Der Harz_07_21_Internetversion

Harzdruckerei

Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 07_2021

125 Jahre

Josephskreuz

Seite 5

Naturschutz-

Förderpreis 2021

Seite 13

Geführte

Wanderungen

Seite 16/17

www.harzklub.de


Wichtiger Hinweis!

Erstes

Köhlereimuseum

Deutschlands!

GUT BRAND!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Urlauber,

die aktuelle Viruslage mit der Corona-Epidemie zwingt

viele Veranstalter dazu, Veranstaltungen nur unter Vorbehalt

zu planen. Wir hoffen darauf, dass sich die Situation

weiter bessert. Wenn die eingeleiteten Schutzmaßnahmen

greifen, kann das von Vorteil sein und im günstigen Fall

zu einer baldigen weiteren Entspannung der Lage führen.

Bitte beachten Sie, dass die Situation täglich neu bewertet

wird und informieren Sie sich über Veränderungen. Einige

Einrichtungen haben bereits geöffnet, andere ziehen nach.

Köhlerei Köhlerei live erleben

Köhlerei-Museum Tradition & Entwicklungsgeschichte

Köhlerhütte Essen- und Trinken nach Köhlerart

Köhlerladen Harzer Buchenholzkohle & Spezialitäten

Spielplatz Streichelzoo & Aktionen für Kinder

38899 Hasselfelde | Telefon 039459. 72254 | www.harzkoehlerei.de

TASHA BYNZ ®

Die aktuelle Lage der Erreichbarkeit und Öffnung einzelner

Ausflugsziele und der Gastro nomie wie auch des Veranstaltungsangebots

erfahren Sie am schnellsten im Internet.

Bitte nutzen Sie diese Möglichkeit, bevor Sie irgendwelche

Unternehmungen planen.

Insbesondere seien das umfangreiche Wanderwegenetz

im Harz und die Stempelstellen der Harzer Wandernadel

erwähnt, die sicher eine gute Empfehlung in Zeiten von

nicht erwünschter Zusammenkunft zu vieler Personen sind.

Das Team der Harzdruckerei

Harzdruckerei für den Harz,

stark für die Region.

Max-Planck-Str. 12/14. Telefon 0 39 43 / 54 24 0.

info@harzdruckerei.de. www.harzdruckerei.de.


EDITORIAL

Impressum

Herausgeber:

Der Harzklub e.V.

Heimat-, Wander- und

Naturschutzbund

Am Alten Bahnhof 5a

38678 Clausthal-Zellerfeld

Telefon 05323 81758

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www.harzklub.de

Redaktion:

Christoph Steingaß

Redaktionskollegium:

David Rügner (Hauptpressewart),

Christine Eggers (stellv. Hauptpressewartin),

Michael Rudolph

(stellv. Hauptpressewart), Marion

Schmidt (Hauptschriftwartin), Klaus

Dumeier (stellv. Präsident).

Beiträge, die nicht ausdrücklich

als Stellungnahme der genannten

Institutionen gekennzeichnet sind,

stellen die persönliche Meinung

des Verfassers dar. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos

übernimmt der Verlag keine Gewähr.

Der auszugsweise oder vollständige

Abdruck von Beiträgen ist nur

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(Redaktion, Anzeigen, Vertrieb)

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DER HARZ erscheint Anfang des

Monats. Jahresabonnementpreis:

31,57 € inkl. Versandkosten und

7 % MwSt. Zeitung ist kündbar bis

30. September des laufenden Jahres

für das Folgejahr.

Foto Titelseite:

Sumpf-Schwertlilie

(Foto: Otto Unruh)

Liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde,

liebe Leserinnen und Leser unserer Zeitschrift Der Harz,

…nach fast 16 Monaten zeigt sich nun ein Licht am Ende des

Tunnels. In den vergangenen Monaten hat uns Corona mit

all seinen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben und

damit auch auf unseren Harzklub in Atem gehalten. Dank der

sich stetig erhöhenden Impfquote verzeichnen mittlerweile

alle Landkreise des Harzes niedrige Inzidenzzahlen. Doch

was bedeuten die niedrigen Zahlen für uns? Sie ermöglichen

uns eine schrittweise Rückkehr zur Normalität. Für den Harzklub ist „Normalität“ untrennbar

mit Wanderungen in der freien Natur verbunden. Und diese Wanderungen sind für uns nun

wieder erlaubt. Die geschulten Wanderführer stehen in den Startlöchern um unsere Gäste

und die Vereinsmitglieder auf vielen geführten Wanderungen durch den Harz zu begleiten.

Wie hatte schon der Dichter Johann Wolfgang von Goethe so treffend bekannt: „Was ich nicht

erlernt habe, das habe ich erwandert“.

Doch der Harzklub war in der Zeit der Pandemie nicht untätig. In den vergangenen Monaten

haben wir uns verstärkt dem Projekt zur Optimierung der Wanderwege im Harz gewidmet. In

Niedersachsen ist das Projekt bereits abgeschlossen, hier wurden etwa 2.500 neue Harzklub-

Wegeschilder gefertigt und durch die Zweigvereine angebracht. In Sachsen-Anhalt wurde in

Zusammenarbeit mit der Regionalen Planungsgemeinschaft Harz eine einheitliche digitale

Grundkarte für die Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz erstellt. Damit ist die digitale

Karte für den gesamten Harz komplett und zukünftig die Grundlage für alle Wanderkarten,

die durch die verschiedenen Kartenverlage herausgegeben werden. Dadurch hat das historische

Harzklub-Wanderwegenetz von 1890 erstmals eine vollständige Überarbeitung und

Aktualisierung erfahren.

Ich lade Sie herzlich ein, an einer geführten Wanderung mit den Harzklub-Wanderführern

auf den optimierten Wanderwegen teilzunehmen.

Frisch Auf und Glück auf!

Christian Resow

(Harzklub-Geschäftsstelle)

INHALT

Jahreshauptversammlung des Harzklub 4

125 Jahre Josephskreuz 5

Der historische Eselsplatz zwischen Osterode und Lerbach 6

Landesforsten forcieren Aufforstung mit artenreichen Klimawäldern 8

Mehr grüne Infrastruktur 9

Natur- und Geopark im Harz in Niedersachsen 10

Bergbaulehrpfad neu eingerichtet 11

Dampfzüge der HSB fahren wieder zum Brocken 12

Harzklub-Hauptvorstand überreicht den Naturschutz-Förderpreis 2021 13

Neue Zertifizierungen „Typisch Harz“ und „Harz-Informationen“ 14

Tätigkeitsbericht des Nationalparks Harz für das Jahr 2020 15

Geführte Wanderungen im Juli und August 2021 16

Aktivitäten mit Kindern im Sommer 18

Buntes Welterbe-Programm für schöne Sommertage 20

Die Turteltaube 21

07 | 2021

3


HARZKLUB

Jahreshauptversammlung

Harzklub e.V. tagt in hybrider Form

Am 12. Juni 2021 traf sich der geschäftsführende

Hauptvorstand in der

Harzklub-Geschäftsstelle in Clausthal-

Zellerfeld, um die Abstimmungsunterlagen

zur Jahreshauptversammlung

2021 auszuwerten und zu protokollieren.

Harzklub-Präsident Dr. Oliver Junk freute

sich über die erneut hohe Beteiligung von

69 Zweigvereinen an der ungewöhnlichen

Jahreshauptversammlung. Gemeinsam mit

ihnen, den korporativen Mitgliedern und

denen des Hauptvorstandes, konnten so

insgesamt 216 Stimmen abgegeben werden.

Das sind 79 % der möglichen Stimmenanzahl.

Mit großer Mehrheit wiedergewählt wurden

der Stellv. Präsident des Harzklub e.V. Klaus

Dumeier, auch Geschäftsführer der Harzer

Wandernadel GmbH, sowie Hauptwanderwart

Karl Leyrer.

Neu im Team des Hauptvorstandes ist der

stellv. Hauptschriftwart Axel Seiler.

Dr. Michaela Hellwig übernimmt künftig das

Amt als stellv. Hauptwanderwartin.

In seinem Bericht betonte der Harzklub-

Präsident, dass die Harzklub-Mitglieder

auch in Corona-Zeiten durchaus nicht untätig

waren. Digitale Vorstandssitzungen,

Diskussionsrunden und Schulungen sind

bereits zur Selbstverständlichkeit geworden.

Das Harzklub-Wanderheim und die

Geschäftsstelle wurden modernisiert, Projektarbeiten

fortgesetzt. So wurden 2.500

neue Wegeschilder für den Naturpark Harz

(Niedersachsen) gefertigt und die Optimierung

der Wanderwege im Sachsen-Anhaltinischen

Teil des Harzes abgeschlossen.

Um den enormen Waldschäden entgegenzuwirken,

hatte der Harzklub unter dem

Motto „Der Harz(er Wald) geht nicht ohne

uns“ zur Jahreshauptversammlung 2020

eine Resolution verabschiedet, die mehr

öffentliche Hilfe fordert, damit unsere Harzer

Wälder als wertvolle Ökosysteme und

Erholungsgebiete auch für nachfolgende

Generationen erhalten bleiben.

Dr. Junk ist stolz über die vielfältigen konstruktiven

Rückmeldungen. Die Ministerien

aller drei Bundesländer haben geantwortet.

Auch große Waldbesitzer, vertreten durch

den Präsidenten der Niedersächsischen

Landesforsten und dem Leiter des Forstbetriebes

Sachsen-Anhalt, bedankten sich

für die beispiellose Initiative. Dass sich der

Harzklub mit seinen Forderungen und Anregungen

sehr ernst genommen fühlen darf,

zeigten auch die Reaktionen aus der Politik,

vom einzelnen Bundestagsabgeordneten

über den neuen Landrat des Landkreises

Harz bis hin zur Touristik in Thüringen. Konkret

gab es bereits feste Zusagen und Vorschläge

zur Unterstützung der Forstarbeiten.

Es gilt jetzt, den Kontakt beizubehalten

und den Dialog zeitnah fortzusetzen, um

möglichst viele der Harzklub-Forderungen

aus der Resolution umzusetzen.

Doch die Harzklub-Mitglieder sind auch

selbst aktiv. Geplant sind umfangreiche

Pflanzmaßnahmen zum Aufbau artenreicher,

klimastabiler Mischwälder im Herbst

2021. Eine Pflanzaktion zur Unterstützung

der Niedersächsischen Landesforsten fand

bereits in Seesen statt.

Ehrungen verdienter Mitglieder zur Jahreshauptversammlung

des Harzklub e.V.

Vorgenommen wurden die Ehrungen durch

den Präsidenten Dr. Oliver Junk und seinen

ersten Stellvertreter Christoph Steingaß.

Die Vergabe der Abzeichen erfolgt nach

genauer Überprüfung und einem strengen

Maßstab in Anlehnung an die Richtlinien

des Harzklubs.

Die Harzklub-Ehrung in Gold erhielten:

Die stellv. Hauptwanderwartin Bärbel Meyer,

die gleichzeitig verabschiedet wurde

Foto: erste Reihe links

Der stellv. Harzklub-Präsident und ehemaliger

Leiter des Forstamtes Clausthal,

Karsten Peiffer Foto: 1.Reihe Mitte

Der zweite Vorsitzende des Zweigvereins

Lerbach, Manfred Weigel Foto: 2. Reihe links

Der Wegewart des Zweigvereins Schulenberg,

Detlef Ehrenberg Foto: 2.Reihe rechts

Auf dem Foto fehlt der ehemalige Hauptheimatgruppenwart

Bernfried Saatze. Er

konnte leider die Ehrung an diesem Tage

nicht persönlich in Empfang nehmen.

Mit dem Harzklub-Abzeichen in Silber

wurde der Vorsitzende des Zweigvereins

Riefensbeek-Kamschlacken, Diethard Warrelmann

geehrt. Foto: 1.Reihe rechts

Die weiteren Personen auf dem Foto:

hintere Reihe von links:

Marion Schmidt, Hauptschriftwartin

Christoph Steingaß, stellv. Präsident

Dr. Oliver Junk, Harzklub-Präsident

Rüdiger Kail, Hauptschatzmeister

Hans Tadge, stellvertr. Hauptschatzmeister

Foto: Annett Drache

4

07 | 2021


HARZKLUB

Einst vom Harzklub durch Crowdfunding errichtet

125 Jahre Josephskreuz

Welcher Wanderverein hat schon

einen Eiffelturm im Miniformat in

seinem Vereinsgebiet?

Am 13. Juni 2021 wurde im Rahmen einer

Feierstunde an das 125. Jubiläum der

Errichtung des Josephskreuzes auf dem

Großen Auerberg bei Stolberg gedacht. Der

Harzklub war natürlich mit dabei. Schließlich

hatten die Harzklub-Zweigvereine

1896 die Hälfte der Baukosten, immerhin

25.000 Mark, durch eine frühe Form von

„Crowdfunding“ beigesteuert. Der Hauptvorsitzende

des Harzklubs Baurat Albert

Schneider und Fürst Alfred zu Stolberg-

Stolberg hatten bereits 1895 eine Übereinkunft

über die gemeinsame Finanzierung

des Kreuzes getroffen. Die Zustimmung

der Hauptversammlung erfolgte im Herbst

1895 in Elbingerode.

An alle Harzklub-Zweigvereine ging in der

Folge eine Aufforderung für das Einwerben

von Spendengeldern oder das Zeichnen

von Anteilscheinen. Größere Geldbeträge

kamen von den Zweigvereinen Magdeburg,

Halle und Quedlinburg. Aber auch

kleinere Vereine leisteten ihren Beitrag.

Weitere 25.000 Mark stellte das Fürstenhaus

Stolberg-Stolberg zur Verfügung. So

konnte man schließlich die Gesamtkosten

von 50.000 Mark aufbringen.

Konstruiert wurde das Kreuz von Baurat

Otto Beißwänger, den Bau übernahm die

Firma Dampfkessel- und Gasometerfabrik

Braunschweig. Das Kreuz ist 38 Meter hoch

und wiegt 120 Tonnen. Auf der Feierstunde

wurde mehrfach betont, dass das Bauwerk

von „über 100.000 Nieten“ zusammengehalten

wird. Inspiriert wurde der Bau von

dem nur wenige Jahre zuvor erbauten Eiffelturm

in Paris. Eine gewisse Ähnlichkeit

kann jeder Besucher schon in der Vorhalle,

an Hand der markanten Strebebögen erkennen.

Namensgeber ist der Graf Joseph

zu Stolberg-Stolberg, in dessen Forstgebiet

das Kreuz errichtet wurde.

Die Schirmherrschaft für das Jubiläum hatte

Ministerpräsident Dr. Rainer Haseloff

übernommen. In Vertretung überbrachte

Bildungsminister Marco Tullner die Grußworte.

An der Feierstunde beteiligten sich

auch Vertreter der Stadt Stolberg, der Stolberger

Vereine, aus der Gemeinde Südharz,

des Landkreises Mansfeld-Südharz,

der Sparkassen, vom Harzer Tourismusverband,

vom Regionalverband Harz, sowie

vom Harzklub und dem Fürstenhaus

Stolberg-Stolberg. Im Rahmen der Veranstaltung,

die Corona bedingt leider etwas

kleiner ausfallen musste, erfolgte auch

gleich eine Würdigung von verschiedenen

Jubiläen der Stolberger Vereine. So begeht

die Stolberger Schützengilde in diesem

Jahr ihren 600. Geburtstag.

Als Repräsentanten des Harzklubs nahmen

der Ehrenpräsident Dr. Michael Ermrich und

der Vorsitzende des Harzklub-Zweigvereins

Stolberg-Breitenstein Siegfried Rudolphi

teil. Im Auftrag des Harzklub-Hauptvorstandes

überbrachte Christian Resow die

Glückwünsche und ging in einem kurzem

Redebeitrag auf die Bedeutung des Kreuzes

für den Harzklub und das Wandern im Harz

ein. Ein besonderer Dank ging dabei auch

an die Familie Hohmann, welche sich schon

seit über 30 Jahren um die Bewirtung der

Wanderer im Gasthaus neben dem Kreuz

kümmert. Im Vorfeld des Jubiläums hatte

man die historischen Wappenschilder mit

finanzieller Unterstützung der Hermann-

Reddersen-Stiftung restauriert. Zum Abschluss

der Feierstunde wurde eine in der

Fürst Stolberg-Hütte in Ilsenburg gegossene

Tafel, durch Minister Tullner und Prinz

Christoph zu Stolberg-Stolberg am Kreuz

enthüllt. Fotos: Frau Karin Döring

07 | 2021 5


HARZ AKTUELL

Einst Ruhestätte für Langohren und Treiber– heute Rastplatz für Wanderer

auf dem Harzer-Hexen-Stieg –

Der Gartenschläfer

Eliomys quercinus

(Foto: J. Bohdal)

Der historische Eselsplatz zwischen Osterode

und Lerbach

Am Sonntag, den 17. Juli 1955 wurde

durch den Harzklub-Zweigverein Lerbach

unter dem damaligen Vorsitzenden

Erich Klages beim Eselsplatz, wo

sich die Wege von Osterode – Mangelhalbertor

– Buntenbock – Clausthal

sowie von Lerbach zur Sösetalsperre

kreuzen, die Schutzhütte–Köhlerhütte–Köte

eingeweiht. Errichtet zum

Schutz gegen Wind und Wetter für

Wanderer und im Walde Beschäftigte

steht die 1992 und 2005 renovierte

Köte nach dem damals amtierenden

Revierbeamten Oberförster Max Lindenau

auf den Namen „Oberförster“

getauft am historischen Hundscherweg

und jetzigen Harzer-Hexen-Stieg.

2005 Geburtstagsfeier mit Gottesdienst

und Folklore

Das 50-jährige Kötenjubiläum wurde am

Sonntag, 21. August 2005 feierlich mit 200

Teilnehmern bei Sonnenschein gefeiert.

Der Heimattag begann mit einem Gottesdienst

unter freiem Himmel und hohen

Fichten durch Pastor Horst Reinecke. Der

Posaunenchor unter Leitung von Andreas

Bücher erfreute schon etwa 100 Besucher.

Ein Fahrdienst stand zur Verfügung. Pastor

Reinecke verglich den Schutz und die

Sicherheit in den Köten mit dem Schutz

Gottes in der freien Natur. Der Altar bestand

aus einem Birkenkreuz und war mit

Waldblumen bedeckt. Nach dem Gottesdienst

gab es ein rustikales Mittagessen

mit einem kühlen Hellen. Durch den Nachmittag

führte Ulrike Grüneberg, wobei ihr

der Versuch in Lerbacher Mundart nicht

immer gelang. Außerdem begleitete die

Heimatgruppe „Dä fideln Lerbschen“ mit

Liedern von der Köhlerei, u.a. Köhlerlie-

Klaus Riehn aus Lasfelde vor der Köte auf

dem Eselsplatz mit den Namensgebern

sel und Hackermädchen, das Programm.

Ehrungen und Anerkennung für fleißige

ehrenamtliche Arbeit an der Köte sprach

Frank Koch, Vorsitzender des Harzklub-

Zweigvereins und Ortsbürgermeister an

Werner Oppermann, Manfred Weigel, Wilfried

Brauckhane, Wilhelm Müller, Joachim

Koch und Georg Bock aus.

Kulturwart Rainer Kutscher hat über die Lebensweise

in der Köhlerei eine informative

Broschüre geschrieben, welche den Teilnehmern

zur Erinnerung überreicht wurde.

Kutscher ging in seiner Festrede auch auf

den in Lerbach um 1850 starken Erwerbszweig

der Köhlerei ein und wurde begleitet

vom 10jährigen „Haijungen“ Torben Lietzau.

Denn ein Köhlerleben begann als 10jähriger

Haijunge auf dem Kohlhai und endet nach

50 Jahren als Köhlermeister. Die Köte war

von Mai bis Oktober die Behausung der

Köhler bei Wind und Wetter.

Romantik pur boten die acht Jagdhornbläser

der Kreisjägerschaft Osterode mit

20 Signalen und mit Halali klang der Heimattag

aus.

3.4.2011 Der traurige Anblick auf die verkohlten

Reste der Köte Oberförster

Köte wurde 2011 durch Feuer vernichtet

Die erste Köte von 1955 wurde originalgetreu

mit Fichtenstangen und Haut von Fichtenborke

erstellt. Bereits 1983 wurde die

Köte neu gebaut. Kunstvoll mit zur Spitze

zulaufenden imprägnierten Fichtenstangen

wurde die neue Schutzhütte mit rund

200 Besuchern eingeweiht. Vorsitzender

des Harzklub-Zweigvereins Forstamtmann

Ernst Nordmeyer konnte u.a. auch

den Hauptvorsitzenden des Harzklubs

Hermann Kerl begrüßen. Dank galt den

Erbauern Haumeister i. R. Karl Schönfelder

(Warlich), Wilhelm Oppermann und Albert

Groth.

Die Köte war jahrelang ein begehrtes Wanderziel

und erste Anlaufstelle des Harzer

Hexenstieges 3,5 km von Osterode mit

Stempelstelle 140 der Harzer Wandernadel.

Bereits im November 2004 wurde der

Hut (Abdeckung) und die oberen Fichtenstangen

durch ein leichtsinniges großes

Lagerfeuer ein Opfer von Flammen und

wurde instandgesetzt, auch Holzschutzimprägnierung

war erforderlich.

In der Nacht vom Samstag 2. April 2011 auf

Sonntag ging gegen 23 Uhr die Köhlerhütte

in Flammen auf. Am Sonntagmorgen

waren am Brandplatz nur noch verkohlte

Holzstämme übrig geblieben. Ein frustrierender

Anblick, auch die Wegweiser und Informationstafel

sowie Ruhebänke wurden

in Mitleidenschaft gezogen. Es war nichts

mehr zu retten als die alarmierten Feuerwehren

aus Osterode und Lerbach um

22.30 Uhr anrückten, da Bewohner aus der

benachbarten Ortschaft Freiheit lodernden

Feuerschein im nächtlichen Fichtenwald

bemerkten. Die polizeitechnischen Ermittlungen

schlie-ßen vorsätzliches Feuer, also

Brandstiftung, nicht aus.

Der Anblick des verkohlten und vom Brandschutt

gesäuberten Kötenplatz war für die

Hexenstiegwanderer ein unerfreulicher.

Der Neubau einer Köte wurde vom Vorstand

des Harzklubs Lerbach in Angriff genommen,

strittig war jedoch die Ausstattung

mit einer Feuerstelle, zumal rundherum

Fichtenwald vorhanden ist.

Ein forstwirtschaftliches Lohnunternehmen

errichtete für rund 12.000 Euro eine

neue Köte. Ein großer Vorbau mit Sitzbänken

für die Wanderer ist ein ungewohnter

Anblick für die neue Köte, der Innenraum

– Rondell – mit Feuerstelle ist durch ein Metallgitter

gesichert. Eine Dennert-Tanne

6 07 | 2021


HARZ AKTUELL

informiert über die Geschichte. Der alte

Sinnspruch „Wanderer ich schütze Dich vor

Wind und Wetter, vor bösen Buben-händen

sei du mein Retter“ ist erhalten.

Eine neue Schautafel wurde aufgestellt und

Stempelstelle 140 der Harzer-Wandernadel

lädt mit Glück auf zu einem historischen

Wanderziel ein.

Esel ruhten sich vor Kummer aus

Unterhalb des Platzes ist ein ehemaliger

Aussichtspunkt mit Blick über das Schafmeistertal

zum Bergdorf Lerbach mit „Kummers–Ruh“

bekannt. Dieser Platz wurde

nach dem um 1900 in diesem Forstrevier

tätig gewesenen Förster Kummer benannt

und ist heute in Vergessenheit geraten.

Zur Person von Kummer hat die Großtochter

Christa Renner, geb. Voigt folgende Angaben

gemacht. „Julius Kummer ist am 10.

Juli 1862 in der Mark Brandenburg geboren

und war seit 14.08.1893 mit Helene Handelt

verheiratet, 1904 wurde Tochter Ilse geboren.

Kummer war Soldat bei den Goslarer

Jägern und in der Oberförsterei Osterode

(Schutzbereich Osterode und Lerbach) ab

1895 Königl. Hegemeister in Lerbach und ist

1913 an Herzkreislaufversagen gestorben“.

Die Erbauer der Köte, Haumeister August

Wolf, Waldarbeiter Karl Sauerbrey und

Silberhüttenmann–Invalide Otto Bügener

kannten 1955 noch die alten Flurbezeichnungen

sowie die genannten Personen

Bode und Kummer.

Aus ihrer Zeit ist vom Erzählen auch folgende

Geschichte in Erinnerung geblieben.

Der Lerbacher Hauptlehrer und langjährige

Vorsitzende des Harzklub–Zweigvereins

Ernst Bode (*1894 =1949) fragte in den dreißiger

Jahren in einer Unterrichtsstunde in

Die Hütte am Eselsplatz im Frühjahr 2021 (Foto A. Drache)

Gemälde von Hobbymaler Richard Pflug zeigt

die Köte mit Blick auf Sösetalsperre und

Höhenzug Auf dem Acker

seiner Volksschulklasse, woher wohl der

Name „Eselsplatz“ und „Kummer–Ruh“ kämen.

Darauf erklärte ihm prompt einer seiner

Schüler „Weil auf diesem Platz die Esel

sich von ihrem Kummer ausruhten“. Hauptlehrer

Bode, ein beflissener Heimatfreund

und Wanderer sowie auch Schiläufer, hatte

im Unterricht seinen Schülern beigebracht,

dass die Hauptaufgabe der Eseltreiber

darin be-stand, das im Harzkornmagazin

eingelagerte Brotgetreide von Osterode

auf den Oberharz für die Versorgung der

Bergleute zu transportieren. Eseltreiber,

auch Fruchttreiber genannt, waren bereits

seit 1538 in Oberharzer Bergverordnungen

erwähnt und es gibt über diese Gesellen

manch interessante und auch unrühmliche

Geschichten.

Geschichten von Treibern und Langohren

Im Rahmen weiterer Spurensuche über die

Eseltreiber im Oberharz ist der Verfasser

auf einen Bericht im Harz-Bergkalender

von 1993 aufmerksam geworden wobei

es auch um Streitigkeiten mit den Eseltreibern

geht. Interessant eine Erinnerung vom

Clausthaler Hermann Ey. In keiner guten

Erinnerung waren die Eseltreiber, die fast

täglich von Osterode und Freiheit kamen

und Frachten mit Korn und Kalk heraufschleppten.

Die Esel waren eine wahre

Plage, sie standen, wenn sie die Last losgeworden

waren meist in der „Zehntnerstraße“,

weil die Treiber so lange in dem Laden

des alten Hugo Walter verweilten, um ihre

Sirupbrote und Käsestullen zu verzehren,

wobei häufig noch ein „Kleiner" (Schnaps)

dazu genommen wurde. Walter hat einmal

einen hinausgeworfen, der „dickdrewsch"

und frech geworden war. Die Esel an des

Gamaschenschneiders Bergmann Haus

wussten vor Langeweile auch nichts weiter

als die Leute zu „kujonieren“ die in die

Zehntnerstraße hinein oder hinaus gehen

mussten, denn die „Langohren" waren mit

dem „Hintenausschlagen" immer bei der

Hand. Die Treiber schliefen dann manches

Mal auf dem Heimweg auf den Eseln ein und

wachten erst so richtig auf den Eseln auf,

wenn sie in Freiheit vor dem Stall standen.

Auf der Oberen Osteröder Straße ist einmal

einer so „knülle" (betrunken) gewesen,

dass er von seinem bockbeinigen Esel immer

wieder abgeworfen wurde. Schließlich

hat der Esel gesiegt, so dass der Treiber

laufen musste. Das Schauspiel hat vor über

150 Jahren stattgefunden.

Auch musste die Polizei damals einschreiten.

In einer Polizeigerichtssitzung des

Amtsgerichts aus St. Andreasberg vom 22.

August 1854 heißt es, dass die Eseltreiber

August Koch und Fritz Marten aus Osterode

wegen „Umherlaufenlassens" ihrer Esel in

hiesiger Stadt ohne Aufsicht jeder zu zwölf

Stunden Gefängnis verurteilt wurden.

Zum Nutzen des Harzes

In Osterode erinnert seit 1988 eine unübersehbare

Bronzeplastik vor dem Alten

Rathaus und Ratskeller Am Schilde an die

Eseltreiber.

Gleich um zwei Ecken steht das Harzkornmagazin.

Das imposante Gebäude zur Lagerung

von Brotgetreide für die Bevölkerung

des Oberharzes wurde vor 200 Jahren von

1720 bis 1722 gebaut. 1911 endete die Funktion

des Kornmagazins als Vorratslager in

drei Geschossen und zwei Dachgeschossen

mit Gauben. Seit 1989 ist das Magazin

Rathaus für die gesamte Stadtverwaltung.

Ein besonderes Augenmerk ist der Sandsteingiebel

mit dem Englisch-Hannoverschen

Wappen und der Inschrift UTILITA-

TI HERCYNIAE „Zum Nutzen des Harzes“.

Dieser Sinnspruch hat auch heute hohen

Stellenwert. Glück auf!

Archivbilder und Text: Rainer Kutscher

07 | 2021

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NIEDERSÄCHSISCHE LANDESFORSTEN

Lange Pflanzsaison schafft 1,67 Millionen neue Bäume im Harz

Landesforsten forcieren

Aufforstung mit artenreichen Klimawäldern

(Seesen) Die vier Forstämter im

niedersächsischen Harz beendeten

erst kurz vor Himmelfahrt eine ungewöhnlich

lange Pflanzsaison. Genau

1.670.014 neue Bäume setzten die

Forstämter Clausthal, Lauterberg,

Riefensbeek und Seesen von Oktober

bis Mitte Mai. Das frostfreie und nasskühle

Wetter ermöglichte Pflanzarbeiten

bis weit über Ostern hinaus.

Zahlreiche neue Baum- und Straucharten

bedecken inzwischen die Blößen

ehemaliger Fichtenwälder.

Nach mehrjähriger Trockenheit und massiven

Borkenkäferschäden forcieren die

Niedersächsische Landesforsten somit

ihr Mitte der achtziger Jahre begonnenes

Waldumbau-Programm. Auf die bislang

von Fichten beherrschten Höhen und Täler

des Mittelgebirges ziehen Baum- und

Straucharten ein, die meist nur als Straßennamen

in Neubausiedlungen bekannt

sind: Berg-, Spitz- und Feldahorn gehören

genauso dazu wie Bergulme, Wildkirsche

oder Roteiche. Anstelle von Fichten wurden

die Nadelbaumarten Lärche, Douglasie und

Weißtanne gepflanzt oder erstmalig auch

großflächig gesät. Die gemischt angelegten

Wirtschaftswälder sind eingerahmt von

Strauch- und Gehölzarten, die als Waldinnen

und –außenränder dienen. Haselnuss,

Holunder, Weiß- und Schwarzdorn, Salweide,

Roterle, Moorbirke, Wildapfel oder

Wildbirne bereichern die neuen Harzwälder

und sorgen für eine nie dagewesene

Artenvielfalt.

Artenvielfalt an Bäumen und Sträuchern

belebt die Harzer Insektenwelt

Neben den 1,6 Millionen Nutzbäumen,

die für nachhaltigen Klimaschutz und zur

Holzerzeugung gebraucht werden, sorgen

13.905 begleitende Straucharten für Abwechslungsreichtum

und dienen besonders

dem Insektenschutz. Und auch dort,

wo Forstleute die aktuell noch baumfreien

Flächen der natürlichen Wiederbewaldung

überlassen, entstehen für den Artenschutz

wertvolle Bereiche. Dann profitieren Himbeeren

und Brombeeren, Waldweidenröschen

oder Fuchs-Greiskraut vom Fichten-

Sterben und bewachsen ganze Berghänge.

Die Folgen solcher Freiflächen mit Gräsern,

Wildblumen, Sträuchern und selbstausgesamten

Bäumen haben die zurückliegenden

Trockenjahre gezeigt: Schwärme von

Schmetterlingen, Hummeln und Wildbienen

fanden Blüten und Nahrungspflanzen

auf den besonnten Kahlflächen. Langfristig

schließt Mutter Natur diese Lichtungen

wieder mit Baumbewuchs und Fichtennaturverjüngung.

Aus den Blößen werden

geschlossene Hochwälder mit Pionier-

Baumarten wie Birken, Weiden und Ebereschen.

Forstleute übernehmen diese

natürlich entstandenen Vorwälder und

ergänzen sie mit wirtschaftlich nutzbaren

Holzarten wie Buchen, Ahornen, Eichen

oder klimafesten Nadelbäumen wie Douglasien.

Letztere haben sich als wahre „Klimakönner“

bewährt. Dank ihres kräftigen

Wachstums binden Douglasien schneller

als andere in Deutschland verbreitete Baumarten

CO2 in ihrem Holz. Und da es als

Bauholz gefragt und gut verwendbar ist,

bleibt der Kohlenstoff im verbauten Holz

langfristig gebunden.

Klimaangepasste Mischwälder mindern

Risiko von Sturm- und Borkenkäferschäden

Försterin Natalie Ahrenhold begutachtet

im Oberharz eine Freifläche nach Borkenkäferbefall,

auf der nun Fingerhut und Fuchs-

Greiskraut wachsen

(Foto ©Ahrenhold/Landesforsten)

Langfristig soll der Wald im Mittelgebirge

deutlich abwechslungsreicher werden. Ziel

der Landesforsten ist es, den Mischwaldanteil

auf 90 Prozent hochzuschrauben

und die Jahrhunderte vorherrschende

Fichtendominanz in der alten Bergbauregion

zu brechen. „Trotzdem bleibt der

Oberharz das Hauptverbreitungsgebiet der

Fichte in Niedersachsen, denn im rauen

Klima des Mittelgebirges gedeiht sie am

besten“, betont Henning Geske. Der Leiter

des Forstamtes Seesen und langjährige

Harzkenner weiß um die Vor- und Nachteile

der Charakterbaumart. „Allerdings wollen

wir unsere Fichtenwälder vielfältig durchmischen

und möglichst keine Reinbestände

mehr heranwachsen lassen. Damit mindern

wir das Risiko, falls eine Baumart mit den

Umweltveränderungen nicht klar kommt “,

ergänzt Geske, der viele Jahre lang Wälder

von Bad Lauterberg bis Seesen betreut hat.

Mit den jetzt gepflanzten Baumarten erfinden

die Landesforsten das Rad nicht neu,

sondern halten den eingeschlagenen Kurs,

der da lautet: Den künftigen Harzwald fit zu

machen für den Klimawandel. Das sehen

sie allerdings als Generationenaufgabe.

Auch die nächsten Jahre stünden ganz im

Zeichen der Wiederbewaldung. „Vorerst

hilft den jungen Pflanzen auf ihrem langen

Weg bis zum hundertjährigen Baum ein

kühles Frühjahr mit häufigen Regentagen“,

freut sich Forstamtsleiter Henning Geske

über das zarte Grün seiner diesjährigen

Setzlinge.

Michael Rudolph

Niedersächsische

Landesforsten

8

07 | 2021


HARZ WANDERN

Der Deutsche Wanderverband fordert

Mehr grüne Infrastruktur

Möglichst viele Menschen sollen von

naturnahen Grünflächen, Naturerfahrungsräumen

oder Wald in der Nähe

ihrer Wohnungen profitieren. Naturnahe

Wege in Städten müssen erhalten

oder neu geschaffen werden. Dafür

setzt sich der Deutsche Wanderverband

gegenüber der Politik ein.

Dem Deutschen Wanderverband (DWV)

ist der Erhalt sowie Ausbau naturnaher

Wege und Grünflächen im urbanen Raum

ein besonderes Anliegen. In der fortschreitenden

Bebauung drohten immer mehr

Naturflächen und naturnahe Grünräume

verloren zu gehen. DWV Geschäftsführerin

Ute Dicks: „Diese Entwicklung beobachten

wir seit Jahren insbesondere hinsichtlich

naturnaher Fußwege, die bundesweit in

immer mehr Städten aber auch auf dem

Land, verschwinden.“ Dass der Aufenthalt

in naturnahen Landschaften förderlich für

die physische und psychische Gesundheit

ist, ist inzwischen in vielen Untersuchungen

bewiesen. Bewegung im Grünen hilft gegen

Depressionen, attraktive Grünflächen regen

zu Bewegung an und beugen von daher

dem Bewegungsmangel vor. Im Sinne einer

gesundheitlichen Chancengleichheit sind

für alle erreichbare Grünflächen immens

wichtig.

Besonders deutlich wird das aktuell, während

der Coronapandemie, wenn Indoor-

Sportangebote entfallen und darüber hinaus

die individuelle Bewegungsfreiheit

eingeschränkt ist. Grün in der Stadt spielt

außerdem eine wichtige Rolle für die Resilienz

von Städten gegen den Klimawandel,

es verbessert die Luftqualität und hilft,

die Temperaturen niedriger zu halten. Klimafreundliche

Mobilität findet indes nicht

nur mit dem Rad, sondern auch zu Fuß statt.

Fußverkehr muss von daher genauso gefördert

werden, wie der Radverkehr, das Netz

an naturnahen Fußwegen ebenso ausgebaut,

wie das Radwegenetz. Die Entwick-

lung neuen Wohnraums in den Städten soll

eng mit dem Anlegen oder dem Erhalt von

Naturräumen und naturnahen sicheren Wegen

verbunden werden. Der DWV sorgte als

eine von rund 30 Expertenorganisationen

des UN-Dekade Kompetenzteams „Soziale

Natur – Natur für alle“ dafür, dass diese

Forderung in die kürzlich veröffentlichten

Handlungsempfehlungen an Politik und

Gesellschaft aufgenommen wurde. Dicks:

„, Dass das Kompetenzteam den Erhalt und

Ausbau naturnaher Wege empfiehlt war

wichtig, denn gerade hier besteht großer

Handlungsbedarf.“ Der Deutsche Wanderverband

begrüßt und unterstützt von daher

die Bitte des Deutschen Bundesrates an

die deutsche Bundesregierung, grüne Infrastruktur

in den Deutschen Aufbau- und

Resilienzplan (DARP) aufzunehmen. Wichtig

sei jedoch, dass neben dem Rad- auch der

Fußverkehr als klima- und umweltfreundliche

Mobilitätsform stärker anerkannt und

gefördert werde.

07 | 2021 9


REGIONALVERBAND HARZ

ANHALT(en) im NATURPARK HARZ

Wandern rund um Schielo

Attraktive Wanderziele stellt eine

neue Informationstafel des Natur- und

UNESCO-Geoparks in der Heimatstube

Schielo vor.

„Die Tafel passt sehr gut in den Eingangsbereich

unserer Heimatstube“, freut sich

Petra Nielacny, die den Anstoß zur Erarbeitung

der Informationstafel gab. Sabine

Müller vom Freundeskreis Karl Blossfeldt

fügt hinzu, dass die Heimatstube Ausgangspunkt

für Wanderungen ist und die

Schieloer auch selbst gern die Einrichtung

besuchen. „Die große Wanderkarte bietet

Orientierung. Beispielhaft haben wir sechs

Wanderziele wie die Burgruine Anhalt oder

die Brandbergeiche beschrieben“, erläutert

Isabel Reuter, Petra Nielacny und Sabine Müller

(v. l.) vor der neuen Informationstafel in

der Heimatstube Schielo (Foto: RVH)

Isabel Reuter vom Regionalverband Harz.

Alle Wanderziele befinden sich an oder

nahe der Wanderroute „ANHALT(en) im NA-

TURPARK HARZ“, die der Regionalverband

Harz im Jahr 2012 erarbeitet hat. Passend

dazu gibt es eine Wanderkarte mit einer

ausführlichen Tourenbeschreibung und

einem Abriss zur anhaltischen Geschichte.

Kürzlich wurde die Wanderkarte nachgedruckt.

Sie kann nun wieder kostenfrei beim

Regionalverband Harz telefonisch unter

03946 96410 oder online unter www.harzregion.de

bestellt werden. Isabel Reuter

Die Öffentlichkeitsarbeit des

Regionalverbands Harz wird gefördert

aus Mitteln des Ministeriums für

Umwelt, Landwirtschaft und Energie

des Landes Sachsen-Anhalt.

Natur- und Geopark im Harz in Niedersachsen

Aufholjagd hat begonnen

Seit 2019 auf Initiative von Mitgliedern

des Niedersächsischen Landtages

auch im Westharz die Natur- und Geoparkarbeit

finanziell auf ein solideres

Fundament gestellt wurde, konnte

der in der Welterbestadt Quedlinburg

geschäftsansässige Regionalverband

Harz seine Aufholjagd starten. Es gilt

u. a. anzuschließen an das Niveau

der Ausstattung der Geopunkte des

UNESCO-Geoparks in Sachsen-Anhalt

und Thüringen mit zweisprachigen

Informationstafeln.

Im Gebiet des Landkreises Nordhausen

(Thüringen) sind fast 100 % erreicht. In

Sachsen-Anhalt sind zwei Drittel der Arbeit

erledigt. „Auch im Harz in Niedersachsen

fangen wir nicht bei Null an,“ so Natur- und

Geoparkleiter Dr. Klaus George und ergänzt:

„Das ist Segen und Herausforderung zugleich.“

Veranschaulichen lässt sich das

am Beispiel der Beschilderung rings um

die Talsperren der Harzwasserwerke. Um

einen erfolgreichen Start der Aufholjagd

zu präsentieren, gab es ein Treffen an der

Granetalsperre. Zugegen waren dabei auch

Bürgermeister Ingo Henze (Langelsheim)

und Barbara Eberhardt. Die Ortsbürgermeisterin

von Astfeld konnte sich noch sehr

Ortsbürgermeisterin Barbara Eberhardt, Bürgermeister Ingo Henze und Dr. Klaus George (v.

l.) präsentieren die Informationstafel „Zwischen Dittmars- und Todberg“. (Foto: Czymoch/RVH)

gut erinnern, an die fast 50 Jahre alten Informationstafeln

des Naturparks Harz und

die Tafeln „Geologische Wanderpfade Nordharz“.

Sie waren ausgeblichen, mehr oder

weniger intensiv bepflastert mit Aufklebern

aller Art, zeigten völlig veraltete Wanderkarten

und Texte, die verstehen konnte, wer

Geologie studiert hatte. Nach einem ersten

Kontakt mit Marcus Hödl, dem Leiter des

Betriebshofs Clausthal der Harzwasserwerke

und daraufhin erfolgter Abstimmung mit

dem Bereich Unternehmenskommunikation

in Hildesheim war sehr schnell klar: Eine

Erneuerung durch den Regionalverband

Harz wird von den Harzwasserwerken als

willkommene Hilfe verstanden. Was dabei

herauskam, das kann sich sehen lassen.

Die Karten auf den neuen Tafeln zeigen

das jüngst modernisierte Wanderwegenetz.

Die korrekte Darstellung wurde von

der Hauptgeschäftsstelle des Harzklubs

geprüft und bestätigt. Hinzugekommen

sind Bilder und kurze Texte, meist zu den

Wanderzielen, die sich über abzweigende

10 07 | 2021


REGIONALVERBAND HARZ

Wege erreichen lassen. Die vorher schon

vorhandenen Verhaltenshinweise mit Bezug

zum Trinkwasserschutz gibt es nun

in mehreren Sprachen, darunter Englisch,

Dänisch und Holländisch.

Aufgrund der Corona-Pandemie war eine öffentliche

Präsentation leider nicht möglich.

Angedacht war ursprünglich eine geführte

Fahrradtour rund um den Stausee. Umso

mehr freute sich der Regionalverband Harz

über das positive Echo aus Langelsheim.

Bürgermeister Ingo Henze hob hervor, wie

wichtig aktuelle Informationstafeln sind,

die Einheimische ebenso ansprechen wie

Gäste aus dem In- und Ausland. Dabei geht

es nicht allein darum, den Menschen eine

Orientierungshilfe zu geben. Auch die Entwicklung

unserer lebenswerten Kulturlandschaft

lässt sich so vermitteln.

Die Granetalsperre liegt als Geopunkt 10

im Geopark-Teilgebiet um die Landmarke

3 mitten drin im UNESCO-Geopark. Landmarken

wie der Rammelsberg sind weithin

sichtbare und besonders bekannte

Orientierungspunkte. Um sie gruppieren

sich lohnenswerte Ausflugsziele, die als

Geopunkte zu einem Besuch empfohlen

werden. Allein rings herum um den Geopunkt

10 hat der Regionalverband Harz

zwölf alte Informationstafeln erneuert. Im

Wandergebiet Eckertalsperre waren es im

letzten Jahr fünf erneuerte Informationstafeln.

Esther Czymoch

Bergbaulehrpfad neu eingerichtet

Zwergensuche am

Braunsteinhaus bei Ilfeld

Josephine Auerberg und ihr Freund

Konrad Kauz haben sich mit den Harzer

Schmalspurbahnen auf den Weg

von Silberhütte nach Ilfeld gemacht.

Die beiden Maskottchen des Naturund

Geoparks wollen in der Nähe der

Waldgaststätte „Braunsteinhaus“

nach Zwergen suchen. Beide freuen

sich auf alle Kinder, die ihnen bei der

Suche auf dem Bergbaulehrpfad am

Kleinen Möncheberg helfen.

Mit Sicherheitsabstand: die Teilnehmer der Präsentationsveranstaltung (Foto: LK Nordhausen)

Immer vorneweg – Josephine weist den Weg

Startpunkt des Rundweges sind die zwei

neuen Informationstafeln am Braunsteinhaus.

Auf weiteren acht Tafeln erfahren

die Kinder, was Josephine und Konrad am

Weg alles entdecken und ob sie die Zwerge

wirklich finden. Damit es Eltern und Großeltern

nicht langweilig wird, können sie sich

auf den Informationstafeln des UNESCO-

Geoparks über den historischen Manganerzbergbau

informieren.

Im vergangenen Jahr hatte der Regionalverband

Harz mit Unterstützung des Forstamtes

Bleicherode und des Naturparks

Südharz den bis dahin nicht mehr durchgängig

begehbaren 2 km langen Rundweg

neu trassiert und eingerichtet. Eine öffentliche

Präsentation musste immer wieder

verschoben werden. Umso mehr freute

sich Landrat Matthias Jendricke aus Nordhausen,

dass er nun den geladenen Gästen

den Bergbaulehrpfad vorstellen konnte.

Bei einer Rundwanderung wurden viele

Informationen ausgetauscht. Fachliche

Hintergründe erläuterte Jürgen Wesiger

aus Ilfeld, der wie kein Zweiter das historische

Manganerzrevier kennt. Der Mineraloge

hatte den Regionalverband Harz

vor allem beim Verfassen der Inhalte der

Informationstafeln unterstützt. Doch nicht

nur über das Thema historischer Bergbau

wird auf den Tafeln informiert. Auch über

Alt- und Totholz oder den Wald und seine

Funktionen sind reichhaltige Sachverhalte

zu erfahren, wie der stellvertretende Forstamtsleiter

Knut Apel erläuterte.

Dass ehemalige Stollen und Pingen überhaupt

wieder sichtbar sind, der Bergbaulehrpfad

durchgängig begehbar ist, und

es auch weiterhin bleiben wird, ist den

Mitarbeitern des Naturparks Südharz zu

danken. Dessen Leiter André Richter erläuterte

anschaulich die durchgeführten

Arbeiten im schwierigen Gelände.

Das Projekt wurde mit Förderung des

Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie

und Naturschutz umgesetzt. Dessen

Vertreterin Frau Charis Leuschner konnte

sich davon überzeugen, dass die Mittel

des eigens auf Geoparks ausgerichteten

Förderprogramms nachhaltig eingesetzt

wurden. Christiane Linke

07 | 2021

11


HARZER SCHMALSPURBAHNEN

Dampfzüge der HSB fahren wieder zum Brocken

Eingeschränkter Verkehr auch

auf dem Gesamtnetz wieder aufgenommen

Wernigerode – Seit dem 9. Juni fahren

die Dampfzüge der Harzer Schmalspurbahnen

GmbH (HSB) nach über

sieben Monaten Pandemiepause

wieder auf den Brocken. Auch auf den

weiteren Strecken des 140,4 km umfassenden

HSB-Gesamtnetzes rollen

nun endlich wieder Reisezüge. Bis auf

weiteres gilt allerdings überall noch

ein eingeschränktes Fahrtenangebot.

Darauf haben nicht nur Eisenbahnfans lange

gewartet: Pünktlich um 10:36 Uhr erreichte

am 9. Juni der erste fahrplanmäßige

Dampfzug nach 219 Tagen coronabedingter

Unterbrechung den Brockenbahnhof. Am

1. November des vergangenen Jahres war

hier der bislang letzte Reisezug gefahren.

Fahrplanmäßiger Zugbetrieb fand seitdem

ausschließlich mit Triebwagen zwischen

Wernigerode und Schierke sowie im thüringischen

Südharz zwischen Nordhausen und

Ilfeld statt. Bereits im Frühjahr 2020 war

der Verkehr auf dem Großteil des Streckennetzes

einschließlich des Brockens schon

einmal an 62 Tagen pandemiebedingt eingestellt

und alle Dampfloks außer Betrieb.

Von Wernigerode aus fahren nun erst einmal

wieder vier Dampfzüge auf den höchsten

Harzgipfel, zwei weitere starten in Drei

Annen Hohne. Die Ausgabe von Tickets für

Bergfahrten ist limitiert. Sie können entweder

vorab online oder am Reisetag in den

Verkaufsstellen der Bahnhöfe Wernigerode

Hauptbahnhof, Wernigerode Westerntor,

Drei Annen Hohne und Schierke erworben

werden. Die übrigen Zustiegsmöglichkeiten

für Brockenfahrten in Wernigerode Hochschule

Harz, Wernigerode-Hasserode und

Steinerne Renne entfallen bis auf weiteres.

Nach ebenfalls 219-tägiger Unterbrechung

rollt der Zugverkehr nun auch wieder

durchgehend auf der gesamten Harzquerbahn

sowie auf der Selketalbahn. Auf bei-

den Strecken kommen vorerst allerdings

nur Triebwagen in einem eingeschränkten

Fahrplan zum Einsatz. Der Dampfzug von

Nordhausen zum Brocken und zurück wird

vorerst noch nicht verkehren.

Bei gleichbleibender Entwicklung der Pandemielage

ist Anfang Juli eine sukzessive

Aufnahme des regulären Sommerfahrplans

mit Dampfbetrieb auf allen Strecken vorgesehen.

In allen HSB-Zügen gelten nach

wie vor die allgemeinen Hygieneregeln und

das Tragen einer FFP2-Maske. Die Auflagen

gelten auch für das Betreten der wieder geöffneten

Fahrkartenausgaben und Dampfläden

der HSB.

»Informationen zu den

aktuellen Fahrzeiten sind

unter www.hsb-wr.de sowie

telefonisch unter 03943/ 558-0

erhältlich.

Der erste Dampfzug erreicht am 9. Juni 2021 nach 219 Tagen Zwangspause wieder den Brockengipfel (Foto HSB/Heide Baumgärtner)

12 07 | 2021


HARZKLUB

Die Natur ist der Gewinner

Harzklub-Hauptvorstand überreicht den

Naturschutz-Förderpreis 2021

Nicht die Köpfe in den Waldboden

gesteckt……

haben die Zweigvereine, die sich

auch in diesem Jahr für den Naturschutz

– Förderpreis beworben haben.

Nachdem 2020 dieser Preis auf Grund

der uns bekannten Gründe nicht

verliehen werden konnte, erfolgte

am 12.06.2021 im Rahmen der Jahreshauptversammlung

des Harzklub

e.V. nun die Verleihung der Preise an

die beiden Erstplatzierten. Die Ehrung

hatte unser stellvertretender Präsident

Karsten Pfeiffer übernommen.

Bevor die ersten beiden Plätze vorgestellt

werden, ging ein herzlicher Dank an alle

Zweigvereine, die ein Projekt eingereicht

haben. Es gibt keine Verlierer, sondern

nur einen Gewinner: Die Natur!

Folgende Projekte wurden eingereicht:

Vom Harzklub-Zweigverein Tanne das

Projekt „Tanne blüht auf! – Pflanzmaßnahmen

mit Kindern im Kurpark Tanne“. Insgesamt

wurden im Rahmen dieses Projektes

10000 Blumenzwiebeln gesteckt sowie über

30 Bäume gepflanzt. Ebenso werden seit

2013 Naturerlebnistage mit der Freiwilligen

Feuerwehr Tanne durchgeführt.

Der Harzklub-Zweigverein Wildemann

hat die „Kindergruppe Wanja“ ins Leben

gerufen und erfolgreiche Gruppenarbeit

mit Kindern und Jugendlichen geleistet.

Neben regelmäßigen Treffen im Wanderheim

Wildemann stand auch der kontaktfreie

Nistkastenbau im Vordergrund. Der

Zweigverein Wildemann beteiligt sich jedes

Jahr mit neuen Projekten am Naturschutzförderpreis.

Im Harzklub-Zweigverein Wieda widmete

man sich mit tatkräftiger Unterstützung

durch die Jugend des THW dem Wiederaufbau

und der Weiterentwicklung des

Bienenpfades.

Das auch die Kleinsten schon „Eltern“

werden können zeigte sich im Harzklub-

Zweigverein Hahnenklee-Bockswiese.

Die Sprösslinge des Harzklubs konnten

einen eigenen Baum aufziehen und dokumentierten

dabei die einzelnen Entwicklungsschritte

des Keimlings. Eine wunderschöne

Aktion.

Schließlich kümmerte sich der Harzklub-

Zweigverein Bad Harzburg im Projekt

um den Neuaufbau der Naturschutzhütte

und ermöglicht damit Erlebnistage für Jedermann.

Das Naturschutz auch hier aktiv

gelebt wird, zeigt sich in der Gestaltung der

Benjeshecke, der Betreuung der Wildblumenwiese

und des Erbauens von Insektenhotels,

Vogelhäuschen und Nistkästen.

Vielen, vielen Dank für eure eingebrachten

Projekte. Alle tragen dazu bei, dass aktiv

unsere Natur geschützt wird.

Und nun zu den beiden Gewinnern des

diesjährigen Naturschutz-Förderpreises:

Der Harzklub-Zweigverein Friedrichsbrunn

verfügt über aktuell 22 aktive Mitglieder,

die trotz der Corona-Pandemie

2020/2021 gemeinsam zahlreiche Naturschutzprojekte

zum Mittelpunkt ihrer

Vereinsarbeit gemacht haben. Da um

Friedrichsbrunn, wie andernorts auch, der

Borkenkäfer wütete, war es eine Aufgabe

die Aufforstung nach Vorgaben des Forstbetriebes

Ostharz umzusetzen. Ebenso wurde

aktive Borkenkäferüberwachung betrieben.

Schutz, Erhaltung und Pflege des Biotops

„Taubentränke“ war ebenfalls Teil des aktiven

Naturschutzes. Im Rahmen dessen

wurde Müll gesammelt, baufällige Schutzhütten

beseitigt und vorhandene Rastplätze

kontrolliert und Ausbesserungsarbeiten

vorgenommen. Aber nicht nur am Biotop

erfolgten umfangreiche Arbeiten, sondern

auch im Bereich des „Friedrichsbrunner

Bankenviertels“. Zahlreiche Schutzhütten

und Rastplätze dienen seit 2015 den Gästen

als Ruhepol, in denen sie die Schönheit und

Einzigartigkeit der Harzer Landschaft in

besonderem Maße genießen dürfen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes

ist die Wegepflege, die neben Beschilderungsarbeiten

auch Wegeoptimierung,

Besucherlenkung und Müllentsorgung

umfassen. Insgesamt kamen so mehrere

Hundert Fahrkilometer und Arbeitsstunden

zusammen.

Und natürlich wurde auch die Nachwuchsförderung

forciert und interessierte Kinder

und Jugendliche in die Vereinsarbeit eingebunden.

Das führte dazu, dass mehrere

ehemalige Schüler der Friedrichsbrunner

Grundschule nun zu aktiven Mitgliedern

im Harzklub geworden sind.

Mit „Naturschutz in und um Bad Suderode“

bewarb sich der Harzklub-Zweigverein

Bad Suderode für den Naturschutz-Förderpreis

und erreichte den 1. Platz. In Bad

Suderode verfügt man über ein relativ breites

Spektrum an Mitgliedern und so ist die

Zahl der Kinder und Jugendlichen im Verein

relativ hoch. Viele Eltern heißt in diesem

Fall auch viele Kinder, die sich aktiv am

Vereinsleben beteiligen. Das ist auch notwendig,

liegen doch im Betreuungsbereich

zwei Naturschutzgebiete.

Im vorliegenden Projekt wurde umfangreich

dargestellt, welche Schutzmaßnahmen

für die im Kurpark Bad Suderode

lebenden Amphibien ergriffen werden.

Jährlich werden ein Amphibienschutzzaun

errichtet und die dort festgestellten Tiere

zu ihrem Laichgewässer gebracht. Mit den

Kindern wurden und werden die Nistkästen

gereinigt und repariert und andernorts

auch aufgebaut. Im Naturschutzgebiet

Münchenberg wurde eine Ganzjahresfutterstation

errichtet. Ebenso wurde das Biotop

an der Lessinghöhle in zahlreichen Arbeitseinsätzen

wiederbelebt. Es bietet nun zahlreichen

Tieren einen neuen Lebensraum.

In unmittelbarer Nähe zum Biotop wurde

zudem ein Totholzhaufen errichtet.

Erwähnenswert ist ebenso, dass durch

den Harzklub-Zweigverein neue Hinweisschilder

der etwas besonderen Art an exponierter

Stelle angebracht worden sind.

Für jeden Besucher des Waldes ist darauf

ersichtlich, was definitiv nichts in der Natur

zu suchen hat.

In Planung sind die Neuaufnahme des

Naturlehrpfades im Naturschutzgebiet

Münchenberg sowie die Fertigstellung

der dortigen Waldhütte. Hier sollen Übernachtungsangebote

geschaffen werden,

die Kindern und Jugendlichen die Natur

noch näherbringen sollen, denn auf Strom

und fließendes Wasser wurde vollständig

verzichtet.

Text u. Foto: D. Rügner

07 | 2021 13


HARZER TOURISMUSVERBAND

Qualität setzt sich durch

Neue Zertifizierungen

„Typisch Harz“ und „Harz-Informationen“

Harzer Tourismusverband

Neben seinen umfangreichen Marketingaktivitäten

und der Interessensvertretung

für die Harzer Tourismusbranche

ist der HTV seit 2010 Träger

des Qualitätssiegels „Typisch Harz

und zeichnet zudem seit 2013 Tourist-

Informationen in der Region mit dem

Zertifikat „Harz-Information“ aus.

Neue Harz-Informationen

Gleich drei Tourist-Informationen sind am

8. Juni 2021 vom HTV als „Harz-Information“

ausgezeichnet worden. Die Tourist-

Information Altenau – Schulenberg, die

v.l.n.r. Carola Schmidt (HTV), Annett Dähne-Hüttner (Büroleitung

Tourist-Information Clausthal-Zellerfeld, Buntenbock, Wildemann),

Katharina Dundler (Teamleitung Oberharz)

(Foto: Tourist-Informationen Oberharz)

Tourist-Information Torfhaus/Oberharz im

Harz Welcome Center und die URLAUBS-

WELT HARZ- Tourist-Information Clausthal-

Zellerfeld können sich nun – wie bereits 13

andere Tourist-Informationen der Regionmit

dem Label schmücken.

Seit Jahren wird deutlich, dass Gäste und

Touristen mobiler, flexibler und anspruchsvoller

geworden sind. Sie legen nennenswerte

Strecken durch die Region zurück,

um das umfassende Freizeit- und Kulturangebot

zu nutzen. Damit steigen die Anforderungen

an die Beratungskompetenz

der Tourist-Informationen. Deren MitarbeiterInnen

müssen

das Angebotsspektrum

der gesamten

Region kennen und

über die Stadt- und

Gemeindegrenzen

hinaus beraten

können. Dieses wesentliche

Grundkriterium

müssen die

Einrichtungen erfüllen,

um zur Harz-

Information werden

zu können. Zu den

weiteren Voraussetzungen

gehören

die gültige i-Marke

des Deutschen

Tourismusverbandes,

eine zentrale

Lage der Tourist-

Information, deren

Erscheinungsbild,

sowie ihr quantitatives

und qualitatives

Serviceangebot

insgesamt.

Regionalmarke

Typisch Harz

Die regionale Marke

„Typisch Harz

steht seit mehr als

10 Jahren für qualitative

Harzer Produkte

verschiedener

Sparten. Dabei

wächst das Angebot

Jahr für Jahr. Seit

Kurzem dürfen nun

auch vier „Echte Harzer“ Spezialitäten des

Restaurants Sagenhaft an der Talstation

der BurgBerg-Seilbahn in Bad Harzburg,

diverse Bio-Gerichte im Glas der Bioküche

Harz des Hotels Harzer Hof in Scharzfeld

sowie Waldbaden- und Kreativ-Werkstatt-

Kurse der Altenauerin Irene Schukies das

Qualitätslabel tragen.

Mit der „Schönen Försterin“, dem „Obersteiger“,

dem „Waldmeister“ und dem

„Handjäger“ zaubern die Köche des Restaurants

„Sagenhaft“ an der Talstation der

BurgBerg-Seilbahn in Bad Harzburg nun

ganz offiziell „Typisch Harz“-Gerichte auf

die Teller hungriger Gäste. Bereits 2017 hatten

die ersten „Echten Harzer“ Burger- und

Currywurstkreationen Einzug in die Speisekarte

gehalten. Das Fleisch des Harzer

Roten Höhenviehs bzw. des Harzer Wildes

verleiht den Spezialitäten ihren unverwechselbaren

Geschmack mit Harz-Bezug.

Schnell leckere Gerichte in Bio-Qualität

zaubern und dabei bewusst und nachhaltig

konsumieren war noch nie so einfach.

Jennifer Menzel, Tochter der Betreiber

des Hotels und Restaurants Harzer Hof in

Scharzfeld, gründete 2020 die Bioküche

Harz und bietet seitdem Spezialitäten vom

Harzer Roten Höhenvieh nach traditionellem

Rezept für Zuhause an. Glas aufdrehen,

kurz erhitzen und fertig sind Roulade,

Tafelspitz, Bolognese und Co.

„Höher, weiter, schneller“ lautet im heutigen

Arbeitsalltag oft die Devise. Doch

nicht nur da, auch im Familienalltag, an

den Wochenenden und sogar im Urlaub

führt Stress nicht selten zur physischen und

mentalen Erschöpfung. Immer mehr Menschen

suchen daher gezielt nach Wegen

der Entschleunigung. Hier setzen die Kurse

„Waldbaden“ und „Kreativ-Werkstatt“ von

Irene Schukies an. Unterwegs in der Harzer

Natur und in ihrem Altenauer Atelier bietet

sie ihren TeilnehmerInnen Zugang zu Erholung

und Entspannung.

»Weitere Informationen:

www.harzinfo.de

14 07 | 2021


NATIONALPARK HARZ

Tätigkeitsbericht des Nationalparks Harz für das Jahr 2020

Schwerpunktthema Waldwandel

im Fokus der Forschung

Der Tätigkeitsbericht des Nationalparks

Harz für das Jahr 2020 liegt

vor. In seinem Vorwort erläutert der

scheidende Nationalparkleiter Andreas

Pusch, dass auch im Jahr 2020

wiederum eine zu trockene und warme

Witterung die Waldentwicklung

beeinflusst hat. Die Bedeutung der

Verkehrssicherung im Wald hat weiter

erheblich zugenommen – mit großen

Auswirkungen für alle Waldbesucher.

Über die Borkenkäfer-Massenvermehrung

hinaus machen die Trockenheit

und eine Vielzahl von Organismen

inzwischen fast allen anderen Baumarten

neben der Fichte zu schaffen.

Buchen leiden zunehmend unter der

Dürre. Ahorne, Eschen und Kiefern

werden von Pilzen besiedelt und

zeigen Absterbeerscheinungen.

Deshalb ist es wichtiger

denn je, an die Eigenverantwortung

aller Waldbesucher

zu appellieren. Die sogenannten

waldtypischen Gefahren

durch herabfallende Äste und

umstürzende Bäume erfordern

erhöhte Aufmerksamkeit, obwohl

große Anstrengungen zur

Verkehrssicherung unternommen

werden. Daneben war die

Corona-Pandemie natürlich

das bestimmende Thema auch

für die Arbeit der Nationalparkverwaltung

Harz.

Das Schwerpunktthema des

Berichts ist der Waldwandel im

Fokus von Forschung und Dokumentation.

Nationalparke haben

den klaren Auftrag „Natur Natur

sein lassen“. Nach einer zeitlich

begrenzten Übergangsperiode

wird die weitere Entwicklung im

Schutzgebiet auf einem Großteil

der Fläche weitestgehend der

Natur überlassen. Keine andere nationale

Schutzgebietskategorie verfolgt diesen

Weg so konsequent. Wie aber laufen die

Vorgänge ab, über die eine Kulturlandschaft

sich in eine Naturlandschaft aus zweiter

Hand wandelt? Es besteht die einmalige

Chance, diesen Weg in einer beispiellosen

Umbruchsphase im Nationalpark Harz zu

verfolgen. Daher ist es Aufgabe des Umweltmonitorings

im Nationalpark, die langfristige

Entwicklung der vorhandenen Lebensräume

(z.B. der Wälder, Gewässer und

Moore) mit deren Lebensgemeinschaften

zu untersuchen, zu dokumentieren und

so die Datenbasis zur Erforschung der zugrundeliegenden

dynamischen Prozesse

zu schaffen. Durch den Ablauf natürlichdynamischer

Prozesse sind nicht nur die

Lebensräume des Schutzgebiets, sondern

auch deren Artenbestand einer fortlaufenden

räumlich-zeitlichen Entwicklung

unterworfen. Die Basis für die langfristige

Beobachtung von Veränderungen

bildet die Inventarisierung typischer Artengemeinschaften

sowie deren ständige

Fortführung, um Zeitreihen zu erhalten.

Über die regelmäßige Wiederholung flächendeckender

Vegetationsaufnahmen

wird das Sukzessionsgeschehen, also die

natürliche zeitliche Veränderung von Lebensgemeinschaften,

innerhalb der vielfältigen

Landlebensräume dokumentiert. Die

Waldforschungsflächen sind zentrale Bausteine

für ein langfristiges Monitoring der

natürlichen Entwicklung repräsentativer

Waldgesellschaften. Sie sind Kernstück des

Programms „Dauerbeobachtungsflächen

im Nationalpark Harz“. Die im Nationalpark

gewonnenen Erkenntnisse zum Ablauf

natürlicher Prozesse sowie zum Aufbau,

zur Struktur und zur Dynamik verschiedener

Lebensgemeinschaften stehen der

Naturschutzarbeit sowie der naturnahen

Waldbewirtschaftung auch außerhalb

des Schutzgebiets zur Verfügung. Hierzu

wird ein umfangreicher, langfristig nutzbarer

Datenbestand aufgebaut, der auch

für künftige Fragestellungen Informationen

liefern soll. Am Beispiel der Waldforschungsflächen

und ausgewählter Artengruppen

(Stechimmen und Schwebfliegen,

holzbesiedelnde Käfer und Brutvögel) wird

im Bericht die Langzeitforschung näher

beleuchtet.

Im Tätigkeitsbericht dargestellt

werden auch die Naturschutzarbeiten

der Renaturierung und des

Artenschutzes sowie die Pflege- und

Entwicklungsmaßnahmen, weiterhin

die Arbeit der Werkstätten,

des Wildtiermanagements und der

Leistungen im Bereich EDV sowie

Fotomonitoring. Wichtige Themen

sind auch die Öffentlichkeitsarbeit,

die Besucherinformation und

-lenkung sowie Wildnisbildung und

Natur-Erleben. Darüber hinaus finden

sich Informationen zur Arbeit in

und mit der Nationalparkregion, zur

Organisation des Parks, zu internationalen

Kontakten sowie zur Arbeit

des Fördervereins. Den Abschluss

bildet ein Verzeichnis der im oder mit

dem Nationalpark durchgeführten

wissenschaftlichen Qualifizierungsarbeiten,

Werkverträge, ehrenamtlichen

Kartierungen, externen Projekte

sowie der wissenschaftlichen

Veröffentlichungen der Mitarbeiter

und von Partnern.

Mit diesem 88 Textseiten umfassenden Tätigkeitsbericht

steht wieder eine Übersicht

der Arbeit der Nationalparkverwaltung zur

Verfügung, die über alle Bereiche der Nationalparkarbeit

informiert. Der Bericht

kann unter www.nationalpark-harz.de

heruntergeladen werden.

07 | 2021

15


HARZKLUB

Der Harzklub wandert wieder, wandern Sie mit!

Geführte Wanderungen

im Juli und August 2021

Bitte beachten Sie:

Anmeldung zu den Wanderungen

erforderlich!!

Wir empfehlen Rucksackverpflegung.

Sonntag, 11.07.2021

„Weddingen-Wöltingerode“

(Zweigverein Bad Harzburg)

Wanderung über Immenrode,

Wöltingerode und Weddingen, ca. 15 km.

Treffpunkt: 9.15 Uhr, Bad Harzburg,

TEDI-Parkplatz

Anmeldung und Führung:

Christoph Cless, 0174-3914863

Sonntag, 11.07.2021

„Höhenwege des Ackers“

(Zweigverein Herzberg)

Wanderung über Reitstieg, Hanskühenburg

und Mönchskappe, ca. 14 km.

Treffpunkt: 9.00 Uhr, Herzberg,

Busbahnhof

Anmeldung und Führung:

Frank Lange, 0511-591633

Sonntag, 11.07.2021

„Alexisbad, Pioniertunnel und Klippen“

(Zweigverein Wildemann)

Wanderung mit Zweigverein Seesen im

Selketal bei Alexisbad, ca. 13 km.

Treffpunkt: 9.30 Uhr, Alexisbad,

Wanderparkplatz Kreisstraße

Anmeldung und Führung:

05323-6635

Sonntag, 18.07.2021

„Durch die Täler der Rappbode“

(Zweigverein Bad Harzburg)

Wanderung von Benneckenstein über

Trautenstein und Sorge, ca. 13 km.

Treffpunkt: 9.15 Uhr, Bad Harzburg,

TEDI-Parkplatz

Anmeldung und Führung:

Detlef Hohlbein, 0172-4049375

Sonntag, 18.07.2021

„Um die Schanze Bad Gandersheim“

(Zweigverein Lamspringe)

Wanderung von Wolperode über P

anoramaweg und Gr. Osterberg,

ca. 11 km.

1.Treffpunkt: 9.45 Uhr, Lamspringe,

Gemeindeverwaltung

2.Treffpunkt: 10.00 Uhr Wolperode

Anmeldung und Führung:

Uwe Küchler, 05183-2377

Sonntag, 18.07.2021

„Entlang des Lautenthaler

Kunstgrabens“

(Zweigverein Neuekrug-Hahausen)

Wanderung von Wildemann nach Lautenthal,

ca. 10 km.

Treffpunkt: 9.30 Uhr, Neuekrug-Hahausen,

Parkplatz Neiletal

Anmeldung und Führung:

Klaus Asmus, 05381-47899

Sonntag, 18.07.2021

„Wildemanner Wandernadel“

(Zweigverein Wildemann)

Wanderung über Prinzenlaube, Grumbacher

Teich, Maaßner Gaipel zum Albertturm,

ca. 24 km.

Treffpunkt: 9.00 Uhr, Wildemann,

Kiosk am Eck

Anmeldung und Führung:

05323-6635

Freitag, 23.07.2021

„Im Tal der Schmetterlinge“

(Zweigverein Hahnenklee-Bockswiese)

Wanderung durch das Grumbachtal,

ca. 5 km.

Treffpunkt: 13.30 Uhr, Hahnenklee,

Parkplatz Kuttelbacher Teich

Anmeldung und Führung:

Christine Eggers, 0157-35341936

Sonntag, 25.07.2021

„Die Selke unterhalb der

Burg Falkenstein“

(Zweigverein Bad Harzburg)

Schwere Wanderung von Meisdorf zur

Selkesicht, ca. 18 km.

Treffpunkt: 9.15 Uhr, Bad Harzburg,

TEDI-Parkplatz

Anmeldung und Führung:

Alfred Heineke, 01575-5571609

Samstag, 31.07.2021

„Gipfelstürmer-die 3 höchsten

Harzgipfel“

(Zweigverein Hahnenklee-Bockswiese)

Schwere Wanderung über Wurmberg und

Achtermanshöhe zum Brocken, ca. 27 km.

Treffpunkt: 06.00 Uhr Hahnenklee,

Wandertreff Kurhaus

Anmeldung bis 30.07.2021 und

Führung:

Hildegard Steffens, 05325-2059

Samstag, 31.07.2021

„Über Wippra zur Talsperre“

(Zweigverein Ilfeld-Wiegersdorf)

Wanderung von Wettelrode nach Wippra

und zur Wippertalsperre, ca. 24 km.

1.Treffpunkt: 8.00 Uhr, Ilfeld,

Blumenpavillon

2.Treffpunkt: 9.00 Uhr, Wettelrode,

Parkplatz Röhrigschacht

Anmeldung und Führung:

Roland Deistung, 036331-31461

Samstag, 31.07.2021

„Von Friedrichsbrunn nach Thale“

(Zweigverein Quedlinburg)

Wanderung von Friedrichsbrunn über

Georgshöhe und Glockenstein nach

Thale, Rückfahrt mit dem Zug nach Quedlinburg

(Fahrkosten 7,20 €), ca. 11 km.

Treffpunkt: 9.20 Uhr, Quedlinburg,

Bahnhof Bushaltestelle 4

Anmeldung und Führung:

Olaf Eiding, 0151-25173652

Sonntag, 01.08.2021

„Zwischen Hahnenklee und Lautenthal“

(Zweigverein Bad Harzburg)

Wanderung von Hahnenklee über

Grumbacher Teich und Maaßener Gaipel,

ca. 15 km.

Treffpunkt: 9.15 Uhr, Bad Harzburg,

TEDI-Parkplatz

Anmeldung und Führung:

Alfred Heineke, 01575-5571609

Sonntag, 01.08.2021

„Von Stolberg zum Josephskreuz“

(Zweigverein Herzberg)

Wanderung von Stolberg über

Siebenwege zum Auerberg, ca. 13 km.

Treffpunkt: 9.00 Uhr, Herzberg,

Busbahnhof

16 07 | 2021


HARZKLUB

Anmeldung und Führung:

Elisabeth Schulze, 05521-2330

Donnerstag, 05.08.2021

„Nachwanderung um den

Diabas-Steinbruch Wolfshagen“

(Zweigverein Wolfshagen)

Nachtwanderung (Taschenlampen werden

gestellt) um den Diabas-Steinbruch

Wolfshagen, ca. 4 km.

Treffpunkt: 20.30 Uhr, Wolfshagen,

Parkplatz Streittorstraße

Anmeldung und Führung:

Tourist-Info Wolfshagen, 05326-4088

Samstag, 07.08.2021

„Auf dem Ackerrundweg zur

Hanskühenburg“

(Zweigverein Hahnenklee-Bockswiese)

Wanderung über Reitstieg zur Hanskühnenburg,

zurück über Ackerweg,

ca. 14 km.

1. Treffpunkt: 09.15 Uhr, Hahnenklee,

Wandertreff Kurhaus

2. Treffpunkt: 10.00 Uhr, Parkplatz

Stieglitzecke

Anmeldung bis 02.08.2021 und

Führung:

Dr. Michaela Hellwig. 05321-83795

Sonntag, 08.08.2021

„Durch das mittlere Bodetal“

(Zweigverein Bad Harzburg)

Wanderung von Altenbrak nach Wendefurth,

zurück über Todtenrode und Böser

Kleef, ca. 15 km.

Treffpunkt: 9.15 Uhr, Bad Harzburg,

TEDI-Parkplatz

Anmeldung und Führung:

Detlef Hohlbein, 0172-4049375

Sonntag, 08.08.2021

„Durch Seesen´s interessante

Geschichte“

(Zweigverein Neuekrug-Hahausen)

Wanderung durch die Stadt Seesen mit

Erläuterungen zur 1000jährigen Geschichte,

ca. 4 km.

1. Treffpunkt: 9.30 Uhr , Neuekrug-Hahausen,

Parkplatz Neiletal

2. Treffpunkt: 9.45 Uhr Seesen,

Marktstraße

Anmeldung und Führung:

Klaus Asmus, 05381-47899

Sonntag, 08.08.2021

„Zwei Burgen-Tour“

(Zweigverein Tanne)

Wanderung von Königshütte über die

Königsburg zur Susenburg bei Rübeland,

ca. 12km.

Treffpunkt: 10.00 Uhr, Tanne,

Wandertreff (Lindenwarte)

Anmeldung und Führung:

Willi Salfeld, 0160-95472974 und

Günther Gundlach, 039457-3256

Sonntag, 08.08.2021

„Zwischen Wernigerode und

Zillierbachtalsperre“

(Zweigverein Wolfshagen)

Wanderung mit Zweigverein Wildemann

über Peterstein, Armeleuterberg und

Kaiserturm, ca. 18 km.

Treffpunkt: 10.00 Uhr, Wanderparkplatz

Zillierbachtal

Anmeldung und Führung:

Uwe Brennecke, 0151-62428452

Donnerstag, 12.08.2021

„Nachwanderung um den

Diabas-Steinbruch Wolfshagen“

(Zweigverein Wolfshagen)

Nachtwanderung (Taschenlampen werden

gestellt) um den Diabas-Steinbruch

Wolfshagen, ca. 4 km.

Treffpunkt: 20.30 Uhr, Wolfshagen,

Parkplatz Streittorstraße

Anmeldung und Führung:

Tourist-Info Wolfshagen, 05326-4088

Freitag, 14.08.2021

„Im Tal der Schmetterlinge“

(Zweigverein Hahnenklee-Bockswiese)

Wanderung durch das Grumbachtal,

ca. 5 km.

Treffpunkt: 13.30 Uhr, Hahnenklee,

Parkplatz Kuttelbacher Teich

Anmeldung und Führung:

Christine Eggers, 0157-35341936

Samstag, 14.08.2021

„Bergbaugebiet Lautenthal“

(Zweigverein Wildemann)

Wanderung mit Zweigverein Lautenthal

durch das Bergbaurevier, anschließend

Tscherperessen im alten Spritzenhaus

möglich,

Treffpunkt: 10.00 Uhr, Lautenthal,

Tourist-Info

Anmeldung und Führung:

05323-6635

Änderungen vorbehalten!

07 | 2021

17


JUGEND

Aktivitäten mit Kindern im Sommer

Schiffchen bauen

Im Wasser toben, planschen, springen

und spritzen - das macht Kindern

im Sommer richtig Spaß. Und ganz

besonders toll ist der Wasserspaß mit

einem selbstgebauten Schiffchen!

Daher haben wir einige Bastelideen für

Schiffe und Boote zusammengestellt, die

man mit Kindern ganz leicht nachbasteln

kann und die auch jeder kennt. Nach

der Fertigstellung kann das Schiffchen

im nächsten Bach schwimmen gelassen

werden, man kann entspannt gucken,

wie weit es das eigene Schiff schafft. Ein

richtiges kleines Abenteuer eben. Alle unsere

selbstgebastelten Schiffe haben ihre

Schwimmfähigkeit bewiesen, das haben

wir tatsächlich auch getestet.

Holzschiffe bauen

Das benötigt ihr:

• eine Schere

• Bastelkleber

• einen kleinen Hammer

• einen Erwachsenen der euch hilft.

• Schaschlik Spieße für den Mast

• stabiles Papier für die Segel

• Buntstifte, um die Segel zu bemalen

• einige Stücke Nadelholzrinde.

(bekommt ihr im Wald)

Als Mast dienen die Schaschlik Spieße. Wie

viele Maste euer Schiff haben soll, ist eurer

Fantasie überlassen. Den Mast klopft ihr

mit einem kleinen Hammer vorsichtig in

den Rumpf.

Schneidet euch mit der Schere aus eurem

Papier ein Segel in der gewünschten Form

und der passenden Größe aus. Wenn ihr es

bunt haben wollt, könnt ihr es bemalen.

Faltet es danach einmal ein Stückchen der

Höhe nach. Auf die Innenseite dieser Falte

trägt ihr Bastelkleber auf und klebt es an

den Mast.

Walnuss-Schiffchen bauen

Das benötigt ihr:

• Halbe Walnussschalen

• Knete

• Zahnstocher

• Bunte Blätter

und öffnet es wieder. So erhaltet ihr die

senkrecht verlaufende Mittellinie.

Faltet die rechte und linke äußere Ecke

entlang der Mittellinie.

Klappt die überstehende untere Seite nach

oben auf die gefalteten Dreiecke.

Führt diesen Schritt auch auf der Rückseite

durch.

Klappt die rechts und links überstehenden

Ecken nun noch auf die andere Seite um,

sodass ein großes Dreieck entsteht.

Öffnet das entstandene Dreieck, das aussieht

wie ein Hut, von unten her, dreht es

und legt es zu einem Quadrat hin damit

Abbildung 5. entsteht.

Faltet die untere Spitze nach oben. Dreht

die Faltarbeit um und führt den Faltschritt

auch auf der Rückseite durch.

Die Rinde für den Rumpf sollte möglichst

einen tiefen „Bauch“ haben, damit sie nicht

kippt und sich gleich mit Wasser vollsaugt.

Wenn ihr ein großes Segel dran machen

wollt, braucht ihr unten am Rumpf ein zusätzliches

Gewicht. Das dient als Gegengewicht

und hält das Boot im Gleichgewicht.

Also sucht euch noch ein kleines Stück

Rinde für einen Kiel. Den verklebt ihr am

besten mit einem Bastelkleber mit dem

Rumpf, oder ihr bindet es mit Bindfaden

fest, Hauptsache das Gewicht zieht in der

Mitte des Bootes nach unten. Je mehr ihr

hinterher auf das Boot baut und je größer

die Segel werden, desto größer sollte auch

der Kiel sein.

Zunächst ein paar Vorbereitungen: Zuerst

müsst ihr die Blätter sammeln. Die Blätter

dürfen nicht zu groß sein, sonst kippt

das Walnuss-Schiffchen um. Dann knackt

ihr die Walnüsse, nehmt etwas Knete und

formt ein kleines Kügelchen daraus. Diese

drückt ihr in die Mitte der Walnussschale

fest an. Das Blatt für das Segel durchstecht

ihr an beiden Enden mit dem Zahnstocher.

Jetzt steckt ihr den Zahnstocher in die Knete.

Falls der Zahnstocher nicht hält, nehmt

etwas mehr Knete und formt ein größeres

Kügelchen. Und schon habt ihr euer erstes

Walnuss-Schiffchen gebastelt.

Papierschiff falten

Das benötigt ihr:

• ein Papierrechteck z.B. ein DINA4-Blatt

Faltet das Blatt zur Hälfte zu einem doppellagigen

kleineren Rechteck.

Die Öffnung liegt nach unten.

Faltet es nochmals zur Hälfte zum Rechteck

Jetzt öffnet ihr das Dreieck erneut von

unten, dreht es und legt es als Quadrat

vor euch hin. Danach zieht ihr die oberen

Spitzen auseinander und es entsteht das

Papierschiffchen. Zieht es noch richtig auseinander

und bringt es in Form, damit es

gut stehen und später auch schwimmen

kann.

Wer möchte kann sein Schiffchen noch

bunt anmalen.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Basteln!

Hinterlasst uns gerne auf unserer Facebook

Seite ein Foto.

Text und Fotos: Jugendwarte

18

07 | 2021


JUGEND

Spannende Herausforderungen in luftiger Höhe

Abseilabenteuer im Harz

Du hast Lust auf ein actionreiches und

abenteuerlustiges Wochenende im

Harz? Dann bist Du hier genau richtig.

Wir haben für Euch spannende Herausforderungen

in luftiger Höhe zusammengestellt.

Zu den Highlights des Wochenendes

zählen sicherlich das Abseilen von einer

Skischanze und das Fahren der Megazipline

Harzdrenalin, der größten Doppelseilrutsche

Europas. Dabei werdet Ihr natürlich

von Profis begleitet und angewiesen. Beim

Abseilen von der Skischanze etwa kann die

Höhe, aus der man sich abseilen will, ganz

nach eigenem Wohlbefinden angepasst

werden, sodass jeder sich ausprobieren

kann.

Untergebracht sind wir im Schullandheim

Benneckenstein, wo wir gemeinsam kochen

und eine großartige Zeit haben. Die

Region Harz und das Jugendhaus bieten

uns die besten Möglichkeiten, um ein erlebnisreiches

Wochenende mit viel Spaß

zu haben. Sei auch Du dabei. Wir freuen

uns auf Dich!

Termin: 17.09.2021 - 19.09.2021

Ort: Schullandheim Benneckenstein im

Harz

Teilnehmende:

Mind. 8 Personen ab 13 Jahren

Kosten: 50 Euro

Leistungen: Betreuung, Übernachtung,

Verpflegung, Actioneinheiten (Abseilen,

Harzdrenalin)

Leitung: Janick Betz, Lena Hansen,

Riikka Pulju

Anmeldeschluss: 15.08.2021

Veranstalter: Deutsche Wanderjugend,

Querallee 41, 34119 Kassel, Tel: 0561

400498-0

https://wanderjugend.de/deutschewanderjugend/mitmachen/anmeldung

Die große Schulenberger Harzklubfamilie trauert um seinen Ehrenvorsitzenden

Helmut Vogt

NACHRUF

Helmut Vogt war 49 Jahre Mitglied im Harzklub.

Im Jahr 1972 trat er dem Zweigverein

Schulenberg bei. Seitdem war er aktiv im

Vorstand tätig. Er war 5 Jahre Naturschutzwart,

ein Jahr Wegewart und bekleidete

von 1987 bis 1995 das Amt des stellvertretenden

Vorsitzenden im Zweigverein.

Im Jahr 1995 wurde Wanderfreund Vogt

zum Vorsitzenden des Zweigvereins Schulenberg

gewählt. 21 Jahre leitete er den

Verein in vorbildlicher Weise und mit hohem

Verantwortungsbewusstsein.

Da die Tätigkeit des Harzklubs, insbesondere

die Unterhaltung der Wanderwege und

Erholungseinrichtungen sowie die Naturschutzmaßnahmen,

eng mit den Landesforsten

verknüpft sind, war er stets durch

seinen forstwirtschaftlichen Beruf ein guter

Organisator und Ansprechpartner für diese

Belange.

Wanderfreund Vogt hat es schon immer

verstanden, Menschen zu motivieren und

für die Vereinsarbeit zu begeistern. In seinen

Vorstand setzte er großes Vertrauen,

so dass gern Aufgaben übernommen und

umgesetzt wurden. So entstand unter seiner

Leitung im Mulltal eine vereinseigene

Wanderhütte und am Heidestieg wurde

eine harztypische Köte gebaut.

Aber auch das Wanderwegenetz sowie die

Verknüpfungen der Wege mit den benachbarten

Zweigvereinen wurden während

seiner Zeit als Vorsitzender erweitert. Es

wurde ein Ruhebankweg angelegt, welcher

später zu einem Stein- und Skulpturenweg

ausgebaut wurde.

Um auch junge Leute anzusprechen, veranstaltete

er regelmäßig eine Waldralley

als Ferienpass-Aktion. Diese Veranstaltung

erfreute sich zunehmender Beliebtheit und

wurde sehr gut angenommen.

Helmut Vogt war selbst als Wanderführer

tätig und in dieser Funktion mehrmals im

Jahr im Harz unterwegs. Im kleinen Ort

Schulenberg konnte er fast 250 Mitglieder

für seinen Verein begeistern. Zur Jahreshauptversammlung

hatte er stets ein volles

Haus. Im Jahr 2006 wurde unter seiner

Leitung eine große Festveranstaltung zum

50jährigen Bestehen des Zweigvereins

Schulenberg durchgeführt.

Besonders geschätzt wurde Helmuts ausgleichende

und humorvolle Art. Stets hatte

er ein passendes Wilhelm-Busch-Zitat

parat.

Für seine Verdienste erhielt Helmut Vogt

1988 das Ehrenabzeichen des Harzklubs

in Silber, 1999 wurde ihm das Abzeichen

in Gold verliehen.

Auf seiner letzten Wanderung verneigt

sich die Harzklubfamilie in Dankbarkeit

vor Helmut Vogt

mit einem Oberharzer Glück Auf

Deine Wegbegleiter und Freunde des

Zweigvereins Schulenberg

In stillem Gedenken schließt sich der

Harzklub-Hauptvorstand an.

07 | 2021 19


UNESCO-WELTERBE IM HARZ

Attraktive Freizeitangebote

Buntes Welterbe-Programm

für schöne Sommertage

UNESCO

WELTERBEHARZ

im

Endlich ist Sommer! Es herrscht

Sonnenschein, die Europameisterschaft

ist in vollem Gange und das

UNESCO-Welterbe im Harz bietet tolle

Veranstaltungen, Ausstellungen und

Aktionen.

Nicht nur das Oberharzer Bergwerksmuseum

mit seinem originalgetreuen Bergwerksstollen

und den Harzer Bergwerksanlagen

auf dem Freigelände selbst, sondern auch

die derzeitige Sonderausstellung „Übertage

– Untertage“ sind absolut sehenswert. Bis

zum 17. Oktober werden Cyanotypien der

Künstlerin Judith Fait von Förderanlagen,

Architektur und Haldenflora präsentiert.

Im Sommer lässt sich das UNESCO-Welterbe

im Harz bei zahlreichen Veranstaltungen erleben…

…oder bei Wanderungen etwa an der

Hirschler-Pfauenteich-Kaskade.

© Stefan Sobotta

Das ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried

bietet im Sommer E-Bike-Touren, Zeichenspaziergänge

und vieles mehr.

© ZMKW, Foto: B. Moritz

Sie werden kontrastiert mit frühen Blitzlichtaufnahmen

von Edward S. Padmore

und William Zirkler aus der Sammlung des

Oberharzer Bergwerksmuseums.

Am 1. August 2021 lädt das Oberharzer Bergwerksmuseum

von 11-17 Uhr zum Ottiliae-

Schacht in Clausthal-Zellerfeld ein. Unter

Europas ältesten eisernem Fördergerüst erwarten

die Besucherinnen und Besucher ein

buntes Programm mit Dampflok-Fahrten,

Fördermaschinen-Vorführungen sowie Touren

durch die Oberharzer Wasserwirtschaft.

Das Weltkulturerbe Rammelsberg lädt

in die Sonderausstellung "Reisen in den

Schoß der Mutter Erde – Montantourismus

im Harz" ein. So war bereits im 18. und 19.

Jahrhundert die Faszination für den Harz

groß! Montanreisende, wie man sie damals

nannte, fuhren in die Bergwerke im Harz

ein, interessierten sich aber auch für die

Lebens- und Arbeitswelt der Bewohner in

der Region. Die Ausstellung kann auch in

Sonderführungen mit der Kuratorin der

Ausstellung, Gesine Reimold, besucht werden.

Am 7., 11., 21. und 25. August 2021 geht

es jeweils um 13 Uhr los.

Mitten im Harzer Klostersommer legen die

Harzer Klöster im Rahmen von "Kloster in

Bewegung" vom 13. bis 22. August besonders

bewegte Tage ein. Im Zisterzienser-

Museum Kloster Walkenried steht u.a. ein

Zeichenspaziergang mit der Künstlerin Schirin

Fatemi durch die gotische Klosteranlage

auf dem Programm, in dem Landschaft und

Architektur sowie die Vermittlung von Techniken,

Bildaufbau und Kompositionsprinzipien

beleuchtet werden. Die Kurse finden

am 19. August von 13.15-18.00 Uhr sowie

am 20. August von 10.15-18.00 Uhr statt.

Beim Spaziergang auf dem Klostererlebnisweg

können innerhalb des ehemaligen

Klosterbezirks Walkenried die ältesten

Spuren aus romanischer Zeit erkundet

und Spannendes über das Nachleben des

Klosters erfahren werden. Die Spaziergänge

werden am 13., 17. und 20. August, jeweils

von 10.45-12.00 Uhr, angeboten.

Auf geführten E-Bike-Touren durch die

Walkenrieder Teichlandschaft lässt sich

außerdem die reizvolle und idyllische Naturund

Kulturlandschaft erleben, die von den

Walkenrieder Mönchen geschaffen wurde.

Aktuell im Oberharzer Bergwerksmuseum

zu sehen: Die Sonderausstellung „Übertage

– Untertage“

© Stefan Sobotta

Die ca. 90-minütigen Touren starten am 14.,

15., 21. und 22. August.

Nicht zuletzt können große und kleine Teilnehmerinnen

und Teilnehmer das UNESCO-

Welterbe im Harz auch auf insgesamt vier

Schnitzeljagden entdecken. Sie führen

durch die Altstadt von Goslar, rund um den

Ottiliae-Schacht in der Oberharzer Wasserwirtschaft,

entlang der Kulturlandschaft am

Weltkulturerbe Rammelsberg oder um die

Klosteranlage Walkenried. Während der

Schnitzeljagd erleben die Jägerinnen und

Jäger atemberaubende Landschaften sowie

beeindruckende Kultur, während es

verschiedene Fragen zu beantworten gilt.

»Weitere Informationen:

Oberharzer Bergwerksmuseum

www.bergwerksmuseum.de

Weltkulturerbe Rammelsberg

www.rammelsberg.de

ZisterzienserMuseum Kloster

Walkenried

www.kloster-walkenried.de

»Download Schnitzeljagden:

Stiftung UNESCO-Welterbe im Harz

www.welterbeimharz.de/

downloads

20

07 | 2021


HARZ WANDERN

Tierbeobachtungen auf Wanderungen im Harz und Umgebung.

Die Turteltaube

Bei einer Wanderung im Jahr 2020 an

den Okerteichen, war ich der Meinung

eine Turteltaube gesehen zu haben.

Mir wurde aber gesagt, dass die hier

nicht vorkommen. Ok dachte ich mir,

wird wohl ein Turmfalke gewesen sein.

Turteltauben und Turmfalken könnte

man vom Körper her schon verwechseln,

eindeutig erkennen kann man sie

aber am Kopf denn da sieht man das es

eine Taube ist.

Dieses Jahr habe ich dann fast an

gleicher Stelle wieder eine Turteltaube

gesehen und auch gehört. Ich konnte

einige Fotos machen und stellte dann

fest, dass es zwei, also ein Pärchen

waren, welche sich hier an der Oker

aufhielten.

Ich bin in den letzten Wochen sehr oft

hier an der Oker lang, ich beobachte

gerade ein paar Wasseramseln und

der Kuckuck macht hier auch seine

Runden.

Die Turteltauben hört man schon von Weitem

und da konnte ich sie dann auch immer

leicht ausmachen, wo sie gerade sitzen.

Man muss sich dann aber sehr vorsichtig

und sehr langsam heran schleichen, um

sie zu erwischen. Sie sind sehr scheu und

bei der kleinsten Bewegung sind sie weg.

Die Turteltaube war in Deutschland „Vogel

des Jahres“ 2020.

Turteltauben gelten als Symbol des Glücks

und der Liebe. Umgangssprachlich nennt

man zwei frisch verliebte Menschen „Turteltauben“.

Beschreibung:

Die Turteltaube erreicht eine Körperlänge

von 27 bis 29 Zentimetern und wiegt

durchschnittlich 160 Gramm. Sie ist damit

deutlich kleiner und zierlicher als eine Haustaube.

Ein Geschlechtsdimorphismus ist nur

geringfügig ausgeprägt. Die Weibchen sind

generell etwas matter gefärbt und etwas

kleiner. Im Flug breitet sie ihren im Verhältnis

zur Körpergröße langen und abgerundeten

Schwanz häufig fächerförmig auf. Dann

sind die weißen Spitzen der Steuerfedern

gut erkennbar.

Die Oberseite der Turteltaube ist rostbraun.

Die Kehle und die Oberbrust sind weinrötlich.

Die Schultern und Teile des Flügels

sind rostbraun und weisen dunkle Flecken

auf. Der Rücken ist blaugrau und wird zum

Bürzel hin bräunlicher. Die erwachsenen

Vögel weisen an den Halsseiten mehrere

schmale, schwarze Querbinden auf weißem

Grund auf. Der Schwanz besteht aus

zwölf blauschwarzen Federn, die an den

Enden jeweils weiß sind. Die beiden äußeren

Schwanzfedern haben außerdem

weiße Außenfahnen. Der Bauch und die

Unterschwanzdecken sind hell.

Jungvögel unterscheiden sich von den älteren

Vögeln durch ein Gefieder, das an Kopf,

Rücken und auf den Flügeln brauner ist. Die

für die adulten Vögel charakteristischen

Halsquerbinden entwickeln sich erst nach

einigen Monaten.

Fortpflanzung:

Rückkehrende Turteltauben schreiten nicht

sofort zur Brut, sondern ziehen einzeln und

als Paar über mehrere Wochen umher. Sie

halten sich dann häufig auch über mehrere

Tage in Regionen auf, die nicht zu ihrem

Brutareal zählen. Selbst eine Balz ist kein

Indiz dafür, dass das Paar an diesem Ort

auch zur Brut schreiten wird.

Die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis

August. Turteltauben ziehen in der Regel

nur eine Brut pro Jahr groß. Das Nest ist

verhältnismäßig klein und wird von beiden

Elternvögeln aus dünnen Ästen und

Foto vom 26. Mai 2021

Zweigen in Büschen und Bäumen errichtet.

Gelegentlich nutzen sie auch die Nester anderer

Vogelarten. Das Weibchen legt zwei

weiße Eier. Die Brutdauer beträgt 15 Tage.

Jungvögel verlassen in einem Lebensalter

von etwa 14 Tagen das Nest. Sie sind zu dem

Zeitpunkt noch nicht flugfähig und halten

sich in den Ästen in der Nähe des Nestes auf.

Nahrung:

Die Turteltaube sucht ihre Nahrung nahezu

ausnahmslos am Boden. Sie ernährt sich

von Samen und Pflanzenteilen. Samen

werden von ihr sowohl im reifen wie im

milchigen Zustand gefressen. Einen großen

Anteil im Nahrungsspektrum haben Getreidekörner,

Wildgräser, Hirse, die Samen von

Nadelhölzern, Birken, Erlen und Robinien

sowie die Samen der verschiedenen Erdraucharten.

Sie frisst außerdem Beeren,

Pilze, Knospen und krautige Pflanzen wie

Klee und Raps. Daneben nimmt sie auch

Insekten und kleine Schnecken auf

Foto / Bericht Otto Unruh

»Weitere Infos findet man

unter: https://de.wikipedia.

org/wiki/Turteltaube

07 | 2021

21


Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 06_2021

HARZKLUB


Beitrittserklärung

Zutreffendes bitte ankreuzen:

Ja, ich möchte die wichtigen Ziele und Aufgaben des Harzklubs unterstützen und

erkläre hiermit meinen Beitritt als:

Vollmitglied Lebenspartner Jugendlicher/Kind

Familie

Vorname/Name:

Geburtsdatum:

Straße:

PLZ /Ort:

E-Mail:

Beitritt zum Harzklub-Hauptverein/Zweigverein:

Der Jahresbeitrag ist unterschiedlich und liegt zwischen 10,- und 30,- €

Ort, Datum

Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«:

Ort, Datum

Der Harz (-er Wald)

geht nicht ohne uns

Harzklub hilft!

Hier geht es zur großen Pflanzaktion:

https://harzklub.de/harzklub-hilft/

Aktiv für den Naturschutz

im Harz!

Unterschrift

Bei Minderjährigen, Unterschrift

eines Erziehungsberechtigten.

Ich abonniere die Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«

(Jahresabonnement 31,57 € – erscheint monatlich).

Unterschrift

Der

Gartenschläfer

Seite 6

Arbeitsbesuch bei

der HSB

Seite 12

Aus der Arbeit

des Harzklubs

Seite 18

www.harzklub.de

Vorteile der Mitgliedschaft

im Harzklub e.V.

✔ Vergünstigungen, preiswerte Nutzung

von Wanderheimen z.B. beim Kauf

von Wanderkarten, Übernachtungen in den

Wanderheimen

✔ DWV-Mitgliedskarte (Deutscher

Wanderverband): Vergünstigungen regional

und deutschlandweit bei vielen Partnern

✔ Angebote: Möglichkeit der Teilnahme

an Veranstaltungen des Harzklub e.V., z.B.

Harzer Heimattag, Naturschutztag, Sternwanderung,

Brockenveranstaltungen, den

Veranstaltungen der Zweigvereine und an

den geführten Wanderungen und Ausflügen

des Harzklubs

✔ Lehrgänge und Fachtagungen: Möglichkeit

der Teilnahme an den Lehrgängen,

Fachtagungen und Weiterbildungen (Wanderführer,

Wegebeschilderung, Naturschutz,

Jodeln und Peitschenknallen, Akkord-Zither,

Klöppeln)

✔ Kinder- und Jugendfreizeiten im

Wanderheim Wildemann, Ausflüge:

Teilnahme an den Kinderfreiten mit Aktivitäten

im Wald, zu Bergbau und Naturschutz,

Basteln, Harzer Brauchtum und Lagerfeuer,

Ausflüge zum Weltwald Harz, auf den Brocken,

in Höhlen oder Bergwerke

✔ Versicherungen: günstige Beiträge aufgrund

der hohen Mitgliederzahl im Harzklub-

Gesamtverein (Haftpflicht,-Unfall,- Schutzhütten,-

Musikinstrumente)

✔ Gema-Rahmenvertrag: Durch Mitgliedschaft

im Deutschen Wanderverband

20 % Nachlass der Gema-Gebühren bei Auftritte

und Möglichkeit der Mitgliedschaft im

Landestrachtenverband

✔ Vermarktung und Werbung für die

Heimat- und Brauchtumsgruppen sowie für

Wanderungen und sonstige Veranstaltungen

über die Geschäftsstelle, das Internet,

Rundschreiben und Presseinformationen

✔ Information sämtlicher Zweigvereine

zu den Geschehnissen im Harzklub und im

gesamten Harz z.B. durch Rundschreiben,

Vereinszeitschrift „Der Harz“, Versammlungen,

Internet, Presse

✔ Termine: Weitergabe aus den Zweigvereinen

über Rundschreiben und Veröffentlichungen,

Internet

✔ Austausch der Zweigvereine untereinander

z.B. über Vereinsrecht (Satzungen),

Versicherungen, Betreuungsgebiete usw.

✔ Stiftungen: Inanspruchnahme finanzieller

Zuschüsse entsprechend den Richtlinien

für besondere Projekte der Zweigvereine

✔ Unterstützung der Zweigvereine durch

den Hauptverein bei Problemen, Gründungen,

Veranstaltungen usw.

✔ Beratung durch den Hauptverein über

die Zusammenarbeit mit Forstbetrieben,

Kommunen, anderen Partnern, Pressearbeit,

Datenschutz usw.

✔ Hohe Mitgliederzahl: 12.000 Mitglieder

im gesamten Harzklub können sich viel besser

Gehör verschaffen, als einzeln agierende

„Ortsvereine“

✔ Aktive Mitwirkung in der großen

Harzklub-Familie: Umsetzung gemeinsamer

Aufgaben und Ziele, Pflege des Gemeinschaftssinns

22 07 | 2021


ab sofort

bei uns

erhältlich

Dornbergsweg 21 | 38855 Wernigerode | Tel. 03943 408040-0 | werbehaus@harzdruckerei.de

GESCHICHTE – WALDARBEITERDORF – WANDEL –

MONDÄNER KURORT – GRENZGEBIET –

WINTERSPORTPLATZ – WANDERPARADIES

Die freundliche Druckerei

mit der Harzer Seele.

Jetzt alles in einem

Bildband, 240 Seiten,

501 Fotos, 26,90 €

Erhältlich in den

Touristinformationen

Wernigerode, Schierke

oder per E-Mail unter

schierkejuwel@gmx.de

NEUERSCHEINUNG

Wolfgang Schilling

SCHIERKE

Juwel unterm Brocken

NAPOLAs des Harzes

Sie sollten zur NS-Zeit Eliteschulen für den Führernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausgelesene

Jungmannen erwarben an diesen paramilitärischen Internatsschulen nicht nur das Abitur,

sondern erhielten das Rüstzeug später in Staat, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Stelle

die nationalsozialistische Gesinnung durchzusetzen. An zwei sehr unterschiedlichen Standorten kamen

Schüler im Harz in Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwandelte

man 1934 vom einstigen humanistischen Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung

neuer Gemeinschaftserziehung. Im anhaltischen Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau

einer NAPOLA in Deutschland, der mit seiner gigantomanischen Architektur heute befremdet und einer

Nachnutzung harrt. Abseits von Städten sollten im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafte

Herrenmenschen heranwachsen, die später als „Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos

zu dienen hatten. Auch hier funktionierte das NS-System von Lager, Kolonne und Fahne. Als Vorbilder

dienten Kadettenanstalten, Landschulheime und die englischen Public Schools mit ihrer spartanischen

aber kameradschaftlichen Prägung. Unter der Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausschließlich

Jungen als Führungskräfte heran, die auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüsselpositionen

gelangten, wenn sie nicht vorher im II. Weltkrieg ihr Leben ließen.

Neben diesen beiden Orten werden die nächstgelegenen NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg

beleuchtet und viele Hintergründe zur NS-Herrschaft erhellt.

direkt an der B6n. Max-Planck-Str. 12/14.

38855 Wernigerode. Telefon 0 39 43 / 54 24 0.

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NEUERSCHEINUNG NS-Eliteschulen gab es im Harz in

Ballenstedt und Ilfeld. Erstmals befasst sich ein vierköpfiges

Autorenteam umfassend mit diesem lange tabuisierten

Thema. Im

Internat sollten

die Jungs nach

sieben Jahren

Konditionierung

und ideologischer

Schulung

in einer paramilitärisch

geführten

Einrichtung

das Abitur erreichen.

Danach

war ihnen die

Berufswahl freigestellt.

Kriegsbedingt

gingen

viele von ihnen

zur Wehrmacht oder SS.

Napola Verführte Elite im Harz

Napola

Verführte Elite im Harz

Ballenstedt

Ilfeld

Auf 272 Seiten mit 780 Fotos wird ein außergewöhnlich

intensiver Blick in die Strukturen und Propaganda der NS-

Zeit möglich.

Informationen und Bestellung

www.Napolaimharz.de oder ISBN 978-3-935971-94-2


An insgesamt 222 sehenswerten Plätzen

im gesamten Harz stehen die Stempelstellen

der „Harzer Wandernadel“ für Sie

bereit. Sie befinden sich in der Nähe von

romantischen Waldgaststätten, rustikalen

Schutzhütten und einer Vielzahl von interessanten

Aussichtspunkten. Auch Bergwerke,

Burgruinen oder Naturdenkmäler und

natürlich der majestätische Brocken warten

auf Ihren Besuch und halten einen Stempel für den einheimischen Wanderer oder

den Touristen bereit.

Das System der Harzer Wandernadel ist eine Erfolgsgeschichte und eines von

wenigen Projekten, welche harzübergreifend über die Grenzen von Deutschland

hinweg Anerkennung finden.

Für Natur- und Wanderfreunde ist der Harz

für einen Urlaub wie geschaffen. Kaum

eine andere Region kann mit so vielen

interessanten Landschafts- und Kulturformen

aufwarten. Der Harz erstreckt sich

über die drei Bundesländer Niedersachsen,

Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Durch das Stempelheft der Harzer Wandernadel, unser dreiteiliges Kartenset und

die Hinweise auf unserer Webseite werden Sie sanft zu den schönsten und erlebnisreichsten

Stellen im gesamten Harz geleitet.

Es gibt wohl kein Wanderprojekt in Deutschland, welches von ihren Nutzern, egal

ob Einheimischen, Naherholungssuchenden oder Touristen in dieser Form permanent

an andere teilweise wildfremde Menschen weiterempfohlen wird.

Über 6.500 Wanderern ist es bislang

gelungen alle 222 Stempelstellen in Ihren

Wanderpass zu sammeln, ca. 850 km zu

wandern und Harzer Wanderkaiser zu

werden. Gerade Kinder lassen sich von der

Stempeljagd schnell begeistern und begleiten

so Eltern oder Großeltern gern auf

Stempeltouren. Dafür haben wir die Auszeichnung

„Wanderprinz und Wanderprinzessin“ entwickelt, welche man bereits

für 11 gesammelte Stempel bekommt und Ansporn für weitere Wanderungen und

Wandernadeln ist. Durch unser Projekt konnten wir bereits viele Kinder aus der

digitalen Welt in den schönen Harz entführen!

Für die Teilnahme an diesem einmaligen Projekt benötigen

Sie nur einen Wanderpass und diesen erhalten Sie

für eine Schutzgebühr von 3,00 € bei vielen Vertriebspartnern,

z.B. allen Harzer Touristinformationen.

Harzer Wandernadel

Schnappelberg 6 | 38889 Blankenburg | Tel. 03944 9547148

Fotos:

Jürgen Gamping La Viershöhe

Andrea Werner Rabenklippe

Lisa Weber Ferdinandstein

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