate bauen die Künstler an dem Konstrukt.

Eine Saison dauert hingegen gerade einmal vier Monate.

Von der Gipfelstation spazieren wir mit Taschenlampen ausgerüstet

durch die Dunkelheit. Der Schnee knirscht unter unseren

Füßen. Zehn Minuten später stehen wir vor dem Iglu-Dorf. Ich

sehe nur eine Holztür in einem Schneehaufen. Immer noch kann

ich mir nicht wirklich vorstellen, wie es dahinter aussieht. Doch

dann öffnet sich die Tür und wir tauchen ein in eine andere Welt,

bestehend aus Eis und Schnee. Wir laufen durch weite Gänge, die

sich wie ein Hotelflur durch den Schneeberg schlängeln – links

und rechts davon geht’s in die Iglu-Zimmer. Jedes schmückt eine

eigene Eisskulptur, je nach Thema individuell gestaltet. Au-

58 | Griaß di’ Allgäu


Eine Nacht im Iglu | ALLGÄU TUT GUT

ßerdem finden sich hier ein Bett oder besser: ein Eisblock, auf

dem eine Matratze und Nordland-Rentierfelle liegen. Unter der

größten Kuppel befindet sich das Restaurant mit echter Eisbar,

wo später Käsefondue zum Abendessen serviert wird.

Beeindruckend und etwas surreal. Hier gibt es nur die Natur

und uns – sonst nichts. Es hat etwas Entschleunigendes, der Zeitfaktor

spielt keine Rolle mehr. Aber die Kälte. Der Gedanke, dass

ich hier ruhig schlafen soll, lässt mich frösteln. Obgleich im Iglu

konstant Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen – egal

wie kalt und windig es draußen ist. Ein warmer Tee in der Hand

und nette Gespräche mit Gleichgesinnten lenken mich ab. Ach ja,

und noch was. Das Wasser kribbelt auf der Haut, weil die Luft

draußen so kalt ist. Wir dürfen den Luxus eines 40 Grad warmen

Jacuzzi unter freiem Himmel genießen.

Zweistellige Minusgrade

Schon wieder so ein Gegensatz: Mit unseren Mützen sitzen wir

bei zweistelligen Minusgraden im heißen Wasser und schauen in

den mit Sternen übervollen Nachthimmel. So viele Sterne habe

ich schon lange nicht mehr gesehen. Wie romantisch. Nach dem

anschließenden Saunagang – die Sauna ist ganz niedlich in einer

Holztonne gleich neben dem Whirlpool platziert – springen sechs

nackte Schatten mitten in den Neuschnee und machen wilde

Schneeengel. Ein Bild für die Götter.

Dann krabbeln wir in den Schlafsack in unserer Höhle. „Der

nächtliche Überlebenskampf beginnt“, denke ich mir, denn bevor

ich erst einmal im Inlay bin, um dann wie ein Wurm in den

eigentlichen Expeditionsschlafsack zu kriechen, bin ich schon fast

wieder erfroren. Doch ich spüre, wie es langsam wärmer wird.

Die Nacht in dieser Höhe verbringe nicht nur ich sehr unruhig.

An Schlaf ist kaum zu denken, die Luft ist dünn, immer wieder

schreckt einer von uns hoch. Eigentlich kann nichts passieren,

aber im Kopf läuft bei mir Kino: Erfriere ich jetzt gleich? Was

passiert, wenn die Decke über mir zusammenstürzt? Kann ein

Sturm uns wegpusten? Fast keiner aus unserer Gruppe hat ein

Auge zugemacht. Pünktlich zum Sonnenaufgang werden wir um

7.30 Uhr mit einem warmen Tee geweckt. Dass ich überlebt habe,

ist mein erster Gedanke. Der Schlafsack ist pitschnass – Gott

sei Dank nur von außen.

Schnell kriechen wir in unsere warmen Sachen, die wir im

Schlafsack lagern mussten, sonst wäre alles eingefroren. Draußen

gibt’s ein Schauspiel: Langsam schiebt sich die Sonne nach oben,

bis sie über die Bergspitzen blitzt. Die Lichtspiele des Himmels

sind beeindruckend. An minus 10 Grad, die draußen herrschen,

hat man sich mittlerweile gewöhnt. Aber nun ist das Abenteuer

auch schon fast wieder vorbei.

Seit 20 Jahren entstehen und vergehen die Iglu-Dörfer in den

Alpen jeden Winter neu. Die meisten davon gibt es im Allgäu. Es

ist eine Welt der Extreme: das Iglu-Hotel an sich, die Höhe, die

Luft, die Kälte, die Gegensätze. Eine, die Menschen faszinieren

kann, weil sie eine Grenzerfahrung beschert.

Iglu-Dörfer im Allgäu

Iglu-Lodge Oberstdorf auf dem Nebelhorn

www.iglu-lodge.de

Iglu-Dorf auf der Zugspitze

www.iglu-dorf.com

Iglu-Dorf Allgäu in Balderschwang

www.iglu-dorf-allgaeu.de

Im selbst gebauten Iglu auf dem Breitenberg

www.waldseilgarten-hoellschlucht.de

SO FUNKTIONIERT‘S

· individuelle Anreise, Fahrt mit der Gondel

· Gegen 16 Uhr Empfang und Einweisung im Gipfelrestaurant

· Ausgeben der speziellen Expeditionsschlafsäcke für die Nacht

· Kurzer Fußmarsch zur Iglu-Lodge

· Gemeinsames Abendessen mit Käsefondue im Iglu-Restaurant

· Gemütliches Beisammensein mit

Whirlpool- und/oder Saunabenutzung

· Wecken zum Sonnenaufgang

· Gemeinsames Frühstück im Gipfelrestaurant

Erinnere Dich an gestern, denke an morgen aber lebe Heute!

Leben und erleben Sie eine ordentliche

Portion mehr Lebensqualität

bei uns in Bad Hindelang! … vom

Kaffeeduft am Morgen, bis weit

nach Sonnenuntergang, wenn Sie

selig in die frisch gemachten Hotelbetten

sinken. Die Berge unserer

Allgäuer Heimat stehen dazu

Spalier und wir tun, was dafür nötig

ist!

Freuen Sie sich auf Ihren Urlaub!

Familie Wegscheider-Renk

Bärengasse 1 - 3 | 87541 Bad Hindelang

+ 49 (0) 8324 / 93040 | www.baeren-hindelang.de

Griaß di’ Allgäu | 59


Wellness&

Design

- MIT WEITSICHT -

Atemberaubende Natur, Ruhe vor dem Lärm der

Stadt, idyllische Momente und Erholung ohne

Grenzen: Der Hopfensee hat so einiges zu bieten,

genau wie auch wir! Nicht nur die einzigartige Lage unseres

Design-Hotels, direkt am Seeufer, sondern auch unsere jahrelange

Erfahrung im Wellnessbereich zeichnet das Hotel am

Hopfensee als perfekten Ort für eine verdiente Auszeit aus.

In zwei verschiedenen Saunen kann man in naturnaher

Umgebung den Körper von jeglichen Giftstoffen befreien

und das Immunsystem auf einen kalten, aber zauberhaften

Winter vorbereiten. Bei verschiedenen Massage- und

Beauty-Anwendungen werden sowohl Körper als auch

Geist rundum verwöhnt, sodass jeder erfrischt und tiefenentspannt

in das Alltagsleben zurückkehren kann. Und wer

noch Lust auf Neues hat, kann sich in unserem Hamam von

tausendundeiner Nacht verführen lassen.

Das Wohlbefinden und die Erholung unserer Gäste steht

hier an aller erster Stelle. Doch das ist uns noch nicht genug!

Wir freuen uns deshalb sehr, Ihnen mit unserer neuen

Spa Managerin neben den klassischen Anwendungen

Neue Wellness-Treatments

Kamin-Lounge in der Bar No. 10

künftig auch Spiritual Treatments anbieten zu können, für

ein noch intensiveres Wellness-Erlebnis. Frau Stewens, die

bereits in namhaften Hotels in München als Spa Leitung

tätig war, ist mehrmalige Spa Award Gewinnerin und wird

die Wellness-Erfahrung unserer Gäste auf ein neues, spirituelles

Niveau bringen.


Panorama Sauna mit Blick auf den Hopfensee

Außerdem sind wir sehr glücklich, endlich unsere langersehnte Spa-Erweiterung ankündigen zu können! Zusätzlich zu unseren

bestehenden Wellnessangeboten können unsere Gäste künftig auch unseren neuen Infinity Pool mit Wellness Attraktionen

nutzen. Bei einer Wassertemperatur von 36 bis 38 Grad kann man sich durch die atemberaubende Natur tragen lassen, oder

man lehnt sich auf der Sonnenterrasse mit Loungefläche oder im Panoramaruheraum zurück und genießt die Aussicht von dort.

Unsere Gäste und uns erwarten also viele spannende, neue Möglichkeiten, die einen ohnehin schon attraktiven

Wellnessurlaub am Hopfensee im schönen Allgäu noch aufregender

machen. Warum sich also nicht eine wohlverdiente

Auszeit gönnen und mit Blick auf die Allgäuer Alpen zur

Ruhe kommen, inneren Frieden finden und das Leben in

vollen Zügen auskosten.

Kulinarisches Verwöhnprogramm

Hotel am Hopfensee

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Wangen

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zünftigen

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Scheidegg

Lindau

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abenden

Bodensee

Bregenz

Immenstadt

Dornbirn

Oberstdorf

Am Fuße der Allgäuer Voralpen gelegen, bietet das Schroth-

Heilbad Oberstaufen im Winter weit mehr als nur Kur und schöne

Hotels. Wer die kalte Jahreszeit liebt, fi ndet hier ein perfektes

Riezlern

Rundumpaket aus Pisten, Loipen, Wanderwegen und ganz viel

wunderschöner Natur. Nicht zuletzt punktet Oberstaufen mit der

sogenannten „Oberstaufen PLUS“-Gästekarte: Rund 300 Über-

Warth

nachtungsbetriebe Feldkirch

in Oberstaufen geben diese an ihre Gäste

aus. Die Karte ersetzt im Winter den Skipass und ermöglicht

unter anderem freie Fahrten mit den Bergbahnen.

SKIGEBIETE FÜR JEDEN ANSPRUCH –

KINDER, EINSTEIGER, CARVER ODER FREERIDER

Gemütlich und entspannt – so lassen sich die vier Skigebiete rund

um Oberstaufen im Allgäu wohl am besten beschreiben. Die Skigebiete

Hündle und Thalkirchdorf sind mit Liften verbunden und

bieten vor allem Genuss-Skifahrern aller Altersstufen den perfekten

Pistenspaß.

Eher fl ach und damit bestens geeignet für Anfänger und Wiedereinsteiger

sind die Skilifte Sinswang auf dem breiten Sonnenhang.

Die Imbergbahn mit Ski-Arena in Steibis ist vor allem für Familien

mit kleinen Kindern interessant. Im Skikinderland auf dem sonnigen

Hochplateau lernen die Kleinen die ersten Schwünge, während die

Großen die Pisten auf den weiten und baumfreien Hängen genießen.

Anspruchsvoll ist hingegen das Skigebiet am Oberstaufener Hausberg,

dem Hochgrat. Hier sind die Abfahrten nur als Skirouten ausgeschildert

und nicht beschneit. Gondelfahrer, Schneeschuh- und

Winterwanderer genießen den grandiosen Rundumblick von der

Bergstation. Mit seinen 1.834 Metern ist der Hochgrat der höchste

Berg der Nagelfl uhkette.

80 KILOMETER BESTENS PRÄPARIERTE LOIPEN

Für Langläufer und Skater gibt es in Oberstaufen insgesamt zwölf

verschiedene Loipen für jeden Anspruch. Auf den Loipen am Fuße

der Nagelfl uhkette hat man einen wunderschönen Blick auf die All-

Iller Iller

Kempten

Sonthofen

Fotos: Oberstaufen Tourismus Marketing


Mindelheim

Buchloe

Landsberg

am Lech

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Bad Wörishofen

Kaufbeuren

Marktoberdorf

Schongau

Lechbruck

gäuer Berggipfel. Die ca. zweieinhalb

Kilometer lange Kalzhofer Loipe, mit

kleineren Anstiegen, Abfahrten und

Kurven, ist ideal für Langlaufkurse die

hier angeboten werden.

DER ERSTE PREMIUM-

WINTERWANDERWEG UND

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STRECKEN DURCH

DIE LANDSCHAFT

Nesselwang

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Sowohl bei Schneefall als auch

bei Sonnenschein ist eine Winterwanderung

ein besonders

schönes Erlebnis – geballtes Weiß oder

glitzernde Landschaften ziehen jeden in den Bann. Insgesamt

60 Kilometer geräumte und auch gewalzte Wege erstrecken sich

rund um Oberstaufen. Die Kapfwald-Runde wurde sogar als erster

Winter-Premiumwanderweg im Allgäu ausgezeichnet.

Ehrwald

RODELN, EISLAUFEN ODER MIT

DEM PFERDESCHLITTEN FAHREN

Lech

Imst

Nassenreith

Rodelspaß für die ganze Familie gibt es am Imberg. Am Startplatz

liegt das Imberghaus, wo man sich zur Stärkung typische Allgäuer

Kässpatzen schmecken lassen sollte. Eine eher anspruchsvolle

Rodelstrecke befi ndet sich am Hochgrat – fünf Kilometer geht es

von der Bergstation auf 1.708 Metern hinunter zur Talstation auf

856 Metern. Ruhiger und entspannter ist dagegen eine Pferdeschlittenfahrt

durch die weiße Winterlandschaft oder eine Runde

Eislaufen oder Eisstockschießen im Staufenpark in Oberstaufen.

Weitere Informationen:

Oberstaufen Tourismus Marketing | Hugo-von-Königsegg-Str. 8 | 87534 Oberstaufen

Telefon: 08386 / 93000 | info@oberstaufen.de | www.oberstaufen.de

Willkommen

Herzlich

Feiern Sie gemeinsam mit Ihren Lieben in einer ganz besonderen Lokation

in 1.225 Meter Höhe! Egal ob Hochzeiten, Geburtstage, Taufen, Firmenevents,

Weihnachtsfeiern etc. Wir sind der richtige Ansprechpartner wenn es

darum geht, in den Bergen zu „festen“.

Gerade am Berg ist es uns wichtig Traditionen zu pflegen. Unser Ambiente und

Angebot stehen in harmonischem Verhältnis zur alpinen Umgebung und knüpfen

an die lange Tradition der Alpwirtschaft an – „Echte Qualität am Berg“.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch

Lisa & Markus mit Wilma & Wolfgang und dem Imberghaus Team

Das Imberghaus | Wilma Lewandowski | 87534 Oberstaufen - Steibis

Telefon: 0 83 86 / 81 06 | E-Mail: imberghaus@t-online.de | www.imberghaus.de

Griaß di’ Allgäu | 63


64 | Griaß di’ Allgäu


Foto: Mathias Wild

Allgäu genießen

Wussten Sie, dass … der Name Rohnenspitze vom mittelalterlichen Wort „Rohne“ für Windwurf

oder umgestürzter Baum stammt? Und dass man bei einer Skitour auf den Hausberg der Tiroler

Gemeinde Zöblen über 900 Höhenmeter zurücklegt? Grund genug also, oben eine kurze Verschnaufpause

einzulegen, bevor es wieder zurück ins Tal geht. Ein weiterer guter Grund zum Innehalten ist die Aussicht,

die sich einem auf dem 1990 Meter hohen Berg bietet: traumhafter Blick aufs Tannheimer Tal und eine

Rundumsicht auf die Allgäuer Berge. Besonders bei klarem Himmel und strahlendem Sonnenschein,

wie es unser Duo erwischt hat, eine lohnenswerte Rast.

Griaß di’ Allgäu | 65


ALLGÄU GENIESSEN | Allgäuer Berghof

66 | Griaß di’ Allgäu


Leutkirch

Ravensburg

Allgäuer Berghof | ALLGÄU GENIESSEN

Kempten

M

Wangen

Isny

Scheidegg

Iller

Nesse

Kinder

als Künstler

Mit Nachwuchs in den Urlaub zu

fahren, kann anstrengend werden.

Pausenlos will er unterhalten

werden. Nicht so im Familienhotel

Allgäuer Berghof.

Dort gibt es Helfer, die

dieser Aufgabe nachkommen:

Kinder glücklich machen.

TEXT Isabelle Gassama

FOTOS Moritz Attenberger, Marc Vogel

Bodensee

Feldkirch

Lindau

Bregenz

Er ist so klein, dass er

Ofterschwang

kaum über den Tisch

sieht. Der dreijährige

Dornbirn

Oberstdorf

Junge streckt den Arm aus,

so weit es nur geht, bis er das Gläschen

mit Farbe packen kann. Eifrig umklammert Riezlern er den

Pinsel und will schon losmalen – nur, dass da noch nichts vor ihm

steht, das er bemalen kann. Ob der Tischdecke wohl ein kreativer

Anstrich schaden kann? „Philipp, Philipp, bitte warte“, ruft seine

Warth

Mutter und schnappt ihm das Malutensil eilig aus der Hand, als

ihr Sohn zum ersten Pinselstrich ansetzt.

Obwohl es ein kalter Nachmittag ist, als wir das Familienhotel

Allgäuer Berghof am Ofterschwanger Horn besuchen, streicheln

draußen vor dem Haus einige Kinder Ponys und Esel oder graben

im Sand des noch nicht zugeschneiten Spielplatzes, den Reißverschluss

der Daunenjacken bis zum Kinn hochgezogen. Gewusel

hingegen drinnen bei der Kinderbetreuung.

Verwöhnen lassen

Oberstaufen

Immenstadt

Sonthofen

An diesem Tag steht Porzellanmalen auf dem Programm. Während

einige Kinder die weißen Tassen zwischen den Händen drehen,

stecken andere über einer Kiste mit Malkitteln die Köpfe zusammen

und wühlen nach einem Hemd. Wieder andere warten

in einer Schlange darauf, dass sie ein Porzellanstück ausgehändigt

bekommen. Einige Eltern sitzen mit am Tisch, um beim Bemalen

zu helfen, einige Kinder sind allein da. Gut möglich, dass sich

manches Elternpaar in diesem Moment mit einer Anwendung im

„MaPa-Spa“ verwöhnen lässt, dem Wellnessbereich, der Erwachsenen

vorbehalten ist.

Wer in der Abteilung der Kinderanimation im Allgäuer Berghof

arbeitet? Es sind Menschen wie die 18-jährige Katharina Bader,

die bald ihre Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und

Freizeit abschließt. Schon mit 16 Jahren hat sie sich dafür entschieden,

in der Animation zu arbeiten. Weil ihre Familie in Missen

wohnt, steht die damals Minderjährige zunächst vor einem

Problem: Der Allgäuer Berghof liegt 20 Kilometer von ihrem

Zuhause entfernt, einen Führerschein hat sie nicht. Dabei ist die

Lösung am Ende denkbar einfach, wenn auch nicht selbstverständlich,

denn die Azubine kann im Teamhouse direkt neben

dem Hotel in eine Wohngemeinschaft ziehen. Hundert Meter

Fußmarsch, schon ist sie beim Arbeiten. Praktisch.

Lech

Tannhe

Griaß di’ Allgäu | 67


ALLGÄU GENIESSEN | Allgäuer Berghof

Mittlerweile pendelt die junge Frau in die Heimat, sobald sie

frei hat. Der enge Kontakt zur Familie ist ihr wichtig. Dort hat

sie schließlich von Kindesbeinen an einiges mit auf den Weg

bekommen, den sie heute erfolgreich beschreitet: Ihre Eltern

verbrachten mit ihr viel Zeit in der Natur, sind oft gewandert.

Wenn Katharina Bader nun einen halbtägigen Ausflug mit Kindern

plant, kennt sie schon einige Wege und kann gut einschätzen,

was machbar ist. Auch mit den Traditionen der Region ist

sie vertraut: „Ich muss ja wissen, mit welcher Geschichte ich die

Wanderung verknüpfen kann.“

Der Kälte zum Trotz

Selbst im Winter ist es für die Auszubildende selbstverständlich,

mit den Kindern möglichst jeden Vormittag nach draußen zu gehen.

„Manche Kinder kommen zu Hause nur wenig raus. Deswegen

versuche ich, ihnen viel von der Natur beizubringen“, erklärt

die 18-Jährige im leuchtend pinken T-Shirt und einer ebenso pinken

Stoffjacke, ihrer Arbeitskleidung.

Gewiss, Spiel und Spaß sind der Grundpfeiler von Katharina

Baders Alltag im Familienhotel. Trotzdem kann der Beruf auch

schwierig werden. Wöchentlich kommen neue Urlauber. Mit ihnen

neue Kinder. Neue Charaktere. Immer wieder muss die Missenerin

sich darauf einlassen. Doch sie nimmt diese Herausforderung

ehrgeizig an, will selbst daran wachsen.

Katharina Bader muss zwar auch an manchen Wochenenden

arbeiten. Gleichwohl garantieren Dienstpläne entsprechende

Freizeiten. Generell hat die Azubine tagsüber auch einmal eine

längere Pause zwischen den Programmpunkten, was ihr manchmal

zugutekommt: „Wenn man einen Termin hat – beim Arzt

zum Beispiel – dann ist das total praktisch.“ Außerdem gibt es ja

noch die sogenannten Freiwünsche, die Animationsleiterin Petra

Natterer grundsätzlich zu erfüllen versucht. Der Berghof gehört

zu den Allgäuer Azubi Top Hotels, und dadurch haben die Auszubildenden

eine Reihe von Vorteilen wie berufsbezogene Weiterbildungen,

Ausflüge oder finanzielle Vorteile.

Doch neben Animateurinnen wie Katharina Bader gibt es im

Allgäuer Berghof auch stille Urlaubshelfer, die man nicht zu Gesicht

bekommt. Sie arbeiten im Verborgenen und vielen ist nicht

recht klar, was sie genau tun. Die Rede ist von einem Marketing-

Manager wie Niko Spettmann. Er kümmere sich um die gesamte

Kommunikation, die Website, Soziale Medien, Print. Was das

konkret bedeutet? Der 30-Jährige sieht sich als Sprachrohr nach

draußen, in Richtung der Gäste, die noch gar nicht da sind und

die ohne ihn nicht wüssten, warum sie kommen sollten.

Gewiss ist es seine Aufgabe, das Hotel möglichst positiv zu vermarkten.

Dennoch verspricht er nur, was er auch halten kann:

„Was habe ich davon, wenn die Gäste bei uns ankommen und enttäuscht

sind, weil ich ihnen Unwahrheiten erzählt habe?“ Genau

umgekehrt müsse es sein: Urlauber sollten überrascht sein, dass

es droben am Berg schöner ist, als erwartet. Mit einer Skischule

direkt im Haus, einer Piste, die nur 20 Meter entfernt liegt und

sogar Extrazubehör wie Babyphone und Wasserkocher auf den

Zimmern. Wahrheiten gibt es genügend zu erzählen.

Infiziert vom Allgäu

Ein Hiesiger, wie man so schön sagt, ist Spettmann nicht. Er

stammt vom Niederrhein nahe der holländischen Grenze und

kam selbst als Urlauber ins Allgäu. Irgendwann ist er geblieben.

Der Bergsport habe ihn infiziert und nicht mehr losgelassen.

„Das Tolle ist, dass ich mich nicht ans Allgäu gewöhne“, erzählt

der 30-Jährige. Womit er meint, dass er die Region immer noch

schätzt wie am Anfang von seinem ersten Allgäu-Urlaub.

Die kleinsten Hotelgäste achten am Tag unseres Besuchs nicht

auf die beeindruckende Landschaft. Sie konzentrieren sich beim

Porzellanmalen immer noch auf die Tassen und Teller vor ihnen.

Philipp hat inzwischen eine große, hellblaue Wolke auf seine Tasse

gepinselt. Die Farbe gefällt ihm so sehr, dass er rundum weitermalt,

bis schließlich das gesamte Behältnis blau ist, innen wie außen.

Stolz blickt er zu seiner Mutter auf, die sich in dem Moment

zu fragen scheint, wo sie das Porzellan nun noch anfassen kann.

Doch sie lächelt, denn dem Kleinen gefällt die Tasse. Und das ist

nun einmal die Hauptsache.

68 | Griaß di’ Allgäu


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ALLGÄU GENIESSEN | Regionale Produkte

Einfach

nur

genießen

Für viele ist das Allgäu ein Ort, um sich zurückzulehnen

und zu entspannen. Die Tage werden zum Genuss.

Aber weshalb eigentlich? Meckatzer-Chef Michael Weiß

suchte im Rahmen eines Wettbewerbs nach jenen, die die Region

so einzigartig machen – und wurde fündig.

TEXT Freddy Schissler

Solche Wünsche kennen wir: Bevor es

in den Urlaub geht, bekommen wir

oft einen Satz wie diesen mit auf den

Weg: „Lass es dir gut gehen und genieße

die Tage.“ Und ja, wir kehren meist

dann zufrieden aus dem Urlaub zurück,

wenn wir am Ferienort genügend Gelegenheit

dazu hatten, zu genießen. Nun wird man

mit Genuss auf mehrerlei Ebenen konfrontiert –

beim Essen und Trinken, bei der Freizeitgestaltung,

beim Kauf von Produkten, beim Blick auf eine Landschaft.

Michael Weiß hatte vor geraumer Zeit eine Idee rund ums

Thema Genuss. Der Geschäftsführer der Brauerei Meckatzer im

Westallgäu stellte sich zunächst die Fragen: Was macht das Allgäu

so besonders? Und wer ist dafür verantwortlich, dass diese Region

so beliebt ist? Seine Antworten: Weil hier Genussprodukte angeboten

werden, die einzigartig sind. Und weil es kreative Köpfe

gibt, die diese Besonderheiten erfinden und produzieren. Na ja,

weil auch Michael Weiß ein kreativer Kopf ist, dauerte es nicht

lange, ehe eine Aktion geboren war – die Suche nach den Genuss-

Machern des Allgäus, verbunden mit Preisen

in drei Kategorien: Initiative, Persönlichkeit

und Produkt.

Für Weiß, der sich unter anderem als Ziel

gesetzt hat, die Region für Allgäuer und

Gäste noch attraktiver zu machen, steht

schon lang fest: „Das Allgäu ist eine Heimat

des guten Geschmacks.“ Weil er davon überzeugt

ist, dass sich gerade die Lebensmittel und

deren Hersteller hier jederzeit mit anderen messen

können, findet er wichtig, ein Bewusstsein für die eigene

ualität zu stärken.

Was bei diesem Genuss-Wettbewerb wichtige Kriterien waren:

Die Teilnehmer sollen sozial und ökologisch verantwortlich

handeln, im Einklang und mit Rücksicht auf Mensch, Natur und

Tierwohl. Wichtig ist ihm eine Verbundenheit mit der Region

und den Traditionen, ebenso wie die Bereitschaft zur Neugier

und einer Weltoffenheit.

Foto oben: Michael Weiß bezeichnet sich selbst als

Genussmensch und genießt in luftiger Höhe eine zünftige Brotzeit.

70 | Griaß di’ Allgäu


Regionale Produkte | ALLGÄU GENIESSEN

Fotos: Ralf Lienert (Gewinner, Brotzeit), Schwärzler (Hofgut Ratzenberg), Mathias Becker (Kühe), stanislavss - stock.adobe.com (Melken), Martina Diemand (Porträtfoto)

Dr. Alexander Eisenmann-Mittenzwei

und Evelyn Sontheim

Kategorie Persönlichkeit

Dr. Alexander Eisenmann-Mittenzwei

hat auf dem Hofgut Ratzenberg bei

Lindenberg (u.a. mit Metzgerei, Hofladen,

Brennerei, Käseschule) alles in einer

Hand: von der Aufzucht der Tiere

bis zum Verkauf.

Theresia Schwarz

und Alois Ried

Kategorie Initiative

Allgäuer Alpgenuss – ein Verein,

der bewirtete Alpen stärken will.

Wer Mitglied ist, muss offenlegen, woher

seine Waren kommen. Damit will der

Allgäuer Alpgenuss regionale Produkte

und die Landwirtschaft vor Ort stärken.

Ruth Rebstock

und Jörg Haug

Kategorie Produkt

Ruth Rebstocks Allgäuer Keramik in

Altstädten ist ein traditionsreiches

Unternehmen. Seit fast 100 Jahren wird

dort mit Ton gearbeitet – das Material

bezieht sie vorwiegend aus dem

Imberggebiet.

Griaß di’ Allgäu | 71


ALLGÄU GENIESSEN | St. Alban

Zeit

spielt keine

Rolle

Es gibt Plätze im Allgäu,

die liegen sehr versteckt.

Wenn man sie findet, darf

man sich glücklich schätzen –

zum Beispiel die kleine Kirche

St. Alban in Aitrang.

TEXT Freddy Schissler

FOTOS Mathias Wild

Es gibt Leute, die steigen gerne aus den Federn, wenn es

draußen noch dunkel ist. Journalisten gehören in aller

Regel nicht zu diesen Menschen. Sie lassen sich eher selten

von der Faszination eines Sonnenaufgangs locken.

Und doch sind sie bereit, über ihren Schatten zu springen, wenn’s

um den Leser geht. Wir wollten einfach mal früh morgens ohne

Ziel losfahren, in der Hoffnung, dem Leser abends eine spannende

Geschichte erzählen zu können.

Auf der Fahrt Richtung Ostallgäu hält sich leichter Nebel und

bietet im Zusammenspiel mit ersten Sonnenstrahlen ein bizarres

Bild: Entschädigung fürs frühe Aufstehen. In diesem Teil des

Allgäus gibt es bekannte Ziele: Neuschwanstein, Auerberg, Burg

Falkenstein. Die wollen wir bewusst nicht ansteuern, sondern einen

Ort abseits des Rampenlichts entdecken, einen wirklichen

Geheimtipp. Weshalb wir nach ein paar Minuten die Bundesstraße

verlassen. Irgendwann passieren wir das Ortsschild Aitrang.

Dort folgen wir einer kleinen Straße nach Görwangs, die sich

einen Hügel hinaufzieht und schließlich zur Kastanienallee wird.

Dann endet sie plötzlich. Also das Auto abstellen – und wir sehen

eine Kirche, die sich St. Alban nennt.

Große Anziehungskraft

Der Nebel hat sich aufgelöst. „Herrliche Aussicht, gell?“ Der

Gesprächspartner steht plötzlich da, man hat ihn nicht kommen

gehört. Ein Mann über sechzig, bekleidet mit Turnschuhen und

Jeans, denen Hosenträger einen Halt geben. Die Haare hat er zum

Zopf gebunden. Wir stimmen ihm zu und er stellt sich als Harald

Probst vor, der Mesner. Irgendwie passt er zu dieser Kirche, die

in keinem Hochglanzprospekt Platz findet, die aber große Anziehungskraft

besitzt. Ob die Kirche geöffnet ist, wollen wir wissen

und Probst lächelt, als er antwortet: „Natürlich und man kann so

lange bleiben, wie man will.“

72 | Griaß di’ Allgäu


St. Alban | ALLGÄU GENIESSEN

Donau

Günzburg

Günz

mingen

Iller

enstadt

Kammel

Krumbach

Kempten

Sonthofen

Mindel

sichert Probst, „haben sie ein Lächeln auf den Lippen.“ Dann erzählt

er von Frauen einer Schwabmünchen

Selbsthilfegruppe, deren Männer blind

Görwangs

Bad Wörishofen

Kaufbeuren

Marktoberdorf

Nesselwang

Tannheim

Zusam

Die Zeit scheint hier keine Rolle zu spielen, und so findet

das Zwölf-Uhr-Läuten an diesem Tag erst um 12.10 Uhr statt,

weil wir den Mesner in ein längeres Gespräch verwickeln. Und

schließlich will er wissen: „Wollen Sie heute läuten?“ Ja klar

doch. Kräftig am Strick gezogen, und die Glocken machen Musik.

Prüfung bestanden.

Das ist kein gewöhnlicher Ort hier. Und kein Mesner, wie man

ihn sich vorstellt. Es ist ein Fleckchen Erde, das imstande ist, das

Tempo des Alltags zu drosseln. Der Mesner bittet den Besucher

Augsburg

auf eine Holzbank unter einem Baum. Immerhin heißt es, hier

im Garten von St. Alban finde man die ältesten Birnbäume des

Landkreises. Probst erzählt dem Gast von der Besonderheit dieser

Kirche, die unbedingt bewahrt bleiben Königsbrunn müsse. Denn es gibt

Menschen, die hier intensiv Zwiesprache mit Gott halten. Und

die Kraft und Zuversicht tanken. „Wenn die Leute gehen“, ver-

waren und die sich in der Wallfahrtskirche Mut holen wollten.

Der Mesner, nebenbei auch Liedermacher, hat sich damals im

Garten zu ihnen gesetzt und zur Gitarre gegriffen. „Die haben

Wertach

sich wahnsinnig gefreut über meine Lieder. Und wir haben lange

übers Leben geplaudert.“ Momente großer Landsberg Herzlichkeit rund um

Mindelheim

am Lech

St. Alban. Und weil wir beim Glockenläuten offenbar eine gute

Buchloe

Figur gemacht haben, greift Probst auch an diesem Tag zur Gitarre.

Eine weitere Entschädigung fürs frühe Aufstehen.

Füssen

Reutte

Schongau

Forggensee

Lech

Lechbruck

BERGWELT BRENNEREI

Allgäuer Whisky Destillerie

Ein Highlight im Allgäu ist ein Besuch in der Bergwelt Erlebnis

Destillerie. Emotionen genießen mit allen Sinnen.

Die Bergwelt Brennerei ist nicht nur eine der modernsten Whisky-Destillen

in Bayern sondern auch eine Attraktion, die nicht nur für Whisky Liebhaber

sehenswert ist. Da Familie von Bergwelt auch andere exklusive Spezialitäten,

wie zum Beispiel Bergwelt Gin, Schlehen Gin, Nusslikör und Holunderbalsamico

herstellt, können sie sich auf einen sensorischen Hochgenuss

der besonderen Art freuen. Auch feinste Edelbrände wie Williams-Christ

oder Marillen können in der Brennerei gerne probiert werden. Mit seinem

Bio-Rum begeistert der Brennereichef Andreas von Bergwelt seit Herbst

2019 internationale Rum-Liebhaber.

Ein besonderes Event für Firmen, Vereine und Einzelpersonen sind die

Whisky-Tastings in einem einzigartigen Ambiente direkt vor der Brennblase.

Erleben Sie hautnah die Kunst der bayrischen Whisky-Destillation und

schauen Sie dem Brennmeister dabei über die Schulter.

Ein Besuch lohnt sich. Ein Destiller aus Leidenschaft, erstklassige Edeldestillate

aus Meisterhand, der stilvolle Verkostungsraum und der Geruch des

„Angel´s Share“ machen den Besuch in Pfaffenhausen in jeder Beziehung

zu einem besonderen Genuss.

erstdorf

rn

Lech

Ehrwald

Nassenreith

Do. und Fr. 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr und Samstag 9 bis 12.30 Uhr

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Winter

Carinas

Schleckerei

Viel Spaß beim Naschen!

Eure Carina

74 | Griaß di’ Allgäu

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Winterschleckerei | ALLGÄU GENIESSEN

Bratapfel-Tiramisu

6 Gläser

ca. 6 Äpfel

500 ml weißer Glühwein

1 TL Zimt

1 Päckchen Vanillepudding

300 g Mascarpone

200 g Magerquark

150 ml Sahne

etwas Zucker (nach Geschmack)

Mark einer Vanilleschote

1 Prise Zimt

∙ Äpfel (je nach Geschmack mit oder ohne Schale) vom Kernhaus befreien und würfeln.

∙ Glühwein, Zimt und Äpfel für das Kompott aufkochen.

So lange köcheln lassen, bis die Äpfel die gewünschte Konsistenz haben.

∙ Den Sud vom recht flüssigkeitsreichen Kompott abgießen.

Es wird etwas Sud (circa 50 bis 100 ml) benötigt, um die Spekulatius später zu tränken.

∙ Der restliche Sud kann direkt in einen Topf. Aus diesem nach Packungsanweisung

einen Pudding zubereiten. Sobald der Pudding fertig ist: Äpfel unterheben und zum Abkühlen

beiseitestellen (Frischhaltefolie auf der Puddingoberfläche verhindert die Hautbildung).

∙ Mascarpone, Quark, Zucker, Vanillemark und Zimt gut verrühren.

∙ Sahne schlagen und unter die Mascarpone-Creme heben.

170 g Spekulatius

∙ Das Schichten: grob zerbrochene Spekulatius mit Apfelsud beträufeln,

Mascarpone-Creme, Apfelpudding, usw. ... Oberste Schicht ist eine Creme-Schicht.

∙ Diese mit Zimt bestäuben und ein Stück Spekulatius zur Dekoration ins Tiramisu stecken.

Lebkuchen-Tiramisu

300 g Mascarpone

200 g Magerquark

150 ml geschlagene Sahne

etwas Zucker (nach Geschmack)

Mark einer Vanilleschote

1 Prise Zimt

6 Gläser

∙ Schattenmorellen in einem Sieb abtropfen lassen.

∙ Aus Glühwein, Zimt und Puddingpulver nach Packungsanweisung

einen Pudding zubereiten. Sobald der Pudding fertig ist: Schattenmorellen

Tiramisu

................................ ............................

ein paar Stunden

im Kühlschrank

ruhen lassen

(ein paar Dekokirschen für später aufheben) unterheben und zum Abkühlen beiseitestellen

(Frischhaltefolie auf der Puddingoberfläche verhindert die Hautbildung).

1 Glas Schattenmorellen

500 ml roter Glühwein

1 TL Zimt

1 Päckchen Vanillepudding

170 g Schokoladenlebkuchen

∙ Mascarpone, Quark, Zucker, Vanillemark und Zimt gut verrühren.

∙ Sahne schlagen und unter die Mascarpone-Creme heben.

∙ Das Schichten: grob zerbrochene Lebkuchen mit Glühwein beträufeln,

Mascarpone-Creme, Kirschpudding, usw. ... Oberste Schicht ist eine Creme-Schicht.

∙ Diese mit Zimt bestäuben und eine Kirsche zur Dekoration oben aufs Tiramisu legen.

Glühweinmuffins

250 g Butter (Zimmertemperatur)

125 g Zucker

1 Päckchen Vanillezucker

4 Eier (Größe M, Zimmertemperatur)

250 g Dinkelmehl

1 Päckchen Backpulver

100 g gehackte Walnüsse

4 EL Kakao

1 Prise Salz

125 ml roter Glühwein

7 Tropfen Rum-Aroma

2 TL Zimt

150 g Schokodrops in Zartbitter

12 Stück

∙ Den Ofen vorheizen (160 bis 180 °C Umluft).

∙ Muffinförmchen in einem Muffinblech verteilen.

∙ Butter, Zucker, Vanillezucker gut vermixen.

∙ Eier nach und nach unterrühren.

∙ Rum-Aroma und die Prise Salz dazugeben und alles schaumig schlagen.

∙ Mehl, Kakao, Zimt und Backpulver zusammen mit dem

Glühwein unter die Eiermasse rühren, bis ein glatter Teig entsteht.

Rosa Guss

................................ ............................

200 g Puderzucker

2 EL Glühwein

∙ Zuletzt noch Schokodrops und 100 g gehackte Walnüsse zum Teig geben und unterheben.

∙ Den Teig auf die Muffinförmchen verteilen und circa 30 Minuten backen.

Griaß di’ Allgäu | 75


ALLGÄU GENIESSEN | Kräutertipps

Lecker

und

kräftig

Der Rückzug der Natur ist spürbar, die letzten

Herbstfrüchte wurden eingebracht und auch für uns

Menschen beginnt die Zeit des Rückzugs in die

Häuser. Die Pflanzen ziehen ihre heilsamen Kräfte

in die schützende Erde, in ihre Wurzeln zurück.

Hier speichern sie ihre kostbare Kraft, um im Frühjahr

mit Energie an die Erdoberfläche zu wachsen.

Jetzt ist es Zeit für die Wurzelernte.

Engelwurz-Brotaufstrich

125 g Sonnenblumenkerne

2 EL Sonnenblumenöl

70 g Wurzel der Engelwurz

50 g Apfelmus

2 EL Zitronensaft

40 ml Wasser

1 TL Essig

2 Prisen Zucker

2 Prisen Salz

Die Sonnenblumenkerne im Öl kurz anrösten und abkühlen

lassen. Die Wurzel der Engelwurz waschen und in grobe Stücke

schneiden. Alle Zutaten bis aufs Apfelmus zu feinem Brotaufstrich

mixen. Mit dem Apfelmus kann die Intensität des

Geschmackes gesteuert werden. Für diesen Aufstrich können

auch Löwenzahnwurzeln, Wurzeln von Wiesenbärenklau oder

Wilde Möhre verwendet werden.

Walnuss-Pesto

100 g Walnüsse

5 Brombeer- oder

Himbeerblätter

1 Knoblauchzehe

100 g Parmesan

100 ml gutes Olivenöl

2 EL Walnussöl

Salz, Pfeffer

Walnüsse grob hacken. Knoblauchzehe schälen und halbieren.

Nüsse, Brombeerblätter und Knoblauch im Mixer grob

zerkleinern. Nun das Öl zugießen und weiter mixen, bis die

gewünschte Konsistenz erreicht ist. Parmesan fein reiben und

zum Schluss unter das Pesto rühren. Mit Salz und Pfeffer

abschmecken.

76 | Griaß di’ Allgäu


Tipps vom Kräuter-Profi

Bilder: stock.adobe.com: dneprstock (Engelwurz), PIXATERRA (Himbeere, Walnuss), arxichtu4ki (Brombeere); panthermedia.net: FINDEEP (Fotorahmen), riverlim (Hintergrund)

Wildkräuter in der Küche, natürliche Produkte, zurück zur

Natur: Für viele sind diese Begriffe wichtig. Im Pforzener

Ortsteil Ingenried (Kirchweg 8) gibt es die Akademie

Rückenwind sowie Kräuterhof Bertlies Adler –

eine prima Adresse für alle Fragen rund ums

Thema Kräuter. (Im Foto: Bertlies Adler)

www.akademie-rueckenwind.de

www.bertlies.de

Engelwurz

Der Volksmund nennt sie auch Giftwurz,

Brustwurz oder Angstwurz. Diese Namen weisen

bereits auf ihre Verwendung hin. Bergarbeiter

kauten die Wurzel vor Jahrhunderten, um gegen

den vergiftungsbedingten Kräftezerfall vorzubeugen.

Denn sie hilft, Giftstoffe aus dem

Körper auszuleiten. Sie stärkt die Leber,

fördert die Galle und entgiftet die

Bauchspeicheldrüse. Fürs Immunsystem

ist sie sehr wertvoll, denn sie wirkt

antiseptisch und abwehrsteigernd. Ihre

Verwendung bei Bronchitis und Schnupfen

ist bekannt.

Brombeer-

& Himbeerblätter

Selbst im späten Herbst und im Winter können wir bei

einem Spaziergang im Wald noch heilsame Blätter

sammeln. Das Laub von Brombeeren und Himbeeren

ist auch im Winter grün. Die Blätter stärken unser

Immunsystem und sind aufgrund ihrer schleimlösenden

Eigenschaften besonders in der Erkältungszeit

zu empfehlen. Die blutreinigende Wirkung

führt zur Verbesserung bei Hautproblemen

wie Ekzemen und schlecht heilenden Wunden.

Sie schmecken als Tee oder als Ergänzung in

Smoothies.

Walnüsse

Spanische Wissenschaftler fanden heraus,

dass die in Walnüssen enthaltenen Omega-

3-Fettsäuren unsere Zellen vor dem Angriff freier

Radikale schützen. Der regelmäßige Genuss fördert die

Elastizität der Blutgefäße und schützt somit vor Arteriosklerose

und ihren Folgen. Nicht umsonst sind sie Bestandteil von

Studentenfutter, fördern sie doch die Leistungsfähigkeit unseres

Gehirns. Ferner enthalten sie die Vitamine A, B1, B2, B3, C

und viele Mineralstoffe. Walnüsse versorgen den Organismus

mit den Mineralstoffen Magnesium, Phosphat, Schwefel, Eisen

und Calcium. Sie sind in der Küche vielfältig zu verwenden, ob

in Salaten, einfach so zum Knabbern, in Süßspeisen und vielen

Kuchen.

Wie wäre es einmal mit einem Walnuss-Pesto? Das passt zu

Nudeln, Reis, Fleisch und Ofengemüse oder einfach als Brotaufstrich.

Gewinnspiel

Das Team um Bertlies Adler, Amelie Zech und

Monika Mayer hat für Griaß di‘ Allgäu zwei Rezepte

zusammengestellt. Zudem gibt es die TEILNAHME AN

EINEM GROSSEN RÄUCHERKURS ÜBER 2 ABENDE

zu gewinnen – sie finden am Donnerstag, 22. Oktober,

und Donnerstag, 29. Oktober 2020, statt.

Wir wollen wissen, in welchem Ortsteil von

Pforzen (Ostallgäu) sich die Akademie Rückenwind

befindet. Schicken Sie die Antwort bis 30. April an:

Griaß di‘ Allgäu, Erlebnismagazin, 87430 Kempten,

Stichwort: Kräuter-Akademie oder per Mail an

redaktion@griassdi-allgaeu.de

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Kräuterhof & Seminare

In unserem Kräuterladen finden sie Köstlichkeiten

wie Kräutertränke, Räucherwerk und eine große Palette

weiterer Kräuterprodukte aus eigener Herstellung.

Möchten auch Sie lernen die Heilkräfte der Natur

zu nutzen? Lernen Sie es bei der Phytotherapie

Ausbildung, im Tinkturenkurs oder

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Kraftvoll im Leben stehen

& zurück zur ureigenen Kraft finden!

Unter diesem Motto bieten wir Kräuterwanderungen

und verschiedenste Wochenend-, Abend- und

Tagesseminare rund um die Themen:

Natur, Kräuter, Yoga

und Entspannung an.

AKADEMIE RÜCKENWIND & KRÄUTERHOF BERTLIES ADLER | Kirchweg 8, D-87666 Pforzen-Ingenried | Telefon Akademie Rückenwind: Griaß di’ Allgäu | 77

+49 (0)83 46/9821868 | Telefon Kräuterhof: +49 (0)83 46/9824086 | Öffnungszeiten Hofladen: Donnerstag & Freitag 13.30 bis 17 Uhr und

Samstag 9 bis 13 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung | info@akademie-rueckenwind.de | www.akademie-rueckenwind.de


ALLGÄU GENIESSEN

Super

gesund

Die Region bietet viele hochwertige

Lebensmittel-Produkte und damit

heimisches Superfood. Wie wär’s mit

einer Rote-Bete-Meerrettich-Suppe?

TEXT Stephanie Karrasch

Superfood ist mittlerweile ein fester Begriff in der Welt

der Ernährungstrends. Ob Gojibeeren oder Chiasamen:

Exotisches Superfood ist heute aus keiner Küche mehr

wegzudenken. Das Besondere daran ist der hohe Gesundheitswert.

Problematisch: Die Waren werden meist aus fernen

Ländern importiert. Deshalb heißt die Lösung heimisches Superfood.

Denn auch diese Region verfügt über qualitativ hochwertige

Produkte, die man vielseitig und mit gutem Gewissen genießen

kann. Außerdem wird mit dem Kauf heimischer Lebensmittel

nicht nur nachhaltiger Konsum unterstützt, sondern auch die

heimischen Direktvermarkter und Landwirte.

Gibt es im Allgäu Lebensmittel, die vergleichbar mit exotischen

Kollegen aus fernen Ländern sind? Und schmecken sie

auch? Der Beweis soll mit den Wintergemüsesorten Rote Bete

und Meerrettich erbracht werden. Rote Bete ist ein Allrounder

für den Winter, denn zahlreiche Vitamine, Eisen und Magnesium

stecken in der Rübe. Eine Besonderheit soll auch die blutdrucksenkende

Wirkung sein. Und allein die rote Farbe (Farbstoff Betanin)

weckt die Lebensgeister. Auch Meerrettich ist eine wahre

Wunderwaffe. Er wirkt antibakteriell.

ROTE-BETE-

ZUTATEN:

1 Zwiebel

600 g Rote Bete (ca. 2-3 Rüben)

200 g Kartoffeln (mehlig kochend)

20 g Butter

1 Lorbeerblatt

1 TL Gemüsebrühe

7 EL Sahne

100 g frisch geriebener Meerrettich

1 Bund Schnittlauch

Rote Bete und Kartoffeln schälen, waschen und würfeln.

Zwiebeln schälen und würfeln. Als Erstes die Zwiebeln in

Butter dünsten und dann Rote Bete und Kartoffeln dazugeben

und kurz mitdünsten. Anschließend Gemüse in kochendes

Wasser geben und Teelöffel Gemüsebrühe dazu.

Kochen lassen, bis die Rote Bete weichgekocht ist, währenddessen

den Meerrettich schälen und reiben. Den Meerrettich

mit Schmand zu einer schaumig-cremigen Paste verarbeiten

und den Weißlacker, der eine geschützte Allgäuer

Käsesorte ist und 145. Jubiläum feiert, in kleine Stücke

hobeln.

SUPPE

MIT MEERRETTICH-

PASTE UND GEHOBELTEM

WEISSLACKER

Das nun weich gekochte Gemüse pürieren (vorher Lorbeerblatt

herausnehmen). Bei Bedarf mit Salz und Pfeffer abschmecken,

die Meerrettichpaste darüber geben und mit

Weißlacker und dem geschnittenen Schnittlauch garnieren.

TIPP: Die rote Farbe der Bete ist für unsere Hände beim

Zubereiten ziemlich färbend. Deshalb Hände und Schneidebrett

vor der Zubereitung einölen.

FÜR 4

PERSONEN

Fotos Zeichnungen: adobestock.com/dariaustiugova (Rote Beete), adobestock.com/inna72 (Meerrettich)

(In Kooperation mit dem Kräuterland Allgäu, Copyright: Bergmüller Productions 2018)

Mehr zu heimischen Superfoods unter standort.allgaeu.de

78 | Griaß di’ Allgäu


Einatmen. Ausatmen. Aufatmen.

Panoramahotel Oberjoch **** S

Paßstraße 41 – 87541 Oberjoch – +49 (0) 8324 9333-0

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Griaß di’ Allgäu | 79


80 | Griaß di’ Allgäu

Leidenschaft, Inspiration und Spaß –

mit Entertainment in der Küche begeistert

Christian Henze ein Millionenpublikum im TV.

Seine Kochbücher sind Bestseller, die

Kochschule in Kempten Nr. 1 in Deutschland.

Als Trendscout und Produktentwickler ist er

international bei namhaften Unternehmen tätig.


Rezepte | ALLGÄU GENIESSEN

TAGLIATA

AUF SÜSSEM CHILITOMATEN-RUCOLA-SALAT

Für 2 Personen

SALAT

2 EL Pinienkerne

1 Bund Rucola

200 g Kirschtomaten

1 EL weißer

Balsamico-Essig

1 EL süße Chilisauce

1 Prise gemahlener Zimt

1 Prise gemahlener Safran

Salz

schwarzer Pfeffer

aus der Mühle

40 g Parmesan am Stück

TAGLIATA

2 Rinderlendensteaks

(à 180 g)

Salz

schwarzer Pfeffer

aus der Mühle

1 TL Pflanzenöl

1 kleiner Zweig Rosmarin

GLUTENFREI

ZUBEREITUNGSZEIT:

20 MINUTEN

Den Backofen auf 90 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

• Für den Salat die Pinienkerne in einer kleinen Pfanne goldgelb rösten und

abkühlen lassen. • Für die Tagliata die Rinderlendensteaks mit Salz und

Pfeffer würzen und in einer ofenfesten Pfanne im heißen Pflanzenöl von

beiden Seiten scharf anbraten. Den Rosmarinzweig dazugeben, die Pfanne

in den vorgeheizten Backofen setzen und das Fleisch 10 Minuten medium

garen. • Währenddessen den Rucola waschen, trocken schleudern und grob

zerkleinern. Kirschtomaten halbieren und mit Rucola und Pinienkernen in einer

Schüssel mischen. • Balsamico-Essig, Chilisauce, Zimt, Safran, Salz und

Pfeffer verrühren. Über den Salat träufeln, locker vermengen und auf einer

Platte verteilen. • Fleisch aus dem Ofen nehmen, in sehr dünne Scheiben

schneiden und auf dem Chilitomaten-Rucola-Salat anrichten.

Parmesan darüber hobeln und servieren.

FRUCHTIGE

KÜRBISCREMESUPPE MIT

MARONEN UND APRIKOSEN

Für 2 Personen

150 g Hokkaido-Kürbis

50 g vakuumverpackte

vorgegarte Maronen

50 g Soft-Aprikosen

3 TL kalte Butter

½ TL Zucker

50 ml trockener Wermut

(z. B. Noilly Prat)

300 ml glutenfreie Gemüsebrühe

(alternativ Instantbrühe)

1 Prise Cayennepfeffer

1 Prise gemahlener Zimt

2 Msp. mildes Currypulver

2 EL süße Chilisauce

Salz

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

GLUTENFREI

ZUBEREITUNGSZEIT:

25 MINUTEN

Kürbis entkernen, waschen und

ungeschält klein würfeln. Maronen

und Aprikosen vierteln. • 1 TL

Butter in einem Topf aufschäumen,

Kürbis, Maronen und Aprikosen mit

dem Zucker zugeben und bei mittlerer

Hitze unter gelegentlichem

Rühren 2 bis 3 Minuten anschwitzen.

• Mit dem Wermut ablöschen,

Gemüsebrühe zugießen, aufkochen

und 10 Minuten köcheln lassen. •

Cayennepfeffer, Zimt, Currypulver

und Chilisauce mit etwas Salz und

Pfeffer einrühren, restliche Butter

zugeben und mit dem Stabmixer

fein pürieren. Nochmals abschmecken.

• Die Kürbiscremesuppe

in zwei tiefe Teller oder Schalen

füllen und genießen.

Griaß di’ Allgäu | 81


KURZ & GUT

Unser

Titelfoto

Blick auf die Höfats

Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem es Yasemin und Gabriel

Kolb nicht hinauszieht in die Oberallgäuer Natur. Die beiden wohnen

in Rettenbach – und sind damit im Zentrum einer Landschaft, die

einen geradezu animiert, sich draußen zu bewegen, zu genießen, tief

durchzuatmen oder sich sportlich zu betätigen. Weil sie Erlebnisse

mit anderen teilen wollen, sind stets Fotoapparat und Videokamera

im Rucksack. Zum Beispiel, als sie von der Station Höfatsblick zum

Seealpsee wanderten. Oberhalb des Sees machte es mehrmals Klick

an Gabriel Kolbs Fotoapparat – und festgehalten war jener Augenblick,

als seine Frau den Blick schweifen ließ in Richtung Höfats

(2259 Meter hoch). Diese Momentaufnahme ist auch das Titelfoto

dieser Ausgabe.

Gabriel Kolb ist Mitglied von Allgäu Digital in Kempten, einem

regionalen Kooperationsnetzwerk für Startups und etablierte

Unternehmen mit Schwerpunkt Digitalisierung.

Fotos, Videos und Wander-Tipps gibt es auf

www.bergschoen.net sowie auf Facebook und Instagram.

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82 | Griaß di’ Allgäu

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begrüßen zu dürfen. Die traumhafte Lage und die absolute Ruhe sind immer

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uns auf Sie!

Griaß di’ Allgäu | 83


Foto: Fabian Zocher

Allgäu entdecken

Wussten Sie, dass … die Hegratsrieder Kapelle nur einen Steinwurf vom Forggensee entfernt liegt?

Und dass unmittelbar zu ihren Füßen der Hegratsrieder See ruht? Eine Eisschicht, Schnee und

diffuser Nebel verhüllen ihn gänzlich. Gerade noch blitzt die Sonne hinter dem Breitenberg hervor

und tüncht den Schnee neben der Kapelle in Gold. Einsam sieht es an diesem Fleckchen Erde aus.

Lediglich die gestapfte Spur durch den Schnee verrät, dass es irgendwo Menschen geben muss.

Was die Aufnahme nicht verrät: Unser Fotograf steht direkt neben einer kleinen Ansammlung von

Häusern, die den Ort Hegratsried bilden. Einsamkeit ist folglich nur eine Frage der Perspektive.

84 | Griaß di’ Allgäu


Griaß di’ Allgäu | 85


Fotos: Schneebild adobestock / watman: Schneeflocken: adobestock / winvic

86 | Griaß di’ Allgäu


Faszination Schnee | ALLGÄU ENTDECKEN

GEWÜNSCHT & VERFLUCHT

Vom Himmel hoch

Ob Weihnachten weiß oder grün wird, ist in den Medien

fast so etwas wie eine Schicksalsfrage der Nation. Was die

Menschen am Schnee fasziniert? Wir versuchen, Antworten

zu geben. Aber es gibt auch eine andere Seite der Medaille.

TEXT Michael Munkler | FOTOS Matthias Becker

Super-Schnee: So heißt der Saison-Skipass in der Region,

den es seit einigen Jahren gibt. Er ist in fast allen Allgäuer

Skigebieten, im Kleinwalsertal und in den Tannheimer

Bergen gültig. Super-Schnee: Den gab es vergangenen

Winter überall im Allgäu. Manchen war es fast zu viel, was Frau

Holle aus den Wolken schüttelte. So viel Schnee hatte es zwischen

Bodensee und Königsschlössern seit vielen Jahren nicht mehr gegeben.

Winterfreunde hatten daran viel Spaß und monatelang

beste Pistenverhältnisse.

Doch was ist es eigentlich, was viele Menschen am Schnee so

fasziniert? Es sind Kindheitserinnerungen, einerseits: Sehnsüchtig

schauten wir aus dem Fenster, verfolgten das Tanzen der

Schneeflocken, freuten uns, wenn die Landschaft allmählich weiß

wurde und der Schlitten endlich aus dem Keller geholt werden

konnte. Schnee zur rechten Zeit übt eine ungeheure Faszination

auf die meisten Menschen aus, auch auf viele Erwachsene. Ob

Weihnachten weiß oder grün wird, ist in den Medien alljährlich

fast so etwas wie eine Schicksalsfrage der Nation.

Die verschneite Landschaft scheint uns etwas von dem zu

schenken, was viele Menschen heute vermissen: Ruhe zum Beispiel.

Selbst der Lärm der Straße oder der Bahnstrecke wird bei

Schnee gedämpft. Je mehr von der weißen Pracht liegt, desto höher

ist die schalldämpfende Wirkung.

Schnee verschönert nicht nur die Landschaft, sondern ist andererseits

vor allem auch ein Wirtschaftsfaktor. Zu Beginn eines jeden

Winters wünschen sich die Touristiker im Alpenraum möglichst

viel von der weißen Pracht. Und alles deutet darauf hin,

dass mit der zunehmenden globalen Erwärmung die Tage mit

Schneedecke auch im Alpenraum seltener werden. In dieser Einschätzung

sind sich inzwischen alle Klimaforscher einig. Bereits

heute ist die Zahl der Tage mit Schneedecke im Flachland gegenüber

vor 20 oder 30 Jahren ganz erheblich zurückgegangen.

Johannes Kepler, Astronom und Mathematiker am Hof von

Rudolf II. in Prag, hat es in einem Brief im Winter des Jahres

1600 auf den Punkt gebracht, in dem er sich mit Schneekristallen

beschäftigte: „Ei, beim Herakles, das ist ja ein Ding, kleiner als

ein Tropfen, dazu von regelmäßiger Gestalt …“. Gemeint hatte

er die einzelne Flocke.

Bereits seit vielen Jahrhunderten wissen die Menschen, dass

die aus vielen Kristallen bestehenden weißen Flocken sich

Griaß di’ Allgäu | 87


ALLGÄU ENTDECKEN | Faszination Schnee

in einem stetigen Umwandlungsprozess befinden, in einer

ständigen Metamorphose. Diese beginnt bereits, wenn die

Erdanziehungskraft und der Wind die Schneeflocken durch die

Atmosphäre wirbeln und die Kristalle durch unterschiedlich

temperierte und feuchte Luftschichten fallen. Dabei kann man

beobachten, dass die vom Himmel fallenden Neuschnee-Kristalle

stets eine sechseckige Form als Grundmuster haben – Experten

sprechen von einer hexagonalen Struktur.

Unter dem Mikroskop erschließt sich dem Betrachter eine

schier endlos erscheinende Vielfalt von Kristallen, Sternen,

Stiften und verschiedenen Verästelungen, von becherförmigen

Kleinstgestalten und von Prismen unterschiedlichster Größe.

Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass jede Flocke ein Unikat

ist. Kein Schneekristall gleicht dem anderen. Denn zu individuell

ist die Entstehungs- und Umwandlungsgeschichte jeder

Flocke. Damit überhaupt Schneeflocken entstehen können, muss

die Temperatur in einer Wolke unter null Grad liegen.

Dann legt sich Luftfeuchtigkeit um einen Kondensationskern

– ein kleinstes natürliches Staubpartikel, das bei Temperaturen

im Plus-Bereich auch für die Entstehung von Regentropfen notwendig

ist.

Sind die Schneekristalle groß und schwer genug, beginnen sie,

auf den Boden zu fallen. Getrieben von Schwerkraft

und Wind tanzen sie hinab, bis zu 95 Prozent

beträgt der Luftanteil einer Schneeflocke. Die

größten je beobachteten Flocken hatten einen

Durchmesser von zwölf Zentimetern, der Durchschnitt liegt

bei weniger als drei Zentimetern.

Die anmutig vom Himmel tanzenden Flocken, der verschneite

Winterwald oder die wie in weiße Watte gepackte Landschaft

sind aber nur eine Seite des Naturphänomens Schnee. Schadenträchtige

Großlawinen, die in den Alpen jährlich bis zu 200 Todesopfer

fordern, Siedlungen und Verkehrswege unter sich begraben,

sind die Kehrseite der Medaille.

Der Lawinenwinter 1998/99 mit der Katastrophe von Galtür

in Tirol hat im Alpenraum hunderte von Menschen das Leben

gekostet und allein in der Schweiz einen Sachschaden von 350

Millionen Euro angerichtet. Der vergangene Winter forderte

nach Lawinen ebenfalls seine Opfer. Im Allgäu vor allem in den

Bergwäldern.

Seit Jahrhunderten hat der Mensch versucht, Gesetzmäßigkeiten

der Entwicklung von Lawinen zu durchschauen – aufgrund

der überaus komplizierten Materie aber nur mit mäßigem Erfolg.

Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos

(Schweiz) gilt seit über 80 Jahren als die Adresse der Schnee-

Wissenschaft. Weil jahrzehntelang in einem oft falsch verstandenen

Interesse von Verkehr und Tourismus zu weit in lawinengefährdete

Gebiete gebaut worden ist, kommt dem vorbeugenden

Schutz heute eine ganz wichtige Rolle zu. Dabei geht es um teure

Lawinen-Verbauungen aus Holz und Metall, vor

allem aber um die Pflege und die Neuanpflanzung

eines stabilen Bergwaldes im alpinen

„Ei, beim Herakles,

das ist ja ein Ding,

kleiner als ein Tropfen,

dazu von regelmäßiger

Gestalt...“

Fotos rechts: Schnee kann sogar

ein Haus dekorieren (wie hier auf dem Nebelhorn)

und in vielen Formen auftreten –

zum Beispiel als zackiges Eiskristall.

88 | Griaß di’ Allgäu


Faszination Schnee | ALLGÄU ENTDECKEN

Griaß di’ Allgäu | 89


ALLGÄU ENTDECKEN | Faszination Schnee

Raum. Im Allgäu macht sich dafür die Bergwaldoffensive

stark.

Vor allem Berg- und Skiführer sind es, die seit Jahren versuchen,

Entscheidungsstrategien für Alpinisten

im winterlichen Hochgebirge zu entwickeln.

So hat beispielsweise der Schweizer

Werner Munter mit seiner Reduktionslehre

– einer Methode des modernen

Risiko-Managements – in der Fachwelt

für Aufsehen gesorgt. Der verstorbene

Oberallgäuer Bergführer

Martin Engler hatte eine so genannte

Snow-Card entwickelt

– ein einfach zu handhabendes

Instrument, das die Gefahrenbeurteilung

und Entscheidungs-

findung erleichtern soll. Engler hatte zusammen mit seinem

Bergführer-Kollegen Jan Mersch auch ein überaus umfangreiches

Lawinen-Buch geschrieben: „Die weiße Gefahr“ – ein Bildband

mit vielen Erklärungen für Laien wie für Profis.

Versuche, die Gesetzmäßigkeiten der Lawinen-Entstehung

bis aufs Letzte zu begreifen und eine hundertprozentig

sichere Prognose beispielsweise für

Skitouren- und Schneeschuhgeher erstellen zu

können, sind bisher aber gescheitert. Manchmal,

so scheint es, steht der Mensch auch im

21. Jahrhundert immer noch mehr oder

weniger ratlos vor einer gleichermaßen

faszinierenden wie bedrohlichen Naturmacht.

Fast so wie die Kinder, die den

Flockentanz am Zimmerfenster mit großen

Augen verfolgen.

90 | Griaß di’ Allgäu


SKIPASS

ZU EXKLUSIV-

PREISEN VOR

ORT BUCHEN

WONACH STEHT DIR DER SINN?

Wo man sich frei fühlt, fühlt man sich wohl.

Eine einfache Feststellung, nach der wir in

Oberstdorf und Kleinwalsertal gemeinsam

leben. Uns verbindet nicht nur ein einzigartiges

Bergpanorama, sondern unsere Liebe zum

Wintersport. Die Berge sind unser Spielplatz,

unser Lebensraum und unser Rückzugsort. „Zum

Glück“ denken wir – und das wollen wir gerne

mit Euch teilen. Im Urlaub geht es darum, man

selbst zu sein und nicht in ein Raster zu passen.

Es geht um Freiheit.

Unsere Bergwelt bestimmt dabei den Rhythmus

und gibt dir exakt so viel Freiraum, wie du für

dich selbst brauchst. Über die Gipfel hinweg auf

Ski und auf dem Snowboard, in der Loipe, auf

dem Rodel und beim Wandern sind wir unter

Freunden und Gleichgesinnten ganz bei uns.

FantastischeTiefschneeabfahrten und schnelle

Schwünge auf perfekten Pisten machen den Kopf

frei. Winter wie man ihn sich wünscht: Eine

Loipe durch Riezlern, die Rodelpiste desAllgäu

Coasters, Iglu Lodges inmitten des Winterzaubers,

dahinter der atemberaubende Blick auf

den Ifen und das Nebelhorn. Oder doch nur ein

Liegestuhl auf der Sonnenterrasse? Die Kinder

wollen noch zwei Stunden in der Skigruppe

Spaß haben – und Du?

Auf sechs Bergen mit modernsten Beschneiungsanlagen

und über 130 Pistenkilometern,

findest du garantiert die richtige Piste. Also,

wonach steht Dir der Sinn?

TOURISMUS OBERSTDORF

Prinzregenten-Platz 1 | D-87561 Oberstdorf

Telefon: +49(0)8322/700-0

Mail: info@oberstdorf.de

KLEINWALSERTAL TOURISMUS

Walserstraße 264 | A-6992 Hirschegg

Telefon: +43(0)5517/5114-0

Mail: info@kleinwalsertal.com

Griaß di’ Allgäu | 91


ALLGÄU ENTDECKEN | Schalenggen

RASANTE ABFAHRTEN

Hier geht

die Post ab

92 | Griaß di’ Allgäu


Mindelheim

Landsberg

am Lech

Iller

Memmingen

Bad Wörishofen

Buchloe

Schalenggen | ALLGÄU ENTDECKEN

avensburg

Allgäuer Brauchtum ist den Pfrontenern wichtig, weshalb sie jedes Jahr

Kaufbeuren

zum Schalenggen- Rennen einladen. Erinnert wird an die 50er Jahre, als das Heu

Leutkirch

mit Hörnerschlitten vom Berg ins Tal befördert wurde. Schongau Zugelassen sind nur

Original Schalenggen – Marktoberdorf so wie sie Andre Reichart baut.

Kempten

Wangen

Isny

Lechbruck

odensee

kirch

Lindau

Bregenz

Dornbirn

Scheidegg

TEXT & FOTOS Ulrich Pramann

Oberstaufen

Immenstadt

Nesselwang

Der eigentliche Spaß, der ist erfahrungsgemäß

ja rasch vorbei.

Sonthofen Tannheim

900 Meter Strecke, 142 Höhendifferenz

– es wird ein heißer Ritt

zu Tal auf hölzernen Hörnerschlitten ohne Bremse

und ohne Lenker. Es braucht Oberstdorf reichlich Körpereinsatz,

nur mit dem Totaleinsatz der Füße und vor allem durch clevere

Gewichtsverlagerung sind die Dinger zu steuern. Die besten, die

Riezlern

wagemutigsten, die erfahrensten Teams sind in knapp einer Minute

im Ziel. Da unten liegen etliche Heuballen, die ihre rasante

Fahrt abbremsen.

Der richtige Spaß, er Warth beginnt schon vor dem Rennen, beim

Weg hinauf zum Start. Zunächst vorbei am großen Bierzelt im

Zielbereich. Dann der etwas mühsame Aufstieg, weil sie ja die

30-Kilo-Schlitten schleppen müssen. Auf nicht mal halber Strecke

hinauf zum Kreuzle Hang gibt es Gelegenheit zum Auftanken,

dort ist eine Eisbar aufgebaut.

Wie jedes Jahr stehen auch diesmal gut 2000 Zuschauer am

Rand der Piste, um beim Spektakel dabei zu sein. „Müsst ihr das

Iller

Lech

Pfronten

Füssen

Forggensee

schwere Ding jetzt ganz da rauf schleppen?“,

fragt ein argloser Zuschauer. Nüchterne Antwort:

„Ja, mei, sonscht kenna mir net obi foahrn.“

Reutte

Unsereiner hört mit, wie sich zwei der Starter über

Bekannte austauschen: „Die zwoa da ham sich domals

beim Schalenggerennen kennaglernt“. Wieder eine nüchterne

Antwort: „Echt? Ehrwald Isch sie Krankenschwester?“.

Unterwegs zum Start begrüßt Andre Reichart, 48, ein ums andere

Mal Athleten in traditioneller Kleidung von damals – grobe

Bergschuhe und, je nachdem, robuste Lederhosn, Wolljanker,

Nassenreith

Filzhut oder Dirndl mit Schürze drüber und Skiunterwäsche

drunter. Einer der Teilnehmer frotzelt: „Garantiefall?“. Ein Insiderwitz,

den Imst nur der Reichart verstehen kann. Denn er hat den

Hörnerschlitten dieses Bekannten gebaut. Klar, der könnte zu

Bruch gehen.

Dieses Jahr sind fünf neue Schlitten von ihm am Start, insgesamt

sind es sogar etwa 20 – also solche, die aus der Werkstatt

in Pfronten-Ried kommen, die seit über 150 Jahren in Familienbesitz

ist. Schon als Bub schaute Andre Reichart seinem

Seine Liebe zum Holz hat Andre Reichart schon als Bub ausgelebt. Das Schalengge-Modell betrachtet er heute noch gerne.

Griaß di’ Allgäu | 93


ALLGÄU ENTDECKEN | Schalenggen

Zur Geschichte

∙ Im Pfrontener Ortsteil Kappel beschlossen Mitte der

70er Jahre junge Männer, einen Brauch aufleben zu lassen.

Sie holten alte Schalenggen aus ihren Stadeln und trafen

sich 1976 am Faschingsdienstag. Bei diesem Treffen

wurde beschlossen, am 19. Februar 1977 das

„1. Allgäuer Schalengge Rennen“ in Pfronten-Kappel

auf die Beine zu stellen (73 Teilnehmer).

∙ Die Jahre danach stieg die Teilnehmerzahl rasant an –

von 128 Anmeldungen im Jahr 1978 bis zu

271 Anmeldungen im Jahr 1981.

∙ Seit Langem findet das Schalenggenrennen in

Pfronten-Kappel jedes Jahr am Faschingssamstag statt.

Es ist das bekannteste Schalenggenrennen im Allgäu und

verspricht Spaß für die ganze Familie.

∙ Zugelassen sind nur „Original Schalengge“.

Großvater, einem Wagnermeister, gerne über die Schulter.

Er fertigte auch Schalenggen auf traditionelle Art.

Und seit ein paar Jahren eben auch der Enkel. Sein Gesellenbrief

als Schreiner hängt in der Werkstatt. Heute arbeitet er

hauptberuflich als Hausmeister, und seine Liebe zum Holz lebt

er als Kunsthandwerker aus. Auf dem Hof lagern jede Menge alte

Hölzer, daraus entstehen kunstvolle Skulpturen – und eben auch

Schalenggen.

Elf hölzerne Einzelteile

Die Arbeitsschritte in Zeitraffer: Rund 40 Arbeitsstunden

braucht er, bis eine originale Schalengge fertig ist – auch wenn die

gerade Mal aus elf hölzernen Einzelteilen besteht. Konstruktion

und Herstellung sind aber eine Wissenschaft für sich. Zunächst

zeichnet der Pfrontener nach alten Vorlagen die Schnittführung

auf sorgfältig ausgesuchtes, zwei Jahre abgelagertes Holzbrett

aus Esche, was mal zu den Kufen und Hörnern werden soll: Aus

diesem „Laden“ Eschenholz sägt er zehn dünne Latten in der passenden

Länge. Die werden ein ums andere Mal gehobelt. Dann

trägt er Leim auf die Latten auf, fügt sie zusammen, spannt sie

mit Zwingen um eine Schablone. So kommen die Kufen in ihre

typische Form.

Nun werden zwei uerverstrebungen („Emnater“) ebenfalls

aus Eschenholz zugeschnitten. Es wird immer wieder gehobelt,

es werden Phasen gefräst. Er schneidet mit der Kreissäge vier

„Beinlinge“ zurecht, die später die uerteile und aus Fichte zwei

sogenannte „Stengele“ zusammenhalten werden. Er bohrt Löcher

für die Zapfen hinein, auch die müssen zuvor sehr sorgfältig

gearbeitet sein. Nur wenn der Schlittenbauer Reichart ganz penibel

und millimetergenau arbeitet, wird die Schalengge die nötige

Stabilität bekommen. Weder Nägel, noch Kleber kommen zum

Einsatz. Zum Schluss sind nur ein paar Handgriffe nötig, um die

Einzelteile zusammenzustecken. So wie früher.

Unverzichtbare Vehikel

Fotos (3): Ralf Lienert

Zu früheren Zeiten waren diese speziellen Schlitten keine Gaudi-

Gefährte, sondern nützliche, unverzichtbare Vehikel, um Bergheu

und Brennholz, das im Sommer auf den Alpen hergerichtet

und gelagert wurde, im Winter ins Tal zu transportieren. Das

war eine beschwerliche und auch gefährliche Arbeit, kräftige

Männer (Fahrer und Helfer) waren stark gefordert. Bis zu vier

Fahrten muteten sie sich täglich zu.

Die Hörnerschlitten, schwer beladen und noch schwerer zu steuern,

nahmen oft allzu rasante Fahrt auf, es kam nicht selten zu

Unfällen. Abends waren sie froh, wenn sie sagen konnten: „Guat

isch gange, koi Schalengge isch hee woare.“

In den Regeln des Kappeler Schalenggar-Vereins, der dieses

spezielle Allgäuer Brauchtum mit viel Engagement seit 1977

pflegt, heißt es: „Sollte bei der Abfahrt einer Mannschaft die

94 | Griaß di’ Allgäu


Schalenggen | ALLGÄU ENTDECKEN

Traditionelles Handwerk: Etwa 40 Arbeitsstunden sind nötig, bis eine Original-Schalengge fertig ist.

In seiner 150 Jahre alten Werkstatt muss Andre Reichart millimetergenau arbeiteten.

Schalengge zu Bruch gehen, so kommt die Mannschaft doch in

die Wertung, wenn jedes Mitglied der Mannschaft mit einem Teil

der Schalengge das Ziel passiert.“ Das sorgt immer für Lacher.

Unter welchem Stern das „Original Pfrontar Schalengge-

Rennen“ in Pfronten-Kappel heute steht, beantwortet schon ein

Blick in die Startliste. Diesmal haben sich 175 Teams angemeldet,

dazu noch ein Dutzend „Originalar“, also alte Schlitten, mit denen

wirklich noch Heu vom Berg geholt worden ist. Damit sind

die VIPs der Veranstaltung im Rennen. Zu jedem Team gehören

jeweils Zwei: „Dr`Fahrer“ und „Dr`Healfar“. Ihre Herangehensweise

ans Rennen bringen die meisten Teilnehmer schon damit

zum Ausdruck, was sie in der Rubrik Verein-Ort angeben: „Wil-

de Goaßa“, „Bissgurka“, „Sau Haufe Lengewang“, „Duracher

Duranad“, „Bloß it hudla wenn´s bressiert“, „Bsufferne Wogscheitl“

oder „Du und I mir Drei“. Und auch ein Inserat, das die

örtliche St. Vinzenz Klinik Allgäu im Programmheft geschaltet

hat, geht in diese Richtung: „De`Schalenggar wünschet mir a guate

Sicht und hoffet, dass koi Knoche bricht!“

Nein, diesmal wird die Gaudi von keinen schwerwiegenden

Zwischenfällen getrübt. Stundenlang harren die Zuschauer an

der Piste aus und haben ihren Spaß. Und auch Andre Reichart

ist hoch zufrieden. Ein Team der „Kappalar Schalenggar“ landet

nur ganz knapp geschlagen auf Platz zwei – auf einem seiner

Schlitten.

Über Jahrhunderte gewachsen,

original, einzigartig und weiträumig –

für einen unvergleichlichen Urlaub.

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Griaß di’ Allgäu | 95


wärmstens

zu Empfehlen

--- Selbstgestrickte Fäustlinge ---

Grafiken: AdobeStock / color885 und cienpiesnf; Foto (Korb): AdobeStock / Alena Ozerova

ANGELIKA

KÖHLER-SCHIESSLER

Die Redakteurin hat ihre journalistischen

Wurzeln bei der Allgäuer

Zeitung. Danach war sie über drei

Jahrzehnte für den Kreativ-Bereich der

Zeitschrift „freundin“ verantwortlich.

Heute arbeitet sie freiberuflich

für Handarbeits- und

Fachzeitschriften.

96 | Griaß di’ Allgäu


BASTELTIPP

Eine Spezialnadel ist beim

Zopfen eine gute Hilfe.

Es geht aber auch mit jeder

anderen kurzen Stricknadel.

Ein mit Fangstich fixierter

Kettstich: So einfach geht

der Margeritenstich!

Maschenraffer

oder Sicherheitsnadel:

In beiden Fällen sind die

stillgelegten Maschen gut

aufgehoben.

was man braucht:

50 g Schurwoll-Mix mit Alpaka und Mohair

(z.B. Fluffy von Lana Grossa), in Grau meliert

was man braucht:

Schurwoll-Reste in den Wunschfarben

(z.B. Bingo von Lana Grossa)

was man braucht:

100 g Schurwolle in Anthrazit

(z.B. Bingo von Lana Grossa)

So geht’s:

LINKER HANDSCHUH: 32 Maschen anschlagen,

auf die Nadeln verteilen, zur Runde

schließen, den Anfang markieren. 4 Reihen

im Bündchenmuster – 2 M rechts, 2 M links

– stricken. In der 5. Reihe 4 M links, 8 rechts

für den Zopf, alle weiteren M links stricken.

Nach 4 Reihen in diesem Grundmuster für den

Zopf 2 M auf einer Hilfsnadel hinter die Arbeit

legen, 2 M rechts stricken, dann die M der

Hilfsnadel abstricken, 2 M auf der Hilfsnadel

vor die Arbeit legen, 2 M rechts stricken, dann

die M der Hilfsnadel abstricken.

In jeder 9. Reihe wiederholen.

Nach 9 cm vor und nach der vorletzten M

der 4. Nadel für den Daumenkeil je 1 M links

verschränkt herausstricken. Die Zunahmen in

jeder 3. Runde 4x wiederholen = 11 M. Diese

in der nächsten Runde auf einer Sicherheitsnadel

stilllegen. Über den stillgelegten M

in der nächsten Runde 5 M anschlagen. In

den nächsten Runden 2x die äußeren M des

Anschlags links zusammenstricken.

So geht’s:

Mit einem Grundmuster aus nur rechten

M werden sie nach dem gleichen Prinzip wie

die Zopf-Fäustlinge gestrickt, die Zunahmen

für den Daumenkeil rechts verschränkt.

Der Farbwechsel von Hellgrün, Dunkelgrün

und Pink erfolgt nach jeder 4. Reihe.

Im Grundmuster ca. 10 cm weiterstricken.

Für die Spitze in jeder Runde die letzte M

der 4. Nadel und die 2 M der 1. Nadel links

zusammenstricken und über die 1. Masche

der 1. Nadel heben. Mit den letzten M der

3. Nadel und den 2 M der 4. Nadel ebenso

verfahren. Sind nur noch 8 M übrig, den Faden

abschneiden, durch die M ziehen und innen

vernähen.

fertig!

Für den Daumen die stillgelegten Maschen auf

die Nadeln aufnehmen, außerdem aus dem

So geht’s:

Mit einem Grundmuster aus nur rechten

M werden sie nach dem gleichen Prinzip wie

die Zopf-Fäustlinge gestrickt, die Zunahmen

für den Daumenkeil rechts verschränkt.

Mit Wollresten in Pink, Weiß und Hellgrün

Blüten und Blätter im Margeritenstich

aufsticken (siehe Foto oben).

Anschlag 5 M herausstricken. In den nächsten

Runden 2 x die äußeren M des Anschlags links

zusammenstricken. Nach ca. 5 cm fortlaufend

je 2 M zusammenstricken. Faden abschneiden

und durch die restlichen 6 M ziehen. Innen

vernähen.

fertig!

RECHTER HANDSCHUH: Wie den linken

stricken, jedoch die Zunahmen am Ende der

2. und Anfang der 3. Nadel vornehmen.

fertig!

··················································· ALLE HANDSCHUHE WERDEN MIT EINEM NADELSPIEL NR. 4,5 GESTRICKT ··············································

Griaß di’ Allgäu | 97


-Traumhafter -

Allgäu Urlaub

mit mehr Land & Wellness

Foto: Weigl Design, Nesselwang

Urlaub am schönsten Fleck im Allgäu. Ein imposantes Alpenpanorama und absolute Ruhe erwarten Sie im Panorama Land-

& Wellnesshotel. Eingebettet in Wiesen und Wälder liegt unser Hotel auf 900 Metern. Lassen Sie sich während Ihrer wohlverdienten

Auszeit gänzlich von uns verwöhnen. In allen Zimmern & Suiten, unserem Restaurant und selbstverständlich auch in

unserem Wellnessbereich genießen Sie den einmaligen Blick auf über 100 Kilometer unverbautes Bergpanorama vom Grünten bis

hin zur Zugspitze.

G

rößten Wert legen wir in unserem familiengeführten Land-

& Wellnesshotel auf Ihre kulinarischen Sternstunden.

Am Morgen genießen Sie ein

reichhaltiges Frühstücksbu et mit

regionalen Produkten. Bergkäse

und Butter von Sennereien aus der

Region, Joghurt vom Nachbarhof,

frisches Bäckerbrot und Honig

aus dem Honigdorf Seeg und

natürlich Speck von umliegenden

Metzgereien.

Nachmittags erwarten Sie an

unserem Schmankerlbu et

herzhafte Köstlichkeiten sowie

hausgemachtes Gebäck der

Seniorchefin. Höhepunkt des Tages ist unser täglich wechselndes,

mehrgängiges Abendmenü. Unser Küchenchef Alexander Zettler

legthiereinbesonderesAugenmerkaufhochwertigeProduktelokaler

Produzenten. In seinen Menüs tre en Tradition und Moderne

gekonnt aufeinander. Passend dazu lagert in unserem Weinkeller

eine erlesene Auswahl bester Tropfen.

Für Rad- & Wanderbegeisterte

halten wir gleich mehrere

Highlights bereit. So erwartet

Sie rund um unser Hotel ein

über 2.000 Kilometer bestens

ausgeschildertes Radwegenetz.

Egal ob Schlösserrunde,

Emmentaler-Radweg oder

8-Seen Tour – zu allen können

Sie direkt vom Hotel aus starten.

Gerne unterstützen wir Sie

auch bei der Planung Ihrer

Wunschrunde. Wer das schöne

Ostallgäu lieber zu Fuß erkunden will, kann sich ebenfalls auf

wunderschöne Wanderungen freuen. Vom Hotel aus zur Alpe

Beichelstein oder zu den Ruinen Hohen Frey- und Eisenberg, um

nur zwei zu nennen.

98 | Griaß di’ Allgäu


Na ch einer erlebnisreic hen Wand er- od er Radt our ent spannen

Sie in unser em Panorama-Wellnessbereic h. Hier wart en mehrer e

Saunen, zw ei Panor ama Pool s, eine Infrarot kabine und zwei

Ruheräume auf Sie. Allesamt

selbstverständlich mit Blick auf

das Alpenpanorama. Zu unserem

Spa-Bereich gehört ebenfalls

unsere Wellnesswiese mit Relax-

Inseln und Kneippbecken, sowie

ein Panorama-Rundweg.

Dieser Außenbereich entsteht

während unserer derzeitigen Um-

& Anbaumaßnahme, die bereits

im Dezember 2019 teilweise

und im Frühjahr 2020 komplett

abgeschlossen sein wird.

Es entstehen neue Garten- & Chaletsuiten sowie ein neues

Restaurant mit offenem Küchen- & Buffetbereich. Hier können

Sie in Zukunft unseren Köchen über die Schulter blicken. Zudem

wird der Eingangsbereich verlegt

und um einen Multimediabereich

zur detaillierten Planung Ihrer

Tagesausflüge erweitert.

Kulinarisch verwöhnen wir Sie

zukünftig in unserem neuen Panorama

Restaurant. Der Panorama

Wellnessbereich wird um

eine Lavendel-Kräutersauna, ein

Kaminzimmer, einen geräumigen

Ruheraum sowie einen neuen

Panorama Pool erweitert.

Ausblick: Panorama-Restaurant

Ausblick: Ruheraum

Weitere Informationen & Bilder rund um Anbaumaßnahme 2019 erhalten Sie auf unserer Webseite

Seeleuten 62 · 87494 Rückholz

Telefon: +49 (0)8364 248

Email: info@panorama-allgaeu.de

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panorama-allgaeu.de

instagram.com/panorama.allgaeu

Griaß di’ Allgäu | 99

Foto: Weigl Design, Nesselwang


ALLGÄU ENTDECKEN | Gästehaus Mühle 11

URGROSSVATERS SPUREN

Auf dem

Holzerweg

Schroffe Felsen, stählerne Sicherungen

und schwindelerregende Höhen haben Wanderer

auf dem Heilbronner Weg zu bezwingen –

normalerweise. Doch bald kann man den

Höhenweg auch unten im Tal begehen.

TEXT Isabelle Gassama | FOTOS Tanja Heßmann

100 | Griaß di’ Allgäu


Ravensburg

Marktoberdorf

Wangen

Isny

Kempten

Gästehaus Mühle 11 | ALLGÄU ENTDECKEN

Lechbruck

Bodensee

Lindau

Bregenz

Scheidegg

Oberstaufen

Immenstadt

Die Erde bebt, tonnenschwere Bagger

fahren auf, Balken bersten,

Dachziegel zerschellen. Ein großes,

knapp hundert

DornbirnJahre altes Gebäude

geht in die Knie. Sieht so ein Neuanfang aus? Bei

Tanja und Joachim Heßmann in Altstädten bei Sonthofen

schon, denn sie möchten ihren Traum vom Eigenheim

Riezlern

mit sechs

Ferienwohnungen verwirklichen. Als vor vier Jahren unverhofft

das Nachbargrundstück zum Verkauf ausgeschrieben wird, erwirbt

es die junge Familie mit demnächst drei kleinen

Warth

Kindern.

Doch es ist Feldkirch nicht irgendein Gebäude auf irgendeinem Grund, das

nun in den Besitz der Heßmanns übergeht. Vielmehr ist es, als

käme ein verloren geglaubtes Kind nach bald einem Jahrhundert

zur Familie zurück.

Im Jahr 1898 kaufte Ludwig Klein, der Urgroßvater von Joachim

Heßmann, eine alte Mühle und ein Sägewerk in Altstädten.

Kurz zuvor war die Mühle aufgegeben worden, sodass die Familie

das Gebäude als Wohnhaus nutzte. Das Sägewerk hingegen

betrieb der Urgroßvater weiter, bis er einen Arbeitsunfall erlitt.

Bald darauf wurde es geschlossen, weiterverkauft und abgerissen.

Viele verschiedene Gesichter hatte die alte Säge fortan: Mal fand

sich an ihrer Stelle ein Bauernhof, dann eine Sattlerei und Strickerei.

In den 1950er Jahren hoppelten Angorakaninchen über die

Iller

Oberstdorf

Sonthofen

Nesselwang

Tannheim

Füssen

Forggensee

Altstädten Felder, mit deren Reutte Fell man Wolle produzierte.

Doch es ist nicht nur die Geschichte der alten

Säge, die die Ferienwohnungen mit dem Namen

Mühle 11 zu etwas Besonderem macht. Vor allem

ist es die Geschichte vom Urgroßvater, Ehrwald die das

Gebäude prägt. Ludwig Klein gehörte zu den Erbauern

des Heilbronner Wegs – jenem Höhenweg, der damals wie heute

Wanderern Ehrfurcht gebietet. Eine Geschichte, die Nassenreith es nach Meinung

der Heßmanns verdient, am Leben erhalten zu werden. Erzählt

zu werden. Deshalb sind die Ferienwohnungen nicht durchnummeriert.

„Jede der sechs Wohnungen trägt Imst den Namen von

einem großen Etappenziel auf dem Heilbronner Weg“, erklärt

Tanja Heßmann. Zum Beispiel Rappenseehütte, Mädelegabel

und Bockkarkopf. Somit können die Urlauber in Altstädten auf

symbolische Art den Heilbronner Weg begehen. Schwindelfrei

und trittsicher müssen sie in der Mühle 11 jedenfalls nicht sein.

Generell soll der kleine Heilbronner Weg im oberen Illertal keinesfalls

nur hochalpinen Wanderern vorbehalten sein. Das zeigt

die barrierefreie Wohnung mit befahrbarer Terrasse und angepasster

Küche im Erdgeschoss deutlich. Laut Tanja Heßmann eine

Art Marktlücke im Allgäu, die sie mit ihrem Ehemann schließen

möchte. Die 34-Jährige sieht keinen Grund dafür, Rollstuhlfahrern

den Urlaub in der Bergregion zu verwehren, sind doch

Lech

Wandel der Jahrhunderte: Eine Aufnahme von 1910 zeigt das alte Sägewerk und die ehemalige Mühle von Altstädten.

Über einhundert Jahre später entstehen nun auf dem Grund der Säge Ferienwohnungen. Doch bis zum Baustart war der Weg steinig.

Griaß di’ Allgäu | 101


ALLGÄU ENTDECKEN | Gästehaus Mühle 11

Familie früher und heute: Sägemeister und Wegebauer Ludwig Klein (erster von rechts) kaufte einst das Sägewerk.

Vier Generationen später ist alles in den Familienbesitz von Urenkel Joachim Heßmann mit Frau und Kindern zurückgekehrt.

gerade die Illerwege direkt vor ihrer Haustür prädestiniert

für die Fortbewegung auf Rädern. Ebenso gibt es neben klassischen

Ferienwohnungen eine besonders große Wohnung mit drei

Schlafzimmern und zwei Bädern für Familien mit vielen Kindern

oder für Urlaub mit mehreren Generationen.

Bezugsfertig wird das Gästehaus erst im Sommer 2020 sein.

Noch blickt man auf ein Gerüst, nackte Ziegel und scheibenlose

Fenster. Von der Inneneinrichtung ganz zu schweigen. Doch

Joachim Heßmann macht sich als gelernter Bauingenieur um

den Fortschritt auf der Baustelle keine Gedanken.

Tatsächlich Sorgen machen musste

sich der 39-jährige Familienvater, bevor der

Bau startete. Denn der Grund der alten Säge

gehört zum Wasserschutzgebiet. Ein Hindernis,

das dem Ehepaar eine Menge Geduld und

Beharrlichkeit abverlangte, bis es nach 14 Monaten ungewissen

Wartens die Baugenehmigung bekam. „Hätte dort nicht schon

vorher ein Gebäude gestanden, wäre der Bau nie entstanden“, ist

sich Joachim Heßmann sicher. Unterkellern durfte er das Gästehaus

wegen des Wasserschutzgebietes nicht. Ein Kompromiss,

den er klaglos hinnahm.

Immerhin bringt die augenscheinlich komplizierte Lage auch

Vorteile mit sich. Frisches Wasser direkt aus dem Boden, das aus

einem gebohrten Brunnen im Inneren des Gästehauses gewonnen

„Ein freier Blick

in die Berge und rundum

nichts als weite Felder.“

wird. „Und es kann uns keiner mehr vor die Nase bauen“, zählt

die junge Mutter einen weiteren Pluspunkt des umliegenden

Wasserschutzgebietes auf. Für die Gäste bedeutet das: ein freier

Blick in die Berge und rundum nichts als weite Felder.

Eine Landschaft, die nicht nur schön anzusehen ist. Im Winter

verläuft direkt am Haus eine Langlaufloipe bis nach Oberstdorf.

Zudem startet in Altstädten eine Naturrodelbahn Richtung Alpe

Sonthofer Hof, die im Übrigen auch im Winter bewirtet ist. Zugegeben:

Gerade wer Ski fahren will, sollte die Strecke mit motorisiertem

Antrieb bewältigen. Doch sei es mit

dem eigenen Auto oder mit den öffentlichen

Verkehrsmitteln, die praktisch in Sichtweite

starten – sowohl die Skigebiete der Hörnergruppe

als auch jene von Oberstdorf und dem

Kleinwalsertal sind binnen weniger Minuten

erreichbar. Zu sportlich? Dann verlaufen auch noch zahlreiche

Winterwanderwege entlang der Iller oder in leicht bergigem Gelände.

Nur eines ist bei Schnee und Kälte untersagt: den echten Heilbronner

Weg auf über 2 400 Metern Höhe zu begehen und auf

den Spuren Ludwig Kleins zu wandeln. Die liegen im Winter

nämlich unter einer dicken Schneeschicht begraben und tauen

erst ab Juni wieder auf. Auch ein alter Wegebauer braucht

schließlich einmal seinen Frieden.

102 | Griaß di’ Allgäu


„Riabige“ Winterzeit im Allgäu

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FÜR 2 PERSONEN

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Das Leben ist

zu kurz

für irgendwann

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the date.

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Als ganz besonderes Special findet in

diesem Jahr der 1. Alpzitts Christbaumverkauf

am 4. Adventsamstag direkt im

Chaletdorf statt.

100% weihnachtlich, 100% heimelig, 100% Alpzitt.

Der Winter ist die „riabige Zitt“ – die ruhige Zeit –, in

der man sich in der warmen Stube Zeit für sich und

seine Liebsten nimmt. Da kommt es natürlich nicht

ungelegen, dass die gemütlichen Häuschen in einem

idyllischen Bergdorf stehen, umgeben von einer

Winterlandschaft zum Spazieren, Wandern, Langlaufen

& natürlich Skifahren. So mancher hat vielleicht

schon vergessen, wie gut es tun kann, nach

einem schönen Outdoortag gemütlich am knisternden

Kamin zu sitzen. Wer möchte, heizt die private

Chalet-Sauna ein.

Wo einst eine Säge- und

Getreidemühle stand, führt

Familie Gilb heute mit den

Alpzitt Chalets die jahrhundertealte

Geschichte

ihres Familienanwesens

weiter – mit Tradition und

Werten, mit dem Luxus der

Natur und dem winterlichen

Zauber der Stille.

Im “Huigarté”, dem Dorfhaus der Alpzitt Chalets

kommen die Leut´ zusammen. Wenn eine urige Kässpatzenpfanne

am Tisch steht, greifen alle gerne zu.

Oder der Hobbykoch bereitet in seiner Chalet-Küche

zu, wonach ihm der Sinn steht und lässt sich am Morgen

den liebevoll gefüllten Frühstückskorb bringen.

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Griaß di’ Allgäu | 103

alpzitt-chalets.de


ALLGÄU TUT GUT | Kneipp-Anwendungen

& Geist

GESUND BLEIBEN

Körper

in Einklang

Vor über 120 Jahren gründete Sebastian Kneipp das

Sebastianeum in Bad Wörishofen. Auch lange danach sind

im historischen Haus und Viersterne-Hotel das Leben und Wirken des

Pfarrers spürbar. Nicht nur antike Möbelstücke dienen als Beweis,

sondern auch die fünf Säulen der kneipp‘schen Lehre.

104 | Griaß di’ Allgäu


Sebastianeum | ALLGÄU ENTDECKEN

Donau

Günzburg

Zusam

Ulm

Augsburg

Senden

Kammel

Königsbrunn

Unsere Autorin Michelle Aus dem Bruch

war unterwegs auf Kneipps Spuren.

Illertissen

Günz

Krumbach

TEXT Michelle Aus dem Bruch

FOTOS Christian Schneider & Tobias Gerber

Mindel

Schwabmünchen

Wertach

Lech

vensburg

densee

Lindau

Biberach

Bregenz

Dornbirn

Eiskaltes Wasser rinnt über meine Haut.

schwer wird das schon nicht sein, denke ich mir.

Landsberg

Ich atme tief ein und aus, so wie es mir

Mindelheim

am

Die

Lech

Runde beginnt im nahegelegenen Kurpark.

Kneipp-Therapeutin Elfriede Stolp

Zuvor will die Therapeutin wissen, wer aus der

Buchloe

erklärt hat. Gebeugt stehe ich vor ihr,

Gruppe noch nie walken war. Nun ja, ich bin die

während sie mir abwechselnd warmes und kaltes

Wasser über die Arme laufen Memmingen lässt. Ich erlebe meinen

ersten kneipp’schen Wechselguss – und er tut mir

wirklich gut. Obwohl meine Arme soeben mit kaltem

Bad Wörishofen

Einzige. Sie zeigt mir, wie ich die Stöcke halten

muss und wie ich sie beim Laufen einsetze. Dann

geht es los.

Nach den ersten Metern wird mir klar: So einfach ist

Wasser in Berührung kamen, macht sich nach dem Guss wohlige

Wärme unter meiner Haut breit. Nicht ohne Grund, denn vor den anderen, die Anweisungen der Therapeutin stets im

Nordic Walking doch nicht. Unbeholfen setze ich einen Schritt

Kaufbeuren

laut Stolp hole sich der Körper aus kaltem Wasser jede Menge an

Energie. Leutkirch Zudem härte es den Menschen langfristig ab, sowohl

Kopf. Einer aus der Gruppe, dem meine Unsicherheit auffällt

meint: „Mädel, Schongau so wird das nichts.“ Er gibt mir Tipps, um meine

körperlich als auch psychisch, wie Kneipp-Ärztin Dr. Cordula

Technik zu verbessern. Und ja, es hilft. Zumindest fühlt es sich

von der Ropp weiß. Wie heilsam Wasser für den Menschen Marktoberdorf so an.

ist, wusste Sebastian Kneipp bereits im Kempten 19. Jahrhundert. Er selbst

heilte seine Lungentuberkulose durch tägliche Bäder in der eiskalten

Die gegenseitige Unterstützung der Gäste gibt’s nicht nur beim

Nordic Walking. Der Kuraufenthalt im Sebastianeum ist ein Ge-

Donau, erzählt von der Ropp.

meinschaftserlebnis, Lechbruck bei dem laut von der Ropp die Gäste Ansät-

Wangen

Isny

Daraufhin entwickelte er verschiedene Anwendungen mit ze und Hilfestellungen rund um Kneipps Philosophie erhalten.

Wasser, und davon kann der Gast im Sebastianeum in Bad Wörishofen

Im Hotel herrscht deshalb eine lockere Atmosphäre. Man tauscht

immerhin 120 erleben. Das Vier-Sterne-Hotel wurde vom sich aus, sitzt beim Essen zusammen, treibt gemeinsam Sport oder

Nesselwang

Pfarrer höchstpersönlich im Unterallgäu gegründet. Es ist das schließt Freundschaften.

Scheidegg

letzte verbliebene Gründungshaus, in dem Kneipps Lehre vollumfänglich

Füssen

Während meines kurzen Aufenthalts im Sebastianeum habe ich

Oberstaufen angewendet wird. Immenstadt Aber nicht nur das Wasser spielt zwar keine neuen Freunde gefunden. Aber ich habe Kneipp ken-

dort eine Rolle. Das Sebastianeum ist das einzige Kneipp-Hotel,

in dem man allen fünf Säulen von Kneipp begegnet: Wasser, je. Achtsamkeit, Sport, gesunde Ernährung und die Rückkehr

nengelernt – und schließlich ist seine Philosophie aktueller denn

Sonthofen Tannheim

Reutte

Kräuter, Ordnung, Bewegung und Ernährung.

zur Natur sind jene Trendthemen, die viele in ihren Alltag integrieren

Ich wage mich an diesem Tag an die Säule Bewegung, an eine

Runde Nordic Walking. Ich gestehe, das ist Neuland für mich. So wollen, um gesund zu bleiben. Weshalb sich ein Ausflug

nach Bad Wörishofen allemal lohnt.

Iller

Oberstdorf

Riezlern

Iller

Forggensee

Ehrwald

Nassenreith

Griaß di’ Allgäu | 105


ALLGÄU ENTDECKEN | Sebastianeum

5 Säulen

nach

Kneipp

Grafiken: stock.adobe.com: Danussa (Brücke, Obstkiste, Blumen), Good Studio (Hände), Alexander Pokusay (Fahrrad)

1 2

3 4 5

WASSER

Im Sebastianeum

werden über

120 verschiedene

Wasser-Anwendungen

angeboten.

Zum Beispiel Güsse,

Bäder oder Wickel.

ERNÄHRUNG

Saisonale und

regionale Zutaten

stehen auf dem

Speiseplan. Zudem

gibt es verschiedene

Heilfastenkuren.

KRÄUTER

Neben Kräuter-

Anwendungen gibt es

verschiedene Tees

und Öle von der

„Kräuterfrau“.

ORDNUNG

In der Hauskapelle

der Raphael-Schwestern

finden Gäste geistliche

Ansprechpartner für

intensive Gespräche,

zum Beten oder

Meditieren.

BEWEGUNG

Es gibt einen

Fitnessraum sowie

Sportkurse: Nordic

Walking, Pilates,

Yoga oder

Wassergymnastik.

106 | Griaß di’ Allgäu


KURZ & GUT

Winter

Vorm Hotel

Den Winter direkt vor der Haustür hat das Hotel

Hochpaßhaus am Iseler in Oberjoch. Auf einer

Höhe von 1200 Meter gelegen, ist es nur einen

Katzensprung vom Sessellift entfernt.

Von hier aus lassen sich auch einige Wander-,

Mountainbike- oder Motorradtouren machen.

www.hochpasshaus.de

Das dürfte einmalig sein in Deutschland – eine

Liftgenossenschaft. Die Thalerhöhe Skilifte bei

Missen sind keine riesigen Anlagen – gleichwohl sehr

beliebt, gerade bei Familien. Einzigartig ist das

Finanzierungsmodell. Der Lift stand vor nicht allzu

langer Zeit vor dem finanziellen Aus, weil die

Perspektiven fehlten. Dann aber entstand eine Idee –

und Ende 2018 wurde die Thalerhöhe gegründet,

die erste Liftgenossenschaft des Landes. Somit

ziehen viele Leute (finanziell) an einem Strang, und

die Anlagen wurden erneuert, saniert, erweitert.

Inzwischen schreiben die Thalerhöhe Lifte eine

bemerkenswerte Erfolgsgeschichte.

www.thaler-hoehe-skilifte.de

Einmaliges

Projekt

Die Elite

Es ist die 68. Aufl age der

Vierschanzentournee, die Ende

Dezember 2019 / Anfang

Januar 2020 über die Bühne

geht. Und die traditionell in

Oberstdorf beginnt. Am 28. und 29. Dezember werden im Oberallgäu die

weltbesten Skispringer am Start sein – und die Zuschauerränge prall gefüllt.

Erwartet werden über 35 000 Fans.

www.arena-ticket-allgaeu.de

am Start

Foto: Dominik Berchtold

Griaß di’ Allgäu | 107


Foto: Dennis Siebert

Allgäu heimatlich

Wussten Sie, dass … es selbst im Paradies Licht und Schatten gibt? So auch am Hopfensee nördlich

von Füssen. Über dem gefrorenen Wasser brauen sich am Januarabend dunkle Wolken zusammen.

Als planten sie, mit grellem Blitz das Eis zu spalten. Hinter dem Breitenberg dagegen scheint

das letzte gelbe Leuchten der untergehenden Sonne. Links umfängt den Aggenstein ein erster

zarter Wolkenschleier. Noch erweckt es den Eindruck, als ringe sein felsiger Gipfel mit Licht und

Schatten. Unterdessen verliert sich die Höhe des Brentenjochs mit 2001 Metern längst im Grau.

Ein trügerisches Wolkenspiel. Dennoch bleibt das Brentenjoch der höchste Berg dieser Aufnahme.

108 | Griaß di’ Allgäu


Griaß di’ Allgäu | 109


ALLGÄU HEIMATLICH | Mundart

110 | Griaß di’ Allgäu


Senden

Kamme

Königsbrunn

Illertissen

HEIMATLIEBE

Schtille

Günz

Krumbach

Mindel

Mundart | ALLGÄU HEIMATLICH

Schwabmünchen

Wertach

Lech

Biberach

Mindelheim

Buchloe

Gedonke

Kaufbeuren

Iller

Memmingen

Bad Wörishofen

Landsberg

am Lech

Ravensburg

Bodensee

Lindau

TEXT Freddy Schissler

FOTOS Nicole Uhlemair

Stefanie Dentler liebt die Nachdenklichkeit,

Marktoberdorf

Kempten

den Tiefgang, mitunter auch die Melancholie. Ihre

Mundartgedichte

Wangen

Isny und Geschichten sind davon geprägt.

Aber nicht nur: Sie möchte die Zuhörer hin und

wieder zum Schmunzeln bringen. Nesselwang

Bregenz

Dornbirn

Scheidegg

Leutkirch

Oberstaufen

Der Ritterschlag kommt per Telefon.

Am späten Nachmittag

klingelt es, die Hausherrin hebt

den Hörer ab, meldet sich mit

„Hier Stefanie Dentler“ und erstarrt plötzlich in

Ehrfurcht, als der Anrufer entgegnet: „Hier Martin

Immenstadt

Oberstdorf

Riezlern

Warth

Hehl.“ Dazu muss man wissen, dass dieser Martin Hehl aus

Feldkirch

Oberstdorf ein mehrfach ausgezeichneter Mundartdichter war,

ein Maestro der Allgäuer Verse, einer, der regelmäßig auf Allgäuer

Bühnen stand und zu dem die meisten dieser Branche bewundernd

aufschauten. Zum Beispiel Stefanie Dentler. Als der Anruf

sie erreicht, ist sie Neuling auf dem Gebiet der Mundartgedichte.

Kein Auftritt bislang, keine veröffentlichten Gedichte. Gewiss,

sie hatte kurz zuvor bei einer Ausschreibung der Brauerei Zötler

mit den von ihr eingereichten Zeilen einen Preis gewonnen. Aber

das konnte auch ebenso gut reiner Zufall gewesen sein.

Aber offenbar hatte sie einen wie Martin Hehl damit beeindruckt.

Denn beim Telefonat mit ihr kommt er gleich zur Sache

und fragt sie, ob sie nicht an einem Abend mit ihm gemeinsam auftreten

wolle. Der Kloß in Stefanie Dentlers Hals verhindert ein sofortiges

„Ja“, aber natürlich signalisiert sie ihm im weiteren Verlauf

dieses Gesprächs, dass sie gerne mit von der Partie ist. Nun läuft das

Leben nicht immer nach Plan, und zum Auftritt mit dem Mundart-

Meister wird es nicht mehr kommen. Denn Martin Hehl scheidet

Iller

Sonthofen

Lech

Tannheim

Füssen

Reutte

Schongau

Forggensee

Lechbruck

zwei Wochen vor dem Termin aus dem Leben.

Ehrwald

Stefanie Dentler freilich greift weiterhin zu

Papier und Stift oder besser gesagt: Sie setzt sich

an ihren Laptop und schreibt. Es Nassenreith sind Erlebnisse,

Gefühle und Beobachtungen, die letztlich ein Gedicht

oder eine Erzählung ergeben.

Wir treffen uns zum Plaudern bei

Imst

ihr zu Hause in Oberstdorf,

zuerst im Garten, später in der Wohnküche. Dort, wo ihre

Werke entstehen, wo sie meist sitzt und die Gedanken in Worte gegossen

werden. Es sollen Fragen beantwortet werden wie:

Weshalb schreibt sie im Dialekt?

Weshalb opfert sie den ohnehin schon

geringen Teil ihrer Freizeit dem Schreiben?

Was treibt sie regelmäßig an?

Woher kommen die Ideen?

Immerhin arbeitet Stefanie Dentler, Jahrgang 1978, als Sozialpädagogin

im Sozialdienst der Oberallgäuer Kliniken, betreibt eine

Naturheilpraxis, vermietet eine Ferienwohnung, engagiert sich ehrenamtlich

im Pfarrgemeinderat – na ja, und schließlich ist sie auch

noch Mutter von zwei kleinen Kindern. „Ich bin oft am Anschlag“,

gesteht sie, und ihr Gesicht nimmt bei diesen Worten tatsächlich ein

wenig nachdenkliche Züge an.

Der Ort unseres Treffs beantwortet zunächst die Frage, weshalb

sie im Dialekt schreibt. Wir sitzen im Garten ihres Eltern-

Griaß di’ Allgäu | 111


ALLGÄU HEIMATLICH | Mundart

was isch huimat

Es sind id bloass d’Lit und d’Bearg,

die Huimat züe n’ar Huimat mached.

Es zellt no viel mea züe deam groaße Weark,

i deam mir jedan Dag nui verwached.

Jeds Bliemle, jeda Bomm,

süecht sich seal sing Huimat üs.

Mecht genöu a deam Bleatz do stong,

leabe und wachse vor dinam Hüs.

Huimat ka ba gschpiere, schmecke,

dea Oart müeß nammas Bsünders sing.

Du kinntsch’n öu no blind entdecke,

mags Summer oder Winter sing.

(Auszug)

hauses, ihres Geburtshauses, hier sind ihre Wurzeln. Stefanie

Dentler ist echte Oberstdorferin und sie betont, dass sie keinen triftigen

Grund erkennt, jemals woanders leben zu wollen. Sie studierte

vier Jahre im fränkischen Coburg, danach aber zog es sie wieder

zurück ins Allgäu, nach Sonthofen. Dort lernte sie ihren heutigen

Ehemann kennen – und welch ein Zufall: Er ist gebürtiger Franke,

der schon mit 18 Jahren ins Oberallgäu kam und ohnehin nur diese

Einbahnstraßen-Wahl hatte: Diese Frau gibt es nur in Verbindung

mit dem Allgäu als Wohnort.

Ein Gefühl von Freiheit

Die Region ist Stefanie Dentlers Heimat, oder Huimat, wie das in

ihrem Dialekt heißt. Vor allem die Berge sind ihre große Liebe, auf

die sie hin und wieder hinaufkraxelt, um das Gefühl von Freiheit,

von Stärke, von innerer Ruhe und ja, von Erhabenheit zu spüren

und zu meinen, für einen Moment über den Dingen zu stehen.

Dort fallen ihr viele Themen ein, die sie später in den Laptop tippt.

Eigentlich, meint sie und schmunzelt, wäre genau dort oben auf

dem Berg der ideale Ort, um sich an einen Schreibtisch zu setzen

und zu texten, zu schwärmen, zu philosophieren über das Leben,

die Welt, vielleicht auch über den Tod. In dieser Huimat gibt es

deshalb auch keinen triftigen Grund für sie, nicht in jenem Dialekt

zu schreiben, den die Menschen dort sprechen.

„Ich kann im Dialekt noch deutlicher meine Gefühle ausdrücken“,

bekennt sie. Und in vielen ihrer Geschichten geht es um Gefühle.

Ihre Lieblingswerke sind jene, denen Tiefgang anzumerken

ist, die nachdenklich und, wenn es sein muss, auch melancholisch

machen. Ihr Wunsch: „Die Zuhörer sollen gefangen sein von dem,

was sie gehört haben. Vielleicht auch noch ein bisschen darüber

nachdenken, wenn sie zu Hause sind.“

Natürlich geht es oft um die Schätze ihrer Heimat, die Pflanzen,

die Tiere, die Berge, die Seen. Und natürlich machen sich in ihrem

Kopf mitunter Gedanken breit, wie es um die (heimische) Natur

bestellt ist, was die Zukunft bringen mag. Sie hat klare Vorstellungen

in dieser Hinsicht, gewiss, und die münden vor allem in

diesem Wunsch: „Wir müssen unser kostbarstes Gut pflegen und

erhalten – die Natur.“

Weil sie kein Mensch ist, der gedankenlos in den Tag hineinlebt,

der vieles unreflektiert und kritiklos hinnimmt, auch deshalb

nimmt sie sich die Zeit und klappt regelmäßig ihren Laptop auf.

Sie will andere an ihrem Gedankengut teilhaben lassen. Ja, und

natürlich sollen die Besucher einer Veranstaltung auch schmunzeln

und lachen. Denn ihre Gedichte sind nicht ausschließlich von

Nachdenklichkeit geprägt. „Ich wünsche mir, dass die Zuhörer

den Abend mit mir genießen“, sagt die Oberstdorferin.

Genießen ist ein Stichwort. Wenn sie auf der Bühne steht, ist dies

nicht mehr mit Schweißausbrüchen oder Herzklopfen verbunden,

sondern längst mit Genuss: „Es ist schön, vortragen zu dürfen. Ich

stehe gerne dort vorne.“ Vielleicht, verrät die Allgäuerin, ist das

Präsentieren sogar schöner als die Arbeit am Laptop. Sie meint

zwar, das solle man lieber nicht schreiben in dieser Geschichte. Wir

tun es dennoch. Denn auch das passt, um sich ein Bild von Stefanie

Dentler zu machen. Sie ist nicht unbedingt die geborene Bühnenfrau,

die bereits im Kindesalter in die Öffentlichkeit drängte. Aber

sie ist eine Frau, die sich in etwas verbeißen kann, wenn ihr eine

Sache wichtig ist. Und die nach einer Zeit auch Gefallen daran finden

kann.

112 | Griaß di’ Allgäu


Mundart | ALLGÄU HEIMATLICH

Grafik: stock.adobe.com, Nikole

„Blicke…Worte…“ heißt ein Buch, das der Förderverein „mund-

ART Allgäu“ vor ein paar Jahren herausbrachte. Darin finden sich

Fotos von Rob Dillmann sowie Verse und Gedanken von Stefanie

Dentler, die Titel tragen wie „Bsündere Moment“ (Besondere Momente)

oder „Schtille Gedonke“ (Stille Gedanken). Die Mundartdichterin

erinnert sich noch gut an die Entstehung des Buches. Sie

bekam ein Foto vorgelegt und sollte dazu Passendes verfassen. Das

klappte wie am Schnürchen – die Texte entstanden in Rekordzeit.

„Man muss mir im besten Fall ein Thema vorgeben“, sagt Stefanie

Dentler. Dieser Satz ließe sich am besten mit diesen Worten fortsetzen:

Dann rattert es in ihrem Kopf, sie beißt sich rein ins Thema

und vergisst, dass sie im Grunde genommen keine Zeit, sondern

einen randvollen Terminkalender hat.

Auftrittstermine von Stefanie Dentler

· 22. NOVEMBER „A riebege Schtünd“ in Durach

· 28. NOVEMBER (20 UHR)

„Wiehnächte züe“ Kulturwerkstatt Sonthofen

· 30. NOVEMBER „A riebege Schtünd“ -

zum 1. Advent im Oberstdorf Haus

BÜCHER

„BLICKE…BSÜNDRE MOMENT…WORTE

SCHTILLE GEDONKE…“

Texte von Stefanie Dentler, Fotos von Rob

Dillmann, Allgäuer Zeitungsverlag, 128 Seiten

ALLGÄUER HOIMAT-VERSLA

mundArt Allgäu,

verschiedene Autoren,

112 Seiten

Video

mit Mundartdichterin

Stefanie

Dentler unter

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Griaß di’ Allgäu | 113


GELEBTES BRAUCHTUM

Zu Besuch

beim Nikolaus

Franz Horn aus Missen-Wilhams hat sich seit vielen Jahren der Rolle

des heiligen Bischofs verschrieben. Jährlich lädt er zur kleinen

Bischofskonferenz über 50 Nikolausdarsteller aus nah und fern ins Allgäu

ein. In einer kleinen Hütte neben dicken und dunklen Tannen haben

wir den gütigen Herrn mit Rauschebart und Hirtenstab gefunden.

114 | Griaß di’ Allgäu


Kaufbeu

Iller

Memmingen

Heiliger Nikolaus | ALLGÄU HEIMATLICH

Bad Wörisho

Leutkirch

Ravensburg

Marktoberd

Kempten

Wangen

Isny

Missen

Scheidegg

Iller

Nesselwang

F

Lindau

Bodensee

Bregenz

Oberstaufen

Immenstadt

Sonthofen

Tannheim

R

Dornbirn

Oberstdorf

Riezlern

Feldkirch

TEXT Bettina Buhl

Warth

Lech

So wohnt also der Nikolaus. Eine kleine Hütte neben dicken,

dunklen Tannen. Der Schnee glitzert dort, wo das

Licht aus dem Fenster vier uadrate auf den Boden malt.

Im Innern ist alles kreisrund: die Holztäfelung, die gemütliche

Sitzbank, die um den ganzen Raum führt, die Feuerstelle

in der Mitte. An den Wänden hängen Tierfelle. Lichterketten

werfen bunte Flecken auf die Polster. Und da sitzt er, zurückgelehnt,

die Füße in den dicken Stiefeln vor sich ausgestreckt. Roter

Mantel, weißer Rauschebart, die Mitra auf dem Kopf, den Hirtenstab

an die Wand gelehnt, das goldene Buch in den Händen.

In den Halbmondgläsern seiner Brille spiegelt sich der flackernde

Feuerschein. Der Nikolaus lächelt genüsslich.

Was wie eine Traumvorstellung klingt, ist in Missen-Wilhams

Wirklichkeit. Etwas oberhalb des kleinen Oberallgäuer Dorfs

steht tatsächlich ein Nikolaus-Haus. So bezeichnet Franz Horn

seine Gartenhütte. Der 62-Jährige, der im richtigen Leben Käsermeister

ist, schlüpft seit über 45 Jahren in das Kostüm des Heiligen.

Er bringt damit nicht nur den Kindern eine Freude. Er geht

in seiner Rolle vollkommen auf. „Der Nikolaus ist mein Leben“,

sagt er.

Angefangen hat alles mit einem Auftrag für seinen Verein. Wie

viele andere Allgäuer engagiert er sich für das Leben im Dorf, für

die Gemeinschaft. Da war es für ihn selbstverständlich, in den

Trachtenverein einzutreten. Mit 16 Jahren war er Vorplattler der

Jugendgruppe, leitete also die Burschen und Mädchen bei traditionellen

Tänzen an, zeigte ihnen Schritte und Figuren. Da lernt

man die Kinder natürlich gut kennen. Der Vereinsvorstand fragte

ihn folglich, ob er nicht den Heiligen Nikolaus machen wollte.

© AdobeStock/imhof79ch

Griaß di’ Allgäu | 115


ALLGÄU HEIMATLICH | Heiliger Nikolaus

doch liebend gern schlüpft er ins Nikolausgewand.

© Andreas Reimund

Im richtigen Leben ist Franz Horn Käsermeister,

© Bettina Buhl

„Der Knecht Ruprecht wär mir eigentlich lieber gewesen“,

gesteht Horn über vier Jahrzehnte später, und die Ecken seines

weißen Rauschebarts um den Mund wandern verschmitzt nach

oben. „Denn da hätte ich nix sagen müssen.“ Aber Horn sagte zu.

Am Nachmittag übte er mit den Kindern noch Schuhplattler, am

Abend kam er zu ihnen als Nikolaus.

So schlüpfte er zum ersten Mal in das traditionelle Gewand. Freilich

war das noch lange nicht so aufwendig, so edel und ausgefeilt

wie jene Sachen, die er heute trägt. Ein vom Pfarrer geliehener roter

Umhang, eine weiße Kutte darunter. Damit ihn seine Schützlinge

nicht erkannten, zog er sich eine Nikolaus-Plastikmaske über,

die irgendjemand im Vereinsfundus ausgegraben hatte.

„Ich war furchtbar nervös. Ich war mir gar nicht sicher, ob ich

das überhaupt kann“, erinnert sich Horn. Dazu kam: Unter der

Maske war er nur schwer zu verstehen, der Schweiß lief ihm vom

Haaransatz über die Stirn und die Schläfen entlang. „Ich war

froh, als ich wieder daheim war.“ Da fasste er einen Entschluss:

Das nächste Jahr kauft er sich für seinen Nikolausauftritt etwas

Gescheites! Damit war es um ihn geschehen.

Jahr für Jahr erweiterte Franz Horn seine Kostüm-Sammlung:

ein ordentlicher Bart, ein feierlicher Rauchmantel, eine Stola,

eine Bischofsmütze, ein imposanter Bischofsstab, ein Bischofsring

über den weißen Handschuhen, eine Albe (also das weiße

Untergewand), ein Schultertuch – wenn Nikolaus, dann richtig!

Seitdem macht Franz Horn an den Tagen rund um den 6. Dezember

Hausbesuche, ist bei Weihnachtsmärkten zu Gast, geht

in Kindergärten, Schulen, Vereine, Firmen, Senioren- und Behindertenheime.

Dorthin bringt er Geschichten, Gaben, Freude. Und meist geht

er nicht mit leeren Händen. Oft malen Kinder ein Bild für den

Nikolaus oder er sammelt andere Andenken. Auch unterm Jahr

lässt ihn sein Vorbild nicht los, er verschlingt mit Freude alles,

was er über den Heiligen finden kann, recherchiert für sein Leben

gern.

Wer sich in der Vorweihnachtszeit mit Franz Horn treffen und

mit ihm über den Heiligen Bischof aus Myra sprechen will, landet

also unausweichlich in seiner Gartenhütte. Wo sonst kommen all

die Geschichten vom gütigen Mann, der über die Kinder wacht,

besser zur Geltung? Horn jedenfalls kennt die meisten davon –

und er hat auch sonst einiges zu erzählen.

Gelebte Barmherzigkeit

„Für mich ist der Nikolaus ein Vorbild. Er lebte die Barmherzigkeit

und er stellt auch im Kleinen das Weltgericht dar. Er erinnert

mich nämlich immer wieder daran, über das eigene Handeln

nachzudenken: Wie kann ich mich besser verhalten? Was hätte

ich anders tun können?“ So nehme Horn bei jedem Besuch, bei

jedem Kind, auch für sich selbst eine Lektion mit.

„Von Kindern kann man unheimlich viel lernen“, ist er überzeugt.

Allein die unverblümte Sicht der Kleinen, die Direktheit

verblüffe ihn immer wieder. Natürlich stoße er manchmal an

seine Grenzen und hatte auch schon mal keine Antwort auf eine

Kinderfrage parat. „Aber das macht nichts. Der Nikolaus ist

menschlich und ich zeige, dass ich ein Mensch bin und nicht allwissend.“

Diese Reife musste sich der Missener erst aneignen, Erfahrungen

sammeln. Von anderen Nikolausdarstellern konnte er zunächst

nicht viel lernen. Wer selbst als Nikolaus unterwegs ist,

hat keine Zeit, anderen Nikoläusen über die Schulter zu schauen.

116 | Griaß di’ Allgäu


Heiliger Nikolaus | ALLGÄU HEIMATLICH

Der heilige Nikolaus von Myra

· LEBENSDATEN Geboren um 280 in Patara, gestorben am

6. Dezember um 345 in Myra, heute Demre (Türkei).

© imago

So kam Franz Horn die Idee zur „kleinen Bischofskonferenz“. So

nennt er lachend ein Treffen, bei dem zu Beginn des Advents Nikolausdarsteller

von überall her im beschaulichen Missen zusammenkommen.

Zum Austausch, um sich Tipps zu geben und zur

Einstimmung auf die Adventszeit.

Horn wollte auch einen Kontrapunkt setzen zu den lauten

Krampusläufen und Klausenumzügen, wo teils schaurige Gestalten

durch die Nacht poltern. „Der Advent muss doch schöner und

gläubiger starten“, glaubt er. Vor sechs Jahren fing alles an, mittlerweile

ist die jährliche Zusammenkunft zum festen Bestandteil

geworden.

Horn staunt jedes Mal, wo er überall Nikoläuse findet, von

woher es sie alle ins Oberallgäu zieht: aus Österreich, aus der

Schweiz, aus Belgien, aus dem Elsass, selbst aus Südtirol und Köln

und natürlich aus der nahen Umgebung. Ihr Ziel ist es, den Nikolausbrauch

lebendig halten.

Jeder verbindet ein bisschen was anderes mit dem Vorbild. In

den Vogesen etwa, so erzählt ein Nikolausgast aus Frankreich, ist

eine Sage weit verbreitet, nach der der Nikolaus drei Kinder vor

einem Metzger gerettet hat – eine Geschichte, die in Deutschland

meist unbekannt ist. In der Schweiz begleiten den Heiligen kein

Knecht Ruprecht oder die im Allgäu bekannten Rumpelklausen.

Dort sind die „Schmutzli“ unterwegs, die natürlich auch zum

Nikolaustreffen kommen dürfen. Einig sind sich alle Teilnehmer:

Mit dem amerikanischen Weihnachtsmann und dem Kommerz,

für den diese Kunstfigur steht, wollen sie nichts zu tun haben.

Das Treffen beginnt mit einem Umzug durch den Ort. Dann

folgt ein Gottesdienst. Die Bänke der Pfarrkirche füllen sich mit

den Bischöfen, ihren vielen Begleitern und Engeln. Um die 50

Nikoläuse versammeln sich. Jedes Jahr lässt sich Horn etwas

· LEGENDE UND LEBENSGESCHICHTE Nikolaus verteilte nach

dem Vorbild seiner Eltern sein Vermögen unter den Armen.

Sein Ruf als Gabengeber und Wohltäter geht auf eine Legende

zurück, nach der er drei jungen Frauen, die verheiratet werden

sollten und keine Mitgift geben konnten, heimlich drei Goldklumpen

durchs Fenster warf und sie damit vor der Prostitution

bewahrte. Zudem rettete er drei Kinder vor kannibalischen

Anwandlungen eines Gastwirts und ein Schiff aus Seenot,

dessen Besatzung ihn zur Hilfe rief. Er gilt deswegen unter anderem

als Schutzpatron der Ministranten, Kinder und Seeleute.

Zahlreiche weitere Legenden ranken sich um den Mann aus

Myra. Gesichert ist, dass er Mönchspriester im Kloster seines

Onkels war und eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternahm.

Bei seiner Rückkehr wurde er zum Bischof von Myra gewählt.

Während der Christenverfolgung unter Kaiser Galerius wurde

er grausam gefoltert, kam aber wieder frei. Gezeichnet nahm

er 325 am Konzil von Nicäa teil, wo er sich wortgewaltig gegen

die Arianer einsetzte, die die Wesensgleichheit des Sohnes mit

dem Vater leugneten.

· ZEITZEUGEN Als ältestes literarisches Zeugnis über das Wirken

des heiligen Bischofs Nikolaus gilt eine Festrede von „Andreas

von Kreta“. Darin schrieb er: „Glücklich preise ich dich, Myra,

Hauptstadt von Lykien. Was für einen Hirten, der um seine

Kinder besorgt ist, und was für einen Vorsteher hast du gehabt!

Was für eine Krone, wirklich ehrwürdig und von altem Ruhm,

wurde auf dein Haupt gesetzt!“

· DARSTELLUNG Meist als älterer Bischof mit weißem Bart, oft

mit drei goldenen Kugeln und Buch.

· DER NIKOLAUS IM ALLGÄU 973 wurde die erste Kirche in

Süddeutschland in Kempten dem heiligen Nikolaus geweiht.

(Quelle: Bistum Augsburg)

© AdobeStock/pattilabelle

Griaß di’ Allgäu | 117


ALLGÄU HEIMATLICH | Heiliger Nikolaus

anderes einfallen. Mal ließ er für die Messe den alten byzantinischen

Ritus aufleben, mal holte er Weihbischof Florian Wörner

ins Allgäu und ließ allen „Laienbischöfen“ bischöflichen Segen zukommen.

Oder er beauftragte eine kleine Brauerei, ein Nikolaus-

Bier herzustellen, ließ es segnen und spendete den Erlös.

Der Käser schrieb auch schon an den Vatikan und bot an, den

Papst persönlich mit dem Auto abzuholen. „Das war vielleicht

ein bisschen spinnig, aber einen Versuch war es wert“, sagt er

schmunzelnd. Dazu ist es noch nicht gekommen. Aber andere

Träume hat er erfüllt. 2016 etwa rief er die Nikolausbruderschaft

ins Leben. Über 60 Frauen und Männer sind darin inzwischen

Mitglied, um den Glauben und die Verehrung des Heiligen sowie

die Verbundenheit zu stärken. Der nächste Plan ist es, eine

Nikolaus-Kapelle zu bauen.

Austausch ohne Publikum

Nach dem Gottesdienst sitzen die Nikoläuse zum Austausch zusammen,

ohne Publikum. Sie erfahren, wie andere den Gabenbringer

darstellen. Einer setzt sich mit Kindern zum Spielen auf

den Boden, ein anderer zieht sein Kostüm aus und zeigt, dass er

„nur“ ein Mensch ist. „Jüngeren Darstellern hilft das“, sagt Horn.

Freilich gehören nicht nur die guten Erfahrungen dazu. Mit

betrübten Augen erinnert sich der Initiator des Treffens an einen

Besuch des Weihnachtsmarkts in Isny. Dort mussten er und seine

Begleiter unter Polizeischutz auflaufen, weil am Tag zuvor eine

Horde Jugendlicher sie angepöbelt und sie mit Äpfeln und Nüssen

beworfen hatte, die der Nikolaus ihnen zuvor geschenkt hatte.

„Wir konnten noch ins Auto flüchten. Die Nüsse knallten nur so

gegen das Blech“, erzählt Horn. Das Auto trug tiefe Beulen davon,

ein Scheinwerfer ging zu Bruch. Entmutigen ließ der Missener sich

nicht. „Ich wusste: Es gibt Kinder, die brauchen mich. Die freuen

sich, wenn der Nikolaus kommt.“

Deswegen mache er auch nach über vier Jahrzehnten weiter, hat

mittlerweile seinen Sohn angesteckt, der genauso gerne in Rauchmantel

und Rauschebart schlüpft. Und er verbringt mit Vorliebe

Stunden in seiner Nikolaushütte und denkt an all die schönen Erlebnisse.

„Vielleicht“, sagt der Käser mit nachdenklichem Blick in

die flackernden Flammen, „bin ich wirklich ein wenig gspinnert.“

Aber wenn er dann wieder in die vielen strahlenden Kinderaugen

blicke, wisse er: „Das ist es alles wert.“

Übrigens: Das nächste Nikolaustreffen findet am

29. November in Missen-Wilhams statt.

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118 | Griaß di’ Allgäu

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Griaß di’ Allgäu | 119


ALLGÄU HEIMATLICH | Weihnachtsmärkte

Weihnachtsmärkte

FÜSSEN Romantischer Adventsmarkt im

Innenhof des einstigen Benediktinerklosters

St. Mang mit Spezialitäten aus der

Bioküche (6. bis 8. Dezember).

Platz

für

Stille

ISNY Der Innenhof der ehemaligen Klosteranlage

bildet den festlichen Rahmen.

Vom Schlossturm herab schwebt das

Engele (4. bis 8. Dezember).

KAUFBEUREN In der Altstadt (Kirchplatz

St. Martin und umliegende

Straßen) findet man die hölzernen,

weihnachtlichen Hütten (29. November

bis 22. Dezember).

KEMPTEN Der Rathausplatz erstrahlt

in festlichem Lichterglanz – Stadtführungen,

Weihnachtsbähnle und alpiner

Wintergenuss (29. November bis 22.

Dezember).

LEUTKIRCH Gänsbühl und Marktplatz

der Altstadt verwandeln sich in ein idyllisches

Weihnachtsdorf (28. November

bis 1. Dezember).

MARKTOBERDORF Holzdrechsler Georg

Hörmann zeigt alte Handwerkskunst.

Täglich fährt die Pferdekutsche und es

kommen Engel und Nikolaus (6. bis 15.

Dezember).

Vor allem in der Adventszeit

besinnt man sich im Allgäu auf

Traditionen. Und an vielen

Orten locken die Weihnachtsmärkte.

TEXT Simone Zehnpfennig | Foto Ernst Fesseler

Platz für Stille in der Adventszeit: Zum einen gibt es in

vielen Städten die Weihnachtsmärkte, zum anderen besinnt

man sich auf Traditionen und teilt sie gerne: ob

die Krippenbauer in Kempten, der Drechsler in Marktoberdorf

oder der Glasbläser in Leutkirch. Mit Liebe zum Detail

wird beispielsweise die älteste schwäbische Krippe mit kindsgroßen

Figuren in der Jesuitenkirche aufgebaut. An Szenen aus

der Kindheit erinnern Bilder und Krippe des Memminger Malers

Josef Madlener. Während sich in Isny der Brauch des Engele-

Fliegens erhalten hat, ist es in Wangen der des Klosa-Singens.

120 | Griaß di’ Allgäu

LINDENBERG Ab 9. November Sonderausstellung

im Deutschen Hutmuseum:

„Gabi. Geboren im Allgäu. Gestorben

in Ausschwitz“. Adventsmarkt am 7.

Dezember.

MEMMINGEN Stände und Ausstellungen

auf dem Marktplatz. Tipp: Josef Madleners

Weihnachtskrippe im Innenhof des

Antoniterklosters (29. November bis 22.

Dezember).

MINDELHEIM Vor 400 Jahren stellten

die Jesuiten in Mindelheim die erste

Krippe in Bayern auf. Nebenan im Krippenmuseum

ruht das weltweit älteste

Christkind (5. bis 8. Dezember und 12.

bis 15. Dezember).

WANGEN Stände mitten in der historischen

Altstadt. An Advents-Samstagen

gibt’s eine kulinarische Erlebnisführung

(30. November sowie am 7., 14. und 22.

Dezember).

www.allgaeustaedte.de oder das

kostenlose Städtemagazin des Allgäus

bestellen unter info@allgaeu.de, Telefon:

08323/8025931


Foto: Fred Schöllhorn

Prächtig

Märchenwelt

KURZ & GUT

Grafiken: stock.adobe.com - asmakar (Kutsche)

& Arija (Musiker)

Der Zedernsaal des

Fuggerschlosses in Kirchheim

(Unterallgäu) gilt als einer der schönsten Renaissancesäle

Europas. Markant sind seine Kassettenfelder mit tausenden

Figuren und Ornamenten. Ganzjährige Führungen,

geöffnet täglich von 9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr.

www.fuggerschlosskonzerte.com

Foto: Isabelle Gassama

Brunnen plätschern

und fantasievolle Musik

erfüllt den Raum.

Nach langer Zeit im

Dornröschenschlaf

hat das Kutschenmuseum

in Hinterstein

wiedereröffnet.

Es ist eine Märchenwelt

voll altertümlicher

Kutschen, Schlitten,

Puppen und ausgestopfter

Tiere.

…unsere Kleinen

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Griaß di’ Allgäu | 121


ALLGÄU HEIMATLICH | Brauchtum zur Weihnachtszeit

Foto: AdobeStock / marinafedosova

122 | Griaß di’ Allgäu


Kau

Brauchtum zur Weihnachtszeit | ALLGÄU HEIMATLICH

WER IST DER SCHÖNSTE?

Ein

Donau

Günzburg

Zusa

Schnäpschen

Ulm

Senden

aufs Lob

Illertissen

Günz

Kammel

Krumbach

Mindel

Biberach

In Memmingen wird ein geselliger Brauch jedes

Jahr öffentlich zelebriert: das Loben des Christbaums.

Und als Dankeschön gibt’s was Hochprozentiges.

In der Halle des Rathauses geht es vor Weihnachten

hoch her – und feucht-fröhlich.

Iller

Memmingen

Mindelheim

Bad Wör

Leutkirch

TEXT Silke Lorenz

Wunderbar! Wie toll, guck mal!“ Begeisterte

Ausrufe wehen einem aus dem Stimmengewirr

in der Memminger Rathaus-Halle ans Ohr.

„Alle Jahre wieder, gell?“, grüßt ein alter Hase.

Manfred Bretzel grinst ihm zu und nickt stolz. Seit 2012 organisiert

er mit seiner Frau einen Allgäuer Brauch in öffentlicher

Form: das Christbaumloben. Mittlerweile ist es zu einer festen

Tradition und Attraktion im Rahmen des Memminger Weihnachtsmarktes

geworden.

Viele kommen extra wegen dieser Aktion, die nur an einem

Adventswochenende stattfindet. Je nach Wetter drängen sich die

Leute in der Rathaus-Halle. In der Mitte, unter den 20 wunderschön

geschmückten Christbäumen hindurch, rattert eine elektrische

Eisenbahn. Manche Besucher schauen sich um, die meisten

aber kaufen einen Stimmzettel – das ist der Unterschied zum privat

gelebten Brauchtum des Christbaumlobens. In großer Runde,

mit Familie oder Freunden, wird lebhaft jeder Baum diskutiert,

beurteilt und gelobt:

Ravensburg

Bodensee

Feldkirch

Kempten

„Der gefällt mir ja ganz gut.“ – „Der ist zu voll und der zu

leer.“ – „Naja, es muss für jeden Geschmack einen geben.“ Sogar

Wangen

Isny

spanische Wortfetzen sind zu hören. Schließlich notiert man die

Nummer seines Lieblingsbaumes auf dem Zettel.

„Wer einen Stimmzettel abgibt, bekommt einen selbst gemachten

Likör, Kinderpunsch oder Lebkuchen. Jeder kann so viele

Scheidegg

Zettel ausfüllen, wie er möchte“, sagt Manfred Bretzel, Vorsitzender

des Vereins „Soziale Oberstaufen Bürger Memmingen“. Immenstadt Die Einnahmen

spendet der Verein für einen sozialen Zweck, zum Beispiel

Sonthofen

für Bregenz die Senioren-Arbeit. Alle anderen Vorbereitungen sind ehrenamtlich:

Rosemarie Bretzel backt haufenweise Lebkuchen,

die himmlisch schmecken. Manfred Bretzel füllt literweise kleine

Fläschchen ab, Wodka-Feige sowie fruchtige Liköre. Natürlich

selbst Dornbirn gebraut.

Oberstdorf

Ob krumm oder gerade, ob dichte Nadeln oder lichte Zweige,

hier und jetzt steht der schönste aller

Riezlern

Christbäume. Er muss ausgiebig

bewundert und gelobt werden, bis der stolze Besitzer endlich

einen Schnaps herausrückt. Dann zieht man weiter, um

Lindau

Warth

Iller

Lech

Griaß di’ Allgäu | 123

Markto

Nesselwang

Tannheim


ALLGÄU HEIMATLICH | Brauchtum zur Weihnachtszeit

den nächsten Baum zu loben. Es ist oft ein feucht-fröhliches

Unterfangen – oder eben ein wertvolles Brauchtum. Spontan besucht

man Nachbarn, Freunde und Verwandte und pflegt somit

soziale Kontakte.

Diesen Brauch gibt es vermutlich seit der zweiten Hälfte des

19. Jahrhunderts, seitdem erst ist der Nadelbaum als Weihnachtsdekoration

populär. Daten aus einer Erhebung der Universität

Augsburg zeigen, dass diese Tradition ihren Ursprung vor allem

in Schwaben und im Allgäu hat. „Wir beobachten aber, dass sich

das Christbaumloben als Brauch auf andere Regionen ausbreitet,

wiederbelebt und häufiger auch öffentlich veranstaltet wird“,

erklärt Michael Ritter, Experte beim Bayerischen Landesverein

für Heimatpflege in München. „Bräuche sind eben nicht statisch,

sondern verändern sich mit den Jahren und Jahrzehnten und passen

sich an die jeweilige Zeit an.“

Stamm-Schmücker

Zurück nach Memmingen, es ist Freitagnachmittag. Wochen

vorher seien Paten für einen der insgesamt 20 Bäume gesucht

worden, so Bretzel. Mitmachen dürfe jeder, einige Leute seien

sogar schon Stamm-Schmücker. Er selbst besorgt die Bäume und

stellt sie in der Rathaus-Halle auf. Dort trudeln jetzt nach und

nach die Paten ein: eine bunt gemischte Truppe, Jüngere und Ältere,

ganze Familien oder einzelne Personen. Ist der Baum ausgesucht,

machen sich alle mit sichtlicher Freude ans Werk.

Das vierte Mal in Folge ist Gisela Brucker dabei. „Herr Bretzel

ist mein Monteur. Er hat mich gefragt, ob ich mitmachen will“,

erzählt die 72-Jährige aus Buxheim. „Wie schön, dass dieser

Brauch, den ich noch aus meiner Kindheit kenne, auflebt. Und

interessant, was die Leute für Ideen haben“, meint sie mit Blick

auf ihre Nachbarn rundum. Sie selbst hat sechs Wochen vorher

begonnen, Papier-Engel zu basteln. Gerade kämpft sie mit ihrer

Lichterkette, die sich verheddert hat. „Eigentlich hatte ich sie

doch so ordentlich eingepackt“, grübelt sie.

Elegantes in Gold

Petra Steck-Weber hat andere Probleme: „Das ist ja schlimmer als

beim Fenster putzen, ich bin doch nicht schwindelfrei“, jammert

die Memmingerin und lacht sogleich über sich selbst. Sie steht

auf ihrer Leiter, um eine Schleife an die Baumspitze zu binden.

Ihr Baum wirkt elegant in Gold, den Schmuck hat die 61-Jährige

selbst gemacht: Sterne aus Bienenwaben, Anhänger aus Anis,

Zimtstangen und Orangenscheiben. Allerdings muss sie feststellen:

„Ich bin nicht so elektrifiziert wie meine Kollegen hier, bei

mir kommen Bienenwachs-Kerzen auf den Baum.“

20 Bäume, 20 verschiedene Deko-Ideen. Da gibt es den

Schmuck von Familie Wiblishauser vom Radl-Stadl: aus Moosgummi

herausgeritzte Räder, Rückstrahler und aus Kettenteilen

geformte Anhänger in Stern- und Herz-Form. Da gibt es den

Schmuck von Else Frasch, die mit ihrer Tochter in stundenlanger

Handarbeit goldene Sterne und Engel geklöppelt und gehäkelt

hat. Da gibt es die ganz eigene Auffassung von Berta Huber und

Rupert Reisinger: „Wir machen jedes Jahr einen Baum mit Botschaft,

unser aktuelles Thema ist das Bienensterben.“ So hängen

ausgedruckte Papier-Bienen und passende Texte am Baum.

Der Exot: ein Baum aus Treibholz-Ästen mit bunten Kugeln.

Spontan als Pate eingesprungen ist Ruth Pfalzer: „Ich liebe übervoll

und rot und traditionell“, gesteht sie. Sogar zwei Bäume hat

Helga Dietrich dekoriert, weil noch Paten fehlten. Für die routinierte

Schmückerin aus Memmingen überhaupt kein Problem:

Sie hat Schmuck für fast 30 Bäume zu Hause, Kugeln in allen

Farben, und sie verrät: „Mein Mann schimpft, wenn ich wieder

welche kaufe. Aber man braucht immer mal was Neues.“

Als Beobachter des geschäftigen Treibens fragt man sich: Ist

das nicht nervig? Heute den Baum für die Aktion schmücken,

am Sonntag abhängen, den Baum nach Hause verfrachten, um

ihn dort erneut (und möglicherweise in anderem Style) für Weihnachten

zu dekorieren? Barbara Menig schüttelt den Kopf: „Kein

Problem. Wenn alles gut in Schachteln sortiert ist, gibt es

Advent im Allgäu

BÄRBELE- UND KLAUSENTREIBEN In der Zeit rund um den

Nikolaustag sind wilde Gesellen unterwegs. Erst treiben die

Bärbele mit ihren aufwändig verzierten Masken ihr Unwesen.

Danach sind die furchteinflößenden Klausen im Oberallgäu

unterwegs. Wer sie neckt, bekommt Schläge mit der Rute. Im

Gegensatz dazu sind die Klosen in Wangen von ruhiger Natur. In

schlichtem Gewand und im Schein ihrer Laternen tragen sie am

5. Dezember alte, deutsche Nikolaus-Lieder vor.

„ENGELEFLIEGEN“ Das hat in Isny große Tradition. Wenn sich

der Vorhang am Abthaus öffnet, schwebt ein goldglitzerndes Engele

auf die Isnyer Schlossweihnacht herab. Seit 2018 ist auch

hier das Christbaumloben öffentlich: Man trifft sich am schön

geschmückten Weihnachtsbaum. Dort in einer Nische darf jeder,

der möchte, singen oder ein Gedicht aufsagen. Zur Belohnung

gibt es ein Schnäpsle oder Schokolade.

JESUKIND Das älteste Jesukind der Welt aus dem 14. Jahrhundert

lässt sich im Schwäbischen Krippenmuseum in Mindelheim

bewundern.

KRIPPEN Ebenfalls in Mindelheim, im Chorraum der benachbarten

Jesuitenkirche, wird jedes Jahr die älteste und größte Krippe

Schwabens aufgestellt. Rund 80 Figuren sind kindesgroß und

bekleidet. Eindrucksvoll ist auch die Krippe von Josef Madlener

im Innenhof des Antonierhauses in Memmingen.

124 | Griaß di’ Allgäu


Brauchtum zur Weihnchtszeit | ALLGÄU HEIMATLICH

Blick in die Halle

des Memminger Rathauses.

kein Durcheinander.“ Die 39-Jährige ist zum fünften Mal

dabei, Mann und Kinder helfen mit, der Baum kommt danach in

ihren Wintergarten.

Die einen schmücken schnell und konzentriert, die anderen

lassen sich viel Zeit. Am späten Abend sind alle fertig, die Bäume

funkeln in ihrem Schmuck. Manfred Bretzel ist glücklich, dass

der Brauch durch seine Idee auflebt. Öffnet die Rathaus-Halle

ihre Türen, herrscht ein Kommen und Gehen. Am Sonntagabend

zählt das Ehepaar Bretzel die Stimmzettel aus. Der Baum

mit den meisten Stimmen wird bei einer kleinen Feier prämiert,

für die fünf schönsten Bäume gibt es einen Preis. Im Anschluss

darf jeder Pate seinen Christbaum mit nach Hause nehmen – fantasievoll

geschmückt und ausgiebig gelobt. So einen Baum hat

nicht jeder.

Im Memminger Rathaus werden

am 21. und 22. Dezember 2019

(jeweils von 12 bis 20 Uhr)

Christbäume gelobt.

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126 | Griaß di’ Allgäu


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sticht auf 870 Metern Höhe der Turm der

Pfarrkirche St. Andreas ins Auge. Die herrliche

Winterlandschaft des Luftkurorts Nesselwang,

der genau zwischen den Voralpen

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Griaß di’ Allgäu | 127


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FREIZEITSPASS

AUF DREI EBENEN

Ein idyllisches Tal mit sechs Skigebieten,

140 Loipenkilometern und 81 km

geräumten Winterwanderwegen

Das Tannheimer Tal im Norden Tirols hat viel

zu bieten. 16 Kilometer lang ist das „schönste

Hochtal Europas“, wie es ein Schriftsteller

lobte, und es ist ein kleines feines Wintersportparadies.

Das Tannheimer Tal

begeistert Sportler, Genussmenschen

und Naturliebhaber wie

auch Familien auf drei Ebenen.

SPORTLICH ODER

GEMÜTLICH BEIM LANG-

LAUFEN UND WINTERWAN-

DERN AUF DER 1. EBENE

Was die Gäste in den sechs

Orten besonders lieben, das

sind die Winterwanderungen

von Dorf zu Dorf über

den breiten Talboden vorbei

an alten Bauernhöfen und romantischen

Kapellen. Mehr als

80 Kilometer umfasst das Netz an Winterwanderwegen.

Ganz unten im Tal breitet sich

auch ein exzellentes Loipennetz aus. Insgesamt

140 Loipenkilometer stehen zur Wahl

von malerischen Spuren zum landschaftlich

reizvollen Vilsalpsee bis zur Rennstrecke des

berühmten SKI-TRAIL

Langlaufmarathons Mitte Januar. Das Tannheimer

Tal hat auch das Prädikat „Loipengütesiegel

des Landes Tirols“, das nur den

besten Langlaufregionen verliehen wird. Ein

weiterer Pluspunkt: die Loipen starten meist

direkt vor der Haustür. Wer unterwegs eine

Pause machen will, setzt sich einfach in den

Skibus, der für die Inhaber der Gästekarte

gratis ist. Oder wie wäre es mit ganz klassischem

Eislaufen auf dem herrlich gelegenen

Haldensee oder Eisstockschießen oberhalb

am zugefrorenen Bloderteich? Winternostalgie

auf Tiroler Art.

128 | Griaß di’ Allgäu


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Tel. +43 (56 75) 62 20 - 0 | Fax +43 (56 75) 62 20 - 60 | info@tannheimertal.com

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Jeden Tag in einem anderen Skigebiet fahren

und das mit sehr kurzen Anfahrten. Im Tannheimer

Tal hat jedes Dorf ein eigenes Skigebiet

und das macht das Tal wirklich einmalig.

55 Pistenkilometer und 27 Liftanlagen lassen

Wintersportler-Herzen höher schlagen. Jedes

Skigebiet hat seine individuellen Vorzüge die

Gäste und auch Einheimische immer wieder

aufs Neue begeistern. Dabei gehören familienfreundliche

Strecken, eine anspruchsvolle

FIS-Abfahrt und Pulverschnee-Gebiete zum

Angebot. Schneesicher sind die Gebiete alle.

Immerhin beginnen sie auf rund 1.100 Meter

Höhe und reichen hinauf bis auf knapp

unter 2.000 Meter. Ganz oben auf der 2.

Ebene fühlen sich auch die Winterwanderer

wohl. Der präparierte Weg am Neunerköpfle

zum größten Gipfelbuch der Alpen

auf 1862 Metern Höhe ist auch wegen

des eindrucksvollen Ausblicks

ein unvergessliches Erlebnis. Von

der Bergstation Füssener Jöchle

gelangt man auf einem

Winterwanderweg zum

Panoramainformator,

welcher umfassend

über die umliegende

Bergwelt

informiert. Ab

der Bergstation

der Doppelsesselbahn

Krinnenalpe

in Nesselwängle

geht es auf

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Winterwanderweg mit

Aktivwoche

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Edenalpe. Rauf kommt man mit den jeweiligen

Bergbahnen direkt vom Tal aus. Beliebt

sind auch Schneeschuhtouren abseits der

Straßen durch die stille Winterlandschaft.

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Die Bergbahn am Neunerköpfle nutzen auch

die Gleitschirmflieger, die bei entsprechender

Thermik das Tannheimer Tal aus der

Vogelperspektive erleben. Gäste, die selbst

keine Gleitschirmpiloten sind, können dieses

beeindruckende Erlebnis bei einem Tandemsprung

hautnah miterleben. Und es geht

noch mehr. Die Ballonfahrer, die seit einem

Vierteljahrhundert jedes Jahr im Januar in

das Tal pilgern, genießen die Fahrten über

die Allgäuer Alpen ins Alpenvorland mit

Blick auf die Königsschlösser. Beim Ballonfestival

und auch das ganze Jahr über

können Passagiere das einzigartige Gefühl

des lautlosen Schwebens über den Gipfeln

erleben. Heuer findet das Ballonfestival

Mitte Januar bereits zum 25ten Mal

im Tannheimer Tal statt. An zwei Abenden

gibt es das unvergessliche Schauspiel des

traditionellen Ballonglühens zu erleben.

Dabei besteht die Möglichkeit die in der

Dämmerung leuchtenden Ballone ganz nah

zu betrachten und sich in Staunen versetzen

zu lassen.

SO IST DAS TANNHEIMER TAL: STARKE

EVENTS UND KEINE EINZIGE AMPEL IM TAL

Ein kleines beschauliches Tal mit großen

Qualitäten. Das gilt auch für die Events

im Tannheimer Tal. Die Topveranstaltungen

des Winters sind das 25. Internationale

Ballonfestival vom 11. bis zum 25.

Januar 2020 mit Ballonglühen am 14. und

21. Januar in Jungholz und Grän. Vom 16.

bis zum 18. Januar finden die Nordic Fitness

Tage mit ausführlichen Testangeboten

und Langlauf-Trainingsstunden mit dem

deutschen Olympia-Silbermedaillengewinner

Peter Schlickenrieder statt. Der große

Langlaufmarathon bekannt als SKI-TRAIL

Tannheimer Tal - Bad Hindelang mit rund

1500 Teilnehmern geht dann vom 17. bis 19.

Januar in Szene. Starke Veranstaltungen für

ein sonst beschauliches und stressfreies Tal.

Ganzjährig auf vignettenfreien Kilometern

von der bayerischen Grenze erreichbar und

in dem es nicht einmal eine Ampel gibt.

WINTERBERGBAHNEN INKLUSIVE 2020

Für das perfekte Schnee-Erlebnis gibt es im

Tannheimer Tal „Winterbergbahnen inklusive“.

Mit dem Ticket ist für Gäste, die einen

Mindestaufenthalt von drei Nächten gebucht

haben, von Montag bis Donnerstag

das Bergbahnfahren inklusive. Das Angebot

ist gültig vom 13. bis 30. Januar 2020 und

vom 16. bis 19. März 2020 mit der Tannheimer

Tal Card.

Fotos: TVB Tannheimer Tal / Wolfgang Ehn, Achim Meurer, Marco Felgenhauer, Willi Roth

130 | Griaß di’ Allgäu


Fotos: stock.adobe.com - LeitnerR (Bücher) & Franz Gerhard (Klettersteig)

Grosse

Literaten

Literaturinteressierten bietet das Deutsche

Eichendorff Museum und Gustav-Freytag-Museum

in Wangen Einblick in Leben und Werke der beiden

großen Schriftsteller – unter anderem mit originalen

Handschriften, Briefen und Erstausgaben.

www.wangen.de

Überm

Abgrund

KURZ & GUT

Bekannt ist der Klettersteig

an der Kanzelwand als

Zwei-Länder-Klettersteig

zwischen dem Allgäu und

Österreich. Diesen

Sportklettersteig

(Schwierigkeitsgrad D)

sollte man nicht unterschätzen.

Eine kurze Bandschlinge samt

Karabiner zur Entspannung

der Armmuskeln ist

empfehlenswert.

Foto: Michael Dumler

Keine Lust auf Spurensuche?

MIT DEM WANDERFÜHRER DEN WINTER IN PFRONTEN ERLEBEN

Sind Sie bereit für den ersten Schritt ins

Abenteuer? In Pfronten entdecken Sie mit

buchbaren Outdoor-Erlebnissen den Winter,

wie er sein soll. Dabei gilt, den Rhythmus

des Winters aufzunehmen: ob sanft und genussvoll

bei geführten Schneeschuhtouren,

sportlich bei einer geführten Skitour oder

außergewöhnlich beim Sonnenuntergang

am Berggipfel mit Übernachtung in der

Berghütte. Egal für was Sie sich entscheiden,

unsere Outdoor-Experten schaffen Wintermomente,

die in Erinnerung bleiben.

Bei einer geführten Schneeschuhwanderung

lernen sie den Allgäu Winter abseits der Skipisten

kennen. Unter Anleitung des Schneeschuh

Guides machen Sie sich mit dem Material

vertraut und lernen die richtige Technik,

um anschließend gemeinsam eine sichere

Spur durch den lockeren Pulverschnee zu finden.

Wenn der Schnee unter den Fußsohlen

knirscht, die Eiskristalle in der Wintersonne

glitzern und der Lärm des Alltags von den

fallenden Flocken geschluckt wird, spüren

Sie, wie Sie bei der Bewegung an der frischen

Luft langsam zur Ruhe kommen. Ziel ist die

wohlverdiente Hütteneinkehr in der Hündeleskopfhütte,

wo eine Pfanne original Pfrontener

Kässpatz’n bereits auf Sie wartet.

Jeden Donnerstag um 15.30 Uhr, beginnend

ab 26.12., können Sie mit dem Wanderführer

einen perfekten Wintertag bei der Wanderung

„Kässpatz’n im Schnee“ in Pfronten

erleben. Die Leihausrüstung kann direkt mitgebucht

werden.

Tipp: Verschenken Sie besondere Erlebnisse

zu Weihnachten. Die geführte Schneeschuhtour

und viele weitere Winterhighlights

können als Gutschein verschenkt

werden.

Alle Erlebnisse finden Sie unter:

www.pfronten.de/outdoor

Griaß di’ Allgäu | 131

Fotos: Pfronten Tourismus, Deutschland abgelichtet (Schneeschuhe), Pfronten Tourismus, Vipasana Roy (Hütte)


Foto: Alexander Fuchs

132 | Griaß di’ Allgäu


Allgäu sportlich

Wussten Sie, dass … Wintersport nicht zwingend mit Skiern zu tun haben muss? Auch Biken ist

bei geringfügigem Schneefall eine Option. Insbesondere dann, wenn man wie der Sportler unseres

Bildes über ein geländegängiges Mountainbike verfügt. Durch einen Kiefernwald schanzt dieser

soeben mit Karacho über eine Kante im Erdboden. Übrigens: Der akribische Betrachter dürfte bemerken,

dass unserem Fotografen die Aufnahme der kurzen Flugeinlage nicht beim ersten Schuss

gelungen ist. Unterhalb der Kante zeichnen sich im Schnee nämlich bereits mehrere Reifenspuren

ab. Und wer nun noch genauer hinsieht, der entdeckt ein weiteres Mountainbike zwischen den

Kiefern. An einen Stamm gelehnt, lugen Hinterrad und Sattel hervor.

Griaß di’ Allgäu | 133


© AdobeStock / Beate Rhomberg

ALLGÄU SPORTLICH | Schlittenhunde

134 | Griaß di’ Allgäu


KRAFT UND AUSDAUER

Schlittenhunde | ALLGÄU SPORTLICH

Singende Hunde

Buchloe

Biberach

Senden

Illertissen

Günz

Kammel

Krumbach

Mindel

Mindelheim

Schwabmünchen

Wertach

Königsbrunn

Lech

Landsberg

am Lech

Iller

Memmingen

Bad Wörishofen

Im Husky-Camp im Kleinwalsertal erwartet die

Besucher eine Art Konzert. Die Vierbeiner scheinen Kaufbeuren nicht

nur musikalisch zu sein, sondern sie sind auch äußerst

Leutkirch

verschmust und wollen gekrault und geknuddelt werden.

Ravensburg

Marktoberdorf

Schongau

Kempten

Wangen

Isny

Lechbruck

Scheidegg

Iller

Nesselwang

Füssen

Forggensee

Lindau

Bodensee

Bregenz

Oberstaufen

Immenstadt

Sonthofen

Tannheim

Reutte

TEXT Anja Worschech

FOTOS Sascha Mohr

Dornbirn

Wir stapfen einige hundert Meter

durch den Schnee. Dann

Riezlern

können wir sie hören. Sie

jaulen und johlen. Die Huskys

des Allgäuer Mushers Werner Laqua haben unsere Warth

Feldkirch

Ankunft schon viel eher bemerkt. Die 15 Schlittenhunde

zerren vor Freude an ihren Leinen und heulen. Ein

typisches Wesensmerkmal der Hunde. Ähnlich wie Wölfe bellen

sie kaum, sondern singen und reden, um sich mit ihren Artgenossen

zu unterhalten. So begrüßen uns die Tiere im Husky-Camp

im Kleinwalsertal mit einem beeindruckenden Konzert. Es sind

wahre Energiebündel. Umso überraschender ist ihr verschmuster

Charakter. Sie fordern Streicheleinheiten regelrecht ein.

Ungestüm werfen sich die Schlittenhunde gegen die Beine der

Besucher und drehen sich auf den Rücken. Sie wollen gekrault

und geknuddelt werden.

Huskys wurden nie als Wachhunde eingesetzt. Dafür sind

sie denkbar ungeeignet, denn auch Fremden begegnen sie sehr

Oberstdorf

Ehrwald

freundlich. Bei den Eskimos durften die Hunde

sogar bei den Kindern schlafen, um sie zu

Nassenreith

wärmen. Kam es vor, dass doch mal ein Hund

gebissen hatte, wurde er aussortiert. So hat sich

ausschließlich der sanftmütige, kontaktfreudige

Imst

Charakter der Tiere durchgesetzt.

Ihr dichtes Fell ist eine wärmende Isolierung. Der Siberian

Husky gehört zu den bekanntesten Schlittenhunderassen. Er

stammt, wie der Name schon sagt, aus Sibirien. Dort herrschen

im Winter bis zu 50 Grad unter Null. Die Huskys waren die ständigen

Begleiter der Eskimo- und Nomadenvölker – unentbehrlich

für Transporte zwischen den Stämmen.

Die Tiere zogen die Schlitten mit Fisch und Rentierfleisch. Damit

betrieben die Eskimo Handel selbst in entfernte Regionen. Denn

weite Distanzen sind für die Hunde kein Problem:

Ein Gespann kann mehrere hundert Kilometer zurücklegen.

Hundeschlitten fahren, das wollen auch wir im Husky-Camp

ausprobieren. Wir legen den Tieren die roten Zuggeschir-

Lech

Griaß di’ Allgäu | 135


ALLGÄU SPORTLICH | Schlittenhunde

Ein Team: Musher Werner Laqua und Hundetrainerin Daniela Herbst (links).

Offenbar interessieren sich manche Huskys auch für Fotografen und deren Kameras (rechts).

re an. Schon ertönt ein neuer aufgeregter Singsang. Die

Hunde wissen, was jetzt kommt und sie wollen laufen. Werner

Laqua zeigt den Besuchern noch anhand des zwölf Kilogramm

leichten Rennschlittens, wie das Bremsen funktioniert. Eine der

wichtigsten Lektionen. Wenn die Kraftbündel einmal ins Laufen

kommen, hält sie nichts mehr auf.

Also machen wir einige Trockenübungen. Indem man mit

dem Fuß auf eine Plastikmatte tritt, kann

der Lenker (Musher) die Geschwindigkeit

reduzieren. Eine Stahlbremse, die sich in den

Schnee gräbt, bringt den Schlitten endgültig

zum Stehen. Das Kommando für links abbiegen,

lautet „haw““ (haah), rechts herum

„gee“ (tschie). Die Befehle sind sogar international gültig. Wir

brauchen diese glücklicherweise nicht. Für uns ist ein Parcours

auf dem verschneiten Sportplatz in Riezlern vorbereitet. Eine

etwa 500 Meter lange Loipe schlängelt sich durch das Gelände.

Der Start hat es in sich. Sobald die vier ausgewachsenen Schlittenhunde

loslaufen, geht ein gewaltiger Ruck durch den Schlitten.

Der eigene Körper wird zurückgerissen. Werner Laquas

„In diesen Momenten

zählt für mich nur

das Hier und Jetzt.“

Tipps, beim Start den Oberkörper nach vorn zu beugen und die

Haltegriffe wirklich festzuhalten, sind nicht nur so dahingesagt.

Wer nicht fokussiert ist, den fegt der Rückstoß vom Schlitten.

Glücklicherweise passiert das an diesem Tag niemandem. Unsere

Anspannung ist so groß, dass wir hochkonzentriert auf den

Schlittenkufen stehen. Vier Hundestärken sind ein echtes Erlebnis.

Die Huskys hängen sich rein, auf der Geraden fallen sie sofort

in einen Sprint. Nach der ersten Kurve

werden sie gemächlicher und man selbst entkrampft

seine Muskeln, wird lockerer und

bekommt ein besseres Gefühl für den Schlitten.

Durch eine geschickte Gewichtsverlagerung

lässt sich dieser lenken. Mit heraushängenden

Zungen kommen die Huskys schließlich im Ziel an. Es

sind Arbeitstiere, sie lieben das Laufen. Trotzdem ist ihnen die

500-Meter-Strecke viel zu eintönig. Ihre wahre Kraft und Ausdauer

entfalten sie erst, wenn sie sich in freiem Gelände bewegen

dürfen.

Wie viel ein Husky leisten kann, wird beim längsten Schlittenhunderennen

der Welt deutlich. „Iditarod“ führt über

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Schlittenhunde | ALLGÄU SPORTLICH


ALLGÄU SPORTLICH | Schlittenhunde

Fressen, kuscheln, rennen: Huskys können einiges leisten – vor allem beim längsten Hundeschlittenrennen der Welt (Iditarod) wird das deutlich.

1850 Kilometer durch Alaska. Dort starten Teams mit bis

zu 16 Hunden. Der Streckenrekord liegt bei 8 Tagen 3 Stunden

und 40 Minuten. Die Hunde legen damit eine Strecke von bis

zu 230 Kilometern pro Tag zurück – eine unglaubliche Distanz.

Zu Helden wurden die Huskys übrigens 1925. Damals brach

im Nordwesten Alaskas, in der Stadt Nome, eine Diphtherie-

Epidemie aus. Das Wetter war so stürmisch, dass die Stadt weder

per Schiff noch per Flugzeug erreicht werden konnte. Es

blieben damit nur die Hundeschlitten. In einer Stafette von

mehr als 20 Hunden brachten Huskys und ihre Musher das rettende

Antiserum in die über 1000 Kilometer entfernte Stadt.

Dieser Lauf ging als „Serum Run to Nome“ in die Geschichte

ein. Eine Husky-Statue im New Yorker Central Park erinnert

noch heute an diese tierische Bestleistung.

Wenn das Husky-Camp ab Mitte März schließt, geht es für

Werner Laquas Huskys „in den Urlaub“. Schweden ist dieses

Mal das Ziel für seine einwöchige Schlittentour. Dort sind die

Hunde in ihrem Element. Bis zu 40 Kilometer pro Tag stehen

auf dem Programm. Eine gemütliche Tour, sagt Laqua, der

hauptberuflich als Rettungsassistent beim Roten Kreuz arbeitet.

Früher ist er selbst Hundeschlittenrennen gefahren, bis er

für sich die Ruhe und Zufriedenheit entdeckt hatte, sobald er

mit seinen Hunden ohne Zeitdruck in die verschneite Winterlandschaft

rausfährt: „In diesen Momenten zählt für mich nur

das Hier und Jetzt.“

1992 bekam er seinen ersten Husky – daraus wurden schnell

zwei. Und schon war er mit dem Husky-Fieber infiziert. Heute

hat er ein Rudel mit 18 Tieren. Der 60-Jährige züchtet selbst.

Aber auch mit den Tierheimen in der Umgebung steht er in

Kontakt. Denn dort werden regelmäßig Huskys von Besitzern

abgegeben, die dem Bewegungsdrang der Tiere nicht gerecht

werden. Fast jeden Monat bekommt Laqua Huskys angeboten.

Er nimmt die Tiere drei Wochen zur Probe. Integrieren sie sich

in das Rudel, dürfen sie bleiben.

Sich in einer 18-köpfigen Rasselbande als Rudelführer zu

behaupten, ist eine Herausforderung. Werner Laqua gelingt das

alleine über das Futter. Zuhause dürfen die Tiere erst fressen,

wenn er das Kommando gibt. Übrigens verfüttert der Allgäuer

etwa 2,5 Tonnen Futter pro Jahr – meist eingeweichtes Trockenfutter

mit Lachs.

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Schlittenhunde | ALLGÄU SPORTLICH

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Zu guter Letzt geht es mit den frisch gestärkten Hunden noch

einmal ab in die Natur. Wir schnallen uns die tennisschlägergroßen

Schneeschuhe an und bekommen einen Beckengurt.

Daran hängen wir die Hunde ein, die Steigungen werden damit

zum Kinderspiel. Wir haben quasi Sechs-Bein-Antrieb.

Beim Wandern durch den Wald und die verschneite Winterlandschaft

ist die Kraft und die Freude der Tiere noch einmal

spürbar. Sobald wir stehenbleiben, zeigen die Huskys ihre Lieblingsbeschäftigung:

Sie robben durch den Schnee und vergraben

ihr Gesicht im kühlen Weiß. Sie lieben eben die Freiheit

und die Natur.

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Griaß di’ Allgäu | 139

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ALLGÄU SPORTLICH | Homestory

Sebastian über Johanna:

„Intelligent,

strukturiert, ehrgeizig und

bergverliebt“

140 | Griaß di’ Allgäu


Ulm

Homestory | ALLGÄU SPORTLICH

Donau

Günzburg

MIT BLICK AUF DIE BERGE

Zusam

Johanna über Sebastian:

„Kaffeeverrückt,

katzenverliebt, charmantes

Bewegungstalent“

Biberach

Sport,

Illertissen

Senden

Schwabmü

Heimat,

Mindelheim

K a ff e e

Iller

Günz

Memmingen

Kammel

Krumbach

Mindel

Bad Wörishofen

Wertach

Buchloe

Kaufbeuren

Ravensburg

Wangen

Die Geschwister Holzmann können

sich für mehrere Themen begeistern.

Ein Besuch bei den Kempten Profi-Skifahrern

in Oberstdorf beweist: Bruder und

Isny

Schwester ticken ähnlich.

Leutkirch

Marktoberdorf

Scheidegg

Nesselwang

TEXT Bernd Schmelzer | FOTOS Dominik Berchtold

Iller

Füssen

Fo

Lindau

Bodensee

Bregenz

Oberstaufen

Immenstadt

Sonthofen

Tannheim

Reutte

Dornbirn

Oberstdorf

Riezlern

Feldkirch

Warth

Lech

Griaß di’ Allgäu | 141


ALLGÄU SPORTLICH | Homestory

Ja, der Kaffee ist genauso, wie auf seinen Instagram-Stories

abgebildet. Es ist nicht einfach nur ein schnöder Kaffee, es

ist eine Komposition. Tendenz Kunstwerk. Prinzipiell zu

schade, um einfach gedankenlos getrunken zu werden.

„Kaffee ist mein Hobby“, sagt Sebastian Holzmann. „Ich beschäftige

mich intensiv mit ihm.“ Geht‘s noch, werden Sie jetzt

denken. Doch genau damit liegen Sie falsch. Denn einen guten

Kaffee zuzubereiten, ist eine Wissenschaft für sich. Die Auswahl

der Bohnen, der Mahlgrad, die Dauer des Aufbrühens: Das alles

spielt eine wichtige Rolle.

„Bei den alpinen Skirennen habe ich meine eigene Maschine

dabei“, verrät er, und wenn es um die Kaffee-Dekoration geht,

spricht er auch gerne von Milchkunst, was andere umgangssprachlich

als Schaum bezeichnen.

„Bei den Skirennen

habe ich meine eigene

Kaffee-Maschine dabei.“

Der Besuch im Hause Holzmann in

Oberstdorf beginnt spannend. Und er bleibt

spannend. Sebastian und seine Schwester

Johanna haben nämlich viel zu erzählen,

viel Interessantes. Hintergründiges. Zwei

Leistungssportler, die über den Tellerrand hinausblicken und in

einem Mehrgenerationen-Haus Richtung Oytal wohnen. Mit

Blick in die Allgäuer Berge.

„Oma, Mama und wir Kinder wohnen hier, nach dem System

der offenen Türen“, erzählt Johanna Holzmann, 12-fache Junioren-Weltmeisterin

im Telemark-Skifahren. Der Grill auf dem

Balkon ist deshalb ein beliebter Treffpunkt für die ganze Familie.

Ein saftiges Steak darf es also gerne mal sein. Aber natürlich

auch Allgäuer Kässpatzen. „In Maßen, versteht sich“, sagt

Weltcup-Slalom-Fahrer Sebastian Holzmann und schmunzelt.

„Aber darauf verzichten möchte ich nicht.“ Johanna backt zwischendurch

sehr gerne Kuchen, schließlich gehe nichts über einen

lustigen Kaffee-Klatsch mit Freunden. Freitags servieren die

Holzmanns in der Regel Pfannkuchen. „Mal deftig, mal süß, alle

Varianten sind möglich“, verrät die 24-jährige Johanna. Diese

Eierspeise steht übrigens in etwa so häufig auf der Agenda von

Holzmanns wie Sebastians Chili con Carne. Schön scharf. Dann

serviert mir Sebastian Holzmann den nächsten Kaffee. Genial

übrigens, der Kaffee.

Die Geschwister ergänzen sich offenbar ideal. Hauptsächlich in

der Weltcup-freien Zeit. Denn im Winter sehen sie sich eher selten.

Vor zwei Jahren hat sie mal einen Abstecher zum Nachtslalom

nach Schladming gemacht, um den Bruder anzufeuern. Eine

Ausnahme. Zwischen den Veranstaltungs-Orten der Alpinen und

der Telemarker gibt es nämlich keinerlei Überschneidungen. Das

gilt auch für den Bekanntheitsgrad der Disziplinen.

„Uns Telemarkern täte der eine oder andere

Bericht mehr schon gut“, meint die amtierende

Weltmeisterin im Parallel-Sprint. Unterrepräsentiert

sieht sie ihre Sportart zwar

nicht, die Öffentlichkeit dürfte aber schon ein wenig intensiver

über das Telemark-Skifahren informiert werden.

Probleme, die den Alpinen fremd sind. Über alle Rennen wird

kontinuierlich im Fernsehen berichtet. „Das ist Ansporn, Leistung

zu zeigen“, sagt Sebastian, „aber auf der Straße werde ich

deshalb natürlich nicht erkannt.“ Dafür sind die beiden in den

sozialen Netzwerken eine Marke. „Eine kleine“, beschwichtigt

Sebastian. Aber das Posten, also das Informieren der Follower, ist

inzwischen Alltag.

Sponsoren können über gute Nutzer-Zahlen akquiriert werden.

Selbstvermarktung, wie es so schön heißt. „Ich versuche jedoch,

meine Bildschirmzeit inzwischen wieder zu reduzieren“,

142 | Griaß di’ Allgäu


Lieblingsorte der Holzmanns

beteuert Johanna, „so positiv diese soziale Welt ist, so viel Zeit

nimmt sie auch in Anspruch.“

Posting-Tabus sind übrigens teaminterne Veranstaltungen, Besprechungen,

Feiern. Es gebe eine Art Handy-Codex innerhalb

der Mannschaft und das sei auch gut so. Johanna Holzmann legt

großen Wert auf derartige Regeln. Das System der offenen Türen

sei eben eher fürs Privatleben geeignet. Und erzwingen könne

man Follower-Zuwachsraten sowieso nicht.

Die Arbeit, um erfolgreich zu sein, ist hart und intensiv. Skifahren,

in welcher Form auch immer, ist eine Ganz-Jahres-Sportart.

Zu den rund 150 Skitagen unmittelbar vor, während und

nach dem Winter kommen in der Vorbereitung noch mindestens

25 Tage pro Monat hinzu – mit jeweils ein bis zwei Übungseinheiten.

„Und an den freien Tagen machen wir halt Yoga, gehen

Radeln oder sonst was Sportliches“, erklärt Johanna. Der Insider

spricht von der aktiven Erholung.

Ideal, wenn sich das Büro also in der freien Natur respektive

den Bergen befindet. Woanders würden es die Holzmanns nur

sehr schwer aushalten. „Ich kann mit Wasser nicht besonders

viel anfangen, mit Städten ohnehin nicht“, sagt Sebastian.

Während sich die Schwester immerhin noch mit Innsbruck

als Stadt anfreunden könnte: „Hat ne coole Altstadt.“ Über

ihre Heimat Oberstdorf geht aber nur wenig. So wenig, dass

man fast schon von nichts sprechen kann. Seit dem Umzug

aus Minderheit exakt zur Jahrtausendwende leben die Holzmanns

im Oberallgäu. Und wollen prinzipiell auch nicht mehr

weg. Die Allgäuer, die der Duden als „zwielichtiges, gerissenes

Bergvolk“ bezeichnet, sind ihnen ans Herz gewachsen. Sie zählen

sich sogar selbst dazu.

Langfristig stelle sie sich ihre Zukunft in Oberstdorf vor, blickt

Johanna voraus. Eine Familie mit zwei bis drei Kindern, ei-

JOHANNA Das Nebelhorn, Gipfelhang und

Latschenhang. Vor dieser traumhaften

Kulisse Skifahren zu können, ist

sensationell. Mehr Panorama geht

nicht. Bei schönem Wetter versuche

ich, gleich die erste Gondel

zu nehmen. Für die Einkehr

empfehle ich das Ernst-Probst-

Haus. Die Sonnenterrasse ist

ein absoluter Geheimtipp. Mein

Lieblingsgericht: Der Hütten-Burger,

hausgemacht, scharf, mit italienischem

Brot. Spitze. Dazu gibt‘s

Pommes. Extrem lecker.

SEBASTIAN Mein Lieblings-Skigebiet ist und

bleibt Balderschwang. Da haben wir alle

das Skifahren gelernt. An bestimmten

Tagen ist dort nach wie vor

relativ wenig los. Zudem stehen

einem viele Pisten-Kilometer

zur Verfügung. Der coolste

Hang ist die „Alte Standard“,

zwar relativ flach, aber man ist

immer alleine unterwegs. Zur

Einkehr gehe ich in den Boden

Balderschwang (früher: Bodensee-

Hütte). Das war schon immer unser

Treffpunkt – gemütlich, mitten im Skigebiet.

Und der Wurstsalat ist unübertroffen.

Foto: Ralf Lienert (Johanna), imago (Sebastian)

Griaß di’ Allgäu | 143


144 | Griaß di’ Allgäu

nem Haustier – und das Ganze in Bergnähe. Die Planungen

wirken relativ konkret. Freund Lukas Wasmeier (ja, genau der

Wasmeier) wohnt noch am Schliersee. Auch da gibt es schöne

Berge. Man wird sich vermutlich arrangieren.

Bruder Sebastian hat sich, was die Anzahl des Nachwuchses

angeht, noch nicht festgelegt. „Wohnen in Bergnähe ist wichtig“,

sagt er. Da könnte vielleicht auch Südtirol ins Gespräch kommen.

Tolle Region und es regne weniger als im Allgäu. Freundin Karoline

Pichler (eine Südtirolerin, bis dahin eher unauffällig im

Hintergrund des Geschehens) wäre ihm bei unserem Termin spätestens

jetzt am liebsten um den Hals gefallen.

Ein amüsanter und gleichermaßen interessanter Besuch ist das

bei den Holzmanns. Fernab von jedwedem Stress. Mit zwei Geschwistern,

die viel gemeinsam haben und doch so unterschiedlich

sind.

„Kaffeeverrückt, katzenverliebt, charmantes Bewegungstalent“:

Das kommt dabei heraus, wenn Johanna den rund zweieinhalb

Jahre älteren Sebastian charakterisiert.

„Intelligent, strukturiert, ehrgeizig und bergverliebt“, lautet

die Einschätzung andersherum. Und schon müssen beide lachen.

Danach wird, wie sollte es anders sein, noch ein Kaffee gereicht.

Wieder ein Kunstwerk. Optisch wie geschmacklich. Dann noch

schnell ein Foto schießen. Vom berühmten Holzmann-Kaffee.

Der in den sozialen Netzwerken an solch einem Tag natürlich

nicht fehlen darf …


Kolumne

Leben genießen

in vollen Zügen

Ich fahre ja öfter mal Zug. Zu Lesungen. Genieße

quasi das Leben in vollen Zügen. So wie

kürzlich auf dem Weg nach Mannheim. Von

Kempten über Ulm. Und wieder zurück. Eigentlich

im ICE, der aber kurz hinter Mannheim

schon langsamer als ein Bummelzug fährt. Allüberall

dräuen Koffer in den Gängen, die Über-Kopf-

Ablagen sind längst voll. Der Zugmitarbeiter

im gewohnten sächsischen

Zungenschlag hat längst resigniert.

Mir gegenüber sitzt, dem Outfit

nach, eine stille Businessfrau, daneben

ein Ehepaar. Er malträtiert ein ganz superschlankes

Smartphone, sie liest eine

ganz schlaue Zeitung auf ihrem ebenfalls

schlanken Tablet. Über dem Gang

haben sich vier Männer um den Tisch

geschart, alle das Tablet vor sich, alle

tippen wahnsinnig schnell, viel schneller,

als dieser Zug je vor hat, zu fahren.

Plötzlich beginnt der Mann im allerfeinsten

Zwirn zu sprechen: „Ich kann

da nur den Hard Cut Off favorisieren.

I mean, das ist ein reines Investment

Mandat.“

Von den anderen dreien hagelt es Antworten,

aus denen ich heraushöre: Regelbasiert.

Portfolio. Inputdaten. Value

Add. Und der Index wäre doch nur deshalb entwickelt

worden, um ein Rating zu kreieren. Der Feine-

Zwirn-Mann kontert: „Aber wie scort ihr? I guess,

wir bleiben griffig gerade im Local Bereich. Die Frage

ist, wieviel Backtesting ihr machen könnt.“

UNSERE KOLUMNISTIN

NICOLA FÖRG

Die Bestseller-Autorin und

Journalistin ist aufgewachsen

in Oberstaufen und Kempten.

Irgendwann kam sie auf die

Idee, einen Allgäu-Krimi zu

schreiben. Aktuelles Werk:

Das Winterwunder von Dublin

(Piper).

„We need backtesting on performance level“, sagt

der, der optisch einen indischen Einschlag hat. Der

„Zwirn“ stöhnt und will erwähnt wissen, dass das

Remote-Arbeiten echt hard und die Connectivity in

den Niederlanden echt besser gewesen wäre…

Und plötzlich hacken sie alle wieder in ihre Tablets.

Ich suche ganz vorsichtig den Blick der Frau gegenüber.

Sie lächelt leise. In Stuttgart

steigen die Herren aus. Ihren Platz

nimmt wieder eine Vierer-Gruppe

ein. Totale Exoten! Zwei Ehepaare

um die Sechzig, in Wanderhosen,

einer in der Krachledernen. Statt

Tablets kommen Rucksäcke auf den

Tisch. Denen sieht man Bier, Hartwurst,

Semmel, Käse an. Der Blick

des einen Mannes streift mich und

die Frau gegenüber. „Wollts au eabbas,

Mädla?“, fragt er. Natürlich

danke fürs „Mädla“, das schmeichelt!

Und mehr noch: Danke fürs Angebot!

Vor allem dafür, dass ich euch

verstehen kann.

Die Gruppe aus Kempten war in

Stuttgart auf Verwandtenbesuch.

„Ohne a gscheite Brotzeit reisn mir

nia“, stellt die Frau klar. „Langts zu!“

Tun wir, essen, plaudern, lachen – und

stören augenscheinlich all die anderen beim smarten

Arbeiten.

Und endlich hat die Zugfahrt eben doch noch einen

Value Add bekommen – und die analoge Conectivity

zwischen uns sechs Menschen ist auch super.

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Griaß di’ Allgäu | 145


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die Bäume grüßen frühe Wanderer mit schneeschweren

Zweigen und auf der Hütte locken Heumilch-Kakao und

Käsebrotzeit zum zweiten Frühstück – so beginnen perfekte

Wintertage, so beginnen Wintertage in den Hörnerdörfern.

Fischen, Ofterschwang, Obermaiselstein, Bolsterlang und

Balderschwang lassen in punkto Schneevergnügen keine

Wünsche offen, ob auf Piste und Loipe, auf Schneeschuhen

oder romantisch im Pferdeschlitten. Und wenn der Tag sich

neigt, genießt man den Schnee einfach weiter, rodelt im Flutlicht,

wandert im Laternenschein und wärmt sich am Lagerfeuer

unterm Sternenzelt.

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Fünf Skigebiete: Balderschwang, Bolsterlang, Grasgehren-

Riedberger Horn, Ofterschwang und Fischen. Wedeln, Carven,

Boarden, Idealhang oder die anspruchsvolle Weltcupstrecke,

Genießer wie Könner finden die richtige Piste. Und bleiben

flexibel, denn der Verbundskipass „Hörnerschnee(S)paß“ gilt

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Sessel- und Kabinenbahnen und insgesamt 34 Lifte sorgen

für Top-Komfort und über 85 Pistenkilometer mit Funparks,


Skicross-Areal und Tiefschnee für Abwechslung. Urige Hütten

laden am Pistenrand zur Einkehr ein. Dazu kommen noch

über 110 Loipenkilometer, auf denen man klassisch diagonal

oder im Skating-Schritt und immer vor grandioser Alpenkulisse

gleitet, wie auf der DSV-zertifizierten Grenzlandloipe. Für

weiße Pracht sorgt die Natur selbst – immerhin nennt man

das Balderschwanger Tal auch Bayerisch Sibirien

WELTCUP DER DAMEN IM SLALOM UND RIESENSLALOM

Wenn die Weltspitze der Damen nach Ofterschwang kommt,

ist „Berg“ gleich „Weltcuppiste“.

Am 7. Und 8. März 2020 erlebt man in Ofterschwang „Skisport

der Superlative live“. Feiern mit den erfolgreichen

Athletinnen und die einmalige Stimmung im Skistadion Ofterschwang

genießen. Dort hat man von den Sitz- und Stehplatztribünen

eine ideale Sicht auf das Renngeschehen und

die große Videowall mit Anzeigetafel. Hier kann man die Spitzensportlerinnen

hautnah im Zielraum erleben, wenn wenige

Hundertstel über Sieg oder Niederlage entscheiden.

RODELN, WANDERN UND GENIESSEN

Schlitteln ist ein Riesenspaß, ganz besonders, wenn man

bergauf nicht selber ziehen muss, sondern, wie in Fischen,

die Spezial-Holzschlitten vom Schlepplift gezogen werden.

In Ofterschwang dauert die Sauserei knapp 2,5 Kilometer,

am Riedberger Horn rutscht man leger in Snowtubing-Reifen

bergab. Wer die Winteridylle lieber ruhiger erleben will,

schnappt sich Schneeschuhe. Oder spaziert auf Höhenwanderwegen

mitten hinein in dieses Panorama. Hier glitzert die

Wintersonne in jedem Schneekristall, dazu die klare Bergluft,

tiefblauer Himmel und eine beeindruckende Alpensilhouette.

Die schönsten Fleckchen lässt man sich am besten bei einer

geführten Tour zeigen, ob bei einer Schnuppertour, einer Tagestour

in den Naturpark, oder im Schein von Fackeln durch

die pure Winterstille.

INFORMATIONEN

& KONTAKT:

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Griaß di’ Allgäu | 147


ALLGÄU SPORTLICH | Gleitschirm-Abenteuer

ACHTERBAHNGEFÜHLE

Winde

Vom

bewegt

Zwei Handvoll Nüsse am Tag, eine Suppe und Wasser: Wenn Robert Blum mit

dem Gleitschirm in fernen Ländern unterwegs ist, müssen bei der Ernährung

Abstriche gemacht werden. Und dennoch beteuert der deutsche Rekordhalter im

Langstreckenflug: Es gibt für ihn kein schöneres Abenteuer.

TEXT Isabell Schmid | FOTOS Robert Blum

148 | Griaß di’ Allgäu


Gleitschirm-Abenteuer | ALLGÄU SPORTLICH

Ein erhabenes Gefühl erlebte unsere

Autorin beim Flug mit Robert Blum.

Wenige Sekunden dauert es, bis der Boden unter

den Füßen fehlt. Nachdem Robert Blum das

Kommando „Lauf!“ erteilt hat, folgen zwei

Schritte und der dritte schon geht ins Leere.

Wir fliegen, irgendwo über dem Nebelhorn. Zurückgelehnt im

Sitz, trägt uns der Wind hoch in die Luft wie eine Feder. Felsen,

Bäume und Berge schrumpfen unter uns. Robert Blum zieht an

der linken Steuerleine und schiebt mein Körpergewicht wie ein

Pendel nach rechts. In Schräglage schweben wir auf einen Grat

zu. Der Pilot sucht nach Thermik. Das Variometer (ein GPS-Gerät

für Flieger) piepst. Die Thermik ist gefunden worden.

Langsam schrauben wir uns nach oben und segeln über den

grünen Seealpsee zur Höfats. Es scheint, als könnten wir ihr Gipfelkreuz

mit den Füßen streifen. So nah sind wir dem Berg. Und

einsam am Himmel. Nicht ganz: Ein Steinadler gleitet über unsere

Köpfen hinweg. Unsere Flügel sind der Schirm, aber er funktioniert

nicht ohne Mühen: Jeder Lufthauch muss genutzt werden,

um Höhe zu gewinnen, die schnell wieder verloren geht. Die

Wetterlage am Tag unseres Gleitschirmflugs ist anspruchsvoll,

aber kein Problem für den deutschen Rekordhalter im Langstreckenflug,

der schwierige Bedingungen gewohnt ist. Robert Blum

ist ein Maestro der Lüfte. Ein Auszug seiner letzten Reise.

Sommer 2018: Zusammen mit seinem Freund Andi Egger

überfliegt Blum den Kaukasus und erkundet Aserbaidschan und

Georgien. Aufgrund der politisch unsicheren Lage planen die beiden

Allgäuer ihre Routen mit ausreichend Abstand zur russischen

Grenze und zur Konfliktregion. Bevor es losgeht, sägen sie die

Stiele der Zahnbürsten ab und packen einen Wasserkocher sowie

das Notwendigste ein. Jedes Gramm zählt. Zum ersten Aufstiegspunkt

in Georgien fahren sie im Bus bei knapp 40 Grad auf Reissäcken

sitzend. Danach überwinden sie 2000 Meter in der Mittagshitze.

Mit 20 Kilo auf dem Rücken schmerzen die Schultern

und der Schweiß rinnt in Strömen.

Wetter schlägt Kapriolen

Die Nächte verbringt das Duo unter freiem Himmel oder im Biwak,

während das Wetter Kapriolen schlägt. Die beiden Allgäuer

fliegen mit dem Gleitschirm und marschieren entlang des Hauptkamms

vom Großen Kaukasus, vorbei am mächtigen Doppelgipfel

des 4773 Meter hohen Ushba. Es sind abenteuerliche Flüge

über fremder Erde, hunderte von Metern, immer über wilde

Landschaften. Und die beiden Piloten sind voller Adrenalin.

„In manchen Wolken hatte ich Angst“, gesteht Robert Blum.

„Ich brauchte Mut, um über die endlos waldigen Täler zu fliegen

und habe mich letztendlich auf mein Flugkönnen verlassen.“

Griaß di’ Allgäu | 149


ALLGÄU SPORTLICH | Gleitschirm-Abenteuer

Landschaften mit besonderer Atmosphäre sahen Andi Egger (Foto links) und Robert Blum auf ihrer Tour 2018, die sie nach Aserbaidschan und Georgien

führte. Und die beiden machten interessante Bekanntschaften mit Einheimischen, die sie nicht so schnell vergessen werden.

In der Luft werden sie durchgeschüttelt, sind gefangen in

dichtem Nebel, der selbst kleine Talquerungen zur Herausforderung

macht, da die nötige Höhe nicht erreicht werden kann. Immer

wieder stoßen die Freunde an die eigenen Grenzen: Zum Beispiel

als Blitz und Donner die Flieger zur Landung zwingen und

sie durchnässt Zuflucht in einer Höhle suchen. Mit starkem Wind

aus falscher Richtung warten sie oberhalb einer 15 Kilometer langen

Schlucht und ungezählten Bäumen auf den richtigen Moment

zum Starten. Einsam am Hang, irgendwo im Nirgendwo.

„Mit klopfendem Herzen ging mir alles durch den Kopf:

Baumlandung, Hanglandung oder dass der Schirm zusammenfällt“,

erzählt Robert Blum mit dem entsprechenden zeitlichen

Abstand. Aber damals, als sie gleichzeitig ihre Schirme in den

Himmel ziehen, heben beide Flieger ab und schweben hoch in die

Lüfte. Verschnaufpause, bis Wolken die Navigation stören und

durchflogen werden müssen.

Ein anderes Mal schießen die beiden Abenteurer mit einem

plötzlichen Abwind 1500 Höhenmeter in die Tiefe. Der Boden

kommt immer näher. In letzter Sekunde finden beide eine Landemöglichkeit

am Hang und bleiben unversehrt. Es ist dort so

steil, dass sie Probleme haben, die Ausrüstung zusammen zu packen.

Ausgelaugt wandern sie über Fels und Gras nach oben und

sammeln Beeren im Wald. Ein Festmahl zur Suppe, die es jeden

Abend gibt, wenn sie nicht von hilfsbereiten Hirten zum Essen

und Übernachten eingeladen werden.

Auch zu Fuß gibt es auf ihrer Tour unheimliche Momente. So

steigen sie eines Tages entlang spärlicher Hufspuren im Nebel einen

Berg hinauf und stolpern über etwas, das im Gras liegt – drei

Gewehre. Dann vernehmen sie das Wort „Gamartschopar“. Was

soll das heißen? Etwa „Hände hoch“ Oder „Keine Bewegung“?

Nein, Glück gehabt. Es bedeutet „Guten Tag“ – die Allgäuer werden

von Einheimischen begrüßt.

Polizei fordert Genehmigung

Weniger freundlich wird‘s, als sie wieder einmal wegen schlechter

Thermik an einer Hütte landen müssen. Dort fordert die

Grenzpolizei eine Genehmigung, die sie nicht besitzen und zieht

ihre Pässe ein. Ob die beiden Allgäuer dieses Land jemals wieder

verlassen dürfen? Zwei Stunden der Ungewissheit, dann erhalten

sie ein Dokument, das es ihnen erlaubt, sich im Grenzgebiet zu

Russland aufzuhalten. Im letzten Abendlicht starten sie wieder

und finden Aufwind, mit dem sie zum nächsten Gipfel gleiten.

Eine Reise mit Grenzgängen und voll magischer Momente.

Magisch ist auch ein Flug übers Allgäu. Wir blicken auf den

Eissee und segeln nach eineinhalb Stunden zurück in Richtung

Oberstdorf – langsam und ruhig, bis mir Robert Blum die Steuerleine

in die Hand drückt und unser Schirm wie ein Kuhschwanz

wackelt. Er erklärt mir das Handling und was ich nicht tun soll:

gleichzeitig ruckartig nach unten ziehen. Was dann passiert?

Der Pilot zeigt es. Plötzlich klappt die Hälfte des Schirms über

unseren Köpfen zusammen. Robert Blum hantiert gelassen an

den Schnüren herum und der Schirm entfaltet sich wieder. Kurz

vor der Landung neben der Oybele Halle in Oberstdorf wird’s

150 | Griaß di’ Allgäu


Gleitschirm-Abenteuer | ALLGÄU SPORTLICH

nochmals ernst: Wir fliegen Manöver – eine Steilspirale und ein

Pendel. Dabei sind die Fliehkräfte extrem. Ich fühle mich wie in

einer Achterbahn auf 1000 Metern Höhe. Selbst dann noch, als

ich wieder Boden unter meinen Füßen spüre.

Tandemfliegen im Allgäu

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Nebelhornstr. 67, 87561 Oberstdorf, Telefon 0151/12766111

„In manchen Wolken hatte ich Angst. Ich

brauchte Mut, um über die endlos waldigen

Täler zu fliegen und habe mich auf mein

Flugkönnen verlassen. “

Robert Blum

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Maderhalm 11, 87538 Fischen i. Allgäu, Telefon 0175/5423522

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Am First 17, 87561 Oberstdorf, Telefon 08322/9872280

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Griaß di’ Allgäu | 151


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152 | Griaß di’ Allgäu


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In der sanften Voralpenlandschaft des Allgäus liegt

Bad Wörishofen. Ein Ort geschaffen zum Abschalten

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Jahreszeit, im Winter sagt man, wirkt eine Kur doppelt

so nachhaltig wie im Sommer.

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schöpfen und achtsam mit sich selbst umzugehen.

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Griaß di’ Allgäu | 153


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Erlebnisse &

Veranstaltungen

sorgen für Abwechslung“

Der Winter hat aber noch sehr viel mehr zu

bieten in Bad Wörishofen. Langlauf, Eisstock-

Schießen, Touren mit dem Skibus oder Eislaufen sorgen

für winterliche Erlebnisse und viel Abwechslung.

Das Kneipp-Museum im Kloster lädt ein auf eine Reise

durch die Zeit. Zurück in die Jahre ab 1855 erleben

die Besucher das Wirken des Wasserdoktors sowie die

Entwicklung vom Dorf zur Kurstadt.

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Auch lädt die Südsee Therme Bad Wörishofen an einem

kalten Wintertag zum Abschalten und Entspannen ein.

Was kann man sich Schöneres vorstellen als einen leckeren

Cocktail an der Poolbar zu genießen?

Während der langen Winterabende sorgen viele Konzerte

und Veranstaltungen im Ort für Kurzweil und Abwechslung.

Auf einer Länge von 2,5 Kilometern führt der Krippenweg

durch die Innenstadt und präsentiert im Dezember bis

6. Januar verschiedene Krippen entlang seiner Route.

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154 | Griaß di’ Allgäu


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Wertach

das Familiendorf

Kleines Dorf, großer Spaß: Wertach begeistert Groß und Klein

Abenteuer-Bachwanderung, Fledermäuse beobachten, auf dem Waldspielplatz

die Riesenrutsche hinuntergleiten: Im Familiendorf wird es

nie langweilig. Der Ort steckt voller Vergnügungen, vom Hallenspielplatz

Allgäulino, in dem man auf einer Drachenburg klettern kann, über

den Buron-Kinderpark in den Bergen bis zum Wichtelspielplatz, alles

in traumhafter Landschaft. Das kostenlose Kinderferienprogramm verspricht

Aktivitäten wie Zaubern, Kasperltheater, Angeln für Kinder und

Schatzsuche mit Ponys. Auf der Kinderkarte der Tourist-Info Wertach

finden Familien zahlreiche Tipps für Unternehmungen. Neben dem Allgäuhaus

als Kinderlandpartner Bayern, mit fünf Bärchen ausgezeichnet,

gibt es zahlreiche familienfreundliche Unterkünfte.

Vom Wichtel „Virdo“ gibt‘s ein kostenloses Malbuch mit den Wertacher

Attraktionen zum ausmalen, suchen und raten. Das Malbuch und die

Kinderkarte wurden von Dr. phil. Magdalena Willems-Pisarek gestaltet.

Mit Wichtel „Virdo“ auf Entdeckungsreise, entdecken die Familien spielerisch

unseren Ort. Die Medaille zur Belohnung gibt es gratis beim

Gastgeber.

Im Winter gibt es neben dem Eisplatz einen präparierten Rodelhang für

die Kinder.

URLAUB IM

Familiendorf

WERTACH AM GRÜNTENSEE, Luftkurort, vom

ADAC für Familien empfohlen, Winterwandern,

Langlauf, preisgünstige Skigebiete, Schneeschuhwandern,

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Touristinfo · Rathausstr. 3 · 87497 Wertach

Telefon + 49 (0) 83 65 / 70 21 99

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FAMILIENFERIEN IM ALLGÄU

Kinder- und Familienprogramm,

Wellnessbereich, Familienzimmer

mit getrenntem Kinderzimmer

Kolpingstr. 1-7

87497 Wertach

Telefon +49 (0) 83 65 / 790 - 0

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Alpenstr. 20 | 87497 Wertach

Tel. 0 83 65/10 27 | info@allgaeulino.de

www.allgaeulino.de

ÖFFNUNGSZEITEN:

täglich von 14 bis 19 Uhr,

Samstag, Sonntag, feiertags und

in den Ferien von 10 bis 19 Uhr.

DER HALLENSPIELPLATZ

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Nirgends ist es schöner

aus dem Häuschen zu sein.

Willkommen im Winterparadies Allgäu.

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BÜCHER VON ALLGÄUERN

& AUS DEM ALLGÄU

EUGEN FELLE SACHBUCH

TOSCA MARIA KÜHN

Postkartenmaler Eugen Felle (1869 bis 1934)

aus Isny hat über 14.000 Postkarten-Motive

produziert und vereinte künstlerisches Talent

und ein Gespür für den Zeitgeist. So gelang es

ihm, die Erfolgsgeschichte der Bildpostkarte

maßgeblich mitzuschreiben. Dieses Buch gibt

mit über 450 Abbildungen seiner Werke, Dokumente

und Fotografien einen Einblick in die

Zeit um 1900. Die Autorin ist eine Urenkelin

Felles.

HÜTTEN 2 - NEUE

SEHNSUCHTSORTE

IN DEN ALPEN REISE

FRANK EBERHARD

SANDRA FREUDENBERG

Das Buch präsentiert Hütten an atemberaubenden

Plätzen, über Abgründen, in Gipfelnähe

oder an Panoramaplätzen der Alpen in

Deutschland, Österreich, der Schweiz und

Italien. 33 ausführliche Porträts erwarten den

Leser mit persönlichen Wander- und Tourentipps,

Fotografien, Interviews und auch mit

Blicken hinter die Kulissen.

Foto: panthermedia.net

MEIN ALLGÄU 2020

KALENDER

FOTOGRAFIEN VON DENNIS SIEBERT

„Der Betrachter soll sich jeden Monat aufs

Neue von der facettenreichen Allgäuer Landschaft

inspirieren lassen. Und er kann sich damit

ein Stück Allgäu direkt nach Hause holen“:

Diese Wünsche verbindet Dennis Siebert mit

seinem Allgäu-Kalender, der Bekanntes wie

das Märchenschloss oder den Hopfensee ins

Visier genommen hat, aber eben auch Winkel,

die man für gewöhnlich nicht sieht.

VOLLTREFFER

JÜRGEN SEIBOLD

KRIMI

Eigenbrötler Roth wird tot in seinem Toilettenhäuschen

aufgefunden. Der Kemptener Kommissar

Hansen muss beim Fund der Leiche

schon zweimal hinschauen und schlucken: Der

Körper des Toten ist durchbohrt vom Bolzen

einer Armbrust. Roth war nicht nur ein Sonderling,

sondern auch in kriminelle Machenschaften

verwickelt. Hat ihn die Vergangenheit

eingeholt? Oder ist sein Tod nur ein Unfall?

Urlaub in herrlicher

Alleinlage mit traumhaften Blick

auf die Allgäuer Alpen.

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Lauph

Gewinnspiel

Kennen Sie den Brauch des Christbaumlobens, der vor allem in

Bayern und Baden-Württemberg verbreitet ist? Er findet zwischen

26. Dezember und 6. Januar statt und funktioniert so: Man schaut

bei Bekannten vorbei, steuert das Zimmer an, in dem der geschmückte

Christbaum steht – und lobt ihn. Je euphorischer, desto

besser. Die Gastgeber danken es in Form eines Schnapses oder auch

mehreren. Unsere Frage: In welcher Stadt des Allgäus gibt es sogar

einen öffentlichen Raum, in dem die Besucher geschmückte Christbäume

bewundern dürfen – und auch loben?

Riedlingen

Donau Donau

In welcher Stadt ...

Bad Saulgau

Bad

Schussenried

Biberach

gibt es ein öffentliches Bad Christbaumloben?

Buchau

a) Kempten b) Memmingen

c) Sonthofen

Unten stehenden Coupon ausfüllen und an

folgende Adresse schicken: Griaß di‘ Allgäu, Erlebnismagazin,

Stichwort: Gewinnspiel, 87430 Kempten

Aulendorf

Bad Waldsee

Wurzache

Ried

Einsendeschluss ist der 30. April 2020. Das Gewinnspiel

finden Sie auch im Internet unter www.griassdi-allgaeu.de

Bad Wurzach

Bergatreute

Weingarten

Wolfegg

Ravensburg

Vogt

Kißlegg

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3 Tage in der exklusiven Ferienwohnung

Silberdistel des Gästehauses Dauser in Obermaiselstein.

www.gaestehaus-dauser.de

~ 2. PREIS ~

Übernachtung für 2 Personen Halbpension (Kneipp-Guss,

Leberwickel, Murmeltierölmassage) im Hotel Sebastianeum

Bad Wörishofen. www.sebastianeum.de

~ 3. PREIS ~

Jeweils 3 Gutscheine für ein Whisky-Tasting mit Brennkurs in der

Bergwelt Brennerei in Pfaffenhausen-Salgen.

www.bergwelt-brennerei.de

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung ist nicht möglich.


Lösung

Name/Vorname * Alter *

Straße *

PLZ/Ort *

Email *

Bitte beachten Sie die Hinweise zum Datenschutz und die Informationspflichten nach Art. 13 DSGVO unter

ihre-az.de/datenschutz oder Telefon 08 31 / 93 06 31 11.

Ich bin damit einverstanden, dass meine Daten (Vor-, Nachname, Straße, Hausnummer, PLZ, Ort,

Telefonnummer, Email-Adresse, Alter) von der Allgäuer Zeitung (Allgäuer Zeitungsverlag GmbH) gespeichert

werden, um über Neuigkeiten zu Verlagsangeboten per Email und Telefon informiert zu werden. Diese

Einwilligung kann jederzeit durch Nachricht an den Verlag (Heisinger Str. 14, 87437 Kempten) widerrufen

werden.

158 | Griaß di’ Allgäu

Ort, Datum

Telefon

* Pflichtfelder: Bitte beachten Sie, dass für die mit * gekennzeichneten Felder alle Angaben erforderlich sind.

Unterschrift

Markdorf

Mitarbeiter des Allgäuer Zeitungsverlags und deren Angehörige sind von der Teilnahme am Gewinnspiel ausgeschlossen.

Arbon

Sankt Gallen

Appenzell

Friedrichshafen

Rorschach

Meckenbeuren

Bodensee

SCHWEIZ

Altstätten

Feldkirch

Tettnang

Rhein Rhein

Lustenau

Hohenems

Rankweil

Waldburg

Bregenz

Dornbirn

Amtzell

ÖSTERREICH

Furkajoch

Wangen

Wangen

SEITE 120

Heimenkirch

Hergatz

SEITE 70

Achberg

Opfenbach

Langenargen

Lindenberg

Hergensweiler

SEITE 120

Kressbronn

Weißensberg

Sigmarszell

Simm

Nonnenhorn

Bodolz Scheidegg

Weiler

Wasserburg Lindau

Oberre

Pfänder

Damüls

Faschinajoch

Hitt


eim

Illertissen

Kettershausen

Kirchheim

Schwabmünchen

Allgäu Karte

r

erberg

ute

isau

Ochsenhausen

Leutkirch

Leutkirch

SEITE 120

Isny

SEITE Isny 120

Argenbühl

Gestratz

Röthenbach

Grünenbach

Stiefenhofen

Erolzheim

Rot an der Rot

Maierhöfen

Iller

Berkheim

Tannheim

Aitrach

Aichstetten

Winterstetten

Dettingen

Kirchdorf

Lautrach

Legau

Weitnau

Missen

SEITE 114

Mittelberg

SEITE 36

Kleinweiler-Hofen

Buxheim

Kronburg

Pleß

Fellheim

Großer

Alpsee

Warth

Boos

Niederrieden

Heimertingen

Trunkelsberg

Woringen

Altusried

Buchenberg

Babenhausen

Winterrieden

Memmingen

Memmingerberg

SEITE 120 + 122

Hawangen

Benningen

Bad Grönenbach

Iller

Wiggensbach

Waltenhofen

Niedersonthofner

Sulzberg

See

Iller

Holzgünz

Lachen

Egg

Lauben

Ottobeuren

Dietmannsried

Lauben

Kempten

SEITE Kempten 120

Kirchhaslach

Oberschönegg

Ungerhausen

Westerheim

Wolfertschwenden

Böhen

Oberstdorf

SEITE 28, 56, 110, 140

Rottachsee

Wertach

Kranzegg/Rettenberg

Rettenberg SEITE 44

Tegelberg

Neuschwanstein

Oberstaufen

Immenstadt

Grünten

Oberstaufen-Steibis

Blaichach Burgberg

SEITE 28

Mittagberg

Gunzesried

Imberg

Gunzesried

SEITE 16

SEITE 66 Sonthofen

Sonthofen

SEITE 50

Hochgrat Tennenmooskopf

Ofterschwang

Balderschwang

SEITE 56

Schwarzer Grat

Riedberger

Horn Bolsterlang Fischen

Langenwang

Obermaiselstein

Riedbergpass

Hoher Riezlern

Diedamskopf

Ifen

SEITE

Riezlern

134 Fellhorn

Hirschegg

SEITE 32

Widderstein

Kleinwalsertal

Sonthofen-Altstätten

SEITE 100

Biberkopf

Trettachtal

Erkheim

Breitenbrunn

Salgen

Pfaffenhausen

Sontheim

Haldenwang

Durach

Oberrieden

Kammlach

Markt Rettenbach

Untrasried

Wildpoldsried

Betzigau

Unterjoch

SEITE 28

Bad

Hindelang

SEITE 28

Sonnenkopf

Nebelhorn

SEITE 14 + 148

Krottenkopf

Oberjoch

Stetten

Ronsberg

Oy-Mittelberg

Oberjochpass

Hinterstein

Günzach

Dirlewang

Unteregg

Obergünzburg

Grüntensee

Jungholz

Hochvogel

W

Eppishausen

Mindelheim

SEITE Mindelheim 120

Kraftisried

Görisried

Maria Rain

SEITE 42

N

S

5 km

Wertach

Lech

Apfeltrach

Eggenthal

Baisweil

Friesenried

Markt Wald

Tussenhausen

Rammingen

Bad Wörishofen

Bad Wörishofen

SEITE 104

Aitrang

Unterthingau

Rückholz

Nesselwang

Pfronten

SEITE Pfronten 28 + 92

Schattwald

SEITE 36

Irsee

Lengenwang

Eisenberg

Wertach

Biessenhofen

Ruderatshofen

Leuterschach

Wald

Breitenberg

Breitenberg SEITE 56

Pforzen

SEITE 76

Kaufbeuren

SEITE 120

Aggenstein

Seeg

Ettringen

Türkheim

Wiedergeltingen

Rieden

Amberg

Lamerdingen

Jengen

Oberostendorf

Westendorf

Germaringen Kaltental

Marktoberdorf

Marktoberdorf

SEITE 120

Hopferau

Hopfensee

SEITE 108

Füssen

SEITE 120

Buchloe

Stöttwang

Osterzell

Forggensee

O

Vils

Tannheimer Tal

Stötten

Roßhaupten

Rieden

Hopfen

Bidingen

Auerberg

Thaneller

In der letzten Ausgabe wollten wir wissen, wie eine der ältesten

Sennalpen im Allgäu heißt. Wir haben unsere Autorin mit ihrer Familie

Nassereith

dorthin wandern lassen – und sie kam begeistert zurück, inklusive

ihrer Kinder. Denn Hahntennjoch nicht einmal ihnen ist es bei Griaß der Wanderung di’ Allgäu auf | 159 die

Alpe Gschwenderberg langweilig geworden.

Waal

Burggen

Rettenbach

Lechbruck

Schwangau

Mauerstetten

Hochtannbergpass

Zöblen SEITE 64

Reutte

Tannheim

Haldensee

Nesselwängle

SEITE 24

SEITE 28

Vilsalpsee

Gaichtpass

Heiterwang

Heiterwang SEITE 36

Weißenbach

Säuling

Lech

Bernbeuren

Forggensee

SEITE 84

Plansee

DES RÄTSELS LÖSUNG

Lech

Kaufering

Trauchgau

Halblech

Buching

Fernpass

Alpe Gschwenderberg

Landsberg

Schongau

Steingaden

Lermoos

Peiting

Ehrwald

Grainau

Zugspitze

Infografik: Stefan Beckmann


TITEL | Neuschwanstein

Unsere

Autoren

MICHELLE AUS DEM BRUCH | SEITE 104

Sie fühlt sich wie neu geboren – nach ihrem

Besuch im Kneipp-Ort Bad Wörishofen.

BETTINA BUHL | SEITE 114

Kindheitserinnerungen wurden wach. Denn

sie hat den heiligen Nikolaus getroffen.

Auf Tour mit

Emma&

Co.

NICOLA FÖRG | SEITE 145

Wer reist, kann was erleben. Unsere

Kolumnistin war mit dem Zug unterwegs.

ISABELLE GASSAMA | SEITE 100

Sie hat rund um einen Gästehaus-Neubau

eine spannende Geschichte zu erzählen.

CARINA JUNGCHEN-WENZLICK | S. 56

Warme Gedanken waren nötig

bei ihrem Wochenende im Iglu-Dorf.

ANGELIKA KÖHLER | SEITE 96

Sie war wieder kreativ – und verrät, wie man

wärmende Fäustlinge selbst macht.

SILKE LORENZ | SEITE 122

Beim Christbaum-Loben gibt’s Schnäpsle.

Keine Angst: Sie hat den Termin überlebt.

MICHAEL MUNKLER | SEITE 86

Schnee gibt‘s in vielen Variationen. Und viele

Menschen weiß er in den Bann zu ziehen.

ULRICH PRAMANN | SEITE 92

Mächler sind Leute, die geschickt und ideenreich

sind. Unser Autor hat einen besucht.

Drei Freunde erobern die Region –

im neuen Magazin „Allgäu-Kids“.

Kleine Leser tauchen in spannende

Abenteuer ein, lösen Rätsel und

erfahren vieles über die Heimat.

Abenteuer, Comics, Rätselseiten, Wissenswertes

und drei Allgäuer Freunde: Seit

Oktober gibt es das Magazin „Allgäu-

Kids“ im Allgäuer Zeitschriftenhandel.

Auf 36 Seiten unterhält das Trio Emma, Julian und

Max junge Leser mit Geschichten, Illustrationen und

Fotos. Die Idee: Kindern ab dem Grundschulalter die

Heimat und Wissenswertes

darüber

spielerisch nahezubringen

– und

sie mit pfiffigen

Comics, Bildergeschichten

und mehr

zu unterhalten.

BERND SCHMELZER | SEITE 140

Für den ARD-Reporter haben sich in Oberstdorf

die Türen geöffnet – zur Homestory.

ISABELL SCHMID | SEITE 148

Hoch hinaus wollte sie. Gleitschirmflieger

Robert Blum hat ihr den Wunsch erfüllt.

ROBERT A. SCHMID | SEITE 36

Also, ein Weichei ist unser Autor ganz und

gar nicht – und lieferte Beweise.

CHRISTIAN SCHREIBER | SEITE 16

Familienausflug, bei dem es nicht langweilig

wird? Jawohl, das gibt’s!

Die Allgäu-

Kids erscheinen

alle zwei Monate

und sind auch als

Abo zu haben.

www.allgaeukids.de

ANJA WORSCHECH | SEITE 134

Ob’s in ihrem Haus demnächst einen Vierbeiner

gibt? Unser Autorin überlegt noch.

160 | Griaß di’ Allgäu


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Griaß di’ Allgäu | 161


Griaß di’ Allgäu

Vorschau

RARITÄT Markus Würz ist

einer von ganz wenigen, die

die Lizenz zum Stechen für

gelben Enzian haben. Im

Bereich der Petersalp bei

Oberstdorf macht er sich

ans Sammeln, um danach

bayerischen Gebirgsenzian

zu brauen.

GROSSES KINO Da kann jeder Film einpacken. Wer sich früh morgens auf

den Weg zum Wächter des Allgäus (Grünten) macht, um einen Sonnenaufgang

mitzuerleben, der weiß: Er erlebt dort großes Kino.

Griaß di’ Allgäu

Sommer

2020

AB 13. MAI

ERHÄLTLICH

TRADITION Es gibt nur wenige, die die Kunst

des Glasblasens beherrschen. Zum Beispiel

Stefan Michaelis aus dem Glasmacherdorf

Schmidsfelden.

Foto: Tobias Schuhwerk

Foto: Ralf Lienert

SCHLANGENMENSCH

Ein ängstlicher Mensch ist Udo

Hagen nicht unbedingt – der Chef

des Reptilienzoos in

Scheidegg.

WEITERE THEMEN:

❭❭ Wildtieren auf der Spur

❭❭ Natur trifft Kunst in Maierhöfen

❭❭ Huimat: Hier ist's besonders schön

❭❭ Wo der Tobel rauscht

❭❭ Der Dino der Mindelheimer Hütte

❭❭ Sommergerichte vom Fernsehkoch

Foto: Michaelis

Foto: Bettina Buhl Foto: Dennis Siebert

ORTSBLICKE Oft stehen die ohnehin bekannten Orte

der Region im Fokus. Weshalb wir etwas versteckte

Dörfer besucht haben.

Foto: Schissler

GIPFELSTÜRMER (Männer-)Urlaub im Gunzesrieder

Tal – und natürlich geht's auch in die Höhe.

IMPRESSUM

HERAUSGEBER UND VERLAG

Allgäuer Zeitungsverlag GmbH,

Heisinger Straße 14,

87437 Kempten

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Markus Brehm,

brehm@griassdi-allgaeu.de

VERLAGSLEITUNG

Reiner Elsinger,

elsinger@griassdi-allgaeu.de

KOORDINATION

Marina Trölitzsch,

koordination@griassdi-allgaeu.de

REDAKTION

Freddy Schissler (verantwortlich),

Isabelle Gassama,

Michelle Aus dem Bruch (online),

redaktion@griassdi-allgaeu.de

LAYOUT / GRAFIK

Nicole Uhlemair, Carina Hösle

und Lisa Scherm

ANZEIGEN

Christoph Fackler (verantwortlich),

Telefon: 08 31 / 206 - 54 76

Heike Ewinger,

Telefon: 08 31 / 206 - 54 65

anzeigen@griassdi-allgaeu.de

AUTOREN DIESER AUSGABE

Michelle Aus dem Bruch, Bettina Buhl, Nicola Förg,

Isabelle Gassama, Carina Jungchen-Wenzlick,

Angelika Köhler-Schiessler, Silke Lorenz,

Michael Munkler, Ulrich Pramann, Ingrid Rösner,

Bernd Schmelzer, Isabell Schmid, Robert A. Schmid,

Freddy Schissler, Christian Schreiber und

Anja Worschech

FOTOGRAFEN DIESER AUSGABE

Matthias Becker, Dominik Berchtold,

Robert Blum, Martina Diemand, Manfred Felder,

Ernst Fesseler, Alexander Fuchs, Christian Greither,

Gabriel Kolb, Ralf Lienert, Sascha Mohr,

Marc Oeder, Frederik Schissler, Dennis Siebert,

Mathias Wild und Fabian Zocher

162 | Griaß di’ Allgäu

© 2019 für Text und von uns gestaltete Anzeigen beim Verlag. Nachdruck, Vervielfältigung und elektronische Speicherung nur mit schriftlicher Genehmigung.

VERTRIEB

MZV GmbH & Co. KG,

Ohmstr. 1,

85716 Unterschleißheim,

Telefon: 0 89 / 3 19 06 - 0,

info@mzv.de, www.mzv.de

BESTELLSERVICE

Telefon: 08 31 / 206 - 190

bestellung@griassdi-allgaeu.de

INFOSERVICE

info@griassdi-allgaeu.de

DRUCK

Vogel Druck und

Medienservice GmbH, Würzburg


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Griaß di’ Allgäu | 163

Natürlich schlafen. Besser leben.

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164 | Griaß di’ Allgäu

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