CONNECT Magazin 21-02
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
n<br />
20<strong>21</strong> / Ausgabe <strong>02</strong><br />
Das <strong>Magazin</strong> der Chinesischen Handelskammer in Deutschland<br />
www.chk-de.org<br />
SPORT VERBINDET<br />
WACHSENDER WIRTSCHAFTSFAKTOR<br />
FÜR INTERNATIONALE UNTERNEHMEN<br />
Interview mit<br />
Carsten Cramer<br />
Borussia Dortmund<br />
Hisense in Europa<br />
Harmonie zwischen<br />
Technik und Sport<br />
Sportidol & China-Kenner<br />
Ein Tag im Leben von<br />
Timo Boll
Die Chinesische Handelskammer in Deutschland e. V.<br />
UNSER<br />
NETZWERK,<br />
IHR ERFOLG!<br />
Events &<br />
Delegationen<br />
Eventmanagement<br />
Firmenbesichtigungen<br />
Delegationsbetreuung<br />
Recruitment & Training<br />
Medien & PR<br />
Visum<br />
Geschäftsvisa<br />
Arbeitserlaubnis<br />
Business<br />
Services<br />
Unternehmensrecherche<br />
Registerabfrage<br />
Beglaubigung<br />
Übersetzung<br />
Market Entry<br />
& Legal<br />
CHKD SERVICES<br />
Marktforschung<br />
Markteintritt<br />
Unternehmensgründung<br />
Partnersuche<br />
Recht & Steuern<br />
Die CHKD ist das größte Netzwerk chinesischer Unternehmen in<br />
Deutschland. Unser Ziel ist die Stärkung der wirtschaftlichen<br />
Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland. Mit unseren<br />
umfangreichen Services unterstützen wir unsere Mitglieder und<br />
Unternehmen vor und nach Eintritt in den deutschen Markt.<br />
CHKD— 德 国 中 国 商 会 国 际 会 议 中 心 7 层 , 弗 里 德 里 希 大 街 95 号 , 邮 编 10117, 柏 林<br />
CHKD-Die Chinesische Handelskammer in Deutschland e. V. I IHZ Hochhaus, 7. Etage I Friedrichstrasse 95 I 10117 Berlin<br />
+49-30-2091 7522 +49-30-2091 7340 WWW.CHK-DE.ORG INFO@CHK-DE.ORG<br />
WECHAT-KANAL<br />
DER CHKD
Editorial<br />
1<br />
Abb.: Alex from the Rock, Shutterstock<br />
Liebe Leserinnen und Leser,<br />
mit einem Jahr Verspätung beginnt heute die<br />
Fußball-Europameisterschaft der Männer. Das<br />
Turnier findet erstmals in seiner 60-jährigen Geschichte<br />
in elf Gastgeberstädten auf dem ganzen<br />
Kontinent und mit dem Austragungsort Baku in<br />
Aserbaidschan sogar an der Grenze zu Asien statt.<br />
Ein besonderes Turnier unter besonderen Umständen.<br />
Zu erwarten ist dennoch, dass wieder<br />
Fans aus der ganzen Welt die Spiele am Fernseher<br />
oder, sofern es Corona zulässt, vor Ort im Stadion<br />
verfolgen und mit ihrer Lieblingsmannschaft<br />
mitfiebern.<br />
Auch das aktuelle <strong>CONNECT</strong> <strong>Magazin</strong> zeigt:<br />
Sport begeistert, Sport verbindet Menschen und<br />
Nationen. Sport ist aber auch ein Geschäft, das<br />
ins besondere in China enorm hohe Wachs -<br />
t umszahlen aufweist. Für viele internationale<br />
Anbieter von Sportbekleidung oder Sportgeräten<br />
wurde China innerhalb kurzer Zeit der weltweit<br />
wichtigste Absatzmarkt, für professionelle Vereine<br />
und Architekturbüros hält der chinesische Markt<br />
ein enormes Wachstumspotenzial bereit. Und<br />
nicht zuletzt sorgen die Olympischen Winterspiele<br />
in Beijing 2<strong>02</strong>2 derzeit für einen Boom im<br />
Wintersport-Segment.<br />
Gleichzeitig werden chinesische Sportmarken, die<br />
vor Kurzem im Westen noch nicht sehr breit<br />
vertreten waren, in Europa zunehmend bekannt<br />
und beliebt. Unter den Top Ten der bekanntesten<br />
Marken tauchen mittlerweile auch Unternehmen<br />
aus China auf. Dabei legen chinesische Sportartikelhersteller<br />
viel Wert auf Innovation und<br />
Entwicklung, und der Trend geht zu hochwertigen<br />
Produkten.<br />
Am Beispiel von Hisense, einem der weltweit<br />
größten Hersteller von Unterhaltungselektronik,<br />
zeigen wir im neuen Heft außerdem, welche<br />
Bedeutung Sportsponsoring für die Steigerung der<br />
Markenbekanntheit chinesischer Unternehmen<br />
hat. Hisense ist einer von vier Sponsoren der<br />
bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft,<br />
die ihre Wurzeln in China haben. Auch hier zeigt<br />
sich die verstärkt internationale Ausrichtung<br />
vieler chinesischer Unternehmen.<br />
Neben diesen Themen haben wir natürlich wieder<br />
zahlreiche weitere Beiträge und Neuigkeiten<br />
rund um die chinesisch-deutsche Wirtschaftszusammenarbeit<br />
für unsere Leserinnen und Leser<br />
zusammengestellt. Außerdem freuen wir uns,<br />
Ihnen in dieser <strong>CONNECT</strong>-Ausgabe den China Day<br />
20<strong>21</strong> anzukündigen, der in diesem Jahr erneut in<br />
digitaler Form stattfinden wird.<br />
Wir wünschen Ihnen eine schwungvolle Lektüre!<br />
Die <strong>CONNECT</strong>-Redaktion<br />
www.chk-de.org
2<br />
Inhalt<br />
08<br />
08<br />
Titelstory<br />
Sport verbindet<br />
04<br />
Kurzmeldungen<br />
12<br />
Aktuelles rund um Ansiedlungen,<br />
Kooperationen und Investitionen<br />
Interview<br />
04 12<br />
...<br />
… Carsten Cramer,<br />
Borussia Dortmund<br />
www.chk-de.org
3<br />
Kurzmeldungen<br />
Services<br />
30<br />
Community<br />
Vom antiken Olympia zur<br />
Großen Mauer<br />
04 Chinesische Technologiefirmen steigen<br />
in E-Automarkt ein<br />
04 China-Blitzlichter<br />
04 Große Marketing-Show: Bilibili<br />
erleuchtet den Himmel von Shanghai<br />
mit QR-Code aus Drohnen<br />
05 Europa-Start: NIO verkauft smarte<br />
Premium-EVs in Norwegen<br />
05 Tencent Cloud kooperiert mit der<br />
University of Edinburgh in Forschung<br />
und Lehre<br />
06 BASF stärkt Forschung und Entwicklung<br />
in China<br />
06 Neue Seidenstraße: Verbindung<br />
zwischen Hamburg und Xuzhou<br />
erfolgreich etabliert<br />
06 Unternehmensticker<br />
07 tesa investiert 32 Millionen in Werkserweiterung:<br />
Produktionsstart in<br />
Suzhou<br />
Titelstory<br />
26 Zahlen – Daten – Fakten<br />
28 Neues aus dem Beraternetzwerk<br />
29 Veranstaltungskalender<br />
Community<br />
30 Reise: Vom antiken Olympia zur<br />
Großen Mauer<br />
31 Kultur: Von der Oper zum Ballett<br />
32 Sport: Marathon in Berlin:<br />
Weltgeschichte trifft auf Weltrekorde<br />
33 Gesundheit: Gesundheitsförderung in<br />
der digitalen Arbeitswelt<br />
34 Ein Tag im Leben von Timo Boll<br />
36 Gastkommentar<br />
Rubriken<br />
01 Editorial<br />
29 Impressum<br />
30<br />
08 Sport verbindet<br />
12 Interview mit Carsten Cramer,<br />
Borussia Dortmund<br />
15 Chinas stark expandierender Markt<br />
verschafft ausländischen Sportmarken<br />
hohe Zuwachsraten<br />
18 Trendige Qualitätsmarken aus China<br />
20 Sportstadien in China<br />
22 Interview mit Anja Zankl:<br />
Hisense in Europa – Harmonie zwischen<br />
Technik und Sport<br />
24 Nachhaltige Sportförderung durch<br />
ALBA<br />
25 Beijing im winterlichen Olympiafieber<br />
Besuchen Sie unsere neue Homepage<br />
www.chk-de.org!<br />
Folgen Sie uns für weitere Informationen<br />
WeChat-Kanal<br />
Ausgabedatum: 11. Juni 20<strong>21</strong><br />
Linkedin<br />
www.chk-de.org
4<br />
Kurzmeldungen<br />
China Trends<br />
Chinesische Technologiefirmen steigen in E-Auto-Markt ein<br />
Huawei stellt erstes E-Auto vor / Xiaomi und Baidu geben Pläne bekannt /<br />
weitere Unternehmen könnten folgen<br />
Auf der Shanghai Auto Show im April<br />
stellte Huawei ein Elektroauto mit dem<br />
komplexen Namen Seres Huawei Smart<br />
Selection SF5 vor, das mit dem Logo des Unternehmens<br />
versehen ist. Der SF5 wurde vom chinesisch-kalifornischen<br />
Elektroautohersteller<br />
Seres entwickelt. Seres/Cyrus, eine Tochterfirma<br />
der chinesischen Chongqing Sokon Industry<br />
Group, soll den Wagen produzieren. Einen Teil der<br />
Technik hat Huawei beigesteuert. Dazu gehören<br />
die Motoren (Huawei Driveone), das Betriebssystem<br />
für das Infotainmentsystem Huawei Hicar<br />
und das Soundsystem. Das Fahrzeug soll noch<br />
20<strong>21</strong> auf den Markt kommen.<br />
Im Rahmen eines großen Events hatte Xiaomi-<br />
Chef LEI Jun die Gründung eines Tochterunternehmens<br />
angekündigt, das „smarte Elektroautos“<br />
bauen soll. Dafür will er in den kommenden<br />
Jahren zehn Milliarden Dollar in die Hand nehmen.<br />
Xiaomi ist dabei kein richtiger Newcomer in<br />
der Autobranche. In einem Joint Venture mit dem<br />
chinesischen Autohersteller Bestune hat Xiaomi<br />
den SUV „Redmi“ auf den asiatischen Markt gebracht.<br />
Der Smartphone-Spezialist arbeitete vor<br />
allem an der Software mit. Auch beim chinesischen<br />
Kleinstwagen Baojun E300 steuerte Xiaomi die<br />
Konnektivität bei.<br />
Jidu Auto, das neue Autounternehmen des chinesischen<br />
Suchmaschinenriesen Baidu, plant, in den<br />
nächsten fünf Jahren 50 Milliarden RMB (7,7<br />
Milliarden US-Dollar) zu investieren und in den<br />
nächsten zwei bis drei Jahren 2.500 bis 3.000<br />
Mitarbeiter einzustellen. Gegründet wurde Jidu<br />
Auto am 2. März, Baidu hält einen Anteil von 55<br />
Prozent an dem Unternehmen. Der in Hangzhou<br />
China-Blitzlichter<br />
• Baidu erhält Chinas erste Lizenz für selbst fahrende Busse<br />
• Meituan stellt neue Generation fahrerloser Lieferfahrzeuge vor<br />
• 18,83 Millionen Fahrgäste: Neuer Tagesrekord bei der chinesischen Bahn am Tag der Arbeit<br />
• China dominiert 6G-Entwicklung mit 35 Prozent der weltweiten Patente<br />
• Tencent plant Ausbildung von 10.000 KI-Lehrern<br />
• Digitale Währung: Erstes Flugticket mit digitalem RMB gekauft<br />
ansässige Automobilhersteller Geely Holding besitzt<br />
den Rest und wird die Produktionsanlagen<br />
zur Verfügung stellen. Bei den geplanten Elektroautos<br />
soll die In-Car-Software von Baidu zum<br />
Einsatz kommen, für das fahrzeugtechnische<br />
Know-how soll Geely verantwortlich sein.<br />
Auch der Smartphone-Hersteller OPPO und der<br />
Drohnenspezialist DJI spielen Gerüchten zufolge<br />
mit dem Gedanken, zukünftig in den E-Auto-<br />
Markt einzusteigen. All diese Beispiele zeigen,<br />
dass sich der Wandel der Autobranche hin zu<br />
IT-Systemen fortsetzt. Und eines scheint dabei<br />
klar: Chinesische Technologieunternehmen<br />
möchten vorn mitspielen.<br />
Quellen: golem.de, tagesschau.de, elektroauto-news.net, futurezone.at<br />
• „Time <strong>Magazin</strong>e“: Alibaba, Tencent & Huawei unter den 100 einflussreichsten Unternehmen<br />
weltweit<br />
Quelle: daoinsights.com<br />
Abb.: GIGA<br />
Große Marketing-Show: Bilibili erleuchtet Himmel von Shanghai mit QR-Code aus Drohnen<br />
Abb.: QRTiger<br />
Mit einer besonderen Marketing-Aktion<br />
machte die chinesische Videostreaming-Plattform<br />
Bilibili im April auf<br />
sich aufmerksam. Hunderte von Drohnen überflogen<br />
den Nachthimmel von Shanghai mit einer<br />
Lichtshow, an dessen Ende die Drohnen einen<br />
riesigen (scanbaren) QR-Code bildeten. Mit der<br />
Aktion bewarb Bilibili das japanische Rollenspiel<br />
„Princess Connect! Re:Dive“ und sorgte für<br />
großes Aufsehen in den sozialen Netzwerken in<br />
und außerhalb von China. Bilibili wurde im Jahr<br />
2010 gegründet. Mit ihrem Fokus auf Comics und<br />
Games ist die Videoplattform vor allem bei jungen<br />
Chinesen beliebt und hat rund 200 Millionen<br />
monatliche Nutzer. 2018 ging Bilibili in den USA<br />
an die Börse, seit März 20<strong>21</strong> ist das Unternehmen<br />
auch in Hongkong gelistet.<br />
Quelle: Bilibili<br />
www.chk-de.org
Kurzmeldungen<br />
5<br />
Abb.: NIO<br />
Europa-Start: NIO verkauft smarte Premium-EVs in Norwegen<br />
NIO bringt Power-Swap-Technologie nach Europa / Mit ES8 und ET7 kommen zwei<br />
Flaggschiffmodelle auf den europäischen Markt<br />
NIO, ein Pionier und Hersteller von smarten<br />
Premium-Elektrofahrzeugen, startet mit<br />
seinem Europa-Geschäft in Norwegen.<br />
Das 2014 gegründete Unternehmen hat sich zum<br />
Ziel gesetzt, NIO als globale Marke zu etablieren.<br />
„Wir betreiben seit 2015 unser Designcenter in<br />
München, in Oxford sitzt ein Performance-Team,<br />
in San José im Silicon Valley haben wir unser<br />
Software-Team. Mittlerweile beschäftigen wir<br />
mehr als 9.000 Mitarbeiter aus 45 Ländern. Wir<br />
sind als Erstes in China in den Markt gegangen.<br />
Jetzt geht es darum, unsere Marke und unsere<br />
Produkte in Europa einzuführen“, sagt NIO-CEO<br />
und Gründer William Li.<br />
NIO beabsichtigt, sein gesamtes Produkt- und<br />
Serviceportfolio in Europa zu etablieren – inklusive<br />
der innovativen NIO-Power-Swap-Technologie,<br />
die es ermöglicht, die Fahrzeugbatterien innerhalb<br />
von drei Minuten automatisch auszutauschen.<br />
Die ersten vier Stationen sollen noch 20<strong>21</strong><br />
in Betrieb genommen werden. Weitere Swap-Stationen<br />
kommen 2<strong>02</strong>2 hinzu, sodass in Norwe gen<br />
ein Power-Netzwerk entstehen wird, welches unter<br />
anderem die fünf wichtigsten Städte und verkehrsreichsten<br />
Routen abdeckt.<br />
Der NIO ES8, das Flaggschiff unter den smart<br />
electric SUVs mit einer elektrischen Reichweite<br />
von rund 500 Kilometern (WLTP), ist das erste<br />
Modell, das NIO in Europa platziert. NIOs vollelektrische<br />
smarte Limousine ET7 wird 2<strong>02</strong>2<br />
folgen. Neben den Fahrzeugen, der Ladeinfrastruktur<br />
und einem Servicenetzwerk setzt das<br />
Unternehmen mit einem NIO House in Oslo und<br />
einer eigenen Lifestyle-Marke auch in Europa<br />
auf eine User Experience, die über den Verkauf<br />
von Elektroautos hinausgeht.<br />
„In Norwegen beginnt ein neues Kapitel der<br />
Elektromobilität. So wie das Smartphone das<br />
Mobiltelefon abgelöst hat, so werden smart EVs<br />
nun das Kundenerlebnis neu definieren. Ein<br />
NIO-Fahrzeug zu besitzen bedeutet, Zugang zu<br />
aufregenden Möglichkeiten und Gemeinschaften<br />
zu erhalten, die das Leben der Nutzer über ein<br />
Premium-Elektrofahrzeug hinaus bereichern<br />
werden. Deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt,<br />
in Norwegen eine Community rund um NIO<br />
aufzubauen“, sagt Marius Hayler, Geschäftsführer<br />
von NIO Norway AS.<br />
Quelle: NIO<br />
Tencent Cloud kooperiert mit der University of Edinburgh<br />
in Forschung und Lehre<br />
Anfang Mai gab Tencent Cloud die Unterzeichnung<br />
eines Memorandum of Understanding<br />
(MoU) mit der University of<br />
Edinburgh bekannt. Ziel ist es, die Forschungsund<br />
Bildungsprogramme der Universität durch<br />
Cloud-Angebote und technisches Engagement<br />
zu unterstützen und so den technologischen<br />
Fortschritt der Universität im Bereich Forschung<br />
und Talentförderung zu stärken.<br />
Poshu Yeung, Senior Vice President bei Tencent<br />
Cloud International, sagte: „Die Unterzeichnung<br />
des MoU zur Unterstützung der University of<br />
Edinburgh bei ihrer technologischen Entwicklung<br />
unterstreicht das Engagement von Tencent Cloud<br />
im Bildungssegment. Wir freuen uns darauf, der<br />
Universität mehr Ressourcen für Bildungszwecke<br />
zur Verfügung zu stellen und Talente in diesem<br />
Bereich zu fördern sowie ihren Tech- und<br />
Wissens support zu stärken. Diese Initiative<br />
demonstriert auch die Mission des Unternehmens<br />
‚Value for Users, Tech for Good‘, die auf den Werten<br />
Integrität, Proaktivität, Zusammenarbeit und<br />
Kreativität basiert."<br />
Quelle: Tencent Cloud<br />
Abb.: www.technologyrecord.com<br />
www.chk-de.org
6<br />
Kurzmeldungen<br />
Unternehmensticker<br />
Abb.: Xuzhou Huaihai International Land Port Abb.: BASF<br />
BASF stärkt Forschung und Entwicklung in China<br />
Der BASF Innovation Campus Shanghai geht in die dritte Phase. Mit der Erweiterung<br />
unterstreicht die BASF ihr anhaltendes Engagement in China und Asien, wo immer<br />
mehr Forschung und Entwicklung des Konzerns stattfinden. Darüber hinaus verkündet<br />
die BASF die Gründung eines Beratergremiums im Rahmen der Forschungsallianz<br />
„Network for Asian Open Research“ (NAO). Sie verstärkt nach Aussage von BASF die<br />
Innovationsaktivitäten des Konzerns in Asien.<br />
Mit der Erweiterung wird BASF gezielt die Kapazitäten für Forschung und Entwicklung<br />
in China ausbauen. Schwerpunkte des Innovation Campus sind neue Materialien und<br />
Systeme sowie chemische Verfahrenstechnik. Damit will der Konzern die Anforderungen<br />
wachsender Industrien wie Automobil, Bau und Beschichtungen erfüllen. „Der weitere<br />
Ausbau der F&E-Kapazitäten des Innovation Campus Shanghai unterstützt unser Geschäft<br />
hervorragend und stärkt die Position von BASF als bevorzugter Innovationspartner vor Ort“,<br />
so Dr. Stephan Kothrade, President und Chairman Greater China, BASF.<br />
Quelle: investmentplattformchina.de<br />
Neue Seidenstraße: Verbindung zwischen Hamburg<br />
und Xuzhou erfolgreich etabliert<br />
Der erste Zug nach Hamburg startete im November vergangenen Jahres vom Güterbahnhof<br />
Tongshan. Seine Route verlief unter anderem über Russland und Polen. Von<br />
Hamburg wurden die unterwegs noch nicht abgeladenen Container weiter in Europa<br />
verteilt. In den vergangenen Jahren sind 232 Verbindungen zwischen 20 chinesischen<br />
Destinationen und Hamburg entstanden. Um gut sieben Prozent steigerte sich allein der<br />
Umschlag im interkontinentalen Bahnverkehr zwischen China und Hamburg im Jahr 2<strong>02</strong>0.<br />
Ins gesamt stieg das Volumen damit auf 107.000 TEU. Mittlerweile fahren fast 40 Züge<br />
wöchentlich zwischen unterschiedlichen Provinzen<br />
Chinas und Europas größtem Eisenbahnhafen.<br />
„Die neue Seidenstraße ist eine wichtige<br />
Ergänzung zum Seeverkehr für die globale Lieferkette<br />
zwischen China und Deutschland. Die guten<br />
Entwicklungen machen deutlich, dass das Angebot<br />
sehr gern angenommen wird“, sagt Axel<br />
Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing.<br />
Quelle: Hafen Hamburg Marketing e.V.<br />
China zum sechsten Mal in Folge größter Markt<br />
für Porsche – In den ersten beiden Monaten des<br />
Jahres 20<strong>21</strong> stieg der Absatz auf 13.910 Neufahrzeuge,<br />
was einer Steigerung von 54 Prozent gegenüber<br />
dem Vorjahr entspricht.<br />
Quelle: daoinsights.com<br />
Audi startet Elektro-Offensive in China – Bis 2<strong>02</strong>5<br />
sollen sechs neue rein elektrische Modelle auf den<br />
Markt kommen. Zusammen mit FAW baut Audi<br />
zudem ein neues Werk für E-Modelle in Changchun.<br />
Quelle: Automobilwoche<br />
Bosch und Qingling Motors kooperieren bei<br />
Brennstoffzelle – Das Gemeinschaftsunternehmen<br />
wird Brennstoffzellen-Systeme für den Markt in<br />
China entwickeln, montieren und vermarkten.<br />
Quelle: Robert Bosch GmbH<br />
TikTok investiert fünf Millionen in Kunst und<br />
Kultur – Mit #CreatorsForDiversity fördert das Unternehmen<br />
Kunst- und Kulturinstitutionen – und stellt<br />
dafür fünf Millionen Euro zur Verfügung.<br />
Quelle: TikTok<br />
Eckert & Ziegler trennt sich vom Geschäftsfeld<br />
Tumorbestrahlungsgeräte – 51 Prozent der An teile<br />
an der BEBIG Medical GmbH, in die sie das HDR-<br />
Geschäft ausgegliedert hat, wurden an die chinesische<br />
TCL Healthcare Equipment (TCL) in Shanghai<br />
verkauft.<br />
Quelle: Eckert & Ziegler<br />
Joh. Friedrich Behrens geht an GreatStar<br />
Europe – Der Hersteller von Druckluftnaglern aus<br />
dem norddeutschen Ahrensburg musste im November<br />
Insolvenz anmelden. Durch den Einstieg von<br />
Great Star Europe aus Hangzhou, China, können alle<br />
Arbeitsplätze erhalten bleiben.<br />
Quelle: investmentplattformchina.de<br />
Expansion mit E-Bikes – Die Yadea Technology<br />
Group Co., Ltd. aus Wuxi nimmt neben elektrischen<br />
Motorrollern erstmals E-Tretroller und E-Bikes ins<br />
globale Portfolio auf. Ein Teil des Expansionsplans<br />
ist die Kooperation mit dem Mobilitäsabo-Geschäft<br />
des ADAC.<br />
Quelle:radmarkt.de<br />
www.chk-de.org
7<br />
tesa investiert 32 Millionen in Werkserweiterung: Produktionsstart in Suzhou<br />
Ob Smartphones, Tablets, Notebooks, Fernseher,<br />
OLED-Anwendungen oder tragbare<br />
Mini-Computer wie Smartwatches und<br />
Fitness-Tracker: Fast alle großen Elektronikhersteller<br />
sind in China ansässig. Dort hat tesa<br />
Anfang April aufgrund der großen Nachfrage<br />
nach Hightech-Klebelösungen die Erweiterung<br />
seines Werks im chinesischen Suzhou gefeiert.<br />
Herzstück des Neubaus mit einer Gesamtfläche<br />
von 15.000 Quadratmetern und einem Investitionsvolumen<br />
von 32 Millionen Euro ist eine der<br />
weltweit modernsten Reinraum-Einheiten zur<br />
Herstellung von Präzisions-Klebebändern.<br />
Abb.: tesa<br />
„Unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie<br />
hat unser 50-köpfiges, internationales<br />
Projektteam die Fertigstellung der<br />
neuen Produktionsstätte in China hervorragend<br />
umgesetzt“, berichtete Frank Kolmorgen, President<br />
and Regional Manager tesa Greater China, anlässlich<br />
der Eröffnungsfeier. Der internationale<br />
Klebeband-Hersteller hatte sich frühzeitig entschlossen,<br />
die Kapazitäten und Gebäude des<br />
Werks signifikant zu erweitern, als abzusehen<br />
war, dass aufgrund der hohen Nachfrage der<br />
bestehende Produktionsstandort im Industriepark<br />
der Metropole Suzhou spätestens 2<strong>02</strong>5 an seine<br />
Grenzen stoßen würde.<br />
Quelle: investmentplattformchina.de<br />
Ihr Teamplayer für den Unternehmenserfolg? BDO!<br />
企 业 成 功 路 上 的 伙 伴 ?BDO!<br />
BDO China Desk | 中 国 事 业 部<br />
Ob China Inbound oder Outbound - mit zusammen 14.000 Mitarbeitern in 63 Büros in China und Deutschland sind wir immer in Ihrer Nähe.<br />
Unsere Experten vom China Desk unterstützen Sie auf Deutsch, Englisch oder Mandarin bei Ihrem Geschäftserfolg im In- und Ausland.<br />
BDO ist mit über 91.000 Mitarbeitern in 167 Ländern weltweit für Sie da – und in Deutschland bereits seit über 100 Jahren.<br />
无 论 是 进 入 中 国 还 是 走 出 国 门 , 我 们 在 中 国 和 德 国 的 共 14,000 多 名 专 业 人 士 和 63 家 分 所 将 伴 随 您 左 右 。<br />
我 们 中 国 事 业 部 的 专 家 们 将 在 您 国 内 外 的 成 功 之 路 上 以 德 语 、 英 语 或 者 中 文 提 供 专 业 支 持 。<br />
BDO 全 球 91,000 名 员 工 在 167 个 国 家 给 您 提 供 专 业 服 务 , 其 中 德 国 BDO 百 年 以 来 始 终 如 一 。<br />
Audit & Assurance | Tax & Legal | Advisory 审 计 | 税 务 & 法 律 | 咨 询<br />
www.bdo.de | china.desk@bdo.de | kai.pingel@bdo.de | yijiang.zhang@bdo.de<br />
BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts, ist Mitglied von BDO International Limited, einer britischen Gesellschaft<br />
mit beschränkter Nachschusspflicht, und gehört zum internationalen BDO Netzwerk voneinander unabhängiger Mitgliedsfirmen.<br />
BDO ist der Markenname für das BDO Netzwerk und für jede der BDO Mitgliedsfirmen.<br />
BDO 会 计 师 事 务 所 股 份 公 司 是 一 家 德 国 法 律 下 的 股 份 公 司 , 是 注 册 于 英 国 的 BDO 国 际 有 限 公 司 成 员 , 并 隶 属 于 由 各 个 独 立 成 员 所 组 成 的 BDO 国 际 网 络 。<br />
BDO 是 BDO 网 络 和 每 个 BDO 成 员 所 的 商 标 名 称 。
8 Titel<br />
Abb.: Robert Way, Shutterstock<br />
www.chk-de.org
9<br />
Sport verbindet<br />
In China setzen sich neue Sportarten schnell durch und bieten viel<br />
Potenzial für internationale Kooperationen / Trend bei Sportausrüstungen<br />
geht zu hochwertigen Marken<br />
Sport hält Körper und Seele gesund. Sport verbindet Menschen und Kulturen. Dafür sorgen professionelle<br />
Vereine, zahllose Unternehmen für Sportausrüstungen oder auch internationale Architekturbüros mit<br />
ihren Stadionbauten. In China entstanden in kurzer Zeit viele, teilweise riesige Geschäfte für Sportbedarf<br />
und Sportkleidung, viele der angebotenen Artikel sind hochpreisige Markenware.<br />
www.chk-de.org
10<br />
Titel<br />
Abb.: LP2 Studio, Shutterstock<br />
Um Chinas sportbegeisterte Menschen<br />
kennenzulernen, lohnt es sich, früh aufzustehen.<br />
Wenn der Morgen in Chinas<br />
Metropolen erwacht, füllen sich zahllose Plätze,<br />
Straßen oder auch die kleine Grünanlage im<br />
Wohnblock mit Menschen, die den Tag mit<br />
Gymnastikübungen, Tanz, Tai-Chi oder anderem<br />
Bewegungssport begrüßen. Die Senioren-Spielplätze<br />
mit bunten Trimmgeräten sind ebenfalls<br />
gut besucht. Wenn man zu dieser Zeit vom<br />
Shanghaier Volkspark zur Uferpromenade läuft,<br />
sind Hunderte verschiedene Gruppen zu sehen,<br />
die für jeden Geschmack etwas bieten. Am Abend<br />
endet der Tag für ebenso zahllose Gruppen mit<br />
Tanz: Disco, klassische Tänze, Pop oder Walzer…<br />
Lebensfreude, Ernsthaftigkeit und Würde sind den<br />
zumeist älteren Tänzern ins Gesicht geschrieben.<br />
Körper und Geist bilden in der klassischen chinesischen<br />
Philosophie eine Einheit. So entsteht<br />
auch ein gewaltiger Markt für Sportprodukte.<br />
Manche Rentnerin, die im Park sanft ihre Tai-<br />
Chi-Übungen zelebriert, trägt teure Markenturnschuhe.<br />
Jüngere Chinesen haben dagegen weniger Zeit,<br />
werden jedoch zunehmend körperbewusster.<br />
Fitnessstudios boomen ebenso wie Fitnessparks<br />
mit Schwimmhallen und Freizeiteinrichtungen.<br />
Skilaufen und Wandern werden als Massensport<br />
entdeckt. In Nordchina entstehen neue Wintersportgebiete,<br />
aber auch im Tianshan, dem<br />
Himmelsgebirge im Westen Chinas, ist Skifahren<br />
auf über 3.000 Metern Höhe möglich. Mit den<br />
Olympischen Winterspielen im Februar 2<strong>02</strong>2<br />
dürfte der weiße Sport einen zusätzlichen Schub<br />
bekommen.<br />
Auch der Hochleistungssport wird in China intensiv<br />
gefördert, und internationale Koope rationen<br />
sind dabei gefragt. Länderübergreifende<br />
Sportveranstaltungen sorgen besonders in<br />
schwierigen Zeiten für gegenseitiges Verständnis.<br />
Mit der sogenannten Tischtennisdiplomatie began<br />
nen sich die Beziehungen zwischen dem Westen<br />
und China vor einem halben Jahrhundert zu<br />
entspannen. „Der kleine Ball bewegt den großen<br />
Ball“, so wird in China noch heute an dieses<br />
historische Ereignis erinnert. „Die Ping-Pong-<br />
Diplomatie vor 50 Jahren ist von besonderer<br />
Bedeutung in der Geschichte der Beziehungen<br />
zwischen China und den USA“, sagte der chinesische<br />
Botschafter in den Vereinigten Staaten,<br />
CUI Tiankai, in einer Videorede im März zum<br />
Jahrestag der ersten Sportbegegnungen zwischen<br />
der VR China und den USA. Einen ähnlichen Vertrauensschub<br />
sollen auch die bevorstehenden<br />
Winterspiele in China bringen.<br />
China als Wachstumsmarkt<br />
Sport verbindet Menschen und Nationen. Sport ist<br />
aber auch ein Geschäft, das in China unglaublich<br />
hohe Wachstumszahlen aufweist. Für viele internationale<br />
Anbieter von Sportbekleidung oder<br />
Sportgeräten wurde China innerhalb kurzer Zeit<br />
der weltweit wichtigste Absatzmarkt. Es entstanden<br />
zudem auch hochwertige chinesische<br />
Marken, die jetzt weltweite Bedeutung bekommen.<br />
Der Trend geht dabei schnell zu hochpreisigen<br />
Angeboten mit ausgefallenem Design<br />
und bester Qualität.<br />
Ebenso hochwertig sind die Fitnesszentren, die<br />
in kurzer Zeit entstanden. Die jungen, leistungsorientierten<br />
Chinesen nehmen sich kaum Zeit für<br />
die morgendlichen Gruppenübungen oder für einen<br />
Tanz im Park während der Abenddämmerung.<br />
Die Gesundheit wird in den Fitnesszentren gepflegt,<br />
die auch Unterhaltung und Lifestyle bieten<br />
müssen. Die Gesundheitstempel müssen Qualitätsstandards<br />
einhalten und die Trainer eine<br />
Qualifikation vorweisen.<br />
Und natürlich ist in China der Sport auch digital.<br />
Die App Keep mit Online-Fitnessprogrammen<br />
hatte Ende 2<strong>02</strong>0 etwa 13 Millionen aktive<br />
Nutzer pro Monat. Der Erfolg von Keep basiert<br />
auf der Kombination der Social-Media- und E-<br />
Commerce-Funktionen. Die sportbegeisterten<br />
Nutzer haben damit ein Managementprogramm<br />
für ihren persönlichen Trainingsplan. Sportartikelhersteller<br />
können in der App eigene Stores<br />
betreiben und damit ihre Zielgruppe direkt<br />
www.chk-de.org
11<br />
Abb.: TD Reply<br />
erreichen. Die Anbieter erstellen soziale Kampagnen<br />
im Community-Bereich, dadurch können<br />
sie mit den Nutzern ihr Angebot weiterent wickeln.<br />
Auch bei den Fitness-Apps gibt es einen<br />
harten Wettbewerb um die besten Angebote, die<br />
spannendsten Inhalte. Die Fitness-App Codoon<br />
hatte Ende 2<strong>02</strong>0 etwa 6,5 Millionen Nutzer<br />
monatlich, Mi Fit 6,2 Millionen und Yodu Run<br />
etwa 5,4 Millionen Nutzer. Auch hier ändert sich<br />
der Markt rasend schnell. Eine Fitness- oder<br />
Gesundheits-App gehört zur Standardausrüstung<br />
jedes Smartphones in China.<br />
Mit der Sportbegeisterung professionalisieren<br />
sich auch die Vereine. Besonders deutlich ist dies<br />
beim Fußball zu sehen. Deutschland ist dabei<br />
besonders gefragt. Wenn man sich in China als<br />
Deutscher vorstellt, nennt der chinesische Gesprächspartner<br />
oft zunächst deutsche Bundesligaspieler,<br />
deutsche Fußballvereine; kommentiert<br />
vielleicht sogar die Spiele vom zurückliegenden<br />
Wochenende. Einige deutsche Vereine unterstützen<br />
den Aufbau des Profisports in China, auch<br />
das verbindet. Über soziale Netzwerke werden<br />
die Spiele in China millionenfach aufgerufen, ein<br />
unschätzbarer Kanal für die Werbeinhalte der<br />
deutschen Vereine.<br />
Basketball ist ebenso beliebt. Der chinesische<br />
Basketballverband CBA hat geschätzt, dass die<br />
Gesamtzahl der Gelegenheitsspieler im Land<br />
mehr als 300 Millionen beträgt. Auch hier gibt<br />
es eine intensive internationale Zusammenarbeit.<br />
Volleyball wurde durch den Sportstar LANG Ping<br />
populär. Und natürlich wird auch weiterhin in<br />
China überall der nationale Ballsport gespielt:<br />
Tischtennis.<br />
Jenny Lang – ein Sportstar in China und den USA<br />
Abb.: coachrey.com<br />
LANG Ping, außerhalb Chinas als Jenny Lang bekannt,<br />
gewann 1984 in Los Angeles die Goldmedaille mit<br />
der chinesischen Volleyball-Nationalmannschaft.<br />
Nachdem sie eine Weile in den USA gelebt hatte, trainierte<br />
Jenny Lang die chinesische Volleyball-Frauen-<br />
Nationalmannschaft von 1995 bis 1998 und erneut von<br />
2013 bis heute. 2019 führte sie die Mannschaft zum<br />
Sieg beim letzten FIVB World Cup in Japan und machte<br />
China damit zum Rekordsieger des Turniers. Außerdem<br />
war Jenny Lang für mehrere Jahre Cheftrainerin der<br />
US-amerikanischen Frauen-Nationalmannschaft, unter<br />
anderem während der Olympischen Spiele 2008 in Beijing,<br />
wo sie bei ihrem Weg zur Silbermedaille von den<br />
lokalen Sportfans begeistert gefeiert wurde.<br />
www.chk-de.org
12 Interview<br />
Interview<br />
CARSTEN CRAMER<br />
Carsten Cramer merkt man seine Begeisterung für den chinesischen Markt an. Dem für<br />
Marketing und Internationalisierung zuständigen Geschäftsführer von Fußball-Bundesligist<br />
Borussia Dortmund imponiert vor allem die Fußballbegeisterung in China, wo der BVB<br />
seit 2017 mit einem eigenen Büro vertreten ist. Verständnis für die andere Kultur und<br />
Anpassungsfähigkeit sind für Cramer die wichtigsten Zutaten für ein erfolgreiches<br />
Engagement in China. Und das zahlt sich aus für den BVB – die Fanbasis wächst und damit<br />
auch die Vermarktungschancen für den Klub und seine Partner.<br />
CHKD <strong>CONNECT</strong>: Lieber Herr Cramer, der BVB<br />
ist seit 2017 mit einem eigenen Büro in China.<br />
Wie erleben Sie die Begeisterung für den Fußball<br />
bei den Menschen vor Ort?<br />
Carsten Cramer: Ich empfinde die Begeisterungsfähigkeit<br />
der Menschen in China als sehr groß.<br />
Genauso wie die Bereitschaft, sich mit neuen<br />
Dingen auseinanderzusetzen. Wir erleben die<br />
Menschen in China als sehr interessiert am BVB,<br />
sie begegnen uns extrem offen und wissen vor<br />
allem auch sehr viel über uns. Bei den zwei<br />
Besuchen unserer Mannschaft ist uns stark<br />
aufgefallen, wie sich die Chinesen im Detail mit<br />
den Spielern und auch den Repräsentanten auseinandersetzen.<br />
All das spricht für eine enorme<br />
Begeisterungsfähigkeit für den Fußball im Allgemeinen.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Gibt es eine Fußballkultur in China?<br />
Cramer: Ja, eine, die natürlich auch noch im Aufbau<br />
ist, aber dadurch ist sie nicht minder wertzuschätzen.<br />
Wir bemerken, dass es den Menschen<br />
etwas bedeutet. Und man merkt, dass das Thema<br />
Fußball auch mehr und mehr in den Schulsport<br />
gelangt und dass Fußball eine immer attraktivere<br />
Alternative zu traditionellen Sportarten des<br />
Landes wie Tischtennis, Basketball oder Turn- und<br />
Individualsportarten zu sein scheint.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Was waren die wichtigsten Gründe<br />
für den BVB, nach China zu gehen?<br />
Cramer: Ganz einfach das Interesse am Fußball.<br />
Wir wollen so viele Menschen wie möglich für den<br />
schwarz-gelben Fußball von Borussia Dortmund<br />
begeistern und glauben, dass wir als stets<br />
ambitionierter Herausforderer, der junge Spieler<br />
zu Stars der Zukunft ausbildet und seit jeher stark<br />
auf den Nachwuchs gesetzt hat, ein sehr vertrauenswürdiger<br />
Partner für die Menschen in<br />
einem Land sein können, dessen eigene fußballerische<br />
Entwicklung gerade im Aufbau ist.<br />
Wir glauben, dass ein Klub wie Borussia Dortmund<br />
das Programm, das der chinesische Staatspräsident<br />
mit den Vertretern des Fußballs ausgerufen<br />
hat, nämlich vermehrt auf den Fußball<br />
zu setzen und in die Ausbildung junger Spieler<br />
zu investieren, extrem gut personifiziert. Wir sind<br />
darüber hinaus ein Klub, der viel Nähe zulässt.<br />
Ich merke, dass das auch in China sehr gut ankommt.<br />
Wir spielen nicht nur ein Freundschaftsspiel,<br />
winken einmal vom Mittelkreis und verabschieden<br />
uns. Wir sind anfassbar, wollen die<br />
www.chk-de.org
13<br />
Geschichten der Menschen hören und ihnen<br />
unsere eigene erzählen. Die erfolgreiche Geschichte<br />
des BVB scheint die Chinesen zu interessieren.<br />
Das alles hat in Summe dazu geführt,<br />
dass wir gesagt haben, wir wollen in diesem Land<br />
Menschen, Medien und auch Unternehmen für<br />
den BVB begeistern.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Ihr Engagement ist sicherlich auch<br />
aus Marketingsicht reizvoll. Gibt es Zahlen zum<br />
Umsatz in China?<br />
Cramer: Wir schlüsseln das nie so direkt auf.<br />
Aber Fakt ist, dass gerade für unsere globalen<br />
Partner die Internationalisierung wichtig ist. Da<br />
spielt China eine große Rolle, ähnlich wie Nordamerika.<br />
Wir haben durch die virtuelle Bandenwerbung<br />
mittlerweile die Möglichkeit, unterschiedliche<br />
Stadionbilder in unterschiedliche<br />
Märkte zu projizieren – zum Beispiel also, wenn<br />
deutsche Unternehmen chinesische Botschaften<br />
für den dortigen Markt platzieren möchten. Das<br />
ist ein Wachstumsthema, und deshalb können<br />
wir mit Fug und Recht behaupten, dass wir vom<br />
ersten Tag an trotz hoher Investitionen immer<br />
eine schwarze Null geschrieben haben. Das hat<br />
inzwischen sogar so weit geführt, dass wir im<br />
Hauptquartier in Dortmund eine chinesische<br />
Mitarbeiterin beschäftigen, die sich im Bereich<br />
der internationalen Kommunikation und des<br />
Marketings natürlich hauptsächlich mit Aktivitäten<br />
in ihrem Heimatland beschäftigt. Glauben<br />
Sie mir, an eine solche Position hätte bei uns<br />
noch vor fünf Jahren beim besten Willen niemand<br />
einen Gedanken verschwendet.<br />
weil wir die Hoffnung haben, dass diese dann<br />
auch langfristig Fans unseres Klubs bleiben.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Was machen Sie genau im Bereich<br />
Nachwuchsförderung?<br />
Cramer: Unsere Fußball-Akademie bietet in China<br />
an verschiedenen Standorten Programme an. Wir<br />
haben Kooperationen mit Firmen wie Evonik und<br />
Wilo, die für ihre Mitarbeiter und deren Kinder<br />
Programme anbieten. Außerdem arbeiten wir<br />
sehr intensiv mit Schulen in Shanghai und Dortmunds<br />
Partnerstadt Xi’an zusammen und sind<br />
eine Vereinskooperation mit Shandong Luneng<br />
eingegangen, wo wir ganz gezielt auf das Thema<br />
Jugendarbeit gesetzt haben. Ziel ist es, unsere<br />
Akademie-Angebote in China weiter auszubauen.<br />
Wenn Kinder und Jugendliche einmal im schwarz -<br />
gelben Trikot an einer aktiven Fußballeinheit<br />
teilgenommen haben, dann glauben wir, dass das<br />
ein sehr hohes Maß an Identifikation hervorbringt.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Was waren bisher die schönsten<br />
Erfolge für den BVB in China?<br />
Cramer: Die wachsende Wahrnehmung. Das Interesse<br />
an unseren Spielen und Trainingseinheiten<br />
in China ist beeindruckend gewesen. Und<br />
egal, wo wir mit der Fußball-Akademie auflaufen:<br />
Wir müssen den BVB nicht mehr großartig erklären.<br />
Dabei hilft zum Glück auch eine Vereinsfarbgebung,<br />
die für hohe Wiedererkennung sorgt.<br />
Die digitalen Reichweiten und die Zugriffszahlen<br />
auf unsere Angebote wachsen, und wir gehören<br />
mit Bayern München auf dem Sender PPTV zu<br />
den meistgesehenen Fußballvereinen in China.<br />
Das ist ein Kompliment und eine Bestätigung für<br />
unsere Arbeit.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Gab es auch Rückschläge?<br />
Cramer: Nicht jede Unternehmenskooperation ist<br />
so gelaufen, wie sie vom ersten Tag an geplant<br />
war. Man muss sicherlich andere Ansprüche an<br />
Dinge wie Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit<br />
stellen und hinsichtlich der unterschiedlichen<br />
Geschäftspraktiken schon eine gewisse Anpassungsfähigkeit<br />
entwickeln – insbesondere,<br />
wenn man seine Heimat hier in Westfalen hat,<br />
wo der Handschlag auch eine gewisse Bedeutung<br />
hat.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Was läuft in China anders?<br />
Cramer: Es gibt oft Situationen, dass jemand<br />
schnell dabei ist, aber auch genauso schnell wieder<br />
weg. Die Sprunghaftigkeit ist sicherlich eine<br />
andere. Ich habe in China außerdem gelernt, dass<br />
man nicht über mehr als zwei Jahre nachdenken<br />
<strong>CONNECT</strong>: Welche Besonderheiten gibt es aus<br />
Ihrer Sicht in China? Was sollte man beachten?<br />
Cramer: Wichtig ist, nicht den neunmalklugen<br />
Deutschen zu spielen und so überhaupt nicht<br />
auf die Befindlichkeiten der Chinesen einzugehen.<br />
Schlecht wäre einfach, deutsche Inhalte<br />
ins Chinesische zu übersetzen. Es ist wichtig,<br />
sich auf die Menschen einzulassen und die Perspektive<br />
der Chinesen kennenzulernen. Deshalb<br />
differenzieren wir auch in Asien: Wie sprechen<br />
wir Chinesen an, wie Menschen in Südostasien<br />
und wie in Japan? Wir setzen in China sehr stark<br />
auf das Thema Nachwuchs und wollen gezielt<br />
Kinder und Jugendliche für den Klub begeistern,<br />
www.chk-de.org
14 Interview<br />
sollte. Und: Eine Verhandlung ist eine Verhandlung,<br />
aber selbst wenn sie abgeschlossen<br />
ist, ist sie noch nicht zwangsläufig auch wirklich<br />
zu Ende.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Wie gehen Sie damit um?<br />
Cramer: Das ist für uns reizvoll. Sie können sich<br />
darüber beklagen – oder Sie lassen sich darauf<br />
ein. Was wir zum Beispiel auch dadurch zum<br />
Ausdruck bringen, dass wir neben einem Büroleiter<br />
aus Deutschland vor allem chinesische<br />
Kollegen vor Ort haben. Das machen wir, weil<br />
wir eben nicht den Chinesen unsere Welt überstülpen<br />
wollen, sondern am Ende wollen wir<br />
das für Chinesen mit Chinesen machen. Ich<br />
glaube, das ist wichtig und hilft uns Mitteleuropäern,<br />
ein ganz anderes Verständnis für<br />
den Kulturkreis, für die Menschen und auch für<br />
die Geschäftspraktiken zu bekommen.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Man merkt Ihnen Ihre Begeisterung<br />
für China an, Herr Cramer.<br />
Cramer: Unser Commitment zu China ist ein ehrliches<br />
und wirklich langfristiges. Wir haben da<br />
Bock drauf, uns macht das Spaß, und wenn wir<br />
das machen, dann machen wir das auch richtig.<br />
Die Geduld und den langen Atem, den es dafür<br />
braucht, haben wir, und wir sind auch nicht vor<br />
Rückschlägen gefeit. Aber trotz der Tatsache,<br />
dass wir auch mal zwei, drei unternehmerische<br />
Entscheidungen in China enttäuscht zur Kenntnis<br />
genommen haben, stellen wir unser Engagement<br />
nicht grundsätzlich infrage.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Eine letzte Frage. Was hat der BVB-<br />
Fan hier in Deutschland von Ihrem Engagement<br />
in China?<br />
Cramer: Das ist eine durchaus berechtigte<br />
Frage, die ja mehr Ausdruck einer Sorge ist,<br />
dass man sich womöglich um den Fan in Shanghai<br />
intensiver kümmert und den Fokus für seine<br />
Heimat verliert. Doch am Ende, glaube ich, spürt<br />
auch der Dortmunder Fan, dass es nicht weh<br />
tut, noch einen Freund in China oder in den USA<br />
zu haben, der den BVB genauso gut findet, wenn<br />
auch in anderer Ausprägung. Aber selbstverständlich<br />
müssen wir bei der Internatio nalisierung<br />
immer wieder sehen, dass wir den<br />
Heimatmarkt nicht aus dem Auge verlieren,<br />
denn Borussia Dortmund ist auch in China nur<br />
deshalb so interessant und für die Menschen<br />
faszinierend, weil das Lagerfeuer hier in Dortmund<br />
entsprechend heiß ist. Nur wenn das<br />
Stadion (hoffentlich bald wieder) voll ist, nur<br />
wenn die Südtribüne mit 25.000 Fans enthusiastisch<br />
die Tore von Erling Haaland feiert, wird<br />
der Funke, den Dortmund verkörpert, auch nach<br />
Fernost überspringen.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Lieber Herr Cramer, vielen Dank für<br />
das interessante Gespräch!<br />
Milestones<br />
Carsten Cramer<br />
• Bis 2000 Geschäftsführer & Marketingleiter<br />
bei Preußen Münster<br />
• 2000–2007 Teamleiter beim<br />
Sportrechtevermarkter Ufa (später<br />
Sportfive), tätig für den Hamburger<br />
SV und Borussia Dortmund<br />
• 2007–2010 Senior Vice-President<br />
bei Sportfive, verantwortlich für das<br />
deutschlandweite Marketing- und<br />
Vertriebsgeschäft<br />
• 2010 Direktor Vertrieb & Marketing<br />
bei Borussia Dortmund (später auch<br />
verantwortlich für die Bereiche<br />
Internationalisierung und Digitalisierung)<br />
• 2018 Mitgeschäftsführer der<br />
Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH<br />
www.chk-de.org
Titel<br />
15<br />
Abb.: www.adidas-group.com<br />
Chinas stark expandierender Markt<br />
verschafft ausländischen Sportmarken<br />
hohe Zuwachsraten<br />
Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen auf<br />
besonderen Geschmack eingehen und Kriterien für<br />
Kaufentscheidungen berücksichtigen<br />
Wettbewerber Puma hatte im gesamten Geschäftsjahr<br />
2<strong>02</strong>0 einen Umsatz von 5,23 Milliarden<br />
Euro. Puma weist China in seinem Geschäftsbericht<br />
nicht gesondert aus und nennt für den<br />
asiatisch- pazifischen Raum einen Umsatz von<br />
1,48 Milliarden Euro. Auch für Skateboards,<br />
Skiausrüstung, Bergsteigerbedarf und für viele<br />
weitere neue Trendsportarten wird China als<br />
Absatzmarkt interessant.<br />
Für jeden der über eine Milliarde Chinesen<br />
ein Sportschuh. Das war vor Jahren der<br />
Traum aller Marketingchefs der etablierten<br />
Sportartikelhersteller. In der Zwischenzeit wurden<br />
viele Milliarden Sportschuhe in China verkauft.<br />
In den Einkaufszentren Chinas stehen europäische<br />
Marken neben japanischen, südkoreanischen<br />
und amerikanischen. Und chinesische Marken<br />
sind stark im Kommen. Das Potenzial ist trotz der<br />
unfassbaren Konkurrenz gewaltig, und für einige<br />
westliche Anbieter ist China der wichtigste Markt<br />
der ganzen Welt.<br />
Qualität und Markenprodukte sind gefragt und<br />
sorgen für gute Gewinne. Als Produktionsstandort<br />
spielt China hingegen eine immer geringere<br />
Rolle. Im Geschäftsjahr 2<strong>02</strong>0 hat Adidas Umsatzerlöse<br />
in Höhe von 4,428 Milliarden Euro in China<br />
erwirtschaftet. Weltweit hat Adidas 2<strong>02</strong>0 Umsatzerlöse<br />
von 19,844 Milliarden Euro erzielt. Der<br />
Umsatz in China macht also einen Anteil von<br />
rund 23 Prozent aus. Allein im Zeitraum von 2015<br />
bis 2<strong>02</strong>0 hat Adidas seine Umsätze in China verdoppelt.<br />
Von den 2<strong>02</strong>0 etwa 380 Millionen produzierten<br />
Adidas-Sportschuhen kamen lediglich<br />
15 Prozent aus China. Von den 465 Millionen<br />
Adidas-Bekleidungsstücken kamen 20 Prozent<br />
aus China.<br />
Chinas Verbraucher achten bei ihren Kaufentscheidungen<br />
verstärkt auf ökologische und<br />
soziale Standards in der Lieferkette der Produkte.<br />
Wenn die Lieferkettenstandards dazu genutzt<br />
werden, um von außen mit unbewiesenen Behauptungen,<br />
wie bei der derzeitigen Auseinandersetzung<br />
um Baumwolle, mit Kaufboykotten<br />
die US-Produzenten zu schützen, reagieren chinesische<br />
Käufer durchaus mit einem Gegenboykott,<br />
was auch einige Sportartikelhersteller<br />
aus dem Ausland derzeit spüren. Leidtragende<br />
sind in erster Linie Unternehmen, die nur schwer<br />
auf den chinesischen Markt verzichten können.<br />
Doch dürfte dieser von den USA eher handelspolitisch<br />
motivierte Konflikt ein guter Ansatz<br />
sein, um die Frage sauberer Lieferketten global<br />
angehen zu können.<br />
www.chk-de.org
16<br />
Titel<br />
Adidas in China<br />
Geschäfte<br />
12.000, davon 500<br />
eigene Adidas Stores<br />
Mitarbeiter<br />
Etwa 10.000 in China<br />
(weltweit: 62.000 Mitarbeiter)<br />
Hauptsitz<br />
Shanghai (seit 2019 neues Bürogebäude<br />
„Homecourt“ im IFC-Tower<br />
mit Platz für etwa 1.500 Mitarbeiter)<br />
Umsatz<br />
2<strong>02</strong>0<br />
20<strong>21</strong><br />
4,428 Milliarden Euro in China, 23 Prozent des weltweiten<br />
Umsatzes (19,844 Milliarden Euro)<br />
Das Unternehmen rechnet mit einem währungsbereinigten<br />
Umsatzwachstum zwischen 20 und 30 Prozent<br />
Wachstum<br />
2015–2<strong>02</strong>0:<br />
Verdoppelung des Umsatzes zwischen 2015 und 2<strong>02</strong>0<br />
20<strong>21</strong>–2<strong>02</strong>5:<br />
durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum im<br />
niedrigen zweistelligen Bereich in China erwartet<br />
Innovative Marketingkooperationen „Made in China“<br />
Auch aus Marketingsicht erscheint China zunehmend<br />
als Land der unbegrenzten Möglichkeiten,<br />
wird aber für ausländische Hersteller<br />
gleichzeitig immer anspruchsvoller. Kreative<br />
Ideen und exklusive Produkte sind gefragt – die<br />
Einbindung von Social Media ist ein Muss. Das<br />
Resultat sind originelle Kampagnen und ausgefallene<br />
Kooperationen, die in Deutschland wohl<br />
nur schwer zu realisieren wären. Dabei sind<br />
branchenübergreifende Kooperationen derzeit<br />
sehr beliebt bei chinesischen Verbrauchern. Marken,<br />
die skurrile Produkte in limitierter Auflage<br />
auf den Markt bringen, können in den sozialen<br />
Medien für Aufsehen sorgen.<br />
Im November 2<strong>02</strong>0 arbeiteten Puma und Hema,<br />
ein beliebter chinesischer Essenslieferant, zusammen<br />
und starteten die „High Energy Planet“-<br />
Kampagne. Puma entwarf eine Tasche zum<br />
Warmhalten von Speisen in limitierter Auflage<br />
für den Feuertopf-Takeaway-Service von Hema.<br />
Zwar transportierten die Taschen tatsächlich nur<br />
Feuertopf-Zutaten und nicht die warme Mahlzeit<br />
selbst, sie kamen aber bei den Kunden gut an und<br />
konnten über die Hema-App bestellt werden.<br />
Solche Kooperationen mit einem beliebten chinesischen<br />
Unternehmen helfen ausländischen<br />
Unternehmen, mehr Aufmerksamkeit zu erlangen<br />
und sich von anderen Marken abzuheben. Insgesamt<br />
gilt es, sich auf die Besonderheiten des<br />
Marktes einzustellen. Die Grenzen zwischen<br />
unterschiedlichen Kategorien verschwimmen<br />
immer weiter. Neben „Athleisure“ heißt das neueste<br />
Buzzwort in China dabei „Spashion“. „Das<br />
ist die Kombination von Sports und Fashion.<br />
Immer mehr Menschen wollen Sportartikel, die<br />
sie auch in der Freizeit nutzen können“, so TANG<br />
Lifei von APAC Sports Media. Turnschuhe entwickeln<br />
sich zum Sammlerobjekt; die Medien<br />
berichten vom Sneaker-Wahn, bei dem für limitierte<br />
Modelle umgerechnet fünfstellige Euro-<br />
Beträge bezahlt werden.<br />
Auch im Bereich Sportbekleidung und Zubehör ist<br />
der „China Speed“ zu sehen, der Markt ver än dert<br />
sich rasend schnell. „Die Verbraucher kaufen<br />
tendenziell weniger, geben dafür aber mehr aus“,<br />
so Stefanie Schmitt, die für Germany Trade &<br />
Invest aus Beijing berichtet. „Des Weiteren legen<br />
chinesische Marken zunehmend Wert auf eigenständiges<br />
Design oder eigenständige Technologien,<br />
etwa bei Sportbekleidung. Wer vorne<br />
mitspielen will, muss eigene Entwicklungen aufweisen.“<br />
Abb.: daoinsights.com<br />
www.chk-de.org
17<br />
Abb.: ISPO<br />
Messen vernetzen die Sport- und Outdoorwelt<br />
Der chinesische Markt hat seine Eigenheiten, und<br />
mit reinen Exportgeschäften kann man dort<br />
schwerlich umfassend Fuß fassen. Gute, professionelle<br />
und verlässliche Partner vor Ort sind gefragt.<br />
Einen guten Marktüberblick, die Möglichkeit,<br />
potenzielle Geschäftspartner zu treffen und<br />
viele Onlineinformationen bieten die bald wieder<br />
real stattfindenden Sportmessen. Die Sportwelt<br />
sehnt sich nach weltweiten Treffen für die Zeit<br />
nach Corona, und auch die Anbieter von Sportausrüstung<br />
hoffen, sich bald wieder auf den<br />
großen Branchentreffen zu begegnen und die<br />
neuesten Produkte real zu zeigen. Die Messe<br />
München vernetzt die Sport- und Outdoorwelt<br />
seit 50 Jahren erfolgreich und bietet auf der<br />
weltgrößten Sportmesse ISPO detaillierte Fachinformationen<br />
und Produktübersichten; es ist<br />
der globale Branchentreffpunkt. Neben der ISPO<br />
München haben sich auch die ISPO Shanghai<br />
und die ISPO Beijing gut etabliert. Dies zeigt die<br />
Bedeutung des chinesischen Markts für Sportartikel.<br />
Im Februar präsentierten 545 Aussteller aus 110<br />
Ländern ihre Produkte und Innovationen auf der<br />
ISPO Munich Online 20<strong>21</strong>. Dr. Jeanette Friedrich,<br />
Leiterin der ISPO Group, hält das Aufrechterhalten<br />
der Kontakte in Corona-Zeiten für besonders<br />
wichtig: „Wir sind sehr dankbar für das<br />
Vertrauen, das Aussteller, Referenten und Partner<br />
uns im Voraus entgegengebracht haben. Nur<br />
gemeinsam können wir uns weiterentwickeln. Die<br />
ISPO Munich Online sendet ein starkes Signal für<br />
eine Sportbranche, die digital auf dem neuesten<br />
Stand ist und eine Vorreiterrolle im Bereich<br />
Nachhaltigkeit und der Verknüpfung von Sport<br />
und Gesundheit spielt.“<br />
Anfang Juli findet die ISPO Shanghai statt, und<br />
die Messe München arbeitet daran, diese Leitmesse<br />
nicht nur virtuell stattfinden zu lassen.<br />
Auf dem Messegelände oder digital – die Shanghaier<br />
Messe gibt einen umfassenden Einblick in<br />
den boomenden und sich schnell ändernden<br />
chine sischen Sportmarkt und auf Olympia.<br />
BERLIN: IHR TOR NACH EUROPA<br />
Berlin bietet Ihnen optimale Bedingungen,<br />
um den europäischen Markt zu erschließen.<br />
Die deutsche Hauptstadt steht für Technologie,<br />
Kultur, Startups und gut ausgebildete<br />
Talente aus aller Welt.<br />
Wir helfen Ihnen, in Berlin erfolgreich<br />
zu sein. Sprechen Sie uns an!<br />
www.berlin-partner.de<br />
www.chk-de.org
18<br />
Titel<br />
Trendige Qualitätsmarken aus China<br />
Abb.:TechWeb.com.cn<br />
aus dem autonomen Gebiet Guangxi stammt und<br />
den Konzern 1990 gründete, kennt sich aus in<br />
der Sportwelt: Zuvor nahm er als Turner für China<br />
an den Olympischen Spielen teil und gewann<br />
1984 in Los Angeles sechs Medaillen.<br />
Abb.: Fast Company<br />
In China boomt der Breitensport, und es entstand<br />
ein Markt mit einer Milliarde Kunden<br />
und eigenen Marken. Die chinesischen Sportmarken<br />
waren vor Kurzem im Westen noch nicht<br />
sehr breit vertreten, werden jedoch in Europa<br />
zunehmend bekannt und beliebt. Unter den Top<br />
Ten der bekanntesten Marken tauchen jetzt auch<br />
Unternehmen aus China auf. Auch Corona konnte<br />
den Aufstieg chinesischer Marken nicht ausbremsen.<br />
„Obwohl die Covid-19-Pandemie noch nicht zu<br />
Ende ist, hat sich die sozioökonomische und Konsumstimmung<br />
in China allmählich verbessert“,<br />
sagte LI Ning, Executive Chairman und Joint<br />
Chief Executive des Unternehmens Li Ning. Der<br />
Umsatz von Li Ning stieg 2<strong>02</strong>0 um 4,2 Prozent<br />
auf 14,46 Milliarden RMB. Das Segment Ausrüstung<br />
und Zubehör verzeichnete einen Umsatzanstieg<br />
von 11,7 Prozent, während sich das<br />
Schuhgeschäft um 4,2 Prozent verbesserte und<br />
das Bekleidungsgeschäft laut einer Meldung an<br />
der Hongkonger Börse um 3,6 Prozent zulegte.<br />
Der Nettogewinn des Unternehmens sei im vergangenen<br />
Jahr um 13,3 Prozent auf 1,7 Milliarden<br />
RMB (261,3 Millionen US-Dollar) gestiegen.<br />
In China hat Li Ning etwa 6.000 Geschäfte.<br />
Firmeninhaber LI Ning, der aus einer Dai-Familie<br />
ERKE kennt die Sportwelt nicht nur als Sponsor<br />
der chinesischen Olympiamannschaft oder der<br />
nordkoreanischen Fußball-Nationalmannschaft.<br />
Die China Hongxing ERKE Group hat ihren Hauptsitz<br />
in der Acht-Millionen-Stadt Quanzhou in der<br />
Provinz Fujian. Das ERKE-Werk war das erste in<br />
der Branche, das das von der chinesischen Regierung<br />
ausgestellte Zertifikat „Umweltfreundliches<br />
Unternehmen“ erhalten hat. Mit mehr als 7.000<br />
Geschäften in China und 1.000 Einzelhandelsgeschäften<br />
in mehr als 40 Ländern weltweit<br />
möchte ERKE eine der weltweit führenden Lifestyle-<br />
und Sportswear-Marken werden.<br />
Anta Sports mit Sitz in Xiamen stieg 2019 zum<br />
drittgrößten Sportbekleidungsunternehmen der<br />
www.chk-de.org
19<br />
Abb.: jiemian.com<br />
Welt auf. Das 1994 gegründete Unternehmen<br />
entwickelt, produziert und vermarktet Sportbekleidung,<br />
Schuhe, Bekleidung und Accessoires<br />
unter seinem eigenen Markennamen. Nach der<br />
Übernahme von Amer Sports aus Finnland besitzt<br />
das Unternehmen bereits mehr als 25 Untermarken,<br />
darunter bekannte nordamerikanische<br />
Sportmarken wie Salomon, Peak Performance,<br />
Arc'teryx, Atomic und Wilson. Im März 20<strong>21</strong> gab<br />
Anta in Hongkong die Ergebnisse für das Gesamtjahr<br />
2<strong>02</strong>0 bekannt. Der Gesamtumsatz übertraf<br />
den Rekordwert von 25,5 Milliarden RMB, und<br />
das Wachstum blieb auf hohem Niveau.<br />
2019 stellte das Internationale Olympische Komitee<br />
(IOC) Anta als offiziellen Lieferanten von<br />
Sportbekleidung bis Ende 2<strong>02</strong>2 vor. Das Multibrand-Sportswear-Unternehmen<br />
wurde damit<br />
der erste chinesische Zulieferer von Sportbekleidungsuniformen<br />
für das IOC. Ein großer<br />
Prestigegewinn für Anta, denn die Vereinbarung<br />
sieht vor, dass das Unternehmen IOC-Mitglieder<br />
und Mitarbeiter mit Sportbekleidungsuniformen<br />
ausstattet, die diese bei den Winterjugendspielen<br />
2<strong>02</strong>0 und 2<strong>02</strong>2 und den Olympischen Spielen in<br />
Tokio sowie den Olympischen Winterspielen in<br />
Peking 2<strong>02</strong>2 tragen werden.<br />
Xtep aus Hongkong vertreibt Sportgeräte und<br />
Sportzubehör. Auch Xtep etablierte seine Pro -<br />
duk te unter verschiedenen internationalen Marken<br />
wie K-Swiss, Palladium, Saucony und Merrell.<br />
Ein Fokus des Unternehmens: der Marathonsport.<br />
Zusammen mit dem chinesischen Leichtathletikverband<br />
engagiert sich Xtep dafür, die Laufkultur<br />
und Marathonveranstaltungen zu fördern und<br />
tritt als Sponsor mehrerer Marathonläufe in<br />
China in Erscheinung. Ding Shui Po, Vorsitzender<br />
und CEO der Xtep International Holdings Limited,<br />
betont: „Über all die Jahre sind wir unserer Philosophie<br />
treu geblieben. Wir glauben, dass eine<br />
Branche oder eine Marke ihre eigene Kernwettbewerbsfähigkeit<br />
haben muss, wobei eine Sportbekleidungsmarke<br />
danach streben muss, die<br />
Beste in einem bestimmten Bereich zu sein. Wir<br />
haben jahrelang hart an der Markenbildung im<br />
Laufsport gearbeitet.“<br />
Bei den Laufschuhen scheint diese Mission zumindest<br />
in China zu gelingen. Schuhe der Xtep-<br />
Marken werden immer beliebter. Im vergangenen<br />
Jahr war das Unternehmen bereits die Nummer<br />
eins unter den einheimischen Marken bei<br />
Marathon läufen auf internationalem Niveau<br />
inner halb Chinas. Daten von Joyrun, einer bekannten<br />
Sportdaten-Plattform in China, zeigten<br />
nun, dass beim diesjährigen Xiamen-Marathon<br />
– einem der größten und schnellsten Läufe<br />
Asiens – von den schnellsten Teilnehmern mit<br />
einer Laufzeit innerhalb von drei Stunden über<br />
die Hälfte Xtep- Schuhe trugen, der Anteil der<br />
Läufer mit Schuhen der Marke Nike lag in dieser<br />
Kategorie nur bei etwas über 26 Prozent.<br />
Li Ning, ERKE, Anta, Xtep – In jedem gut situierten<br />
Sportgeschäft dürfte der Kunde noch weitere<br />
Marken finden, die aus China kommen. Bei so gut<br />
wie allen ist zu sehen, dass viel Wert auf Innovation<br />
und Entwicklung gelegt wird, dass der<br />
Trend zu hochwertigen Produkten geht und diese<br />
New comer mit ausgefallenem Marketing punkten.<br />
Die chinesischen Verbraucher, gerade bei<br />
Trendprodukten wie im Sportsegment, sind sehr<br />
wählerisch, kritisch, aber auch offen für Neues.<br />
China entwickelte sich daher zum globalen Testmarkt.<br />
Chinesische Marken bringen diese neuen<br />
Trends besonders schnell nach Europa. Als recht<br />
junge Marken sind sie trotzdem global ausgerichtet.<br />
Hier entstehen<br />
Lösungen<br />
Die Sozietät Bietmann zählt zu den führenden Arbeits- und Wirtschaftsrechtskanzleien<br />
in Deutschland. Mit mehr als 50 Berufsträgern<br />
stehen wir unseren Mandanten aus Wirtschaft, Politik<br />
und öffentlichem Raum bundesweit als Dienstleister zur Verfügung.<br />
Das Zusammenwirken der Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer<br />
mit ihren jeweils fachlichen Spezialitäten und die<br />
Einbindung der Berufsträger in eine Vielzahl gesellschaftlicher<br />
Gruppierungen und Netzwerke eröffnen der Sozietät die Kompetenz,<br />
Lebenssachverhalte zu analysieren, zu bewerten und wirtschaftlich<br />
und gesellschaftlich sinnvolle Lösungen zugunsten<br />
unserer Mandantschaft durchzusetzen.<br />
Der Erfolg der zurückliegenden Jahrzehnte und unser Konzept<br />
der „Beratung unter einem Dach“ geben uns RECHT.<br />
Berlin<br />
Jägerstraße 51<br />
10117 Berlin<br />
Köln<br />
Martinstraße 22-24<br />
50667 Köln<br />
Bonn<br />
Karl-Carstens-Straße 10<br />
53113 Bonn<br />
Erfurt<br />
Hefengasse 3<br />
99084 Erfurt<br />
München<br />
Prinzregentenstraße 67<br />
81675 München<br />
Duisburg<br />
Großenbaumer Allee 101<br />
47269 Duisburg<br />
www.bietmann.eu<br />
Bietmann Rechtsanwälte<br />
Steuerberater PartmbB<br />
Partnerschaftsregister<br />
AG Essen PR 4052<br />
www.chk-de.org
20<br />
Titel<br />
»Für Architekten ist China das Traumland.<br />
Dort können sie ihre Fantasie ausleben,<br />
neue und innovative Konzepte im Stadionbau<br />
ausprobieren.«<br />
Meinhard von Gerkan,<br />
Gründungspartner des Hamburger Architekturbüros gmp<br />
Suzhou Olympic Sports Center<br />
Sitz<br />
Suzhou<br />
Fertigstellung<br />
2018<br />
BGF<br />
4<strong>21</strong>.040 m²<br />
Abb.: Christian Gahl<br />
Abb.: Christian Gahl<br />
Sportpark Foshan<br />
Sitz<br />
Foshan<br />
Fertigstellung<br />
2006<br />
BGF<br />
-<br />
Shanghai Oriental Sports Center<br />
Sitz<br />
Shanghai<br />
Fertigstellung<br />
2011<br />
BGF<br />
-<br />
Abb.: Marcus Bredt<br />
www.chk-de.org
<strong>21</strong><br />
Basketballstadion in Dongguan<br />
Sitz<br />
Dongguan<br />
Fertigstellung<br />
2013<br />
BGF<br />
60.600 m²<br />
Bao’an Stadion, Universiade<br />
Sitz<br />
Shenzhen<br />
Fertigstellung<br />
2011<br />
BGF<br />
88.500 m²<br />
Abb.: Christian Gahl<br />
Longquan Sports Center<br />
Sitz<br />
Chengdu<br />
Fertigstellung<br />
Im Bau<br />
BGF<br />
-<br />
Abb.: Schran Images<br />
Abb.: A-Promise<br />
Abb.: Christian Gahl<br />
Haikou Wuyuan River Sports Park<br />
Sitz<br />
Haikou<br />
Fertigstellung<br />
2018<br />
BGF<br />
90.300 m²<br />
Universiade Sports Center<br />
Sitz<br />
Shenzhen<br />
Fertigstellung<br />
2011<br />
BGF<br />
870.000 m²<br />
Abb.: Christian Gahl<br />
www.chk-de.org
22<br />
Titel<br />
Hisense in Europa – Harmonie zwischen<br />
Technik und Sport<br />
Interview<br />
Anja Zankl<br />
Head of Marketing, Hisense Europe<br />
CHKD <strong>CONNECT</strong>: Liebe Frau Zankl, weiße Ware,<br />
Smartphones, Unterhaltungselektronik: Ein<br />
Produkt von Hisense dürften die meisten<br />
Menschen in Europa schon benutzt haben.<br />
Wie machte Hisense seine Marke hierzulande<br />
bekannt?<br />
Anja Zankl: Die Bekanntheit der Marke Hisense<br />
fußt auf einem langen strategischen Aufbauprozess<br />
und mehreren Meilensteinen. Den Geschäftsbetrieb<br />
nahm Hisense erstmals vor gut 50<br />
Jahren mit der Produktion von Transistorradios<br />
auf. Im Lauf der Zeit wuchs das Unternehmen<br />
durch den Zukauf von namhaften und global<br />
tätigen Unternehmen oder einzelner Produktsparten<br />
sowie Gründungen von Joint Ventures.<br />
Darunter befinden sich starke Marken wie Asko,<br />
Toshiba oder jüngst Gorenje. So ist ein wichtiger<br />
Faktor für den Erfolg der Marke der kontinuierliche<br />
Ausbau des Produktportfolios. Darunter<br />
fallen dann natürlich auch Vertrieb und Handel,<br />
bei dem die Geräte sichtbar und erlebbar werden.<br />
Dahinter müssen auch die Preispolitik und die<br />
Inno vationshöhe stimmen, damit die Marke akzeptiert<br />
wird. Das ist im Grunde genommen der<br />
nicht endende und anspruchsvolle Marathonlauf<br />
– stets innovativ zu sein, Kunden zu begeistern<br />
und für eine hohe Markenakzeptanz zu sorgen,<br />
die sich dann idealerweise auch in andere<br />
Produktsortimente überträgt und zuletzt zum<br />
Kauf führt. Wenn der Kunde von den TV-Geräten<br />
begeistert ist, erwartet er auch ein hervorragendes<br />
Preis-Leistungs-Verhältnis bei Küchengeräten.<br />
Hinzu kommt, dass wir in unserem<br />
Markenportfolio zum Beispiel bei den Haushaltsgeräten<br />
zahlreiche Design-Awards verliehen<br />
bekommen haben und so auch der ästhetische<br />
Anspruch bedient wird.<br />
Ein weiterer wichtiger Faktor, um die Bekanntheit<br />
der Marke Hisense zu steigern, ist das globale<br />
Sponsoring wie in den letzten Jahren für die Fußball-Europameisterschaft<br />
2016, die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft<br />
2018 oder die bevorstehende<br />
UEFA Euro 2<strong>02</strong>0. Zudem ist Hisense bis<br />
2<strong>02</strong>3 offizieller Partner von Paris Saint-Germain.<br />
»Sport ist generell in der<br />
Lage, weltweit Menschen<br />
und eine Fangemeinde zu<br />
begeistern und mitfiebern<br />
zu lassen.«<br />
<strong>CONNECT</strong>: Warum ist Sportmarketing dabei ein<br />
zentrales Element?<br />
Zankl: Sportsponsoring bietet aus unserer Sicht<br />
viele Vorteile. Sport ist generell in der Lage, weltweit<br />
Menschen und eine Fangemeinde zu begeistern<br />
und mitfiebern zu lassen. Helden fallen,<br />
Helden steigen auf – man denke zum Beispiel nur<br />
daran, dass ein zentraler Spieler der eigenen<br />
Lieblingsmannschaft verletzungsbedingt ausfällt<br />
und die gesamte Mannschaft mit dieser anstrengenden<br />
Herausforderung umgehen muss. Da steckt<br />
sehr viel Dramaturgie drin. Das Mitfiebern zieht<br />
sich zudem über einen längeren Zeitraum. So<br />
wird beispielsweise die bevorstehende UEFA Euro<br />
2<strong>02</strong>0 vom Juni bis Juli 20<strong>21</strong> ausgetragen. Als<br />
innovativer Technologiepartner der UEFA Euro<br />
2<strong>02</strong>0 liegt uns viel daran, das Erlebnis und die<br />
Atmosphäre zu Hause technisch so authentisch<br />
und nah wie möglich zu gestalten. Dabei spielen<br />
dann beispielsweise bei den TVs technische<br />
Kennziffern und Ausstattungsmerkmale wie<br />
Bildschirmgröße, Bild- und Tonqualität oder<br />
Anschlussmöglichkeiten eine große Rolle. Hier<br />
harmonieren Technik und Sport wunderbar. Sport<br />
ist das Narrativ, unser Produktportfolio das instrumentelle<br />
Vehikel für das Erlebnis.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Was macht Hisense als Official<br />
Partner der UEFA Euro 2<strong>02</strong>0?<br />
Zankl: Die UEFA Euro 2<strong>02</strong>0 findet angesichts der<br />
pandemischen Lage unter äußerst beson deren<br />
Umständen statt. Als globaler Partner der UEFA<br />
Euro 2<strong>02</strong>0 hat Hisense die #UpgradeYour-<br />
Home-Kampagne gestartet, um Verbraucher<br />
dafür zu motivieren, ihre Haushaltsgeräte für<br />
die Sommersaison aufzupeppen. Dabei wurde<br />
Dwyane Wade zum globalen Botschafter für die<br />
diesjährige Kampagne ernannt, die Sportfans<br />
und Verbraucher dazu anregen soll, ihr Zuhause<br />
mit einem Preis aufzuwerten. Wade gibt den<br />
offiziellen Startschuss für die #UpgradeYour-<br />
Home-Kampagne, indem er europäische Fußball-Legenden<br />
wie Marco Materazzi und Lukas<br />
Podolski dazu aufruft, die Upgrade-Saison nach<br />
Europa zu bringen. Noch bis zum 11. Juli können<br />
sich alle Verbraucher, die ein Hisense-Produkt<br />
kaufen, unter global.hisense.com registrieren<br />
und an dem Gewinnspiel teilnehmen. Die Teilnehmer<br />
haben die Chance, 10.000 Euro zu gewinnen.<br />
www.chk-de.org
23<br />
Technologieunternehmen engagiert sich Hisense<br />
dafür, Frauen zu inspirieren und ihnen zum Erfolg<br />
zu verhelfen. In diesen schwierigen Zeiten der<br />
Pandemie wird Hisense weiterhin Frauen dabei<br />
unterstützen, die derzeitigen Ungerechtigkeiten<br />
zu überwinden, sich Herausforderungen zu stellen<br />
und sich in verschiedenen Positionen und in<br />
verschiedenen Branchen zu etablieren.<br />
Abb.: UEFA.com<br />
<strong>CONNECT</strong>: Welche weiteren Sponsorenfelder<br />
bedient Hisense?<br />
Zankl: Mit Gorenje sind wir im Bereich Handball<br />
offizieller Partner der EHF Champions League. Im<br />
vergangenen Jahr waren wir zudem offizieller<br />
Sponsor der Men’s European Handball Championship<br />
2<strong>02</strong>0. Über unsere Smart-TV-Plattform VIDAA<br />
bieten wir als Partner den NBA League Pass an.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Was macht Hisense inhaltlich beim<br />
E-Sport-Marketing, und welche Kooperationen<br />
gibt es hier?<br />
Derzeit läuft zudem eine Kooperation mit dem<br />
eFootball-Cup von Jochen Schweizer im gesamten<br />
deutschsprachigen Raum. Der Wettbewerb<br />
findet in Zusammenarbeit mit NGL.ONE und der<br />
Gamers Academy statt. Hisense stellt dabei<br />
spannende Preise zur Verfügung.<br />
»Sport ist das Narrativ,<br />
unser Produktportfolio das<br />
instrumentelle Vehikel für<br />
das Erlebnis.«<br />
Generell ist die Unternehmenskultur von Hisense<br />
von Respekt, Engagement, Innovation und Effizienz<br />
geprägt. Respekt steht ganz oben auf der<br />
Liste. Das Unternehmen setzt sich für die Gleichstellung<br />
von Frauen und Männern ein und bietet<br />
weltweit gleiche Beschäftigungsmöglichkeiten<br />
für Arbeitnehmerinnen. Der Anteil von Frauen an<br />
der weltweiten Beschäftigung bei Hisense liegt bei<br />
rund 40 Prozent und damit über dem weltweiten<br />
Durchschnitt von 38,89 Prozent – nach Angaben<br />
der Weltbank. Hisense ermutigt Frauen dazu,<br />
Karriere zu machen, mit Vorurteilen aufzuräumen<br />
und ebenso Funktionen im Senior Management<br />
anzustreben. 2018 waren in der Hisense-Fabrik<br />
in Atlantis 80 Prozent der Teamleiter in der TV-<br />
Produktionskette weiblich, und ein großer Teil<br />
der Verwaltungsfunktionen im Unternehmen<br />
wird von Frauen geleitet.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Allein auf Facebook hat Hisense<br />
Sports über 100.000 Follower. Wie nutzen Sie<br />
Social Media für Ihr Marketing?<br />
Zankl: E-Sport ist für uns sehr spannend, da wir<br />
hier eine zwar junge, aber technisch umso anspruchsvollere<br />
Zielgruppe erreichen können, die<br />
wiederum sehr konkrete Vorstellungen von den<br />
technischen Leistungsdaten eines Gerätes hat.<br />
Hier sind die Bedürfnisse gänzlich anders gelagert.<br />
So interessieren einen Gamer eher die<br />
Latenzzeit und Schnittstellen eines TV-Gerätes.<br />
Mit der E-Sport Organisation Fnatic haben wir<br />
eine mehrjährige Kooperation, bei der beispielsweise<br />
alle Fnatic-Einrichtungen mit Hisense-<br />
Produkten ausgestattet werden. Fnatic erhält<br />
auch Zugang zum globalen Kundennetzwerk von<br />
Hisense. Hier kann Hisense ein breiteres Publikum<br />
und das Potenzial zum Aufbau einer stärkeren<br />
Fangemeinde bieten. Auch zum Beispiel hinsichtlich<br />
einer weiteren Expansion von Fnatic nach<br />
China.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Hisense ist auch Sponsor der Fußball-Europameisterschaft<br />
der Frauen 2<strong>02</strong>2, und<br />
es gibt Programme zur Förderung von Frauen<br />
im E-Sport. Zeigt dies einen Teil der Unternehmenskultur?<br />
Zankl: Auf jeden Fall. Hisense engagiert sich für<br />
die Frauen auch im Sportbereich. Als offizieller<br />
weltweiter Partner der UEFA-Fußball-Europameisterschaft<br />
der Frauen in den Jahren 2017 und<br />
2<strong>02</strong>2 widmet sich Hisense der Förderung des<br />
Profisports von Frauen und inspiriert im Rahmen<br />
seiner Partnerschaften mit Frauensport-Orga nisationen<br />
die Sportlerinnen dazu, ihren individuellen<br />
Zielen näherzukommen. Im Bereich des<br />
E-Sports ist Hisense außerdem an einer Plattform<br />
für Spielerinnen beteiligt. Als weltweit tätiges<br />
Zankl: Social Media ist für Hisense nicht nur ein<br />
Schlagwort mit Followern und Likes, sondern für<br />
uns einer der wichtigsten Kommunikationskanäle<br />
im digitalen Zeitalter. Kaufentscheidungen beruhen<br />
auf Benutzerbewertungen und Empfehlungen<br />
aus dem sozialen Umfeld. Für Unternehmen<br />
bietet Social Media eine gewaltige<br />
Chance, mit Kunden in Kontakt zu treten, im<br />
Gespräch zu bleiben und Fans zu gewinnen. Wir<br />
sehen Social Media weniger als Marketinginstrument<br />
sondern vielmehr als zeitgemäße<br />
Kommunikationsform auf Augenhöhe.<br />
<strong>CONNECT</strong>: Vielen Dank für das Gespräch, Frau<br />
Zankl!<br />
www.chk-de.org
24 Titel<br />
»Basketball drückt für uns die Werte<br />
aus, die uns als Unternehmen wichtig<br />
sind: Teamgeist, Agilität, Innovation,<br />
Integration und Nachhaltigkeit.«<br />
Dr. Axel Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der ALBA<br />
Group und Vereinspräsident von ALBA BERLIN<br />
Abb.: www.albaberlin.de<br />
Nachhaltige Sportförderung durch ALBA<br />
Abbau von Vorurteilen durch persönliche Begegnungen<br />
Als eines der weltweit führenden Recyclingunternehmen<br />
wirkt die ALBA Group mit<br />
zahlreichen Projekten in China daran mit,<br />
Wirtschaftswachstum nachhaltig zu gestalten.<br />
Dabei steht im Fokus, Abfall als wertvolle Ressource<br />
im Kreislauf zu führen und Umweltbelastungen<br />
zu vermindern. Nachhaltigkeit bedeutet<br />
für ALBA auch soziale Verantwortung,<br />
wobei bei der Sportförderung ein Schwerpunkt<br />
liegt. Seit 1991 ist die ALBA Group der Hauptsponsor<br />
und Namensgeber von ALBA BERLIN,<br />
einem der erfolgreichsten Basketballvereine<br />
Europas. Seit 2011 wird das auch im China-<br />
Programm des Vereins deutlich. Mit über 600<br />
Millionen Anhängern in China vereint und inspiriert<br />
Basketball die Menschen, wie es sonst<br />
kaum etwas tut.<br />
Begrenzte Begegnungsmöglichkeiten zwischen<br />
Deutschland und China sowie das in beiden<br />
Ländern geringe Wissen über die jeweils andere<br />
Kultur sind ein Nährboden für Vorurteile. Hier<br />
wirkt ALBA BERLIN mit gezielten Initiativen entgegen.<br />
ALBA nutzt Basketball und Recycling als<br />
Brücken zwischen den beiden Nationen, um sich<br />
auf spielerische Art und Weise kennenzulernen,<br />
sich nachhaltig auszutauschen und zu einem<br />
positiven Wandel beizutragen.<br />
Mit kultureller Sensibilität, einem offenen Austausch<br />
auf Augenhöhe und einer fundierten Vorstellung<br />
der Bedürfnisse aller Parteien schafft<br />
es ALBA sowohl im Basketball als auch im Recycling,<br />
erfolgreich mit China zu kooperieren. Die<br />
Thomas Vogel (ALBA BERLIN Head of China) leitet eine<br />
Trainingseinheit mit chinesischen Jugendlichen auf einem<br />
Gelände der ALBA Group Asia in Donghai, Jiangsu.<br />
nationale Sportförderung und der Klima- & Umweltschutz<br />
sind Themen, die in China zunehmend<br />
an Bedeutung gewinnen. Durch die große Begeisterung<br />
für Basketball ist dies ein gutes Medium,<br />
um nicht nur sportliche Begegnungen zu<br />
vermitteln, sondern auch wichtige Themen wie<br />
Ressourcen- und Klimaschutz einer breiten<br />
Bevöl kerungsgruppe zu vermitteln. Zu den chinesischen<br />
Partnern von ALBA BERLIN gehören unter<br />
anderem die Shanghaier Tongji-Univer sität, der<br />
Beijinger & Shanghaier Basketballverband und<br />
die Guangdong SouthernTigers aus der CBA.<br />
Besonders unter den Kindern und Jugendlichen<br />
ist Basketball äußerst beliebt und gilt als Sportart<br />
Nummer eins in China. Je früher die Berührung<br />
mit dem Sport und einer anderen Kultur erfolgt,<br />
desto besser können Hemmschwellen abgebaut<br />
und nachhaltiges Wissen aufgebaut werden.<br />
Schulen sind deshalb der ideale Ausgangspunkt<br />
für die Integration des deutsch-chinesischen<br />
Schulprogramms von ALBA BERLIN. Bislang<br />
werden in Shanghai, Beijing und Hongkong<br />
jährlich Basketballturniere, Trainingseinheiten,<br />
Fortbildungen sowie Besichtigungen von ALBA-<br />
Sortier- und Verwertungsanlagen veranstaltet.<br />
Ergänzend werden Basketball- und Kulturtrips<br />
nach Berlin organisiert.<br />
Seit 2013 veranstaltet ALBA BERLIN jährlich<br />
das PASCH-Basketballturnier an den deutschen<br />
Schulen in Shanghai und Beijing. Daran nehmen<br />
chinesische Schulen teil, an denen Deutsch als<br />
Fremdsprache unterrichtet wird. Deutsch ist nach<br />
Englisch die beliebteste Fremdsprache an chinesischen<br />
Schulen, doch fehlt es dort oft an Gelegenheiten,<br />
das sprachliche Wissen außerhalb<br />
des Klassenzimmers anzuwenden und deutsche<br />
Muttersprachler kennenzulernen. Das Turnier<br />
ermöglicht genau das, und neue Freundschaften<br />
entstehen auf und neben dem Basketballfeld.<br />
ALBAs sportlich-pädagogisches Konzept überzeugte<br />
die Stiftung Mercator zur gemeinsamen<br />
Durchführung des Pilotprojekts „Basketball baut<br />
Brücken – Basketball trifft China“. In diesem Rahmen<br />
wird ALBA zukünftig mithilfe von Basketball<br />
Kenntnisse der chinesischen Sprache und Kultur<br />
an Berliner Schulen vermitteln und Jugendbegegnungen<br />
zwischen deutschen und chinesischen<br />
Partnerschulen durchführen.<br />
Weitere Informationen zu den<br />
China-Projekten von ALBA BER-<br />
LIN finden Sie unter:<br />
https://www.albaberlin.de/cn<br />
Abb.: ALBA<br />
www.chk-de.org
25<br />
Beijing im winterlichen Olympiafieber<br />
Nachhaltige Spiele / Absatz von Wintersportausrüstung boomt<br />
Die chinesische Hauptstadt ist die erste<br />
Metropole der Welt, in der sowohl die<br />
Olym pischen Sommer- als auch die Winterspiele<br />
stattfinden. So können die Stadien und<br />
Teile der Infrastruktur mehrfach genutzt werden.<br />
Beijing ist der Auftakt zu nachhaltigen, umweltverträglichen<br />
Winterspielen. Und sie bringen dem<br />
weißen Sport enormen Schwung, der China<br />
innerhalb weniger Jahre zum größten Wintersportland<br />
der Welt macht. Praktisch aus dem<br />
Nichts entsteht so in China der größte Markt der<br />
Welt für Wintersportausrüstung.<br />
Um den Wintersport möglichst umweltfreundlich<br />
und nachhaltig durchzuführen, wurde bereits drei<br />
Jahre vor Eröffnung der Spiele ein Masterplan zur<br />
Nachnutzung erstellt. Der Plan konzentriert sich<br />
auf die Gestaltung, Umsetzung und Überprüfung<br />
von Olympiaprojekten in sieben Bereichen: Sport,<br />
Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Umwelt sowie<br />
Stadt- und Regionalentwicklung. Der Schwerpunkt<br />
liegt auf der Wiederverwendung möglichst<br />
vieler bestehender Einrichtungen, der Popularisierung<br />
des Wintersports in der Öffentlichkeit<br />
und der Minimierung der Umweltbelastung. Die<br />
Olympischen Winterspiele in Beijing 2<strong>02</strong>2 werden<br />
die ersten sein, für die ein „Vermächtnisplan“ in<br />
Einklang mit den Reformvorschlägen des Internationalen<br />
Olympischen Komitees und dessen<br />
Agenda 2<strong>02</strong>0 entworfen und umgesetzt wird. Die<br />
Agenda wurde eingeführt, um zukünftige Olympische<br />
Spiele nachhaltig und für die Gastgeber<br />
vorteilhafter zu gestalten. Etwa ein Dutzend<br />
Sportstätten der Sommerspiele 2008 wird für die<br />
Winterspiele genutzt. Auch das ist ein Zeichen<br />
von Nachhaltigkeit.<br />
So wie in Zhangjiakou, zentraler Austragungs ort<br />
der Winterspiele, entstehen in China zurzeit viele<br />
neue Wintersportzentren. War vor der Jahrtausendwende<br />
Wintersport in China fast unbekannt,<br />
so zog es vergangenes Jahr – trotz der Ein schränkun<br />
gen durch Corona – etwa 150 Millionen<br />
Menschen in die neu entstandenen Wintersportregionen.<br />
China hat sich zum Ziel gesetzt, 300<br />
Millionen Menschen bis 2<strong>02</strong>2 für den aktiven<br />
Wintersport zu begeistern. Dazu sollen 650<br />
Indoor-Eisbahnen und 800 Skigebiete errichtet<br />
werden. Dies schafft zahlreiche Geschäfts möglichkeiten<br />
in den Bereichen Ausbildung, Betrieb,<br />
Ausrüstung und Tourismus und damit Arbeitsplätze<br />
besonders in weniger entwickelten<br />
Landesteilen, erklärt YI Jiandong, Professor an<br />
der National School of Development der Universität<br />
Beijing. Während der Wintersaison<br />
2<strong>02</strong>0/<strong>21</strong> wird China laut einem im Januar von<br />
der China Tourism Academy veröffentlichten<br />
Bericht voraussichtlich 230 Millionen Wintersporttouristen<br />
mit einem Tourismusumsatz von<br />
390 Milliarden RMB (60,37 Milliarden US-Dollar)<br />
haben. Bis 2<strong>02</strong>5 soll die Zahl der Eis- und Schneetouristen<br />
in China 500 Millionen erreichen, und<br />
der Umsatz der Branche soll 1,1 Billionen RMB<br />
(140 Milliarden Euro) über steigen.<br />
Der europäische Markt stagniert, und so ist China<br />
für die etablierten Anbieter von Wintersportzubehör<br />
ein Traumland. Die Corona-Pandemie<br />
hat die direkte Vermarktung gebremst, umso<br />
wichtiger wurden die digitalen Marketingkanäle.<br />
Olympia gibt dem Skisport einen enormen Schub,<br />
und chinesische Kunden bevorzugen Qualitätsprodukte.<br />
Die Wintersportbegeisterung Chinas ist auch in<br />
den Alpen zu sehen, wo die Zahl von Wintersportlern<br />
aus China stark zunimmt. Im Winter 2009/10<br />
kamen 55.000 Wintersportler aus China nach<br />
Österreich, seitdem hat sich die Zahl mehr als<br />
verzehnfacht. Laut Swiss Tourism verbrachten im<br />
Winter 2018/19 chinesische Touristen 200.974<br />
Nächte an Bergdestinationen, was einer Steigerung<br />
von fast 539 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum<br />
entspricht. Ebenso stark stiegen<br />
die Zahlen der chinesischen Wintersportler in<br />
deutschen Wintersportgebieten. Corona hat diesen<br />
Trend nur vorläufig gebremst. In China gibt<br />
es Millionen von Wintersportfans, nicht nur<br />
wegen Olympia, sondern weil es die Menschen<br />
begei stert. Und viele Chinesen planen für die<br />
nächste Auslandsreise auch ein Wintersporterlebnis<br />
ein.<br />
Abb.: www.ccc-paris.org<br />
www.chk-de.org
26 Zahlen - Daten - Fakten<br />
Chinas Wintersport-Boom<br />
in Zahlen<br />
Bis vor Kurzem war Wintersport in China fast unbekannt. In wenigen Jahren könnten dort eine<br />
halbe Milliarde Menschen Wintersport betreiben. Dadurch entsteht ein riesiger neuer Markt.<br />
Plan zur Entwicklung der Wintersport-Industrie in China (2016–2<strong>02</strong>5)<br />
500 Millionen<br />
5<br />
Wintersportler in China<br />
Nationale Wintersportindustrie-Basen<br />
Quellen: Winter Sports Development Plan (2016-2<strong>02</strong>5), National Winter Sports Facilities Construction Plan (2016-2<strong>02</strong>2)<br />
1 Billion RMB<br />
(155,4 Milliarden US-Dollar)<br />
Erwartete Größe der chinesischen<br />
Wintersportindustrie<br />
5.000<br />
Grund- und Mittelschulen<br />
mit Wintersportfokus<br />
20<br />
Wintersport-Demonstrationsprojekt<br />
20<br />
Demonstrationsanbieter im Wintersportsegment<br />
www.chk-de.org
27<br />
Wirtschaftsfaktor Sport<br />
Zahlen aus Deutschland<br />
Sport ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor mit vielen Arbeitsplätzen, lebt aber in erster Linie vom<br />
Ehrenamt und der Sportbegeisterung. Während Fußball oder andere Mannschaftssportarten die Sportmeldungen<br />
prägen, betreiben die meisten Menschen in Deutschland aktiv am liebsten Fitnesssport.<br />
Der Sportmarkt in Deutschland<br />
85 Milliarden Euro<br />
Gesamtkonsum Sport (inkl. Dienstleistungen)<br />
1,29 Millionen<br />
Beschäftigte im Sport<br />
24,5 Milliarden Euro<br />
Gesamtausgaben für den Bau und Betrieb von<br />
Sportstätten<br />
2,3 Prozent<br />
Beitrag des Sports zum gesamtwirtschaftlichen<br />
BIP (70 Milliarden Euro)<br />
117 Milliarden Euro<br />
Produktion Sportwaren und Dienstleistungen<br />
1,7 Millionen<br />
Ehrenamtlich engagierte Personen in Sportvereinen<br />
4,5 Milliarden Euro<br />
Ausgaben für Sponsoring, Medienrechte und<br />
Werbung im Bereich Sport<br />
Handel von Sportgütern in Deutschland<br />
(Stand: 2019)<br />
Top-5-Sportarten in Deutschland<br />
1. Radsport<br />
36 % der Bevölkerung<br />
24<br />
Milliarden Euro<br />
3,8<br />
Milliarden Euro<br />
2. Schwimmen<br />
3. Fitness<br />
4. Laufen / Joggen<br />
36 % der Bevölkerung<br />
26% der Bevölkerung<br />
24% der Bevölkerung<br />
5. Wandern<br />
24% der Bevölkerung<br />
Import<br />
Export<br />
Quellen: „Die ökonomische Bedeutung des Sports in Deutschland – Sportsatellitenkonto<br />
Import (Zunahme um 44,2 Prozent gegenüber 2010)<br />
Export (Zunahme um 56 Prozent gegenüber 2010)<br />
(SSK) 2016“, Hrsg.: Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH (Stand: 2019);<br />
„Sport inner- oder außerhalb des Sportvereins: Sportaktivität und Sportkonsum nach<br />
Organisationsform”, Hrsg.: BMWi, Bundesinstitut für Sportwissenschaft (Stand: 2019)<br />
www.chk-de.org
28<br />
Services<br />
Neues aus dem Beraternetzwerk<br />
Betriebsrätemodernisierungsgesetz – An den Bedürfnissen der Praxis vorbei<br />
Das Bundeskabinett hat den Entwurf des „Betriebsrätemodernisierungsgesetzes“<br />
am 31. März<br />
20<strong>21</strong> beschlossen. Zur Erleichterung von Betriebsratsgründungen<br />
wird ein spezieller befristeter<br />
Kündigungsschutz für sogenannte Vorfeld-Initiatoren<br />
neu eingeführt. Dabei handelt es<br />
sich um Arbeitnehmer, die Vorbereitungshandlungen<br />
zur Gründung eines Betriebsrats unternehmen.<br />
Auch der Kündigungsschutz für die zur<br />
Wahlversammlung für die Betriebsratswahl einladenden<br />
Arbeitnehmer soll ausgeweitet werden.<br />
Künftig werden statt bisher drei die ersten sechs<br />
in der Einladung aufgeführten Arbeitnehmer<br />
gegen ordentliche Kündigungen geschützt.<br />
Der Betriebsrat soll nunmehr auch ein Mitbestimmungsrecht<br />
erhalten bei der „Ausgestaltung<br />
von mobiler Arbeit, die mittels Informations- und<br />
Kommunikationstechnik erbracht wird.“ Dieses<br />
Recht soll sich nur auf die Ausgestaltung („wie“)<br />
von mobiler Arbeit beziehen. „Ob“ mobile Arbeit<br />
eingeführt wird, entscheidet nach der geplanten<br />
Regelung der Arbeitgeber.<br />
Beim Einsatz künstlicher Intelligenz soll der Betriebsrat<br />
bei der Planung von Arbeitsverfahren<br />
und Arbeitsabläufen Unterrichtungs- und Beratungsrechte<br />
erhalten. Er soll auch bei Auswahlrichtlinien<br />
mitbestim men, wenn bei der Aufstellung<br />
der Richtlinien KI zum Einsatz kommt<br />
und stets bei Fragen zur Einführung oder Anwendung<br />
von KI einen Sachverständigen hinzuziehen<br />
dürfen. Betriebsratssitzungen sollen künftig<br />
vorrangig als Präsenzsitzung stattfinden. Ist<br />
dieser Grundsatz in der Geschäftsordnung des<br />
Betriebsrats abgesichert, darf künftig die Teilnahme<br />
an der Betriebsratssitzung per Video- und<br />
Telefonkonferenz erfolgen, wenn<br />
• nicht mindestens ein Viertel der Mitglieder<br />
des Betriebsrats binnen einer von dem Vorsitzenden<br />
zu bestimmenden Frist diesem<br />
gegenüber widerspricht und<br />
• sichergestellt ist, dass Dritte vom Inhalt der<br />
Sitzung keine Kenntnis nehmen können.<br />
Insgesamt scheinen viele der Regelungen nicht<br />
zu Ende gedacht und an den Bedürfnissen der<br />
Praxis vorbei. Zudem werden Unternehmen mit<br />
dem Aufwand für die Erfüllung finanziell belastet.<br />
Das Gesetz ist noch nicht in Kraft, soll aber<br />
noch vor der Sommerpause beschlossen werden.<br />
Dr. Ralph S. Panzer, Sandy Gerlach und Dr. WANG<br />
Ximeng, Bird & Bird LLP<br />
Restrukturierung und Post-Merger-Integration aus rechtlicher Sicht –<br />
Hinweise für chinesische Investoren<br />
Trotz andauernder Corona-Pandemie ist es bislang<br />
in Deutschland zu keinem Anstieg der Insolvenzen<br />
gekommen. Mit Auslaufen der staatlichen<br />
Unterstützungsmaßnahmen und der<br />
Rückkehr zur früheren Gesetzeslage bei den<br />
Insol venzgründen gehen Experten aber davon<br />
aus, dass die Zahl der notleidenden Firmen und<br />
auch der Insolvenzen in diesem Jahr ansteigen<br />
werden. In einem Beitrag auf der CHKD-Homepage<br />
erhalten Sie eine Übersicht über den rechtlichen<br />
Rahmen in Deutschland für Restrukturierungen<br />
und Hinweise auf die in der Praxis<br />
häufig vernachlässigte Integration nach einer<br />
Übernahme.<br />
Bereitgestellt von: Luther Rechtsanwaltsgesellschaft<br />
mbH.<br />
Den gesamten Beitrag finden Sie hier:<br />
Nutzung der steuerlichen Verlustvorträge im Rahmen von M&A-Transaktion<br />
Steuerliche Verlustvorträge können bei einem<br />
Unternehmenskauf in der Krise ein interessantes<br />
und wertvolles Asset für den Käufer darstellen,<br />
da das deutsche Steuerrecht unter bestimmten<br />
Be dingungen die Möglichkeit einräumt, die erwirtschafteten<br />
und durch den Verlustrücktrag<br />
noch nicht ausgeglichenen Verluste mit künftigen<br />
Gewinnen zu verrechnen („Verlustnutzung“) und<br />
dadurch die gewinnabhängige Steuerbelastung<br />
in späteren Geschäftsjahren zu mindern.<br />
Dieser Beitrag auf der CHKD-Homepage informiert<br />
über Vorschriften der steuerlichen Verlustvorträge<br />
sowie darüber, wie Unternehmen im<br />
Rahmen einer M&A Transaktion steuerliche Risiken<br />
erkennen und Verlustvorträge nutzen können.<br />
Bereitgestellt von: Ebner Stolz Wirtschaftsprüfer<br />
Steuerberater Rechtsanwälte<br />
Partnerschaft mbB<br />
Den gesamten Beitrag finden Sie hier:<br />
www.chk-de.org
29<br />
Veranstaltungskalender<br />
>> Termine<br />
>> Impressum<br />
HERAUSGEBER<br />
CHKD | Die Chinesische Handelskammer in<br />
Deutschland e. V.<br />
Der China Day 20<strong>21</strong> wird im September als virtuelles Online-Event stattfinden<br />
POSTANSCHRIFT<br />
IHZ Hochhaus 7. Etage,<br />
Friedrichstraße 95, D-10117 Berlin<br />
Telefon: +49 30 20917522<br />
Telefax: +49 30 20917340<br />
E-Mail: info@chk-de.org<br />
WEBADRESSE<br />
JUNI<br />
18. Juni<br />
EU-Verordnung zu ausländischen Subventionen & Management<br />
von Unsicherheit in Zeiten von Corona<br />
(in Kooperation mit dem CHKD Vertretungsbüro München)<br />
www.chk-de.org<br />
Redaktion: Jannik Dennier (CvD), ZHANG Yuan<br />
Telefon: +49 30 20917522<br />
E-Mail: jannik.dennier@chk-de.org<br />
JULI<br />
2. Juli<br />
22. Juli<br />
Forschungszulage – Förderung von Forschung und Entwicklung<br />
(in Kooperation mit dem CHKD Vertretungsbüro München)<br />
Building up smart factories & Sustainability<br />
AUTOREN DIESER AUSGABE<br />
Jannik Dennier<br />
Eva-Simona Fischkina<br />
Dr. Thomas Kiefer<br />
Wolfgang Hirn<br />
AUGUST<br />
SEPTEMBER<br />
OCTOBER<br />
NOVEMBER<br />
Sie haben Interesse an unseren Veranstaltungen?<br />
Gerne halten wir Sie über unsere Infokanäle auf dem Laufenden.<br />
Homepage & Newsletter<br />
www.chk-de.org<br />
19. August<br />
TBD<br />
TBD<br />
15. Oktober<br />
TBD<br />
11. November<br />
TBD<br />
Umsatzsteuer-Brennpunkte in der Betriebsprüfung<br />
China Day 20<strong>21</strong><br />
Arbeitsrecht und Digitalisierung<br />
Setting up Europe localized B2C Connectivity Service for Automotive<br />
Companies<br />
Independent Business Review (IBR) als Basis für unternehmerische<br />
Neuausrichtung und Restrukturierung<br />
Distressed M&A<br />
Wie können chinesische Investoren die Finanzrisiken der deutschen<br />
Tochtergesellschaften früh erkennen und managen<br />
Social Media<br />
Die mit dem Namen des Verfassers oder seinen<br />
Initialen gezeichneten Beiträge geben die Meinung<br />
des Autors, aber nicht unbedingt die Ansicht der<br />
Chinesischen Handelskammer in Deutschland<br />
e.V. wieder. Nachdruck nur mit Genehmigung der<br />
Redaktion.<br />
Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernimmt<br />
die Redaktion keine Gewähr.<br />
KONZEPT<br />
EGGERT GROUP GmbH & Co. KG, Düsseldorf<br />
GESTALTUNG<br />
X+Y Design, XU Yan<br />
SCHLUSSREDAKTION<br />
reisnertext.com<br />
DRUCK<br />
BMP Balta Media & Print e. K.<br />
Bahnhofstr. 37, D-63457 Hanau am Main<br />
BILDNACHWEISE<br />
Titelbild: melnikof, Shutterstock<br />
Weitere Bildnachweise: Sofern nicht anders<br />
angegeben, handelt es sich um Firmenfotos.<br />
„CHKD <strong>CONNECT</strong>“ erscheint 4 x jährlich.<br />
20<strong>21</strong> / Ausgabe <strong>02</strong> Ausgabedatum: 11.06.20<strong>21</strong><br />
www.chk-de.org
30 Community<br />
Vom antiken Olympia zur Großen Mauer<br />
Die Einschränkungen durch Corona gaben auch etwas Zeit, im Internet zu stöbern und sich<br />
noch mehr auf die nächstmöglichen großen Reisen zu freuen. Und den nächsten Besuch<br />
in China mit mehr Hintergrundwissen anzutreten und Olympia neu zu erleben.<br />
Ein Besuch im antiken Olympia, ein Rundgang<br />
durch den Zeustempel oder die Werkstatt<br />
des Bildhauers Phidias. Sich mit antiken<br />
Olympiaathleten im Wettkampf messen.<br />
Online sind zahlreiche virtuelle Touren durch das klassische<br />
Olympia zu finden. Der Sport verbindet sich dabei mit Kultur<br />
und Geschichte. Olympia verbindet Länder und Völker war<br />
bereits die Botschaft der antiken Olympischen Spiele.<br />
Natürlich sind auch über die bevorstehenden<br />
Olympischen Winterspiele 2<strong>02</strong>2 in Nordchina<br />
unzählige Infos im Netz zu finden. Auf<br />
der offiziellen Webseite beijing2<strong>02</strong>2.cn gibt<br />
es laufend Neues, Hintergrundinformationen und Videos.<br />
Doch nicht nur zu Olympia kann man im<br />
Netz stöbern. Beijing und seine Umgebung<br />
sind immer wieder eine, wenn auch für viele<br />
jetzt eher virtuelle, Reise wert. Das Palastmuseum<br />
bietet dazu gleich eine ganze Reihe virtueller Rundgänge<br />
an. Hier kann man Kunstschätze im Detail bestaunen,<br />
und zu den einzelnen Ausstellungstücken gibt es detaillierte<br />
Informationen. Auch ein virtueller Spaziergang über die<br />
Chinesische Mauer weckt bei vielen schöne Erinnerungen,<br />
bei anderen Sehnsucht.<br />
Auch große Handelsplattformen<br />
wie Alibaba und Amazon locken<br />
Reisekunden mit virtuellen Reisen<br />
auf ihre Seiten. Mit chinaculture.org<br />
bietet „China Daily“ virtuelle Rundgänge durch Chinas<br />
bekannteste Tourismusattraktionen, und laufend<br />
kommen neue Anbieter dazu. Was sind die Geheimtipps?<br />
Das sollte niemand verraten, denn dann sind<br />
sie nicht mehr geheim. Selbst im Netz zu stöbern<br />
ist ein Vorgeschmack darauf, selbst die Welt zu<br />
erkunden. Was üben Shaolin-Mönche im Wushu-<br />
Guan? Wo kann man in China mit historischen<br />
Lokomotiven fahren? Jetzt ist Zeit, im Netz viele<br />
bislang unbekannte Seiten Chinas zu entdecken,<br />
die in die nächsten Chinareisen eingebaut werden<br />
können.<br />
Auch zahlreiche Tourismuszentralen<br />
in Deutschland zeigen in interaktiven<br />
Präsentationen ihre schönen und interessanten<br />
Reiseziele. So lassen sich<br />
auch Ausflugsziele vor der Haustür und weniger<br />
bekannte Sehenswürdigkeiten finden. Nordrhein-<br />
Westfalen beispielsweise ist abseits der großen<br />
Städte nicht jedem als Tourismusland bekannt. Die<br />
Tourismusseite des Landes bietet virtuelle Ausflüge<br />
zu Weltkulturerbestätten, Museen und anderen<br />
Reisezielen. Es gibt Wanderwelten, Wellness oder<br />
ein Sportwochenende. Die Tourismusförderer haben<br />
dazu auf ihren Webseiten unzählige Vorschläge ausgearbeitet,<br />
die unmittelbar vor der Haustür liegen.<br />
Abb.: Anastasios71, Shutterstock<br />
Abb.: Das Palastmuseum<br />
www.chk-de.org
31<br />
Von der Oper zum Ballett<br />
Abb.: Bruno Passigatti, Shutterstock<br />
Virtuelle Reisen zu Chinas Touristenattraktionen<br />
lassen sich in Museen und Galerien<br />
fortsetzen. Einen umfassenden Überblick<br />
gibt die Seite Google Arts & Culture. Beim Suchwort<br />
China tauchen nicht nur Rundgänge durch<br />
Chinas bedeutende Sammlungen und Museen<br />
auf. Es sind auch Hunderte Themen ausgearbeitet<br />
und 75.000 Objekte zu sehen. Beim Stichwort<br />
Beijing können 14 bedeutende Sammlungen erkundet<br />
werden. Spannend sind Hintergrundberichte<br />
beispielsweise zur Entwicklung der modernen<br />
Kunst in China, wobei auch der Einfluss<br />
Deutschlands deutlich wird, wie bei CAI Yuanpei,<br />
dem Gründer von Chinas erster Kunstschule<br />
National School of Fine Arts, der von 1908 bis<br />
1912 in Leipzig studierte.<br />
Es lohnt sich, einen Kulturabend gut vorbereitet<br />
zu beginnen. Musik und Theater lassen sich online<br />
mit detaillierten Hintergründen erleben. Beispielsweise<br />
die Hintergründe zur Entstehung der<br />
Oper von YANG Guifei „Die Konkubine des Kaisers“,<br />
die in Hamburg entstand. Die Oper ist auch<br />
in voller Länge auf Youtube zu sehen. Dort hat<br />
auch das Beijing Dance Theater einen eigenen<br />
Kanal, in dem nicht nur Auszüge aus einigen<br />
Aufführungen zu sehen sind, sondern auch ein<br />
Blick hinter die Kulissen möglich ist. Wem dies<br />
zu avantgardistisch ist, der findet dort auch<br />
unzählige Aufführungen von traditionellen<br />
chinesischen Opern. Dabei ist zu sehen: Die<br />
chinesische Oper ist in gewisser Hinsicht wie die<br />
europäische Oper. Da gibt es eine gemeinsame<br />
Geschichte, aber man sollte eher von unterschiedlich<br />
ausgeprägten Regionalopern sprechen.<br />
Auch hier lohnt es sich, neben der Opernaufführung<br />
einiges über die Geschichte und Eigenarten<br />
der Oper zu lesen. Gute Abhandlungen dazu<br />
gibt es im Internet genug.<br />
Viele ausgefallene Inszenierungen sind wegen<br />
Corona im Internet entstanden und überall zugänglich.<br />
So wie die Stuttgarter Inszenierung<br />
„Roter Morgen“, in der die China-Begeisterung<br />
vieler deutscher Studenten, darunter auch des<br />
jetzigen baden-württembergischen Landesvaters<br />
Winfried Kretschmann, manch chinesischen<br />
Zuschauer erstaunen dürfte. Das Chinabild<br />
Deutschlands ist oft von Extremen geprägt. Die<br />
Konfuzius-Institute sollen in Deutschland für<br />
Verständnis sorgen und bieten über ihre Webseiten<br />
einen Überblick zu vielen Kulturveranstaltungen.<br />
Dabei ist zu sehen, dass die einzelnen<br />
Institute sehr eigenständige Profile aufweisen<br />
und die inhaltlichen Schwerpunkte recht unterschiedlich<br />
sind. In München zeigt das Konfuzius-<br />
Institut ab April an jedem letzten Wochenende<br />
des Monats chinesische Filme, die auch online<br />
zugänglich sind.<br />
Es gibt viel zu entdecken, und online lassen sich<br />
Besuche von Kulturveranstaltungen gut vorbereiten.<br />
Aber die Welt lässt sich so richtig natürlich<br />
nur in der Realität entdecken. So kann die<br />
nächste Chinareise auch intensiver in die Welt<br />
der Kultur führen. Die großen Opernhäuser und<br />
Theater haben ihre Spielpläne online, Kunstfestivals<br />
locken Besucher. Mit wenig Aufwand<br />
lässt sich so individuell ein Abend außerhalb der<br />
Touristenpfade in China gestalten.<br />
Infobox<br />
Arts and Culture »<br />
YANG Guifei » Chinesisches Filmfest »<br />
www.chk-de.org
32 Community<br />
Marathon in Berlin:<br />
Weltgeschichte trifft auf Weltrekorde<br />
Eine Gruppe von Läufern des SC Charlottenburg,<br />
der zu den renommierten deutschen<br />
Leichtathletik-Vereinen gehört, organisierte<br />
den ersten Berlin-Marathon im Jahr 1974.<br />
1981 wurde das Rennen vom Grunewald ins<br />
Stadtzentrum von West-Berlin verlegt. Unter -<br />
stützt von den drei westlichen Alliierten Großbritannien,<br />
Frankreich und den USA, reifte der<br />
Berlin-Marathon zum größten und hochklassigsten<br />
Marathon Deutschlands und gewann<br />
internationale Bedeutung. Nach dem Fall der<br />
Berliner Mauer im November 1989 begann eine<br />
neue Ära. Am 30. September 1990, drei Tage vor<br />
der Wiedervereinigung, führte die Strecke des<br />
Marathons durch das Brandenburger Tor sowie<br />
beide Teile Berlins. Im Jahr 2001 unterbot die<br />
Japanerin Naoko Takahashi hier als erste Frau die<br />
2:20-Stunden-Marke.<br />
Für das Rennen 2003 wurde der flache und<br />
schnelle Rundkurs dann erheblich geändert. Paul<br />
Tergat, der mit 2:04:55 Weltrekord lief, war der<br />
Erste, der die neue Ziellinie überquerte und kurz<br />
zuvor durch das Brandenburger Tor gelaufen war,<br />
dem Symbol der Wiedervereinigung. In der Folge<br />
entwickelte sich der BMW Berlin-Marathon zu<br />
einem der weltweit besten Straßenrennen. 2008<br />
stellte Haile Gebrselassie aus Äthiopien zum<br />
zweiten Mal in Folge in der deutschen Hauptstadt<br />
einen Weltrekord auf und lief 2:03:59<br />
Stunden. Der Kenianer Patrick Makau brach dann<br />
2011 den Welt- und Streckenrekord von Haile<br />
Gebrselassie und verbesserte die Zeit auf 2:03:38.<br />
Drei weitere Weltrekorde durch kenianische<br />
Läufer fielen in Berlin danach: Wilson Kipsang<br />
erreichte 2013 das Ziel nach 2:03:23, Dennis<br />
Kimetto lief 2014 mit 2:<strong>02</strong>:57 die erste Zeit unter<br />
2:03 Stunden, und dann sorgte Eliud Kipchoge<br />
2018 für die Krönung. Nach 2:01:39 Stunden<br />
stürmte er ins Ziel und unterbot damit die alte<br />
Bestzeit gleich um 1:18 Minuten. Dies war die<br />
größte Steigerung des Männer-Weltrekordes seit<br />
über 50 Jahren. Insgesamt wurden in der Geschichte<br />
des Rennens famose elf Weltrekorde<br />
gebrochen, was einzigartig ist.<br />
Die schnelle Strecke und die Geschichte der Stadt<br />
– das sind sicherlich zwei Gründe, warum der<br />
Marathon in Berlin auch bei Chinesen immer beliebter<br />
wird. Im Jahr 2019 starteten 2.117 chinesische<br />
Teilnehmer beim BMW Berlin-Marathon<br />
und stellten damit die viertgrößte Teilnehmergruppe<br />
nach Nationalität. Die nächste Austragung<br />
ist für den 25. bis 26. September 20<strong>21</strong><br />
angesetzt.<br />
Abb.: Berlin-Marathon<br />
www.chk-de.org
33<br />
Gesundheitsförderung<br />
in der digitalen Arbeitswelt<br />
Die Arbeitswelt ist in ständigem Wandel. Die<br />
Techniker Krankenkasse (TK), offizieller<br />
Gesundheitspartner der Chinesischen Handelskammer<br />
in Deutschland (CHKD), informiert im<br />
aktuellen <strong>CONNECT</strong> <strong>Magazin</strong> darüber, welche<br />
neuen Konzepte Unternehmen brauchen, um die<br />
Gesundheit ihrer Mitarbeiter auch bei veränderten<br />
Arbeitsbedingungen zu erhalten, und<br />
stellt den TK-GesundheitsCoach als unterstützendes<br />
Angebot für das betriebliche Gesundheitsmanagement<br />
von Unternehmen vor.<br />
Die Digitalisierung verändert das Arbeiten immer<br />
weiter: Noch mehr Standardprozesse werden<br />
digitalisiert, neue Formen kundenintegrierter<br />
Geschäftsprozesse entstehen, die Rolle des Menschen<br />
in Arbeitsprozessen wandelt sich, und die<br />
Grenzen von Arbeit und Freizeit verschwimmen<br />
immer mehr. All das hat Auswirkungen auf die<br />
Gesundheit jedes Einzelnen und bedeutet eine<br />
große Herausforderung – sowohl für die Mitarbeiter<br />
als auch für die Führung. Unternehmen<br />
stellen sich die folgenden Fragen:<br />
• Was können Unternehmen tun, damit ihre<br />
Mitarbeiter in der digitalen Arbeitswelt fit und<br />
gesund bleiben?<br />
• Welche Veränderungen der Führungs- und<br />
Unternehmenskultur sind für den erfolgreichen<br />
digitalen Wandel nötig?<br />
• Wie können Kommunikation und Mitarbeiterbeziehungen<br />
gesundheitsförderlich gestaltet<br />
werden?<br />
• Werden insbesondere ältere Mitarbeiter ausreichend<br />
für die veränderte Arbeitswelt qualifiziert?<br />
• Welche Selbstmanagement-Kompetenzen<br />
sind erforderlich, um mit neuen Anforderungen<br />
und Belastungen umzugehen?<br />
• Wie können moderne Technologien die Gesundheitsförderung<br />
im Betrieb unterstützen?<br />
Aus all diesen Fragen können sich für Ihr Unternehmen,<br />
Ihre Führungskräfte und Ihre Mitarbeiter<br />
individuelle Gestaltungspotenziale ergeben.<br />
Die TK ist für Sie mit Akteuren aus Wirtschaft<br />
und Unternehmen auf unterschiedlichen Plattformen<br />
im Dialog.<br />
Der TK-GesundheitsCoach für Unternehmen<br />
Informieren Sie sich über die Möglichkeiten, mit denen der digitale TK-Gesundheits-<br />
Coach Ihr betriebliches Gesundheitsmanagement unterstützen kann. Ihre Vorteile:<br />
Jetzt zur Techniker<br />
Krankenkasse<br />
wechseln!<br />
• Exklusiver Zugang der Mitarbeiter auf den TK-GesundheitsCoach<br />
• Interaktives, persönliches Online-Coaching-Angebot zu Gesundheitsthemen wie<br />
Fitness, Ernährung, Stressbewältigung, Nichtrauchen<br />
• Nachhaltige Gesundheitsförderung, flexibel angepasst auf Ihre Bedürfnisse, jederzeit<br />
verfügbar und online nutzbar<br />
Sie haben Interesse, den TK-GesundheitsCoach Ihren Beschäftigten<br />
anzubieten? Nehmen Sie gern Kontakt mit der TK auf:<br />
www.firmenkunden.tk.de Suchnummer: 2030698<br />
Scannen Sie den QR-Code und<br />
informieren Sie sich über die Vorteile<br />
einer TK-Mitgliedschaft.<br />
Mehr unter www.tk.de<br />
www.chk-de.org
34<br />
Community<br />
Ein Tag im Leben von<br />
Timo Boll<br />
Timo Boll kann sich noch gut an seine erste China-Reise erinnern. Es war 1997. Er war damals gerade 16 Jahre alt. Der ambitionierte<br />
Tischtennisspieler durfte im Trainingszentrum der chinesischen Nationalmannschaft mitspielen. Er sagt: „Damals war es für mich eine komplett<br />
neue Welt. So ein richtiges Abenteuer.“ Heute – mehr als 100 China-Reisen später – kennt Boll China, und China kennt Boll. Der inzwischen<br />
längst zum Weltklassespieler avancierte Boll wird in China erkannt und umringt, am Flughafen, in der Bahn und auf der Straße. „Bo’er“ – so<br />
sein chinesischer Name – wird dann gerufen und gekreischt.<br />
Vor allem das weibliche Geschlecht umschwärmt<br />
ihn. Eine chinesische Frauenzeitschrift<br />
titulierte ihn einmal als „sexiest<br />
man alive“ – noch vor dem englischen Fußball-<br />
Schönling David Beckham. Boll hat sogar eine<br />
weibliche Fangruppe in China. „Es gibt ein paar<br />
Mädels, die große Fans von mir sind und weltweit<br />
hinter mir herreisen“, sagt Boll. „Oft finden sie<br />
heraus, wann ich lande. Keine Ahnung, wie sie<br />
das schaffen. Sie machen mir auch immer<br />
Geschenke. Echt verrückt, was die auch an Geld<br />
ausgeben.“<br />
»Dass ich mich an das<br />
Fremde herantraue, habe<br />
ich China zu verdanken.«<br />
Anerkennung verschaffte er sich in China allerdings<br />
nicht durch sein Aussehen, sondern durch<br />
seine sportlichen Erfolge in einer der populärsten<br />
Sportarten Chinas. Als er 1999 bei den China<br />
Open in Guilin zum ersten Mal Chinas damaligen<br />
Star MA Lin besiegte, war er auf dem Radar der<br />
Experten. Als einer der wenigen Nicht-Chinesen<br />
brach er in den folgenden Jahren in die Phalanx<br />
der Chinesen ein, die diesen Sport seit Jahrzehnten<br />
beherrschen. Mehrmals schaffte es Boll,<br />
der zwar mehrfacher Europameister ist, aber nie<br />
Weltmeister wurde, an die Spitze der Weltrangliste<br />
vor den Chinesen. Vor keinem nicht-chinesischen<br />
Spieler hatten Chinas Top-Spieler mehr Respekt<br />
als vor Boll.<br />
Seit 2007 spielt Boll für den deutschen Serienmeister<br />
Borussia Düsseldorf. Aber er trat auch<br />
www.chk-de.org
35<br />
mehrmals für chinesische Vereine in der dortigen<br />
Superliga an, wenn die Bundesliga pausierte.<br />
Unter anderem spielte er für Guangzhou und<br />
Hangzhou. Chinas Superliga – das war für ihn<br />
im wahrsten Sinne des Wortes eine andere<br />
Liga. Dort gibt es viel mehr Zuschauer, und vor<br />
allem: „Die Zuschauer gehen ganz anders mit“,<br />
sagt Boll.<br />
»Ich sehe nicht nur die Politik,<br />
sondern die Menschen,<br />
ihre Charaktere und wie<br />
sie sich entwickelt haben.<br />
Und das ist schon enorm in<br />
dieser kurzen Zeit.«<br />
Olympia ist die Gegenwart, China die Zukunft?<br />
Derzeit bereitet sich Boll intensiv auf die Olympischen<br />
Spiele in diesem Sommer in Tokio vor.<br />
Diese sind sein letztes großes Ziel. Dort will der<br />
40-Jährige nochmals attackieren: „Wenn ich<br />
nach Tokio fahre, will ich natürlich Medaillen<br />
gewinnen.“ Sein Anspruch sei immer noch, unter<br />
den Top Ten mitzuspielen. In der aktuellen Weltrangliste<br />
liegt er exakt auf Platz zehn.<br />
Und was passiert nach Tokio? Hört er dann auf?<br />
„Ich versuche, den Zeitpunkt des Aufhörens<br />
möglichst weit nach hinten zu verschieben“, sagt<br />
er. Andererseits: „Es kann aber auch ganz schnell<br />
gehen.“ Er sieht es als großen Vorteil an, dass er<br />
nicht mehr aus finanziellen Gründen weiterspielen<br />
muss. Dafür hat er in seiner langen Karriere gut<br />
verdient, wenn auch nicht in den Dimensionen<br />
eines Fußballspielers.<br />
chinesischen Elektro nikhersteller Midea übernommen<br />
wurde – als Markenbotschafter unter<br />
Vertrag und ist mit dessen Auftreten und Engagement<br />
sehr zufrieden.<br />
Bolls großer Vorteil ist, dass er beide Welten<br />
kennt – und auch viele Leute hier wie dort. Deshalb<br />
kann er sich vorstellen, als ein Netzwerker<br />
zu agieren. Er sagt: „Es fehlt oft an gegenseitigem<br />
Vertrauen. Wenn man vielleicht jemand dazwischen<br />
hat, der beide Welten ganz gut kennt<br />
und der auch vertrauenswürdig ist, wäre das eine<br />
gute Basis.“ Das liest sich fast wie ein Bewerbungs<br />
schreiben.<br />
Chinesischkenntnisse könnten dabei sicher nicht<br />
schaden, findet Boll. Vor ein paar Jahren hat er<br />
schon mal am Konfuzius-Institut in Düsseldorf<br />
ein Dreivier teljahr intensiv Chinesisch gepaukt,<br />
aber dann aufgehört, weil der Unterricht doch<br />
China habe ihm viel gebracht, sportlich wie auch<br />
persönlich. „Dass ich mich an das Fremde herantraue,<br />
habe ich China zu verdanken“, sagt er heute.<br />
Boll, der aus einem Städtchen im Odenwald<br />
stammt, ist eigentlich eher zurückhaltend. Aber<br />
seine vielen China-Aufenthalte haben seinen<br />
Horizont erweitert. Und er sieht China inzwischen<br />
anders als viele seiner deutschen Landsleute: „Ich<br />
habe viele Menschen dort kennengelernt und<br />
habe dadurch ein ganz anderes Bild, als es hier in<br />
den Medien rüberkommt. Ich sehe nicht nur die<br />
Politik, sondern die Menschen, ihre Charaktere<br />
und wie sie sich entwickelt haben. Und das ist<br />
schon enorm in dieser kurzen Zeit.“<br />
Dank China ist er offener und neugieriger geworden.<br />
Das gilt auch beim Essen. Genüsslich<br />
erzählt er, wie er es früher ablehnte, mit seinen<br />
Mitspielern nach dem Training oder Spiel „zum<br />
Chinesen“ zu gehen und stattdessen lieber in die<br />
Pizzeria wollte. Heute schätzt er die chinesischen<br />
Küchen: „Ich habe in China gelernt, vielseitiger<br />
und insgesamt gesünder zu essen.“ Am liebsten<br />
verschlingt er Jiaozi und isst Peking-Ente. Bei den<br />
Olympischen Spielen 2008 in Beijing soll er fast<br />
jeden Tag im Olympischen Dorf seine geliebte<br />
Ente gegessen haben. In Düsseldorf gibt es zwei<br />
Lokale, wo er häufig beim Peking-Enten-Essen<br />
gesehen wird.<br />
Wann immer das Karriereende sein wird, der Vater<br />
einer siebenjährigen Tochter kündigt jetzt schon<br />
mal an: „Ich werde nach meiner Karriere tief in<br />
mich gehen und auch einige Dinge austesten.“<br />
Es könne durchaus sein, dass er etwas mache,<br />
was mit China zu tun habe. Er ist ja in China ein<br />
bekanntes Gesicht und eignet sich deshalb sehr<br />
gut als Werbeträger. Ein deutsches Unternehmen<br />
nutzt Bolls Popularität schon seit Jahren. Der<br />
Augsburger Roboterhersteller Kuka hat Boll<br />
schon seit 2014 – also längst bevor Kuka vom<br />
nicht mit dem sehr zeitintensiven Tischtennistraining<br />
zu vereinbaren war. Aber er habe sich<br />
vorgenommen, bald – also womöglich nach den<br />
Olympischen Spielen in Tokio - mit dem Studium<br />
von Sprache und Schrift weiterzumachen: „Chinesisch<br />
zu lernen ist sehr sinnvoll für mich.“ Er<br />
habe viele Chinesen in seinem Umfeld, da versuche<br />
er immer wieder, Chinesisch zu reden.<br />
„Man muss sich einfach trauen, auch wenn sie<br />
einen ab und zu auslachen“, sagt er und lacht<br />
selbst.<br />
www.chk-de.org
36 Gastkommentar<br />
Abb.: Ninma, Shutterstock<br />
Wie E-Sport China und Deutschland verbindet<br />
E-Sport ist zu einem internationalen Phänomen geworden, das Ländergrenzen längst hinter sich gelassen hat und weltweit ein Millionenpublikum<br />
begeistert. Ob bei der „ESL One Cologne“ oder den „League of Legends Worlds 2<strong>02</strong>0“ in Shanghai: E-Sport-Fans rund um den Globus sind gemeinsam<br />
dabei, wenn die größten E-Sportlerinnen und E-Sportler aufeinandertreffen und sich miteinander messen.<br />
Insgesamt haben sich die digitalen Wettkämpfe<br />
innerhalb von nur 20 Jahren zu einem<br />
Milliardenmarkt entwickelt, dessen weltweiter<br />
Gesamtumsatz laut Prognose des Marktforschungsunternehmens<br />
Newzoo bis 2<strong>02</strong>3 auf<br />
rund 1,6 Milliarden Euro wachsen soll. Das starke<br />
Umsatzwachstum hängt eng mit der wachsenden<br />
Zahl an Zuschauerinnen und Zuschauern zusammen:<br />
Bis 2<strong>02</strong>3 sollen 646 Millionen Menschen<br />
weltweit Ligen und Turniere verfolgen. Bedenkt<br />
man, dass heute bereits über zwei Milliarden<br />
Menschen Computer- und Videospiele spielen,<br />
wird schnell deutlich, wie groß das Potenzial<br />
auch in Zukunft noch ist. Dieses Potenzial haben<br />
auch viele deutsche und chinesische Games-<br />
Unternehmen erkannt, etwa das Kölner E-Sport-<br />
Unternehmen ESL Gaming oder Tencent, die<br />
Muttergesellschaft von Riot Games.<br />
Doch nicht nur weltweit stellt der E-Sport konstant<br />
neue Bestmarken auf. Auch in Deutschland<br />
haben sich die digitalen Wettkämpfe enorm entwickelt.<br />
Ein zweistelliges Marktwachstum – zuletzt<br />
lag es bei 27 Prozent innerhalb eines Jahres<br />
auf rund 77 Millionen Euro – ist hier die Regel<br />
und nicht die Ausnahme. Dabei ist ein lebendiges<br />
und stark wachsendes E-Sport-Ökosystem entstanden,<br />
das neben Spielerinnen und Spielern<br />
sowie Ligen-Betreibern auch Technik- und Telekommunikationsanbieter,<br />
Stadion- und Messebetreiber,<br />
Vermarktungsagenturen und Sponsoren<br />
umfasst.<br />
Sebastian Steinbach, ist Referent Politische<br />
Kommunikation und E-Sport beim game –<br />
Verband der deutschen Games-Branche e. V.<br />
Deutschland ist ein international besonders<br />
relevanter E-Sport-Standort. Hier finden einige<br />
der wichtigsten internationalen Turniere statt,<br />
etwa „ESL One Cologne“, „StarLadder Major“ oder<br />
„PUBG Global Invitational.S“, zu denen regelmäßig<br />
Besucherinnen und Besucher aus der ganzen<br />
Welt anreisen. Auch die „League of Legends<br />
European Championship“ (LEC) von Riot Games<br />
wird in Berlin ausgetragen. Mit Unternehmen wie<br />
ESL Gaming oder Freaks 4U Gaming sind einige<br />
der größten und wichtigsten E-Sport-Veranstalter<br />
in Deutschland ansässig. Doch nicht nur das:<br />
Auch zahlreiche erfolgreiche E-Sport-Teams sind<br />
hier beheimatet: SK Gaming, G2 Esports, BIG oder<br />
Unicorns of Love. Bei einem der größten europäisch-chinesischen<br />
Duelle setzte sich allerdings<br />
ein Team aus Beijing durch: In einem packenden<br />
Finale der „League of Legends Worlds 2019“<br />
konnte sich das chinesische Team FunPlus Phoenix<br />
gegen G2 Esports durchsetzen. Nicht zuletzt<br />
dieses Duell zeigt: Im E-Sport gibt es regelmäßig<br />
Wettkämpfe mit europäischen und asiatischen<br />
Teams auf Augenhöhe.<br />
Die rasant steigende Popularität des E-Sports in<br />
Deutschland ist auch der Wirtschaft und Politik<br />
nicht verborgen geblieben. So steigen immer<br />
mehr deutsche Unternehmen in das Sponsoring<br />
ein: Ob Mercedes-Benz, BMW oder DHL bis hin<br />
zu vielen mittelständischen Unternehmen wie<br />
Bausparkassen, Getränkeherstellern oder sogar<br />
Krankenkassen. Der Pokal der „League of Legends<br />
Worlds 2<strong>02</strong>0“ in Shanghai wurde beispielsweise<br />
in einem Fahrzeug von Mercedes-Benz in das<br />
Stadion gefahren. Und auch die Politik unterstützt<br />
den E-Sport in Deutschland auf verschiedenen<br />
Ebenen: So ist die Stärkung des digitalen Wettkampfs<br />
in das Regierungsprogramm von CDU,<br />
CSU und SPD aufgenommen worden. Im Zuge<br />
dessen wurde unter anderem die Einreise von<br />
E-Sportlerinnen und E-Sportlern aus Staaten<br />
außerhalb der Europäischen Union deutlich<br />
vereinfacht. Das stärkt die Rolle Deutschlands<br />
als Austragungsort großer E-Sport-Turniere und<br />
bringt die E-Sport-Welt noch näher zusammen.<br />
Abb.: Tim Flavor/game<br />
www.chk-de.org
Krise als Chance?<br />
Zur Zukunft der chinesisch-deutschen<br />
Wirtschaftszusammenarbeit<br />
September 20<strong>21</strong><br />
Programm (vorläufig):<br />
- Grußwort von CHKD-Präsident ZHENG Donglin<br />
- Grußworte aus der chinesischen und deutschen Politik<br />
- Eröffnungsgespräch zum Status Quo der chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen<br />
(mit CHKD-Hauptgeschäftsführer DUAN Wei und Vertretern der Kooperationspartner)<br />
- Online-Panels mit hochrangigen Unternehmensvertretern aus China und Deutschland<br />
(Themen u.a.: CO2-neutrale Wirtschaft & Digitalisierung)<br />
- u.v.m.<br />
Der China Day 20<strong>21</strong> findet erneut als virtuelles Online-Event statt. Über den genauen Termin,<br />
den Ablauf der Veranstaltung sowie die Anmeldemodalitäten halten wir Sie über unsere Infokanäle<br />
auf dem Laufenden.<br />
Sponsor werden<br />
Interessierte Unternehmen haben durch variable Sponsorship-Pakete die Möglichkeit,<br />
aktiv an der Veranstaltung mitzuwirken. Sprechen Sie uns gerne an!<br />
Kontakt: Herr Jannik Dennier 030-20917522 jannik.dennier@chk-de.org<br />
QR-Code scannen und<br />
mehr über den China Day<br />
20<strong>21</strong> digital erfahren<br />
Mehr unter www.chk-de.org
Made in Germany<br />
Die Techniker bietet Ihren internationalen<br />
Fachkräften einen exklusiven Welcome-Service.<br />
Wir sorgen für einen Auftakt nach Maß – mit deutscher Gründlichkeit<br />
und Qualität. Zum Beispiel mit englischsprachiger Beratung,<br />
unbürokratischen Prozessen und vielen Kooperationspartnern.<br />
Hier erfahren Sie mehr: tk.de/firmenkunden