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FineTobacco[+] 02|21

FREUDE AM LEBEN. SPASS AM GENUSS.

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finetobacco

FREUDE AM LEBEN. SPASS AM GENUSS.

[+]

02 | Juli | August | September 2021 | 5,- €

»Hurra

wir leben noch!«

ZIGARRE

Mit der Corona

in den Sommer

PFEIFENTABAK

Die Leichtigkeit

des Rauchens

SPIRITUOSEN

The Wellerman

brings us Rum ...


NUR WER DAS ABENTEUER WAGT, WIRD

NEUE WELTEN ENTDECKEN …

Der Luxus des Gefühls einer grenzenlosen Freiheit, der Zauber des Erlebens

einer ursprünglichen Natur und die Magie des Abenteuers:

CARLOS ANDRÉ setzt abermals die Segel mit der neuen CAST OFF TORO,

einer Symbiose aus majestätischer Eleganz und aufregendem Abenteuer.

Harmonisch im Gleichklang, doch lebendig in jeder einzelnen Geschmacksnuance

und mit einem finalen, virtuosen Crescendo.

www.carlos-andre.de


EDITORIAL

Was ist eigentlich

»NORMAL«?

Liebe Leserinnen und Leser,

der Begriff „Social Distancing“ hat uns

in den vergangenen Monaten mehrfach

begleitet. Bei mir verursachte

das regelmäßig Kopfschütteln, denn

eine „soziale Distanz“ konnte ich nicht

wirklich ausmachen, wohl aber eine

belastende „physische Distanz“. Wir

konnten uns nicht in die Arme nehmen,

nicht zusammen am Wirtshaustisch

sitzen und uns austauschen. Wir wurden

auf virtuelle Treffpunkte reduziert.

Neben den privaten und persönlichen

Begegnungsdefiziten kam noch das

ultimativ unterbundene Einkaufserlebnis

hinzu. Die Innenstädte wurden zu

„Ghost Towns“, wie es Mick Jagger vertonte.

Systemrelevante Bereiche wie

Supermärkte mutierten zu Voll-Sortimentern

und man wunderte sich, was

da plötzlich so alles in den Regalen zu

finden war. Noch viel stärker profitierte

allerdings der Onlineriese Amazon.

Bereits vorher ein Monster mit gigantischer

Marktmacht, inzwischen mit

Kapital ausgestattet, was über manchem

Staatshaushalt liegen dürfte. Ob

das noch gesund ist? Auf jeden Fall ist

das nicht „normal“, sondern außergewöhnlich

und möglicherweise sogar

gefährlich.

Der pandemisch beschleunigte

„Online-Einkauf“ hat aber auch andere

auf den Plan gerufen. Die Zahl der Online-Shops

auf unzähligen Websites ist

gestiegen. Webdesigner und Shop-Programmierer

haben Hochkonjunktur.

Man setzt auf den Verbraucher, der

brav von zuhause aus seine Wünsche

in die Tastatur tippt, sein Paypal-Konto

eingerichtet hat und allen Cookies

und sonstigen Dateneinlassungen

unbedingtes Recht einräumt. Man hat

ja schließlich nichts zu verbergen und

freut sich über die baldige Lieferung

der bestellten Ware ins Haus. Die Paketlieferdienste

stellen dabei auch eine

rasante Zunahme der Retouren fest. Ist

das wirklich unsere „neue Normalität“?

Und so ganz nebenbei: wie verträgt

sich das Ganze eigentlich mit der so

viel beschworenen Klimarettung? Der

Co2-Fußabdruck der Online-Waren

und Retouren dürfte nicht so rosig

aussehen. Da hört man allerdings von

der Handy-Generation mit Öko-Forderungsprofil

recht wenig. Mag vielleicht

daran liegen, dass Verzicht nicht immer

bei jedem selbst beginnt, wenn man

das große Ziel lautstark vertritt. Das

ist eventuell tatsächlich normal, weil

menschlich.

FINE TOBACCO bleibt hingegen

seiner vor fast fünfzehn Jahren begonnenen

Linie treu: wir vermitteln

Lust auf Genuss, stellen tolle Produkte

aus verschiedenen Genusswelten vor,

bieten Service und Nähe. Wir halten

das für normal. Haptik statt Hektik sozusagen.

In dieser Ausgabe haben wir

das Menschliche in den Vordergrund

gestellt. Mit dem etwas pathetischen

Titel „Hurra, wir leben noch“ möchten

wir die Erlebnisse verschiedener Menschen

während der Pandemie aufzeigen.

Und selbstverständlich haben wir

auf vielen genussvollen Seiten inspirierende

Ideen und ganz viel Service für

Sie geschaffen. Zum Innehalten, zum

Genießen und zum Weitersagen. Das

genau ist unsere Einstellung zur „Normalität“,

die wir nicht unbedingt neu

erfinden müssen. Wir müssen nur dazu

stehen. Und das tun wir sehr gerne.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel

Lesevergnügen

Ihr

Bodo Meinsen

P.S. In dieser Ausgabe werden Sie möglicherweise die beliebten Smoking Rooms vermissen. Das hat einen Grund: während

der Corona-Pandemie wurden Hotels und die Gastronomie besonders stark belastet. Die Cigar Lounges und Smoking

Rooms waren verwaist und der Normalzustand wird sicher noch etwas auf sich warten lassen. Aber dann werden

wir wieder gerne diese wunderbaren Genuss-Oasen in Szene setzen und uns gemeinsam mit Ihnen auf ein paar rauchige

Stunden in angenehmer Atmosphäre freuen.

FineTobacco[+] 02·2021 3


INHALT

62-63

Kikis Reisenotizen

SCHAUM GEBADET

IM PENINSULA

06-13

Magazin

DAS KALEIDOSKOP

GUTEN GESCHMACKS

22-33

Titelstory

HURRA WIR

LEBEN NOCH

76-79

Inside Manufactory

VILLIGER GOES TO

NICARAGUA

58-61

Mark Horyna

SPIELT GOLF

40-43

Serie Manufakturen

HAVANNA, STADT

DER ZIGARREN NO. 22

72-75

Cooking For Friends

NUR WER DAS

ABENTEUER WAGT ...

4

FineTobacco[+] 02·2021


IMPRESSUM

68-71

Der Sommer

und die Leichtigkeit

des Rauchens

INHALT

FineTobacco[+ ] 02|21

44-57

Corona Summer

MIT DEM

KLASSIKER AUS

DER KRISE

64-67

Genussportrait

WILHELM BUSCH

HERAUSGEBER + VERLEGER

Bodo Meinsen

VERLAG

MMM Medien Marketing Meinsen

Inhaber: Bodo Meinsen

Chiemseering 11

D-85551 Kirchheim bei München

Tel.: +49(0)89-90 52 90 72

Fax: +49(0)89-90 52 90 73

Redaktion: Der Genussverlag

Theresienstr. 66 Rgb.

D-80333 München

Tel.: +49(0)89-80 07 61 41

Fax: +49(0)89-81 00 96 84

CHEFREDAKTEUR

Bodo Meinsen (V.i.S.d.P.)

meinsen@genussverlag.com

ART-DIRECTION

Heinz Putschies

putschies@genussverlag.com

MITARBEITER DIESER AUSGABE

Kiki Baron, Peter Gabler, Mark Horyna,

Jens Meyer, Claudia Puszkar, Stephan Rack,

Elmar Schalk, Birgitt Wolff

BILDREDAKTION

Heinz Putschies

putschies@genussverlag.com

FOTOGRAFEN DIESER AUSGABE

Studio Jan Roeder, Schneiderpress/

Erwin Schneider/Wolfgang Breiteneicher

Titelfoto:

Schneiderpress/Erwin Schneider/

Wolfgang Breiteneicher

REDAKTIONSASSISTENZ

Petra Meinsen

ANZEIGENLEITUNG

Bodo Meinsen

VERTRIEB & ABONNEMENT-BESTELLSERVICE

MMM Medien Marketing Meinsen

Fax: +49 - (0)89 - 90 52 90 73

E-Mail: petra@medien-marketing-meinsen.de

DRUCK:

KASTNER AG das medienhaus

Schlosshof 2-6, D-85283 Wolnzach

34-39

... to bring us

sugar and tea

and RUM

ABONNEMENT-JAHRESBEZUGSGEBÜHR:

20,00 Euro (4 Ausgaben)

Anzeigenpreisliste auf Anfrage.

Alle Rechte vorbehalten. FINE TOBACCO[+] und

alle darin enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich

geschützt.

Eine Verbreitung ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung des Verlages zulässig. Für

unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial

wird keine Haftung übernommen.

FineTobacco[+] 02·2021 5


MAGAZIN

K@L€IdO∫KØP

Exquisite Cigarren, Erlesenes, Hochprozentiges und

Neuigkeiten... Für Sie gesammelt und ausgewählt.

Die VILLIGER DO BRASIL Summer Editions 2021

VILLIGER zelebriert den Sommer

2021 auf ganz besondere Weise; mit

zweifachem Vergnügen. Ein Land,

zwei Varianten mit jeweils 3 Robustos,

in limitierter Auflage.

Ganz besonders hochwertige PREMI-

UM CIGARS kommen aus Brasilien.

Hier schließt VILLIGER eine echte

Marktlücke mit seinen eigenen Marken.

In São Gonçalo dos Campos im Gliedstaat

BAHIA hat VILLIGER eine eigene

Fabrikation – die Firma VILLIGER DO

BRASIL – die ausschließlich eigene

Marken produziert, unter eigener

Regie und ausschließlich von VILLI-

GER ausgewählten und eingekauften

BRASIL-Tabaken.

Ein Land, zwei Puros

VILLIGER DO BRASIL Claro Summer

Edition

Die mildere Claro Edition hat eine

Einlage aus Mata-Fina und Mata-Norte,

welche der Cigarre ihren

ganz besonderen Geschmack verleihen.

Umhüllt wird die Cigarre von

einem samtig-hellbraunen Brasil

Connecticut-Shade-Deckblatt, welches

die feinen Aromen von Kaffee

und Holz sowie die Nuancen von Zeder

und Pfeffer unterstützt. Die Edition

ist limitiert auf 730 Packungen zu

je 3 Cigarren.

VILLIGER DO BRASIL Maduro Summer

EditionDie stärkere Maduro

Edition besteht wie die Claro aus einer

Einlage aus Mata-Fina und Mata-Norte,

die der Cigarre ihren vollmundigen

Geschmack verleiht.

Die Cigarre trägt ein dunkles Arapiraca

Deckblatt, welches für seine

fruchtigen Noten bekannt ist. Die VIL-

LIGER DO BRASIL MADURO Summer

Edition ist dadurch eine Stufe kräftiger

als ihre Claro Schwester.

Zwei exzellente Puros mit identischen

Eigenschaften Beide Summer

Editions kommen im Format Robusto

mit einer Länge von 127 mm und

einem Durchmesser von 19,8 mm.

Die Rauchdauer beträgt jeweils 45

Minuten. Die Summer Edition lässt

jeden Geniesser am brasilianischen

Feeling Teil haben.

www.villigercigars.com

6

FineTobacco[+] 02·2021


GLENMORANGIE GRAND VINTAGE 97

Seit mehr als 175 Jahren erfinden

die Whisky-Macher von Glenmorangie

unendlich einfallsreiche, köstliche

Single Malts. Als im Jahr 1995 Dr. Bill

Lumsden in der Destillerie begann,

legte er all sein Schaffen daran, wundersame

Abfüllungen zu kreieren.

Einerseits überdachte er den Destillationsprozess

aus den giraffenhohen

Brennblasen – deren Raum und Höhe

für kräftig-fruchtige Aromen sorgen.

Andererseits experimentierte er mit

raren Weinfässern und nutzte deren

besondere Hölzer, um den Geschmack

von Glenmorangie in der Nachreifung

noch deutlicher zu formen.

Vor mehr als 25 Jahren begann

Dr. Bill Lumsden den Highland Single

Malts von Glenmorangie noch mehr

Aromen und Finesse zu verleihen. Mit

dem erstmals vorgestellten Glenmorangie

Grand Vintage 1997 zeigt sich

dies mit lebhaften und floralen Noten

auf brillante Weise.

Dr. Bill Lumsden sagt: „Der Glenmorangie

Grand Vintage 1997 ist dramatisch

anders: lebendig mit Aromen

roter Beeren, verführerischer Würze,

schmelzendem Marzipan und floralen

Noten. Inspiriert von meinem Traum

nach ausdrucksstarken Single Malts

und ganz im Sinne des kaleidoskopischen

Stils von Glenmorangie.“

Die Whiskys der Bond House No. 1

Serie stammen aus den wertvollsten

Fässern und sind mit lange gereiften

Glenmorangie Whiskys vermählt – ein

besonders köstliches Erlebnis. Die limitierte

Serie trägt ihren Namen vom

größten Freilager aus dem 19. Jahrhundert,

dem Bond House No. 1 – seit

dem Jahr 1990 das majestätische

Brennhaus der Destillerie.

Der Glenmorangie Grand Vintage

1997 ist ab Juni 2021 limitiert auf

CLOS19.com und im ausgewählten

Fachhandel zu einer unverbindlichen

Preisempfehlung von 750,00€

erhältlich. (43,0 Vol.% Alk.)

ENJOY

SMOKING

Zigarettenspitzen

mit Filter

Brenner &

Mundstück

in diversen

Varianten

Integrierter

Kieselgelfilter

für

Schadstoffreduktion

Wein lesen

Wein kann man natürlich lesen,

aber jetzt kann man die Seele der

Winzer und Winzerinnen auch in

Buchform lesen und tief eintauchen.

Geschrieben von Karl Blanke,

einem passionierten Weinkenner

und reiselustigen Entdecker. FINE

TOBACCO empfiehlt den Roman

„Das Gewicht der Trauben“ ganz

besonders, denn nicht nur die Liebe

zum Wein verbindet uns mit dem

Autor, sondern eine echte Jugendfreundschaft,

über die es mindestens

ebenso viel zu erzählen gäbe.

Aber jetzt erst einmal Vorhang auf

für „Das Gewicht der Trauben“! Bekommt

man bei Amazon.

www.denicotea.de


MAGAZIN

Curcumin – die Wunderwaffe

Curcumin ist der wertvollste Inhaltsstoff

der Kurkumawurzel und eine

wahre Wunderwaffe. Die Vielseitigkeit

von Curcumin und sein Einfluss auf

das allgemeine Wohlbefinden macht

sich schon lange die TCM und die Ayurveda

Lehre zu Nutze. Curcumin ist nahezu

unverzichtbar für alle, die einen

aktiven, sportlichen Lifestyle pflegen

und diesen für viele Jahre aufrechterhalten

wollen.

Bisher war jedoch die Verfügbarkeit

des Curcumin nicht ideal. Als Pulver in

Speisen oder Kapselform verabreicht,

kann der Körper nur einen Bruchteil

dieses wertvollen Naturwirkstoffs

tatsächlich aufnehmen. Daher ist das

neue Curcumin-Wasser von FYTALITY

aus den Niederlanden eine wirkliche

Innovation: Die neuartige Symbiose

von Curcumin und Wasser ermöglicht

eine veränderte Aufnahme und dies

bereits über die Mundschleimhaut.

Die hohe Verfügbarkeit des Wirkstoffs

resultiert aus einem innovativen, patentierten

Verfahren unter Verwendung

von hochprozentigem 95%igem

Curcumin. Da eine Kurkumawurzel

nur 3% Curcumin enthält, müsste

man für die gleiche Menge an Curcumin

rund 14 Gramm Kurkumawurzeln

zu sich nehmen.

Das neue Produkt macht es möglich,

die tägliche Dosis an Curcumin, ausreichend

zur Revitalisierung des Körpers,

bequem und einfach als Shot zu sich zu

nehmen. Denn FYTALITY ist es gelungen,

das eigentlich schwer wasserlösliche

Curcumin-Lipid mit Wasser zu verbinden,

ohne weitere Zusatzstoffe, wie z.B.

Emulgatoren, Piperin (schwarzer Pfeffer)

oder Öle verwenden zu müssen. Zudem

wird Wasser, aus dem der Körper

zu rund 70 % besteht, ideal resorbiert.

Dafür wird das Curcumin in einem neuen,

pantentierten und technisch hochkomplexen

Prozess aufbereitet, was

neuartig auf dem Markt ist.

Der 40ml Shot ist mit mindestens

400mg Curcumin angereichet. Damit

genügt ein Shot pro Tag, um in den

Genuss der wohltuenden Effekte dieses

Wirkstoffs zu kommen. Denn in

dieser gelösten Form steht der Wirkstoff

für die Zellstruktur der Schleimhaut

wesentlich besser und effizienter

zur Verfügung.

Das Design der Shots wurde mit

Blick auf höchste funktionale und

ästhetische Ansprüche gestaltet und

zum Schutz des wertvollen Inhaltsstoffs

sind die Shot-Flaschen undurchlässig

für Licht und UV-Strahlen.

Das FYTALITY Curcumin-Wasser ist

als Einzelbestellung als Wochen-Box

mit 7 x 40 ml Shots für 25,- € oder als

4-Wochen-Box mit 28 x 40 ml Shots

für 100,- € erhältlich. www.fytality.com

Meet the Beast

Das vor über 70 Jahren gegründete

Familienunternehmen Douglas

Laing & Co. zählt heute zu den führenden

Whisky-Herstellern Schottlands

und versorgt die Welt mit ausgezeichneten

Scotch Whiskys mit einem

besonderen Fokus auf Single Cask

Single Malts sowie Small Batch Malt

Scotch Whiskys.

Aktuell bringt das Unternehmen

mit Timorous Beastie "Meet the Beast"

eine limitierte Abfüllung des Highland

Blended Malts auf den Markt. Abgefüllt

mit einer natürlichen Fassstärke

von 54,9% und ausschließlich in

ehemaligen amerikanischen Bourbon-Fässern

gereift, lässt das „Biest“

die Muskeln spielen.

Die dunkle Flasche mit roter Kapsel

unterstreicht durch die markante

Aufmachung den kräftigen Charakter

des Whiskys, ergänzt durch

leuchtend-rote Farbakzente. Mit Geschmacksnoten

wie komplexer Eiche,

buttrigem Gebäck und reichen

Gewürzen spricht Timorous Beastie

Meet the Beast die experimentierfreudigen

Whiskytrinker an.

Tastingnotes:

In der Nase erwartet Sie ein wahres

Feuerwerk von süßer Vanille,

komplexer Eiche und heimischen

Früchten. Das kleine Kraftpaket überzeugt

mit wunderbaren Noten von Zuckerwatte,

cremigem Honig und buttrigem

Gebäck, die zu einem langen

und warmen Nachklang führen.

Der auf nur 3.600 Flaschen

limitierte Timorous Beastie Meet

the Beast ist ab sofort im Fachhandel

erhältlich. UVP: 47,99 € in der

0,7-Liter-Flasche; 54,9 % Vol.

8

FineTobacco[+] 02·2021


Gracias, Parcero!

Parcero Longfiller Zigarre – von Freunden für Freunde

Freundschaft ist kostbar und einzigartig.

Sie bereichert unser Leben

und schenkt uns besondere Momente.

Momente, die wir in der Gemeinschaft

teilen. Und für die es nun die passende

Begleitung gibt, die Parcero Longfiller

Zigarre made by Arnold André

Dominicana.

Parcero ist die karibische Bezeichnung

für Freund. Und genau hier stecken

die Wurzeln der neuen Longfiller

Zigarre und ihre Geschichte. Entstanden

aus der ungeschriebenen Tradition

des Torcedors, sich aus einer

Handvoll selbst ausgesuchter Tabake

Zigarren für den eigenen Bedarf zu

rollen. Zigarren, die dann gerne unter

Freunden in entspannter Runde und

zum karibischen Volkssport Domino

geraucht werden. Eine dieser Kompositionen

stieß im Freundeskreis auf

soviel Begeisterung, dass mehr daraus

werden musste. Die Geburtsstunde

der Parcero, eine Hommage an die

Freundschaft.

Parcero.

Freundschaft

mit karibischen

Noten.

Das Deckblatt

Claro Mexico, das

Umblatt Negro

San Andres und

die Einlage Piloto

Dominicano,

Brasil und der

in Zigarren eher

selten verwendete Pennsylvania-Tabak

sind in dieser Zigarre eine ganz

besondere Freundschaft eingegangen.

Wunderbar aromatisch, erdig und mit

spannenden Akzenten von Walnussund

Kaffeenoten. Eine Komposition,

die jedes der drei Formate auf seine

inspirierend eigene Art interpretiert.

Parcero Robusto ist das Format,

dem es gelingt, neben kräftigen, erdigen

Akzenten und Walnussaromen die

karibischen Komponenten gerösteter

Kaffees am deutlichsten zu spielen. Ein

Genuss, der sich vor allem im letzten

Drittel nochmals selbst zu übertreffen

versucht. Genuss, der auch unter Einsteigern

Freunde findet.

Obwohl kräftig, ist die Parcero Toro

keinesfalls eine Zigarre, die man bei

den Hörnern packen muss. Die Noten

gerösteten Kaffees bieten sich mit einer

leichten Süße an und bilden mit

den nussigen und erdigen Aromen ein

interessantes Wechselspiel, das bis

zum Schluss Freu(n)de macht.

www.parcero-cigar.de

Das Bremer Spirituosen Contor empfiehlt hanseatische Zurückhaltung und Alkoholgenuss bitte erst ab 18 Jahren. Import durch Bremer Spirituosen Contor GmbH

exklusivmarken@bsc-bremen.de www.bsc-bremen.de BremerSpirituosenContor @bremerspirituosencontor


MAGAZIN

Lust auf auf ein neues Hobby?

Die neuen Einsteiger-Sets von VAUEN

Als einzig deutscher Markenhersteller

bietet nun die Traditionsmanufaktur

VAUEN aus Nürnberg eine

perfekte Bandbreite und vielfältige

Auswahl von drei neuen, äußerst attraktiven

Pfeifen-Einsteiger-Sets an.

Alle drei Sets beinhalten hochwertiges

Zubehör, damit ein erfolgreicher

Start garantiert ist: eine VAUEN Pfeife

– handmade in Germany, Dr. Perl junior

Aktivkohlefilter, VAUEN Pfeifenreiniger,

ein Pfeifenbesteck, Streichhölzer

und eine praktische und intuitive

Anleitung.

Das überarbeitete INTRO Set

zeichnet sich durch eine Pfeife aus

dem beliebten BASIC Sortiment und

eine attraktive Verpackung aus. Anfänger

können zwischen vier Varianten

auswählen.

Das STARTER Set wurde durch

einen neuen, braunen Lederbeutel

aufgewertet. Zur Auswahl stehen drei

verschiedene Pfeifenmodelle mit Lippenbissmundstück

in einem helleren

Braunton.

Mit dem OUTDOOR Set setzt VAU-

EN völlig neue Impulse. Die Multifunktionstasche

wurde mit dem

Sportartikelhersteller Deuter exklusiv

entwickelt. Sie eignet sich für alle

Freizeitmöglichkeiten und nicht nur

für Anfänger. Hier kann zwischen einer

geraden und einer gebogenen

Pfeife mit Normalbissmundstück

ausgesucht werden. Alle Sets sind ab

sofort erhältlich.

Nur noch der Tabak muss je

nach Geschmack beim

Händler des Vertrauens

ausgewählt

werden. Das VAU-

EN Tabaksortiment

bietet hierbei

eine breite

und genussvolle

Auswahl. Alle

Tabake sind mild

und leicht zu rauchen.

Zusätzlich zur Einführung

der drei neuen Sets

bietet VAUEN ab Juni im

Drei-Monats-Rhythmus

Online Einsteiger

Seminare an

und rundet damit

das Angebot perfekt

ab. Die Anmeldung und

Buchung findet über die Online

Plattform eventbrite statt. Un-

ter dem Titel „Online Pfeifen Tasting -

das Genussevent für Einsteiger“ sind

die Seminare zu finden. Das nächste

wird am 24.Juni 2021 stattfinden.

www.vauen.de

«World’s Best» und «Best Swiss» für Säntis Malt

Seit 1999 stellt die Brauerei Locher

als einer der ersten Whisky

Distillerien der Schweiz Single Malt

Whiskys und Whisky Liköre unter

der Marke «Säntis Malt» her. Typisch

ist die Reifung in historischen,

bis zu 130 Jahre alten Eichenholz

Bierfässern.

Die Appenzeller Säntis Malt Destillerie

ist um weitere Auszeichnungen

im internationalen Wettbewerb

reicher. Bei den «World Liqueur

Awards» 2021 wurden Mitte April

gleich mehrere Säntis-Malt-Liköre

prämiert. Die höchste Auszeichnung

«World’s Best» erhielt der «Säntis

Malt Apricot Malt Liqueur» in der

Kategorie «Whisky Liqueur».

Kuno Mock, Leiter Verkauf Spirituosen

bei der Brauerei Locher, freut

sich über diese Auszeichnungen:

«Wir sind natürlich stolz auf unsere

Produkte und von deren Qualität

und Geschmack überzeugt. Umso

mehr freuen wir uns darüber, wenn

auch Aussenstehende den gleichen

Eindruck haben. Wenn wir uns dann

sogar im Vergleich mit Produkten

aus verschiedensten Ländern ganz

vorne positionieren können, ist das

wie ein Schulterklopfen und ein

ziemlich gutes Gefühl.»

Säntis Malt Apricot Malt Liqueur in

der 0,5-Liter-Flasche 35,0% vol.;

UVP 28,99 Euro

World's Best Whisky Liqueur

Best Swiss Whisky Liqueur

10

FineTobacco[+] 02·2021


Der Klassiker süßlich verfeinert

Ein Cognac zur Zigarre zählt zu

den Klassikern unter den Genusskombinationen.

Der feine, süßliche

Geschmack des Weinbrandes

harmoniert perfekt mit würzigen

Raucharomen. Mit diesem raffinierten

Aromen-Wechselspiel wartet die

Toscanello Riserva auf, der neueste

Zugang unter den kurzformatigen

Toscanelli.

Herausragendes Merkmal der

Toscanello Riserva sind die feinen,

natürlichen Röstaromen der italienischen

und nordamerikanischen

Kentucky-Tabake, die extra lange

fermentiert wurden. Die besondere

Note steuert ein Tropfen süßer Cognac

an der Spitze der Zigarre bei, der

für einen süßlichen Ton und einer

intensiveren Rauchentwicklung und

damit eine volle Entfaltung der Tabakaromen

sorgt.

Die Toscanello Zigarren, auch liebevoll

„ammezatti“ (Freundschaftszigarre)

gennant), sind echte Italie-

Toscanello Riserva

ner. Einlage und Deckblatt sind aus

Kentucky-Tabak, der größtenteils in

Italien angebaut wird. Fermentiert

und zu Zigarren verarbeitet wird der

Tabak in der Toskana, in der Manufaktur

in Lucca.

Toscanello Zigarren sind im ausgewählten

Tabakwarenfachhandel

erhältlich. Die Toscanello Riserva

kosten in der 5er-Packung 5,50 Euro.

Daneben stehen Toscanello, Toscanello

Rosso Caffé, Toscanello Bianco

Grappa, Toscanello Blue Anice,

Toscanello Giallo Vaniglia, Toscanello

Rubino und Toscanello Raffinato zur

Auswahl.

Zur Geschichte der Toscanello:

Entstanden ist die in Italien „Zigarre

der Freundschaft“ genannte

Toscanello nach dem Ende des Zweiten

Weltkriegs. Um den Handel in

diesen wirtschaftlich schweren Zeiten

zu fördern, beschlossen die Spezialisten

bei Toscano eine Halbierung

ihrer langen Formate, um den Preis

zu senken und somit Zigarren für jedermann

erschwinglich zu machen.

www.parcero-cigar.de


MAGAZIN

Der Roll Cake ist ein Klassiker,

er zählt zu den ältesten Formen des

Pfeifentabaks. Das jüngste Mitglied

in der Familie der gesponnenen Tabake

bei Mac Baren ist der Classic

Roll Cake, ein Pfeifentabak, der traditionelle

Herstellung mit modernen

Tabakmelangen verbindet.

Natürlich klassisch!

Mac Baren Classic Roll Cake mit vanilligem Top-Flavour

Zum Einwickeln der Roll Cakes

werden ganze Tabak-Blätter und ausschließlich

natürliche Rohstoffe verwendet.

Der Wickler besteht aus 100%

Virginia-Tabaken, in die Einlage kommen

Virginia und Burley. Für den einzigartigen

Geschmack werden Ahornzucker,

Wasser und Vanille hinzugegeben.

Nachdem die Tabake von Hand zu

langen Strängen gesponnen wurden,

werden sie für mehrere Wochen gelagert

und erst kurz vor der Endfer-

tigung in dünne Scheiben, den Roll

Cakes, geschnitten.

Zum Stopfen der Pfeife legt man

mehrere Scheiben aufeinander, faltet

diese mittig und bringt sie mit leichtem

Druck in den Pfeifenkopf ein.

Der Mac Baren Classic Roll Cake von

leichter Stärke besticht durch seinen

süßen und aromatischen Vanille Geschmack,

der sich auch im Raumduft

dezent wiederspiegelt.

Produktinformationen:

Mac Baren Classic Roll Cake;

Pfeifentabak – 100g – 26,40 €

Erhältlich im Tabakwarenfacheinzelhandel.

Die Appellationen der Réserve Mouton Cadet-Weine

Die Firma Mac Baren ist seit ihrer

Gründung ein familiengeführtes

Unternehmen und befindet sich

heute mit Henrik Halberg bereits

in der vierten Generation. Die Firmenphilosophie

basiert auf einer

über 150-jährigen Familientradition,

handwerklichem Können sowie viel

Feingefühl für den Tabak. Mac Baren

ist das größte familiengeführte Unternehmen

in Skandinavien und beschäftigt

über 140 hochqualifizierte

Spezialisten. Die zahlreichen Marken

werden in über 80 Länder weltweit

exportiert. www.mac-baren.com

Sommerfeeling mit Shatler’s Cotails

Lust auf Sonne oder sich einfach einen Cocktail beim Tabakgenuss gönnen?

Nicht lange mixen, sondern

schnell genießen: Mit den ready-todrink

Cocktails gelingen Drinks in

Sekundenschnelle. Die bunte Palette

reicht von Klassikern über ausgefallene

Kreationen bis hin zu alkoholfreien

Mocktails.

Ganz egal wann, ganz egal wo:

Shatler’s Cocktails bringen einen leckeren

Genuss. Shatler’s Cocktails

eignen sich perfekt für das Trinkvergnügen

aus dem Glas auf Eis, gut

gekühlt aus dem Kühlschrank oder

unterwegs aus der Kühlbox direkt

mit einem Trinkhalm aus der Dose.

Die alkoholhaltigen Sorten haben

einen Alkoholgehalt von 10,1

Volumenprozent. Alle Shatler’s

Cocktails bestehen ausschließlich

aus hochwertigen und frischen Zutaten

von der Spirituose über den

Sirup bis hin zum Saft und kommen

ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker

aus.

Verfügbar im Lebensmitteleinzelhandel

zum Preis 2,49 Euro UVP

(alkoholfrei) beziehungsweise

2,99 Euro UVP (alkoholhaltig).

12

FineTobacco[+] 01·2021 02·2021


Goldrausch bei Glendalough

Glendalough Whiskeys und Gin erfahren wahren Medaillenregen

Bei der renommierten San

Francisco World Spirits Competition

sind gleich mehrere Spirituosen

der irischen Craft Distillery

Glendalough ausgezeichnet worden.

Und das ist besonders, denn

die Geschichte der Glendalough

Distillery ist die von fünf Freunden

aus Dublin, die ihre regulären Jobs

aufgaben, um die handwerkliche

Brennerkunst Irlands zu neuem

Leben zu erwecken.

All ihre Destillate werden in

kleinen kupfernen Pot Stills gebrannt,

nicht gefiltert, mit Bergquellwasser

aus Glendalough,

dem „Tal der zwei Seen“ im County

Wicklow südlich von Dublin auf

Trinkstärke gebracht und anschließend

in First Fill Bourbon-Fässern

gereift.

Doch die Glendalough Distillery

kannn nicht nur Whiskey, sondern

auch Gin. Mit ihren Gins fängt sie

den Zauber des Terroirs der Wicklow

Mountains auf unverfälschte

Weise ein, basieren sie doch auf

wilden Kräutern und Früchten, die

in der direkten Umgebung wachsen

Double Barrel Single Grain Irish

Whiskey sowie Wild Botanical Gin

überzeugten die Jury in San Franzisco

so sehr, dass sie mit der Double

Goldmedaille gekürt wurden.

Diese seltene Auszeichnung wird

nur dann vergeben, wenn sämtliche

Jurymitglieder eine eingereichte

Spirituose mit Gold bewerten. Die

jährlich stattfindende San Francisco

World Spirits Competition (SFW-

SC) ist weltweit der einflussreichste

Wettbewerb für Spirituosen. Im

April 2021 bewertete die Jury fast

3.500 Einreichungen.

Neben den Double Gold Auszeichnungen

erhielt Glendalough

Pot Still Irish Whiskey in San Francisco

die Goldmedaille, dies sogar

zum zweiten Jahr in Folge.

Glendalough Wild Botanical Gin

(0,7 Liter): 27,95 € (UVP)

Glendalough Double Barrel Single

Grain Irish Whiskey (0,7 Liter):

27,95 € (UVP)

Glendalough Pot Still Irish Whiskey

(0,7 Liter): 49,00 € (UVP)

D

PERDOMO

FRESCO

ie PERDOMO FRESCO ® wird aus schmackhaften

Longfiller-Tabaken, gewachsen auf der reichen, dunklen

Erde der Perdomo Tabakfelder in Esteli, hergestellt. Die

Umblätter werden sorgfältig aus den Ernten der Perdomo

Farmen aus der Jalapa Tal Region ausgewählt. Als Highlights

werden die Perdomo Fresco Formate wahlweise mit

einem goldenen CONNECTICUT Shade, einem öligen SUN

GROWN oder einem lang gereiften MADURO Deckblatt

bereichert.

Somit entsteht mit der PERDOMO FRESCO ® eine gehaltvolle

Cigarre im 10er oder 25er Bundle, welche sich als

Connecticut durch einen cremig-sanften und ausbalancierten

Geschmack auszeichnet, als Sun Grown mit einem

mittel-würzigen Finish überzeugt oder in der Maduro

Ausführung mit einer vollmundigen Würze begeistert.

Die PERDOMO FRESCO ® ist eine Premium Longfiller

Cigarre, die durch den Verzicht auf eine edle Holzkiste

mit einem sensationellen Preis-Leistungs-Verhältnis

angeboten wird.

Deckblatt: Ecuador Connecticut Shade

Nicaragua Sun Grown

Nicaragua Maduro

Umblatt: Nicaragua

Einlage: Nicaragua

Format Größe Inhalt KVP / Stück

Fresco Robusto 5 x 50 10 / 25 4,60 €

Fresco Toro 6 x 50 10 / 25 4,70 €

Fresco Churchill 7 x 50 10 / 25 4,80 €

Fresco Torpedo 6 ½ x 54 10 / 25 5,00 €

EXKLUSIV-IMPORTEUR

Don Stefano

info@donstefano.com


FINE PAIRINGS

Echte

Sommernachtsträume

MONTOSA SIGNATURE RUM

Der Rum zur Zigarre: karibisches Pairing in Perfektion

Welche wunderbaren Genusskompositionen aus der Karibik

haben unseren Gaumen schon verwöhnt! Bestens bekannt

und überaus erfolgreich in Deutschland ist die Marke

Montosa, handgerollte Longfiller Zigarren aus der Dominikanischen

Republik made by Arnold André Dominicana.

Perfekt darauf abgestimmt präsentiert Arnold André

nun den passenden Rum: den Montosa Claro Intenso X

Signature Rum.

Im karibischen Klima reift der Rum dreimal so schnell

wie schottischer Whisky. Der Montosa Signature Rum

reift im Solera System. Im Fasslager mit mehreren

übereinander gestapelten Fässern wird deren Inhalt

nach einer festgelegten Prozedur miteinander verschnitten.

Dieser Verschnitt bringt ein breites und

vielfältiges Aromenbild hervor. Um den einzigartigen

Geschmack und die intensive Aromastruktur

des Montosa Signature Rum zu erschaffen,

wird der dominikanische Montosa-Blend mit

sorgsam ausgesuchten Vintage Destillaten

der Inseln Jamaika, Guyana, Barbados und

Trinidad verfeinert und nach der Vermählung

nochmals für einen kurzen Zeitraum

zusammen gelagert. Sein Alter beträgt am

Ende zwischen sechs und 15 Jahren. Der

vanillig-süßliche Rum vermählt sich von

den ersten Sekunden an mit den cremig,

holzigen Aromen der Zigarre. Durch den

langanhaltenden Abgang am Gaumen kann

ein kleiner Schluck Rum zu einer großen Wirkung

für mehrere Züge an der Zigarre führen. Beide Komponenten

harmonieren durch ihre weichen und dezenten Noten von Honig,

Kokos und Früchten.

14

FineTobacco[+] 02·2021


Dürfen wir Ihnen Rum und Zigarren der Extraklasse

vorstellen? Vollenden Sie Ihre karibischen Träume.

Diese zwei Pärchen entführen Sie in andere Welten.

Das einzige, was Sie noch mitbringen müssen, ist

etwas Zeit. Denn diese Perlen sind für den schnellen

Genuss nebenbei, viel zu schade.

PERDOMO 20th Anniversary Epicure Connecticut

Der Name Perdomo steht nicht nur für absolute Premiumqualität,

sondern auch für die weitreichende und bewegende

Firmengeschichte. Wie bei Perdomo üblich ist die

Serie mit drei unterschiedlichen Deckblättern – Maduro,

Sungrown und Connecticut – erhältlich. Maduro und

Sungrown stammen aus Nicaragua, ebenso wie auch

Einlage und Umblatt. Bei diesen Deckblättern handelt

es sich um die höchste Blattstufe, was einen kraftvollen

und intensiven Smoke garantiert. Zudem

erfahren diese Blätter eine besondere Reifung:

Für mindestens 14 Monate lagern sie in alten,

ausgebrannten Bourbon-Eichenfässern, um so

eine spezielle Note zu erhalten. Den Anteil eines

guten Deckblatts am Smoke kann man schließlich

kaum überschätzen; Experten gehen von

bis zu 70 Prozent aus.

Sungrown kommt besonders gehaltvoll

daher, während Maduro noch für eine

zusätzliche Süße sorgt. Die Variante

Connnecticut besitzt ein helles Deckblatt

aus Ecuador. Es sorgt für einen leichten,

etwas holzigen Geschmack und wird

vor allem Freunde milderer Zigarren

überzeugen.

RUM ADMIRAL RODNEY HMS MONARCH

Admiral Rodney war ein britischer Flottenadmiral. Zu seiner großen Flotte durfte er 22

Schiffe zählen. Eines davon war die HMS Monarch (HMS = His/Her Majesty’s Ship). Dieser

St. Lucia Rum ist ein Blend aus 6 bis 9 Jahre alten Rums, die in gebrauchten Bourbon- und

Port-Fässern reiften. Die Rums wurden im Coffey-Still destilliert. Es handelt sich hierbei

um eine exklusive Abfüllung für Deutschland und Österreich. Farbe: dunkles Mahagoni

Bouquet. In der Nase entwickelt sich ein feiner Duft von süßen Sultaninen und Vanille mit

einem Hauch von roten und schwarzen Früchten. Am Gaumen zeigt er sich ebenfalls angenehm

süß mit Anklängen von braunem Zucker, Pralinen und kandierten Früchten. Die Süße

verweilt zusammen mit geröstetem Eichenholz sowie tropischen Gewürzen und verleiht

somit Ausgewogenheit und Komplexität.

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FINE LIFE•ART

Leon Löwentraut begeistert

die junge Generation

Venedig, Wien, München, Paris, Zürich, London, Rom – in ausgewählten

Museen und Galerien dieser europäischen Kunstmetropolen zeigt der

deutsche Künstler Leon Löwentraut 2021/22 seine neuen Werke. Die

internationale Ausstellungstournee ist ein weiterer Meilenstein in der

Karriere des erst 23-jährigen Künstlers, der erst kürzlich von Forbes

unter die 30 wichtigsten deutschen Persönlichkeiten unter 30 Jahren

gewählt wurde.

Löwentrauts Werke entstehen

spontan und impulsiv. Bevorzugt

malt der Künstler mit vollem Körpereinsatz

bei lauter Musik auf dem

Fußboden.

Seine Sujets sind vielseitig, beschäftigen

sich mit Menschen und Zwischenmenschlichem,

oszillieren zwischen

Optimismus und Kritik, zeigen oftmals

auch den isolierten Menschen hinter

der sozialen Fassade. Dennoch verströmen

Löwentrauts Werke stets unbändige

Lebensfreude und Zuversicht. Damit

trifft er den Nerv der Zeit.

Damit gehört der Düsseldorfer laut

Forbes zu den jungen Deutschen, die

2020 Herausragendes geleistet haben

und daran arbeiten, die Gesellschaft

zum Besseren zu verändern. Weitere

Stationen des Global Gates werden Singapur,

Dallas und Hongkong sein.

Manfred Möller, Kunstexperte, und

Verleger: „Leon Löwentraut hat in kurzer

Zeit eine Stimme in der kontemporären

Kunstszene bekommen und es

ist ihm gelungen, eine neue Generation

überhaupt erst für Kunst zu begeistern.

Sie folgen ihm auf Facebook und Instagram,

besuchen seine Ausstellungen

und sammeln seine Werke, weil er die

gleiche Sprache spricht wie sie.“

Nächste Ausstellung von Leon Löwentraut

in München im Bayerischen

Nationalmuseum, vom 29. Juli bis 26.

August

Fotos: Adrian Bedoy

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FineTobacco[+] 02·2021


TOP•FACHGESCHÄFTE

»WILLKOMMEN

BEI DER

ERMURI«

Im Rahmen unserer beliebten Serie stellen wir dieses Mal einige Top-Tabakfachgeschäfte

vor, die sich als Mitgliedsunternehmen der ERMURI

präsentieren. Sicher kennen viele unserer Leserinnen und Leser diese Einkaufsgenossenschaft

aus Detmold, die sich intelligent und zeitgemäß zur

Genuss-Company weiterentwickelt hat. Hier nochmals ein kurzer Einblick

in die Gründungsgeschichte und das Selbstverständnis der Genuss-Händler:

„Am 22. Juni 1922 wurde die ERMURI von den Herren Erhard, Mugler und Rinn

in Frankfurt gegründet. Die ersten Buchstaben der Nachnamen führten zur raschen

Namensfindung der ERMURI Händlervereinigung e. V.Ziel der gemeinsamen

Kooperation der Herren war es, eine Eigenständigkeit gegenüber bestehenden

Marken-Cigarren zu schaffen sowie eine Marktprofilierungsstrategie

zu betreiben, um sich von der starken Konkurrenz abzuheben.

Im Jahr 1965 wurde dann die ERMURI Einkaufsgenossenschaft gegründet,

die seit 2011 ERMURI Genuss Company eG heißt.

Die ERMURI eG hat Ihren Sitz seit 1993 am Fuße des Teutoburger Waldes

in Detmold. Wahrzeichen der Region ist das berühmte Hermannsdenkmal.

Genuss ist vielseitig, daher führt die ERMURI für Sie nicht nur Tabakwaren,

sondern auch eine Fülle von anderen Genussmitteln – eine Kombination, die

Zukunft hat und sich seit Jahren bewährt.“

Wir freuen uns, dass wir Ihnen diese Top-Geschäfte vorstellen dürfen und

wünschen allen Genießerinnen und Genießern ein fröhliches und genussvolles

Einkaufserlebnis.

Mit dem Umzug vom Hansa Centrum ins Hansa Haus und der

Zusammenlegung zweier Filialen am Standort Schwanenmarkt

hat Inhaber Hartmut Janßen eine deutliche und klare Marke

für die neuen 20er gesetzt.

Fast 14 qm Zigarren-Humidor mit Davidoff 5-Sterne Ambassador

und Habanos Point,dazu ein entsprechendes Zigarillo-Angebot,

über 16 laufende Meter Pfeifentabak und mehr

als 200 Single Malts.

Janßen, Tabak & Genuss

47798 Krefeld

Hochstraße 114, im Schwanenmarkt

Tel. 02151 6579600

www.tabak-janssen.de

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag:

08:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Samstag:

08:00 Uhr bis 18:00 Uhr

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TOP•FACHGESCHÄFTE

Seit über 45 Jahren in der Marktstr in Buchen/Odenwald.

Durch Erweiterungen in den letzten Jahren kam ein Klimaraum,

hauseigene Smoker´s Lounge mit regelmäßigen

Events, Whiskydepot und Feinkost der Firma „Gourmet

Berner“ hinzu. Die Inhaberin Frau Knapp absolvierte 2018

das Whisky Ambassador -Programm mit Zertifikat. Und

regelmäßige Events wie Whiskytasting/ Zigarrentasting sind

mittlererweile Tradition.

Knapp´s Laden

Marktstraße5

74722 Buchen

www.knapps-laden.de

Das Tabakhaus Schall blickt auf eine lange Tradition zurück.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, dieser gerecht zu

werden und sie mit innovativen Ideen zu ergänzen

Tabakhaus Schall

Marktstr.54

73230 Kirchheim unter Teck

www.tabakhausschall.de

post@tabakhausschall.de

18

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Loch Mor Spirits wurde im Dezember 2017 eröffnet. Der

Eigentümer Ralf Splettstößer erfüllte sich seinen Traum. Zigarren,

Rum, Gin und andere Spezialitäten werden auf 100qm

präsentiert.

Es werden auch Tastings in der Smoker Lounge durchgeführt.

Loch Mor Spirits

Ralf Splettstößer

Peterstraße 24

23701 Eutin

Tel. 04521.830 28 46

info@lochmorsprits.com

Seit 1929 steht die Familie Lazarus, mittlerweile in 4. Generation,

für Qualität in Beratung und Verkauf von Tabakwaren.

Zigarren aus allen Herkunftsländern lagern in unserem 15m²

großen begehbaren Humidor unter optimalen Bedingungen

um die beste Qualität für Ihre Zufriedenheit zu gewährleisten.

Wir sind Davidoff Ambassador und Habanos Point.

In unserem Sortiment findet man über 100 Single Malts, 30

verschiedene Rums und 50 andere Spirituosen.

Lazarus Tabakwaren

Gaußstraße 1

84489 Burghausen

www.lazarus-tabakwaren.de

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TOP•FACHGESCHÄFTE

Seit 1953 Familiär geführt, ein umfangreiches Sortiment an

Zigarren (Begehbarer Humidor) und Pfeifentabak.

Große Auswahl an Exklusiven Spirituosen aus allen Bereichen.

Schöne Auswahl an Raucherbedarfsartikeln.

Ein Besuch lohn sich immer.

Tabak Jacobs

Inh. Heike Klus

Große Straße 14

26721 Emden

Tel. 04921 23721

Fax: 04921 34421

tabak-jakobs@hotmail.com

Zigarrenhaus Bierau in Weil am Rhein, hier findet man

feines für die Sinne. Ein umfangreiches Sortiment handgerollter

Premium-Zigarren,Pfeifen namhafter Hersteller,

sowie ein große Auswahl an schottischer Single Malt

Whisky

Zigarrenhaus Bierau

Hauptstraße 205

79576 Weil am Rhein

smoke-@gmx.de

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag

6:00 Uhr bis 12.30 Uhr

und 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr

Samstag

6:00 Uhr bis 13:00 Uhr

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Hochwertige Spirituosen von Rum, bis hin zu den verschiedensten

Whisky Sorten. Ein üppiger Humidor mit vielen

Zigarren aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt.

Zudem Feinkostspezialitäten, Craft-Bier und Kaffee aus aus

unserer schönen Stadt. All das finden Sie bei Tabak Westphal

in Dülmen. Ebenfalls führen wir die klassischen Produkte,

wie Lotto, Zigaretten, Feinschnitt und eine große Auswahl an

Glückwunschkarten.

Westphal GmbH

Lotto, Tabakwaren, Zeitschriften

Halterner Straße 12

48249 Dülmen, Mitte

Tel.(0 25 94) 7 82 33 18

Ein Osnabrücker Erfolgsrezept seit 1987.

Whisky ist eine große, aber nicht unsere einzige Leidenschaft:

wenn Ihr Herz für feinen Gin, edlen Brandy oder exotischen

Rum schlägt, finden wir auch das Richtige für Sie. Wenn Sie

möchten, auch die passende Zigarre zu Ihrem Lieblingsdrink.

Unser Zigarrensortiment ist genauso handverlesen und

abwechslungsreich wie unsere Spirituosenauswahl.

Dagmar Brockmann Tabak & Whisky

Möserstraße 2049074 Osnabrück

Tel. 0541-21046

dagmarbrockmann@me.com

Öffnungszeiten

Mo. – Fr. 09.00 – 18.00 Uhr

Sa. 10.00 – 14.00 Uhr

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TITEL•STORY

»Hurra wir

leben noch«

Fotos Schneiderpress/Erwin Schneider/Wolfgang Breiteneicher

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Es war eine schier unendlich lange Zeit des Wartens. Eine Zeit voller Unsicherheiten,

Ängsten, Wut und Hoffnung. Die Corona-Pandemie forderte alle enorm

heraus. Noch ist nicht alles wie früher. Vorsicht ist weiterhin angesagt, aber

mit den warmen Sonnenstrahlen kommt auch die Lust auf Genuss zurück. FINE TOBACCO

hat die Gelegenheit genutzt und mit interessanten Menschen über ihre Gefühle, ihre Einschätzungen

und Sehnsüchte gesprochen. Ein Stück wahrer Lebensfreue, aber auch mit

hintergründigen Erkenntnissen. Ein dafür bestens geeigneter Genussort war das neue

„The Chedi Luštica Bay“ in Montenegro, das eine wunderbare Kulisse für die entspannten

Gespräche abgab. Unsere Autorin Birgitt Wolff hat alles für Sie mitgebracht.

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TITEL•STORY

Wir fragten Theaterstar

Jochen Busse:

Lebensfreude und Genuss waren und

sind für viele untrennbare und wichtige

Bestandteile des Lebens. Gilt das auch

für Dich? Was sind Deine Lebensfreude

-und Genuss-Favoriten, wenn die

Einschränkungen aufgehoben sind bzw.

aufgehoben werden?

„Draußen irgendwo in der Gastronomie

sitzen, frisch gezapftes Bier, die

Leute drumherum, eigentlich Biergarten

München. Und was noch dazugehört,

auch draußen, auch bei viel Sonne, viel,

viel Eis, vorzüglich Vanille und Schokolade.“

Gehört Genussrauchen auch dazu?

„Genussrauchen ist durch das Yoga

sehr in den Hintergrund getreten, aber

wenn, und das kommt ja vor und man

kriegt ja sowas angeboten, also Zigarette

auf Lunge das kann ich gar nicht

mehr machen, aber so in schöner Runde

sitzen und guter Rotwein und es kommt

einer mit einer Zigarre…also ich muss

sie ja nicht zu Ende rauchen, aber das

ist dann schon… Und dann genieße ich

es besonders, was ich als junger Mann

schon geübt hab, Ringe zu blasen und

dann zu sehen: sieht eigentlich gut aus.

Eigentlich nichts Ungesundes diese Wolke.“

Hast Du einen Genusstipp fürs Leben?

„Das ist ein Genuss, zu sitzen, nichts

tut weh und du guckst zurück und

denkst, es ist eigentlich alles in Ordnung.

Und dazu muss Sonne sein. Das

ist allerdings wichtig, natürliche Wärme.

Der Genusstipp fürs Leben ist wirklich

etwas anzustreben, das heißt Gelassenheit.

Das muss man lernen. Man muss

sich sagen, wenn ich noch nicht meine

Mitte habe, dann übe ich das. Dann

sehe ich das in allem, so kannst du es

hinkriegen.“

Nach über 15 Monaten in Pandemie-Starre

scheint es endlich wieder

aufwärts zu gehen. Welche eigenen

Erkenntnisse nimmst Du aus dieser Zeit

der Beschränkungen mit?

„Na ich hab ja gar nicht schlecht gelebt

in der Pandemie, muss ich sagen.

Ich habe gelebt wie sonst, nur ohne Vorstellung.

Und dann hab ich gedacht, ach

so leben Rentner...“

Was fällt Dir zu dem Satz ein: Hurra wir

leben noch?

„Hurra wir leben noch…ich hatte das

schon viel früher, ich bin ein Kriegskind

und als wir wieder anfingen satt zu werden,

haben wir wirklich für uns gesagt:

Hurra wir leben noch. Das hat schon

auch eine ziemlich ernste Seite für mich.“

Der Mensch ist ja bekanntlich ein

soziales Wesen. Kontakte, Gespräche,

Umarmungen und vieles mehr gehören

dazu. Was hast Du am meisten vermisst

und auf was freust Du Dich jetzt am

meisten?

„Ich war in einer Talkshow, da war

ein Ganzheitsprofessor und er hat gesagt,

um nicht depressiv zu werden, sollte

man sich jeden Tag über irgendetwas,

was man bewusst erlebt hat, besonders

freuen. Und das kannst du ja auch. Wenn

Dinge plötzlich passieren, wenn du sie

wertschätzt, kannst du dich zum Beispiel

darüber freuen, dass zwei Schwäne im

Hofgarten in Düsseldorf auf dem Wasser

sehr dämlich miteinander umgehen.

Du siehst da viel Menschliches drin. Und

auch diese Arroganz die da mitspielt und

du denkst, ach guck mal, das ist doch

der…Und das nimmst du mit nach Hause.

Und das ist die Freude am Tag. Und

am nächsten Tag passiert wieder so eine

Kleinigkeit. Und dann kommst du über

diese Pandemie fabelhaft hinweg. Und

damit schläfst du auch ein am Abend,

das ist wichtig, gut einschlafen.“

Was ist für Dich vollkommenes Glück?

„Vollkommenes Glück ist, nichts zu

bedauern eines Tages. Wenn ich dann

sitze und schau in die Landschaft , entsteht

Zufriedenheit. Es wechselt, die

Glücksgefühle wechseln. Es gibt nichts

Vollkommenes. Man muss von allem das

Beste rausfinden. Wenn man das kann,

dann wird man glücklich.“

Zum Schluss ein persönliches Statement:

Kunst, Kultur, Gastronomie,

Hotellerie, Eventwirtschaft und einige

mehr zählen zu den sehr hart getroffenen

Branchen durch die Pandemie.

Was wünschst Du den Menschen in den

nächsten Monaten? Was wünschst Du

Dir für Dich selbst?

„Ich muss sagen, da bin ich ganz egoistisch:

Ich wünsche mir als erstes volle

Häuser, und ich wünsche mir, dass die

Leute neu anfangen zu lachen. Das ist ja

aufgestaut. Und dann wünsche ich mir,

dass diese derzeitige Problematik, wie

redet man Menschen an, was ist divers

was ist indigen, das meines Erachtens

durch die Pandemie ernster genommen

wurde… man muss doch mal wieder

frei sein, meine Güte. Der Gottschalk

schreibt, er ist früher in die Mohren

- Apotheke gegangen, da hat sich doch

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FineTobacco[+] 02·2021


und Zigarettenkonsum. Jedenfalls geht

es langsam wieder aufwärts, aber es

war wirklich schlimm. Für mich ging es

noch, aber müssen in eine große Depression

gefallen sein. Wenn dir wirklich die

Hoffnung genommen wird, einen Beruf

auszuüben, das ist sehr, sehr schwierig.“

kein Mensch was bei gedacht. Du musst

heute in einen Text gucken und Verschiedenes

streichen und dann sagen wir es

so und dann denkst du plötzlich, tja die

Pointe ist futsch. Und das wünsche ich

mir, dass das nicht so um sich greift.

Das wäre für meinen Beruf und auch

für das, was ich gerne tue schon wichtig.

In der Schauspielerei kann man das

schon machen, aber ich spiele nun mal

absolute Komödien, die den Anspruch

erheben, aus sehr realistischem, wahrhaftigen

Darstellertum zu kommen, da

wo die Leute sich eben wieder erkennen

sollen. Wenn die Leute sich nicht mehr

wiedererkennen, weil ich Pünktchen machen

muss, wenn ich im Dialog bin, dann

wird’s schwer!“

Der Schauspieler, Regisseur

und Hörbuchstar

Rufus Beck hat folgende

Einsichten:

Lebensfreude und Genuss waren und

sind für viele untrennbare und wichtige

Bestandteile des Lebens. Gilt das auch

für Dich? Was sind Deine Lebensfreude

-und Genuss-Favoriten, wenn die

Einschränkungen aufgehoben sind bzw.

aufgehoben werden?

„Corona war Existenz bedrohend.

Insofern war Vieles, was einen Teil meines

künstlerischen Lebens ausmacht ,

nämlich auf der Bühne zu stehen, Musik

zu machen,zu moderieren, Lesung zu

machen, Theater zu spielen, alles nicht

möglich. Und das schlimme dabei ist,

man kann sich auf sowas einlassen, nur

es gab keine Zukunftshoffnung, es gab

kein Plan. Wann wird es wieder aufmachen?

Ich kann mich noch gut erinnern,

am 11. März 2020 hatte ich ein Gespräch

mit dem Intendanten vom bayerischen

Staatsschauspiel, dem Herrn Beck, Namensvetter,

und am selben Tag wurden

die Theater geschlossen. Eigentlich haben

sie immer nur ganz kurze Zeit noch

mal aufgemacht und seitdem sind die

ganzen Stücke in der Pipeline. Also für

mich ist ein Großteil meines Berufes

eingebrochen. Ich konnte natürlich noch

drehen, Filme drehen und hab natürlich

noch Hörbücher produziert, insofern

bin ich da privilegiert. Aber was mein

Leben ausmacht, ist, vor Publikum zu

sein. Mir bringt es überhaupt nichts, zu

etwas zu streamen. Ich verstehe Künstler,

die dann was machen. Okay, ich hab

eine Präsenz, ich bin da und man kann

mich sehen. Vielleicht auch Geld dafür

bezahlen, aber es ist nicht mein Ding. Ich

möchte den Life-Event. Und jetzt wird es

vielleicht ganz langsam wieder losgehen.

Und letztlich wurden die Künstler

– Til Brönner hat ja damals seine You-

Tube-Botschaft präsentiert, wo er sich

heftig beklagt hat, dass wir angeblich

nicht zur systemrelevanten Generation

bzw. Gruppe gehören und hat erst mal

aufgezeigt, wie viel Milliarden Kulturschaffende

überhaupt einspielen und

wie wichtig ist es für unser Leben. Jetzt

wissen wir das ja auch. Man kann nicht

ins Kino, nicht ins Theater, nicht ins Konzert,

nicht auf eine Veranstaltung gehen,

da kannst du nur zu Hause hocken. Und

wenn dann noch bei Ausgangssperre ist,

zu Hause alleine. Da steigt der Alkohol-

Was wären Deine Genussfavoriten?

„Ich lebe in Bayern und in Bayern es

ist schön, wieder im Biergarten zu sitzen,

draußen zu sein, überhaupt in ein Restaurant

zu gehen, auch wenn’s vielleicht

die Schanigärten sind. Während Corona

konnten die Restaurants draußen, wo

früher ein Parkplatz war, eine Außenstelle

errichten. Überhaupt wieder draußen

zu sitzen, das ist das erste. Aber noch

viel wichtiger ist, wieder zu spielen, für

Publikum. Musik zu machen, im Theater

wieder aufzutreten, das ist Genuss für

mich.“

Gehört Genussrauchen auch dazu?

„Ich bin jetzt nicht der typische Zigarrenraucher,

aber ich habe ab und zu mit

meinem Freund eine Zigarre geraucht.

Ich bin einfach ein Bewegungsmensch

und für die Zigarre brauchst du richtig

Ruhe. Und die Ruhe gönne ich mir oft

nicht. Wenn ich Ruhe habe, dann mache

ich etwas anderes, dann meditiere ich

und so weiter. Aber es stimmt, im Grunde

genommen kann man eine Zigarre ja

gar nicht wie eine Zigarette rauchen sondern

20 Minuten oder eine halbe Stunde

oder länger, da muss man sich Zeit dafür

nehmen, entweder alleine oder mit

Freunden.“

Der Mensch ist ja bekanntlich ein

soziales Wesen. Kontakte, Gespräche,

Umarmungen und vieles mehr gehören

dazu. Was hast Du am meisten vermisst

und auf was freust Du Dich jetzt am

meisten?

„Ja natürlich der soziale Umgang. Alleine

sich mit jemand zu treffen in einem

Café oder einem Restaurant. Ich hatte so

ein paar Momente und ich sagte, was kann

man machen im harten Lockdown… Und

dann hatte ich tatsächlich Corona. Fluch

und Segen, denn jetzt ist es in gewisser

Weise durch. Die Impfung ist ein Segen,

denn ich bin jetzt sozusagen durch. Jetzt

muss ich auch nicht in Quarantäne und

müsste eigentlich, je nach Land, auch

keinen PCR-Test mehr machen. Das war

sehr schwierig. Aber, man rückt enger

zusammen, soweit es möglich war, hat

sich die Familie besucht, aber die Kon-

FineTobacco[+] 02·2021 25


TITEL•STORY

takte wurden enorm eingeschränkt. Aber

nochmal: Das Schlimmste war für mich,

dass ich nicht mehr vor Publikum spielen

konnte. Permanent wurden Projekte abgesagt,

selbst große Projekte mit Maffay

zusammen mussten wir absagen, weil

es nicht möglich war. Weil es keine Planungssicherheit

gab. Für große Projekte

brauchst du eine Planungssicherheit, du

musst Hallen an- mieten. Also jetzt wird

es langsam, langsam weitergehen. Es

gibt viele Fragezeichen. Also vieles hat

in Deutschland nicht funktioniert, was in

anderen Ländern anscheinend, soweit ich

das mitbekommen habe, besser funktioniert

hat. Auch jetzt noch geht es relativ

langsam mit dem digitalen Impfpass und

ich würde mir wünschen , dass es möglichst

bald funktioniert. Jetzt haben alle

EU-Länder gesagt, wir machen das. Und

ich hoffe dass diese App besser funktioniert

als unsere Corona-App! Aber genug

der Kritik: es geht jetzt langsam wieder

hoch.“

Was fällt Dir zu dem Satz ein: Hurra wir

leben noch?

„Hurra wir leben noch! Klar das Leben

geht immer weiter, das könnte man

sagen. Hurra wir leben noch heißt, das

Ende von allem ist der Tod. Es gibt immer

noch Möglichkeiten, sich zu arrangieren.

Das anzunehmen was gerade

ist, das wäre vielleicht das, was ich mit

Hurra wir leben noch verbinden könnte.“

Zum Schluss ein persönliches Statement:

Kunst, Kultur, Gastronomie,

Hotellerie, Eventwirtschaft und einige

mehr zählen zu den sehr hart getroffenen

Branchen durch die Pandemie.

Was wünschst Du den Menschen in den

nächsten Monaten? Was wünschst Du

Dir für Dich selbst?

„Was man aus dieser Pandemie mitnehmen

kann? Die wird ja nicht aufhören,

sie wird ja nicht verschwinden, wir werden

damit leben müssen. Da werden neue

Mutanten kommen, da werden neue Impfungen

kommen, aber wir werden wahrscheinlich

nicht mehr sowas erleben wie

diesen Lockdown. Und auch nicht diesen

wirtschaftlichen Zusammenbruch, wie es

in den letzten anderthalb Jahren passiert

ist. Ich glaube, und ich spüre das auch in

meinem Umfeld, man geht vorsichtiger

miteinander um. Ich kann das nicht beurteilen,

ich weiß jetzt nicht, wie es in Berlin

ist. Da ist es ein bisschen härter und

grober, aber ich finde, dass allein schon

durch die Abstandsregelung und dass

man Maske trägt, alles etwas vorsichtiger

ist. Leute stehen ja auf einmal vor der

Metzgerei oder vor dem Bäcker und man

wartet geduldig, weil man weiß, es geht ja

nicht anders. Es wird also weniger gedrängelt.

Weniger drängeln, weniger Druck, es

ist ein bisschen mehr entschleunigt. Was

man mitnehmen kann, man merkt in der

Not den Mangel, wie dankbar man für das

normale Leben sein kann. Wie schön es

ist, Leute zu treffen, wie schön es ist in

ein Restaurant zu gehen, zu einer Theater-

und Musik- Veranstaltung zu gehen,

was wir sonst für selbstverständlich erachtet

haben. Ich hätte mir nie ausdenken

können, nicht mal in meinen schlimmsten

Vorstellungen, dass es mal nicht möglich

sein wird, auf einer Bühne aufzutreten.

Ja vielleicht, weil ein Haus abgebrannt ist

oder was renoviert werden muss, aber

das alle nicht mehr auftreten können…

selbst im Krieg gab es Fronttheater, hätte

ich nicht gedacht. Aber auch das nehme

ich wieder mit in mein weiteres Leben,

dankbar dafür zu sein, dass man in eine

sogenannte Normalität wieder eintritt.“

Der Komödiant, Autor

und Theaterbesitzer René

Heinersdorff nimmt die

Dinge so wahr:

Lebensfreude und Genuss waren und

sind für viele untrennbare und wichtige

Bestandteile des Lebens. Gilt das auch

für Dich? Was sind Deine Lebensfreude

-und Genuss-Favoriten, wenn die

Einschränkungen aufgehoben sind bzw.

aufgehoben werden?

„In Jedem Fall Menschen treffen,

irgendwo zusammensitzen. Ich muss

dazu sagen, dass ich die letzten 15 Monate

natürlich beruflich für schwierig gehalten

habe. Genießen konnte ich eigentlich

viel, ich hab zum Beispiel genossen,

dass man keine Ausreden mehr brauchte,

jemanden zu treffen.“ (lacht)

Gehört Genussrauchen auch dazu?

„Ich bin überhaupt kein Suchtraucher,

ich rauche etwa 15 Zigarren im

Jahr und das wirklich nur zu ganz besonderen

Gelegenheiten: wenn ich das

Gefühl habe, ich hab es mir verdient

etwas zu genießen. Also nach einer gelungenen

Premiere vielleicht oder nach

der Begegnung mit einer interessanten

Frau. Das sind Momente, die mir dann

erlauben, eine Zigarre zu rauchen. Am

liebsten übrigens tatsächlich allein oder

vielleicht mit einem Freund, also nicht so

in großer Gesellschaft. Und da ist es mir

relativ wurscht, wo ich rauche. Am liebsten

auch draußen, nicht in der Lounge.“

Nach über 15 Monaten in Pandemie-Starre

scheint es endlich wieder

aufwärts zu gehen. Welche eigenen

Erkenntnisse nimmst Du aus dieser Zeit

der Beschränkungen mit?

„Erstmal die Erkenntnis, die wir alle

mitnehmen, dass nicht jedes Treffen leibhaftig

sein muss, Mir gingen zwar die Vi-

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FineTobacco[+] 02·2021


deokonferenzen irrsinnig auf den Wecker,

aber ein paar kann man trotzdem behalten.

Und ich nehme die Erkenntnis mit,

dass man zwischen den Arbeitsabläufen

sich einfach ganz bewusst auch Zeiten

einräumen sollte. Das habe ich bisher

nie getan, ich habe immer durchgearbeitet

und ich werde, glaube ich, aus der

Pandemie mitnehmen, dass man einfach

kontemplative Zeiten einbaut. Das hab ich

schon auch genossen in der Pandemie.“

Was fällt Dir zu dem Satz ein: Hurra wir

leben noch?

„Dazu fällt mir ein: Hurra wir leben

noch! Und das muss man ja sagen, bei

aller Klage über den Staat, sind wir in

Deutschland schon auch in Netze gefallen.

Also Hurra wir leben noch ist fast ein

bisschen hoch gegriffen. Natürlich gibt

es auch Härtefälle, aber das Gros der

Gesellschaft hat diese Pandemie eigentlich

sehr gut überstanden. Und wenn es

jetzt so sein sollte, dass die Impfungen

tatsächlich auch die Mutanten abdecken

und man wieder zur Normalität zurückkommt,

sind wir, glaube ich, alle mit einem

blauen Auge davongekommen. Das

heißt, wir können nicht sagen Hurra wir

leben noch sondern Hurra wir leben jetzt

wieder besser.“

Kochst Du gerne und wenn ja für wen?

„Ich koche in erster Linie für Freunde.

Die Mutter meiner Kinder dreht gerade

im Ausland, ich bin alleine mit den Kindern

und damit man nicht den ganzen

Tag nur Kindergarten spielt, hab ich mir

fast jeden Abend ein befreundetes Pärchen

eingeladen, und zu dritt gekocht.

Jochen Busse war auch häufig da und

ich hab natürlich die unterschiedlichsten

Sachen ausprobiert. Wann hat man

sonst die Zeit dazu? Ich hab das sehr

genossen. Ich halte Kochen für eine sehr

kontemplative Angelegenheit, die einen

ausgleicht. Ich hab auch oft abends gekocht,

ohne es zu essen, nur um den

Kochvorgang zu haben, dann erst am

nächsten Tag gegessen.“

Der Mensch ist ja bekanntlich ein

soziales Wesen. Kontakte, Gespräche,

Umarmungen und vieles mehr gehören

dazu. Was hast Du am meisten vermisst

und auf was freust Du Dich jetzt am

meisten?

„Tatsächlich die spontane Begegnung.

Und natürlich die Theatervorstellungen,

die aufgrund der Massen nicht

möglich waren, Wir haben das zwar

versucht wissenschaftlich zu belegen

und das ist auch gelungen, dass in Theatern

keine Massenansteckung möglich

ist, weil es gar keine Aerosolbildung gibt

durch die Frischluftanforderungen, die

wir aufgrund der Versammlungsstätten

- Verordnung auch schon vor Corona erbringen

mussten. Dennoch war ja Theaterspielen

verboten. Das hab ich eigentlich

am meisten vermisst.“

Zum Schluss ein persönliches Statement:

Kunst, Kultur, Gastronomie,

Hotellerie, Eventwirtschaft und einige

mehr zählen zu den sehr hart getroffenen

Branchen durch die Pandemie.

Was wünschst Du den Menschen in den

nächsten Monaten? Was wünschst Du

Dir für Dich selbst?

„Ich wünsche uns allen, dass wir die

Erfahrungen die wir gemacht haben, unter

Umständen mitnehmen. Es sind ja auch

eine Reihe von Erfahrungen dabei gewesen,

wo man bestimmte Wege verknappt,

bestimmte Überflüsse anders kanalisiert.

Also, dass wir nachhaltig oder nachhaltiger

als vor der Pandemie mit den Ressourcen

umgehen, die wir haben. Und ansonsten

wünsche ich mir, dass die Leute, also

die Kunden oder wie wir im Theater sagen,

die Zuschauer, das Vertrauen schnell wiederfinden

und Lust haben auf analoge Erlebnisse,

weg von der Digitalisierung.“

Was ist für Dich vollkommenes Glück?

„Ich glaube, dass das Streben nach

vollkommenen Glück falsch ist, denn

in dem Moment, wo ich vollkommenes

Glück erreiche, brauche ich ja nichts

mehr. Dann bin ich nicht weit vom Tod

entfernt. Ich glaube vollkommenes Glück

ist, wenn ich noch Ziele oder Wünsche

offen habe, von denen ich glaube, dass

ich sie mir erfüllen kann und ich sie erreichen

kann. Da fängt vollkommenes

Glück an. Und nicht, wenn ich sie erreicht

habe. Der Weg dahin ist das Glück.“

Der Komponist und Musikproduzent

Harold

Faltermeyer sinniert:

Lebensfreude und Genuss waren und

sind für viele untrennbare und wichtige

Bestandteile des Lebens. Gilt das auch

für Dich? Was sind Deine Lebensfreude

-und Genuss-Favoriten, wenn die

Einschränkungen aufgehoben sind bzw.

aufgehoben werden?

„Wieder frei reisen können, ohne eine

Maske im Gesicht, ohne eigenartige Regulationen,

die keiner versteht. Und einfach

versuchen, gesund zu bleiben.“

Gehört Genussrauchen auch dazu?

„Absolut! Ich rauche seit über 50

Jahren Zigarre. Zigarre rauchen ist eine

der beruhigendsten Tätigkeiten. Zigarre

rauchen verbinde ich mit Meditation, mit

in die Gegend schauen, Landschaften

genießen, denken und einfach sinnieren.“

Gibt es Orte, an denen Du Deine Zigarre

am liebsten genießt?

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TITEL•STORY

„Ja meine Hütte, an meinem gewohnten

Platz. Dazu ein gutes Getränk,

das kann Bier sein oder ein Wein, es

kann auch mal ein Rum sein und da fühle

ich mich wohl.“

Hast Du einen Genusstipp fürs Leben?

„Cape Diem natürlich! Genieße den

Tag, nutze jede Gelegenheit, wo du Genuss

ausüben kannst. Es ist eh schneller

vorbei, als man denkt.

Nach über 15 Monaten in Pandemie-Starre

scheint es endlich wieder

aufwärts zu gehen. Welche eigenen

Erkenntnisse nimmst Du aus dieser Zeit

der Beschränkungen mit?

„Vor allen Dingen Demut. Das ist das,

was wir eigentlich lernen müssen. Wir

müssen nachdenken, was uns alles passieren

kann. Es wird uns wahrscheinlich

ein weiterer Virus irgendwann einholen.

Es war nicht der letzte, es ist nur der Anfang

einer Serie, glaube ich. Wir müssen

lernen, dass wir mit allem was wir auf

dieser Erde haben, vorsichtiger umgehen.“

Was fällt Dir zu dem Satz ein: Hurra wir

leben noch?

„Man weiß ja, dass Glück und Unglück

unglaublich nah beieinander liegen.

Es kann ja eine Sekunde sein, die

über dein weiteres Leben oder nicht leben

entscheidet. Hurra wir leben noch

muss man sich einfach vor Augen halten

und wissen, dass es jede Sekunde vorbei

sein könnte, so schnell, dass man es gar

nicht fassen kann. Ein guter Ausspruch,

weil er zeigt, wir leben halt noch, wir haben

alles überstanden. Wir haben diesen

Spruch ja sehr oft nach dem zweiten

Weltkrieg auch gesagt, es ist einfach ein

positives Zeichen in die Welt.“

Der Mensch ist ja bekanntlich ein

soziales Wesen. Kontakte, Gespräche,

Umarmungen und vieles mehr gehören

dazu. Was hast Du am meisten vermisst

und auf was freust Du Dich jetzt am

meisten?

„Am meisten habe ich den ungezwungenen

Umgang mit Freunden vermisst.

Ich wünsche mir, dass wir aus

dieser Pandemie gelernt haben, aufeinander

Rücksicht zu nehmen. Es muss

uns klar sein, dass der zu enge Kontakt

zu Menschen zwangsläufig zu einer Katastrophe

führen wird. Oder wie Darwin

gesagt hat, wenn es zu viele gibt, wird es

sich dezimieren.“

Was ist für Dich vollkommenes Glück?

„Gesund sein, Familie, Partnerschaft.“

Zum Schluss ein persönliches Statement:

Kunst, Kultur, Gastronomie,

Hotellerie, Eventwirtschaft und einige

mehr zählen zu den sehr hart getroffenen

Branchen durch die Pandemie.

Was wünschst Du den Menschen in den

nächsten Monaten? Was wünschst Du

Dir für Dich selbst?

„Ich wünsche jedem, der ernsthaft

betroffen war, auch unserer Branche,

dass es keinen nachhaltigen und nicht

reparablen Schaden gibt. Dass man einfach

wieder positiv in eine neu geordnete

Welt schauen kann, wieder arbeiten

kann, Freude haben kann, an dem was

man macht.“

Sängerin und Schauspielerin

Claudia Jung sieht

die Dinge so:

Lebensfreude und Genuss waren und

sind für viele untrennbare und wichtige

Bestandteile des Lebens. Gilt das auch

für Dich? Was sind Deine Lebensfreude

-und Genuss-Favoriten, wenn die

Einschränkungen aufgehoben sind bzw.

aufgehoben werden?

„Es ist für mich so, dass ich am meisten

die Zeit genieße, wenn ich zu Hause

bin. Das ist für mich Lebensfreunde mit

meinen Tieren, mit meiner Familie bei

uns auf dem Hof. Selber kochen, backen.

Aber wenn man das natürlich in Folge

das zweite Jahr immer nur hat und gar

nicht mehr rauskommt, dann kann sich

das natürlich sehr schnell drehen Von

daher lechzt es mich natürlich schon danach,

raus zu kommen. Irgendwo hin zu

fahren in die Berge, in die Natur, nicht in

die Städte. Und essen, wenn man dann

wieder rausfahren kann, wo es gemütlich

ist. Irgendwo mitten in der Natur,

ein schönes Restaurant, sich nicht fein

machen müssen, kann auch gerne Lagerfeueratmosphäre

haben. Das ist für

mich die beste Möglichkeit abzuschalten,

ein bisschen einen Kontrast zu haben zu

meiner beruflichen, glitzernden, doch

unwirklichen Welt.“

Gehört Genussrauchen auch dazu?

„Ich hab früher relativ viel geraucht

mit Anfang 20, dann hab ich irgendwann

mal aufgehört. Übriggeblieben ist für

mich eigentlich nur noch an Silvester

mal eine Zigarre rauche oder, wenn ganz

was Besonderes ist, wie Hochzeiten, runde

Geburtstage. Dann paffe ich auch mal

eine Zigarre - und finde es eigentlich, mit

einem schönen Glas Rotwein dazu, auch

ganz toll.“

Gibt es Orte, an denen Du Deine Zigarre

am liebsten genießt?

„Am Kamin. Das wäre für mich so

ein bevorzugter Ort. Ich finde, der passt

am allerbesten. Diese Gemütlichkeitzwischen

Rotwein und Kaminfeuer, das

Knistern dazu, das macht es irgendwie

rund für mich.“

Hast Du einen Genusstipp fürs Leben?

„Der Genusstipp fürs Leben schlechthin

ist, wenn man sich klarmacht, dass

es wichtig ist zu arbeiten, um zu leben,

aber nicht zu leben, um zu arbeiten.“

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Nach über 15 Monaten in Pandemie-

Starre scheint es endlich wieder

aufwärts zu gehen. Welche eigenen

Erkenntnisse nimmst Du aus dieser Zeit

der Beschränkungen mit?

„Ich habe ein bisschen mehr die Ruhe

gelernt. Zwangsläufig. Einfach festgestellt,

wie wichtig es ist, sich Zeit zu nehmen

für Dinge im privaten Bereich, die ich

sonst auf morgen verschoben habe. Man

kriegt wieder vor Augen geführt, das es

so viel wichtigere Dinge im Leben gibt,

ganz andere Werte, die letztendlich mehr

zählen, als das, was uns beruflich immer

so antreibt. Das Streben nach Erfolg,

ständig irgendwo auf der Bühne zu stehen,

immer vorne mit die Erste zu sein,

verehrt zu werden irgendwo.... Es ist nicht

das, was uns am Ende des Tages wirklich

glücklich macht in unserem Leben. Und

vor allem auch nicht gesund.“

Was fällt Dir zu dem Satz ein: Hurra wir

leben noch?

„Es ist noch nicht vorbei, das muss

man auch mal sagen. Ich hab schon das

Gefühl, man sieht wieder ein bisschen

Licht am Ende des Tunnels. Ich bin da

auch ganz positiv gestimmt, dass wir in

absehbarer Zukunft ein Level erreicht

haben werden, wo vieles wieder möglich

sein wird. Und wir dann auch wirklich

alle rückblickend feststellen müssen, es

hat sich gelohnt durchzuhalten.“

Zum Schluss ein persönliches Statement:

Kunst, Kultur, Gastronomie,

Hotellerie, Eventwirtschaft und einige

mehr zählen zu den sehr hart getroffenen

Branchen durch die Pandemie.

Was wünschst Du den Menschen in den

nächsten Monaten? Was wünschst Du

Dir für Dich selbst?

„Ich wünsche uns allen einfach,

dass wir lernen mit diesem schwierigen

Thema umzugehen, auch weiterhin. Ich

glaube nicht, dass es in absehbarer Zeit

vorbei ist. Wir werden längere Zeit noch

damit umgehen müssen, in irgendeiner

Form. Aber ich wünsche uns allen, dass

wir zu einem Weg zurückfinden, der es

uns möglich macht, unsere Profession

weiterhin zu betreiben und ein bisschen

wieder in Fahrt zu bringen. Fast wie es

vorher möglich war. Ob es ganz so sein

wird, weiß ich nicht, mag ich fast bezweifeln,

weil einfach zu viel auf der Strecke

geblieben ist. Weil ich glaube, dass man

oft an der falschen Stelle gespart hat

und natürlich auch entsprechend an der

falschen Stelle reingepusht hat. Einfach

nicht zu erkennen, dass gerade diese

Branchen, die auf der Strecke bleiben,

sehr wohl systemrelevant sind. Und es

hat mich schon schockiert, dass sich

anscheinend keiner Gedanken gemacht

hat, wie viele Millionen Menschen in diesen

Branchen eigentlich dafür sorgen,

dass wir all das machen können, dass

wir essen gehen können, dass wir reisen

können, was zu dem Lebensstandard,

den man sich im Laufe der Zeit erarbeitet,

einfach dazugehört. Und das plötzlich

nicht mehr zu können, die Freizeit

nicht mehr so gestalten zu können, wie

es vorher mal war, das hat uns natürlich

schon alle ordentlich getroffen.“

Publikumsliebling

Andrea Kathrin Loewig

sieht es so:

Lebensfreude und Genuss waren und

sind für viele untrennbare und wichtige

Bestandteile des Lebens. Gilt das auch

für Dich? Was sind Deine Lebensfreude

-und Genuss-Favoriten, wenn die

Einschränkungen aufgehoben sind bzw.

aufgehoben werden?

„Genuss und Lebensfreude das geht

Hand in Hand. Wenn man im Leben

glücklich und optimistisch ist und sagt,

ich versuche das Beste aus allem zu machen,

dann genießt man auch mehr. Wer

genießen kann, der ist für mich auch ein

glücklicher Mensch. So habe ich das jedenfalls

erlebt, dass Menschen, die ich

kennengelernt habe, die genießen können,

tatsächlich glücklicher sind als andere,

die niemanden etwas gönnen und

sich selbst am aller wenigsten.“

Gehört Genussrauchen auch dazu?

„Für mich persönlich gehört Zigarre

rauchen nicht dazu. Aber mich verbindet

eben dieser Geruch vor allem mit

meiner Kindheit und Jugend – ich hatte

einen Papa, der rauchte Pfeife und

wenn er mal einen besonderen Anlass

hatte, auch eine Zigarre – also dieser

Geruch erinnert mich an meine Kindheit,

das ist das eine. Und das andere

ist, dass ich ja diesen wunderbaren

Soloabend Jacques Brel habe. Und an

dem Abend, wo ich die Jacques Brel

Lieder auf Deutsch singe und auch aus

seiner Biografie lese, da schwirrt dieser

Duft bei mir in dem Saal ein bisschen

mit rum und erinnert die Leute

an diese Zeit und man sieht auch Bilder,

die an die Wand geworfen werden

von Jacques Brel, Kette rauchend und

tatsächlich ist es für mich auch so ein

bisschen eine Atmosphäre, die mir

hilft, seine Geschichte dem Publikum

nahe zu bringen. Daher würde ich es

für eine gute Idee halten, wenn man

zum Beispiel dann ans Publikum Zigarillos

verteilt und dann draußen vor

dem Theater in Gemeinschaft raucht.

Das würde ich schön finden für mein

Publikum.“

Nach über 15 Monaten in Pandemie-Starre

scheint es endlich wieder

aufwärts zu gehen. Welche eigenen

Erkenntnisse nimmst Du aus dieser Zeit

der Beschränkungen mit?

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TITEL•STORY

„Meine Wünsche und meine Erkenntnisse

aus dieser Zeit sind, dass ich hoffe,

dass wir nicht wieder da weitermachen,

wo wir aufgehört haben vor der Pandemie.

Sondern, dass uns allen ein bisschen

mehr bewusst geworden ist, zum

einen wie wichtig die Gesundheit für uns

alle ist, zum anderen wie wichtig der Planet

für uns alle ist. Meine Liebe zu diesem

Planeten und zu Mutter Erde ist in dieser

ganzen Zeit noch mal vertieft worden.

Ich gehe noch mal sehr viel bewusster

durch die Natur, ich gehe morgens barfuß

über die Wiese und wenn ich durch

den Wald spaziere, weil ich einen Hund

habe, dann umarme ich auch manchmal

Bäume. Ich finde einfach die Natur gerade

so wunderschön und ich habe den

Eindruck, wir haben wieder mehr Vögel

und wir haben wieder bessere Luft. Jetzt

hab ich auch das Gefühl, die Pflanzen atmen

alle auf und tatsächlich war es vielleicht

nötig, dass wir alle mal innehalten,

um zu gucken, was machen wir eigentlich

mit unserer Erde. Und dann hoffe

ich sehr, dass wir alle etwas bewusster

- jeder muss bei sich anfangen, ich bei

meinen Plastiktüten zu Hause, und jeder

andere auch - ein Stückchen dazu beitragen

können, dass wir den Planeten

retten und erhalten. Es gibt nur die eine

Erde, die wunderschön ist.“

Umarmen und das gemeinsame Zusammensitzen

mit der Familie, aber auch mit

den Freunden. Und das erste was ich mache,

wenn wir aus dem Ganzen rauskommen

und aufatmen können, dann möchte

ich unbedingt alle Freunde wieder sehen.

Alle wieder umarmen und sagen Hey, wie

schön ist das doch, dass wir uns so haben.

Da gibt es so ein Spruch, den ich zu

meinem Lebensmotto gemacht habe: „Wir

alle sind Engel mit einem Flügel und wir

müssen uns umarmen, um fliegen zu können“.

Und ich wünsche mir, dass wir uns

alle wieder umarmen können und fliegen.“

nächsten Monaten? Was wünschst Du

Dir für Dich selbst?

„Vor allem dass sie wieder eine Arbeit

finden, die sie glücklich macht. Ich

hab immer noch das große Privileg,

dass ich die Arbeit habe, die mich total

glücklich macht. Ich stehe gerne auf

der Bühne, ich singe gern, ich spiele

gern, ich bin gerne vor der Kamera, das

ist wirklich bei mir eine Leidenschaft.

Von Kindesbeinen an. Und ich wünsche

jedem, der jetzt nicht arbeiten durfte in

seiner Leidenschaft, dass er das wieder

darf. Weil das ist, glaube ich, das

Was fällt Dir zu dem Satz ein: Hurra wir

leben noch?

„Also Hurra wir leben noch ist tatsächlich

ein Song, den Milva gesungen

hat. Und ich habe tatsächlich eine ganze

Milva - Sammlung zuhause und ich

habe schon mal überlegt, ob ich nicht

das ein oder andere Lied von Milva

singe. Viele haben mich sehr berührt.

Chansons vor allem, da ich ja auch

deutsche Chansons und Tonfilmschlager

singe. Mir tut es so leid, dass sie

jetzt gestorben ist, aber vielleicht versuche

ich mich der Musik zu nähern,

mal gucken ob ich das ein oder andere

Lied in mein Repertoire aufnehme und

Hurra wir leben noch ist eines dieser

Lieder von ihr. Ja, wir haben hoffentlich

alle bald die Pandemie überlebt und

machen das Beste draus.“

Der Mensch ist ja bekanntlich ein soziales

Wesen. Kontakte, Gespräche, Umarmungen

und vieles mehr gehören dazu.

Was hast Du am meisten vermisst und

auf was freust Du Dich jetzt am meisten?

„Am meisten habe ich natürlich die

menschlichen Beziehungen vermisst, das

Was ist für Dich vollkommenes Glück?

„Vollkommenes Glück ist tatsächlich,

wenn man es in sich selbst finden

kann und gemeinsam mit denen, die

man liebt. Und dann kann man zu Hause

vollkommenes Glück erleben, auch mal

im Urlaub vollkommenes Glück. Aber

wer den Frieden und das Glück nicht in

sich selbst gefunden hat, der findet es

auch nicht im Außen. Dem kann es nie

gut genug gehen, dem kann es nie schön

genug sein. Und deswegen ist für mich

eigentlich vollkommenes Glück, mit meiner

Familie glücklich zu sein.“

Zum Schluss ein persönliches Statement:

Kunst, Kultur, Gastronomie,

Hotellerie, Eventwirtschaft und einige

mehr zählen zu den sehr hart getroffenen

Branchen durch die Pandemie.

Was wünschst Du den Menschen in den

Schlimmste, dass Menschen aus der

Bahn geworfen worden sind, weil sie

das was sie immer gern getan haben,

plötzlich nicht mehr tun konnten. Ich

durfte es noch weiter tun, wenn auch

mit Einschränkungen. Und ich wünsche

jedem, dass er das wieder darf.

All meinen Künstlerkollegen umso

mehr. Und die, die was Neues gefunden

haben und sagen, ich vermisse es

eigentlich gar nicht, dem Ruhm oder irgendetwas

hinterher zu rennen, denen

wünsche ich, dass sie in dem Neuen

glücklich werden.“

Multitalent Jo Kern

(Schauspielerin, Synchronsprecherin,

Coach)

antwortet:

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FineTobacco[+] 02·2021


Lebensfreude und Genuss waren und

sind für viele untrennbare und wichtige

Bestandteile des Lebens. Gilt das auch

für Dich? Was sind Deine Lebensfreude

-und Genuss-Favoriten, wenn die

Einschränkungen aufgehoben sind bzw.

aufgehoben werden?

„Lebensfreude und Genuss als Bestandteil

des Lebens finde ich eine der

wichtigsten Themen überhaupt. Also

grundsätzlich sagt man ja, wir können

immer nur den Moment genießen und

das Leben besteht ja nur aus Momenten

und insofern finde ich wahnsinnig wichtig,

sich wirklich immer bewusst zu sein,

wo bleibt die Lebensfreude? Das muss

sich natürlich in der Waage halten, man

kann ja alles übertreiben wie man weiß,

egal ob mit Corona oder ohne Corona, ob

mit Beschränkung oder ohne, egal wo ich

bin, kann ich immer schauen, dass ich

eine bestimmte Lebensfreude oder eine

Art von Genuss implementiere. Wir sind

aufgefordert dazu, weil sonst sind wir ja

immer nur abhängig von außen. Wenn alles

läuft und wenn wir die Dinge machen

können dann geht’s mir gut, wenn ich

beschränkt werde, dann geht’s mir nicht

so gut. Das ist natürlich tragisch, deshalb

sind wir alle gefordert im Hier und Jetzt

das Beste draus zu machen. Man kann

ja alles Mögliche genießen, den schönen

Himmel oder meine Wohnung zu Hause

und dankbar sein, dass ich eine habe,

wenn ich gerade eingesperrt bin. Ganz

banale Dinge kann man auch genießen,

es muss ja nicht immer Luxus sein. Und

Lebensfreude genauso. Ein schönes Buch

lesen… Also ich finde es sehr wichtig, das

Thema möglichst oft am Tag präsent zu

haben. Also wenn ab morgen alles wieder

erlaubt ist, würde ich gar nicht viel anders

machen, als ich es die letzten Monate getan

habe. Ich bin jetzt nicht so dieser Partymensch,

ich finde es natürlich schön,

wieder eine größere Gruppe von Freunden

zu treffen. Ich würde einfach nur

organisieren, dass alle meine Freunde

wieder mal zusammenkommen, dass wir

uns ganz doll umarmen. Und natürlich

ganz klar die kulturellen Dinge: Theater,

Kino, mal wieder ein Konzert, ins Museum

zu gehen, auf diese Dinge warte ich!“

Hast Du einen Genusstipp fürs Leben?

„Mein Genuss Tipp fürs Leben ist

tatsächlich, je achtsamer wir in dem

Moment sind, umso dankbarer sind wir.

Dieses Wahrnehmen ist ja oft so, dass

wir uns aufregen über Dinge, die nicht da

sind. Oder uns erinnern und sagen, damals

ging’s mir eigentlich gut, aber als

es mir gut ging, hab ich gar nichts gemerkt.

Dieses Bewusstsein, wie gut es

geht und wie gesegnet bin ich. Das sich

viel öfter bewusst machen und dann den

Moment auch tatsächlich genießen.“

Nach über 15 Monaten in Pandemie-Starre

scheint es endlich wieder

aufwärts zu gehen. Welche eigenen

Erkenntnisse nimmst Du aus dieser Zeit

der Beschränkungen mit?

„Meine persönliche Erkenntnis nach

diesem schockierenden Pandemie -

Wahnsinn ist, dass ich es schön finde zu

merken, dass sich viel mehr Menschen

darüber bewusst werden, wie wichtig es

ist, Freunde zu haben, Werte zu leben, die

kleine Welt in Ordnung zu haben. Denn

wenn meine kleine Welt in Ordnung ist,

schöne familiäre Bindungen und tolle

Freundschaften, dann komme ich auch

durch so eine Pandemie viel entspannter

und viel besser durch. Wir sind ja

sehr extrem in diesem höher-schneller-weiter-Modus

unterwegs und das ist

der positive Effekt dieses Verlangsamen,

dieses runter gebrochen zu werden auf

wirkliche Werte.“

Jens Freise, Chief Commercial

Officer der Orascom

Hotels Management

AG mit Destinationen u.a.

in Andermatt, Schweiz,

El Gouna, Ägypten und

Luštica Bay, Montenegro,

gibt Auskunft:

Lebensfreude und Genuss waren und

sind für viele untrennbare und wichtige

Bestandteile des Lebens. Gilt das auch

für Dich? Was sind Deine Lebensfreude

-und Genuss-Favoriten, wenn die

Einschränkungen aufgehoben sind bzw.

aufgehoben werden?

„COVID hat uns allen ja eines gezeigt:

Wenn wir plötzlich so abgeschnitten sind

vom normalen Leben, dann hört eben das

Leben so ein Stück weit auch auf. Wir sind

so wahnsinnig im Home-Office, in Videokonferenzen,

in all diesen Dingen sind wir

so verhaftet. Das finde ich für alle anderen

auch furchtbar. Nicht nur für uns, die wir

dort arbeiten müssen, für die Industrien,

die wenig zu tun haben, für die Kinder die

zu Hause sitzen den ganzen Tag. Also es ist

für alle irgendwie extrem schwierig. Und

ich finde, wir haben das in ganz vielen Dingen

gelernt, daran das wir plötzlich nicht

mehr rausgehen konnten, niemanden

mehr treffen konnten, nicht mal abends

um die Ecke einen Wein trinken konnten,

da haben wir gesehen was Lebensqualität

auch bedeutet. Nämlich diese Einfachheit,

dieser Zugang zu genau diesen Dingen.

Und dass das so auf einmal weg ist, hat

uns gezeigt, was uns da eigentlich wichtig

ist: am Ende des Tages mit Freunden und

Familie sehr einfach und unkompliziert

zusammen zu kommen.

Tatsächlich werde ich ein Großteil

von Lebensfreude dadurch wiedergewinnen,

dass meine Kinder wieder ganz

frank und frei sein können. Dass sie sich

mit ihren Freunden oder Freundinnen

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TITEL•STORY

treffen können und Spaß haben. Meine

beiden Großen sind 16 und 17 Jahre alt

und die müssen ihr Teenagersein leben

können und das können sie ja gar nicht.

Und wenn ich das sehe, dann tut mir das

unheimlich leid. Denn ich erinnere mich

an meine eigene Kindheit und Jugend

zurück und denke dann, so wie die Kids

das in den letzten anderthalb Jahren erlebt

haben, das hat damit nichts zu tun.

Und wenn das vorbei ist, dann werde ich

mich daran unheimlich erfreuen können.

Und ich werde mich sehr darüber freuen

können, dass ich in unsere angestammte

Weinbar in unserem Heimatort gehen

kann, wo ich regelmäßig so mit Freunden

einkehre, dass wir uns nicht anmelden

müssen, auch nicht in eine Liste eintragen

müssen, im Zweifel einer nicht mehr

kommen kann, weil der Tisch schon voll

besetzt ist. Das glaube ich werden für

mich die wesentlichen Momente sein.“

Gehört Genussrauchen auch dazu?

„Also ich muss ja leider gestehen,

dass ich auch sonst gerne rauche. Aber

gerade wenn du jetzt an Zigarre denkst…

Zigarette hat ja mit Genussrauchen wenig

bis eigentlich gar nichts zu tun. Wenn

man Zigaretten raucht, ist es so eine

Suchtbefriedigung, das ist ja nicht so

schön eigentlich. Und das ist bei der Zigarre

natürlich ganz anders, die wird ja

auch viel mehr zelebriert. Die Zigarette

zelebriere ich natürlich nicht, die nehme

ich im Vorbeigehen mit, aber die Zigarre

die kann man zelebrieren, das ist etwas

Zurückgenommenes, das ist auf jeden

Fall ein Genuss.“

Gibt es Orte, an denen Du Deine Zigarre

am liebsten genießt?

„Es gibt eine eindeutige Antwort auf

die Frage und das ist jein. Und zwar gibt

es in unserer Heimatstadt einen Jazzclub,

da bin ich Mitglied. Und früher

durfte man in diesem Jazzclub rauchen.

Und wenn ich da tolle Musik gehört habe,

Trompete, Schlagzeug, Klavier, Gitarre

dann hab ich das wahnsinnig genossen.

Dort bin ich auch oft mit meinem Vater

hingegangen, der viel Zigarre geraucht

hat, aber auch mit Freunden. Und seit einigen

Jahren darf man auch im Séparée

in Nordrhein-Westfalen nicht mehr rauchen

und deswegen fällt es jetzt raus.

Das ist also schade. Das wäre mein Lieblingsort

gewesen. Und ansonsten wäre

es tatsächlich unser Garten. Wir haben

so eine Art lauschige Ecke. Und wenn

man da sitzt mit Freunden im Sommer

und es ist warm und man trinkt die gute

Flasche Wein, dann finde ich das passt.“

Hast Du einen Genusstipp fürs Leben?

„Auf jeden Fall das Leben selbst.

Also ich glaube, das was uns manchmal

verloren geht, ist so eine Art von

Augenblicklichkeit. Also wenn man es

nicht mehr schafft, so einen Moment

auch herzunehmen, weil man so ewig

getrieben ist – und wir sind ja alle regelmäßig

getrieben, das ist ja gar nicht von

der Hand zu weisen – ich glaube man

muss das schaffen, man muss sich das

im Zweifelsfall auch antrainieren, auch

einen Moment zu genießen, zu erleben.

Nicht wie am Spielfeldrand, sondern auf

dem Platz muss man eigentlich sein.

Und wem das gelingt, der lebt fröhlicher

und glücklicher, der ist offener und kommunikativer

und ich glaube insgesamt

hat er mehr davon. Ich jedenfalls versuche

das genauso zu machen, ob wir

uns jetzt morgens ganz früh treffen oder

abends ganz spät. Ich glaube, wenn man

sich das mitnimmt und wenn man das

vielleicht sogar konserviert, dann glaube

ich, ist das Leben ziemlich schön.“

Nach über 15 Monaten in Pandemie-Starre

scheint es endlich wieder

aufwärts zu gehen. Welche eigenen

Erkenntnisse nimmst Du aus dieser Zeit

der Beschränkungen mit?

„Tatsächlich genau das, dass man

Momente leben muss. Denn wir haben

in der Tat anderthalb Jahre so viele

Restriktionen gehabt, dann war’s ein

bisschen offen, dann war’s ein bisschen

geschlossen, aber im Grunde

genommen sind wir doch sehr unfrei

gewesen. Und diese Unfreiheit wird

noch für denjenigen verstärkt, der nicht

so immer bei sich ist, der eben solche

Momente nicht so konservieren kann,

der per se ein Getriebener ist. Ich hab

eigentlich immer sehr leichtfüßig gelebt

und diese Leichtfüßigkeit ist mir in

dieser Unfreiheit auch immer zu Pass

gekommen. Ich konnte mich trotzdem

32

FineTobacco[+] 02·2021


an den kleinen Dingen erfreuen und es

ist mir nicht so schwer gefallen, wie

glaube ich manch anderem, dass wir

an vielen Stellen nicht zusammenkommen

konnten. Ich glaube, wenn man

das hinbekommen kann - und das sagt

sich für den ein oder anderen leichter

als es sich tut - das wäre so meine Lehre,

dann lebt man ganz gut. Dann lässt

man sich nicht so beeindrucken von

dem was drumherum passiert.“

Was fällt Dir zu dem Satz ein: Hurra wir

leben noch?

„Hurra wir leben noch, das würde ich

erstmal unterschreiben. Das drückt eine

Art von Befreiung aus und das ist die

Befreiung, die wir, glaube ich, alle in uns

spüren, jetzt wo sich das so Stück für

Stück wieder öffnet, Also wir sehen jetzt

ein deutliches Licht am Ende des Tunnels.

Das ist das was wir brauchen und

das müssen wir jetzt auch leben. Das ist

auch okay wenn man das raushaut: Ja

das ist so, jawohl wir leben noch. Wir geben

nicht auf und unser Leben ist auch

jetzt nicht anders geworden. Und noch

was fällt mir ein: Ich würde kürzlich gefragt,

wie ich mit der neuen Normalität

zu recht käme, in so einer Podiumsdiskussion.

Und da hab ich gesagt: Für mich

gibt es gar keine neue Normalität, das

finde ich absurd. Wer das annimmt, der

ergibt sich sozusagen in diesen Status

Quo. Ich finde, wir müssen durch diese

Zeit durch. Manches war vielleicht richtig,

manches war vielleicht falsch, das

wissen wir alle nicht. Am Ende müssen

wir da durch. Aber das Leben, unser Leben,

ist das sicherlich nicht.“

Eine spezielle Frage an den Hotelmanager,

der trotz Pandemie Entwicklungsprozesse

der Hotelgruppe vorgetrieben

hat: warum hat sich Eure Gruppe bei

dem jüngsten Projekt für Montenegro

entschieden?

„Montenegro hat eine unglaublich

schöne Natur, die ist wirklich beeindruckend.

Und jeder der sich so ein bisschen

in dem Land mal bewegt hat, wird

das feststellen. Von der See bis zu den

Bergen, was eh immer schön ist, wenn

die Berge ans Wasser hereinragen, das

ist eigentlich das Beste. Montenegro ist

noch recht unberührt, probiert sich selber

noch ein bisschen aus, findet sich

auch noch ein bisschen und das passt

zu uns als Destinationen-Entwickler

ganz gut. Denn auch wir kommen zwar

mit der großen Idee und so gesehen

mit einem Masterplan, aber der wird

permanent weiter verändert. Da wir ja

nicht in ein, zwei oder drei Jahren so

eine Destinationen erschlossen haben,

sondern das über Jahrzehnte eigentlich

weiter entwickelt wird. Es ist natürlich

auch toll wenn du ein Land hast, dass

sich selbst auch findet und erfindet in

dieser Zeit. Und das ist für uns in jedem

Fall in Montenegro gegeben. Montenegro

ist kein Ganzjahresziel bisher gewesen.

Also eigentlich machen so alle Hotels

hier zu, ein bisschen wie das ganz

früher auf Mallorca war. Das wird für

uns jetzt eine interessante Reise werden,

denn wir machen ein Ganzjahreszielgebiet

daraus. Wenn du im Winter

zum Beispiel wandern magst, wenn du

diese wunderschöne Altstadt besuchst,

oder die Bucht von Kotor - Weltkulturerbe

und Weltnaturerbe. Wenn du das

ein bisschen erleben willst, dann ist es

gar nicht so schön im Sommer bei 30°,

schlichtergreifend zu heiß. Dann bist du

eigentlich so in den Monaten Dezember,

Januar, Februar, wo es dann eher so 12

oder 15° hat, besser dran. Dann hast du

das richtige Wetter dazu und das wollen

wir gerne unseren Gästen so ein bisschen

näherbringen.“

Der Mensch ist ja bekanntlich ein

soziales Wesen. Kontakte, Gespräche,

Umarmungen und vieles mehr gehören

dazu. Was hast Du am meisten vermisst

und auf was freust Du Dich jetzt am

meisten?

„Ich habe sehr vermisst, einfach und

unkompliziert zusammenkommen. Zum

Beispiel etwas anzufassen, jemanden zu

umarmen, das liegt mir nahe. Das jetzt

alles auf Abstand geht und man schlägt

sich sozusagen ab oder eigentlich guckt

man sich nur ein bisschen scharf an, das

finde ich furchtbar. Das ist steril und mit

Sterilität kann ich sehr wenig anfangen.

Zum Leben gehört das Umarmen dazu,

das ist nämlich auch Ausdruck von Gemeinsamkeit

und Gemeinschaft und das

ist für mich essenziell.“

Was ist für Dich vollkommenes Glück?

„Vollkommenes Glück ist auf jeden

Fall sehr wechselnd. Denn das kann erneut

sehr vielschichtig sein. Sehr glücklich

bin ich wenn ich mit meiner Familie

zusammen eine tolle Erfahrung mache.

Ich bin aber auch sehr glücklich wenn

ich mit meinen Freunden zusammen

einen tollen Abend beim Italiener habe,

wenn ich etwas Neues kennenlerne,

wenn ich etwas Neues erlebe, wenn ich

auf Menschen treffe, die interessante

Geschichten zu erzählen haben. Das finde

ich richtig spannend. Und weil man

dabei schon fast merkt, wie der eigene

Horizont wächst. Und wenn man sich

das bewahrt, dann glaube ich lernt man

auch tatsächlich lebenslang dazu und

das empfinde ich dann auch als sehr,

sehr großes Glück. Also am liebsten

ein ganzer bunter Strauß voller unterschiedlicher

Dinge.“

Zum Schluss ein persönliches Statement:

Kunst, Kultur, Gastronomie,

Hotellerie, Eventwirtschaft und einige

mehr zählen zu den sehr hart getroffenen

Branchen durch die Pandemie.

Was wünschst Du den Menschen in den

nächsten Monaten? Was wünschst Du

Dir für Dich selbst?

„Ich würde wirklich sagen, dass man

gerade für die Kultur eine große Lanze

brechen muss. Gastronomie und Tourismus

sind massiv davon betroffen,

das ist so, die werden aber auch, bald

deutlich mehr öffnen. Und dann haben

wir in unseren Betrieben wieder gut zu

tun, die Leute wollen rausgehen und

essen gehen und übernachten und alles

Mögliche. Die Zeit war hart aber das

kommt recht schnell zurück. Bei der

Kultur ist es noch ein bisschen anders,

weil die Kulturschaffenden, insbesondere

die kleinen Theater, die man eher

so aus größeren Städten kennt, die es

aber in meiner Heimatstadt auch gibt,

die haben ohnehin nicht immer unter

zu großem Zuschauerzuspruch gelitten,

die haben jetzt natürlich massive

Einbußen gehabt. Die haben auch keine

Bühne und keine Lobby gehabt. Und ich

würde mir für diese Leute, die in diesem

großen Komplex arbeiten wünschen,

dass die Menschen insgesamt mehr auf

diese Angebote reflektieren, Dass sie

ins Kabarett gehen, dass sie ins Theater

gehen, dass sie in den Jazzclub gehen.

Dass sie das dann auch tatsächlich erleben,

denn das was in der Kultur vorgehalten

wird, das passiert ja vielfach

vor allem auf der Persönlichkeit der

Handelnden. Ein Hotel das sieht schön

aus oder nicht, da habe ich einen Wert,

der ist ein bisschen klarer abgegrenzt

und das hast du in der Kultur nicht. Da

hast du Menschen, die das alles darstellen

und das muss goutiert werden.

Das wünsche ich den Leuten, dass die

Zuschauer zurückkommen und das tatsächlich

auch in Anspruch nehmen.“

FineTobacco[+] 02·2021 33


SPIRITUOSEN

»Soon may the Wellerman

come, to bring us sugar and

tea and RUM «

… das sind die ersten Worte im Refrain des Shanties ‚The Wellerman‘, das der Postbote

Nathan Evans Ende 2020 mit seiner Interpretation auf der Plattform TikTok

hochlud und damit in kürzester Zeit Millionen Menschen begeisterte. Durch eine

Antwort-Funktion war es möglich in den Gesang von Nathan Evans einzustimmen.

So entstand ein No.1 Hit und darüber hinaus eine Bewegung im Internet, in die

sich auch bekannte Künstler wie Andrew Lloyd Webber, Ronan Keating und viele

andere Musiker einbrachten.

Text: Stephan Rack

Es ist nicht wirklich klar,

wo und wann der Rum ‚erfunden‘

wurde. Die erste urkundliche

Erwähnung fand Rum als Rumbullion

(engl. Großer Tumult) durch den Gouverneur

von Jamaica. Sicherer ist die

biologische Verbindung von Rum mit

dem Ausgangsmaterial ‚Zuckerrohr‘,

das übrigens zu der Familie der Gräser

gehört und in der Natur eine Höhe

bis zu 6 Metern erreicht.

Der Ursprung von Zuckerrohr liegt

in Ostasien und geht sehr wahrscheinlich

auf das 5. Jahrhundert vor Christus

zurück. Das allseits geschätzte

Produkt Zucker führte zur Ausbreitung

der Pflanze in viele Länder mit tropischem

und subtropischem Klima.

Bei der Ernte von Zuckerrohr wird

das Rohr auf dem Feld geschnitten

und zu Beginn des Produktionsprozesses

gehackt und gemahlen, damit es

seinen Saft freigibt. Am Ende weitergehender

Produktionsprozesse entstehen

Rohzucker und Melasse.

Viele Hersteller haben erkannt,

dass neben der Vermarktung des

Hauptproduktes ‚Zucker‘ auch gutes

Geld mit der Destillation von Rum aus

der im Prozess entstehenden Melasse

zu erzielen ist. So entstanden aus

dieser doppelten Profitabilität eine

beachtliche Anzahl von Destillerien in

vielen Ländern dieser Erde.

Herausragend war im Sinne der

Verbreitung von Rum die besondere

Rolle der Prohibition in den USA. Hier

entwickelte sich in den 20-er Jahren

des letzten Jahrhunderts eine Reisewelle

‚durstiger‘ Amerikaner hauptsächlich

nach Kuba. Gerade Kubas

Hauptstadt Havanna konnte sich als

exotischer Schmelztiegel der Region

etablieren, in der Bartender die

Menschen gerade mit den leckeren

Rum-Cocktails verzauberten.

Auch Ernest Hemingway lebte

viele Jahr auf Kuba und etablierte

in seinem intensiven Leben zwei

berühmte Drinks: „Meinen Daiquiri

im Floridita, meinen Mojito in der

Bodeguita – gezeichnet Hemingway“

stand auf einem Schild in der bekannten

Bar Bodeguita del Medio im

Herzen von Havanna. Und steht übrigens

noch immer dort…

Andere Rum-Cocktails wie die Pina

Colada und Planters Punch boten den

eher süßen Genuss, während Mai Tai

und Zombie die Zielgruppe der Kenner

stärkerer Drinks ansprachen.

Rum in Cocktails zu trinken wird

weltweit geschätzt. Letztendlich bieten

die Barbücher rund um den Globus

eine Vielzahl von Rezepten, die den

Rum etabliert haben.

Viele Rum-Marken sind im Verlauf

der vielen Jahre durch eine bessere

Destillation und vor allen Dingen

durch die mehrjährige Lagerung in

ausgesuchten Fässern so verfeinert

worden, dass man sie (auch)-pur probieren

sollte. Ich empfehle besten Gewissens

einige ausgewählte faszinierende

Rums.

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FineTobacco[+] 02·2021


The Wellerman handelt von einem Versorgungsschiff für Walfänger am südlichen

Rande von Neuseeland im 19. Jahrhundert, das die wichtigsten Dinge des Lebens

lieferte - und Rum war seinerzeit auf der Wunschliste der Seefahrer ganz weit

oben. Diese Geschichte vom ‚Wellerman‘ unterstreicht in einer besonderen Art die

Akzeptanz und Verbreitung der Spirituose Rum. Da Rum durch diesen viralen Hit

von ‚The Wellerman‘ sozusagen in aller Munde war, habe ich mich gerne mit der

damals - wie heute - begehrten Spirituose etwas intensiver beschäftigt.

FineTobacco[+] 02·2021 35


SPIRITUOSEN

DOS RON

Die Geschichte von Dos Ron schlägt

eine Brücke von Kuba zur Dominikanischen

Republik. 1920 startete die Familie

Colina in der Zentralprovinz Santa

Clara auf Kuba die Rumproduktion im

Solera-Verfahren. Über die nachfolgenden

Jahre entwickelte das Team um den

Gründer Don Colina auch die eigene Marke

Dos Ron.

Mit der kubanischen Revolution Ende

der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts

startete eine Enteignungswelle, die auch

die Familie von Don Colina in die Dominikanische

Republik umsiedeln ließ. Dort

fanden sie die besten Bedingungen, um

ihren Rum weiter produzieren zu können.

Carlos Morfa, ein Enkel des ersten

Don Colina, wuchs auf Kuba auf und

erlernte dort von seinem Vater die traditionelle

Rum-Herstellung im Solera-Verfahren.

In den frühen 80-er Jahren

siedelte Carlos nach Europa um und lebt

heute mit seiner deutschen Frau in Köln.

Das Rad der Geschichte kann und

will er nicht zurückdrehen. Doch für ihn

ist es wichtig, die Produzenten- und Macher-Seele

der Colinas als dritte Generation

der Familie wieder zu beleben. Der

eigene Rum Dos Ron ist für ihn mehr als

ein Neustart. Es ist die Verwirklichung

des alten Traumes seiner Familie. Beispielhaft

zeigt das Wappen des Rums die

Scherenschnitte von Vater und Sohn.

Bei wichtigen Prozessen, wie z.B.

dem Blending ist Carlos Morfa natürlich

vor Ort in der Destillerie in der Dominikanischen

Republik. Für die Tagesarbeit

verlässt er sich aber gern auf gute, alte

Freunde der Familie Colina, die die Produktion

vor Ort leiten.

DOS RON –

Rumvielfalt

in drei Altersstufen

Dos Ron ist in drei Varianten erhältlich,

die Reifegrade von 8, 16 und 21 Jahren

haben, wobei die Angaben jeweils

durchschnittliche Altersangaben der Soleras

sind. Bei Dos Ron handelt es sich

um Rum, der zwischen 6 und 40 Jahren

alt ist.

Mir hat es der älteste Rum mit seiner

tiefen Mahagonifarbe angetan, der

mit seinen intensiven fruchtigen Aromen

und der typischen Süße der Solera-Reife

wunderbar den Genuss einer Cigarre

ergänzt. Ein feiner Rum mit einer besonders

harmonischen Balance.

UVP: 34,99 €. | 0,5 Liter | 40 % vol.

BOTUCAL

Die Geschichte vom venezolanischen

Rum Botucal reicht bis in das 19. Jahrhundert

zurück. Der Unternehmer und

Entdecker Don Juancho Meléndez hatte

eine große Passion für Spirituosen. Als

ein lokaler ‚Nobelmann‘ liebte er das Reisen

und suchte mit Feuereifer nach den

Rohstoffen, Zutaten und Methoden, die

traditionellen Getränken und auch Rum

das gewisse Etwas verleihen. Von seinen

Exkursionen brachte er das nötige Handwerkszeug

mit, um in seiner Heimat unter

anderem den perfekten Rum zu kreieren.

Damit legte er den Grundstein für

Rum Botucal, der international übrigens

auch unter dem Namen Rum Diplomático

bekannt ist.

Heute wird der Rum Botucal in einer

Destillerie am Fuße der Anden in Venezuela

hergestellt. Reinstes Wasser trägt

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FineTobacco[+] 02·2021


dazu bei, dass allerbester Rum hergestellt

werden kann. Hier konzentriert

man sich auf die traditionelle Herstellung

von Rum auf der Basis von Melasse.

Nach der Destillation in Brennblasen aus

Kupfer werden die Rumdestillate abschließend

in ehemaligen Bourbon- und

Single-Malt-Whiskyfässern gelagert.

Das bekannteste Produkt ist der Ron

Botucal Reserva Exclusiva: Ein Blend aus

exklusiven Rum-Destillaten, die bis zu

zwölf Jahren lagern, bevor sie ‚vermählt‘

werden.

Dieser mehrfach prämierte Rum vereint

einen einzigartigen Körper mit einer

ausgezeichneten Balance. Im Duft leicht,

Premium

Aged Sipping

Rum 40 %

süß und orangig fruchtig. Am Gaumen

entwickelt sich eine angenehme Schärfe,

gefolgt von einem süß-fruchtigem

Nachklang.

Nelson Hernandez ist bei Botucal der

Maestro Ronero, der für das Produkt in

der Verantwortung steht. Sein Ziel ist,

dass der Rum das Beste aus Balance,

Harmonie, Geschmack und Aroma bietet.

Ron BOTUCAL ist mit dem Porträt

von Don Juancho versehen, denn die

Marke lässt all jene Werte und die Leidenschaft

weiterleben, für die der Don

bekannt war.

In der Range des Ron Botucal Reserva

Exclusiva bietet BOTUCAL noch den

8-jährigen MANTUANO und den weißen

Rum PLANAS. Meine Empfehlung ist der

12-jährige RESERVA EXCLUSIVA mit einem

UVP von 39,99 € für 0,7 Liter |

40 % vol.

KIRK AND SWEENEY

Kirk and Sweeney ist eine Marke aus

einer der ehrwürdigsten Destillerien der

Dominikanischen Republik. Schon seit

1852 ist die Bermudez Destillerie aktiv,

in der Rum ganz klassisch aus Melasse

hergestellt wird.

Die Marke Kirk and Sweeney nutzt

den Namen von einem Segelschoner,

der während der Prohibition in den USA

den seinerzeit verbotenen Rum aus der

Dominikanischen Republik in die Vereinigten

Staaten schmuggelte. Mit der Einführung

der Prohibition 1920 wuchs in

den USA eine Subkultur in sogenannten

‚Speakeasies‘, die man als Flüsterkneipen

übersetzen kann. Der Schoner Kirk

Echter

‚Dominican

Rum‘ in einer

ganz außergewöhnlichen

Flasche

and Sweeney transportierte den Rum

vor die Küste von New York. Hier übernahmen

Organisationen die Ware und

verkauften den Rum in die ‚Speakeasies‘.

1924 konfiszierte die amerikanische

Küstenwache den Schoner und nutzte

ihn danach als Trainingsboot.

Als Andenken an die Prohibitionsund

Schmugglerzeit des vergangenen

Jahrhunderts, wird die versteckte Seeroute

des Schoners Kirk and Sweeney

heute auf den herrlich runden Flaschen

FineTobacco[+] 02·2021 37


SPIRITUOSEN

dargestellt. Zusätzlich liefert ein handbeschriebener

Flaschenanhänger weitere

Details dieser faszinierenden Marke.

Kirk and Sweeney Reserva ist ein

Blend von Rum-Fässern im Alter von 3

bis 14 Jahren. Der außergewöhnliche

Rum ist als Folge der Reifung in amerikanischen

und französischen Eichenfässern

komplex und dennoch sanft im

Geschmack.

Die Vielfalt der Aromen von süßen

Früchten und Vanille gefallen. Am Gaumen

und im Nachgeschmack bietet

sich ein spannendes Zusammenspiel

von fruchtiger Süße und alkoholischer

Schärfe – sehr angenehm!

Der neue Kirk and Sweeney Reserva

löst den 12-jährigen Kirk and Sweeney ab.

UVP: 36,99 € | 0,7 Liter | 40 % vol.

MALECON RARE PROOF

Mit Rum Malecon verbinden Kenner

seit vielen Jahren höchste Qualität und

individuelle Geschmacksnuancen lang

gereifter Rumvariationen aus Panama.

Gründer und Inhaber Marco Savio

vertraut bei seinen hocharomatischen

Erzeugnissen auf lange Reifezeiten.

Die kompromisslose Suche nach Vervollkommenung

ist ein Markenzeichen

von Rum Malecon – benannt nach einer

legendären Straße der kubanischen

Hauptstadt Havanna.

Für die Rum Malecon Rare Proof Reihe

wurden nur die besten Fässer und

Jahrgänge ausgewählt und mit einer

höheren Alkoholstärke in sehr kleinen

„Wenn man

macht, was alle

machen, bekommt

man

auch nur das,

was alle haben.“

Chargen abgefüllt, um die ultimativen

Aromen aus dem Rum herauszuholen.

„Wenn man macht, was alle machen,

bekommt man auch nur das, was alle

haben.“ Marco Savio, Gründer von Rum

Malecon.

In Zusammenarbeit mit den Brennmeistern

wurden für diese Range mittlerweile

drei besondere Abfüllungen

geschaffen. Für den 13, 17 bzw. 20

Jahre gereiften Rum wurden die besten

Fässer der Jahrgänge 2006, 2002 sowie

1999 ausgewählt und der Rum miteinander

vermählt. Diese kleinen, limitierten

Chargen – auch „Small Batches“

genannt – wurden im Anschluss jeweils

in mehreren Verkostungsrunden auf die

perfekte Alkoholstärke eingestellt. Diese

seltene Alkoholstärke – daher der

Name „Rare Proof“ – arbeitet ein wahres

Aromenfeuerwerk aus den Abfüllungen

heraus.

Das Flaschendesign der Rare Proof

Reihe besticht durch einen gelungenen

Mix aus traditionellen und modernen

Elementen. Auf der Flasche sind Angaben

zum Produktionsprozess vermerkt.

Besonders gefällt mir die Geschenkbox

aus Holz.

Der Geschmack ist fruchtig - beim

wirklich wärmenden (50,5% vol.) und

langem Nachklang entdeckt man Nussund

Holznoten beim probierten Rum Malecon

13.

UVP 39,99 € | 0,7 Liter | 50,5 % vol.

38

FineTobacco[+] 02·2020


THE DEMON‘S SHARE – Wer

will schon ein Engel sein?

Auf die Idee eine eigene rumbasierte

Spirituose zu kreieren, brachte den

Macher von Demons’s Share eine Whiskywerbung,

in der es ausführlich um den

sogenannten Angel’s Share ging: Dem

Anteil eines Destillats, der bei der Reifung

durch die Poren der Fässer verdunstet.

„Warum sollten die Engel eigentlich

alles bekommen? Ich bin jedenfalls kein

Engel...“, dachte der Unternehmer Marco

Savio sich. Und so kreierte er ein würdiges

Destillat für alle, die keine Engel sind.

Das Ergebnis lässt die Engel vor Neid

erblassen: Eine spannende Spirituose

mit einem intensiver Vanilleton, der von

Zitrusfrüchten und feinen Röstaromen

umspielt wird.

UVP: 30,50 € | 0,7 Liter | 40 % vol.

BUMBU XO – 18 Jahre gereift

BUMBU XO ist ein Rum aus Panama,

der bis zu 18 Jahre in Bourbon-Fässern

reifte und zusätzlich ein Finish von 6

Monaten in spanischen Sherry-Fässern

erhielt. Das Ergebnis ist ein spannender

Rum mit einer feinen Sherrynote.

Auch dieser BUMBU-Rum präsentiert

sich in einer besonderen Flasche,

bei der das ‚XO‘ auch haptisch zu fassen

ist. Ein sehr ansprechender Rum, der

auch sehr gut mit einer Cigarre kombiniert

werden kann.

UVP: 39,95€ | 0,7 Liter | 40 % vol.

PUSSER’s 15 Years – der

authentische und originale

Rum der Royal Navy

Pusser's Rum wurde nach den Vorgaben

der britischen Marine für die Royal

Navy hergestellt. Ab dem 17. Jahrhundert

gab die Royal Navy an Bord von

Schiffen täglich Rumrationen aus. Der

Matrose, der für die Austeilung der täglichen

Rumration zuständig war, wurde

von den Matrosen im Slang "Pusser" genannt,

besser bekannt als "Purser".

Der Pusser’s 15 Years wurde vom

Forbes Magazine als "Single Malt of

Rum" bezeichnet. Ein edler Rum mit Aromen

von Gewürzen, weicher Eiche und

Pflaume.

UVP: 62,99€. | 0,7 Liter | 40 % vol.

RUM CENTENARIO –

FUNDACIÓN 20

Ron Centenario ist bekannt als „The

Spirit of Costa Rica“. Umgeben von Pazifik

und Karibik gibt es in Costa Rica

durch die verschiedenen Mikro-Klimata

einzigartige Wetterbedingungen.

Der Ron Centenario Fundación reift

im Solera-Verfahren, was von spanischen

Brandys bekannt ist und die Reifung

in übereinanderstehenden Fässern

mit einem kontinuierlichen Austausch

erfolgt. Das Alter der ausgewählten

Rums liegt zwischen 6 und 20 Jahren.

Im Geschmack ist er Sherry-weich und

mild mit einer dezenten Süße und einem

Einschlag von Vanille.

UVP: 49,99€ | 0,7 Liter | 40% vol.

RUMULT – 100 % Handarbeit.

Made in Bavaria

In der Lantenhammer Destillerie in

Bayern wird Zuckerrohr schonend im

Pot-Still Verfahren zum Bavarian Rum

destilliert. Innerhalb der spannenden

Reihe von vier Rum-Varianten und einem

Liqueur sticht die Cask Collection Cuba

heraus: Rum aus kubanischer Melasse

und gereift in ehemaligen Whisky, Silvaner

und Sherry-Fässern.

Am Gaumen entdeckt man angenehme

Rauchnoten und Kräuter. Im Nachklang

intensive Holznoten und süßer

Whisky.

UVP 69,90€ | 0,7 Liter | 48% vol.

FineTobacco[+] 02·2020 39


SERIE•MANUFAKTUREN

Ein prachtvolles Gebäude, auch wenn der Zahn der Zeit

daran nagt, ist die Manufaktur „El Laguito“ auch jetzt noch.

In der Nachbarschaft dieses Hauses müsste sich der

ehemalige Country-Club befunden haben, der Ort, an

dem die ersten „Cohibas“ hergestellt wurden.

Der „Cohiba“-Kopf sieht aus, als hätte er seinen Platz

schon immer in diesem ehemals privaten, hochherrschaftlichen

Hause gehabt.

40

FineTobacco[+] 02·2021


»Havanna – Habana – Stadt der Zigarren« Teil 22

Sehnsucht nach der Insel

Großes Jubiläum

ohne Feier:

55 Jahre Cohiba

Vieles hat sich in den letzten Monaten verändert. Dinge, die

noch vor kurzem selbstverständlich waren, kommen einem

selbst inzwischen seltsam vor. Dazu auch der Wunsch, endlich

wieder reisen zu können! Doch ist das eigentlich so wichtig?

Text: Claudia Puszkar

Ja, denn die Menschen zieht es

in die Ferne! Seien es Entdeckergeist,

unstillbare Neugier,

Abwechslung, manchmal auch die

Flucht vor dem Hier und Jetzt oder,

für Auswanderer und Flüchtlinge, die

Hoffnung auf materiellen Zugewinn.

Die Gründe mögen völlig verschieden

sein. Doch die Lust des Menschen, an

einen anderen Ort zu gehen, hat es

immer gegeben und wird es immer

geben.

Momentan kann dieser menschliche

Wunsch oder, man könnte auch

sagen, dieses menschliche Bedürfnis

nach Ferne nicht oder nur schwer

erfüllt werden. Vielleicht, so die Hoffnung,

wird es bei Erscheinen dieser

Ausgabe der „Fine Tobacco“ schon

wieder besser sein.

Auch die Insel Kuba, für viele ein

Ort der Sehnsucht, erscheint uns momentan

in weiter Ferne unerreichbar.

Das ist besonders schade, denn gerade

in diesem Jahr wird die Marke

Cohiba 55 Jahre alt. Doch gemeinsam

gefeiert wird leider nicht.

Es ist phänomenal, dass eine Marke

so bekannt und erfolgreich werden

konnte. Und das, obwohl oder vielleicht

gerade weil sie zu Beginn eher

ein Mythos war, ihre Entstehung und

ihre ganze Geschichte geheimnisumwoben.

Fidel beschloss,

eine eigene kleine

Manufaktur

einzurichten.

Die Revolution auf der Insel ist

ohne Zigarren nicht denkbar. Fidel

und seine Getreuen sorgten schon

während ihres entbehrungsreichen

und harten Kampfes in den Bergen

der Sierra Maestra nicht nur dafür, zu

essen und zu trinken zu haben, sondern

auch für ausreichend Zigarren.

Dafür hatten sie sogar in dieser unwirtlichen

Gegend und unter diesen

schwierigen Bedingungen Torcedores

und irgendwoher offensichtlich auch

ausreichend Tabakblätter in entsprechender

Qualität dabei, um Zigarren

zu rollen.

Nachdem die Revolution gesiegt

hatte, wurden natürlich nicht weniger

Zigarren geraucht. Auch der Bodyguard

von Fidel, Bienvenido Pérez, ließ

sich Zigarren schmecken. Er hatte einen

Freund, Eduardo Rivera, der diese

für ihn rollte.

Bienvenido jedenfalls bot Fidel eines

Tages eine von seinen Zigarren an.

Diese muss phänomenal geschmeckt

haben, denn Fidel wollte gleich mehr

davon. Und damit nicht genug. Fidel

beschloss, eine eigene kleine Manufaktur

einzurichten. Eduardo Rivera, so

viel sei schon einmal verraten, wurde

später der Direktor der Fabrik.

FineTobacco[+] 02·2021 41


SERIE•MANUFAKTUREN

Die Torcedores arbeiten fleißig; momentan müssen

Fabriken allerdings immer wieder aufgrund von Corona-Fällen

vorübergehend schließen.

Schlichte Eleganz, gepaart mit einer herrlichen

Umgebung – in so einem Haus ließ es sich damals sicher

auskömmlich leben. (kleines Bild rechts)

„Fidel entre nosotros“ – „Fidel ist bei uns“:

Fidel Castro ist durch Bilder in der Fabrik

auch jetzt präsent.

Damals 1964 wussten nur wenige

Eingeweihte von diesem Projekt. Und

das sollte auch so bleiben. Selbst der

Ort der Herstellung wurde geheim gehalten.

Deshalb suchte man einen abgelegenen

Platz und fand ihn in einem

ehemaligen Country-Club im heute

und auch damals noblen Vorort Havannas,

Cubanacán. Dort stehen wunderschöne

und prachtvolle Häuser,

soweit man das von der Straße aus

sehen kann. Wer dort residiert, erfährt

man nicht, auf Nachfrage ist von

Botschaften und anderen wichtigen

Institutionen die Rede.

Diesen Ort wollte ich vor Jahren

einmal aufsuchen. Ich fand die Adresse:

Avenida (oder Calle/Straße) 150,

entre 21 y 21A (zwischen der 21. Straße

und der Straße 21A). Die heutige

„Cohiba“-Fabrik „El Laguito“ ist auf der

Avenida 146, also nur wenige Straßen

weiter. In vielen Stadtteilen Havannas

sind die Straßen nummeriert und

meist ist die Nummerierung logisch

aufgebaut. Doch nicht jede Nummer

ist vergeben.

Jedenfalls fuhr ich mit Daniél,

einem Kubaner, Mitte/Ende 50, eigentlich

Ingenieur, der sich seinen

Unterhalt aber mit Fahren verdiente,

die Calle 150 A entlang. Dann kamen

wir zur Calle 21 A, eine 21 gab es dagegen

nicht. Man muss dazusagen,

dass in diesem Teil der Stadt Straßennamensschilder

sehr selten sind.

Normalerweise befinden sich an den

Kreuzungen Steine, die die Nummer

der Straße anzeigen. Will man eine

Adresse finden, ist es in Havanna

sonst üblich, einfach die Bewohner

des Viertels, die gerade auf der

Straße herumstehen oder -sitzen,

zu fragen. Am besten kennen sich in

der Regel ältere Menschen aus. Hier

befand sich aber niemand auf der

Straße.

Nach langem Herumfahren stieg

ich aus und wollte die Gegend zu Fuß

erkunden. Vielleicht würde ich so das

richtige Haus finden. Ich lief also los

und machte hier und da Fotos. Als ich

wieder zum Auto kam, schlug Daniél

plötzlich vor, jetzt zu fahren. Ich war

überrascht, aber er schien nervös zu

sein. Rechts von uns tauchten zwei

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FineTobacco[+] 02·2021


Inserat 5thAvenue SKUs 2021 124x273 mm finetobacco 29.01.21

Uniformierte auf. Daniél erklärte mir,

dass wir Ärger bekommen könnten,

wenn wir weiter bleiben. Genauer erklären

konnte er mir das nicht. Da ich

ihn und auch mich nicht in Schwierigkeiten

bringen wollte, fuhren wir los.

So werden wir also leider nie erfahren,

wo die allerersten Cohibas gefertigt

wurden. Auch das ein Geheimnis.

1966 wurde die Marke offiziell

„Cohiba“ genannt. Namensgeberin ist

Fidels Kampfgefährtin Celia Sanchez.

Wie wir heute wissen, fertigte man die

Cigarren seit 1967 in der inzwischen

weltberühmten Manufaktur „El Laguito“.

1967 bezogen die Torcedores die

Seit 1989 gibt

es Cohiba

offiziell auf

dem Weltmarkt.

wunderschöne Villa. Diese gehörte

einst dem Briten Casimiro Fowler Jimenez,

einem vermögenden Zuckerhändler.

Auch heute noch öffnet die

Manufaktur nur selten ihre Tore für

Besucher. Größte Chancen haben immer

noch die Besucher des „Festival

del Habano“.

Über Fidels Cigarren wurden viele

Geschichten erzählt oder vielleicht

auch erfunden. Kaum einer wusste

genaueres. Den einzigen Beweis, dass

es diese Cigarren gab, lieferte Fidel,

der mit diesen langen, schlanken Cigarren

oft zu sehen war. Man erzählte

sich, dass Staatsoberhäupter und andere

Persönlichkeiten Zigarrenkisten

dieser Marke zum Geschenk erhalten

hätten. Hier und da tauchten solche

Kisten später auf. Gelegentlich brachten

Kubanische Betriebe diese für „befreundete“

Betriebe in der damaligen

DDR mit.

Seit 1989 gibt es Cohiba offiziell

auf dem Weltmarkt. Auch heute noch

sind die Zigarren dieser Marke sehr

begehrt. Auch jetzt sind sie, aus verschiedensten

Gründen, ein knappes

Gut. Nicht zuletzt wegen der anhaltenden

Maßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie.

Auch Kuba leidet massiv

unter den Folgen. Man muss sehen,

wie es weitergeht. Denn gerade diese

Insel lebt von den Touristen und damit

vom Fernweh der Menschen.

GENUSSVOLLE

VIELFALT FÜR

HABANOS-

LIEBHABER

www.5thavenue.de


CORONA•SUMMER

Ein echter

Klassiker für

bessere Zeiten

Es sei uns verziehen, dass wir

unsere Freude über die sich

ständig verbessernden Pandemiewerte

zu diesem kleinen Kalauer verleitet

haben. Aber die Corona ist einfach eine

Zigarre, die in die Jahreszeit passt. Auf

der Terrasse, am Pool oder im Garten –

Format und Rauchdauer prädestinieren

die Corona zum absoluten Outdoor-

Spezialisten. Dieser Sommer schreit

geradezu nach der „Krone“ unter den

Zigarren. Lassen Sie sich inspirieren

von unserem Stimmungsbild des

sommerlichen Genussrauchens und machen

Sie den Garten zur Bühne für die

Wiederentdeckung dieser Leidenschaft.

(zur Not tut es auch der Balkon)

Fotos: Studio Jan Roeder

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CORONA•SUMMER

DAVIDOFF ESCURIO

Vitola Corona Gorda

Deckblatt Ecuador H 2000

Umblatt Brasilien, Cubra

Einlage Dom. Rep., Brasilien

Länge 152 mm

Gauge 18,3 mm

Preis 18,20 €

Vertrieb Davidoff of Geneva

Germany GmbH

»Eine mittelkräftige Zigarre mit exzellenter

Verarbeitung und ausgewogener

Aromastruktur, optimalem Zugverhalten

und üppigem Rauchvolumen.«

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JOYA DE NICARAGUA

CLÁSICO NUMERO 6

Vitola

Deckblatt

Corona

Ecuadorian

Connecticut Shade

Nicaragua

Nicaragua

152 mm

16,3 mm

Umblatt

Einlage

Länge

Gauge

Preis 4,50 €

Vertrieb Arnold André

»Ein wahrer Genuss. Erstklassige Verarbeitung mit schönem Deckblatt.

Astreine Wicklung. Perfekter Zug, sehr guter Abbrand. Das mittelkräftige Aroma

at süsslich-cremige aber auch würzartige und erdige Anteile.«

FineTobacco[+] 02·2021 47


CORONA•SUMMER

»Das wunderschöne kamerunische Deckblatt ist eine

ästhetische Darstellung der eleganten Aromen, die

diese Zigarre zu dem machen, was sie ist. Das Geschmacksprofil

öffnet sich mit tiefen erdigen Noten,

die zu Aromen von Trockenfrüchten gedeihen, und

entwickelt sich langsam zu einem milden Strom aus

weiteren Gewürzen und Zimt.«

LEÓN JIMENES

SERIES 300

Vitola

Deckblatt

Umblatt

Einlage

Corona

Cameroon (Ecuador)

Nicaragua

Cibao Valley

(Dom. Rep.),

Nicaragua, Peru

140 mm

16,7 mm

Länge

Gauge

Preis 10,50 €

Vertrieb Arnold André

48

FineTobacco[+] 02·2021


»Spitze verarbeitete, mittelkräftige Cubanerin mit ausgeprägter

Aromenvielfalt. Anfangs süsslich an Honig erinnernd mit einer

erdigen und grasigen Note, nimmt nach dem ersten Drittel an

Würze zu. Hervorragende Zug- und Brandeigenschaften«

MONTECRISTO NO. 3

Vitola Corona

Deckblatt Kuba

Umblatt Kuba

Einlage Kuba

Länge 142 mm

Gauge 16,7 mm

Preis 12,00 €

Vertrieb 5th Avenue

FineTobacco[+] 02·2021 49


CORONA•SUMMER

»Sehr gutes Zugverhalten. Guter Smoke. Anfangs

sehr Cremig und Süss, zum Ende hin

kommt leichte Schärfe dazu. Gute Verarbeitung.

Für den Preis eine sehr empfehlenswerte

Zigarre. «

BOCK

Vitola

Deckblatt

Umblatt

Einlage

Corona Tubo

Ecuador

Dom. Rep.

Dom. Rep.,

Nicaragua

140 mm

17,0 mm

Länge

Gauge

Preis 5,45 €

Vertrieb Villiger

50

FineTobacco[+] 02·2021


DON STEFANO CORONA

SPECIAL EDITION

Vitola

Deckblatt

Umblatt

Einlage

Länge

Gauge

Preis 2,55 €

Vertrieb Don Stefano

Corona

Ecuador

Deutschland (Pfalz)

Kuba

128 mm

16,0 mm

»Die Don Stefano Corona Special Edition

ist die richtige Zigarre für „zwischendurch“,

für Einsteiger und für Freunde

eines leichten, unkomplizierten Rauchvergnügens.

Passt ausgezeichnet zum ersten,

kühlen Feierabendbier. «

FineTobacco[+] 02·2021 51


CORONA•SUMMER

»Eine Zigarre die ihresgleichen sucht. Top Verarbeitung, sauberer Abbrand.

Mittelkräftiger, cremiger Geschmack, bis zum letzten Drittel. Dann gesellt sich

eine leichte Schärfe dazu, die aber nie bitter wird.«

PERDOMO RESERVE

10TH ANNIVERSARY

CONNECTICUT

Vitola Corona Extra

Deckblatt Nicaragua

Umblatt Nicaragua

Einlage Nicaragua

Länge 143 mm

Gauge 18,3 mm

Preis 9,60 €

Vertrieb Don Stefano

52

FineTobacco[+] 02·2021


»Kürzer, kompakter, kräftiger. Treffender lässt sich das Rauchvergnügen

in drei Worten wohl kaum beschreiben. Ein Format, das

es spielend schafft, alle Aromen harmonisch miteinander zu verbinden

und gleichzeitig die Noten aus Kaffee, Früchten und Zimt

gehaltvoll in Szene zu setzen.«

BUENA VISTA

ARAPERIQUE

Vitola

Deckblatt

Umblatt

Einlage

Petit Corona

Connecticut Seed,

Ecuador

Sumatra Seed,

Ecuador

Dom. Rep., Peru,

Nicaragua,

Araperique/Brasilien

105 mm

15,1 mm

Länge

Gauge

Preis 6,40 €

Vertrieb Arnold André

FineTobacco[+] 02·2021 53


CORONA•SUMMER

» Aussehen und Verarbeitung bestens. Startet

nach den Anzünden gleich ziemlich rasant.

Klasse Verarbeitung. Gute Brand- und Zugeigenschaften.

Kräftig im Geschmack für eine

Zigarre aus der Dom. Rep., für Anfänger wohl

eher ungeeignet. Fester Ascherest. «

AVO SERIE XO

TUBOS

Vitola Notturno

Deckblatt Dom. Rep.

Umblatt Dom. Rep.

Einlage Dom. Rep.

Länge 127 mm

Gauge 16,7 mm

Preis 9,35 €

Vertrieb

Davidoff of Geneva

Germany GmbH

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FineTobacco[+] 02·2021


GRIFFIN'S CLASSIC

NO. 300

Vitola Corona Larga

Deckblatt Connecticut Shade

Umblatt Dom. Rep.

Einlage Dom. Rep.

Länge 159 mm

Gauge 17,5 mm

Preis 10,00 €

Vertrieb Davidoff of Geneva

Germany GmbH

»Sehr gut verarbeitete Zigarre, gleichmäßiges

glattes Deckblatt, problemloser

Anschnitt, guter Zug, fast kreisrunder

Abbrand bei vollem Rauchvolumen und

kurzer Asche; geschmacklich mild und

leicht, süßliche Creme, fruchtig/blumig,

einfach lecker.«

FineTobacco[+] 02·2021 55


CORONA•SUMMER

Ȇberdurchschnittliche Zigarre! Vom Anfang bis zum letzten Zug ein reichhaltiges

Bouquet mit klar definierten Aromen von ledrig-erdig über fruchtige Noten bis

zu Röstaromen. Voller Rauch, feste Asche, optimaler Abbrand.«

VILLIGER 1888

Vitola

Deckblatt

Umblatt

Einlage

Corona

Ecuador

Mexico

Dom. Rep.,

Nicaragua

152 mm

17,1 mm

Länge

Gauge

Preis 7,10 €

Vertrieb Villiger

56

FineTobacco[+] 02·2021


»Eine schön verarbeitete Zigarre. mit dezentem angenehmern Kaltgeruch

nach Leder. Mildes Aroma nach Holz und Erde. Sehr angenehm

mild und zugänglich. Auch für Anfänger geeignet. Für einen

schnelleren Smoke zwischendurch.«

VILLIGER 1492

Vitola

Deckblatt

Umblatt

Einlage

Corona

Ecuador

Indonesia

Dom. Rep.,

Nicaragua

137 mm

17,1 mm

Länge

Gauge

Preis 7,10 €

Vertrieb Villiger

FineTobacco[+] 02·2021 57


HORYNA SPIELT GOLF

Holzhäusern

Holzhäusern

58

FineTobacco[+] 02·2021


HORYNA spielt...

GOLF in der Schweiz

Golf boomt. Ja, natürlich nicht zum ersten Mal, aber in Folge des

pandemiebedingten Wegfalls vieler anderer Freizeitmöglichkeiten

haben selbst verschlafene Anlagen im letzten

Jahr einen wahren Ansturm von Neugolfern

erlebt. Mich, der seit über zwanzig Jah-

MARK

ren mit viel Leidenschaft und wenig Talent

dem Spiel mit Haut und Haaren verfallen

ist, wundert das überhaupt nicht. Denn der

Weg der kleinen weißen Kugel ist eine zwar

schwierige, nicht selten nervenaufreibende,

zugleich jedoch unfassbar schöne Form der

freiwilligen Selbstkasteiung.

Golf frustriert und befriedigt,

erhellt und verdüstert,

beglückt und lässt verzweifeln.

Während einer vierstündigen Runde

legt man fast zehn Kilometer zu Fuß

zurück, verbrennt knapp 1100 Kalorien,

kriegt dabei eine ganze Menge

frische Luft und wird einem herrlichen

Wechselbad der Gefühle ausgesetzt.

Das Spiel ist, wie schon oft

gesagt wurde, der größte Spaß, den

man angezogen haben kann und

eine von nur zwei Tätigkeiten auf der

Welt, die man voll und ganz genießen

kann, ohne sie zu beherrschen. Golf

lehrt uns Gleichmut und Bescheidenheit

und bringt trotzdem immer

wieder Hochmut und Stolz hervor. Es

heißt, man könne mehr über einen

Menschen während einer Runde Golf

erfahren, als in einem ganzen Jahrzehnt

am Arbeitsplatz.

Obwohl Golfer sich eigentlich auf

jeder Wiese zu Hause fühlen, wo es Löcher,

Fahnen und ein wenig Sand gibt,

weckt das Spiel Sehnsüchte. Fernweh

und den starken Wunsch, spielend

fremde Orte zu besuchen. Wir sind also

stets, wo wir sein wollen und trotzdem

in Gedanken woanders. Nicht selten

reisen Golfer deshalb um die halbe

Welt, um endlich am Ziel angekommen

ausschließlich das zu machen, was sie

auch zu Hause tun – golfen.

HORYNA

Als Ziel für Bergsteiger, Skifahrer,

Wanderer und Mountainbiker taucht

die Schweiz auf jeder Landkarte auf.

Weinkenner, Gourmands und Liebhaber

guter Zigarren kommen hier

ebenfalls voll auf ihre Kosten. Doch

nicht allzu viele wissen, dass die

Eidgenossenschaft auch eine hervorragende

und im internationalen

Vergleich sogar erschwingliche Golfdestination

ist.

Seit den 90er Jahren des vorletzten

Jahrhunderts wird hier in herrlicher

Landschaft Golf gespielt. Erste

Plätze entstanden als touristische

Attraktionen in St. Moritz (1891), Samedan

(1893) und Montreux (1900).

Britische Urlaubsreisende, die den

Kontinent für sich entdeckten, genossen

das alte Spiel in neuer Umgebung.

In den Hochtälern, von

majestätischen Berghängen und

schneebedeckten Gipfeln umgeben,

FineTobacco[+] 02·2021 59


HORYNA SPIELT GOLF

60

hatte der Sport einen ganz besonderen

Reiz – und hat ihn auch noch

heute. Der bald gegründete Schweizer

Golfverband ist der älteste auf

dem europäischen Festland und wird

im Jahr 2022 seinen einhundertzwanzigsten

Geburtstag feiern. Golf

in der Eidgenossenschaft blickt also

auf eine lange, schöne, wenngleich

etwas elitäre Geschichte zurück.

Denn viele Jahre war das Spiel

hier ein eher etwas kostspieliges

Freizeitvergnügen. Private Clubs

dominierten die Szene und auf deren

Traditionsanlagen Tee-times zu

bekommen war nicht selten auch

eine Sache des Glücks. Seit Mitte der

neunzehnhundertneunziger Jahre

allerdings hat sich einiges geändert.

Da begann nämlich der genossenschaftlich

organisierte Migros Konzern,

den meisten unserer Leser

wohl als Lebensmittelgrossist bekannt,

sich mit Verve im Golfsport

zu engagieren. Mit dem deutlich erklärten

Ziel, das Spiel aktiv aus seiner

elitären Ecke zu ziehen und zu

einem Volkssport zu machen, baute

man ein schweizweites Netz an Plätzen

und Anlagen auf. Ein fast revolutionäres

Vorhaben in der meist träg

konservativen Golfwelt und doch ist

es der Migros gelungen, eine ganze

Menge zu bewegen.

Die sieben Migros Anlagen haben

das andernorts oft als billig oder gar

etwas schäbig wahrgenommene Public-Golf

auf eine Qualitätsebene gehoben,

die sich, was Platzdesign und

Pflege, Gastronomie und Kundenservice

angeht, mit den Standards

der meisten, auch besseren privaten

Golfclubs hierzulande problemlos

vergleichen lässt. Wer als Gast in

einem Golfpark aufteet, kann beste

Qualität erwarten und wird sich weit

weg von „Billiggolf“ fühlen. Die meisten

Plätze wurden von Topdesignern

entworfen. alle Golfparks verfügen

über mindestens 27 Löcher und einige

der besten Greenkeeper des

Landes kümmern sich nachhaltig

und umweltschonend um die Anlagen.

Selbst wer auf einem der kleinen

Pitch-und-Putt Plätzen der Migros

spielt, wird im Normalfalle sehr

FineTobacco[+] 02·2021

gute Grüns vorfinden, die denen auf

den Hauptanlagen kaum nachstehen.

Und in den Restaurants schließlich

darf man nicht nur hervorragende

...alle Golfparks

verfügen über

mindestens 27

Löcher...

regionale Spezialitäten auf höchstem

Niveau genießen, sondern oft

auch aus einem breiten Sortiment an

Zigarren wählen.

Auch wenn ich aus Platzgründen

hier nur drei der Migros Anlagen vorstellen

kann, sind Oberkirch, Signal

de Bougy in der Westschweiz, Waldkirch

und Limpachtal auch immer

eine Reise wert.

Moossee

Holzhäusern

Spätestens seitdem die Profis

der europäischen Damentour hier im

letzten Jahr zum ersten Mal bei der

VP Bank Swiss Ladies Open gastierten,

ist die Anlage am Zugersee auch

international bekannt. Neben dem

anspruchsvollen 18-Loch Platz „Zugersee“

gibt es den 9-Loch Rigi Platz

und eine Pitch-und-Putt Anlage,

die es in sich hat. Hier können auch

Golfer ohne Platzreife die Schläger

schwingen. Eine der modernsten

Ranges Europas und ein luftig modernes

Clubhaus mit zwei Restaurants

lassen keine Wünsche offen.

Moossee

Über eine Fläche von 115 Hektar

onduliertem Gelände erstreckt

sich unweit von Bern eine Anlage,

die jedem internationalen Vergleich

standhält. Der 18-Loch-Championship-Course

wird durch eine ebenbürtige

9-Loch-Anlage und einen spannenden

6-Loch Kurzplatz ergänzt.

Neben den Plätzen verfügt die Anlage

über eines der größten Übungsgrüns

auf dem Kontinent.

Otelfingen

Südlich von Zürich liegt der Golfpark

Otelfingen. Der von Designlegende

Kurt Rossknecht konzipierte

18-Loch-Platz ist dank seiner flachen

Topografie ein idealer Walking

Course. Strategisch gesetzte Bunker,

Biotope, wohlplatziertes Rough und

oft ins Spiel kommendes Wasser

machen das Layout zu einer schönen

Herausforderung für alle Spielstärken.

Neben dem Hauptplatz gibt

es eine feine 6-Loch Kurzanlage, ein

großzügiges Golfodrom und ein abwechslungsreiches

Übungsgelände,

um das kurze Spiel zu verbessern.

Wie schon anfangs erwähnt: Golf

boomt, auch in der Schweiz, wenn Sie

also vorhaben, eine Golfreise dorthin

zu unternehmen, sollten Sie auf jeden

Fall, um etwaige Enttäuschungen zu

vermeiden, vorher buchen.


MARK

Otelfingen

HORYNA

Otelfingen

Moossee

Mehr Infos finden Sie unter:

www.golfparks.ch

FineTobacco[+] 02·2021 61


KIKIS•REISENOTIZEN

62

FineTobacco[+] 02·2021


SCHAUM

gebadet

Von Kiki Baron

Mein Faible fürs Peninsula

Hongkong wird nunmehr

40 Jahre alt. Beim ersten

Aufenthalt in der damaligen Kronkolonie

war mein Budget allerdings zu

knapp, um in diesem einzigartigen Luxushotel

abzusteigen. So wohnte ich

nebenan im YMCA. Mein Studium der

Agrarwissenschaften abgeschlossen

und dank Kellner Job im damaligen

Village in Kampen genug Geld gespart,

war ich auf mehrmonatiger Weltreise.

YMCA Zimmergenossin Frederike erzählte

mir von der fabelhaften Lobby

der sogenannten Old Lady, wo man

noch mitten in der Nacht ein Bircher

Müsli löffeln könnte. Gesagt, getan.

Vom Glamour des Grandhotels überwältigt

und von aufmerksamen Angestellten

liebenswert umsorgt, gönnten

wir uns anschließend noch einen Gin

Tonic, lehnten uns weltmännisch in

den Sessel zurück und steckten genüsslich

eine Zigarette an. Der Engländer

am Nachbartisch ließ sich eine

Havanna entfachen. Das geschmeidige

Ritual aus feingliedrigen Fingern des

chinesischen Kellners blieb ebenso in

Erinnerung wie die berauschende Atmosphäre

in der Lobby.

Ein Jahr später dann hatte ich

das Vergnügen im Pen zu wohnen.

Eingeladen von einem Freund aus

der Werbefilmbranche. Er hatte mich

als Location-Scout für einen Camel

Spot engagiert. Unser Ziel hieß Philippinen,

Hongkong lag auf dem Weg

und entfaltete sich zum 48 Stunden

Stop-Over, nachdem ich ihm von diesem

Hotel vorgeschwärmt hatte. Allerdings

lockte das Bircher Müsli um

besuchen Sie auch

LOGBUCH – DER PODCAST

Aufzeichnungen einer

Reisejournalistin

@logbuch_podcast

Jeden Sonntag eine neue Folge bei

Spotifiy, Apple Podcast und Deezer.

Mitternacht weniger als die Aussicht

auf Airport Transfer im hoteleigenen

Rolls Royce. Und so lernte ich was

Outstanding Perfomance heißt. Das

gesamte Hotelpersonal schien unsere

Namen zu kennen. Egal, ob Rezeptionist,

Bell Boy, Fahrstuhlführer

oder Etagenbutler. Man sprach uns

ab erstmaligem Betreten des Hauses

korrekt mit Mistress Baron und Mister

Berndt an. Im Zimmer wartete handgeschöpftes

Briefpapier, bedruckt mit

unseren Initialen in goldenen Lettern,

sowie eine Kollektion französischer

Seifen, aus der wir unser Lieblingslabel

wählen durften. Als Willkommensgruß

servierte uns der Butler

formvollendet chinesischen Tee in

feinstem Porzellan.

Im Laufe der Jahrzehnte hatte die

Peninsula-Gruppe, was Updates von

Hoteltechnik anging oder Innovationen

in Sachen luxuriösem Komfort

stets die Nase vorn. Sei es der Schallschlucker

im Bad, der es dem Gast erlaubte,

dort für den Gesprächspartner

unauffällig zu telefonieren. Oder, der

Clou im 2014 eröffneten The Peninsula

Paris, der Nagellacktrockner in der

Wand neben gut ausgeleuchtetem

Schminktischchen.

In der Hongkonger Property hätte

mich Anfang der 90er ein neuer Hit fast

die Teilnahme am formidablen Fest

zum Opening des Peninsula Towers

gekostet. Nämlich der großformatige

Jacuzzi in meiner Suite. Was wäre

reizvoller als ein relaxtes Sprudelbad

vor dem aufregenden Abend? Ich ließ

das Wasser ein, kippte beim Eintauchen

die halbe Flasche duftenden Gels

hinzu und schloss die Augen. Plötzlich

spürte ich ein Kribbeln am Kinn. Dann

fuhr mir der Schreck durch die nackten

Glieder. Schaum hatte sich über

mir aufgetürmt, steif wie geschlagenes

Eiweiß. Er blähte sich blitzschnell

höher. Ich konnte gerade noch das silberne

Schildchen am Fußende lesen:

„Please do not put bath foam when

using bubbles“. Schon quoll der luftig

weiße Haufen über und verteilte sich

auf dem Marmorboden, weil ich im

Schaum den Knopf zum Ausschalten

der Düsen nicht fand. Gottlob erreichte

ich den Abfluss und zog den Stöpsel.

Zu peinlich berührt, um diensteifrige

Geister anzurufen, wischte ich den

Schlammassel eigenhändig auf. Die

teure Frisur war in der Panik längst

verrutscht, die Pömps, die ich schlauerweise

im Bad bereitgestellt hatte,

nass. Aufs Fest ging ich trotzdem. Die

High-Heels mögen beim Laufen gequietscht

haben. Doch die Lacher der

Gäste, denen ich die urkomische Situation

offenbarte, waren lauter.

FineTobacco[+] 02·2021 63


GENUSS•PORTRAIT

Ein deutscher

Humorist macht

Schlagzeilen

Wilhelm Busch ist unter uns. Bis heute legt dieser zeichnende und dichtende

Till Eulenspiegel den Finger in die kollektive Wunde. Über seine Protagonisten

lacht die Welt seit mehr als 160 Jahren und lacht dabei auch über sich selbst.

Wer war der Mann, der seine Beobachtungen so messerscharf skizzierte, der

sich trotz seines Erfolges nach einem anderen Leben sehnte, rauchte wie ein

Schlot und scheinbar nirgendwo zuhause war?

Die Ohrfeige kam unerwartet

plötzlich. Vor kurzem

war der neunjährige

Wilhelm zu seinem Onkel nach Ebergötzen

gezogen, wo er sich auch mit dem Wirt

des Ortes anfreundete. Der besaß ein Piano,

züchtete Blumen, konsumierte ständig

Schnupftabak, war stark behaart und sehr

impulsiv. Seinen Lieblingsspruch – er sei

zu gut für diese Welt – brachte er bei jeder

Gelegenheit zum besten. Doch als er

einem Hund mal absichtlich auf die Pfote

trat, stellte der Junge die Behauptung in

Frage und dem Erwachsenen rutschte die

Hand aus. Schon als Kind ein scharfer Beobachter,

entlarvte Wilhelm Busch seine

Mitmenschen später mit Zeichenfeder und

Papier. Sein größter Wunsch aber war es,

ein bekannter Maler zu werden. Die Voraussetzungen

dafür waren nicht schlecht.

„Student stellt Bibel in Frage“

Anno 1832 kam er als Krämersohn in

einem Dorf zwischen Minden und Hannover

zur Welt. Sein Vater war wohlhabend

genug, um drei seiner sieben Kinder studieren

zu lassen. Und weil es nicht nur in

den eigenen vier Wänden, sondern auch in

der Dorfschule zu eng wurde (100 Kinder

auf 66 qm), erhielt Wilhelm fortan Privatunterricht

bei seinem Onkel, drei Tagesreisen

Text: Elmar Schalk

von zuhause entfernt. Dass er bereits mit

15 Jahren ein Maschinenbaustudium am

Polytechnikum Hannover begann, führen

seine Biografen einerseits auf mangelndes

Verständnis des Vaters für seinen musisch

veranlagten Sohn zurück. Andererseits

hätte auch sein Onkel die treibende Kraft

sein können. Denn als Pfarrer konnte es

ihm nicht egal sein, dass sein Neffe immer

öfter Bibelstellen in Frage stellte und sich

im Wirtshaus an politischen Diskussionen

beteiligte, deren Themen auch in der Deutschen

Revolution 1848 auftauchten. Busch,

der zu beiden ein entspanntes Verhältnis

hatte, fügte sich und studierte fast vier

Jahre lang an der Technischen Hochschule.

Noch war das Leben des Heinrich Christian

Wilhelm Busch unspektakulär und

stereotyp, doch das sollte sich bald ändern:

„Schock-Diagnose: Typhus!“

Wenige Monate vor seinem Abschluss

wirft der 19-jährige das Studium hin, mit

dem festen Wunsch, an die Kunstakademie

Düsseldorf zu wechseln. Widerwillig gibt

ihm sein Vater grünes Licht und das nötige

Geld. Aber dort ist es dann anders als

erhofft. Statt zu den fortgeschrittenen Studenten

kommt er nur in die vorbereitenden

Klassen, wo er Anatomie studieren und

nach der Antike zeichnen soll. Obwohl die

Gebühren für ein Jahr im voraus bezahlt

wurden, macht der junge Busch immer öfter

einen Bogen um den Unterricht. Stattdessen

zieht es ihn 1852 an die „Koninklijke

Academie voor Schone Kunsten“ von

Antwerpen. Sein Plan: Die alten Meister

studieren. Erneut lässt sich der Vater überreden,

den Sohn finanziell zu unterstützen.

Begeistert reist der Student in die belgische

Hafenstadt und sieht sich die Werke

von Rubens, Hals, Brouwer und Teniers

an, um dann erschüttert festzustellen, wie

weit sein eigenes Können davon entfernt

ist. Ein Jahr danach kehrt Wilhelm Busch,

mittellos und von einer Typhuserkrankung

schwer gezeichnet, zu seinen Eltern nach

Wiedensahl zurück.

„Erneut Mann mit roter Jacke

gesichtet“

Während seiner monatelangen Rekonvaleszenz

in der Heimat hört er den Menschen

zu, die sich noch an mündlich überlieferte

Volksmärchen erinnern können. Er

beginnt alles zu sammeln was ihm zu Ohren

kommt. Mal sind es die Spukgeschichten

eines Kautabak kauenden Schäfers,

dann lauscht er den dramatischen Erzählungen

eines alten Pfeiferauchers. Seine

Idee, die Sagen, Lieder, Balladen und Reime

zu publizieren, wird jedoch scheitern, weil

64

FineTobacco[+] 02·2021


er keinen Verleger findet. Und der junge

Mann malt. Meist auf Pappe, kleinformatige

Bilder, die er achtlos aneinander lehnt, sodass

sie mit ihren billigen Farben zusammenkleben.

Dann wirft er sie weg. Die Ölbilder,

die heute noch erhalten sind, zeigen

häufig Landschaften: Bäume und Himmel

wie vom Wind zerzaust, man sieht förmlich

den unruhigen Pinselstrich, der darüber

fegt. Und immer wieder stechen einzelne

Figuren ins Auge, die in der monochromen

Szenerie durch eine leuchtendrote Jacke

auf sich aufmerksam machen.

„Emigriert Busch nach Brasilien?“

Nachdem Busch weitere sechs Monate

bei seinem Onkel verbracht hat, will er 1854

sein Kunststudium in München fortsetzen.

Dem Vater platzt der Kragen. Mit einer letzten

Geldzahlung setzt er den Sohn vor die

Tür. Danach herrscht Funkstille, jahrelang.

Doch in der bayrischen Hauptstadt wiederholen

sich die enttäuschten Erwartungen

und der Student lässt sich treiben. Fern

jeder Perspektive erwägt er 1857 sogar

ernsthaft, nach Brasilien auszuwandern,

um dort Bienen zu züchten; die Imkerei ist

sein Steckenpferd, Naturwissenschaften

sowieso. Indes bietet die Großstadt allerlei

Zerstreuung, garniert mit reichlich Alkohol

und Tabak. Die „Rechte des Rauchens und

Biertrinkens“ hat er sich (nach eigenen

Angaben) bereits 1848 erkämpft. Gut ein

Jahrzehnt später entsteht eine Studiofotografie:

Busch – in der einen Hand einen

Bierkrug, in der anderen eine kleine Zigarre

– lümmelt auf einem Stuhl und blickt

frohgemut seitwärts. Immer wieder schaut

er auch im Künstlerverein „Jung München“

vorbei. Dort trifft man seinerzeit fast alle

wichtigen Maler der Metropole und für die

Vereinszeitung kann Wilhelm Busch Texte

und Karikaturen verfassen. Dadurch wird

der Verleger Kaspar Braun auf den jungen

Mann aufmerksam, dem er 1859 eine freie

Mitarbeit in seinen satirischen Zeitungen

anbietet: Wenn es um gepflegten Humor

geht, sind die „Fliegenden Blätter“ und der

„Münchener Bilderbogen“ die angesagtesten

Publikationen ihrer Zeit. In den folgenden

vier Jahren verfasst der verhinderte

Maler über hundert Beiträge für die beiden

Zeitungen, ist erstmals schuldenfrei und

kann ganz entspannt seinen Lebensunterhalt

bestreiten.

„Verleger sichert sich Bestseller-Manuskript“

Aber bequemes Dahingleiten ist noch

nie seine Sache gewesen, und durch die

Abhängigkeit von Kaspar Braun fühlt er

sich bald eingeengt. So steuert er mit Anfang

30 wieder in belebteres Fahrwasser,

wo Busch nach einem neuen Verleger

Ausschau hält, mit dem er ein eigenes Bilderbuch

herausbringen will. In Heinrich

Richter sieht er die Idealbesetzung, zumal

ihm dieser bei der Themenwahl freie Hand

lässt. Dass dessen Verlag bislang nur Kinderbücher

und religiöse Erbauungsliteratur

herausbrachte, ist ihm zu diesem Zeitpunkt

wohl nicht bewusst. Jedenfalls wird

die Veröffentlichung der „Bilderpossen“

1864 zum Flop. Vermutlich als Wiedergutmachung

bietet nun Wilhelm Busch seinem

Verleger honorarfrei das Manuskript

von „Max und Moritz“ an, doch der glaubt

nicht an einen Erfolg und lehnt dankend

ab. Ganz anders der Verleger Braun: Er erkennt

das Potenzial der Story und erwirbt

deren Rechte für eine einmalige Zahlung

von 1000 Gulden, was heute etwa 10.000

Euro entspricht. Für den Künstler ist dies

eine stolze Summe und für Kaspar Braun

entwickelt sich die Investition mit den Jahren

zu einem echten Bestseller.

„Kirchen-Skandal um Antonius

von Padua“

Jetzt, wo er finanziellen Erfolg hat, besucht

der Sohn immer öfter die Eltern in

Wiedensahl und auch seinen Bruder Otto in

Frankfurt am Main. Durch ihn lernt er die

Bankiersgattin und einflussreiche Kunstmäzenin

Johanna Keßler kennen, die in

dem 35-jährigen einen großen Maler sieht,

den es zu fördern gilt. Weil inzwischen viele

seiner Bekannten aus München weggezogen

sind und sich auch der Künstlerverein

aufgelöst hat, kehrt Busch der Isar bald

den Rücken und zieht an den Main. Von dort

aus treibt es sein ruheloses Schiff immer

wieder zu seinem Onkel, seinen Eltern und

zu seinem Bruder Gustav in Wolfenbüttel.

Obwohl er nun mehr malt als je zuvor, entstehen

in diesen fünf Jahren auch größere

Bildergeschichten wie „Der heilige Antonius

von Padua“ – ein Werk, das wegen antiklerikalen

Szenen die Zensur auf den Plan

ruft. Der Verleger Moritz Schauenburg wird

zwar neun Monate später frei gesprochen,

scheut aber das nächste Werk des spitzfedrigen

Humoristen „wie der Teufel das

Weihwasser“. Für Busch-Biografen ist „Die

fromme Helene“ indes nicht nur eine Kritik

an religiöser Heuchelei, sondern auch

die unterhaltsame Abrechnung mit einer

Frankfurter Bankiersgattin. Aus unerwiderter

Liebe? Bevor der Künstler die Hauptfigur

in Flammen aufgehen lässt, schildert

er detailliert die Verlockungen des Alkohols

und damit sein eigenes Suchtproblem.

„Hans Huckebein tödlich verunglückt“

Denn für Wilhelm Busch existiert kein

Mittelmaß – weder in seinen Geschichten,

FineTobacco[+] 02·2021 65


GENUSS•PORTRAIT

noch beim Wein oder bei den Zigarren. In

der typisch überzeichneten Weise erfährt

„Krischan mit der Piepe“ die halluzinogene

Wirkung von übermäßigem Tabakkonsum.

Tatsächlich erleidet der Dichter selbst immer

wieder mal eine schwere Nikotinvergiftung,

weil er über den Genuss hinausraucht.

Auf den zahlreichen Fotografien

und Selbstportraits ist er häufig mit kleinformatiger

Zigarre zu sehen; zeitweise

greift er aber auch zu Pfeife und Zigaretten,

für die er sich einen besonders kräftigen

Tabak aus Metz schicken lässt: Der

„Scaferlati superieur“ von Caporal kommt

dann in seine Zinnschatulle und wird mit

Möhrenstücken befeuchtet. Die lehrreiche

Geschichte mit Krischan geht jedenfalls

gut aus, er wird von der Mutter gerettet

und eine Tasse Kaffee vertreibt alle bösen

Geister. Der Unglücksrabe „Hans Huckebein“

endet hingegen am Wollfaden als

mahnendes Opfer des Likör-Missbrauchs.

Währenddessen lässt sich sein Schöpfer

den Wein heimlich nach Hause liefern, damit

sein Bekanntenkreis nichts merkt.

„Berühmter Humorist spricht

Klartext“

Dabei ist Busch kein Einzelfall. Durch

die zunehmend industrielle Herstellung

von Alkohol im 19. Jahrhundert gibt’s den

Vollrausch quasi zum Schnäppchenpreis.

Und bald spricht man im frischgebackenen

Kaiserreich von einer grassierenden

Branntweinpest. Immer wieder kreist des

Künstlers Kosmos um die Zentralgestirne

Alkohol und Tabak, sowohl in den Zeichnungen

wie in seinen knappen Erinnerungen.

„Man wird rein zum Sklaven gemacht in

diesen Wagen“ kommentiert er als 20-jähriger

eine Zugfahrt: Raucher würde man als

Schweinigel ansehen, die keine Rücksicht

verdienen. Als 1886 im Zenit seiner Karriere

eine peinliche, lobhudelnde Biografie über

ihn erscheint und die „Frankfurter Zeitung“

in einem Essay seine Lebensdaten durcheinanderwirbelt,

nimmt Wilhelm Busch notgedrungen

die Feder selbst zur Hand, um

einiges klarzustellen. So ist „Was mich betrifft“

die Minimalversion einer Autobiografie,

in der auch der Tabakgenuss an mehreren

Stellen erwähnt wird. So habe etwa sein

Vater, „als Feind aller Neuerungen“, nie die

Pfeife gegen die Zigarre getauscht und statt

der modernen Reibhölzer noch „Zunder,

Stahl und Stein“ benutzt.

„Militante Nichtraucher zerstören

Tabakspfeife“

Die Deutschen lieben ihren berühmten

Humoristen, der ihnen in einem chaotischen

Jahrhundert das herzhafte Lachen

geschenkt hat. Die bekanntesten Figuren

sind natürlich „Max & Moritz“ – zwei jugendliche

Straftäter, die beispielsweise eine

Meerschaumpfeife für ein Sprengstoffattentat

an einem Lehrkörper missbrauchten.

1870 werden die Streiche als „frivoles

Werk mit jugendgefährdender Wirkung“

kritisiert. Knapp 150 Jahre später schreibt

der Ministerialrat Dr. Jörg-Michael Günther

mit „Der Fall Max & Moritz“ augenzwinkernd

ein juristisches Gutachten über die

populären Kleinkriminellen. Durch seine

Bildergeschichten ist Wilhelm Busch zwar

zu einem wohlhabenden Mann geworden.

Aber dass sie über alle Grenzen hinweg so

viel Aufmerksamkeit erhalten, stimmt den

Maler zunehmend missmutig. Gegenüber

dem Verleger Heinrich Richter bezeichnet

er seine einträglichen Werke abschätzig

als „Schnurrpfeifereien“ und „Nürnberger

Tand“. Nach wie vor strebt er nach Höherem.

Mit 42 Jahren veröffentlicht Busch

seinen ersten Gedichtband „Kritik des

Herzens“ und scheitert fulminant an der

Kritik der Gesellschaft. Denn die will ihn

nicht als ernsthaften Autor. Auch sind seine

selbstbespiegelnden Gedichte zu modern

und provokativ. Das bestätigt ihn nur

in seinem Urteil, dass das Publikum keine

Ahnung hat. Umso stärker skizziert er mit

beißendem Witz und in drastischen Bildern

die Schwächen seiner Mitmenschen. Sei es

nun Neid, Bigotterie, Schadenfreude, Missgunst,

Eifersucht oder Gier – der vorgehaltene

Spiegel ist so klar wie das erschreckte

Lachen vorprogrammiert. Im selben Augenblick

setzt die Schutzreaktion ein: Damit

sind ja die anderen gemeint! Und der

Leser von damals weidet sich am Unglück

der Figuren in den Bildergeschichten wie

der Zuschauer von heute am Scheitern der

Menschen im Privatfernsehen.

„Maler revolutioniert

Kunstwelt“

Die Tragik des Multitalents Busch: Er

steht sich selbst im Weg und scheitert an

seinem Selbsturteil, weil er die eigenen

Stärken nicht (an)erkennt. Weitaus konsequenter

als seine Kollegen der „Fliegenden

Blätter“ und des „Münchener Bilderbogen“

entwickelt er einen Zeichenstil, der dynamische

Bewegungen sichtbar macht. Als

Lehrer Lämpels Pfeife in Sekundenbruchteilen

explodiert, fliegen dem Betrachter

die Einrichtungsgegenstände förmlich um

die Ohren. Noch extremer ist „Der Virtuos“:

Wie mit einer langen Belichtungszeit verwischen

die rasenden Bewegungen des

Pianisten bis zur Unkenntlichkeit. All das –

verbunden mit den lautmalerischen Wortschöpfungen

(z.B. „Ricke-racke!“) – macht

Wilhelm Busch tatsächlich zum „Urvater

des modernen Comics“. Vermutlich würde

der Künstler diesen Titel heute ebenfalls

mit einem Schulterzucken zur Kenntnis

nehmen. Er wollte einfach immer ein andrer

sein. Doch mit zwei Herzen in der Brust,

weiß man nicht, für welche Seite man sich

entscheiden soll. Und „Wer beobachten

will, darf nicht mitspielen“, bemerkt der

zeichnende Dichter-Maler. So pendelt der

Zerrissene zwischen den Welten: Von der

Großstadt in die Provinz, vom Einsiedlertum

in die Gesellschaft und wieder zurück.

Diese Unruhe ist nicht gerade die ideale

Basis für eine Beziehung und verschiedene

Anläufe zu heiraten scheitern. Halb trotzig,

halb resignierend beschließt er mit Mitte

Vierzig Junggeselle zu bleiben.

„Krach in Münchens High Society“

Schließlich ist es auch seine Alkoholsucht,

die jegliche Normalität torpediert.

Immer wieder kehrt Busch zur Münchner

Künstlergesellschaft zurück: Sein letzter

Versuch, sich doch noch als ernsthafter

Maler zu etablieren findet 1881 ein jähes

Ende, als er betrunken im vornehmen

Kunstgewerbehaus beim Maler Lenbach

auftaucht, Gäste anpöbelt, der Schwes-

66

FineTobacco[+] 02·2021


ter des Gastgebers den Stuhl unter dem

Hintern wegzieht und randaliert. Danach

sieht man ihn nie wieder in der Isarmetropole.

Gesundheitliche Probleme, wohl

verursacht durch die Trinkerei, und der Tod

naher Verwandter lassen ihn noch nachdenklicher

werden als er sowieso schon

ist. Noch einmal entfaltet er sein ganzes

Können in Bildergeschichten. Zwei stechen

hervor: „Balduin Bählamm“ und „Maler

Klecksel“. Auf unterhaltsame Art karikieren

sie das künstlerische Scheitern ihres

Schöpfers. In einer Zeile bringt dieser das

Dilemma reimend auf den Punkt: „Oft trifft

man wen, der Bilder malt, viel seltener wen,

der sie bezahlt“. Dann legt der 52-jährige

die Tuschefeder beiseite und schreibt. Statt

Lyrik ist es nun Prosa, die kaum gelesen

wird. So darf sich Wilhelm Busch zwar immer

wieder neu erfinden, aber auf Applaus

hofft er vergeblich. Entsprechend aasig ist

sein Humor, wenn er beispielsweise die so

beliebte deutsche Romantik durch den Kakao

zieht. Zeitweise reist er nach Rom und

hält sich in Holland auf. Doch sein Lebensmittelpunkt

ist jetzt Wiedensahl, wo er mit

seiner verwitweten Schwester wohnt und

sich um ihre drei Söhne kümmert.

„Kaiser gratuliert

Wilhelm Busch“

Mit 64 Jahren dann der Schlussstrich

unter das Thema Bildergeschichten: Für

umgerechnet eine halbe Mio. Euro überträgt

der Humorist 1896 alle Rechte seinem

Verleger Otto Bassermann. Im selben

Jahr gibt er auch das Malen zugunsten

seiner Gedichte auf – bis 1899 entstehen

rund einhundert Arbeiten. Danach wird es

ruhig um ihn. Busch lebt mittlerweile im

Pfarrhaus seines Neffen in Mechtshausen.

An seinem 70. Geburtstag flüchtet er zu

Verwandten in den Harz um dem Rummel

zu entgehen. Tatsächlich sind es über tausend

Glückwunschbriefe aus aller Welt,

die die örtliche Post an ihre Belastungsgrenze

bringen. Darunter auch ein Glückwunschtelegramm

des Kaisers, der ihn

als einen Dichter und Zeichner würdigt,

dessen „köstliche Schöpfungen voll echten

Humors unvergänglich im deutschen

Volke leben werden“. Dem Dichter und

Zeichner ist all das lästig. Und das üppige

Geschenk vom Verlag Braun & Schneider

(dem Rechteinhaber von „Max & Moritz“)

spendet der Jubilar zwei Krankenhäusern

in Hannover: Umgerechnet 200.000 Euro.

Über sich selbst schrieb Wilhelm Busch

einmal: „Stets trank er lieber Wein als

Wasser/ Und war auch nie ein Weiberhasser.“

Dafür, dass er seine Leber und Lunge

nie geschont hat, ist er schließlich doch

erstaunlich alt geworden. 1908 verstirbt

der große Humorist und Menschenbeobachter

im Alter von 75 Jahren.


PFEIFEN•TABAK

Der Sommerund

die Leichtigkeit

des Rauchens

Während heute in den Sommermonaten

deutlich mehr

Zigarre geraucht wird als im Winter,

ist dieses Phänomen auch zusehend

in der Pfeife zu beobachten. Die Zigarre

liebt die Wärme und entfaltet

sich, je wärmer es wird, umso besser

in ihrem Geschmack. Ein anderer

Unser Autor Jens Meyer leitet seit

2007 das Haus Pfeifen Huber in

München. Gegründet wurde das

Unternehmen 1863 und wird heute in

vierter Generation von Georg Huber

geführt.Jens Meyer bietet dort auch

Einsteigerseminare.

Weitere Informationen:

www.pfeifen-huber.de

Grund liegt darin, dass der Duft in

geschlossenen Räumen nicht immer

für Begeisterung sorgt.

Da hat der Pfeifenraucher dem

Zigarrenliebhaber einiges voraus,

und doch wird es auch für ihn in der

Akzeptanz nicht leichter.

Hier hat der Markt reagiert mit

eigenen, nur kurze Zeit lieferbaren

Sommermischungen. Sie alle eint

eine Süße und fruchtige Aromatik,

verbunden mit Leichtigkeit.

Deshalb werfen wir den Blick

einmal mehr auf Tabak, der für unvoreingenommenen

Genuss ohne

Schwere steht und Sie nicht nur gut

durch den Sommer bringt.

Das alles soll aufgelockert sein

durch interessante Neuerscheinungen.

BEWERTUNGSSYSTEM:

80-85 Punkte nicht empfehlenswert | 86-90 empfehlenswert

91- 95 große Klasse | 96-100 Hochgenuss

68

FineTobacco[+] 02·2021


John Aylesbury brown & yellow

Die Gruppe bietet heute mehr als 30 Mischungen an. Der hier

unter die Lupe genommene Tabak führt seit Jahren die Verkaufsstatistik

an. Kein Wunder: Die Grundtabake um den Virginia

und Cavendish ergänzen sich perfekt mit dem Burley. Die

Aromatisierung von Schokolade, Vanille und Nuss ist ausgewogen.

Im Geschmack ist alles harmonisch verbunden. Der Tabak

macht Freude und kommt beschwingt leicht daher.

50 Gramm Dose: 9,30 €. Aromatisierung: Medium. Stärke: Leicht.

93

Punkte

Kohlhase & Kopp Summer Edition

Der Tabak verströmt Raffinesse gepaart mit sommerlicher

Frische, differenziert in der Nase mit Hibiskus Knackigkeit.

Was so leichtfüßig beginnt, wandelt sich im Rauchvorgang

zusehends. Der Tabak verliert seine Offenheit und

verschließt sich. Die Aromen wirken breit, nicht gelassen.

Und Gelassenheit ist beim Genuss angesagt. Am Ende

herrscht Ratlosigkeit. Die Firma Kohlhase hat ein sicheres

Gespür für richtig gute Blends. Hier liegen sie leider daneben. Ein grandioser Duft

reicht doch nicht aus, letztlich muss der Tabak schmecken.

100 Gramm Schmuckdose: 25,80 €. Aromatisierung: Hoch. Stärke: Leicht.

89

Punkte

Mac Baren Classic Roll Cake

Dieser neue Curley hat schon vor Einführung für Aufsehen gesorgt.

Nicht zu verwechseln mit dem Roll Cake ohne Zusatz

Classic. Die Dänen müssen diesen Weg beschreiten, da ihnen

ansonsten der Zugang zum US-Amerikanischen Markt

verwehrt geblieben wäre. Hintergrund ist eine neue Gesetzgebung,

die es Herstellern dort nicht gestattet, neue Mischungen

zu lancieren. Da der Mensch per se erfinderisch

ist, hat man diesen komplett neuen Curley unter alt-bekanntem Namen produziert

und lediglich mit dem Zusatz Classic versehen.

Der Spun Cut von goldbrauner Farbe verströmt einen Duft von Vanillepudding und

Lebkuchen. Bestandteil: Virginia und etwas Burley. Wie mir jedoch Peer Jensen, der

Master Blender von Mac Baren mitteilte, befindet sich noch eine Portion Cavendish im

Curley, was aber nicht erwähnt worden ist. Im Geschmack erstaunlich leicht und finessenreich.

Die Vanille ist deutlich spürbar, lässt aber auch dem hochwertigen Virginia noch Raum zur

Entfaltung. Tipp: Den Curley nur minimal aufgelockert in die Pfeife geben und natürlich - wie immer - langsam

rauchen. Wir verneigen uns im Stillen vor dem Master Blender. Dieser Tabak gefällt auf ganzer Linie!

100 Gramm Dose: 26,40 €. Aromatisierung: Medium. Stärke: Leicht.

96

Punkte

Vauen Tradition No. 1

Erstmals bringen die Nürnberger einen Tabak in der 100

Gramm Dose, dazu noch eine Schmuckvariante. Und limitiert.

Schon jetzt ahnen die Franken, mit der Auflage

zu niedrig eingestiegen zu sein. Doch was sich schnell

verkauft, weckt Begehrlichkeiten. Schlauerweise wird

die Mischung mit No. 1 betitelt, da ist das Türchen mit

der 2 schon fast geöffnet. Üblicherweise denken wir jetzt

an eine hocharomatische, süße Mischung, doch gefehlt. Die Mixture überrascht

mit einem goldenen Tabakbild, viel Virginia und einer anständigen Portion Cube

Cut, der für besonders langsamen Abbrand sorgt und ein körniges Gefühl in den

Fingern hinterlässt. Natürlich ist Süße vorhanden, doch nur zart angedeutet. Vielleicht

Mirabelle, etwas Vanille. Alles umgeben von zartem Schmelz. Ein feiner Tabak, beschwingt

und leicht zeigt diese Tradition sehr moderne Züge.

100 Gramm Schmuckdose 27,50 €. Aromatisierung: Medium. Stärke: Leicht.

95

Punkte

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PFEIFEN•TABAK

Mac Baren Classic Flake Cut

Vormals Vanilla Cream Flake Cut. Perfekt geschnittene, fein marmorierte

Flake-Scheiben in Goldpapier erwarten uns. Ein Duft

von Vanille, Toffee und Waldbeeren. Bitte vorsichtig in die Pfeife

bringen und möglichst wenig aufreiben, damit das Aroma

erhalten bleibt. Ein kühles und sanft duftendes Raucherlebnis

stellt sich ein. Zum Ende hin fällt die Aromatisierung ab. Der

Tabak glimmt gleichmäßig und langsam. Der Classic Flake teilt die DNA mit dem hier

besprochenen Roll Cake und zeigt sich doch anders. Dunkler Cavendish wird mit goldenem

Virginia gepresst und dezent aromatisiert. Wieder einmal zeigen die Dänen ihre

Stärke im gepressten Tabak.

50 Gramm 11,50 €. Aromatisierung: Medium. Stärke: Leicht. .

95

Punkte

John Aylesbury AT 1

Seit nunmehr 30 Jahren auf dem Markt. Dabei gefühlt im Schatten

der großen Marken stehend. Hat auch heute noch viele Verehrer.

Vanille, Vanille, Vanille. Die typischen Zutaten: Virginia, Burley,

Black Cavendish. Crispy-süß im Geschmack mit zarten Röstnoten.

Charmant und perfekt ausbalanciert bis zum Schluss. So soll sich

Vanille in der zeitlosen Version aufstellen. Einschmeichelnd, aber

nicht aufdringlich. Von Leichtigkeit geprägt und Raum lassend für den Geschmack des

Tabaks. Easy Smoking ohne Langeweile. Bestes Preis/ Leistungs-Verhältnis.

100 Gramm 16,70 €. Aromatisierung: Medium. Stärke: Leicht.

94

Punkte

Rattray’s Caribbean Dream

Angegeben mit den Aromen von Kokosnuss, tropischen Früchten und Vanille.

Das kann man so stehen lassen. Dazu in der Nase geröstete Nüsse, die

sich jedoch im Geschmack nicht mehr zeigen. Ein moderner Tabak,

dem Zeitgeist nach süßen und dabei vielschichtigen Mischungen

entsprechend. Neben Virginia, Black Cavendish und Burley enthält

die Mixture eine Portion Cube Cut, für den man sich aber

auf die Suche begeben darf. Im Rauchverlauf gesellt sich eine leichte Citrus Frische

hinzu, die den Tabak auf frischer Ebene hält. Schon einige Jahre im Programm, nicht

limitiert und im Vergleich zu den anderen Schmuckdosen preislich günstig positioniert.

Dennoch durchaus hochwertig.

100 Gramm Schmuckdose 22,30 €. Aromatisierung: Hoch. Stärke: Leicht.

93

Punkte

Stanwell Sepia

Perfekte Konditionierung. Während viele hocharomatische Mischungen dazu

neigen, eine erhöhte Feuchtigkeit aufzuweisen, präsentiert sich dieser

Blend exakt auf den Punkt gebracht. Honig, Vanille und Karamell gehen

eine Symbiose ein. Typischer Stanwell Geschmack, mit verbundenen

Augen zu erraten, tolle Raumnote, leicht zu rauchen. Einmal

mehr beweisen die Marktführer im Pfeifentabak ihr Geschick

für unkomplizierte Mischungen. Lädt zum Probieren ein durch die 40 Gramm

Packung.

40 Gramm Pouch 7,90 €. Aromatisierung: Medium. Stärke: Leicht.

94

Punkte

70

FineTobacco[+] 02·2021


Stanwell Green & Indigo

Vormals Kir & Apple. Ausnahmsweise einmal keine Vanille,

sondern schwarze Johannisbeeren und grüner Apfel.

Herrliche Frische ohne Winterspeck. In der Nase wie im

Geschmack verspielt, leicht und animierend. Der Sonne

entgegen. Im Verlauf fließt Cremigkeit mit hinein, vielleicht

doch etwas Vanille? Die Frucht der Johannisbeeren positioniert

sich und gibt dem Apfel keine Möglichkeit aufzuspielen. Das Grün der Dose ist

nicht jedermanns Sache. Der Tabak schon.

50 Gramm Dose 9,90 €. Aromatisierung: Hoch. Stärke: Leicht.

94

Punkte

John Aylesbury Summer Edition 2021

Rosé-Wein, Himbeeren und Vanille. Diese Aromen erwarten uns beim diesjährigen,

limitierten Sommertabak. Es wird also süß. Was dem Kohlhase

Sommer Tabak nicht gänzlich gelingt, ist hier in Harmonie vorhanden.

Meines Erachtens steuert eine Lavendel-Seifigkeit der kompakten

Süße entgegen und hält damit die Balance. Das ist

positiv zu sehen, wird aber vielleicht den einen oder anderen

Raucher stören. Beim Grundtabak geht man auf Nummer sicher mit dem bewährten

Mix aus Virginia, Burley, Black Cavendish. Der hätte gern etwas weniger

Feuchtigkeit aufweisen dürfen, aber was soll´s. Entspannter Genuss.

100 Gramm Schmuckdose 25,95 €. Aromatisierung: Hoch. Stärke: Leicht.

93

Punkte

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COOKING FOR FRIENDS

72

FineTobacco[+] 02·2021


Carlos André COOKING FOR

FRIENDS setzt die Segel

Nur wer das

Abenteuer wagt …

Wir müssen uns umarmen,

um fliegen zu können!

Andrea Kathrin Loewig, Claudia Jung, Rufus Beck, Nick Wilder,

René Heinersdorff und Jochen Busse auf kulinarischer

Entdeckungsreise in Montenegro

Text Birgitt Wolff

Fotos: Schneiderpress/Erwin Schneider/Wolfgang Breiteneicher

Carlos André Cooking For

Friends setzt die Segel und

legt zum letzten Mal ab zu

noch unentdeckten Ufern des Geschmacks.

Mit an Bord: die neue CAR-

LOS ANDRÉ CAST OFF Toro.

Das für viele noch unbekannte und

geheimnisvolle Montenegro ist zwar die

kleinste Republik des ehemaligen Jugoslawiens,

aber mit seinen unglaublich

vielseitigen Landschaften, Stränden,

Buchten, Bergen, Wäldern und Gebirgsseen

eines der vielseitigsten Urlaubsländer

in ganz Europa. Schon Lord

Byron schwärmte: Die schönste Begegnung

zwischen Land und Meer ist die

Küste von Montenegro. Und nirgendwo

stimmt dieser Satz mehr als in Luštica

Bay an der Adriaküste, auf der Halbinsel

Luštica. „Ich war wirklich überrascht, so

viel Schönheit auf einen Haufen, dieses

Montenegro“, begeistert sich Jochen

Busse, einer der sechs Prominenten,

die sich aufgemacht haben, nicht nur

Land und Leute, sondern auch die Küche

von Željko Knezović, dem Executive-Chef

des 5-Sterne-Hotel The Chedi

Luštica Bay, das im Sommer 2018 eröffnet

hat, kennenzulernen. Gemeinsam

mit den Kollegen Rufus Beck, René Heinersdorff,

Nick Wilder, Andrea Kathrin

Loewig und Claudia Jung genoss der

Kultschauspieler, der Reisen für eine

der wichtigsten Formen von Freiheit

empfindet, die ersten Dreharbeiten im

Ausland nach dem Lockdown.

„Die CARLOS ANDRÉ CAST OFF Toro

ist eine Symbiose aus majestätischer

Eleganz und aufregendem Abenteuer.

Deshalb passt sie wunderbar zu diesem

Ort, zu dem Gefühl einer grenzenlosen

Freiheit unter dem weiten Azurblau des

Himmels, wo der geheimnisvolle Ozean

lockt, und zum modern-luxuriösen THE

CHEDI Luštica Bay“, so Petra Lindenschmidt,

Vice President Arnold André

Dominicana. „Die CAST OFF Toro entfesselt

raffiniert ein facettenreiches Spiel

der Aromen genauso wie sich hier die

wilde Schönheit der ursprünglichen Natur

vielschichtig aber wunderbar harmonisch

zeigt.“

Harmonisch trifft auch den Kern des

ersten öko-zertifizierten Projektes in

Montenegro: die Entwicklung der Bucht

von Luštica, bei der die großzügige

Flächenaufteilung und die nachhaltige

Bauweise mit lokalen, umweltfreundlichen

Materialien im Fokus standen.

Die Bucht wurde so konzipiert, dass

sie sich nahtlos in die Umgebung und

in die nahe gelegenen Städte einfügt.

„Montenegro ist noch recht unberührt,

findet und erfindet sich gerade, das

passt zu uns als Destinationenentwickler

sehr gut“. Jens Freise von der Orascom

Hotels Management AG sieht als

große Aufgabe, Montenegro zu einem

Ganzjahresziel zu machen, was mit der

Stadt Kotor, die seit 1979 zum UNESCO

Weltkultur- und Weltnaturerbe zählt,

genauso gelingen dürfte wie mit dem

Lovćen Nationalpark. Andrea Kathrin

Loewig, die im Gegensatz zu vielen Kollegen

wenigsten vor der Kamera ihrem

geliebten Beruf nachgehen durfte, ist

davon überzeugt, dass Menschen, die

genießen können, sei es ein gutes Essen

oder einfach die Natur, auch die glücklicheren

Menschen sind. „Meine Liebe zu

diesem Planeten und zu Mutter Erde ist

in dieser ganzen Zeit noch mal vertieft

worden. Ich gehe noch mal sehr viel bewusster

durch die Natur. Ich gehe mor-

FineTobacco[+] 02·2021 73


COOKING FOR FRIENDS

gens barfuß über die Wiese und wenn

ich mit meinem Hund durch den Wald

spaziere, dann umarme ich auch manchmal

Bäume. Es gibt nur eine Erde und die

ist wunderschön, wie man hier in Montenegro

sehen kann.“ Mit ihrem zukünftigen

Ehemann, dem Architekten Andreas

Thiele, den sie im Juli in Leipzig, der

Stadt ihres Dauerfernseherfolges „In Aller

Freundschaft“, heiraten wird, genoss

sie die unbeschwerten Stunden nach

den vielen Einschränkungen. Vor dem

Frühstück gönnte sie sich bereits einen

Sprung in das tiefe Blau der Adria, was

sie in dieser Form noch nie gesehen hatte:

„Am meisten habe ich natürlich die

menschlichen Beziehungen vermisst,

das Umarmen und das gemeinsame

Zusammensitzen mit der Familie, aber

auch mit den Freunden. Und das erste

was ich mache, wenn wir aus dem Ganzen

raus kommen und aufatmen können,

dann möchte ich unbedingt alle Freunde

wiedersehen, alle wieder umarmen und

sagen „hey wie schön ist das doch, dass

wir uns so haben“. Bei einem abendlichen

Glas Champagner Barons de Rothschild

verriet sie ihr Lebensmotto: „Wir

alle sind Engel mit einem Flügel und wir

müssen uns umarmen, um fliegen zu

können. Und ich wünsche, mir, dass wir

uns alle wieder umarmen können und

fliegen.“ Und wie Kollege Rufus Beck

wünscht sie sich endlich wieder auf einer

Bühne stehen zu dürfen, um ihre

wunderbaren Jacques Brel-Abende mit

ihrem Publikum zu teilen.

Rufus Beck hatte Corona, ist mittlerweile

zweimal geimpft und kann wieder

reisen, was er am liebsten aber nur beruflich

tut: „Corona war Existenz bedrohend,

da wir ja als nicht systemrelevante

Gruppe eingestuft wurden. Für viele

Kollegen war und ist das ganz schlimm.

Alles was mein künstlerisches Leben

ausmacht, ist vor Publikum zu sein.

Mein Genuss ist es, auf der Bühne zu

stehen, Musik zu machen, moderieren,

Lesungen zu machen, Theater zu

spielen. Das alles war nicht möglich.

Wenigstes konnte ich noch Hörbücher

produzieren. Gottseidank geht es jetzt

langsam wieder aufwärts.“

Gekocht hat der Schauspieler sehr

viel in den vergangenen Monaten für

seine Lebensgefährtin Jo Kern oder für

sich alleine. Deshalb war der Kochkurs

etwas Besonderes für ihn und mit seinen

Kollegen Jochen Busse und René

Heinersdorff eher von der komödiantischen

Seite geprägt. Der junge Küchenchef

Željko Knezović (35), dem

Kenner seines Metiers eine große Karriere

voraussagen, sah im Gegensatz zur

zweiten Kochkurstruppe mit Claudia

Jung, Andrea Kathrin Loewig und Nick

Wilder bei den Herren noch gewaltige

Lernpotential.

Als Outdoor-Fan genoss Rufus Beck

vor allem den Besuch im Lovćen Nationalpark

und nahm zusammen mit Jo

Kern die 470 Stufen zum Mausoleum

des berühmten Dichterfürsten Petar II.

so schnell, dass er schon wieder unten

war, als die Cooking for Friends-Reisetruppe

sich gerade zur Besichtigung

aufmachte. Der Fürstbischof modernisierte

Montenegro mit quasi königlicher

Macht, das erste Senat, Schul- und

Steuersystem des Landes gingen auf

seine Kappe Der imposante schwarze

Berg Lovćen hat einen besonderen

Platz im Herzen aller Montenegriner, er

gab dem Land seinen Namen.

Die Schauspielerin, Sprecherin und

Coaching-Expertin Jo Kern ist von der

Schönheit Montenegros begeistert. Sie

liebt es an neuen Orten zu sein, neue

Menschen kennenzulernen, mit ihnen

gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen,

einfach alles, was lange nicht

mehr möglich war.“ Reisen wird immer

elementar für mich bleiben. Ich bin ein

Abenteuermädchen und bin jederzeit

bereit, sofort den Rucksack zu packen“.

Lebensfreude und Genuss als Bestand-

74

FineTobacco[+] 02·2021


teil des Lebens empfindet Jo Kern als

ein sehr wichtiges Thema: „Grundsätzlich

sagt man ja, wir können immer nur

den Moment genießen und das Leben

besteht ja nur aus Momenten und insofern

finde ich es wahnsinnig wichtig,

sich immer bewusst zu sein, wo bleibt

die Lebensfreude? Egal wo ich bin, kann

ich immer schauen, dass ich eine bestimmte

Lebensfreude oder eine Art

von Genuss implementiere.“

Auch für Claudia Jung und ihren

Mann Hans Singer war der Cookingtrip

die erste gemeinsame Reise nach

15 Monaten und da sie 2022 Silberhochzeit

feiern, haben sie bereits einen

adäquaten Platz für eine romantische

Reise in Montenegro gefunden. „Und

dann rauche ich auch gerne eine Zigarre

dazu, was ich nämlich nur bei ganz

besonderen Gelegenheiten tue.“ Die erfolgreiche

Schlagersängerin hat ganz

andere Erkenntnisse aus dieser Zeit

mitgenommen: „Ich habe zwangsläufig

ein bisschen mehr die Ruhe gelernt.

Man bekommt vor Augen geführt, das

ist so viel wichtigere Dinge im Leben

gibt, ganz andere Werte, die letztendlich

mehr zählen, als das was uns beruflich

immer so antreibt. Das Streben nach

Erfolg, ständig irgendwo auf der Bühne

zu stehen, immer vorne mit die Erste zu

sein, verehrt zu werden. Es ist nicht das,

was uns am Ende des Tages wirklich

glücklich macht in unserem Leben. Und

vor allem auch nicht gesund.“

Nick Wilder, der sich am liebsten mit

einer CARLOS ANDRÉ CAST OFF Toro

an seine Feuerstelle im selbst gebauten

Traumanwesen in Montana, USA zurückzieht,

hatte sich bei einem Traumschiffdreh

vor zehn Jahren schon überlegt, ob

er sich nicht in Montenegro ein zweites

Kuschelnest mit seiner Frau Christine

Mayen bauen soll: „Ein schönes kleines

tolles Land mit sympathischen Menschen

und so nah an Deutschland gelegen.

Luštica Bay ist ein Dorf in einem

Dorf mit einem wunderschönen Hotel.

Es ist Luxus, es ist Freiheit, es ist sehr

weitläufig, das Personal und die Führung

sehr gut. Wir haben uns rundherum hier

wohl gefühlt. Wenn Adresse in Montenegro

dann The Chedi.“ Beim Cooking for

Friends waren beide zum ersten Mal dabei,

bevor sie endlich wieder nach Helena

zurückgeflogen sind. Die Schauspielerin

und Bozner Hotelierstochter kocht

für ihr Leben gern: „Ein tolles und sinnvolles

Event. Man lernt etwas wie neue

Rezepte, neue Gegenden, neue Kulturen,

man kann etwas weitergeben und für

sich selber etwas mit nach Hause nehmen

und man hat wahnsinnig viel Spaß

und Freude dabei.“

Željko Knezović hat genau wie seine

deutschen Kochlehrlinge während

der Pandemie vor allem die Nähe zu

den Freunden vermisst. „In unserer

Kultur verbringen wir sehr viel Zeit

miteinander, küssen unsere Freunde

wenn wir sie sehen, trinken einen

Kaffee, gehen gerne aus und haben

Spaß. Alleine in meinem Apartment

zu sein war eine sehr harte Zeit für

mich.“ Der in Ljubuski, Bosnien und

Herzegowina, geborene Küchenchef

freut sich, dass gerade rechtzeitig

zur Sommersaison langsam wieder

alles öffnet und dass sich die Gäste

des The Chedi Luštica Bay sicher und

wie zu Hause fühlen.

Theaterbesitzer und Zigarren-Aficionado

René Heinersdorff, der sich

darauf freut, dass seine Theater in

Köln, Düsseldorf und Essen endlich

wieder öffnen werden und dass er

selbst mit Jochen Busse in Hamburg

bald wieder auf der Bühne steht, genoss

vor allem die ausgiebigen Gespräche

mit der Erfinderin der Eventreihe

Birgitt Wolff und ihrem Mann

Harold Faltermeyer: „Ich finde Genuss

immer dreigeteilt: Genuss ist,

sich auf den Moment freuen, dann in

der Lage sein den Moment zu genießen

und dann in der Erinnerung nicht

traurig sein, dass es vorbei ist, sondern

dankbar dafür sein, das es war.

Und ich werde immer dankbar sein

für Carlos André Cooking for Friends

in Montenegro.“

FineTobacco[+] 02·2021 75


INSIDE•MANUFAKTORY

Das Land

Nicaragua, auch genannt das

Land der "tausend" Vulkane“, das

seit der Kolonialzeit unter politischer

Instabilität, Bürgerkrieg, Armut,

ausländischen Interventionen

und Naturkatastrophen gelitten hat,

präsentiert sich heute neben Kuba,

der Dominikanischen Republik, Honduras

und Brasilien als das ultimative

Land der Zigarrenherstellung.

spricht Nicaragua bereits von der

goldenen Zigarrengeneration.

Die Exporte gehen in über 90

Länder, der Löwenanteil allerdings

geht in die USA. Dort, auf dem wichtigsten

und größten Cigarrenmarkt

der Welt, überholte Nicaragua 2020

die Dominikanische Republik in Bezug

auf das gesamte Importvolumen

und wurde zum führenden Zigarrenimporteur.

Ein steiniger Weg an die Spitze der

Premium-Zigarrenhersteller

Bevor die Region wieder zu einer

der wichtigsten auf der Karte der

Premium-Zigarren werden konnte,

mussten historische und klimatische

Widrigkeiten überwunden

werden. Anfangs der 1970er Jahren

wurde Nicaragua von einem blutigen

Bürgerkrieg heimgesucht, der

auch die Cigarrenindustrie betraf,

die gerade erst wieder im Wachstum

begriffen war. Gegen Ende der

neunziger Jahre wurde das Land

von einem verheerenden Hurrikan

verwüstet. Die Tabakplantagen lagen

wieder brach. Doch zu Beginn

der 2000er Jahre erholte sich die Cigarrenindustrie

langsam, aber stetig.

Ein Trend, der sich fortsetzt. da

das Land in den letzten zehn Jahren

76

Angrenzend im Norden an Honduras

und San Salvador sowie im

Süden an Costa Rica, ist das mittelamerikanische

Land im Westen

vom Pazifik und im Osten vom Karibischen

Meer umgeben. Das Klima

dort ist durchweg tropisch, feucht

– heiß, bei einer durchschnittlichen

Luftfeuchtigkeit von 70% und einer

Durchschnitts-Temperatur über das

Jahr von 27 Grad Celsius.

Im Land leben ca. 6,5 Millionen

Einwohner auf rund 130.000 Quadratkilometern.

Die Landessprache ist Spanisch,

aber auch Kreolisch und Englisch

werden an der Karibikküste aber nur in

geringem Umfang gesprochen.

Die Wirtschaft

Dieses zentralamerikanische Land

liegt rund 9.300 km oder 12 Flugstunden

von Deutschland entfernt und ist

heute einer der weltweit wichtigsten

Zigarrenhersteller. Nicht umsonst

FineTobacco[+] 02·2021

Es gibt immer mehr Fabriken in

Esteli dem Mekka der nicaraguanischen

Cigarrenindustrie. Seit Ende

2014 sind über 50 Zigarrenfabriken

in Betrieb, wobei 17 davon zu den

größten und wichtigsten zählen.

Heutzutage zählen der Rohtabak,

hergestellte Zigarren, Kaffee, Rum,

Gold und Textilien zu den wichtigsten

Exportgütern Nicaraguas. Die Tabakindustrie

ist daher nicht nur ein sehr

wichtiger Wirtschaftsfaktor, sie sichert

auch Zehntausende von Arbeitsplätzen.

Das Vuelta Abajo von Nicaragua

Zigarren aus Nicaragua sind im

Geschmack denen aus Kuba besonders

ähnlich, was einerseits auf

die klimatischen und geologischen

Bedingungen der Region und andererseits

auf die importierte kubanische

Zigarrentradition zurückzuführen

ist.

ein durchschnittliches jährliches

Wachstum der Cigarrenexporte von

10% und ein Wachstum von 16% im

Jahr 2020 verzeichnete.

Die Zigarrenindustrie

Diese Branche profitiert von den

Tabakanbaugebieten rund um Esteli,

dem Mekka der nicaraguanischen


VILLIGER goes to

Nicaragua

Zigarrenhersteller VILLIGER bald auch

in Nicaragua mit eigener Herstellung

Europa hat eine mehr als 500-jährige Beziehung zu Lateinamerika und der Karibik.

Seit Christoph Kolumbus 1492 den Subkontinent für die Europäer entdeckte,

hat er ihnen eine Projektionswand für Sehnsucht und Abenteuerlust zur Verfügung

gestellt, war aber auch - insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert - ein

Auswanderungsziel und ein Zufluchtsort vor wirtschaftliche Unterdrückung.

Text und Fotos: Villiger

Zigarrenindustrie. Alle großen Hersteller

von Premium-Zigarren konzentrieren

ihre Fabriken auf Esteli,

eine ursprünglich landwirtschaftlich

geprägte Stadt am Pan American

Highway, etwa 150 km nördlich

der Landeshauptstadt Managua.

Vor 100 Jahren waren es nur ca.

8.000 Menschen, die hier lebten und

arbeiteten. Heutzutage leben mehr als

40.000 Menschen allein vom Tabak

und einer Vielzahl von damit unmittelbar

verbundenen Produktionen, wie

Tabakanbau, sowie der Holzindustrie.

Jährlich werden in über 50 produzierenden

Unternehmen mittlerweile

rund 450 Millionen handgefertigte

Zigarren hergestellt.

Der Tabak

Die Region Estelì ist auch eines

der drei wichtigsten Tabakanbaugebiete

in Nicaragua.

Der Tabak wird für seine Stärke

geschätzt. Tabak aus dem nahe gelegenen

Condega hat einen mittleren

Körper, während der im Norden

von Jalapa angebaute Tabak sich für

Deckblätter eignet.

Die hervorragenden Eigenschaften

dieser Tabake aus Nicaragua

eignen sich aufgrund der großen

Tabakvielfalt sehr gut für die Herstellung

von sogenannten Puros,

d.h. Cigarren, bei denen der verarbeitete

Tabak ausschließlich aus

einem Land stammt. Tabak aus

Nicaragua schmeckt herzhaft und

würzig. Der Geschmack von Holz

und Erde dominiert, aber auch

Nuancen von Kaffee- und fast süße

Nussaromen bilden das charakteristische

Bouquet einer typischen

nicaraguanischen Zigarre.

Villiger & Nicaragua

Heinrich Villiger hat eine lange,

man kann fast sagen freundschaftliche

Beziehung zu Nicaragua, den

Menschen dort, zu seinem Tabak

FineTobacco[+] 02·2021 77


INSIDE•MANUFAKTORY

und auch zu Joya de Nicaragua, dem

mittlerweile ältesten Cigarrenhersteller

des Landes. Bereits Ende der

1970er Jahren unternahm er bereits

zum Teil gefährliche Reisen nach Nicaragua,

um Tabak zu kaufen, denn

es herrschte dort schon Bürgerkrieg.

Ende der 1990er Jahre, zur

Gründung der Villiger Tochtergesellschaft

El Mundo Del Tabaco,

stammte eine der ersten Marken für

den deutschen Markt aus der Joya

de Nicaragua Produktion, für den

deutschen Markt die VILLIGER LA

MERIDIANA.

Ein langjähriger und vertrauenswürdiger

Partner

Die Marke FLAGGSHIP Marke des

Unternehmens, VILLIGER SAN`DO-

RO, aber auch die CORRIDA und

verschiedene andere bekannte Marken

besetzen erfolgreich die Nicaragua-Linien

im Villiger-Sortiment.

Alle stammen ursprünglich aus

der Produktion der Joya de Nicaragua-Fabrik

in Estelì, Nicaragua, jetzt

von VILLIGER DE NICARAGUA.

Erfolgsgeschichte der neuen Inhaber

Familie gelegt. In dieser langen

Zeit ist es dem Familienunternehmen

gelungen, auch in schwierigen

Zeiten zu wachsen und gleichzeitig

seine soziale Verantwortung und

Herkunft nicht zu vergessen.

Die Herstellung von Premium-Cigarren

seit mehr als 50 Jahren und

deren erfolgreicher Verkauf in über

70 Ländern weltweit bedeutet auch

ein hohes Maß an Know-how bei der

Aufrechterhaltung einer gleichbleibenden

Qualität, ohne auf Innovationen

verzichten zu müssen und

gleichzeitig erfolgreich auf dem

Markt zu bestehen.

Der richtige Schritt

Als das Unternehmen Villiger beschloss,

neben seiner ersten eigenen

Cigarrenfabrik für handgerollte

Cigarren in Brasilien eine zweite

Produktionsstätte für Handmade

Cigars einzurichten, wurde die Entscheidung

zugunsten des Standortes

Esteli in Nicaragua getroffen.

Die lokalen Bedingungen, die Nähe

zu erstklassigem Cigarrentabak, das

vorhandene Know-how der lokalen

Spezialisten und natürlich wirtschaftliche

Überlegungen hinsichtlich eines

enormen Marktpotenzials in den USA,

aber auch im Rest der Welt, war letztendlich

der entscheidende Faktor bei

der Überlegung.

Der richtige Partner

Ein solches Projekt lässt sich

12.000 Km vom Firmensitz in

Deutschland, ohne einen vertrauenswürdigen,

zuverlässigen und

kompetenten Partner nicht realisieren.

Dieser Partner wurde schließlich

die Firma Joya de Nicaragua mit

Sitz in Esteli.

VILLIGER DE NICARAGUA.

Auf rund 3.000 Quadratmetern

in der Nähe des Panamericana

Highway wurde eine moderne Zigarrenfabrik

gebaut, die dann den

Namen „VILLIGER DE NICARAGUA"

trägt. Hier werden rund 70 Mitarbeiter

die Marken in den unterschiedlichsten

Formaten produzieren.

Mit der Gründung der Fabrik im

Jahr 1968, die 1994 Dr. Alejandro

Martinez Cuenca erwarb, wurde

der Grundstein für eine 53-jährige

78

FineTobacco[+] 02·2021


Villiger wird diese Marken dann

in Europa, aber auch weltweit anbieten

und vermarkten. In dem wichtigsten

und größten Markt der Welt

für handgerollte Zigarren in den

USA wird Villiger Cigars, Nordamerika

Inc. mit Sitz in Miami, FL, den

Vertrieb vornehmen.

Hauptsächlich werden Tabake

aus den Anbaugebieten Esteli, Jalapa

und Condega verarbeitet, da wir

uns auf den typischen Charakter

nicaraguanischer Zigarren konzentrieren.

Kontrolle von Beginn an ist ein

unschätzbarer Vorteil. Unsere Tabakexperten

kaufen den Rohtabak ein,

den wir für unsere Tabakmischungen

benötigen. Unsere eigenen,

gut ausgebildeten Torcedoras und

Torcerdores rollen die Cigarren gemäß

unseren Spezifikationen in der

Qualität, die der Raucher erwartet,

orientiert an den mittlerweile internationalen

Standards.

Erfahrene Mitarbeiter „begleiten“

den gesamten Produktionsprozess

bis hin zur Verpackung der Zigarren

und schließlich zum Versand, einschließlich

aller notwendigen Qualitätsprüfungen.

Aber auch im Fernen Osten,

in den arabischen Ländern, in

Süd- und Osteuropa sowie in der

Schweiz und in Deutschland werden

diese Zigarren ihre Liebhaber

finden.

Die Fertigstellung der Fabrik

sollte im Frühjahr 2021 abgeschlossen

sein, aber die Corona

Pandemie in Nicaragua verhinderte

leider den Baubeginn um mehrere

Monate. Der neue Fertigstellungstermin

wird wohl im Spätherbst

2021 sein.

133 Jahre nach der Gründung

der Firma Villiger im Jahr 1888

durch Jean Villiger in Pfeffikon im

Kanton Luzern in der Schweiz wird

2021 in Mittelamerika erstmals eine

weitere Zigarrenfabrik den Namen

Villiger tragen.

UNSERE CIGARREN AUS BRASILIEN


GENUSS•INTERVIEW

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FineTobacco[+] 02·2021


Peter der

RU(H)MREICHE

Peter Schütte – kurz auch Peet genannt – ist ein Dortmunder Jung, der

bereits während seiner Ausbildung als Werkzeugmacher seine Liebe

zur Gastronomie entdeckte. Den Job in der technischen Industrie gab

er dann folgerichtig auf, um im damaligen Meyer Lansky’s in Dortmund

das Barkeeping zu lernen.

Interview: Stephan Rack

Seinen ersten Barchef-Posten

hatte Peet 5 Jahre in der Clubdiskothek

der Stadt. Danach führte ihn

sein Weg vom Ausbilder in der Cocktail

Akademie Dortmund zum Gründer der

Cocktail Convention Bar- und Cocktailschule

1998 am gleichen Standort, bei

der er bis 2016 als Inhaber tätig war.

Besonders wichtig war und ist ihm

die erfolgreiche Grund-Ausbildung von

über 2.500 jungen Frauen und Männern

zu Bartendern.

Seit 2016 ist er als deutscher Markenbotschafter

für den international

bekannten Ron Diplomatico/Rum Botucal

der Firma Sierra Madre in Hagen

tätig. Hier hat er seine Passion für

Spirituosen zum Beruf gemacht und

ist mit seinen inzwischen 28 Jahren

Erfahrung in der deutschen Gastronomieszene

ein stets gern gesehener

Partner.

Fine Tobacco: Sie sind seit 5

Jahren als Markenbotschafter

für den venezolanischen Rum

Botucal in ganz Deutschland

unterwegs – wie kommt man zu

diesem interessanten Job?

Man suchte einen gestandenen

Bartender und eine Persönlichkeit

in der Branche. Ich denke, dass man

meine Leidenschaft und die fachliche

Kompetenz im gastronomischen Bereich

gesehen hatte. Ich glaube gut erklären

zu können, wie Rum hergestellt

wird und kann auch die Besonderheiten

der Marke Botucal hervorheben.

Am Ende des Entscheidungsprozesses

stand wahrscheinlich auch das Quäntchen

Glück, dass man tatsächlich auf

mich gekommen ist – ich bin seinerzeit

gefragt worden und habe mit Überzeugung

zugesagt.

FT: Was verstehen Sie unter

Genuss?

Die Antwort kann ich nicht auf Trinken

und Rauchen reduzieren. Echter

Genuss ist für mich die gesellige Situation,

bei der ich meine Leidenschaft für

schöne Dinge teilen kann. Dabei ist Zeit

ein wichtiger Faktor, denn ich genieße

es ohne Druck Gleichgesinnte zu treffen

und mich mit Ihnen auszutauschen.

Dazu gehört auch Atmosphäre, das

Ambiente von Möbeln und ein leckerer

Drink in einem schönen Glas mit

der übergehenden Handwärme in das

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GENUSS•INTERVIEW

damaligen ‚Diplomatico World Tournament‘-Wettbewerbs

nach Venezuela

reisen, um die deutschen Teilnehmer

zu betreuen. Ich konnte darüber

hinaus auch die Eigentümerfamilie

der Destillerie sowie die drei Maestros

Ronero kennenlernen, die mir

viele Hintergründe und vermeintlich

unbedeutende „Kleinigkeiten“ erklärt

haben.

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Getränk. Genuss ist nicht allein Alkohol

– schon gar nicht zu viel zu trinken,

sondern verantwortungsvoll in Maßen.

Ich genieße auch sehr gerne eine

passende Cigarre, die durch ihrem längeren

Rauchgenuss eben auch eine längere

Zeit des Entspannens einfordert.

FT: Sie verkörpern den Zweiklang

vom Zigarrenrauchen und

dem Genuss einer guten Spirituose

: Was bedeutet für Sie dieses

doppelte Genießen?

Cigarre und Alkohol sind besonders

– sie passen für mich perfekt zusammen.

Das oftmals eher trockene Mundgefühl

beim Rauchen verbinde ich sehr

gerne mit einem cremig-süßlichen Rum

– das gehört bei mir oft zusammen.

Bei einer schweren, süßeren Cigarre

würde ich einen eher trockneren Rum

bevorzugen … es soll sich im Geschmack

nicht potenzieren, oder gar entgegenstehen,

sondern eher ergänzen.

Grundsätzlich mag ich zur Cigarre

auch andere gelagerte Spirituosen

z.B. Cognac und Whisky. Das ergibt für

mich eine schöne Korrespondenz.

FT: Was sind hier in Deutschland

die aktuellen Projekte als

Botucal-Markenbotschafter?

Aktuell bereite ich den Wettbewerb

FineTobacco[+] 02·2021

für den ‚ARTISANS OF TASTE‘ vor, bei

dem Botucal die Barkeeper in Deutschland

und anderen Ländern auffordert

sich mit einem eigenen Rezept zu bewerben.

Ich begleite die Auswahl zusammen

mit einer Jury und am Ende wird

ein Vertreter aus

Deutschland im

internationalen Finale

eingeladen –

der Gewinner reist

nach Venezuela.

Den größten

Teil meiner Arbeitszeit

setze ich

für Schulungen im

Fachhandel und

eben in der Gastronomie

ein. Dabei

führe ich im Fachhandel auch Tastings

durch, zu denen die Fachhändler ihre

Kunden einladen. In der Gastronomie

sind es Training, Workshops und Gastschichten

bei denen ich quasi stundenweise

die Bars übernehme.

FT: Wieweit hat die Corona Pandemie

Ihre Arbeit eingeschränkt?

Das war natürlich eine massive

Einschränkung und gerade die lange

Dauer der Pandemie wird meiner Meinung

nach zu Schließungen in der Gastronomie

führen. Das Personal konnte

sich eine so lange Zeit nicht über Kurzarbeit

finanzieren.

FT: Hatten Sie die Möglichkeit

die Destillerie in Venezuela besuchen

zu können

Ich durfte 2016 im Rahmen des

FT: Was hat Ihnen dort am meisten

imponiert?

Ich war sehr beeindruckt, wie intensiv

in Venezuela an dem Thema

Nachhaltigkeit gearbeitet wird. Es gibt

natürlich Vorgehensweisen wie z.B. die

Müllvermeidung, wie wir es auch in

Deutschland kennen.

Besonders imponiert hat mir die

Vorgehensweise in der nachhaltigen

Bewirtschaftung von Zuckerrohr, das

auf einer Fläche von 7.000 Hektar angebaut

wird. Vorbildlich ist dort auch

die Verwertung der „Bagasse“, den

Resten der Zucker- und Rum-Produktion

und der Gülle aus einer Rinderzucht,

um sich mit einer eigenen Biogasanlage

unabhängig zu machen.

Ganz besonders war für mich die

Mitarbeit bei der Zuckerrohrernte … ich

war selbst mit der Machete im Feld und

habe die meterlangen Rohre geschlagen.

FT: Danke für das spannende


otucalrum.com


Dieser Rum wurde für diejenigen gemacht, die das

ultimative Aroma aus einem Rum herauskitzeln wollen. Ein

Rum wie ihn der Masterblender vor Ort in Panama selbst

genießen würde. Die Rare Proof Reihe von Rum Malecon

bringt mit seinen höheren Alkoholstärken und einer langen

Reifung das Beste in jedem Tropfen zum Vorschein.

Ein wahrer Rum für Genießer.

A ÑEJO , &

AÑOS

@rummalecon @rum.malecon.de www.rum-malecon.de

Das Bremer Spirituosen Contor empfiehlt hanseatische Zurückhaltung und Alkoholgenuss bitte erst ab 18 Jahren.

Import durch Bremer Spirituosen Contor GmbH exklusivmarken@bsc-bremen.de www.bsc-bremen.de BremerSpirituosenContor

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