21.06.2021 Aufrufe

Leichtathletik INFORMationen 01+02/2021

Inhalt: Einladung zur Mitgliederversammlung + Förderprojekt Hochsprung + Einer von uns: Wilfried Walter + Olympische Spiele 2021 – Vorschau + Mit Carbon zu neuen Bestzeiten + Mehrsprung-Projekt

Inhalt: Einladung zur Mitgliederversammlung + Förderprojekt Hochsprung + Einer von uns: Wilfried Walter + Olympische Spiele 2021 – Vorschau + Mit Carbon zu neuen Bestzeiten + Mehrsprung-Projekt

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Heft 1+2/<strong>2021</strong><br />

<strong>Leichtathletik</strong><br />

<strong>INFORMationen</strong><br />

FREUNDE der <strong>Leichtathletik</strong> e. V. – Wir fördern die <strong>Leichtathletik</strong>-Jugend<br />

Förder-Projekt Hochsprung + Einladung MV + Pandemische Spiele + Carbon & Bestzeiten + Einer von uns: Wilfried Walter


Wir trauern um<br />

Mitgliederversammlung der „FREUNDE der<br />

<strong>Leichtathletik</strong>“ am Samstag, 18. September<br />

<strong>2021</strong>, in Stemwede<br />

Wir laden hiermit zur ordentlichen Mitgliederversammlung unseres Vereins am<br />

Samstag, 18. September <strong>2021</strong>, um 14.00 Uhr ein.<br />

Tagungsort<br />

Stemweder Hof, Stemwederberg-Straße 85, 32351 Stemwede-Wehdem<br />

Impressum<br />

Herausgeber:<br />

Förderverein FREUNDE der <strong>Leichtathletik</strong> e.V.<br />

Geschäftsstelle:<br />

Alfred Maasz<br />

Am Steinlein 2b, 97753 Karlstadt<br />

Telefon: 0 93 53 / 9 98 86, Fax / 99888<br />

E-Mail: geschaeftsstelle@fdlsport.de<br />

Internet: www.fdlsport.de<br />

FB: www.facebook.com/freundederleichtathletik<br />

Instagram: www.instagram.com/fdlsport<br />

Spenden und Anzeigen sind willkommen.<br />

Die Anzeigenpreisliste finden Sie online.<br />

Bankverbindung:<br />

Sparkasse Mainfranken<br />

IBAN: DE25 7905 0000 0047 4317 21<br />

Erscheint viermal jährlich. Der Bezug dieser<br />

Zeitung ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.<br />

Redaktion (V.i.S.d.P.):<br />

Oliver Frenkel<br />

Rapunzelweg 15, 44339 Dortmund<br />

Telefon: 02 31 / 13 47 88 11<br />

E-Mail: redaktion-team@fdlsport.de<br />

Für mit Namen oder Initialen gekennzeichnete<br />

Beiträge sind die Verfasser verantwortlich.<br />

Gestaltung und Layout:<br />

Oliver Frenkel Medienservice<br />

Rapunzelweg 15, 44339 Dortmund<br />

Telefon: 02 31 / 13 47 88 11<br />

E-M ail: info@pmedien-dortmund.de<br />

FB: www.facebook.com/OF.Medienservice<br />

Druck und Weiterverarbeitung:<br />

color-offset-wälter GmbH & Co. KG<br />

Oberste-Wilms-Straße 18, 44309 Dortmund<br />

Telefon: 02 31 / 97 67 64 - 0<br />

E-mail: kontakt@color-offset-waelter.de<br />

Internet: www.color-offset-waelter.de<br />

Titelseite:<br />

FREUNDE-Mitglied Blanka Dörfel war in diesem<br />

Jahr bereits auf der Straße und im Stadion erfolgreich.<br />

Titelfotos:<br />

Torben Flatemersch<br />

Tagesordnung<br />

1. Eröffnung der Mitgliederversammlung und Begrüßung der Anwesenden,<br />

Feststellen der Teilnehmenden und Stimmberechtigten<br />

2. Wahl des/der Protokollführenden, einer Wahlkommission, eine/einer Versammlungs-<br />

und Wahlleitenden<br />

3. Berichte des Vorstandes einschließlich des Kassenberichtes<br />

4. Stellungnahme und Aussprache zu den Berichten<br />

5. Berichte der Kassenprüfer (2019 und 2020)<br />

6. Entlastung des Schatzmeisters<br />

7. Neuwahlen<br />

8. Allgemeine Anträge<br />

9. FREUNDE-Stand bei Veranstaltungen<br />

10. Internationales: Organisation, Programme, Begegnungen, FREUNDE-Reisen,<br />

EM München 2022<br />

11. Planungen für die DHM Leipzig 2022, DM 2022 und weiteres<br />

12. Verschiedenes<br />

Anträge bitte bis spätestens 15.08.<strong>2021</strong> schriftlich an die Geschäftsstelle der<br />

FREUNDE der <strong>Leichtathletik</strong>, Am Steinlein 2b, 97753 Karlstadt.<br />

Wir hoffen auf eine rege Teilnahme und würden uns freuen, möglichst viele Mitglieder<br />

begrüßen zu können.<br />

Aufgrund von Coronabedingten weiteren Vorbereitungen bitten wir um Voranmeldung<br />

an unsere Geschäftsstelle! Kontakt siehe nebenstehendes Impressum.<br />

Roland Frey<br />

Vorsitzender<br />

Hinweis in eigener Sache<br />

Leider können wir auch zum jetzigen Zeitpunkt (24.05.<strong>2021</strong>) nicht abschätzen,<br />

wie es mit der <strong>Leichtathletik</strong> und unseren Förderprojekten im Sommer<br />

und Herbst weitergeht. Trotz der DM in Braunschweig sind weitere<br />

Einschränkungen nicht auszuschließen. Dies hätte dann ggf. auch Auswirkungen<br />

auf die Veröffentlichung der Ausgabe 03/<strong>2021</strong> unserer Zeitschrift.<br />

Aus diesem Grunde sind die Geburtstagstermine für die Monate Oktober<br />

bis Dezember <strong>2021</strong> bereits in diesem Heft auf Seite 19 abgedruckt.<br />

Wir bitten um Euer Verständnis.<br />

Oliver Frenkel<br />

Koordinator Redaktion, V.i.S.d.P.<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 2


Förder-Projekt Hochsprung<br />

Bereits dreimal hatte DLV-Nachwuchstrainerin Sophia Sagonas zu einem Hochsprung-Camp<br />

eingeladen – und musste dann jeweils Unterkunft und Halle, Athlet*innen/Trainer*innen<br />

und den FREUNDEN wegen Corana wieder absagen. Mitte Mai wurde dann zu einer vorbereitenden<br />

Besprechung bzw. einer Online-Fortbildung mit den Heimtrainer*innen des Nachwuchs-Kaders<br />

1/2 eingeladen.<br />

Moderiert von Jan Keil, dem weiteren Hochsprung-Nachwuchstrainer<br />

des DLV, stellte NRW-Landestrainer Peter Schnabel<br />

den „Sprungbaum“ vor, ein Projekt des gesamten DLV-<br />

Hochsprungteams. An der Diskussion darüber beteiligten sich<br />

nicht nur die eingeladenen Trainer*innen, sondern insbesondere<br />

als Experten Bundestrainerin Brigitte Kurschilgen (DLV-<br />

Teamleiterin Hochsprung), Ariane Friedrich und ihr Trainer, unser<br />

FREUNDE-Mitglied Günter Eisiger.<br />

Der Sprungbaum soll dazu beitragen, den Trainer*innen<br />

im Nachwuchsbereich u. a. anhand von zahlreichen Videoclips<br />

und entsprechenden Erläuterungen ein Konzept vorzustellen,<br />

sodass eine gemeinsame Ebene/Basis für ein erfolgreiches<br />

Training in den Altersklassen ab U16 bis Erwachsene<br />

genutzt wird. Darin sind viele Jahre Erfahrung erfolgreicher<br />

Trainingsarbeit enthalten, wobei viele Athlet*innen ihre eigenen<br />

Erkenntnisse mit eingebracht haben. Der Hochsprung<br />

in Deutschland blickt auf eine lange Tradition im Frauen- und<br />

Männerbereich zurück. Dabei wurden unterschiedlichste Trainingsmethoden<br />

durch Trainer*innen bei verschiedensten Athlet*innen<br />

angewendet, die aber alle zu beachtlichen Leistungen<br />

geführt haben.<br />

Mit dem Sprungbaum sollen diese vielen Erkenntnisse nun<br />

gebündelt und für alle zugänglich gemacht werden und als<br />

Grundlage für die weitere Trainingsarbeit der Trainer*innen<br />

mit ihren Athleten dienen. Die Digitalisierung macht es möglich,<br />

die umfangreiche Sammlung an Übungen und Trainingsmitteln<br />

im Sprungbaum einfach anzuklicken und zu visualisieren.<br />

Eine passende Erklärung der entsprechenden Übungen<br />

wird direkt mitgeliefert. Ob Grundlagentraining oder spezielles<br />

Techniktraining, alles ist in diesem kleinen „Wunderbaum“<br />

vorhanden. Ob zu Hause am PC oder direkt im Training an einem<br />

Tablet, zu jeder Zeit sind die Informationen abrufbar.<br />

Dabei wurde auch an Details gedacht. Die Übungen wurden<br />

nach Altersklassen eingeordnet, um den Trainer*innen eine<br />

optimale Basis zu schaffen, mit jüngeren Athlet*innen durch<br />

vorgezogene Trainingsmittel wie z. B. Tiefsprünge nicht über<br />

das Ziel hinauszuschießen. Das Projekt eröffnet aber auch<br />

Möglichkeiten, Athlet*innen, die in der Lage sind spezifische<br />

Übungen eines höheren Jahrgangs auszuführen, anzubieten.<br />

Nichts ist in Stein gemeißelt, am Ende entscheiden die Trainer*innen,<br />

inwiefern sie den Sprungbaum oder welche Übungen<br />

sie daraus für das Training nutzen möchten. Die Trainer*innen<br />

kennen ihre Athlet*innen am besten und sollen die Arbeit<br />

vor Ort machen. Diese Sammlung und Ordnung hochsprungspezifischer<br />

Übungen mit den attraktiven visuellen Darstellungen<br />

inklusive der Beschreibungen und Hinweise ist jedoch<br />

ein wichtiger und nützlicher Schritt, die Disziplin Hochsprung<br />

in Deutschland erfolgreich zu gestalten.<br />

Wie geht es nun weiter? Momentan fiebert alles einer möglichen<br />

Freiluftsaison entgegen. Danach wird es mit Buchungen<br />

in den Hallen und Sportstätten bereits eng, obwohl sie derzeit<br />

ihre Türen noch gar nicht öffnen dürfen. Auch das Hochsprungteam<br />

gehört zu denen, die ihr Nachwuchs-Camp noch<br />

in diesem Jahr organisieren möchten …<br />

Peter Busse und Silvio Zein<br />

Fotos: Peter Busse<br />

3 <strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>


Noch eine DM in Corona-Zeiten<br />

Im Gegensatz zu 2020 fanden die Deutschen Meisterschaften auf der Langstrecke in diesem<br />

Jahr statt – allerdings unter ganz besonderen Vorzeichen. Wegen der Pandemie mussten sie<br />

kurzfristig vom sächsischen Mittweida nach Mainz verlegt werden. Zahlreiche Favoriten hatten<br />

abgesagt, trotzdem verhieß das Aufeinandertreffen von Marathon- und Bahnspezialist*innen<br />

spannende Wettkämpfe.<br />

Bei den 10.000 m der Frauen fehlten mit Alina Reh, Katharina<br />

Steinruck und Miriam Dattke die ersten drei der Meldeliste.<br />

FREUNDE-Mitglied Alina gibt sich trotz Ermüdungsbruch<br />

kämpferisch und hat die Saison längst nicht abgeschrieben<br />

– die Qualifikationszeit für Tokio ist sie bereits gelaufen. Somit<br />

gerieten die Zwillinge Rabea und Deborah Schöneborn<br />

(LG Nord Berlin) in die Favoritenrolle, der sie durch Platz 1 und<br />

2 souverän gerecht wurden. Fünfte wurde FREUNDE-Mitglied<br />

Blanka Dörfel (19), die mit ihrem ersten 10.000 m-Lauf auf der<br />

Bahn recht unzufrieden war. „Bereits nach einem Kilometer<br />

habe ich gespürt, dass es nicht so rund läuft wie sonst. Aber<br />

ich werde in den nächsten Wochen noch zeigen, wie gut ich<br />

laufen kann.“ Mit ihrer Zeit blieb sie dennoch deutlich unter<br />

dem Richtwert für die U23-EM, die für Mitte Juli in Bergen<br />

(NOR) geplant ist. Wir werden die Siegerin des Europäischen<br />

Olympischen Jugend-Festivals (EYOF) 2019 über 2.000 Meter<br />

Hindernis im Auge behalten. Blanka startet ebenso wie Alina<br />

neuerdings für den SCC Berlin.<br />

2019 war Nils Voigt vom TV Wattenscheid bei der U23-EM in<br />

Gävle (SWE) Vierter geworden. In Mainz war er der einzige, der<br />

Simon Boch (LG TELIS FINANZ Regensburg) folgen konnte, um<br />

dann selbst an die Spitze zu gehen. In starken 28:11,31 min verbesserte<br />

er damit seine vor zwei Jahren in Gävle aufgestellte<br />

Bestzeit um mehr als 40 Sekunden. Bei den Männern schaffte<br />

allerdings niemand die Qualifikation für Bergen (inzwischen<br />

wegen Corona von Norwegen verlegt nach Tallinn, Estland).<br />

Die Rennen der U20 begannen sowohl beim weiblichen wie<br />

beim männlichen Nachwuchs sehr abwartend. Dann aber zog<br />

vornehmlich Emma Heckel (LG TELIS FINANZ Regensburg) das<br />

Tempo an, musste sich aber im Ziel Johanna Pulte (SG Wenden)<br />

geschlagen geben. Der Mittelstreckler Henrik Lindstrot<br />

(LG Olympia Dortmund) nutzte das gemächliche Anfangstempo,<br />

um nach einer letzten Runde in unter einer Minute<br />

überlegen als Erster ins Ziel zu stürmen.<br />

Zu den Besonderheiten dieser Meisterschaft gehören auch die<br />

300 Schuhe sämtlicher Hersteller, die in der ständig aktualisierten<br />

„Shoe Compliance List“ von World Athletics aufgeführt<br />

werden. Denn Schuhe mit Carbonsohlen sind auf der Bahn<br />

(noch?) nicht zugelassen – im Gegensatz zur Straße (siehe zu<br />

der Frage auch Seite 14/15). Plausibel erscheint diese Unterscheidung<br />

nicht unbedingt. Blanka Dörfel vertritt übrigens die<br />

Auffassung, Carbonschuhe sollten bei keinem Wettkampf erlaubt<br />

sein.<br />

Peter Busse<br />

Fotos: Torben Flatemersch<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 4


→ Mit uns beginnt Begeisterung.<br />

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Telefon: +49 (25 34) 62 17 - 10<br />

Telefax: +49 (25 34) 62 17 - 20<br />

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Einer von uns<br />

Wilfried Walter – 40 Jahre FREUNDE-Mitglied<br />

Er ist Perfektionist, immer zielbewusst, äußerst zuverlässig und<br />

außergewöhnlich engagiert in vielen Bereichen. Allerdings ist<br />

er auch ein Typ, dem das „Du“ nicht bei jedem seiner Mitmenschen<br />

sofort auf der Zunge liegt. Auch scheut er sich nicht,<br />

manchmal offen seine Meinung zu sagen, was nicht jedem gefällt.<br />

Doch wenn man ihn etwas länger kennt und mit ihm auf<br />

einer Wellenlänge liegt, kann man mit ihm „Pferde stehlen“.<br />

Und er kann auch sehr humorvoll sein. So war er 1998/1999<br />

Karnevalsprinz im Waldbröler Karnevalsverein.<br />

So kennen die meisten Wegbegleiter Wilfried Walter, der seit<br />

nunmehr 40 Jahren Mitglied bei den FREUNDEN der <strong>Leichtathletik</strong><br />

ist. Seine Begeisterung für die Olympische Sportart<br />

führte ihn rund um den Globus zu zahlreichen nationalen und<br />

internationalen <strong>Leichtathletik</strong>-Höhepunkten.<br />

Sein Herz für die <strong>Leichtathletik</strong> entdeckte der gebürtige Gelnhausener<br />

über den Schulsport. Seinen emotionalsten Moment<br />

erlebte der damalige Gymnasiast, der zuvor sportliche Erfahrungen<br />

beim Turnen, Fechten und Fußball sammelte, 1971<br />

beim Finale „Jugend trainiert für Olympia“ im Berliner Olympiastadion,<br />

als er im B-Lauf über 1.000 Meter allen die Fersen<br />

zeigte. „Dieses Rennen bildete ein Schlüsselerlebnis für mich,<br />

das ich nie vergessen werde“, betont der frühere Mittelstreckler<br />

der LG Wetzlar, der es während seiner aktiven Zeit von 1977<br />

bis 1988 auf Bestzeiten von 52,0 Sekunden über 400 Meter,<br />

1:56 Minuten über 800 Meter, 2:32 Minuten über 1.000 Meter<br />

und 4:06 Minuten über 1.500 Meter brachte. Bei vereinzelten<br />

Ausflügen auf längere Strecken erzielte er auch eine beachtliche<br />

Halbmarathon-Bestzeit von 1:15 Stunden.<br />

Seit Februar 2018 engagiert sich der heute 68-Jährige, der ein<br />

Neujahrskind ist, auch als kooptiertes Mitglied im FREUNDE-<br />

Vorstand und ist hier zuständig für die Bereiche „Reisen“ und<br />

„Internationales“. Anlässlich der Europameisterschaften in Berlin<br />

organisierte er mit viel Herzblut unter anderem das internationale<br />

Supporter-Treffen „Meet & Greet“ und ist treibende<br />

Kraft beim Aufbau der „European Supporters Platform“.<br />

Die nächsten großen Herausforderungen warten bereits auf<br />

ihn. So organisiert der „Außenminister“ der FREUNDE im kommenden<br />

Jahr den Ticketverkauf für die Hallen-WM 2022 in Belgrad<br />

und ist bei den Europameisterschaften in München wie<br />

2018 in Berlin wieder für die Durchführung des Supporter-Treffens<br />

„Meet & Greet“ verantwortlich.<br />

Gerne betätigt sich das langjährige FREUNDE-Mitglied auch als<br />

Co-Redakteur auf der Facebook-Seite der FREUNDE und postet<br />

dort regelmäßig Beiträge. Zudem schreibt er immer wieder<br />

interessante Kommentare und Analysen für die FREUNDE-<br />

Zeitschrift.<br />

Hintergrundwissen für seine lesenswerten Artikel hat Wilfried<br />

Walter reichlich, denn er ist seit über 40 Jahren bei jeder Deutschen<br />

Freiluft-Meisterschaft und seit 30 Jahren bei jeder Deutschen<br />

Hallenmeisterschaft dabei gewesen. Seit 1985 besuchte<br />

er bis auf wenige Ausnahmen zudem alle Olympischen Spiele<br />

sowie Welt- und Europameisterschaften. Tokio wären seine<br />

zehnten Olympischen Spiele gewesen, doch aus den bekannten<br />

Gründen kann er sie nur am heimischen Bildschirm mitverfolgen<br />

(siehe separater Beitrag).<br />

Wilfried Walter schwelgt in Erinnerungen: „Alle Veranstaltungen<br />

waren toll, so das es schwierig ist, ein Ranking aufzustellen.<br />

Gerne erinnere ich mich an die Olympischen Spielen 1988<br />

in Seoul, die sehr asiatisch, exotisch und besonders preiswert<br />

waren, 2008 waren die perfekt organisierten Spiele in Peking<br />

besonders beeindruckend, genauso wie 2016 Rio de Janeiro,<br />

weil diese Stadt zu den drei schönsten Städten der Welt zählt.<br />

Für Olympische Spiele lasse ich alles stehen und liegen. Dabei<br />

gehe ich bei den Olympischen Spielen nicht nur zur <strong>Leichtathletik</strong>,<br />

sondern auch zu anderen Sportarten wie Kunstturnen,<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 6


zum Tennis und zum Beach-Volleyball. Gerade die Vielfalt der<br />

Disziplinen und Sportarten sind für mich bei den Spielen das<br />

Faszinierende.“<br />

Wilfried Walter nutzt die <strong>Leichtathletik</strong>-Highlights aber auch,<br />

um Land und Leute sowie deren Kulturen kennenzulernen.<br />

Daher zog es ihn auch als Läufer in die Ferne. So startete er<br />

1980 beim traditionellen Silvesterlauf in São Paulo (Brasilien),<br />

wo er über 12,4 Kilometer unter 15.000 Teilnehmern einen respektablen<br />

2.143. Platz belegte. Dieser Jahreswechsel – ein Lauf<br />

zudem in seinen Geburtstag hinein – bildet für ihn ein unvergessliches<br />

Erlebnis.<br />

Die meist kostspieligen und zeitaufwendigen Reisen konnte<br />

sich Wilfried Walter, der 1972 bei der Bundeswehr seinen<br />

Dienst antrat, allerdings nur erlauben, weil er Junggeselle ist.<br />

Hinzu kam, dass der inzwischen pensionierte Oberstleutnant<br />

auch beruflich bei seiner Reiseplanung weitgehend unabhängig<br />

war. So befand er sich bei der Bundeswehr dienstlich<br />

auf einer Ebene, auf der er nach „unten“ delegieren konnte.<br />

„Nach oben war ich jedoch nicht wichtig genug, um zu bestimmten<br />

Aufgaben und Zeiten unentbehrlich zu sein – bis<br />

auf 2003. Da konnte ich nicht zu den Weltmeisterschaften in<br />

Paris fahren, weil ich zu einem wichtigen Einsatz für Afghanistan<br />

musste.“<br />

Auslandseinsätze – Wilfried Walter war 2001 auch fünf Monate<br />

im Kosovo – und die häufigen Standortwechsel bildeten<br />

für den begeisterten Leichtathleten immer wieder besondere<br />

Herausforderungen. So konnte er als Läufer und später<br />

auch als Trainer durch die ständigen beruflichen Veränderungen<br />

sein Leistungspotenzial nie richtig voll entfalten, Sobald<br />

er irgendwo eine sportliche Heimat gefunden hatte, hieß es<br />

für ihn meist kurze Zeit später, wieder Abschied zu nehmen.<br />

Während seiner Zugehörigkeit zur Bundeswehr von 1972<br />

bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2011 fand Wilfried Walter<br />

daher lediglich in Wetzlar eine sportliche Heimat, als er<br />

dort fast 13 Jahre ununterbrochen an einem Standort tätig<br />

war. Dort konnte er für die LG Wetzlar als Athlet und Vereinstrainer<br />

sowie als Landes- und Stützpunkttrainer einiges bewegen.<br />

Aufgrund der zahlreichen Verdienste, die er sich in<br />

der Stadt an der Lahn erworben hatte, wurde er 1982 mit der<br />

Sportehrenplakette der Stadt Wetzlar ausgezeichnet. Darüber<br />

hinaus wurde er 1988 vom damaligen hessischen Ministerpräsidenten<br />

Walter Wallmann für die erfolgreiche Förderung<br />

der Jugend-<strong>Leichtathletik</strong> in Hessen geehrt.<br />

Sportlich kann Wilfried Walter auf einige respektable Erfolge<br />

zurückblicken. So stellte er mit der LG Wetzlar 1988 als Schlussläufer<br />

in der 3x1.000 m-Staffel mit 8:01,96 und 8:01,87 Minuten<br />

zweimal einen neuen deutschen Seniorenrekord auf, und belegte<br />

im selben Jahr bei den deutschen Seniorenmeisterschaften<br />

in der Klasse M35 über 800 Meter den sechsten und über<br />

1.500 Meter den neunten Platz. Ganz oben in seiner Erfolgsskala<br />

stuft er auch seine hessische Meisterschaft in der Klasse<br />

M30 über 800 Meter ein. Bei diesen Titelkämpfen wurde er<br />

durch den damaligen Landrat des Lahn-Dill-Kreises für sportlich<br />

herausragende Leistungen ausgezeichnet.<br />

Noch erfolgreicher war Wilfried Walter aber als Trainer und<br />

Funktionär. So engagierte er sich im Hessischen <strong>Leichtathletik</strong>-Verband<br />

von 1986 bis 1990 als Landestrainer Mittelstrecke<br />

für die männliche und weibliche Jugend und erwarb sich dabei<br />

zahlreiche Verdienste.<br />

Besonders stolz ist er darauf, dass er 1989 aufgrund seiner umfangreichen<br />

Fachkenntnisse und seiner Führungsqualitäten<br />

zum Kompaniechef der Sportkompanie der Bundeswehr berufen<br />

wurde. Es gibt in der Bundeswehr keinen vergleichbaren<br />

Dienstposten, in dem man so viel Einfluss auf den Spitzensport<br />

in Deutschland nehmen kann. Für diese ehrenvolle<br />

Berufung musste Wilfried Walter allerdings sein Amt als Landestrainer<br />

im Hessischen <strong>Leichtathletik</strong>-Verband aufgeben.<br />

Während seiner Zeit als Kompaniechef der Sportkompanie<br />

der Bundeswehr (1989 bis 1992) absolvierte das FREUNDE-Mitglied<br />

an der Trainerakademie in Köln nebenbei ein Studium<br />

zum Diplom-Trainer und wurde nach erfolgreichem Abschluss<br />

vom damaligen Präsidenten des Deutschen Sportbundes,<br />

Hans Hansen, als einer der Jahrgangsbesten (Abschlussnote:<br />

Sehr gut) ausgezeichnet. Zu seinem Bedauern konnte er nur<br />

wenig von seinem Trainer-Diplom profitieren, weil er beruflich<br />

immer wieder versetzt wurde.<br />

Seinen (Un-)Ruhestand verbringt der pensionierte Oberstleutnant<br />

seit 2011 in Bad Neuenahr. Sein aktiver Lebensstil lässt<br />

bei ihm keine Langweile aufkommen. So wird er sich auch in<br />

Zukunft u. a. bei den FREUNDEN weiter als „Außenminister“<br />

engagieren. Um gesund zu bleiben, trainiert der ehemalige<br />

Mittelstreckler regelmäßig auf dem Fahrradergometer oder<br />

geht, wenn es die Coronaschutzverordnung wieder erlaubt,<br />

ins Fitnessstudio.<br />

Peter Middel<br />

Fotos: Wilfried Walter<br />

7 <strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>


Bild von Please Don‘t sell My Artwork AS IS auf Pixabay<br />

Die pandemischen Spiele<br />

Tokio 2020 kann den Werten Olympias und den Träumen der Athleten und Athletinnen kaum<br />

gerecht werden<br />

Wenn die Sommerspiele im coronageplagten Tokio tatsächlich<br />

am 23. Juli beginnen sollten, liegt eine eineinhalbjährige<br />

Phase der Ungewissheit, Verunsicherung, Zweifel und Beschwichtigungsparolen<br />

hinter der Sportwelt. Zwei Jahre lang<br />

hatte die Stadt die Weltgemeinschaft schon einmal hingehalten,<br />

ehe sie 1938 ihr Mandat für 1940 wegen des japanischen<br />

Überfalls auf die Mandschurei zurückgab.<br />

Für Tokio sprang Helsinki ein, kam aber wegen des Zweiten Weltkriegs<br />

auch nicht mehr zum Zug. In Friedenszeiten stand das<br />

globale Fest dagegen nie so auf tönernen Füßen wie 2020/<strong>2021</strong>.<br />

„Es ist unsere Aufgabe, Olympische Spiele zu organisieren“, hat<br />

IOC-Präsident Thomas Bach trotzig gesagt, „nicht sie abzusagen“.<br />

Eine unverbindliche Aussage, die Sportlern und Sportlerinnen<br />

wenig Zuversicht verheißt. Eine Spurensuche in vier Teilen:<br />

CHANCENGLEICHHEIT<br />

„Der einzige Parameter, an dem die Spiele gemessen werden<br />

müssen“, hat Dieter Baumann postuliert, „ist die Gesundheit<br />

der Athleten“. Und deren Chancengleichheit. Diesen Zusatz<br />

hätte der Olympiasieger von 1992 getrost anhängen können,<br />

besteht doch ein direkter Zusammenhang zwischen den Begriffen.<br />

Denn schon zu Beginn der Impfkampagne war der<br />

Hinweis ergangen, dass sich für deutsche Olympiastarter und<br />

-starterinnen, sollten sie nicht termingenau geimpft werden,<br />

ein Nachteil ergeben kann: Behinderung der finalen Vorbereitung<br />

durch Nebenwirkungen des Impfstoffs. Aus Reputationsgründen<br />

behandeln nicht wenige Staaten ihre Sportler*innen<br />

mit Vorrang. In Deutschland standen die für Tokio Qualifizierten<br />

zunächst hintenan. Brav hielt sich der Sport an die Maßgabe<br />

seines Dachverbands DOSB: Vordrängen gilt nicht! Die<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 8


Bevorzugung hochbetagter und pflegebedürftiger Menschen<br />

beim Gang ins Impfzentrum respektierten die Olympiastarter*innen<br />

mehrheitlich. Einen Tokio-kompatiblen Termin für<br />

sich mahnten sie gleichwohl an.<br />

Aber erst im vierten Monat nach Impfbeginn hierzulande erreichte<br />

sie das erhoffte „besonders wertvolle Signal“ (DOSB-<br />

Chef Alfons Hörmann). Das „Corona-Kabinett“ der Bundesregierung<br />

sagte zu, Olympiaqualifizierten „im Rahmen des<br />

Impffortschritts“ rechtzeitig die notwendigen Dosen zu verpassen.<br />

So geschehen in den ersten zwei Maiwochen: Immunisierung<br />

für circa 1.400 Personen. Dass die Politik doch<br />

noch zur rechten Zeit reagierte, ist am Ende auf den Druck<br />

des Sports zurückzuführen. Frühzeitig hatte der Verein „Athleten<br />

Deutschland“, die unabhängige Sportler-Vertretung, darum<br />

gebeten, mit der Impfproblematik „nicht allein gelassen<br />

zu werden“. Kurz vor dem Signal aus Berlin hatte sich Hörmann<br />

gemeldet: Der Impfstoff für alle impfwilligen Olympiateilnehmer*innen<br />

(92 %) „ist Grundlage für die Reise nach Tokio“, nur<br />

dann schicke er ein deutsches Team „guten Gewissens“ zu den<br />

Spielen. Das Risiko scheuende und impfunwilligen (laut DOSB-<br />

Umfrage 8 %) Tokio-Kandidaten empfahl er mit leicht zynischem<br />

Unterton „in letzter Konsequenz zu verzichten“.<br />

Es ist zu bedauern, dass die Anregung von „Athleten Deutschland“<br />

und Kanu-Präsident Thomas Konietzko zu einem öffentlichen<br />

Diskurs über das Impfproblem und die sich daraus<br />

ergebende Frage, welchen Wert die Gesellschaft in Pandemiezeiten<br />

auf deutsche Erfolge in Tokio legt, ohne breite Resonanz<br />

blieb. Auf das Ergebnis einer solchen Diskussion hätte<br />

man wirklich gespannt sein dürfen. Hörmanns Feststellung,<br />

mit dem Berliner Signal der Unterstützung sei auch die „Solidarität<br />

der Gesellschaft mit dem Olympischen und Paralympischen<br />

Sport verbunden“, hätte der Athletenverein deshalb<br />

gern genauer erklärt bekommen.<br />

Chancengleichheit in Tokio? Corona hat nicht nur die Medizinsysteme<br />

an ihre Grenzen gebracht, auch das globale Antidopinggefüge<br />

kollabierte: Keine Reiseerlaubnis für internationale<br />

Tester*innen, und nationalen Prüfer*innen dürfen<br />

Sportler*innen in Quarantäne die Tür nicht öffnen. Offene<br />

Türen und Tore findet nur der Betrug vor. Die Nationale Antidopingagentur<br />

nennt eine 14-tägige Quarantäne „ein Paradies<br />

für Betrüger“. Kugelstoßer David Storl vermutet, in Japan<br />

werde man es „ganz bestimmt nicht mit Chancengleichheit zu<br />

tun haben“.<br />

GEISTERSPIELE<br />

Thomas Bach sagt, es sei „kein Geheimnis, dass diese Spiele<br />

anders werden“. Eine Nebelkerze. Denn was „anders“ bedeutet,<br />

ist schließlich kein Geheimnis mehr, Athlet*innen wissen<br />

längst Bescheid, was sie erwartet: „Schmerzhafte Einschränkungen“<br />

prophezeit ihnen Alfons Hörmann, Bachs Nachfolger<br />

als Chef aller deutschen Olympiathemen, und World-Athletics-Präsident<br />

Seb Coe verweist auf „schwierige Umstände wie<br />

nie zuvor“. Tokio 2020: die unbeliebten Spiele, ausgewiesen<br />

auch durch ein Dekret der japanischen Regierung im März. Es<br />

untersagt ausländischen Olympiafans den Zutritt zum Inselstaat.<br />

Und ob wenigstens ein paar japanische Sportfreund*innen<br />

ihre Sportler*innen am Wettkampfort beklatschen dürfen<br />

oder auch für sie die Tore geschlossenen bleiben, darüber<br />

wollte das Organisationskomitee (OK) erst vier Wochen vor<br />

dem Spielestart befinden. Die sich abzeichnende Tendenz:<br />

Geisterspiele wie beim Fußball.<br />

Untermauert wird die Sterilität der „pandemischen Spiele“<br />

(SZ) von einem zweiteiligen Playbook, einem Verhaltenskodex<br />

für die sogenannte Olympische Familie, einer Hausordnung<br />

für die Zeit der Spiele. Aus Sorge, dass nicht einzuhalten<br />

ist, was vollmundig versprochen wurde („Die sichersten<br />

Spiele, die nötig sind“/IOC-Tokio 2020-Koordinator John Coates<br />

– „Die am besten vorbereiteten Spiele der Geschichte“/<br />

Bach), „streicht Japan Olympia zusammen“, nörgelte die FAZ.<br />

Seitenweise Verbote, Streichungen, Einschränkungen, Veränderungen<br />

zur Abdichtung der Blase. In sie werden 11.000 Athlet*innen,<br />

Trainer*innen, Betreuer*innen und dazu ein stark<br />

reduziertes Funktionärskontingent gesteckt. Streng genommen<br />

am wenigsten verändert: der reine Wettkampf – für Puristen<br />

der <strong>Leichtathletik</strong> fast der Idealzustand. Immerhin verheißt<br />

Teil zwei der Allgemeinen Geschäftsbedingungen<br />

tägliche Testpflicht für Athlet*innen. Von einer Garantie, mit<br />

dem Hygienekonzept coronamäßig auf der sicheren Seite zu<br />

sein, steht im Playbook gleichwohl nichts. Wie auch, schon bei<br />

viel, viel kleineren Events mit angeblich sicherer Gesundheitsvorsorge,<br />

z. B. Hallen-EM und Fecht-Weltcup, hat das Virus zur<br />

Attacke geblasen und jede Menge Infizierte hinterlassen. „Alle<br />

Blasen sind letztlich Illusion und irgendwo durchlässig“, kommentierte<br />

der Spiegel. Könnte heißen: Der Spitzensport kann<br />

Covid-19 nicht besiegen. Allerdings hatte im Mai eine großzügige,<br />

von Ethikern allerdings als moralisch zweifelhaft kritisierte<br />

Spende Hoffnung auf mehr Stabilität der „Bubble“ gemacht:<br />

Impfstoff für alle Athlet*innen und Betreuer*innen<br />

vom Produzenten BioNTech/Pfizer.<br />

ANTREIBER<br />

Was aber ist davon zu halten, dass vom Tag 100 an vor der Eröffnungsfeier<br />

die Coronadaten in den Präfekturen stark stiegen,<br />

Notstandsmaßnahmen bis fast Ende Juni nötig und<br />

Warnungen der Wissenschaftler*innen lauter wurden, Krankenhäuser<br />

Alarm schlugen, dem Generalsekretär der Regierungspartei<br />

LDP das Unwort „Absage“ rausrutschte, Intellektuelle<br />

zum Boykott aufriefen und die Unterschriftenaktion<br />

„Stop Tokio Olympics“ schnell in den mittleren sechsstelligen<br />

Bereich vordrang? Nur: So viel negative Energie irritiert offenbar<br />

nur peripher: „Wir nehmen die Bedenken ernst, aber wir<br />

lassen uns nicht von der öffentlichen Meinung lenken“ (IOC-<br />

Sprecher Mark Adams), die olympische Bewegung werde „einen<br />

Sieg der Menschheit über die Pandemie belegen können“<br />

(IOC-Vize John Coates). Allein der um die Gesundheit der Japaner*innen<br />

besorgte Regierungschef Suga zeigte sich plötzlich<br />

beeindruckt von den zunehmend schlechten innerjapanischen<br />

Umfrageresultaten: „Ich habe die Spiele nie an die erste<br />

Stelle gesetzt“. OK-Chefin Seiko Hashimoto jedoch weigert<br />

sich stets, „über eine Absage nachzudenken“. Was also ist von<br />

derlei Widersprüchlichem zu halten?<br />

Ist das Politik, tollkühne PR, Pfeifen im Walde?<br />

Trifft wohl alles zu, denn den Antreibern dieses Olympia-<br />

Abenteuers, der nationalkonservativen LDP, dem IOC und der<br />

9 <strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>


TV-Industrie, bleibt gar nichts anderes übrig, als sich mit knallhartem<br />

Optimismus wider alle Vernunft und Bedenken gegen<br />

die Absage zu stemmen, sie durchzupeitschen. Es steht<br />

für sie zu viel auf dem Spiel, Geld und Reputation. 15,4 Milliarden<br />

Dollar (die Dunkelziffer soll erheblich höher sein) hat<br />

Japan bisher eingesetzt und die Regierung das Spektakel als<br />

„Recovery Games“ etikettiert, als Jungbrunnen für die angeschlagene<br />

Wirtschaft und den internationalen Ruf des Landes,<br />

als Therapie zur Überwindung des Fukushima-Traumas (Reaktorkatastrophe).<br />

Für das IOC ist die Taktik klar. Das von Lausanne aus gelenkte<br />

Sportimperium setzt auf maximales Risiko: jonglieren an der<br />

Roten Linie. Diese zu überschreiten, ohne das letzte Wort allein<br />

Mediziner*innen und Epidemiolog*innen zu überlassen,<br />

wäre verantwortungslos, hat die viermalige Eishockey-Olympiasiegerin<br />

und angehende Notfallärztin Haley Wickenheiser<br />

gewarnt. In einer kranken Zeit heile Welt vorzugaukeln,<br />

verfängt nicht, nicht in Tokio. Zumal der Ringezirkel (mit 650<br />

Millionen Euro gegen Ausfall versichert) im Ruch steht, seine<br />

Tokio-absagen-geht-nicht-Haltung nur des Geldes wegen<br />

durchzuziehen. Von Fernsehen und Sponsoren Milliarden kassieren<br />

und die Gesundheit der Sportler und Sportlerinnen riskieren<br />

– das ist der Aufreger. Zu wissen, dass das IOC 90 % seiner<br />

Einnahmen (73 % durch TV-Rechteverkauf) weitergibt an<br />

Nationale Olympische Komitees (vierjährig 30 Millionen für<br />

den DOSB) und globale Sportverbände, macht den Tokio-Deal<br />

nicht weniger angreifbar.<br />

Das Fernsehen ist die Nummer drei, die auf die Spiele setzt.<br />

Um vom IOC schöne Bilder, bewegt und in Farbe, geliefert zu<br />

bekommen, berappt es schließlich den dicksten Batzen. Ihre<br />

Auslagen holen sich die Medienunternehmen von Werbepartnern<br />

zurück. Fallen die Spiele am Ende des Tages doch aus,<br />

können die Sender ihr Olympiaprogramm in die Tonne hauen.<br />

Dagegen sind sie versichert. Finden sie wie in Tokio in abgespeckter<br />

Form statt, wird das IOC um Rabatt-Gewährung nicht<br />

herumkommen.<br />

SINNFRAGE<br />

Nicht nur Sportler*innen, aber die besonders, fragen sich nun,<br />

ob es bei Geisterspielen noch möglich ist, dem Geist Olympias<br />

zu begegnen. Das ist jener Geist, der Lebensträume von<br />

Athlet*innen wahr werden und sie die olympischen Werte,<br />

wenigstens das von ihnen Übriggebliebene, erahnen lässt.<br />

Wohl bemerkt, es fragen hier nicht die letzten Romantiker<br />

des Sports, sondern junge, realitätsnahe, zielorientierte Menschen.<br />

Unter ihnen von den Reminiszenzen erfahrener Olympionik*innen<br />

begeisterte Debütant*innen, sie brennen darauf,<br />

das flirrende Abenteuer Olympia selbst erleben zu dürfen.<br />

Sie womöglich zu enttäuschen, steht zu befürchten, wird vom<br />

IOC in Kauf genommen. Jahrelang versicherte Lausanne, die<br />

IOC-Konten seien so gut bestückt, dass zumindest ein Ausfall<br />

zu kompensieren wäre. Warum also Olympia <strong>2021</strong> auf Teufel<br />

komm raus? Das ist eine der vielen Fragen im Gefolge des Virus.<br />

Fraglos ist jedoch nur: Wo in Tokio Olympia draufsteht, ist<br />

Olympia nicht drin.<br />

Andererseits hat es den Anschein, als überlagere der Reiz<br />

der Teilnahme selbst an abgespeckten Spielen die Scheu<br />

vor dem Gesundheitsrisiko und vor Zumutungen unolympischen<br />

Ausmaßes. „Athleten“, glaubt Sebastian Coe zu wissen,<br />

„wollen lieber (im Juli) hier sein, als diesen Tanz auszulassen“.<br />

Dieses Olympia ein Tanz? Auch Wiederholungstäter*innen,<br />

nachdenklicher als junge Heißsporne, kehren an den Tatort<br />

Olympia zurück. Das spräche für die ungebrochene Anziehungskraft<br />

der fünf Ringe – ein Trumpf in der Hand des allzu<br />

selbstsicheren Thomas Bach.<br />

„Tokio, ein Lebenstraum, ich versuche, die Vorfreunde hochzuhalten,<br />

als wären es normale Spiele“, sagt die Dreispringerin<br />

Nele Eckhardt, ermutigt nach Tokio schauend auch die Siebenkämpferin<br />

Carolin Schäfer nach dem Impfgang: „Als hätte<br />

man mir Gold gespritzt.“ Kugelstoßerin Christina Schwanitz<br />

indessen kennt auch Kolleginnen mit „übelster Angst vor Corona“,<br />

ganz viele Sportler*innen würden sich fragen: „Kann ich<br />

das mit meinem Gewissen verantworten, dort hinzufahren.“<br />

Fährt sie, dann nach der Devise: kurz hin, schnell zurück, sie ist<br />

schließlich Mutter von Zwillingen im Kleinkindalter. Bis dahin<br />

heißt es: trainieren und performen, um die Zweifel zu betäuben.<br />

Viel Glück dabei!<br />

Michael Gernandt<br />

Bei den FREUNDEN Mitglied werden<br />

Mitglied werden ist wirklich leicht:<br />

1.) Antrag downloaden – https://fdlsport.de/formulare/FdL_Antrag-Mitgliedschaft.pdf.<br />

2.) den Antrag ausfüllen, dabei den von Ihnen gewünschten Jahresbeitrag festlegen (für Personen, Vereine und Firmen liegt<br />

der jährliche Mindestbeitrag bei 60 € – ab einem Betrag von 100 € werden Firmen oder Vereine auf unserer Website als unser Partner<br />

genannt – Partner von Mitgliedern zahlen fest 20 € jährlich und Neumitglieder bis zum 27. Lebensjahr 2 € im Monat).<br />

3.) den ausgefüllten Antrag an unsere Geschäftsstelle senden (siehe Impressum Seite 2).<br />

Wichtig: Den oberen Teil des Antrags bitte unbedingt vollständig ausfüllen, da sonst keine Mitgliedschaft erfolgen kann.<br />

Schön wäre es, wenn wir Sie telefonisch oder per Mail kontaktieren dürften, zum Beispiel bei Rückfragen.<br />

Falls wir auch Fotos oder Videos, auf denen Sie abgebildet sind, veröffentlichen dürfen, füllen Sie bitte auch den unteren Teil<br />

mit der Einverständniserklärung aus.<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 10


Unsere Jubilare<br />

Wir gratulieren herzlich und sagen Dank für …<br />

40-jährige Mitgliedschaft bei den FREUNDEN<br />

30-jährige Mitgliedschaft bei den FREUNDEN<br />

25-jährige Mitgliedschaft bei den FREUNDEN<br />

20-jährige Mitgliedschaft bei den FREUNDEN<br />

Reise- und Hotelangebote zu den<br />

internationalen <strong>Leichtathletik</strong>-Events 2022<br />

Reiseangebot zu den <strong>Leichtathletik</strong> Hallen-Weltmeisterschaften in Belgrad<br />

vom 17. bis 21. März 2022<br />

Leistungen u. a.:<br />

• Abflug von Frankfurt/Main am 17.03.2022<br />

• 4 Übernachtungen inkl. Frühstück (17.-21.03.2022)<br />

• 2x täglicher Transfer am 18., 19. und 20. März zur Stark Arena<br />

• Rückflug am 21.03.2022<br />

• Flughafentransfers in Belgrad bei An- und Abreise<br />

Hotelangebote zu den<br />

<strong>Leichtathletik</strong>-Europameisterschaften in München<br />

vom 14. bis 22. August 2022<br />

B & B München:<br />

Übernachtung im Hotel B & B München Olympiapark (inkl. Frühstück)<br />

VIENNA HOUSE EASY:<br />

Übernachtung im Hotel VIENNA HOUSE EASY<br />

München Olympiapark (inkl. Frühstück)<br />

ab<br />

95,–<br />

pro Person<br />

ab<br />

579,–<br />

pro Person<br />

TR Germany GmbH<br />

Otto-Fleck-Schneise 8<br />

D-60528 Frankfurt/Main<br />

Telefon: +49-69-6773267-0<br />

Hotline: +49-69-677326777<br />

Mail: info@tr-germany.com<br />

Web: www.tr-germany.com<br />

Ansprechpartner für alle Fragen:<br />

Michael Bechtloff<br />

Telefon: +49-69-6773267-31<br />

michael.bechtloff@tr-germany.com<br />

Weitere Einzelheiten zu den Angeboten sowie Angebote für weitere Reisen finden Sie unter<br />

www.tr-germany.com/shop/<br />

www.tr-germany.com


Neue Fördermöglichkeiten<br />

Der nachfolgende Aufsatz basiert auf dem an mich herangetragenen Wunsch, über neue<br />

Möglichkeiten der Förderung durch die FREUNDE nachzudenken. Ich will dem gerne nachkommen<br />

und eingangs kurz eine aktuelle Diskussion aufgreifen, ob für die Lösung von Problemen<br />

eher vertiefte Erfahrung im entsprechenden Fachgebiet oder eine übergreifende Erfahrung<br />

als sogenannter Generalist hilfreich ist?<br />

Für mich ist das weniger ein Entweder-oder vielmehr favorisiere<br />

ich eine gute Mischung aus beidem. Hie und da kann ich<br />

meine persönlichen Berührungspunkte zur „FREUNDE-Förderung“<br />

in meine Überlegungen mit einfließen lassen.<br />

Bevor einzelne Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden, sind<br />

m. E. zwei Fragen zu beantworten: Was macht die FREUNDE<br />

der <strong>Leichtathletik</strong> aus, und davor noch, was macht die <strong>Leichtathletik</strong><br />

aus bzw. stellt sie für uns dar?<br />

Die <strong>Leichtathletik</strong> ist eine äußerst vielfältige Sportart mit<br />

ganz unterschiedlichen, dabei einfachen, ja puristischen Einzeldisziplinen.<br />

Laufen, Springen und Werfen kann man überall,<br />

auch die Gerätschaften sind überall verfügbar (mein erster<br />

Stabhochsprungstab war eine Bohnenstange), so dass sie<br />

weltweit betrieben wird. Die Wettkampfregeln sind leicht,<br />

wer als Erster im Ziel ist, wer am weitesten stößt, wirft oder<br />

springt bzw. am höchsten, der ist Sieger. Noch eine Eigenart<br />

ist besonders, ja ein Alleinstellungsmerkmal: Die Wettkämpfe<br />

in den einzelnen Disziplinen können gleichzeitig in<br />

einem Stadion stattfinden, so dass der Zuschauer über mehrere<br />

Stunden ein abwechslungsreiches Programm erleben<br />

kann.<br />

Und damit sind wir bei den FREUNDEN der <strong>Leichtathletik</strong>, die<br />

sich vor bald 60 Jahren als Liebhaber unserer Sportart zusammengefunden<br />

haben, um gemeinsam Wettkämpfe in<br />

Deutschland und bei internationalen Meisterschaften zu besuchen.<br />

So wurden auf die Bedürfnisse von <strong>Leichtathletik</strong>enthusiasten<br />

zugeschnittene Reiseangebote mit Eintrittskarten<br />

entwickelt. Denn gerade bei großen Meisterschaften im<br />

fernen Ausland ist es angenehm, in Gruppen mit Gleichinteressierten<br />

zusammen zu sitzen, die Wettkämpfe zu beobachten<br />

und zu kommentieren. Oft auch danach spricht man und<br />

frau natürlich über die erlebte <strong>Leichtathletik</strong>. In Deutschland<br />

zelebriert man diese Zusammenkünfte bei FREUNDE-Abenden,<br />

Vorträgen oder gemeinsamen Mahlzeiten.<br />

Schon früh kam der Gedanke auf, wie man die <strong>Leichtathletik</strong><br />

unterstützen bzw. fördern könne. Durch die Mitgliedsbeiträge,<br />

die als einzelne klein, durch die mittlerweile Vielzahl<br />

der Mitglieder doch eine Menge ausmachen, und durch Einnahmen<br />

aus der Reiseorganisation und anderen Veranstaltungen<br />

verfüg(t)en die FREUNDE über zunehmende Mittel, die sie<br />

als gemeinnütziger Verein der <strong>Leichtathletik</strong> und da insbesondere<br />

dem Nachwuchs zugutekommen lassen wollten. Über die<br />

Jahre ist diese Ausschüttung zu einer arbeitsintensiven Auf-<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 12


gabe des Vorstands geworden. Schaut man in der Jubiläumsschrift<br />

nach, findet sich eine Reihe von Fördermaßnahmen:<br />

Schon in den 60er Jahren und noch vor Gründung der<br />

Sporthilfe gab es Ernährungsgutscheine, Geräte- und Fahrkostenzuschüsse<br />

für einzelne Sportler*innen (ich selber<br />

war 1970 Nutznießer der Essens-Unterstützung, was als<br />

Kind sich selbstversorgender Landwirte gar nicht so einfach<br />

umzusetzen war, aber mittels des dörflichen Tante-<br />

Emma-Ladens gelang).<br />

Von 1979 bis 1995 wurden förderungswürdige Trainer*innen<br />

mit sogenannten Übungsleiterstipendien bis zu 1.000<br />

DM ausgestattet.<br />

1984 fand mit Unterstützung der FREUNDE das erste Schülerlager<br />

im Rahmen der Deutschen Meisterschaften statt,<br />

das später in Jugendlager umbenannt wurde.<br />

Ab 1988 gab es eine Vereinsförderung, wie z. B. für die LG<br />

Lippe-Süd, in der später der Stabhochsprung aufblühte.<br />

Ein Schwerpunkt dieser Förderung war die Zusammenarbeit<br />

zwischen Schule-Verein.<br />

Über viele Jahre wurden die sogenannten Anschlusstage<br />

bei Junioren-Europa- und Weltmeisterschaften finanziert,<br />

bei dem die Nationalmannschaftsteilnehmer*innen noch<br />

einmal Land, Kultur und Menschen der gastgebenden Nationen<br />

kennenlernen durften.<br />

1993 wurden die Fair-Play-Camps ins Leben gerufen, die<br />

lange Jahre in Saarbrücken stattgefunden haben und jetzt<br />

in Kienbaum angesiedelt sind.<br />

Schon viele Jahre werden die über das Land verteilten<br />

Schüler-Cup-Wettkämpfe unterstützt, die als Förder- und<br />

Sichtungsmaßnahmen einzelner Disziplinen für junge Athlet*innen<br />

und ihre Trainer*innen angelegt sind und eine<br />

Mischung aus Theorie, Trainingspraxis und eben Wettkampf<br />

darstellen.<br />

Seit 2006 werden im Rahmen von Deutschen Meisterschaften<br />

die FREUNDE-Preise für die besten Nachwuchsleistungen<br />

des Vorjahres vergeben.<br />

Immer wieder wurden auch kurzfristig Einzelförderungen<br />

bewilligt, wenn wirklich Not am Mann war, z. B. 2002<br />

beim Elbhochwasser oder 2012 nach dem Brand der Halle<br />

in Schwerin.<br />

Über die ganze Zeit wurde die Geräteförderung fortgeführt,<br />

beginnend bei einzelnen Stabhochsprungstäben und Speeren<br />

bis hin zu sporttechnischen Messeinrichtungen.<br />

All diese Maßnahmen haben die Vorstandsmitglieder der<br />

FREUNDE in enger Abstimmung mit Verantwortlichen im DLV,<br />

in den Landesverbänden und Vereinen ins Leben gerufen und<br />

wohldosiert gefördert. Die Besonderheit war und ist, dass,<br />

wenn ein Bedarf erkannt war und von den FREUNDEN geleistet<br />

werden konnte, dies auch auf kurzen Dienstwegen entschieden<br />

wurde, so dass die Leistung schnell verfügbar war (ich war<br />

selber in der Funktion als Projektleiter „horizontale Sprünge“<br />

einmal Nutznießer dieser „unbürokratischen Hilfe“, als die<br />

FREUNDE die Finanzierung des Optojump-Messsystems ermöglichten<br />

und wir im Herbst 2006 eine Serie von Sichtungs- und<br />

Fortbildungsmaßnahmen durchführen konnten).<br />

Die Zeit geht weiter, manch eine der vorgenannten Unterstützungen<br />

hat sich bewährt und wird fortgeführt, anderes<br />

überlebt sich und läuft aus. Die Corona-Pandemie hat ihr<br />

Übriges getan, sich wie ein Mehltau-Schleier über alle Sportaktivitäten<br />

gelegt und auch damit auch die Förderung befristet<br />

obsolet gemacht. Nicht nur das, sie hat auch Veränderungsprozesse<br />

in Gang gesetzt oder beschleunigt, die bis über<br />

die Pandemie hinauswirken werden. So boomen derzeit der E-<br />

Sport und andere Computer-activities. Und wer kannte 2019<br />

schon „Teams“ oder „Zoom“ als Kommunikations- und Fortbildungsinstrumente,<br />

die Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungsaktivitäten<br />

deutlich zurückfahren lassen?<br />

Auch und gerade weil das so ist, erscheint mir die persönliche<br />

Begegnung, die der Sport ermöglicht und auch mir als<br />

Sportler, Trainer und Ausbilder immer wieder die Welt eröffnet<br />

hat, als ein so hohes Gut, dass es erhalten bleiben und<br />

gefördert werden muss. Wenn also nach neuen Fördermöglichkeiten<br />

gesucht wird, sollte die internationale Begegnung<br />

junger Sportler*innen eine hohe Priorität haben. Das können<br />

gemeinsame Kaderlehrgänge mit Sportler*innen aus benachbarten<br />

Ländern sein, das kann aber auch die Entsendung<br />

junger Athlet*innen zu internationalen Wettkämpfen oder<br />

auch ambitionierter junger Trainer*innen zu Hospitationen<br />

bei erfolgreichen ausländischen Trainer*innen sein. In all diesen<br />

Maßnahmen gibt es über das gemeinsame Training bzw.<br />

Wettkämpfe und den sportfachlichen Austausch die persönliche<br />

Begegnung mit der Kommunikation in einer Fremdsprache,<br />

nicht zuletzt die Wahrnehmung und Wertschätzung einer<br />

anderen Kultur. All das bringt man mit nach Hause, kann es an<br />

Familie und Freunde weitergeben.<br />

Unter diesen Aspekten habe ich es bedauert, dass 2019 der<br />

Jugend-Hallenländerkampf aus finanziellen Gründen abgesagt<br />

wurde (als Heimtrainer eines infrage kommenden Athleten<br />

habe ich erst dessen Vorfreude, dann Enttäuschung erlebt),<br />

denn mit diesen Länderkämpfen hat man über Jahrzehnte vielen<br />

jugendlichen Leistungssportlern die Möglichkeit gegeben,<br />

erstmals internationale Luft zu schnappen, sich im Nationaltrikot<br />

sportlich zu bewähren und, wenn es gut ging, neue Freundschaften<br />

zu schließen. Vielleicht besteht mithilfe der FREUNDE<br />

die Möglichkeit, diese Länderkämpfe neu zu beleben oder ersatzweise<br />

im kleineren Rahmen einzelne Trainings- oder Disziplingruppen<br />

erste internationale Erfahrungen machen zu lassen<br />

und zu einem positiven Deutschlandbild beizutragen.<br />

Wolfgang Killing<br />

Fotos: Dirk Gantenberg<br />

13 <strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>


Mit Carbon zu neuen Bestzeiten<br />

Ein Laufschuhtrend, dem sich kaum jemand entziehen kann<br />

Das Geräusch beim Auftritt auf den Asphalt ist schon von weitem zu vernehmen. Der Klang<br />

erinnert mit etwas Phantasie an Steppen auf Parkett oder auch an das Bewegen mit Spikes<br />

auf hartem Beton. Aber nichts dergleichen ist die Ursache für die Laute, die bei Straßenlaufwettkämpfen<br />

mittlerweile zum normalen Lärmpegel gehören und an die man sich schon<br />

in gewisser Weise gewöhnt hat. Der Grund für das Geklicker sind moderne Laufschuhe mit<br />

Carbonplatte.<br />

Wer heute auf der Straße nach Bestzeiten und Titeln jagt, der<br />

sollte Laufschuhe mit Carbonplatte an den Füßen tragen. Seit<br />

gut vier Jahren purzeln persönlichen Rekorde wie auch internationalen<br />

Bestzeiten wie feiner Sand durch die Eieruhr. Kaum<br />

jemand, der im Laufsport etwas bewegen will, kommt mehr<br />

an der innovativen Technik der Schuhhersteller vorbei. Mittlerweile<br />

sind fast alle Laufschuhproduzenten auf den unter<br />

Volldampf fahrenden Zug aufgesprungen und haben eine eigene<br />

Modellpalette auf den Markt geworfen. Da ist es selbst<br />

für Kenner*innen der Szene oft schwer, den Durchblick zu behalten<br />

und das üppige Angebot richtig zu ordnen. Was aber<br />

machen diese Schuhe für das Wettkampflaufen auf der Straße<br />

so besonders? Die Antwort klingt wissenschaftlich, ist aber<br />

einfach zu erklären. Sportler*innen, die mit Carbonschuhen<br />

laufen, krümmen beim Abrollen nicht mehr die Zehen, denn<br />

die starre, unflexible Sohle hält die Zehengelenke steif. Das<br />

bedeutet Energieeffizienz beim Laufen. Das verbaute Dämpfungsmaterial<br />

gibt in der Folge viel seiner Verformungskräfte<br />

wieder an den Läufer/die Läuferin zurück.<br />

Noch ist es nicht ausführlich wissenschaftlich belegt, aber die<br />

modernen „Rennmaschinen“ an den Füßen bringen deutliche<br />

Zeitvorteile. Bis zu 5 Sekunden auf den Kilometer, so die allgemein<br />

kolportierte Meinung der Community, geht es schneller<br />

voran. Ein Quantensprung für manche Athlet*innen. Dass es<br />

kein Nachteil sein muss, viel Geld für die Entwicklung neuer<br />

Techniken in die Hand zu nehmen, wird spätestens nach der<br />

Weltrekordjagd eines Eliud Kipchoge deutlich. Missglückte<br />

bei der Premiere in Monza 2017 der Versuch des kenianischen<br />

Vorzeige-Marathonis, die 2-Stunden-Marke zu knacken, noch<br />

knapp, so weiß man spätestens seit dem Husarenritt von Wien<br />

2 1/2 Jahre später mit der Fabelzeit von 1:59:40,2 Stunden, dass<br />

Zeiten mit dem Material möglich sind, von denen man vor Jahren<br />

noch träumen durfte. In Wien zwar irregulär und international<br />

nicht anerkannt, da man den Wettkampf praktisch unter<br />

„Laborbedingungen“ auf die Beine gestellt hat. Aber doch<br />

schon damals ein deutlicher Hinweis, wohin es mit der neuen<br />

Laufschuhtechnik gehen könnte. Und spätestens seit Kipchoges<br />

offizieller Weltbestzeit von Berlin 2018 mit 2:01:39 Stunden<br />

weiß man, was die Schuhe wert sind. Und das nicht nur<br />

auf der Marathondistanz, sondern auf allen Straßenlaufstrecken<br />

von 5, 10, oder auch 21,1 km.<br />

„Klackern“ als Erkennungszeichen<br />

Überall ist das Klackern zu vernehmen. Die „Lebensdauer“ der<br />

schnellen Schuhe ist allerdings begrenzt. Kann man mit nor-<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 14


Shoes Approved by World Athletics - as at 16 April <strong>2021</strong><br />

1. This list is primarily a list concerning new shoes that athletes propose to wear in international competitions which have been assessed by World Athletics to date.<br />

2. The assessment and whether a shoe is approved or not is determined by several different factors as set out in Technical Rule 5.13 and the Shoe Sole Thickness<br />

Table to Rule 5.13.3.<br />

3. This table has been presented to align with the Shoe Sole Thickness Table, and note that some athletes may choose to wear shoes manufactured for a specific<br />

event in other events.<br />

4. The list is not a complete list of every shoe that has ever been worn by an athlete. If a shoe is not on the list, it can be because a manufacturer has failed to submit<br />

the shoe, it has not been approved or is an old model / shoe. Any shoe worn before 1 January 2016 is deemed to meet the technical requirements of Rule 5 of the<br />

Technical Rules and does not need to be approved unless requested, this deemed approval does not prejudice any rights of World Athletics or Referees to request<br />

a shoe be handed over for further examination or any other rights set out in the Rules and Regulations.<br />

5. An old model / shoe is required to comply with Rule 5.13 and, as with any other rule, an athlete must comply with it. Athletes may be asked to complete a declaration<br />

concerning their old model / shoe prior to an event and, after the athlete has competed, the old shoe may be taken in by the Referee for further investigation by World Athletics.<br />

Shoe Company Model Type Track up to 800m* Track from 800m HJ, PV, LJ, SP, DT, HT, JT TJ Road* Cross-C Development Shoe<br />

*not including 800m *incl. track RW start date end date<br />

20mm 25mm 20mm 25mm 40mm 25mm<br />

361 Degrees Flame No spikes NO NO NO NO YES NO<br />

Adidas Adizero Pro No spikes NO NO NO NO YES NO<br />

Adidas Adizero Adios Pro No spikes NO NO NO NO YES NO<br />

Adidas Adizero Ambition Spikes YES YES YES YES n/a YES<br />

Adidas Adizero Avanti Spikes YES YES YES YES n/a YES<br />

Adidas Adizero Finesse Spikes YES YES YES YES n/a YES<br />

Adidas Adizero Javelin Spikes YES YES YES YES n/a YES<br />

Adidas Adizero LJ Spikes YES YES YES YES n/a YES<br />

Adidas Adizero TJ Spikes YES YES YES YES n/a YES<br />

Adidas Adizero Discus Hammer No spikes YES YES YES YES YES YES<br />

Adidas Adizero High Jump Spikes YES YES YES YES n/a YES<br />

Adidas Adizero Prime sp Spikes YES YES YES YES n/a YES<br />

Adidas Rio Adizero MD Spikes YES YES YES YES n/a YES<br />

Mehr über das technische Regelwerk von World Athletics und den zugelassenen Schuhen kann man unter diesem Link erfahren:<br />

https://www.worldathletics.org/news/press-releases/list-of-approved-competition-shoes-published<br />

malen Laufschuhen im Normalfall für bis zu 1.000 km Laufleistung<br />

planen, liegt diese bei den Wettkampfmodellen mit Carbonplatte<br />

deutlich darunter. Nach 300 Laufkilometern sollte<br />

man dann doch über ein Aussortieren nachdenken und sich<br />

von den „Rennern“ trennen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt<br />

heißt es, neu zu investieren.<br />

Hoher Preis<br />

Allerdings sind die Preise bei der Anschaffung der extravaganten<br />

„Rennschuhe“ für den kleinen Geldbeutel immer noch relativ<br />

hoch. Für „Rennschuhe“ der Topmarken muss der ambitionierte<br />

Laufsportler tief in die Tasche greifen. Unter 200 Euro<br />

geht da kaum etwas. Eher drüber. Aber was ist einem der<br />

sportliche Erfolg wert, stellt sich da die Frage? Und wenn es<br />

mit der neuen Laufschuhtechnik eben schneller voran geht,<br />

lässt sich so mancher Euro eben etwas leichter ausgeben, so<br />

die breitgestreute Meinung in der Laufsportszene.<br />

Für Hobby- und Freizeitläufer*innen mit geringen Laufgeschwindigkeiten<br />

bringt eine Investition in solche High-Tech-<br />

Schuhe eher wenig. Zu groß sind da mögliche Risiken: Denn<br />

die Verletzungsanfälligkeit nimmt höchstwahrscheinlich zu,<br />

da sind sich Biomechaniker*innen und Sportmediziner*innen<br />

einig. Gefährdet sind besonders die sensiblen Regionen Wadenmuskulatur,<br />

Achillessehne und Plantarsehne. Wer hier in<br />

der Vergangenheit schon einmal Probleme hatte, der weiß genau,<br />

wie schwierig und langwierig Therapie und Behandlung<br />

sein können. Gründe genug, um sich im Vorfeld eines möglichen<br />

Kaufs genau zu informieren. Hier gilt es, sich im ausgesuchten<br />

Sportfachhandel ausführlich von Expert*innen<br />

beraten zu lassen, um mögliche Fehlkäufe schon im Vorfeld<br />

auszuschließen.<br />

Welche Schuhe sind bei Wettkämpfen erlaubt?<br />

Auf der Rundbahn dürfen die High-Tech-Treter mit Carbonsohle<br />

allerdings noch nicht eingesetzt werden. Die Regelkommission<br />

der IAAF hat erst kürzlich bestimmt, dass Laufschuhe<br />

mit einer Sohlendicke von 20 mm oder mehr bei Bahnwettkämpfen<br />

verboten bleiben. Wettkampfrichter*innen müssen<br />

die Regularien nun vor den Wettkämpfen jeweils überprüfen<br />

und die Schuhmodelle mit der aktuellen Schuh Compliance<br />

Liste abgleichen. Alle vor Januar 2016 produzierten Laufschuhe<br />

sind grundsätzlich erlaubt. Das führte nicht zuletzt bei<br />

einigen ausgetragenen Langstreckenwettbewerben zu ungewollten<br />

Irritationen zwischen Athlet*innen und dem Kampfgericht,<br />

was sich auf den ersten Blick dem Laien kaum erschließt.<br />

Denn warum sollte es verboten sein, Laufschuhe, die<br />

auf der Straße erlaubt sind, nicht auch auf der Bahn zu tragen?<br />

Da ist die weitere Entwicklung abzuwarten.<br />

Auf der Straße sind Modelle regelkonform, deren Sohlen nicht<br />

dicker als 4 Zentimeter sind. Der Welt-<strong>Leichtathletik</strong>verband<br />

gibt in den Regularien weiter vor, dass maximal eine Carbonplatte<br />

verbaut werden darf, welche gestückelt werden kann.<br />

Übereinander dürfen die Elemente dann aber nicht im Schuh<br />

platziert werden. Das wäre dann wiederum irregulär. Etwas<br />

verwirrend für Sportler*innen, die an sich nur schnell laufen<br />

wollen. Es bleibt in jedem Fall spannend. Spannend verläuft<br />

auch die Diskussion, ob die Rekordlisten im Straßenlauf nicht<br />

umgeschrieben werden müssten. Auch hier gibt es Befürworter*innen<br />

wie Gegner*innen einer solchen Forderung. Das<br />

Pendel scheint sich derzeit eher in Richtung Akzeptanz der<br />

durch die Carbonschuhe erzielten Leistungen zu neigen. Ob<br />

das letztendlich das letzte Wort ist, wird die Zeit zeigen müssen.<br />

Peter Busse und Jörg Valentin<br />

Fotos: Torben Flatemersch<br />

15 <strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>


Olympische Spiele <strong>2021</strong> –<br />

aus der Sicht eines verhinderten Olympia-Touristen<br />

Am 20. März teilte das Organisationskomitee der Olympischen Spiele in Tokio dem IOC in einer<br />

Videokonferenz seinen Entschluss mit, wegen der Corona-Pandemie keine ausländischen<br />

Zuschauer nach Japan einreisen zu lassen. Grund für den Beschluss sei die Angst vor der weiteren<br />

Verbreitung des Coronavirus und die Rücksichtnahme auf die eigene Bevölkerung.<br />

Dies war und ist eine große Enttäuschung für die Familien und<br />

Freunde der Athleten, die zu den Spielen kommen wollten –<br />

aber auch für die vielen ausländischen Fans, die bereits viel<br />

Zeit und Geld in die Organisation ihrer Olympia-Fanreise investiert<br />

haben.<br />

Aufwand bei der Organisation der Olympiareise<br />

Wer – wie ich – geplant hatte, die gesamten Olympischen<br />

Spiele zu besuchen (ggf. noch mit Vor- oder Anschlussreise),<br />

musste die Reise in aller Regel selbst organisieren, denn eine<br />

mehr als dreiwöchige Reise zu Olympischen Spielen mit den<br />

offiziellen Anbietern Vietentours oder DERTour ist für einen<br />

„Normalsterblichen“ kaum finanzierbar.<br />

Grundsätzlich waren damit drei Buchungen zu realisieren: die<br />

Flüge, das Hotel und die Eintrittskarten.<br />

Die Flugbuchung war hierbei das geringste Problem, wenn<br />

man rechtzeitig bucht (ca. ein Jahr im Voraus) und bei Airline<br />

und ggf. Flugstrecke flexibel ist. So hatte ich bereits im Sommer<br />

2019 einen Flug Frankfurt – Tokio – Frankfurt (mit dreitägigem<br />

Stopover in Peking) für rund 1.000 € bei Air China gebucht, der<br />

mir im Frühjahr 2020 auf Grund der Corona-Pandemie innerhalb<br />

von zwei Wochen nach Stornierung anstandslos zurückerstattet<br />

wurde (Gott sei Dank nicht bei Lufthansa gebucht!). Eine<br />

erneute Flugbuchung für den Juli <strong>2021</strong> wollte ich wegen der bestehenden<br />

Unsicherheiten erst im April oder Mai dieses Jahres<br />

vornehmen, was sich jetzt ja erübrigt hat.<br />

Schwieriger gestaltet sich stets die Buchung der Unterkunft,<br />

weil die Hotels für den Zeitraum der Olympischen Spiele ihre<br />

Preise grundsätzlich verdrei- oder vierfachen und/oder weit<br />

im Voraus ausgebucht sind.<br />

Während ich sowohl für London 2012 als auch Rio de Janeiro<br />

2016 durch rechtzeitige Vorausbuchung (bis zu eineinhalb<br />

Jahre im Voraus) richtig gute „Schnäppchen“ gemacht hatte<br />

und sehr gute, einigermaßen bezahlbare Unterkünfte bekommen<br />

hatte, war die Hotelbuchung in Tokio deutlich schwieriger.<br />

Bereits mehr als ein Jahr vor der Eröffnungsfeier waren<br />

viele Hotels (angeblich) bereits ausgebucht oder nahmen<br />

Buchungen erst sechs Monate vor den Olympischen Spie-<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 16


len entgegen, die übrigen Unterkünfte auf den gängigen Buchungsplattformen<br />

waren primitiv, eng und völlig überteuert<br />

(3***-Hotel oder Apartment über AirBNB in Zentrumslage<br />

oder mit guter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ab<br />

500 Euro pro Nacht).<br />

Also habe ich tage- und nächtelang immer wieder das Internet<br />

nach einer einigermaßen vernünftigen Unterkunft abgegrast,<br />

bis ich nach unendlich vielen Versuchen etwas Passendes<br />

gefunden habe.<br />

Zwischenzeitlich wurden mir auch in Einzelfällen bereits gebuchte<br />

„annehmbare“ Unterkünfte vom Hotel unter dubiosen<br />

Gründen wieder storniert („Ihre Kreditkarte ist ungültig“), um<br />

dann für den doppelten oder dreifachen Preis am nächsten<br />

Tag wieder im Internet angeboten zu werden.<br />

Insgesamt habe ich aber noch Glück gehabt: Die für 2020 gebuchten<br />

Unterkünfte wurden mir nach der Verschiebung der<br />

Olympischen Spiele kulanterweise kostenfrei erstattet, und<br />

die – nach erneut vielen Versuchen – gebuchten Hotels für<br />

<strong>2021</strong> hatte ich dann ohnehin nur unter der Bedingung der kostenfreien<br />

Stornierung bis zum Anreisetag gebucht.<br />

Das weitaus Schwierigste aber war – wieder einmal – die Beschaffung<br />

der Eintrittskarten. Zwar war DERTour als deutscher<br />

Ticket-Generalagent verpflichtet, neben der deutschen<br />

Olympiamannschaft auch Kund*innen, die keine Olympia-<br />

Komplettreise bei DERTour gebucht hatten, mit Tickets zu<br />

versorgen. Und durch den freien Handel zwischen den Mitgliedstaaten<br />

der EU konnte man auch bei den ATRs (Authorised<br />

Ticket Reseller) unserer Nachbarstaaten Tickets bestellen.<br />

Die weltweite extrem hohe Nachfrage nach den Olympia-Tickets<br />

führte aber dazu, dass nach Bekanntgabe durch die<br />

ATRs, wann sie auf ihrer Webseite Tickets anböten, tausende<br />

von Olympiafans ihre beruflichen Termine verlegten und stundenlang<br />

bis zum angekündigten Termin geduldig vor ihren<br />

Computern ausharrten.<br />

Anfangs brachen die Server zusammen, sobald einer der ATRs<br />

Tickets über sein offizielles Ticket-Portal anbot. Später dann<br />

gelangte man nach Registrierung in eine virtuelle Warteschlange,<br />

fand sich dann aber teilweise auf Platz 10.000 oder<br />

12.000 wieder – und wenn man dann endlich Zugang erlangt<br />

hatte, waren die begehrten Tickets wie Eröffnungsfeier, Abschlussfeier<br />

oder Schwimmen natürlich längst vergriffen.<br />

Und trotzdem gelang es mir auch hier, nach Wochen und Monaten<br />

in stundenlangen Online-Sitzungen, 21 der begehrten<br />

Eintrittskarten zu erhalten, darunter Abschlussfeier, Kunstturnen<br />

Finale Männer und Frauen und alle relevanten <strong>Leichtathletik</strong>-Karten.<br />

Und jetzt? Die Glücksmomente, wenn man nach stundenlangem<br />

Warten und Bemühen endlich die gewünschten Karten<br />

ergattert hat – alles nichts mehr wert …<br />

Das wird sich wohl bis zum Jahresende hinziehen – und einige<br />

der ATRs haben bereits angekündigt, dass sie bis zu 20 % Bearbeitungsgebühr<br />

(„handling fee“) einbehalten werden …<br />

Nachbetrachtung<br />

Im Nachhinein glaube ich nicht mehr, dass ich eine „tolle Fan-<br />

Reise“ erlebt hätte, wenn ich hätte teilnehmen können, die<br />

Olympischen Spiele aber unter „Corona-Bedingungen“ durchgeführt<br />

werden.<br />

Mit der Aussperrung der ausländischen Zuschauer (aber auch<br />

bei einer deutlichen Begrenzung der Zuschauerzahlen) wird<br />

den Spielen in der japanischen Metropole ein Teil ihrer Seele<br />

genommen. Die Olympischen Spiele waren gedacht, damit<br />

sich „die Jugend der Welt trifft“. Die Begegnung von Menschen<br />

aus weit über 100 Ländern bildete stets ein Herzstück<br />

Olympias, galt als Symbol für die Annäherung der Völker und<br />

wurde auch vom Autor immer für ausgedehntes Sightseeing<br />

und das Kennenlernen von Land und Leuten genutzt. Vom<br />

Mega-Ereignis als Begegnungsstätte für Menschen aus aller<br />

Welt bleibt aber unter Corona-Bedingungen nicht mehr viel<br />

übrig. Dabei sollte das Weltfest des Sports nach seiner Verschiebung<br />

auf <strong>2021</strong> ja als „Licht am Ende des Tunnels“ bei der<br />

Überwindung der Corona-Pandemie erstrahlen – nun aber<br />

droht den Tokio-Spielen das Schicksal als seelenloses TV-<br />

Sportfest …<br />

Zudem haben die Organisatoren der Olympischen Spiele in<br />

den letzten Wochen „Playbooks“ veröffentlicht – zuletzt für<br />

Presse und Marketing-Partner –, die verbindliche Verhaltensregeln<br />

für den Besuch der Olympischen Spiele in Tokio beinhalten.<br />

Hierin wird u. a. festgelegt,<br />

dass alle Besucher einen negativen PCR-Test bei Einreise<br />

nach Japan vorweisen müssen,<br />

eingeschränkte Bewegungsfreiheit während der ersten<br />

14 Tage in Japan besteht, was in der Praxis bedeutet, dass<br />

man sich in dieser Zeit nur vom Hotelzimmer zum Stadion/<br />

zur Sporthalle und zurück zum Hotelzimmer bewegen darf,<br />

also kein Besuch von Sehenswürdigkeiten, Bars, Restaurants<br />

und Geschäften in diesen ersten 14 Tagen (man muss<br />

bei der Einreise detailliert angeben, wohin man in den ersten<br />

14 Tagen möchte, und das wird per Tracking-App kontrolliert),<br />

an den Sportstätten muss – trotz absehbar extrem hoher<br />

Sommertemperaturen – ständig ein Mund-Nasen-Schutz<br />

getragen werden<br />

und das gilt auch für Zuschauer*innen, die bereits (zweimal)<br />

geimpft sind!<br />

Und dafür, für diesen „Urlaub“, mit diesen Einschränkungen<br />

und Auflagen, soll der Olympia-Tourist dann zigtausend Euro<br />

für teure Hotels und Tickets auf den Tisch blättern?<br />

Das kann man keinem Fan mehr zumuten, und ich hätte mich<br />

sicherlich jeden Tag vor Ort nur noch geärgert …<br />

Stattdessen beginnt jetzt das zähe Ringen um die Rückerstattung<br />

der – üppigen – Kosten.<br />

Wilfried Walter<br />

Foto: Wilfried Walter<br />

17 <strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>


Wir über uns – Geburtstage<br />

Juli <strong>2021</strong><br />

August <strong>2021</strong><br />

September <strong>2021</strong><br />

Willkommen als neue Mitglieder!<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 18


Wir über uns – Geburtstage<br />

Oktober <strong>2021</strong><br />

November <strong>2021</strong><br />

Dezember <strong>2021</strong><br />

Für Spenden danken wir herzlich!<br />

19 <strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>


Wir suchen Verstärkung!!!<br />

Autoren – Fotografen – Lektoren<br />

Was wir bieten:<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Einblick in einen der größten<br />

<strong>Leichtathletik</strong>-Fördervereine<br />

Deutschlands<br />

„Redaktionsarbeit“ im Team<br />

Kreative Freiheiten und Flexibilität<br />

Eine gewisse Unverbindlichkeit<br />

(„Man macht so viel, wie man kann“)<br />

Enger Kontakt zum Leistungssport<br />

Allgemeine Anforderungen:<br />

Begeisterung für die <strong>Leichtathletik</strong><br />

Spaß am Schreiben, Lesen und / oder<br />

Fotografieren<br />

Flexibilität & Teamfähigkeit<br />

Ehrenamtliches Engagement<br />

Als einer der größten <strong>Leichtathletik</strong>-Fördervereine und -Fanclubs Deutschlands<br />

geben die „FREUNDE der <strong>Leichtathletik</strong>“ vierteljährlich eine Zeitschrift heraus.<br />

Beiträge und Fotos werden von engagierten Unterstützern erstellt. Um unsere Arbeit<br />

auf eine breitere Basis zu stellen und auch für die Zukunft sicherzustellen,<br />

suchen wir weitere ehrenamtliche Unterstützung.<br />

Interesse geweckt?<br />

Du hast Lust, dich mit uns weiterzuentwickeln und mit unserer Öffentlichkeitsarbeit die <strong>Leichtathletik</strong>-Jugend in Deutschland zu<br />

fördern? Dann melde dich gerne bei uns per Mail an<br />

Foto: Peter Busse<br />

redaktion-team@fdlsport.de


Meldungen<br />

Internationales<br />

Leider ist es auch dieses Jahr, wie schon 2020, nicht möglich, als Zuschauer<br />

an internationalen Meisterschaften teilzunehmen. Die nächste<br />

Gelegenheit für eine FREUNDE-Reise ist daher im nächsten Jahr Belgrad,<br />

mit den Hallenweltmeisterschaften vom 18. – 20. März 2022.<br />

Unser Reisepartner „TR Germany“ hat uns hierfür bereits ein Reiseangebot<br />

unterbreitet.<br />

Corona-bedingt sind die Organisatoren der Hallen-WM im Planungsverzug,<br />

so dass in Bezug auf den Ticketverkauf noch keine Informationen<br />

zur Verfügung stehen. Unser „Außenminister“ Wilfried steht aber<br />

in engem Kontakt mit dem LOC von Belgrad, und wird den Teilnehmerkreis,<br />

der sein Interesse an einer Reise an die Geschäftsstelle gemeldet<br />

hat (Nachmeldungen jederzeit möglich), informieren, sobald<br />

Näheres bekannt ist.<br />

Bis dahin hier die offizielle Webadresse: www.wabelgrade22.com<br />

Munich Olympic Park<br />

<strong>Leichtathletik</strong>-Europameisterschaften 2022 in München<br />

Nach „Berlin2018“ freuen wir uns auf die nächsten <strong>Leichtathletik</strong>-Europameisterschaften<br />

im eigenen Land. Von 15. bis 21. August 2022 finden<br />

die kontinentalen Meisterschaften in München statt. Im Olympiastadion<br />

soll 50 Jahre nach den Olympischen Spielen im Rahmen der<br />

European Championships mit acht weiteren Sportarten der Flair von<br />

1972 wieder aufleben.<br />

Und wir FREUNDE möchten dabei sein.<br />

Leider konnte aufgrund der c oronabedingten Situation seitens des<br />

Veranstalters bis zum Redaktionsschluss dieser Zeitung kein Angebot<br />

für Tickets vorgelegt werden. Es wurde uns allerdings ein Vorkaufsrecht<br />

eingeräumt. Sobald die Angebote vorliegen, werden wir darüber<br />

informieren.<br />

Im Hotel „Arthotel ANA am Olympiapark“, Helene-Mayer-Ring 12, ist<br />

für die FREUNDE ein Kontingent von Zimmern auf Abruf unter dem Buchungscode<br />

60347 schon jetzt buchbar.<br />

Die Einzelzimmer kosten 90,00 Euro pro Nacht, die Doppelzimmer<br />

110,00 Euro, jeweils inkl. Frühstück.<br />

Das Hotel ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit der U3, Haltestelle<br />

Olympiazentrum, zu erreichen.<br />

Kontakt zum Hotel: E-mail: olympiapark@ana-hotels.de oder<br />

Tel.: 089 35 75 10.<br />

Für weitere Reiseangebote verweisen wir auch auf die Anzeigen der<br />

Reisebüros in unseren „<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>“.<br />

Fotograf: Arndt Falter<br />

Trauer um Ilse Bechthold †<br />

Die FREUNDE der <strong>Leichtathletik</strong> trauern um Ilse Bechthold, die am<br />

Abend des 17. Mai im Alter von 93 Jahren in einem Frankfurter Krankenhaus<br />

verstorben ist.<br />

Mit Ilse Bechthold hatten die FREUNDE, seitdem sie vor 40 Jahren unserem<br />

Verein als Mitglied beigetreten ist, eine starke Persönlichkeit,<br />

die über ein breites nationales und internationales Netzwerk im Sport<br />

verfügte und die sich auch immer für die Belange der Förderung unseres<br />

<strong>Leichtathletik</strong>nachwuchses einsetzte.<br />

Mit großem Engagement unterstützte Ilse Bechthold in den achtziger<br />

Jahren die herausragenden Bälle des Sports, die durch ihre Tombola-<br />

Zugaben und durch ihre Verbindungen zu Industrie und Wirtschaft einen<br />

sicheren monetären Zugewinn für die Arbeit unseres Vereins bedeuteten.<br />

Nachdem die Bälle nicht mehr dem Zeitgeist entsprachen und wir<br />

uns danach im Rahmen der Deutschen Meisterschaften auf Freunde-<br />

Abende konzentrierten, gelang es Ilse Bechthold bis in die Jahre nach<br />

2000 noch, uns mit Tombola-Preisen zu versorgen.<br />

Ich erinnere mich noch gut an die DM 2004 in Braunschweig. Unser<br />

Abendprogramm beinhaltete auch eine Versteigerung von Damenbekleidung,<br />

die Ilse für den guten Zweck wieder bei einer Modefirma „locker“<br />

gemacht hatte.<br />

Ganz spontan sprang Klaus Wolfermann als „Auktionator“ ein, brachte<br />

die „Garderobe“ im Beisein von Ilse Bechthold gekonnt an die anwesenden<br />

Männer, die damit ein Mitbringsel für ihre Ehefrauen hatten.<br />

Auch der Nachwuchs im Hammerwurf der Frauen lag Ilse Bechthold<br />

besonders am Herzen. Mit einem großen Fundus von archivarischen<br />

Sportbüchern, die sie uns übergab, sollten wir versuchen, Einnahmen<br />

zu generieren, um somit eine Projektbasis für die Unterstützung der<br />

Nachwuchsathletinnen zu bereiten.<br />

Zuletzt bei den DHM in Leipzig 2020 führten wir noch verschiedene<br />

Gespräche, die immer wieder den Nachwuchs unseres Sportes betrafen.<br />

Ein bemerkenswertes Zitat von Prof. Winfried Joch zum 80. Geburtstag<br />

von Ilse Bechthold möchte ich hier anführen: „Dass für sie – und für<br />

ihren vor ein paar Jahren verstorbenen Mann Horst, der sie in Vielem<br />

unterstützt und ihr geholfen hat – die unspektakulären aber verlässlichen<br />

Hilfen, die sie ohne Ansehen der Person im Interesse der <strong>Leichtathletik</strong><br />

gewährte, wichtig waren und sie ihre Bodenbeständigkeit und<br />

Bodenhaftung, was vor allem darin und in der Treue zur <strong>Leichtathletik</strong><br />

und zu ihrem Verein, der FREUNDE, zum Ausdruck kommt, nie verloren<br />

hat.“<br />

Nun gilt es Abschied zu nehmen von einer „Freundin“ und gleichzeitig<br />

Dank zu sagen am Ende einer jahrzehntelangen Schaffensperiode für<br />

unseren Verein und für die <strong>Leichtathletik</strong>.<br />

Hans Gerhard Schulz<br />

für den Vorstand Roland Frey<br />

Ehrenvorsitzender<br />

1. Vorsitzender<br />

21 <strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>


Corona trotzen und nutzen<br />

Das Licht am Ende des Covid-Tunnels wird jeden Tag heller. Aber noch leidet die <strong>Leichtathletik</strong>,<br />

Aktive und Vereine, heftig unter der Pandemie. Wir haben darüber berichtet und zudem<br />

mit unserem Mitglied Dr. Josef Hesse telefoniert, der sich seit Jahren für die FREUNDE engagiert<br />

und Geschäftsführer einer Firma für Sportgerätebau ist.<br />

Noch immer sind viele Sportanlagen gesperrt bzw. viele<br />

Sportarten schlichtweg verboten. Dies betrifft nicht nur die<br />

aktiven Sportler*innen die auf Wettkämpfe verzichten müssen.<br />

Betroffen sind auch Personen und Unternehmen, die man<br />

nicht direkt wahrnimmt. Josef Hesse, der auch vier Jahre dem<br />

FREUNDE-Vorstand angehört hat, führt zusammen mit seiner<br />

Frau Cornelia und seinem Schwager Ulrich Schäper seit gut 20<br />

Jahren ein Unternehmen in zweiter Generation.<br />

Die Firma Schäper GmbH aus Münster entwickelt, produziert<br />

und liefert seit über 60 Jahren Sportgeräte für <strong>Leichtathletik</strong><br />

und Ballsport in die ganze Welt. Die Einschränkungen durch<br />

Corona bzw. durch die verhängten Lockdowns haben auch bei<br />

Schäper dazu geführt, dass die Umsätze eingebrochen sind.<br />

Wo kein Sport stattfindet, werden (zumindest unmittelbar)<br />

auch keine Sportgeräte wie Hürden, Hindernisse, Stabhochsprung-<br />

oder Hochsprungequipment benötigt.<br />

Für Schäper ein großes Problem. Durch die flexible Arbeitszeitgestaltung<br />

und das Entgegenkommen der Mitarbeiter*innen<br />

(etwa bei der Urlaubsplanung) musste nur kurz auf das Instrument<br />

der Kurzarbeit zurückgegriffen werden. Über dieses Instrument<br />

– so Hesse – sei man sehr dankbar. Auch wenn man es<br />

nicht lange in Anspruch nehmen musste, war es im ersten Lockdown<br />

ein gutes Mittel, um die Existenzangst aller zu minimieren.<br />

Aber auch elektronische Unterstützung wurde eingeplant.<br />

So wird es bald ein Schutzgitter geben, bei dem das Netz automatisch<br />

herabgelassen werden kann oder für Stabhochsprungständer<br />

wurde ein elektrischer Nachrüstsatz angestoßen,<br />

der ebenfalls in Kürze produktionsreif sein wird. Und wer<br />

weiß schon, dass World Athletics (vormals IAAF) Ende 2020<br />

noch die Sicherheitsauflagen für Schutzgitter verschärft<br />

hat?! Die Abstimmungen mit dem Technical Committee sind<br />

dabei immer recht zeitintensiv und entsprechend nachhaltig.<br />

Durch Corona war die Zeit vorhanden und gemeinsam<br />

konnten die aktuellen Schutzgitter analysiert und verbessert<br />

werden. Es wurde bei Schäper in neue Statiken investiert und<br />

es gibt nun Nachrüstsätze, damit bestehende Schutzgitter<br />

weiterhin ihr Zertifikat behalten. Einen Bestandsschutz gibt<br />

es hier nämlich nicht!<br />

Wer das Familienunternehmen bereits kennt, der weiß, dass<br />

für die Menschen bei Schäper das Glas immer eher halbvoll<br />

denn halbleer ist. Das sieht man eben auch in der Entscheidung,<br />

genau jetzt in neue Mitarbeiter*innen und in eine positive<br />

Zukunftsvision zu investieren. Alles in allem geht es Josef<br />

Hesse wie vielen von uns: Er versucht, immer das Beste aus<br />

jeder Situation zu machen, den Kopf nicht in den Sand zu stecken<br />

und optimistisch zu bleiben. Die Tatsache, dass keiner<br />

der Mitarbeiter*innen erkrankte, half dabei sehr.<br />

Es wurde merklich ruhiger in der Auftragsabteilung und letztlich<br />

auch in der Produktion. Wo viele von uns – im privaten<br />

Bereich – den Keller aufgeräumt haben, hat sich Hesse mit<br />

seinem Kernteam an einen Tisch gesetzt, um neue Entwicklungen<br />

und Prozesse voranzutreiben. Dabei herausgekommen<br />

ist beispielsweise ein neuartiger Absprungbalken, der<br />

„drei Funktionen“ in einem Modell verbindet. Das Ganze auch<br />

noch „schwenkbar“ und von nur einer Person zu bedienen.<br />

Peter Busse<br />

Fotos: Josef Hesse<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 22


Erfolgreiches Mehrsprung-Projekt<br />

Seit fast zehn Jahren unterstützen die FREUNDE den Deutschen Talent-Mehrsprung-Cup. Das<br />

Projekt wurde 2012 vom Deutschen Dreisprung-Team ins Leben gerufen, um junge Sprungtalente<br />

zu sichten, sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen und sie für den Dreisprung zu begeistern.<br />

In den vergangenen 9 Jahren haben insgesamt 8 Cup-Veranstaltungen, 6 Fortbildungen<br />

und 8 Lehrgänge stattgefunden. Eine Bilanz von Nachwuchs-Bundestrainer Massala Felski.<br />

Die Highlights aus 10 Jahren<br />

Wir blicken heute zurück auf eine ereignisreiche und spannende<br />

Zeit, mit vielen sportlichen und auch persönlichen<br />

Highlights und möchten uns herzlich bei den FREUNDEN für<br />

die tolle Unterstützung und die gute Zusammenarbeit bedanken.<br />

In der Historie der Veranstaltung haben wir viele talentierte<br />

Athlet*innen sowie engagierte Trainer*innenkennenlernen<br />

dürfen.<br />

Die ersten Schritte<br />

Am 29. September 2012 fand mit Unterstützung der FREUNDE<br />

die erste Auflage des bundesweiten Sichtungswettkampfs für<br />

junge Dreisprungtalente statt. Gut 30 Athlet*innen gingen in<br />

drei verschiedenen Altersklassen beim 1. Deutschen Schüler<br />

Mehrsprung-Cup an den Start. Die drei Erstplatzierten eines<br />

jeden Jahrgangs wurden zu einem insgesamt 18 Athlet*innen<br />

umfassenden Mehrsprung-Cup-Kader zusammengefasst und<br />

sollten im Folgejahr 2013 zusammen mit ihren Heimtrainer*in<br />

nen zu Lehrgangsveranstaltungen eingeladen werden, um<br />

ihre sportliche Entwicklung weiter zu fördern. Der erste Schritt<br />

war damit gemacht.<br />

Aller Anfang ist schwer<br />

Trotz zahlreicher Veranstaltungen und Wettkämpfe in den verschiedenen<br />

Landesverbänden folgten die Athlet*innen der<br />

Einladung im Juni 2013 nach Köln. An zwei Tagen wurden hier<br />

in zwei praktischen und einer theoretischen Einheit wichtige<br />

Grundlagen für das Training zur Entwicklung der Sprint- und<br />

Sprungfähigkeit vermittelt. Darüber hinaus hatten die Teilnehmer*innen<br />

auch die Möglichkeit, sich untereinander besser<br />

kennen zu lernen. Für uns war der Lehrgang auch der erste<br />

Zugang zu den Athlet*innen und ihren Heimtrainer*innen.<br />

Klein, aber fein<br />

Anfang September 2013 wurde der Mehrsprung-Cup-Kader<br />

zur zweiten Lehrgangsveranstaltung nach Friedrichshafen<br />

eingeladen. Eine kleine Gruppe von Athlet*innen folgte zusammen<br />

mit ihren Heimtrainer*innen dieser Einladung. Unter<br />

den Augen des Bundestrainers Tamas Kiss und Nachwuchs-<br />

Disziplintrainer Dreisprung Charles Friedek verbrachten die<br />

Nachwuchsathlet*innen ein intensives Trainingslager.<br />

Der zweite Akt<br />

Zum Abschluss der Sommersaison Ende September fand dann<br />

in Köln der Sichtungswettkampf für den Kader 2013/14 statt.<br />

Neben einigen Teilnehmer*innen aus dem vergangenen Jahr<br />

konnten wir uns hier auch über einige neue Athlet*innen<br />

freuen. Ein kleines Team von Springer*innen aus Ratingen und<br />

weitere Athlet*innen aus Mannheim bereicherten die Veranstaltung.<br />

Die gezeigten Leistungen waren sehr stark und übertrafen<br />

in einigen Altersklassen die Ergebnisse vom Vorjahr. Mit<br />

der Qualität an jungen Nachwuchssportler*innen waren wir<br />

sehr zufrieden, dennoch sollte das Teilnehmerfeld möglichst<br />

noch vergrößert werden.<br />

Horizontalsprünge bilden einen wichtigen Bestandteil einer<br />

guten leichtathletischen Grundlagenausbildung und damit<br />

ein sinnvolles Trainingsmittel im Basistraining für den Sprungaber<br />

auch den Sprint- und Wurfbereich. „Ersetzt man den Begriff<br />

Sprungkraft durch Streckkraft der Beine, wird klar, dass<br />

23 <strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>


selbst Sportarten bzw. Disziplinen, in denen augenscheinlich<br />

nicht gesprungen wird, von der Sprungkraft profitieren“ (Killing,<br />

W., S.7, 2008). Das Nichtausschöpfen der Entwicklung von<br />

Sprungfähigkeiten, stellt eine nicht genutzte Ressource in der<br />

Ausbildung junger Athleten dar.<br />

Mit dem Mehrsprung-Cup war ein Instrument geschaffen, mit<br />

dem wir die Trainer*innen im Nachwuchsbereich dazu aufforderten,<br />

diese Ressource zu nutzen. So sollten in Zukunft für den<br />

Dreisprung wieder Talente aus einer breiten Basis von sprunggeschulten<br />

Nachwuchsathlet*innen geschöpft werden können.<br />

Aus den 18 Athleten die 2012 aus dem 1. Mehrsprung-Cup hervorgegangen<br />

waren, schafften sechs den Sprung in den Anschlusskader.<br />

Davon 4 D/C-Kader Dreisprung (Viktoria Fichtel,<br />

Fanny Fromm, Romuald Averbeck, Lara Blinzinger), 1 D/C-Kader<br />

Weitsprung (Robin Cyriax) und sogar 1 C-Kader Dreisprung<br />

(Ste fanie Aeschlimann).<br />

Engagiert für weite Sprünge<br />

Kurz vor Beginn der Sommersaison wurde im April 2014 der<br />

Mehrsprung-Cup-Kader 2013/14 zur ersten Lehrgangsmaßnahme<br />

nach Köln eingeladen. Insgesamt 15 Athletinnen und<br />

Athleten folgten zusammen mit ihren Heimtrainer*innen dieser<br />

Einladung und verbrachten ein intensives Wochenende<br />

in Köln. Neben theoretischen Einheiten stand natürlich auch<br />

jede Menge Praxis auf dem Programm. Im Vergleich zum Vorjahr<br />

war das Interesse an der Veranstaltung deutlich größer<br />

und neben den neuen Kontakten, die geschlossen werden<br />

konnten, wurden auch die bestehenden intensiviert. Ein schöner<br />

Start in die Saison.<br />

„Saisonabschluss 2014“<br />

Am Wochenende nach den deutschen U16-Meisterschaften<br />

im August 2014 stand zum Saisonabschluss noch ein zweiter<br />

Lehrgangstermin für den Mehrsprung-Cup-Kader an. Trotz<br />

der vielen Wettkampftermine und anderen, parallel laufenden<br />

Veranstaltungen folgte eine kleine Gruppe der Einladung.<br />

In kleinem Rahmen, aber hochkonzentriert, wurden hier in insgesamt<br />

vier Einheiten in Theorie und Praxis weiter an der Entwicklung<br />

der jungen Athleten gearbeitet.<br />

Rekordjagd<br />

Ende November 2014 fand in Köln die dritte Auflage des Mehrsprung-Cups<br />

statt. Der bundesoffene Sichtungswettkampf<br />

lockte Athletinnen/en und Trainer aus insgesamt 20 verschiedenen<br />

Vereinen in die Domstadt und bescherte der Veranstaltung<br />

damit einen neuen Teilnehmerrekord. Dies sollte aber<br />

nicht der Einzige an diesem Wochenende bleiben. In insgesamt<br />

vier der sechs Wettkampfklassen konnten neue Mehrsprung-Cup-Bestleistungen<br />

erzielt werden.<br />

Den Auftakt machte der männliche Nachwuchs in den Altersklassen<br />

M13-M15. Besonders hervorzuheben sind hier die<br />

Leistungen der Sieger in der M14 Devon Bender (MTG Mannheim)<br />

der sich mit 19,33 m vor Trung Ngo (18,77 m) und Dimitrij<br />

Touev (beide TSV Bad Kissingen) nicht nur den Sieg, sondern<br />

auch eine neue Mehrsprung-Cup-Bestweite schnappte.<br />

Ebenso beeindruckend waren die 20,92 m in der Klasse M15<br />

von Benjamin Gassioui (VfL Winterbach), der den Rekord aus<br />

dem vorherigen Jahr um fast einen Meter übertreffen konnte.<br />

In der Klasse M13 setzte sich Niklas Sammert (MTG Mannheim)<br />

mit 18,46 m durch und verwies Lukas Drach (WGL Schwäbisch<br />

Hall; 17,50 m) und Nick Schmal (TSV Heiligenhafen; 16,47 m) auf<br />

die Plätze.<br />

Nicht weniger spektakulär und überraschend waren die Ergebnisse<br />

beim weiblichen Nachwuchs. In der Klasse W13 lieferten<br />

sich zwei Athletinnen aus Ratingen einen spannenden<br />

Zweikampf um den Sieg. Am Ende setzte sich Pauline<br />

Kreft mit 16,42 m und neuer Mehrsprung-Cup Bestleistung<br />

vor Sarah Schulte-Bunert und Jasmin Geiger (MTG Mannheim)<br />

durch. Absolut überragend waren die von Mara Neininger<br />

(TG Schwenningen) erreichten 18,31 m in der Klasse W14,<br />

mit denen sie die Konkurrenz deutlich distanzieren konnte.<br />

Den Schlusspunkt setzten die Athletinnen in der Klasse W15.<br />

Hier setzte sich Anna Schumann (Bayer Uerdingen) mit guten<br />

17,60 m durch und verpasste nur knapp eine neue Bestweite in<br />

der Altersklasse.<br />

Der Talent-Mehrsprung-Cup ist etabliert<br />

Spätestens 2015 war der Cup-Wettbewerb damit in der Nachwuchsleichtathletik<br />

etabliert. Die Teilnehmerzahlen blieben<br />

erfreulich hoch und das Wochenendprogramm wurde erfolgreich<br />

um Elemente der Trainerfortbildung erweitert.<br />

Beim bislang letzten Cup-Wettbewerb 2019 in Köln haben sich<br />

zwei Protagonistinnen hervorgetan, die in den kommenden<br />

Jahren für Aufsehen im Dreisprung sorgen sollten. Mit Masha<br />

Sol Gelitz und Ruth Hildebrandt konnten beide eine neue<br />

Mehrsprung-Cup-Bestleistung erzielen. Beide haben nacheinander<br />

dann auch im Dreisprung die Deutsche U16-Bestleistung<br />

2019 und <strong>2021</strong> verbessert.<br />

Eine kleine Auswahl erfolgreicher Springer an den Cup-Wettbewerben:<br />

Benjamin Gassioui, der erste Springer nah an die 21 m im<br />

5er-Sprunglauf, späterer Bundeskaderathlet und erster internationaler<br />

Starter im Dreisprung,<br />

Mara Neininger, die erste Springerin über 18 m und spätere<br />

Bundeskaderathletin,<br />

Victoria Fichtel, spätere Bundeskaderathletin und DM-Siegerin<br />

U18,<br />

Masha Sol Gelitz, deutsche Bestleistung U16 Dreisprung,<br />

Neim Nguemning, Platz 4 bei der U18 EM, DM-Sieger U18<br />

und U20,<br />

Niklas Sammet, Platz 8 bei der U18 EM,<br />

Ruth Hildebrandt, deutsche Bestleistung U16 Dreisprung,<br />

Anna Gräfin Keyserlingk, Deutsche Bestleistung U18 Dreisprung<br />

Max Ole-Klobasa mittlerweile NK1 U23, 3. Platz bei der DM,<br />

Kevin Brucha, Bundeskaderathlet Weitsprung.<br />

Wie geht es weiter?<br />

Im Jahr 2012 als reine Sichtungsmaßnahme gestartet, hat sich<br />

der Mehrsprung-Cup in den kommenden Jahren immer wieder<br />

verändert, um den Kontakt zu Athlet*innen und Trainer*innen<br />

zu intensivieren sowie den Austausch untereinander zu<br />

fördern. Der Mehrsprung-Cup an sich ist dabei allerdings nur<br />

ein Instrument von vielen zur Nachwuchsgewinnung. Das ei-<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 24


Gesucht wurde die beste Corona-Initiative 2020<br />

Die Entscheidung ist gefallen: Die <strong>Leichtathletik</strong>-Community<br />

hat das Engagement des LK Weiche-Flensburg auf Platz eins<br />

der Abstimmung unter den „Besten <strong>Leichtathletik</strong>-Initiativen<br />

im Corona-Jahr 2020“ gewählt! Auch der NLV und der LAC Essingen<br />

dürfen sich über ein Preisgeld freuen.<br />

Der LK Weiche-Flensburg hat es im vergangenen Jahr geschafft,<br />

sein Kerngeschäft trotz der Einschränkungen durch<br />

die Corona-Pandemie auf vielen neuen, unterschiedlichen<br />

Wegen weiterzuverfolgen. Zusammenhalt, Training und Motivation<br />

standen im Vordergrund, mit Angeboten für die Gemeinschaft<br />

sowie für jeden Einzelnen. „Auf vielen Ebenen war<br />

das Engagement nachhaltig“, stellte Jan Dreier in seiner Bewerbung<br />

fest: Sowohl die Anzahl der Trainer*innen als auch<br />

das Angebot für die Athlet*innen von Jung bis Alt konnte erweitert<br />

werden, darüber hinaus stieg auch das Engagement<br />

der Familienmitglieder.<br />

Deutlich mehr als 3.000 Fans gaben bei der Wahl ihre Stimme<br />

ab, „Jump the hole“ erhielt mit 35 Prozent die meisten davon,<br />

gefolgt vom Niedersächsischen <strong>Leichtathletik</strong>-Verband (NLV;<br />

14,1 Prozent) mit „NLV Digital Reload“ und dem LAC Essingen<br />

mit dem Engagement unter der Überschrift „Altes, neu entdecken<br />

– Einsatz zur Schaffung einer bewussten Normalität“<br />

(13,9 Prozent). Sie dürfen sich über Geldpreise im Wert von<br />

2.000 (Platz 1), 1.500 (Platz 2) und 1.000 Euro (Platz 3) freuen,<br />

bereitgestellt von der Deutschen Sportstiftung.<br />

Ebenfalls in die Top Sechs schafften es der SV Salamander<br />

Kornwestheim mit 46PLUS Down-Syndrom Stuttgart, die LG<br />

Lauf Pegnitzgrund und der SC Tegeler Forst. Sie dürfen sich<br />

auf den Plätzen vier bis sechs der Abstimmung über ein Produktpaket<br />

von DLV-Partner SportLAVIT freuen.<br />

Das Abstimmungs-Ergebnis im Detail:<br />

1. „Jump the hole“ | LK Weiche-Flensburg: 35,0 %<br />

2. NLV Digital Reload | NLV: 14,1 %<br />

3. Altes, neu entdecken | LAC Essingen: 13,9 %<br />

4. FIT | SV Salamander Kornwestheim mit<br />

46PLUS Down-Syndrom Stuttgart: 13,5 %<br />

5. Laufer Waldzehnkampf | LG Lauf Pegnitzgrund: 12,4 %<br />

6. Nord Berlin Runners | SC Tegeler Forst: 11,1 %<br />

Silke Bernhart (DLV)<br />

gentliche Projekt liegt in der nachhaltigen Etablierung einer<br />

frühzeitigen und flächendeckenden Struktur im deutschen<br />

Wettkampfsystem, die eine Vorbereitung auf den Dreisprung<br />

ermöglicht.<br />

Seit 2017 arbeitet das Deutsche Dreisprung Team an der Umsetzung<br />

und einer damit verbundenen Anpassung der Disziplinen<br />

von der U8 bis zur U16. Dabei sollen Mehrfachsprünge<br />

eine zentrale Rolle einnehmen.<br />

Dem DLV-Team war von Anfang an bewusst, dass der Mehrsprung-Cup<br />

nicht unendlich begleitet werden kann. Daher<br />

mussten wir uns früh Gedanken über eine nachhaltige Lösung<br />

machen. Die Etablierung von Mehrfachsprüngen im<br />

Wettkampfsystem der <strong>Leichtathletik</strong> wäre ein Meilenstein<br />

für unsere Disziplin und würde auch nach Ende der aktuellen<br />

Förderung durch die FREUNDE einen wichtigen Beitrag zur<br />

nachhaltigen Entwicklung und Förderung junger Sprungtalente<br />

sicherstellen.<br />

Massala Felski<br />

Nachwuchs-Bundestrainer Dreisprung männlich<br />

Fotos: Massala Felski<br />

25 <strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>


Alle, die in die Körnig-Halle wollten, mussten<br />

sich einem Coronatest unterziehen.<br />

Negative Tests und positive Leistungen bei den<br />

68. DHM in Dortmund<br />

Keine Zuschauer, aufwendige Corona-Tests für Aktive und Mitarbeiter*innen vor dem Betreten<br />

der Halle, reduzierte Teilnehmerfelder, ein komprimierter Zeitplan und ein Durchlüften<br />

der Halle zwischen den Wettkämpfen – die Sicherheit wurde bei den 68. Deutschen Hallenmeisterschaften<br />

in Dortmund großgeschrieben.<br />

„Die Deutschen <strong>Leichtathletik</strong>-Hallenmeisterschaften in Dortmund<br />

haben gezeigt, dass unser Hygienekonzept voll und ganz<br />

aufgegangen ist. Dafür möchte ich mich besonders beim medizinischen<br />

Kompetenzteam des Deutschen <strong>Leichtathletik</strong>-Verbandes<br />

bedanken. Bereits in der „Late Season“ im letzten Sommer<br />

hatten wir mit der DM in Braunschweig, der Mehrkampf-DM<br />

in Vaterstetten und der Jugend-DM in Heilbronn gezeigt, dass<br />

wir Veranstaltungen in Pandemiezeiten organisieren können“,<br />

bilanzierte DLV-Präsident Jürgen Kessing zum Abschluss der 68.<br />

Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund.<br />

Wer in den letzten Jahrzehnten die DLV-Hallen-Titelkämpfe<br />

aufmerksam mitverfolgt hat, wird sicherlich zu dem Schluss<br />

kommen, dass die Hallenmeisterschaften in Dortmund zu<br />

den bestorganisiertesten Titelkämpfen in der Geschichte des<br />

Deutschen <strong>Leichtathletik</strong>-Verbandes zählten.<br />

Der Vizepräsident des Deutschen <strong>Leichtathletik</strong>-Verbandes<br />

(DLV) und des Fußball- und <strong>Leichtathletik</strong>-Verbandes Westfalen<br />

(FLVW), Peter Westermann, hat nach den Meisterschaften<br />

viele Gespräche geführt und dabei nur Lob von allen Seiten erhalten.<br />

„Für den DLV und den FLVW war es eine Premiere, eine<br />

Meisterschaft unter solchen Bedingungen durchzuführen. Dafür<br />

hat es hervorragend geklappt. Es war nämlich im Vorfeld<br />

alles bis ins kleinste Detail durchdacht worden, und es konnte<br />

auch so entsprechend umgesetzt werden. Auch die Corona-<br />

Schnelltests liefen problemlos ab und wurden zügig durchgeführt.<br />

Bemerkenswert war, dass von den insgesamt 1.000 abgenommenen<br />

Tests keiner positiv war“, betonte Westermann,<br />

der die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem DLV<br />

und dem FLVW lobend hervorhob.<br />

Auffallend war, dass alle Beteiligten recht gelassen mit den ungewöhnlichen<br />

Bedingungen umgingen – auch die Athlet*innen,<br />

die bekanntlich vor einem Start unter einer besonderen<br />

Anspannung stehen. Diese große Gelassenheit hat entscheidend<br />

mit zum Gelingen der Meisterschaften beigetragen.<br />

„Alle waren sehr diszipliniert und haben das Hygienekonzept<br />

mitgetragen. Ich hatte das Gefühl, dass die Athletinnen und<br />

<strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong> 26


Gesa Krause gewann den 1.500m-Titel<br />

mit einem langgezogenen Finish.<br />

Marius Probst (vorne) holte<br />

sich den 1.500m-Titel bei den<br />

Männern.<br />

Athleten dankbar dafür waren, dass diese Veranstaltung überhaupt<br />

stattfinden konnte. Sie haben uns gedankt mit vielen<br />

spannenden Wettkämpfen und zahlreichen Top-Leistungen.“<br />

Wenn Zuschauer*innen zugelassen worden wären, hätte sicherlich<br />

Malaika Mihambo den meisten Beifall erhalten. Die<br />

Weitsprung-Weltmeisterin setzte sich in ihrer Spezialdisziplin<br />

souverän mit 6,70 Meter vor Merle Homeier (LG Göttingen)<br />

durch und gewann damit ihren vierten Titel in Reihenfolge.<br />

Lautstarke Anerkennung hätte wahrscheinlich auch Gesa Felicitas<br />

Krause (Silvesterlauf Trier) erhalten, die über 1.500 Meter<br />

in 4:12,68 Minuten den Spezialistinnen die Fersen zeigte.<br />

Nach einem starken Finish bezwang sie Caterina Granz (Berlin/4:13,26<br />

Min.) und Katarina Trost München (LG Stadtwerke<br />

München/4:13,48 Min). Für die Hindernis-Doppel-Europameisterin<br />

war es bereits der zweite Hallen-Titel. 2015 hatte sie<br />

schon einmal über über 3.000 Meter gewonnen.<br />

Bei den Männern sicherte sich Torben Blech (TSV Bayer 04<br />

Leverkusen) seinen ersten Titel im Stabhochsprung. Der ehemalige<br />

Zehnkämpfer schwang sich als Sieger über 5,72 Meter<br />

und entthronte damit Titelverteidiger Bo Kanda Lita Baehre<br />

(ebenfalls Bayer Leverkusen), der sich als Zweiter mit 5,62 Metern<br />

begnügen musste.<br />

den Frauen überraschte die Münchnerin Amelie-Sophie Lederer<br />

mit ihrem sicheren Erfolg in 7,12 Sekunden vor Jennifer<br />

Montag (Leverkusen/7,19 sec) und Yasmin Kwadwo (Paderborn/7,19<br />

sec).<br />

Trotz der schwierigen Zeit standen die Wettbewerbe auf einem<br />

recht hohen Leistungsniveau. Chef-Bundestrainerin Annett<br />

Stein listete daher zum Abschluss der Wettkämpfe auf,<br />

dass von den 250 Starterinnen und Startern 57 eine neue persönliche<br />

Bestleistung aufstellten. Hinzu kamen 115 neue Saisonbestleistungen.<br />

Solche Zahlen bilden eine hervorragende<br />

Ausgangsbasis für das Olympiajahr.<br />

Erfreulich ist zudem, und das haben die 68. Hallenmeisterschaften<br />

auch eindrucksvoll gezeigt, dass die <strong>Leichtathletik</strong><br />

immer gut für TV-Quoten ist. So verfolgten laut IRIS (Intelligence<br />

Reserach In Sponsoring) bei der ZDF-Übertragung allein<br />

2,2 Millionen Zuschauer*innen die Titelkämpfe. Dies ist<br />

ein Marktanteil von 15 Prozent. Insgesamt wurden an beiden<br />

Wettkampf-Tagen mehr als 12 Millionen Zuschauer*innen in<br />

verschiedenen TV-Programmen erreicht. Hinzu kamen Tausende<br />

von Usern beim Livestream auf leichtathletik.de.<br />

Peter Middel<br />

Fotos: Peter Middel<br />

Im 60-m-Finale stellte Sprinter Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar)<br />

mit ausgezeichneten 6,52 Sekunden den fünf Jahre alten<br />

deutschen Hallenrekord von Julian Reus ein. Dabei ließ der<br />

U23-Europameister Julian Wagner aus Erfurt (6,59 sec) und<br />

seinen Clubkollegen Michael Pohl (6,60 sec) hinter sich. Bei<br />

27 <strong>Leichtathletik</strong> <strong>INFORMationen</strong>


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