Ferienmagazin Deutschland 2021

ifovaverlagsgesellschaft

Erholsame Ferienträume und spannende Erlebniswelten – das Beste finden Sie im aktuellen Ferienmagazin Deutschland Ihrem Guide für Deutschlandreisen 2021

FERIEN

FERIENIm 25. Jahrgang

€ 4,90 / CHF 5,50

www.ferienmagazin-deutschland.de

Für die schönsten Tage des Jahres: ganz nah und doch weit weg vom Alltag - Hits und Tipps für Deutschlandtrips 2021

Wo Deutschland am schönsten ist

– Hits und Tipps für Ferien- und „Nahweh“-Trips

Die Magie der Regionen entdecken

– sichtbar machen, was unsichtbar ist

Die Exotik der Natur erleben

– bei sportlichen oder genussvollen Outdoor-Aktivitäten


BEGEGNEN SIE JEMANDEM, DEN SIE EWIG

NICHT GETROFFEN HABEN: SICH SELBST.

Hier in Sachsen können Sie den Lutherweg, den

Jakobsweg, die Via Sacra und Ihr inneres Ich erkunden.

Oder Sie genießen einfach eine Auszeit in himmlischer

Ruhe. Die Klöster St. Marienthal, St. Marienstern und

Wechselburg freuen sich über Ihren Besuch und bieten

Ihnen Einkehr- und Besinnungstage, Fastenkurse oder spirituelle

Seminare. Reisen Sie nach Sachsen und finden Sie

zu sich selbst. Infos unter www.sachsen-tourismus.de oder

bei der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH,

Bautzner Str. 45 – 47, 01099 Dresden, Tel. 0351 / 49 17 00.


Lutherdenkmal, Worms

Die Magie des Reisens ...

.... sie ist ungebrochen. Denn Reisen entfernt uns am besten vom

Alltag! Danach haben wir uns in den letzten Monaten gesehnt. Leidvoll

haben wir festgestellt, dass all die virtuellen Reisewelten das touristische

"Vor-Ort-Erlebnis" mit seinen interessanten Begegnungen

und Sinneseindrücken nicht wirklich ersetzen können. Im Gegenteil:

Wir konnten es kaum abwarten endlich raus- und loszugehen.

Mit aller Rücksicht, die die Umstände erfordern, haben wir deshalb

die Schwerpunkte der diesjährigen Reiseinspirationen für Ihren

Deutschlandtrip gewählt.

Deutschland blüht auf – könnte man treffend sagen, denn landauf

landab laden Landesgartenschauen und die Bundesgartenschau Erfurt

mit Gartengrün und Blütenpower in prachtvoll gestaltete Parks

und Anlagen zu erholsamem Aufatmen und genussvollem Farb- und

Formenspiel.

Zu beachten wäre: Besonders die vielfältigen Veranstaltungen der

Kultur-, Museums- und Festspielszene sind situationsbedingt immer

wieder von Veränderungen betroffen, weshalb es sich in jedem Fall

empfiehlt, sich vorab über den aktuellen Stand zu informieren.

Die Natur am Wegesrand, die Strände der Nord- und Ostsee, die

Routen entlang der Flüsse oder die Trails in den Mittelgebirgen – sie

werden Ihnen gut tun!

Ihr

FERIEN

Und all jene, die die Natur eher von Ihrer sportlichen Seite

her genießen und erleben möchten, gibt es vielfältige

Empfehlungen für Wander- oder Radtouren, gemütlich

oder herausfordernd. Die kulinarische Seite findet der geneigte

Wanderer, Radler oder Flaneur in romantischen, historischen

Städten mit idyllischen Marktplätzen am Wegesrand.

Mit mehr als 80 Einzelveranstaltungen, darunter die traditionellen

Nibelungenfestspiele, feiert Worms 2021 das große Luther-Jahr anlässlich

des historischen Moments der Widerrufsverweigerung vor

500 Jahren.

BUGA 2021 Erfurt

DEUTSCHLAND

Deutschland direkt, „bewegt“ und aktuell!

Jetzt die aktuelle Ausgabe des Ferienmagazins Deutschland unter www.ferienmagazin-deutschland.de

online lesen oder auf das Tablett oder Smartphone laden und sich durch attraktive Deutschland-Video-Clips

inspirieren lassen sowie durch Direkt-Verlinkungen und - Zugriffe immer aktuell informiert sein!

Weitere Informationen zum Reiseland Deutschland erhalten Sie auch über

die jeweiligen Vertretungen der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in

Österreich und der Schweiz:

Vertretung für Österreich:

Deutsche Zentrale

für Tourismus e. V. (DZT)

A - 1070 Wien

Tel.: (0043) 1 - 513 27 92

Fax: (0043) 1 - 513 27 92 - 22

office-austria@germany.travel

Vertretung in der Schweiz:

Deutsche Zentrale

für Tourismus e. V. (DZT)

Freischützgasse 3, CH - 8004 Zürich

Tel.: (0041) 44 - 213 22 00

Fax: (0041) 44 - 212 01 75

office-switzerland@germany.travel

IFOVA Verlagsgesellschaft mbH

Verlag und Anzeigenverwaltung

Perchtinger Straße 6

D - 81379 München

Tel.: (0049) 89 - 22 01 38

ferienmagazin@ifova.de

www.ferienmagazin-deutschland.de

ISSN 1863-6195

Anzeigen:

FPC Kommunikation und Marketing

Redaktion:

Rudi Stallein, Tonio Liber,

Georg A. Frey, Peter Sinhart

Assistenz: Sandra Westermayer,

Ilona Bena

Satz:

Marcus Mühlberger,

83278 Traunstein

Druck:

Vogel Druck und Medienservice

GmbH & Co. KG / 97204 Höchberg

Editorial

1


Impressum / Inhaltsverzeichnis 1/2

Deutschland für die schönsten Tage des Jahres

Tegernsee

Bayern − Urlaubsträume in weiß-blau 3

− Oberbayern 3

− Ostbayern 5

− Franken 7

− Allgäu / Bayerisch-Schwaben 8

Die Deutsche Donau– Entdeckertouren für Genießer 9

Bad Langensalza

Insel Mainau

Baden-Württemberg – Entspannter Süden 11

− Bodensee / Oberschwaben 11

− Schwarzwald 12

– Baden-Baden − Hochkultur oder Tiefenentspannung? 14

− Schwäbische Alb 15

− Region Stuttgart und Nördliches Baden-Württemberg 16

Rheinland-Pfalz – Antike Schätze im Rebenland 18

Nordrhein-Westfalen – Von wegen Grau! 20

Hessen – Erlebniswälder und grüne Stadt-Oasen 22

Thüringen – Gartengrün und Blütenpower 23

− Historisches Flair und blühende Denkmäler 24

Sachsen-Anhalt – Spannende Reisen durch die Geschichte 28

Sachsen – Kultur und die Wunder der Natur entdecken 30

− Leipzig - hier spielt die Musik 32

– Dresden - Kultur, Wein und Genuss 35

Berlin und Brandenburg – Doppelte Urlaubsfreuden 37

BUGA 2021 Erfurt

Ostseebad Koserow

Weserradweg Emmerthal

Deutsches Küstenland

Niedersachsen – Strände. Städte. Berge. 40

Bremen / Bremerhaven – Faszinierende Kontraste 42

Hamburg und Schleswig-Holstein – Zwei Küsten und noch mehr 44

Mecklenburg-Vorpommern – Seen-Sucht und Städte-Zauber 46

Zeche Zollverein, Essen

Gemeinsam mehr erleben - Spaß für die ganze Familie

klassisch, kreativ oder unkonventionell

Natur- und Outdoorerlebnisse – Immer am Wasser entlang 48

– Abenteuer Natur 49

Kunst, Kultur und Festspiele – Genuss für Augen und Ohren 50

Zeit für sich – Kneipp tut gut 55

Ferienstraßen – Genussvolle Endeckerrouten 56

– Kulturreiseziele an der Deutschen Märchenstraße 57

Titelabbildung:

Der Blautopf, die berühmteste Karsterscheinung Blaubeurens, zählt zu

den größten Karstquellen Deutschlands. Seine Entstehung verdankt der

Blautopf dem durchlässigen Kalkgestein der Albhochfläche, wodurch

die Regenfälle sofort in den Untergrund versickern. Das weit verzweigte

Höhlensystem führt je nach Wasserspiegel unterirdische Höhlenflüsse

oder zwischenzeitlich auch zu Trockenhöhlen. Die berühmte blaue Farbe

des Blautopfs ist je nach Lichteinfall mehr oder weniger intensiv und entsteht

durch einen physikalischen Effekt der Lichtstreuung.

Erlebniswelten für die Familie – Vergnügen in bewegten Zeiten 58

Weihnachtsmärkte – Glitzernde Budenstädte mit Tradition 62

Deutschland-Reiseanbieter

3. Umschlagseite

Deutschlandkarte

4. Umschlagseite

2 Inhaltsverzeichnis


Morgenstimmung am Chiemsee

Urlaubsträume in weiß-blau

Der Mix macht’s: Malerische Landschaften von den waldreichen Mittelgebirgen im Norden bis zu den

glitzernden Seenketten vor der grandiosen Alpenkulisse im Süden in Kombination mit historischen Städten

und barocken Residenzen sorgen dafür, dass Bayern eine der beliebtesten Ferienregionen Deutschlands

ist. Hier, wo Tradition und Moderne spannende Kontraste bieten, kommen Naturfreunde, Städtereisende

und Kulturliebhaber gleichermaßen auf ihre Kosten. Zu den herausragenden Kulturschätzen im

Freistaat zählen acht Stätten, die auf der Liste des Unesco-Welterbes stehen – vom Limes und der Würzburger

Residenz über die Altstädte von Bamberg und Regensburg, die Wieskirche im Pfaffenwinkel, das

markgräfliche Opernhaus und die Pfahlbauten bis zum Augsburger Wassermanagement-System. Dazu

glänzt der Süden Deutschlands mit facettenreichen Rad- und Wanderwegen.

Oberbayern

Das Nebeneinander von Trends und Traditionen,

Kunst und Kultur macht auch den Reiz der Landeshauptstadt

München aus. Die „nördlichste Stadt

Italiens“ ist nicht nur pulsierende Metropole mit

Museen von Weltrang, sondern auch ein Ort entspannter

Lebensfreude. Zwar muss das Oktoberfest,

das größte Volksfest der Welt, wegen Corona

bereits zum zweiten Mal in Folge pausieren. Dafür

dürfen sich Kulturbegeisterte freuen. Nach zweijähriger

Renovierungspause hat die Glyptothek, Münchens

ältestes öffentliches Museum, wieder ihre Türen

geöffnet – mit der Sonderausstellung „Bertel

Thorvaldsen und Ludwig I. – Der dänische Bildhauer

in bayerischem Auftrag“. Im Oktober startet das

Münchner Volkstheater an neuer Wirkungsstätte im

Schlachthofviertel. Der Neubau wird zu den größten

Bühnen Münchens und den modernsten

Deutschlands gehören. Ende des Jahres schließt

das Deutsche Museum seine erste Renovierungsphase

ab und präsentiert 19 neue Dauerausstellungen

auf rund 20.000 Quadratmetern. Dazu gehört –

gleich neben der Raumfahrtausstellung platziert –

die neue Dachterrassenbar „Frau im Mond“, die

nicht nur Museumsbesuchern eine tolle Aussicht auf

München und die Isar bietet. Ein Highlight sind darüber

hinaus alljährlich die Opernfestspiele (24.6.-

31.7.2021, siehe S. 50).

Im Herzen der Isar-Metropole beginnt auch

eine neue Traumroute – der München-Augsburg-Radweg.

Die Tour (83 km) führt auf ihrem Weg

in die Fuggerstadt vorbei an historischen Bauten,

an Flüssen und Feldern entlang, durch schattige

Wälder und idyllische Siedlungen. Außer den Sehenswürdigkeiten

in den beiden Städten trifft man

auf die seltene Flora und Fauna im Naturschutzgebiet

Haspelmoor oder die sechs Naturkneipp-Anlagen

im Landkreis Fürstenfeldbruck, die auch die

Stationen der zum 200-jährigen Kneipp-Jubiläum

neu konzipierten Radroute „Bike & Kneipp“ sind.

In der Stadt Dachau, die mit ihrer KZ-Gedenkstätte

auch die Erinnerung an die Gräuel des Nationalsozialismus

wachhält, hat kulturelles

Schaffen eine lange Tradition. Über

Open-Air-Konzerte In der Stadt Dachau,

die mit ihrer KZ-Gedenkstätte

auch die Erinnerung an die Gräuel

des Nationalsozialismus wachhält,

hat kulturelles Schaffen eine lange

Tradition. Über Open-Air-Konzerte

mit Musik von Jazz bis HipHop, Folk

und Rock hat sich der Dachauer Musiksommer

(25.6.-17.7.2021) einen

Namen gemacht. Das gilt auch für

das Barockpicknick (16./17.7.2021),

Bereits auf den ersten Kilometern des

neuen München-Augsburg-Radwegs locken

u.a. der Hofgarten mit Theatinerkirche und

der Königsplatz zu Stopps, bevor es über das

Schloss Blutenburg hinaus aufs Land geht

München

Bayern

Bayern Tourismus

Marketing GmbH

Tel. +49-89-2123970

www.bayern.by

Video Tipps Bayern

Ingolstadt – das Herz

einer attraktiven Radwanderregion

Radeln rund um

Neumarkt

Bayerischer Wald –

Urlaub auf dem Grünen

Dach Europas

Rothenburg ob der

Tauber – Turmweg und

Rödertor

Augsburgs Wasser:

UNESCO-Welterbe

„Das Augsburger Wassermanagement-System“

ist UNESCO-

Welterbe. Europaweit einmaliges

Wasserwerk, weltweit einzigartige

Brunnen, Kanäle, Modelle

und vieles mehr.

www.augsburg-tourismus.de

Bayern

3


"Blaues Land" - Staffelsee

bei dem die Gäste mit Picknickkörben im Hofgarten des Schlossen einen

außergewöhnlichen Abend verbringen. Das nächste „Jazz in allen

Gassen“-Event findet erst am 22.6.2022 wieder statt.

Vor den Toren Münchens wartet die Therme Erding (siehe S. 59) auf

kleine und große Wasserratten mit zum Beispiel 27 spektakulären Rutschen

im Galaxy-Areal. Wer länger bleiben will, bucht eines der 128

Zimmer im Hotel Victory.

Farbenpracht an der Donau

Ingolstadt empfängt die Besucher mit einer aufregenden Mischung

aus bayerischer Tradition und pulsierender Moderne und ganz viel

bunter Farbenpracht. Denn die ursprünglich für voriges Jahr geplante

Bayerische Landesgartenschau unter dem Motto „Inspiration Natur“

wurde erst in diesem Frühjahr eröffnet. Noch bis 3. Oktober bewegen

sich die Besucher auch auf dem 23 Hektar großen Gartenschaugelände

in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und

Fortschritt: Der neue Park wird im Westen von einem Einkaufszentrum

sowie im Osten von einem Güterverkehrszentrum

begrenzt. An einem künstlichen See laden breite

Sitzstufen zum Verweilen ein, dazu gibt es einen

Wassergarten und einen Wasserspielplatz.

Ein Altstadtrundgang – unweit der Landesgartenschau

– verbindet die herausragenden Sehenswürdigkeiten

und historisch bedeutenden

Stätten. Unterwegs verleiten etliche der insgesamt

25 Stationen zum Verweilen – vor allem im

Klenzepark mit seinen Gärten und Grünanlagen,

oder in der Fußgängerzone die zahlreichen Cafés

und Restaurants. Lohnend – besonders für Familien

– ist der nahe der Altstadt gelegene Biotop-

Erlebnispfad, der die Fauna und Flora des Donauraums

erfahrbar macht. Ein weiteres Highlight

ist der Pfeifturm: ein ehemaliger städtischer

Wachturm neben der ältesten Pfarrkirche Ingolstadts.

201 Stufen führen hinauf in den schlanken

Turm, der einen großartigen Rundumblick über die Stadt bietet.

Ingolstadt und seine Umgebung lassen sich dank gut ausgebauter

Wege auch bequem mit dem Fahrrad erkunden. Bei Radtouren ins

Umland durchstreift man altbayerische Kulturlandschaften, Spargelfelder

und Hopfengärten oder den Naturpark Altmühltal.

Pilgerwege zu Jazz-Highlights

Zauberhafte Städtchen beeindruck in der vom Salz geprägten Inn-

Salzach-Region. Ein schönes Beispiel ist Mühldorf am Inn, wo sich am

Stadtplatz viele sehenswerte Häuser reihen: Das Pflegschoss, die Traidtkästen,

das Rathaus, eine „Hexenkammer“ aus dem Jahr 1750 und das

Lodronhaus zeugen von der bewegten Vergangenheit des Ortes.

Verschiedene Pilgerwege führen nach Altötting, den berühmten

Wallfahrtsort in der Heimat von Papst em. Benedikt XVI. Der bekannteste

Pilgerweg ist der Benediktweg, der auf einer Länge von 248 Kilometern

die Stätten der Kindheit und Jugend des „bayerischen

Papstes“ verbindet.

Herzlich willkommen im

Radlparadies Ingolstadt!

Ingolstadt ist das Herz einer erlebnisreichen Radwanderregion.

Vier neue Themenradwege erschließen Ihnen

historische Sehenswürdigkeiten, einzigartige Kulturlandschaften

und Naturschönheiten in der Mitte Bayerns.

Radlfreundliche Gastgeber laden zum Entspannen und

Genießen ein. Alle Infos unter:

www.ingolstadt-tourismus.de/radwandern

Tourist Information Ingolstadt

Moritzstraße 19, D-85049 Ingolstadt

Telefon: +49 841 305-3030

info@ingolstadt-tourismus.de

www.ingolstadt-tourismus.de

Landesgartenschau Ingolstadt - Wasserspielplatz

Die längste Burganlage der Welt (1.051 m) krönt die über 1.000

Jahre alte Stadt Burghausen. Innerhalb der Burgmauern wirken Künstlergruppen,

sind Museen und Ausstellungen beheimatet. Mittelalterliches

Treiben mit Gauklern, Musikern und Handwerkern herrscht in der

imposanten Anlage beim alljährlichen Historischen Burgfest oder bei

der renommierten Internationalen Jazzwoche - coronabedingt erst

wieder im nächsten Jahr!

Wanderparadiese und Genießerseen

In der Bergwelt des Berchtesgadener Lands, rund um Watzmann,

Jenner und Predigtstuhl, fühlen sich vor allem Wanderer und Naturliebhaber

wohl. In Bad Reichenhall ist die Alte Saline die größte Attraktion.

Wellness-Wonnen verheißt die moderne Rupertus-Therme.

Zwischen dem Nationalpark Berchtesgaden und den Ammergauer Alpen

blättern sich die schönsten Seiten des Oberbayern-Bilderbuches

auf.

Der Chiemgau ist beliebt bei Wanderern und Bergsteigern: In der

bayerischen Voralpenlandschaft locken so markante Berge wie die

4 Bayern


Die Oberpfälzer Radl-Welt ist die neue große Radrunde

durch den Oberpfälzer Wald auf ehemaligen Bahntrassen

oder durch anspruchsvolle Mittelgebirgslandschaften

Kampenwand (1.669 m) und der Wendelstein

(1.838 m), oder der Chiemsee mit seinen zwei

zauberhaften Inseln, das Schloss Herrenchiemsee,

das (unvollendete) Versailles König

Ludwig II. auf der Herreninsel, oder die malerische

Fraueninsel mit hübschen Gärten und

dem Benediktinerinnenkloster Frauenwörth.

Der Spiegelsaal des Schlosses Herrenchiemsee

und das Münster auf der Fraueninsel sind

Veranstaltungsorte der „Herrenchiemsee

Festspiele“ unter dem Motto „Der Welt entrückt“

(neuer Termin: 19.-31.7.2022).

Der malerische Tegernsee trägt wegen seiner

großen Auswahl an Gourmetrestaurants

auch den Beinamen Genießersee. Auf Künstlerspuren

bewegt sich der Reisende in der

Region um Walchensee und Kochelsee (unbedingt

einen Besuch im Franz-Marc-Museum

einplanen) .

Besonders die Region StarnbergAmmersee

bietet tolle Wassersportmöglichkeiten: Eine

lässige Variante ist eine Paddeltour mit einem

SUP-Board, Alternativen bieten Elektroboote

oder Dampferrundfahrten. Wer Action sucht,

probiert sich im Katamaran-Segeln oder bei

einem Tauchgang an der Steilwand. Ein entspanntes

Vergnügen ist es, die fünf Seen – zu

denen neben dem Ammersee und dem

Starnberger See noch der Pilsensee, der Wörthsee

und der Weßlinger See gehören – auf

einer E-Bike-Tour zu erkunden.

Kunstgenuss auf Künstlerspuren

Wassily Kandinsky und Gabriele

Münter: Diese zwei großen Namen

des Expressionismus sind untrennbar

mit dem Markt Murnau verbunden,

die man im Schlossmuseum und im

Münter-Haus näher kennenlernen

kann. Auch heute ist der Ort am Staffelsee

ein Treffpunkt kreativer Künstler.

Eine besondere Symbiose für die

Sinne bietet das Projekt der „Kunstwirte“.

19 regionale Künstler stellen

ihre Werke in acht Restaurants der

Staffelseewirte aus, und auf den

„KunstKulinarischen Reisen“ (Mai bis

Oktober) erleben die Teilnehmer jeweils

fünf Kunst-Genuss-Stationen.

Die Region rund um den Künstlerort,

Heimat der Künstlergruppe „Blauer Reiter“,

lässt sich auch rund um die Seen und

Moore genussvoll erwandern. „Staunen und

Genießen“ ist das Motto bei den Top-5-Wandertouren

im Blauen Land: der Moos-Rundweg,

die Heimgarten-Runde (mit Blick auf

Ammergauer Alpen und Zugspitze), der Meditationsweg

von Bad Kohlgrub über Murnau

nach Ohlstadt und zum Kloster Ettal, sowie

die Rundwege um Riegsee und Staffelsee.

Drei Pilgerwege führen durch den nordwestlich

von Murnau liegenden Pfaffenwinkel.

Die Region verdankt ihren Namen den 159

Kirchen und zahlreichen Klöstern in der Gegend

zwischen Lech und Loisach.

Die Ammergauer Alpen mit dem Kloster Ettal

und dem nahegelegenen Schloss Linderhof,

einem der Märchenschlösser König Ludwigs

II., gehören zu den malerischsten Gegenden

im Süden Oberbayerns. Das Geigenbauerdorf

Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen

und die Zugspitze sind nur einen

Katzensprung entfernt. Mittendrin liegt das

beschauliche Herrgottschnitzerdorf Oberammergau,

das alle zehn Jahre von den Passionsspielen

beherrscht wird – pandemiebedingt

verschoben, finden die 42. Festspiele

von 14.5.-2.10.2022 statt.

Ostbayern

Moderne Kurorte, geschichtsreiche Städte

mit außergewöhnlichen Museen und eine

spannende „Radlwelt“ – Zutaten für abwechslungsreiche

Ferien in Ostbayern.

2.000 Jahre europäische Geschichte und

200 Jahre bayerische Historie: In Ostbayerns

Städten entstand in den letzten Jahren eine

faszinierende Museumslandschaft,

wie schon eine kleine Auswahl verdeutlicht.

In Straubing begeistert ein 1.700

Jahre alter Römerschatz: 116 einzigartige

Fundstücke – darunter antike

Maskenhelme, Ross-Stirnen, Beinschienen

und Statuen aus Messing

und Bronze – umfasst die Sammlung

im Gäuboden-Museum. 2018 kam

der „Bajuwarenschatz“ hinzu – spektakuläre

Stücke aus der bayerischen

Frühgeschichte.

Mitten durch Neustadt verläuft der

historische Ludwig-Donau-Main-Kanal,

der entlang seinem Ufer idyllische

Wege für Radler und Wanderer bietet

Tourist-Information

Rathausplatz 1

(in der Rathauspassage)

92318 Neumarkt i.d.OPf.

Tel. +49 9181 255-125

Fax +49 9181 255-198

tourist-info@neumarkt.de

www. tourismus-neumarkt.de

Erleben.Entspannen.Genießen.

Wohlfühlstadt Neumarkt i.d.OPf.

NEUMARKT

Bayern

i.d.OPf.

STARKE STADT

STARKE GASTGEBER

5


Das KOENIGmuseum in Landshut erinnert

mit einer speziellen Studioausstellung an den

Terroranschlag vom 11. September 2001, der

sich 2021 zum 20. Mal jährt – und eng verbunden

ist mit dem Landshuter Bildhauer Fritz

Koenig. Dessen berühmtestes Werk ist eine

monumentale, fast acht Meter hohe und rund

20 Tonnen schwere Bronzeplastik, die bis zu

dem Attentat ein beliebter Treffpunkt der

New Yorker im Herzen des World Trade Centers

war. Heute schmückt die Plastik, von den

Einwohnern „The Sphere“ genannt, den neu

gestalteten Gedächtnisort des Ground Zero.

In Dingolfing dokumentiert die industriegeschichtliche

Abteilung des Stadtmuseums die

niederbayerische Erfolgsgeschichte der Firma

Glas, die ab 1905 die industrielle Entwicklung

der Stadt prägte. Mit dem Bau des legendären

Goggomobils ab 1955 wurde Dingolfing

zur Autostadt. Mit der Übernahme der Hans

Glas GmbH im Jahr 1967 durch den Münchner

Autobauer BMW begann die Geschichte

von Dingolfing als „BMW-Stadt“ – heute verlassen

jährlich knapp 300.000 Fahrzeuge eine

der modernsten Hightech-Automobilfabriken

der Welt.

Wo der „Mythos Maybach“ lebendig ist

Ein Stück deutsche Automobilgeschichte

wird auch in Neumarkt in der Oberpfalz lebendig.

Das weltweit einzigartige Museum

für historische Maybach-Fahrzeuge (siehe

S. 61) zeigt seit zehn Jahren auf rund 2.500

Quadratmetern knapp zwei Dutzend historische

Glasstraße-190x66-NL_Layout Fahrzeug-Modelle – vom 1 zersägten 02.11.15 16:34 Seite 2

Scheunenfund bis zum edlen Concours-Klassiker.

Rund um das spätgotische Rathaus und

das Münster St. Johannes der ehemaligen

Pfalzgrafenstadt findet der Spaziergänger in

der Altstadt zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten,

charmante Cafés, Gasthöfe und Restaurants.

Stimmungsvolle Wirtshäuser und Biergärten

laden zum Verweilen unter schattigen

Kastanienbäumen ein. Am besten bei einem

frisch gezapften Bier aus Neumarkter Produktion.

Gleich vier Brauereien – drei namhafte

Traditionsbrauereien und eine junge Hausbrauerei

– halten die Biertradition hoch. Dazu

braucht’s natürlich als „Unterlage“ eine ordentliche

Brotzeit nach Oberpfälzer Art – mit

Weiß- oder Bratwurst, bayerischem Wurstsalat

oder einem Obatzd’n. Auch beim Museumsbesuch

steht der Genuss im Vordergrund,

zum Beispiel im einzigartigen Metzgerei- und

Weißwurstmuseum mit „Weißwurstakademie“.

Kunstinteressierte

zieht es ins Kunstmuseum

des Bildhauers Lothar Fischer.

Stadtgeschichte präsentieren

das Stadtmuseum und das

Brauereimuseum im Glossnerbräu.

Und mit dem historischen

Reitstadel verfügt Neumarkt zudem

über ein ausgezeichnetes

Konzerthaus.

Rings um die Stadt wartet der

Bayerische Jura darauf, aktiv erobert

zu werden. Wanderer spazieren

auf der Zeugenbergrunde,

einem „Leading Quality Trail –

Best of Europe“ hoch hinauf auf

Die Steinerne Brücke ist neben dem Regensburger

Dom das bedeutendste Wahrzeichen der

Stadt und gilt als Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst

und älteste, erhaltene Brücke Deutschlands

die Zeugenberge und zur Burgruine Wolfstein.

Radler genießen die Idylle am Ludwig-

Donau-Main-Kanal. Ein neues Highlight ist der

2019 eröffnete „Fränkische Wasser-Radweg“.

Ein Museum als „Liebeserklärung“

In Regensburg prallen die Gegensätze

auf sympathische Art aufeinander. Moderne

Geschäfte hinter historischen Fassaden

stehen neben alten Sehenswürdigkeiten, in

mittelalterlichen Gewölben feiern junge Leute

Partys in schicken Kneipen. Seit 2006 ist

die Altstadt Unesco-Weltkulturerbe. Sehenswert:

der Dom St. Peter, das Alte Rathaus und

die gotische Dominikanerkirche St. Blasius.

Ein kultureller Treff ist das Schloss der Fürsten

von Thurn und Taxis mit der Klosterkirche St.

Emmeram.

„Eine Liebeserklärung an den Freistaat Bayern“

(so Ministerpräsident Markus Söder) ist

das 2019 eröffnete Museum der Bayerischen

Geschichte. Es ist dieses Jahr Schauplatz der

Bayerischen Landesausstellung "Götterdämmerung

II – Die letzten Monarchen"

(23.6.2021-16.1.2022). Die Ausstellung spannt

den Bogen vom Tod des "Märchenkönigs"

Ludwig II. im Jahr 1886 bis zum letzten bayerischen

König Ludwig III., der 1921 starb. Die

Schau "wird die letzten Monarchen Europas

um die Zeitenwende 1918 in einem ganz neuen

Licht zeigen", heißt es in der Ankündigung.

Bad Füssing - Europa Therme

D I E G L A S S T R A S S E

Oberpfälzer Wald – Bayerischer Wald

Erleben Sie auf der über 250 km langen Route durch den Oberpfälzer Wald und den

Bayerischen Wald die Vielfalt dieser gläsernen Erlebnisstraße. Mit Glasgalerien, Glasherstellung

und -veredelung, Hüttenabenden, Themenwanderungen, Kreativkursen

und vielen Attraktionen bietet die Glasstraße für jeden etwas. Ganzjährig finden festliche

und kulturelle Veranstaltungen statt, mit Konzerten, Literatur und Ausstellungen

namhafter Künstler. Traumhafte Hotels begeistern mit gläserner Tischkultur, kulinarischen

Rafinessen, Wellness und Golf. Empfangen werden Sie von unberührter Natur

im und am Nationalpark Bayerischer Wald. Erleben Sie diesen funkelnden Zauber

und genießen Sie die Angebote der Glasstraße.

Weitere Informationen: Tourismusverband Ostbayern, Im Gewerbepark D 04,

93059 Regensburg, Tel.: 0049(0)941/ 585 39-0

Bayerischer Wald

Oberpfälzer Wald

www.ostbayern-tourismus.de - www.dieglasstrasse.de

6 Bayern


Adrenalinkick für die einen, Genuss in der Natur für

die anderen – die Erlebnisregion Ochsenkopf verspricht

Radfahrern Urlaubsfreuden ganz in der Nähe –

nur wenige Kilometer von Bayreuth entfernt, geht es

auf 1024 Meter Höhe

Zerbrechliche Kunst und Wanderlust

Das Passauer Glasmuseum mit der weltgrößten

Sammlung Böhmischen Glases ist ein

Höhepunkt an der Glasstraße, die ab Passau

quer durch den Oberpfälzer Wald und den

Bayerischen Wald bis nach Neustadt an der

Waldnaab führt. Fixpunkte entlang der 250 Kilometer

langen Route, die die rund 700 Jahre

alte Tradition der Glaskunst in der Region lebendig

werden lässt, sind auch das Glasmuseum

in Frauenau und die Glasstadt Zwiesel.

Ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber

ist der Bayerische Wald, „das grüne Dach

Europas“. Auf rund 6.000 Quadratkilometern

dehnt sich die von attraktiven Wanderwegen

durchzogene Region entlang der tschechischen

Grenze. Im Kerngebiet des ältesten

Deutschen Nationalparks, der 2020 sein

50-jähriges Bestehen gefeiert hat, gedeiht

eine Natur, die von Menschenhand vollkommen

unberührt ist.

Einer der beliebtesten Wanderwege in

der Region ist der Goldsteig, der als

Qualitätswanderweg ausgezeichnet wurde.

In Deutschland verläuft er zwischen Passau

und Marktredwitz auf den über 40 Jahre alten

Europäischen Fernwanderwegen E6 und

E8 sowie dem Murgenweg, aber auch auf

mittelalterlichen Steigen sowie alten

Schmugglerpfaden.

Wellnesswonnen im Bäderdreieck

Gesundheitsbewusste Urlauber schätzen

das sogenannte „Bäderdreieck“. Ländlich gemütlich

präsentiert sich Bad Birnbach, nobel

das Golfresort Bad Griesbach, traditionsreich

Bad Füssing. Letzteres zählt mit jährlich 1,6

Millionen Besuchern zu den beliebtesten

Heilbädern weltweit. Gründe dafür, dass sich

aus einem kleinen Weiler der erfolgreichste

Kurort Europas entwickelt hat, sind das komfortable

Wellness-Angebot sowie Europas

weitläufigste Thermenlandschaft (siehe auch

S. 55), die sich aus legendären, besonders

heilwirksamen Thermalquellen speist. Auch in

Sachen medizinischer Kompetenz verdient

sich Bad Füssing Bestnoten.

Auf aktive Gäste warten über 460

Kilometer markierte Rad- und

Wanderwege, 2.500 Leihräder

und eine Direktanbindung an den

Donau-Radweg. 22 Trails mit über

160 Kilometern Gesamtlänge machen

die Region zudem zu

Deutschlands größtem Nordic-

Walking-Zentrum. Die abendliche

Unterhaltung hat mit mehr als

2000 Veranstaltungen im Jahr fast

Großstadtniveau. Zusammen mit

den Kurorten Bad Abbach und

Bad Gögging, das genau vor 101

Jahren den Titel „Bad“ verliehen

bekam, bildet das Dreieck die

größte Heil- und Thermalbäderlandschaft

Europas.

Ein Dorado für erlebnishungrige Rad-Urlauber

ist der Oberpfälzer Wald mit seiner neuen

„Oberpfälzer Radlwelt“: Die Rad-Runde

bietet weite Ausblicke genauso wie verborgene

Winkel in den Tiefen der Wälder und lauschige

Plätze am Wasser. Außer auf der circa

500 Kilometer langen Hauptrunde kann man

die Region auch in sechs „Erlebniswelten“ erfahren

und aus unterschiedlichen Blickwinkeln

kennen lernen. Die Touren sind zwischen 85

(Route Wasserwelten) und 155 Kilometer (Tour

Sagen und Geschichte) lang. Neben dem

Landschaftserlebnis haben diese „Erlebniswelten“

unterschiedliche Schwerpunkte.

Franken

Faszinierende Naturlandschaften in zehn

Naturparks sowie eine Vielzahl geschichtsträchtiger

und charmanter Städte von Ansbach

bis Würzburg prägen das Erlebnis Franken.

Das Freizeitparadies Fränkisches Seenland

mit sieben kontrastreichen Seen: Altmühlsee,

Kleiner und Großer Brombachsee,

Rothsee, Igelsbachsee, Hahnenkammsee und

Denneloher See, lädt nur wenige Kilometer

südlich von Nürnberg zum Baden und zu unterschiedlichsten

Wassersportaktivitäten ein.

Auf dem Altmühl- und dem Großen Brombachsee

verkehren zudem Ausflugsschiffe.

Gleich drei fränkische Städte haben Einzug

in die Liste der Unesco-Weltkulturerbestätten

gefunden. In Bamberg gehört die

komplette Altstadt dazu, insgesamt 2.400

denkmalgeschützte Häuser. Ein noch junges

Mitglied ist das Markgräfliche Opernhaus von

Bayreuth. Die berühmten Festspiele haben

die Stadt zu einem Mekka für Opernfans aus

aller Welt gemacht. Dritte im Bunde ist die

Residenz von Würzburg, ein Hauptwerk des

süddeutschen Barocks und eines der schönsten

Schlösser Europas. Die stolze Anlage mit

dem prachtvollen Hofgarten bildet die passende

Kulisse für das alljährliche Mozartfest

(28.5.-27.6.2021).

Weißenburg präsentiert sich mit dem teilrekonstruierten

Kastell Biriciana, in dem einst

spanische Reitertruppen stationiert waren,

den Römischen Thermen und dem größten

römischen Schatzfund in Deutschland, der im

neukonzipierten Römer-Museum ausgestellt

ist, als Römerstadt par Excellence. Das Bayerische

Limes-Informationszentrum informiert

über das Unesco-Welterbe Limes.

Mittelalterlicher Landschaftsgarten

Als „Mittelalterstadt im Grünen“ präsentiert

sich Rothenburg ob der Tauber. Eine mächtige,

begehbare Stadtmauer, trutzige Wehranlagen,

verwinkelte Gassen, herrschaftliche Patrizierhäuser

und prächtige Renaissancefassaden

prägen das Bild der Stadt, die einmalige

Sehenswürdigkeiten bietet: z.B. das mittelalterliche

Kriminalmuseum, das ganzjährige

Weihnachtsdorf von Käthe Wohlfahrt sowie

eines der beeindruckendsten Rathausensembles

Deutschlands. Im Rahmen der Themenjahre

(von 2019 bis 2022)

steht 2021 unter dem Motto

„Rothenburg als Landschaftsgarten“

und wirft einen neuen Blick

auf die Mittelalterstadt. Einen

Blick der Künstler, konkret: der

Maler, Schriftsteller, Architekten

und sogar Städteplaner. Die

Themenjahre würdigen die landschaftlichen

Qualitäten der

Stadt, denn inner- und außerhalb

der Stadtmauern finden

sich viele grüne Oasen der

Ruhe. Neben dem Burggarten,

dem Klostergarten, der Rothen-

Der Marktplatz von Rothenburg

bildet den Mittelpunkt der Stadt, ob

beim Wochenmarkt, bei Stadtführungen

oder zum historischen Schäfertanz

Bayern

7


urger Riviera „An der Eich“, dem Landschaftspark

des Wildbads und Leyks Lotos-Garten

sind auch elf Privatgärten zu

entdecken.

Die Frankenmetropole Nürnberg

spannt einen weiten geschichtlichen Bogen

– von der Kaiserburg mit einem schönen

Blick über die Stadt, dem Altbrecht-

Dürer-Haus, in dem der Künstler fast 20

Jahre lebte, über das Germanische Nationalmuseum,

das eine der größten kulturhistorischen

Sammlungen in Deutschland

besitzt, bis zum emotional bewegenden

Dokumentationszentrum beim ehemaligen

Reichsparteitagsgelände.

Wandern mit Genuss-Garantie

Ein Dorado für Aktivurlauber ist die

oberfränkische Outdoor-Region Erlebnis

Ochsenkopf, nur wenige Kilometer von

der Festspielstadt Bayreuth entfernt.

Dort wurde nach dem Bischofsgrüner Panoramaweg

nun ein zweiter Qualitätswanderweg

, der rund zehn Kilometer

lange Weißmain-Ochsenkopf-Steig, zertifiziert.

Etwa 430 Höhenmeter sind dabei

zu bewältigen, Trittsicherheit ist notwendig.

Zwischen jeder Menge Adrenalinkicks und gemütlichen

Runden wählen können Radsportler

bei 40 Kilometer Flow für Mountainbiker, 56

Kilometer Genuss auf dem Fichtelnaabweg

und 14 Kilometer Trail-Spaß für Familien.

Aus vier bis zu 1.250 Meter tief reichenden

Quellen sprudelt in Bad Windsheim das salzige

Thermalwasser. Wo sich vor rund 250 Millionen

Jahren ein Binnenmeer ausbreitete,

liegt heute die Windsheimer Bucht. Zurückgeblieben

ist in rund 200 Meter Tiefe ein

etwa zwölf Meter dicker Salzstock, der den

Salzsee in der Frankentherme speist.

Allgäu und Bayrisch-Schwaben

Augsburg, die drittgrößte Stadt Bayerns,

bildet den kulturellen Mittelpunkt der Region.

Die Stadt der Mozarts und Bert Brechts, der

Renaissance und der Augsburger Puppenkiste.

Und die Stadt der Fugger. Die Fuggerei,

die 1521 von Jakob Fugger gegründete

Scheidegger Wasserfälle

und damit älteste Sozialsiedlung der Welt,

mit zwei Museen und Schauwohnung auch eines

der touristischen Highlights in Augsburg,

feiert 2021 sein 500-jähriges Jubiläum. Seit

Sommer 2019 steht die historische Wasserwirtschaft

der Stadt mit ihren 22 Objekten als

„Augsburger Wassermanagement-System“

auf der Liste des Unesco-Welterbes. Insgesamt

zehn Wasserkraftwerke gehören zu den

22 offiziellen Denkmälern des Systems. Das

Aderngeflecht des Kanalsystems an den Flüssen

Lech und Wertach misst insgesamt rund

180 Kilometer. Unbedingt gesehen haben

sollte man den Hochablass, jenes Lechstauwehr,

bei dem das Gros der Augsburger Kanäle

ausgeleitet wird. Ebenso sehenswert ist

eines der imposantesten Denkmäler der

Welterbe-Stadt: Das Wasserwerk am Hochablass

löste 1879 sieben im Kern mittelalterliche

Wasserwerke (vier davon sind erhalten) der

rasant wachsenden Industriestadt ab. Ein

Highlight im Programmkalender der Stadt

ist das alljährliche Mozartfest (15.-

29.10.21, siehe S. 50 ff.). Zuvor geht –

sofern Corona nichts dagegen hat –

der 29. Internationale Jazzsommer

(17.-15.8.2021) über die Bühne.

Gartenträume zwischen

Wellen und Gipfeln

Die zweite bayerische Landesgartenschau

in diesem Jahr (20.5.-26.9.2021)

öffnet in Lindau am Bodensee ihre Pforten.

Auf gut fünf Hektar sollen sich die

Besucher "willkommen in einer neuen Inselwelt"

fühlen, denn die Hintere Insel

wird dauerhaft zum grünen Gartenstrand.

Mit den Uferstufen eröffnet sich ein malerischer

Zugang zum See, der Luitpoldpark

wurde bepflanzt und der Schützingerweg

entlang des Bodensees zur Promenade

aufgewertet. Einen besonders

weiten Seeblick genießen Besucher von

der Karlsbastion aus. Das grüne Herz der

Schau ist der Bürgerpark. Lust auf eine

"Gratwanderung"? Ein großes Spielgerüst

erinnert dort mit seiner Form an das

Gipfelpanorama der Schweizer Berge.

Weitere Gartenschaustandorte sind die Hausbachklamm

in Weiler und eine Obstbau-Versuchsstation

in Schlachters. Die Internetseite

www.gartenjahr2021.eu bietet eine Übersicht

über die beiden Gartenschauen in Überlingen

(siehe S. 11) und Lindau sowie weitere Bodenseegärten,

etwa auf der Insel Mainau, und informiert

über geplante Veranstaltungen.

Ebenfalls ein Partnerstandort der Landesgartenschau

ist die Gemeinde Scheidegg im

Westallgäu. Von dem auf 600 bis 1000 Meter

hoch gelegenen Urlaubsdomizil schweift der

Blick weit über den „grünen Gartenstrand“

von Lindau hinaus. Auf dem Weg zu den

Scheidegger Wasserfällen, der größten Attraktion

des Kneipp-Kurorts der „Premium-Class“

(siehe S. 55), tauchen die Besucher ein in eine

wildromantische Flusslandschaft. Der Blick auf

die Wasserfälle ist fantastisch: Tosend stürzen

die nah beieinander liegenden Fälle des Rickenbachs

über zwei Stufen 18 und 22 Meter

in die Tiefe. Neu angelegte Themenwege erschließen

dieses Naturschauspiel. Mit einer

Festwoche (5.-11.7.2021) feiert Scheidegg den

200. Geburtstag von Sebastian Kneipp.

Was ist das besondere an Oy-Mittelberg im

Allgäu? Es riecht gut, schmeckt gut und tut

gut. Der Meinung ist jedenfalls der Verwaltungsausschuss

der Gemeinde und hat

grünes Licht für das Projekt Oy-Mittelberg

als„Duftort“ gegeben – „ein Urlaubsort, in

dem es nach Wildkräutern, Gras, Heu, Holz,

Wald und Moor duftet, aber auch nach Kuh

und Kaffee.“ Unter dem Motto „Auf Seiner

Spur“ lädt Oy-Mittelberg zudem zu einem

besinnlichen Spaziergang auf dem Glaubensund

Kirchenrundweg ein, der auf 42 Kilometern

zu Kirchen und Kapellen in allen acht

Ortschaften der Gemeinde führt.

Über eine Gesamtlänge von 77 Kilometern und

bei einem Gefälle von 26 Metern ziehen sich 29

Lechkanäle durch das Stadtgebiet Augsburgs,

deren Bedeutung für die mittelalterliche Stadt gut

im Ulrichs- und Lechviertel zu sehen sind

8 Bayern


REGENSBURG

Entdeckertouren

für Genießer

Sie ist spannend, abwechslungsreich, erholsam

und verträumt zugleich: die Deutsche Donau. Das

beliebteste Fortbewegungsmittel, um den Fluss

bei seiner Reise quer durch Deutschland zu

erkunden, ist das Fahrrad. Der Donau-Radweg,

vom ADFC als Vier-Sterne-Radweg klassifiziert,

zählt zu den beliebten Radrouten in

Europa. Doch auch im Hinterland der Donau warten

nun 17 neue Entdeckertouren auf radelnde Urlauber.

ULM/NEU-ULM

Donauwörth

Günzburg

Leipheim

Dillingen

MEMMINGEN

Kaisheim

Rain

Neuburg

Rhein-Main-

Donau-Kanal

INGOLSTADT

Pförring

Vohburg

Kelheim

MÜNCHEN

Bad Gögging

Bad Abbach

Wörth

LKR.

STRAUBING-

BOGEN

Straubing

Vilshofen

Deggendorf

PASSAU

Zwischen dem Zusammenfluss von Brigach und Breg bei Donaueschingen

im Schwarzwald bis zur Drei-Flüsse-Stadt Passau im Osten

Bayerns erwarten den Besucher 600 Kilometer Radelvergnügen an einem

der schönsten und populärsten Ströme Europas. Unterwegs sorgen

unterschiedlichste Aktivitäten, zahlreiche kulturelle Highlights und

überraschende Naturphänomene für viel Abwechslung.

Das gilt auch für die neuen Entdeckertouren. Allen gemeinsam ist:

Sie sind als Rundtouren konzipiert, direkt an den Donau-Radweg angebunden

und mit Streckenlängen zwischen 20 und 80 Kilometern jeweils

in einem Tag zu bewältigen. Die Idee dabei: Auch Tagesgäste und Urlauber,

die nicht jeden Tag das Quartier wechseln wollen, sollen entlang

der Donau spannende Radtouren genießen können. Im ersten Schritt

wurden mit den Mitgliedsorten des Vereins Deutsche Donau Tourismus

e.V. (www.deutsche-donau.de) 17 Entdeckertouren zusammengestellt,

weitere sollen folgen.

Diese Touren sind auch ideal für Wohnmobil-Urlauber und Camper.

Sie können von einem Standort aus mehrere Entdeckertouren unternehmen,

ohne das Fahrzeug bewegen zu müssen, denn alle Radtour-

Startpunkte sind problemlos mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar.

Und: Ausgangs- und Endpunkt ist immer die Donau.

Kloster Weltenburg

Sportlicher Tripp oder Geotour

Für jeden Typ ist eine passende Strecke dabei. Wer sportlich aktiv

oder begeisterter E-Biker ist, kann bei der Donau-Bussen-Schleife (77

km) ab Munderkingen über die Albhochfläche den markantesten Berg

auf der Alb, den Bussen, erklimmen. Über 900 Höhenmeter sind dabei

zu meistern. Zur Belohnung gibt es nicht nur ein traumhaftes Alpenpanorama

zu bestaunen, sondern auch beeindruckende Architektur

von malerischen Kirchen, eine Burg sowie das barocke Kloster

Obermarchtal. Ein besonderes Highlight ist die Donaubikeland Geotour

(50 km). Beginnend bei der Donauversickerung bei Immendingen

bietet diese Tour im Donaubergland tolle Erlebnisse für Natur-

Entdecker. Denn die kurzweilige Rundfahrt verbindet gleich mehrere

geologische Phänomene wie zum Beispiel ein unterirdisches Höhlensystem

und die Vulkanberge im Hegau mit dem grün schimmernden

Kratersee Höwenegg. In Blaubeuren mit dem berühmten Blautopf beginnt

eine landschaftlich ausgesprochen reizvolle Tälerfahrt (58km).

Beim Quelltopf in Lautern steht eine kleine Erholungspause mit Einkehr

auf dem Programm, ehe es hinauf geht auf die Alb, wo mit der

Tiefenhöhle Laichingen und der Sontheimer Höhle zwei große Schauhöhlen

warten. Zurück am Start ist Gelegenheit, die Karstquelle Blautopf,

die hübsche Altstadt, das Kloster und das Urgeschichtliche Museum

zu besuchen.

Lauschige Seen, pulsierende Städte

Radeln und Lauschen ist das Motto auf der Lauschtour Via Danubia

(50 km). Vorbei an Seen und historischen Donaustädten führt der Weg

bei dieser familientauglichen Rundtour auf den Spuren der Römer

durchs Schwäbische Donautal. Zu den wichtigsten Attraktionen unterwegs

gehören der Apollo-Grannus-Tempel in Lauingen und die ehemalige

Römerschanze auf dem Sebastiansberg bei Aislingen. Herrliche

Blicke über den Donauwald bietet der Aussichtsturm Offingen.

Ein kurzer Abstecher zum Faiminger

Stausee lohnt wegen der besonderen

Naturerlebnisse und Vogelbeobachtungen.

Zwei attraktive

Städte verbindet die Rundtour

Neuburg an der Donau – Ingolstadt

(74 km). Die sportliche

Schlaufe beginnt mit dem Renaissance-

und Barockensemble in

Neuburg, führt zu den Ausläufern

der Fränkischen Alb, ins Urdonautal

und den Naturpark Altmühltal.

Durch die pulsierende Automobilstadt

Ingolstadt, wo das Liebfrauenmünster

und der Klenzepark einen

kurzen Stopp lohnen, geht es

vorbei am Schloss Grünau zurück

nach Neuburg. Wer mag, kann die

Tour um die Ingolstädter Stadtrunde

(51 km) ergänzen. Wer diese

Runde als Tagestour wählt, hat Zeit

genug für das Einkaufserlebnis im

„Ingolstadt Village“ und einen Besuch

im Audi Forum. In diesem

Jahr kann man außerdem auch

noch die Landesgartenschau besuchen.

Ein toller Einkehrtipp ist der

Biergarten Antoniusschwaige. Der

Rundweg Donau im Wandel (49

km) ab Straubing erzählt anhand

zahlreicher Infotafeln von der Entwicklung,

dem Ausbau und der Bedeutung

des Flusses und lehrt zugleich,

die Technik und Umgebung

rundherum besser zu verstehen.

Die Blautopfstadt, geprägt

von Natur und Historie.

Im Blautal entlang der Blau,

zum mittelalterlichen Rußenschloss

oder den Eiszeitjägerpfad

vorbei an steinzeitlichen

Höhlen begehen. Mitten drin

im Geopark Schwäbische Alb.

Im Urmu Blaubeuren erfahren

Sie die Entstehung des geologischen

Erbes und dessen Besiedlung.

Hier ist das Zuhause

der steinzeitlichen Venus-Figur.

Die fachwerklich geprägte

Altstadt, und das Kloster laden

zum Verweilen ein. Das Blaubeurer

Heimatmuseum findet

man im ehemaligen Badhaus

der Mönche. Direkt hinter dem

Kloster ist der Blautopf mit seiner

eindrucksvollen Farbpracht,

an den die alte Hammerschmiede

anschließt.

www.blaubeuren.de

9


Sigmaringen

Neuburg an der Donau

Renaissance am Fluss

Von Renaissance und Barock

ist die Architektur der Neuburger

Altstadt geprägt. Besonders

imposant ist das Residenzschloss

(Wiedereröffnung

im Juni 2021) anzusehen, wie

es auf dem Jurafelsen über der

Donau thront.

Das Wahrzeichen der ehemaligen

Residenz der Jungen Pfalz

beherbergt die Staatsgalerie

für Flämische Barockmalerei

mit Werken von Peter Paul Rubens

und vielen anderen flämischen

Meistern.

Vor allem der Besuch der

Schlosskapelle, der ersten evangelischen

Kirche nördlich der

Alpen, mit den Bocksberger

Fresken ist praktisch ein Muss,

wenn man in Neuburg weilt.

www.neuburg-donau.info

Bierkulturstadt Ehingen

53 Biere, 5 Brauereien, 1 Stadt.

Ob Brauereiführung, Brauseminar,

Bierwanderweg, Bierradweg,

BierKulturHotel oder Lifestyle-Wirtshaus.

Lassen Sie sich überraschen!

www.bierkulturstadt.info

Kulinarische Entdeckungen

Auch manche kulinarische Entdeckung wartet am Wegesrand. Liebhaber

süffigen Gerstensafts kommen um einen Stopp in der „Bierkulturstadt

Ehingen“ nicht herum. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad kann

man auf Bier-Entdeckungsreise gehen, im Seminar das Brauen lernen

oder gleich vier verschiedene Brauereien sowie zahlreiche lauschige

Biergärten erkunden. Und dann sind da ja noch die Spezialitäten der

baden-württembergischen und bayerischen Küche. Die Maultaschen

zum Beispiel, die ebenso wie Spätzle und Schupfnudeln auf jeder

Speisekarte zu finden sind. Oder die Flädlesuppe, eine Rinderbrühe

mit Pfannkuchen-Streifen. Spätestens

nach Überqueren der Landesgrenze

zwischen Ulm und

Neu-Ulm (siehe S. 15) locken den

Radler Weißwürste mit Brezen,

süßem Senf und süffigem Weißbier,

Schweinsbraten mit Knödel,

knusprige Schweinshaxe, Leberkäs

sowie Obazda, ein pikante

Käsezubereitung und willkommene

Zwischenmahlzeit.

Das Schöne an der vielfältigen

Küche der Nachbarbundesländer:

Radelnde Urlauber können

sie ausgiebig kosten, denn die

Kalorien strampeln sie am nächsten

Tag gleich wieder ab. Das gilt auch für Wanderer, die ebenfalls

entlang der Donau zahlreiche attraktive Wege und Routen vorfinden –

vom Burgfelsenpfad (7 km) durchs Lautertal bis zum spektakulären

Alpsteig (357 km) zwischen Donauwörth und Tuttlingen. Die Region

vereint eine Vielzahl von Qualitäts- und Premiumwanderwegen, die

nur darauf warten entdeckt zu werden. Auf den über tausend Kilometern,

die es insgesamt entlang des zweitlängsten Flusses in Europa zu

bewandern gilt, lässt es sich hervorragend abschalten. So regen zum

Beispiel die DonauFelsenLäufe inmitten einer Felsenlandschaft mit

Vergnügliche Rast

einzigartigen Aussichten zum Innehalten ein: Diese fünf zertifizierten

Premiumwanderungen in und um Sigmaringen bieten für jeden Typ

die passende Route. Tagestouren in verschiedenen Schwierigkeitsstufen

und Streckenlängen laden zum Entdecken ein und halten die eine

oder andere besondere Herausforderung bereit – wie das Überqueren

einer Schlucht. Begleitet wird jede Wanderung von der malerischen

Auenlandschaft der Donau. Historisch Interessierte werden auf den

Eiszeitpfaden, die rund um Ulm Natur und Geschichte vereinen, fündig.

Neben romantischen Flusstälern und türkisblauen Quelltöpfen

lassen sich an dieser Stelle auch vor 40.000 Jahren entstandene Höhlen

entdecken: In ihnen sind die ältesten Kunstwerke und Musikinstrumente

der Welt entstanden. Für eine mehrtägige Wanderung empfiehlt

sich der Donau-Panoramaweg. Auf den rund 220 Kilometern

von Neustadt an der Donau nach Passau verbinden sich Kultur- und

Naturgenuss wunderbar.

10


Stuttgart

Baden-Württemberg

Entspannter Süden

Zum Entschleunigen und für Genießer jeder Couleur ist Baden-Württemberg ein Reiseziel mit Suchtfaktor.

Der Südwesten Deutschlands ist von der Sonne verwöhnt, mit prachtvollen Residenzschlössern, zauberhaften

Gartenanlagen und kulinarischem Reichtum gesegnet. Ein Paradies für Hobby-Geologen ist die

wald- und höhlenreiche Mittelgebirgslandschaft der Schwäbischen Alb. Die Mischung aus barocker

Pracht in Kirchen und Klöstern sowie Wassersport und modernen Thermalbädern macht den Reiz der Region

Bodensee/Oberschwaben aus. Dichte Wälder, Moore und spektakuläre Schluchten machen den

Schwarzwald zu einem der beliebtesten Wanderreviere Deutschlands. Liebhaber von Kunst, Kultur und

pulsierenden Städten kommen besonders im nördlichen Teil des Bundeslandes mit Metropolen wie der

Landeshauptstadt Stuttgart, Ludwigsburg, Mannheim oder Karlsruhe auf ihre Kosten.

Der Kaiserstuhl – vor den Toren des

Schwarzwalds – mit seinen sonnenverwöhnten

Terrassen gilt als wärmste Region

Deutschlands und lockt Besucher mit

Gaumen- und Natur-Genuss vom Feinsten

Tourismus Marketing

GmbH Baden-

Württemberg (TMBW)

Tel. +49-711-238580

www.tourismus-bw.de

Video Tipps

Baden-Württemberg

Bodensee und

Oberschwaben blühen auf

Der von Deutschland, Österreich, der Schweiz

und dem Fürstentum Liechtenstein umschlossene

Bodensee feiert in diesem Jahr das „Gartenjahr

2021“ mit gleich zwei Landesgartenschauen – in

Überlingen und im bayerischen Lindau (siehe S. 3

ff). Die Landesgartenschau in Überlingen ist wegen

der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben

worden. Sie überrascht (bis 17. Oktober) mit kreativen

gärtnerischen Neuinterpretationen, wie beispielsweise

schwimmenden Gärten. Ein romantischer

Weg führt durch den historischen Stadtgarten

zu den Rosenobel-Gärten. Mit einladenden Bänken

und breiten Lounge-Kissen ausgestattet sind die

Menzinger Gärten, die herrliche Blicke auf Weinreben

und den Bodensee bieten. Die ehemalige Kapuzinerkirche

als Veranstaltungsort begeistert mit

14 Blumenschauen.

In der Region rollen Schaugärten und Parkanlagen

wie auch die Gärten des „Grenzenlosen Garten-Rendezvous“

den grünen Teppich für Gartenund

Outdoorfans aus; so auch beim sommerlichen

„Blütenzauber“ mit stimmungsvollen Abendveranstaltungen

oder bei der „Langen Nacht der Bodenseegärten“

im September.

Ganzjährig ein Ziel für Pflanzen- und Blumenfreunde

ist die liebliche Insel Mainau, wo wegen

der besonderen klimatischen

Bedingungen

am Bodensee

selbst empfindliche

Pflanzen bestens

gedeihen – duftende

Rosenstöcke,

üppige Hortensienbüsche

und sogar

Bananenstauden und

Mammutbäume.

Rund ums Jahr finden

dort für die Besucher

wechselnde

botanische und gelegentlich

auch kulturelle

Veranstaltungen

statt.

Idyllisch am ersten

Naturschutzgebiet am

Bodensee liegen die

Pfahlbauten Unteruhldingen

– das älteste Freiluftmuseum

Deutschlands

Die Vorzüge der Region

Kaiserstuhl-Tuniberg in

bewegten Bildern

Grenzenlos vielfältig -

Breisach am Rhein

Liebliches Taubertal -

Kurzfilme zur Ferienlandschaft

an Tauber

und Main

Ein ganz besonderes Städteerlebnis

in der Zweilandstadt

Ulm/Neu-Ulm.

Bad Waldsee tut gut

Gesund und charmant

Historisches Ambiente und lebendiges

Stadtleben – charmant

zwischen zwei Seen eingebettet

lädt das in Oberschwaben

gelegene Bad Waldsee

mit seiner historischen Altstadt

zum Verweilen ein.

www.bad-waldsee.de

Baden-Württemberg

11


Idyllisch an der schmalsten Stelle des Sees

zwischen dem ausgedehnten Obersee und

dem kleinen Untersee gelegen bietet Konstanz

ein lebhaftes Zentrum mit Straßencafés,

Geschäften und kulturellen Einrichtungen.

Das beliebte Konstanzer Seenachtfest muss

ein weiteres Mal verschoben werden, neuer

Termin: 13.8.2022.

Vor den Toren der Konzil-Stadt liegt die

Insel Reichenau. Gewächshäuser, weite

Gemüsebeete und mit Reben bedeckte Hänge

prägen bis heute das Gesicht der „Gemüseinsel“,

auf der vor rund 1.200 Jahren der

erste Gartenratgeber Europas geschrieben

wurde. Die drei mittelalterlichen Kirchen (9.-

11. Jh.) der Insel stehen auf der Liste der

Unesco-Weltkulturerbestätten.

Zwischen Überlingen, wo ein Hauch von

Blick von oben auf den historischen

Schlossplatz von Meersburg mit dem im

barocken Stil gestalteten Neuen Schloss

Côte d’Azur über die Uferpromenade weht,

und Friedrichshafen reihen sich weitere lohnende

Ziele. In Salem, etwas abseits gelegen,

laden weite Parkanlagen und das ehemalige

Zisterzienserkloster und heutige Schloss Salem

zum Schlendern ein. Ins Mittelalter versetzt

fühlt sich der Besucher in Meersburg mit

seinen von Fachwerkhäusern und Erkern gesäumten

Gassen. In Friedrichshafen, der

zweitgrößten Stadt am See, lockt das Zeppelin-Museum

mit der weltweit größten Ausstellung

zur Geschichte und Technik der Luftfahrt

sowie mit seiner 33 Meter langen Rekonstruktion

eines Teils der legendären „Hindenburg“.

Dieses Jahr gibt es aus Anlass des

25-jährigen Bestehens eine Sonderausstellung

„Fetisch Zukunft. Utopien der dritten Dimension“.

Nur wenige Kilometer entfernt begeistert

in Meckenbeuren das Ravensburger

Spieleland (siehe S. 58) vor allem die jüngsten

Bodenseebesucher.

Ein Blick in die Steinzeit

Zu einer Zeitreise in die Lebenswelt der

frühen Siedler am See lädt das nahegelegene

Pfahlbaumuseum Unteruhldingen ein.

Die Pfahlbauten dokumentieren mit Inszenierungen,

Alltagsgeräten und Rekonstruktionen

die Welt der Bauern und Fischer aus der

Steinzeit vor 6.000 Jahren sowie der frühen

Schmiede der Bronzezeit vor 3.000 Jahren.

Seit 2011 gehören die prähistorischen Bauten

zum Unesco-Weltkulturerbe.

Im Schnittpunkt der Schwäbischen Bäderstraße

und der Oberschwäbischen Barockstraße

liegt die charmante Kurstadt Bad

Waldsee, Moorheilbad und Kneipp-Kurort

Wohl kaum ein anderes Schwarzwalddorf hat

ein so beeindruckendes Panorama wie St.Märgen

im Hochschwarzwald - mit Ohmenkapelle

der Premium-Class (siehe S. 55).Eine Attraktion

für Wellness- und Gesundheitsgäste ist die

Waldsee-Therme. Vom historischen Zentrum

führen zahlreiche Wege durch die stille Natur

– insgesamt misst das Wegenetz rund 180 Kilometer,

die Tourenlängen liegen zwischen

drei und elf Kilometern. Herrliche Aussichten

– an klaren Tagen bis zum Schweizer Säntis –

bietet der Wanderweg Alpenblick. Zum Wanderangebot

gehören auch vier Terrainkurwege,

die ein dosiertes Kreislauftraining ermöglichen.

Neue Wege beschreitet das Golf-Resort,

das ein Natur-Resort mit Waldlehrpfad

und sieben fürstlichen Wanderwegen (2,4 bis

8,3 km lang) eröffnet hat. Dazu gibt es einen

Vom Aussichtsturm bis zum Wildtierpark,

vom rauschenden Wasserfall bis zum geheimnisvollen

See reichen die Naturerlebnisse für

Wanderer in der Nationalparkregion

© Schröder-Esch

N A T U R G A R T E N

KAISERSTUHL

KAISERSTUHL-TUNIBERG:

GENUSSREGION ZWISCHEN

SCHWARZWALD UND RHEIN

Weitere Informationen:

+49 7667 942673

www.naturgarten-kaiserstuhl.de

Sportpark mit MTB-Trail, Cross-Skating und

Bogenschießen. Automobilfans pilgern derweil

in die Caravan-Ausstellung des Erwin Hymer

Museums (siehe S. 61). Diese einzigartige

Retrospektive in die Welt des mobilen Reisens

feiert dieses Jahr ihren 10. Geburtstag.

Schwarzwald

Seine vielfältige Landschaft mit dichten

Wäldern und grandiosen Schluchten, Wasserfällen,

Hochweide und Mooren macht den

Schwarzwald zu einem der beliebtesten Wanderreviere

Deutschlands. Im größten zusammenhängenden

Mittelgebirge der Republik,

12 Baden-Württemberg


Durch die günstige Lage am Oberrhein an der

deutsch-französischen Grenze ist Breisach der ideale

Ausgangspunkt für einen Kurztrip zum Elsass

das sich von Karlsruhe im Norden bis an die

Schweizer Grenze erstreckt, laden zudem elegante

Kurorte wie das Weltbad Baden-Baden

(siehe S. 14) zum gepflegten Entspannen ein.

Ob gemütliche Genusstour, sportliche Herausforderung

oder Radeln mit Rückenwind per

E-Bike - im Naturgarten Kaiserstuhl findet jeder

Radfahrer eine Tour nach seinem Geschmack

Paradiese für Naturliebhaber

Seit 2014 verwandelt sich auf den Höhenzügen

des Nordschwarzwalds Baden-Württembergs

erster Nationalpark nach und nach in einen

Urwald. Ranger führen Besucher auf dem

Weg zurück in die Wildnis, die mit jedem Jahr

urwüchsiger wird. Die neuste Attraktion ist das

Besucherzentrum am Ruhestein mit einem

spektakulären Skywalk. Daneben laden sieben

Naturparke zu ausgedehnten Entdeckungsreisen

ein – darunter der Naturpark Südschwarzwald

und der Naturpark Schwarzwald Mitte/

Nord, der den Nationalpark umgibt, ferner

die Naturparke Obere Donau, Schönbuch

und der Naturpark Neckartal-Odenwald, der

zahlreiche Burgen und die alte Universitätsstadt

Heidelberg einschließt.

Immer einen Besuch wert ist die charmante

Universitätsstadt Freiburg mit ihrem von kleinen

Bächen durchzogenen mittelalterlichen

Zentrum. Ein Muss ist der Besuch des Münsters

mit seinem 116 Meter hohen Turm, von

dem aus sich ein grandioser Rundblick über

den Schwarzwald bietet. Lohnende Museen

sind das Augustinermuseum mit einer renommierten

Sammlung der Kunst vom Mittelalter

bis zum Barock und zur Malerei des 19. Jahrhunderts

sowie das Museum für Neue Kunst

mit Meisterwerken der Klassischen Moderne.

Mit dem Auto ist es nicht weit zu den

höchsten Bergen der Region. Südöstlich erhebt

sich der Schauinsland (1.248 m), noch

höher hinauf geht es am nahegelegenen

Feldberg (1.493 m): Vom Gipfel schweift der

Blick bei gutem Wetter bis zum Mont Blanc.

Ganz in der Nähe liegt der Schluchsee, der

größte See des Schwarzwalds. In Titisee-Neustadt

lockt das „Badeparadies Schwarzwald“

ganzjährig die Wasserratten.

Insgesamt zwölf Premiumwanderwege,

sogenannte Genießerpfade, führen

Wanderer durch den Hochschwarzwald. Ein

Tipp ist der Lebküchlerweg, der auf zwölf Kilometern

Länge das Schönste vereint, was

rund um Todtmoos geboten ist: uralte Weidbuchen,

Wasserfälle, Kapellen und malerische

Schluchten. Die Berge und Täler der Region

lassen sich auch mit E-Mountainbikes bequem

erkunden. Ideale Routen sind beispielsweise

die Bäche-Tour, die Hotzenwald-

Tour oder der Trail hinauf zum Feldberg.

Kaiserlich Radfahren und Wandern

Eine ideale Region für radelnde Urlauber

ist der Naturgarten Kaiserstuhl, wo

wahrlich „kaiserliches Radelvergnügen“ geboten

ist. Das Vulkangebirge mit seiner einzigartigen

Flora und Fauna bietet zahlreiche

Varianten von der gemütlichen Genusstour

bis zur sportlichen Herausforderung.

Mehr

als 190 Kilometer ausgeschilderter

Radwege

führen durch idyllische

Winzerdörfer und

malerische Rebterrassen

zu einmaligen

Aussichtspunkten und

bieten unterwegs

reichlich Gelegenheiten,

die kulinarischen

Spezialitäten der Region

zu genießen. Die

berühmteste Route ist

der Rheintal-Radweg,

weitere Radwege sind

die „Grüne Straße“, der Europäische Radweg

Elzach-Villé, der Oberrhein-Römer-Radweg

sowie der Badische Weinradweg. Ein Tipp für

Genussradler ist die 64 Kilometer lange Runde

auf dem Kaiserstuhl-Radwanderweg.

Besonders für Wanderer eröffnet sich

schnell, warum der Kaiserstuhl den Beinahmen

„Naturgarten“ trägt. Zwischen Kaiserstuhl

und Tuniberg lassen sich rund 400 Kilometer

Themenachsen und Lehrpfade zu Fuß

erkunden. Insgesamt neun „Achsen“ erschließen

den Kaiserstuhl. Zu entdecken gibt es auf

allen Routen eine außergewöhnliche Tierund

Pflanzenwelt, seltene Vogelarten und viele

weitere Naturschätze. Im gesamten Kaiserstuhlgebiet

ist im Lauf der Zeit ein weitläufiges

und einheitlich beschildertes Wander-

System entstanden mit vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten.

Der Burgunderpfad

(jeder Themenrundweg steht unter einem bestimmten

Motto) führt quer durch die Natur

des Tunibergs. Der Qualitätswanderweg

Kaiserstuhlpfad gehört zum Besten, was

Deutschland Abenteurern mit Rucksack und

Wanderschuhen zu bieten hat.

Prickelnder Charme am Rhein

Das weitverzweigte Wegenetz der Weinregion

Kaiserstuhl und Tuniberg ist bequem zu

erreichen von Breisach. Das charmante Städtchen

am Rhein ist das Bindeglied zwischen

dem Schwarzwald und dem Elsass. Hoch über

dem Rhein, auf dem Münsterberg, thront das

St. Stephansmünster - Wahrzeichen der Stadt.

Weit schweift der Blick vom Turm des Müns-

Entspannung

Genuss

Natur

Genussradeln zu Wein & Sekt

ab 155€

pro Person

...weiter auf Seite 15

Weitere Informationen:

www.breisach-urlaub.de

Breisach-Touristik

Marktplatz 16

79206 Breisach am Rhein

Tel. +49 7667/940155

marketing@breisach.de

Baden-Württemberg

13


Baden-Baden Kur &

Tourismus GmbH

Schloss Solms, Solmsstraße 1

76530 Baden-Baden

Telefon +49-07221-275 200

info@baden-baden.com

www.baden-baden.com

Video Tipp

Baden-Baden

Hochkultur oder

Tiefenentspannung?

Beides - Es gibt einen Ort in Deutschland,

wo die Zitronen blühen, die Museen junge

Kunst neben Meisterwerke hängen, die besten

Orchester der Welt spielen, Hotels und Geschäfte

aufregender als anderswo sind und seit

2000 Jahren Heilwasser aus den Thermalquellen

sprudelt. Stellen Sie sich einen Ort im Herzen

der Natur vor, der sowohl Ruhe als auch

Unterhaltung bietet, eine charmante Stadt am

Fusse des Schwarzwaldes. Richtig: Das ist Baden-Baden.

Es gibt unzählige Gründe warum

Baden-Baden 2021 auf Ihrer Bucket-List stehen

sollte. Wir verraten Ihnen unsere Top 3:

1. Wellness & Entspannung

Alles hier hat sich dem Wohl des Menschen

verschrieben. Aus zwölf Quellen sprudelt das

Thermalwasser aus 2.000 Metern Tiefe nach

oben – 800.000 Liter täglich, bis zu 68 Grad

heiss. Darf es eine wohltuende Seifenbürstenmassage

im traditionellen Friedrichsbad

sein? Oder doch lieber pure Entspannung in

der großzügigen Saunalandschaft der Caracalla-Therme?

Beide Thermalbäder beeindrucken

architektonisch, sorgen für Entschleunigung

und wohltuendes Badevergnügen

und leben vom Thermalwasser, das hier

als Lebenselixier gilt. Wussten Sie, dass auch

Victoria Beckham regelmässig nach Baden-

Baden kommt, um Wellness der Extraklasse

zu geniessen?

14 Baden-Württemberg

2. Natur & edle Tropfen

Die Stadt ist umgeben von sanften Hügeln

und Weinbergen und die Sonne scheint so

oft wie nirgendwo in Deutschland, kurz: Hier

verwöhnt die Natur den Menschen. Der

Panoramaweg Baden-Baden, der einmal die

Stadt umkreist, ist Deutschlands schönster

Wanderweg 2020

und hält grandiose

Ausblicke bereit.

Was andernorts

„Umland“ heisst, ist

in Baden-Baden das

„Rebland“: ein

sonnenverwöhntes

Weinland für Riesling,

Spät-, Weissund

Grauburgunder,

Winzersekte und

Obstbrände. Hier

kommen Naturliebhaber

und Weinkenner

gleichermassen

auf ihre Kosten.

Aber das Beste ist:

Die Natur blüht auch

inmitten der Stadt.

Wie ein grünes Band durchzieht die Lichtentaler

Allee Baden-Baden, verbindet Grandhotels

und Museen und lädt zum Flanieren ein.

3. Kunst & Kultur

Kultur zum Sehen, Hören,

Tanzen & Bestaunen: Baden-

Baden wird nicht umsonst die

kleinste Weltstadt genannt,

denn hier gibt es Hochkarätiges

an beinah jeder Ecke.

Die Museumsmeile mit der

Staatlichen Kunsthalle, dem

Stadtmuseum, dem Kulturhaus

L8 und dem Museum

Frieder Burda setzt überregionale

Massstäbe, ebenso wie

das Festspielhaus, in dem die

großen Stars auftreten. Während

das Museum Frieder

Burda seine Besucher in die

Welt der modernen Kunst

entführt, verstecken sich im

Fabergé Museum aussergewöhnliche

Exponate wie kaiserliche Ostereier

und Schmuckstücke. Das Festspielhaus ist

das größte seiner Art in Deutschland und bietet

ein Musik- und Tanzprogramm auf höchstem

Niveau. Zu Ostern entstehen Opern-Produktionen

mit den Berliner Philharmonikern,

die weltbesten Compagnien tanzen in exklusiven

Ballett-Residenzen und unzählige Künstler

sind in Sinfoniekonzerten, Kammermusik-Matineen,

Musicals und Jazz-Abenden zu erleben.

Das Casino Baden-Baden, glanzvoller

Mittelpunkt der Stadt, ist der Ort, an dem die

Nacht funkelt und strahlt: Ob Konzert, Casinobesuch,

Mitternachts-Dinner oder rauschende

Ballnacht – alles ist möglich.

Auch in den Baden-Badener Hotels wird

die Lebenskultur der Stadt sichtbar. Liebhaber

von Eleganz, Fans von klarem Mid-Century-Design,

Großstädter, die ländlichen

Charme suchen oder Familien: Sie alle sind

herzlich willkommen. Vom eleganten Grandhotel

Brenners Park-Hotel & Spa, über das

moderne Roomers bis hin zum romantischen

Hotel „Der Kleine Prinz“ ist für jeden Geschmack

das Richtige dabei. Die Frage nach

„entweder-oder“ gibt es hier nicht. Es ist die

Mischung, die diese kleinste Weltstadt so einzigartig

macht. Kunst und Kultur, Natur und

Gesundheit gehen hier eine Verbindung ein,

die eigentlich nur eine Aufgabe hat: Sie soll

den Menschen guttun.


Im Jahr 2021 feiert der Prämonstratenser-Orden

sein 900-jähriges Gründungsjubiläum,

was im umfangreich renovierten

Kloster Roggenburg gefeiert wird

ters über die Rheinebene bis zum Schwarzwald im Osten und den Vogesen

im Westen. Zur Einkehr laden die typischen Straußwirtschaften,

wo leckerer Elsässer Flammkuchen und badisches Dreierlei serviert

werden. Dazu mundet Wein oder Sekt aus den Breisacher Kellereien.

Der Badische Winzerkeller beispielsweise, eine der größten Kellereien

in Europa, bietet Führungen durch den imposanten Holzfasskeller an.

Die Geldermann Privatsektkellerei kreiert Sekte nach dem traditionellen

Flaschengärungsverfahren direkt unter dem Breisacher Münsterberg.

Mit der Breisacher Fahrgast-Schifffahrt kann man auch Tagesausflüge

auf dem Rhein unternehmen, nach Colmar und Straßburg im

benachbarten Elsass oder nach Basel. Besonders beliebt ist der

„Dampf im Elsass“ – eine kombinierte Fahrt mit dem Schiff sowie einem

historischen Dampfzug auf französischer Seite.

Schwäbische Alb

Die Schwäbische Alb ist ein Dorado für Hobby-Geologen. Wo heute

die bewaldeten Berge zum Wandern einladen, stapften einst Dinosaurier

durchs Schilf, schwebten Flugsaurier über Sümpfe und Korallenriffe.

In Museen und in der Natur lassen sich hier die Relikte dieser vergangenen

Zeiten bestaunen. Wo bis vor wenigen Jahren noch militärisches

Sperrgebiet des Truppenübungsplatzes bei Münsingen war,

befindet sich heute das Herz der Schwäbischen Alb. 2009 zeichnete

die Unesco diese Kulturlandschaft als Biosphärenreservat aus.

timeter Höhe. Von den sechs ausgezeichneten

Höhlen ist die Vogelherdhöhle

bei Niederstotzingen am besten

zugänglich. Rund um die 50 Meter

lange Höhle bietet der Archäopark

Vogelherd einen informativen

Erlebnisparcours.

Einige Schauhöhlen stehen für Besucher

offen, zum Beispiel die Bärenhöhle

bei Erpfingen, die Nebelhöhle,

die Tiefenhöhle Laichingen sowie die

Charlottenhöhle bei Giengen und die

Wimsener Höhle, Deutschlands einzige

befahrbare Wasserhöhle. Eine der

längsten Höhlen der Region, die Falkensteiner Höhle bei Bad Urach,

können Unerschrockene, ausgerüstet mit Neoprenanzug und Helm

samt Stirnlampe, bei einer geführten Canyoning-Tour erkunden.

Wahrhaft märchenhafte Burgen

Abseits der Höhlen und Kletterfelsen gehören Schlösser und Burgen

zu den beliebtesten Ziele in der Gegend wie auch die imposante

Burg Hohenzollern. Den Gegensatz zur Prunkburg bildet das märchenhaft

anmutende Schloss Lichtenstein, das angeregt durch den

gleichnamigen Roman von Wilhelm Hauff 1840-1842 in neugotischem

Stil auf den Felsen gebaut wurde.

Vielseitig interessant ist Reutlingen, wo mittelalterliche Fachwerkromantik

neben moderner Architektur, lauschige Gassen und lebhafte

Einkaufsmeilen spannende Gegensätze darstellen. Westlich von Reutlingen

fasziniert die Universitätsstadt Tübingen vor allem Literaturfans.

Nicht zuletzt wegen des Dichters Friedrich Hölderlin, der die zweite

Die höhlenreichste Gegend Deutschlands wurde bereits 2015

von der Unesco zum Global Geopark ernannt. Sechs Höhlen der

ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb bereichern die Liste

der Unesco-Welterbestätten in Baden-Württemberg. Vor etwa 35.000

bis 40.000 Jahren lebten in den Höhlen Menschen, die dort einzigartige

Zeugnisse menschlichen Kulturschaffens hinterließen. Eines der

bekanntesten Objekte ist der „Löwenmensch“ mit stattlichen 31 Zenulm

& umgebung

region ulm/donau

Erleben Sie eine einzigartige

Re gion im Herzen Süddeutschlands!

Kommen Sie in die ZWEILAND-

STADT Ulm/Neu-Ulm und an

einen Fluss von Welt – Die

Junge Donau. Erleben Sie das

UNESCO-Welterbe „Höhlen und

Eiszeitkunst der Schwä bischen

Alb“. Entdecken Sie prachtvolle

Barockkultur in Kirchen und

Klöstern der Region.

Nach dem Vorbild mittelalterlicher Klostergärten wurde im Innenhof des

Kreuzgangs der gotischen Blaubeurer Klosteranlage ein Kräutergarten als

Heilmittellieferant und Apotheke angelegt, durch den Schwester Fides führt

Unser Tipp:

5 spannende Ausflugstouren

sowie tolle Rad- und Wandervorschläge

für Sie im Internet –

Klicken Sie rein

www.tourismus-region-ulm.de

Region Ulm/Donau

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Baden-Württemberg

15


Das Ulmer Münster ist nicht nur die Kirche mit

dem höchsten Kirchturm der Welt, sondern auch

die größte evangelische Kirche in Deutschland

Hälfte seines Lebens im sogenannten „Hölderlinturm“

am Neckar verbrachte. In Aalen,

dem Tor zum Unesco-Geopark Schwäbische

Alb, schlendern die Besucher durch eine hübsche

Altstadt, in der traditionelle Fachwerkhäuser

und innovative Neubauten die Historie

mit der Moderne verknüpfen. Eine Zeitreise

weit zurück in die Vergangenheit macht

man im Limesmuseum, dem größten Römermuseum

im Süden Deutschlands.

16 Baden-Württemberg

Region Ulm/Donau mit Superlativen

In Ulm, der Geburtsstadt Albert Einsteins,

lässt sich der höchste Kirchturm der Welt besteigen.

768 Stufen führen auf den 161,53

Meter hohen Turm des Ulmer Münsters. Das

mächtige Gotteshaus ist die größte Attraktion

der Zweilandstadt Ulm (in Baden-Württemberg)

und Neu-Ulm (auf bayerischem Boden)

und bietet einen atemberaubenden

Ausblick. Doch der Kirchturm ist in der

185.000 Einwohner zählenden Doppelstadt

an der Donau nicht das einzige Superlativ:

Das Museum Ulm präsentiert mit dem „Löwenmenschen“

die älteste Mensch-Tier-Statue

der Erde und bei einem Bummel durch

das Fischerviertel mit seinen Fachwerkhäusern

und dem historischen Flair trifft man auf

das schiefste Hotel der Welt. In der „Neuen

Mitte“ begeistern moderne Bauten und das

Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm zeigt in

der Ausstellung „Ziemlich beste Freunde“

(bis 19.9.2021) das (Zusammen)-Wirken von

Hans Thuar und August Macke. Jede Menge

Spaß gibt es im „Ecodrom“ und im Donaubad“.

Höhepunkte im Veranstaltungskalender

sind das Ulmer

Volksfest (9.-25.7.2021),

das Ulmer Weinfest (4.-

21.8.2021) und die Kulturnacht

(18.9.2021) in

Ulm und Neu-Ulm. Den

festlichen Jahresabschluss

bildet der Ulmer

Weihnachtsmarkt

(22.11.-22.12.2021, siehe

S. 62).

Wunderbar zu Fuß

oder mit dem Fahrrad

lässt sich die Gegend

um Ulm herum erkunden.

Die Räder rollen auf

Premiumradwegen wie

dem Donau-Radweg

oder dem Iller-Radweg.

Daneben gibt es ein großes

Netz mit Wegen von

30 bis 50 Kilometern

Länge. Wer lieber auf

Schusters Rappen unterwegs

ist, der kann beispielsweise

auf 20 „Eiszeitpfaden“

(beschilderte

Rundwanderwege) die

junge Donau entdecken.

Ein Ausflug lohnt sich

auch zum Vöhlinschloss

Illertissen, wo das einzige Bayerische Bienenmuseum

50 Millionen Jahre alte Ur-Bienen in

Bernstein präsentiert. Zu einem Stadtbummel

lädt die Fuggerstadt Weißenhorn mit ihrem

Schloss und einer malerischen Altstadt ein.

Mit historischem Altstadtcharme und vielfältigen

Einkaufsmöglichkeiten punktet die romantische

Urlaubs- und Gesundheitsstadt Bad Mergentheim

nicht nur bei den Radlern des Taubertals

Nach umfangreicher Sanierung erstrahlt das

Prämonstratenserkloster Roggenburg in neuem

Glanz. Die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt

mit ihren 70 Meter hohen Türmen zählt

zu den bedeutendsten Bauten des Rokokos

in Schwaben.

Nur ein Katzensprung ist es von Ulm nach

Blaubeuren mit seiner sagenhaften Karstquelle,

dem „Blautopf“. Weitere Attraktionen in

dem malerischen Ort sind das 900 Jahre alte

Benediktinerkloster sowie das „Urgeschichtliche

Museum“ mit der „Venus vom Hohle

Fels“, dem ältesten figürlichen Kunstwerk der

Menschheit. Die Fundstätte dieses frühen

Glanzstücks ist seit 2017 Unesco-Welterbe

und befindet sich ganz in der Nähe im Achund

Lonetal! Lohnenswert ist auch ein Weg

nach unten in die Tiefenhöhle Laichingen, der

tiefsten für Besucher zugänglichen Höhle

Deutschlands. Oder wieder nach oben, der

Turm der Burgruine Wartstein belohnt den

Aufstieg mit einem herrlichen Blick ins Große

Lautertal. Einen Besuch wert ist auch die Bierkulturstadt

Ehingen und das Schloss Mochental.

Von hier ist es auch nicht weit zum Kloster

Obermarchtal, einer imposanten Anlage aus

der Barockzeit und ins Krippenmuseum nach

Oberstadion.

Region Stuttgart und Nördliches

Baden-Württemberg

Rund um den zentralen Schlossplatz schlägt

das Herz der Landeshauptstadt Stuttgart.

Dank eines breiten Theater- und Musikangebots

hat sich die Schwabenmetropole längst

zu einer Kulturstadt mit gehobenem Niveau

entwickelt. Am guten Ruf haben hochrangige

Museen ihren Anteil – wie das Landesmuseum

Württemberg und die Staatsgalerie. Dort

zu sehen sind die Ausstellungen: Josef Beuys

– Der Raumkurator (bis 18.7.2021) und Französischer

Impressionismus (verlängert bis

4.7.2021). Im Herbst steht die Ausstellung

„Becoming Famous – Peter Paul Rubens“

(22.10.2021-20.2.2022, siehe S. 50ff.) auf

dem Programm. Im Naturkundemuseum

Stuttgart dreht sich im Rahmen einer Landesausstellung

alles um das Thema „Anthropozän

– das Zeitalter des Menschen“

(13.10.2021-19.6.2022).

Als barockes Gesamtkunstwerk

präsentiert

sich Ludwigsburg. Das

prachtvolle Residenzschloss

mit 18 Gebäuden,

drei Höfen und

452 Räumen ist die

größte im Original erhaltene

barocke

Schlossanlage Deutschlands.

Prunkstücke sind

auch das Jagd- und

Lustschloss Favorite

und das romantische

Seeschloss Monrepos.

In den weitläufigen

Parkanlagen des Residenzschlosses ist die älteste

Gartenschau Deutschlands unter dem

Motto „Blühendes Barock“ (28.4.-1.5.2022)

ein Genuss für die Augen. Kulturgenuss der

Extraklasse bieten alljährlich die Ludwigsburger

Schlossfestspiele (bis 11.7.2021). Weitere

Höhepunkte sind der „Theatersommer Ludwigsburg“

(16.6.-11.9.2021) sowie der einzigartige

Barock-Weihnachtsmarkt (23.11.-

22.12.2021).

Experimente am Neckar

In Heilbronn spielt sich das Leben in den

warmen Monaten am Neckar ab. Der Fluss

bahnt sich seinen Weg mitten durchs Zentrum

der ältesten Weinstadt Württembergs.

Direkt am Fluss steht auch das architektonisch


Die Region um Tauberbischofsheim ist ein Radrouten-Paradies

mit derzeit über 170 Radrouten - von

MTB-Touren, Genusstouren mit Familien bis Rennradtouren

steht den Freizeitsportlern ein überaus

abwechslungsreiches Angebot zur Verfügung

besonders beeindruckende Gebäude der experimenta

(siehe S. 58 ff.). Dieses größte Science

Center Deutschlands begeistert große

und kleine Technikfreaks gleichermaßen.

Auf Römerspuren wandelt der Reisende

in der einstigen Residenzstadt Öhringen.

In der Zeit von etwa 150 bis 260 n. Chr.

gehörte der Ort mit zwei Kastellen und einer

großen Zivilsiedlung zu den wichtigsten Truppenstandorten

am äußeren Limes. 80 Meter

verlief der Obergermanische Limes am heutigen

östlichen Rand der Kernstadt. Im Norden

Öhringens befindet sich eines der besterhaltenen

Stücke des Limes, der seit 2005 in der

Unesco-Liste der Welterbestätten steht.

Natur im Garten und in der Kunst

In der Kreisstadt Eppingen mit seinen historischen

Fachwerkbauten, 40 Kilometer nordöstlich

von Karlsruhe gelegen, findet ebenfalls

eine Landesgartenschau statt (noch bis

12. September). Den besten Blick auf den

wuchtigen Pfeifferturm und den Kirchturm

„Unser lieben Frau“ genießen Besucher von

der neuen Holzterrasse am Stadtweiher. „Erlebbare

Gewässer“ stehen im Mittelpunkt

dieser Gartenschau, die unter dem Motto

„Der Sommer, die Stadt und Du!“ mit sieben

Stationen zum Entdecken eines besonderen

Naturerlebnisses einlädt.

Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen

Fröhliches Feiern im Weinland Taubertal

Jubiläum 2021:

70 Jahre „Liebliches Taubertal“

30 Jahre Rad-Achter

sind auch Thema der Landesausstellung mit

dem Titel „Globalisierung der Natur – am

Oberrhein trifft sich die Welt“ (Oktober 2021

bis Juni 2022), die im Naturkundemuseum

Karlsruhe präsentiert wird. Auch die Kunsthalle

Karlsruhe widmet sich in der Ausstellung

„Inventing Nature“ (24.7.-31.10.2021) unserem

Verhältnis zur Welt der Pflanzen. Begleitend

dazu erklärt die Kunsthalle unter dem

Motto „Iss mich“ ihren jüngsten Besuchern

z.B. welchen ökologischen Fußabdruck „gesunde

Ernährung“ hinterlässt. Die Fächerstadt

ist Mitglied der deutschen Top 10 der Städte

mit dem größten Kulturangebot. Die Händelfestspiele

(das nächste Mal 2022) genießen

seit 40 Jahren internationales Ansehen. Beim

Stadtbummel besuchen sollte man den Zoologischen

und den Botanischen Garten, das

Schloss und die Durlacher Altstadt.

Bunt und facettenreich präsentiert sich

Mannheim. Das Zentrum ist schachbrettartig

angelegt – einzigartig in Deutschland. In den

City-Quadraten haben die Straßen keine Namen,

stattdessen sorgen Buchstaben und

Zahlen für Struktur. Sehenswert ist das Mannheimer

Barockschloss. Die renommierte

Kunsthalle Mannheim

widmet sich in einem internationalen

Ausstellungsprojekt

der wichtigsten Person im

Leben fast aller Menschen:

Mutter! ist der Titel der Ausstellung

(geplant 1.10.21-

6.2.2022, siehe S. 50 ff.) mit

Werken von Egon Schiele, Pablo

Picasso und Yoko Ono.

Kunstliebhaber zieht es in die

Reiss-Engelhorn-Museen, wo

zwei völlig verschiedene Ausstellungen

zu bestaunen sind:

Die „Eiszeit-Safari“ (bis

13.2.2022) erzählt Wissenswertes

und Spannendes über die letzte Eiszeit

in Europa. Im Herbst folgt die Ausstellung

über „Tutanchamun – Sein Grab und seine

Schätze“ (geplant 10.9.-27.2.2022).

• 5-Sterne-Radeln • Premium-Wandern

• einmalige Sehenswürdig keiten

• beste Taubertäler Weine

Tourismusverband LIEBLICHES TAUBERTAL

touristik@liebliches-taubertal.de

www.liebliches-taubertal.de

Radvergnügen im Lieblichen Taubertal

Eine der schönsten Wander- und vor allem

Radfahrregionen in Deutschland, das „Liebliche

Taubertal“, feiert dieses Jahr ihr 70-jähriges

Bestehen. Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten

ist die große Weinprobe (23.10.2022)

in der Wandelhalle im Kurpark von Bad Mergentheim.

Dort präsentieren die aktuelle Taubertäler

Weinkönigin und die Grünkernkönigin

Wein- und Grünkern-Spezialitäten aus der

Region. Wenn die Corona-Lage es zulässt,

kann man bei den Taubertäler Wandertagen

(zum 14. Mal, vom 8.-10.10.2021) die herrliche

Ferienlandschaft bei speziellen geführten

Wanderungen wieder gemeinsam mit Gleichgesinnten

erleben. Die Region ist ein Dorado

für Aktivurlauber. Vor allem Radfahrer kommen

auf rund 2.300 Kilometern Radwegen

auf ihre Kosten. Schon seit 40 Jahren nehmen

begeisterte Radurlauber die Paradestrecke,

den „Liebliches Taubertal Klassiker“, unter

die Reifen. Seit zwölf Jahren trägt der 100 Kilometer

lange Radweg von Rothenburg ob

der Tauber bis Wertheim am Main das Siegel

„Premium-Radweg“. Zum vierten Mal in Folge

wurde die Vorzeige-Route vom ADFC mit

fünf Sternen bewertet. Besser geht es nicht.

Nicht minder attraktiv ist der vor 30 Jahren

ins Leben gerufene Main-Tauber-Fränkischer

Rad-Achter (400 km), der zwei Rundkurse miteinander

verknüpft – daher der Name. Die

Rundschleifen sind in elf Etappen gegliedert,

seine Unterkunft kann dabei jeder Radler selber

suchen.

Ein lohnendes Ziel bei einer Reise durchs

Taubertal ist Bad Mergentheim. Der besondere

Reiz der Stadt, die mit ihren Heilquellen

zu einem der größten Heilbäder in Baden-

Württemberg avancierte, liegt in der Verbindung

von historisch geprägter Romantik in

der Altstadt und einem anspruchsvollen Gesundheitsangebot.

Der historische Charme

der Stadt ist bis heute geprägt durch das

Deutschordensschloss, prunkvolle Bürgerhäuser

und einen prachtvollen Kurpark.

2021_Anzg Ferienmag Deutschland.indd 4 23.12.2020 13:41:04

Baden-Württemberg

17


Mainz

18

Rheinland-Pfalz

Im 25. Jahr wird das beliebte Jazzfest

"Bingen swingt" zum einmaligen

Konzerterlebnis, wenn die Jazzbands in

und um den Mäuseturm aufspielen

Rheinland-Pfalz

Tourismus GmbH

Tel. +49-261-915200

www.rlp-tourismus.com

Video Tipps Rheinland-Pfalz

Trier - Eine spannende

Erlebnisführung in eine

längst vergangene Epoche,

die weit weg zu sein scheint.

Worms in 24 Stunden -

Vorschläge für einen Tag in

der Nibelungenstadt.

Hier stehe ich…– Luther

Jubiläumsjahr Worms

Luther und das Weltereignis

des Reichstagsjubiläums sind in

Worms vielseitig und das ganze

Jahr über erlebbar.

www.worms-luther.de

Rheinland-Pfalz

Antike Schätze

im Rebenland

Idyllische Flusstäler, üppige Weinberge, tiefe Wälder, mystische Felsenmeere, verträumte Seen und Maare

prägen das charakteristische Landschaftsbild im Südwesten Deutschlands. Von der über 2000-jährigen

Geschichte erzählen mächtige Burgen, stolze Schlösser und historische Städte. Aber jede der zehn Urlaubsregionen

in Rheinland-Pfalz hat ihren eigenen Charme, ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Traditionen,

ihre eigenen Kostbarkeiten – sie bündeln sich in der „Schatzkammer Rheinland-Pfalz“.

Die Eifel, der Hunsrück, der Westerwald und der

Pfälzerwald sind mit ihren Mittelgebirgslandschaften

kleine Paradiese für Outdoorurlauber. Die Flusslandschaften

von Mosel, Rhein, Nahe, Ahr und

Lahn laden zu Wanderungen und Radtouren ein,

die ideal mit Stippvisiten in reizvollen Städten kombinierbar

sind. Weinliebhaber haben die Wahl:

Sechs der 13 deutschen Weinbaugebiete liegen in

Rheinland-Pfalz. Bei den Winzern von der Ahr, der

Mosel, der Nahe, vom Romantischen Rhein, in der

Pfalz und in Rheinhessen können die leckeren Tropfen

direkt vor Ort verkostet werden. In sieben Natur-

und zwei Nationalparks entdecken die Besucher

Flora und Fauna hautnah; ein spannendes Highlight

sind die Wildkatzen im Nationalpark Hunsrück-

Hochwald. Abwechslung ins Naturerlebnis bringen

kultur- und geschichtsreiche Orte wie das „swingende“

Bingen am Rhein, die einstige Römer-Metropole

Trier, das lebenslustige Mainz und die Nibelungenstadt

Worms.

Zeitreise in die Antike

Mit seinen sieben erhaltenen Römerbauten gilt

die Stadt Trier als das Zentrum der Antike, seit

1986 ist sie Unesco-Welterbestätte. Zeugen dieser

Epoche sind u.a. die Porta Nigra, das Wahrzeichen

der Stadt, die Kaiserthermen (4. Jh.) und das Amphitheater

(um 200 n. Chr.), das heute als Kulisse für

Festivals und Theater dient.

Zum Weltkulturerbe zählen außerdem

der Dom St. Petrus und

die Liebfrauenkirche sowie der

„Codex Egberti“, ein Weltdokumentenerbe,

das in der Schatzkammer

der Stadtbibliothek zu

bestaunen ist. Bei speziellen

Rundgängen führt etwa der

„Gladiator Valerius“ bei der

gleichnamigen Erlebnisführung

durch die dunklen Gänge, Keller

und Verliese des Amphitheaters

und erzählt dabei von seiner

Fenster der Synagoge Trier

Zeit als Kämpfer in der Arena. Die römische Geschichte

Triers ist Vergangenheit, Gegenwart und

Zukunft, die bereits ihre Schatten vorauswirft: „Der

Untergang des Römischen Reiches“ steht im Mittelpunkt

der nächsten großen Landesausstellung im

kommenden Jahr (25.6.-27.11.2022, siehe S. 50 ff.)

in drei Trierer Museen. Einen Vorgeschmack darauf

bietet ab dem Sommer 2021 die neue Erlebnisshow

„Die letzte Schlacht um Rom“ mit Live-Schauspiel

und großen Videoprojektionen in der ehemaligen

Kirche St. Paulus. Der jüdischen Geschichte der

Stadt spürt die Sonderausstellung „Orte jüdischen

Lebens in Trier. Eine Spurensuche in Interviews“ im

Stadtmuseum Simeonstift nach (bis 14.11.2021), einem

von sieben Museen in der Moselmetropole.

Vor den Toren Triers sind die Mosel und die

von Weinbergen und malerischen Orten geprägte

Kulturlandschaft des Mosellands ein idealer

Ausgangspunkt für Ausflüge in die Natur. Vier Premiumradwege

führen sternförmig in die Region – zu

Winzerhöfen, Vinotheken und Gasthöfen mit abwechslungsreicher

kulinarischer Palette. Auf dem

Moselsteig wandert man in 24 Etappen vom Moselufer

entlang zu aussichtsreichen Bergkanten. Als die

„Königin“ der Premium-Radrouten im Moselland

gilt der Mosel-Radweg, der vom französischen

Thionville bis zum Deutschen Eck bei Koblenz führt.

Auch in Corona-Zeiten findet das jährliche internationale

Moselmusikfestival (10.7.-

3.10.2021, siehe S. 50 ff.) statt.

Spannender Mix in Mainz

Von Weinbergen umgegeben

präsentiert sich die Landeshauptstadt

Mainz, wo den Besucher

sowohl jahrtausendealte

Geschichte als auch erfrischende

Lebensfreude erwartet. Größte

Sehenswürdigkeit ist der Dom

St. Martin, der seit über 1000

Jahren das Stadtbild prägt. Ein

Erlebnis ist der Marktplatz mit


Umgeben von Weinbergen ist die Moselmetropole

Trier das perfekte Basislager für Ausflüge in die Natur

- rund um die Stadt verlaufen zahlreiche Wander- und

Radwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden

seinen historischen Fassaden und dem geschäftigen

Treiben des Wochenmarkts. Zu

den Sehenswürdigkeiten zählen die reich geschmückte

Augustinerkirche ebenso wie die

Kirche St. Stephan mit ihren berühmten Fenstern

von Marc Chagall. Höhepunkte im Veranstaltungskalender

sind das Johannisfest im

Juni zu Ehren Johannes Gutenbergs (das

nächste Mal vom 24.-27.6.2022) sowie ebenfalls

erst im nächsten Jahr wieder das Festival

„Mainzer Sommerlichter“ (letztes Juliwochenende).

Stattfinden sollen jedoch einige Konzerte

im Rahmen des „Summer in the City“-

Festivals auf der Zitadelle und im Volkspark –

u.a. Deep Purple (20.7.), Sarah Connor

(24.7.), Wincent Weiss (25.7.) und Mando

Diao (15.8.2021).

Wegen der Corona-Pandemie wurde das

bereits im vorigen Jahr begonnene „Kaiserjahr“

in Rheinland-Pfalz bis Ende 2021 verlängert.

Im Mittelpunkt steht die Landesausstellung

„Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht.

Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“,

die im Landesmuseum Mainz zu sehen ist

(bis 31.6.2021, siehe S. 50 ff.). Außer Mainz

sind weitere Orte mit dem Thema befasst. So

ist im Hunsrück-Museum in Simmern die Ausstellung

„Mittelalter im Hunsrück – eine Spurensuche“

(bis Ende 2021) zu sehen. Weitere

Veranstaltungsorte sind u.a. die Reichsburg

Trifels bei Annweiler und die Kaiserpfalz in Ingelheim.

Mit einer packenden Multimedia-Inszenierung,

mitreißender Musik und prominenten Live-Darstellern

wurde die Dreifaltigkeitskriche in Worms zur

größten Leinwand Deutschlands, um an den 500.

Jahrestag des Wormser Reichstags zu erinnern

Swinging Bingen

Das Museum am Strom in Bingen zeigt die

Sonderausstellung „Die Kaiserflüsterin. Hildegard

von Bingen und Friedrich Barbarossa –

Fakten und Fiktionen“ (bis 31.10.2021). Auf

den Spuren der großen Äbtissin können Besucher

das ganze Jahr über die charmante

Stadt am Rhein erkunden – unter dem Motto

„Mit Hildegard durchs Jahr“ werden thematische

Spaziergänge, Gesprächskreise, Ausstellungen

und Kräuterwanderungen angeboten.

Reich gefüllt ist der Veranstaltungskalender.

Ein Highlight ist seit 25 Jahren das internationale

Jazzfest „Bingen swingt“ (26.-27.6.2021,

siehe S. 50 ff.). Höhepunkt des „Rochusfestes“

(22.-29.8.2021) ist die St. Rochuswallfahrt, die

größte Wallfahrt Europas. Süffige Tropfen gibt

es beim „Winzerfest“ (3.-13.9.2021). Eine der

größten Attraktionen im Südwesten ist das

Spektakel „Rhein in Flammen“, das außer in

Bingen und Rüdesheim auch zwischen Spay

und Koblenz, bei Oberwesel sowie an der Loreley

bei St. Goar und St. Goarshausen das

Publikum begeistert. Wegen der Corona-Pandemie

finden die Veranstaltungen erst wieder

in 2022 statt.

Die Hildegard-Stadt Bingen ist das Tor

zum „Oberen Mittelrheintal“, seit 2002

Unesco-Weltnaturerbestätte. Damals wurde

auch das „Mittelrhein Musik

Festival“ gegründet, welches

seither jährlich Open Air und

Indoor, auf großen Bühnen

oder in kleinem, feinem Ambiente

ein musikalisch breites

Spektrum von Soul und Funk

bis Jazz und Klassik bietet (1.7.-

27.8.2021, siehe S. 50ff.). Ein

weiteres kulturelles Highlight ist

der Dom zu Speyer, das wohl

bedeutendste romanische Kirchenbauwerk

in Rheinland-Pfalz

und ebenfalls Unesco-Weltkulturerbe.

Hier fanden acht deutsche

Kaiser und Könige ihre

letzte Ruhestätte.

500 Jahre Reichstag Worms

Die Nibelungenstadt Worms steht dieses

Jahr ganz im Zeichen Martin Luthers. "Hier

stehe ich! Ich kann nicht anders" – mit diesen

Worten weigerte sich der Reformator im Jahr

1521 vor dem Wormser Reichstag seine revolutionären

Ideen zu widerrufen. Das Jubiläum

dieses historischen Ereignisses ist Anlass für

die rheinland-pfälzische Landesausstellung

"Gewissen und Protest – 1521 bis 2021", die

Persönlichkeiten vorstellt, die für ihre Ideale

eintraten und für ihre Zivilcourage nicht selten

mit dem Leben bezahlten (3.7.-30.12.2021,

siehe S. 50 ff.). Auch bei den alljährlichen Nibelungenfestspielen

(16.7.-1.8.2021) steht

dieses Jahr das Stück aus der Feder des

Schweizer Schriftstellers Lukas Bärfuss – „Der

Fall Luther“ als spannende Staatsaffäre zwischen

Machtintrige und Religionskampf auf

dem Spielplan.

Wandern und Wein lassen sich am besten

auf den drei Pfälzer Fernwanderwegen

verbinden, die dieses Jahr ihr zehnjähriges

Jubiläum feiern. Wein und Wald stehen

beim „Pfälzer Weinsteig“, dem mit 153 Kilometern

längsten Prädikatswanderweg der

Pfalz im Mittelpunkt. Von Kaiserslautern nach

Schweigen-Rechtenbach führt der „Pfälzer

Waldpfad“ (143 km) durch das Biosphärenreservat

Pfälzer Wald. Dritter im Bunde ist der

aussichtsreiche „Pfälzer Höhenweg“ (114 km)

mit dem Donnersberg (687 m), dem höchsten

Berg der Pfalz.

TRIER ERLEBEN

www.trier-info.de

Rheinland-Pfalz

19


Früher wurde hier, in der weltweit

größten Steinkohlenzeche, malocht;

heute ist das Unesco-Welterbe Zeche

Zollverein - auch als "Schönste Zeche

der Welt" und "Eifelturm des Ruhrgebiets"

bezeichnet - Industriekultur vom

Feinsten: Kunst, Konzerte, Festivals

und Sportmöglichkeiten treffen auf

eine imposante Kulisse

Düsseldorf

Von wegen Grau!

Keine andere Region bietet so unterschiedliche Attraktionen im Spannungsfeld zwischen pulsierenden

Metropolen und beschaulicher ländlicher Idylle wie Nordrhein-Westfalen (kurz: NRW). Das sind zum einen

quirlige Städte wie Düsseldorf und Bonn, Köln oder Essen mit ihren Museen und Shoppingparadiesen,

oder dem größten Einkaufszentrum Europas in Oberhausen. Den Kontrast dazu bilden alte Zechen,

Stadtwerke und Gasometer, die heute vielfach außergewöhnliche Kultur- und Veranstaltungszentren sind.

Darüber hinaus verfügt die Region an Rhein und Ruhr über fünf Unesco-Welterbestätten: die Dome in

Köln und Aachen, die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl, die Zeche Zollverein in Essen sowie

Schloss Corvey und Höxter. Auf sportliche Naturen warten in NRW mehr als 50.000 Kilometer Wanderwege

und rund 14.000 Kilometer beschilderte Radwege. Natur pur erleben lässt sich in zwölf Naturparke

und einem Nationalpark.

Nordrhein-Westfalen

Tourismus NRW e. V.

Tel. +49-211-91320500

www.nrw-tourismus.de

www.dein-nrw.de

Video Tipp

Im Ruhrgebiet wird es

einfach nie langweilig!

Kommt vorbei!

Auch wenn die letzte Zeche längst geschlossen

wurde. Die erhaltenen Gebäude und Anlagen

dokumentieren den kulturellen Wandel, den das

Ruhrgebiet in kurzer Zeit vollzogen hat. So dienen

viele Zechen und Industriedenkmäler heute als Kulturfabriken

und Ausstellungsraum, so auch die Zeche

Zollverein in Essen: Die einst größte Zeche der

Welt, seit 2001 Unesco-Weltkulturerbe, dokumentiert

wie kein zweiter Ort den Übergang vom einstigen

Industriestandort zur kreativen Kulturmetropole.

So beherbergt beispielsweise die Gaskraftzentrale

eines ehemaligen Stahlwerks mit der Jahrhunderthalle

Bochum eines der innovativsten Festspielhäuser

Europas, das sich u.a. als zentrale Spielstätte der

alljährlichen Ruhrtriennale (14.8.-25.9.2021, siehe

S. 50 ff.) einen Namen gemacht hat. In Duisburg

verwandelten sich die Hallen und Bunker des ehemaligen

Hochofen- und Stahlwerksgeländes in den

Landschaftspark Duisburg-Nord mit einem alpinen

Klettergarten, Europas größtem künstlichen Tauchzentrum

und einem nervenkitzelnden Hochseilparcours,

der in etwa 50 Metern Höhe endet und einen

grandiosen Ausblick über das Ruhrgebiet eröffnet.

Insgesamt 55 solcher Bau- und Technik-Denkmäler

säumen die Route der Industriekultur auf

einer Strecke (für Autoreisende) von etwa 400 Kilometern.

Ein 250 Kilometer langer Rundkurs erschließt

das touristische Aushängeschild im Ruhrgebiet

auch für Radfahrer, denn viele Industriedenkmäler

wie der Gasometer in Oberhausen, die Jahrhunderthalle

in Bochum oder die Kokerei Hansa sind an

das Radwegenetz angeschlossen. Die Route verläuft

in weiten Teilen über stillgelegte Bahntrassen, schöne

Kanaluferwege oder wenig befahrene Wirtschaftswege

abseits des Straßenverkehrs.

Der Allgemein Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat

das „radrevier.ruhr“ im Frühjahr 2021 als erste urbane

Rad-Reise-Region Deutschlands zertifiziert, was

den hohen Qualitäts- und Servicestandard bestätigt.

Auf radelnde Urlauber wartet ein Radwegenetz

von insgesamt rund 1.200 Kilometern. Den Facettenreichtum

der Region zeigen beispielsweise die

15 Revierrouten, vom „Probierstück“ (29 km) bis zur

„Elefantenrunde“ (67 km). Tipp für radelnde Kunstliebhaber:

Zum 100. Geburtstag des Künstlers Joseph

Beys hat der Tourismusverband NRW unter

dem Motto „Beuys und Bike“ eine neue, rund 300

Kilometer lange Fahrrad-Route entwickelt, die zu

den Spuren des Künstlers führt. Stationen sind u.a.

Kleve, Duisburg, Mönchengladbach, Neuss und Leverkusen.

Ein Gustostück für Kunstliebhaber ist der

Emscher Kunstweg, der auf seinen rund 100 Kilometern

von Holzwickede bis Dinslaken 18 außergewöhnliche

Kunstobjekte vereint.

Festivals für jeden Geschmack

Viele regelmäßige Events sind auf nächstes Jahr

verschoben worden. Beispielsweise die spektakuläre

„ExtraSchicht“ (25.6.2022), bei der sich alljährlich

ehemalige Industrieanlagen in der „Metropole

Ruhr“ in Bühnen für Kunst und Entertainment aller

Art verwandeln. Ebenfalls erst im Sommer 2022

lockt das Zeltfestival Ruhr (19.8.-4.9.2022) wieder an

den Kemnader See in Bochum. Auch eines der ältesten

und renommiertesten Theaterfestivals

Europas,die „Ruhrfestspiele“ Recklinghausen (bis

19.6.2021), sind dieses Jahr teilweise nur digital zu

erleben . In zwei Staffeln geht dieses Jahr das Kla-

20

Nordrhein-Westfalen


Die Düsseldorfer Kö genießt Weltruhm,

doch ist sie nicht die einzige Flaniermeile

der Stadt, denn die Rheinuferpromenade

zwischen Altstadt und

Fluss bietet rheinische Lebensfreude

und spektakuläre Sonnenuntergänge

vierfestival Ruhr über die Bühne

(28.5.-16.7.2021 und ab 3.9.21,

siehe S. 50 ff.). Zu einem großen

City-Open-Air lädt das „Essen

Original“ (3.-5.9.2021): An drei Tagen

gibt es auf sechs Bühnen

Rock’n’Roll, Rock, Pop, Reggae,

Ska, Jazz und Klassik. Das Pendant

ist der Bochumer Musiksommer

(27.-29.8.2021), der mit einem

bunten Programm aus Elektronischer

Tanzmusik, Chormusik,

Klassik und Jazz ein außergewöhnliches

Musikerlebnis verheißt.

Musical-Freunde können ab

dem 3. Oktober 2021 wieder den „Starlight

Express“ in Bochum erleben. Theater, Museen,

Festivals und weitere Kulturschätze öffnen

sich mit der RuhrKultur.Card 2021 teilweise

gratis oder zum halben Preis (siehe S. 50 ff.).

Das Museum Folkwang in Essen präsentiert

die Ausstellungen „Tobias Zielony – The Fall“

(25.6.-26.9.2021), „Federico Fellini – Von der

Zeichnung zum Film“ (12.11.2021-20.2.2022),

bevor im kommenden Frühjahr „Bilder einer

fließenden Welt“ Werke von Renoir, Monet

und Gauguin (6.2.-15.5.2022) präsentiert.

Noch bis Ende September 2021 fortgesetzt

werden in Bonn zahlreiche Veranstaltungen

aus der Reihe BTHVN2020, dem großen Jubiläumsfest

aus Anlass des 250. Geburtstags

von Ludwig von Beethoven. Dazu gehört z.B.

die interaktive Sonderausstellung „Ludwig

lebt!“ im rock’n’popmusum in Gronau (bis

3.10.2021) sowie die Ausstellung „Hits und

Hymnen. Klang der Zeitgeschichte“ (bis

10.10.2021) im Haus der Geschichte in Bonn.

Highlights am Rhein

Düsseldorf steht für die größte Modemesse

der Welt und edle Shoppingadressen in der

Königsallee, kurz: „Kö“. Ebenso weltbekannt

ist die sogenannte „längste Theke der Welt“,

wie die Düsseldorfer Altstadt wegen ihrer

zahllosen, urigen Kneipen genannt wird, in

denen die Wirte die regionale Bierspezialität

„Alt“ ausschenken. Die „Kunstsammlung

NRW K20“ gratuliert dem Zeichner, Bildhauer

und Aktions- und Installationskünstler Joseph

Beuys zu dessen 100. Geburtstag mit der

Ausstellung „Jeder Mensch ist ein Künstler“

(bis 15.8.2021, siehe S. 50 ff.). Außerdem

zeigt das K20 Christoph Schlingensiefs multimediales

Kunstwerk „Karprow City“ (bis

17.10.2021). Im K21 bietet die Kunstsammlung

gleich mit zwei Ausstellungen – „Werke

von 1973 bis 1983“ sowie „Hier und Jetzt“ –

Kunstinteressierten umfassend Gelegenheit,

sich mit der Künstlerin Isa Genzken auseinanderzusetzen.

Seit 1996 steht der Kölner Dom mit seinen

weithin sichtbaren, je 157 Meter hohen

Doppeltürmen, in der Liste der Unesco-

Weltkulturerbestätten. Lohnend ist in der Karnevalshochburg

für Kunstinteressierte außerdem

ein Besuch im Museum für Angewandte

Kunst und im Museum Ludwig. Mittelalterliche

Meisterwerke beherbergt die Gemäldesammlung

des Wallraf-Richartz-Museums. Ein

Treffpunkt für Kunstfreunde aus aller Welt ist

alljährlich die „Art Cologne“ (17.-21.11.2021),

die älteste Kunstmesse der Welt.

Wildromantisches Wanderparadies

Zwölf Naturparks und ein Nationalpark laden

in NRW zu Entdeckungstouren ein. Mehr

als 2.300 bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben

sich im Nationalpark Eifel angesiedelt,

der zugleich als „Sternenpark“ glänzt. Das

erste Schutzgebiet war der Naturpark Siebengebirge,

Drachenhort der Nibelungensage

und Wiege der Rhein-Romantik. Heute sind

die bewaldeten Gipfel ein wildromantisches

Wanderparadies. Tierische Entdeckungen machen

Besucher im Naturpark Siegen-Wittgenstein,

wo am Rothaarsteig die einzige wildlebende

Wisent-Herde auf dem europäischen

Kontinent lebt. Für Pferdeliebhaber ein Muss

ist ein Besuch im Merfelder Bruch bei den

Dülmener Wildpferden. Sie gehören auch zu

den Attraktionen eines neuen Fernwanderwegs,

der auch durch ihr Revier verläuft – der

160 Kilometer lange Hohe-Mark-Steig.

MACH

MAL

RUHRLAUB!

# mein Ruhrgebiet

Nordrhein-Westfalen

21


Wiesbaden

Hessen

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Die von Weinbergen umgebene, ehemalige Zisterzienserabtei

Kloster Eberbach ist eine der Spielstätten

des Rheingau-Musik-Festivals und war stimmungsvoller

Drehort der Verfilmung von Umberto Ecos

Roman „Der Name der Rose“

Erlebniswälder und grüne Stadt-Oasen

Glitzernde Metropolen wie Frankfurt mit seinen

herausragenden Museen und zahlreichen

Shopping-Centern auf der einen Seite,

grandiose Buchenwälder, bizarre Vulkanlandschaften

und weitläufige Stadtparks auf der

anderen Seite: So kontrastreich präsentiert

sich das Bundesland in der Mitte Deutschlands

- zwischen Kassel im Norden und

Darmstadt im Süden mit seinen elf faszinierenden

Regionen. Hier findet jeder sein passendes

(Urlaubs-)Revier – Liebhaber von

Kunst und Kultur ebenso wie Naturfreunde

bei sportlichen Aktivitäten oder Landschaftserlebnissen

in „märchenhafter“ Szenerie.

Ideal für Wanderer sind Vogelsberg, Spessart,

Odenwald, Taunus und Westerwald sowie

der Rheingau, wo Klöster und Weinberge

die Wanderung begleiten. Die Rhön ist das

Revier der Segler, Paraglider und Motorflieger.

Weinkultur prägt die Regionen Bergstraße

und Rheingau. Eine Boots- oder Radelpartie

durchs Lahntal vereint lebhafte Studentenstädte

und verträumte Uferzonen, trutzige

Burgen und sprudelndes Wasser. Und in

Nordhessen werden die Märchen der Brüder

Grimm lebendig.

22 Hessen

Klingendes Hessen

Als kleines Paradies für Wanderer, Radfahrer

und Genießer entpuppt sich die Region Frankfurt

Rhein-Main, der „grüne Vorgarten“ der

Bankenmetropole. Eines der bedeutendsten

Events ist das Rheingau-Musik-Festival (26.6.-

5.9.2021, siehe S. 50ff) mit 192 Konzerten an

22 Spielstätten, verteilt über die gesamte Region.

Das Pendant für Leseratten ist das Rheingau-Literatur-Festival

(16.-26.9.2021): Pittoreske

Weingüter, urige Sektkeller, ausgewählte

Kelterhallen, Burgen und Schlösser laden dann

ein, mit der Literatur auf Tuchfühlung zu gehen.

Liebhaber süffiger Tropfen lockt die

Rheingauer Weinwoche (13.-22.8.2021) in

Wiesbaden: An rund 120 Ständen präsentieren

die Weinbauern aus der Region ihre Produkte

und lokale Spezialitäten. Aktuelle Weine

und Snacks an rund 30 Winzerständen präsentiert

der Rheingauer Weingartenmarkt (1.-

10.9.2021) in der Frankfurter Fressgass‘. Weit

über die Grenzen Hessens hinaus bekannt sind

die Bad Hersfelder Festspiele in der Stiftsruine

(25.6.-8.8.2021, siehe S. 50ff.), die dieses Jahr

die im vorigen Sommer wegen Corona abgesagte

70. Spielzeit feiern wollen.

Märchenhafte Wälder

Mächtige Buchenstämme mit gewaltigen

Kronendächern sind die Attraktion

im Nationalpark Kellersee-Edersee, der wegen

seines enormen Buchenbestands zum

Unesco-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder

Deutschlands“ zählt. Die alten Rotbuchenwälder

sind auf dem 70 Kilometer langen Urwaldsteig

und dem Rundwanderweg Kellerwaldsteig

(156 Kilometer) zu erkunden. Herrliche

Ausblicke auf den Edersee, Deutschlands

zweitgrößten Stausee, bietet der sogenannte

TreeTopWalk.

Grüne Metropolen

Hessens Städte locken Reisende in Zeiten

von Corona mit ihren grünen Seiten. So gehört

beispielsweise Darmstadt, umgeben von

einem grünen Gürtel, zu den waldreichsten

Großstädten Deutschlands. Mitten in der City

laden Parks wie der Prinz-Georgs-Garten, die

Orangerie und der Herrengarten zum Schlendern

ein. In der Barockstadt Fulda verheißt

der Schlossgarten Genuss im Grünen. Frankfurts

„grüne Lunge“, der Stadtwald, dehnt

sich über 5.000 Hektar aus. Mehr als 50 Gärten

und Parks, darunter der herrliche Palmengarten,

bilden den „Frankfurter Grüngürtel“.

Parks, Grünanlagen und prachtvolle Alleen

durchziehen auch die hessische Landeshauptstadt

Wiesbaden, wo Stadtspaziergänger

beim Flanieren am Rhein eine mediterrane

Auszeit nehmen können.

Weltweit einmalig ist der Bergpark Wilhelmshöhe

vor den Toren von Kassel,

der Stadt der Documenta (die nächste findet

2022 statt). Die Anlage mit den 300 Jahre alten

Wasserspielen und seiner grandiosen

Kaskadentreppe zu Füßen des monumentalen

Herkules-Denkmals ist eine von insgesamt

sieben herausragenden Kulturgütern in Hessen,

die auf der Unesco-Welterbeliste stehen.

Neben den bereits erwähnten Buchenwäldern

zählen dazu die Handexemplare von

Grimms Kinder- und Hausmärchen in der

Grimmwelt in Kassel sowie die Fossilienfundstätte

„Grube Messel“ und das architektonisch

einzigartige Kloster Lorch.

Museen von Weltrang

Auch Kunst-Interessierten bietet Hessen ein

breites Angebot hochrangiger Ausstellungshäuser

und Museen. In Frankfurt ist das Museumsufer

der Magnet für Kunstfreunde: 13

Museen finden sich zu beiden Seiten des

Mains und mehr als noch einmal so viele in

der weiteren Umgebung. Zu den wichtigsten

Häusern zählt das Städel-Museum, in dem

dieses Jahr Werke von Max Beckmann (verlängert

bis August 2021), Rembrandt

(6.10.2021-30.1.2022, siehe S. 50ff.) sowie

der Malerin Ottilie W. Roederstein (19.5.-

5.9.20219) besonders im Blickpunkt stehen.

Die Schirn-Kunsthalle widmet eine umfangreiche

Ausstellung der Malerin Paula Modersohn-Becker

(8.10.2021-6.2.2022, siehe S.

50ff). Zuvor sind herausragende Objekte des

exzentrischen Londoner Künstler-Duos Gilbert

& George (bis 5.9.2021) zu bestaunen.

Das Museum Wiesbaden ehrt in der Jubiläumsausstellung

„Alles! – 100 Jahre Jawlensky

in Wiesbaden“ den Künstler Alexej von Jawlensky,

der sich im Juni 1921 in der heutigen

Landeshauptstadt niederließ und dort bis zu

seinem Tod 1941 lebte und wirkte. „Ich. Max

Liebermann – ein europäischer Künstler“ ist

der Titel der Ausstellung (8.10.2021-9.1.2022,

siehe S. 50ff.), die im Hessischen Landesmuseum

in Darmstadt „ganz besondere

Schätze“ aus dem Werk Liebermanns zeigt.


Gartengrün und Blütenpower

Thüringen, die Heimat berühmter Dichter und Denker wie Goethe und Schiller, Wieland und Herder, ist

auch Deutschlands grüne Mitte. Auf rund 1.700 Kilometer Wanderwegen und mehr als 1.500 Kilometer

Radwegen lassen sich die tiefen Wälder aktiv und genussvoll erobern – ob entlang des berühmten Rennsteigs,

auf den Hochflächen des Schiefergebirges oder in zahlreichen romantisch-verwunschenen Flusstälern.

Bei seinen Wanderungen begegnet der Besucher überall den Hinterlassenschaften kluger Köpfe,

die das Land geprägt haben, von Martin Luther über Lucas Cranach bis zu Otto Dix und Lyonel Feininger.

Dieses Jahr steht der Urlaub hier unter dem Motto: „Querbeet durch Thüringen“. Im Mittelpunkt steht

dabei die Bundesgartenschau BUGA 2021 in Erfurt (siehe auch S. 25).

Unweit des Stadtzentrums von Bad

Langensalza, lässt ein Besuch im Japanischen

Garten den Lauf der Jahreszeiten

immer wieder in einem besonderen

Licht erscheinen, seien es das

Kirschblütenfest oder die Blüte von

Azaleen und Rhododendron oder die

Irisblüte im Sommer

Erfurt

Doch das touristische Jahresthema und Mega-

Event für Gartenfreunde ist nicht auf die Landeshauptstadt

beschränkt: Auch 25 Außenstandorte laden

zum Besuch ein. Zusammen präsentieren sie

die ganze Fülle herausragender Garten- und Parkanlagen

in Thüringen. Neben bekannten Ausflugszielen

wie Weimar, Gotha oder Bad Langensalza

sind darunter auch besondere Kleinode, wie zum

Beispiel der Schlosspark Kochberg oder der barocke

Schlossgarten Ebeleben. Vor allem außerhalb

von Erfurt ist Thüringen reich an Residenzen, zu denen

oft prächtige Gärten und Parks gehören. Als

„lebende Denkmale“ öffnen

sie Wege zur Geschichte und

Schönheit der Gartenkunst

und dokumentieren eine ungeahnte

Vielfalt, die fernöstliche

Gartenkultur der Bonsais

ebenso umfasst wie herzogliche

Landschaftsparks.

Blütenpracht

und Kräuterduft

Rosenstadt – mit diesem Titel

darf sich seit fast 20 Jahre

Bad Langensalza schmücken.

Die Kurstadt ist ein besonders

lohnendes Ziel auf einer

Thüringen-Reise zu den BU-

GA-Standorten, ein „blühendes

Gesamtkunstwerk“ in Sachen

gärtnerischer Vielfalt.

Zehn Parks und Themengärten

beherbergt die grüne

Oase am Rande des Nationalparks

Hainich, die 2011 den Titel „Blühendste

Stadt Europas“ gewann. Ein Highlight ist der grandiose

Rosengarten mit mehr als 450 Rosenarten.

Rosenfans entdecken hier historische und englische

Rosen, Wildrosen, Edelrosen, Hochstämme und

Kleinstrauchrosen – fast ein halbes Jahr präsentiert

der Garten ein ebenso anregendes wie duftendes

Farbenmeer. Ganz anders als der liebliche Rosengarten

präsentiert sich der exotische Japanische

Garten. Er vereint alles, was den Reiz asiatisch anmutender

Gärten ausmacht. Bereits seit dem 17.

Jahrhundert existiert die terrassenartige, idyllische

Parkanlage mit seitlichen

Rabatten im historischen

Park am Friederikenschlösschen.

Zu den Parks und

Themengärten der Stadt im

Nordwesten Thüringens gehören

ferner der Kurpark,

der Naturgarten des BUND,

der TRACO Gesteinspark

mit dem regional typischen

Travertin und der Magnoliengarten,

in dem auch Hortensien,

Waldreben und

Ginkgobäume gedeihen.

Diese Oasen der Ruhe und

Besinnlichkeit bieten nicht

nur Naturgenuss, sondern

auch spektakuläre Panoramen.

Denn das Stadtbild ist

von imposanten historischen

Bauwerken geprägt:

Zu den wichtigsten gehören

die Marktkirche (13. Jh.) mit

...weiter auf Seite 26

Thüringen

Thüringer Tourismus GmbH

Tel. +49-361-37420

www.thueringen-entdecken.de

Wartburg-Stiftung Eisenach

www.wartburg.de

KTL Kur und Tourismus

Bad Langensalza GmbH

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Video Tipps Thüringen

Bad Langensalza

Die Wartburg in Thüringen

– Wo Worte Weltgeschichte

wurden.

Fast 450 Rosenarten und -sorten

befinden sich im Bad Langensalzaer

Rosengarten, der unter Kennern als

einer der schönsten in Deutschland gilt

Thüringen

23


Historisches Flair und blühende Denkmäler

Mittelalterliche Handelsstadt und Reformationsstadt,

Stadt des Gartenbaus, lebendige

Kindermedienstadt und ICE-Knotenpunkt:

So facettenreich präsentiert sich Erfurt,

die Landeshauptstadt Thüringens, die

den Besucher mit ihrer über 1275-jährigen

Geschichte fasziniert. Dieses Jahr kommen

vor allem Blumenfreunde und Hobbygärtner

auf ihre Kosten. Denn noch bis zum 10.

Oktober 2021 ist Erfurt Schauplatz der Bundesgartenschau.

Eine Einladung zum Flanieren ist der fast

vollständig erhaltene mittelalterliche Stadtkern

mit beeindruckenden Kirchen, lauschigen

Gassen und historischen Fachwerkhäusern.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

und Attraktionen liegen in Erfurt (www.erfurttourismus.de)

nah beieinander. Die Silhouette

des Doms St. Marien und der Severikirche mit

ihren spitzen Türmen und Türmchen beherrscht

das Bild der Stadt. Die mächtige

Freitreppe, die über 70 Stufen zu dem prächtigen

Kirchenensemble hinaufführt, verwandelt

sich jeden Sommer in eine grandiose

Freilichtbühne. Die „DomStufen-

Festspiele“ haben einen klangvollen Namen

weit über die Grenzen Thüringens

und Deutschlands hinaus. Alljährlich genießen

mehrere hunderttausend Besucher

das sommerliche Open-Air-Spektakel.

Nachdem 2020 corona-bedingt ein

Potpourri aus Opern- und Musical-Hits

aufgeführt wurde, steht dieses Jahr wieder

eine historische Oper auf dem Festspielprogramm:

„Die Jungfrau von Orléans“

von Peter Tschaikowsky (siehe S.

50 ff.). Neben den DomStufen-Festspielen

lockt seit ein paar Jahren ein weiteres

kulturelles Open-Air-Highlight in die thü-

Auf der Krämerbrücke – einem der Wahrzeichen

der Stadt Erfurt – laden Galerien, kulinarische

Köstlichkeiten und Läden mit einzigartigem

Flair zum Bummeln und Verweilen ein

24 Thüringen

ringische Landeshauptstadt: Beim „Sommertheater“

in der eindrucksvollen Kulisse der Ruine

der Barfüßerkirche kommt 2021 „Cyrano

de Bergerac“ in einer dynamischen Inszenierung

zur Aufführung (29.7.-30.8.2021). Ein weiterer

Höhepunkt im Erfurter Veranstaltungskalender

sind die Thüringer Bachwochen

(8.9.-21.9.2021, siehe S. 50 ff.), das größte

Festival für klassische Musik in Thüringen.

Kunsthandwerk und Straßenmusik(er)

Ein Herzstück der Stadt ist die Krämerbrücke.

Diese längste beidseitig mit Häusern bebaute

und bewohnte Brücke nördlich der Alpen ist ein

Erfurter Wahrzeichen. Kleine Lädchen, Galerien

und Restaurants laden zum Bummeln ein. An

lauen Sommerabenden kommt beim Spaziergang

beinahe italienisches Lebensgefühl auf.

Einem der berühmtesten Bürger Erfurts begegnet

der Stadtspaziergänger an zahlreichen

Schauplätzen: Martin Luther verbrachte

hier zehn prägende Jahre seines Lebens. Ab

dem Jahr 1501, im Alter von 17 Jahren, studierte

der spätere Reformator Jura am Collegium

maius, der Universität Erfurt. Vier Jahre

später beschloss Luther Mönch zu werden. Er

trat ins Augustinerkloster ein, begann Theologie

zu studieren und wurde 1507 im Dom St.

Marien zum Priester geweiht. 1521/22 übersetzte

Martin Luther auf der Wartburg das

Neue Testament. 500 Jahre später feiert auch

Erfurt das Jubiläum der Bibelübersetzung.

Mit einem vielseitigen Programm aus Konzerten,

Ausstellungen, Lesungen und traditionellen

jüdischen Festivals feiert die Stadt zudem

das Themenjahr „900 Jahre jüdisches Leben

in Thüringen“. Anhand beeindruckender

Bauschätze wie der Alten Synagoge, der ältesten

bis zum Dach erhaltenen Synagoge

Mitteleuropas, und der Mikwe, dem jüdischen

Ritualbad, lassen sich in Erfurt die Spuren jüdischer

Geschichte gut nachempfinden.

Besondere Facetten der Natur stehen im

Mittelpunkt zweier interessanter Ausstellungen.

„Flower Power. Die Kunst, mit Blumen zu

sprechen“ (27.6.-17.10.2021) beschäftigt sich

im Angermuseum mit der Bedeutung von Blumen

und Blüten, ihren Formen und Farben in

den mythischen Erzählungen der Menschheit.

In der Kunsthalle lädt die Ausstellung „Blühstreifen

zwischen Traum

und Zaun“ (20.6.-3.10.21)

dazu ein, Garten als zweite

Natur neu zu sehen und zu

entdecken.

Bundesgartenschau -

Blütenpracht

und Pflanzenfülle

Mit der Begründung des

Erwerbsgartenbaus durch

Christian Reichart im 18.

Jahrhundert entwickelte

sich Erfurt zu einem Zentrum

des Gartenbaus. Ab

dem 19. Jahrhundert folgten

die Zucht und der

Handel mit Blumen- und

Gemüsesamen. Seither


Die Bundesgartenschau!

23.04. bis 10.10.2021

Zum gemütlichen Verweilen lädt der

Fischmarkt mit historischem Rathaus im

Zentrum der Erfurter Altstadt ein

Markenzeichen der BUGA Erfurt im egapark ist das größte, ornamental

bepflanzte Blumenbeet Europas – es erstreckt sich auf einer

Fläche von 6.000 qm über den gesamten Mittelteil des Geländes

haftet Erfurt in aller Welt auch der Beiname

Blumenstadt an. Gartenschauen sind seit

1865 mit Erfurt verbunden – diese Tradition

kehrt nun als Bundesgartenschau zurück.

Die Gartenausstellung, die alle zwei Jahre

an einem anderen Ort präsentiert wird, ist in

Erfurt in zwei außergewöhnlichen Denkmälern

eingebettet – dem Petersberg mit einer der

größten, weitestgehend erhaltenen barocken

Festungsanlagen Europas sowie dem egapark,

einem Gartendenkmal der DDR-Moderne

der 60-er und 70-er Jahre, und einer einzigartigen

Vielfalt an Gärten und Schaubeeten.

Der Park, der 2021 sein 60-jähriges Bestehen

feiert und für Erfurter wie Touristen

gleichermaßen eine Erholungsoase in der

Stadt ist, bildet den zentralen Standort der

BUGA. Hier eröffnet 2021 das komplett barrierefreie

Wüsten- und Urwaldhaus „Danakil“.

Es wird auch nach dem Ende der Gartenschau

ein touristischer Anziehungspunkt sein. Hier

dreht sich alles ums Wasser – Tiere und Pflanzen

zeigen ihre Überlebensstrategien in den

zwei extremen Klimazonen.

Auf 36 Hektar Fläche blühen im egapark

Stauden, Rosen, Dahlien, Iris, Pelargonien,

Hortensien, Begonien und Pfingstrosen.

Landschaftsgärtner präsentieren die ganze

Bandbreite ihres Könnens in Ausstellungen

und Wettbewerben. Neu gestaltete Themengärten

geben dem Besucher Pflanzinspirationen,

zeigen neue Züchtungen und regen zum

Nachmachen an. Wöchentlich wechselnde

Blumenschauen, besondere Gehölze und Kübelpflanzen

und einzigartige Gärten runden

das Angebot ab.

Nicht minder abwechslungsreich ist die Blütenvielfalt

auf dem Petersberg. Ein Renaissance-

und Barockgarten, ein Landschaftsgarten

und ein klösterlicher Küchengarten laden

zu einer Zeitreise ein. Mittelalterliche Färberund

Arzneipflanzen korrespondieren im ehemaligen

Festungsgraben mit traditionellen

und fast in Vergessenheit geratenen Erfurter

Gemüse- und Blumensorten. In der ehemaligen

Klosterkirche St. Peter und Paul wird eine

Ausstellung zum Thema „Paradiesgärten –

Gartenparadiese“ präsentiert. Im Kommandantenhaus

eröffnen ein modernes Besucherzentrum

und eine neue Dauerausstellung über

zwei Etagen. Besucher können die bewegende

Geschichte des Petersbergs vom Benediktinerkloster

zur Festung multimedial nachvollziehen.

Der sanft ansteigende Panoramaweg,

der Personenaufzug an der Festungsmauer

sowie ein barrierefrei zugänglicher Horchgang

ermöglichen allen Besuchergruppen einen

problemlosen Zugang zur Festung.

Im Rahmen speziell konzipierter Führungen

können die Besucher im Zeichen der Pflanzen

und Blumen auch „Gartenkultur mit allen Sinnen

erleben“ sowie „den Charme einer barocken

Stadtfestung erkunden“.

Anlässlich der BUGA Erfurt 2021 zeigen 25

Park- und Gartenanlagen in ganz Thüringen,

die BUGA-Außenstandorte, eine überraschende

Vielfältigkeit und Schönheit. Dieses

einzigartige Gartennetzwerk bietet eine Reihe

von Gründen, die BUGA-Reise nach Erfurt zu

verlängern.

Praktisch ist das Hinkommen: Erfurt ist zentral

gelegen und optimal an die Verkehrsknotenpunkte

Frankfurt, Berlin und München angebunden.

Eine gute Verkehrsinfrastruktur

rund um Erfurt sorgt dafür, dass die Besucher

gut und schnell ankommen– sei es über den

ICE-Bahnhof oder die Autobahn.

Video Tipps Erfurt

BUGA-App: Zwei Standorte – eine App.

Die BUGA Erfurt 2021 interaktiv entdecken.

BUGA live –

der offizielle BUGA-Youtube-Kanal

Erfurt in 48 Stunden: Mittelalterlich

und modern, aufregend und lebendig

- ein Feuerwerk voller Emotionen

• 171 Tage Sommerfest mit

gärtnerischer Leistungsschau

• 2 Ausstellungsflächen in Erfurt

• 36 ha egapark, 7 ha Petersberg

• 87.000 m² Blumen

• BUGA-Führungen, Stadtführungen

und Rundfahrten durch die historische

Erfurter Altstadt

• neue Ausstellung im Kommandantenhaus

auf dem Petersberg

A5

A1

Düsseldorf

Wiesbaden

Mainz

Bremen

A3

Stuttgart

A6

A7

Kiel

Hamburg

Hannover

BUGA-Hotline

+49 361 66 40-160

Tickets in der Tourist Information

Erfurt oder online unter

www.buga2021.de/preise

A2

Erfurt

A8

A9

Schwerin

Magdeburg

München

Berlin

A4

A10

Dresden

25


Das am Ufer der Ilm liegende

Stadtschloss Weimar ging aus

einer mittelalterlichen Wasserburg

hervor und wurde Ende des 10. Jh.

erstmals urkundlich erwähnt

dem zweithöchsten Glockenturm

Thüringens, die Bergkirche

(12. Jh.), der Glockenturm

des Augustinerklosters,

das Schloss Dryburg sowie

die 16 Wachtürme der noch

gut erhaltenen Stadtmauer.

Heilpflanzen und Kräuter

kann der interessierte Besucher

im Apothekergarten am

Thüringer Apothekenmuseum

erkunden. Das „Haus Rosenthal“,

eines der ältesten

Häuser der Stadt (16. Jh.),

zeigt eine informative und

kurzweilige Ausstellung zur Pharmaziegeschichte.

Kleine Entdecker zieht es in die Kindererlebniswelt

Rumpelburg inmitten der historischen

Altstadt.

Als staatlich anerkanntes Heilbad blickt Bad

Langensalza auf eine über 200-jährige Kurtradition

zurück. In der Friederiken-Therme entspannen

und regenerieren die Gäste mittels

der drei natürlichen Heilmittel Schwefel-,

Sole- und Trinkheilwasser. Zum Angebot der

Therme gehören zudem Bad & Sauna, Wellness

& Therapie – und eine von nur drei Kältekammern

in Thüringen. Besonders lebhaft

geht es in Bad Langensalza alljährlich beim

Mittelalterstadtfest zu, das allerdings wegen

der Pandemie aufs nächste Jahr

(27./28.8.2022) verschoben wurde.

Nervenkitzel im Urwald

Knapp zehn Kilometer von Bad Langensalza

entfernt beginnt der Nationalpark

Hainich. Die besondere Attraktion des zum

Unesco-Weltnaturerbe zählenden Waldgebiets

ist der Baumkronenpfad, der zum Spaziergang

in luftiger Höhe einlädt. Über 540

Das Nationalparkzentrum Hainich mit seinen interaktiven

Präsentationen und Filmvorführungen ist meist die

erste Anlaufstelle für den Besuch des Baumkronenpfads

Meter schlängelt sich der barrierefreie Pfad

durch die Baumkronen und bietet so einzigartige

Einblicke in diesen artenreichen Lebensraum.

Vom 44 Meter hohen Aussichtsturm

schweift der Blick weit über das Thüringer Becken

und den Nationalpark. Für Nervenkitzel

bei Kindern und Junggebliebenen sorgen einige

aufregende Kletterelemente über dem

26 Thüringen

Abgrund. Neben dem Höhenerlebnis auf

dem Baumkronenpfad bietet das Nationalparkzentrum

zwei sehenswerte Erlebniswelten,

die den Besucher in die „Geheimnisse

des Hainich“ und die Unterwelt der „Wurzelhöhle“

entführen. Gleich am Eingang des Nationalparkzentrums

geht es auf einer barrierefreien

Schräge hinab in die Höhle, wo in mystischer

Umgebung eine multimediale Ausstellung

mit greifbaren Modellen, Gucklöchern,

Animationen und interaktiven Bildschirmen

wartet. Ein Highlight im Veranstaltungskalender

ist der „Höhengenuss auf dem Baumkronenpfad“

(10.9.2021).

Zauberhaftes Kleinod

Zurück zur BUGA, die noch bis zum 17. Oktober

2021 stattfindet: Eine wahre Entdeckung

und ein Kleinod in Thüringen ist das

Schloss und der Park Altenstein, der sich

nahe der Kurstadt Bad Liebenstein auf einer

Fläche von rund 160 Hektar erstreckt. Das

vom damaligen Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen

als Sommerresidenz erbaute

Schloss wurde Ende des 19. Jahrhunderts

nach dem Vorbild englischer Herrenhäuser

umgebaut. Auch der weitläufige

Park beeindruckt durch seine

wechselvolle Gestaltung, für die die

Gartenbaukünstler Hermann Fürst

von Pückler-Muskau, Carl Eduard Petzold

und Peter Joseph Lenné verantwortlich

zeichnen. Drei Rundwege

führen zu verborgenen Architekturschätzen

wie der Ritterkapelle, dem

chinesischen Häuschen oder einem

massiven, überdimensionalen Blumenkorb.

Ebenfalls ein Außenstandort der

BUGA sind die Dornburger Schlösser,

die auf einer steil abfallenden Felswand hoch

über dem Saaletal thronen. Jedes der drei

Schlösser verfügt über einen eigenen Garten:

Beim Alten Schloss spaziert der Besucher

durch einen Obstgarten mit historischen Sorten,

am Rokokoschloss wartet ein verträumter

Rostlaubengang, rund um das Renaissanceschloss

breitet sich ein englischer Landschaftsgarten

aus. Und dazwischen immer

wieder Rosen, zu deren Ehren alljährlich die

Dornburger Rosenkönigin gekrönt wird.

Schon Goethe genoss

die „anmutigen Gärten“

und lobte sie als „heiter,

schön, weitläufig und

doch übersehbar“. Das

Renaissance- und das

Rokokoschloss können

auch von Innen besichtigt

werden.

Mit Goethe im Garten

Auch Weimar, bekannt

nicht nur für seine

Dichterfürsten, sondern

auch seine Parks und

Gartenanlagen, ist eine

besondere Attraktion im

BUGA-Jahr. Nur eine halbe

Autostunde von Erfurt

entfernt, spaziert der Besucher hier auf den

Spuren der Herzöge und Hofdamen, der Visionäre

und berühmt gewordener Gärtner. Ein

Muss ist beispielsweise der Park an der Ilm

mit Goethes Garten. Ebenso der Schlosspark

Belvedere: Die barocke Gartenanlage, im

strengen französischen Stil angelegt, wurde

später in einen englischen Garten umgewandelt.

Weitere Einladungen für Naturliebhaber

sind die Schlossparks Tiefurt und Ettersburg,

das Landgut Holzdorf, der Garten am Kirms-

Krachow-Haus, zur Goethezeit ein wichtiger

Treffpunkt der Weimarer Gesellschaft, sowie

der Historische Friedhof, der zum Unesco-

Welterbe „Klassisches Weimar“ zählt. Die

Klassik Stiftung Weimar präsentiert aus Anlass

des Themenjahres, das hier unter dem Motto

„Neue Natur“ steht, diverse Ausstellungen

an verschiedenen Orten in der Stadt.

Bei einem Rundgang dürfen die Wohnhäuser

und Wirkstätten von Goethe und

Schiller sowie die Anna-Amalia-Bibliothek mit

dem berühmten Rokokosaal ebenso wenig

fehlen wie das Deutsche Nationaltheater und

das Bauhaus-Museum. Den Stätten der deutschen

Klassik und dem Bauhausgebäude verdankt

Weimar die Ernennung zum Unesco-

Weltkulturerbe.

Zwei echte Klassiker bietet auch die Küche

Thüringens. Das eine ist die berühmte

Rostbratwurst (traditionell ganz und

im Brötchen serviert), dem in Holzhausen bei

Arnstadt sogar ein eigenes Bratwurstmuseum

eingerichtet worden ist. Genauso populär

sind die Thüringer Klöße, für die es an die

300 Rezepte geben soll.

Charmante Kleinstadt und große Kunst

Neben den „Klassikern“ Weimar und Erfurt

lohnen einige charmante thüringische Kleinstädte

den Besuch. Zum Beispiel Gotha mit

dem majestätischen Schloss Friedenstein und

seinen prachtvoll ausgestatteten Wohn- und

Repräsentationsräumen sowie dem Herzoglichen

Museum. Einen kulturellen Genuss der

besonderen Art bietet das Ekhof-Festival im

intimen, barocken Ekhof-Theater. Wegen Corona

findet das Festival jedoch erst wieder

2022 statt. Das Herzogliche Museum zeigt im

Rahmen der Sonderausstellung „Wieder da! –

Die Rückkehr der verlorenen Meisterwerke“


(23.10.2021-22.5.2022) Gemälde

wie Holbeins „Heilige

Katharina“ oder van

Dycks „Selbstbildnis mit

Sonnenblume“. Tipp für

Gartenfreunde: Im Orangenhaus

der imposanten

barocken Herzoglichen

Orangerie widmet sich die

Ausstellung „Im Garten der

Goldenen Früchte“ (bis

19.9.2021) um alle Facetten

rund um die Aufzucht

von Zitrusgewächsen.

Luthers Leben

auf der Wartburg

Deutschlands berühmteste

Burg erhebt

sich über der Stadt Eisenach weithin

sichtbar aus dem Grün der Wälder: die Wartburg,

seit 1999 Unesco-Weltkulturerbe. Neben

der Schlosskirche in Wittenberg ist die

Anlage die bekannteste Lutherstätte im Land.

Auf der Wartburg übersetzte Martin Luther

das Neue Testament ins Deutsche. Das geschah

vor genau 500 Jahren. Am 4. Mai 1521

kam Luther im Schutz der Dunkelheit auf der

Wartburg an, wo er zunächst in das Kavaliergefängnis

gebracht wurde. Daran erinnern

zwei Sonderausstellungen: Während 2022 Luthers

Übersetzung des Neuen Testaments im

Fokus stehen wird, lädt die Exposition in diesem

Jahr unter dem Titel „Luther im Exil.

Wartburgalltag 1521“ (bis 27.02.2022, siehe

S. 55ff.) zu einer Reise in Luthers Lebenswirklichkeit

und den Alltag auf der Burg ein. Dabei

wird einerseits Luther selbst in unschätzbar

wertvollen, eigenhändigen Briefen aus jener

Zeit lebendig, während im zweiten Teil

der Ausstellung auf dem Außengelände der

Burgalltag vor 500 Jahren zum Leben erweckt

wird. So vermittelt beispielsweise der Nachbau

von Luthers Reisewagen einen Eindruck

vom Reisen im 16. Jahrhundert. Verschiedene

thematische Stationen beantworten Fragen

zu Leben und Arbeiten auf der Burg oder wie

die Burg mit Wasser und Nahrungsmitteln

versorgt wurde.

In Eisenach zu Füßen der Burg soll das Jubiläum

„500 Jahre Übersetzung des Neuen

Testaments“ im Rahmen einer Festwoche unter

dem Motto „Die Kraft der Worte“ (12.-

20.9.2021, www.eisenach.info) gewürdigt

werden. Als ein künstlerischer Höhepunkt ist

die Illuminierung des Eisenacher Marktplatzes

an den Abenden des 17. und 18. Septembers

angekündigt.

Auf der Wartburg wirkte auch die Heilige

Elisabeth. Und Richard Wagner schrieb dort

seine romantische Oper „Tannhäuser“. Die

stolze, 900 Jahre alte Burg ist nicht nur Ort

musealer Kostbarkeiten, sondern auch eine

einzigartige Kulisse für kulturelle Veranstaltungen

wie den MDR-Musiksommer. Der Festsaal

ist berühmt für seine herausragende Akustik.

Die romantische Oper „Tannhäuser und der

Sängerkrieg auf der Wartburg“ ist alljährlich

ein besonderes Highlight für Opern-Fans. Von

der Burgmauer schweift der Blick über die

Dächer von Eisenach, wo sich in der Nähe des

Marktplatzes das Lutherhaus befindet. Geplant

sind natürlich auch die beliebten Konzerte

im Advent und der romantische Weihnachtsmarkt

(siehe S. 64, www.wartburg.de).

Panoramablick auf Greiz, die 800-jährige ehemalige

Residenzstadt im Thüringer Vogtland, die wegen ihrer

historischen Bedeutung und zahlreichen Sehenswürdigkeiten

als "Perle des Vogtlands" gilt

Perle des Vogtlands und Urwald-Perlen

Drei „reußische Perlen“ entdecken Besucher

im Thüringer Vogtland im Osten des

Bundeslands. Die Region hat kulturell viel zu

bieten. So haben sich in Gera, dem nördlichen

Tor zum Vogtland, bedeutende Anlagen

des reußischen Fürstenhauses erhalten. Hingucker

sind u.a. das prächtige Jugendstiltheater

und die Orangerie. Einen Besuch lohnt

auch das Otto-Dix-Haus, das sich dem Leben

und Wirken des Malers und Grafikers, der

hier geboren wurde, widmet. Malerisch an

der Weißen Elster gelegen, bietet Greiz, die

„Perle des Vogtlands“, allein drei Schlösser,

darunter das Sommerpalais von 1769 mit einem

herrlichen Landschaftspark nach englischem

Vorbild. Dritte im Bunde ist Schleiz,

wie Gerad und Greiz eine ehemalige Residenzstadt,

deren größte Sehenswürdigkeit

das hoch über der Saale gelegene Schloss

Burgk ist. Es gilt als eine der am vollständigsten

erhaltenen Burganlagen am sogenannten

„Kulturweg der Vögte“.

Gleich acht schützenswerte „nationale

Naturlandschaften“ sind zu entdecken.

Der bekannteste Wanderweg, der legendäre

Rennsteig, erstreckt sich als Kammweg 170

Kilometer weit durch den Naturpark Thüringer

Wald. Zwischen den Wäldern des Rennsteigs

und den Burgen der Saale breitet sich

das Thüringer Schiefergebirge aus. Drei unterschiedliche

Naturräume kann der Besucher

im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal erwandern

oder bei ausgedehnten Bootstouren

genießen. Zu den Thüringer Naturreservaten

gehören auch der Naturpark Südharz und der

Naturpark Kyffhäuser. Teile dieser „Waldwildnisgebiete“,

die wegen ihres Struktur- und

Artenreichtums „Urwaldperlen“ genannt werden,

sind neuerdings auf besonderen Wegen

zu erkunden. Bereits 16 „Urwaldpfade“ ermöglichen

einem breiten Publikum, die naturnahen

Wälder intensiv zu erleben.

Wie an keinem anderen Ort in Deutschland manifestiert

sich in der fast tausend Jahre alten Wartburg

Weltgeschichte – seine verzierten Bauten zeugen eindrucksvoll

von mittelalterlicher Bau- und Lebenskultur

Thüringen

27


Halberstadt

Magdeburg

Sachsen-Anhalt

Spannende Reisen

durch die Geschichte

Hier wird der Urlaub unweigerlich zu einer spannenden Reise durch die Geschichte. In keiner anderen

deutschen Region finden sich so viele steinerne Zeugen unterschiedlicher Epochen, wie in Sachsen-Anhalt.

Trutzige Burgen im Harz, stolze Hansestädte in der Altmark, Kirchen der Romanik im ganzen Land,

dazu mächtige Klöster, gotische Dome und pittoreske Fachwerkstädtchen. Naturliebhaber sind entzückt

von den mehr als 1000 prachtvollen Parks und Gärten, von denen sich die schönsten 50 als wahre „Gartenträume“

präsentieren. Kulturfreunde können auf engstem Raum sechs Unesco-Welterbestätten entdecken,

die sich als „6 Staunenswerte“ gemeinsam vermarkten: der Naumburger Dom, die Altstadt und die

Stiftskirche von Quedlinburg, die Lutherstätten in Eisleben und Wittenberg, die Bauhausstätten in Dessau,

das Gartenreich Dessau-Wörlitz sowie das Weltdokumentenerbe Himmelsscheibe von Nebra.

IMG – Investitions- und

Marketinggesellschaft

Sachsen-Anhalt mbH

Tel. +49-391-5689980

www.sachsen-anhalttourismus.de

Video Tipp

Ein Frühlingstag

in Halberstadt

Die berühmte kreisförmige Bronzeplatte steht

dieses Jahr im Mittelpunkt der Landesausstellung

"Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – neue

Horizonte“ (4.6.2021-9.1.2022) im Landesmuseum

für Vorgeschichte in Halle an der Saale. Die Ausstellung

präsentiert Forschungsergebnisse, die in den

vergangenen 20 Jahren zur Himmelsscheibe erzielt

wurden, und verknüpft sie mit Naturwissenschaft,

Archäologie, Gesellschaftstheorie und Kunst. Neue

Funde und Befunde aus Sachsen-Anhalt werden

durch hochrangige Objekte von über 50 Leihgebern

aus dem In- und Ausland ergänzt.

Besondere Aktualität erfährt eine weitere Sonderausstellung:

„Pest – eine Seuche verändert die

Welt“ (20.8.2021-20.2.2022). Die Pest hat bis heute

ihre Spuren in der abendländischen Kultur hinterlassen

und das kulturelle Gedächtnis Europas tief geprägt.

Ein Vergleich mit der aktuellen Covid-19-Pandemie

drängt sich bei einem Besuch im Augusteum

der Lutherstadt Wittenberg auf.

Sieben Schätze für Romantiker

Warum die Region den Beinamen „Kernland

deutscher Geschichte“ trägt, offenbart sich dem

Reisenden am besten in den sieben Städten, die

sich zur Kooperation „Stadtsprung. Städte zwischen

Harz und Elbe“ zusammengeschlossen haben. Die

Landeshauptstadt Magdeburg, Halle an der Saale,

die Domstädte Naumburg und Halberstadt, die

„bunte Stadt am Harz“ Wernigerode sowie die

Welterbeorte Quedlinburg und Dessau-Roßlau sind

die „kulturellen Leuchttürme“ im Reiseland Sachsen-Anhalt.

In Dessau-Roßlau stehen die Arbeiten der

Bauhauskünstler im Mittelpunkt des Interesses.

Das 1926 unter der Leitung von Walter Gropius

als Hochschule für Gestaltung eröffnete Bauhaus

und die nach seinen Entwürfen erbauten Meisterhäuser

sind Anziehungspunkte für Architekturfreunde

aus aller Welt. Seit 1996 stehen die Bauhausstätten

in Dessau sowie im thüringischen Weimar auf

der Unesco-Liste des Weltkulturerbes. Ebenfalls

lohnend ist der Besuch Im Feininger-Haus, dort befindet

sich die einzige europäische Dokumentationsstätte

für Leben und Werk des in Dessau geborenen

Komponisten Kurt Weill.

Auf eine wechselvolle Geschichte blickt die mehr

als 1200 Jahre alte Händelstadt Halle an der Saale

zurück. Zu den Berühmtheiten der Stadt gehört

auch Martin Luther. Wer auf seinen Spuren wandelt,

entdeckt in der Marktkirche seine originale Totenmaske.

Der Höhepunkt im jährlichen Veranstaltungskalender

sind die Händel-Festspiele, die wegen

der Pandemie jedoch bereits zum zweiten Mal

abgesagt werden mussten. Sie sollen nun vom 27.

Mai bis zum 12. Juni 2022 stattfinden.

Die Landeshauptstadt Magdeburg liegt im Mittelpunkt

der Straße der Romanik (siehe S. 56). Sehens-

28

Sachsen-Anhalt


Entdeckt in Halberstadt

wert ist der historische Stadtkern mit geschichtsträchtigen

Bauwerken wie z.B. dem

berühmten Dom, Wahrzeichen der Stadt, mit

der Grablege von Kaiser Otto dem Großen.

Eindrucksvoll sind auch die „Grüne Zitadelle“,

das letzte und größte Architekturprojekt von

Friedensreich Hundertwasser, und das frühere

Prämonstratenserkloster Unser Lieben Frauen

(11. Jh.), heute Museum und Konzerthalle. An

das gesellschaftliche Wirken des Ordens, der

die Stadt über viele Epochen mit kulturellen

und baulichen Einflüssen geprägt hat, erinnert

im Jubiläumsjahr 2021 die Sonderausstellung

„Mit Bibel und Spaten. 900 Jahre Prämonstratenserorden“

(8.9.2021-9.1.2022) im Kulturhistorischen

Museum Magdeburg.

Kultur und Mystik in Halberstadt

Ein Highlight unter den zahlreichen prachtvollen

Bauwerken an der Straße der Romanik

ist die Liebfrauenkirche zu Halberstadt. Das

Gotteshaus ist die einzige viertürmige Basilika

Mitteldeutschlands. Die Chorschranken im

Innern stammen aus der Zeit um 1200 und

gehören zu den bedeutendsten Kunstwerken

der Romanik in Deutschland. In Halberstadt,

dem „Tor zum Harz“, finden Besucher eine

schier unermessliche Fülle solcher Kulturschätze.

Wie den gotischen Dom St. Stephanus

und St. Sixtus, der weithin sichtbar die

Silhouette der Stadt dominiert. Im St.

Burchardikloster wird seit 2001 das langsamste

Musikstück der Welt abgespielt. Das weltweit

beachtete Orgel-Kunstprojekt von John

Cage soll 639 Jahre lang zu hören sein. Weitere

Orgelschätze sind Stationen eines speziellen

Stadtrundgangs durch die Orgelstadt

Halberstadt. Themenspaziergänge wie der

„romantische Abendspaziergang“ oder ein

„gemütlicher Weinabend mit Bruder Karsten“

zeigen immer wieder neue (auch kulinarische)

Facetten der Stadt. Mystisch wird es bei der

Wandertour „Im Schatten der Hexen“ – nach

den Harzkrimis der Autorin Kathrin R. Hotowetz

–, die zeigt, dass es auch vor den Toren

der alten Bischofsstadt viel zu entdecken

gibt. Zum Beispiel die Halberstädter Berge.

In der Höhlenwelt der Klusfelsen, die teilweise

ein wenig an das Monument Valley in Colorado

erinnern, sowie im Landschaftspark

Spiegelsberge, wo im Jagdschloss das älteste

Riesenweinfass der Welt zu bestaunen ist,

wandern die Besucher auf den Spuren der

Romanfiguren. Im Ortsteil Langenstein tauchen

Wanderer in den original eingerichteten

Wohnhöhlen auf dem Schäferberg und bei

der Ruine der sagenumwobenen Altenburg

tief in längst vergangene Zeiten ein.

Bunte Stadt, schöne Frau

Wernigerode verdankt seinen Beinamen

„die bunte Stadt am Harz“ den farbenfrohen

Fachwerkhäusern und den romantischen Winkeln

in der Altstadt. Anziehungspunkte sind

besonders das markante Rathaus mit seinen

hübschen Erkern und spitzen Dachtürmen sowie

das „Schiefe Haus“, eine ehemalige

Wankmühle, die heute als Museum und Galerie

dient. Tipp für Naschkatzen: Zum 10. Mal

findet in Wernigerode die chocolART (27.10.-

31.10.2021) mit Ständen exklusiver Chocolatiers

und Manufakturen aus unterschiedlichen

Ländern statt.

Der Naumburger Dom ist ein noch vergleichsweise

junges Mitglied der

Unesco-Welterbestätten in Deutschland. Berühmt

ist er wegen der „schönsten Frau des

Mittelalters“, der „schönen Uta“, die seit

mehr als 750 Jahren, umrahmt von den Figuren

der zwölf Stifter, mit kühler Miene vom

Westchor auf die Besucher herabblickt. Schon

1994 wurde Quedlinburg, die Stadt am

Ostrand des Harzes, als Weltkulturerbestätte

eingestuft. Die Ehre verdankt sie den 2.069

Fachwerkhäusern in der Altstadt sowie dem

Schloss und der Stiftskirche St. Servatius. Hier

begann deutsche Geschichte mit Heinrich I.,

dem ersten deutschen König.

Blütenpracht in Parks und Gärten

Ins Grüne lockt die Initiative „Gartenträume

– Historische Parks in Sachsen-Anhalt“, die

Garten- und Parkanlagen vom 17. bis zum 21.

Jahrhundert umfasst. 2021 soll das vom Vorjahr

wegen der Pandemie verschobene Jubiläum

unter dem Motto „Genießen – Erleben

– Selber machen“ mit fantasievollen Festen,

betörenden Lichternächten, klassischen Konzerten

vor traumhafter Kulisse von Burgen

und Schlössern und Gartenseminaren im Grünen

nachgeholt werden. Seit über zwanzig

Jahren locken historische Gärten und Parks

mit romantischen Nächten, Schlossfestspielen

und Kunst im außergewöhnlichen Rahmen.

„Gartenträume“ umfassen „nur“ die 50 bedeutendsten

und schönsten Anlagen von insgesamt

rund 1.000 Gartendenkmälern des

Landes Sachsen-Anhalt. Unter freiem Himmel

und an der frischen Luft eignen sich die Anlagen

hervorragend als Corona-konformes Reiseziel

für die ganze Familie. Tipp: Das Europa-Rosarium

in Sangershausen, die größte

Rosensammlung der Welt, ist die Kulisse für

die Outdoor-Ausstellung „Rose trifft Kunst“

(1.7.-7.8.2021) mit über 200 Kunstobjekten

auf 13 Hektar Parkgelände.

Ein wahres Meisterwerk der Natur ist die

Welterbestätte Gartenreich Dessau-

Wörlitz. Auenwälder, Flüsse und ausgedehnte

Wiesen, Parkanlagen, Alleen und natürlich in

die Umgebung eingebettete Schlösser prägen

das Bild der Landschaft.

Geheimtipp für Rad-Urlauber

Sportliche Naturen zieht es in die Altmark

im Norden Sachsen-Anhalts. Die

urwüchsige Region mit historischen Hansestädten

wie Havelberg, Salzwedel, Stendal

und Tangermünde sowie ausgedehnten Wäldern,

Seen und Flusslandschaften bietet ein

großes Radwegenetz. In der jüngsten Umfrage

des Allgemeinen Deutschen Fahrradklubs

belegt die Altmark Platz 6 in der langen Liste

der beliebtesten Radregionen Deutschlands.

Besonders beliebt und abwechslungsreich ist

der Altmarkrundkurs: Etwa 500 Kilometer

führt die Radstrecke unter anderem durch

den Naturpark Drömling, durch Elbauen oder

den Elb-Havelwinkel. Ein Teil des Rundkurses

verläuft auf dem Elberadweg.

Monument Valley?

Ganz nah dran!

Fünffingerfelsen Klusberge

Ein Stück Ewigkeit?

Ganz nah dran!

John-Cage-Orgel-Kunst-Projekt

Die Säulen der Erde?

Ganz nah dran!

Dom St. Stephanus und

St. Sixtus

Tourist Information

Halberstadt

Holzmarkt 1, 38820 Halberstadt

Telefon +49 (0)3941 55-1815

halberstadt-info@halberstadt.de

www.halberstadt-tourismus.de

Die Schätze des Vatikans?

Ganz nah dran! Domschatz

Hobbits?

Samaria Schlucht?

29

Foto: Stefan Herfurth Foto: Mathias Kasuptke Foto: Stefan Herfurth

Foto: Ulrich Schrader

Foto: Frank Boxler

Foto: Stefan Herfurth

Ganz nah dran!

Höhlenwohnungen

in Langenstein

Ganz nah dran!

Aufgang zur Altenburg

Langenstein


Kultur und die Wunder der Natur entdecken

Dresden

Albrechtsburg Meissen

Sachsen ist vor allem wegen seiner herausragenden Kunst und Kultur aus über 1000 Jahren Geschichte

ein „Hotspot“ für Reisende aus aller Welt. Herausragende Museen und Sammlungen sowie eine Musiklandschaft,

die mit ihren Orchestern, Opernhäusern, Knabenchören von Weltrang und vielen Theaterbühnen

ihresgleichen sucht, machen die Region zu Deutschlands Kulturreiseziel Nummer eins. Darüber hinaus

begeistert Sachsen aber auch mit faszinierender Natur: Allein vier Mittelgebirge sowie malerische

Fluss-, Teich- und Seenlandschaften, allen voran das Leipziger Neuseenland, laden zum Wandern und

Radfahren, Klettern und Wassersporteln ein.

Sachsen

Tourismus Marketing

Gesellschaft Sachsen mbH

Tel. +49-351-49170-0

www.sachsen-tourismus.de

www.erlebe-dein-sachsen.de

info@sachsen-tour.de

Leipzig Tourismus

und Marketing GmbH

Tel. +49-341-7104 260

www.leipzig.travel

info@ltm-leipzig.de

Video Tipps Sachsen

Willkommen in Sachsen –

1000 Jahre Kulturgeschichte

und traumhafte

Landschaften

24 Tipps & Sehenswürdigkeiten

in Leipzig –

Wochenendguide & Reisetipps

Görlitz neu entdeckt.

Erlebnisreich, überraschend,

inspirierend – so

kann ein Tag in Görlitz sein

30 Sachsen

Burgen und Schlösser, steile Weinberge, weite

Wiesen und dichte Wälder, Kulturschätze von Seltenheitswert

am Wegesrand und dazu traumhafte

Ausblicke an jeder Ecke: Wer Sachsen auf den zahllosen

gut ausgeschilderten Wander- und Radwegen

erkundet, kann Naturerleben und Kulturgenuss

wunderbar verknüpfen. Abwechslung bieten quirlige

Metropolen und romantische Kleinstädte, entschleunigende

Dörfer und entspannende Kurorte.

Zu Fuß auf den Spuren der Maler und Musiker

Wie gemacht für spannende Wanderungen

und aufregende Kletterpartien ist die wildromantische

Felsenwelt des Elbsandsteingebirges.

Mitten hindurch führt der Malerweg (112 km), einer

der schönsten Wanderwege Deutschlands. In einer

Landschaft, die schon berühmte Maler, Musiker und

Dichter inspirierte, finden Wanderer eine unglaubliche

Dichte an naturgegebenen und historischen Attraktionen.

Unweit der Sächsischen Schweiz, die

den einzigen „Felsennationalpark“ Deutschlands

beheimatet, liegt im südöstlichen Zipfel Sachsens

das Zittauer Gebirge. In diesem kleinsten Mittelgebirge

Deutschlands genießt man von der Lausche,

dem mit 792 Metern höchsten Gipfel, einen herrlichen

Rundumblick über das Oberlausitzer Bergland.

Einer der ältesten Wanderwege Deutschlands und

einer von sieben als „Qualitätsweg Wanderbares

Deutschland“ zertifizierten Wegen Sachsens ist der

Kammweg Erzgebirge-Vogtland. Die anspruchsvolle

Strecke (285 km) entlang des Erzgebirgskamms reiht

einzigartige Naturerlebnisse auf deutscher und auf

tschechischer Seite. Unterwegs warten Spielzeugmacher,

Räucherkerzenmanufakturen und besondere

Schätze: wunderschöne Bergstädtchen mit historischen

Stadtkernen und prächtigen Kirchen. Wer hier

wandert, der bewegt sich übrigens in der von der

Unesco zum Welterbe ernannten „Montanregion

Erzgebirge/Krušnohoří“.

Eine reizvolle Herausforderung für Weitwanderer

ist auch der Vogtland-Panorama-Weg (228 km). Der

abwechslungsreiche Rundweg bietet mehr als 80

bemerkenswerte Aussichten und Panoramablicke.

Spektakulär ist gleich beim Einstieg die Göltzschtalbrücke

– das 78 Meter hohe Viadukt besteht aus 98

Bögen. Weitere Qualitätswanderwege sind: Elsterperlenweg,

Klingenthaler Höhensteig-Rundweg und

Talsperrenweg Zeulenroda im Vogtland, die Heide-

Biber-Tour durch die Dahlener und Dübener Heide

und der Oberlausitzer Bergweg.

Wer trutzige Burgen und prächtige Schlösser liebt,

folgt dem Muldental-Wanderweg. Regionale Weine

und Sekte lassen sich auf dem Sächsischen Weinwanderweg

inmitten steiler Weinberge mit imposanten

Aussichtspunkten und urigen Weinkellern im

mediterran anmutenden Dresdner Elbtal probieren.

Genusstouren auf zwei Rädern

Mehr als 30 spannende Routen empfiehlt die

website www.sachsen-tourismus.de, auch die

Broschüre „Frischluft – Aktivurlaub in Sachsen“

ist hilfreich bei der Wahl der passenden Radtour.

Der Star unter den sächsischen Fernradwegen ist

der Elberadweg. Die Ufer links und rechts des zweitlängsten

Flusses in Deutschland bieten im sächsischen

Teil Kultur und Natur in Hülle und Fülle. In

Dresden krönen drei Elbschlösser den Weg, der mit

der berühmten Altstadt-Silhouette berauscht, bevor

er vorbei an malerischen Weinbergen zwischen Radebeul

und Meißen liebliche Elbweindörfer und in

Torgau Schloss Hartenfels erreicht. Auf dem Oder-

Neiße-Radweg und dem Spree-Radweg gelangt

man ins Lausitzer Bergland, auf die wegen ihrer sakralen

Bauwerke geschätzte Via Sacra, in den zum


Unesco-Welterbe ernannten Fürst-Pückler-

Park und in das Naturparadies Oberlausitzer

Heide- und Teichlandschaft. Auf dem Musikantenradweg

radelt man durch das für seine

mehr als 300 Jahre alte Musikinstrumentenbautradition

bekannte Vogtland. Die Neuseenland-Radroute,

einen Katzensprung von

Leipzig entfernt, führt vorbei an einer künstlich

geschaffenen Idylle türkisblauer Seen und

herrlicher Strände. Schwimmende Häuser, Marinas

und Häfen verströmen einen Hauch von

Mittelmeer im Osten Deutschlands.

Sportliche Herausforderungen

Die Herausforderung schlechthin für Rennradler

ist die Stoneman Miriquidi Road. Auf

der einmaligen Strecke über circa 290 Kilometer

durch den tschechischen Egergraben

und über den Erzgebirgskamm sind 4.900

Höhenmeter zu überwinden. Das Pendant für

Mountainbiker ist der Stoneman Miriquidi

Trail: Neun Gipfel und 4.400 Höhenmeter gilt

es bei der Zwei-Länder-Tour (162 km) zu bezwingen.

50 Kilometer Abwechslung bietet

für MTB-Freaks das Trailcenter Rabenberg,

Deutschlands erster Singletrail Park. Routen

unterschiedlichster Couleur vereint das „Bikerevier

Erzgebirge“. Eine Verlockung ist die

Bikewelt Schöneck mit einem Übungsparcours

für die ganze Familie, fünf Abfahrtsstrecken

und insgesamt 265 Kilometer Mountainbikevergnügen.

Landpartie von Dorf zu Dorf

Ein entschleunigendes Kontrastprogramm

zur Hektik des Alltags bieten malerische Dörfer,

die sich in die ländliche Idylle Sachsens

kuscheln. Gleich 19 zertifizierte, sogenannte

„Urlaubsdörfer“ laden ein zur „sächsischen

Landpartie“. Die Palette reicht vom Museumsdorf

Blankenhain und dem berühmten

Spielzeugdorf Seiffen im Erzgebirge bis zum

„barocken Hochzeitsdorf“ Zabeltitz. Ein Geheimtipp

für Romantiker ist Oybin/Lückendorf

in der Oberlausitz, als „Dorf der Sinne“

verzaubert Höfgen in der Region Leipzig. Eines

haben alle Dörfer gemeinsam: Sie stecken

voller Geschichte(n) und lassen uralte

Handwerkstraditionen und Bräuche lebendig

werden.

Kulturschätze in Sachsens Metropolen

Egal, ob mit Wanderschuhen, Mountainbikes

oder Tourenrädern: Alle Wege führen irgendwann

zu den Kulturschätzen in Sachsens

Metropolen. Mit Bauwerken wie der Frauenkirche,

der katholischen Hofkirche, dem Residenzschloss,

dem Zwinger und der Semperoper

begeistert Dresden Kulturliebhaber und

Städtereisende aus aller Welt. Die Staatlichen

Kunstsammlungen Dresden zählen zu den

bedeutendsten Sammlungen weltweit. Die

Gemäldegalerie Alte Meister mit der Sixtinischen

Madonna oder die Schätze im Historischen

Grünen Gewölbe lassen Kunstfreunde

staunen. Eine Aufführung in der Semperoper

oder in der Frauenkirche, ein Konzert der

Sächsischen Staatskapelle oder des Dresdner

Kreuzchores sind für Musikliebhaber ein

Muss.

In Leipzig dokumentieren die historischen

Kaufmannshäuser, Passagen und Innenhöfe die

große Handels- und Messetradition der sächsischen

Metropole. In der Stadt des Buches und

der Musik, in der Persönlichkeiten wie Bach,

Mendelssohn-Bartholdy, Wagner und Schumann

zuhause waren, trifft Geschichte auf Moderne:

Top restaurierte und moderne Architektur,

Theater, Oper und Museen verschmelzen

mit dem geschäftigen Treiben einer trendigen

Großstadt. Zu den Highlights im Kulturkalender

zählen Klassik-Events wie das Bachfest, die

Oybin - Zittauer Gebirge

Schloss Bad Muskau

Mendelssohn-Festtage und die Schumann-Woche

ebenso wie das Wave-Gotik-Treffen.

Chemnitz – Europas Kulturhauptstadt 2025

Als Stadt der Moderne, des Jugendstils und

der Industriekultur hat sich Chemnitz einen

Namen gemacht. Als „Sächsisches Manchester“

zählt Chemnitz zu den industriellen Wiegen

Deutschlands, zusätzlich entwickelte sich

die Stadt zu einem führenden Forschungsund

Entwicklungsstandort. Nun wurde ihr eine

besondere Ehre zuteil: Im Jahr 2025 wird

Chemnitz Kulturhauptstadt Europas sein.

Schon heute kommen Kunstinteressierte in

der City am Rande des Erzgebirges mit den

Kunstsammlungen Chemnitz und dem Museum

Gunzenhauser genauso auf ihre Kosten

wie Architekturfans oder historisch Interessierte.

Unter dem Motto „C the unseen“ lädt die

Stadt im Kulturhauptstadtjahr dazu ein, Schätze,

Überraschungen und bislang Unentdecktes

zu entdecken. Festivals wie die „Fête de la

Musique“ oder die „Leselust“ bringen Aktivitäten

von der Stadt aufs Land, wo sich der

„Purple Path“, ein Kunstparcours, durch die

gesamte Region zieht und Kunst im öffentlichen

Raum präsentiert.

Kleinstädte (nicht nur) für Romantiker

Bei Wanderungen und Radtouren machen

die Urlauber auch Bekanntschaft mit zahlreichen

kleinen, romantischen Städten – von

beispielsweise Annaberg-Buchholz, wo Kirchenliebhaber

eine der größten spätgotischen

Hallenkirchen Sachsens, die Kirche St.

Annen, entdecken oder in drei Besucherbergwerken

die Welt unter Tage erkunden können,

bis Zittau, der „Stadt der Fastentücher“.

Erlebenswert ist die Silberstadt Freiberg mit

den prächtigen Patrizierhäusern rund um den

Obermarkt. Als einzigartiges Baudenkmal

präsentiert sich Görlitz: Rund 4.000 sehenswerte

Bauten aus verschiedenen Jahrhunderten

bilden die historische Altstadt mit einer

begehbaren Wehranlage und einem „flüsternden

Torbogen“. In Meißen ist die berühmte

Porzellanmanufaktur der Hauptanziehungspunkt.

500 Einzeldenkmäler aus Spätgotik

und Renaissance machen Torgau an der

Elbe zu einer der schönsten Renaissancestädte

Deutschlands.

Sachsen

31


Skyline Leipzig

Leipzig - hier spielt die Musik

Leipzig ist als Musikstadt in der ganzen Welt bekannt. Das Gewandhaus, die Oper und der

berühmte Thomanerchor sind nicht nur Musikliebhabern ein Begriff. Top restaurierte und moderne

Architektur, die Universität und das geschäftige Treiben einer trendigen Großstadt

üben auf Städtereisende ebenfalls einen großen Reiz aus.

Den Titel Musikstadt verdankt Leipzig den

vielen Berühmtheiten, die hier lebten und

wirkten – von Robert und Clara Schumann

über Richard Wagner bis Johann Sebastian

Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Sie

stehen auch im Mittelpunkt verschiedener

Musikfestivals. Beim „Mahler-Festival“,

das auf 2023 verschoben wurde, interpretieren

zehn Weltklasseorchester im Gewandhaus

alle Sinfonien und weitere Orchesterwerke

Gustav Mahlers. Namhafte Interpreten aus aller

Welt sind beim traditionellen „Bachfest“

(11.- 20.06.2021) mit über 100 Veranstaltungen

zu erleben (siehe S. 50 ff.). Tradition

haben auch die „Mendelssohn-Festtage“,

die um den Todestag des Künstlers

(4.11.1847) stattfinden, das nächste Mal vom

1.-7. November 2021. (siehe S. 50 ff.)

Ein Besuch bei den Künstlern der Neuen

Leipziger Schule im ehemaligen Industriegelände

Baumwollspinnerei offenbart das kreative

Potenzial der Leipziger Kunstszene. Eine

Top-Adresse für Kunstliebhaber ist das GRAS-

SI Museum für Angewandte Kunst. Die Ausstellung

„Murano – Farbe Licht Feuer“

(bis 15.08.2021, siehe S. 50 ff.) zeigt die

Kunst der italienischen Glasgestaltung. Das

Museum der bildenden Künste zeigt erstmals

eine institutionelle Einzelausstellung des

international renommierten Fotokünstlers Andreas

Gursky in seiner Geburtsstadt Leipzig.

Werke der deutschen Romantik stehen im

Mittelpunkt der Ausstellung „Caspar David

Friedrich und die Düsseldorfer Romantiker.“

Leipziger Neuseenland für Wassersportler

eine Offenbarung: Das Angebot reicht von

Segeln über Kitesurfen, Tauchen bis Stand Up

Paddling. Sonnenanbeter und Wasserratten

locken wunderbare Strände und tiefblaues

Wasser, beispielsweise am Schladitzer See

oder am Cospudener See, wo Sachsens

längster Sandstrand zum Relaxen einlädt. Die

Neuseenland-Radroute (ca. 100 km) verknüpft

neun Seen des begeisternden Ensembles.

Auch für Liebhaber von Orgeln ist die Region

eine Fundgrube. Zum reichen Fundus gehören

Schätze wie die Ladegast-Orgel in der

Stadtkirche zu Naunhof, die Hildebrandt-Orgel

in der Kreuzkirche Störmthal, die Kreutzbach-Orgel

in Waldheim, die Schramm-Orgel

in der Schlosskapelle Wermsdorf. Ihr 300-jähriges

Jubiläum feiert 2021 die Silbermann-

Orgel in der St. Marienkirche Rötha. Orgel-Konzerttipps

und tolle Erlebnistouren

gibt es auf der Internetseite

www.faszination-orgel.de.

Imposante Burgen, prunkvolle

Schlösser und stattliche Herrenhäuser

laden zu Entdeckungsreisen

ein (www.region.

leipzig.travel/kultur). Zehn davon

sind besonders lohnend.

Schloss Colditz thront als

Wahrzeichen der gleichnamigen

Stadt auf einem Felssporn

oberhalb der Zwickauer Mulde.

Als einziges erhaltenes

Schloss der deutschen Früh-

Renaissance steht Schloss Hartenfels

in Torgau auf einem

Plateau über der Elbe. 500

Jahre Reformationsgeschichte

schlummern in den Gemäuern

dieses architektonischen Meisterwerks,

das auf dem Elberadweg bequem

erreichbar ist. Im Jahr 2022 (23.04.-

09.10.2022) findet hier in Torgau die 9. Landesgartenschau

in Sachsen statt. Die Besucher

erwartet ein imposantes Fest der Gartenkunst

und -kultur – ein attraktives Ausflugsziel für alle

Generationen. Weitere lohnende Attraktionen:

Schloss Hubertusburg im Erholungsort Wermsdorf,

das Jagdhaus Kössern nahe Grimma, die

mehr als 1000 Jahre alte Burg Mildenstein,

Schloss Rochlitz sowie das Rittergut Trebsen,

eines der größten Rittergüter Sachsens. Ein

Besuch der Burg Kriebstein am Fluss Zschopau

lässt sich gut kombinieren mit einer Ruderoder

Paddelbootpartie auf dem Stausee.

Facettenreich sind die Events im Veranstaltungskalender

der Region. Beim „Sommertheater“

auf der Seebühne der Talsperre Kriebstein

(Juni bis August) stehen Shakespeares

„Ein Sommernachtstraum“ und „Die Csardasfürstin“

von Sergio Raonic Lukovic auf dem

Programm. Das Leipziger Symphonieorchester

gestaltet das „NeuSeenLand Musikfest

(8.-11.7.2021). Studenten internationaler

Hochschulen und junge Sänger unter Anleitung

namhafter Dozenten treten während der

„9. Internationalen Sächsischen Sängerakademie“

in Torgau auf.

Spannende Ausflüge in der Region Leipzig

Die Umgebung der Stadt, die Region Leipzig

(www.leipzig.travel/region), ist ein faszinierender

Mix aus Wasser, Action, Kultur und

Entspannung, der mit herrlichen Rad- und

Wanderwegen lockt. Mit seinen mehr als 20

Seen und über 72km² Wasserfläche ist das

Cospudener See

32 Sachsen


Klingende Handwerkskunst

und feine Spitze

Im Südwesten Sachsens liegt ein Mekka für

Orchestermusiker. Denn hier, im Vogtland,

werden seit rund 350 Jahren auf traditionelle

Weise von Hand Streich- und Blasinstrumente

gefertigt, die von Künstlern weltbekannter

Orchester gespielt werden. Es sind Wunderwerke

an Präzision und Qualität. Davon kann

sich der Reisende vielerorts selbst ein Bild

machen. Im Musikwinkel, auch Musicon Valley

genannt, zwischen Markneukirchen, Klingenthal

und Schöneck stellen mehr als 100

kleine Betriebe in rund 20 Orten noch immer

Instrumente in allen Gattungen her und statten

als musikalischer Großlieferant ganze Orchester

aus. Akkordeons aus Klingenthal,

Harmonikas aus Zwota oder Bandoneons aus

Carlsfeld. In der „Erlebniswelt Musikinstrumentenbau“

in Markneukirchen sind rund

3000 Objekte filigraner Handwerkskunst zu

bestaunen. In vielen Werkstätten kann der

Besucher Geigenbauern bei der Arbeit zuschauen

oder live erleben, wie eine Blockflöte

oder eine Schalmei hergestellt wird.

Auf ein anderes Handwerk sind sie zu Recht

in der Kreisstadt Plauen stolz: Seit dem 19.

Jahrhundert wird hier die berühmte Plauener

Spitze produziert, deren Herstellung durch

die Mechanisierung der Handstickerei revolutioniert

wurde. In der Schaustickerei Plauen,

einer authentischen Museumsfabrik, lassen

Die Ursprünge des Musikinstrumentenbaus in der

Region Markneukirchen gehen zurück auf böhmische

Geigenbauer, die sich als Glaubensflüchtlinge Mitte

des 17. Jahrhunderts hier ansiedelten

sich noch heute die Funktion von Strickmaschinen

und die Herstellungsverfahren edler

Plauener Spitze hautnah erleben. Geballt präsentiert

wird dieses faszinierende alte Handwerk

im Spitzenmuseum.

Die Wiege des Vogtlands

Wer sich für die Geschichte des Vogtlands

interessiert, der sollte sich auf dem „Kulturweg

der Vögte“ auf Entdeckungsreise begeben.

Auf der Tour entlang der Weißen Elster,

Saale und Göltzsch erinnern Schlösser und

Kirchen, Burgen und Marktplätze noch heute

an die Vögte, die der Region im Grenzgebiet

von Sachsen, Thüringen, Bayern und Böhmen

ihren Namen gaben. In der thüringischen

Die Kultur- und Festspielstadt Bad Elster kann

auf eine lange Theatertradition zurückblicken –

das prachtvolle König Albert Theater ist heute ihr

gesellschaftlicher und kultureller Treffpunkt

Kleinstadt Weida, die sich ebenso wie Plauen

auf sächsischer Seite als Ausgangspunkt der

Tour anbietet, thront die wichtigste Burg der

Region. Die Osterburg ist mit drei Zinnenkränzen

und 54 Metern Höhe eine der mächtigsten

Burgen Deutschlands. Sie gilt als die

„Wiege des Vogtlands“.

Besonders intensiv erlebt man die Natur

des Vogtlands beim Wandern. Entlang

zauberhafter Bach- und Flusstäler und

durch blühende Blumenwiesen führt der

Vogtland Panoramaweg

225 Kilometer weit durch

die Landschaft zu vielen

reizvollen Sehenswürdigkeiten.

Noch etwas weiter,

nämlich über 289 Kilometer,

dehnt sich der

Kammweg Vogtland-Erzgebirge

durchs Land, von

Blankenstein in Thüringen

bis nach Altenberg-Geising

im Osterzgebirge.

Wellness-Urlauber genießen

entspannte Tage in

den Sächsischen Staatsbädern

Bad Brambach und

Bad Elster, einem der ältesten

Moorheilbäder

Deutschlands. In Bad Brambach befindet sich

die stärkste Radonquelle der Welt. Das hochwirksame

Edelgas wird in Wannenbädern und

als Tinktur genutzt und lindert Probleme des

Stütz- und Bewegungsapparats. In Bad Elster

erleben die Gäste dank einer außergewöhnlichen

Glaubersalzquelle im Elstertal das

„Schweben wie im Toten Meer“. Drei Becken

mit unterschiedlichem Solegehalt stehen dafür

zur Verfügung. Erholung pur verheißt auch die

Badelandschaft im historischen Albert Bad.

Ein kultureller Anziehungspunkt in der Region

ist das berühmte König Albert Theater

in Bad Elster, das 1914 als letztes deutsches

Hoftheater eröffnet wurde. Es ist die Heimat

der Chursächsischen Philharmonie, deren

Musiker natürlich auf Instrumenten aus den

Werkstätten der vogtländischen Hersteller

musizieren. Diesen Sommer stehen neben

dem Symphoniekonzert „Gipfel der Romantik“

u.a. die Operette „Im weißen Rössl“ sowie

die Musicalrevue „Best of Broadway“ im

Konzertkalender.

Lebendige Traditionen im Erzgebirge

Auch das angrenzende Erzgebirge behütet

wunderbare Traditionen. Die Mittelgebirgslandschaften

sind die Heimat von Kunsthandwerk

und jahrhundertealter Bergbaugeschichte.

Einen tiefen Einblick in die Welt der Bergmänner

erhält der Reisende im Bergbaumuseum

in Oelsnitz und in vielen Schaubergwerken

entlang der „Silberstraße“, die durch das

Westerzgebirge führt. Die Ferienstraße verbindet

zwischen Zwickau, Freiberg und Dresden

zahlreiche Sachzeugen der Bergbaugeschichte

wie Mühlen, Kupferhämmer, die Rechenschule

von Adam Riese und Silbermannorgeln

miteinander. Prächtige Marktplätze,

Hallenkirchen und Patrizierhäuser zeugen

vom früheren Reichtum. Bis heute ist in traditionsreichen

Orten wie Annaberg-Buchholz,

Schneeberg, Schwarzenberg, Freiberg, Zwickau

und Seiffen das bergmännische Brauchtum

lebendig, besonders eindrucksvoll erlebbar

bei traditionsreichen, festlichen Bergparaden.

Zur Weihnachtszeit sorgen zusätzlich

Pyramiden, Schwibbögen und Lichterengel

für eine unnachahmliche Atmosphäre.

Nicht zu vergessen die lichterfunkelnden

Weihnachtsmärkte (siehe S. 62 ff.). Die Weihnachtszeit

ist auch die Hochzeit der Erzgebirgischen

Volkskunst, der Nussknacker, Räuchermännchen

und Elfpunkteengel. Diese

Kunstwerke entstehen bis heute in rund 300

Familienbetrieben, von denen viele auch interessierten

Besuchern Einblick in ihre Manufakturen

geben. Ein Zentrum der Schnitzkunst

ist das Spielzeugdorf Seiffen mit einem eigenen

Museum für erzgebirgische Volkskunst.

Kulturzauberer und Expressionisten

In Chemnitz, der drittgrößten Stadt Sachsens,

veranschaulicht die Innenstadt beispielhaft

die wechselvolle Stadtgeschichte – vom

Sachsen

33


Zwei Länder, zwei Kulturen: Entlang des Erzgebirgskamms verlaufen die

deutsch-tsechische Grenze und abwechlungsreiche Montainbike-Touren

verschiedener Schwierigkeitsgrade - hier der Azur-Trail im Park Klínovecmit

faszinierender Panoramasicht, rasanten Strecken und Gastgebern, die

auf die Bedürfnisse der Mountainbiker vorbereitet sind

Komm nach

ZWICKAU

in die Automobil- und

Robert-Schumann-Stadt

WWW.ZWICKAU.DE

Wachstum und Wohlstand während der Gründerzeit, der Hinwendung

zur Moderne, der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und der DDR-Zeit

bis zum neuen Selbstbewusstsein nach der politischen Wende. Das Museum

Gunzenhauser präsentiert die bedeutendste expressionistische

Sammlung in Deutschland. Mehr als 60.000 Exponate beherbergen die

Kunstsammlungen Chemnitz. Die Innenstadt rund um den Markt wird

jedes Jahr beim „Hutfestival“ (3.-5.9.2021) zu einer riesigen Open-Air-

Bühne: Geboten sind Live-Musik, Performance Art, Körperkunst, Jonglage,

Clownerie, Tanz und Feuershows. Ein weiteres Highlight im

Chemnitzer Veranstaltungskalender ist der „Chemnitzer Parksommer“

(22.7.-22.8.2021). Bei dem vierwöchigen Freiluft-Kulturfestival im Stadthallenpark

sorgen Künstler und Akteure für ein buntes, unterhaltsames

Programm. Für ein kulturelles Großereignis

haben die Vorbereitungen

begonnen: 2025 steht Chemnitz

als europäische Kulturhauptstadt

im Blickpunkt.

Seit 2019 trägt die europaweit

einzigartige Kulturlandschaft

als grenzübergreifende

„Montanregion Erzgebirge/Krusnohori“

den Titel Unesco-Weltkulturerbe.

Die Auszeichnung würdigt

die deutsch-tschechische Region

als bedeutenden Teil der 1.000

Jahre alten Kulturlandschaft Sachsens.

Im Mittelpunkt stehen ausgewählte

bergbauliche Objekte,

davon allein etwa 400 auf sächsischer

Seite: einzigartige Bergwerke

und Stollensysteme, Hüttenkomplexe,

historische Bergstädte

und prächtige Kirchen ebenso wie

typische Landschaftsmerkmale wie

Pingen und Haldenzüge.

Der Zwickauer Hauptmarkt, mitten im Stadtzentrum vor dem

Rathaus und dem Theater, ist Standort des Robert-Schumann-

Denkmals und auch Treffpunkt für Open-Air-Veranstaltungen

Ein Muss für Automobilund

Schumann-Fans

Automobile und Robert Schumann:

Dafür ist Zwickau bekannt.

Die Geschichte des sächsischen

Automobilbaus können Autofans

im August Horch Museum (siehe

S. 58 ff.) ergründen. Der Publikumsmagnet

für Auto- und Technikverrückte

ist Teil einer spannenden

Zwickauer Industriekultur, die auf dem Weg Richtung Innenstadt

noch viele beeindruckende steinerne Zeugen präsentiert. Kunstliebhaber

zieht es in die ebenfalls in der Nordvorstadt gelegenen

"Kunstsammlungen Zwickau – Max-Pechstein-Museum" mit mehr als

50 Werken des bedeutenden Expressionisten.

"Gute Stube", lebhaftes Zentrum und im Sommer sozusagen eine

besondere Open-Air-Bühne ist der Hauptmarkt, wo das Rathaus mit

seiner historischen Fassade ein Blickfang ist. Daneben steht das Gewandhaus

(16. Jh.), das seit 1821 als Theaterspielstätte dient und in

diesem Jahr nach sorgfältiger Sanierung wieder in Betrieb geht. Auf

der Ostseite des Platzes ist das Denkmal des Komponisten Robert

Schumann ein beliebtes Selfie-Motiv. Unweit entfernt steht sein Geburtshaus,

das heute ein Museum beherbergt. In diesem Jahr lädt die

Stadt an der Zwickauer Mulde vom 13. bis 22. August zur "Sommerfreude

Zwickau" mit dem Untertitel „Kultur.Gemeinsam.Erleben“ ein.

Das Fest findet in Gassen und auf Plätzen der historischen Altstadt sowie

im üppigen Grün im Parkgelände des Schlobigparks am Johannisbad

statt. Das Unterhaltungsprogramm reicht von Kleinkunst, Kinoabend,

Wandelkonzerten bis Auftritten von Zwickauer Bands und Mitmach-Offerten

für Kinder und Familien.

Zu den Besonderheiten Sachsens zählt auch seine Vielzahl an

strahlenden Schlössern und trutzigen Burgen, malerischen Gärten

und stattlichen Herrenhäusern. In rund 1000 solcher staatlicher Anlagen

spiegelt sich das kultur-historische Erbe des Landes wider. Der

Reisende begegnet den prachtvollen Anlagen in allen Regionen.

Mehr als 50 ausgesuchte Kleinode vereint die von der gleichnamigen

Kooperation herausgegebene Broschüre „Schlösserland Sachsen“:

darunter bekannte Namen wie der Dresdner Zwinger, das

Schloss Moritzburg, die Burg Kriebstein, die Festung Königstein und

der Barockgarten Großsedlitz. Rund ums Jahr laden viele Anlagen

zu Ausstellungen und Festen ein.

34 Sachsen

IFOVA2021_44x129.indd 1 27.01.2021 08:54:59


Dresden

Kultur, Wein und Genuss

Ein Dorado für Kunstfreunde und ein kleines Paradies für Natur- und Weinliebhaber: So präsentiert

sich das Dresden Elbland zwischen Pirna und Torgau. Mittendrin bietet die Kulturmetropole

Dresden eine außergewöhnliche Fülle von herausragenden Kultur-Denkmälern und Museen.

Im nahen Umkreis der Stadt warten eine erstaunliche Vielfalt aus weltberühmten Städten, zauberhafte

Dörfer und eine genussreiche (Wein-)Landschaft voller besonderer Naturschönheiten.

Dresden ist ein Dorado für Freunde von

Kunst und Kultur. Ihnen bietet die sächsische

Landeshauptstadt eine schier grenzenlose

Auswahl: Residenzschloss und Zwinger, Hofkirche

und Semperoper, Albertinum und

Frauenkirche, Taschenbergpalais und Brühlsche

Terrasse, dazu die Skulpturensammlung

und die Gemäldegalerie der Alten Meister,

das Historische Museum, das Deutsche Hygiene-Museum,

die Gläserne Manufaktur – die

Liste könnte beinahe beliebig fortgesetzt

werden. Mehr als 50 Museen stehen Kunstliebhabern

zur Wahl. Die Gemäldegalerie

Alte Meister und die Skulpturensammlung

präsentieren seit Sommer 2019 nach langjähriger

Generalsanierung ihre Schätze wieder

im Zwinger. Dort ragt dieses Jahr die Ausstellung

„Vermeer. Vom Innehalten“ (10.09.2021

- 02.01.2022, siehe S. 50 ff.) heraus. Sie gilt

als eine der spektakulärsten Schauen in der

Geschichte der Gemäldegalerie – und ist zugleich

die größte Ausstellung über den niederländischen

Maler in Deutschland. Unter

dem Titel „Future Food“ setzt sich eine Ausstellung

im Deutschen Hygiene-Museum mit

der Frage „Wie wollen wir in Zukunft essen?“

auseinander (bis Sept. 2021). Besondere

Aufmerksamkeit verdient die „Kinderbiennale“

(18.9.2021-27.2.2022) im Park vor dem

Japanischen Palais. Unter dem Motto „Embracing

Nature“ will diese außergewöhnliche

Ausstellung mit Hilfe zeitgenössischer Kunst

„das Verhältnis zwischen Mensch und Natur

untersuchen, hinterfragen und neu ausloten“.

30 Jahre Filmnächte, die jährlich am Dresdner

Elbufer mit großen Filmen und tollen

Künstlern stattfinden, sind ein fantastisches

Jubiläum und finden dieses Jahr vom 01.07.-

05.09.2021 statt. Und das Kulturfestival "Palais

Sommer Dresden" vom 16.07.-22.08.2021

garantiert entspannte Stunden im Park des Japanischen

Palais an der Elbe mit traumhaftem

Blick auf die Dresdner Altstadt. Musikalischer

Höhepunkt sind die Dresdner Musikfestspiele,

ein jährlich sattfindendes Musikevent im Mai

und Juni mit jeweils wechselndem Motto.

Zum 50. Mal präsentiert sich das Internationale

Dixieland Festival, ältestes Oldtime-Jazz-

Festival Europas, das corona-bedingt auf 07. –

22.05.2022 verschoben werden musste. Winterlicher

Höhepunkt ist der berühmte Striezelmarkt

(25.11.-24.12.2021, siehe S. 62 ff.), der

zum 587. Mal stattfindet. Weitere romantische

Weihnachtsmärkte finden sich in vielen Orten

in der „Weihnachtsregion Dresden Elbland“.

Wo feine Tropfen reifen

Das Elbland ist ein Entdeckerland für

Liebhaber feiner Tropfen. Unweit von Dresden

reifen an den Hängen des Elbtals im

kleinsten Weinbaugebiet Deutschlands 67

überwiegend weiße Rebsorten zu allseits geschätzten,

edlen Weinen. Mehr als 20 Weinbaubetriebe

laden entlang der Sächsischen

Weinstraße (55 km) zu einem Besuch ein. Wer

gerne zu Fuß unterwegs ist, kann die sächsische

Weintradition auch auf dem 88 Kilometer

langen Sächsischen Weinwanderweg

erkunden. Von Pirna bis Diesbar-Seußlitz geht

es in mehreren Etappen entlang der Elbe zu

den schönsten Weinbergen und Aussichtspunkten.

Ob zu Fuß, mit dem Auto oder mit

dem Fahrrad: Der Genuss kommt so oder so

nicht zu kurz. Unterwegs laden urige Weinkeller

und gemütliche Lokale zur Einkehr. Besonders

intensiv genießt man die Weintradition

der Region bei einem „Urlaub beim Winzer“.

Tipp: Während der „Tage des offenen

Weingutes in Sachsen“ (28.-29.8.2021) öffnen

über 40 Weingüter und Winzerhöfe entlang

der Sächsischen Weinstraße ihre Türen.

Aber das Dresden Elbland hat noch einiges

mehr zu bieten. Hier vereinen sich Kunst, Kultur

und kulinarischer Genuss sowie eine

traumhafte Landschaft, mildes Klima und mediterraner

Charme auf faszinierende Weise.

Entlang der Elbe reihen sich zu beiden Seiten

romantische Dörfer und reizvolle Kleinstädte

– zum Beispiel Torgau, im Norden der Region,

eine der schönsten deutschen Renaissancestädte.

Ein imposantes Schloss und einer

der schönsten Elbbögen Sachsens sind in

Strehla zu bestaunen. In Meißen locken der

Dom und die Albrechtsburg hoch über der

1000-jährigen Stadt sowie die berühmte Porzellanmanufaktur

Meissen. Idyllisch, von

Weinbergen umgeben, liegen Weinböhla,

Coswig und Radebeul, wegen seiner Villenviertel

das „sächsische Nizza“ genannt und

lange Zeit Heimat des Abenteuerschriftstellers

Karl May. Die ganze Bandbreite des kulturhistorischen

Erbes der Region dokumentieren

die Klosterruine von Altzella und

Großenhain, die „freundliche Stadt im Grünen“,

wo Karl Benjamin Preusker die erste

„Bürgerbibliothek“ Deutschlands gründete.

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Dresden Elbland

Sachsen

35


Reich gesegnet ist das Dresden Elbland mit weitläufigen Parks und

beschaulichen Gärten, Burgen und Schlössern. Ein besonders beeindruckendes

Exemplar ist das von einer ausgedehnten Wald- und

Teichlandschaft umrahmte Schloss Moritzburg.

Das ehemalige Jagdschloss – sowie weitere Spielstätten in der Umgebung

Dresdens – bildet auch die Kulisse beim alljährlichen „Moritzburg

Festival", das corona-bedingt wieder vom 07. – 22.08.2022

stattfindet. Dabei wird internationale Kammermusik in barockem Ambiente

serviert. Ein weiteres Pflicht-Event für Musikliebhaber sind die

„Neuen Burgfestspiele Meißen“ (das nächste Mal 2022) mit einem

bunten Programm vom Liedermacher-Abend über Klassik bis zum

Open-Air-Schauspiel im Hof der historischen Albrechtsburg.

Das Dresden Elbland lässt sich bequem mit dem Fahrrad entdecken.

35 gut ausgeschilderte Routen stehen zur Wahl. Die gesamte

Region von Torgau bis Pirna, dem Tor zur Sächsischen Schweiz,

durchzieht der Elberadweg.

Foto: Nikolai Schmidt

Görlitz

Ereignisreiche Tage

vor Traumkulisse

Reisen Sie in eine der schönsten Städte Deutschlands. Mit

4000 Baudenkmälern ist die Stadt ein städtebauliches Gesamtkunstwerk

von europäischer Bedeutung. Hier erleben Sie kulturelles

Leben in gotischen Arkaden, Renaissance-Hallenhäusern,

Barock-Palästen und Jugendstil-Villen. Selbst Hollywood hat

diese Traumkulisse schon erobert! Wann kommen Sie?

goerlitz.de

„Görliwood“ an der Neiße

Eine der schönsten Altstädte

Deutschlands schmückt die deutschpolnische

Europastadt Görlitz. Fast

4000 Denkmäler aus Gotik, Renaissance,

Barock und Jugendstil prägen

die Plätze und Straßen und

spiegeln die Geschichte der „Perle

der Neiße“ wider. 2021 feiert die

Stadt ihr 950-jähriges Jubiläum – coronabedingt

in kleinem Rahmen.

Hinter den prunkvollen Fassaden finden

sich museale Schätze wie im

Schlesischen Museum, in den Ausstellungen

im Kaisertrutz oder dem

Europastadt Görlitz

Barockhaus. Die traumhafte Kulisse

verzaubert regelmäßig auch Filmschaffende: Seit den 1950er Jahren

sind in „Görliwood“, wie die Stadt liebevoll von Film-Fans genannt

wird, mehr als 100 nationale und internationale Filmproduktionen entstanden.

Darunter Oscar-prämierte Filme wie „Der Vorleser“, „Grand

Budapest Hotel“ oder „Inglourious Basterds“. Cineasten können per

Bus-Rundfahrt, zu Fuß beim Rundgang oder im Rahmen einer Führung

auf Entdeckungsreise gehen. Zu den besonderen Gebäuden der

Stadt zählt die 1913 geweihte Synagoge. Sie gehört zu den wenigen

Synagogen in Deutschland, die den Nationalsozialismus überstanden.

Heute dient sie als Kulturforum. Nach einer umfangreichen Sanierung

soll die Synagoge im Sommer 2021 wieder eröffnet werden. Spezielle

Erlebnisführungen geben Einblick in die jüdische Geschichte von Görlitz

wie auch in die Zeit der Tuchmacher und der Handwerker. Eine Besonderheit

in der „Europastadt“ ist, dass man beim Stadtspaziergang

Deutschland und Polen gleichzeitig erleben kann: Zwei Brücken verbinden

Görlitz und die polnische Schwesterstadt Zgorzelec. Das gemeinsame

Altstadtfest ist ein Höhepunkt im jährlichen Veranstaltungskalender.

Wegen Corona findet es 2021 nicht wie sonst an einem Wochenende

im August statt, sondern in mehreren kleinen Veranstaltungen

von Juni bis September. Tradition hat der „Schlesische Tippelmarkt“

(17.-18.7.2021). Ein weiteres Highlight, das Internationale

Straßentheaterfestival ViaThea, wird 2022 wieder stattfinden (7.-

9.7.2022). Vom Frühjahr in den Herbst verlegt wurden das Neiße Filmfestival

(16.-19.9.2021) und die 25. Jazztage (30.9.-16.10.2021). Den

stimmungsvollen Abschluss des üppigen Görlitzer Veranstaltungsreigens

bildet der Schlesische Christkindelmarkt (geplant 3.-19.12.2021).

In der Umgebung lädt ein gut ausgebautes Radwegenetz zu kürzeren

oder längeren Entdeckungstouren ein – u.a. entlang des Oder-

Neiße-Radwegs. Interessante Perspektiven auf die Stadtsilhouette

bietet eine Paddeltour auf der Neiße. Wasserratten lockt der Berzdorfer

See direkt vor den Toren der Stadt.

Reizvolle Seenlandschaften

Durch Flutungen der früheren Tagebaue in der Region entstand im

Lauf der Jahre eine spektakuläre Wasserlandschaft mit mehr als 20

künstlichen Seen, die sich – wie der Berzdorfer See – zu beliebten Erholungsgebieten

entwickelt haben. Von der 250 Jahre alten Bergbautradition

erzählt der riesige Schaufelradbagger 1452 in Hagenwerder.

Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist Sachsens einziges

Unesco-Biosphärenreservat. Im Naturpark Zittauer Gebirge in der südlichen

Oberlausitz finden Wanderer und Fahrrad-Urlauber ein gut ausgebautes

Netz markierter Wege. Gewaltige Sandsteinfelsen und hohe

vulkanische Restberge kennzeichnen das nur 50 Quadratkilometer

große Gebirge.

Eine gute Autostunde nördlich von Görlitz erwartet Garten- und

Naturliebhaber Landschaftskunst auf höchstem Niveau: der

Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau. 1815 legte Hermann Fürst von

Pückler-Muskau seinen weitläufigen Landschaftsgarten zu beiden Seiten

der Neiße an. Die insgesamt 830 Hektar dehnen sich je zur Hälfte

in Deutschland und in Polen aus – über eine Brücke gelangt der Besucher

hinüber. Ab 1988 verabredeten Deutsche und Polen die Wiederherstellung

des Parks als Gesamtkunstwerk. 2004 wurde die beeindruckende

Anlage „Muskauer Park/Park Muzakowski“ von der Unesco als

gemeinsames polnisch-deutsches Welterbe ausgezeichnet.

36 Sachsen


Berlin

Podsdam

Brandenburg

Doppelte Urlaubsfreuden

Eine pulsierende Metropole, eine erlebenswerte ehemalige Residenzstadt und drum herum

ein wahres Naturparadies, ein schillerndes Kaleidoskop aus Flüssen und Seen, Wäldern und

Wiesen: Berlin und Brandenburg sind ein faszinierendes Urlaubs-Doppel, das Kulturliebhaber,

Naturfreunde und Aktivurlauber gleichermaßen zufrieden stellt. Die deutsche Hauptstadt

ist ein Dorado für unternehmungslustige Nachtschwärmer und ausdauernde Shopping-Fans.

Die Mischung von Prachtstraßen und Baudenkmälern, Museen und Festspielhäusern, Kulturtempeln

und Einkaufszentren elektrisiert. Nur wenige Kilometer vom Trubel der Großstadt

entfernt taucht der Besucher ein in eine Sinfonie von Grün und Blau. Rund 3000 Gewässer

machen das binnenwasserreichste Bundesland Deutschlands zum größten Wassersportrevier

Europas. Segler, Kanuten und Freizeitkapitäne mit ihren Hausbooten erleben die Gegend bei

Fahrten über weite Seen oder entlang verträumter Flüsse und Kanäle.

Der mächtige Berliner Dom, im Herzen der

Stadt, ist außen wie innen stark verziert und

bietet nach dem Aufstieg in die Kuppel einen

spannenden Blick über die Berliner Innenstadt

Berlin Tourismus &

Kongress GmbH

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Video Tipps Brandenburg

Brandenburg –

5 Insider-Tipps abseits

von Schloss Sanssouci

Kunst- und Kulturgenießer haben in Berlin

die Wahl zwischen rund 180 verschiedenen

Museen und Galerien. Daneben gibt es drei

große Opernhäuser und acht Sinfonieorchester,

94 Kinos, etwa 140 Theater und Bühnen.

Und ständig wächst das Angebot. So präsentiert

die Hauptstadt 2021 ein neues Highlight:

das Humboldt-Forum. Im Herzen der historischen

Mitte, gleich gegenüber der Museumsinsel,

erstreckt sich das neue Forum für Kunst,

Kultur und Wissenschaft auf 36.000 Quadratmetern.

Architektonisch geht das neue Areal

eine kontrastreiche Verbindung ein – hochmoderne

Bauelemente verschmelzen mit den

rekonstruierten Fassaden des ehemaligen

Berliner Barockschlosses. Nach der zunächst

nur digitalen Eröffnung im Dezember 2020

sollen in diesem Jahr nach und nach die Ausstellungen

öffnen. Den Anfang machen das

Humboldt-Labor und die Berlin-Ausstellung,

bis Ende 2021 sollen die berühmten Sammlungen

des Ethnologischen Museums und

des Museums für Asiatische Kunst folgen.

Die Berliner Museen präsentieren 2021

ebenfalls eine Neueröffnung und zwei Wiedereröffnungen.

Nach der Um- und Neugestaltung

des Jüdischen Museums Berlin im

vorigen Jahr eröffnet das neue Kindermuseum

ANOHA, die Kinderwelt des Jüdischen

Museums, voraussichtlich im Sommer 2021.

Im Fokus steht die Arche Noah, ein großes

Rundschiff aus Holz, umkreist und umflogen

von rund 150 Tieren, die erkundet werden

wollen. Ein weiteres Highlight 2021 in der

Berliner Kunstwelt ist die für August geplante

Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie

am Kulturforum, dem berühmten Stahl- und

Glasbau von Mies van der Rohe. Kunstfreunde

und Kirchenliebhaber gleichermaßen dürfen

sich auf die Wiedereröffnung der von Karl

Friedrich Schinkel erbauten „Friedrichswerderschen

Kirche“ mit einer Ausstellung von

Skulpturen des 19. Jahrhunderts freuen.

Eine Topadresse für Kunstinteressierte

ist die Museumsinsel. Das Ensemble gehört

seit mehr als 20 Jahren zu den Unesco-

Welterbestätten. Von der antiken Kunst alter

Meister über Gegenwartsmalerei bis zu avantgardistischem

Design reicht die Palette in

den fünf Häusern. Der Komplex umfasst das

Neue Museum, das Bode-Museum, die Alte

Nationalgalerie, das Alte Museum und das

Pergamonmuseum.

Weitere herausragende Sehenswürdigkeiten

in der Hauptstadt sind der Reichstag mit

seiner imposanten gläsernen Kuppel, das

Brandenburger Tor, der Fernsehturm am Alexanderplatz,

dem alten Zentrum Ostberlins,

sowie der Gendarmenmarkt mit dem Deutschen

und dem Französischen Dom. Der Berliner

Dom, ein Bummel über den berühmten

Kurfürstendamm und ein Abstecher zum etwas

außerhalb gelegenen prunkvollen

Schloss Charlottenburg sind ebenfalls lohnend.

30 Jahre nach der Wiedervereinigung

stehen auch die Orte, die an die jahrzehntelange

Teilung der Stadt erinnern, besonders

im Blickpunkt – allen voran die Gedenkstätte

Berliner Mauer und der Potsdamer Platz, an

dem der Wandel Berlins seit der Wiedervereinigung

am deutlichsten sichtbar wird.

Wer beim Stadtbummel Entspannung

sucht, wird in Berlin ebenfalls schnell fündig:

Rund 2.500 Grünanlagen, darunter der Tiergarten,

die Tempelhofer Freiheit und der Grunewald

laden im Großstadtdschungel zum

Durchschnaufen und Relaxen ein.

Großes Kino in der Natur

Brandenburgs einzigartige Naturszenerie ist

das größte touristische Kapital der Region

rund um Berlin. Zu den besonderen Attraktionen

gehören gleich fünfzehn herausragende

Naturlandschaften, darunter der Nationalpark

Unteres Odertal, die Unesco-Biosphärenreservate

Spreewald und „Flusslandschaft Elbe

Brandenburg“, sowie elf Naturparks, etwa

das 1.300 Quadratkilometer weite Großschutzgebiet

Naturpark Westhavelland und

der Naturpark Hoher Fläming. Umgeben von

diesen beeindruckenden Landschaften finden

sich Schlösser wie das berühmte Sanssouci,

Museen wie das Kunstmuseum Barberini in

der Landeshauptstadt Potsdam und bezaubernde

Kleinode wie das in preußischem Rokoko

gestaltete Schloss Rheinsberg. Dazu gesellen

sich kulturelle Schätze wie das backsteinrote

Kloster Chorin in Eberswalde sowie

das restaurierte Zisterzienserkloster Neuzelle

mit seiner prunkvollen Innenausstattung. Besonders

im Blickpunkt steht auch dieses Jahr

Schloss Cecilienhof in Potsdam: Die dortige

Berlin

37


Sonderausstellung, die an die Potsdamer

Konferenz vor 76 Jahren erinnert, wurde wegen

der Corona-Pandemie um ein Jahr bis

zum 31. Oktober 2021 verlängert (siehe Themenkasten).

Der in 5., aktualisierter

Auflage erschienene

Reiseführer

›Brandenburg‹ stellt

alle Sehenswürdigkeiten

des Landes

ausführlich vor: die

Touristenmagnete

wie Park und Schloss

Sanssouci, Kloster

Chorin oder die

preußische Musterstadt

Neuruppin ebenso wie die unbekannten

Orte oder die beeindruckenden Naturschätze

und einzigartigen Landschaften.

Alle Regionen, von der norddeutsch anmutenden

Prignitz bis zur barock geprägten

38 Brandenburg

Traumschöne Schlösser und Parks

In unmittelbarer Nachbarschaft zum großen

Berlin behauptet Potsdam einen ganz eigenständigen

Rang und Glanz. Nicht ohne Grund

trägt die brandenburgische Landeshauptstadt

den Beinamen „preußische Perle“. Ein Magnet

für Kulturinteressierte ist das Museum

Barberini, das seit vier Jahren mit jährlich

wechselnden Ausstellungen und Leihgaben

internationaler Museen sowie Privatsammlungen

das Potsdamer Kulturangebot bereichert.

In diesem Jahr zu sehen: „Rembrandts Orient“,

eine „westöstliche Begegnung in der

niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts“

(siehe S. 50 ff.). Anschließend folgt die

Ausstellung „Surrealismus und magie + Hasso

Plattner Sammlung“.

Hauptanziehungspunkt in der ehemaligen

Residenzstadt ist Schloss Sanssouci

mit seinem 290 Hektar großen Park. Doch neben

den von italienischen Vorbildern inspirierten

Schlössern und Parks hat die ehemalige

Sommerresidenz Friedrichs des Großen

und heutige Unesco-Welterbestätte noch einiges

mehr zu bieten. So lädt in der hübschen

Innenstadt die Flaniermeile Brandenburger

Straße ebenso zum Bummeln und

Entdecken ein wie die russische Kolonie Alexandrowka

und das Holländische Viertel. Sehenswert

sind außerdem die Nikolaikirche,

das Krongut Bronstedt, das Hans-Otto-Theater,

das Schloss Cecilienhof und die klassizistischen

Prachtbauten von Karl-Friedrich Schinkel.

Nicht zu vergessen das Mekka für Cineasten,

der Filmpark Babelsberg. Ein Fixpunkt im

Potsdamer Veranstaltungskalender sind die

alljährlichen Musikfestspiele mit Konzerten

und Opern in den Schlössern und Gärten von

Sanssouci, diesen Sommer unter dem Motto

„Flower Power“ (11.-27.6.21, siehe S. 50 ff.).

Wie ein barocker Sommernachtstraum mutet

die „Potsdamer Schlössernacht“ an, die unter

dem Motto „Les Rendez-vous au Park Sanssouci“

an zwei Abenden stattfindet (20. und

21.8.2021). Hunderte Künstler in Masken und

Kostümen verwandeln das gesamte Parkgelände

von der Orangerie bis zum Neuen Palais,

vom Chinesischen Haus bis zu den römischen

Bädern in eine große, von tausend

Lichtern illuminierte Freilichtbühne unter

nächtlichem Himmel. Die musikalische Palette

reicht von populärer Klassik bis zum Jazz.

Das rauschende Fest endet mit einem brillanten

Höhenfeuerwerk.

Lausitz, werden mit ihren Eigenheiten ausführlich

beschrieben.

Der Reiseführer bietet neben einer fundierten

Einführung in Geschichte und Gegenwart

des Landes umfangreiche Tipps zu Einkehr-

und Unterkunftsmöglichkeiten, Kultureinrichtungen,

Festen sowie Angeboten für

Wanderer, Radfahrer und Kanufahrer; 45

Stadt- und Übersichtspläne helfen bei der

Reisevorbereitung und vor Ort.

Brandenburg

Unterwegs zwischen Oder und Elbe

Trescher Verlag Berlin; 5., Auflage 2021,

456 Seiten, komplett in Farbe, 350 Fotos,

ISBN 978-3-89794-529-6

€ 18,95 Euro (D)/ 19,50 (A)

Majestätisch thront am Ufer der Havel das im Stil

der englischen Neugotik errichtete Schloss Babelsberg,

das mehr als 50 Jahre dem späteren Königsund

Kaiserpaar als Sommerresidenz diente

Stille Naturparadiese an Flüssen und Seen

Was Potsdam für Städtereisende, sind die

Fluss- und Seenlandschaften Brandenburgs

für Naturliebhaber und sportliche Naturen.

Die genussvollste Art, die zauberhafte Natur

zu entdecken, ist die Reise mit einem Hausboot.

In Zeiten von Corona ist im Vorteil, wer

auf die Nebensaisonzeiten ausweichen kann,

da diese Reiseform derzeit zu den beliebtesten

Urlaubsarten gehört. Ohne Vorkenntnisse

und ohne Führerschein können Freizeitkapitäne

nach einer kurzen Einweisung losschippern.

Man ist unter sich, Abstandhalten ist

kein Problem. Unterwegs kann man im See

ankern und vom Deck direkt ins Wasser hüpfen.

Zudem lernen kleine und große Freizeitkapitäne

bei ihren Touren so einiges über die

vielfältige Flora und Fauna, und immer wieder

verleiten Dörfer und verträumte Schlösser

dazu, an Land zu gehen – und zur Abwechslung

vielleicht eine kurze Radtour einzubauen.

Mit Bungalowboot und SUP

die Uckermark entdecken

Auch in der Uckermark sind vor allem Wasserratten

in ihrem Element. An vielen offiziellen

Naturbadestellen kann man die Seele

baumeln lassen. An einigen Stellen lassen

sich seltene Tierarten in ihrer natürlichen Umgebung

erleben. Am besten lässt man sich

dabei, ausgestattet mit Lupe und Kescher,

von einem zertifizierten Natur- und Landschaftsführer

begleiten. Das sportliche Angebot

reicht von Stand-Up-Paddeln bis zu Yoga

am See. Eine Alternative zum klassischen

Hausboot ist eine Reise mit dem Bungalow-

Boot, kurz: Bunbo. Ein ideales Revier für die

Entdeckungstour mit dem schwimmenden Eigenheim

auf Zeit sind die Lychener Seen inmitten

des Naturparks Uckermärkische Seen.

Geheimnisvolle Spreewald-Fließe

Schlanke, flach auf dem Wasser liegende

Kähne sind die traditionellen Fortbewegungsmittel

im Spreewald im Südosten Brandenburgs.

Das Unesco-Biosphärenreservat mit

seinen verästelten Wasserarmen, Fließe genannt,

zählt zu den eindrucksvollsten Landschaften

Deutschlands. Sich von einem Kahnfährmann

an idyllischen Dörfern, friedlichen

Auen und imposanten Wäldern vorbeischippern

zu lassen, gehört hier zu den beliebtesten

Urlaubsaktivitäten. Daneben stehen individuelle

Touren mit dem Kanu – das Angebot

reicht von Kurztouren bis zu Tagesfahrten –

sowie Radtouren bei Urlaubern hier hoch im

Kurs. Wer mehr über die Geschichte des

Spreewalds und seiner Bewohner erfahren

möchte, bekommt interessante Einblicke in

einem Dutzend kleiner Museen wie der Sorbischen

Webstube in Drebkau oder dem Spreewald-Museum

in Lübbenau.

Eine kulinarische Spezialität sind die

Spreewälder Gurken, die es in vielen Variationen

gibt, als Schmorgurken, Senfgurken

oder grüne Gurken. Ein Leckerbissen in der


Die Potsdamer Konferenz

1945 ordnete die Welt neu

Ein Bild ging im Sommer 1945 um die

Welt: Die „Weltenlenker“ Winston

Churchill, Harry Truman und Josef Stalin

einträchtig nebeneinander in Korbsesseln

im Garten von Schloss Cecilienhof.

Damals stand Potsdam zwei Wochen

lang im Mittelpunkt der Weltpolitik. Die

„Potsdamer Konferenz“ jährte sich voriges

Jahr zum 75. Mal. Wegen der Corona-Pandemie

wurde die im Frühjahr 2020

eröffnete Ausstellung, welche am Originalschauplatz

im Schloss Cecilienhof an

das Großereignis erinnert, bis zum 31.

Oktober 2021 verlängert.

Am authentischen Ort erleben die Besucher

eine multimediale Zeitreise in die

schicksalhaften Tage im Sommer 1945,

an deren Ende das „Potsdamer Abkommen“

stand – der Grundstein für „Die

Neuordnung der Welt“, so der Titel der

Ausstellung. Während Berlin am Ende

des Zweiten Weltkriegs in Schutt und

Asche lag, tagten die Delegierten der alliierten

Siegermächte USA, Großbritannien

und der Sowjetunion im unzerstörten

Schloss Cecilienhof. So wurde Potsdam

für einen kurzen Zeitraum, vom 17. Juli

bis zum 2. August 1945, zum Zentrum

der politischen Welt. Die „Potsdamer

Konferenz“ gilt weltweit als Symbol für

den Endpunkt des Zweiten Weltkriegs

und den Ausbruch des Kalten Krieges.

Der Veranstalter, die Stiftung Preußische

Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg,

verheißt „eine sachliche und ideologiefreie

Präsentation der geopolitischen

Beschlüsse, kontrastiert mit emotional

berührenden Stimmen Betroffener“.

Dabei stehen historischen Persönlichkeiten

wie Churchill, Stalin und

Truman die vielen „Namenlosen“ gegenüber

– darunter Atombombenopfer, Vertriebene

und Kollaborateure.

Die Sonderausstellung „Die Neuordnung

der Welt“ findet noch bis zum 31. Oktober

2021 im Schloss Cecilienhof statt.

Der Eintritt kostet 14 Euro. Aktuelle Öffnungszeiten

siehe www.spsg.de

Uckermark ist der Wrukeneintopf (Kohlrübeneintopf)

und Eisbein mit Sauerkraut und Erbsenpüree.

Typisch für die Region ist auch

„Himmel und Erde“ (Kartoffeln mit Blutwurst).

Vom Braunkohle-Tagebau

zur touristischen Attraktion

Im Kontrast zu den Naturschönheiten stehen

die Relikte der Industriekultur, die in Brandenburg

ebenfalls eine lange Geschichte hat.

Besonders spannend sind dabei die Verflechtungen

mit Berlin, denn ohne Brandenburger

Ressourcen wäre die rasante Entwicklung der

Hauptstadt undenkbar gewesen. Alles kam

auf dem Wasserweg dorthin – ob Kohle zum

Heizen oder Ziegel zum Bauen von Häusern.

Und wo einst das Herz der industriellen Produktion

geschlagen hat, sind heute attraktive

Orte für den Tourismus entstanden. Unter

dem Titel „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur

in Bewegung“ lenkt Brandenburg

2021 den Blick auf dieses Thema.

Ein beeindruckendes Beispiel für den Wandel

ist das Lausitzer Seenland. Früher wühlten

hier gigantische Bagger durchs Erdreich, heute

stechen Urlauber in See, gehen angeln,

baden oder surfen. Der Landschaftswandel,

der sich hier vollzieht, könnte gravierender

nicht sein. Die Region hat sich vom Braunkohlerevier

zu Europas größter künstlicher

Seenlandschaft gewandelt. Das Quietschen

der Förderbrücken im Braunkohle-Tagebau ist

längst verstummt. Ein „Zeuge“ dieser Zeit ist

die „F60“ – eine der größten beweglichen

Arbeitsmaschinen der Welt. Der „Gigant aus

Metall“, heute Besucherbergwerk, ist 80 Meter

hoch, 200 Meter breit und einen halben

Kilometer lang. Ein Koloss ganz anderer Art

Der "liegende Eifelturm der Lausitz", so

wird die Abraumförderbrücke F60 im Besucherbergwerk,

das spektakuläre Relikt des

Braunkohle -Tagebaus in der Lausitz genannt

steht in Niederfinow im Barnimer Land: Das

dortige Schiffshebewerk (1934 erbaut) ist aus

rund 14.000 Tonnen Stahl gefertigt. Weitere

Zeugnisse der Industriekultur sind die Brikettfabrik

Louise, die „Gartenstadt Marga“ in

Senftenberg oder auch der Ziegeleipark Mildenberg

im Ruppiner Land (weitere Infos:

www.kulturland-brandenburg.de).

Entdeckertouren auf zwei Rädern

Auch an erlebnisreichen Radtouren

herrscht in Brandenburg kein Mangel.

Zu den beliebtesten Routen zählt der Fernradweg

Oder-Neiße entlang der Grenze zu

Polen. Insgesamt stehen in dem vor 25 Jahren

gegründeten Nationalpark Unteres Odertal

rund 200 Kilometer Radwege zur Verfügung.

Geprägt von leichten Anstiegen und

Abfahrten ist der Berlin-Usedom-Weg, der

durch Teile des Biosphärenreservats Schorfheide

Chorin führt, der 2020 sein 30-jähriges

Bestehen feierte. Weitere attraktive Radrouten

sind die „Seentour“ (30 km) um den Unteruckersee

in der Uckermark, der Spreeradweg

von den Quellen der Spree in der sächsischen

Oberlausitz bis an den Stadtrand Berlin.

Auf den Spuren des Dichters Theodor

Fontane radelt, wer sich auf den Havel-Radweg

begibt.

Gartenfreunde sollten sich den Sommer

2022 im Kalender notieren. Dann findet unter

dem Motto „Gartenfest für alle Sinne“ in

Bee litz, südwestlich von Berlin und Potsdam,

die siebte Landesgartenschau statt.

Geschichte

ohne Schule

Ein Stück Weltgeschichte hautnah

erleben! 75. Jahre Potsdamer

Konferenz. Alles zur Sonderausstellung,

Laufzeit bis 31. Oktober

2021 im Schloss Cecilienhof.

potsdamtourismus.de

reiseland-brandenburg.de

Brandenburg

39


Bremen

Hannover

Strände. Städte. Berge.

Niedersachsen

Die lange Sandbank des Nordbad-

Strands von Borkum hält die Brandung

ab und bietet familienfreundliche

Bademöglichkeiten sowie ein

optimales Wassersportrevier

TourismusMarketing

Niedersachsen GmbH (TMN)

Tel. +49-511-2704880

www.reiseland-niedersachsen.de

Video Tipp Niedersachsen

Niedersachsen –

Feuerwerk aus nie gesehenen

Perspektiven!

Die sanftwellige Landschaft der

Lüneburger Heide ist ein Wanderparadies

und bietet mit

seinen Rundwanderungen jeden

Tag eine andere Wanderung

Strandvergnügen an der Nordsee

Badefreuden am Meeresstrand, Wandern in den Bergen: Diese Kombination gibt es in Deutschland nur einmal,

nämlich in Niedersachsen, das dieses Jahr sein 75. Jubiläum feiert. Zwischen Nordseeküste und Harz

laden attraktive Städte zum Shoppen, Staunen und Genießen ein. Sonnenanbeter, Wasserratten und Wellness-Fans

zieht es auf die sieben Ostfriesischen Inseln und an die Strände bei Cuxhaven. Schattige Wälder,

sanfte Höhen und idyllische Täler locken Wanderer in den Harz und in die Lüneburger Heide. Dort sorgen

außerdem viele unterschiedliche Freizeitparks wie der Serengeti-Park in Hodenhagen oder der Heide-Park

in Soltau für Unterhaltung. So bunt und abwechslungsreich wie die Landschaften präsentieren sich auch

charmante Städtchen wie Hameln oder Lüneburg und die lebendige Großstadt wie die Landeshauptstadt

Hannover, die sich zur Kooperation „9 Städte in Niedersachsen“ zusammengeschlossen haben.

Dazu gehören Braunschweig, Celle, Göttingen,

Goslar, Hamel, Hannover, Hildesheim, Lüneburg

und Wolfenbüttel sowie die Autostadt in Wolfsburg

und der Hannover Airport. Als Großstadt im Grünen

präsentiert sich Hannover. Die Landeshauptstadt

bietet einen idealen Mix. Hier Stadtfeeling mit einem

Shopping-Paradies und einer reizvollen Altstadt,

dort grüne Oasen wie der Stadtwald Eilenriede,

der fast doppelt so groß ist wie der Central Park

in New York oder die „Herrnhäuser Gärten“ mit

vollendeter Gartenkunst. Die einstige Sommerresidenz

der Welfen zählt zu den bedeutendsten europäischen

barocken Parkanlagen. Ein besonderer

Genuss ist der Besuch, wenn im Mai und Juni „der

Garten leuchtet“ – mit Barockmusik (siehe S. 50 ff.).

Ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender ist das

größte Schützenfest der Welt (wegen der Pandemie

das nächste Mal vom 1.-10.7.2022). Norddeutschlands

größtes Seefest steigt beim Maschseefest

(27.7.-14.8.2022!) mit Konzerten, Tanz unter freiem

Himmel und Aktionen auf dem Wasser. Am Jahresende

versüßt der Weihnachtsmarkt in der Altstadt

(siehe S. 62 ff.) das Warten aufs Fest. Nicht weit entfernt

von der Stadt liegt das Steinhuder Meer, der

größte See Nordwestdeutschlands

bietet diverse Wassersportmöglichkeiten.

Die einstige Kaiserpfalz Goslar

präsentiert sich mit einem

Mix aus hübschen Bürgerhäusern

und engen Gassen. Das historische

Altstadt-Ensemble zählt

ebenso zum Unesco-Weltkulturerbe

wie das Erzbergwerk Rammelsberg.

Die 1200 Jahre Stadt Hildesheim

verdankt ihren Status als

Welterbe dem Dom und der Michaeliskirche.

Eine Attraktion ist

die Veranstaltung EVI LICHTUN-

GEN, eine Internationale Licht

Kunst Biennale (27.-30.1.2022!,

siehe S. 50 ff.). Im September verzaubern

beim Pflasterzauber (10.-11.9.2021) Straßenkünstler

die Besucher mit skurrilen und spektakulären

Darbietungen.

Vor den Toren von Goslar liegt der Harz mit dem

sagenumwobenen Brocken (1.142 m). Seit der

deutschen Wiedervereinigung liegt der als Nationalpark

ausgewiesene Harz zu einem Drittel in

Sachsen-Anhalt und zu zwei Dritteln in Niedersachsen.

Die von dichten Wäldern und bizarren Klippen

geprägte Landschaft inspirierte schon Goethe zu

ausgedehnten Wanderungen und Gedichten.

In der Universitätsstadt Göttingen gehören die Saline

Luisenhall, die von Fachwerkhäusern gesäumte

Paulinerstraße und das Alte Rathaus mit der Gänseliesel

auf dem Brunnen davor zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Die Internationalen Händel-Festspiele

Göttingen sind das weltweit älteste Festival

für Barockmusik (geplant 9.-19.9.2021, siehe S. 50

ff.), die 2020 ihr einhundertjähriges Jubiläum nicht

feiern konnten. Im Weserbergland liegt Hameln,

dessen malerische Altstadt als Kulisse für das Schauspiel

um die berühmteste Figur der Stadt dient, das

Rattenfänger-Freilichtspiel (bis 13.9.2021). Beim Mittelalter-

und Phantasiemarkt „Mystica Hamelon“ (4.-

40

Niedersachsen


Die vielleicht berühmtesten Mühlen in Ostfriesland

sind die Zwillingsmühlen am Ortseingang des ostfriesischen

Fischerdorfs Greetsiel - die rote, östliche

Mühle wurde 1706 erbaut und kann besichtigt werden

6.3.2022) pilgern Ritter, Händler, Gaukler und

Musiker aus ganz Europa nach Hameln. In

Braunschweig erinnern prächtige Bürgerhäuser

und geschichtsträchtige Plätze an die tausendjährige

Historie. Ein prächtiges Residenzschloss

ist der Stolz von Wolfenbüttel. 450 restaurierte

Fachwerkhäuser bilden in Celle das

größte geschlossene Fachwerkensemble Europas.

Im Themen- und Erlebnispark der „Autostadt

Wolfsburg“ (siehe S. 58 ff.) steht das

Thema Mobilität im Mittelpunkt. Ein kulturelles

Highlight ist das jährliche Kultur- und Tanzfestival

Movimentos im Juli und August, welches

2021 ausfällt.

Prächtige Backsteinhäuser mit kunstvollen

Giebeln sowie das wunderschöne Rathaus erinnern

in der alten Hansestadt Lüneburg an

den früheren Reichtum. Heute ist die alte

Salzstadt vielen besser bekannt aus der erfolgreichen

Telenovela „Rote Rosen“. An die

Historie der Hansestadt erinnern die Sülfmeistertage

(Anfang Oktober, 2021 noch

fraglich), ein mittelalterliches Spektakel rund

um das Thema Salz.

Nördlich von Celle beginnt die Lüneburger

Heide. Der größte Besucherandrang

herrscht ab Anfang August, wenn die

Heideblüte die Landschaft mit einem violetten

Teppich überzieht und zahlreiche Heideblütenfeste

stattfinden. Wandernd auf dem

Heidschnuckenweg oder per Fahrrad lässt

sich die Heide am besten erkunden: Mehr als

2.000 Kilometer Radwege führen durch die

Landschaft.

Zu beiden Seiten der Weser, von grünen Hügeln

umgeben, liegt Hameln, das mit imposanten Sandstein-

und Fachwerkbauten aus dem 16. bis 18 Jahrhundert

als Juwel der Weserrenaissance gilt

Auf zwei Rädern durchs „Fachwerk5Eck“

Die historischen Altstädte von Duderstadt,

Einbeck, Hann. Münden, Northeim

und Osterode am Harz lassen sich ideal

mit dem Fahrrad erkunden: Sie liegen an den

Radfernwegen Leine-Heide-Radweg und Weser-Harz-Heide-Radweg

in einer abwechslungsreichen

Landschaft zwischen Weserbergland,

Harz und Eichsfeld, entlang der

Flüsse Lene, Rhume, Söse und Garte. Die

Rundtour misst rund 200 Kilometer. Die Top-

Route durch Niedersachsen ist natürlich der

Weser-Radweg (520 km), der vom Weserbergland

bis zur Nordsee führt.

Sieben Sehnsuchtsorte

Sieben zauberhafte, meist stille Eilande, jedes

mit ganz eigenem Charme, prägen das

Bild an der Nordseeküste: die ostfriesischen

Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum,

Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge. Borkum,

die größte der sieben, bietet reines,

jodhaltiges Hochseeklima und wurde 2013 als

erste allergikerfreundliche Insel ausgezeichnet.

Das schmale Juist wirbt mit der „schönsten

Sandbank der Welt“. Die ist bei der „alljährlichen

„Juister Gesundheitswoche“ im

April Open-Air-Bühne für Morgenmeditation,

Yoga und Achtsamkeitsübungen. Norderney,

1797 als erstes deutsches Seebad gegründet,

bietet heute mit dem „bade:haus“ das größte

Thalassohaus Europas. Auch einige Events

sind geboten: Zum White Sands Festival (das

nächste Mal 3.-5.6.2022) treffen

sich die besten deutschen

Windsurfer und Beachvolleyballer.

Bundesweite Beachtung

findet das Internationale

Filmfest Emden-Norderney

(6.-13.10.2021). Baltrum, nur

fünf Kilometer lang und 1,5 Kilometer

breit, bietet Wassersportlern

ideale Bedingungen

zum Kiten und Surfen, Kanufahren

und SUP-Paddeln. Als

Dorado für Familien gilt Langeoog

mit seinen 14 Kilometer

Sandstränden, Salzwiesen,

Weiden und unberührter Dünenlandschaft.

Das „zertifizierte

Thalasso-Nordseeheilbad“

ist, ebenso wie Wangerooge, autofrei. Auf

Spiekeroog, seit 2015 ebenfalls Thalasso-

Nordseeheilbad, geleitet eine „Museumspferdebahn“,

die einzige Eisenbahn Deutschlands,

die noch von Pferden gezogen wird,

die Gäste auf nostalgisch-originelle Weise ins

Dorf. Gleich drei historisch interessante

Leuchttürme weisen den Weg nach Wangerooge,

den östlichsten Punkt der Inselkette.

Die sieben Inseln liegen im Nationalpark

Niedersächsisches Wattenmeer,

der 1993 zum Biophärenreservat und 2009

zum Unesco-Weltnaturerbe erklärt wurde.

Das Wattenmeer ist eine wahre Wunderwelt

und zeigt, wie anpassungsfähig Natur, Pflanzen

und Tiere auf die Bedingungen im Watt

reagieren. Bei Ebbe gehen Urlauber individuell

oder bei geführten Wanderungen dem

Meer im wahrsten Wortsinn auf den Grund.

Ein faszinierendes Naturschauspiel bietet sich

von Greetsiel bis Cuxhaven, von Borkum bis

Wangerooge während der „Zugvogeltage“

im Nationalpark (9.-17.10.2021).

Beschauliche Städte säumen die Nordseeküste.

In Emden präsentiert die Kunsthalle

den „Mythos Wald“ (9.10.2021-30.1.2022),

bevor die Künstler Josef Scharl, Hanns Ludwig

Katz und Franz Radziwill mit ihren Werken

die „Welt aus den Fugen“ dokumentieren.

Ein kulinarisches Schmankerl sind alljährlich

die „Emder Matjestage“ (das nächste Mal im

Mai/Juni 2022), bei denen sich alles um die

kleinen Fische dreht. Die Heringsfischerei hat

in dem Hafenstädtchen eine 450 Jahre lange

Tradition. Eines der größten Stadt- und Hafenfeste

im Nordwesten Deutschlands lockt

nach Wilhelmshaven. Beim „Wochenende an

der Jade“ (19.-22.8.2021) beehren zahlreiche

Traditionssegler die Stadt. Die älteste Traditionssegler-Regatta

startet beim Wilhelmshaven

Sailing-Cup (24.-26.9.2021). Straßenkünstler

aus aller Welt verwandeln die Innenstadt

beim Internationalen StreetArt Festival

(6.-8.8.2021) in eine gigantische Leinwand.

Darüber hinaus lohnt sich der Bummel entlang

der Maritimen Meile mit dem Aquarium

Wilhelmshaven, dem Deutschen Marinemuseum,

dem Küstenmuseum Wilhelmshaven,

dem Wattenmeer Besucherzentrum sowie der

Reederei Warrings. Den „dicken Pötten“

(Plattdeutsch für Kreuzfahrt und Containerschiffe)

auf hoher See zuschauen kann man

wunderbar am Strand von Cuxhaven. In der

Meyer Werft in Papenburg erlebt der Besucher

hautnah, wie die schönsten und größten

Kreuzfahrtschiffe der Welt gebaut werden.

Fröhliche Wattwanderung mit Kindern

Niedersachsen

41


Video Tipps Bremen

und Bremerhaven

Unser Popstars –

Die Bremer Stadtmusikanten

Bremen and Bremerhaven –

Two unique places, one heart

Faszinierende Kontraste

Weserpromenade

Schlachte

Deutschlands kleinstes Bundesland bietet ein spannendes Doppel: Auf der einen Seite das urbane

Zentrum Bremen, daneben Bremerhaven, maritimes Zentrum und größte Stadt an der

deutschen Nordseeküste. Wissenswelten und Kunstmuseen begeistern ebenso wie historische

Gemäuer und lebendige Szeneviertel. Und ein üppiger Veranstaltungskalender vereint mit seiner

bunten Kunst- und Kulturpalette beinahe südländische Leichtigkeit mit viel maritimem Flair.

Bremen, die elftgrößte Stadt Deutschlands,

ist europäisches Zentrum der Luft- und Raumfahrt,

Stadt der Wissenschaft und Standort eines

der größten europäischen Städtebauprojekte,

der Überseestadt. Namen wie Airbus,

Beck’s oder Mercedes-Benz verdankt die Weser-Metropole

den Titel Markenhauptstadt.

Der erste Weg führt ins historische Zentrum,

zum Marktplatz mit dem über 600 Jahre

alten Rathaus und seiner eindrucksvollen Fassade

im Stil der Weserrenaissance. Zusammen

mit der Roland-Statue gegenüber steht

es seit 2004 in der Liste der Unesco-Welterbestätten.

Nur wenige Schritte entfernt betrachten

die Bremer Stadtmusikanten Esel,

Hund, Katze und Hahn von ihrem Sockel das

lebhafte Treiben. Von der „guten Stube“ ist

es nicht weit bis zur architektonisch sehenswerten

Böttcherstraße mit dem Ludwig Roselius

Museum und dem Paula-Modersohn-Becker-Museum.

Nur einen Katzensprung entfernt

liegt das pittoreske „Schnoorviertel“,

der älteste Bremer Stadtteil. Den Kontrast

dazu bildet die „Überseestadt“, wo in alten

Speichern das neuste Arbeits-, Gewerbe- und

Wohnquartier Bremens entsteht.

Ein Muss für Kunstliebhaber ist die Kunsthalle

Bremen. Neben Werken von Künstlern wie

Van Gogh, Monet, Cezanne, Beckmann und

Paula Modersohn-Becker lohnen einige Sonderausstellungen:

z.B. „Hauptsache Dürer?“

(14.4.-11.7.2021, siehe S. 50 ff.); die Ausstellung

„Manet und Astruc – Künstlerfreunde“

zeigt Werke des berühmten Edouard Manet

und seines bis heute nahezu unbekannten

Freundes Zacharie Astruc (23.10.2021-

27.2.2022, siehe S. 50 ff.). Wissen statt Kunst

steht in den modernen Erlebnismuseen und

Wissenswelten der Hansestadt auf dem Programm.

Ferne Kontinente, Lebens- und Kulturräume

präsentiert das Übersee-Museum,

eine Entdeckungsreise durch die Welt der

Wissenschaft wartet im Science Center im

Universum Bremen (siehe S. 59 ff.).

Die Bandbreite der Veranstaltungen reicht

vom Samba-Karneval bis zum weihnachtlichen

„Schlachte-Zauber“ (voraussichtlich

22.11.-23.12.2021). Dazwischen reihen sich

die Highlights wie das Internationale Festival

der Straßenkünste „La Strada“ (voraus-

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42 Bremen / Bremerhaven


sichtlich Juni 2022) über das Vegesacker Hafenfest

(4.-6.6.2021) sowie die „Breminale“

(21.-25.7.2021) mit Livemusik und Theater

auf den Osterdeichwiesen. Ein Höhepunkt für

Klassikliebhaber ist das 31. Musikfest Bremen,

wobei klassische Klänge die Bremer Innenstadt

vom 28. August bis zum 18. September

2021 erfüllen.

Spannende Museen und

spektakuläre Schiffe

Die Seestadt Bremerhaven, 50 Kilometer

flussabwärts, ist Welthafen, Tor zur Nordsee,

Tourismus-Spot und Wissenschafts-Standort

zugleich. Außerdem ist sie einer der größten

Automobilumschlagsstandorte und die Nummer

vier unter den Containerhäfen. Das Columbus

Cruise Center ist eines der weltweit

modernsten Kreuzfahrtterminals.

In Bremerhaven sind zwei der wichtigsten

Themen unserer Zeit in Wissens- und Erlebniswelten

umgesetzt und erlebbar gemacht

worden: Klimawandel und Migration. In den

„Havenwelten“, wo die meisten touristischen

Attraktionen versammelt sind, lädt das Klimahaus

Bremerhaven 8° Ost (siehe S. 60.) zu einer

Reise um die Welt und ihre unterschiedlichen

Klimazonen ein. Dem Thema Migration

widmet sich das Deutsche Auswandererhaus

(siehe S. 60). Das Erlebnismuseum beleuchtet

Schicksale von vielen der sieben Millionen

Menschen, die zwischen 1830 und 1974 ihre

Heimat verließen, in der Hoffnung, jenseits

des Atlantiks ihr Glück zu finden. Im Frühjahr

2021 soll der Neubau mit Dauerausstellung

Schaufenster Fischereihafen

und „Pop Up Museum“ eröffnet werden. Kulinarischen

Genuss bietet das „Schaufenster

Fischereihafen“, eine Gourmetmeile für

Fischliebhaber.

Zu den touristischen Highlights der Stadt

zählt auch der Zoo am Meer: Im kleinsten öffentlichen

Zoo Deutschlands steht die Tierwelt

der nördlichen Erdhalbkugel im Mittelpunkt:

Pinguine, Robben, Eisbären und Polarfüchse.

Nicht weit entfernt steht das Deutsche

Schifffahrtsmuseum samt Museumshafen,

in dem die älteste Hansekogge der Welt

(14. Jh.) vor Anker liegt

Auf Schiffsliebhaber warten in diesem Jahr

zwei maritime Spektakel. Zum ersten Mal gastiert

das bisher alle zwei Jahre im Ostseeraum

stattfindende „International Multihull Meeting“

an der deutschen Nordseeküste. Rund

hundert „Mehrrumpfboote“, Katamarane, Triamarane

und Auslegerboote sind die Stars dieses

höchst attraktiven maritimen Events vom

29. Juli bis zum 1. August in den Havenwelten.

Eine Augenweide bietet sich dem „Schiffspotter“

schon am ersten Tag, wenn sämtliche

Boote durch die Schleuse Neuer Hafen ins Hafenbecken

einfahren sowie am Freitag mit einer

Regatta und am Samstag mit einem nautischen

Flohmarkt. Nur zehn Tage später startet

das nächste Fest: die „Lütte Sail Bremerhaven

2021“ (11.-15.8. 2021). Bei dem „kleinen

Hafenfest“ säumen zahlreiche Schiffe die Kajen.

Flaggschiff wird die „Alexander Humboldt

II“ sein. Ein buntes Rahmenprogramm mit

Live-Musik rundet das Programm ab.

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Bremen / Bremerhaven

43


Zwei Küsten und noch mehr

Kiel

Hamburg

Echt und unverfälscht: So präsentiert sich der Norden Deutschlands. Das „Land zwischen den Meeren“ überrascht

dabei mit zwei gänzlich unterschiedlichen Küsten: die Wunderwelt des Wattenmeeres an der Nord -, feine

Sandstrände an der Ostseeküste. Dazwischen dehnt sich ein flaches Land mit reizenden Städten und Städtchen,

viel lebendiger Kultur und üppigem Platz für aktive Erholung zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Kanu.

Schleswig-Holstein

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Nordseestrand

Und dann sind da noch die zahlreichen Inseln.

Einzigartig sind die Halligen in der Nordsee. Diese

winzigen Eilande sind vom Wattenmeer umschlossen

und werden bei Sturm oft von den Wellen überspült.

Die bekanntesten Halligen sind Hooge, Gröde,

Südfall, Langeneß und Oland. Bei Ebbe kann

man einige von ihnen zu Fuß erreichen – allerdings

sollte man die Gezeiten genau im Blick behalten,.

An Ebbe und Flut müssen sich Badeurlauber, die

zum ersten Mal an der Nordsee sind, erst gewöhnen.

Alle sechs Stunden zieht sich das Meer von

den Stränden zurück. Dann kann man bei einer

Wattwanderung auf dem Meeresboden spazieren

gehen und dabei den „small five“ des Wattenmeeres

– Wattwurm, Strandkrabbe, Wattschnecke, Herzmuschel

und Nordseegarnele – begegnen.

Seit 2009 steht das Schleswig-Holsteinische

Wattenmeer auf der Liste der Unesco-Weltnaturerbestätten.

Es war die erste deutsche Naturlandschaft

auf der Liste – ebenfalls unter dem

Schutz der Unesco stehen heute die Nationalparks

von Hamburg und Niedersachsen sowie das Wattenmeerschutzgebiet

der Niederlande.

Die Insel Amrum lädt mit herrlichen Dünen zum

Wandern ein. Bäuerlich geprägt ist Pellworm. Föhr ist

beliebt bei Familien. Kunstliebhaber lockt hier das

„Museum Kunst der Westküste“, wo derzeit die Ausstellung

„Neue Schätze“ (bis 12.9.2021, siehe S. 50ff.)

Werke von Max Liebermann bis Jochen Hein präsentiert.

Trubel findet man auf Sylt, der größten und

schicksten der Nordfriesischen Inseln. Die größte Attraktion

auf der Halbinsel Eiderstedt, im Süden des

Wattenmeers, ist der zwölf Kilometer lange und bis

zu drei Kilometer breite Strand des Nordseeheilbads

St. Peter Ording, wo die Restaurants auf Stelzen stehen

und rasante Strandsegler über den Beach flitzen.

Städtchen zum Verlieben

Kaum bekannt ist Eckernförde an der Ostsee, wo

nonstop Yachten, Segelschiffe und Fischkutter in

den Hafen einlaufen. Manche nehmen Urlauber mit

an Bord. Kleine historische Häuser mit malerischen

Gassen und Hinterhöfen faszinieren in Flensburg

nahe der dänischen Grenze. Anis, die kleinste Stadt

Deutschlands mit einer Schifferkirche von 1673,

liegt auf einer Halbinsel in der Schlei. An deren

Ende lockt Schleswig mit dem Schloss Gottorf und

seinem Barockgarten sowie dem Dom und dem Johanniskloster.

Am Ende der Fjordlandschaft, wenige Kilometer

von Schleswig entfernt, breitet sich die Wikingersiedlung

Heithabu aus. Sie wurde 2018 zusammen

mit der Festungsanlage Danewerk in das

Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen. Eine umfangreiche

Ausstellung zeigt archäologische Funde

und originalgetreu rekonstruierte Häuser.

Das Leben an und mit dem Wasser prägt den Alltag

in Kiel. Stolze Traditionssegler und luxuriöse

Yachten gehören hier zum Stadtbild, besonders

während der Kieler Woche, die wegen Corona von

Juni in den Herbst (4.-12.9.2021) verschoben wurde.

Sie ist das größte Segelsportereignis der Welt und

gleichzeitig größte Sommerfest im Norden Europas.

Die Kieler Kunsthalle begeistert mit einer Sammlung

von 40.000 Grafiken aus fünf Jahrhunderten, 1.200

Gemälden und rund 300 Skulpturen.

Nordseefeeling pur bietet Husum: Krabben direkt

vom Kutter, frischer Seewind, Ebbe und Flut. Dazu

kommen jede Menge Geschichte(n). Die vom

„Schimmelreiter“, der hier über die Deiche ritt, wie

der Dichter Theodor Storm schreibt. Dessen Wohnhaus

ist heute Museum und ein beliebtes Ziel für Literaturliebhaber.

In Husum wird viel gefeiert: Höhepunkte

sind das Krokusblütenfest im Frühjahr, die

Hafentage (4.-8.8.2021) und die Husumer Krabbentage

(16./17.10.2021).

Wie die Krabben, werden auch andere Spezialitäten

aus der Küche des Nordens mit Festen

gefeiert. Zum Beispiel der Hering (Kappelner

Heringstage, im Frühjahr) und der Matjes (Glückstädter

Matjeswoche, 10.-13.6.2021). Weitere Fischspezialitäten

sind Scholle, Stint und „Kieler Sprot-

44

Hamburg / Schleswig-Holstein


Lübeck zum Verlieben – bei einer Bootsfahrt auf

der Trave am romantischen Malerwinkel mit herrlichen

Blicken auf die Stadtinsel, am Rande der Altstadt

Auf dem Meeresboden gehen und dabei Interessantes

entdecken und erfahren bei einer geführten

Wattwanderung von der Gemeinde Dagebüll in Nordfriesland

zu den Halligen Oland, Langeneß und Gröde

ten“. Eine Delikatesse für Fleischesser ist das

Salzwiesenlamm. In der Region um Dithmarschen

bestimmt Kohl das Bild. Die reiche Ernte

von mehr als 90 Millionen Kohlköpfen wird

alljährlich eine Woche lang mit den Dithmarscher

Kohltagen (21.-26.9.2021) gefeiert.

Aktivurlaub im Binnenland

40 Seen in waldreichem Hügelland voller

Wander- und Radwege sowie Seebadestellen

bietet das Herzogtum Lauenburg nordöstlich

von Hamburg. Fünf Mal so viele Seen hat die

letzte Eiszeit im Hügelland der Holsteinischen

Schweiz, einer Bilderbuchlandschaft mit Seen,

Teichen und schattigen Buchenwäldern, hinterlassen.

Aktive Entdecker erkunden die Natur

mit dem Fahrrad oder bei einer gemütlichen

Bootspartie in der Seenlandschaft um die

Städtchen Malente, Plön und Eutin. Ausgedehnte

Wanderungen, Fahrradtouren oder Kanufahrten

– z.B. auf der Wakenitz zwischen Lübeck

und dem Ratzeburger See – locken sportliche

Gäste im Naturpark Lauenburgische Seen.

Der kulturelle Höhepunkt im Land zwischen

den Meeren ist das alljährliche „Schleswig-

Holstein Musik-Festival“ (3.7.-29.8.2021, siehe

S. 50 ff.) mit Konzerten in Scheunen und

Herrenhäusern, Kirchen und Werften.

Elbphilharmonie mit Museumsschiff

Maritimes Flair

...und hanseatische Gelassenheit vereint

Hamburg: Dazu bietet die Metropole im

Norden eine spannende Kulturszene in Museen,

Galerien, Konzerthäusern und Musik-

Clubs sowie eine Fülle von Einkaufspassagen,

prachtvollen Boulevards und edlen Restaurants.

Der größte Anziehungspunkt ist auch vier

Jahre nach ihrer Eröffnung die Elbphilharmonie:

Das neue Wahrzeichen der Hansestadt

begeistert mit spektakulärer Architektur

und großartigen Konzertaufführungen.

Lohnende „alte“ Sehenswürdigkeiten sind

das Rathaus, Sitz des Senats und der Bürgerschaft“,

und der Michel, der 132 Meter hohe

Turm von St. Michaelis. Die grüne Seite repräsentiert

„Planten un Blomen“, ein Freizeitgelände

mit Botanischem Garten und

Tropenhaus sowie dem größten Japanischen

Garten Europas. Eine Attraktion ist

der Altonaer Fischmarkt, der (in Nicht-Corona-Zeiten)

jeden Sonntag zigtausende Besucher

an die Elbe lockt.

Ein Einkaufsbummel durch edle Boutiquen

beginnt am besten am Jungfernstieg. Das

Hamburger Shopping-Paradies erstreckt

sich über die gesamte Mönckebergstraße.

Venezianisches Flair versprühen die Alsterarkaden

mit ihren weißen Rundbögen, den

pittoresken Terrassen und der Lage am Alsterfleet.

Sie gehören mit der Mellin-Passage

zu den ältesten Einkaufs- und Flaniermeilen

Hamburgs.

Die historische Speicherstadt, ein Ensemble

roter Backsteinbauten, steht

seit 2015 auf der Liste der Unesco-Welterbestätten

und gilt zusammen mit dem Chilehaus

als Ikone des Backstein-Expressionismus.

Die Ausflugslokale zwischen Wedel,

Blankenese und den Landungsbrücken sind

beliebte Plätze zum „Schiffe gucken“. Ein

Spektakel ist der Hafengeburtstag jeweils

Anfang Mai.

Sonnenbäder und Segellust

An der Ostseite Schleswig-Holsteins wechseln

sich auf fast 400 Kilometern Küste von

Flensburg über die Sonneninsel Fehmarn bis

nach Lübeck historische Hafenstädte, traditionsreiche

Seebäder, Fischerdörfer, Schlösser

und Gutshöfe ab. An den Stränden zwischen

Flensburger Förde und Lübecker Bucht kommen

Sonnenanbeter, Wassersportler und Kulturinteressierte

gleichermaßen auf ihre Kosten.

Ein Höhepunkt ist das Wasserschloss

Glücksburg an der zauberhaften Fjordlandschaft

der Schlei.

Eine besondere Attraktion in den Badeorten

an der Ostsee sind die Seebrücken. Die

oft weit ins Meer hinausragenden Stege haben

sich in den vergangenen Jahren zu „Erlebnis-Seebrücken“

gewandelt, mit Hängematten,

Liegewiesen, Spielplätzen und sogar

Standesämtern.

Unverzichtbar ist der Ausflug in die alte

Hansestadt Lübeck, die „Königin der

Hanse“. Vom einstigen Reichtum der Stadt,

die zu den Weltkulturerbestätten der Unesco

gehört, zeugen das berühmte Holstentor,

prunkvolle Kaufmannshäuser und prächtige

Kirchen. Das Buddenbrookhaus erinnert an

die Romanfamilie und an die Familie des

Schriftstellers Thomas Mann. Das Günter-

Grass-Haus hält das Werk des Literaturnobelpreisträgers

lebendig, das Willi-Brandt-Haus

erinnert an den in Lübeck geborenen ehemaligen

Bundeskanzler. In der Lübecker Bucht

reihen sich zwischen dem Ostseebad Dahme

und Travemünde die Badeorte an den feinsandigen

Stränden.

Musikinteressierte kommen in der neuen

Elbphilharmonie ebenso auf ihre Kosten wie

bei Konzerten und Festivals in der Laeiszhalle

und in der Staatsoper. Highlights im jährlichen

Veranstaltungskalender sind das Internationale

Musikfest Hamburg im Frühjahr,

das Elbjazz-Festival (das nächste Mal Juni

2022) und das Reeperbahn-Festival (geplant

22.-25.9.2021). Theaterfreunde haben die

Wahl zwischen mehr als 40 privaten Bühnen.

Neben New York und London zählt Hamburg

seit einigen Jahren zu den drei größten Musical-Metropolen

der Welt (siehe S. 50 ff.).

Darüber hinaus bereichern großartige Ausstellungshäuser

die Kunst- und Kulturszene.

Gleich fünf renommierte Häuser befinden

sich auf der „Kunstmeile Hamburg“ zwischen

Alster und Elbe. Die Hamburger

Kunsthalle zeigt noch bis 5. September 2021

die Ausstellung „Früher war schon immer

jetzt“ mit internationaler Malerei seit 1947.

In der Reihe „Serien“ steht „Druckgraphik

von Warhol bis Wool“ (bis 15.8.2021) auf

dem Programm. Der herausragende Renaissance-Künstler

Raffael steht im Mittelpunkt

der Ausstellung „Raffael – Wirkung eines

Genies“ (2.7.-3.10.2021, siehe S. 50 ff.). Das

Bucerius Kunstforum zeigt „Moderne Zeiten

– Industrie im Blick von Malerei und Fotografie“

(26.6.-26.9.2021), bevor die Ausstellung

„Nolde und der Norden“ (16.10.2021

23.1.2022) das Frühwerk des umstrittenen

Künstlers der Klassischen Moderne in den

Mittelpunkt rückt.

Hamburg / Schleswig-Holstein

45


Schwerin

Mecklenburg-Vorpommern

Tourismusverband

Mecklenburg-

Vorpommern e. V.

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Seen-Sucht und Städte-Zauber

Feine Sandstrände an der Küste und auf den Inseln

Rügen und Usedom, dazu die Mecklenburgische

Seenplatte im Hinterland: Das sind nur ein

paar Gründe, weshalb Mecklenburg-Vorpommern

zu den beliebtesten deutschen Urlaubsregionen

gehört. Den Kontrast zur Landschaft bilden die

Backsteinkulissen alter Hansestädte wie Wismar

und der Welterbestadt Stralsund, die Hafenstadt

Rostock und die Landeshauptstadt Schwerin sowie

die alte Barlachstadt Güstrow. Naturliebhaber

kommen in den drei Nationalparks des Bundeslands

auf ihre Kosten.

Neben den Nationalparks Jasmund, Vorpommersche

Boddenlandschaft und Müritz gibt es im waldund

wasserreichen Norden sieben Naturparks. Und

die warten in diesem Jahr mit einer Neuheit auf.

Ende Mai 2021 ist der Naturparkweg Mecklenburg-

Vorpommern eröffnet worden. Der Fernwanderweg

misst 907 Kilometern und führt durch alle sieben

Naturparks, das Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee

sowie den Müritz Nationalpark.

Ein Naturerlebnis ganz besonderer Art verheißt

eine Wanderung durch das Unesco-Weltnaturerbe

Alte Buchenwälder Deutschlands, das 2021

sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Zu dem insgesamt

fünf Projekte umfassenden Naturdenkmal gehören

der Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen, wo

sich der Buchwald von den weißen Kliffhängen der

Kreideküste spektakulär ins blaugrüne Meer hinabzustürzen

scheint, sowie der Müritz Nationalpark mit

dem seltenen Tiefland-Buchenwald.

seenreichsten Bundesländer ihr grandioses Angebot

gemeinsam. Ein Highlight für Freizeitkapitäne

ist die „Große Rundtour“. Die insgesamt 586 Kilometer

lange Route kann je nach Planung in zwei bis

drei Wochen gefahren werden. Die Mecklenburgische

Seenplatte mit allein rund 1.000 Seen, die

meisten durch Flüsse und Kanäle verbunden, bieten

auch abseits der Hausboot-Reling viel Spaß für

Wassersportler. Ein Top-Event im größten zusammenhängenden

Wassersportrevier Europas ist die

Müritz-Sail, alljährlich Mitte Mai, mit Segelregatten,

Tauziehen auf dem Wasser, Parasailing, Wasserski-

Freizeitkapitäne auf großer Fahrt

Gemeinsam mit dem angrenzenden Brandenburg

stehen Hausboot-Urlaubern rund 900 Kilometer

führerscheinfrei zu befahrende Wasserstraßen,

5.000 Seen und knapp 60.000 Kilometer Fließgewässer

zur Verfügung. Auf der Internetseite www.

deutschlands-seenland.de präsentieren die beiden

Der Nienhagener Gespensterwald liegt direkt an

der Ostseeküste und bietet bezaubernde Aussichten:

ein Highlight für Wander- und Radfahrfreunde

46

Mecklenburg-Vorpommern


Blick auf die Hansestadt Stralsund und den Strelasund

mit Rügenbrücke, die das Festland mit

Rügen, der größten Insel Deutschlands, verbindet

show, Drachenbootrennen, Fischerstechen

und Flottenparaden. Wer die Region lieber zu

Fuß statt auf dem Wasser entdecken möchte,

der findet dafür auf dem 240 Kilometer langen

Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

beste Bedingungen vor.

Genussradeln an der Ostsee

Der Ostseeküsten-Radweg misst 1140

Kilometer, von denen rund 695 von Lübeck-Travemünde

aus durch Mecklenburg-

Vorpommern bis nach Ahlbeck auf Usedom

führen. Unterwegs locken sehenswerte Orte

wie die Künstlerkolonie Ahrenshoop auf der

Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und Natur-

Attraktion wie das Kap Arkona auf der Insel

Rügen. Für E-Bike-Fans gibt es neuerdings

ein Elektrorad-Informationszentrum in der

Mecklenburgischen Seenplatte, das Infos zu

17 Touren zwischen Malchow in der Mecklenburgischen

Schweiz bis Feldberg in der Feldberger

Seenlandschaft liefert.

Auf Deutschlands größter Insel Rügen verbinden

kilometerlange Alleen beschauliche

Dörfer im Inselinnern mit den Badeorten an

der Küste. Die „weiße Perle Putbus“ ist ebenso

erlebenswert wie Binz. Das Seebad fasziniert

mit einer kilometerlangen Strandpromenade

an der Prorer Bucht und prächtigen weißen

Villen und Häusern in einem kunterbunten

Stilmix aus Klassizismus, Neobarock und

Jugendstil.

43 Kilometer feinster Sandstrand warten auf

Usedom auf Wasserratten und Sonnenanbeter.

Die Küste hier wird geprägt von den Seebädern

Ahlbeck, Bansin und Heringsdorf. Die

mit Säulen, Erkern und Türmchen geschmückten

Häuser sind typisch für die Usedomer

Bäderarchitektur. Einen ganz speziellen

Charme haben die historischen Seebrücken.

Ganz neu ist die 290 Meter lange im

Ostseebad Koserow, die im Frühsommer

2021 fertiggestellt werden soll. Besondere

Klangerlebnisse verheißt das Usedomer Musikfestival

(18.9.-9.10.2021, siehe S. 50 ff.).

Familienurlaub auf dem Hausboot ist Entspannung

pur und sportlicher Anreiz – inmitten wunderschöner

Natur der Müritz und Mecklenburgischen Seenplatte

Hansestädte mit Charme

Ein Muss ist der Besuch in der alten

Hansestadt Wismar. Die historische Altstadt

und der Marktplatz stehen seit 2002 auf

der Liste des Unesco-Welterbes. Neben den

Sehenswürdigkeiten Fürstenhof und Nikolaikirche

sind die Wismarer Heringstage im

Frühjahr, die Hafentage (10.-13.6.2021) und

das Schwedenfest (19.-22.8.2021) einen Besuch

wert. Ein weiteres Unesco-Weltkulturerbe

ist die Hansestadt Stralsund, dessen Highlight

die fast vollständig erhaltene mittelalterliche

Altstadt ist. Tipp für Orgelfans: Seit

Herbst 2020 erklingt in der St.-Jakobi-Kirche

wieder die im Zweiten Weltkrieg zerstörte

und nun wiederhergestellte Mehmel-Orgel.

Auch Schwerin lohnt den Besuch. Ein kultureller

Höhepunkt in der kleinsten Landeshauptstadt

Deutschlands sind die Schlossfestspiele

(11.6.-10.7.2021), die dieses Jahr mit

dem Musical „Titanic“ und dem Schauspiel

„Die Schildbürger“ aufwarten. Maritimes Flair

verbindet sich in Rostock, der größten Stadt

des Bundeslands im Nordosten, mit einem

bunten Unterhaltungsprogramm. Ein Besuchermagnet

ist alljährlich die Hanse-Sail (5.-

8.8.2021). Dieses Event für rund 200 internationale

Groß- und Traditionssegler, Kreuzfahrtschiffe,

Fähren und Kleinboote findet

Fern jeglicher Hektik ruht der Dambecker See

inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte – stille

Wasser für Gelassenheit und Naturliebhaber

zum 30. Mal statt. Ein Treffpunkt für mehr als

2.000 Segler aus rund 30 Nationen ist die

Warnemünder Woche (3.-11.7.2021). Der Höhepunkt

im kulturellen Veranstaltungskalender

sind die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern,

die vom 12. Juni bis zum 18. September

2021 stattfinden sollen – mit 143 Konzerten

an 87 Spielstätten (siehe S. 50 ff.).

Weiße Strände,

leuchtendes Meer,

undurchdringlicher

Urwald und

glitzerndes Wasser

– dafür muss

man nicht weit reisen.

Die in Stralsund

geborene

Ariane Grundies

weiß ganz genau

wo man das alles

in Mecklenburg-

Vorpommern findet. Sie erzählt vom

Wasserwandern und Paddeln, von Flößen

und Hausbooten. Sie nimmt uns mit

auf Spaziergänge vorbei an gotischen

Backsteinbauten und durch alte Hansestädte

wie Rostock oder Greifswald, zu

Radtouren an der kilometerlangen Küste

und auf die Hügel der Mecklenburgischen

Schweiz. Wir entdecken die kleinen

wie die großen Inseln, Gespensterwald

und Königsstuhl – und genießen

Ostsee satt.

Ariane Grundies

Gebrauchsanweisung für die Ostsee

und Mecklenburg-Vorpommern

Aktualisierte Neuausgabe 2021

224 Seiten; Flexcover mit

Klappen und Karte

Piper Verlag; ISBN 978-3-492-27753-2

€ 15,00 (D); € 15,50 (AT)

Mecklenburg-Vorpommern

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Immer am Wasser entlang

Sie gehören zu den beliebtesten und schönsten Radrouten in Deutschland: die Wege

entlang großer und kleiner Flüsse. Zehn von ihnen haben sich zur Kooperation „Germanys

Top River Routes“ zusammengeschlossen. Auf insgesamt rund 6.000 Kilometer Strecke

bieten sie neben sportlichem Vergnügen eine Fülle von Sehenswürdigkeiten und Landschaftserlebnissen.

Allen gemeinsam ist die komfortable Infrastruktur mit vielen fahrradfreundlichen

Betrieben entlang der Routen (www.riverroutes.de).

Der Donau-Radweg (siehe S. 9) zählt zu den

meist-frequentierten Radwegen in Europa.

Auf ihrem Weg vom Zusammenfluss von Brigach

und Breg bei Donaueschingen im

Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer legt

die Donau 2.845 Kilometer zurück, etwas über

600 Kilometer verlaufen dabei durch Deutschland.

Unterwegs warten Sehenswürdigkeiten

wie der höchste Kirchturm der Welt in Ulm

oder die Welterbe-Altstadt von Regensburg

und landschaftliche Attraktionen wie der Donaudurchbruch

beim Kloster Weltenburg.

Vom Riesengebirge bis zum Wattenmeer

führt der Elberadweg 840 Kilometer weit

durch die größte natürliche Flusslandschaft

Europas. Der Radler durchquert auf seinem

Weg sieben Bundesländer. Lohnende Stationen

unterwegs sind neben weiteren die Lutherstadt

Wittenberg, Magdeburg, die Hansestadt

Hamburg, die Obstplantagen des Alten

Lands und das Nordseeheilbad Cuxhaven.

Vergleichsweise kurz ist das Vergnügen auf

dem Ems-Radweg: Von den Emsquellen in

der Senne zwischen Hövelhof und Schloss

Holte-Stukenbrock bis nach Emden

an der Nordsee sind es rund 385

Kilometer. Weil der Weg überwiegend

ohne nennenswerte Steigungen

durch die Natur verläuft und

wenig Verkehr aufweist, ist er auch

für Familien und ungeübte Radfahrer

bestens geeignet.

Gleich zwei idyllische Flusslandschaften

verbindet der Kocher-

Jagst-Radweg. Der 332 Kilometer

lange Rundkurs ist in sechs Tagesetappen

gut zu bewältigen. Der

Weg verläuft von Aalen den Kocher

hinab über Schwäbisch-Hall bis zur

Neckarmündung und anschließend

neben der Jagst flussaufwärts über

Crailsheim und Ellwangen zurück

zum Ausgangspunkt – oder in umgekehrter

Richtung.

An Gärten und Streuobstwiesen vorbei führt

der Neckartal-Radweg mit herrlichen Ausblicken

wie hier auf die Stauferstadt Eberbach

Vor allem für Weinliebhaber verheißt der

248 Kilometer lange Mosel-Radweg puren

Genuss. Der meist ebene und in Ufernähe

verlaufende Radweg von Perl an der deutschfranzösisch-luxemburgischen

Grenze bis zum

Deutschen Eck bei Koblenz vereint alles, was

die Moselregion für Urlauber so anziehend

macht: Zahllose Weingüter und weltberühmte

Weinlagen, antike Stätten, romantische

Burgen und idyllisches Fachwerk.

Vorbei an Schlössern und Burgen, an Wäldern,

Wiesen und steilen Weinhängen verläuft

auch der Neckartal-Radweg – 374 Kilometer

quer durch die historischen Regionen

Baden und Württemberg. Die poetischen

Ufer am Hölderlinturm in Tübingen gehören

ebenso zu den Attraktionen wie die Fachwerkstädte

Horb, Nürtingen und Esslingen

oder die Burgen im Odenwald.

Von der Quelle in den Schweizer Alpen bis

zur Mündung in die Nordsee begleitet der

Rheinradweg den berühmtesten deutschen

Strom. Auf seinem 1233 Kilometer langen

Weg durchqueren Fluss und Radweg vier Länder

und unterschiedlichste Landschaften und

fädeln gleich neun Unesco-Welterbestätten,

auf die Sehenswürdigkeiten-Kette – darunter

die Schlösser Augustusburg und Falkenlust bei

Brühl sowie die Dome in Aachen und Köln.

Einst marschierten römische Legionen die

Lippe hinauf, um das Gebiet zwischen Rhein

und Elbe einzunehmen. Heute erobern Fahrradfahrer

die flussnahe Route auf den Spuren,

die die Römer hinterlassen haben. Die Römer-Lippe-Route

führt gut 450 Kilometer von

Detmold nach Xanten – oder umgekehrt.

Ausgehend vom Ort der Niederlage gegen

Arminius im Teutoburger Wald verbindet der

Radfernweg die Fundstellen früherer Römerlager

und Museen.

Der Ruhrtal-Radweg gehört zu den abwechslungsreichsten

Flussradwegen in

Deutschland. Er verbindet auf einer Länge von

240 Kilometern die Mittelgebirgslandschaft

des Sauerlands mit der pulsierenden Kulturmetropole

Ruhr. Dabei erlebt der Radler herrliche

Naturlandschaften (selbst im klassischen

„Revier“) ebenso wie malerische Altstädte und

beeindruckende Industriedenkmäler.

Vier Bundesländer verbindet der Weser-

Radweg. Mehr als 500 Kilometer begleitet er

den Fluss von Hannoversch-Münden, wo sich

Werra und Fulda vereinen,

bis nach Cuxhaven.

Belohnung für die

Strampelei ist das Erlebnis

einer vielfältigen

Flusslandschaft

mit Burgen und

Schlössern, Märchenund

Sagengestalten,

Bauwerken der Renaissance

und modernster

Hafentechnik. Und immer

wieder verleiten

idyllische Fachwerkstädtchen

zum Zwischenstopp.

Rein aus der Kraft der

Strömung kann in Grohnde

die Weser am Weser-

Radweg überquert werden

48 Natur- und Outdoorerlebnisse


Beim Gang auf Höhe der Wipfel eröffnen sich

einzigartige Perspektiven, die bereits einen Vorgeschmack

geben auf die Aussicht über Usedom

vom 33 Meter hohen Aussichtsturm

Abenteuer Natur

Zwischen Alpenrand und Nordseestrand präsentiert

Deutschland in seinen 16 Nationalparks

kleine Paradiese für Naturliebhaber.

Von spannenden Touren im Hochgebirge

über Entdeckungsreisen in weiten Wald- und

Seengebieten bis zur Erkundung des Meeresbodens

im Wattenmeer reicht die Palette

ungewöhnlicher Urlaubserlebnisse in weitgehend

unberührten Landschaften.

Man muss keine Bergsteigererfahrung haben,

um im Nationalpark Berchtesgaden die

Bergwelt der Alpen zu erleben. Neben einem

spektakulären Bergpanorama sind malerische

Seen wie der kristallklare Königssee

sowie Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere

zu entdecken. Schier grenzenlose Waldwildnis

durchstreift der Besucher in Deutschlands

ältestem Nationalpark: Der 1970 gegründete

Nationalpark Bayerischer Wald ist zugleich

die Heimat von Braunbären, Luchsen, Wisenten

und Wölfen – und mit dem angrenzenden

tschechischen Nationalpark Sumava im

Böhmerwald das größte Waldschutzgebiet

Mitteleuropas.

Spannende Touren mit dem Ranger gehören

zu den Highlights im (jüngsten) Nationalpark

Schwarzwald. Mystisch-magische Moorgebiete

und wildes Berggefühl samt Felsbrocken und

schattigen Tälern findet man im Nationalpark

Hunsrück-Hochwald. Wildkatzen, Rothirsche,

Uhus und andere Wildtiere sind im Nationalpark

Eifel in Nordrhein-Westfalen heimisch,

den man auf dem Wildnis-Trail (85 km) von

Norden nach Süden durchstreifen kann.

Eschen und Bergulmen sorgen im Nationalpark

Hainich in Thüringen für eine einzigartige

Waldwunderland-Stimmung. In dem stellenweise

an einen Urwald erinnernden Waldgebiet

sind Wildkatzen und Fledermäuse heimisch.

Durch sagenumwobene Wälder und

Hochmoore führen Steige und Wege im Nationalpark

Harz rund um den majestätischen

Brocken, den man nicht nur zu Fuß, sondern

auch mit einer schnaufenden Dampflokomotive

erklimmen kann.

Das Herz des Nationalparks Sächsische

Schweiz bildet das markante Erzgebirge:

Schroffe Steilwände, senkrechte Felstürme,

Täler wie im Canyon und wuchtige Bergformationen

begeistern Wanderer und Kletterer

gleichermaßen. Vogelkundlern geht das Herz

auf im Nationalpark Unteres Odertal:

Deutschlands einziger Auen-Nationalpark ist

die Heimat von 160 Brutvogelarten, darunter

Schwarzstörche, Uhu, Seeadler, Fischadler,

Wachtelkönig und der vom Aussterben bedrohte

Seggenrohrsänger. Mehr als 130

Seen, Moore und Erlenbrüche finden sich in

der einzigartigen Wasserlandschaft des Nationalparks

Müritz im Süden Mecklenburg-Vorpommerns.

Von der Westküste Rügens bis zur

Halbinsel Darß-Zingst dehnt sich der Nationalpark

Vorpommersche Boddenlandschaft

aus. Der Nationalpark Jasmund auf der Insel

Rügen bietet auf dem Königsstuhl, 118 Meter

über dem Meer, einen sagenhaften Blick über

die Kreideküste und die faszinierende Kulisse

des Buchenwalds, der sich ins Meer hinabzustürzen

scheint.

Einzigartig ist der Nationalpark Schleswig-

Holsteinisches Wattenmeer, der sich von den

Nordfriesischen Inseln Sylt, Amrum und Föhr

über die Halligen, die Insel Pellworm und

Nordstrand sowie Halbinsel Eiderstedt erstreckt.

Im Norden schließt sich der Nationalpark

Hamburgisches Wattenmeer an, im Süden

der Nationalpark Niedersächsisches

Wattenmeer mit den ostfriesischen Inseln.

Staunen zwischen den Baumkronen

In luftiger Höhe durch den Wald zu spazieren

liegt im Trend: Immer häufiger bieten

Baumwipfelpfade Gelegenheit, dem Wald sozusagen

aufs Dach zu steigen.

Ein neuer, spannender Erlebnispfad beim

Ostseebad Heringsdorf auf Usedom führt in

bis zu 23 Metern Höhe durch die verschiedenen

Etagen des Waldes. Auf einer Pfadlänge

von circa 1.350 Meter vermitteln zahlreiche

Lernstationen Wissenswertes in den Themenbereichen

Umweltbildung. Erlebnisstationen

mit spannenden Balancierelementen in luftiger

Höhe laden zum Mitmachen ein. Einer

der ersten dieser Baumkronenpfade war der

Skywalk bei Scheidegg im Allgäu, der einen

grandiosen Blick in den Bregenzer Wald und

die nahe gelegene Nagelfluhkette bietet.

Weitere spektakuläre Aussichtswege zwischen

den Wipfeln von Buchen und Kiefern gibt es

u.a. im Bayerischen Wald bei Neuschönau, im

Schwarzwald auf dem Sommerberg südlich

von Bad Wildbad, im Nationalpark Hainich

und auf der Insel Rügen. Faszinierende Ausblicke

bietet der Aussichtsturm des Baumwipfelpfads

Saarschleife, der sich am Wahrzeichen

des Saarlands 1250 Meter weit durch

Buchen, Eichen und Douglasien windet.

Wandern durchs Waldwunderland

Im Norden Hessens wandern Naturliebhaber

im Nationalpark Kellerwald-Edersee

durch einen Teil des Unesco-Weltnaturerbes

„Alte Buchenwälder Deutschlands“. In den

Wäldern sind Schwarzstörche, Grauspechte

und Wildschweine zu Hause. Rotbuchen,

Im Nationalpark Bayerischer Wald mit seinen

320 km gut beschilderten Wanderwegen wächst

ein einzigartiger Urwald unter dem Motto "Natur,

Natur sein lassen" – und mit etwas Glück

begegnet man auch einem scheuen Luchs

Natur- und Outdoorerlebnisse

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Nationaltheater München

Genuss für Augen und Ohren

Klingende Konzerte, einzigartige Festival und begeisternde Festspiele machen für viele den

besonderen Reiz, oft sogar geben sie den Anstoß für eine Reise mit damit verbundenem Urlaub.

In Zeiten von Corona müssen Konzert-Liebhaber auf zahlreiche Events verzichten oder

beim Besuch Einschränkungen in Kauf nehmen. Dennoch gibt es Einiges, worauf sich Kulturbegeisterte

freuen dürfen. Und Museumsbesucher können auch in diesem Sommer und

Herbst aus einem üppigen Angebot unterschiedlichster Ausstellungen wählen.

Trio mit Jazz-Saxophon-Weltstar Tony Lakatos.

Den zweiten Tag bestreiten Julia Oschewsky

& Band sowie das Oriental Jazz Quintett.

Knapp 50 Konzerte und Kulturveranstaltungen

stehen beim Moselmusikfestival (10.7.-

3.10.2021) auf dem Programm. Große und

kleine Kirchen, Burgen, Schlösser, Klosterruinen,

Weingüter und historische Zeugen der

Römerzeit bilden dafür prächtige Kulissen –

fast immer mit Blick auf die Mosel. Die musikalische

Bandbreite des Festivals, dass dieses

Jahr unter dem vieldeutigen Motto „Die Zukunft

ist so schön vakant“ steht, spiegelt sich

in der Liste der Künstler, zu denen Kit Armstrong,

Tallis Scholars, die Klangpiraten, das

Amstel Quartett, Elisabeth Plank, die Cellistin

Marie Spaemann oder Michelle David & The

Gospel Sessions zählen.

Als die Unesco vor 20 Jahren das Obere

Mittelrheintal zum Weltkulturerbe ernannte,

war dies auch die Geburtsstunde des Mittelrhein-Musikfestivals

(1.7.-27.8.2021). An besonders

schönen Plätzen der Region, wie der

Festung Ehrenbreitstein, dem wunderschönen

Innenhof der Burg Namedy, dem Garten

des Koblenzer Schlosses oder der Abtei Rommersdorf

erklingt Musik, die keine Genre-

Grenzen kennt.

Die Münchner Opernfestspiele (25.6.-

31.7.2021) begeistern jedes Jahr Musikfans

aus der ganzen Welt. Den Auftakt gibt in dieser

Saison die Festspiel-Premiere von Richard

Wagners Oper Tristan und Isolde unter der

musikalischen Leitung von Kirill Petrenko. In

den Hauptrollen zu sehen sind Jonas Kaufmann

und Anja Harteros. Zudem erarbeitet

Regisseur Antú Romero Nunes gemeinsam

mit Dirigent Constantinos Carydis Wolfang

Amadeus Mozarts Oper Idomeneo, welche in

der intimen Atmosphäre des Prinzregententheaters

zur Aufführung kommt. Auch das

Bayerische Staatsballett präsentiert wieder

Neukreationen in Heute ist Morgen. Ein Highlight

ist das Open-Air-Erlebnis „Oper für alle“

(17.7.2021) auf dem Max-Joseph-Platz.

Mozart zu Ehren

In Augsburg, der Heimatstadt Leopold Mozarts,

ist das Deutsche Mozartfest ein Höhepunkt

im Veranstaltungskalender. Statt wie

üblich im Frühjahr findet das Festival dieses

Jahr im Herbst statt (15.-29.10.2021). Unter

dem Titel „Mozarts Europa – Europas Mozart“

nimmt das Festival Wolfgang Amadeus

Mozart als europäische Phänomen in den

Blick. Zu hören sein werden Weltklasse-Künstlerinnen

und -Künstler wie Alexandre

Tharaud, Harriet Krijgh, das Hagen Quartett

und die Akademie für Alte Musik Berlin.

Jedes Jahr im Frühsommer wird die fürstbischöfliche

Barockstadt Würzburg zur Mozartstadt

– und das bereits seit 1921. Ergo feiert

das Mozartfest (28.5.-27.6.2021) dieses Jahr

sein 100-jähriges Bestehen. Klassische Konzerte

mit Sinfonie-, Vokal- oder Kammermusik

50 Kunst, Kultur und Festspiele

stehen im Zentrum der rund 70 Veranstaltungen

jährlich, die dieses Jahr unter besonderen

Bedingungen stattfinden.

Burgen und Schlösser als Konzertsäle

Mit einem umfangreichen Programm wollen

die Thurn & Taxis Schlossfestspiele in Regensburg

diesen Sommer das Publikum für

den 2020 entgangenen Genuss entschädigen.

Die Besetzungsliste enthält illustre Musiker

wie u.a. die Gipsy Kings mit Diego Galiardo

(20.7.2021), den britischen Superstar

James Blunt (21.7.2021), Ausnahmesänger

Gregory Porter (25.7.2021) und David Garret

& Band (22.7.). Dazu gibt es Mozart Oper Die

Zauberflöte (16./17.7.2021) unter freiem Himmel

in einer Neuinszenierung der Oper Leipzig

sowie eine Operngala mit Elĩna Garanča

(18.7.2021)

Sie sind DAS Kultur-Highlight im Veranstaltungskalender

der Stadt: die Ludwigsburger

Schlossfestspiele (6.5.-11.7.2021). Klassische

Kompositionen und ideenreiche Arrangements

wechseln sich ab bei einem renommierten

Programm aus Musik und Tanz, Theater

und Literatur.

Festival-Highlights an Rhein und Mosel

Bingen Swingt, seit 25 Jahren ein Jazzfestival

der Spitzenklasse (26./27.6.2021), wartet

dieses Jahr mit einem Novum auf: Zum ersten

Mal findet das Festival am Fuße des Mäuseturms,

dem Wahrzeichen der Stadt am Rhein,

statt. Mit zwei Konzerten an jedem Tag: Den

Anfang machen am 26. Juni das Sebastian Laverny

Quartett mit seinem aktuellen Programm

„Just Jazz“ sowie das Andreas Hertel

Ein Festival der Künste

Das Klavier-Festival Ruhr begann dieses

Jahr mit Konzerten im Stream. Vom 20.6.-

16.7.2021 sollen wieder Live-Konzerte folgen,

eine weitere Staffel ist ab dem 3. September

geplant. Rund 50 Veranstaltungen stehen auf

dem Programm des Festivals, dessen Spiel-

Jahrhunderthalle Bochum


Seit 2003 erleben Wagnerfreunde aus aller

Welt auf der Wartburg seine große romantische

Oper „Tannhäuser“ am authentischen

Ort, fühlen sich in Tannhäusers Seele ein,

schreiten mit den Gästen in die heilige Halle

....eine vollkommene Symbiose von Raum

und Musik! In einer spannenden Inszenierung

isst die große Oper übrigens auch für die

ganze Familie zu erleben.

Die Thüringer Bachwochen (8.-21.9.2021)

wurden vom Frühjahr in den Herbst verschoben.

Unter dem Motto „Passion“ bringen

rund drei Dutzend Konzerte die Barockmusik

Bachs an authentischen Stätten zum Klingen.

Mit dem Bachhaus und der Taufkirche in Eisenach,

der Traukirche in Dornheim,

den frühen Wirkungsstätten in

Mühlhausen, Arnstadt und Weimar

sowie den Häusern der Vorfahren in

Erfurt und Wechmar verfügt Thüringen

über eine Vielzahl authentischer

Bach-Orte, die den stimmungsvollen

Rahmen für die Konzerte bilden.

Erfurt, Domstufen-Festspiele - Carmen

stätten wie das Festspielhaus Recklinghausen,

die Philharmonie in Essen, die Mercatorhalle

in Duisburg, die Historische Stadthalle in

Wuppertal oder das Konzerthaus in Dortmund

über das gesamte Ruhrgebiet verteilt sind.

Für die Ruhrtriennale – das Festival der

Künste – verwandelt sich das Ruhrgebiet für

sechs Wochen (14.8.-25.9.2021) zu einem

Schauplatz internationaler Kunst. Die monumentale

Industriearchitektur der Metropole

Ruhr liefert dafür die außergewöhnlichen

Bühnen: Hallen, Kokereien,

Maschinenhäuser, Halden

und Brachen des

Bergbaus und der Stahlindustrie

verwandeln sich in

beeindruckende Spielorte,

die das Festival unverwechselbar

machen. Das

Zentrum bildet die Jahrhunderthalle

in Bochum.

Das künstlerische Programm

umfasst Musiktheater,

Schauspiel, Tanz,

Performance, Konzerte,

Installation und Bildende

Kunst.

Das Rheingau Musik

Festival (26.6.-5.9.2021)

bringt Musikliebhaber aus

ganz Europa in einer der Wartburg, Tannhäuser

schönsten Landschaften

Deutschlands zum gemeinsamen

Kulturgenuss zusammen. Dieses Jahr

zum 34. Mal, dabei steht im Juli ein Wochenende

konzentriert Wolfgang Amadeus Mozarts

Werk und Wirken im Mittelpunkt. Zu

den Künstlerpersönlichkeiten, die dieses Jahr

herausragen, zählen Kathia Buniatishvili, Fokus-Künstlerin

Bomsori Kim und der Tenebrae

Choir, eines der besten Vokalensembles der

Welt. Insgesamt finden an 22 Spielstätten des

Rheingaus und benachbarter Regionen 192

Konzerte statt.

Thüringer Kultur-Höhepunkte

Die prachtvolle Treppe vor dem Erfurter

Dom verwandelt sich im Sommer in eine romantische

Freilichtbühne für die DomStufen-

Festspiele (9.7.-1.8.2021). Dieses Jahr auf

dem Spielplan: Peter Tschaikowskys mitreißende

Oper „Die Jungfrau von Orleans“

nach dem Schauspiel von Friedrich Schiller.

Es erzählt die Geschichte von Jeanne d’Arc,

einer jungen Frau, die Frankreichs Truppen

im göttlichen Auftrag gegen die Engländer

führt. Für Kinder und Jugendliche gibt es die

Kinderoper „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“.

Leipzig feiert seine Komponisten

Mit dem Bachfest feiert die Stadt

Leipzig jährlich im Juni ihren bedeutenden

Thomanerkantor Johann Sebastian

Bach. In diesem Jahr gibt es

das in modifizierter Form (11.-

20.6.2021) und mit einem deutlich

reduzierten Programm aus den ursprünglich

über 100 geplanten Veranstaltungen.

Sehr lebendig ist in Leipzig auch das Andenken

an Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das

spiegelt sich auch in den Mendelssohn-Festtagen

(1.-7.11.2021) wider. Rund um den Todestag

des Komponisten und Musikers am 4.

November finden im Rahmen des Festivals

Konzerte im Gewandhaus zu Leipzig und im

Mendelssohn-Haus statt.

Im Mai 2021 sollte im Gewandhaus ein großes

Mahler-Festival stattfinden, zehn Jahre

nach dem ersten Mahler-

Festival 2011. Wegen der

Corona-Pandemie wurde

das Fest zu Ehren Gustav

Mahlers – geplant waren 14

Orchester-Konzerte – auf

2023 verschoben. Genauer

Termin und Programm stehen

noch nicht fest.

Im Sommer nächsten Jahres

schaut die Musikwelt auf

Leipzig: Wagner 22 ist der

Titel eines dreiwöchigen

Festivals (20.6.-14.7.2022)

in der Oper Leipzig. In drei

Wochen werden in der Geburtsstadt

Richard Wagners

alle dreizehn Werke des

Komponisten in chronologischer

Reihenfolge zur Aufführung

gebracht.

Fulminante Orchesterkonzerte

„Dialoge“ ist das Motto der Dresdner Musikfestspiele

(4.-13.6.2021), die jedes Jahr im

Mai/Juni in der Elbmetropole über die Bühne

gehen – und das seit 44 Jahren. Dieses Jahr

mussten die Organisatoren des Events, das

zu den größten und renommiertesten Klassik-

Festivals in Europa zählt, improvisieren. An

den ersten Festivaltagen gab es Musik nur

aus dem Stream. Live konnten Besucher die

fulminanten Orchesterkonzerte und facettenreiche

Kammermusik nur während der letzten

zehn Tage genießen.

Das Moritzburg-Festival für Kammermusik

(7.-22.8.2021) verspricht diesen Sommer mu-

Kunst, Kultur und Festspiele

51


Schlossfestspiele Schwerin, Tosca

sikalische Inspirationen unterm Sternenzelt.

Nach der erfolgreichen Premiere im vorigen

Jahr wird erneut die Nordterrasse von Schloss

Moritzburg bei Dresden zur atmosphärischen

Bühne für 25 internationale Solisten, darunter

zum Beispiel Louis Lortie (Klavier), Veronika

Eberle (Violine) und Albrecht Mayer (Oboe).

Von Händel bis Goethe

Die Internationalen Händel-Festspiele in

Göttingen gelten als das weltweit älteste Festival

für Alte Musik. Im vorigen Jahr hätten sie

ihre 100. Ausgaben feiern sollen. Üblicherweise

finden sie im Mai statt, wegen der Pandemie

wurden die Festspiele, zu der internationale

Künstler aus den USA, Großbritannien

und Österreich anreisen sollen, in den Herbst

verschoben (9.-19.9.2021).

Die Bad Hersfelder Festspiele (25.6.-

8.8.2021) feiern dieses Jahr ihr großes

Jubiläum (nach): die 70. Spielzeit. Auf

dem Programmsteht in einer europäischen

Erstaufführung „Der Club der toten

Dichter“ sowie als Uraufführung das

Musical „Goethe!“. Für kleine und große

Festspielbesucher steht zudem MOMO

nach dem Roman von Michael Ende auf

dem Spielplan.

Das Musikfest Bremen (28.8.-18.9.

2021) bietet Opern, Kammermusik sowie

barocke und klassische Konzerte, die

schwerpunktmäßig Ludwig van Beethoven

gewidmet sind. Dass die Hansestadt

auch eine „lebendige Kulturstadt mit einem

außergewöhnlichen Musikangebot“

ist, soll im kommenden Jahr das Themenjahr

„klangfrisch 2022“ dokumentieren –

mit Musik in all ihren Facetten.

So klingt der Norden

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern

(12.6.-18.9.2021) verwandeln

Scheunen und Kirchen, Schlossparks und

Industriehallen zwischen der Mecklenburgischen

Seenplatte und der Ostseeküste

in außergewöhnliche Klangräume.

143 Konzerte an insgesamt 87 verschiedenen

Spielstätten stehen auf dem Programm.

Zahlreiche Weltstars der Klassik

wie Emmanuel Tjeknavorian, Sol Gabetta,

Christoph Eschenbach, Veronika

52 Kunst, Kultur und Festspiele

Eberle und Ute Lemper geben sich die Ehre.

Zwei Open-Air-Events stehen bei den

Schlossfestspielen (11.6.-10.7.2021) auf dem

Programm. An der Spielstätte Alter Garten

geht das Musical „Titanic“ über die Bühne.

Der herrliche Schlossinnenhof dient als Kulisse

für das Schauspiel „Die Schildbürger –

Narrenspiel“.

Litauen steht dieses Jahr im Zentrum des

Usedomer Musikfestivals (18.9.-9.10.2021).

Die Musik des Partnerlandes wird dargeboten

und interpretiert von dem Cellisten und Dirigenten

David Geringas sowie dem Leipziger

Streichquartett, dem NDR Elbphilharmonie

Orchester, dem Baltic Sea Philharmonic und

Kristjan Järvi.

Das Schleswig-Holstein Musik-Festival

(3.7.-29.8.2021) stellt bei seiner 36. Ausgabe

Staatsgalerie Stuttgart, „Becoming Famous – Peter Paul Rubens“

den Komponisten Franz Schubert und die Pianistin

Hélène Grimaud in das Zentrum seines

Programms. Große Dirigenten wie Alan

Gilbert, Manfred Honeck, Omer Meir Wellber

und Ton Koopmann sind zu erleben. Außerdem

treten Solistinnen und Solisten wie Anne-Sophie

Mutter, Janine Jansen, Alice Sara

Ott, Sol Gabetta, Ivo Pogorelich, Nigel Kennedy,

Sergej Nakariakov, Xavier de Maistre

und Rolando Villazón auf.

Grandiose Lichterfeste

Spektakuläre Illuminationen berühmter Gebäude

und Sehenswürdigkeiten liegen im

Trend. Zum Beispiel in Hannover, wo Hecken,

Skulpturen, Brunnen und Fontänen in den

Herrnhäuser Gärten jedes Jahr in den Sommermonaten

unter dem Motto „Der Garten

leuchtet“ an verschiedenen Abenden in

effektvollem Licht erstrahlen. Dazu erklingt

Barockmusik. In Hildesheim werden

bei den „EVI-Lichtungen“ (27.-

30.1.2022) 24 Gebäude und Plätze, wie

die St. Andreas-Kirche, der Marktplatz

oder der Hindenburgplatz spektakulär in

Szene gesetzt. Tradition haben auch die

Illuminationen bei der Potsdamer Schlössernacht

(20./21.8.2021), bei der das

Schloss Sanssouci mit seiner Terrassenanlage,

den prächtigen Fontänen und

der herrlichen Orangerie in romantischer

Beleuchtung zu erleben ist..

Von Tutanchamun bis Rubens

„Becoming Famous – Peter Paul Rubens“

lautet der Titel der Ausstellung

mit der die Staatsgalerie Stuttgart

(20.10.21-20.2.2022) den erfolgreichsten

Maler des Barocks präsentiert. Rubens

Werke zeichnet eine eindrucksvolle, farbenprächtige

Bildsprache mit hohem

Wiedererkennungswert aus. Die Ausstellung

dokumentiert, wie es Rubens gelang,

zu einem Maler aufzusteigen, der

in ganz Europa gefeiert wurde. Ein Highlight

der Ausstellung ist das Doppelbildnis

„Alte Dame mit jungem Mädchen“,

eines der wenigen Porträts, die Rubens

einst für die mächtigsten Dogenfamilien

der Republik Genua fertigte, wo er das


Herrenhäuser Gärten, Hannover

Fundament für seinen späteren Erfolg legte.

Mit dem internationalen Ausstellungprojekt

„MUTTER!“ (1.10.2021-6.2.2022) zeigt die

Kunsthalle Mannheim in Kooperation mit

dem Louisiana Museum of Modern Art, wie

die veränderte Wahrnehmung von Mutterschaft

in der Kunst – von Alten Meistern, über

Werke der frühen Avantgarde bis zur Gegenwart

– gespiegelt wird. In der Ausstellung

treffen zeitgenössische Kunst, historische

Werke, Film und Literatur sowie Artefakte aus

der Welt der Wissenschaft und der Populärkultur

aufeinander, um das facettenreiche

Thema der Mutterschaft zu erzählen.

In der Ausstellung „Tutanchamun – Sein

Grab und die Schätze“ (10.9.2021-

27.02.2022) machen die Reiss-Engelhorn-

Museen in Mannheim den historischen Moment

der Entdeckung des legendären Grabschatzes

hautnah erlebbar. Die Besucher wandeln

auf den Spuren des mysteriösen Pharaos

und erkunden auf lehrreiche und unterhaltsame

Weise die Entdeckung des britischen

Ägyptologen Howard Carter in seiner originalen

Fundsituation. Zu sehen sind u.a. detailgetreu

nachgebildete Grabbeigaben, der

Sarkophag, die goldenen Schreine, der

Schmuck und die Masken.

Weit zurück in der Geschichte des Landes

führt im kommenden Jahr die große Landesausstellung

„Der Untergang des Römischen

Reiches“ (25.6.-27.11.2022) im Rheinischen

Landesmuseum Trier. Neben dieser zentralen

historischen Schau, die die wenig bekannte,

aber für den Niedergang des Imperiums entscheidende

Epoche im 4. und 5. Jahrhundert

beleuchtet, richtet das Museum am Dom den

Blick auf die Mosel- und Rheinregion von den

Anfängen des Christentums bis ins 7. Jahrhundert.

Das Stadtmuseum Simeonstift zeigt

ergänzend „Das Erbe Roms. Visionen und

Mythen in der Kunst.“

Da voriges Jahr viele geplante Veranstaltungen

ausfallen und Museen schließen

mussten, ist das rheinland-pfälzische „Kaiserjahr“

bis Ende 2021 verlängert worden.

Im Mittelpunkt steht die Landesausstellung

„Säulen ihrer Macht“ (bis 13.6.2021) im Landesmuseum

Mainz. Beginnend mit der Krönung

Kaiser Karls des Großen im Jahr 800

beleuchtet die Ausstellung, wie Kaiser und

Könige, Fürsten und Feldherren, Ritter und

Reichsfürsten, Bürger und Städte im römisch-deutschen

Reich agierten und miteinander

verwoben waren.

Dazu gibt es auf Burgen

und in weiteren Museen

Ausstellungen, Erlebnisführungen

und Vorträge.

Die Landesausstellung

„Hier stehe ich. Gewissen

und Protest – 1521 bis 2021

im Museum der Stadt

Worms (3.7.-30.12.2021)

nimmt das Jubiläum „500

Jahre Reichstag in Worms“

zum Anlass, die Entwicklungsgeschichte

der Gewissensfreiheit

und des Protests

bis in die Gegenwart aufzuzeigen

und kritisch zu hinterfragen.

Beuys und Beethoven

Die Ausstellung „Jeder

Mensch ist ein Künstler“ im

K20 der Kunstsammlung

Nordrhein-Westfalen lädt ein zu „Kosmopolitischen

Übungen mit Joseph Beuys“ (bis

15.8.2021). Die Ausstellung im Rahmen des

Projekts „beuys 2021.100 Jahre Joseph

Beuys“ bietet einen tiefgreifenden Einblick in

das Denken des Zeichners, Bildhauers, Lehrers,

Politikers, Aktivisten sowie Aktions- und

Installationskünstlers, und wie es sich in seinen

Aktionen manifestiert.

Das freiheitliche Potenzial der Kunst auf

jeglichen Bereich des Lebens zu übertragen,

stand im Zentrum von Beuys‘ Überlegungen.

Dabei hatte die Kunst des expressionistischen

Bildhauers Wilhelm Lehmbruck offenbar große

Bedeutung, wie Beuys 1986 erklärte, als er

den Wilhelm-Lehmbruck-Preis erhielt. Die

Ausstellung „Beuys – Lembruck / Denken ist

Plastik“ (25.6.-1.11.2021) in der Bundeskunsthalle

Bonn geht diesem Gedanken nach und

widmet sich dem Werk beider Künstler.

Ludwig van Beethoven faszinierte mit seiner

Musik nicht nur das Publikum und die

Interpreten, sondern auch Komponisten und

Komponistinnen. Wie diese sich im 20. und

21. Jahrhundert mit dem Erbe des Bonner

Musikers auseinandersetzten, beleuchtet

die Sonderausstellung „Zündstoff Beetho-

Kunst, Kultur und Festspiele

53


ven“ im Beethoven-Haus in

Bonn (3.6.-3.10.2021). Gezeigt

werden Musikhandschriften,

Textmanuskripte

sowie Ton- und Bilddokumente

aus dem Archiv der

renommierten Basler Paul

Sacher Stiftung.

Herausragende Künstler,

starke Persönlichkeiten

Das Städel-Museum in

Frankfurt thematisiert in der

Ausstellung „Nennt mich

Rembrandt! Durchbruch in

Amsterdam“ (6.10.2021-

30.1.2022) erstmals Rembrandts

Aufstieg zu internationalem

Ruhm in seinen Jahren

in Amsterdam. Die

Schau vereint den Städel-

Bestand an Rembrandt-Werken,

darunter die „Blendung Simsons“ aus

dem Jahr 1636 mit herausragenden Leihgaben

internationaler Museen wie dem Amsterdamer

Rijksmuseum, der Gemäldegalerie

Alte Meister in Dresden, dem Museo del Prado

in Madrid oder der National Gallery of Art

in Washington.

Keine andere deutsche Künstlerin in der

Klassischen Modern hat in der öffentlichen

Wahrnehmung ein solch legendären Status erreicht

wie Paula Modersohn-Becker. Die

Schirn-Kunsthalle in Frankfurt widmet sich in

einer umfassenden Retrospektive (8.10.2021-

6.2.2022), bestehend aus rund 120 Gemälden

und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen,

dem Gesamtwerk der Künstlerin und zeigt,

wie radikal sie sich über gesellschaftliche und

künstlerische Konventionen ihrer Zeit hinwegsetzte

und so zentrale Tendenzen der Moderne

vorwegnahm.

Ganz besondere Schätze aus dem vielfältigen

Werk des Künstlers Max Liebermann präsentiert

das Hessische Landesmuseum Darmstadt.

Was die Ausstellung „Ich. Max Liebermann

– Ein europäischer Künstler“ (8.10.2021-

9.1.2022) so einmalig macht, ist nur allein die

Vielzahl der gezeigten Werke, sondern deren

hohe Qualität.

Wie lebte es sich im

„Reich der Vögel“? Wie gestaltete

sich der Alltag der

Bewohner auf einer Höhenburg?

Solche und viele andere

Fragen beantwortet

die Sonderausstellung „Luther

im Exil. Wartburgalltag

1521“ (4.5.-31.10.2021) auf

der Wartburg bei Eisenach,

wo der Reformator vor genau

500 Jahren für einige

Monate Unterschlupf fand.

Im Museum und den authentischen

Räumen der

Vogtei steht zum einen Luther

mit seinen sehr unterschiedlichen

Empfindungen

und seinem immensen Arbeitspensum

im Mittelpunkt,

Museum Barberini, "Rembrandts Orient"

54 Kunst, Kultur und Festspiele

zum anderen wird an neun Stationen im Außenbereich

der Burg das Leben der Burgbewohner

mit Themen wie Versorgung, Ernährung

und Hygiene zu jener Zeit erlebbar.

Das GRASSI Museum für Angewandte

Kunst in Leipzig widmet sich der Kunst der

italienischen Glasgestaltung. Die Ausstellung

„MURANO – Farbe Licht Feuer“ (bis

15.8.2021) präsentiert hochkarätige Werke

aus einer der größten privaten Sammlungen

von Murano-Glas, der Sammlung Lutz Holz.

Murano gilt als Inbegriff der italienischen

Glasgestaltung par excellence. Die Ausstellung

ermöglicht einen Überblick über die

Entwicklung der Glaskunst des 20. Jahrhunderts

auf höchstem Niveau.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

präsentieren in der Gemäldegalerie Alte

Meister im Zwinger mit der Ausstellung „Johannes

Vermeer. Vom Innehalten“

(10.9.2021-2.1.2022) eine der spektakulärsten

Schauen in ihrer Geschichte – und zugleich

die größte Ausstellung über den Maler

in Deutschland. Das Gemälde „Morning

Sun“ steht als besonderer Gast im Mittelpunkt

der Ausstellung „Edward Hopper. Die

innere und die äußere Welt“ (25.9.2021-

Schirn Kunsthalle, Paula Modersohn-Becker

9.1.2022), ebenfalls im

Zwinger.

Das Museum Barberini

in Potsdam verlängert die

Ausstellung „Rembrandts

Orient“ bis zum 18.7.2021.

Bis zum Sommer sind in

der Schau 110 Kunstwerke

zu erleben, darunter

Schlüsselwerke von Rembrandt,

Ferdinand Bol, Jan

van der Heyden, Willem

Kalf, Pieter Lastmann und

Jan Lievens, die vom Rijksmuseum

Amsterdam, der

Gemäldegalerie in Dresden,

dem Prado in Madrid,

der National Gallery

London und dem Kunsthistorischen

Museum in

Wien zur Verfügung gestellt

wurden.

Von Dürer zu Raffael

Die Kunsthalle Bremen zeigt unter dem Titel

„Hauptsache Dürer? Die Sammlung Klugkist“

(21.7.-10.10.2021) einen Blick auf das

große Vermächtnis, dass der Senator Hieronymus

Klugkist dem von ihm mitbegründeten

Bremer Kunstverein vor 170 Jahren vermachte.

Mit der Ausstellung „Manet und

Astruc. Künstlerfreunde“ (23.10.2021-

27.2.2022) setzt die Kunsthalle die Reihe großer

Ausstellungen zu französischen Malern

des 19. Jahrhunderts fort. Die Schau präsentiert

Meisterwerke Edouard Manets neben

überraschenden Aquarellen und Skulpturen

seines Freundes Zacharie Astruc.

Malerei und Grafik mit dem Schwerpunkt

„Mehr & Küste“ ist das Hauptthema des Museums

Kunst der Westküste auf der Insel

Föhr. In der Ausstellung „Neue Schätze“

(28.2.2021-13.2.2022) präsentiert das Museum

eben solche. Großen Raum nehmen Gemälde

und Ölskizzen des deutschen Impressionisten

Max Liebermann ein. Farbintensive

Nordsee- und Hafendarstellungen von Erich

Heckel bringen expressionistische Kompositionen

ein.

Schlicht „Raffael“ lautet

der Titel der Ausstellung

mit der die Kunsthalle

Hamburg die „Wirkung

eines Genies“ (2.7.-

3.10.2021) dokumentiert.

Raffael (1483-1520) war

der Superstar einer Epoche,

der mit seinen Gemälden

und Fresken Maßstäbe

setzte, nicht nur für

seine Zeit, sondern für

Jahrhunderte. Die Ausstellung

veranschaulicht

mit ca. 200 Druckgraphiken,

Zeichnungen, Gemälden,

Fotografien und Büchern

aus eigenem Bestand

die Wirkung des herausragenden

Renaissance-Künstlers.


Kneipp tut gut

Sein Name ist (Gesundheits-)Programm: Sebastian Kneipp. Vor 200

Jahren wurde der Pfarrer, der als „Wasserdoktor“ in die Geschichte

einging, im Weiler Stephansried bei Ottobeuren geboren. Seine

Fünf-Säulen-Lehre – Wasser, Bewegung, Kräuter, bewusste Ernährung

und innere Ordnung – ist in der heutigen Zeit aktueller denn je.

Im Jubiläumsjahr steht der Theologe und Naturheilkundler in vielen

Kurorten und Heilbädern im Mittelpunkt.

Ganz besonders in Bad Wörishofen:

Der Ort im Allgäu, an dem

Kneipp seine „Karriere“ begann

und wo er am längsten wirkte,

gilt als Herz der Kneippkur. Kein

anderer Ort ist so stark durch den

Pfarrer und Wassertherapeuten

geprägt. Sein Werdegang wird

im Kneipp-Museum anschaulich

dokumentiert. Dort kann man

Barfußpfad Bad Wörishofen

auch seine Totenmaske bewundern

und das bescheidene Zimmer,

in dem sein schmales Bett

stand. Oder eine Tischdecke, auf

der dankbare Gäste ihre Namen

eingestickt haben. Sie kamen aus

allen Schichten: Fürsten, Staatsbeamte

und Gutsbesitzer ebenso

wie „normale“ Bürger, Bauern,

Knechte und Mägde. So wurde

das ehemalige Kuhdorf durch

Kneipp zum berühmten Kurort.

Dort ist er allgegenwärtig: auf

Bildern und Aufstellern, als Büste

und als Denkmal im Kurpark.

Therme Bad Füssing

Markantestes äußeres „Symbol“

seiner Lehre sind die klassischen,

rechteckigen Wassertretbecken.

Aber das Wassertreten,

die Hydrotherapie, ist nur eine

der fünf Säulen seiner Philosophie.

An deren Anfang steht

Kneipps eigenes Leiden. Ein

kränkliches Kind war er. An Tuberkulose

erkrankt und von den

Ärzten schon verloren geglaubt,

fiel dem Theologiestudenten

während seines Studiums die

„Anleitung zur Wasserheilkunde“,

verfasst von Johann Siegmund

Hahn, in die Hände. Von

da an nahm er regelmäßig kurze

Bäder im eiskalten Wasser der

Donau. Diese rabiate Heilmethode

wurde später zur Grundlage

seines ganzheitlichen Gesundheitskonzepts.

2012 nahm die

deutsche Unesco-Kommission das

„Kneippen“ in das Verzeichnis

des immateriellen Kulturerbes auf.

Der große Stellenwert, den die

Kneipp-Therapie bis heute genießt,

wird auch durch die Vielzahl

spezialisierter Kurorte in

Deutschland deutlich: In 13 Bundesländern

gibt es 78 Kneipp-

Kurorte oder Kneipp-Heilbäder.

Als „Kneipp-Kurort der Premium

Class“ wirbt Bad Waldsee.

Die Kneipp’sche Sicht auf die Gesundheit

wird in dem anerkannten

Moorheilbad auf einem rund

2,5 Kilometer langen Spazierweg

mit zahlreichen Stationen rund

um den Stadtsee versinnbildlicht.

Wasserstellen fordern auf zum

Wassertreten im Storchengang,

moderne Fitnessgeräte zu Balance-

und Geschicklichkeitsübungen,

Sitzplätze und Bänke am

Quell der Gesundheit:

Ufer zum Verweilen. Und natürlich

ist die ganzheitliche Kneipp-Therapie

als Wochenpaket mit zahlreichen

Anwendungen buchbar.

Von der Ostsee bis in den

Chiemgau sind unter dem Dach

des Kneipp-Bundes an die 1200

Kneipp-Vereine organisiert, die

teilweise besondere Events veranstalten.

So erinnert etwa der

Allgäuer Kneipp-Kurort Scheidegg

(ebenfalls „Premium Class“)

mit einer Festwoche (5.-

11.7.2021) und einem bunten

Gesundheits- und Unterhaltungsprogramm

an das Schaffen des

Wasserdoktors. Zum neunten Mal

findet in Prien am Chiemsee die

„Priener Kneipp-Woche“ (11.-

22.9.2021) statt. Die fünf Säulen

seiner Lehre lernen Besucher auf

der geführten Kneippbecken-

Tour kennen, auf der Kräuterwanderung

tauchen sie in die Welt

der Heilkräuter ein. Dazu gibt es

Musik, kulinarische Köstlichkeiten

und meditative Klangerlebnisse.

Auch wenn ein Kurort den Gesundheits-Pfarrer

nicht im Beinamen

trägt, ist seine Lehre auch

dort häufig Programm. Zum Beispiel

in Bad Füssing, im Herzen

des Bayerischen Golf- und

Thermenlands, wo Wellness-Urlauber

in der größten Thermenlandschaft

des Kontinents mit

12.000 Quadratmetern Wasserfläche

entspannen können. In der

Therme Eins, dem legendären

Klassiker mit zwölf Thermalbecken,

zwei Dampfgrotten und

großem Wellnessbereich gehört

auch ein Kaltwassertret- oder

-tauchbecken zum Angebot. Ein

Kneipp-Tretbecken bereichert das

Angebot des Johannesbads, einer

der größten Thermen Europas,

neben 13 weiteren Becken,

einer 800 Quadratmeter großen

Saunawelt sowie einer Salzwasser-

Felsenlagune. Die Europa-Thermen

bietet wechselnden Genuss

in Kalt-Warmbecken (18 und 40

Grad). Kneipp-Anwendungen

sind in vielen Hotels und Gesundheitsanlagen

obligatorisch.

Sebastian M. kann seinen Akku wieder vollständig

aufladen. Dank Bad Füssings einmaliger

Mischung aus Regenerations- und Bewegungsangeboten

und dem Bad im legendären Heilwasser.

Entdecken Sie diese und viele weitere Gesundheitsangebote

unter www.badfuessing.de

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Rothenburg ob der Tauber

Genussvolle Endeckerrouten

Themenstraßen bieten die beste Möglichkeit

ein Land in seiner ganzen Vielfalt zu entdecken.

Von der Deutschen Alpenstraße bis

zur Storchenstraße reicht die Palette attraktiver

Routen zwischen Bodensee und Elbe. Einige

der schönsten stellen wir hier vor.

Eine für viele deutsche Regionen charakteristische

Bauweise steht im Mittelpunkt der

Deutschen Fachwerkstraße. Sie führt von der

Elbe im Norden über die Oberlausitz im östlichen

Sachsen bis zum Bodensee im Süden.

Auf insgesamt rund 3500 Kilometer Länge

reiht die Route in verschiedenen Teilstücken

mehr als 100 Fachwerkstädtchen mit dem typisch

gemütlichen, historischen Erscheinungsbild

aneinander. Neu dabei ist die „Fränkische

Fachwerkstraße“, die kürzlich von zwölf Städten,

darunter Haßfurt, Cadolzburg, Ochsenfurt

und Bad Windsheim, gegründet wurde. Dort

versammeln sich allein 211 Baudenkmäler und

historische Fachwerkhäuser.

Weit zurück in die Geschichte der Baukunst

reisen Wohnmobilisten, Biker oder Radfahrer

auf der Oberschwäbischen Barockstraße.

Dort weisen putzige Putten den Weg zu

glanzvollen Schlössern wie dem Neuen

Schloss Kisslegg, prächtigen Kirchen wie

dem Ulmer Münster, stolzen Burgen und

mächtigen Klosteranlagen. Überall lässt sich

die Verspieltheit und Kreativität von Meistern

des Baufachs noch heute bewundern.

Schloss Achberg, Schloss Aulendorf und

Deutschlands größte Barockbasilika in Weingarten

sind nur drei Beispiele für das Himmelreich

des Barock.

Mittelalterliche Baukunst begleitet auch die

Reise entlang der Romantischen Straße. Von

Würzburg mit der von Balthasar Neumann

gestalteten Residenz durchquert die wohl

bekannteste deutsche Themenstraße, zugleich

eine der ältesten, das liebliche Taubertal

und Rothenburg ob der Tauber mit seinem

mittelalterlichen Stadtbild bis nach Füssen

– insgesamt rund 460 Kilometer durch

Franken, Schwaben, Oberbayern und das

Allgäu. Beliebte Stationen unterwegs sind

auch die Fuggerstadt Augsburg und die

Wieskirche im Pfaffenwinkel, ein wahres

Schmuckstück des Rokokos.

Noch relativ unbekannt ist die Deutsche

Storchenstraße. Sie führt auf den Spuren von

Meister Adebar von der Winsener Elbmarsch

kurz hinter Hamburg in einem Rundkurs

durch das Unesco-Biosphärenreservat Flusslandschaft

Elbe bis nach Schnackenburg. Unterwegs

sind mehr als hundert Storchennester

zu entdecken, auf Kirchendächern und alten

Fachwerkhäusern, aber auch auf eigens

errichteten Storchentürmen. Nesttafeln an allen

Horsten informieren über den Bruterfolg

der letzten Jahre sowie über verschiedene

Themen zu den stolzen Vögeln.

Ein Landschaftskino der Extraklasse verheißt

die Deutsche Alpenstraße auf knapp 500 kurvenreichen

Kilometern. Sie vereint auf ihrer

Route vom Bodensee bis ins Berchtesgadener

Land alles, was das oberbayerische Voralpenland

so begehrt macht: kristallklare Seen und

sattgrüne Almen, Schluchten und Täler, Bergkäse

und Schweinsbraten. Und das in malerischen

Orten wie Oberammergau, Bad Tölz,

Tegernsee oder Reit im Winkl. Sehenswerte

Kulturschätze säumen den Weg wie z. B zahlreiche

pittoreske Kirchen und die Königsschlösser

Ludwigs II. – Neuschwanstein, Linderhof

und Herrenchiemsee.

Zerbrechliche Kunstwerke

Entlang der Glasstraße erleben Besucher in

Museen, Galerien und Werkstätten eine 700

Jahre alte Glasbläsertradition. Sie führt von

Passau aus durch den Bayerischen Wald bis

nach Neustadt an der Waldnaab und vereint

unterwegs viele historische Hochburgen der

zerbrechlichen Kunst. Auch die Porzellanstraße

bietet einen Einblick in die Geschichte eines

filigranen Handwerks. Im Fichtelgebirge

beginnt die Route, die sich bis nach Tschechien

an vielen interessanten Ortschaften

vorbeischlängelt. Das Pendant dazu ist die

Thüringer Porzellanstraße, die auf ihrem

Weg von Eisenach über Erfurt bis nach Weimar

rund 50 Manufakturen, Museen und Zentren

der Porzellanherstellung präsentiert.

Auf der Deutschen Burgenstraße werden

Sagen und Mythen lebendig. Die 1.200 Kilometer

lange Route reiht 70 traumhafte

Burgen und Schlösser aneinander. Sie laden

die Besucher ein, auf den Spuren von Königen,

Fürsten und Kaisern zu wandeln. Einzigartige

Schatzkisten wie Bad Wimpfen mit

Toren und Türmen, Rothenburg, Nürnberg,

Heilbronn mit seiner berühmten astronomischen

Uhr am Renaissance-Rathaus, Bamberg

und Kulmbach beherbergen mittelalterliche

Kleinode und Baukunst in alten

Fachwerkgassen und mittelalterlich-verschnörkelten

Altstädten.

Burgen, Dome, Klöster und Königspfalzen

bewundern Auto-Reisende und Rad-Urlauber

gleichermaßen entlang der Straße der Romanik.

Die 80 Originalschauplätze in Sachsen-

Anhalt sind Relikte abendländischer Geschichte.

Magdeburg, Naumburg, Quedlinburg, der

Merseburger Dom oder die Krypta in Memleben

sind unbedingt einen Besuch wert.

Auch kulinarische Genießer können auf vielen

Ferienstraßen auf Entdeckungsreise gehen.

Eine Schlemmermeile für Weinkenner

und Fans der Badischen Küche ist die Badische

Weinstraße, während auf der Badischen

Spargelstraße das „königliche Gemüse“ im

Mittelpunkt steht. Die Allgäuer Käsestraße

führt 150 Kilometer weit durch Schwaben und

hält mit Emmentaler, Bergkäse, Hart- und

Weichkäse, was ihr Name verspricht. Idyllische

Winzerorte, urige Weinstuben und zahlreiche

Sehenswürdigkeiten säumen die Moselweinstraße.

Durch das nördlichste Weinanbaugebiet

Europas führt die Sächsische

Weinstraße.

56 Ferienstraßen


Aschenputtel, Dornröschen, Rapunzel und

Schneewittchen sind in aller Welt bekannt.

Seit 1975 lädt die Deutsche Märchenstraße

dazu ein, diesen Märchenprinzessinnen näher

zu kommen, einzutauchen in die Welt der

Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.

Von Hanau, dem Geburtsort von Jacob und

Wilhelm Grimm, über ihre Lebensstationen

Steinau, Marburg, Kassel und Göttingen bis

Burg Waldeck – Edersee

Kulturreiseziele an der

Deutschen Märchenstraße

zu den „Bremer Stadtmusikanten" bietet sich

ein vielfältiges Reiseprogramm auf den Spuren

der berühmten Brüder und ihrer Märchenhelden.

Schon vor über 200 Jahren fühlten

sich auch die Brüder Grimm wohl in dieser

geschichtsträchtigen Landschaft entlang

der Deutschen Märchenstraße: Zauberhafte

Fachwerkstädte, Schlösser und Burgen liegen

auf dem Weg.

Museen und Märchenhäuser, wie in Alsfeld,

Neukirchen, Bad Oeynhausen und Steinau an

der Straße laden dazu ein, sich der Geschichten

der Kindheit zu erinnern. Die alljährlich

stattfindenden Brüder-Grimm-Festspiele

in Hanau sowie das Brüder Grimm-Festival

in Kassel und weitere Festival- und Theaterbühnen

präsentieren immer wieder neue

Interpretationen alt bekannter Märchen.

Auf Schloss Waldeck hoch über dem Edersee

im Naturpark Kellerwald, bei den kulturhistorischen

Juwelen der „Sieben Schlösser im

Weserbergland" und weiteren altehrwürdigen

Gemäuern fühlt man sich den Märchenprinzessinnen

und ihren Prinzen mitunter ganz nah.

Die Brüder Grimm waren jedoch noch viel

mehr als Märchensammler. Ihren Spuren folgend

lädt die Deutsche Märchenstraße auch

dazu ein, ihre Zeit und ihr Vermächtnis aus

unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken.

interaktiv vermittelt diese Wissens- und Erlebnislandschaft

das faszinierende Leben, Schaffen

und Wirken der Brüder Grimm.

Dies ergänzt die Einladung, entlang der

Deutschen Märchenstraße auch im Grenzbereich

zwischen Geschichten und Geschichte

zu reisen.

So zeigt das entzückende Frau Holle-Museum

„Holleum" am Fuße des Hohen Meißner

gleich „vier Welten der Frau Holle". ,,Der

Rattenfänger" lockt nach Hameln und führt

die Gäste durch die verwinkelte Altstadt;

doch es bleibt letztlich unklar, ob „der Auszug

der Kinder" eine wahre Geschichte ist.

Auch im Wilhelm-Busch-Museum in Wiedensahl

und in Buxtehude, vor dessen Toren

sich Hase und Igel ihren ungleichen Wettlauf

geliefert haben sollen, scheinen Realität und

Phantasie häufig verwoben.

Und es ist noch ein ganz besonderer Geschichtenerzähler

und Grenzgänger nennenswert.

Die Stadt Bodenwerder, das Schlosshotel

Münchhausen und die ganze Deutsche

Märchenstraße freut sich über den mittlerweile

300. Geburtstag des Freiherrn von Münchhausen,

bekannt als „der Lügenbaron". Mehr

darüber ist in der Sonderausstellung

„Phantasie lügt nie" des Münchhausenmuseums

in Bodenwerder zu erfahren, die

auch im Jahr 2021 gezeigt wird.

Deutsche Märchenstraße e.V.

Tel. +49-561-92047910

www.deutsche-maerchenstrasse.de

GRIMMWELT Kassel

Rotkäppchen – Alsfeld

Die „Märchenwache Schauenburg" eröffnet

Zugänge zu den Menschen, die den Grimms

die Geschichten erzählt haben. In der „Künstlerkolonie

Willingshausen" lernt man „den

Maierbruder" Ludwig Emil Grimm kennen.

Stadt und Universität Göttingen erinnern an

Jacob und Wilhelm als politisch engagierte

Gelehrte und an bedeutende Veröffentlichungen,

wie die „Deutsche Mythologie" und

„Reineke Fuchs".

Im Ausstellungshaus GRIMMWELT Kassel

jährte sich in 2020 die Anerkennung der

dort ausgestellten Handexemplare der Kinder-

und Hausmärchen als Unesco-Weltdokumentenerbe

zum 15. Mal. Das Haus bietet

aber noch mehr als nur eine formale Ausstellung

der wertvollen literarischen und historischen

Exponate. In der GRIMMWELT Kassel

kommen die Brüder Grimm und ihre Märchen

in der Jetztzeit an. Künstlerisch, medial und

Unterwegs mit dem Wohnmobil

Und natürlich finden Sie (fast) überall

vom Vogelsberg durch das Weserbergland

bis nach Bremen einen attraktiven

Wohnmobil-Stellplatz. Rund 20 sind in

einer informativen Broschüre konkret

beschrieben. Auch die Ortsbeschreibungen

sind so aufgebaut, dass der

Führer für den Reisemobilisten anregende

märchenhafte Informationen und

Tipps liefert.

www.deutsche-maerchenstrasse.com/

strasse/wohnmobil

Ferienstraßen

57


Vergnügen in bewegten Zeiten

Adrenalinkicks in der Achterbahn oder Spaß mit exotischen Tieren, spektakuläre Wissenswelten

erkunden und PS-strotzende Automobile bestaunen: Deutschland Freizeitparks und Erlebniswelten,

Zoos und Technikmuseen bieten viel Vergnügen für Groß und Klein – auch

wenn in Zeiten von Corona besondere Vorsichts- und Hygiene-Maßnahmen zu beachtet sind.

So müssen die Gäste in vielen Freizeitparks ihren Besuch online anmelden. Zumindest zum

(verspäteten) Saisonstart und bei Redaktionsschluss dieses Magazins herrschte auf vielen Anlagen

noch Maskenpflicht, war der Zutritt nur mit negativem Corona-Test möglich. Aktuelle

Informationen finden sich auf den Internetseiten der Parks und Museen.

Bayerns größter Freizeitpark breitet sich bei

Bad Wörishofen im Allgäu aus. Der Skyline

Park begeistert mit 60 verschiedenen Attraktionen

Besucher jeden Alters. Die Palette

reicht vom gemütlichen Kinderkarussell über

Wildwasserrutschen bis hin zu Nervenkitzel

Hansa-Park, Sierksdorf

produzierenden Achterbahnen wie dem weltweit

einzigartigen Motorbike-Coaster. Ein besonderes

Event ist „Skyline-Park bei Nacht“

(14.8.2021) mit Live-Musik und Achterbahnfahrten

bis Mitternacht. Volksfeststimmung

herrscht an den „Wiesn-Wochenenden“ (jeweils

Sa./So., am 18./19.9., 25./26.9. und

2./3.10.2021) (www.skylinepark.de).

Das Ravensburger Spieleland, mehrfach

ausgezeichnet als Deutschlands familienfreundlichster

Themenpark, lädt mit über 70

Attraktionen in acht Themenwelten zum Entdecken

ein. Beliebte Brettspiele aus der baden-württembergischen

Ideenschmiede finden

sich in dem liebevoll gestalteten Park

mitten im Grünen in überdimensionaler Größe

– als Achterbahnen, Outdoor-Spielepark

oder Wildwasserbahnen. Dieses

Jahr dürfen sich die Besucher

zudem auf eine Deutschlandpremiere

in dem Freizeitpark

am Bodensee freuen:

Die GraviTrax-Kugelbahn verheißt

Fahrspaß auf 90 Schienenmetern.

Wer sich in die

Attraktion hineinwagt, wird

selbst zur rasenden Kugel, die

sich permanent dreht und

wendet. (www.spieleland.de).

Eine faszinierende Welt aus

Bauklötzen eröffnet sich den

Besuchern im Legoland im

schwäbischen Günzburg.

Neun Themenbereiche – inklusive

Piraten, Rittern und Ninjas

– sorgen mit allerhand Attraktionen

und rasanten Achterbahnen wahlweise

für Nervenkitzel oder gemütlichen Familienspaß.

Jüngste Attraktion ist „Lloyd’s Spinjitzu

Spinner“, in dem jeder Mitfahrer selbst bestimmen

kann, wie rasant und verwirbelt die

Fahrt werden soll. Staunen lassen die Städte

und Landschaften Europas, die Modelldesigner

im Miniland aus mehr als 23 Millionen Lego-Steinen

nachgebaut haben. Stilecht übernachten

lässt sich im „Pirateninsel-Hotel“ und

in den „Legoland Burgen“ (www.legoland.de).

Tropical Island

Deutschlands meistbesuchten Freizeitpark

kann auch die Pandemie nicht davon abhalten,

neue Attraktionen zu präsentieren: Im

Europapark in Rust verheißt der „Alpenexpress

Coastiality“ spannende virtuelle Achterbahnfahrten

im „Madame Freudenreich Dino

Run“. Im Traumzeit Dome im griechischen

Themenbereich startet das 360-Grad-Filmerlebnis

„Snorri’s Adventure“, und im holländischen

Themenbereich laden die „Piraten in

Batavia“ zur Bootsfahrt auf den Spuren von

Seeräubern und Freibeutern nach Indonesien

ein. In der Wasserwelt Rulantica, die coronabedingt

etwas später öffnet, wartet mit dem

neuen Bereich „Svalgurok“ Deutschlands

größter Outdoor-Wasserspielplatz (www.europapark.de).

„Ein Tag wie im Film“ ist das Motto im Movie

Park Germany in Bottrop. Über 40 Attraktionen

und Shows versprechen Entertainment,

Action und filmreife Erlebnisse für die

ganze Familie (www.movieparkgermany.de).

In Zwenkau, vor den Toren Leipzigs, erleben

Familien im Freizeitpark Belantis actionreiche

Abenteuer in acht Themenwelten. Die

Besucher tauchen ein in die Welt von mächtigen

Pharaonen im alten Ägypten, heldenhaften

Rittern im Mittelalter und kühnen Freibeutern

auf hoher See. An allen Ecken des Abenteuerreichs

warten rasante Fahrvergnügen,

spritzige Wildwasserbahnen und gemütliche

Karussells für alle Altersklassen. Schon ab drei

Jahren können sich Kinder in Achterbahnen

Freizeitpark Belantis, Leipzig

58 Erlebniswelten für die Familie


und Spielstationen nach Herzenslust austoben,

während die Eltern die Restaurants und

die idyllischen Parklandschaften zum Entspannen

nutzen (www.belantis.de).

Ein Dorado für Adrenalinjunkies ist der Heidepark

in Soltau. Sieben „Thrillseeker“ treiben

den Puls in ungeahnte Höhen. Ob auf

der größten und schnellsten Holzachterbahn

der Welt, dem wieder eröffneten Colossos,

mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h

in unter 2,5 Sekunden im Desert Race, beim

senkrechten Sturz in Deutschlands erster Dive-Achterbahn

oder festgeklammert im Sitz

des Freefall-Towers auf über 100 Metern: In

den meisten Fahrgeräten braucht der Besucher

gute Nerven. Aber es geht auch „sanfter“.

Eine Ballonfahrt, die 2020 erstmals gestartet

ist, macht Jung und Alt Spaß, in der

Schweizer Bobbahn rasen alle Altersklassen

durch den Eiskanal, und für die Generation

Ü60 gibt es viele gemütliche Themenfahrten

(www.heide-park.de).

Der Hansa-Park in Sierksdorf, Deutschlands

einziger Freizeitpark am Meer, bietet zum

Nervenkitzel im 120 Meter hohen Gyro-Drop-

Tower „Highlander“ einen grandiosen Blick

über die Ostsee gratis dazu. Das Pendant

dazu ist „Odins Luftreise“, ein Freifallturm für

die kleinsten Gäste. In diesem Jahr gesellt

sich mit dem elf Meter hohen „Awildas Ausguck“

ein dritter Freifallturm hinzu. Ebenfalls

neu ist „Awildas Abenteuerfahrt“, eine liebevoll

gestaltete Wasserbahn (die insgesamt 6.

im Hansapark) in unmittelbarer Nähe zu

„Störtebekers Kaperfahrt“. Tempo-Träume

werden im „Fluch von Novgorod“ wahr

(www.hansapark.de).

Urlaub unter Palmen

Thermale Tiefenentspannung oder spritziges

Rutschen- Vergnügen: In der Therme Erding

kommen alle auf ihre Kosten. Erholungssuchende

können im variantenreichen Thermenbereich

im Solebecken, der Regenwalddusche

oder in der Sauna die Akkus aufladen.

Wer es actionreicher mag, rast im „Galaxy“-

Bereich auf einer der 27 Rutschen – von Kinderangeboten

bis hin zu Vollspeed-Sportlerrutschen

ist alles

geboten – in das Schwimmbecken.

Südseefeeling kommt

unter Palmen bei sanften Wogen

im Wellenbad auf. Ein besonderes

Erlebnis sind Virtual-

Reality-Wasserrutschen, in denen

die Gäste durchs Weltall,

den Dschungel oder andere

Themenwelten schießen. Im

Hotel Victory Therme Erding

fühlt man sich mit Blick auf Palmen

und Wellen wie an Bord

einer modernen Hochseeyacht

(www.therme-erding.de).

Zwischen Palmen entspannen

Wasserratten im Tropical Island

nahe Berlin auf Sandstränden

oder Liegen. In dem ehemaligen

Zeppelinhangar haben alle

Altersklassen Spaß auf den rasanten

Wasserrutschen. Die

Experimenta, Heilbronn

Science Center, Bremen

Gäste entspannen in Whirlpools oder genießen

die tropische Atmosphäre mit echten

Flamingos, Schmetterlingen, Schildkröten

und Papageien zwischen Urwald-Pflanzen, die

hier wachsen. In zwei liebevoll gestalteten Indoor-Schwimmbecken

und einer großen Außenlandschaft

machen Besucher einen

Dschungel-Urlaub mitten in Deutschland.

Wer seinen Aufenthalt verlängern möchte,

kann in stilecht eingerichteten Baumhäusern

mitten im Freizeitparadies übernachten.

Spielerisch lernen in Wissenswelten

In der experimenta in Heilbronn ist der

Name Programm: Auf 25.000 Quadratmetern

lässt Deutschlands größtes Science-Center

die Besucher in eine faszinierende Wissensund

Erlebniswelt eintauchen. Anhand von

275 interaktiven Exponaten können Kinder

und Erwachsene das Wetter erforschen, Autocrashs

in Zeitlupen verfolgen und in neun

Versuchslaboren interessante Experimente

ausprobieren. Naturwissenschaft und Technik

können alle Altersgruppen hier spielend erforschen

(www.experimenta.science.de).

Naturwissenschaften zum Anfassen präsentiert

das explorhino Science Center in Aalen.

An über 120 Experimenten werden Phänomene

von den Besuchern erforscht und unmittelbar

erfahren. Zum Beispiel, wenn sie

das Prinzip des Seilzugs mit eigener Kraft erfahren,

oder wenn kleinste, unsichtbare Teilchen

plötzlich sichtbar werden. Beeindruckend

ist auch das große, plastische 3D-Relief,

an dem die Entstehung der Schwäbischen

Alb aus einer besonderen Perspektive betrachtet

werden kann (https://explorhino.de) .

Menschen, Technik und Natur stehen im

Mittelpunkt des Universums Bremen. Anhand

von über 300 Exponaten werden die Besucher

in dem 2000 eröffneten Science Center,

damals das erste seiner Art, selbst zu Wissenschaftlern,

die mit verblüffenden Experimenten

naturwissenschaftliche Phänomene erkunden

und erfühlen können. Das interaktive

Mitmachmuseum ist in drei Themenbereiche

eingeteilt. Im Bereich Technik erfahren die

Besucher Erstaunliches über alltägliche Begleiter

wie Toaster, Handy und elektrische

Zahnbürste. Seine sieben Sinneswahrnehmungen

kann man im Bereich Mensch testen.

Der Themenblock Natur richtet seinen Fokus

auf besondere Phänomene. Auf spielerische

Art und Weise lernen Kinder von drei bis acht

Jahren mit verschiedenen Exponaten ihre

Umwelt kennen. In dem fast 30 Meter hohen

Turm der Lüfte genießen Hobby-Forscher einen

traumhaften Panoramablick in die Ferne

(www.universum-bremen.de).

Die Natur steht im Mittelpunkt der Botanika,

dem „grünen Science Center“ in Bremen.

Hier wandeln die Besucher auf einer Duftwiese,

sitzen in fleischfressenden Pflanzen und

lernen vieles über die Höchstleistungen, welche

die Pflanzen vom Menschen

unbemerkt erbringen.

Zusammen beherbergen der

umliegende Rhododendron-

Park und die Botanika übrigens

die zweitgrößte Rhododendron-Sammlung

weltweit – gleich

nach dem Windsor Great Park

des britischen Königshauses:

Nahezu 600 Wildarten und

3.000 Züchtungen gedeihen

hier (www.botanika-bremen.de).

Interessante Exponate aus

Völker-, Handels- und Naturkunde

machen einen Ausflug in

das Übersee-Museum in Bremen,

das in diesem Jahr seinen

125. Geburtstag feiert, zu einem

spannenden Trip. Das Gefühl

des Fernwehs und die Lust

nach neuen Kontinenten werden

hier für die Besucher real

(www.uebersee-museum.de).

Erlebniswelten für die Familie

59


Seit 2019 fasziniert in Bremerhaven das Klimahaus

8° Ost seine Besucher. Diese können

sich hier ganzjährig auf eine klimatische Reise

rund um den Globus begeben. Dabei erleben

sie einen Tropen-Regen in Kamerun, frieren

in der Antarktis, schwitzen in der trockenen

Hitze der Sahel-Zone und genießen die

sonnige Wärme auf Sardinien. Wer sich dafür

interessiert, lernt vieles über die Zusammenhänge

von Wetter und Klima, den Klimawandel,

und bekommt Wissenswertes zum Thema

Klimaschutz mit auf den Weg (www.klimahaus-bremerhaven.de).

Wo in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

für 1,2 Millionen Menschen ein neues

Leben in der weiten Welt begann, steht das

Deutsche Auswandererhaus – am Neuen Hafen

in Bremerhaven. Ausstellungen mit historischen

Exponaten lassen die Suche nach

dem Glück wieder erlebbar werden. Das interaktive

Museum beleuchtet Schicksale von

Reisenden, Ankommenden und Auswanderern.

Derzeit erhält das Auswandererhaus einen

weiteren Anbau (Eröffnung 2021) sowie

ein „Garagenmuseum“, in dem wechselnde

Ausstellungen zu aktuellen Migrationsthemen

präsentiert werden sollen (https://dah-bremerhaven.de).

Deutsches Auswandererhaus, Bremerhaven

Im Reich der Tiere

1911 entstand in München der erste Geo-

Zoo der Welt. Eisbären, Pinguine, Löwe, Tiger

und Co sind hier in einem Naturparadies

im Landschaftsschutzgebiet Isarauen zuhause.

Insgesamt finden sich im Tierpark Hellabrunn

über 750 Tierarten. Gruselig geht es in der

Fledermausgrotte zu. Die kleinen Blutsauger

fliegen hier frei über die Köpfe der Besucher,

die Spinnen und andere Tiere der Nacht in

Schaukästen inspizieren. Lustiger ist da das

Affenhaus, in dem Gorillas, Orang-Utans und

andere Affen für unterhaltsame Momente sorgen

(www.hellabrunn.de).

Der Zoo Leipzig bringt den Regenwald mit

der Tropenerlebniswelt Gondwanaland nach

Sachsen. Ein urwüchsiger Regenwald mit

24.000 tropischen Pflanzen erstreckt sich in

einer 16.000 Quadratmeter großen Halle und

nimmt die Besucher mit auf eine Reise nach

Südamerika, Asien und Afrika. Das Gondwanaland

des Tierparks ist für rund 140 exotische

Tierarten das Zuhause. Im Zoo Leipzig

erspäht man Menschenaffen im weltweit einzigartigen

„Pongoland“ und den weltweit

größten Bestand an Lippenbären. Die Tiere

leben hier in sechs authentischen und naturnah

angelegten Themenwelten. Artenschutz

und artgerechte Haltung werden in Leipzig

großgeschrieben (www.zoo-leipzig.de).

Im Serengeti-Park in Hodenhagen, nördlich

von Hannover, staunen Besucher jeden Alters.

Mit 1500 freilaufenden Wildtieren breitet

sich Dschungelfieber in Mitteldeutschland

aus, mit allerlei exotischen Tieren, die keine

Berührungsängste mit den Wagen haben. Inmitten

der wilden Tiere können die Safari-

Teilnehmer auch in Lodges im Serengeti-Park

übernachten (www.serengeti-park.de) .

4000 Vögel flattern durch den Vogelpark

Walsrode – von kleinen Flattermännern im

Kolibri-Haus bis hin zu arktischen Exemplaren.

Bei interaktiven Fütterungen von Pelikanen,

Pinguinen und Greifvögeln gibt es im

größten Vogelpark der Welt viel zu sehen

(www.weltvogelpark.de).

Nordische Wassertiere leben im Zoo am

Meer in Bremerhaven. In einer der modernsten

Zoo-Einrichtungen Europas, direkt am

Deich, werden die großen, naturnah gestalteten

Anlagen für Eisbär, Seeotter, Schneehase

und Königs-Python in die natürliche Meerkulisse

eingebunden (www.zoo-am-meer-bremerhaven.de).

Zoo Leipzig

BMW-Welt, München

Paradiese für Auto-Fans

und Technik-Freaks

Historie und Gegenwart einer bayerischen

Traditionsfirma begegnen sich in der BMW-

Welt in München. In fünf Ausstellungen werden

alle Marken und Produkte der BMW

Group mit BMW, MINI, Rolls-Royce Motor

Cars und BMW Motorrad präsentiert. Im

BMW Group Werk erhalten die Gäste bei unterhaltsamen

Führungen Einblicke in alle Vorgänge

der Automobilproduktion. Regelmäßige

Konzerte und hochklassige Events runden

das Angebot der BMW-Welt künstlerisch ab

(www.bmw-welt.de).

Schon die ungewöhnliche Architektur des

Audi museum mobile in Ingolstadt vereint

symbolisch Historisches und Zeitgemäßes.

Das geht im Inneren des Museums weiter, wo

als Herzstück der Ausstellung historische Exponate

im Mittelpunkt stehen, die in einer

modernen Inszenierung zum Beispiel mit Multimedia-Stationen

präsentiert und wieder erlebbar

werden. Durch die Einbettung der Autos

in die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen

ihrer jeweiligen Zeit wird

der Rundgang zur spannenden Reise durch

das 20. Jahrhundert mit seinen großen Umwälzungen

(www.audi.de).

130 Jahre Automobilgeschichte umspannt

das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart. Zu

den Hauptdarstellern in der Ausstellung zählen

legendäre Rennwagen, üppig ausgestattete

Forschungsfahrzeuge und einige der ältesten

Automobile der Geschichte (www.mer-

60 Erlebniswelten für die Familie


cedes-benz.com). Das Porsche-Museum in

Stuttgart stellt die technische Brillanz eines

Sportwagenbauers in den Mittelpunkt. Pionier

Ferdinand Porsche und seine Wagen stehen

im Mittelpunkt des Museums, das ein

Stück Automobilgeschichte in die Gegenwart

zurückholt (www.porsche.com).

Die Autostadt Wolfsburg ist ein Dorado für

Autofans, Hobby-Rennfahrer und Familien

gleichermaßen. Im weltweit größten Automobile-Auslieferungszentrum

nehmen Käufer ihren

neuen VW oder Seat in Empfang. Im Automobilmuseum

der Autostadt sind Fahrzeuge

– Autos und Motorräder – von mehr als 60

verschiedenen Herstellern in liebevollen Kulissen

zu sehen. Die Ausstellungspavillons

selbst sind bereits architektonische Hingucker.

Wer das Automobilerlebnis etwas aktiver

gestalten möchte, darf sich selbst hinter

das Steuer setzen: Die Autostadt bietet beispielsweise

Offroad-Fahrten an, die den Fahrern

einiges Geschick abverlangen. Außerdem

gibt es ein abwechslungsreiches Kulturund

Musikprogramm (www.autostadt.de).

Wie ein Volkswagen-Modell Schritt für

Schritt von einzelnen Bauteilen bis hin zum

straßentauglichen Gefährt wird, beobachtet

man bei einem Besuch der Gläsernen Manufaktur

in Dresden (www.glaesernemanufaktur.

de). Jeder Handgriff wird hier bei Rundgängen

und interessanten Führungen gezeigt

August-Horch-Museum, Zwickau

Autostadt Wolfsburg

und erklärt. Auch im BMW-Werk in Leipzig

tauchen Autofans in die Produktion von

Sport-, Gelände- und Familienwagen ein

(www.bmwgroup-werke.come/leipzig).

Das Museum für historische Maybach-Fahrzeuge

in Neumarkt beleuchtet den Mythos eines

historischen Automobilbauers. Motorenmodelle

und Fahrzeuge mit Ikonenstatus bilden

die facettenreiche Geschichte von Maybach

ab (www.automuseum-maybach.de).

Auf eine Reise in die Vergangenheit begeben

sich die Besucher des Erwin-Hymer-Museums

in Bad Waldsee – und das im doppelten

Sinne. Hier wird die Geschichte des Reisens

im 20. Jahrhundert mit mehr als 80 historischen

Wohnwagen, die in liebevoll gestalteten

Landschafts-Kulissen in Szene gesetzt

wurden, beleuchtet. Die über zwei Stockwerke

verteilte Dauerausstellung (übrigens die

einzige ihrer Art weltweit) zeigt die Pioniere

auf den Traumrouten rund um den Globus. Zu

sehen sind etwa Dethleffs Wohnauto aus dem

Jahr 1931, der silbern glänzende Airstream 31

aus den USA, Hymers Ur-Troll aus den 50er

Jahren oder Eigenbauten aus DDR-Zeiten. Im

Oktober 2021 wird das Museum zehn Jahre

alt (www.erwin-hymer-museum.de).

Technikfans kommen kaum um einen Besuch

im August-Horch-Museum in Zwickau

herum. Im Herzen des alten Audi-Werks wird

die Entwicklung des Automobils in allen Facetten

in einer anschaulichen und detailreichen

Ausstellung nachgezeichnet. Liebevolle

Inszenierungen und aufwändig gestaltete historische

Schauplätze geben der Schau ein

ganz besonders charmantes Flair. Ein im Stil

der 1930er Jahre nachgebauter Straßenzug

lässt das Autofahrer-Gefühl längst vergangener

Jahrzehnte wieder durch die Räume des

Museums wehen. Im Büro von August Horch

studiert man die Arbeitsweise des Auto-Pioniers

(www.horch-museum.de).

Fotonachweis: Titel/Editorial/Inhaltsverzeichnis: Blaubeuren Tourismus; Stadt Worms; BUGA 2021 Erfurt; DZT, Francesco Carovillano; KTL Kur- und Tourismus, DZT,Achim

Mende; BUGA Erfurt, egapark CH. Fischer; Ostseebad Koserow; Emmerthal; DZT, Francesco Carovillano; Bayern: DZT, Francesco Carovillano; LRA Fürstenfeldbruck,

Thorsten Brönner; DZT, Wolfgang Ehn; LaGa Ingolstadt, Schalles; Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald/Radl-Welt; Stadt Neumarkt i. d. OPf., Hans Fabian; DZT, Florian

Trykowski; Kur-& GästeService Bad Füssing; Erlebnis Ochsenkopf, Cube; DZT, Francesco Carovillano; Scheidegg Tourismus, Thomas Gretler; DZT/Stadt Augsburg, Ruth

Plössel; Deutsche Donau: Deutsche Donau Tourismus e. V.; Baden-Württemberg: DZT: Deutsches Weininstitut GmbH, Pfahlbau Museum, Francesco Carovillano, Jürgen

Pollak, Günter Standl; Breisach-Touristik; Naturgarten Kaiserstuhl GmbH, Schröder-Esch; Lk Ulm-Neuulm, Octonauten UG; Stadt Blaubeuren; Ulm, Reinhold Mayer; Bad

Mergentheim, Björn Hänsler; TV Liebliches Taubertal, Peter Frischmuthì; Hessen: DZT, Wiesbaden Marketing GmbH, LaMia Fotografia/shutterstock. Com; Rheinland-Pfalz:

Stadtverwaltung Bingen am Rhein, Mahlow Media Winningen; Trier Tourismus und Marketing GmbH, Roman Kasselmann, ttm ; Tourist Information/Stadtverwaltung Worms,

Bernwart Bertram; Nordrhein-Westfalen: DZT, Francesco Carovillano; Radrevier.Ruhr, Stratmann; Thüringen: KTL Kur- und Tourismus, Silvester Goldau, BUGA Erfurt 2021

gGmbH; ETMG, Barbara Neumann; BUGA Erfurt 2021, Steve Bauerschmidt; DZT/Weimar GmbH, Luca Klingele; KTL Kur- und Tourismus, Baumkronenpfad; DZT/Archiv TVV,

Sebastian Theilig; Wartburg-Stiftung-Eisenach; Sachsen-Anhalt: Halberstadt Information, Sebastian Theilig; Sachsen: Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS),

Rainer Weisflog, Katja Fouad-Vollmer, Rene Gaens; Leipzig Tourismus Marketing GmbH (LTM), Tom Schulze, PK Fotografie; Vogtland, Bad Elster, Danny Otto; Vogtland,

Markneukirchen, Katja Fouad-Vollmer; TMGS Manuel Rohne; Zwickau Helge Gerischer; Dresden Marketing, ddpix.de (DML-By), Erik Gross (DML-By); Europastadt GörlitzZgorzelec

GmbH, Nikolai Schmidt; Berlin: DZT Francesco Carovillano; visitBerlin; Brandenburg: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann, Niedersachsen: DZT, Jens Wegener;

TourismusMarketing Niedersachsen TMN, Peter Hamel; DZT/Lüneburger Heide GmbH, Dominik Ketz; DZT Francesco Carovillano; DZT Jens Wegener; DZT/Kurverwaltung

Juist; Bremen/Bremerhaven: BTZ Bremer Touristik-Zentrale; AdobeStock_KeybOrgel; Hamburg/Schleswig-Holstein: DZT/LTM, Olaf Malzahn, Francesco Carovillano, Julia

Nimke, Ralf Brunner; Mecklenburg-Vorpommern: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. (TMV), Martin Elsen/luftbild.fotograf.de, Kraus, Gänsicke, Grundner,

Kirchgessner; Natur- und Outdoorerlebnisse: DZT, Jens Wegener, Stadt Eberbach, Andreas Held; TV Ostbayern, Nationalpark Bayerischer Wald; Erlebnis Akademie AG/

Baumwipfelpfad Usedom; Kunst/Kultur: DZT/München Tourismus, Felix Löchner; Francesco Carovillano, Florian Trykowski, Wartburg-Stiftung Eisenach; DZT, Francesco

Carovillano; Staatsgalerie Stuttgart; Hannover Marketing und Tourismus GmbH, Patrick Graf; Tropenmuseum Amsterdam; Landesmuseum Hannover; Wellness: Kur- &

Gästeservice Bad Füssing; Scheidegg, Wolfgang Kleiner; Ferienstraßen: Rothenburg Tourismus Service, Frischmuth; Deutsche Märchenstraße, H. Kiewitter; Grimmwelt,

Nikolaus Frank; Alsfeld; Erlebnis- und Wissenswelten: DZT, Tropical Island; Hansapark Sierksdorf; leipzig.travel, Andreas Schmidt; Universum Bremen; experimenta gGmbH

Heilbronn; Bremer Touristik-Zentrale, Titus Czerski; Zoo am Meer, Saskia van Klaarbergen; BMW Welt; DZT, Autostadt, Francesco Carovillano; Pressebüro Stadtverwaltung

Zwickau,August-Horch-Museum; Weihnachtsmärkte: Stadt Augsburg, Siegfried Kerpf; Deutsche Märchenstraße e. V.; Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH, bildwerk 89; leipzig.

travel,Philipp Kiirschner; TV Erzgebirge e. V., René Gaens; Hildesheim Marketing GmbH, Gabriel Florea; Erlebnis Bremerhaven, Tanja Mehl

Erlebniswelten für die Familie

61


Sie gehören zu Weihnachten wie das Jesuskind

in der Krippe: die romantischen, von

Lebkuchen- und Glühweinduft umwehten

Budenstädte der Weihnachts- und Christkindlmärkte.

Sie säumen Marktstraßen, verwandeln

historische Plätze und Schlossgärten

in ein Fest für alle Sinne. Die meisten Märkte

haben eine lange, manche eine jahrhundertealte

Tradition und spiegeln so auch den

besonderen Charakter der jeweiligen Region

zwischen Bodensee und Ostsee wider.

Alpenländischer Advent

Reichlich alpenländisches Flair verströmen

vor allem einige kleinere Märkte und Hüttendörfer

im südlichen Oberbayern. Ein beliebtes

Ziel für romantisch veranlagte Gemüter ist der

Christkindlmarkt auf der Fraueninsel im

Chiemsee. Die einzigartige Inselkulisse inmitten

des „bayerischen Meeres“ zieht jährlich

an den ersten beiden Adventswochenenden

Besucher von Nah und Fern auf das idyllische

Eiland. In ein Weihnachtsdorf verwandelt sich

im Advent das Freilichtmuseum Glentleiten

über dem Kochelsee. Zwischen den historischen

Bauten und Hofanlagen tummeln sich

hier Handwerkerstände und Buden mit lokalen

Köstlichkeiten. Nur einen Katzensprung

entfernt vom Museumsdorf liegt das Künstlerstädtchen

Murnau. Dort locken der Christkindlmarkt

in der Nähe des Kulturzentrums,

sowie ein Hüttendorf in der Fußgängerzone,

wo Kunsthandwerker ihre Produkte verkaufen.

Seit Jahrhunderten Publikumsmagnete sind

die großen bayerischen Weihnachtsmärkte.

Zum Beispiel das Budendorf auf dem Münchner

Marienplatz vor der Kulisse des Rathauses.

Er vereint an die 150 Stände, die sich bis

weit in die Fußgängerzone erstrecken. Kleiner

und besonders stimmungsvoll ist das Weihnachtsdorf

im Kaiserhof der Residenz. In eine

völlig andere Welt entführt das alternative

Tollwood Winterfestival auf der Theresienwiese.

Hier gibt es neben einem bunten Showund

Kulturprogramm nachhaltige Geschenke

Ulm

Glitzernde

Budenstädte

mit Tradition

und exotische Gaumenfreuden aus aller Welt.

Schon seit dem 15. Jahrhundert verzaubert

der Augsburger Christkindlesmarkt seine Besucher.

Er ist damit einer der ältesten und hat

bis heute nichts von seiner Anziehungskraft

verloren. Vor der prächtigen Kulisse des Renaissance-Rathauses

versüßt er Einheimischen

und Gästen das Warten aufs Christkind.

Die Front des Rathauses verwandelt sich dabei

in einen überdimensionalen Adventskalender.

Täglich spielt ein silbern gelockter Engel

auf einer Blockflöte, während die Besucher

an den Hütten und Ständen

Zinnfiguren, Püppchen und handgeschnitzte

Weihnachtsdeko bestaunen.

Im Weihnachtswunderland

Funkelnde Märkte verwandeln

Frankens Städte in ein Weihnachtswunderland.

Weit über die

Landesgrenzen hinaus bekannt ist

der berühmte Nürnberger Christkindlesmarkt,

das Synonym

schlechthin für einen deutschen

Weihnachtsmarkt. Beliebte Mitbringsel

sind die Nürnberger Lebkuchen,

ein Muss beim Bummel ist

der vollmundige Glühwein.

Märchenhaft mutet der tausendfache

Lichterglanz im mittelalterlichen

Rothenburg ob der Tauber an. Der Reiterlesmarkt,

der auf eine über 500-jährige

Tradition zurückblicken kann, verdankt seinen

Namen dem Hauptprotagonisten: Das Reiterle

galt einst als Gesandter einer anderen

Welt. Heute reitet es im roten Mantel hoch zu

Ross auf dem Marktplatz ein und eröffnet alljährlich

den Weihnachtszauber, indem es den

Baum im Zentrum das Platzes erleuchtet.

Eine prächtige Weihnachtspyramide erhellt

den Markt in Ansbach. Lichterglanz und der

Duft von Äppelwoi-Glühwein sorgen in

Aschaffenburg für Vorfreude aufs Christkind.

Mehrere stimmungsvolle Märkte verwandeln

die Unesco-Welterbestadt Bamberg in eine

zauberhafte Krippenstadt. Auf dem Adventsmarkt

in Kulmbach gibt es Lebkuchenbier

und Eisbock für Liebhaber des flüssigen

Brots. Auf den Weihnachtsmärkten in Bayreuth,

Eichstätt, Erlangen, Forchheim, Fürth

und Würzburg finden Besucher traditionelles

Augsburg

Gebäck, einzigartige Handwerkskunst und

heimelige Atmosphäre. Gleich 40 verschiedene

Glühweinsorten können im vorweihnachtlichen

Regensburg verkostet werden.

Märchenweihnacht Kassel

Weihnachten wie im Barock

Zu den größten Christkindlmärkten Europas

zählt der Stuttgarter Weihnachtsmarkt. Eine

beeindruckende Budenstadt mit rund 260

glitzernden Ständen laden in der Schwabenmetropole

zwischen Neuem Schloss und dem

Marktplatz zum Bummeln, Verweilen und Genießen

ein. Engel jeder Art, Weihnachtsschmuck

und Krippenfiguren werden zum

Kauf angeboten.

Zu Füßen des höchsten Kirchturms der

Welt, auf dem Münsterplatz in Ulm, präsentieren

rund 130 liebevoll dekorierte Stände

echtes Kunsthandwerk, moderne und klassische

Weihnachtsdekorationen, Geschenkideen

und kulinarische Spezialitäten. Besonders

stimmungsvoll sind die rund 18.000 Lichtpunkte,

die allerorts für weihnachtliches Funkeln

sorgen.

Traditionsreich ist der Barock-Weihnachtsmarkt,

der den Marktplatz von Ludwigsburg in

goldenes Licht taucht, während majestätische

Engel ihre funkelnden Flügel über den liebevoll

dekorierten Ständen ausbreiten. Eine Besonderheit

des Adventsdorfs ist außerdem die

Anordnung der mehr als 170 Buden nach

dem Vorbild barocker Gartenanlagen. Den

schönsten Blick über das weihnachtliche Lich-

62 Weihnachtsmärkte


termeer bietet der Turm der evangelischen

Stadtkirche. Regelmäßig mischt sich hoher

Besuch aus grauer Vorzeit unter das pittoreske

Treiben in der Altstadt: Der württembergische

König Friedrich I. wird mitsamt seinem Hofstaat

wieder zum Leben erweckt.

Weihnachtliche Klänge aus der nostalgischen

Karussellorgel und Tausende von Geschenkideen

für das Fest: Auf dem Weihnachtsmarkt

am Wasserturm in Mannheim

wechselt man ganz von selbst in den Genussmodus.

Eingerahmt von den Bergen des

Schwarzwalds entführt der Christkindelsmarkt

in Baden-Baden seine Besucher in die

schönsten Weihnachtsträume. Der Duft von

Glühwein und Lebkuchen durchströmt die

Gassen mit über 100 festlich geschmückten

Buden am Beginn der Lichtentaler Allee.

Die Tradition in Namen trägt der Altdeutsche

Weihnachtsmarkt in Bad Wimpfen. Dort

machen die engen Gassen in der Fachwerk-

Altstadt das besondere Flair aus. Besonders

eindrucksvoll ist eine abendliche Führung mit

dem Nachtwächter. Für weihnachtliche Unterhaltung

sorgen die Weihnachts-Choräle der

Turmbläser vom Rathausbalkon und besinnliche

Konzerte in den Kirchen.

Bethmännchen und Grimms Märchen

Apfelglühwein, Bethmännchen, Brennte

und Quetschemännchen sind Spezialitäten

auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt, der

seit 1393 regelmäßig stattfindet. Kreative

Standdekorationen, die Kulisse des Römerbergs

im Zentrum, des Paulsplatzes und des

riesigen Weihnachtsbaumes taucht die ganze

Stadt in ein pittoreskes Flair. Zehn Kirchen

sorgen gemeinsam für akustische Aufmerksamkeit,

wenn 50 Glocken am ersten Advent

und an Heiligabend in der ganzen Stadt eine

halbe Stunde lang läuten.

In Kassel sorgt der Märchenweihnachtsmarkt

für Stimmung. Jedes Jahr ist der

Markt mit nostalgischen Ständen einem

Märchen der Brüder Grimm gewidmet. Dazu

passend zeigt der Adventskalender täglich

Szenen aus den Grimm’schen Geschichten.

Puppentheater, Märchenlesungen, Laiengruppen

und Musiker runden das märchenhafte

Erlebnis ab.

Stimmungsvoller als zu Füßen des

1.000-jährigen Martinsdoms in Mainz kann

man die Vorfreude auf Weihnachten fast nicht

begehen. Hundert festlich geschmückte Stände

sorgen für strahlende Augen bei Groß und

Klein. Im Mainzer Staatstheater gibt es Märchenaufführungen

und im Dom erklingen bei

zahlreichen Konzerten weihnachtliche Lieder.

Leipzig

Ein kleiner, aber sehr liebevoll gestalteter

Markt ist die Alt Binger Weihnacht in Bingen

am Rhein. Aber nur an einem Wochenende

im Advent gibt es weihnachtliche Leckereien

aus dem Rheinland und schmackhaften Winzerglühwein.

Erzgebirgische Volkskunst

Ein besonderer Christstollen gab dem

Weihnachtsmarkt in Dresden seinen Namen.

Der Striezelmarkt ist einer der ältesten (seit

1434), und somit traditionsreichsten Märkte in

Deutschland. Zu den Spezialitäten gehören

Leb-, Honig- und Pfefferkuchen aus Pulsnitz.

Dazu passt ein roter Glühwein, den die vielen

Fieranten anbieten. Christbaumschmuck aus

Lauscha – mundgeblasen und in allen Farben

– und Porzellan aus der Oberlausitz sind

ebenso Geschenkideen, die man auf dem

Markt bestaunen und erwerben kann – wie

den Pflaumentoffel, einen Glückbringer aus

Backpflaumen.

250 Stände funkeln in der Altstadt von

Leipzig. Musikalisch bietet das romantische

Budenstädtchen Extraklasse: Der Thomanerchor

und Orgelmusik wecken selbst beim

größten Weihnachtsmuffel Träume vom Heiligen

Abend. Wer mit dem Riesenrad fast 40

Nussknackermuseum Neuhausen

Meter in die Höhe fährt, hat einen perfekten

Ausblick auf das adventliche Treiben.

Zahllose kleine, stimmungsvolle Märkte machen

Sachsen zu einem wahren Weihnachtsland.

Besonderen Reiz gewinnen viele Märkte

durch ihre außergewöhnlichen und kunstvollen

Handwerksprodukte. Handgefertigte

Spielzeuge bieten die Buden auf dem Markt

im Spielzeugdorf und Kurort Seiffen. In Annaberg-Buchholz

gibt es kreative Geschenke

wie die Annaberger Faltsterne, in Chemnitz

findet man viel Kunsthandwerk und traditionelle

Nussknacker.

Künstler bei der Arbeit beobachten können

Besucher in der Porzellanmanufaktur Meissen.

Auf dem stimmungsvollen Weihnachtserlebnismarkt

gibt es zerbrechliche Kunstwerke in

Hülle und Fülle. Das spätgotische Rathaus der

Stadt Meißen, in der Vorweihnachtszeit ein

überdimensionaler Adventskalender, bildet

zusammen mit der Frauenkirche und anderen

Renaissancebauten eine wunderbare Kulisse.

Vogtländische Traditionen stehen im Mittelpunkt

des Adventsmarkts in Zwickau. In der

malerischen Altstadt bieten die Händler ein

exklusives Angebot an erzgebirgischer und

vogtländischer Volkskunst, Christbaum- und

Adventsschmuck, Kerzen, Spiel- und Korbwaren.

Verweilen und Staunen ist in der weihnachtlich

geschmückten Altstadt von Görlitz

angesagt: Täglich kommt das Christkind auf

den Schlesischen Christkindelmarkt und

bringt kleine Gaben. Wohlschmeckende kulinarische

Spezialitäten und Konzerte von klassischen

Posaunenklängen bis zu weihnachtlichem

Jazz runden das Weihnachtserlebnis für

alle Sinne ab.

Die Heimat der

schönsten Weihnachtslieder

Viele weihnachtliche Traditionen stammen

aus Thüringen: darunter der Weihnachtsbaum

selbst, der einst von Adelheid von

Rothenburger Reiterlesmarkt

26. November bis 23. Dezember 2021 www.rothenburg-tourismus.de

Weihnachtsmärkte

63


Sachsen-Meiningen (1792-1849), Königin von

England, nach Großbritannien importiert und

später in der ganzen Welt berühmt wurde.

Kein Wunder, dass auch eines der bekanntesten

und meistgesungenen Weihnachtslieder

aus Thüringen stammt: „O Tannenbaum“.

Lauscha, die Kleinstadt am südlichen Rennsteig

, ist die Heimat des gläsernen Christbaumschmucks.

Auf dem traditionellen Kugelmarkt

werden die kunstvollsten und kreativsten

davon verkauft. Eine lange Tradition

ist es übrigens, eine Gurke als Christbaumschmuck

an den Weihnachtsbaum zu hängen.

Der Historische Weihnachtsmarkt auf der

berühmten Wartburg nimmt seine Besucher

mit auf eine Zeitreise in die Welt des traditionellen

Handels und altehrwürdiger, schon fast

vergessener Handwerkskünste – Kerzenzieher,

Glasbläser, Gewandmeisterinnen, Laternenbauer,

Seifensieder, Steinmetze, Kräuterfrauen

und Zinngießer.

Schon 1815 wurde in Weimar ein Weihnachtsbaum

aufgestellt. An den Adventswochenenden

flanieren nachmittags Feen, Elfen

Hildesheim

und Weihnachtswesen zwischen den Christkindlmarkt-Besuchern.

Eine Melodie erklingt im

Advent besonders oft: „O du fröhliche“ wurde

von dem Weimarer Dichter und Sozialpädagogen

Johannes Daniel Falk geschrieben.

Bis zu zwei Millionen Menschen besuchen

in „normalen“ Zeiten jeden Dezember die

Thüringer Landeshauptstadt Erfurt, um durch

die Gassen zwischen 200 Buden zu spazieren,

die sich wie Perlen an der Kette vom Domplatz

über Fischmarkt, Schlösserbrücke zum

Willi-Brandt-Platz ziehen. Und was gibt’s zu

essen? Natürlich Thüringer Rostbratwürste

und süße Erfurter Schnittchen, zwei regionale

Spezialitäten.

Bremerhaven

Märchenwelt im Lichterglanz

Adventliche Budenstädte zwischen mittelalterlichen

Fachwerkhäusern und gotischen

Backsteinfassaden prägen die Weihnachtsmärkte

der „9 Städte“ in Niedersachsen:

Braunschweig, Celle, Göttingen, Hameln,

Hannover, Hildesheim, Wolfenbüttel, die Autostadt

Wolfsburg sowie der Airport Hannover.

Fast zwei Millionen Besucher lockt der

Weihnachtsmarkt in der Altstadt von Hannover

alljährlich an. Rund 130 Stände, davon

eine Vielzahl von Kunsthandwerkern und Anbietern

unterschiedlichster Geschenkartikel,

laden rund um die Marktkirche zum Bummel

ein. Ein Highlight ist die Winterwelt der Autostadt,

wenn sich zur Adventszeit das Gelände

vor der einzigartigen Kulisse der vier als Adventskerzen

beleuchteten Schornsteine in

eine Märchenwelt aus Eis, Schnee und Lichterglanz

verwandelt.

Maritimes Advents-Feeling

Maritimes Flair prägt die traditionsreichen

Weihnachtsmärkte im Norden Deutschlands,

an den Küsten von Nord- und Ostsee wie im

Binnenland.

In Bremen bildet das Renaissance-Rathaus

die Kulisse für die weihnachtliche Budenstadt.

Schlachte-Zauber weht in der Adventszeit entlang

der Weserpromenade. In den mittelalterlichen

Schankstuben des Freibeuterdorfes an

der Weser können sich die Besucher mit Met,

Fruchtwein und Liebstrank aufwärmen, nachdem

sie zuvor beim Spaziergang durch die

Budenreihen traditionellen Handwerkern bei

ihrer Tätigkeit zugesehen haben. Märchen direkt

an der Nordsee bietet eine besonders

stimmungsvolle Weihnachtswelt in Bremerhaven:

Die Einkaufsstraße in der Innenstadt ist

voller Lichterglanz, Tannenbäume und Märchenhütten

mit täglichen Lesungen. Den perfekten

Überblick bietet eine Fahrt mit dem

Riesenrad am Theodor-Heuss-Platz.

Literarisch interessierte Besucher lauschen

in Lübeck der Lesung des Weihnachtskapitels

aus den Buddenbrooks von Thomas Mann

und erkunden die Stadt bei Führungen auf

den Spuren des berühmten Autors.

Silberschmieden und Tischlern bei der Arbeit

zuschauen oder sich selbst als Kerzenzieher

versuchen, können Besucher auf dem

Weihnachtsmarkt in Rostock, wo sich die

größte Budenstadt an der Ostsee ausbreitet.

Die dekorierten Hütten bringen die Altstadt

zum Leuchten. Den Magen wärmen Rostocker

Rauchwurst und Warnemünder Räucherfisch.

Dazu mundet ein schwedischer Glögg.

Im schwedischen Stil empfangen die Hütten

auf dem Markt in Wismar die Besucher

zum Schlemmen und Stöbern: Glühwein und

heißer Sanddornsaft, Bratwurst, Zuckerwatte

und Mutzen beschreiben nur einen kleinen

Teil der großen kulinarischen Bandbreite. Ein

Highlight ist die von Wismarer Vereinen organisierte

Lichterfahrt und Seemannsweihnacht

mit hell leuchtenden Schiffen.

Inserentenverzeichnis

Region Augsburg Tourismus GmbH....................................S. 3

Kur- & GästeService Bad Füssing.......................................S. 55

KTL Kur und Tourismus Bad Langensalza GmbH..............S. 23

Bad Waldsee......................................................................S. 11

Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH...............................S. 14

Stadt Blaubeuren.................................................................S. 9

TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH...............S. 39

Breisach-Touristik................................................................S. 13

WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH........................S. 42

Erlebnis Bremerhaven Touristik..........................................S. 43

BUGA Bundesgartenschau Erfurt 2021 gGmbH................S. 25

Deutsche Märchenstraße e. V............................................S. 57

Dresden Marketing GmbH. ...............................................S. 35

Reisemesse Dresden........................................................... 3. U

Große Kreisstadt Ehingen..................................................S. 10

Erfurt Tourismus und Marketing GmbH.............................S. 24

Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH................................S. 36

Halberstadt Information.....................................................S. 29

Hannover Marketing und Tourismus GmbH ................ S.40 ff.

Ingolstadt Tourismus und Kongress GmbH.........................S. 4

Naturgarten Kaiserstuhl GmbH.........................................S. 12

Leipzig Tourismus und Marketing GmbH..........................S. 32

Tourismusverband Liebliches Taubertal e. V. ....................S. 17

Stadt Neuburg an der Donau............................................S. 10

Stadt Neumarkt i. d. Oberpfalz...........................................S. 5

Ostbayern Tourismusmarketing GmbH...............................S. 6

Rothenburg Tourismus Service..........................................S. 63

Ruhr Tourismus GmbH.......................................................S. 21

TMGS Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH.S. 28 ff.

............................................................................................. 3.U

Trier Tourismus und Marketing GmbH...............................S. 19

Ulm / Neu-Ulm Touristik GmbH.........................................S. 15

Wartburg Stiftung Eisenach...............................................S. 27

Tourist Information Worms.................................................S. 18

Stadtverwaltung Zwickau...................................................S. 34

64 Weihnachtsmärkte


Deutschland-Reiseanbieter

Das Verzeichnis von österreichischen und schweizer Reiseveranstaltern und Buchungsstellen mit Deutschlandreise-Angeboten

kann eine nützliche Orientierungshilfe sein, auch wenn es keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Österreich

Austria Radreisen

Joseph-Haydn-Straße 8

A - 4780 Schärding

www.austria-radreisen.at

Blaguss Touristik GmbH

Stubenring 4

A – 1010 Wien

www.blaguss.at

Columbus Reisebüro

GmbH & Co.KG.

Julius-Welser-Straße 8

A - 5020 Salzburg

www.columbus-reisen.at

Dietrich Touristik

Bahnhofstraße 34

A - 6410 Telfs

www.dietrich-touristk.at

TUI Das Reisebüro

Maria Theresienstraße 44

A - 6890 Lustenau

www.tui.at/reisebuero/vorarlberg/

lustenau/tui-das-reisebuero-lustenau

Idealtours

Marktstraße 6

A - 6230 Brixlegg

www.idealtours.at

Tel.: 0043-5337-6170-0

Krautgartner Bus- u. Reisegruppen

Krautgartner Verkehrsbetriebe GmbH

Kemating 34

A – 4923 Lohnsburg

www.krautgartner-bus.at

Loacker Tours

Bundesstraße 17

A - 6842 Koblach

www.loackertours.at

Mader Reisen

Linzer Straße 11

A - 4223 Katsdorf

www.maderreisen.at

Mader Reisen

Hauptplatz 12

A - 4020 Linz

www.maderreisen.at

Mitterbauer Reisen &

Logistik GmbH

Porschestraße 31

A - 3100 St. Pölten

www.mitterbauer.co.at

Pamina Musikreisen

Wipplingerstraße 34

Top 130b - 132

A - 1010 Wien

www.pamina-musikreisen.at

Pedalo Touristik GmbH

Kickendorf 1 a

A - 4710 Grieskirchen

www.pedalo.com

Prima Reisen GmbH

Favoritenstraße 42

A - 1040 Wien

www.primareisen.com

Reisebüro Dobler GmbH

Stefan-Fadinger-Straße 13

A - 4070 Eferding

www.dobler-reisen.at

Reisebüro Logos

Gleichspachgasse 4

A - 8045 Graz

www.logos.co.at

Reiseparadies Kastler

Kepplingerstraße 3

A - 4100 Ottensheim

www.kastler.at

Ruefa Reisen

Lassallestraße 3

A-1020 Wien

120 x in Österreich

Tel.: 0810-200 400

www.ruefa.at

Schwarzott Reisen

Triesterstraße 17

A - 2620 Neunkirchen

www.schwarzott-reisen.at

Stoll Reisen

Dorf 9

A - 6306 Söll

www.stoll.at

Terramarin Hausboot & Reise GmbH

Kollerbergweg 19

A - 3100 St. Pölten

www.terramarin.com

Schweiz

ACS Musik- und Erlebnisreisen

Forchstraße 95

CH - 8032 Zürich

www.acs-travel.ch

Albisser-Reisen AG

Gewerbestraße 4

CH - 6314 Unterägeri

www.albisser.ch

Bettio Reisen GmbH

Rütistraße 6

CH - 8636 Wald ZH

www.bettioreisen.ch

Bichsel Musikreisen AG

Seefeldstraße 134

CH - 8008 Zürich

www.bichsel-musikreisen.ch

Bührer Reisen Hirzel

Zugerstraße 3

CH - 8816 Hirzel

www.buehrer-reisen.ch

Canuwa Kaufmann AG Carreisen

Bahnstraße 19

CH - 6242 Wauwill

www.carreisen-kaufmann.ch

Dysli AG Reisen und Transporte

Looslistraße 25

CH - 3027 Bern

www.dysli-bern.ch

Ebneter Reisen AG

St. Georgenstraße 160 a

CH - 9011 St. Gallen

www.ebneter-reisen.ch

Eurobus AG / Car-Rouge

Schwimmbadstraße 1

CH - 5210 Windisch

www.eurobus.ch

www.car-rouge.ch

Graf-Reisen

Churerstraße 188

Postfach 3010

CH - 9471 Buchs 3

www.graf-reisen.ch

Hardegger Reisen AG

Lavaterstraße 30

CH - 4127 Birsfelden

www.hardeggerag.ch

Heggli AG

Sternmatt 4

CH - 6010 Kriens 2

www.heggli.com

Herz-Reisen

Industriestraße 13

CH - 8575 Bürglen TG

www.herz-reisen.ch

Imbach Naturund

Wanderreisen

Zürichstraße 5

CH - 6000 Luzern

www.imbach.ch

Paul Gafner Reisen GmbH

Zelgstraße 87

CH - 3661 Uetendorf

bei Thun

www.gafnercar.ch

railtour suisse sa

Bernstraße 164

CH - 3052 Zollikofen

www.railtour.ch

Rheintal-Reisen

Gegenschatz AG

Heidenerstraße 54

9450 Lüchingen

www.rheintalreisen.ch

Roth-Reisen und

Transporte AG

Lindenhofstraße 9

CH - 9630 Wattwill

www.roth-reisen.ch

Sandro Hegglin Reisen

Heidenerstraße 33

CH - 9400 Rorschach

www.hegglinreisen.ch

Schneider Reisen

Industriestraße 1

CH - 4513 Langendorf

www.schneider-reisen.ch

Schwarb-Reisen AG

Schallengasse 6

CH - 4313 Möhlin

www.schwarbreisen.ch

Tödi-Reisen AG

Nordstraße 7A

CH - 8750 Glarus

www.toedireisen.ch

Twerenbold Reisen AG

Im Steiacher 1

CH - 5406 Baden-Rütihof

www.twerenbold.ch

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28. – 30. Jan. 2022 · MESSE DRESDEN

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