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CONNECT Magazin 21-02

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n<br />

20<strong>21</strong> / Ausgabe <strong>02</strong><br />

Das <strong>Magazin</strong> der Chinesischen Handelskammer in Deutschland<br />

www.chk-de.org<br />

SPORT VERBINDET<br />

WACHSENDER WIRTSCHAFTSFAKTOR<br />

FÜR INTERNATIONALE UNTERNEHMEN<br />

Interview mit<br />

Carsten Cramer<br />

Borussia Dortmund<br />

Hisense in Europa<br />

Harmonie zwischen<br />

Technik und Sport<br />

Sportidol & China-Kenner<br />

Ein Tag im Leben von<br />

Timo Boll


Die Chinesische Handelskammer in Deutschland e. V.<br />

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Die CHKD ist das größte Netzwerk chinesischer Unternehmen in<br />

Deutschland. Unser Ziel ist die Stärkung der wirtschaftlichen<br />

Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland. Mit unseren<br />

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Unternehmen vor und nach Eintritt in den deutschen Markt.<br />

CHKD— 德 国 中 国 商 会 国 际 会 议 中 心 7 层 , 弗 里 德 里 希 大 街 95 号 , 邮 编 10117, 柏 林<br />

CHKD-Die Chinesische Handelskammer in Deutschland e. V. I IHZ Hochhaus, 7. Etage I Friedrichstrasse 95 I 10117 Berlin<br />

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DER CHKD


Editorial<br />

1<br />

Abb.: Alex from the Rock, Shutterstock<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

mit einem Jahr Verspätung beginnt heute die<br />

Fußball-Europameisterschaft der Männer. Das<br />

Turnier findet erstmals in seiner 60-jährigen Geschichte<br />

in elf Gastgeberstädten auf dem ganzen<br />

Kontinent und mit dem Austragungsort Baku in<br />

Aserbaidschan sogar an der Grenze zu Asien statt.<br />

Ein besonderes Turnier unter besonderen Umständen.<br />

Zu erwarten ist dennoch, dass wieder<br />

Fans aus der ganzen Welt die Spiele am Fernseher<br />

oder, sofern es Corona zulässt, vor Ort im Stadion<br />

verfolgen und mit ihrer Lieblingsmannschaft<br />

mitfiebern.<br />

Auch das aktuelle <strong>CONNECT</strong> <strong>Magazin</strong> zeigt:<br />

Sport begeistert, Sport verbindet Menschen und<br />

Nationen. Sport ist aber auch ein Geschäft, das<br />

ins besondere in China enorm hohe Wachs -<br />

t umszahlen aufweist. Für viele internationale<br />

Anbieter von Sportbekleidung oder Sportgeräten<br />

wurde China innerhalb kurzer Zeit der weltweit<br />

wichtigste Absatzmarkt, für professionelle Vereine<br />

und Architekturbüros hält der chinesische Markt<br />

ein enormes Wachstumspotenzial bereit. Und<br />

nicht zuletzt sorgen die Olympischen Winterspiele<br />

in Beijing 2<strong>02</strong>2 derzeit für einen Boom im<br />

Wintersport-Segment.<br />

Gleichzeitig werden chinesische Sportmarken, die<br />

vor Kurzem im Westen noch nicht sehr breit<br />

vertreten waren, in Europa zunehmend bekannt<br />

und beliebt. Unter den Top Ten der bekanntesten<br />

Marken tauchen mittlerweile auch Unternehmen<br />

aus China auf. Dabei legen chinesische Sportartikelhersteller<br />

viel Wert auf Innovation und<br />

Entwicklung, und der Trend geht zu hochwertigen<br />

Produkten.<br />

Am Beispiel von Hisense, einem der weltweit<br />

größten Hersteller von Unterhaltungselektronik,<br />

zeigen wir im neuen Heft außerdem, welche<br />

Bedeutung Sportsponsoring für die Steigerung der<br />

Markenbekanntheit chinesischer Unternehmen<br />

hat. Hisense ist einer von vier Sponsoren der<br />

bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft,<br />

die ihre Wurzeln in China haben. Auch hier zeigt<br />

sich die verstärkt internationale Ausrichtung<br />

vieler chinesischer Unternehmen.<br />

Neben diesen Themen haben wir natürlich wieder<br />

zahlreiche weitere Beiträge und Neuigkeiten<br />

rund um die chinesisch-deutsche Wirtschaftszusammenarbeit<br />

für unsere Leserinnen und Leser<br />

zusammengestellt. Außerdem freuen wir uns,<br />

Ihnen in dieser <strong>CONNECT</strong>-Ausgabe den China Day<br />

20<strong>21</strong> anzukündigen, der in diesem Jahr erneut in<br />

digitaler Form stattfinden wird.<br />

Wir wünschen Ihnen eine schwungvolle Lektüre!<br />

Die <strong>CONNECT</strong>-Redaktion<br />

www.chk-de.org


2<br />

Inhalt<br />

08<br />

08<br />

Titelstory<br />

Sport verbindet<br />

04<br />

Kurzmeldungen<br />

12<br />

Aktuelles rund um Ansiedlungen,<br />

Kooperationen und Investitionen<br />

Interview<br />

04 12<br />

...<br />

… Carsten Cramer,<br />

Borussia Dortmund<br />

www.chk-de.org


3<br />

Kurzmeldungen<br />

Services<br />

30<br />

Community<br />

Vom antiken Olympia zur<br />

Großen Mauer<br />

04 Chinesische Technologiefirmen steigen<br />

in E-Automarkt ein<br />

04 China-Blitzlichter<br />

04 Große Marketing-Show: Bilibili<br />

erleuchtet den Himmel von Shanghai<br />

mit QR-Code aus Drohnen<br />

05 Europa-Start: NIO verkauft smarte<br />

Premium-EVs in Norwegen<br />

05 Tencent Cloud kooperiert mit der<br />

University of Edinburgh in Forschung<br />

und Lehre<br />

06 BASF stärkt Forschung und Entwicklung<br />

in China<br />

06 Neue Seidenstraße: Verbindung<br />

zwischen Hamburg und Xuzhou<br />

erfolgreich etabliert<br />

06 Unternehmensticker<br />

07 tesa investiert 32 Millionen in Werkserweiterung:<br />

Produktionsstart in<br />

Suzhou<br />

Titelstory<br />

26 Zahlen – Daten – Fakten<br />

28 Neues aus dem Beraternetzwerk<br />

29 Veranstaltungskalender<br />

Community<br />

30 Reise: Vom antiken Olympia zur<br />

Großen Mauer<br />

31 Kultur: Von der Oper zum Ballett<br />

32 Sport: Marathon in Berlin:<br />

Weltgeschichte trifft auf Weltrekorde<br />

33 Gesundheit: Gesundheitsförderung in<br />

der digitalen Arbeitswelt<br />

34 Ein Tag im Leben von Timo Boll<br />

36 Gastkommentar<br />

Rubriken<br />

01 Editorial<br />

29 Impressum<br />

30<br />

08 Sport verbindet<br />

12 Interview mit Carsten Cramer,<br />

Borussia Dortmund<br />

15 Chinas stark expandierender Markt<br />

verschafft ausländischen Sportmarken<br />

hohe Zuwachsraten<br />

18 Trendige Qualitätsmarken aus China<br />

20 Sportstadien in China<br />

22 Interview mit Anja Zankl:<br />

Hisense in Europa – Harmonie zwischen<br />

Technik und Sport<br />

24 Nachhaltige Sportförderung durch<br />

ALBA<br />

25 Beijing im winterlichen Olympiafieber<br />

Besuchen Sie unsere neue Homepage<br />

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WeChat-Kanal<br />

Ausgabedatum: 11. Juni 20<strong>21</strong><br />

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4<br />

Kurzmeldungen<br />

China Trends<br />

Chinesische Technologiefirmen steigen in E-Auto-Markt ein<br />

Huawei stellt erstes E-Auto vor / Xiaomi und Baidu geben Pläne bekannt /<br />

weitere Unternehmen könnten folgen<br />

Auf der Shanghai Auto Show im April<br />

stellte Huawei ein Elektroauto mit dem<br />

komplexen Namen Seres Huawei Smart<br />

Selection SF5 vor, das mit dem Logo des Unternehmens<br />

versehen ist. Der SF5 wurde vom chinesisch-kalifornischen<br />

Elektroautohersteller<br />

Seres entwickelt. Seres/Cyrus, eine Tochterfirma<br />

der chinesischen Chongqing Sokon Industry<br />

Group, soll den Wagen produzieren. Einen Teil der<br />

Technik hat Huawei beigesteuert. Dazu gehören<br />

die Motoren (Huawei Driveone), das Betriebssystem<br />

für das Infotainmentsystem Huawei Hicar<br />

und das Soundsystem. Das Fahrzeug soll noch<br />

20<strong>21</strong> auf den Markt kommen.<br />

Im Rahmen eines großen Events hatte Xiaomi-<br />

Chef LEI Jun die Gründung eines Tochterunternehmens<br />

angekündigt, das „smarte Elektroautos“<br />

bauen soll. Dafür will er in den kommenden<br />

Jahren zehn Milliarden Dollar in die Hand nehmen.<br />

Xiaomi ist dabei kein richtiger Newcomer in<br />

der Autobranche. In einem Joint Venture mit dem<br />

chinesischen Autohersteller Bestune hat Xiaomi<br />

den SUV „Redmi“ auf den asiatischen Markt gebracht.<br />

Der Smartphone-Spezialist arbeitete vor<br />

allem an der Software mit. Auch beim chinesischen<br />

Kleinstwagen Baojun E300 steuerte Xiaomi die<br />

Konnektivität bei.<br />

Jidu Auto, das neue Autounternehmen des chinesischen<br />

Suchmaschinenriesen Baidu, plant, in den<br />

nächsten fünf Jahren 50 Milliarden RMB (7,7<br />

Milliarden US-Dollar) zu investieren und in den<br />

nächsten zwei bis drei Jahren 2.500 bis 3.000<br />

Mitarbeiter einzustellen. Gegründet wurde Jidu<br />

Auto am 2. März, Baidu hält einen Anteil von 55<br />

Prozent an dem Unternehmen. Der in Hangzhou<br />

China-Blitzlichter<br />

• Baidu erhält Chinas erste Lizenz für selbst fahrende Busse<br />

• Meituan stellt neue Generation fahrerloser Lieferfahrzeuge vor<br />

• 18,83 Millionen Fahrgäste: Neuer Tagesrekord bei der chinesischen Bahn am Tag der Arbeit<br />

• China dominiert 6G-Entwicklung mit 35 Prozent der weltweiten Patente<br />

• Tencent plant Ausbildung von 10.000 KI-Lehrern<br />

• Digitale Währung: Erstes Flugticket mit digitalem RMB gekauft<br />

ansässige Automobilhersteller Geely Holding besitzt<br />

den Rest und wird die Produktionsanlagen<br />

zur Verfügung stellen. Bei den geplanten Elektroautos<br />

soll die In-Car-Software von Baidu zum<br />

Einsatz kommen, für das fahrzeugtechnische<br />

Know-how soll Geely verantwortlich sein.<br />

Auch der Smartphone-Hersteller OPPO und der<br />

Drohnenspezialist DJI spielen Gerüchten zufolge<br />

mit dem Gedanken, zukünftig in den E-Auto-<br />

Markt einzusteigen. All diese Beispiele zeigen,<br />

dass sich der Wandel der Autobranche hin zu<br />

IT-Systemen fortsetzt. Und eines scheint dabei<br />

klar: Chinesische Technologieunternehmen<br />

möchten vorn mitspielen.<br />

Quellen: golem.de, tagesschau.de, elektroauto-news.net, futurezone.at<br />

• „Time <strong>Magazin</strong>e“: Alibaba, Tencent & Huawei unter den 100 einflussreichsten Unternehmen<br />

weltweit<br />

Quelle: daoinsights.com<br />

Abb.: GIGA<br />

Große Marketing-Show: Bilibili erleuchtet Himmel von Shanghai mit QR-Code aus Drohnen<br />

Abb.: QRTiger<br />

Mit einer besonderen Marketing-Aktion<br />

machte die chinesische Videostreaming-Plattform<br />

Bilibili im April auf<br />

sich aufmerksam. Hunderte von Drohnen überflogen<br />

den Nachthimmel von Shanghai mit einer<br />

Lichtshow, an dessen Ende die Drohnen einen<br />

riesigen (scanbaren) QR-Code bildeten. Mit der<br />

Aktion bewarb Bilibili das japanische Rollenspiel<br />

„Princess Connect! Re:Dive“ und sorgte für<br />

großes Aufsehen in den sozialen Netzwerken in<br />

und außerhalb von China. Bilibili wurde im Jahr<br />

2010 gegründet. Mit ihrem Fokus auf Comics und<br />

Games ist die Videoplattform vor allem bei jungen<br />

Chinesen beliebt und hat rund 200 Millionen<br />

monatliche Nutzer. 2018 ging Bilibili in den USA<br />

an die Börse, seit März 20<strong>21</strong> ist das Unternehmen<br />

auch in Hongkong gelistet.<br />

Quelle: Bilibili<br />

www.chk-de.org


Kurzmeldungen<br />

5<br />

Abb.: NIO<br />

Europa-Start: NIO verkauft smarte Premium-EVs in Norwegen<br />

NIO bringt Power-Swap-Technologie nach Europa / Mit ES8 und ET7 kommen zwei<br />

Flaggschiffmodelle auf den europäischen Markt<br />

NIO, ein Pionier und Hersteller von smarten<br />

Premium-Elektrofahrzeugen, startet mit<br />

seinem Europa-Geschäft in Norwegen.<br />

Das 2014 gegründete Unternehmen hat sich zum<br />

Ziel gesetzt, NIO als globale Marke zu etablieren.<br />

„Wir betreiben seit 2015 unser Designcenter in<br />

München, in Oxford sitzt ein Performance-Team,<br />

in San José im Silicon Valley haben wir unser<br />

Software-Team. Mittlerweile beschäftigen wir<br />

mehr als 9.000 Mitarbeiter aus 45 Ländern. Wir<br />

sind als Erstes in China in den Markt gegangen.<br />

Jetzt geht es darum, unsere Marke und unsere<br />

Produkte in Europa einzuführen“, sagt NIO-CEO<br />

und Gründer William Li.<br />

NIO beabsichtigt, sein gesamtes Produkt- und<br />

Serviceportfolio in Europa zu etablieren – inklusive<br />

der innovativen NIO-Power-Swap-Technologie,<br />

die es ermöglicht, die Fahrzeugbatterien innerhalb<br />

von drei Minuten automatisch auszutauschen.<br />

Die ersten vier Stationen sollen noch 20<strong>21</strong><br />

in Betrieb genommen werden. Weitere Swap-Stationen<br />

kommen 2<strong>02</strong>2 hinzu, sodass in Norwe gen<br />

ein Power-Netzwerk entstehen wird, welches unter<br />

anderem die fünf wichtigsten Städte und verkehrsreichsten<br />

Routen abdeckt.<br />

Der NIO ES8, das Flaggschiff unter den smart<br />

electric SUVs mit einer elektrischen Reichweite<br />

von rund 500 Kilometern (WLTP), ist das erste<br />

Modell, das NIO in Europa platziert. NIOs vollelektrische<br />

smarte Limousine ET7 wird 2<strong>02</strong>2<br />

folgen. Neben den Fahrzeugen, der Ladeinfrastruktur<br />

und einem Servicenetzwerk setzt das<br />

Unternehmen mit einem NIO House in Oslo und<br />

einer eigenen Lifestyle-Marke auch in Europa<br />

auf eine User Experience, die über den Verkauf<br />

von Elektroautos hinausgeht.<br />

„In Norwegen beginnt ein neues Kapitel der<br />

Elektromobilität. So wie das Smartphone das<br />

Mobiltelefon abgelöst hat, so werden smart EVs<br />

nun das Kundenerlebnis neu definieren. Ein<br />

NIO-Fahrzeug zu besitzen bedeutet, Zugang zu<br />

aufregenden Möglichkeiten und Gemeinschaften<br />

zu erhalten, die das Leben der Nutzer über ein<br />

Premium-Elektrofahrzeug hinaus bereichern<br />

werden. Deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt,<br />

in Norwegen eine Community rund um NIO<br />

aufzubauen“, sagt Marius Hayler, Geschäftsführer<br />

von NIO Norway AS.<br />

Quelle: NIO<br />

Tencent Cloud kooperiert mit der University of Edinburgh<br />

in Forschung und Lehre<br />

Anfang Mai gab Tencent Cloud die Unterzeichnung<br />

eines Memorandum of Understanding<br />

(MoU) mit der University of<br />

Edinburgh bekannt. Ziel ist es, die Forschungsund<br />

Bildungsprogramme der Universität durch<br />

Cloud-Angebote und technisches Engagement<br />

zu unterstützen und so den technologischen<br />

Fortschritt der Universität im Bereich Forschung<br />

und Talentförderung zu stärken.<br />

Poshu Yeung, Senior Vice President bei Tencent<br />

Cloud International, sagte: „Die Unterzeichnung<br />

des MoU zur Unterstützung der University of<br />

Edinburgh bei ihrer technologischen Entwicklung<br />

unterstreicht das Engagement von Tencent Cloud<br />

im Bildungssegment. Wir freuen uns darauf, der<br />

Universität mehr Ressourcen für Bildungszwecke<br />

zur Verfügung zu stellen und Talente in diesem<br />

Bereich zu fördern sowie ihren Tech- und<br />

Wissens support zu stärken. Diese Initiative<br />

demonstriert auch die Mission des Unternehmens<br />

‚Value for Users, Tech for Good‘, die auf den Werten<br />

Integrität, Proaktivität, Zusammenarbeit und<br />

Kreativität basiert."<br />

Quelle: Tencent Cloud<br />

Abb.: www.technologyrecord.com<br />

www.chk-de.org


6<br />

Kurzmeldungen<br />

Unternehmensticker<br />

Abb.: Xuzhou Huaihai International Land Port Abb.: BASF<br />

BASF stärkt Forschung und Entwicklung in China<br />

Der BASF Innovation Campus Shanghai geht in die dritte Phase. Mit der Erweiterung<br />

unterstreicht die BASF ihr anhaltendes Engagement in China und Asien, wo immer<br />

mehr Forschung und Entwicklung des Konzerns stattfinden. Darüber hinaus verkündet<br />

die BASF die Gründung eines Beratergremiums im Rahmen der Forschungsallianz<br />

„Network for Asian Open Research“ (NAO). Sie verstärkt nach Aussage von BASF die<br />

Innovationsaktivitäten des Konzerns in Asien.<br />

Mit der Erweiterung wird BASF gezielt die Kapazitäten für Forschung und Entwicklung<br />

in China ausbauen. Schwerpunkte des Innovation Campus sind neue Materialien und<br />

Systeme sowie chemische Verfahrenstechnik. Damit will der Konzern die Anforderungen<br />

wachsender Industrien wie Automobil, Bau und Beschichtungen erfüllen. „Der weitere<br />

Ausbau der F&E-Kapazitäten des Innovation Campus Shanghai unterstützt unser Geschäft<br />

hervorragend und stärkt die Position von BASF als bevorzugter Innovationspartner vor Ort“,<br />

so Dr. Stephan Kothrade, President und Chairman Greater China, BASF.<br />

Quelle: investmentplattformchina.de<br />

Neue Seidenstraße: Verbindung zwischen Hamburg<br />

und Xuzhou erfolgreich etabliert<br />

Der erste Zug nach Hamburg startete im November vergangenen Jahres vom Güterbahnhof<br />

Tongshan. Seine Route verlief unter anderem über Russland und Polen. Von<br />

Hamburg wurden die unterwegs noch nicht abgeladenen Container weiter in Europa<br />

verteilt. In den vergangenen Jahren sind 232 Verbindungen zwischen 20 chinesischen<br />

Destinationen und Hamburg entstanden. Um gut sieben Prozent steigerte sich allein der<br />

Umschlag im interkontinentalen Bahnverkehr zwischen China und Hamburg im Jahr 2<strong>02</strong>0.<br />

Ins gesamt stieg das Volumen damit auf 107.000 TEU. Mittlerweile fahren fast 40 Züge<br />

wöchentlich zwischen unterschiedlichen Provinzen<br />

Chinas und Europas größtem Eisenbahnhafen.<br />

„Die neue Seidenstraße ist eine wichtige<br />

Ergänzung zum Seeverkehr für die globale Lieferkette<br />

zwischen China und Deutschland. Die guten<br />

Entwicklungen machen deutlich, dass das Angebot<br />

sehr gern angenommen wird“, sagt Axel<br />

Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing.<br />

Quelle: Hafen Hamburg Marketing e.V.<br />

China zum sechsten Mal in Folge größter Markt<br />

für Porsche – In den ersten beiden Monaten des<br />

Jahres 20<strong>21</strong> stieg der Absatz auf 13.910 Neufahrzeuge,<br />

was einer Steigerung von 54 Prozent gegenüber<br />

dem Vorjahr entspricht.<br />

Quelle: daoinsights.com<br />

Audi startet Elektro-Offensive in China – Bis 2<strong>02</strong>5<br />

sollen sechs neue rein elektrische Modelle auf den<br />

Markt kommen. Zusammen mit FAW baut Audi<br />

zudem ein neues Werk für E-Modelle in Changchun.<br />

Quelle: Automobilwoche<br />

Bosch und Qingling Motors kooperieren bei<br />

Brennstoffzelle – Das Gemeinschaftsunternehmen<br />

wird Brennstoffzellen-Systeme für den Markt in<br />

China entwickeln, montieren und vermarkten.<br />

Quelle: Robert Bosch GmbH<br />

TikTok investiert fünf Millionen in Kunst und<br />

Kultur – Mit #CreatorsForDiversity fördert das Unternehmen<br />

Kunst- und Kulturinstitutionen – und stellt<br />

dafür fünf Millionen Euro zur Verfügung.<br />

Quelle: TikTok<br />

Eckert & Ziegler trennt sich vom Geschäftsfeld<br />

Tumorbestrahlungsgeräte – 51 Prozent der An teile<br />

an der BEBIG Medical GmbH, in die sie das HDR-<br />

Geschäft ausgegliedert hat, wurden an die chinesische<br />

TCL Healthcare Equipment (TCL) in Shanghai<br />

verkauft.<br />

Quelle: Eckert & Ziegler<br />

Joh. Friedrich Behrens geht an GreatStar<br />

Europe – Der Hersteller von Druckluftnaglern aus<br />

dem norddeutschen Ahrensburg musste im November<br />

Insolvenz anmelden. Durch den Einstieg von<br />

Great Star Europe aus Hangzhou, China, können alle<br />

Arbeitsplätze erhalten bleiben.<br />

Quelle: investmentplattformchina.de<br />

Expansion mit E-Bikes – Die Yadea Technology<br />

Group Co., Ltd. aus Wuxi nimmt neben elektrischen<br />

Motorrollern erstmals E-Tretroller und E-Bikes ins<br />

globale Portfolio auf. Ein Teil des Expansionsplans<br />

ist die Kooperation mit dem Mobilitäsabo-Geschäft<br />

des ADAC.<br />

Quelle:radmarkt.de<br />

www.chk-de.org


7<br />

tesa investiert 32 Millionen in Werkserweiterung: Produktionsstart in Suzhou<br />

Ob Smartphones, Tablets, Notebooks, Fernseher,<br />

OLED-Anwendungen oder tragbare<br />

Mini-Computer wie Smartwatches und<br />

Fitness-Tracker: Fast alle großen Elektronikhersteller<br />

sind in China ansässig. Dort hat tesa<br />

Anfang April aufgrund der großen Nachfrage<br />

nach Hightech-Klebelösungen die Erweiterung<br />

seines Werks im chinesischen Suzhou gefeiert.<br />

Herzstück des Neubaus mit einer Gesamtfläche<br />

von 15.000 Quadratmetern und einem Investitionsvolumen<br />

von 32 Millionen Euro ist eine der<br />

weltweit modernsten Reinraum-Einheiten zur<br />

Herstellung von Präzisions-Klebebändern.<br />

Abb.: tesa<br />

„Unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie<br />

hat unser 50-köpfiges, internationales<br />

Projektteam die Fertigstellung der<br />

neuen Produktionsstätte in China hervorragend<br />

umgesetzt“, berichtete Frank Kolmorgen, President<br />

and Regional Manager tesa Greater China, anlässlich<br />

der Eröffnungsfeier. Der internationale<br />

Klebeband-Hersteller hatte sich frühzeitig entschlossen,<br />

die Kapazitäten und Gebäude des<br />

Werks signifikant zu erweitern, als abzusehen<br />

war, dass aufgrund der hohen Nachfrage der<br />

bestehende Produktionsstandort im Industriepark<br />

der Metropole Suzhou spätestens 2<strong>02</strong>5 an seine<br />

Grenzen stoßen würde.<br />

Quelle: investmentplattformchina.de<br />

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8 Titel<br />

Abb.: Robert Way, Shutterstock<br />

www.chk-de.org


9<br />

Sport verbindet<br />

In China setzen sich neue Sportarten schnell durch und bieten viel<br />

Potenzial für internationale Kooperationen / Trend bei Sportausrüstungen<br />

geht zu hochwertigen Marken<br />

Sport hält Körper und Seele gesund. Sport verbindet Menschen und Kulturen. Dafür sorgen professionelle<br />

Vereine, zahllose Unternehmen für Sportausrüstungen oder auch internationale Architekturbüros mit<br />

ihren Stadionbauten. In China entstanden in kurzer Zeit viele, teilweise riesige Geschäfte für Sportbedarf<br />

und Sportkleidung, viele der angebotenen Artikel sind hochpreisige Markenware.<br />

www.chk-de.org


10<br />

Titel<br />

Abb.: LP2 Studio, Shutterstock<br />

Um Chinas sportbegeisterte Menschen<br />

kennenzulernen, lohnt es sich, früh aufzustehen.<br />

Wenn der Morgen in Chinas<br />

Metropolen erwacht, füllen sich zahllose Plätze,<br />

Straßen oder auch die kleine Grünanlage im<br />

Wohnblock mit Menschen, die den Tag mit<br />

Gymnastikübungen, Tanz, Tai-Chi oder anderem<br />

Bewegungssport begrüßen. Die Senioren-Spielplätze<br />

mit bunten Trimmgeräten sind ebenfalls<br />

gut besucht. Wenn man zu dieser Zeit vom<br />

Shanghaier Volkspark zur Uferpromenade läuft,<br />

sind Hunderte verschiedene Gruppen zu sehen,<br />

die für jeden Geschmack etwas bieten. Am Abend<br />

endet der Tag für ebenso zahllose Gruppen mit<br />

Tanz: Disco, klassische Tänze, Pop oder Walzer…<br />

Lebensfreude, Ernsthaftigkeit und Würde sind den<br />

zumeist älteren Tänzern ins Gesicht geschrieben.<br />

Körper und Geist bilden in der klassischen chinesischen<br />

Philosophie eine Einheit. So entsteht<br />

auch ein gewaltiger Markt für Sportprodukte.<br />

Manche Rentnerin, die im Park sanft ihre Tai-<br />

Chi-Übungen zelebriert, trägt teure Markenturnschuhe.<br />

Jüngere Chinesen haben dagegen weniger Zeit,<br />

werden jedoch zunehmend körperbewusster.<br />

Fitnessstudios boomen ebenso wie Fitnessparks<br />

mit Schwimmhallen und Freizeiteinrichtungen.<br />

Skilaufen und Wandern werden als Massensport<br />

entdeckt. In Nordchina entstehen neue Wintersportgebiete,<br />

aber auch im Tianshan, dem<br />

Himmelsgebirge im Westen Chinas, ist Skifahren<br />

auf über 3.000 Metern Höhe möglich. Mit den<br />

Olympischen Winterspielen im Februar 2<strong>02</strong>2<br />

dürfte der weiße Sport einen zusätzlichen Schub<br />

bekommen.<br />

Auch der Hochleistungssport wird in China intensiv<br />

gefördert, und internationale Koope rationen<br />

sind dabei gefragt. Länderübergreifende<br />

Sportveranstaltungen sorgen besonders in<br />

schwierigen Zeiten für gegenseitiges Verständnis.<br />

Mit der sogenannten Tischtennisdiplomatie began<br />

nen sich die Beziehungen zwischen dem Westen<br />

und China vor einem halben Jahrhundert zu<br />

entspannen. „Der kleine Ball bewegt den großen<br />

Ball“, so wird in China noch heute an dieses<br />

historische Ereignis erinnert. „Die Ping-Pong-<br />

Diplomatie vor 50 Jahren ist von besonderer<br />

Bedeutung in der Geschichte der Beziehungen<br />

zwischen China und den USA“, sagte der chinesische<br />

Botschafter in den Vereinigten Staaten,<br />

CUI Tiankai, in einer Videorede im März zum<br />

Jahrestag der ersten Sportbegegnungen zwischen<br />

der VR China und den USA. Einen ähnlichen Vertrauensschub<br />

sollen auch die bevorstehenden<br />

Winterspiele in China bringen.<br />

China als Wachstumsmarkt<br />

Sport verbindet Menschen und Nationen. Sport ist<br />

aber auch ein Geschäft, das in China unglaublich<br />

hohe Wachstumszahlen aufweist. Für viele internationale<br />

Anbieter von Sportbekleidung oder<br />

Sportgeräten wurde China innerhalb kurzer Zeit<br />

der weltweit wichtigste Absatzmarkt. Es entstanden<br />

zudem auch hochwertige chinesische<br />

Marken, die jetzt weltweite Bedeutung bekommen.<br />

Der Trend geht dabei schnell zu hochpreisigen<br />

Angeboten mit ausgefallenem Design<br />

und bester Qualität.<br />

Ebenso hochwertig sind die Fitnesszentren, die<br />

in kurzer Zeit entstanden. Die jungen, leistungsorientierten<br />

Chinesen nehmen sich kaum Zeit für<br />

die morgendlichen Gruppenübungen oder für einen<br />

Tanz im Park während der Abenddämmerung.<br />

Die Gesundheit wird in den Fitnesszentren gepflegt,<br />

die auch Unterhaltung und Lifestyle bieten<br />

müssen. Die Gesundheitstempel müssen Qualitätsstandards<br />

einhalten und die Trainer eine<br />

Qualifikation vorweisen.<br />

Und natürlich ist in China der Sport auch digital.<br />

Die App Keep mit Online-Fitnessprogrammen<br />

hatte Ende 2<strong>02</strong>0 etwa 13 Millionen aktive<br />

Nutzer pro Monat. Der Erfolg von Keep basiert<br />

auf der Kombination der Social-Media- und E-<br />

Commerce-Funktionen. Die sportbegeisterten<br />

Nutzer haben damit ein Managementprogramm<br />

für ihren persönlichen Trainingsplan. Sportartikelhersteller<br />

können in der App eigene Stores<br />

betreiben und damit ihre Zielgruppe direkt<br />

www.chk-de.org


11<br />

Abb.: TD Reply<br />

erreichen. Die Anbieter erstellen soziale Kampagnen<br />

im Community-Bereich, dadurch können<br />

sie mit den Nutzern ihr Angebot weiterent wickeln.<br />

Auch bei den Fitness-Apps gibt es einen<br />

harten Wettbewerb um die besten Angebote, die<br />

spannendsten Inhalte. Die Fitness-App Codoon<br />

hatte Ende 2<strong>02</strong>0 etwa 6,5 Millionen Nutzer<br />

monatlich, Mi Fit 6,2 Millionen und Yodu Run<br />

etwa 5,4 Millionen Nutzer. Auch hier ändert sich<br />

der Markt rasend schnell. Eine Fitness- oder<br />

Gesundheits-App gehört zur Standardausrüstung<br />

jedes Smartphones in China.<br />

Mit der Sportbegeisterung professionalisieren<br />

sich auch die Vereine. Besonders deutlich ist dies<br />

beim Fußball zu sehen. Deutschland ist dabei<br />

besonders gefragt. Wenn man sich in China als<br />

Deutscher vorstellt, nennt der chinesische Gesprächspartner<br />

oft zunächst deutsche Bundesligaspieler,<br />

deutsche Fußballvereine; kommentiert<br />

vielleicht sogar die Spiele vom zurückliegenden<br />

Wochenende. Einige deutsche Vereine unterstützen<br />

den Aufbau des Profisports in China, auch<br />

das verbindet. Über soziale Netzwerke werden<br />

die Spiele in China millionenfach aufgerufen, ein<br />

unschätzbarer Kanal für die Werbeinhalte der<br />

deutschen Vereine.<br />

Basketball ist ebenso beliebt. Der chinesische<br />

Basketballverband CBA hat geschätzt, dass die<br />

Gesamtzahl der Gelegenheitsspieler im Land<br />

mehr als 300 Millionen beträgt. Auch hier gibt<br />

es eine intensive internationale Zusammenarbeit.<br />

Volleyball wurde durch den Sportstar LANG Ping<br />

populär. Und natürlich wird auch weiterhin in<br />

China überall der nationale Ballsport gespielt:<br />

Tischtennis.<br />

Jenny Lang – ein Sportstar in China und den USA<br />

Abb.: coachrey.com<br />

LANG Ping, außerhalb Chinas als Jenny Lang bekannt,<br />

gewann 1984 in Los Angeles die Goldmedaille mit<br />

der chinesischen Volleyball-Nationalmannschaft.<br />

Nachdem sie eine Weile in den USA gelebt hatte, trainierte<br />

Jenny Lang die chinesische Volleyball-Frauen-<br />

Nationalmannschaft von 1995 bis 1998 und erneut von<br />

2013 bis heute. 2019 führte sie die Mannschaft zum<br />

Sieg beim letzten FIVB World Cup in Japan und machte<br />

China damit zum Rekordsieger des Turniers. Außerdem<br />

war Jenny Lang für mehrere Jahre Cheftrainerin der<br />

US-amerikanischen Frauen-Nationalmannschaft, unter<br />

anderem während der Olympischen Spiele 2008 in Beijing,<br />

wo sie bei ihrem Weg zur Silbermedaille von den<br />

lokalen Sportfans begeistert gefeiert wurde.<br />

www.chk-de.org


12 Interview<br />

Interview<br />

CARSTEN CRAMER<br />

Carsten Cramer merkt man seine Begeisterung für den chinesischen Markt an. Dem für<br />

Marketing und Internationalisierung zuständigen Geschäftsführer von Fußball-Bundesligist<br />

Borussia Dortmund imponiert vor allem die Fußballbegeisterung in China, wo der BVB<br />

seit 2017 mit einem eigenen Büro vertreten ist. Verständnis für die andere Kultur und<br />

Anpassungsfähigkeit sind für Cramer die wichtigsten Zutaten für ein erfolgreiches<br />

Engagement in China. Und das zahlt sich aus für den BVB – die Fanbasis wächst und damit<br />

auch die Vermarktungschancen für den Klub und seine Partner.<br />

CHKD <strong>CONNECT</strong>: Lieber Herr Cramer, der BVB<br />

ist seit 2017 mit einem eigenen Büro in China.<br />

Wie erleben Sie die Begeisterung für den Fußball<br />

bei den Menschen vor Ort?<br />

Carsten Cramer: Ich empfinde die Begeisterungsfähigkeit<br />

der Menschen in China als sehr groß.<br />

Genauso wie die Bereitschaft, sich mit neuen<br />

Dingen auseinanderzusetzen. Wir erleben die<br />

Menschen in China als sehr interessiert am BVB,<br />

sie begegnen uns extrem offen und wissen vor<br />

allem auch sehr viel über uns. Bei den zwei<br />

Besuchen unserer Mannschaft ist uns stark<br />

aufgefallen, wie sich die Chinesen im Detail mit<br />

den Spielern und auch den Repräsentanten auseinandersetzen.<br />

All das spricht für eine enorme<br />

Begeisterungsfähigkeit für den Fußball im Allgemeinen.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Gibt es eine Fußballkultur in China?<br />

Cramer: Ja, eine, die natürlich auch noch im Aufbau<br />

ist, aber dadurch ist sie nicht minder wertzuschätzen.<br />

Wir bemerken, dass es den Menschen<br />

etwas bedeutet. Und man merkt, dass das Thema<br />

Fußball auch mehr und mehr in den Schulsport<br />

gelangt und dass Fußball eine immer attraktivere<br />

Alternative zu traditionellen Sportarten des<br />

Landes wie Tischtennis, Basketball oder Turn- und<br />

Individualsportarten zu sein scheint.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Was waren die wichtigsten Gründe<br />

für den BVB, nach China zu gehen?<br />

Cramer: Ganz einfach das Interesse am Fußball.<br />

Wir wollen so viele Menschen wie möglich für den<br />

schwarz-gelben Fußball von Borussia Dortmund<br />

begeistern und glauben, dass wir als stets<br />

ambitionierter Herausforderer, der junge Spieler<br />

zu Stars der Zukunft ausbildet und seit jeher stark<br />

auf den Nachwuchs gesetzt hat, ein sehr vertrauenswürdiger<br />

Partner für die Menschen in<br />

einem Land sein können, dessen eigene fußballerische<br />

Entwicklung gerade im Aufbau ist.<br />

Wir glauben, dass ein Klub wie Borussia Dortmund<br />

das Programm, das der chinesische Staatspräsident<br />

mit den Vertretern des Fußballs ausgerufen<br />

hat, nämlich vermehrt auf den Fußball<br />

zu setzen und in die Ausbildung junger Spieler<br />

zu investieren, extrem gut personifiziert. Wir sind<br />

darüber hinaus ein Klub, der viel Nähe zulässt.<br />

Ich merke, dass das auch in China sehr gut ankommt.<br />

Wir spielen nicht nur ein Freundschaftsspiel,<br />

winken einmal vom Mittelkreis und verabschieden<br />

uns. Wir sind anfassbar, wollen die<br />

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13<br />

Geschichten der Menschen hören und ihnen<br />

unsere eigene erzählen. Die erfolgreiche Geschichte<br />

des BVB scheint die Chinesen zu interessieren.<br />

Das alles hat in Summe dazu geführt,<br />

dass wir gesagt haben, wir wollen in diesem Land<br />

Menschen, Medien und auch Unternehmen für<br />

den BVB begeistern.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Ihr Engagement ist sicherlich auch<br />

aus Marketingsicht reizvoll. Gibt es Zahlen zum<br />

Umsatz in China?<br />

Cramer: Wir schlüsseln das nie so direkt auf.<br />

Aber Fakt ist, dass gerade für unsere globalen<br />

Partner die Internationalisierung wichtig ist. Da<br />

spielt China eine große Rolle, ähnlich wie Nordamerika.<br />

Wir haben durch die virtuelle Bandenwerbung<br />

mittlerweile die Möglichkeit, unterschiedliche<br />

Stadionbilder in unterschiedliche<br />

Märkte zu projizieren – zum Beispiel also, wenn<br />

deutsche Unternehmen chinesische Botschaften<br />

für den dortigen Markt platzieren möchten. Das<br />

ist ein Wachstumsthema, und deshalb können<br />

wir mit Fug und Recht behaupten, dass wir vom<br />

ersten Tag an trotz hoher Investitionen immer<br />

eine schwarze Null geschrieben haben. Das hat<br />

inzwischen sogar so weit geführt, dass wir im<br />

Hauptquartier in Dortmund eine chinesische<br />

Mitarbeiterin beschäftigen, die sich im Bereich<br />

der internationalen Kommunikation und des<br />

Marketings natürlich hauptsächlich mit Aktivitäten<br />

in ihrem Heimatland beschäftigt. Glauben<br />

Sie mir, an eine solche Position hätte bei uns<br />

noch vor fünf Jahren beim besten Willen niemand<br />

einen Gedanken verschwendet.<br />

weil wir die Hoffnung haben, dass diese dann<br />

auch langfristig Fans unseres Klubs bleiben.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Was machen Sie genau im Bereich<br />

Nachwuchsförderung?<br />

Cramer: Unsere Fußball-Akademie bietet in China<br />

an verschiedenen Standorten Programme an. Wir<br />

haben Kooperationen mit Firmen wie Evonik und<br />

Wilo, die für ihre Mitarbeiter und deren Kinder<br />

Programme anbieten. Außerdem arbeiten wir<br />

sehr intensiv mit Schulen in Shanghai und Dortmunds<br />

Partnerstadt Xi’an zusammen und sind<br />

eine Vereinskooperation mit Shandong Luneng<br />

eingegangen, wo wir ganz gezielt auf das Thema<br />

Jugendarbeit gesetzt haben. Ziel ist es, unsere<br />

Akademie-Angebote in China weiter auszubauen.<br />

Wenn Kinder und Jugendliche einmal im schwarz -<br />

gelben Trikot an einer aktiven Fußballeinheit<br />

teilgenommen haben, dann glauben wir, dass das<br />

ein sehr hohes Maß an Identifikation hervorbringt.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Was waren bisher die schönsten<br />

Erfolge für den BVB in China?<br />

Cramer: Die wachsende Wahrnehmung. Das Interesse<br />

an unseren Spielen und Trainingseinheiten<br />

in China ist beeindruckend gewesen. Und<br />

egal, wo wir mit der Fußball-Akademie auflaufen:<br />

Wir müssen den BVB nicht mehr großartig erklären.<br />

Dabei hilft zum Glück auch eine Vereinsfarbgebung,<br />

die für hohe Wiedererkennung sorgt.<br />

Die digitalen Reichweiten und die Zugriffszahlen<br />

auf unsere Angebote wachsen, und wir gehören<br />

mit Bayern München auf dem Sender PPTV zu<br />

den meistgesehenen Fußballvereinen in China.<br />

Das ist ein Kompliment und eine Bestätigung für<br />

unsere Arbeit.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Gab es auch Rückschläge?<br />

Cramer: Nicht jede Unternehmenskooperation ist<br />

so gelaufen, wie sie vom ersten Tag an geplant<br />

war. Man muss sicherlich andere Ansprüche an<br />

Dinge wie Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit<br />

stellen und hinsichtlich der unterschiedlichen<br />

Geschäftspraktiken schon eine gewisse Anpassungsfähigkeit<br />

entwickeln – insbesondere,<br />

wenn man seine Heimat hier in Westfalen hat,<br />

wo der Handschlag auch eine gewisse Bedeutung<br />

hat.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Was läuft in China anders?<br />

Cramer: Es gibt oft Situationen, dass jemand<br />

schnell dabei ist, aber auch genauso schnell wieder<br />

weg. Die Sprunghaftigkeit ist sicherlich eine<br />

andere. Ich habe in China außerdem gelernt, dass<br />

man nicht über mehr als zwei Jahre nachdenken<br />

<strong>CONNECT</strong>: Welche Besonderheiten gibt es aus<br />

Ihrer Sicht in China? Was sollte man beachten?<br />

Cramer: Wichtig ist, nicht den neunmalklugen<br />

Deutschen zu spielen und so überhaupt nicht<br />

auf die Befindlichkeiten der Chinesen einzugehen.<br />

Schlecht wäre einfach, deutsche Inhalte<br />

ins Chinesische zu übersetzen. Es ist wichtig,<br />

sich auf die Menschen einzulassen und die Perspektive<br />

der Chinesen kennenzulernen. Deshalb<br />

differenzieren wir auch in Asien: Wie sprechen<br />

wir Chinesen an, wie Menschen in Südostasien<br />

und wie in Japan? Wir setzen in China sehr stark<br />

auf das Thema Nachwuchs und wollen gezielt<br />

Kinder und Jugendliche für den Klub begeistern,<br />

www.chk-de.org


14 Interview<br />

sollte. Und: Eine Verhandlung ist eine Verhandlung,<br />

aber selbst wenn sie abgeschlossen<br />

ist, ist sie noch nicht zwangsläufig auch wirklich<br />

zu Ende.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Wie gehen Sie damit um?<br />

Cramer: Das ist für uns reizvoll. Sie können sich<br />

darüber beklagen – oder Sie lassen sich darauf<br />

ein. Was wir zum Beispiel auch dadurch zum<br />

Ausdruck bringen, dass wir neben einem Büroleiter<br />

aus Deutschland vor allem chinesische<br />

Kollegen vor Ort haben. Das machen wir, weil<br />

wir eben nicht den Chinesen unsere Welt überstülpen<br />

wollen, sondern am Ende wollen wir<br />

das für Chinesen mit Chinesen machen. Ich<br />

glaube, das ist wichtig und hilft uns Mitteleuropäern,<br />

ein ganz anderes Verständnis für<br />

den Kulturkreis, für die Menschen und auch für<br />

die Geschäftspraktiken zu bekommen.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Man merkt Ihnen Ihre Begeisterung<br />

für China an, Herr Cramer.<br />

Cramer: Unser Commitment zu China ist ein ehrliches<br />

und wirklich langfristiges. Wir haben da<br />

Bock drauf, uns macht das Spaß, und wenn wir<br />

das machen, dann machen wir das auch richtig.<br />

Die Geduld und den langen Atem, den es dafür<br />

braucht, haben wir, und wir sind auch nicht vor<br />

Rückschlägen gefeit. Aber trotz der Tatsache,<br />

dass wir auch mal zwei, drei unternehmerische<br />

Entscheidungen in China enttäuscht zur Kenntnis<br />

genommen haben, stellen wir unser Engagement<br />

nicht grundsätzlich infrage.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Eine letzte Frage. Was hat der BVB-<br />

Fan hier in Deutschland von Ihrem Engagement<br />

in China?<br />

Cramer: Das ist eine durchaus berechtigte<br />

Frage, die ja mehr Ausdruck einer Sorge ist,<br />

dass man sich womöglich um den Fan in Shanghai<br />

intensiver kümmert und den Fokus für seine<br />

Heimat verliert. Doch am Ende, glaube ich, spürt<br />

auch der Dortmunder Fan, dass es nicht weh<br />

tut, noch einen Freund in China oder in den USA<br />

zu haben, der den BVB genauso gut findet, wenn<br />

auch in anderer Ausprägung. Aber selbstverständlich<br />

müssen wir bei der Internatio nalisierung<br />

immer wieder sehen, dass wir den<br />

Heimatmarkt nicht aus dem Auge verlieren,<br />

denn Borussia Dortmund ist auch in China nur<br />

deshalb so interessant und für die Menschen<br />

faszinierend, weil das Lagerfeuer hier in Dortmund<br />

entsprechend heiß ist. Nur wenn das<br />

Stadion (hoffentlich bald wieder) voll ist, nur<br />

wenn die Südtribüne mit 25.000 Fans enthusiastisch<br />

die Tore von Erling Haaland feiert, wird<br />

der Funke, den Dortmund verkörpert, auch nach<br />

Fernost überspringen.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Lieber Herr Cramer, vielen Dank für<br />

das interessante Gespräch!<br />

Milestones<br />

Carsten Cramer<br />

• Bis 2000 Geschäftsführer & Marketingleiter<br />

bei Preußen Münster<br />

• 2000–2007 Teamleiter beim<br />

Sportrechtevermarkter Ufa (später<br />

Sportfive), tätig für den Hamburger<br />

SV und Borussia Dortmund<br />

• 2007–2010 Senior Vice-President<br />

bei Sportfive, verantwortlich für das<br />

deutschlandweite Marketing- und<br />

Vertriebsgeschäft<br />

• 2010 Direktor Vertrieb & Marketing<br />

bei Borussia Dortmund (später auch<br />

verantwortlich für die Bereiche<br />

Internationalisierung und Digitalisierung)<br />

• 2018 Mitgeschäftsführer der<br />

Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH<br />

www.chk-de.org


Titel<br />

15<br />

Abb.: www.adidas-group.com<br />

Chinas stark expandierender Markt<br />

verschafft ausländischen Sportmarken<br />

hohe Zuwachsraten<br />

Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen auf<br />

besonderen Geschmack eingehen und Kriterien für<br />

Kaufentscheidungen berücksichtigen<br />

Wettbewerber Puma hatte im gesamten Geschäftsjahr<br />

2<strong>02</strong>0 einen Umsatz von 5,23 Milliarden<br />

Euro. Puma weist China in seinem Geschäftsbericht<br />

nicht gesondert aus und nennt für den<br />

asiatisch- pazifischen Raum einen Umsatz von<br />

1,48 Milliarden Euro. Auch für Skateboards,<br />

Skiausrüstung, Bergsteigerbedarf und für viele<br />

weitere neue Trendsportarten wird China als<br />

Absatzmarkt interessant.<br />

Für jeden der über eine Milliarde Chinesen<br />

ein Sportschuh. Das war vor Jahren der<br />

Traum aller Marketingchefs der etablierten<br />

Sportartikelhersteller. In der Zwischenzeit wurden<br />

viele Milliarden Sportschuhe in China verkauft.<br />

In den Einkaufszentren Chinas stehen europäische<br />

Marken neben japanischen, südkoreanischen<br />

und amerikanischen. Und chinesische Marken<br />

sind stark im Kommen. Das Potenzial ist trotz der<br />

unfassbaren Konkurrenz gewaltig, und für einige<br />

westliche Anbieter ist China der wichtigste Markt<br />

der ganzen Welt.<br />

Qualität und Markenprodukte sind gefragt und<br />

sorgen für gute Gewinne. Als Produktionsstandort<br />

spielt China hingegen eine immer geringere<br />

Rolle. Im Geschäftsjahr 2<strong>02</strong>0 hat Adidas Umsatzerlöse<br />

in Höhe von 4,428 Milliarden Euro in China<br />

erwirtschaftet. Weltweit hat Adidas 2<strong>02</strong>0 Umsatzerlöse<br />

von 19,844 Milliarden Euro erzielt. Der<br />

Umsatz in China macht also einen Anteil von<br />

rund 23 Prozent aus. Allein im Zeitraum von 2015<br />

bis 2<strong>02</strong>0 hat Adidas seine Umsätze in China verdoppelt.<br />

Von den 2<strong>02</strong>0 etwa 380 Millionen produzierten<br />

Adidas-Sportschuhen kamen lediglich<br />

15 Prozent aus China. Von den 465 Millionen<br />

Adidas-Bekleidungsstücken kamen 20 Prozent<br />

aus China.<br />

Chinas Verbraucher achten bei ihren Kaufentscheidungen<br />

verstärkt auf ökologische und<br />

soziale Standards in der Lieferkette der Produkte.<br />

Wenn die Lieferkettenstandards dazu genutzt<br />

werden, um von außen mit unbewiesenen Behauptungen,<br />

wie bei der derzeitigen Auseinandersetzung<br />

um Baumwolle, mit Kaufboykotten<br />

die US-Produzenten zu schützen, reagieren chinesische<br />

Käufer durchaus mit einem Gegenboykott,<br />

was auch einige Sportartikelhersteller<br />

aus dem Ausland derzeit spüren. Leidtragende<br />

sind in erster Linie Unternehmen, die nur schwer<br />

auf den chinesischen Markt verzichten können.<br />

Doch dürfte dieser von den USA eher handelspolitisch<br />

motivierte Konflikt ein guter Ansatz<br />

sein, um die Frage sauberer Lieferketten global<br />

angehen zu können.<br />

www.chk-de.org


16<br />

Titel<br />

Adidas in China<br />

Geschäfte<br />

12.000, davon 500<br />

eigene Adidas Stores<br />

Mitarbeiter<br />

Etwa 10.000 in China<br />

(weltweit: 62.000 Mitarbeiter)<br />

Hauptsitz<br />

Shanghai (seit 2019 neues Bürogebäude<br />

„Homecourt“ im IFC-Tower<br />

mit Platz für etwa 1.500 Mitarbeiter)<br />

Umsatz<br />

2<strong>02</strong>0<br />

20<strong>21</strong><br />

4,428 Milliarden Euro in China, 23 Prozent des weltweiten<br />

Umsatzes (19,844 Milliarden Euro)<br />

Das Unternehmen rechnet mit einem währungsbereinigten<br />

Umsatzwachstum zwischen 20 und 30 Prozent<br />

Wachstum<br />

2015–2<strong>02</strong>0:<br />

Verdoppelung des Umsatzes zwischen 2015 und 2<strong>02</strong>0<br />

20<strong>21</strong>–2<strong>02</strong>5:<br />

durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum im<br />

niedrigen zweistelligen Bereich in China erwartet<br />

Innovative Marketingkooperationen „Made in China“<br />

Auch aus Marketingsicht erscheint China zunehmend<br />

als Land der unbegrenzten Möglichkeiten,<br />

wird aber für ausländische Hersteller<br />

gleichzeitig immer anspruchsvoller. Kreative<br />

Ideen und exklusive Produkte sind gefragt – die<br />

Einbindung von Social Media ist ein Muss. Das<br />

Resultat sind originelle Kampagnen und ausgefallene<br />

Kooperationen, die in Deutschland wohl<br />

nur schwer zu realisieren wären. Dabei sind<br />

branchenübergreifende Kooperationen derzeit<br />

sehr beliebt bei chinesischen Verbrauchern. Marken,<br />

die skurrile Produkte in limitierter Auflage<br />

auf den Markt bringen, können in den sozialen<br />

Medien für Aufsehen sorgen.<br />

Im November 2<strong>02</strong>0 arbeiteten Puma und Hema,<br />

ein beliebter chinesischer Essenslieferant, zusammen<br />

und starteten die „High Energy Planet“-<br />

Kampagne. Puma entwarf eine Tasche zum<br />

Warmhalten von Speisen in limitierter Auflage<br />

für den Feuertopf-Takeaway-Service von Hema.<br />

Zwar transportierten die Taschen tatsächlich nur<br />

Feuertopf-Zutaten und nicht die warme Mahlzeit<br />

selbst, sie kamen aber bei den Kunden gut an und<br />

konnten über die Hema-App bestellt werden.<br />

Solche Kooperationen mit einem beliebten chinesischen<br />

Unternehmen helfen ausländischen<br />

Unternehmen, mehr Aufmerksamkeit zu erlangen<br />

und sich von anderen Marken abzuheben. Insgesamt<br />

gilt es, sich auf die Besonderheiten des<br />

Marktes einzustellen. Die Grenzen zwischen<br />

unterschiedlichen Kategorien verschwimmen<br />

immer weiter. Neben „Athleisure“ heißt das neueste<br />

Buzzwort in China dabei „Spashion“. „Das<br />

ist die Kombination von Sports und Fashion.<br />

Immer mehr Menschen wollen Sportartikel, die<br />

sie auch in der Freizeit nutzen können“, so TANG<br />

Lifei von APAC Sports Media. Turnschuhe entwickeln<br />

sich zum Sammlerobjekt; die Medien<br />

berichten vom Sneaker-Wahn, bei dem für limitierte<br />

Modelle umgerechnet fünfstellige Euro-<br />

Beträge bezahlt werden.<br />

Auch im Bereich Sportbekleidung und Zubehör ist<br />

der „China Speed“ zu sehen, der Markt ver än dert<br />

sich rasend schnell. „Die Verbraucher kaufen<br />

tendenziell weniger, geben dafür aber mehr aus“,<br />

so Stefanie Schmitt, die für Germany Trade &<br />

Invest aus Beijing berichtet. „Des Weiteren legen<br />

chinesische Marken zunehmend Wert auf eigenständiges<br />

Design oder eigenständige Technologien,<br />

etwa bei Sportbekleidung. Wer vorne<br />

mitspielen will, muss eigene Entwicklungen aufweisen.“<br />

Abb.: daoinsights.com<br />

www.chk-de.org


17<br />

Abb.: ISPO<br />

Messen vernetzen die Sport- und Outdoorwelt<br />

Der chinesische Markt hat seine Eigenheiten, und<br />

mit reinen Exportgeschäften kann man dort<br />

schwerlich umfassend Fuß fassen. Gute, professionelle<br />

und verlässliche Partner vor Ort sind gefragt.<br />

Einen guten Marktüberblick, die Möglichkeit,<br />

potenzielle Geschäftspartner zu treffen und<br />

viele Onlineinformationen bieten die bald wieder<br />

real stattfindenden Sportmessen. Die Sportwelt<br />

sehnt sich nach weltweiten Treffen für die Zeit<br />

nach Corona, und auch die Anbieter von Sportausrüstung<br />

hoffen, sich bald wieder auf den<br />

großen Branchentreffen zu begegnen und die<br />

neuesten Produkte real zu zeigen. Die Messe<br />

München vernetzt die Sport- und Outdoorwelt<br />

seit 50 Jahren erfolgreich und bietet auf der<br />

weltgrößten Sportmesse ISPO detaillierte Fachinformationen<br />

und Produktübersichten; es ist<br />

der globale Branchentreffpunkt. Neben der ISPO<br />

München haben sich auch die ISPO Shanghai<br />

und die ISPO Beijing gut etabliert. Dies zeigt die<br />

Bedeutung des chinesischen Markts für Sportartikel.<br />

Im Februar präsentierten 545 Aussteller aus 110<br />

Ländern ihre Produkte und Innovationen auf der<br />

ISPO Munich Online 20<strong>21</strong>. Dr. Jeanette Friedrich,<br />

Leiterin der ISPO Group, hält das Aufrechterhalten<br />

der Kontakte in Corona-Zeiten für besonders<br />

wichtig: „Wir sind sehr dankbar für das<br />

Vertrauen, das Aussteller, Referenten und Partner<br />

uns im Voraus entgegengebracht haben. Nur<br />

gemeinsam können wir uns weiterentwickeln. Die<br />

ISPO Munich Online sendet ein starkes Signal für<br />

eine Sportbranche, die digital auf dem neuesten<br />

Stand ist und eine Vorreiterrolle im Bereich<br />

Nachhaltigkeit und der Verknüpfung von Sport<br />

und Gesundheit spielt.“<br />

Anfang Juli findet die ISPO Shanghai statt, und<br />

die Messe München arbeitet daran, diese Leitmesse<br />

nicht nur virtuell stattfinden zu lassen.<br />

Auf dem Messegelände oder digital – die Shanghaier<br />

Messe gibt einen umfassenden Einblick in<br />

den boomenden und sich schnell ändernden<br />

chine sischen Sportmarkt und auf Olympia.<br />

BERLIN: IHR TOR NACH EUROPA<br />

Berlin bietet Ihnen optimale Bedingungen,<br />

um den europäischen Markt zu erschließen.<br />

Die deutsche Hauptstadt steht für Technologie,<br />

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18<br />

Titel<br />

Trendige Qualitätsmarken aus China<br />

Abb.:TechWeb.com.cn<br />

aus dem autonomen Gebiet Guangxi stammt und<br />

den Konzern 1990 gründete, kennt sich aus in<br />

der Sportwelt: Zuvor nahm er als Turner für China<br />

an den Olympischen Spielen teil und gewann<br />

1984 in Los Angeles sechs Medaillen.<br />

Abb.: Fast Company<br />

In China boomt der Breitensport, und es entstand<br />

ein Markt mit einer Milliarde Kunden<br />

und eigenen Marken. Die chinesischen Sportmarken<br />

waren vor Kurzem im Westen noch nicht<br />

sehr breit vertreten, werden jedoch in Europa<br />

zunehmend bekannt und beliebt. Unter den Top<br />

Ten der bekanntesten Marken tauchen jetzt auch<br />

Unternehmen aus China auf. Auch Corona konnte<br />

den Aufstieg chinesischer Marken nicht ausbremsen.<br />

„Obwohl die Covid-19-Pandemie noch nicht zu<br />

Ende ist, hat sich die sozioökonomische und Konsumstimmung<br />

in China allmählich verbessert“,<br />

sagte LI Ning, Executive Chairman und Joint<br />

Chief Executive des Unternehmens Li Ning. Der<br />

Umsatz von Li Ning stieg 2<strong>02</strong>0 um 4,2 Prozent<br />

auf 14,46 Milliarden RMB. Das Segment Ausrüstung<br />

und Zubehör verzeichnete einen Umsatzanstieg<br />

von 11,7 Prozent, während sich das<br />

Schuhgeschäft um 4,2 Prozent verbesserte und<br />

das Bekleidungsgeschäft laut einer Meldung an<br />

der Hongkonger Börse um 3,6 Prozent zulegte.<br />

Der Nettogewinn des Unternehmens sei im vergangenen<br />

Jahr um 13,3 Prozent auf 1,7 Milliarden<br />

RMB (261,3 Millionen US-Dollar) gestiegen.<br />

In China hat Li Ning etwa 6.000 Geschäfte.<br />

Firmeninhaber LI Ning, der aus einer Dai-Familie<br />

ERKE kennt die Sportwelt nicht nur als Sponsor<br />

der chinesischen Olympiamannschaft oder der<br />

nordkoreanischen Fußball-Nationalmannschaft.<br />

Die China Hongxing ERKE Group hat ihren Hauptsitz<br />

in der Acht-Millionen-Stadt Quanzhou in der<br />

Provinz Fujian. Das ERKE-Werk war das erste in<br />

der Branche, das das von der chinesischen Regierung<br />

ausgestellte Zertifikat „Umweltfreundliches<br />

Unternehmen“ erhalten hat. Mit mehr als 7.000<br />

Geschäften in China und 1.000 Einzelhandelsgeschäften<br />

in mehr als 40 Ländern weltweit<br />

möchte ERKE eine der weltweit führenden Lifestyle-<br />

und Sportswear-Marken werden.<br />

Anta Sports mit Sitz in Xiamen stieg 2019 zum<br />

drittgrößten Sportbekleidungsunternehmen der<br />

www.chk-de.org


19<br />

Abb.: jiemian.com<br />

Welt auf. Das 1994 gegründete Unternehmen<br />

entwickelt, produziert und vermarktet Sportbekleidung,<br />

Schuhe, Bekleidung und Accessoires<br />

unter seinem eigenen Markennamen. Nach der<br />

Übernahme von Amer Sports aus Finnland besitzt<br />

das Unternehmen bereits mehr als 25 Untermarken,<br />

darunter bekannte nordamerikanische<br />

Sportmarken wie Salomon, Peak Performance,<br />

Arc'teryx, Atomic und Wilson. Im März 20<strong>21</strong> gab<br />

Anta in Hongkong die Ergebnisse für das Gesamtjahr<br />

2<strong>02</strong>0 bekannt. Der Gesamtumsatz übertraf<br />

den Rekordwert von 25,5 Milliarden RMB, und<br />

das Wachstum blieb auf hohem Niveau.<br />

2019 stellte das Internationale Olympische Komitee<br />

(IOC) Anta als offiziellen Lieferanten von<br />

Sportbekleidung bis Ende 2<strong>02</strong>2 vor. Das Multibrand-Sportswear-Unternehmen<br />

wurde damit<br />

der erste chinesische Zulieferer von Sportbekleidungsuniformen<br />

für das IOC. Ein großer<br />

Prestigegewinn für Anta, denn die Vereinbarung<br />

sieht vor, dass das Unternehmen IOC-Mitglieder<br />

und Mitarbeiter mit Sportbekleidungsuniformen<br />

ausstattet, die diese bei den Winterjugendspielen<br />

2<strong>02</strong>0 und 2<strong>02</strong>2 und den Olympischen Spielen in<br />

Tokio sowie den Olympischen Winterspielen in<br />

Peking 2<strong>02</strong>2 tragen werden.<br />

Xtep aus Hongkong vertreibt Sportgeräte und<br />

Sportzubehör. Auch Xtep etablierte seine Pro -<br />

duk te unter verschiedenen internationalen Marken<br />

wie K-Swiss, Palladium, Saucony und Merrell.<br />

Ein Fokus des Unternehmens: der Marathonsport.<br />

Zusammen mit dem chinesischen Leichtathletikverband<br />

engagiert sich Xtep dafür, die Laufkultur<br />

und Marathonveranstaltungen zu fördern und<br />

tritt als Sponsor mehrerer Marathonläufe in<br />

China in Erscheinung. Ding Shui Po, Vorsitzender<br />

und CEO der Xtep International Holdings Limited,<br />

betont: „Über all die Jahre sind wir unserer Philosophie<br />

treu geblieben. Wir glauben, dass eine<br />

Branche oder eine Marke ihre eigene Kernwettbewerbsfähigkeit<br />

haben muss, wobei eine Sportbekleidungsmarke<br />

danach streben muss, die<br />

Beste in einem bestimmten Bereich zu sein. Wir<br />

haben jahrelang hart an der Markenbildung im<br />

Laufsport gearbeitet.“<br />

Bei den Laufschuhen scheint diese Mission zumindest<br />

in China zu gelingen. Schuhe der Xtep-<br />

Marken werden immer beliebter. Im vergangenen<br />

Jahr war das Unternehmen bereits die Nummer<br />

eins unter den einheimischen Marken bei<br />

Marathon läufen auf internationalem Niveau<br />

inner halb Chinas. Daten von Joyrun, einer bekannten<br />

Sportdaten-Plattform in China, zeigten<br />

nun, dass beim diesjährigen Xiamen-Marathon<br />

– einem der größten und schnellsten Läufe<br />

Asiens – von den schnellsten Teilnehmern mit<br />

einer Laufzeit innerhalb von drei Stunden über<br />

die Hälfte Xtep- Schuhe trugen, der Anteil der<br />

Läufer mit Schuhen der Marke Nike lag in dieser<br />

Kategorie nur bei etwas über 26 Prozent.<br />

Li Ning, ERKE, Anta, Xtep – In jedem gut situierten<br />

Sportgeschäft dürfte der Kunde noch weitere<br />

Marken finden, die aus China kommen. Bei so gut<br />

wie allen ist zu sehen, dass viel Wert auf Innovation<br />

und Entwicklung gelegt wird, dass der<br />

Trend zu hochwertigen Produkten geht und diese<br />

New comer mit ausgefallenem Marketing punkten.<br />

Die chinesischen Verbraucher, gerade bei<br />

Trendprodukten wie im Sportsegment, sind sehr<br />

wählerisch, kritisch, aber auch offen für Neues.<br />

China entwickelte sich daher zum globalen Testmarkt.<br />

Chinesische Marken bringen diese neuen<br />

Trends besonders schnell nach Europa. Als recht<br />

junge Marken sind sie trotzdem global ausgerichtet.<br />

Hier entstehen<br />

Lösungen<br />

Die Sozietät Bietmann zählt zu den führenden Arbeits- und Wirtschaftsrechtskanzleien<br />

in Deutschland. Mit mehr als 50 Berufsträgern<br />

stehen wir unseren Mandanten aus Wirtschaft, Politik<br />

und öffentlichem Raum bundesweit als Dienstleister zur Verfügung.<br />

Das Zusammenwirken der Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer<br />

mit ihren jeweils fachlichen Spezialitäten und die<br />

Einbindung der Berufsträger in eine Vielzahl gesellschaftlicher<br />

Gruppierungen und Netzwerke eröffnen der Sozietät die Kompetenz,<br />

Lebenssachverhalte zu analysieren, zu bewerten und wirtschaftlich<br />

und gesellschaftlich sinnvolle Lösungen zugunsten<br />

unserer Mandantschaft durchzusetzen.<br />

Der Erfolg der zurückliegenden Jahrzehnte und unser Konzept<br />

der „Beratung unter einem Dach“ geben uns RECHT.<br />

Berlin<br />

Jägerstraße 51<br />

10117 Berlin<br />

Köln<br />

Martinstraße 22-24<br />

50667 Köln<br />

Bonn<br />

Karl-Carstens-Straße 10<br />

53113 Bonn<br />

Erfurt<br />

Hefengasse 3<br />

99084 Erfurt<br />

München<br />

Prinzregentenstraße 67<br />

81675 München<br />

Duisburg<br />

Großenbaumer Allee 101<br />

47269 Duisburg<br />

www.bietmann.eu<br />

Bietmann Rechtsanwälte<br />

Steuerberater PartmbB<br />

Partnerschaftsregister<br />

AG Essen PR 4052<br />

www.chk-de.org


20<br />

Titel<br />

»Für Architekten ist China das Traumland.<br />

Dort können sie ihre Fantasie ausleben,<br />

neue und innovative Konzepte im Stadionbau<br />

ausprobieren.«<br />

Meinhard von Gerkan,<br />

Gründungspartner des Hamburger Architekturbüros gmp<br />

Suzhou Olympic Sports Center<br />

Sitz<br />

Suzhou<br />

Fertigstellung<br />

2018<br />

BGF<br />

4<strong>21</strong>.040 m²<br />

Abb.: Christian Gahl<br />

Abb.: Christian Gahl<br />

Sportpark Foshan<br />

Sitz<br />

Foshan<br />

Fertigstellung<br />

2006<br />

BGF<br />

-<br />

Shanghai Oriental Sports Center<br />

Sitz<br />

Shanghai<br />

Fertigstellung<br />

2011<br />

BGF<br />

-<br />

Abb.: Marcus Bredt<br />

www.chk-de.org


<strong>21</strong><br />

Basketballstadion in Dongguan<br />

Sitz<br />

Dongguan<br />

Fertigstellung<br />

2013<br />

BGF<br />

60.600 m²<br />

Bao’an Stadion, Universiade<br />

Sitz<br />

Shenzhen<br />

Fertigstellung<br />

2011<br />

BGF<br />

88.500 m²<br />

Abb.: Christian Gahl<br />

Longquan Sports Center<br />

Sitz<br />

Chengdu<br />

Fertigstellung<br />

Im Bau<br />

BGF<br />

-<br />

Abb.: Schran Images<br />

Abb.: A-Promise<br />

Abb.: Christian Gahl<br />

Haikou Wuyuan River Sports Park<br />

Sitz<br />

Haikou<br />

Fertigstellung<br />

2018<br />

BGF<br />

90.300 m²<br />

Universiade Sports Center<br />

Sitz<br />

Shenzhen<br />

Fertigstellung<br />

2011<br />

BGF<br />

870.000 m²<br />

Abb.: Christian Gahl<br />

www.chk-de.org


22<br />

Titel<br />

Hisense in Europa – Harmonie zwischen<br />

Technik und Sport<br />

Interview<br />

Anja Zankl<br />

Head of Marketing, Hisense Europe<br />

CHKD <strong>CONNECT</strong>: Liebe Frau Zankl, weiße Ware,<br />

Smartphones, Unterhaltungselektronik: Ein<br />

Produkt von Hisense dürften die meisten<br />

Menschen in Europa schon benutzt haben.<br />

Wie machte Hisense seine Marke hierzulande<br />

bekannt?<br />

Anja Zankl: Die Bekanntheit der Marke Hisense<br />

fußt auf einem langen strategischen Aufbauprozess<br />

und mehreren Meilensteinen. Den Geschäftsbetrieb<br />

nahm Hisense erstmals vor gut 50<br />

Jahren mit der Produktion von Transistorradios<br />

auf. Im Lauf der Zeit wuchs das Unternehmen<br />

durch den Zukauf von namhaften und global<br />

tätigen Unternehmen oder einzelner Produktsparten<br />

sowie Gründungen von Joint Ventures.<br />

Darunter befinden sich starke Marken wie Asko,<br />

Toshiba oder jüngst Gorenje. So ist ein wichtiger<br />

Faktor für den Erfolg der Marke der kontinuierliche<br />

Ausbau des Produktportfolios. Darunter<br />

fallen dann natürlich auch Vertrieb und Handel,<br />

bei dem die Geräte sichtbar und erlebbar werden.<br />

Dahinter müssen auch die Preispolitik und die<br />

Inno vationshöhe stimmen, damit die Marke akzeptiert<br />

wird. Das ist im Grunde genommen der<br />

nicht endende und anspruchsvolle Marathonlauf<br />

– stets innovativ zu sein, Kunden zu begeistern<br />

und für eine hohe Markenakzeptanz zu sorgen,<br />

die sich dann idealerweise auch in andere<br />

Produktsortimente überträgt und zuletzt zum<br />

Kauf führt. Wenn der Kunde von den TV-Geräten<br />

begeistert ist, erwartet er auch ein hervorragendes<br />

Preis-Leistungs-Verhältnis bei Küchengeräten.<br />

Hinzu kommt, dass wir in unserem<br />

Markenportfolio zum Beispiel bei den Haushaltsgeräten<br />

zahlreiche Design-Awards verliehen<br />

bekommen haben und so auch der ästhetische<br />

Anspruch bedient wird.<br />

Ein weiterer wichtiger Faktor, um die Bekanntheit<br />

der Marke Hisense zu steigern, ist das globale<br />

Sponsoring wie in den letzten Jahren für die Fußball-Europameisterschaft<br />

2016, die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft<br />

2018 oder die bevorstehende<br />

UEFA Euro 2<strong>02</strong>0. Zudem ist Hisense bis<br />

2<strong>02</strong>3 offizieller Partner von Paris Saint-Germain.<br />

»Sport ist generell in der<br />

Lage, weltweit Menschen<br />

und eine Fangemeinde zu<br />

begeistern und mitfiebern<br />

zu lassen.«<br />

<strong>CONNECT</strong>: Warum ist Sportmarketing dabei ein<br />

zentrales Element?<br />

Zankl: Sportsponsoring bietet aus unserer Sicht<br />

viele Vorteile. Sport ist generell in der Lage, weltweit<br />

Menschen und eine Fangemeinde zu begeistern<br />

und mitfiebern zu lassen. Helden fallen,<br />

Helden steigen auf – man denke zum Beispiel nur<br />

daran, dass ein zentraler Spieler der eigenen<br />

Lieblingsmannschaft verletzungsbedingt ausfällt<br />

und die gesamte Mannschaft mit dieser anstrengenden<br />

Herausforderung umgehen muss. Da steckt<br />

sehr viel Dramaturgie drin. Das Mitfiebern zieht<br />

sich zudem über einen längeren Zeitraum. So<br />

wird beispielsweise die bevorstehende UEFA Euro<br />

2<strong>02</strong>0 vom Juni bis Juli 20<strong>21</strong> ausgetragen. Als<br />

innovativer Technologiepartner der UEFA Euro<br />

2<strong>02</strong>0 liegt uns viel daran, das Erlebnis und die<br />

Atmosphäre zu Hause technisch so authentisch<br />

und nah wie möglich zu gestalten. Dabei spielen<br />

dann beispielsweise bei den TVs technische<br />

Kennziffern und Ausstattungsmerkmale wie<br />

Bildschirmgröße, Bild- und Tonqualität oder<br />

Anschlussmöglichkeiten eine große Rolle. Hier<br />

harmonieren Technik und Sport wunderbar. Sport<br />

ist das Narrativ, unser Produktportfolio das instrumentelle<br />

Vehikel für das Erlebnis.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Was macht Hisense als Official<br />

Partner der UEFA Euro 2<strong>02</strong>0?<br />

Zankl: Die UEFA Euro 2<strong>02</strong>0 findet angesichts der<br />

pandemischen Lage unter äußerst beson deren<br />

Umständen statt. Als globaler Partner der UEFA<br />

Euro 2<strong>02</strong>0 hat Hisense die #UpgradeYour-<br />

Home-Kampagne gestartet, um Verbraucher<br />

dafür zu motivieren, ihre Haushaltsgeräte für<br />

die Sommersaison aufzupeppen. Dabei wurde<br />

Dwyane Wade zum globalen Botschafter für die<br />

diesjährige Kampagne ernannt, die Sportfans<br />

und Verbraucher dazu anregen soll, ihr Zuhause<br />

mit einem Preis aufzuwerten. Wade gibt den<br />

offiziellen Startschuss für die #UpgradeYour-<br />

Home-Kampagne, indem er europäische Fußball-Legenden<br />

wie Marco Materazzi und Lukas<br />

Podolski dazu aufruft, die Upgrade-Saison nach<br />

Europa zu bringen. Noch bis zum 11. Juli können<br />

sich alle Verbraucher, die ein Hisense-Produkt<br />

kaufen, unter global.hisense.com registrieren<br />

und an dem Gewinnspiel teilnehmen. Die Teilnehmer<br />

haben die Chance, 10.000 Euro zu gewinnen.<br />

www.chk-de.org


23<br />

Technologieunternehmen engagiert sich Hisense<br />

dafür, Frauen zu inspirieren und ihnen zum Erfolg<br />

zu verhelfen. In diesen schwierigen Zeiten der<br />

Pandemie wird Hisense weiterhin Frauen dabei<br />

unterstützen, die derzeitigen Ungerechtigkeiten<br />

zu überwinden, sich Herausforderungen zu stellen<br />

und sich in verschiedenen Positionen und in<br />

verschiedenen Branchen zu etablieren.<br />

Abb.: UEFA.com<br />

<strong>CONNECT</strong>: Welche weiteren Sponsorenfelder<br />

bedient Hisense?<br />

Zankl: Mit Gorenje sind wir im Bereich Handball<br />

offizieller Partner der EHF Champions League. Im<br />

vergangenen Jahr waren wir zudem offizieller<br />

Sponsor der Men’s European Handball Championship<br />

2<strong>02</strong>0. Über unsere Smart-TV-Plattform VIDAA<br />

bieten wir als Partner den NBA League Pass an.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Was macht Hisense inhaltlich beim<br />

E-Sport-Marketing, und welche Kooperationen<br />

gibt es hier?<br />

Derzeit läuft zudem eine Kooperation mit dem<br />

eFootball-Cup von Jochen Schweizer im gesamten<br />

deutschsprachigen Raum. Der Wettbewerb<br />

findet in Zusammenarbeit mit NGL.ONE und der<br />

Gamers Academy statt. Hisense stellt dabei<br />

spannende Preise zur Verfügung.<br />

»Sport ist das Narrativ,<br />

unser Produktportfolio das<br />

instrumentelle Vehikel für<br />

das Erlebnis.«<br />

Generell ist die Unternehmenskultur von Hisense<br />

von Respekt, Engagement, Innovation und Effizienz<br />

geprägt. Respekt steht ganz oben auf der<br />

Liste. Das Unternehmen setzt sich für die Gleichstellung<br />

von Frauen und Männern ein und bietet<br />

weltweit gleiche Beschäftigungsmöglichkeiten<br />

für Arbeitnehmerinnen. Der Anteil von Frauen an<br />

der weltweiten Beschäftigung bei Hisense liegt bei<br />

rund 40 Prozent und damit über dem weltweiten<br />

Durchschnitt von 38,89 Prozent – nach Angaben<br />

der Weltbank. Hisense ermutigt Frauen dazu,<br />

Karriere zu machen, mit Vorurteilen aufzuräumen<br />

und ebenso Funktionen im Senior Management<br />

anzustreben. 2018 waren in der Hisense-Fabrik<br />

in Atlantis 80 Prozent der Teamleiter in der TV-<br />

Produktionskette weiblich, und ein großer Teil<br />

der Verwaltungsfunktionen im Unternehmen<br />

wird von Frauen geleitet.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Allein auf Facebook hat Hisense<br />

Sports über 100.000 Follower. Wie nutzen Sie<br />

Social Media für Ihr Marketing?<br />

Zankl: E-Sport ist für uns sehr spannend, da wir<br />

hier eine zwar junge, aber technisch umso anspruchsvollere<br />

Zielgruppe erreichen können, die<br />

wiederum sehr konkrete Vorstellungen von den<br />

technischen Leistungsdaten eines Gerätes hat.<br />

Hier sind die Bedürfnisse gänzlich anders gelagert.<br />

So interessieren einen Gamer eher die<br />

Latenzzeit und Schnittstellen eines TV-Gerätes.<br />

Mit der E-Sport Organisation Fnatic haben wir<br />

eine mehrjährige Kooperation, bei der beispielsweise<br />

alle Fnatic-Einrichtungen mit Hisense-<br />

Produkten ausgestattet werden. Fnatic erhält<br />

auch Zugang zum globalen Kundennetzwerk von<br />

Hisense. Hier kann Hisense ein breiteres Publikum<br />

und das Potenzial zum Aufbau einer stärkeren<br />

Fangemeinde bieten. Auch zum Beispiel hinsichtlich<br />

einer weiteren Expansion von Fnatic nach<br />

China.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Hisense ist auch Sponsor der Fußball-Europameisterschaft<br />

der Frauen 2<strong>02</strong>2, und<br />

es gibt Programme zur Förderung von Frauen<br />

im E-Sport. Zeigt dies einen Teil der Unternehmenskultur?<br />

Zankl: Auf jeden Fall. Hisense engagiert sich für<br />

die Frauen auch im Sportbereich. Als offizieller<br />

weltweiter Partner der UEFA-Fußball-Europameisterschaft<br />

der Frauen in den Jahren 2017 und<br />

2<strong>02</strong>2 widmet sich Hisense der Förderung des<br />

Profisports von Frauen und inspiriert im Rahmen<br />

seiner Partnerschaften mit Frauensport-Orga nisationen<br />

die Sportlerinnen dazu, ihren individuellen<br />

Zielen näherzukommen. Im Bereich des<br />

E-Sports ist Hisense außerdem an einer Plattform<br />

für Spielerinnen beteiligt. Als weltweit tätiges<br />

Zankl: Social Media ist für Hisense nicht nur ein<br />

Schlagwort mit Followern und Likes, sondern für<br />

uns einer der wichtigsten Kommunikationskanäle<br />

im digitalen Zeitalter. Kaufentscheidungen beruhen<br />

auf Benutzerbewertungen und Empfehlungen<br />

aus dem sozialen Umfeld. Für Unternehmen<br />

bietet Social Media eine gewaltige<br />

Chance, mit Kunden in Kontakt zu treten, im<br />

Gespräch zu bleiben und Fans zu gewinnen. Wir<br />

sehen Social Media weniger als Marketinginstrument<br />

sondern vielmehr als zeitgemäße<br />

Kommunikationsform auf Augenhöhe.<br />

<strong>CONNECT</strong>: Vielen Dank für das Gespräch, Frau<br />

Zankl!<br />

www.chk-de.org


24 Titel<br />

»Basketball drückt für uns die Werte<br />

aus, die uns als Unternehmen wichtig<br />

sind: Teamgeist, Agilität, Innovation,<br />

Integration und Nachhaltigkeit.«<br />

Dr. Axel Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der ALBA<br />

Group und Vereinspräsident von ALBA BERLIN<br />

Abb.: www.albaberlin.de<br />

Nachhaltige Sportförderung durch ALBA<br />

Abbau von Vorurteilen durch persönliche Begegnungen<br />

Als eines der weltweit führenden Recyclingunternehmen<br />

wirkt die ALBA Group mit<br />

zahlreichen Projekten in China daran mit,<br />

Wirtschaftswachstum nachhaltig zu gestalten.<br />

Dabei steht im Fokus, Abfall als wertvolle Ressource<br />

im Kreislauf zu führen und Umweltbelastungen<br />

zu vermindern. Nachhaltigkeit bedeutet<br />

für ALBA auch soziale Verantwortung,<br />

wobei bei der Sportförderung ein Schwerpunkt<br />

liegt. Seit 1991 ist die ALBA Group der Hauptsponsor<br />

und Namensgeber von ALBA BERLIN,<br />

einem der erfolgreichsten Basketballvereine<br />

Europas. Seit 2011 wird das auch im China-<br />

Programm des Vereins deutlich. Mit über 600<br />

Millionen Anhängern in China vereint und inspiriert<br />

Basketball die Menschen, wie es sonst<br />

kaum etwas tut.<br />

Begrenzte Begegnungsmöglichkeiten zwischen<br />

Deutschland und China sowie das in beiden<br />

Ländern geringe Wissen über die jeweils andere<br />

Kultur sind ein Nährboden für Vorurteile. Hier<br />

wirkt ALBA BERLIN mit gezielten Initiativen entgegen.<br />

ALBA nutzt Basketball und Recycling als<br />

Brücken zwischen den beiden Nationen, um sich<br />

auf spielerische Art und Weise kennenzulernen,<br />

sich nachhaltig auszutauschen und zu einem<br />

positiven Wandel beizutragen.<br />

Mit kultureller Sensibilität, einem offenen Austausch<br />

auf Augenhöhe und einer fundierten Vorstellung<br />

der Bedürfnisse aller Parteien schafft<br />

es ALBA sowohl im Basketball als auch im Recycling,<br />

erfolgreich mit China zu kooperieren. Die<br />

Thomas Vogel (ALBA BERLIN Head of China) leitet eine<br />

Trainingseinheit mit chinesischen Jugendlichen auf einem<br />

Gelände der ALBA Group Asia in Donghai, Jiangsu.<br />

nationale Sportförderung und der Klima- & Umweltschutz<br />

sind Themen, die in China zunehmend<br />

an Bedeutung gewinnen. Durch die große Begeisterung<br />

für Basketball ist dies ein gutes Medium,<br />

um nicht nur sportliche Begegnungen zu<br />

vermitteln, sondern auch wichtige Themen wie<br />

Ressourcen- und Klimaschutz einer breiten<br />

Bevöl kerungsgruppe zu vermitteln. Zu den chinesischen<br />

Partnern von ALBA BERLIN gehören unter<br />

anderem die Shanghaier Tongji-Univer sität, der<br />

Beijinger & Shanghaier Basketballverband und<br />

die Guangdong SouthernTigers aus der CBA.<br />

Besonders unter den Kindern und Jugendlichen<br />

ist Basketball äußerst beliebt und gilt als Sportart<br />

Nummer eins in China. Je früher die Berührung<br />

mit dem Sport und einer anderen Kultur erfolgt,<br />

desto besser können Hemmschwellen abgebaut<br />

und nachhaltiges Wissen aufgebaut werden.<br />

Schulen sind deshalb der ideale Ausgangspunkt<br />

für die Integration des deutsch-chinesischen<br />

Schulprogramms von ALBA BERLIN. Bislang<br />

werden in Shanghai, Beijing und Hongkong<br />

jährlich Basketballturniere, Trainingseinheiten,<br />

Fortbildungen sowie Besichtigungen von ALBA-<br />

Sortier- und Verwertungsanlagen veranstaltet.<br />

Ergänzend werden Basketball- und Kulturtrips<br />

nach Berlin organisiert.<br />

Seit 2013 veranstaltet ALBA BERLIN jährlich<br />

das PASCH-Basketballturnier an den deutschen<br />

Schulen in Shanghai und Beijing. Daran nehmen<br />

chinesische Schulen teil, an denen Deutsch als<br />

Fremdsprache unterrichtet wird. Deutsch ist nach<br />

Englisch die beliebteste Fremdsprache an chinesischen<br />

Schulen, doch fehlt es dort oft an Gelegenheiten,<br />

das sprachliche Wissen außerhalb<br />

des Klassenzimmers anzuwenden und deutsche<br />

Muttersprachler kennenzulernen. Das Turnier<br />

ermöglicht genau das, und neue Freundschaften<br />

entstehen auf und neben dem Basketballfeld.<br />

ALBAs sportlich-pädagogisches Konzept überzeugte<br />

die Stiftung Mercator zur gemeinsamen<br />

Durchführung des Pilotprojekts „Basketball baut<br />

Brücken – Basketball trifft China“. In diesem Rahmen<br />

wird ALBA zukünftig mithilfe von Basketball<br />

Kenntnisse der chinesischen Sprache und Kultur<br />

an Berliner Schulen vermitteln und Jugendbegegnungen<br />

zwischen deutschen und chinesischen<br />

Partnerschulen durchführen.<br />

Weitere Informationen zu den<br />

China-Projekten von ALBA BER-<br />

LIN finden Sie unter:<br />

https://www.albaberlin.de/cn<br />

Abb.: ALBA<br />

www.chk-de.org


25<br />

Beijing im winterlichen Olympiafieber<br />

Nachhaltige Spiele / Absatz von Wintersportausrüstung boomt<br />

Die chinesische Hauptstadt ist die erste<br />

Metropole der Welt, in der sowohl die<br />

Olym pischen Sommer- als auch die Winterspiele<br />

stattfinden. So können die Stadien und<br />

Teile der Infrastruktur mehrfach genutzt werden.<br />

Beijing ist der Auftakt zu nachhaltigen, umweltverträglichen<br />

Winterspielen. Und sie bringen dem<br />

weißen Sport enormen Schwung, der China<br />

innerhalb weniger Jahre zum größten Wintersportland<br />

der Welt macht. Praktisch aus dem<br />

Nichts entsteht so in China der größte Markt der<br />

Welt für Wintersportausrüstung.<br />

Um den Wintersport möglichst umweltfreundlich<br />

und nachhaltig durchzuführen, wurde bereits drei<br />

Jahre vor Eröffnung der Spiele ein Masterplan zur<br />

Nachnutzung erstellt. Der Plan konzentriert sich<br />

auf die Gestaltung, Umsetzung und Überprüfung<br />

von Olympiaprojekten in sieben Bereichen: Sport,<br />

Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Umwelt sowie<br />

Stadt- und Regionalentwicklung. Der Schwerpunkt<br />

liegt auf der Wiederverwendung möglichst<br />

vieler bestehender Einrichtungen, der Popularisierung<br />

des Wintersports in der Öffentlichkeit<br />

und der Minimierung der Umweltbelastung. Die<br />

Olympischen Winterspiele in Beijing 2<strong>02</strong>2 werden<br />

die ersten sein, für die ein „Vermächtnisplan“ in<br />

Einklang mit den Reformvorschlägen des Internationalen<br />

Olympischen Komitees und dessen<br />

Agenda 2<strong>02</strong>0 entworfen und umgesetzt wird. Die<br />

Agenda wurde eingeführt, um zukünftige Olympische<br />

Spiele nachhaltig und für die Gastgeber<br />

vorteilhafter zu gestalten. Etwa ein Dutzend<br />

Sportstätten der Sommerspiele 2008 wird für die<br />

Winterspiele genutzt. Auch das ist ein Zeichen<br />

von Nachhaltigkeit.<br />

So wie in Zhangjiakou, zentraler Austragungs ort<br />

der Winterspiele, entstehen in China zurzeit viele<br />

neue Wintersportzentren. War vor der Jahrtausendwende<br />

Wintersport in China fast unbekannt,<br />

so zog es vergangenes Jahr – trotz der Ein schränkun<br />

gen durch Corona – etwa 150 Millionen<br />

Menschen in die neu entstandenen Wintersportregionen.<br />

China hat sich zum Ziel gesetzt, 300<br />

Millionen Menschen bis 2<strong>02</strong>2 für den aktiven<br />

Wintersport zu begeistern. Dazu sollen 650<br />

Indoor-Eisbahnen und 800 Skigebiete errichtet<br />

werden. Dies schafft zahlreiche Geschäfts möglichkeiten<br />

in den Bereichen Ausbildung, Betrieb,<br />

Ausrüstung und Tourismus und damit Arbeitsplätze<br />

besonders in weniger entwickelten<br />

Landesteilen, erklärt YI Jiandong, Professor an<br />

der National School of Development der Universität<br />

Beijing. Während der Wintersaison<br />

2<strong>02</strong>0/<strong>21</strong> wird China laut einem im Januar von<br />

der China Tourism Academy veröffentlichten<br />

Bericht voraussichtlich 230 Millionen Wintersporttouristen<br />

mit einem Tourismusumsatz von<br />

390 Milliarden RMB (60,37 Milliarden US-Dollar)<br />

haben. Bis 2<strong>02</strong>5 soll die Zahl der Eis- und Schneetouristen<br />

in China 500 Millionen erreichen, und<br />

der Umsatz der Branche soll 1,1 Billionen RMB<br />

(140 Milliarden Euro) über steigen.<br />

Der europäische Markt stagniert, und so ist China<br />

für die etablierten Anbieter von Wintersportzubehör<br />

ein Traumland. Die Corona-Pandemie<br />

hat die direkte Vermarktung gebremst, umso<br />

wichtiger wurden die digitalen Marketingkanäle.<br />

Olympia gibt dem Skisport einen enormen Schub,<br />

und chinesische Kunden bevorzugen Qualitätsprodukte.<br />

Die Wintersportbegeisterung Chinas ist auch in<br />

den Alpen zu sehen, wo die Zahl von Wintersportlern<br />

aus China stark zunimmt. Im Winter 2009/10<br />

kamen 55.000 Wintersportler aus China nach<br />

Österreich, seitdem hat sich die Zahl mehr als<br />

verzehnfacht. Laut Swiss Tourism verbrachten im<br />

Winter 2018/19 chinesische Touristen 200.974<br />

Nächte an Bergdestinationen, was einer Steigerung<br />

von fast 539 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum<br />

entspricht. Ebenso stark stiegen<br />

die Zahlen der chinesischen Wintersportler in<br />

deutschen Wintersportgebieten. Corona hat diesen<br />

Trend nur vorläufig gebremst. In China gibt<br />

es Millionen von Wintersportfans, nicht nur<br />

wegen Olympia, sondern weil es die Menschen<br />

begei stert. Und viele Chinesen planen für die<br />

nächste Auslandsreise auch ein Wintersporterlebnis<br />

ein.<br />

Abb.: www.ccc-paris.org<br />

www.chk-de.org


26 Zahlen - Daten - Fakten<br />

Chinas Wintersport-Boom<br />

in Zahlen<br />

Bis vor Kurzem war Wintersport in China fast unbekannt. In wenigen Jahren könnten dort eine<br />

halbe Milliarde Menschen Wintersport betreiben. Dadurch entsteht ein riesiger neuer Markt.<br />

Plan zur Entwicklung der Wintersport-Industrie in China (2016–2<strong>02</strong>5)<br />

500 Millionen<br />

5<br />

Wintersportler in China<br />

Nationale Wintersportindustrie-Basen<br />

Quellen: Winter Sports Development Plan (2016-2<strong>02</strong>5), National Winter Sports Facilities Construction Plan (2016-2<strong>02</strong>2)<br />

1 Billion RMB<br />

(155,4 Milliarden US-Dollar)<br />

Erwartete Größe der chinesischen<br />

Wintersportindustrie<br />

5.000<br />

Grund- und Mittelschulen<br />

mit Wintersportfokus<br />

20<br />

Wintersport-Demonstrationsprojekt<br />

20<br />

Demonstrationsanbieter im Wintersportsegment<br />

www.chk-de.org


27<br />

Wirtschaftsfaktor Sport<br />

Zahlen aus Deutschland<br />

Sport ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor mit vielen Arbeitsplätzen, lebt aber in erster Linie vom<br />

Ehrenamt und der Sportbegeisterung. Während Fußball oder andere Mannschaftssportarten die Sportmeldungen<br />

prägen, betreiben die meisten Menschen in Deutschland aktiv am liebsten Fitnesssport.<br />

Der Sportmarkt in Deutschland<br />

85 Milliarden Euro<br />

Gesamtkonsum Sport (inkl. Dienstleistungen)<br />

1,29 Millionen<br />

Beschäftigte im Sport<br />

24,5 Milliarden Euro<br />

Gesamtausgaben für den Bau und Betrieb von<br />

Sportstätten<br />

2,3 Prozent<br />

Beitrag des Sports zum gesamtwirtschaftlichen<br />

BIP (70 Milliarden Euro)<br />

117 Milliarden Euro<br />

Produktion Sportwaren und Dienstleistungen<br />

1,7 Millionen<br />

Ehrenamtlich engagierte Personen in Sportvereinen<br />

4,5 Milliarden Euro<br />

Ausgaben für Sponsoring, Medienrechte und<br />

Werbung im Bereich Sport<br />

Handel von Sportgütern in Deutschland<br />

(Stand: 2019)<br />

Top-5-Sportarten in Deutschland<br />

1. Radsport<br />

36 % der Bevölkerung<br />

24<br />

Milliarden Euro<br />

3,8<br />

Milliarden Euro<br />

2. Schwimmen<br />

3. Fitness<br />

4. Laufen / Joggen<br />

36 % der Bevölkerung<br />

26% der Bevölkerung<br />

24% der Bevölkerung<br />

5. Wandern<br />

24% der Bevölkerung<br />

Import<br />

Export<br />

Quellen: „Die ökonomische Bedeutung des Sports in Deutschland – Sportsatellitenkonto<br />

Import (Zunahme um 44,2 Prozent gegenüber 2010)<br />

Export (Zunahme um 56 Prozent gegenüber 2010)<br />

(SSK) 2016“, Hrsg.: Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH (Stand: 2019);<br />

„Sport inner- oder außerhalb des Sportvereins: Sportaktivität und Sportkonsum nach<br />

Organisationsform”, Hrsg.: BMWi, Bundesinstitut für Sportwissenschaft (Stand: 2019)<br />

www.chk-de.org


28<br />

Services<br />

Neues aus dem Beraternetzwerk<br />

Betriebsrätemodernisierungsgesetz – An den Bedürfnissen der Praxis vorbei<br />

Das Bundeskabinett hat den Entwurf des „Betriebsrätemodernisierungsgesetzes“<br />

am 31. März<br />

20<strong>21</strong> beschlossen. Zur Erleichterung von Betriebsratsgründungen<br />

wird ein spezieller befristeter<br />

Kündigungsschutz für sogenannte Vorfeld-Initiatoren<br />

neu eingeführt. Dabei handelt es<br />

sich um Arbeitnehmer, die Vorbereitungshandlungen<br />

zur Gründung eines Betriebsrats unternehmen.<br />

Auch der Kündigungsschutz für die zur<br />

Wahlversammlung für die Betriebsratswahl einladenden<br />

Arbeitnehmer soll ausgeweitet werden.<br />

Künftig werden statt bisher drei die ersten sechs<br />

in der Einladung aufgeführten Arbeitnehmer<br />

gegen ordentliche Kündigungen geschützt.<br />

Der Betriebsrat soll nunmehr auch ein Mitbestimmungsrecht<br />

erhalten bei der „Ausgestaltung<br />

von mobiler Arbeit, die mittels Informations- und<br />

Kommunikationstechnik erbracht wird.“ Dieses<br />

Recht soll sich nur auf die Ausgestaltung („wie“)<br />

von mobiler Arbeit beziehen. „Ob“ mobile Arbeit<br />

eingeführt wird, entscheidet nach der geplanten<br />

Regelung der Arbeitgeber.<br />

Beim Einsatz künstlicher Intelligenz soll der Betriebsrat<br />

bei der Planung von Arbeitsverfahren<br />

und Arbeitsabläufen Unterrichtungs- und Beratungsrechte<br />

erhalten. Er soll auch bei Auswahlrichtlinien<br />

mitbestim men, wenn bei der Aufstellung<br />

der Richtlinien KI zum Einsatz kommt<br />

und stets bei Fragen zur Einführung oder Anwendung<br />

von KI einen Sachverständigen hinzuziehen<br />

dürfen. Betriebsratssitzungen sollen künftig<br />

vorrangig als Präsenzsitzung stattfinden. Ist<br />

dieser Grundsatz in der Geschäftsordnung des<br />

Betriebsrats abgesichert, darf künftig die Teilnahme<br />

an der Betriebsratssitzung per Video- und<br />

Telefonkonferenz erfolgen, wenn<br />

• nicht mindestens ein Viertel der Mitglieder<br />

des Betriebsrats binnen einer von dem Vorsitzenden<br />

zu bestimmenden Frist diesem<br />

gegenüber widerspricht und<br />

• sichergestellt ist, dass Dritte vom Inhalt der<br />

Sitzung keine Kenntnis nehmen können.<br />

Insgesamt scheinen viele der Regelungen nicht<br />

zu Ende gedacht und an den Bedürfnissen der<br />

Praxis vorbei. Zudem werden Unternehmen mit<br />

dem Aufwand für die Erfüllung finanziell belastet.<br />

Das Gesetz ist noch nicht in Kraft, soll aber<br />

noch vor der Sommerpause beschlossen werden.<br />

Dr. Ralph S. Panzer, Sandy Gerlach und Dr. WANG<br />

Ximeng, Bird & Bird LLP<br />

Restrukturierung und Post-Merger-Integration aus rechtlicher Sicht –<br />

Hinweise für chinesische Investoren<br />

Trotz andauernder Corona-Pandemie ist es bislang<br />

in Deutschland zu keinem Anstieg der Insolvenzen<br />

gekommen. Mit Auslaufen der staatlichen<br />

Unterstützungsmaßnahmen und der<br />

Rückkehr zur früheren Gesetzeslage bei den<br />

Insol venzgründen gehen Experten aber davon<br />

aus, dass die Zahl der notleidenden Firmen und<br />

auch der Insolvenzen in diesem Jahr ansteigen<br />

werden. In einem Beitrag auf der CHKD-Homepage<br />

erhalten Sie eine Übersicht über den rechtlichen<br />

Rahmen in Deutschland für Restrukturierungen<br />

und Hinweise auf die in der Praxis<br />

häufig vernachlässigte Integration nach einer<br />

Übernahme.<br />

Bereitgestellt von: Luther Rechtsanwaltsgesellschaft<br />

mbH.<br />

Den gesamten Beitrag finden Sie hier:<br />

Nutzung der steuerlichen Verlustvorträge im Rahmen von M&A-Transaktion<br />

Steuerliche Verlustvorträge können bei einem<br />

Unternehmenskauf in der Krise ein interessantes<br />

und wertvolles Asset für den Käufer darstellen,<br />

da das deutsche Steuerrecht unter bestimmten<br />

Be dingungen die Möglichkeit einräumt, die erwirtschafteten<br />

und durch den Verlustrücktrag<br />

noch nicht ausgeglichenen Verluste mit künftigen<br />

Gewinnen zu verrechnen („Verlustnutzung“) und<br />

dadurch die gewinnabhängige Steuerbelastung<br />

in späteren Geschäftsjahren zu mindern.<br />

Dieser Beitrag auf der CHKD-Homepage informiert<br />

über Vorschriften der steuerlichen Verlustvorträge<br />

sowie darüber, wie Unternehmen im<br />

Rahmen einer M&A Transaktion steuerliche Risiken<br />

erkennen und Verlustvorträge nutzen können.<br />

Bereitgestellt von: Ebner Stolz Wirtschaftsprüfer<br />

Steuerberater Rechtsanwälte<br />

Partnerschaft mbB<br />

Den gesamten Beitrag finden Sie hier:<br />

www.chk-de.org


29<br />

Veranstaltungskalender<br />

>> Termine<br />

>> Impressum<br />

HERAUSGEBER<br />

CHKD | Die Chinesische Handelskammer in<br />

Deutschland e. V.<br />

Der China Day 20<strong>21</strong> wird im September als virtuelles Online-Event stattfinden<br />

POSTANSCHRIFT<br />

IHZ Hochhaus 7. Etage,<br />

Friedrichstraße 95, D-10117 Berlin<br />

Telefon: +49 30 20917522<br />

Telefax: +49 30 20917340<br />

E-Mail: info@chk-de.org<br />

WEBADRESSE<br />

JUNI<br />

18. Juni<br />

EU-Verordnung zu ausländischen Subventionen & Management<br />

von Unsicherheit in Zeiten von Corona<br />

(in Kooperation mit dem CHKD Vertretungsbüro München)<br />

www.chk-de.org<br />

Redaktion: Jannik Dennier (CvD), ZHANG Yuan<br />

Telefon: +49 30 20917522<br />

E-Mail: jannik.dennier@chk-de.org<br />

JULI<br />

2. Juli<br />

22. Juli<br />

Forschungszulage – Förderung von Forschung und Entwicklung<br />

(in Kooperation mit dem CHKD Vertretungsbüro München)<br />

Building up smart factories & Sustainability<br />

AUTOREN DIESER AUSGABE<br />

Jannik Dennier<br />

Eva-Simona Fischkina<br />

Dr. Thomas Kiefer<br />

Wolfgang Hirn<br />

AUGUST<br />

SEPTEMBER<br />

OCTOBER<br />

NOVEMBER<br />

Sie haben Interesse an unseren Veranstaltungen?<br />

Gerne halten wir Sie über unsere Infokanäle auf dem Laufenden.<br />

Homepage & Newsletter<br />

www.chk-de.org<br />

19. August<br />

TBD<br />

TBD<br />

15. Oktober<br />

TBD<br />

11. November<br />

TBD<br />

Umsatzsteuer-Brennpunkte in der Betriebsprüfung<br />

China Day 20<strong>21</strong><br />

Arbeitsrecht und Digitalisierung<br />

Setting up Europe localized B2C Connectivity Service for Automotive<br />

Companies<br />

Independent Business Review (IBR) als Basis für unternehmerische<br />

Neuausrichtung und Restrukturierung<br />

Distressed M&A<br />

Wie können chinesische Investoren die Finanzrisiken der deutschen<br />

Tochtergesellschaften früh erkennen und managen<br />

Social Media<br />

Die mit dem Namen des Verfassers oder seinen<br />

Initialen gezeichneten Beiträge geben die Meinung<br />

des Autors, aber nicht unbedingt die Ansicht der<br />

Chinesischen Handelskammer in Deutschland<br />

e.V. wieder. Nachdruck nur mit Genehmigung der<br />

Redaktion.<br />

Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernimmt<br />

die Redaktion keine Gewähr.<br />

KONZEPT<br />

EGGERT GROUP GmbH & Co. KG, Düsseldorf<br />

GESTALTUNG<br />

X+Y Design, XU Yan<br />

SCHLUSSREDAKTION<br />

reisnertext.com<br />

DRUCK<br />

BMP Balta Media & Print e. K.<br />

Bahnhofstr. 37, D-63457 Hanau am Main<br />

BILDNACHWEISE<br />

Titelbild: melnikof, Shutterstock<br />

Weitere Bildnachweise: Sofern nicht anders<br />

angegeben, handelt es sich um Firmenfotos.<br />

„CHKD <strong>CONNECT</strong>“ erscheint 4 x jährlich.<br />

20<strong>21</strong> / Ausgabe <strong>02</strong> Ausgabedatum: 11.06.20<strong>21</strong><br />

www.chk-de.org


30 Community<br />

Vom antiken Olympia zur Großen Mauer<br />

Die Einschränkungen durch Corona gaben auch etwas Zeit, im Internet zu stöbern und sich<br />

noch mehr auf die nächstmöglichen großen Reisen zu freuen. Und den nächsten Besuch<br />

in China mit mehr Hintergrundwissen anzutreten und Olympia neu zu erleben.<br />

Ein Besuch im antiken Olympia, ein Rundgang<br />

durch den Zeustempel oder die Werkstatt<br />

des Bildhauers Phidias. Sich mit antiken<br />

Olympiaathleten im Wettkampf messen.<br />

Online sind zahlreiche virtuelle Touren durch das klassische<br />

Olympia zu finden. Der Sport verbindet sich dabei mit Kultur<br />

und Geschichte. Olympia verbindet Länder und Völker war<br />

bereits die Botschaft der antiken Olympischen Spiele.<br />

Natürlich sind auch über die bevorstehenden<br />

Olympischen Winterspiele 2<strong>02</strong>2 in Nordchina<br />

unzählige Infos im Netz zu finden. Auf<br />

der offiziellen Webseite beijing2<strong>02</strong>2.cn gibt<br />

es laufend Neues, Hintergrundinformationen und Videos.<br />

Doch nicht nur zu Olympia kann man im<br />

Netz stöbern. Beijing und seine Umgebung<br />

sind immer wieder eine, wenn auch für viele<br />

jetzt eher virtuelle, Reise wert. Das Palastmuseum<br />

bietet dazu gleich eine ganze Reihe virtueller Rundgänge<br />

an. Hier kann man Kunstschätze im Detail bestaunen,<br />

und zu den einzelnen Ausstellungstücken gibt es detaillierte<br />

Informationen. Auch ein virtueller Spaziergang über die<br />

Chinesische Mauer weckt bei vielen schöne Erinnerungen,<br />

bei anderen Sehnsucht.<br />

Auch große Handelsplattformen<br />

wie Alibaba und Amazon locken<br />

Reisekunden mit virtuellen Reisen<br />

auf ihre Seiten. Mit chinaculture.org<br />

bietet „China Daily“ virtuelle Rundgänge durch Chinas<br />

bekannteste Tourismusattraktionen, und laufend<br />

kommen neue Anbieter dazu. Was sind die Geheimtipps?<br />

Das sollte niemand verraten, denn dann sind<br />

sie nicht mehr geheim. Selbst im Netz zu stöbern<br />

ist ein Vorgeschmack darauf, selbst die Welt zu<br />

erkunden. Was üben Shaolin-Mönche im Wushu-<br />

Guan? Wo kann man in China mit historischen<br />

Lokomotiven fahren? Jetzt ist Zeit, im Netz viele<br />

bislang unbekannte Seiten Chinas zu entdecken,<br />

die in die nächsten Chinareisen eingebaut werden<br />

können.<br />

Auch zahlreiche Tourismuszentralen<br />

in Deutschland zeigen in interaktiven<br />

Präsentationen ihre schönen und interessanten<br />

Reiseziele. So lassen sich<br />

auch Ausflugsziele vor der Haustür und weniger<br />

bekannte Sehenswürdigkeiten finden. Nordrhein-<br />

Westfalen beispielsweise ist abseits der großen<br />

Städte nicht jedem als Tourismusland bekannt. Die<br />

Tourismusseite des Landes bietet virtuelle Ausflüge<br />

zu Weltkulturerbestätten, Museen und anderen<br />

Reisezielen. Es gibt Wanderwelten, Wellness oder<br />

ein Sportwochenende. Die Tourismusförderer haben<br />

dazu auf ihren Webseiten unzählige Vorschläge ausgearbeitet,<br />

die unmittelbar vor der Haustür liegen.<br />

Abb.: Anastasios71, Shutterstock<br />

Abb.: Das Palastmuseum<br />

www.chk-de.org


31<br />

Von der Oper zum Ballett<br />

Abb.: Bruno Passigatti, Shutterstock<br />

Virtuelle Reisen zu Chinas Touristenattraktionen<br />

lassen sich in Museen und Galerien<br />

fortsetzen. Einen umfassenden Überblick<br />

gibt die Seite Google Arts & Culture. Beim Suchwort<br />

China tauchen nicht nur Rundgänge durch<br />

Chinas bedeutende Sammlungen und Museen<br />

auf. Es sind auch Hunderte Themen ausgearbeitet<br />

und 75.000 Objekte zu sehen. Beim Stichwort<br />

Beijing können 14 bedeutende Sammlungen erkundet<br />

werden. Spannend sind Hintergrundberichte<br />

beispielsweise zur Entwicklung der modernen<br />

Kunst in China, wobei auch der Einfluss<br />

Deutschlands deutlich wird, wie bei CAI Yuanpei,<br />

dem Gründer von Chinas erster Kunstschule<br />

National School of Fine Arts, der von 1908 bis<br />

1912 in Leipzig studierte.<br />

Es lohnt sich, einen Kulturabend gut vorbereitet<br />

zu beginnen. Musik und Theater lassen sich online<br />

mit detaillierten Hintergründen erleben. Beispielsweise<br />

die Hintergründe zur Entstehung der<br />

Oper von YANG Guifei „Die Konkubine des Kaisers“,<br />

die in Hamburg entstand. Die Oper ist auch<br />

in voller Länge auf Youtube zu sehen. Dort hat<br />

auch das Beijing Dance Theater einen eigenen<br />

Kanal, in dem nicht nur Auszüge aus einigen<br />

Aufführungen zu sehen sind, sondern auch ein<br />

Blick hinter die Kulissen möglich ist. Wem dies<br />

zu avantgardistisch ist, der findet dort auch<br />

unzählige Aufführungen von traditionellen<br />

chinesischen Opern. Dabei ist zu sehen: Die<br />

chinesische Oper ist in gewisser Hinsicht wie die<br />

europäische Oper. Da gibt es eine gemeinsame<br />

Geschichte, aber man sollte eher von unterschiedlich<br />

ausgeprägten Regionalopern sprechen.<br />

Auch hier lohnt es sich, neben der Opernaufführung<br />

einiges über die Geschichte und Eigenarten<br />

der Oper zu lesen. Gute Abhandlungen dazu<br />

gibt es im Internet genug.<br />

Viele ausgefallene Inszenierungen sind wegen<br />

Corona im Internet entstanden und überall zugänglich.<br />

So wie die Stuttgarter Inszenierung<br />

„Roter Morgen“, in der die China-Begeisterung<br />

vieler deutscher Studenten, darunter auch des<br />

jetzigen baden-württembergischen Landesvaters<br />

Winfried Kretschmann, manch chinesischen<br />

Zuschauer erstaunen dürfte. Das Chinabild<br />

Deutschlands ist oft von Extremen geprägt. Die<br />

Konfuzius-Institute sollen in Deutschland für<br />

Verständnis sorgen und bieten über ihre Webseiten<br />

einen Überblick zu vielen Kulturveranstaltungen.<br />

Dabei ist zu sehen, dass die einzelnen<br />

Institute sehr eigenständige Profile aufweisen<br />

und die inhaltlichen Schwerpunkte recht unterschiedlich<br />

sind. In München zeigt das Konfuzius-<br />

Institut ab April an jedem letzten Wochenende<br />

des Monats chinesische Filme, die auch online<br />

zugänglich sind.<br />

Es gibt viel zu entdecken, und online lassen sich<br />

Besuche von Kulturveranstaltungen gut vorbereiten.<br />

Aber die Welt lässt sich so richtig natürlich<br />

nur in der Realität entdecken. So kann die<br />

nächste Chinareise auch intensiver in die Welt<br />

der Kultur führen. Die großen Opernhäuser und<br />

Theater haben ihre Spielpläne online, Kunstfestivals<br />

locken Besucher. Mit wenig Aufwand<br />

lässt sich so individuell ein Abend außerhalb der<br />

Touristenpfade in China gestalten.<br />

Infobox<br />

Arts and Culture »<br />

YANG Guifei » Chinesisches Filmfest »<br />

www.chk-de.org


32 Community<br />

Marathon in Berlin:<br />

Weltgeschichte trifft auf Weltrekorde<br />

Eine Gruppe von Läufern des SC Charlottenburg,<br />

der zu den renommierten deutschen<br />

Leichtathletik-Vereinen gehört, organisierte<br />

den ersten Berlin-Marathon im Jahr 1974.<br />

1981 wurde das Rennen vom Grunewald ins<br />

Stadtzentrum von West-Berlin verlegt. Unter -<br />

stützt von den drei westlichen Alliierten Großbritannien,<br />

Frankreich und den USA, reifte der<br />

Berlin-Marathon zum größten und hochklassigsten<br />

Marathon Deutschlands und gewann<br />

internationale Bedeutung. Nach dem Fall der<br />

Berliner Mauer im November 1989 begann eine<br />

neue Ära. Am 30. September 1990, drei Tage vor<br />

der Wiedervereinigung, führte die Strecke des<br />

Marathons durch das Brandenburger Tor sowie<br />

beide Teile Berlins. Im Jahr 2001 unterbot die<br />

Japanerin Naoko Takahashi hier als erste Frau die<br />

2:20-Stunden-Marke.<br />

Für das Rennen 2003 wurde der flache und<br />

schnelle Rundkurs dann erheblich geändert. Paul<br />

Tergat, der mit 2:04:55 Weltrekord lief, war der<br />

Erste, der die neue Ziellinie überquerte und kurz<br />

zuvor durch das Brandenburger Tor gelaufen war,<br />

dem Symbol der Wiedervereinigung. In der Folge<br />

entwickelte sich der BMW Berlin-Marathon zu<br />

einem der weltweit besten Straßenrennen. 2008<br />

stellte Haile Gebrselassie aus Äthiopien zum<br />

zweiten Mal in Folge in der deutschen Hauptstadt<br />

einen Weltrekord auf und lief 2:03:59<br />

Stunden. Der Kenianer Patrick Makau brach dann<br />

2011 den Welt- und Streckenrekord von Haile<br />

Gebrselassie und verbesserte die Zeit auf 2:03:38.<br />

Drei weitere Weltrekorde durch kenianische<br />

Läufer fielen in Berlin danach: Wilson Kipsang<br />

erreichte 2013 das Ziel nach 2:03:23, Dennis<br />

Kimetto lief 2014 mit 2:<strong>02</strong>:57 die erste Zeit unter<br />

2:03 Stunden, und dann sorgte Eliud Kipchoge<br />

2018 für die Krönung. Nach 2:01:39 Stunden<br />

stürmte er ins Ziel und unterbot damit die alte<br />

Bestzeit gleich um 1:18 Minuten. Dies war die<br />

größte Steigerung des Männer-Weltrekordes seit<br />

über 50 Jahren. Insgesamt wurden in der Geschichte<br />

des Rennens famose elf Weltrekorde<br />

gebrochen, was einzigartig ist.<br />

Die schnelle Strecke und die Geschichte der Stadt<br />

– das sind sicherlich zwei Gründe, warum der<br />

Marathon in Berlin auch bei Chinesen immer beliebter<br />

wird. Im Jahr 2019 starteten 2.117 chinesische<br />

Teilnehmer beim BMW Berlin-Marathon<br />

und stellten damit die viertgrößte Teilnehmergruppe<br />

nach Nationalität. Die nächste Austragung<br />

ist für den 25. bis 26. September 20<strong>21</strong><br />

angesetzt.<br />

Abb.: Berlin-Marathon<br />

www.chk-de.org


33<br />

Gesundheitsförderung<br />

in der digitalen Arbeitswelt<br />

Die Arbeitswelt ist in ständigem Wandel. Die<br />

Techniker Krankenkasse (TK), offizieller<br />

Gesundheitspartner der Chinesischen Handelskammer<br />

in Deutschland (CHKD), informiert im<br />

aktuellen <strong>CONNECT</strong> <strong>Magazin</strong> darüber, welche<br />

neuen Konzepte Unternehmen brauchen, um die<br />

Gesundheit ihrer Mitarbeiter auch bei veränderten<br />

Arbeitsbedingungen zu erhalten, und<br />

stellt den TK-GesundheitsCoach als unterstützendes<br />

Angebot für das betriebliche Gesundheitsmanagement<br />

von Unternehmen vor.<br />

Die Digitalisierung verändert das Arbeiten immer<br />

weiter: Noch mehr Standardprozesse werden<br />

digitalisiert, neue Formen kundenintegrierter<br />

Geschäftsprozesse entstehen, die Rolle des Menschen<br />

in Arbeitsprozessen wandelt sich, und die<br />

Grenzen von Arbeit und Freizeit verschwimmen<br />

immer mehr. All das hat Auswirkungen auf die<br />

Gesundheit jedes Einzelnen und bedeutet eine<br />

große Herausforderung – sowohl für die Mitarbeiter<br />

als auch für die Führung. Unternehmen<br />

stellen sich die folgenden Fragen:<br />

• Was können Unternehmen tun, damit ihre<br />

Mitarbeiter in der digitalen Arbeitswelt fit und<br />

gesund bleiben?<br />

• Welche Veränderungen der Führungs- und<br />

Unternehmenskultur sind für den erfolgreichen<br />

digitalen Wandel nötig?<br />

• Wie können Kommunikation und Mitarbeiterbeziehungen<br />

gesundheitsförderlich gestaltet<br />

werden?<br />

• Werden insbesondere ältere Mitarbeiter ausreichend<br />

für die veränderte Arbeitswelt qualifiziert?<br />

• Welche Selbstmanagement-Kompetenzen<br />

sind erforderlich, um mit neuen Anforderungen<br />

und Belastungen umzugehen?<br />

• Wie können moderne Technologien die Gesundheitsförderung<br />

im Betrieb unterstützen?<br />

Aus all diesen Fragen können sich für Ihr Unternehmen,<br />

Ihre Führungskräfte und Ihre Mitarbeiter<br />

individuelle Gestaltungspotenziale ergeben.<br />

Die TK ist für Sie mit Akteuren aus Wirtschaft<br />

und Unternehmen auf unterschiedlichen Plattformen<br />

im Dialog.<br />

Der TK-GesundheitsCoach für Unternehmen<br />

Informieren Sie sich über die Möglichkeiten, mit denen der digitale TK-Gesundheits-<br />

Coach Ihr betriebliches Gesundheitsmanagement unterstützen kann. Ihre Vorteile:<br />

Jetzt zur Techniker<br />

Krankenkasse<br />

wechseln!<br />

• Exklusiver Zugang der Mitarbeiter auf den TK-GesundheitsCoach<br />

• Interaktives, persönliches Online-Coaching-Angebot zu Gesundheitsthemen wie<br />

Fitness, Ernährung, Stressbewältigung, Nichtrauchen<br />

• Nachhaltige Gesundheitsförderung, flexibel angepasst auf Ihre Bedürfnisse, jederzeit<br />

verfügbar und online nutzbar<br />

Sie haben Interesse, den TK-GesundheitsCoach Ihren Beschäftigten<br />

anzubieten? Nehmen Sie gern Kontakt mit der TK auf:<br />

www.firmenkunden.tk.de Suchnummer: 2030698<br />

Scannen Sie den QR-Code und<br />

informieren Sie sich über die Vorteile<br />

einer TK-Mitgliedschaft.<br />

Mehr unter www.tk.de<br />

www.chk-de.org


34<br />

Community<br />

Ein Tag im Leben von<br />

Timo Boll<br />

Timo Boll kann sich noch gut an seine erste China-Reise erinnern. Es war 1997. Er war damals gerade 16 Jahre alt. Der ambitionierte<br />

Tischtennisspieler durfte im Trainingszentrum der chinesischen Nationalmannschaft mitspielen. Er sagt: „Damals war es für mich eine komplett<br />

neue Welt. So ein richtiges Abenteuer.“ Heute – mehr als 100 China-Reisen später – kennt Boll China, und China kennt Boll. Der inzwischen<br />

längst zum Weltklassespieler avancierte Boll wird in China erkannt und umringt, am Flughafen, in der Bahn und auf der Straße. „Bo’er“ – so<br />

sein chinesischer Name – wird dann gerufen und gekreischt.<br />

Vor allem das weibliche Geschlecht umschwärmt<br />

ihn. Eine chinesische Frauenzeitschrift<br />

titulierte ihn einmal als „sexiest<br />

man alive“ – noch vor dem englischen Fußball-<br />

Schönling David Beckham. Boll hat sogar eine<br />

weibliche Fangruppe in China. „Es gibt ein paar<br />

Mädels, die große Fans von mir sind und weltweit<br />

hinter mir herreisen“, sagt Boll. „Oft finden sie<br />

heraus, wann ich lande. Keine Ahnung, wie sie<br />

das schaffen. Sie machen mir auch immer<br />

Geschenke. Echt verrückt, was die auch an Geld<br />

ausgeben.“<br />

»Dass ich mich an das<br />

Fremde herantraue, habe<br />

ich China zu verdanken.«<br />

Anerkennung verschaffte er sich in China allerdings<br />

nicht durch sein Aussehen, sondern durch<br />

seine sportlichen Erfolge in einer der populärsten<br />

Sportarten Chinas. Als er 1999 bei den China<br />

Open in Guilin zum ersten Mal Chinas damaligen<br />

Star MA Lin besiegte, war er auf dem Radar der<br />

Experten. Als einer der wenigen Nicht-Chinesen<br />

brach er in den folgenden Jahren in die Phalanx<br />

der Chinesen ein, die diesen Sport seit Jahrzehnten<br />

beherrschen. Mehrmals schaffte es Boll,<br />

der zwar mehrfacher Europameister ist, aber nie<br />

Weltmeister wurde, an die Spitze der Weltrangliste<br />

vor den Chinesen. Vor keinem nicht-chinesischen<br />

Spieler hatten Chinas Top-Spieler mehr Respekt<br />

als vor Boll.<br />

Seit 2007 spielt Boll für den deutschen Serienmeister<br />

Borussia Düsseldorf. Aber er trat auch<br />

www.chk-de.org


35<br />

mehrmals für chinesische Vereine in der dortigen<br />

Superliga an, wenn die Bundesliga pausierte.<br />

Unter anderem spielte er für Guangzhou und<br />

Hangzhou. Chinas Superliga – das war für ihn<br />

im wahrsten Sinne des Wortes eine andere<br />

Liga. Dort gibt es viel mehr Zuschauer, und vor<br />

allem: „Die Zuschauer gehen ganz anders mit“,<br />

sagt Boll.<br />

»Ich sehe nicht nur die Politik,<br />

sondern die Menschen,<br />

ihre Charaktere und wie<br />

sie sich entwickelt haben.<br />

Und das ist schon enorm in<br />

dieser kurzen Zeit.«<br />

Olympia ist die Gegenwart, China die Zukunft?<br />

Derzeit bereitet sich Boll intensiv auf die Olympischen<br />

Spiele in diesem Sommer in Tokio vor.<br />

Diese sind sein letztes großes Ziel. Dort will der<br />

40-Jährige nochmals attackieren: „Wenn ich<br />

nach Tokio fahre, will ich natürlich Medaillen<br />

gewinnen.“ Sein Anspruch sei immer noch, unter<br />

den Top Ten mitzuspielen. In der aktuellen Weltrangliste<br />

liegt er exakt auf Platz zehn.<br />

Und was passiert nach Tokio? Hört er dann auf?<br />

„Ich versuche, den Zeitpunkt des Aufhörens<br />

möglichst weit nach hinten zu verschieben“, sagt<br />

er. Andererseits: „Es kann aber auch ganz schnell<br />

gehen.“ Er sieht es als großen Vorteil an, dass er<br />

nicht mehr aus finanziellen Gründen weiterspielen<br />

muss. Dafür hat er in seiner langen Karriere gut<br />

verdient, wenn auch nicht in den Dimensionen<br />

eines Fußballspielers.<br />

chinesischen Elektro nikhersteller Midea übernommen<br />

wurde – als Markenbotschafter unter<br />

Vertrag und ist mit dessen Auftreten und Engagement<br />

sehr zufrieden.<br />

Bolls großer Vorteil ist, dass er beide Welten<br />

kennt – und auch viele Leute hier wie dort. Deshalb<br />

kann er sich vorstellen, als ein Netzwerker<br />

zu agieren. Er sagt: „Es fehlt oft an gegenseitigem<br />

Vertrauen. Wenn man vielleicht jemand dazwischen<br />

hat, der beide Welten ganz gut kennt<br />

und der auch vertrauenswürdig ist, wäre das eine<br />

gute Basis.“ Das liest sich fast wie ein Bewerbungs<br />

schreiben.<br />

Chinesischkenntnisse könnten dabei sicher nicht<br />

schaden, findet Boll. Vor ein paar Jahren hat er<br />

schon mal am Konfuzius-Institut in Düsseldorf<br />

ein Dreivier teljahr intensiv Chinesisch gepaukt,<br />

aber dann aufgehört, weil der Unterricht doch<br />

China habe ihm viel gebracht, sportlich wie auch<br />

persönlich. „Dass ich mich an das Fremde herantraue,<br />

habe ich China zu verdanken“, sagt er heute.<br />

Boll, der aus einem Städtchen im Odenwald<br />

stammt, ist eigentlich eher zurückhaltend. Aber<br />

seine vielen China-Aufenthalte haben seinen<br />

Horizont erweitert. Und er sieht China inzwischen<br />

anders als viele seiner deutschen Landsleute: „Ich<br />

habe viele Menschen dort kennengelernt und<br />

habe dadurch ein ganz anderes Bild, als es hier in<br />

den Medien rüberkommt. Ich sehe nicht nur die<br />

Politik, sondern die Menschen, ihre Charaktere<br />

und wie sie sich entwickelt haben. Und das ist<br />

schon enorm in dieser kurzen Zeit.“<br />

Dank China ist er offener und neugieriger geworden.<br />

Das gilt auch beim Essen. Genüsslich<br />

erzählt er, wie er es früher ablehnte, mit seinen<br />

Mitspielern nach dem Training oder Spiel „zum<br />

Chinesen“ zu gehen und stattdessen lieber in die<br />

Pizzeria wollte. Heute schätzt er die chinesischen<br />

Küchen: „Ich habe in China gelernt, vielseitiger<br />

und insgesamt gesünder zu essen.“ Am liebsten<br />

verschlingt er Jiaozi und isst Peking-Ente. Bei den<br />

Olympischen Spielen 2008 in Beijing soll er fast<br />

jeden Tag im Olympischen Dorf seine geliebte<br />

Ente gegessen haben. In Düsseldorf gibt es zwei<br />

Lokale, wo er häufig beim Peking-Enten-Essen<br />

gesehen wird.<br />

Wann immer das Karriereende sein wird, der Vater<br />

einer siebenjährigen Tochter kündigt jetzt schon<br />

mal an: „Ich werde nach meiner Karriere tief in<br />

mich gehen und auch einige Dinge austesten.“<br />

Es könne durchaus sein, dass er etwas mache,<br />

was mit China zu tun habe. Er ist ja in China ein<br />

bekanntes Gesicht und eignet sich deshalb sehr<br />

gut als Werbeträger. Ein deutsches Unternehmen<br />

nutzt Bolls Popularität schon seit Jahren. Der<br />

Augsburger Roboterhersteller Kuka hat Boll<br />

schon seit 2014 – also längst bevor Kuka vom<br />

nicht mit dem sehr zeitintensiven Tischtennistraining<br />

zu vereinbaren war. Aber er habe sich<br />

vorgenommen, bald – also womöglich nach den<br />

Olympischen Spielen in Tokio - mit dem Studium<br />

von Sprache und Schrift weiterzumachen: „Chinesisch<br />

zu lernen ist sehr sinnvoll für mich.“ Er<br />

habe viele Chinesen in seinem Umfeld, da versuche<br />

er immer wieder, Chinesisch zu reden.<br />

„Man muss sich einfach trauen, auch wenn sie<br />

einen ab und zu auslachen“, sagt er und lacht<br />

selbst.<br />

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36 Gastkommentar<br />

Abb.: Ninma, Shutterstock<br />

Wie E-Sport China und Deutschland verbindet<br />

E-Sport ist zu einem internationalen Phänomen geworden, das Ländergrenzen längst hinter sich gelassen hat und weltweit ein Millionenpublikum<br />

begeistert. Ob bei der „ESL One Cologne“ oder den „League of Legends Worlds 2<strong>02</strong>0“ in Shanghai: E-Sport-Fans rund um den Globus sind gemeinsam<br />

dabei, wenn die größten E-Sportlerinnen und E-Sportler aufeinandertreffen und sich miteinander messen.<br />

Insgesamt haben sich die digitalen Wettkämpfe<br />

innerhalb von nur 20 Jahren zu einem<br />

Milliardenmarkt entwickelt, dessen weltweiter<br />

Gesamtumsatz laut Prognose des Marktforschungsunternehmens<br />

Newzoo bis 2<strong>02</strong>3 auf<br />

rund 1,6 Milliarden Euro wachsen soll. Das starke<br />

Umsatzwachstum hängt eng mit der wachsenden<br />

Zahl an Zuschauerinnen und Zuschauern zusammen:<br />

Bis 2<strong>02</strong>3 sollen 646 Millionen Menschen<br />

weltweit Ligen und Turniere verfolgen. Bedenkt<br />

man, dass heute bereits über zwei Milliarden<br />

Menschen Computer- und Videospiele spielen,<br />

wird schnell deutlich, wie groß das Potenzial<br />

auch in Zukunft noch ist. Dieses Potenzial haben<br />

auch viele deutsche und chinesische Games-<br />

Unternehmen erkannt, etwa das Kölner E-Sport-<br />

Unternehmen ESL Gaming oder Tencent, die<br />

Muttergesellschaft von Riot Games.<br />

Doch nicht nur weltweit stellt der E-Sport konstant<br />

neue Bestmarken auf. Auch in Deutschland<br />

haben sich die digitalen Wettkämpfe enorm entwickelt.<br />

Ein zweistelliges Marktwachstum – zuletzt<br />

lag es bei 27 Prozent innerhalb eines Jahres<br />

auf rund 77 Millionen Euro – ist hier die Regel<br />

und nicht die Ausnahme. Dabei ist ein lebendiges<br />

und stark wachsendes E-Sport-Ökosystem entstanden,<br />

das neben Spielerinnen und Spielern<br />

sowie Ligen-Betreibern auch Technik- und Telekommunikationsanbieter,<br />

Stadion- und Messebetreiber,<br />

Vermarktungsagenturen und Sponsoren<br />

umfasst.<br />

Sebastian Steinbach, ist Referent Politische<br />

Kommunikation und E-Sport beim game –<br />

Verband der deutschen Games-Branche e. V.<br />

Deutschland ist ein international besonders<br />

relevanter E-Sport-Standort. Hier finden einige<br />

der wichtigsten internationalen Turniere statt,<br />

etwa „ESL One Cologne“, „StarLadder Major“ oder<br />

„PUBG Global Invitational.S“, zu denen regelmäßig<br />

Besucherinnen und Besucher aus der ganzen<br />

Welt anreisen. Auch die „League of Legends<br />

European Championship“ (LEC) von Riot Games<br />

wird in Berlin ausgetragen. Mit Unternehmen wie<br />

ESL Gaming oder Freaks 4U Gaming sind einige<br />

der größten und wichtigsten E-Sport-Veranstalter<br />

in Deutschland ansässig. Doch nicht nur das:<br />

Auch zahlreiche erfolgreiche E-Sport-Teams sind<br />

hier beheimatet: SK Gaming, G2 Esports, BIG oder<br />

Unicorns of Love. Bei einem der größten europäisch-chinesischen<br />

Duelle setzte sich allerdings<br />

ein Team aus Beijing durch: In einem packenden<br />

Finale der „League of Legends Worlds 2019“<br />

konnte sich das chinesische Team FunPlus Phoenix<br />

gegen G2 Esports durchsetzen. Nicht zuletzt<br />

dieses Duell zeigt: Im E-Sport gibt es regelmäßig<br />

Wettkämpfe mit europäischen und asiatischen<br />

Teams auf Augenhöhe.<br />

Die rasant steigende Popularität des E-Sports in<br />

Deutschland ist auch der Wirtschaft und Politik<br />

nicht verborgen geblieben. So steigen immer<br />

mehr deutsche Unternehmen in das Sponsoring<br />

ein: Ob Mercedes-Benz, BMW oder DHL bis hin<br />

zu vielen mittelständischen Unternehmen wie<br />

Bausparkassen, Getränkeherstellern oder sogar<br />

Krankenkassen. Der Pokal der „League of Legends<br />

Worlds 2<strong>02</strong>0“ in Shanghai wurde beispielsweise<br />

in einem Fahrzeug von Mercedes-Benz in das<br />

Stadion gefahren. Und auch die Politik unterstützt<br />

den E-Sport in Deutschland auf verschiedenen<br />

Ebenen: So ist die Stärkung des digitalen Wettkampfs<br />

in das Regierungsprogramm von CDU,<br />

CSU und SPD aufgenommen worden. Im Zuge<br />

dessen wurde unter anderem die Einreise von<br />

E-Sportlerinnen und E-Sportlern aus Staaten<br />

außerhalb der Europäischen Union deutlich<br />

vereinfacht. Das stärkt die Rolle Deutschlands<br />

als Austragungsort großer E-Sport-Turniere und<br />

bringt die E-Sport-Welt noch näher zusammen.<br />

Abb.: Tim Flavor/game<br />

www.chk-de.org


Krise als Chance?<br />

Zur Zukunft der chinesisch-deutschen<br />

Wirtschaftszusammenarbeit<br />

September 20<strong>21</strong><br />

Programm (vorläufig):<br />

- Grußwort von CHKD-Präsident ZHENG Donglin<br />

- Grußworte aus der chinesischen und deutschen Politik<br />

- Eröffnungsgespräch zum Status Quo der chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen<br />

(mit CHKD-Hauptgeschäftsführer DUAN Wei und Vertretern der Kooperationspartner)<br />

- Online-Panels mit hochrangigen Unternehmensvertretern aus China und Deutschland<br />

(Themen u.a.: CO2-neutrale Wirtschaft & Digitalisierung)<br />

- u.v.m.<br />

Der China Day 20<strong>21</strong> findet erneut als virtuelles Online-Event statt. Über den genauen Termin,<br />

den Ablauf der Veranstaltung sowie die Anmeldemodalitäten halten wir Sie über unsere Infokanäle<br />

auf dem Laufenden.<br />

Sponsor werden<br />

Interessierte Unternehmen haben durch variable Sponsorship-Pakete die Möglichkeit,<br />

aktiv an der Veranstaltung mitzuwirken. Sprechen Sie uns gerne an!<br />

Kontakt: Herr Jannik Dennier 030-20917522 jannik.dennier@chk-de.org<br />

QR-Code scannen und<br />

mehr über den China Day<br />

20<strong>21</strong> digital erfahren<br />

Mehr unter www.chk-de.org


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Die Techniker bietet Ihren internationalen<br />

Fachkräften einen exklusiven Welcome-Service.<br />

Wir sorgen für einen Auftakt nach Maß – mit deutscher Gründlichkeit<br />

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