kunst:stück Magazin c/o Osnabrück + Münsterland | issue 90

agenturh2

Kunst und Kultur aus der Region Osnabrück + Münsterland für die Monate Mai und Juli 2021

kunst:stück

Magazin für Kunst und Kultur

in der Region Osnabrück

und dem Münsterland

issue 90 | Juli / August 2021

Asana Fujikawa, Maria, Foto: © Stephan Vavra


. grußwort

Bagno Konzertgalerie Steinfurt

Europas ältester freistehender Konzertsaal

präsentiert in der Spielzeit 2021/2022:

© Marco Borggreve

FAZIL

SAY

© Kirill Karetin

ARTYOM

DERVOED

© Andrea Herzog

(Hintergrund © Britt Schilling)

FREIBURGER

BAROCKORCHESTER +

MARIE

BÄUMER

© Jürgen Klieber

FEUERBACH

QUARTETT

Bagno Konzertgalerie Steinfurt

2 kunst:stück

KARTENTELEFON 02551-186900

www.bagno-konzertgalerie.de


Kunsthaus

Kloster

Gravenhorst

. grußwort

02.07. – 22.08. BLÜTEZEIT* | Sommerausstellung

Gravenhorster SAISONALE* – mit Daniel Bräg | Oliver Gather

Reinhard Krehl | Laura Popplow | An Seebach

02.07. openART – DA passiert Kunst | 18 Uhr

Abend der offenen Tür mit Ideenwerkstatt und Performance

12.08. Open-Air-Kino | »Das Geheimnis der Bäume«

erzählt von Bruno Ganz | »FilmSchauPlatz« der Film- und

Medienstiftung NRW | Eintritt frei

Das ganze Jahr: Projektstipendien KunstKommunikation 21

»hard working / soft working«

»BANG! BOOM!«

Julia Arztmann

Carola Rümper

»Portraits von Tagen und

»Self Service Selfie Box«

Orten« Kati Gausmann

Janina Schmid

22.08. Sommerfest Gravenhorster SAISONALE*

Mit Einweihung der neuen Picknickdecken von An Seebach

und Sinnesparcours von Michael Bradke

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst

Klosterstr. 10 | D-48477 Hörstel | T +49 (0) 2551 6942-00

Das volle Programm:

Gefördert durch:

temporäre Kloster.Garten.Kunst

www.da-kunsthaus.de

kunst:stück 3


. grußwort

Die Stadt Osnabrück und die Osnabrücker

Stiftungen unterstützen in der Zeit der

Corona-Pandemie Künstlerinnen und Künstler,

freie Kulturträger, Vereine und Initiativen.

Der Kulturmarathon wurde aktuell um das

Sonderförderprogramm TRANSITION der

Felicitas und Werner Egerland Stiftung erweitert.

Informationen ab August ebenfalls unter

www.kulturmarathon-os.de

4 kunst:stück

KUltUrtrIAthlon


. grußwort

Michael Dreyer, Foto: Liudmila Jeremies

Morgenland Festival Osnabrück 2021

www.morgenland-festival.com

Liebe Musikfreunde!

Mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie

hat auch das Morgenland Festival

Osnabrück bereits alle erdenklichen Erfahrungen

gesammelt: Für den Sommer 2020

hatten wir eine Art Morgenland TV entwickelt

und damit einen großen Teil unseres

Programms ins Digitale verlegt. Weit über

60.000 Zuschauer haben die Beiträge bislang

gesehen. Das war sowohl für die Musikerinnen

und Musiker als auch für uns

als Team eine spannende Erfahrung. Die

für den vergangenen Dezember geplante

Live-Edition haben wir kurzfristig absagen

müssen, ebenso zwei Sonderkonzerte in

der Elbphilharmonie im April dieses Jahres.

Als ich im vergangenen Herbst das Programm

für 2021 plante, war ich optimistisch

und hatte gehofft, dass wir in

diesem Sommer schon ohne Quarantäneregelungen

würden leben können. Die

aktuelle Situation sieht leider anders aus:

Der Transfer unserer Künstlerinnen und

Künstler aus dem Ausland hätte aktuell zirka

500 Tage und Nächte Quarantäne und

mindestens 200 PCR-Tests erforderlich gemacht.

Das wäre weder finanzierbar noch

eine Freude für die Beteiligten gewesen.

So haben wir in kürzester Zeit ein neues

Programm entwickelt. Wir werden in der

Festival-Woche ausschließlich Musikerinnen

und Musiker präsentieren, die aktuell

in Deutschland leben. Fast alle Konzerte

finden open air im Schlossinnenhof

in Osnabrück statt.

Es war eine besondere Herausforderung,

aber auch eine große Freude, diese erste

und hoffentlich allerletzte „Corona-Live-

Edition“ zu entwickeln. Hindernisse und

Beschränkungen können ja im guten Sinne

auch inspirierend sein. Der vielbeschworene

Familiengeist des Festivals kam uns

hierbei sehr zugute. Über die Jahre ist ein

immenses Netzwerk an – nicht nur – musikalischen

Freundschaften entstanden.

So können Sie die Neue Hofkapelle Osnabrück

im Zusammenspiel mit Wu Wei und

seiner chinesischen Mundorgel erleben,

das Osnabrücker Symphonieorchester mit

Dima Orsho, die Galilee Strings mit Mevan

Younes, Mohannad Nasser und Saleem

Ashkar, fantastische Stimmen von Iva Bittová,

Simin Tander und Rabih Lahoud, den

ersten großen Auftritt der Morgenland

Youngsters und noch so vieles mehr.

Herzlich Ihr

Michael Dreyer

Künstlerischer Leiter

Morgenland Festival Osnabrück

kunst:stück 5


. grußwort

Kunsthalle

Osnabrück

Barrierefreiheit/

Accessibility

Alison O’Daniel

26.06.21–03.10.21

Slavs and Tatars

26.06.21–03.10.21

Sabrina Röthlisberger

26.06.21–03.10.21

We Cannot

Skip This Part

26.06.21–27.02.22

Candice Lin

06.11.21–27.02.22

Katrin Mayer

06.11.21–27.02.22

6 kunst:stück www.kunsthalle.osnabrueck.de


. grußwort

Prof. Dr. Matthias Schröder

Foto: Bernd Schäfer

Bagno-Konzertgalerie: Feinste Klassik à la carte

Prof. Dr. Matthias Schröder, Bagno-Konzertgalerie Steinfurt

Künstlerischer Leiter // www.bagno-konzertgalerie.de

Wie ein unvorhergesehener Sturm wirbelte

die Corona-Pandemie den Spielplan aller

Konzerthäuser und Theater durcheinander.

Das Publikum spürte dies vor allem durch

die vielen Absagen von Veranstaltungen –

Umtausch und Rückerstattungen von Tickets

sowie Terminverschiebungen waren

die unangenehmen Folgen. Hinter den Kulissen,

in den Konzertbüros, Agenturen und im

Orchestermanagement wurde Schwerstarbeit

geleistet, denn im internationalen Veranstaltungsbusiness

sind alle vernetzt, Tourneen

und Spielpläne sind komplexe Gebilde,

in denen alles miteinander zusammenhängt.

So war es ein starkes Signal, dass im Frühjahr

2021 erneut die Bagno-Konzertgalerie

in Steinfurt als ältester freistehender Konzertsaal

Europas als einer der ersten Kulturanbieter

in NRW den Neustart wagte!

Die Besucher honorierten dies mit Standing

Ovations, Kultur ist eben ein „Lebensmittel“

und kein Luxusgut.

Heute blickt die Bagno-Konzertgalerie als einer

der führenden Anbieter von klassischen

Konzerten in der Region optimistisch nach

vorne und präsentiert Ihnen eine Spielzeit

der Extraklasse: Internationale Stars wie

der türkische Komponist und Pianist Fazil

Say, das Los Angeles Guitar Quartet oder

das Freiburger Barockorchester versprechen

feine und ganz exklusive Hörerlebnisse.

Orchesterkonzerte mit dem Dogma Chamber

Orchestra und dem Residenzorchester

„l’arte del mondo“ garantieren klassische

Musik auf höchstem Niveau.

Bedanken möchten wir uns auch bei unseren

Kooperationspartnern und Förderern,

der Werner Richard-Dr. Carl Doerken

Stiftung, dem Münsterland Festival, der

Kreissparkasse Steinfurt, dem Internationalen

Aeolus Bläserwettbewerb und unserem

Partner WDR 3. Freuen sie sich auf

viele unvergessliche Konzerte in einem der

schönsten Konzertsäle Europas, der „Grande

Galerie pour les Concerts“ in Steinfurt.

Herzlich

Matthias Schröder

kunst:stück 7


. inhalt

03 Grußwort

03 - Michael Dreyer, Morgenland

Festival Osnabrück

05 - Matthias Schröder,

Bagno-Konzertgalerie Steinfurt

08 Inhalt

08- Impressum

10 Osnabrück

36 - Bramsche

42 - Mettingen

44 - Sögel

46 - Lingen

48 - Rheine

52 - Hörstel

56 - Petershagen

66 - Bocholt

62 Münster

xx Spezielles in dieser Ausgabe

10 - Morgenland Festival

Osnabrück

40 - Bagno Konzertgalerie

Steinfurt

60 - Poetische Quellen

Bad Oyenhausen / Löhne

DAS TITELBILD

Die zarte Welt von Asana Fujikawa

3.7. – 22.8.2021 | Schloss Clemenswerth

www.clemenswerth.de

→ Seite 44

Die Künstlerin Asana Fujikawa wurde 1981 in Tokio

geboren. Sie studierte an der Nagoya Zokei

University in Aichi die Fächer Europäische Kunst

und Lehramt. Das Studium beendete sie 2003

mit dem Diplom. Nach ihrem Umzug nach Hamburg

begann sie 2009 das Studium der Freien

Kunst an der Hochschule für bildende Künste,

das sie 2016 mit dem Master abschloss.

Abb. links: Asana Fujikawa, Maria, Foto: © Stephan Vavra

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day

www.kunststueck-magazine.de

IMPRESSUM

H2 Werbeagentur + Verlag

Eva Hortenbach (V.i.S.d.P.)

Siemes Tannen 9 · 49565 Bramsche

Tel: 05495 8599900

mail@kunststueck-magazine.de

Redaktionsschluss Osnabrück + das

Münsterland für die Ausgabe

Sept / Okt: 16. August 2021

8 kunst:stück


. grußwort

@ Meckel Fotodesign

STADTGESCHICHTE IM MUSEUM NEU ERLEBEN

Dienstag bis Freitag:

11–18 Uhr

Samstag und Sonntag/Feiertag:

10–18 Uhr

Museumsquartier Osnabrück

Lotter Straße 2

49078 Osnabrück

www.museumsquartier-osnabrueck.de

kunst:stück 9


. osnabrück

Morgenland Festival Osnabrück 2021

Open-Air-Konzerte im Schlossinnenhof

Osnabrück | www.morgenland-festival.com | 9. — 17. Juli 2021


Das Morgenland Festival Osnabrück 2021 wird in diesem Sommer wieder

Live-Begegnungen mit der ebenso spannenden wie komplexen Musikkultur

östlich des Mittelmeers ermöglichen. Vom 9. bis 17. Juli stehen sechs Open-

Air-Konzerte und eine Lesung im Schlossinnenhof sowie eine Filmvorführung

in der Lagerhalle auf dem Programm. Der Auftritt der Roma und Sinti Philharmoniker

in der OsnabrückHalle wurde in den November verlegt. Das Publikum

darf sich auf international tätige Künstlerinnen und Künstler freuen,

die sich der faszinierenden Musik des Vorderen Orients widmen, von traditioneller

Musik bis Avantgarde.


Festival-Leiter Michael Dreyer hat das Programm in den vergangenen

Monaten immer wieder geändert, um den Corona-bedingten Gegebenheiten

gerecht zu werden: „Es war eine besondere Herausforderung, aber

auch eine große Freude, diese erste und hoffentlich allerletzte ‚Corona-Live-

Edition‘ zu entwickeln. Wir werden in der Festival-Woche ausschließlich Musikerinnen

und Musiker präsentieren, die aktuell in Deutschland leben und

fast alle Konzerte finden open air statt. Der vielbeschworene Familiengeist

des Festivals mit einem immensen Netzwerk an musikalischen Freundschaften

kam uns dabei zugute.“

10 kunst:stück


. osnabrück

linke Seite: Wu Wei, Foto: © Liudmila Jeremies // 16.7. Schlossinnenhof // Diese Seite, v.o.n.u. // Simin Tander, Foto: © Matthis

Kleeb // Rabih Lahoud, Foto: © Andy Spyra // 17.7. Schlossinnenhof


Zwei Ausnahmesolisten eröffnen am

Freitag, 9. Juli im Schlossinnenhof das Festival.

Iva Bittová wurde als Tochter einer

jüdischen Mutter und eines Rom slowakisch-ungarischer

Herkunft im tschechischen

Bruntál geboren. Sie hat sich als

Schauspielerin, Sängerin und Geigerin

einen Namen gemacht. Allein mit ihrer

Stimme und der Violine erschafft sie eine

unverwechselbare musikalische Welt,

inspiriert von den Klängen ihrer Vorfahren

und einem tiefen Respekt gegenüber

der Natur. Den zweiten Teil gestaltet der

iranische Perkussionist Mohammad Reza

Mortazavi. Der Musiker wird im Sydney

Opera House ebenso gefeiert wie auf

dem Fusion Festival. In Isfahan geboren,

erlernte Mortazavi schon im Kindesalter

das Spiel auf der Tombak, der traditionellen

persischen Kelchtrommel.


Wenn der Gitarrist Giovanni Weiss mit

seinem Quartett am 10. Juli auf den Jazz-

Violinisten Sandro Roy trifft, ist das eine

Begegnung im Geiste des legendären

„Hot Club de France“ – jener stilprägenden

Gruppe der Jazz-Legenden Django

Reinhardt und Stéphane Grappelli.

Mit Ingolf Burkhardt als Gast wird an

diesem Abend zudem einer der vielseitigsten

europäischen Jazztrompeter zu

erleben sein.

Die Streicherformation Galilee Strings unter

der Leitung des renommierten Pianisten

Saleem Ashkar hat sich während des

zweiten Corona-Lockdowns in Berlin gegründet.

Am 11. Juli spielt das Ensemble

Werke von und mit den syrischen Musikern

Mohannad Nasser, Mevan Younes

sowie Kompositionen von Mozart von

Tschaikowski.


Am 13. Juli begegnen sich im Schlossinnenhof

der syrische Oud-Virtuose

Mohannad Nasser und Frederik Köster,

der als einer der spannendsten

kunst:stück 11


. osnabrück

Shabnam Parvaresh, Foto: © Liudmila Jeremies // 15.7. Schlossinnenhof

deutschen Trompeter seiner Generation

gilt. Mit „Whose is this Song?“ wird

am 14. Juli in der Lagerhalle ein Roadmovie

voller Ironie und bissigem Witz

gezeigt. Der Dokumentarfilm der bulgarischen

Regisseurin Adela Peeva ist aus

dem Jahr 2003, mit engl. Untertiteln.


Die deutsch-iranische Journalistin Natalie

Amiri und die in Teheran geborene und

in Hamburg aufgewachsene Schauspielerin

Neda Rahmanian treffen sich am 15. Juli auf

der Bühne des Schlossinnenhofs. Amiris

jüngst erschienenes Buch „Zwischen den

Welten. Von Macht und Ohnmacht im Iran“

bildet den Ausgangspunkt für die spannende

Lesung mit anschließendem Gespräch.

Musikalisch begleitet werden die

beiden von der in Osnabrück lebenden iranischen

Klarinettistin Shabnam Parvaresh.

Wu Wei hat die chinesische Mundorgel

Sheng in die Musikwelt getragen, sei es

als Solist mit den Berliner Philharmonikern,

dem New York Philharmonic Orche-

stra oder dem BBC Symphony Orchestra.

Im Zusammenspiel mit der Neuen Hofkapelle

Osnabrück gestaltet er am 16. Juli

ein Programm zwischen europäischem Barock

und chinesischer traditioneller Musik.


Ein außergewöhnliches Trio wird das

sommerliche Festivalprogramm am 17. Juli

beschließen: Die deutsch-afghanische Jazzsängerin

Simin Tander begegnet dem libanesischen

Sänger Rabih Lahoud und dem

Jazzpianisten Florian Weber. Der Auftritt

in Osnabrück ist das erste gemeinsame

Projekt der drei Ausnahmetalente. Als Vorband

stimmen die Morgenland Youngsters

das Publikum in den Abend ein. Das Nachwuchsensemble

ist aus Absolventen der

Morgenland Akademie hervorgegangen.

Es präsentiert ein unter der Leitung des Akkordeonisten

und Produzenten Manfred

Leuchter erarbeitetes Programm.


Das Morgenland Festival wird bis in den

Herbst nachklingen: Am 8. November sind

12 kunst:stück


. osnabrück

v.o.n.u. // Mevan Younes, Foto: © Liudmila Jeremies // 11.7. Schlossinnenhof // Natalie Amiri, Foto: © Johannes Moths // 15.7.

Schlossinnenhof // Neda Rahmanian, Foto: © Christopher Krenz // 15.7. Schlossinnenhof

bei einem großen Konzert in der OsnabrückHalle

die Roma und Sinti Philharmoniker

unter der Leitung von Riccardo M Sahiti

zu erleben. 2002 gründete der Dirigent

das Orchester in Frankfurt am Main. Unter

seiner Leitung wachsen mit jedem Projekt

professionelle Musikerinnen und Musiker

aus europäischen Staaten zu einem Klangkörper

zusammen, der sich als Botschafter

der lange verfolgten Minderheiten versteht.

Das Kernrepertoire des Orchesters

ist die von Roma-Musik beeinflusste Orchestermusik

des 19. und 20. Jahrhunderts, die

dieser Klangkörper mit unvergleichlicher

Intensität zum Klingen bringt.

– – –

Das Morgenland Festival Osnabrück findet

man auch hier:

www.morgenland-festival.com +++ www.

youtube.com/morgenlandfestival +++

www.facebook.com/morgenlandfestivalos

+++ www.instagram.com/morgenland.

festival.osnabrueck

Tickets und Infos zum Programm:

www.morgenland-festival.com

Karten gibt es außerdem bei der

Osnabrücker Tourist-Information, unter

www.adticket.de und bei anderen

bekannten Vorverkaufsstellen.

Aufgrund der Corona-bedingten Abstands-

und Hygieneregeln steht nur

ein eingeschränktes Kartenkontingent

zur Verfügung.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Stadt Osnabrück, Stiftung Niedersachsen,

Niedersächsische Sparkassenstiftung,

Stiftung der Sparkasse Osnabrück,

Niedersächsisches Ministerium

für Wissenschaft und Kultur, NDR Musikförderung

in Niedersachsen, Landschaftsverband

Osnabrücker Land e.V.,

Sievert SE, Gesellschaft der Freunde.

Morgenland Festival Osnabrück e.V.,

Dom-Hotel Osnabrück, Vienna House

Osnabrück, Starlight, Musikland Niedersachsen

kunst:stück 13


. osnabrück

Die Blaue Distanz, The closer I come the further I go, Raumkonzept und Gestaltung für DGTL FMNSM #2 – Intimacy, Festspielhaus

Hellerau Dresden, 2018. Courtesy: die Blaue Distanz. Foto: Claudia Dumke

Barrierefreiheit: Wessen Freiheit ist die Norm?

Dieser spannenden Frage geht die Kunsthalle Osnabrück mit ihrem

neuen Jahresprogramm Barrierefreiheit nach

Mit Einzelausstellungen von Alison O’Daniel, die Blaue Distanz (Anna Erdmann & Franziska

Goralski), Sabrina Röthlisberger, Slavs and Tatars, Candice Lin und Katrin Mayer

26. Juni 2021 bis 27. Februar 2022

Kunsthalle Osnabrück | www.kunsthalle.osnabrueck.de

Wir leben in einer Gesellschaft der Vielfalt

und gleichzeitigen Ausgrenzung. Nicht alle

Menschen haben gleichberechtigt Zugang

zu Wohnraum, Bildung oder Sichtbarkeit.

Normierungen lassen selten sich

unterscheidende Bedürfnisse und Wahrnehmungen

zu – auch in Kunsthäusern

herrschen oft einschränkende Verhaltensregeln,

exkludierende Vereinheitlichungen

und eine einseitige Teilhabe.

Aber kann es eine Gesellschaft ohne Barrieren

geben? In der Architektur bezeichnet

die Barrierefreiheit den selbstständigen

Zugang und die Nutzbarkeit von Gebäuden.

Es ist die Wahlfreiheit, die den Unterschied

macht zu abgeschlossenen Räumen,

Prozessen oder Inhalten.

Einst war der Innenhof der Kunsthalle ein

öffentlicher Platz in der Stadt. Mit dem

Umbau in den 1970er Jahren wurde der

Zugang geschlossen und durch einen gläsernen

Neubau ergänzt. Ausgehend von

der eigenen Geschichte beschäftigt sich

die Kunsthalle mit den Ein- und Ausschlussmechanismen

in der Gesellschaft und in

der Kunst. Barrierefreiheit soll aus ihrem in

der Öffentlichkeit sehr bürokratisch wahrgenommenen

Charakter herausgelöst werden,

um Bedeutung und Relevanz des Begriffs

im Kontext der Kulturproduktion und

ihrer gesellschaftlichen Verantwortung

als grundsätzlichen Begriff der Antidiskriminierung

im Verhältnis von Ableismus,

Klassismus, Sexismus und Rassismus zu

reflektieren.

Die eingeladenen Künstler:innen, Kulturproduzent:innen

oder Aktivist:innen arbeiten

schon lange daran, neue Räume

gleichberechtigter Gemeinschaft zu kreieren.

Kultureinrichtungen haben die Chan-

14 kunst:stück


. osnabrück

links: Sabrina Röthlisberger, Le sang, Performance während der Ausstellung CONTAMINATION/RESILIENCE, Shedhalle, 2020.

Courtesy: Sabrina Röthlisberger. Foto: Carla Schleiffer // rechts: Slavs and Tatars, Aşbildung, 2021. Courtesy: Slavs and Tatars

ce, von deren Auseinandersetzungen zu

lernen, um neue und komplexe Perspektiven

in den eigenen Strukturen zuzulassen.

Das Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm

Barrierefreiheit ist in zwei Phasen

aufgeteilt, die im Juni und im November beginnen.

Neben Einzelausstellungen in der

Kunsthalle findet das temporäre Projekt

Aşbildung der Künstlergruppe Slavs und Tatars

mit eigenem Veranstaltungsprogramm

in einem türkischen Imbiss (Restaurant

Toros, Bohmter Str. 13a,

49074 Osnabrück) statt.

Ein umfangreiches digitales

und analoges Vermittlungsprogramm

und

eine Publikation mit Textbeiträgen

von Lydia Lierke

und Ariana Savoji, Natasha

A. Kelly, Katharina Klappheck

sowie von Katrin Dinges

und Stefanie Wiens

von der Initiative ergänzen das umfangreiche

Angebot.

Noch bis Oktober 2021 ist

die Kirche der Kunsthalle

zudem zu Renovierungszwecken

eingerüstet. Diesen Moment der

Baustellen-Barriere hat die Kunsthalle mit

einer Einladung an die Wissenschaftlerin,

Kuratorin und Künstlerin Natasha A. Kelly

genutzt, die zusammen mit Hannah Marc

einen künstlerischen Beitrag für das Gerüst

entwickelt hat.

Kunsthalle Osnabrück

Hasemauer 1, 49074 Osnabrück

Öffnungszeiten: Di.-So., 11-18 Uhr

Alison O’Daniel, Zamboni Storyboard and Arp Soundproofer, 2016.

Courtesy: Alison O’Daniel. Foto: Charles Benton

kunst:stück 15


. osnabrück

Eh What's’ up Doc?

Ausstellung mit Daniel Hopp und Gästen

28. Mai bis 23. Juli 2021

Kunstraum hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst

www.hase29.de

Ab dem 15.05.2021 wird der Kunstverein

hase29 zum (Dreh-)Ort einer Performance

des Künstlers Daniel Hopp. Über den Zeitraum

von Mai bis Juli 2021 wird Daniel

Hopp mit einer Reihe von Gästen, darunter

eine Gruppe Osnabrücker Auszubildende

handwerklicher Berufe, an einer neuen

Film-Produktion arbeiten, die zusammen

mit weiteren Arbeiten des Künstlers ab

dem 28.05.2021 im Kunstraum hase29 in

einer Ausstellung zu sehen sein werden.

Der Doc sagt über die kommende

Ausstellung:

– – –

Der Künstler Daniel Hopp wäre gerne jemand

anderes, schafft das aber nicht so

ganz – das hat er zum Beruf gemacht. Wer

Daniel Hopp zu einer Ausstellung einlädt,

holt sich immer mehrere ins Haus – Full

House oder “die Wohnung wird voll gewesen

sein”. Euer Haus wird Praxis sein

und Spielothek, Gerichtssaal und Notaufnahme;

wahrscheinlich auch Theater. Euer

Haus wird trotzdem Ausstellungshaus

sein, auch nachdem Daniel wieder weg ist.

Jemand musste Josef K. verleumdet haben,

denn ohne dass er etwas Böses getan hätte,

wurde er eines Morgens verhaftet. 1 Wer Daniel

Hopp einlädt, holt sich den Verleumder

ins Haus, zumindest eine Verleumdung.

Könnte man daraus nicht ein Geschäft

machen? Ließe sich Daniel Hopps künstlerische

Praxis verleumden, indem man

ihn einen Innovator schimpft? Spielt Eifersucht

eine Rolle?

Charlotte Klink schreibt über Daniel Hopps

Arbeit If there is love, you will take it (2020):

Während wir weithin anerkennen, dass die

Realität genauso konstruiert ist wie die Fiktion,

schützt uns diese Erkenntnis nicht vor

den Effekten, die erstere produziert. „Spiele

den Gangster, der du gerne wärst“ ist die

Aufgabe, die die Protagonist:innen, selbsternannte

knallharte Typen und auch der

Künstler und Regisseur selbst [...] auf sich

nehmen.

Daniels künstlerische Praxis ist anziehend,

weil er den Besucher:innen sein eigenes

Genießen aufbindet. Er ist ein Meister seines

Fachs, ein Meister im Schätzen von

Distanzen, von Nähe. Er ist deshalb in Behandlung.

Kurzbiografie:

Daniel Hopp studierte ab 2013 freie Kunst

an der HFBK Hamburg und der ABK Stuttgart.

Seit 2019 nimmt er am Masterprogramm

Contemporary Art Practice - Moving

Image am Royal College of Art in

London teil. Hopp arbeitet unter anderem

im Medium Performance. Er produziert

Räume für die Produktion von Filmen.

Seine künstlerische Praxis bringt professionelle

Schauspieler:innen, Verwandte,

Freund:innen und ihn selbst in situativer

Reaktion auf eine vorgegebene Erkundung

zusammen. Daniel Hopps Arbeiten wurden

in verschiedenen nationalen und internationalen

Kontexten gezeigt, darunter

der Solitude Project Space, Akademie

Schloss Solitude, Stuttgart, die Akademie

der Künste Berlin, der Kunstverein Schwerin,

der Kunstverein Jesteburg, der Videonale

Parcours, Bonn, das Künstlerhaus Bethanien,

Berlin, die Mattflix Matts Gallery

London und das Oberhausener Filmfestival

(Deutscher Wettbewerb 2020).

Das Projekt wird gefördert durch die Stadt

Osnabrück, den Landschaftsverband Osnabrücker

Land dem Ministerium für Wissenschaft

und Kultur sowie aus Mittel Niedersachsen

dreht auf.

1 Fußnote: zitiert wird der erste Satz von "Der Prozess"

(1925) von Franz Kafka

hase29

Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück

16 kunst:stück


NACHT AUS KULTUR AN

! TROTZDEM !

Mode Textilkunst Malerei

Sa 28. August 2021, 18—24 Uhr

MARTiNiHöfE

Mode im Loft

INSZENIERUNG ‚MIT OHNE FALL-SCHIRM‘

18:30 Uhr | 20:00 Uhr | 21:30 Uhr

→ Kollektion Herbst/Winter 21/22 ‚sensitive power‘

in Szene gesetzt. Dazwischen und danach

OPEN HOUSE und BAR SCHNEIDER-WEINE.

→ bestuhlt / barrierefrei

→ 18–24 Uhr

Students Universität Osnabrück:

INSTALLATION ‚SCHUTZHAFT VERDRAHTET‘

→ Studierende des Fachgebietes Textiles Gestalten

zeigen ihre Semesterarbeiten des Seminars

‚Kleidung als Schutz und Hülle‘.

Leitung Annette E. Schneider.

→ barrierefrei

→ 18–24 Uhr

Hartmut Girke:

ATELIER-SCHAU ‚EIN DENNOCH...‘

→ Malerei und Künstlergespräch

→ Ein dennoch in der Offenheit von Ahnung:

Kunst

→ 18–22 Uhr

martinihoefe.de | Martinistr. 82-88 Osnabrück

Eintritt frei

Aktuelle Sichheitsrichtlinien von Bund und Ländern garantiert

Mode im Loft

Martinihöfe, Martinistraße 82–88

www.paletot.de


. osnabrück

Kulturgeschichtliches Museum, © Stadt Osnabrück, Simon Vonstein

Stadtspuren Osnabrück

die neue Dauerausstellung zur Stadtgeschichte Osnabrücks

im Museumsquartier Osnabrück

Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück | www.museumsquartier-osnabrueck.de

Stadtgeschichte ist komplex und gleicht

einem Kaleidoskop: Geht es auf den ersten

Blick um das historische Geschehen an

einem Ort, zeigen der zweite, dritte und jeder

weitere Blick deutlich vielschichtigere

und weitreichendere Bilder. Denn lokale

Geschichte fand und findet nie isoliert

statt. Sie ist immer eingebettet in übergreifende

historische, politische, wirtschaftliche,

kulturelle, soziale und ideengeschichtliche

Entwicklungen.

Mit der neu konzipierten Ausstellung zur

Geschichte der Friedensstadt Osanbrück

im Kulturgeschichtlichen Museum nimmt

das Museumsquartier Osnabrück ab 18. Juli

(Eröffnung: 11 Uhr) die Stadtgeschichte

aus unterschiedlichen Perspektiven in den

Blick. In sechs zentralen Bereichen werden

die Anfänge Osnabrücks ebenso wie die

jüngste Vergangenheit und Gegenwart gezeigt.

Vor dem Hintergrund nationaler und

globaler Entwicklungen wirft das Fragen

auf nach dem Eigenen, dem „Wesen“, das

die Stadt in ihrer Historie und Gegenwart

prägt. In der Ausstellung geht es darum,

Perspektiven zu öffnen statt „nur“ Antworten

zu geben.

„Die neue Ausstellung bettet unsere Stadtgeschichte

bewusst in historische und aktuelle

Kontexte ein, die nicht an den Stadtgrenzen

enden. Damit gewinnt sie auch

überregional Bedeutung. Sie wird zu einem

zentralen Anlaufpunkt für alle, die sich mit

der Geschichte der Stadt vertraut machen

wollen”, so Erster Stadtrat Wolfgang Beckermann.

Patricia Mersinger, Leiterin des Fachbereichs

Kultur, sieht in der neuen Ausstellung

eine Chance, das Profil der „Friedensstadt”

zu schärfen. „Osnabrück begreift

sich als Friedensstadt. Mit der neuen Ausstellung

gelingt es, nicht nur die historische

Bedeutung des Westfälischen Friedens

auszuleuchten. Sie bietet vielmehr

die Möglichkeit, aus dieser Geschichte wesentliche

Impulse für eine friedliche Gesellschaft

für heute zu entwickeln”.

Nils-Arne Kässens, Direktor des Museumsquartiers

Osnabrück, ist die Öffnung des

Museums gegenüber der Stadt wichtig:

„Stadtgeschichte ist nie abgeschlossen. Sie

wird täglich weitergeschrieben und wir wollen

für diese Prozesse offen sein. Deshalb

18 kunst:stück


. osnabrück

Stadt-SPUREN-OS@Meckel-Fotodesign, © Meckel Fotodesign

verbinden wir die Ausstellung mit partizipativen

Formaten, an denen Bürger:innen sich

aktiv mit ihrer Stadt und deren Geschichte

auseinandersetzen können.”

Der Gedanke der Öffnung prägt die Ausstellungsräume

und die Ausstellungsarchitektur:

Die Exponate selbst werden nicht

nur präsentiert, sondern so in Szene gesetzt,

dass Besucher:innen selbstständig

Bezüge herstellen können. Zum Auftakt

der Ausstellung erlaubt es ein Stadtmodell,

durch Lichtprojektion einzelne Phasen der

Stadtentwicklung zu erleben. Interaktive

Elemente auf dem Ausstellungsrundgang

machen Zusammenhänge mit Hilfe unterschiedlicher

Medien erfahrbar. Der für die

Friedensstadt Osnabrück prägende Westfälische

Frieden erhält seine große Bühne als

animierte Projektion. In einer Kinderspur

können kleine Besucher:innen ihre eigene

Perspektive entwickeln. Und im Obergeschoss

fordert das digitale Stadtlabor dazu

heraus, an Spiel- und Werktischen mit digitaler

Technik ein eigenes Stadtmodell zu

gestalten – das „Osnabrück von morgen“.

Die Ausstellung selbst fungiert zudem als

Brücke in einen offenen Dialog mit der

Stadtgesellschaft. Dazu gehört etwa die

Audiospur „Osnasound“. Menschen aus

Osnabrück senden Aufnahmen von Geräuschen,

die für sie besonders typisch und

charakteristisch sind, zum Beispiel aus ihrem

Viertel oder ihrer Straße, von ihrer

Arbeitsstätte, oder ihrem Zuhause. Diese

Aufnahmen sind Teil der Präsentation

zur Geschichte und Gegenwart der Stadt.

Zum offenen Dialog gehört es auch, Bürger

:innen in das Thema Stadtgeschichte

partizipativ einzubinden. Vor diesem

Hintergrund ist als Teilprojekt im Rahmen

der Stadtgeschichtsausstellung die Ausstellung

„Un.eindeutig Zuhause – Diverse

Stadtgeschichten in Osnabrück” im öffentlichen

Raum entstanden. Sie bietet einen

Perspektivwechsel – denn Stadtgeschichte

sieht nicht für alle gleich aus. Darum macht

die Ausstellung „Un.eindeutig Zuhause –

Diverse Stadtgeschichten in Osnabrück

verborgene Geschichte sichtbar. Zusammengetragen

wurde diese verborgene Geschichte

von migrantischen Selbstorganisationen,

Aktivist:innen, Studierenden,

Ehrenamtlichen und Künstler:innen. An

insgesamt acht in der Stadt aufgestellten

Stelen erzählen sie in Briefen, Podcasts,

Fotos und Videos von etwa von Schwarzen

Menschen in Osnabrück, zivilem Engagement,

Migrations- und Fluchtgeschichten

aus der Türkei oder über den Wilden Streik

bei Karmann im Jahr 1973.

Museumsquartier Osnabrück

Kulturgeschichtliches Museum

Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

kunst:stück 19


. osnabrück

Englert im Atelier, © Rudolf Englert, im Atelier, 1984, © Christian Grovermann

ONE ZERO ZERO

Rudolf Englert zum 100. Geburtstag

Ausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum, 11. Juni bis 5. September 2021

Museumsquartier Osnabrück | www.museumsquartier-osnabrueck.de

In Duisburg geboren, verbrachte der

Künstler Rudolf Englert seine intensivsten

Schaffensjahre in der Region Osnabrück.

2021 wäre er 100 Jahre alt geworden – ein

guter Anlass, sein faszinierendes Werk neu

zu betrachten und den Blick darauf über

den regionalen Kontext hinaus zu erweitern:

Die Ausstellung „ONE ZERO ZERO

– Rudolf Englert zum 100. Geburtstag“,

die bis 5. September im Kulturgeschichtlichen

Museum des Museumsquartiers

Osnabrück präsentiert wird, bringt Zeichnungen

und Gemälde von Englert in Zusammenhang

mit Werken der Künstlerbewegung

ZERO und deren Umfeld, unter

anderem mit Arbeiten von Heinz Mack,

Otto Piene, Jan J. Schoonhoven und Günther

Uecker.

Die Gegenüberstellung zeigt das gemeinsame

Interesse an experimentellem und

seriellem Arbeiten, an bestimmten Materialien

und Techniken sowie an der Wirkung

von Farbe, Licht und Schatten. Offensichtlich

werden die Bezüge zu den Kollegen

auch anhand von Englerts Kunstsammlung,

seiner Bibliothek und Korrespondenz,

in die die Ausstellung Einblicke gewährt.

Zugleich wird deutlich, dass Rudolf

Englert bei aller Verbindung zum Kunstgeschehen

der Zeit konsequent seinen eigenen

künstlerischen Weg verfolgte.

Insbesondere in den 1960er und 1970er

Jahren waren seine Werke in zahlreichen

Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen.

Im Sommer 2005 fand die letzte umfassende

Präsentation zu Rudolf Englert

in der Kunsthalle Osnabrück statt. Daran

knüpft die Ausstellung im Museumsquartier

mit dem Ziel an, Englert aus der bisher

vor allem werkimmanenten Betrachtung

herauszulösen. Es soll anschaulich werden,

wer und was Rudolf Englert inspiriert und

ihn auf dem Weg hin zu einer eigenen Bildsprache

gelenkt und begleitet hat.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit

mit der Witwe und Nachlassverwalterin

Hildegard Englert und mit dem

Museums- und Kunstverein Osnabrück e.V.

Großzügig gefördert wird das Projekt von

der Sievert Stiftung für Wissenschaft und

Kultur.

Museumsquartier Osnabrück

Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

20 kunst:stück


S MUSEUM FÜR LACKKUNST FREUT SICH AUF IHREN BESUCH!

DAS MUSEUM FÜR LACKKUNST FREUT SICH AUF IHREN BESUCH!

. osnabrück . münster

– NACHT DER MUSEEN UND GALERIEN

AM SAMSTAG, 3.SEPTEMBER 2016 –

DAS MUSEUM FÜR LACKKUNST FREUT SICH AUF IHREN BESUCH!

WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE

WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE

WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE

www.museum-fuer-lackkunst.de

WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE

WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE

BONBONNIERE

Die BONBONNIERE

Bonbonniere gehört zu einer Gruppe von

Objekten Die Bonbonniere aus den gehört Werkstätten zu einer der Gruppe Brüder von Martin:

TABLETT

die Objekten so genannten aus den Vernis Werkstätten Martin, der die Brüder mit flächen-

Martin:

Holz deckendem, die so mit genannten Schwarzlack in Ölfarben Vernis und Martin, aufgebrachtem Einlagen die mit aus flächen-

gravierteendedeckendem,

farbdeck-

Perlmutter Dekor in die Ölfarben Blühender französische aufgebrachtem Pflaumenzweig Malerei des farbdeck-

Rokoko

und

TABLETT

Mondsichel im enden Miniaturformat Dekor China, die französische wiedergeben. 14. Jahrhundert Malerei Sie (Ende zeigt des Rokoko eine

Yüan-/

Holz Anfang TABLETT

mythologische im mit Miniaturformat Schwarzlack Ming-Dynastie) Szene und wiedergeben. nach Einlagen Erworben einer unbekannten

Sie aus 1999

zeigt gravier-

eine

tem Perlmutter Holz Gemäldevolage.

mythologische mit Schwarzlack Blühender Szene nach und Pflaumenzweig Einlagen einer unbekannten aus graviertem

und

Die Gemäldevolage.

Winterpflaume Perlmutter China, 14. Blühender gilt Jahrhundert im Fernen Pflaumenzweig (Ende Osten als Yüan-/ und

der

Mondsichel

Anfang Mondsichel erste Papiermaché Ming-Dynastie) Frühlingsbote China, mit Schwarzlackbeschichtung

14. und Erworben Jahrhundert verheißt 1999

ein (Ende baldiges Yüan-/

Anfang Ende und Papiermaché Dekor des Ming-Dynastie) Winters.

mit Ölfarben, Schwarzlackbeschichtung

abschließend Erworben 1999 mit Klarlack

überfangen; und Dekor in Montierung Ölfarben, abschließend aus zweifarbigem

mit Klarlack

Die Winterpflaume gilt im Fernen Osten als der

Die Gold; überfangen; Winterpflaume Futter aus Montierung Schildpatt; gilt im aus Fernen Frankreich zweifarbigem Osten (Paris), als der

erste Mitte Gold;

Frühlingsbote

18. Futter Jahrhundert

aus

und Schildpatt;

verheißt Frankreich

ein baldiges

erste Frühlingsbote und verheißt ein baldiges

(Paris),

Ende Mitte des Winters.

Ende des 18. Winters.

Jahrhundert

MUSEUM FÜR LACKKUNST

ÖFFNUNGSZEITEN

Windthorststraße 26

Dienstags (freier Eintritt) 12–20 Uhr,

48143 Münster | Deutschland

mittwochs bis sonntags und an

MUSEUM Telefon: +49.251.41851-0

FÜR LACKKUNST

gesetzlichen Feiertagen 12–18 Uhr

ÖFFNUNGSZEITEN

MUSEUM Windthorststraße MUSEUM FÜR FÜR LACKKUNST

26

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstags (freier Eintritt) 12–20 Uhr,

Windthorststraße 48143 Windthorststraße www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst

Münster 26 | Deutschland

26

Dienstags Dienstags mittwochs (freier (freier bis sonntags Eintritt) und 12–20 an

Uhr,

48143 Telefon: Münster 48143 Münster +49.251.41851-0

| Deutschland

| | Deutschland mittwochs mittwochs gesetzlichen bis bis Feiertagen sonntags und und 12–18 an an

Uhr

Telefon: Telefon: +49.251.41851-0

+49.251.41851-0 gesetzlichen gesetzlichen Feiertagen Feiertagen 12–18 12–18 Uhr Uhr

www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst

um_Tablett_105x210_RZ_2016.indd www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst

1

www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst

kunst:stück 59 21

08.06.1


. osnabrück

© Marlene Dietrich Collection Berlin

Marlene Dietrich

Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis

Ausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum, 11. Juni bis 5. September 2021

Erich Maria Remarque-Friedenszentrum | www.remarque.uni-osnabrueck.de

Marlene Dietrich war der erste deutsche

Weltstar. Wer kennt sie nicht als Lola aus

dem Filmklassiker „Der blaue Engel“ oder

hat nicht schon einmal „Ich bin von Kopf

bis Fuß auf Liebe eingestellt“ gehört? Bis

heute verbinden sich mit ihr viele schillernde

Bilder: Sexsymbol und Mutter,

Schauspielerin und Sängerin, Ehefrau und

Geliebte, Kunstfigur und Stilikone, Weltstar

und Diva.

Unzählige Ausstellungen und Publikationen

rund um den Globus beleuchteten

mit höchst unterschiedlichen Perspektiven

das Phänomen Marlene Dietrich. Sie

machten eine Frau sichtbar, die ihre Zeit

verändert hat und nicht nur mit langen Beinen,

rauchiger Stimme und laszivem Blick

Männern wie Frauen den Kopf verdrehte.

Einen weniger beachteten Bereich ihres

Lebens bildet ihre entschiedene Haltung

gegenüber den Nationalsozialisten und

ihr angespanntes Verhältnis zu ihrer Heimat

nach 1945.

Marlene Dietrich mied seit der Machtübernahme

durch die Nationalsozialisten

ihre Heimat Deutschland. Sie ließ sich auf

keine Zusammenarbeit mit den Nazis ein

und unterstützte stattdessen deutsche

Emigranten. 1939 wurde sie aus Überzeu-

gung US-amerikanische Staatsbürgerin.

Seit 1942 warb sie Kriegsanleihen für die

USA ein und ging 1944 für die US-amerikanische

Truppenbetreuung nach Europa. Dies

wurde ihr noch 1960 bei ihrer Deutschland-Tournee

von Teilen der Öffentlichkeit

vorgeworfen. Marlene Dietrich kehrte danach

nur noch selten in ihre Heimat zurück.

Mitte der 80er Jahre nahm die Diva

Kontakt mit Beate und Serge Klarsfeld

auf, deren Leistungen als „Nazijäger“ sie

bewunderte.

Die von der Gedenkhalle Oberhausen mit

Unterstützung der Marlene Dietrich Collection

Berlin realisierte Wanderausstellung

rekonstruiert die ablehnende Haltung der

Dietrich zum Nazi-Regime und ihr Verhältnis

zu Deutschland über einen Zeitraum

von mehr als 60 Jahren anhand zahlreicher

Dokumente, Fotos, Presseartikel

und Filmmaterialien. Die Ausstellung folgt

dabei dem Lebensweg des Weltstars von

Deutschland in die USA, zu den Schauplätzen

des Zweiten Weltkriegs bis zurück ins

Nachkriegsdeutschland und weiter nach

Polen, Israel und schließlich Paris, wo sie

1992 verstarb.

Erich Maria Remarque-Friedenszentrum

Markt 6, 49074 Osnabrück

22 kunst:stück


. osnabrück

MIT MÖSER IN DEN GARTEN

Ausstellung bis 30. Oktober 2021

die Gartengeschichte des Osnabrücker Landes

zwischen Barock & englischen Gärten

GENIESSEN SIE DEN SOMMER IM GARTEN!

ROSEN IN GROSSER AUSWAHL & AUS EIGENER ANZUCHT!

– – –

WIR HABEN DEN STOFF FÜR IHRE GARTENTRÄUME!

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DIE GRÖSSTE AUSWAHL FÜR IHREN GARTEN

AUF ÜBER 50.000 QM!

Unsere Gartenbaumschule empfängt Sie mit einem ausgewählten und umfangreichen Angebot an Pflanzen

und Gartenzubehör. Rosen finden Sie bei uns in über 300 Sorten, Stauden sogar in mehr als 500 Arten

und Sorten. Sie können sich aber auch einen Großbaum für Ihren Garten in unserer Baumschule aussuchen

oder Gartenmöbel Probe sitzen. Wichtig ist uns eine kompetente Beratung - daher werden Sie

bei uns nur von ausgebildeten Fachkräften mit langjähriger Erfahrung empfangen. Denn das Gartenglück

beginnt schon mit der Auswahl der richtigen, gesunden und vor allem fachgerecht aufgezogenen Pflanzen!

Igel Gartertenkultur GbR

Im Eikrode 10 | 49565 Bramsche-Engter

Telefon: 05468-1584 | www.baumschule-igel.de

Unsere Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 8.00 - 18.00 Uhr | Samstag: 8.00 - 16.00 Uhr

kunst:stück 23


. osnabrück

WunderhornQuartett –

Ein heiterer Kulturspaziergang mit 4 Saxofonen

Kulturmarathon

Gemeinsam für Osnabrück

Osnabrück | www.kulturmarathon-os.de

Der Kulturmarathon geht weiter - die Stadt

Osnabrück und die Osnabrücker Stiftungen

freuen sich, dass neue Förderungen für

Kulturschaffende in diesen Zeiten ermöglicht

werden konnten. Gemeinsam mit der

Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung, der

Felicitas und Werner Egerland Stiftung,

den Evangelischen Stiftungen Osnabrück,

der Caritas-Stiftung, der Sievert Stiftung

für Wissenschaft und Kultur und der Stiftung

der Sparkasse Osnabrück unterstützt

die Stadt Osnabrück Kulturschaffende in

der Corona-Pandemie mit der Sonderförderung

„Kulturmarathon“. Es gibt weiterhin

spannende Projekte zu entdecken, die

unter den vorgegebenen Auflagen stattfinden

können oder Online-Formate unterstützen.

Die Egerland Stiftung beteiligte

sich in dieser Runde zusätzlich mit ihrer eigenen

Förderlinie „TRANSITION“. Ihr Programm

fördert die konzeptionelle Arbeit

an Vermittlungsprojekten und unterstützt

den Austausch der Kulturschaffenden.

Auf der Website www.kulturmarathon-os.

de finden sich inzwischen mehr als 100 Projekte

von Kulturschaffenden, die gefördert

wurden. Außerdem wurde der Reiter „kultur-os“

hinzugefügt, unter dem sich zum

einen ein Atelierverzeichnis ortsansässiger

Künstlerinnen und Künstler sowie pädagogische

und digitale Angebote finden.

↗ Auch im Juli und August finden so einige

Projekte des „Kulturmarthons“ statt.

Hier eine Auswahl:

Jede Zeit hat ihre Kunst – Part II

Schon im letzten Jahr war der Entertainer

Georg Linde als Clown Georg mit seinem

einzigartigen Stelzen-E-Bike in Osnabrück

unterwegs. Doch noch war er nicht in allen

Stadtteilen. Sein Ziel: Kultur auf die Straße

zu dem Menschen bringen, und das mit

Musik und guter Laune.

↗ Mi, 7. Juli 2021, Sutthausen // Mi, 14. Juli

2021, Hellern // Mi, 21. Juli 2021, Weststadt/

Westerberg/Innenstadt

Wegweiser – ein partizipatives Kunstprojekt

in der Ebertallee im Schinkel

Auf dreiseitigen Säulen, die als Wegwei-

24 kunst:stück


. osnabrück

Compagnia Furiata-BlueMoon

Margit Rusert, Hof Langenberg, 6:45, Tiere füttern

(Maissilage, Getreideschrot, Heu)

ser gestaltet sind, werden die Fragen "Wo

wollen wir hin?" und "Wo fangen wir an?"

bearbeitet.

↗ Auftaktveranstaltung mit der Nachbarschaft

am Sonntag, 11. Juli, 16 Uhr, Ebertallee

Die Compagnia Furiata ist eine Laientanz-

Gruppe von FLINTA*-Personen (FLINTA

= Abkürzung für: Frauen, Lesben, Inter,

Non-Binär, Trans, Agender) unter der Anleitung

der Tänzerin und Choreografin Valentina

Lucia, die projektbezogene Tanzund

Performancestücke erarbeitet und in

den verschiedensten Kontexten aufführt.

BlueMoon ist Tanztheater mit fünf sehr

persönlichen und mutigen Soli. Musikalisch

untermalt wird die Performance mit dem

Track „Beyond“ der Musikerin Lotschey.

Ausgestrahlt wird der gut fünfminütige

Tanzfilm im Rahmen der Online Reihe „Le

Clöb – Ceci n´est pas un clöb“ des Kulturspektakulums.

↗ 31. Juli, www.kulturspektakulum.de

In dem Kunst- und Kulturprojekt Ein ganzer

Tag von Birgit Kannengießer und Margit

Rusert wird ein kompletter Arbeitstag von

Landwirt:innen aus dem Raum Osnabrück/

Osnabrücker Land mit künstlerischen Mitteln

dokumentiert.

↗ Sa, 28. August, 18 Uhr, Martinihöfe Osnabrück

und KunstSprung, Martinistraße 82

Walk of Art –

Freiluft-Ausstellung in der Altstadt

Freiluftausstellung mit Kunst von verschiedenen

Osnabrücker Kunstschaffenden,

die während des Lockdowns entstandenen

sind.

↗ Sonntag, 29.August, 11–20 Uhr, in der Hegerstraße

Ein heiterer Kulturspaziergang mit

4 Saxofonen

Mit viel launiger Musik und Humor nehmen

die vier Saxofonist:innen des WunderhornQuartetts

ihr Publikum mit auf einen

heiteren Spaziergang durch die Altstadt

zu einigen der vielfältigen Kulturstätten

Osnabrücks.

↗ So, 29. August, 16.30 Uhr // Sa, 11. September,

16.30 Uhr // So 12. September, 11 Uhr und

16.30 Uhr, Treffpunkt am Felix-Nussbaum-

Haus. Entfällt bei Regen.

Anmeldung unter: www.fokus-os.de

(15 €/erm. 12 € (KUKUK 1€))

kunst:stück

25


. osnabrück

Alle Fotos: Theaterpädagogischen Werkstatt

KulturTriathlon

Rein in die Stadtteile mit Kunst und Kultur

Osnabrück | www.kulturmarathon-os.de

Konzerte im Schinkel, Filmdreh auf dem

Gertrudenberg, Straßenkultur in der Innenstadt

– der „KulturTriathlon“ bringt

die Osnabrücker Kulturszene in Bewegung.

Denn das sommerliche Outdoor-Programm

schickt Musik, Literatur, Theater und Kunst

raus aus der Altstadt und rein in die Osnabrücker

Stadtteile. Und das für alle Altersklassen.

Ins Leben gerufen hat den mit Bundesmitteln

geförderten „KulturTriathlon“

das Projektbüro im Fachbereich Kultur der

Stadt Osnabrück. Von Mitte August bis Ende

September wird das kulturelle Leben

nach dem langen Lockdown in die städtische

Öffentlichkeit zurückgeholt. Coronagerecht

und angepasst an die jeweiligen

Bestimmungen werden Theaterstücke aufgeführt,

Konzerte gegeben und Lesungen

gehalten. Das Programm knüpft damit an

den im vergangenen Frühjahr gestarteten

„Kulturmarathon“ der Stadt Osnabrück

und regionaler Stiftungen an, der vor allem

Soloselbstständige vor den schwerwiegenden

materiellen Auswirkungen der Corona-Pandemie

schützen wollen.

Drei Disziplinen für die Kultur

Wie auch sein sportliches Äquivalent besteht

der „KulturTriathlon“ aus drei Disziplinen:

Er bringt zum einen kulturelle Angebote

raus aus der Altstadt und rein in die

Stadtteile und Quartiere. Darüber hinaus

bietet er „Kultur to go“ in der Innenstadt

an und beinhaltet zudem Angebote für

Kinder und Jugendliche.

Insgesamt stehen für den „KulturTriathlon“

240.000 Euro zur Verfügung, die zu

60 Prozent an die Soloselbstständigen

gehen. 192.000 Euro davon stammen aus

dem Bundesprogramm „Neustart Kultur“,

das mit der Sparte „Kultursommer 2021“

insgesamt 117 Programme in kreisfreien

Städten und Landkreisen unterstützt. Die

restliche Summe übernehmen die Stadtwerke

Osnabrück, die VGH-Stiftung, die

Marketing Osnabrück GmbH sowie der

Fachbereich Kultur der Stadt Osnabrück.

Vielfältiges Programm

Zahlreiche städtische Projektpartner:innen

beteiligen sich am „KulturTriathlon“, unter

anderem das Institut für Musik (IfM), die

Lagerhalle, der Bund Bildender Künstler

(BBK) Osnabrück, das Piesberger Gesellschaftshaus,

das Jugendzentrum Ostbunker

und das Musikbüro Osnabrück.

26 kunst:stück


. osnabrück

So vielfältig wie die Partner:innen des „KulturTriathlons“

ist auch sein Programm.

Genreübergreifend bündelt er Angebote

von Soloselbstständigen, die von Literatur

unter freiem Himmel über eine Kulturrallye

bis hin zu einer Galerie auf der Litfaßsäule

reichen.

So holen FOKUS und der Jugendhilfeverein

Lega S Kultur auf das Gelände der Nackten

Mühle am Östringer Weg in Haste. Die Lesungen

und Konzerte in freier Natur richten

sich an alle Altersklassen. FOKUS belebt

zudem mit dem Straßenkulturprogramm

„Mobile Kultur“ den Bereich Weststadt mit

dem Schwerpunkt Johannisstraße.

Action auf dem Gertrudenberg

Eine SummerSchool für Kinder, Jugendliche

und Erwachsene richtet der Kunstraum

hase29 an verschiedenen Orten aus.

„Action“ heißt es etwa für Jugendliche

ab zwölf Jahren. Unter dem Titel „Tatort

Tiny House Gertrudenberg“ drehen

sie unter Anleitung der Künstler Stefan

Hestermeyer und Azim Becker Videos mit

ungewöhnlichen Perspektiven rund um

das ehemalige Kloster.

Musik vorm Ostbunker, Theater im Hafen

Die theaterpädagogische werkstatt (tpw)

ist im vergangenen Jahr in ein Speichergebäude

im Hafen gezogen. Nun baut

sie vor ihrem neuen Zuhause ein Zirkuszelt

als Bühne für ihr neues Stück „Das

unsichtbare Virus“ auf. Zielgruppe sind

Grundschüler:innen, die nicht nur im Publikum

sitzen, sondern Teil des Detektivteams

in diesem interaktiven Stück werden.

Das Musikbüro Osnabrück präsentiert auf

der Wiese des Ostbunkers an vier Wochenenden

ein Programm mit unterschiedlichen

Acts der lokalen Musikszene. Zu erleben

sind Acts der Music Women* Osnabrück,

einem regionalen Netzwerk aus Frauen*,

Trans*, Intermenschen* und nonbinären

Personen der hiesigen Musikszene.

Mehr über das Programm, ab Anfang August

auf www.kulturmarathon-os.de unter

dem Reiter „KulturTriathlon“ zu erfahren.

Bereits im vergangenen Sommer hat das

Piesberger Gesellschaftshaus mit dem

„Theateracker“ für Kleinkünstler:innen bewiesen,

dass sein Kastaniengarten ein idealer

Spielort für Coronazeiten ist. Von Mitte

Juli bis Ende September begeistern dort

regionale und dem Gesellschaftshaus eng

verbundende Künstler:innen das Publikum.

kunst:stück 27


. osnabrück

28 kunst:stück


. osnabrück

linke Seite: Objekt von Petra Höcker, Untitled, 2020 // oben: Objekt von Merle Lembeck, Untitled, 2021

// unten: Petra Höcker (l) und Merle Lembeck (r)

Petra Höcker | Merle Lembeck

AR[BEI]T – Raum für Kunst

Besuche nach telefonischer Absprache

Osnabrück | www.room4art.de

2019 entstand die Idee einen Raum für

Kunst zu öffnen. Das eigene Interesse am

Austausch treibt die Künstlerinnen Petra

Höcker und Merle Lembeck an und ist

als Möglichkeit für Besucher*innen und

Künstler*innen gleichermaßen gedacht

um Fachgespräche zu führen aber auch

Kunstwerke zu erwerben. Visionen sollen

umgesetzt und sichtbar gemacht werden.

Improvisation und Professionalität kommen

der Kunst entgegen. Ein leichtes

Konstrukt mit Spielraum lässt Luft zum

Atmen. Es muss nicht immer die Galerie

sein in der die durchdachte Präsentation

nach bekannten Regeln abläuft. Schon

längst ist es ein gängiges Modell, dass

sich Künstler*innen zusammenschließen

und die Initiative ergreifen.

Um einen Einblick in ihr künstlerisches

Schaffen und den begründeten Raum zu

geben, präsentieren die Künstlerinnen und

Gründerinnen Petra Höcker und Merle

Lembeck ausgewählte Werke ihres Oeuvres.

Kunstinteressiertes Publikum ist nach

telefonischer Terminabsprache und unter

Einhaltung der Hygieneregeln herzlich willkommen:

Tel +49 177 7040114

AR[BEI]T – Raum für Kunst

Katharinenstr. 25a, 49078 Osnabrück

AR[BEI]T ist ein Raum der sich auf verschiedensten

kreativen Wegen der Kunst

widmet-Ausstellungen, Workshops und

Symposien bringen Künstler*innen und

kunstinteressierte Besucher*innen in einer

offenen Atmosphäre zusammen, in

der der Austausch und die Begegnung im

Vordergrund steht.

kunst:stück 29


. osnabrück

Christine Hoffmann, Schöne neue Tiere, Lumix Rene P1330676+

Christine Hoffmann – Schöne neue Tiere

Objekte, Installation, Zeichnung

2. Juli bis 29. August 2021

www.skulptur-galerie.de

Die Ausstellung "Schöne neue Tiere" von

Christine Hoffmann spiegelt absurde Tendenzen

unserer Zeit wider. Zugleich erschaffen

die plastischen, installativen und

zeichnerischen Arbeiten eine poetische

Parallelwelt.

Die teils surreal anmutenden Arbeiten entstanden

als innere Bilder aus dem Unterbewussten

heraus. Auf spielerische Weise

thematisiert die Künstlerin menschliche

Verhaltensweisen wie das Schwarmverhalten

und das ambivalente Verhältnis von

Mensch, Natur und Technik.

Aus einfachen Materialien wie weißem

Ton, Fundstücken oder Schläuchen entstehen

hybride Wesen - Mischwesen aus

Mensch, Tier oder Pflanze, die sich zu verwandeln

oder zu verdoppeln scheinen.

Der Titel „Schöne neue Tiere“ spielt an

auf den Roman “Schöne neue Welt“ von

Aldous Huxley. Die surrealen, humorvollpoetischen

Arbeiten bilden ein Gegengewicht

zu dieser Welt.

Christine Hoffmann studierte an der Hochschule

für Bildende Künste Braunschweig

und an der Universität Osnabrück. Sie realisierte

Projekte und Ausstellungen z.B.

in Oldenburg, Bonn, Berlin und Mahares.

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr, 11–18 Uhr /

Sa, So, 11–16 Uhr und auf Anfrage

pandemiebedingte Änderungen möglich

skulptur-galerie.de

Bierstraße 2, 49074 Osnabrück

30 kunst:stück


Kreative Gedanken

brauchen

Zeit und Raum.

Ein Projekt vom KLARTEXT grafikbüro.

www.klartext-grafik.de

www.zeitraum-os.de


. osnabrück

Frauke Danzer, Gmünd, Foto: Richard Krämmer

Frauke Danzer

distance and close up – Erinnerungen an Gmünd

16. Juli (Eröffnung: 19 Uhr) bis 21. August 2021

Kunst-Quartier des BBK | www.bbk-osnabrueck.de

Anlässlich des 50. Jubiläums des Städtefreundschaft

Osnabrück–Gmünd zeigt der

BBK Osnabrück die Ausstellung „distance

and close up“ von Frauke Danzer.

Gezeigt werden sowohl Arbeiten, die während

eines Stipendiums in Osnabrücks

Partnerstadt im Herbst 2020 entstanden,

als auch neuere Werke, die unmittelbar Bezug

darauf nehmen. Dabei beschäftigt sich

die Künstlerin intensiv mit den Wegeführungen

und Topografien rund um Gmünd.

Frauke Danzer arbeitet fast ausschließlich

mit Papier und zwar in vielen Variationen

als Collagen auf Leinwand, installativ und

auch in Form von Objekten.

Öffnungszeiten:

Di-Fr 14–18 Uhr, Sa 11–16 Uhr

Kunst-Quartier des BBK

Bierstraße 33, 49074 Osnabrück

Katze

Open Call

2. Juli (Eröffnung: 19 Uhr) bis 10. Juli 2021

Kunst-Quartier des BBK | www.bbk-osnabrueck.de

Wie 2019 startet der BBK einen (Very)

Open Call für alle! Diesmal heißt das Thema:

„Katze“. Alle Techniken sind zugelassen,

ob Malerei, Plastik, Zeichnung Video

oder Performance. Einzige Begrenzung

sind die räumlichen Grenzen des Kunst-

Quartiers, einzige Bedingung ist die Anlieferung

der Werke vom 29. Juni bis 1. Juli im

KunstQuartier zu den üblichen Öffnungszeiten.

Dabei gilt: wer zuerst kommt passt

noch rein und stellt aus.

Eröffnung der Ausstellung ist am Freitag

dem 2. Juli, wie immer um 19.00 Uhr.

Nach der großen Resonanz in 2019 hat sich

der BBK entschlossen die Ausstellung diesmal

nicht nur einen Tag, sondern eine ganze

Woche zu zeigen. Letzter Ausstellungstag

ist also Samstag der 10. Juli. An diesem

Tag sollen die Arbeiten ab 16.00 Uhr wieder

abgeholt werden.

32 kunst:stück


ForumFormClemenswerth

Sonderausstellung

Die zarte Welt von

Asana Fujikawa

Zeichnung, Radierung, Keramik

Sa 3.07. - So 22.08.2021

49751 Sögel | www.clemenswerth.de

Die Ausstellung

wird gefördert:

© Stephan Vavra


surrounded by nature

Pflanzen machen das Leben sch

USM hat die Lösung.

Lassen Sie sich in unserer Ausstellung insp

pro office Büro + Wohnkultur

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Tel.: 0541.33 50 63 0, Fax: 0541.33 50 63 3

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irieren.


. bramsche

Bildinformationen: © Th. Zühmer, Rheinisches Landesmuseum Trier, GDKE

Spot an – Szenen einer römischen Stadt

Neue Sonderausstellung ab Mai im Varusschlacht-Museum

2. Mai bis 14. November 2021

Museum und Park Kalkriese | www.kalkriese-varusschlacht.de

Herausragende archäologische Funde und

der Prunk der einst größten römischen Metropole

nördlich der Alpen: Die Wanderausstellung

„Spot an! Szenen einer römischen

Stadt“, die vom 2. Mai bis zum

14. November 2021 in Museum und Park

Kalkriese zu sehen ist, illustriert eindrücklich

die Bedeutung des antiken Triers und

gibt anhand beeindruckender Mosaike,

Skulpturen und Münzen einen Einblick in

das Stadtleben der Antike.

Mit dem Vormarsch der Römer nach

Norden gelangten viele kulturelle Neuerungen

nach Mitteleuropa. Zu den wirkungsmächtigsten

gehörten die planmäßig

angelegten Städte. Ihre Architektur, ihre

Struktur, ihre Funktion setzten Maßstäbe,

die bis in die Gegenwart Geltung behalten

sollten. Mit öffentlichen Plätzen, eindrucksvollen

Tempeln, großen öffentlichen

Bädern und prächtigen Statuen bot sich

den Bewohnern ein ungekannter Luxus,

der sich nicht selten hinter der Wohnungstür

weiter fortsetzte. Prachtvolle Mosaiken

und Wandmalereien und exquisite

Möbel und Tischgeschirre zeugen von der

einstigen Pracht des urbanen Privatlebens.

Aber Städte dienten nicht nur dem Wohnen.

Sie waren Orte der Macht, Schaltstelle

der Verwaltung und Zentren des Handwerks,

der Wirtschaft und des Handels.

Etwa 2 000 antike Städte vermutet die

moderne Forschung auf dem Boden des

ehemaligen Römischen Reiches. Nur ein

kleiner Teil verdient indes die Bezeichnung

Metropole. Das antike Trier ist sicherlich

eine davon.

Auf rund 500 Quadratmeter zeigt die Sonderausstellung

„Spot an – Szenen einer

römischen Stadt“ am Beispiel der um 300

n. Chr. zur Kaiserresidenz aufsteigenden

blühenden Moselmetropole Trier Szenen

aus dem Leben einer römischen Großstadt.

Als größte römische Stadt nördlich

der Alpen verfügte Trier sowohl im öffentlichen

als auch im privaten Raum über eine

eindrucksvolle Architektur. Die verkehrsgünstige

Lage verhalf ihren Bewohnern zu

Wohlstand, der sich in ihren Wohnungen

und Lebensgewohnheiten entsprechend

niederschlug. Das Rheinische Landesmuseum

Trier hat dafür seine reich bestückten

Depots gesichtet und herausragende antike

Exponate zusammengestellt. Sie illustrieren

die Bedeutung des antiken Trier

und geben anhand beeindruckender Mosaike,

Skulpturen und Goldmünzen einen

Einblick in das Leben in der einst größten

Metropole nördlich der Alpen.

Informationen zu Führungen, Kinderprogramme

und Vorträgen unter:

www.kalkriese-varusschlacht.de

Varusschlacht im Osnabrücker Land

Museum und Park Kalkriese

Venner Straße 69, 49565 Bramsche

36 kunst:stück


LFW-Studienreisen

Oeseder Straße 66

49124 Georgsmarienhütte

Tel. 05401- 44168

www.lfw.de

info@lfw.de

Studienreisen — Städtereisen — Konzertreisen

Savoyen

Altmühltal - Kulturwandern

Sächsischer Weinwanderweg

Paris

Elberadweg

Potsdam

Emden und Borkum

Sternradtour Naumburg

Malta und Gozo

Burgund

Kalabrien

Ligurien - Wandern

Kasseler Musiktage

Andalusien

Madeira

Prager Kulturkaleidoskop

28.08. - 05.09.21

04.09. - 11.09.21

17.09. - 24.09.21

18.09. - 24.09.21

21.09. - 28.09.21

30.09. - 03.10.21

02.10. - 06.10.21

03.10. - 08.10.21

13.10. - 20.10.21

16.10. - 23.10.21

16.10. - 24.10.21

17.10. - 23.10.21

29.10. - 31.10.21

13.03. - 21.03.22

19.03. - 26.03.22

30.03. - 03.04.22

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Unser aktuelles Studienreiseprogramm fi nden Sie im

Internet unter www.lfw.de. Gerne geben wir Ihnen

auch telefonisch Auskunft. kunst:stück 37


. bramsche

Impressionen aus dem Park der Igel Gartenkultur

Mit Möser in den Garten

Ausstellung der Igel Gartenkultur zur Gartengeschichte des

Osnabrücker Landes | bis 30. Oktober 2021

Park der Igel Gartenkultur | www.osnabruecker-landesgeschichte.info

Ein Spaziergang mit Justus Möser auf den

Spuren der Osnabrücker Gartengeschichte

– dazu lädt bis Ende Oktober eine Ausstellung

im Park der Igel Gartenkultur ein.

Die neue Mode Englischer Gärten erreichte

zu Mösers Zeiten das Osnabrücker Land.

Die Barockgärten alter Rittersitze wurden

nun in die Parklandschaft nach englischem

Vorbild umgewandelt. Ein Wandel, dem Justus

Möser mit seinem „englischen Gärtlein“

ein literarisches Denkmal in ironischspöttischem

Ton setzte. Zugleich blühte

ganz entgegen der neuen adeligen Mode

um 1800 die bäuerliche Gartenkultur im Osnabrücker

Land auf. Nicht zuletzt die großen

Höfe im Artland griffen auf die barocken

Vorlagen zurück, die aus den Schlossgärten

gerade verschwanden. Dazwischen

standen die Gärten des Osnabrücker Bürgertums

mit ihren weit in das Mittelalter

reichenden Wurzeln, die schon früh Nutzen

und Besinnung im Grünen miteinander

verbanden.

Eingebettet in die Parkanlagen des Hofes

Igel beleuchtet die Freiluftausstellung so

eine spannende Epoche der Osnabrücker

Gartengeschichte mit einem Blick auf die

adligen, bäuerlichen und bürgerlichen Gärten

jener Zeit – ihrer Vorgeschichte und

weiteren Entwicklung.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten

der Igel Gartenkultur zu besichtigen

und daher sonntags geschlossen. Kontakt

unter: karsten.igel@uni-muenster.de

Igel Gartenkultur

Im Eikrode 10, 49565 Bramsche-Engter

38 kunst:stück


SCHÖNE NEUE TIERE − OBJEKTE - INSTALLATION - ZEICHNUNG

2. JULI BIS 29. AUGUST 2021

Bierstraße 2 · 49074 Osnabrück

www.skulptur-galerie.de

Mo, Mi, Do, Fr 11–18 Uhr, Sa, So 11–16 Uhr, u. a. A.

Kultur aus der region

www.KunststuecK-magazine.de

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das Magazin für Kunst & Kultur

aus der region – gedrucKt iM handlichen

taschenforMat oder als app – iMMer dabei

regionale ausgaben

c/o osnabrücK + Münsterland

(h2 werbung & Kunst, braMsche)

c/o breMen+ oldenburg

(h2 werbung & Kunst, braMsche)

c/o ostwestfalen

(Movin verlag, bielefeld)

REGINE WOLFF

kunst:stück 39


. osnabrück

Bagno-Konzertgalerie:

Glanzvoller Konzertsaal von 1774

Europas ältester freistehender Konzertsaal

Bagno-Kulturkreis-Steinfurt | www.bagno-konzertgalerie.de

Optimistisch blickt der Bagno-Kulturkreis

Steinfurt e. V. als Veranstalter der renommierten

Meisterkonzerte in der Bagno-

Konzertgalerie in die Zukunft, der Vorverkauf

für die Spielzeit 2021-22 ist gestartet

und internationale Stars wie der türkische

Pianist Fazil Say, das Los Angeles Guitar

Quartet oder das Freiburger Barockorchester

locken das Publikum mit vielversprechenden

Programmen in den ältesten freistehenden

Konzertsaal Europas.

Vier Orchesterkonzerte mit dem preisgekrönten

Dogma Chamber Orchestra, dem

Bagno-Residenzorchester „l’arte del mondo“

unter der Leitung von Werner Ehrhardt

oder den weltweit anerkannten Barockspezialisten

aus Freiburg garantieren

großartige Konzerterlebnisse. Freunde der

Klaviermusik dürfen sich nicht nur auf Fazil

Say, sondern auf Weltklassepianist Andreas

Boyde, das niederländische Klavierduo

Blaak und den Jazzpianisten Florian

Weber freuen. In Kooperation mit dem

Münsterland Festival präsentiert der österreichische

Pianist Markus Schirmer mit

Schauspieler Wolfram Berger eine launige

Wiener Soirée. Marie Bäumer wurde 2018

für ihre Rolle als Romy Schneider im Kinofilm

„3 Tage in Quiberon“ mit dem Deutschen

Filmpreis als beste Hauptdarstellerin

ausgezeichnet. Maria Schrader wiederum

glänzte unlängst bei den Int. Filmfestspielen

in Berlin als Regisseurin des Filmes „Ich

bin dein Mensch“. Im Bagno stellt sie gemeinsam

mit Geigerin Franziska Hölscher

und Pianistin Marianna Shirinyan eine musikalische

Lesung mit Texten von Roger

Willemsen vor.

Beide Meisterserien bieten spannende

Entdeckungen: So spielt das mit vier

ARD-Musikpreisträgern besetzte Ensemble

Carousel mit Beethovens Septett op.

20 und Schuberts Oktett zwei bedeutende

Kammermusikwerke in großer Besetzung.

Das Trio Cocteau aus Paris präsentiert Raritäten

der Kammermusik für die extravagante

Besetzung Klarinette-Oboe-Fagott.

Als „Zar der Gitarre“ titulierte die

40 kunst:stück


. osnabrück

Konzertsaal Bagno

BAGNO-SPIELZEIT

2021-2022

(chronologisch)

Vermittlungsprogramm

linke Seite: Fazil Say, Foto: © Marco Borggreve // oben:

Laura Moinian, Violoncello, Foto: © Martin Huch // unten:

Marie Bäumer, Foto: © Andrea Herzog // rechte Seite oben:

Artyom Dervoed, Gitarre, Foto: © Dmitry Masleev // unten:

Schrader, Hölscher, Shirinyan, Foto: © Christine Frenzl

Fachpresse den russischen Gitarristen

Artyom Dervoed, der gemeinsam mit Cellist

Benedict Kloeckner Musik von Bach,

de Falla und modernen Komponisten interpretiert.

Zu den jungen Shootingstars

der Klassikszene gehört die deutsch-iranische

Cellistin Laura Moinian, die Joseph

Haydns wundervolles Cellokonzert Nr. 1

spielen wird.

Musikalische Brücken hin zu Jazz und Pop

schlagen zwei außergewöhnliche Sonderkonzerte:

Jazzpianist Florian Weber improvisiert

in seinem Programm „Über

die Grenzen…“ über Kompositionen von

Bach, Mozart & Co. Zum Saisonfinale lädt

das hoch virtuose Feuerbach Quartett zu

„Summerwinds im Bagno“ ein mit Musik

von Brahms, Britten und den famosen

Songs der Beatles.

Einzelkarten für die neue Spielzeit sind erhältlich

bei Steinfurt Marketing und Touristik

in Burgsteinfurt, Telefon 02551-186900,

Mail: tickets-bagno@steinfurt.de

Infos zu allen Konzerten:

www.bagno-konzertgalerie.de

LOS ANGELES GUITAR QUARTET

↗ SO 15.08.2021

DOGMA CHAMBER ORCHESTRA +

LAURA MOINIAN

↗ SA 28.08.2021

ENSEMBLE CAROUSEL

↗ SA 11.09.2021

MARKUS SCHIRMER (Klavier) +

WOLFRAM BERGER

↗ SO 10.10.2021

BRODSKY QUARTET

↗ SA 30.10.2021

BENEDICT KLOECKNER (Cello) +

ARTYOM DERVOED (Gitarre)

↗ SA 06.11.2021

FAZIL SAY (Klavier) +

FRIEDEMANN EICHHORN (Violine)

↗ FR 03.12.2021

KLAVIERDUO MARTIJN +

STEFAN BLAAK

↗ SO 12.12.2021

BAROCKORCHESTER FREIBURG +

MARIE BÄUMER

↗ SA 15.01.2022

L’ARTE DEL MONDO

L'arte del Mondo, Werner Ehrhardt

↗ SA 05.02.2022

ANDREAS BOYDE,

KLAVIER-RECITAL

↗ SA 19.02.2022

TRIO COCTEAU

↗ SA 05.03.2022

L’ARTE DEL MONDO,

IVAN PODYOMOV (Oboe)

↗ SA 26.03.2022

FLORIAN WEBER,

JAZZPIANO

↗ SA 30.04.2022

ROGER WILLEMSEN –

“LANDSCHAFTEN”

(Maria Schrader: Musikalische Lesung)

↗ SA 21.05.2022

SUMMERTIME:

FEUERBACH QUARTETT

↗ SO 26.06.2022

kunst:stück

41


. mettingen

Harmen Jansz Muller (nach Maarten van Heemskerck), Luna, aus: Die Sieben Planeten, ca. 1568, Foto: Stephan Kube, Greven

Stay Healthy

10. Juni bis 31. Oktober 2021

Draiflessen Collection | www.draiflessen.com

Besonders seit der Covid-19-Pandemie ist

der Ausdruck „Bleib gesund“ zu einem konkreten

Wunsch für das Gegenüber geworden.

Allerdings begleitet uns das Bedürfnis

nach Gesundheit nicht nur heute, sondern

schon seit jeher. Die Kabinettausstellung

STAY HEALTHY veranschaulicht, dass eine

ganzheitliche Körperprävention kein moderner

Ansatz ist, sondern dass sich bereits

vor rund 500 Jahren Menschen Fragen

zur eigenen Gesundheit gestellt und

zu beantworten versucht haben. Die in der

Kabinettausstellung präsentierten Drucke

und Grafiken aus dem 16. Jahrhundert spiegeln

diesen damaligen Zeitgeist wieder und

vermitteln das gesundheitliche Verständnis

der Frühen Neuzeit. Denn nicht nur heute

gilt: Gesundheit ist das höchste Gut.

Die Kunst des Heilens

Bedingt durch das Aufkommen des Buchdrucks

im 15. Jahrhundert entstand eine

Vielzahl von Gesundheitsratgebern: Nicht

nur Hinweise zur Kräuter- und Frauenheilkunde

sind in diesen Büchern zu finden,

sondern auch Anregungen zur richtigen

Ernährung, der Körperhygiene oder zum

Aderlass. Anhand von Drucken und Gra-

fiken aus der Liberna und Tiluba Collection

sowie Leihgaben aus dem Rijksmuseum

Amsterdam ergründet die Ausstellung,

was genau die Menschen damals unter

Gesundheit verstanden und was sie zur

Vorbeugung und im Krankheitsfall unternommen

haben. Sie ermöglicht es somit

auch, Parallelen zu heute zu entdecken.

Zeit des Umbruchs

Das 16. Jahrhundert ist geprägt von politischen,

kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen

Umbrüchen sowie von

neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Ebenso kennzeichnen diese Zeit Pandemien

und Ausbrüche neuer Krankheiten,

sodass die Sorge um das eigene Wohlbefinden

weitaus größer war, als wir heute

vielleicht vermuten. Ganze Berufsstände

wie Bader, Barbiere, Ärzte, Apotheker,

Wundärzte und Hebammen trugen Verantwortung

für die öffentliche Gesundheit.

Der Erfolg volkssprachlicher Gesundheitsund

Lebensratgeber bestätigt das zunehmende,

vielfach private Interesse.

Draiflessen Collection

Georgstraße 18, 49497 Mettingen

42 kunst:stück


. mettingen

Jeff Wall, Monologue, 2013, Courtesy of the artist

Made Realities

Fotografien von Thomas

Demand, Philip-Lorca diCorcia,

Andreas Gursky, Jeff Wall

2.Mai bis 25. Juli 2021 | Draiflessen Collection

www.draiflessen.com

Die Ausstellung MADE REALITIES vereint

Werke von vier Fotografen, die den traditionell

dokumentarischen Aspekt der Fotografie

mit fiktiven Elementen verbinden.

Thomas Demand, Philip-Lorca diCorcia, Andreas

Gursky und Jeff Wall analysieren in

ihren Fotografien Möglichkeiten und Grenzen

ihres künstlerischen Mediums und der

menschlichen Wahrnehmung. Immer wieder

animieren sie Betrachter*innen dazu,

die eigenen Eindrücke der Wirklichkeit zu

hinterfragen. Das Motivspektrum reicht

dabei von flüchtigen Alltagsszenen über

rätselhaftes Geschehen bis hin zu historischen

Ereignissen.

Gerade die Fotografie gilt als Medium, das

die Wirklichkeit und den Moment am authentischsten

wiedergibt. Doch schon seit

Beginn der Fotografie werden Abbilder

manipuliert; sei es durch gestellte Posen,

Kameraeinstellungen oder nachträgliche

Bildbearbeitung. Die Ausstellung zeigt

Werke, die auf den ersten Blick eindeutige

und realitätsgetreue Ausschnitte der

Wirklichkeit abzubilden scheinen. Erst bei

genauerer Betrachtung kommen Zweifel

auf, ob die Perspektive, die Pose, der Ausschnitt

oder generell das Motiv tatsächlich

eine Wiedergabe der Realität sei.

Die erste, ausschließlich der Fotografie

gewidmete Ausstellung der Draiflessen

Collection beleuchtet die unterschiedlichen

Ansätze, wie sich Fotografie als

künstlerisches Medium der Realität annähern

kann.

Hohe Schneiderkunst

4 Modeschöpfer*innen

4 Kleider

4 Studierendenteams

18. Juli bis 31. Oktober 2021

Draiflessen Collection

www.draiflessen.com

Die Modesammlung der Draiflessen Collection

enthält Kreationen berühmter

Modeschöpfer*innen wie Madeleine

Vionnet, Christian Dior, Madame Grès

und Cristóbal Balenciaga. Alle vier waren

Mitglieder der Chambre Syndicale de la

Haute Couture, dem Pariser Modeverband,

der nur Modehäuser zulässt, die

nach Modellen maßgeschneiderte Kreationen

fertigen, in aufwendiger Handarbeit

und aus luxuriösen Materialien.

Die Präsentation HOHE SCHNEIDER-

KUNST in DAS Forum ist das Ergebnis

eines Kooperationsprojekts mit dem

Fachgebiet Textiles Gestalten des Fachbereichs

Kultur- und Sozialwissenschaften

der Universität Osnabrück: In zwei

Seminaren setzen sich Studierende mit

den vier Modeschöpfer*innen, ihren Arbeitsweisen

und ihrem Œuvre theoretisch

und praktisch auseinander.

Im Seminar der Dozentin Christine Löbbers,

„Vom schrägen Fadenlauf zum

klassischen Tailleur“, widmen sich 15

Studierende der*dem von ihnen ausgewählten

Modeschöpfer*in, forschen

nach dem, was sie*ihn bis heute ausmacht.

Sie lassen sich inspirieren, experimentieren,

ahmen Techniken nach,

schaffen eigene Modelle und erproben

handwerkliche Finessen, die Teil der Präsentation

Hohe Schneiderkunst werden.

Ziel des Seminars von Maria Spitz ist

es, die Ausstellungspräsentation sowie

ein Booklet, das als Ausstellungsbegleiter

dient, zu erarbeiten. Dazu

bilden elf Studierende vier Teams. Sie

beschäftigen sich ebenfalls mit den

Modeschöpfer*innen und richten ihr

besonderes Augenmerk auf deren präsentierte

Kleider und Ensembles. Sie

schreiben Texte, planen die als Ateliers

konzipierten Ausstellungsbereiche und

werden diese einrichten. Darüber hinaus

werden sie das museumspädagogische

Angebot durch eigene Beiträge bereichern,

außerdem unterstützen sie die

Abteilung Social Media.

kunst:stück

43


. sögel

Asana Fulikawa, Auf dem Wasser musst Du ständig aufpassen, dass Du regelmäßig atmest, Foto: © Stephan Vavra

Die zarte Welt von Asana Fujikawa

Sonderausstellung auf Schloss Clemenswerth

3. Juli bis 22. August 2021

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | www.clemenswerth.de

Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

präsentiert von Samstag, 3. Juli,

bis Sonntag, 22. August, in seiner traditionsreichen,

seit 1974 bestehenden

Ausstellungsreihe ForumFormClemenswerth,

kurz FFC genannt, das künstlerische

Werk der jungen und sehr talentierten

Künstlerin Asana Fujikawa.

Gezeigt werden unter dem Titel „Die

zarte Welt von Asana Fujikawa“ Zeichnungen,

Radierungen und Keramiken.

„Diese Kombination von Grafik und Keramik

in einer Ausstellung hat eine lange

Tradition auf Schloss Clemenswerth.

Und wir freuen uns, wenn wir bei allen

Veränderungen und Entwicklungen auch

Traditionen bewahren können, die in den

letzten fast 50 Jahren, aber auch heute

noch sehr erfolgreich sind!“, sagt Museumsdirektor

Oliver Fok.

44 kunst:stück


. sögel

Asana Fujikawa im Atelier, Foto: © Andy Michaelis

Die Künstlerin Asana Fujikawa wurde 1981

in Tokio geboren. Sie studierte an der Nagoya

Zokei University in Aichi die Fächer

Europäische Kunst und Lehramt. Das Studium

beendete sie 2003 mit dem Diplom.

Nach ihrem Umzug nach Hamburg begann

sie 2009 das Studium der Freien Kunst an

der Hochschule für bildende Künste, das

sie 2016 mit dem Master abschloss.

Bereits 2010 erhielt sie ein fünfjähriges Atelier-

und Wohnstipendium im Vorwerkstift

Hamburg. Dieses Stift stellt 19 Wohnungen

und 3 Gästewohnungen sowie Ateliers,

einen Musikraum, ein Fotolabor und eine

Holzwerkstatt für regelmäßig wechselnde

Künstler zur Arbeit und zum Austausch zur

Verfügung. Es folgte 2017 ein Arbeits- und

Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus

Stadttöpferei Neumünster, das mit dem

Stipendium herausragende künstlerische

Leistungen im Bereich Keramik honoriert.

Erste größere Ausstellungen hatte Asana

Fujikawa 2017 beim Förderprojekt RUND-

GANG50HERTZ im Hamburger Bahnhof –

Museum für Gegenwart der Staatlichen

Museen zu Berlin, 2019/20 im Georg Kolbe

Museum Berlin sowie 2020 im Haus OP

ENHEIM in Breslau, Polen, mit der PopArt-

Ikone David Hockney. Heute lebt und arbeitet

Asana Fujikawa im Künstlerhaus

eins eins in Hamburg-Osdorf. In dem historischen

Gebäudekomplex von 1871, eingebettet

in einem Park, arbeiten und leben

in zehn Wohnateliers die unterschiedlichsten

Künstler. Mit Ausstellungen, Lesungen,

Performances und Multi-Media-Veranstaltungen

sorgen diese für Beachtung weit

über den Hamburger Westen hinaus.

Schon während ihres Studiums hat Asana

Fujikawa begonnen ihre druckgrafischen

Bildgeschichten, die an die Sagen der japanischen

und europäischen Mythologie

und Märchen erinnern, wie beispielsweise

ihre „Metamorphosen“, auch in Keramik

umzusetzen. Dabei sind die keramischen

Arbeiten, ebenso wie die grafischen von einer

Zartheit beseelt, wie es unser Klischee

von der japanischen Kunst nicht besser erwarten

könnte. Und doch sind ihre Inhalte

von einer Intensität und Durchschlagkraft,

die uns bewegt noch intensiver als vielleicht

üblich über die Bildinhalte zu sinnieren. Es

sind sicherlich gerade diese Gegensätze

zwischen der formalen Ausführung des

Kunstwerkes und seines Inhaltes, die ein

Spannungsfeld entstehen lassen, dass diese

Kunst so besonders macht und uns anrührt.

Die Ausstellung wird großzügig gefördert

durch die EWE Stiftung sowie von

der Sparkasse Emsland. Gelegenheit mit

der Künstlerin Asana Fujikawa persönlich

ins Gespräch zu kommen, haben Interessierte

an beiden Tagen des Kunstmarktes

ParkArt am Samstag und Sonntag, den 7.

und 8. August 2021.

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

49751 Sögel

kunst:stück 45


. lingen

Richard Wake, Plastik für eine Person, 1974, Stahl, 100 x90 x 60 cm, Privatbesitz

Altmann Kunst Monecke Wake

03. Juli bis 19. September 2021

Eröffnung am Freitag, 02. Juli 2021 um 19 Uhr

Kunsthalle Lingen | www.kunsthallelingen.de

Der Titel der Gruppenausstellung nennt

die Nachnamen von vier Künstlern einer

Generation, die zwar nicht alle im Emsland

geboren wurden, hingegen dort zeitweise

lebten und arbeiteten. Es handelt sich um

Beringer Altmann, Friedrich Kunst, Karl-

Heinz (Charly) Monecke und Richard Wake.

Alle wurden in den 1930er Jahren geboren

und haben vor allem die Nachkriegsjahre

mit den Kunstströmungen Informel, Pop

Art, Aktion und Happening und expressive

Malerei erfahren und in ihrem Werk auf jeweils

eigene Art und Weise reflektiert. Beringer

Altmann (1939 – 2010) arbeitete im

Medium Malerei, Friedrich Kunst (1930 –

2001) fertigte Aquarelle, Zeichnungen und

Skulpturen, Charly Monecke (1930- 2013)

malte vor allem Bilder und Richard Wake

(1936 – 2016) war bekannt durch teilweise

raumgreifende Skulpturen, die er auch

im öffentlichen Raum präsentierte. Über

die Korrespondenz in der Präsentation von

Malerei, Grafik und Skulptur der vier Künstler

wird es sowohl möglich, die jeden einzelnen

prägende Formensprache und ihre

Inhalte aus ihrer jeweiligen Zeit der Entstehung

heraus zu vermitteln als auch diese

miteinander zu vergleichen. Gerade weil es

sich um Menschen einer Generation handelt,

die auf die Kunstströmungen seit den

1960er Jahren aus der Perspektive der Peripherie

reagiert haben und zwar in großen

Städten studiert haben, aber dann danach

vor allem in einer kleinen Stadt wie Lingen

(Ems) tätig waren, können im Rahmen der

Ausstellung Fragen nach einem ihrer Zeit

gemäßen Stil oder auch nach einer Zeitlosigkeit

in den Inhalten und in der jeweiligen

Formensprache diskutiert werden.

Insofern ist es möglich, sowohl die jeweiligen

Eigenheiten der Personen Beringer

Altmann, Friedrich Kunst, Charly Monecke

und Richard Wake wie auch ihrer Kunstwerke

intensiv zu vermitteln sowie ihre

unterschiedlichen Inspirationsquellen und

kulturellen Hintergründe zu berücksichtigen.

Ebenso wird ihre nationale Wirkung

vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung für

die kulturelle Identität einer Region kritisch

reflektiert. Zur Ausstellung erscheint ein

Katalog und eine Edition von Richard Wake

Im Rahmen der Eröffnung wird am 02. Juli

2021 um 20.00 und um 21.00 Uhr eine von

Richard Wake konzipierte Aktion wieder

aufgeführt.

Kunsthalle Lingen

Kaiserstraße 10a, 49809 Lingen

46 kunst:stück


. osnabrück

kunst:stück 47


. rheine

RegineWolff, Hikkikomori 2021, Mixed Media, Öl auf Textil, 140 x 130cm

Regine Wolff

Transition

27. Juni bis 19. September 2021

Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de

Den Ausstellungstitel „Transition“ (von lateinisch

transire „hinübergehen“) wählte

Regine Wolff, weil sie in ihren Bildern Übergänge

und Verwandlungen in einer Vielzahl

von Bedeutungen thematisiert. Ihre Themen

entwickeln und wandeln sich im Malprozess

und oft ist sie selbst überrascht,

wohin sie die Arbeit an einem Bild führt.

Insbesondere beschäftigt sich Regine

Wolff mit der Trennung von Mensch und

Natur. Sie fragt sich, wie es dazu kommt

und warum wir auf diesem künstlichen

Konstrukt beharren. Sie interessiert das

allgemein Gültige, die Übergänge, die uns

Menschen bei aller Individualität mit den

vielfältigen Lebensformen um uns herum

verbindet.

Regine Wolff verweist auf das Prinzip des

Totems in den Naturreligionen, bei dem

Tiere, aber auch andere Naturerscheinungen

eine mythische verwandtschaftliche

Beziehung zum Menschen haben.

Auch hier interessiert sie der Übergang,

das Fließende. Wo erkennen wir uns in der

Natur und was ist das überhaupt: Natur?

„Die Bilder können nur einen winzigen

Aspekt zeigen, auf den mein Blick gerade

fällt“, beschreibt Regine Wolff ihren

künstlerischen Ansatz. „Mit der Malerei

beschreibe ich diesen Blick für mich und

den Betrachter. Ich stelle die Verwandlungen

in meinem kleinen Dasein den

großen Veränderungen gegenüber, bei

denen wir alle in der wahnsinnig komplexen

Welt des Anthropozäns mit Pandemie,

Klimawandel und Artensterben konfrontiert

sind.“

Regine Wolff hat neben ihrer künstlerischen

Ausbildung auch Textil- und Flächendesign

studiert. Für ihre Bilder verwendet

sie oft Druckversuche, die in ihrer

langjährigen Arbeit als Textildesignerin

entstanden sind. Auf diesen gemusterten

Vorlagen entwickelt sie ihre Malerei. An

Mustern fasziniert sie die suggerierte

Unendlichkeit durch eine nur scheinbar

identische Wiederholung. Sie hinterlegen

Wolfs Bilder mit einer surrealen, traumhaften

Ebene.

Kloster Bentlage

Bentlager Weg 130, 48432 Rheine

48 kunst:stück


made realities

02. Mai – 25. Juli 2021

Fotografien von

THOMAS DEMAND

PHILIP-LORCA DICORCIA

ANDREAS GURSKY

JEFF WALL

KABINETTAUSSTELLUNG

10.06. – 31.10.2021

STAY HEALTHY

www.draiflessen.com


. rheine

Hermann Willers, Ansichtssache

Hermann Willers

Ansichtssache

verlängert bis 12. September 2021

Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de

Bekannt geworden ist der Fotograf Hermann

Willers vor allem durch seine einfühlsamen

Stadtportraits von Rheine,

Tecklenburg, Münster und Berlin. Außerdem

durch den Bildband „florales“, seinen

Hymnus auf die Vergänglichkeit der Flora.

In staunenswerter Weise brachte er darin

das Kunststück fertig, durch Weglassen

mehr zu zeigen. Mit sicher fokussiertem

Blick blendete er das ganze laute Drumherum

aus und konzentrierte sich streng

auf das wesentliche Detail. Indem er das

Kleine groß und das Große klein zeigt, stiftet

er den staunenden, hinterfragenden,

suchenden Betrachter zu entdeckendem

– – –

Bentlage@home

Digitales Angebot

Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de

Sehen an. Mit seinem neuen Projekt „Ansichtssache“

geht er nun aber noch einen

entscheidenden Schritt weiter.

Bei wiederholter Betrachtung seines über

mehr als zehn Jahre angewachsenen Bilderschatzes

kommunizierten Motive plötzlich

miteinander und bildeten einen stimmigen

gedanklichen Einklang. Den machte

Hermann Willers zu seinem neuen Thema

und stellte verwandte Motive paarweise

zusammen. Bei den Paaren muss man sehend

Denken und tiefer hinschauen, um

ihren poetischen Zusammenhang zu ergründen.

Bentlage on Screen! Die Digitalisierung

schreitet voran und das Kloster Bentlage

mit ihr. Dabei spielten auch die Entwicklungen

der Corona-Pandemie eine Rolle:

Die künstlerische Begegnung sollte trotz

Covid-19 möglich sein. Ausstellungshighlights

und Projekte, die nicht wie geplant

stattfinden konnten, fanden alternative

Präsentationsformen im virtuellen Ausstellungsraum:

Bentlage@Home. Hier finden

Sie alles, was Bentlage an digitaler Kultur

zu bieten hat. 3D-Rundgänge, Führungen,

Social Media News, die Mediathek und Videobotschaften

bieten ihnen die Möglichkeit

Bentlage von jedem Ort der Welt aus

zu besuchen.

Kloster Bentlage

Bentlager Weg 130, 48432 Rheine

50 kunst:stück


. ausstellungen weiter . bremen weg

kunst:stück 51


. hörstel

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst

↗ Veranstaltungen | www.da-kunsthaus.de

Klosterstraße 10, 48477 Hörstel

SAISONALE* Jahreszeit im DA März bis Oktober 2021

KLOSTERGRÜN als Bühne für Kunst und Interventionen

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst | www.da-kunsthaus.de #gravenhorstersaisonale

Blühende Landschaften – 2021 erreicht die

Gravenhorster SAISONALE* ihren Höhepunkt.

Die geladenen Künstlerinnen und

Künstler feiern „Blütezeit“ und legen ihr

Augenmerk darüber hinaus auf Zukünftiges.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Regionalität

und Selbstversorgung treiben sie

um und ihre künstlerischen Blüten. Wiederum

sind die Landschaft und unmittelbare

Naturumgebung des Klosters Gravenhorst

der Nährboden für Interventionen, wird

das Klostergrün zur Plattform und grünen

Bühne für künstlerische Setzungen.

Poetische Sprachlandschaften, biblische

Inszenierungen, textile Gartenpläne und

bereits etablierte Landmarken lassen

temporäre Kloster.Garten.Kunst erblühen.

02. Juli – 22. August 2021 | BLÜTEZEIT* | Sommerausstellung

Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.

Kunst | Eröffnung: Fr 02.07.2021 ab 18.00 Uhr

Künstler*innen

Daniel Bräg, München | Oliver Gather, Düsseldorf (featuring Andreas Siekmann)

| Reinhard Krehl, Leipzig | Laura Popplow, Köln | An Seebach, Berlin

Die diesjährige Sommerausstellung im

letzten Jahr der SAISONALE* versammelt

Highlights der Gravenhorster Natur- und

Kunstgeschichte.Im abgedunkelten Großen

Saal bildet die spektakuläre Installation

Kaltlandschaft des Münchners Daniel Bräg

das Zentrum.

"Blütezeit" wird hier wörtlich genommen

und die diesjährige Gravenhorster Obstbaumblüte

raumgreifend und hinter Glas

52 kunst:stück

inszeniert.

Darüberhinaus nehmen vier ortsspezifische

Arbeiten von ehemaligen Stipendiat

*innen Natur künstlerisch in Augenschein

und bearbeiten die unmittelbare

Umgebung des Klosters. Reinhard Krehl

zitiert aus seinem Gravenhorster Kräuterbuch,

das er 2016 vor Ort erarbeitete, und

verlinkt es mit seiner diesjährigen Recherche

zu Pflanzenfarben. Im Remter speku-


. hörstel

liert Laura Popplow mit ihrer FUNGUTOPIA

STATION Gravenhorst aus dem Jahr 2013

sowohl in die pilzbevölkerte Zukunft als

auch in die Gravenhorster Vergangenheit

– dereinst gab es hier eine erfolgreiche

Champignonzucht.

Das Topiary Land – von Oliver Gather in

Aquarellen festgehalten - betritt man im

Gewölbe. Der Düsseldorfer Künstler untersuchte

2017 in der traditionellen Manier

der Freiluftmalerei die Buchsbaum-Vorgärten

in der Ibbenbürener Barbarastraße:

Buchsbaumanalyse. Im Angesicht der

Bedrohung durch den Buchsbaumzünsler

schuf er Abbilder der dortigen Gartenkunst

für die Ewigkeit. Eben dieses Arbeiten in

der Zeit und der Umgang mit natürlichen

Wachstumsprozessen zeigt sich auch in

einer frühen Videoarbeit Rekultivierung

(Pride of Creation), die Oliver Gather 1990

gemeinsam mit Andreas Siekmann realiv.l.n.r.:

An Seebach, Anlage Gravenhorster Blatt, Hörstel, 2021, Foto: An Seebach // Daniel Bräg, Kaltlandschaft, Kunstmuseum

Albstadt, 2016, Foto: Tom Fährmann // Reinhard Krehl, Gravenhorster Kräuterbuch, 2016, Foto: Reinhard Krehl

sierte. Blatt für Blatt wird in 100 Minuten

Echtzeit ein kleiner Fliederbaum belaubt.

An Seebach hat ihr Gravenhorster Blatt von

2015 mit einer aktuellen Anlage ausgestattet.

Neue Picknickdecken erweitern ihre

16teilige Arbeit von 2015, die die Ideengeschichte

von Kloster und Kunsthaus textil

verknüpft und seither auf dem Klostergrün

fürs Picknicken genutzt werden kann. Auf

Podesten ausgelegt, bieten sie sich auch

hier im Innenraum zur Nutzung an. Die

Besucher*innen haben die Möglichkeit,

einfach unterm Gewölbe zu ruhen oder

die Videoarbeit von Gather & Siekmann

in den Blick zu nehmen.

→ Es werden Führungen zur Ausstellung

angeboten. Die Anmeldung ist jederzeit

möglich DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst,

Telefon:+49 (0)2551 694200 oder

E-Mail da-kunsthaus@kreis-steinfurt.de

links: Laura Popplow, FUNGUTOPIA STATION Gravenhorst, 2013, Foto: Michael Jezierny // rechts: Oliver Gather,

Buchsbaumanalyse, 2017, Foto: Michael Jezierny

kunst:stück 53


Kunsthaus

Kloster

Gravenhorst

temporäre Kloster.Garten.Kunst

Klosterstraße 10, 48477 Hörstel | www.da-kunsthaus.de

Blütezeit* – Start: 21.03.21 auf dem Klostergrün

2. Kunst Juli 2021 und | openART Interaktion – DA von passiert März Kunst bis Oktober | Abend der offenen

Tür »idylle | Ideenwerkstatt, mit bushaltestelle« Christoph Performances, Wenzel | »Arche Künstlerinnen zu klein« und

Künstler Wilm vor Weppelmann Ort und | viel »PERIGON Kunst – im Wiesenlabor« Werden | Reinhard Beginn: Krehl 18.00 Uhr

»Am Brunnen hinter dem Tore« Pätzug / Hertweck

Am Abend

»Kreis.Spiel.Garten«

der offenen Tür im

Nikola

DA ist die

Dicke

rem

& Zoltan

Projekt

Labas

„hard working / soft working“

Kunst wieder hautnah zu erleben. Als Highlight

der 21.03. Gravenhorster - 12.09. »Kartoffeln, SAISONALE* 21 Bohnen, Gravi“ Petersilie«

und „Churchy“ werden in einer Per-

in textile Objekte und Requisiten. „Superwird

die Gravenhorster inspirierende Sommerausstellung

Gärten nach 1945 | formance Historische mit Präsentation

humoristischem Eigenleben

BLÜTEZEIT* eröffnet. Blühende Landschaften

und 20.02. Gartenkunst Start der stehen Projektstipendien hier im Mit-

ihr KunstKommunikation Kunstprojekt BANG! BOOM! 21 das mit

überraschen. Carola Rümper präsentiert

telpunkt. »hard working / soft working« Fotografie-Workshops »BANG! BOOM!« gestartet ist, an denen

sich Carola Menschen Rümper mit kognitiver Beein-

Julia Arztmann

Mitmachen »Portraits und Mitdenken von Tagen ist und bei den aktuellen

Orten« Projektstipendien Kati Gausmann KunstKommuni-

deren Lebensalltag Janina Schmid wird ein übergroßes

trächtigung »Self beteiligen. Service Aus Selfie den Box« Fotos über

kation Programm.

Memoryspiel entstehen.

07.03. - 25.04. SOUNDSEEING Spannend »WEAVING« bleibt Christina es, wenn Kubisch auch die, zur

Janina Schmid Das münsterlandweite ist auf der Suche Klangkunstfestival

nach der Ideenwerkstatt eingereichten, vielfältigen

besten DA, Selfie-Kulisse Kunsthaus Kloster und hat Gravenhorst dafür ihre Bewerbungen für das Jahr KunstKommunikation

(0) 2551 22 6942-00 von der Jury vorgestellt werden.

„Self Service Klosterstr. Selfie 10 Box“ | D-48477 vorbereitet, Hörstel Kati | T +49

Gausmann Das macht volle Programm:

in ihrem Projekt „Portraits

von Tagen und Orten“ die tägliche www.da-kunsthaus.de

Wein oder anderen Leckereien des Café

Im wohligen Innenhof wird, bei einem Glas

Rotation Gefördert der Erde durch: um sich selbst zeichnerisch

sichtbar und Elemente der Klosterar-

manchmal recht unkonventionelle Sicht

Clara, gemeinsam über die Kunst und die

chitektur verwandelt Julia Arztmann in ih-

der Dinge diskutiert.

12. August | Open-Air-Kino | “Das Geheimnis der Bäume“

– erzählt von Bruno Ganz

“FilmSchauPlatz“ der Film- und Medienstiftung NRW | Gefördert durch: Film- und Medienstiftung

NRW und Kreissparkasse Steinfurt | Eintritt frei

bis 12. September | Kartoffeln, Bohnen, Petersilie. Gravenhorster

Gärten nach 1945

Historische Präsentation | Geschichte hinterm Giebel | Finissage mit Vortrag von Dr.

Uta C. Schmidt: am 12.09.

54 kunst:stück


. bremen . hörstel

Litfaßsäule auf der Place Denfert-Rochereau, Paris 1898 © bpk|adoc-photos

Picassoplatz 1 | 48143 Münster | T.: 0251 / 414 47-10 | info@picassomuseum.de

www.kunstmuseum-picasso-muenster.de | Dienstag bis Sonntag: 10:00–18:00 h

kunst:stück 55


. petershagen

Bonbonnieren mit floralen Applikationen, Foto: Peter Hübbe/LWL

Vittorio Zecchin

Glas für Cappellin und Venini

bis 12. September 2021

LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | www.lwl-industriemuseum.de

Die perfekten, klassisch anmutenden Formen

des Malers Vittorio Zecchin bestechen

durch Eleganz und Zartheit. Ihre

meist leicht irisierende Oberfläche lässt sie

noch zerbrechlicher erscheinen und hebt

ihre fein austarierte Form hervor: Die Entwürfe

des Venezianers gelten noch heute

als Ausgangspunkt des modernen Glasdesigns.

Sie sind bis 12. September im Herrenhaus

des LWL-Industriemuseums Glashütte

Gernheim zu sehen.

Vasen mit eckigen Henkeln, Foto: Peter Hübbe/LWL

Von 1921 bis 1925 gestaltete Vittorio Zecchin

für die Glashütte von Giacomo Cappellin

und Paolo Venini das gesamte

Programm Als erster Designer in einer

muraneser Hütte und entwickelte er einen

eigenen Firmenstil, der sich deutlich

von der damals vorherrschenden Produktion

abhob und große internationale Anerkennung

fand.

Hintergrund

Der Maler Vittorio Zecchin griff für seine

Gestaltung einerseits auf Vorbilder aus der

Malerei von Renaissance und Barock zurück.

Andererseits zeugen seine Entwürfe

von großer Vertrautheit mit dem Formenkanon

der Glasproduktion seit der

Antike. Er entwickelte daraus ein klassisch

anmutendes Formenvokabular, das zum

Markenzeichen von Cappellin und Venini

wurde. Die meist in zarten Farbtönen gehaltenen

Objekte dieser Schaffensphase

bis etwa 1925 beeindrucken noch heute

durch perfekte technische Ausführung und

extrem spannungsreich kalkulierte Proportionen.

Diese Makellosigkeit verdanken

die Objekte den exzellenten maestri der

Hütte, unter ihnen der legendäre Giovanni

Seguso. Zecchins wurden international

rezipiert und beeinflussten die Glasproduktion

in ganz Europa.

Die Ausstellung entstand in Kooperation

mit Le stanze del vetro und der Fondazione

Cini, Venedig. Die Leihgaben der Ausstellung

entstammen durchweg privaten

Sammlungen.

LWL-Industriemuseum

Glashütte Gernheim

Gernheim 12, 32469 Petershagen

56 kunst:stück


. petershagen

»FACES«

ANDREA KRAFT schaut hinter unsere Masken

Mit »FACES« präsentieren wir Arbeiten, die fast alle in der Zeit der Pandemie

entstanden sind. Andrea Kraft zeigt uns in dieser faszinierenden Ausstellung ihre

kreativen Reaktionen auf das Thema Masken und die sich dahinter verbergenden

Identitäten.

Die Vernissage der virtuellen und der realen Ausstellung mit der Künstlerin findet

am 10.07.ab 12:00 Uhr in der Galerie statt.

Ein Preview ist ab 19.06. zu den angegebenen Öffnungszeiten oder nach Vereinbarung

in der Galerie zu besichtigen.

ANNA KANT

hat sich im Bild

[artlet.online]

»In [diesem] Mix aus Optimismus und Pessimismus,

zwischen Pop Art und Surrealismus, setze ich mich mit

dem Menschen in seiner Umwelt auseinander.«

Ebenfalls am 10.07. findet eine Finissage zu ihrer virtuellen

Ausstellung in der Galerie statt. Wir präsentieren u. a. ein

Video auf unserem Großbildschirm mit einem ausgiebigen

Gespräch mit derKünstlerin und mit weiteren Informationen.

MIREIA SERRA

reist um die Welt

[ONE-ARTIST-WINDOW]

Ab 18.06.zeigen wir in unserem ONEARTIST WINDOW

in der Königspassage Bronzeobjekte der Spanierin

Mireia Serra. Zum SCHAURAUM 2021 am 04.09. präsentieren

wir im ARTLETstudio weitere Arbeiten der

katalanischen Künstlerin.

Mireia Serra schafft sinnliche Skulpturen, die die

Schönheit von Momentaufnahmen aus dem Leben

zeigen, voller Emotionen und Gefühle auf ihrer Reise

durch das Leben.

ARTLETstudio

Harsewinkelgasse 21

D-48143 Münster

artletstudio.online

(Kern-)Öffnungszeiten:

Mi/Do/Fr: 12:00−17:00 h

1. Samstag: 12:00−16:00 h

und nach kunst:stück Vereinbarung. 57


. petershagen

Karin Hubert, Impressionen aus der Ausstellung, Foto: Peter Hübbe/LWL

Das Wachsen der Bilder.

Scherbenarbeiten von Karin Hubert.

Die poetische Kunst der Gravur in der Glashütte Gernheim

18. April bis 5. September 2021

LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | www.lwl-industriemuseum.de

Über fünf Jahrzehnte arbeitete die Graveurin

Karin Hubert mit Glas, Metall und allen

Arten von Fundstücken. Prägnantes Motiv

ihrer Arbeiten sind die in Metallnetzte eingesponnenen

Glasscherben. Diese „Scherbenarbeiten“

legen Zeugnis von Karin Huberts

intensiver Auseinandersetzung mit

der Welt der Märchen, der Philosophie und

den Phänomenen der Natur ab. Als sie am

10. September 2020 im Alter von 80 Jahren

starb, hinterließ die Künstlerin einzigartig

poetische Werke deren aus Fragmenten

zusammengestelltes Ganzes einen eigenen

Kosmos bildet. Ihre Arbeiten beeinflussten

die zeitgenössische Gravur nachhaltig.

Ab dem 18. April bis 5. September sind

ausgewählte Arbeiten der bedeutenden

Glaskünstlerin in der Glashütte Gernheim

zu sehen.

Hintergrund

Karin Hubert (1939-2020) gilt als eine der

bedeutendsten Glaskünstlerinnen der Gegenwart.

Der wechselvolle Lebenslauf der

Künstlerin führte sie von ihrer Geburt in

Holzminden über die Ausbildung in Zwiesel,

das Studium der Bildhauerei an der

Münchener Akademie nach Oberbayern

und Tschechien und schließlich nach Norddeutschland.

Obwohl ihre Anfänge in der Studioglasbewegung

liegen, ist ihre Kunst ein singuläres

Phänomen. Hubert folgte keiner

Strömung. Ihre Arbeiten sind zumeist autonome

Glasbilder: Losgelöst von der geschlossenen

Glasfläche, sind es die Splitter,

Scherben und Fundstücke, die mit

feinem Draht in einem Zusammenspiel

aus Halten und Gehaltenwerden ein fragiles,

doch zugleich kraftvolles Ganzes

bilden. Oft scheinen ihre Werke mit den

Betrachtenden in einen Dialog zu treten:

Hubert bediente sich dazu unter anderem

der Sprache und der Symbole von Märchen

und Sagen, die sie jedoch in einem neuen

Bezug einspinnt: Sie erscheinen vertraut

und fremd zugleich. Die Künstlerin setzte

das Zerstörte, das Zersplitterte, das Verlorene

oder Weggeworfene neu zusammen

und verlieh ihm Eigensinn und ästhetischen

Reiz. Damit klingt in ihren Werken

auch eine durch die buddhistische Philosophie

inspirierte Idee des Werdens und

Vergehens an.

LWL-Industriemuseum

Glashütte Gernheim

Gernheim 12, 32469 Petershagen

58 kunst:stück


. bremen

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kunst:stück 59


Poetische Quellen -– Publikum auf der Naturbühne

20 Jahre Internationales Literaturfest

„Poetischen Quellen“

Die Erweiterung der Welt

25.—29. August 2021 in Bad Oeynhausen und Löhne (OWL)

www.poetischequellen.de

Auch im zweiten Sommer der Pandemie

wird das Internationale Literaturfest „Poetische

Quellen“ mit großer Wahrscheinlichkeit

stattfinden können und vom 25.–

29. August einen weiteren literarischen

Höhepunkt in Ostwestfalen-Lippe setzen.

Mit dieser Ausgabe feiern die „Poetischen

Quellen“ ihr 20jähriges Jubiläum! Unter

dem Motto Die Erweiterung der Welt kann

sich das Publikum auf ein spannendes und

vielfältiges Jubiläumsprogramm freuen,

bei dem das Thema aus unterschiedlichsten

Blickwinkeln betrachtet wird. Wie

schon im vergangenen Jahr wird das Literaturfest

unter den dann aktuell geltenden

Corona-Infektionsschutzmaßnahmen ausgerichtet.

— Den Auftakt machen am Mittwochabend

(25.08.) das Calmus Ensemble und

Elke Heidenreich mit einem auf das Thema

ausgerichteten musikalisch-literarischen

Programm.

— Am Donnerstagabend (26.08.) setzen

sich die Schriftsteller Michael Krüger und

Anja Kampmann zusammen mit dem Literaturkritiker

und Autor Jörg Magenau

mit der literarischen Erweiterung der Welt

auseinander.

— Beim Lyrikabend am Freitag (27.08.)

stellen sich u.a. der venezolanische Autor

Adalber Salas Hernández und die portugiesische

Dichterin Hélia Correia vor. Bereits

am Nachmittag präsentiert der Autor

und Übersetzer Tobias Roth mit der Welt

der Renaissance die Zeit, die beispielhaft

für eine Erweiterung und Erneuerung des

Menschenbildes stand.

— Am Samstagnachmittag (28.08.) sind

u.a. die Schriftsteller und Schriftstelle-

60 kunst:stück


innen Iris Hanika, Claudia Durastanti,

Alexandre Hmine, Elisa Diallo und nochmals

Michael Krüger zu erleben. Mit einer

Sonderveranstaltung wird am Abend

dem kürzlich verstorbenen und eng mit

den „Poetischen Quellen“ verknüpften

Dichter SAID gedacht. Daran nehmen der

Journalist Carl Wilhelm Macke, die Orientalistin

Maryam Aras, der Schriftsteller und

Sprecher Gert Heidenreich, Dorothee Glück

und der Oud-Spieler Roman Bunka teil.

— Beim „Sonntagsgespräch“ (29.08.) wird

die Frage gestellt, wie sehr Kapitalisierung,

Polarisierung und Digitalisierung einen Einfluss

auf die Unabhängigkeit der Demokratie

nehmen. Zu Gast sind hier der ehemalige

Leiter des Max-Planck-Instituts für

Gesellschaftsforschung Wolfgang Streeck,

der Literaturwissenschaftler Joseph Vogl

und der Soziologe Armin Nassehi. Anlässlich

des 700. Todestages von Dante stellen

Franziska Meier, Stefana Sabin und Karlheinz

Stierle am Nachmittag dann Dante

in seiner Aktualität als Dichter der wirklichen

Welt vor, bevor zum Abschluss der

Schauspieler Rolf Becker zusammen mit

dem Duo Jens-Uwe Popp & Jochen Roß auf

der Gitarre und Mandoline in einer musikalischen

Lesung Ausschnitte aus Dantes

„Göttlicher Komödie“ liest.

— Moderiert werden die „Poetischen

Quellen“ von Jürgen Keimer und natürlich

steht wieder ein umfangreicher Büchertisch

zur Verfügung, der eine große

Auswahl mit den Werken der anwesenden

Schriftsteller bietet.

Infos: Das vollständige Programm stand bei

Drucklegung dieses Heftes noch nicht fest.

– Weitere Details zum Programm, Kartenverkauf,

den Hygieneregelungen usw.

finden sich ab Anfang Juli unter:

www.poetischequellen.de.

– Hier wird auch der erforderliche Besucherdokumentationsbogen

abrufbar

sein, den die Besucherinnen und Besucher

herunterladen und bereits ausgefüllt

zur jeweiligen Veranstaltung mitbringen

können.

– Ticketbestellungen via E-Mail unter:

poetischequellen@t-online.de möglich.

kunst:stück 61


. münster

Ai Weiwei in seinem Atelier, Peking, China, 2013, © Sim Chi Yin_Magnum Photos

Henri Matisse, Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Maison de la Pensée Française, Paris 1950,

Foto-Farblithografie © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Die Galerie der Straße

Plakatkunst von Picasso zu Pollock

3. Juli bis 26. September 2021

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

Die Ausstellung widmet sich dem Plakat

als eigentümlichem Mischwesen zwischen

der Welt der Kunst und der Welt des Kommerzes.

Sie vereint rund 90 Plakate der

1950er- bis 1980er-Jahre, die Präsentationen

von Künstlern wie Marc Chagall, Henri

Matisse, Joan Miró und Pablo Picasso

bewarben. Auch die amerikanische Avantgarde

ist mit Jackson Pollock, Keith Haring

u.a. vertreten. Die farbenfrohen Werke

der Sammlung KÖNA werden erstmals der

Öffentlichkeit vorgestellt. Sie entstanden

vornehmlich als Lithografien in der Pariser

Druckerei von Fernand Mourlot, dem

Drucker von Pablo Picasso, der 1967 auch

eine Dépendance in New York eröffnete.

62 kunst:stück


. münster

Fernand Léger, La Ville, 1959, Farblithografie © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Die Wiege des künstlerisch gestalteten

Plakats steht im Paris der Belle Époque.

Schon in den 1890er-Jahren wird es zum

begehrten Sammlerobjekt. Entsprechend

der französischen Bezeichnung für diesen

Werbeträger (Affiche) kommt es sogar zu

einem Plakatwahn (Affichomanie). Die Begeisterung

für dieses Medium steckt schon

bald den Rest Europas und die USA an.

Plakate, so stellte einst der deutsche Philosoph

und Schriftsteller Max Wiese fest,

sind Netze, in denen sich unsere Wünsche

verfangen sollen. In diesem Sinne gibt es

viel Verfängliches in der Ausstellung zu

sehen.

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Picassoplatz 1, 48143 Münster

Die montierte Stadt

Von Fernand Léger bis Sergei Eisenstein

3. Juli bis 26. September 2021

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

Mit der Ausstellung lädt das Picasso-Museum

zu einer künstlerischen Zeitreise in die

Weltmetropolen der Goldenen Zwanziger

ein. Elektrisches Lichtspektakel und dröhnender

Verkehr, schier unendliches vertikales

Wachstum von Wolkenkratzern, die

Verschmelzung von Arbeits- und Freizeitraum

und die generelle Beschleunigung

des Lebens: In den 1920ern-Jahren übten

die urbanen Architekturen in New York,

Paris, Berlin und Moskau zunehmend einen

Angriff auf die Sinneswahrnehmung

ihrer Bewohner aus.

Die Ausstellung vereinigt 14 Filme, Foto- und

Malerbücher von Künstlern wie Sergei Eisenstein,

Fernand Léger, Erich Mendelsohn,

Lázló Moholy-Nagy u.a., die auf eindrucksvolle

Weise eine neue Ästhetik der urbanen

Raumwahrnehmung demonstrierten.

Durch die Medien der Moderne – Fotografie

und Film – und ihre revolutionären

technisch-ästhetischen Verfahren entstand

eine neue Ästhetik des Sehens in

der Großstadt. Der russische Filmpionier

Sergei Eisenstein entwickelte in diesem

Zusammenhang eine einflussreiche Theorie

der filmischen Montage, die er als

Produkt des Urbanismus beschrieb, begrifflich

verortet „halb in der Sphäre des

Produktionsbetriebes, halb in der Sphäre

der Music Hall.“ Die Vertreter dieser neuen

Raumwahrnehmung propagieren einen

völlig neuen Künstlertypus, der sich als

Ingenieur einer technischen Avantgarde,

einer neuen Zeit und eines neuen Sehens

begreift. Die Ausstellung veranschaulicht

auf dialogische Art und Weise das Gestaltungsprinzip

der filmischen und fotografischen

Montage urbaner Sinneseindrücke.

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Picassoplatz 1, 48143 Münster

kunst:stück 63


. münster

Andrea Kraft, Blick in die Ausstellung

Andrea Kraft

Faces

ab 10. Juli in der Galerie und auf artlet.online

Die Vernissage der virtuellen und der realen Ausstellung mit der Künstlerin findet ab 12

Uhr in der Galerie statt. ARTLETstudio Münster | www.artlet-studio.com | artlet.online

Das heute gebräuchliche Wort „Maske“

kommt aus dem Arabischen und hat sich

im späten Mittelalter im europäischen

Sprachraum etabliert. In der römischen

Antike wurde die Maske als „Persona“ bezeichnet.

Die Griechen nannten sie „Prosopon“

und bezeichneten damit auch das

Gesicht. Für sie gab es keinen Unterschied

zwischen dem natürlichen und dem künstlichen

Gesicht.

Ihre Funktion haben Masken seit der Antike

kaum verändert. Wenn sie sich vom

Träger ablösen und zu eigenständigen

Objekten werden, auch dann bleiben sie

Gesicht. Das Gesicht ist zentraler Träger

des Ausdrucks, es zeigt die Essenz der Persönlichkeit.

Es ist das expressivste und persönlichste

Merkmal des Menschen. In keinem anderen

Bereich der physischen menschlichen

Erscheinung treten die individuellen Eigenschaften

so deutlich hervor. Wir Menschen

kommunizieren über unser Gesicht, es ist

Projektionsfläche von Emotionen und Befindlichkeiten.

Es bietet dem Betrachter

vielerlei offensichtliche und subtile Information,

z. B. über Geschlecht, Alter, Gesundheit

bis hin zu religiösen oder politischen

Haltungen.

Das Gesicht ist die Oberfläche, die wir nach

außen zeigen, die Fassade der Selbstdarstellung.

Galt mein künstlerisches Interesse

bisher der Darstellung der menschlichen

Körperform als Ausdruck existenzieller

Grundfragen, so richte ich in der Serie

„Faces“ meinen Fokus auf das menschliche

Antlitz.

Derzeit verschwinden Gesichter hinter

Masken, die uns schützen sollen. Masken

können aber mehr, mit ihnen tarnen wir

uns, verstellen oder schmücken uns.

In psychologischer Hinsicht tragen wir alle

Masken, fast jeden Tag, fast jede Stunde.

Sie gehören zu uns wie unser Gesicht, aber

sie sind auswechselbar: eine Maske für den

64 kunst:stück


. münster

Anna Kant, 28. Januar, 2017, C-Print, 60 x 60cm

Job, für die Freunde, für den Partner. Alle

sind ähnlich, denn es sind unsere eigenen.

Sie bilden sich ganz natürlich mit der Ausbildung

unserer Persönlichkeit. Wir brauchen

sie als Schutz und lernen im Laufe

der Ichwerdung, welche Masken uns am

besten passen, wie Kleidung, mit der wir

uns ein Image geben. Alltagsmasken sind

wie die eigene Haut, wir verwachsen mit

ihnen und verinnerlichen sie bisweilen so

sehr, dass sie zur Rolle werden.

Kaum ein Gegenstand, Bild oder symbolhaft

eine solch weitreichende Tradition

und kulturübergreifende Bedeutung wie

die Maske. Sie durchdringt alle Bereiche

der Kultur. Als rituelle Form in archaischer

Verkleidung, als etablierte Kunstform im

Theater, als Symbol in der Zeichenwelt der

Emojis. In der Kunst der Gegenwart hat

sie unendlich viele Spielarten entwickelt.

Mehr denn je vermischen sich heute Kunst

und Individualität. Man denke an die kaschierenden

Identitäten in den sozialen

Netzwerken oder deren Gegenstück, dem

Exhibitionismus der Selbstoptimierung.

Noch die starrste Maske lebt im Ausdruck

und ist Projektionsfläche für den Betrachter.

Sie ist quasi ein Objekt mit zwei Seiten,

einer Innen- und einer Außenseite, die

Urform eines Symbols, indem sie zwei getrennte

Dinge als eine Einheit repräsentiert.

Manche imaginieren ganze Landschaften

von Gefühlen hinein, andere sehen nur eine

Fläche. Vielleicht ist das Geheimnis der

Maske ihre Durchlässigkeit. Sie schafft Distanz

und bleibt doch immer offen für unsere

Träume.

Anna Kant

Back In My Body

bis 10. Juli, virtuell auf artlet.online

Die virtuelle Ausstellung „Back In My

Body“vereint drei Fotoserien der Künstlerin

(‚Love‘, ‚Short Story‘ und ‚Lust and

more‘), die sie in den letzten Jahren geschaffen

hat. Alle Fotos, die Anna Kant aufnimmt,

sind ein Stück aus ihrem Leben, ein

Fragment, eine Momentaufnahme, neu

inszeniert, interpretiert und analysiert.

Ebenfalls am 10.07. findet eine Finissage zu

ihrer virtuellen Ausstellung in der Galerie

statt. Wir präsentieren u. a. ein Video auf

unserem Großbildschirm mit einem ausgiebigen

Gespräch mit der Künstlerin und mit

weiteren Informationen.

ARTLETstudio

Harsewinkelgasse 21, 48143 Münster

kunst:stück 65


. bocholt

Gleichzeitig fragt die Ausstellung, was

Nutzer*innen durch ihre Art des Konsums

verändern können. Nicht nur Verzicht, sonuse-less

Eine Wanderausstellung zum Thema

Slow Fashion gegen Verschwendung und hässliche Kleidung

19. Märzi bis 26. September 2021

www.lwl-industriemuseum.de | LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt | Spinnerei

Mode ohne Abfall –

Wie entsteht nachhaltige Mode?

In der interaktiven und ganzheitlichen Ausstellung

USE-LESS lässt sich die Entstehung

von ressourcenschonender Mode entlang

des textilen Kreislaufs erleben.

In den Entwürfen der Modedesigner*innen

der Hochschule Hannover treffen auf einzigartige

Weise künstlerische und ästhetische

Auseinandersetzungen auf Fragen

nach Produktionsbedingungen und Konsumverhalten.

Egal ob Jeans, T-Shirts oder Nylonstrümpfe

– Kleider entstehen in komplexen Produktionsabläufen

mit Folgen für Menschen

und Umwelt. Die Ausstellung stellt die Ergebnisse

der Slow Fashion-Forschung der

Hochschule Hannover vor. Die Designprojekte

machen deutlich, wie Mode langlebig,

ressourcensparend und schön gestaltet

werden kann.

dern auch Transparenz und Teilhabe sind

wichtig, um Mode nachhaltig zu gestalten.

Dabei spielen Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen

eine ebenso große Rolle

wie Material, Kreativität und Ästhetik.

Die Kleidungsstücke erzählen Geschichten.

Wie sind sie entstanden? Wer hat sie gekauft?

Warum wurden sie entsorgt? USE-

LESS zeigt, was in unseren Schränken

steckt und was sich hinter der Idee der

„Slow Fashion“ verbirgt.

Interaktive Stationen laden dazu ein, näher

in den Kontakt mit Mode und Gestaltung

zu treten. Ein neu gestalteter Audioguide

vertont nicht nur die Stimmen von Wissenschaftlern

und Mode-Akteuren, sondern

nimmt die Besucher mit auf eine akustische

Reise um die Welt.

Die Wanderausstellung zum Thema Slow

Fashion ist als Kooperationsprojekt der

Hochschule Hannover, Studiengang Modedesign

in Kooperation mit dem Hafenmuseum

Speicher XI und MAKE SMTHNG

von Greenpeace entstanden.

Konzipiert und gestaltet wurde die Aus-

66 kunst:stück


. bocholt

Blick in die Ausstellung use-less im LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt, Foto: LWL / Sven-Betz

stellung vom Studiengang „Modedesign“

an der Hochschule Hannover unter der Leitung

von Prof.in Martina Glomb.

Erweitert wird die Ausstellung durch einen

Audioguide, erstellt von Studierenden des

Fachbereichs „Design, Lehrgebiet Ton- und

Klanggestaltung“ der FH Dortmund unter

der Leitung von Prof. Jörg Lensing.

TextilWerk Bocholt

Forum für Textilkultur

Mit seinen zwei Standorten links und

rechts der Aa stellt das TextilWerk Bocholt

ein einmaliges historisches Ensemble der

Textilproduktion dar.

In der Weberei zeigen wir Ihnen, wie der

Takt der Maschinen ihre Arbeit diktierte.

Unter den Scheddächern der großen Webhalle

setzen Transmissionsriemen und

lange Antriebswellen über 30 historische

Maschinen in Bewegung. Abseits der lärmenden

Fabrik lernen Sie in einem komplett

eingerichteten Arbeiterhaus samt

bewirtschaftetem Garten den kargen Lebensalltag

der Arbeiterfamilien kennen.

Über 20.000 Spindeln drehten sich einst

in der nahe gelegenen Spinnerei Herding.

Auf zwei Etagen werden hier Geschichte

und Gegenwart des Textilen wieder lebendig.

Der Ausstellungsbereich „Die Macher

und die Spinnerei“ präsentiert Geschichte

und Wirken der Textilunternehmer in

Westfalen.

Die zweite Sonderausstellung der Saison

2021 „Mythos Neue Frau. Mode zwischen

Kaiserreich Weltkrieg und Republik“ kann

ebenfalls in der Spinnerei besichtigt werden.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht

der Modewandel in der Zeit von 1900 bis

1930 und die These, dass der Trend zur Vereinfachung

der Kleidung bereits vor dem

Ersten Weltkrieg einsetzte.

LWL Industriemuseum

TextilWerk Bocholt | Spinnerei

Industriestraße 5, 46395 Bocholt

kunst:stück 67


Collier – 750er Gold Citrin, fac. – ©2021 GestaltRaumFarbe

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