WOLL Magazin 2020.4 Winter I Meschede, Bestwig, Olsberg

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WOLL Magazin 2020.4 Winter I Meschede, Bestwig, Olsberg

Winter 2020

14

Worte, Orte, Land und Leute.

Ausgabe für

Meschede,

Bestwig und

Olsberg

Sauerland

Mein Sauerland

Bestwigs RC-Racer

Karl von Wendt - ein bewegtes Leben

Eversberg im Portrait

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Liebe Leserinnen und Leser,

jung, modern, aktiv – und heimatliebend. All das ist Justus Rose aus Ostwig, 20

Jahre jung und der jüngste Ortsheimatpfleger weit und breit. „Klasse“, kann man

da einfach nur sagen. In diesem Alter Verantwortung für einen Ort zu übernehmen,

ist vorbildhaft. Sein Traum: ein digitales Dorfarchiv aufzubauen. Das wird

er mit der Dorfgemeinschaft auch schaffen. Stichwort modern: „Tante Agnes“

aus Wiemeringhausen ist 101 Jahre alt. Die Arbeit mit dem Laptop bereitet ihr

keine Schwierigkeiten, sondern große Freude, einfach nur bewundernswert.

Das gilt auch für Daniel Hilbich aus Olsberg-Bruchhausen und Benedikt Lindner

aus Willingen, die beiden Kletterer und Gipfelstürmer. Ob in der Kletterhalle, in

den heimischen Steinbrüchen oder in den Alpen, sie leben ihre Leidenschaft. Ihr

Motto: Die beste Aussicht kommt nach dem härtesten Aufstieg.

Strom ist für uns unverzichtbar, ein Leben ohne Strom eigentlich unvorstellbar.

In dieser Ausgabe haben wir uns mit diesem Thema intensiv beschäftigt. Das

Sauerland unter Strom: Dabei geht es nicht nur um die leidige Bekanntschaft mit

Weidezäunen. Knapp 100 Stromanbieter gibt es in der Region. Wir beleuchten

die Geschichte des Stroms, beantworten die Frage nach der Herkunft und dem

Transport des Stroms, nehmen die erneuerbaren Energien und damit den Stand

der Energiewende vor Ort unter die Lupe. Auch dieses Thema hat uns bei der

Recherche großen Spaß gemacht hat.

Paul Senske

Chefredakteur

Viel Spaß bei der Lektüre der WOLL-Winterausgabe.

Paul Senske

Kontakt:

www.woll-magazin.de

redaktion-mbo@woll-magazin.de

facebook.com/WOLLMesBesOls

WOLL Winter 2020 - 3


Meschede

06 Ein Lächeln zaubern mit Beton

10 Perspektive: Himmelstreppe

39 E-Mobilitätszentrum Freienohl

52 Elektro Kramer, der Fachbetrieb

64 Ortsporträt Eversberg

73 Die Veramed-Klinik

92 WortReich: Was für ein Jahr - 2020

134 Bahnstandort Wennemen

140 Straßenverkehrsknotenpunkt Meschede

Bestwig

14 Ortsheimatpfleger Justus Rose

31 Kinder und die Elektrizität

62 Büdenbender-Musterhaus in Bestwig

82 LH Security: Sicherheit ist immer aktuell

112 Der RC Racer Hochsauerland

124 Robert geht wandern

132 Lotti in Island

136 Die neue Regionalmanagerin

144 Der geheimnisvolle Bastenberg

Olsberg

Schwerpunkt „Das Sauerland

unter Strom“ ab Seite 19

12 Josefsheim

60 101 Jahre unter Strom

89 Das bewegte Leben des Freiherrn von Wendt

108 Pia und der Borberg

128 Zwei Gipfelstürmer aus dem Sauerland

131 Aqua Olsberg, die Sauerlandtherme

138 Mit 500 PS zum Konzert

Aus dem Sauerland

18 Hufeisen bringen Glück

67 Kochbruderschaft Marmite

70 Big Six: Gemeinsam geht mehr –

In Brilon geht mehr

76 Fotoserie: Tore und Türme

83 Schneeflocken

84 „Doktormutter“ Gertrud Siebers aus Madfeld

86 Woll-Verlag

88 Woll Online-Shop:

Geschenkideen aus dem Sauerland

93 Tauchen am Sorpesee

96 Schlacht bei Bredelar

98 Der Mensch dahinter: Meinolf Niemand

102 Der Buiterling

103 Woll im Duden

104 Ein Neheimer ist der Erfinder der Maus

110 imsauerland WOLL

115 Gedicht: Ein Wintertag

116 Ortsporträt Stormbruch

120 Twirling in Sichtigvor

143 Impressum

4 - WOLL Winter 2020


Musste gucken: Lustige Esel

Quelle: https://youtu.be/8Oq3PEiQuGA

Wenn ein Esel (bei Pferden ist

das ebenso) einen anderen trifft,

bläst er ihm manchmal sanft in

die Nase. Das ist ein Zeichen

von Zuneigung, Vergleichbar

mit einem Kuss.

Dass Esel stur sind, ist ja

allgemein bekannt. Meist sind

es aber sehr sanftmütige und

duldsame Wesen. Und durchaus

auch recht intelligent, wie unser

Video zeigt.

Kerzenlicht

Die Zeit der Kerzen

ist wieder da. Wenn es

draußen kalt und ungemütlich

ist, sorgen sie

mit ihrem Licht für eine

gemütliche Atmosphäre.

Das hellste Licht besitzen die nach Honig duftenden Bienenwachskerzen.

Ihr Lichtspektrum kommt dem der Sonne am nächsten. Eben natürliches

und daher gesundes Licht. Kerzenlicht strahlt in warmen, rötlichen Tönen.

Es erinnert an ein Lagerfeuer, steht für Entspannung und Ruhe und

lässt das Schlafhormon Melatonin ausschütten. Anders als das bläuliche

Licht vom Fernseher, Handy oder von Lampen mit kaltem Licht, das dem

Körper signalisiert aktiv zu sein.

Sleigh bells ring, are

you listening?

In the lane, snow is

glistening.

Dean Martins Lied vom “Winter

Wonderland” lässt uns jedes Jahr

aufs Neue von weißer Weihnacht

träumen. Doch weiße Weihnach ten

werden immer seltener. Zumindest

ist das ist unsere subjektive

Wahrnehmung. Wetteraufzeichnungen

von vor 120 Jahren belegen

allerdings, dass man schon damals

„über die zunehmend milden

Dezember erstaunt war“.

Manchmal können Statistiken allerdings

auch Mut machen. Während

die Wahrscheinlichkeit für weiße

Weihnachten in Deutschland bei

rund 12,5 % liegt, beträgt sie in den

Mittelgebirgen (zu denen das Sauerland

gehört) 30 bis 50 %. Und

das ist doch gar nicht so schlecht,

woll? Hoffen wir also weiter auf

den Schnee, der die Welt ganz still

werden lässt …

Unterm

Mistelzweig

Die Mistel wohl der einzige Schmarotzer,

den man mag. Sie trägt unterschiedliche

Stoffe in sich, die in

der Heilmedizin zum Einsatz kommen. In welcher Konzentration ist u. a.

davon abhängig, auf welchem Baum sie gewachsen ist. Schon Germanen

und Kelten war die Mistel heilig. Auch der Arzt Hippokrates, der vor über

2300 Jahren auf Kos in Griechenland lebte, setzte sie als Heilpflanze ein.

Im England des 18. Jahrhunderts nannte man die Früchte des Mis telzweiges

„Kuss-Kugeln“. Und damit verbunden war der Brauch, dass man einen

Kuss unterm Mis telzweig nicht ablehnen durfte. Die Anzahl der Beeren

bestimmte dabei auch die Anzahl der Küsse.

WOLL Winter 2020 - 5


Ein Lächeln zaubern mit Beton

Marina Krick aus Freienohl gestaltet Betonskulpturen

Anke Kemper

S. Droste

6 - WOLL Winter 2020


M

it einem Kurs bei dem Arnsberger Künstler

Arno Mester fing alles an. Zunächst war sie

skeptisch, so etwas überhaupt hinzubekommen.

Seine Worte: „Jeder geht hier mit einem tollen Ergebnis

raus“, motivierten die 35-Jährige zur Höchstform. Und

dies war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit

den lustigen Loriot-ähnlichen Skulpturen. Neun Stück

davon hat Marina Krick bereits gestaltet. WOLL hat den

Praxistest gemacht und in vier „Sitzungen“ drei Figuren

modelliert, die sich im heimischen Garten durchaus sehen

lassen können.

„Ich wollte etwas mit meinen Händen schaffen“, beginnt

Marina Krick. Die Chefarztsekretärin suchte nach einer

kreativen Beschäftigung, um nach einem langen Bürotag

abzuschalten. „Ich hatte so ein Glück, dass ich bei den stets

ausgebuchten Kursen von Arno Mester nachgerutscht bin

und jetzt habe ich meinen kreativen Ausgleich gefunden.“

Und nicht nur das: Ihre Familie hilft mit. Papa Paul ist

der perfekte Zuarbeiter, mischt Beton und räumt auf und

Mama Ute legt selbst Hand an und gestaltet mit. Die beiden

Skulpturen im Eingangsbereich sind unser Vorbild. So

ungefähr soll es bei uns auch mal aussehen. Aber eins nach

dem anderen.

Tag 1: Es ist heiß und alles klebt

Gefühlte 35 Grad Celsius. Kunststoffplanen bedecken den

Fußboden der Garage, drei Arbeitstische stehen bereit.

Darauf jeweils ein Klotz Styropor für Torso und Beine, ein

kleinerer Klotz für den Kopf, noch kleinere für Nase und

Ohren. Arme und Hände wurden bereits in eine erkennbare

Form geschnitten. Arbeitshandschuhe an und ran

mit der Drahtbürste. „Eine schöne runde Form bürsten“,

erklärt uns Marina Krick. Ein großer Spaß trotz der Temperaturen

und fliegenden Styroporkügelchen. Nach zwei

Stunden Bürsten erkennen wir stolz, dass unsere Klötze

Gestalt angenommen haben.

Tag 2: Der erste Kontakt mit Beton

Unsere Styroporfiguren werden mit Beton „eingecremt“

und mit Glasfaser bedeckt, das mit weiterem Beton verbunden

aufgetragen wird. Vorsichtig werden Arme und

Hände mit Nägeln befestigt und bereits so geformt, wie sie

Anke Kemper

mit ihrer ersten Figur

Marina Krick mit einem

Abbild ihres Hundes.


Susanne Droste bei der Arbeit

Susanne und Stefan Droste, Marina Krick, Anke Kemper (v.l.)

bei der fertigen Skulptur aussehen sollen. Wer vorher noch

nicht geschwitzt hat, tut es spätestens jetzt – aus Angst,

man könne einen Finger abbrechen. „Alles was bricht,

kann man auch wieder reparieren“, besänftigt uns Marina

Krick. Die hat Nerven!

Tag 3: Die Skulpturen bekommen ein Gesicht

Und nicht nur das, sie werden auch schon angezogen.

Spätestens jetzt sollten wir wissen, was unsere Figuren für

einen Gesichtsausdruck und welche Frisur sie haben sollen

und auch: was sie für Klamotten tragen. Ein großer Spaß,

der aber viel von einem Laien abverlangt. Umso zufriedener

ist man mit seinem Ergebnis am Ende des Tages.

Tag 4: Löcher stopfen und Faltenglättung

Eine Woche mussten unsere neuen Mitbewohner in der

Garage trocknen. Jetzt gibt es für jeden von uns nur noch

einen Eimer Beton, um Lücken zu schließen und zu

glätten. Damit jede Skulptur seine eigene „Farbe“ hat, darf

auch nicht der Beton untereinander ausgetauscht, nicht

die Pinsel verwechselt oder neuer Beton angerührt werden.

„Jede Mischung ist einmalig, eine neue würde auch andere

Betonfarben erzeugen und fleckig aussehen“, erklärt uns

die Künstlerin.

Eine schweißtreibende und wundervolle Arbeit. Wer

einmal mit dem Werkstoff Beton gearbeitet hat, tut es

sicherlich wieder. Ob man seine fertige Figur in den Garten

oder ins Wohnzimmer stellt, bleibt jedem selbst überlassen.

Marina Krick hat ein ausfüllendes Hobby gefunden und

gibt diese Begeisterung weiter. „Am meisten freue ich mich,

wenn ich den Spaß an dieser Arbeit an andere vermitteln

kann“, beendet sie. Und wir packen unsere neuen Mitbewohner

unter den Arm und dürfen daheim ein schönes

Plätzchen dafür finden. ■

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8 - WOLL Winter 2020


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WOLL Winter 2020 - 9


Perspektive

Blick auf Meschede von der Hennedamm-Krone

Manuel Pauls

10 - WOLL Winter 2020


WOLL Winter 2020 - 11


Advertorial

Wenn ein einziges Bild vielen Menschen

ein Lächeln ins Gesicht zaubert…

… dann hat das Projekt ‚Sokoor‘ Wege eröffnet, an die

zuvor kaum Jemand gedacht hat

Inga Bremenkamp

Jürgen Eckert

Ein langer Flur. Viele Türen.

Viele Schilder. Und zum

Glück – da vorne, ein Foto,

das vielen Menschen das Leben so viel

leichter macht. „Ein einziges Bild des

Mitarbeiters neben dem Türschild

hilft so sehr weiter. Viele unserer

Bewohner sind allein dadurch so viel

selbstständiger, weil sie durch das

eine Bild ganz genau wissen, welcher

Mitarbeiter hinter welcher Tür sitzt“,

berichtet Leonie Köpp, die mit ihren

Kolleginnen Lara Frese und Ulrike

Düppe im Josefsheim Bigge das Projekt

‚Sokoor‘ umsetzt.

Ein Bild sagt mehr

als tausend Worte

Es ist oft nicht viel, was die leichte

Sprache ausmacht. Dennoch kann jeder

durch einfache Mittel mitwirken und

bei komplexen Sachverhalten selbstverständlich

die Fachstelle für Unterstütze

Kommunikation des Josefsheims um

Rat bitten. Ein Bild an der Tür, ein

Bild in der Speisekarte beim Italiener

oder eine Handlungsbeschreibung mit

Symbolen am Geldscheinautomat gibt

vielen Menschen durch die Anwendung

einfacher Symbole in Kombination mit

vereinfachter Sprache Selbstvertrauen

und ein Stück ihrer Selbstbestimmung

zurück. „Es ist so schön zu sehen, mit

wieviel Freude unsere Bewohner aus dem

Ort zurückkommen, weil sie es selbst

geschafft haben, Geld an der Bank abzuholen.

Und das, weil da einfach ein Bild

mit Anweisungen hing, das ihnen geholfen

hat. Der Stolz ist diesen Menschen

ins Gesicht geschrieben – das macht uns

als Projektteam natürlich auch glücklich“,

gibt Leonie Köpp zu, die das von

Aktion Mensch unterstützte Projekt im

September 2018 ins Leben gerufen hat.

Ein Bild für viele Menschen

„Ich habe im Rahmen meiner Masterarbeit

in dem Bereich der Unterstützten

Kommunikation einen großen Hilfebedarf

gesehen“, erzählt Leonie Köpp, die

seit 2009 im Josefsheim Bigge arbeitet

und seit fast zwei Jahren Leiterin der

Fachdienste ist. Das Projekt, das von der

Aktion Mensch gefördert wird, hat das

Ziel, Sprache einfach zu gestalten, damit

Menschen, die sprachliche, kognitive

oder komplexe Behinderungen haben,

selbstbestimmter und eigenständiger

leben können. „Wir haben das Josefsheim-Projekt

natürlich mit Blick auf

die Menschen mit Behinderungen in

12 - WOLL Winter 2020


Bigge-Olsberg ins Leben gerufen. Aber:

Es profitieren zusätzliche viele andere,

die sich über die unterstützte Kommunikation

freuen. Kinder zum Beispiel

oder ältere Menschen, Menschen mit

Migrationshintergrund oder Menschen,

die nicht ausreichend lesen können. All

diesen hilft oft ein einziges Bild, das der

Erklärung dient“, führt die 31-Jährige

Heilpädagogin fort.

Bewusstsein schaffen

Das Projektteam ist zwei Jahre nach

Projektstart sehr zufrieden. „Wir haben

schon viel erreicht und erste wichtige

Meilenstein gelegt. Trotzdem waren

wir zu Beginn unserer Arbeit erstaunt

darüber, dass wir vielen Leuten, auf

deren Unterstützung wir im öffentlichen

Sozialraum angewiesen sind, erst einmal

bewusst machen mussten, wie wichtig

diese vereinfachte, oft bildliche Sprache

für viele Menschen ist. Ich bin froh, dass

dieses Bewusstsein jetzt da ist und mit

uns zusammenarbeiten“, sagt Ulrike

Düppe, die weiß, dass Menschen mit Behinderung

froh sind, wenn sie mal nicht

nach Hilfe fragen müssen.

Das Projekt endet voraussichtlich im

Herbst 2021. Eine weitere Stärkung im

Leichte Sprache

Bereits seit 2006 sorgt das Netzwerk „Leichte Sprache“ mit seinen europäischen

Partnern dafür, Informationen und Texte in leicht verständliche

Sprache für alle Menschen zugänglich sind. Der Inklusionsauftrag der

Josefsheim-Teams in Olsberg und Lipperode mit den Dienstleistungen

Wohnen, Leben, Bildung und Arbeiten ist es, Teilhabe in allen

Lebensbereichen zu ermöglichen. Sich aufeinander zuzubewegen, indem

neue Formen der Kommunikation gemeinsam genutzt werden, ist hierbei

wesentlicher Bestandteil. So wird die leichte Sprache nicht nur bei

Beschilderungen oder den wöchentlichen Speiseplänen angewendet, sondern

auch gebärdengestützte Musikangebote oder gemeinsame Kunst- und

Mobilitätsprojekte zeigen die Vielfältigkeit des von Aktion Mensch unterstützten

Projektes „Sokoor“.

Bereich der Leichten Sprache ist darüber

hinaus weiter notwendig. Gilt es doch,

noch mehr zu erreichen und das Bewusstsein

der Gesellschaft noch stärker

zu schärfen. Aktuell wird deshalb daran

gearbeitet, budgetneutrale Verlängerung

des Projektes zu erwirken.

Am Ende ist die vereinfachte Sprache

eine Win-win-Situation – für die Einzelhändler,

deren Angebote verstanden

werden wollen, und für Josefsheim die Menschen,

denen ein einziges Bild Bigge und die Übersetzung

in die einfache Sprache so viel

mehr zurückgeben als ein geschriebener

Text. ■

Josefsheim gGmbH

Josefsheim

Heinrich-Sommer-Straße 13

Bigge

59939 Olsberg | Tel.: 02962 800-0

info@josefsheim-bigge.de

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WOLL Winter 2020 - 13


Jung, modern, aktiv

… und heimatliebend

Ostwiger Ortsheimatpfleger ist erst 20 Jahre alt

Britta Melgert

S. Droste

H

eimatpflege – bei dem Begriff denkt man an

Tradition, an Vergangenheit, an Bewahren.

Wer das Wort Ortsheimatpfleger hört, könnte

an einen älteren, gemütlichen Herrn denken, der auf dem

Esstisch im Wohnzimmer alte Fotos sortiert und Zeitungsausschnitte

abheftet. Doch es geht auch anders! In Bestwig

setzte man bei der Suche nach einem Ortsheimatpfleger für

Ostwig auf die Jugend.

Justus Rose ist ein “echter Ostwiger Junge”, ortsverbunden,

engagiert, beliebt. Bereits in seiner Zeit am städtischen Gymnasium

in Meschede war er jahrelang als Schülersprecher im

Einsatz. Nach dem Abitur entschied er sich für eine solide

Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Am Wochenende

steht er gern am Rande des Sportplatzes, hoch oben überm

Dorf, und feuert „seine“ Fußballmannschaft vom TV Germania

Ostwig an. Justus spielt selbst Tennis und ist begeisterter

Schützenbruder; aktuell sogar amtierender Jungschützenkönig.

„Immer an vorderster Front sein“, das ist sein Ding!

Unser Dorf hat Zukunft –

und endlich wieder einen Ortsheimatpfleger

Wer nun meint, dass Justus damit schon am Limit sei, der irrt.

Als er 2018, damals noch als Schüler, im Rahmen der Ostwiger

Aktivitäten zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

positiv mit seiner Ausarbeitung zur Ostwiger Franzosenzeit

auffiel und von Bürgermeister Ralf Péus gefragt wurde, ob er

sich zutraue, sein Faible für Geschichte künftig auch offiziell

zugunsten des Heimatortes einzusetzen, sagte er nicht nein.

Somit war das lange vakante Ehrenamt spektakulär neu

besetzt. Einen solch jungen Ortsheimatpfleger gibt’s hier in

Westfalen nicht noch einmal.

„Ich habe immer gern die alten Geschichten von früher gehört“,

berichtet Rose. „Mein Großvater hat mir damals sehr

viel darüber erzählt - beispielsweise über die alten Zeiten des

Erzbergbaus im 18. Jahrhundert oder darüber, dass unsere Familie

lange mitten im Dorf lebte auf dem Gelände gegenüber

der Schützenhalle, das man damals einfach „Bauplatz“ nannte.

Volle Konzentration aufs Heimatdorf

„Die Aufgaben eines Ortsheimatpflegers habe ich zu Beginn

meiner Amtszeit gar nicht so richtig greifen können“, erinnert

sich Justus Rose. „Aber eine gute Dorfgemeinschaft ist mir

wichtig, und meine Freizeit konzentrierte sich immer schon

auf Ostwig und die Menschen hier.“ Das scheint typisch zu

sein für einen Ostwiger; denken wir doch an die vielen Vereine

oder auch an die Ehrenamtskneipe “Kumm rin”. Und, wer

hätte es nicht längst vermutet, auch dort engagiert sich Hobbywirt

Justus regelmäßig. „Gleich nach dem 18. Geburtstag

hatte ich dort meinen ersten Einsatz am Tresen“, lacht er.

Erste Erfolge und Pläne für die Zukunft

Aber zurück zur Heimatpflege: „Es gibt viel zu tun“, verrät

Rose. „Im letzten Jahr habe ich, gemeinsam mit unserem Ortsvorsteher

Manfred Ramspott, eine geschichtliche Wanderung

für die Ostwiger und interessierte Gäste ausgearbeitet und

organisiert. Zudem interessieren mich unsere historisch wertvollen

Bauwerke. Ich weiß inzwischen, dass es auf Bestwiger

Terrain die meisten denkmalgeschützten Objekte hier bei uns

in Ostwig gibt.“

14 - WOLL Winter 2020


WOLL Winter 2020 - 15


Was in Kürze auf dem Plan steht, ist die Flurnamensforschung.

Gemeinsam mit dem Sprachwissenschaftler Dr.

Werner Beckmann aus Cobbenrode, der sich wissenschaftlich

auf Sprachforschung, u. a. auf das Sauerländer Platt, spezialisiert

hat, sollen die alten Namen der Ostwiger Gemarkungen

und Flure analysiert werden. Justus Rose nennt zwei Beispiele:

„Dass „Auf de Borg“ die Gegend bezeichnet, wo früher unser

Baron lebte, ist ja noch leicht zu erraten. Bei „Graftweg“

kommt man vielleicht mit ein wenig Fantasie auf „Grabweg“,

aber dass dieser Name entstand, weil früher die Ostwiger Verstorbenen

in Velmede bestattet wurden und man dorthin „zu

Grabe getragen“ wurde, ist doch ein interessanter Fakt.“ Man

merkt: Dieses Thema macht ihm Freude!

Und es gibt weitere Pläne für die Zukunft: „Mein Traum ist

ein digitales Dorfarchiv, das aber unendlich viel Arbeit, möglichst

verteilt auf viele Freiwillige bedeuten würde. Aktuell ist

das noch Zukunftsmusik. Greifbarer, wenngleich aufgrund

von Corona aktuell auf Eis gelegt, ist die Fertigstellung unseres

geplanten Dorfgemeinschaftshauses am Marktplatz. Damit

man sich schon eine visuelle Vorstellung vom angestrebten Ergebnis

machen kann, sind die Gerüste momentan in bedruckter

Folie verpackt.

Stolz auf Ostwig

Es gibt wohl kein Gespräch mit einem Ostwiger über sein

Heimatdorf, ohne irgendwann auf das Ausflugsziel schlechthin

zu sprechen zu kommen: den Kamin. Für alle, die damit

noch nicht viel anfangen können, erklärt Rose: „Der alte

Rauchgaskamin aus der Bergbauzeit befindet sich oben auf

dem Steinberg, von wo aus man eine wunderbare Aussicht

genießt. Der neun Meter hohe Turm mit dicken Wänden aus

Bruchstein markiert eine wichtige technik-, wirtschafts- und

ortsgeschichtliche Epoche in der Geschichte der Gemeinde

Bestwig im 19. Jahrhundert und ist als Ausnahmebauwerk der

ganze Stolz Ostwigs.“ Voraussetzung, wenn es um die aktive

Pflege der Heimat geht. Das Ehrenamt ist bei ihm in guten

Händen, hat sich herausgestellt. Seine große Unterstützung:

Viele Ostwiger Bürger sind bekanntermaßen hervorragende

Hobby-Heimatpfleger für ihr schmuckes Dorf mit viel Geschichte.“


„Mein Traum ist ein digitales

Dorfarchiv." Justus Rose

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WOLL Winter 2020 - 17


..

GL CK

HUFEISEN BRINGEN

Christel Zidi

Auf jeden Fall dann, wenn sie auch von einem Pferd

getragen wurden und sieben Löcher haben.

Warum ist eigentlich dieser früher so ganz normale Gebrauchsgegenstand

zum Symbol für Glück geworden?

Nun, einmal, weil Hufeisen aus Eisen gefertigt werden

– und dieses Material galt früher zauberabwehrend.

Und den Handwerkern, die Hufeisen herstellten, den

Schmieden, traute man schon immer überirdische

Kräfte zu. Einer, der so hartes Material wie Eisen formen

kann …

Auch der eigentliche Träger des Hufeisens, das Pferd,

zählt zu den magischen Tieren. Pferden sagte man eine

Verbindung zur jenseitigen Welt nach. Klar, wie sonst,

sollte Wotan, der höchste Gott der Germanen, denn

sonst auf der „Wilden Jagd“ unterwegs gewesen sein? ■

18 - WOLL Winter 2020


Leben im Sauerland

WOLL

Worte, Orte, Land und Leute.

Verlags-Spezial

Das Sauerland

unter Strom

WOLL – mit Herz und Hand von

Das Sauerland unter Strom Seite 20

Hasse chehört…? Seite 23

Die Geschichte des Stroms im Sauerland Seite 24

Strom zum Nulltarif? Seite 26

Strom aus der Kraft des Wassers Seite 28

Der Weg des Stroms Seite 30

Kinder und die Elektrizität Seite 31

Der Turbinenflüsterer Seite 32

Pee Power Seite 35

Energisch für Erneuerbares Seite 36

E-Mobilität für Handwerker Seite 38

E-Mobilität Infrastruktur Seite 39

Strom im Haushalt Seite 40

Liebe, eine Art Elektrizität Seite 42

Grundversorger im Sauerland Seite 43

Unternehmensportrait: CAB e-design Seite 44

Im Westen was Neues Seite 46

F.Lux Schülerlabor Seite 47

Der Mensch unter Strom Seite 48

Blitzableiter versus Donnerkeil Seite 50

...und weitere hochspannende Themen ab Seite 51

WOLL Winter 2020 - 19


Das Sauerland unter Strom

Starke und stromintensive Industrieregion:

Plädoyer für regionale Wertschöpfung

Paul Senske

Iris Böning

Strom ist ein faszinierender Energieträger. Ein Leben

ohne Strom ist kaum vorstellbar. Seit der Liberalisierung

des Energiemarktes, der damit verbundenen

Privatisierung sowie der beschlossenen Energiewende hat

der Strommarkt eine starke Dynamik entwickelt, die auch

im Sauerland festzustellen ist. Bis zu 100 Stromanbieter

liefern vor Ort die Energie. Als starke Industrieregion

ist die heimische Region besonders stromintensiv. Im

Gegensatz zum Bundestrend ist der Anteil des Stroms aus

erneuerbaren Energien in der Region mit unter 15 Prozent

gering. Unabhängig vom Strommix plädieren lokale

Akteure für „eine dezentrale Versorgung mit großer Wertschöpfung

für die Region als zukunftsweisenden Weg“.

Davon sind jedenfalls Christoph Rosenau und Siegfried Müller

fest überzeugt. Sie sind die beiden Geschäftsführer der HochsauerlandEnergie

GmbH, dem Energieversorgungs-Unternehmen

der Städte Meschede und Olsberg sowie der Gemeinde

Bestwig. Gesellschafter sind die HochsauerlandWasser GmbH

und die Stadtwerke Lippstadt GmbH. Derzeit versorgt die

HochsauerlandEnergie rund 17.200 „Abnahmestellen“ mit

Strom und 6.500 mit Gas. Gleichzeitig ist das Unternehmen

alleinige Gesellschafterin der Hochsauerland-Netze GmbH &

Co. KG, die ihrerseits Eigentümerin der Strom- und Gasnetze

in Bestwig, Meschede und Olsberg ist und diese gegen

Zahlung einer Pacht von der Westnetz GmbH, einer Tochtergesellschaft

von Westenergy AG, betreiben lässt. „Strom ist ein

Grundbedürfnis für die Menschen, die dezentrale Versorgung

ist der Weg der Zukunft“, sagt Müller, der technische Geschäftsführer

der beiden Gesellschaften. „Die lokalen Stromanbieter

bringen die Wertschöpfung ins Sauerland, weil durch

günstige Preise das Geld bei den Kunden, also in der Region,

bleibt. Zudem profitieren die Kommunen von Steuern und

Abgaben, die wir entrichten.“ Rosenau, der kaufmännische Geschäftsführer,

sieht die Kundennähe als weiteres Kriterium an:

„Der persönliche Kundenkontakt ist ein Pfund.“

Darauf setzen auch die Stadtwerke Arnsberg und Brilon. In

Warstein liefert unter anderen die Warsteiner Verbundgesellschaft

als lokales Unternehmen die Energie. Im Kreis Olpe ist

die Bigge Energie GmbH & Co. KG der regionale Player. In

den Gemeinden Diemelsee und Willingen spielt die Energie

Waldeck-Frankenberg GmbH die dominierende Rolle.

20 - WOLL Winter 2020


Fördern und Fordern!

Nach diesem Motto bilden wir aus.

Was bedeutet das?

• Unterstützung und Hilfsbereitschaft

Alle Mitarbeiter setzen sich für unsere Azubis

ein und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

• Teamwork

Alle Auszubildenden arbeiten gemeinsam an

Projekten und tauschen sich in regelmäßigen

Meetings untereinander aus.

• Förderung der Persönlichkeit

Die persönliche Weiterentwicklung unserer

Azubis ist uns wichtig.

• Abwechslungs- und umfangreich

Unsere Auszubildenden durchlaufen auch

ausbildungsfremde Abteilungen und erhalten

einen Überblick des ganzen Unternehmens.

Strommarkt ein kompliziertes Gebilde

Der Strommarkt ist nach der Liberalisierung und teilweisen Rekommunalisierung

ein nicht nur rechtlich kompliziertes Gebilde. Auf der einen Seite werben die

Stromanbieter um Marktanteile. Auf der anderen Seite stehen die Eigentümer der

Stromnetze. Es gibt Eigentümer, die die Netze selbst betreiben und Eigentümer, die

das Netz an Betreiber verpachten. Der Verteilnetzbetreiber (DSO: „Distribution

System Operator“) ist in seinem Gebiet für den Anschluss der Abnahmestellen an

das Strom- und Gasnetz, für Instanthaltung und den sicheren Betreib zuständig.

Alle 20 Jahre werden die Strom- und Gaskonzessionen neu vergeben. Alle drei

Jahre legt die Bundesnetzagentur fest, welcher Stromanbieter für die Grund- und

Ersatzversorgung zuständig ist. Grundversorger ist das Unternehmen, das im Netzgebiet

vor Ort die meisten Haushaltskunden mit Strom beliefert. „Jeder Haushaltskunde

hat einen Anspruch auf diese Grundversorgung“, erklärt Siegfried Müller.

Rund 100 Stromanbieter im Sauerland

Der Blick auf den heimischen Strommarkt zeigt eine große Vielfalt. Seit der Liberalisierung

vor 22 Jahren können Kunden den Stromanbieter wechseln. In Deutschland

gibt es rund 900 entsprechende Unternehmen. Im Sauerland und der Region

haben bis zu 100 Stromanbieter im jeweiligen Netzgebiet Kundenverträge. Willin

Ab August 2021 bilden wir in einem

neuen Ausbildungsberuf aus:

Fachkraft für Lagerlogistik

(m/w/d)

Als Fachkraft für Lagerlogistik lernst du

unsere Lager- und Versandbereiche mit

moderner Lagerhaltung bis ins Detail

kennen und entwickelst dich zum

modernen Waren- und Logistikexperten.

Du hast andere Interessen?

Folgende Ausbildungsberufe bieten wir Dir:

Elektroniker für Geräte und

Systeme (m/w/d)

Auch als Duales Studium bei der

FH Soest

Technischer Produktdesigner

(m/w/d)

Industriekaufmann (m/w/d)

Auch als Duales Studium

Weitere Informationen auf

www.inotec-licht.de/karriere

Ausbildung WOLL Winter bei 2020 INOTEC - 21

Mit Sicherheit der richtige Weg!


gen (49) und Diemelsee (63) liegen unter dem Schnitt. Für die

Grundversorgung sorgt in den meisten Gebieten E.ON: Im

HSK sind es elf Kommunen, nur Bestwig (HochsauerlandEnergie)

hat derzeit einen anderen Grundversorger. E.ON ist auch

in der Gemeinden Ense, Möhnesee und Rüthen momentan der

Grundversorger. In Warstein weist die Warsteiner Verbundgesellschaft

die meisten Kunden auf. In Olpe und Attendorn ist

es die Bigge Energie, in Diemelsee und Willingen die Energie

Waldeck-Frankenberg.

Wo kaufen die Energieversorger den Strom ein? Eine Möglichkeit

ist der Bezug über die Strombörsen, der größte Teil wird

zwischen den Marktteilnehmern abgewickelt. Die HochsauerlandEnergie

kauft den Strom „Over The Counter“: „Dieser sogenannte

OTC-Handel erfolgt außerbörslich“, erklärt Siegfried

Müller. „Wir kaufen bei vier bis fünf Stromhändlern.“ Einer

der Händler ist die Repower AG, ein Energieversorgungsunternehmen

mit Hauptsitz in der Schweiz. Von Repower erhält die

HochsauerlandEnergie den „grünen Strom“, der mit dem „OK-

Power-Label“ ausgezeichnet ist. Die Stadtwerke Brilon setzen

vor allem auf Strom aus Norwegen. Die Bigge Energie verweist

auf die „Kraft der Bigge“.

meisten Windräder in der Region, im HSK sind es 144 und im

Kreis Olpe 21.

Der Blick in die Zukunft: „Wir setzen auf den dezentralen

Weg“, betont Christoph Rosenau. „Es war ein wichtiger Schritt,

ein Stück Daseinsvorsorge wieder in die kommunale Hand zu

geben. Wir sind auf dem richtigen Weg. Unser Kundenstamm

weist eine gesunde Basis auf, wir haben kaum Fluktuation und

ein seit Jahren stetiges Wachstum an Kundschaft.“ Siegfried

Müller formuliert ein ehrgeiziges Ziel: „Die Verteilernetze, die

wir in Meschede, Bestwig und Olsberg verpachtet haben, müssen

auch hier betrieben werden. Wir wollen auch der Grundversorger

für Strom in allen drei Kommunen werden.“ ■

Ausbau der Windkraft stagniert

Was die Produktion von Ökostrom vor Ort betrifft, so hinken

das Land NRW und die heimische Region dem Bundestrend

deutlich hinterher. Nur 16,2 Prozent des Stromverbrauchs

wurden 2019 in NRW durch erneuerbare Energien gedeckt.

Für das Sauerland und Südwestfalen dürften das deutlich unter

15 Prozent sein. Ein Grund ist die Stagnation beim Ausbau der

Windkraft. Mit 290 Anlagen drehen sich im Kreis Soest die

Christoph Rosenau und Siegfried Müller

22 - WOLL Winter 2020


Hasse chehört…?

Anke Kemper

ma, Fine, wat is denn mit deinem Otto los,

den kricht man jar nich mehr zu Jesicht.“

„Sach

„Jau, der is in seinem Bastelkeller am Fuckeln.

Weißte, der macht doch jetzt auf Strom.“

„Wie dat denn?“

„Na, mit seinem Fahrrad, über diesen Dynamo und so

nen Jedöns. Weißich auch nich, wie er dat meint, abba

da sparen wa dann wenichstens den Strom für de janzen

Cheräte im Haus.“

„Haste Töne. Und dat lohnt sich?“

„Dat hoffe ich, Lisbeth. Wir hatten nach der letzten Stromrechnung

ma so jedacht, dat muss doch auch anders chehen,

woll? Jetzt hat er für sein Fahrrad so nen Jestell jebaut

und dann musser halt reichlich strampeln, um Spannung

zu erzeujen.“

„Ja biste jescheit? Für Spannung kannste abba auch anders

sorjen. Sachma, wie viel Strom erzeucht man denn überhaupt

mit so nem Drahtesel?“

„Bei acht Stunden im Sattel chibt dat so unjefähr 400

Watt. Da ham wa schon ma morjens de Kaffeemaschine

am Laufen.“ „Donnerlittchen! Und wenn de mittags

kochen willst?“ „Chet nich, chibt Rohkost. Is auch viel

jesünder. Und am Wochenende chehen wa dann aus.“

„Ach, und dat is umsonst? Hömma Fine, da chibt es

doch auch andere Möchlichkeiten. Wie wäre es denn mit

Solarenerjie? Da musste nix für tun, dat erledigt de Sonne

von janz alleine.“

„Is doch Winter, dat können wa uns ma für nächstes Frühjahr

überlejen.“

„So lange hält dat der Otto doch nich durch! Odda chest

de auch aufn Sattel sitzen und strampeln?“

„Dat schafft der Otto schon. Männlicher Ehrjeiz, weißte

doch.“

„Und wenn ich dich jetzt mit weiblichem Ehrjeiz zu

mir aufn leckeren warmen Kakao mit frisch geschlajener

Sahne und ner Waffel mit heißen Kirschen einlade, dann

kommste sicha cherne mit.“

„Da kannste einen drauf lassen, woll?“ ■

WOLL Winter 2020 - 23


Leitungsbautrupp Rüthen

Die Geschichte des Stroms im Sauerland

Christel Zidi

Historisches Konzernarchiv RWE

Mit der industriellen Revolution wurde Elektrizität

nicht mehr nur von Wissenschaftlern

erforscht, sondern auch im Alltag genutzt. Die

ersten Sauerländer, die das elektrische Licht nutzten, waren

die Niedermarsberger. Bereits 1893 nutzte die dortige

Stadtberger Hütte mit Dampfkraft angetriebene Elektromotoren.

Im westlichen Sauerland wiederum waren es die

Neheimer, die als Erste „elektrifiziert“ wurden.

Bevor in Privathaushalten der elektrische Strom genutzt werden

konnte, waren es zunächst Fabrikanlagen, die davon profitierten.

Das erste E-Werk im Sauerland wurde 1893 in Niedermarsberg

gebaut, 1896 zog Neheim nach. Die beiden Werke

erzeugten den Strom mittels Dampfkraft. Später nutzte man

vielfach die Kraft des Wassers, und zwar von den Bächen und

Flüssen Alme, Diemel, Henne, Neger, Röhr, Ruhr, Stockumer

Bach und auch Lenne und Salwey.

Westfalens geschaffen worden. Der rasche Prozess - von der

Stromnutzung nur weniger Konsumenten bis hin zur öffentlichen

Versorgung für viele Verbraucher - zeigte durchschlagenden

Erfolg. Schon bald war Elektrizität keine teure Angelegenheit

mehr, sondern eine alltägliche Selbstverständlichkeit.

Im Handwerk und im Kleingewerbe wurden Elektromotoren

schon früh als „bester Geselle“ angesehen, die Industrie inter-

Accumulatorenfabrik Hoppecke, Kreis Brilon, 1958

In den ländlichen Regionen des Sauerlandes vollzog sich die

Elektrifizierung nur langsam und vereinzelt. Erst am Vorabend

des ersten Weltkriegs waren die technischen, wirtschaftlichen

und politischen Grundlagen für die extensive Elektrifizierung

24 - WOLL Winter 2020

Elektrische Dreschmaschine, Soest, 1954


Wasserkraftwerk Steinhelle, Francis-Turbinen, 1929

Trafotransport in Neheim, Anfang 1920er Jahre

Die ersten E-Werke im Sauerland

1893 Niedermarsberg

1896 Neheim

1899 Sundern-Stockum

1902 Arnsberg /

Bestwig / Herdringen

1903 Gleidorf / Sundern

1904 Meschede

essierte sich schnell für mehr als nur die elektrische Beleuchtung.

Der Bereich der Kleineisenindustrie zählte bald zu den

wichtigsten Stromverbrauchern.

Elektrisches Licht gab es zunächst nur in betuchten Privathaushalten.

Nur langsam kam der Strom auch bei den ärmeren

Menschen an: Während nach und nach der Strompreis gesenkt

wurde, stieg der Preis für das traditionelle und immer knapper

werdende Petroleum.

Mit dem Einzug der Elektrifizierung wurde die Stadt Arnsberg

mehr und mehr zum wichtigen Wirtschaftsstandort. Neheim-

Hüsten entwickelte sich bald zur „Stadt der Leuchten“ und

auch die übrigen Städte und Gemeinden des Sauerlandes, allen

voran Brilon als wichtiger Standort für die Herstellung von

Batterien, zogen nach. ■

1905 Alme / Brilon

Oberkirchen / Warstein

1906 Belecke /

Meschede / Westheim

1907 Eslohe

1908 Hirschberg /

Hoppecke

1909 Freienohl

1910 Winterberg

1911 Fredeburg

1912 Bredelar /

Finnentrop

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WOLL Winter 2020 - 25


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STROM

Ja, kostenloser Meerhofer

Strom für Meerhofer Bürger

ZUM NULLTARIF?

Petra Kleine

sabrinity

Kein Atomkraftwerk, keine unsaubere

Kohleverbrennung, sondern Windräder,

die umweltfreundlichen Strom

erzeugen, prägen das Bild von Meerhof,

einer Gemeinde am Rande des Sintfeldes.

Zusammen mit den angrenzenden Gebieten

von Bad Wünnenberg und Lichtenau

steht hier eines der größten zusammenhängenden

Windkraftgebiete Deutschlands.

Rund 130 MegaWatt Strom sollen

zukünftig von den beiden Meerhofer

Windparks produziert werden, soviel

wie von einem kleinen Atomkraftwerk.

Aber der Meerhofer Strom ist

„sauber“, wie es so schön heißt. Er

stammt aus regenerativen Energien

und steht somit nicht nur heutigen,

sondern auch zukünftigen Generationen

zur Verfügung. Neuerdings

ist er für interessierte Meerhofer

sogar umsonst. Die Betreiber-

gesellschaften des Windparks Meerhof übernehmen für

mindestens fünf Jahre den reinen Strompreis, sodass lediglich

die Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzkosten vom

Kunden getragen werden müssen. Das Angebot gilt bis

5.000 kWh pro Haushalt und Jahr, bei Mehrgenerationenhäusern

sogar bis 7.000 kWh.

Mit dieser Aktion möchten die Betreiber von zwei Meerhofer

Windparks (Windpark Heubusch mit den Geschäftsführern

Christoph Luis und Josef Dreps, sowie

Windpark Grüner Weg Meerhof mit Geschäftsführer

Michael Flocke), dass sich die Anwohner noch mehr mit

dem Projekt identifizieren. Zusammen mit dem Vermarkter

Westfalen Wind Strom ist das nun gelungen. Schon

über 300 Haushalte haben sich für „eigenen Strom aus

frischem Meerhofer Wind“ entschieden.

(K)eine windige Erfolgsgeschichte

Die Grundstimmung im Ort ist durchweg positiv. Von

den 84 Anteilseignern, der Eigentümergemeinschaft,

kommen fast alle aus Meerhof. Ortsansässige Vereine

werden seit Jahren von den Grundeigentümern und Betreibern

der Anlagen unterstützt.

Christoph Luis, Petra Kleine (WOLL), Michael Flocke, Josef Dreps (vlnr)

26 - WOLL Winter 2020


In Meerhof blickt man bereits auf

eine lange Erfolgsgeschichte zurück:

Mitte der 90er Jahre wurden die ersten

kleineren Anlagen, damals noch

mit Gittermasten, in unmittelbarer

Nachbarschaft in Lichtenau errichtet.

Zur Jahrtausendwende wurde dann

der Windpark Meerhof in Betrieb

genommen. Zu jener Zeit war er der

größte Europas. „Sogar der damalige

Umweltminister Jürgen Trittin kam

zur feierlichen Einweihung,“ erinnert

sich Michael Flocke. Die Stadt

Marsberg hatte frühzeitig Windvorrangzonen

ausgewiesen, auf denen

Windräder errichtet werden durften.

So konnte Windkraft sinnvoll

gebündelt werden und es herrschte

Planungssicherheit. 2017 wurde der

Flächennutzungsplan überarbeitet

und das Gebiet vergrößert.

Mit Wind-Energie

in die Zukunft

Zunächst kamen fremde Investoren,

die aber nach der Inbetriebnahme

weit weg waren. Es gab weder Ansprechpartner

vor Ort noch Unterstützung

für die Region. So sind die

Landwirte selbst aktiv geworden. „Ich

bin da einfach so reingerutscht,“ erzählt

Christoph Luis. „Wir waren uns

als Grundeigentümer einig, dass Einheimische

das selber regeln können.

Als Landwirte wussten wir doch am

besten, was vor Ort zählt. Wir wollten

keinen Streit untereinander und

das hat auch geklappt. Wir waren uns

einig, dass die Wertschöpfung hier

vor Ort stattfinden sollte. Michael

Flocke ist ein gutes Beispiel. Er war

von Anfang an dabei und hat vor Ort

Pionierarbeit geleistet. Inzwischen

sind alle Firmen mit Sitz in Marsberg

gemeldet und die Gewerbesteuern

bleiben in der Kommune.“

Josef Dreps ergänzt: „Unser Wohlstand

braucht auch in Zukunft Energie,

erneuerbare Energie. Duschen,

baden, fernsehen, das alles geht nicht

ohne Strom. Ältere Anlagen werden

nach und nach rückgebaut und

durch neue, leistungsstärkere und

vor allem energieeffizientere ersetzt.

Rund 150 Millionen Euro sollen bis

2022 in dieses Projekt der Energie

von morgen fließen. Durch dieses

sogenannte Repowering wird der

Stromertrag im Gebiet verdreifacht.

Jedes einzelne Windkraftwerk kann

circa 2000 Haushalte mit sauberem

Strom versorgen.“

Weitere Information erhalten Sie

unter 0170 / 794 27 39 ■

WOLL Winter 2020 - 27


Strom aus der Kraft des Wassers

Die Stauseen des Sauerlandes und das Pumpspeicherwerk Rönkhausen

Christel Zidi

Mark-E/Carsten Engel

K

aum noch eine Mühle

klappert „am rauschenden

Bach …“. Turbinen haben

die Arbeit der Mühlenräder übernommen.

Geblieben ist das Grundprinzip

bei der Nutzung der Wasserkraft:

Umwandlung der Wasserenergie

(Strömung) sowie der potenziellen

Energie - also der Höhendifferenz an

Aufstauungen - in nutzbare Energie.

Generatoren wandeln die Kraft des

Wassers in Strom um. Und das gleich

an mehreren Stauseen im Sauerland.

Während das erste Wasserkraftwerk

1880 in England (Northumberland)

in Betrieb ging, wurden im Sauerland

erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts

die ersten Stauseen gebaut. Sie dienen

einerseits als Wasserreservoir, andererseits

zur Gewinnung von Strom. So hat der

Diemelsee eine jährliche Stromleistung

von 2,5 Gigawattstunden, der Hennesee

5,8, der Sorpesee 7,4, der Möhnesee 15

und der Biggesee 22 Gigawattstunden.

Das Speichern der Energie

Schwieriger als die Erzeugung von Strom

ist das Speichern elektrischer Energie.

Dazu dienen sogenannte Pumpspeicherkraftwerke

(PSW). Das PSW besteht aus

zwei Wasserbecken aus unterschiedlichen

Höhen. Gespeichert wird die Energie

im oberen Becken. Die Stromerzeugung

erfolgt durch das Ablassen des Wassers

in das untere Becken. Das Wasser treibt

dabei Turbinen an, die den elektrischen

Strom produzieren. Die potenzielle Energie

aus dem höher gelegenen Speicherbecken

kann ganz nach Bedarf abgerufen

werden. Und das sogar in Sekundenschnelle.

Das Ausgleichswerk

PSW haben die vorrangige Aufgabe,

Schwankungen in der Energieversor-

28 - WOLL Winter 2020


gung, wie sie z. B. bei erneuerbaren Energien

immer wieder vorkommen können,

auszugleichen. Bei geringer Nachfrage

nehmen diese Werke ein Überangebot

von elektrischer Energie im Stromnetz

auf, in Spitzenverbrauchszeiten wird die

Energie dann wieder ins Netz gegeben.

Das geht jedoch nicht ohne Verluste. In

Pumpen, Turbinen und Wasserleitungen

geht so einiges der gespeicherten Energie

verloren. Genauer gesagt beläuft sich der

Verlust bei modernen Anlagen auf 15 bis

25 %. Vergleicht man diese Verluste mit

denen anderer Speicherarten sind diese

zwar recht hoch, dafür sind die Investitionskosten

und die Kosten pro gespeicherter

Kilowattstunde geringer. PSW

werden auch immer häufiger eingesetzt,

um Einspeisungen aus der Windkraft

aufzunehmen.

Ein energiegeladener

Touristenmagnet

In der Gemeinde Finnentrop liegt das

Rönkhauser Pumpspeicherwerk, eines

der beiden Pumpspeicherwerke in NRW

(das andere befindet sich in Herdecke).

Es verfügt über eine installierte Leistung

von 140 Megawattstunden, die sich

gleichmäßig auf zwei Turbinen aufteilen.

Diese Turbinen befinden sich – ebenso

wie die beiden Motoren - im unterirdischen,

kreiszylinderförmigen Krafthaus,

das am Ende des Druckstollens liegt.

Das Oberbecken hat eine Speicherkapazität

von 735 Megawattstunden und

kann Innerhalb von fünf Stunden befüllt

oder geleert werden.

Das Oberbecken des Rönkhauser

Speicherwerkes auf dem Dahlberg (570

Meter ü.NN) hat sich zu einem touristischen

Magnet entwickelt. Sehenswert

ist aber auch die Glingetalsperre, das

Unterbecken des Speicherwerkes, das

270 Meter tiefer im Tal liegt. ■

WOLL Winter 2020 - 29


Der Weg des Stroms

Paul Senske

Der Transport des Stroms von den Kraftwerken in die Haushalte ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung.

Er erfolgt über Übertragungs- und Verteilernetze, wobei die Spannung in Umspannwerken schrittweise von

380 KV (380.000 Volt) auf im Endeffekt 230 bzw. 400 Volt reduziert wird.

In Deutschland gibt es vier Übertragungsnetzbetreiber:

Amprion GmbH, TransnetBW GmbH, 50Hertz Transmission

GmbH und Tennet TSO GmbH. Daneben sind

knapp 1.000 Verteilungsnetzbetreiber registriert. Die

großen Übertragungsnetze transportieren den Strom über

Höchstspannungs- (380 KV) und Hochspannungsleitungen

(110 KV). Die regionalen und lokalen Verteilungsnetzbetreiber

liefern über Mittel- und Niederspannungsnetze

den Strom unter anderem in die Haushalte.

Foto: www.amprion.net

Ein Blick in den Hochsauerlandkreis: In Brilon-Nehden

steht ein großes Umspannwerk, wo die Höchstspannung

von 380 bzw. 220 KV auf 110 KV transformiert und

weitergeleitet wird (Hochspannung). Diesen Strom nutzen

unter anderem die Großindustrie oder die Deutsche Bahn.

Die Reise des Stroms geht weiter, beispielsweise in die

Umspannwerke in Freienohl, Bestwig, Meschede oder

Olsberg, wo die Spannung auf bis zu 10 KV reduziert

wird (Mittelspannung).

Wie kommt der Strom schließlich in die Haushalte? Über die den Ortsnetzstationen angeschlossenen Mittelspannungskabel

wird der Strom in kleine Transformationsstationen (Trafohäuschen) weitergeleitet. Die Spannung wird auf einen Niederspannungs-Wert

von 230 bzw. 400 Volt reduziert. Die unterirdische Feinverteilung erfolgt schließlich über mehrere Leitungen

zu den Verteilerkästen, die den Strom an Haushalte, Betriebe oder öffentliche Einrichtungen weiterleiten. ■

30 - WOLL Winter 2020


“Strom ist dafür da, dass die

Lampen brennen.”

“Woher der Strom kommt?

Vom Wasserwerk und

aus dem Wind.”

“Strom ist gefährlich!”

Kinder und die Elektrizität

Stromexperimente im Haus der Kleinen Forscher

Christel Zidi

Jürgen Eckert

Charlotte, Louis, Leander, Olivia, Sofie, Julius und Anton

“Wenn es blitzt, ziehen

wir alle Stecker aus den

Steckdosen.”

“Man darf nicht in

die Steckdose fassen.”

“Auf jeden Fall gab es

den früher nicht.”

„Haus der kleinen Forscher“ in der MON-

TEKITA in Bestwig wird die Lust der Kinder

Im am (Er-) Forschen gefördert. „Die Erkundung

zur Welt” ist eines der Konzepte der Kindertagesstätte

MONTEKITA in Bestwig.

Dass Elektrizität zu unserer modernen Welt dazugehört, wissen

selbst die Kleinen. Wie es sich anfühlt, wenn man einen ganzen

Tag einmal auf Strom verzichtet, hat die Leiterin der Kindestagesstätte,

Petra Hülshoff, schon einmal mit den Kindern

ausprobiert. Und damit auch die Neugier der Kinder an diesem

Thema verstärkt. Was die Mädchen und Jungen, für die in der

KiTa auch ein eigener Experimentierraum zur Verfügung steht,

schon so alles über den Strom wissen, haben sie uns bei unserem

Besuch erzählt. ■

WOLL Winter 2020 - 31


Der Turbinenflüsterer

Dr. Bernd Walters im vollen Einsatz

für Wasserkraftwerke

Das Kraftwerk in Wildshausen

Britta Melgert

S. Droste

Erneuerbare Energiequellen

– in Deutschland wird rund

drei Prozent des erzeugten

Stroms aus Wasserkraft gewonnen.

Auch bei uns im Sauerland gibt es

Wasserkraftwerke. Wir haben eines

an der Ruhr bei Arnsberg-Wildshausen

besichtigt und dabei Dr. Bernd

Walters kennengelernt, der alte Anlagen

wie diese am Leben erhält.

Oft werden Kinder aufgefordert, gut

aufzupassen, wenn ihnen Erwachsene

etwas zeigen wollen. „Hier lernst du

was fürs ganze Leben“, heißt es dann.

Wenn Opa Walters vor rund 60 Jahren

mit seinem Enkel Bernd unterwegs

war, zog es beide oft zu alten Mühlen.

Der Großvater hatte ein Faible für die

dort erzeugte Energie, und so mancher

Müller war stolz, seinen Besitz zu

präsentieren. Logische Folge: Der Enkel

wuchs wie selbstverständlich mit physikalischem

und technischem Wissen

auf, mit einer besonderen Vorliebe für

Turbinen und das „Klappern der Mühle

am rauschenden Bach“.

Marode Mühle auf Ratenzahlung

Doch bevor dieser Kindheitstraum für

ihn Hand und Fuß annehmen sollte,

studierte Bernd Walters Medizin und

wurde Arzt. Eine Stelle im Dortmunder

Krankenhaus, eine eigene Praxis

in Brilon – so weit, so gut! Doch die

Wasserkraft-Gedanken waren stets

präsent. Als er eines Tages hörte, dass

an der Möhne in Rüthen eine marode

Mühle verkauft und abgerissen werden

Dr. Bernd Walters

sollte, sah er seine Chance gekommen.

„Der alte Müller war so begeistert von

meiner Idee „Restauration statt Abriss“,

dass er auf Ratenzahlung einging“,

erinnert sich Walters, und er räumt

ein: „Ein solches Investment hätte ich

mir damals gar nicht auf einen Schlag

leisten können.“

Einfache Rechnung: Eine Nachtschicht

= eine neue Bohrmaschine

Mit viel Zeit, Muskelkraft und Ideenreichtum

hatte er grad sein erstes kleines

Wasserkraftwerk in Gang bekommen,

da kamen bereits die nächsten

Verkäufer auf ihn zu. „Ich erwarb eine

32 - WOLL Winter 2020


zweite Mühle sowie eine Beteiligung an

einem Kraftwerk in Allagen“, erzählt

Walters. „Es war wie eine Mischung aus

Hobby und Nebenerwerb. Na ja, verdient

habe ich damit kaum etwas. Um

mir diesen Spaß überhaupt leisten zu

können, habe ich als Arzt Überstunden

gemacht; gelegentlich für Dortmunder

Fachärzte die Nachtschicht oder

Wochenendnotdienste übernommen.

Da habe ich immer gerechnet: Eine

Nachtschicht bringt 600 Mark, und

das bedeutet eine neue Bohrmaschine.

Ja, so war das damals.“

Der Verdacht liegt nah, es mit einem

Workaholic zu tun zu haben, denn

eigentlich bestand ja seine Freizeit aus

„Rumbasteln“ an den Turbinen, Wellrädern,

Generatoren etc. „Ach, das war für

mich ein wunderbarer Ausgleich zum

Dienst an den Patienten“, lacht Walters.

„Ich hätte beides nicht missen wollen.“

Die größte Herausforderung –

mit Erfolg abgeschlossen

Richtig Fahrt aufgenommen hat sein

kleines Energieunternehmen allerdings

erst mit dem Erwerb einiger Kraftwerke

an größeren Flussläufen, beispielsweise

an der Diemel bei Giershagen, an

der Hoppecke bei Brilon-Wald, an der

Ruhr in Wickede und das Kraftwerk

in Wildshausen, das er uns heute zeigt.

1873 ging das Kraftwerk erstmals in

Betrieb, um zunächst Strom für eine

Holzschleiferei, später für eine Zellstofffabrik

zu erzeugen. Die Fabrik ist

längst Geschichte, aber dank Bernd

Walters wird hier immer noch Strom

erzeugt, der heutzutage an Energieunternehmen

abgegeben wird. „Man hatte

hier in den 1990ern leider alles schon

in Schutt und Asche gelegt“, so Walters.

„Ich habe dann nächtelang alles mit

eigenen Händen wieder hochgezogen.“

Heute bezeichnet er dieses Projekt als

seine größte, erfolgreich abgeschlossene

Herausforderung.

So sah es vor dem Neuaufbau aus.

Stolz zeigt er uns das Gebäude: ein

Mix aus neuen Mauern und antiken

Fenstern, die steile Stahltreppe, die er

selbst geschweißt hat – und natürlich

die Gerätschaften. Das große Wellrad

und der Generator fangen den ersten

Blick des Besuchers. Ein untergestellter

Traktor weist darauf hin, dass der,

der hier zu tun hat, keinen digitalen

Schreibtischjob betreibt. „Ja, hier

geht’s auch schon mal zur Sache!“ sagt

Walters und lacht, und er nimmt uns

mit nach oben zum Wasserstau, wo wir

heute vor dem Rechen der Anlage nur

angeschwemmte Blätter sehen. Diese

zu beseitigen, ist wohl ein Kinderspiel

im Vergleich zu größeren Objekten.

„Ich hab einem Landwirt so ´nen alten

Mistkran abgekauft. Damit ist auch

beispielsweise ein großer Ast schnell beseitigt“,

weiß Bernd Walters. Er ist ganz

in seinem Element.

Energie für 2.200 Haushalte

Und wenn es mal größere Probleme

gibt? „Ich beschäftige Schlosser und

Elektriker in Vollzeit, die sich um Turbinen

& Co. kümmern, dazu diverse

Teilzeitkräfte fürs Grobe. Zur Not bin

UNSER SPEKTRUM

Hilfe im Haushalt

Botengänge

Post, Erledigungen von

Einkäufen

oder Begleitung bei Einkäufen

Begleitung bei

Behörden- und Arztbesuchen

Freizeitgestaltung

Spaziergänge, Vorlesen,

Unterhalten, Gesellschaftsspiele

Vertretung bei Auszeit

pflegender Angehöriger

Rufen Sie uns an,

wir beraten Sie gerne!

WOLL Winter 2020 - 33


ich ja auch rund um die Uhr erreichbar

und fahre dann raus. Neben meinem

heutigen Hauptjob als Betriebsarzt bin

ich wöchentlich rund 25 Stunden in

Sachen Wasserkraft tätig.“ Doch der

Aufwand lohnt sich: „Der Gesamt-

Output meiner Werke reicht für den

umweltfreundlichen Energiebedarf für

rund 2.200 Haushalte, das macht mich

schon ein bisschen stolz.“

Und so kämpft er an gegen schwimmende

Objekte, gegen Schäden an den

Anlagen – und gegen Interessenverbände.

„Vorschriften und Auflagen müssen

sein, machen es uns Betreibern aber

auch nicht leicht. Dabei investieren

wir beispielsweise in gute Fischtreppen

und können von einer Fischschädlichkeit

gleich Null sprechen“, versichert

Walters.

Ans Aufhören denkt Bernd Walters

mit seinen 67 Jahren noch lange nicht.

„Die Anlagen sind stabil und halten

bestimmt noch 100 Jahre durch“,

meint er. „Wenn ich mal nicht mehr

kann, dann übernimmt mein Sohn das

alles hier. Aber erst mal habe ich selbst

hoffentlich noch lange Freude daran!“

Wie recht doch der Großvater hatte, als

er sagte „…da lernst du was fürs ganze

Leben!“ ■

GM - endlich ein Unternehmen,

was sich persönlich und kompetent

um Ihre Energiekosten kümmert!

Das Team von GM hat es

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Pee Power -

Eine besondere Form von Bioenergie

Christel Zidi

Eine echte Mutprobe. Eine Männermutprobe wohlgemerkt,

ist das Urinieren an elektrische Weidezäune.

Schließlich könnte den kleinen oder großen Mann ja

der Schlag treffen. Aber ist dem wirklich so? Als Frau hat man

da ja so keinerlei Erfahrungswerte …

Nun ist salzhaltiger Urin ein sehr guter elektrischer Leiter.

Würde der Harnstrahl aus allernächster Nähe auf den Elektrozaun

treffen, könnte es tatsächlich gefährlich werden. Normalerweise

wird aber ein gewisser Abstand zum Zaun eingehalten,

so dass sich der Harnstrahl schon nach wenigen Zentimetern

in viele, kleine Tröpfchen auslöst. (Bitte deshalb immer die

Klobrille hochklappen, liebe Herren). Das Urinieren auf den

Elektrozaun ist – von einem Restrisiko abgesehen – deshalb

ziemlich risikofrei.

Vor einigen Jahren ist es dem englischen Professor Ioannis

Ieropoulos mit seinem Team gelungen, aus Urin Energie zu erzeugen,

Pee Power (deutsch: Pinkelenergie). Dabei hat er es sich

zunutze gemacht, dass Urin, der zu 95 % aus Wasser besteht,

Anke Kemper

einen Anteil von 5 % der für die Stromerzeugung wichtigen

Kohlenhydraten besitzt. Die Stromerzeugung erfolgt in einem

Keramikzylinder, einer sogenannten „mikrobielle Brennstoffzelle“.

Dort sind innen und außen jeweils unterschiedliche

Elektroden befestigt. Der Zylinder wird in einen Behälter mit

Urin gestellt. Um Strom zu erzeugen, haben Wissenschaftler

Bakterien im säurearmen Urin angesiedelt, die sich von

Kohlenhydraten ernähren und sie zersetzen. Als Nebenprodukt

aus diesen Prozessen entstehen Protonen und Elektronen. Die

Elektronen gelangen über einen Draht in die Brennstoffzelle

und erzeugen dort ein Übermaß an negativer Ladung. Zum

Ausgleich bewegen sich die Protonen durch die Keramikschicht

der Brennstoffzellen hindurch - und Strom entsteht.

Durch Nutzung dieser Bioenergie können z. B. LED-Lampen

zum Leuchten gebracht werden. Auch Handys konnten schon

mit Pee Energy geladen werden.

Wichtiger Hinweis: Auch bei dieser Form von Bioenergie muss

zunächst eine Umwandlung erfolgen. Der direkte Weg sollte -

auch versuchsweise - nicht gewählt werden! ■

WOLL Winter 2020 - 35


Energisch für

Erneuerbares

Erneuerbare Energien etablieren sich auch im

Hochsauerland immer mehr

Sonja Heller

S

auerland – das Land der tausend Berge. Schweift der Blick über unsere schöne Heimat, fällt jedoch weit mehr

als das ins Auge und man grübelt, es sei doch auch das Land von Wind und Wasser. Dass in den Elementen große

Kraft liegt, nämlich die der Erneuerbaren Energien, erläuterte im Gespräch mit der WOLL der Energieberater der

Verbraucherzentrale NRW am Standort Arnsberg, Carsten Peters.

Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien werden sowohl

zwischen als auch auf unseren Bergen produziert. Dabei ist die

Windkraft der Vorreiter in der Stromproduktion des Kreises.

Im Jahr 2018 war sie mit satten 54 Prozent an der Gesamtleistung

beteiligt. Ihr folgt Biomasse, meistens in Form von Holzpellets,

und Photovoltaik. Und obwohl das Hochsauerland

über wundervolle Stauseen verfügt, erzeugen die knapp 100

Wasserkraftanlagen nur acht Prozent des Stromertrags. Die

Biogase liegen zwar mit unter einem Prozent auf dem letzten

Platz, doch es sind Entwicklungen zu verzeichnen. So entstand

2019 auf der Hellefelder Höhe eine der größten Biogasanlagen

Deutschlands, die aus alltäglichen Bioabfällen Strom für über

1100 Haushalte produziert.

Engagement im Klimadorf Wallen

Carsten Peters von der Verbraucherzentrale verzeichnet

steigendes Interesse in der Bevölkerung und viel Engagement

in dem Bereich. Als gelungenes Beispiel führt er das Klimadorf

Wallen an. Hier beliefert ein Blockheizkraftwerk fast

90 Prozent der 117 Haushalte mit Wärme. Sie stammt zu 40

Prozent aus der Biogasanlage eines örtlichen Landwirts, den

Rest liefert eine genossenschaftlich organisierte Hackschnitzelanlage.

Finanziert wurde das Projekt per Crowdfunding. Und

die Motivation für die Dorfbewohner aus Wallen? Das war der

Klimawandel, erzählt Carsten Peters. Die Menschen, die in

und mit der Natur leben, werden am direktesten mit den Auswirkung

konfrontiert, beispielsweise mit den Dürresommern

und den vom Borkenkäfer zerstörten Fichtenwäldern.

CO2-Steuer ebenfalls Auslöser fürs Umdenken

Es gibt einen weiteren Grund für immer mehr Beratungstermine

bei Carsten Peters. „Ich verzeichne einen deutlichen

Run auf Erneuerbare Energien wegen der CO2-Steuer“, so der

Fachmann. 2021 werden sich durch die CO2-Steuer Gas- und

Ölpreise verteuern, was viele Verbraucher über Alternativen

nachdenken lässt. Unterstützt wird Umdenken auch durch

staatliche Förderprogramme. Doch welche regenerative Energieform

ist eigentlich für den Privathaushalt interessant? Als

Klassiker führt der Energieberater die Holzpellet-Heizung an

und die Solarthermie. Carsten Peters hält Holzpellets für die

geeignetste Form der Erneuerbaren Energie bei uns im Hochsauerland.

Nachdem so viel über den Klimaschutz gesprochen

wurde, fragen wir nach der Ökobilanz der Holzpelletheizung.

Pellets sind getrocknete Industrie-Sägespäne und Holzreste

der Forstwirtschaft. „Da sind wir hier an der Quelle“, stellt

Peters fest. Die Holzmasse wird unter hohem Druck zu gleich

großen Stäbchen gepresst, die viel Energie enthalten und sehr

platzsparend gelagert werden können. „Und auch das Käferholz

wird verarbeitet“, nennt Carsten Peters einen weiteren,

positiven Aspekt.

Biomasse und Solarthermie optimal

Bei der Solarthermie verzeichnet der Fachmann einen extremen

Anstieg des Beratungsbedarfs. „Da ist Dynamik drin!“

bekräftigt er. Bei der Solarthermie wird die Sonneneinstrahlung

in Wärme umgewandelt und direkt im Haus zur Erhitzung

von Trinkwasser und zur Unterstützung der Heizung

genutzt. Doch Solar ist nicht nur im großen Stil interessant,

auch das Interesse an Mini-Solaranlagen steigt. Diese kleinen

Mini-Kraftwerke werden ohne großen Aufwand auf dem

36 - WOLL Winter 2020


eigenen Balkon oder der Terrasse montiert. Die Anlage wird

entweder an das Stromnetz angeschlossen oder als kleines

Solarkraftwerk genutzt.

Gemeinsam Umsteigen

Neben der Verbraucherzentrale bieten jedoch auch private

Vereine bei der Umsetzung von Maßnahmen und Projekten

Unterstützung, z.B. Erenvo in Meschede. Der Verein berät

Hauseigentümer bei der Neukonzeption seiner Energieanlage

ebenso, wie das Dorf bei der Projektierung. Beratungsbedarf

kann auch anders gestillt werden, auf der jährlich in Meschede

stattfindenden BAULOKAL-Messe oder im Zentrum Holz

in Olsberg. Dort ist das Informations- und Demonstrationszentrum

Erneuerbare Energien (I.D.E.E.) ansässig, das über

moderne Feuerungssysteme, die Nutzung von Holzenergie

und Erzeugung von Biowärme informiert.

Fahrradtour durch die

Erneuerbaren Energien

Auch an einem schönen Wintertag ist die „Erneuerbare Energie-Tour“

ein Erlebnis. Im Stadtgebiet der Klimakommune

Schmallenberg verlaufen die 16 Stationen dieser Fahrradtour,

welche alle erneuerbaren Energien in echter Anwendung zeigt.

Die insgesamt 31 km lange Tour informiert anschaulich über

die Erzeugung von Strom und Wärme mittels Wasserkraft,

erklärt Solarthermie und Photovoltaik und als weitere Themen

Umweltwärme, Holz, Biogas und Windenergie. Wer sich die

Zeit nimmt, erhält an jeder Station die nötigen Hintergrundinformationen.


Starker Partner der Landwirte im Sauerland!

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WOLL Winter 2020 - 37

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E-Mobilität auch für Handwerker

„Meine E-Bullis ziehen wunderbar!“

J

örg Leuchtenberger ist erklärter Fan von Elektrofahrzeugen.

Privat fahren seine Frau und er schon

seit vier Jahren E-Autos, womit sie auch schon bis

an die Ostsee und auch in die Alpen zum Skilaufen

gefahren sind. Im Januar 2017 war die Fahrt in die Alpen

noch eine Pionierleistung, da es kaum Ladestationen gab.

Hier wurden reichlich Erfahrungen gesammelt. Die Ladeinfrastruktur

wurde jedoch von Jahr zu Jahr besser, so dass

heute Langstrecken problemlos bewältigt werden können.

In Ense besitzt Leuchtenberger ein Küchenstudio, zu dessen

Leistungsspektrum auch die Lieferung und der Aufbau von

Küchen gehören. Ausgeliefert wird mit Montagefahrzeugen.

Aber nicht mit Benzinern oder Diesel-Fahrzeugen, wie das

größtenteils in der Branche noch der Fall ist, sondern mit

E-Bullis des Typs SAIC Maxus.

„Ich habe immer schon gehofft, dass E-Montage-Fahrzeuge

auf den Markt kommen“, berichtet uns

Jörg Leuchtenberger. Allerdings

war ihm die Anschaffung

entsprechender Transporter

im Sprinter-

Format bis dato

noch viel zu teuer

als Montagefahrzeug.

Leasing

kam für ihn nicht

in Frage. Dann

Christel Zidi

Philipp Nolte

hörte er, dass die Firma Maxus, die ihren Sitz in Shanghai

hat, E-Bullis auf den Markt bringt, die von den Anforderungen

genau dem entsprechen, was er für seine Montage-Fahrzeuge

benötigt. Aber noch waren die chinesischen Fahrzeuge

in Deutschland nicht zu bekommen. Aber in Holland.

Also macht er sich mit seiner Frau Elke auf den Weg dorthin.

Seit Anfang des Jahres erweitern zwei E-Fahrzeuge seinen

Fuhrpark. Die Entscheidung für die Anschaffung der E-Bullis

hat Leuchtenberger bisher nicht bereut: „Die Bullis ziehen

wunderbar“, berichtet er, „und die Reichweite von 200 Kilometern

reicht für unseren Betrieb völlig aus.“ Und er ergänzt:

„Die Drosselung auf 100 Kilometer pro Stunde ist dabei

völlig ausreichend.“

Der umweltbewusste Unternehmer hat – selbstverständlich

– eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, um Strom selbst zu

erzeugen. Geladen werden seine Kastenwagen aus dem Reich

der Mitte an Schuko Steckdosen, die aber separat gesichert

sind. Damit überwiegend der selbsterzeugte Strom genutzt

werden kann, werden die Fahrzeuge über eine Zeitschaltuhr

mit Energie „aufgetankt“.

Jörg Leuchtenberger plädiert dafür, dass E-Fahrzeuge auch

verstärkt von Handwerkern eingesetzt werden können und

sollten – und geht mit gutem Beispiel voran. Auf seinem Hof

stehen - wenn sie nicht gerade im Einsatz sind – insgesamt

fünf Elektrofahrzeuge. ■

38 - WOLL Winter 2020


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Elektrisch in die Zukunft

Fördermittel machen

die Anschaffung von

eigenen E-Ladesäulen

immer attraktiver

Daniela Weber

Philipp Nolte

E

lektroautos gewährleisten eine nachhaltige und klimafreundliche Beförderung. Doch wer sich für die E-Mobilität

entscheidet, benötigt eine Ladesäule beziehungsweise eine Wallbox. Der Bund und das Land NRW

bezuschussen die Anschaffung mit attraktiven Fördermitteln. Das E-Mobilität Zentrum in Freienohl, das

durch den Zusammenschluss von drei sauerländischen Betrieben Kompetenzen im Bereich Beratung, Installation

und Landschaftsbau bündelt, unterstützt beim Kauf und Einbau und findet für jeden Interessenten die passende

Förderung.

PRO-EL aus Freienohl schult akademisch bereits seit

Jahren bundesweit Handwerker, Industrie und Energieversorger

zum Thema E-Mobilität. Mit dieser Kompetenz

ist PRO-EL erster Ansprechpartner, wenn es um

das beratungs intensive Thema Ladeinfrastruktur geht.

„Die Empfehlung für das passende Modell, die Prüfung

der baulichen und infrastrukturellen Möglichkeiten und

nicht zuletzt auch die Beantragung von Fördermitteln

sollte man dem Profi überlassen“, sagt Geschäftsführer

Thomas Pöttgen.

Wenn die Kalkulation steht, schauen Pöttgen und sein

Team nach der profitabelsten Fördermöglichkeit. Der

neue KFW-Kredit vom Bund, der seit dem 24. November

beantragt werden kann, bezuschusst den Kauf, Einbau

und Anschluss einer 11-Kilowatt-Wallbox mit 900 Euro.

„Die Gesamtkosten müssen mindestens bei 901 Euro

liegen, damit die Förderung gewährt wird. In den meisten

Fällen ist ein Eigenanteil von 50 bis 100 Euro realistisch“,

betont Pöttgen. Das Besondere an dem KFW-Kredit:

Die Förderung ist nicht davon abhängig, ob jemand ein

Elektroauto besitzt oder sich in Zukunft eines anschaffen

möchte. „Das ist natürlich schon der Hammer. So

eine Wallbox wertet ein Haus definitiv auf“, stellt er die

Vorteile des KFW-Kredits heraus. Doch nicht für jeden

Privathaushalt ist das die rentabelste Lösung. Bei höheren

Gesamtkosten rät der Experte zu der Landesförderung.

Diese garantiert eine Erstattung von 60 Prozent. In jedem

Fall empfiehlt der Berater privaten Haushalten, diese

Chancen zu nutzen: „Wer jetzt eine Ladesäule anschafft,

der ist für die Zukunft gerüstet.“ ■

KFW- und Landesförderung im Vergleich

Arnsberg/Meschede

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WOLL Winter 2020 - 39


Elektrische Beleuchtung in einer Arbeiterwohnung, 1913 Elektrisches Bügeln, 1912 Elektrifizierte Küche, 1913

Kohle im Bügeleisen und Wasser im Ofen

Geschichte des Stroms in den Privathaushalten

Christel Zidi

Historisches Konzernarchiv RWE

Der elektrische Strom beschert uns ein komfortables

Leben. Der erste Gang am Morgen: zum

Lichtschalter. Eine schöne, warme Dusche, der

erste Kaffee des Tages kommt aus dem Kaffeevollautomaten.

Schnell noch die frisch gewaschene Hose gebügelt...

Vor hundert Jahren sah die Welt noch völlig anders aus.

Elektrisches Licht in den Straßen

Zwar wurde bereits 1893 erstmals elektrischer Strom im

Sauerland erzeugt, bis das elektrische Licht aber auch in den

Privathaushalten Einzug hielt, war es noch ein langer Weg –

zumindest für die weniger betuchten Zeitgenossen.

Ab den 1940er Jahren war ganz Deutschland an das Stromnetz

angeschlossen, die Strompreise sanken und waren dadurch

auch für Otto Normalverbraucher bezahlbar.

Der Siegeszug der elektrischen Geräte im Haushalt

Ebenso wie die elektrischen Haushaltsgeräte, die sich nun nicht

mehr nur die Familien aus der höheren Gesellschaftsschicht

leisten konnten. Die bis dahin körperlich hart arbeitenden

Frauen aus der Mittelschicht konnten langsam aufatmen. Die

neuen Elektrogeräte verschafften ihnen immense Erleichterungen

bei der Verrichtung ihrer “hausfraulichen Pflichten”.

Kurz nach der Jahrhundertwende kamen die ersten elektrisch

angetriebenen Waschmaschinen auf den Markt, die in vielen

Haushalten die Rubbelei auf dem Metall- bzw. Holzwaschbrett

und das Stampfen im Waschkessel weitestgehend überflüssig

machten. Vollautomatische Waschmaschinen gab es in

Deutschland ab 1951 zu kaufen.

Noch unsere Großmütter standen vor dem Holz- und Kohleherd,

auf dem nicht nur gekocht wurde, sondern der gleichzeitig

die Wohnung beheizte. Anders als der Gasherd, den

es bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab. Elektroherde

etablierten sich erst nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland,

obwohl der erste bereits 1893 auf der Weltausstellung in

Chicago präsentiert wurde

Bis 1926 bügelten die Frauen (denn die waren es ja überwiegend)

mit dem Plätteisen, das mit Holzkohle oder Brikett

40 - WOLL Winter 2020


Elektrifizierte Küche, um 1910 Elektrischer Koch- und Backherd, um 1930

Wir verbessern

Arbeitsplätze und sorgen

für glücklichere Mitarbeiter

in Industrie und Handwerk!

gefüllt wurde. Einige besaßen auch Gasbügeleisen oder solche, die mit einem

Spiritusbrenner befeuert wurden.

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Der Amerikaner Hoover bracht 1916 den ersten Handstaubsauger auf den Markt,

der die folgenden zwei Jahrzehnte Standard war. Der Teppichklopfer wurde ab

diesem Zeitpunkt nur noch gelegentlich aus der Abstellkammer geholt.

Das für uns heute so selbstverständliche, warme Wasser aus der Leitung ließ noch

länger auf sich warten. Wer nicht ganz so abgehärtet war, musste z. B. das Badewasser

zunächst im Badeofen oder auf dem Herd erhitzen. Erst in den 1960er-

Jahren kamen Durchlauferhitzer auf.

Insgesamt bescherte der elektrische Strom den Menschen im privaten Bereich

enorme Erleichterungen und große Zeitersparnisse. Die Zeitersparnisse machten

es vielen Frauen möglich, einem Beruf nachzugehen. Auch die Schichtarbeit

in Produktionsbetrieben nahm spätestens seit der Einführung des elektrischen

Lichts an Fahrt auf. Einige Berufe blieben ganz auf der Strecke, wie der der

Nachtwächter Brambrink und Dohle, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch

das elektrische Licht der Briloner Straßenlaternen noch an- und ausschalteten. ■

Nie wieder Schmerzen –

immer sofort die richtige Arbeitshöhe!

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WOLL Winter 2020 - 41


Liebe, eine Art

Elektrizität

Heinrich Heine in „Reisebilder“

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FÜR PRIVAT- UND

GEWERBEKUNDEN

„W

as Prügel sind, das weiß man schon;

was aber die Liebe ist, das hat noch

keiner herausgebracht. Einige Naturphilosophen

haben behauptet, es sei eine Art Elektrizität.

Das ist möglich; denn im Momente des Verliebens ist uns

zumute, als habe ein elektrischer Strahl aus dem Auge

der Geliebten plötzlich in unser Herz eingeschlagen.

BEI UNS ERHALTEN SIE UMFASSENDEN SERVICE – SCHNELL UND ZUVERLÄSSIG!

SauerlandVolt bietet intelligente Photovoltaikanlagen und Speichersysteme von der Planung bis zur kompletten

Montage sowohl für Privat- als auch für Gewerbekunden an. Hier arbeiten wir mit namhaften Lieferanten zusammen.

Die komplette Abwicklung und Montage wird mit eigenen Mitarbeitern und langjährigen Partnerfirmen vor Ort umgesetzt.

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in Leistung und Sicherheit gerecht werden.

Weiterhin sind wir ständig auf der Suche nach Freiflächen (ab 5ha) und Dachflächen (ab 600qm) zur Pacht!

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Ach! Diese Blitze sind die verderblichsten, und wer gegen

diese einen Ableiter erfindet, den will ich höher achten als

Franklin. Gäbe es doch kleine Blitzableiter, die man auf dem

Herzen tragen könnte und woran eine Wetterstange wäre,

die das schreckliche Feuer anderswohin zu leiten vermöchte!

Ich fürchte aber, dem kleinen Amor kann man seine Pfeile

nicht so leicht rauben wie dem Jupiter seinen Blitz und den

Tyrannen ihr Zepter. Außerdem wirkt nicht jede Liebe blitzartig;

manchmal lauert sie, wie eine Schlange unter Rosen,

und erspäht die erste Herzenslücke, um hineinzuschlüpfen;

manchmal ist es nur ein Wort, ein Blick, die Erzählung

einer unscheinbaren Handlung, was wie ein lichtes Samenkorn

in unser Herz fällt, eine ganze Winterzeit ruhig darin

liegt, bis der Frühling kommt und das kleine Samenkorn

aufschießt zu einer flammenden Blume, deren Duft den

Kopf betäubt“. ■

42 - WOLL Winter 2020


Wer versorgt die Sauerländer

mit Strom?

Christel Zidi

Die Zuständigkeit der Stromverbreitung ist im

WOLL-Verbreitungsgebiet nicht ganz einheitlich

geregelt. Wer in welchen Städten und Gemeinden

Übertragungsnetzbetreiber, oder Grundversorger ist, erfahren

Sie hier.

Übertragungsnetzbetreiber sorgen für den störungsfreien,

überregionalen Stromaustausch. Dafür, dass Erzeugung

und Verbrauch des Stroms sich jederzeit im Gleichgewicht

befinden und die Systemstabilität sichergestellt ist.

Deutschlandweit gibt es vier Übertragungsnetzbetreiber.

Im Hochsauerlandkreis und in Möhnesee, Rüthen und

Warstein ist Amprion zuständig, in Willingen und Diemelsee

Tennenet TSO. Daneben gibt es deutschlandweit noch

die Betreiber 50Hertz Transmission und TransnetBW.

Strom-Netzbetreiber sind für den Aufbau, den Ausbau

und die Erhaltung der Strom- und Gastnetze in einem

bestimmten Gebiet zuständig. Im Hochsauerlandkreis und

in Möhnesee, Rüthen, Warstein ist das die Westnetz, einer

100-prozentigen Tochter der Westenergie AG. Nur Marsberg

bildet eine Ausnahme; hier ist die „Westfalen Weser

Netz“ Betreiber. In Diemelsee und Willingen ist das die

„Energie Waldeck-Frankenberg“.

Grundversorger ist das Energieversorgungsunternehmen,

das vor Ort die meisten Haushaltskunden mit Strom beliefert.

Auf der Karte unten ist zu sehen, wie die Verteilung der

Grundversorger in unserem Verbreitungsgebiet aussieht. ■

Strom-Grundversorger im Sauerland

Ense

Rüthen

Möhnesee

Arnsberg

Warstein

Brilon

Marsberg

Bestwig

Diemelsee

Meschede

Olsberg

Willingen

Sundern

Eslohe

Winterberg

Medebach

Schmallenberg

Hallenberg

Grafik: Werbeagentur netzpepper

WOLL Winter 2020 - 43


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Smarte Konzepte -

smarte Lösungen

Briloner Unternehmen CAB e-design

bietet industrielle Elektrotechnik

aus einer Hand

Britta Melgert

Jürgen Eckert

Christopher Stimpel

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären der Inhaber

eines Betriebes. Vielleicht handelt es sich um ein

traditionsreiches Familienunternehmen; vielleicht

haben Sie es aber auch vor Jahren selbst gegründet und

zu dem gemacht, was es heute ist. Sie und Ihre Mitarbeiter

sind unglaublich gut bei dem, was Sie tun, und

Sie verfolgen Ihr Ziel mit voller Konzentration auf das

Wesentliche. Aber die Zeiten haben sich geändert. Es

geht inzwischen um so viel mehr als nur um das eigentliche

Business. Überall lauern Fallstricke und Gefahren.

Es muss ja nicht zwingend der befürchtete Blackout

eintreten. Allein schon die gesetzlichen Auflagen und

Normen, die erfüllt werden müssen, IT-Sicherheit, immer

komplexer werdende Maschinen, Geschäftspartner,

die von Ihrem Unternehmen den Grünen Fingerabdruck

erwarten … wer kann das schon alles sicherstellen?

„Solche Herausforderungen sind in Betrieben heute an der

Tagesordnung“, weiß Christopher Stimpel, Geschäftsführer

des Briloner Unternehmens CAB e-design. „Oft wird viel

Geld für Maschinen und Anlagen ausgegeben, aber über

die Sicherung und Wartung der Steuerungen, wie sie im

EDV-Bereich selbstverständlich sind, wird nicht ausreichend

nachgedacht. Bei der Konzentration auf die eigene Kernkompetenz

werden diese Dinge als nicht so eilig angesehen

und verschoben auf irgendwann später, wenn mehr Zeit ist.

Und richtig: Mehr Zeit kommt eigentlich nie! Zunächst

geht das gut, aber irgendwann kann man die Augen davor

nicht mehr verschließen – man benötigt Hilfe!“

Gute Entscheidung für die

Spezialisten mit Knowhow

Genau hier kommt CAB e-design ins Spiel. Wo die betriebsinternen

Kompetenzen nicht mehr ausreichen, es sich

aber nicht rechnet, Personal für diese Aufgaben einzustellen

bzw. zu qualifizieren, übernehmen die Briloner Spezialisten.

„Egal, ob im Gesamten oder in Teilbereichen eines Betriebes

– CAB e-design ist der kompetente Ansprechpartner für

die Entwicklung und Installation von elektrischen Anlagen,

aber auch bei allen Fragen zu Energiesystemen, steuerungstechnischen

Komponenten und Infrastruktur von industrieller

Datenkommunikation. Unser Knowhow kommt unseren

Auftraggebern zugute“, verspricht Stimpel.

Der Sprung in die Selbstständigkeit

Christopher Stimpel war lange Zeit als Elektro-Montageleiter

für das Briloner Unternehmen Egger im In- und Ausland

tätig. Er ist sich sicher: „Meine gute Ausbildung, viel

44 - WOLL Winter 2020


mmunikation. Infrastruktur.

nik wirtschaftlich,

ukunftsweisend

Der Geschäftsführer mit seinen Mitarbeitern

Berufserfahrung, umfangreiche Weiterbildung und ganz viel

Wissbegierigkeit bildeten die Basis für meine Entscheidung

Zukunft zur Selbstständigkeit.“ gestalten Im angesagt.

Jahr 2017 war dann soweit,

zunächst mit einem kleinen Mitarbeiterstamm. „Alle meine

Was wir Leute für Sie sind tun entweder können? in der Finden Industrie wir großgeworden gern heraus. oder

bringen ihre Fähigkeiten vom Technikstudium mit“, erklärt

Buchen Sie unseren kostenlosen Technologiecheck.

Stimpel. „Und wir wachsen weiter, schaffen neue Arbeitsplätze

und bilden sehr engagiert

Gleich jetzt!

aus.“

Engagement für den Nachwuchs und die Kunden

Verantwortung für den Nachwuchs – die übernimmt der

Firmenchef nicht nur im eigenen Betrieb, sondern gibt

sein Wissen auch als Dozent bei der Handwerkskammer

Südwestfalen an Meisterschüler der Elektrotechnik weiter;

ein Engagement, das er in gleicher Weise in jedes einzelne

Kundenprojekt steckt. Bei CAB e-design ist der Chef

selbst „dabei“ und für seine Auftraggeber ein verfügbarer

Ansprechpartner. „Unser Angebot zeichnet sich nicht zuletzt

auch dadurch aus, dass smarte Lösungen, von der Erstellung

des Konzepts bis zur Übergabe, aus einer Hand angeboten

werden. Energie- und Automatisierungstechnik, EDV,

Maschinensteuerung, Schaltschränke, industrielle Netzwerke,

optimale Stromversorgung am Standort, Gebäudemanagement

usw. Ich kenne keinen Mitbewerber hier in

concepts

automation

building

technologies

der Region, der ein ähnlich umfangreiches Leistungspaket

anbietet“, so Stimpel.

Blick zurück und nach vorn

Vier Jahre alt ist das Briloner Unternehmen inzwischen.

„Das erste Geschäftsjahr war definitiv turbulent“, erinnert

sich Christopher Stimpel. „Aber seitdem lief es von Jahr zu

Jahr runder. Wir haben nun einen Punkt erreicht, an dem

man deutlich spürt, dass sich sowohl der Bekanntheitsgrad

als auch das Vertrauen der Kunden auf einem hohen Level

eingependelt haben. Das gibt Mut für die nächsten Jahre und

dafür wünsche ich mir weitere qualifizierte Mitarbeiter sowie

Auszubildende. Es gibt viel zu tun bei CAB e-design!“ ■

CAB e-design GmbH & Co. KG

Papestraße 19

59929 Brilon

Tel.: +49 (2961) 911030-0

Fax: +49 (2961) 911030-9

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www.cab-edesign.de

Grafik, Design und Text: www.werbeagentur-netzpepper.de Bildnachweise: Shutterstock 255141511_ronstik, 370043891_Roman Zaiets,

495353839_Moon Light PhotoStudio, 518160529_spainter_vfx, 605472758_Jenson, 606840716_whiteMocca, 47070460_Pand P Studio,

708060073_tonton, 782845411_Gorodenkoff, 1009873033_guruXOX, 1119927341_PopTika, 1160096404_elenabsl und Eigenfoto

WOLL Winter 2020 - 45


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Im Westen was Neues!

Advertorial

Die Kommunalen Ansprechpartner vor Ort:

Johannes Kobeloer (li.) für die Kommunen Sundern, Arnsberg, Möhnesee, Warstein, Ense, Rüthen und

Stefan Lange (re.) für die Regionen Eslohe und Schmallenberg.

Nach der Transaktion von RWE und E.ON sind die Geschäfte

der innogy zwischen den beiden Partnern aufgeteilt

worden. Die Westenergie AG ist aus dem Netzbereich

der innogy entstanden. Sie ist eine 100-prozentige

E.ON-Tochter und vereint alle Aktivitäten des Konzerns

in den Feldern Kommunen, Konzessionen und Netzkooperationen

in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und

Niedersachsen. Mit seinen rund 10.000 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern ist das Unternehmen der führende Energiedienstleister

und Infrastrukturanbieter in Deutschland.

Schwerpunkt des Geschäfts sind die mehr als 1.500 kommunalen

Partnerschaften zur Versorgung der Menschen

mit Energie sowie die 130 Beteiligungen an Stadtwerken

und Netzgesellschaften.

Zur Westenergie gehören zudem die Westenergie Metering,

die Westenergie Breitband und die Westenergie Netzservice.

Eine weitere 100-prozentige Tochtergesellschaft ist die

Westnetz GmbH.

Die Westnetz GmbH mit Sitz in Dortmund ist der Verteilnetzbetreiber

für Strom und Gas im Westen Deutschlands.

Westnetz betreibt mit 5.100 Mitarbeitern eine Vielzahl

von Netzen unterschiedlicher Eigentümer im Westen

Deutschlands. Sie ist ein unabhängiger Verteilnetzbetreiber

und stellt die Gas- und Stromnetze allen Marktteilnehmern

diskriminierungsfrei zur Verfügung. Innerhalb der

Westenergie AG verantwortet Westnetz im regulierten

Bereich Planung, Bau, Instandhaltung und Betrieb von

180.000 Kilometern Stromnetz und 24.000 Kilometern

Gasnetz. Westnetz unterstützt die Energiewende in

Deutschland mit zukunftsorientiertem Aus- und Umbau

der Netze sowie zahlreichen Innovationsprojekten.

46 - WOLL Winter 2020

WOLL Winter 2020 - 161


Ein Lernort für kleine Tüftler

Daniela Weber

Das F.Lux Schülerforschungslabor in Neheim

macht die Welt des Lichts erlebbar

H

istorische Leuchten bewundern oder moderne

Taschenlampen im 3D-Drucker produzieren

– im F.Lux, dem Schülerforschungslabor für

Licht und Beleuchtung, in Neheim kommen Wissenshungrige

und Tüftler gleichermaßen auf ihre Kosten. Der

außerschulische Lernort, der eine interaktive Ausstellung,

den Erlebnisraum, mit einem Schülerforschungslabor

verbindet, soll bei Schülern das Interesse an Naturwissenschaften

wecken und für die Leuchtenindustrie vor Ort

potentiellen Nachwuchs generieren.

Ob ein Zeitstrahl, der die Geschichte des „Lichtmachens“

zeigt, Exponate von historischen Leuchten oder Fotos, die die

Veränderung des natürlichen Lichts zu verschiedenen Tageszeiten

abbilden – der Erlebnisraum informiert alle kleinen

und großen Einsteins über die Geschichte, Gegenwart und

Zukunft des „Lichtmachens“.

Im Erlebnisraum des F.Lux

Ganzheitliches Kulturgut

„Licht hat eine sehr spannende Geschichte und ist nicht nur

ein technisches Kulturgut, sondern ein ganzheitliches Kulturgut“,

betont Dennis Köhler, Geschäftsführer des Lichtforums

NRW, einer der Mitbegründer des F.Lux. Ähnlich wie in

einem interaktiven und multimedialen Museum erhalten die

Besucher ergänzende Audio- und Textdateien zu den Infotafeln

und Ausstellungsstücken via QR-Codes und AR-Marker.

Dafür ist eine App notwendig. „Die App zeigt auch Sachen,

die sich nicht in der Ausstellung befinden, sondern nur im

virtuellen Raum vorhanden sind, so etwa Lampen, die wir

nicht als Exponate erhalten haben.“

Im Schülerforschungslabor haben Kids die Gelegenheit, zu

forschen und zu bauen. Die selbst kreierten Leuchtmittel

kommen frisch aus dem 3D-Drucker. Für dieses Erlebnis bietet

das F.Lux Schulen und Bildungseinrichtungen Kurse an,

die mit Fördermitteln oder auch sogenannten F.Lux-Gutscheinen

finanziert werden. Die Idee dahinter: Unternehmen

aus Industrie und Wirtschaft sponsern diese Gutscheine, so

dass für die Schulen keine Kosten entstehen. ■

Staatssekretär Klaus Kaiser, Bürgermeister Ralf Paul Bittner, Dennis Köhler

(Lichtforum NRW) und Regierungspräsident Hans-Josef Vogel bei der Eröffnung

DAs „F.Lux.Mi“ erkennt mithilfe einer Kamera

die Bewegung von Menschen und ahmt diese durch LEDs nach.

WOLL Winter 2020 - 47

Das richtige Licht lässt Lebensmittel appetitlicher und frischer aussehen.


Ständig unter Strom:

Der Mensch

Christel Zidi

Elektrische Nervenimpulse kontrollieren jede

Funktion unseres Körpers. Bei jedem Herzschlag,

bei jeder Bewegung, bei jedem Gedanken spielen

elektrische und elektromagnetische Felder die Hauptrolle.

Bei einem gesunden Menschen fließen dabei Gleichstrom-

Mikroströme von 60 bis 70 Mikroampere*. Zum Vergleich:

Schaltet man den 2000-Watt-Fön an, so fließen circa 8.7

Ampere durch die Steckdose.

Lauter kleine Leuchten

Es gibt viele Menschen, von denen man sagt, dass sie keine

großen Leuchten sind. Genau genommen könnte man das

von allen Menschen behaupten. Das ist sogar wissenschaftlich

erwiesen und zwar von dem Physiker Fritz-Albert Popp.

Ihm gelang 1975 der experimentelle Nachweis der Biophotonen.

Damit gemeint ist das Licht, das jede lebendige Substanz

von sich gibt, ein Licht mit Wellenlängen zwischen

200 und 800 Nanometer. Um das zu sehen, benötigte man

allerdings ein Sichtgerät, das flackerndes Kerzenlicht noch

in einer Entfernung von 20 Kilometern erkennt. Riesenglühwürmchen

sind wir Menschen deshalb jedoch nicht,

denn die Leuchtstoffe, die diese Lebewesen in sich tragen,

sind chemischer Art.

Wie kommt der Strom in die Körperzelle?

Jede Zelle unseres Körpers ist negativ geladen, wie eine Art

Batterie. Die Spannung darin entsteht durch ein Konzentrationsgefälle

der verschiedenen Ionen*. Durch dieses elektrochemische

Gefälle werden Nährstoffe und Stoffwechselprodukte

aufgenommen. Ist eine Zelle im Ruhezustand, enthält

sie in ihrem Innern elektrisch geladene Kalium-Atome, an

der Zellenwand befinden sich geladene Natrium-Atome.

Bei Erregung der Zelle, wechseln die Atome ihre Ladungen,

dadurch verändert sich die elektrische Spannung. Die

Ionen, die positiv geladene Teilchen, sorgen also dafür,

dass Strom fließt. Auf ihrer Reise durch den Körper nutzen

Natrium-, Kalium- oder Chlorid-Ionen unsere Körperflüssigkeiten.

Neuronen leiten Strom

Um sich untereinander zu verständigen, benutzen unsere

Nervenzellen chemische Botenstoffe, aber auch Nervenim-

48 - WOLL Winter 2020


pulse, elektrische Signale, die sich entlang der langen Nervenfaser

(Axon) bis zur Synapse fortsetzen. Dann erfolgt die

Informationsübertragung über die Synapse zur Empfängernervenzelle

(Neuron).

1976 entwickelten Forscher eine Technik, mit der sich zum

ersten Mal der Strom messen ließ, der durch einen Ionenkanal

fließt („Patch-Clamp-Technik“). Ionenkanäle spielen

eine universelle Rolle. Sie vermitteln nicht nur die elektrische

Aktivität von Nerven- und Muskelzellen, sondern

übersetzen auch physikalische oder chemische Sinnesreize

in neuronale Signale.

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Das schlagende Herz

Ab der 10. Schwangerschaftswoche lassen sich im Mutterleib

Herzaktionen erkennen. Ausgelöst vom sog. Reizbildungssystem

erfolgt die Zündung des „Herzmotors“.

Dieses System (Sinusknoten) besteht aus Zellen, die sich in

der Wand des rechten Vorhofs befinden. Der Sinusknoten

ist sozusagen der „Schrittmacher” des Herzens, gibt vor,

wie häufig das Herz pro Minute schlägt. Jedes Mal entsteht

dabei ein elektrischer Strom. Das Herz zieht sich durch die

elektrische Erregung zusammen und kann so das Blut in

den Körper pumpen.

„Drahtige“ Sportler

Auch die Steuerung unserer Muskeln geschieht durch

elektrische Signale. Kein Wunder, dass gerade Menschen,

die besonders viel Sport treiben, als „drahtig“ beschrieben

werden, ihre „Drähte“, ihre elektrischen Leitungsbahnen,

sind besonders aktiv. Bei Muskel-Beschwerden muss

manch mal allerdings nachgeholfen werden. Das geschieht

z. B. durch Reizstrom bei Schmerzbehandlungen, zur

Durchblutungsförderung und Muskelkräftigung.

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Für uns Menschen ist es also enorm wichtig, stets alle

Körperzellen in Bewegung zu halten, damit der Strom

fließen kann. Den besonders quirligen und hyperaktiven

unter unseren Zeitgenossen sagt man nach, dass sie „unter

Strom“ stehen. Spätestens seit der Stromfluss wissenschaftlich

- bei allen Menschen - nachweisbar ist, sollte man bei

ihnen vielleicht eher von Starkstrom sprechen.

*Ion= geladenes Atom oder Molekül ■

WOLL Winter 2020 - 49


Blitzableiter versus Donnerkeil

Von elektrischen Götterströmen und Voltladungen

Christel Zidi

Im

Norden Europas war

Donar, bei den Germane

Thor für Blitz und

Donner verantwortlich. Bei den Römern

feuerte Jupiter höchstpersönlich

Blitze. War der griechische Göttervater

Zeus verärgert, schleuderte auch

er Blitze auf die Erde. Sie alle hatten

den Donnerkeil in der Hand und waren

damit Herr über die Blitze und

den anschließenden Donner.

Die Ära dieser Gottheiten endete

spätestens dann, als die Menschen

herausfanden, wie und wann Blitze

tatsächlich entstehen. Und zwar dann,

wenn warme, feuchte Luftmassen zusammenkommen

und aufsteigen. Kondensiert

der Wasserdampf in der Luft,

entwickelt sich zunächst eine Haufenwolke

(Cumulus). Wenn die schwüle

Luft weiter in die Höhe strömt, bilden

sich Gewitterwolken. Haufenwolken

mit einem ambossförmigen Dach, das

aus kleinen Eiskristallen besteht. Im

Inneren laden sich die Eiskristalle im

oberen Teil der Wolke positiv auf, die

Wassertröpfchen im unteren Teil negativ.

Diese Spannung wächst an - bis

die Ladung mehrere hundert Millionen

Volt beträgt. Beim Überschreiten einer

kritischen Schwelle von 170.000 Volt

pro Meter kommt es zu einem riesigen

Kurzschluss, dem Blitz.

Seit 1752 kann uns der Zorn der Gewittergötter

endgültig egal sein. Denn

Benjamin Franklin, einer der Gründerväter

der USA, erfand den Blitzableiter.

Und der funktioniert so: Ein Blitzableiter

besteht aus Metall mit einer hohen

Leitfähigkeit, z. B. Kupfer. Da Blitze

immer an den höchsten Punkten eines

Gebäudes einschlagen, wird er ebenda

angebracht. Hat der Blitzableiter einen

Blitz abgefangen, wird er der Blitz

durch Fangleitungen vorbei in die Erde

geleitet, wo sich Platten oder ein Kupfernetz

befindet. Häuser neben Metallmasten

oder höheren Gebäuden haben

oft keinen Blitzableiter, weil das Risiko

des Blitzeinschlags relativ gering ist.

Gefährlich sind starke Blitze aber trotz

Blitzableiter noch. Sie können Überspannungen

durch ebenfalls geerdete

Leitungen verursachen und Elektrogeräte

zerstören. Deshalb wird auch

weiter empfohlen, bei starken Gewittern

den Stecker zu ziehen. ■

50 - WOLL Winter 2020


DAS UMSPANNWERK BRILON –

DEMNÄCHST NOCH AUFNAHME FÄHIGER

FÜR REGENERATIVE ENERGIE

Christel Zidi

Dirk Bannenberg

Das Umspannwerk am Ostring in Brilon ist bald

noch leistungsfähiger. Aktuell wird es erweitert

und sehr komplex während des laufenden Betriebs

umgebaut.

Man kann dabei schon von einem Neubau sprechen. Die

Fertigstellung des mit 6,5 Millionen Euro veranschlagten

Baus soll 2022 erfolgen.„In dem bisherigen Umspannwerk

waren zwei Trafos vorhanden. In der neuen

110-kV-Sammelnschienenanlage werden drei Trafos verbaut“,

berichtete uns Julia Snelinski, Pressesprecherin der

Westnetz in Arnsberg, „Durch den intensiven und modernen

Ausbau kann so eine höhere Stromverfügbarkeit und

Versorgungssicherheit gewährleistet werden, da zwischen

den einzelnen Trafos unterschiedlich umgeschaltet werden

kann.“ Und weiter erklärt sie: „Zusätzlich kann durch

diese mo derne Technik zukünftig noch mehr regenerative

Energie in das 110kV Netz aufgenommen werden.“

Was geschieht eigentlich in einem Umspannwerk?

Bevor der Strom von den Erzeugern, von großen Kraftwerken

aber auch von Photovoltaik-Anlagen – zu den

Verbrauchern gelangt, muss er in Umspannwerken umgewandelt

werden. Dieser Strom hat schon weite Strecken

hinter sich, mit unterschiedlicher Spannung ist er dabei

unterwegs. Bei größeren Entfernungen in Überlandleitungen

mit einer hohen Spannung, um die Energieverluste

während des Transports so gering wie möglich zu

halten.

In den Umspannwerken stehen Transformationen, die

den Strom schrittweise von Höchstspannung auf Niederspannungsebene

umwandeln und über Freileitungs- und

Kabelnetze weiterleiten. Ein Trafo, der ca. 85 Tonnen

wiegt, besteht aus zwei elektrisch voneinander isolierten

Kupfer- oder Aluminiumdrahtspulen, die um einen

Eisenkern gewickelt sind. Wenn der Strom ankommt und

durch die erste Spule fließt, entsteht darin ein Magnetfeld,

das dann in der zweiten Spule Strom mit geringerer

Spannung erzeugt. ■

WOLL Winter 2020 - 51


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Elektro Kramer: Der Fachbetrieb für

Elektroinstallation, Strom, Licht, Daten

und Smart Home-Techniken

v.l.n.r. Diethelm Pöstgens, Thomas Kramer und Christof Schönert

W

er ein Elektroauto hat, will sein Fahrzeug

dort aufladen, wo es die meiste Zeit steht -

zu Hause. Das geht ganz schnell und unkompliziert

nach der Arbeit oder über Nacht. Die normale

Steckdose kommt allerdings nicht infrage. Dafür greift

man am besten auf eine Wallbox zurück: Eine spezielle

Steckdose an der Wand, die in der Garage oder am

Haus angebaut werden kann. „Wir merken im Moment

deutlich, dass die Nachfrage nach Wallboxen steigt“,

sagt Thomas Kramer von Elektro Kramer in Meschede.

Sein alteingesessenes Unternehmen verfügt über das

technische Know-how, das bei der fachmännischen

Installation notwendig ist.

„Wir installieren Wallboxen bei Firmen und in Autohäusern.

Es gibt aber auch immer mehr Nutzer, die sich

ein Elektroauto kaufen und bei denen wir eine private

Ladestation installieren“, erklärt Thomas Kramer. Dabei

wird vom Zähler- oder Sicherungskasten ein sepa rates

Kabel zu einer Ladestation an der Hauswand oder in der

Garage gezogen. Thomas Kramer betont, dass es nicht

reicht, sein Auto an einer normalen Steckdose anzuschließen.

„Da bekomme ich den Akku meines Autos

über Nacht nicht voll aufgeladen. Das Laden dauert relativ

lange und die Steckdose und die Leitungen werden

während der Zeit stark belastet.“ Er empfiehlt, schon aus

Sicherheitsgründen, dabei auf den Elektroinstallateur

seines Vertrauens zu setzen.

Nicola Collas

Jürgen Eckert

Das Thema E-Mobilität ist ein Thema, bei dem Elektro

Kramer eine steigende Nachfrage feststellt. Auch im

Bereich Digitalisierung ist das Mescheder Unternehmen

bei den Kunden gefragt. „Wir betreuen Privatkunden,

die ihr WLAN eingerichtet oder verstärkt haben möchten.

Wir installieren Kommunikations- und Datentechnik

für kleine und große Unternehmen sowie öffentliche

Einrichtungen wie Stadt- oder Kreisverwaltungen.“,

erzählt Thomas Kramer.

Elektro Kramer ist Fachbetrieb für alle Fragen rund um

Elektroinstallation, Strom, Licht, Daten und moderne

Smart Home-Techniken. Smart Home heißt nicht nur,

dass Jalousien und Beleuchtung übers Smartphone gesteuert

werden. Auch in Sachen Sicherheit setzen immer

mehr Menschen auf Smart Home Kameras, womit sie

per Videoüberwachung immer genau sehen, was an und

in ihrem Haus oder Unternehmen vor sich geht. „Smart

Home ist ein unfassbar komplexes Thema“, erläutert

Dominik Kramer. „Das geht wirklich über alle Gewerke

- von Beleuchtung über Sicherheit und Jalousien bis hin

zur Heizung. Wir können in dem Bereich mittlerweile

fundiert beraten und bieten auch hier Lösungen für

jedes Budget“, erläutert Dominik Kramer. Sein Unternehmen,

die eiKo-Kramer GmbH (elektro installations

Konzepte) hat seinen Firmensitz ebenfalls Am Kreishaus

10 in Meschede und arbeitet in Sachen Planung eng

52 - WOLL Winter 2020


Janine Frazao Sobral Marian Kämper Andreas Arens

mit dem Unternehmen seines Vaters zusammen. „Bei

uns gibt es aber auch die große Lösung, die noch mehr

Gewerke vernetzen muss, bei der ich noch eine andere

Ausfallsicherheit habe und bei der ich noch eine andere

Gewährleistung habe, was die Nachinstallation angeht.

Die ganz großen Lösungen findet man unter anderem

im Verwaltungsbereich, wo es um hochautomatisierte

Anlagen geht“, so Dominik Kramer weiter.

Aktuell immer mehr gefragt sind elektronische

Schließanlagen. Auch hier ist Elektro Kramer ein kompetenter

Ansprechpartner. „Wir hatten kürzlich noch

ein gutes Gespräch mit einem Lieferanten digitaler

Schließanlagen“, sagt Thomas Kramer. Und sein Sohn

Dominik ergänzt: „Das Schließmedium dieses Anbieters

sieht aus wie ein Schlüssel, der aber eine besondere

Programmierschnittstelle bekommt, also die Informationen,

welches Schloss geöffnet und geschlossen werden

darf. Diese Anlage ist prädestiniert für Krankenhäuser,

Seniorenheime und private und gewerbliche Liegenschaften

jeder Größe. Geht ein Schlüssel verloren, wird

einfach ausgebucht, der aufwändige Tausch der ganzen

Schließanlage entfällt. Ein Thema, das uns schon lange

begleitet und jetzt ist der Zeitpunkt da, dass wir da aktiv

beraten können.“

In Sachen Elektro bedient Kramer im Grunde jeden in

und um Meschede. Muss eine defekte Leuchte getauscht

werden oder ist ein Klingelknopf draußen abgebrochen

- Elektro Kramer ist zur Stelle. Fliegt der Schutzschalter

ständig raus, kein Strom im Haus oder im Unternehmen –

einfach Elektro Kramer anrufen. Die Techniker rücken bei

Notfällen rund um die Uhr an 365 Tage im Jahr aus. Zum

Kundendienst zählt auch, wenn Elektrogeräte oder die

Telefonanlage nicht mehr funktionieren. Traditionell ein

wichtiges Standbein des Unternehmens ist natürlich die

Elektroinstallation in Neu- und Altbauten sowohl für

private und gewerbliche, wie auch öffentliche Kunden.

„Damit sind wir in den letzten Jahren sehr gut gefahren“,

betont Thomas Kramer, dem es wichtig ist zum Kunden

eine langjährige vertrauensvolle Partnerschaft aufzubauen.

Zum Unternehmen Elektro Kramer gehört auch der ange

WOLL Winter 2020 - 53


Melanie Gundlach und Diana Jacob

Sjard Reitz und Tobias Heinemann

schlossene Fachmarkt mit einer großen Auswahl an Elektrogeräten,

Haushaltswaren, Geschenkartikeln und Pflegeartikeln

wie Föhn oder Rasierer. „Wir sind eins, Fachmarkt

mit Handel und Handwerksunternehmen. Wir verkaufen

zwar keinen Mixer und der Markt keinen Zählerschrank,

wir sind aber ein Team, tauschen uns aus und ergänzen uns

gut“, erzählt Thomas Kramer. Der Fachmarkt greift auch

aktuelle und kreative Trends auf. Ein gutes Beispiel sind die

Creative Cables. Kreative und geschickte Kunden können

sich dort aus einer Viel zahl von Textilkabeln, Lampen und

Leuchten, Glühbirnen, Lampenschirmen und Leuchtkomponenten

aller Art ihr ganz individuelles Beleuchtungskonzept

gestalten.

Die DHL-Station im Markt am Kreishaus erfreut sich

immer größerer Beliebtheit. Die zentrale Lage, eine große

Zahl barrierefreier, firmeneigener und kostenloser Parkplätze

direkt vor der Tür erleichtern den Besuch. Immer

wieder entdeckt der eine oder andere Kunde dabei im

umfangreichen Angebot ein interessantes Geschenk, für

sich selbst oder für andere. ■

Anton und Hans Kramer GmbH

Am Kreishaus 10

59872 Meschede

0291 952 990-0

0175 952 9900

kontakt@elektrokramer.de

www.elektrokramer.de

@elektrokramer_mes

@elektrokramermeschede

Peter Schnettler

54 - WOLL Winter 2020


SPANNENDE

LEITUNGEN

Christel Zidi

Historisches Konzernarchiv RWE

Haben Sie auch im ersten Moment gedacht, dass dort

auf den Hochspannungsleitungen Vögel sitzen?

Natürlich erkennt man bei genauerem Hinsehen,

dass das Männer sind. Aber es ist schon ein recht ungewöhnlicher

Sitz- äh Arbeitsplatz. Denn dort in luftiger Höhe können

– sobald der Strom eingeschaltet ist – nur Vögel überleben.

Schließlich haben sie keinen Kontakt zum Boden, sind nicht

geerdet. Der Strom fließt – weil er immer den kürzesten Weg

nimmt, nur durch die Leitung und nicht durch sie hindurch.

Aber sind die Vögel wirklich sicher auf den Leitungen? Nicht

unbedingt. Sobald ein Vogel gleichzeitig Mast und Stromleitung

berührt, trifft ihn der Strom-Schlag. Leitungen, die nah

nebeneinanderher laufen, können besonders für größere Vögel

zur Gefahr werden. Zum Glück für unsere gefiederten Freunde

geht man dazu über, Strommasten zu isolieren und Abstandhalter

zu setzen.

Überlandleitungen sind besonders für Wasservögel wie Schwäne,

Gänse, Kraniche und Enten gefährlich. Speziell dann, wenn

sie die Leitungen nicht rechtzeitig erkennen und dann nicht

mehr ausweichen können. Die Gefahr, dass sie sich dort das

Genick brechen, ist groß. Um Vögel vor solchen Kollisionen zu

schützen, werden oft Markierungen an den Leitungen angebracht.

Auf Hoch- und Höchstspannung werden sie keine zwitschernden

Vögel vorfinden, denn diese sind viel zu heiß und die Vögel

würden sich dort die Füße verbrennen. Deshalb versammeln sie

sich nur auf Leitungen mit Mittel- oder Niedrigspannung. Und

wenn sie mal ein paar Menschen dort oben erblicken, können

sie sicher sein: Die Leitung ist ohne Spannung. ■

WOLL Winter 2020 - 55


Elektroniker: Eine im wahren Sinne des Wortes spannende

Ausbildung mit hervorragenden Zukunftsperspektiven

Christel Zidi

Foto: AdobeStock_79427571_industrieblick

Ohne Strom kommt man in der

modernen Welt nicht mehr aus

– ohne den Elektroniker auch

nicht. Ganz allgemein gesagt, sorgt er

dafür, dass alle Leitungen am richtigen

Ort und vor allem richtig verbunden

sind. Natürlich ist das aber wesentlich

komplizierter. So eine Ausbildung als

Elektroniker hat es ganz schön in sich.

Bevor aus dem jungen Menschen, der

als Kind von seinem Elektronikbaukasten

begeistert war und später ein

Faible für Mathematik und Physik

hatte, ein Fachmann im Bereich Elektronik

wird, dauert es mindestens 3 ½

Jahre.

Wer gern einen handwerklichen Beruf

erlernen möchte, der zugleich auch anspruchsvoll

ist, liegt mit dem des Elektronikers

genau richtig. Einige Elektroniker

arbeiten im industriellen Bereich,

andere im handwerklichen. Das erste

Ausbildungsjahr ist für alle Ausbildenden

gleich, danach beginnt die Spezialisierung

für den Bereich, für den man sich

mit der Ausbildung entschieden hat. Die

Fachbereiche sind sehr unterschiedlich:

Die Fachbereiche

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

kümmern sich um die Stromversorgung

von Gebäuden, warten und

reparieren. Dieser Beruf gehört in den

Handwerksbereich. Ein ähnlicher Beruf,

der aber in den Industriebereich gehört,

ist der des Elektronikers für Gebäudeund

Infrastruktur - systeme. Dieser beobachtet

und repariert hauptsächlich

Versorgungssysteme und Sicherheitsanlagen

zusammen mit dem Gebäudemanagement.

Elektroniker für Automatisierungstechnik

gibt es sowohl nach der

Industrie- als nach der Handwerksordnung.

In beiden Fällen ist man spezialisiert

auf das Warten und Einstellen von

Automaten und Industrieanlagen. Nach

einem Schaltplan werden elektrische

Anlagen gebaut. Dafür müssen Drähte

verlegt und gebündelt und Sensoren angebracht

werden. Anlagen müssen programmiert

und getestet werden, bevor sie

in Betrieb gehen.

Alle anderen Ausbildungen zum Elektroniker

sind spezialisiert auf bestimmte

Gerätetypen und Systeme: Elektroniker

für luftfahrttechnische Systeme sind auf

ebendiese ausgerichtet, der Elektroniker

56 - WOLL Winter 2020


Die Bezeichnung Elektroinstallateur oder Elektriker

sind veraltet. Seit 2003 heißt der Beruf Elektroniker

Geräte und Systeme ist zuständig für

Kontrollsysteme, Feingeräte oder auch

medizinische Geräte. Als Elektroniker für

Maschinen und Antriebstechnik kümmert

man sich überwiegend auf industrielle

Großmaschinen.

Alarm-, Netzwerk- und Telefonanlagen

plant und montiert man, wenn man sich

für den Fachbereich Informations- und

Telekommunikationstechnik entscheidet.

Auch die Installation von Überwachungssoftware,

der Einbau von Bewegungsmeldern

und Videokameras gehört dazu.

Wer ein besonderes Faible für IT hat,

kann sich auch zum Systemelektroniker

ausbilden lassen. Außerdem gibt es noch

die Möglichkeit, Elektroniker für Betriebstechnik

oder für Informations- und

Systemtechnik zu werden.

Die Ausbildung

Zur schulischen Ausbildung gehört das

Zeichnen von Plänen, das Erlernen vieler

physikalischer Berechnungen, z. B. wie

Steuerungstechnik funktioniert. Die betrieblichen

Aufgaben sind je nach Betrieb

und Abteilung sehr unterschiedlich. In

der Instandhaltung geht es um Maschinen

und Geräte, die nicht mehr funktionieren.

Wer auf Baustellen unterwegs ist,

also bei größeren Projekten mit dabei ist,

kann auch beobachten, wie das theoretische

Wissen praktisch angewendet wird.

Bis der erste Strom in Häusern fließt,

dauert es natürlich eine ganze Weile. In

dieser Zeit kann man auf den Baustellen

beobachten, wo überall die Leitungen verlegt

werden, wie der Plan ausgeführt wird.

Soft Skills

Wer den Beruf des Elektronikers erlernen

will, sollte Interesse an Physik und Mathe

haben. Handwerkliches Geschick und

technisches Verständnis ist ebenfalls sehr

wichtig.

Logisches Denken und eine bildliche Vorstellungskraft

ist ebenfalls erforderlich,

da man es oft mit recht komplexen Systemen

zu tun hat. Als Elektroniker muss

man sehr präzise, verantwortungsbewusst

und konzentriert arbeiten. Schließlich

muss ein Elektroniker konzentriert sein,

ein Fehler kann schwerwiegende Folgen

haben.

Und zuletzt muss er auch körperlich fit

und schwindelfrei sein, wenn man eine

Fachrichtung gewählt, in der elektrotechnische

Anlagen auch schon mal in großer

Höhe gewartet werden müssen.

Zukunftsaussichten

Wer seine Ausbildung als Elektroniker

abgeschlossen hat, ist hochqualifiziert.

Die Zukunftsaussichten in diesem Beruf

sind hervorragend. Wer Lust hat, sich

nach der Ausbildung fortzubilden, kann

auf die Meisterschule gehen oder ein Studium

mit Abschluss Diplom-Ingenieur

an einer Fachhochschule beginnen. ■

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WOLL Winter 2020 - 57


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Innovativ, kompetent und

immer die Nase vorn

Pletzinger Haustechnik in Eslohe-Bremke

Christel Zidi

Pletzinger

„H

äuslebauer“, nennt Christian Greitemann

liebevoll seine Kunden. In diesem

Wort schwingt sowohl Sympathie als auch

Verantwortungsgefühl mit. Wenn man dann noch die Erfahrung

und Kompetenz hinzurechnet, die sich die Firma

Pletzinger in Bremke in den letzten Jahrzehnten erarbeitet

hat, kann man verstehen, warum das Unternehmen so

erfolgreich ist.

Die Anfänge

Zunächst in Eslohe beheimatet, wurde 1994 die „Pletzinger

& Reuter GmbH“ gegründet. Im Jahr 2006 firmierte diese

um in die „Pletzinger Elektrotechnik GmbH & Co. KG“. Seit

dem 01.01. dieses Jahr ist Christian Greitemann neuer und alleiniger

Geschäftsführer der „Pletzinger Haustechnik GmbH“,

die ihren Sitz seit 2015 in Eslohe-Bremke hat. Er ist schon seit

zwanzig Jahren ganz vorn mit dabei und hat die heutige Ausrichtung

des Unternehmens maßgeblich mitgeprägt.

Bereits früh hat man sich auf die Bereiche Photovoltaik und

nachhaltige Energiesysteme spezialisiert. „Wir waren mit

die Ersten in der Region, die sich getraut haben mit Photovoltaikanlagen

anzufangen“, berichtet Greitemann. „Das war

damals noch absolutes Neuland.“ In den darauffolgenden

Jahren entwickelt sich das Unternehmen zu dem heutigen,

breit aufgestellten Fachunternehmen für Haustechnik. Nicht

nur schnell am Start, sondern noch immer die Nase(n) ganz

weit vorn, hat man in dem Bremker Unternehmen. Aber das

kommt nicht von allein. „Wir haben nicht nur eine Menge

Erfahrung in diesem Bereich“, so Greitemann, „sondern uns

ist die Weiterentwicklung auch extrem wichtig.“ Das Team der

Pletzinger Haustechnik hat schon immer auf Umweltschutz

und Nachhaltigkeit gesetzt, deshalb wissen sie auch am besten,

wie man die neuen Techniken einsetzen kann.

Umweltbewusst und innovativ

In den letzten Jahren hat sich ein Wandel vollzogen. Zum

einen sind die Menschen immer umweltbewusster geworden,

zum anderen überlegen sie es sich gut, wie sie ihr Geld

investieren. Das kann Christian Greitemann nur bestätigen:

„Gerade Häuslebauer sowie Hausbesitzer investieren immer

mehr in Einsparungen, sprich neue Heizungen und Photovoltaikanlagen

und steigern damit den Mehrwert ihres Hauses.

Dadurch erzielen sie gute Renditen und senken ihre laufenden

Stromkosten.“

Stichwort Photovoltaik: Früher wurden diese Anlagen einfach

nur an das Stromnetz angeschlossen. Heute möchten immer

58 - WOLL Winter 2020


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mehr Kunden den Strom für sich selbst nutzen, für das eigene

Haus oder zum Beispiel für das E-Fahrzeug. Die Komplexität

der Anlagen, von Wärmespeichern, Solaranlagen, Heizungen

und Elektrik erfordert aber auch ein gutes Zusammenspiel.

Was liegt für die „Häuslebauer“ also näher, als zu einem

Fachmann ihres Vertrauens zu gehen? Und zwar zu einem,

der gleich mehrere Bereiche der Haustechnik abdecken kann.

Bei der Pletzinger Haustechnik hat man eine schlüsselfertige

Lösung, weil hier in den Bereichen Sanitär, Heizung, Klima,

Photovoltaik und Elektro systemübergreifend gearbeitet wird.

Übrigens sind es nicht nur „Häuslebauer“, sondern auch

Mittelständische- und Großindustrieunternehmen, die zum

Kundenstamm gehören. Denn auch diese haben mit den

steigenden Energie- und Heizkosten zu kämpfen. Für sie alle

ist „eine genau angepasste, intensive Beratung enorm wichtig“,

erklärt Geschäftsführer Greitemann, „Aber es macht ja auch

Sinn, alles aus einer Hand machen zu lassen.“

Unser Leistungsspektrum

Beratung, Planung und Errichtung von Photovoltaikanlagen,

Elektroplanung und -installation, Solarthermie-Anlagen, Heizungsanlagen,

Sanitärplanung und -installation, Klimatechnik

– das alles und noch mehr gehört zum Leistungsspektrum

des Unternehmens. Und natürlich auch die Betreuung und

Wartung von Anlagen.

Hervorragende Produkte, hervorragende Leistung

Bei ihren Produkten setzt die Pletzinger Haustechnik auf

hervorragende Qualität von namhaften Unternehmen. So

zum Beispiel die besonders effizienten Energiespeichersysteme,

Photovoltaikmodule und Luft-Wasser-Wärmepumpen von

LG Business Solutions. Besonders attraktiv sind bei diesen

Produkten die Produktions- und Leistungsgarantie und die

gute Auswahl.

Die Firma Pletzinger bietet einen stark aufgestellten Service,

der von einem kompetenten Team geleistet wird. Alle Mitarbeiter

werden in die Weiter- und Fortbildung integriert.

Das Geschäft läuft offenbar gut bei dem Bremker Unternehmen.

Deshalb werden auch weitere Mitarbeiter in den

Bereichen Elektro, Photovoltaik und Sanitär-Heizung-Klima

gesucht: „Wir suchen Leute in jedem Fachbereich“, sagt Christian

Greitemann und freut sich schon auf die Bewerbungen.

Junge Leute, die sich zum „Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik“

oder zum „Anlagenmechaniker SHK“ ausbilden

lassen möchten, sind ebenfalls herzlich willkommen. ■

WOLL Winter 2020 - 59


101 Jahre

unter Strom

Agnes Grosche aus Wiemeringhausen

hat viel zu erzählen

Britta Melgert

S. Droste

Als der erste Strom ins Sauerland kam, hat es nicht

mehr lange gedauert, bis die neue Technik auch

in privaten Haushalten Einzug hielt. Elektrische

Geräte, die das Leben einfacher und schöner machten,

wurden auch bei uns im Sauerland zum Renner; zunächst

eher zögerlich, aber dann irgendwann nicht mehr aufzuhalten.

Eine Frau aus Wiemeringhausen kann sich noch

gut erinnern…

Agnes Grosche wurde kürzlich 101 Jahre alt. Ihr Leben fand

größtenteils auf dem Bauernhof statt, auf dem sie nun als „Oma

Agnes“ mit vier Generationen lebt. Die Hände zeugen von

jahrzehntelanger, harter Arbeit, aber ihr Geist ist klar wie einst.

Wir wollten uns daher von ihr berichten lassen, wie das damals

war mit dem Strom und den elektrischen Geräten? „Ich erinnere

mich noch gut“, beginnt sie. „Es fing damit an, dass wir

elektrisches Licht hatten. Das war ein kleiner Luxus für uns. In

der guten Stube hatten wir eine Birne mit 25 Watt. Sicherlich

kein Vergleich zu heute, dennoch heller als Kerzenschein oder

mit Petroleumlaterne. Ich habe als junge Mutter abends gern

gestrickt und war damit zeitlich etwas unabhängiger. Das war

jedoch ein teures Vergnügen, deshalb schaltete man das Licht

immer mal nur für ein Stündchen an. Man ging ja auch viel

früher zu Bett!“

Moderne Zeiten auf dem Hof und im Haushalt

Natürlich blieb es nicht beim Licht allein. Moderne Zeiten

hielten sowohl auf dem Hof als auch im Haushalt Einzug.

„Das erste elektrische Gerät, das wir angeschafft haben, war

eine Milchzentrifuge“, weiß sie noch, und nach und nach fällt

ihr alles wieder ein. „Natürlich hatten wir ein Radio und auch

einen der ersten Fernseher im Dorf – wir waren immer sehr

fortschrittlich. Als wir 1959 aus der Ortsmitte in unser neues

Haus oberhalb von Wiemeringhausen gezogen sind, haben wir

uns einen dieser neuen Kühlschränke gegönnt. Mit der Zeit

kamen zum Beispiel ein elektrischer Herd, ein Bügeleisen und

eine Waschmaschine hinzu – eine enorme Erleichterung bei der

Hausarbeit.“ Inzwischen geht es weniger um Arbeit, sondern

mehr ums Wohlergehen. „Mein Rücken macht mir oft Ärger,

und manchmal schläft mir der Fuß ein“, berichtet sie. „Dagegen

hilft mein elektrisches Heizkissen, das fast täglich zum

Einsatz kommt.“

Staubsaugen früher und heute

Sohn Friederich bringt den alten, schweren Staubsauger ins

Gespräch. „Stimmt, den haben wir recht früh gekauft, und er

hat ewig gehalten“, lacht Agnes Grosche, und sie zeigt dann auf

ein Eckchen in ihrem Zimmer. „Jetzt schauen sie sich mal mein

60 - WOLL Winter 2020


modernes Gegenstück an!“ Und richtig,

dort hängt einer dieser neuartigen Stabstaubsauger

ohne Beutel. Da geht wohl

eine Frau mit der Zeit?

Digital aufgestellt –

mit 90 ging’s los

Doch diese Frage stellt sich im Prinzip

gar nicht, denn schon als wir ins Zimmer

kamen, bot sich uns ein recht außergewöhnliches

Bild: Agnes Grosche saß

gemütlich in ihrem Fernsehsessel und

spielte auf ihrem Tablet Solitaire. Neben

ihr liegt ein aktuelles Smartphone. „Ich

hab immer gern Karten gelegt, Doppelkopf

gedroschen oder gepuzzelt“, verrät

sie. Heutzutage mache ich so was mit

meinen APPs. So habe ich immer was zu

tun und nie Langeweile, auch wenn ich

körperlich nicht mehr

so fit bin wie früher“,

sagt sie und schmunzelt.

Agnes Grosche

weiß, dass solch ein unerschrockener

Umgang

mit den digitalen Medien

ungewöhnlich ist für ältere

Menschen, die deshalb auf

die Freuden von Internet, E-

Mail, WhatsApp & Co. verzichten

müssen. Aber sie selbst war immer

eine aufgeschlossene Frau. Als ihr Enkel

ihr zum 90. Geburtstag einen Laptop

schenkte, hat sie sich die Chance auf die

bequeme Unterhaltung vom Sofa aus

nicht entgehen lassen und nun sichtlich

Freude an den neuen Geräten. Wie gut,

dass der Strom heutzutage definitiv bezahlbarer

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WOLL Winter 2020 - 63


Eversberg, der perfekte

Ort zum Leben

Nicola Collas

S. Droste

Eversberg ist der perfekte Ort zum Leben, zum

Arbeiten und für das Ja-Wort. Ein wunderschön

gelegener Ort, der seinen Einwohnern attraktiven

Wohnraum innerhalb der alten Stadtmauern und in den

neuen Wohngebieten bietet. Und darüber hinaus eine

tolle Dorfgemeinschaft.

„Wir leben seit der Gründung im 13. Jahrhundert von der

Selbstständigkeit“, hebt Ortsvorsteher Willi Raulf eine

der Besonderheiten des Ortes hervor. „Früher gab es hier

hauptsächlich Landwirtschaft. Heute haben wir mit dem

Unternehmen Möller Profilsysteme mit seinen knapp 140

Mitarbeitern einen starken Arbeitgeber. Es gibt zahlreiche

Dienstleister und Handwerksbetriebe. Wenn Sie ein Haus

bauen wollen, könnten Sie das hier im Ort mit allen Gewerken

teils doppelt machen“, freut sich Willi Raulf. Und

Gerhard Trudewind vom Heimatmuseum ergänzt: „In

Eversberg finden Sie alles, was Sie zum Leben brauchen.

Bäckerei, Lebensmittelladen, Metzgerei, Hofladen. Wir sind

bestens versorgt.“

Eversberg als Ort, der attraktiv ist für Jung und Alt. Im Dorf

sind über 20 Vereine organisiert, in denen sich alle Generationen

wiederfinden. Für den Ortsvorsteher Raulf sind sie

die „wahre Blutader“ des Dorfes. „Wenn wir im November

normalerweise unseren Martinsmarkt feiern“, erzählt Gerhard

Trudewind, „backen Frauen aus dem Dorf 80 Kuchen.

Das sagt alles über die tolle Gemeinschaft aus.“

Ein Ort zum Leben

Eversberg ist der perfekte Ort zum Heiraten. Die Atmosphäre

im Trauzimmer des historischen Rathauses am Marktplatz

ist einmalig. Nach der standesamtlichen Trauung gibt es unzählige

schöne Fotomotive im historischen Ortskern, um den

besonderen Moment festzuhalten. Und bei der Feier danach

haben die Paare ebenfalls die Qual der Wahl. In Eversberg

befinden sich diverse Gastronomiebetriebe, bei denen der

schönste Tag ausgiebig gefeiert werden kann. Kein Wunder,

dass sich immer mehr Paare für eine standesamtliche Trauung

in Eversberg entscheiden. In Meschede haben sich im

64 - WOLL Winter 2020


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vergangenen Jahr 60 Paare im alten Rathaus trauen lassen,

2020 waren es bis Ende Oktober 54 Eheschließungen.

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Viele junge Leute, die ein paar Jahre weg waren,

kommen wieder, um in ihrem Heimatort zu leben.

Die Familien Scholtz und Siebert haben genau diesen Schritt

gewagt und sind aus Hamburg bzw. Düsseldorf zurückgekommen.

„Hamburg ist uns mit drei Kindern zu eng

geworden“, erzählt die gebürtige Eversbergerin Christine

Scholtz. „Hier haben wir ein Haus mit Garten und unsere

Kinder können so aufwachsen wie wir früher.“ Dass ihre

Kinder in Eversberg behüteter aufwachsen als in der Großstadt,

empfindet auch Svenja Siebert so. „Wir haben uns zwar

im Rheinland wohlgefühlt, aber in Düsseldorf ein passendes

Haus für die Familie zu finden, ist bei den Immobilienpreisen

schwierig. Außerdem ist es schön, dass wir jetzt die

Großeltern in der Nähe haben“, sagt die dreifache Mutter

Svenja, die wie Christine Scholtz ihre Kindheit in Eversberg

verbrachte.

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Gerhard Trudewind und Willi Raulf (v.l.)

Schöne alte Fachwerkhäuser prägen das Ortsbild

Ein Ort zum Wohnen und Arbeiten

Knapp 1.800 Einwohner hat das Bergdorf aktuell. Vom

Schlossberg aus kann man sehen, wie Eversberg mit den

Jahren gewachsen ist. „Wenn Sie sich auf die Burgruine

stellen und auf unseren Ort schauen, erkennen Sie eine ovale

Form mit einer Mittelstraße mit parallelen Straßenzügen

und Quergassen zur Stadtmauer“, beschreibt Willi Raulf den

Blick auf den historischen Ortskern. „In den 50er/60er Jahren

ist Eversberg nach oben Richtung Norden erweitert worden

und da konnte man ja schon sehen, wo noch bauliche

Ergänzungen in Frage kommen könnten. Diese Ergänzungsgebiete

waren in den letzten Jahren „Hinter den Gärten“,

Verlängerung Hoppegarten und Unterm Baumhof. Und jetzt

ganz neu entlang „An der Buchsplitt“. Jetzt müssen noch ein

paar Baulücken erschlossen werden. Wenn uns das gelingt

und wir dann noch Bauland brauchen, haben wir auch noch

Ländereien zur Verfügung“, sagt Willi Raulf.

Wichtiges Ziel und zugleich eine große Herausforderung für

Eversberg ist es, alte leerstehende landwirtschaftliche Gebäude

wieder mit Leben zu füllen. Zurzeit gibt es Überlegungen,

gemeinsam mit der FH, was man dort gegen den Leerstand

unternehmen kann. „Wir prüfen, wie wir jungen Leuten attraktiven

Wohnraum bieten können, der auch bezahlbar ist.

Wir sehen eine große Chance in dem Bereich. Digital leben

und arbeiten in einem historischen Ortskern. Die Infrastruktur

stimmt, schnelles Internet gibt es auch. Gute Möglichkeiten

also für Home Office und Start-up-Unternehmen“, ist

Willi Raulf optimistisch.

Ein Ort mit vielen Freizeitaktivitäten

Das Golddorf hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Neben

dem historischen Ortskern mit seinen Fachwerkhäusern

und der Burgruine gehören u. a. das Heimatmuseum, der

Walderlebnisparcours, die Pfarrkirche, die Luzien- und die

Rochuskapelle und die Minigolfanlage dazu. Besonders

beliebt bei auswärtigen Schulklassen sind Erlebnistage im

Matthias-Claudius-Haus, mitten im Grünen gelegen. Von

dort aus unternehmen sie Ortsrallyes und lernen Eversberg

mit seinen Besonderheiten kennen.

Etwas Besonderes ist auch, dass man im ganzen Ort kein

Verkehrsschild findet. Nur bei der Firma Möller steht ein

Schild mit dem Hinweis „Alle Richtungen“, ansonsten gilt in

der ganzen Ortschaft rechts vor links. „Es gibt keine Fahrschule,

die nicht durch Eversberg kommt“, schmunzelt der

Ortsvorsteher Willi Raulf. Und Gerhard Trudewind meint:

„Hier fährt man nicht einfach so durch, man muss schon

gezielt zu uns hochfahren. Und das lohnt sich doch immer.

Die Hanglage von Eversberg und die Gesamtsilhouette sind

einfach einladend!“

Eversberg ist nicht nur ein guter Ort zum Heiraten, sondern

auch zum Leben und zum Arbeiten. ■

Ein Ort (fast) ohne Verkehrsschild

66 - WOLL Winter 2020


Das Gruppenfoto entstand zur Zeit der gelockerten Corona-Beschränkungen

Kochbruderschaft Marmite –

Club der Kochenden Männer

Verena Sen

Philipp Nolte

W

ahre Gaumenfreuden und eine gepflegte

Tischkultur zelebrieren zehn kochende Männer

einmal im Monat in Neheim. Die Hobby-Köche

sind Mitglieder der Marmite Bruderschaft, deren kulinarisches

Herz für die gehobene Küche schlägt.

Der „CC-Club kochender Männer in der Bruderschaft

Marmite e.V.“ hat seinen Ursprung in der Schweiz. Das

„CC“ steht dabei für „Confrèrie Culiniaire“, also „Kochbruderschaft“.

Die Gruppe rund um Neheim ist die „Handwerkerchuchi“,

die vor sage und schreibe 42 Jahren durch die

Initiative zweier Obermeister der Handwerkerinnung aus der

Chuchi „Alt-Arnsberg“ hervorgegangen ist. Das Wort Chuchi

kommt ebenfalls aus dem Schweizerischen und bedeutet

„Küche“. Nun aber genug der grauen Theorie und „Butter

bei die Fische!“.

Die anspruchsvollen Hobby-Köche aus Niederense, Hachen,

Möhnesee und Balve treffen sich einmal im Monat in ihrer

Küche in Neheim und kreieren einen vollendeten Gaumenschmaus.

Jedes Mal ist ein anderer Bruder – der jeweilige

„Chef de Jour“ – für die Organisation des Abends zuständig:

Dieser wählt die Menüfolge aus, schreibt die Einladungen,

kümmert sich um den Einkauf, überlegt sich die passenden

Weine zu jedem Gang. Den Tisch mit bis zu vier verschiedenen

Essbestecken und den richtigen Gläsern nach

formvollendeter Etikette zu decken, gehört hier noch zu den

leichtesten Übungen. Hinzu kommt eine geschmackvolle

Tischdeko, und servieren lernt man sowieso.

„Vielleicht noch ein Sorbet zwischendurch…“

Der Chef de Jour verteilt die Aufgaben und beim Kochen

selbst legt jeder Bruder in stilsicherer, weißer Marmite-Kochjacke

mit Hand an. „Standard in der Handwerkerchuchi ist

mindestens ein Fünf-Gänge-Menü“ erklärt Grand Maitre

Hans-Werner Neumann aus Ense. „Vielleicht noch ein Sorbet

zwischendurch, um die Geschmacksnerven zu neutralisieren“

ergänzt unser Chef de Jour Maitre Hans Vornweg,

Hobby-Imker und pensionierter Elektroingenieur.

WOLL Winter 2020 - 67


Wichtigste Voraussetzung für die Aufnahme in die Bruderschaft

ist die Leidenschaft fürs Kochen. Man(n) muss kein

Meisterkoch sein, aber das ergibt sich dann später wohl auch

ganz von selbst. Drei Menüs mit mehreren Gängen müssen

vor den geschulten Gaumen der Kochbrüder bestehen.

„Wenn er sich dann nicht zu dusselig anstellt und auch noch

ganz nett ist…“, dann steht laut Grand Maitre Neumann,

Bauingenieur im Unruhestand, einer Aufnahme in die

Bruderschaft nichts mehr entgegen. Das jüngste Mitglied ist

gerade einmal Anfang Vierzig, der älteste Kochbruder zählt

stolze 78 Lenze.

Die Kochbrüder haben sich auch schon für den guten Zweck

ins Zeug gelegt, wie z. B. ein Sieben-Gänge-Menü für 16

Genießer in Niederense. Der Erlös des Abends wurde für die

Instandhaltung der Kapelle in Niederense gespendet. Auch

für die Rodentelgenkapelle in Bruchhausen wurde schon der

Kochlöffel geschwungen. Das Niveau dieser Festmahle ist u.

a. geprägt durch regelmäßige Fortbildungen bei Sternekoch

Hans Stefan Steinheuer. „Der kennt uns inzwischen schon,

aber das ist jedes Mal ein Highlight“, schwärmt Apotheker

Ulrich Kellner.

Bruderschaft mit Damenbesuch

Eine Besonderheit der Handwerkerchuchi: Die Ehefrauen

genießen während der Kochabende ihrer Männer ein Essen

im Restaurant und werden danach von der Bruderschaft zum

Dessert geladen. Diese Sauerländer Sonderregel ist einmalig

in ganz Deutschland. Das sei nicht nur gesellig, sondern

sorge auch für einen sicheren Heimweg nach einem guten

Tröpfchen zu jedem Gang, bemerkt Grand Maitre Neumann

augenzwinkernd.

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68 - WOLL Winter 2020


„Marmite“ – das kommt aus

dem Französischen und bedeutet

„Kochtopf“. Da hinein kommen

nur erlesene, möglichst regionale

und saisonale Zutaten. In

seltenen Fällen haben sich die

Ingredienzien allerdings auch

schon selbstständig gemacht.

So sollte es vor etlichen

Jahren zum ersten Mal Flusskrebse

geben, aber niemand

der Brüder konnte sich dazu

überwinden, die lebenden

Tiere ins kochende Wasser zu

werfen. Also entschied man sich

letztlich dafür, den Tieren die Freiheit

zu schenken. Die Flusskrebse

sind noch einmal davongekommen

– und was haben die Kochbrüder

dann gegessen? „Die anderen fünf

Gänge“, bringt es Grand Maitre

Neumann schmunzelnd auf den

Punkt.

Jedes Gericht ein Gedicht

Beim Kochereignis in

diesem August standen zwar

keine Krustentiere auf der

Speisekarte, das Menü von

Maitre Hans Vornweg ließ

jedoch nichts zu wünschen

übrig: Los ging es mit einem

Amuse Bouche, dem Gruß aus

der Küche, in Gestalt eines feinen

Nusstörtchens gefüllt mit Roter

Bete und Ziegenfrischkäse mit

frischen Kräutern und einem

Senf-Dressing. Anmerkung

der Redaktion: eine wahrlich

köstliche Kreation!

Weiter ging es mit auf den

Punkt gebratenem Kabeljau auf

einer pikanten Mangosalsa an

knusprigen Risottobällchen mit

Mandelkruste, wobei sehr deutlich

zu Tage trat, dass die Sauerländer

Kochbrüder so leicht nichts aus

der Ruhe bringt, denn hierbei

durfte sogar ich als Gast der

schreibenden Zunft unter

der fachkundigen Anleitung

von Hans-Werner Neumann

mitschnippeln, rühren,

abschmecken, rollen, ummanteln

und frittieren. Es

folgte ein köstliches, geeistes

Möhrensüppchen.

Vor dem außergewöhnlichen

Entrecote im Salz-Kaffee-

Mantel mit hinreißendem Kartoffelstock

im Rübliring gab es ein kühles

Sorbet von roten Beeren. Das Dessert

aus Guinnessschaum, Zuckerrübeneis,

Cassis und Nougatcreme

bildete schließlich den krönenden

Abschluss.

Und bei all diesen Köstlichkeiten

und Genüssen, hätte man

der Bruderschaft eigentlich ein

Gedicht schreiben müssen! ■

WOLL Winter 2020 - 69


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Big Six Brilon:

Gemeinsam geht mehr – In Brilon geht mehr

Christel Zidi

Sabrinity

Den Fachkräftemangel kann man akzeptieren – oder man kann etwas dagegen tun. Gesagt, getan. Die ersten

Veranstaltungen fanden noch mit sechs Unternehmen statt. 1 ½ Jahre später waren es bereits sieben Firmen,

die dann die Unternehmensinitiative Big Six Brilon gründeten. Das ist nun schon acht Jahre her. Aus sechs

wurden zwölf Big Six, die jetzt in Brilon so richtig was bewegen.

Ursprünglich eine lose Vereinigung von Briloner Unternehmen,

haben sich die Big Six zu einem festen Begriff, einer

Größe der regionalen Wirtschaft entwickelt. „Gesellschaftliches

Engagement, Bodenständigkeit, Handschlagqualität

und - bei aller Weltoffenheit - auch Heimatverbundenheit“,

fasst Martin Ansorge, kaufmännischer Geschäftsführer der

Egger-Werke zusammen. Dafür stehen die Big Six und das

„Habt ihr gehört, was die

da in Brilon machen?“

- Oliver Dülme

sind „auch alles Tugenden der kaufmännischen Hanse, nach

dessen Werten die größtenteils noch inhabergeführten mittelständischen

Unternehmen hier im Sauerland, in Brilon,

handeln.“ Und er fügt hinzu: „Ein funktionierendes Wertesystem

ist heutzutage wichtiger denn je.“

Attraktives Lebensumfeld in Brilon

Die Werte stehen, die Ziele auch. Vorrangig geht es den Big

Six darum, Mitarbeiter in Brilon zu halten und in die Region

zu holen. Das funktioniert aber nur, wenn man das Lebensumfeld

für diese Zielgruppe so attraktiv wie möglich gestal-

70 - WOLL Winter 2020


Martin Ansorge, EGGER Sabine Henke, ABB Peter Kaiser, Centrotherm Oliver Dülme, BWT

tet. Vor allem um junge Menschen geht es. Junge Menschen,

die ihre Ausbildung möglichst vor Ort absolvieren sollen, die

hier zu Fachkräften ausgebildet werden und als solche die

heimische Wirtschaft beleben und erweitern. Letzteres gilt

auch für Fachkräfte, die in die Region geholt werden sollen.

Beides funktioniert nur, wenn potenzielle Mitarbeiter erkennen,

dass man in Brilon nicht nur innovative Arbeitgeber

und attraktive Arbeitsplätze findet, sondern dass auch das

Lebensumfeld anziehend ist.

Davon profitieren alle, sowohl die Stadt Brilon als auch die

Unternehmen. Deren Aufgabe ist die Schaffung dieser Angebote

eigentlich nicht, aber sie sind weitsichtig genug, um

zu erkennen, welche Vorteile langfristig damit einhergehen.

„Corporate Social Responsibility“ ist der Fachbegriff dafür.

Er beschreibt die unternehmerische Sozialverantwortung,

den freiwilligen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Kernpunkt ist, Brilon als attraktiven Wohn- und Arbeitsort

zu vermarkten.

Die Maßnahmen

Die Attraktivität soll z. B. durch diverse Veranstaltungen

für junge Menschen gesteigert werden. Das hält auch Sabine

Henke von der Firma ABB für sinnvoll „Wir waren mit

bei den ersten Unternehmen der Big Six und uns ging es

natürlich um die Fachkräfte. Aber auch besonders um das

Bewerben von Auszubildenden und in diesem Zusammenhang,

uns als Ausbildungsunternehmen gemeinsam mit den

anderen Big Six Unternehmen in Brilon darzustellen und

dafür Aktionen und Events (z. B. die Ausbildungsbörse) zu

unterstützen oder selber zu organisieren.“

Ein Beispiel: SchoolOFF BrilON, eine Veranstaltung gezielt

für Ausbildende, denen dabei bewusst gemacht werden

„Ein funktionierendes Wertesystem

ist heutzutage wichtiger denn je.“

- Martin Ansorge

soll, dass jetzt ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Und dass

Arbeitgeber auf sie warten, die sich darauf freuen, dass sie

bei ihnen starten. Verschiedene Redner wurden schon dazu

eingeladen, z. B. Joey Kelly, der über das Thema „Motivation

am Arbeitsplatz“ sprach. Dem offiziellen Teil schließt sich

immer eine Fete zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls an.

Daneben gibt es seit 2013 den großen Fußball- und Familientag.

Dazu treten insgesamt 16 Firmen-Fußballmannschaften

gegeneinander an. Rundum gibt es gute Unterhaltung

für die ganze Familie, auch und besonders für Kinder. Über

2.000 Menschen besuchen dieses Event regelmäßig. Nicht

unerwähnt bleiben darf das anschließende Public Viewing –

das einzige Public Viewing zum DFB-Pokalfinale im ganzen

HSK. Weiter gibt es auch Einzelveranstaltungen wie das

Autokino vor zwei Jahren und Schulhofkonzerte des hiesigen

Gymnasiums. Auch an Aktionen wie „Heimvorteil-2-Go“

sind die Big Six beteiligt.

Die Unternehmensinitiative

Big Six ist auch ein Netzwerk Briloner Unternehmen, die

sich untereinander helfen und unterstützen. Auf kurzem

Weg, schnell und unkompliziert. Alle Mitglieder sind gleichberechtigt.

Alles, was in Angriff genommen wird, geschieht

gemeinschaftlich und in Übereinkunft. Jeder ist zu gleichen

Teilen dabei, auch bei den Ausgaben. Voraussetzung für die

Aufnahme ist u. a., dass das Unternehmen Mitglied im Regionalmarketing

Südwestfalen ist, denn dort wird ebenfalls

gezielt gegen den Fachkräftemangel gekämpft.

WOLL Winter 2020 - 71


KARRIERE

IN BRILON

Fußball- und Familientag in Brilon: 16 Firmen-Fußballmannschaften

und ganz viel Spaß für die Mitarbeiter und Angehörigen der Big Six

Mitgliedsunternehmen (Bild aus dem Jahr 2019)

tttttttttttttttttttttttttt

Sie suchen eine neue Herausforderung? Dann sind

„Zudem sind wir durch diese Zusammenarbeit bei den

Big-Six auch deutlich besser in der Region vernetzt“, so beschreibt

Peter Kaiser von Centrotherm einen weiteren Vorteil

der Big Six. „Und wir haben die Wahrnehmung als attraktiver

Arbeitgeber in der Region deutlich steigern können“,

ergänzt er. Das ist besonders wichtig für ein relativ junges

Unternehmen wie Centrotherm, welches seine Produkte und

Dienstleistungen nicht an Endverbraucher, sondern direkt an

die großen Hersteller der Heizungsindustrie verkauft.

Sie bei uns genau richtig. Die „,Big Six BRILON“ stehen

für hervorragende Karrieremöglichkeiten in einer

familienfreundlichen Region. Hier finden Sie zum

perfekten Job immer den idealen Ausgleich.

Weitere Infos zu den Big Six

Das Backoffice der Big Six

erhalten Sie auf unserer Homepage.

Die Organisation www.t1p.de/brilon-big-six

ihrer Aktivitäten haben die Big Six in die

Hände der Wirtschaftsförderung der BWT (Brilon Wirtschaft

und Tourismus GmbH) gelegt, einer Tochter der Stadt

Brilon. Sie fungiert als BackOffice; hier laufen alle Fäden

zusammen.

Manche Veranstaltungen wären ohne die gegenseitige Unterstützung

nicht möglich. Ein Vorteil für beide Seiten – für die

Stadt und für Big Six. „Wenn man die Stimmen von außen

hört, dann heißt es nicht ‚Habt ihr gehört, was Egger oder

Centrotherm machen’ , nein, dann heißt es ‚Habt ihr gehört,

was die da in Brilon machen?’“, weiß Wirtschaftsförderer

Oliver Dülme

Den Big Six geht es vorrangig darum, zu zeigen: ‚Hier ist was

los, hier ist es cool. Hier kannst du Spaß haben und bei uns

kannst du gut arbeiten’. Das ist immer der Kernpunkt, die

Aussage, Brilon als attraktiven Wohn- und Arbeitsort zu vermarkten

und die Infrastruktur der Region auf einem guten

Niveau zu halten. ■

Caritasverband

Brilon e.V.

72 - WOLL Winter 2020


Vom Rittergut über

die Auguste-Victoria-

Heilstätte zur

Geister-Klinik

Sabina Butz

Jürgen Eckert

Gibt man in den gängigen Suchmaschinen „Vera

med-Klinik Meschede“ ein, erfährt man schnell,

wo sie zu suchen ist: In Beringhausen, einem

Stadtteil von Meschede mit 17 Einwohnern. Die ebenfalls

angebotenen Fotos sind überwältigend: Ein Riesenareal

mit einem Gebäudekomplex, dessen imposante Gebäudefassade

beeindruckt. Und das Ganze mitten im Wald.

Großartig und definitiv sehenswert. Die Anfahrt kann

ja wohl nicht so schwer sein, Beringhausen 5 steht als

navi-taugliche Adresse zur Verfügung. Die Anfahrt von

Meschede aus ist allein schon eine Reise wert: Sauerland

pur, immer wieder wunderschön! In Beringhausen versagt

allerdings das Navi. Kein Problem, eine so große Klinik

müsste doch sichtbar sein? Fehlanzeige. Wo man hinschaut

nur Wald. Die einzige, als Zufahrtsstraße geeignete

Abzweigung, ist gesperrt. Kein Hinweis, wie es weiter

gehen könnte und von den 17 Einwohnern ist auch gerade

niemand in der Nähe. Und genau das ist das historische

Stichwort: Niemand in der Nähe.

Niemand in der Nähe

Ursprünglich war hier im Wald die Ritterfamilie von Beringhausen

ansässig, deren Ursprung bis heute unbekannt ist. Der

Name lässt sich als der Bären- oder Heldenkühne aus dem altdeutschen

Perinhart ableiten. Heute erinnern noch Bernhard

oder Bernd an den kühnen Bärenjäger. Erwähnt wird die

Ritterfamilie erstmalig 1313 im Güterverzeichnis des Grafen

Wilhelm von Arnsberg. Es muss eine der bedeutendsten

Ritterfamilien im Kreis Meschede gewesen sein: Pröpste und

Dekane des Stifts Meschede gehören genauso dazu wie ein Abt

des Klosters Grafschaft und der Besitz anderer adeliger Häuser

in der Umgebung (Antfeld, Gevelinghausen, Laer, Meschede

und Blessenohl). Auch für die Damen des Hauses war gut

gesorgt: Bis 1310 treffen wir sie im adeligen Damenstift in

Meschede an.

Das Rittergut stand niemals weder dem Stift Meschede noch

den Grafen zu Arnsberg als Lehen zu. Das Rittergut benötigte

WOLL Winter 2020 - 73


ganz offensichtlich keinen Schutz. Merkwürdig ist auch, dass

es keine Siedlung um das Gut herum gab, die Gefolgsleute

wohnten alle in den Wäldern ringsherum, aber eben nicht

direkt am Gut. Unklar ist bis heute, welche Anbindung an

das damalige Verkehrsnetz bestanden haben könnte. Kein bekannter

Verkehrsweg führte hier vorbei, was vielleicht erklärt,

warum das Gut nie belagert, bekämpft oder eingenommen

wurde: Die möglichen Feinde fanden es erst gar nicht! Da geht

es uns heute nicht viel anders.

Die Auguste-Victoria-Knappschaftsheilstätte

Bis ins 16. Jahrhundert war die Familie von Beringhausen

Besitzer dieses stattlichen Guts. Danach wechselten die Eigentümer

in rascher Abfolge, was für das Gut selbst nicht vorteilhaft

war. Schließlich verkaufte Vetter zu Halbeswig um 1900

das Gut an den Allgemeinen Knappschaftsverein Bochum, der

darauf eine Heilstätte für lungenkranke Bergleute errichtete.

1904 wurde die Auguste-Victoria-Knappschaftsheilstätte

nach Plänen des Architekten Julius Boethke mit 118 Betten

eröffnet. Zu der damaligen Zeit eine imposante Architektur

und eine mustergültige Heilstätte. Eine verkehrstechnische

Besonderheit bot die Seilbahn, die die 110 Meter zwischen Tal

und Krankenhaus überbrückte und erst 1913-1921 durch eine

Zufahrtsstraße ersetzt wurde. Im Zweiten Weltkrieg diente die

Heilstätte als Reservelazarett, die Amerikaner nutzen sie weiter

als Kriegsgefangenen-Lazarett und gaben sie 1946 an die

Ruhr-Knappschaft in Bochum zurück. Der Name wurde in

„Bundesknappschafts-Klinik-Tannenberg“ geändert. Bis zum

Verkauf der Klinik 1986 wurden hier ca. 44.000 Patienten

behandelt.

Die Geister–Klinik

Nach dem Verkauf wurde das Haus vollkommen umgestaltet

und mit einem 20-jährigen Pachtvertrag unter dem Namen

Veramed-Klinik neu aufgestellt auf der Grundlage des Konzeptes

einer Ganzheitsmedizin zur Nachsorge von Krebs-Patienten.

Ein Jahr nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens

wurde die Klinik 2009 geschlossen und steht seitdem leer.

Eine so einsam gelegene pittoreske Kulisse zieht zwangsläufig

fragwürdige Aktionen an: Vandalismus ist quasi vorprogrammiert,

Metalldiebstahl lockt Interessierte unwiderstehlich an.

Geisterfreaks und Softair-Waffen-Spieler sind in Versuchung

geführt. Sie alle haben ihre Spuren hinterlassen. Die leidige

Affäre um die hinterlassenen Patientenakten, für deren Archivierung

sich niemand verantwortlich fühlte, gehört ebenfalls

in diese Aufzählung, wobei die tatkräftige Aktion unseres

Landrats Karl Schneider sicherlich zu den positiven Aspekten

zählt. Ebenso wie die 2019 im Rahmen des NRW Projektes

„Stadtbesetzung“ von der Kulturregion „aufruhr“ durchgeführte

Veranstaltung „Versehrt“ als Versuch einer sinnvollen

Nutzung dieser Kulisse gewertet werden darf.

Wie geht es weiter?

Das Fragezeichen ist groß, riesengroß. 2015 erwarb die Vital

Meschede GbR die ehemalige Veramed-Klinik mit der Auflage,

zwingend eine medizinische Einrichtung entstehen zu

lassen. Bislang liegt der Stadt Meschede dazu noch kein Bauantrag

vor. Der Investor hält sich bedeckt und versichert, dass

„alles gut wird“. ■

Bierbutler

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„Die schöne Lage inmitten der Berge...“

...bietet dem für die Reize der Natur

empfänglichen Gemüt reichen Genuss.“*

„Die Waldesluft und das frische Klima

der Berge wirkt kräftigend auf die Nerven.“*

„Keine leichte Aufgabe ist es, die Forderungen der Hygiene

„.. damit das Gemüt der Insassen durch den Anblick ihrer Umgebung erfreu...“

Mehrbettkrankenzmmer

„...mit denen einer strengen Ästhetik immer in Einklang zu bringen,“*

„..und nicht etwas durch Hässlichkeiten abgestoßen wird.“*

*Aus ”Die Auguste Viktoria Knappschafts-Heilstätte” Denkschrift von 1904 Historische Fotos: Digitale Sammlungen der Uni Münster)

Die Krankenhaus-Küche

WOLL Winter 2020 - 75


TORE UND TÜRME

IM SAUERLAND

Christel Zidi

S. Droste

Limps- oder Mäuseturm in Arnsberg

In diesem Turm aus dem 13. Jahrhundert befindet sich eine begehbare Camera Obscura.

Früher diente er unterschiedlichsten Zwecken: u. a. Befestigungsanlage, Ziegenstall,

Gefängnis. Limps ist wohl von Limes (lat. = Grenzweg) abgeleitet.

76 - WOLL Winter 2020


Benediktusbogen in Obermarsberg

Ab hier beginnt der Eingang zum alten Klosterbezirk. Über dem Schlussstein in der Nische ist die Figur des Ordensgründers,

des Heiligen Benedikt, zu sehen. Darüber ist die Papstkrone, die Tiara, abgebildet. Das Kloster selbst stammt

aus dem 8., der Bogen aus dem 18. Jahrhundert.

Das Burgtor Hachen

Der Ort Hachen wurde nicht planmäßig angelegt, sondern wuchs nach und nach um die Burg Hachen, die um 1000

erbaut wurde. Von den Ruinen der einst wohl hochaufragenden Burg hat man einen sehr schönen Ausblick.


Das Kropff´sche Haus in Olsberg

Ursprünglich als Gewerkenhaus gebaut, wurde das Haus der Unternehmerfamilie Kropff in den folgenden Jahrhunderten

mehrfach umgebaut und erweitert. Im zweiten Weltkrieg wurde es als Lazarett benutzt, heute befindet sich darin

ein Kinderheim.

Schloss in Gevelinghausen

Auf dem vorgelagerten Wirtschaftshof steht der Torturm mit seinen Zinnen.

Das Schlosss selbst erbauten die Ritter von Gevelinghausen. 1299 wurde es erstmals urkundlich erwähnt.


Der Bilsteinturm in Niedermarsberg

Ende des 19. Jahrhunderts wurden vielerorts Aussichtstürme errichtet. Einer davon ist der Bilsteinturm, der nach 12-jähriger

Bauzeit 1892 fertiggestellt wurde. Um noch mehr Touristen anzulocken, wurde drumherum eine „Ruine“ errichtet.

Hirschberger Tor in Arnsberg

Dieses Tor war eigentlich Teil des Hirschberger Jagdschlosses und wurde im Auftrag des Kurfürsten Clemens August

1753 errichtet. Von seinen Nachfolgern wurde das Jagdschloss kaum genutzt und verfiel später. Um das Tor vor dem

Verfall zu schützen, wurde es 1826 nach Arnsberg transportiert und am Schlossberg wieder aufgebaut.


Das Hachtor in Rüthen

Das im 14. Jahrhundert aus Rüthener Grünsandstein erbaute Hachtor ist das einzig erhalten gebliebene von einst vier

Stadttoren. Es diente lange Zeit als Gefängnis. Vom Tor aus verläuft um die gesamte Altstadt die drei Kilometer lange,

begehbare Stadtmauer.

80 - WOLL Winter 2020


Das Derkere Tor in Brilon

Es ist das einzig erhaltene Tor der Stadtbefestigung und wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Früher war der Durchgang

durch Torflügel gesichert, die in der Nacht abgeschlossen wurden. Im oberen Teil war ein Gefängnisraum untergebracht

– ohne Treppen als Zugang. Neben dem Tor befand sich die Dienstwohnung des Pförtners.

WOLL Winter 2020 - 81


Anzeige

Sicherheit ist immer aktuell

Anna Verburg

LH Security beim

Einsatz an der FH

Meschede Südwestfalen.

Corona hat für uns alle Veränderungen gebracht.

Größere Veranstaltungen finden kaum oder gar

nicht mehr statt. Für das Team von LH Security

Service aus Bestwig hat sich damit ein neuer Aufgabenbereich

aufgetan: Die Unterstützung bei den Corona-Schutzmaßnahmen.

Dabei gibt es unterschiedliche

Herausforderungen zu bewältigen: „Für mich war es

schon immer spannend, in unserem Betrieb mitzuarbeiten.

Durch die neuen Aufgaben wird es gerade sogar noch

interessanter. Aber es macht Spaß, sich diesen Herausforderungen

zu stellen.“ So sieht das Stephanie Hilgenhaus,

Ehefrau von Firmengründer Ludger Hilgenhaus.

“Wie spürt LH Security Service die Krise?”

„Mit Corona sind auf uns zusätzliche Aufgaben zugekommen“,

so Ludger Hilgenhaus, der Sicherheit und

Schutz schon vor der Pandemie großgeschrieben hat. Aus

jahrelanger Erfahrung weiß LH Security Service um die

Wichtigkeit und den Wert der richtigen Prävention. „Leider“,

weiß Hilgenhaus, „wird der richtige Schutz meist erst

zum Thema, wenn es zu spät ist. Nach dem Motto: ‚Wir

haben das Unheil kommen sehen.’“ Nach der Karnevalszeit

schlug die Firma neue Wege ein. Und so gehören nun

- neben der Hauptaufgabe des Werk- & Objektschutzes -

unterschiedlichste Dienstleistungen rund um das Thema

„Unterstützung bei den neuen Schutzmaßnahmen“ zum

Angebot.

„Wir von LH passen uns den

neuen Aufgaben flexibel an.“

„Wichtig ist uns dabei, mit so viel Einfühlungsvermögen

wie möglich vorzugehen“, erklärt Firmenchef Hilgenhaus.

„Die Auswirkungen der Pandemie haben Veränderungen

in unseren Alltag gebracht. Wir erleben eine Zeit, in

der die Menschen auf sehr viele neue Reglungen achten

müssen und da ist besonderes Fingerspitzengefühl und

Verschwiegenheit gefragt.“

Schutz in sämtlichen Bereichen

Seit über zwanzig Jahren hat sich LH Security Service der

Sicherheit und dem Schutz verschrieben. Spezialisiert auf

die Bereiche Veranstaltungsschutz, Objektschutz, Werksschutz

bis hin zum Empfang- und Pfortendienst für Unternehmen,

weiß man daher genau, worauf man in einer

Ausnahmesituation wie Corona achten muss. Mittlerweile

beschäftigt er über 50 engagierte und bestens ausgebildete

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Tag und Nacht mit

Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Denn eines steht fest: Sicherheit ist nicht nur während

Corona aktuell. ■

Ludger Hilgenhaus

Marktplatz 6 | 59909 Bestwig-Ostwig

02904 / 70396

post@lh-security-service.de

www.lh-security-service.de

82 - WOLL Winter 2020


Eisblumen:

fragil, fraktal

und faszinierend

Leidenschaft

siegt!

Christel Zidi

Sie sind sehr selten geworden,

die Eisblumen am Fenster.

Kaum finden sie noch die

richtigen „Wachstumsbedingen“ vor.

Denn Eisblumen brauchen sehr kalte

Fensterscheiben und nicht zu warme

Raumluft. Mit ein wenig Feuchtigkeit.

Ein wenig wohlgemerkt, denn

sonst beschlagen die Fensterscheiben

nur. Zu glatt und zu sauber dürfen

die Scheiben auch nicht sein, damit

die Eiskristalle an kleinen Staubpartikeln

oder Unebenheiten auf der

Scheibe Halt finden.

Aber kommen wir zurück zu den

„eiskalten“ Fakten: Wenn das gefrorene

Wasser aus der Luft an einem

Partikel der Scheibe Halt gefunden

kann, bilden sich von diesem Kristallisationskern

aus weitere Verzweigungen

und Verästelungen. Immer

mehr Wassermoleküle lagern sich an,

wachsen zusammen, verzweigen sich

und lassen die besonderen Muster

der Eisblumen entstehen. Welche

Form Eisblumen annehmen, kann

bis heute kein Wissenschaftler vorhersagen.

„Ausgezeichnet“!

Mit dem Südwestfalen Award 2020

in der Kategorie Kundenansprache

für die Website

www.skiliftkarussell.de

Nicht gerade gute Bedingungen in

einer Zeit der gut isolierten, doppelt

und dreifach verglasten Fenster.

Mollig warme Stuben und Eisblumen

an den Fenstern – das funktioniert

leider nicht zusammen. Gelegentlich

lassen sich noch im Auto,

an den Innenseiten der Windschutzscheiben,

Eisblumen entdecken.

Die niederländische Schriftstellerin

Mellie Uyldert erklärte Eisblumen

als „ätherischer Stoff des Formmusters

von Pflanzen, der sich materialisiert

hat.“

Als Pflanzenschatten sozusagen.

Eine schöne Vorstellung …

Faszinierend an Eisblumen ist auch,

dass ein kleiner Ausschnitt eines

Eisblumengebildes dem des ganzen

Gebildes entspricht. Fraktal nennen

Mathematiker und Physiker diese

Selbstähnlichkeit und stehen – ebenso

die Meteorologen noch immer

vor ungelösten Rätseln. Und wir vor

einem der schönsten Wunderwerke

der Natur. ■

Strategie

Kreation

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WOLL Winter 2020 - 83


„Doktor-Mutter“ Gertrud Siebers

aus Madfeld

„Es sind ihre inneren

Werte, auf die ich

wirklich stolz bin.“

Petra Kleine

sabrinity

„Ü

ber mich möchtest du einen Artikel im

WOLL Magazin schreiben?“ Kopfschüttelnd

schaut Gertrud Siebers mich an.

„Aber ich bin doch gar nichts Besonderes. Ich stehe nie im

Mittelpunkt.“

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Mit dem Mittelpunkt hat die 97-jährige Madfelderin natürlich

recht, denn dort steht sie tatsächlich nie. Sie ist die gute

Seele im Hintergrund, die mit viel Herz, Humor und Fleiß

durchs Leben geht. Selbst im eigenen Garten ist sie noch aktiv

und erzählt mir, was sie gerade alles an Obst eingekocht

hat. Sofort bekomme ich einen tollen Tipp, wie die Birnen

besonders lecker werden.

Auch sonst sieht es im mollig warmen und gemütlichen Haus

nicht nach Langeweile aus. Schnell stellt sich heraus, dass die

Nähmaschine die wichtigste Maschine des Hauses ist, denn

wenn die mal kaputt ist… Herrliche Patchwork-Teile werden

dort von Gertrud Siebers sorgfältig und akkurat genäht.

Kissenbezüge, Decken, Wichtel und vieles mehr. Ihr Traumberuf

war Handarbeitslehrerin, aber stattdessen hat sie ihre

gelähmte Mutter 20 Jahre lang gepflegt.

Überall hängen Fotos ihrer großen Familie. Immerhin

sind es fünf Kinder und acht Enkelkinder, die bis hin nach

Kanada verstreut wohnen. „Ich habe eine tolle Familie. Auf

die bin ich wirklich stolz“, strahlt sie. „Das sind alles ganz

patente, liebe und nette Menschen geworden.“

Fast scheint sie ein bisschen erschrocken, dass sie „stolz“

gesagt hat, weil das ja so klingt, als ob sie sich da was drauf

einbildet. Nein, das tut sie wirklich nicht. Aber sie hätte

genauso gut sagen können, dass von ihren fünf Kindern vier

einen Doktortitel haben oder sogar Professor sind, und dass

selbst die ersten Enkel in Kürze Doktor sind. Aber das läge

ihr total fern.

84 - WOLL Winter 2020


Die inneren Werte zählen

Für Gertrud Siebers war immer entscheidend, ihren Kindern

ein gemütliches Nest zu geben und sie in Liebe und Freiheit

aufwachsen zu lassen. „Man muss sie einfach gedeihen

lassen und jeder wird anders. Hauptsache war immer, dass sie

glücklich werden. Ich bin es ja sowieso schon. Wir haben oft

zusammen gelacht und waren eine große, fröhliche Familie,“

erinnert sie sich an die Zeit, als alle noch im Hause waren.

„So einfach waren die Zeiten natürlich nicht. Mein verstorbener

Mann war als selbstständiger Malermeister nicht

gerade ein Großverdiener und ich war im Hause ganz schön

ausgelastet.“ Gertrud Siebers blickt für uns zurück. „Mein

Mann, der übrigens noch elf Geschwister hatte, war im Krieg

Flieger und kam erst mit dreißig aus der Kriegsgefangenschaft

zurück. Er las immer Hefte über Sternenkunde und

Technik und das faszinierte unsere Kinder früh und weckte

ihre Begeisterung für Technik und Wissenschaft. Wir haben

sie gerne so gut es ging unterstützt und waren natürlich froh,

dass es durch Bafög die Möglichkeit gab, ihnen ein Studium

zu ermöglichen.“

Schnell will sie wieder auf ein anderes Thema kommen, denn

sie möchte nicht ansatzweise prahlen von den Titeln ihrer

Kinder. „Sie haben auch hart dafür gearbeitet“, weiß sie. „Es

sind ihre inneren Werte, auf die ich wirklich stolz bin.“

Hier war immer was los!

Alle Kinder kommen gerne zu Familientreffen nach Madfeld.

„Inzwischen sind wir aber so viele, dass wir uns nur

ganz selten alle zusammen hier sehen können,“ so Tochter

Tina. „Wir lachen dann immer viel und erzählen von den

vielen kleinen Streichen damals“, fährt sie fort. „Da wurde

kurzerhand mal das Wohnzimmer zum Turnraum umfunktioniert

und Mama gab den Prellbock, an dem wir Bocksprung,

Handstand und anderes üben konnten.“

„Oder der Wettbewerb, wer es schafft den Apfelpfannkuchen

beim Wenden so hoch zu schleudern, dass er an der

Decke kleben bleibt. Oder die „Schlüssel-Krankheit“ meines

Bruders, der kurzerhand alle Schlüssel im Haus abzog und

gut versteckte. Jahre später haben wir sie im Garten beim

Umgraben gefunden“, schmunzelt sie.

„Was ich aber ganz besonders an meiner Mutter schätze“, so

Tina weiter: „Sie ist so hilfsbereit und immer für alle da! Sie

geht offen auf Menschen zu, ohne jegliche Vorurteile.“

Das Schlusswort überlassen wir aber Gertrud Siebers selbst:

„Ein schlechter Tag ist ein Tag, an dem es nichts zu tun gibt.

Aber das kommt nie vor“, stellt sie verschmitzt fest. ■

WOLL Winter 2020 - 85


Unsere Lesetipps für die Winterzeit

Weihnachten ist die Zeit der Besinnung. Doch neben all der Melancholie über das vorbeigezogenene Jahr und den bald nahenden

Vorbereitungen für die Festtage hält uns bereits jetzt eine Angelegenheit in Aufruhr: die Geschenkesuche für die Liebsten.

Wir liefern Ihnen die passenden Geschenkideen für Ihre Liebsten, mit denen Sie Kindern und Erwachsenen gleichermaßen ein

Lächeln ins Gesicht zaubern können. Denn über ein Buch aus dem WOLL-Verlag freut sich garantiert jeder, woll!

Für Ommas und Oppas, Buiterlinge, Pohlbürger, Ausreißer und jeden, der das Sauerland liebt

SOLLTESTE KENNEN: UNNÜTZE

FAKTEN „SAUERLAND“

Von Bastian Struwe

555 Fakten zeigen das Sauerland, wie es (noch)

nicht jeder kennt.

ISBN 978-3-943681-85-7

192 Seiten · 14,90 €

FRAGEN SIE

DR. NÜRSEL!

Ihr lustiger Ratgeber für Sauerländisch,

die schönste Sprache

der Welt

Von Michael Martin

Große Fragen der Sauerländer

Menschheit werden in diesem

Buch von Dr. Nürsel beantwortet, dem bekannten

Sprachexperten des WOLL-Magazins.

ISBN 978-3-943681-64-2 · 2. Auflage,

Hardcover · 116 Seiten · 12,90 €

SAUERLÄNDER.

BESSER GEHT’S NICHT

Alles, was man über die Eingeborenen der tausend

Berge wissen sollte

Von Michael Martin und Sonja Heller

Sauerländer sind einfach die Besten. Reichlich

Beweise dafür liefert dieses praktische Büchsken.

Für alle, die noch nicht oder nicht mehr lesen

können, gibt es lustige Bilder für zum Ankucken

und für zum Staunen.

ISBN 978-3-943681-89-5 · 112 Seiten

· 19,90 €

VOLLE MÖHRE SAUERLAND

Ommas Küche de luxe

Von Klaus Lürbke und Niklas Thiemann

Was kommt hier im Sauerland eigentlich auf den

Tisch? Damit die Tradition dabei nicht auf der

Strecke und die Heimat auf dem Löffel bleibt,

entstand dieses Kochbuch mit dem Anliegen, alte

Gerichte neu und modern zu interpretieren.

ISBN 978-3-943681-81-9

96 Seiten ·19,90 €

GLAUBE, SITTE,

HEIMAT

Ein Schwank vom Schützenfest

Von Jochen Enste

Können Sie es kaum erwarten,

dass der warme Wind wieder

Blas- und Knüppelmusik

durch Ihren vollständig beflaggten Heimatort

weht? Hier kommt das Buch, das Schützenfestenthusiasten

wie –Kritiker gleichermaßen abholt.

ISBN 978-3-943681-94-9

260 Seiten · 14,90 €

Die Denker unter Ihnen können Sie bestimmt mit einem dieser anspruchsvollen Werke beglücken

FREIHEIT OHNE

FREIEN WILLEN

Von Torben Halbe

Liberalkonservative Denkansätze

für das 21. Jahrhundert

Die Vorstellung, unsere Freiheit

sei ein Geschenk, das uns

ein magischer freier Wille automatisch vorbeibrächte,

unterschlägt unsere Verdienste. Freiheit

war immer das Resultat harter Arbeit vor Ort, im

Sinne von wirtschaftlichen, aber auch zwischenmenschlichen

Leistungen .

ISBN: 978-3-948496-16-6

580 Seiten · 26,90 €

DAS SHAKESPEARE PRINZIP

Von Andreas T. Sturm

13 Wege zum Erfolg aus William Shakespeares

Werk und Leben

Mit einem anekdotenbasierten Zugang entfaltet

»Das Shakespeare-Prinzip« in kurzweiligen Kapiteln

13 Wege zum Erfolg. .

ISBN: 978-3-948496-01-2

156 Seiten · 14,90 €

Einheimische motivieren Sie mit unseren Büchern über die Region: ein Muss für Ortskundige!

775 JAHRE

SCHMALLENBERG

Zeitreise durch die Jahrhunderte

Das Buch zum 775-jährigen Jubiläum

der Stadt um die längst

der Vergangenheit angehörenden

„smalen Burg“ nimmt die

Leser mit auf eine kleine, aber

faszinierende Zeitreise.

ISBN 978-3943681-92-5

208 Seiten · 18,25 €

LIEBENSWERT LEBENSWERT

775 Jahre Oberkirchener Ortsgeschichte

Wenn ein Ort auf 775 Jahre Geschichte zurückblicken

kann, dann bieten sich so viele Geschichten,

Einblicke und historische Zeugnisse, dass ein

Dorfportrait nahezu ein Muss ist.

ISBN 978-3-943681-86-4

348 Seiten · 19,90 €

ARNSBERG! sagenhaft

Arnsberger Sagen und Anekdoten neu erzählt

und fotografisch illustriert

Von Jochem Ottersbach

Dieses Buch präsentiert alte und meist bekannte

Sagen und Anekdoten in einer neuen Form von

Bild und Text.

ISBN 978-3-948496-17-3

130 Seiten, 17,90 €

82 86 - WOLL Winter 2020


Die vorgestellten Bücher erhalten Sie in den

Sauerländer Buchhandlungen und unter www.woll-verlag.de

Lesebegierige Kinder und Jugendliche finden sicherlich an einem dieser Bücher Spaß

PAULA PITRELLI

UND DER UNHEIM-

LICHE NACHBAR

Von Anke Kemper

„Paula Pitrelli und der unheimliche

Nachbar“ ist ein

kindgerechter, mitreißenden

Krimi für jüngere Leser.

ISBN 978-3-948496-11-1

136 Seiten · 12,90 €

HA.M.LET 2.0

Shakespeare im Schaufenster

Von Markus J. Beyer

Der empfindsame Oz, Cris, der Bastler, und Lilith

mit der großen Klappe staunen nicht schlecht, als

ein ehemals erfolgreicher Shakespeare-Schauspieler

in ihrer Schule auftaucht und der Leiter der

neu gegründeten Theater-AG wird. Er führt Oz

und seine Freunde in eine völlig neue Welt: voller

Worte, voller Gefühle, voller Dramatik. .

ISBN 978-3-948496-15-9

384 Seiten · 14,90 €

DUNKLE DICHTER

Von Markus J. Beyer

Merle und ihr umtriebiger Erfinder-Onkel Bömmellöh

reisen ins 18. Jahrhundert. Eine aufregende

Reise in die sauerländische Vergangenheit!

ISBN: 978-3-948496-00-5

456 Seiten · 14,90 €

PAPA COOL

Von Kurt Wasserfall

Eine Kindheit im Sauerland

vor dreißig Jahren, in der es

noch keine Handys gab, kein

Internet und keine PC-Spiele.

Müssen die Kinder damals

nicht schrecklich unglücklich

gewesen sein? Kurt Wasserfall

liefert mit seinem neuen Buch

„Papa cool“ den eindeutigen Gegenbeweis.

ISBN 978-3-943681-93-2

112 Seiten · 14,90 €

EINE REISE IN DEN

GLÜCKLICHEN GEIST

Von Jonas Hren

Das großformatige Kinder-Glücksbuch von Jonas

Hren enthält 14 fantastische Glücksbilder.

ISBN 978-3-948496-02-9

36 Seiten · 29,90 €

MATILDA

SCHWÄRMT

FÜR BIENEN

Von Susanne Köhler

Mit Illustrationen von

Alina Fabri

Matilda findet eine fast

leblose Biene und kümmert

sich um sie. Dabei lernt sie eine freundliche

Polizistin, einen Imker und Milan kennen, der

ihr das faszinierende Bienenvolk ein bisschen näher

bringt.

ISBN 978-3-948496-05-0

40 Seiten · 9,90 €

Märchenerzähler bezaubern Sie mit einer unserer Geschichtensammlungen

SAUERLÄNDER

MÄRCHENSTUNDE

Von Michael Martin

Spaßmärchen & Lügengeschichten aus dem

Land der 1000 Berge

Haarsträubend unterhaltsam sind die Märchen

und Lügensagen, die Michael Martin da zusammengetragen

hat. Allerbeste Unterhaltung zum

Lesen und Vorlesen!

ISBN 978-3-9453681-30-7

158 Seiten · 18,90 €

SAUERLÄNDER

SAGENSCHÄTZE

Die schönsten Sagen aus dem

Land der tausend Berge

Von Michael Martin und Karin

Hessmann

Michael Martin hat sich die

„Sauerländer Sagenschätze“

erzählen lassen und einige der

schönsten Sagen hat die Fotografin Karin Hessmann

an vielen Originalschauplätzen neu in Szene

gesetzt.

ISBN 978-3-9453681-74-1

184 Seiten · 19,90 €

WEIHNACHTSGE-

SCHICHTEN AUS

DEM SAUERLAND

Von Sabine Stracke

Weihnachten und die langen

Winterabende waren stets eine

Zeit des Vorlesens. Wie wäre es

mit den „Weihnachtsgeschichten

aus dem Sauerland“?

ISBN 9783943681-58-1

144 Seiten · 14,90 €

Erinnerungssammler reißen Sie mit diesen Büchern in den Bann

DIE KATHOLISCHE

MUTTER

Glaube. Heimat. Liebe. Aus Tagebüchern

und Briefen 1935-

2005

Von Christoph Wagener

Ihr Sohn Christoph Wagener

hat jetzt einen wichtigen Abschnitt

des Lebens seiner Mutter

Josefine Zeppenfeld (1913 in Attendorn

geboren) in der bebilderten Biografie „Die katholische

Mutter“ festgehalten – ein bewegendes

und lehrreiches Stück Zeitgeschichte.

ISBN 978-3-948496-13-5

192 Seiten · 14,90 €

HERZKARTOFFEL

Von Hellmut Lemmer

Das neue Schuljahr beginnt. Die Kinder suchen

sich einen Weg, in diesem Nachkriegsleben zurechtzukommen.

Immer noch gibt es Alt-Nazis,

traumatisierte Kriegsheimkehrer, britische Besatzungstruppen.

Es gibt Vorurteile und Verbohrtheit,

aber auch hoffnungsvollen Neuanfang, Lebensfreude

und Hilfsbereitschaft. .

ISBN 978-3-943681-91-8

232 Seiten · 14,90 €

WOLL Winter 2020 - 83 87


Geschenkideen

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Solange der Vorrat reicht.


Erinnerungen an einen berühmten Gevelinghauser

Das bewegte Leben des Karl von Wendt

Monika Loerchner

Bernhard Vorderwülbecke & Dennis Sterr

M

it 24 Jahren hatte er

alles – mit 48 fast nichts

mehr: Karl von Wendt

führte ein Ausnahmeleben, das deutliche

Spuren im Sauerland hinterlassen

hat. Die Geschichte eines Mannes,

der stets nach dem Außergewöhnlichen

strebte.

Mächtiges Erbe

Karl von Wendt war der Sohn Carl Freiherr

von Wendt-Papenhausens. Conrad

Freiherr von Wendt, Mitbegründer des

Josefsheims, war sein Großvater und

zudem der Schwager des bekannten Kardinals

Clemens August Graf von Galen.

Als Karl von Wendts Vater im Zweiten

Weltkrieg in Russland fiel, hinterließ er

seinem Sohn ausgedehnte Güter in Gevelinghausen,

Wiggeringhausen und das

Namensgut Papenhausen bei Lemgo.

1961 dann trat Karl das Erbe seines

Vaters an. „Damals hatte er vier Millionen

Mark auf der Bank“, erinnert

sich Bernhard Vorderwülbecke. Der

Gevelinghauser Ortsheimatpfleger

kannte den gelernten Wald- und Forstwirt

persönlich. Und erinnert sich noch

an den Eklat, den es gab, als von Wendt

eine Bürgerliche heiratete. „Er hatte seine

Hilke während seiner Stationierung

in Lippstadt in einer Bar kennengelernt.“

Gemeinsam bekam das Paar drei

Kinder. Sein Sohn, der Unternehmer

Karl-Ludwig Max Hans Freiherr von

Wendt, ist heute vielen als Schriftsteller

bekannt; als Hommage an seine Heimat

wählte er als Pseudonym den Namen

„Karl Olsberg“.

Große Pläne waren sein

Markenzeichen

In Gevelinghausen bepflanzte von

Wendt 1961 die alte Josefsallee mit

Rhododendronsträuchern. Im dortigen

Wald ließ er auf einer Lichtung einen

Gedenkstein zu Ehren seins Vaters und

Schwiegervaters errichten; auch wollte er

WOLL Winter 2020 - 89


Macht`s euch schön!

Die gerade eröffnete Wildwasserbahn

dort selbst einmal beigesetzt werden,

bekam aber keine Genehmigung

dafür.

‚Ach, ich habe doch in Schüren ein

Flugzeug – ich fliege los und hole

ihn!‘, und so geschah es dann auch.“

Bodenbeläge

Wandgestaltung

Sonnenschutz

Malerarbeiten

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Im Alter von 30 Jahren ließ Karl

von Wendt 1967 einen Schlepplift in

Wasserfall errichten. 1972 baute er

dort zwei Sommerrodelbahnen und

ein Feriencamp und schließlich Fort

Fun. Doch wie kam er auf die Idee,

ausgerechnet im Hochsauerland einen

Freizeitpark zu errichten? Dennis

Sterr vom Fort-Fun-Club kennt die

Antwort: „Damals herrschte hier eine

hohe Arbeitslosigkeit.“ Zudem wurden

immer mehr Kumpels aus dem

Erzbergwerk Ramsbeck entlassen, bevor

der Betrieb 1974 ganz eingestellt

wurde. „Karl von Wendt wollte den

Menschen der Region Arbeit geben.“

Großzügig und sorglos

„Geld spielte für ihn nie eine Rolle.“

Ortsheimatspfleger Vorderwülbecke

erinnert sich an viele Begebenheiten:

„Einmal sollte Bundespräsident Karl

Carstens in Olsberg sprechen. Doch

wegen Glatteis kam er nicht aus Saarbrücken

weg. Da sagte von Wendt:

Überall war der Millionär als großzügiger

Mensch bekannt. „Der hat den

Vereinen immer Geld gegeben. Oft

sogar mehr, als sie angefragt hatten.“

Auch den Einheimischen gegenüber

zeigte sich von Wendt großzügig und

verkaufte vielen Baugrundstücke zum

Vorzugspreis.

Immer etwas Neues

Karl von Wendt segelte gern und

begründete er auf den Elpewiesen

ein jährliches Reitturnier, zu dem die

gesamte damalige Reiterelite Deutschlands

kam. Seine größte Leidenschaft

aber war der Motorsport, dem er von

1959 bis 1971 frönte. Er fuhr alles -

von Kart bis hin zur Formel 3. 1966

erreichte er als Fahrer den zweiten Platz

der Nationalwertung, 1967 wurde er

mit Porsche Europameister, besaß später

einen eigenen Rennstall (German

BG Racing) und initiierte das Nuttlarer

Bergrennen.


Sein ehrgeizigstes Projekt war wohl der

Bau des Sauerlandringes. Er lud sogar

Helmut Schmidt, damals Fraktionsvorsitzende

der SPD, und seine Loki

ein, sich den Plan für die Rennstrecke

anzusehen. Doch die Genehmigung

zum Bau wurde ihm vom Ministerpräsidenten

von NRW verweigert. Da die

nächste Autobahnabfahrt damals Soest-

Ost war, hatte der Sorge, dass es zu

Staus bis Dortmund kommen würde.

Danach beendete von Wendt seine

Motorsportkarriere. Seine Ehe scheiterte

und er verlor immer mehr Geld.

1985 musste er Fort Fun sowie Schloss

Gevelinghausen, das seit 1796 im Familienbesitz

war, verkaufen. Der übrige

Landbesitz ging an Fabrikant Heinz

Kettler und Karl von Wendt kehrte

Deutschland den Rücken.

Die damals neue Westernstadt

Ein letztes Mal…

Vor seinem Tod ließ von Wendt noch

einmal seinen alten Traum aufleben:

Er tauschte ein geerbtes Stück Buschland

in Kanada mit der Regierung

gegen ein Grundstück an der US-amerikanischen

Grenze und errichtete dort

einen kleinen Freizeitpark. Karl von

Wendt bewegtes Leben endete am 6.

Februar 2006. ■

Karl von Wendt bei der Vorstellung seiner Rennstreckenpläne

WOLL Winter 2020 - 91


Anzeige

Was für ein Jahr - 2020

N

ach dem leider viel zu frühen Tod des Kollegen

Christof Volmert haben wir 2019 dessen Buchhandlung

nahe des Brückencenters in Arnsberg

übernommen. In unserem Team durften wir seine langjährige

Mitarbeiterin Julia Marx begrüßen. Gemeinsam mit

Ivonne Durand – die bis dahin in unserem Geschäft in Meschede

tätig war – haben wir die Kundinnen und Kunden

der ehemaligen CAB-Buchhandlung mit unserem ausgesuchten

Sortiment überzeugt, der Buchhandlung in

Arnsberg auch weiterhin die Treue zu halten.

Das Jahr 2020 begann wie jedes Jahr - ruhig. Aber

dann kam alles anderes. Mit Corona kam es zu weitreichenden

Einschränkungen und Mitte März sogar

zum Lockdown.

Zum Glück verfügt WortReich – Lesen und mehr –

über einen Onlineshop. Die Bestellungen können nach

Hause geschickt oder in „ihrer“ Filiale abgeholt werden. In

Meschede, Schmallenberg und Arnsberg gibt es Abholstationen,

an denen die Kunden mit Nachschub versorgt werden

können. Außerdem bieten wir einen Lieferservice an und sind

auch beratend am Telefon da.

Wir haben festgestellt, dass der Zusammenhalt hier in der Region

groß ist. Dieser Vorteil trägt dazu bei, dass eben nicht alle

im Internet kaufen, sondern sich darauf besinnen, was man

alles regional und lokal bekommen kann.

Für möchten uns bei unseren Stammkundinnen und –kunden

für die Treue während dieser für uns alle nicht einfachen Zeit

bedanken. Durch das Einkaufen in der Region und lokal

– egal ob für den täglichen Bedarf oder durch Gutscheine -

ermöglichen Sie es, dass hoffentlich viele kleine und etwas

größere Geschäfte, Restaurants und Hotels im Sauerland eine

Chance haben, diese Krise durchzustehen.

Danke auch an die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

die in dieser Zeit immer ihr Bestmöglichstes gegeben haben,

um die Betriebe aufrecht zu erhalten, den Kundinnen und

Kunden, egal ob langjähriger Stammkunde oder Tourist,

Wünsche zu erfüllen und in unseren Buchhandlungen für eine

schöne Atmosphäre sorgen. Deshalb nun noch ein Wunsch

für das neue Jahr

2021: Mögen alle gut

durch diese schwierige

Zeit kommen und es im

kommenden Jahr wieder

ein gemeinsames Feiern und

Freuen geben. Es wäre wünschenswert,

wenn alles, was der eine oder andere an Werten neu oder

wiederentdeckt hat, auch in Zukunft Bestand hat, so dass wir

gestärkt aus dieser Krise gehen.

Bleiben Sie gesund - das wünschen Ihnen

Ihre Teams von WortReich – Lesen und mehr

In Meschede, Schmallenberg und Arnsberg

Ihre Katrin Föster ■

Meschede

Rebell 2a

Tel: 0291 908 35 53

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Arnsberg

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92 - WOLL Winter 2020


Unterwasserwelt im Sorpesee

Schwerelosigkeit und Farbenrausch für Taucher

Britta Melgert

Frank Ullrichskötter

S

tellen Sie sich vor, liebe Leser, Sie stehen am Ufer eines Sees, beispielsweise des Sorpesees. Ihre Kleidung fällt auf,

denn Sie tragen einen Neoprenanzug, Flossen und eine Tauchermaske. Ein ungewohntes Gefühl - gleichzeitig pocht

Ihr Herz wild und aufgeregt. Heute ist der Tag, auf den Sie sich schon lange gefreut haben, denn zum allerersten

Mal geht es tief unter die Wasseroberfläche. Nach dem Erlernen der Theorie und einem Übungswochenende im Pool steht

Ihr erster Tauchgang im „Open Water“ an!

Die Pressluft in der Flasche auf Ihrem Rücken wird für Ihre

ersten 45 Tauchminuten ausreichend sein, haben Sie erfahren.

Man hat Ihnen prophezeit, dass Sie geflasht sein werden von

dem, was Sie sehen und erleben werden, und sie können es

kaum erwarten, endlich das „Go“ vom Tauchlehrer zu hören.

Kein Vergleich zu den Erwartungen

Meter für Meter geht es tiefer in diese ganz andere Welt. Sie

haben sich vorab Bilder und Videos davon angesehen, aber das

war in keinster Weise ein Vergleich zu dem, was Sie hier nun

live erwartet. Natürlich haben Sie als Kind mal geschnorchelt

und dabei vielleicht zwei Meter hinabgeblickt; mit Glück

dabei ein paar Fischlein umherschwimmen gesehen. Wenn Sie

nur geahnt hätten, was irgendwann, viel tiefer, noch auf Sie

zukommen würde!

Ein fetter Hecht, der direkt in Ihre Richtung schwimmt, zum

Beispiel. Und dort rechts die beiden bunten Flussbarsche!

Spontan bedauern Sie, Ihre Kamera nicht parat zu haben, um

diesen Augenblick im Foto festzuhalten, doch schon wird Ihre

Aufmerksamkeit auf die sich im Wasser hin und her bewegenden

Pflanzen gerichtet. Ihr Tauchlehrer hatte im Theorieunterricht

gesagt, dass deren Vorhandensein und ihre Vielfalt

ein Zeichen für die gute Wasserqualität seien. Die Theorie ist

die eine Sache, aber die Realität haut sie fast um. Nur gut, dass

Sie in der Gruppe hier unten sind und sich nachher über das

Erlebte austauschen können!

WOLL Winter 2020 - 93


„Immer wieder anders – immer spannend“

„Genau DAS erleben wir immer wieder mit unseren Schülern“,

erzählt Tauchlehrer Matthias Richter. Als Inhaber der

Tauchschule Sauerland ist er hier an vier Stand-, nein Tauchorten

tätig. Sein eigenes erstes Taucherlebnis liegt bereits rund

30 Jahre zurück, aber er kann sich noch gut an die damaligen

Emotionen erinnern. „Diese Faszination hört niemals auf“,

verrät er. „Jeder Tauchgang, egal ob irgendwo in den Seen und

Meeren der Welt oder hier zuhause in den bekannten Gewässern,

ist immer wieder anders, daher bleibt es spannend.“

Eine Welt in Blau und Grün

Richter schmunzelt, wenn er über Menschen berichtet, die

seine Leidenschaft nicht verstehen können und ihn beim

Blick von oben auf den Sorpesee fragen, was er „in dieser

Plürre“ denn wolle. Klar, hier hatten vor rund 100 Jahren ein

paar Häuser gestanden, aber die wurden noch vor der ersten

Flutung abgerissen. Versunkene Schiffe mit Piratenschätzen

– ebenfalls Fehlanzeige! „All das braucht man nicht, wenn

man erfüllt wird vom Farbenrausch. Das von der Oberfläche

eindringende Licht verzaubert das Wasser in eine Welt in Blau

und Grün. Die große Vielfalt an Lebewesen, die dort unten

anzutreffen sind, ist bemerkenswert. Hechte, Seeforellen, Aale,

Krebse, Rotaugen, Süßwassergarnelen und noch vieles mehr

sind dort unten zu beobachten. Wer Glück hat, begegnet sogar

den wenigen, im See lebenden Wasserschildkröten, oder man

findet sich mitten in einem Schwarm aus Jungfischen wieder.

Und live dabei zu sein, wenn in der Dämmerung die großen

Barsche Jagd auf kleinere Fische machen – das sind immer

wieder sehr beeindruckende Erlebnisse.“

Sommer- und Wintertauchplatz

Zwei ganz unterschiedliche Tauchgebiete befinden sich an der

westlichen Seite des Sorpesees: In einer rund 27 Meter tiefen,

durch Bojen abgegrenzten Bucht werden die Taucher für die

Dauer der Sommermonate vor Booten und Surfern geschützt.

Wintertags wird das Areal im Bereich eines alten Steinbruches

zum Tauchen freigegeben. Es gilt als einer der schönsten

Tauchplätze in Deutschland und ist mit seinen 36 Metern

Tiefe zum Eldorado für Taucher aus Nah und Fern geworden.

Schwerelos und unbekümmert dahinschweben

Das eigentliche Highlight aber, das mit dem Tauchen verbunden

ist, kommt auf all das Genannte noch obendrauf:

„Die Schwerelosigkeit! Nirgends sonst auf der Welt kann man

Vergleichbares erleben wie im Wasser“, schwärmt Matthias

Richter. „Sich ohne Erdanziehungskraft in alle Richtungen

bewegen, sich treiben lassen, keine Widerstände überwinden

94 - WOLL Winter 2020


müssen … nach diesem Gefühl wird man süchtig“, weiß er.

Der Spruch vom Wohlfühlen wie ein Fisch im Wasser kommt

einem in den Sinn. „Genau“, so Richter, „unten im Wasser

wird man leicht und beweglich. Gesundheitliche

Beeinträchtigungen, wie beispielsweise Gelenkschmerzen,

sind wie weggeweht. Und selbst der

größte Alltagsstress verblasst im schwerelosen

Zustand innerhalb kurzer Zeit.“

Wenn Sie nun, liebe Leser, nach Ihrem ersten

Tauchgang wieder an Land kommen, werden Sie

vermutlich aus dem Erzählen nicht mehr herauskommen.

Vollgepumpt mit Adrenalin werden

Sie noch tagelang an Ihr wunderbares Erlebnis

denken und auf den nächsten Tauchgang

hinfiebern.

Die Frage „Warum hab ich das nicht schon

viel früher angefangen“ stellt sich fast jeder

Anfänger, weiß Richter. „Das Gute ist“, so der

Tauchlehrer, „dass es für diese Sportart kaum ein

Höchstalter gibt. Wer sich wohlfühlt und die Regeln

einhält, darf sein Hobby Tauchen lange ausüben,

Adrenalinschub und Herzklopfen inklusive!“ ■

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WOLL Winter 2020 - 95


Bildquelle: Landesarchiv NRW

Schlacht bei Bredelar im Jahre 1761

Als die Franzosen aus Westfalen vertrieben wurden

Britta Melgert

Als im Jahre 1932 die alte Straße zwischen Bredelar und Giershagen verbreitert werden sollte, stieß man auf einen

grausigen Fund. Auf Höhe der Diemel kamen Gräber zum Vorschein, immer mehr. Schnell war klar: Es musste

sich um französische Soldaten handeln, die im Siebenjährigen Krieg ihr Leben einbüßen mussten.

Kramen wir doch mal unser verstaubtes Schulwissen hervor!

Siebenjähriger Krieg – 1756 bis 1763 - im Prinzip der erste

Weltkrieg überhaupt - oder mehrere Kriege gleichzeitig, wie

man es nimmt. In Europa kämpften im Gebiet des Heiligen

Römischen Reiches die Preußen quasi allein gegen alle anderen

Großmächte; Großbritannien/Kurhannover, die österreichische

Habsburg-Monarchie, Frankreich, Russland. Es ging

um Territorien, um Macht und um die Ehre. Hart gekämpft

wurde seinerzeit auch hier bei uns im damaligen “Herzogtum

Westpfahlen“.

Bredelarer Kloster im Zentrum der Gefechte

August 1761: Aus allen Richtungen kommend waren feindliche

Truppen, u. a. ein französisches Corps in den Großraum

„Stadtbergen“ (heute Marsberg) weitergezogen.

In den Morgenstunden des 5. August 1761 kam es dann in

Bredelar, u. a. direkt vor dem dortigen Zisterzienserkloster, zu

ersten Kämpfen gegen die Preußen. Dieses führte zu erheblichen

Zerstörungen des Klostergebäudes. Nicht ganz unbeteiligt

am Geschehen scheint ein militärliebender Mönch

96 - WOLL Winter 2020


gewesen zu sein, dem man nachsagt, als „Sympathisant“ der

Franzosen zum Geheimnisrisiko geworden zu sein.

Das Massaker an der Diemel

Im Verlauf der Schlacht verlagerte sich das Geschehen in

Richtung Giershagen, früher Upsprunge, wo es im Areal der

Diemel zur preußischen Überlegenheit kam. Alten Unterlagen

ist zu entnehmen, dass es den französischen Truppen

an Munition mangelte, sodass diese den Rückzug antraten.

Massive Verluste: Rund 350 gefallene Soldaten waren seinerzeit

durch Kriegsberichterstatter erwähnt worden.

Alles hat zwei Seiten

Dass sich ein Ereignis stets von zwei Seiten betrachten lässt,

beweist hier sehr schön die Berichterstattung auf französischer

Seite. Dort ist unter dem Stichwort „Affaire de

Bredelar“ zu lesen, dass das französische Bataillon heldenhaft

„oberhalb einer Anhöhe (Berg Orthelle) oberhalb der

(Diemel-)Brücke“ kämpfte. Verbündete Schweizer Brigaden

desselben Regiments kämpften zunächst im Tal gegen die

Preußen, wurden aber aufgefordert, sich zurückzuziehen, um

nicht von den verbündeten Soldaten getroffen zu werden.

So wurde dann der geschickte Schachzug des Rückzuges

erklärt.

Die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte liegen. Das, was

uns heute zu dieser Auseinandersetzung außer den Kriegsberichten

noch vorliegt, sind ein alter Kupferstich und militärische

Karten, die eher von Erinnerungen als von Tatsachen

geprägt sind. Da wird aus dem Fluss Hoppecke schon mal

die Diemel, die Klosterkirche trägt zwei Türme statt nur

einen und die Lage der Orte ist nicht immer stimmig. Fakt

ist jedoch, dass die Upsprunger Kluskirche, die sich im

Bereich der damaligen Kampfhandlungen befindet, stark

in Mitleidenschaft gezogen wurde; ihr fehlte danach der

komplette Turm.

Bredelarer Klosterschützen erinnern an 1761

In Anlehnung an die Kämpfe in und um Bredelar haben

sich vor einigen Jahren junge Männer zu den Klosterschützen

als Unterabteilung der Bredelarer Bürgerschützen

zusammengefunden. In ihren, den preußischen Originalen

nachempfundenen Uniformen, werten Sie den Schützenzug

optisch auf, und sie erinnern Jahr für Jahr mit Böllerschüssen

von der Orthelle an die Geschehnisse von damals. ■

WOLL Winter 2020 - 97


„Im Handwerk kommt

man aus dem Staunen

nicht heraus“

Sauerländer LEUTE –

Der MENSCH dahinter

Meinolf Niemand:

Hauptgeschäftsführer der

Handwerkskammer mit viel Herzblut

Dirk Bannenberg & Paul Senske

Tom Linke

„M

ich erfüllt es mit Stolz rund 12.000 Betriebe vertreten zu dürfen.“ Meinolf Niemand ist Hauptgeschäftsführer

der Handwerkskammer Südwestfalen mit 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und

das aus „voller Überzeugung und mit viel Herzblut“. Das Handwerk in der Region fasziniert den Juristen

aus Neheim-Bergheim, weil es „leistungsstark, innovativ und sympathisch ist“. Als große Herausforderungen der

kommenden Jahre sieht Niemand den Fachkräftemangel, den Bürokratieabbau, die Digitalisierung sowie die „brandaktuelle“

Nachfolge-Problematik der Betriebe.

98 - WOLL Winter 2020

Lesen Sie weiter aus Seite 100


Ein Wintertag

Robert Dröge

Wer kennt nicht aus Kindertagen

im Winter noch die „Schlünderbahnen“?

Etwas Schnee auf glattem Boden,

ein kurzer Anlauf, glatte Sohlen.

Dabei das Gleichgewicht behalten,

die Rutschbahn länger dann gestalten.

Ja, das „Schlündern“ machte Spaß,

wurd´ auch mancher Hosenboden nass.

Schlittenfahren, Schneemann bauen,

lieber Gott, lass es nicht tauen.

Durchgefroren, doch gesund.

Husten, Schnupfen war kein Grund,

im Haus zu bleiben, sich kurieren;

lieber draußen etwas frieren.

Denn bergauf beim Schlittenziehen,

ist die Kälte nicht zu spüren.

Runter geht es dann sehr schnell.

Einmal noch, es ist noch hell.

Ein letztes Mal, dann geht´s nach Haus.

Ein schöner Wintertag klingt aus.

Ja, die schöne Winter-Kinderzeit

liegt für viele ach so weit.

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Ein ungehobener

Schatz im Upland

Gisela Wilms

Iris Boening

Das 260-Seelen-Dorf Stormbruch liegt im Naturpark

Diemelsee. Vor fast 970 Jahren wurde es

unter dem Namen „Sturibrock“ zum ersten Mal

urkundlich erwähnt. Der kleine Ort liegt eingebettet zwischen

Wäldern und der nahe gelegenen Diemeltalsperre.

Stormbruch ist neben der landschaftlich reizvollen Lage

wegen einer Person bekannt: Die Biathletin Carolin Hennecke

wurde dort geboren und machte im nahen Willingen

ihre ersten Schritte auf Skiern. Carolin war national und

international erfolgreich und wurde in einem Atemzug

mit Magdalena Neuner und Kathrin Hitzer genannt.

2013 trat sie vom Leistungssport zurück.

In und um Stormbruch herum gibt es wunderschöne Wanderwege,

die einladen, Energie zu tanken oder einfach nur

die frische Luft in beeindruckender Natur zu genießen. Vor

allem Gäste aus dem Ruhrgebiet nutzen diese Gelegenheit

schon seit Jahren. „Raus aus dem Pott, rein in die Natur“

hieß damals die Devise. Die Nähe zum Diemelsee ist im

Sommer ebenso attraktiv wie die im Winter zu Willingen.

Hier schwimmen oder Boot fahren, dort Ski, Schlittschuh

laufen und rodeln. Auch das Radfahren erfreut sich

wachsender Beliebtheit, der das gut ausgebaute Wegenetz

Rechnung trägt. Nach den anstrengenden Aktivitäten

kehrt man in das idyllische Stormbruch zurück und füllt

116 - WOLL Winter 2020


“Wir haben einen Schatz,

der wieder ans Tageslicht

gebracht werden müsste.”

- Bernd Menzel

dort die Kraftreserven wieder auf. Eine ideale Kombination

von sportlicher Betätigung und Ruhe.

Leider hat heute, wie überall in den kleinen Regionen,

der Tourismus abgenommen. Billigflüge in andere Länder

haben ihren Teil dazu beigetragen. Dennoch findet man in

Stormbruch nach wie vor Übernachtungsmöglichkei ten.

(Ein Blick ins Internet lohnt sich hier!)

Ideen mit Potential

Generell ist das Vereinsleben in dem kleinen Dorf sehr

rege. Trotz oder vielleicht gerade wegen der Tatsache, dass

sich viele Einheimische tagsüber kaum noch sehen. Damals

traf man sich bei der Feldarbeit, arbeitete bei den Schreinern

vor Ort oder hielt ein Schwätzchen in den kleinen

Geschäften. Heute fahren täglich ungefähr 90 Autos raus in

die umliegenden kleinen Städte, wo die Menschen Arbeit

gefunden haben. Nach Brilon, Hoppecke, Willingen und

Korbach führen die Wege in Fabriken, Krankenhäuser oder

in die Gastronomie.

Eine Entwicklung, die der Ortsvorsteher Bernd Menzel mit

Sorge betrachtet. „Kleine Dörfer werden bei notwendigen,

zukunftsträchtigen Maßnahmen oft übersehen, was alleine

schon an dem langsamen Internet deutlich wird. Es ist

WOLL Winter 2020 - 117


Ortsvorsteher BerndMenzel

Gemälde von Werner Moog

zwar schneller als vor einiger Zeit, aber kein Vergleich mit

der Leistung, die in der Stadt abzurufen ist“, kritisiert er

und beklagt einen weiteren Trend: „Heutzutage verlassen

die Kinder nach der Schule bzw. Ausbildung ihre Heimat,

da sie bei uns für sich keine Zukunft sehen. Das ist einerseits

natürlich verständlich, andererseits jedoch auch sehr

traurig.“ Was wünscht er sich für seinen Ort? Die Antwort

kommt prompt: „Starke Investoren, die das Potential

Stormbruchs erkennen. Wir haben mit unserer Natur

und somit den Erholungsmöglichkeiten einen Schatz, der

wieder ans Tageslicht gebracht werden müsste.

Vielleicht besinnen sich die Menschen nach der Corona-Krise

darauf, dass Urlaub in Regionen Deutschlands

eine erholsame und auch preiswerte Alternative bietet.“

Darüber hinaus kann er sich ein Haus für altersgerechtes

Wohnen vorstellen. „Platz hätten wir dafür, Bedarf auch.

Denn, wie gesagt, oft kommen die Kinder nicht mehr

nach Hause zurück und können sich deshalb nicht um

ihre Eltern kümmern. Es fehlt jedoch eine Person, die das

Geld in die Hand nimmt und so ein Projekt stemmen

möchte.“ ■

118 - WOLL Winter 2020


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WOLL Winter 2020 - 119


SHOWTIME

IN SICHTIGVOR

Majoretten und Cheerleader auf

dem Weg zur Deutschen

Meisterschaft

Britta Melgert

Marc Niemeyer

120 - WOLL Winter 2020


S

tellen Sie sich vor: Junge Mädchen bewegen sich

rhythmisch auf Sie zu. Alle tragen das gleiche Kostüm

und wirbeln einen Metallstab um sich herum.

Und Sie fragen sich: Wo bin ich hier gelandet?

Es ist Dienstagabend in Sichtigvor. Das ist im Haus Teiplaß

einer der Abende der Twirling-Gruppen. Heute wird geübt,

verbessert und perfektioniert. Und weil bekannt war, dass

WOLL hinzukommt, haben 20 Mädchen im Alter von 9

bis 21 Jahren unruhig geschlafen und dann lange vor dem

Spiegel gestanden. Doch nun sitzt die Dutt-Frisur, und die

frisch gewaschenen Kleider wollen im Licht glänzen. Jedes

Mädchen kennt ihre Anfangsposition in der Gruppe. Die

Musik startet. It’s Showtime…

2011 ging’s los

Christiane Osterhaus-Henke ist ein alter Hase im Twirling-

Sport. Bereits vor 27 Jahren hat sie damit im Nachbarort

begonnen. „Als der dortige Verein aufgelöst wurde, haben

wir hier in Sichtigvor einen neuen gegründet, damit uns

dieses schöne Hobby nicht verloren geht“, er innert sie sich.

Zehn Jahre ist das fast her. Inzwischen ist sie die Trainerin

und zugleich Vereinsvorsitzende. Auch ihr Ehemann Sven

engagiert sich stark für den Verein, nicht nur als 2. Vorsitzender,

sondern auch als DJ an der Musikanlage.

Majoretten und Cheerleader

Aus den Lautsprechern klingt rhythmische Popmusik, und

die Mädchen bilden als Majoretten mal Kreise, mal Reihen,

mal ein V, mal eine Mühle oder - ganz schwierig - einen

Korkenzieher. Die Schritte sitzen, aber das allein reicht nicht.

Der silbrige Stab, man nennt ihn Baton, muss synchron in

der Hand herumwirbeln und gleichzeitig soll das schönste

Lächeln gezeigt werden. Man merkt es deutlich: Twirling

kommt ur sprünglich aus den USA! Eine zweite Gruppe,

die der jüngeren Mädchen, übt derweil als Cheerleader

WOLL Winter 2020 - 121


neue Hebefi gu ren ein. Lila Pompons

an beiden Hän den unterstützen ihre

Bewegungen optisch und zaubern dekorative

Standbilder.

Pia und Lina - die amtierenden

Deutschen Meisterinnen

Das große Ziel der Mädchen ist in

jedem Jahr die Deutsche Meisterschaft.

Und tatsächlich haben wir hier mit Pia

Fortmann und Lina Fahle die amtierenden

Titelträgerinnen im Majoretten-

Duo vor uns. Dieser Sieg spornt alle an,

zumal im nächsten Herbst die Wettbewerbe

zur Deutschen Meisterschaft

in Warstein stattfinden sollen. „Das ist

schon etwas Besonderes und auch eine

Anerkennung unseres 10-jährigen Jubiläums“,

freut sich die Trainerin.

Zum Jubiläum die Deutsche

Meisterschaft nach Warstein geholt

Und so geben die Mädchen und jungen

Frauen ihr Bestes. Während es bei den

jüngeren wie Lea, Elona, Emilia, Leyla,

Joy, Samanta, Angelina, Pia, Lakisha,

Mila und Zoé noch um Grundschritte,

Figuren und Spaß geht, wird von

den „Senioren“ ab 14 Jahren, nämlich

bei Svenja, die auch als Co-Trainerin

fungiert, Pia, Lina, Michelle, Carmen,

Anna, Denise, Geraldine und Julia Leistung

auf höchstem Niveau erwartet.

Traditionen bewahren

mit Marschmusik

Inzwischen klingen andere Töne durch

die Halle: Marschmusik. „Das ist der

Ursprung des Twirling-Sports“, erklärt

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Christiane Osterhaus-Henke. „Typisch

für die Majoretten war die Teilnahme

an Umzügen - hierzulande beispielsweise

im Karneval oder beim Schützenfest.

Insofern gibt es bei den Meisterschaften

eine eigene Kategorie für traditionelle

Märsche“.

Aber auch Schlagermusik, Hip-Hop

oder Musik aus den Charts sind Grundlage

des Wettbewerbs. „Hauptsache

peppig“, wirft Sven Osterhaus ein.

Nachwuchs und Unterstützer gesucht

Die Meisterschaft im hiesigen Raum

wird unweigerlich Interessierte anlocken,

die den Verein als aktive Sportlerinnen

oder auch passiv unterstützen möchten.

„Ohne Ehrenamt und Spenden kämen

wir hier nicht über die Runden, obwohl

wir durch die Stadt Warstein sehr fair

gefördert werden“, so Osterhaus-Henke.

„Dennoch freuen wir uns auch jetzt

schon über Nachwuchs ab fünf Jahren.

Und was mit einem kostenlosen Probetraining

beginnt, kann ja irgendwann

mit dem Sieg der Deutschen Meisterschaft

enden!“ ■

Christiane Osterhaus-Henke und Sven

Osterhaus mit „ihren“ Mädchen (Foto: Britta Melgert)

WOLL Winter 2020 - 123


Robert Hinkel

Robert geht wandern:

Von Ramsbeck auf den Bastenberg (745 m)

1Diesmal zeige ich euch das Sauerländer Schluchtgebirge.

Es bietet mit die größten Berg-Tal-Höhenunterschiede

des Sauerlands. Da geht’s rauf (der rechte Berg):

2Ihr parkt das Auto am Junkernhof oder steigt an der Bushaltestelle

„Ramsbeck Post“ aus, die von den Buslinien

470 und R72 aus Bestwig angefahren wird. Ihr seid auf

370 m üNN. Der erste Kilometer über den Bergbau-Wanderweg

ist ziemlich steil. Aber eine Isomatte oder eine Gummijacke

kann auch als Sitzkissen auf nassen oder verschneiten Bänken

missbraucht werden.

3Auf den nächsten 2 km kann man sich aber

auf dem Bestwiger Panoramaweg (B) erholen,

siehe Zeichen rechts am Baum. Der verläuft

leicht an- und später absteigend.

4Jetzt wird’s aber Zeit, in den richtigen Schnee zu kommen.

Ihr verabschiedet euch vom (B) nach rechts oben, nehmt eine

Serpentine nach rechts und eine weitere nach links. Dann seid

ihr nach insgesamt knapp 6 km auf 650 m üNN:

124 - WOLL Winter 2020


5An der dortigen Kreuzung mehrerer gleichberechtigter (Trekker-)

Straßen biegt ihr rechts ab und nach wenigen hundert Metern

wieder rechts, meist leicht ansteigend.

6Dann kommt ihr nach weiteren 2 km zu

der Fichte. Die ganzen kleinen Bäume

wachsen seit dem Orkan Kyrill 2007. Aber

die Fichte ist als einziger Baum im Umkreis von

über 100 m stehen geblieben. Bis jetzt hat sie

auch den Borkenkäfer überlebt. Die Fichte sieht

man kilometerweit, zum Beispiel bei meinem

letzten Sommer-Artikel aus Grevenstein! Rechts

davon ist der Bastenberg.

7Noch sind die nachwachsenden Bäume nicht zu groß.

Noch hat man Aussicht in die Schlucht und auf diverse

Berge im Südosten. Das sind z. B. die Bruchhauser Steine

und der Langenberg.

WOLL Winter 2020 - 125


8Geschafft: Nach gut 8 km befindet ihr euch 375 m

über dem Ausgangsniveau. Hier gibt’s Bänke mit

Tisch und ein Gipfelkreuz mit einem Kästchen, wo

man sich ins Gipfelbuch eintragen kann.

9

Der Abstieg (immer runter) erfolgt erst mal hauptsächlich

über die Nordseite. Entsprechend hat man nun Aussicht in

Richtung Arnsberger Wald:

10

Wo die Sonne knapp über den Hang scheint,

kann sie für glitzernde Augen sorgen:

knapp 12 km biegt ihr knapp vor Berlar rechts

ab, wieder auf den Panoramaweg (B). Wer sich keine

11Nach

375 m Höhenunterschied zutraut: Man kann auch in

Berlar parken und sofort auf dem (B) bleiben, dann spart man

sich den steilen ersten Kilometer.

126 - WOLL Winter 2020


der Bildmitte ist Ramsbeck. Die Berge dahinter

sind übrigens auch um die 700 m hoch mit

12In

Tälern unter 400 m dazwischen.

131 km weiter verabschiedet ihr euch vom (B),

diesmal nach unten, über diese Straße

Die Strecke wandere ich am

02.01.2021 um 10:15 Uhr.

Weitere Geschichten mit ~5 Minuten

Lesezeit gibt’s in meinem blog www.

sauerland-wandern-und-wetter.blogspot.com

WOLL Winter 2020 - 127


Gipfelstürmer

aus dem Sauerland

Daniel Hilbich und Benedikt Lindner eint

ihre Leidenschaft für den Klettersport

Daniela Weber

Iris Böning/Privat

Auf der Zumsteinspitze in den Walliser Alpen

128 - WOLL Winter 2020


este Aussicht kommt nach dem härtesten Aufstieg“

- ein Spruch, der für die beiden Sportkletterer Daniel

„Die

Hilbich aus Olsberg-Bruchhausen und Benedikt Lindner

aus Willingen wohl als Leitmotiv dient. Ob in der Kletterhalle, in

heimischen Steinbrüchen oder in den imposanten Alpen - die beiden

Sauerländer klettern gerne hoch hinaus und genießen die Natur und das

Panorama, das sich ihnen dort bietet.

Waschechte Naturburschen, das waren die beiden Sauerländer schon immer.

Statt in den heimischen vier Wänden die neuesten Spiele für die Konsole zu

testen, verbrachten Daniel Hilbich und Benedikt Lindner ihre Kindheit lieber

draußen in der Natur. Und, wie es sich für richtige Sauerländer Jungs gehört,

wurden schon damals die ersten Kletterversuche unternommen. „Ja, man ist

schon überall hoch“, lacht Hilbich, als er an seine Kindheit zurückdenkt.

Von der Halle an den Fels

Zum Klettersport gekommen ist der heute 26-Jährige vor etwa zehn bis

elf Jahren. „Ich habe in der Kletterhalle in Willingen angefangen. Für das

Klettern dort braucht man noch nicht so viel Wissen. Man bekommt eine

Einführung und kann dann loslegen“, erklärt der Bruchhauser, der seinen

Kumpel Benedikt in puncto Klettern erst „zu seinem Glück zwingen musste“.

Denn so richtig überzeugt vom Klettersport war der 19-Jährige anfangs nicht

gewesen. „Daniel meinte aber zu mir, dass ich so einen schmalen Körperbau

hätte und das ist bei dem Sport schon vorteilhaft. Ich hab dann erst einmal

angefangen zu bouldern. Eine Art des Kletterns, bei der ohne Gurt und Seil

in Absprunghöhe geklettert wird“, erinnert sich Lindner mit einem Lächeln

im Gesicht.

Nachdem auch Benedikt auf den Geschmack gekommen war, und die

Freunde in der Kletterhalle die ersten Erfahrungen gesammelt und elementare

Klettertechniken kennengelernt hatten, trauten sich die beiden, mit Seil,

Helm, Karabinern und Kletterschuhen ausgestattet, an richtige Felsen. Ein

Schritt, der erst einmal eine ordentliche Portion Überwindung kostete. „Ich

hatte da anfangs so meine Schwierigkeiten. Ich habe immer gedacht: Was

passiert, wenn ich stürze? Benedikt war da immer etwas forscher“, sagt Daniel

Hilbich schmunzelnd. Schließlich sei ein Fels nicht hundertprozentig fest und

es gebe draußen auch Routen, wo es keine vorgegebenen Haken für die Zwischensicherungen

gebe. „Man muss dann komplett selbst für die Sicherung

sorgen und man weiß nicht, ob die Zwischensicherungen halten“, erklärt

der Bruchhauser die Herausforderungen. In der Heimat sind die jungen

Sauerländer meist in Steinbrüchen zu finden. Dass die Bruchhauser Steine,

ein ehemaliger „Hotspot“ für Kletterer, schon seit Längerem nicht mehr

bestiegen werden dürfen, bedauern die beiden. „Wir sind natürlich froh, dass

wir die Steinbrüche haben, aber landschaftlich sind natürliche Felsen ein ganz

anderes Erlebnis. Man nimmt den Fels mit allen Sinnen war und man riecht

die Pflanzen“, schwärmt Benedikt Lindner vom Erlebnis in der Natur.

Die Hillenbergwand bei Warstein

Benedikt Lindner und Daniel Hilbich

WOLL Winter 2020 - 129


Auf der Ruderhofspitze in den Stubaier Alpen

Denn abgesehen von der Bewegung und der psychischen Komponente,

sich immer mehr zuzutrauen und von Mal zu Mal

mehr zu schaffen, sei vor allem auch die atemberaubende Natur

reizvoll beim Klettersport.

Bergsteigen als ganzheitliches Erlebnis

Und so zieht es die beiden Sauerländer in ihrer Urlaubszeit

auch meist zum Bergsteigen in die Ferne. „Meine schönste

Tour war bisher die am Piz Bernina. Bergsteigen ist ein

ganzheitliches Erlebnis. Man überquert Gletscher. Da ist

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man dann auch mal mit Steigeisen und Eispickel unterwegs.

Zwischendurch kommen dann auch mal Felspassagen, wo

man richtig klettern muss. Das Ziel ist natürlich der Gipfel,

der eine imposante Aussicht bietet“, so Hilbich, der solche

Touren bis ins kleinste Detail plant, um auf alle Gegebenheiten

vorbereitet zu sein. Bei einem Gewitter auf dem Gipfel

nütze aber auch die beste Vorbereitung nichts: „Dann muss

man natürlich ganz schnell runter. Bislang konnte ich richtig

brenzlige Situationen aber vermeiden. Aber ich musste mich

schon oft sputen“, lacht der 26-Jährige, der die Trainerlizenz

im Bereich Bergsteigen besitzt und einmal im Jahr auch

Kurse für Anfänger in den Alpen anbietet.

Benedikt, der bisher alle seine Touren mit Daniel zusammen

gemacht hat, träumt von einer Besteigung des Mont Blanc.

Vorerst steckt der Willinger aber seine ganze Energie in ein

anderes Projekt. Denn er befindet sich zurzeit mitten in der

Bewerbungsphase für den Alpin Kader NRW des Deutschen

Alpenvereins. „Die Bewerbung ist in zwei Sichtungskurse

eingeteilt. Der erste fand in der Eifel statt. Da wurden das

Kletterniveau und die Kondition bewertet. Der zweite findet

im Februar im Allgäu statt. Da geht es um das Eisklettern und

alpinistische Fähigkeiten“, erzählt der 19-Jährige voller Vorfreude

und mit der Hoffnung, die Bewerbungsphase zu überstehen.

Sollte er es in den Kader schaffen, wartet eine spannende Expedition

auf den jungen Sportler. Das Ziel sei noch unbekannt,

sicher sei jedoch, dass es ein „Tal ohne Zivilisation“ sein werde.

Welches Ziel Daniel Hilbich im kommenden Jahr anpeilt,

sei ebenfalls noch ungewiss. Aber hoch hinaus wird es ihn sicherlich

führen. Denn eines wissen die beiden Sportkletterer

ganz genau: „Unsere Urlaube drehen sich ja eigentlich immer

um das Klettern. Wir möchten etwas sehen und nicht nur

am Strand liegen“, so Daniel Hilbich und Benedikt Lindner

abschließend. ■

130 - WOLL Winter 2020


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WOLL Winter 2020 - 131


Eine Sauerländerin im

Land aus Feuer und Eis

Sonja Nürnberger

Privat

Einige Menschen zieht es nach

dem Abitur ins Ausland, um

einmal über den Tellerrand

zu schauen und neue Erfahrungen zu

sammeln. Australien oder Südostasien

sind beliebte Ziele. Lotti Hütter aus

Berlar zog es in deutlich kältere Gefilde:

nach Island.

Für die heute 19-Jährige war es nicht

das erste Mal auf der Insel. Aber Urlaub

zu machen oder dort ein ganzes Jahr zu

wohnen, das ist dann doch etwas ganz

anderes. Letztes Jahr im September war

es so weit. Die Koffer waren gepackt. Für

drei Monate – aus denen schließlich ein

ganzes Jahr werden sollte. Vermutlich

war auch ein wenig Bauchweh dabei.

Denn so lange Zeit war die junge Sauerländerin

noch nie von zuhause weg. Mit

dem Flugzeug sind es nach Island etwa

3,5 Stunden. Aber für Lotti sollte die

Reise etwas länger dauern: 850 Kilometer

mit ihrem Twingo bis Hirtshals in

Dänemark, von dort mit der Fähre zwei

Tage lang - mit Zwischenstopp auf den

Faröer Inseln - bis nach Seyðisfjörður

in Ost-Island. Lottis Ziel: der Hof eines

bekannten Islandpferde-Trainers in

Selfoss, etwa 40 Fahrminuten von der

Hauptstadt Reykjavik entfernt, wo sie die

nächsten Monate arbeiten sollte.

Das erste Mal auf sich

allein gestellt

Lotti wohnte in einer Wohnung, nur

einige hundert Meter vom Haus ihres

Chefs entfernt. „Ein paar Monate war

auch eine Kollegin da. Aber die meiste

Zeit war ich allein“, erzählt Lotti. „Und

das war eine schöne Erfahrung.“ Gegessen

hat sie jedoch meistens gemeinsam

mit der Familie ihres Chefs. „Dort habe

ich abends oft Zeit verbracht und mit

den Kindern gespielt. So habe ich auch

die Sprache etwas gelernt.“

Der Plan eines Sprachkurses wurde

jedoch von der beginnenden Corona-

Pandemie durchkreuzt. „Ohne Kurs ist

es schwer. Ich verstehe einfache Sätze,

aber es ist eine sehr komplizierte Sprache.“

Tatsächlich zählt Isländisch zu den

schwierigsten Sprachen der Welt. „Meine

Englischsprachkenntnisse haben sich

aber auch verbessert“, sagt Lotti. „Allerdings

sind hier natürlich keine englischen

Muttersprachler, sodass sich sicher auch

die ein oder andere Eigenart und ein isländischer

Akzent eingeschlichen haben.“

„Heimweh hatte ich auch manchmal,

vor allem im Winter.“ Durch die Nähe

zum Polarkreis geht zwar im Sommer

die Sonne niemals richtig unter, in den

Wintermonaten wird es hingegen kaum

132 - WOLL Winter 2020


ichtig hell. „Im Januar und Dezember

waren es vielleicht sieben Stunden, in

denen man etwas sehen konnte.“

„þetta reddast!“

„Ich kannte das Land durch frühere

Besuche schon etwas, hatte schon die

Touristen-Ziele gesehen: große Wasserfälle,

Geysire und Vulkane. Aber wenn

man längere Zeit dort ist, arbeitet, auf

Turnieren reitet, dann lernt man nicht

nur das Land, sondern auch die Menschen

viel besser kennen“, weiß sie nun.

„þetta reddast!“ – „Das wird schon

gutgehen!“, heißt es und genau so sind

die Isländer auch: „Manchmal habe ich

schon gemerkt, wie ‚deutsch‘ ich bin.

Die Isländer sind viel entspannter und

sagen einem nicht jedes Mal, was man

wie tun soll. Dadurch habe ich gelernt,

selbstständiger zu arbeiten, praktischer

zu denken, mich auszuprobieren und

meine eigenen Lösungswege zu finden.“

Die Zeit in Island hat Lotti ein ganzes

Stück erwachsener werden lassen. Nun

fühlt sie sich bereit für das nächste

Kapitel: Das Studium der Wirtschaftspsychologie

in Meschede. ■





WOLL Winter 2020 - 133


Nächster Halt: WENNEMEN

Die Geschichte eines Umsteigebahnhofs

Sonja Nürnberger

Franz-Josef Keite

Ü

ber sechzig Jahre ist es her, dass der letzte Personenzug durch Wennemen fuhr. 30 Jahre später wurde die

Strecke auch für den Güterverkehr stillgelegt. Aber auch wenn heute keine Züge mehr in Wennemen halten, das

Ortsbild erinnert noch immer an seine Vergangenheit als Bahnhofsstandort.

Elf Jahre dauerte es von der Genehmigung des Baus der

Strecke, bis 1911 das erste Mal ein Zug durch Wennemen

fuhr. Gastarbeiter aus Italien wurden für die Bauarbeiten ins

Sauerland geholt. Fünf Menschen verloren dabei ihr Leben.

Für die Wirtschaft bedeutete die Bahnstrecke jedoch einen

Aufschwung und auch Touristen erkundeten nun die Region.

Der Bahnhof in Wennemen bildete den Endpunkt der Nebenstrecken

von Finnentrop und Altenhundem ausgehend und

damit auch den der Querverbindungen von der Ruhr-Sieg-

Strecke zur Oberen Ruhrtalbahn. Der Bau sorgte dafür, dass

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134 - WOLL Winter 2020


sich das Ortsbild von Wennemen gravierend veränderte: die Bahntrasse schnitt

den Weg ins „Ohl“ ab, auf dem Teilstück der neuen Nebenbahn nach Berge

wurde eine Brücke über die Ruhr gebaut und auch der Bereich des Bahnhofs

musste ausgebaut und erweitert werden – neue Zufahrtsgleise und weitere Abstellgleise

kamen hinzu. Unweit vom Bahnhof entstand ein Doppelwohnhaus

für die Menschen, die dort arbeiteten.

Wennemen wurde zum Umsteigebahnhof. Ab 1963 verkehrte auf der Strecke

von Finnentrop nach Wennemen ein Heckeneilzug von Köln über den Teilabschnitt

Overath-Olpe der Bahnstrecke Siegburg-Olpe und Meschede nach

Paderborn – bei der Bevölkerung auch bekannt als „Kardinalsexpress“, da die

Endpunkte jeweils Sitze von Erzbistümern sind. Übernachten konnten die Fahrgäste

in Wennemen in der Bahnhofsgaststätte und im Hotel zur Post.

Aber auch Güterzüge wurden durch Wennemen geleitet – vor allem während der

Elektrifizierungsarbeiten an der Ruhr-Sieg-Strecke Anfang der 60er Jahre. Zum

Wenden der Lok wurde dafür auf der Südseite des Bahnhofes ein Gleisdreieck

installiert, das jedoch in den 1980er Jahren wieder abgebaut wurde. 1966 brachte

ein Zug das letzte Mal Personen nach Wennemen, der Güterverkehr wurde

offiziell 1996 eingestellt. Auf zwei der ehemals zwölf Gleise war der Güterverkehr

jedoch immer noch möglich. Genutzt wurde dies nach dem verheerenden

Sturm „Kyrill“ in den Jahren 2008 und 2009, um das Holz der umgestürzten

Bäume abzutransportieren.

2012 wurden im Bereich zwischen dem Esloher Bahnhof und der Wennebrücke

die letzten Schienen der ehemaligen Bahnlinie entfernt. Heute verläuft hier ein

Teil des SauerlandRadrings. Dieser Fahrradweg führt entlang der ehemaligen

Bahntrasse durch den „Fledermaustunnel“ in Kückelheim, vorbei an weiteren

Bauwerken wie etwa die Eisenbahnbrücke in Wenholthausen oder der steinernen

Hellebrücke, die an die einstige Bahnlinie erinnern. 2014 wurde der Sauerland-

Radring in das landesweite Radverkehrsnetz NRW aufgenommen. Denn auch

auf dem Rad ist es eine sehenswerte Strecke. ■

Frohe Weihnachten

und alles Gute für

das neue Jahr!

Sebastian Fothen

Hauptstraße 16

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WOLL Winter 2020 - 135

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Frischer Wind

für die Region

LEADER-Regionalmanagerin

Miriam Schulte-Remmert

Sonja Nürnberger

Iris Boening

LEADER ist ein Förderprogramm der EU für den

ländlichen Raum. Unterstützt werden in der

Region „4 mitten im Sauerland“ ganz unterschiedliche

Projekte von Vereinen und Initiativen aus Bestwig,

Eslohe, Meschede und Schmallenberg. Damit dies auch

alles reibungslos abläuft, braucht es einen fähigen Kopf dahinter,

der als kompetenter Ansprechpartner jeder Zeit zur

Stelle ist. Diese Aufgabe hat zu Beginn des Jahres Miriam

Schulte-Remmert übernommen.

Die 25-Jährige kommt gebürtig aus Lippstadt-Dedinghausen,

das etwa 45 Minuten von ihrem neuen Arbeitsplatz in Bestwig

entfernt liegt. Nach ihrem Studium der Umweltwissenschaften

in Lüneburg und dem anschließenden Studium für Regionalmanagement

und Wirtschaftsförderung in Göttingen zog es

sie zurück in die Heimat. „Mein jetziger Job als Regionalmanagerin

ist genau das, was ich machen wollte“, erklärt Miriam

Schulte-Remmert. „Die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche

Räume sammelt Stellenanzeigen im Bereich Regionalentwicklung

und ländlicher Raum. Dort habe ich diese Ausschreibung

gefunden. Es war meine erste Bewerbung. Eine Punktlandung.“

Man sagte ihr, dass sie neben ihren hervorragenden

Qualifikationen eine sympathische Ausstrahlung habe und gut

in die Region passe. „Außerdem ist mein Vater Landwirt. Ich

glaube, das kommt bei den Sauerländern gut an“, sagt sie und

lacht.

Als Regionalmanagerin ist sie vor allem für die Beratung der

Projektträger zuständig. „Ich gebe den Antragsstellern alle

Informationen, die sie brauchen und berate sie zu den Fördermöglichkeiten.“

Wenn alles bedacht und eine Projektskizze

ausgefüllt worden ist, geht der Antrag in den Vorstand, wo

darüber entschieden wird, ob das Projekt zu den Leitlinien

passt und förderungswürdig ist. „Wenn das Projekt von der

Bezirksregierung Arnsberg schließlich bewilligt wurde, stehe

ich weiterhin bei der Umsetzung bis zum Abschluss des Projektes

mit Rat und Tat zur Seite.“

Anderen Menschen helfen

Am meisten Spaß macht Miriam Schulte-Remmert die Zusammenarbeit

mit den unterschiedlichen Menschen. „Wenn

ich mir Mühe gebe und die anderen sich Mühe geben, dann

ist das ein gutes Gefühl und ich merke, dass die Menschen

dankbar für meine Hilfe sind.“ Da sie selbst von der EU gefördert

wird, also quasi auch ein „LEADER-Projekt“ ist, muss

auch niemand für ihre Beratung bezahlen. „Das finde ich sehr

angenehm und das gibt mir die Möglichkeit, einfach mal zu

einem Projekt hinzufahren und mich mit den Leuten zuhause

hinzusetzen und mir ihre Probleme anzuhören. Helfen zu können

und für jemanden da zu sein, das bedeutet mir sehr viel.“

Auch privat ist die 25-Jährige sehr engagiert: „Ich bin in der

Jugendarbeit der katholischen Kirchengemeinde tätig, fahre

136 - WOLL Winter 2020


mit auf Jugendfreizeiten, habe auch eine Zeit lang eine

Messdienergruppe geleitet und organisiere die Sternsingeraktion.“

Auch Chor und Sport stehen an. Bei der Dedinghausenerin

ist immer etwas los.

Auf dem Heimweg nach der Arbeit kann sie aber auch einfach

mal abschalten und die schöne Landschaft genießen.

„Immer wieder, wenn ich durchs Sauerland fahre, gucke ich

aus dem Fenster und staune über die abwechslungsreiche

Natur.“ Aber das ist nicht das Einzige, was sie am Sauerland

mag. „Ich finde auch das ‚Woll‘ total toll. Bei uns sagt

man das nicht. Aber meine Großeltern kommen gebürtig

aus dem Sauerland, dementsprechend hatte ich immer Verwandtschaft

hier.“

Tatsächlich hängt bei der Regionalmanagerin ein großes

Poster mit Sauerländer Wörtern in ihrem Büro im Bürgerund

Rathaus in Bestwig. Denn auch wenn sie nur am Rande

des Sauerlandes wohnt, ihr Herz schlägt für das Land der

1.000 Berge. ■

„Ich finde das ‚Woll‘ total toll.“

- Miriam Remmert-Schulte

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WOLL Winter 2020 - 137


Mit 500 PS zum Konzert

Big Band des Musikvereins Antfeld kommt mit rollender Bühne

Ellen Sonneborn

S. Droste & Anke Kemper

Eine tolle Initiative! Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Und kreative Not beflügelt offensichtlich ganz besonders.

So auch die lokalen Vollblutmusiker der Big Band des Musikvereins 1981 Antfeld. Die Combo aus Bläsern,

Saxophonistinnen, Keyborderin, Gitarrist, Bassist und Schlagzeugern fehlte das Musizieren vor und mit dem

Publikum in diesem Sommer so sehr, dass sie unter dem Motto „Big Band on Tour“ kurzerhand mit einer „Fahrenden

Bühne“ ihre Zuhörerschaft zu Hause besuchte. Damit sorgten die Musiker bei den überraschten Konzertgästen des

Christopherus-Hauses Velmede und des Josefsheims Bigge für willkommene musikalische Abwechslung und konnten endlich

noch mal ein gemeinsames Konzert aufführen.

A46-Run war der Anstoß

„Eigentlich hat alles schon mit dem A46-Run 2019 begonnen“,

erzählt die Vereinsvorsitzende Silke Rüther. „Damals sind wir

das erste Mal mit einem LKW zum Auftritt gefahren und

haben von der Ladefläche aus für Stimmung auf dem Event

gesorgt“, so Rüther. „Das gemeinsame Organisieren, Packen,

Aufbauen, Anreisen, Musizieren und auch wieder Abbauen

war ganz anders als bei ’normalen’ Konzerten. Wir hatten

gemeinsam so viel Spaß, dass wir bereits 2019 beschlossen, die

Big Band bei Gelegenheit wieder on Tour zu schicken“, erklärt

Silke Rüther.

Ohne Musik ist alles doof

Und dann kam Corona und damit die Musiksaison ohne

Schützenfestauftritte, ohne Frühschoppen und auch ohne

gemeinsame Proben. Schade, dachten sich die ambitionierten

Antfelder Musiker und wurden kreativ. Neben einem gemeinsamen

„Corona-Online-Musik-Projekt“, bei dem jedes Big-

Band-Mitglied zuhause allein musiziert und/oder singt und

später die Einzelaufnahmen als Zusammenschnitt mit Video

und Fotos unterlegt wurden, war nun auch die Gelegenheit da,

die Big Band erneut „on Tour“ zu schicken.

138 - WOLL Winter 2020


„Wir haben gemeinsam überlegt, wer denn von den Corona-

Maßnahmen besonders betroffen ist, wo wir viele Menschen

erreichen und natürlich, wo wir mit dem LKW überhaupt hinpassen.

Und so sind wir auf das Christopherus-Haus und das

Josefsheim gekommen“, berichtet die Vorsitzende Silke Rüther.

Musik verbindet

Dass Musik verbindet, ist bei der Big Band Antfeld keine

Phrase. Kathy (Altsaxophon) und Jannik (Schlagzeug)

erzählten ihrem Chef von der Idee der „Big Band on Tour“

und fragten ihn, ob sie für dieses Projekt einen Firmen LKW

haben könnten. Seine Antwort war ein klares JA. Big-Band-

Leiter Fabian (Trompete) und der musikalische Leiter des MV,

Sebastian (Posaune), sorgten für die etwas andere und LKWkonforme

Technik.

„Als sowohl das Christopherus-Haus als auch das Josefsheim

ihre Zustimmung für das kleine, aber feine Musikevent gegeben

haben, haben wir alles schnell festgeschnallt und schon

ging die Reise los“, beschreibt Silke Rüther die Konzert-Aktion

treffend.

Zukunftsmusik

„Wir hätten gern noch am Erikaneum Olsberg gespielt, aber

leider war der Tag zu kurz“, erzählt Silke Rüther noch. Aufgeschoben

ist ja bekanntlich nicht aufgehoben. Denn die

abschließende Frage, ob sich die Big Band Antfeld zukünftig

weitere „Big Band on Tour-Konzerte“ vorstellen könne, löst

ein Lächeln bei der Saxophonistin aus und ihre Antwort ist

eindeutig: „Ja. Es hat uns so viel Spaß gemacht, dass weitere

Konzerte von der LKW-Bühne nicht auszuschließen sind.“ ■

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WOLL Winter 2020 - 139


Der Kaiser-Otto-Platz zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Der Kaiser-Otto-Platz -

Kreuzungspunkt alter Handelswege

Die Entwicklung Meschedes als der Verkehrsknoten im HSK (Teil 1)

Christoph Menke

Stadtarchiv Meschede

F

reitagmorgen in Meschedes Innenstadt. Marktstände

prägen das Zentrum am Kaiser-Otto-Platz.

Jung und Alt erledigt hier seine Einkäufe. Völlig

normaler Alltag in Meschede, direkt unter dem Schutz der

alten Stiftskirche St. Walburga.

Meschedes Anfänge liegen an jenem Kreuzungspunkt zweier

Straßen, die sich genau dort trafen, wo sich heute der

Kaiser-Otto-Platz befindet. Ein uralter Begegnungspunkt

zweier Handelswege also. Der eine von Süden aus dem

Olper und Siegener Raum kommend, Richtung Paderborn

führend. Der andere kam aus der Hellefelder Gegend und

verlief den steilen Abhang des Klausenbergs hinunter durch

das Ruhrtal weiter in Richtung Eresburg (Marsberg). An

dieser Kreuzung ließen sich früh erste Handwerker und

Bauern nieder, in der Historie wird von so genannten „Kotten“

gesprochen, die entstanden sind. Ob das Damenstift,

870 gegründet, vor oder nach diesen Kotten gegründet

wurde, lässt sich nicht eindeutig belegen. Sicher ist jedoch,

dass durch die Verleihung der Markt- und Zollrechte durch

Otto III im Jahre 958 die Siedlung „Mescede“, was grob

so viel heißen könnte wie „(mitten) vom Wald umgeben“,

einen ersten nennenswerten Aufschwung erfuhr.

140 - WOLL Winter 2020


Handelswege

Im Vergleich zu den mittelalterlichen Metropolen, geistigen

und wirtschaftlichen Zentren Köln, Soest, Marburg, Paderborn

oder Warburg blieb Meschede aus vielerlei Gründen

relativ unbedeutend. Und doch - zu jenen genannten Städten

kreuzten sich auch weiterhin hier die Wege. Reisende

sorgten für einen gewissen Wohlstand und Einnahmen bei

Handwerkern und Gasthöfen in der Freiheit Meschede.

So wurden noch um 1850 in Meschede Fuhrwerke mit

zusätzlichen Pferden bespannt, da es über besagte Wege in

alle Richtungen bergauf ging. Diese konnten immerhin auf

mittlerweile ausgebauten Chausseen reisen. Der Ausbau der

Fernhandelswege war in Meschede mit einem erheblichen

Eingriff in das Ortsbild verbunden. Bis etwa 1817 war die

Mittelstraße (heutige Gutenbergstraße) die „Hauptstraße“

gen Süden, da sie um den Stiftsbezirk führte. Das mittlerweile

säkularisierte Stift war kein Hindernis mehr im

Ausbau der Chausseen und so wurde die Steinstraße durch

den ehemaligen Stiftsbezirk geführt. Auch die Ruhrstraße

wurde in diesem Zuge erstmalig in ihrer Flucht leicht

„begradigt“.

Die Zeit der Industrialisierung

Die Eisenbahn löste ab 1871 nach und nach das Fuhrwerk

als Hauptverkehrsmittel seiner Zeit ab. Zögerlich, aber

unaufhaltsam setzte auch im Oberen Sauerland die Industrialisierung

ein. So ließen sich auch die Honsel-Werke

in Meschede nieder und brachten der kleinen Landstadt

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WOLL Winter 2020 - 141


Die Logo-Schutzzone ergibt sich aus der Höhe des „L“ und verändert

sich mit der Breite und Höhe der gesamten Wort-Bild-Marke.

bis 1945 eine Verdopplung der Bevölkerung binnen lösen: Es galt Grundstücke zu begradigen, vor allem aber

Logo mit dreier Claim Jahrzehnte auf über 7.500. Das brachte auch erste sollte Meschede „hochwassersicher“ neu erbaut werden.

Veränderungen in der Verkehrsentwicklung Meschedes mit Die latente Gefahr einer Überschwemmung der Stadt war

Hier erweitert sich die Logo-Schutzzone nach unten und nimmt die Unterlänge

dem des damaligen Buchstabens „Kleinen „g“ aus Markt“ dem wurde Claim als ein Bezugspunkt großzügiges auf.

sich: Straßen wurden asphaltiert, am Kaiser-Otto-Platz, nämlich das Hauptproblem Meschedes bis 1945.

Blumenbeet in einen Parkplatz verwandelt. Allgemein

Zunehmender Verkehr

nahm bereits vor dem Krieg der Verkehr deutlich zu, auch

erste Unfälle in der Innenstadt sind dokumentiert. Ein Aber auch ein dritter Aspekt wurde berücksichtigt: der zu

wirkliches Verkehrsproblem hatte Meschede zu dieser Zeit erwartende, stetig wachsende Verkehr. Die Kreuzung der

jedoch wahrlich nicht.

alten Reichsstraßen 7 und 55 wurde großzügig erweitert,

das alte Rathaus, ausgebrannt, verschwand gänzlich, der

Zerstörung und Wiederaufbau

alte Grundriss des Platzes, aus karolingisch-ottonischer

Zeit, wurde überplant, die Zeughausstraße am östlichen

Eingang des Platzes erweitert. Verkehrsplaner der damaligen

Zeit kannten dort wenig Rücksicht. Sogar die Stiftskirche

sollte einem noch größeren Kreuzungspunkt zum

Opfer fallen und in Nord-Süd-Richtung an der Steinstraße

neu entstehen.

Eine, wenn nicht, die Zäsur in der Stadtgeschichte stellt die

Zerstörung Meschedes gegen Ende des Zweiten Weltkrieges

dar. Besonders das alte Zentrum war derart schwer

getroffen, dass die allermeisten Häuser nach 1945 nicht

wiederaufgebaut, sondern gänzlich neu entstanden sind.

Es galt zunächst ein Wiederaufbauverbot: Planer machten

Logo-Schutzzone für große Darstellung

sich ans Werk. Sollten doch Entscheidungen, die für die

Wird das Zukunft Logo breiter Meschedes als 900 getroffen mm werden, dargestellt, mehrere besteht Probleme die Option, die

Logo-Schutzzone zu halbieren.

Das konnte durch die Intervention eines Mannes

1945/1946 so gerade noch verhindert werden: Pfarrer

Künsting. Ihm ist zu verdanken, dass der Kaiser-

Otto-Platz noch heute als das genutzt werden kann, was er

bereits seit über einem Jahrtausend ist: ein Marktplatz, ein

Ort der Begegnung. ■

Teil 2 folgt in unserer Frühlings-Ausgabe

Nun auch in Meschede -

Logo ohne Claim

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Logo-Schutzzone für große Darstellung

Wird das Logo breiter als 900 mm dargestellt, besteht die Option, die

Logo-Schutzzone zu halbieren.

Die zerstörte Mescheder Innenstadt

142 - WOLL Winter 2020

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WOLL Winter 2020 - 143


Der Bastenberg – ein mystischer Ort

Christel Zidi

S. Droste

Schon als Kind empfand ich den Bastenberg als

einen schaurig-geheimnisvollen Ort. Lag es an den

dunklen Fichtenwäldern und dem „Eulenturm“,

der aus dem dichten Baumbestand aufragt? Oder an all

den Geschichten, die sich rund um den alten Rauchabgaskamin

rankten? Von Kindern, die in den unterhalb des

Kamins gelegenen Stollen gegangen waren und nie wieder

auftauchten.

Wir Kinder trotzten unserer Angst, denn hier oben im Wald

gab es die allerbesten Blaubeeren. Eine mühevolle Arbeit, die

kleinen Beeren zu sammeln. Deshalb mussten wir uns zwischendurch

immer wieder mit kleinen Kostproben belohnen.

Und so wurde der Topf nur sehr, sehr langsam voll, während

zuhause unsere Mutter mit dem Pfannkuchenteig wartete.

Jahrzehnte später besuchte ich wieder diesen Ort – und

wieder hüllte mich die Atmosphäre von einst ein. Aber dieses

Mal wollte ich wissen, was es mit der Geschichte des 745

Meter hohen Bastenberges auf sich hat.

20 Meter hoch thront der Kamin aus gelbbrauem Schiefermaterial

über dem einstigen Bergarbeiterdorf. Als die Ramsbecker

Gewerkschaft schon knapp 20 Jahre nach dem Bau

ihre Bleihütte erweiterte, wurde diese 1854 mit einem neu

errichteten Rauchgaskamin auf dem Bastenberg verbunden.

Giftige Abgase aus der Bleihütte fanden durch diesen Kanal

ihren Weg in die Atmosphäre. Auf Klimaschutz legt man damals

noch keinen Wert, eher auf Recycling, denn im Fuchs*

ausgefallenes Bleiweiß wurde später zur Farbenherstellung

weiterwendet. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts galt es als

das „einzige“ Weiß, bis es von Zinkweiß abgelöst wurde. Der

Kamin wurde noch bis zur Einstellung des Hüttenbetriebs im

Jahre 1907 genutzt.

144 - WOLL Winter 2020


Reges Treiben herrscht schon vor mehr als 800

Jahren im Inneren des Berges. Einige Stollen gibt

es hier untertage. Der bekannteste ist wohl der

Venetianerstollen (154 m lang). Seinen Namen erhielt

er, weil hier wohl Mineralien- und Erzsucher

am Werk waren, die als Zulieferer für Gold- und

Silberschmiede, für Edelsteinschleifer und für

die Glasproduktion in Venedig (speziell Murano)

überall in den Gebirgen Europas aufgetaucht

sein sollen. Bei einer Stollenhöhe von 50 bis 60

Zentimetern eigneten sich naturgemäß kleinere

Menschen besser für diese Arbeit. Und die

Venetianer waren eher kleinwüchsig. Wie mögen

sie den Menschen im Sauerland erschienen sein?

Kleiner als die Menschen hier, mit einer besonderen,

zipfeligen Kopfbedeckung, mit Schaufel und

Spitzhacke, offiziell auf der Suche nach Erz und

Mineralien, in Wirklichkeit aber nach Gold und

Silber … Die Assoziation mit Zwergen ist nicht

weit. So etwas Ähnliches hatte ich doch als Kind

schon geahnt. Wie war das doch gleich mit dem

kollektiven Gedächtnis?

Nun, weder die Venetianer noch später Andreas

Köchlin aus Paris, alias Marquis de Sassenay, fan-

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WOLL Winter 2020 - 145

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den Silber oder gar Gold im Bastenberg. Hier gab es lediglich

Erze, wenn auch mit einem besonders schönen, silberhaltigen

Bleiglanz und Kupfer. Mein Vater brachte schon mal den

einen oder anderen Stein von der Arbeit untertage mit nach

Hause und nährte dadurch unseren Hunger auf noch mehr

Geschichten.

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Am Westhang des Bastenberges gab es den Stollen Alexander.

1853 wurden an seinem Mundloch neun Häuser mit 35 Wohnungen

gebaut, in denen die Belegschaft der Arbeiter untergebracht

wurde, die sogenannte “Kolonie Alexander”. Überwiegend

einheimische katholische Zuwanderer aus Velmede,

Heringhausen, Remblinghausen, Silbach und Messinghausen

ließen sich hier nieder. Keine 100 Jahre später, stellte man

aber fest, dass der Erzabbau sich an dieser Stelle nicht lohnte.

Die „Kolonie Alexander“ wurde 1937 aufgegeben.

Später war der Alexanderplatz oft das Ziel von Klassenausflügen,

mit dem Kartoffelfeuer – unter der Aufsicht der

Lehrer – als Höhepunkt. Jeder, der das erlebt hat, weiß, dass

kein noch so gutes Rindersteak vom Grill so beständig in den

Erinnerungen verankert sein kann. ■

146 - WOLL Winter 2020


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