Gut gebündelt – Cash-Pooling im Stadtkonzern

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Gut gebündelt – Cash-Pooling im Stadtkonzern

Gut gebündelt Cash-Pooling im

Stadtkonzern

Ekkehard Grunwald

Stadtkämmerer der Stadt Salzgitter

2. Deutscher Kämmerertag

12. September 2006 in Essen


Kurzportrait

der Stadt

Salzgitter


12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

Im Dreieck von Hannover,

Braunschweig und Harz

Drittgrößter

Industriestandort

Niedersachsens

(Salzgitter AG, VW AG,

MAN, Bosch, Alstom LHB)

108.000 Einwohner/innen

auf 224 km²

32 Ortsteile (z. B. 31

Ortswehren)

3


Aktiva Passiva

1. Immaterielle Vermögensgegenstände

6,5 1. Nettoposition

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

01.01.2005 01.01.2005

Mio. EUR Mio. EUR

1. Basis-Reinvermögen

2. Unterschiedsbetrag aus der

-4,4

2. Sachvermögen

Kapitalkonsolidierung 5,3

1. Bebaute und unbebaute Grundstücke 354,9 3 Sonderposten 146,2

2. Infrastrukturvermögen 209,3 147,1

3. Sonstiges Sachvermögen 50,4 2. Schulden

614,6 1. Geldschulden 322,1

2. Verbindlichkeiten 1,9

3. Finanzvermögen

3. Transferverbindlichkeiten 3,9

1. Anteile an verb. Unternehmen 7,7 4. Sonstige Verbindlichkeiten 0,8

2. Beteiligungen 0,8 328,7

3. Sondervermögen 0,0

4. Ausleihungen 11,6 3. Rückstellungen

5. Forderungen 25,4 1. Personalrückstellungen 109,5

4. Liquide Mittel

2,7

Konsolidierte Eröffnungsbilanz

Kernverwaltung und Eigenbetriebe

45,4 2. sonstige Rückstellungen 84,8

5. Rechnungsabgrenzungsposten

1,0 4. Rechnungsabgrenzungsposten 0,0

194,3

670,1 670,1

4


12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

Gesellschaften

und Beteiligungen

der Stadt Salzgitter

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Zur Klarstellung und Abgrenzung:

Instrumente der

Außenfinanzierung ist

die konkrete Kapital-

beschaffung als

� Einlagenfinanzierung

durch Eigenkapital

� Kreditfinanzierung

durch Fremdkapital

� Sonderfinanzierung

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

Die Innenfinanzierung

gründet sich grds. auf

den betrieblichen

Umsatzprozess.

Probleme!

Probleme!

6


Instrumente der Innenfinanzierung

nach ihrer Bilanzwirkung

nach: Bieg, Hartmut Die Selbstfinanzierung … - Der Steuerberater 1998 S. 192

aus Vermögenszuwachs und

dadurch bedingten Kapitalzuwachs

- Offene Selbstfinanzierung

- Stille Selbstfinanzierung

- Bildung von langfristigen

Rückstellungen

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

aus Vermögensumschichtung

und dadurch bedingter Kapital-

Freisetzung

- Rückfluss von Abschreibungsgegenwerten

- Verkauf von Forderungen

(Factoring, Forfaitierung, Asset

Backed Securities)

- Verkauf nicht notwendiger

Vermögensgegenstände

- Verkürzung der Kapitalbindungsdauer

Rationalisierung)

7


Wir reden heute nur über: Cash Management

Definition:

1 „Cash“ = liquide Mittel

2 Cash Management d. h.

- zielgerichtete Steuerung der liquiden Mittel zur

Optimierung aller Zahlungsströme

-- Steuerung als Planung, Realisierung und Kontrolle

-- zielgerichtet auf Sicherung der Liquidität (Oberziel)

und Wahrung der Rentabilität (Unterziel)

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

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Aufgabenbereiche im Cash Management

• Disposition

- Abschöpfung/Abdeckung aller Konten mit ungünstigen

Konditionen

• Zahlungsstromsteuerung

- rechtmäßige Verzögerung von Zahlungsausgängen (z. B. durch

Wahl des Zahlungszeitpunktes, Zahlungsinstrument, Zahlungsweg

- Beschleunigung von Zahlungseingängen

-- Rechnungszeitpunkt

-- Zahlungsbeschleunigungsideen (z. B. Lock-Box- Vereinbarung für

Schecks)

• Banken

Konditionenaufzeichnungen (Zinsen, Spesen, Gebühren, Valuta!)

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

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Disposition - Zielsetzung

• Salden auf Girokonten gegen Null bringen

• Überschuß optimal anlegen bzw. Bedarf optimal aufnehmen

Haben

Soll

0,50 % 1,00%

0,50%

8,00% 8,50 % 9,00 %

1,50%

8,50 %

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

4,00%

6,00%

Kontokorrentkonten Tag-/Termingeld

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Übersicht über die liquiden Mittel der städtischen Gesellschaften zum 31.12.2005

Gesellschaft

Salzgitter Gas

WIS

Versorgungs- und

Verkehrsges.

Wohnbau

Sport und Freizeit

ASG

WEVG

WEVG Service


Liquide Mittel

2.265.287,90 €

510.047,38 €

128.574,35 €

2.926.546,45 €

514.015,83 €

46.520,18 €

3.108.316,87 €

90.613,38 €

9.589.922,34 €

Guthabenverzinsung

zu

0,5% für 30

Tage

943,87 €

212,52 €

53,57 €

1.219,39 €

214,17 €

19,38 €

1.295,13 €

37,76 €

3.995,80 €

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

Soll-Verzinsung

Kassenkredite

zu 3,05%* für 30 Tage

5.757,61 €

1.296,37 €

326,79 €

7.438,31 €

1.306,46 €

118,24 €

7.900,31 €

230,31 €

24.374,39 €

* Stand: 06.09.06

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Optimierungspotential

(Beträge in Tausend 9-12 nach slg)

Bilanz

Aktiva

Forderungen 74.419

Bankguthaben 18.766

Passiva

Lieferverbindlichkeiten 39.670

Banken 105.937

Bankensaldo 87.171

Bilanz

Aktiva

Forderungen 74.419

Bankguthaben 0

Passiva

Lieferverbindlichkeiten 39.670

Banken 87.171

Bankensaldo 87.171

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

Verbesserung Zinssaldo 563 = 7,47%

Ergebnisrechnung

Erträge

Zinsen 5% 938

Aufwendungen

Zinsen 8% 8.475

Bankensaldo 8,65% 7.537

Ergebnisrechnung

Erträge

Zinsen 5% 0

Aufwendungen

Zinsen 8% 6.974

Bankensaldo 8,00% 6.974

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Aktiva Passiva

1. Immaterielle Vermögensgegenstände

6,5 1. Nettoposition

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

01.01.2005 01.01.2005

Mio. EUR Mio. EUR

1. Basis-Reinvermögen

2. Unterschiedsbetrag aus der

-4,4

2. Sachvermögen

Kapitalkonsolidierung 5,3

1. Bebaute und unbebaute Grundstücke 354,9 3 Sonderposten 146,2

2. Infrastrukturvermögen 209,3 147,1

3. Sonstiges Sachvermögen 50,4 2. Schulden

614,6 1. Geldschulden 322,1

2. Verbindlichkeiten 1,9

3. Finanzvermögen

3. Transferverbindlichkeiten 3,9

1. Anteile an verb. Unternehmen 7,7 4. Sonstige Verbindlichkeiten 0,8

2. Beteiligungen 0,8 328,7

3. Sondervermögen 0,0

4. Ausleihungen 11,6 3. Rückstellungen

5. Forderungen 25,4 1. Personalrückstellungen 109,5

4. Liquide Mittel

2,7

Konsolidierte Eröffnungsbilanz

Kernverwaltung und Eigenbetriebe

45,4 2. sonstige Rückstellungen 84,8

5. Rechnungsabgrenzungsposten

1,0 4. Rechnungsabgrenzungsposten 0,0

194,3

670,1 670,1

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Cash Management darunter

verstehen wir also:

�„Abgleich“ der Kontokorrentkonten

�Tochter stellt Mutter liquide Mittel

(Bilanz Aktivseite Forderungen) zur

Verfügung

�Gemeinsame Vermögensverwaltung der

liquiden Mittel von allen d. h. Mutter und

Töchtern

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2. Deutscher Kämmerertag

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Situationsanalyse

nach Studie von Rödl & Partner

� Verschiedene eigenständige Beteiligungen

� Getrennte Finanz- und Kassenwesen

� Debitorische und kreditorische Konten

� Niedrige Haben- und hohe Sollzinsen

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

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Zur Ausschöpfung des Potentials

sind folgende Maßnahmen erforderlich:

1. Normierung der Kompetenzen/Zugriffsrechte

2. Dokumentation der Zahlungsströme

3. Vertragliche Rahmenbedingungen

4. Aufbau von Berichts- und Frühwarnsystems

5. Erarbeitung des Cash Management Handbuch

6. Einrichtung/Festlegung des Zielkontos

7. Abstimmung mit der Kommunalaufsicht

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2. Deutscher Kämmerertag

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1. Normierung der Kompetenzen/Zugriffsrechte

Bei Bedarf

erfolgt der

Kontoabgleich.

Z. B. als Service-

Leistung durch

Kasse für

alle.

Zentrale Stelle/

Kämmerei

verantwortet CM

in Abstimmung

mit allen.

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

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Zentrale Stelle/

Kasse

mit dem

unbegrenzten

Zugriffsrecht

auf sämtliche

Konten.

Installation über Normen in Beteiligungsregeln

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� - der Zahlungsströme

� - der Zinsen

� - der Buchungen

� - der Anweisungen

2. Dokumentation …

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3. Vertragliche Rahmenbedingungen

Darlehensvertrag nach § 607 BGB i. V. m.

zzgl. Nebenvereinbarung (Liquiditätsgarantien oder

Patronatserklärungen)

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4. Aufbau von Berichts- und Frühwarnsystems

Regelmäßige und zeitnahe Information

über die Finanzsituation aller Beteiligten/

des Konzerns:

�Saldeninformationen

�Liquiditätsplanungen mit Terminen

�Forecast der Salden nach geplanten

Zahlungen einschl. dem Aufzeigen von

Sollsalden als Frühwarnsystem

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5. Erarbeitung des Cash Management

Handbuch

Ziele

Aufgaben

Vorgaben

Verbote

Verantwortlichkeiten

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6. Einrichtung/Festlegung des Zielkontos

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7. Abstimmung mit der Kommunalaufsicht

! Kommunales Wirtschaftsrecht

! GemHVO

! GemKassenVO

! Steuerrecht

! Kartellrecht bzw.

! EU-Beihilferecht

12.09.2006 Ekkehard Grunwald

2. Deutscher Kämmerertag

P

R

O

B

L

E

M

E

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• Stadtkämmerer

Ekkehard Grunwald

Stadt Salzgitter

Kontaktadresse

Joachim-Campe-Strasse 9-11

38226 Salzgitter

• Telefon 05341/839-3359

• ekkehard.grunwald@stadt.salzgitter.de

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