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Society 379

The latest issue of SOCIETY features Portugal as a focus country. It also has interviews with the new Ambassadors of Afghanistan, Ireland and Kazakhstan. Other topics are the countries of the Western Balkans, EU and culture.

The latest issue of SOCIETY features Portugal as a focus country. It also has interviews with the new Ambassadors of Afghanistan, Ireland and Kazakhstan. Other topics are the countries of the Western Balkans, EU and culture.

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THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY<br />

ECONOMY • POLITICS • REAL ESTATE • MEDICINE • LIFE & STYLE<br />

Nr. <strong>379</strong> | Juli - Dezember 2021<br />

www.society.at | Preis 10,- Euro<br />

since 1945<br />

Year 76<br />

P.B.B. GZ 03Z034905M, Erscheinungsort, Verlagspostamt 1140, 2120<br />

PORTUGAL<br />

EU-Presidency<br />

Interview H.E. Antonio<br />

Almeida Ribeiro<br />

NEW<br />

AMBASSADORS<br />

Afghanistan, Ireland,<br />

Kazakhstan<br />

LEGENDS<br />

Erika Pluhar<br />

Hanni Vanicek<br />

ALBANIA<br />

Interview HC<br />

Markus Posset<br />

KOSOVO<br />

Interview H.E.<br />

Lulzim Pllana<br />

Schallenberg:<br />

Building Bridges


SOCIETY<br />

Die stille Diplomatie –<br />

eine neue Definition<br />

SOCIETY-Herausgeberin<br />

Gerti Tauchhammer<br />

SOCIETY-Chefredakteurin<br />

Tanja Tauchhammer<br />

Unser Verständnis der stillen Diplomatie<br />

hat durch die globale Gesundheitskrise<br />

eine vollkommen neue Dimension<br />

erhalten. DiplomatInnen, die<br />

normalerweise in dem Entsendestaat<br />

Kontakte knüpfen sollen, waren wie<br />

noch nie zuvor in dieser Berufsgruppe<br />

zur Passivität gezwungen. Auch wir, die<br />

wir hauptsächlich neben der Printtätigkeit<br />

traditionell unsere hochkarätigen<br />

Events zum „Einander-Kennenlernen“<br />

organisieren, mussten in einer passiven<br />

Stille dem globalen Geschehen zusehen.<br />

Um aber dennoch eine Begegnung<br />

der neuen BotschafterInnen zu<br />

ermöglich, luden wir – mit der Unterstützung<br />

des OSZE Botschafters der<br />

Schweiz, Wolfgang Amadeus Brülhart –<br />

zu einem virtuellen Begrüßungsdinner.<br />

Außenminister Alexander Schallenberg.<br />

Unsere Coverstory ist ein Interview<br />

über seine jüngste, erfolgreiche<br />

Tätigkeit als Außenminister Österreichs.<br />

Der aus einer großen Diplomatenfamilie<br />

entstammende Minister gibt<br />

uns Einblicke in seine Aktivitäten der<br />

letzten Monate.<br />

Land im Fokus: Portugal. Das Land<br />

auf der iberischen Halbinsel wurde<br />

diesmal wegen des portugiesischen<br />

EU-Vorsitzes unser Themenschwerpunkt.<br />

Ein Interview mit dem Botschafter<br />

António de Almeida Ribeiro und<br />

andere vertiefende Artikel zu Portugal<br />

machten uns in der Recherche besonderen<br />

Spaß.<br />

Die neu akkreditierten Botschafter<br />

aus Afghanistan, Argentinien, Ghana,<br />

Irland, Kasachstan und Spanien, stellen<br />

wir wie immer vor.<br />

„The turtle way to the EU“. Der Medienexperte<br />

und neue Honorarkonsul<br />

von Albanien, Markus Posset, spricht<br />

über die Langsamkeit des Weges zum<br />

Eintritt der EU Beitrittskandidaten und<br />

wie er Schwung in diese Bestrebungen<br />

bringen will.<br />

Erfreuen Sie sich an den Inhalten dieser<br />

Ausgabe, die wir mit viel Liebe und Hingabe<br />

gestaltet haben – und entdecken<br />

Sie die spannenden Gastartikel unserer<br />

prominenten Autoren aus anderen<br />

Medien und Wirtschaftszweigen. So<br />

haben wir diesmal die ehemalige ORF-<br />

USA-Korrespondentin Hannelore Veit<br />

über ihre neue Position als Alumni-Präsidentin<br />

zu Wort kommen lassen.<br />

Der coronabedingte, aufgezwungene<br />

Stillstand vieler Bereiche hat uns<br />

dennoch in unserem Enthusiasmus<br />

für die Sache der friedlichen völkerverbindenden<br />

Tätigkeit des Schreibens,<br />

Interviewens und Begegnens nicht<br />

erstarren, sondern vielmehr unser<br />

journalistisches Blut durch die Adern<br />

fließen lassen.<br />

Abenteuer sind nicht nur im Kopf geblieben<br />

sondern haben hier im Print<br />

wie immer einen gebührenden Platz<br />

gefunden.<br />

Viel Freude beim Lesen<br />

Wünschen herzlich Ihre<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

– Herausgeberin sowie<br />

Mag. Tanja Tauchhammer<br />

Chefredakteurin und Team<br />

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig<br />

EDITORIAL<br />

006


Sheer Driving Pleasure<br />

CHARGED<br />

WITH<br />

PLEASURE.<br />

Symbolic image<br />

THE BMW iX3.<br />

BMW Wien<br />

Heiligenstadt<br />

1190 Wien<br />

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Tel. 01/360 61-0<br />

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Tel. 01/259 35 46-0<br />

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CO2 emissions: 0 g/km, power consumption: from 18,6 kWh/100 km.


SOCIETY<br />

Inhalt<br />

Heft Nr. <strong>379</strong><br />

FOKUS: PERSÖNLICHKEITEN<br />

14 Coverstory:<br />

Alexander Schallenberg<br />

18 Erika Pluhar<br />

20 Vivienne Westwood<br />

LÄNDER IM FOKUS:<br />

PORTUGAL<br />

22 Länderporträt Portugal<br />

26 Interview: S.E. António de<br />

Almeida Ribeiro<br />

28 Interview: Ana Rosas von AICEP<br />

30 Interview: Ines Almeida Garrett,<br />

Direktorin von Visit Portugal<br />

32 Magellan: Einmal um die Welt<br />

34 Caritaskinder in Portugal:<br />

Gerhard Schiesser<br />

36 Fado, die Seele Portugals<br />

38 Portugiesische Kulinarik<br />

40 Portugiesische Freundschaftsgesellschaft:<br />

César Valentim<br />

Rodriguez<br />

NEW AMBASSADORS<br />

42 Afghanistan: I.E. Manizha Bakhtari<br />

44 Irland: S.E. Eion O‘Leary<br />

46 Kasachstan: S.E. Kairat Umarov<br />

DIPLOMATIE<br />

48 Welcome to Austria<br />

50 Ambassadors‘ Caleidoscope<br />

58 Akkreditierungen beim<br />

Bundespräsidenten<br />

62 Österreichische Botschafter<br />

69 PaN-Events<br />

71 ÖGAVN<br />

72 Interview mit S.E. Lulzim<br />

Pllana (Kosovo)<br />

74 Interview mit EU-Abgeordneten<br />

Lukas Mandl<br />

76 Portugal lenkte die EU durch die<br />

Corona-Krise<br />

WIRTSCHAFT<br />

78 EUROCHAMBRES: Christoph<br />

Leitl<br />

80 Interview mit Markus Posset, HK<br />

von Albanien<br />

82 Investitionen in Afrika<br />

83 Albaniens Weg in die EU<br />

84 Die Wirtschaft kennt kein Vakuum<br />

Dr. Elena Kirtcheva VEF<br />

100 Das neue Gewährleistungsrecht<br />

AUSTRIAN BUSINESS<br />

86 Die Schwäbische Jungfrau<br />

88 Thonet<br />

90 Pionier in Ostafrika<br />

92 Silhouette Brillen<br />

94 Andy Wolf<br />

GREEN SOCIETY AND DIVERSITY<br />

96 Smart City Wien:<br />

Interview mit Ulli Sima<br />

98 Inklusion von Schwarzen in der<br />

Welt der Literatur<br />

99 Kameruns neue Elite<br />

BILDUNG<br />

102 Die Schule der Zukunft<br />

103 Michael Heritsch: CEO der FH<br />

Wien der Wirtschaftskammer<br />

104 Danube International School<br />

106 Hannnelore Veit, neue<br />

Präsidentin des Alumiverbands<br />

108 The Youth of Uzbekistan<br />

KULTUR<br />

132 Gianna Fratta: Maestra Assoluta<br />

134 St.Georgs-Orden Investitur<br />

135 Weinritter: Interview mit Karl von<br />

Habsburg<br />

136 100 Jahre Salzburger<br />

Festspiele<br />

SOCIETY KOLUMNEN<br />

70 Der Alltag einer TV-Journalistin<br />

79 Wie wird die Welt nach COVID-19?<br />

GESUNDHEIT<br />

110 Vienna Medical Center<br />

112 Schönheit aus der Bio-Tonne<br />

113 Parkhotel Igls<br />

LIFE & STYLE<br />

114 Familux Resorts: Freiheit für die<br />

Familie<br />

116 Beautynews<br />

122 E-Bikes von Geero<br />

124 Basenbox<br />

IMMOBILIEN<br />

126 Energie sparen mit Passivhaus<br />

128 Neue Immobilienprojekte<br />

130 Investieren in Portugal<br />

EVENTS DIPLOMATIE<br />

142 Events Diplomatie<br />

STANDARDS<br />

6 Editorial<br />

10 Impressum<br />

12 Gastautoren<br />

138 Exlibris<br />

146 Emil Brix<br />

INHALT<br />

008


SOCIETY<br />

72<br />

14<br />

86<br />

20<br />

22<br />

142<br />

INHALT<br />

009


SOCIETY<br />

(Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz)<br />

Medieninhaber & Eigentümer: Tauchhammer KG 100%<br />

(Komplementär: KR Mag. Gertrud Tauchhammer,<br />

Kommanditist: Mag. Tanja Tauchhammer)<br />

Unternehmensgegenstand: Herausgabe von Druckwerken<br />

Firmenbuchnummer: FN 235924y<br />

Firmensitz: Hüttelbergstraße 23a, 1140 Wien<br />

Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien<br />

UID-Nummer: ATU57082123<br />

Blattlinie: SOCIETY berichtet über Top-Ereignisse aus<br />

Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Immobilien, Medizin, Gesellschaft,<br />

Lifestyle, und Nachhaltigkeit („Green <strong>Society</strong>“).<br />

Jede Ausgabe ist einem Fokusland gewidmet.<br />

Herausgeberin: KR Mag. Gertrud Tauchhammer, in Kooperation<br />

mit der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik<br />

und die Vereinten Nationen (ÖGAVN),<br />

www.oegavn.org<br />

Chefredaktion: Mag. Tanja Tauchhammer<br />

Sekretariat: Thomas Streicher<br />

Redaktion: Mag. Sarah Heftberger<br />

Mag. Hermine Schreiberhuber, Nicky Deluggi BA, Anna<br />

Hirschhuber, Lorenz Moosmüller<br />

Gastautoren: Mag. Denise Aichelburg, Dr. Emil Brix, Simon<br />

Inou, Mag. Valentin Neuser, Dr. Andreas Salcher, Dr. Sonja<br />

Sagmeister, Kurt Seinitz, Mag. Christian Wehrschütz<br />

Anzeigenverkauf: Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

Re-Design & Layoutentwicklung: OOOM AGENCY<br />

Art Director: Daniel Pucher / OOOM<br />

www.ooom.agency, www.ooom.com<br />

Redaktionsadresse:<br />

Villa Flora, Hüttelbergstraße 23a, 1140 Wien<br />

Telefon +43-(0)1-914 77 44-0<br />

E-Mail: mail@society.at<br />

www.society.at<br />

Fotos: Heeresbild- und Filmstelle, Richard Pobaschnig,<br />

Ugur Karakan<br />

Coverfoto: BMEIA/Michael Gruber<br />

Druck: Druckerei Berger, www.berger.at<br />

Erscheinungsweise: halbjährlich<br />

Preis pro Ausgabe: EUR 10,- zuzügl. Versandkosten<br />

Bankverbindung: Bank Austria,<br />

IBAN: AT35 1200 0515 7811 1601, BIC/Swift: BKAUATWW<br />

ÖSTERREICHISCHE<br />

GESELLSCHAFT<br />

FÜR AUSSENPOLITIK UND DIE VEREINTEN NATIONEN<br />

(ÖGAVN)<br />

Präsidium:<br />

Dr. Wolfgang Schüssel (Präsident)<br />

Dr. Peter Jankowitsch<br />

(Vizepräsident)<br />

Seit 1945<br />

Dr. Gregor Woschnagg<br />

(Vizepräsident)<br />

Herbert Scheibner (Vizepräsident)<br />

Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen (Vizepräsident)<br />

Dr. Willibald Pahr (Ehrenpräsident)<br />

Dr. Wolfgang Schallenberg (Ehrenpräsident)<br />

Michael F. Pfeifer (Generalsekretär)<br />

Bernd Hermann (stv. Generalsekretär)<br />

Weitere Vorstandsmitglieder:<br />

Dr. Alexander Christiani, Dr. Angela Kane., Ass.-Prof. DDr.<br />

Renate Kicker, Dr. Michael Linhart, Dr. Eva Nowotny<br />

Dkfm. Dr. Karl Peterlik, Dr. Johannes Peterlik, Dr. Gerhard<br />

Pfanzelter, Dr. Ursula Plassnik,<br />

Dr. Hans Dietmar Schweisgut<br />

IMPRESSUM<br />

010


SOCIETY<br />

SOCIETY<br />

Gastautoren<br />

SOCIETY präsentiert in jeder Ausgabe zahlreiche Gastautoren,<br />

die sich mit aktuellen Themen aus Politik, Lifestyle, Wirtschaft<br />

und Kultur befassen.<br />

Dr. Emil Brix ist Diplomat und Historiker und momentan als Direktor der Diplomatischen<br />

Akademie Wien – Vienna School of International Studies tätig. Er trat<br />

1982 in den Diplomatischen Dienst ein, seine letzten Posten waren als Botschafter<br />

Österreichs im UK (2010-2015) und Russland (2015-2017). Er ist Vorsitzender des<br />

Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa und Mitglied des Verwaltungsrates<br />

der Austrian Research Association. Er publizierte zur österreichischen und europäischen<br />

Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Für diese Ausgabe verfasste er<br />

einen Beitrag über die internationale „Impfdiplomatie“.<br />

Mag. Hermine Schreiberhuber ist freie Journalistin in Wien. Sie studierte an<br />

den Universitäten Wien und Paris Sprachen und Kommunikationswissenschaft,<br />

war Redakteurin bei der APA – Austria Presse Agentur und langjährige<br />

Vizeressortleiterin in der Außenpolitik. Für die SOCIETY-Länderschwerpunkte<br />

verfasst sie regelmäßig politische Analysen und Hintergrundberichte. Für diese<br />

Ausgabe beschäftigte sie sich in ihrem Gastbeitrag mit dem portugiesischen<br />

EU-Ratsvorsitz.<br />

Sonja Sagmeister war lange Zeit als ORF-Korrespondentin bei der EU und<br />

NATO in Brüssel tätig und arbeitet momentan in der Wirtschaftsredaktion der<br />

„Zeit im Bild“. Sie studierte in Graz Sprachen und Journalismus und wurde als<br />

Sonderberichterstatterin rund um die Euro-Einführung in die Wirtschaftsredaktion<br />

der „Zeit im Bild“ berufen. Später konzentrierte sie sich auf Sozial- und Wirtschaftsreportagen<br />

zur EU-Erweiterung. In diesem Heft gibt sie einen Einblick in<br />

die spannende Welt der neuen afrikanischen Eliten.<br />

Kurt Seinitz ist seit 1974 Ressortleiter der Außenpolitik der Kronen Zeitung und<br />

hat in dieser Funktion bereits den chinesischen Ministerpräsidenten Zhou Enlai<br />

interviewt und sämtliche Nahostreisen des damaligen Bundeskanzlers, Bruno<br />

Kreisky, begleitet. Er berichtete außerdem über den Vietnamkrieg, die iranische<br />

Revolution und viele weitere historische Ereignisse. Seinitz ist Autor zweier<br />

Bücher über China. In der aktuellen Ausgabe des SOCIETY Magazins wagt er<br />

einen Blick in die Zukunft nach COVID-19.<br />

Fotos: Foto Nelson, SOCIETY/Pobaschnig, Diplomatische Akademie. Philipp Horak, privat, Lansky Ganzger+partner<br />

GASTAUTOREN<br />

012


SOCIETY<br />

Christian Wehrschütz ist Korrespondent des ORF für den Balkan und die Ukraine<br />

und war zuvor als Redakteur in der Außenpolitischen Redaktion des Aktuellen<br />

Dienstes des Fernsehens, als dritter Korrespondent des ORF in Brüssel und<br />

im Aktuellen Dienst des Hörfunks (ORF) in der Nachrichtenredaktion tätig. Im<br />

Zuge seines Gastbeitrages erläutert er Albaniens schwierigen Weg in die EU.<br />

Simon Inou ist Soziologe und Journalist, z. B. bei Radio Africa International. Er<br />

engagiert sich außerdem beim Verein M-Media, der journalistische Talente mit<br />

Migrationshintergrund sucht und fördert. Für seine Arbeit hat er zahlreiche Auszeichnungen<br />

bekommen, u. a. vom Land Steiermark und der EU. Gemeinsam mit<br />

anderen gibt er das neue Magazin „fresh“ der schwarzen Bevölkerung Österreichs<br />

heraus, das einen frischen Wind in die heimische Medienlandschaft bringt. In<br />

seinem Gastkommentar plädiert er für die Inklusion von Schwarzen in der literarischen<br />

Welt.<br />

Denise Aichelburg ist TV-Moderatorin und Reporterin bei oe24TV und hat<br />

eine Übersetzer- und Dolmetscherausbildung an der Universität Wien abgeschlossen.<br />

Danach unterrichtete sie Business-Englisch für Jugendliche und<br />

Erwachsene. Ihre Faszination für die Politik führte dazu, dass sie 2013 bei Frank<br />

Stronachs neuer Partei anheuerte und Pressesprecherin im Parlamentsklub<br />

wurde. Bei Servus TV in Salzburg war sie ebenfalls ein Jahr tätig. In dieser Ausgabe<br />

reflektiert sie ihre Arbeit und gibt einen Einblick in ihr Leben als TV-Moderatorin.<br />

Mag. Valentin Neuser ist Rechtsanwalt und Managing Partner bei Lansky,<br />

Ganzger + partner, sowie Mediator und Head of German Desk bei LGP. Er beschäftigt<br />

sich schwerpunktmäßig mit Insolvenzrecht sowie mit dem Zivil- und<br />

Zivilprozessrecht. Ein weiterer Fokus liegt auch auf Alternativer Streitbeilegung<br />

(ADR) und Mediation. Dieses Mal beschäftigt er sich in seinem Beitrag für SO-<br />

CIETY mit dem neuen Gewährleistungsrecht.<br />

Andreas Salcher ist ein wahrer Tausendsasa: Er ist Unternehmensberater,<br />

Mitbegründer der „Sir Karl Popper Schule“, ehemaliger Politiker und Bestsellerautor.<br />

1987 begann er seine Karriere als damals jüngstes Mitglied des Wiener<br />

Landtags, dem er 12 Jahre lang angehörte. Sein aktuelles Buch heißt „Der talentierte<br />

Schüler und seine ewigen Feinde“. Für das SOCIETY Magazin hat er sich in<br />

seinem Gastkommentar mit der „Schule der Zukunft“ beschäftigt.<br />

Rita Davidson ist zertifizierte „Food4Skin“ Expertin für Lebensmittelresteverwertung<br />

in der frischen Hautpflege, diplomierte „Grüne Kosmetik Pädagogin“<br />

und „Natur- und Kräuterpädagogin“. Ihr Schwerpunkt sind Beauty-Programme<br />

aus Essensresten, rein vegetarisch und vegan. Sie ist Kolumnistin bei Medianet/bauernladen.at<br />

und der neuen Sport-Woche. In der aktuellen SOCIETY-Ausgabe<br />

verrät sie Tipps und Tricks, wie gleichzeitig sowohl der Bio-Abfall reduziert,<br />

als auch die Haut mittels Erdbeeren straff und strahlend wird.<br />

GASTAUTOREN<br />

013


SOCIETY<br />

Alexander Schallenberg:<br />

A plea for open democracy<br />

and international solidarity<br />

SOCIETY Magazine spoke with Austria’s Federal<br />

Minister for European and International Affairs,<br />

Mag. Alexander Schallenberg, about current pressing<br />

issues, Austria and its role as a neutral mediator and<br />

the importance of a multilateral approach in times of<br />

crises and beyond.<br />

Your second term as Foreign Minister<br />

started on January 7, 2020. What are<br />

the top priorities on your agenda this<br />

time? Which aspects of your work<br />

as Foreign Minister are of particular<br />

concern to you?<br />

Among the 193 UN member states,<br />

only about a quarter still represent<br />

this Western, open democratic model<br />

of life, which is precisely what we must<br />

defend together. For me, a key objective<br />

of my work as Foreign Minister can<br />

be summed up in one sentence: I want<br />

to help ensure that my children and<br />

grandchildren also grow up in a free<br />

and open society – with freedom of<br />

speech, freedom of assembly, freedom<br />

of religion and all the fundamental<br />

rights we have achieved since 1848 or<br />

perhaps since the French Revolution.<br />

The COVID-19 crisis underlined once<br />

more the degree of globalization our<br />

world has reached. Can Austria draw<br />

lessons from this situation and if so,<br />

which ones? Do we have to reconsider<br />

certain dependencies and certain<br />

approaches?<br />

COVID-19 has taught us the hard way<br />

that much we take for granted is more<br />

vulnerable than we believe. The pandemic<br />

has given us a powerful lesson in<br />

the necessity of international solidarity<br />

and multilateralism in the face of global<br />

challenges. After all, even the toughest<br />

“my-state-first unilateralists” looked for<br />

international cooperation to secure<br />

medical supplies and assistance to<br />

overcome the social and economic<br />

crisis. I hope that we learn from the<br />

pandemic to avoid the mistake of<br />

falling into navel-gazing within our own<br />

national or European borders.<br />

Since April 2021, the Iran Nuclear<br />

Talks are taking place again in Vienna,<br />

with the Republic of Austria having<br />

a long history of being a “neutral<br />

mediator”. How can this role be<br />

successfully maintained in view of<br />

recent criticism? Austria was widely<br />

accused of taking sides in the Middle<br />

East conflict. How would you define<br />

Austria‘s foreign policy?<br />

We are happy to have the negotiations<br />

on the JCPOA back in Vienna, and we<br />

are quite optimistic that despite all<br />

difficulties the “Vienna spirit” will work<br />

its magic again. Austria’s role continues<br />

very much as a host to international<br />

organisations, conferences and<br />

negotiations and as builder of bridges.<br />

This applies of course also to Israel<br />

and the Arab and Muslim world.<br />

We have shown our solidarity with<br />

Israel because we will not remain<br />

silent when more than 4000 rockets<br />

are fired on civilian targets in Israel by<br />

Hamas – a terrorist group notorious<br />

for its antisemitism that denies Israel’s<br />

right to exist and does not shy away to<br />

put Palestinian civilians in harm’s way.<br />

To anyone who accuses us of taking a<br />

one-sided position, I want to be very<br />

clear: there can be no neutrality in the<br />

face of terror. We have deeply regretted<br />

the loss of civilian lives on both<br />

sides, including children, and welcomed<br />

the cease-fire between Israel<br />

and Hamas. Now, we must pick up the<br />

pieces and restore not only houses,<br />

schools and hospitals, but very<br />

importantly confidence – with a view<br />

to a return to direct talks between the<br />

sides. Our position on the Middle East<br />

conflict has not changed: we want a<br />

Foto: Paier Alexander<br />

COVERSTORY<br />

014


SOCIETY<br />

From the very beginning, Austria, together with other EU Member<br />

States, has chosen a multilateral approach when it comes to access<br />

to vaccines.<br />

negotiated two-state solution, based<br />

on international law, as the only viable<br />

option for a just and lasting peace.<br />

Palestinians and Israelis alike have the<br />

right to live in peace and security – and<br />

they should do so as good neighbours<br />

to each other and to all other states<br />

in the region. Austria clearly shows its<br />

stance, based on open and democratic<br />

values – for me, this is a meaningful<br />

foreign policy.<br />

This global virus makes<br />

it clear to all of us<br />

that no country – no<br />

matter how large and<br />

prosperous – can solve<br />

crises of this dimension<br />

on its own.<br />

Portugal is holding the EU-presidency<br />

until the end of June 2021. Could<br />

you summarize the past six months?<br />

And what do you expect from the<br />

forthcoming EU presidency of Slovenia?<br />

Portugal took over the presidency at<br />

a very challenging time. Almost all<br />

EU Member States were still facing<br />

the effects of the second wave of the<br />

COVID-19 pandemic. In line with the<br />

Portuguese Presidency‘s motto: `Time<br />

to deliver: a fair, green and digital<br />

recovery‘, we all have joined our efforts<br />

to overcome the crisis and rebuild our<br />

economies. One recent success of<br />

the current presidency has been the<br />

agreement on an interoperable digital<br />

COVID-19 certificate. It will be applicable<br />

as of July 1 and will be particularily<br />

important to get tourism going again.<br />

We have been very vocal in favour of<br />

such a certificate from the outset. EU<br />

recovery and resilience will remain on<br />

our agenda during the Slovenian Presidency<br />

in the second half of the year.<br />

Austria has been consistent with its<br />

commitment to the Western Balkans<br />

and EU enlargement. We welcome that<br />

the incoming Slovenian Presidency<br />

has underlined the EU perspective and<br />

the need for progress in this regard as<br />

one of its presidency priorities. Here<br />

we need EU credibility to have stability<br />

in the region. I think we have a common<br />

goal: 2021 must not be another<br />

lost year for the Western Balkans.<br />

Would you say that the diplomatic<br />

work in general has shifted towards<br />

a more multilateral approach, rather<br />

than a bilateral one? At the same<br />

time EU members are confronted<br />

with national regulations in the CO-<br />

VID-19 crisis.<br />

The pandemic knows no nationalities.<br />

Climate change also does not stop<br />

at national borders. That‘s why we<br />

need functioning international organizations<br />

and a strong multilateral<br />

approach now more than ever. For the<br />

first time in recent history, all states<br />

and all societies across the world are<br />

confronted with one and the same<br />

challenge. This global virus makes it<br />

clear to all of us that no country – no<br />

matter how large and prosperous –<br />

can solve crises of this dimension<br />

on its own. After an initial moment<br />

of egoistic shock in spring, solidarity<br />

has quickly established itself as a<br />

principle for action, especially in the<br />

European Union. The pandemic has<br />

brutally shown us how global threats<br />

affect us all in the same way and how<br />

dependent we are on each other. Only<br />

if all countries pull together do we<br />

have a real chance of actually overcoming<br />

such challenges. From the<br />

very beginning, Austria, together with<br />

other EU Member States, has chosen<br />

a multilateral approach when it comes<br />

to access to vaccines. Yes, I still firmly<br />

believe that this was and is the right<br />

Health policy is primarily<br />

a national responsability.<br />

But there<br />

is a greater awareness<br />

that we are better off if<br />

we work together and<br />

pull together.<br />

approach: `No one is safe until everyone<br />

is safe.´<br />

Health policy is primarily a national<br />

responsibility. But there is a greater<br />

awareness that we are better off if we<br />

work together and pull together. One<br />

of these joint projects was certainly<br />

the procurement and distribution of<br />

vaccines against COVID-19, where we<br />

have developed a clear, joint strategy<br />

at the European level. In addition, it<br />

has become clear very quickly that<br />

the European Union is a community<br />

of solidarity, for example in the mutual<br />

admission of intensive care patients,<br />

the provision of medical protective<br />

equipment or the very close exchange<br />

on border management.<br />

On a more personal note: You have<br />

been growing up as a diplomat’s<br />

child. How did this upbringing influence<br />

you and your career choice?<br />

How do you – as the current Foreign<br />

Minister – still profit from these early<br />

international experiences?<br />

I spent part of my childhood and<br />

youth in India, Spain and France<br />

where my father was posted. Growing<br />

up in different countries and learning<br />

so much about different cultures has<br />

of course enriched my life extremely.<br />

Still, it took me many years to make<br />

the decision to become a diplomat<br />

myself.<br />

Fotos:Dragan Tatic, Michael Gruber/BMEIA<br />

COVERSTORY<br />

016


SOCIETY<br />

Alexander Schallenberg decorated the late journalist Hugo Portisch with the<br />

Austrian merit cross<br />

The Foreign Minister Schallenberg at the Federal Ministry of European and<br />

International Affairs<br />

Alexander Schallenberg (corona)-greeting one of his collegues at the Informal<br />

Meeting of EU Foreign Ministers in Gymnich<br />

On May 23, 2021, Alexander Schallenberg met with Foreign Minister of<br />

Albania, Olta Xhacka<br />

British Secretary of State for Foreign, Commonwealth and Development<br />

Affairs, Dominic Raab met with Alexander Schallenberg on May 17, 2021<br />

COVERSTORY<br />

017


SOCIETY<br />

Ich will weder Diva,<br />

noch Grande Dame sein<br />

Kammerschauspielerin, Sängerin, Autorin –<br />

Erika Pluhar hat in ihrem Leben viel erreicht,<br />

gleichzeitig ist sie am Boden geblieben. SOCIETY<br />

traf sie in ihrem verwunschenen Haus in Grinzing.<br />

Eine gut gelaunte Erika Pluhar empfängt<br />

uns in ihrem vom Efeu bewachsenen<br />

Domizil im Wiener Nobelbezirk<br />

Döbling, in dem sie gemeinsam mit<br />

ihrem Adoptivsohn Ignaz und dessen<br />

Partnerin Lena und dem Neuankömmling<br />

– (Ur)Enkelkind Merlin –<br />

lebt. Das Haus ist eines der ältesten<br />

in der Umgebung und wurde liebevoll<br />

mit antiken Stücken eingerichtet. So<br />

unprätentiös wie ihre Behausung ist<br />

auch die frühere Burgtheaterschauspielerin,<br />

die heutzutage als erfolgreiche<br />

Autorin und Leadsängerin reüssiert.<br />

Über sich selbst sagt sie: „Ich bin<br />

auch auf der Bühne ich selbst. Ich will<br />

weder Diva, noch Grande Dame sein.<br />

Die Kammerschauspielerin kann man<br />

auch weglassen, in einer Kammer<br />

möchte ich nicht wirksam sein.“<br />

1939 in den Wirren des Zweiten Weltkrieges<br />

in Wien geboren, schloss die<br />

Vorzugsschülerin die Matura ab und<br />

wurde direkt vom Max-Reinhardt-Seminar<br />

an das renommierte Burgtheater<br />

geholt, wo sie vierzig Jahre tätig<br />

war. „Ich war eine gute Schülerin, als<br />

ich Schreiben und Lesen gelernt habe,<br />

habe ich geschrieben und gelesen.<br />

Dass ich zum Theater wollte, hatte<br />

auch damit zu tun, dass man dort mit<br />

dem Wort umgeht. Das Erfinden von<br />

Geschichten war für mich total heilsam,<br />

da ich dadurch die traumatische<br />

Kriegserfahrung vergessen konnte“,<br />

so Pluhar im Interview. Als Schauspielerin<br />

war sie Teil vieler wundervoller<br />

Aufführungen und konnte sogar mit<br />

einem Skandal aufwarten: „Ich war<br />

die allererste Nackte an der Burg, und<br />

zwar in dem Stück „Akrobaten“ von<br />

Tom Stoppard. Die Sitze im Akademietheater,<br />

von wo aus man einen guten<br />

Blick auf meinen nackten Po hatte,<br />

waren immer ausverkauft“, erzählt sie<br />

mit einem Schmunzeln.<br />

MUSIKALISCHE KARRIERE<br />

Mit 60 Jahren verabschiedete sich<br />

Erika Pluhar vom Burgtheater und<br />

widmete sich vermehrt ihrer Gesangskarriere.<br />

Angeregt von ihrem Ex-Ehemann<br />

André Heller, der sie schon<br />

während ihrer Zeit als Schauspielerin<br />

dazu inspiriert hatte, konzentrierte sie<br />

sich fortan auf die Musik: „Erst habe ich<br />

noch André Hellers Lieder und Oldies<br />

interpretiert, danach habe ich nur<br />

noch meine eigenen Texte verwendet“,<br />

erzählt sie im Interview. Ihre erste<br />

Schallplatte hieß „Erika Pluhar singt“.<br />

Gemeinsam mit den Musikern Antonio<br />

V. D‘Almeida und Peter Marinoff bildete<br />

sie über zehn Jahre lang ein ständiges<br />

Trio. Mit ihrer charakteristischen,<br />

tiefen Stimme singt sie Stücke aus<br />

den unterschiedlichsten Genres, von<br />

kammermusikalischer Klassik bis zum<br />

Wienerisch Volksliedhaften. Seit dem<br />

plötzlichen Tod von Peter Marinoff sind<br />

vor allem der Gitarrist Klaus Trabitsch<br />

und der Pianist Roland Guggenbichler<br />

musikalische Partner mit denen sie<br />

Liederabende veranstaltet. „Ich kann<br />

kein Instrument spielen, keine Noten<br />

lesen, aber ich habe ein perfektes Gehör“,<br />

sagt sie nicht ohne Stolz.<br />

SCHRIFTSTELLERISCHE TÄTIGKEIT<br />

Das geschriebene Wort gewann für<br />

Erika Pluhar gleichzeitig mit ihrer<br />

musikalischen Tätigkeit an Bedeutung,<br />

1981 veröffentlichte sie erstmals einen<br />

Teil ihrer Tagebucheintragungen. In<br />

weiterer Folge erschienen Werke wie<br />

„Verzeihen Sie, ist hier schon die Endstation?“<br />

(2011), oder „Eine öffentliche<br />

Frau“ (2013), mit autobiografischen<br />

Elementen. Ihre Tochter Anna, die sie<br />

gemeinsam mit dem Unternehmer<br />

Udo Proksch hatte, verstarb 1999 an<br />

einem Asthmaanfall, ein Schicksalsschlag,<br />

den sie in ihrem Buch „Anna,<br />

eine Kindheit“ (2018) verarbeitete. Pluhar<br />

ergreift auch öffentlich das Wort:<br />

Foto: SOCIETY/Pobaschnig<br />

PERSÖNLICHKEITEN<br />

018


SOCIETY<br />

„Wenn das Thema mich interessiert,<br />

bin ich gerne mit einem Vortrag zur<br />

Stelle. Nur Corona lasse ich aus“, sagt<br />

sie. Stolz ist Pluhar auf den Ehrenpreis<br />

des österreichischen Buchhandels<br />

für Toleranz in Denken und Handeln.<br />

„Es freut mich, dass mir der Preis vom<br />

Handel verliehen wurde. In der Literaturszene<br />

komme ich nicht so wahnsinnig<br />

vor, da gibt es aber auch viele<br />

Bücher, die wenig gelesen werden“, so<br />

Pluhar. „Mein Verlag ist zufrieden mit<br />

meinen Verkaufszahlen. Ich habe eine<br />

nicht kleine Leserschaft die in meine<br />

Lesungen kommt, die jüngeren unter<br />

ihnen wissen gar nicht mehr, dass ich<br />

Schauspielerin war. Die kennen mich<br />

bereits nur über meine Bücher.“<br />

Das Erfinden von Geschichten<br />

war für mich<br />

total heilsam, da ich<br />

dadurch die traumatische<br />

Kriegserfahrung<br />

vergessen konnte.<br />

POLITISCHES ENGAGEMENT<br />

Ein Thema, das in vielen ihrer Bücher<br />

vorkommt, ist die Situation der<br />

Menschen aus Westsahara, für die<br />

sich Erika Pluhar stark einsetzt. „In<br />

einer abenteuerlichen Reise waren wir<br />

damals in den Flüchtlingscamps der<br />

Menschen in der Westsahara, die Sahrauis<br />

genannt werden. Ursprünglich<br />

eine Kolonie der Spanier, wollten nach<br />

deren Abzug Marokko und Mauretanien<br />

Westsahara annektieren. Es gab<br />

dann Krieg, ein Teil der Bevölkerung<br />

ist nach Algerien geflüchtet und hat<br />

im Wüstengebiet rund um Tindouf<br />

eine Exilregierung gegründet. Die<br />

Sahrauis warten seit 30 Jahren auf ein<br />

Referendum, bei dem sie bestimmen<br />

können, zu wem sie dazugehören<br />

möchten. Leider hat es dieses Referendum<br />

von Seiten der UNO bis jetzt<br />

nicht gegeben. Die Menschen leben<br />

dort ohne Zukunftsaussichten, Krieg<br />

liegt wieder in der Luft. In allen meinen<br />

Büchern kommt immer eine Beschreibung<br />

dieser Situation vor“, sagt<br />

Erika Pluhar – auch ihr Adoptivsohn<br />

Ignaz stammt aus Westsahara. Sie<br />

scheut sich auch nicht, auf faschistoide,<br />

rechtspopulistische Strömungen<br />

aufmerksam zu machen, ihr zuletzt<br />

erschienenes Buch mit Kommentaren<br />

und Essays trägt daher auch den Titel<br />

„Die Stimme erheben.“<br />

GEGENWART UND ZUKUNFT<br />

Ihr künstlerisches Schaffen möchte<br />

Erika Pluhar weiterführen, solange sie<br />

sich dazu in der Lage fühlt, auch wenn<br />

sie, wie sie verschmitzt sagt „nicht<br />

als geriatrisches Wunderwerk auf die<br />

Bühne taumeln möchte wie Johannes<br />

Heesters“. „Ich bin ein alter Mensch<br />

und habe meine Zeit gehabt, aber ich<br />

bin gerne zuhause – neben meiner<br />

öffentlichen Arbeit lebe ich eher<br />

zurückgezogen und einsam. Ich liebe<br />

es, in die Natur zu gehen und habe<br />

im Haus mein Urenkerl Merlin. Ich<br />

hoffe, im Kopf so lange fit zu bleiben,<br />

dass ich Schreiben kann“, blickt sie<br />

entspannt in die Zukunft. Ihr neuester<br />

Roman „Hedwig heißt man doch nicht<br />

mehr“ erscheint im August 2021.<br />

PERSÖNLICHKEITEN<br />

019


SOCIETY<br />

Vivienne Westwood:<br />

Aktivistin und Modeikone<br />

Vivienne Westwood gilt als eine der berühmtesten<br />

Modedesignerinnen aller Zeiten. Ihre<br />

Bekanntheit nutzt sie wie keine andere, um auf<br />

politische und gesellschaftliche Missstände<br />

aufmerksam zu machen.<br />

Paris, 2013. In der Rue du Mail, gleich<br />

hinter der Pariser Nationalbibliothek<br />

und dem Palais Royale, herrscht geschäftiges<br />

Treiben. Es ist September,<br />

die alljährliche Pariser Fashionweek<br />

wühlt die französische Metropole<br />

auf. Mittendrin, in einem ehemaligen<br />

Ballsaal, bereitet Vivienne Westwood<br />

ihren Showroom für die nächsten drei<br />

Tage vor. Seit fast vierzig Jahren ist<br />

die britische Designerin schon an der<br />

renommiertesten aller Fashionweeks<br />

vertreten – hat das Business stellenweise<br />

gar revolutioniert, neue Paradigmen<br />

eröffnet und zahlreiche Tabus<br />

gebrochen.<br />

Der britische Autor Ian Kelly hat die<br />

Modeikone 2013 über ein Jahr lang<br />

begleitet und daraus gemeinsam mit<br />

ihr ein Buch geschrieben. „Vivienne<br />

Westwood“ heißt es, und gibt tiefe Einblicke<br />

in das Leben der heute 80-jährigen<br />

Moderebellin.<br />

Im Zentrum des Rummels im Haus<br />

Nr. 13 der Rue du Mail steht Andreas<br />

Kronthaler, der Ehemann Westwoods,<br />

den sie während ihrer Zeit als Gastprofessorin<br />

an der Universität für Angewandte<br />

Kunst in Wien im Jahr 1989<br />

kennenlernte. Seit fast drei Dekaden<br />

ist der gebürtige Tiroler nun Co-Designer<br />

all ihrer Arbeiten.<br />

Mode ist Viviennes Medium – neben<br />

dem Ausdruck ihrer Kreativität ist<br />

sie Vermittlerin ihrer persönlichen<br />

Anliegen, Werte und Ideale. Unter der<br />

Maxime „Everything is connected“<br />

– so hieß auch ihre Kollektion 2013 –<br />

fasst sie die zentrale Botschaft ihres<br />

Lebens und Schaffens zusammen:<br />

„ (…) alles, was jeder von uns denkt,<br />

sagt oder tut, hat Auswirkungen.“ Seit<br />

Jahren setzt sich die Britin deshalb für<br />

Menschenrechte und für den Klimaund<br />

Tierschutz ein, demonstriert<br />

regelmäßig lautstark und aufmerksamkeitswirksam.<br />

WERDEGANG<br />

Inmitten des Zweiten Weltkrieges, am<br />

8. April 1941 als Vivienne Isabel Swire<br />

geboren, wuchs sie wohlbehütet im<br />

ländlichen Tintwistle, Derbyshire mit<br />

zwei Geschwistern auf. „Wir waren von<br />

Liebe umgeben“, erinnert sie sich im<br />

Buch. In ihrer Kindheit und Jugend<br />

verbrachte Vivienne viel Zeit mit<br />

Büchern, genoss die Einsamkeit und<br />

liebte das Seilspringen. Sie war ein<br />

sehr sensibles Kind, mit einem ausgeprägten<br />

Gerechtigkeitssinn. „Ich nahm<br />

mir wirklich vieles zu Herzen und ich<br />

wusste, dass ich ungewöhnlich war,<br />

das spürte ich“, schreibt sie.<br />

Mit 17 zog sie gemeinsam mit ihrer<br />

Familie nach London, begann an der<br />

Kunstakademie zu studieren, brach<br />

dieses Studium aber ab und besuchte<br />

einen Stenotypistinnen-Kurs.<br />

In London fühlte sie sich zu Beginn<br />

unwohl, zu sehr vermisste sie das<br />

ruhige, spontane Kleinstadtleben.<br />

Nach zwei Jahren am Lehrerinnenseminar<br />

für Kunst, fing sie schließlich<br />

an, als Vorschullehrerin zu arbeiten.<br />

Kurze Zeit später heiratete sie Derek<br />

Westwood, dessen Namen sie später<br />

berühmt machen sollte. 1963 kam<br />

ihr gemeinsamer Sohn Ben zur Welt,<br />

nach drei Jahren Ehe folgte jedoch die<br />

Scheidung – ihre Lebensvorstellungen<br />

waren zu unterschiedlich und vor<br />

allem Vivienne verspürte zunehmend<br />

den Drang, Neues zu entdecken. Sie<br />

liebte den Rock’n’Roll, der gerade<br />

von Amerika nach Großbritannien<br />

schwappte und der später eine wesentliche<br />

Essenz ihres modischen<br />

Schaffens werden sollte. 1965 lernte<br />

sie schließlich Malcolm McLaren kennen<br />

und ein neues, prägendes Kapitel<br />

ihres Lebens begann.<br />

VIVIENNE UND MALCOLM<br />

Mitte der 1960er Jahre wurde Vivienne<br />

gemeinsam mit McLaren zum<br />

„Epizentrum des Punks“. Das ungleiche<br />

Paar führte eine explosive, von<br />

gegenseitiger Abhängigkeit geprägte,<br />

gleichzeitig aber auch in hohem Maße<br />

kreativitätsstiftende Beziehung. 1967<br />

kam ihr gemeinsamer Sohn Joe auf<br />

Fotos: NUSSYY®, Rahimi und Rahimi GmbH, ÖOC/Spiess<br />

PERSÖNLICHKEITEN<br />

020


SOCIETY<br />

Ein von Vivienne Westwood gestalteter Teppich wurde bei einer Veranstaltung<br />

zum Thema Kampf gegen Menschenhandel bei Rahimi und Rahimi versteigert<br />

Andreas Kronthaler und Vivienne Westwood leben und arbeiten seit fast 30<br />

Jahren zusammen<br />

Die Modeikone mit der Firmengründerin von NUSSYY,<br />

Carina Pirngruber-Rahimi<br />

die Welt, dessen Erziehung Malcolm<br />

zum großen Teil Vivienne überließ, die<br />

zu dieser Zeit noch als Lehrerin arbeitete.<br />

Aus ihrer turbulenten Beziehung<br />

heraus entstand später eine globale<br />

Moderevolution, mit dem berühmten<br />

Haus Nummer 430 an der King’s Road<br />

als Ausgangspunkt. Dort hoben sie<br />

die Boutique „Let it Rock“ aus der<br />

Taufe, in der Vivienne ihre auffallenden<br />

Designs verkaufte, die heute als Versinnbildlichung<br />

der Punk-Bewegung<br />

gelten. „Vor mir und Malcolm gab es<br />

keinen Punk. Und noch etwas sollten<br />

Sie über Punk wissen: Es war der absolute<br />

Knaller“, sagt sie in ihrem Buch.<br />

VIVIENNE WIRD DESIGNERIN<br />

Ab Mitte der 1970er Jahre lebten Malcolm<br />

und Vivienne gemeinsam mit<br />

den Kindern in der Nightingale Lane<br />

im Thurleigh Court, wo Viviennes<br />

berühmte Anarchy-T-Shirts auf einer<br />

Singer-Nähmaschine entstanden und<br />

der Plattenvertrag der Sex Pistols per<br />

Telefon verhandelt wurde. In den frühen<br />

1980er Jahren trennten sich Malcolm<br />

und Vivienne – das verschaffte<br />

ihr schließlich den nötigen Raum, um<br />

ihre eigene Identität als Designerin zu<br />

finden. Sie nähte unermüdlich, suchte<br />

Inspiration in Vergangenem und holte<br />

historische Designs in die Gegenwart.<br />

1981 präsentierte sie – noch gemeinsam<br />

mit McLaren – mit der Pirate<br />

Collection erstmals ihre Looks auf<br />

einem Laufsteg.<br />

ERFOLG UND ENGAGEMENT<br />

Mit ihrer darauffolgenden beispiellosen<br />

Karriere als Designerin, so sagt<br />

sie, wollte sie sich selbst etwas beweisen.<br />

Sie wollte es alleine schaffen,<br />

mit harter Arbeit und Talent, und ohne<br />

Modelabel im Hintergrund.<br />

Heute ist Vivienne inzwischen vor<br />

allem auch als Aktivisten bekannt. Sie<br />

schafft eine Synthese aus globalem<br />

Modebusiness und politischem und<br />

gesellschaftlichem Einsatz, so engagiert<br />

sie sich etwa für die Non-Profit<br />

Organisation „Reprieve“, die sich u.a.<br />

für zum Tode verurteilte Gefangene<br />

einsetzt, arbeitet mit der internationalen<br />

NGO „Cool Earth“ für den Schutz<br />

des Regenwaldes zusammen und hat<br />

sogar einen eigenen Blog – „Climate<br />

Revolution“ – auf dem sie ihre persönlichen<br />

Gedanken zu Klimaschutz und<br />

Co publiziert. Seit einigen Jahren ist<br />

sie außerdem dabei, ihr Unternehmen<br />

nachhaltig umzustrukturieren.<br />

Eine Visionärin ist Westwood, die<br />

2006 von der Queen sogar zur „Dame<br />

Commander of the Order of the<br />

British Empire“ ernannt wurde, seit<br />

jeher, ebenso eine Rebellin, die auch<br />

gerne einmal die Einsamkeit genießt,<br />

mal laut, mal leise ist – und vor allem<br />

vielseitig und bunt.<br />

Im April dieses Jahres feierte sie ihren<br />

80. Geburtstag, schon in der Doku<br />

„Westwood: Punk, Icon, Activist“ 2018<br />

merkte sie aber an, nicht viel Interesse<br />

daran zu haben, in die Vergangenheit<br />

und auf ihre Lebensgeschichte zu<br />

blicken. Lieber setzt sie sich lautstark<br />

für ihre politischen Anliegen, wie zum<br />

Beispiel für den Wikileaks-Gründer Julian<br />

Assange, ein und macht nebenbei<br />

noch Mode wie keine andere.<br />

PERSÖNLICHKEITEN<br />

021


Kleines Land<br />

mit großer<br />

Geschichte<br />

Portugal bietet weit mehr als Sonne, Strand<br />

und Meer. Das kleine Land an der iberischen<br />

Atlantikküste blickt auf eine glorreiche<br />

Vergangenheit als Seefahrernation zurück<br />

und besticht heute durch seine reiche Kultur<br />

und seine herzlichen Bewohner.


SOCIETY<br />

GESCHICHTE<br />

Schon vor 30.000 Jahren siedelten in<br />

der Region Menschen. Davon zeugen<br />

Petroglyphen im nordöstlich gelegenen<br />

Parque Arqueológico do Vale do Côa.<br />

Ab 10.000 v. Chr. gelangten iberische<br />

Stämme aus Nordafrika auf die Halbinsel<br />

und ins heutige Portugal. Um 1000 v.<br />

Chr. errichteten Griechen und Phönizier<br />

an der Küste zahlreiche Handelsstützpunkte.<br />

Karthago hatte in Hispanien<br />

die Vormachtstellung bis die Römer<br />

im Zuge des 2. Punischen Kriegs diese<br />

zunichtemachten. Die Germanen fielen<br />

409 ein und konnten von den Römern<br />

und Westgoten erst 416 wieder vertrieben<br />

werden. Im Jahr 711 segelte ein Heer<br />

von Berbern und Arabern über die Meerenge<br />

und ab 716 stand die Halbinsel im<br />

Wesentlichen unter der Kontrolle des in<br />

Damaskus sitzenden Kalifen. Am Übergang<br />

vom 10. zum 11. Jahrhundert waren<br />

schätzungsweise 75% der hispanischen<br />

Gesamtbevölkerung muslimisch. Als<br />

Geburtsjahr Portugals wird in der Nationalgeschichtsschreibung<br />

gerne das<br />

Jahr 1139 genannt. Afonso Henriques<br />

erzielte damals einen entscheidenden<br />

Sieg gegen die Mauren, begründete<br />

einen autonomen Staat und wurde fortan<br />

König Afonso I. von Portugal genannt.<br />

Während der Avis-Dynastie wurde<br />

Portugal zum Weltreich. Entdecker segelten<br />

in fremde Erdteile und zahlreiche<br />

Kolonien entstanden in Übersee. Eine<br />

aus zeitgenössischer Sicht wichtige<br />

Entdeckungsreise ist Vasco da Gamas<br />

Fahrt ums Kap der guten Hoffnung<br />

Richtung Indien. Im Jahr 1580 endete<br />

die Avis-Dynastie ohne Thronfolger und<br />

Spanien übernahm die Regentschaft,<br />

die 1640 mit der Rückeroberung durch<br />

portugiesische Streitkräfte endete. Die<br />

Dynastie Bragança herrschte im wieder<br />

unabhängigen Portugal bis 1910. Nach<br />

einem Putschversuch 1908 und einem<br />

Attentat, bei dem der König und der Erbprinz<br />

erschossen wurden, wird am 4. Oktober<br />

1910 die erste Republik (1910-1926)<br />

ausgerufen. Die instabile Demokratie<br />

wurde 1926 in einem Militärputsch ausgehebelt<br />

und General Oscar Carmona<br />

wurde Präsident (1928-1951). Finanzminister<br />

wurde António de Oliveira Salazar,<br />

der 1932 Ministerpräsident wurde. Der<br />

1933 proklamierte „Neue Staat“ war<br />

eine christlich-konservativen Diktatur.<br />

1974 brach dann die Diktatur Salazars<br />

während der „Revolution der Nelken“<br />

zusammen. Dies führte nicht bloß zur<br />

erneuten Demokratisierung des Landes,<br />

sondern auch zur Entlassung der letzten<br />

Kolonien in die Unabhängigkeit.<br />

GESELLSCHAFT UND KULTUR<br />

Fußball, Fado, Fátima. Schon der Diktator<br />

Salazar erkannte in den „drei Fs“<br />

das Opium fürs Volk. Aber auch heute<br />

sind die Portugiesen fußballbegeistert,<br />

lieben ihre melancholische Fadomusik<br />

und noch immer zieht es alljährlich zahlreiche<br />

Pilger in den Marienwallfahrtsort<br />

Fátima, denn der Marienkult ist immer<br />

noch sehr lebendig. Ob Marienkirche,<br />

Palast oder Metrostation – Azulejos,<br />

bunt verzierte Keramikfliesen, geben<br />

Portugals Ortschaften einen besonderen<br />

Charme. Solch bunt geflieste Fassaden<br />

kühlen zudem und im Sommer<br />

lässt sich dahinter sehr gut speisen.<br />

Und dazu nimmt man sich in Portugal<br />

Zeit. Das Mittagsessen (almoco) ist oft<br />

ebenso ausschweifend wie das üppige<br />

Abendessen (jantar). Zwar wird die<br />

portugiesische Küche durch den Fischfang<br />

bestimmt, ebenso häufig finden<br />

sich aber auch Gerichte mit Fleisch.<br />

Zum Essen lässt sich gut Wein trinken:<br />

Portwein aus dem Dourotal, trockene<br />

Weiß- und Rotweine und der Vinho<br />

Verde aus Nordportugal. Und auch die<br />

Weinkorken stammen aus der Region,<br />

denn die Korkeiche ist hier beheimatet.<br />

Deren Rinde wird alle neun Jahre geerntet,<br />

dann stehen die Bäume nackt und<br />

in sattem Rot da. Nach dem Essen darf<br />

ein kleiner starker Kaffee (café bzw. bica)<br />

nicht fehlen, den man wahlweise auch in<br />

einem geschichtsträchtigen Kaffeehaus<br />

trinken kann. Dort treffen sich Anfang<br />

des 20. Jh. auch Portugals Künstler, Denker<br />

und Dichter, etwa der international<br />

bekannte Fernando Pessoa (1888-1935).<br />

Er sitzt heute noch vor dem Lissaboner<br />

Café a Brasileira als Bronzestatue.<br />

SEHENSWÜRDIGKEITEN<br />

UND NATUR<br />

Portugal ist vielfältig, modern und<br />

zugleich geschichtsträchtig. In der<br />

Geschichte weit zurück reichen die<br />

geheimnisvollen Megalithe im zentralportugiesischen<br />

Alentejo oder die<br />

römische Ausgrabungsstätte in Conimbriga.<br />

Im Westen des Landes zeugen<br />

hunderte Burgen romanischen und<br />

gotischen Baustils von der historischen<br />

Feindschaft mit dem iberischen Nachbarstaat.<br />

Eine Spielart der Spätgotik entwickelt<br />

sich im Portugal des 15. Jh.: Die<br />

Manuelinik. Als besonders glanzvolles<br />

Exempel dieses Stils gilt das Hieronymuskloster<br />

in Lissabon. Östlich des<br />

Zentrums zeigt die Hauptstadt sich modern.<br />

Hier liegt das futuristische Stadtviertel<br />

Parque das Nações. Kleiner als<br />

die Metropole am Tejo, aber nicht weniger<br />

spannend ist das nördlich gelegene<br />

Porto, dessen Altstadt heute UNESCO-<br />

Weltkulturerbe ist. Auf der Südseite des<br />

Douro liegt, einen Fußmarsch von Porto<br />

entfernt, der kleine Ort Vila Nova de<br />

Gaia, wo etliche Kellereien den berühmten<br />

Portwein anbieten. Aber die Küsten<br />

bieten weit mehr als pulsierende Städte<br />

und verschlafene Fischerdörfchen. In<br />

den Lagunen und Flussdeltas lassen<br />

sich Reiher, Kormorane, Fischadler und<br />

mit etwas Glück auch Rosaflamingos<br />

beobachten. Delfine tummeln sich im<br />

Mündungsdelta des Rio Sado südlich<br />

von Lissabon und vor der westlichen Algarve<br />

im Süden des Landes. Berühmt ist<br />

der westliche Teil der Algarve außerdem<br />

für seine teils bizarren Felsformationen.<br />

Auf den Hochweiden im Nordwesten<br />

grasen die einheimischen Barroso-Rinder<br />

mit ihren furchteinflößend langen<br />

Hörnern. In den nordwestlich gelegenen<br />

Gerês-Bergen lebt auch das wilde Garranopferd.<br />

Mittelportugal ist berühmt für<br />

seine stolzen Lusitanerpferde.<br />

FACTS IN BRIEF<br />

Ländername: Portugal<br />

Hauptstadt: Lissabon<br />

Fläche: 92,212 km 2<br />

Bevölkerung: 10,296 Millionen<br />

Sprache: Portugiesisch<br />

Religion: christlich (91%), keine Religion<br />

(9%), kleinere Gemeinden von Muslimen,<br />

Buddhisten, Juden, Hinduisten<br />

Währung: Euro<br />

Nationalfeiertag: 10. Juni<br />

Staatsform: Parlamentarische<br />

Demokratie<br />

Staatsoberhaupt: Marcelo Rebelo de<br />

Sousa (Staatspräsident seit 2016)<br />

Fotos: Greg Snell-AP , Hélio Ramos - ATA, Turismo LIsboa, Daniel Sessler (unsplash), pixabayw<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

024


SOCIETY<br />

Der abgeschiedene Carvalho-Strand an der Algarve lockt Erholungssuchende mit hellem Sand und warmem Wasser, weit weg vom Massentourismus<br />

Die Grota do Inferno auf den Azoren ist ein beliebter Aussichtspunkt<br />

Das Märchenschloss der Kleinstadt Sintra: Palácio Nacional da Pena<br />

Lissabon lässt sich mit der traditionellen Tramway besonders gut erkunden<br />

Der zauberhafte Ausblick auf das Dörfchen Palheiro bei Funchal<br />

Das Cabo de São Vicente bei Sagres an der Südwestspitze Europas<br />

PORTUGAL<br />

025


Portugal and Austria –<br />

An example of solidarity<br />

SOCIETY Magazine spoke to H.E. António de Almeida<br />

Ribeiro, Ambassador of Portugal, about the exemplary<br />

support between Portugal and Austria, room for economic<br />

improvement and Portugal’s EU-Presidency.<br />

The relations between Portugal and<br />

Austria date back to the 15th century,<br />

when Kaiser Friedrich III. married the<br />

Portuguese princess D. Leonor in<br />

1452. How did these relations evolve<br />

until now?<br />

Throughout the centuries, the relations<br />

between Portugal and Austria<br />

have always been very good and close.<br />

The tie was strengthened furthermore<br />

by several marriages between the<br />

ruling royal families of our two countries.<br />

The first one was said marriage<br />

between Kaiser Friedrich III and the<br />

Royal Princess D. Leonor, the parents<br />

of Emperor Maximilian I, a remarkable<br />

monarch succeeded by Charles V, the<br />

ruler of one of the greatest Empires in<br />

European history. Much later, Archduchess<br />

Leopoldina of Habsburg was<br />

wedded to Royal Prince D. Pedro of<br />

Portugal. As Pedro I, D. Pedro became<br />

the first Emperor of Brazil in 1822<br />

and King Pedro IV of Portugal in 1926,<br />

making Leopoldina the first Empress<br />

of Brazil and later Queen of Portugal.<br />

Portugal also happened to be the final<br />

dwelling of the last Austrian Emperor<br />

Charles of Habsburg: In his exile, he<br />

retreated to Madeira Island and died<br />

there. His remains were buried in<br />

1922, in a chapel devoted to him in the<br />

church of Our Lady of the Mount.<br />

Foto: SOCIETY/Pobaschnig<br />

LÄNDER IM FOKUS 026


SOCIETY<br />

Relations between Portugal and Austria are excellent in the political,<br />

economic and cultural areas, although there is room for improvement,<br />

especially as far as trade and investment are concerned.<br />

After the Second World War, the close<br />

and friendly ties that unite Portugal<br />

and Austria manifested themselves in<br />

the form of humanitarian aid: With the<br />

support of Caritas International, 4.500<br />

orphaned Austrian children were<br />

given the opportunity to spend some<br />

time in Portugal, away from the vivid<br />

signs of the struggling post-war times.<br />

They were accommodated by Portuguese<br />

families in a demonstration of<br />

solidarity that remains an example for<br />

present times. My grandparents were<br />

one of those hosting families and the<br />

memory of Erika, our host daughter,<br />

remains treasured in our collective<br />

memory.<br />

Many of those children adopted<br />

Portugal as their homeland, others<br />

remained for several years, becoming<br />

a natural part of their hosting families,<br />

while others would return periodically,<br />

keeping well alive the bond to their<br />

second families. Later, as grownups,<br />

they founded the Vienna-based Austrian-Portuguese-Association<br />

(ÖPG),<br />

which has become the main gathering<br />

point for resident Portuguese<br />

immigrants. It is touching to see how<br />

those now elderly Austrians gather<br />

with younger generations of local<br />

Portuguese to keep their memories<br />

alive, share their love for Portugal and<br />

– most importantly – have a chance to<br />

practice their Portuguese. All together<br />

in a different dimension, both Portugal<br />

and Austria belong to the European<br />

Union, thus sharing the same fundamental<br />

values that characterize our<br />

democratic societies. We remain allies<br />

and supportive of each other, as just<br />

shown very recently: As Portugal suffered<br />

the peak of the current Covid-<br />

19-pandemic, with an unprecedented<br />

number of patients in our intensive<br />

care units, the Austrian Government<br />

promptly offered support. This gesture<br />

was highly appreciated and valued by<br />

my Government and must be seen as<br />

a standing example of strong solidarity<br />

and close friendship between our<br />

countries.<br />

Which are the key areas of exchange<br />

between Portugal and Austria and<br />

where do you see room for improvement?<br />

Relations between Portugal and Austria<br />

are excellent in the political, economic<br />

and cultural areas, although<br />

there is room for improvement especially<br />

as far as trade and investment are<br />

concerned. Portugal is well known as<br />

a gateway to Africa and Latin America,<br />

particularly to Portuguese-speaking<br />

countries, while Austria remains a<br />

hub of fundamental and strategic<br />

importance to Eastern Europe and the<br />

Balkan area. In my view, the potentials<br />

rooting in our geography and mutual<br />

history should be better taken into<br />

account by the business communities<br />

on both sides.<br />

Last year, Portugal’s economic performance<br />

was very promising. How<br />

is the current crisis influencing this<br />

positive development?<br />

All world economies have suffered<br />

from the current crisis. By the time the<br />

pandemic will be controlled, economies<br />

will also have to fully recover<br />

and it will be essential to create and<br />

develop new synergies, in a common<br />

effort to renew the positive trend that<br />

we were witnessing until 2020. The<br />

European Union is making a huge<br />

effort to support the economies of the<br />

27 Member States – a very positive<br />

and encouraging factor. There is hope<br />

for a rapid recovery in the whole world,<br />

yet to achieve this target we must<br />

work together and act collectively.<br />

Portugal took on the EU Presidency<br />

in January 2021 – a quite demanding<br />

role during such difficult times. How<br />

do you review the first months of this<br />

presidency?<br />

It is perhaps too early to make a<br />

final assessment of the results of<br />

the Portuguese Presidency. [editor‘s<br />

note: interview took place in May<br />

2021]. Among the main events that<br />

have already taken place, I would like<br />

to stress the Social Summit held in<br />

Oporto in early May, followed by the<br />

High-Level Meeting with India. The<br />

Conference on the Future of Europe<br />

has also been launched, creating the<br />

conditions for an in-depth debate<br />

about our own common future.<br />

In general, I can say that we are fully<br />

satisfied with our Presidency, since<br />

the programme we had established<br />

and its main priorities have been<br />

developing positively, although some<br />

dossiers will inevitably continue to be<br />

dealt by the Slovenian and the other<br />

future Presidencies. It is how things<br />

work in the EU.<br />

But it is obvious that the pandemic<br />

has been a great and difficult challenge<br />

and diplomatic life is far from returning<br />

to normal, at least as we knew<br />

it from before. Diplomacy requires<br />

personal contacts, an essential part of<br />

our job, that unfortunately has practically<br />

vanished since the beginning of<br />

last year. Things are finally starting to<br />

get better, and that is a great hope for<br />

better times!<br />

PORTUGAL<br />

027


SOCIETY<br />

An der Spitze<br />

der Rankings<br />

Im Gespräch mit SOCIETY erzählen Dr. Ana Maria Rosas<br />

und Mag. Gerald Exl von der Staatlichen Agentur<br />

für Investitionen und Außenhandel Portugals über die<br />

zahlreichen guten Gründe, in Portugal zu investieren.<br />

Wie bewerten Sie die wirtschaftliche<br />

Zusammenarbeit zwischen Österreich<br />

und Portugal? Wo sehen Sie im<br />

Hinblick auf den Austausch/Handel<br />

noch Aufholbedarf?<br />

Von 1980 bis 2000 stiegen Importe und<br />

Exporte um bemerkenswerte 520%.<br />

Bis 2019 stieg der Handel wiederum<br />

rasant an, Österreich importierte<br />

Waren mit einem Wert von 792 Mio.<br />

Euro und exportierte Waren im Wert<br />

von 444 Mio. Euro nach Portugal.<br />

Diese Zahlen zeigen eine sehr positive<br />

und weiterhin vielversprechende<br />

Entwicklung der wirtschaftlichen<br />

Beziehungen zwischen den beiden<br />

Ländern. 2020 sanken die Umsätze,<br />

man muss hier jedoch die Verzerrung<br />

durch die COVID-19 Krise beachten.<br />

Ich bin überzeugt, dass wir in Kürze<br />

wieder das Import- und Exportniveau<br />

von 2019 erreichen werden. Interessanterweise<br />

haben sich die Produkte,<br />

die Österreich aus Portugal importiert,<br />

mit der Zeit durchaus geändert. Bis<br />

1995 importierte Österreich primär<br />

Bekleidung, Schuhe, Korkprodukte<br />

und Maschinen; das war zu einer Zeit,<br />

zu der Portugal als ein Land mit relativ<br />

geringen Produktionskosten bekannt<br />

war. Durch die Inbetriebnahme des<br />

Automobilwerks AUTO EUROPA – zunächst<br />

noch Joint Venture von Volkswagen<br />

und Ford, später ganz Volkswagen-Werk<br />

– wurden Autos bald auf<br />

Platz 1 der Importstatistik katapultiert.<br />

Auch Maschinen stiegen weiter in der<br />

Bedeutung, wohingegen die Bedeutung<br />

von Bekleidung, Schuhen und<br />

Korkprodukten immer weiter zurückging.<br />

Besonders beeindruckend ist<br />

Portugals Entwicklung im Bereich der<br />

Dienstleistungen: Der österreichische<br />

Tourismus nach Portugal boomt, natürlich<br />

unter Ausklammerung des Vorjahres.<br />

In den Jahren 2016-2019 stiegen<br />

die Einnahmen durch österreichische<br />

Touristen von 125 Mio. Euro auf fast 180<br />

Mio. Euro – das ist ein Anstieg von 44%.<br />

Strandurlaube, Städtetourismus, Weintourismus,<br />

Sporttourismus (v. a. Golf,<br />

Surfen, Mountainbiking und Wandern)<br />

wurden sehr populär. Portugal hat es<br />

geschafft, als vielfältige Feriendestination<br />

bekannt zu werden und sich ein<br />

sehr positives Image zu schaffen. Abseits<br />

vom Tourismus haben wir schon<br />

seit einigen Jahren unseren Fokus auf<br />

hochspezialisierte Bereiche gerichtet<br />

und können heute die dritthöchste<br />

Ingenieursquote in der EU vorweisen.<br />

Auch im IT-Bereich zählt Portugal zu<br />

den bestgerüsteten Ländern in Europa:<br />

Ein sich dynamisch entwickelnder IT-<br />

Sektor, viele aktive IT Firmen, internationale<br />

Referenzprodukte, gute Universitäten<br />

und international anerkannte<br />

Experten qualifizierten Lissabon 2016<br />

als Veranstaltungsort des internationalen<br />

WEBSUMMIT. Hier liegt viel<br />

Potential für eine Vertiefung der wirtschaftlichen<br />

Beziehungen zwischen<br />

Portugal und Österreich. Dasselbe gilt<br />

für den Bereich der erneuerbaren Energie:<br />

Stromgewinnung aus Wind- und<br />

Wasserkraft wird weiter an Bedeutung<br />

gewinnen, das jüngste Beispiel des<br />

kooperativen Ausbaus auf diesem Gebiet<br />

war 2020, als die österreichische<br />

Firma KELAG Anteile an 7 Kleinkraftwasserwerken<br />

und an 6 Windkraftanlagen<br />

in Portugal erworben hat. Auch<br />

das Unternehmen ANDRITZ kann auf<br />

langjährige Beziehungen zu Portugal<br />

im Wasserkraft-Sektor zurückgreifen.<br />

Demgegenüber hat die portugiesische<br />

Firma EFACEC schon seit etlichen<br />

Jahren eine Niederlassung in Wien und<br />

bietet technische Lösungen für den<br />

Energiesektor in Österreich, Zentralund<br />

Osteuropa an. Mehr Zusammenarbeit<br />

zwischen österreichischen und<br />

portugiesischen Firmen bietet sich<br />

auch bei Joint Ventures in Drittstaaten<br />

an: Österreichische Firmen sind in<br />

zentral- und osteuropäischen Ländern<br />

sehr gut aufgestellt, eine ähnliche<br />

Position haben portugiesische Firmen<br />

in Afrika, Süd- und Zentralamerika inne.<br />

Kooperationen zwischen portugiesischen<br />

und österreichischen Firmen in<br />

diesen Regionen wären von beidersei-<br />

Foto: aicep Portugal Global<br />

LÄNDER IM FOKUS 028


SOCIETY<br />

tigem Vorteil. Auch hier steht unsere<br />

Handelsdelegation gerne vermittelnd<br />

zur Verfügung.<br />

Portugal hat in den letzten Jahren<br />

einen positiven Trend hinsichtlich der<br />

Wirtschaft des Landes verzeichnen<br />

können. Wie kann dieser – trotz Krise<br />

– aufrechterhalten werden?<br />

Vor der COVID-19 Krise haben wir– wie<br />

auch Österreich – mit einem Budgetüberschuss<br />

für 2020 gerechnet.<br />

Schlussendlich verzeichnete Portugal<br />

für 2020 einen Rückgang des BIP von<br />

7,6%, die wirtschaftliche Erholung<br />

wird voraussichtlich bis 2023 dauern.<br />

Dieser Rückfall ist vor allem auf den de<br />

facto Komplettausfall des Tourismus,<br />

weniger privaten Konsum und Investitionen<br />

sowie auf verringerte Exporte<br />

– besonders in der Fahrzeugindustrie<br />

– zurückzuführen. Es ist jetzt sicherlich<br />

von großem Vorteil, dass sich Portugal<br />

in einer Phase der Stabilität befindet.<br />

Parlament und Regierung haben bei<br />

der Bekämpfung der COVID-19 Krise<br />

konstruktiv zusammengearbeitet<br />

und Unterstützungsmaßnahmen im<br />

Ausmaß von 25 Mrd. Euro erlassen.<br />

Darüber hinaus hat Portugal erst kürzlich<br />

einen Aufbau- und Resilienzplan<br />

beschlossen, durch den weitere 16,6<br />

Mrd. Euro in verschiedene Bereiche investiert<br />

werden sollen. Der größte Betrag<br />

fließt in Umwelt- und Klimamaßnahmen,<br />

gefolgt von Digitalisierung in<br />

Schulen, Unternehmen und Behörden,<br />

dem Wohn- und Gesundheitsbereich,<br />

Forst- und Wasserwirtschaft, sowie<br />

Investitionen in Innovationsforschung.<br />

All dies sind Anlagen für die Zukunft; sie<br />

bieten die besten Voraussetzungen für<br />

Portugals erfolgreiche Entwicklung.<br />

Was spricht für ein Investment in Portugal?<br />

Was bietet das Land möglichen<br />

zukünftigen Investoren?<br />

Wer Portugal bisher als ein Land der<br />

Peripherie betrachtet hat, sollte nochmal<br />

genauer hinschauen: Portugal liegt<br />

den großen Märkten USA und Kanada<br />

geographisch am nächsten und bildet<br />

eine Brücke zu portugiesischsprachigen<br />

Ländern in Afrika, Südamerika und<br />

Asien; der Atlantik ist keine Grenze,<br />

sondern eine Verbindungsstraße. 6<br />

internationale Seehäfen, 4 internationale<br />

Flughäfen, 2.562 km Eisenbahnnetz<br />

und 3.122 km Autobahn binden<br />

uns an das globale und europäische<br />

Verkehrsnetz, insbesondere an Österreich.<br />

Für die Investitionstätigkeit sind<br />

Sicherheit, politische und soziale Stabilität<br />

essentiell. Nach Einschätzung<br />

der Weltbank belegt Portugal den 3.<br />

Platz im „Global Peace Index“ und den<br />

7. Platz im Bereich der politischen und<br />

sozialen Stabilität. Nach der Einschätzung<br />

der Europäischen Kommission<br />

gibt es im Land ein sehr geringes operationelles<br />

Risiko. Auch Nachhaltigkeit<br />

und Green Economy sind ernstzunehmende<br />

Verkaufsargumente: Portugal<br />

liegt im „Planet & Climate Index Rating“<br />

auf Platz 9 von 149 Ländern, auf Platz 6<br />

mit dem höchsten Anteil an erneuerbaren<br />

Energien in der EU, auf Platz 17<br />

im „Climate Change Performing Index<br />

2021“ und an der Spitze der Rangliste<br />

was Stromerzeugung durch Wind- und<br />

Solaranlagen angeht. Darüber hinaus<br />

stellen die Humanressourcen des<br />

Landes einen wichtigen Wettbewerbsvorteil<br />

dar. Nach dem IMD World Talent<br />

Report liegt Portugal sehr weit vorne in<br />

den Rankings zu Sprachkenntnissen,<br />

Management- und Hochschulausbildung,<br />

wissenschaftlichen Abschlüssen<br />

und qualifizierten Arbeitskräften. Nach<br />

dem Europäischen Innovationsanzeiger<br />

2020 ist Portugal als „Strong Innovator“<br />

eingestuft: zahlreiche innovative<br />

Unternehmen installieren in Portugal<br />

ihre Kompetenz- und Wissenszentren.<br />

Die Portugiesen zeigen ein besonderes<br />

Interesse an neuen Verfahren<br />

und Produkten: Die junge Generation<br />

ist talentiert, freundlich, belastbar,<br />

konzentriert, aber auch flexibel genug<br />

für unkonventionelle Prozesse und Lösungsansätze.<br />

Bei einer Arbeitslosenquote<br />

von rund 7 % finden Investoren<br />

schnell und effektiv ihr Arbeitsteam,<br />

ein besonders vorteilhaftes Steuersystem<br />

für talentierte Expatriates gibt<br />

weiteren Grund zur Investition. Die<br />

One-Stop-Shop Agentur AICEP begleitet,<br />

berät und unterstützt dabei den<br />

gesamten Investitionsprozess. Den<br />

nächstgelegenen Ansprechpartner<br />

finden österreichische Investoren bei<br />

der Portugiesischen Botschaft in Wien.<br />

Portugal unterstützt im Rahmen von<br />

Anreizsytemen produktive Investitionen,<br />

die Schaffung von Arbeitsplätzen<br />

sowie Forschung und Entwicklung<br />

– wir sind mit Sicherheit die richtige<br />

Wahl zur richtigen Zeit.<br />

PORTUGAL<br />

029


SOCIETY<br />

Unforgettable<br />

Portugal<br />

As a tourism destination, Portugal is more<br />

popular than ever. SOCIETY spoke with Inês<br />

Almeida Garrett, director of Visit Portugal,<br />

about the essence of the country.<br />

You are director of Visit Portugal<br />

since January 1st, 2020, taking over<br />

this post in the midst of a pandemic.<br />

What are your priorities during these<br />

challenging times?<br />

These are indeed challenging times<br />

for our industry. At the moment, our<br />

priority is to work together closely with<br />

our local partners, ranging from tour<br />

operators to travel agents or airlines.<br />

Portugal is authentic, diverse, attractive,<br />

inclusive and safe; our goal is<br />

to broadcast our country as a destination<br />

one can visit with tranquillty,<br />

experiencing and enjoying nature,<br />

high-quality products and well-being.<br />

Portugal has huge potential, but sometimes<br />

the landscapes, culture and<br />

many other ingredients that make us<br />

Inês Almeida Garrett, the director of Visit Portugal<br />

a tourist hotspot remain untouched.<br />

Especially now, when our efforts to<br />

control the pandemic finally pay off,<br />

it is time to rediscover this amazing<br />

country. We can be confident that a<br />

visit to Portugal is an unforgettable<br />

and safe experience! [editor‘s note:<br />

interview was in May 2021]<br />

Speaking of safety, what is Portugal<br />

doing in order to guarantee a<br />

safe vacation regarding COVID-19?<br />

Which measures have been implemented?<br />

Portugal was the first European destination<br />

to be distinguished with the<br />

“TravelSafe” seal by the WTTC (World<br />

Travel & Tourism Council). This came<br />

as no surprise since we have implemented<br />

measures in all sectors of<br />

tourism activity to ensure our guests’<br />

safety. For example, introducing the<br />

Clean&Safe seal (portugalcleanandsafe.com)<br />

provided the opportunity<br />

to create safety requirements for the<br />

prevention and control of COVID-19<br />

according to the recommendations<br />

of the DGS (Directorate-General for<br />

Health). More than 21,000 companies<br />

have already obtained the seal. Meanwhile,<br />

Turismo de Portugal promoted<br />

company-training to implement<br />

safety-measures with over 33,800 staff<br />

members already trained. Additionally,<br />

there are more general pandemic<br />

control measures implemented in the<br />

country, such as reduced capacity<br />

and mandatory use of masks, which<br />

have been proven to be very helpful to<br />

contain the spreading of the virus.<br />

What are the most beautiful spots in<br />

Portugal?<br />

Portugal has countless assets like the<br />

country’s history and culture, gastronomy<br />

and wines just to name a few. With<br />

its mild climate, 3000 hours of sunshine<br />

per year and 850 km of splendid beaches<br />

on the Atlantic Ocean, Portugal<br />

is the perfect holiday destination all<br />

year round and attracts visitors from<br />

all over the world. Among the main attractions<br />

I would mention the beautiful<br />

sandy shores, over 200 surf spots with<br />

all types of waves, more than 90 golf<br />

courses, multifaceted landscapes and<br />

above all the Portuguese people, who<br />

are as affable as they are open and sincere.<br />

To top it all off, Portugal´s unique<br />

cultural heritage, where tradition and<br />

modernity blend together in perfect<br />

harmony, makes for a top-notch tourist<br />

paradise.<br />

How do you think the “tourism of the<br />

future” might look like?<br />

Portugal, like other countries, has a<br />

responsibility to involve all stakeholders<br />

(industry, locals and tourists) in<br />

creating a more sustainable present<br />

and future. As a touristic agency, our<br />

purpose aligns with the 17 Sustainable<br />

Development Goals of the United Nations,<br />

aimed to create a blueprint of<br />

economic, social and ecological sustainability.<br />

For a better planet, a better<br />

tourism. VisitBetter, VisitPortugal.<br />

Foto: Visti Portugal<br />

LÄNDER IM FOKUS 030


Druck? Damit<br />

können wir umgehen!<br />

Rollenoffsetdruck, Bogenoffsetdruck, Digitaldruck und<br />

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Und das seit mehr als 150 Jahren.<br />

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SOCIETY<br />

Magellan – einmal<br />

um die Welt<br />

Als Fernão de Magalhães 1520 den westlichen<br />

Seeweg nach Indien entdeckte, bescherte<br />

ihm das Weltruhm. Genießen konnte er<br />

diesen allerdings nicht mehr – nur kurze Zeit<br />

später, am 27. April 1521, verstarb er bereits.<br />

Am 20. September 1519 war eine rund<br />

240 Mann starke Flotte unter spanischer<br />

Flagge vom Hafen in Sanlúcar<br />

de Barrameda aus in See gestochen.<br />

Der portugiesische Seefahrer Magellan<br />

(so wird er im deutschen Sprachraum<br />

genannt, Anm. der Redaktion),<br />

Oberbefehlshaber der Armada, hatte<br />

sich zuvor mit dem König Portugals<br />

überworfen und daraufhin beim spanischen<br />

König angeheuert.<br />

Portugal und Kastilien konkurrierten<br />

zu dieser Zeit um Territorien und<br />

Rohstoffe – ein Streit, der erst durch<br />

den Vertrag von Tordesillas von 1494<br />

entschärft werden konnte. Mit dem<br />

Segen von Papst Alexander VI. wurden<br />

damals die Herrschaftsbereiche Portugals<br />

und Kastiliens festgelegt. Den<br />

Spaniern wurde der westliche Teil der<br />

Erde zugeteilt, den Portugiesen der<br />

östliche. Besonders begehrt waren die<br />

Reichtum versprechenden „Gewürzinseln“,<br />

die heute als die indonesischen<br />

Molukken bekannt sind. Bereits im<br />

Jahr 1498 hatte Vasco da Gama für die<br />

Portugiesen den südlichen Seeweg<br />

nach Indien – und damit auch zu den<br />

Gewürzinseln – entdeckt, nun galt es<br />

für den spanischen König eine Route<br />

zu finden, die auf seinem Hoheitsgebiet<br />

lag. Als ihm Magellan seine<br />

Dienste anbot und seinen Plan für die<br />

Entdeckung der Westpassage im äußersten<br />

Süden Südamerikas vorlegte,<br />

stimmte er zu und legte damit einen<br />

weiteren Grundstein für die erste<br />

Weltumsegelung in der Geschichte<br />

der Menschheit.<br />

DIE REISE BEGINNT<br />

Der „kleinwüchsige und unscheinbare“,<br />

aber „wacker in seinen Gedanken und<br />

zu großen Taten aufgelegte“ Magellan<br />

– so zitiert Christian Jostmann einen<br />

Zeitgenossen in seinem Buch „Magellan<br />

oder Die erste Umsegelung der<br />

Erde“ – wurde so zum Generalkapitän<br />

einer Flotte, zu der fünf Schiffe gehörten:<br />

die „San Antonio“, das Flaggschiff<br />

„Trinidad“, die „Concepción“, die<br />

„Santiago“ und die „Victoria“. Nachdem<br />

die Naos aus dem Hafen ausgelaufen<br />

waren, dauerte es vier Monate, bis sie<br />

die Mündung des Rio de la Plata erreicht<br />

hatten. In der Bucht San Julián,<br />

die heute in der südargentinischen<br />

Provinz Santa Cruz liegt, bereitete<br />

Magellan seine Besatzung auf eine<br />

Überwinterung vor. Weil die Vorräte<br />

langsam zur Neige gingen, wurden<br />

Wein- und Brotrationen gekürzt. Die<br />

schlechte Versorgungslage führte zu<br />

Spannungen an Bord, die sich schließlich<br />

am 2. April 1520 in Form einer<br />

Meuterei entluden. Magellan rang den<br />

Aufstand nieder, fest entschlossen, die<br />

Westroute zu den „Gewürzinseln“ zu<br />

finden. Auch als ein erstes Schiff verloren<br />

ging und ein zweites zurück nach<br />

Spanien floh, ließ er sich nicht von seinem<br />

Ziel abbringen. Nach langen Tagen<br />

und Nächten fand die dezimierte<br />

Magellan oder Die erste Umsegelung der Erde<br />

Christian Jostmann, C.H.Beck<br />

Fotos: pixabay, C.H. Beck Verlag<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

032


SOCIETY<br />

Obwohl die Europäer über Feuerwaffen verfügten, wurden sie bereits an<br />

der Küste von den Insulanern zurückgedrängt.<br />

Flotte schließlich die herbeigesehnte<br />

Passage. Durch diese Meerenge am<br />

Ende Südamerikas, die später den<br />

Namen Magellanstraße tragen sollte,<br />

segelten sie auf den offenen Pazifik hinaus.<br />

Nach 2000 Kilometern Seeweg<br />

der Küste Chiles entlang, schwenkten<br />

sie nach Westnordwest. Erst nach<br />

dreieinhalb Monaten stießen sie wieder<br />

auf Land und konnten schließlich<br />

auf einer der Marianeninseln frischen<br />

Proviant einholen. Die Tragik dabei:<br />

Magellan war zuvor – ohne es zu bemerken<br />

– an zahlreichen Inseln vorbei<br />

gesegelt, die ihn und seine Belegschaft<br />

mit frischem Wasser und Nahrung<br />

versorgen hätten können. Nach<br />

weiteren ca. 2000 Kilometern erreichten<br />

die waghalsigen Seemänner als<br />

erste Europäer die philippinische Insel<br />

Homonhon, von der aus es weiter zur<br />

Insel Cebu ging, auf der die Besatzung<br />

mit den Eingeborenen Tauschhandel<br />

trieb. Magellan aber wollte mehr: Im<br />

Dienste Seiner Katholischen Majestät<br />

sah er sich als Missionar und wollte<br />

die dort ansässige Bevölkerung zum<br />

christlichen Glauben bekehren. Auf<br />

Cebu gelang ihm das noch, nicht aber<br />

auf der Nachbarinsel Mactan: Der<br />

Inselhäuptling Lapu-Lapu wollte die<br />

„neuen Mächte“ nicht anerkennen.<br />

Magellan traf sodann die verhängnisvolle<br />

Entscheidung, Mactan anzugreifen.<br />

Obwohl die Europäer über<br />

Feuerwaffen verfügten, wurden sie<br />

bereits an der Küste von den Insulanern<br />

zurückgedrängt.<br />

Glaubt man den Tagebucheinträgen<br />

des Adligen Antonio Pigafettas, der<br />

die erste Weltumsegelung dokumentierte,<br />

so kämpfte Magellan bis<br />

zum Schluss, um den Rückzug seiner<br />

Leute zu ermöglichen – und ließ dabei<br />

sein Leben. „So töteten sie den Spiegel,<br />

das Licht, den Trost und unseren<br />

wahren Führer“, beklagte er den Tod<br />

des Generalkapitäns. Die Leiche Magellans<br />

wurde trotz aller Bemühungen<br />

der Europäer nie überführt. Die zwei<br />

übrigen Schiffe segelten unter dem<br />

Kommando von Juan Sebastián Elcano<br />

zu den Gewürzinseln und konnten<br />

schließlich die lang ersehnte Fracht<br />

an Bord nehmen.<br />

DER KREIS SCHLIESST SICH<br />

Im Herbst 1522 lief die Nao Vitoria als<br />

einziges der ursprünglich fünf Schiffe<br />

wieder im Hafen von Sevilla ein. Lediglich<br />

18 Mann konnten von König Karl<br />

I. in Empfang genommen werden.<br />

Sie hatten die zermarternde Reise<br />

hinter sich gebracht und Geschichte<br />

geschrieben. Einmal um die Welt<br />

waren sie gefahren – auf namenlosen<br />

Wegen und noch nie zuvor befahrenen<br />

Pfaden. 500 Jahre nach dem Tod<br />

ihres Befehlshabers leben sie in den<br />

Erzählung Pigafettas und in den Geschichtsbüchern<br />

der Welt weiter.<br />

PORTUGAL<br />

033


SOCIETY<br />

Zufällig nach<br />

Portugal verschickt<br />

5.402 Kinder wurden zwischen 1947 und 1956 von der<br />

österreichischen und portugiesischen Caritas von<br />

Österreich nach Portugal verschickt. Gerhard Schiesser,<br />

heute 82 Jahre alt, war eines davon.<br />

Wie kam es dazu, dass Sie als achtjähriges<br />

Kind nach Portugal verschickt<br />

wurden?<br />

Das war damals eine sehr schlechte<br />

Zeit in Österreich, es herrschte Hungersnot.<br />

Mein Vater war im Krieg, dann<br />

in Gefangenschaft und kam erst im<br />

Jahr 1948 nach Hause. Im gleichen Jahr<br />

kontaktierte uns die Caritas Österreich.<br />

Man trat an Familien heran, die Probleme<br />

mit der Ernährung und der Betreuung<br />

ihrer Kinder hatten. Dann hieß es:<br />

„Wir könnten Ihren Sohn nach Portugal<br />

schicken.“ Das war eine große Überraschung,<br />

damals war das ein wahnsinnig<br />

weiter Weg und man wusste in Österreich<br />

kaum etwas über das Land.<br />

Wie verlief die Reise und wie war die<br />

Ankunft für Sie?<br />

Die Reise war recht abenteuerlich. Wir<br />

fuhren mit dem Zug von Wien nach<br />

Genua – ungefähr 2000 Kinder waren in<br />

unserem Transport dabei. Wir erreichten<br />

Lissabon per Schiff von Genua aus.<br />

Ich erinnere mich heute noch an den<br />

Namen: Mouzinho – ein uralter Frachter.<br />

In Lissabon gingen wir an Land und<br />

wurden im erzbischöflichen Palais verköstigt.<br />

Ein Teil des Transports blieb in<br />

der Hauptstadt und deren Umgebung,<br />

einige Kinder wurden in verschiedenen<br />

Klöstern untergebracht, ein anderer<br />

Teil wurde nach Porto geführt – darunter<br />

auch ich. Dort wurden wir von<br />

Pfarrern, Personen, die der Kirche sehr<br />

nahe standen oder von Eltern ausgesucht.<br />

Natürlich waren das anständige<br />

Familien, von denen man wusste, dass<br />

die Kinder dort gut betreut werden<br />

würden – vor allem gesundheitlich. Bei<br />

mir stellten die portugiesischen Ärzte<br />

fest: „Der Bub wird sicher keine 16 Jahre<br />

erreichen.“ Ich bekam dann tagtäglich<br />

ein Rührei mit Zucker. Man versuchte,<br />

mich aufzupäppeln, was ihnen ganz gut<br />

gelang. Meine Eltern wussten nicht,<br />

wann ich wiederkomme. Es hätten drei,<br />

vier Monate sein können und dauerte<br />

letztlich elf Monate, weil man auf einen<br />

Gegentransport warten musste. Ich<br />

wurde von einem Pfarrer in eine kleine<br />

Ortschaft gebracht, die Santa Maria de<br />

la Lamas hieß, wo die Verhältnisse ärmlich<br />

waren. Täglich gingen die Kindern<br />

in den Wald, um für die offenen Feuerstellen<br />

Eukalyptusäste,- und -Rinden<br />

zu sammeln. Der Pfarrer brachte mich<br />

zum Haus seines guten Freundes<br />

Henrique Amorim, der mein Pflegevater<br />

wurde. Dessen Familie hatte eine kleine<br />

Korkfabrik und war dadurch wohlhabend.<br />

Dass ich genau dorthin kam, war<br />

rein zufällig. Das Leben ist vom Zufall<br />

geprägt. Wenn man die Chance hat<br />

und diese nicht beim Schopf packt,<br />

dann ist es vorbei. Bei der Familie<br />

Amorim begann dann mein Abenteuer<br />

in Portugal, das eigentlich mein ganzes<br />

Leben gestaltete.<br />

Wie waren Ihre ersten Eindrücke von<br />

Portugal und den Portugiesen?<br />

Als junger Mensch, der hungrig nach<br />

Portugal kam, war das Essen das Wichtigste.<br />

Was uns alle begeisterte – darüber<br />

habe ich mit vielen Freunden gesprochen<br />

– das waren die Südfrüchte.<br />

In der Zeit um 1948 kannten wir Kinder<br />

weder Orangen noch Bananen. Das war<br />

für uns etwas so Sonderbares, Exotisches!<br />

Sich an einen schön gedeckten<br />

Tisch setzen zu können und dann ein<br />

wirklich gutes Mahl zu bekommen war<br />

für einen Wiener, der getrocknete Erbsen<br />

und Trockengemüse essen musste,<br />

damit er nicht verhungert, wirklich<br />

grandios. Und ein eigenes Zimmer mit<br />

Badezimmer – das waren für uns unvorstellbare<br />

Konditionen. Uns kam der<br />

Aufenthalt wie im Paradies vor. Die Portugiesen<br />

sind mir sehr freundschaftlich<br />

in Erinnerung geblieben, speziell mein<br />

Pflegevater Henrique Amorim. Er war<br />

ein unverheirateter Mann in den besten<br />

Jahren, ein Geschäftsmann, der viel<br />

mit dem Auto unterwegs war. Dadurch<br />

sah ich schon in jungen Jahren viel von<br />

Portugal. Wenn er mit den Ministerien<br />

in Lissabon zu tun hatte, durfte ich<br />

mit seinem Citroen 11 CheVaux nach<br />

Lissabon mitfahren. Das war hochinteressant<br />

und ein richtiges Abenteuer<br />

für mich.<br />

Wie erlebten Sie die kulturelle und die<br />

sprachliche Umstellung?<br />

Ich kam mit einem kleinen Köfferchen<br />

nach Portugal und hatte kaum etwas<br />

anzuziehen. Unter anderem hatte ich<br />

eine Lederhose, die bei uns in Österreich<br />

tagtäglich getragen wurde und<br />

auch dementsprechend aussah. Tia<br />

Rosa, die Schwester von Herrn Amorim,<br />

Fotos: Gerhard Schiesser<br />

LÄNDER IM FOKUS 034


SOCIETY<br />

Historische Aufnahme des Hafens von Lissabon, wo Gerhard Schiesser damals<br />

an Land ging<br />

Der Unternehmer Gerhard Schiesser, umgeben von seinen Kindern und<br />

Enkelkindern<br />

Eine Kopie des Personalausweises von Gerhard Schiesser aus der Zeit seines<br />

Aufenthaltes in Portugal<br />

wusch sie mit Seife und Wasser. Sie<br />

können sich vorstellen, wie sie nachher<br />

aussah. Aber man ging mit mir zu<br />

einem Schneider und ich bekam dann<br />

wirklich schöne Kleidung. Mein Pflegevater<br />

schenkte mir auch einen kleinen,<br />

hauchdünnen, goldenen Siegelring mit<br />

meinen Initialen, den ich mit Stolz und<br />

Freude trug. Die sprachliche Umstellung<br />

war anfangs schwer, ich konnte<br />

ja nur Deutsch und ein paar Worte<br />

Englisch sprechen. Aber ich lernte<br />

nach und nach die Sprache und fuhr<br />

dann mit sehr guten Portugiesischkenntnissen<br />

wieder nach Wien. Mein<br />

Pflegevater behielt auch sehr viele<br />

deutsche Worte.<br />

Welche Lehren zogen Sie aus jener<br />

Zeit für sich persönlich?<br />

Lehren zog ich insofern, als dass ich<br />

lernte, dass man auch als reiche Person<br />

nicht auf seinem Reichtum sitzen<br />

bleiben, sondern für andere Leute das<br />

Allermöglichste tun soll. Mein Pflegevater<br />

investierte sein ganzes Geld in<br />

Santa Maria de la Lamas. Das fing<br />

damit an, dass er Straßen bauen ließ.<br />

Die Korkindustrie ist sehr staubig und<br />

in diesem Ort gab es viele Tuberkulosekranke.<br />

Mein Pflegevater erbaute ein<br />

Spital für sie, ebenso errichtete er ein<br />

Altersheim und Schulen. Sein Leitspruch<br />

war: „Ich würde am liebsten mit<br />

einem Escudo in der Tasche sterben.“<br />

Sie waren als Kind insgesamt viermal<br />

bei Familie Amorim in Portugal:<br />

1948, 1949, 1951 und 1956. Wie ging es<br />

danach weiter?<br />

Dann machte ich in Wien Matura und<br />

begann, Welthandel zu studieren. Mittlerweile<br />

hatte ich mit Herrn Amorim<br />

schriftlich Kontakt. Eines Tages trafen<br />

wir uns und er fragte: „Wie wär’s, willst<br />

du nicht für uns arbeiten?“ Sicher war<br />

das reizvoll für mich, ich hatte allerdings<br />

kurz vorher geheiratet. Dann<br />

kam 1963 ein Telegramm: „Komm zu<br />

uns, um die näheren Konditionen zu<br />

verhandeln.“ Ich flog nach Portugal –<br />

das war mein allererster Flug – und wir<br />

verhandelten die Bedingungen. Meine<br />

Frau und ich fuhren mit zehn Kisten<br />

und Kartons nach Portugal und lebten<br />

südlich von Porto, in Espinho. Unser<br />

Sohn wurde 1963 dort geboren. Bis 67<br />

waren wir in Portugal, dann gab es eine<br />

Situation, die ich wieder als reinen Zufall<br />

bezeichne. Portugal hatte zu dieser<br />

Zeit noch Kolonien, was damals von<br />

der kommunistischen Seite kritisiert<br />

wurde, sodass man einen Handelsboykott<br />

gegen das Land errichtete. Die bei<br />

uns umliegenden, damals kommunistischen<br />

Länder wie Ungarn, die Tschechoslowakei,<br />

Rumänien, Bulgarien und<br />

die Sowjetunion waren weinproduzierende<br />

Länder und brauchten Kork. Wir<br />

kamen dann auf die Idee, diesen Ländern<br />

keinen portugiesischen, sondern<br />

österreichischen Kork zu verkaufen. Ich<br />

fuhr nach Wien, gründete 1967 meine<br />

eigene Firma und betreute und bereiste<br />

dann von Wien aus die gesamte osteuropäische<br />

Region aber auch China<br />

und Indien und einige Länder in Afrika.<br />

Und meines Erachtens war alles reiner<br />

Zufall. Hätte es den Handelsboykott<br />

nicht gegeben, wäre ich wahrscheinlich<br />

in Portugal geblieben.<br />

PORTUGAL 035


Fado – the soul<br />

of Portugal<br />

As the sound of destiny, of longing, the<br />

untranslatable saudade, the music genre<br />

Fado has been part of the Portuguese<br />

cultural identity for more than 200 years.<br />

The famous Portuguese Fadista<br />

Carminho gave SOCIETY an insight into<br />

her personal Fado world.<br />

Out of the original Fado houses in Lisbon<br />

with their dimmed rooms lit only<br />

by candlelight, Maria do Carmo de<br />

Carvalho Rebelo de Andrade, known<br />

as Carminho, brings Fado to stages<br />

around the world. Born in Lisbon on<br />

August 20th 1984, she grew up in the<br />

south of Portugal, her mother Teresa<br />

Siqueira being a famous Fado singer<br />

herself. “As there are no traditional<br />

Fado houses in the south, my mother<br />

used to host Fado sessions at our<br />

home, so I grew up being surrounded<br />

by musicians and I experienced<br />

this special atmosphere since a very<br />

young age”, Carminho remembers<br />

in the interview with SOCIETY. The<br />

now 36-year old sang Fado before she<br />

even spoke Portuguese, today it is her<br />

preferred way of expression, her way of<br />

communicating emotions.<br />

THE ORIGINS OF FADO<br />

The music genre Fado can be traced<br />

back to the 1820s, where it developed<br />

in the poorest neighbourhoods close<br />

to the ports of Lisbon, though there<br />

are numerous other theories about its<br />

exact origins. What’s sure about Fado<br />

Photos: Mariana Maltoni<br />

LÄNDER IM FOKUS 036


For Fado it is characteristic that the musical<br />

part is separated from the lyrics, which means<br />

that we can always change the message. This is<br />

what makes Fado so interesting, it is a really old<br />

culture that travels through time.<br />

is that its tunes are mournful and melancholic,<br />

full of desire. The untranslatable<br />

Portuguese term “saudade”<br />

is the most popular theme of Fado,<br />

transmitting a deep and sad longing<br />

or yearning. Generally, the songs and<br />

lyrics can be about anything but have<br />

to follow a certain traditional structure.<br />

“For Fado, it is characteristic that<br />

the musical part is separated from<br />

the lyrics, which means that we can<br />

always change the message.<br />

This is what makes Fado so interesting,<br />

it is a really old culture that<br />

travels through the times”, Carminho<br />

adds. The famed musician writes her<br />

own lyrics but also composes music.<br />

She sometimes finds inspiration in old<br />

songs she discovers on vintage vinyls<br />

or CDs, which she often transforms<br />

into new versions. “This approach is<br />

very typical for Fado, just like it is in<br />

blues or jazz”, she points out. Another<br />

typical feature of Fado is the tradition<br />

of passing it on orally: “We learn Fado<br />

by listening to each other.” In 2011,<br />

Fado was added to UNESCO’s list of<br />

World’s Intangible Cultural Heritage,<br />

with the UNESCO stating that with<br />

“the dissemination of Fado through<br />

emigration and the world music circuit<br />

has reinforced its image as a symbol<br />

of Portuguese identity, leading to<br />

a process of cross-cultural exchange<br />

involving other musical traditions.”<br />

THE PATH TO STARDOM<br />

Before she decided to make music<br />

professionally, Carminho studied<br />

advertising and marketing. Upon<br />

graduation, she worked for an aid<br />

organisation in Cambodia, Peru, India<br />

and East Timor, which was a “turning<br />

point” in her life, as she states in the<br />

interview. “I am so glad that I made<br />

this experience. It liberated me, I<br />

gained a sense of independence and<br />

my confidence improved a lot. Furthermore,<br />

during that time it became<br />

clear to me that I wanted to make<br />

music professionally and not just as a<br />

hobby.” Today, Carminho is said to be<br />

the “new star of Fado” and one of the<br />

most talented and innovative Fado<br />

singers of her generation. So far, she<br />

published five albums, the last one<br />

called “Maria”, for which she travelled<br />

back to her childhood days. “I tried to<br />

recreate the feelings I had back then,<br />

combining them with my current<br />

emotions”, she explains. Being the<br />

most personal of her albums yet, she<br />

wrote the majority of the songs herself<br />

and she also produced it.<br />

Throughout her career, she worked<br />

together with numerous well-known<br />

artists, among them the Spanish<br />

singer-songwriter Pablo Alborán<br />

or the Brazilian superstars Milton<br />

Nascimento, Marisa Monte and Chico<br />

Buarque. Following an invitation of<br />

the family of Tom Jobim, one of the<br />

world’s greatest composers, Carminho<br />

recorded the album „Carminho<br />

canta Tom Jobim“ (2016) together<br />

with the last band that accompanied<br />

Jobim live. Asked about the personal<br />

highlights of her career so far, she<br />

says that there are too many to count.<br />

“More than I could have ever dreamt<br />

of”, she smiles. “I published my albums<br />

without any pressure and without anyone<br />

telling me how to do it and I had<br />

collaborations with incredible artists,<br />

which has always been a completely<br />

overwhelming experience”, she goes<br />

on. Carminho now performed on<br />

every continent of this planet, with<br />

the concerts in Austria being some<br />

of her favourites. “For me, the Viennese<br />

Konzerthaus is one of the most<br />

beautiful places to play music at”. She<br />

especially appreciates the interest the<br />

Austrian audience is showing towards<br />

new kinds of music and different ways<br />

of expression and she hopes to come<br />

back soon.<br />

In the future, she just wants to stay<br />

focused on her work. “I learned not to<br />

have too many expectations because<br />

that’s better for me. Everything good<br />

happened to me without even dreaming<br />

about it and life has been so kind<br />

to me that I think it would be unfair to<br />

ask for even more”, she concludes.<br />

PORTUGAL<br />

037


SOCIETY<br />

Geheimtipps:<br />

Portugiesische<br />

Küche<br />

für Feinschmecker<br />

Vom Fernweh gepackt, trauert wohl so mancher Portugal-<br />

Liebhaber den kulinarischen Verführungen der letzten Reise<br />

nach. Glücklicherweise werden auch in Wien wahre Highlights<br />

der portugiesischen Küche serviert: Durch folgende<br />

Lokale und Delikatessen-Geschäfte lässt sich das Warten<br />

auf den nächsten Urlaub aushalten.<br />

CASA PORTUGUESA<br />

Seit 1996 handelt Casa Portuguesa unter dem Namen<br />

„Selection Mauricio“ mit Weinen, Bieren und Spirituosen<br />

aus Portugal. Mit „Casa Portuguesa“ ist ein Laden gemeint,<br />

der portugiesische Waren für PortugiesInnen, fernab von<br />

Portugal verkauft, um „Saudade“ (Heimweh) zu lindern.<br />

Perfekt geeignet sowohl für Wein-KennerInnen als auch für<br />

AnfängerInnen.<br />

www.casaportuguesa.at<br />

LOJA PORTUGUEZ<br />

Diejenigen, die ihre kulinarischen Souvenirs aus dem letzten<br />

Portugalurlaub bereits aufgebraucht haben, finden in den<br />

Regalen des charmanten Feinkostladens Loja Portuguez im<br />

18. Bezirk Abhilfe: Hier wartet eine Vielzahl direkt importierter<br />

Produkte, darunter Gourmet-Fischkonserven, hochwertige<br />

Öle, Wein und Espresso bis hin zu Keramik- und Glaswaren.<br />

www.lojaportuguez.com<br />

Fotos: www.somomaitamas.hu, Loja Portuguez, Senor Vinho, Best of Portugal, Casa Portuguesa<br />

LÄNDER IM FOKUS 038


SOCIETY<br />

BEST OF PORTUGAL<br />

Wenn zwar das Sommerwetter stimmt, aber der Urlaub<br />

noch nicht geplant ist, findet man im „Best of Portugal“ –<br />

einem Spezialisten für portugiesische Produkte im 3. Wiener<br />

Bezirk – eine kleine Flucht aus dem Alltag: Mit einem gekühlten<br />

Gläschen Porto und weiteren portugiesischen Delikatessen<br />

und Köstlichkeiten kann auch das Home-Office zum<br />

kulinarischen Höhenflug werden.<br />

www.bestofportugal.at<br />

SENHOR VINHO<br />

Mitten im fünften Bezirk findet man im Senhor Vinho traditionelle<br />

portugiesische Küche, herzliche Gastfreundschaft und<br />

auch die ein oder andere spontane Fado-Einlage. Himmlische<br />

Weine, frische Fischgerichte und saisonale Spezialitäten<br />

machen den authentischen Familienbetrieb zu einem<br />

echten Geheimtipp.<br />

www.senhorvinho.at<br />

PORTUGAL<br />

039


A place for exchange<br />

and cooperation<br />

In an interview with SOCIETY Magazine, César Valentim<br />

Rodrigues, president of the Austrian-Portuguese<br />

Association (ÖPG), spoke about the association’s goals,<br />

future ambitions and its many offers.<br />

You have been the president of the<br />

Austrian-Portuguese Association<br />

since 2019 – what are the association’s<br />

goals under your chairmanship?<br />

Our association is dedicated to<br />

strengthening bilateral relations and<br />

cultural understanding, sharing knowledge<br />

and promoting Portugal in Austria<br />

and vice versa. My goal is to create<br />

a welcoming place for the Portuguese<br />

citizens in Vienna as well as a chance<br />

for cultural exchange with Austrian<br />

Portugal-lovers. The ÖPG should be a<br />

place where the connection between<br />

the two countries becomes part of our<br />

daily life. Additionally, it is important<br />

to mention that we try to embrace all<br />

Portuguese speaking countries in our<br />

activities. For the future, we hope to<br />

enforce language exchange and cultural<br />

exchange even more, to attract<br />

more members and to build a legacy.<br />

I would really like to have more young<br />

people involved with the association;<br />

at times it can be difficult to work with<br />

children and teenagers because they<br />

do not identify with Portugal as much,<br />

especially if they were born and raised<br />

in Austria. Before Covid-19, we counted<br />

170 memberships – some of them<br />

family memberships –, now with many<br />

events being cancelled the number of<br />

active members has dropped noti-<br />

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig<br />

LÄNDER IM FOKUS 040


SOCIETY<br />

The association started out on the strong international bond formed by<br />

5000 Austrian children – the so called „Caritaskinder“ – who were sent to<br />

Portugal in the 1950s to escape the post-war struggles.<br />

ceably. As far as the restrictions allow<br />

it, we are hoping to resume some<br />

gatherings this summer and reignite<br />

our association.<br />

The founding of the ÖPG dates back<br />

to 1965. Can you give some insight on<br />

its history?<br />

The association started out on the<br />

strong international bond formed by<br />

5000 Austrian children –the so-called<br />

“Caritaskinder” – who were sent<br />

to Portugal in the 1950s to escape<br />

the post-war struggles. They were<br />

granted the possibility to spend some<br />

time with Portuguese host-families,<br />

taking a rest from the fatigues they<br />

experienced at home. As soon as the<br />

situation in Austria was stable again,<br />

those kids were able to return, but<br />

many of them kept close contact with<br />

their “second families” and considered<br />

Portugal to be a part of them. After<br />

gathering informally, they founded<br />

the “Clube dos Pequenos Portugueses<br />

em Viena”, which was renamed<br />

to „Clube dos Amigos de Portugal“<br />

(Friends of Portugal Club) in 1965. In<br />

1978, the name was changed again<br />

to “Österreichisch-Portugiesische<br />

Gesellschaft” (Austrian-Portuguese<br />

Association), the association was<br />

accredited a bilateral statute and<br />

became a member of PaN (Partner of<br />

all Nations). This way, a common place<br />

for countless activities of exchange<br />

and cooperation was born. Up until<br />

now, the ÖPG is an important part of<br />

the everyday lives of the Portuguese<br />

living in Austria, but also of Austrian<br />

citizens and everybody else who has<br />

a special connection to Portugal. The<br />

activities we offer, like conferences,<br />

seminars or social events, make a<br />

noteworthy contribution to spread<br />

the Portuguese culture and further<br />

establish the friendly bonds between<br />

our countries.<br />

What other activities and services<br />

does ÖPG offer?<br />

While we offer many cultural and<br />

social services for our members, most<br />

of our events are also open to the general<br />

public. An especially remarkable<br />

event is a product-fair called “Mercadinho<br />

de Portugal”: on a monthly basis<br />

we invite Austrian companies to our<br />

venue to present their Portuguese<br />

products, allowing our members to<br />

learn about the goods and take some<br />

of them home. We also host special<br />

events, for example on the occasion of<br />

the Eurovision Song Contest, football<br />

matches or national holidays. Another<br />

big attraction are our cultural evenings<br />

with book presentations, movie<br />

nights and other cultural opportunities.<br />

One of our most reputable<br />

services are our language courses,<br />

which many Austrian citizens enjoy.<br />

We are one of the few institutions who<br />

offer courses in European Portuguese<br />

in Vienna, with professional language<br />

instructors teaching levels A1 to C1.<br />

We also offer German “Sprachcoaching”<br />

and a free helpline to assist<br />

our non-German speaking members<br />

with daily tasks, like filling out official<br />

documents and forms. In many of our<br />

activities we work in close contact<br />

with the Portuguese Embassy and its<br />

cultural attaché: We help one another<br />

out in promoting each other’s events<br />

as much as we can and are very<br />

thankful for their financial and bureaucratic<br />

support.<br />

What connects Austria and Portugal<br />

in your opinion?<br />

Even though separated by what used<br />

to be a long geographical distance,<br />

the two countries share an extensive<br />

history as well as very similar values.<br />

Our countries have roughly the same<br />

size and number of inhabitants;<br />

Portugal has an Atlantic worldview,<br />

Austria a Central-European one. While<br />

Portugal can learn a lot from the Austrian<br />

governance systems, our shared<br />

mentality of innovation and progress<br />

can help Austria in many other fields,<br />

like scientific research and tourism.<br />

Inside the rooms of the Austrian-Portuguese Association in Piaristengasse in Vienna‘s Josefstadt<br />

PORTUGAL<br />

041


SOCIETY<br />

Afghanistan: Where<br />

the sun is re-arising<br />

H.E. Manizha Bakhtari, Ambassador of<br />

Afghanistan, speaks about the goals and<br />

objectives of her term and the future<br />

prospects of her country.<br />

Your term as Ambassador officially<br />

started in March this year. Which<br />

goals did you set for yourself and<br />

what are the most pressing issues you<br />

would like to work on?<br />

During my term in Vienna, peace-building,<br />

state-building, economic cooperation,<br />

networking with Vienna-based<br />

organizations, serving and protecting<br />

Afghans in our working area, and<br />

safeguarding women’s rights are my<br />

priorities. Afghanistan offers immense<br />

potential for development. Therefore,<br />

lobbying for increased foreign investments<br />

in Afghan businesses and industries<br />

rises to the top of the agenda.<br />

Due to the history of war in my country,<br />

the economy has become dependent<br />

on foreign aid. But if we consider our<br />

optimal location as a conduit of trade<br />

for Central Asia, South Asia, and Europe,<br />

with energy demands, particularly<br />

on energy-rich countries in Central<br />

Asia for energy-hungry countries in<br />

South Asia and Europe, our geography<br />

gains more importance.<br />

Together with our partners, our joint efforts<br />

in the economic field have already<br />

produced large-scale regional projects<br />

such as the TAPI Gas Pipeline or the<br />

CASA 1000 Electricity Transmission<br />

Line for example. Empowering women<br />

remains a critical part of my job as well.<br />

That is why we embed gender values in<br />

our laws and institutional frameworks.<br />

The prolonged violence claimed the<br />

lives of many men, impacting family<br />

structures and their economic realities.<br />

Through our Relief and Recovery<br />

Pillar, we boost women’s capacity to<br />

become professionals. Women are leading<br />

producers of Afghanistan’s major<br />

export commodities—carpets, dried<br />

fruits, saffron and pomegranates. The<br />

quality of these products can compete<br />

globally. However, we need access to<br />

those markets. Peace and stability also<br />

contribute to economic growth. Designing<br />

peace negotiations with Afghans<br />

in the lead ensures two invaluable<br />

outcomes. First, an Afghan-led peace<br />

process remains the optimal method<br />

of imbuing our people with a sense of<br />

ownership. Second, Afghans are the<br />

best advocate for their interests.<br />

In this vein, women should be at the<br />

negotiating table. The international<br />

community frequently promulgates<br />

this ideal, so we anticipate broad<br />

support, particularly from powerful<br />

women. Afghanistan still needs broad<br />

support, so networks are imperative.<br />

Vienna bears significant weight in<br />

international gatherings. Consequently,<br />

deeper ties with Vienna-based<br />

organizations would prove advantageous<br />

for us. All the components of my<br />

agenda contribute to one overarching<br />

vision: to portray the true image of<br />

Afghanistan; a country with the drive<br />

and potential to become peaceful and<br />

prosperous.<br />

The bilateral relations between Afghanistan<br />

and Austria date back to the<br />

1950s – how would you describe the<br />

current connections between the two<br />

countries?<br />

We have developed our relations<br />

across sectors—culture, sports, trade,<br />

but we intend to deepen this relationship.<br />

Our shared reverence for the<br />

same ideals—democracy, pluralism,<br />

human rights, and rule of law—facilitates<br />

this objective. Both countries<br />

aim to sustain growth, jobs, basic<br />

social services, peace, stability, and<br />

democracy in Afghanistan. Afghanistan<br />

is grateful for Austria’s development<br />

assistance throughout the past<br />

years. Its recent contribution of two<br />

million Euros in assistance through<br />

the International Committee of the<br />

Red Cross (ICRC) was an immense<br />

help. Like many developing countries,<br />

our strides towards our next level of development<br />

faltered due to this global<br />

crisis. However, the vital support of our<br />

allies helped us combat COVID-19 in<br />

Afghanistan.<br />

Foto: SOCIETY/Pobaschnig<br />

NEW AMBASSADORS<br />

042


SOCIETY<br />

How many Afghans are living in Austria<br />

and how is the Embassy engaging<br />

with them?<br />

Almost 43.000 Afghans reside in Austria.<br />

Our team in Vienna exerts every<br />

effort to facilitate their integration<br />

into Austrian society. I regularly meet<br />

with individuals, Austrian officials, and<br />

Vienna-based organizations. Afghan<br />

migrants who arrived in Austria as part<br />

of the 2015-2020 wave still struggle.<br />

They lack appropriate documentation<br />

and identification. Our organized<br />

conferences for Afghans, particularly<br />

those seeking asylum, provide correct<br />

and relevant information about Austrian<br />

institutions and society. We try to<br />

impart to them crucial values of their<br />

host-country, easing their assimilation<br />

to Austria. Certainly, the global<br />

refugee crisis is complex and sensitive.<br />

Dismantling the stigma surrounding<br />

Afghans in Austria is imperative. We<br />

are aware of how the yellow press and<br />

some political parties portray immigrants.<br />

These false narratives distract<br />

us from our collective agenda – protecting<br />

the rights of refugees facing<br />

incredible hardships. The support and<br />

protection Austria has provided for<br />

Afghans abroad as well as its contributions<br />

to integration and reintegration<br />

programs for Afghans abroad are<br />

sincerely appreciated. A successful<br />

reintegration program partly relies on<br />

a strong and stable Afghanistan, allowing<br />

us to welcome back any Afghan<br />

emigrants effortlessly.<br />

Afghanistan has a difficult past – what<br />

are your personal wishes and visions<br />

for your country’s future?<br />

I wish that in the future, Afghanistan<br />

attains peace and prosperity. I envision<br />

a society where everybody exercises<br />

equal rights and people can live together<br />

without any fear of persecution<br />

and I am not alone in my desire for this<br />

future. Since 2001, Afghanistan marks<br />

an era of reformation. People under<br />

the age of 35 comprise 75% of our<br />

population. This generation lives in our<br />

country with democracy as the norm.<br />

They have enjoyed more educational<br />

and professional opportunities. Notably,<br />

women’s status in society has risen.<br />

President Ashraf Ghani stands behind<br />

these women and stressed that guaranteeing<br />

them respect and protection<br />

is non-negotiable. We seek to preserve<br />

these accomplishments. We will never<br />

sacrifice them for anything, even pressure<br />

from the Taliban. We aim to achieve<br />

lasting peace through an Afghan-led<br />

process. Yet, we require support to<br />

preserve our gains from the last 19 years.<br />

These triumphs include embedded<br />

democratic values in the public, preservation<br />

of constitutional mandates,<br />

specifically equal rights, and strengthened<br />

institutions of the republic. Of<br />

course, free and fair elections lead to<br />

the republic’s legitimacy and strength.<br />

Moreover, we continue to eradicate<br />

corruption and instill transparency<br />

in our institutions regardless of level<br />

or scope. Having studied journalism<br />

myself, I tried to introduce literary-journalism<br />

and ethics in Afghanistan. I was<br />

the very first person who raised these<br />

two subjects in my country. Free media<br />

and a flourishing society are present.<br />

We have done a lot to make the roots<br />

of democracy endure in this republic<br />

and we wish to convey the true image<br />

of Afghanistan to the media.<br />

AFGHANISTAN<br />

043


Ireland: A Land of History,<br />

Culture and Innovation<br />

SOCIETY Magazine spoke with the Ambassador<br />

of Ireland, H.E. Eoin O’Leary, about the Irish-<br />

Austrian relationship, the age of digitalization<br />

and the effects and challenges of Brexit.<br />

Austria and Ireland have long-standing<br />

ties. What are the key areas in<br />

which the two countries are currently<br />

cooperating and on which areas<br />

would you, as Ambassador, like to<br />

work on?<br />

Both countries have very long-standing<br />

relations indeed. Saint Virgil, who<br />

settled in Salzburg in the seventh century,<br />

was Irish, as well as St. Coloman,<br />

who was the patron saint of Austria for<br />

several hundred years. Furthermore,<br />

during the Habsburg Monarchy, a<br />

whole range of Irish military officers<br />

and officials came to Austria after<br />

fleeing Ireland during what was known<br />

as „The Flight of the Wild Geese“.<br />

Nowadays, we share many common<br />

policies. We are both militarily neutral<br />

for instance and we are both members<br />

of the European Union. Austria and<br />

Ireland have both benefitted greatly<br />

from the process of European Integration.<br />

In addition, both countries<br />

have pursued policies that encourage<br />

enterprise and innovation. Regarding<br />

cooperation, I would like to see Irish<br />

food and drinks and Irish business making<br />

further advances in the Austrian<br />

market. We have world class beef and<br />

dairy products and I look forward to<br />

introducing these to the Austrian consumer.<br />

I would also love to see more<br />

Austrian tourists visiting Ireland. Before<br />

the COVID-19 crisis, Ireland was<br />

receiving around ten million tourists<br />

Fotos: SOCIETY/Pobschnig<br />

NEW AMBASSADORS<br />

044


SOCIETY<br />

In the late 1960s, Ireland had around 300.000 farmers in a<br />

workforce of just over a million people. Since then, we have<br />

transformed our society.<br />

every year. Ireland has much to offer<br />

to the Austrian tourist as it provides<br />

many things Austrians appreciate:<br />

from beautiful scenery, green spaces,<br />

hiking-paths and fine-dining to very<br />

niche and solid offerings in the areas<br />

of golf and fishing. The Wild Atlantic<br />

Way, which is a beautiful road stretching<br />

along the west coast from Cork<br />

to Donegal is a must see for all visitors.<br />

In the cultural area, we already have<br />

regular visits by Irish musicians who<br />

perform, train or work here. As Austria,<br />

but particularly Vienna, is the classical<br />

music capital of the world, I hope to<br />

see even more Irish acts coming here.<br />

Furthermore, we encourage Irish and<br />

Austrian students to take advantage<br />

of the Erasmus program. Therefore, I<br />

would also like to see this relationship<br />

deepen between our two countries.<br />

Austrian literature students have a<br />

great interest in studying in Ireland as<br />

we have a very long literary tradition,<br />

which we are actively encouraging.<br />

Interestingly, we have the most Nobel<br />

Prize winners for literature per capita<br />

in the world and many famous authors<br />

like Jonathan Swift, Oscar Wilde and<br />

James Joyce were Irish.<br />

Ireland is known to be a high-techhotspot<br />

with many international<br />

companies such as Google, Apple and<br />

Facebook etc. having operations there.<br />

What are the benefits of hosting<br />

these multinationals in Ireland?<br />

In the late 1960s, Ireland had around<br />

300.000 farmers in a workforce of just<br />

over one million people. Since then,<br />

we have transformed our society. Our<br />

membership of the European Union,<br />

consistent investment in education<br />

and creating an open global economy<br />

has ensured that we are now a leading<br />

player in many key industries.<br />

Perhaps the key to our success has<br />

been that we created a businessfriendly<br />

environment, where we attracted<br />

companies through very clear<br />

regulatory rules, our world class education<br />

system and a strong political<br />

commitment across all governments<br />

to encourage investment. In addition,<br />

our tax regime is clear and transparent.<br />

Ireland is now home to 20 of the<br />

25 top financial services companies in<br />

the world, 17 of the top twenty global<br />

banks, eight of the top ten aircraft<br />

leasing companies, eleven of the top<br />

15 insurance companies, all of the top<br />

ten “born on the internet” companies<br />

and also all of the top ten pharmaceutical<br />

firms. We realise, that we cannot<br />

afford to stand still and are now investing<br />

heavily in the digital economy<br />

and ensuring that all sectors of society<br />

and all regions of the country have full<br />

digital access.<br />

Do you feel like the shift towards<br />

successful digitalization has been<br />

accelerated during the pandemic?<br />

I now spend around 70% of my working<br />

life in front of a screen. I am also<br />

accredited as Ambassador to the UN<br />

and practically all UN-meetings are<br />

taking place online since the pandemic<br />

started. The question is whether<br />

we will be able to maintain some of<br />

the positive aspects in terms of hybrid<br />

working, environment etc. even beyond<br />

the pandemic. Generally, Europe<br />

really needs to continue to invest in<br />

innovation, flexibility and new technologies,<br />

be it health technologies, automated<br />

driving or artificial intelligence.<br />

But of course digitalization also brings<br />

challenges: There will be dislocations<br />

in the job market, even though I don’t<br />

think there will be less work all in all. A<br />

real challenge in this regard definitely<br />

is cybercrime. The developments<br />

there are threatening our society and<br />

that is why at the UNODC, we are<br />

trying to agree on a new convention<br />

on cybercrime.<br />

Before coming to Vienna last year,<br />

you have been posted as Ambassador<br />

of Ireland to China and Mongolia.<br />

What was your experience like there?<br />

I think that China is an amazing<br />

country, especially regarding economic<br />

development. In the 1980s, it was<br />

a very underdeveloped country while<br />

it is now the world’s second largest<br />

economy. With this transformation,<br />

they have taken a billion people out of<br />

absolute poverty. On top of that, they<br />

have invested massively in their physical<br />

and social infrastructure. China<br />

now has world-class railway systems<br />

and airports and is moving towards<br />

a cashless society. In addition, there<br />

are nine million students coming out<br />

of university every year. Nevertheless,<br />

like every country, they obviously have<br />

their challenges and we would like<br />

to see China integrate more into the<br />

world in terms of economic integration<br />

but also in terms of joining other<br />

countries tackling human rights<br />

issues.<br />

Which impact does Brexit have on<br />

Ireland and how would you describe<br />

the significance of the EU for your<br />

country?<br />

Ireland has been a major beneficiary of<br />

the process of European Integration.<br />

Our EU membership has helped Ireland<br />

and its people transform our society.<br />

We were disappointed therefore,<br />

when the British people voted to leave<br />

the EU. We have worked with the other<br />

EU Member States to minimise the<br />

impact of Brexit and are hopeful that<br />

the agreements reached between the<br />

UK and the EU can ensure that Britain<br />

and Europe can enjoy a strong bilateral<br />

relationship. We are committed to<br />

ensuring that the Peace Process, the<br />

common travel area between the UK<br />

and Ireland and Ireland’s own status<br />

and achievements within the European<br />

Union are protected.<br />

IRELAND<br />

045


SOCIETY<br />

Embracing natural<br />

synergies<br />

SOCIETY Magazine spoke with H.E. Kairat<br />

Umarov, Ambassador of Kazakhstan to Austria,<br />

about potential fields of cooperation, future<br />

alliances and his country’s transformation.<br />

Kazakhstan was the first country in<br />

Central Asia with which Austria established<br />

diplomatic relations. How are<br />

bilateral relations today and where do<br />

you as Ambassador see the greatest<br />

potential for cooperation?<br />

Bilateral relations between our two<br />

countries are excellent: Kazakhstan<br />

is actually the only country in the<br />

area which has an Austrian Embassy<br />

and trade representation. Respectively,<br />

here in Austria we have seven<br />

honorary consuls who are constantly<br />

cultivating our connection. Laudably,<br />

the tie between the two countries is<br />

not only established on a capital-tocapital<br />

level, but a lot of networking is<br />

happening on a regional level as well.<br />

As Ambassador, I would like to enforce<br />

cooperation between Kazakhstan and<br />

Austria in countless fields, nevertheless<br />

it is important to line out one’s<br />

priority areas: The most substantial<br />

goal is certainly strengthening the<br />

economy and investments between<br />

our two countries. At the moment,<br />

more than 40 Austrian companies are<br />

working in Kazakhstan – a solid number,<br />

which we would nevertheless like<br />

to see increase. Austria is our ninthlargest<br />

trade partner in the EU, with a<br />

yearly Kazakhstani-Austrian business<br />

council uniting our respective trade<br />

circles. The council is operating in<br />

different working groups on transport<br />

and infrastructure, hydro-energy and<br />

alternative energy as well as medical<br />

equipment. I think of all of these sectors<br />

as important areas for promising<br />

collaborations. As a Eurasian state,<br />

Kazakhstan has an important geographical<br />

position, especially as a transit<br />

country to China and other neighbouring<br />

states: A connection to Kazakhstan<br />

opens the gate to huge new<br />

markets. Moreover, we can draw on a<br />

lot of potential in human resources,<br />

people are very young, talented and<br />

well educated.<br />

Making use of this upward-dynamic<br />

we would like to see more exchange<br />

among students and medical workers<br />

as well as an increased cooperation in<br />

technology and science. In addition,<br />

our two countries are connected by<br />

an almost forgotten, but nevertheless<br />

interesting fact: In October of 1991,<br />

the first Austrian Cosmonaut Franz<br />

Viehböck and the Kazakhstani Cosmonaut<br />

Toqtar Äubäkirow embarked<br />

on their first journey to space together.<br />

This year we are celebrating the<br />

30th anniversary of this event. Overall,<br />

I am convinced that our countries<br />

have a lot of synergies; it is only natural<br />

to develop those ties and seize all<br />

our mutual opportunities.<br />

Very recently, the EU and Kazakhstan<br />

agreed to deepen their energy ties.<br />

How important is a strengthened<br />

cooperation between the two parties<br />

and how will future energy ties look<br />

like?<br />

The green energy and economy sector<br />

offers exciting chances for collective<br />

action. Kazakhstan is very rich in fossil<br />

fuels, yet we are aware that the future<br />

belongs to clean energy. We are actively<br />

pursuing wind and solar energy,<br />

making good use of our 360 sunny<br />

days per year. Our president is very<br />

active on this issue and by 2050, half of<br />

our energy could be covered by green<br />

sources. Austria is very advanced as far<br />

as renewable energy solutions are concerned,<br />

so a transfer of technologies<br />

and knowledge is absolutely desirable.<br />

Actually, three years ago the first<br />

mosque in the world with a positive<br />

energy balance was built in our capital<br />

by an Austrian company. Speaking of<br />

sustainability, the agricultural sector in<br />

Kazakhstan holds potential for possible<br />

alliances as well; in tune with the spirit<br />

of green economy, we are not aiming<br />

for a more industrialized production,<br />

but rather focus on ecologically friendly<br />

and sustainable farming.<br />

Kazakhstan’s history is strongly entwined<br />

with the ancient Silk Road. The<br />

Foto: SOCIETY/Pobaschnig<br />

NEW AMBASSADORS<br />

046


SOCIETY<br />

revival of this historic trade route has<br />

been a long discussed topic. What is<br />

the current status in this regard?<br />

Undoubtedly, the Silk Road is a crucial<br />

part of our past and future as a country.<br />

However, we started streamlining<br />

our transit capacities even before the<br />

belt initiative. The transport of goods<br />

from China to Europe takes forty to<br />

sixty days by sea, but just seven by<br />

land, which is why we are currently<br />

working on expanding and digitalizing<br />

our railway and highway systems. We<br />

are closely connected to the rapidly<br />

growing free trade zone on the border<br />

to China and have easy access to<br />

Europe by way of the Caspian Sea.<br />

Due to this geographical advantage<br />

Kazakhstan is considered to be the<br />

buckle on the belt from China to Europe.<br />

At this point I would like to add<br />

that Austria is a historical gateway to<br />

Europe as well: If we can join hands on<br />

our transit potentials, something really<br />

meaningful can be created. Anyway,<br />

it must be mentioned that the Silk<br />

Road is not only limited to trade, but<br />

also promotes interchange of knowledge,<br />

education and culture. As an<br />

Embassy, we are keen on indulging in<br />

this spirit, broadcasting our country’s<br />

rich and diverse culture and creating<br />

opportunities for cultural and artistical<br />

exchange: Over the past years, we<br />

have organized days of Kazakhstan<br />

in Austria and vice versa, for November<br />

we are planning a concert of a<br />

traditional Kazakhstani symphonic<br />

orchestra in Vienna.<br />

This year, Kazakhstan is celebrating<br />

its 30th anniversary of independence.<br />

Which transformations has the country<br />

undergone since then and what<br />

are the visions of the future of the<br />

country?<br />

The last 30 years have been quite a<br />

journey for us. After the collapse of<br />

the Soviet Union we found ourselves<br />

disconnected from the rest of the<br />

world, with an inflation rate of 2000%<br />

and many nuclear testing grounds and<br />

military installations on our soils. What<br />

came next were extensive reforms and<br />

a colossal overall transformation. The<br />

first President of Kazakhstan, Nursultan<br />

Nazarbayev’s vision on transforming<br />

the country into a modern state with a<br />

peaceful and predictable foreign policy<br />

was crucial. After we stirred the planning<br />

economy into a market system, in<br />

not even one generation, Kazakhstan<br />

managed to become an upper-middle<br />

income country and one of the most<br />

advanced territories in the area. Under<br />

the main principle of mutual beneficence<br />

we attracted more international<br />

investments than all our neighbouring<br />

areas combined. Our new president<br />

Kassym-Jomart Tokayev is very active<br />

on youth and women’s empowerment<br />

issues; moving the country further<br />

towards a functioning democracy.<br />

Hand in hand with our independence,<br />

we celebrate the 30th anniversary<br />

of the closure of the nuclear testing<br />

ground Semipalatinsk. One and a half<br />

million people are still suffering from<br />

the nuclear exposure, which is why the<br />

topic of non-proliferation of nuclear<br />

weapons is very dear to us. Kazakhstan<br />

is the country that most successfully<br />

voluntarily got rid of nuclear weapons<br />

and Austria is an important ally in upkeeping<br />

this vision.<br />

KAZAKHSTAN<br />

047


SOCIETY<br />

A journey into<br />

the future<br />

Since 1997, Welcome to Austria organizes social<br />

events for spouses of diplomats and international<br />

civil servants. Co-founder Gabrielle Schallenberg<br />

gave a very personal insight into her life<br />

and the story behind the association.<br />

Co-founder, first vice-president and<br />

la doyenne of Welcome to Austria,<br />

Gabrielle Schallenberg, opened the<br />

doors to her private home for a talk<br />

about some of the most interesting<br />

moments of her life, about living<br />

abroad, hosting important and influential<br />

people from all over the world<br />

and about her ideas of a post-corona<br />

restart of Welcome to Austria here in<br />

Vienna. Mag. Gerti Tauchhammer, the<br />

publisher of SOCIETY magazine and<br />

board member since the foundation,<br />

and Mag. Clarissa Mayer-Heinisch<br />

have been invited to listen and learn<br />

from the elegant and ageless lady.<br />

The big green gate opens slowly, we<br />

walk up a flight of stairs and there, honorable<br />

Mrs. Gabrielle Schallenberg is<br />

awaiting us, welcoming guests just as<br />

she did her entire life. Born at the very<br />

beginning of the Second World War,<br />

she grew up in a castle owned by her<br />

mother in Aargau, Switzerland. She<br />

remembers her early years as a kind<br />

of paradise, although the family had<br />

to face the hardships of war. Later she<br />

spent her school years in Zurich and<br />

some time in Cambridge, New York<br />

and Colombia. Shortly after her return<br />

to Europe in the early 1970s, Gabrielle<br />

Schallenberg met the love of her life<br />

– Wolfgang. At that time, he already<br />

worked as a diplomat and his career,<br />

which led him from many posts as an<br />

Ambassador to the years in Vienna as<br />

a highly respected General Secretary<br />

in the Ministry of Foreign Affairs, had<br />

just begun. “We got to know each<br />

other because we both loved books”,<br />

she says with a twinkle in her eyes.<br />

Thinking back to the first years of her<br />

new marriage, the birth of her son<br />

Alexander, who now serves as Foreign<br />

Minister of Austria, the time in New<br />

Delhi comes to her mind. “We had a<br />

lovely time there”, she says and talks<br />

about her friendship with “wonderful<br />

Indian ladies”, with whom as President<br />

of JWC, she set up a huge<br />

cultural program for the so called<br />

“International Women’s Club”. It was<br />

during this time, that Gabrielle Schallenberg<br />

experienced the importance<br />

of understanding and exploring the<br />

country one is temporarily living in<br />

and getting in touch with the international<br />

community.<br />

One of the posts as Ambassador took<br />

Wolfgang and his wife Gabrielle to<br />

Paris in 1988. “Bienvenue en France”<br />

immediately asked her to join when<br />

she arrived there. “Bienvenue en<br />

Belgique”, the original club, was set<br />

up in 1957, when the EU was founded<br />

in Brussels. Once again, she enjoyed<br />

the programs offered and got herself<br />

involved in setting up different events.<br />

No wonder that she was the one who<br />

founded Welcome to Austria once<br />

she was back in Vienna. Together with<br />

Benita Ferrero Waldner, Secretary of<br />

State at that time, she established the<br />

association and she was responsible<br />

for the statutes, found a name and<br />

logo and organized the first board<br />

members.<br />

All of this happened in 1997, and ever<br />

since that time, Welcome to Austria<br />

has been active in attracting the<br />

relatives of diplomats and international<br />

civil servants who are accredited<br />

in Austria. Gabrielle Schallenberg has<br />

always been creative in organizing<br />

tours and activities related to the<br />

rich Austrian cultural life. One of the<br />

very first trips was an excursion to the<br />

Waldviertel and some of its famous<br />

castles and monasteries, as well as<br />

meetings with the owners of Rappottenstein<br />

and Rastenburg, a visit to the<br />

Austrian Masonic Museum Rosenau<br />

and a guided tour through the cloister<br />

of Zwettl given by the abbot. Furthermore,<br />

she invited people to discussions<br />

with well-known scientists, artists<br />

or architects and organized glimpses<br />

into private art collections.<br />

DIPLOMATIE<br />

048


SOCIETY<br />

All of this happened in 1997, and ever since that time, Welcome to<br />

Austria has been active in attracting the relatives of diplomats and<br />

international civil servants who are accredited in Austria.<br />

Gabrielle Schallenberg fulfilled the<br />

important role of President for 15 years<br />

and until today, aged 83, she has<br />

always been interested and involved<br />

in whatever the association plans<br />

or does. Asked for advice on how to<br />

start off again after the many months<br />

of corona virus related restrictions,<br />

postponed or canceled programs<br />

and get-togethers, she suggests a big<br />

party at the Liechtenstein Museum<br />

which is “among the most important<br />

private museums of the world. The<br />

pieces of art kept in the palais are<br />

outstanding, especially the Golden<br />

Carriage in the big entrance hall<br />

which tells us much about the history<br />

of the last centuries”, Schallenberg<br />

states. Leaving Gabrielle Schallenberg’s<br />

beautiful home, we are impressed<br />

by her spirit, her enthusiasm, her<br />

knowledge and her empathy. It is a<br />

mission for all of us members of the<br />

board of Welcome to Austria to carry<br />

on her standards.<br />

WELCOME TO AUSTRIA<br />

BOARD MEMBERS:<br />

Mag. Alexander Schallenberg,<br />

Minister of Foreign Affairs, President/<br />

Bundesminister für europäische und<br />

internationale Angelegenheiten,<br />

Präsident<br />

Gabrielle Schallenberg, Honorary<br />

President/Ehrenpräsidentin<br />

Dr. Angelika Saupe-Berchtold, Vice<br />

President/Vizepräsidentin<br />

Aglaë Hagg, Second Vice President/<br />

Zweite Vizepräsidentin<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer, General<br />

Secretary, Schriftführerin<br />

Robert Thum, Treasurer/Kassier<br />

Anne Thun-Hohenstein, Coordinator:<br />

History, Art/Koordinatorin: Geschichte,<br />

Kunst<br />

Dr. Stefanie Winkelbauer, Coordinator:<br />

Applied Arts & Cuisine/Koordinatorin:<br />

Angewandte Kunst & Kulinarik<br />

Dr. Elisabeth Wolff, Coordinator:<br />

Music/Koordinatorin: Musik<br />

Mag. Adelaida Calligaris, Liaison<br />

Officer<br />

Martha Hanreich: Coordinator/Adviser:<br />

Special Exhibitions/Koordinatorin/Beraterin:<br />

Besondere Ausstellungen<br />

Véronique Dorda: Coordinator/Adviser:<br />

Cuisine/Koordinatorin/Beraterin:<br />

Kulinarik<br />

Mag. Clarissa Mayer-Heinisch,<br />

Coordinator/Adviser: Architecture<br />

in Vienna/Koordinatorin/Beraterin:<br />

Architektur in Wien<br />

Mag. Alexander<br />

Schallenberg<br />

Gabrielle Schallenberg<br />

Fotos: Privat, SOCIETY/Schiffl, SOCIETY/Pobaschnig,, Andy Wenzl BKA<br />

Dr. Angelika Saupe-<br />

Berchtold<br />

Dr. Elisabeth Wolff<br />

Aglaë Hagg<br />

Mag. Adelaida Calligaris<br />

Mag. Gertrud<br />

Tauchhammer<br />

Martha Hanreich<br />

Robert Thum<br />

Véronique Dorda<br />

Anne Thun-Hohenstein<br />

Mag. Clarissa Mayer-<br />

Heinisch<br />

Dr. Stefanie Winkelbauer<br />

DIPLOMATIE<br />

049


SOCIETY<br />

Ambassadors‘ Caleidoscope<br />

121 bilateral Ambassadors are representing their countries in Austria.<br />

SOCIETY presents them with name, picture and day of accreditation.<br />

Ambassadors resident in Vienna. Last update: June 2021<br />

AFGHANISTAN<br />

ARGENTINA<br />

BELARUS<br />

ALBANIA<br />

ALGERIA<br />

ANDORRA<br />

ANGOLA<br />

H.E Ms. Manizha Bakhtari<br />

since 07.01.2021<br />

Kärnter Ring 17/12-15, 1010<br />

Vienna<br />

Tel. +43 1 402 10 06<br />

embassy@afghanistan-vienna.org<br />

www.afghanistan-vienna.org<br />

H.E. Mr. Roland Bimo<br />

since 14.03.2014<br />

Prinz-Eugen-Straße 18/1/5<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 328 86 56<br />

embassy.vienna@mfa.gov.al<br />

www.kryeministria.al<br />

H.E. Ms. Faouzia Mebarki<br />

since 24.05.2016<br />

Rudolfinergasse 18<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 369 88 53<br />

algerianembassy.vienna@algerische-botschaft.at<br />

www.algerische-botschaft.at<br />

H.E. Mr. Jaume Serra Serra<br />

since 13.01.2020<br />

Kärntner Ring 2A/13<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 961 09 09<br />

ambaixada_austria@govern.ad<br />

H.E Ms. Teodolinda Rosa<br />

Rodrigues Coelho<br />

since 24.05.2018<br />

Leonard-Bernstein-Str. 10,<br />

1220 Vienna<br />

Tel. +43 1 718 74 88<br />

embangola-viena@embangola.at<br />

www.embangola.at<br />

ARMENIA<br />

AUSTRALIA<br />

AZERBAIJAN<br />

BANGLADESH<br />

H.E. Mr. Gustavo Eduardo<br />

Ainchil<br />

since 03.03.2021<br />

Wattmanngasse 28,<br />

1130 Vienna<br />

Tel. +43 1 533 84 63<br />

embargviena@embargviena.at<br />

H.E. Mr. Armen Papikyan<br />

since 19.03.2019<br />

Hadikgasse 28,<br />

1140 Vienna<br />

Tel. +43 1 522 74 79<br />

officearmaustria@mfa.am<br />

H.E. Mr. Richard<br />

Travers Sadleir<br />

since 28.10.2019<br />

Mattiellistraße 2-4<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 506 74 0<br />

vienna.Embassy@dfat.gov.au<br />

www.austria.embassy.gov.au<br />

H.E. Mr. Galib Israfilov<br />

since 28.09.2011<br />

Hügelgasse 2<br />

1130 Vienna<br />

Tel. +43 1 403 13 22<br />

vienna@mission.mfa.gov.az<br />

www.azembassy.at<br />

H.E. Mr. Muhammad Abdul<br />

Muhith<br />

since 22.07.2020<br />

Peter-Jordanstraße 50<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1368 1111<br />

mission.vienna@mofa.gov.bd<br />

www.bangladootvienna.gov.bd<br />

BELGIUM<br />

BOLIVIA<br />

BOSNIA AND HERZEGOVINA<br />

BRAZIL<br />

H.E. Mr. Andrei Dapkiunas<br />

since 30.09.2020<br />

Hüttelbergstraße 6, 1140<br />

Vienna<br />

Tel. +43 1 419 96 30<br />

austria@mfa.gov.by<br />

austria.mfa.gov.by<br />

H.E. Mr. Ghislain<br />

Jean M. D‘Hoop<br />

since 19.09.2018<br />

Schönburgstraße 10<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 502 07 0<br />

vienna@diplobel.fed.be<br />

diplomatie.belgium.be/austria<br />

Ms. Maria Lourdes Espinoza<br />

Patino<br />

Interim Chargé d’Affaires<br />

since 03.08.2006<br />

Prinz-Eugen-Strasse 18/1/10A<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 587 46 75<br />

embolaustria@embajada-bolivia.at<br />

www.embajada-bolivia.at<br />

H.E. Mr. Kemal Kozaric<br />

since 06.11.2018<br />

Tivoligasse 54<br />

1120 Vienna<br />

Tel. +43 1 811 85 55<br />

bhbotschaft@bhbotschaft.at<br />

www.bhbotschaft.at<br />

H.E. Mr. Jose Antonio<br />

Marcondes De Carvalho<br />

since 07.12.2018<br />

Pestalozzigasse 4/2<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 512 06 31<br />

brasemb.viena@itamaraty.gov.br<br />

www.viena@itamaraty.gov.br<br />

Fotos: Privat, BMEIA, Roland Anton Laub (KF Berlin), ÖB Teheran, Bmeia/mahmoud, Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs,, Fotostudio Floyd, Clemens Schwarz<br />

AMBASSADORS FROM A TO Z<br />

050


SOCIETY<br />

BULGARIA<br />

COSTA RICA<br />

DENMARK<br />

H.E. Mr. Ivan Stoyanov Sirakov<br />

since 02.03.2017<br />

Schwindgasse 8<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 31 13<br />

amboffice@embassybulgaria.at<br />

H.E. Mr. Alejandro Solano<br />

Ortiz<br />

since 6.11.2018<br />

Floßgasse 7/1/3-4, 1020 Vienna<br />

Tel. +43 1 263 38 24<br />

embcr-at@rree.go.cr<br />

H.E. Mr. René Rosager Dinesen<br />

since 19.09.2018<br />

Führichgasse 6, 1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 512 79 04<br />

vieamb@um.dk<br />

www.oestrig.um.dk<br />

BURKINA FASO<br />

CÔTE D’IVOIRE<br />

DOMINICAN REPUBLIC<br />

H.E. Mr. Dieudonne Kere<br />

since 31.01.2017<br />

Strohgasse 14c/5<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 503 82 64<br />

s.r@abfvienne.at<br />

www.abfvienne.at<br />

H.E. Mr. Roger Alberic Kacou<br />

since 08.01.2018<br />

Leopold-Ungar Platz 2-3-<br />

32+333<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 581 00 76<br />

secretariat.autriche@diplomatie.<br />

gouv.ci<br />

www.ambaciaut.org<br />

H.E. Ms. Laura Faxas<br />

since 05.07.2021<br />

Prinz-Eugen-Straße 18<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 85 55<br />

embajada@embrepdom.at<br />

CANADA<br />

CROATIA<br />

DPR KOREA<br />

H.E. Ms. Heidi Alberta Hulan<br />

since 09.10.2017<br />

Laurenzerberg 2/III<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1531 38 30 00<br />

vienn@international.gc.ca<br />

www.kanada.at<br />

H.E. Mr. Daniel Glunčić<br />

since 13.01.2020<br />

Rennweg 3<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 485 95 24<br />

croemb.bec@mvep.hr<br />

at.mfa.hr<br />

H.E. Mr. Kang Il Choe<br />

since 14.03.2020<br />

Beckmanngasse 10-12,<br />

1140 Wien<br />

Tel. +43 1 894 23 13<br />

d.v.r.korea.botschaft@chello.at<br />

CHILE<br />

CUBA<br />

ECUADOR<br />

Mr. Alfredo Patricio Tapia<br />

Escobedo<br />

Chargé d´Affaires a.i.<br />

since 19.04.2021<br />

Lugeck 1/III/10<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 512 92 08<br />

echile.austria@minrel.gob.cl<br />

H.E. Ms. Loipa Sanchez<br />

Lorenzo<br />

since 15 .11.2019<br />

Kaiserstraße 84/1/1<br />

1070 Vienna<br />

Tel. +43 1 877 81 98<br />

secembajador@ecuaustria.at<br />

misiones.minrex.gob.cu/Austria<br />

Mr. Ivan Fernando Garces<br />

Burbano<br />

Chargé d´Affaires a.i.<br />

since 29.10.2020<br />

Goldschmiedgasse 10/205,<br />

1010 Wien<br />

Tel. +43 535 32 08, 535 32 18<br />

mission@ecuadorvienna.at<br />

CHINA<br />

CYPRUS<br />

EGYPT<br />

H.E. Mr. Li Xiaosi<br />

since 05.10.2016<br />

Metternichgasse 4<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 714 3149<br />

chinaemb_at@mfa.gov.cn<br />

www.chinaembassy.at<br />

H.E. Ms. Elena Rafti<br />

since 10.07.2018<br />

Neulinggasse 37/4<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 513 06 30<br />

office@cyprusembassy.at<br />

H.E. Mr. Mohamed El-Molla<br />

since 12.09.2020<br />

Hohe Warte 50-54<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 370 81 04<br />

egyptembassyvienna@<br />

egyptembassyvienna.at<br />

www.egyptembassyvienna.at<br />

COLOMBIA<br />

H.E. Mr. Miguel Camilo<br />

Ruiz Blanco<br />

since 19.09.2018<br />

Stadiongasse 6-8/15<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 405 42 49<br />

eaustria@cancilleria.gov.co<br />

CZECH REPUBLIC<br />

H.E. Ms. Ivana Cervenkova<br />

since 16.04.2018<br />

Penzinger Straße 11-13<br />

1140 Vienna<br />

Tel. +43 1 899 580 111<br />

vienna@embassy.mzv.cz<br />

www.mzv.cz/vienna<br />

EL SALVADOR<br />

H.E. Ms. Julia Emma Villatoro<br />

Tario<br />

since 13.01.2020<br />

Prinz-Eugen-Straße 72/2/1<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 38 74<br />

elsalvador@embasal.at<br />

www.rree.gob.sv<br />

AMBASSADORS FROM A TO Z<br />

051


SOCIETY<br />

ESTONIA<br />

GREECE<br />

INDONESIA<br />

FINLAND<br />

FRANCE<br />

GEORGIA<br />

GERMANY<br />

GHANA<br />

H.E. Mr. Toomas Kukk<br />

since 19.09.2018<br />

Wohllebengasse 9/12<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 503 77 61 11<br />

embassy@estwien.at<br />

www.estemb.at<br />

H.E. Ms. Pirkko Mirjami<br />

Hämäläinen<br />

since 07.01.2019<br />

Opernring 3-5/6<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 535 03 65<br />

sanomat.wie@formin.fi<br />

www.finnland.at<br />

H.E. Mr. Gilles Pécout<br />

since 17.09.2020<br />

Technikerstraße 2,<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 502 75 0<br />

secretariat.vienne-amba@<br />

diplomatie.gouv.fr<br />

www.ambafrance-at.org<br />

H.E. Ms. Ketevan Tsikhelashvili<br />

since 05.07.2020<br />

Rudolfsplatz 2/1/8<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 403 98 48<br />

vienna.emb@mfa.gov.ge<br />

H.E .Mr. Ralf Beste<br />

since 18.09.2019<br />

Gauermanngasse 2-4<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 711 54 0<br />

info@wien.diplo.de<br />

www.wien.diplo.de<br />

H.E. Mr. Philbert Abaka Johnson<br />

since 03.03.2021<br />

Günthergasse 2, Top 9/10,<br />

1090 Vienna<br />

Tel. +43 644 9978 6936<br />

vienna@mfa.gov.gh<br />

GUATEMALA<br />

HONDURAS<br />

HOLY SEE<br />

HUNGARY<br />

INDIA<br />

H.E. Ms. Catherine Koika<br />

since 14.06.2019<br />

Argentinierstraße 14,<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 506 15<br />

gremb@griechischebotschaft.at<br />

mfa.gr/missionsabroad/austria<br />

H.E. Mr. Manuel Estuardo<br />

Roldan Barillas<br />

since 07.12.2018<br />

Prinz Eugen Straße 18 / Top 7,<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 714 35 70<br />

embajada@embaguate.co.at<br />

Ms. Lesly Amalia Sanchez<br />

Moncada<br />

Chargé d‘Affaires<br />

since 01.10.2018<br />

Schwindgasse 5/1/5,<br />

1040 Vienna<br />

Tel. (+43 / 1) 503 21 30<br />

embajada@hondurasviena.at<br />

Nuntius Archbishop<br />

H.E. Mr. Archbishop Pedro<br />

López Quintana<br />

since 14.06.2019<br />

Theresianumgasse 31,<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 13 27<br />

nuntius@nuntiatur.at<br />

www.nuntiatur.at<br />

H.E. Mr. Andor Nagy<br />

since 19.09.2018<br />

Bankgasse 4-6,<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 537 80 300<br />

mission.vie@mfa.gov.hu<br />

www.becs.mfa.gov.hu/deu<br />

H.E. Mr. Jaideep Mazumdar<br />

since 30.06.2020<br />

Kärntner Ring 2,<br />

1015 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 86 66<br />

emb.vienna@mea.gov.in<br />

www.indianembassy.at<br />

IRAN<br />

IRAQ<br />

IRELAND<br />

ISRAEL<br />

ITALY<br />

H.E. Mr. Darmansjah Djumala<br />

since 04.07.2017<br />

Gustav-Tschermak-Gasse 5-7<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 476 23 0<br />

wina.kbri@kemlu.go<br />

www.kbriwina.at<br />

H.E. Mr. Abbas Bagherpour<br />

Ardekani<br />

since 30.06.2020<br />

Jauresgasse 9,<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 712 26 50<br />

public@iranembassy-wien.at<br />

www.vienna.mfa.ir<br />

H.E. Mr. Baker Fattah Hussen<br />

Hussen<br />

since 14.06.2019<br />

Johannesgasse 26 (P.O.Box 322),<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 713 81 95<br />

office@iraqembassy.at<br />

H.E. Mr. Eoin O‘Leary<br />

since 03.03.2021<br />

Rotenturmstraße 16-18<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 715 42 46 10<br />

vienna@dfa.ie<br />

www.dfa.ie/austria<br />

H.E. Mr. Mordechai Denis Paul<br />

Rodgold<br />

since 28.11.2019<br />

Anton-Frank-Gasse 20, 1180<br />

Vienna<br />

Tel. +43 1 476 46 0<br />

ambassador-assist@vienna.gov.il<br />

www.vienna.mfa.gov.il<br />

H.E. Mr. Sergio Barbanti<br />

since 5.12.2017<br />

Rennweg 27,<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 712 51 21<br />

ambasciata.vienna@esteri.it<br />

www.ambvienna.esteri.it<br />

Fotos: Privat, BMEIA, Roland Anton Laub (KF Berlin), ÖB Teheran, Bmeia/mahmoud, Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs,, Fotostudio Floyd,, Bmeia/mahmoud, Bmeia/mahmoud, SOCIETY/Pobaschnig, Clemens Schwarz<br />

AMBASSADORS FROM A TO Z<br />

052


SOCIETY<br />

JAPAN<br />

KYRGYZSTAN<br />

LITHUANIA<br />

H.E. Mr. Akira Mizutani<br />

since 13.01.2020<br />

Heßgasse 6,<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 531 92 0<br />

info@wi.mofa.go.jp<br />

www.at.emb-japan.go.jp<br />

H.E. Mr. Bakyt Dzhusupov<br />

since 10.05.2017<br />

Invalidenstraße 3/8<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 535 03 79<br />

kgembassy.at@mfa.gov.kg<br />

H.E. Mr. Donatas Kuslys<br />

since 07.12.2018<br />

Löwengasse 47/4<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 718 54 67<br />

amb.at@urm.lt<br />

www.urm.lt/at<br />

JORDAN<br />

LAOS<br />

LUXEMBOURG<br />

H.E. Ms. Leena Nayef<br />

Shaher Al Hadid<br />

since 19.09.2018<br />

Rennweg 17/4, 1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 405 10 25/26<br />

info@jordanembassy.at<br />

www.jordanembassy.at<br />

H.E. Mr. Sithong Chitnhothinh<br />

since 07.01.2019<br />

Sommerhaidenweg 43<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 890 2319 11<br />

laoembassyinvienna@<br />

hotmail.com<br />

www.laoembassyvienna.gov.la<br />

H.E. Mr. Marc Albert<br />

Ungeheuer<br />

since 09.10.2017<br />

Sternwartestraße 81<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 478 21 42<br />

vienne.amb@mae.etat.lu<br />

www.vienne.mae.lu/ge<br />

KAZAKHSTAN<br />

LATVIA<br />

MALAYSIA<br />

H.E. Mr Kairat Umarov<br />

since 03.03.2021<br />

Prinz Eugenstr. 32<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 890 800 810<br />

embassy@kazakhstan.at<br />

www.kazakhstan.at<br />

H.E. Ms. Veronika Erte<br />

since 09.10.2017<br />

Stefan-Esders-Platz 4<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 403 31 12<br />

embassy.austria@mfa.gov.lv<br />

www.mk.gov.lv/en<br />

H.E. Mr. Ganeson<br />

Sivagurunathan<br />

since 16.04.2018<br />

Floridsdorfer Hauptstraße 1-7,<br />

PeakVienna 24. Floor<br />

1210 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 10 42<br />

embassy@embassymalaysia.at<br />

KENYA<br />

LEBANON<br />

MALTA<br />

H.E. Mr. Robinson Njeru<br />

Githae<br />

since 28.11.2019<br />

Andromeda Tower,<br />

Donau-City-Straße 6<br />

1220 Vienna,<br />

Tel. +43 1 712 39 19<br />

office@kenyaembassyvienna.at<br />

kenyaembassyvienna.at/de/<br />

H.E. Mr. Ibrahim Assaf<br />

since 5.12.2017<br />

Oppolzergasse 6/3<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 533 88 21/22<br />

embassy.lebanon@inode.at<br />

H.E. Ms. Natasha Meli<br />

Daudey<br />

since 06.11.2018<br />

Opernring 5/1<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 586 50 10<br />

maltaembassy.vienna@gov.mt<br />

KOSOVO<br />

LIBYA<br />

MOROCCO<br />

H.E. Mr. Lulzim Pllana<br />

since 25.02.2020<br />

Goldeggasse 2/15<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 503 11 77<br />

embassy.austria@rks-gov.net<br />

www.ambasada-ks.net/at/<br />

H.E. Mr. Jalal E.A. Alashi<br />

since 28.11.2019<br />

Blaasstraße 33<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 367 76 39<br />

ambassadorsoffice@libyanembassyvienna.at<br />

H.E. Mr. Azzeddine Farhane<br />

since 10.07.2019<br />

Hasenauerstraße 57<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 586 66 51<br />

emb-pmissionvienna@<br />

morocco.at<br />

KUWAIT<br />

LIECHTENSTEIN<br />

MEXICO<br />

H.E. Mr. Sadiq Marafi<br />

since 17.10.2013<br />

Strassergasse 32<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 405 56 46<br />

embassy@kuwaitembassy.at<br />

www.kuwaitembassy.at<br />

H.H. Ms. Maria-Pia Kothbauer<br />

Prinzessin v.u.z.L.<br />

since 11.12.1997<br />

Löwelstraße 8/7<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 535 92 11<br />

info@vie.llv.li<br />

www.wien.liechtenstein.li<br />

H.E. Mr. Luis Javier<br />

Campuzano Piña<br />

since 30.06.2020<br />

Renngasse 5, 1. OG, Tür 5 + 6<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 310 73 83<br />

embaustria@sre.gob.mx<br />

embamex.sre.gob.mx/austria/<br />

AMBASSADORS FROM A TO Z 053


SOCIETY<br />

MOLDOVA<br />

NEPAL<br />

OMAN<br />

Mr. Alexandru Simionov<br />

Chargé d´Affaires a.i. since<br />

16.08.2017<br />

Löwengasse 47/10, 1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 961 10 30<br />

vienna@moldmission.at<br />

www.austria.mfa.md<br />

Ms. Illa Mainali<br />

Chargé d´Affaires<br />

since 21.02.2021<br />

Schwindgasse 5/1/6,<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 235 02 75 01<br />

mission@nepalmission.at<br />

H.E. Mr. Yousuf Ahmed<br />

Hamed Al Jabri<br />

since 07.01.2019<br />

Währinger Straße 2 / Top 24-25<br />

1090 Wien<br />

Tel. +43 1 310 86 434<br />

vienna@omanembassy.at<br />

MONGOLIA<br />

NEW ZEALAND<br />

ORDER OF MALTA<br />

MONTENEGRO<br />

MYANMAR<br />

NAMIBIA<br />

NETHERLANDS<br />

H.E. Ms. Battungalag<br />

Gankhuurai<br />

since 10.05.2017<br />

Fasangartengasse 45<br />

1130 Vienna<br />

Tel. +43 1 535 28 07/12<br />

vienna@mfa.gov.mn<br />

www.embassymon.at<br />

H.E. Mr. Zeljko Perovic<br />

since 16.04.2018<br />

Lothringerstraße 14-16/11/3<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 512 08 99<br />

austria@mfa.gov.me<br />

www.gov.me/naslovna<br />

H.E. Mr. San Lwin Min Thein<br />

(designated)<br />

since 07.12.2020<br />

Donau-City-Straße 6,<br />

Andromeda Tower Top 9.OG/1<br />

1220 Vienna<br />

Tel. +43 1 26 69 105<br />

myanmarembassy.vienna@<br />

gmail.com<br />

www.myanmarembvienna.at<br />

H.E. Ms. Nada Kruger<br />

since 19.03.2019<br />

Zuckerkandlgasse 2<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 402 93 71<br />

nam.emb.vienna@speed.at<br />

www.embnamibia.at<br />

H.E.Mr. Albert Hendrik<br />

Gierveld<br />

since 18.09.2019<br />

Opernring 5<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 589 39<br />

wen@minbuza.nl<br />

www.nederlandwereldwijd.nl/<br />

landen/oostenrijk<br />

NICARAGUA<br />

NIGERIA<br />

NORTH MACEDONIA<br />

NORWAY<br />

H.E. Ms. Nicole Jocelyn<br />

Roberton<br />

since 10.05.2017<br />

Mattiellistraße 2-4/3<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 3021<br />

nzemb@aon.at<br />

www.nzembassy.com/austria<br />

H.E. Ms. Sabra Amari Murillo<br />

Centeno<br />

since 05.07.2021<br />

(Konsularabteilung in Wien,<br />

Botschaftersitz in GENF),<br />

Ebendorferstraße 10/3/12<br />

1010 Wien<br />

Tel. +43 1 403 18 38<br />

embanicviena@chello.at<br />

H.E. Mr. Suleiman Dauda<br />

Umar<br />

since 05.07.2021<br />

Rennweg 25, Postfach 183,<br />

1030 Wien<br />

Tel. +43 1 712 66 86<br />

info@nigeriaembassyvienna.com<br />

www.nigeriaembassyvienna.com<br />

H.E. Mr. Nenad Kolev<br />

since 19.03.2019<br />

Kinderspitalgasse 5/2<br />

1090 Wien<br />

Tel. +43 1 524 87 56<br />

vienna@mfa.gov.mk<br />

www.mfa.gov.mk<br />

H.E. Ms. Kjersti Ertresvaag<br />

Andersen<br />

since 16.04.2018<br />

Reisnerstraße 55-57<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 71 660<br />

emb.vienna@mfa.no<br />

www.norwegen.or.at<br />

PAKISTAN<br />

PALESTINIAN TERRITORIES<br />

PANAMA<br />

PARAGUAY<br />

H.E. Mr. Sebastian Prinz von<br />

Schoenaich-Carolath<br />

since 16.04.2018<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

Tel. +43 1 512 13 47<br />

austriaembassy@orderofmalta.<br />

int<br />

www.orderofmalta.int<br />

H.E. Mr. Aftab Ahmad Khokher<br />

since 30.09.2020<br />

Hofzeile 13<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 368 73 81<br />

parepvienna@mofa.gov.pk<br />

www.mofa.gov.pk/austria<br />

H.E. Mr. Salahaldin Abdalshafi<br />

since 22.10.2013<br />

Josefsgasse 5<br />

1080 Vienna<br />

Tel. +43 1 408 82 02<br />

office@palestinemission.at<br />

www.palestinemission.at<br />

H.E. Mr. Dario Ernesto Chiru<br />

Ochoa<br />

since 05.07.2021<br />

Goldschmiedgasse 10/403<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 587 23 47<br />

embpanamaaustria@mire.gob.pa<br />

H.E Mr. Juan Francisco Facetti<br />

Fernandez<br />

since 14.06.2019<br />

Prinz-Eugen-Straße 18/1/3A<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 46 74<br />

embaparaustria@mre.gov.py<br />

Fotos: Privat, BMEIA, Roland Anton Laub (KF Berlin), ÖB Teheran, Bmeia/mahmoud, Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs,, Fotostudio Floyd, SOCIETY/Salas -Torrero, Clemens Schwarz<br />

AMBASSADORS FROM A TO Z<br />

054


SOCIETY<br />

PERU<br />

RUSSIAN FEDERATION<br />

SOUTH AFRICA<br />

H.E. Mr. Eric Edgardo<br />

Guillermo Anderson Machado<br />

since 06.11.2018<br />

Mahlerstraße 7/22<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 713 43 77<br />

embajada@embaperu.at<br />

H.E. Mr. Dmitrii Liubinskii<br />

since 07.10.2015<br />

Reisnerstraße 45-47<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 712 12 29<br />

info.austria@mid.ru<br />

www.rusemb.at<br />

H.E. Mr. Rapulane Sydney<br />

Molekane<br />

since 10.07.2019<br />

Sandgasse 33<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 320 64 93<br />

vienna.bilateral@dirco.gov.za<br />

www.suedafrika-botschaft.at<br />

PHILIPPINES<br />

SAN MARINO<br />

REPUBLIC OF KOREA<br />

Ms. Deena Joy Amatong<br />

Chargé d´Affaires a.i.<br />

since 17.01.2019<br />

Donau-City-Straße 11, (ARES<br />

Tower 20/21. Etage)<br />

1220 Wien<br />

Tel. +43 1 533 24 01<br />

office@philippine-embassy.at<br />

viennape.dfa.gov.ph/<br />

H.E. Ms. Elena Molaroni<br />

since 17.09.2008<br />

Prinz Eugen Strasse 16/2/31,<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 941 59 69<br />

rsmvienna@gmail.com<br />

H.E. Mr. Chae-Hyun Shin<br />

since 10.07.2019<br />

Gregor-Mendel-Straße 25<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 478 19 91<br />

austria@mofa.go.kr<br />

www.overseas.mofa.go.kr/at-en/<br />

index.do<br />

POLAND<br />

SAUDI ARABIA<br />

SPAIN<br />

H.E. Ms. Jolanta Roza<br />

Kozlowska<br />

since 5.12.2017<br />

Hietzinger Hauptstraße 42c<br />

1130 Vienna<br />

Tel. +43 1 870 15 100<br />

wieden.amb.sekretariat@<br />

msz.gov.pl<br />

www.gov.pl/web/austria<br />

His Royal Highness Prince Abdullah<br />

Bin Khaled Bin Sultan<br />

Bin Abdulaziz Al Saud<br />

since 18.09.2019<br />

Formanekgasse 38, 1190<br />

Vienna<br />

Tel. +43 1 367 25 31<br />

saudiembassy@saudiembassy.at<br />

H.E. Ms. Cristina Fraile Jiménez<br />

de Muñana<br />

since 03.03.2021<br />

Argentinierstraße 34<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 57 88<br />

emb.viena@maec.es<br />

www.exteriores.gob.es/<br />

Embajadas/VIENA/<br />

PORTUGAL<br />

SERBIA<br />

SRI LANKA<br />

H. E. Mr. Antonio Almeida<br />

Ribeiro<br />

since 5.12.2017<br />

Opernring 3/1<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 586 75 36<br />

viena@mne.pt<br />

H.E. Mr. Nebojsa Rodic<br />

since 19.09.2018<br />

Ölzeltgasse 3/7<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 713 25 95<br />

srb.emb.austria@mfa.rs<br />

www.vienna.mfa.rs<br />

H.E. Mr. Majintha Joseph<br />

Priye Jayesinghe<br />

since 30.06.2020<br />

Weyringergasse 33-35 (4.<br />

Stock)<br />

1040 Wien<br />

Tel. +43 1 503 79 88<br />

slemb.vienna@mfa.gov.lk<br />

www.srilankaembassy.at<br />

QATAR<br />

SLOVAKIA<br />

SUDAN<br />

H.E. Mr. Sultan Salmeen S.B.<br />

Al-Mansouri<br />

since 18.09.2019<br />

Schottenring 10 (Top 7a,b,c)<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 310 49 50<br />

katar.botschaft@mofa.gov.qa<br />

H.E. Mr. Peter Misik<br />

since 09.10.2017<br />

Armbrustergasse 24<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 318 90 55/200<br />

emb.vieden@mzv.sk<br />

www.mzv.sk/vieden<br />

Ms. Safa Mohammed<br />

Sekainy Ahmed<br />

Chargé d´Affaires a.i.<br />

since 13.09.2020<br />

Reisnerstraße 29/5<br />

1030 Wien<br />

Tel. +43 1 710 23 43 – 45<br />

sudanivienna@<br />

prioritytelecom.biz<br />

www.sudanivienna.at<br />

ROMANIA<br />

SLOVENIA<br />

SWEDEN<br />

H.E. Mr. Emilio Horátiu<br />

Hurezeanu<br />

since 05.07.2021<br />

Prinz-Eugen-Straße 60<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 32 27<br />

viena@mae.ro<br />

www.viena.mae.ro<br />

H.E.Mr. Aleksander Gerzina<br />

since 05.07.2021<br />

Kolingasse 12<br />

1090 Vienna<br />

Tel. +43 1 319 11 60<br />

sloembassy.vienna@gov.si<br />

www.dunaj.veleposlanistvo.si<br />

H.E. Ms. Mikaela Ruth Gunilla<br />

Kumlin Granit<br />

since 06.11.2018<br />

Liechtensteinstraße 51<br />

1090 Vienna<br />

Tel. +43 1 217 53 0<br />

ambassaden.wien@gov.se<br />

www.swedenabroad.com/wien<br />

AMBASSADORS FROM A TO Z 055


SOCIETY<br />

SWITZERLAND<br />

TURKMENISTAN<br />

UZBEKISTAN<br />

H.E. Mr. Walter Haffner<br />

since 5.12.2017<br />

Prinz Eugen-Strasse 9a<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 795 05 0<br />

vie.vertretung@eda.admin.ch<br />

www.schweizerbotschaft.at<br />

H.E. Mr. Silapberdi Nurberdiev<br />

since 28.09.2011<br />

Argentinierstraße 22/II/EG<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 503 64 70/72<br />

info@botschaft-turkmenistan.at<br />

www.botschaft-turkmenistan.at<br />

H.E. Mr. Abat Fayzullaev<br />

since 30.09.2020<br />

Pötzleinsdorferstraße 49<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 315 39 94<br />

embassy@usbekistan.at<br />

www.usbekistan.at<br />

SYRIA<br />

UKRAINE<br />

VENEZUELA<br />

TAJIKISTAN<br />

THAILAND<br />

TUNISIA<br />

TURKEY<br />

Mr. Hasan Khaddour<br />

Chargé d´Affaires a.i.<br />

since 26.04.2021<br />

Daffingerstraße 4<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 533 46 33<br />

syrianembassyvienna@utanet.at<br />

H.E. Mr. Idibek Kalandar<br />

since 5.12.2017<br />

Hutweidengasse 47<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 409 82 66<br />

info@tajikembassy.at<br />

www.tajikembassy.at<br />

H.E. Ms. Morakot Sriswasdi<br />

since 14.06.2019<br />

Cottagegasse 48<br />

1180<br />

Tel. +43 1 478 33 35<br />

embassy@thaivienna.at<br />

www.thaiembassy.at<br />

H.E. Mr. Mohamed Mezghani<br />

since 24.05.2018<br />

Sieveringerstraße 187<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 44 02 144/148<br />

at.vienne@aon.at<br />

www.atunisie-at.org<br />

H.E. Mr. Ozan Ceyhun<br />

since 25.02.2020<br />

Prinz-Eugen-Straße 40<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 505 73 38/0<br />

botschaft.wien@mfa.gov.tr<br />

www.vienna.emb.mfa.gov.tr<br />

UNITED ARAB EMIRATES<br />

UNITED KINGDOM<br />

UNITED STATES<br />

URUGUAY<br />

H.E. Mr. Olexander Scherba<br />

since 10.12.2014<br />

Naaffgasse 23<br />

1180 Vienna<br />

Tel. +43 1 479 71 72 11<br />

emb_at@mfa.gov.ua<br />

www.ukremb.at<br />

H.E. Mr. Ibrahim Salim Mohamed<br />

Al Musharrakh<br />

since 07.10.2019<br />

Chimanistraße 36<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 368 14 55<br />

ViennaEMB@mofaic.gov.ae<br />

H.E. Mr. Robert Leigh Turner<br />

since 05.10.2016<br />

Jauresgasse 12<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 716 13 0<br />

press@britishembassy.at<br />

www.ukinaustria.fco.gov.uk<br />

Ms. Robin Dunnigan<br />

Chargé d‘Affaires a.i.<br />

since 14.08.2017<br />

Boltzmanngasse 16<br />

1090 Vienna<br />

Tel. +43 1 313 39<br />

ViennaUSEmbassy@state.gov<br />

at.usembassy.gov/de/<br />

H.E. Mr. Juan Carlos Ojeda<br />

Viglione<br />

since 18.09.2019<br />

Mahlerstrasse 11/2/2<br />

1010 Vienna<br />

Tel. +43 1 535 66 36<br />

uruaustria@mrree.gub.uy<br />

VIETNAM<br />

YEMEN<br />

H.E. Mr. Jesse Alonso<br />

Chacon Escamillo<br />

since 23.02.2016<br />

Prinz-Eugen-Straße 72/1<br />

1040 Vienna<br />

Tel. +43 1 712 26 38<br />

embajada@austria.gob.ve<br />

www.austria.gob.ve<br />

H.E. Mr. Trung Kien Nguyen<br />

since 05.07.2021<br />

Felix-Mottl-Straße 20<br />

1190 Vienna<br />

Tel. +43 1 368 07 55<br />

mission@vietnamembassy.at<br />

H.E. Mr. Haytham<br />

Abdulmomen Hassan<br />

Shoja‘aadin<br />

since 31.01.2017<br />

Reisnerstraße 18-20/3-4<br />

1030 Vienna<br />

Tel. +43 1 503 29 30<br />

embassy@yemenembassy.at<br />

Fotos: Privat, BMEIA, Roland Anton Laub (KF Berlin), ÖB Teheran, Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs, Fotostudio Floyd, Bmeia/mahmoud, Clemens Schwarz<br />

AMBASSADORS FROM A TO Z<br />

056


SOCIETY<br />

Ambassadors Caleidoscope<br />

New Accreditations<br />

Ambassadors resident in Vienna. Last update: June 2021<br />

Afghanistan<br />

Argentina<br />

H.E. Manizha BAKHTARI<br />

Born on September 15, 1972<br />

EDUCATION<br />

Master’s degree in Persian Language and Literature, University<br />

of Kabul, Afghanistan<br />

Bachelor’s degree in Journalism, University of Kabul,<br />

Afghanistan<br />

H.E. Gustavo Eduardo AINCHIL<br />

Born on February 9, 1959<br />

EDUCATION<br />

Studies of Law, University of Barcelona, Spain<br />

CAREER<br />

1985-1987: Treaties Directorate, MFA<br />

CAREER<br />

2001-2009: Gender and Human Rights Officer, Cooperation<br />

Center for Afghanistan<br />

2004-2015: Assistant Lecturer and Professor, Faculty of<br />

Journalism, University of Kabul, Afghanistan<br />

2007-2009: Chief of Staff to the Minister, Ministry of Foreign<br />

Affairs, Kabul, Afghanistan<br />

2009-2015: Ambassador of Afghanistan in Nordic Countries,<br />

Oslo, Norway<br />

2015-2016: Ministry of Foreign Affairs, Kabul, Afghanistan<br />

Since 2018: Salvation Army, Belkin House, Vancouver,<br />

British Columbia<br />

Since 2018: Ishtar Women’s Resource <strong>Society</strong>, Vancouver,<br />

British Columbia<br />

Since March 2021: Ambassador of Afghanistan to Austria<br />

1988-1991: Former Directorate of Nuclear Affairs and Disarmament,<br />

MFA<br />

1991: Delegation of Argentina to the Conference on Disarmament,<br />

Geneva<br />

1992-1997: Embassy of Argentina to Uruguay<br />

1997-1999: Secretariat for International Economic Affairs,<br />

MFA<br />

1999-2007: Permanent Mission of Argentina to the United<br />

Nations, New York<br />

2007-2016: Director for International Security and Nuclear<br />

and Space Affairs, MFA<br />

2016-2020: Permanent Representative of Argentina to the<br />

International Civil Aviation Organization Council<br />

2018-2019: Chairperson of the Working Group on Governance<br />

and Efficiency<br />

2020: First Vice President of ICAO Council<br />

Since March 2021: Ambassador of Argentina to Austria<br />

Fotos: HBF, Laura Heinschink, Leona Bauer,, Peter Lechner<br />

AMBASSADORS<br />

058


SOCIETY<br />

Ghana<br />

Ireland<br />

H.E. Philbert Abaka JOHNSON<br />

Born on August 22, 1967<br />

EDUCATION<br />

1994: Master’s degree in International Affairs, Legon Centre<br />

for International Affairs & Diplomacy, Ghana<br />

2005: Master’s degree of International Law and Economics,<br />

World Trade Institute, Berne, Switzerland<br />

CAREER<br />

2013-2014: Director 1, Asia and Pacific Bureau, Ministry of<br />

Foreign Affairs, Ghana<br />

2014: Director of Diaspora Affairs Bureau, Headquarters,<br />

Ministry of Foreign Affairs, Ghana<br />

2014-2017: Minister/Deputy Permanent Representative of<br />

Ghana to the United Nations, New York<br />

2017: Minister and Acting Head of Mission on the Ghana<br />

High Commission, Ottawa<br />

2016-2018: Minister and Deputy Head of mission of the<br />

High Commission of Ghana, Ottawa<br />

2018-2019: Director of Europe Bureau, Headquarters, Ministry<br />

of Foreign Affairs, Ghana<br />

Since March 2019: Director of Africa and Regional Integration<br />

Bureau and Head of the ECOWAS National Office,<br />

Headquarters, Ministry of Foreign Affairs, Ghana<br />

H.E. Eoin O’ LEARY<br />

Born on May 19, 1959<br />

EDUCATION<br />

1989: Diploma in Legal Studies, King’s Inn, Dublin<br />

1991: Barrister at Law, King’s Inn, Dublin<br />

CAREER<br />

2001-2007: Director General, European and International<br />

Affairs Division, Department of the Prime Minister of<br />

Ireland<br />

2007-2013: Permanent Representative of Ireland to the<br />

OSCE, Vienna Chaired the Human Dimension Committee<br />

in 2008, the Forum for Security Cooperation in 2010 and<br />

the Permanent Council of the Organisation in 2012<br />

2013-2015: Ambassador of Ireland to Russia, Kazakhstan,<br />

Kyrgyzstan, Tajikistan, Turkmenistan, Uzbekistan<br />

2015-2017: Director General, Department of Foreign Affairs,<br />

Dublin, Ireland and Director General, European Union/<br />

European Neighborhood and Policy Division<br />

2017-2020: Ambassador of Ireland to the People’s Republic<br />

of China and Mongolia<br />

Since March 2021: Ambassador of Ireland to Austria and<br />

the International Organizations<br />

Since March 2021: Ambassador of Ghana to Austria<br />

AMBASSADORS<br />

059


SOCIETY<br />

Kazakhstan<br />

Spain<br />

H.E. Kairat UMAROV<br />

Born on January 12, 1963<br />

EDUCATION<br />

1985: Bachelor’s degree in Foreign Languages, National<br />

Pedagogical University Abai Kazakh, Kazakhstan<br />

H.E. Christina FRAILE JIMÉNEZ DE MUNANA<br />

Born on July 22, 1965<br />

EDUCATION<br />

1988: Doctor’s degree in Law, University Complutense de<br />

Madrid, Spain<br />

CAREER<br />

1998-2003: Minister-Counsellor, Embassy of the Republic<br />

of Kazakhstan to the USA<br />

2004: Ambassador-at-Large, Ministry of Foreign Affairs of<br />

the Republic of Kazakhstan, Chief Inspector of the Foreign<br />

Policy Center of the Administration of the President of the<br />

Republic of Kazakhstan<br />

2004-2009: Ambassador Extraordinary and Plenipotentiary<br />

of the Republic of Kazakhstan to the Republic of India<br />

2008-2009: Ambassador Extraordinary and Plenipotentiary<br />

of the Republic of Kazakhstan to the Democratic Socialist<br />

Republic of Sri Lanka concurrently<br />

2009-2013: Deputy Foreign Minister of the Republic of<br />

Kazakhstan<br />

2013-2017: Ambassador Extraordinary and Plenipotentiary<br />

of the Republic of Kazakhstan to the United States of<br />

America<br />

2017-2020: Permanent Representative of the Republic of<br />

Kazakhstan to the United Nations, New York<br />

Since March 2021: Ambassador of the Republic of Kazakhstan<br />

to the Republic of Austria and Permanent Representative<br />

to the International Organizations in Vienna<br />

CAREER<br />

1990: Deputy Chief of Mission, Embassy of Spain, Dakar<br />

1993: Secretary and Head of Administrative Affairs, Embassy of<br />

Spain, Brasilia<br />

1996: Counsellor, Permanent Mission of Spain to the OSCE<br />

(Vienna)<br />

1999-2003: Deputy Head, International Legal Department,<br />

Spanish Foreign Ministry<br />

2003-2006: Deputy head of Mission, Embassy of Spain, New<br />

Delhi<br />

2006-2011: Deputy Head of Mission, Embassy of Spain in<br />

Vienna, Austria<br />

2011-2015: Director, Human Rights Office, Ministry for Foreign<br />

Affairs of Spain<br />

Since 2015: Deputy Chief of Mission, Embassy of Spain in<br />

Washington, D.C<br />

Since March 2021: Ambassador of Spain to Austria<br />

Fotos: HBF, Laura Heinschink, Leona Bauer,, Peter Lechner ; Harald Minich<br />

AMBASSADORS<br />

060


Praktisch ist<br />

auch theoretisch<br />

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Österreich hat mit 194 Staaten diplomatische Beziehungen. In 80<br />

Ländern unterhält der Staat Botschaften, Kulturforen und Generalkonsulate.<br />

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Letztes Update: Juni 2021<br />

ÄGYPTEN, BOTSCHAFT<br />

ARMENIEN, BMEIA<br />

BELGIEN, BOTSCHAFT<br />

Georg Stillfried<br />

Ägypten, Sudan, Eritrea<br />

3 Abu El Feda Straße, 15. Stock,<br />

Zamalek, 11211 Kairo<br />

Tel. (+20 / / 2) 3570 29 75<br />

kairo-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/kairo<br />

Alois Kraut<br />

(mit Sitz in Wien)<br />

c/o BMeiA, Minoritenplatz 8,<br />

A-1010 Wien<br />

Tel. (+43) 501150 – 3263<br />

armenien-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

armenien<br />

Elisabeth Kornfeind<br />

Belgien<br />

Avenue de Cortenbergh 52,<br />

B-1000 Brüssel<br />

Tel. (+32 / 2) 2890-700<br />

bruessel-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

bruessel<br />

ÄGYPTEN, KULTURFORUM<br />

ALBANIEN, BOTSCHAFT<br />

ALGERIEN, BOTSCHAFT<br />

ARGENTINIEN, BOTSCHAFT<br />

Iris Mostegel<br />

Stv. Direktorin, El Nile Street/<br />

Corner 5, Wissa Wassef Street,<br />

5th Floor, Riyadth-Tower, Giza,<br />

11111 Kairo<br />

Tel. (+20 / 2) 3570 29 75<br />

kairo-kf@bmeia.gv.at<br />

www.bmeia.gv.at/kf-kairo<br />

Christian Steiner<br />

Albanien<br />

Rruga Xibrakeve 4,Tirana<br />

Tel. (+355 / 4) 22 74 855, (+355 /<br />

4) 22 74 856<br />

tirana-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/tirana<br />

Peter Elsner-Mackay<br />

Algerien, Niger<br />

17, Chemin Abdelkader Gadouche,<br />

16035 Hydra<br />

Tel. (+213 / 23) 47 28 15<br />

algier-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/algier<br />

Christoph Meran<br />

Argentinien, Paraguay, Uruguay<br />

Calle French 3671, 1425 Buenos<br />

Aires<br />

Tel. (+54 / 11) 4809 5800<br />

buenos-aires-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

buenosaires<br />

ASERBAIDSCHAN, BOTSCHAFT<br />

ÄTHIOPIEN, BOTSCHAFT<br />

AUSTRALIEN, BOTSCHAFT<br />

BELARUS, BOTSCHAFT<br />

Bernd Alexander Bayerl<br />

Aserbaidschan, Georgien<br />

Landmark III, 7. Stock, Nizami<br />

Str. 90A, AZ-1010 Baku<br />

Tel. (+994) 12 465 99 33<br />

baku-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/baku<br />

Roland Hauser<br />

Äthiopien, Dschibuti, Kongo,<br />

Uganda, Südsudan<br />

Nifas Silk Lafto, Woreda 03,<br />

H.No. 535, Addis Abeba<br />

Tel: (+251 / 11) 371 25 80<br />

addis-abeba-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

addisabeba<br />

Wolfgang Strohmayer , Australien,<br />

Fidschi, Kiribati, Marshallinseln,<br />

Mikronesien - Föderierte<br />

Staaten von, Nauru, Neuseeland,<br />

Papua-Neuguinea, Salomonen,<br />

Samoa, Tuvalu, Tonga, Vanuatu, 12<br />

Talbot Street, Forrest, ACT 2603,<br />

Tel. (+61 / 2) 6295 1533 (Amt)<br />

canberra-ob@bmeia.gv.at, www.<br />

aussenministerium.at/canberra<br />

Aloisia Wörgetter<br />

Belarus<br />

Belinskogo Str. 23-329a, 220113<br />

Minsk<br />

Tel. (+375 / 17) 319 05 41<br />

minsk-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

oeb-minsk<br />

BELGIEN, KULTURFORUM<br />

Wilhelm Pfeistlinger<br />

Avenue de Cortenbergh 52,<br />

B-1000 Brüssel<br />

Tel. (+32 / 2) 2890-700<br />

bruessel-kf@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

bruesselkf<br />

www.austrocult.be<br />

BOSNIEN UND HERZEGOWINA, BOTSCHAFT<br />

BRASILIEN, BOTSCHAFT<br />

BULGARIEN, BOTSCHAFT<br />

Ulrike Hartmann<br />

Bosnien und Herzegowina<br />

Dzidzikovac 7, BiH-71000<br />

Sarajewo<br />

Tel. (+387 / 33) 279 400<br />

sarajewo-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

sarajewo<br />

www.austrijska-ambasada.ba<br />

N.N.<br />

Brasilien, Suriname<br />

SES (Setor de Embaixadas Sul),<br />

Av. das Nacoes, Quadra 811 -<br />

Lote 40, 70426-900 Brasilia DF<br />

Tel. (+55 / / 61) 3443 3421<br />

brasilia-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

brasilia<br />

Andrea Wicke<br />

Bulgarien<br />

Boulevard Zar Oswoboditel 13/<br />

Ulica Schipka 4, BG-1000 Sofia<br />

Tel. (+359 / 2) 932 90 32<br />

sofia-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/sofia<br />

Fotos: Privat, BMEIA, Roland Anton Laub (KF Berlin), ÖB Teheran, Bmeia/mahmoud, Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs, Fotostudio Floyd<br />

BOTSCHAFTER ÖSTERREICH<br />

062


SOCIETY<br />

CHILE, BOTSCHAFT<br />

Stephan Vavrik<br />

Barros Errazuriz 1968, 3 piso,<br />

Santiago de Chile<br />

Tel. (+56 / 2) 2223 47 74<br />

santiago-de-chile-ob@bmeia.<br />

gv.at, aussenministerium.at/<br />

santiagodechile,<br />

www.chile-embajadadeaustria.at<br />

DÄNEMARK, BOTSCHAFT<br />

Maria Rotheiser-Scotti<br />

Dänemark, Island<br />

Sölundsvej 1,<br />

DK-2100 Kopenhagen<br />

Tel. (+45) 39 29 41 41<br />

kopenhagen-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

kopenhagen<br />

FRANKREICH, BOTSCHAFT<br />

Michael Linhart<br />

Frankreich, Monaco<br />

6, Rue Fabert, F-75007 Paris<br />

Tel. (+33 / 1) 40 63 30 - 63<br />

paris-ob@bmeia.gv.at<br />

www.amb-autriche.fr,<br />

www.aussenministerium.at/paris<br />

CHINA, BOTSCHAFT<br />

Friedrich Stift<br />

China, Mongolei<br />

Jian Guo Men Wai, Xiu Shui<br />

Nan Jie 5, 100600 Peking<br />

Tel. (+86 / 10) 653 29 869<br />

peking-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

peking<br />

DEUTSCHLAND, BOTSCHAFT<br />

Peter Huber<br />

Deutschland<br />

Stauffenbergstraße 1,<br />

D-10785 Berlin<br />

Tel. (+49 / 30) 202 87-0<br />

berlin-ob@bmeia.gv.at<br />

www.oesterreichische-botschaft.<br />

de, www.aussenministerium.<br />

at/berlin<br />

FRANKREICH, GENERALKONSULAT<br />

Alexander Wojda<br />

29, Avenue de la Paix,<br />

F-67000 Strassburg<br />

Tel. (+33) 388 35 13 94<br />

strassburg-gk@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

strassburggk<br />

CHINA, GENERALKONSULAT<br />

Ernst Karl<br />

2201 Chinachem Tower, 34-37<br />

Connaught Road,<br />

Central Hongkong<br />

Tel. (+852) 2522 80 86<br />

hongkong-gk@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

hongkong<br />

DEUTSCHLAND, GENERALKONSULAT<br />

Josef Saiger<br />

Ismaninger Straße 136,<br />

D-81675 München<br />

Tel. (+49 / 89) 99 815-0<br />

muenchen-gk@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/muenchen,<br />

www.oegkmuenchen.de<br />

FRANKREICH, KULTURFORUM<br />

Marina Chrystoph<br />

17, avenue de Villars,<br />

F-75007 Paris<br />

Tel. (+33 / 1) 47 05 27 10<br />

paris-kf@bmeia.gv.at<br />

www.austrocult.fr<br />

CHINA, GENERALKONSULAT<br />

N.N.<br />

Qi Hua Tower, 3rd floor No. 3A,<br />

1375 Huai Hai Road,<br />

Shanghai 200031<br />

Tel. (+86 / 21) 647 40 268<br />

shanghai-gk@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

shanghaigk<br />

DEUTSCHLAND, KULTURFORUM<br />

Denise Quistorp<br />

Stauffenbergstraße 1,<br />

D-10785 Berlin<br />

Tel. (+49 / 30) 202 87-0<br />

berlin-kf@bmeia.gv.at<br />

www.kulturforumberlin.at<br />

GEORGIEN, BOTSCHAFT<br />

Thomas Mühlmann<br />

Georgien, Griboedov Str. 31<br />

/ Rustaveli Ave. 42, 5. Stock,<br />

0108 Tiflis<br />

Tel. (+995 / 32) 243 44 02<br />

tiflis-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

oeb-tiflis<br />

CHINA, GENERALKONSULAT<br />

Helmut Rakowitsch<br />

Unit 1202, Teem Tower, Teemall,<br />

208 Tianhe Road, Guanghzhou,<br />

510620 Guuangdong<br />

Tel: (+86/20) 85160047<br />

guangzhou@wko.at<br />

wko.at/awo/cn<br />

ESTLAND, BOTSCHAFT<br />

Julius Lauritsch<br />

Estland<br />

Vambola 6, 5. Stock,<br />

EE-10114 Tallinn<br />

Tel. (+372) 627 87 40<br />

tallinn-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

tallinn<br />

GRIECHENLAND, BOTSCHAFT<br />

Hermine Poppeller<br />

Griechenland<br />

4, Vass. Sofias, GR-10674 Athen<br />

Tel. (+30 / 210) 725 72 – 70<br />

athen-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

athen<br />

CHINA, GENERALKONSULAT<br />

Martin Allgäuer<br />

Unit 3603, 36/F, Yanlord Landmark<br />

Tower No.1 Renmin South<br />

Road Section 2, Chengdu<br />

610016<br />

Tel. (+86 / 28) 651 10 621<br />

chengdu-gk@bmeia.gv.at<br />

FINNLAND, BOTSCHAFT<br />

Maximilian Hennig<br />

Finnland<br />

Unioninkatu 22,<br />

00130 Helsinki<br />

Tel. (+358 / 9) 68 18 60-0<br />

helsinki-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

helsinki<br />

HEILIGER STUHL, BOTSCHAFT<br />

Franziska Honsowitz-Friessnigg<br />

Heiliger Stuhl, Malteser<br />

Ritterorden, San Marino<br />

Via Reno 9, I-00198 Rom<br />

Tel. (+39) 06 853 725<br />

heiliger-stuhl-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

heiligerstuhl<br />

BOTSCHAFTER ÖSTERREICH<br />

063


SOCIETY<br />

INDIEN, BOTSCHAFT<br />

ISRAEL, KULTURFORUM<br />

JORDANIEN, BOTSCHAFT<br />

Brigitte Öppinger-Walchshofer<br />

Bangladesch, Bhutan, Indien,<br />

Malediven, Nepal, Sri Lanka<br />

Ep-13, Chandragupta Marg,<br />

Chanakyapuri, New Delhi<br />

110 021<br />

Tel. (+91 / 11) 24 19 27-00<br />

new-delhi-ob@bmeia.gv.at, newdelhi-ka@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

newdelhi<br />

Arno Mitterdorfer<br />

Sason Hogi Tower, Abba Hillel<br />

Silver Street 12, 4. Stock,<br />

Ramat Gan 5250606<br />

Tel. (+972 / 3) 612 0924<br />

tel-aviv-kf@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

telavivkf<br />

Oskar Wüstinger<br />

Jordanien, Irak<br />

Mithqal Al-Fayez Street 36,<br />

Jabal AmmanP.O.B. 830795,<br />

Amman 11183<br />

Tel. (+962 / 6) 460 11 01<br />

amman-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

amman<br />

INDONESIEN, BOTSCHAFT<br />

ITALIEN, BOTSCHAFT<br />

KANADA, BOTSCHAFT<br />

IRAN, BOTSCHAFT<br />

IRAN, KULTURFORUM<br />

IRLAND, BOTSCHAFT<br />

ISRAEL, BOTSCHAFT<br />

Johannes Peterlik<br />

Indonesien, Timor-Leste<br />

Jalan Diponegoro 44, MentengJakarta<br />

Pusat 10310<br />

Tel. (+62 / 21) 23 55 40 05<br />

jakarta-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/jakarta,<br />

www.austrian-embassy.or.id<br />

Stefan Scholz<br />

Iran<br />

Bahonarstr., Moghaddasi Str.,<br />

Zamani Str., Mirvali, Nr. 6 und 8,<br />

Teheran, Niavaran, 19796-33755<br />

Tel. (+98 / 21) 22 75 00 40<br />

teheran-ob@bmeia.gv.at<br />

www.bmeia.gv.at/teheran,<br />

www.otrish.ir<br />

Barbara Grosse<br />

Gesandte, Direktorin<br />

Afghanistan, Iran<br />

Khorramshahr Ave., Arabali<br />

Street, 6th Alley, Nr. 1,<br />

15548-17413 Teheran<br />

Tel. (+98 / 21) 88 76 48 23<br />

teheran-kf@bmeia.gv.at,<br />

kultur@dpimail.net<br />

Thomas Nader<br />

Irland<br />

6 Ailesbury Road, Dublin 4<br />

Tel. (+353 / 1) 269 45 77<br />

dublin-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

dublin<br />

Hannah Liko<br />

Israel<br />

Sason Hogi Tower, Abba Hillel<br />

Silver Street 12, 4. Stock, Ramat<br />

Gan 5250606<br />

Tel. (+972) 3 612 0924<br />

tel-aviv-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

telaviv<br />

ITALIEN, KULTURFORUM<br />

Georg Schnetzer<br />

Viale Bruno Buozzi 113,<br />

I-00197 Rom<br />

Tel. (+39) 06 360837-1<br />

rom-kf@bmeia.gv.at<br />

www.austriacult.roma.it<br />

ITALIEN, GENERALKONSULAT<br />

ITALIEN, KULTURFORUM<br />

JAPAN, BOTSCHAFT<br />

Jan Kickert<br />

Italien<br />

Via Pergolesi 3,<br />

I-00198 Rom<br />

Tel. (+39) 06 844 014-1<br />

rom-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/rom<br />

Clemens Mantl<br />

Piazza del Liberty 8/4,<br />

I-20121 Mailand<br />

Tel. (+39) 02 77 80 78 0<br />

mailand-gk@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

mailandgk<br />

Susanne Ranetzky<br />

Piazza del Liberty 8/4,<br />

I-20121 Mailand<br />

Tel. (+39) 02 77 80 78 03<br />

mailand-kf@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

mailandkf<br />

www.austriacult.milano.it<br />

Elisabeth Bertagnoli<br />

Japan<br />

1-1-20 Moto Azabu, Minato-ku,<br />

Tokyo 106-0046<br />

Tel. (+81 / 3) 34 51 82 81<br />

tokio-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/tokio<br />

KANADA, KULTURFORUM<br />

KASACHSTAN, BOTSCHAFT<br />

KATAR, BOTSCHAFT<br />

KENIA, BOTSCHAFT<br />

Sylvia Meier-Kajbic<br />

Kanada, Jamaika<br />

445 Wilbrod Street, Ottawa,<br />

Ontario K1N 6M7<br />

Tel. (+1 / 613) 789 14 44<br />

ottawa-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

ottawa, www.austro.org<br />

Hannes Machor<br />

445 Wilbrod Street,<br />

Ottawa, Ontario K1N 6M7<br />

Tel. (+1 / 613) 789 14 44<br />

ottawa-kf@bmeia.gv.at<br />

www.austrocult.org<br />

Willy Kempel<br />

Kasachstan, Kirgisistan,<br />

Tadschikistan, Turkmenistan<br />

Kosmonavtov Straße 62, 9.<br />

Stock, Mikrodistrikt Chubary,<br />

010000 Nur-Sultan<br />

Tel. (+7 / 7172) 97 78 69<br />

nur-sultan-ob@bmeia.gv.at<br />

www.bmeia.gv.at/oeb-nur-sultan<br />

Karin Fichtinger-Grohe<br />

Palm Tower B, level 33,<br />

West Bay, DohaPO Box 12011<br />

Tel. (+974) 403 373 00<br />

doha-ob@bmeia.gv.at<br />

www.bmeia.gv.at/oeb-doha<br />

Christian Fellner<br />

Kenia, Burundi, Komoren, Kongo<br />

- Demokratische Republik,<br />

Ruanda, Seychellen, Tansania<br />

- Vereinigte Republik, Somalia,<br />

Sambia, Malawi<br />

Limuru Road 536, Muthaiga,<br />

Nairobi, Tel. (+254 / 20) 406 00<br />

22, nairobi-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

nairobi<br />

Fotos: Privat, BMEIA, Roland Anton Laub (KF Berlin), ÖB Teheran, Bmeia/mahmoud, Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs, Fotostudio Floyd, Fotostudio R.Michael Schuster<br />

BOTSCHAFTER ÖSTERREICH<br />

064


SOCIETY<br />

KOLUMBIEN, BOTSCHAFT<br />

Gerhard Doujak<br />

Kolumbien, Barbados, Ecuador,<br />

Guyana, Panama,<br />

Trinidad und Tobago<br />

Cra. 9 No. 73-44, Of. 402,<br />

Bogotá D.C. CO-110221<br />

Tel. (+57 / 1) 745 2086<br />

bogota-ob@bmeia.gv.at<br />

www.bmeia.gv.at/oeb-bogota<br />

LETTLAND, BOTSCHAFT<br />

Doris Danler<br />

Alberta iela 13, 7th floor,<br />

LV-1010 Riga<br />

Tel. (+371) 672 161 25<br />

lettland-ob@bmeia.gv.at<br />

www.bmeia.gv.at/oeb-riga<br />

MALTA, BOTSCHAFT<br />

Andreas Stadler<br />

Malta<br />

c/o BMEIA, Minoritenplatz 8,<br />

A-1010 Wien<br />

Tel. (+43) 501150<br />

malta-ob@bmeia.gv.at<br />

www.bmeia.gv.at/oeb-malta<br />

KOREA – REPUBLIK, BOTSCHAFT<br />

Wolfgang Angerholzer<br />

Korea - Republik, Korea - Demokratische<br />

Volksrepublik<br />

Kyobo Bldg., 21 Floor, 1, Jong-ro,<br />

Jongno-gu, Seoul 03154<br />

Tel. (+82 / 2) 73 29 071<br />

seoul-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/seoul<br />

LIBANON, BOTSCHAFT<br />

René Amry<br />

Libanon<br />

Tabaris 812 Bldg., 8 th floor,<br />

Avenue Charles Malek, Tabaris<br />

- Achrafieh, Beirut 2071-1606<br />

Tel. (+961 / 1) 21 30 17<br />

beirut-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

beirut<br />

MAROKKO, BOTSCHAFT<br />

Klaus Kögeler<br />

Marokko, Mauretanien<br />

2, rue Tiddas, BP135,<br />

MA-10010 Rabat<br />

Tel. (+212 / 537) 76 16 98<br />

rabat-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/rabat<br />

KOSOVO, BOTSCHAFT<br />

KROATIEN, BOTSCHAFT<br />

Christoph Weidinger<br />

Kosovo<br />

Ahmet Krasniqi 22, Arberia<br />

(Dragodan) I, 10000 Pristina<br />

Tel. (+383 / 38) 24 92 84<br />

pristina-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

pristina<br />

Josef Markus Wuketich<br />

Kroatien<br />

Radnicka cesta 80, 9. Stock,<br />

(Zagreb-Tower),<br />

HR-10000 Zagreb<br />

Tel. (+385 / 1) 488 10 50<br />

agram-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

agram, www.aussenministerium.<br />

at/zagreb<br />

LIBYEN, BOTSCHAFT<br />

LIECHTENSTEIN, BMEIA<br />

Christoph Meyenburg<br />

Libyen<br />

Shara Khalid Ben Walid/Shara<br />

Arismondi, Dahra Area, Garden<br />

City, Tripolis<br />

Tel. (+218 / 21) 44 43 <strong>379</strong><br />

tripolis-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

tripolis<br />

Georg Diwald<br />

Botschafter<br />

Liechtenstein<br />

c/o BMeiA, Minoritenplatz 8,<br />

A-1010 Wien<br />

Tel. (+43) 501150-0<br />

liechtenstein-ob@bmeia.gv.at<br />

MEXIKO, BOTSCHAFT<br />

MEXIKO, KULTURFORUM<br />

Elisabeth Kehrer<br />

Mexiko, Belize, Costa Rica, El<br />

Salvador, Guatemala, Honduras,<br />

Nicaragua<br />

Sierra Tarahumara 420, Colonia<br />

Lomas de Chapultepec, 11000<br />

Mexico D.F. Tel. (+52 / 55) 52 51<br />

08 06, mexiko-kf@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

mexikokf, www.foroculturaldeaustria.com.mx<br />

Ilona Hoyos<br />

Sierra Tarahumara 420, Colonia<br />

Lomas de Chapultepec, 11000<br />

Mexico D.F. Tel. (+52 / 55) 52 51<br />

08 06, mexiko-kf@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

mexikokf, www.foroculturaldeaustria.com.mx<br />

KUBA, BOTSCHAFT<br />

KUWAIT, BOTSCHAFT<br />

Stefan Weidinger<br />

Antigua und Barbuda, Dominica,<br />

Grenada, St. Kitts und Nevis,<br />

St. Lucia, St. Vincent und die<br />

Grenadinen, Venezuela, Kuba,<br />

Dominikanische Republik, Haiti<br />

Avenida 5ta A No. 6617, esq. a<br />

calle 70, Miramar, Havanna<br />

Tel. (+53) 7204 28 25<br />

havanna-ob@bmeia.gv.at<br />

www.bmeia.gv.at/oeb-havanna<br />

Marian Wrba<br />

Bahrain, Kuwait<br />

Daiyah, Area Ahmed Shawki<br />

Street, house Nr. 10, Kuwait<br />

Tel. (+965) 225 52 532<br />

kuwait-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/kuwai<br />

LUXEMBURG, BOTSCHAFT<br />

MALAYSIA, BOTSCHAFT<br />

Melitta Schubert<br />

Luxemburg<br />

3, rue des bains,<br />

1212 Luxemburg<br />

Tel. (+352 / ) 47 11 88<br />

luxemburg-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

luxemburg<br />

Michael Postl<br />

Malaysia, Brunei Darussalam<br />

Suite 10.1-2, Level 10, Wisma<br />

Goldhill, 67, Jalan Raja Chulan,<br />

50200 Kuala Lumpur<br />

Tel. (+60 / 3) 203 004 00<br />

kuala-lumpur-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

kualalumpur<br />

MOLDAU, BOTSCHAFT<br />

MONTENEGRO, BOTSCHAFT<br />

Stella Avallone<br />

Moldau - Republik<br />

Mateevici 23A, 2009 Chisinau<br />

Tel.(+373 / 22) 208 333<br />

chisinau-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

oeb-chisinau<br />

Anna Jankovic<br />

Montenegro<br />

Ulica Svetlane Kane Radevic br<br />

3, MNE-81000 Podgorica<br />

Tel. (+382 / 20) 201135<br />

podgorica-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

podgorica<br />

BOTSCHAFTER ÖSTERREICH<br />

065


SOCIETY<br />

NIEDERLANDE, BOTSCHAFT<br />

PHILIPPINEN, BOTSCHAFT<br />

RUSSISCHE FÖDERATION, KULTURFORUM<br />

Astrid Harz<br />

Niederlande<br />

van Alkemadelaan 342,<br />

2597 AS Den Haag<br />

Tel. (+31 / 70) 324 54 70<br />

den-haag-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

denhaag<br />

Bita Rasoulian<br />

Philippinen, Palau<br />

8th floor, One Orion building,<br />

11th Avenue corner 38th Street,<br />

Bonifacio Global City, Taguig<br />

Tel. (+63 / 2) 817 91 91<br />

manila-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

manila<br />

Fabian Ortner<br />

Starokonjuschennyi Per 1,<br />

115127 Moskau<br />

Tel. (+7 / 495) 780 60 66<br />

moskau-kf@bmeia.gv.at<br />

www.akfmo.org<br />

NIGERIA, BOTSCHAFT<br />

POLEN, BOTSCHAFT<br />

SAUDI ARABIEN, BOTSCHAFT<br />

Thomas Schlesinger<br />

Nigeria, Äquatorialguinea, Benin,<br />

Gabun, Ghana, Kamerun, São<br />

Tomé und Príncipe, Togo, Tschad,<br />

Zentralafrikanische Republik<br />

Plot 9, Usuma Street, Maitama<br />

- Abuja. Tel. (+234) 929 15 465<br />

abuja-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/abuja<br />

Werner Almhofer<br />

Polen<br />

Ul. Gagarina 34,<br />

00-748 Warschau<br />

Tel. (+48 / 22) 841 00 81<br />

warschau-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/warschau,<br />

www.ambasadaaustrii.pl<br />

Georg Pöstinger<br />

Saudi Arabien<br />

Tel. (+966 / 11) 480 12 17<br />

riyadh-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

riyadh<br />

NORDMAZEDONIEN, BOTSCHAFT<br />

NORWEGEN, BOTSCHAFT<br />

PAKISTAN, BOTSCHAFT<br />

PERU, BOTSCHAFT<br />

Georg Woutsas<br />

Nordmazedonien<br />

Mile Popjordanov 8,<br />

MK-1000 Skopje<br />

Tel. (+389 / 2) 3083 400<br />

skopje-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

skopje<br />

Wilhelm Donko<br />

Norwegen<br />

Thomas Heftyes Gate 19 - 21,<br />

N-0264 Oslo<br />

Postadresse: PO Box 4014<br />

AMB, 0244 Oslo<br />

Tel. (+47) 22 54 02-00<br />

oslo-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/oslo<br />

Nicolaus Keller<br />

Pakistan, Afghanistan<br />

Haus 7A, Straße 21, F 8/2<br />

Islamabad P.O.B. 1018 G.P.O.<br />

Islamabad<br />

Tel. (+92 / 51) 877 07 00<br />

islamabad-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

islamabad<br />

Gerhard Zettl<br />

Peru, Bolivien<br />

Edificio „De las Naciones“, Avenida<br />

Republica de Colombia/<br />

ex Avenida Central 643, piso 5,<br />

San Isidro, Lima 27<br />

Tel. (+51 / 1) 442 05 03<br />

lima-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/lima<br />

POLEN, KULTURFORUM<br />

PORTUGAL, BOTSCHAFT<br />

RUMÄNIEN, BOTSCHAFT<br />

Rupert Weinmann<br />

Ul. Prozna 7-9,<br />

00-107 Warschau<br />

Tel. (+48 / 22) 526 88-00<br />

warschau-kf@bmeia.gv.at<br />

www.austria.org.pl<br />

Robert Zischg<br />

Portugal, Cabo Verde<br />

Avenida Infante Santo, Nr. 43/4.<br />

Stock, 1399-046 Lissabon<br />

Tel. (+351 / 21) 394 39-00<br />

lissabon-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/lissabon,<br />

www.embaixadadaaustria.pt<br />

Isabel Rauscher<br />

Rumänien<br />

Dumbrava Rosie 7, RO-020461<br />

Bukarest<br />

Tel. (+40 / 21) 201 56 12<br />

bukarest-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

bukarest<br />

RUSSISCHE FÖDERATION, BOTSCHAFT<br />

Johannes Eigner<br />

Russische Föderation<br />

Starokonjuschennyi Per 1,<br />

115127 Moskau<br />

Tel. (+7 / 495) 780 60 66<br />

moskau-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

moskau<br />

SCHWEDEN, BOTSCHAFT<br />

SCHWEIZ, BOTSCHAFT<br />

SCHWEIZ, KULTURFORUM<br />

SENEGAL, BOTSCHAFT<br />

Gudrun Graf<br />

Schweden<br />

Kommendörsgatan 35/V,<br />

S-114 58 Stockholm<br />

Tel. (+46 / 8) 665 17 70<br />

stockholm-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

stockholm<br />

Ursula Plassnik<br />

Schweiz<br />

Kirchenfeldstrasse 77/79,<br />

CH-3005 Bern<br />

Tel. (+41 / 31) 3565 - 252<br />

bern-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/bern<br />

Florian Groder<br />

Gesandter<br />

Kirchenfeldstrasse 77/79,<br />

CH-3005 Bern<br />

Tel. (+41 / 31) 3565 - 253<br />

bern-kf@bmeia.gv.at<br />

Gerlinde Paschinger<br />

Senegal, Gambia, Guinea,<br />

Guinea-Bissau, Mali, Burkina<br />

Faso, Côte d‘Ivoire, Liberia,<br />

Sierra Leone<br />

18, rue Emile Zola, Dakar<br />

Tel. (+221) 33 849 40 00<br />

dakar-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/dakar<br />

Fotos: Privat, BMEIA, Roland Anton Laub (KF Berlin), ÖB Teheran, Bmeia/mahmoud, Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs, Fotostudio Floyd<br />

BOTSCHAFTER ÖSTERREICH<br />

066


SOCIETY<br />

SERBIEN, BOTSCHAFT<br />

Nikolaus Lutterotti<br />

Serbien<br />

Kneza Sime Markovica 2, SRB-<br />

11000 Belgrad<br />

Tel. (+381 / 11) 333 65-00<br />

belgrad-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

belgrad<br />

SPANIEN, BOTSCHAFT<br />

Christian Ebner<br />

Spanien, Andorra<br />

Paseo de la Castellana 91,<br />

28046 Madrid<br />

Tel. (+34) 91 55 65 315<br />

madrid-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

madrid, www.foroculturaldeaustria.org<br />

TSCHECHIEN, KULTURFORUM<br />

Andreas Schmidinger<br />

Viktora Huga 10,<br />

CZ-15115 Prag 5<br />

Tel. (+420) 257 090 589<br />

prag-kf@bmeia.gv.at,<br />

info@oekfprag.at<br />

www.oekfprag.at<br />

www.rkfpraha.cz<br />

SERBIEN, KULTURFORUM<br />

Adrien Feix<br />

Direktor<br />

Kneza Sime Markovica 2, SRB-<br />

11000 Belgrad<br />

Tel. (+381 / 11) 333 65-00<br />

belgrad-kf@bmeia.gv.at<br />

SPANIEN, KULTURFORUM<br />

Vera Reisner<br />

Paseo de la Castellana 91,<br />

28046 Madrid<br />

Tel. (+34) 91 55 65 315<br />

madrid-kf@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

madridkf<br />

TUNESIEN, BOTSCHAFT<br />

Ulla Krauss-Nussbaumer<br />

Tunesien<br />

16, Rue Ibn Hamdiss El Menzah<br />

I, 1004 Tunis<br />

Tel. (+216 / 71) 23 90 38<br />

tunis-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/tunis<br />

SINGAPUR, BOTSCHAFT<br />

SLOWAKEI, BOTSCHAFT<br />

Peter Guschelbauer<br />

Singapur<br />

600 North Bridge Road,<br />

#24-04/05 Parkview Square,<br />

Singapore 188788<br />

Tel. (+65 ) 62 29 01 90<br />

singapur-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

oeb-singapur<br />

Margit Bruck-Friedrich<br />

Hodzovo námestie 1/A,<br />

81106 Bratislava<br />

Tel. (+421 / 2) 59 30 15-00<br />

pressburg-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

pressburg<br />

SÜDAFRIKA, BOTSCHAFT<br />

SYRIEN, BOTSCHAFT<br />

Johann Brieger<br />

Angola, Botsuana, Eswatini,<br />

Lesotho, Madagaskar, Mauritius,<br />

Mosambik, Namibia,<br />

Simbabwe, Südafrika<br />

454A Fehrsen Street, Brooklyn,<br />

Pretoria 0181. Tel. (+27 / 12) 45<br />

29 155. pretoria-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

pretoria, www.austrianembassy.<br />

co.za<br />

Hans-Peter Glanzer<br />

Syrien<br />

Farabi Street 7, Mezzeh, East<br />

Villas, Damascus, Ausweichquartier<br />

Libanon: Saifi Tower,<br />

Nahr Ibrahim Street, Saifi, Beirut<br />

Tel. (+961 / 1) 213 011 (Ausweichquartier<br />

Beirut) damaskus-ob@<br />

bmeia.gv.at, www.aussenministerium.at/damaskus<br />

TÜRKEI, BOTSCHAFT<br />

TÜRKEI, GENERALKONSULAT<br />

Johannes Wimmer<br />

Türkei<br />

Atatürk Bulvari 189, 06680<br />

AnkaraP.K. 131, TR-06661 Ankara-Kücükesat<br />

Tel. (+90 / 312) 405 51 90<br />

ankara-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

ankara<br />

Gerhard Lutz<br />

Köybasi cad. No. 46, 34464<br />

Yeniköy, Istanbul<br />

Tel. (+90 / 212) 363 84 10<br />

istanbul-gk@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

istanbulgk<br />

SLOWAKEI, KULTURFORUM<br />

SLOWENIEN, BOTSCHAFT<br />

Brigitte Trinkl<br />

Slowakei<br />

Hodzovo námestie 1/A,<br />

81106 Bratislava<br />

Tel. (+421 / 2) 59 30 15-00<br />

pressburg-kf@bmeia.gv.at<br />

www.rakuskekulturneforum.sk<br />

Elisabeth Ellison-Kramer<br />

Slowenien<br />

Presernova cesta 23,<br />

SI-1000 Ljubljana<br />

Tel. (+386 / 1) 479 07 00<br />

laibach-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

laibach<br />

THAILAND, BOTSCHAFT<br />

TSCHECHIEN, BOTSCHAFT<br />

Eva Hager<br />

Kambodscha, Laos - Demokratische<br />

Volksrepublik,<br />

Myanmar, Thailand<br />

14, Soi Nantha-Mozart, Soi 1,<br />

Sathorn Tai Road, Thungmahamek,<br />

Sathorn, Bangkok 10120<br />

Tel. (+66 / 2) 105 67 00<br />

bangkok-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

Bangkok<br />

Bettina Kirnbauer<br />

Tschechien<br />

Viktora Huga 10, CZ-151 15 Prag<br />

5 - Smíchov<br />

Tel. (+420) 257 09 05 - 11<br />

prag-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/prag<br />

TÜRKEI, KULTURFORUM<br />

UKRAINE, BOTSCHAFT<br />

Edmond Ramja<br />

interimistischer Leiter<br />

Köybasi cad. No. 46, 34464<br />

Yeniköy, Istanbul<br />

Tel. (+90 / 212) 363 84 15<br />

istanbul-kf@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

istanbulkf<br />

Gernot Pfandler<br />

Ukraine<br />

Ivana Franka 33, 01901 Kiew<br />

Tel. (+380 / 44) 277 27 90<br />

kiew-ob@bmeia.gv.at<br />

www.bmeia.gv.at/kiew<br />

BOTSCHAFTER ÖSTERREICH<br />

067


SOCIETY<br />

UKRAINE, KULTURFORUM<br />

Ulf Hausbrandt<br />

Ivana Franka 33,<br />

01901 Kiew<br />

Tel. (+380 / 44) 277 27 90<br />

kiew-kf@bmeia.gv.at<br />

VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA,<br />

KULTURFORUM<br />

Eva Schöfer<br />

3524 International Court N.W.,<br />

Washington D.C. 20008<br />

Tel. (+1 / 202) 895 67 00<br />

washington-kf@bmeia.gv.at,<br />

culture@austria.org<br />

www.acfdc.org<br />

VIETNAM, BOTSCHAFT<br />

Thomas Schuller-Götzburg<br />

Vietnam<br />

c/o „Prime Center“, 53, Quang<br />

Trung, 8. Stock, Hai Ba Trung<br />

District, Hanoi, VN<br />

Tel. (+84 / 24) 3943 3050-3<br />

hanoi-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

hanoi, www.daisuquanao.org.vn<br />

UNGARN, BOTSCHAFT<br />

Alexander Grubmayr<br />

Ungarn<br />

Benczúr utca 16,<br />

1068 Budapest<br />

Tel. (+36 / 1) 479 70 – 10<br />

budapest-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

budapest<br />

VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA,<br />

GENERALKONSULAT<br />

Helene Steinhäusl<br />

31 East 69th Street,<br />

New York, N.Y. 10021<br />

Tel. (+1 / 212) 737 6400<br />

new-york-gk@bmeia.gv.at,<br />

info@austria-ny.org<br />

www.aussenministerium.at/<br />

newyorkgk, www.austria-ny.orgKo<br />

ZYPERN, BOTSCHAFT<br />

Eva Maria Ziegler<br />

Zypern<br />

34, Dimosthenous Severi<br />

Avenue, 1st Floor, Office 101,<br />

1080 Nikosia<br />

Tel. (+357) 22 41 01 51<br />

nikosia-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

nikosia<br />

UNGARN, KULTURFORUM<br />

USBEKISTAN, BMEIA<br />

Robert Sereinig<br />

Stv. Direktor<br />

Benczúr utca 16,<br />

1068 Budapest<br />

Tel. (+36 / 1) 413 35 - 90<br />

budapest-kf@bmeia.gv.at<br />

www.okfbudapest.hu<br />

Alois Kraut<br />

c/o BMeiA, Minoritenplatz 8,<br />

A-1010 Wien<br />

Tel. (+43) 501150 - 3263<br />

Tel. (+43) 501159 – 323<br />

usbekistan-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

usbekistan<br />

VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE<br />

Andreas Liebmann-Holzmann<br />

Vereinigte Arabische Emirate<br />

Sky Tower, 5. Stock, Büro Nr.<br />

504, Reem Island, Abu Dhabi<br />

Tel. (+971 / 2) 69 44 999<br />

abu-dhabi-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

abudhabi<br />

VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA<br />

Martin Weiss<br />

Vereinigte Staaten, Bahamas<br />

3524 International Court N.W.,<br />

Washington D.C. 20008<br />

Tel. (+1 / 202) 895 67 00<br />

washington-ob@bmeia.gv.at<br />

www.austria.org<br />

VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA,<br />

KULTURFORUM<br />

Michael Haider<br />

Direktor<br />

11 East 52nd Street,<br />

New York, N.Y. 10022<br />

Tel. (+1 / 212) 319 5300<br />

new-york-kf@bmeia.gv.at,<br />

desk@acfny.org<br />

www.acfny.org<br />

VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA,<br />

GENERALKONSULAT<br />

Andreas Launer<br />

11859 Wilshire Boulevard,<br />

Suite 501, Los Angeles,<br />

California 90025<br />

Tel. (+1 / 310) 44 49 310<br />

los-angeles-gk@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/losangeles,<br />

www.austria-la.org<br />

VEREINIGTES KÖNIGREICH, BOTSCHAFT<br />

Michael Zimmermann<br />

Vereinigtes Königreich<br />

18, Belgrave Mews West,<br />

London SW1X 8HU<br />

Tel. (+44 / 20) 7344 3250<br />

london-ob@bmeia.gv.at<br />

www.aussenministerium.at/<br />

london<br />

VEREINIGTES KÖNIGREICH, KULTURFORUM<br />

Waltraud Dennhardt-Herzog<br />

28, Rutland Gate,<br />

London SW7 1PQ<br />

Tel. (+44 / 20) 7225 73<br />

london-kf@bmeia.gv.at,<br />

office@acflondon.org<br />

www.acflondon.org<br />

Fotos: Privat, BMEIA, Roland Anton Laub (KF Berlin), ÖB Teheran, Bmeia/mahmoud, Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs, Fotostudio Floyd<br />

BOTSCHAFTER ÖSTERREICH<br />

068


SOCIETY<br />

PaN am VIP Terminal<br />

PaN steht für Partner aller Nationen, deshalb wurde der<br />

Platz vor dem VIP Terminal Flughafen Wien kurz nach der<br />

Inbetriebnahme im Jahr 2007 nach dem völkerverbindenden<br />

Dachverband aller österreichisch-ausländischen Gesellschaften-PaN<br />

benannt. Nach seinem grandiosen Umbau<br />

lud der PR-und Marketing Chef des VIP Terminals, DI Wilfried<br />

Berger, die PaN-Vorstände Präsident Univ. Prof. Hermann<br />

Mückler und PaN-Generalsekretär Senator Walter J. Gerbautz<br />

zu einem gemeinsamen Blick in die Zukunft ein.<br />

Zur Schau gestellt<br />

Das internationale Speditionsunternehmen 3LOG ist seit<br />

Beginn 2021 offiziell als außerordentliches Mitglied und<br />

Förderer des Dachverbandes-PaN tätig. Ende April wurde<br />

beschlossen, ein Werbeplakat von 3LOG im PaN-Schaukasten<br />

im PaN-Park auf der Freyung auszustellen und<br />

gemeinsam anzubringen. Auf diesem repräsentativen<br />

historischen Platz zierte das Werbeplakat des renommierten,<br />

international tätigen Speditionsunternehmens 3LOG<br />

in den darauffolgenden beiden Monaten den PaN-Schaukasten.<br />

PaN-Präsident Univ. Prof. Hermann Mückler, DI Wilfried Berger, Marketing<br />

Chef des VIP-Terminals, und PaN-Generalsekretär Walter J. Gerbautz<br />

Michael Habel (3LOG), PaN-Generalsekretär Walter J. Gerbautz und Thomas<br />

Kopp (3LOG) vor dem PaN-Schaukasten auf der Freyung<br />

PaN-Grüße zum<br />

internationalen Frauentag<br />

Fotos: PAN<br />

Der Internationale Frauentag ist traditionell ein Fixpunkt im<br />

Veranstaltungskalender des Dachverbandes aller österreichisch-ausländischen<br />

Gesellschaften (PaN – Partner aller<br />

Nationen). Auch dieses Jahr sollte der 08. März im Rahmen<br />

einer speziellen kunsthistorischen Führung im Wiener<br />

Stephansdom gebührend gefeiert werden. Aufgrund der verschärften<br />

Covid-19 Maßnahmen musste der ursprüngliche<br />

Plan jedoch abgesagt werden, doch ein würdiges Ersatzprogramm<br />

wurde in kurzer Zeit zusammengestellt: Solmaaz<br />

Adeli, Mezzo-Sopranistin aus Kalifornien mit starken Beziehungen<br />

zu Österreich und dem Dachverband-PaN, sprang<br />

in die Bresche und veranstaltete ein Lifestream-Konzert<br />

auf Facebook und Youtube mit Zoom und anschließendem<br />

Q&A.<br />

Die Mezzo-Sopranistin Solmaaz Adeli beim Lifestream-Konzert anlässlich<br />

des internationalen Frauentages<br />

DIPLOMATIE EVENTS<br />

069


SOCIETY<br />

Moderatorinnenleben<br />

in Pandemiezeiten<br />

Lineares Fernsehen erlebte in der Coronakrise einen Boom –<br />

Moderatorin Denise Aichelburg gewährt einen Einblick in den<br />

hektischen News-Alltag in Zeiten der Pandemie.<br />

8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 – die vertraute Stimme<br />

der Chefin vom Dienst leitet den<br />

Countdown ein, bevor die Titelmelodie<br />

der Signation ertönt und nur ein paar<br />

Sekunden bleiben, ein Augenblick, der<br />

noch mir gehört. Ich atme tief ein, dann<br />

ist es soweit und ich bin on Air. Wie<br />

immer verspüre ich ein leichtes Kribbeln<br />

im Bauch, auch wenn ich schon<br />

sehr lange nicht mehr nervös bin. Die<br />

einleitenden Worte meiner Moderation<br />

kommen wie von allein über meine<br />

Lippen. Ab jetzt bin ich jemand<br />

anderes, ich spiele meine Rolle. Ich<br />

konzentriere mich auf meine Haltung,<br />

meine Aussprache und vor allem auf<br />

die Worte, die ich wähle. Wir sprechen<br />

immer frei, ohne Prompter, da muss<br />

man bei komplexeren Themen schon<br />

gut eingelesen sein. Meine Dolmetscherausbildung<br />

kommt mir zugute;<br />

für alles, was ich sagen will, fallen mir<br />

fünf verschiedene Varianten ein. Im<br />

Laufe einer Moderationswoche mit<br />

OE24 -Moderatorin und SOCIETY-Gastautorin<br />

Denise Aichelburg<br />

jeweils sieben Stunden Live- Moderation<br />

werden die verfügbaren Varianten<br />

allerdings sukzessive weniger. Auch<br />

ModeratorInnen sind nur Menschen.<br />

Mit Bedacht leite ich das Thema der<br />

nächsten Sendung ein, ein Special Report.<br />

Dann blicke ich nach rechts, denn<br />

ich bin nicht allein im Studio. Mein Kollege<br />

lächelt verschmitzt, als die MAZ<br />

zu laufen beginnt, denn das bedeutet:<br />

Wir können uns endlich unterhalten.<br />

Ein bis drei Minuten lang herrscht der<br />

übliche Smalltalk: „Wie geht’s dir, wie<br />

waren deine freien Tage ? … und neuerdings,<br />

„Wann wirst du geimpft?“. Dank<br />

einer Initiative des ORF wurden wir<br />

MedienmitarbeiterInnen vorgezogen.<br />

Wir freuen uns darüber. Auch wenn<br />

wir uns regelmäßig testen lassen und<br />

auch alle Studiogäste nur mit Test<br />

Einlass finden, erst mit der Impfung<br />

werden wir uns sicherer fühlen.<br />

Es dauert nicht lange und der erste<br />

Studiogast nimmt Platz, davor verabschiedet<br />

sich mein Kollege, der<br />

schon seit den Vormittagsstunden<br />

im Dienst ist, in die wohlverdiente<br />

Pause. Mit einem bekannten Virologen<br />

spreche ich über die aktuelle Lage.<br />

„Kommen die nächsten Öffnungen zu<br />

früh oder gerade richtig? Welche Gefahr<br />

stellen die Mutationen noch dar?<br />

Wie wird der Sommer und vor allem<br />

der Herbst? Wann ist es vorbei?“ In der<br />

anschließenden Werbepause rechne<br />

ich einmal grob nach; seit Beginn der<br />

Krise muss ich mindestens 200 Interviews<br />

mit Experten zum Thema Corona<br />

geführt haben. Schon startet die News<br />

Show, mit Breaking News: die USA<br />

heben die Maskenpflicht für Geimpfte<br />

auf, auch in Innenräumen. Wir schalten<br />

zu unserem Partnersender CNN, ich<br />

übersetze simultan. Anschließend<br />

folgt eine Analyse im Studio mit einem<br />

der Experten unseres Medienhauses.<br />

Nach einer Werbepause geht es weiter<br />

mit einem Skandal in der Innenpolitik.<br />

Ich bin fast froh über diesen Themenwechsel,<br />

auch wenn es für mich Stress<br />

bedeutet, weil ich mir während des<br />

kurzen Nachrichtenbeitrags schnell<br />

einen Überblick verschaffen muss.<br />

Halb so schlimm, ein netter Kollege hat<br />

mir eine Tasse Kaffee gebracht.<br />

Nur zu gut kann ich mich an den<br />

Februar 2020 erinnern, als die Berichte<br />

über das Coronavirus häufiger wurden.<br />

Damals war uns das Thema fast lästig.<br />

Niemand hätte gedacht, dass dieses<br />

Virus unsere Leben völlig verändern<br />

würde. Nach mehr als 15 Monaten<br />

der Pandemie lese ich auch in meiner<br />

Freizeit jede Neuigkeit über Corona,<br />

schaue mir Talk-Shows auch auf anderen<br />

Sendern und aus Deutschland an.<br />

Damit spiegle ich das Verhalten der<br />

ÖsterreicherInnen insgesamt wider.<br />

Als der erste große Lockdown im März<br />

2020 verhängt wurde, war die Unwissenheit<br />

der größte Angstfaktor. Gleichzeitig<br />

stieg der Nachrichtenkonsum<br />

rapide an. Wissen nimmt die Angst,<br />

gleichzeitig stärkt es uns im Kampf<br />

gegen das Virus. Mit den Impfungen<br />

haben wir ein effektives Mittel in der<br />

Hand. Erinnern wir uns an die während<br />

des ersten Lockdowns viel beschworene<br />

Solidarität! Gerade jetzt im hoffentlich<br />

letzten Akt des „Schauerspiels“<br />

müssen alle an einem Strang ziehen,<br />

damit endlich der Vorhang fällt.<br />

Foto: Harald Artner<br />

KOLUMNE<br />

070


SOCIETY<br />

30 Jahre<br />

Jugendarbeit<br />

Vor 30 Jahren wurde das Akademische Forum für Außenpolitik gegründet.<br />

Für seine 33.000 Mitglieder organisiert es generationsübergreifende<br />

Treffen und fördert den internationalen Austausch.<br />

Wenn auch die ersten Initiativen von<br />

Jugendlichen, die sich aktiv für ein<br />

tolerantes und friedliches Zusammenleben<br />

aller Menschen engagieren,<br />

bis hinein in die Zeit vor dem ersten<br />

Weltkrieg und den Geist der Friedensnobelpreisträgerin<br />

Bertha von Suttner<br />

zurückreichen, wurde am 22. Jänner<br />

1991 das Akademische Forum für<br />

Außenpolitik (AFA) gegründet, das als<br />

unabhängiger Verein von der Österreichischen<br />

Gesellschaft für Außenpolitik<br />

und die Vereinten Nationen (ÖGAVN)<br />

auch als deren Jugendorganisation<br />

anerkannt ist. Was vor 30 Jahren mit<br />

ein paar Vortragsveranstaltungen an<br />

Wiener Universitäten begann, wurde<br />

im Laufe der Jahre zu einer ganzheitlichen<br />

Jugendorganisation mit einem<br />

umfangreichen Programm, das fast alle<br />

Lebensbereiche seiner über 33.000 aktiven<br />

Mitglieder in Österreich berührt.<br />

Neben dem Verbringen gemeinsamer<br />

Freizeit, in der sich die Jugendlichen<br />

selbst ihre Aktivitäten organisieren –<br />

von der Teilnahme an Laufturnieren<br />

bis hin zu „Diplomatic Poker Nights“<br />

– gibt es ein offizielles Programm der<br />

Lokalkomitees in Eisenstadt, Graz,<br />

Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg<br />

und Wien, das je nach Engagement<br />

der Jugendlichen vor Ort zum Teil<br />

beachtliche Größenordnungen erreicht.<br />

So etablierte sich etwa in Wien,<br />

der größten AFA-Gruppe, ein eigener<br />

außerschulischer Diplomlehrgang<br />

(„Global Advancement Programme<br />

- GAP“), in dem Jugendliche sich<br />

ein ganzes Jahr über treffen, um mit<br />

Expertinnen und Experten über die<br />

Praxis in ihren täglichen Jobs zu diskutieren.<br />

Im „GAP“ soll auch die Lücke<br />

zwischen den erfahrenen Generationen<br />

und den Jungen geschlossen<br />

werden. In mehreren österreichischen<br />

Städten ist es dem AFA gelungen, analog<br />

zu den Vorbildern aus Deutschland<br />

und Großbritannien, sogenannte<br />

Debattierclubs abzuhalten, bei denen<br />

Rhetorik vor Publikum erlernt und<br />

trainiert werden kann. Regelmäßige<br />

englischsprachige Verhandlungstrainings<br />

(„Business Negotiation Club“)<br />

ergänzen die Möglichkeiten, über das<br />

AFA wertvolle Kompetenzen für den<br />

späteren Berufeinstieg zu erwerben.<br />

„Die wichtigste Komponente der Jugendarbeit<br />

ist, sich aktiv zu den Idealen<br />

und Zielsetzungen der Vereinten<br />

Nationen, den Menschenrechten und<br />

den Sustainable Development Goals<br />

zu bekennen sowie der internationale<br />

Austausch“, so Michael F. Pfeifer, Präsident<br />

des AFA, der für die Koordination<br />

und Abhaltung der Vienna International<br />

Model United Nations (VIMUN) in<br />

der UNO-City verantwortlich ist.<br />

Fotos: ÖGAVN<br />

DIPLOMATIE<br />

071


Kosovo und Österreich –<br />

Gemeinsame Schritte<br />

Im SOCIETY-Interview erzählt S.E. Lulzim Pllana, Botschafter<br />

von Kosovo, über die Beziehungen zwischen den beiden Ländern,<br />

Aufgaben für die neue Regierung und die große Bedeutung<br />

der Integration auf EU-Ebene für den Kosovo.<br />

Österreich und Kosovo haben ausgezeichnete<br />

bilaterale Beziehungen.<br />

In welchen Bereichen können diese<br />

weiter ausgebaut werden?<br />

Die Republik Kosovo pflegt tatsächlich<br />

sehr gute bilaterale Beziehungen<br />

zu Österreich. Österreich unterstützt<br />

Kosovo auf dem Weg der euro-atlantischen<br />

Integration, aber auch zuletzt<br />

bei der Pandemiebekämpfung. Ausbaupotential<br />

in unserer Zusammenarbeit<br />

besteht vor allem im Handel und<br />

im Gesundheitswesen. Wir verzeichnen<br />

zwar steigende Tendenzen in<br />

wirtschaftlichen Trends, darauf sollten<br />

wir uns aber nicht ausruhen. Es gibt<br />

durchaus noch mehr Möglichkeiten<br />

der Kooperation, aufgrund der geographischen<br />

Nähe der beiden Länder<br />

sollte ein besonders reger wirtschaftlicher<br />

Austausch erwogen werden. Vor<br />

allem die Schaffung von Arbeitsplätzen<br />

im Kosovo kann als win-win Situation<br />

auf beiden Seiten gesehen werden, die<br />

sowohl Perspektive zusichert, als auch<br />

Möglichkeiten für mehr Produktion,<br />

mehr Warenaustausch und weniger<br />

Migration aufmacht. Österreichische<br />

Unternehmen zählen zu den Top 5 Investoren<br />

und Vertrauensunternehmen<br />

in Kosovo, österreichische Firmen sind<br />

ein starker Partner am kosovarischen<br />

Markt. Damit nimmt Österreich Platz 4<br />

der Auslandsinvestitionen ein. Erfolgsstories<br />

lassen sich etwa im Bankingoder<br />

Versicherungsbereich verbuchen,<br />

Fotos: SOCIETY/Pobschnig<br />

DIPLOMATIE<br />

072


SOCIETY<br />

Wir leben auf dem europäischen Kontinent und ich bin<br />

überzeugt, dass Kosovo die Werte aller anderen Mitgliedstaaten<br />

der Europäischen Union teilt.<br />

auch landwirtschaftliche Produktion<br />

und der IT- Dienstleistungssektor<br />

haben großes Ausbaupotential. Hier<br />

werden wir versuchen, gemeinsame<br />

Schritte einzuleiten.<br />

Seit einigen Jahren gibt es EU-Beitrittsverhandlungen.<br />

Sie waren Gastautor<br />

in Lukas Mandls lexikalischem<br />

Werk „Kosovo and the EU, state of<br />

play and future perspectives“ – Welche<br />

Bedeutung hat der EU-Beitritt für<br />

den Kosovo?<br />

Wir leben auf dem europäischen<br />

Kontinent und ich bin überzeugt, dass<br />

Kosovo die Werte aller anderen Mitgliedstaaten<br />

der Europäischen Union<br />

teilt. Unser Weg in Richtung Europäische<br />

Union gestaltet sich aufgrund der<br />

politischen Entwicklungen in manchen<br />

Mitgliedstaaten der EU als sehr<br />

schwierig und unvorhersehbar, aber<br />

wir bleiben fest am Ball. Der Beistand<br />

Österreichs und anderer Länder ist gewiss<br />

ein Ansporn, um uns auf diesem<br />

Weg nicht entmutigen zu lassen.<br />

Es ist enorm wichtig für Balkanländer,<br />

als Teil einer europäischen Gemeinschaft<br />

in Entscheidungen integriert zu<br />

sein und nicht immer nur im Vorzimmer<br />

zu warten. Das Gebiet um Kosovo<br />

ist ständig im Schussfeuer geopolitischer<br />

Entwicklungen; Migrationswellen<br />

und Flüchtlingsströme, aber<br />

auch die Covid-19 Pandemie und die<br />

Notwendigkeit von Impfstoffen zeigen,<br />

dass eine Integration der Region<br />

äußerst dringlich ist und nicht immer<br />

mit Bedenken behaftet sein sollte. Wir<br />

wissen, dass die volle EU-Mitgliedschaft<br />

ein sehr langer Weg ist, aber<br />

Kosovo arbeitet hart dafür und Signale<br />

der Hoffnung sollten auch aus Brüssel<br />

kommen. Wir dürfen keine Freiräume<br />

für Grenzen und Gegensätze schaffen,<br />

sondern müssen diese abbauen – wir<br />

sind das einzige Land auf dem Balkan<br />

das noch keine Bewegungsfreiheit in<br />

Form einer Visaliberalisierung hat.<br />

S.E. Lulzim Pllana beim SOCIETY-Interview in der Botschaft von Kosovo<br />

Die Wahlen im Februar haben zum<br />

Sieg von Albin Kurti geführt. Welche<br />

Aufgaben sehen Sie für die neue<br />

Regierung als besonders dringlich, um<br />

die Stabilität im Lande zu festigen?<br />

Ich denke, dass die Wahl im Februar<br />

2021 den wiederholten Wahlgängen,<br />

die das Land in den letzten Jahren<br />

stark geprägt haben, zunächst ein<br />

Ende gesetzt hat. Die Republik Kosovo<br />

hat eine sehr junge Gesellschaft; mehr<br />

denn je warten unsere Bürger auf eine<br />

Perspektive, die auf Besserung der<br />

wirtschaftlichen Lage und Europäischer<br />

Integration beruht. Es geht hier<br />

um die Schaffung von Arbeitsplätzen,<br />

Visaliberalisierung, dem Austausch<br />

von jungen Leuten innerhalb des<br />

Kontinents und die Besserung der Lebensumstände.<br />

Auch die Bekämpfung<br />

der Pandemie soll natürlich als eine<br />

Priorität der neuen Regierung betrachtet<br />

werden. Zudem müssen die guten<br />

nachbarschaftlichen Beziehungen zu<br />

anderen Ländern weiter gepflegt werden.<br />

Kosovo hat auf diesem Gebiet bereits<br />

vieles geleistet, seit fast mehr als<br />

einem Jahrzehnt stehen wir im Dialog<br />

mit Serbien. Auch hier muss es zu einer<br />

Lösung kommen, die auf gegenseitiger<br />

Anerkennung beruht.<br />

Wie ist Kosovo in Österreich - neben<br />

der diplomatischen Mission - noch<br />

vertreten?<br />

Wir haben drei Ehrenkonsuln in Österreich<br />

(für Niederösterreich, Wien, Salzburg<br />

und Steiermark) sowie eine starke<br />

österreichisch-kosovarische Freundschaftsgesellschaft:<br />

Präsident Lukas<br />

Mandl, Mitglied des Europäischen<br />

Parlaments und Ehrenpräsidentin<br />

Ulrike Lunacek, ehemalige Vize-Parlamentspräsidentin<br />

des Europäischen<br />

Parlaments, unterstützen uns in ihrer<br />

Funktion tatkräftig. Darüber hinaus<br />

haben wir eine Diaspora, die sehr gut<br />

in das österreichische Gesellschaftsleben<br />

integriert ist.<br />

KOSOVO<br />

073


SOCIETY<br />

Kosovo: Perspektiven<br />

für die Zukunft<br />

Anlässlich der Veröffentlichung des von ihm<br />

herausgegebenen Sammelbandes mit dem Titel<br />

„Kosovo and the EU: state of play and future<br />

perspectives“, sprach SOCIETY mit dem Europa-<br />

Abgeordneten Mag. Lukas Mandl über die Gegenwart<br />

und Zukunft des Westbalkanstaates.<br />

Ihr Sammelwerk über die Beziehung<br />

zwischen der EU und dem Kosovo<br />

ist anlässlich des Nationalfeiertags<br />

der Republik Kosovo am 17. Februar<br />

erschienen und gewann durch die<br />

kosovarischen Parlamentswahlen an<br />

Aktualität. Wie schätzen Sie die Lage<br />

nach dem Erdrutschsieg der Vetëvendosje<br />

ein?<br />

Mir geht es um Stabilität, ich habe<br />

in meiner parlamentarischen Arbeit<br />

immer versucht, genau das den amtierenden<br />

Regierenden zu vermitteln. Diese<br />

Wahl ist ein Doppelerfolg sowohl für<br />

Albin Kurti als auch für Vjosa Osmani.<br />

Es braucht eine Einbindung aller Kräfte<br />

im Kosovo, tiefgreifende Reformen,<br />

Verlässlichkeit und stabile Ansprechpartner<br />

nach außen, das ist es, was die<br />

Bürgerinnen und Bürger des Landes<br />

verdienen. Dass es im Kosovo-Serbien<br />

Dialog gegenüber der EU stabile<br />

Ansprechpartner gibt – das ist in einer<br />

jungen Demokratie, wie es der Kosovo<br />

ist, nicht immer leicht gewesen, aber<br />

es gibt jetzt die Chance auf Stabilität<br />

und das wird eine gute Voraussetzung<br />

für Reformen sein. Die EU muss sich<br />

stärker in der Moderationsrolle als<br />

ehrlicher Makler engagieren, das sind<br />

Voraussetzungen, dass diese Jahre der<br />

Reformen und der Stabilität möglich<br />

werden.<br />

Sie plädieren im Vorwort von „Kosovo<br />

and the EU: state of play and future<br />

perspectives“ für eine rasche Visaliberalisierung<br />

für die kosovarische Bevölkerung,<br />

welche Vorteile kann sich die<br />

EU durch diesen Schritt erwarten und<br />

wie könnten die Hindernisse auf dem<br />

Weg dorthin überwunden werden?<br />

Visafreies Reisen ist für alle anderen<br />

fünf Westbalkanstaaten selbstverständlich,<br />

wie auch für die große<br />

Ukraine. Leider ist dies für die Einwohner<br />

des Kosovo nicht der Fall, obwohl<br />

die Republik Kosovo seit Jahren die<br />

vielen Kriterien, die dafür festgelegt<br />

waren erfüllt hat, was auch von Seiten<br />

der EU-Kommission bestätigt wurde.<br />

Das Europäische Parlament hat sich<br />

bereits öfter mehrheitlich für die Visaliberalisierung<br />

ausgesprochen – es ist<br />

eine Minderheit der Mitgliedsstaaten<br />

die dies verhindert, was ein Zeichen<br />

dafür ist, dass die EU länger braucht,<br />

ihr Versprechen einzuhalten. Natürlich<br />

ist einer der wichtigen Vorteile,<br />

dass die BürgerInnen des Kosovo<br />

wie die EinwohnerInnen der anderen<br />

Westbalkanstaaten reisen können<br />

und nicht in einem ohnehin schon<br />

armen Land noch hohe Gebühren<br />

dafür zahlen müssen. Der Kosovo<br />

ist ein kleines Binnenland mit vielen<br />

Verbindungen nach außen, fast ein<br />

Drittel der KosovarInnen lebt in der<br />

Diaspora, vor allem in Deutschland,<br />

Österreich und der Schweiz. Der Kontakt<br />

ist sehr wichtig für die Menschen.<br />

Es geht um visafreies Reisen, nicht<br />

um eine vorweggenommene Arbeitsberechtigung<br />

und das ist somit nicht<br />

nur im Interesse der KosovarInnen,<br />

sondern in jenem aller EuropäerInnen.<br />

Wie jeder andere Bürger drei Monate<br />

maximal visafrei reisen zu dürfen, das<br />

ist zweifellos das dringendste, und am<br />

einfachsten zu erreichende Ziel in der<br />

Kosovo-Politik der EU. Die Blockade<br />

der Minderheit der Mitgliedsstaaten<br />

muss aufgebrochen werden, daran<br />

arbeitet das EU-Parlament ständig.<br />

Das Europäische Parlament hat kürzlich<br />

seinen Kosovo-Bericht veröffentlicht,<br />

wie schätzen Sie den Fortschritt<br />

des Landes in Bezug auf Rechtsstaatlichkeit,<br />

Kampf gegen Korruption und<br />

Bildung ein?<br />

Korruption ist in allen sechs Westbalkanstaaten<br />

ein Thema, auch in<br />

einigen EU-Staaten. Ich verhandle im<br />

EU-Parlament den Rechtsstaatlichkeitsbericht<br />

und nehme wahr, dass<br />

Rechtsstaatlichkeit jeden Tag neu<br />

errungen und verteidigt werden muss,<br />

weil sie eine wichtige Voraussetzung<br />

dafür ist, dass Investitionen ins Land<br />

Foto: Lahousse<br />

DIPLOMATIE 074


SOCIETY<br />

kommen, Jobs geschaffen werden<br />

und Zukunftschancen für die Menschen<br />

da sind. Rechtsstaatlichkeit ist<br />

eine große Stärke der EU im geopolitischen<br />

Kontext und das müssen auch<br />

die Westbalkanstaaten schaffen.<br />

Welche Schritte setzt die EU um diesen<br />

Prozess zu unterstützen?<br />

Es gibt z.B. die EU-Mission EULEX, die<br />

dabei hilft, rechtsstaatliche Strukturen<br />

aufzubauen, ein funktionierendes<br />

Gerichtswesen zu errichten, Staatsanwaltschaften<br />

diesbezüglich zu<br />

unterstützen und dies auch messbar<br />

zu machen. Dieser Fortschritt ist gegeben,<br />

die Berichte sprechen jedes Jahr<br />

eine klare Sprache, dass die Richtung<br />

stimmt, aber es muss hier wirklich<br />

konsequent in allen sechs Westbalkanstaaten<br />

weitergearbeitet werden.<br />

Es ist die DNA Europas, kein „nice to<br />

have“ oder ein Hygienefaktor für die<br />

Europäische Union und den gesamten<br />

Kontinent, sondern absoluter Teil der<br />

Identität Europas, dass Rechtsstaatlichkeit<br />

gegeben ist. Das muss man<br />

täglich erarbeiten, denn es ist kein<br />

Zustand, sondern ein Prozess.<br />

Welche Auswirkungen hat die Anerkennung<br />

Israels für den Kosovo im<br />

internationalen Umfeld?<br />

Israel ist ein Sicherheitsdienstleister<br />

nicht nur für sich selbst, sondern für<br />

den gesamten Nahen Osten, Nordafrika<br />

und auch Europa und ein starker<br />

wirtschaftlicher Partner bei Start-ups<br />

– jetzt auch ein starker Partner in der<br />

Forschung und bei den (Corona)-<br />

Impfungen. Es ist die einzige liberale<br />

rechtsstaatliche Demokratie im<br />

Nahen Osten, und auch auf der Wertebasis<br />

ein wichtiger Partner, daher<br />

ist es schon ein starkes Zeichen, dass<br />

gerade der Staat Israel den Kosovo anerkannt<br />

hat. Das hält die fünf „Nicht-<br />

Anerkennerstaaten“ in der EU dazu<br />

an, internationale europäische Fragen<br />

eben international und europäisch<br />

zu lösen und innenpolitische Fragen<br />

auch innenpolitisch zu lösen.<br />

Sie konnten für „State of Play“ viele<br />

namhafte österreichische Politiker<br />

wie Bundeskanzler Sebastian Kurz<br />

gewinnen, woher kommt das Interesse<br />

für den Kosovo und wie sehen Sie<br />

dessen Zukunft?<br />

Es gibt eine Freundschaft im Sinne<br />

von menschlichen Beziehungen<br />

zwischen Österreich und dem Kosovo,<br />

die nicht nur Jahrzehnte, sondern<br />

Jahrhunderte zurückreicht und die<br />

gepflegt werden muss. Das ist eine<br />

lohnende und wertvolle Aufgabe, diese<br />

für etwas Gutes zu nützen, damit in<br />

zukünftigen Generationen diese alten,<br />

irrationalen Konflikte innerhalb der<br />

Westbalkanstaaten im Bereich Ethnie,<br />

Religion und Nationalität überwunden<br />

werden und zukünftige Generationen<br />

gut leben können. Der Kosovo<br />

könnte so etwas wie das Silicon Valley<br />

Europas werden. Bei all dem „Probleme<br />

lösen“, das wir betreiben müssen,<br />

darf eine positive Zukunftsvision nicht<br />

vergessen werden. Es gibt viele junge<br />

KosovarInnen, die arbeitswillig, fleißig<br />

und bildungshungrig sind und die<br />

heute im IT-Bereich sehr aktiv sind.<br />

Österreichische Unternehmen wie die<br />

Raiffeisenbank international verlagern<br />

teilweise oder zur Gänze ihre IT-Betreuung<br />

in den Kosovo, weil es dort<br />

verlässliche Arbeitskräfte gibt. Was<br />

hinzukommt ist, dass es im Kosovo<br />

kaum tradierte Industrie gibt. Neben<br />

Landwirtschaft braucht es etwas, das<br />

zukunftsträchtig ist, damit die Jugend<br />

das Land nicht verlassen muss. Dieser<br />

positive Ausblick für das Silicon Valley<br />

Europas und diese Freundschaft<br />

und die menschlichen Beziehungen<br />

zwischen Österreich und Kosovo, die<br />

sind mir ganz wichtig. Österreich war<br />

sehr konstruktiv beteiligt an der Struktur<br />

des Westbalkans, was untrennbar<br />

mit Alois Mock und dem Diplomaten<br />

Albert Rohan verbunden ist. Hier hat<br />

Österreich einen geopolitischen Auftrag,<br />

denn obwohl wir ein kleines Land<br />

sind, sind wir am Westbalkan groß.<br />

Ich sehe es nicht als Geschenk, sondern<br />

als lebenswichtig für uns, dass<br />

alle BürgerInnen der Westbalkanstaaten<br />

EU-BürgerInnen werden. Die<br />

Identität des Kosovo ist heute ganz<br />

klar pro-europäisch aber das muss ja<br />

nicht so bleiben und wie jede Beziehung<br />

muss sie täglich gepflegt und<br />

entwickelt werden.<br />

KOSOVO 075


SOCIETY<br />

Portugal lenkte die EU<br />

durch die Pandemie<br />

Die Union in Zeiten von Corona: Große Reformvorhaben<br />

wurden eingeleitet, doch das Corona-<br />

Krisenmanagement forderte vom Ratsvorsitz<br />

oft ganz andere Prioritäten.<br />

Portugal hatte sich für seinen EU-Ratsvorsitz<br />

im ersten Halbjahr 2021 ein<br />

ambitioniertes, in die Zukunft weisendes<br />

Programm vorgenommen. Die<br />

Aktionsfelder, die Lissabon vor Augen<br />

hatte, spiegelten die Vision einer<br />

selbstbewussten Europäischen Union,<br />

die sich großen Herausforderungen<br />

stellt: ein grünes, ein widerstandsfähiges,<br />

ein digitales, ein soziales, ein<br />

globales Europa zu schaffen. Doch die<br />

Bekämpfung der sich immer weiter<br />

ausbreitenden Covid-19-Pandemie<br />

stellte Portugal vor die enorme Aufgabe,<br />

das Europa-Schiff durch diese<br />

ungeahnte globale Krise zu lotsen.<br />

Es galt vor allem, die aus gut zwei<br />

Dutzend Staaten zusammengesetzte<br />

Mannschaft an Bord zu halten. Corona<br />

führte zu nationalen Alleingängen, die<br />

in geschlossene Grenzen mündeten.<br />

Die Verteidigung von Wertesystem<br />

und Rechtsstaatlichkeit erwies sich im<br />

Angesicht von Corona für die EU-Mitgliedsstaaten<br />

oft als schwierig.<br />

Die Pandemie forderte inneren Zusammenhalt<br />

der Union und gleichzeitig<br />

nationale Regelungen. Ihre Handlungsfähigkeit<br />

im Umgang mit Migration,<br />

Außengrenzschutz und Kampf gegen<br />

den Terrorismus ließ immer wieder zu<br />

wünschen übrig. Die großen Vorhaben,<br />

wie Kampf gegen den Klimawandel<br />

Portugals Staatssekretärin für europäische Angelegenheiten, Ana Paula Zacarias<br />

und Einleitung der großen EU-Reform,<br />

mussten zurückstehen. Innerhalb der<br />

Union war Hauptpriorität, die großen<br />

Budgetprobleme in den Griff zu bekommen.<br />

Es galt, dem EU-Recht vor<br />

nationalen Ansprüchen – siehe Ungarn<br />

und Polen – zu seinem Recht zu verhelfen.<br />

Auch die EU-Partner in Sachen Westbalkan-Erweiterung<br />

– siehe Nordmazedonien<br />

und Albanien – mussten bei der<br />

Stange gehalten werden. Der Abschied<br />

von Großbritannien ist ökonomisch<br />

und politisch mühsam zu bewältigen,<br />

nicht nur wegen des verbreiteten Brexit-Widerstands<br />

in Irland und Schottland.<br />

Die Gestaltung der zukünftigen<br />

Beziehungen zwischen der EU und<br />

Großbritannien stand im Zentrum von<br />

Gesprächen, die Österreichs Außenminister<br />

Alexander Schallenberg in<br />

London mit seinem Amtskollegen<br />

Dominic Raab führte. Ausdrücklich<br />

plädierte Schallenberg für eine enge<br />

Zusammenarbeit, denn Großbritannien<br />

bleibe ein wesentlicher Teil<br />

der westlichen Wertegemeinschaft.<br />

London zeigte sich im Besonderen an<br />

Kooperation in den Bereichen Klimaschutz,<br />

Westbalkan und Medienfreiheit<br />

interessiert.<br />

Als globaler Akteur wurde die Europäische<br />

Union seit dem Vorjahr vor harte<br />

Proben gestellt. Das Verhältnis zu<br />

Foto: 2021 LUSA-Agencia noticias de Portugal, S.A.<br />

WIRTSCHAFT/EU<br />

076


SOCIETY<br />

Russland und seinem mächtigen Präsidenten<br />

Wladimir Putin ist angespannt<br />

und führte zu neuen EU-Sanktionen,<br />

nachdem der Kreml-Chef der Forderung<br />

Brüssels nach Freilassung des Aktivisten<br />

Alexej Nawalny kein Gehör geschenkt<br />

hatte. Die russische Führung<br />

stellte die Beziehungen zur EU in Frage.<br />

Doch schon 2014 wusste sich Moskau<br />

zu helfen und wandte sich anderen<br />

Handels- und Technologiepartern zu,<br />

wie China. Das Verhältnis Europas zu<br />

China hat sich aus mehreren Gründen<br />

zuletzt sehr diffizil entwickelt und<br />

verhärtet. Chinas Machtanspruch als<br />

Triebfeder der Weltwirtschaft, der sich<br />

in der Seidenstraßen-Initiative manifestiert,<br />

hat in Europa spät, aber doch<br />

Alarm ausgelöst. Die EU will künftig die<br />

Übernahme europäischer Hochtechnologie-Unternehmen<br />

durch chinesische<br />

Staatskonzerne erschweren.<br />

In Griechenland war Peking nach der<br />

Euro-Krise fündig geworden. In Südosteuropa<br />

sind die Chinesen erfolgreich<br />

auf Einkaufstour. Auch gegen die Volksrepublik<br />

China verhängte die EU aus<br />

Menschenrechtsgründen Sanktionen,<br />

die sich wie im Falle Russlands in Grenzen<br />

halten, aber doch eine kritische<br />

Haltung demonstrieren sollen. Anlass<br />

ist die Unterdrückung der Uiguren.<br />

Brüssel stimmte sich bei diesen Maßnahmen,<br />

den ersten Sanktionen seit<br />

1989, mit Washington, Ottawa und London<br />

ab. Wegen des Uiguren-Problems<br />

besteht auch keine Chance, dass das<br />

seit Jahren ausgehandelte Investitionsabkommen<br />

zwischen der EU und<br />

China das Europa-Parlament passiert.<br />

Auch die Peking-kritischen Geschehnisse<br />

in Hongkong werden in der EU<br />

mit Sorge verfolgt. Einen Lichtblick am<br />

europäischen Horizont bieten der EU<br />

die transatlantischen Beziehungen.<br />

Der Machtwechsel in den Vereinigten<br />

Staaten nach dem Abgang von Donald<br />

Trump und der Amtsübernahme durch<br />

Joe Biden hat die transatlantische<br />

Achse wieder belebt.<br />

Freilich, Europa hat inzwischen gelernt,<br />

dass es ungeachtet der Bindung einiger<br />

EU-Mitglieder an das NATO-Militärbündnis<br />

für seine Verteidigung selbst<br />

verantwortlich ist. Die USA haben<br />

andere Prioritäten, und ihr Militärbudget<br />

beträgt das Vierfache der EU. Ein<br />

schwieriger Partner für die EU ist und<br />

bleibt die Türkei. Der langjährige EU-<br />

Beitrittskandidat setzt immer wieder<br />

Maßnahmen, die keinen Spielraum<br />

für Fortschritte lassen. Die türkischen<br />

Erdgaserkundigungen vor den griechischen<br />

Inseln und Zypern konnten nur<br />

mit Sanktionsandrohungen Brüssels<br />

gestoppt werden. Der Austritt der Türkei<br />

aus der Istanbul-Konvention zum<br />

Schutz von Frauen vor Gewalt war für<br />

die EU ein Affront. Innenpolitisch lieferte<br />

Ankara durch Angriffe auf Parteien<br />

und Politiker der Opposition sowie auf<br />

Journalisten Zündstoff. In der Zeit der<br />

Corona-Pandemie, welche nun schon<br />

das zweite Jahr die ganze Welt in ihrem<br />

Bann hält, sind zahlreiche Konflikte auf<br />

dem Globus eskaliert, neue Konflikte<br />

kamen hinzu. Jemen, Syrien, Irak,<br />

Afghanistan, Myanmar, Kolumbien,<br />

zuletzt die Israel-Palästinenser-Konfrontation.<br />

Die internationalen Akteure,<br />

zu denen auch die Europäische Union<br />

zählt, leisten oft humanitäre Hilfe, ohne<br />

aber politisch Präsenz zu zeigen.<br />

PORTUGIESISCHE AGENDA: SOZIA-<br />

LES, ZUKUNFT UND CORONA<br />

Zurück zur EU-Agenda des Ratsvorsitzlandes<br />

Portugal. Im April erörterte<br />

Österreichs Europaministerin Karoline<br />

Edtstadler in Lissabon und Madrid<br />

die Zentralthemen EU-Erweiterung<br />

und EU-Zukunftskonferenz. Dazu<br />

kamen das aktuelle Thema Stand der<br />

Pandemiebekämpfung und das europa-weit<br />

angestrebte Covid-Zertifikat<br />

„Grüner Pass“. Auch der Sozialgipfel<br />

in Porto Anfang Mai, ein Höhepunkt<br />

des Vorsitz-Halbjahrs Portugals,<br />

wurde zu einer Art Corona-Gipfel. Die<br />

EU-Regierungschefs verabschiedeten<br />

einen Aktionsplan zu Beschäftigung,<br />

Weiterbildung und Kampf gegen die<br />

Armut. Sie besprachen ferner Schritte<br />

zur Normalität nach der Pandemie. 750<br />

Milliarden Euro Corona-Aufbauhilfen<br />

wurden beschlossen.<br />

Am Europatag folgte die EU-Zukunftskonferenz,<br />

die samt Bürgerdialog zur<br />

EU-Reform bis 2022 erste Ergebnisse<br />

liefern soll. Das Ringen um die Aufnahme<br />

der Westbalkan-Staaten bleibt<br />

ein heißes Eisen. Bundeskanzler<br />

Sebastian Kurz betonte, es gehe um<br />

die Positionierung der EU im globalen<br />

Wettbewerb mit den USA, Russland<br />

und China. EU-Budgetkommissar Johannes<br />

Hahn nannte als Ziel der EU-<br />

Kommission ein gemeinsames Hochfahren<br />

der europäischen Wirtschaft<br />

nach der Kontrolle über die Pandemie.<br />

Die Zukunftskonferenz hätte ein Paukenschlag<br />

für die Erneuerung der EU<br />

sein sollen, doch für Zukunftsvisionen<br />

blieb wenig Raum. Corona zeigte, wie<br />

rasch EU-Staaten ohne Abstimmung<br />

mit den Partnern Grenzen schlossen<br />

und eigene Regeln aufstellten.<br />

Uneinig hatten sich die EU-Staaten<br />

bereits in der Frage der Impfstoffbeschaffung<br />

gezeigt. Schwächen der<br />

EU-Kommission in dieser Frage hatten<br />

dazu geführt, dass einzelne Mitgliedsstaaten<br />

eigenständig Verträge mit<br />

Pharmafirmen abschlossen. Für die<br />

Lösung künftiger Probleme in Sachen<br />

Klima oder Welthandel ist dies kein<br />

gutes Zeichen. Gerade im Welthandel<br />

hat sich das Schwergewicht bereits<br />

zunehmend nach Asien, namentlich<br />

nach China verlagert. Die Covid-Krise<br />

verstärkt die Entwicklung, dass<br />

die Volkswirtschaften Asiens jene<br />

Europas längst überflügelt haben.<br />

Zweifellos hat die Pandemie die westlichen<br />

Volkswirtschaften im Vergleich<br />

mit China geschwächt.<br />

Portugals Nachfolger in der EU-Ratspräsidentschaft<br />

ist Slowenien. Dieser<br />

übernimmt ein schweres Erbe - Corona<br />

ist noch lange nicht vorbei. Die<br />

Trio-Präsidentschaft, bestehend aus<br />

Deutschland, Portugal und Slowenien,<br />

ist auf langfristige Schwerpunkte<br />

fokussiert. Einer davon ist die Bewältigung<br />

der sozio-ökonomischen<br />

Folgen der Pandemie, verbunden mit<br />

Bemühungen um eine Verbesserung<br />

des europäischen Krisenmanagements.<br />

Ferner obliegen dem Trio die<br />

Verhandlungen über einen mehrjährigen<br />

Finanzrahmen 2021-27 und die<br />

strategische Agenda 2019-24. Es geht<br />

um politische Ziele wie Klima, Wettbewerbsfähigkeit,<br />

Digitales, Soziales,<br />

die Rolle Europas in der Welt. Auch im<br />

Zeichen von Corona.<br />

Text: Hermine Schreiberhuber<br />

WIRTSCHAFT/EU<br />

077


SOCIETY<br />

EUROCHAMBRES – Dach der<br />

europäischen Wirtschaft<br />

Dr. Christoph Leitl, Präsident von EUROCHAMBRES, spricht im<br />

SOCIETY-Interview über weltweite Kooperationen und erklärt, wie die<br />

europäische Wirtschaft nach der Krise wieder auf Kurs kommt.<br />

Im Oktober 2019 wurden Sie als<br />

Präsident der Europäischen Wirtschaftskammern<br />

wiedergewählt.<br />

Was sind die Hauptthemen und Ziele<br />

von EUROCHAMBRES?<br />

EUROCHAMBRES mit seinen 20<br />

Millionen Unternehmungen und<br />

140 Millionen Mitarbeitenden ist als<br />

größte Wirtschaftsvertretung Europas<br />

verpflichtet dafür zu sorgen, dass<br />

die Rahmenbedingungen stimmen<br />

und Europa nach der COVID-Krise<br />

wieder auf Wachstumskurs kommt.<br />

Dazu ist notwendig, Qualifikation und<br />

Innovation zu stärken, Wachstum<br />

von Betrieben durch die Entwicklung<br />

eines europäischen Kapitalmarktes zu<br />

fördern, mit allen anderen Kontinenten<br />

Freihandelsabkommen zu schließen<br />

und den eigenen Binnenmarkt,<br />

zum Beispiel auf dem Energie- oder<br />

Digitalisierungssektor, zu stärken.<br />

EUROCHAMBRES-Präsident Dr. Christoph Leitl<br />

Inwiefern kann EUROCHAMBRES<br />

zu einer stärkeren europäischen Gemeinschaft<br />

beitragen?<br />

EUROCHAMBRES vertritt nicht nur die<br />

Wirtschaft, sondern fühlt sich für alle<br />

Bereiche der Gesellschaft mitverantwortlich.<br />

Wir unterstützen daher nicht<br />

nur die Klimaziele, sondern erweitern<br />

sie: Die Kreislaufwirtschaft soll bis<br />

2050 in einem Masterplan unter Einbezug<br />

aller Beteiligten festgelegt werden,<br />

und zwar in jährlichen, kontrollierten<br />

Schritten. Professionalität ist gefragt<br />

und eine unternehmerische Organisation<br />

wie EUROCHAMBRES verfügt<br />

darüber. Wir fordern aber auch von der<br />

Europäischen Gemeinschaft, dass sie<br />

handlungs- und entscheidungsfähig<br />

ist. Das Einstimmigkeitsprinzip in wichtigen<br />

Fragen führt nur zu Lähmung und<br />

Blockade, es sollte durch eine qualifizierte<br />

Mehrheit ersetzt werden.<br />

Wie könnten Strategien der europäischen<br />

Wirtschaft aussehen, um ihr<br />

Potential am besten zu nutzen und so<br />

auf globaler Ebene langfristig wettbewerbsfähig<br />

zu bleiben?<br />

Mit der Global Chamber Platform<br />

haben wir Kontakt mit allen bedeutenden<br />

Wirtschaftskammern auf der<br />

Welt. Viele Probleme lassen sich nur<br />

durch weltweite Kooperation lösen.<br />

Denken wir nur an die Fragen der<br />

Digitalisierung, des Klimawandels oder<br />

der Mitgrationsproblematik. Kooperation<br />

ist notwendig, auf der politischen<br />

Ebene ist dies durch die G20 ansatzweise<br />

vorhanden. Wir müssen an diese<br />

politischen Leader unsere Ideen und<br />

Vorschläge herantragen. Dann kann<br />

Europa mithelfen, Probleme zu lösen<br />

und selbst von seinen kreativen Ideen<br />

profitieren.<br />

Die Corona-Krise stellt die europäische<br />

Wirtschaft vor große Herausforderungen.<br />

Wie kann ein gelungener<br />

„Wiederaufbau“ eben dieser aussehen?<br />

Die Corona-Krise hat die Schwächen<br />

Europas schonungslos aufgedeckt.<br />

Anstatt eine notwendige europäische<br />

Koordination vorzunehmen, fiel man<br />

in nationalstaatliche Einzelaktionen<br />

zurück. Dadurch wurden viele Bereiche<br />

der Wirtschaft schwer beschädigt,<br />

nicht nur, aber auch der Tourismus.<br />

Eine Koordinationskompetenz für<br />

Krisenfälle wäre in Europa generell<br />

vorzusehen. Weiters müssten wir uns<br />

im Rahmen der Industriestrategie<br />

dafür entscheiden, welche Bereiche wir<br />

aus strategischen Gründen in Europa<br />

halten sollten. Wenn 80 % unserer<br />

pharmazeutischen Industrien in Asien<br />

ausgelagert sind, darf man sich nicht<br />

wundern, wenn Europa im Notfall das<br />

Nachsehen hat. Wir müssen aber<br />

auch vielen betroffenen Unternehmen<br />

helfen. Die letzte Krise hat viel Substanz<br />

gekostet. Diese Betriebe brauchen<br />

jetzt finanzielle Mittel, um erforderliche<br />

Investitionen und Innovationen<br />

durchführen zu können, damit sie im<br />

internationalen Wettbewerb erfolgreich<br />

bestehen können. Europa hat<br />

hier die große Aufgabe, wirtschaftliche<br />

Rahmenbedingungen zu setzen, den<br />

gemeinsamen Markt zu stärken und<br />

Freihandelsabkommen mit anderen<br />

Teilen der Welt abzuschließen. Je rascher<br />

Europa diese Dinge macht, umso<br />

erfolgreicher wird es in der Welt sein.<br />

Foto: Vivian Hertz, Reinhard Holl<br />

WIRTSCHAFT<br />

078


SOCIETY<br />

Wie wird die Welt nach<br />

COVID-19?<br />

Die Rückkehr zur Normalität ist eingeleitet, aber noch wütet<br />

COVID-19 in weiten Teilen der Welt. Eine Pandemie ist erst dann<br />

besiegt, wenn sie auf der ganzen Welt ausgelöscht ist.<br />

Wie wird die Welt nach COVID-19 aussehen?<br />

Wird wirklich wieder alles so<br />

wie vorher? Gewiss nicht. Vermutlich<br />

wird man einmal von einem Wendepunkt<br />

sprechen. Eine humanitäre<br />

Katastrophe wie diese hinterlässt Spuren<br />

und verändert die Einstellung der<br />

Menschen zu ihrer Lebensgestaltung.<br />

Man wird vorsichtiger.<br />

Zur Lebensgestaltung zählt der Beruf.<br />

Das Homeoffice aus der Notlage<br />

wird weiterhin die neue Arbeitswelt<br />

prägen, wenn auch in Form<br />

des „Hybridoffice“ mit notwendigen<br />

Erledigungen im Büro oder anderen<br />

Stätten. Das einst als Zukunftsmodell<br />

angepriesene Großraumbüro hat<br />

(auch aus gesundheitspolitischen<br />

Gründen) seine Bedeutung eingebüßt.<br />

Der Arbeitsmarkt wird angespannt<br />

bleiben, weil die Firmen nach<br />

jeder großen Krise entdecken, dass<br />

sie den Output auch mit weniger<br />

SOCIETY-Gastautor und Leiter des Außenpolitikressorts<br />

der Kronen Zeitung, Kurt Seinitz<br />

Arbeitskräften erreichen können. Die<br />

Folge werden Jahre sozialer Konflikte<br />

sein, zumal auch infolge der großen<br />

Krisenhilfsprogramme und Staatsverschuldungen<br />

inflationäre Tendenzen<br />

steigen. Die COVID-19-Pandemie hat<br />

dem Online-Shopping nicht nur zum<br />

Durchbruch, sondern auch einigen<br />

Quasi-Monopolisten zu aberwitzigem<br />

Reichtum verholfen. Die Börsen<br />

spielen mit und errechnen Marktwerte,<br />

die bereits weit jenseits realer<br />

Wertschöpfung angesiedelt sind.<br />

Dieser Trend – Kurssteigerungen, ja<br />

Höhenflüge trotz Krise – hat deutlich<br />

den Charakter einer Blasen-Bildung<br />

und gibt zur Sorge Anlass.<br />

Die De-facto-Steuerfreiheit auf internationaler<br />

Ebene für die Digital-Riesen<br />

führt zu einem Ausmaß von sozialer<br />

Ungerechtigkeit, das gesellschaftspolitisch<br />

unerträglich wird. Regierungen<br />

sind aufgerufen, Maßnahmen zu<br />

setzen, aber haben sie überhaupt noch<br />

die Macht dazu? Wird die Änderung<br />

des Kaufverhaltens während der<br />

Pandemie nachhaltig sein? Wenn Ja,<br />

Die COVID-19-Pandemie<br />

hat dem Online-Shopping<br />

nicht<br />

nur zum Durchbruch,<br />

sondern auch einigen<br />

Quasi-Monopolisten<br />

zu aberwitzigem<br />

Reichtum verholfen.<br />

kommt der reale (Klein-)Handel unter<br />

einen Druck, der das Aussehen unserer<br />

Städte verändern wird. Immer mehr<br />

Geschäfte schließen auf Dauer, Straßen<br />

veröden. Wie geht es überhaupt<br />

mit der Globalisierung weiter? Niemand<br />

kann sagen: „Haltet die Welt an,<br />

ich will aussteigen!“ Die Welt wächst<br />

immer rascher zusammen (nicht<br />

jedoch die Völker und Regierungen)<br />

und wird von zwei gegensätzlichen<br />

Tendenzen geprägt sein: Verschärfung<br />

der digitalen Vernetzung und Bremsung<br />

der transkontinentalen Lieferketten<br />

nach den bösen Erfahrungen<br />

zu Beginn der Pandemie. Für Europa<br />

bedeutet das eine Trendumkehr: mehr<br />

Produktion auf dem eigenen Markt<br />

statt Produktionsverlagerung ins ferne<br />

Ausland. Die Produkte werden teurer<br />

werden wegen des höheren Lohnniveaus,<br />

aber es werden auch Arbeitsplätze<br />

geschaffen.<br />

Historisch gesehen reagierten die<br />

Menschen nach jeder Pandemie<br />

erst mit Anfangseuphorie, dann aber<br />

mit Jahren der Besinnlichkeit. Das<br />

würde der Welt sicherlich gut tun,<br />

zumal sich die Globalisierung immer<br />

rascher nach oben schraubte mit<br />

breiter Stressbelastung und massiven<br />

Umweltschäden.<br />

Alles in allem: Das waren einige Nachdenk-Anstöße,<br />

wie die Welt nach<br />

COVID-19 aussehen könnte und wie<br />

sie nicht aussehen sollte.<br />

KOLUMNE 079


Albanien: vielversprechender<br />

EU-Beitrittskandidat<br />

SOCIETY sprach mit dem Honorarkonsul von<br />

Albanien in Österreich, Mag. Markus Posset, über<br />

das unentdeckte Potential Albaniens und die<br />

albanisch-österreichischen Beziehungen.<br />

Vor kurzem haben Sie das Amt des<br />

Honorarkonsuls von Albanien in<br />

Österreich übernommen. Wie kam es<br />

dazu?<br />

Ich habe schon immer gute Kontakte<br />

nach Albanien gepflegt und einige<br />

meiner Geschäftspartner befinden sich<br />

ebenfalls dort. Unter anderem deshalb<br />

wurde ich vom albanischen Botschafter<br />

in Österreich, S.E. Roland Bimo, und<br />

dem Ministerpräsidenten Albaniens,<br />

Edi Rama – noch vor der Wahl im April<br />

dieses Jahres – gefragt, ob ich das Amt<br />

übernehmen wollen würde.<br />

Welche Aufgaben warten als Honorarkonsul<br />

von Albanien in Österreich<br />

auf Sie?<br />

HonorarkonsulInnen sind ja ehrenamtlich<br />

tätig und gerade hier ist es wichtig,<br />

die gegenseitige Wahrnehmung, aber<br />

auch die Bereiche Wirtschaft, Kultur,<br />

Sport, etc. im Einverständnis beider<br />

Länder zu fördern und zu vertiefen.<br />

Albanien und Österreich haben historisch<br />

weit zurückreichende, sehr<br />

enge Beziehungen.<br />

Das hat vor allem mit den Habsburgern<br />

zu tun, die die albanische Nationsbildung<br />

sowie die Unabhängigkeit<br />

des albanischen Staates unterstützt<br />

haben. Österreich-Ungarn hat damit<br />

sicherlich einiges zur Entstehung des<br />

modernen Albaniens, das wir heute<br />

kennen, beigetragen.<br />

Fotos: Michael Gruber, BMEIA, Stefan Diesner<br />

DIPLOMATIE 080


Welches wirtschaftliche Potential<br />

schreiben Sie dem Land zu und wie<br />

sieht die aktuelle Zusammenarbeit<br />

zwischen Österreich und Albanien<br />

aus? Österreich ist ja der sechstgrößte<br />

Investor in Albanien.<br />

Es gibt viele zukunftsträchtige Branchen<br />

in Albanien. Im Energiebereich<br />

z.B. ist Österreich bereits mit einigen<br />

Unternehmen präsent. Außerdem<br />

ist der Hotel- und Medienbereich<br />

sehr spannend, hier gibt es aktuelle<br />

Projekte wie z.B. den neuen Flughafen<br />

in Vlora oder Tourismusvorhaben an<br />

den teilweise unentdeckten Küsten.<br />

Der Tourismussektor wird in Zukunft<br />

zu einem der spannendsten Bereiche<br />

überhaupt: Es gibt wunderschöne Plätze,<br />

aber nur wenige große Hotels mit<br />

vier oder fünf Sterne-Standards. Die<br />

Landschaft, das Meer und das Essen<br />

sind toll, aber eben noch unentdeckt.<br />

Wie ist Albanien neben der Botschaft<br />

und den Honorarkonsulaten noch in<br />

Österreich vertreten?<br />

Es gibt zum Beispiel die Österreichisch-Albanische<br />

Freundschaftsgesellschaft,<br />

aber auch sehr viele<br />

namhafte albanische Firmen, die ihren<br />

Sitz in Wien haben. Hier kann man vor<br />

allem die Balfin Group (www.balfin.al)<br />

mit dem Inhaber Samir Mane, der als<br />

reichster Mann Albaniens gilt, nennen.<br />

Der Geschäftsführer der Balfin Holding<br />

in Österreich und der Albatrade<br />

ist Herr Alban Caslli, welcher seit<br />

mehr als 20 Jahren sehr erfolgreich im<br />

Handelsbereich für Elektronikgeräte<br />

im Balkanraum mit großen Marken wie<br />

z.B. Samsung tätig ist.<br />

Albanien gilt als EU-Beitrittskandidat,<br />

die Verhandlungen haben aber noch<br />

nicht begonnen. Wie blicken Sie dahingehend<br />

in die Zukunft?<br />

Jetzt darf die EU nicht zu lange zögern,<br />

denn andere Akteure sind im Bereich<br />

der Wirtschaftsbeziehungen aktiv. Es<br />

ist Zeit, Beitrittsverhandlungen für die<br />

Mitgliedschaft aufzunehmen.<br />

Welche Vorteile bringt es für die EU,<br />

wenn Albanien Teil davon wird?<br />

Zum einen bringt ein Beitritt Albaniens<br />

sicherlich Vorteile im Hinblick<br />

auf die Währungsunion, auf Außenhandels-<br />

und Einreiseabkommen oder<br />

hinsichtlich der Zollbestimmungen.<br />

Außerdem können neue und schnellere<br />

logistische Wege erschlossen werden.<br />

Österreich kann hier auch einige<br />

Projekte mitfördern, denn Albanien<br />

gilt als gutes Investitionsland, in dem<br />

man hervorragende Renditen erwirtschaften<br />

kann, vor allem im Immobilienbereich.<br />

Was wünschen Sie sich für die Zukunft<br />

Albaniens?<br />

Ich wünsche mir, dass Albanien sehr<br />

schnell vom EU-Beitrittskandidaten<br />

zu einem EU-Mitgliedsland wird und<br />

dass die Beziehungen und auch das<br />

Image des Landes verbessert werden.<br />

Albanien wird in den Medien teilweise<br />

noch immer unterschätzt, obwohl es<br />

unglaublich viel zu bieten hat: von<br />

Kunst und Kultur über Geschichte<br />

und Natur bis hin zur Kulinarik.<br />

www.markusposset.com<br />

ALBANIEN<br />

081


SOCIETY<br />

Nur Mut zu<br />

Investitionen in Afrika!<br />

Prof. Dr. Stefan Liebing, Honorarkonsul von Kamerun in Hamburg,<br />

erklärt in seinem Gastkommentar warum man jetzt in Afrika<br />

investieren sollte und welche Chancen sich daraus ergeben können.<br />

Gleich mehrere große Herausforderungen<br />

hat die Corona-Krise<br />

für mittelständische Unternehmen<br />

gebracht. Neben einem Einbruch<br />

der inländischen Wirtschaftsleistung<br />

kämpfen viele Unternehmen vor allem<br />

mit zurückgehender Nachfrage aus<br />

dem Ausland. Außerdem hat die Krise<br />

gezeigt, dass es ratsam ist, Wertschöpfungsketten<br />

und Lieferquellen zu diversifizieren,<br />

anstatt sich für viele Vorprodukte<br />

und Rohstoffe ausschließlich<br />

auf China zu verlassen.<br />

Wer Lösungen für diese Probleme<br />

sucht, kann sie in Afrika finden. Diese<br />

Einschätzung mag zunächst überraschen.<br />

Vor allem deshalb, weil wir<br />

seit vielen Jahrzehnten ein einseitiges,<br />

geradezu klischeehaftes Bild unseres<br />

Nachbarkontinents pflegen. Ärmliche<br />

Hütten, hungernde Kinder, Korruption<br />

und schlechte Infrastruktur sind<br />

Prof. Dr. Stefan Liebing, Honorarkonsul von<br />

Kamerun in Hamburg<br />

Stichworte, die auch Unternehmern<br />

häufig zuerst einfallen. Dies ist auch<br />

tatsächlich der Fall, zugleich aber auch<br />

das Gegenteil: Boomende Großstädte,<br />

innovative Start-ups, einige der am<br />

stärksten wachsenden und einige der<br />

reformfreudigsten Volkswirtschaften<br />

der Welt befinden sich auf diesem Kontinent,<br />

von dem wir so wenig wissen.<br />

Bislang sind die meisten Länder<br />

Afrikas besser durch die Corona-Krise<br />

gekommen als viele das gedacht<br />

hätten. Im Umgang mit Viruserkrankungen<br />

sind lokale Gesundheitsorganisationen<br />

spätestens seit Ebola<br />

erfahren. Wirtschaftlich allerdings<br />

hat das Virus große Schäden verursacht.<br />

Das Bruttoinlandsprodukt der<br />

Staaten in Sub-Sahara-Afrika hat um<br />

drei Prozent nachgegeben. Fachleute<br />

erwarten aber eine schnelle Erholung<br />

der Nachfrage. Denn es geht darum,<br />

dringende Grundbedürfnisse einer<br />

stark wachsenden Bevölkerung zu<br />

decken: Nahrungsmittel, Energie- und<br />

Wasserversorgung, Maschinen und<br />

Telekommunikationstechnologie werden<br />

konjunkturunabhängig benötigt.<br />

Hinzu kommt, dass ein wesentlicher<br />

Teil der Wirtschaftseinbrüche in Afrika<br />

durch sinkende Rohstoffpreise und<br />

ausbleibende Touristen bedingt ist.<br />

Beides wird sich nach der Krise schnell<br />

wieder ändern. Wenn also unsere<br />

traditionell starken Handelspartnerländer<br />

kaum die Wachstumstreiber<br />

der kommenden Jahre sein können, so<br />

wird es umso wichtiger, die zu erwartende<br />

steil ansteigende Nachfragekurve<br />

Afrikas nicht zu versäumen. Und<br />

auch zur Diversifizierung von Wertschöpfungsketten<br />

eignet sich unser<br />

südlicher Nachbarkontinent wie kein<br />

anderer Standort: Räumliche Nähe zu<br />

Europa, geringe Arbeitskosten, eine<br />

stark wachsende Mittelschicht mit<br />

hunderten Millionen neuer Kunden<br />

und Konsumenten sollten Grund<br />

genug sein, in Afrika zu investieren.<br />

Dabei geht es um Produktion für lokale<br />

Märkte, aber auch um die Herstellung<br />

von Vorprodukten und die Gewinnung<br />

von Rohstoffen für internationale Wertschöpfungsketten.<br />

Schließlich könnte die Erzeugung von<br />

Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen<br />

und dessen Lieferung nach<br />

Europa zu einem weiteren Wachstumstreiber<br />

werden: Wenn Europa seine<br />

CO2-Emissionen deutlich reduzieren<br />

will, wird es nicht daran vorbeikommen,<br />

umweltfreundliche Energie auch aus<br />

Afrika zu importieren. Das bedeutet<br />

große Möglichkeiten für Anlagenbauer,<br />

Energieunternehmen und Investoren.<br />

Unternehmer sollten jetzt in Afrika<br />

tätig werden. Vor allem, weil die<br />

kommenden Monate und Jahre riesige<br />

Chancen bieten werden. Aber auch,<br />

weil dauerhafte Entwicklung in der<br />

Region nur möglich sein wird, wenn<br />

Menschen die Chance auf einen guten<br />

Arbeitsplatz haben, der ihnen Einkommen,<br />

Wohlstand und Sicherheit<br />

verspricht. Entwicklungshilfeprogramme<br />

schaffen diese Jobs nicht, sondern<br />

Unternehmer. Also nützen wir diese<br />

Chance!<br />

Fotos: ORF, Stefan Liebing<br />

WIRTSCHAFT<br />

082


SOCIETY<br />

Drei Musketiere und<br />

eine Schildkröte<br />

Christian Wehrschütz schreibt in seinem Gastbeitrag<br />

für das SOCIETY Magazin über den mühsamen Weg<br />

Albaniens in Richtung EU.<br />

„Wir sind die drei Musketiere – Einer für<br />

alle, alle für einen!“ sagte Außenminister<br />

Alexander Schallenberg jüngst in Tirana<br />

bei der gemeinsamen Pressekonferenz<br />

mit den Außenministern Tschechiens<br />

und Sloweniens zur albanischen Außenministerin<br />

Olta Xhacka. Die Pressekonferenz<br />

fand im Garten des albanischen<br />

Außenministeriums statt; zum Schluss<br />

spazierte eine Schildkröte durch das<br />

Gras vor dem Tisch, an dem die vier<br />

Personen saßen. Das Gelächter vor allem<br />

der Journalisten war groß, denn ein<br />

besseres Symbol für den Kriechgang, in<br />

dem die EU-Annäherung des Westbalkans<br />

abläuft, kann der Zufall eigentlich<br />

nicht bescheren.<br />

Den Beginn von Beitrittsgesprächen<br />

mit Nord-Mazedonien und Albanien<br />

empfiehlt die EU-Kommission seit vielen<br />

Jahren; formell beschlossen ihn die<br />

27-EU-Staaten zu Beginn der Corona-<br />

ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz<br />

Krise im Frühling 2020 nach zweimaliger<br />

Verschiebung, die vor allem Frankreich<br />

und die Niederlande erzwangen. Offen<br />

ist, ob unter der portugiesischen EU-<br />

Präsidentschaft endlich die formelle<br />

Eröffnung durch eine Regierungskonferenz<br />

stattfinden wird. Die Chancen<br />

dafür haben sich vor allem für Nord-<br />

Mazedonien verschlechtert; nach der<br />

mühevollen Beilegung des Namensstreits<br />

mit Griechenland blockiert<br />

nun Bulgarien und zwar ebenfalls mit<br />

einem Rückgriff auf die umstrittene gemeinsame<br />

Geschichte. Eine Trennung<br />

von Nord-Mazedonien und Albanien<br />

kommt für Schallenberg und Co aber<br />

nicht in Frage. In Tirana wollte Ministerpräsident<br />

Edi Rama keine Prognose<br />

abgeben, wie die EU entscheiden wird.<br />

„Es ist unmöglich derzeit Vorhersagen<br />

zu machen, was die EU tun wird. Es ist<br />

leichter vorherzusagen, dass Österreich<br />

Fußballweltmeister wird als was<br />

die EU tun wird. Einerseits haben wir<br />

eine starke Gruppe von Mitgliedern, die<br />

uns und den Beginn von Beitrittsverhandlungen<br />

unterstützt. Dazu zählen<br />

Österreich, Tschechien und Slowenien,<br />

die hier von ihren drei Außenministern<br />

vertreten wurden; sie sind seit langem<br />

dafür, dass der formelle Verhandlungsprozess<br />

beginnen muss. Auf der anderen<br />

Seite gibt es einige andere Länder,<br />

die skeptisch sind, ungeachtet der Tatsache,<br />

dass die Entscheidung für den<br />

Beginn der Verhandlungen von allen<br />

Ländern insgesamt getroffen wurde.<br />

Doch dieser Beginn ist blockiert, weil<br />

es keinen Konsens gibt.“ Widerstand<br />

kommt offiziell vor allem aus den Niederlanden<br />

und Frankreich; sie werfen<br />

Albanien vor, zu wenig gegen Korruption<br />

und Organisierte Kriminalität zu tun,<br />

doch die Erweiterungsmüdigkeit ist in<br />

der EU viel weiter verbreitet. Tatsache<br />

ist, dass Geldwäsche und Drogenhandel<br />

tatsächlich weiterhin eine große<br />

Herausforderung für das „Land der<br />

Skipetaren“ darstellt. Befürworter des<br />

Beginns der Verhandlungen weisen<br />

aber mit Recht darauf hin, dass es nur<br />

um den Beginn der Gespräche geht, die<br />

viele Jahre dauern werden, und nicht<br />

um den Beitritt selbst, und dafür sind<br />

beide Länder zweifellos „reif“. Zu den<br />

grundsätzlich positiven Entwicklungen<br />

zählt in Albanien die Durchleuchtung<br />

der Justiz: Seit mehr als drei Jahren<br />

werden Richter und Staatsanwälte<br />

durch eine Kommission durchleuchtet.<br />

Diesen sogenannte „Vetting-Prozess“<br />

haben bisher 370 Juristen durchlaufen,<br />

nur 40 Prozent von ihnen haben bestanden.<br />

Hinzu kommt die schlechte<br />

Organisation der Justiz insgesamt; der<br />

Weg zum Recht für den Bürger gleicht<br />

einem Spießrutenlauf. Positiv zu verbuchen<br />

ist, dass die Parlamentswahl<br />

jüngst – trotz vieler Mängel – recht<br />

gesittet ablief.<br />

Der sozialistische Ministerpräsident Edi<br />

Rama gewann neuerlich die absolute<br />

Mehrheit und beginnt damit eine dritte<br />

Amtszeit. Rama will die Modernisierung<br />

Albaniens massiv vorantreiben, die in<br />

den vergangenen 15 Jahren sichtbare<br />

Fortschritte gemacht hat; auch die Corona-Pandemie<br />

hat das Land erstaunlich<br />

gut gemeistert.<br />

WIRTSCHAFT/WESTBALKAN<br />

083


SOCIETY<br />

Die Wirtschaft kennt<br />

kein Vakuum<br />

SOCIETY sprach mit Botschafterin a.D. Dr. Elena<br />

Kirtcheva, Gründungs- und Vorstandsmitglied,<br />

Generalsekretärin des Vienna Economic Forum<br />

über die Anfänge der Organisation, die Potentiale<br />

Südosteuropas und der Balkanländer, und die<br />

treibende Kraft der Wirtschaft.<br />

Das Vienna Economic Forum wurde<br />

2004 gegründet – wie ist die Idee<br />

dazu entstanden, was sind die konkreten<br />

Ziele des Forums?<br />

Als bulgarische Botschafterin durfte<br />

ich Anfang der 90er Jahre in der<br />

Schweiz das World Economic Forum<br />

in Davos miterleben. Als ich Jahre<br />

später nach Wien entsandt wurde,<br />

war es die Zeit nach dem Jugoslawienkrieg,<br />

eine Zeit in der man an<br />

einen „Neubeginn“ für diese Region,<br />

besonders im Bereich der Wirtschaft,<br />

denken und arbeiten sollte. Aus dieser<br />

Überlegung heraus entstand die Idee,<br />

ein Wirtschaftsforum mit Sitz in Wien<br />

zu gründen. Wien war, ist und bleibt<br />

„der passende Ort“ dafür, damals war<br />

„die passende Zeit“ gekommen und<br />

„die passenden Leute“ – Vertreter<br />

der Wirtschaft waren auch dabei.<br />

Im Fokus stand und steht immer<br />

noch die Weiterentwicklung der<br />

wirtschaftlichen Kooperation mit und<br />

zwischen den 13 Mitgliedsstaaten des<br />

Vienna Economic Forum. Vertreter<br />

von renommierten Unternehmen<br />

aus verschiedenen Branchen und<br />

Ländern sind Mitglieder des VEF und<br />

seines Vorstands. Wir haben es uns<br />

zur Aufgabe gemacht, Interesse für<br />

die Region zu wecken und potenzielle<br />

Investitionsmöglichkeiten zu definieren,<br />

um einen aktiven Beitrag für<br />

die wirtschaftliche Entwicklung der<br />

Region, und zwar mit der Zielrichtung<br />

des Aufbaus einer gemeinsamen<br />

„Wirtschaftsarea“, zu leisten. Vienna<br />

Economic Forum hat sich als DIE<br />

pro-europäische Plattform mit Sitz in<br />

Wien etabliert und es über die 17 Jahre<br />

seines Bestehens, die wir im April<br />

2021 feierten, geschafft, wesentliche<br />

und damit verantwortungsträchtige<br />

Anerkennung zu bekommen. VEF ist<br />

der Status als Internationale Nichtstaatliche<br />

Organisation (INGO) sowie<br />

der spezielle Konsultativstatus beim<br />

Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten<br />

Nationen (ECOSOC) zuerkannt<br />

worden. Seit 2015 ist VEF zudem im<br />

Transparenzregister des Europäischen<br />

Parlaments und der Europäischen<br />

Kommission eingetragen. Es bleibt<br />

weiterhin unser Ziel, Aufmerksamkeit<br />

auf die Mitgliedsländer zu ziehen,<br />

Südosteuropa und besonders die Balkanregion<br />

sichtbarer zu machen. Ich<br />

bin stolz darauf, dass SOCIETY dabei<br />

unser Hauptmedienpartner ist und<br />

freue mich über die gemeinsamen<br />

Pläne, die Zusammenarbeit weiterhin<br />

erfolgreich fortzuführen.<br />

Welche Erfolge konnte das VEF bis<br />

dato verbuchen?<br />

Das große jährliche Vienna Economic<br />

Forum findet jedes Jahr im<br />

November in Wien statt. Dazu sind die<br />

Premierminister der Mitgliedsländer<br />

zusammen mit hohen Vertretern der<br />

regionalen, europäischen und Weltwirtschaft<br />

eingeladen. Unter dem<br />

Motto „Wirtschaft trifft Politik“ werden<br />

Richtungen für neue Investitionen<br />

ermittelt sowie Rahmen für konkrete<br />

wirtschaftliche Zusammenarbeit in<br />

der Region gesetzt. Im Laufe des Jahres<br />

organisieren wir auch „Vienna Economic<br />

Talks“ in den Mitgliedsländern.<br />

VEF freut sich über das Interesse und<br />

die aktive Zusammenarbeit mit der<br />

Europäischen Kommission, wir sind<br />

immer stolz darauf, dass regelmäßig<br />

EU-Kommissare unseren Einladungen<br />

Folge leisten und an unseren<br />

Foren aktiv teilnehmen. In diesem<br />

Foto: SOCIETY/Probaschnig<br />

VIENNA ECONOMIC FORUM 084


SOCIETY<br />

Zusammenhang erwähne ich gerne,<br />

dass es VEF gelungen ist, als „Official<br />

side event“ zu fungieren – wie etwa<br />

bei dem „EU-Western Balkan Summit<br />

2018“ in Sofia oder bei der darauffolgenden<br />

österreichischen EU-Ratspräsidentschaft.<br />

Wir sind stolz darauf,<br />

dass dabei alle Premierminister des<br />

Westbalkans unserer Einladung gefolgt<br />

sind.<br />

Warum sollten Unternehmen in den<br />

Mitgliedsländern des VEF (Albanien,<br />

Bosnien und Herzegowina, Bulgarien,<br />

Kroatien, Kosovo, Moldau, Montenegro,<br />

Nordmazedonien, Österreich,<br />

Rumänien, Slowenien, Türkei und<br />

Ukraine) investieren?<br />

Die ganze Region ist von großer geopolitischer<br />

Bedeutung. Da ist sehr<br />

viel Potential zur wirtschaftlichen<br />

Entwicklung vorhanden, dazu unausgeschöpfte<br />

Ressourcen menschlicher<br />

Energie. Es gibt eine Dynamik, die in<br />

eine Richtung zusammengebündelt,<br />

Wunder bewirken kann. Die VEF Mitglieder<br />

haben Interesse, in mehreren<br />

der Mitgliedsländer wirtschaftlich<br />

vertreten zu sein. Wir versuchen die<br />

Investitionsprozesse weiter zu unterstützen,<br />

gemäß der Überzeugung,<br />

dass die Wirtschaft der Motor der<br />

gesellschaftlichen Entwicklung und<br />

Veränderung ist.<br />

Wie steht das Forum mit den Botschafter<br />

der oben genannten Länder<br />

in Kontakt?<br />

Die Struktur des VEF ist eine unikale:<br />

Am VEF–Partronanzkomitee nehmen<br />

die Premierminister der Mitgliedsländer<br />

teil; die in Österreich akkreditierten<br />

Botschafter der VEF-Länder sind<br />

Mitglieder des Botschafterkomitees<br />

und es ist eine gute Sache, dass die<br />

Botschafter nicht nur das eigene Land<br />

vertreten, sondern sich auch regional<br />

einsetzen. Im Juni dieses Jahres feierten<br />

wir das 20. Jubiläum der berühmten<br />

VEF Garden Party, bei der alle Botschafter<br />

mit Gästen aus der eigenen<br />

Diaspora, zusammen mit VEF-Mitgliedern,<br />

kamen. Die Stimmung während<br />

dieser Sommer Social Events des VEF<br />

ist immer ausgezeichnet.<br />

Covid-19 ist vor allem auch für die<br />

Wirtschaft eine große Belastung. Wie<br />

sieht die Post-Covid Agenda des VEF<br />

aus?<br />

Ich glaube, dass wir uns kontinuierlich<br />

weiterentwickeln, nicht zuletzt durch<br />

neue Technologien. Aus dem letzten<br />

Jahr werden wir die Möglichkeit einer<br />

Hybridorganisation der Veranstaltungen<br />

mitnehmen. Diese neue Form<br />

hat es ermöglicht, dass sich beim 17.<br />

Vienna Economic Forum im November<br />

2020 ca. 1200 Teilnehmer aus 32<br />

Ländern beteiligten. Bei den Vienna<br />

Economic Talks über den „Economy<br />

and Investment Plan for the Western<br />

Balkans“, die im Mai 2021 zusammen<br />

mit dem EU-Kommissar für Nachbarschaftspolitik<br />

und Erweiterung,<br />

Olivér Várhelyi, mit Premierministern<br />

der Mitgliedsländer und mit hohen<br />

Vertretern der österreichischen,<br />

der regionalen und europäischen<br />

Wirtschaft stattfanden, waren es 600<br />

Beteiligte aus 20 Ländern. Ich bin sehr<br />

stolz darauf, dass das Vienna Economic<br />

Forum so weit gekommen ist und<br />

blicke positiv und mit Freude in die<br />

Zukunft! Die Wirtschaft kennt kein<br />

Vakuum, und das sollte ebenso für die<br />

Politik gelten.<br />

WIRTSCHAFT<br />

085


SOCIETY<br />

Zur Schwäbischen<br />

Jungfrau<br />

Mit ihrem fröhlichen Wesen zieht uns die<br />

83-jährige Innenstadtlegende Hanni Vanicek<br />

beim SOCIETY-Interview in ihrem Geschäft<br />

am Graben sofort in ihren Bann – ebenso mit<br />

ihren zahlreichen Geschichten.<br />

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig<br />

Vom malaysischen König, der seinen<br />

Palast von der „Schwäbischen Jungfrau“<br />

mit feinsten Stoffen und edler<br />

Wäsche ausstatten ließ, über ein<br />

illustres Abendessen mit Luciano<br />

Pavarotti bis hin zu Whoopie Goldbergs<br />

Überraschungsbesuch in ihrem Wiener<br />

Traditionsgeschäft – die heute 83-jährige<br />

Geschäftsführerin hat viel erlebt.<br />

Mit ihren Erfahrungen könnte sie zahlreiche<br />

Bücher füllen – ihr erstes ist im<br />

Oktober letzten Jahres auch bereits<br />

erschienen. „Das Geschäft ist meine<br />

Bühne“ heißt es und wurde von der<br />

österreichischen Autorin Freya Martin<br />

aufgezeichnet. „Es ist ein sehr wienerisches<br />

Buch und ich bin stolz darauf“,<br />

betont Hanni Vanicek im Interview. Mit<br />

nur 21 Jahren übernahm Hanni Vanicek<br />

1959 die Schwäbische Jungfrau. Das<br />

Wäschewarengeschäft bestand zu<br />

diesem Zeitpunkt bereits über 240<br />

Jahre und hatte schon zahlreiche<br />

BesitzerInnen überdauert. Vor der<br />

Übernahme war Vanicek viel gereist,<br />

hatte ihren Vater als seine Assistentin<br />

in ganz Europa begleitet. Ihr eigentlicher<br />

Traum war es damals, Opernsängerin<br />

zu werden und auf der Bühne<br />

zu stehen, das Schicksal wollte es aber<br />

anders: Sie sollte jene Person werden,<br />

die die 1720 von einem nach Wien<br />

übersiedelten schwäbischen Leinwandhändler<br />

gegründete Schwäbische<br />

Jungfrau nun seit über sechzig Jahren<br />

prägt, ihr eine Seele verleiht. „Ich war<br />

damals noch sehr jung und unbedarft,<br />

aber ich konnte eine gute Ausbildung<br />

als Schneidermeisterin vorweisen. Von<br />

zuhause hatte ich außerdem Disziplin<br />

gelernt und die war vor allem zu Beginn<br />

sehr wichtig“, erinnert sich Vanicek an<br />

die ersten Jahre als Geschäftsführerin.<br />

Sie wuchs stetig in die Rolle der Eigentümerin<br />

hinein, flog zu Messen, schloss<br />

Verträge, erweiterte die Stammkundschaft<br />

und renovierte das Geschäftslokal,<br />

das sich zuvor am „Haarhof“ und<br />

später am Hohen Markt befunden<br />

hatte, ehe es in den 1920er Jahren am<br />

Graben 26 seinen Platz fand. Als großer<br />

Glücksfall für das Unternehmen stellte<br />

sich die Kooperation mit der amerikanischen<br />

Herstellerfirma Fieldcrest<br />

heraus, die über vierzig Jahre dauern<br />

und erst durch die Auflösung der Firma<br />

enden sollte. Die einzigartig weichen<br />

Frotteehandtücher der Marke fanden<br />

weitläufigen Anklang, zu erhalten waren<br />

diese europaweit nur bei Harrods in<br />

London, im Maison Blanc in Paris – und<br />

eben in der Schwäbischen Jungfrau<br />

in Wien. Doch nicht immer lief alles so<br />

problemlos für Hanni Vanicek, so brach<br />

am 25. Juni 1968 ein zerstörerischer<br />

Brand im Geschäft am Graben aus, der<br />

die Räumlichkeiten schwer beschädigte.<br />

Auch das gesamte Archiv der<br />

Schwäbischen Jungfrau, die zu Kaisers<br />

Zeiten sogar zum k.u.k. Hoflieferanten<br />

ernannt wurde, fiel den Flammen zum<br />

Opfer und der Verkauf musste kurzerhand<br />

in die sich heute noch dort<br />

befindende Näherei im 8. Bezirk verlegt<br />

werden.<br />

Mit ihrer offenen und herzlichen Art<br />

begeistert Vanicek seit jeher die Menschen<br />

für sich. „Ich bin eine Person, die<br />

auf jeden zugeht und so habe ich Nelson<br />

Mandela am Flughafen die Hand<br />

geschüttelt, Michael Jackson um zwei<br />

Uhr nachts mitten auf der Straße ein<br />

persönliches Autogramm abgeluchst<br />

und am Macchu Picchu ein Foto mit<br />

Jimmy Carter gemacht“, lacht sie.<br />

Und so bespielt sie auch seit über 60<br />

Jahren die Bühne der Schwäbischen<br />

Jungfrau – mit Charme, Herz und<br />

Enthusiasmus, und seit 2006 gemeinsam<br />

mit ihrem Neffen Theo, der das<br />

Geschäft einmal übernehmen und ein<br />

weiteres Kapitel der langen Geschichte<br />

der Schwäbischen Jungfrau schreiben<br />

wird. „Für die Zukunft wünsche ich<br />

mir Frieden, mehr Verständnis für die<br />

Menschen, weniger Gier und für die<br />

Schwäbische Jungfrau, dass sie, genau<br />

wie die anderen älteren Geschäfte,<br />

weiterbestehen kann und die Mieten<br />

leistbar bleiben – das liegt mir wirklich<br />

am Herzen“.<br />

AUSTRIAN BUSINESS<br />

087


SOCIETY<br />

Ein Stuhl mit<br />

Schwung<br />

Kein Möbelstück ist so eng mit der Wiener Kaffeehauskultur<br />

verwoben, wie Thonets „Stuhl<br />

Nr.14“ – dieser prägt heute noch den Charakter<br />

der klassischen Wiener Etablissements.<br />

Entwickelt wurde der Sessel 1859 vom<br />

deutschen Tischlermeister Michael<br />

Thonet, den Fürst Metternich mit<br />

seiner Familie 1842 nach Wien geholt<br />

hatte. Sieben Jahre später gründete er<br />

seine eigene Werkstätte in Gumpendorf,<br />

die er 1853 in Gebrüder Thonet<br />

umbenannte. „Ohne Wien wäre Thonet<br />

heute nicht das, was es ist. Die Weitsicht,<br />

Innovationskultur und überregionale<br />

Vernetzung der damaligen Zeit<br />

haben es Michael Thonet ermöglicht,<br />

seine technologischen Konzepte und<br />

unternehmerischen Ideen umzusetzen<br />

und zum Erfolg zu führen“, betont<br />

Norbert Ruf, Creative Director und Geschäftsführer<br />

von Thonet im SOCIETY-<br />

Interview.<br />

Der erste große Auftrag für Thonet<br />

kam vom Café Daum, das er im Jahr<br />

1850 mit dem Stuhl Nr. 4., der heute<br />

ebenfalls als Ikone gilt, ausstattete.<br />

„Auf seinen Entwürfen kamen die Menschen<br />

früher wie heute zusammen,<br />

tauschten sich aus und nach wie vor<br />

definieren sie das Bild der Wiener Gastronomie“,<br />

so Ruf. Zwei Jahre nach der<br />

großen Bestellung des Cafés Daum<br />

eröffnete Thonet die erste Verkaufsniederlassung<br />

im Palais Montenuovo<br />

in der Strauchgasse.<br />

Das Unternehmen wuchs stetig weiter,<br />

es wurden Wälder gekauft und Fabriken<br />

gebaut, darunter auch in Frankenberg<br />

in Hessen, wo sich heute der<br />

Firmensitz von Thonet befindet. Mit<br />

dem Entwurf des Stuhls Nr. 14 (heute<br />

214) – dem „Wiener Kaffeehausstuhl“ –<br />

erlangte Thonet schließlich – nicht nur<br />

aufgrund des einzigartigen Designs<br />

sondern auch, weil der Stuhl durch die<br />

neuartige Technologie des Biegens<br />

von massivem Buchenholz beinahe<br />

industriell hergestellt werden konnte<br />

– endgültig internationale Bekanntheit.<br />

Bei der Weltausstellung in Paris<br />

im Jahr 1867 erhielt er dafür sogar die<br />

Goldmedaille. Auch in adligen Kreisen<br />

genoss der Tischlermeister hohes Ansehen.<br />

Kaiser Franz Joseph I. zeichnete<br />

ihn seinerzeit mit dem „Goldenen Verdienstkreuz<br />

mit der Krone“ sowie mit<br />

dem Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens<br />

aus. Als Michael Thonet im Alter<br />

von 75 Jahren an den Folgen einer<br />

Erkältung verstarb, unterhielt die Firma<br />

Gebrüder Thonet bereits weltweit<br />

eine Vielzahl an Verkaufsstellen – von<br />

Barcelona über London, bis nach New<br />

York und St. Petersburg. Die Qualität<br />

und zeitlose Formensprache hatten<br />

Thonet zum Vorreiter und Pionier der<br />

Möbelbranche gemacht.<br />

70 Jahre nach dem revolutionären<br />

Entwurf des Stuhls Nr. 14 sorgte Marcel<br />

Breuer mit seinen ersten Möbelmodellen<br />

aus Stahlrohr für Aufsehen. Thonet<br />

übernahm 1929 die von ihm mitgegründete<br />

Firma Standard-Möbel Lengyel<br />

& Co. und sicherte sich so die Produktionsrechte<br />

von Breuers neuartigen<br />

Designs. „So entstanden die heutigen<br />

Stahlrohr-Klassiker S 32 und S 64, bis<br />

heute wichtige Bindeglieder zwischen<br />

der traditionellen Bugholztechnik und<br />

modernem Stahlrohrbiegen“, fügt Ruf<br />

hinzu.<br />

Heute wird in enger Zusammenarbeit<br />

mit bekannten zeitgenössischen<br />

DesignerInnen an neuen Entwürfen<br />

gearbeitet. Der traditionellen Herstellungsweise<br />

der Bugholz- und Stahlrohrklassiker<br />

ist Thonet aber in großen<br />

Teilen treu geblieben, auch wenn nur<br />

einige wenige MitarbeiterInnen über<br />

die nötige Expertise verfügen. „Vor<br />

allem das Bugholzbiegen ist auch<br />

heute noch ein fast alchimistisch<br />

anmutender Prozess, der im Prinzip<br />

noch genauso funktioniert wie im 19.<br />

Jahrhundert“, so Ruf. Auch Thonets<br />

klassische Designs haben nichts an<br />

Aktualität verloren: „Der Wiener Kaffeehausstuhl<br />

in all seinen Varianten sowie<br />

die Stahlrohrfreischwinger werden<br />

immer gefragt sein. Dabei liegt es an<br />

uns, sie lebendig zu halten, zum Beispiel<br />

indem wir neue Materialien oder<br />

Farben einsetzen.“ Thonet steht jedenfalls<br />

für Beständigkeit, das beweist das<br />

über 200-jährige Bestehen des Unternehmens:<br />

„Möbel von Thonet gehören<br />

heute wie damals zum alltäglichen<br />

Leben vieler Menschen auf der ganzen<br />

Welt“, so Ruf. „Mit diesen Werten in<br />

Kombination mit höchstem Anspruch<br />

an Gestaltung und Qualität entstehen<br />

Designklassiker, die für Langlebigkeit,<br />

Kultur und Stil stehen“, resümiert der<br />

Geschäftsführer.<br />

Fotos: Thonet<br />

AUSTRIAN BUSINESS<br />

088


SOCIETY<br />

Thonet fertigt nicht nur Kaffeehaussessel, sondern auch moderne Büromöbel in luftiger Holz-Optik<br />

Im Thonet-Showroom kann man die modernen Büromöbel bewundern<br />

S 5000 Retreat: Thonet und Studio Irvine liefern ein zeitgemäßes Update mit<br />

Daybeds, die individuell angepasst werden können<br />

So sehen Thonet-Stühle vor der Montage aus<br />

AUSTRIAN BUSINESS<br />

089


SOCIETY<br />

Pionier in Ostafrika<br />

Thomas Kopp ist Geschäftsführer bei 3LOG premium<br />

logistics und Intercont logistics & trading.<br />

Vor drei Jahren wagte er den unternehmerischen<br />

Schritt nach Tansania, was ihm 2019 den „Export<br />

Preis“ in Silber einbrachte. SOCIETY sprach mit ihm<br />

über die Potentiale des ostafrikanischen Marktes.<br />

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig<br />

Mit Intercont logistics & trading ltd.<br />

haben Sie 2018 eine Schwestergesellschaft<br />

in Daressalam, Tansania<br />

gegründet – Warum gerade an diesem<br />

Standort?<br />

Die neue Seidenstraße und Ostafrika<br />

geraten immer mehr in den Fokus, die<br />

Region um die Subsaharazone birgt<br />

große wirtschaftliche Potentiale. Für<br />

Tansania sprechen einige gute Gründe:<br />

Ostafrika hat eine Freihandelszone, die<br />

ähnlich funktioniert wie die EU; unser<br />

Standort am Seehafen in Daressalam<br />

ist eine logistisch wertvolle Anlaufstelle<br />

für deren Mitgliedsländer. Zudem<br />

bestehen im Land stabile systempolitische<br />

Verhältnisse und ein sicheres<br />

Bankensystem. Nach dem Rechtswesen,<br />

das auf dem British Common Law<br />

basiert, können Firmengründer, -Eigentümer<br />

und Management zu 100%<br />

ausländische Investoren sein – eine<br />

für uns natürlich sehr vorteilhafte Regulierung.<br />

Wie in den meisten Ländern<br />

Ostafrikas ist außerdem Englisch die<br />

offizielle Amtssprache: Das erleichtert<br />

die Kommunikation und war mitunter<br />

ein Grund für mich, mich dort niederzulassen.<br />

Tansania war aber sicherlich<br />

nur der erste Schritt. Ich plane weiter<br />

in Ostafrika zu expandieren, hochinteressant<br />

wären etwa Kenia oder Ruanda,<br />

das als Silicon Valley Afrikas gilt.<br />

Wie zeigen sich die wirtschaftlichen<br />

Potentiale Ostafrikas und wie können<br />

diese Dynamiken am besten genutzt<br />

werden?<br />

Afrika hat eine ökonomisch aufregende<br />

Zukunft vor sich. Tansania erlebt<br />

zurzeit ein reales Wirtschaftswachstum<br />

von 4-5% – davon können wir im<br />

rezessiven Europa nur träumen. Das<br />

Bevölkerungswachstum boomt, auch<br />

der Mittelstand wird weiter wachsen.<br />

Da muss man präsent sein und die<br />

aufkommenden Chancen nutzen, bevor<br />

das jemand anderes macht.<br />

Der afrikanische Kontinent wird im Moment<br />

von chinesischen und türkischen<br />

Investoren überrollt; das bedeutet verlorene<br />

Möglichkeiten für europäische<br />

Unternehmen. Zusätzlich zu unserer<br />

Logistiktätigkeit bemühen wir uns,<br />

dem entgegenzusteuern und österreichischen<br />

Investoren im Bereich private<br />

equity Investitionen für Projekte in<br />

Tansania oder Kenia zu ermöglichen.<br />

Aktuell wurde in diesem Rahmen eine<br />

Covid-19-Maskenfabrik mit österreichischem<br />

Kapital gebaut. Auch Produktion<br />

und Export sind vielversprechend:<br />

Einer meiner Kollegen verarbeitet und<br />

exportiert biologische Cashewnüsse,<br />

auch Intercont strebt an, Bio-Avocados<br />

nach Europa zu bringen. In Tansania<br />

gibt es nämlich sehr viel Wasser und<br />

die Früchte gedeihen wunderbar.<br />

In Europa und Österreich hat man das<br />

Potential des ostafrikanischen Marktes<br />

noch nicht zur Gänze erkannt. Hier<br />

würde ich mir durchaus mehr Engagement<br />

und Unterstützung wünschen,<br />

auch von offizieller Seite. Wir müssen<br />

viel mutiger sein und mehr in Afrika<br />

investieren, sonst werden wir bald von<br />

links und rechts überholt. Momentan<br />

leistet die eingeschworene Gruppe<br />

an österreichischen Unternehmern in<br />

Tansania wahre Pionierarbeit, auf die<br />

man sehr stolz sein kann.<br />

Welche Herausforderungen stellt die<br />

Tätigkeit in Ostafrika?<br />

Viele ausländische Unternehmer<br />

scheitern in der Region. Meistens liegt<br />

das daran, dass die selbe Businesskultur<br />

erwartet wird, wie man sie aus<br />

Europa kennt. Doch in Afrika laufen die<br />

Dinge einfach anders, Treffen ergeben<br />

sich kurzfristig, Termine können nicht<br />

so dicht getaktet werden. Um Vertrauen<br />

zu lokalen Unternehmern zu<br />

schaffen, muss man sich an deren Stil<br />

anpassen – letztendlich sind wir immer<br />

noch Gäste im Land. Ich bin mittlerweile<br />

zum glühenden Tansania-Fan geworden:<br />

Die Menschen sind sehr nett<br />

und zugänglich; wenn man ihnen mit<br />

Respekt begegnet, kommt immer ein<br />

Lächeln zurück. Der ostafrikanische<br />

Markt ist natürlich auf seine Weise<br />

herausfordernd. Dennoch muss man<br />

den Mut haben, neue Dinge anzugehen<br />

– nur dann wird man auch belohnt.<br />

Wer den Schritt nach Afrika wagt, sollte<br />

sich zuvor jedenfalls mit jemandem<br />

absprechen, der sich auskennt.<br />

AUSTRIAN BUSINESS 091


SOCIETY<br />

Im Lens Lab werden die Gläser auf die Bedürfnisse der Kunden hin optimiert.<br />

Bis zu 264 Produktionsschritte werden für jedes randlose Meisterwerk benötigt.<br />

In jeder Silhouette Metallbrille stecken rund 80 Prozent Handarbeit<br />

9.000 Brillen werden täglich von hoch qualifizierten Mitarbeitern produziert.<br />

Das ungebrochene Bekenntnis zu höchster Qualität spiegelt sich in über 100<br />

Qualitätskontrollen pro Brille wider.<br />

3.000 neue Brillenentwürfe pro Jahr erarbeitet ein internationales<br />

Team an Designern bei Silhouette International.<br />

Fotos: Silhouette<br />

AUSTRIAN BUSINESS<br />

092


SOCIETY<br />

Silhouette International:<br />

Klare Sicht Voraus<br />

Seit 57 Jahren überzeugt der österreichische<br />

Premiumbrillenhersteller Silhouette International<br />

mit Firmensitz in Linz durch präzise Handarbeit,<br />

Qualität und hochwertiges Design.<br />

„Mehr als nur einen Sehbehelf“ wollten<br />

Anneliese und Arnold Schmied erschaffen,<br />

als sie 1964 das Fundament<br />

für die Marke Silhouette legten. Dabei<br />

standen präzise Handarbeit, höchste<br />

Qualität und hochwertiges Design<br />

stets im Fokus. Heute, 57 Jahre später,<br />

werden die Brillen von Silhouette<br />

International in über 100 verschiedenen<br />

Ländern verkauft. Eine schmale<br />

carré-förmige Brille war die erste, die<br />

1964 das Werk in Linz verließ und bald<br />

den Weg zu internationalem Erfolg<br />

ebnete. In den 70er Jahren waren es<br />

auffällige Designs, die weltweit Aufmerksamkeit<br />

erregten, darunter vor<br />

allem die „Futura“. Zur gleichen Zeit<br />

entstand überdies die erste randlose<br />

Brille von Silhouette. „Unsere Produkte<br />

stehen für innovatives Design, das<br />

stets dem Zeitgeist entspricht. Wir<br />

folgen beim Design keinen kurzfristigen,<br />

schnelllebigen Modetrends. Es<br />

geht vielmehr darum, ein Maximum<br />

an Qualität zu erzielen, um auf die<br />

Bedürfnisse unserer Kunden bestmöglich<br />

eingehen zu können“, betont<br />

CMO Michael Schmied im Interview<br />

mit SOCIETY.<br />

Einen wesentlichen Beitrag zur Identität<br />

der Marke trug die 2020 verstorbene<br />

Designerin Dora Demmel, die<br />

von Beginn an Teil des Familienunternehmens<br />

war. Heute erarbeitet ein<br />

internationales Team an Designern<br />

etwa 3000 Brillenentwürfe pro Jahr.<br />

„Eine Silhouette zu tragen, bedeutet<br />

Leichtigkeit zu spüren. Keine Brille ist<br />

leichter, keine komfortabler als eine<br />

Silhouette“, so Schmied weiter. Das<br />

Bekenntnis zu „Made in Austria“ und<br />

dem Standort Linz spielt für das international<br />

agierende Unternehmen, das<br />

nach wie vor in Familienbesitz ist, eine<br />

wesentliche Rolle.<br />

HANDARBEIT UND INNOVATION<br />

In einer Silhouette Metallbrille<br />

stecken durchschnittlich etwa 80<br />

Prozent Handarbeit, bis zu 264 hoch<br />

präzise Schritte und über 100 Qualitätskontrollen<br />

ehe sie das Werk in<br />

Linz verlässt. Täglich werden so 9000<br />

Brillen gefertigt, insgesamt beschäftigt<br />

das Unternehmen weltweit 1400<br />

MitarbeiterInnen. Auch in Sachen<br />

Nachhaltigkeit ist Silhouette Pionier:<br />

im 3D-Druckverfahren mit 100% biobasiertem<br />

Material konnte NEUBAU<br />

EYEWEAR, die urbane und nachhaltige<br />

Marke von Silhouette International,<br />

erstmals eine komplett nachhaltige<br />

Brille produzieren. „Als internationaler<br />

Premiumbrillenhersteller wollen wir einen<br />

wertvollen Beitrag für eine stabile<br />

Wirtschaft und für die Zukunft unserer<br />

Umwelt leisten“, so der CMO. Silhouette<br />

International ist seit 2020 offizieller<br />

Klimabündnis-Betrieb und verwendet<br />

zu 100 % umweltfreundlichen Strom.<br />

Neben Nachhaltigkeit hat sich das<br />

Unternehmen seit jeher der Innovation<br />

und dem Fortschritt verschrieben.<br />

1983 etwa wurde der Kunststoff SPX®<br />

entwickelt, der komplett neue Dimensionen<br />

im Brillendesign eröffnete und<br />

gleichzeitig auch das Zeitalter der<br />

Leichtigkeit einläutete. 1999 folgte<br />

die Entwicklung der Silhouette Titan<br />

Minimal Art, einer schrauben- und<br />

scharnierlosen Brille, die nur 1,8<br />

Gramm wiegt und den internationalen<br />

Brillenmarkt revolutionierte. Seit 2000<br />

ist die Titan Minimal Art von Silhouette<br />

sogar für die Raumfahrt zertifiziert.<br />

Vor fünf Jahren entstand dann mit<br />

NEUBAU EYEWEAR eine urbane und<br />

nachhaltige Marke. Ein Jahr später<br />

wurde Silhouette zum Brillenkomplettanbieter<br />

– im sogenannten Lens Lab<br />

werden seither Gläser mit höchster<br />

Präzision angefertigt. 2019 erweiterte<br />

Silhouette International sein Portfolio<br />

um eine weitere Marke, diesmal im<br />

Premium Sportsegment – evil eye<br />

steht für hochfunktionale Sportbrillen,<br />

die mit ihren kompromisslosen Material-,<br />

Funktions- und Filtereigenschaften<br />

auch bei höchsten Ansprüchen<br />

Spitzenleistungen ermöglichen.<br />

www.silhouette-international.com<br />

AUSTRIAN BUSINESS<br />

093


SOCIETY<br />

ANDY WOLF: Brillen-<br />

design aus Österreich<br />

Von internationalen Stars getragen und in Österreich<br />

und Frankreich produziert – die ANDY WOLF Brillen<br />

überzeugen durch Qualität, Handarbeit und Design.<br />

SOCIETY hat mit CEO Andreas Pirkheim gesprochen.<br />

Wie kam es zur Gründung von ANDY<br />

WOLF und wie hat sich das Unternehmen<br />

seither entwickelt?<br />

ANDY WOLF ist eine Contemporary<br />

Eyewear Brand aus Österreich, die<br />

2006 von den beiden Namensgebern<br />

Andreas Pirkheim (Andy) und Wolfgang<br />

Scheucher (Wolf) gegründet<br />

wurde. Alle Brillen und Sonnenbrillen<br />

werden ausschließlich in den eigenen<br />

Manufakturen in Hartberg (Österreich)<br />

und Jura (Frankreich) mit zertifizierten<br />

Materialen von Hand hergestellt. Als<br />

Independent Eyewear Label überzeugt<br />

ANDY WOLF durch die Kombination<br />

von modernem und einzigartigem<br />

Design, keinem sichtbaren Logo, der<br />

Herstellung im eigenen Unternehmen<br />

in Europa und dem hohen Anspruch<br />

an Qualität. Insgesamt werden rund<br />

150 Mitarbeiter beschäftigt, neben<br />

den Standorten in Hartberg und in<br />

Frankreich gibt es auch Büros in Berlin<br />

und in New York. Rund 140.000 ANDY<br />

WOLF-Brillen gehen Jahr für Jahr in<br />

mittlerweile mehr als 69 Ländern über<br />

die Ladentische.<br />

Die ANDY WOLF Brillen werden in<br />

Österreich designt und handgefertigt<br />

– was zeichnet sie darüber hinaus<br />

noch aus?<br />

Ganz klar – allen voran unser Herzblut,<br />

das in jeder einzelnen ANDY WOLF<br />

Fassung steckt. Österreich spielt<br />

historisch gesehen in der Brillenindustrie<br />

schon immer eine Rolle und<br />

außerdem ist es für seine Genauigkeit<br />

bekannt. Paart man diese mit langjähriger<br />

Erfahrung, ist das ein Garant<br />

für ein langlebiges Produkt von bester<br />

Qualität. ANDY WOLF produziert jede<br />

Fassung lokal in den eigenen Manufakturen.<br />

Dadurch liegt die Wertschöpfungskette<br />

komplett im Haus<br />

– das wissen die Kunden zu schätzen.<br />

Außerdem ist uns ein bewusster<br />

Umgang mit Mensch und Natur besonders<br />

wichtig. Wir sind stolz, dass<br />

das Rohmaterial unserer Acetatbrillen<br />

– die Cellulosefasern aus Holzzellstoff<br />

– aus einer rein nachhaltigen<br />

Forstwirtschaft stammen. Neben der<br />

Nachhaltigkeit bietet Acetat eine<br />

Vielzahl von Farben und Effekten, die<br />

unsere Designs unterstützen. Das<br />

Metall unserer Brillen ist recycelt und<br />

stammt aus Deutschland.<br />

ANDY WOLF ist in 69 Ländern vertreten<br />

– Wie kann man international<br />

als Brillenmanufaktur erfolgreich<br />

bestehen?<br />

ANDY WOLF Brillen gibt es bereits in<br />

69 Ländern weltweit in Optikerfachgeschäften<br />

und Fashion-Stores, Tendenz<br />

steigend. Unsere Exportquote liegt<br />

bei 85%, unsere Kernmärkte sind<br />

Deutschland, Österreich, Schweiz,<br />

Niederlande, Frankreich, Italien, Russland<br />

und Nordamerika. Wir fokussieren<br />

uns auf unsere Kernmärkte, speziell<br />

Nordamerika. Dort haben wir seit<br />

2016 eine eigene Niederlassung, von<br />

der aus wir den amerikanischen Markt<br />

betreuen.Die Digitalisierung wurde<br />

aufgrund der neuen Herausforderungen<br />

zu einem neuen Schwerpunkt.<br />

Bereits Anfang März haben wir unser<br />

neues B2B-Händlerportal gelauncht,<br />

unsere neue Website folgte im April.<br />

Damit können wir unsere Kunden und<br />

Partner, gerade im Export, noch besser<br />

erreichen und heben unseren Service<br />

auf ein ganz neues, intuitives Level.<br />

Wer war bis dato die wohl bekannteste<br />

Kundin von ANDY WOLF?<br />

Ganz klar Rihanna 2017 in Cannes!<br />

Ihre Stylisten kontaktierten uns, da<br />

sie auf der Suche nach einer kleinen,<br />

weißen Brille waren. Wir hatten<br />

gerade eine kleine Lesebrille auf den<br />

Markt gebracht, die passte perfekt,<br />

war aber nicht weiß. Da war die lokale<br />

Produktionsstätte ein großer Vorteil.<br />

Rihanna trug die weiße Fassung dann<br />

beim Festival, was ein großer Meilenstein<br />

für uns war. Daraus entstand das<br />

Nachfolgemodell Florence, ein schon<br />

jetzt neues ikonisches Brillendesign.<br />

www.andy-wolf.com<br />

Fotos: Alexander Gebetsreuther, Markus Mansi Moma, Bastian Thiery<br />

AUSTRIAN BUSINESS<br />

094


SOCIETY<br />

Die ANDY WOLF Brillenfassungen werden mechanisch vorpoliert<br />

Namensgeber und CEO von ANDY WOLF, Andreas Pirkheim<br />

Jede ANDY WOLF Brille wird genauestens geprüft, bevor sie das Werk verlässt<br />

Mitarbeiterin bei der Endkontrolle der fertigen Brillen im Werk in Hartberg<br />

ANDY WOLF Mitarbeiterin beim Gravieren der Logos<br />

Model mit einer Brille aus der REDISCOVER-Kollektion 2021<br />

AUSTRIAN BUSINESS<br />

095


SOCIETY<br />

Wien:<br />

Stadt der Zukunft – Grün,<br />

nachhaltig und digital<br />

SOCIETY sprach mit Ulli Sima, amtsführende Stadträtin für Innovation,<br />

Stadtplanung und Mobilität, über die grüne Zukunft Wiens.<br />

Vor allem die Klimakrise verlangt<br />

nach neuartigen Strategien und<br />

Konzepten für eine nachhaltige und<br />

tragbare „Stadt der Zukunft“. Wie<br />

wird sich Wien den großen Herausforderungen<br />

der Zeit stellen?<br />

Der Klimawandel ist die größte Herausforderung<br />

unserer Zeit. Wir spüren<br />

seine Folgen – z.B. durch die steigende<br />

Hitze in der Stadt – die wir mit klugen<br />

Gegenmaßnahmen bekämpfen. So<br />

prognostiziert eine Studie der ETH<br />

Zürich, dass es in Wien im Jahr 2050<br />

so heiß sein wird wie in Skopje, der<br />

Hauptstadt von Nordmazedonien.<br />

Mein Credo in der Stadtplanung lautet<br />

daher: raus aus dem Asphalt und viel<br />

mehr Grün auf Wiens Plätzen und<br />

Straßen. Zahlreiche Bäume, Sitzmöbel,<br />

Trinkbrunnen sowie Nebelstelen<br />

und Wasserspiele kommen dafür zum<br />

Einsatz. Sie kühlen die Plätze in unserer<br />

Stadt und sorgen in den heißen<br />

Sommermonaten für Erfrischung und<br />

Ulli Sima, Stadträtin für Innovation, Stadtplanung<br />

und Mobilität<br />

Spaß. Eine weitere Maßnahme für<br />

die Klimamusterstadt sind neue Begrünungsmodule<br />

im Straßenbereich.<br />

Dort, wo Baumpflanzungen nicht<br />

möglich oder sehr teuer sind, werden<br />

Asphaltflächen aufgebrochen und mit<br />

unterschiedlichen Pflanzenmodulen<br />

bepflanzt oder Wasserspiele und<br />

Sprühnebelanlagen angelegt.<br />

Wie würden Sie den Ausgangspunkt<br />

Wiens beschreiben, auch im Vergleich<br />

zu anderen europäischen<br />

Städten?<br />

Wir reagieren in Wien seit vielen Jahren<br />

auf diese Entwicklungen, in erster<br />

Linie mit aktivem Klimaschutz: dem<br />

Ausbau der Öffis, von Solarenergie,<br />

Gebäudedämmungen und unzählige<br />

weitere Maßnahmen. Dank dieser<br />

Bemühungen ist Wien heute das<br />

Bundesland mit dem geringsten CO2<br />

Ausstoß pro Kopf. Wir investieren nun<br />

auch im Rahmen des größten Klima-<br />

Förderprogramm unserer Stadt 100<br />

Millionen Euro für nachhaltige Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen<br />

für<br />

mehr Lebensqualität in den Bezirken.<br />

Ein wesentliches Ziel der Smart<br />

City Wien Rahmenstrategie ist es,<br />

Wien zur Digitalisierungshauptstadt<br />

Europas zu machen. Wie kann dies<br />

erreicht werden?<br />

Digitalisierung ist ein Schlüsselthema<br />

für die Zukunft. Ich will die Entwicklung<br />

zur Digitalisierungshauptstadt zu werden<br />

aktiv gestalten – dabei steht bei<br />

all unseren Maßnahmen der Mensch<br />

im Mittelpunkt. Wir wollen die hohe<br />

Wiener Lebensqualität auch auf den<br />

digitalen Bereich ausdehnen und vermehrt<br />

digitale Services zur Verfügung<br />

stellen. Dazu gehören etwa die Wien<br />

Mobil App der Wiener Linien, die Cooling<br />

App, die im Sommer kühle Plätze<br />

mit Sprühnebelduschen oder Trinkbrunnen<br />

anzeigt oder auch die Sag’s<br />

Wien App, wo Anliegen von BürgerInnen<br />

gemeldet und von der Stadt rasch<br />

erledigt werden. Außerdem sorgen wir<br />

dafür, dass die digitale Infrastruktur der<br />

Stadt Wien top modern, sicher und für<br />

alle zugänglich ist. Jedes einzelne Ziel<br />

der Smart City Strategie wird regelmäßig<br />

in Monitorings gemessen.<br />

Wie kann bzw. soll jede einzelne Bürgerin/jeder<br />

einzelne Bürger an den<br />

Zukunftsprojekten teilnehmen?<br />

In Wien können die BürgerInnen ihre<br />

Stadt aktiv mitgestalten. Dafür haben<br />

wir viele analoge wie auch digitale<br />

Angebote zur Diskussion geschaffen.<br />

In der Hauptstadt nutzen wir die<br />

Digitalisierung der Gesellschaft und<br />

fördern die aktive Einbindung der<br />

WienerInnen via Websites bzw. Apps.<br />

Ein aktuelles Beispiel ist der Ideenwettbewerb<br />

für begrünte Straßen und<br />

Plätze auf www.wienwirdwow.at. Er<br />

soll uns helfen, noch mehr Grünraum<br />

in die Stadt zu bringen. Vielfach verunmöglichen<br />

technische Einbauten<br />

für Strom, Gas oder Wasser Baumpflanzungen.<br />

Wir suchen daher neue,<br />

innovative Ideen, um mehr Begrünung<br />

in die Stadt zu bringen.<br />

Foto: Dieter Steinbach<br />

GREEN SOCIETY<br />

096


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Wirtschaftsförderung!<br />

Zukunft<br />

Wir wollen deine Ideen fördern.<br />

Du auch?<br />

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externe Dienstleistungen<br />

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Baumaßnahmen oder Investitionen<br />

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pro Veranstaltung<br />

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• € 200.000,- pro realisierter Idee, wie Unternehmen trotz Corona funktionieren können mit<br />

dem Programm „Innovate4Vienna II“<br />

4. Grätzel-Belebung:<br />

• Bis zu € 25.000,- pro Projekt bei Eröffnungen in leerstehenden Geschäftslokalen im Rahmen<br />

von „Geschäftsbelebung Jetzt“<br />

5. Digitalisierungsförderung für Kleinunternehmen:<br />

• Bis zu € 10.000,- pro Unternehmen für den Ausbau der Online-Präsenz über „Wien Online Next“<br />

Gleich informieren unter coronavirus.wien.gv.at/wirtschaft<br />

wien.gv.at/coronavirus


SOCIETY<br />

Seien Sie das Licht,<br />

nicht der Hügel<br />

Gastautor Simon Inou plädiert in seinem Kommentar<br />

für die Inklusion von Schwarzen in der<br />

literarischen Welt.<br />

Am 20. Januar 2021 wurde Joseph „Joe“<br />

Robinette Biden, Jr. als 46. Präsident<br />

der Vereinigten Staaten angelobt.<br />

Die Angelobung von Joe Biden war<br />

eine historische Einmaligkeit: Zum<br />

ersten Mal in der Geschichte der USA<br />

wurde eine Frau zur Vize-Präsidentin<br />

gemacht. Kamala Harris ist zudem<br />

die erste afroamerikanische und die<br />

erste asiatisch-amerikanische Person<br />

in dieser Position. Aber an diesem<br />

Tag stahl ein anderer Shooting Star<br />

den PolitikerInnen die Show: Amanda<br />

Gorman, eine junge Schriftstellerin,<br />

Lyrikerin und Aktivistin. Seit Jahren<br />

setzt sie sich mit Themen wie Feminismus,<br />

Unterdrückung, Diskriminierung<br />

und Rassismen auseinander. Auf<br />

Einladung von Jill Biden trug Gorman<br />

im Rahmen der Zeremonie ihr Gedicht<br />

The Hill We Climb vor. Dieses Gedicht<br />

wurde nach dem Sturm auf das Kapitol<br />

Die Dichterin und Word-Aktivistin Amanda Gorman<br />

bei der Angelobung von Präsident Biden<br />

in Washington DC am 6. Januar 2021<br />

noch einmal angepasst. Die 22-jährige<br />

war am Tag der Angelobung die<br />

jüngste Dichterin, die jemals bei der<br />

Amtseinführung eines US-Präsidenten<br />

aufgetreten ist. The Hill We Climb umfasst<br />

723 Wörter. Das Gedicht handelt<br />

von den schweren Zeiten, die die USA<br />

durchstehen. Laut Gorman ist Amerika<br />

„nicht gebrochen, sondern einfach<br />

unvollendet”. Im Gedicht geht es um<br />

Verluste, aber auch um die Möglichkeit<br />

der Versöhnung und vorwiegend auch<br />

um Hoffnung für die Zukunft.<br />

Genau diese Formulierung der “Hoffnung<br />

für die Zukunft”, von der nicht<br />

nur die US- Amerikaner:innen träumen,<br />

sondern die ganze Welt, hat das<br />

Gedicht beflügelt. Das Werk wurde in<br />

mehrere Sprachen übersetzt. In Europa<br />

löste es eine sehr interessante Diskussion,<br />

die von linksliberalen Journalist:innen<br />

und Meinungsmacher:innen<br />

in die Ecke der Identitätspolitik gerückt<br />

wurde, aus. Die Diskussion begann,<br />

als die niederländische Künstlerin<br />

und Journalistin Janice Deul in einem<br />

sehr pointierten Beitrag in der Zeitung<br />

De Volkskrant die weiße, nicht-binäre<br />

Übersetzerin Marieke Lucas Rijneveld<br />

als nicht die geeignetste Wahl bezeichnete.<br />

Sie sah es als eine verpasste<br />

Chance für die literarische Welt,<br />

nicht-weiße Übersetzer:innen auch für<br />

diese Arbeit zu beschäftigen. Gorman<br />

begrüßte die Wahl von Rijneveld, aber<br />

Rijneveld zog sich daraufhin von dem<br />

Projekt zurück. Janice Deul: “Nichts<br />

gegen Rijnevelds Qualitäten, aber<br />

warum kann die Industrie nicht eine<br />

Autorin wählen, die - genau wie Gorman<br />

- eine Spoken-Word-Künstlerin<br />

ist, jung, weiblich und unapologetisch<br />

Schwarz ist?”, schreibt sie in ihrem<br />

oben genannten Beitrag. Damit will sie<br />

sagen, dass es nicht nur weiße Talente<br />

gibt und dass die Verlagswelt auf ihre<br />

eigenen Privilegien schauen und einige<br />

davon abgeben muss. In anderen<br />

Ländern Europas – in Deutschland,<br />

Frankreich und Österreich – wurde<br />

diese wichtige Diskussion auf “Weiße<br />

dürfen Schwarze nicht mehr übersetzen”<br />

reduziert und man drängte den<br />

Diskurs über Privilegien in die Ecke der<br />

Identitätspolitik. Außerdem ging es<br />

darum, die Verlagswelt für nicht-weiße<br />

Menschen aufzumachen. Weil diese<br />

stets die Verlierer:innen im Kulturbereich<br />

waren, wie Janice Deul schön<br />

zusammenfasst: “Agenten, Verleger,<br />

Redakteure, Übersetzer, Rezensenten<br />

in den Niederlanden [auch in Europa<br />

- Anmerkung des Autors], weiten Sie<br />

Ihren Blick und treten Sie in die 2020er<br />

Jahre. Seien Sie das Licht, nicht der<br />

Hügel. Umarmen Sie die Menschen,<br />

die im Literatursystem nur am Rande<br />

vertreten sind, öffnen Sie Ihre Augen<br />

für Genres, die traditionell nicht in den<br />

Kanon aufgenommen wurden, und<br />

lassen Sie Ihr Ego nicht über die Kunst<br />

siegen. Talentierte People of Color<br />

müssen ebenfalls gesehen, gehört<br />

und geschätzt werden. Veröffentlichen<br />

Sie auch ihre Arbeit, stellen Sie sie ein<br />

und entlohnen Sie sie angemessen.<br />

Schwarze Spoken-Word-Künstler sind<br />

wichtig. Auch die Einheimischen.”<br />

Foto: DOD Photo by Navy Petty Officer 1st Class Carlos M. Vazquez II/Author : Chairman of the Joint Chiefs of Staff<br />

DIVERSITY<br />

098


SOCIETY<br />

Neue afrikanische<br />

Eliten<br />

In Kamerun kristallisiert sich eine neue Elite<br />

heraus, die sich dem Kampf gegen Korruption<br />

verschrieben hat.<br />

Fotos: ORF, pixabay<br />

Afrika ändert langsam das Image.<br />

Waren es in den Achtziger Jahren<br />

noch die Bilder von hungernden<br />

äthiopischen Kindern, die um die<br />

Welt gingen, schreiben internationale<br />

Medien nun von der wirtschaftlichen<br />

Eroberung Chinas in Ostafrika. Doch<br />

nicht nur die Chinesen, sondern auch<br />

die junge afrikanische Bildungselite<br />

erhebt Anspruch auf die Mitgestaltung<br />

im Land nach neuen Regeln.<br />

Doch wer ist diese neue Elite? In<br />

Kamerun, in der Hafenstadt Douala,<br />

treffen sich erfolgshungrige Re- Migranten<br />

in den neuen Rooftop Bars<br />

im Stadtteil Bonaberi. Die Szenen, wo<br />

schick gekleidete Kellner Cocktails<br />

und Steaks servieren, erinnern an<br />

Shanghai vor 20 Jahren. Damals, als<br />

in Chinas Hafenstadt am Flussufer,<br />

dem Bund, die Straßenbeleuchtung<br />

noch dämmrig war. Douala boomt,<br />

ORF-Korrespondentin und SOCIETY-Gastautorin<br />

Dr. Sonja Sagmeister-Brandner<br />

weil die Stadt in Zentralafrika ein Umschlagplatz<br />

für Containerschiffe und<br />

den Handel im Allgemeinen ist. Wer<br />

die „new generation“ kennen lernen<br />

will, wird überrascht sein. Viele von<br />

ihnen sind in Frankreich, Kanada oder<br />

den USA auf Universitäten ausgebildet,<br />

und Kinder von Migranten. Sie<br />

haben Erfahrungen in internationalen<br />

Firmen gesammelt und sich dann<br />

entschieden, in die Heimat zurückzukehren.<br />

Der Grund: Mehr Chancen auf<br />

sozialen Aufstieg und gute Gehälter<br />

für polyglotte Manager. Internationale<br />

Firmen zahlen sogenannten „Expats“<br />

fürstliche Honorare.<br />

Und die jungen Kameruner, die<br />

zurückkehren, lassen es sich gut<br />

gehen, fliegen alle paar Monate zum<br />

Shoppen zurück nach Europa. Was<br />

unterscheidet die neuen Jungen von<br />

In Kamerun treffen traditionelle Lebensweise auf<br />

moderne Einflüsse<br />

der satten alten Elite? Sie arbeiten<br />

rund um die Uhr und wollen etwas<br />

verändern. Sie haben auch einen<br />

anderen Umgang mit Korruption. Ein<br />

Beispiel: Bertrand ist 42 Jahre alt, ist<br />

aufgewachsen in Marseille, und hat<br />

Betriebswirtschaft studiert. Seine<br />

Karriere hat über einen skandinavischen<br />

Konzern in Finnland gestartet,<br />

von dort wurde er in den Senegal<br />

als Manager berufen. Infolge hat ihn<br />

dann der größte zentralafrikanische<br />

Zementkonzern abgeworben.<br />

Für Dangote leitet er nun von Kamerun<br />

aus die Pan- Afrika Abteilung. Seine<br />

Vorgabe bei Job-Antritt war skandinavisch:<br />

Zero Tolerance gegen Korruption.<br />

Und das zieht er auch in Kamerun<br />

durch. Stundenlanges Warten auf Minister,<br />

Kampf gegen Geldforderungen<br />

und viele missionarische Gespräche<br />

mit Entscheidungsträgern sind nun<br />

Tagesgeschäft. Er wird nicht müde zu<br />

erklären, warum „good governance“ der<br />

Schlüssel zu einem wohlhabenden Afrika<br />

ist. Im „doing business Index“ bzw.<br />

Korruptionsindex rangiert Kamerun auf<br />

der Höhe von Somalia. Einheimische<br />

tun sich schwer, dagegen zu kämpfen.<br />

Doch neue Manager, die im Ausland<br />

sozialisiert wurden, sind nicht bereit<br />

dieses System weiter zu stützen und<br />

tragen so auch ein wenig zum „mindset<br />

change“ bei. Wenn sich die Re-Migranten<br />

zusammenschließen, das<br />

Beste aus beiden Welten kombinieren,<br />

dann steht Afrika Aufschwung und<br />

Wohlstand bevor, weil neue Taktgeber<br />

Einfluss gewinnen.<br />

DIVERSITY 099


SOCIETY<br />

Das neue Gewähr-<br />

leistungsrecht – eine<br />

genutzte Chance?<br />

Unser Gastautor Mag. Valentin Neuser von<br />

Lansky, Ganzger+partner erläutert in seinem<br />

Beitrag die neuen Regelungen zum Gewährleistungsrecht.<br />

Ab dem 1.1.2022 wird in Österreich ein<br />

reformiertes Gewährleistungsrecht<br />

für Kaufverträge gelten. In Umsetzung<br />

der Digitale-Inhalte-Richtlinie (EU)<br />

2019/770 („DIRL“), die ein Gewährleistungsregime<br />

für Verträge über die<br />

Bereitstellung digitaler Inhalte und digitaler<br />

Dienstleistungen vorsieht, sowie<br />

der Warenkauf-Richtlinie (EU) 2019/771<br />

(„WKRL“), die primär Kaufverträge über<br />

Waren betrifft, hat der österreichische<br />

Gesetzgeber mit dem „Gewährleistungsrichtlinien-Umsetzungsgesetz“<br />

Neuregelungen auf den Weg gebracht.<br />

Diese sollen primär der Verbesserung<br />

des Verbraucherschutzes dienen,<br />

aber auch Nachhaltigkeit durch eine<br />

Rechtsanwalt und Managing Partner<br />

Mag. Valentin Neuser<br />

faktische Verlängerung der Lebensdauer<br />

von Produkten sicherstellen.<br />

Bei der Frage, ob der österreichische<br />

Gesetzgeber mit der erfolgten Umsetzung<br />

eine Chance vertan hat, scheiden<br />

sich die Geister. Länger funktionsfähige<br />

Produkte vermeiden die Notwendigkeit<br />

eines frühzeitigen Ersatzes, erstrebenswert<br />

wäre also, wenn die Industrie gezwungen<br />

würde, besonders langlebige<br />

Produkte herzustellen. Dies auch wenn<br />

sich in vielen Bereichen die technische<br />

Entwicklung nahezu minütlich überholt<br />

und in einigen Bereichen – etwa den<br />

sogenannten „Weißwaren“ – eine über<br />

die bisherige Gewährleistungsfrist von<br />

zwei Jahren hinausgehende Haltbarkeit<br />

bereits unabhängig vom Gewährleistungsrecht<br />

Standard ist. In vielen<br />

Bereichen – zB Küchenkleingeräte<br />

– wünschen sich Verbraucher allerdings<br />

vielfach aus guten Gründen eine<br />

deutlich längere Nutzungsdauer. Neu<br />

sind auch Regelungen zu „Waren mit<br />

digitalen Elementen“, wenn eine Bereitstellung<br />

dieser digitalen Elemente im<br />

Kaufvertrag geregelt wurde. Betroffen<br />

sind davon insbesondere sogenannte<br />

„smart goods“, wie zB Smartphones.<br />

Ebenso neu sind die auf Grundlage der<br />

DIRL erstmals geschaffenen gewährleistungsrechtlichen<br />

Regelungen für<br />

Verträge über die Bereitstellung digitaler<br />

Inhalte (zB Software, Musik- und<br />

Audiodateien) und digitaler Dienstleistungen<br />

(zB Cloud-Dienste, Social<br />

Media). Dies gilt insbesondere auch<br />

für Verträge, die kein Entgelt vorsehen,<br />

sondern lediglich die Zurverfügungstellung<br />

von personenbezogenen Daten<br />

als Gegenleistung vorsehen.<br />

Im Gegensatz zur bisherigen Rechtslage<br />

herrscht bei der Geltendmachung<br />

der Gewährleistungsbehelfe nunmehr<br />

völlige Formfreiheit. Es ist eine<br />

Gewährleistungsfrist vorgesehen, die<br />

mit einer um drei Monate geringfügig<br />

längeren Verjährungsfrist kombiniert<br />

wird. Anders als bisher können damit<br />

auch nach Ablauf der Gewährleistungsfrist<br />

die Gewährleistungsbehelfe<br />

gerichtlich geltend gemacht werden.<br />

Die für bewegliche Güter geltende<br />

Gewährleistungsfrist von zwei Jahren<br />

lässt der Gesetzgeber unverändert,<br />

obwohl eine Verlängerung dieser Frist<br />

– gerade bei langlebigen Produkten –<br />

möglich gewesen wäre. Endlich wird<br />

auch gesetzlich fixiert, wer die Kosten<br />

von Austausch und Verbesserung<br />

zu tragen hat – grundsätzlich ist das<br />

der Unternehmer. Ein wesentlicher<br />

Baustein des neuen Gewährleistungsrechts<br />

ist die Verlängerung jener<br />

Fotos: Lansky, Ganzger+partner, pixabay<br />

WIRTSCHAFT 100


SOCIETY<br />

Zeitspanne, in der gesetzlich vermutet<br />

wird, dass der Mangel bei Übergabe<br />

bereits vorhanden war (Beweislast-<br />

Umkehr). Waren dies bislang sechs<br />

Monate, wird die Frist nun auf ein Jahr<br />

ausgedehnt. Die im Rahmen der WKRL<br />

mögliche Verlängerung dieser Frist auf<br />

zwei Jahre war offenbar zu verkäuferbzw<br />

herstellerfeindlich und daher nicht<br />

gewollt. Die gesetzliche Vermutung<br />

tritt dann nicht ein, wenn sie mit der<br />

Art der Ware oder des Mangels unvereinbar<br />

ist (zB verderbliche Ware). Die<br />

Umkehr der Beweislast für Waren mit<br />

digitalen Elementen ist abweichend<br />

geregelt: Wenn bei Waren mit digitalen<br />

Elementen die digitale Leistung nach<br />

dem Vertrag fortlaufend über einen<br />

bestimmten oder unbestimmten<br />

Zeitraum bereitzustellen ist, so trägt<br />

bei Hervorkommen eines Mangels<br />

während des Bereitstellungszeitraums,<br />

zumindest aber für zwei Jahre<br />

ab Übergabe, der Unternehmer die<br />

Beweislast dafür, dass die digitale Leistung<br />

während dieses Zeitraums dem<br />

Vertrag entsprochen hat. Betreffend<br />

Waren mit digitalen Elementen wird<br />

zudem eine gewährleistungsrechtliche<br />

Aktualisierungspflicht des Unternehmers<br />

festgeschrieben, damit die<br />

tatsächliche Verfügbarkeit des von der<br />

Aktualisierung abhängigen Produktes<br />

während des Gewährleistungszeitraumes<br />

sichergestellt ist. Zu einem Verbot<br />

der Obsoleszenz, also dem vorsätzlich<br />

eingebauten Verschleiß von Produkten<br />

durch die Hersteller, hat sich der Gesetzgeber<br />

leider nicht entschlossen,<br />

obwohl dies einer der wirksamsten<br />

Hebel hätte sein können, um die Langlebigkeit<br />

eines Produktes zu fördern.<br />

Einen direkten Anspruch gegen den<br />

Hersteller oder Importeur, der auf<br />

Ratsebene von einigen Mitgliedsstaaten<br />

vorgeschlagen wurde, sieht der<br />

Gesetzgeber nicht vor. Grundsätzlich<br />

muss sich der Käufer daher mit seinen<br />

Gewährleistungsansprüchen an den<br />

Verkäufer wenden.<br />

Insgesamt zeigt sich, dass der österreichische<br />

Gesetzgeber sich dazu<br />

entschlossen hat, über die Richtlinieninhalte<br />

insgesamt nicht hinauszugehen.<br />

Dies offenbar in der Erwartung,<br />

dass die EU in den entsprechenden<br />

Bereichen in den nächsten Jahren<br />

noch Regelungen schaffen wird. Ob ein<br />

derartiges Abwarten der europäischen<br />

Entwicklung sinnvoll ist, ist zu bezweifeln.<br />

Denn mit einer Erhöhung der<br />

Lebensdauer von Produkten wird nicht<br />

nur der Verbraucherschutz gefördert,<br />

sondern es wird vor allem Nachhaltigkeit<br />

geschaffen und ökologische Verantwortlichkeit<br />

erzielt. Die Verfolgung<br />

ökologischer Interessen verbietet<br />

allerdings in Zeiten des Klimawandels<br />

naturgemäß ein Spiel auf Zeit. Mit der<br />

wenig revolutionären Umsetzung der<br />

Richtlinien hat Österreich leider seine<br />

Chance verspielt, mutig eine Vorreiterrolle<br />

zu übernehmen und als „Role<br />

Model“ für eine europaweite – den<br />

Umwelt- und Klimaschutz fördernde –<br />

Regelung im Warenhandel zu dienen.<br />

Leider wird nun abzuwarten sein,<br />

wie die EU den Spagat zwischen den<br />

gesamtwirtschaftlichen Interessen<br />

und der ökologischen Nachhaltigkeit<br />

im Warenhandel lösen wird und welche<br />

Regelungen dann zukünftig in den<br />

einzelnen Mitgliedsstaaten gelten.<br />

RECHT<br />

101


SOCIETY<br />

Warum das Rad schon<br />

lange erfunden ist<br />

Dr. Andreas Salcher, Unternehmensberater, Mitbegründer der<br />

„Sir Karl Popper Schule“ und Bestsellerautor, zeichnet in seinem<br />

Gastbeitrag für SOCIETY ein Bild der „Schule der Zukunft“.<br />

Das oberste Ziel der Schule der Zukunft<br />

ist die Wiederbelebung des<br />

Lernprozesses. Lernen durch Erfahrung<br />

lässt sich nicht durch noch so<br />

viel Belehrung ersetzen. Goethe hat<br />

geschrieben: „Wenn du die Welt verstehen<br />

willst, dann musst du in dein<br />

Inneres gehen, wenn du dein Inneres<br />

verstehen willst, dann musst du in die<br />

Welt gehen.“ Die Schule der Zukunft<br />

muss die Welt in ihr Inneres lassen. Ich<br />

schlage Modelle, basierend auf diesen<br />

drei Werten, vor:<br />

Wertschätzung: Das Gefühl, dass<br />

man Teil einer Gemeinschaft ist, von<br />

der man geschätzt wird, und die<br />

innere Überzeugung, dass man Verantwortung<br />

für sich selbst und andere hat.<br />

Leidenschaft: Eine Schule, in der<br />

alle – vom Direktor über die Lehrer<br />

und Eltern bis zu den Schülern –<br />

leidenschaftlich gerne lernen, wird<br />

großartig werden.<br />

Ehrliches Lob: Es kann und muss<br />

nicht jeder überall der Beste sein. Bestärkung<br />

und ehrliches Lob für besondere<br />

Leistungen helfen aber, eigene<br />

Potenziale zu erkennen und sich anzustrengen,<br />

diese zu entwickeln.<br />

Auf dem Weg zur Schule der Zukunft<br />

sollten wir uns auf folgende Ziele konzentrieren:<br />

DIE BESTEN LEHRERINNEN NEHMEN<br />

Die Qualität eines Schulsystems kann<br />

nie die Qualität der Summe seiner<br />

Lehrer übertreffen. Es ist die wichtigste<br />

Aufgabe eines Schulsystems, den<br />

Lehrerberuf zu einem der attraktivsten<br />

Berufe zu machen, dann die richtigen<br />

Menschen dafür zu gewinnen, sie<br />

selektiv auszuwählen und sie dafür<br />

ständig in ihren Fähigkeiten weiterzuentwickeln.<br />

Sie verdienen eine gute<br />

Bezahlung und Karrieremöglichkeiten,<br />

die von ihrer Leistung abhängig sind.<br />

KLASSENUNTERRICHT VOR SCHUL-<br />

ORGANISATION<br />

Da die SchülerInnen in jeder Klasse<br />

so unterschiedlich sind, können alle<br />

Versuche, den Unterricht zentral von<br />

Schulbehörden vorzugeben, nur zum<br />

Scheitern verurteilt sein. Solange der<br />

Schulalltag wie das tägliche Fernsehprogramm<br />

durch eine zusammenhanglose<br />

Abfolge von isolierten Gegenständen<br />

geprägt ist, werden SchülerInnen<br />

und LehrerInnen diese über sich ergehen<br />

lassen. Individuelle Talentförderung<br />

und die 50-Minuten-Stunde sind<br />

Gegensätze wie Feuer und Wasser.<br />

Lernformen und Lehrpläne haben sich<br />

den SchülerInnen anzupassen und<br />

nicht umgekehrt. Das erfordert eine<br />

echte Schulautonomie, wobei jede<br />

Schule sehr genau bei der Erreichung<br />

ihrer Ziele überprüft und unterstützt<br />

werden muss. Gute Schulen, die schon<br />

heute den Geist der Zukunft versprühen,<br />

stellen folgende Frage: Ist das gut<br />

für die SchülerInnen? Wann immer<br />

Herausforderungen und Konflikte an<br />

einer Schule aus der Perspektive des<br />

Schülers diskutiert werden, ist man<br />

auf dem richtigen Weg. Die SchülerInnen<br />

mit ihren langfristigen Interessen<br />

stehen im Mittelpunkt. Daher ist die<br />

gelebte Schulautonomie so wichtig<br />

für engagierte DirektorInnen. Es gibt<br />

nicht ein richtiges Modell der Schule<br />

der Zukunft, genauso wenig wie es<br />

nur eine optimale Art gibt, ein Kind zu<br />

erziehen. Es existiert aber eine Vielzahl<br />

von lebendigen Schulen, die zeigen,<br />

wie man das vorhandene Wissen<br />

erfolgreich umsetzen kann. Viele Wege<br />

führen zur Schule der Zukunft, eines<br />

haben diese Wege gemeinsam: Es<br />

geht darum, die Kluft zwischen den<br />

Schulen, wie sie heute sind, und den<br />

Schulen, wie sie sein könnten, kleiner<br />

zu machen. Das bedeutet leidenschaftliches<br />

Engagement über lange<br />

Zeiträume. Auf diesem Weg finden sich<br />

weder Abkürzungen noch magische<br />

Erfolgsrezepte.<br />

Andreas Salcher - Der talentierte Schüler und seine<br />

ewigen Feinde, Ecowin Verlag<br />

Foto: Ecowin Verlag<br />

BILDUNG<br />

102


SOCIETY<br />

Michael Heritsch: Ein<br />

Mann mit vielen Facetten<br />

Ing. Mag. Michael Heritsch hat einen ungewöhnlich vielseitigen<br />

Karriereweg hinter sich. Begonnen hat er als Berufssoldat,<br />

heute ist er CEO der FH Wien der Wirtschaftskammer.<br />

Fotos: BwagCommons<br />

„Der Ehrgeiz hat in meiner Familie<br />

Tradition. Die Devise ist, niemals anzuhalten,<br />

sich stets zu verbessern und<br />

manchmal ungewöhnliche Entscheidungen<br />

zu treffen“, erzählt Michael<br />

Heritsch im Interview mit SOCIETY.<br />

Nach elf Jahren als Berufssoldat, einer<br />

Ausbildung am TGM, einer Position<br />

in der IT-Abteilung des Außenministeriums<br />

und der Absolvierung eines<br />

Studiums für Unternehmensführung<br />

kam der, für Heritsch unerwartete,<br />

Ruf der Alma Mater, die ihm einen<br />

Managementposten anbot. 2003<br />

erfolgte dann der Wechsel in eine völlig<br />

andere Welt – die Hochschule. Diese<br />

war zu dem Zeitpunkt noch klein und<br />

auf insgesamt fünf Standorte in Wien<br />

verteilt. Als seine ersten Ziele definierte<br />

er deshalb die Errichtung eines neuen,<br />

gemeinsamen Standortes und die Vereinheitlichung<br />

der sehr unterschiedlich<br />

aufgebauten Studienbereiche. Was für<br />

ein privates Unternehmen keine große<br />

Sache ist, war für eine Hochschule im<br />

Jahr 2004 eine echte Herausforderung.<br />

„Doch am Ende waren alle glücklich<br />

über das neue, stark gewachsene<br />

Gebilde“, betont Heritsch im Interview.<br />

Für das Multitalent war dieser Erfolg<br />

auch gleichzeitig Antrieb, ein weiteres<br />

Studium – für Hochschul- und Wissenschaftsmanagement<br />

– zu beginnen.<br />

Beinahe unbemerkt entstand zur<br />

gleichen Zeit eine Privatuniversität der<br />

Gesellschafter am Wiener Kahlenberg.<br />

„Als sich der erhoffte wirtschaftliche<br />

Erfolg nicht einstellte und die Organisation<br />

dringend einer Nachjustierung bedurfte,<br />

wurde Heritsch kurzfristig zum<br />

Managing Director berufen um parallel<br />

zu seiner weiterlaufenden Geschäftsführung<br />

der bereits sehr erfolgreichen<br />

FH mit der Sanierung zu beginnen.<br />

Innerhalb von nur zwei Jahren schaffte<br />

er es, die Institution auf Erfolgskurs zu<br />

bringen und konnte so das Zepter der<br />

Universität bald weitergegeben.<br />

Anders als die meisten Konkurrenten<br />

positionierte Michael Heritsch die<br />

Hochschule mit zwei klaren Schwerpunkten:<br />

Management und Kommunikation.<br />

„Es sollte kein Bauchladen<br />

sein, die gibt es ja schon oft genug“,<br />

erklärt er. Auch die Vermarktung<br />

wurde auf innovative Beine gestellt.<br />

Die Bewerberzahlen auf die streng<br />

limitierten Studienprogramme explodierten<br />

geradezu. Dann kam Corona<br />

– doch dank Heritschs jahrelanger<br />

Erfahrung in der Stabsarbeit der österreichischen<br />

Streitkräfte und seines<br />

leistungsfähigen Teams erfolgte die<br />

Umstellung von Präsenz- auf Onlineunterricht<br />

innerhalb nur einer Woche.<br />

„All das mündete in einer noch größeren<br />

Zufriedenheit der Studierenden<br />

als vor Corona, die MitarbeiterInnen<br />

fühlten sich bestens betreut und die<br />

Bewerberzahlen stiegen weiter an“,<br />

so der CEO der FH. Diese herausragende<br />

Performance wurde bei der<br />

Leadersnet Wahl des Krisenmanagers<br />

des Jahres mit einem Spitzenplatz<br />

belohnt. Heritsch kann schon jetzt<br />

auf eine außergewöhnliche Karriere<br />

zurückblicken, doch sein Tatendrang<br />

ist weiterhin ungebrochen: „Solange<br />

ich diesen realisieren kann, bin ich<br />

glücklich und je größer die Herausforderung,<br />

desto besser!“<br />

BILDUNG 103


SOCIETY<br />

Danube International School<br />

Vienna Summer Camp<br />

In summer of 2017, Danube International School Vienna introduced the<br />

DISV Summer Camp, a summer program for English speaking children<br />

from the international community in Vienna, as well as for all other<br />

children who want to experience fun, excitement and friendships.<br />

Very soon, the DISV Summer Camp<br />

attracted families from all over Vienna<br />

and even from other countries, as<br />

our staff are bilingual native English<br />

speakers. In our 5th year, the DISV<br />

Summer Camp 2021 offers weekly<br />

themes including fun activities with<br />

emphasis on STEM (Science, Technology,<br />

Engineering and Maths), healthy<br />

living, outdoor education and more.<br />

Camp activities take place within the<br />

appropriate age groups 4 to 6 years, 7<br />

to 10 years and 11 to 14 years, making<br />

sure that all activities are suitable for<br />

the children’s age.<br />

DISV SUMMER CAMP 2021<br />

Week 1: June 28 – July 2, 2021: Discovering<br />

Vienna: We will learn about<br />

our great city by exploring it through<br />

various mediums.<br />

Week 2: July 5 – 9, 2021: Engineering:<br />

The future is here, when we assemble<br />

robots with Engineering for Kids and<br />

playfully learn how mathematics,<br />

science and technology interact to<br />

shape our world.<br />

Week 3: July 12 – 16, 2021: Science<br />

How does science affect our lives?<br />

Join us when we find out what goes<br />

on behind the scenes in our everyday<br />

lives, by taking part in various activities<br />

and experiments.<br />

Week 4: July 19 – 23, 2021: Health &<br />

Movement: Rowing and climbing at<br />

Monki Park. Let’s find out that sports<br />

are fun!<br />

Week 5: July 26 – 30, 2021: Art & Nature:<br />

Visit the Vienna Zoo with us and<br />

enjoy the beauty of art when we work<br />

together at the Museum of Modern<br />

Art. Produce your own piece of art<br />

to reflect what can be seen in nature<br />

around us.<br />

Week 6: August 2 – 6, 2021: Becoming<br />

a junior chef! What do we need to<br />

stay fit and healthy? A well-balanced<br />

diet is the key to your own well-being.<br />

Each camp day will include morning<br />

learning time with our qualified summer<br />

camp staff.<br />

The DISV Summer Camp staff consists<br />

of experienced and IB trained<br />

teachers and assistants, who not only<br />

provide great fun and academic support<br />

to our summer camp children<br />

each year, but who also work with<br />

our regular DISV students during the<br />

school year. While the DISV Summer<br />

Camp language is English, most of<br />

our staff are fluent in German as well,<br />

ready to create memorable experiences<br />

with our summer camp children.<br />

We look forward to welcoming your<br />

child at the DISV Summer Camp!<br />

Sabine Biber-Brussmann<br />

CEO, Danube International School<br />

Vienna<br />

Fotos: Danube International School<br />

BILDUNG 104


SOCIETY<br />

Dem Wissen<br />

verpflichtet<br />

Im Interview mit SOCIETY spricht Hannelore<br />

Veit über ihre Karriere, die politische Situation<br />

in den USA und den Vorsitz im Alumniverband<br />

der Universität Wien.<br />

Sie waren von 1989 bis Ende 2020 für<br />

den ORF tätig, was waren in dieser Zeit<br />

Ihre persönlichen Höhepunkte, was<br />

die größten Herausforderungen?<br />

Ein erster Höhepunkt war meine Tätigkeit<br />

in Japan, die mir sehr viele neue<br />

Eindrücke und – zum ersten Mal in<br />

meinem Leben – einen Kulturschock<br />

eingebracht hat. Ich habe dort gelernt,<br />

den Menschen unvoreingenommen<br />

zu begegnen und nicht jedem gleich<br />

die eigene Denkweise überzustülpen.<br />

Eine wunderbare Erfahrung war<br />

natürlich auch, dass ich 19 Jahre lang<br />

mit wechselnden Partnern die ZIB<br />

moderieren durfte. Im Hinterkopf hatte<br />

ich allerdings immer den Gedanken,<br />

dass ich zurück in die USA wollte; auch<br />

nach acht Jahren als Korrespondentin<br />

in Washington wäre ich eigentlich nur<br />

allzu gerne noch länger dort geblieben.<br />

Die größte Herausforderung meiner<br />

Karriere war zweifelsohne 9/11: Wir<br />

saßen in einer Redaktionssitzung und<br />

haben am CNN-Monitor gesehen,<br />

wie die Flieger in die Türme krachten<br />

– ein paar Minuten später bin ich auf<br />

Sendung gegangen. Menschen beim<br />

Sterben zuzusehen und gleichzeitig am<br />

Moderationstisch professionellen Abstand<br />

halten zu müssen geht natürlich<br />

an die Substanz.<br />

Über sieben Jahre lang haben Sie das<br />

Korrespondenten-Büro des ORF in Washington<br />

geleitet (2013 bis 2020) und<br />

sowohl die Wahl von Donald Trump als<br />

auch die von Joe Biden hautnah miterlebt.<br />

Wie würden Sie den Status quo<br />

des Landes definieren?<br />

Die USA sind ein extrem gespaltenes<br />

Land, das kontinuierlich von einer Krise<br />

in die nächste geschlittert ist. Es gibt<br />

eine große Schere zwischen Links und<br />

Rechts, Jung und Alt, Stadt und Land.<br />

Die jeweiligen Wahrnehmungsblasen<br />

sind sehr abgeschottet, die Menschen<br />

holen sich nur die Informationen, die<br />

sie auch hören wollen. Für Europäer<br />

war die Wahl Trumps nicht wirklich<br />

nachvollziehbar, aus der Innensicht ist<br />

sie etwas verständlicher: Trump hat<br />

wirklich die Menschen angesprochen,<br />

die sich total an den Rand gedrängt<br />

gefühlt haben, diejenigen, die mit der<br />

Politmaschinerie in Washington nichts<br />

zu tun haben wollten. Durch seine<br />

Politik und Rhetorik hat er die Spannungen<br />

im Land noch verschärft; auch<br />

jetzt ist sein Einfluss auf das politische<br />

Geschehen immer noch recht groß.<br />

Biden ist als „bipartisan“ angetreten,<br />

als Präsident aller Amerikaner. Bis jetzt<br />

bringt er seine Agenda aber vor allem<br />

alleine, ohne Republikaner durch.<br />

Dabei bewegt er sich weiter auf den<br />

lauten, medienpräsenten linken Flügel<br />

seiner Partei zu, als ich es mir anfangs<br />

erwartet hätte. Nächstes Jahr im<br />

Herbst finden wieder Kongresswahlen<br />

statt, die sich normalerweise immer<br />

gegen den amtierenden Präsidenten<br />

richten. Dass Biden dann die Mehrheit<br />

in zwei Häusern erreichen wird, ist<br />

unwahrscheinlich – im Senat hält er sie<br />

schon jetzt nur sehr knapp.<br />

Seit Anfang dieses Jahres sind Sie<br />

Präsidentin des Alumniverbandes der<br />

Universität Wien. Wie kam es dazu und<br />

welche Pläne und Projekte verfolgen<br />

Sie in dieser Position?<br />

Ich fühle mich geehrt und freue mich<br />

sehr darüber, diese Stelle einzunehmen.<br />

Das hängt vielleicht auch damit<br />

zusammen, dass ich von einer amerikanischen<br />

Universität komme – dort<br />

ist das Zusammengehörigkeitsgefühl<br />

unter Alumni besonders stark. Für ganz<br />

wichtig halte ich Netzwerkaktivitäten.<br />

An einer Massenuniversität wie die<br />

Uni Wien ist es sehr viel schwieriger,<br />

Menschen zusammenzubringen. Wir<br />

arbeiten gerade an neuen Konzepten:<br />

Ab dem Herbst sollen wieder physische<br />

oder zumindest hybride Events<br />

stattfinden, bei denen man spannende<br />

Leute kennenlernen kann. Wir haben<br />

ein Mentoring Programm ins Leben gerufen<br />

um Studierenden zur Seite zu stehen,<br />

und bieten Wissensupdates mit<br />

und von Albsolventen. Weitere Ideen in<br />

Planung sind Awards für Absolventen,<br />

die herausragenden Leistungen erbracht<br />

haben, Chapter im Ausland oder<br />

Einblicke in den Berufsalltag prominenter<br />

Alumni zu ermöglichen. Vor allem<br />

möchten wir das Bewusstsein dafür<br />

schärfen, dass wir stolz sein können,<br />

AbsolventInnen der Universität Wien<br />

zu sein.<br />

Foto: Alexandre Fauqueux<br />

BILDUNG<br />

106


Scientific education is of high importance for Uzbek youth<br />

Women are increasingly participating in society and scientific activities<br />

Uzbekistan: betting<br />

everything on the youth<br />

People are the most productive in their youth, but at the same time,<br />

they require support. Therefore, Uzbekistan encourages its young<br />

generation to become the global leaders they are meant to be.<br />

“Peace, economic dynamism, social<br />

justice, tolerance – all this and more,<br />

today and tomorrow, depends on tapping<br />

into the power of youth”, says UN<br />

Secretary-General António Guterres,<br />

a statement with which Uzbekistan<br />

clearly agrees judging from the country’s<br />

recent developments regarding<br />

youth, scientific education and entrepreneurship.<br />

Uzbekistan is standing at<br />

the threshold of a vital demographic<br />

milestone where young people under<br />

the age of 30 constitute two thirds<br />

of the country’s population. Over the<br />

next two decades, today‘s children<br />

and young people will become the<br />

largest labor force in the history of Uzbekistan.<br />

With the right investments<br />

in the development of young people<br />

today, they can become the generation<br />

that will lead Uzbekistan to a new<br />

level of socio-economic growth.<br />

Universities are endowed with independence<br />

in integrating education<br />

and science in the world. Therefore,<br />

the functions of state control in the<br />

field of education and science will be<br />

reduced year by year while creating<br />

ample opportunities for freedom of<br />

scientific activity. As a result of the ongoing<br />

work to ensure the integration<br />

of education and science, overcoming<br />

the existing restrictions on the involvement<br />

of talented young people in<br />

scientific activities, the organization<br />

of research on the basis of PhD and<br />

strengthening scientific capacity and<br />

selection of highly qualified persons<br />

are being created to further enhance<br />

the prestige of scientific institutions<br />

in the country. Thus, a number of initiatives<br />

that aim to form co-operations<br />

between universities and research<br />

institutes, are supported.<br />

Some of the most important measures<br />

taken in the country are also<br />

the establishment of both financial<br />

incentives and advocacy to raise<br />

the social status of scientific and<br />

scientific-pedagogical personnel. The<br />

earliest achievements of the reform<br />

can already be seen: the potential of<br />

personnel with academic degrees has<br />

increased five times in the country<br />

over the past five years. In particular,<br />

the share of Uzbek youth who are<br />

currently engaged in research at<br />

prestigious international universities<br />

is growing. As a result of increasing<br />

the participation of women in society<br />

and scientific activities, creating good<br />

conditions for their effective participation,<br />

the share of women in the scientifically<br />

proven structure is about 40%.<br />

There are various initiatives in the<br />

field of science of Uzbekistan to support<br />

young people also concerning<br />

bilateral relations of the Academy of<br />

Sciences of Uzbekistan with international<br />

research centers such as Uzbek-<br />

Chinese research laboratories which<br />

have been established at a number of<br />

institutes. Relations with international<br />

organizations such as UNESCO, IAEA,<br />

MAAN and TWAS have also been<br />

strengthened. Furthermore, not only<br />

the scientific and educational sectors<br />

have increased, but also the start up<br />

ecosystem, which is an important link<br />

to the integration of science.<br />

The President of Uzbekistan, Shavkat<br />

Mirziyoyev, recently put forward<br />

a number of initiatives that support<br />

youth entrepreneurship and introduce<br />

new employment mechanisms,<br />

which will undoubtedly be justified in<br />

the coming future.<br />

Foto: Sorochin Evgeniy<br />

BILDUNG<br />

108


SOCIETY<br />

MICHAEL ZIMPFER, M.D., M.B.A, professor<br />

Vienna Medical Center –<br />

state-of-the-art medical<br />

expertise and technology<br />

The Vienna Medical Center, founded and headed<br />

by Michael Zimpfer, attracts national and<br />

international patients, either with preventive<br />

medicine or in dealing with specific disease<br />

states. We present some of it’s key partners of<br />

various medical disciplines.<br />

The center is located within walking<br />

distance to the Vienna General Hospital,<br />

(Allgemeines Krankenhaus), and the<br />

St. Anna Children’s Hospital (St. Anna<br />

Kinderspital). There are also a number<br />

of private hospitals nearby, including<br />

the Vienna private clinic (Wiener Privatklinik),<br />

private clinic Josefstadt (Confraternität<br />

– Privatklinik Josefstadt) and<br />

the Goldenes Kreuz private clinic (Krankenanstalt<br />

Goldenes Kreuz).<br />

In addition to his own diagnostic and<br />

therapeutic expertise, by creating the<br />

Vienna Medical Center, Zimpfer has<br />

established an effective, internationally<br />

linked, holistic healthcare platform. On<br />

offer, are international video consultations<br />

and where necessary, working<br />

with a team of leading medical specialists.<br />

The consultants are drawn from a<br />

wide background and offer a unique<br />

range of expertise (see their respective<br />

biographies and international medical<br />

training on the following pages). In addition<br />

to its own dedicated team of specialists,<br />

the center works closely with<br />

local and internationally renowned specialists,<br />

e.g., oncologists, radiologists,<br />

cardiologists, obstetricians / gynaecologists,<br />

paediatricians, neurologists, technical<br />

experts, physical therapists and<br />

manual therapists.<br />

This network and numerous co-operations,<br />

such as with the Clinic Otta-<br />

MICHAEL ZIMPFER, M.D., M.B.A, professor,<br />

(www.zimpfer.at)<br />

Specialisation and affiliation: Critical care and<br />

pain physician, anaesthesiologist, founder and<br />

head of the Vienna Medical Center (Zentrum<br />

für Medizin und Gesundheit), professor and<br />

chairman emeritus at the department of anaesthesiology<br />

and critical care, Medical University<br />

and Allgemeines Krankenhaus, Vienna.<br />

International medical and non-medical training:<br />

Harvard Medical & Chicago Business Schools,<br />

numerous continually ongoing medical training<br />

activities including master classes.<br />

Area of expertise: Preventive medicine, non-invasive<br />

and minimally invasive pain therapy,<br />

individual healthcare management.<br />

kring (former Wilhelminenspital) and<br />

the Med-Austron, give patients access<br />

to the latest developments in oncology<br />

and radio-oncology such as cyberknife,<br />

proton- and ion therapy.<br />

Vienna Medical Center<br />

1090 Vienna, Pelikangasse 3/101<br />

www.zmed.at, eMail: office@zimpfer.at<br />

Tel.: +43 / 1 / 997 28 30-0, Fax: -99<br />

Fotos: Clara Schemmel<br />

Book Launch &<br />

Press Talk at the<br />

Vienna Medical Center<br />

about<br />

Corona and the world<br />

with the Professors<br />

J. Huber, M. Zimpfer &<br />

M. Rauchensteiner,<br />

host: Jenny Posch.<br />

GESUNDHEIT 109


SOCIETY<br />

Nikolaos Akranidis, MSc<br />

Brigitte Maria Bolech, DPhil<br />

Dieter Kosak, M.D.<br />

Specialisation and affiliation: Manual therapy<br />

in the fields of craniosacral therapy, structual<br />

ostheopathy and visceral mobilisation. Further<br />

technices venolymphatic drainage and<br />

myofascial unwinding release technics. Master<br />

of science (natural medicine, Danube University<br />

Krems), studies of ostheopathy, Passau,<br />

Germany (I.A.O.), Master of Chiropractic, Ackermann<br />

College of strucural osteopathy and<br />

soft chiropractic, Stockholm, Sweden, visceral<br />

manipulation, Neuchatel, CH and Lübeck, Germany.<br />

Dry Needeling and triggerpoint therapy,<br />

David G. Simons Academy, Winterthur, CH,<br />

Cranio Mandibular Disfunction Therapy by Dr.<br />

Wolfgang Stelzenmüller, Frankfurt, Germany.<br />

Publication: “Cranio Sacral Secrets“.<br />

Specialisation and Affiliation: President of<br />

the International Institute for Therapeutic<br />

Research, Vienna. Developer of the unique communiacation<br />

instrument, called „Heart-Beamer“,<br />

which enables physicians of both to visualize<br />

interaction of body, mind and soul to clients<br />

and to find the root-cause of stress.<br />

Area of Expertise: Physiology, chronobiology,<br />

nutritional physiology, balneology, bioclimatology,<br />

integrative medicine and therapeutic<br />

research, PiA, Power-in-Abundance holistic potential<br />

analyisis and leadership training, burnout<br />

prevention, consultancy for researchers.<br />

Specialisation and affiliation: Senior Pathologist,<br />

Head of the Laboratory Dr. Kosak, Dr. Reckendorfer<br />

and Partners, Specialists in Pathology<br />

LLC. - GmbH, Vienna, former regular guest lecturer<br />

in clinical pathology, Faculty of Medicine,<br />

Medical University of Vienna, Vienna.<br />

Medical & international medical training:<br />

Hospital Rudolfstiftung, Vienna, Evangelisches<br />

Klinikum Bethel, University Clinic, University of<br />

Bielefeld-Bethel, Bielefeld, Germany.<br />

Area of expertise: Oncopathology of preoperative<br />

diagnostics, oncopathology of the breast,<br />

thyroid, gastrointestinal tract, gynecology and<br />

urology.<br />

Christian Fialka, M.D., Professor, MBA<br />

Peter Biowski, M.D.<br />

Specialisation and affiliation: Specialist in<br />

Physical medicine and Rehabilitation, Evangelisches<br />

Krankenhaus, Vienna<br />

International medical training: different clinics<br />

and rehabilitation centers e.g. Swiss Paraplegic<br />

Center, Nottwil, CH<br />

Area of expertise: Electrotherapy to treat central<br />

and peripheral palsy (from vocal cord to<br />

footlifter), spasticity, neuropathy, pain in the<br />

musculoskeletal system; focused shockwave<br />

therapy against erectile dysfunction, chronic<br />

pelvic pain snydrom, bone marrow edema, tendopathies<br />

(e.g. Achollodynia, plantar fasciitis).<br />

Specialisation and affiliation: Orthopedic trauma<br />

surgeon, chairman of the AUVA Traumacenter<br />

Vienna, Professor for Traumatology at<br />

the Sigmund Freud Private Medical University<br />

Vienna, Former President of the Austrian <strong>Society</strong><br />

for Traumatology and the Austrian <strong>Society</strong><br />

for Orthopedics and Traumatology.<br />

International Medical Training: Columbia University,<br />

Presbyterian Hospital, Dept. for Orthopedics,<br />

New York.<br />

Area of expertise: Shoulder Surgery, Minimal<br />

invasive Shoulder Reconstruction and Rehabilitation.<br />

Elisabeth Doris Malle, MBA<br />

Spezialisation and Affiliation: Research-consultant<br />

co-operating with the International<br />

Institute for Therapeutic Research, founder of<br />

Beam Intelligence GmbH, Vienna.<br />

Area of Expertise: Management consultant,<br />

medical software developer, medical device<br />

dealer, coach for inhouse developed holistic<br />

potential analysis „PIA“, expert for HRV-biofeedback<br />

training and consulting, personal<br />

communications- and behavioural training for<br />

leaders, HRV-trainer for doctors, therapists and<br />

consultants, experienced burn-out prevention<br />

trainer.<br />

Fotos: excudit.at, privat<br />

GESUNDHEIT<br />

GESUNDHEIT 110<br />

110


SOCIETY<br />

SOCIETY<br />

Peter Mateyka, M.D., Professor<br />

Gerald Sighardt, M.D.<br />

Daniel Stöckl<br />

Specialisation and affiliation: Specialist on tissue<br />

bank, autologous and allogenic producttherapies,<br />

plasma-derived products and cartilage<br />

regeneration.<br />

International training: Medical Director at Altana<br />

Austria, Senior Management Training at<br />

IMD Lausanne, Member of the Board at Baxter<br />

AG, Founder and CEO at Haemo Pharma<br />

GmbH.<br />

Area of Expertise: Cartilage regeneration and<br />

transplantation, autologous cell and stemcell<br />

therapies.<br />

Specialization and affiliation: General and<br />

visceral surgeon, established surgeon, former<br />

vice chairman Division of General and Visceral<br />

Surgery at the Hietzing Clinic Vienna.<br />

International medical training: Memorial Sloan<br />

Kettering cancer center, Cornell University, New<br />

York, NY, Hôpital Beaujon, Clichy (Paris), France<br />

Area of expertise: Endoscopy, thyroid surgery,<br />

laparoscopic abdominal surgery. Since the end<br />

of the 90’s I started with thread lifting, hyaluronic<br />

acid and botox in medicine, Moscow skin<br />

technology center Moscow, Russia, Nana plastic<br />

surgery hospital, Seoul, Korea<br />

Specialisation and affiliation: Founder, CEO<br />

and head of Ziehm Imaging Austria GmbH,<br />

Vienna.<br />

International training: 15 years in management<br />

and marketing in the fields of radiology, surgery,<br />

cardiology etc. within the medical profession.<br />

Area of expertise: Helping customers and partners<br />

to run their business more efficiently by<br />

being more precise in mobile c-arms.<br />

Zentrum für Medizin<br />

und Gesundheit<br />

Vienna Medical Center<br />

The Medical Board – part 3<br />

see also the last issues<br />

Fotos: Clara Schemmel<br />

Dieter Mitteregger, M.D.<br />

Specialisation and affiliation: Hygiene and<br />

Medical Microbiology, Head of the Department<br />

of Clinical Microbiology, Laboratory Dr. Kosak,<br />

Dr. Reckendorfer and Partners, Specialists in<br />

Pathology LLC. - GmbH, Vienna, former Assistant<br />

Professor at the Division of Clinical Microbiology,<br />

Department of Laboratory Medicine,<br />

Medical University of Vienna.<br />

International medical training: Clinical Parasitology,<br />

AMC Amsterdam, The Netherlands, Anaerobic<br />

Bacteriology, University Medical Center<br />

Groningen, The Netherlands.<br />

Area of expertise: Classic and molecular diagnostic<br />

microbiology, antimicrobial resistance,<br />

antimicrobial therapy, trichomoniasis, immunology<br />

and chronic inflammatory conditions.<br />

Karin Stani<br />

Specialisation and affiliation: Physical<br />

therapist, Sport science, University of Graz,<br />

Trainer of “non-violent communication” by<br />

Marshall B. Rosenberg (Germany). Therapeutical<br />

expirience in different medical areas, Unfallkrankenhaus<br />

Linz, Lorenz-Böhler-Krankenhaus<br />

Wien. Since 1999 selfemployed, Kritzendorf /<br />

Klosterneuburg and Vienna.<br />

International & national therapeutic training:<br />

Medical Center Bad Ragaz, Switzerland,<br />

La Croix Rouge, Paris, France<br />

Area of expertice: Treatment of musculoskeletal<br />

and visceral disorders. Focus on orthopedic<br />

spine-rehabilitation, post traumatic rehabilitation,<br />

Public health promotion courses.<br />

Jörg Thalwitzer, M.D.<br />

Specialisation and affiliation: Plastic surgeon,<br />

Head of the Institute for Radiology and Neuroradiology,<br />

Clinicum Chemnitz, Germany.<br />

International medical training: Plastic surgery<br />

activities in cooperation with Prof. Thomas<br />

J. Gampper, University Clinic for Plastic Surgery,<br />

Charlottesville, VA, USA and Assoc. Prof.<br />

Dr. John Celin (also Charlottesville and private<br />

practice, London, UK).<br />

Area of expertise: Breast surgery (oncological<br />

and aesthetic).<br />

GESUNDHEIT<br />

GESUNDHEIT<br />

111<br />

111


SOCIETY<br />

"Ich bin so wild nach<br />

Deinem Erdbeermund"<br />

Unsere SOCIETY-Gastautorin Rita Davidson<br />

gibt Tipps für natürliche und nachhaltige<br />

Schönheit aus der Biotonne.<br />

Erdbeeren haben im Sommer Hochsaison.<br />

Sie schmecken nicht nur köstlich,<br />

sondern sind ein absolutes Haut-<br />

Superfood. Da Erdbeeren zu 90 % aus<br />

Wasser bestehen, ist ihre Haltbarkeit<br />

recht kurz. Sie sind druckempfindlich,<br />

leicht verderblich und verlieren schnell<br />

an Aroma. Auch wenn die Erdbeere<br />

nicht mehr ganz prall und rot lockt,<br />

ist sie ideal für eine natürliche und<br />

effektive Hautpflege (Achtung – außer<br />

bei Schimmel!). Die wenigsten Lebensmittel,<br />

die im Müll landen, gehören<br />

dorthin. Wir werfen nicht in erster Linie<br />

tatsächlich Verdorbenes weg, sondern<br />

Produkte, die uns nicht mehr schön<br />

und appetitlich genug erscheinen.<br />

Mag. Rita Davidson ist zertifizierte „Food4Skin“<br />

Expertin für Lebensmittelresteverwertung in der<br />

frischen Hautpflege<br />

Da Erdbeeren je nach Herkunftsland<br />

stark pestizidbelastet sein können,<br />

ist die Bevorzugung von heimischen<br />

Erzeugnissen, im besten Fall aus<br />

biologischem Anbau, empfehlenswert.<br />

Erdbeeren beinhalten reichlich<br />

Vitamin C, wodurch sie ein natürliches<br />

Anti-Aging Mittel ist und der Haut hilft<br />

gesundes Kollagen zu produzieren. Ihr<br />

Vitamin A regeneriert die Haut, macht<br />

sie elastisch und spendet Feuchtigkeit,<br />

Vitamin B1 wirkt bei unreiner Haut, B2<br />

ist feuchtigkeitsspendend und beruhigt<br />

gereizte Haut, B3 reduziert die<br />

Talgproduktion. Vitamin B5 wird beim<br />

Aufbau der Haare und Nägel benötigt,<br />

B6 beschleunigt die Heilungsprozesse<br />

und Folsäure (B9) strafft und beugt<br />

Hautalterungsprozessen vor. Vitamin<br />

E hilft gegen Altersflecken und glättet<br />

kleine Fältchen. Die Mineralstoffe<br />

Kalium, Calcium und Magnesium<br />

wirken zusätzlich hautstraffend, entzündungshemmend<br />

und beruhigend.<br />

Die Erdbeere ist ein Wundermittel, ein<br />

Haut-Superfood. Bevor man jedoch<br />

mit der Hautpflege beginnt, gilt zu<br />

beachten, dass Erdbeeren allergische<br />

Reaktionen hervorrufen können. Daher<br />

mein Tipp – falls Sie empfindlich auf<br />

den Genuss von Erdbeeren reagieren,<br />

meiden sie deren Verwendung auf der<br />

Haut oder testen Sie die Verträglichkeit<br />

zuerst an einer kleinen Stelle aus.<br />

ANWENDUNGEN/REZEPTE<br />

Erdbeeren eignen sich wunderbar als<br />

natürliches Lippen-Fruchtpeeling und<br />

helfen abgestorbenes Zellmaterial<br />

zu entfernen. Weiche Erdbeeren mit<br />

dem Finger zerdrücken und sanft,<br />

ohne Druck die Lippen mit der Frucht<br />

massieren. Die Lippen werden herrlich<br />

rot, gut durchblutet und fühlen<br />

sich seidig an. Für ein Erdbeer-Körperpeeling,<br />

Erdbeeren pürieren bis eine<br />

pastöse Masse entsteht und mit ein<br />

wenig Honig vermengen. Mit diesem<br />

Enzym-Peeling vor dem Duschen oder<br />

Baden die Haut sanft massieren, kurz<br />

einwirken lassen und mit lauwarmem<br />

Wasser abspülen. Die Haut wird gut<br />

durchblutet, duftet fantastisch und<br />

fühlt sich elastisch und frisch an. Bitte<br />

nicht nachcremen!<br />

Oft bleibt in der Obstschüssel Erdbeersaft,<br />

der oft einfach wegschüttet<br />

wird. Diesen wunderbaren Vitaminsaft<br />

sollte man jedoch nicht vergeuden,<br />

sondern direkt auf die Haut, entweder<br />

mit einem Wattepad oder mit sauberen<br />

Fingern auftragen und einfach<br />

einziehen lassen. Der Saft ist reich an<br />

Antioxidantien, die die Zellerneuerung<br />

unterstützen und die Haut natürlich<br />

strahlen lassen. Vielleicht nicht direkt<br />

im Restaurant anwenden, könnte<br />

eventuell für Staunen sorgen. Eine<br />

feine Erdbeershake-Gesichtsmaske ist<br />

erfrischend, feuchtigkeitsspendend,<br />

reinigend, beruhigend und schmeckt<br />

sogar gut. Erdbeerreste mit einem<br />

Milchprodukt wie Joghurt, Schlagobers,<br />

Creme Fraiche oder Sauerrahm<br />

einfach pürieren und auf Gesicht, Hals<br />

und Dekolleté großzügig auftragen.<br />

Milchsäure ist essentiell für einen<br />

intakten Säureschutzmantel der Haut.<br />

Die Haut wird von abgestorbenen<br />

Hautschüppchen befreit, die Poren<br />

verfeinert und die Haut wirkt glatter<br />

und ebenmäßiger.<br />

Foto: Andrea Knura<br />

GESUNDHEIT<br />

112


Immunsystem stärken im<br />

Gesundheitszentrum Park Igls<br />

Ein intaktes, abwehrstarkes Immunsystem hat das ganze Jahr Saison.<br />

Das wurde vielen von uns in den vergangenen 15 Monaten erst so<br />

richtig bewusst. Ein neues Therapie-Modul stärkt die eigene Abwehr.<br />

Foto: Gesundheitszentrum Park Igls<br />

Die gute Nachricht: Jede von uns,<br />

jeder von uns, kann etwas für die<br />

eigene Gesundheit und die Stärkung<br />

des Immunsystems tun. Im Gesundheitszentrum<br />

Park Igls, Pionier der<br />

Modernen Mayr-Medizin, unterstützt<br />

dabei ein neues Therapie-Modul. „Immunsystem<br />

stärken“ ist daher Name<br />

und Programm für eine gesundheitsfördernde,<br />

einwöchige Auszeit.<br />

Die beiden Mayr-Ärztinnen, Internistin<br />

Dr. Irene Brunhuber und Allgemeinmedizinerin<br />

Dr. Sonja Schottkowsky,<br />

haben im Park Igls ein „Immunprofil“<br />

erarbeitet, mit dem zu Beginn des<br />

Aufenthalts der IST-Zustand des<br />

Immunsystems erhoben wird. Dieser<br />

erweiterte Labortest gibt, vereinfacht<br />

gesagt, Auskunft darüber, wie stark das<br />

Abwehrsystem des Gastes ist.<br />

Gesunde und schonende Moderne<br />

Mayr-Cuisine, viel Bewegung und<br />

entspannende Vollmassagen stehen<br />

während der gesamten Woche für den<br />

Gast auf der Tagesordnung und sind<br />

wichtiger Part des therapeutischen<br />

Ansatzes. Um das Immunsystem physisch<br />

zu aktivieren, werden in Therapiekombination<br />

auch stärkende Infusionen<br />

mit Aktivsauerstoff sowie Zink und<br />

Vitamin C eingesetzt. „Aktivsauerstoff<br />

wirkt anregend auf das Immunsystem,<br />

Zink hemmt die Virusvermehrung<br />

und Vitamin C schützt vor oxidativem<br />

Stress und ist so für eine kompetente<br />

Immunabwehr unerlässlich“, erklärt<br />

Dr. Peter Gartner, Medizinischer Leiter<br />

im Gesundheitszentrum Park Igls.<br />

Für wen eignet sich dieses Therapie-Modul<br />

beziehungsweise wann<br />

sollte man dieses Therapieprogramm<br />

buchen, Herr Dr. Gartner? „Sich eine<br />

gesunde Auszeit zu nehmen, tut<br />

grundsätzlich immer gut. Und man<br />

nimmt sie sich bestenfalls auch regelmäßig,<br />

denn Gesundheit ist und bleibt<br />

unser höchstes Gut. Die Pandemie<br />

hat ganz sicher auch für das Thema<br />

Gesundheitsreisen sensibilisiert, das<br />

spüren wir gerade auch beim sehr stark<br />

nachgefragten Programm ‚Immunsystem<br />

stärken‘ bei uns im Park Igls.“<br />

Gesundheitszentrum Park Igls<br />

Igler Straße 51<br />

6080 Igls bei Innsbruck, Tirol<br />

T +43 (0)512 37 73 05<br />

E-Mail: info@park-igls.at<br />

www.park-igls.at<br />

GESUNDHEIT<br />

113


SOCIETY<br />

Das Dachsteinkönig Familux Resort liegt in der atemberaubenden Szenerie des Dachsteingebirges<br />

Die Familiensuite Liesl bietet Platz für Groß und Klein<br />

Fotos: www.360perspektiven.at, Daniela Jakob<br />

Relaxen im großzügigen Poolbereich<br />

Die kleinen Gäste freuen sich über den hauseigenen Streichelzoo<br />

LIFE & STYLE<br />

114


SOCIETY<br />

Weil Familie<br />

Freiheit bedeutet<br />

Familux Resorts ist die weltweit erste und einzige<br />

Premium-Hotelgruppe ausschließlich für Familien<br />

mit Kindern. Hier finden diese die verdiente Auszeit<br />

und spürbare Entspannung.<br />

Resort-Inhaber Ernst<br />

Mayer: „Wir helfen<br />

Familien, ihre Freiheit<br />

und Einzigartigkeit zu<br />

spüren. Wir schaffen<br />

Erlebnisräume, die ein<br />

Miteinander in einem<br />

gediegenen Ambiente<br />

und gleichzeitig jedem<br />

sein verdientes Recht<br />

ermöglichen, ein Stück<br />

ganz persönliche Erfüllung<br />

zu genießen. Das<br />

ist unsere Vorstellung<br />

von Luxus.“<br />