Die Salons der Republik

JovisVerlag
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ISBN 978-3-86859-708-0

Holger Kleine (Hg.)

DIE SALONS

DER REPUBLIK

Räume für Debatten

www.hs-rm.de/impact


INHALT

4

VORWORTE

6

EINLEITUNG

Was sind und wozu brauchen wir die

Salons der Republik? Holger Kleine

COMIC

10

Ein Tag im Salon der Republik

Holger Kleine, Johanna Rech

BERLIN

32

38

50

60

68

Der Ort

Die Salons

Die Wandelhalle

Das Dach

Making-Of

FRANKFURT AM MAIN

82

84

100

104

110

Making-Of

Die Salons

Die Raumbildung

Die Erkundungen

Die Raumkonfigurationen


ESSAYS

128

134

139

146

152

Das geplante Demokratie zentrum

Paulskirche Frankfurt Peter Cachola Schmal

Repräsentation des Raums und

Räume der Repräsentation Michael May

Demokratie und Öffentlichkeit im

digitalen Wandel Jonas Aaron Lecointe

Orte demokratischer Innovationen

als Salons der Republik? Sandra Speer

Stärkung der Demokratie

durch Begegnung Marion Kamphans

158

Der Raum als Moderator

Holger Kleine

165

NACHWORT

Spagat zwischen Kunst akademie

und Berufsschule Ralf Kunze

169

169

173

ANMERKUNGEN

LITERATURVERZEICHNIS

AUTOR*INNEN

174

175

176

ENTWURFSVERFASSER*INNEN

DANKSAGUNGEN

IMPRESSUM


VORWORTE

Die hier präsentierten studentischen Entwürfe sind in von mir geleiteten

Entwurfsseminaren am Studienbereich Innenarchitektur der Hochschule

RheinMain in Wiesbaden entstanden. In diesen Seminaren – die meisten

Teilnehmer*innen befinden sich im dritten Semester des Bachelor-Studiengangs

– werden die didaktischen Ziele verknüpft mit der Erforschung der

Möglichkeiten und Notwendigkeiten des öffentlichen Innenraums in der

Gegenwart. So haben die Salons der Republik ihre Vorgänger in Entwürfen

für Ratssäle, Bürgersäle oder temporäre Rauminstallationen.

Der Berliner Entwurf entstand im Wintersemester 2018/19, der Frankfurter

auf Anregung von Peter Cachola Schmal im Wintersemester 2020/21.

Mit Letzterem greifen wir in eine aktuelle Debatte ein, die in der breiten

Öffentlichkeit und bis in die höchsten politischen Kreise geführt wird. Wir

wollen unsere Anregungen aber nicht auf diese beiden Standorte beschränkt

wissen. Sie dienen uns lediglich als Beispiele für die These, dass die Architektur

einen unverzichtbaren Beitrag zur Kultivierung der Dialogfähigkeit und

zur Lust auf gelebte Demokratie leisten kann. Derzeit befassen sich zwei

Masterthesis-Projekte mit Salons für München und Köln. Dass wir unsere

Ideen für eine solche neue Bauaufgabe, wie sie die Salons der Republik

darstellen, im Deutschen Architekturmuseum zeigen und im ȷovis-Verlag

veröffentlichen können, erfüllt uns mit Stolz und Dankbarkeit. Der Dank gilt

vielen – nicht nur denen, die wir in der Danksagung nennen.

Holger Kleine

4


Die Schnittstelle zwischen Hochschulen und Gesellschaft befindet sich

im Wandel. Anstelle einer reinen Übertragung von Wissen, Ideen und Technologien

aus den Hochschulen in die Gesellschaft bewegen wir uns hin zu

einem Konzept, das Austausch, Partizipation und Kooperation ins Zentrum

der Zusammenarbeit stellt. Dieses interaktive Zusammenspiel zwischen

Hochschule und Gesellschaft bildet den Kern unserer Arbeit im Transferprojekt

„IMPACT RheinMain“ an der Hochschule RheinMain. Wir sind überzeugt,

dass nur die Beteiligung aller an Innovationsprozessen – Unternehmen,

Politik und Verwaltung sowie die Zivilgesellschaft – dem Anspruch an ein

modernes Transferkonzept genügt. Die umfassende Transformation durch

die Digitalisierung macht es insbesondere notwendig, an den Schnittstellen

von „Smart Energy“, „Smart Home“ und „Smart Mobility“ dieses moderne

Transferkonzept mit Leben zu füllen. Die mit diesem modernen Transferkonzept

einhergehenden Werte finden wir im Herzen der Salons der Republik

wieder und sie werden auch im Kapitel „Orte demokratischer Innovationen

als Salons der Republik?“ (S. 146ff.) weiter konkretisiert.

Das Teilvorhaben DIALOG IM MUSEUM bietet in Zusammenarbeit mit

dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) eine Plattform für den Austausch

mit der Zivilgesellschaft. Seit Anbeginn der Projektlaufzeit von

„Innovative Hochschule“ (BMBF/GWK) experimentieren wir mit Veranstaltungsformaten,

die neue Räume für Dialog und Diskurse schaffen – von

klassischen Podiumsdiskussion über World Cafés zu Fishbowl-Diskussion

und Ausstellungen beziehungsweise Plattformen, die den Dialog im Museum

anregen. Die Salons der Republik bieten dafür erstmals einen architektonischen

Entwurf – ausgehend von der Diagnose eines Wandels der Debattenkultur

im Zuge der digitalen Transformation der Öffentlichkeit. Dass sich die

demokratischen Potenziale dieses Wandels nur mithilfe einer Stärkung der

Zivilgesellschaft mittels Austausch, Partizipation und Kooperation verwirklichen

lassen, darin stimmen wir mit den Konzepten der Salons überein.

So leisten die Salons der Republik nicht nur einen wertvollen Beitrag zum

Programm von DIALOG IM MUSEUM, sondern bilden zudem einen substanziellen

Bezugspunkt für die Arbeit im Projekt „IMPACT RheinMain“.

Thomas Heimer und Sandra Speer

Vorworte

5


Holger Kleine

EINLEITUNG

Was sind und wozu brauchen

wir die Salons der Republik?

Die Salons der Republik sind Orte milieuübergreifender Kommunikation.

Sie dienen der Kultivierung von Debatten unter Anwendung demokratischer

Spielregeln. Sie sind gebaute öffentliche Innenräume, die allen offenstehen

und alle zur Mitwirkung einladen. Sie sind eine auf diese Weise noch

nirgends umfassend realisierte Ergänzung zu den Parlamentssälen und

anderen gebauten wie virtuellen Räumen, die notwendige, aber nicht hinreichende

Bedingung für eine lebendige Demokratie darstellen.

Dass eine Erfindung wie die der Salons der Republik in der Luft liegt, zeigen

die neuartigen Dialogformate, die verschiedene Akteur*innen in den letzten

Jahren ausprobiert und etabliert haben: Sie reichen vom Zwiegespräch in Zuhör-Kiosks,

wie sie etwa in Hamburg oder Berlin-Kreuzberg betrieben werden

(Reis 14.03.2021), über Internetplattformen wie „My Country Talks“, die „weltweit

Menschen mit gegensätzlichen politischen Ansichten zu persönlichen

Streitgesprächen zusammenbringen [soll], um gesellschaftliche Spaltung zu

überwinden und den Dialog zwischen einander fremdgewordenen politischen

Lagern zu fördern.“ (My Country Talks 2021), bis hin zur gegenwärtig Gestalt

annehmenden „Konferenz zur Zukunft Europas“, deren Realisierung 2019 von

der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, in ihre

Regierungserklärung aufgenommen wurde. In diese auf zwei Jahre angelegte

Konferenz sollen sich europaweit auch die Bürger*innen der Europäischen

Union auf umfassendere Weise als bislang einbringen können.

Marion Kamphans interpretiert die Salons der Republik in diesem Band

als einen Knotenpunkt einer immer wieder neu zu justierenden „sozialen In -

frastruktur“, wie sie Eric Klinenberg 2018 in seinem Buch Palaces for the People

gefordert hat, und als ein herausforderndes Beispiel eines „dritten Ortes“

in der Definition Ray Oldenburgs: „Dritte Orte sind nach seiner [Oldenburgs]

Vorstellung Plätze und Orte, die atmosphärisch zwischen Privatheit (,erster

Ort‘) und Arbeitsplatz (,zweiter Ort‘) angesiedelt sind.“ (S. 154) In der Tat ist

ihr Charakter als Schwellenraum und Überlappungszone des Öffentlichen

mit dem Privaten der ausschlaggebende Grund, die in meinem Entwurfsstudio

entworfenen Räume Salons zu nennen. Michael May rekapituliert, wie

6


sich die bürgerliche Öffentlichkeit in den städtischen Salons herausbildete

und weshalb der Begriff Salon auch heute noch als Leitbegriff für die räumliche

Repräsentation von Gruppen taugt, die neuartige, milieuübergreifende

Orte benötigen, um sich Gehör zu verschaffen.

Was aber ist ein Salon? Die bloße Erwähnung des Wortes weckt Sehnsüchte,

mit ihm werden Esprit und Mondänität verbunden, Beweglichkeit

und Eleganz, Toleranz, Freiheit und Schwellenüberwindung, Duft und Licht.

In seiner Einleitung zu Europa – ein Salon? definierte Roberto Simanowski:

„Salon, das wird schnell deutlich, ist nicht gleich Salon. Ort, Charakter, Teilnehmerstruktur

variieren von Fall zu Fall. Um die Geselligkeitsform Salon

dennoch von anderen Geselligkeitsformen wie dem literarischen Zirkel,

der Bohème, der Soirée, dem Club und Verein oder etwa der Badeort-Geselligkeit

abzugrenzen, seien mit Peter Seibert folgende formale Kriterien

festgehalten: Gemischtgeschlechtlichkeit, Zentrierung auf eine Salondame,

Periodizität des Zusammentretens in einem zur Halböffentlichkeit erweiterten

Privathaus, Gespräch als wichtigstes Handlungsmoment, Durchlässigkeit

bei den Teilnehmerstrukturen, tendenzieller Verzicht auf Handlungsziele

jenseits der Geselligkeit.“ (1999) Des Weiteren fügt er noch die Internationalität

als Kennzeichen hinzu.

Im Wesentlichen treffen diese Charakteristika auf die Salons der Republik

zu. Den „tendenziellen Verzicht auf Handlungsziele jenseits der Geselligkeit“

gilt es hier zu kommentieren: Zwar verstehen sich die Salons nicht im

Geringsten als eine neue APO, als eine außerparlamentarische Opposition,

die die repräsentative Demokratie infrage stellt und die Institutionalisierung

ihrer selbst im Machtgefüge fordert. Nein, sie verstehen sich als Orte der

Erwägungen und des Austauschs. Für solche „nicht-vermachteten Kommunikationsströme“

(S. 137) hat sich der Begriff der „deliberativen Demokratie“

herausgebildet. Jonas Aaron Lecointe erhellt in seinem Beitrag,

welches Demokratieverständnis den liberalen, deliberativen und republikanischen

Ausformungen der repräsentativen Demokratie zugrunde liegt und

vor welche Herausforderungen die Digitalisierung die Demokratieakteur*innen

stellt. Eine Zivilisierung des Netzes umfasse mehr als das Bändigen

von Shitstorms und die Beweinung verloren geglaubter Meinungsfreiheit im

Angesicht von Gegenrede. Es bedürfe stattdessen „einer starken Zivilgesellschaft

[–,] die Gegenrede und Protest […] befördert, wo sie sich gegen

menschenfeindliche Rede stellen und so zu einer tatsächlichen Pluralisierung

der Positionen beitragen.“ (S. 145)

Es mangelt in Deutschland gewiss nicht an Demokratieakteur*innen –

und dennoch scheint das politische Klima der Gegenwart zunehmend geprägt

von einem Schwinden der Dialogfähigkeit. Dies führt augenscheinlich

zu zwei gegensätzlichen, jedoch einander hochschaukelnden Verhaltens-

Einleitung

7


Ein Tag im

SALON DER

REPUBLIK

Bilder: Johanna Rech

Geschichte: Holger Kleine

10


WAS MACHEN WIR AM SAMSTAG?

Freddie, 67, aus Angermünde besucht Tochter Lisa (35) und Enkel Max (7) in Berlin.

Was wollen wir

am Samstag

machen?

Immer nur Spielplatz

mit dir ist langweilig,

Opa. Mal was

anderes!

Wir könnten in den neuen

Salon der Republik gehen,

da kann man diskutieren,

lernen, Leute kennenlernen

… Und es soll

auch was für Kinder

geben!

Ist das die teure

Betonkiste, die die da oben

am Reichstag mit meinem

Steuergeld gebaut haben?

Diese Quatschbude für

alles und jede*n?

Ja, Freddie, ja, die meine

ich, aber vielleicht gehen

wir da mal ohne Vorurteile

hin und probieren sie mal

aus?

Von mir aus …

Wenn Max nix

dagegen hat …

11


ANKUNFT.

Was ist das?

...und was ist

das?

Das ist das

Kanzleramt. Da wird

nach den Gesetzen von

da drüben gehandelt.

Cool, klingt nach

Action. Wenn ich groß

bin, will ich

Kanzler werden!

na denn...

Das ist der Reichstag. Da

diskutieren und beschließen ein paar

Leute, die alle Erwachsenen vorher

ausgewählt haben, an welche Gesetze

wir uns zu halten haben, damit wir alle

miteinander auskommen.

Immer

nur die

Ewachsenen …,

aber klingt

wichtig …

Und das da?

Max, das steht doch

dran, du kannst doch lesen: SA-LON

-DER-RE-PU-BLIK. Da wollen wir

hin …

Meine Datsche is

schöner … un wat die

fette Treppe jekostet

haben mag …

Ja, ja, ja, Freddie,

aber hier sitzen die Leute auf der

Treppe und unterhalten sich. In

deiner muffigen Datsche krieg ich

den Mund nicht auf.

12


ERSTE KICKS.

Guck mal, da malen welche!

Ich dachte, hier wird

nur gequatscht?

Ach ne, is ja knorke, hier läuft en

Film über Landwirtschaft in

Meckpomm. Den würd ick mir doch

mal jerne anschaun…

Ist das groß

hier …

Und da vorne fahren

Kinder Fahrrad und

so …

Gut, Freddie, setz dich doch da

auf die Tribüne und schau dir den

Film in Ruhe an … Dann treffen

wir uns hier wieder um eins zum

Lunch …

13


… WO ES GESCHAH.

Und was hier passiert

sehen wir später...

Hier haben

Freddie und Ole den

Film geschaut

Hier gehts

aufs Dach

Lesewald -

hier haben Max und

Mona verstecken

gespielt

22


Das Bürgerbüro –

hier haben Freddie und

Ole sich beraten

lassen

Hier haben die

drei zu Mittag

gegessen

Hier hat Max Mona

umgefahren – im

verkehrskindergarten

In den Schlafzelten

hat Lisa ihr Nickerchen

gemacht

Brettspielebene –

Schauplatz des Twister-

Tuniers von Max und Mona

23


BERLIN

30


Die ergiebigste und natürlichste

Übung unseres Geistes

ist meines Bedünkens das

Gespräch. Ich sehe in seiner

Pflege das Schönste, was wir

im Leben tun können. {…} Wenn

man mir widerspricht, weckt

man meine Aufmerksamkeit,

nicht meinen Unwillen; ich

nähere mich dem, der mir

widerspricht, der mich unterrichtet:

die Sache der Wahrheit

sollte die gemeinsame Sache

beider sein. {…}

Michel de Montaigne

in: Essais, 1580. Drittes Buch, Achtes Kapitel. Zitiert nach der deutschen Übersetzung

von Hanno Helbling (1993. Zürich: Diogenes, S. 119) der von André Gide

vorgenommenen und 1939 veröffentlichen Auswahl.


Berlin

DIE SALONS

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39


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Unter die Salons der Streitkultur haben sich weitere 14 Salons geschmuggelt,

in denen sich die Diskutant*innen non-verbal abreagieren

können: Ateliers fürs Malen und Nähen, Klettertürme, Fußbäder, Schlafzelte,

Boxsäcke … Jede*r kann hier nach eigener Façon entspannen und

weiterdenken. Das Pendeln zwischen Halle und Salons sowie zwischen

den verschiedenen Atmosphären und Angeboten der einzelnen Salons

wird es Menschen aller Generationen und jeglicher Herkunft erlauben, in

dem Gebäude ganze Tage zu verbringen. Die Modellstudien zeigen einen

Durchgangsraum, der auf den Debattiersalon einstimmt. In dem sich an

diesen anschließenden Salon werden die gestaffelten Scheiben des Durchgangsraums

in die Horizontale gekippt, um den Salon zu überwölben. Das

Kneippbad dient der Entspannung.

45


48


Berlin

DIE WANDELHALLE

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51


Die Areale der Wandelhalle werden teils von permanenten Nutzungen

(Bürgersprechstunden, Kantine, Bar), teils von an die Nachfrage anpassbaren

Nutzungen (In-Door-Spielplatz als Verkehrskindergarten, Spielebene,

Lesewald) und teils von zyklischen Nutzungen (Filmvorführungen, Tanzparkett)

bespielt. Über Großbildleinwände kann bei Großveranstaltungen

die gesamte, fast 150 × 100 Meter messende Wandelhalle in eine Versammlungshalle

umgewandelt werden. Die Bar zieht sich diagonal durch

die von Süden belichtete Kantine. Die zur Dachlandschaft führende Rampe

trennt den Lesewald vom Tanzparkett. In dem Block unter dem Verkehrskindergarten

befinden sich die Großküche und die Sanitärräume.

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Berlin

DAS DACH

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Vom Deich aus gesehen versammeln sich wie Bühnenrequisiten um dieses

Dach der Republik viele prägnante Figuren des Berliner Stadtraums: die

Reichstagskuppel ...

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…, das Kanzlerzelt, das Bahnhofstor, der Charitéblock, die Potsdamer-

Platz-Zinken, das grüne Meer des Tiergartens …

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Der Berliner Salon der Republik (WS 2018/19) war ein didaktisches Experiment.

Zumindest für mich war die für ihn angewandte Aufgabenstruktur

gänzlich unerprobt. Nach ihm bin ich mit wechselndem Erfolg ähnliche

Experimente angegangen in Wiesbaden, Istanbul, Dhaka, Berlin, Monterrey

und Minsk – bis die Pandemie wieder ganz andere Strategien erzwang.

70


Die didaktische Gretchenfrage jedes Entwurfsseminars ist die nach Einzelarbeit

versus Gruppenarbeit. Die Ideolog*innen der Einzelarbeit führen den

nachprüfbaren Fachkompetenzerwerb, die hohe Motivation der Studierenden

(„sich selbst im Entwurf gespiegelt sehen“) und deren intensive Erfahrung

im Umgang mit sich selbst ins Feld. Schließlich sei Entwerfen nichts

anderes als permanentes Selbstgespräch und beharrliche Selbstkritik. Die

Gegner*innen verweisen bei der Einzelarbeit hingegen auf den Mangel an

Sozialkompetenzerwerb und verweisen hämisch darauf, dass die Studierenden

in Einsamkeit doch oft nur kleben blieben und sie eher erlernen, auf

die Professorenkorrekturen zu warten, statt das Selbstgespräch zu pflegen

und zeichnend zu forschen. Für die Gruppenarbeit sprächen hingegen der

Erwerb an Sozialkompetenz sowie die Tatsache, dass Raumgestaltung

immer in sozialer Verantwortung steht und im Büro ohnehin im Kollektiv

entworfen wird. Gegner*innen halten wiederum dagegen, dass man den

abenteuerlichen Akt des Projizierens (also des Entwerfens in einem leeren

Raum und in die ungewisse Zukunft hinein) an sich selbst erfahren haben

muss, bevor man ihn teilen kann; und dass überdies die Motivation sinke,

wenn die Studierenden nicht nur mit der eigenen Erfahrungslosigkeit und

Inkompetenz, sondern auch noch mit der der anderen zu kämpfen haben.

Will man das eine tun und das andere nicht so lassen, lassen Entwurfsprofessor*innen

häufig zunächst das große Ganze im Kollektiv entwerfen

und dann einzelne Aspekte von Einzelnen ausarbeiten. Für die Motivation

der Studierenden ist dies meines Erachtens aber die falsche Reihenfolge,

müssen diese doch nun bis zum manchmal bitteren Ende auf einer Grundlage

arbeiten, mit der sie sich oft nur mäßig identifizieren können oder die

sogar Ausdruck ihrer als ungerecht empfundenen mangelnden Durchsetzungskraft

ist. Die falsche Reihenfolge ist sie zumal für Studierende der

Innenarchitektur, da diese meist eher motiviert sind, das Glück im Winkel

zu schaffen, als sich an großräumlichen Fieberträumen abzuarbeiten.

71


Emma-Herwegh-Salon

… obwohl ich mich noch auf Distanz befinde, erkenne ich aufgrund der

offenen Struktur des Salons die Anzahl der Anwesenden und kann auch

lautstärkere Diskussionen trotz des Abstands verfolgen. Die Petrolfarbe der

ineinandergreifenden Rahmen sticht ins Auge; und auch die Form empfinde

ich sehr ansprechend: wie mehrere, gefächerte Bilderrahmen. Es ist nicht

direkt zu erkennen, welcher Seite die Personen angehören, da die Form

des Salons keine deutlich erkennbare Trennung durch die Sitz- oder Stehposition

zulässt. Es wirkt auf mich wie ein großer und abstrakter Sitzkreis

um ein imaginäres Lagerfeuer, das sich im Zentrum des Salons befindet

und durch die überschneidenden Rahmen gekennzeichnet wird. Ich nehme

auf einer der Metallstreben Platz. Die Fläche ist kühl. Nun befinde ich mich

selbst inmitten des Salons. Er wirkt noch abstrakter und futuristischer als

aus der Ferne ... (C. Reinhard)

… die einzelnen Stahlträger sind in verschiedenen Höhen positioniert. Die

untersten eignen sich für Kinder zum Sitzen, die mittleren zum Beispiel

für mich. Wegen der Rahmenstruktur kann man sich auch in den Ecken

anlehnen. Ich bin sehr fasziniert von dem Gebilde, fühle mich allerdings

überhaupt nicht wohl, da ich mich komplett beobachtet fühle. Ich habe nicht

die geringste Rückzugsmöglichkeit. Verstärkt wird mein Unbehagen in diesem

Raum noch durch die Kälte und die Unbequemlichkeit der Stahlträger.

Länger als 10 Minuten kann ich hier nicht sitzen. Dieser Salon ist definitiv

eher etwas für charakterstarke, selbstbewusste Menschen und nichts für

unsichere wie mich … (D. Ritterweger)

78


Fanny-von-Arnstein-Salon

der gering ausgeleuchtete Salon lässt mich nur zögerlich eintreten, da ich

nicht genau weiß, was mich im Inneren des Salons erwarten wird. Ich betrete

den Salon durch einen dreieckigen Eingang. Meine Augen müssen sich

zuerst an den dunkleren Salon gewöhnen. Nur der Eingang und die Spalten

in den Einbuchtungen erhellen den Salon. Die Lichtstreifen wandern über

den Boden und die Wände. Meine Gedanken gleiten zu dem Origamiblumen-

Salon und ich frage mich, ob auch dort das einfallende Licht über den Boden

tanzt und Formen bildet … (C. Reinhard)

… ich mag höhlenartige Räume, in denen ich eine Wand im Rücken haben

kann. Der Boden ist ausgekleidet mit Teppich. Die Gesichter verschwinden in

der Dunkelheit. Durch die Dunkelheit kann ich lediglich die Stimmen meiner

Diskussionsteilnehmer*innen hören. Jegliche äußere Diskriminierungsformen

entfallen. Das beruhigt mich und ich kann ganz offen sprechen. Ich fühle

mich hier wohl, weil auch mich niemand erkennen kann … (D. Ritterweger)

der leichte Lichteinfall sorgt dafür, dass man nur Schemen wahrnehmen

kann, doch er ist ausreichend, um zu sehen, welche Nische und Bank noch

frei ist. Ich fühle mich durch die Anonymität des Raumes sicher. Die Nische

vermittelt mir das Gefühl, umarmt zu werden … (J. Hübner)

79


Frankfurt am Main

DIE SALONS

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Frankfurt am Main

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Frankfurt am Main

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Frankfurt am Main

DIE RAUMBILDUNG

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Frankfurt am Main

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Zur Geschichte des Paulsplatzes verweise ich auf Google Maps, wo es

allen Ernstes heißt, die Paulskirche sei „eine Kirche mit politischer Vergangenheit.“¹

Schelm, wer Böses dabei denkt. Ernstgemeinter ist mein Verweis

auf den Essay von Peter Cachola Schmal (S. 128).

Hier nur so viel: Die besondere Schwierigkeit des Paulsplatzes besteht darin,

dass er bereits vier Platzkanten hat, von denen aber zwei durch vielbefahrene

Straßen nur schwach in den Raum wirken. So wendet die Kirche dem

heutigen, durch Bombenkrieg und Verlegenheit entstandenen, seltsam leblosen

Paulsplatz die konvexe, abweisende Breitseite zu, und ist dennoch die

Protagonistin dieses Platzes und hat es aufgrund ihrer Historie auch zu sein.

Es gilt also, einen Baukörper zu schaffen, der den Platz neu formt und ausrichtet,

der mit der Kirche ein Ensemble bildet und nicht nur deren Annex ist.

Ein bloßer Annex kann ein Salon an dieser Stelle nicht sein, der Salon der

Republik muss ein zukunftsweisendes Bild von Demokratie vermitteln, das

neben dem geschichtsträchtigen Bild, das die Paulskirche abgibt, bestehen

kann. Dass diesem Erfordernis eine Rekonstruktion der Alten Börse nicht genügen

kann, versteht sich von selbst. Die Neudefinition des Paulsplatzes ist

sowohl räumlich wie semantisch eine der komplexesten Aufgaben, der sich

Frankfurt – eine Stadt, die an stadtraumbildenden He rausforderungen seit

Jahrzehnten nicht gerade arm ist – heute stellen muss.

Auch im Rahmen eines Innenarchitekturstudiums sollte man sich durchaus

mit städtischen Plätzen befassen – denn schließlich sind sie Innenräume.

Sie sind nichts anderes als Zimmer, deren Decke der Himmel bildet! Und

Plätze sind eine wunderbare Aufgabe, um Studierenden die guten Entwerfer*innen

eigentümliche Balance von Mut und Demut zu vermitteln: Nicht

das, was man zeichnet und baut, ist der Protagonist, sondern das, was

übrigbleibt: der Raum! Nach Abzug selbstherrlicher Bauskulpturen und

102


Lageplan M1:500

Raumverdränger waren in den Seminaren sechs städtebauliche Lösungen

entstanden, deren Untersuchung auf ihre innenräumliche Eignung hin erkenntnisstiftend

zu werden schien:

• Spiegelung beziehungsweise Variation der Ellipse

• Korrespondenzbildung zur Ellipse mit einem anderen geometrischen

Primärkörper

• Kubus als ruhiges Gegengewicht zum Rotationskörper der Paulskirche

mit ihren expressiven Ausstülpungen

• Schichtung horizontaler Baumassen als Kontrast zu den aufrechten

Wänden der Paulskirche und ihrer vertikalen Rhythmisierung

• Schirm über einer Sammlung kleinerer Baukörper

• Begehbare Bauskulptur mit Treppe, Podium und Aussicht

Raumprogramm

Am Paulsplatz gibt es weder ausreichend Platz für das „Ganztagsprogramm“,

das wir für Berlin vorgeschlagen haben, noch ist dasselbe hier

nötig, denn wir befinden uns inmitten der dichten Stadt. Mit der Paulskirche

sind ein Plenumssaal und ein Dauerausstellungsraum bereits gegeben.

Was benötigt wird, sind ein Auditorium mittlerer Größe für etwa 200 bis

300 Personen sowie diverse Debattiersalons für 15 bis 50 Personen, ferner

ein sich zum Platz öffnender Cafébereich, zum Verweilen einladende

Zwischenräume, Zonen für Wechselausstellungsräume und für die Kinderbetreuung

sowie kleine, geschlossene Räume etwa für Beratungen, für das

Erstellen und Senden von Podcasts und ähnliches mehr.

¹ Google Maps (2021): Paulsplatz. https://www.google.com/maps/place/Paulsplatz/@50.1090432,8.6

698209,14.24z/data=!4m5!3m4!1s0x47bd0ea60684d53d:0xd3e9a1eece16ee3!8m2!3d50.1114457!

4d8.6818298 (letzter Zugriff: 25.02.2021).

Frankfurt am Main

103


Frankfurt am Main

DIE RAUMKONFIGURATIONEN

110


Frankfurt am Main

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… die Dreiviertelperspektive von Südwesten zeigt den Bau als eine Skulptur,

die sich innen wie außen auf vielfältige Weise aneignen lässt ...

124

der Blick von der Braubachstraße im Osten zeigt die Treppe

als informellen Versammlungsort der Stadtgesellschaft …


Frankfurt am Main

125


der Blick vom Römerberg im Süden zeigt die Treppe als Fortsetzung

und Tribüne für den bedeutendsten Platz Frankfurts.

126


Was die spanische Treppe

für Rom ist, könnte die

REPUBLIKANISCHE

TREPPE

für Frankfurt werden.

Frankfurt am Main

127


Michael May

REPRÄSENTATION DES

RAUMS UND RÄUME DER

REPRÄSENTATION

Um sich dem zu nähern, was im Titel der Entwürfe zu den Salons der Republik an Bedeutungsgehalt

mitschwingt, ist zunächst einmal darauf zu verweisen, dass sich Republik vom Lateinischen

res publica herleitet. In seinem sprachkritisch angelegtem Wörterbuch der Philosophie verweist Fritz

Mauthner (1923: 51) darauf, dass dieser Begriff von Cicero in der Mehrzahl als „gemeinsprachlicher

Ausdruck wie unser[e] öffentliche Angelegenheiten“ (ebd.) verwendet wurde. In der Einzahl hingegen

wurde er bei ihm „zum prägnanten Terminus für das gemeine Wesen, das Gemeinwesen oder den

Staat“ (ebd.). Dabei hat Cicero den späteren Bedeutungswandel des Wortes schon vorweggenommen.

Denn „nur wo das Volk Anteil an der Regierung“ (ebd.) nimmt – was auch durch die architektonischen

Entwürfe und das Konzept der Salons der Republik befördert werden soll (!) – ist für Cicero

„die res publica eine wirkliche res populi“ (ebd.). Mauthner hebt in diesem Zusammenhang hervor,

dass publicus von populus abzuleiten sei. Demgegenüber waren in der lateinischen Sprache des Mittelalters

die Stadtgebiete Italiens Republiken, ohne Rücksicht auf ihre Regierungsform.

Als Wiege der demokratischen Regierungsform,

die in der Idee der Salons der Republik

durch eine architektonische Anregung „deliberativer“

– das heißt diskursiv erwägender und

beratschlagender – Formen der „Meinungs- und

Willensbildung“ (Habermas 1992: 369) kritisch

flankierend gestützt werden soll, gelten demgegenüber

die ausgebildeten Stadtstaaten des

antiken Griechenlandes, in denen die Sphäre

der polis den freien Bürgern gemeinsam war.

Ausgeschlossen davon waren aber nicht nur

Sklaven, sondern auch Frauen. Selbst der Herr

des Hauses konnte nicht in dieser seiner Funktion

als oikonomos frei sein, wie Hannah Arendt

im Anschluss an Aristoteles (1956) betont, sondern

nur deshalb, „weil es ihm freistand, sein

Haus zu verlassen und sich in den politischen

Raum zu begeben, wo er unter seinesgleichen

war“ (Arendt 2010: 34). Im Unterschied zu der

auf Ungleichheit beruhenden Hausordnung

des oikos bildete für Arendt diese Gleichheit

innerhalb der polis das eigentliche Wesen der

Freiheit: „Freisein hieß, […] sich in einem Raum

zu bewegen, in dem es weder Herrschen noch

Beherrschtwerden gab“ (ebd.). Angestrebt wird

dies in den Salons der Republik für alle ihre verschiedenen

räumlichen Arrangements.

Zwar teilt ähnlich wie Arendt auch Jürgen

Habermas (1993: 57) die Trennung von oikos

und polis im Denken der alten Griechen.

Demnach bliebe im Schatten der Privatsphäre

des oikos „das Reich der Notwendigkeit und

der Vergänglichkeit […] schamhaft verborgen“

(ebd.), während im Licht der Öffentlichkeit

der polis, im Gespräch der Bürger miteinander

„erst das, was ist, zur Erscheinung“ (ebd.)

gebracht werde und damit Gestalt gewinne.

Zwar gesteht Oskar Negt (2002: 312ff.) zu, dass

Aristoteles in seiner „Politik“ einen durchaus

in diese Richtung gehenden Akzent gesetzt

habe. Er betont jedoch, dass es diese Trennung

zwischen oikos und polis „so strikt in der Antike

nicht gegeben“ (ebd.: 312) habe, sondern

diese „nachträglich“ (ebd.: 313) vorgenommen

worden sei. So habe sie Aristoteles, wie vorher

134


schon Xenophon, als Probleme erörtert und

nicht als anzustrebendes Ideal. Jenseits dieser

Kontroverse bezüglich der alten Griechen

(May 2017: 18ff.), beanspruchen die Salons

der Republik in jedem Fall, diese Trennung von

oikos und polis durch entsprechende architektonische

Anreize zu überwinden.

Wie wohl die Bürger in der Sphäre der polis

als „ein Reich der Freiheit und der Stetigkeit

[…] als Gleiche mit Gleichen (homoioi)“ (Habermas

1993: 27) verkehrten, betont Habermas

dagegen ihr gleichzeitiges Bemühen „hervorzustechen

(aristoiein)“ (ebd.). Er verweist in

diesem Zusammenhang darauf, dass die von

Aristoteles kodifizierten Tugenden sich einzig in

der Öffentlichkeit zu bewähren vermochten, um

dort ihre Anerkennung zu finden. Demgegenüber

setzt die Idee der Salons der Republik

darauf, dass sich über die vermittels verschiedener

Örtlichkeiten angeregte Erwägungskultur in

den vielfältigen Gesprächen und Diskursen bei

den Nutzenden die Fähigkeit herausbildet, die

Perspektive von anderen in die eigene Meinungs-,

Urteils- und Willensbildung einzubeziehen

(Kohlberg 1987).

Wenn Habermas weiter herausarbeitet, dass

obwohl das „öffentliche Leben, bios politikos,

[…] sich auf dem Marktplatz, der agora,“ (1993:

56) abspielte, dieses nicht etwa lokal gebunden

gewesen sei, da sich diese „Öffenlichkeit im Gespräch

(Jexis) […] ebenso wie im gemeinsamen

Tun (praxis)“ (ebd.) konstituierte, dann verbindet

sich mit der Idee der Salons der Republik

auch die Intention einer weit über die Örtlichkeit

hinausgehenden Ausstrahlung – nicht allein,

aber auch durch digitale Vernetzung (siehe

Lecointe in diesem Band).

Nun sieht Habermas gewisse Parallelen

zwischen den aus der altgermanischen Rechtstradition

stammenden Unterscheidungen von

„‚gemeinlich‘ und ‚sunderlich‘, ‚common‘ und

‚particular‘ […] zum klassischen ‚publicus‘ und

‚privatus‘“ (1993: 59) des römischen Rechts.

So ist die „Allmende […] publica; der Brunnen,

der Marktplatz sind für den gemeinsamen

Gebrauch öffentlich zugänglich, loci communes,

loci publici“ (ebd.). Entsprechend sind

die Salons der Republik nicht nur als solch

öffentliche Orte angelegt, sondern bieten auch

diverse Gelegenheiten und Anreize der Interaktion,

Kooperation und Vergemeinschaftung

über vielfältige Formen von praxis. Und wenn

Habermas von diesem Gemeinen eine sprachgeschichtliche

Linie „zum gemeinen oder öffentlichen

Wohl (common wealth, public wealth)“

(ebd.) führen sieht, dann suchen die Salons der

Republik auch dies zu befördern.

Habermas zeigt, wie diesem Gemeinen das

Besondere gegenübersteht als „das Abgesonderte

in einer Bedeutung des Privaten, die wir noch

heute bei der Gleichsetzung von Sonderinteressen

mit Privatinteressen nachvollziehen“ (ebd.).

Seiner Rekonstruktion zufolge hat jedoch gerade

diese Unterscheidung zu Zeiten des Feudalismus

eigentümliche Verschiebungen erfahren

insofern das Sundere im Rahmen der feudalen

Verfassung auch auf denjenigen bezogen wurde,

der mit besonderen Rechten ausgestattet war,

mit Immunitäten und Privilegien“ (ebd.) – ja,

„das Sundere, die Freiung“ (ebd.) den Kern der

Grundherrschaft und damit zugleich eines ganz

anderen Öffentlichen bezeichnete. Habermas

nennt dies eine „repräsentative Öffentlichkeit“,

in welcher „der Fürst und seine Landstände das

Land ‚sind‘, statt es bloß zu vertreten“ (ebd.:

61). Geknüpft an Attribute der Person – „an

Insignien (Abzeichen, Waffen), Habitus (Kleidung,

Haartracht), Gestus (Grußform, Gebärde)

und Rhetorik (Form der Anrede, förmliche

Rede überhaupt)“ (ebd.: 61f.) – repräsentieren

sie an entsprechenden herausgehobenen Orten

in spezifischen Ritualen „ihre Herrschaft, statt

für das Volk, ‚vor‘ dem Volk“ (ebd.). Selbst

der Palast der Republik der DDR konnte sich

Michael May 135


Seiten geführt, die heute analog zu Google im

Bereich der Suchmaschinen und Amazon im

Onlineshopping die hauptsächlichen Zugänge

zu den Inhalten des öffentlichen Diskurses

bereitstellen. Durch die Individualisierung des

Informationsangebots, die diesen Plattformen

vornehmlich durch die Praxis des Following zu

eigen ist, drohen sie in den Augen von Kritiker*innen

die Rolle der Gatekeeper von den

klassischen Medien zu übernehmen und qua

algorithmischer Filterung noch dazu zu einer

Fragmentierung der digitalen Öffentlichkeit

beizutragen. Studien belegen dagegen eine

„andere Dynamik der Herstellung von Öffentlichkeit“

(Thimm 2017a: 46), die weniger

einem Verfall als einer Pluralisierung gleichkomme:

Die Medienlogik der Plattformen

(etwa Hashtags, ReTweets, Facebook-Gruppen,

Foren) befördere die Entstehung polymedialer

„Mini-publics“, die die klassischen

Medien nicht ersetzen, sondern inkorporieren:

„Nichts könnte falscher sein, als diese kleineren

Gruppen in ihrer gesellschaftlichen Einflusskraft

zu unterschätzen. Viele dieser digitalen

‚Mini-publics‘ beziehen Traditionsmedien

insofern ein, als dass sie über Querverweise

auf andere Medien einen polymedialen Raum

schaffen, der eine größere Menge an Aufmerksamkeit

erhält, ohne dass ihre eigene Diskursqualität

verändert wird“ (Thimm 2017b: 56).

Auch Jürgen Habermas teilt die Sorgen

um den fragmentierenden Effekt der digitalen

Öffentlichkeit, erkennt in der Internetkommunikation

des World Wide Web aber auch

ein demokratisches Potenzial, „indem es den

Wiedereinzug interaktiver und deliberativer

Elemente in einen unreglementierten Austausch

zwischen Partnern zulässt, die virtuell,

aber auf gleicher Augenhöhe miteinander

kommunizieren“ (2008: 161). Auch außerhalb

der Digitalisierungsdebatten wird der Ruf

nach deliberativen Demokratiekonzepten nach

Habermas’schem Zuschnitt immer lauter.

Ein neues Demokratieverständnis

In der FAZ vom 26. Oktober 2020 schlagen

der Politikwissenschaftler Herfried Münkler,

der Historiker Hans Walter Hütter und der

Direktor des Deutschen Architekturmuseums

Peter Cachola Schmal die Errichtung eines

„Hauses der Demokratie“ auf dem Paulsplatz

in Frankfurt am Main vor, um den 70 Jahre

alten erinnerungspolitischen Nachstand der

Paulskirche selbst, Schauplatz der Nationalversammlung

und Wiege der Grundrechte des

deutschen Volkes, zu kompensieren. Dieser sei

der nüchternen Ausgestaltung der historischen

Stätte bei ihrem Wiederaufbau 1948 geschuldet:

„Als Gedenkort hat sie weder ästhetische

Evidenz noch besitzt sie eine Aura, die den Besucher

in die zu erinnernde Vergangenheit mitnimmt“

(Hütter/Münkler/Schmal 26.10.2020),

beklagen die Autoren. Die anstehende Sanierung

des Gebäudes solle als Chance genutzt

werden, nicht nur der Kirche als „moderne

Erinnerungsstätte der Demokratie“ ihre Aura

zurückzugeben, sondern sie auch um einen

„Lernort und Ort der Kommunikation“ zu erweitern

– ganz im Sinne einer „reflexiv-deliberativen

Demokratie“ (ebd.).

Die Politikwissenschaftlerin Patrizia Nanz

und der Politikwissenschaftler Claus Leggewie

antworten in der Frankfurter Rundschau

vom 1. Dezember 2020 auf den Vorschlag und

warnen vor der „antiquarische[n] Schlagseite“

der „museale[n] Vergegenwärtigung der

deutschen Demokratiegeschichte“, den sie in

der Skizze ihrer Vorredner erkennen. Nicht so

sehr der Reflexion solle ein „Haus der Demokratie‘‘,

sondern vielmehr als Forum für eine

Bürgernbeteiligung fungieren, wie sie die

beiden bereits in ihrem Buch Die Konsultative

(Leggewie/Nanz 2016) als vierte Staatsgewalt

konzipiert haben. Sie streichen kurzerhand das

Attribut reflexiv und fordern stattdessen „eine

Stärkung der deliberativen Demokratie, das

heißt: es geht um den Austausch von Argu-

142


menten, Dialog und Perspektivenwechsel, die

geduldige Einübung des Kompromisses, die

mühsame Erzielung von Konsens durch zivilisierten

Streit.“ (Leggewie/Nanz 01.12.2020)

In einem scheinen sich alle fünf Autor*innen

jedoch einig zu sein: Das liberale Modell wird

den Ansprüchen an eine zeitgemäße Demokratie

nicht mehr gerecht.

Entgegen der liberalen Demokratietheorie,

die die Freiheit der*s Einzelnen durch negative

Rechte im Sinne staatlicher Nicht-Einmischung

und folglich als „Freiheit der Abgrenzung vom

Gemeinwesen“ (Ottmann 2006: 318) garantiert,

hat die deliberative Demokratie ihr Ideal

in der Beteiligung am Gemeinwesen durch

„argumentativ abwägende, verständigungsorientierte

Beratschlagung“ (Schmidt 2010:

237). Beide Perspektiven weisen für Thorsten

Thiel Schwächen auf, wenn es darum geht „die

sich im digitalen Strukturwandel ergebenden

gesellschaftlichen Veränderungen zu erfassen

und zu bewerten“ (2017a: 194). Diese Fähigkeit

schreibt er insbesondere der republikanischen

Demokratietheorie zu, die ein besonderes Gespür

für (1) die Machtverhältnisse im Digitalen,

(2) die besondere Rolle der Anonymität und

(3) die Bedeutung der Erweiterung der Möglichkeiten

von Gegenmachtbildung besitze.

(1) Anders als die liberale Perspektive fasst

der Freiheitsbegriff des Republikanismus

diese nicht als vorpolitisch, sondern sieht im

Gemeinwesen ihre Voraussetzung. Bei Hannah

Arendt heißt es: „Frei sein können Menschen

nur in Bezug aufeinander, also nur im Bereich

des Politischen und des Handelns“, denn „[w]o

das Zusammenleben der Menschen nicht

politisch organisiert ist […], ist es nicht von

Freiheit, sondern von der Notwendigkeit des

Lebens und der Sorge um seine Erhaltung

bestimmt“ (1994: 201). Der Republikanismus

setzt dem liberalen Freiheitsbegriff des

Nicht-Eingreifens einen des Nicht-Beherrschtwerdens

gegenüber, der im Schutz vor dem

„Potential zur arbiträren Durchsetzung einer

Position“ (Thiel 2017a: 196) besteht. Angewendet

auf die Diskussion um Überwachung,

Datensammlung und Profilbildung durch Konzerne

in der digitalen Öffentlichkeit, erlaubt

die republikanische Perspektive eine grundlegendere

Kritik an den Beobachtungs- und

Kontrollmöglichkeiten: Wo der Liberalismus

die Lösung darin sieht, Datenverarbeitung nur

nach freiwilliger Zustimmung zu erlauben, ist

der Republikanismus sensibel für die impliziten

Zwangs- und Herrschaftsverhältnisse:

„Schließlich steckt hinter der freiwilligen Einwilligung

doch sehr oft der indirekte Zwang,

den notwendigen Zugang zu einer privatisierten

Öffentlichkeit zu erhalten.“ (Ebd.: 198)

(2) Im selben Zuge eignet die republikanische

Theorie so der Verteidigung eines

Elements, das nicht nur eng mit dem digitalen

Strukturwandel zusammenhängt, sondern

auch „lange eine de facto Bedingung moderner

Gesellschaften“ (ebd.: 197) war: Anonymität.

„Digitale Kommunikation ist durch ihre

Vermitteltheit – ausgedrückt etwa in der

IP-Adresse – stets in einem gewissen Sinne

pseudonym und die durch Digitalität möglich

werdende örtliche Ungebundenheit und zeitliche

Asynchronität verstärken den Eindruck

noch.“ (Ebd.: 206) Diese Eigenschaft digitaler

Kommunikation stellt für deliberative

Demokratietheorien ein Problem dar, denn

„[i]n ihnen ist das personale Einstehen für

Argumente tief eingeschrieben (Thiel 2017b:

157). Auch in der öffentlichen Debatte werden

immer wieder Forderungen nach einer Klarnamenpflicht

laut. Hier wird jedoch das politisch

aktivierende Potenzial übersehen, dass

Anonymität insbesondere für marginalisierte

Gruppen bereithält: „Gerade weil in einer

anonymen Situation abstrahiert wird von

der Person, von Macht und Abhängigkeiten,

kann Anonymität und Anonymisierung die

Jonas Aaron Lecointe 143


Marion Kamphans

STÄRKUNG DER DEMOKRATIE

DURCH BEGEGNUNG

Inspirationen aus der neuen Museumsarbeit

Die Salons der Republik sollen Orte sein, an denen sich Menschen begegnen, die sich normalerweise

nicht begegnen, und die diese miteinander ins Gespräch bringen. Mit der Initiierung einer

gruppen- und milieuübergreifenden sozialen Praxis ist auch die Hoffnung verbunden, über diesen

Weg zur politischen Bildung und damit zur Stärkung der Demokratie beizutragen, gerade weil die

Salons der Republik einen Kommunikationsraum für eine variable Öffentlichkeit zur Verfügung

stellen und damit das Diskutieren politischer Positionen und das Organisieren politischer Aktivitäten

fördern. In dem nachfolgenden Essay sollen Möglichkeiten einer gesellschaftspolitischen

Entwicklung durch integrative beziehungsweise inklusive Öffentlichkeiten am Beispiel innovativer

Museumsarbeit und die Übertragbarkeit entsprechender Konzepte auf die Idee der Salons der

Republik skizziert werden.

Kulturelle Bildung für alle – Museen im

Prozess der Transformation

Seit Jahrhunderten gelten Museen als

„Wunderkammern der Welt en miniature“ (Donecker

2013: 7), weil sie Alltägliches, Gewöhnliches,

Besonderes wie Skurriles sammeln und

ausstellen, was sich in Kunst, Kultur, Natur,

Technik, Gesellschaft und Medien findet. Museen

sind Orte, die Gegenstände und Themen

unterschiedlichster Art präsentieren und eine

mögliche Lesart zum kulturellen Verständnis

des Objekts oder des Themas gleich mitliefern.

Sie belehren, forschen, bewahren, vermitteln –

sie informieren ihr Publikum und kommunizieren

mit ihm, sie stiften zum Lernen an,

irritieren und unterhalten – inzwischen nicht

mehr nur analog, sondern auch digital. Soweit

das herkömmliche Verständnis darüber, wie

Museen ihrem Kultur- und Bildungsauftrag

nachkommen.

Museen sind hierzulande sehr beliebt, aber

die Zusammensetzung ihres Publikums weist

eine deutliche soziale Selektivität auf. Mehr

als 117 Millionen Besucher*innen haben sich

im Jahr 2018 ins Museum begeben und sich

Ausstellungen und Sammlungen in Heimat-,

Technik-, Natur- und Kunstmuseen sowie anderen

Ausstellungshäusern angesehen (Deutscher

Museumsbund 2020: 12–17). Mit dieser

hohen Zahl an Besuchen nehmen die Museen

im Ranking der Kunst- und Kulturszene einen

Spitzenplatz ein. Aber sie erreichen auch

weiterhin mit ihren kulturellen Angeboten nur

eine relativ homogene Gruppe – es sind vor

allem Menschen mit hohen Bildungsabschlüssen

und aus gehobenen sozialen Milieus, die

mehrfach im Jahr ihre Füße über die Schwelle

dieser Bildungsinstitution setzen (Wegner

2011; 2016).¹ Für Museen stellt es nach wie vor

eine Herausforderung dar, neue Zielgruppen

anzusprechen und diese für ihre kulturellen

Angebote zu gewinnen. Besonders unterdurchschnittlich

repräsentiert unter den Museumsbesucher*innen

sind zum einen alte und junge

Menschen, Menschen mit Behinderungen, bildungsferne

und sozial benachteiligte Menschen

sowie Menschen mit Migrations-hintergrund.

Für diese Personengruppen sind Museen eher

„fremde“ Orte einer ihnen unbekannten Hoch-

152


kultur oder Treffpunkte eines bildungsbürgerlichen

Publikums, das sich kenntnisreich und

mit der richtigen Haltung durch die Museumsräume

bewegt.

Die Debatte um ein stärker sozial integratives

Museum – im Sinne einer Teilhabe an

kultureller Bildung für alle – ist nicht neu. Seit

ihrem Bestehen müssen sich Museen damit

auseinandersetzen, wie sie den von außen an

ihre Arbeit und Zielsetzungen herangetragenen

gesellschaftlichen Erwartungen begegnen. Dies

zeigt ein Blick in die Geschichte dieser Bildungsinstitution.

Doch auch wenn Museen es ebenfalls

verstanden haben, ihren musealen Bildungsauftrag

in den vergangenen Jahrzehnten auszuweiten

und aktiv auf Besucher*innen zuzugehen, es

dauerte, bis sich ein inzwischen weitverbreitetes

Verständnis vom Museum als Vermittlungsort

durchgesetzt hat.

Eine erste Welle, die „Musentempel“ einem

breiteren Publikum zugänglich zu machen und

zu demokratisieren, gab es in Deutschland im

Nachgang der Französischen Revolution im

Zeitraum zwischen 1830 und 1890. Im Zuge

der bundesdeutschen Bildungsreform in den

1960er- bis 1970er-Jahren sollten Museen

schließlich zu Lernorten werden und eine Bildungsarbeit

mit Besucher*innen in den Mittelpunkt

rücken, die auf der Basis von kognitiven

Lerntheorien arbeitete und davon ausging,

museales Wissen müsse nur entsprechend gut

genug strukturiert und portioniert werden, um

in die Köpfe der Museumsbesucher*innen zu

gelangen (Donecker 2013: 7–10).² Verschiedene

Auffassungen mit je eigenen Akzentuierungen,

wie umfänglich das Museum ein Kommunikationsraum

sein sollte, wurden kontrovers diskutiert

– angefangen von der Idee Joseph Beuys’,

das Museum solle ein Ort „der permanenten

Konferenz“ sein, bis hin zu der Auffassung, es

solle „besucherorientierte Erlebnisinhalte“ vorhalten

und die Weiterentwicklung und Kompetenzen

der Besucher*innen nicht zuletzt durch

eine sinnliche Erfahrung der Objekte und im

intensiven Austausch mit anderen fördern (Wittgens

2005: 18–20). Erst in den 1990er-Jahren

setzte sich das besucherorientierte Museum

durch und damit einhergehend auch ein Verständnis

von musealer Kulturarbeit, das sich an

einem konstruktivistischen Vermittlungsbegriff

und damit stärker am Vorwissen und Interesse

von Besucher*innen orientierte Museen setzen

seitdem auf Interaktion anstatt auf Belehrung,

und sie bedienen sich kommunikativer Strategien,

um die Kontexte der Kunstobjekte besser

zu erklären (Donecker 2013: 7–10). Dennoch,

trotz aller Bemühungen der Museen um eine

umfassendere Teilhabe unterschiedlicher Gruppen,

bleibt der Museumsbesuch nach wie vor

sozial selektiv.

Die Debatte um ein Museum für alle ist

heute wieder umso intensiver zu führen, weil

einerseits der soziale Zusammenhalt durch

„Dynamiken der gesellschaftlichen Desintegration“

(Heitmeyer 2018: 146–158) gefährdet

ist, und andererseits sind die Ansprüche an

inklusive Teilhabe gewachsen und artikulieren

sich damit auch stärker gegenüber den Museen

und Ausstellungshäusern. Mit dem Konzept

der Dynamiken der gesellschaftlichen Desintegration

verbindet der Konfliktforscher und

Soziologe Wilhelm Heitmeyer sowohl objektive

Restriktionen gesellschaftlicher Teilhabe als

auch die Deprivation von Anerkennung. Beide

Ebenen, die objektive wie die subjektive, lassen

sich in differenzierter Form drei verschiedenen

Dimensionen zuordnen (ebd.: 149): In der

sozialstrukturellen Dimension geht es vor allem

um die Teilhabe an materiellen und kulturellen

Gütern, zum Beispiel Teilhabe an Arbeit,

Bildung, Wohnen und Kultur. In der institutionell-partizipatorischen

Dimension werden die

Möglichkeiten zu Teilhabe an öffentlichen und

Marion Kamphans 153


IMPRESSUM

Copyright 2021 by ȷovis Verlag GmbH

Das Copyright für die Texte liegt bei den

Autoren.

Das Copyright für die Abbildungen liegt bei

Moritz Bernoully: S. 38–43, 50–55, 60–63, 68f.

Annkathrin Böhm: S. 44ru, 45

Jessica Breier: S. 74

Felix Jäger: S. 32f., 36, 44lu

Holger Kleine: S. 70m

Maren Maihof: S. 71, 73ro, 73lu, 73 2. lu

Cristian Miler: S. 70o

Johanna Rech: S. 10–29, 34f.

Sandra Voss: S. 122–127

Lisa Wunn: S. 70u, 73lo, 73 2. lo, 73ru

Zusammen mit der Hochschule RheinMain,

vertreten durch Prof. Holger Kleine

Sowie bei der Hochschule RheinMain und

den genannten Entwurfsverfassern.

Alle Rechte vorbehalten.

Umschlagmotiv

Salon der Republik Berlin, Modellfoto

Herausgeber

Holger Kleine

Kontakt

Hochschule RheinMain

Fachbereich DCSM

Studienbereich Innenarchitektur

Prof. Holger Kleine

Unter den Eichen 5

65195 Wiesbaden

holger.kleine@hs-rm.de

TEAM IMPACT RheinMain

Hochschule RheinMain

Leitung: Prof. Dr. Thomas Heimer, Sandra Speer

Koordination für die Salons der Republik: Jonas

Aaron Lecointe

Förderung durch das Programm Innovative Hochschule

von BMBF/GWK, Projekt IMPACT RheinMain

(FKZ: 03IHS071)

TEAM DAM

Direktor: Peter Cachola Schmal

Stellvertretende Direktorin: Andrea Jürges

Öffentlichkeitsarbeit: Brita Köhler, Anna Wegmann

Sekretariat und Verwaltung: Inka Plechaty,

Jacqueline Brauer

Haustechnik: Joachim Müller-Rahn, Enrico Hirsekorn

Kasse: Ieva Paegle, Milan Dejanov, Denissa Albu

Übersetzung

Geoffrey Miller (Essays Lecointe, Kamphans, Speer,

Biografien und Impressum)

Kathrin Bennett (alle übrigen Texte)

Gestaltung und Satz

cüvee – Empathisches Design, Wiesbaden,

Sabine Besjaew

Gestaltung Ausstellung

DESERVE – Raum und Medien Design,

Wiesbaden, Mario Lorenz

Ausstellung Die Salons der Republik

im Deutschen Architekturmuseum (DAM)

vom 17. Juni bis 15. Juli 2021

Begleitende Veranstaltungen

Vernissage am 17. Juni 2021

DIALOG IM MUSEUM #12 am 22. Juni 2021

Straße, Internet, Salon – (k)ein Raum für Debatten?

am 13. Juli 2021

Druck und Bindung

Bibliografische Information der Deutschen

Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese

Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet

über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

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Lützowstrasse 33

10785 Berlin

www.jovis.de

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